Decision ID: b664feec-0d4a-4ff0-92aa-62f5dbfba78b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 07.06.2012 Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 87 Abs. 2 IVV (in der bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung), Art. 88a Abs. 1 IVV. Rentenrevision in Bezug auf bei der erstmaligen rückwirkenden Festsetzung einer Rente bereits eingetretene Sachverhaltsänderungen (E. 1.4). Auf das angefochtene Gutachten kann abgestellt werden (E. 2). Einkommensvergleich. Insbesondere Teilzeitabzug für Männer (E. 3) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juni 2012, IV 2010/228).
Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner,
a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach
Entscheid vom 7. Juni 2012
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision (Herabsetzung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Januar 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (act. G 4.1/1). Zuvor arbeitete er von Oktober 1989 bis
November 2007 bei der B._. AG als Maschinenbediener in der Nachtschicht (act. G
4.1/15). Mit Arztbericht vom 5. Februar 2008 gab der Hausarzt Dr. med. C._ an, der
Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit ab Januar 2007 bis auf Weiteres zu
100 % arbeitsunfähig. Auch andere Tätigkeiten seien ihm nicht mehr zumutbar. Der
Zustand verschlechtere sich. Aus den miteingereichten medizinischen Unterlagen geht
hervor, dass der Versicherte im Wesentlichen an einem metabolischen Syndrom bei
Status nach lakunärem Hirninfarkt im Februar 2002 sowie an einem Diabetes mellitus
Typ II, Erstdiagnose ca. 1997, leidet (act. G 4.1/27). Gestützt auf eine Untersuchung
des Kantonsspitals St. Gallen vom 13. Juli 2007 zu Handen der Krankenversicherung
ging der RAD Ostschweiz in seiner Stellungnahme vom 11. Februar 2008 von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in einer stressfreien, körperlich leichten Tätigkeit ohne
Nachtarbeit - mit der Möglichkeit des Diabetesmanagements - aus (act. G 4.1/27.10
und 28).
Mit Vorbescheid vom 29. Februar 2008 teilte die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, er habe keinen Anspruch auf berufliche
Massnahmen (act. G 4.1/39). Mit einem weiteren Vorbescheid vom 5. März 2008 teilte
sie ihm sodann mit, dass er bei Verwertung seiner verbleibenden Arbeitsfähigkeit
lediglich eine Erwerbseinbusse von 4 % erleide und damit auch keinen Anspruch auf
eine Rente habe (act. G 4.1/43). Gegen letzteren Vorbescheid erhob der damalige
Rechtsvertreter des Versicherten am 18. April 2008 Einwand. Begründet wurde dieser
im Wesentlichen damit, dass der Hausarzt von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit, der
behandelnde Spezialarzt für Diabetologie, Dr. med. D._, von einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit ausgehe. Selbst Dr. E._ vom Kantonsspital St. Gallen habe nach
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Installierung der Insulintherapie initial eine 50 %-Beschäftigung vorgeschlagen. Zudem
leide der Beschwerdeführer unter psychischen und neurologischen Beschwerden, die
ebenfalls einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Somit könne der Versicherte
keinesfalls das veranschlagte Einkommen erzielen (act. G 4.1/47). Mit Verfügung vom
8. Mai 2008 wies die Sozialversicherungsanstalt das Gesuch um berufliche
Massnahmen ab (act. G 4.1/49). In Bezug auf den Rentenanspruch holte die
Sozialversicherungsanstalt einen weiteren Arztbericht beim Psychiatrie-Zentrum F._
ein, das in psychiatrischer Hinsicht rezidivierende depressive Episoden, zur Zeit
mittelschwere depressive Episode (F32.1), diagnostizierte und davon ausgeht, dass in
einer körperlich leichten Tätigkeit ohne Überforderung grundsätzlich eine
Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Wie eine geeignete Tätigkeit aussehen könnte, sei
abzuklären (Arztbericht/Beiblatt vom 2. Juni 2008 [act. G 4.1/52]). Mit Stellungnahme
vom 4. August 2008 ging der RAD nunmehr von einer unklaren Situation aus und
empfahl eine MEDAS-Begutachtung (act. G 4.1/53.2). Am 23. Januar 2009 erstattete
die MEDAS Ostschweiz ein polydisziplinäres Gutachten (internistisch/psychiatrisch/
neurologisch). Darin wurden chronische Spannungskopfschmerzen, ein cervikales und
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Wirbelsäulenfehlhaltung und degenerativen
HWS-Veränderungen, eine residuelle sensomotorische Hemiparese links nach
rechtshemisphärischem ischämischem cerebro-vaskulärem Insult 02/2002 und
cerebraler Makro- und Mikroangiopathie beidseits sowie eine psychogene
Überlagerung der multiplen körperlichen Erkrankungen diagnostiziert. Ohne
wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden sodann im Wesentlichen der
Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom, ein Diabetes mellitus Typ 2, sekundär
insulinpflichtig, eine arterielle Hypertonie sowie ein PAVK Stadium IIa rechts (periphere
arterielle Verschlusskrankheit) diagnostiziert. Für die ursprüngliche Tätigkeit in der
Nachtschicht liege eine Nichteignungsverfügung vor, die auch neurologischer-,
kardiologischer-, endokrinologischer- und psychiatrischerseits bestätigt worden sei.
Aktuell sei auf Grund des unbefriedigend eingestellten insulinpflichtigen Diabetes
mellitus und der arteriellen Hypertonie zum Untersuchungszeitpunkt von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Aus psychiatrischer und neurologischer Sicht liege für
körperlich nicht belastende Tätigkeiten eine Einschränkung von maximal 50 % vor.
Zusätzlich sei aus somatischer Sicht zu beachten, dass der Diabetes mellitus und die
Hypertonie qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mit sich brächten, indem
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genügend Zeit für das Diabetes-Management eingeplant werden sollte und Tätigkeiten
unter Dauerstress nicht empfohlen werden könnten. Nach optimiertem metabolischem
und kardiovaskulärem Risikomanagement werde von einer um rund 50 %
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit unter Beachtung der aufgeführten qualitativen
Einschränkungen ausgegangen. Der Beginn der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe seit Dezember 2006 (letzter effektiver Arbeitstag: 11. Dezember 2006), wobei
zunächst Zeiten vollständiger Arbeitsunfähigkeit (u.a. stationäre Aufenthalte, ambulante
Diabetes-Einstellungsversuche) zu berücksichtigen seien (act. G 4.1/62.16 ff.). In der
Folge holte die Sozialversicherungsanstalt weitere Arztberichte beim Spital G._ und
bei der Klinik H._ ein, wo der Versicherte die von der MEDAS empfohlene stationäre
Einstellung von Diabetes und Blutdruck bzw. eine Detonisierung und Rekonditionierung
sowie Haltungsverbesserung durchführte. Das Spital G._ attestierte am 18. März
2009, dass sowohl der Diabetes wie auch der Blutdruck bei Austritt gut eingestellt
seien (act. G 4.1/66). Auch die Klinik H._ bestätigte am 21. April 2009 eine gewisse
Verbesserung von Muskelkraft und Ausdauer, so dass der Versicherte am 30. März
2009 in gutem Allgemeinzustand habe nach Hause entlassen werden können (act. G
4.1/69).
A.b Nachdem der RAD die im MEDAS-Gutachten formulierten Bedingungen für eine 50
%ige Arbeitsfähigkeit als erfüllt betrachtet hatte, teilte die Sozialversicherungsanstalt
dem Versicherten mit neuerlichem Vorbescheid vom 16. Juni 2009 mit, er habe ab dem
1. Dezember 2007 Anspruch auf eine ganze, ab dem 1. Juli 2009 auf eine halbe Rente
(act. G 4.1/76). Mit Einwand vom 17. August 2009 machte der damalige
Rechtsvertreter des Versicherten im Wesentlichen geltend, dass die Blutzuckerwerte
nach der Spitalentlassung unter normalen Bedingungen völlig unzureichend seien.
Davon ging auch Dr. C._ in seinem Verlaufsbericht vom 8. September 2009 aus (act.
G 4.1/77 und 85.1 f.). Dr. D._, der den Versicherten allerdings am 14. Juli 2008 das
letzte Mal gesehen hatte, ging in seinem Bericht vom 14. Oktober 2009 davon aus,
dass durch die Optimierung der Blutzuckerwerte die körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit verbessert werden könne, so dass eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
möglich erscheine (act. G 4.1/87.2). Das Psychiatrie-Zentrum F._ ging in seinem
Verlaufsbericht vom 22. Februar 2010 von einer unveränderten Situation aus und wies
darauf hin, dass die psychische Problematik für die Arbeitsfähigkeit eine
untergeordnete Rolle spiele (act. G 4.1/94.1). Nachdem der RAD die Voraussetzungen
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für eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit mit Stellungnahme vom 18. März 2010 erneut als
erfüllt betrachtet hatte, verfügte die Sozialversicherungsanstalt im angekündigten Sinn
(Verfügungen vom 28. April 2010 [act. G 4.1/99 und 100]).
B.
B.a Die vorliegende Beschwerde vom 27. Mai 2010 richtet sich gegen die zweite Ver
fügung, mit welcher der Anspruch auf eine halbe Rente ab dem 1. Juli 2009 festgelegt
wurde. Nicht angefochten wird dagegen die erste Verfügung, mit welcher dem
Beschwerdeführer eine ganze Rente ab dem 1. Dezember 2007 zugesprochen wurde.
Der Beschwerdeführer beantragt sodann, es sei ihm ab 1. Juli 2009 eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Das Gutachten, auf das sich die Beschwerdegegnerin
stütze, erfülle die Anforderungen nur teilweise. So setze sich der psychiatrische
Gutachter nicht mit dem Bericht des Psychiatrie-Zentrums F._ auseinander.
Insbesondere nehme er zu den abweichenden Diagnosen keine Stellung. Weiter fehlten
die Erkenntnisse aus den Aufenthalten im Spital G._ und in der Klinik H._ sowie
aus der Untersuchung (des Schlafapnoesyndroms) bei Dr. med. I._, Spezialarzt für
Innere Medizin und Pneumologie. Offen geblieben sei insbesondere, ob Diabetes und
Hypertonie nun optimal eingestellt seien, was gemäss Angaben des Hausarztes nicht
der Fall sei. Im Weiteren wird der Einkommensvergleich bemängelt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. August 2010 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Aus dem Bericht des Spitals G._ gehe hervor, dass die Bedingung
der optimal eingestellten Diabetes und Hypertonie erfüllt sei. Demnach könne ab März
2009 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werden. Das Psychiatrie-
Zentrum gehe sodann davon aus, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
zum grössten Teil somatische Ursachen habe. Das von Dr. I._ diagnostizierte leichte
obstruktive Schlafapnoesyndrom schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein, zumal dieses
Leiden gut therapiert werden könne. Der Austrittsbericht der Klinik H._ enthalte
schliesslich keine neuen invalidisierenden Diagnosen, weshalb der Beschwerdeführer
aus den erwähnten Arztberichten nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Auch sei
der Einkommensvergleich korrekt erfolgt (act. G 4).

Erwägungen:
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1.
1.1 Vorliegend ist nur die Verfügung vom 28. April 2010 betreffend den Zeitraum ab
dem 1. Juli 2009 angefochten. Die andere Verfügung gleichen Datums, den Zeitraum
vom 1. Dezember 2007 bis zum 30. Juni 2009 betreffend, ist dagegen nicht
angefochten. Nach der Rechtsprechung ist trotzdem der ganze Zeitraum ab
1. Dezember 2007 in die Beurteilung miteinzubeziehen, da materiell ein einziges
Rechtsverhältnis vorliegt (BGE 131 V 165 f. E. 2.2 f.; BGE 125 V 418 E. 2d).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch
auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die
Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Das
Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen,
ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten. Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte
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Gutachten von externen oder internen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 f. E. 3b/bb und 3b/
ee).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Eine
Revision von Amtes wegen wird unter anderem durchgeführt, wenn Tatsachen bekannt
werden, die eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades als möglich erscheinen
lassen (Art. 87 Abs. 2 IVV [in der bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung;
heute: Art. 87 Abs. 1 lit. b IVV]). Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Anlass zur Rentenrevision gibt
somit jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende
Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach neuerer
Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 114 E. 5.4), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130
V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2). Sodann werden auch bei der erstmaligen
rückwirkenden Festsetzung einer Rente bereits eingetretene Sachverhaltsänderungen,
die zu einer Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung des Rentenanspruchs führen,
berücksichtigt. Auch diese rückwirkende (abgestufte und/oder befristete)
Rentenzusprache wird von der Praxis dem Revisionsrecht nach Art. 17 ATSG
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unterworfen (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., S.
373, mit Hinweis auf BGE 131 V 164 und 125 V 413). Dabei ist auch die Bestimmung
des Art. 88a Abs. 1 IVV analog anzuwenden (Entscheid des Bundesgerichts vom 5. Mai
2011 [9C_996/2010] E. 8).
2.
Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, es könne in psychiatrischer Hinsicht
nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. So setze sich der Teilgutachter
nicht mit dem Bericht des Psychiatriezentrums Süd auseinander. Insbesondere nehme
er zu den abweichenden Diagnosen keine Stellung. Diesbezüglich diagnostizierte das
Psychiatrie-Zentrum F._ in seinem Bericht vom 2. Juni 2008 rezidivierende
depressive Episoden, zur Zeit mittelschwere depressive Episode (F32.1 [act. G
4.1/52.1]). Demgegenüber geht der psychiatrische Gutachter von einer psychogenen
Überlagerung (F54) der multiplen körperlichen Erkrankungen des Beschwerdeführers,
insbesondere mit Symptomen wie Verstimmungen und furchtvoller Erwartung
gegenüber der Entwicklung der Krankheit aus. Ausserdem bestehe eine Entwicklung
von körperlichen Symptomen aus psychischen Gründen (F68.0). Zwar äussert sich der
psychiatrische Gutachter tatsächlich nicht zu der von den behandelnden Ärzten
gestellten Diagnose. Indessen gehen auch letztere nicht davon aus, dass die von ihnen
diagnostizierte Depression zu einer massgebenden Reduktion der Arbeitsfähigkeit -
zumindest nicht über das vom psychiatrischen Gutachter anerkannte Ausmass von
20 % hinaus - führt. Vielmehr gehen auch sie davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit im
Wesentlichen durch die zahlreichen somatischen Beschwerden eingeschränkt wird.
Zudem gehen sie davon aus, dass eine sichere Tagesstrukturierung (wohl durch eine
Arbeit) zu einem deutlichen Rückgang der depressiven Symptomatik beitragen und die
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht erhöhen könnte (act. G 4.1/52.2). In seinem
Bericht vom 22. Februar 2010 weist das Psychiatrie-Zentrum F._ nochmals darauf
hin, dass die psychische Problematik bei der Arbeitsfähigkeit eine untergeordnete Rolle
spiele und erachtet eine Wiedereingliederung in den normalen Arbeitsalltag auf Grund
der somatischen Vorerkrankung des Beschwerdeführers als fragwürdig (act. G 4.1/94.3
f.). Es liegen somit keine psychiatrischen Beurteilungen von behandelnden Ärzten vor,
die geeignet wären, die Feststellungen des Gutachters zu erschüttern, weshalb darauf
abzustellen ist. Ebenso liegen keine weiteren Berichte in neurologischer Hinsicht vor.
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Von der vom früheren Rechtsvertreter im Einwand vom 17. August 2009 angekündigten
neurologischen Abklärung wurde schliesslich abgesehen, da von einer solchen keine
zusätzlichen Erkenntnisse mehr zu erwarten seien (act. G 4.1/77.3, 89 und 90).
2.2 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, das Gutachten sei teilweise
nicht mehr aktuell. So fehlten Erkenntnisse aus dem Aufenthalt im Spital G._, aus der
Rehaklinik H._ sowie aus der Untersuchung bei Dr. I._. Insbesondere sei offen
geblieben, ob Diabetes und Hypertonie nun optimal eingestellt seien. Nach Angaben
des Hausarztes sei dies nicht der Fall.
Im Nachgang zum Gutachten liess sich der Beschwerdeführer vom 23. Februar bis zum
10. März 2009 im Spital G._ wegen seinem Diabetes behandeln. Neben einem
Diabetes mellitus Typ 2 stellte das Spital G._ die weiteren behandlungsrelevanten
Diagnosen eines Status nach cerebrovaskulärem Insult mit sensomotorischem
Hemisyndrom links 02/2008, einer Periarthrosis humeroscapularis calcarea, eines
chronischen zervikobrachialen Schmerzsyndroms links, einer arteriellen Hypertonie,
einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit Stadium I beidseits (PAVK), einer
Hypercholesterinämie, eines leicht bis mittelschweren obstruktiven
Schlafapnoesyndroms sowie eines Verdachts auf chronische Bronchitis. In Bezug auf
die Behandlung des Diabetes führte das Spital G._ in seinem Austrittsbericht vom 18.
März 2009 aus, unter Steigerung der oralen Antidiabetika und ohne Insulin hätten sich
nunmehr lediglich postprandial erhöhte Blutzuckerwerte gefunden, die Nüchtern-
Blutzuckerwerte hätten sich im normoglykämen Bereich bewegt. Zudem sei im Beisein
der Ehefrau und des Sohnes des Beschwerdeführers eine Ernährungsberatung
durchgeführt worden. In der Folge sei lediglich eine Therapie mittels oraler
Antidiabetika erforderlich gewesen. Auf ein Nachspritzschema sei zum jetzigen
Zeitpunkt verzichtet worden. In Bezug auf die Hypertonie führte das Spital G._ aus,
die Blutdruckwerte hätten sich während der Hospitalisation unter der bereits
vorhandenen Therapie im Normbereich bewegt. In Bezug auf die PAVK sei der
Beschwerdeführer seit PTA (perkutane transluminale Angioplastie) und Stenting
beschwerdefrei (act. G 4.1/66.1 f. ). In seinem Bericht vom 20. März 2009 an die
Beschwerdegegnerin führte das Spital G._ aus, dass im Rahmen des stationären
Aufenthalts eine Optimierung des metabolischen und kardiovaskulären Risikos habe
erreicht werden können. Der Diabetes sei momentan mittels oraler Antidiabetika gut
http://de.wikipedia.org/wiki/Angioplastie
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eingestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei ein Nachspritzschema nicht nötig. Auch die
Blutdruckwerte seien im Normbereich, so dass von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden könne (act. G 4.1/66.6).
