Decision ID: 03621287-3594-5fa0-b1a8-3867f3f65f59
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Schultz, Rorschacher Strasse 107,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._, war bei der B._ AG als kaufmännische Angestellte tätig und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 6. bzw. 7. November 2012 sei
es am 26. Januar 2011 während einer Operation zu einem Behandlungsfehler
gekommen. Der Versicherten habe aufgrund krankheitsbedingter Beschwerden ein
Implantat in den Rücken eingesetzt werden müssen. Dabei habe der Operateur, Dr.
med. C._, Wirbelsäulenchirurgie FMH, Klinik D._, ohne Einwilligung der
Versicherten zwei Implantate eingesetzt, was zu einer Entzündung im Rücken geführt
habe (Suva-act. 1, 3).
A.b Gemäss den vorliegenden Akten führte Dr. C._ bei der Versicherten am
26. Januar 2011 aufgrund der Diagnosen segmentale Instabilität L3/L4 und L4/L5,
mediane Diskushernie L3/L4 sowie Protrusion L4/L5 eine Mikrodiskektomie L3/L4 von
links sowie eine interspinöse Stabilisation L3/L4 (Diam) und L4/L5 (Bacjac) durch. Da
sich intraoperativ eine deutlich vermehrte segmentale Beweglichkeit L3/L4 aber auch
L4/L5 gezeigt habe, sei eine mikrochirurgische Dekompression mit Flavektomie von
links L3/L4 mit einer Sequesterotomie und Teilnukleotomie durchgeführt worden.
Anschliessend sei zur Stabilisierung interspinös ein Diam (10mm) eingelegt und
befestigt worden. Da das Segment L4/L5 ebenfalls überbeweglich gewesen sei, sei
dort eine interspinöse Bacjac-Stabilisation (12mm) durchgeführt worden (Suva-act. 18).
A.c In der Folge wurde bei der Versicherten aufgrund einer zunehmenden Hautrötung
mit Schwellung und progredienten lumbalen Schmerzen am 23. März 2011 eine
Wundexzision lumbal auf Höhe L3/L4 durchgeführt. Dabei zeigte sich eine
oberflächliche Infektion des subkutanen Fettgewebes. Die Versicherte wurde am 25.
März 2011 bei reizlosen Wundverhältnissen entlassen (Suva-act. 20 f.).
A.d Nachdem eine im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) durchgeführte
Röntgenuntersuchung einen Infekt im Bereich des interspinösen Implantats auf Höhe
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L4/L5 ergeben hatte (Suv-act. 36 f.), wurden die beiden Implantate am 16. Mai 2011
operativ entfernt (Suva-act. 35). Im postoperativen Verlauf klagte die Versicherte
weiterhin über lumbosakrale Schmerzen, weshalb sie vom 11. bis 28. Juli 2011 in der
Rehaklinik Valens stationär behandelt wurde. Im Austrittsbericht vom 28. Juli 2011
nannte die Klinik als Diagnosen ein chronisches lumbovertebrales Syndrom,
Hyperlaxizität, muskuläre Dysbalance, Status nach Einlage zweier interspinöser
Implantate L3/L4 und L4/L5 und Mikrodiskektomie L3/L4 bei chronischem
lumbospondylogenem Schmerzsyndrom 01/2011, Status nach lumbaler Wundexzision
von nekrotischem Gewebe bei postoperativem Wundinfekt 03/2011, Status nach
Entfernung des Osteosynthesematerials L3/L4 und L4/L5 bei periprothetischem Infekt
mit Propionibacterium acnes 05/2011 sowie Anpassungsstörung. Die Schmerzen seien
auf eine ungenügende Stabilisationsfähigkeit der Wirbelsäule bei Hyperlaxizität
(Beighton Score 8/9 Punkte) und muskulärer Dysbalance mit konsekutiver
Wirbelsäulenfehlform und -haltung zurückzuführen (Suva-act. 11-54 ff.).
A.e Nachdem mehrere diagnostische Infiltrationen der Segmente L3/L4, L4/L5 sowie
L5/S1 durchgeführt worden und zwischenzeitlich eine Besserung der Beschwerden
eingetreten war (vgl. den Bericht vom 7. Dezember 2011, Suva-act. 28, sowie Suva-
act. 29 f.), hielt Dr. med. E._, leitender Arzt Neurochirurgie, KSS, im Bericht vom 9.
Mai 2012 fest, die Versicherte gebe an, am Beschwerdebild habe sich grundsätzlich
nichts geändert und sie leide weiterhin an einem anhaltenden Verspannungs- und
Verkürzungsgefühl im Kreuz. Letzteres exazerbiere weiterhin unter Inklination. Er führte
aus, es sei festzuhalten, dass keine umschriebene Pathologie benannt werden könne,
welche das von der Versicherten beklagte Beschwerdebild gut erkläre und mit
operativen Massnahmen mit hoher Sicherheit wegzubringen wäre (Suva-act. 27).
A.f Im Arztzeugnis UVG vom 19. November 2012 führte Dr. C._ aus, bei der
Versicherten bestehe ein chronifiziertes lumbo- und zervikospondylogenes Schmerz
syndrom. Es bestünden keine neurologischen Defizite (Suva-act. 14).
A.g In der Folge veranlasste die Suva hinsichtlich der Frage, ob aufgrund der Sachlage
ein Unfallereignis vorläge, eine Beurteilung durch ihren Kreisarzt (vgl. Suva-act. 26). In
der chirurgisch-orthopädischen Beurteilung vom 28. Januar 2013 führte Dr. med. F._,
Facharzt für Chirurgie FMH und Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
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Bewegungsapparates, aus, die intraoperative Erweiterung des Eingriffs ohne
Aufklärung, die Indikationsstellung zur Behandlung der vom Operateur diagnostizierten
segmentalen Instabilität mit einem interspinösen Implantat sowie die Auswahl des
speziellen Implantats im Abschnitt L4/L5 würden vom medizinischen Standard nicht in
dem Ausmass abweichen, dass aus medizinischer Sicht ein Unfall im Sinn des
Gesetzes vorläge. Ob das Ausmass der präoperativen Abklärung, die
Indikationsstellung, die Implantatswahl und die postoperative Behandlung,
insbesondere das Komplikations-Management, einen Behandlungsfehler darstellten,
sei gegebenenfalls in einer weiteren Beurteilung zu klären (Suva-act. 38).
A.h Mit Verfügung vom 10. April 2013 lehnte die Suva eine Leistungspflicht gestützt
auf die Beurteilung vom 28. Januar 2013 ab (Suva-act. 42). Die dagegen vom
Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Markus Schultz, St. Gallen, am
13. Mai 2013 erhobene Einsprache (Suva-act. 43) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 18. Juli 2013 ab (Suva-act. 49).
B.
B.a Dagegen liess die Versicherte am 16. September 2013 Beschwerde erheben und
beantragen, der Einspracheentscheid vom 18. Juli 2013 sei aufzuheben und es seien
ihr entsprechende Versicherungsleistungen zu entrichten, rückwirkend ab dem Unfall
vom 26. Januar 2011. Ausserdem sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren, unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter im Wesentlichen an,
der Unfallbegriff sei erfüllt, da die intraoperative Erweiterung des Eingriffs ohne
Aufklärung, die Indikationsstellung zur Behandlung der vom Operateur diagnostizierten
segmentalen Instabilität mit einem interspinösen Implantat sowie die Auswahl des
speziellen Implantats im Abschnitt L4/L5 vom medizinischen Standard derart
abweiche, dass aus medizinischer Sicht von einem Unfall ausgegangen werden müsse
und ausserdem gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung absolut
vergleichbar sei mit einer Ungeschicklichkeit oder absichtlichen Schädigung, mit der
niemand zu rechnen bräuchte (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde mit der Begründung, beim
beschriebenen operativen Eingriff (Suva-act. 18) sei kein ungewöhnliches Vorgehen zu
erkennen. Es lägen weder Anzeichen für grobe und ausserordentliche Verwechslungen
oder Ungeschicklichkeiten noch für eine absichtliche Schädigung vor. Die gewählten
Implantate seien geeignet, die gewünschte interspinöse Stabilisierung zu bewirken. Ein
Unfall sei bereits mangels Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors zu verneinen. Auch
lägen keine Hinweise für einen Behandlungsfehler vor; die Operation sei vielmehr lege
artis erfolgt (act. G 5).
B.c Am 28. Oktober 2013 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 7).
B.d Mit Schreiben vom 16. Dezember 2013 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin einen Arztbericht von Dr. med. G._, physikalische und
rehabilitative Medizin, KSSG, vom 14. November 2013 ein (act. G 12, 12.1).
B.e Mit Replik vom 15. Januar 2014 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
fest, wie bereits dargelegt überschreite ein operativer Eingriff an der Wirbelsäule mit
Einsetzen eines Implantats ohne Zustimmung die Schwelle des Aussergewöhnlichen.
Auch die medizinische Behandlung könne als ungewöhnlich beurteilt werden, da
zumindest zu erwarten gewesen wäre, dass sich der Arzt nach der anspruchsvollen
Operation bezüglich der Wundversorgung ein strenges Mass an Sorgfalt auferlege und
der Patient nicht damit rechnen müsse, dass er diese Behandlung nur noch
oberflächlich und verspätet vornehme (act. G 14).
B.f Mit Duplik vom 28. Januar 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen
fest und bestätigte den bereits vorgebrachten Standpunkt, wonach der Eingriff vom
26. Januar 2011 einerseits sehr wohl indiziert gewesen sei und andererseits die
Schwelle der Aussergewöhnlichkeit in keiner Weise überschritten habe (act. G 16).

Erwägungen:
1.
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Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob der am 26. Januar 2011 durchgeführte
operative Eingriff einen Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 820.1) darstellt und die
Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer entsprechend leistungspflichtig ist. Dabei
stellt sich insbesondere die Frage, ob das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt ist.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen
und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Zudem
erbringt die Versicherung Leistungen für Schädigungen, die dem Verunfallten bei der
Heilbehandlung zugefügt werden (vgl. Art. 6 Abs. 3 UVG). Als Unfall gilt die plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).
1.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der äussere Faktor
ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder
Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich
nur die objektiven Umstände in Betracht fallen. Dies gilt auch, wenn zu beurteilen ist,
ob ein ärztlicher Eingriff den gesetzlichen Unfallbegriff erfüllt. Nach der Praxis ist es
indessen mit dem Erfordernis der Aussergewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine
medizinische Massnahme in Frage steht (SVR 2001 KV Nr. 50 S. 145 E. 3a; BGE 122 V
233 E. 1, 118 V 61 E. 2b, 283 E. 2a, je mit Hinweisen). Die Vornahme des
medizinischen Eingriffs muss unter den jeweils gegebenen Umständen vom
medizinisch Üblichen ganz erheblich abweichen und zudem, objektiv betrachtet,
entsprechend grosse Risiken in sich schliessen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 31 f.).
1.3 Ob der Unfallbegriff und namentlich das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors im Rahmen einer Krankenbehandlung, für welche der Unfallversicherer
grundsätzlich nicht leistungspflichtig ist, ausnahmsweise erfüllt ist, ist aufgrund
objektiver medizinischer Kriterien zu prüfen. Die Frage ist nur dann zu bejahen, wenn
die ärztliche Vorkehr als solche den Charakter des ungewöhnlichen äusseren Faktors
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aufweist, denn das Merkmal der Aussergewöhnlichkeit bezieht sich nach der Definition
des Unfallbegriffs nicht auf die Wirkungen des äusseren Faktors, sondern allein auf
diesen selbst. Ein Behandlungsfehler kann den Unfallbegriff namentlich dann erfüllen,
wenn es sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und
Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt, mit denen
niemand rechnet oder zu rechnen braucht. Ob ein Unfall im Sinne des obligatorischen
Unfallversicherungsrechts vorliegt, beurteilt sich unabhängig davon, ob der Arzt oder
die Ärztin einen Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder öffentlich-rechtliche)
Haftung begründet (RKUV 2003 Nr. U 492 S. 371 E. 2.3, U 56/01, Urteil des
Bundesgerichtes vom 9. November 2011, 8C_708/2011, in: SVR 2012 UV Nr. 11 S. 37).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Die
Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht haben von
sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts
zu sorgen. Dabei sind rechtserheblich alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt,
ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift die Beweisregel
Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b, 115 V 142 E. 8a).
2.
2.1 Gemäss vorliegender Aktenlage hatte Dr. C._ der Beschwerdeführerin beim
operativen Eingriff vom 26. Januar 2011 neben einer Mikrodiskektomie L3/L4 und
interspinösen Stabilisation L3/L4 (Diam) ohne Einwilligung ein weiteres interspinöses
Implantat (Bacjac) auf Höhe L4/L5 eingesetzt (vgl. den Operationsbericht vom 26.
Januar 2011, Suva-act. 18; vgl. auch die nicht unterzeichnete Operationseinwilligung
vom 27. November 2012, Suva-act. 17). In diesem Zusammenhang ist zwischen den
Parteien in erster Linie umstritten, ob diese von Dr. C._ vorgenommene intraoperative
Erweiterung des Eingriffs, worüber die Beschwerdeführerin präoperativ nicht aufgeklärt
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worden war, vom medizinisch Üblichen ganz erheblich abweicht und ein entsprechend
grosses Risiko in sich birgt, so dass das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit als
erfüllt zu erachten ist.
2.2 Die Beschwerdeführerin erachtet den Unfallbegriff als erfüllt, da die Erweiterung
des Eingriffs ohne Aufklärung, die Indikationsstellung zur Behandlung der
diagnostizierten Instabilität mit einem interspinösen Implantat sowie die Auswahl des
Implantats vom medizinischen Standard derart abweiche, dass von einem Unfall
ausgegangen werden müsse (act. G 1, S. 11). Die Beschwerdegegnerin verneint die
Ungewöhnlichkeit gestützt auf die chirurgische-orthopädische Beurteilung von Dr.
F._ vom 28. Januar 2013 (Suva-act. 38).
2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Herkunft noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten
versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen).
2.4 Dr. F._ führte in seiner Beurteilung aus, in Kenntnis der Ausführungen im
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 28. Juli 2011 (Suva-act. 11-54 ff.) sei die
intraoperativ vermehrte segmentale Beweglichkeit auch in Höhe L4/L5 nachvollziehbar,
da die Klinik als Diagnose ein chronisches lumbovertebrales Syndrom, unter anderem
bei Hyperlaxität, nenne und erklärt werde, dass die geklagten Schmerzen u.a. auf eine
ungenügende Stabilisationsfähigkeit der Wirbelsäule bei Hyperlaxität zurückzuführen
seien. Es werde der sogenannte Beighton-Score mit 8 von 9 Punkten angegeben,
wobei anzumerken sei, dass in der Literatur ab einem Wert von 5 eine generalisierte
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Hypermobilität als ausgewiesen gelte. Entsprechend erscheine es aufgrund der im
Austrittsbericht mitgeteilten Befunde plausibel, dass Dr. C._ auch in Höhe L4/L5 eine
segmentale Instabilität vorgefunden habe. Dabei handle es sich um den gleichen
Zustand wie ein Segment höher, für das der Operateur sich die Einwilligung habe
geben lassen. Die intraoperative Erweiterung im Sinne der Durchführung eines für ein
Wirbelsäulensegment bewilligten OP-Verfahrens auf ein weiteres Wirbelsäulensegment,
für das intraoperativ dieselbe Diagnose gestellt werde, weiche vom medizinisch
Üblichen nicht ganz erheblich ab. Hinsichtlich der Indikationsstellung und
Implantatwahl führte Dr. F._ aus, es sei zwar korrekt, dass der Hersteller als
bevorzugte Indikation für das Bacjac-Implantat die Lumbalstenose mit neurogener
Claudicatio angebe. Dies sei jedoch nicht die ausschliessliche Indikation, da eine
interspinöse Stabilisierung mit dem Implantat ähnlich wie mit dem Diam-Implantat
möglich sei. Ob nun überhaupt segmentale Instabilitäten mit einem interspinösen
Transplantat erfolgsversprechend zu behandeln seien und welches der Implantate
gegebenenfalls bevorzugt werden sollte, sei Frage eines Expertenstreits. Bezüglich der
OP-Indikation und der Implantatwahl liege keine medizinische Massnahme vor, die,
ähnlich einer ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit, mit der
niemand zu rechnen brauche, vom Üblichen ganz erheblich abweiche.
Zusammenfassend weiche die intraoperative Erweiterung des Eingriffs ohne
Aufklärung, die Indikationsstellung zur Behandlung der von Dr. C._ diagnostizierten
segmentalen Instabilität mit einem interspinösen Implantat sowie die Auswahl des
Implantats im Abschnitt L4/L5 vom medizinischen Standard nicht in einem Ausmass
ab, dass aus medizinischer Sicht ein Unfall nach Art. 4 ATSG vorliege (Suva-act. 38).
2.5 Dr. F._ legt in seiner Beurteilung in Würdigung der vorliegenden medizinischen
Untersuchungsberichte und der bildgebenden Abklärungen überzeugend dar, dass der
von Dr. C._ durchgeführte Eingriff sowohl in Bezug auf die intraoperative Erweiterung
als auch auf die Wahl des Implantats nicht derart aussergewöhnlich ist, dass ein Unfall
nach Art. 4 ATSG zu bejahen wäre. Dr. F._ zeigt einleuchtend auf, dass vor dem
Hintergrund der intraoperativ gestellten Diagnose die von Dr. C._ vorgenommene
chirurgische Massnahme (Erweiterung des Eingriffs auf ein weiteres
Wirbelsäulensegment) weder vergleichbar ist mit einer ausserordentlichen
Verwechslung bzw. Ungeschicklichkeit noch mit einer absichtlichen Schädigung, mit
der niemand rechnet oder zu rechnen braucht. Wie Dr. F._ plausibel darlegt, mag die
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Einsetzung der Implantate als indizierte Behandlung bei der vorliegenden Diagnose
Frage eines Expertenstreites sein. So führte denn auch Dr. E._ im Bericht vom 9. Mai
2011 aus, die Indikation für das auf L4/L5 liegende interspinöse Implantat sei nicht
ganz klar (Suva-act. 36). Die Durchführung einer solchen chirurgischen Massnahme,
deren Indikation nicht abschliessend geklärt ist, genügt jedoch vor dem Hintergrund
des an das Merkmal der Ungewöhnlichkeit anzulegenden strengen Massstabes nicht
für die Bejahung des Unfallbegriffs. So ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
lediglich entscheidend, ob der Eingriff als solcher das Begriffsmerkmal der
Aussergewöhnlichkeit erfüllt; der Indikation kommt in diesem Zusammenhang dagegen
weder für sich allein noch im Verein mit anderen Umständen (wie ärztliche
Fehlleistungen bei der Durchführung der Massnahme) irgendwelche Bedeutung zu. Bei
der Indikation handelt es sich nicht um einen äusseren Faktor, sondern lediglich um
den – auf vorgängigen ärztlichen Abklärungen und Erkenntnissen beruhenden – Grund,
im Einzelfall ein bestimmtes diagnostisches oder therapeutisches Verfahren zur
Anwendung zu bringen. Erweist sich die Indikation für einen im Rahmen der
Krankheitsbehandlung erfolgten Eingriff nachträglich als falsch, liegt eine blosse
Fehlbehandlung vor (vgl. BGE 118 V 283 E 3b). Wie in Erwägung 1.3 aufgezeigt, hat der
Unfallversicherer hierfür nur aufzukommen, wenn die (nicht indizierte) Vorkehr selber
die Schwelle der Aussergewöhnlichkeit überschreitet, was vorliegend zu verneinen ist.
2.6 Wie von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 18. Juli 2013
(Suva-act. 49, S. 5 f.) dargelegt, vermag auch der Einwand der Beschwerdeführerin, sie
sei über die interspinöse Stabilisierung L4/L5 präoperativ nicht aufgeklärt worden, vor
dem Hintergrund, dass sie unbestrittenermassen über das OP-Verfahren und die
Risiken hinsichtlich des Wirbelsäulensegments L3/L4 aufgeklärt worden war und
diesbezüglich ihre Einwilligung erteilt hatte, und sich die Erweiterung dieses Verfahrens
auf das benachbarte Segment L4/L5 aufgrund gleicher Diagnose erst intraoperativ
ergeben hatte, nicht durchzudringen. Dass ein Operateur in einem solchen Fall den
Eingriff erweitert, stellt in medizinischer Hinsicht nichts derart Aussergewöhnliches dar,
als dass das Merkmal der Ungewöhnlichkeit als erfüllt zu erachten wäre.
2.7 Nach dem Gesagten geht die Beschwerdegegnerin gestützt auf die plausible
Beurteilung von Dr. F._ im Einspracheentscheid vom 18. Juli 2013 zu Recht davon
aus, dass die am 26. Januar 2011 durchgeführte medizinische Massnahme vom
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medizinisch Üblichen nicht ganz erheblich abweicht und somit bezüglich des
operativen Eingriffs kein Unfallereignis nach Art. 4 ATSG vorliegt.
3.
3.1 Im Weiteren stellt sich die Frage, ob der postoperative Verlauf und insbesondere
die postoperativen Komplikationen in Form des aufgetretenen Infekts das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit erfüllen. Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin erlittenen
Infekts ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine
Infektion durch eine Operationswunde nur dann als ungewöhnlich zu erachten ist,
wenn sie nicht unter die Risiken fällt, mit welchen man bei der Vornahme einer
medizinischen Massnahme grundsätzlich zu rechnen hat (vgl. BGE 118 V 230 E. 5a f.).
Vorliegend sind den Akten keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass der von der
Beschwerdeführerin erlittene Infekt derart aussergewöhnlich ist, dass man von einem
Risiko sprechen müsste, mit welchem die Beschwerdeführerin im Voraus nicht zu
rechnen brauchte.
3.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellt sich im Weiteren auf den
Standpunkt, dass die postoperative Behandlung durch Dr. C._ unzureichend
gewesen sei, da er die Klagen der Beschwerdeführerin über starke Schmerzen im
Wundbereich ignoriert und die Infektion falsch behandelt habe; er macht mithin auch
bezüglich der Nachbehandlung durch Dr. C._ einen Behandlungsfehler geltend (act.
G 1 S. 11).
3.3 Im Bericht über die Kontrolluntersuchung vom 8. März 2011 führte Dr. C._ aus,
klinisch zeige sich eine leichte Schwellung im oberen Drittel der Narbe, welche im
normalen Rahmen sei. Ansonsten bestünden reizlose Wundverhältnisse und keine
neurologischen Defizite. Die Röntgenuntersuchung der LWS habe eine gute Stellung
der Implantate L3/L4 und L4/L5 interspinös ergeben. Das Segment L4/L5 sei vielleicht
leicht überdistrahiert (Suva-act. 19). Am 23. März 2011 wurde die Beschwerdeführerin
bei Diagnose einer oberflächlichen Wundinfektion lumbal nach Eingriff vom 26. Januar
2011 operiert (Wundexzision lumbal auf Höhe L3/L4). Im entsprechenden Bericht
gleichen Datums wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin habe während der
letzten 1.5 Wochen an einer zunehmenden Hautrötung mit Schwellung und
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progredienten lumbalen Schmerzen nach der Operation vom 26. Januar 2011 gelitten.
Aufgrund der erhobenen Befunde mit zunehmenden Beschwerden habe man sich zur
Wundrevision entschlossen. Bei der Operation hätten sich eine oberflächliche Infektion
des subkutanen Fettgewebes und interspinös etwas nekrotisches Gewebe, aber kein
Hinweis für ein Infektionszeichen und kein Eiter gezeigt. Am 25. März 2011 sei die
Beschwerdeführerin bei reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen worden
(Suva-act. 20 f.). Im Bericht über die Kontrolluntersuchung vom 19. April 2011 hielt Dr.
C._ fest, das Kontroll-MRI vom 12. April 2011 habe ein kleines subkutanes
epifasziales Serom auf Höhe L3/L4 und eine kleine Resthernie L3/L4 ohne signifikante
Stenose oder Wurzelkompression gezeigt. Das Segment L4/L5 scheine etwas
überdistrahiert zu sein mit leichter kyphotischer Fehlstellung. Dies komme am ehesten
als mögliche Schmerzursache in Frage. In dieser Situation komme bei seit drei
Monaten persistierenden Beschwerden eine Revisionsoperation mit Entfernung des
interspinösen Bacjac-Implantates L4/L5 in Frage. Da das Segment intraoperativ
überbeweglich gewesen sei, sei eine dorsolaterale semirigide Stabilisation L3/L5 zu
empfehlen (Suva-act. 23). Im Bericht vom 9. Mai 2011 hielt Dr. E._, an welchen die
Beschwerdeführerin überwiesen worden war, sodann fest, nach einer
Verdachtsdiagnose bestätigten die aktuellen Röntgenuntersuchungen einen Infekt im
Bereich des interspinösen Implantats auf Höhe L4/L5. Aufgrund der doch recht
ausgedehnten Entzündung seien die Implantate zu entfernen (Suva-act. 36; vgl. auch
den Bericht vom 4. Mai 2011, Suva-act. 37). Am 16. Mai 2011 wurden die beiden
Implantate entfernt (Suva-act. 35).
3.4 Dr. F._ äussert sich in seiner Beurteilung vom 28. Januar 2013 nicht zur
postoperativen Behandlung der Beschwerdeführerin durch Dr. C._, sondern merkt
lediglich an, dass die Frage, ob hinsichtlich des "Komplikations-Managements" des
Operateurs ein Behandlungsfehler anzunehmen sei, gegebenenfalls in einer weiteren
Beurteilung zu klären sei (Suva-act. 38, S. 11). In diesem Zusammenhang ist darauf
hinzuweisen, dass selbst bei Annahme eines Behandlungsfehlers, dieser im
vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage nicht die Schwelle der Aussergewöhnlichkeit
überschreitet und nicht als ausserordentliche Ungeschicklichkeit oder gar absichtliche
Schädigung zu qualifizieren ist, zumal mehrere Kontrolluntersuchungen im März und
April 2011 durchgeführt worden waren und der Infekt mit Blick auf die
Untersuchungsberichte (vgl. Suva-act. 19 ff.) nicht ohne Weiteres erkennbar war und
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auch vom nachbehandelnden Kantonsspital St. Gallen erst aufgrund einer weiteren, im
Rahmen einer Verdachtsdiagnose durchgeführten Röntgenuntersuchung im Mai 2011
bestätigt werden konnte (vgl. Suva-act. 36 f.).
3.5 Was schliesslich den eingereichten Bericht von Dr. G._ vom 14. November 2013
(act. G 12.1) betrifft, so ist dieser entgegen der Argumentation des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin vorliegend nicht geeignet, zu belegen, dass hinsichtlich des von
Dr. C._ durchgeführten Eingriffs und der postoperativen Behandlung das Merkmal
der Ungewöhnlichkeit als erfüllt erachtet werden müsste, zumal sich dem Bericht
bezüglich der im vorliegenden Verfahren relevanten Fragen keinerlei Äusserungen
entnehmen lassen.
4.
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass vorliegend kein versicherter Unfall im Sinne
von Art. 4 ATSG vorliegt. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht damit zu
Recht verneint.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Zufolge Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G 7) hat der Rechtsbeistand Anspruch auf
Entschädigung. Ausgehend von einer mittleren Entschädigung von Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) hat der Staat hierfür im Umfang von
80% (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]), d.h. mit einem Betrag
von Fr. 3'200.--, aufzukommen. Die Beschwerdeführerin kann indessen, wenn es ihre
wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, zur Nachzahlung der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (Art. 117 ff. der Schweizerischen Zivilprozessordnung
[ZPO; SR 272] in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, [VRP; sGS 951.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP