Decision ID: e420ee56-fd4f-4243-8a24-a58946448a2e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war seit dem 9. Juli 1992
als Servier
tochter
im Restaurant
Y._
angestellt
und damit bei der
Elvia
Schweize
rische Versicherungsgesellschaft Zürich (heute: Allianz Suisse Versi
cherungs
-G
esellschaft)
für Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskra
nkheiten versi
chert, als
sie
sich
a
n ihrem
ersten Arbeitstag
mit dem Motorrad auf dem
Ar
beitsweg
befand und
sie
bei einem Halt an einer Ampel
von einem
Auto
von
hinten
angefahren wurde
(vgl.
Urk.
9/43
,
Urk.
9/70
). Die Erstbehandlung er
folgte
gleichentags
durch
den Hausarzt
(
Urk.
9/11).
Nachdem vorerst die
Neu
enburger
Schweizerische Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft
auf den Scha
den eingetreten war
, erklärte sich die
Elvia
Schweizerische Versicherungsge
sellschaft Zürich im April 1996
als
zuständig
e
r
Unfallv
ersicherer
und
erbrachte
die gesetzlichen
Versicherungsleistungen
(vgl.
Urk.
9/59,
Urk.
9/67,
Urk.
9/72,
Urk.
9/77-78
)
.
M
it Verfügung vom 18. August 1997
(
Urk.
9/104
)
sprach sie der Versicherten
mit Wirkung ab dem 1. Mai 1997 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 20
%
sowie eine Integritätsentschädigung
aufgrund
eines
Integrität
sschadens
von 20
%
zu.
Diese Verfügung
er
wuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Im Rahmen eines im Jahr 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens
erfolgte
eine Begutachtung der Versicherten beim
Z._
(
Z._
;
Urk.
9/42).
Mit Ver
fügung vom 8. April 2014 (
Urk.
9/131
) hob die
Allianz Suisse Versicherungs
-G
esellschaft
die rentenzusprechende Verfü
gung vom 18. August 1997 wiedererwägungsweise auf und stellte die Versi
che
rungsleistungen per 30. April 20
14 ein. Die dagegen von der Versicherten erhobene Einsprache
(
Urk.
9/135
) wies die
Allianz Suisse Versicherungs
-G
esell
schaft
mit
Einspracheentscheid
vom
8. Mai 2015 (
Urk.
9/136
=
Urk.
2) ab.
Die zuständige Krankenversicherung, Helsana Versicherungen AG,
hatte
ihre vor
sorglich erhobene Einsprache
bereits zuvor
wieder zurück
gezogen
(
Urk.
9/133
S. 2;
Urk.
9/134).
2.
Die Versicherte erhob am 4. Juni 2015 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 8. Mai 2015 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ihr die mit Verfügung vom 18. August 1997 zugesprochene Invalidenrente rückwirkend weiterhin auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Die Allianz Suisse
Versiche
rungs
-Gesellschaft beantragte mit Beschwerdeantwort vom 4. September 2015 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
2.
September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird da
s Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer ma
teriellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hin
weisen; BGE 133 V 108 E. 5.4).
1.4
Dieser Revisionsordnung geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos unrichtig
sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen
Rentenverfü
gung
erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf Art. 17 ATSG gestützte Revisionsverfügung mit dieser substituierten Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2).
1.5
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig an
gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung darboten, als vertre
tbar, scheidet die Annahme zwei
fe
lloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit (nur), wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist
nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denk
bar. Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich un
richtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Darunter fällt insbesondere
eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61
lit
. c ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_752/2010 vom 27. Januar 2011 E. 2).
Es bestehen keine zeitlichen Schranken für die Wiedererwägung. Die Verwal
tung ist auch nach über zehn Jahren seit Verfügungserlass befugt, auf eine zweifellos unrichtige
Leistungszusprache
oder –
verweigerung
wiedererwä
gungs
-
weise
zurückzukommen (BGE 140 V 514 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die wiedererwägungsweise
Rentenaufhe
bung
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
damit, dass das damals erstellte
Gutachten mangelhaft gewesen und zudem keine orthopädische Beur
teilung vorgenommen worden sei
. Die Verfügung vom 1
8.
August 1997 sei folglich auf ungenügender medizinischer Grundlage erstellt worden und daher zweifellos un
richtig (S. 6 f.). Gestütz
t auf das aktuelle Gutachten des
Z._
sei davon auszugehen, dass der natürliche Kausalzusammenhang
nach Ablauf von drei Monaten seit dem Unfallereignis
zufolge Erreichens des Status quo sine da
hingefallen sei. Im Übrigen mangle es auch an der Adäquanz. Auf eine Rück
forderung werde verzichtet, so dass es bei der verfügten Leistungseinstellung per 3
0.
April 2014 sein Bewenden habe (S. 9 f.
).
In der Beschwerdeantwort führte
sie
ergänzend aus, dass nebst der zweifellosen Unrichtigkeit auch eine Verbesserung der unfallbedingten gesundheitlichen Be
einträchtigungen
ausgewiesen sei
(
Urk.
8 S. 6).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
,
die
Kausalität
sei vor Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 1
8.
Au
-
gust
1997 sorgfältig abgeklärt worden. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern die da
-
mals vom Gutachter gestellte Diagnose und
die
Kausalität
sbeurteilung
zweifellos unrichtig
gewesen
sei
en
. Bei der aktu
ellen Kausalitätsbeurteilung des
Z._
handle es sich um eine andere Beurteilung
eines
bestimmten Sachver
halts, die weder Anlass zu einer prozessualen Revision gebe noch eine
Wieder
erwägung
rechtfertige (S. 5 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
insbesondere
,
ob die ursprüngliche
Leistungszusprache
zweifellos unrichtig und die wiedererwägungsweise Aufhebung der Invaliden
rente
zulässig war.
3.
3.1
Am
9.
Juli 1992
bremste
d
ie
Beschwerdeführerin laut Unfallmeldung vom 1
3.
Juli 1992 (
Urk.
9/43)
mit dem Motorrad an einer Ampel, wo
rauf
ein Auto von hinten
auf
ihr
Motorrad
auffuhr.
Die Erstbehandlung erfolgte gleichentags durch
den Hausarzt
Dr.
med
.
A._
, praktischer Arzt. Dieser gab
mit
Arzt
zeugnis
vom
3.
August 1992 (
Urk.
9/11)
an, dass
die Beschwerdeführerin nicht gestürzt, allerdings einige Meter mit ihrem Motorrad nach vorne
geschoben worden sei.
Sie habe zirka 1.5 Stunden
nach dem Unfall
starke
Nackenschmer
zen
verspürt.
Dr.
A._
diagnostizierte
eine Zerrung der paravertebralen Mus
kulatur, vor allem im Übergangsbereich
der Halswirbelsäule (HWS) zur
Brust
wirbelsäule
(BWS).
Es
lägen
ausschliesslich Unfallfolgen vor. Die Beschwerde
führerin sei vom
9.
bis 2
1.
Juli 1992 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Der
Be
handlungsabschluss
sei am 2
8.
Juli 1992 erfolgt.
3.2
Mit Bericht vom
9.
November 1992 (
Urk.
9/13) informierte
Dr.
A._
,
dass sich die Beschwerdeführerin nach anfänglich
em
sehr gutem Heilungsverlauf und Beschwerdefreiheit am 2
0.
Oktober 1992 wegen verstärkter Beschwerden
wieder bei ihm
gemeldet habe. Die Beweglichkeit der HWS sei allseits frei gewesen.
Bei Inklination und
Reklination
habe die Beschwerdeführerin Schmerzen verspürt.
Die paravertebrale Muskulatur sei verspannt gewesen.
3.3
Im Frühling 1993 erfolgte eine Untersuchung durch
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt für Neurologie. Dieser gab mit Bericht
vom 1
7.
Mai 1993 (
Urk.
9/17)
an, dass aus klinischer Sicht
eine leichte Einschränkung der Rotation der HWS nach rechts
sowie
eine
Druckdolenz
der rechten parazervik
alen Muskulatur
vorliege
. Die Funktions-Computertomographie (
Funktions-
CT) zeige eine allgemeine
Hy
pomobilität
der Rotationen der Wirbelkörper C1-7 nach rechts, am
ausgepräg
testen
im Bereich von C7 und C
6.
Dies sei
wohl als Ausdruck von muskulären Verspannungen in der Tiefe
zu verstehen
. Ferner bestehe eine Fehlrotation von C2 von rechts nach links
sowie
eine
Fehlhal
tung im Bereich der Kopfgelenke. Hieraus würde allerdings
eine Instabilität
nicht schlüssig
abgeleitet werden könne
n
. Die seitliche
A
ufnahme der HWS zeige lediglich eine Streckhaltung und
weise keine
vorbestehenden oder degenerativen Veränderungen
nach (S. 2).
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, führte mit Bericht vom 1
0.
Februar 1994 (
Urk.
9/21) aus, dass im Anschluss an den Unfall
chronische
rezidivierende
zervikale
Beschwerden
aufgetreten
sei
en
. Es fänden sich zurzeit die Befunde eines
Zervikovertebralsyn
doms
ohne
radikuläre
Zeichen und ohne Blockierungen, sodass die Beschwerden vor
allem
myo
tendinotisch
erschienen (S. 2).
3.5
Ein weiteres Funktions-CT vom 1
2.
Juni 1995 zeigte gemäss
Dr.
B._
im Ver
gleich zur Voruntersuchung eine Zunahme der
rotatorischen
Fehlstellung von C2 und nun auch eine Erfassung der
rotatorischen
Fehlstellung von C3 sogar um 9° von rechts nach links. Es lägen keine Hinweis
e
für
eine Instabilität am
zervikokranialen
Übergang vo
r (vgl.
Urk.
9/30).
Mit Bericht vom
3.
Juli 1995 (
Urk.
9/38) führte
Dr.
B._
unter Bezugnahme auf die klinische Untersuchung und das
im Juni 1995
erfolgte Funktions-CT
als Diagnose
ein posttraumatisches
chronifi
ziertes
zervikozephales
Syndrom
mit
rotatorischen
Fehlstellungen im Bereich der oberen HWS und
Minderbelastbar
keit
zervikozephal
sowie im Bereich der HWS und der Schulterregion
auf. Er empfehle daher eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 2).
3.6
Das Gutachten von PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
E._
Klinik Zürich,
wurde am 2
3.
A
pril 1996 erstattet (
Urk.
9/34). PD
Dr.
D._
di
agnostizierte
eine
überwiegend wahrscheinlich
posttraumatische Instabilität
C4/5 sowie eine Diskushernie am gleichen Niveau. Es habe weder ein neurolo
gischer Ausfall noch eine nennenswerte funktionelle Einschränkung der Beweg
lichkeit der HWS festgestellt werden können. Es liege lediglich eine
Druckdo
lenz
im Bereich der mittleren und oberen HWS vor.
Der Unfall vom
9.
Juli 1992 stelle die einzige Ursache des erhobenen Befundes dar (S. 4 f.). Die Arbeitsunfä
higkeit als Büroangestellte sowie in einer anderen Tätigkeit betrage 20
%
. Die Beschwerdeführerin sei stundenmässig voll am Arbeitsplatz
anwesend
, erbringe dabei allerdings keine volle Leistung (S. 6).
Mit Schreiben vom 2
4.
Juni 1996 (
Urk.
9/40) schätzte
PD
Dr.
D._
den
Integri
tätsschaden
unter Berücksichtigung einer allfälligen Verschlechterung auf 10
%
.
3.7
Dr.
med.
F._
, praktischer
Arzt
, nannte mit Schreiben vom 1
3.
De
-
zember
1996 (
Urk.
9/41) als Diagnosen ein posttraumatisches
zervikoze
phales
Syndrom bei Instabilität C4/5 sowie eine Diskushernie C4/
5.
Es lägen aus objektiver Sicht
,
abgesehen von einer muskulären Insuffizienz im zervikalen Bereich sowie segmentalen Blockierungen im oberen Bereich der BWS mit
ten
domyotischen
Veränderungen im Schultergürtel, relativ unauffällige Verhält
nisse vor (S. 1).
3.8
Gestützt darauf wurde der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 1
8.
August 1997 (
Urk.
9/104
) mit Wirkung ab dem
1.
Mai 1997 eine Invalidenrente bei ei
nem Invaliditätsgrad von 20
%
sowie eine
vergleichsweise fest
gesetzte
Integri
tätsentschädigung
bei einem
Integritäts
schaden
von 20
%
zu
gesprochen
. Diese Verfügung wuchs unangefochten in Rechtskraft.
4.
Im Rahmen des im Jahr 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens erstattete das
Z._
am 1
3.
Dezember 2013
ein orthopädisch-neurologisches Gutachten
zu
handen der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9/42).
Die Ärzte führte
n
dabei folgende Diagnosen auf (S. 14):
Status nach
blander
HWS-Distorsion anlässlich eines Heckaufpralles
,
erlit
ten als
Motorradf
ahrerin am
9.
Juli
1992 und verursacht durch ein
auf d
as Heck des Motorrads auffahrendes
Auto
in einem MRI der HWS
vom 2
2.
März 1996 erstmals beschriebene
Disko
pathie
C4/5 mit einer kleinen
subligamentären
medianen bis leicht
pa
ramedian
rechts gelegenen Diskushernie ohne begleitende Neuropatho
logie – im aktuellen MRI vom 2
7.
November 2013 beschriebene
biseg
mentale
Diskushernien C4/5 und C5/6 mit begleitenden degenerativen Aufbrauchbefunden, einschliesslich einer leichten Spinalkanaleindellung
Die Schlussfolgerungen im neurologischen Gutachten vom 2
3.
April 1996 seien retrospektiv
betrachtet
kritisch
respektive
als nicht plausibel und spekulativ an
zusehen. Es sei schwer vorstellbar, dass sich eine segmentale Instabilität C4/5
und eine Diskushernie C4/5 durch ein derart minimes biomechanisches Gesche
hen ergebe (S. 15). Es sei spätestens nach Ablauf von drei Monaten nach dem Ereignis vom
9.
Juli 1992 nicht mehr von unfallkausalen Beschwerden auszu
gehen. Es handle sich um rein schicksalsmässige degenerative Veränderungen der HWS (S. 18).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Büroangestellte bestehe rückblickend seit 1996 eine durchgehende Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Dabei sei von einem vollen Pensum und einer Minderung der Leistungsf
ähigkeit von 20
%
ohne Bezug zur
Unfallkausalität auszugehen. Der Beschwerdeführerin seien alle Tätigkeiten zu
mutbar, welche keine besondere statische Beanspruchung der HWS verursachen würden. Eine solche Tätigkeit sei ihr in einem vollen Pensum mit einer
Leis
tungsminderung
von 20
%
zumutbar (S. 16 f.).
5
.
5.1
Im Rahmen der erstmaligen Beurteilung
lag insbesondere das neurologische Gutachten von
PD
Dr.
D._
vor, worin
dieser vor dem Hintergrund der da
maligen Sach- und Rechtslage zum Schluss kam, dass die Instabilität auf der Höhe C4/5 mit einer Diskushernie am gleichen Niveau ausschli
esslich
unfall
kausal
sei (
Urk.
9/34 S. 4 f.
).
Auch wenn es einer medizinischen Erfahrungstat
sache entspricht, dass ein Unfall nur ausnahmsweise ursächlich für eine
Dis
kushernie
ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_669/2015 vom
3.
November 2015 E. 2.2), so kam die Beschwerdegegnerin in Kenntnis dieses Umstandes im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss, dass auf das Gutachten von
PD
Dr.
D._
abgestellt und der natürliche Kausalzusammenhang
– ohne erneute Begutachtung zur Kausalitätsfrage -
bejaht werden kön
ne
, zumal eine
Teilkau
salität
genüge
(vgl.
Urk.
9/9 S. 2;
Urk.
9/102).
Es liegen keine
Anhaltspunkte
vor, dass d
as Gutachten von
PD
Dr.
D._
als von vornherein nicht
beweiskräftig
bezeichnet werden
könnte
(vgl. zum
Be
weiswert
von medizinischen Berichten BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Zudem ist festzuhalten, dass zum damaligen Zeitpunkt keine divergierenden fachärztlichen Mei
nungen vorlagen. Vielmehr hielten auch die
behandelnden Ärzte
fest, dass ausschliesslich Unfallfolgen
respektive posttrau
matische Beschwerden
vorlägen
(
vgl.
Urk.
9/11
;
Urk.
9/38;
Urk.
9/41 S. 1
). Zwar erfolgte lediglich eine neurologische Begutachtung, allerdings lagen
aus medi
zinischer Sicht
auch Berichte eines Fa
charztes der Rheumatologie vor.
Ein
or
thopädische
r
Be
richt
war
für die Beurteilung des
natürlichen
Kausalzusammen
hangs
nicht zwingend von Nöten.
Da eine Beweiswürdigung immer auch Ermessenszüge aufweist, liegt eine zweifel
lose Unrichtigkeit nur dann vor, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war (vorstehend E. 1.5). Dies ist vor
liegend
nicht
der Fall. Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die natürliche Kausalität bejaht hatte, erscheint gestützt auf die damalige Sach- und Rechts
lage durchaus vertretbar. Dass ein anderer Entscheid allenfalls richtiger gewesen wäre, genügt nicht als Grund für eine Wiedererwägung (
vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 8C_779/2014 v
om
6.
Mai 2015 E. 4.
4).
Die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit scheidet somit aus.
5.
2
Schliesslich ist entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2 S. 9;
Urk.
8 S. 6
;
Urk.
9/131 S. 5 ff.
)
auch
keine
erhebliche
Verbesserung des Ge
sundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
respektive
ein Wegfall des natürli
chen Kausalzusammenhangs
ausgewiesen
.
D
ie Ärzte des
Z._
gingen
bei im Wesentlichen unveränderten Befunden seit der
ursprünglichen
Rentenzusprache
von einer seit 1996 bestehenden 20%igen
Einschränkung der Leistungsfähigkeit
aus
, was der damaligen Einschätzung von
PD
Dr.
D._
entspricht
(vgl.
Urk.
9/34 S. 3;
Urk.
9/42 S. 10 ff.
und S. 19
).
Soweit die Beschwerdegegnerin eine Verbesserung des Gesundheitszustandes damit begründet, dass sich die Beschwerdeführerin nicht mehr in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung befindet (
vgl.
Urk.
9/131 S. 5 ff.),
kann dem nicht gefolgt werden.
Die Tatsache
, dass die Ärzte d
es
Z._
nach Ablauf von drei Monaten nach dem
Unfallereig
nis
nicht mehr von einem unfallbedingten Gesundheitsschaden ausg
ingen
(
Urk.
9/42 S. 18
),
entspricht
lediglich eine
r
andere
n
Beurteilung des gleichen Sachverhalts, was für sich allein genommen weder ein
en
verbesserten
Gesund
heitszustand
noch den Wegfall
des natürlichen Kausalzusammenhangs respek
tive das Erreichen des
statu
s
quo sin
e
vel
ante zu beweisen vermag.
5.
3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
weder eine zweifellose Unrichtigkeit der rentenzusprechenden Verfügung noch ein Revisionsgrund vorliegt.
Die Be
schwerdeführerin hat folglich weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente.
Mit dieser Feststellung und in Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene
Einspracheentscheid
somit aufzuheben.
6.
6.1
Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 61
lit
. a ATSG).
6.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden vertretenen Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rück
sicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1.
Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- ist die Prozessentschädigung vorliegend auf
Fr.
2‘000.--
(inkl. Bara
uslagen und
MWSt
) festzusetzen.