Decision ID: 69b79c43-1a5e-4902-b5d9-50183795ce29
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Z._,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 12. September 2004 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 4.1/1). Infolge eines am 13. April 2003 erlittenen Skiunfalls hatte ihm die Hausärztin
Dr. med. B._ im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 10. März 2004 ab gleichem Tag eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 4.2/1-63f.). Gegenüber der Suva hatte der
Versicherte angegeben, trotz der immer vorhandenen Beschwerden (Kopfschmerzen,
zeitweise ziehender Schmerz von den Schultern bis in die linke Hand/Finger,
Nackenschmerzen, Probleme mit dem Gehör, Schlafstörungen) seit dem Unfall
praktisch nicht arbeitsunfähig gewesen zu sein. Da diese Beschwerden nun aber
verstärkt auftreten würden, liege seit dem 10. März 2004 eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit vor. Am 1. Januar 2004 habe er eine neue Stelle bei der C._ AG
angetreten, wobei es sich um eine 50%-Tätigkeit im Handel und Verkauf handle. Diese
solle neu aufgebaut werden und ihm bei besserem Geschäftsgang allenfalls einen
Ausbau auf 100% ermöglichen (act. G 4.2/1-60ff.). Mit Bericht vom 27. April 2004 hatte
Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie,
neben verschiedenen Körperprellungen/Kontusionen aus neuro-otologischer Sicht mit
grosser Wahrscheinlichkeit eine HWS-Distorsion, eine Gesichtskontusion und eine
Commotio cerebri und labyrinthi rechts diagnostiziert. Die eindeutig vorhandenen
neuro-psychologischen Defizite bzw. kognitiv-mnestischen Störungen seien im
Rahmen eines postcommotionellen bzw. eines cervico-encephalen Syndroms zu
beurteilen. In diesem Rahmen liessen sich auch die rechtsbetonten Cervico-Cephalgien
erklären (act. G 4.1/23-36, 23-40). Gemäss dem Bericht von Dr. phil. E._,
Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, Klinik für Neurologie des Kantonsspitals
St. Gallen (KSSG), vom 16. November 2004 war beim Versicherten auf Grund der
mittelschweren kognitiven und Persönlichkeitsstörungen aus neuropsychologischer
Sicht von einer Einschränkung der theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen
(act. G 4.1/23-12). Die Suva ging nach interner Mitteilung des Kreisarztes vom 22. Juni
2004 von einem Rückfall aus und erbrachte die gesetzlichen Leistungen, insbesondere
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Taggelder gestützt auf einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% ab 10. März 2004 (act.
G 4.2/1-31, 4.2/9-17).
A.b Anlässlich eines Gesprächs zwischen Suva und Versichertem vom 13. September
2004 gab jener an, als mögliche Ergänzung oder Alternative die Tätigkeit als Fahrlehrer
in Betracht zu ziehen, da er sich beim Autofahren sehr wohl fühle und es für ihn
überhaupt keine Anstrengung darstelle (act. G 4.2/1-8ff.). Gemäss Meldung über das
Beratungsergebnis der Berufs- und Laufbahnberatung St. Gallen vom 23. September
2004 ans Regionale Arbeitsvermittlungszentrum St. Gallen (RAV) entschloss sich der
Versicherte auf Grund eines Angebots, als Fahrlehrer einzusteigen, am 18. August 2004
zur Absolvierung der Fahrlehrerausbildung (act. G 4.2/5-9). Am 22. Oktober 2004
bestätigte Dr. med. F._, Spezialarzt FMH für Neurologie, dass er den Versicherten
aus medizinischer und neuropsychologischer Sicht für die Ausbildung zum Fahrlehrer
als geeignet erachte (act. G 4.2/5-7).
A.c Anlässlich der Suva-Abklärungen im Betrieb des Versicherten vom 11. Oktober
2004 gab der Betriebsinhaber an, dass beim Versicherten im Verlaufe der Zeit zu
sehends Defizite vor allem im Hinblick auf das Arbeitstempo erkennbar geworden
seien. Seine Leistung entspreche während der Präsenzzeit seit Monaten bei Weitem
nicht mehr 100%. Vielmehr bestehe im Rahmen seiner bereits vorliegenden
Präsenzzeiteinschränkung eine weitere Leistungseinbusse von 50% (act. G 4.2/4-6).
Dagegen befand der Versicherte, dass zwar eine gewisse Leistungseinbusse nicht zu
verkennen sei, er jedoch nicht gleich um die Hälfte weniger leiste. Seine Leistung ziehe
sich auf Grund von geschäftlichen Telefonaten mit italienischen Lieferanten über die
geschäftliche Präsenzzeit hinaus (act. G 4.2/5-6). Dennoch ging die Suva gestützt auf
die Angaben der Arbeitgeberin ab 1. Oktober 2004 von einer 25%igen Arbeitsfähigkeit
aus (act. G 4.2/4-3f.).