Im Anschluss an den Aufenthalt im Spital G._ absolvierte der Beschwerdeführer vom
10. bis 30. März 2009 einen stationären Aufenthalt in der Klinik H._ zwecks
Detonisierung und Rekonditionierung sowie zur Haltungsverbesserung bei
Wirbelsäulenfehlhaltung und -fehlform. Die Klinik H._ führte im Wesentlichen
dieselben Diagnosen auf wie das Spital G._, betonte aber ein chronisches
zervikobrachiales Syndrom links bei ausgeprägten degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen im Bereich der Halswirbelsäule sowie ausgeprägten
muskulären Dysbalancen mit Myogelosen. Die Klinik H._ führt weiter aus, dass die
Muskelkraft und die allgemeine Ausdauer durch das intensive und aktiv geführte
Therapieprogramm habe verbessert werden können. Die Mobilität der Schulter und des
Nackens habe leicht verbessert werden können. Das Gehen in verschiedenem Gelände
sei ohne Schmerzen möglich und die Blutdruckwerte hätten sich zufriedenstellend
präsentiert. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand nach Hause
entlassen werden können. Neurologisch habe sich eine diskrete Hemisymptomatik
links gefunden, wobei die Sensibilität auf der gesamten linken Körperseite diffus
vermindert sei im Sinn einer Hyposensibilität (act. G 4.1/69.1 f.). Aus dem
Austrittsbericht der Physiotherapie Rheumatologie vom 8. April 2009 geht zudem
hervor, dass die Kraft der Armmuskulatur links etwas habe verbessert werden können.
Es liege auch eine verbesserte Mobilität glenohumeral und der Halswirbelsäule vor. Der
Beschwerdeführer müsse aber immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden,
dass die linke Hand als Halte- oder Dienerhand eingesetzt werden könne (act. G
4.1/69.5).
2.3 Aus einem Bericht von Dr. I._ vom 27. Februar 2009 geht schliesslich hervor,
dass beim Beschwerdeführer ein leichtes obstruktives Schlafapnoesyndrom, in
Rückenlage mittelschwer, vorliege. Eine therapeutische Intervention im Sinn eines
CPAP-Trials sei indiziert, zumal der Beschwerdeführer symptomatisch sei (act. G
4.1/71). Aus einem weiteren Bericht von Dr. I._ vom 17. Juni 2009 geht hervor, dass
via Lungenliga eine CPAP-Einschulung stattfinden solle. Hinweise auf andere
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Schlafstörungen lägen nicht vor (act. G 4.1/85.10). Mit der Beschwerdegegnerin ist
somit von der Behandelbarkeit dieses Leidens auszugehen.
Schliesslich verlangte die Beschwerdegegnerin einen Verlaufsbericht beim
Diabetologen Dr. D._ ein. Dieser führte in seinem Bericht vom 14. Oktober 2009 aus,
er habe den Beschwerdeführer bis 14. Juli 2008 behandelt. Dabei geht er davon aus,
dass sogar die bisherige Tätigkeit noch im Umfang von 50 % zumutbar wäre. Durch
eine optimale Einstellung des Diabetes mellitus Typ 2 liessen sich die Einschränkungen
in der Arbeitsfähigkeit verringern, was allerdings eine deutlich verbesserte Mitarbeit
und Selbstverantwortung des Beschwerdeführers voraussetzen würde. Durch eine
Optimierung der Blutzuckerwerte könne sowohl die körperliche als auch die geistige
Leistungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer verbessert werden, sodass
eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit als möglich erscheine (act. G 4.1/87.2). Zwar kann Dr.
D._ damit keine aktuellen Angaben liefern. Indessen befindet sich der
Beschwerdeführer nach Behandlungsende bei Dr. D._ soweit ersichtlich nicht mehr
in spezialärztlicher diabetologischer/endokrinologischer Behandlung. Eine
entsprechende Nachfrage beim Hausarzt verlief ebenfalls ergebnislos (act. G 4.1/92).
