Decision ID: 21af4607-6d1b-48ac-b4f2-e0fa5464136d
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Erdös, Kanzleistrasse 80, 8004 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Wiederanmeldung)
Sachverhalt:
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A.
A.a P._, Jahrgang 1974, meldete sich im März 2000 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte berufliche Massnahmen (Berufsberatung und
Arbeitsvermittlung) (IV-act. 1). Dr. med. A._, Rheumatologie FMH, diagnostizierte im
Gutachten vom 30. Dezember 2000 (IV-act. 11) u.a. ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom, eine Schmerzverarbeitungsstörung, eine minimale
linksmediolaterale Diskusvorwölbung L5/S1 ohne Kompromitierung und eine
Dekonditionierung. Für eine körperlich leichte Arbeit mit maximalen Einzellasten von 8
bis 10kg sei die Versicherte als arbeitsfähig zu erachten. Dabei sei repetitives Heben zu
vermeiden und Wechselpositionen mit Stehen und Gehen sowie Sitzen seien
notwendig. Mit Verfügung vom 3. Mai 2001 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Massnahmen ab (IV-act. 14).
A.b Im Verlaufsbericht vom 19. März 2002 (IV-act. 15) stellte Dr. med. B._,
Allgemeine Medizin, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands fest und
beantragte für die Versicherte die Ausrichtung einer Invalidenrente. Der Antrag auf
berufliche Massnahmen sei irrtümlich statt eines Antrags auf eine Rente gestellt
worden. Am 16. Mai 2002 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Universitätskliniken
Basel mit einer interdisziplinären Begutachtung (IV-act. 18). Im Gutachten vom 11. April
2003 (IV-act. 22) wurden die Diagnosen undifferenzierte Somatisierungsstörung,
mittelgradig depressive Verstimmung, Verdacht auf Panikstörung, chronifiziertes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit intermittierender Schmerzausstrahlung ins
rechte Bein und chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom gestellt. Für die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verpackerin bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit.
Für nicht rückenbelastende, leichte bis höchstens mittelschwere Verweistätigkeiten
ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 bis 7kg, ohne
signifikante Überkopftätigkeitsanteile und ohne signifikante gebückt zu verrichtende
Tätigkeitsanteile sowie ohne repetitive Torsionsbewegungen des Oberkörpers sei eine
70%ige Arbeitsfähigkeit, entsprechend 5 bis 6 Stunden pro Tag, zumutbar. Mit
Verfügung vom 31. Juli 2003 (IV-act. 29) wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch für
eine Invalidenrente ab. Auf Einsprache hin wurde am 27. Oktober 2003 (IV-act. 41) die
Verfügung vom 31. Juli 2003 widerrufen und es wurden weitere Abklärungen
angeordnet. Gestützt auf einen Zusatzbericht der MEDAS Basel vom 19 Januar 2004
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wurde mit Verfügung vom 18. Februar 2004 (IV-act. 52) der Anspruch auf eine
Invalidenrente erneut verneint. Es sei der Versicherten weiterhin zumutbar, bei
leidensangepasster Tätigkeit im Rahmen von 70% erwerbstätig zu sein. Der
Invaliditätsgrad betrage 29.91%, weshalb sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
habe. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit
Einspracheentscheid vom 13. Juli 2004 (IV-act. 64) ab. Ebenso wurde die Beschwerde
vom 13. September 2004 (IV-act. 69) durch das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen mit Entscheid vom 28. Dezember 2004 (IV-act. 76) abgewiesen. Schliesslich
wies das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil vom 18. Juli 2005 die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ab (IV-act. 80).
A.c Im Februar 2007 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen
an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 83). Dr. med. C._, Fachärztin
Neurologie FMH und Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte im
Bericht vom 28. Juni 2006 (IV-act. 85) die Diagnosen Verdacht auf L5/S1-Syndrom bei
bekannten Diskushernien und Migraine accompagnée. Die Versicherte sei in ihrem
gegenwärtigen Zustand zu 100% arbeitsunfähig. Dr. med. D._, Rheumatologie FMH,
diagnostizierte am 13. Juli 2006 (IV-act. 86) ein chronisches Lumboradikulärsyndrom
L4 bis S1 rechts, ein chronisches zervikothorakospondylogenes Syndrom, Migräne und
Depression. Für die angestammte Tätigkeit als Fabrikarbeiterin bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Auch für jede andere optimal angepasste Tätigkeit sei eine
Arbeitsfähigkeit kaum mehr zu realisieren. Die IV-Stelle veranlasste am 19. März 2007
ein Verlaufsgutachten (IV-act. 91). Am 12. Oktober 2007 erstattete die Academy of
Swiss Insurance Medicine des Universitätsspitals Basel (asim) ein polydisziplinäres
Gutachten (IV-act. 93). Nach einer internistischen, neurologischen und psychiatrischen
Untersuchung wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
1. Aktuell leicht ausgeprägtes Lumbovertebralsyndrom mit möglicher intermittierender
Schmerzeinstrahlung ins rechte Bein bei Zustand nach wahrscheinlicher radikulärer
Reiz- und Ausfallsymptomatik die Wurzel L5 und/oder S1 rechts betreffend. 2. Migräne
mit Aura wahrscheinlich. 3. Intermittierendes Zervikalsyndrom möglich. 4. Beidseitiges
leicht ausgeprägtes Karpaltunnelsyndrom. 5. Anhaltende somatoforme Schmerzen. 6.
Rezidivierende depressive Verstimmung derzeit leichten Grades. Eine schwere
körperliche Arbeit oder eine Arbeit in ungünstiger Körperhaltung sei der Versicherten
nicht mehr zumutbar. Aus rein neurologischer Sicht sei sie in einer angepassten
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Tätigkeit mit höchstens leicht bis mässiger Belastung der Körperachse und möglichst
wechselnd sitzender und stehender Arbeitshaltung zu 20% in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Aus rein intern-medizinischer Sicht bestehe auch in einer angepassten
Tätigkeit keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
insgesamt eine 20%ige Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit. Polydisziplinär
betrachtet sei die Versicherte zu 30% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Eine
höhere Arbeitsunfähigkeit als wie bei der Vorbegutachtung im Jahr 2003 könne nicht
begründet werden. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei der Versicherten die
Willensanstrengung, zu 70% eine angepasste Tätigkeit zu übernehmen, zuzumuten.
A.d Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 (IV-act. 97) stellte die IV-Stelle der
Versicherten in Aussicht, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 30% keinen Anspruch
auf eine Invalidenrente habe. Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 15.
Januar 2008 Einwand erheben und beantragte die Ausrichtung einer ganzen
Invalidenrente (IV-act. 102).
A.e In der Verfügung vom 24. Januar 2008 (IV-act. 104) eröffnete die IV-Stelle der
Versicherten wie angekündigt, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe,
und wies das Leistungsbegehren ab.
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Erdös,
Zürich, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 21. Februar 2008 mit
den Anträgen, die Verfügung vom 24. Januar 2008 sei aufzuheben, der
Beschwerdeführerin sei ab 23. Februar 2006 eine IV-Rente zuzusprechen, eventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und über den Anspruch sei
später neu zu entscheiden und der Beschwerdeführerin sei eine angemessene
Prozessentschädigung zuzusprechen. Zur Begründung wird im Wesentlichen
ausgeführt, dass der begutachtenden Stelle (asim) eine gewisse Voreingenommenheit
vorzuwerfen sei, da sie faktisch mit der MEDAS Basel identisch sei und sich
schwergewichtig auf das MEDAS-Gutachten abgestützt habe. In Bezug auf die
Interpretation der Teilgutachten und die daraus zu ziehenden Schlüssen würden sich
verschiedene Fragen stellen, und es beständen gravierende Widersprüche zum
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Gesamtgutachten. Es würden keine Arbeitsstellen existieren, welche sämtlichen
körperlichen und psychischen Einschränkungen der Beschwerdeführerin angepasst
seien. Die Vorinstanz habe es versäumt, die Einschränkungen im Haushalt abzuklären.
Es könne höchstens noch mit einer theoretischen Restarbeitsfähigkeit von 50%
gerechnet werden. Sodann sei ein Leidensabzug von 20% angemessen, woraus sich
eine nicht mehr verwertbare Restarbeitsfähigkeit von 30% ergebe. Die Invalidität liege
unter Berücksichtigung der relevanten medizinischen und rechtlichen Kriterien bei
mindestens 70%, weshalb ein Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen sei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Im asim-Gutachten sei festgestellt worden, dass
gegenüber dem Zeitpunkt der Verfügung vom 18. Februar 2004 keine wesentliche
Veränderung eingetreten und somit weiterhin von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei.
B.c Mit Replik vom 26. Mai 2008 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an
den Anträgen fest.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat mit Schreiben vom 9. Juni 2008 ebenfalls an ihrem
Antrag festgehalten.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
IVG, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des ATSG in
Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine
übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu
legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt
gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt
verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die
angefochtene Verfügung ist am 24. Januar 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu
beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-
Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der
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Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde,
ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt
auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130
V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die
5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Nachfolgend werden somit die seit 1. Januar 2008 gültigen
Bestimmungen des ATSG, IVG und IVV wiedergegeben.
2.
2.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu
Recht abgelehnt hat.
2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.3 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
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mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
2.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nach Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 erfüllt sind.
Danach ist von der versicherten Person im Gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Die
Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad
erheblichen Tatsachen eingetreten sein könnte, beurteilt sich durch den Vergleich des
Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ersten Ablehnungsverfügung (bzw. bei mehreren
Ablehnungen seit der letzten unangefochten gebliebenen Ablehnung des
Leistungsgesuchs) bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen
Verfügung (BGE 130 V 73 E. 3.1). Tritt die Verwaltung nach geglückter
Glaubhaftmachung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell
abzuklären und zu prüfen, ob nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu
bejahen sei (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 20. April 2005 i.S.
M., I 797/2004, E. 1.2).
2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
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3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf die im
asim-Gutachten festgelegte 70%ige Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit. Das
Gutachten beruht auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen und ist damit für die streitigen Belange umfassend. Die
Gutachter waren im Besitz sämtlicher Vorakten und würdigten die relevanten Berichte
entsprechend. Im asim-Gutachten wurde festgehalten, dass die Gutachter im Vergleich
zu den Voruntersuchungen, insbesondere im Vergleich mit dem ausführlichen MEDAS-
Gutachten und dem ergänzenden Bericht von Dr. E._, Innere Medizin FMH, MEDAS
Universitätsspital Basel, keine Divergenzen gefunden hätten. Es bestehe aktuell
lediglich kein Anhaltspunkt für eine Panikstörung. Die von der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden wurden von den Gutachtern in der Anamnese erhoben und bei
der Beurteilung berücksichtigt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Die Schlussfolgerungen, insbesondere die Beurteilung der 70%igen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit, ist überzeugend und nachvollziehbar. Den
Schlussfolgerungen widersprechende medizinische Berichte wurden glaubhaft
widerlegt. Das Gutachten erfüllt somit sämtliche praxisgemässen Kriterien für
beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352), so dass grundsätzlich darauf
abzustellen ist.
3.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen am schlüssigen Gutachten keine
Zweifel zu begründen. Der Begutachtungsstelle asim kann aufgrund der Tatsache,
dass sie als Nachfolgeorganisation der MEDAS Basel zur Erstellung eines
Verlaufsgutachten beauftragt wurde, keine Voreingenommenheit vorgeworfen werden.
Ganz im Gegenteil erscheint es grundsätzlich sinnvoll, die bereits mit der
Beschwerdeführerin befasste Gutachterstelle zur Entwicklung des Beschwerdebilds
und der Arbeitsfähigkeit zu befragen (vgl. BGE 132 V 93 ff. E. 7.2.2). Die Befunde
beruhen auf eigenen Untersuchungen und stützen sich nicht schwergewichtig auf das
MEDAS-Gutachten. Es wird lediglich festgehalten, dass gegenüber der MEDAS-
Begutachtung keine objektivierbare Verschlechterung festgestellt wurde. Der Einbezug
der Vorakten in die Beurteilung ist nicht nur legitim, sondern Voraussetzung für ein
schlüssiges Gutachten. Im neurologischen Fachgutachten (IV-act. 93 – 24/40) setzt
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sich Dr. med. F._, Facharzt für Neurologie, mit dem Bericht von Dr. D._ vom 13.
Juli 2006 und der darin enthaltenen Beurteilung einer von Dr. G._ am 30. Juni 2006
durchgeführten Elektromyographie auseinander und widerlegt dessen Einschätzungen.
Ein Bericht von Dr. G._ ist den vorliegenden Unterlagen nicht zu entnehmen,
hingegen führte Dr. F._ selber eine Elektromyographie durch. Er hielt fest, dass eine
chronische Denervation bzw. Läsion, wie sie von Dr. D._ (Dr. F._ erwähnte im
Gutachten auf Seite 7 wohl irrtümlicherweise Dr. G._) im Bereich dreier Myotome
angenommen werde, nur erklärbar wäre, wenn ein entsprechender MR-Befund mit
Diskushernie oder Spinalkanaleinengung vorliegen würde, was aber damals anhand der
Röntgenuntersuchungen ausgeschlossen worden sei. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin hat sich Dr. F._ somit ausreichend mit bestehenden Diagnosen
auseinandergesetzt und durch eigene Zusatzuntersuchungen nachvollziehbar
dargelegt, dass entgegen der Beurteilung durch Dr. D._ nicht von einer chronischen
Läsion in den von L4 – S1 versorgten Muskeln rechts auszugehen ist. Auch stellte er
das Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms entgegen der Behauptung der
Beschwerdeführerin nicht in Abrede, sondern führte es in der Diagnoseliste explizit auf.
Die aus neurologischer Sicht auf 80% festgelegte Arbeitsfähigkeit erscheint
hinreichend begründet und nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin macht sodann
geltend, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Gutachter insgesamt von einer 30%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgehen würden, nachdem in den beiden Teilgutachten jeweils
eine Arbeitsunfähigkeit von 20% festgestellt worden sei. Dem asim-Gutachten ist
diesbezüglich nachvollziehbar zu entnehmen, dass die Schmerzproblematik und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus neurologischer und psychiatrischer Sicht
überlappen würden und nicht gänzlich voneinander zu trennen seien, sodass die
beiden Arbeitsunfähigkeiten infra-additiv verrechnet werden müssten. Das Vorgehen
der Gutachter ist nicht zu beanstanden. Bei Zusammentreffen verschiedener
Gesundheitsbeeinträchtigungen überschneiden sich deren erwerblichen Auswirkungen
in der Regel, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls aufgrund einer
sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen
ist. Eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen und
Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade ist nicht zulässig (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. März 2003, I 850/02, E. 6.4.1 mit
Hinweisen). Beim Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden drängt es
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sich somit auf, die Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer interdisziplinären
Gesamtbeurteilung zu bestimmen, wie dies vorliegend geschehen ist. Gemäss asim-
Gutachten sind bei einer adaptierten Tätigkeit verschiedene Einschränkungen zu
berücksichtigen. Aus neurologischer Sicht sollte die Tätigkeit höchstens leicht bis
mässig die Körperachse belasten und in möglichst wechselnd sitzender und stehender
Arbeitshaltung ausgeführt werden können. Aus psychiatrischer Sicht benötige die
Beschwerdeführerin aufgrund der immer wieder auftretenden depressiven
Verstimmungen und der Schmerzexazerbationen vermehrt Pausen. Aufgrund dieser
Einschränkungen erscheint es nicht unmöglich, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
eine entsprechende Tätigkeit zu finden. Zusammenfassend vermag die
Beschwerdeführerin keine konkreten Mängel darzulegen, die gegen die Zuverlässigkeit
des asim-Gutachtens sprechen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
handelt es sich bei der in der Gesamtbeurteilung festgestellten und festgehaltenen
"Verdeutlichungstendenz", "mangelhafte Kooperation", "Inkonsistenzen" und "Tendenz
zur Aggravation" nicht um unprofessionelle und emotionale Darstellungen, sondern um
bei den Untersuchungen festgestellte Tatsachen. Diese Einschätzung anlässlich der
Gesamtbeurteilung widerspricht auch nicht den einzelnen Teilgutachten, wurden diese
Verhaltensweisen der Beschwerdeführerin doch bereits in den entsprechenden
Teilgutachten erwähnt (vgl. act. 93/29, 35). Dr. F._ stützte sich bei seiner
Untersuchung auf die Vorakten und insbesondere auch auf das MRI der LWS vom
12. Juli 2006, welches insgesamt nur mässige degenerative Veränderungen, keine
Diskushernie und keine Beeinträchtigung neuraler Strukturen und somit keine
wesentliche Änderung gegenüber früher durchgeführten bildgebenden Untersuchungen
ergab. Weitere bildgebende Untersuchungen waren somit nicht angezeigt, weshalb
sich daraus nichts gegen das schlüssige Verlaufsgutachten ableiten lässt. Mit dem
Einwand, wonach sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine der
Beschwerdeführerin angepasste Tätigkeit finde, hat sich das Gericht bereits im Urteil IV
2004/91 auseinander gesetzt, darauf kann verwiesen werden.
3.3 Insgesamt ergibt das Verlaufsgutachten ein vollständiges Bild des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin, das Klarheit über den rechtserheblichen
Sachverhalt vermittelt. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen kann festgehalten
werden, dass sich der gesundheitliche Zustand gegenüber der rechtskräftig beurteilten
Situation von 2004 nicht wesentlich verändert hat.
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4.
4.1 Zu prüfen bleibt die Ermittlung des Invaliditätsgrads. Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen hat im Entscheid vom 28. Dezember 2004 (IV 2004/91) das Validen-
und das Invalideneinkommen für das Jahr 2002 festgelegt und einen Leidensabzug von
10% gewährt. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70% resultierte ein Invaliditätsgrad von
37%.
4.2 Wie die obigen Erwägungen gezeigt haben, hat sich die Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit gegenüber dem letzten Urteil nicht verändert und liegt weiterhin
bei 70%. Da die damals ermittelten Validen- und Invalideneinkommen übernommen
werden können und keine Gründe ersichtlich sind, einen höheren als einen 10%igen
Leidensabzug zu gewähren, ergibt sich nach wie vor ein Invaliditätsgrad im
rentenausschliessenden Bereich von 37%. Die Verfügung vom 24. Januar 2008 ist
daher nicht zu beanstanden.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 21. Februar 2008
unter Bestätigung der angefochtenen Verfügung abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen.
5.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird
angerechnet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG