Decision ID: c3e63644-8f59-45bd-a7f4-e03df11f03f5
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 10. September 2012 wegen Weichteil- und
Sehnenverletzungen an der linken Hand infolge eines Unfalls zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-
act. 1). Bis zum Unfall vom 9. März 2012 hatte der Versicherte bei der B._ AG als
Produktionsmitarbeiter gearbeitet (IV-act. 13).
A.b Im Arztbericht vom 11. Dezember 2012 hielt Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Handchirurgie und Facharzt FMH für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische
Chirurgie, Oberarzt, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Universitätsspital
Zürich, als Diagnose eine stark verschmutzte Quetschavulsionsverletzung Hand links
(adominant) vom 9. März 2012 mit Weichteildefekt 11x8 cm, Strecksehnenverletzung
Dig. man. II-IV, Status nach Wundsäuberung, Exploration, Débridement, VAC-Anlage
am 10. März 2012, Status nach second look mit Wundsäuberung, Débridement, VAC-
Wechsel am 11. März 2012, Status nach EDC-Rekonstruktion Zone 6 Hand links Dig.
man. II, III und IV, Defektdeckung mittels freiem venösen Lappen Unterarm links
(Entnahmestelle Oberarm rechts) am 14. März 2012, Status nach Lappenrevision mit
arterieller und venöser Anastomosenrevision am 15. März 2012 und Status nach
Wundrevision mit Wunddébridement und Wundrandadaption Hand links am 4. April
2012 fest. Beim protrahierten Heilungsverlauf könne keine abschliessende Prognose
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betreffend die Einsatzfähigkeit der linken Hand gemacht werden. In der angestammten
Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine adaptierte Tätigkeit mit
niedrigem Belastungsprofil und ohne Einsatz der linken Hand sei zu 80% möglich (IV-
act. 16).
A.c Da bei ihr keine Wiederaufnahme der Arbeit möglich war, kündigte die B._ AG
das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 31. März 2015 (IV-act. 56).
A.d Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt im Bericht vom
8. Oktober 2015 fest, dass beim Versicherten bis am 30. April 2015 eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und ab 1. Mai 2015 eine Tätigkeit im Umfang von
50% zumutbar sei (IV-act. 90). Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, hielt im Arztbericht vom 27. Oktober 2015 als Diagnosen eine
protrahierte, therapieresistente Anpassungsstörung mit Angst und Depressivität nach
dem Arbeitsunfall vom 9. März 2012 und eine Somatisierungsstörung im oberen
Verdauungstrakt fest. Es würden keine Symptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung vorliegen. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe bei leichten
Fabrikarbeiten sowie sämtlichen Verweistätigkeiten mit Wechselbelastung eine
Arbeitsunfähigkeit von 40-50% (IV-act. 91).
A.e Der Versicherte wurde im Auftrag der IV-Stelle am 15. Juli 2016 von Dr. med.
F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und von Dr. med. G._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, begutachtet. Im bidisziplinären orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom 19.
August 2016 wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die
Beschwerden an der linken Hand im Sinne von Schmerzen, Schwellungszuständen und
eingeschränkter Beweglichkeit bei Zustandsbild nach Quetschavulsionsverletzung der
linken Hand mit Weichteildefekt und Strecksehnenverletzung Dig. II - IV, eine
Somatisierungsstörung des oberen Verdauungstraktes und eine depressive Störung,
gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, aufgeführt. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit wurden ein intermittierendes Lumbovertebralsyndrom und eine Knick-
Senk-Spreizfuss-Deformität beidseits festgehalten. In der körperlich anspruchsvollen
Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter bei der letzten Arbeitgeberin bestehe aus
orthopädischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer leidensangepassten Tätigkeit
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bestehe aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70% (7 Stunden pro Tag
mit reduzierter Leistung). Aus psychiatrischer Sicht sei von einer Arbeitsfähigkeit von
60% auszugehen. Da sich die Einschränkungen aus psychiatrischer und aus
orthopädischer Sicht ergänzen und nicht kumulieren würden, sei aus bidisziplinärer
Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 60% auszugehen (IV-act. 105).
A.f In der internen Stellungnahme des Rechtsdienstes der IV-Stelle vom 9. Februar
2017 wurde festgehalten, zusammenfassend fehle es unter Berücksichtigung der nicht
schwer ausgeprägten diagnoserelevanten Befunde, günstiger, mobilisierender
Ressourcen, mässiger Einschränkung im Alltag und noch nicht vollständig
ausgeschöpfter Therapiemöglichkeiten in Anwendung der Beweisindikatoren an einem
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden. Es bleibe somit der
Gesundheitsschaden aus somatischer Sicht, wonach der Versicherte in einer
adaptierten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei (IV-act. 121).
A.g Mit Vorbescheid vom 16. Februar 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem ermittelten Invaliditätsgrad von 32% die Abweisung des Rentenbegehrens in
Aussicht (IV-act. 124).
A.h Mit Einwand vom 25. April 2017 beantragte der Versicherte die Ausrichtung einer
halben Invalidenrente. Eventualiter sei ihm eine Viertelsrente auszurichten. Es sei auch
im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufgrund der psychiatrischen
Analyse in keiner Art und Weise nachvollziehbar, weshalb die IV-Stelle die 40%ige
Arbeitsunfähigkeit verneine und die psychischen Probleme somit komplett ausser Acht
lassen wolle. Zudem sei aufgrund der Einschränkungen, der fehlenden
Berufsausbildung sowie der sprachlichen Probleme ein Tabellenlohnabzug von 20% zu
gewähren. Es stelle sich die Frage, ob aufgrund der täglichen Medikamenteneinnahme
und der damit verbundenen allfälligen Unfallgefahr nicht gar eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen sei (IV-act. 131).
A.i Mit Verfügung vom 15. Mai 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab. Die um 10% höhere Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
werde IV-rechtlich nicht anerkannt. Zudem seien in der Arbeitsfähigkeitsschätzung die
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Adaptionskriterien bereits inbegriffen, weshalb kein zusätzlicher Tabellenlohnabzug
angezeigt sei (IV-act. 132).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 15. Juni 2017. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer halben
Invalidenrente. Eventualiter sei ihm eine Viertelsrente auszurichten. Die Verfügung sei
bereits aus formellen Gründen aufzuheben. Die Begründung bezüglich der
psychiatrischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowie die Berechnung des
Invalideneinkommens und die Begründung bezüglich der Verweigerung eines
Leidensabzugs seien derart rudimentär, dass eine gehörige Bestreitung verunmöglicht
werde. Entgegen dem psychiatrischen Gutachten komme der behandelnde Psychiater
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer für jegliche Tätigkeit anhaltend zu 100%
arbeitsunfähig sei. Es sei auch schwer verständlich, dass der orthopädische Gutachter
auf eine Arbeitsfähigkeit von 70% komme, obwohl er bestätige, dass die linke Hand in
einer adaptierten Tätigkeit nicht eingesetzt werden könne. Die Hausärztin komme auf
einen Invaliditätsgrad von 50%. Weiter sei das Invalideneinkommen falsch berechnet.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60% sei von einem Einkommen von Fr. 38'124.--
auszugehen. Zudem sei aufgrund der funktionellen Einarmigkeit, der fehlenden
beruflichen Ausbildung und den sprachlichen Problemen ein Tabellenlohnabzug von
20% zu gewähren (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer je
einen Verlaufsbericht des behandelnden Psychiaters Dr. E._ vom 12. Juni 2017 (act.
G 1.5) und einen Bericht der Hausärztin med. pract. H._ vom 31. Mai 2017 (act. G
1.6) ein.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. August 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung, weshalb aus rechtlicher Sicht kein
invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vorliege, verwies sie auf die interne
Stellungnahme vom 9. Februar 2017. Die älteren Berichte der behandelnden Ärzte
seien den Gutachtern bekannt gewesen und sie hätten dazu Stellung genommen. Der
Gutachter berücksichtige die Einschränkung der adominanten linken Hand ausreichend
in der Arbeitsfähigkeitsschätzung, wobei nicht von einer vollständigen Einarmigkeit
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auszugehen sei. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es genügend Tätigkeiten
die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen würden. Weiter
würden im Hilfsarbeiterbereich die fehlende Berufsbildung und die sprachlichen
Schwierigkeiten keinen Abzug rechtfertigen (act. G 6).
B.c Am 7. September 2017 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 7).
B.d Mit Schreiben vom 11. Oktober 2017 verzichtete der Beschwerdeführer auf die
Einreichung einer Replik (act. G 9).
B.e Auf Nachfrage des Gerichts (vgl. act. G 10) reichte der Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 7. November 2017 den Einspracheentscheid der Suva vom 24. Juli
2017 ein (act. G 11). Die Suva hatte darin gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten Dr.
G._/ Dr. F._ eine Arbeitsunfähigkeit aus orthopädischer Sicht von 30% sowie einen
Invaliditätsgrad von 46% anerkannt (act. G 11.1).

Erwägungen
1.
1.1 Zunächst ist die Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen, die Beschwerdegegnerin
habe ihre Begründungspflicht und damit das rechtliche Gehör verletzt. Die
Beschwerdegegnerin halte in der Verfügung bezüglich der psychiatrischen
Einschränkungen lediglich fest, es sei die Rechtsprechung des Bundesgerichts
bezüglich psychosomatischer Leiden anwendbar, und der Beschwerdeführer sei aus
psychiatrischer Sicht nicht übermässig eingeschränkt. Mit dieser banalen Begründung
könne nicht dargelegt werden, weshalb von einem medizinischen Gutachten
abgewichen werde. Weiter sei es auch bei der Berechnung des Invalideneinkommens
unmöglich, den errechneten Betrag nachzuvollziehen. Eine derart rudimentäre
Begründung verunmögliche es, die Ausführungen der Beschwerdegegnerin gehörig zu
bestreiten. Dies gelte auch bezüglich der Verweigerung eines zusätzlichen
Leidensabzuges, da auch hier jegliche gehörige Begründung fehle (vgl. act. G 1, S. 3).
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1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei
darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung
hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe
anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124
V 183 E. 2b). Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen
Gehörs kann ausnahmsweise geheilt werden, wenn die betroffene Person die
Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den
Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall
des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 61 lit. c ATSG).
1.3 Die angefochtene Verfügung besteht bezüglich der kritisierten Punkte im
Wesentlichen aus folgenden Ausführungen: Gemäss dem Gutachten sei der
Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht aufgrund einer Somatisierungsstörung des
oberen Verdauungstraktes sowie einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode
zu 60% arbeitsfähig. Aufgrund dieser Diagnosen sei die Rechtsprechung des
Bundesgerichts bezüglich psychosomatischer Leiden anwendbar. Die aktenkundigen
Hinweise auf die vom Bundesgericht zusammengestellten Indikatoren würden das Bild
eines aus psychiatrischer Sicht nicht übermässig eingeschränkten Versicherten
ergeben. Es fehle an schwer ausgeprägten diagnoserelevanten Befunden, die
Einschränkung im Alltag sei mässig sowie die Therapiemöglichkeiten seien noch nicht
vollständig ausgeschöpft. Daher werde aus IV-rechtlicher Sicht von einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit aufgrund der somatischen Einschränkungen ausgegangen. Bei der
Verwertung dieser Arbeitsfähigkeit sei es dem Beschwerdeführer möglich, ein
Jahreseinkommen von Fr. 46'517.-- zu erzielen. Dabei stütze sich die
Beschwerdegegnerin auf den Durchschnittswert der Mitarbeitenden in der Schweiz
gemäss der Lohnstrukturierung des Bundesamtes für Statistik. In der Arbeits
fähigkeitseinschätzung seien die Adaptionskriterien bereits inbegriffen. Ein zusätzlicher
Leidensabzug sei nicht angezeigt. Die Schwere der psychiatrischen Probleme werde
bestritten. Die fehlende Ausbildung sowie die sprachlichen Probleme würden auch
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ohne gesundheitliche Beeinträchtigung vorhanden sein. Damit würden diese Tatsachen
nicht mittels Leidensabzug berücksichtigt (IV-act.132).
1.4 Die Ausführungen zu den psychiatrischen Einschränkungen sind zwar sehr knapp
gehalten, doch ergibt sich daraus hinreichend die Überlegung der
Beschwerdegegnerin, dass die im psychiatrischen Gutachten attestierte
Arbeitsunfähigkeit invalidenversicherungsrechtlich nicht invalidisierend sei. Eine
detaillierte Auseinandersetzung mit dieser Frage seitens der Beschwerdegegnerin
findet sich zudem in der Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 9. Februar 2017 (IV-
act. 121). Eine sachgerechte Anfechtung dieser Frage durch den mit den IV-Akten
vertrauten, rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer war vorliegend gewährleistet
(zur Zustellung der IV-Akten an den Rechtsvertreter siehe IV-act. 128). Bei der
Berechnung des Invalideneinkommens verweist die Beschwerdegegnerin auf die
Durchschnittswerte gemäss LSE und ermittelt dieses anhand der angegebenen
Arbeitsfähigkeit von 70%. Bereits darauf gestützt lässt sich das Invalideneinkommen
nachprüfen. Die genaue Berechnung ergibt sich überdies aus den dem Rechtsvertreter
am 28. Februar 2017 zugestellten Akten (vgl. IV-act. 122). Bezüglich des
Leidensabzuges führt die Beschwerdegegnerin an, dass die Adaptionskriterien bereits
in der Arbeitsfähigkeitsschätzung inbegriffen, schwere psychiatrische Probleme
bestritten und die fehlende Ausbildung sowie die sprachlichen Probleme auch ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung vorhanden seien. Damit führt sie knapp aber
nachvollziehbar aus, weshalb sie keinen Tabellenlohnabzug gewährte. Insgesamt ist
eine Gehörsverletzung somit zu verneinen.
2.
2.1 Materiell ist sodann ein allfälliger Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu
prüfen.
2.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
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arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
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Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Fachpersonen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen).
2.5 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.6 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer hält das orthopädische Gutachten für schwer verständlich.
Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70% in einer adaptierten Tätigkeit sei schwer
nachvollziehbar, weil er seine linke Hand nur sehr beschränkt einsetzen könne, was im
Gutachten auch bestätigt werde. Obwohl zugestanden werde, dass er als funktionell
Einarmiger zu betrachten sei, werde die Einschränkung lediglich mit 30% beziffert, was
äusserst hart sei und zeige, dass die Mediziner keinerlei andere Parameter beigezogen
hätten, "als schlicht und einfach die nackte medizinische Beurteilung" (act. G 1, S. 5).
3.2 Dieser Einwand des Beschwerdeführers überzeugt vorliegend nicht. Das
orthopädische Gutachten von Dr. G._ basiert auf umfassenden Untersuchungen und
wurde in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in Berücksichtigung des gesamten
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Leidensbildes erstellt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung wurde überzeugend und
nachvollziehbar dargelegt. Insgesamt bestehen keine Zweifel an dieser Beurteilung.
Selbst der Beschwerdeführer führt keine Fehler bei der Begutachtung an, sondern gibt
lediglich an, dass der Gutachter bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung eine rein
medizinische Beurteilung vorgenommen habe. Genau dies ist jedoch auch die Aufgabe
des Gutachters. Die nicht näher begründete abweichende Einschätzung von Dr. D._
im Bericht vom 8. Oktober 2015 (vgl. IV-act. 90) genügt nicht, um Zweifel an der
gutachterlichen Einschätzung hervorzurufen, zumal bei einem früheren Bericht der
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des Universitätsspitals Zürich vom 11.
Dezember 2012 (IV-act. 16-1 ff.) sogar von einer adaptierten (niedriges Belastungsprofil
und ohne Einsatz der linken Hand) Arbeitsfähigkeit von 80% ausgegangen worden war.
Somit ist auf das orthopädische Gutachten von Dr. G._ abzustellen und beim
Beschwerdeführer ist aus orthopädischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit von einer
Arbeitsfähigkeit von 70% auszugehen (vgl. IV-act. 105-49).
4.
4.1 Weiter beanstandet der Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin das
psychiatrische Leiden nicht anerkannt habe (act. G 1, S. 6 f.). Die Beschwerdegegnerin
verweist dazu im Wesentlichen auf die Stellungnahme des internen Rechtsdienstes
vom 9. Februar 2017 (vgl. IV-act. 121).
4.2 Das Bundesgericht hat die Vermutung, Schmerzsyndrome und vergleichbare
psychosomatische Leiden seien überwindbar, in BGE 141 V 281 aufgegeben. Das
bisherige Regel-/Ausnahme-Modell wurde durch ein strukturiertes, normatives
Prüfungsraster ersetzt (E. 3.5 f.). Gemäss geänderter Rechtsprechung zu den unklaren
somatoformen Beschwerdebildern ist das funktionelle Leistungsvermögen anhand von
Indikatoren zu beurteilen (E. 4.1 und 4.3). Diese betreffen den Schweregrad einer
Gesundheitsschädigung (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome,
diagnose-inhärenter Mindestschweregrad, Behandlungserfolg oder -resistenz,
Teilnahme an beruflichen Eingliederungs- und Integrationsmassnamen, psychische und
körperliche Begleiterkrankungen, Anzahl der nicht ausreichend organisch erklärten
Körperbeschwerden; E. 4.3.1), die Persönlichkeit (Persönlichkeitsdiagnostik,
persönliche Ressourcen, Persönlichkeitsentwicklung und -struktur; E. 4.1.3 und 4.3.2),
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den sozialen Kontext (E. 4.3.3) sowie die Konsistenz (Gleichmässigkeit der
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen, sozialer
Rückzug, soziale Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung, Inanspruchnahme
therapeutischer Optionen als Hinweis auf den tatsächlichen Leidensdruck; E. 4.4). Der
medizinische Gutachter hat das Leistungsvermögen einzuschätzen und dabei den
einschlägigen Indikatoren zu folgen. Die Rechtsanwender überprüfen die betreffenden
Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen
Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle
Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn, je nach ihren fachlichen und
funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit
bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prüfung einer
medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsunfähigkeit (E. 5.2.2 f.). Wenn und soweit
die medizinischen Experten die rechtlichen Vorgaben beachten, scheidet daher eine
rechtliche Parallelüberprüfung im Sinne einer "freihändigen Anwendung" der zu
beachtenden Standardindikatoren aus (Urteil des Bundesgerichts vom 18. November
2015, 9C_125/2015, E. 5.5). Sodann ist die mit BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418
geänderte Rechtsprechung zur Anwendbarkeit des strukturierten Beweisverfahrens
auch für depressive Erkrankungen zu beachten, das heisst die Therapierbarkeit eines
psychischen Leidens stellt keinen Ausschlussgrund (mehr) dar.
4.3 Die Gutachter hielten fest, dass die vom Bundesgericht festgehaltenen
Standardindikatoren in den entsprechenden Punkten in den einzelnen Teilgutachten,
namentlich von psychiatrischer Seite, abgehandelt worden seien (IV-act. 105-50). Der
RAD Arzt Dr. I._ kam in der Stellungnahme vom 29. August 2016 zum Schluss, dass
auf das sorgfältig und ausführlich erstellte Gutachten abzustellen sei. Die
vorgebrachten Beschwerden seien umfassend gewürdigt und anhand der
bundesgerichtlichen Indikatoren evaluiert worden. Es könne davon ausgegangen
werden, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 60% arbeitsfähig
sei (IV-act. 106).
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4.4 Die Beschwerdegegnerin macht keine Mängel am Gutachten insgesamt und
insbesondere auch am psychiatrischen Teilgutachten von Dr. F._ geltend. Sie hält
auch nicht fest, dass die Gutachterin – entgegen der Beurteilung des RAD – die
bundesgerichtlichen Indikatoren nicht bzw. falsch gewürdigt hätte. Dies ergibt sich
auch nicht aus den Akten. Auch wenn Dr. F._ die einzelnen Indikatoren im Gutachten
nicht explizit aufgelistet hat, geht aus den Ausführungen dennoch hervor, dass sie sich
mit diesen auseinandergesetzt und diese schlussendlich bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt hat. Auch RAD Arzt Dr. I._ hält fest, dass
keine Hinweise für Aggravations- oder Simulationstendenzen bestünden. Die
Einschätzung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei
nach sorgfältiger Abwägung erfolgt (IV-act. 106). Somit handelt es sich bei der internen
Stellungnahme der Beschwerdegegnerin um eine unzulässige rechtliche
Parallelüberprüfung. Soweit die Beschwerdegegnerin die leicht- bis mittelgradige
depressive Störung als nicht invalidisierend, da weiter therapierbar, erachtet, ist auf die
in der Zwischenzeit geänderte bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen (BGE
143 V 409). Dem Gutachten kann sodann entnommen werden, dass die Kooperation
des Beschwerdeführers bei bisher erfolgten Therapien gut war (IV-act. 105-45). Somit
ist beim Beschwerdeführer gestützt auf das Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit von
60% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Daran vermag auch die von Dr. E._
am 12. Juni 2017 erfolgte Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von 100% nichts zu
ändern, fehlt in diesem Arztzeugnis jegliche Auseinandersetzung mit dem Gutachten.
5.
5.1 Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im
Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1).
5.2 Beim Valideneinkommen stellte die Beschwerdegegnerin auf das zuletzt erzielte
Einkommen des Beschwerdeführers als Produktionsmitarbeiter ab, rechnete dieses auf
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das Jahr 2014 hoch und ermittelte damit ein Einkommen von Fr. 68'029.-- (vgl. IV-act.
122). Dies ist nicht zu beanstanden und wird vom Beschwerdeführer auch nicht
bestritten (vgl. act. G 1, S. 7).
5.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der
versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung)
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
LSE herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.4 Da kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben ist, ist das Abstellen der
Beschwerdegegnerin auf den Tabellenlohn gemäss LSE 2014, TA1, Kompetenzniveau
1, Total, Männer (Fr. 66'453.--; vgl. auch Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019) nicht zu beanstanden.
5.5 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.6 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die funktionelle Einarmigkeit einen
Tabellenlohnabzug rechtfertige. Weiter sei auch zu berücksichtigen, dass er keinerlei
berufliche Ausbildung genossen habe und der deutschen Sprache nicht sehr gut
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mächtig sei. Entsprechend sei ein Tabellenlohnabzug von 20% zu gewähren (vgl. act.
G 1, S. 8).
5.7 Hilfsarbeiten setzen definitionsgemäss keine Berufskenntnisse voraus, die über
eine kurze Einarbeitung am konkreten Arbeitsplatz hinausgehen, weshalb die fehlende
berufliche Ausbildung keinen Grund für einen Tabellenlohnabzug darstellt. Was den
Umstand anbelangt, dass der Beschwerdeführer der deutschen Sprache nicht sehr gut
mächtig sei, gilt es zu beachten, dass das Fehlen ausreichender Deutschkenntnisse auf
der Stufe Hilfsarbeiter sehr häufig vorkommt. Die geringen Anforderungen an die
verbale Kommunikation, die Hilfsarbeiten stellen, können in aller Regel mit Hilfe von
sprachkundigen Vorgesetzten oder Übersetzerdiensten von Arbeitskollegen oder
Arbeitskolleginnen erfüllt werden. Zudem weist die Beschwerdegegnerin zu Recht
darauf hin, dass der Beschwerdeführer bereits seit 2001 in der Schweiz lebe und in
dieser Zeit bei zwei unterschiedlichen Unternehmen eine Arbeitsstelle hatte (vgl. act. G
6). Zudem konnte die Begutachtung bei Dr. F._ und Dr. G._ ohne den Beizug eines
Dolmetschers durchgeführt werden, was auf ausreichende Deutschkenntnisse
schliessen lässt. Auch diesbezüglich liegt kein Abzugsgrund vor.
5.8 Bezüglich der leidensbedingten Einschränkungen ist zu berücksichtigen, dass Dr.
G._ im Gutachten ausführte, dass nicht von einer vollständigen funktionellen
Einarmigkeit auszugehen sei, da der Beschwerdeführer im linken Ellbogen- und im
linken Schultergelenk nicht eingeschränkt sei, so dass gewisse
Kompensationsmöglichkeiten durchaus gegeben seien. Er kommt zum Schluss, dass
eine leidensangepasste Tätigkeit keinen Einsatz der linken Hand voraussetzen dürfe
(IV-act. 105-49). Dies deckt sich auch mit den beruflichen Abklärungen, bei denen der
Beschwerdeführer selbst bei einem kleinen Pensum von 30% bzw. 3 Stunden und der
Ausführung von lediglich leichten Tätigkeiten unter starken Schmerzen an der linken
Hand litt (vgl. IV-act. 97-20 und 117-4). Dr. G._ hielt denn auch explizit fest, dass die
im Rahmen der beruflichen Abklärung durchgeführten Tätigkeiten mit dem Zustand der
linken Hand nicht kompatibel waren (vgl. IV-act. 105-31). Somit ist vorliegend von einer
faktischen Einhändigkeit auszugehen. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung rechtfertigt eine faktische Einhändigkeit oder Beschränkung der
dominanten Hand als Zudienhand einen Tabellenlohnabzug von 20 bis 25 Prozent
(Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2018, 9C_363/2017, E. 4.3 mit Hinweisen).
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Dieser Abzug erscheint auch dann als gerechtfertigt, wenn nicht die dominante rechte
Hand von der Gesundheitsschädigung betroffen ist (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Januar 2014, IV 2012/309, E.
4.3). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auch aus psychiatrischer Sicht in einer
adaptierten Tätigkeit eingeschränkt ist, da es sich um eine selbständige Arbeit, ohne
Notwendigkeit von Kundenkontakten und Teamarbeit in einer reizarmen Umgebung,
zeitlich flexibel, bei einem verständnisvollen Arbeitgeber handeln muss (vgl. IV-act.
105-49). Insgesamt erscheint deshalb ein Tabellenlohnabzug von 20% als
angemessen. Dies deckt sich im Übrigen auch mit der Einschätzung der Suva, wobei
diese lediglich die unfallkausalen physischen Einschränkungen zu berücksichtigen
hatte (Einspracheentscheid vom 24. Juli 2017, act. G 11.1, S. 8 ff.).
5.9 Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60% und einem Tabellenlohnabzug von 20% ergibt
dies ein Invalideneinkommen von Fr. 31'897.-- (Fr. 66'453.-- x 0.6 x 0.8). Daraus
resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 36'132.-- (Fr. 68'029.-- – Fr. 31'897.--) und ein
Invaliditätsgrad von gerundet 53% (Fr. 36'132.-- / Fr. 68'029.--).
6.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 10. September 2012 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Gemäss Gutachten bestand ein
Gesundheitsschaden mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit ab dem 9. März 2012 (IV-act. 105-49). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit. b IVG war damit im März 2013 erfüllt. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG beginnt der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers somit am 1. März 2013. Dr. F._ gibt im
Gutachten an, dass spätestens ab der gutachterlichen Untersuchung eine
medizintheoretische Arbeitsfähigkeit von 60% vorlag. Zudem werde (von Dr. E._) seit
Behandlungsbeginn im April 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 40 bis 50% angegeben
(IV-act. 105-46). Somit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente ab 1.
März 2013.
7.
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7.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 15. Mai
2017 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2013 eine halbe
Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
(vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.).
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe
Art. 30bis HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall
erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen. Damit erübrigt sich die Festsetzung einer
Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.