Decision ID: c40a626a-8602-46ce-a6db-82699e22f6a8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 1. Oktober 2019 (FK180007-H)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1 S. 2 und Urk. 13 S. 1)
"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, für seine Tochter A._, rückwirkend ab 1. Mai 2017, seinen Einkommens- und  angemessene Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, ab 1. Mai 2018 zahlbar je monatlich und zum Voraus bis zur Mündigkeit der Tochter oder über das Mündigkeitsalter hinaus bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung, an die jeweilige gesetzliche Vertreterin der Tochter, nach Eintritt der Mündigkeit der Tochter an diese persönlich.
Bereits geleistete Zahlungen seien anzurechnen. Für die allfällige Nachzahlung bereits fällig gewordener Unter-
haltsbeiträge sei dem Beklagten eine angemessene Zahlungsfrist anzusetzen.
2. Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklag-
ten."
Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Pfäffikon vom 1. Oktober 2019:
1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 2'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 881.25 Dolmetscherkosten.
3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt, jedoch zufolge der ihr
bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse ge-
nommen. Die Klägerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123
ZPO hingewiesen.
4. Dem Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
5. (Mitteilung)
6. (Rechtsmittel)
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Berufungsanträge:
der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 75 S. 2):
"1. Die Verfügung des Bezirksgerichts Pfäffikon ZH, Einzelgericht im ver-
einfachten Verfahren, vom 1. Oktober 2019, sei vollumfänglich aufzu-
heben und die Vorinstanz sei anzuweisen, das Verfahren FK180007
weiterzuführen.
2. Eventuell sei Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und
die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen, soweit sich die Ge-
genseite nicht mit dem Eintretensentscheid solidarisiert. Sollte die Ge-
genpartei die Abweisung der Berufung beantragen, seien die Kosten
ihr aufzuerlegen.
Im Berufungsverfahren alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten des Staates Zürich, eventuell zulasten der Gegenpartei."
Prozessualer Antrag (Urk. 75 S. 2 sinngemäss)
Es sei der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und es sei
ihr in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein unentgeltlicher
Rechtsvertreter zu bestellen.
des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 85):
(Verzicht auf die Erstattung einer Berufungsantwort)

Erwägungen:
I.
1. B._ und C._ (nachfolgend: Beklagter) sind die unverheirateten El-
tern der Klägerin und Berufungsklägerin (nachfolgend: Klägerin), geboren am
tt. mm. 2011 (Urk. 8). Mit Eingabe vom 30. April 2018 machte die Klägerin gegen
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den Beklagten eine Unterhaltsklage bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Der
weitere Prozessverlauf kann, soweit nicht unter nachfolgender Erwägung II/5 zu
finden, der eingangs wiedergegebenen und am 1. Oktober 2019 erlassenen erst-
instanzlichen Verfügung entnommen werden (Urk. 76 S. 2 f.).
2. Mit Eingabe vom 19. November 2019 erhob die Klägerin fristgerecht Beru-
fung mit den vorstehend aufgeführten Anträgen (Urk. 72/2 und Urk. 75). Unter
dem 26. März 2020 informierte Rechtsanwalt lic. iur. X._ über das Ende sei-
nes Mandatsverhältnisses (Urk. 82), woraufhin das Rubrum entsprechend ange-
passt wurde. Der Beklagte liess innert der ihm mit Verfügung vom 3. April 2020
angesetzten Frist (Urk. 84) seinen Verzicht auf die Erstattung einer Berufungsant-
wort mitteilen (Urk. 85).
3. Nachdem die vorinstanzlichen Akten beigezogen worden sind (Urk. 1-74),
erweist sich das Verfahren als spruchreif. Hinsichtlich der vorliegend geltend ge-
machten und nachfolgend abgehandelten unrichtigen Rechtsanwendung verfügt
die Berufungsinstanz über unbeschränkte Kognition. Sie ist weder an die in einer
Parteieingabe geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vo-
rinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013, E. 2.2.2;
Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Beru-
fung nach ZPO, Zürich 2013, N 1507). Abgesehen von offensichtlichen Mängeln
ist die Beurteilung indes auch im Anwendungsbereich der Untersuchungsmaxime
auf die formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhobenen Beanstan-
dungen zu beschränken (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen).
II.
1. Nach Ansicht der Vorinstanz bedarf es zumindest eines minimalen vermit-
telnden Elements im Sinne eines Vermittlungsversuchs, damit das Anrufen der
Kinderschutzbehörde gemäss Art. 198 lit. bbis ZPO eine Schlichtungsverhandlung
entfallen lässt. Weil der regionale Rechtsdienst des Amts für Jugend und Berufs-
beratung mit Schreiben vom 29. September 2017 die Ausarbeitung eines Unter-
haltsvertrags aufgrund der komplexen Verhältnisse abgelehnt habe, sei es vorlie-
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gend nie zu einem Vermittlungsversuch im vorerwähnten Sinne gekommen. Die
Klägerin wäre demnach gemäss Art. 197 ZPO gehalten gewesen, vor Klageeinlei-
tung die Schlichtungsbehörde anzurufen. Es fehle aufgrund dessen an einer ge-
hörigen Verfahrenseinleitung, weshalb auf die Klage nicht einzutreten sei. Entge-
gen der Klägerin stehe dem auch der Grundsatz von Treu und Glaube nicht ent-
gegen, zumal die Prozessvoraussetzungen im Urteilszeitpunkt vorzuliegen hätten
und es keinen Anspruch auf deren Vorabprüfung gebe (Urk. 76 S. 6 f. und S. 9
ff.).
2. Die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens vor Einleitung der Klage bei
Gericht und die Vorlage der daraus resultierenden gültigen Klagebewilligung sind
von Amtes wegen zu beachtende Prozessvoraussetzungen (Art. 59 in Verbindung
mit Art. 60 in Verbindung mit Art. 197 ZPO; BGE 139 III 273 E. 2.1). Vorbehalten
bleiben die in Art. 198 und Art. 199 ZPO vorgesehenen Ausnahmen. Wurde das
Schlichtungsverfahren zu Unrecht nicht durchgeführt, fehlt es an einer gehörigen
Verfahrenseinleitung und das Gericht hat auf die dennoch erhobene Klage nicht
einzutreten (BK ZPO-Zingg, Art. 59 N 161 und Art. 60 N 52).
3. Diese von der Vorinstanz zutreffend festgehaltene Rechtsfolge (vgl. Urk. 76
S. 11) wird von der Klägerin nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Sofern nicht vom
Ausnahmetatbestand von Art. 198 lit. bbis ZPO ausgegangen werde, vertritt sie je-
doch die Ansicht, aufgrund des weit fortgeschrittenen Stadiums des vorliegenden
Prozesses verkomme die Pflicht zur Neueinleitung der Klage bei der Schlich-
tungsbehörde zu einem blossen Formalismus ohne schutzwürdige Zwecke. Die
durch den angefochtenen Nichteintretensentscheid verursachte Rechtsfolge lasse
sich aufgrund dessen nicht rechtfertigen und führe einzig zur Verschleuderung
von Ressourcen. Es dränge sich deshalb eine Verfeinerung der Rechtsprechung
zu den Prozessvoraussetzungen auf. Aufgrund des Prozessverlaufs habe sie
überdies in guten Treuen von einer Vorabprüfung der Prozessvoraussetzungen
ausgehen dürfen, zumal sie die entsprechende Frage in ihrer Klage explizit auf-
geworfen habe (Urk. 75 S. 10 ff.).
4. Im Allgemeinen gilt, dass die Prozessvoraussetzungen spätestens zum
Zeitpunkt der Urteilsfällung vorzuliegen haben (BSK ZPO-Gehri, Art. 59 N 3). Der
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Prüfungszeitpunkt ist gesetzlich nicht geregelt, sondern ins Ermessen der Pro-
zessleitung gestellt. Es ist dem Gericht mithin grundsätzlich nicht untersagt, seine
von Amtes wegen zu prüfende Zuständigkeit erst in einem fortgeschritteneren
Prozessstadium zu überprüfen (BGE 140 III 355 E. 2.4; BGer 4A_291/2015 vom
3. Februar 2016, E. 3.4; Zürcher, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 60
N 13; BK ZPO-Zingg, Art. 60 N 47). Dabei ist indes stets der Grundsatz von Treu
und Glaube im Auge zu behalten (Art. 52 ZPO), welcher Rechtsmissbrauch und
überspitzten Formalismus verbietet. Namentlich verdient die strikte Anwendung
prozessualer Regeln keinen Rechtsschutz, soweit sie sich nicht durch ein schutz-
würdiges Interesse rechtfertigt und die Durchsetzung des materiellen Rechts
dadurch nicht in unhaltbarer Weise erschwert wird (BGer 4C.17/2004 vom 2. Juni
2004, E. 3.3.2). So ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die nach
zweijähriger Prozessdauer durch eine Partei erhobene Einrede der mangelhaften
Verfahrenseinleitung als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren und auch der
amtswegigen Beachtung dieser Eintretensvoraussetzung steht unter diesen Um-
ständen das Verbot des überspitzten Formalismus entgegen (BGer 4C.347/2000
vom 6. April 2001, E. 2; zum Ganzen: CPC-Bohnet, Art. 59 N 68).
5. Nachdem die Klägerin ihre Klage am 30. April 2018 bei der Vorinstanz an-
hängig gemacht und darin explizit auf das ihrer Ansicht nach vorliegend nicht
notwendige Schlichtungsverfahren hingewiesen hatte (Urk. 1 S. 3 f.), wurden die
Parteien auf den 19. Juni 2018 zur Hauptverhandlung vorgeladen (Urk. 5). Nach
durchgeführter Hauptverhandlung (Parteivorträge und persönliche Befragung;
Prot. VI S. 3 ff.) wurde den Parteien mit Schreiben vom 29. August 2018 ein Ver-
einbarungsvorschlag unterbreitet (Urk. 25-27), welcher indes keinen Zuspruch
fand (Urk. 32 und Urk. 38). Nach weiteren Stellungnahmen (Urk. 40 und Urk. 48)
wurde anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 18. März 2019 und im Nach-
gang aussergerichtlich erneut erfolglos nach einer Einigung gesucht (Prot. VI
S. 43 sowie Urk. 57 und Urk. 59). Schliesslich wurde den Parteien mit Verfügung
vom 20. August 2019 Frist angesetzt, um sich zur Prozessvoraussetzung der ge-
hörigen Verfahrenseinleitung (Fehlen des Schlichtungsverfahrens) zu äussern
(Urk. 62), und danach am 1. Oktober 2019 die angefochtene Verfügung erlassen
(Urk. 76). Unter Bezugnahme auf die zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung
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ist es als überspitzt formalistisch zu qualifizieren, dass die Vorinstanz nach vor-
stehend dargelegtem Verfahrensgang rund eineinhalb Jahre nach Klageeinrei-
chung aufgrund einer mangelhaften Verfahrenseinleitung auf die Klage nicht ein-
trat. Diese Prozessvoraussetzung verkommt unter den konkreten Umständen zu
einer Formalie ohne schutzwürdige Interessen. Es erscheint sinnwidrig auf eine
Klage nach zahlreichen Prozesshandlungen nicht einzutreten, nur damit vor er-
neuter Klageeinreichung ein Schlichtungsverfahren durchgeführt werden muss
und in der Folge das bereits durchlaufene Verfahren zu wiederholen ist. Eine der-
artige Vorgehensweise läuft dem Sinn und Zweck des Schlichtungsobligatoriums
diametral zuwider (vgl. Botschaft ZPO, BBl 2006 S. 7223) und ist als treuwidrig zu
beurteilen. Die Berufung erscheint demnach als begründet und ist gutzuheissen.
Die angefochtene Verfügung ist aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, das
Verfahren fortzusetzen. Auf die von der Klägerin weiter vorgebrachten Einwen-
dungen muss unter diesen Umständen nicht eingegangen werden.
III.
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, lediglich eine Ent-
scheidgebühr für das Berufungsverfahren festzusetzen und die Regelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen der Vorinstanz zu überlassen, d.h. vom defini-
tiven Ausgang des Verfahrens abhängig zu machen (Art. 104 Abs. 4 ZPO; KUKO
ZPO-Schmid Art. 104 N 7).
2. Die Höhe des klageweise geltend gemachten Unterhaltsanspruchs wurde
bislang nie beziffert, weshalb die Vorinstanz den Streitwert zu Recht nach eige-
nem Ermessen festlegte (Urk. 76 S. 11 f.). Die dabei angestellten Überlegungen
sind klar und überzeugend und sie stehen im Einklang mit den bei den Akten lie-
genden Berechnungen (vgl. Urk. 25). Nichts anderes wird durch die von der Klä-
gerin vorgenommene Berechnung aufgezeigt (Urk. 75 S. 3). Auch dem Beru-
fungsverfahren ist deshalb ein Streitwert von Fr. 60'000.– zugrunde zu legen. Am
Umstand, dass bislang die Höhe des Unterhaltsbeitrags nicht beziffert wurde, än-
dert auch die berufungsweise geäusserte Ansicht der Klägerin nichts. Indem aus-
geführt wird, der Beklagte wäre jedenfalls bis vor kurzem in der Lage gewesen,
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deutlich höhere Kinderunterhaltsbeiträge als lediglich Fr. 400.– pro Monat zu be-
zahlen (Urk. 75 S. 15), wird das Rechtsbegehren weiterhin nicht beziffert, ge-
schweige denn die vorinstanzlich ermittelte Höhe des Streitwerts substantiiert in
Frage gestellt.
3. Ausgehend von vorerwähntem Streitwert ist die zweitinstanzliche Entscheid-
gebühr in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 2
Abs. 1 lit. a, § 4 und § 10 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 2'000.– festzusetzen.
4. Unentgeltliche Rechtspflege
4.1 Die Klägerin ersucht für das Berufungsverfahren um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege. Zur Begründung ihrer Mittellosigkeit verweist sie auf die
vom Sozialdienst der Gemeinde D._ für sie und ihre gesetzliche Vertreterin
geleisteten Unterstützungsleistungen (Urk. 75 S. 2 und S. 15).
4.2 Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechts-
pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegeh-
ren nicht aussichtslos erscheint. Wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig
ist, insbesondere wenn die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist, besteht darüber
hinaus ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung (Art. 118 Abs. 1 lit. c
ZPO). Hervorzuheben ist jedoch die Subsidiarität der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge gegenüber der elterlichen Unterhaltspflicht (Art. 276 ZGB), welche auch Vor-
schusspflichten für Prozess- und Anwaltskosten mitumfasst (BGE 119 Ia 135
E. 4). Die Bewilligung der unentgeltliche Rechtspflege für ein minderjähriges Kind
bedingt demzufolge, dass der beklagte Elternteil nicht in der Lage ist, einen Pro-
zesskostenvorschuss zu bezahlen. Sofern die Ausrichtung eines Prozesskosten-
vorschusses nicht beantragt wird, sind im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
zumindest die Gründe für den Verzicht auf einen solchen Antrag darzulegen. Es
liegt sodann bei Fehlen entsprechender Ausführungen nicht am Gericht, in den
Rechtsschriften der ersuchenden Partei oder in den vorinstanzlichen Akten nach
impliziten Hinweisen und Anhaltspunkten zu suchen, die darauf schliessen lassen
könnten, dass ein Anspruch auf einen Prozesskostenvorschuss nicht besteht.
Mithin ist von einer anwaltlich vertretenen Partei zu verlangen, dass sie in ihrem
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Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege explizit darlegt, weshalb
die Leistung eines Prozesskostenvorschusses durch die Gegenpartei nicht in
Frage kommt. Fehlt diese Begründung, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege nur dann nicht ohne weiteres abzuweisen, wenn die Mittellosigkeit der ver-
pflichteten Partei evident ist (BGer 5A_49/2017 vom 18. Juli 2017, E. 3.1. und
E. 3.2.; BGer 5A_244/2019 vom 15. April 2019, E. 4).
4.3 Die Klägerin hat vor Obergericht weder einen Antrag auf Ausrichtung eines
Prozesskostenvorschusses gestellt noch dargelegt, weshalb vorliegend auf einen
solchen Antrag verzichtet werden könnte. Bereits aufgrund des Umstands, dass
der Beklagte Eigentümer mehrerer Liegenschaften ist (vgl. Urk. 24), kann vorlie-
gend nicht von offensichtlicher Mittellosigkeit gesprochen werden. Das Armen-
rechtsgesuch ist daher aufgrund der Subsidiarität der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge abzuweisen.