Decision ID: 52ece19f-de19-5b00-ab0f-51d6abded69f
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Mit Verfügung vom 3. Juli 2006 lehnte das BFM das Asylgesuch vom
22. November 2001 des Beschwerdeführers 1 (BF 1) ab und ordnete die
Wegweisung aus der Schweiz an, schob indessen den Wegweisungsvoll-
zug wegen Unzulässigkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf.
A.b Einer Mitteilung vom 17. April 2008 des Migrationsamtes des Kantons
E._ zufolge verfügt der Beschwerdeführer 1 seit dem 16. April
2008 über eine Aufenthaltsbewilligung.
A.c Mit Verfügung vom 29. April 2008 stellte das BFM fest, die gesetzli-
chen Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung we-
gen Vorliegens eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls gemäss
Art. 84 Abs. 5 AuG (SR 142.20) in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 Bst. b
AuG seien erfüllt und die vorläufige Aufnahme somit erloschen.
B.
B.a Mit Eingabe vom 26. Oktober 2009 liessen die Beschwerdeführenden
2 – 4 durch ihren schweizerischen Rechtsvertreter Gesuche um Gewäh-
rung von Asyl und Bewilligung der Einreise zwecks Durchführung des
Asylverfahrens in der Schweiz einreichen.
B.b Mit Schreiben vom 20. November 2009 verschickte das BFM einen
die Beschwerdeführenden 2 – 4 betreffenden Fragenkatalog.
B.c Mit Verfügung vom 6. Mai 2010 forderte das BFM den Rechtsvertre-
ter auf, sich zur Frage, weshalb sich die Beschwerdeführerin 2 trotz
schriftlicher Aufforderung nicht bei der Botschaft in F._ gemeldet
habe, sowie zum Aufenthaltsort der Frau zu äussern, verbunden mit der
Androhung, andernfalls werde das Asylgesuch abgeschrieben,
B.d Mit Schreiben vom 14. Mai 2010 übermittelte der Rechtsvertreter die
gewünschten Auskünfte.
B.e Am 17. Mai 2010 erschienen die Beschwerdeführerin sowie ihre
Schwester in der Botschaft von F._ und erteilten verschiedene
Auskünfte.
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B.f Mit Verfügung vom 25. Juni 2010 setzte das BFM den Beschwerde-
führenden Frist zur Einholung eines DNA-Tests bis zum 25. September
2010 und informierte sie über das dabei zu beachtende Vorgehen.
B.g Mit Eingabe vom 20. Oktober 2010 reichten die Beschwerdeführen-
den ein Gutachten vom 18. August 2010 zu den Akten. Dem Gutachten
zufolge handelt es sich bei der Beschwerdeführerin 2 um die Mutter der
Beschwerdeführenden 3 und 4. Demgegenüber konnte die Vaterschaft
des Beschwerdeführers 1 bezüglich der Beschwerdeführenden 3 und 4
mit rechtsgenüglicher Sicherheit ausgeschlossen werden.
B.h Am 12. März 2011 wurde die Beschwerdeführerin (BF 2) in der
Schweizerischen Botschaft in F._ auf der Basis des Fragenkata-
logs des BFM zu ihren Asylgründen befragt.
C.
C.a Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin (BF 2)
G._ am 26. Oktober 2013 auf dem Luftweg und gelangte am 28.
Oktober 2013 unkontrolliert in die Schweiz.
C.b Am 26. November 2013 wurde die Beschwerdeführerin im Empfangs-
und Verfahrenszentrum (EVZ) H._ zu ihren Asylgründen befragt.
D.
D.a Mit Eingabe vom 6. Dezember 2013 liess die Beschwerdeführerin
durch ihren Rechtsvertreter ihre Situation erläutern und das Gesuch stel-
len, es sei das Auslandgesuch noch vor Ende 2013 zu entscheiden. In
diesem Zusammenhang machte sie zur Begründung geltend, sie sei er-
wiesenermassen die leibliche Mutter der Beschwerdeführenden 3 und 4,
die sich nach wie vor in G._ aufhielten. Das Gesuch sei seit über
vier Jahren hängig und die Verfahrensstandanfragen an das BFM vom
5. März und 31. August 2012 seien beide unbeantwortet geblieben.
D.b Mit Schreiben vom 31. Dezember 2013 teilte das BFM dem Rechts-
vertreter mit, die Vaterschaft stehe im Gegensatz zur Mutterschaft nicht
fest. Da der Beschwerdeführer 1 in der Schweiz über eine Aufenthaltsbe-
willigung B verfüge, stütze sich im Falle des Ehemannes der Beschwer-
deführerin 2 ein allfälliges Gesuch um Familiennachzug für die Kinder auf
Art. 44 AuG. Damit liege die Zuständigkeit für die Behandlung des Ge-
suchs bei der kantonalen Behörde. Dadurch, dass die Beschwerdeführe-
rin selbständig und illegal in die Schweiz eingereist sei und im EVZ
H._ erneut ein Asylgesuch eingereicht habe, werde das Auslands-
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verfahren gemäss alt Art. 20 AsylG (SR 142.31) als gegenstandslos ab-
geschrieben (interner Abschreibungsbeschluss). Im Falle der Beschwer-
deführerin 2 müsse zunächst das Asylverfahren in der Schweiz rechts-
kräftig abgeschlossen sein, bevor das Verfahren der beiden Kinder
zwecks Familienzusammenführung bewilligt werden könne. In diesem
Fall sei zu beachten, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für den Fa-
miliennachzug erfüllt sein müssten (je nach Konstellation Art. 51 AsylG,
Art. 83 Abs. 7 AuG oder kein Anspruch im Falle eines negativen Asylent-
scheids mit Wegweisungsverfügung).
E.
Mit Schreiben vom 25. Juni 2014 wandte sich der Rechtsvertreter an das
Bundesverwaltungsgericht und stellte, unter Hinweis auf eine unange-
messene Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens und unter Bezeichnung
der Sache als Rechtsverzögerungsstreitigkeit, die nachstehend aufge-
führten Rechtsbegehren: Es sei festzustellen, dass das Nichtbehandeln
des Asylgesuchs eine Rechtsverzögerung im Sinne von Art. 46a VwVG
darstelle. Das BFM sei anzuweisen, das Asylgesuch ohne weitere Verzö-
gerung zu behandeln. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
zu verzichten. Es sei den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Pro-
zessführung zu bewilligen und in der Person des Unterzeichnenden ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.
Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwä-
gungen eingegangen.
Zur Untermauerung seiner Vorbringen wurden die nachstehend aufge-
führten Beweismittel in Kopie zu den Akten gereicht: das Asylgesuch der
Beschwerdeführenden 2 – 4 vom 26. Oktober 2009, das Schreiben des
BFM vom 25. Juni 2010 betreffend DNA-Test, die Stellungnahme vom
20. Oktober 2010 betreffend DNA-Test, die Anfragen vom 5. März und
31. August 2012 betreffend den Verfahrensstand, der Nachtrag vom
6. Dezember 2013 zum Asylgesuch, ein Informationsschreiben vom
31. Dezember 2013 betreffend interner Abschreibungsbeschluss, Briefe
vom 24. Februar und 21. Mai 2014 betreffend Abschluss des Asylverfah-
rens.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig. Es
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Gegen das un-
rechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfechtbaren Verfügung
kann wie gegen die Verfügung selbst Beschwerde geführt werden
(Art. 46a VwVG; vgl. MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.],
Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG],
Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 46a).
2.
2.1 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichterlass
einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt voraus,
dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass einer
Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht. Ein Anspruch ist
anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, in Verfügungsform zu
handeln, und der ansprechenden Person nach Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1
VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2, m.w.H.). Da
die Beschwerdeführenden um Asyl (in Form einer anfechtbaren Verfü-
gung) ersuchten, sind sie zur Beschwerdeführung legitimiert.
2.2 Weder wird von den Beschwerdeführenden vorgebracht, das BFM
verweigere den Erlass einer Verfügung, noch lässt das Verhalten des
BFM einen solchen Schluss zu. Die vorliegende Beschwerde ist mithin al-
lein unter dem Aspekt einer allfälligen Rechtsverzögerung zu prüfen.
2.3 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann grund-
sätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG).
Dennoch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht völlig im Be-
lieben eines Beschwerdeführers. Er muss darlegen, dass er zur Zeit der
Beschwerdeeinreichung immer noch ein schutzwürdiges (mithin aktuelles
und praktisches) Interesse an der Vornahme der verzögerten Amtshand-
lung hat (vgl. URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechts-
mittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zü-
rich 1985, S. 221 f.).
Das schutzwürdige Interesse der Beschwerdeführenden an der Vornah-
me der allenfalls verzögerten Amtshandlung ergibt sich aus der Tatsache,
dass die Vorinstanz bislang nicht in der Sache entschieden hat, aus dem
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rechtsstaatlichen und dem spezialgesetzlichen Anspruch auf beförderli-
che Behandlung sowie aus dem in den diversen Eingaben zum Ausdruck
gebrachten besonderen Interesse an einer prioritären und schnellen Ent-
scheidung. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde ist demnach einzutreten.
3.
Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich
vorliegend auf die Frage, ob das Gebot des Rechtsschutzes in angemes-
sener Zeit im konkreten Fall verletzt worden ist. Im Falle einer Gutheis-
sung der Beschwerde weist es die Sache mit verbindlichen Weisungen an
die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Dabei hat sich das Gericht
jeglicher Andeutung, wie der unrechtmässig verzögerte Entscheid inhalt-
lich ausfallen soll, zu enthalten, da es unter Vorbehalt von speziellen Kon-
stellationen nicht anstelle der untätigen Behörde entscheiden darf, an-
dernfalls der Instanzenzug verkürzt und möglicherweise Rechte der Ver-
fahrensbeteiligten verletzt würden (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2, m.w.H.).
4.
In der Beschwerde wird sinngemäss geltend gemacht, das bisherige Ver-
fahren dauere ohne einen objektiven Grund unangemessen lange und
länger als die gesetzlichen Vorgaben. Es wird unter Verweis auf die ein-
zelnen Verfahrensschritte vorgebracht, die Beschwerdeführenden warte-
ten nunmehr schon bald fünf Jahre auf einen Entscheid durch die Vorin-
stanz. Das BFM sei offensichtlich nicht gewillt, weitere Schritte zu tätigen,
welche den Abschluss des Verfahrens begünstigen könnten. Diverse
Schreiben, mit denen um Abschluss des Verfahrens ersucht wurde, seien
unbeantwortet geblieben. Das Verhalten sei als an Rechtsverweigerung
grenzende Rechtsverzögerung zu bewerten. Es seien keine Gründe er-
sichtlich, welche das Nichtbehandeln des Asylverfahrens rechtfertigen
könnten.
5.
5.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der
allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede
Person vor Gerichts- und Verfahrensinstanzen Anspruch auf gleiche und
gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist
(sog. Beschleunigungsgebot).
5.2 Eine Rechtsverzögerung ist anzunehmen, wenn behördliches Han-
deln zwar nicht grundsätzlich infrage steht (i.S. einer Rechtsverweige-
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rung), aber nicht binnen gesetzlicher oder – falls eine solche fehlt – an-
gemessener Frist erfolgt, und für die allzu lange Verfahrensdauer keine
objektive Rechtfertigung vorliegt. Die Angemessenheit der Dauer eines
Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände zu be-
urteilen. In Betracht zu ziehen sind namentlich die Komplexität der Sache,
die Bedeutung der Angelegenheit für den Betroffenen, dessen Verhalten,
und schliesslich auch einzelfallspezifische Entscheidungsabläufe (vgl.
zum Ganzen BGE 130 I 312 E. 5; MÜLLER, a.a.O. Rz. 6 zu Art. 46a). Ein
Verschulden der Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausgesetzt,
weshalb sie das Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, wenn sie
wegen Personalmangels oder Überlastung nicht innert angemessener
Frist verfügt (vgl. BGE 130 I 312 E. 5.2, BGE 107 I b 160 E. 3c,
103 V 190 E. 5.2; FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR, in: Praxiskommen-
tar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 46a N 20).
5.3
5.3.1 Gemäss dem (unter dem falschen Marginale "Verfahrensfristen"
aufgeführten) Art. 37 Abs. 2 AsylG sind Entscheide, die nicht unter die Ka-
tegorien von Abs. 1 des gleichen Artikels fallen (und in welchen eine fünf-
tägige Behandlungsfrist vorgegeben wird), in der Regel innerhalb von
zehn Arbeitstagen nach der Gesuchstellung zu treffen. Die frühere Geset-
zesbestimmung, wonach solche Verfahren in der Regel innerhalb von
20 Arbeitstagen nach der Gesuchstellung beziehungsweise in der Regel
innerhalb von drei Monaten, wenn weitere Abklärungen nach aArt. 41
AsylG erforderlich sind (aArt. 37 Abs. 2 und 3 AsylG [AS 2006 4745,
2007 5573]), wurde per 31. Januar 2014 aufgehoben (vgl. Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012).
5.3.2 Die Beschwerdeführerin reiste am 28. Oktober 2013 in die Schweiz
ein, weshalb ihr Auslandsverfahren, inklusive dasjenige ihrer minderjähri-
gen Kinder, gegenstandslos geworden ist. Dieses Verfahren ist nach dem
Gesagten abgeschlossen, weshalb allfällige Verfahrensverzögerungen,
die im Laufe des Auslandverfahrens hätten gerügt werden können, nicht
Gegenstand der vorliegenden Rechtsverzögerungsbeschwerde sein kön-
nen.
5.3.3 Was eine allfällige Rechtsverzögerung im hängigen Asylverfahren
der Beschwerdeführerin 2 anbelangt, so fand innerhalb eines Monats seit
der Einreise, nämlich am 26. November 2013, im EVZ H._ die Be-
fragung zur Person (BzP) statt. Ausserdem wurde dem Rechtsvertreter
der Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 31. Dezember 2013 die
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Rechtslage betreffend Familiennachzug der beiden zur Zeit in G._
lebenden Kinder dargelegt. Seit Ende 2013 sind für die Rechtsvertretung
keine weiteren Verfahrenshandlungen erkennbar. Zu diesem Zeitpunkt
war die Behandlungsfrist gemäss Art. 37 Abs. 2 AsylG längst abgelaufen,
weshalb man dem Rechtsvertreter formell nicht vorwerfen kann, dass er
einige Monate später, am 25. Juni 2014, mit einer Rechtsverzögerungs-
beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht gelangte. Allerdings handelt
es sich hierbei um eine Ordnungsfrist, deren Überschreiten im begründe-
ten Einzelfall möglich ist. Dies ergibt sich aus der Formulierung, dass
Entscheide "in der Regel" innerhalb von zehn Arbeitstagen nach der Ge-
suchstellung getroffen werden müssen. Nachfolgend ist somit zu prüfen,
ob sich die lange Verfahrensdauer im vorliegenden Fall mit objektiven
Gründen rechtfertigen lässt. Zu betrachten sind vorliegend die erwähnten
Kriterien: die Komplexität der Sache, die Bedeutung der Angelegenheit
für die Betroffenen, deren Verhalten und einzelfallspezifische Entschei-
dungsabläufe.
Nicht in die Prüfung einbezogen wird allerdings der Zeitraum nach Ein-
gang der Rechtsverzögerungsbeschwerde beim Gericht, da dieses für die
Behandlung der Beschwerde notwendigerweise das vorinstanzliche Dos-
sier beiziehen musste, womit der Vorinstanz eine Weiterbehandlung des
Asylgesuchs praktisch verhindert war.
Wie sich aus den Akten ergibt, ist der rechtserhebliche Sachverhalt inso-
fern nach wie vor nicht erstellt, als die Beschwerdeführerin 2 noch durch
das BFM anzuhören ist. Damit ist einerseits festzustellen, dass das Ver-
fahren im Zeitpunkt der Erhebung der Rechtsverzögerungsbeschwerde
noch nicht entscheidreif war. Dies ist indessen nicht zuletzt dem Verhal-
ten der Beschwerdeführerin 2 zuzuschreiben, die zwar seit Jahren auf ei-
nen baldigen Entscheid pocht, gleichzeitig jedoch die richtige Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts hintertreibt. In diesem Zusammen-
hang sind zu erwähnen die tatsachenwidrigen Erklärungen zur Vater-
schaft, zur tatsächlichen Herkunft der Beschwerdeführenden 2 – 4
([...]bestätigungen ohne Beweiswert) sowie die fehlenden Nachweise ei-
ner Eheschliessung und der Identität der Beschwerdeführerin 2. Nach
dem Gesagten lässt das Verhalten der Beschwerdeführerin die Dauer des
erstinstanzlichen Verfahrens noch als objektiv gerechtfertigt erscheinen,
zumal das vorliegend massgebende Asylgesuch erst am 28. Oktober
2013 gestellt wurde.
Das Bundesverwaltungsgericht tendiert dazu, entgegen dem Wortlaut des
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Gesetzes bei den für das BFM und das Gericht geltenden Behandlungs-
fristen (vgl. Art. 37 und 109 AsylG), ab dem Zeitpunkt der Entscheidreife
zu rechnen, zumal eine strikte Berechnung der Behandlungsfrist ab Asyl-
gesuchstellung beziehungsweise Beschwerdeeingang zu unerwünschten
Resultaten, namentlich unvollständig festgestellten Sachverhalten, führen
würde. Im Rahmen eines Rechtsverzögerungsverfahrens ist allerdings
zudem zu prüfen, ob die Vorinstanz in nicht gerechtfertigter Weise die
Vornahme von Befragungen oder Abklärungen verschleppt und so die
Entstehung der Entscheidreife verhindert hat. Für eine solche Betrach-
tungsweise hat das Gericht im vorliegenden Fall allerdings keinen Anlass.
Vorliegend ist kein bewusstes Verschleppen oder eine Nachlässigkeit des
BFM für die lange Verfahrensdauer ersichtlich.
Es besteht somit kein Grund daran zu zweifeln, dass die Vorinstanz be-
müht ist, die erforderlichen Sachverhaltsermittlungen zwecks Erstellung
der Entscheidreife noch vorzunehmen und das Verfahren einem baldigen
erstinstanzlichen Entscheid zuzuführen.
5.4 Zusammenfassend erscheint die bisherige Verfahrensdauer in Anbe-
tracht der Umstände des Einzelfalles als objektiv (noch) gerechtfertigt.
6.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen. Die Vorakten gehen ans BFM zur
Weiterführung des hängigen Verfahrens zurück.
7.
7.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
7.2 Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf
Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr
Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei ver-
fügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne
Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten
nicht zu bestreiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner dann als aus-
sichtslos, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die
Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kön-
nen (vgl. Verfügung des Bundesgerichts vom 5. August 2013 im Falle
4A_105/2013 [zur Publikation vorgesehen]; BGE 138 III 217 E. 2.2.4
S. 218).
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7.3 Aus der Tatsache, dass sich ex post zeigt, dass die Beschwerdefüh-
renden keine prozessualen Erfolgschancen hatten, ergibt sich zwar noch
nicht zwingend, dass die Beschwerde aussichtslos war. Dennoch müssen
vorliegend die Gewinnaussichten der Beschwerdeführenden als von al-
lem Anfang an beträchtlich geringer eingestuft werden als die Verlustge-
fahren und können gar als kaum ernsthaft bezeichnet werden. Dies be-
deutet nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass der Streitfall als
aussichtslos zu bezeichnen ist. Deshalb ist das gestellte Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1
VwVG abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kos-
ten grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG). Im Hinblick auf Besonderheiten der Sache ist vorliegend indes-
sen in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.
7.4 Das Gesuch um Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistands im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ist mangels Erfüllung der Voraussetzungen
von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen.
(Dispositiv nächste Seite)
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