Decision ID: b49a1ac1-f131-415a-8c7b-aadb54ee8cdf
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1955,
absolvierte eine Ausbildung zum Schlosser (
Urk.
8/8/10
,
Urk.
8/20/7
).
Im Jahr 1979
reiste
er
in die Schweiz ein
(
Urk.
8/2/1, 4)
.
Er war s
eit 1987
in zweiter Ehe verheiratet
und
Vater
dreier Kinder
,
geboren 1989, 1990 und 1995
(
Urk.
8/2/1, 3
)
.
X._
arbeitete
unter ande
rem
in der Guss-Produktion
der
C._
, in einer Speng
lerei und Schlosse
rei, als Kanalreiniger, im Baugewerbe sowie als Hilfsarbeiter in der Ma
schinen-Produktion (
Urk.
8/20/7-8). Es folgte eine Anstellung beim
Personalvermitt
lungsunternehmen
D._
, über welches
X._
namentlich von
September
2005
bis
Januar 20
09
bei
der
Maschi
nenfabrik
E._
als
Beschicker
/Verputzer
eingesetzt
wurde
(Urk.
8/2/6
, Urk.
8/8/8
, Urk.
8/12/3
,
Urk.
8/20/8,
Urk.
8/41/
9
, Urk.
8/41/13
).
Am
3.
Juni 2009
meldete er sich unter Hinweis auf eine seit Februar
2009
bestehende Gesundheitsstörung, insbe
son
dere eine generalisierte Angststörung
,
eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig
leicht
gradige
Episode
,
sowie ein Asthma bronchiale
(
Urk.
8/1/1,
Urk.
8/2/8)
bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
8/2,
Urk.
8/5). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hin
sicht, wobei sie namentlich das Gutachten
der
MEDAS F._
vom 1
8.
Mai 2010 (Urk.
8/20)
einholte
.
Gestützt auf dieses Gutachten
ermittelte die IV-Stelle
einen Inva
liditätsgrad von 13
%
und stellte
dem Versicherten mit Vor
bescheid vom
9.
Dezember 2010
die Ab
weisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk.
8/
28
).
1.2
Mit
Sc
hreiben
der
ehemaligen
Psychotherapeutin des Versicherten
,
Dr.
med. G._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 21.
Ja
nuar 2011
berichtete diese der
IV-Stelle
, der Versicherte
habe zwei
Suizidversuche unter
nommen
(Urk.
8/31).
Alsdann teilte die
Ehefrau des Versicherte
n
der IV-Stelle am 27.
Ja
nuar 2011
mit
, dass sich dieser am 2
0.
Januar 2011
vor einen Zug gewor
fen ha
b
e
und mit Verletzungen ins Spital gebracht worden sei
(Urk.
8/33).
Die IV-Stelle nahm dieses Schreiben als Einwand gegen ihren Vorbescheid vom
9.
Dezember 2010
(Urk.
8/28)
entgegen (
Urk.
8/35
).
Bei ihre
n
Abklärungen zu den Ereignissen vom 2
9.
Oktober 2010 und 2
0.
Januar 2011
zog d
ie IV-Stelle
die Akten des
Unfallversicher
ers
, der Schweizerische
n
Unfallversicherung (SUVA), bei (vgl. Urk.
8/41,
Urk.
8/50,
Urk.
8/74). Weiter
veranlasste sie
das Gutachten von
Dr.
med. H._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom
1
1.
März 2013
(Urk.
8/7
8
und Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2013,
Urk.
8/87
)
und holte die Akten der Krankentaggeldver
sicherung (
Urk.
8/109)
ein
. Am
8.
September 2014 erliess die IV-Stelle
sodann
einen neuen Vorbe
scheid, mit welchem sie dem Versicherte
n
die Ausrichtung einer gan
z
en Invali
denrente mit Wirkung vom
1.
April 2010 bis 3
1.
Januar 2013 ankündigte (
Urk.
8/120). Dagegen liess
dieser
am
1.
Oktober 2014 Ein
wand erheben (
Urk.
8/123).
Nach Prüfung des Einwandes verfügte die IV-Stelle am
1
0.
August 2015
wie vorbeschieden
die Ausrichtung
einer
befristeten
ganzen Invali
den
rente
mit Wirkung
vom
1.
April 2010 bis 3
1.
Januar 2013 (
Urk.
2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
September 2015 Beschwerde und liess beantragen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Es sei die Verfügung vom 1
0.
August 2015 insofern abzuändern, als dass die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist
,
dem Beschwerdeführer gemäss den nachfolgenden Erwägungen auch über den 3
1.
Januar 2013 hinaus eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten.
2.
Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung des Rentenanspruches ab
1.
Februar 2013 an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen
;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu
las
ten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom 1
1.
November
2015 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7, unter Beilage
ihrer
Akten [Urk.
8/1
148]
)
. Mit Replik vom
1.
Dezember 2015
hielt der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren
fest
(
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin erklärte mit Eingabe vom 17. Dezem
ber 2015 Verzicht auf Duplik (Urk. 14), was dem Be
schwerde
führer mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
2.2
Mit Schreiben vom 21. April 2016 teilte Rechtsan
walt Kempf dem Gericht mit, dass der Beschwerdeführer am 31. März 2016 gestorben ist (Urk. 17).
Daraufhin
wurde der Prozess mit Verfügung vom 2
5.
April 2016
bis zum Entscheid über den An
tritt der Erbschaft des Beschwerdeführers
sistiert (
Urk.
19).
Rechtsan
walt Kempf reichte
in der Folge
den Erbschein des Bezirksgerichts Pfäffikon in Sachen des Nachlasses des Beschwerdeführers vom 2
7.
Mai 2016 (
Urk.
22) und das Schreiben des Bezirksgerichts Pfäffikon vom
8.
Juli 2016 ein, mit welchem mitgeteilt wurde, dass bis zu diesem Tag keiner der im Erbschein aufge
führten Erben ein
e
Erbausschlagung eingereicht habe (
Urk.
27). Mit
Gerichts
verfügung
vom 1
3.
Juli 2016 wurde die Verfahrenssistierung aufgehoben und vom Eintritt der Erben von
X._
,
Y._
,
Z._
,
A._
und
B._
in den Prozess
Vormerk
genom
men (
Urk.
28).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Die rückwirkend ergan
gene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass
Revisions
gründe
(BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die In
vali
denversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des
I
n
validi
tätsgrades
eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung er
for
derliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sach
ver
halts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit dem
jenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herab
setzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
be
schwerde
weise
einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Ein
schränkung des Gegen
stan
des des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten ge
bliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung aus
geklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenan
spruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit so
wohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
wei
sen).
1
.4
1.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die ver
sicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
1.4.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des
Gesundheits
schadens
auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsar
beiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zuge
lassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen
behin
derungs
bedingten
Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallen
den Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.5
1.5.1
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
be
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be
richt oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der am 3
1.
März 2016 verstorbene
X._
auch über den 3
1.
Januar 2013 hinaus Anspruch auf eine Invali
denrente gehabt hätte.
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog mit angefochtener Verfügung vom 1
0.
August 2015, dass es sich
bei
den - von
Dr.
H._
angeführten
- Diagno
sen rezidi
vierende depressive Störungen, gegenwärtig leichte und schwere Epi
sode, generalisierte Angststörung um vorübergehende Leiden handle, welche in der Art, Intensität, Ausprägung und Dauer die Schwere eines invalidisieren
den
Ge
sundheitsschadens
aus iv-r
echtlicher Sicht nicht erfülle
n würden
.
Aus soma
ti
scher Sicht sei
X._
von April 2009 bis Oktober 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Bei
m Einkommensvergleich resultier
e für diesen Zeit
raum ein Invaliditätsgrad von 100
%
. Hernach habe si
ch
sein Gesundheits
zu
stand verbessert und er sei in einer angepassten Tätigkeit zu 85
%
arbeitsfähig gewesen.
Der Einkommensvergleich
ergebe einen
rentenausschliessenden
Invali
ditätsgrad
von 22
%
ab
Oktober 2012
(
Urk.
2, Ver
fügungsteil 2, S. 2
-3
).
Damit sei die
ganze Rente
bis 31.
Januar 2013 - drei Monate nach Verbe
sserung des Gesundheits
zu
standes
- zu befristen
(Urk.
2, Verfügungsteil 2, S. 3). Mit
Beschwer
deantwort
vom 11.
November 2015 brachte die Beschwerdegegnerin sodann vor, dass in der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
August 2015 zu Un
recht von einer 85%igen Arbeitsfähig
keit
von
X._
ab Oktober 2012 ausgegan
gen worden sei. Die 15%ige Arbeitsunfähigkeit sei allein auf
grund von psy
chischen Einschrän
kun
gen attes
tiert worden, worauf jedoch nicht abgestellt wer
den könne. Aus somatischer Sicht habe ab Oktober 2012 keine Einschränkung des Leistungsvermögens bestanden (
Urk.
7 S. 2).
2.3
Die Beschwerdefüh
renden
lassen demgegenüber im Wesentlichen
vorbringen
, dass sich d
er Krankheitsverlauf
von
X._
im Zeitpunkt der Untersu
chung durch
Dr.
H._
immer noch im Verlauf einer schweren
depressiven
Episode befunden
und sich
die
depressive Störung
bei der Untersu
chung
nur als
leichtgradig
präsen
tiert
habe
(
Urk.
1 S.
8-
9). Gestützt auf die Einschätzung
seiner behandelnden Psychiaterin, Dr.
I._
,
sei
von einer Arbeitsun
fähigkeit von mindestens 70
%
,
nur schon aus psychischen Gründen
,
auszuge
hen. Allein schon
deswegen
hätte über den 31.
Januar 2013 hinaus An
spruch
auf eine ganze Rente bestanden (
Urk.
