Decision ID: e3231a5d-1345-461a-92f9-c9bf8b558f1f
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Heer, Obere Bahnhofstrasse 24,
Postfach 637, 9501 Wil SG 1,
gegen
B._ (vormals A._), Irisstrasse 9, Postfach, 8032 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a,
8907 Wettswil,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
Mit Schreiben vom 18. Juli 2006 liess die 1967 geborene S._ (nachfolgend:
Versicherte) ihrer Arbeitgeberin durch ihren Rechtsvertreter mitteilen, sie habe am 6.
Juni 2002 einen Verkehrsunfall erlitten. Die Arbeitgeberin leitete diese Meldung am 17.
August 2006 an die A._ (heute: B._) weiter mit dem Hinweis, die Versicherte sei
immer einsatzfähig gewesen und immer zur Arbeit erschienen, sofern Aushilfen
benötigt worden seien. Von einem Unfall sei ihr nichts bekannt gewesen (act. G 4.2.1/
BV2, BV3). Nach Durchführung von Abklärungen eröffnete die B._ dem
Rechtsvertreter der Versicherten mit Verfügung vom 5. März 2007, für die ab Oktober
2003 geltend gemachten Gesundheitsstörungen (HWS-Distorsion und Folgen) bestehe
kein adäquater Kausalzusammenhang zum Unfall vom 6. Juni 2002. Ihre
Leistungspflicht sei ab Oktober 2003 nicht mehr gegeben (act. G 4.2.1/BV28). Die
gegen diese Verfügung vom Rechtsvertreter der Versicherten erhobene Einsprache
(act. G 4.2.1/BV29) wies die B._ mit Einspracheentscheid vom 24. April 2007 ab (act.
G 4.2.1/BV31).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Markus Heer, Wil, für die Versicherte
mit Eingabe vom 25. Juli 2007 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei
aufzuheben, die Beschwerdeführerin sei medizinisch abzuklären und es sei bis zur
Wiedererlangung einer medizinisch ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von mindestens
75% ein Taggeld auszuzahlen; eventualiter sei der Beschwerdeführerin eine Rente
zuzusprechen; es sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur
Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, es habe sich erst verspätet
herausgestellt, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Arbeitgeberin unfallversichert sei.
Bis heute seien seitens der Beschwerdegegnerin keine medizinischen Abklärungen
durchgeführt worden. Dies, obschon die geklagten Beschwerden ohne weiteres als
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unfallkausale Spätfolgen in Frage kommen und jedenfalls einer vertieften Abklärung
bedürfen würden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin habe die
Beschwerdeführerin bereits unmittelbar nach dem Verkehrsunfall einen beträchtlichen
Erwerbsausfall erlitten. Wenngleich die Beschwerdeführerin nach September 2002
zumindest zeitweise wiederum ein durchschnittliches Erwerbseinkommen zu erzielen
vermocht habe, so könne daraus nicht automatisch die Wiedererlangung der
vollständigen Erwerbsfähigkeit abgeleitet werden. Immerhin sei bekannt, dass bei
Unfällen mit Schleudertrauma Spätfolgen recht häufig vorkommen würden. Schon
aufgrund der Heftigkeit der Kollision und des Umstandes, dass sich auch der Fahrer
und Ehemann der Beschwerdeführerin gravierende Verletzungen zugezogen habe,
zeige sich, dass der Unfall sachgerecht der Kategorie der schweren Fälle zuzuordnen
sei. Sollte dennoch von einem Unfall mittlerer Schwere ausgegangen werden, so seien
zumindest die Kriterien der Dauerbeschwerden und der ungewöhnlich langen Dauer
der ärztlichen Behandlung offensichtlich erfüllt, womit die adäquate Kausalität gegeben
sei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 9. August 2007 beantragte Rechtsanwalt lic. iur.
Adelrich Friedli, Wettswil, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung legte er unter anderem dar, es habe sich beim streitigen Unfall, welcher
sich innerorts ereignet habe und dem eine Vollbremsung des auffahrenden
Personenwagens vorausgegangen sei, nicht um eine heftige Kollision gehandelt. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin habe erst eineinhalb Jahre nach seiner
Mandatierung eine Unfallmeldung an die Arbeitgeberin erstattet. Angesichts dieser
Umstände erscheine sein Rechtsbegehren auf Anhandnahme weiterer medizinischer
Abklärungen und Ausrichtung von Taggeldern geradezu als mutwillig. Es fehle bereits
am natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 6. Juni 2002 und den
ab Oktober 2003 geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Wie im
Einspracheentscheid ausführlich begründet, sei allenfalls auch der adäquate
Zusammenhang zu verneinen.
B.c Mit Schreiben vom 5. September 2007 zog der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung zurück (act.
G 8). Mit Replik vom gleichen Datum hielt er an seinen Anträgen und Ausführungen fest
(act. G 9).
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B.d In der Duplik vom 17. September 2007 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin seinen Standpunkt (act. G 11).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Zeit ab Oktober
2003 (Rückfall) zu Recht verneinte. Sie legte die rechtlichen Voraussetzungen für das
Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den in Frage stehenden
Gesundheitsschädigungen und dem versicherten Unfall im angefochtenen Entscheid
(Erwägung 1) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Nicht Gegenstand des Dispositivs
der Verfügung vom 5. März 2007 (act. G 4.2.1/BV28) und damit auch des diese
Verfügung bestätigenden Einspracheentscheids bildet die vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ein neues Arztzeugnis (act. G 9.3) aufgeworfene
Frage des Taggeldanspruchs vom 6. Juni bis 31. August 2002 (act. G 9 S. 2, 3).
Hingegen finden sich in der Begründung des Einspracheentscheids (auf S. 3f) im
Zusammenhang mit der Adäquanzprüfung Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit im
erwähnten Zeitraum. Nachdem sich auch der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin
zu diesem Punkt äusserte (act. G 11 S. 3), erscheint es erforderlich, zu dieser Frage im
vorliegenden Verfahren Stellung zu nehmen. Am eigentlichen Streitgegenstand
(Leistungen ab Oktober 2003) ändert sich dadurch nichts.
1.2 Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
sowie die Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die
Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung
beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein
Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003 i/S. S., U 287/02, Erw. 4.4). Erachtet das Sozialversicherungsgericht
die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
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Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 122 V 162 Erw. 1d, RKUV 1999 Nr. U 332
S. 194 Erw. 2a/bb, 1997 Nr. U 281 S. 282 Erw. 1a; vgl. auch BGE 125 V 353 Erw. 3b/
cc).
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hielt sich im Nachgang zum streitigen Unfall vom 6. bis
9. Juni 2002 im Spital Wil auf, wo eine HWS-Distorsion und eine Wirbelsäulenkontusion
diagnostiziert wurden. Die Bild gebenden Untersuchungen ergaben keine Hinweise für
frische traumatische ossäre Läsionen oder Luxationen (act. G 4.2.2/M1). Der damalige
Hausarzt Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, führte die Nachbehandlung mit
Physiotherapie und Analgetika durch. Im erwerblichen Bereich hatte er keine
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt; als Hausfrau erachtete er die Beschwerdeführerin vom
6. Juni bis 31. August 2002 vollständig arbeitsunfähig. Der Behandlungsabschluss
erfolgte am 30. August 2002 (act. G 4.2.2./M2).
2.2 Ein gutes Jahr später, ab Oktober 2003, begab sich die Beschwerdeführerin in
Behandlung bei Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH, welcher am 2. Februar, 28.
Juni und 8. September 2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 21. Oktober 2003 bis
auf weiteres bescheinigte (act. G 4.2.2./M3-M6). Ab 6. November 2004 war die
Beschwerdeführerin bei Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH, in Behandlung,
welcher einen Status nach HWS-Distorsion im Juni 2002 mit Verdacht auf
chronifiziertes posttraumatisches Schmerzsyndrom (chronische Kopf-, Nacken- und
Schulterschmerzen) sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigte (act. G 4.2.2/M7).
Dr. med. F._, Facharzt für Neurologie, gelangte im Bericht vom 18. Februar 2005 zum
Schluss, es liege ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-
Beschleunigungstrauma, ein depressives Syndrom bei somatoformer Störung mit
teilweisem Ganzkörperschmerzsyndrom sowie eine Adipositas per magna vor. Vom 25.
bis 26. März (2004) sei ein stationärer Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik Wil
erfolgt; im Arztbrief werde auch die komplizierte und problematische Situation zu
Hause erwähnt. Einmal pro Woche arbeite die Beschwerdeführerin in der Metzgerei als
Einpackerin. Die Beschwerdesymptomatik sei letztendlich unfallunabhängig.
Krankheitsaufrechterhaltend bestehe eine depressive Symptomatik sowie eine
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somatoforme Schmerzstörung. Auch die Situation zu Hause mit dem ebenfalls
unfallbedingt kranken Ehemann habe zur Aufrechterhaltung der Beschwerden geführt
(act. G 4.2.2/M8). Dr. E._ hielt im Bericht vom 5. März 2005 unter anderem fest, es
würden keine Therapien durchgeführt, da bisher alles (auch Schmerzmittel) nichts
genützt habe. Am 20. Mai, 10. September und 30. Dezember 2005 bestätigte der Arzt
eine Behandlung mit Schmerzmitteln (act. G 4.2.2./M9-M12; vgl. auch M14, M15). In
dem zuhanden des Haftpflichtversicherers erstellten Gutachten vom 20. Januar 2006
berichtete Dr. med. G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, unter anderem,
das myofasziale Schmerzsyndrom, die Adipositas und der Senk-/Spreizfuss seien
sicher nicht auf den Unfall vom 6. Juni 2002 zurückzuführen. Der
Spannungskopfschmerz könne mit dem Unfall in Zusammenhang gebracht werden. Mit
welcher Wahrscheinlichkeit ein direkter Zusammenhang bestehe, lasse sich nicht
beantworten. Es handle sich um ein typisches Beschwerdebild, welches
ausschliesslich auf den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin beruhe. Die
klinischen und technischen Untersuchungen hätten keine grobpathologischen Befunde
ergeben. Von einer Behandlung sei kein Erfolg mehr zu erwarten. Der Endzustand
müsse definiert werden, denn die Generalisierungstendenz dieser Beschwerden sei
offensichtlich. Nach der Auffahrkollision könne der Patientin für eine Zeit von drei bis
sechs Monaten eine Arbeitsunfähigkeit und dann eine reduzierte Arbeitsfähigkeit
attestiert werden. Eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit sei kaum in irgendeinem
Zusammenhang mit der Auffahrkollision zu sehen. Aus seiner Sicht liege das
Hauptproblem im myofaszialen Schmerzsyndrom. Es handle sich um eine nicht
ausgebildete Patientin, die einen Teilzeitberuf ausgeübt und jetzt in eine zunehmende
psychische Dekompensation laufe. In ihrem bisherigen Beruf sei die Patientin voll
arbeitsfähig. Die anamnestisch reduzierte Leistung beim Fleischsortieren wegen
Kopfschmerzen könne nicht akzeptiert werden. Mit ein wenig Wille sollte diese
körperlich sehr einfache Arbeit vollumfänglich ausgeübt werden können. In einer sehr
entgegenkommenden Weise könne eine 10%ige Reduktion des Arbeitspensums im
Sinn einer Leistungseinschränkung zugesprochen werden. In anderen, körperlich etwas
anstrengenderen Tätigkeiten könne eine 25%ige Einschränkung attestiert werden,
wobei es hier vorwiegend um die geistige Vitalität gehe, denn die körperlichen
Beeinträchtigungen seien seines Erachtens auf das unfallfremde myofasziale
Schmerzsyndrom zurückzuführen. Die Patientin sei zweimal pro Jahr in der Lage, mit
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dem Bus nach Mazedonien in die Ferien zu fahren. Sie gebe keine Verstärkung der
Beschwerden nach der langen, anstrengenden Busreise an (act. G 4.2.2/M13).
3.
3.1 Nach Lage der medizinischen Akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
erstellt zu erachten, dass sich die von der Beschwerdeführerin aktuell angegebenen
Beschwerden nicht auf eine objektivierbare organische Unfall-Schädigung bzw. eine
strukturelle Veränderung an der HWS zurückführen lassen, die mit dem Unfall vom 6.
Juni 2002 in Zusammenhang zu bringen ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass
die Beschwerdeführerin bei diesem Unfall eine HWS-Distorsion erlitt und Nacken- und
Kopfschmerzen unmittelbar nach dem Ereignis auftraten (vgl. echtzeitliche Angaben
zuhanden der H._; act. G 4.2.3). Nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05]) muss nicht
der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um bei Unfällen mit HWS-Beteiligung von
einer Unfallkausalität ausgehen zu können. Innerhalb der Latenzzeit von drei Tagen
nach dem Unfall müssen sich sodann lediglich Nacken- bzw. HWS-Beschwerden
manifestieren, und nicht auch jene, die typischerweise im Rahmen einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten können (vgl. Urteil des EVG vom
30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3 mit Hinweisen). Ein Beschwerdebild, wie es
typischerweise nach schleudertraumaähnlicher Verletzung auftreten kann, lässt sich
vorliegend den Akten nicht entnehmen (vgl. act. G 4.2.2/M1, M2). Auch den nach dem
Rückfall ab Oktober 2003 erstellten ärztlichen Akten lässt sich ausschliesslich eine
Schmerzexazerbation bzw. Schmerzgeneralisierung im HWS-, Schulter- und
Kopfbereich entnehmen (act. G 4.2.2/M3-M7). Erst gegenüber Dr. F._ erwähnte die
Beschwerdeführerin - über zweieinhalb Jahre nach dem Unfall - Übelkeit, Schwindel
und allgemeine Schwäche (act. G 4.2.2/M8 S. 3). Wegen des stark verzögerten
Auftretens der erwähnten Symptome lassen sie sich nicht ohne weiteres auf das
Unfallereignis vom 6. Juni 2002 zurückführen; ebenso wahrscheinlich erscheint eine
vollständig unfallfremde Ursache. Dr. F._ vermerkte denn auch, dass die
Beschwerdesymptomatik letztendlich von der Kausalität her unfallunabhängig sei (act.
G 4.2.2/M8 S. 2). In gleichem Sinn äusserte sich Dr. G._ (act. G 4.2.2/M13). Die
Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer - wenn auch zeitlich befristeten -
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Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre Leistungspflicht für die Erst-Behandlung bis 31.
August 2002 anerkannte, für den Rückfall ab Oktober 2003 jedoch ablehnte.
3.2 Selbst wenn trotz der in Abschnitt 3.1 dargelegten Vorbehalte während des ganzen
zu prüfenden Zeitraums von Oktober 2003 bis 24. April 2007 (Datum angefochtener
Entscheid; vgl. BGE 121 V 362 Erw. 1b mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 27. August
2002 [U 172/00] Erw. 3.2 und 4.2) ein teilweise unfallkausales typisches
Beschwerdebild zu bejahen wäre, bliebe zu klären, ob die von der Beschwerdeführerin
angeführten Beschwerden ab Oktober 2003 eine adäquat-kausale Folge des Unfalls
darstellen. Beim Ereignis vom 6. Juni 2002 ist in Anbetracht der Unfallumstände sowie
der dokumentierten Fahrzeugschäden (act. G 4.2.3) mit der Beschwerdegegnerin von
einem mittelschweren Unfall auszugehen (vgl. dazu RKUV 2003 Nr. U 489, 360 Erw.
4.2). Zum Vorbringen, es habe sich um eine besonders heftige Kollision gehandelt, sei
doch der Unfallverursacher beinahe ungebremst in den stehenden Personenwagen
hinein gerast (act. G 1 S. 3), ist festzuhalten, dass der Unfallverursacher gemäss
Polizeibericht eine Vollbremsung einleitete, wodurch eine Bremsspur von 5.6 bzw. 6.2
Metern entstand (act. G 4.2.3 S. 1, 2, 6). Die Aufprallgeschwindigkeit dürfte damit zwar
immer noch erheblich gewesen sein. Auch eine detaillierte Unfallanalyse wäre jedoch
nicht geeignet, unter den konkreten Umständen einen schweren Unfall im Sinn der
Rechtsprechung zu belegen. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische
Begleitumstände sind nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen und nicht das
subjektive Erleben des Ereignisses massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem
Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64,
sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom
2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]). Bei der erlittenen HWS-Distorsion als solcher
handelt es sich nicht um eine Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere Art
charakterisiert wäre (vgl. Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). In
beweismässiger Hinsicht ist sodann zu beachten, dass die Behauptungen im
Nachgang zur leistungsablehnenden Verfügung bewusst oder unbewusst von
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (Urteil
des EVG vom 26. September 2003 i/S D. [U 28/03] Erw. 2.3.2). Ein besonders heftiger
Schlag auf den Hinterkopf, wie ihn die Beschwerdeführerin nunmehr geltend machen
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lässt (act. G 1 S. 3), ist in den echtzeitlichen Akten (act. G 4.2.2/M1: "Anamnestisch
keine Anhaltspunkte für eine commotio cerebri") nicht erwähnt.
Hinsichtlich der Länge der Behandlungsdauer ist festzuhalten, dass die ärztliche
Behandlung bei Dr. C._ im Nachgang zum Unfall vom 6. Juni 2002 lediglich bis 31.
August 2002 dauerte (act. G 4.2.2/M2). Über ein Jahr später wurde die Behandlung
wieder aufgenommen (act. G 4.2.2/M3-M6). Am 5. März 2005 berichtete Dr. E._,
sämtliche Therapien (einschliesslich Schmerzmittel) hätten nichts genützt. Dennoch
wurde die Behandlung mit Schmerzmitteln fortgesetzt (act. G 4.2.2/M9-12). Dr. G._
bemerkte unter anderem, die Beschwerdeführerin beschreibe in der Anamnese, dass
sie viele Medikamente nehme, obwohl sie wisse, dass sie gar nichts nützen würden.
Eine weitere Behandlung erachtete der Arzt als nicht Erfolg versprechend (act. G 4.2.2/
M13). Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10
Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für so lange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario). Dabei ist zu beachten, dass nach der Rechtsprechung die Anforderungen an
den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs im Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit - und damit auch an die Unfallbedingtheit der Behandlung - desto
strenger sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem (erneuten)
Eintritt der Gesundheitsschädigung ist (vgl. RKUV 1997, 188 Erw. 1c). Aufgrund der
dargelegten Umstände, insbesondere des über einjährigen Behandlungsunterbruchs
und der späteren Wirkungslosigkeit der Behandlung, kann die Notwendigkeit einer
eigentlichen (unfallbedingten) Behandlung ab Oktober 2003 (Rückfall) nicht als mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt gelten. Die Ablehnung weiterer
Heilbehandlungen ab Oktober 2003 war damit gerechtfertigt. In diesem Sinn sind eine
lange Behandlungsdauer, aber auch ein schwieriger Heilverlauf und erhebliche
Komplikationen zu verneinen. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung ist ebenfalls nicht
auszugehen.
Nach der Rechtsprechung (vgl. zusammenfassende Darstellung im Urteil des EVG vom
30. August 2001 [U 56/00] Erw. 3d) wäre eine lang dauernde Arbeitsunfähigkeit zu
bejahen, wenn ein durch den streitigen Unfall bedingter, erheblicher Anteil einer (lang
dauernden) Arbeitsunfähigkeit als nachgewiesen anzusehen wäre. Vor dem Unfall vom
6. Juni 2002 war die Beschwerdeführerin einerseits Hausfrau und Mutter von vier
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Kindern. Anderseits arbeitete sie während 4-5 Tagen pro Monat auf Abruf in einem
Fleisch verarbeitenden Betrieb, wobei der Arbeitsanfall und damit auch der
Beschäftigungsgrad saisonbedingt ("Chinoisesaison" von September bis Dezember)
schwankten (act. G 4.2.2/M13 S. 2; act. G 4.2.1/BV3, BV5, BV6). Sie war im Nachgang
zum Unfall gemäss Bestätigung von Dr. C._ als Hausfrau bis 31. August 2002
arbeitsunfähig (act. G 4.2.2/M2). Dr. C._ bescheinigte - wahrscheinlich mit Blick
darauf, dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit wie vor dem Unfall ausgeübt hatte
(act. G 4.2.1/BV3, BV5/3-5/7; vgl. dazu auch BV19; act. G 4.2.2/M8 S. 2) - vorerst im
erwerblichen Bereich keine Arbeitsunfähigkeit für den erwähnten Zeitraum. Erst am 13.
August 2007 hielt er zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin fest, die
Arbeitsunfähigkeit vom 6. Juni bis 31. August 2002 gelte auch für die Tätigkeit als
Arbeitnehmerin (act. G 9.3). Wie auch immer dieses Zeugnis zu werten ist (vgl.
Darlegungen in act. G 11 S. 3), so erscheint es angesichts der nachträglichen
Erstellung und des Umstandes, dass der Arbeitgeberin im betreffenden Zeitpunkt
überhaupt keine Arbeitsunfähigkeiten bekannt waren, in beweisrechtlicher Hinsicht
nicht geeignet, eine volle Arbeitsunfähigkeit im erwerblichen Bereich mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Anderseits lässt jedoch
die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt, wo die Beschwerdeführerin ihre Arbeit zeitlich
einteilen konnte, grundsätzlich auch auf eine Arbeitsunfähigkeit im Erwerbsbereich
schliessen. In diesem Sinn äusserte sich auch der Gutachter Dr. G._, indem er für
drei bis sechs Monate nach dem Unfall eine Arbeitsunfähigkeit als plausibel erachtete
(act. G 4.2.2/M13). Eine Arbeitsunfähigkeit bis 31. August 2002 lässt sich damit nicht
ohne weiteres in Abrede stellen. Hingegen liesse sich ein durchschnittlicher
Erwerbsausfall, wie ihn die Beschwerdeführerin errechnete (act. G 1.1/3), mit Blick auf
die erwähnten saisonbedingten Schwankungen nicht zuverlässig festlegen. Vielmehr
zeigt die erwähnte Aufstellung gerade, dass der Arbeitsanfall bzw. die Arbeitszeit der
Beschwerdeführerin in den Monaten Oktober bis Dezember 2002 - dieser Zeitraum fällt
in die "Chinoisesaison" (vgl. act. G 4.2.2./BV6) - erheblich grösser war als in den
Vormonaten. Zur Behauptung der Beschwerdeführerin, sie werde von ihrem
Arbeitgeber im Gegensatz zur Zeit vor dem Unfall nur noch sporadisch zur Arbeit
aufgeboten (act. G 1 S. 5), ist festzuhalten, dass die Arbeitgeberin am 17. August 2006
mitteilte, die Beschwerdeführerin sei immer einsatzfähig gewesen und immer zur Arbeit
erschienen. Am 30. Oktober 2006 bescheinigte die Arbeitgeberin sogar, die
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Beschwerdeführerin arbeite bei ihr seit 25. September 2006 ganztags (act. G 4.2.2/
BV3, BV19). Wenn - wie das spätere Gutachten von Dr. G._ dies tut - während eines
begrenzten Zeitraums von einer gewissen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
Berufstätigkeit ausgegangen würde, könnte jedenfalls für die Zeit ab Oktober 2003
angesichts der uneingeschränkt weitergeführten Erwerbstätigkeit eine unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit nicht als ausgewiesen gelten. Soweit eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestand, wurde diese im Wesentlichen - entgegen der Auffassung, wie
sie offenbar Hausarzt Dr. E._ vertritt (act. G 4.2.2/M14) - auf unfallfremde Umstände
gesundheitlicher (myofasziales Schmerzsyndrom; act. G 4.2.2/M13) oder
psychosozialer Art (vgl. act. G 4.2.2/M8 S. 2) zurückgeführt. Eine lang dauernde
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit ist damit nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan. Das Vorliegen von Dauerschmerzen lässt
sich gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin in den medizinischen Akten
ebenfalls nicht bejahen (act. G 4.2.2/M8 S. 2 oben). Ein konkreter Anlass für die
Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen ist nicht ersichtlich. Damit lässt es
sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate Unfallkausalität
der gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin für die Zeit ab Oktober 2003
verneinte. Dementsprechend erübrigt sich auch die Prüfung der vom Rechtsvertreter
der Beschwerdegegnerin zur Diskussion gestellten Frage der Leistungskürzung bei
verspäteter Unfallmeldung (Art. 46 Abs. 2 UVG; act. G 4 S. 3).
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind, ausser bei Vorliegen von mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung, keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Mutwilliges oder leichtsinniges Verhalten liegt vor, wenn
eine Partei sich auf einen Sachverhalt abstützt, von dem sie weiss oder wissen müsste,
dass er unrichtig ist. Es bedarf eines subjektiven tadelswerten Verhaltens, indem die
Partei bei der ihr zumutbaren vernunftgemässen Überlegung ohne weiteres hätte
erkennen können, dass ihr Verhalten aussichtslos ist (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar,
Zürich 2003, Rz 32 zu Art. 61 ATSG). Der von der Beschwerdegegnerin gerügte
Umstand, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Nachgang zu einer
erheblich verspäteten Unfallmeldung weitere medizinische Abklärungen und die
Ausrichtung von Taggeldern verlangte, kann als solcher nicht als mutwillige
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Prozessführung bewertet werden. Eine Kostenauferlegung kommt somit nicht in
Betracht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG