Decision ID: d3921845-91c1-5acc-8e46-9a357986492e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ ist Eigentümer des 1‘915 m grossen Grundstücks Nr. 001, Grundbuch D._,
welches in der zweigeschossigen Wohnzone W2 liegt (Zonenplan der Stadt D._ vom
25. November 1992). Die Baukommission D._ erteilte ihm mit Beschluss vom
16. November 2011 die Baubewilligung für den Bau eines Mehrfamilienhauses
(nachfolgend: MFH 1) mit fünf Wohnungen und Tiefgarage auf dem Grundstück Nr.
001. Mit der Erteilung der Baubewilligung wurde die unter anderen von B._ und C._
erhobene Einsprache im Wesentlichen abgewiesen. Den gegen diesen Beschluss
erhobenen Rekurs schrieb das Baudepartement des Kantons St. Gallen am 21. August
2012 als gegenstandslos geworden ab, nachdem A._ während des Rekursverfahrens
A.a. 2
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am 19. März 2012 eine Projektänderung eingereicht hatte und diese von der
Baukommission D._ mit Beschluss vom 14. Mai 2012 bewilligt worden war. Am
15. Juni 2012 hatte A._ das Baugesuch für die Erstellung eines zweiten
Mehrfamilienhauses (nachfolgend: MFH 2) mit fünf Wohnungen auf Grundstück Nr. 001
zusammen mit einer zweiten Projektänderung zu MFH 1 eingereicht. Die in der Folge
am 29. August 2012 erteilte Baubewilligung bestätigte den Niveaupunkt des MFH 2 mit
609.91 m ü.M. Die anrechenbare Geschossfläche (aGF) wurde mit 415.09 m
berechnet mit der Feststellung, dass damit die Ausnützung von Grundstück Nr. 001
vollständig ausgeschöpft sei. Zusammen mit der Erteilung der Baubewilligung wurde
die von B._ und C._ erhobene Einsprache abgewiesen (act. G 9/6/4). Der Beschluss/
Entscheid der Baukommission vom 29. August 2012 erwuchs in Rechtskraft.
2
Am 22. Oktober 2012 beantragte A._ die Bewilligung weiterer Projektänderungen an
den MFH 1 (dritte Projektänderung) und 2 (erste Projektänderung). Nachdem im
Rahmen des vereinfachten Verfahrens keine Einsprachen erhoben worden waren,
wurde die Baubewilligung für die beantragten Projektänderungen mit Verfügung der
Baukommission vom 21. Dezember 2012 erteilt. Sie erwuchs in Rechtskraft. Am
27. August 2013 ersuchte A._ um eine vierte Projektänderung am MFH 1 und eine
zweite Projektänderung am MFH 2. Während der öffentlichen Auflage dieses
Projektänderungsgesuchs erhoben unter anderen B._ und C._ Einsprache bei der
Baukommission D._. Diese wies die Einsprache mit Beschluss vom 13. Januar 2014
ab, soweit sie darauf eintrat, und erteilte die nachgesuchte Baubewilligung. Den gegen
diesen Beschluss unter anderen von B._ und C._ erhobenen Rekurs hiess das
Baudepartement des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 16. Mai 2014 im Sinn der
Erwägungen gut, soweit es darauf eintrat, und hob Baubewilligung und
Einspracheentscheid der Baukommission D._ vom 13. Januar 2014 vollumfänglich
auf. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Titus Marty für A._ mit
Eingabe vom 28. Mai 2014 Beschwerde, welche das Verwaltungsgericht mit Entscheid
B 2014/99 vom 28. Juni 2016 abwies. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft.
A.b.
Am 15. Dezember 2016 ersuchte A._ um Willigung von weiteren Projektänderungen an
den MFH 1 (5. Projektänderung) und 2 (3. Projektänderung). Während der öffentlichen
Auflage dieses Projektänderungsgesuchs erhoben B._ und C._ Einsprache bei der
Baukommission. Diese wies die Einsprache mit Beschluss vom 8. Mai 2017 ab, soweit
sie darauf eintrat, und erteilte die nachgesuchte Baubewilligung. Den gegen diesen
Beschluss erhobenen Rekurs hiess das Baudepartement des Kantons St. Gallen mit
A.c.
