Decision ID: 55d3139c-a5b8-5765-b99b-01030edf9bf1
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 11. August 2011 wegen einer Depression bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Im Rahmen der telefonischen Besprechung
zwischen Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und Dr. med. C._, Tagesklinik Psychiatrie-
Zentrum D._, vom 13. September 2011 gab die behandelnde Ärztin als Diagnosen
eine Angststörung auf dem realen Hintergrund von traumatisierenden Belastungen mit
Bedrohungs- und Gewalterfahrungen im Jugend- und Adoleszentenalter, eine
histrionische Persönlichkeit sowie eine ausgeprägte Somatisierungstendenz an. Die
jetzige Symptomatik sei anlässlich der Kündigung des Arbeitsplatzes (wegen
betrieblicher Umstrukturierungen) exacerbiert. Die Versicherte sei erstmals vor zehn
Jahren wegen eines Nervenzusammenbruchs in ambulanter psychiatrischer
Behandlung gewesen (IV-act. 11).
A.b Am 28. Dezember 2011 wurde die Versicherte im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung durch Prof. E._ und Dr. med. F._, Klinik G._,
untersucht. Im Gutachten vom 25. Januar 2012 diagnostizierten die Fachärzte eine
mittelgradige depressive Episode bei Verdacht auf rezidivierende depressive Störung
vor dem Hintergrund einer Persönlichkeitsakzentuierung (IC-10: F33.1) sowie eine
Panikstörung bei Agoraphobie (ICD-10: F40.01). Die Gutachter befanden, dass für die
angestammte sowie jedwede vergleichbare Tätigkeit innerhalb der kommenden vier
Monate eine schrittweise Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten und
anzustreben sei. Sie empfahlen eine schrittweise Wiedereingliederung in 25%-Schritten
ab 1. Februar 2012, so dass ab 1. Mai 2012 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erwartet
werden könne (IV-Fremdakten).
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A.c Im Verlaufsbericht des Psychiatrie-Zentrums D._ (Eingang IV-Stelle: 18. Mai
2012) schätzten die behandelnden Ärzte, dass ab Juli 2012 mit einer
Teilarbeitsfähigkeit leidensadaptiert gerechnet werden könne (IV-act. 30). In
Zusammenarbeit mit dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) wurde eine
sozialberufliche Rehabilitation vom 1. Oktober 2012 bis 1. Februar 2013 in H._
vereinbart (IV-act. 31, 37, 42). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 29. Oktober 2012
zudem mit, sie erhalte Arbeitsvermittlung zugesprochen (IV-act. 42).
A.d Im Rahmen des dreimonatigen Aufbautrainings arbeitete die Versicherte während
vier Stunden pro Tag, wobei sie eine Leistungsfähigkeit von 80% gezeigt habe. Sobald
der Leistungsdruck erhöht worden sei, habe die Versicherte stark mit körperlichen
Symptomen reagiert, was sich in gehäuften Fehlzeiten (Krankheitstagen)
niedergeschlagen habe (IV-act. 46-5f.). Gestützt auf ein Abschlussgespräch u.a. mit der
Versicherten teilte die IV-Stelle der Versicherten am 29. Mai 2013 mit, dass das
Leistungsbegehren um weitere berufliche Massnahmen abgewiesen werde. Trotz
Bemühungen sei es nicht gelungen, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren (IV-act. 48-2,
56).
A.e Mit Arztbericht vom 16. Juni 2013 diagnostizierten die behandelnden Ärzte des
Psychiatrie-Zentrums D._ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichte Episode mit somatischem Syndrom, ICD-10 F33.0, eine Zwangsstörung,
vorwiegend Zwangshandlung (Horten), ICD-10 F42.1, sowie eine histrionische
Persönlichkeitsakzentuierung, ICD-10 Z73.1. Sie befanden, dass die Versicherte
insgesamt zu 50% arbeitsfähig sein dürfte. Ab wann von einer vollumfänglichen
Arbeitsfähigkeit von 100% ausgegangen werde könne, sei verlaufsabhängig und bleibe
abzuwarten (IV-act. 57-7). In der Folge empfahl RAD-Arzt Dr. B._ am 16. Juli 2013
eine bidisziplinäre Begutachtung (IV-act. 58).
A.f Diese erfolgte am 16. August 2013 durch die Medizinische Gutachtenzentrum
Region St. Gallen GmbH (MGSG). Psychiatrisch wurde die Versicherte durch Dr. med.