A.d Ein verkehrspsychologischer Test vom 3. Dezember 2004 sowie ein medizinischer
Begleitcheck fielen positiv aus (act. G 4.2/5-5). Auch den praktischen Teil für die
Fahrlehrer-Vorprüfung bestand der Versicherte am 6. Januar 2005 auf Anhieb.
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Demgegenüber brauchte er für den theoretischen Teil Ende Januar 2005 drei Anläufe
(act. G 4.2/5-4, 4.2/5-1).
A.e Die Hausärztin Dr. B._ hielt im IV-Arztbericht vom 16. Februar 2005 fest, es
müsse mit einer längerfristigen, mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit im jetzigen
Beruf gerechnet werden. Hierbei sei der Versicherte insbesondere in Bereichen mit
organisatorischer Tätigkeit eingeschränkt, bei handwerklichen Tätigkeiten jedoch nicht.
Von der Suva sei die Arbeitsleistung im Oktober/November 2004 sogar auf nur 25%
zurückgestuft worden (act. G 4.1/23-1ff.).
A.f Am 28. April 2005 kündigte der Versicherte sein 50%-Arbeitsverhältnis bei der
C._ AG per 3. Juni 2005 (act. G 4.1/29-4f.).
A.g Der RAD-Arzt Dr. G._ führte mit Stellungnahme vom 18. Mai 2005 aus, dass aus
medizinisch-theoretischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Aus
medizinischer Sicht bestünden jedoch erhebliche Zweifel, ob in einem anderen Beruf
z.B. als Fahrlehrer eine wesentlich höhere Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei. Darüber
hinaus müsse bei den attestierten Störungen eine (ganztägige) Umschulungsfähigkeit
angezweifelt werden. Daher sei am ehesten zu prüfen, ob nicht doch eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf bei geändertem Pensum und angepasstem
Aufgabengebiet möglich sein sollte (act. G 4.1/27).
A.h Ab 1. Juli 2005 nahm der Versicherte eine Halbtagesstelle bei der H._ AG an.
Seine Tätigkeit betraf den administrativen Bereich, d.h. Akquisition, Kundenbesuche,
Verkauf und den Besuch von Ausstellungen. Die Suva ging ab dem Zeitpunkt des
Stellenantritts wieder von einer Arbeitsfähigkeit von 50% aus (act. G 4.2/6-3). Auf
Grund des erzielten Einkommens ermittelte sie eine Erwerbseinbusse von 37.5% und
bezahlte ab 1. Juli 2005 ein Taggeld von 38% (act. G 4.2/7-1 und 4.2/9-7).
A.i Am 7. September 2006 fand eine Begutachtung des Versicherten in der Klinik für
Neurologie des KSSG statt. Die Gutachter diagnostizierten eine commotio cerebri und
ein HWS-Beschleunigungstrauma Grad II im Rahmen des Skiunfalls vom 13. April 2003
mit chronischer Kopfschmerzsymptomatik und persistierenden mittelschweren
kognitiven Funktionsstörungen sowie einen Verdacht auf depressive Symptomatik mit
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Akzentuierung der kognitiven Funktionsstörungen. Sie befanden, dass aus
neuropsychologischer Sicht von einer Einschränkung der theoretischen Arbeitsfähigkeit
von 50% auszugehen sei. Am besten seien nach wie vor Tätigkeiten, in denen der
Versicherte über jahrelange Routine und Wissen verfüge, die er auch gut vorbereiten
und in welchen er genügend bekannte Handlungsabläufe einsetzen könne. In einer
neuen Tätigkeit als Fahrlehrer dürfte er auf Dauer sogar grössere Probleme haben als in
seinem angestammten Beruf, in welchem er über grosses vorhandenes Wissen
verfüge. Wenn dieses Szenario eintrete, könne am Ende ein höherer Grad der
Arbeitsunfähigkeit stehen als der jetzige etwa 50%ige (act. G 4.1/42-10ff.).
A.j Am 22. Oktober 2005 konnte der Versicherte die Ausbildung zum Fahrlehrer
beginnen, welche wöchentlich jeweils samstags stattfand (act. G 4.2/8-2, 4.2/10-2). Mit
Telefonanruf vom 19. Januar 2007 informierte er die IV-Stelle, dass er die
Fahrlehrerprüfung nicht bestanden habe (act. G 4.2/12-3).
A.k Am 24. Januar 2008 wurde der Versicherte im Auftrag der Suva psychiatrisch
durch Dr. med. I._, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet.
Diese diagnostizierte im Gutachten vom 20. August 2008 eine chronische
posttraumatische atypische (larvierte) Depression (ICD-10 F32.8), eine dissoziative
Störung (Konversionsstörungen), gemischt (ICD-10 F 44.7), sowie eine Panikstörung
mit Klaustrophobie (ICD-10 F40.2) und Agoraphobie (ICD-10 F40.0). Aus
psychiatrischer Sicht sollte gemäss ihrer Beurteilung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
beibehalten werden. Damit könne erreicht werden, dass der Versicherte gute Chancen
habe, auch im Arbeitsprozess bleiben zu können. Lärmende Arbeitsbedingungen und
Tragen des Gehörschutzes seien zurzeit nicht geeignet (act. G 4.2/14-50 und 14-55).
A.l Per 1. August 2008 wechselte der Versicherte die Arbeitsstelle von der H._ AG
zur J._ AG, wo er als Technischer Verkaufssachbearbeiter weiterhin zu 50% arbeitete
(act. G 4.1/45-3, 4.2/14-26).
A.m Anlässlich der Abschlussbesprechung zwischen der Suva und dem Versicherten
vom 10. März 2009 wurde festgehalten, dass die Voraussetzungen für die Bejahung
des adäquaten Kausalzusammenhangs auf Grund der Schwere des Ereignisses
(maximal mittelschwer) und der unfallbezogenen Umstände nicht gegeben seien.
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Organische nachweisbare Unfallfolgen lägen ebenfalls nicht vor. Das Unfallereignis
vom 13. April 2003 dürfte ursächlich kaum für die aktuellen Folgen verantwortlich
gemacht werden. Eine vorbestehende psychische Destabilisierung infolge
verschiedener Stellenwechsel vor dem Unfall dürfte sicherlich auch einen wesentlichen
Anteil für diesen Gesundheitszustand zugeschrieben erhalten. In Anbetracht dieser
Umstände bot die Suva als Lösung ohne Präjudiz für die Kausalitätsbeurteilung eine
Rente in Höhe von 20% an (act. G 4.2/14-11). Gestützt auf den darauf basierenden
Vergleich vom 19. März 2009 (act. G 4.2/14-9) verfügte sie am 27. März 2009 die
Ausrichtung einer Invalidenrente ab 1. Januar 2009 gestützt auf einen
Erwerbsunfähigkeitsgrad von 20% (act. G 4.2/13-1).
A.n In der Stellungnahme vom 12. Juni 2009 verwies RAD-Arzt Dr. med. K._ auf den
Arztbericht von Dr. B._ vom 29. August 2008 (act. G 4.1/42-6), wonach die
depressive Symptomatik passager sei und sich zwischenzeitlich zurückgebildet habe.
Da einzig Unfallfolgen ohne unfallfremde Anteile bestünden, sei davon auszugehen,
dass die IV den IV-Grad der SUVA übernehme (act. G 4.1/48). Am 19. August 2009
befand auch RAD-Arzt Dr. L._, es erscheine gerechtfertigt, die Angaben der SUVA
hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeiten zu übernehmen (act. G 4.1/50).
A.o Mit Vorbescheid vom 4. September 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
ab 1. April 2004 eine halbe Rente der Invalidenversicherung gestützt auf einen IV-Grad
von 50%, ab 1. Januar 2005 eine ganze Rente auf Grund eines IV-Grads von 75% und
ab 1. August 2005 befristet bis 31. Dezember 2008 eine halbe Rente gestützt auf einen
IV-Grad von 50% zu (act. G 4.1/54). Ebenfalls am 4. September 2009 verfügte die IV-
Stelle, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe. Der Versicherte sei
angemessen eingegliedert, weshalb keine beruflichen Massnahmen notwendig seien
(act. G 4.1/55).
A.p Am 22. April 2010 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (act. G 4.1/65).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21. Mai
2010 (Postaufgabe). Der Beschwerdeführer beantragte darin insoweit deren
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Aufhebung, als ihm (auch) ab 1. Januar 2009 eine halbe Rente zuzusprechen sei.
Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. I._ vom 20. August 2008 sollte die 50%ige
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht beibehalten werden. Die Höhe der
angebotenen Suva-Rente von 20% habe gemäss dem Suva-Case-Manager lediglich
den unfallbedingten Anteil seiner 50%igen Erwerbsunfähigkeit dargestellt. Dieser habe
ausdrücklich bestätigt, dass die angebotene Suva-Rente keinerlei Einfluss auf die
Rentenfeststellung durch die IV-Stelle habe. Vielmehr würde die IV-Stelle seinen IV-
Grad gestützt auf das Gutachten von Dr. I._ voraussichtlich mit 50% feststellen. Nur
auf Grund dieser Zusicherung des Case-Managers habe er am 19. März 2009 einen
Vergleich mit der Suva abgeschlossen. Für den von der IV festgestellten IV-Grad von
20% gebe es keinerlei gutachterliche oder sonstige Feststellungen, und er entspreche
auch nicht den Tatsachen (act. G 1).
B.b Am 11. Juni 2010 nahm RAD-Arzt Dr. med. M._ dahingehend Stellung, als aus
arbeitsmedizinischer Sicht die Anerkennung der hohen Arbeitsunfähigkeitszeiten von
2003 bis 2008 und die Ausrichtung einer entsprechenden befristeten IV-Rente als
überaus kulant einzustufen sei. Dies, da aus den Berichten mehr als deutlich werde,
dass der Beschwerdeführer ein höheres als ein 50%-Leistungspensum zu verrichten
vermöge. Gestützt auf eine Prüfung der Foerster'schen Kriterien könne er anerkennen,
dass die von der Suva berechnete 20%ige generelle Leistungseinschränkung
nachvollziehbar die Restbeschwerden abbilde, eine höhergradige Invalidität aber nicht
gerechtfertigt sei (act. G 4.1/71).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zudem sei festzustellen, dass für die Zeit von April 2004
bis Dezember 2008 ebenfalls kein Rentenanspruch bestanden habe. Zur Begründung
führte sie aus, dass ein von der Unfallversicherung angenommener Invaliditätsgrad, der
auf einem Vergleich beruhe, keine Auswirkung auf die Invaliditätsbemessung durch die
IV habe. Das Gutachten von Dr. I._, wonach eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe,
weise keine Merkmale auf, welche dessen Beweiswertigkeit in Frage stellen würden.
Dies bedeute dennoch nicht, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch mit dem
für die Belange der Invalidenversicherung massgeblichen Beweisgegenstand
übereinstimme. Zu prüfen sei daher, ob aus den diagnostizierten psychischen Leiden
eine sozialversicherungsrechtlich relevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
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resultiere. Auf Grund der diagnostizierten Störungen sei gerade nicht davon
auszugehen, dass eine Willensanstrengung zum adäquaten Umgang mit den
Beschwerden unzumutbar sei. Hier müsse vielmehr von einer Überwindbarkeit der
dissoziativen Störungen ausgegangen werden, da dem Leiden keine invalidisierende
Wirkung zukomme. Aus rechtlichen Gründen müsse daher von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Sachbearbeiter ausgegangen
werden. Ausserdem sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bereits vor der
Begutachtung durch Dr. I._ trotz längerer Krankschreibung von 50% über einen
längeren Zeitraum seine erwerbsfreie Zeit im Rahmen seines 50%-Pensums dazu
genutzt habe, um für die Aufnahmeprüfungen zur Fahrlehrerausbildung zu lernen. Beim
Beschwerdeführer bestehe seit dem Unfallereignis ein pathogenetisch (ätiologisch)
unklarer syndromaler Zustand, dem keine invalidisierende Wirkung zukomme. Unter
diesen Umständen sei auch die zeitlich befristete Rentenzusprache in keiner Weise
gerechtfertigt. Für eine revisionsweise Einstellung der Rentenleistungen fehle es denn
auch an einer erheblichen Sachverhaltsänderung bzw. an einem medizinischen
Revisionsgrund. Damit sei dem Beschwerdeführer zu Unrecht von April bis Dezember
2004 eine halbe, von Januar bis Juli 2005 eine ganze und von August 2005 bis
Dezember 2008 wiederum eine halbe Rente zugesprochen worden (act. G 4).
B.d Mit Schreiben vom 18. September 2010 bestätigte der neue Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers, Z._, die Vertretung des Beschwerdeführers unentgeltlich
auszuüben (act. G 8.1).
B.e Mit Replik vom 30. September 2010 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers am Antrag auf Weiterausrichtung einer halben Rente fest.
Eventualiter sei die Sache zu ergänzender Abklärung und anschliessender
Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen, "alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge". Zur Begründung machte er geltend, dass der Beschwerdeführer
lediglich die dritte Verfügung, welche ihm eine halbe Rente von 1. August 2005 bis 31.
Dezember 2008 zusprach, angefochten habe. Damit seien die ersten beiden
Verfügungen rechtskräftig geworden. Der Beschwerdeführer habe alles erdenklich
Mögliche zur Verbesserung seiner Arbeitsfähigkeit getan. So sei der Versuch, sich zum
Fahrlehrer ausbilden zu lassen, schliesslich an den unüberwindlichen Konzentrations-
und Orientierungsschwierigkeiten in den theoretischen Fachbereichen der
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Fahrlehrerausbildung und -prüfung (neu Erlerntes werde schwer verankert, dem Unfall
vorbestehendes Wissen sei frei verfügbar) gescheitert. Die Ausführungen zu den
Foerster'schen Kriterien sowie zu den neurologischen Störungen änderten nichts an
der Tatsache, dass die IV-Stelle eine Rentenaufhebung verfügt habe, ohne die
revisionsrechtlichen Kriterien zu berücksichtigen. Nur bei einer erheblichen
gesundheitlichen Verbesserung oder einer erheblichen Änderung der erwerblichen
Situation könne eine Rentenaufhebung verfügt werden. Dass sich die IV auf einen
Vergleich zwischen der Suva und dem Beschwerdeführer abgestützt habe, entbehre
jeder Rechtsgrundlage, weshalb die Beschwerde gutzuheissen sei (act. G 10).
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 7. Oktober 2010 auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 12).
B.g Mit Schreiben vom 5. Juni 2012 wies die Präsidentin des Versicherungsgerichts
den Beschwerdeführer darauf hin, dass eine reformatio in peius (Verschlechterung) im
Raum stehe. Sie gab ihm Gelegenheit, die Beschwerde zur Vermeidung einer
möglichen Schlechterstellung zurück zu ziehen (act. G 14).
B.h Mit Eingabe vom 25. Juni 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass lediglich diejenige der drei
Verfügungen vom 22. April 2010 angefochten sei, welche die befristete Zusprache einer
50%-Rente vom 1. August 2005 bis 31. Dezember 2008 (vgl. act. G 4.1/65-5ff.)
betreffe. Gemäss BGE 131 V 165f. E. 2.2 wird jedoch selbst dann, wenn nur die
Abstufung oder die Befristung von Rentenleistungen angefochten wird, die gerichtliche
Überprüfungsbefugnis und Überprüfungspflicht damit nicht in dem Sinn eingeschränkt,
dass unbestritten gebliebene Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert
bleiben. Dies auch dann nicht, wenn die ursprüngliche und die zeitlich direkt
anschliessende (höhere oder tiefere) Rente in separaten Verfügungen gleichen Datums
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zugesprochen werden. Somit ist vorliegend der gesamte mit den drei Verfügungen vom
22. April 2010 zeitlich abgestufte Rentenanspruch zu überprüfen.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer meldete sich bereits im September 2004 bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die angefochtenen Verfügungen
ergingen am 22. April 2010. Daher ist folglich teilweise ein Sachverhalt zu beurteilen,
der sich vor dem In-Kraft-Treten der Änderungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
verwirklicht hat. Daher und auf Grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) abzustellen (vgl. BGE
127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen).
2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente (vgl. aArt. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31.
Dezember 2007 gültigen Fassung).
2.3 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
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verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander sich widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 Zunächst ist die medizinische Aktenlage zu prüfen.
3.2 Dr. med. N._, Orthopädie am Rosenberg, diagnostizierte im Bericht vom
24. April 2003 einen Status nach wahrscheinlich Subluxation der linken Schulter mit
Bankart-Läsion sowie einen Status nach Jochbeinkontusion links (act. G 4.1/1-70).
Gemäss dem Arztzeugnis der Hausärztin Dr. B._ vom 30. Mai 2003 war der
Beschwerdeführer im Anschluss an den Skiunfall voll arbeitsfähig (act. G 4.2/1-75). Erst
im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 10. März 2004 attestierte sie eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit ab gleichem Tag (act. G 4.2/1-64). Zwar schilderte der
Beschwerdeführer am 31. März 2004 gegenüber der Suva, er leide seit dem Unfall
permanent unter Kopfschmerzen, Vergesslichkeit und entsprechender
Konzentrationsschwäche (act. G 4.1/1-60). Dennoch hatte er im Juni 2003 die
Diplomprüfungen des Bürofachkurses KBZ St. Gallen sowie im Juli 2003 die
Lehrabschlussprüfungen zum Steinwerker erfolgreich ablegen können (act. G 4.2/1-16,
1-17). Die cranio-cerebrale Kernspintomografie vom 27. Mai 2004 ergab zudem
altersentsprechend normale Befunde und speziell keinen Nachweis fokaler
traumatischer Befunde oder anderweitiger Hirnparenchymläsionen oder Anhaltspunkte
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für abgelaufene intracranielle Blutungen (act. G 4.2/1-40). Weiter geht aus den Akten
hervor, dass der Beschwerdeführer nach eigener Darstellung neben seinem 50%-
Anstellungs-verhältnis zusätzlich zahlreiche Überstunden verrichtete (Januar bis August
2004: 155.5 Stunden, September 2004: 10.25 Stunden) bzw. sogar auf den Bezug von
Ferien verzichtete (Jahr 2004: 15 Tage, Januar bis Juni 2005: 10 Tage, act. G 4.1/29-4)
und sich verschiedenen Vorabklärungen zur Fahrlehrer-Ausbildung unterzog (act.
G 4.2/5-5ff.). Selbst wenn sich der Beschwerdeführer überforderte, wie Dr. I._ im
Gutachten festhielt (act. G 6.4.1/14-53), so war die Arbeitsfähigkeit ab 10. März 2004
bis 30. September 2004 - auf welche in der Verfügung vom 22. April 2010 abgestellt
wurde (vgl. act. G 4.1/65-3, 4.1/60) - mit 50% offensichtlich zu tief bemessen und es
muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer höheren Arbeitsfähigkeit als
50% ausgegangen werden.
3.3 Im Bericht vom 16. November 2004 stellte Dr. E._ aus neuropsychologischer
Sicht mittelschwere kognitive Funktionsstörungen und Persönlichkeitsstörungen fest.
