Decision ID: 962e378e-3118-59c8-a6e9-fe1efedaf346
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.11.2015 Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG, Anrechnung des Lebensbedarfs für Waisen in der EL-Berechnung für eine Studentin, welche zumutbarerweise in häuslicher Gemeinschaft mit ihrem Vater in dessen Haus wohnen könnte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. November 2015, EL 2014/12).Entscheid vom 24. November 2015BesetzungPräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Fides HautleGeschäftsnr.EL 2014/12ParteienA._,Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwältin Hannelore Fuchs, Kirchstrasse 27, 9400 Rorschach,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,GegenstandErgänzungsleistung zur AHV (Waisenrente)Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 27. Mai/1. Juni 2011 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen zur AHV an. Die Bezügerin einer ordentlichen Waisenrente
(Mutterwaise; vgl. act. I-20-6) gab unter anderem an, einen Mietzins von Fr. 13'440.--
pro Jahr (monatlich Fr. 1'120.--) zu bezahlen (act. I-18). Einem beigelegten Mietvertrag
vom 10. Mai 2011 (act. I-24; ab Mai 2011) ist zu entnehmen, dass es sich um den
Mietzins für eine 3-Zimmer-Wohnung in B._ handelt. Beigelegt war ferner eine
Verfügung des Sozialamtes C._ vom 5. Mai 2011, mit welcher ihrem (zusammen mit
einer erwachsenen Tochter) in einer selbstbewohnten eigenen Liegenschaft in D._
wohnenden Vater Sozialhilfeleistungen zugesprochen worden waren (act. I-20-9 ff.). Die
EL-Ansprecherin liess auf Anfrage zur Auskunft geben, sie lebe allein in der
Mietwohnung. Die Liegenschaft in D._ (richtig wohl: die Gesamtheit der Grundstücke
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im E._; vgl. auch act. I-20-1 ff.) gehöre ihr zur Hälfte. Sie studiere bis voraussichtlich
Juni 2012 am [...] F._ (act. I-15).
A.b Mit Verfügung vom 17. August 2011 (act. I-12 und 14) sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen/EL-Durchführungsstelle der
Ansprecherin ab 1. Juni 2011 eine Ergänzungsleistung von monatlich Fr. 1'772.-- zu
(Fr. 1'752.-- ordentliche und Fr. 20.-- ausserordentliche EL). Bei der Berechnung des
EL-Anspruchs hatte sie als jährliche Ausgaben unter anderem den Mietzins von
Fr. 13'440.-- (das Mietzinsmaximum der ordentlichen EL von pro Jahr Fr. 13'200.-- und
pro Jahr Fr. 240.-- Mietzins als ausserordentliche EL) und einen Lebensbedarf von
Fr. 9'945.-- berücksichtigt. Die EL-Bezügerin erhob Einsprache mit dem Antrag, den
Lebensbedarf für Alleinstehende von Fr. 19'050.-- einzusetzen, weil sie nicht mehr in
häuslicher Gemeinschaft (mit ihrem Vater) lebe (act. I-9). Auf die Frage, weshalb sie aus
der gemeinsamen Wohnung mit dem Vater ausgezogen sei, und nach Hinweis darauf,
dass dieser gemäss Sozialamt einen Ersatzmitbewohner finden müsse (act. I-5), teilte
die EL-Ansprecherin mit, aufgrund ihrer Niederlassungsfreiheit brauche sie die
Wohnsitznahme nicht zu begründen. Es habe jedoch am Schulweg von D._ nach
F._ (mitunter ca. eineinhalb Stunden pro Weg) und der Vorliebe für die gute
Infrastruktur [...] und für ihre Wohnung gelegen (act. I-4-2).
A.c Am 28. Dezember 2011 (act. II-4 f.) hob die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle den EL-Anspruch ab 1. Januar 2012 (bei unverändertem Mietzins
und Lebensbedarf) auf Fr. 1'794.-- (ordentliche und ausserordentliche EL) an. Auch
gegen diese Verfügung erhob die EL-Bezügerin am 23. Januar 2011 (act. III-36) mit
derselben Begründung Einsprache.
A.d Mit Verfügung vom 20. Februar 2012 (act. III-32 ff.) kam die Sozialversicherungs
anstalt/EL-Durchführungsstelle auf ihre Verfügungen zurück und sprach ab
Anspruchsbeginn vom Juni 2011 Fr. 2'531.-- und ab Januar 2012 Fr. 2'553.-- an
(ordentlichen und ausserordentlichen) EL zu. Neu hatte sie anstelle des Lebensbedarfs
für Waisen jenen für Alleinstehende eingesetzt. - Am 14. März 2012 (act. III-29) teilte die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle der Einsprecherin mit, ohne
Gegenbericht bis 30. März 2012 gehe sie davon aus, dass die Einsprachen durch die
Verfügung vom 20. Februar 2012 gegenstandslos geworden seien.
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A.e Mit Verfügung vom 27. April 2012 (act. II-23 f.) passte die Sozialversicherungs
anstalt/EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch wegen eines Umzugs in eine andere,
zu zweit bewohnte Wohnung rückwirkend ab 1. März 2012 an und setzte ihn auf
monatlich Fr. 2'378.-- fest. Neu wurden als Mietzins Fr. 11'340.-- pro Jahr angerechnet
(Mietvertrag, act. III-20). - Im August 2012 nahm die EL-Bezügerin ein Studium in B._
auf (act. IV-37).
A.f Am 27. Dezember 2012 (act. III-7 f.) setzte die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle den EL-Anspruch ab 1. Januar 2013 auf Fr. 2'398.-- fest.
A.g Die EL-Bezügerin beantragte mit einer Einsprache vom 17. Januar 2013
(act. III-4-1) gegen die Verfügung vom 27. Dezember 2012, es seien die AHV-Beiträge
für Nichterwerbstätige anzurechnen und es sei eine Verrechnung zu veranlassen. [...].
A.h Am 22. Februar 2013 (act. IV-57) kündigte die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle der EL-Bezügerin (unter Beilage einer internen Stellungnahme,
wonach es ihr zumutbar sei, beim Vater zu leben, so dass lediglich ein Anteil an dessen
Wohnkosten in D._ und der Lebensbedarf für Kinder anrechenbar sei) an, es könnte
sein, dass die angefochtene Verfügung zu ihren Ungunsten abgeändert werden müsse.
Sie habe bis zum 18. März 2013 Gelegenheit zu einem Rückzug der Einsprache.
A.i Am 21. März 2013 (act. IV-54) zog die EL-Bezügerin die Einsprache gegen die
Verfügung vom 27. Dezember 2012 zurück. Das Einspracheverfahren wurde beendet
(act. IV-53).
A.j Nachdem die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle zunächst
beabsichtigt hatte, ab dem Folgemonat Mai 2013 eine Mietzinsanpassung (im Sinn
einer Anrechnung lediglich noch der Wohnkosten beim Vater) vorzunehmen
(act. IV-51 f.), teilte sie der EL-Bezügerin am 23. April 2013 (act. IV-49) mit, solches erst
ab Januar 2014 tun zu wollen.
A.k Mit Urteil vom 23. Oktober 2013 (9C_429/13) hob das Bundesgericht einen
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Mai 2013 (EL
2012/23) auf, wonach in der EL-Berechnung der Schwester der EL-Bezügerin, welche
ebenfalls als Mutterwaise eine Wohnung gemietet hatte, der Lebensbedarf für
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Alleinstehende, die tatsächlichen Mietkosten und die tatsächlich geleisteten Beiträge
für Nichterwerbstätige an die AHV als Ausgaben anzurechnen gewesen wären. Das
Bundesgericht erwog, es sei der Schwester der EL-Bezügerin in Nachachtung der ihr
obliegenden Schadenminderungspflicht zumutbar, im Haus ihres Vaters zu wohnen
und dadurch dazu beizutragen, dass tiefere Ergänzungsleistungen ausgerichtet werden
müssten. Es seien keine rechtlich relevanten Gründe namhaft gemacht worden, die auf
eine Unzumutbarkeit des Wohnens beim Vater schliessen liessen, insbesondere sei
nicht vorgebracht worden, einem Zusammenleben mit dem Vater stünden persönliche
Gründe entgegen.
A.l Mit Schreiben vom 7. November 2013 (act. IV-35) an ihre Adresse in B._
kündigte die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle der EL-Bezügerin die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ab Januar 2014 an. Am 12. Dezember
2013 (act. IV-29; via Adresse des Vaters) schrieb sie ihr das erneut und ergänzte, ab
Januar 2014 seien auch der Mietzins und der Lebensbedarf anzupassen.
A.m Am 19. Dezember 2013 (act. IV-13) beantragte der Vater der EL-Bezügerin für sie
(unter Hinweis auf ein Schreiben seiner älteren Tochter, die ebenfalls mit der Frage der
Anrechnung eines solchen Einkommens bei den Ergänzungsleistungen konfrontiert
war, vom 6. Dezember 2013; act. IV-13-3 f.) sinngemäss, auf die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens zu verzichten. - Mit einem weiteren Schreiben vom
19. Dezember 2013 (act. IV-12) erklärte er, gegen ein Zusammenleben mit ihr sprächen
persönliche Gründe. Es bestünden Spannungen, die zu übermässigen Streitereien
ausgeartet hätten. Das habe sich mit der Wohnsitznahme in B._ schlagartig
geändert. Die Gereiztheit habe aber schon seit Erhalt des Schreibens der
Sozialversicherungsanstalt/ EL-Durchführungsstelle vom 23. April 2013 zugenommen
und nun, da die Änderung ab Januar 2014 angewendet werden solle, sei ein
Zusammenleben absolut unzumutbar. Ein Umzug zu ihm sei ihr im Übrigen schon
deshalb unmöglich zumutbar, weil er trotz feinfühligen Umgangs mit (den Vertretern)
der Kommission für Soziales wegen Beschimpfung angezeigt worden und der
beigelegte Strafbefehl gegen ihn ergangen sei, seine Hemmschwelle für Ausraster
innerhalb der Familie aber einiges tiefer liege als gegenüber fremden Personen. Die EL-
Bezügerin habe zudem keine sozialen Beziehungspunkte mehr an seinem Wohnort,
weil sie schon seit Mai 2011 in B._ wohne. Während bei der älteren Tochter in
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gewisser Weise nachvollziehbar sei, dass sie - von I._ kommend - zu ihm hätte
ziehen können, habe die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle der EL-
Bezügerin in einem Grundsatzentscheid vom 20. Februar 2012 das Wohnen in einer
Wohnung in B._ bewilligt, ebenso mit Verfügung vom 27. April 2012 den damaligen
Wohnungswechsel. Seither habe es keine Änderung der Berechnungsgrundlage
gegeben. Es lägen auch keine neuen Beweise oder Tatsachen vor, die eine
Neubeurteilung der Situation rechtfertigen würden. Die Ergänzungsleistungen dürften
auch wegen der Besitzstandsgarantie in der AHV nicht gesenkt werden. Die (bisherige)
Berechnung sei ab 1. Januar 2014 beizubehalten.
A.n Am 27. Dezember 2013 (act. IV-24 f.) setzte die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle den EL-Anspruch der Bezügerin ab 1. Januar 2014 auf monatlich
Fr. 2'051.-- (ordentliche EL ohne Prämienpauschale Krankenversicherung) fest. Die
"Prämienpauschale Krankenversicherung" werde künftig direkt dem
Krankenversicherer ausbezahlt. Es blieb beim Mietzins von Fr. 11'340.-- und dem
Lebensbedarf für Alleinstehende.
A.o Am folgenden Tag (28. Dezember 2013) ersetzte sie diese Verfügung mit einer
neuen (act. IV-20 und 22), wonach der Anspruch ab 1. Januar 2014 monatlich Fr. 398.--
(ordentliche EL ohne Prämienpauschale Krankenversicherung) ausmache. Sie hat neu
einen Mietzins von Fr. 5'640.-- (Wohnen beim Vater) und einen Lebensbedarf (für
Waisen) von Fr. 10'035.-- pro Jahr angerechnet, ausserdem ein hypothetisches
Einkommen von Fr. 8'437.-- (davon anrechenbar Fr. 4'958.--).
A.p Mit Verfügung vom 15. Januar 2014 (act. III-8 f.) setzte die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch der Bezügerin ab
1. Januar 2014 neu fest, und zwar auf monatlich Fr. 812.--. Sie verzichte vorderhand
auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens.
A.q Mit Schreiben vom 20. Januar 2014 (act. IV-2) erhob die EL-Bezügerin
Einsprache gegen die Verfügung vom 28. Dezember 2012 (richtig 2013; vgl. Beilage
act. IV-3). Es seien die AHV-Beiträge einzusetzen, ferner der Lebensbedarf von
Fr. 19'050.-- und die Miete von Fr. 11'340.--. Ein hypothetisches Einkommen sei nicht
anzurechnen.
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A.r Mit Entscheid vom 17. Februar 2014 wies die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle eine Einsprache gegen die Verfügung vom 15. Januar 2014 ab. Am
20. Januar 2014 habe die EL-Bezügerin gegen die Verfügung vom 28. Dezember 2013
und am 31. Januar 2014 habe sie gegen die Verfügung vom 15. Januar 2014 (Lebens
bedarf, Mietzins, AHV-Beiträge) Einsprache erhoben. Mit Urteil 9C_429/13 vom
23. Oktober 2013, welches der EL-Bezügerin bekannt sei, habe das Bundesgericht in
einem praktisch identischen Fall entschieden, dass es einer eine Waisenrente
beziehenden Studentin im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar sei, auf
eine eigene Wohnung zu verzichten und stattdessen mit ihrem Vater zusammen in
dessen Haus zu wohnen, und dass der Lebensbedarf nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 3
ELG anzurechnen sei. Nicht ersichtlich sei, weshalb die Ausbildung erschwert sein
sollte, wenn die EL-Bezügerin in D._ lebe. Der Hinweis auf Art. 23 ff. ZGB zum
Wohnsitzbegriff sei unbehelflich, denn dass der Wohnsitz in B._ liege, werde nicht in
Abrede gestellt. Überlegungen der Stipendienkommission zur Wohnsituation seien
weder verbindlich noch relevant. Lebensbedarf und Mietzins seien zu belassen. Die
AHV-Beiträge könnten grundsätzlich angerechnet werden. Eine entsprechende
rückwirkende Korrektur des EL-Anspruchs werde erfolgen, sobald die gegenwärtig
noch pendente Erfassung und Beitragsfestsetzung erledigt sein werde.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwältin Hannelore
Fuchs für die Betroffene am 21. März 2014 erhobene Beschwerde. Die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beantragt, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien als jährliche Ausgaben für den
Lebensbedarf Fr. 19'210.--, für den Mietzins Fr. 6'000.-- und für die AHV-Beiträge
Fr. 499.-- anzuerkennen. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin von den
Verfahrenskosten zu befreien und sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
gewähren. Die Beschwerdeführerin sei Studentin im vierten Semester. Sie habe
ursprünglich mit Kommilitonen in Wohngemeinschaft gelebt und monatlich Fr. 945.--
Mietzins bezahlt. Nachdem die Beschwerdegegnerin diesen Preis beanstandet habe,
habe sie ein Zimmer gemietet, das monatlich Fr. 500.-- gekostet habe. Im
Einspracheentscheid vom 17. April 2012 (sc. wohl: betreffend die Schwester der
Beschwerdeführerin) habe die Beschwerdegegnerin den Standpunkt vertreten, es
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könne erwartet werden, dass die Beschwerdeführerin (bzw. die dort betroffene Person)
die Wohnung mit dem Vater teile, und habe Wohnkosten von Fr. 470.-- pro Monat
zuerkannt. Ausser Acht gelassen worden seien dabei allerdings die Fahrtkosten von
Fr. 81.-- pro Monat bzw. von Fr. 972.-- pro Jahr für den Weg von und nach D._.
Konkret seien somit Wohnkosten von Fr. 550.-- pro Monat als angemessen betrachtet
worden. Die Beschwerdeführerin habe, indem ihr Mietzins unter diesem Betrag liege,
die Anforderungen der Beschwerdegegnerin erfüllt. Mehr könne von ihr angesichts der
Niederlassungsfreiheit nicht verlangt werden. Die Beschwerdegegnerin mute der
Beschwerdeführerin ferner zu, mit ihrem Vater den Lebensbedarf so zu teilen, dass sich
der für alleinstehende Erwachsene angemessene Betrag von Fr. 1'600.-- pro Monat auf
Fr. 836.-- senken, also annähernd halbieren lasse. Eine so enge Bindung einer
erwachsenen Person an einen Elternteil aus rein finanziellen Gründen widerspreche
dem Selbstbestimmungsrecht und sei diskriminierend. Es sei nicht einzusehen,
weshalb Studenten im Unterschied zu anderen EL-Ansprechern die Führung eines
selbständigen Lebens verwehrt sein sollte. Die rigorose Einschränkung wäre auch dem
Studium abträglich, weil die Beschwerdeführerin beispielsweise nicht mehr ohne
weiteres an Abendveranstaltungen [...] teilnehmen oder die ausgedehnten
Öffnungszeiten der Bibliothek in Anspruch nehmen könnte. Die Beschwerdeführerin
würde auch in ihren sozialen und kulturellen Ansprüchen übermässig beschnitten. Die
AHV-Beiträge seien gemäss dem Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 8. Mai 2013 (EL 2012/23) "selbstverständlich" hinzuzurechnen. Die
Einkünfte der Beschwerdeführerin erlaubten ihr offensichtlich nicht, eine
Rechtsvertretung aus eigenen Mitteln zu bestellen. Ihr Vater sei auf Leistungen der
Fürsorge angewiesen. Dass die Angelegenheit nicht einfach und nicht aussichtslos sei,
zeige die Tatsache, dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und das
Bundesgericht diametral entgegengesetzter Meinung seien. Das Bundesgericht habe in
seinem Kurzurteil den finanziellen Aspekt der Angelegenheit allzu sehr in den
Vordergrund gestellt.
C.
Mit Schreiben vom 9. April 2014 an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin weist
die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass das Bundesgericht in Sachen der Schwester
der Beschwerdeführerin rechtsverbindlich festgestellt habe, in welcher Höhe der
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Mietzins und der Lebensbedarf anzurechnen seien. Die AHV-Beiträge seien bereits
berücksichtigt. Für die Ausrichtung von Fahrtkosten vom Wohn- zum Studienort gebe
es keine gesetzliche Grundlage. Vorgesehen seien nur Gewinnungskosten für
Erwerbstätige.
D.
Mit Beschwerdeergänzung vom 7. Mai 2014 beantragt die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin, es seien ab 1. Juni 2011 die tatsächlichen Wohnkosten und der
Lebensbedarf von Alleinstehenden sowie ab 1. Januar 2013 die AHV-Beiträge
anzurechnen. Für den Mietzins anerkenne die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2014
einen Betrag von Fr. 550.-- pro Monat. Nachdem die Ergänzungsleistung ab 1. Januar
2014 stark herabgesetzt worden sei, habe die Beschwerdeführerin umziehen müssen
und wohne nun in einem Zimmer mit Benutzungsrecht für Bad und Küche. Die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. August 2011 sei widersprüchlich
gewesen, weil einerseits die Kosten einer selbst gemieteten Wohnung, anderseits aber
nur der Lebensbedarf für "unselbständig" lebende Kinder berücksichtigt worden seien.
Der Einspracheantrag vom 13. September 2011 sei stillschweigend ausser Acht
gelassen worden. Erst aufgrund einer weiteren Einsprache habe die
Beschwerdegegnerin am 20. Februar 2012 den Lebensbedarf für Alleinstehende
berücksichtigt. Ein Mitarbeiter des Rechtsdiensts der Beschwerdegegnerin habe
nämlich festgehalten, dass der Beschwerdeführerin als volljähriger Bezügerin einer
Waisenrente mit eigenem EL-Anspruch das Recht zukomme, in einer eigenen
Wohnung zu leben. Die Beschwerdegegnerin sei schliesslich von einem Tag
(27. Dezember 2013) auf den andern von einer Berechnung mit einheitlich tatsächlichen
Ausgaben zu einer solchen mit durch und durch hypothetischen übergegangen. Die
Geschichte der Verfügungen sei eine verfahrensrechtliche Odyssee gewesen und
zeige, wie schwankend und unsicher die interne Rechtsauffassung bei der
Beschwerdegegnerin sei und wie sehr der Spardruck, der auf den Mitarbeitern und
Mitarbeiterinnen laste, einer seriösen sachlichen und rechtlichen Behandlung
entgegenstehe. Die Betroffenen würden durch diese Rechtsunsicherheit ständig in
zermürbender Weise in Atem gehalten. Ein rechtsgestaltendes Urteil habe das
Bundesgericht nicht gefällt, sondern es habe den Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen aufgehoben. Es frage sich, wie verbindlich seine
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Tatsachenfeststellung und Entscheidbegründung dennoch seien. Materielle Rechtskraft
könnten sie jedenfalls nicht erlangen. Als Ausdruck des Rechtsstandpunkts des
obersten Gerichts komme ihnen gleichwohl eine massgebliche Bedeutung zu,
allerdings nur, wenn sie nicht auf einer gravierenden Rechtsverletzung beruhten. Die
Rechtsauffassung führe jedoch zu einem Verstoss gegen ein Grundrecht. Selbst wenn
ein solches Urteil in Rechtskraft erwachsen würde, wäre ein nachfolgender Richter
nicht daran gebunden. Das Bundesgericht stelle fest, es sei der Beschwerdeführerin
(richtig: ihrer Schwester) zumutbar, mit ihrem Vater zusammen zu wohnen. Das könne
nur bedeuten, dass ihre Wohnkosten auf die Kosten dieser Wohnform limitiert seien.
Als solche Richtlinie für einen unter EL-Aspekt angemessenen Mietzins werde die
Auflage des Bundesgerichts akzeptiert. Die Beschwerdeführerin habe denn auch
bereits eine Wohnung bezogen, die den Preisvorstellungen des Bundesgerichts und
der Beschwerdegegnerin weitgehend entspreche. Eine tatsächliche Umsetzung
komme für sie jedoch nicht in Frage und könne von ihr unter dem Aspekt der
Niederlassungsfreiheit auch nicht verlangt werden. Es sei widersprüchlich, eine
Hypothese aufzustellen und den Mietzins daran zu bemessen, ohne auch die
Folgekosten in Betracht zu ziehen. Würde die Beschwerdeführerin in D._ wohnen,
hätte sie Fahrtkosten zu tragen. Es ergebe sich somit eine Erhöhung der Mietkosten
auf Fr. 550.-- pro Monat. Das Bundesgericht habe zwischen dem Zusammenleben mit
dem Vater und dem anrechenbaren Lebensbedarf einen zwangsläufigen
Zusammenhang hergestellt. Es sei jedoch durchaus vorstellbar, dass eine erwachsene
Person zwar mit den Eltern zusammenwohne, aber nicht mit ihnen zusammenlebe,
sondern am Arbeits- oder Studienplatz ein selbständiges Leben führe. Der reduzierte
Lebensbedarf komme nach den Verwaltungsweisungen nur zum Zug, wenn eine
häusliche Gemeinschaft bestehe, wenn das Kind also in das Gemeinschaftsleben
eingebettet sei. Selbst wenn die Beschwerdeführerin mit dem Vater zusammenwohnte,
könnte nicht automatisch auf einen reduzierten Bedarf geschlossen werden. Die
Begründung des Bundesgerichts sei unrichtig bzw. mangelhaft. Unter den verlangten
Bedingungen wäre ein selbständiges Leben weitgehend ausgeschlossen. Stattdessen
müssten die Ferien und die Freizeit zuhause verbracht und die Mahlzeiten ebenfalls
dort eingenommen werden. Es bestünde ein Gemeinschaftszwang aus finanziellen
Gründen. In einer Familie mit vier studierenden Kindern könnte gemäss konsequenter
Anwendung von Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 ELG das vierte Kind noch einen
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Lebensbedarf von Fr. 278.-- beanspruchen. Dadurch würde eine Notlage entstehen,
was dem Geist des ELG widerspreche. Die Anwendbarkeit dieser Bestimmung sollte
daher in aller Regel auf minderjährige Kinder beschränkt bleiben. Sie dürfe aber
sicherlich nicht zum Zug kommen, wenn erwachsene Anspruchsberechtigte
anerkanntermassen bereits seit mehreren Jahren ein selbständiges Leben geführt
hätten. Eine Reduktion auf Fr. 836.-- pro Monat bei solchen Anspruchsberechtigten
beeinträchtige das durch Art. 13 BV verfassungsrechtliche geschützte Privatleben, weil
die Gestaltungsfreiheit übermässig eingeschränkt sei. Die Voraussetzungen einer
Einschränkung - gesetzliche Grundlage, Rechtsgrundlage für den Eingriff im Gesetz
selber, rechtsgenügliches öffentliches Interesse, Verhältnismässigkeit, keine Berührung
des Kernbereichs - seien nicht gegeben. Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG gewährleiste
erwachsenen Personen im Gegenteil ein Privatleben in Würde. Blosse fiskalische
Interessen (Sparmassnahmen) könnten einen solchen Eingriff nicht rechtfertigen,
ebenso wenig könne es die Schadenminderungspflicht, welche das Bundesgericht
wiederholt beschworen habe. Sie verlange zwar, dass ein Schaden möglichst gering
gehalten werde, jedoch nicht, dass auf den gesetzlich verankerten Anspruch auf einen
angemessenen Lebensbedarf verzichtet werde. Personen, welche die von der
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid (gemeint wohl einer der
Einspracheentscheide im EL-Verfahren der Schwester der Beschwerdeführerin) als
angemessen bezeichnete studentische Wohnform (Wohnen bei einer
"Schlummermutter" oder zusammen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen)
verwirklichten, hätten Anspruch auf den Lebensbedarf von Alleinstehenden. Die
Beschwerdeführerin dagegen unterstehe einer ungleich strengeren Mietzinskontrolle
und ihr Lebensbedarf sei drastisch gekürzt, und das einzig, weil sie nach der
hypothetischen Anordnung des Bundesgerichts nicht mit einer Drittperson, sondern mit
ihrem Vater zusammenleben solle. Eine solche Ungleichbehandlung wäre nur zu
rechtfertigen, falls der Vater im Sinn von Art. 328 Abs. 1 ZGB für die Differenz
aufkommen könnte, was hier anerkanntermassen nicht der Fall sei. Die Beschneidung
des Lebensbedarfs verstosse somit auch gegen das Diskriminierungsverbot von Art. 8
BV. Die AHV-Beiträge seien gemäss Art. 10 Abs. 3 lit. c ELG anzurechnen.
E.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 23./26. Mai 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie verweist unter anderem auf ihre Eingabe im
Verfahren EL 2014/13. Darin ist vorgebracht worden, das Verfahren sei aussichtslos
und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung dürfe nicht genehmigt werden.
Andernfalls wäre dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdeführerin
nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ihre Schuld werde zurückzahlen können.
F.
Mit Replik vom 25. Juni 2014 bringt die Rechtsvertreterin vor, für den Vertreter der
Beschwerdegegnerin habe das Bundesgericht offenbar absolute Autorität. Anders als
für den ehemaligen Bundesrichter Hans Wiprächtiger, welcher die Unfehlbarkeit des
Bundesgerichts (im Tagesanzeiger vom 13. Dezember 2012) als blossen Mythos
bezeichnet habe. Konkret sei die Anordnung von Sparmassnahmen, die den
Kostenrahmen des ELG weit beschnitten und Eingriffe ins Privatleben zuliessen, Grund
für eine relativierende Betrachtungsweise. Im Weiteren gehe es nicht um tatsächliche
Fahrspesen, sondern um einen hypothetischen Mietzinsvergleich und die
angemessenen Wohnkosten. Es gehe nicht an, dabei nur die Vor- und nicht auch die
Nachteile gelten zu lassen. In BGE 108 V 235 habe das Bundesgericht festgestellt,
Fahrtkosten - im Zusammenhang mit Arztbesuchen - dürften, obwohl gesetzlich nicht
erwähnt, zu den abzugsfähigen Krankheitskosten gerechnet werden. Sie könnten
ebenso wie sie dazu führen, dass das Einkommen unter den angemessenen
Existenzbedarf absinke.
G.
Die Beschwerdegegnerin hält am 7. Juli 2014 an ihren Ausführungen und ihrem Antrag
fest.

Erwägungen
1.
1.1 Im Streit liegt der Entscheid vom 17. Februar 2014, mit welchem die
Beschwerdegegnerin eine Einsprache gegen ihre Verfügung vom 15. Januar 2014
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abgewiesen hat. Die Beschwerdegegnerin hat im Sachverhalt die Einsprache vom
20. Januar 2014 gegen ihre Verfügung vom 28. Dezember 2013 und eine Einsprache
vom 31. Januar 2014 gegen ihre Verfügung vom 15. Januar 2014 erwähnt. Letztere
Einsprache liegt nicht in den Akten; sie benannte aber gemäss Einspracheentscheid
keine weiter gehenden Einsprachegegenstände und -anträge als die erste. Bei
Erhebung der Einsprache vom 20. Januar 2014 war die dort bezeichnete Verfügung
vom 28. Dezember 2013 mit Wirkung ab Januar 2014 vor Eintritt ihrer formeller
Rechtskraft bereits durch die Verfügung vom 15. Januar 2014 ersetzt gewesen. Mit
dieser Verfügung vom 15. Januar 2014 hatte die Beschwerdegegnerin das am
28. Dezember 2013 eingesetzte hypothetische Einkommen von Fr. 4'958.-- pro Jahr
aus der Berechnung entfernt; im Übrigen hatte sie - wie bereits in jener Verfügung -
einen Mietzins von jährlich Fr. 5'640.-- und einen Lebensbedarf von Fr. 10'035.-- in die
EL-Berechnung gesetzt. Mit der Verfügung vom 28. Dezember 2013 ihrerseits war die
Beschwerdegegnerin (Mietzins und Lebensbedarf auf die genannten Beträge
herabsetzend) auf die Verfügung vom 27. Dezember 2013 zurückgekommen, mit
welcher sie den EL-Anspruch ab Januar 2014 festgesetzt hatte, indem sie ihn an die ab
dem Jahreswechsel vorgesehene neue Prämienpauschale Krankenversicherung
angepasst hatte. Strittig blieben im Einspracheverfahren die Positionen des Mietzinses,
des Lebensbedarfs und der AHV-Beiträge. Mit dem angefochtenen Entscheid wurde
die Einsprache gegen die Verfügung vom 15. Januar 2014 mit Wirkung ab Januar 2014
wie erwähnt abgewiesen.
1.2 Bis Dezember 2013 dagegen hatte die Beschwerdeführerin zuletzt gestützt auf
die Verfügung vom 27. Dezember 2012 eine Ergänzungsleistung von monatlich
Fr. 2'398.-- bezogen, worin unter anderem - wie bereits seit der ebenfalls formell
rechtskräftig gewordenen erstmaligen Leistungszusprache vom 20. Februar 2012 - ein
auf den tatsächlichen Verhältnissen basierender Mietzins und der Lebensbedarf von
Alleinstehenden angerechnet gewesen waren. Diese Verfügung war in formelle
Rechtskraft erwachsen, im Übrigen, nachdem eine "Einsprache" vom 17. Januar 2013
gegen sie zurückgezogen worden war. Nach Auslegung wäre allerdings nicht von einer
Einsprache, sondern von einer Meldung, dass neu AHV-Beiträge geleistet werden
müssten, und einem Antrag zur Berücksichtigung auszugehen gewesen. EL-Bezüger
haben von relevanten Veränderungen Meldung zu machen (vgl. Art. 24 ELV). Daraufhin
sind diese Meldungen von der Verwaltung zuerst erstinstanzlich zu behandeln. Eine
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Änderung erfolgt gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. b ELV bei einer Ausgabenerhöhung (wie
dort) auf den Beginn des Monats, in dem die Änderung gemeldet wurde, frühestens
aber des Monats, in dem diese eingetreten ist.
1.3 Mit der Verfügung vom 28. Dezember 2013 und der diese im Punkt des
hypothetischen Einkommens wiedererwägenden Verfügung vom 15. Januar 2014 ist
die Beschwerdegegnerin entweder durch Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG oder
Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG mit Wirkung ab Januar 2014 (zeitlich
betrachtet auf die Verfügung vom 27. Dezember 2013 bzw.) auf die erstmalig EL
zusprechende Verfügung vom 20. Februar 2012 zurückgekommen. Oder sie hat sie an
die Rechtslage gemäss dem Entscheid des Bundesgerichts über den nahezu
identischen Sachverhalt bezüglich die Schwester der Beschwerdeführerin angepasst
oder die Fragen gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts auf den Beginn
eines Kalenderjahres neu beurteilt. Der Begründung der Verfügung vom 28. Dezember
2013 ist diesbezüglich zu entnehmen, dass die Verfügung vom 27. Dezember 2013
"ersetzt" werde. Es werde ein hypothetisches Einkommen angerechnet und es erfolge
eine "Anpassung" des Lebensbedarfs und des Mietzinses gemäss dem Schreiben vom
12. Dezember 2013. Weder im angefochtenen Entscheid noch im
Beschwerdeverfahren wurde der verfahrensrechtlich gewählte Grund für eine Abkehr
von der formell rechtskräftigen Verfügung vom 20. Februar 2012 thematisiert.
2.
2.1 Formell rechtskräftige Verfügungen müssen in Revision gezogen werden, wenn
die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue
Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht
möglich war (vgl. Art. 53 Abs. 1 ATSG). In prozessuale Revision zu ziehen sind
Entscheide, die anfänglich unrichtig waren (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S B. vom
19. Januar 2007, I 522/06 E. 2.2 und 3.1). - Eine neue Tatsache ist nur dann im Sinn
von Art. 53 Abs. 1 ATSG erheblich, wenn sie die tatsächliche Grundlage der Verfügung
so zu ändern vermag, dass bei zutreffender rechtlicher Würdigung ein anderer
Entscheid resultiert (vgl. Bundesgerichtsentscheide i/S A. vom 8. Dezember 2011,
8C_434/11, und i/S L. vom 15. Februar 2010, 8C_720/09). Auch bei der zweiten
Tatbestandskonstellation ist ausschlaggebend, dass das Beweismittel nicht bloss der
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Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsfeststellung dient. Es bedarf neuer
Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv
mangelhaft erscheinen lassen (vgl. Bundesgerichtsentscheid 8C_720/09, BGE
110 V 138).
2.2 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die
Wiedererwägung fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur grober Fehler der
Verwaltung geht. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran
möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige
auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar. Zurückhaltung ist bei der Annahme
zweifelloser Unrichtigkeit stets dann geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund eine
materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung massgeblich auf
Schätzungen oder Beweiswürdigung und damit auf Elementen beruht, die
notwendigerweise Ermessenszüge aufweisen. Eine vor dem Hintergrund der
seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der (dort: invaliditätsmässigen)
Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig sein
(Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 30. Oktober 2012, 9C_396/12; vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S Q. vom 17. August 2009, 8C_1012/08).
2.3 Formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistungen werden von Amtes wegen
oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihnen zu
Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat (vgl. Art. 17 Abs. 2 in
Verbindung mit Abs. 1 ATSG).
2.4 Nicht gesetzlich geregelt ist der Tatbestand der nachträglichen rechtlichen
Unrichtigkeit infolge einer nach dem Verfügungserlass eintretenden Änderung der
massgebenden Rechtsgrundlagen. Nach der Rechtsprechung zum
Sozialversicherungsrecht sind ursprünglich fehlerfreie Verfügungen über
Dauerleistungen unter Vorbehalt anders lautender Übergangsbestimmungen sowie
allfälliger wohlerworbener Rechte grundsätzlich an Änderungen der Rechtslage
anzupassen, welche aus einem Eingriff des Gesetzgebers resultieren. Demgegenüber
bildet eine geänderte Gerichts- oder Verwaltungspraxis im Prinzip keinen Anlass, in
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eine laufende, auf einer formell rechtskräftigen Verfügung beruhende Dauerleistung
einzugreifen. Sie kann aber ausnahmsweise zur Abänderung einer rechtskräftigen
Verfügung (mit Wirkung für die Zukunft) führen, wenn die neue Praxis in einem solchen
Mass allgemeine Verbreitung erfährt, dass ihre Nichtbefolgung als Verstoss gegen das
Gleichheitsgebot erschiene, insbesondere wenn die alte Praxis nur in Bezug auf eine
einzige versicherte Person oder eine geringe Zahl von Versicherten beibehalten würde.
Ein solches Vorgehen drängt sich namentlich dann auf, wenn das Festhalten an der
ursprünglichen Verfügung aus Sicht der neuen Rechtspraxis schlechterdings nicht
mehr vertretbar ist und diese eine so allgemeine Verbreitung findet, dass ihre
Nichtbeachtung in einem einzelnen Fall als dessen stossende Privilegierung (oder
Diskriminierung) und als Verletzung des Gleichbehandlungsgebots erscheint (BGE 135
V 201).
2.5 Nach der (vom hiesigen Gericht nicht geteilten, vgl. Entscheid EL 2010/30 vom
14. Juni 2011 mit Hinweisen) Rechtsprechung des Bundesgerichts entfaltet schliesslich
eine Verfügung oder ein Einspracheentscheid über Ergänzungsleistungen in zeitlicher
Hinsicht Rechtsbeständigkeit lediglich für das Kalenderjahr. Die einzelnen
Berechnungspositionen können jährlich überprüft und allenfalls neu festgesetzt werden
(BGE 128 V 39; Bundesgerichtsentscheid vom 8. Oktober 2009, 9C_600/09 E. 2).
3.
3.1 Da sich unter dem Aspekt des (massgeblichen) Sachverhalts weder eine
Veränderung ergeben hat noch sich neue Tatsachen oder Beweismittel gezeigt haben,
fallen die Anpassung nach Art. 17 ATSG und die Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG als
Rechtsgrundlagen für die vorgenommene Abweichung vom bisher rechtskräftig
Verfügten in den Punkten des Mietzinses und des Lebensbedarfs ausser Betracht.
3.2 Was die Wiedererwägungsvoraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit betrifft,
ist darauf hinzuweisen, dass zu den strittigen Fragen divergierende
Rechtsauffassungen bestanden, offenbar sowohl innerhalb der Verwaltung als auch
zwischen dem kantonalen Gericht und dem Bundesgericht. Von einer zweifellos
unrichtigen ursprünglichen Verfügung kann deswegen - auch nach Vorliegen des
bundesgerichtlichen Urteils vom 23. Oktober 2013 über das in einer vergleichbaren
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Sachlage Zumutbare bzw. die Verzichtsfrage - nicht ausgegangen werden, denn diese
Frage bezieht sich auf die damalige Sach- und Rechtslage einschliesslich der
damaligen Rechtspraxis. - Das Bundesgerichtsurteil kann nach dem Dargelegten auch
kaum als "Praxisänderung" gesehen werden. Es besteht lediglich ein Interesse, auch
den Einzelfallentscheid zum nahezu identischen Sachverhalt zum Anlass für eine
Korrektur einer nachträglichen rechtlichen Unrichtigkeit zu nehmen. - Auch wenn die
genannten Gründe ein Durchbrechen der formellen Rechtskraft nicht zu stützen
vermögen, ist schliesslich zu bedenken, dass dieses der Beschwerdegegnerin nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung wegen der Rechtskraftbeschränkung der EL-
Verfügungen auf ein Kalenderjahr (aus Gründen der Rechtsgleichheit) nicht verwehrt
werden kann.
3.3 Zu entscheiden ist demnach des Weiteren, ob die neue Verfügung ab Januar
2014 bzw. der angefochtene Einspracheentscheid korrekt ist.
4.
Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz haben nach Art. 4
Abs. 1 ELG Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie eine der Voraussetzungen
von lit. a bis d erfüllen, also beispielsweise eine Waisenrente der AHV beziehen (bis
31. Dezember 2011 lit. a, seither lit. a ). - Als Bezügerin einer Waisenrente der AHV
hat die Beschwerdeführerin (im Unterschied zu Kindern, die einen Anspruch auf eine
Kinderrente auslösen) einen eigenen EL-Anspruch.
5.
5.1 Bei Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital
leben (zu Hause lebende Personen), werden als Ausgaben nach Art. 10 Abs. 1 ELG
anerkannt: als Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf pro Jahr (lit. a) bei
alleinstehenden Personen Fr. 19'050.-- (Ziff. 1); bei Ehepaaren Fr. 28'575.-- (Ziff. 2);
und bei (unter anderem) rentenberechtigten Waisen Fr. 9'945.--, dabei gelten für die
ersten zwei Kinder der volle Betrag, für zwei weitere Kinder je zwei Drittel und für die
übrigen Kinder je ein Drittel dieses Betrags (Ziff. 3; Beträge in den Jahren 2011 und
2012 gemäss der Verordnung 11 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur
bis
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AHV/IV vom 24. September 2010). In den Jahren 2013 und 2014 machen die
entsprechenden Beträge Fr. 19'210.--, Fr. 28'815.-- und Fr. 10'035.-- aus
(Verordnung 13 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV vom
21. September 2012).
5.2 Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG unterscheidet für den allgemeinen Lebensbedarf
zwischen den alleinstehenden Personen (Ziff. 1; den Ehepaaren, Ziff. 2) und den
rentenberechtigten Waisen (Ziff. 3, nebst den Kindern, die einen Kinderrentenanspruch
begründen). Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist der Lebensbedarf von Waisen
eindeutig bestimmt. Eine Unterscheidung je nachdem, ob sie allein leben oder
zusammen mit andern Waisen, ob mit dem verbleibenden Elternteil oder mit anderen
Personen, trifft das Gesetz nicht (ebenso wenig wie das Gesetz von 1965 es tat, vgl.
BBl 1964 II 691 f. und 704).
5.3 Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 ELG weist allerdings hinsichtlich alleinstehender
Kinder/ Waisen eine Lücke auf (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S A. vom 18. Februar 2009, EL 2008/39 und 44 E. 3.3, mit der Begründung,
dass der Existenzbedarf alleinstehender Waisen nicht tiefer ist als jener eines Alters-,
Invaliden- oder Witwerrentenbezügers, unter Hinweis auf Ralph Jöhl, Die
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel
2007, S. 1696 Rz 89; ZAK 1972 503, entsprechend BGE 98 V 105). Im Entscheid aus
dem Jahr 1972 (BGE 98 V 105) hatte das Bundesgericht für Vollwaisen, die effektiv
allein leben, eine Notwendigkeit zur Abweichung vom Wortlaut der gesetzlichen
Bestimmung erkannt. Es hat bei dieser Gelegenheit zusätzlich darauf hingewiesen,
dass es die Einkommensgrenze (später allgemeiner Lebensbedarf) für alleinstehende
Personen auch angewendet habe für eine Vaterwaise, die in der Westschweiz eine
Lehre absolviert habe und nicht regelmässig nach Hause zu ihrer Mutter habe fahren
können. Bei der Frage nach dem Bedarf an Lückenfüllung hatte es dort offenbar, weil
das Leben in häuslicher Gemeinschaft mit der Mutter wegen der örtlichen Distanz nicht
möglich war, das tatsächliche Alleinleben der Halbwaisen als ausschlaggebend
erachtet. Auch die Verwaltungsweisungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen
beschreiben Konstellationen, in welchen Kindern, denen eine Waisenrente zusteht, der
Lebensbedarf für Alleinstehende angerechnet wird (vgl. Rz 3145.01 in Verbindung mit
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Rz 3143.04 f. der WEL in der ab April 2011 geltenden Fassung, vgl. Rz 2027 und 2023
der WEL ab 1987).
5.4 Die Beschwerdeführerin lebt weder in häuslicher Gemeinschaft mit ihrem Vater
noch in einer solchen mit ihrer ebenfalls waisenrentenberechtigten Schwester. Sie kann
indessen für die Belange der Anrechnung des Lebensbedarfs dennoch nicht als
"alleinstehende" Waise, bei welcher ein Lebensbedarf für Alleinstehende anzurechnen
ist, betrachtet werden, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
5.5 Zwar ist in erster Linie davon auszugehen, dass bei den Ergänzungsleistungen
nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte
berücksichtigt werden dürfen, über welche die eine Leistung beantragende Person
ungeschmälert verfügen kann. Denn die Ergänzungsleistungen bezwecken die
Deckung der laufenden Lebensbedürfnisse (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom
29. August 2014, 9C_232/14). Entsprechend sind auch hinsichtlich des allein oder in
gemeinsamem Haushalt Lebens zunächst die tatsächlichen Verhältnisse von
Bedeutung. So stellt etwa auch der (hier nicht anwendbare) Art. 9 Abs. 2 ELG für die
Frage der Zusammenrechnung von Ausgaben und Einnahmen nach seinem Wortlaut
auf die rein tatsächlichen (nicht auf normative) Verhältnisse ab ("die im gleichen
Haushalt leben", vgl. aArt. 2 Abs. 3 "zusammenlebenden" ...-waisen).
5.6 Vorbehalten bleibt aber der Tatbestand des Verzichts. Als Einnahmen werden
nach Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG unter anderem Einkünfte und Vermögenswerte
angerechnet, auf die verzichtet worden ist. - Entgegen der zu engen Formulierung
dieser Bestimmung sind nicht nur Einkünfte anzurechnen, auf die ohne Rechtspflicht
oder zwingenden Grund verzichtet wird, sondern es ist auch der Abzug von Ausgaben
ausgeschlossen, welche die versicherte Person ohne Rechtspflicht oder zwingenden
Grund vornimmt (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 12. Februar 2004, EL 2003/36, und den diesbezüglich bestätigenden
Bundesgerichtsentscheid vom 14. September 2005, P 12/04 E. 4.1; noch zu aArt. 3c
Abs. 1 lit. g ELG).
5.7 Im Entscheid 9C_429/13 hat das Bundesgericht nun unter dem Blickwinkel der
Mietzinsanrechnung im erwähnten, mit dem vorliegenden vergleichbaren Sachverhalt,
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nämlich jenem betreffend die Schwester der Beschwerdeführerin, die Frage der
Zumutbarkeit von Massnahmen der Schadenminderung (bzw. die Frage eines
Verzichtstatbestands) entschieden und festgehalten, es sei der ebenfalls eine
Waisenrente beziehenden Studentin in ihren Verhältnissen zumutbar, im Haus ihres
Vaters (statt in einer eigenen Wohnung) zu wohnen.
5.8 Wird für die konkreten Verhältnisse der Beschwerdeführerin danach gefragt,
welche Massnahmen ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde,
wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte, so kann denn auch (wie das
Bundesgericht es im vergleichbaren Sachverhalt tat) angenommen werden, dass die
Beschwerdeführerin im gleichen Haushalt mit ihrem Vater lebte. Die Distanz zwischen
dessen Wohnort, wo er ein Eigenheim besitzt, und dem Studienort lässt sich mit dem
Zug meist innerhalb von weniger als einer halben Stunde und von frühmorgens bis
nachts überwinden. Inwiefern sich eine unzumutbare Erschwernis für das Studium
ergeben sollte, ist nicht ersichtlich. Die Schilderungen in Bezug auf die persönliche
Beziehung zwischen sich und der Beschwerdeführerin, mit welchen der Vater eine
Unzumutbarkeit des Zusammenlebens mit sich selber für die Beschwerdeführerin
begründete, vermögen eine solche nicht darzutun. Die Beschwerdeführerin selber hatte
keinen diesbezüglichen Grund benannt (vgl. act. I-4-2).
5.9 Ist somit - so wie das Bundesgericht es im erwähnten Entscheid 9C_429/13
entschieden hat - auch hier davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
zumutbarer Weise beim Vater zu leben hätte, so ist die EL-Berechnung - wie stets bei
Verzichtstatbeständen - so vorzunehmen, als ob kein Verzicht erfolgte, das heisst hier,
als ob die Beschwerdeführerin bei ihrem Vater lebte.
5.10 Unter diesen Umständen ist vorliegend der allgemeine Lebensbedarf für Waisen
nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 ELG anzurechnen, wie das Bundesgericht bei der
Beurteilung im vergleichbaren Sachverhalt ebenfalls gefolgert hat. Denn wenn
(vorliegend hypothetisch) davon auszugehen ist, die Waise lebe in häuslicher
Gemeinschaft mit dem Vater, ist ein Anrechnen des Lebensbedarfs für Alleinstehende
nicht am Platz. Hieran vermag nichts zu ändern, dass der Vater der
Beschwerdeführerin selber nicht EL-Bezüger ist und somit bei ihm kein EL-
Lebensbedarf für Alleinstehende angerechnet werden kann, weil er nicht (mehr)
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Rentenbezüger ist (keine Witwerrente mehr, vgl. Art. 24 Abs. 2 AHVG und
Beschwerdeergänzung). Denn ein tieferer Ansatz für Kinder und Waisen lässt sich
damit rechtfertigen, dass die Lebenshaltungskosten pro Person bei einem Leben in
häuslicher Gemeinschaft mit anderen Personen erfahrungsgemäss geringer ausfallen
als in einem Einpersonenhaushalt (vgl. zum Lebensbedarf zusammenlebender
Ehegatten Stefan Werlen, Der Anspruch auf Ergänzungsleistungen und deren
Berechnung, Diss. Freiburg 1999, S. 80, und Ralph Jöhl, a.a.O., S. 1696 f., Fn 282 und
285). Das berücksichtigen wohl auch die Rz 3143.02 f. WEL (in Verbindung mit Rz
3145.01 WEL; in der ab April 2011 geltenden Fassung), wenn sie ein Anrechnen des
Lebensbedarfs für Kinder und Waisen auch für Kinder und Waisen vorsehen, die bei
einem Pflegeeltern- oder Grosselternteil, einer Tante oder einem Onkel leben.
6.
6.1 Nach Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG werden des Weiteren bei zu Hause lebenden
Personen als Ausgaben der Mietzins einer Wohnung und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten angerechnet; als jährlicher Höchstbetrag werden
bei alleinstehenden Personen höchstens Fr. 13'200.-- (Ziff. 1), bei Ehepaaren und
Personen mit (unter anderem) rentenberechtigten Waisen Fr. 15'000.-- (Ziff. 2)
anerkannt.
6.2 Nach Rz 3231.05 WEL ist, wenn die EL-beziehende Person eine Wohnung
zusammen mit deren Eigentümer bewohnt und zwischen den Parteien kein Mietvertrag
besteht oder kein Mietzins bezahlt wird, vom Mietwert der Wohnung nach Rz 3433.02
WEL zuzüglich der Nebenkostenpauschale nach Rz 3236.02 auszugehen und diese
Summe zu gleichen Teilen auf die einzelnen Personen aufzuteilen. Der angerechnete
Betrag ist zu Recht nicht beanstandet worden (vgl. die Akten des Verfahrens der
Schwester, act. I-1).
6.3 Die (hypothetischen) Fahrtkosten sind aus dem Betrag für den allgemeinen
Lebensbedarf zu begleichen, da im Mietkostenmaximum allein Kosten für das Wohnen
berücksichtigt werden können, Gewinnungskosten aber mit der Erzielung eines
Erwerbseinkommens verknüpft sind und nur bis zur Höhe eines - hier nicht erzielten -
Bruttoerwerbseinkommens abgezogen werden können (vgl. Art. 10 Abs. 3 lit. a ELG).
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Aus BGE 108 V 235, der sich mit der Auslegung einer Verordnungsbestimmung
befasste, welche Transportkosten als abziehbar bezeichnete, lässt sich nichts anderes
ableiten.
7.
Als Ausgaben werden zudem bei allen Personen die Beiträge an die
Sozialversicherungen des Bundes unter Ausschluss der Prämien für die
Krankenversicherung anerkannt (Art. 10 Abs. 3 lit. c ELG). - Die geleisteten Beiträge der
Beschwerdeführerin an die AHV/IV/EO sind in der EL-Berechnung anzurechnen (vgl.
Zusicherung im Einspracheentscheid).
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Das Gesuch um Be
freiung von den Verfahrenskosten ist als gegenstandslos abzuschreiben.
8.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf Parteientschädigung. Sie hat jedoch am 21. März 2014 ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung stellen lassen. Eine Bewilligung setzt nach Art. 61
lit. f ATSG voraus, dass der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig
und die anwaltliche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist. Dem Gesuch ist
zu entsprechen, da die Voraussetzungen als erfüllt zu betrachten sind. Deshalb hat der
Staat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zu entschädigen, wobei das
betreffende Honorar von Fr. 3'500.-- um einen Fünftel herabzusetzen ist (vgl. Art. 31
Abs. 3 des st. Gallischen Anwaltsgesetzes; sGS 963.70). Der Staat hat somit eine
Entschädigung von Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
bezahlen.
8.4 Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann die
Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet
werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).