Decision ID: 45f0853f-7702-4d8b-ba88-0a432b6d1d44
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1975 geborene X._ war ab dem 18. August 2014 als Mechaniker bei der Y._ vollzeitlich angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Schadenmel
dung der Arbeitgeberin vom 14. Juli 2015 stürzte der Versicherte am 5. Juli 2015 mit seinem Motorrad in einer Kurve und zog sich dabei Prellungen am linken Knie und der linken Schulter sowie einen Riss an der rechten Schulter zu (Urk. 10/1). Die Suva kam für die Heilkosten auf (Urk. 10/2) und erbrachte Tag
geldleistungen (Urk. 10/6 f. und Urk. 10/14). Ab dem 16. Juli 2015 war der Versicherte wieder zu 100 % arbeitsfähig, jedoch noch in ärztlicher Behandlung (Urk. 10/8 S. 3-4, Urk. 10/9 und Urk. 10/16). In der Folge wurde der Versicherte neurologisch untersucht und zahnärztlich behandelt. Am 1. Oktober 2015 nahm Kreisarzt med. pract. Z._, Facharzt FMH für Chirurgie, zum Sachver
halt Stellung und führte aus, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lägen keine somatischen Unfallfolgen mehr vor, zahnmedizinisch könne keine Beurteilung vorgenommen werden. Es sei von einem Fallabschluss Mitte Oktober 2015 aus
zugehen (Urk. 10/27). Die Schulterbeschwerden persistierten jedoch weiterhin (vgl. Urk. 10/48 f.). Kreisarzt
med. pract.
Z._ nahm am 25. und 26. Januar 2016 unter Berücksichtigung der neu eingereichten medizinischen Unterlagen erneut Stellung und hielt an seiner Beurteilung fest (Urk. 10/51 und Urk. 10/57). Nachdem Dr. med. A._, Facharzt FMH für innere Medizin, am 23. Februar 2016 von einer Frozen Shoulder und einer Kapsulitis berichtet hatte (Urk. 10/69), nahm Kreisarzt
med. pract.
Z._ am 24. Februar 2016 wiederum Stellung und hielt an seiner Beurteilung fest (Urk. 10/71). Am 25. Februar 2016 informierte die Suva den Versicherten darüber, dass der Fall per 11. Februar 2016 abgeschlossen werde (Urk. 10/75), woraufhin der Versicherte eine ein
sprachefähige Verfügung verlangte (Urk. 10/76). Am 11. März 2016 nahm Kreisarzt Prof. Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, eine Aktenbeurteilung vor und schloss sich der bisherigen kreisärztlichen Beur
teilung an (Urk. 10/82). Mit Verfügung vom 22. März 2016 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per 11. Februar 2016 ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen (Urk. 10/86). Am 7. April 2016 erfolgte eine weitere kreisärztliche Stellungnahme von Prof. B._ (Urk. 10/87). Mit Eingabe vom 8. April 2016 (persönlich überbracht) erhob der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 22. März 2016 (Urk. 10/91), welche mit Entscheid vom 5. August 2016 abgewiesen wurde (Urk. 2 [= Urk. 10/94]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 13. September 2016 Beschwerde und bean
tragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm die Leistun
gen der Unfallversicherung (Taggeld, Heilungs- und Reisekosten) ü
ber den 11. Februar 2016 hinaus
auszurichten (Urk. 1)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9)
und reichte eine Aktenbeurteilung von PD Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedi
zin, vom 16. November 2016 zu den Akten (Urk. 10/108)
.
Replicando beantragte der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht die Veranlassung eines Gerichts
gutachtens (Urk. 14). Mit Duplik vom 24. Mai 2017 hielt die Beschwerdegegne
rin an ihrem Antrag fest (Urk. 18), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 29. Mai 2017 angezeigt wurde (Urk. 19).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 5. Juli 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet wer
den kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der Beweis
wür
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in fine S. 264 mit Hinweisen).
1.5.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam
nese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweis
wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten versiche
rungs
in
terner Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als keine Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. August 2016 im Wesentlichen
,
es könne auf die Beurteilungen der Kreisärzte abgestellt werden. Auch die Dres. A._ und D._ hätten bloss von einer fraglichen beziehungsweise möglichen Partialruptur der Rotatorenman
schette gesprochen, weshalb keine widersprüchlichen ärztlichen Ansichten vorlä
gen. Nachdem die bildgebenden Abklärungen keine strukturellen traumatischen Läsionen gezeigt hätten, sei es beim Unfall vom 14. Juli 2015 (richtig: 5. Juli 2015; beim 14. Juli 2015 handelt es sich um das Datum der Schadenmeldung) höchstens zu einer Kontusion gekommen, welche nach spätestens vier Monaten abheile. Anlässlich der Erstuntersuchung zehn Tage nach dem Unfall sei nicht von Schulterbeschwerden berichtet worden, sondern erstmals fünf Monate nach dem Unfallereignis, was ebenfalls gegen einen Kausalzusammenhang spreche. Es sei deshalb vom Erreichen des status quo sine spätestens vier Monate nach dem Unfallereignis auszugehen, weshalb eine Leistungseinstellung per 11. Februar 2016 nicht zu beanstanden sei (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 13. September 2016 vor, gemäss der fachmedizinischen Literatur könne auch eine Prellung Auslöser einer Frozen Shoulder sein. Die Beschwerden könnten auch erst Wochen nach dem Unfall auftreten. Die Unfallkausalität sei daher nicht bloss deshalb ausgeschlossen, weil in der Zeit nach dem Unfall noch keine Schulterbe
schwerden festgestellt worden seien. Die Kreisärzte hätten keine Stellung genommen zur Frozen Shoulder. Dr. E._ habe die Unfallkausalität aber klar bejaht (Urk. 2).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2016 verwies die Beschwerde-gegne
rin auf die von ihr nach der Beschwerdeerhebung veranlasste orthopädisch-chirurgische Beurteilung von Dr. C._, welche nachvollziehbar und schlüssig sei (Urk. 9).
2.4
In der Replik vom 6. März 2017 brachte der Beschwerdeführer vor, es sei eine gerichtliche Begutachtung zu veranlassen. Es bestünden erhebliche Zweifel an den Aktenbeurteilungen der Kreisärzte Z._ und B._. Im Übrigen sei auch eine indirekte Unfallfolge durch eine Schonhaltung kausal. Der Sachverhalt sei unge
nügend abgeklärt worden, weshalb die Beschwerdegegnerin den Untersuchungs
grundsatz verletzt habe (Urk. 14).
3.
3.1
Im Bericht vom 17. August 2015 über die Erstbehandlung vom 9. Juli 2015 hielt med. pract. F._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, die Diagnosen 1) Motorradunfall mit diversen schmerzhaften Prellungen und 2) Anpassungsstörung fest. Er verneinte ossäre Läsionen unter Hinweis auf den Röntgenbefund (Urk. 10/13, vgl. auch Urk. 10/33 S. 2: „Über Schulter links Schürfwunde oberflächlich“).
3.2
In der Stellungnahme vom 1. Oktober 2015 hielt Kreisarzt med. pract. Z._ einen Fallabschluss vier Monate nach dem Unfallereignis für angebracht, soma
tisch sei beim Vorliegen der Diagnose „Prellungen“ nicht mehr von behand
lungsbedürftigen Unfallfolgen auszugehen (Urk. 10/27).
3.3
Im Zwischenbericht vom 24. November 2015 hielt med. pract. F._ fest, der Beschwerdeführer klage über zunehmende Schulterbeschwerden (Urk. 10/34).
3.4
Im radiologischen Bericht vom 26. November 2015 wurde als Hauptbefund an der linken Schulter eine Partialruptur der Infraspinatussehne am muskulotendi
nösen Übergang mit Ödemzonen und diskreten Flüssigkeitskollektionen auf dieser Höhe genannt. Es bestehe keine Atrophie der Muskulatur. Im Übrigen sei die Rotatorenmanschette intakt. Es sei eine mässige ACG-Arthrose festgestellt worden (Urk. 10/38 S. 2).
3.5
Dr. med. G._, Leitender Oberarzt Orthopädie an der H._, verwies in seinem Bericht vom 23. Dezember 2015 auf den soeben genannten Radiologiebericht (E. 3.4) und hielt fest, ein halbes Jahr nach dem Unfall persistiere eine deutliche Funktionseinbusse und Schmerzhaftigkeit der linken Schulter (adominante Seite). MR-tomographisch seien die Befunde jedoch weitgehend unauffällig. Eine relevante Läsion der Rotatorenmanschette sei nicht erkennbar, und auch die Bizepssehne stelle sich in den Bildern vom 26. November 2015 unauffällig dar. Er empfehle vorerst eine physiotherapeuti
sche Betreuung zwecks Haltungskorrektur und Kräftigung der Rotatorenman
schette (Urk. 10/48).
3.6
Im Bericht vom 14. Januar 2016 führte Dr. G._ aus, es sei zu einer Schmerzzunahme bei fraglicher, beginnender retraktiler Kapsulitis gekommen.
Aufgrund der
heutigen Untersuchung erscheine eine beginnende Ka
p
s
ulitis wahrscheinlich. Die Einschränkung der aktiven und endgradig auch passiven Beweglichkei
t gebe
Hinweise dazu. MR-tomographisch
seien die Befunde vom 26. November 2015 weiterhin
weitgehend unauffällig. Die Signalalteration in der Inf
raspinatusmuskelsehneneinheit sei
erkennbar, jedoch nicht als ursächlich für die jetzt bestehende Schmerzsymptomatik
zu betrachten
. In de
r klinischen Untersuchung seien gewisse Biz
epstests ebenfalls schmerzhaft aus
gefallen, so dass
anhand der Skizze der Konsultation vom Dezember auch
Hinweise für
eine möglicherweise begle
itende, instabilitätsbedingte Biz
epsproblematik
bestünden (Urk. 10/49)
.
3.7
Kreisarzt med. pract. Z._ hielt in seiner Stellungnahme vom 25. Januar 2016 an seiner Beurteilung fest. Es seien nach wie vor keine unfallkausalen Verän
derungen in allen bildgebenden Verfahren zu sehen (Urk. 10/51). In der Ergän
zung vom 26. Januar 2016 führte er aus, die postulierte Partialruptur der Inf
raspinatussehne könne weder von Dr. G._ noch von ihm im MRI nach
gewiesen werden. Die Funktionseinbussen im Bereich der Schulter und die Rückenschmerzen seien somit nur möglicherweise, aber nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 5. Juli 2015 zurückzuführen. Dabei sei es demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich zu Kontusionen gekommen, welche nach allgemeiner Lehrauffassung nach circa vier Monaten abheilen würden (Urk. 10/57).
3.8
Dr. A._ stellte in seinem Bericht vom 23. Februar 2016 die Diagnose Status nach Schulterprellung links, jetzt Frozen Shoulder und Kapsulitis. Er führte sodann aus, im November habe man eine MR-Untersuchung durchge
führt und es zeige sich eine mögliche Partialruptur der Infraspinatussehne. Er habe den Beschwerdeführer am 17. und 23. Februar 2016 in seiner Sprech
stunde gesehen. Es zeige sich eine massiv eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links, einer Frozen Shoulder und einer Kapsulitis entsprechend. Er habe den Beschwerdeführer an Dr. E._ überwiesen (Urk. 10/69).
3.9
Kreisarzt med. pract. Z._ hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Februar 2016 fest, die Aussage von Dr. A._ ändere nichts, sei nicht zielführend und bringe keine Neuigkeiten (Urk. 10/71).
3.10
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, führte in seinem Bericht vom 3. März 2016 die folgende Diagnose auf (Urk. 10/78 S. 2):
-
Status nach Schulterkontusion links im Rahmen eines Motorradunfalles 5.7.2015 sowie Zweitereignis mit erneuter Schulterdistorsion 12/2015 mit
-
fraglicher Partialruptur muskulotendinöser Übergang infraspinatus, ret
raktive Kapsulitis
-
Status nach Clavicula-Osteosynthese vor Jahren inkl. OSME
-
Status nach wahrscheinlich glenohumeraler Steroidinfiltration durch Kollege E._ 24.2.2016
Dr. D._ hielt sodann fest, die von Dr. E._ durchgeführte Infiltra
tion habe die Beschwerdesymptomatik verbessert, jedoch die Beweglichkeit nur unwesentlich, sodass heute nochmals das Problem der Kapsulitis definiert werde. Es werde eine physiotherapeutische Betreuung unter Durchführung von Heimübungen zur Verbesserung der eingeschränkten Schulterfunktionalität empfohlen (Urk. 10/78).
3.11
Kreisarzt Dr. B._ hielt in seiner Stellungnahme vom 11. März 2016 fest, die anfänglich beschriebene Läsion der Infraspinatussehne könne nicht bestätigt werden. Die Ausführungen von Dr. A._, wonach eine mögliche Parti
alruptur vorliege, vermöchten nicht zu überzeugen. Der status quo sine sei Mitte Oktober 2015 erreicht gewesen (Urk. 10/82).
4.
Zunächst ist in Erinnerung zu rufen, dass die blosse Möglichkeit eines Kausalzu
sammenhangs zwischen einem Unfallereignis und den in der Folge auftretenden Beschwerden für die Bejahung der Leistungspflicht eines Unfall
versicherers nicht genügt. Es gilt das Beweismass der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit. In diesem Sinne kam die Beschwerdegegnerin in Würdigung der vorhandenen Akten (E. 3) zu Recht zum Schluss, dass spätestens vier Monate nach dem Unfall vom Erreichen des status quo sine auszugehen sei, zumal sich der Beschwerdeführer beim Unfall lediglich Prellungen zugezogen habe; es kann auf die entsprechende Begründung (vgl. E. 2.1 vorne) verwiesen werden. Die Berichte der behandelnden Ärzte enthalten jedenfalls keine Aussagen über einen möglichen Kausalzusammenhang, weshalb aus diesen nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abzuleiten ist (vgl. E. 3.1, E. 3.3-3.6, E. 3.8 und E. 3.10). Insbesondere lässt auch die Diagnose „Status nach“ keine Rückschlüsse auf das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zu.
Die
Argumentation nach der Formel „
post hoc ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schä
digung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/bb., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass sich am 23. Dezember 2015 ein weiterer Unfall ereignet haben soll. Der Beschwerdeführer sei auf öli
gem Boden ausgerutscht und auf den Rücken gefallen. Die Beschwerdegegnerin schloss diesen Fall (Schaden-Nr. 23.11493.16.0) allerdings mit Schreiben vom 23. Februar 2016 ab, da bezüglich Lumbago keine Behandlungen mehr notwen
dig gewesen seien (Urk. 2 S. 2). Im vorliegend angefochtenen Einspracheent
scheid vom 5. August 2016 führte die Beschwerdegegnerin diesbezüglich aus, dem Vorbringen des Beschwerdeführers, die Schulterbeschwerden könnten auch durch den Unfall vom 23. Dezember 2015 verstärkt worden sein, sei entgegen
zuhalten, dass in sämtlichen Berichten diesen Unfall betreffend von lumbalen Beschwerden die Rede gewesen sei. Zudem sei seltsam, dass der Unfall vom 23. Dezember 2015 anlässlich des Arztbesuches vom gleichen Tag bei Dr. G._ nicht erwähnt beziehungsweise im entsprechenden Bericht nicht aufgeführt worden sei (Urk. 2 S. 8). Da der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht mehr behauptete, durch den Unfall vom 23. Dezember 2015 sei es zu einer Verschlimmerung gekommen, erübrigt es sich, die entsprechenden Akten beizuziehen.
5.
5.1
5.1.1
Der Beschwerdeführer reichte im Beschwerdeverfahren neue Berichte ein. Dabei handelt es sich um einen Bericht von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 24. Februar 2016 (Urk. 3/4) und einen Bericht der I._ vom 11. Juli 2016 (Urk. 3/3).
5.1.2
Dr. E._ hielt in seinem Bericht fest (Urk. 3/4), an der
Diagnose einer
Fr
o
zen
Shoulder bestehe
aufgrund
der
klinischen Untersuch
ung kein Zweifel. Der Befund sei
schwer, denn im bet
roffenen Glenohumeralgelenk seien
passiv nur noch kleinamplitudige Bewegungen möglich mit endgradig aufkommenden massiven
Kapselschmerzen. Zweifellos sei
die Schulterankylose auf die im Juli 2015 erlittene Schulterprellung zurückzuführen. Für eine intrinsische Ursache, beispielsweise eine intratendinöse Verkalkung oder f
ür Rupturen der Sehnen ergäben sich
heute so
n
o
grafisch keine Hinweise. Die im Bericht (von Dr. A._)
erwähnte
Partialruptur der Infraspinatussehne
könne nicht
bestätig
t werden
.
Es sei eine intraartikuläre Steroid-Infiltration durchgeführt worden, welche bei guter Wirkung wiederholt werden könne. Die Physiotherapie sollte im Sinne einer Unterstützung ebenfalls weitergeführt werden, insbeson
dere um allfällige Kollateralschäden der Schulterankylose, die sich vor allem aus einer Überlastung der periscapulären Muskulatur ergebe, abzufangen.
5.1.3
Im Bericht der I._ vom 11. Juli 2016 (Urk. 3/3) wurde ausgeführt, klinisch imponiere ein subacromiales Impingement bei Verdacht auf eine traumatische Bursitis subacromialis. Zudem bestehe eine leichte Frozen Shoulder nach der Verletzung vom 5. Juli 2015. Im MRI vom 26. November 2015 sei eine leichte Infraspinatussehnen-Läsion erkennbar.
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegnerin legte die Akten im Beschwerdeverfahren Dr. C._ vor. Dieser erstattete seine Beurteilung am 16. November 2016 (Urk. 10/108)
.
5.2.2
Zunächst ging Dr. C._ darin auf die Begriffe
einer Kapsulitis,
einer F
rozen
S
houlder,
eines subacromialen
Impingement und
einer
Bursitis subacromialis
ein. Da diese Ausführungen dem besseren Verständnis im vorliegenden Fall dienen, werden sie hier wiedergegeben (Urk. 10/108 S. 2 f.):
Die Entität der Frozen S
houlder, welche auch als adh
äsive Kapsulitis bezeichnet werde, gelte
als eine der am häufigsten auftretenden und gleichzeitig am wenigsten verstandenen Path
ologien des Schultergelenkes
. Grundlage des phy
siologisch sehr gros
sen Bewegungsumfanges dieses Gelenkes sei
die hauptsäch
lich durch Weichteile, wie Sehnen und Bänder, gewährleistete Führung - im Gegensatz beispielsweise zu dem hauptsächlich knöchern geführt
en Hüftgelenk. Die normale Funktion des Schultergelenkes ergebe
sich daher aus der Balance zwische
n zu starker Beweglichkeit (In-
Stabilität) und dessen Gegenteil, also einer Minderbeweglichkeit. Eine adhäsive Kapsulitis, bildhaft
auch als einge
frorene Schulter bezeichnet, sei
der häufigste Grund für
eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Diese sei
charakterisiert durch eine entzündlich bedingte Schrumpfung der Kapsel und weiterer Weichteile, welche das verfüg
bare intraa
rtikuläre Volumen verringere. In den meisten Fällen einer F
rozen
S
houlder
sei
ein zugrunde liegender Auslöser nicht erkennbar und damit die Diagnose "primär".
Eine
Häufung einer primären
F
rozen
Shoulder finde
sich bei Personen
zwischen 40 und 60 Lebensjahren. Betroffen sei
meist die nicht domi
nante Seite, und die in der Liter
atur beschriebenen Fälle würden
sich gehäuft links ab
spielen
. Davo
n würden
Fälle abgegrenzt, welche als Folge einer bekannten intrinsischen, extrinsischen oder systemischen Pathologie - und damit als sekundär
bezeichnet - betrachtet wü
rden. Hierunter
würden
auch Traumata
fallen
, insbesondere, wenn diese
n
eine Ruhigstellung
folge. Nach Cyffka (R. Cyffka, Die adhäsive Kapsulitis des Schultergelenkes – Eine gut
achterliche Herausforderung?, in:
Der m
edizinische Sachverständige 4: S.
188-191, Gentner 2015
)
gehe
der posttraumatischen Schultersteife immer ein auslö
sendes Ereignis in zeitlich fassbarem Zusammenha
ng voraus.
Die posttraumati
sche sekundäre adhäsive Kapsulitis komm
e
nach Frakturen im S
chulterbereich, Weichteilverlet
zungen, Schädelhirntraumen und nach Intensivtherapie mit Langzeitbeatmung vor.
In jedem Fall müsse
ein Störfaktor in zeitlich fassb
arem Zusammenhang vorliegen. Im Weiteren präzisiere
Cyffka,
bei der s
ekundären adhäsiven Kapsulitis liege
immer eine
unphysiologische äussere Einw
irkung zeitnah zum Eintritt der Schultersteife vor. Eine Brückensymptomatik mit ent
sprechenden ärztlichen Behandlungsberichten über das äussere Ereignis bis zum
Eintritt der sekundären adhäsiven Kapsulitis sei zu fordern
.
Ein Impingement beschreibe
eine Einengung
des
subacromialen Raum
es
und könne diesen
zum Bei
spiel durch vom Schulterdach ausgehende Behinderungen betreffen, wie knöcherne Vorsprüng
e (Osteophyten) an der Unterfläc
he des Schulterdaches oder am seitlichen Schlüsselbeinende. Letztere könn
t
en Folge verschleissbedingter Veränderungen des Schultereckgelenkes sein.
Symptoma
tisch werde
das Engpasssyndrom durch mechanische
Faktoren verursacht
, also durch
eine
die Enge bedingte Entzündung eines hier gelegenen Schleimbeutels (Bursitis subacromialis) und Behinderung der hindurch glei
tenden Sehne des M. supraspinatus. Ursache sei
somit eine Verengung eines anatomisch vorgege
benen Raumes, die nicht plötzlich durch eine
Gewalteinwirkung entstehe
, son
dern die sich über ei
nen längeren Zeitraum entwickle
.
5.2.3
Dr. C._ ging schliesslich auf den vorliegend zu beurteilenden Fall ein und hielt fest, es seien durch verschiedene Ä
rzte verschiedene Diagnosen gestellt
worden:
Kernspintomographi
sch nach Untersuchung vom 26. November
2015 eine teil
weise Zerreissung der Rotatorenmanschette ("Partialru
ptur der Infraspinatus
sehne"), k
linisch nach Untersuchung durch
Dr. G._ vom 14. Januar 2016 eine Frozen S
houl
der ("beginnende Kapsulitis"), k
linisch nach Untersu
chung
im I._ vom 11. Juli 2016 ein Engpasssyndrom ("sub
acromiales Impingement bei Verdacht auf eine traumatische Bursitis sub
acromialis"). Beschwerden im Bereich der linken Schulter
seien
erstmalig in ein
em ärztlichen Zeugnis vom 24. November 2015, also 4 1/2
Monate nach
dem Unfallereignis vom 5. Juli
2015, genannt
worden. Zeitnah zu dem Geschehen,
also vier, respektive fünf Tage
nach dem Unfall
,
sei
eine "Schürfung" der lin
ken Schulter bei freier Gelenks
beweglichkeit dokumentiert
worden (vgl. Urk. 10/33)
.
Wäre
es durch das Geschehen vom 5. Juli
2015 zu einer strukturellen Verlet
zung des linken Schultergelenkes, speziell der Infraspinatussehne als Teil der Rotatorenmanschette gekommen, hätte dies zu einer sofortigen erheblichen Schmerzhaftigkeit und einem Funktionsverlust geführt.
Das Kernspintomo
gramm vom 26. November 2015 werde
von dem Schulterspezialisten
Dr. G._ mit Bericht vom 23. Dezember
2015 sorgfältig befundet: "Intakte Rotatorenmanschette. Unauffällige Muskelqualität und Quantität. Eine relevante Partialläsion im Infra- aber auch im Supraspinatussehnenbereich erkenne
ich nicht". Am 14. Januar
2016
werde
die Bildgebung
ebenso
als "weit
gehend unauffällig" bewertet. Auch nach persönlicher Einsichtnahme i
n die vorliegenden Dokumente sei
diese Interpretation zu stützen und die in dem radiologischen Befundbericht beschriebene "Partialruptur der Infraspinatus
sehne" nicht
nachzuvollziehen. Bestätigt werde
dies durch
die
sono
graphische Untersuchung am 24. Februar
2016 von
Dr. E._
, der die Rotatorenman
schette als normal befundet und eine pathologische Auffälligkeit im Bereich der Infraspinatussehne ausdrücklich verneint
habe
. Eine Verletzung der Rotatoren
mansch
ette durch das Ereignis vom 5. Juli 2015 sei
somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen
(Urk. 10/108 S. 4)
.
Weiter führte Dr. C._ aus, d
ie erste Konsultation bei
Dr. G._ am 23. Dezember 2015 ergebe
ausdrücklich keinen Befund einer Kapselsteifigkeit.
Erst nach Untersuchung am 14. Januar
2016, also nach inzwischen einem hal
ben Jahr erscheine "eine beginnende Kapsulitis wahrscheinlich". Die E
ntwick
lung einer sekundären Frozen Shoulder habe
primär eine unphysiologische äussere Einwirkung als Ursache zur Voraussetzung; und dies zeitnah zum Ein
tritt der Schultersteif
e. In dem vorliegenden Fall werde
zwar eine oberflächliche Schürfung im Bereich der linken Schulter angegeben, Hinweise auf eine Beschwerd
ehaftigkeit oder auf pathologisc
he Untersuchungsbefunde zeitnah zu dem zur Diskussion stehenden Ereignis
seien
jedoch
nicht dokumentiert. Eine in der Literatur geforderte Brückensymptomatik mit entsprechenden ärztlichen Behandlungsberichten über das äussere Ereignis bis zum Eintritt der seku
ndären adhäsiven Kapsulitis sei
somit nicht gegeben. Eine sekundäre
Frozen S
houlder al
s Folge des Ereignisses vom 5. Juli 2015 sei
daher mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht eingetreten
(Urk. 10/108 S. 4 f.)
.
Schliesslich führte Dr. C._ aus, e
in Jahr nach dem zur Diskussio
n stehenden Unfallgeschehen werde durch die Ärzte des I._ nach Untersuchung vom 11. Juli
2016 die Diagnose eines subacromialen Impinge
ments links g
estellt. Wie oben dargelegt, sei
hierunter ein Engpasssyndrom zu verstehen, welches zu schmerzhaften Veränderungen von im subacromialen Raum gelegenen ana
tomischen Strukturen führen könne
. Selbst unter der Annahme, dass die m
it ärztlichem Zeugnis vom 24. November
2015 erstmalig über vier Monate nach
dem
Ereignis dokumentierten Schulterbeschwerden Aus
druck eines symptomatischen
subacromialen Impingements gewesen wären, sei
nach dieser zeitlichen Latenz ein kausaler Zusammenhang unwahrscheinlich
(Urk. 10/108 S. 5)
.
Dr. C._ kam in der Folge zum Schluss, z
usammenfassend
sei
es d
urch das Unfallereignis vom 5. Juli
2015 b
is auf eine oberflächliche Haut
schürfung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen primären Verletzungen oder sekundären Folgen im Bereich der linken Schulter gekommen. Die anatomi
schen Begebenheiten, wie sie ein Jahr später zu der Diagnose eines s
ubacromi
alen Impingements geführt hätten
,
hätten bereits
zuvor
bestanden
. Da es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keiner unfallbedingten Verschlimmerung dieses Vorzustandes gekom
men sei
,
sei
auch die Frage eines Status quo s
ine oder ante nicht zu beantwor
ten. Folge
n des Unfallereignisses vom 5. Juli
2015 im Bereich der linken Schulter im Sinne der oberflächlichen Hautschürfung
hätten
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens na
ch vier
Monaten nicht mehr vor
gelegen (Urk. 10/108 S. 5)
.
5.3
Dr. C._, welcher sich mit den vorliegenden Akten eingehend auseinander
setzte, schilderte anschaulich und nachvollziehbar, weshalb nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit von einem Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 5. Juli 2015 und den Schulterbeschwerden links auszugehen ist. Auf seine ausführliche und umfassende Beurteilung, welche sich mit den übrigen kreisärztlichen Einschätzungen deckt, ist deshalb abzustellen. Er legte sodann auch einleuchtend dar, weshalb die Annahme von Dr. E._, die Schulter
symptomatik sei auf den Unfall vom 5. Juli 2015 zurückzuführen, nicht über
zeuge. Weitere Aufschlüsse sind von der Einholung eines Gerichtsgutachtens nicht zu erwarten.
6.
Nach dem Gesagten
erweist sich die
Leistungseinstellung
der Beschwerdegegne
rin
per
11. Februar 2016 als rechtens,
weshalb
ein Anspruch des Beschwerde
füh
rer
s auf Taggeldleistungen oder Heilungs- und Reisekosten über diesen Zeit
punkt hinaus zu verneinen ist. Mangels Kausalzusammenhangs beziehungs
weise unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit besteht sodann auch kein Anspruch auf weitere Leistungen der Unfallversicherung. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.