Sie beurteilte die Arbeitsfähigkeit gestützt darauf als zu 50% eingeschränkt. Dabei
würden sich die kognitiven Störungen mit Schwerpunkt in den exekutiven Funktionen,
insbesondere in Schwierigkeiten im Kommunikationsverhalten, in organisatorischen
Tätigkeiten, in der effizienten Tages- und Arbeitsbewältigung sowie auch in
Einschränkungen in den sozialen Interaktionen äussern. Zusätzlich bestünden
chronische Kopfschmerzen sowie eine leichte depressiv-psychische Störung (act.
G 4.1/23-12). Die Hausärztin schätzte die theoretische Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit, worin der Beschwerdeführer auch am wenigsten eingeschränkt
sein dürfte, am 16. Februar 2005 auf 50%, maximal 75%. Weiter führte sie aus, dass
das Ausmass der dabei bestehenden verminderten Leistungsfähigkeit von der Art der
Tätigkeit abhängig und schwer beurteilbar sei. Gemäss den Angaben des Arbeitgebers
und der Rückstufung der Arbeitsfähigkeit (durch die Suva) dürfte diese Komponente
etwa 25% betragen (act. G 4.1/23-3). Dass die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 75%
nicht ärztlich, sondern durch die Suva allein gestützt auf die Aussagen des
Arbeitgebers festgelegt worden war, dokumentierte die Hausärztin auch in ihrem
Bericht (vgl. act. G 4.1/23-1, 4.2/4-3f.). Der Beschwerdeführer selber war mit dieser
Einstufung jedoch nicht einverstanden. Er räumte zwar ein, dass sicherlich eine
gewisse Leistungseinbusse nicht zu verkennen sei, doch leiste er nicht gleich um die
Hälfte weniger. Immerhin erledige er auch geschäftliche Telefonate von italienischen
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Lieferanten von zu Hause aus. Seine Leistung ziehe sich über die geschäftliche
Präsenzzeit hinaus (act. G 4.2/5-6). Schliesslich fanden sowohl ein
verkehrspsychologischer Test wie auch praktische und theoretische Fahrlehrer-
Vorprüfungen statt (act. G .2/5-4f., 4.2/6-12), auf die sich der Beschwerdeführer
zusätzlich in seiner Freizeit vorbereitete (vgl. act. G 4.1/31-2). Damit kann auch
hinsichtlich der Verfügung vom 22. April 2010 (act. G 4.1/65-1, 4.1/60) für den Zeitraum
vom 1. Oktober 2004 bis 30. Juni 2005 nicht wie gemäss Suva von einer
Arbeitsunfähigkeit von 75% ausgegangen werden. Vielmehr muss die Arbeitsfähigkeit
weiterhin höher als 50% betragen haben.
3.4 Dies zeigt sich denn auch in der Tatsache, dass der Beschwerdeführer mit dem
Wechsel der Arbeitsstelle per 1. Juli 2005 durch den neuen Arbeitgeber positivere
Rückmeldungen erhielt. Zudem wurde ab diesem Datum wieder von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen, ohne dass sich ein Arzt überhaupt zum Eintritt
einer verbesserten Arbeitsfähigkeit geäussert hätte. Am 5. September 2006 gab der
Beschwerdeführer gegenüber der Suva an, bei der H._ AG nach wie vor zu 50% bei
halbtägiger Präsenzzeit angestellt zu sein und am Mittag dann ziemlich am Limit und
froh zu sein, am Nachmittag sein "eigenes ruhigeres Programm" mit Schlafpausen
durchgeben zu können (act. G 4.2/12-37). Gemäss dem Gutachten von Dr. med. O._
und PD Dr. med. P._ der Klinik für Neurologie des KSSG vom 12. September 2006
fanden sich klinisch-neurologisch auf rein somatischer Ebene nur geringe
Auffälligkeiten. Die Ursache der angegebenen Hypästhesie in Teilen der rechten Hand
sei ätiologisch nicht geklärt, schränke den Beschwerdeführer aber im täglichen Leben
auch nicht wesentlich ein. Das Gleiche gelte für die leichten Schwierigkeiten beim
Einbeinhüpfen rechts. Weitere Symptome fänden sich auf somatischer Ebene nicht.
Zusammenfassend hielten sie als Ursache der Beschwerden vor allem einen
chronifizierten Beschwerdekomplex in Folge des HWS-Beschleunigungstraumas Grad
II mit im Vordergrund stehenden neurokognitiven Störungen und einer chronischen
Kopfschmerzsymptomatik fest. Darüber hinaus bestehe der Verdacht auf eine
depressive Symptomatik, die durchaus zu einer Akzentuierung der vorliegenden
neurokognitiven Funktionsstörungen führen dürfte. Zur Bestätigung dieser Diagnose
empfahlen sie ergänzend eine psychiatrische Vorstellung. Auf Grund der
mittelschweren neuropsychologischen Funktionsstörungen und Störungen der
Persönlichkeit sei aus neuropsychologischer Sicht von einer Einschränkung der
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theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen. Am besten seien nach wie vor
Tätigkeiten, in denen der Beschwerdeführer über jahrelange Routine und Wissen
verfüge (act. G 4.1/42-23). Laut dem Gutachten von Dr. I._ vom 20. August 2008 hat
sich der Beschwerdeführer seit dem Unfall trotz 50%iger Krankschreibung auf Grund
der Ausbildung zum Fahrlehrer und etlichen Prüfungen und Prüfungswiederholungen
massiv überlastet. Mit der Ausbildung zum Fahrlehrer (im Januar 2005) habe neben der
Arbeitsbelastung, die der Beschwerdeführer bereits durch Mehrleistung auch in der
Freizeit erledigt habe, erneut eine Zeit intensivster Ausbildungszeit in der Freizeit
begonnen. Die 50% freie Zeit, die er durch die Krankschreibung gehabt habe und
welche der Erholung und Entspannung hätte dienen sollen, habe sich über zwei Jahre
mit intensivstem Lernen gefüllt. Er habe dafür sogar seine Ferien mit der Familie
geopfert. Bei der zweiten neuropsychologischen Untersuchung im September 2006 sei
er dann nach drei Stunden Testung schläfrig gewesen. Ob dies allein an der Tagesform
gelegen habe, müsse offen bleiben. Auch habe der Beschwerdeführer die nicht
bestandene Fahrlehrerprüfung als völlig unverdient erlebt nach all den Anstrengungen,
die er dafür auf sich genommen habe. Durch diesen Rückschlag sei es zu einer
weiteren Chronifizierung der depressiven Symptomatik, der Kopf-, Nacken- und
Kieferschmerzen sowie der übrigen psychischen Beschwerden gekommen. Dr. I._
führte aus, dass die Diagnose einer chronischen posttraumatischen atypischen
(larvierten) Depression (ICD-10: F32.8) eine Depression beschreibe, bei der beim
Betroffenen die Schwierigkeit bestehe, die depressive Verstimmung als solche
wahrzunehmen und zu beschreiben. Stattdessen würden die Beschwerden verlagert
und als körperliche Symptome dargestellt. Die Abgrenzung zu einer mittelgradigen
Depression (ICD-10: F32.1) sei unscharf und schwierig, weshalb diese
differentialdiagnostisch miteinzubeziehen sei. Weiter führte die Psychiaterin aus, dass
die Symptomatik der intermittierenden Schwäche der rechten Hand und des rechten
Beines sowie die Schwindelbeschwerden und die Stürze, welche sich von somatischer
Seite nicht erklären liessen, hinweisend seien für eine dissoziative Bewegungsstörung
(act. G 4.2/14-50). Aus psychiatrischer Sicht empfahl sie die Beibehaltung einer
50%igen Arbeitsunfähigkeit. Damit könne erreicht werden, dass der Beschwerdeführer
gute Chancen habe, auch im Arbeitsprozess bleiben zu können (act. G 4.2/14-55).
Demgegenüber dokumentierte die Hausärztin im Verlaufsbericht vom 29. August 2008
gestützt auf ihre ärztlichen Kontrollen - letztmals am 11. August 2008 und somit ein
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halbes Jahr nach der psychiatrischen Begutachtung (Untersuchung vom 24. Januar
2008, act. G 4.2/14-43) - einen verbesserten Gesundheitszustand und hielt fest, es
habe eine restitutio ad integrum der passageren depressiven Entwicklung
stattgefunden. Weiter bestehe zunehmende Akzeptanz der bestehenden Beschwerden.
Diese bestünden insbesondere darin, als der Beschwerdeführer nach wie vor im Alltag
schnell ermüde und die Konzentrationsfähigkeit vermindert sei. Dies äussere sich v.a.
bei Tätigkeiten vor dem Bildschirm/EDV. Zudem seien weiterhin Beschwerden im
Bereich der rechten Gesichtshälfte vorhanden mit wiederholt auftretenden
Artikulationsstörungen sowie muskulären Verspannungen/Triggerpunkten der
dazugehörigen Muskulatur und Schmerzausstrahlungen derselben (act. G 4.1/42-6).
Gestützt auf diesen Bericht befanden die RAD-Ärzte Dr. K._ und ähnlich Dr. L._ am
12. Juni 2009 bzw. 19. August 2009, dass einzig Unfallfolgen ohne unfallfremde Anteile
bestünden, da die depressive Symptomatik passager gewesen sei und sich
zwischenzeitlich zurückgebildet habe (act. G 4.1/48, 4.1/50).
3.5 Mit Stellungnahme vom 11. Juni 2010 hielt Dr. M._ fest, dass es gestützt auf
den Arztbericht von Dr. B._, wonach die depressive Entwicklung passager gewesen
und eine restitutio ad integrum (vollständige Heilung) eingetreten sei, keinen Grund
mehr gebe, eine hochgradige Leistungseinschränkung zu anerkennen. Nach dieser
Feststellung sei keine psychiatrische Therapie mehr notwendig geworden, eine
invalidisierende psychiatrische Diagnose sei nicht mehr ärztlich attestiert. Für die
Invaliditätsprüfung stünden somit rein psychische Faktoren im Raum. Etwaige
somatische kleine Restbeschwerden könnten in der Bürotätigkeit als Sachbearbeiter
von Natursteinwerken gut ergonomisch kompensiert werden. Aus dem psychiatrischen
Gutachten von Dr. I._ vom August 2008 gehe hervor, dass das psychische Leiden
eine reine Unfallfolge sei. Es werde vom Untersuchungsbefund deutlich, dass keine
Störung des Bewusstseins vorliege. Der Beschwerdeführer habe die gesamte
Gutachtenszeit von 4h (3.5h plus 0.5h Pause) mit einer zusätzlichen Wegzeit von Y._
nach Zürich bei viel Verkehr mit dem eigenen Auto von zusätzlich je 1.5h leisten
können. Dies entspreche bereits einer nachgewiesenen Leistungsfähigkeit von 7h.
Dabei seien eben keine kognitiven Störungen bemerkbar geworden. Eine von der
Gutachterin genannte 50%ige Leistungseinschränkung sei nicht plausibel
nachvollziehbar, decke sich diese doch überhaupt nicht mit den vom
Beschwerdeführer demonstrierten Alltagsaktivitäten (act. G 4.1/71). Mit Dr. M._ ist
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gestützt auf die Arztberichte, die Aussagen des Beschwerdeführers und v.a. seiner
Alltagsaktivitäten schon ab Juli 2005 eine Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 50% als
durchgehend zu hoch zu qualifizieren.
3.6 Nach dem Gesagten ist auf Grund der gesamten Aktenlage (einschliesslich der
Suva-Akten) somit mindestens von einer 50%igen, überwiegend wahrscheinlich jedoch
von einer beträchtlich höheren Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen.
Wie hoch die allenfalls trotzdem vorhandene Arbeitsunfähigkeit genau ist, braucht
jedoch nicht weiter abgeklärt zu werden, wie nachfolgende Ausführungen zeigen.
4.
Selbst wenn beim Beschwerdeführer von einer Arbeitsunfähigkeit von 50%
ausgegangen würde, ergäbe sich gestützt auf einen Einkommensvergleich kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40%. Bei einem
Valideneinkommen im Jahr 2005 von Fr. 72'800.-- (vgl. act. 4.2/4-10f.) und einem
zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 45'500.-- (vgl. act. 4.2/7-4: Fr. 3'500.-- x 13)
resultiert ein Invaliditätsgrad von 37,5% ([Fr. 27'300.-- / Fr. 72'800.--] x 100) im Jahr
2005. Bei einem Validen-einkommen von Fr. 76'349.-- (vgl. act. G 4.1/52) im Jahr 2008
und einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 47'190.-- (act. G 4.1/45-3)
resultiert ein Invaliditätsgrad von 38% ([Fr. 29'159.-- / Fr. 76'349] x 100). Im Übrigen
leistete auch die Suva seit 1. Juli 2005 nur noch Taggelder auf der Basis einer
Erwerbsunfähigkeit von 38% (vgl. act. G 4.2/7-1, 4.2/9-7). Da der Beschwerdeführer
weiterhin in seiner angestammten Tätigkeit erwerbstätig ist, erübrigt sich auch die
Frage eines Abzugs vom Tabellenlohn. Damit besteht kein Anspruch auf eine
Invalidenrente.
5.
5.1 Gestützt auf die medizinische Aktenlage wurde dem Beschwerdeführer ab 10.
März 2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. act. G 4.1/23-1). Weshalb die
Beschwerdegegnerin ursprünglich den Beginn des Wartejahres dennoch auf den
Zeitpunkt des Unfalls, am 13. April 2003, angesetzt hat, ist nicht nachvollziehbar. Damit
sowie gestützt auf obige Ausführungen ist bereits ab dem Zeitpunkt des Eintritts der
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erstmals festgehaltenen Arbeitsunfähigkeit ab 10. März 2004 ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad zu verneinen. Folglich besteht kein Anspruch auf Rentenleistungen. Die
Verfügungen vom 22. April 2010 sind aufzuheben und ein Anspruch auf eine
Invalidenrente ist abzuweisen.
5.2 Damit kann offen bleiben, ob es sich vorliegend auch um einen Anwendungsfall
nach den Foerster'schen Kriterien gemäss BGE 130 V 352 handelt.
6.
6.1 Auf Grund dieser Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Im Sinn einer
reformatio in peius sind die Verfügungen vom 22. April 2010 aufzuheben und ein
Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu verneinen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
angemessen. Da der Beschwerdeführer vollständig unterliegt, hat er unter Anrechnung
des von ihm geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 600.-- diese Gerichtsgebühr allein
zu tragen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht