Decision ID: 73aed034-c3d1-4d50-85e0-f18801326f9c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ K. G., geb. am 14. Juli 1974, ist Staatsangehöriger des Kosovo. Er reiste am 15.
November 1991 ohne Visum in die Schweiz ein. Sein Vater Pjeter G., der zu diesem
Zeitpunkt über eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Zürich verfügte, reichte für ihn
am 15. Januar 1992 ein Gesuch um Familiennachzug beim Migrationsamt Zürich ein.
Aufgrund der abgelaufenen bewilligungsfreien Aufenthaltsfrist von K. G. wurde Pjeter
G. mitgeteilt, die Prüfung der Aufenthaltsbewilligung für seinen Sohn erfolge erst nach
dessen Ausreise. K. G. verliess die Schweiz am 5. Mai 1992. In der Folge wurde die
Behandlung des Gesuchs um den Nachzug von K. G. vorerst zurückgestellt, da im
Rahmen der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von Pjeter G. Unklarheiten
auftraten. Der Ausgang dieses Verfahrens ist aus den Akten nicht ersichtlich.
Am 2. März 1998 reichte K. G. bei der Schweizer Botschaft in Belgrad ein persönliches
Einreisegesuch ein. Am 7. April 1998 verweigerte das Bundesamt für Migration K. G.
die Einreise zum Besuchsaufenthalt. In der Folge reiste K. G. am 28. Juli 1998 erneut in
die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Das Bundesamt für Flüchtlinge (heute
Bundesamt für Migration) lehnte sein Gesuch am 25. August 1999 ab und wies ihn an,
die Schweiz bis 31. Mai 2000 zu verlassen. K. G. verliess die Schweiz am 8. Juni 2000.
K. G. stellte am 27. März 2001 bei der Schweizer Botschaft in Pristina erneut ein
Gesuch um Ausstellung eines Besuchervisums. Der Antrag wurde von der Schweizer
Botschaft abgewiesen.
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Am 17. April 2002 heiratete K. G. im Kosovo die in der Schweiz niedergelassene
Aferdita G., geb. 3. August 1980, von Kosovo. In der Folge reiste K. G. am 20. Juli 2002
in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner Ehefrau eine
Aufenthaltsbewilligung. Am 13. August 2007 erhielt er die Niederlassungsbewilligung.
Die Ehe von Aferdita G. und K. G. wurde mit Urteil vom 14. Dezember 2007 durch das
Kreisgericht Pristina geschieden. Am 19. August 2008 heiratete K. G. im Kosovo seine
Landsfrau Lendite O., geb. 26. August 1978. K. G. anerkannte anlässlich der
Eheschliessung deren Sohn Domenik, geb. 23. September 2005, als sein Kind.
Im Rahmen der Prüfung des Familiennachzugsgesuchs vom 29. August 2008 für seine
Ehefrau und seinen Sohn leitete das Ausländeramt Ermittlungen wegen Verdachts einer
Scheinehe ein. Mit Verfügung vom 26. Mai 2009 widerrief das Ausländeramt die
Niederlassungbewilligung von K. G. mit der Begründung, er sei mit Aferdita G. eine
Scheinehe eingegangen.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob K. G. durch seine Rechtsvertreterin
mit Eingabe vom 11. Juni 2009 Rekurs, der vom Sicherheits- und Justizdepartement
mit Entscheid vom 25. August 2009 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seiner Rechtsvertreterin vom 10. September und 5. Oktober 2009
erhob K. G. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Rekursentscheid vom 25. August 2009 sowie die Verfügung des Ausländeramts vom
26. Mai 2009 seien aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Voraussetzungen für
einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers nicht gegeben
seien; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Beschwerdeführer bestreitet,

eine Scheinehe eingegangen zu sein. Auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids sowie auf die in der Beschwerde vorgebrachten Ausführungen wird, soweit
wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
In ihrer Vernehmlassung vom 13. Oktober 2009 beantragt die Vorinstanz die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 10. September und
5. Oktober 2009 wurden rechtzeitig eingereicht und erfüllen formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren haben die
Ehegatten Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 2 AuG).
Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG kann die
Niederlassungsbewilligung unter anderem widerrufen werden, wenn der Ausländer
oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder
wesentliche Tatsachen verschwiegen hat.
Der Ausländer ist verpflichtet, an der Feststellung des für die Anwendung des Gesetzes
massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Er muss insbesondere zutreffende und
vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts wesentlichen
Tatsachen machen (Art. 90 lit. a AuG). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung
gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG setzt somit voraus, dass der Betroffene wissentlich
falsche Angaben gemacht oder Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt
darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten (BGE 2C_243/2008
vom 18. Juni 2008 E. 2.3.; BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E. 2.1.; vgl.
Kreisschreiben des Bundesamtes für Migration, I. Ausländerbereich, Version 1.1.08,
Ziff. 3.4.6., in: www.bfm.admin.ch). Erfasst wird davon auch die sogenannte Scheinehe
oder Ausländerrechtsehe.
2.1. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine Schein- oder
Ausländerrechtsehe vor, wenn die Ehe nur zum Zweck der Umgehung
fremdenpolizeilicher Vorschriften eingegangen wurde oder an ihr aus diesem Grund
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festgehalten wird. Die Ehegatten beabsichtigen somit von Beginn an keine echte
eheliche Gemeinschaft. Der Nachweis, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde und nicht der
Begründung einer Lebensgemeinschaft dient, ist in der Regel nicht direkt, sondern nur
durch Indizien zu erbringen (BGE 122 II 295 E. 2b; VerwGE B 2008/190 vom 22. Januar
2009 E. 2.1.; VerwGE B 2008/140 vom 5. November 2008 E. 4.2., beide publiziert in:
www.gerichte.sg.ch). Solche Indizien sind unter anderem darin zu erblicken, dass dem
Ausländer die Ausweisung gedroht hat, weil er ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre.
Sodann können die Umstände oder die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie die
Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie aufgenommen haben,
für das Vorliegen einer Scheinehe sprechen. Umgekehrt kann aus einer gewissen Zeit
des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht ohne weiteres
abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt gewesen. Ein
solches Verhalten kann zur Täuschung der Behörden auch nur vorgespiegelt sein.
Einzelne Indizien vermögen für sich allein den Nachweis einer Tatsache nicht zu
erbringen. Je nach Art und Anzahl können sie sich jedoch zum rechtsgenüglichen
Beweis verdichten (BGE 122 II 295 E. 2b; 123 II 52 E. 5). Nach konstanter
verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei nicht von wesentlicher Bedeutung,
ob die Indizien auch bei einer normalen Ehe vorliegen könnten. Entscheidend ist
vielmehr eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Tatumstände (VerwGE B 2008/129 vom
14. Oktober 2008 E. 3.2. und 3.3.; VerwGE B 2007/127 vom 5. November 2007 E. 2.3.,
beide publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Wenn aber nicht genügend Anhaltspunkte
bestehen, die auf eine Scheinehe hindeuten, so darf nicht einzig aufgrund dieser
ungenügenden Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende Ehe als
Rechtsmissbrauch qualifiziert werden (BGE 123 II 49).
2.2. Zu prüfen ist im Folgenden, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist,
der Beschwerdeführer sei mit Aferdita G. eine Scheinehe eingegangen.
2.2.1. Die Heirat mit Aferdita G. fand statt, nachdem der Beschwerdeführer mehrmals
erfolglos versucht hatte, eine Aufenthaltsbewilligung bzw. ein Besuchervisum für die
Schweiz zu erhalten. Es trifft zwar zu, dass ihm zum Zeitpunkt der Heirat nicht die
Ausweisung drohte – da er sich ja selber nicht mehr in der Schweiz aufhielt - bzw. dass
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er am 8. Juni 2000 freiwillig die Schweiz verlassen hatte. Doch kommt dem
wiederholten erfolglosen Versuch, eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen, eine
ähnliche Bedeutung zu wie eine drohende Ausweisung. In beiden Fällen besteht der
Wille, eine Aufenthaltsmöglichkeit in der Schweiz zu erlangen, wobei diese jedoch zu
scheitern droht oder eben schon gescheitert ist. Die Heirat ermöglichte es K. G., in der
Schweiz eine Aufenthalts- und letztlich eine Niederlassungsbewilligung zu erhalten,
was ihm sonst nicht möglich gewesen wäre. Dies bildet somit ein Indiz für das
Vorliegen einer Scheinehe.
2.2.2. Fest steht weiter, dass die Aussagen des Beschwerdeführers und seiner früheren
Ehefrau bezüglich der Hochzeitsfeier wesentliche Diskrepanzen aufweisen. Gemäss
Aferdita G. war nur Valbone N., die Schwester des Beschwerdeführers, als Trauzeugin
anwesend. Demgegenüber sagte der Beschwerdeführer aus, als Trauzeugen seien
Valbone N. und sein Nachbar Frok P. anwesend gewesen. Dies stimmt zwar -
entsprechend dem Vorbringen des Beschwerdeführers - mit dem Trauschein überein,
doch bleibt schwer verständlich, dass seine frühere Ehefrau den zweiten Trauzeugen
vergessen hat. Dies ist mindestens ein Indiz, dass der Heirat keine besondere
Bedeutung zugemessen wurde. Weiter sagte die frühere Ehefrau des
Beschwerdeführers aus, sie habe zusammen mit dem Beschwerdeführer das
Hochzeitsfest organisiert; es seien nicht mehr als fünfzig Leute anwesend gewesen; ein
paar Verwandte, die Geschwister und die Cousinen bzw. Cousins. Gemäss den
Aussagen des Beschwerdeführers hatten seine Mutter und sein Bruder die
Hochzeitsfeier organisiert, und es seien neben diesen beiden nur das Brautpaar und
die Trauzeugen anwesend gewesen. Diese Aussagen sind auch widersprüchlich. Wenn
nur sechs Personen an einer Hochzeitsfeier anwesend sind, nehmen die Beteiligten
nicht eine Zahl von fünfzig Personen als Massstab, um die Grösse der Gesellschaft zu
umschreiben. Wurde die Hochzeit nur im engsten Kreis gefeiert, ist die Nennung von
rund fünfzig Personen anstelle der namentlichen Auflistung der Anwesenden nicht
plausibel. Auch ist nicht nachvollziehbar, dass sich der Beschwerdeführer nicht an die
Anwesenheit von rund fünfzig Verwandten sowie Cousins und Cousinen erinnern kann.
Dass eine Hochzeitsfeier wie sonst üblich mit zahlreichen Familienangehörigen
stattgefunden hat, ist somit zweifelhaft. Diese Widersprüche sind ebenfalls ein Indiz für
eine Scheinehe.
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2.2.3. Fest steht weiter, dass die frühere Ehefrau des Beschwerdeführers nur wenige
Angaben zur Person sowie zur Familie und zu weiteren Eigenschaften ihres ehemaligen
Ehemannes machen konnte. Geradezu absurd mutet es an, wenn sich die frühere
Ehefrau des Beschwerdeführers an dessen Geburtsdatum nach zehnjähriger
Bekanntschaft und über fünfjähriger Ehe nicht (mehr) erinnern kann. Sowohl der
angegebene Jahrgang wie auch die vermuteten Monate - genaue Tagesangaben
wurden nicht gemacht - sind falsch. Des Weiteren konnte die frühere Ehefrau die
Namen der Mutter und des Bruders des Beschwerdeführers nicht nennen. Auch unter
der Annahme, sie habe die Familie des Beschwerdeführers – wie sie aussagt - nur
einmal getroffen, ist dies nicht verständlich. Dazu kommt, dass auch hier
widersprüchliche Aussagen vorliegen, meinte doch der Beschwerdeführer, seine
frühere Ehefrau habe seine Familie auf Ferienreisen besucht. Aferdita G. konnte auch
keine genauen Angaben zum schulischen und beruflichen Werdegang des
Beschwerdeführers vor dem Eheschluss machen. Weiter gab sie an, der
Beschwerdeführer habe während der Ehe die ganze Zeit in Altenrhein gearbeitet.
Gemäss eigenen Angaben des Beschwerdeführers ist er jedoch während der Ehe
mehrere Arbeitsverhältnisse eingegangen. Beim Unternehmen BWB-Altenrhein AG in
Altenrhein hat er gemäss Arbeitsvertrag vom 12. Oktober 2005 erst per 17. Oktober
2005 – also einige Zeit nach der Heirat - eine Stelle als Aufstecker angetreten. Obwohl
der Beschwerdeführer und seine frühere Ehefrau durchaus gewisse übereinstimmende
Aussagen bezüglich Vorleben, Familie und beruflichem Werdegang ihres ehemaligen
Partners machen konnten, stellen die aufgeführten wesentlichen Unstimmigkeiten klare
Indizien für eine Scheinehe dar.
2.2.4. Gemeinsame Ferien, Hobbies oder regelmässig besuchte Lokale gab es gemäss
Angaben des Beschwerdeführers und seiner früheren Ehefrau nicht. Auch bestanden
ausser der Schwester und der mittlerweile verstorbenen Schwester des Schwagers des
Beschwerdeführers keine gemeinsamen Bekanntschaften und Freunde.
2.2.5. Die Ehe wurde gemäss Angaben von Aferdita G. gegenüber ihren
Familienmitgliedern geheim gehalten, da letzere als Muslime die katholische Religion
des Beschwerdeführers nicht akzeptiert hätten. Die frühere Ehefrau des
Beschwerdeführers hat denn gemäss eigener Aussage deswegen auch ihren
Familiennamen behalten. Demgegenüber begründet der Beschwerdeführer die Wahl
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seiner früheren Ehefrau hinsichtlich des Familiennamens mit dem erforderlichen
Zeitaufwand für die Ausstellung neuer Papiere. Die Verheimlichung der Ehe und die
erneut widersprüchlichen Aussagen stellen ebenfalls ein Indiz für das Vorliegen einer
Scheinehe dar. Diese Annahme wird weiter dadurch bestärkt, dass die frühere Ehefrau
des Beschwerdeführers die Ehe zwar einerseits geheim halten wollte, anderseits
jedoch gemeinsam mit dem Beschwerdeführer in der gleichen Stadt wie ihre Eltern
gewohnt haben will. Dass der Beschwerdeführer während der mehrjährigen Ehe bei
Besuchen der Familie nie anwesend war und offensichtlich die Wohnung keine
Rückschlüsse auf die Ehe zuliess, ist nicht glaubwürdig. Letztlich bestehen auch
Diskrepanzen in den Angaben zu den gemeinsamen Wohnadressen. Die frühere
Ehefrau des Beschwerdeführers sagte, sie seien an der Brauerstrasse und der
Schlösslistrasse 9, beide in St. Gallen, wohnhaft gewesen. Demgegenüber wohnten die
früheren Eheleute gemäss Angaben des Beschwerdeführers zuerst an der
Lindenstrasse 60 und dann an der Schlösslistrasse 9. Letzere Angaben stimmen mit
den fremdenpolizeilichen Akten überein.
2.2.6. Die frühere Ehefrau des Beschwerdeführers hatte gemäss eigenen Angaben
Schulden in der Höhe von mehreren tausend Franken. Sie habe verschiedene Kredite
aufgenommen, wobei sie nicht sicher sei, ob sie auch einen Kredit über fünf- bis
siebentausend Franken mit dem Beschwerdeführer gemeinsam aufgenommen habe.
Aus den Jahren 2000 bis 2002 liegen gegen sie denn auch Betreibungen in der Höhe
von Fr. 9'101.70 vor. Der Beschwerdeführer verneint hingegen die Aufnahme eines
gemeinsamen Kredits und will auch von den restlichen Schulden der früheren Ehefrau
nichts gewusst haben. Die Widersprüche bzw. die mangelnden Kenntnisse bezüglich
der genauen finanziellen Verhältnisse des Ehepartners stellen den Eheschluss zur
Begründung einer echten Lebensgemeinschaft weiter in Frage.
2.2.7. Zuletzt bleibt noch festzuhalten, dass der Beschwerdeführer einen Sohn
anerkannt hat, der noch während der ersten Ehe gezeugt wurde. Mit der Mutter des
Sohnes, Lendite O., hatte er gemäss eigenen Angaben eine aussereheliche Beziehung
während eines fünftägigen Urlaubs. Von seinem Nachkommen habe er erst nach der
Scheidung anlässlich eines zufälligen Aufeinandertreffens mit der Mutter im Heimatland
erfahren. Trotz mehrjährigen Fehlens von jeglichem Kontakt mit der besagten Frau hat
er sie zwei Wochen nach dem Wiedersehen geheiratet und umgehend deren Sohn
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anerkannt, obwohl die Vaterschaft aufgrund der Akten nicht bewiesen ist. Die
Aussagen von Lendite O. vermögen ebenfalls nicht zu überzeugen, wenn sie festhält,
sie habe den Beschwerdeführer zufällig in einer Badeanstalt wiedergesehen und – trotz
mehrjähriger Trennung – direkt auf seinen Sohn angesprochen. Diese Angaben
scheinen somit im Gesamtzusammenhang wenig glaubwürdig und lassen auf eine
Scheinehe zwischen dem Beschwerdeführer und seiner ersten Ehefrau schliessen.
Diese Schlussfolgerung wird weiter dadurch bestärkt, dass die frühere Ehefrau des
Beschwerdeführers gemäss eigenen Angaben ebenfalls eine längere aussereheliche
Beziehung hatte.
2.2.8. Zwar lassen sich in den Aussagen der früheren Eheleute durchaus
übereinstimmende Detailaussagen finden, doch vermögen diese den Beweiswert der
oben angeführten Tatsachen nicht zu erschüttern. Dies gilt auch bezüglich der Rügen
des Beschwerdeführers betreffend das erste Zusammentreffen, die Besuche im
Kosovo vor der Heirat und seinen Aufenthalt in Kroatien. Die Widersprüche und die
lückenhaften Aussagen des Beschwerdeführers und seiner früheren Ehefrau können
nicht mehr mit einer normalen Vergesslichkeit erklärt werden.
2.2.9. Der Beschwerdeführer wiederholt den Antrag, es seien die erste Ehefrau sowie
Valbone Nokaj hinsichtlich der Frage, wie sich die früheren Ehegatten kennengelernt
hätten bzw. wie sich die Beziehung entwickelt habe, zu befragen. Hinsichtlich des
Ehelebens wird ergänzend die Befragung von weiteren Familienmitgliedern und von
gemeinsamen Bekannten der früheren Ehegatten beantragt.
Im vorliegenden Fall wurden der Beschwerdeführer und seine frühere Ehefrau im
Auftrag des Ausländeramts von der Kantonspolizei ausführlich befragt. Werden beim
Verdacht des Eingehens einer Scheinehe die früheren Eheleute als direkt Beteiligte im
Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens einvernommen, so vermögen in der Regel
weitere Befragungen und Einvernahmen von Drittpersonen, namentlich solcher aus
dem familiären oder persönlichen Umfeld der Betroffenen, keine neuen und relevanten
Tatsachen hervorzubringen. Gegen die Wiederholung einer Befragung der Eheleute
spricht, dass die Betroffenen die Fragestellungen kennen und ihre Antworten
aufeinander abstimmen können. Bei der Befragung von Familienangehörigen und
nahen Bekannten ist zu berücksichtigen, dass diese in der Regel keine objektiven
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Angaben machen werden, wenn sie damit rechnen müssen, den Beteiligten Nachteile
zuzufügen.
Eine Befragung der ersten Ehefrau sowie von Valbone Nokaj hinsichtlich der Frage, wie
sich die früheren Ehegatten kennengelernt hatten, kann schliesslich auch deshalb
unterbleiben, weil angesichts der übrigen Indizien entsprechende Tatsachen nicht
entscheidend ins Gewicht fallen würden.
Wird zudem eine Befragung bezüglich des allgemeinen Ehelebens beantragt, so ist im
Voraus nicht klar, welche neuen relevanten Tatsachen daraus abgeleitet werden sollen.
Einem Beweisantrag, der sich nicht auf konkrete Tatsachen bezieht, kann nicht
stattgegeben werden.
Zusammenfassend kann von einer erneuten Befragung entsprechend dem Antrag des
Beschwerdeführers ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden. Auch
ist der Vorinstanz in diesem Punkt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs
vorzuwerfen.
2.3. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, der Beschwerdeführer habe
mit der Heirat von Aferdita G. keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern
ausschliesslich eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen wollen.
2.4. Zu prüfen ist schliesslich, ob sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als
verhältnismässig erweist. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss der
Widerruf der Niederlassungsbewilligung gemessen an den gesamten Umständen des
Einzelfalls verhältnismässig sein (BGE 135 II 9 E. 4.1. mit Hinweisen).
Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, verfügt der Beschwerdeführer erst seit 20. Juli
2002 über eine Aufenthaltsbewilligung. Den grössten Teil seines Lebens verbrachte er
in seinem Heimatland, wo im Übrigen seine Ehefrau und sein Sohn wohnen. Zudem
befinden sich weitere Angehörige, insbesondere seine Mutter und sein Bruder, im
Kosovo. Gemäss eigenen Angaben hat er seine Familie dort auch regelmässig besucht.
Die Notwendigkeit eines Dolmetschers anlässlich der Befragung spricht ausserdem
gegen eine Integration des Beschwerdeführers, die eine Rückkehr als unzumutbar
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erscheinen lässt. Der Beschwerdeführer übt in der Schweiz keine besonders
qualifizierte Tätigkeit aus, die in wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Hinsicht eine
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gebieten würde. Die Vorinstanz führte
ebenfalls zu Recht aus, der Beschwerdeführer habe mit dem Eingehen einer Scheinehe
und dem Verschweigen einer wesentlichen Tatsache Anlass zu schweren Klagen
gegeben. Das Eingehen einer Scheinehe bildet einen Verstoss gegen eine zentrale
ausländerrechtliche Norm (vgl. statt vieler BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E.
4.2 mit Hinweisen). In Anbetracht der dargelegten Gründe, namentlich der Tatsache,
dass die Ehefrau und der Sohn in Kosovo leben, überwiegt das öffentliche Interesse
am Widerruf der Niederlassungsbewilligung das private Interesse des
Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. Der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung ist unter diesen Umständen rechtmässig und
verhältnismässig, weshalb die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht