Decision ID: b2b23115-f41b-5031-8477-89bbdcee573b
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Hilfsarbeiter bei der B._ AG tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als die Arbeitgeberin am 4. Juli 2013 meldete, dass ihm am 26.
Juni 2013 ein Holzbalken auf den behelmten Kopf gefallen sei (Suva-act. 1, 14). Der
Versicherte hatte sich gleichentags ins Spital C._ begeben, wo die diensthabende
Ärztin nach einer röntgenologischen Untersuchung der HWS und einer
computertomographischen (CT-) Untersuchung des Schädels eine HWS-Distorsion
diagnostiziert und ab 26. bis 28. Juni 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
hatte (Suva-act. 5/3, 13, 20). Ab 28. Juni 2013 hatte sich der Versicherte bei seinem
Hausarzt, med. pract. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, in
Behandlung befunden, der ihn ebenfalls seit dem 26. Juni 2013 für voraussichtlich
sieben Tage arbeitsunfähig geschrieben und die Diagnosen Schädelkontusion und
axiales HWS-Stauchungstrauma gestellt hatte (Suva-act. 5/1, 8). Am 3. Juli 2013 hatte
eine Konsultation des Versicherten bei Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeinmedizin
FMH, Ebnat-Kappel, stattgefunden und als Ergebnis eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit ab
4. Juli 2013 gezeitigt (Suva-act. 5/4 f.).
A.b Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht für den Unfall vom 26. Juni 2013 und
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen; Suva-act. 2
ff.).
A.c Am 16. Juli 2013 brach der Versicherte die Arbeit wieder ab (Suva-act. 6). Med.
pract. D._ verordnete ihm am 23. Juli und 29. August 2013 unter Angabe der
Diagnose "HWS-Distorsion am 26.6. Chronifizierungsgefahr!" zwei Physiotherapie-
Serien (Suva-act. 11 f.). Zusätzlich wurde der Versicherte durch Dr. med. F._,
Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, behandelt (Suva-act. 14, 18, 21).
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A.d Am 28. Juli 2013 trat der Versicherte wegen starker, krampfartiger und ziehender
Hinterkopfschmerzen, ausstrahlend bis ins linke Auge und verbunden mit
Sehstörungen, Schwindel, Lärmempfindlichkeit sowie Nackenschmerzen ins Spital
C._ ein, wo die behandelnden Ärzte nach Durchführung eines CT des Schädels die
Diagnose einer Migräne-Attacke bei der Differentialdiagnose Kopfschmerzen im
Rahmen einer HWS-Distorsion vom 25. (richtig: 26.) Juni 2013 stellten. Am 30. Juli
2013 konnte der Versicherte in gebessertem Allgemeinzustand wieder nach Hause
entlassen werden (Suva-act. 25).
A.e Am 19. August 2013 teilte die Arbeitgeberin der Suva mit, dass der Versicherte
immer noch über starke Kopfschmerzen klage, von Seiten des Nackens hingegen eine
Besserung eingetreten sei. Es bestehe nach wie vor eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. 9). Am 9. September 2013 berichtete der Versicherte der Suva, er habe am
2. September 2013 die Arbeit wieder zu 50% aufgenommen, dabei jedoch nur leichtere
Tätigkeiten wie Aufräumen usw. ausgeführt. Im Rahmen einer ihm zugeteilten Arbeit,
bei welcher er über Kopf mit einer kleinen Hilti-Maschine eine Betontreppe habe
abspitzen müssen, seien die Beschwerden im Nacken- und Kopfbereich wieder
verstärkt aufgetreten. Er habe die Arbeit erneut niederlegen müssen (Suva-act. 14).
A.f Im ärztlichen Zwischenbericht vom 28. September 2013 hielt med. pract. D._
fest, dass die Behandlung wahrscheinlich im Oktober 2013 abgeschlossen werde und
auf den 30. September 2013 eine 50%-ige Wiederaufnahme der Arbeit vorgesehen sei
(Suva-act. 21, vgl. dazu auch Suva-act. 18). Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgte
planmässig (vgl. Suva-act. 22). Ab 21. Oktober 2013 bestand schliesslich wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit und med. pract. D._ bestätigte den Abschluss seiner
Behandlung bis auf Widerruf (Suva-act. 24/2, vgl. dazu auch Suva-act. 23). Bis
mindestens Anfang November 2013 wurde noch Physiotherapie absolviert (Suva-act.
23).
A.g Mit Schreiben vom 11. Juli 2014 wies med. pract. D._ den Versicherten erneut
wegen HWS-Beschwerden (vgl. Suva-act. 26) Dr. F._ zu, wobei er festhielt, dass es
nach monatelanger weitgehender, unter anderem der Schonung zu verdankender
Beschwerdefreiheit (bis 6. Juli 2014 [Suva-act. 33]) leider zu einem Rezidiv gekommen
sei (Suva-act. 29/2). Mit ärztlichem Zeugnis vom 7. Juli 2014 hatte med. pract. D._
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dem Versicherten vom 7. bis 11. Juli 2014 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Suva-act. 47/1; vgl. auch Suva-act. 30). Am 15. Juli 2014 ersuchte Dr. F._ die Suva
um Kostengutsprache für die Behandlung der wiederaufgetretenen Beschwerden
(Suva-act. 26, 29 f.).
A.h Nachdem die Suva am 18. Juli 2014 eine Kausalitätsbeurteilung ihrer Kreisärztin
med. pract. G._ eingeholt hatte (Suva-act. 27), erfolgte am 13. August 2014
telefonisch auch eine "Rückfallmeldung" durch die Arbeitgeberin (Suva-act. 30).
A.i Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 18. Juli 2014 eröffnete die Suva
dem Versicherten mit Verfügung vom 18. August 2014, dass zwischen den erneut
geltend gemachten Nacken-/Kopfbeschwerden und dem Unfall vom 26. Juni 2013 kein
sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die Suva sei
demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-act. 32).
B.
B.a Nach einem „Wiederwägungsgesuch“ von med. pract. D._ vom 21. August
2014, worin dieser sein Erstaunen über die Verfügung vom 18. August 2014 zum
Ausdruck brachte und begründete sowie sinngemäss um Zusprache der gesetzlichen
Versicherungsleistungen ersuchte (Suva-act. 33), unterbreitete die Suva den
Schadenfall zur erneuten Beurteilung der "Rückfallkausalität" ihrem Kreisarzt Dr. med.
H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH. Dieser reichte seine Beurteilung am 28. August 2014 ein
(Suva-act. 38).
B.b Mit Eingabe vom 3. September 2014 meldete sich der Versicherte selbst und
erhob gegen
die Verfügung vom 18. August 2014 Einsprache (Suva-act. 42). Diese wies die Suva
gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen von med. pract. G._ und Dr. H._ mit
Einspracheentscheid vom 29. September 2014 ab (Suva-act. 46).
B.c In den Akten liegen ärztliche Zeugnisse von med. pract. D._ für eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bis 19. Oktober 2014 (Suva-act. 47/2 ff., 49).
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C.
C.a Am 27. Oktober 2014 erhob der Versicherte gegen den Einspracheentscheid vom
29. September 2014 „Rekurs und Einsprache“ bei der Suva (act. G 1), welche die
Eingabe zur Prüfung als Beschwerde zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen überwies (act. G 0). Der Beschwerdeführer stellte sinngemäss
den Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, ihre gesetzliche Leistungspflicht anzuerkennen (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 25. November 2014 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde sowie Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 29. September 2014 (act. G 3). Der Beschwerdeführer
verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).
C.c Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher
eingegangen.

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die ab Juli 2014
behandlungsbedürftigen HWS- bzw. Nackenschmerzen des Beschwerdeführers,
welche eine Arbeitsunfähigkeit herbeigeführt haben (vgl. Suva-act. 26, 33, 47/1),
leistungspflichtig ist.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtliche Voraussetzung der für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers
erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalität zwischen Unfall und in dessen
Folge aufgetretener Gesundheitsschädigung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung [UVG, SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3) zutreffend dar (Suva-act.
46, Erwägung 1). Darauf kann verwiesen werden. Für die Beantwortung der Tatfrage
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nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das
Gericht bisweilen auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat
allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung. Klar fassbare physische Befunde nach einem Unfall
sind diesem ohne weiteres zuzuordnen. Sind die geklagten Beschwerden zwar
natürlich unfallkausal, aber nicht organisch objektiv ausgewiesen, so ist die Adäquanz
gesondert zu prüfen. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und
es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109
E.
2.1 S. 111 f.). Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, welche
die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind hierbei die
durch BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff. präzisierten Kriterien massgebend (BGE 138 V
250 f. E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Ist die Unfallkausalität im Grundfall einmal mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst dann, wenn der Unfall
nicht mehr eine natürliche und adäquate Ursache der weiterhin geklagten
Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruhen. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungerecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 4; THOMAS LOCHER,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58).
2.3 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV, SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, welche
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besondere revisionsrechtliche Tatbestände im Sinn von Art. 22 UVG darstellen (vgl.
BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss handelt es sich bei einem
Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw.
vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu ärztlicher Behandlung,
möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen
dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit
organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle oder Spätfolgen schliessen folglich begrifflich
an ein in der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an. Dementsprechend können
sie eine Leistungspflicht des (damals haftbaren Unfallversicherers) nur dann auslösen,
wenn zwischen den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim
versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c).
2.4 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
2.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst
die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Beim Nachweis des
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Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens handelt es sich um eine leistungsaufhebende Tatfrage. Die
entsprechende Beweislast liegt hier beim Unfallver¬sicherer. Demgegenüber ist bei der
Frage, ob im Grundfall oder auch bei Rückfällen ein (erneuter) leistungsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, die versicherte Person beweisbelastet
(RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4 f., 54 f.; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit
Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen).
3. Zunächst ist zu prüfen, ob ein allfälliger Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
bezüglich seiner ab Juli 2014 behandlungsbedürftigen HWS- bzw. Nackenschmerzen,
welche zu erneuter Arbeitsunfähigkeit geführt haben, unter dem Gesichtspunkt eines
fortdauernden Grundfalls oder eines Rückfalls zu beurteilen ist. Die
Beschwerdegegnerin ging offensichtlich von einem Rückfall aus (vgl. Suva-act. 32 und
46, Erwägung 2).
3.1 Im Rahmen des Grundfalls hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für
das Unfallereignis vom 26. Juni 2013 anerkannt. Sie ist für die Kosten der am Unfalltag
begonnenen Heilbehandlungen aufgekommen und hat für die entsprechenden
Arbeitsunfähigkeiten Taggelder ausgerichtet. Die Leistungen wurden offensichtlich
infolge Behandlungsabschluss im November 2013 und Wiederaufnahme der Arbeit zu
100% im Oktober bzw. November 2013 (vgl. Suva-act. 23 f.) eingestellt. Nach Lage der
Akten erging jedoch keine schriftliche Mitteilung im Sinn von Art. 51 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) oder eine schriftliche Verfügung (Art. 49 Abs. 1 ATSG). Grundsätzlich wurde
damit kein rechtskonformer Abschluss des Grundfalls vorgenommen (vgl. BGE 132 V
412 und 134 V 145). Dies spricht für einen fortdauernden Grundfall.
3.2 Bis zu den nächsten ärztlichen Behandlungen bei med. pract. D._ und Dr. F._
ab 7. bzw. 15. Juli 2014 und der erneuten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ab 7. Juli 2014
(Suva-act. 29 f., 33, 47, 49/2) vergingen lediglich rund acht Monate. Dieser zeitliche
Ablauf lässt es ebenfalls nicht als gerechtfertigt erscheinen, von einem Rückfall
auszugehen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006
Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 26. September 2008, 8C_102/2008,
E. 4.1; vgl. ferner FRANZ SCHLAURI, Verfahrensregeln in der Sozialversicherung, in:
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RENÉ SCHAFFHAUSER/FRANZ SCHLAURI [Hrsg.], Veröffentlichungen des
Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse, Band 40, S. 57).
3.3 Die Ausführungen in den nachfolgenden Erwägungen 4.6 und 4.7 werden sodann
aufzeigen, dass es im konkreten Fall am überwiegend wahrscheinlichen Nachweis für
das Nichtvorliegen von Brückensymptomen zwischen dem Unfall und den späteren
gesundheitlichen Störungen im Juli 2014, d.h. an gesicherten Erkenntnissen zur
Beschwerdefreiheit und zur (uneingeschränkten) Arbeitsfähigkeit in den
behandlungsfreien acht Monaten, fehlt. Diese Sachlage deutet daher ebenfalls auf
einen andauernden Grundfall hin.
3.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Leistungsprüfung nicht unter dem
Aspekt des Rückfalls, sondern unter demjenigen des fortdauernden Grundfalls
vorzunehmen ist. Gestützt wird diese Beurteilung schliesslich durch den von med.
pract. D._ dem Behandlungsabschluss vom 21. Oktober 2013 angefügten Zusatz
"bis auf Widerruf" (Suva-act. 24).
4.
Nachfolgend ist demgemäss zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Nachweis für
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung des Unfalls vom 26. Juni 2013 für die
aktuellen Beschwerden bzw. deren Behandlung mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht hat.
4.1 Die Frage, ob die ab Juli 2014 bei med. pract. D._ und Dr. F._ behandelten
Beschwerden, welche zu einer erneuten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit geführt haben,
noch unfallkausale Restfolgen darstellen, wird von der Beschwerdegegnerin gestützt
auf die Aktenbeurteilungen von med. pract. G._ und Dr. H._ vom 18. Juli bzw. 28.
August 2014 (Suva-act. 27, 38) verneint. Med. pract. G._ hält in ihrer Beurteilung vom
18. Juli 2014 fest, dass sich in der Bildgebung kein Hinweis auf das Vorliegen
struktureller unfallbedingter Veränderungen ergeben habe. Die aktuellen Beschwerden
über ein Jahr nach dem erlittenen Trauma seien nicht überwiegend wahrscheinlich als
unfallkausal zu betrachten, sondern im Rückfall am ehesten als muskuläre
Verspannungen bzw. natürlicher Verlauf zu sehen, wie sie in einer epidemiologisch
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gleichartigen Patientenklientel gehäuft auftreten würden (Suva-act. 27). Dr. H._
gelangt in seiner Beurteilung vom 28. August 2014 zu demselben Schluss, indem er
ausführt, dass aufgrund fehlender aktueller pathologischer Befunde sowie fehlender
struktureller unfallbedingter Läsionen in der Echtzeitbildgebung und einem
beschwerdefreien Intervall von mehr als neun Monaten die versicherungsmedizinisch
erforderliche überwiegende Wahrscheinlichkeit zur Anerkennung einer
Rückfallkausalität nicht gegeben sei (Suva-act. 38).
4.2 Bei der Würdigung der obgenannten Aktenbeurteilungen ist zu beachten, dass es
sich hierbei um versicherungsinterne Stellungnahmen handelt. Soll ein
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, sind
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4
mit Hinweis; bestätigt etwa in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012,
8C_592/2012, E. 5.3). Eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten ist
nicht an sich beweisuntauglich. Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der zu
begutachtenden Person rückt dann in den Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur
um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und sich
neue Untersuchungen erübrigen; in einem solchen Fall kann auch ein reines
Aktengutachten voll beweiswertig sein (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012,
8C_681/2011, E. 4.1 mit Hinweisen). Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist aber,
dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988
Nr. U 56 S. 370 E. 5b).
4.3 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, vermögen die Feststellungen in den
Beurteilungen von med. pract. G._ und Dr. H._ nicht zu überzeugen. Die
Beweiswertigkeit der Beurteilungen ist auch dadurch in Frage gestellt, dass Zweifel an
ihrer Zuverlässigkeit bestehen, indem den Kreisärzten keine genügenden Unterlagen
von persönlichen Untersuchungen sowie aktuelle ärztliche Informationen vorlagen.
4.4 Med. pract. G._ und Dr. H._ stellen zwar zutreffend fest, dass sich echtzeitlich
beim Beschwerdeführer im Bereich der HWS und des Schädels radiologisch keine
unfallbedingten strukturellen Befunde erheben liessen (vgl. dazu BGE 134 V 121 E. 9,
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117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Die am
Unfalltag im Spital C._ durchgeführte röntgenologische Untersuchung der HWS
brachte ein regelrechtes Alignement der HWS ohne Nachweis einer Fraktur zur
Darstellung und auch das CT des Schädels zeigte sich normal, insbesondere ohne
Nachweis einer intrakraniellen Blutung oder Fraktur (Suva-act. 20). Nachdem der
Versicherte am 28. Juli 2013 wegen starken, krampfartigen und ziehenden
Hinterkopfschmerzen erneut ins Spital C._ eingetreten war, wurden die vorgenannten
radiologischen Untersuchungen wiederholt und brachten im Vergleich zu den
Voruntersuchungen einen stationären Zustand zur Darstellung (Suva-act. 19, 25). Als
Unfalldiagnosen wurden von den Ärzten des Spitals C._ und von med. pract. D._
eine HWS-Distorsion (Suva-act. 13, vgl. auch Suva-act. 25) bzw. eine
Schädelkontusion und ein axiales HWS-Stauchungstrauma (Suva-act. 8) gestellt. Das
Arztzeugnis von Dr. E._ vom 3. Juli 2013 enthält die Notiz „Nacken,
Gehirnerschütterung“ (Suva-act. 5/4 f.) und Dr. F._ erklärte schliesslich in seinem
Bericht vom 26. September 2013, der Beschwerdeführer habe eine schwere axiale
HWS-Distorsion mit Commotio cerebri zufolge einer axialen Prellung durch einen
grossen Holzbalken erlitten (Suva-act. 18). Die fraglichen Diagnosen definieren
eindeutig eine schädigende Einwirkung des Unfalls auf die HWS und/oder den
Schädel, aufgrund welcher in einer ersten Phase eine Beeinträchtigung der
körperlichen Gesundheit festgestellt bzw. angenommen wurde, auch wenn die
Unfallfolgen respektive deren Anteil an der Gesundheitsschädigung im
posttraumatischen Verlauf nie wirklich radiologisch als strukturelle Verletzung sichtbar
gemacht werden konnten. Dieser in den Beurteilungen von med. pract. G._ und Dr.
H._ für eine Verneinung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin als zentral
dargestellte Umstand, entspricht mithin zwar den Fakten, gestützt darauf lässt sich
allerdings das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen für
den aktuellen Gesundheitszustand nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachweisen.
4.5 Die Feststellung von med. pract. G._, dass die geklagten Beschwerden als
natürlicher Verlauf zu sehen seien, wie sie in einer epidemiologisch gleichartigen
Patientenklientel gehäuft auftreten würden, ist ebenfalls wenig stichhaltig. Der
Beschwerdeführer hat Jahrgang 1982 und war zum Zeitpunkt des Unfalls (26. Juni
2013) lediglich 30 Jahre alt, so dass nicht auf eine altersbedingte
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Gesundheitsbeeinträchtigung geschlossen werden kann. Die Formulierung "am
ehesten i. R. von muskulären Verspannungen" steht sodann nur für eine mögliche
Ätiologie der geklagten Beschwerden und lässt eine unfallkausale Entstehung
zumindest in gleichem Masse zu. Festzustellen ist letztlich, dass die vorliegenden
radiologischen Untersuchungen keine Hinweise auf (altersbedingte) vorbestehende,
insbesondere degenerative Gesundheitsbeeinträchtigungen brachten. Gerade solche
bilden jedoch eine häufige Ursache von HWS- bzw. Nackenschmerzen.
4.6 Im Weiteren verneinte Dr. H._ die Unfallkausalität mit dem Argument einer
beschwerdefreien Zeit von mehr als neun Monaten (Suva-act. 38). Aus dem Umstand,
dass für den Zeitraum von November 2013 bis anfangs Juli 2014 (= rund acht Monate;
vgl. dazu Erwägung 3.1 f.) keine Brückensymptome als mögliches Indiz für eine
fortdauernde Unfallkausalität durch die Akten belegt sind, darf im konkreten Fall nicht
abgeleitet werden, im Oktober/November 2013 (Behandlungsabschluss bei med. pract.
D._ bis auf Widerruf respektive Beendigung der Physiotherapie) sei bezüglich der
Unfallfolgen alles in Ordnung gewesen (insbesondere Beschwerdefreiheit,
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bezüglich aller Tätigkeiten). Der vorliegende
Sachverhalt liefert verschiedene Anhaltspunkte, welche für eine fortdauernde
Unfallkausalität sprechen könnten. Hinsichtlich des Unfallereignisses ist zunächst zu
bemerken, dass diesem grundsätzlich eine erhebliche Schädigungsgefahr innewohnte.
Durch Fremdverschulden fiel dem Beschwerdeführer ein massiver Holzbalken (10 x 12
x 400 cm, Suva-act. 14) auf den Kopf/Nacken. Ein solcher Balken hat bei einer
Rohdichte von 0.5 - 0.8 g/cm3 ein Gewicht von rund 24 bis 38 kg (vgl. dazu http://
www.gdholz.net/fachwissen-holz/rohdichte.html; https://de.wikipedia.org/wiki/Holz,
beide abgerufen am 1. Juli 2016). Bereits unmittelbar nach dem Unfall trat beim
Beschwerdeführer ein umfassendes, für die konkret gestellten Diagnosen (vgl.
Erwägung 4.4) passendes Beschwerdebild mit Kopfschmerzen, Muskelhartspann und
Druckschmerz im Bereich der HWS, aber auch Übelkeit und Schwindel auf (Suva-act.
8, 13, 18). Der Heilungsverlauf und die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt
gestalteten sich nicht, wie anfänglich erhofft, schnell und komplikationslos innert
weniger Tage oder Wochen, wie es nach der medizinischen Erfahrung bei blossen
Kontusions- und Distorsionsverletzungen sowie Gehirnerschütterungen ohne
strukturelle Läsionen an sich die Regel wäre (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 412; GERHARD JENZER,
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Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch Kopfanprall oder
Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten Schädel-Hirn-Trauma, SZS
1996, S. 462 ff. und insbesondere S. 467). Die anfänglich prognostizierte
Arbeitsunfähigkeit von sieben Tagen (vgl. Suva-act. 5) erfüllte sich nicht. So musste der
Beschwerdeführer sogar vom 28. bis 30. Juli 2013 wegen Hinterkopfschmerzen, bis ins
linke Auge ausstrahlend und verbunden mit Sehstörungen, Schwindel,
Nackenschmerzen und Lärmempfindlichkeit, im Spital C._ hospitalisiert werden
(Suva-act. 25). Eine Arbeitsaufnahme erfolgte erstmals wieder am 2. September 2013
und nur mit einem Pensum von 50% für leichte Arbeiten (Suva-act. 14/2). Die Zuteilung
einer ungeeigneten Arbeit (Überkopfarbeiten mit dem Bohrhammer/-meissel [Abspitzen
einer Betontreppe] wie im Abbruchgewerbe üblich) führte beim Beschwerdeführer
sodann zu erneuten, sehr starken Nacken- und Kopfschmerzen und in der Folge
abermals zu einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 14). Eine erneute
Arbeitsaufnahme erfolgte ab 30. September 2013 zu 50% und ab 21. Oktober 2013 zu
100%. Dabei bestand jedoch offensichtlich weiterhin eine beschränkte Einsetzbarkeit
auf dem Bau (Suva-act. 21 f., 24). Zumindest bis Mitte November 2013 war der
Beschwerdeführer auch noch in physiotherapeutischer Behandlung. Folglich betrug die
behandlungsfreie Zeit höchstens acht Monate. Inwiefern der Beschwerdeführer
während dieser Zeit beschwerdefrei war, erschliesst sich nicht aus den Akten (vgl. dazu
nachfolgende Erwägung 4.7). Bei Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung anfangs
Juli 2014 klagte der Beschwerdeführer immer noch über HWS- und
Nackenbeschwerden (Svua-act. 29/2, 33). Die Beschwerdebilder zu den verschiedenen
Zeitpunkten zeigten sich mithin einheitlich. Die Aussage von Dr. H._, dass ein
beschwerdefreies Intervall von mehr als neun Monaten bestand, ist folglich nicht
zutreffend.
4.7 Die Kreisärzte haben sich bei der Fallbeurteilung schwergewichtig auf die Berichte
der behandelnden Ärzte von Juni/Juli 2013 bis Oktober 2013 sowie die damals
vorliegenden Ergebnisse der bildgebenden Untersuchungen abgestützt (vgl. Suva-act.
38: "2. Aktenmässiger Verlauf"). Bezüglich der neu zu beurteilenden Situation im Juli
2014 standen med. pract. G._ sowie Dr. H._ lediglich eine Telefonnotiz vom 15. Juli
2014 über ein Gespräch mit der medizinischen Praxisassistentin von Dr. F._, worin
diese mitteilte, dass der Beschwerdeführer wiederum wegen HWS-Beschwerden
zugewiesen worden sei (Suva-act. 26), ein Kostengutsprachegesuch via E-Mail,
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verfasst am 15. Juli 2014 von besagter Praxisassistentin (Suva-act. 29/1), ein
Überweisungsschreiben von med. pract. D._ an Dr. F._ vom 11. Juli 2014 (Suva-
act. 29/2) und das von Letzterem verfasste "Wiedererwägungsgesuch" vom 2.
September 2014 betreffend die Verfügung vom 18. August 2014 (Suva-act. 42) zur
Verfügung. Die Beschwerdegegnerin hat also weder eine aktuelle Untersuchung des
Beschwerdeführers veranlasst noch aktuelle Informationen bei den behandelnden
Ärzten eingeholt. Im konkreten Fall hätte sich jedoch die Einholung eines aktuellen und
aussagekräftigen Arztberichts (zumindest eines ärztlichen Zwischenberichts des
behandelnden Arztes mit Diagnose, Verlauf, Therapie, Unfallfolgen, Arbeitsunfähigkeit
und allenfalls auch ein Bericht des Arbeitgebers) aufgedrängt. Der Hinweis von Dr.
H._ auf fehlende aktuelle pathologische Befunde stimmt damit zwar im Grundsatz,
doch versteht er diesen wohl eher dahingehend, dass er in Bezug auf die geklagten
Beschwerden von fehlenden pathologischen Befunden für die Annahme von
Unfallfolgen ausgeht. Eine überzeugende Schlussfolgerung hinsichtlich Kausalität der
geklagten Beschwerden kann jedoch, wie gesagt, gestützt auf die vorliegende,
veraltete Aktenlage nicht gezogen werden. Insbesondere aufgrund der dargelegten
Informationsdefizite bezüglich der behandlungsfreien Zeit und der aktuellen Situation
im Juli 2014 ist der Beweiswert der Aktenbeurteilungen von med. pract. G._ und Dr.
H._ als gering einzustufen und daher für eine Verneinung einer Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin nicht ausreichend.
4.8 Der Einwand der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer argumentiere in
seiner Beschwerde vom 27. Oktober 2014 (act. G 1) mit der beweisuntauglichen
Formel "post hoc ergo propter hoc" (vgl. dazu ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn. 1205; UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 43 f. zu Art. 4; BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb) vermag
nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen. Die blosse zeitliche Abfolge stellt nur in
solchen Fällen einen ungenügenden Beweis dar, in denen das Vorliegen unfallkausaler
Restfolgen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint
werden kann. Im Sinne der vorangegangenen Erwägungen lässt jedoch eine
Gesamtbetrachtung nicht die überwiegend wahrscheinliche Schlussfolgerung zu, dass
die anfangs Juli 2014 wiederaufgetretene Behandlungsbedürftigkeit bezüglich HWS-
und Nackenschmerzen mit erneuter Arbeitsunfähigkeit unfallfremd ist.
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5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der in Erwägung 4.6 aufgezeigte
Sachverhalt massgebliche Hinweise darauf enthält, dass die Unfallkausalität im
Oktober/November 2013 nicht dahingefallen war und zwischen den anfänglichen
Beschwerden und Arbeitsunfähigkeiten sowie den Beschwerden ab anfangs Juli 2014
ein Zusammenhang besteht, der ebenfalls im Unfall vom 26. Juni 2013 gesehen
werden kann. Im Sinne der Darlegungen in Erwägung 4.7 lässt sich die Frage eines
unfallkausalen Zusammenhangs, insbesondere mangels der ungeklärten Situation des
Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitraum
November 2013 bis Juni 2014, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit beantworten. Die Beurteilungen von med. pract. G._ und Dr.
H._ vermögen die besagte Informationslücke nicht zu schliessen. Sie sind kurz und
fragmentarisch. Sie beleuchten vor allem Punkte, welche die Frage der Unfallkausalität
nicht überzeugend zu beantworten vermögen (vgl. Erwägungen 4.4, 4.5, 4.6). Die
Beschwerdegegnerin wäre gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz zur Vornahme
weiterer medizinischer und arbeitsbezogener Abklärungen hinsichtlich fortdauernder
Unfallrestfolgen verpflichtet gewesen. Nachdem - wie gesagt - bereits geringe Zweifel
an der Schlüssigkeit ärztlicher Feststellungen ergänzende Abklärungen erforderlich
machen, wird sie solche - allenfalls auch unter dem Gesichtspunkt einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b;
BGE 117 V 359 E. 4b und E. 5d/aa, 117 V 369 E. 3) - nachzuholen haben. Die
Angelegenheit ist mithin zur Veranlassung der besagten Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollten auch die weiteren Abklärungen den
Nachweis für das Nichtvorliegen unfallkausaler Schädigungen nicht zu erbringen
vermögen, hätte die Beschwerdegegnerin die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen
(vgl. dazu BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4 f.,
54 f.).
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 27. Oktober 2014 unter
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 29. September 2014
teilweise gutzuheissen und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der
Erwägungen und zu anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gerichtkosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine
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Parteientschädigung fällt ausser Betracht, nachdem der Beschwerdeführer nicht
anwaltlich vertreten ist.