Decision ID: 6f3acab5-b02e-4594-9922-d2c7ac31a79a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war seit dem
1.
Januar 2010 als Ge
schäfts
inhaber bei der in seinem
Eigentum stehenden Y._
GmbH
tätig und im Rahmen dieser Funktion
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert (
Urk.
8/25). Durch einen Verkehrsunfall am 16. September 2014
erlitt der Versicherte eine
rechtsseitige,
komplexe, mehrfache Unterschenkel
frak
tur (Urk.
8/21). Die Suva erbrachte di
e gesetzlichen Leistungen in
Form von Heil
behandlung un
d Taggeld. Mit Verfügung vom 8.
September 2016 (
Urk.
8/232) sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10
%
und mi
t
Einspracheentscheid
vom 3.
August 2018 (
Urk.
8/346) ab
1.
April 2016 eine Rente basierend au
f einem Invaliditätsgrad von 16
% zu.
1.2
Mit Schadenmeldung vom 21. November 2018 (
Urk.
8/355) teilte der Versicherte einen Rückfall mit, worauf die Suva wiederum die gesetzlichen Leistungen er
brachte (Urk. 8/363). Zufolge Eintritt des medizinischen Endzustandes schloss die Suva den
Rückfall mit Schreiben vom 28.
Mai 201
9 (Urk. 8/402 und Urk.
8/404) per 31. Mai 2019 ab und gewährte weiterhin eine Invalidenrente im bisherigen Umfang (Ve
rfügung vom 24. Juni
2019; Urk.
8/405). An diesem Ergebnis hielt die Suva auc
h im
Einspracheentscheid
vom 6.
November 2019 (Urk. 2) fest und wies die Einsprache des Versicherten ab.
2.
Dagegen erhob der
Versicherte mit Eingabe vom 4.
Dezember 2019 Beschwerde und beantragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der medizini
schen und insbesondere erwerblichen Abklärungen neu entscheide. Eventuell sei ihm eine 30 bis 50%ige Invalidität auf der Basis der aktuellen medizinischen und erwerblichen Situation zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). In formeller Hinsicht bean
tragte der Versicherte eine öffentliche Verhandlung samt Parteibefragung. Mit Beschwerdeantw
ort vom 23. Dezember 2019 (Urk.
7) beantragte die Suva Nicht
eintreten auf die Beschwerde
; eventue
l
l
sei diese a
b
zu
weis
en. Dies wurde
dem Beschwerdeführer unter Ansetzung eines zweiten Schriftenwechsels am 6. Janu
ar 2020 (
Urk.
10) zur Kenntnis gebracht.
Mit Replik vom 24.
Januar 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, dass an den Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeschrift vollumfänglich festgehalten werde. In prozessualer Hinsicht liess er ergänzend beantragen, das vorliegende Verfahren sei zu sistieren, bis die Beschwerdegegnerin formell die weiteren Folgen des Un
falls vom
3.
Juli 2019 verfügungsmässig entschi
eden habe (
Urk.
11 S. 2). Am
5.
Februar 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen fest und schloss auf Abweisung des Sistierungsantrages (
Urk. 14). Mit Verfügung vom 24. Juli 2020 (Urk.
17) wurde das Gesuch des Beschwerdeführers vom 24. Januar 2020 um Sistierung des Verfahrens abgewiesen.
Am 1. Februar 2021 wurde die vom Beschwerdeführer beantragte Hauptver
hand
lung durchgeführt. Das entsprechende Protokoll wurde den Parteien mit Verfü
gung vom 10. Februar 2021 zugestellt (Urk. 28). Dazu nahm der Beschwerde
füh
rer
am 19. Februar 2020 (richtig: 2021) Stellung (Urk. 31) und legte Buchhal
tungs
unterlagen ins Recht (Urk. 32/1-2).
Am 24. Februar 2021 zeigte Rechtsan
walt Markus
Steudler
, Zürich, an, dass er den Beschwerdeführer ab sofort vertrete (Urk. 35-36). Innert erstreckter Frist liess sich die Beschwerdegegnerin am 10. Mai 2021 vernehmen (Urk. 42), was dem Beschwerdeführer am 18. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 43).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Recht
s
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung be
ziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei nicht mehr alleine knie-, sondern auch armmässig beeinträchtigt (Urk. 1 S. 3) und sich hierbei auf das
mit
Schadenmeldung vom 3. Juli
2019 (Urk. 16/1) gemeldete Ereignis selbigen Datu
ms (Schadennummer ....
) bezieht, ist festzuhalten, dass das hiesige Ge
richt bereits in der Zwischenverfügung vom 24. Juli 2020 (Urk. 17
E. 3
) fest
ge
halten hat
, dass
das Schadenereignis vom 3. Juli
2019 ausdrücklich ausge
klammert worden und nicht zusätzlich Gegenstand des
Einspracheentscheids
vom 6. November 2019 ist, womit es diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand fehlt (E. 1.1). Auf
die entsprechenden Vorbringen
ist demnach mangels Sach
urteilsvoraussetzung nicht einzutreten.
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hin
gegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141
V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Ein
schätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschied
liche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se,
um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen
; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinwei
sen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) davon aus, aufgrund des Berichts
vom 22. Mai 2019
von med.
pract
.
Z._
, Fach
arzt für Chirurgie FMH, und med.
pract
.
A._
,
Fachärztin f
ür Anästhe
sio
logie,
sei nicht zu beanstanden, dass di
e Taggeldleistungen per 31. Mai
2019 eingestellt worden seien. Im Weiteren ergebe sich aus
deren Bericht
, dass die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nicht gegeben seien.
Es sei keine wes
entliche Veränderung des Gesundheitszustandes anzunehmen. Im Weiteren sei auch keine wesentliche Veränderung
der erwerblichen Auswirkungen anzu
neh
men, da sich die zumutbare Belastung nicht wesentlich verändert habe. Zu be
merken sei noch, d
ass sich der Unfall vom 3. Juli
2019 erst nach d
em per 31. Mai
2019 vorgenommenen Rückfallabschluss betreffe
nd den Unfall vom 16. Septem
ber
2014 ereignet habe (
Urk. 2
S. 9
lit
. c
).
3.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer geltend
(Urk. 1)
,
in medizinischer Hinsicht habe er eine
Bizepssehnenruptur
links erlitten, was eindeutig eine wesentliche Verschlimmerung der Situation darstelle, zumal sich diese Unfallfolge zur alten gesellt habe. Er sei nicht mehr allein knie-, sondern auch armmässig beein
trächtigt (S. 3 Ziff. 2). D
ie Behauptung de
r Beschwerdegegnerin, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse annahmeweise nicht geändert hätten, sei falsch. Die Verhältnisse hätten sich massiv verschlimmert, sowohl was die medizinische als auch die erwerbliche Problematik anbelange. Dies habe die Beschwerdegegnerin konkret und gesetzeskonform abzuklä
ren (
S. 5
Ziff. 5
; vgl. auch Urk. 11).
3.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum massgeblichen Zeitpunkt des Erlasses des
Einspr
acheentscheides
vom 6. November
201
9 zufolge eines am 21. November
2018 (Urk. 8/355) gemeldeten
Rückfal
les (Schadennummer
...
.
) wesentlich verschlechtert hat, so dass
sich eine revisionsweise Erhöhung der bisher bezogenen Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 16 % rechtfertigt. Vergleichsbasis bildet der
Ein
spracheentscheid
vom 3. August 2018 (Urk. 8/346).
Dabei ist der Eintritt des medizinischen Endzustandes sowie der Abschluss des Rückfalles per 3
1.
Mai 2019 (Sachverhalt E. 1.2) nicht strittig.
4.
4.1
Dem
Einspracheentsch
eid
vom 3. August
2018 lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen die kreisärztliche Untersuchung vom 31
. Mai 2016 (Bericht vom
2. Juni
2
016; Urk. 8/216) durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, zu
grunde
.
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
B._
zum linken Kniegelenk
fest, das MRI
vom
1. Oktober 2015 habe kleine, nicht dislozierende Risse des medialen Meniskus im
Hinterhorn
sowie einen deutlichen Knorpelschaden der medialen
Patellafazette
mit leichtgradigem umliegendem Weichteilödem dokumentiert. Der Operateur beschreibe dann im
Arthroskopiebericht
vom 11. November 2015 eine komplexe, bis in die Randzone reichende mediale
Meniskushinterhornläsion
sowie einen unauffälligen Knorpelbelag
retropatellär
, minime Knorpelunebenheiten im
femo
ralen
Gleitlager sowie minime Knorpelunebenheiten am medialen
Femurkondylus
mit unauffälligem Knorpelbelag am
Tibiaplateau
. Angaben über den deutlichen Knorpelschaden der medialen
Patellafazette
seien dem
Arthroskopiebericht
nicht zu entnehmen. Die Fotoaufnahmen bei der ersten stationären Behandlung am Unfalltag dokumentierten eine offene Hautläsion am Kniegelenk medial etwa auf Niveau des
Tibiaplateaus
als Hinweis für ein direktes Trauma. Ein direktes Trauma ohne Torsionsmechanismus sei an sich nicht geeignet eine Men
iskusläsion zu verursachen. Die
sowohl bildgebend dokumentierte als auch intraoperativ be
schriebene Meniskuspathologie spr
eche
eher für einen degenerativen Schaden. Da eine direkte Traumatisierung der medialen
Patellafazette
nicht habe aus
geschlossen werden können, sei aufgrund einer kreisärztlichen Stellungnahme vom 3. November 2015 die Arthroskopie links übernommen worden (S. 4
oben
).
Subjektiv fühle sich der Beschwerdeführer vor allem durch die Belastungs
into
leranz des rechten Kniegelenkes limitiert. Das rechte Kniegelenk sei reizlos und ergussfrei. Funktionell
bestehe
ein Extensionsdefizit von 6°
und ein Flexionsde
fizit von 20° gegenüber der linken Seite. Die geringe sagittale Instabilität, welche kaum von Relevanz sei, dürfte auf die Verletzung der
Eminentia
intercondylica
zurückzuführen sein. Bildgebend bestehe eine Arthrose im lateralen
femor
oti
bialen
Kompartiment. Im Schaftbereich sei der Beschwerdeführer weitgehend beschwerdefrei. Eine Beeinträchtigung des benachbarten oberen Sprunggelenkes liege nicht vor (S. 4
Mitte
).
Das linke Kniegelenk sei reizlos, ergussfrei, stabil und weise eine regelrechte Funktion auf. Eine konklusive Erklärung für
die
Restbeschwerden finde
er
(der Kreisarzt)
nicht.
Palpatorisch
bestehe eine geringe
Druckdolenz
über dem media
len Gelenkspalt, nicht zwingend
meniskopriven
Charakters. Im Weiteren bestehe ein Druckschmerz etwas distal, im Bereich des Ansatzes des medialen Seiten
bandes bei allerdings fehlendem
Valgusstress
. Der im MRI dokumentierte Knor
pelschaden erkläre das
Beschwerdebild auch nicht
.
Es sei von einem Endzustand auszugehen.
Zumutbar sei eine wechselbelastende, mittelschwere Tätigkeit mit maximal zu hantierenden Lasten von 15-25 kg den ganzen Tag. Die Dauer der stehenden beziehungsweise gehenden Tätigkeiten sollte die Hälfte der Arbeitszeit nicht überschreiten und falls möglich auf den ganzen Tag verteilt sein. Die Phasen der stehenden beziehungsweise gehenden Tätigkeiten seien auf circa eine Stunde limitiert und sollten auf ebenem Gelände erfolgen. Tätigkeiten auf Leitern seien nicht mehr zumutbar. Tätigkeiten in der kauernden oder hockenden Position seien nicht mehr möglich (S. 4
unten
).
4.2
Nach diversen eingegangenen Berichten
(Urk. 8/267, 8/272, 8/278, 8/288, 8/301)
des behandelnden
Chirurgen
Dr.
med. C._, leitender Arzt Chirurgie Spital D._
, bei welchem am 19. September 2017 der Behandlungsabschluss erfolgte (vgl. Bericht vom 5. Oktober 2017, Urk. 8/318), sowie einer von diesem veran
lassten Zweitmeinung durch
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH Chirurgie, Sport
medizin DGSP, Fusschirurgie GFFZ (Bericht vom 29. Mai 2018, Urk. 8/338),
holte
die Beschwerdegegnerin eine Aktenbeurteilung durch ihre Versicherungsmedizin
ein
.
Mit Bericht vom 20. Juli
2018 (Urk. 8/343) wies Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
ergänzend darauf hin, dass der weitere Verla
uf und das MRT vom 24. November
2016 keine Befunde ergeben hätten, die eine weiter
e
Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils begrün
deten. Das MRT vom 24. November 2016
(vgl. Urk. 8/270)
zeige einen erstaunlich guten Befund, wobei die Knorpelsituation am lateralen
femo
rot
i
bialen
Komparti
ment
artefakt
bedingt
nicht wirklich beurteilt werden könne, es liege jedoch kein relevanter Erguss vor, die Bänder seien stabil. Befunde, die eine lang andauernde intensive Beschwerdesymptomatik erklären würden, lägen nicht vor, belastungs
unabhängige Schmerzen seien erklärbar. Die von Dr.
B._
dargestellten Ein
schränkungen seien sicherlich deutlich innerhalb dessen, was allein von der bildgebenden Diagnostik an Einschränkungen abgeleitet werden könne (S. 2).
5.
5.1
Im Vergleichszeitpunkt sind den medizinischen Akten folgende Berichte zu ent
nehmen:
5.2
Am 26. Oktober 2018 stellte sich der Beschwerdeführer bei
Dr.
E._
vor
(Urk. 8/360; vgl. auch Urk. 8/365)
, welche eine deutliche Schwellung und Über
wärmung, eine mässige Ansammlung intraartikulärer Flüssigkeit und eine diffuse Druckempfindlichkeit über dem gesamten rechten Kniegelenk festhielt. Schmerz
bedingt seien die Meniskuszeichen und die
ligamentäre
Stabilität nicht konse
ku
tiv prüfbar gewesen. Die
Beweglichkeit sei eingeschränkt und die
Patella
mobilität
herabgesetzt (S. 1 «Befunde»). In Anbetracht der Gesamtsituation müsse aktuell von einer aktivierten Gonarthrose rechts ausgegangen werden.
Dr.
E._
atte
stierte dem Beschwerdeführer vom 26. Oktober 2018 an eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit und ab 12. November 2018 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2
; vgl. zur weiterhin attestierten Arbeitsunfähigkeit
vgl.
auch Urk. 8/366, 8/375, 8/379
).
5.3
Am 21. Januar 2019 erfolgte ein MRT des rechten Knies sowie Unterschenkels sowie eine
Orthoradiographie
der unteren Extremität beidseits. Gemäss Beurtei
lung im Bericht vom 22. Januar 2019
(
Urk.
8/380)
l
ag
eine leichte Arthrose lateral
femorotibial
ohne Hinweise auf einen substanziellen Knorpelschaden vor, soweit dies beurteilbar sei bei Metallartefakten. Keine Hinweise für einen substanziellen Kniebinnenschaden. Die Unterschenkelmuskulatur rechts sei nicht pathologisch.
5.4
Trotz Physiotherapie erreichte der Beschwerdeführer gemäss
Dr.
E._
keine Beschwerdelinderung und es zeigt
e
sich ein unverändertes Beschwerdebild mit reduzierter Belastbarkeit (Bericht vom 11. März 2019, Urk. 8/391). Im Rahmen der Konsultation vom 15. Mai 2019 hielt
Dr.
E._
fest, es sei ihres Erachtens aufgrund weiterer Therapiemassnahmen
mit keiner
namhafte
n
Besserung der Unfallfolgen am rechten Bein zu rechnen (Urk. 8/396).
5.5
Am 22. Mai 2019 erfolgte eine kreisärztliche Stellungnahme durch med.
pract
.
A._
und med.
pract
.
Z._
(Urk. 8/399).
Nach aktueller Aktenlage würden sich keine wesentlichen Veränderung
en des klinischen oder
des radiologischen
Befundes im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Juni 2016 zeigen
, weshalb die damalige Zumutbarkeitsbeurteilung weiterhin Gültigkeit habe (S. 2). In Anbetracht jener Zumutbarkeitsbeurteilung sei die angestammte Tätigkeit als Maler schon seit Juni 2016 eher nicht zumutbar beziehungsweise nicht ohne Einschränkungen (S. 1).
6.
Anlass für den gemeldeten Rückfall gab die im Oktober 2018 aktivierte Gon
arthrose rechts mit den damit verbundenen Beschwerden (vgl. E. 5.2).
Sowohl im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
wie auch im Rahmen des geltend gemachten Rückfalles ist bildgebend eine Arthrose im rechten Knie im lateralen
femor
oti
bialen
Kompartiment
ohne Hinweise auf einen substanziellen Knorpelschaden
belegt. Dieser
bildgebende
Befund änderte sich nicht
und es konnte keine objektivierbare
, rentenrelevante
Verschlechterung im Bereich des rechten Kniege
lenkes ausgemacht werden, was auch die Kreisärzte festhielten (vgl. E. 5.5)
.
Eine eigentliche medizinische Verschlechterung in Bezug auf das rechte Kniegelenk
wird weder vom Beschwerdeführer geltend gemacht (vgl. Urk. 1)
,
noch ergibt sich eine solche aus den medizinischen Akten.
Denn auch die klinischen Unter
su
chungen zeigten dieselben Problematiken, wie sie bereits anlässlich der
Renten
zusprache
vorlagen: Beweglichkeitseinschränkung
,
Druckdolenz
und Schmerzen
. Neu hinzu kam eine Schwellung
am Kniegelenk
(vgl. Urk. 8/360).
Der Beschwer
deführer gab am 7. März 2019 gegenüber der Beschwerdegegnerin an, seine Beschwerden liessen sich mittels Therapie nicht wesentlich verbessern und er stehe «am gleichen Punkt wie früher» (Urk. 8/388).
Das damals festgehaltene Zu
mut
barkeitsprofil erfuhr gemäss kreisärztlicher Beurteilung keine Veränderung. Seitens
der
Kreisärzte wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass die Tätigkeit als Malermeister stets mit Einschränkungen verbunden gewesen sei. Vorliegend hat der Beschwerdeführer als Geschäftsinhaber seiner GmbH jedoch auch weitere administrative Aufgaben.
Mangels
belegter erheblicher Verschlechterung im Bereich des rechten Kniege
lenkes ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den gemeldeten Rückfall per 31. Mai 2019 abschloss. Eine
darüber hinaus andauernde und
revi
sionsrelevante Verschlechterung ist dementsprechend nicht ausgewiesen.
7.
Fraglich ist im Weiteren, ob eine erhebliche Verschlechterung in erwerblicher Hinsicht eingetreten ist.
Im Standortgespräch vom 17. August 2016 erklärte der Beschwerdeführer, in seiner körperlichen Tätigkeit als Maler und Tapezierer sei er eingeschränkt (zirka 50 %)
. Er
habe daher die Strukturen in seinem Betrieb angepasst, so dass e
r
sich bei der körperlichen Tätigkeit so gut wie möglich entlasten könne. Er fahre von Baustelle zu Baustelle, instruiere und kontrolliere seine Mitarbeiter, schaue in der Werkstatt zum Rechten und bringe seinen Mitarbeitern Kleinmaterial auf die Baustelle. Sodann hole er Aufträge ein (Urk. 8/249 S. 93 f.).
Die mit
Einspracheentscheid
vom 3.
August 2018 (
Urk.
8/346)
zugesprochene
Rente wurde unter anderem
nach Einholung einer
betriebswirtschaftliche
n
An
alyse vom 23. Dezember
2016 (Urk. 8/265/3-8, siehe auch Be
gleitschreiben, Urk. 8/265/1-2) sowie de
s
ergänzenden
Bericht
s
dazu
vom 31. Juli 2017 (Urk. 8/308)
festgelegt. Für das Invalideneinkommen - und nur dessen Höhe bestreitet der Beschwerdeführer - wurde
letztlich
das
Durchschnittse
inkommen
gemäss individuellem Konto (IK) der Jahre 2016 und
Jahr 2017 berücksichtigt
(Urk. 8/346 S. 5 Ziff. 2b)
.
Vorliegend liegt die ursprüngliche Rentenfestsetzung mit dem
Einsprache
ent
scheid
vom 3. August 2018 nur 15 Monate zurück. Eine
seit
her
eingetretene
kon
krete erwerbliche Veränderung hat der Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Zwar führte er aus, er habe im Jahr 2018
nur mehr
einen Lohn von Fr. 84'000.-- erhalten
(
Urk.
1 S. 4)
. Jedoch hatte er auch im Herbst 2018 einen Rückfall aufgrund der K
niebeschwerden angemeldet. A
ufgrund dessen ist er im Betrieb ausgefallen und bezog Taggeldleistungen (vgl. Urk. 8/363
).
Das Einkommen des Jahres 2018 kann daher nicht herangezogen werden. Eine erhebliche
und andau
ernde
Veränderung in erwerblicher Hinsicht ist im Hinblick auf das erst wenige Monate vor dem angemeldeten Rückfall festgelegte (und nicht angefochtene) Invalideneinkommen nicht ausgewiesen.
Das
sich am 3. Juli 2019 zugetragene Ereignis ist vorliegend nicht Anfechtungsgegenstand (vgl. E. 1). Im Rahmen des in diesem Zusammenhang abzuwickelnden Verwaltungsverfahren
s
wird sich die Frage der erwerblichen Auswirkungen aufgrund dieses Ereignisses stellen. Wie der Beschwerdeführer im Gerichtsverfahren geltend macht
e
, würden ihn die Fol
gen dieses Ereignisses weiter in seinem erzielten Invali
d
eneinkommen einschrän
ken. Selbstredend kann aus
genannten Gründen
auch der bis zum angefochtenen
Einspracheentscheid
erzielte Erwerb des Jahres 2019 nicht berücksichtigt werden.
8.
Der
Einspracheentscheid
vom 6
.
November 2019
erweist sich damit als rechtens. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.