Decision ID: 2b4e7b2f-35c9-5e45-94a8-aa2cee06420a
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit Ende 2010 Ergänzungsleistungen (EL) zu ihrer AHV-Rente (EL-
act. 19 S. 2). Ab dem 1. Januar 2013 belief sich ihr EL-Anspruch auf monatlich Fr.
1'278.--. Die EL-Durchführungsstelle hatte in der Anspruchsberechnung nur die
anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen der zwar verheirateten, aber
getrennt lebenden EL-Bezügerin berücksichtigt, u.a. ein Vermögen in Höhe von Fr.
6'180.--, Vermögenserträge von Fr. 6.--, die AHV-Rente in Höhe von jährlich Fr.
19'884.-- sowie die BVG-Rente in Höhe von Fr. 2'856.-- (act. G 12.1 f.). Am 20.
September 2013 meldete sich der Ehemann der EL-Bezügerin, B._, im Kanton St.
Gallen zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu seiner Altersrente an. Er wohnte seit
Juli 2013 wieder bei der EL-Bezügerin in C._, weshalb die ihm im Kanton D._
ausgerichtete Ergänzungsleistung per 30. Juni 2013 eingestellt worden war (EL-act. 51
S. 2, 52 S. 1 und 3, 53 S. 4). Daraufhin erklärte die EL-Durchführungsstelle dem
Ehemann der EL-Bezügerin, dass er ab Juli 2013 in deren EL-Anspruchsberechnung
einzubeziehen sei (EL-act. 50). Er wandte am 20. November 2013 ein, dass die c/o-
Adresse bei seiner Ehefrau lediglich eine Notlösung darstelle. Nach Erhalt eigener
Ergänzungsleistungen werde er sich sofort nach einer neuen Wohnung umsehen. Es
handle sich also keinesfalls um einen Zusammenzug im rechtlichen Sinne (EL-act. 48).
Mit einer Verfügung vom 7. Dezember 2013 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen der EL-Bezügerin rückwirkend ab 1. Juli 2013 auf monatlich Fr.
905.-- herab. Zur Begründung führte sie aus, dass die anrechenbaren Einnahmen und
die anerkannten Ausgaben zusammenlebender Ehegatten zusammenzuzählen seien.
Dies gelte auch, wenn ein Ehepaar, das gerichtlich getrennt sei, weiterhin oder wieder
zusammenlebe. Aus dieser rückwirkenden Herabsetzung resultierte eine
Rückforderung in Höhe von Fr. 2'238.-- (EL-act. 40 f.).
A.b Am 21. Januar 2014 forderte die EL-Durchführungsstelle die EL-Bezügerin auf,
ihrer Zahlungspflicht nachzukommen; sie auferlegte ihr eine Mahngebühr von Fr. 20.--
(EL-act. 29 S. 3). Bezugnehmend auf dieses Mahnschreiben erhob die EL-Bezügerin
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am 28. Januar 2014 eine Einsprache. Darin führte sie sinngemäss aus, dass es für den
geforderten Betrag keine Rechtsgrundlage gebe und dass sie aufgrund ihrer
finanziellen Situation gar nicht in der Lage sei, die Rückforderung zu begleichen (EL-
act. 32). Die EL-Durchführungsstelle behandelte dieses Schreiben als Einsprache
gegen die Rückforderungsverfügung vom 7. Dezember 2014 und gegen das Schreiben
vom 21. Januar 2014. Mit einem Entscheid vom 14. März 2014 trat sie auf die
Einsprache gegen die Rückforderungsverfügung nicht ein. Zur Begründung führte sie
aus, dass die Einsprachefrist spätestens seit dem 27. Januar 2014 abgelaufen sei; die
"Einsprache" gegen das Mahnschreiben vom 21. Januar 2014 sei aufgrund der
zwischenzeitlich stornierten Mahngebühr infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben
(EL-act. 30).
A.c Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die EL-Bezügerin am 11. April 2014 eine
Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Darin führte sie u.a.
aus, die Verfügung vom 7. Dezember 2013 sei ihr bis zum 17. März 2014 nicht bekannt
gewesen. Weiter sei es unerklärbar, dass zwei Personen weniger Ergänzungsleistungen
erhielten als eine Einzelperson (EL-act. 28 S. 2-4). Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen hiess die Beschwerde der EL-Bezügerin, soweit es darauf eintrat,
mit einem Urteil vom 5. November 2014 (EL 2014/18) gut, wies die Sache an die EL-
Durchführungsstelle zurück und verpflichtete diese, auf die Einsprache vom 28. Januar
2014 einzutreten (EL-act. 19).
A.d Am 10. Februar 2015 wandte sich die EL-Durchführungsstelle daher an die EL-
Bezügerin und erklärte dieser, sie habe die Neuberechnung der Ergänzungsleistung ab
Juli 2013 vornehmen müssen, da sie im Oktober 2013 erfahren habe, dass der
Ehemann der EL-Bezügerin seit Juli 2013 wieder im selben Haushalt lebe. Sobald
verheiratete Ehegatten zusammenlebten, müsse eine gemeinsame Berechnung
vorgenommen werden, weshalb u.a. die Renteneinnahmen des Ehemannes ebenfalls
hätten berücksichtigt werden müssen. Da diese höher als die zusätzlichen Ausgaben
gewesen seien, habe die Ergänzungsleistung reduziert werden müssen, was aufgrund
der Tatsache, dass ab Juli 2013 habe gerechnet werden müssen, zu einer
Rückforderung geführt habe. Der EL-Bezügerin, der zum Zeitpunkt ihrer Einsprache
vom 28. Januar 2014 die Rückforderungsverfügung vom 7. Dezember 2013 noch nicht
vorgelegen habe, werde zur Begründung ihrer Einsprache eine Nachfrist eingeräumt
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(EL-act. 11). Am 17. März 2015 erläuterte die EL-Bezügerin, dass sie sowohl ihre
Anträge als auch ihre Begründung in Bezug auf ihre Einsprache bekannt gemacht
habe. Zur Beurteilung der Sache seien daher lediglich die bereits vorhandenen Akten
beizuziehen. Zudem weise sie nochmals ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht in der
Lage sei, die angeblich zu viel ausbezahlten Ergänzungsleistungen zurückzubezahlen
(EL-act. 10).
A.e Am 21. April 2015 forderte die EL-Durchführungsstelle die EL-Bezügerin aufgrund
einer nicht bezahlten früheren Rückforderung in Höhe von Fr. 3'772.-- auf, ein Formular
zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums auszufüllen, damit eine
Verrechnung der Rückforderung mit den laufenden Ergänzungsleistungen geprüft
werden könne (act. G 10.3; vgl. auch act. G 10.2). Die EL-Bezügerin gab am 30. Mai
2015 an, sie sei von diesem Schreiben der EL-Durchführungsstelle negativ überrascht
worden, sie empfinde es als Schikane und habe den Eindruck, dass die Sachbearbeiter
der EL-Durchführungsstelle die ihr zustehenden Ergänzungsleistungen Schritt für
Schritt kürzen wollten (EL-act. 8).
A.f Mit einem Entscheid vom 18. Juni 2015 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache der EL-Bezügerin gegen die Verfügung vom 7. Dezember 2013 ab. Sie
führte aus, die EL-Bezügerin habe geltend gemacht, dass es für die Rückforderung
keine gesetzliche Grundlage gebe. Weiter hielt sie fest, es sei unbestritten, dass der
Ehegatte der EL-Bezügerin seit Juli 2013 wieder mit dieser zusammenwohne, weshalb
in Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen für beide zusammen eine gemeinsame
EL-Berechnung habe durchgeführt werden müssen. Ab Juli 2013 habe die EL-
Bezügerin daher einen EL-Anspruch von monatlich Fr. 905.-- statt von Fr. 1'278.--
gehabt. Auf die Berechnung der Rückforderung sei nicht näher einzugehen, da die EL-
Bezügerin dagegen keine Einwände erhoben habe und da auch nicht ersichtlich sei,
inwiefern diese rechtsfehlerhaft sein solle. Die angefochtene Verfügung erweise sich
daher als rechtmässig. Auf den Einwand der EL-Bezügerin, sie sei nicht in der Lage, die
Rückforderung zu bezahlen, sei nicht einzugehen, da das Vorliegen einer grossen Härte
erst im Rahmen des Erlasses der Rückforderung zu prüfen sei (EL-act. 7).
B.
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B.a Am 14. August 2015 wandte sich die EL-Bezügerin an die EL-Durchführungsstelle
und hielt sinngemäss fest, dass sie den Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 wegen
fehlender Rechtmässigkeit und unverhältnismässiger Verhaltensweisen der EL-
Durchführungsstelle nicht akzeptieren könne. Sie habe den massgeblichen Sachverhalt
in den bisher eingereichten Schreiben unmissverständlich dargestellt und sehe nicht
ein, weshalb die EL-Durchführungsstelle es nicht für notwendig erachte, ordentlich
dazu Stellung zu nehmen. Sie werde einen Rechtsvertreter für das Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht bestellen (EL-act. 5). Daraufhin verwies die EL-Durchführungsstelle
am 20. August 2015 auf ihr Schreiben vom 10. Februar 2015, in welchem sie die
Gründe für die Rückforderung ausführlich aufgezeigt habe. Sie leitete das Schreiben
der EL-Bezügerin (nachfolgend Beschwerdeführerin) nach einer entsprechenden
Ankündigung als Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
weiter (EL-act. 6, act. G 1). Die Beschwerdeführerin reichte am 5. Oktober 2015 ein
Schreiben mit dem Titel "Beschwerde-Antwort" beim Versicherungsgericht St. Gallen
ein, in dem sie sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 18. Juni
2015 beantragte. Zur Begründung führte sie aus, dass dieser unvollständig,
unrechtmässig, unverhältnismässig und somit rechtswidrig sei. Weiter würden diverse
Schreiben ihrerseits an die Beschwerdegegnerin fehlen, welche deren unrechtmässiges
Verhalten, das einer Nötigung nahe komme, darstellten. Diese Schreiben, die einen
integralen Bestandteil dieser "Beschwerdeantwort" bildeten, seien durch die
Beschwerdegegnerin nachzureichen. Zudem sei davon auszugehen, dass die
angebliche Rückforderung der Beschwerdegegnerin, sofern sie überhaupt je
bestanden habe, bereits verjährt sei. Es könne nicht angehen, dass die
Beschwerdegegnerin ohne jeglichen Grund berechtigte Leistungen streiche und durch
zu viele "angebliche" Sachbearbeiter auf einem Recht bestehe, das sie nicht habe (act.
G 5).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2015 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies zur Begründung auf
ihre Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 7).

Erwägungen
1.
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Vorab ist zu prüfen, ob fristgerecht Beschwerde erhoben worden ist. Eine Frist, die sich
nach Tagen berechnet, beginnt, wenn sie der Mitteilung an die Parteien bedarf, am Tag
nach ihrer Mitteilung zu laufen. Dabei stehen gesetzliche Fristen u.a. vom 15. Juli bis
und mit dem 15. August still (vgl. Art. 38 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [SR 830.1; ATSG]). Gemäss Art. 39
ATSG müssen die schriftlichen Eingaben für die Einhaltung der Frist spätestens am
letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der
Schweizerischen Post übergeben werden. Dabei gilt die Frist auch als gewahrt, wenn
die Partei rechtzeitig an einen unzuständigen Versicherungsträger gelangt. Indem die
Beschwerdeführerin sich in Bezug auf den am 18. Juni 2015 ergangenen
Einspracheentscheid am 14. August 2015 schriftlich an die Beschwerdegegnerin
gewandt hat, hätte sie an sich die Rechtsmittelfrist gewahrt. Allerdings ist weiter zu
prüfen, ob die Eingabe vom 14. August 2015 überhaupt als Beschwerde (und nicht als
Wiedererwägungsgesuch) verstanden werden kann. Dazu hat die Beschwerdeführerin
im Rahmen ihres Schreibens vom 14. August 2015 ihren Anfechtungswillen geltend
machen müssen, der sich aus einer Nichteinverständniserklärung und dem Wunsch
nach einer Überprüfung durch die Rechtsmittelinstanz zusammensetzt. Dies hat sie
getan, indem sie sinngemäss ausgeführt hat, dass der Einspracheentscheid als
rechtswidrig anzusehen sei und dass sie einen Rechtsvertreter für ein
Gerichtsverfahren beauftragen werde. Weiter muss eine Beschwerde gemäss Art. 61
lit. b ATSG eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine
kurze Begründung enthalten. Eine "gedrängte Darstellung des Sachverhalts" ist dem
Schreiben vom 14. August 2015 nicht zu entnehmen, doch ist eine solche
praxisgemäss nicht zwingend notwendig, da sich der massgebende Sachverhalt ohne
Weiteres anhand der Vorakten ermitteln lässt. Das (ausreichende) Rechtsbegehren, der
Beschwerdeführerin seien die bisherigen Ergänzungsleistungen weiter auszubezahlen
und auf eine Rückforderung sei zu verzichten, ergibt sich aus dem entsprechenden
Schreiben hingegen ohne Weiteres. Da an die Begründung bei juristischen Laien
praxisgemäss lediglich geringe Anforderungen gestellt werden dürfen, genügt es, dass
die Beschwerdeführerin erklärt hat, sie empfinde den rechtswidrigen
Einspracheentscheid als Schikane. Die an eine Beschwerde gestellten
Voraussetzungen gemäss Art. 61 lit. b ATSG sind somit erfüllt (act. G 1.1, 1.3). Auf die
Beschwerde vom 14. August 2015 kann demnach eingetreten werden.
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2.
Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin habe sich
unrechtmässig verhalten, indem sie dem Gericht ihre Briefe an die
Beschwerdegegnerin nicht vollständig eingereicht habe (act. G 5). Mit ihrer
Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2015 hat die Beschwerdegegnerin jedoch die
Vorakten, darunter insbesondere auch die Schreiben der Beschwerdeführerin vom 28.
Januar 2014, April 2014, 24. Januar 2015, 14. März 2015, 30. Mai 2015 und vom 14.
August 2015, eingereicht (vgl. act. G 7.1). Nachdem das Gericht die
Beschwerdeführerin über den Eingang der Vorakten informiert und ihr die Gelegenheit
zur Akteneinsicht geboten hatte (act. G 8), hat diese nicht erneut angemerkt, dass
Schriftstücke von ihr fehlten. Auch aufgrund der Abfolge der Akten und des sich damit
darstellenden Sachverhalts besteht kein Grund zur Annahme, dass die
Beschwerdegegnerin Briefe der Beschwerdeführerin nicht eingereicht haben könnte.
Demnach ist der Beschwerdegegnerin diesbezüglich kein Fehlverhalten vorzuwerfen
und es können alle Schreiben der Beschwerdeführerin angemessen berücksichtigt
werden. Weiter hat die Beschwerdeführerin moniert, die Beschwerdegegnerin habe
sich nicht sachgemäss und angemessen zu ihren Schreiben geäussert und auf diese
reagiert (act. G 1.1, EL-act. 8). Sinngemäss hat sie damit die Verletzung der
Begründungspflicht behauptet. Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den
Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die grundsätzliche
Pflicht einer Behörde, ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf
rechtliches Gehör. Dabei darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der
betroffenen Person vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu
prüfen. Die Verwaltung hat vielmehr ihre Überlegungen namhaft zu machen und sich
dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die
Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann
(BGE 124 V 183 E. 2b). Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen des
Einspracheverfahrens geltend gemacht, dass die Rückforderungsverfügung vom 7.
Dezember 2013 unrechtmässig und dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb zwei
Personen weniger Ergänzungsleistungen erhielten als eine Einzelperson (vgl. EL-act.
28). In ihrem Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 hat die Beschwerdegegnerin
nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie davon ausgegangen ist, dass die angefochtene
Verfügung diesbezüglich rechtmässig sei (EL-act. 7). In Bezug auf die Berechnung des
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Anspruchs auf Ergänzungsleistungen und die Höhe der Rückforderung hat die
Beschwerdegegnerin in einem Schreiben vom 10. Februar 2015 ausführlich dargelegt,
weshalb ein Rückforderungsanspruch in dieser Höhe besteht (EL-act. 11). Es ist daher
nicht erkennbar, inwieweit die Beschwerdegegnerin in diesem Einspracheentscheid
ihre Begründungspflicht verletzt haben sollte. Eine Verletzung der Begründungspflicht
ist somit zu verneinen.
3.
3.1 Den Streitgegenstand bildet die rückwirkende revisionsweise Herabsetzung der
Ergänzungsleistungen per 1. Juli 2013 und die daraus resultierende Rückforderung in
Höhe von Fr. 2'238.-- (EL-act. 40). Die revisionsweise Herabsetzung wird weder in der
Verfügung vom 7. Dezember 2013 noch im Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015
erwähnt. Die in den Monaten Juli bis Dezember 2013 ausgerichteten
Ergänzungsleistungen haben sich auf die formell rechtskräftige Verfügung vom 1.
Februar 2013 gestützt. Sie haben folglich nicht ohne Weiteres zurückgefordert werden
können, da die verbindliche Leistungszusprache in der Verfügung vom 1. Februar 2013
dem entgegengestanden hat. Die von der Beschwerdegegnerin verfügte
Rückforderung hat deshalb die vorgängige rückwirkende Herabsetzung der
Ergänzungsleistungen vorausgesetzt. Allerdings hat es die Beschwerdegegnerin in ihrer
Verfügung vom 7. Dezember 2013 und im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18.
Juni 2015 versäumt, sich explizit dazu zu äussern. Diese Lücken im Verfügungs- und
im Entscheidtext müssen auf dem Wege der Auslegung gefüllt werden. Mit der
Verfügung vom 7. Dezember 2013 hat die Beschwerdegegnerin dem Umstand
Rechnung getragen, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin seit Juli 2013 wieder
bei ihr lebte. Damit hat sie die mit der Verfügung vom 1. Februar 2013 zugesprochenen
laufenden Ergänzungsleistungen an eine Sachverhaltsänderung angepasst, weshalb es
sich bei der Verfügung vom 7. Dezember 2013 - und damit auch beim
Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 - um eine Revision der Ergänzungsleistungen
gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG gehandelt haben muss. Die Rechtmässigkeit des
Einspracheentscheides vom 18. Juni 2015 setzt also voraus, dass eine solche
revisionsweise Herabsetzung der Ergänzungsleistungen zulässig gewesen ist.
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3.2 Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG kann eine formell rechtskräftig zugesprochene
Dauerleistung erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden, wenn sich der ihr zu
Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Eine Änderung der
jährlichen Ergänzungsleistung kann nach Art. 25 Abs. 1 lit. c der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR
831.301; ELV) beim Eintritt einer voraussichtlich längere Zeit dauernden Verminderung
oder Erhöhung der vom Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR 831.30; ELG) anerkannten Ausgaben
und anrechenbaren Einnahmen erfolgen. Die neue Verfügung hat dabei spätestens ab
dem Beginn des Monats zu wirken, der auf die neue Verfügung folgt, wobei bei einer
Verletzung der Meldepflicht eine rückwirkende Revision vorbehalten bleibt (Art. 25 Abs.
2 lit. c ELV). Mit der Verfügung vom 7. Dezember 2013 hat die Beschwerdegegnerin die
Ergänzungsleistungen unter der zusätzlichen Berücksichtigung der anrechenbaren
Einnahmen und anerkannten Ausgaben des Ehemannes der Beschwerdeführerin
revisionsweise rückwirkend per 1. Juli 2013 auf monatlich Fr. 905.-- herabgesetzt (EL-
act. 40). Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, der die Verfügung vom 7. Dezember
2013 stützende Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 und damit auch die Verfügung
selbst entbehrten einer entsprechenden Rechtsgrundlage (act. G 5).
3.2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob sich der zugrunde liegende Sachverhalt im
konkreten Fall nachträglich verändert hat und die Beschwerdegegnerin somit eine
Herabsetzung der Ergänzungsleistungen gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG hat vornehmen
dürfen. Gemäss Art. 9 Abs. 2 ELG sind die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten zusammenzurechnen. Die gemeinsame
Berechnung des EL-Anspruchs zusammenlebender Erwachsener knüpft einzig an
deren Zivilstand an (vgl. auch Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG). Wird beiden Ehegatten eine
Rente der Alters-, Hinterlassenen- oder Invalidenversicherung oder einem Ehegatten
gestützt auf Art. 22bis Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung eine Zusatzrente ausbezahlt, so hat bei Trennung der Ehe
jeder Ehegatte gemäss Art. 1 Abs. 1 ELV einen eigenen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen. Dabei gelten Ehegatten gemäss Art. 1 Abs. 4 ELV als getrennt
im Sinne des Abs. 1, wenn die Ehe gerichtlich getrennt ist, eine Scheidungs- oder
Trennungsklage anhängig ist, eine tatsächliche Trennung mindestens ein Jahr ohne
Unterbruch gedauert hat oder glaubhaft gemacht wird, dass eine tatsächliche
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Trennung längere Zeit dauern wird. Sinn und Zweck des Art. 9 Abs. 2 ELG ist es, den
Existenzbedarf zusammenlebender und somit einen gemeinsamen Haushalt führender
Ehegatten anhand der Zusammenrechnung deren Einnahmen und Ausgaben ermitteln
und gestützt darauf die entsprechenden Ergänzungsleistungen ausrichten zu können.
Art. 1 Abs. 1 ELV hingegen sieht für die Ausnahmefälle, in denen die Ehepartner nicht
mehr zusammenleben und keinen gemeinsamen Haushalt mehr führen, eine getrennte
Berechnung der Ergänzungsleistungen vor. Dabei hat der Verordnungsgeber die
Möglichkeit eines (erneuten) Zusammenlebens der gemäss Art. 1 Abs. 4 ELV
getrennten Ehegatten offenbar nicht bedacht und somit in Art. 1 Abs. 1 ELV auch nicht
geregelt. Die Beschwerdeführerin und B._ haben unabhängig voneinander
angegeben, dass sie auch im massgeblichen Zeitraum von Juli bis Dezember 2013
miteinander verheiratet gewesen sind. Der Ehemann der Beschwerdeführerin habe
zudem seit Juli 2013 nicht mehr in D._, sondern bei der Beschwerdeführerin in C._
gelebt (vgl. z.B. EL-act. 33, 52). Allerdings hat der Ehemann der Beschwerdeführerin in
der Vergangenheit nachdrücklich darauf hingewiesen, dass er grundsätzlich von seiner
Ehefrau getrennt sei, nun jedoch "notgedrungen" bei ihr lebe, bis er sich - mithilfe der
ihm auszurichtenden Ergänzungsleistungen - nach einer neuen Wohnung umsehen
könne (EL-act. 53 S. 4 f.). Anhand der Aktenlage ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann
während der Zeit vor Juli 2013 lediglich faktisch getrennt gewesen sind (vgl. Art. 1 Abs.
4 lit. c ELV). Indem der Ehemann der Beschwerdeführerin im Juli 2013 wieder zu dieser
nach C._ gezogen ist, ist die zuvor bestehende faktische Trennung der beiden
Ehegatten, aufgrund derer ihnen nach Art. 1 Abs. 1 ELV getrennte
Ergänzungsleistungen ausbezahlt worden sind, wieder aufgehoben worden (vgl. EL-
act. 51 S. 2, 52 S. 1). Der massgebliche Sachverhalt hat sich also per Juli 2013
erheblich verändert, da die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann ab diesem Zeitpunkt
wieder zusammengelebt haben und somit nicht mehr gemäss Art. 1 Abs. 4 ELV als
getrennt lebend gegolten haben. Da das ELG allein am Zivilstand der
Zusammenlebenden anknüpft und es nicht darauf ankommt, welche Beweggründe
zum Zusammenzug geführt haben, hat die Beschwerdegegnerin die Einnahmen und
Ausgaben der Beschwerdeführerin und deren Ehemannes per Juli 2013 gestützt auf
Art. 9 Abs. 2 ELG wieder zusammenrechnen müssen. Eine revisionsweise
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Herabsetzung der Ergänzungsleistungen gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG ist somit
rechtmässig gewesen.
3.2.2 Weiter stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die revisionsweise
Herabsetzung der Ergänzungsleistungen rückwirkend per Juli 2013 hat vornehmen
dürfen. Gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV ist eine rückwirkende Revision nur beim
Vorliegen einer Verletzung der Meldepflicht möglich. Eine solche Meldepflichtverletzung
liegt vor, wenn ein EL-Bezüger der kantonalen Durchführungsstelle nicht von jeder
Änderung der persönlichen und von jeder ins Gewicht fallenden Änderung der
wirtschaftlichen Verhältnisse unverzüglich Mitteilung macht (vgl. Art. 24 ELV). Da die
Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin erst im Rahmen der periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Dezember 2013 mitgeteilt hat, dass ihr
Ehemann seit Juli 2013 bei ihr lebe (EL-act. 33), hat sie für die Zeit von Juli bis Oktober
2013 ihre Pflicht verletzt, diese Änderung unverzüglich zu melden, so dass die
Herabsetzung rückwirkend hat erfolgen müssen. Insgesamt hat die
Beschwerdegegnerin den EL-Anspruch der Beschwerdeführerin also gestützt auf Art.
17 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV zu Recht mit Wirkung ab Juli 2013
angepasst.
3.3 Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in
Bezug auf die Höhe der Rückforderung keine Einwände erhoben habe (EL-act. 7).
Allerdings hat die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde darauf hingewiesen, dass all
ihre bislang gemachten Eingaben in Bezug auf die Rückforderungsverfügung zu
berücksichtigen seien. Am 10. April 2014 hatte sie angemerkt, dass es für sie schwer
verständlich sei, dass zwei Personen weniger Ergänzungsleistungen erhielten als eine
Einzelperson (EL-act. 28). Damit hat sie das Ausmass der Herabsetzung und damit
auch die Höhe der Rückforderung in Frage gestellt. Im EL-Berechnungsblatt vom 7.
Dezember 2013 hat die Beschwerdegegnerin die anerkannten Ausgaben und
anrechenbaren Einnahmen des Ehemanns mit in die Berechnung einbezogen, während
sie die restlichen, nur die Beschwerdeführerin betreffenden Posten unverändert
gelassen hat (act. G 12. 2, EL-act. 41). Die Ausgaben haben sich somit dahingehend
verändert, dass zusätzlich die Prämienpauschale des Ehemanns in Höhe von Fr.
3'984.-- (vgl. Art. 2 lit. c der Verordnung über die Durchschnittsprämien 2013 der
Krankenpflegeversicherung für die Berechnung der Ergänzungsleistungen [SR
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831.309.1]) und neu der Lebensbedarf für Ehepaare im Jahre 2013 gemäss Art. 1 lit. b
der Verordnung 13 über die Anpassung bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV (SR
831/304) von Fr. 28'851.-- angerechnet worden sind. In Bezug auf die Einnahmen ist
neu die AHV-Rente des Ehemanns in Höhe von Fr. 18'060.-- berücksichtigt sowie das
Vermögen gemäss den Kontoauszügen der Beschwerdeführerin und dessen Ehemann
per 30. Juni 2013 auf Fr. 1'811.-- vermindert worden (vgl. auch EL-act. 45 S. 3 ff.).
Nach einem Abgleich mit den vorliegenden Akten und Rechtsgrundlagen ist
festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin alle Posten in korrekter Höhe
berücksichtigt hat. Da die Ausgaben im Vergleich zur vorherigen Verfügung nur um Fr.
13'589.--, die Einnahmen aber aufgrund der Rente des Ehemanns um Fr. 18'060.--
gestiegen sind, ergibt sich bei Ausgaben in Höhe von Fr. 51'663.-- und Einnahmen von
insgesamt Fr. 40'804.-- lediglich eine Differenz von Fr. 10'859.--, sodass der EL-
Anspruch ab dem 1. Juli 2013 korrekt auf monatlich Fr. 905.-- festgesetzt worden ist.
Von Juli 2013 bis Dezember 2013 hat die Beschwerdeführerin somit monatlich Fr.
373.-- zu viel bezogen, womit auch die Höhe der Rückforderung von Fr. 2'238.--
korrekt berechnet worden ist (Fr. 373.-- x 6 Monate; vgl. act. G 12.2, EL-act. 40).
3.4 Durch die rechtmässige rückwirkende Herabsetzung der Ergänzungsleistungen ab
Juli 2013 hat die Beschwerdeführerin also ab Juli 2013 nur einen monatlichen EL-
Anspruch von Fr. 905.-- gehabt und somit von Juli bis Dezember 2013
Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 2'238.-- zu viel bezogen. Unrechtmässig
bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Der Rückforderungsanspruch erlischt
jedoch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon
Kenntnis erhalten hat (vgl. Art. 25 Abs.1 und 2 ATSG). Die Fristen des Art. 25 Abs. 2
ATSG sind gewahrt, wenn vor Ablauf der massgebenden Frist eine
Rückerstattungsverfügung ergeht und der rückerstattungspflichtigen Person zugestellt
wird (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Rz 65 zu Art. 25 ATSG). Die
Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die Rückforderung "verjährt" sei (act. G
5). Die Beschwerdegegnerin hat im Oktober 2013 Kenntnis von der massgeblichen
Veränderung des Sachverhaltes erhalten und drei Monate später, am 7. Dezember
2013, die entsprechende Rückforderungsverfügung erlassen (EL-act. 40, 52). Die
relative einjährige Verwirkungsfrist, die ab Kenntnisnahme durch die
Beschwerdegegnerin im Oktober 2013 zu laufen begonnen hat, ist damit offensichtlich
gewahrt worden. Da auch die absolute fünfjährige Verwirkungsfrist, die mit dem
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
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St.Galler Gerichte
monatlichen Bezug der unrechtmässigen Leistung ab Juli 2013 eingesetzt hat, noch
nicht abgelaufen gewesen ist, ist der Rückforderungsanspruch der
Beschwerdegegnerin nicht verwirkt.
4.
Weiter hat die Beschwerdeführerin in diversen Schreiben, die sie als Bestandteil ihrer
Beschwerde bezeichnet hat, geltend gemacht, sie sei aufgrund ihrer finanziellen
Situation nicht in der Lage, die mit der am 7. Dezember 2013 verfügten rückwirkenden
revisionsweise Herabsetzung der Ergänzungsleistungen einhergehende Rückforderung
zu begleichen (vgl. act. G 5 und EL-act. 10, 13, 32). Damit kann sie nur gemeint haben,
dass eine grosse Härte vorliege. Dieses Kriterium ist erst im Rahmen des Erlasses der
Rückforderung gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG zu berücksichtigen. Ein solcher
Erlass kann jedoch erst geprüft werden, wenn über die Anpassung der
Ergänzungsleistungen sowie über die daraus hervorgehende Rückforderung formell
rechtskräftig entschieden ist, weshalb auf die diesbezügliche Argumentation im
Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht eingegangen werden kann. Im
Sinne eines obiter dictum ist jedoch festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im
Laufe des Verfahrens ein Erlassgesuch gestellt hat. Die Beschwerdegegnerin wird also
den Erlass bei Vorliegen der Eintretensvoraussetzungen ohne eine erneute Einreichung
eines Erlassgesuches zu prüfen haben.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Herabsetzung der Ergänzungsleistungen
der Beschwerdeführerin ab Juli 2013 auf monatlich Fr. 905.-- rechtmässig gewesen ist.
Da die Beschwerdeführerin infolgedessen von Juli bis Dezember 2013
Ergänzungsleistungen von insgesamt Fr. 2'238.-- zu viel bezogen hat, ist die
entsprechende Rückforderung nicht zu beanstanden. Sie auch nicht verwirkt. Demnach
ist die Beschwerde abzuweisen.