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Entscheid vom 24. August 2018 im Sinn der Erwägungen gut und hob Baubewilligung
und Einspracheentscheid der Baukommission vom 8. Mai 2017 vollumfänglich auf mit
der Begründung, dass das Bauvorhaben die höchstzulässige Ausnützung um 14.42 m
überschreite (Ausnützungsziffer von 0.5 gemäss Art. 13 Abs. 1 des Baureglements der
Stadt D._ vom 25. November 1992 mit Nachträgen [BauR] mit Minergiebonus von 5 %
[Art. 13 Abs. 3 BauR, Nachtrag IV vom 6. November 2008]). Das Verwaltungsgericht
wies die hiergegen erhobene Beschwerde mit Entscheid B 2018/206 vom 13. Mai 2019
ab. Gegen diesen Entscheid erhob A._ Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren
1C_336/2019). Das diesbezügliche Beschwerdeverfahren ist beim Bundesgericht
pendent.
2
Zwischenzeitlich hatte A._ der Baukommission am 15. Januar 2019 eine weitere
Projektänderung zum MFH 2 eingereicht, welches die Verkleinerung einer Wohnung im
Erdgeschoss um 14.42 m zur Verringerung der Ausnützungsziffer beinhaltete (act. G
9/8/1-18). Die hiergegen von B._ und C._ durch ihren Rechtsvertreter am
28. Februar / 14. März 2019 (act. G 9/8/20-22) erhobene Einsprache hiess die
Baukommission mit Beschluss vom 29. April 2019 im Sinn der Erwägungen gut, wies
das Korrektur-Baugesuch im Sinn der Erwägungen ab und stellte fest, dass auf
künftige Projektänderungs- und Korrekturgesuche im Zusammenhang mit den MFH-
Neubauten auf Grundstück Nr. 001 nur noch eingetreten werde, wenn diese auf dem
bereits ausgeführten Stand basieren würden. Zur Begründung wurde festgehalten, das
vorliegende Korrekturgesuch sehe vor, die von den Rechtsmittelinstanzen bestätigte
Überschreitung der aGF um 14.42 m zu korrigieren. Hierzu solle auf Ebene 3 des MFH
2 die westliche Aussenwand auf eine Länge von 4.55 m um 3.17 m (= 14.42 m )
zurückversetzt werden. Für sich allein betrachtet sei dies willigungsfähig. Allerdings
stimmten die eingereichten Korrekturpläne nicht mehr mit jenen der 3. Projektänderung
an MFH 2 (willigt am 7. Mai 2017) überein, weil die damals (zur Reduzierung der BGF)
vorgesehene Rückversetzung der westlichen Aussenwände auf den Ebenen 3 und 4
bei MFH 2 um 136 cm und die Vergrösserung der (nicht anrechenbaren) Technikräume
im Erd- und Obergeschoss der MFH 1 und 2 nicht mehr in den Korrekturplänen
enthalten seien. Folglich werde die Verkleinerung der aGF um 14.42 m gleichzeitig
durch andere Plananpassungen wieder aufgehoben und die zulässige BGF
überschritten (act. G 8/9/42). Den gegen diesen Beschluss von A._ erhobenen Rekurs
(act. G 8/1, 8/3) wies das Baudepartement mit Entscheid vom 9. September 2019 ab,
soweit es darauf eintrat (act. G 2).
Zuvor hatte die Baukommission am 27. Mai 2019 die Einstellung sämtlicher
A.d.
2
2
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2
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B.
Bauarbeiten auf dem Grundstück Nr. 001 mit sofortiger Wirkung verfügt (Dispositiv-
Ziffer 1). Eine Wiederaufnahme der Arbeiten könne erst erfolgen, wenn ein neues
provisorisches Minergie-Zertifikat eingereicht sei (Dispositiv-Ziffer 2). Solle das
Bauprojekt stattdessen auf die maximale Bruttogeschossfläche W2 (AZ 0.5) reduziert
werden, sei ein Projektänderungsgesuch samt Energienachweis einzureichen und von
der Baukommission zu willigen. Die Bauarbeiten könnten fortgesetzt werden, wenn die
Baubewilligung in Rechtskraft erwachsen sei (Dispositiv-Ziffer 3). Den gegen diese
Verfügung von A._ erhobenen Rekurs wies das Baudepartement mit Entscheid vom 9.
Juli 2019 ab. Die gegen diesen Entscheid von Rechtsanwalt Marty für A._ mit Eingabe
vom 15. Juli 2019 erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Entscheid B
2019/160 vom 23. Januar 2020 ab, soweit es darauf eintrat. Hiergegen wurde
Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (BGer 1C_118/220).
Gegen den Rekursentscheid vom 9. September 2019 erhob Rechtsanwalt Marty für
A._ mit Eingabe vom 23. September 2019 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der
Entscheid sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Willigung des Korrektur-
Baugesuchs vom 15. Januar 2019 an die Beschwerdegegnerin 1 zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer für das Rekurs- und
Beschwerdeverfahren (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 24. Oktober 2019
bestätigte und begründete der Rechtsvertreter die gestellten Anträge (act. G 5).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 12. November 2019 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 8). Rechtsanwalt Keller beantragte für die Beschwerdegegner 2 mit
Eingabe vom 6. Dezember 2019 (act. G 11) Abweisung der Beschwerde, unter
Kostenfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer). Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung (act. G 12).
B.b.
Mit Stellungnahme vom 13. Januar 2020 bestätigte Rechtsanwalt Marty seinen
Standpunkt unter Einreichung weiterer Unterlagen (act. G 15 f.). Vorinstanz und
Beschwerdegegnerin 1 verzichteten auf eine Äusserung.
B.c.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.d.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP) zur Behandlung der gegen einen Entscheid
des Baudepartements erhobenen Beschwerde zuständig. Der Beschwerdeführer ist
Adressat des Entscheids und somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 23. September 2019
(act. G 1) entspricht in Verbindung mit der Beschwerdeergänzung vom 24. Oktober
2019 (act. G 5) zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 64
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten datiert vom 29. April 2019
und erging damit nach Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG)
am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049). Die Vorinstanz erachtet indes mit Hinweis auf das
Kreisschreiben Übergangsrechtliche Bestimmungen im Planungs- und Baugesetz
[PBG] vom 8. März 2017, Baudepartement, Juristische Mitteilungen 2017/I/1 S. 3 f.) zu
Recht das bis 30. September 2017 gültige Gesetz über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom
1. Januar 2015) auf das vorliegende Verfahren anwendbar, da die kommunalen
Rahmennutzungspläne noch nicht revidiert und in Kraft gesetzt sind (act. G 2 E. 3). Als
Folge davon bleibt das BauG für das vorliegende Verfahren anwendbar.
2.
bis
Unbestritten blieben vorliegend die Feststellungen im angefochtenen Entscheid,
wonach die Beschwerdegegnerin 1 zu Recht auf die Einsprache der
Beschwerdegegner 2 vom 28. Februar/14. März 2019 eingetreten war (act. G 2
Erwägungen Ziff. 1) und es sich bei Dispositiv-Ziffer 4 des Beschlusses vom 29. April
2019 um eine nicht anfechtbare Absichtserklärung bzw. Ankündigung eines künftigen
Vorgehens handelt (act. G 2 Erwägungen Ziff. 2). Hiervon ist nachstehend auszugehen.
Streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die Verweigerung der
Willigung von Projektänderungen an den MFH 1 und 2 auf Grundstück Nr. 001 durch
die Beschwerdegegnerin 1 (Beschluss vom 29. April 2019) wegen Überschreitens der
höchstzulässigen Ausnützungsziffer (anrechenbare Geschossfläche, aGF) zu Recht
2.1.
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bestätigte. Die Ausnützungsziffer ist die Verhältniszahl der Summe aller anrechenbaren
Geschossflächen zur anrechenbaren Parzellenfläche (Art. 61 Abs. 1 BauG). Zur
anrechenbaren Geschossfläche zählen nach Art. 61 Abs. 2 BauG die nutzbaren
Geschossflächen einschliesslich der Gänge, Treppenhäuser und Mauerquerschnitte.
Nicht angerechnet werden Aussenwandquerschnitte (lit. a), Keller-, Estrich- und
nichtgewerbliche Einstellräume (lit. b), offene Dachterrassen und Balkone (lit. c),
Wintergärten sowie verglaste Dachterrassen und Balkone bis zu einer Fläche von 20
Prozent der anrechenbaren Geschossflächen (lit. d), Gemeinschaftsräume in
Mehrfamilienhäusern (lit. e), nutzbare Flächen im Dachgeschoss unter einer lichten
Höhe von 1,5 Meter (lit. f), unterirdische gewerbliche Lagerräume (lit. g) und
Liftschächte (lit. h). Als anrechenbare Parzellenfläche gilt nach Art. 61 Abs. 3 BauG die
von der Baueingabe erfasste Parzellenfläche innerhalb vermarkter Grenzen, soweit sie
nicht bereits früher zur Ausnützung eingerechnet worden ist. Im Ausnahmekatalog von
Art. 61 Abs. 2 BauG sind Steigzonen wie etwa Kamin-, Lüftungs- und
Installationsschächte nicht enthalten. Steigzonen zählen - mit Ausnahme der
Liftschächte (vgl. Art. 61 Abs. 2 Satz 2 lit. h BauG und VerwGE B 2013/70 vom 8. Juli
2014, E. 3.1) - nach dem Wortlaut von Art. 61 Abs. 2 BauG gleich wie
Innenwandquerschnitte zur anrechenbaren Geschossfläche (VerwGE B 2015/14 vom
20. Januar 2017, E. 13.6 mit Hinweisen).
Hinsichtlich der Frage der Ausnützung des Grundstücks Nr. 001 stellte das
Verwaltungsgericht im Entscheid vom 28. Juni 2016 im Rahmen der dort in Frage
stehenden Projektänderungen fest, dass bei einer Grundstücksfläche von 1‘915 m ,
einer Ausnützungsziffer von 0.5 (Art. 13 Abs. 1 des Baureglements der Stadt D._ vom
25. November 1992 mit Nachträgen; BauR) und einem Minergiebonus von 5 % (Art. 13
Abs. 3 BauR [Nachtrag IV vom 6. November 2008]) die aGF maximal 1‘005 m (auf
ganze Zahlen abgerundet) betragen dürfe (vgl. VerwGE B 2014/99, a.a.O., E. 2.2). Für
das Projektänderungsgesuch vom 15. Dezember 2016 (5. Projektänderung zu MFH 1,
3. Projektänderung zu MFH 2) war die Beschwerdegegnerin 1 im Beschluss vom 8. Mai
2017 (Baubewilligung) von einer aGF von höchstens 1005.38 m ausgegangen. Ihre
Ausnützungs-Berechnung ergab für die MFH 1 und 2 eine aGF von 1005.8 m und
damit eine Überschreitung von 0.42 m (act. G 9/6/36 S. 16). Der hierzu ergangene
Rekursentscheid vom 24. August 2018 hob die Baubewilligung vom 8. Mai 2017
vollumfänglich auf. Im Entscheid B 2018/206 vom 13. Mai 2019 kam das
Verwaltungsgericht unter Bestätigung des erwähnten Rekursentscheids zum Schluss,
die Ausnützungsüberschreitung von 0.42 m mache - für sich allein betrachtet -
lediglich rund 0.04 % der maximalen aGF von 1'005.38 bzw. 1'005 m (gerundet) aus.
2.2.
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Indes seien bei der Ausnützungsziffer-Berechnung des streitigen
Projektänderungsgesuchs die Flächen der Steigzonen der Erd-, Ober- und
Attikageschosse der MFH 1 und 2 sowie des Untergeschosses des MFH 1 ebenfalls in
die Ausnützungs-Berechnung mit einzubeziehen. Werde die in diesem Zusammenhang
zusätzlich anfallende Fläche (14 m ) zur erwähnten aGF hinzugerechnet, resultiere eine
Ausnützungsüberschreitung von 14.42 m , welche ausserhalb der in BGer
1C_218/2010 vom 11. Januar 2011 E. 2 angeführten Toleranzgrenze von 1 % liege. Ein
(vom Beschwerdeführer beantragter) Abzug der von der Beschwerdegegnerin 1 in der
Baubewilligung vom 8. Mai 2017 berücksichtigten Fläche der offenen Zugangs-/
Eingangsnischen beim MFH 1 von insgesamt 16.02 m lasse sich nicht mit Hinweis auf
die Rechtsbeständigkeit der früheren Baubewilligungen begründen (VerwGE B
2018/206 a.a.O., E. 3.3). Durch die Beurteilung des Projektänderungsgesuchs vom
15. Dezember 2016 blieben die in Rechtskraft erwachsenen früheren Baubewilligungen
vollends unangetastet. Insbesondere würden die rechtskräftigen Baubewilligungen
nicht teilweise widerrufen bzw. abgeändert. Die Berufung auf den (unbestrittenen)
Bestand der in Rechtskraft erwachsenen Baubewilligungen sei nicht geeignet, im
Rahmen der Beurteilung des streitigen Projektänderungsgesuchs eine Überprüfung der
aGF (mit Einbezug der Flächen der offenen Zugangs-/Eingangsnischen beim MFH 1
von insgesamt 16.02 m sowie der Steigzonen von 14 m ) zu verhindern. Dies umso
weniger, als eine Baubewilligung als Polizeierlaubnis beim Adressaten keine
subjektiven Rechte begründe (GVP 2007 Nr. 68 E. 3.3.4. mit Hinweisen) und einzig die
Erklärung der Baupolizeibehörde beinhalte, dass einem Bauvorhaben keine im
öffentlichen Interesse begründeten Hindernisse entgegenstehen würden (Art. 87 Abs. 1
BauG). Eine rechtskräftige ursprüngliche Baubewilligung schliesse daher eine
umfassende Prüfung im Rahmen eines späteren Projektänderungsgesuchs nicht aus
(VerwGE B 2018/206 a.a.O. E. 3.2). Das diesbezügliche Beschwerdeverfahren
1C_336/2019 beim Bundesgericht ist nach wie vor pendent.
2
2
2
2 2
Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid dar, Grundlage des umstrittenen
Korrekturgesuchs würden diejenigen Pläne bilden, die der Beschwerdeführer am 15.
Dezember 2016 im Rahmen der dort beantragten Projektänderungen (5.
Projektänderung an MFH 1, 3. Projektänderung an MFH 2) eingereicht habe. Der
überwiegende Teil der eingereichten Grundriss- und Fassadenpläne trage dabei den
ausdrücklichen Vermerk "Keine Änderung". Änderungen seien lediglich in den Plänen
"Ebene 3, Erdgeschoss Haus 7a", "Westfassade Haus 7a", "Südfassade Haus 7a" und
"aGF Berechnungsplan Ausnützung Haus 7a" eingezeichnet. Diese Änderungen (in den
Plänen rot gefärbt) würden die Reduktion der aGF der westseitigen Wohnung auf
2.3.
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Ebene 3 des Erdgeschosses des Hauses 7a (MFH 2) um 14.42 m beinhalten.
Allerdings würden die Korrekturpläne vom 15. Januar 2019 nicht mehr vollständig mit
jenen der 5. Projektänderung an MFH 1 und der 3. Projektänderung an MFH 2
übereinstimmen. Neu sei die im Rahmen der 5. Projektänderung zu MFH 1 und der
3. Projektänderung zu MFH 2 vorgesehene Rückversetzung der westlichen
Aussenwände auf den Ebenen 3 und 4 bei MFH 2 um 136 cm und die zusätzliche
Vergrösserung der nicht anrechenbaren Technikräume im Erd- und Obergeschoss der
MFH 1 und 2 nicht mehr in den Korrekturplänen enthalten. Auf diese früher geplanten
Änderungen solle somit gemäss den neuen Plänen wieder verzichtet werden. Folglich
werde die aGF mit dem neuen Korrekturgesuch zwar um 14.42 m verkleinert. Diese
Verkleinerung werde jedoch durch die anderen Plananpassungen wieder aufgehoben.
Daran vermöge der Umstand, dass der Beschwerdeführer im umstrittenen
Korrekturgesuch die zusätzlichen Änderungen nicht farblich gekennzeichnet und sie
nicht ausdrücklich als solche benannt habe, nichts zu ändern. Mit den in den
Korrekturplänen dargestellten Grundrissen der MFH 1 und 2 könne die aGF weiterhin
nicht eingehalten werden. Das Korrekturgesuch zur Baubewilligung vom 8. Mai 2017
sei daher nach wie vor nicht willigungsfähig (act. G 2 S. 7 f.).
2
2
Der Beschwerdeführer wendet ein, im Gesuch vom 15. Januar 2019 habe er
ausdrücklich nur eine Projektänderung zu einer - über die Projektänderungen zur
Baubewilligung vom 8. Mai 2017 hinausgehenden - weitergehenden Rückversetzung
der EG-Hauswand beim MFH 2 und keine weiteren Projektänderungen gegenüber den
Plänen zur Baubewilligung vom 8. Mai 2017 beantragt. Der angefochtene Entscheid
beruhe auf ungenügenden und unrichtigen Feststellungen des Sachverhalts. Beim zu
willigenden Gesuch handle es sich um eine Projektänderung gegenüber den Plänen zu
den rechtskräftigen Baubewilligungen zu MFH 2; deren Zulässigkeit sei gegenüber den
am 29. August 2012 rechtskräftig willigten Projektplänen zu beurteilen. Die Behauptung
der Vorinstanz, die in den Plänen zur aufgehobenen Baubewilligung vom 8. Mai 2017
enthaltene Rückversetzung der westlichen Aussenwände auf den Ebenen 3 und 4 beim
MFH 2 und die zusätzliche Vergrösserung der nicht anrechenbaren Technikräume im
Erd- und Obergeschoss der MFH 1 und 2 seien in den Plänen zum
Korrekturbaugesuch vom 15. Januar 2019 nicht mehr enthalten, sei falsch. Es sei zu
vermuten, dass die Vorinstanz falsche Pläne zu einem Vergleich verwendet habe. Das
MFH 1 bilde nicht Gegenstand des Projektänderungsgesuchs vom 15. Januar 2019. Zu
Unrecht unterstelle die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine Absicht, auf die früher
geplanten Änderungen (betreffend Rückversetzung der westlichen Aussenwände)
wieder zu verzichten. Der Beschwerdeführer habe einen solchen Verzicht im Gesuch
2.4.
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3.
vom 15. Januar 2019 weder geäussert noch zeichnerisch rot markiert. Die
Projektänderung allein (Verkleinerung der westseitigen EG-Wohnung des MFH 2 auf
Ebene 3) führe entgegen dem vorinstanzlichen Entscheid zu einer Reduktion der aGF.
Diese Projektänderung gegenüber dem Bauprojekt des MFH 2 gemäss den am 29.
August 2012 rechtskräftig willigten Plänen sei selbst dann zulässig, wenn keine
anderweitigen Projektänderungen erfolgen würden, wie sie zur Baubewilligung vom 8.
Mai 2017 geplant seien (act. G 5).
Der Beschwerdeführer bezog das vorliegend in Frage stehende Korrekturgesuch vom
15. Januar 2019 ausdrücklich auf die Baubewilligung vom 8. Mai 2017 bzw. auf die
Anpassung derselben (vgl. act. G 9/8/1). Dabei ging es vorab um die Reduktion der
vorstehend in E. 2.2 geschilderten Ausnützungsüberschreitung von 14.42 m . Aus den
Akten ersichtlich ist, dass die Pläne, die der Beschwerdeführer am 15. Dezember 2016
im Rahmen der dort beantragten Projektänderungen (5. Projektänderung an MFH 1, 3.
Projektänderung an MFH 2) eingereicht hatte und welche am 8. Mai 2017 von der
Beschwerdegegnerin 1 bewilligt worden waren, Grundlage des Korrekturgesuchs vom
15. Januar 2019 bilden (vgl. act. G 9/8/2-18 und nachstehend E. 3.2). Änderungen
(jeweils rot eingefärbt) sind dabei in den Plänen "Ebene 3, Erdgeschoss Haus 7a" (act.
G 9/8/5), "Westfassade Haus 7a" (act. G 9/8/9), "Südfassade Haus 7a" (act. G 9/8/11)
und "aGF Berechnungsplan Ausnützung Haus 7a" (act. G 9/8/17) vermerkt. Diese
Änderungen beinhalten unbestrittenermassen die Reduktion der aGF der westseitigen
Wohnung auf Ebene 3 des Erdgeschosses des Hauses 7a (MFH 2) um 14.42 m .
Zum Beweisantrag des Beschwerdeführers betreffend Beizug der Pläne gemäss
Korrekturbaugesuch vom 15. Januar 2019 und der Pläne gemäss aufgehobener
Baubewilligung vom 8. Mai 2017 (betreffend Gesuch vom 15. Dezember 2016) sowie
gemäss Baubewilligung vom 29. August 2012 zum Vergleich (act. G 5 S. 4 unten) ist
festzuhalten, dass die Pläne der Gesuche von 2016 und 2019 sich bei den im
vorliegenden Verfahren eingereichten Akten der Beschwerdegegnerin 1 befinden (act.
G 9/8/2-18 und 39-41). Die Pläne zur Baubewilligung von 2012 sind insofern nicht
relevant, als sie nicht Vergleichsgrundlage bilden und überdies die in Rechtskraft
erwachsenen früheren Baubewilligungen durch die Beurteilung des
Projektänderungsgesuchs vom 15. Januar 2019 auch unangetastet bleiben (vgl. auch
vorstehende E. 2.2).
3.1.
2
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Aus dem Vergleich der vom Beschwerdeführer eingereichten Korrekturpläne vom 15.
Januar 2019 betreffend die Ebenen 3 und 4 von MFH 2 (act. G 9/8/5 und 9/8/6) mit den
Plänen, auf welchen die Baubewilligung vom 8. Mai 2017 (5. Projektänderung an MFH
1 und der 3. Projektänderung an MFH 2) betreffend die Ebenen 3 und 4 von MFH 2
basierte (act. G 9/8/39-41), ergibt sich, dass die in den Plänen zur Baubewilligung vom
8. Mai 2017 (vgl. dort S. 22 Ziff. D.1 und act. G 9/8/39-41) noch vorgesehene
Rückversetzung der westlichen Aussenwände auf den Ebenen 3 und 4 bei MFH 2 und
die zusätzliche Vergrösserung der nicht anrechenbaren Technikräume im Erd- und
Obergeschoss der MFH 1 und 2 nicht mehr in den Korrekturplänen vom 15. Januar
2019 (act. G 9/8/5, 9/8/6 und 9/8/17) enthalten sind. Ausgehend von den vorerwähnten
Plänen (vgl. zu den Plangrundlagen jedoch nachstehende E. 3.2) würde so im Ergebnis
- wie Beschwerdegegnerin 1 und Vorinstanz zu Recht feststellten - die Verkleinerung
der aGF um 14.42 m durch die erwähnten Plananpassungen wieder aufgehoben. Ob
es sich dabei um eine teilweise oder vollständige Aufhebung handelt, kann insofern
offenbleiben, als es sich bei der Verkleinerung der aGF um 14.42 m um ein
Mindesterfordernis für die Bewilligungsfähigkeit des Korrekturgesuchs handelt.
Offenbleiben kann auch, ob die in den Korrekturplänen ausgewiesene Verkleinerung
der Küche zu einer unzulässigen Einschränkung der Zugänglichkeit für Menschen mit
Behinderung führt, wie die Beschwerdegegner 2 mit Hinweis auf Art. 102 Abs. 1 PBG
festhalten (act. G 11). Immerhin ist hier zu vermerken, dass das PBG vorliegend nicht
zur Anwendung kommt (vorstehende E. 1).
2
2
3.2.
Der Beschwerdeführer macht indes einen formellen, von der Beschwerdegegnerin 1
verschuldeten Irrtum geltend, indem er feststellt, dass die von ihr verwendeten Pläne
(act. G 9/8/39-41) nicht mit denjenigen übereinstimmen würden, welche er (der
Beschwerdeführer) für seine Korrektureingabe vom 15. Januar 2019 verwendet habe
(act. G 9/8/2-18). Die von ihm verwendeten Pläne (act. G 16) würden - abgesehen von
der Wohnungsverkleinerung - vollständig mit den Plänen übereinstimmen, welche von
der Beschwerdegegnerin 1 zur Baubewilligung vom 8. Mai 2017 mit dem
Genehmigungsstempel versehen und dem Beschwerdeführer zusammen mit der
Baubewilligung zugestellt worden seien (vgl. act. G 16). Die von der
Beschwerdegegnerin 1 herangezogenen Pläne der Ebenen 3 und 4 des MFH 2 (act. G
9/8/41) würden nebst dem Plandatum (5. Januar 2017) noch ein Revisionsdatum (5.
April 2017) enthalten; in der Baubewilligung vom 8. Mai 2017 seien die Grundrisspläne
der Ebenen 3-5 mit dem Revisionsdatum 5. April 2017 aufgeführt. Die Baukommission
3.2.1.
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habe dem Beschwerdeführer zusammen mit der Baubewilligung vom 8. Mai 2017
offenbar fälschlicherweise die Grundrisspläne der Ebenen 2-4 mit dem Plandatum 5.
Januar 2017 und nicht diejenigen mit dem Revisionsdatum 5. April 2017 zugestellt.
Somit habe der Beschwerdeführer infolge eines offenkundigen Fehlers der
Baukommission zu seiner Korrektureingabe vom 15. Januar 2019 unbemerkt Pläne
eingereicht, welche mit den als genehmigt bezeichneten Plänen gemäss act. G 16/1-5
überstimmen würden und nicht solche, die das Revisionsdatum vom 5. April 2017
tragen würden. Die Beschwerdegegnerin 1 und die Vorinstanz hätten den
Beschwerdeführer darauf aufmerksam machen müssen, dass die von ihm zur
Korrektureingabe vom 15. Januar 2019 eingereichten Pläne nicht mit den genehmigten
Plänen zur Baubewilligung vom 8. Mai 2017 vollständig übereinstimmen bzw. teilweise
abweichen (gemäss den Einzeichnungen in den Plänen in act. G 9/8/39-41) würden, so
dass der Beschwerdeführer für eine Übereinstimmung der Pläne hätte sorgen können
(act. G 15 und 16).
Nach Lage der dem Gericht vorliegenden Akten ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdegegnerin 1 sowohl die Pläne vom 5. Januar 2017 (Grundrisse der Ebenen 3
und 4; act. G 16/3, 16/4) als auch die revidierten Pläne vom 5. April 2017 (Grundrisse
der Ebenen 3 und 4; act. G 9/8/39) am gleichen Datum (8. April 2017) mit ihrem
Genehmigungsstempel versah. Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, dass er mit
der Baubewilligung vom 8. Mai 2017 die genehmigten Pläne vom 5. Januar 2017 (vgl.
act. G 16), nicht jedoch die revidierten genehmigten Pläne vom 5. April 2017 zugestellt
erhalten habe (act. G 15 Ziff. 1.3), nahmen im vorliegenden Verfahren weder die
Vorinstanz noch die Beschwerdegegnerin 1 Stellung. Das Vorbringen hat damit als
unbestritten zu gelten. Hingegen ist zu beachten, dass in der Baubewilligung vom
8. Mai 2017 (S. 22 Ziff. D.1) die hier zur Diskussion stehenden Pläne (Grundrisse der
Ebenen 3 und 4) mit dem Revisionsdatum 5. April 2017 als genehmigt aufgeführt
wurden (act. G 9/8/39). Damit hätte der Beschwerdeführer die ihm nicht zugestellten
Pläne bei der Beschwerdegegnerin 1 anfordern müssen. Er durfte nicht auf den
Bestand der ihm mit der Baubewilligung als genehmigt zugestellten Pläne vom 5.
Januar 2017 (act. G 16/3 und 16/4) vertrauen. Der ausdrückliche Hinweis in der
Baubewilligung, dass die Revisionspläne vom 5. April 2017 massgeblich sind, geht den
offenbar versehentlich falsch gestempelten Beilageplänen vor. Das Versehen seitens
der Beschwerdegegnerin 1 musste dem Beschwerdeführer als sachverständiger
Bauherr und Architekt, der sowohl die Pläne vom 5. Januar 2017 als auch die
revidierten Pläne vom 5. April 2017 erstellt und der Baubewilligungsbehörde
3.2.2.
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