Decision ID: 7fd3156c-2aa2-58ae-a5ec-75a24be1438e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Einarbeitungszuschuss
Sachverhalt:
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A.
A.a A._, geboren 1957, bezog vom 1. Oktober 2001 bis 30. Juni 2007 eine ganze
Rente (IV-act. 40) und bezieht seit 1. Januar 2007 eine halbe Rente (IV-act. 92). Im
Zuge der Rentenherabsetzung wurden Eingliederungsmassnahmen geprüft; dabei
wurde der Versicherte unter anderem auch darauf hingewiesen, dass er gegebenenfalls
Einarbeitungszuschüsse beantragen könne (IV-act. 104). Am 22. Dezember 2009 fragte
B._ (nachfolgend: Arbeitgeber) die IV-Stelle des Kantons St. Gallen unter anderem
an, in welcher Form mit einer Unterstützung der IV-Stelle gerechnet werden könne,
wenn er den Versicherten als Chauffeur im Personenverkehr anstelle; die angefragte
Sachbearbeiterin der IV-Stelle antwortete am 29. Dezember 2009 per Email, es könnten
Einarbeitungszuschüsse geprüft werden, wenn „es aus medizinischen Gründen
vertretbar wäre, dass Ihr neuer Angestellter als Chauffeur eingesetzt werden kann“ (IV-
act. 155).
A.b Am 20. Mai 2010 fragte der Arbeitgeber die IV-Stelle erneut um Unterstützung an,
namentlich um Ausrichtung von Einarbeitungszuschüssen und Vergütung von
Kurskosten; ihm wurde mitgeteilt, dass der Versicherte selbst ein entsprechendes
Gesuch an die IV-Stelle richten müsse; der Versicherte wurde anschliessend von der
angefragten Sachbearbeiterin der IV-Stelle telefonisch angewiesen, wie er ein solches
Gesuch verfassen sollte (IV-act. 123). Am 30. Mai 2010 beantragte der Versicherte
schriftlich die Ausrichtung einer „Eingliederungspauschale“ (IV-act. 124). Die IV-Stelle
forderte daraufhin vom Versicherten weitere Unterlagen ein (IV-act. 125).
A.c Am 30. Juli 2010 fragte der Arbeitgeber telefonisch erneut wegen
Einarbeitungszuschüssen an (IV-act. 133).
A.d Mit Schreiben vom 5. August 2010 reichte der Versicherte unter anderem eine
Kopie des Arbeitsvertrags vom 24. Februar 2010, der den Stellenantritt am 25. Januar
2010 und eine dreimonatige Probezeit vorsah, sowie eine Bestätigung seines
Arbeitgebers, wonach der Versicherte die Stelle effektiv am 25. Januar 2010 angetreten
habe, ein (IV-act. 137).
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A.e Mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2010 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass
keine Kostengutsprache für einen Einarbeitungszuschuss vorgesehen sei, da er bereits
während der Anlern- und Einarbeitungszeit imstande sei, eine volle Arbeitsleistung zu
erbringen, und der Anspruch auf berufliche Massnahmen erst ab dem Zeitpunkt der
Geltendmachung entstehe, der Versicherte aber im Zeitpunkt der „Wiederanmeldung“
bereits während vier Monaten gearbeitet habe (IV-act. 144).
A.f Am 16. November 2010 wandte sich der Arbeitgeber erneut an die IV-Stelle. Er
führte aus, die Zusammenarbeit mit der IV-Stelle habe in diesem wie auch in anderen
Fällen schlecht geklappt. Man habe während der dreimonatigen Probezeit versucht,
einzuschätzen, ob der Versicherte den Anforderungen der Arbeitsstelle über längere
Zeit hinweg gewachsen sei. Erst danach sei die eigentliche Festanstellung erfolgt. Der
Arbeitgeber ersuchte nochmals um Ausrichtung von Einarbeitungszuschüssen sowie
um Beteiligung an Kurskosten (IV-act. 154).
A.g Mit Verfügung vom 25. November 2010 wies die IV-Stelle das Gesuch um
Kostengutsprache für einen Einarbeitungszuschuss ab (IV-act. 157).
B.
B.a Dagegen richtet sich die vom Beschwerdeführer am 15. Dezember 2010
(Postaufgabe) erhobene Beschwerde, mit der die Kostengutsprache für einen
Einarbeitungszuschuss beantragt und zur Begründung insbesondere ausgeführt wird,
der Arbeitgeber habe bereits am 22. Dezember 2009 wegen Einarbeitungszuschüssen
angefragt, habe sodann weit mehr Stunden an Einarbeitungszeit investiert als üblich,
und es sei auch in einem andern Fall ein „Eingliederungszuschuss“ ausgerichtet
worden (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt, auf die Beschwerde nicht einzutreten, da der
Beschwerdeführer nicht beschwert sei – die Einarbeitungszuschüsse würden dem
Arbeitgeber ausgerichtet –, und eventualiter, die Beschwerde abzuweisen. Zur
Begründung führt sie im Wesentlichen an, der Leistungsanspruch entstehe frühestens
im Zeitpunkt der Geltendmachung; der Anspruch auf Einarbeitungszuschüsse sei auf
Versicherte beschränkt, die im Rahmen der Arbeitsvermittlung der IV einen Arbeitsplatz
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gefunden hätten, und Einarbeitungszuschüsse würden nur gewährt, wenn die
Leistungsfähigkeit der versicherten Person während der Anlern- oder Einarbeitungszeit
noch nicht dem vereinbarten Lohn entspreche – all diese Voraussetzungen seien
vorliegend nicht erfüllt (Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2011; act. G 6).
B.c Der Beschwerdeführer verweist in seiner Replik vom 23. Februar 2011 ergänzend
auf eine Vereinbarung über eine Entschädigung für Beitragserhöhungen im Fall eines
Arbeitskollegen (act. G 10.3) und hält am gestellten Antrag fest (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf einen Einarbeitungszuschuss zu Recht verweigert hat.
Vorfrageweise ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer überhaupt beschwert und damit
zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist.
2.
2.1 Zur Erhebung einer Beschwerde im Sinn von Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) bzw.
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) ist gemäss Art. 59 ATSG berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat. Diese
Beschwerdebefugnis, die in der Marginalie – wohl in Anlehnung an Art. 48 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) – als Legitimation
bezeichnet wird, ist nicht zu verwechseln mit der vor allem im Zivilprozess
bedeutsamen (materiell-rechtlichen) Sachlegitimation, also der Frage, ob eine
Beschwer hinsichtlich rechtlich geschützter Interessen vorliegt (René Rhinow et al.,
Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, Rz. 1093). Verlangt ist in der Regel
lediglich ein persönlich erlittener Nachteil im Sinne eines „besonderen
Berührtseins“ (mehr als die Allgemeinheit) sowie ein schutzwürdiges Interesse an der
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Aufhebung oder Abänderung der angefochtenen Verfügung, und nicht etwa eine
Verletzung in rechtlich geschützten Interessen (René Rhinow et al., a.a.O., Rz. 1096 f.).
Deshalb genügt auch in aller Regel eine rein formelle Beschwer, mithin die
Verfahrensbeteiligung im vorinstanzlichen Verfahren (René Rhinow et al., a.a.O.,
Rz. 1099). Dies gilt nicht erst seit Inkrafttreten des ATSG, das insofern keine neue
Regelung enthält (vgl. etwa bereits BGE 111 V 387 betreffend den diesbezüglich
ähnlich bzw. umgekehrt gelagerten Fall der Beschwerdebefugnis eines Arbeitnehmers
hinsichtlich der Kurzarbeitsentschädigung).
2.2 Gemäss klarem Wortlaut von Art. 18a IVG („Versicherten [...] kann [...] ein
Einarbeitungszuschuss entrichtet werden“) liegt die Anspruchsberechtigung bezüglich
Einarbeitungszuschüssen bei den Versicherten selbst. Die Leistung wird ihnen
zugesprochen. Soweit die Auszahlung an den Arbeitgeber erfolgt, handelt es sich um
eine blosse Auszahlungsmodalität, die nichts am Grundsatz ändert, dass die
Anspruchsberechtigung bei den Versicherten selbst liegt. Die Versicherten sind mithin
nicht nur in ihren tatsächlichen Interessen, sondern vielmehr auch in ihren rechtlichen
Interessen direkt betroffen, beschwert und damit primär beschwerdelegitimiert.
2.3 Insofern die Beschwerdegegnerin Nichteintreten beantragt, verkennt sie, dass die
materielle Beschwer an sich bezüglich Eintreten nicht zwingend notwendig ist, weiter
aber auch, dass gemäss Wortlaut von Art. 18a IVG der Versicherte überdies materiell
beschwert ist. Die Eintretensvoraussetzungen sind deshalb vorliegend klarerweise
erfüllt; auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.4 Es erstaunt im Übrigen, dass die Beschwerdegegnerin Nichteintreten mangels
Beschwer beantragt, ohne aber konsequenterweiser auch die Rechtmässigkeit der
Verfügungseröffnung an den Beschwerdeführer in Frage zu stellen. Die
Beschwerdegegnerin verhält sich damit rechtsmissbräuchlich (venire contra factum
proprium).
3.
3.1 Gemäss Art. 18a Abs. 1 IVG kann Versicherten, die im Rahmen der
Arbeitsvermittlung einen Arbeitsplatz gefunden haben, während der erforderlichen
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Anlern- oder Einarbeitungszeit, längstens jedoch während 180 Tagen, ein
Einarbeitungszuschuss entrichtet werden. Gegenüber der früheren Regelung wurden
die Voraussetzungen für die Gewährung eines Einarbeitungszuschusses zwar gelockert
(vgl. die Botschaft des Bundesrates zur 5. IV-Revision, BBl 2005 4524), doch sollte der
Anspruch auf solche Stellen begrenzt bleiben, die im Rahmen der Arbeitsvermittlung
durch die IV-Stelle gefunden wurden (vgl. BBl 2005 4565; AB 2006 NR, S. 359;
Entscheid 9C_50/2011 des Bundesgerichts vom 25. Mai 2011, E. 4.2, mit Hinweisen;
Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., Zürich 2010,
S. 208). Unter Arbeitsvermittlung sind dabei aktive Unterstützung bei der Suche eines
geeigneten Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG) und begleitende Beratung im
Hinblick auf die Aufrechterhaltung eines Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 lit. b IVG) zu
verstehen. Auch wenn eine versicherte Person selbst einen potentiellen Arbeitgeber
findet, ist die Gewährung eines Einarbeitungszuschusses nicht von Vornherein
ausgeschlossen. Zu fordern ist jedoch, dass die IV in den Anstellungsprozess involviert
ist, dass sie also z.B. eine wichtige Rolle bei den Vertragsverhandlungen und
insbesondere bei der Gestaltung des Vertragsinhaltes spielt (vgl. den Entscheid
9C_50/2011 des Bundesgerichts vom 25. Mai 2011, E. 4.3). Denn einerseits bietet das
Sachwissen der IV-Eingliederungsberatung Gewähr dafür, dass den gesundheitlichen
Beeinträchtigungen der Versicherten genügend Rechnung getragen wird bzw. dass es
sich überhaupt um eine geeignete Stelle handelt, während gleichzeitig auch den
Interessen der Arbeitgeber im Hinblick auf eine optimale Verwertung der Arbeitskraft
der allenfalls einzustellenden Person Genüge getan wird, und andererseits beugt die
Beteiligung der IV-Eingliederungsberatung einer allfälligen Missbrauchsgefahr vor.
3.2 Vorliegend wurde die Arbeitsstelle unbestrittenermassen nicht durch die IV-Stelle
vermittelt. Die Arbeitsvermittlungsmassnahmen waren am 8. August 2007
abgeschlossen worden (vgl. IV-act. 106). Die IV-Stelle hat sodann aber auch nicht im
oben dargestellten weiterführenden Sinn die Arbeitsstelle vermittelt bzw. zum
Entstehen des Arbeitsverhältnisses beigetragen, da sie weder bei den
Vertragsverhandlungen noch bei der Gestaltung des Vertragsinhaltes eine Rolle spielte.
Im Zeitpunkt der Geltendmachung von Einarbeitungszuschüssen war der Vertrag
schon längst abgeschlossen; die Probezeit war sogar schon einen Monat davor
abgelaufen. Die Stelle wurde deshalb klarerweise nicht im Rahmen der
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Arbeitsvermittlung gefunden. Die Gewährung eines Einarbeitungszuschusses war
bereits aus diesem Grund ausgeschlossen.
4.
4.1 Gemäss Art. 10 Abs. 1 IVG entsteht der Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen – zu welchen der mit der Arbeitsvermittlung in engem
Zusammenhang stehende Einarbeitungszuschuss gehört (vgl. Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG) –
frühestens im Zeitpunkt der Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29
Abs. 1 ATSG. Befugt zur Geltendmachung des Anspruchs sind nebst den Versicherten
und deren allfälligen gesetzlichen Vertretern auch Behörden oder Dritte, die die
betroffene versicherte Person regelmässig unterstützen oder dauernd betreuen (Art. 66
Abs. 1 IVV).
4.2 Die Geltendmachung eines Einarbeitungszuschusses erfolgte am 20. Mai 2010
durch den Arbeitgeber des Versicherten (vgl. IV-act. 123; zur im Dezember 2009
geführten Korrespondenz vgl. nachfolgende E. 5). Dieser war zwar nicht zur
Geltendmachung des Leistungsanspruchs legitimiert, doch fand gleichentags eine
telefonische Besprechung mit dem Beschwerdeführer statt, anlässlich welcher er
selbst den Leistungsanspruch geltend machte. Der formgerechte Antrag wurde dann
zwar erst am 30. Mai 2010 gestellt, doch ist gemäss Art. 29 Abs. 3 ATSG das Datum
der nicht formgerechten Anmeldung am 20. Mai 2010 massgebend.
4.3 Der Beschwerdeführer hatte die Arbeitsstelle indessen bereits am 25. Januar
2010 angetreten (vgl. IV-act. 137), hatte mithin im Zeitpunkt der Anmeldung bereits
während rund vier Monaten gearbeitet. Die Anmeldung erfolgte so gesehen verspätet.
Aufgrund der insofern klaren Regelung von Art. 10 Abs. 1 IVG fällt die Gewährung eines
Einarbeitungszuschusses für den Zeitraum von Ende Januar 2010 bis Ende Mai 2010
grundsätzlich ausser Betracht.
4.4 Ein Einarbeitungszuschuss hätte deshalb aufgrund der Begrenzung in Art. 18a
Abs. 1 IVG („180 Tage“) längstens noch für zwei Monate gewährt werden können. Da
der Beschwerdeführer indessen bereits vor der Anstellung durch den jetzigen
Arbeitgeber Erfahrungen als Chauffeur im Personenverkehr gesammelt hat – er führte
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mehr oder weniger regelmässig freiwillige Einsätze als Fahrer für C._ durch (vgl. etwa
IV-act. 51–3) und arbeitete im Jahre 2009 für einige Monate für die D._ (vgl. IV-
act. 117) –, ist fraglich, ob er nach den erwähnten vier Monaten noch besonderer,
behinderungsbedingter Eingewöhnung bedurfte. Diese Frage kann indessen offen
bleiben, da die Stelle ohnehin nicht im Rahmen der Arbeitsvermittlung durch die IV-
Stelle gefunden wurde und daher ein Anspruch auf Eingliederungszuschuss bereits
grundsätzlich ausgeschlossen ist (vgl. E. 3).
5.
5.1 Gemäss Art. 27 Abs. 2 ATSG hat jede Person Anspruch auf Beratung über ihre
Rechte und Pflichten; zuständig dafür sind die Versicherungsträger, denen gegenüber
die Rechte geltend zu machen oder die Pflichten zu erfüllen sind. Unterbleibt eine
Auskunft entgegen dieser gesetzlichen Vorschrift oder obwohl sie nach den im
Einzelfall gegebenen Umständen geboten war, wird dies praxisgemäss wie die
Erteilung einer unrichtigen Auskunft behandelt (BGE 131 V 472). Ist also eine Auskunft
des zuständigen Versicherungsträgers im Einzelfall unterblieben, obwohl für ihn
erkennbar gewesen wäre, dass die Auskunft hätte erteilt werden müssen, und hat die
versicherte Person in Unkenntnis des Inhaltes der unterbliebenen Auskunft
Dispositionen getroffen, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können,
ist sie in Abweichung zur materiellrechtlichen Regelung in ihrem Vertrauen zu schützen
(vgl. etwa BGE 127 I 31).
5.2 Der Arbeitgeber des Beschwerdeführers hat sich bereits Ende Dezember 2009 an
die Beschwerdegegnerin gewandt und diese unter anderem bezüglich Unterstützung
im Fall einer Anstellung des Beschwerdeführers angefragt (vgl. IV-act. 155). Es stellt
sich deshalb die Frage, ob die Auskunft, allenfalls könnten Einarbeitungszuschüsse
geprüft werden (vgl. IV-act. 155), ausreichte, oder ob die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer explizit darauf hätte hinweisen müssen, dass er sich rechtzeitig – vor
Vertragsunterzeichnung und Stellenantritt – anmelden bzw. einen
Einarbeitungszuschuss geltend machen müsse.
5.3 Ein Anspruch aus Verletzung von Art. 27 Abs. 2 ATSG ist zu verneinen, denn
einerseits ist dem Beschwerdeführer aus der unterbliebenen Auskunft, er müsse den
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Anspruch auf einen Einarbeitungszuschuss rechtzeitig geltend machen, kein Nachteil
erwachsen. Da er die Stelle nicht im Rahmen der Arbeitsvermittlung durch die IV-Stelle
gefunden hatte, wäre ihm ohnehin kein Einarbeitungszuschuss zugesprochen worden.
Andererseits liegt auf der Hand, dass sich der Beschwerdeführer für einen
Einarbeitungszuschuss – wie für alle anderen Leistungen auch – rechtzeitig
anzumelden hat. Es ist selbstverständlich, dass eine eher allgemein gehaltene Frage
unmittelbar vor Anstellungsbeginn nicht genügt, um die eigentliche Anmeldung vier
Monate nach Anstellungsbeginn bzw. einen Monat nach Ablauf der Probezeit als nicht
verspätet erscheinen zu lassen. Dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Antwort auf die
allgemeine Anfrage nicht explizit darauf hingewiesen hat, dass die Anmeldung vor
Abschluss des Arbeitsvertrags bzw. vor Stellenantritt erfolgen müsse, ändert daran
nichts. Aus der Korrespondenz zwischen Arbeitgeber und Beschwerdegegnerin Ende
Dezember 2009 kann der Beschwerdeführer deshalb nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2007 explizit
darauf hingewiesen worden war, dass er gegebenenfalls Einarbeitungszuschüsse
beantragen könne (IV-act. 104), er also wusste, dass es für die Gewährung von
Einarbeitungszuschüssen eines vorgängigen Antrags seinerseits bedurft hätte.
6.
Schliesslich verweist der Beschwerdeführer auf einen Arbeitskollegen, für den dem
Arbeitgeber von der Beschwerdegegnerin Entschädigungen für Beitragserhöhungen
zugesprochen wurden. Auch daraus kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen
Gunsten ableiten, denn erstens besteht grundsätzlich kein Anspruch auf
Gleichbehandlung im Unrecht (vgl. etwa BGE 115 Ia 81; wobei im vorliegenden
Verfahren keine Beurteilung der Rechtmässigkeit der Leistungen des Arbeitskollegen
zu erfolgen hat), und zweitens wurde dem Arbeitskollegen des Beschwerdeführers
nicht ein Einarbeitungszuschuss im Sinn von Art. 18a Abs. 1 IVG zugesprochen,
sondern vielmehr eine Entschädigung für Beitragserhöhungen im Sinn von Art. 18
Abs. 3 IVG.
7.
7.1 Vor diesem Hintergrund ist die Beschwerde abzuweisen.
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7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Da der Beschwerdeführer vollständig unterliegt, hat er unter
Anrechnung des von ihm geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 600.-- diese
Gerichtsgebühr allein zu tragen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP