Decision ID: 9fd14966-4bfc-40b0-afce-53408ac5c33e
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
ist seit 2010 bei der Gemeindeverwal
tung
Y._
im Kanzleidienst tätig (Urk. 7/25)
.
Unter Hinweis auf
ein
d
uktales
Carcinoma
in situ
(
DCIS
;
Brustoperation und Totaloperation 2013),
Breast
Cancer
(BRCA) 1 positiv
(Befund 2013) und einen Erschöpfungszu
stand
sowie psychische Probleme seit April 2014 meldete sie sich am
6. August 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/11).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte am 23. Dezem
ber 2014 mit, dass keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen
angezeigt
seien (Urk. 7/24).
Die IV-Stelle zog die Akten der
Krankentaggeldversiche
rung
bei (Urk. 7/41) und
veranlasste
ein psychiatri
sches Gutachten,
welches
am 9. November 2015 erstattet wurde (Urk. 7/44). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 7/
46
-
56
, Urk. 7/
59
-
60
, Urk. 7/
62
-64) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Mai
2016 (Urk. 7/65 = Urk. 2) einen Ren
ten
anspruch.
1.2
Die Versicherte erhob
am 20. Juni 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. Mai 2016 (Urk. 2) und beantragte, ihr sei eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk. 1
S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. Juli
2016 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 9. August
2016 (Urk. 8) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbin
dung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbseinkommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).
1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organi
sche Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditäts
bemessung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die
durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Recht
sprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte
Zumutbar
keitsprüfung
bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
ri
gen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindika
toren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten
Beweis
themen
und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychoso
ma
ti
schen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zu
lässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardin
di
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wah
r
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
6
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
8
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vo
rin
stanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde
(§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der
Rück
weisung
– da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die
Rechts
mittelinstanz
den Prozess ohne wesentliche Weiterungen er
ledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger
auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige
Ermessensent
scheide
zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt unge
nügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung
des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann
abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleich
lau
fen
den und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Per
son an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu verein
baren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Admi
ni
strativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
re
for
ma
torisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine
Rückwei
sung
an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungs
träger bleib
t hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kanto
nalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbe
nommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Prä
zisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus,
zur Überprüfung des Gesundheitsschadens sei ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Darauf könne abgestellt werden.
Die Beurteilung habe erge
ben, dass
kein IV-relevanter Gesundheitsschaden mit dauerhafter Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege.
Zudem seien keine weiteren medizi
nischen Unterlagen eingereicht worden, welche die Aktenlage verändern würde
n
. Die Untersuchungsmaxime sei von der IV-Stelle erfüllt worden.
Im Gutachten vom 9. November 2015
sei
eine Neuras
thenie (psychosomatische
Erkrankung) diagnostiziert
worden
, weshalb kor
rekterweise auch
eine Prüfung
der
Indikatoren durchgeführt worden sei (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (Urk. 1), dass
auf das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 9. November 2015
aus näher genann
ten Gründen (S. 10
ff.)
nicht abgestellt werden könne
.
Dr.
Z._
komme nicht zum Schluss, dass zukünftig eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sein soll
e
, lasse dies bewusst offen respektive schliesse explizit nicht aus, dass nach wie vor eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
,
und empfehle für die
sen Fall eine Verlaufskontrolle in einem halben Jahr. Trotzdem komme er zum nicht nachvollziehbaren Schluss, dass längerfristig keine Arbeitsun
fähigkeit gegeben sei (S. 15 Ziff. 14).
Es liege eine ausgewiesene Einschrän
kung des Gesundheitszustandes vor, welche die funktionelle Leistungsfähig
keit der Beschwerdeführerin einschränke. Es sei von einer funktionellen Ein
schränkung von 50 % in der aktuellen, angepassten Tätigkeit auszugehen und
ihr
eine halbe Rente zuzusprechen (S. 18 Ziff. 16). Eventuell sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die
Beschwerde
gegnerin
zurück
zuweisen. Dies
,
um die Mängel im Gutachten von
Dr.
Z._
zu beheben.
Diesfalls
sei eine erneute Begutachtung bei einem nicht mit der Ange
legen
heit vorbefassten Psychiater anzuordnen (S. 18 Ziff. 17).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für
Gynäkologie und Geburtshilfe
,
nannte
mit
Bericht vom 4. September 2014 (Urk. 7/18)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
duktales
Carcinoma
in situ
(
DCIS
)
Mamma rechts, sowie klassische
l
o
buläre
Neoplasie
Breast
Cancer
(BRCA)
1 positiv
reaktive depressive Verstimmung
Sie führte aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit 2010 betreffend Vorsorge und seit April 2013 regelmässig wegen der Diagnose behandle (Ziff. 1.2).
Seit 8.
April 2014 sei die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Sachbearbeite
rin zu 50 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6).
Aufgrund reduzierter Belastbarkeit, Konzentrationsstörungen und schneller Ermüdung sei es
ihr
unmöglich, ein Vollzeitpensum zu leisten.
Ein Pensum von täglich 50 %, was 4 Stunden 12 Minuten entspreche, sei
aktuell
möglich
(Ziff. 1.7).
3.2
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
gab
mit Bericht vom 22. Oktober 201
4 (Urk. 7/23)
an
, die
Beschwerdeführer
in
seit April 2014 zu behandeln (Ziff. 1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Depression
BRCA 1 - Positivität,
Mamma
-
karzinom (Mamma-CA)
rechts
Mastektomie beidseits und
R
ekonstruktion am 2
6.
August 2013
Hysterektomie und Ovarektomie beidseits am 1
3.
Dezember 2013
Seit 8.
April 2014 sei die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als kauf
männi
sche Angestellte zu 50 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Es bestehe eine redu
zierte psychische Belastbarkeit, Konzentrationsstörungen und ein
Auf
merk
samkeitsdefizit
. Die bisherige Tätigkeit sei
noch
zu 50 % zumutbar (Ziff. 1.7).
3.3
PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für P
lastische,
Rekonstruktive
und Ästhe
tische Chirurgie
,
D._
, Zentrum für Brustkrebschirurgie, nannte mit
Bericht vom 2
1.
April 2015 (Urk. 7/28)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
DCIS Brust rechts, BRCA1-Genmutation
Status nach beidseitiger Mastektomie und Rekonstruktion mittels
auto
logem
Gewebe
Es erfolge eine ambulante Behandlung mit Kontrollen in zweimonatigem Rhythmus (Ziff. 3.1). Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Mass
nahmen nicht verbessert werden
(Ziff. 4.1)
.
Weitere Angaben zur Arbeits
fähigkeit machte er nicht.
3.4
Dr.
B._
nannte mit
Bericht vom 1
5.
Mai 2015 (Urk. 7/34)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Depression (Ziff. 1.2).
Die bis
herige
,
beziehungsweise eine angepasste Tätigkeit
,
könne zu 50 % ausgeübt
werden (Ziff. 2.1).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psy
cho
the
rapie
,
führte mit
Bericht vom 2
9.
Mai 2015 (Urk. 7/33)
aus, dass er die Beschwerdeführerin seit Mai 2014 behandle (Ziff. 1.2)
,
und nannte
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
andauernde Persönlichkeitsänderung bei Status nach
Mammacarci
nom
in situ mit
Mammaresektion
beidseits 2013 (ICD-10 F62.88)
red. depressive Störung (ICD-10 F32.00 gegenwärtig)
chronisches Erschöpfungssyndrom (ICD-10 F48.0)
Alle Diagnosen würden seit mindestens April 2014 gelten.
Eine Veränderung der Persönlichkeit habe sich nach dem Tod der Schwester 1997
aufgrund eines
Uterusk
arzinoms
und der Diagnose
eines
Mamma-
k
arzinoms
bei der jüngeren Schwester sowie na
ch eigener Diagnose eines
Mammak
arzinoms
2012 beziehungs
weise 2013 entwickelt. Darüber hinaus bestünden rez
idivierende
depressive Phasen und eine anhaltende Reduktion des Leistungs- und Energieniveaus
. Es bestehe ein instabil
er Affekt mit rez
idivierenden
depressiven Einbrüchen, allgemeinem erheblich reduziertem Funktions-, Leistungs-, Antriebs- und Energieniveau, eine rasche
Erschöpf
bar
keit
psycho-psychisch mit seit
der
Mammaresektion
bestehendem erhöh
tem Erholungsbedarf. Oft bestehe eine
Anhedonie
und ein Gefühl der Über
forderung (Ziff. 1.4)
. Die Beschwerde
führerin sei von 13.
Dezember 2013 bis 9.
Januar 2014 zu 100 % arbeitsun
fähig gewesen. Von 8.
April
2014 bis
heute sei sie zu 50 % arbeitsunfähig
(Ziff. 1.6)
. Die Beschwerdeführerin könne
maximal vier Stunden hintereinan
der eine berufliche Tätigkeit ausüben. Danach sei sie erschöpft und benötige entsprechend lange Erholungs- und Ruhephasen
(Ziff. 1.7)
.
3.6
Am 27.
August 2015 erstattete Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin und für Kardiologie, das von der BVK
Personalvor
sorge
des Kantons Zürich in Auftrag gegebene Gutachten
(Urk. 7/50)
.
Er nannte folgende Diagnosen (S. 7
f.
):
high grade
Mammakarzinom
rechts, Typ DCIS mit Kalk und Nekrosen
der vorliegende genetisch vermittelte Karzinomtyp führt zur siche
ren Erkrankung
Mammakarzinom
Status nach
s
tereotaktischer Vakuumbiopsie rechts am 1
7.
Mai 2013, DCIS, BRCA 1 positiv
positive Familienanamnese, Schwester 44-jährig an
Mammakarzi
nom
erkrankt (BRCA positiv), andere Schwester 42-jährig an
Ova
rialkarzinom
verstorben
Status nach Skin-
Sparing
Mas
tektomie beidseits und
sentinel
Lym
phonodektomie
beidseits am 2
6.
August 2013
Status nach
laparoskopischer
Hysterektomie und
Adnexektomie
,
Ma
millenrekonstruktion
beidseits am 1
3.
Dezember 2013
psychiatrische Diagnose: anhaltende,
chronifizierte
psychische Asthe
nie, kombiniert mit depressivem Zustandsbild unter regel
mässiger psychotherapeutischer Betreuung und Antidepressiva
anhaltender im Verlauf stationärer
Rekonvaleszenzzustand
mit Müdigkeit, Adynamie, körperlicher Schwäche, verlängertem
Erho
lungsbedürfnis
, Schlaflosigkeit
Die Versicherte habe sich von den Eingriffen sowohl körperlich als auch psy
c
hisch nie mehr richtig erholt. E
s persistiere seither trotz aktuell dokumen
tierter Tumorfreiheit ein anhaltender
Rekonvaleszenzzustand
. Die Versicherte leide unter einer verminderten körperlichen und emotionalen Belastbarkeit, es fänden sich intermittierend auftretende Schwäche/Erschöpfungszustände, ein deutlich gesteigertes Erholungsbedürfnis sowie Schlafstörungen. Mehr
mals habe die Versicherte, welche seit dem
8.
April 2014 krankheitsbedingt 50 % arbeitsunfähig eingestuft sei,
versucht,
das Arbeitspensum wieder zu steigern. Jedes Mal sei es zu Erschöpfungszuständen und psychophysischen Einbrüchen gekommen, weswegen aktuell nur noch eine 50%ige Arbeits
fähigkeit resultiere. Die Versicherte stehe seither auch in regelmässiger, kon
ti
nuierlicher psychotherapeutischer Betreuung. Medikamente würden
einge
setzt und
vom behandelnden Psychiater w
e
rde die Diagnose
psychische Asthe
nie überlagert
von einer anhaltenden therapierefraktären de
pressiven Symptomatik
gestellt
(S. 7). Die Versicherte sei aktuell in der Lage, im bis anhin ausgeübten Tätigkeitsbereich im Umfang von 50 % weiterhin
arbeits
tätig
zu bleiben (S. 9
lit
. e).
3.7
Am 9. November 2015 erstattete
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychia
trie und Psychotherapie
, das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gege
bene Gutachten
(Urk. 7/44)
. Er nannte die folgenden Diagnosen (S. 10
oben
):
protrahiertes neurasthenisches Erschöpfungssyndrom ICD-10 F48.0
Status nach Operationen im August 2013 und Dezember 2013 wegen
Mammakarzinoms
und positivem Gentest
Ab
Juni 2008 habe die Beschwerdeführerin bei ihrem Ehemann gearbeitet und ein Bürofach- und ein Handelsdiplom nachgeholt. Dabei sei sie erstmals
in eine Erschöpfung geraten, bedingt dadurch, dass am Arbeitsplatz der Str
ess nach der Zusammenlegung von Betreibungsämtern zugenommen ha
b
e. Es sei zu einigen wenigen Krankheitsabsenzen, auch bei zwei Prüfun
gen, aber zu keinen weiteren Nachteilen, keiner depressiven Störung und keiner psychia
trischen Behandlung gekommen (S. 10
unten
).
1997 sei eine Schwester der Beschwerdeführerin früh an Unterleibskrebs gestor
ben. 2012 sei eine andere Schwester an Brustkrebs erkrankt und habe zweimal operiert werden müssen. Heute gehe es ihr wieder relativ gut. In diesem Zusammenhang seien bei der Beschwerdeführerin vermehrte medizi
nische Kontrollen gemacht worden und ein Gentest habe ein belastendes Re
sultat gebracht.
Im August
2013 sei die Beschwerdeführerin nach einem ver
dächtigen
Biopsiebefund
operiert worden, die Diagnose habe auf ein
Mamma
K
arzinom
in situ gelautet. Daraufhin seien im Dezember
2013
aus Si
cher
heitsgründen auch die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt worden. Dieser Verlauf habe bei der
Beschwerdeführerin
Ängste ausgelöst. Insbeson
dere habe der positive Gentest sie in eine Haltung gebracht, dass die
Krebs
krankheit
weiter in ihr stecke und jederzeit in ihrem Leben wieder auftreten könne, verstärkt noch, als im September 2014 verdächtige Darmpolypen ent
deckt worden seien. Die Ängste seien aber auf den gesundheitlichen Bereich beschränkt geblieben und hätten sich nicht manifest auf den allgemeinen Zustand ausgewirkt
(S. 10 f.)
.
Die Beschwerdeführerin habe ihre Arbeit jeweils nach einer Erholungsphase
nach den Operationen problemlos wi
eder aufgenommen, so auch am 6.
Janu
ar
2014 zu 100 %. Eigentliche depressive Symptome seien bis zu die
sem Zeit
punkt ebenfalls nicht zu erkennen.
Der
später behandelnde Psychi
ater
Dr.
E._
habe eine Persönlichkeitsänder
ung beim Status nach dem
Mammak
a
r
zinom
, ICD 10
F62.8
,
diagnostiziert. Er habe in seinem Be
richt vom 2
9.
Mai 2015 diese Diagnose nicht näher erläutert. Er selbst sehe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Persönlichkeit der Beschwerdefüh
rerin geändert hätte. Seines Erachtens
sei
es
auch zu früh
, eine solche Diagnose zu stellen
(S. 11 oben)
.
In den folgenden drei Monaten habe der Arbeitsstress zugenommen
. Schlaf- und Konzentrationsstörungen seien aufgetreten. Die Beschwerdeführerin sei in eine Müdigkeit und Energielosigkeit geraten. Der psychische Zustand sei
exazerbiert
, als sie Ende März noch bei einer Abstimmung in der Gemeinde habe mithelfen müssen. Sie habe erst am
8.
April
2014 zum Hausarzt Dr.
B._
gehen können. Seither sei sie bis heute konstant zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben worden. Sie habe Antidepressiva erhalten. Aus eigenem Antrieb habe sie am 2
8.
Mai 2014 die psychiatrische Behandlung bei
Dr.
E._
aufgenommen
(S. 11 Mitte)
.
Die beschriebenen Beschwerden würden auf einen psychischen Stresszustand und ein konsekutives Erschöpfungssyndrom hindeuten. Dies habe auch Dr.
E._
so diagnostiziert. Der Hausarzt
Dr.
B._
habe in seinen Berichten eine „Depression“ genannt, ohne sie jedoch näher zu spezifizieren und auszuführen. Dr.
E._
habe in seinem Bericht vom 29. Mai 2015 zusätzlich von einer
„
rezidivierenden depressiven Störung“ gesprochen, aber ebenfalls praktisch ohne Erläuterung von spezifisch depressiven Aspekten
. Mit der Codierung „F32.00“ habe er zum damaligen Zeitpunkt einen leichten
depressiven Zustand ohne somatische Stresssymptomatik, mithin ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähi
g
keit
,
gemeint
(S. 11 unten)
.
Die Beschwerdeführerin
selbst
könne
von sich aus keine speziell depressiven Beschwerden beschreiben, das heiss
e
Symptome depressiver Natur ausserhalb des Erschöpfungssyndroms. Erst auf
s
ein
Nachfragen
gebe
sie depressive Verstimmung
en
wie Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit an. Die Stimmung ha
be
sich denn auch rasch wieder gebessert. Die mögliche aktuelle depressive Störung würde
er
deshalb als höchstens leicht und ohne relevan
ten Einfluss auf die Arbeitsfähigkei
t und die Prognose bezeichnen (S.
11
f.
)
.
Die teilweise Krankschreibung im April 2014 habe zusammengefasst psychi
sche Gründe gehabt und sei
aus heutiger Sicht
nachvollziehbar. Dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin heute noch nur 50 % betrage, sei seines Erachtens nicht ausgeschlossen, aber weniger verständlich: Die Situa
tion am Arbeitsplatz habe sich bald entspannt. Der psychische Zustand habe sich insgesamt verbessert. Konzentrationsstörungen bestünden nicht mehr, die Fehlerquote der Patientin bei der Arbeit sei heute normal. Die Schlaf
störungen seien weitgehend gewichen. Verstimmungen bestünden mit Aus
nahme der Ängste nicht mehr (S. 12 Mitte).
Was die Arbeitsfähigkeit betr
e
ff
e
, müsse er die heutige Einschätzung der behan
delnden Ärzte einer 50%igen Reduktion nach dem oben Gesagten offen lassen. Falls die aktuelle teilweise Arbeitsunfähigkeit weiterhin bestätigt wer
den sollte, schlage er eine Verlaufskontrolle in einem halben Jahr vor (S. 12 f.)
.
Aus heutiger psychiatrischer Sicht sei die Attestierung einer Arbeitsunfähig
keit von 50 % ab dem 8. April 2014 nachvollziehbar. Begründet werde sie durch ein psychisches Leiden mit Krankheitswert, nämlich ein neurastheni
sches Erschöpfungssyndrom mit depressiven Aspekten. Die psychiatrische Diag
nose sei gut. Eine Arbeitsunfähigkeit auf lange Dauer müsse heute nicht angenommen werden
(S. 13 oben)
.
Zur Frage der Standardindikat
oren gemäss Bundesgericht führte er aus, die Befunde seien heute noch subjektiv in Bezug auf die reine Erschöpfung aus
geprägt. Die Behandlung habe
sukzessive einen
Erfolg gezeitigt.
Komorbidi
täten
bestünden nicht. Die
Items Komplex „Persönlichkeit“
und „sozialer
Kontext“ seien nicht relevant. Das Aktivitätsniveau sei heute vorwiegend noc
h
bei der Berufsausübung eingeschränkt. Der Leidensdruck sei ausgewie
sen
(S. 13
unten)
.
3.8
Dr. med.
G._
, Facharzt
für
Anästhesiologie
,
Regionaler Ärztlicher
Dienst der IV-Stelle (RAD)
,
führte mit Stellungnahme vom 18. November 201
5 (Urk. 7/45/5) aus, obwohl der Gutachter die Krank
schreibung mindestens teilweise nachvollziehen könne, liege aus
versiche
rungsmedizinischer
Sicht kein IV-relevanter Gesundheitsschaden mit dauer
hafter Auswirkung auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit vor.
3.
9
Dr.
E._
nannte
mit Bericht vom 31. März 2016
(Urk. 7/62)
die folgenden Diagnosen
(S. 3 Ziff. 1)
:
depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradig
(ICD-10 F32.00)
chronisches Erschöpfungssyndrom (ICD-10 F48.0)
Persönlichkeitsveränderung (ICD-10 F62.88)
Der Bericht von
Dr.
Z._
sei aus näher genannten Gründen (S. 1 ff.) nicht nachvollziehbar.
Die Beschwerdeführerin zeige unverändert eine intermittierend gedrückte Stimmungslage mit Antriebsmangel und erhöhter Ermüdbarkeit und öfters eine eingeschränkte Fähigkeit, Freude zu empfinden. Die Auswirkungen im Sinne von Schwierigkeiten, ihre berufliche Tätigkeit auszuüben (reduziertes Leistungsniveau, verminderter Antrieb, rasche Erschöpfbarkeit, Konfliktfä
higkeit und verminderte
Stressresilienz
) und zuweilen die Aufrechterhaltung von sozialen
Kontakten
seien deutlich. Intermittierend bestünden zudem Schlafstörungen, die die Beschwerdeführerin mittels
eines
schlafinduzie
ren
den
Antidepressivums
coupiere
. Darüber hinaus bestünde ein chronisches Erschöpfungssyndrom,
welches
die depressive Komponente perpetuiere
(S. 3 Ziff. 2)
.
Bei der Beschwerdeführerin sei eine Persönlichkeitsveränderung im Sinne einer anhaltenden Verunsicherung in der Persönlichkeit
und im Gestalten von sozialen Kontakten vor allem auch im beruflichen Kontext, dem chroni
schen Gefühl der allgegenwärtigen Gefahr eines Rezidivs des
Mammakarzi
noms
, einem reduzierten Selbstwertgefühl mit rasch auftretenden Selbst
zweifeln und dem allgemein verstärkten Gefühl der erhöhten Vulnerabilität und Ausgeliefertseins feststellbar. Im Vergleich zur prämorbiden Lebens
spanne, das heisse vor der Diagnose des
Mammakarzinoms
, schildere die Beschwerdeführerin solche Symptome nicht
(S. 3 f. Ziff. 3)
.
Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der vorliegenden psychischen Erkran
kung aus psychiatrisch-medizinischer Sicht zu 50 % arbeitsunfähig, das Funktions-, Leistungs- und Energieniveau sei dauerhaft reduziert, da
r
über
hinaus bestünde eine stark verminderte psycho-physische Resilienz hinsicht
lich negativer Lebensereignisse
(S. 4 Ziff. 4.2)
.
4.
4.1
In somatischer Hinsicht ausgewiesen und unbestritten ist, dass
ein
Mamma
karzinom
(BRCA Positiv) diagnostiziert wurde, woraufhin im August 2013 eine beidseitige Mastektomie und im Dezember 2013 eine Hysterektomie und eine beidseitige Ovarektomie vorgenommen wurde
n
. Strittig
sind
vorliegend der psychische Gesundheitszustand und dessen Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit.
4.2
Von
mehreren
Ärzten wurde eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
festgestell
t. Soweit jedoch
Dr.
A._
als Fachärztin für Gynäkologie und Geburts
hilfe
(vorstehend E. 3.1)
,
Dr.
B._
als Facharzt für Allgemeine Innere Me
dizin
(vorstehend E. 3.2 und E. 3.4)
und
Dr.
F._
, als Facharzt für Allge
meine Innere Medizin und für Kardiologie
(vorstehend E. 3.6)
, aufgrund psy
chischer Leiden eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
annahm
en,
handelt es
sich nicht um einschlägige fachärztliche Beurteilungen
.
4.3
Der behandelnde
Psychiater
Dr.
E._
ging
aufgrund psy
chi
scher Leiden ebenfalls
von
eine
r
50%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
aus
(vorstehend E. 3.5 und E. 3.
9
)
.
Der
psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
erachtete die von Dr.
E._
gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsveränderung als unzutreffend, da e
r keine Anhaltspunkte dafür sah beziehungsweise den Verlauf als zu kurz erachtete, um eine solche Diagnose zu stellen
.
Auch
diagnostizierte er
im Gegensatz zu
Dr.
E._
keine depressive
Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, sondern eine höchstens leichte depressive Störung ohne relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 3.7)
.
Übereinstimmend diagnostizierten
beide ein
Erschöp
fungs
syndrom
.
Während Dr.
E._
,
wie erwähnt
,
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit feststellte, äusserte sich Dr.
Z._
nicht konkret zur Arbeitsfähigkeit. So führte letzterer aus
,
die teilweise Krankschreibung im April 2014 sei nachvollziehbar. Dass die Arbeitsfähigkeit
noch immer
nur 50 % betrage,
sei seines Erachtens nicht ausgeschlossen,
aber weniger ver
ständ
lich. Weiter führte er aus, die heutige Einschätzung der behandelnden Ärzte einer 50%igen Reduktion offen lassen zu müssen. Eine selbständige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nahm
Dr.
Z._
demnach nicht vor.
Wie erwähnt (vor
stehend E. 1.
5
), ist das Gericht
jedoch zur Bemessung des
Invali
ditätsgrads
auf Unterlagen von medizinischen Fachpersonen angewiesen.
4.4
Wie in
BGE 141 V 281
festgehalten (E. 5.2.1), hat sich das Bundesgericht verschiedentlich, so auch jüngst, über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsanwendung geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten al
s auch den Organen der Rechtsan
wendung auf
gegeben, die Arbeitsfähigkeit im E
inzelfall mit Blick auf die nor
mativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 137 V 64 E. 5.1). Bei der Abschätzu
ng der Folgen aus den diag
nos
ti
zierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist ein
e wichtige Grundlage für die an
schliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle
is
tung der versi
cherten Person noch zugemutet we
rden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2
).
Eine juristische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann aufgrund der vorlie
genden Aktenlage nicht erfolgen. So sind sich zwar verschiedene Ärzte einig, dass die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsunfähig ist. Davon ist jedoch nur Dr.
E._
ein psychiatrischer Facharzt. Seine Diagnosestellung wiederum wird vom zweite
n psychiatrischen Facharzt, Dr.
Z._
, mehrheit
lich in Zweifel gezogen. Zudem ist die vertrauensärztliche Stellung von Dr.
E._
als behandelnder Psychiater zu berücksichtigen
(vgl.
vorstehend E. 1.6)
.
Schliesslich liegt v
om
psychiatrischen Gutachter
Dr.
Z._
keine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor
, obschon die
Beschwer
degegnerin
eine Begutachtung gerade zur Abklärung der Arbeitsfä
higkeit als notwendig erachtete (vgl. Urk. 7/45/4 oben), und er eine Verbes
serung des psychischen Zustandes feststellte (vgl. vorstehend E. 3.7)
.
Damit liegt keine genügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor.
4.5
Im Übrigen fiel die Prüfung der
gemäss der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung massgeblichen Standardindikatoren
durch
Dr.
Z._
äusserst knapp aus (vgl. vorstehend E. 3.7).
4.6
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende psychiatrische Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf die Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als unzulänglich, weshalb die ange
fochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergänzender
psychiatrischer
Abklärung
, gegebenenfalls unter
Beurteilung
der Standardindikatoren,
in geeigneter Weise eine neue Beurteilung vornehme und über den Leistungsanspruch der Beschwerdefüh
rerin neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzu
heissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Die Prozessentschädigung ist ge
mäss
Art.
62
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1.
Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.--
ist die Prozessentschädigung vorliegend auf
Fr.
2‘000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.