Entgegen den Ausführungen des früheren Rechtsvertreters in dessen Einwand vom 17.
August 2009 (act. G 4.1/77.2) hat Dr. D._ somit keine Verschlechterung der
Blutzuckerwerte nach der Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Spital G._
festgestellt. Daran vermag schliesslich auch die andere Einschätzung von Dr. C._ in
seinem Bericht vom 8. September 2009 nichts zu ändern, hält doch dieser Arzt an
seiner bereits vor Erstattung des Gutachtens geäusserten Ansicht fest, wonach der
Beschwerdeführer - namentlich wegen des seiner Ansicht nach ungenügend
eingestellten Diabetes - in sämtlichen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei (vgl. act.
G 4.1/27.1 ff.). Im Übrigen geht Dr. C._ von einem HbA1c-Wert von 8,1 % aus (act. G
4.1/85.3). Ein Wert im 8 %-Bereich führt nach Ansicht von Dr. med. D. Kappeler,
Endokrinologie/Diabetologie FMH, zu keiner relevanten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1/87.13). Dieser Wert hat sich somit seit der Beurteilung durch
Dr. Kappeler im Februar 2008 auch nicht massgeblich verschlechtert. Ausserdem mass
Dr. D._ im Juli 2008 (bei Behandlungsende) einen HbA1c-Wert von 12,5 % und ging
trotzdem von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit selbst in der angestammten Tätigkeit
aus. Dr. D._ vermutete für diesen markanten Anstieg eine mangelhafte Compliance
des Beschwerdeführers (act. G 4.1/87.1 f. und 87.11). Wie sich im Spital G._
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herausstellte, hatte sich der Beschwerdeführer das Insulin aber offenbar mit einer
falschen Spritztechnik nur partiell bis gar nicht appliziert (act. G 4.1/66.2).
2.4 Zusammenfassend liegen damit weder aus neurologischer, rheumatologischer,
psychiatrischer, pneumologischer noch aus diabetologischer Sicht Hinweise auf eine
nach Erstellung des Gutachtens eingetretene Verschlechterung des Gesundheits
zustands vor. Das Gutachten erscheint damit vollständig und leuchtet in seiner
Schlussfolgerung ein. Sodann ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen,
dass die im Gutachten geforderten Bedingungen eines optimierten metabolischen und
kardio-vaskulären Risikomanagements nach der stationären Behandlung im Spital
G._ und in der Klinik H._ nunmehr erfüllt sind und dem Beschwerdeführer die
Ausübung einer adaptierten Tätigkeit im Umfang von 50 % möglich ist. Dies unter
Berücksichtigung der im Gutachten genannten Einschränkungen (körperlich leichte
Tätigkeit, keine Nachtarbeit, kein Dauerstress, mit der Möglichkeit zu vermehrten
Pausen zwecks Diabetesmanagement).
3.
3.1 Als Nächstes beanstandet der Beschwerdeführer den Einkommensvergleich. So
sei die Beschwerdegegnerin von einem Valideneinkommen von Fr. 66'552.--
ausgegangen. Effektiv habe der Beschwerdeführer im Jahr 2005 jedoch ein
Einkommen von Fr. 68'454.-- und im Jahr 2006 ein solches von Fr. 70'627.-- erzielt.
Auch bei der Pensionskasse sei im Jahr 2006 ein massgebender Bruttolohn von
Fr. 69'200.-- gemeldet gewesen. Das Valideneinkommen belaufe sich damit auf rund
Fr. 70'000.--. Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass die geklagten
Beschwerden im Dezember 2006 invalidisierend wurden. Im Jahr 2006 erzielte der
Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug einen massgebenden Lohn von Fr. 65'500.--
(act. G 4.1/11.2). Gemäss Lohnausweis erzielte er einen Bruttolohn von Fr. 70'627.--,
wobei in diesem Betrag auch Kinderzulagen in Höhe von Fr. 2'280.-- sowie Taggelder
aus Versicherung von Fr. 2'546.-- enthalten waren (act. G 4.1/15.9). Mindestens die
Kinderzulagen sind vom massgebenden Einkommen abzuziehen, sodass für 2006 von
einem Bruttoeinkommen von Fr. 68'347.-- auszugehen ist. Im Jahr 2005 erzielte der
Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug ein massgebendes Einkommen von Fr. 65'893.--
(act. G 4.1/11.2). Gemäss Lohnausweis erzielte er 2005 einen Bruttolohn von
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Fr. 68'454.--, wobei Kinderzulagen in Höhe von Fr. 2'260.-- enthalten waren (act. G
4.1/15.10). Es ist damit von einem effektiven Bruttolohn von Fr. 66'194.-- auszugehen.
Der Vorsorgeausweis weist sodann per 1. Dezember 2007 einen massgebenden
Beitragslohn von Fr. 69'200.-- aus (act. G 4.1/2.1). Geht man vom Durchschnitt des
effektiv erzielten Lohns der Jahre 2005 und 2006 aus, ergibt sich ein Bruttolohn von Fr.
67'271.-- ([Fr. 66'194.-- + Fr. 68'347.--] : 2). Es rechtfertigt sich, das Valideneinkommen
auf Fr. 67'271.-- festzusetzen.
3.2 Beim Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin von einem Einkommen
von Fr. 29'599.-- aus. Dabei ging sie von der Lohnstrukturerhebung 2006 aus (Privater
Sektor, Niveau 4, Männer, betriebsübliche Arbeitszeit, Fr. 59'197.-- x 50 % [act. G
4.1/73.1]). In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. August 2010 führte die
Beschwerdegegnerin sodann aus, der Beschwerdeführer könne seine Arbeitsfähigkeit
in einer Vollzeittätigkeit mit verminderter Leistung verwerten, weshalb kein
Teilzeitabzug geschuldet sei (act. G 4 Ziff. III. 4). Demgegenüber beantragt der
Beschwerdeführer, es sei ein zusätzlicher Abzug vorzunehmen, da ihm nur noch die
Ausübung einer Teilzeittätigkeit möglich sei und er andererseits auch qualitative
Einschränkungen erleide. So könne er die linke Hand nur noch als Halte- oder
Zudienerhand benützen. Weiter müsse die Tätigkeit stressfrei sein und genügend Zeit
für das Diabetesmanagement zulassen.
Aus dem Gutachten ergibt sich zwar nicht direkt, welchen zeitlichen Aufwand der
Beschwerdeführer für die Erbringung der 50 %igen Leistung benötigt. Indessen ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer dafür mehr als 50 % Zeit (eines
Vollzeitpensums) braucht, der Beschwerdeführer also länger braucht als ein gesunder
Arbeitnehmer, der die gleiche Leistung erbringt. Dies ergibt sich einerseits daraus, dass
dem Beschwerdeführer gemäss Gutachten kein zu grosser Stress (kein Dauerstress)
aufgebürdet werden darf, er also eher langsam arbeitet. Zum anderen braucht er
gemäss Gutachten genügend Zeit für sein Diabetesmanagement. Wenn dies auch nicht
explizit erklärt wird, so kann dieses Erfordernis nur dahingehend verstanden werden,
dass er diese Zeit zusätzlich zur eigentlichen Arbeitszeit braucht, etwa in Form von
vermehrten Pausen. Andernfalls könnte er entweder in einem 50 %-Pensum keine 50
%-Leistung erbringen oder aber er müsste während der restlichen Zeit schneller
arbeiten als ein Gesunder, was wie gesagt unwahrscheinlich ist. Das Gutachten ist also
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dahingehend zu interpretieren, dass der Beschwerdeführer für die Erbringung seiner 50
%-Leistung mehr als 50 % Zeit (eines Vollpensums) braucht. Dies steht zwar in einem
gewissen Widerspruch zu den Angaben von Dr. D._. Der Diabetologe ging in seinem
Bericht vom 14. Oktober 2009 davon aus, dass der Beschwerdeführer sowohl eine
zeitliche als auch eine leistungsmässige Einschränkung von 50 % aufweist, er also in
einem 50 %-Pensum eine volle Leistung erbringt (act. G 4.1/87.3). Diese Ansicht ist
jedoch nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens in Frage zu
stellen. Abgesehen davon, dass die Diskrepanz ohnehin klein ist, leuchtet die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Diabetesexperten nicht mehr ein als jene der
Gutachter, ist doch nicht einzusehen, weshalb das Diabetesmanagement keine Zeit
beanspruchen sollte. Zum anderen endete die Behandlung bei Dr. D._ bereits im Juli
2008, also rund ein halbes Jahr vor Erstattung des Gutachtens, sodass die Angaben
von Dr. D._ schon aus diesem Grund nicht mehr Gewicht haben können als jene des
Gutachtens.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann indessen nicht ohne Weiteres
davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer könne (nur) in einem
Vollzeitpensum arbeiten, weshalb von vornherein kein Anspruch auf einen Teilzeitabzug
bestehe. Vielmehr dürfte dieses Pensum vorliegend zwar grösser als 50 %, aber
deutlich kleiner als 100 % sein, ist doch nicht davon auszugehen, dass das
Diabetesmanagement gleich viel Zeit in Anspruch nimmt, wie die Arbeitstätigkeit. Damit
steht dem Beschwerdeführer grundsätzlich ein Teilzeitabzug zu. Diese Auffassung
steht nicht im Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Das
Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass kein Teilzeitabzug
geschuldet ist, wenn eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person
krankheitsbedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist (jüngst bestätigt in Urteil
8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf 8C_939/2011 vom 13. Februar
2012 E. 5.2.3 und 9C_582/2011 vom 3. November 2011 E. 3.1). Diese Rechtsprechung
kann sich grundsätzlich nur auf Fälle beziehen, in denen eine Einschränkung der
zeitlichen Verfügbarkeit von vornherein keine wesentliche Rolle spielt. Indessen wäre es
widersinnig anzunehmen, eine Person mit einer relativ geringen Leistungsfähigkeit von
50 % könne oder müsse dieses Pensum über den ganzen Tag verteilen und habe
damit keinen Teilzeitstatus. Entgegen der Konstellation etwa im Entscheid
8C_379/2011 vom 26. August 2011 E. 4.2.3 ist beim Beschwerdeführer nicht davon
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auszugehen, es bestehe grundsätzlich eine ganztägige Einsatzmöglichkeit. Vielmehr
besteht grundsätzlich eine halbtägige Einsatzmöglichkeit. Daran ändert auch nichts,
wenn der Beschwerdeführer für dieses halbe Pensum etwas länger brauchen sollte.
Anders als im Entscheid 8C_939/2011 vom 13. Februar 2012 E. 5.2.3 wurde sodann
dem Beschwerdeführer gerade eine vermehrte Pausenbedürftigkeit zwecks
Diabetesmanagement attestiert (act. G 4.1/62.19 f.). Dem Beschwerdeführer steht
damit unter dem Titel Beschäftigungsgrad ein Abzug zu.
Im Weiteren macht die Beschwerdegegnerin geltend, die körperlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers seien in der Arbeitsfähigkeitsschätzung des
Gutachtens von 50 % "bereits grosszügig berücksichtigt" worden, weshalb auch aus
diesem Grund kein weiterer Abzug mehr möglich sei. Mit dem Beschwerdeführer ist
jedoch festzustellen, dass das Gutachten den verbleibenden Tätigkeitsbereich des
Beschwerdeführers relativ stark einschränkt, indem es zahlreiche Einschränkungen
aufführt, damit eine Tätigkeit als adaptiert gelten könne. So dürfe diese keinen
Zeitdruck, keine Fliessbandarbeit und keine körperlich belastenden Tätigkeiten
enthalten (act. G 4.1/62.20 f.). Der Beschwerdeführer ist damit weniger flexibel
einsetzbar als ein Gesunder, was ebenfalls einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt.
Unter Berücksichtigung aller Umstände rechtfertigt sich somit ein Abzug vom
Tabellenlohn von 15 %. Das Invalideneinkommen beträgt damit Fr. 25'159.-- (Fr.
59'197.-- x 50 % x 85 %). Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 67'271.--
ergibt sich eine Lohneinbusse von Fr. 42'112.-- oder 62,6 % ([Fr. 67'271.-- -
Fr. 25'159.--] : Fr. 67'271.-- x 100). Damit besteht antragsgemäss ein Anspruch auf
eine Dreiviertelrente.
3.3 Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit besteht seit Dezember 2006 (act. G
4.1/62.21). Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht den Anspruchsbeginn auf eine
ganze Rente auf den 1. Dezember 2007 festgelegt (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). Sodann ist mit der
Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die von den Gutachtern gestellten
Anforderungen an die Einstellung von Diabetes und Blutdruck nach der Entlassung aus
der Klinik H._ am 30. März 2009 erfüllt waren. Der Beschwerdeführer hat damit nach
Ablauf von drei Monaten ab dem 1. Juli 2009 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (vgl.
Art. 88a Abs. 1 IVV).
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4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom
28. April 2010 betreffend den Zeitraum vom 1. Dezember 2007 bis zum 30. Juni 2009
zu bestätigen. Die Verfügung gleichen Datums betreffend den Zeitraum ab dem 1. Juli
2009 ist demgegenüber aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente
zuzusprechen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Mit Blick auf das Obsiegen des Beschwerdeführers hat die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP