Decision ID: 02606220-b360-5474-a9e1-36cb5b50ce25
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, gelernter Schlosser, reiste im Jahr 1987 aus dem heutigen
Y._
in die Schweiz ein (
Urk.
15/3/3, 5). Im Jahr 2010 erlangte er das Schweizer Bürgerrecht (
Urk.
15/3/1).
Von 1987 bis 2004 arbeite
te
er für die
Z._
AG als
Flachdachisoleur
(
Urk.
15/9, Urk.
15/14/1)
.
Seither war
er für
verschiedene
Personalvermittlungsunternehmen
tätig
und wurde auf Baustellen als
Flachdachisoleur
eingesetzt
. Dazwischen bezog er
Arbeitslosenentschädi
gung
(
Urk.
15/3/5,
Urk.
15/9,
Urk.
15/11
, Urk. 15/16
).
Er meldete sich a
m
9.
März 2011 unter Hinweis auf eine am
20. August 2010 erlitt
e
ne
Knieverletzung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/3,
Urk.
15/8)
.
Die IV-Stelle tätigte
Abklärungen im Zuge derer
s
ie insbesondere die Akten des Unfallversicherers
von
X._
, der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA),
und die Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 1
4.
Dezember 2012 einholt
e
(vgl.
Urk.
15/12,
Urk.
15/19, Urk. 15/23,
Urk.
15/26,
Urk.
15/29-30,
Urk.
15/34;
Urk.
15/42/4-5)
. Hernach sprach s
ie dem Versicherten mit Verfügung vom
1
5.
Juli 2013 mit Wirkung
vom
1.
September 2011
bis 2
8.
Februar 2013
eine ganze In
validenrente zu (Urk. 15/70).
1.2
Am
1.
Juli 2013 meldete sich
X._
bei der IV-Stelle erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/64)
. Mit Schreiben vom
3.
März 2014 teilte
diese
dem Versicherten mit, dass eine medizinische Untersuchung (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Reha
bilitation) notwendig sei (
Urk.
15/92).
Die Untersuchungen fanden am 1
6.
und
2
1.
Juli 2014 in der
A._
,
B._
(nachfolgend:
A._
) statt (
Urk.
15/98,
Urk.
15/102/2). Das
A._
erstatte
te
sein Gutachte
n
am 2
1.
Oktober 2014 (
Urk.
15/102).
Mit Schreiben vom 27. Ja
nuar 2015 beantwortete der
psychiat
rische Gutachter die Ergänzungs
fragen der IV
Stelle (
Urk.
15/110).
Alsdann
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 1
6.
April 2015 die Abweisung seines Leistungsbegeh
rens in
Aussicht (
Urk.
15/117), wogegen dieser
a
m 1
5.
Mai 2015 Einwand erhob
(Urk.
15/121). Am
1.
Juni 2015 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden die Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
3.
Juni 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und liess mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 2
9.
Juni 2015 beantragen (
Urk.
3 S.
1):
„
1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
1.
Juni 2015 aufzu
he
ben und dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente auszurichten.
2.
eventualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
1.
Juni 2015 aufzuheben und dem Beschwerdeführer
eine Teilinvalidenrente auszu
rich
ten.
3.
subeventualiter
sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
1.
Juni 2015 aufzuheben und dem Beschwerdeführer nach Einholung eines arbeits
medizinischen Gutach
tens eine Invalidenrente auszu
richten.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 8
%
MWST zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Mit Beschwerdeantwort vom 6. August 2015 beantragte die
Beschwerdegeg
nerin
Abweisung der Beschwerde (Urk. 14, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 15/1-134])
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
0.
August 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
18).
Der Beschwerdeführer liess mit Eingaben vom 9.
Juli
(Urk. 11)
,
6.
August
(Urk.
17)
und
2.
November 2015 (
Urk.
19)
sowie
1
9.
Januar (
Urk.
22)
,
22.
Feb
ruar (
Urk.
25)
, 2
9.
März (
Urk.
28)
, 1.
,
6.
und 1
7.
Juni (Urk.
31
,
Urk.
34
,
Urk.
37
)
und 2
6.
August 2016 (
Urk.
39)
jeweils weitere Arztberichte
und -zeugnisse
ein
reichen (Urk. 12/1-2,
Urk.
16
,
Urk.
20,
Urk.
23/1-
2, Urk.
26
,
Urk.
29/1-3
, Urk.
32,
Urk.
35
,
Urk.
38/1-3,
Urk.
40/1-2
), was der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13,
Urk.
18
,
Urk.
21
,
Urk.
24
,
Urk.
27
,
Urk.
30
,
Urk.
33
,
Urk.
36,
Urk.
41
)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was
vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.5
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
2
.
2
.1
2
.1.1
Im Bericht vom
5.
April 2011 führte
Dr.
med.
C._
,
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
die Diagnosen Kniedistor
s
ionstrauma am 2
0.
August 2010 mit vorderer Kreuzband-Ruptur, Partialruptur des
medialen Seitenbandes, mediale Meniskusläsion und chro
nisches rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
an (
Urk.
15/13/5). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
sei
der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig. Die schweren körperlichen Tätigkeiten seien im Moment aufgrund der Rücken- und Knieproblematik nicht möglich
(
Urk.
15/13/5)
.
2
.1.2
SUVA-Kreisarzt Dr. med.
D._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, hielt im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 26. November 2012 fest,
dass der Beschwerdeführer zahlreiche Beschwerden, auch unfallfremde, angegeben habe. Bezüglich
der
unfallfremden Beschwerden sei aufzuführen, dass wohl eine nicht unerhebliche Gastritis und wohl auch eine chronische Bronchitis vorliegen würden.
Sodann
würden seitens des Beschwer
deführers
über Augenprobleme,
Hörverlust und Rückenbeschwerden be
richtet
(Urk. 15/34/53)
.
A
m linken Kniegelenk
,
das
sich der Beschwerdeführer beim Treppensturz vom 2
6
.
Juli
2011 verdreht habe
(
Urk.
15/34/49),
stelle sich eine Veränderung am medialen
Meniskushinterhorn
dar, wobei h
ier möglicherweise ein Riss vor
han
den sei
(Urk. 15/34/53)
. Es sei indes nicht vorstellbar, dass die
se Veränderungen die ausgepräg
ten Reaktionen bei der klinischen Untersuchung verursachen wür
den. Es sei bisher keine Operationsindikation gesehen worden
und es sei zu absoluter Zurück
haltung zu raten, da das Beschwerdebild nicht mit den Verän
derungen im MRI korreliere und wahrscheinlich mit einer Verschlech
terung der Gesamt
situation durch einen operativen Eingriff auch am linken Kniegelenk ge
rechnet werden müsse
(Urk. 15/34/54-55)
.
Am rechten Kniegelenk
, welches sich der Beschwerdeführer am 2
0.
August 2010 verdreht habe (
Urk.
15/34/47),
zeige sich vom MRI her ein sehr schöner Befund nach OATS-Plastik, das Knie sei sowohl bei der MRI-Untersuchung als auch bei der klinischen Untersuchung ohne relevanten Erguss. Es dürfte eine leichte vor
dere Instabilität vorliegen. Ob zusätzlich eine laterale Instabilität vorliege, könne bei der Untersuchung nicht geprüft werden, weil der Beschwerdeführer eine aussagekräftige Untersuchung nicht zulasse. Da initial nur eine mediale Bandläsion vorgelegen habe, müsse davon ausgegangen werden, dass diese, wie im Regelfall üblich, ausreichend vernarbt und stabilisiert sei. Das aktuelle MRI des rechten Kniegelenks zeige im Bereich der Seitenbänder keine relevanten Pathologien. Auffällig sei, dass noch eine gewisse muskuläre Schwäche vor
liegen könne (anhand der Um
fangmes
sungen). Die demonstrierten
Kraftein
bussen
mit fast völligem Fehlen jeder Kraft bei Extension und Flexion im rech
ten Kniegelenk sei von den übri
gen klini
schen Befunden her nicht nachvoll
ziehbar und als Inkonsistenz zu bewerten. Zudem sei eine deutliche
Symptom
ausweitung
vorhanden
(Urk. 15/34/55)
.
Die angestammte Tätigkeit als
Flachdachisoleur
könne dem Beschwerdeführer auf Dauer unfallbedingt nicht mehr zu 100 % zugemutet werden
(Urk. 15/34/55)
. Ihm seien indes unfa
llbedingt mittelschwere wechselbelastende Tätigkei
ten, ohne Tragen von Lasten über 15 kg über Treppen, ohne regelmässi
ges oder länger dauerndes Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne repeti
tives oder länger andauernd
es Einnehmen einer knien
den oder hockenden Posi
tion ganz
tags zumutbar (Urk.
1
5
/34/55
).
2
.1.
3
In seiner Stellungnah
me vom 1
4.
Dezember 2012 führte RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Hämatologie
,
aus, dass als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit eine Kniedistorsion rechts mit Ruptur des vorderen Kreuzbandes (Unfall vom 20. August 2010), operativ und
arthroskopisch
behandelt, zuletzt am
1. Novem
ber 2012 operiert, sowie eine mediale Meniskusläsion am linken Knie mit
Hinterhornriss
(Unfall vom 2
6.
Juli 2011) bestünden.
In seiner bisherigen Tätigkeit als
Flachdachisoleur
sei der Beschwerdeführer unfallbedingt seit 2
0.
August 2010 zu 100% arbeitsunfähig (
Urk.
15/42/4).
In einer angepass
ten Tätigkeit
gemäss dem von
Dr.
D._
formulierten Belastungsprofil
bestehe seit dem 2
6.
November 2012
(Datum der kreisärztlichen Untersuchung)
keine Arbeitsunfähigkeit mehr. In diesem Zeitpunkt sei der unfallbedingte
Rehabilita
tionsprozess
als abgeschlossen anzusehen. Es würden ausschliesslich Unfallfol
gen vorliegen (Urk. 15/42/5).
2
.2
2
.2.1
Am
A._
-Gutachten vom 21.
Oktober 2014 waren med.
pract
.
F._
, Arbeitsmedizin FMH, MAS Vers
icherungsmedizin, Arbeitsmedizi
nische Zusammenhangsbegutachtung (D), Fallführender Oberarzt
A._/Begut
ach
tungen
,
und die
Dres
. med.
G._
, Chefarzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und
H._
, Rheumatol
o
gie FMH, Physikalische Medizin/
Rehabilitation FMH
,
beteiligt (
Urk.
15/102/25).
Sie stellten die folgenden Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/102/22):
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits (ICD-10 M54.4)
laut Akten Diskushernie Lendenwirbelkörper (LWK) 5/S1,
Osteo
chondrosen
LWK4/5 und LWK5/S1 und
Spondylarthrosen
distal-lum
bal (Röntgenbilder und MRI der
Lendenwirbelsäule [
LWS
]
von Februar 2013)
Status nach
Hospitalisationen
wegen
Radikulärsymptomatik
L5 rechts bei Diskushernie LWK4/5 2003 und
Radikulärsymptomatik
links bei Diskushernie LWK4/5 1991
Chronische Knieschmerzen beidseits (ICD-10 M23.9)
Status nach Distorsion des rechten Knies am 2
0.
August 2010 mit Ruptur des vorderen Kreuzbandes, medialer
Meniskus-Hinterhorn
läsion
und Teilruptur des lateralen Seitenbandes
Status nach
arthroskopischer
Resektion des Kreuzbandstummels,
Plica
-Resektion, medialer
Teilmeniskektomie
am
Hinterhorn
am 29. November 2010
Status nach diagnostischer Kniearthroskopie und Durchführen eines Knorpel-Knochenzylinder-Transfers (OATS 10 mm) bei umschriebener medialer
Chondropathie
vollständige Integration des Knorpelknochenzylinders gemäss MRI rechtes Knie vom 3
0.
Juli 2012
Status nach Distorsion des linken Knies am 2
6.
Juli 2011 mit frag
li
cher Läsion des medialen
Meniskushinterhorns
gemäss MRI linkes Knie vom 1
4.
September 2011
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie an (Urk. 15/102/22):
Status nach Osteosynthese einer Basisfraktur metacarpale V rechts am 1
9.
Juni 2003
Beginnende Fingergelenksarthrosen
Spreizfüsse
Hallux
valgus
links
Deutliche Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung mit
Funktionsein
schränkung
, pseudoneurologische
n
Störungen und organisch nicht be
gründbaren Schmerzen, nicht einem rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend
Arterielle Hypertonie, Adipositas (BMI 34.1 kg/m
2
)
2.2.2
Der Gesamtbeurteilung der
A._
-Gutachter ist zu entnehmen, dass
aus Sicht des Bewegungsapparates
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für die körperlich schwere Arbeit als
Dachisoleur
mit notwendigem Einnehmen von Zwangshaltungen und Lastenhandhabung von mehr als 20 kg seit dem Unfall vom August 2010 dauerhaft nicht mehr möglich sei
. Aus somatischer Sicht sei davon auszugehen, dass spätestens seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 26. November 2012 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für körperlich an
ge
passte, leicht bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten vorhanden sei. Zu Beginn des Jahres 2013 sei
es
aus psychiatrischer Sicht zu einer Ver
schlech
te
rung des Gesundheitszustandes gekommen. Weitere gesundheitliche Verände
rungen liessen sich im Verlauf nicht feststellen (
Urk.
15/102/23).
2.2.3
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielten die
A._
-Gutachter fest,
dass
die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als
Dachisoleur
auch weiterhin auf
ge
hoben sei (
Urk.
15/102/23).
In einer körperlichen leichten bis mittelschwere
n
wechselbelastende
n
Tätigkeit ohne regel
mässiges oder dauerndes Besteigen von Treppen, Leitern oder Gerüs
ten und ohne repetitives oder länger andauerndes Einnehmen einer knien
den oder hockenden Position sowie auch ohne Tätigkeiten mit spezifischer Be
las
tung der LWS bestehe aus somatischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Diese sei allerdings eingeschränkt aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode, welche vor allem zu einer eingeschränkten
Durchhalte
fä
higkeit
mit erhöhtem Pausenbedarf führe. So sei der Beschwerdeführer darauf angewiesen, im Abstand von zwei Stunden eine zusätzliche Kurzpause einzu
le
gen. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrage 40-50
%
, abhängig von den konkreten Anforderungen.
Es bestehe ein weiteres
Verbes
se
rungspotential
durch die Behandlung der depressiven Erkrankung. Zusätzlich zu den aufgeführten Krankheitsbildern liege eine au
sgeprägte
Krankheitsüber
zeu
gung
vor, welche als iv-fremd zu werten sei, jedoch die konkrete berufliche Eingliederung beeinträchtige (Urk. 15/102/24).
3
.
3.1
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und/oder dessen erwerbliche Auswirkung seit der Verfügung vom 15. Januar 2013, mit welcher dem Beschwerdeführer mit Wirkung
vom 1.
September
20
11 bis 28
.
Februar 2013 eine befristete
ganze Rente
zugesprochen
worden war
(Urk. 15/158), derart we
sentlich verändert haben, dass er nunmehr ern
eut Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
3.2
3.2.1
Die
A._
-Gutachter erstellten ihr Gutachten vom 21. Oktober 2014 in Kenntnis der IV-Akten (vgl.
Urk.
15
/
102/3-12
)
sowie gestützt auf eigene Unter
suchungen des Beschwerdeführers in den Fachdisziplinen Allgemeine
Innere Medizin (vgl.
Urk.
15
/
102
/
13
ff.),
Rheumatologie
(vgl.
Urk.
15/102/19 ff.,
Urk.
15
/1
02
/44 ff.) und Psychiatrie (vgl.
Urk.
15/102/16 ff.,
Urk.
15
/1
02/34
ff.)
.
Die am Gutachten beteiligten Ärzte erhoben jeweils eine ausführliche Anamnese und gingen auch in ihren Beurteilungen auf die Beschwerden des Beschwerdeführers ein. Mit ihrem Gutachten werden die vorliegend interessierenden Fragen nach einer all
fälligen Verschlechterung des Gesund
heitszustandes und der Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers umfassend beantwortet.
Dem Vorbrin
gen des Beschwer
deführers
,
wonach
das
A._
-Gutachten vom 21. Oktober 2014
(
Urk.
15/102)
deswegen mangelhaft sei, weil die Gutachter keine neuen
MRI
-Untersuchungen veranlasst
hätten (Urk. 1 S. 13), ist entgegenzuhalten, dass nach der
bundes
ge
richtlichen
Rechtsprechung die Gutachter zu beurteilen haben, ob weitere
bild
gebenden
Untersuchungen durchgeführt werden
müssen
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_575/2011 vom 1
2.
Oktober 2011
E. 3.3
). Dass die
A._
-Gutachter keine MRI-Untersuchungen durchführen liessen
,
ist nicht zu beanstanden, wobei namentlich zu berücksichtigen ist, dass der rheumatologische Gutachter den Beschwerdeführer am 1
6.
Juli 2014 untersuchte und er aufgrund der Akten Kenntnis von den Röntgenbilder
n
und
dem MRI vom Februar 2013 hatte (vgl.
Urk.
15/102/19).
Dementsprechend lag auch die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (
vgl.
Urk. 1 S. 13) im Ermessen der Gut
achter. Aufgrund deren Ausführungen im Gutachten vom 21. Oktober 2014 bezüglich Diskrepanzen zwischen den Bewegungen des Beschwerdeführers während der Untersuchung im Spontanverhalten (
Urk.
15/102/20) ist zudem nicht davon auszugehen, dass
durch
eine solche Untersuchung weitere Auf
schlüsse
hätten
erzielt werden können.
3.2.2
In somatischer Hinsicht erweist sich das
A._
-Gutachten als schlüssig und über
zeugend. Nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom
1.
Juni 2015 liess der Beschwerdeführer Arztberichte seiner behandelnden Ärzte einreichen. Dem ärztlichen Zeugnis
von
Dr.
med.
I._
, Allgemeinmedizin,
vom 1
5.
Mai 2015
(
Urk.
15/126)
sind keine Befunde zu entnehmen, welche bei der
A._
-Begutach
tung unberücksichtigt geblieben wären
. Dr.
J._
, Facharzt für Physikalische Medizin und
Rehablitation
, beurteilt in seinem Bericht vom 3. Juni 2015 die den
A._
-Gutachtern bereits bekannten MRI-Bilder. Gemäss Bericht von Dr. med.
K._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, vom
7.
Dezember 2015 hätten sich im MRI der LWS vom
1.
Dezember 2015 mittelschwere bis schwere degenerative
Veränderungen gezeigt, welch
e
„zusätzlich“ zur 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht beitragen würden.
Dr.
K._
nimmt jedoch keinen Bezug auf die früheren bildgebenden Untersuchungen, so dass seine Beurteilung nicht nachvollzogen werden kann. Im folgenden Bericht vom 1
9.
Februar 2016
attestierte
er dem Beschwerdeführer eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit aus psychi
schen Gründen (Urk. 26 S. 2)
und äussert sich damit fachfremd. Was
schliesslich
die neueren Gesundheitsstörungen (vgl.
Urk.
40/2) in den vom Beschwerdeführer nachgereichten Arztberichten betrifft, so ge
hören diese nicht zum massgeben
den Sachverhalt (E. 1.5 vorstehend)
.
3.2.3
In psychischer Hinsicht lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vo
rbringen, dass sich sein Gesund
heitszustand verschlechtert habe. Die Besch
werdegegnerin habe nicht berück
sichtigt, dass die Ärzte der
L._
- vgl. deren Bericht vom 2
3.
Oktober 2013 (
Urk.
15/8
5
) -
eine Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten. Auch die
A._
-Gutachter hätten eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht von 50 % festgestellt, was mindestens zu einem Anspruch auf eine „Teilinvalidenrente von 50 %“
führen müsse
(Urk. 1 S. 10).
Dabei kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden. Zwar trifft es zu, dass die
A._
-Gutachter da
von ausgehen, dass sich der psy
chische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Beginn des Jahres 2013 verschlechtert hat (E.
2.2.2 vorstehend). Sie diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode (E.
2.2.1 vorstehend). Nac
h der bundesgerichtlichen Recht
sprechung
fallen
leicht bis mittelgradige depressive Störungen rezidivierender oder episodischer Natur
allerdings
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wen
n sie erwiesenermassen therapie
resistent sind. Nur in dieser - seltenen, da nach gesi
cherter psychiatrischer Er
fahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
s
ind - gesetzlich verlangten Kon
stellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (Urteil des Bundesgerichts 9C_901/2015 vom 8. Juli 2016 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Die
Therapie
optionen
waren beim Beschwerdeführer
gemäss
den Feststellungen des
psy
chiatrischen Gutachters jedoch
noch nicht ausgeschöpft
.
So könnte die
psycho
pharmakologische
Medikation möglicherweise noch erhöht werden. Zudem empfiehlt der Gutachter eine Psychotherapie in der Muttersprache des Beschwerdeführers und kritisiert, dass bislang die Therapie auf Deutsch durch
geführt worden sei, obwohl der Beschwerdeführer in dieser Sprache Verständi
gungsschwierigkeiten habe (Urk. 15/102/19). Von einer Therapieresistenz
kann
mithin nicht gesproche
n werden, wes
halb die
von den
A._
-Gutachtern
diag
nostizierte mittelgradige depressive Episode keine invalidisierende Wirkung
haben kann
. Im Übrigen diagnostizierten auch die Ärzte der
L._
vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom
1.
Juni 2015 (
Urk.
2) eine
mittelgradige depressive Episode (Urk.
15/85/2) und gingen von einer Verbesserung durch eine ambulante psychotherapeutische ressourcenorientierte Behandlung und
gegebenfalls
Optimierung der medikamentösen Therapie aus (
Urk.
15/85/4).
Soweit die Ärzte der
L._
beim Beschwerdeführer ab 6. Juli 2015 eine
schwere depressive Episode diag
nostizieren (Urk. 16, Urk. 20, Urk. 23/2, Urk. 29/1, Urk. 32), gehört dies nicht mehr zum massgebenden Sachverhalt (E.
1.5).
Schliesslich ist festzuhalten, dass - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 12)
und der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2)
-
beim Beschwerdeführer
e
ine Erkrankung aus dem
somatoformen
Kreis gemäss dem psychiatrischen
A._
-Gutachter auszuschliessen
ist
(
Urk.
15/102/17).
3.2.4
Eine iv-relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerde
führers seit der Verfügung vom 15. Januar 2013 (Urk. 15/70) ist mithin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Dies gilt auch für
die
Auswirkungen
in
erwerblicher Hinsicht.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer
auf
zuerlegen.