Decision ID: 321d0dfe-f761-4144-a5ed-c77fc2268da3
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
X._
liess ihre
zwei
Mitarbeiter
Y._
, geboren 1942, Verwaltungsratspräsident der
X._
, und
Z._
, geboren 1951, Verwaltungsratsvizepräsidentin der
X._
,
beide
E
inzelzeich
nungsberechtigte
der Gesellschaft,
bei der Basler Ver
sicherung AG
(nach
fol
gend: Basler)
obligatorisch
gegen
die Folgen von Un
fällen versichern
(
Urk. 13/1/16-17,
Urk. 13/1/20-23
, Urk. 13/1/35, Urk. 13/2/8-11
)
.
Am
2. Februar 2011 erlitt
Y._
einen Unfall, bei dem er
sich
eine Partial
-
ruptur der
Supraspinatussehne
zuzog (
Urk.
13/3/4-6).
Die
Basler
erbrachte
die ge
setzlichen Leistungen.
1.2
Am 25. Juli 2013 schlossen
Y._
und die Basler
einen Ver
gleich über die Versicherungsleistungen.
Dieser
legte fest,
dass die
Heilkosten
leistungen
mit sofortiger Wirkung ein
gestellt würden, keine
Integritätsent
schä
digung
ge
schuldet sei und der Basler zufolge zu hoher Taggeldansätze
ein
Rückforderungsanspruch bezüglich der
ausbezahlte
n
Taggelder von insgesamt Fr. 15‘768.-- zustehe
.
Die
Basler
erliess gleichentags
basierend auf diesem
Ver
gleich
eine Verfügung
.
Gleichzeitig ver
zich
tete
Y._
auf eine Einsprache
dagegen
und
auf
ein Erlassgesuch
(Urk. 13/1/6).
Ausserde
m unter
zeichnete
dieser
am
25.
Juli 2013 eine einvernehmliche Auf
hebung des
Ver
si
cherungsvertrages
zur obligato
rischen Unfallversicherung der
X._
per Ende Juli 2013 (Urk. 13/5/7).
Mit Schreiben vom 2
5. August 2013
, unterzeichnet von
Z._
,
erhob die
X._
Einsprache gegen die Ver
fügung und die Vertragsaufhebung vom 25. Juli 2013 (Urk. 13/5/4).
Die Basler trat
mit
Einspracheentscheid
vom 19.
November 2013 auf die Einsprache der
X._
nicht ein (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob d
ie
X._
mit Eingabe vom 15. Januar 2014 (gleichentags zur Post gegeben; Urk. 1 mit Briefumschlag) Beschwerde
und beantragte sinn
ge
mäss, der
Einspracheentscheid
vom 19. November 2013 sei aufzuheben und
es sei festzustellen, dass der am 25. Juli 2013 mit
Y._
ge
schlossene Vergleich und die Auflösung des Versicherungsvertrages ungültig
seien
(Urk. 1).
Zur Prüfung der Recht
zeitig
keit der Be
schwerdeerhebung
holte das Gericht das postalische Sendungsergebnis zur Einschreibesendung des ange
foch
tenen
Einsprache
entscheides
ein (Urk. 4).
Mit Schreiben vom 28. Januar 2014 nahm die Beschwerdeführerin dazu Stel
lung (Urk. 7) und reichte ihr Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 13. No
vember 2013 ein (Urk. 8).
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit
Beschwerde
antwort
vom 17. Februar 2014
darum, es sei auf die Beschwerde mangels Recht
zeitigkeit, eventualiter mangels Aktivlegitimation nicht einzu
treten (Urk.
12 S. 2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Von Amtes wegen
ist
vorab die Rechtzeitigkeit der
Beschwerde zu prüfen.
Nach Art. 60 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts
(ATSG)
ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des
Einspracheentscheides
einzu
reichen. Die Beschwerde
frist beginnt gemäss Art. 60 Abs. 2 ATSG in Verbin
dung mit Art. 38 Abs. 1 ATSG am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen. Schriftliche Beschwerdeeingaben müssen spä
testens am letzten Tag der Frist dem Sozialversicherungsgericht ein
gereicht oder zu dessen
Handen
der Schwei
zeri
schen Post oder einer schweize
rischen diplo
matischen oder konsularischen Ver
tretung übergeben werden (Art. 60 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 ATSG). Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundesrecht oder vom kanto
nalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie am nächstfolgen
den Werktag. Massgebend ist das Recht des Kantons, in dem die Partei oder ihr Vertreter beziehungsweise ihre Vertreterin Wohnsitz oder Sitz hat (Art. 60 Abs. 2 in Ver
bindung mit Art. 38 Abs. 3 ATSG).
Gemäss Art. 38 Abs. 2
bis
ATSG gilt eine Mitteilung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, spätes
tens am siebten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt. Art. 38 Abs. 2
bis
ATSG durchbricht damit den Grundsatz von Art. 38 Abs. 1 ATSG (vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 38
Rz
11). Mit Art. 38 Abs. 2
bis
ATSG wurde die Rechtsprechung zur Zustellung von ein
geschrieben versandten Sendungen (BGE 127 I 31, 123 III 492, 119 II 147 E. 2, BGE 119 V 89 E. 4b/
aa
, je mit Hinweisen) bei erfolgloser (Brief
kasten- oder Post
fach-)Zu
stellung durch die Post und entsprechender Abholungseinladung in Gesetzesrecht überführt. Am siebten Tag endet normalerweise die Abholfrist. Auf
g
rund der Zustellfiktion markiert dieser Tag zugleich den Beginn der Rechts
mittelfrist. Für die Berechnung der siebentägigen Abholfrist spielt es keine Rolle, ob sie an einem Werktag oder an einem Samstag be
ziehungs
weise einem anerkannten Feiertag beginnt oder ob deren letzter Tag auf einen Samstag oder einen anerkannten Feiertag fällt (BGE 127 I 31 E. 2a/
aa
).
Der Fiktion, wonach eine eingeschriebene Sendung spätestens am letzten Tag einer Frist von sieben Tagen ab Eingang bei der Poststelle am Ort des Empfän
gers als zugestellt zu betrachten ist, kommt rechtsprechungsgemäss in analoger Anwendung von Art. 38 Abs. 2
bis
ATSG auch bei einem
Postrückbehaltungs
auftrag
Geltung zu (BGE 134 V 49). Die Frist bis zum Eintreten der Zustell-fiktion wird daher nicht verlängert, wenn ein Abholen nach den anwendbaren Bestimmungen der Post auch noch länger möglich ist, etwa zufolge eines
Rück
behaltungsauftrags
. Auch ein allfälliger zweiter Versand und die spätere Entge
gennahme der Sendung vermögen an der nach Ablauf der siebentägigen
Ab
holfrist
eingetretenen Zustellungsfiktion grundsätzlich nichts zu ändern. Sie gelten als rechtlich unbeachtlich (BGE 117 V 131 E. 4a, 111 V 99 E. 2b).
Die Zustellungsfiktion setzt jedoch immerhin voraus, dass der Adressat mit der fraglichen Zustellung hatte rechnen müssen (BGE 134 V 49 E. 4, 130 III 396 E. 1.2.3, 127 I 31 E. 2a/
aa
, mit Hinweisen).
Namentlich kann sich der Betroffene
schützen, indem er beispielsweise die Behörde auf eine bevorstehende Ab
we
senheit aufmerksam macht, so dass diese auf eine Zustellung in dieser Zeit ver
zichtet (Urteil des Bundesgerichts 2C_565/12 vom 11. April 2013 E. 2).
1.2
1.2.1
Der
Einspracheentscheid
vom 19. November 2013 (Urk. 2) ist gemäss der
Sen
dungsinformation
der Post („Track & Trace“; eingeschriebene Sendung Nr. 98.36.117629.10274350) am 22. November 2013 bei der Poststelle 8048 Zürich 48 eingegangen und der Beschwerdeführerin am 17. Dezember 2013 zu
gestellt worden (Urk. 4). Die lange Dauer zwischen dem Eingang der Sendung bei der Poststelle und der Zustellung an die Beschwerdeführerin wurde durch die Verlängerung der Aufbewahrungsfrist durch den Empfänger, mithin durch einen
Postrückbehaltungsauftrag
der Beschwerdeführerin bewirkt (Urk. 1, Urk. 2 S. 4, Urk. 4).
Unter Berücksichtigung der Zustellfiktion
wäre da
von auszugehen, dass der ange
fochtene
Einspracheentscheid
(Urk. 2) - un
ab
hängig von seiner tat
sächli
chen Zustellung - bereits am 29. November 2013 als zugestellt zu gelten hätte und daher die 30-tägige Beschwerdefrist in Anwen
dung von Art. 38 Abs. 1 ATSG am 30. November 2013 begann und unter Be
rück
sichtigung des
Fristen
stillstandes
während der Gerichtsferien vom 18. De
zember 2013 bis und mit 2. Januar 2014 (
Art. 60
Abs.
2
in Verbindung mit Art. 38 Abs. 4
lit
. c ATSG) am 14. Januar 2014 endete. Die Beschwerde (Urk. 1) wurde jedoch erst am 15. Januar 2014 (Urk. 1, Briefumschlag) zur Post gegeben (vgl. Art. 39 Abs. 1 ATSG).
Damit hätte d
ie Beschwerde als verspätet
zu
gelten.
1.2.2
Die Beschwerde
führerin macht geltend
, sie habe die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 13. November 2013 darüber informiert, dass
das Büro wegen der Auslandabwesenheit von Frau
Z._
und Krankheit von Herrn
Y._
vom 13. November 2013 bis 3. Januar 2014 geschlossen bleiben werde. Die Be
schwerde
frist habe daher erst am effektiven Zustelltag am 18. Dezember 2013 zu laufen begonnen (Urk. 7).
Die Beschwerdegegnerin wendet
dagegen
ein, dem Schreiben der Beschwerde
führerin sei lediglich zu entnehmen, dass der durch Frau
Z._
geführte
Büro
be
trieb
der Beschwerdeführerin infolge Auslandabwesenheit
dieser Person ab dem 13.
November 2013 geschlossen sei. Dass der einzelzeichnungsberechtigte Präsident des Verwaltungsrates der Beschwerdegegnerin wegen Krankheit keine Post empfangen könne und dass die Post bis zum 3. Januar 2014 nicht zuge
stellt werde, ergebe sich aus dem Schreiben hingegen nicht. Auch treffe wohl nicht zu, dass Herr
Y._
bereits Ende November 2013 keine Post habe ent
ge
gennehmen können, da
dieser
ihr, der Beschwerdegegnerin, erst am 6. Januar 2014 mitgeteilt habe,
dass er momentan wegen eines operativen Eingriffs im Spital sei (
Urk.
12 S. 2 f.).
1.
3
Die Beschwerdegegnerin hat das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 13. No
vember 2013 (Urk. 13/5/2) nach ihren Angaben (Urk. 12 S. 2) am 15. No
vember 2013 erhalten.
Darin wurde festgehalten, dass das Büro vom 13.
No
vember 2013 bis zum 3. Januar 2014 infolge Auslandabwesenheit ge
schlos
sen sei
und
während dieser Zeit durch Frau
Z._
keine Stellung
nahme und Kor
respon
den
zen etc. beantwortet respektive bearbeitet würden (Urk. 13/5/2).
Die
Beschwerde
gegnerin
war folglich darüber infor
miert, dass
das Büro der
Be
schwer
deführerin in der Zeit
vom 13. No
vember 2013 bis zum 3. Januar 2014 geschlossen
sein
und keine Korrespondenz geführt werden würde.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
hat die Beschwerdeführerin ihr gegenüber mit dem Schreiben
vom 13. No
vember 2013
hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht, dass
allfällige Zustellungen nicht bearbeitet werden könnten. Die Be
schwerde
führerin
hat daher trotz des laufenden
Einspracheverfahrens
(Ver
fü
gung vom 25. Juli 2013, Urk. 13/1/6, Einsprache vom 23. Juni 2012, Urk. 13/5/4) in der Zeit vom 13. No
vember 2013 bis zum 3. Januar 2014 mit der Zustellung des
Einspracheentscheides
nicht rechnen müssen.
Da der
Ein
sprache
entscheid
vom 19. November 2013 (
Urk.
2) dennoch in der betr
effenden Zeit an die Beschwerdeführerin
gesandt wurde, ist d
ie Zustellfiktion
hier
nicht an
wend
bar.
Die 30tägige Beschwerdefrist begann damit am Tag nach der tat
sächlichen Zustellung vom
17. Dezember 2013 (Urk. 4)
am 18. Dezember 2013 und endete - unter Berücksichtigung
des
Fristenstillstandes während der Ge
richts
ferien vom 18. De
zember 2013 bis und mit 2. Januar 2014
sowie des Wochenendes vom 1.
bis
2.
Februar 2014 - am 3. Februar 2014.
Die Beschwerde vom 15. Januar 2014 (Urk. 1), gleichentags zur Post gegeben, ist daher recht
zeitig erfolgt.
2.
2.1
2.1.1
Zu prüfen ist weiter die von der Beschwerdegegnerin (sinngemäss, Urk.
12 S. 3
) gerügte Beschwerdelegitimation
der Beschwerdeführerin
.
2.1.2
Im verwaltung
sgerichtlichen Beschwerdeverfah
ren sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen bzw. zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfügung bzw. eines
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung bzw. der
Einspr
acheentscheid
den beschwerdewei
se weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgeg
enstand und somit an einer Sach
urteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfü
gung bzw. kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
2.1.3
Z
ur Beschwerde berechtigt
ist nach Art. 59 ATSG
, wer durch die angefochtene Verfügung oder den
Einspracheentscheid
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Der Begriff des
schutzwür
di
gen
Interesses für das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist gleich auszulegen wie derjenige nach
Art. 89 Abs. 1
lit
.
c
des
Bundesgesetz
es
über das Bundesgericht (BGG)
für das Verfahren der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele
genheiten vor dem Bundesgericht
. Ein schutzwürdiges Inte
resse liegt somit vor, wenn die tatsächliche oder rechtliche Situation des oder der Rechtsuchenden durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann.
Dabei wird verlangt, dass die
b
eschwerdeführende
Person durch den an
ge
fochtenen Verwaltungsakt (Verfügung oder
Einsprache
entscheid
) stärker als jedermann betroffen ist und in einer beson
deren, beachtenswerten, nahen
Beziehung zur Streitsache steht (
BGE 136 V 7
E. 2.1 mit Hinweisen)
.
2.2
2.2.1
Mit
dem
Einspracheentscheid
vom 19.
No
vember 2013 trat die
Beschwerde
geg
nerin
auf die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 25. August 2013 (Urk. 13/5/4) gegen die Verfügung vom 25. Juli 2013 (Urk. 13/1/6)
nicht ein.
Streit
ge
genstand
(
vgl. dazu
BGE 131 V 164 E. 2.1
,
125 V 413 E. 1a
)
des ange
fochtenen
Einspracheentscheides
ist die Frage, ob die Beschwerde
führerin
zur Einsprache gegen die Verfügung vom
25. Juli 2013 (Urk. 13/1/6)
legitimiert
war
.
Ausserdem
wurde darin festgehalten, dass die Aufhebung des UVG-Ver
tra
ges
(
Art. 59 Abs.
2 des
Bundesgesetz
es über die Unfallversicherung, UVG)
per Ende
Juli 2013 nicht Gegenstand der Verfügung sei
und daher auch insofern auf die Einsprache
nicht
einzutreten sei
(Urk. 2 S. 2).
2.2.2
Die Beschwerde
führerin
ist
Adressatin des
Einspracheentscheides
und zudem vom
ange
fochtenen Entscheid
besonders
betroffen, da
dieser
ihre
eigene
Befug
nis zur Einsprache gegen die Ver
fügung vom 25. Juli 2013 betrifft.
Auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
die Aufhebung des UVG-Vertrages per Ende Juli 2013 als nicht gegenständlich bezeichnete, betrifft in besonderem Masse die Beschwerdeführerin
als Partei dieses Vertrages
.
Das schutzwürdige Interesse zur Beschwerde ist
im Rahmen des mit dem
Ein
spracheentscheid
gere
gelten Gegenstandes
daher zu bejahen.
Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde
der Beschwerdeführerin vom 23.
Juni 2012
, soweit sie damit die Aufhebung des
Einsprache
entscheides
vom 19.
November 2013 und die Beurteilung ihrer Ein
sprache vom
25. August 2013 sowie
der Aufhebung des UVG-Vertrages durch die Beschwerdegegnerin
bean
tragt
(Urk. 1)
,
einzutreten.
Soweit die Beschwerde
füh
rerin da
rüber hinaus mit
ihren
Ausführungen
sinnge
mäss
weitere Anträge, na
ment
lich
eine materielle
Beurteilung
des Vergleichs und der Vertragsauflösung durch das Gericht sowie
eine Wiedergutmachung des geltend gemachten Schadens
stellt
,
ist mangels Anfechtungsgegenstand
s
auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3.
3.1
Zu
klären
bleibt
, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht auf die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 25. August 2013 (Urk. 13/5
/4) gegen die Verfügung vom 25.
Juli 2013 (Urk. 13/1/6) nicht eintrat (Urk. 2).
3.2
3.2.1
In der
Verfügung vom 25. Juli 2013 hatte die Beschwerdegegnerin
aufgrund der vergleichsweisen Einigung mit
Y._
ausgeführt
,
zur Fest
set
zung
der aus dem Unfallereignis vom 23.
Juni 2012
geschuldeten
Tag
geld
leis
tungen
sei von einem Einkommen gemäss dem Lohnausweis und der AHV-Deklaration sowie der Lohnsummendeklaration gegenüber der
Beschwerdegeg
nerin
von Fr. 16‘800.-- auszugehen, so dass bei voller Arbeitsunfähigkeit ent
ge
gen der ursprünglichen Berechnung
mit
einem Jahresver
dienst von Fr.
48‘000.-- nicht ein Taggeld von Fr. 105.20
,
sondern ein solches von Fr. 36.80 pro Tag resultiere. Dadurch entstehe ein Rückforderungsanspruch von insgesamt Fr. 15‘768.--. Da die unfallbedingte Behandlung abgeschlossen sei, wür
den zu
dem die Heilkostenleistungen mit sofortiger Wirkung definitiv ein
gestellt.
Aus
serdem
seien die Voraussetzungen für eine
Invaliditätsentschä
di
gung
und
In
tegritätsentschädigung
nicht erfüllt (Urk. 13/1/6). A
m 25. Juli 2013
unter
-
zeich
nete
Y._
unabhängig vom Vergleich und dieser Verfügung
im Namen der Be
schwerdeführerin
eine einver
nehm
liche Auf
hebung des
Versi
cherungsvertrages
zur obligato
rischen Unfall
ver
sicherung der
X._
per Ende Juli 2013 (Urk. 13/5/7).
3.2.2
Die Beschwerdeführerin
machte
in der Einsprache vom 25. August 2013
gel
tend
, die Einsprache richte sich sowohl gegen die Verfügung als auch gegen die Vertragsaufhebung.
Der versicherte Verdienst sei jeweils in den Jahren 2010 bis 2013 mit Fr.
48‘000.--
deklariert worden, was als Grundlage für die Prämien akzeptiert worden sei und worin auch der Verdienst von Frau
Z._
als An
ge
stellte von Fr. 6‘000.-- enthalten sei. Der Betrag von Fr. 16‘800.-- sei ein von der Versicherung willkürlich festgesetzter Betrag. Zudem sei es der
Beschwer
deführerin
nicht möglich
,
den vereinbarten
Rückerstattungsb
etrag
von Fr.
15‘768.-- zu bezahlen. Die Beschwerdeführerin werde nach Rechtskraft der Verfügung ein begründetes Gesuch auf Erlass der Rückerstattung stellen.
Bei der Aufhebung des Ver
sicherungsvertrages werde
im Übrigen
übersehen, dass noch ein Schadenfall betreffend Frau
Z._
von 1994 pendent sei
, für welchen jährlich noch Leistungen erbracht würden
.
Diesbezüglich
sei bei einem allfälligen Fest
halten an der Vertragsauflösung Frau
Z._
über die Abwicklung des Problems zu informieren
(Urk. 13/5/4)
.
3.3
In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin beanstandete
A
uflösung
des Ver
sicherungsverhältnisses
zwischen der Beschwerdeführerin und der
Beschwerde
gegnerin
ist die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen
Einspracheentscheid
- unabhängig von der
Einsprache
legitimation
der Beschwerdeführerin -
zu Recht nicht auf die Einsprache einge
treten. Denn
die Vertragsauflösung
ist nicht
Re
gelungsgegenstand
der Ver
füg
ung respektive des Vergleiches, so dass es
dies
-
be
züglich jedenfalls
am Anfechtungsgegenstand mangelt
e
.
Insofern ist die Be
schwerde
gegen den
Einspracheentscheid
hier
abzuweisen.