1 S.
9). Was
die
körperliche
n
Ein
schränkungen betreffe, so habe die
Beschwerdegeg
nerin
zu Un
recht bloss auf die
Zu
mutbarkeitsbeurteilung
des SUVA-Kreisarztes abgestellt, bei welcher allerdings
nicht
unfall
bedingte
physische Einschrän
kungen, wie zum Beispiel das chro
nische Asthma, an welchem
X._
gelitt
en habe, nicht be
rück
sichtigt worden seien (
Urk.
1 S. 11). Hinsichtlich des
Einkommens
ver
gleichs
der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 10.
August 2015 sei schliesslich zu beanstanden, dass keine Par
allelisierung der
Vergleichsein
kom
men
vorgenommen und beim Invalideneinkommen kein
leidens
bedingter
Abzug von 25
%
gewährt worden sei. Würde
dies beim
Ein
kommensvergleich
berück
sichtigt
, würde so oder anders ab
1.
Februar 2013 ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
resultieren (
Urk.
1 S. 11-12).
3.
3.
1
3.1.1
In somatischer Hinsicht liegen folgende Unterlagen vor, welche für die Beur
teilung der streitgegenständlichen Fragen relevant sind:
3.1.2
Der
pneumologische
Gutachter der
MEDAS F._
diagnostizierte nach der Untersuchung vom
1.
März 2010
ein
chronisches, nicht-allergisches Asthma bronchiale, aktuell ungenügend kontrolliert (
Urk.
8/20/16,
Urk.
8/20/26).
Aus
pneumologischer
Sicht sei die Beurteilbarkeit durch die aktuell vorhande
nen
Infektexazerbation
und die nicht konsequente antiasthmatische
Inha
la
tionstherapie
erschwert. Aufgrund der Voruntersuchungen im
Kantonsspital J._
und den aktuellen Befunden sei davon auszugehen, dass unter einer zumindest theoretisch täglich konsequent durchgeführten antiasthmatischen Inhalationstherapie eine recht gute Asthmastabilisierung erreicht werden könne, so dass
X._
nur für körperlich mittelschwere und schwere Arbeiten
wahrscheinlich ungeeignet
sei. Für körperlich leichte Arbeiten ohne Exposition zu Atemwegnoxen wie Rauch, Staub, Hitze, Kälte oder anderen
atemwegsreizenden Substanzen sei er zu 100
%
arbeitsfähig, vorausgesetzt die antiasthmatische Behandlung werde auch konsequent umgesetzt (
Urk.
8/20/29).
3.1.3
Dr.
med. K._
, Facharzt für Chirurgie FMH, führte i
m Bericht zur
kreis
ärztlichen
Untersuchung vom
3.
Oktober 2012 die folgenden Diagnosen an (
Urk.
8/74/24):
Polytrauma nach Suizidversuch am 2
9.
Oktober 2010 mit:
leichtem Schädel-Hirntrauma
multiplen Schürfwunden und Rissquetschwunde
Rippenserienfrakturen ventral 2-7 rechts
Rippenserienfrakturen ventral 3-6 links
undislozierter
Fraktur des
Manubrium
sterni
kleinem
Hämatothorax
links
Status nach konservativer Therapie
Polytrauma nach Suizidversuch am 2
0.
Januar 2011 mit:
offener
Patellaquerfraktur
Status nach Schraubenosteosynthese linker
Patellaunterpol
Status nach sekundärer Dislokation und
Drahtcerclage
Status nach Ausriss der
Drahtcerclage
dislozierter
Radiusschaft
-Querfraktur links
Status nach Plattenosteosynthese
leichtem Schädel-Hirntraum
a
Rippenfrakturen
Costae
10-11 links und 10 lateral rechts
mehrfragmentärer
Scapulafraktur
rechts
Status nach Ruptur linke Oberpolarterie und Lazeration linke
Nieren
vene
Status nach dorsaler
Spondylodese
L3-5 mittels Fixateur intern und Dekompression L4/5 und Implantation eines Wirbelkörperersatzes L4 nach Deckplattenimpressionsfraktur L4 mi
t
Beteiligung der
Hinter
kante
Fraktur
Prozessus
spinosus
C6 und L5,
Prozessus
spinosus
und
Costa
rius
L2 und L3 rechts,
Costarii
L1 beidseits
Bei
X._
bestehe bezüglich des ersten Unfalls ein halbes Jahr nach dem Unfalldatum (2
9.
Oktober 2010) wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit unfallbedingt ohne jegliche Einschränkung. Für die Folgen des zweiten Unfalls
vom 2
0.
Januar 2011
bestehe ab dem Untersuchungstag (
3.
Oktober 2012) wieder eine volle Arbeits
fähigkeit mit folgendem Leistungsspektrum (
Zumutbar
keitsbeurteilung
):
Voll
zeitig
zumutbar seien wechselbelastende Tätigkeiten, ohne längere
Zwangshal
tungen
für den Rücken, ohne kniende, hockende und kauernde Arbeiten, ohne das Tragen von Lasten auf unebenem
Gelände und mit einer
Gewichts
beschrän
kung
von 15 kg au
f
ebenem Gelände selten, und 8 kg auf ebenem Ge
lände repetitiv, ohne repetitives Besteigen von Leitern und Trep
pen (Urk.
8/74/25).
3.2
3.2.1
Hinsichtlich der psychischen Gesundheitsstörung von
X._
lassen sich in den Akten
sodann
folgende
entscheidrelevante
medizinische Unter
lagen finden:
3.
2
.2
Dem Bericht von
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, SUVA Versicherungsmedizin, Versicherungspsychiatrischer Dienst,
zur Untersuchung vom 2
3.
Mai 2012
ist die Diagnose schwere re
zidivierende depressive Störung
(ICD-10: F33.2), die teilweise mit paranoiden Handlungen einhergeh
t
,
zu entnehmen (
Urk.
8/74/94). Bei den beiden Suizidversuchen vom 2
9.
Oktober 2010 und 2
0.
Januar 2011 habe
X._
jeweils in einem Zustand schwer depressiver Erkrankung mit einer wahnhaften Sympto
matik gehandelt (
Urk.
8/74/95).
Zum psychischen Befund führte
Dr.
L._
aus, dass
X._
orien
tiert und bewusst
s
einsklar, aufmerksam und konzentriert sei. Er zeige ein sehr gutes Gedächtnis für die Daten seiner Biografie, verstehe seine Fragen ohne weiteres und gebe präzise Auskunft. Für psychische Störungen der Wahr
neh
mung oder des Denkens gebe es keine Hinweise. Es bestehe eine latente Suizi
dalität. Er verknüpfe seine Suizidgedanken immer wieder mit äusseren An
läs
sen, insbesonder
e finanziellen Ängsten.
Er spreche mit lauter, polternder Stimme, zwar grammatikalisch oft falsch und lückenhaft, ober ohne Schwierig
keiten im Verständnis und in der Aussage. Die Stimmung sei deutlich de
pri
miert. Anfangs sitze er lediglich da und warte auf die Fragen, um diese kurz zu beantworten. D
er
psychomotorische Antrieb sei
intakt, die Modulation in affek
tiver Hinsicht ausreichend. Er klage insbesondere über Ängste vor dem finanzi
ellen Zusammenbruch, der Verarmung der Familie, klage sich wegen seiner Unfähigkeit zu arbeiten an, fühle sich auch gequält durch die Erinnerung an den Bruder, der ihm mit seiner Aggression das Haus der Eltern weg
genommen habe. Zurzeit quäle in die Situa
tion im Wohnheim, dass er dort hohe Kosten von
Fr.
4‘000.-- pro Monat verursache, wo er doch gratis zu Hause wohnen könnte. Am Ende werde man ihm von der Gemeinde aus die Wohnung weg
nehmen. Hinsichtlich de
r
Suizid
versuche spreche er von
raptusartigen
Zu
stän
den, in denen die negativen Ge
danken von ihm Besitz ergreifen und schliesslich jede innere Argumentation verhindern würden. Er stehe dann unter dem Zwang, sich jetzt auf jeden Fall umbringen zu müssen (
Urk.
8/74/93).
3.
2.
3
Dr.
H._
führte in seinem Gutachten vom 1
1.
März 2013 die Diagnosen rezidivierende depressive Störung, seit Sommer 2012
leichtgradige
Episode (F33.0), Suizidversuche während schweren depressiven Episoden (F33.2) und ge
neralisierte Angststörung, remittiert seit März 2010 (F41.1)
,
an (
Urk.
8/78/8).
Zu den objektiven Befunden hielt
Dr.
H._
namentlich fest, dass
X._
im Bewusstsein weder vermindert noch eingeengt sowie zeitlich, örtlich und situativ orientiert sei
. Zu Beginn
der Untersuchung
sei er etwas unkonzentriert ge
wesen, mit der Zeit sei es damit besser gegangen. Es bestün
den keine
Merk
fähigkeitsstörungen
und eine gute Auffassungsgabe. Das Denken sei nicht ge
hemmt und nicht umständlich.
X._
habe zu Beginn eher forsch und zupackend gewirkt, habe er doch mit lauter, polternder Stimme ge
sprochen. In Bezug auf die Selbstmordversuche bestünde ein Leidensdruck. Er habe jeweils für kurze Zeit die Kontrolle verloren und sich um
bringen wollen. Eine depressiv
e Stimmungslage bestehe nicht,
X._
sei aller
dings
in Hinsicht auf die Zukunft eher ratlos. Phasenweise reagiere er etwas ge
reizt. Der Antrieb sei nicht verarmt, nicht gesteigert. Es bestünden kein sozialer Rückzug und keine Aggressivität. Eine Suizidalität sei beim
Untersuchungs
ter
min
(2
1.
Februar 2013) nicht feststellbar gewesen (Urk.
8/78/7).
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
H._
fest, dass die Suizidhandlungen
von
X._
durch Lebensprobleme eingeleitet worden seien.
Er
habe jeweils bei Lebensproblemen, beim Verlust des Arbeitsplatzes oder bei Über
las
tung am Arbeitsplatz
dekompensiert
, worauf er akut suizidal geworden sei. In der Regel erhole er sich rasch von den Depressionen. Es könne unter anderem der Bericht der
M._
vom 1
2.
Juni 2009 erwähnt werden, wo beim Austritt nur noch eine
leicht
gradige
depressive Episode nachweisbar gewesen sei. Der Psychiater Dr.
med.
N._
habe in seinem Gutachten vom Februar 2010
(
MEDAS F._
)
sogar eine Remission der Depres
sivität festgestellt. Eine lange Phase starker Depressivität habe
X._
vom März bis November 2011 erlebt, als er in der
O._
ho
spita
lisiert gewesen sei. Zuvor habe im Februar/März 2005 eine schwere depressive Episode und vom September bis November 2010 eine mittel
gradige depressive Episode bestanden.
Nach einer
schweren de
pres
siven Episo
de vom Januar bis April 2011 habe im Mai 2011 eine mittelgradige de
pressive Episode, von Juni 2011 bis Herbst 2011 eine schwere depressive Epi
sode sowie von Herbst b
is Frühjahr 2012 eine mittelgra
dige
depressive Episode bestanden. Gemäss
X._
gehe es ihm seit Frühjahr
2012
deutlich besser. Seit Frühjahr
2012
bestehe eine leichte depressive Episode. Diese günstige Ent
wicklung sei nachvollziehbar.
Früher sei
X._
jeweils
dann in eine Suizidalität geraten beziehungsweise habe mit einer Ver
stärkung reagiert, wenn er bei der Arbeit Probleme gehabt habe. Er habe nun
mehr eine geregelte halbtägige Arbeitsstelle in einer Behindertenwerkstätte und sei dort gut inte
griert
(
Urk.
8
/78/9)
.
Die generalisierte Angststörung sei
grossteils
remittiert (Urk.
8
/78/14).
Schliesslich äusserte sich
Dr.
H._
zur Arbeitsfähigkeit von
X._
aus psychischer Sicht dahingehend, dass dieser vom September bis November 2010
zu 50
%
, von Januar bis April 2011 zu 100
%
, hernach für kurze Zeit zu 50
%
und von Juni 2011 bis Herbst 2011 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Von Herbst 2011 bis Frühjahr 2012 sei
X._
sodann zu 50
%
arbeitsfähig gewesen (
Urk.
8
/78/10). In der Folge habe sich seine Arbeitsfähigkeit gesteigert und ihm sei seine bisherige Tätigkeit ab Frühjahr
2012
zu ca. 85
%
zumutbar (
Urk.
8
/78/11).
3.
2.
4
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chiatrie,
hielt in ihrem Bericht zu H
ä
nden der
Krankentag
geldversicherung
vom 1
2.
Juli 2012 zu Befund und Diagnose fest, dass
X._
affektiv bedrückt, aber schwin
g
ungsfähig, sowie teils verzweifelt sei. Eine innere Unruhe sei spürbar. Er sei sehr um Anpassung bemüht. Im gut
strukturierbaren
Rahmen arbeite er gerne und ausdauernd in der geschützten Werkstatt. Bezüglich neuer Arbeiten brauche er Motivation und Unterstützung wegen erheblichen Selbstzweifel
n
und Ängsten. Diagnostisch handle es sich um eine rezidivierende depressive Störung mit unvollständiger Remission nach der letzten schweren Episode und
um
eine generalisierte Angststörung (
Urk.
8/109/5)
.
Zu Händen
des Rechtsvertreters von
X._
schrieb
Dr.
I._
sodann
am 3
0.
Oktober 2012
, dass
X._
vom 21.
Fe
bruar bis
6.
Juli 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig gewe
sen sei.
Anschliessend sei d
ie unter geschützten Arbeitsbedingungen (Werkstatt für psychisch Kranke, einfache Serienarbeiten unter Anleitung)
erbrachte Arbeits
leistung gut gewesen. Unter Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes sei allerdings weiterhin von einer erheblichen Einschränkung mit einer Arbeits
fähigkeit im Bereich von etwa 30
%
auszugehen (
Urk.
8
/83).
In ihrem Bericht vom
9.
März 2015
an die Beschwerdegegnerin
diagnostizierte
Dr.
I._
eine re
zidivierende depressive Störung, zuletzt leichte Episode (F33.0), früher zum Teil schwere Episoden mit Suizidversuchen, keine vollstän
dige Remission,
differen
tialdiagnostisch
(DD:)
Persönlichkeitsver
ände
rung
nach psychischer Erkrankung (F62.1) [
Urk.
8/136/1].
Im selben Bericht
hielt
Dr.
I._
weiter
fest, dass bei einer der jetzigen Tätigkeit (im geschützten Rahmen, ohne Zeitdruck) entsprechenden Arbeit und geeignetem Vorgesetzten, der Erfahrung mit psychiatrischen Patienten habe,
für
X._
stufen
weise eine bis ca. 60%ige Arbeitsfähigkeit erreichbar
wäre
(
Urk.
8/136/2).
4.
4.1
Betreffend d
i
e Einschränkungen in somatischer Hinsicht blieb unbestritten, dass
X._
hinsichtlich der Folgen des
am
20.
Januar 2011 erlittenen Polytrauma
s
ab
Oktober 2012
in einer
leidensange
passten
Tätigkeit wieder zu 100
%
arbeit
sfähig war. Die Beschwerdeführenden
ma
chen jedoch geltend
, dass
X._
darüber hinaus auch aufgrund seines Asthmas einge
schränkt gewesen sei
(
Urk.
1 S. 11)
.
Gestützt auf
das
Gutachten der
MEDAS F._
vom 1
8.
Mai 2010 (Urk.
8/20
,
E. 3.1.2
) ist davon auszugehen, dass
X._
aufgrund des Asthmas
keine
Arbeiten
mit
Exposition zu
Atem
wegnoxen
wie Rauch, Staub, Hitze, Kälte oder anderen
atemwegs
rei
zenden
Sub
stanzen
zumutbar
waren
,
er
unter Berücksichtigung dieser Ein
schränkung jedoch für körperlich leichte Tätigkeiten zu
100
%
arbeitsfähig
war.
Bei seiner Beurteilung ging der
pneumologische
Gutachter der
MEDAS F._
zu Recht
von der An
nahme
aus
, dass d
ie antiasthmatische Be
handlung beziehungs
weise die Inhalationstherapie
umgesetzt würde
(vgl. Urk.
8/20/29)
. Dass
X._
dem teilweise nicht nachgekommen ist (vgl.
Urk.
8/20/28-29,
Urk.
8/41/55), ist nicht ent
scheidend.
Da sich in den
nach
fol
genden Arztberichten keine Hinweise für eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen des Asthmas fin
den, gilt dies auch für den Zeitraum ab
Oktober 201
2.
Weiter
e
Einschränkungen in somatischer Hinsicht werden nicht substantiiert dargetan und sind aus den medizinischen Akten
auch
nicht ersichtlich.
4.2
Was die psychische Gesundheitsstörung betrifft, so legte der Gutachter Dr.
H._
g
estützt auf die erforderlichen allseitigen Unter
suchungen (
vgl.
Urk.
8
/
78
/
5
-
7
), in Kenntnis der relevanten medizinischen
Vorakten
(
vgl.
Urk.
8
/
78
/
2
-
4
) und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (Urk.
8
/
78
/
5-6
) in nachvollziehbarer Weise dar, dass
bei
X._
seit Sommer 2012 eine
leichtgradige
depressive
Episode und eine Arbeits
fähig
keit in psy
chischer Hinsicht von 85
%
bestanden habe (
Urk.
8/78/8, Urk.
8/78/11). Die Be
schwerdeführenden
bemängeln, dass die Untersuchung durch Dr.
H._
nur 1 1⁄4 Stunden gedauert
habe
und kein Dolmetscher beige
zogen wor
den sei
(Urk.
1 S.
7)
.
Hierzu ist festzuhalten
, dass nach der Recht
sprechung des
Bundesgerichts sich ein genereller Zeitrahmen für eine psy
chia
trische Unter
suchung nicht ver
bindlich angeben lässt. Der Zeitaufwand
für eine solche Untersuchung schwankt in weiten Grenzen, je nach Frage
stellung und zu beur
teilender Psychopathologie (Urteil des Bundesgerichts I 58/06 vom 13. Juni 2006 E. 2.
2
mit weiteren Hinweisen). Da sich
X._
mit dem psychia
trischen
Gutachter der
MEDAS F._
sehr gut auf Deutsch verständigen konnte und g
emäss
diesem Gutachter
das Gespräch auch ohne Dolmetscher möglich ge
wesen
sei
(
Urk.
8/20/23)
und sich
X._
namentlich auch
mit dem SUVA-Kreisarzt auf Deutsch unterhalten
konnte (Urk.
8/74/21), ist
sodann
nicht zu beanstanden,
dass
Dr.
H._
keinen Dol
metscher beigezogen hat.
Die Beschwerdeführe
nden
machen weiter geltend, dass die Untersuchung durch Dr.
H._
nur eine Momentaufnahme darge
stellt habe, zumal der Gutachter
mit der behandelnden Psychiaterin, Dr.
I._
, keine Rücksprache ge
nommen habe (
Urk.
1 S.
7).
Dem ist entgegen
zu
halten, dass f
remd
anamnestische Abklärungen nach der
bundes
gericht
lichen
Rechtsprechung bei der psychiatrischen Begutachtung
zwar
wünschens
wert, jedoch
nicht
zwingend erforderlich
sind
(Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_395/2016 vom 2
5.
August 2016 E.
4.1,
I 58/06 vom 1
3.
Juni 2006 E.
2.3
,
je
mit weiteren Hinweisen).
Dr.
H._
standen die medizinischen
Vorakten
zur Verfügung
(vgl. Urk. 8/78/2-4) und er nahm zur damaligen psychiatrischen Behandlung von
X._
Stellung (
Urk.
8/78/9-10).
Zudem
äusserte
er sich
nach
seinem Gutachten vom 11. März 2013
(
Urk.
8/78) am 2
9.
Juli 2013 zum Schreiben von Dr.
I._
vom 3
0.
Oktober 2012 (
Urk.
8/83). An seiner Beurteilung änderte dieses Schreiben jedoch nichts (
vgl.
Urk.
8/87/2).
Zu berücksichtigen ist ferner, dass eine
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
kann
. Der begutach
tenden Person ist deshalb praktisch ein gewisser Spielraum
-
innerhalb dessen ver
schiedene medizinische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind
-
zu gewähren, sofern dabei lege
artis
vorgegangen worden ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medi
zinischem Behandlungs- und
Ab
klä
rungsauftrag
(BGE 124 I 170 E. 4) kann eine medizinische Admi
nistrativ- oder Gerichtsexpertise nicht stets in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Ab
klä
rungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschied
lichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten ab
weichenden Auf
fassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn diese objektiv feststell
bare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begut
achtung unerkannt geblieben und geeig
net sind, zu einer abweichenden Beur
teilung zu führen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_215/2012 vom 11. Juli 2012 E.
7.4 mit weiteren Hinweisen)
. I
n
den Berichten und Schreiben von Dr.
I._
(E. 3.2.4)
werden
keine
objektiv feststellbare Gesichtspunkte vor
ge
bracht
, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung
durch
Dr.
H._
unerkannt geblieben und geei
gnet wären, dessen Gutachten in Zweifel zu ziehen. Es ist auch der Er
fah
rungstatsache Rechnung zu tragen, wo
nach behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrecht
liche
Vertrauensstellung in Zweifels
fä
llen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus
sagen
(BGE 135 V 465 E. 4.5).
F
erner
ist
auch die unterschiedliche Natur von Begutachtungsauftrag einer
seits und Behandlungsauftrag andererseits
zu berück
sichtigen
(Urteil des Bundesgerichts I 663/05 vom 2
7.
November 2006
E.
2.2.2).
Dem
Gutachten von
Dr.
H._
vom 1
1.
März 2013 (
Urk.
8/78)
kommt somit
voller
Beweiswert zu
.
Bezüglich der von
Dr.
H._
gestellten Diagnosen
rezidivierende depressive Störung, seit Sommer 2012
leichtgradige
Episode sowie Suizidversuche während schweren depressiven Episoden (
Urk.
8/78/8)
gilt es jedoch zu berücksichtigen
, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung leicht bis mittelgradige de
pressive Stö
rungen rezidivierender oder episodischer Natur einzig dann als invalidisierende
Krankheiten in Betracht
fallen
, wenn sie erwiesenermassen therapie
resistent sind. Nur in dieser - seltenen, da nach gesicherter psychiatri
scher Er
fahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Kon
stellation ist den normativen Anforderungen des Art.
7
Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (Urteil des Bundesgerichts 9C_901/2015 vom 8.
Juli 2016
E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
Im vorliegenden Fall bestanden gemäss
Dr.
H._
bezüglich Psychopharmaka noch therapeutische Möglich
keiten (
Urk.
8
/78/10
; vgl. auch
Urk.
8/87/6
).
Wohl hielt
er
eine ein
gehende Psy
chotherapie für nicht erforderlich, da vermutlich
bei
X._
nur wenig
Intro
spektions
fähigkeit
bestehe (
Urk.
8/78/10), jedoch
war
X._
, als er am 21.
Februar 2013
durch
Dr.
H._
untersucht wurde (
Urk.
8/78/1), noch in Behandlung bei
Dr.
I._
(vgl. E. 3.2.4 vorste
hend)
. Von einer Therapieresistenz konnte mithin nicht gesprochen werden, wes
halb die diagnos
tizierte leichte depressive Episode
keine invalidisierende Wirkung hat
te
.
Der
von
Dr.
H._
ebenfalls diagnostizierten generalisierten Angststörung
ist eben
falls invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant, da sie laut Gutachter seit März 2010 remittiert
war
(
Urk.
8/78/8).
4.3
Zusammenfassend ist mithin davon auszugehen, dass
X._
im Oktober 2012
in
somatischer Hinsicht in einer Verweisungstätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig war.
In psychischer Hinsicht bestand damals nach dem hiervor Gesagten kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden.
5.
5.1
In erwerblicher Hinsicht
machen die Beschwerdeführenden
unter Hinweis auf die Verfügung der SUVA vom 2
1.
März 2013
(
Urk.
8/82
)
geltend, dass das
Vali
deneinkommen
von
X._
unterdurchschnittlic
h gewesen sei, was beim Einkom
mensvergleich
durch eine Paralle
lisierung der
Vergleichsein
kom
men
(vgl. dazu namentlich: BGE
134 V 322 E. 4.1
,
135 V 58 E. 3.1, 135 V 297 E. 6.1.2
, je mit weiteren Hinweisen
)
zu ber
ücksichtigen sei (
Urk.
1 S. 12)
. Die Beschwerdegegnerin stellte beim hypothetischen
Valideneinkommen
jedoch
-
zu
Gunsten von
X._
-
auf einen
höheren
Tabellenlohn
gemäss der
Lohnstrukturer
he
bung
(LSE)
des Bunde
s
amtes für Statistik ab (
vgl.
Urk.
8/22,
Urk.
8/139/3
), wo
bei
- bereinigt um die Nominallohnentwicklung - ein hypo
thetisches
Vali
deneinkommen
von
Fr.
65‘706.-- resultierte (
Urk.
2,
Verfügungs
teil
2, S.
2-
3). Dies ist n
icht zu beanstanden. Wird statt auf das zuv
or erzielte
unterdurch
schnitt
liche Einkommen
auf den Tabellenlohn abge
stellt, fällt eine Paralleli
sierung
der Vergleichseinkommen
ausser Betracht.
5.2
Dem
hypothetischen Invalideneinkommen
legte
die Beschwerdegegnerin eben
falls lohnstati
sti
sche Angaben (LSE 2008, TA1,
Total, Anforderungsniveau 4/Männer)
zugrunde
, was von den Beschwerdeführenden
nicht be
anstandet
wird. In der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
August 201
5
ging die
Beschwer
de
geg
nerin
davon aus, dass
X._
in somatischer Hin
sicht
ab Oktober 2012
in einer Ver
w
ei
sungstätigkeit nur noch in einem 85%
Pensum tätig sein
konnte
(
Urk.
2, Ver
fügungsteil 2, S. 2). Aus somatischer Sicht war
X._
ab Oktober 2012 in einer
Verweisungstätigkeit jedoch zu 100
%
arbeitsfähig (E. 4.1 vor
stehend). Da in psychischer Hinsicht im
dama
ligen
Zeitpunkt kein invalidenversicherungsrechtlich-relevanter
Gesund
heits
schaden
mehr bestand (E.
4.2
vorstehend
), kann auf die von
Dr.
H._
attes
tierte Arbeits
unfähigkeit von 1
5 %
ab Frühjahr 2012 (
Urk.
8/78/11)
aller
dings
nicht abgestellt werden
.
Ausgehend vom von der
Beschwerde
ge
gnerin
in der ange
fochtenen Verfügung vom 1
0.
August 2015 angeführten
Invaliden
einkom
men
(
Urk.
2, Verfügungsteil 2, S. 2)
, ergibt sich ein
(ungekürztes)
hypo
thetisches
In
valideneinkommen
von
Fr.
64‘410.--. Ein sogenannter
leidens
be
dingter
Abzug (vgl.
E. 1.4.3 vorstehend
) entfällt, da die Tätigkeit gemäss
Zumutbar
keitsprofil
von SUVA-Kreisarzt Dr.
K._
(E. 3.1.
3
)
mit der früheren Arbeit von
X._
als
Beschicker
/Verputzer bei der Maschinen
fabrik
E._
vergleichbar ist und er diese Arbeit trotz Asthma
aus
führen konnte.
Gründe für einen Abzug unter einem anderen Titel sind nicht ersicht
lich.
5.3
Der Einkommensvergleich (
Valideneinkommen
:
Fr.
65‘706.--;
Invalideneinkom
men
:
Fr.
64‘410.--) ergibt einen
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
2
%.
Im Übrigen würde
bei dem von den Beschwerdeführe
nden
geforderten
(
Urk.
1 S. 12)
- maximal möglichen (
vgl. E. 1.4.3 vor
stehend
) - Abzug von 25
%
vom
Invalideneinkommen
beim Einkommensvergleich (
Valideneinkommen
: Fr.
65‘706.--
;
Invalideneinkommen: Fr.
48‘307.50)
ein Invaliditätsgrad von
26
%
resultier
en
, welcher
ebenfalls
keinen An
spruch auf eine Invalidenrente begründet
e
(E. 1.2 vorstehend).
Die Verbesserung des Gesundheitszustandes
ab Oktober 2012
ist ab 3
1.
Januar 2013 zu berück
sichtigen
(
Art.
88a
Abs.
1 IVV; E. 1.3 vorstehend)
.
Die Befristung der ganzen Rente bis 3
1.
Januar 2013 ist
daher
rechtens.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass gestützt auf die vorliegen
den Akten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
Verweisungstä
tigkeiten
erst ab September 2010
rechtsgenüglich
ausgewiesen ist (vgl. hierzu E. 3.2.1 in somatischer, E. 3.2.3 in psychischer Hinsicht; vgl. auch Urk. 8/118/8). Zugunsten der Beschwerdeführenden ist jedoch von einer Schlechterstellung (
reformatio
in
peius
) abzusehen.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie den
Beschwerdeführenden
je zu einem Viertel auf
zuerlegen.