I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und orthopädisch durch Dr. med.
J._, Spezialarzt Orthopädie FMH, Zertifizierter medizinischer Gutachter SIM,
abgeklärt (IV-act. 62). Mit Stellungnahme vom 30. September 2013 befand RAD-Arzt
Dr. B._ das psychiatrische Gutachten als inhaltlich mangelhaft und mit erheblichen
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Inkonsistenzen versehen, so dass eine Nachbegutachtung erforderlich sei (IV-act. 68,
63).
A.g Am 13. November 2013 wurde die Versicherte daher erneut psychiatrisch von Dr.
I._ untersucht. Im Gutachten vom 22. November 2013 schätzte er die Arbeitsfähigkeit
der Versicherten auf Grund einer rezidivierenden depressiven Störung mit überwiegend
mittelgradigen Episoden (ICD-10 F33.1, seit etwa 02/2011), gegenwärtig mittelgradiger
bis schwer depressiver Episode (ICD-10 F33.2, seit etwa 9/2013) und anhaltender
somatoformer Schmerzstörung (ICD-10 F45.4, bestehend seit etwa 2/2011) in
leidensadaptierten Tätigkeiten seit 02/2011 auf 50% (IV-act. 67-26). RAD-Arzt Dr. B._
befand das Gutachten als nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne
(IV-act. 70).
A.h Demgegenüber hielt der Rechtsdienst der IV-Stelle mit Stellungnahme vom 23.
Januar 2014 dafür, dass zwar aktuell eine mittelgradige bis schwere depressive
Episode vorliege, im Arztbericht des Psychiatrie-Zentrums D._ vom 16. Juni 2013
aber noch eine leichte depressive Episode vorgelegen habe. Insofern könne die
erhobene mittelgradige bis schwere depressive Episode nicht als invalidisierend gelten,
zumal die Komorbidität noch nicht erheblich lange dauere. Des Weiteren sei die
psychische Problematik Ausfluss von psychosozialen Belastungsfaktoren (Kündigung
der Wohnung und der Arbeit), was ebenfalls als invaliditätsfremd zu taxieren sei (IV-act.
71).
A.i Mit Vorbescheid vom 31. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine
Ablehnung des Rentengesuchs gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 0% in Aussicht
(IV-act. 75). Dagegen erhob die Versicherte am 25. April 2014 Einwand (IV-act. 81).
A.j Mit Verfügung vom 1. Mai 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch der
Versicherten im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 82).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die für die Versicherte erhobene Beschwerde
von Advokat lic. iur. M. Boltshauser, procap Schweiz, vom 2. Juni 2014 mit dem
Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache einer
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mindestens halben Invalidenrente; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur
Begründung macht der Rechtsvertreter geltend, eine mittelgradige depressive Störung
sei weder ein syndromales Leiden noch sei sie von der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung erfasst. Insbesondere sei die depressive Episode vorliegend auch
schwergradig, so dass die von der Beschwerdegegnerin zitierte Rechtsprechung erst
recht nicht anwendbar sei. Auf Grund der auch von der Beschwerdegegnerin und ihrem
RAD deklarierten Vollständigkeit des Nachgutachtens und unter Berücksichtigung der
bundesgerichtlichen Praxis sei die Komorbiditätsvoraussetzung gar nicht zu prüfen und
auf Grund der 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab Februar 2011 eine mindestens halbe
Rente ab Februar 2012 auszurichten (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2014 beantragt die IV-Stelle die Abweisung
der Beschwerde. Dies begründet sie damit, dass die mittelgradige bis schwere
Depression, sofern sie dann effektiv vorliege, nicht von erheblicher Dauer sei, weshalb
diese Depression nicht als invalidisierend zu taxieren sei. Schliesslich betrage die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin adaptiert 50%, wobei die Willensanstrengung
vorliegend durch den Arzt aufgeteilt werde in einen Bereich, in dem sie als zumutbar
gelte und in einen weiteren Bereich, in welchem sie als unzumutbar betrachtet werde.
Da eine Willensanstrengung jedoch nicht aufgeteilt werden könne, müsse sie im Sinne
der Rechtsprechung in eine gänzliche Zumutbarkeit umgedeutet werden (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 10. September 2014 hält die Beschwerdeführerin an ihrem
Rechtsbegehren fest (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
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den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die auf Grund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
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erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht auf das
bidisziplinäre Gutachten der Dres. I._ und J._, deren Feststellungen auch die
Beschwerdeführerin nicht in Frage stellt.
2.2 Im orthopädisch-psychiatrischen MGSG-Gutachten vom 4. September 2013
hielten die Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin seit fünf Jahren unter
therapieresistenten Nackenschmerzen leide, insbesondere beim Bücken sowie Heben
und Tragen von Lasten, welche unter der immer noch durchgeführten Physiotherapie
nachgelassen hätten. Häufig würden Analgetika gebraucht. Die Nackenschmerzen und
die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule könnten im Wesentlichen
auf die im MRI sichtbare deutliche Osteochondrose C5/6 mit foraminaler Diskushernie
und foraminal beidseitiger Enge mit mässiger Kompression der Nervenwurzel C6
foraminal links mehr als rechts zurückgeführt werden. Dabei sei jedoch das Ausmass
der demonstrierten abnormen Untersuchungsbefunde durch diesen Befund nicht ganz
erklärt. Nachdem nur die Nervenwurzel C6 rechts und links komprimiert sei, könne die
bei der Untersuchung angegebene Hyposensibilität des gesamten linken Arms nicht
nachvollzogen werden. Seit über 10 Jahren würden sich therapieresistente lumbale
Schmerzen manifestieren, die ab und zu in den Aussenknöchel links ausstrahlten und
das Laufen auf eine Stunde limitierten. Die lumbalen Schmerzen und die
pathologischen Befunde der LWS könnten grösstenteils mit der im MRI dokumentierten
mässigen Spondylarthrose und der medio rechtsseitigen Diskushernie mit mässiger
Kompression der Nervenwurzel L5 rechts recessal und möglicher Irritation der
Nervenwurzel L5 links recessal vereinbart werden. Wiederum könne allerdings das
Ausmass der pathologischen Untersuchungsbefunde durch den MRI-Befund nicht
vollumfänglich plausibilisiert werden (IV-act. 62-30f.). Als orthopädische Diagnosen
hielt der Gutachter ein cervicovertebrales Syndrom bei deutlicher Osteochondrose
C5/6 mit foraminaler Diskushernie und foraminal beidseitiger Enge mit mässiger
Kompression der Nervenwurzel C6 foraminal links mehr als rechts sowie eine
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Lumboischialgie links bei mässiger Spondylarthrose und medio rechtsseitiger
Diskushernie mit mässiger Kompression der Nervenwurzel L5 rechts recessal und
möglicher Irritation der Nervenwurzel L5 links recessal fest (IV-act. 62-7). Körperlich
schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vorwiegend sitzend oder
stehend ausgeübt werden müssten und die mit häufigen inklinierten und reklinierten
sowie rotierten Körperhaltungen verbunden seien, könnten der Beschwerdeführerin
nicht mehr zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit als Sekretärin, also in einer
vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit häufig inklinierter Körperhaltung, betrage
dementsprechend seit dem Zeitpunkt der jetzigen Begutachtung bei voller
Stundenpräsenz eines normalen Pensums 70% (Arbeitsunfähigkeit 30%). Adaptierte,
d.h. körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise
sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte und
reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen werden müssten, seien bei
voller Stundenpräsenz aus orthopädischer Sicht seit jeher zu 100% zumutbar (IV-act.
62-8f.).
2.3 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 22. November 2013 (Nachbegutachtung)
diagnostizierte Dr. I._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
depressive Störung mit überwiegend mittelgradigen depressiven Episoden (ICD-10
F33.1), bestehend seit etwa 02/2011, gegenwärtig mittelgradige bis schwer depressive
Episode (ICD-10 F33.2), bestehend seit etwa 09/2013 sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und dissoziative Bewegungsstörungen
(ICD-10 F44.4), bestehend seit etwa 02/2011. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen, ängstlichen,
selbstunsicheren Zügen (ICD-10 Z73.1) und eine Zwangsstörung mit vorwiegend
Zwangshandlungen (Sammeltrieb; ICD-10 F42.1), bestehend seit etwa 2003 (IV-act.
67-20). Aus psychiatrischer Sicht lasse sich bei der Beschwerdeführerin seit etwa
02/2011 eine rezidivierende depressive Störung mit überwiegend mittelgradigen
depressiven Episoden erheben, wobei in den letzten drei bis vier Monaten eine
Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes mit mittelgradiger bis schwer
depressiver Episode zu erheben sei. Diese sei gekennzeichnet durch eine ausgeprägt
niedergeschlagene Stimmungslage mit Affektstörungen, mit teils vermindertem
affektivem Mitschwingen, wechselnd mit ausgeprägter Affektlabilität, weinerlichem
Verhalten und Verzweiflung, wobei inzwischen keine Stimmungsaufhellungen mehr zu
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erheben seien. Hinzu kämen eine psychomotorische Unruhe, Anspannungszustände,
Antriebsminderung sowie negativistisch eingeengtes Denken vor allem auf ihre
körperlichen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen einhergehend mit
Suizidgedanken, fehlenden Zukunftsperspektiven, Unvermögen zu planen, zu
organisieren und mit rascher Überforderung und Erschöpfung (IV-act. 67-22). Weiter
könne bei der Beschwerdeführerin ein syndromales Geschehen mit anhaltender
somatoformer Schmerzstörung und dissoziativen Störungen mit Bewegungsstörungen
erhoben werden. Dabei stünden die Schmerzen und Bewegungsstörungen im
Zusammenhang mit emotionalen Konflikten und psychosozialen Problemen. Je nach
Intensität der psychischen Belastungen liessen sich verstärkte Schmerzen und
Bewegungsstörungen erheben mit der Unfähigkeit, sich infolge der körperlichen
Anspannungen zu bewegen. Zudem könnten diese Bewegungsstörungen dissoziativen
Störungen zugeordnet und als psychogen angesehen werden (IV-act. 67-23). Weiter
führte Dr. I._ aus, auf Grund der seit Jahren bestehenden chronischen
Schmerzsymptomatik, bei der es sich laut anamnestischen Angaben der
Beschwerdeführerin um eine schwere, quälende Schmerzsymptomatik handle, könne
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung angenommen werden. Bei dieser
könnten die Schmerzen durch eine organische Störung nicht ausreichend erklärt
werden und stünden in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen
Problemen. Nachdem es sich bei der mittelgradigen bis schwer depressiven Störung
um eine von der Schmerzsymptomatik unabhängige Erkrankung handle, bestehe eine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer und die
Beschwerdeführerin verfüge aus medizinischer Sicht nicht ausreichend über die
notwendigen Ressourcen für den Umgang mit Schmerzen. Daneben liessen sich
gemäss Gutachter keine weiteren massgebenden Faktoren wie chronische körperliche
Begleiterkrankungen und kein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des
Lebens erheben. Die Beschwerdeführerin habe zumindest wenige soziale Kontakte.
Auch liege kein hoher primärer Krankheitsgewinn im Sinne eines verfestigten,
therapeutisch nicht mehr angehbaren, innerseelischen Verlaufs bei missglückter,
psychisch aber entlastender Konfliktbewältigung vor. Auch lägen keine
unbefriedigenden Behandlungsergebnisse trotz konsequenter
Behandlungsbemühungen bei vorhandener Motivation und Eigenverantwortung vor.
Trotz der besagten Diagnose sei eine zumutbare Willensanstrengung zur
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Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit mit Verwertung der Restarbeitsfähigkeit
anzunehmen (IV-act. 67-23f.). Die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität,
Antrieb, Interessen, Motivation und Dauerbelastbarkeit würden jedoch erheblich
beeinträchtigt erscheinen. Trotzdem liessen sich Ressourcen erheben. So sei die
Beschwerdeführerin zuletzt wiederholt beruflichen Massnahmen im 50%-Pensum
nachgegangen. Ausserdem habe sie bisher unabhängig vom Sammeltrieb mit
Unterbrechungen den Haushalt versorgt, wobei diesbezüglich zunehmende
Beeinträchtigungen zu erheben seien. Daneben liessen sich zunehmende
Affektstörungen, kognitive Störungen und Kontaktstörungen erheben (IV-act. 67-24).
2.4 RAD-Arzt Dr. B._ befand in seiner Stellungnahme vom 7. Januar 2014, dass das
Nachgutachten von Dr. I._ gegenüber demjenigen vom 19. August 2013 alle
versicherungsmedizinischen Ansprüche erfülle, was Aktendarstellung, Erhebung der
Anamnese, Befundbeschreibung mit Objektivierung der subjektiven Angaben,
Ableitung der Diagnosen und daraus resultierenden Einschränkungen betreffe. Die
Beurteilung der Fähigkeiten der Beschwerdeführerin oder von deren Einschränkungen
sei nachvollziehbar, so dass auf dieses Gutachten in der Entscheidfindung abgestellt
werden könne. Seit Februar 2011 sei die Beschwerdeführerin in der angestammten
Tätigkeit (Bürotätigkeit) nur noch zu 30% arbeitsfähig. In adaptierten Tätigkeiten
bestehe durchgehend seit Februar 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 50% (bei
dementsprechendem zeitlichem Pensum volle Leistung; IV-act. 70-2).
3.
Vorliegend fällt auf, dass die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) erstmals durch Dr. I._ gestellt wurde und in den
Akten bis zur Begutachtung durch die MGSG im Jahr 2013 HWS- und LWS-
Beschwerden kaum ein Thema war. Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung
durch Prof. E._ und Dr. F._ vom 28. Dezember 2011 gab die Beschwerdeführerin
auch lediglich an, sie habe vermehrt Rückenschmerzen und würde diese Schmerzen im
Zusammenhang mit dem Konflikt mit ihrem Arbeitgeber sehen (IV-Fremdakten,
Gutachten vom 25. Januar 2012, S. 3). Erst anlässlich der orthopädischen
Begutachtung durch Dr. J._ machte die Beschwerdeführerin geltend, bereits seit
zehn Jahren unter mehr oder weniger unverändert brennenden, respektive drückenden
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lumbalen Schmerzen sowie seit fünf Jahren unter Nackenschmerzen zu leiden, welche
in den Kopf ausstrahlen würden. Das Laufen sei auf Grund der lumbalen Schmerzen
lediglich während einer Stunde möglich. Das Sitzen sei nicht eingeschränkt und
Gefühlsstörungen und Lähmungen der Beine wurden verneint; es bestehe jedoch eine
Urininkontinenz (vgl. IV-act. 62-3). Dr. I._ erhob darauf als Diagnose ein syndromales
Geschehen mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung und dissoziativen
Störungen mit Bewegungsstörungen (IV-act. 76-23). Nachdem aus dieser neuen
Diagnose allerdings keine zusätzlichen Einschränkungen abgeleitet und die Rücken-
und Nackenbeschwerden bei der Beschwerdeführerin erstmals im MGSG-Gutachten
erfasst wurden, kann offen gelassen werden, ob diese Diagnose plausibel erhärtet ist.
Führend ist vorliegend die nachvollziehbar diagnostizierte Depression und die daraus
abgeleiteten Schlüsse. Da die Feststellungen und Ausführungen von Dr. I._ somit -
zumindest im Nachgutachten vom 22. November 2013 - nachvollziehbar sind, spricht
nichts gegen die Beweiskraft des Gutachtens. Es kann darauf abgestellt werden.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin bestreitet in rechtlicher Hinsicht das Vorhandensein eines
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorliegenden invalidisierenden
Gesundheitsschadens, welcher Anspruch auf eine Invalidenrente gebe. Die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit anhand der normativ vorgegebenen Kriterien ist sowohl Aufgabe
der begutachtenden Ärzte als auch der Organe der Rechtsanwendung. Beide prüfen
die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Zunächst erfolgt eine Folgenabschätzung aus
medizinischer Sicht. Diese bildet anschliessend eine wichtige Grundlage für die
juristische Beurteilung, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet
werden kann (BGE 141 V 306 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
4.2 Während die Rückenbeschwerden, wie oben dargelegt, erst spät (im 2013)
diagnostiziert und überhaupt thematisiert wurden, traten bei der Beschwerdeführerin
bereits ca. im Jahr 2001 nach der Trennung von ihrem alkoholkranken Partner
psychische Beschwerden auf, indem sie damals einen „Nervenzusammenbruch“ erlitt.
In der Folge sei sie gemäss eigenen Angaben etwa ein Jahr lang bei einem Psychiater
und Psychotherapeuten in Behandlung gewesen. Damals seien erstmalige
Panikattacken aufgetreten, sie habe jedoch wieder gut in den Alltag zurückgefunden.
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Ungefähr im Jahr 2008 habe sie ein „Burnout“ gehabt, sie habe zu dieser Zeit sehr viel
gearbeitet, sei gereizt gewesen, habe schlecht geschlafen und keine Zeit mehr für
Freizeitaktivitäten gehabt. Durch Krankschreibung und Verordnungen ihres Hausarztes
sei es jedoch ohne Klinikaufenthalt wieder deutlich besser geworden. Im Februar 2011
habe ein Konflikt mit dem Chef schliesslich zur Kündigung geführt. Sie habe danach
„Panik vor der Arbeit“ und eine Depression entwickelt (IV-Fremdakten, Gutachten vom
25. Januar 2012, S. 4). Prof. E._ und Dr. F._ diagnostizierten gestützt auf ihre
Begutachtung in erster Linie eine mittelgradige depressive Episode bei Verdacht auf
rezidivierende depressive Störung vor dem Hintergrund einer
Persönlichkeitsakzentuierung (IC-10: F33.1). Nachdem auch Dr. I._ im Gutachten
vom 22. November 2013 eine rezidivierende depressive Störung mit überwiegend
mittelgradigen depressiven Episoden (ICD-10 F33.1) und gegenwärtig sogar
mittelgradig bis schwerer depressiver Episode (ICD-10 F33.2) feststellte, erscheint eine
eigenständige depressive Störung medizinisch klar ausgewiesen. Ist die rezidivierende
depressive Störung nicht bloss als Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit,
sondern vielmehr als ein selbstständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom
losgelöstes depressives Leiden der Beschwerdeführerin anzusehen, liegt nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein pathogenetisch (ätiologisch) unklarer
syndromaler Zustand vor, bei welchem die bei somatoformen Schmerzstörungen
angenommene Vermutung, dass die Behinderung oder deren Folgen mit zumutbarer
Willensanstrengung überwindbar wären, Geltung beanspruchen würde (Urteil des
Bundesgerichts vom 8. April 2013, 8C_651/2012, E. 5.3 mit Hinweis auf: SVR 2012 IV
Nr. 22 S. 95 f. E. 2.4; Urteil vom 17. Januar 2013, 9C_521/2012, E. 3.1.2 und 4.1).
Insbesondere hielt Dr. I._ explizit fest, dass das depressive Leiden unabhängig von
der Schmerzproblematik bestehe (IV-act. 67-23). Schliesslich führte Dr. I._ auch aus,
dass ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren nicht anzunehmen sei und sich an
psychosozialen Faktoren vor allem Arbeitslosigkeit erheben lasse (IV-act. 67-29).
4.3 Obgleich Dr. I._ festhielt, dass neben der bisherigen tagesklinischen
Behandlungen und ambulanter psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung
noch keine zusätzlichen psychosomatischen Behandlungen erfolgt seien und weiter
auch stationäre oder teilstationäre Behandlungsmöglichkeiten gegeben wären, womit
die therapeutischen Optionen noch nicht ausgenützt seien (vgl. IV-act. 67-24), ist
vorliegend die Vornahme einer konsequenten Depressionstherapie, wie die
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Beschwerdegegnerin argumentiert, nicht zu verneinen. So gab die Beschwerdeführerin
im Rahmen der Begutachtung an, sie gehe etwa alle zehn Tage zur psychiatrischen
und psychotherapeutischen Behandlung ins Ambulatorium Psychiatrie-Zentrum D._
(IV-act. 67-17). Des Weiteren enthalten die Akten keinerlei Hinweise, dass sie weitere
Empfehlungen ihrer behandelnden Ärzte abgelehnt hätte. Im Übrigen hat auch das
Bundesgericht in seinem jüngsten Urteil vom 4. November 2016, 9C_391/2016, E. 3.4,
festgehalten, dass einer versicherten Person, nachdem darauf verzichtet worden sei,
sie gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG zu einer medikamentösen Therapie zu
verpflichten, nicht entgegengehalten werden könne, sie habe keine konsequente
Depressionstherapie befolgt, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen
würde. Damit ist der invalidisierende Charakter der mittelgradigen bis schweren
depressiven Episode einzig auf Grund von vorhandenen weiteren
Behandlungsoptionen nicht zu verneinen. Umso weniger, als Dr. I._ explizit verneinte,
dass eine konsequente Behandlung absehbar zu einer Leistungssteigerung führen
könnte. Die Prognose sei eher ungünstig und es sei in Belastungssituationen mit
rascher Verschlechterung des psychischen Zustandsbilds mit Selbstlimitierung bei der
vorliegenden, histrionischen Persönlichkeitsstruktur zu rechnen (vgl. IV-act. 67-28f.).
4.4 Schliesslich kann der Argumentation der Beschwerdegegnerin, dass die
Zumutbarkeit der Willensanstrengung entweder im Ganzen bejaht oder verneint werden
müsse, nicht gefolgt werden, nachdem diese Praxis mit BGE 141 V 294 E. 3.4.2.2
aufgegeben wurde. Vielmehr ist die Abklärung der Frage, ob gestützt auf eine
diagnostizierte Schmerzstörung eine ganze oder teilweise Arbeitsunfähigkeit vorliegt,
durch eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des - unter Berücksichtigung
leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - tatsächlich erreichbaren
Leistungsvermögens vorzunehmen (BGE 141 V 295 E. 3.6). Wie Dr. I._ ausführte,
liessen sich bei der Beschwerdeführerin trotz der vorhandenen Diagnose Ressourcen
erheben. So sei sie zuletzt wiederholt beruflichen Massnahmen in einem 50%-Pensum
nachgegangen. Auch versorge sie bisher unabhängig von ihrem Sammeltrieb mit
Unterbrechungen den Haushalt, wobei diesbezüglich zunehmende Beeinträchtigungen
zu erheben seien. Daneben würden sich aber auch zunehmende Affektstörungen,
kognitive Störungen und Kontaktstörungen zeigen (IV-act. 67-24). Insgesamt ist folglich
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davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 50%
zumutbar ist.
4.5 Somit ist auch in rechtlicher Hinsicht für die Prüfung des Invalidenrentenanspruchs
gestützt auf die medizinische Aktenlage bei der Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit seit Februar 2011 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen.
5.
5.1 Ausgehend von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit verbleibt die Bestimmung des
Invaliditätsgrads. Die Beschwerdegegnerin ging dabei vom letzten Lohn aus, welchen
die Beschwerdeführerin als Sekretärin einer Baufirma gemäss IK-Auszug im Jahr 2009
erzielte, nämlich von Fr. 71‘500.-- (vgl. IV-act. 6-1). Dieser angepasst an die
Nominallohnentwicklung (vgl. Lohnentwicklung des Bundesamtes für Statistik) von
1.1% für das Jahr 2010, von 1.0% für das Jahr 2011 und von 1.0% für das Jahr 2012
ergibt für das Jahr 2012 ein Valideneinkommen von Fr. 73‘739.--. Nachdem die
Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zu 70% und in einer
leidensadaptierten Tätigkeit nur zu 50% arbeitsunfähig ist, ist für das
Invalideneinkommen auf die statistischen Werte der Tabelle TA1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen. Danach
resultiert ein durchschnittliches Einkommen für den Privaten Sektor (Total),
Kompetenzniveau 2, Frauen, für das Jahr 2012 von Fr. 55'752.-- (Fr. 4'646.-- x 12).
Hochgerechnet auf 41.7 Wochenstunden ergibt dies ein Jahreseinkommen von Fr.
58‘121.-- (Fr. 55'752.--/ 40 x 41.7) und unter Berücksichtigung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit von 50% ein Invalideneinkommen von Fr. 29‘061.--.
5.2 Zu klären ist damit noch die Frage eines Tabellenlohnabzugs für das
Invalideneinkommen. Da die Beschwerdeführerin lediglich noch körperlich leichte
Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck
(Stressbelastung), ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte
Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung ausüben kann (vgl.
IV-act. 67-27, 62-9), wird sie mit einer Lohneinbusse zu rechnen haben, weshalb sich
ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt. Insgesamt erscheint daher ein 10%iger
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Tabellenlohnabzug angemessen. Unter Berücksichtigung einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit und eines Tabellenlohnabzugs von 10% resultiert ein
Invaliditätsgrad von aufgerundet 65% (100% / Fr. 73‘739.-- x [Fr. 73‘739.-- - Fr.
26‘155.--]). Die Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
Nach Ablauf des Wartejahres (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) im Februar 2012 und
Anmeldung zum Leistungsbezug von August 2011 entsteht der Rentenanspruch am 1.
Februar 2012 (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 1. Mai 2014 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist ab 1.
Februar 2012 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe
sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).