Die Frage, o
b die Beschwerdegegnerin einen
zusätzlichen
Entscheid
über die be
anstandete Auflösung des Ver
sicherungsverhältnisses
hätte fällen müssen, braucht hier nicht entschieden zu werden.
3.4
3.4.1
Zu beurteilen ist sodann, ob der angefochtene
Nich
t
eintretensentscheid
(Urk. 2) auch in Bezug auf den Inhalt der Verfügung respektive des Vergleiches vom 25. Juli 2013 (Urk. 13/1/6) rechtens ist.
3.4.2
Die Antwort zur Frage, wer befugt ist, eine Verfügung mit Einsprache anzu
fechten
(Art. 52 ATSG)
, ergibt sich aus der
sinngemässen
Anwendung von Art.
59 ATSG
. Es
gelten inhaltlich dieselben Legitimationsvoraussetzungen
(
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2.
Aufl. 2009,
Rz
45
zu Art. 52 ATSG
; BGE 131 V 298 E. 2-3,
132 V 74
E. 3.1,
134 V
306
E. 3.3.1
; Urteil des Bundesgerichts
8C_606/2007
vom
27. August 2008
E. 5.1
)
.
Somit
ist auch diesbezüglich im Sin
ne von Art.
89
Abs.
1
lit
. c BGG zu fordern, dass der Einsprecher
durch die Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat
(vgl. Erwägung
2.1.3
hiervor
und
BGE 136 V 7
E.
2.1 mit Hin
weisen
)
.
3.4.3
Mehrere Entscheide
des Bundesgerichts
befassten sich mit der
Rechtsmittel
legiti
mation
des Arbeitgebers zu Gunsten der versicherten Person. Diese wurde ver
neint in Bezug auf eine Rente der Invalidenversicherung (BGE 130 V 560 ff.) und eine Rente der obligatorischen Unfallversicherung (BGE 131 V 298 E.
5.3.3
und E. 6
), aber bejaht in Bezug auf das Vorliegen eines Unfalls oder einer
un
fallähnlichen
Körperschädigung sowie den Anspruch auf Taggelder der obli
ga
to
rischen Unfallversicherung (Urteil
des Bundesgerichts U
519/06 vom 28.
September 2007
E.
5 und 6; vgl. auch BGE 131 V 298
E.
5.3.2
)
. Einen ent
scheidenden Gesichtspunkt bildete jeweils der typischerweise fehlende oder ge
gebene Zusammenhang der konkreten Leistung mit der gesetz
lichen
Lohnfort
zahlungspflicht
des Arbeitgebers
nach Art. 324a und 324b
des
Schwei
zeri
schen Obliga
tionen
recht
s (
OR
;
BGE 134 V 153 E. 5.3.2.1
und E. 5.5
; Urteil des Bun
desgerichts
8C_606/2007
vom 2
7.
August 2008
E. 7.3.2.1).
3.
4.4
Mit der hier betreffenden Verfügung vom 25. Juli 2013
wurde der Anspruch eines Arbeitnehmers der Beschwerdeführerin auf Taggelder
der obli
gato
rischen Unfallversicherung
, die Kostenvergütung auf Heilbehandlung und auf eine Integritätsentschädigung geregelt (
Urk.
13/5/7).
Rechtsprechungsgemäss
ist die
Rechtsmittellegitimation der Beschwerdeführerin
daher
zu bejahen, da
sich
diese Verfügung
wegen der
darin enthaltenen
Regelung über das
UVG-Taggeld
auf die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht
der Beschwerdeführerin
nach Art. 324a und 324b OR
auswirken könnte
(vgl.
BGE 134 V 153
E.
5.3.2.1
und E. 5.5,
131
V 298
E.
5.3.2 und
E.
5.3.3).
Somit
war die
Beschwerde
führer
in
zur
Ein
spracheerhebung
gegen die Verfügung vom
25. Juli 2013
befugt, weshalb
die Beschwerdegegnerin
darauf einzutreten hat.
Insofern ist die Beschwerde
gutzu
heissen
.
3.5
Der ange
fochtene
Ein
spracheentscheid
vom 19. November 2013 (
Urk.
2) ist nach dem Gesagten aufzuheben und die Sache
ist
an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen
, damit diese auf die Einsprache der Be
schwerde
führerin gegen die Verfügung vom 25. Juli 2013 eintrete und darüber materiell entscheide
.
Die Beschwerde ist folglich teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist.