Decision ID: 7e2d50df-0462-4f95-a830-d491103dfb03
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Unfallmeldung vom 28. November 2012 m
eldete die
Y._
AG der
Sympan
y
Versicherungen AG (im Folgenden:
Sympany
), dass ihr Mitarbeiter
X._
, geboren 1953, am 3. November 2012 verunfallt sei (Urk. 10/121
/1
).
Aufgrund der ihr zur Verfü
gung gestandenen Unterlagen kam die
Sympany
zum Schluss, dass kein
Unfall
ereignis
überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen sei und lehnte ihre
Leis
tungspflicht
mit Schreiben vom 20. Dezember 2013 ab (Urk. 10/59), woran sie mit Verfügung vom
18. Februar 2014 festhielt (Urk. 10/54). Die dagegen ge
richtete Einsprache des Versicherten vom 12. März 2014 (Urk. 10/46) wies die
Sympany
mit Entscheid vom 31. März 2015 ab (Urk. 2 = Urk. 10/12).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 31. März 2015 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am 12. Mai 2015 Beschwerde und beantragte, es sei die Leistungspflicht der
Sympany
aufgrund des Unfallereignisses festzustellen und diese zu ver
pflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (Urk. 1).
Mit
Beschwerde
antwort
vom 17. September 2015 schloss die
Sympany
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 9).
Auf entsprechende Aufforderung seitens
des Gerichts hin (vgl. Urk. 14)
reichte der Beschwerdeführer das Urteil des Bezirksgerichts
Z._
vom 2. September 2015
in eigener Sache
betreffend falsche Anschuldigung und Betrugsversuch (Urk. 17) ein und teilte mit, dass dieses noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei (Urk. 16). Mit Verfügung vom 9. November 2015 wurde das vorliegende Ver
fahren
bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens
gegen den Be
schwerdeführer
sistiert (Urk.18). Am 26. April 2015 (richtig: 2016) reichte der Beschwerdeführer den rechtskräftigen
Nichteintretensbeschluss
des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. Februar 2016 in der genannten Strafsache (Urk. 21/1) ein (Urk. 20), worauf die Sistierung des vorliegenden Verfahrens am 27. Mai 2016 aufgehoben wurde (Urk. 22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) Gebrauch gemacht
. Danach müssen zur Begründung der
L
eistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit die übrigen Tatbestandsmerkmale
des Unfalls erfüllt sein.
Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung (BGE 129 V 466 E. 4.2.1).
1
.4
D
ie einzelnen Umstände des Unfallgeschehens
sind
von der
leistungsan
-
sprechen
den Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forde
rung nicht nach, indem unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Anga
ben gemacht werden, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als un
glaubwürdig erscheinen lassen, so besteht keine Leistungspflicht des
Unfallver
sicherers
. Insbesondere ist zu verlangen, dass die Schilderungen mit den vor
handenen Indizien im Wesentlichen übereinstimmen. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines
Un
-
fallereignisses
nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt. Diese Grundsätze gelten auch bezüglich des Nachweises unfallähnlicher Körperschädigungen (Urteile
des Bundesgerichts
U 102/06 vom 9. Oktober 2006 E. 3.1 mit Hinweisen, in: HAVE 2006 S. 364, und U 57/88 vom 30. Mai 1989 E. 2, in: RKUV 1990 Nr. U 86
S. 46). Unter Umständen kann auch der medizinische Befund einen Beweis dafür bilden, dass eine Schädigung auf eine ungewöhnliche äussere Einwirkung, also auf ein Unfallereignis, zurückzuführen ist. Der mangelnde Nachweis eines Un
falles lässt sich selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese dienen aber mitunter als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen eines Unfal
les (BGE 103 V 175; Urteil [des
Eidg
. Versicherungsgerichts] U 307/01
vom 2
2.
April 2003 E. 5 mit Hinweisen, in: RKUV 2003 Nr. U 485 S. 253; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 1985, S. 264).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
ihre Leistungspflicht zusammengefasst mit der Begründung, dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, das Vorliegen ei
nes Unfallgeschehens glaubhaft zu machen (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (Urk. 1),
es sei unbe
strittenermassen erstellt, dass am 3. November 2012 eine Auseinanderset
zung stattgefunden habe, bei welcher die Mutter seiner Kinder derart auf seinen Köper einwirkte, dass er sich an der Halswirbelsäule verletzt habe (S. 13 N 39).
2.3
Streitig ist, ob überhaupt ein Unfallereignis vorliegt.
3.
3.
1
3.1.1
Der erstbehandelnde Arzt Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Hals-Ge
sichts- und Laserchirurgie,
diagnostizierte in der ärztlichen Bescheinigung vom 6. November 2012 (Urk. 10/121/3) ein
kranio
-
zervikales Beschleunigungstrauma
Stufe 2 der Quebec-Klassifikation. Der Beschwerdeführer habe angegeben, von hinten angegriffen worden zu sein. Die Täterin, eine durchtrainierte
Sportlehre
rin
, habe einen Handkantenschlag auf
seine
seitliche Halswirbelsäule (HWS) und die Halsweichteile verübt. Er habe das Bewusstsein nie verloren und habe nicht erbrechen müssen. Im seitlichen Halsbereich und vor allem
im
HWS-Be
reich seien sofort Schmerzen aufgetreten. Es sei eine Schmerzausstrahlung ge
gen das rechte Auge erfolgt, der Beschwerdeführer beschreibe eine Ausdehnung rund um den Augenbulbus. Diese sei anhaltend vorhanden.
Er
habe an einer starken Benommenheit und an einer
Vigilanzstörung
gelitten. Die Schmerzen am Hinterkopf, vor allem auf der rechten Seite, seien eher brennenden und ste
chenden Charakters
gewesen
. Es habe sich in der Folge eine rasche
Erschöpf
barkeit
eingestellt, und der Beschwerdeführer leide an ausgeprägten Schlafstö
rungen.
Es zeige sich bei der Untersuchung eine deutliche Einschränkung der HWS-Drehung zur rechten Seite, welche stark schmerzgehemmt sei. Ebenfalls könne die
Reklination
wegen auftretender akuter Schmerzen nicht durchgefü
hrt werden. Im Bereich der Haut
zeige sich im seitlichen Halsbereich, im
Dermatom
C4 bis C5, eine Rötung, die Haut selber sei intakt.
Es bestehe eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit seit dem 5. November 2012 (Urk. 10/121/2).
3.1.2
Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem
Beschleu
nigungstrauma
vom 6. November 2012 (Urk. 3/21) berichtete Prof.
A._
über geklagte HWS-Schmerzen bei der Flexion, Rechtsdrehung und Seitneigung rechts, eine
n
Stauchungsschmerz mit Ausstrahlung sowie
Augen
schmerzen
rechts. Im seitlichen Halsabschnitt rechts beständen Paresen und sensible Defizite. Es gebe keine äusseren Verletzungen.
Es bestehe bis auf wei
teres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
3.1.3
Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem
Be
-
schleu
nigungstrauma
vom 17. Oktober
(richtig wahrscheinlich: Dezember
; Urk. 10/117)
2012
berichtete Prof.
A._
, der Beschwerdeführer
habe sofort nach dem Unfall an Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit, Schlafstörungen und Vigilanz-Verminderung gelitten.
Äussere Verletzungen seien nicht feststellbar.
Es sei neben der Einnahme von Medikamenten aktive Physiotherapie verordnet worden. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem 27. Oktober bis 3. Dezember 2012, ab 4. Dezember 2012 bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 50 %.
3.2
Die Kernspintomografie (MRT)
des
Neurocraniums
und der HWS vom 19.
No
-
vember
2012
ergab laut Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Radiologie,
vom 19. November 2012 (Urk. 10/122) keine Anhaltspunkte für eine posttraumatische Läsion intrakraniell. Es lägen
weder eine
Blutung
noch
ein Tumor vor. Es bestünden Degenerationen der HWS mit
Osteochndrosen
und
Unkarthrosen
sowie
Diskusprotrusionen
auf mehreren Ebenen, hingegen keine signifikante Hernie und keine Neurokompression. Es liege keine zervikale Mye
lopathie vor. In den Wirbelkörpern C4 und C5 sei ein
geringgradiges
Kontusi
onsödem
rechtsseitig fraglich, es bestehe indessen keine Fraktur.
3.
3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurologie
,
stellte im Bericht vom 31. Mai 201
3 (Urk. 10/73
)
fest, es seien keine unfallbedingte
n
neurologische
n
Ausfälle
eruierbar
. Es bestehe auch kein Anhalt für eine begleitende und auf den Verlauf zusätzlich Einfluss nehmende Commotio cerebri: Es liege weder eine Amnesie vor noch hätten eine Bewusstlosigkeit oder eine Desorientierung am Unfallort bestanden. Obwohl sich im posttraumatischen Verlauf die initiale Schmerzsymptomatik
tendenziell
gebessert habe, wirke sich nach wie vor die schmerzbedingt eingeschränkte Belastbarkeit limitierend auf die berufliche Reintegration aus. Der Beschwerdeführer habe zwar
zirka
zwei Monate nach dem Unfall eine
5
0%ige Arbeitsfähigkeit wieder aufnehmen können, die formal durch die Behandler bis heute attestiert werde. Eine weitere Steigerung darüber hinaus sei im Verlauf aber nicht m
öglich
gewesen. Beim Beschwerdeführer
seien
im Verlauf zudem keine, die Schmerzen beeinflussenden und die Belastbarke
it
steigernden physiotherapeutischen Behandlungen durchgefüh
r
t
worden
. Er stehe aktuell auch nicht unter der Medikation mit Analgetika.
Die verhaltens
neurologisch-neuropsychologische Abklärung zeige unter Berücksichtigung ei
nes prämorbid mittleren bis hohen Leistungsprofils sowie ordentlichem
Leis
tungswillen
im Untersuchungsgang durchwegs unauffällige kognitive Befunde
(
S
.
4)
.
4.
4.1
Aus den Strafermittlungsakten geht hervor, dass bereits am 27. Oktober 2012 ein Streit zwischen dem Beschwerdeführer und
seiner
Expartnerin
statt
gefun
den hat
, anlässlich welchem die Polizei aufgeboten w
orden ist
(Urk. 3/5/2 S. 8). W
as sich zwischen dem Beschwerdeführer und
seiner
Expartnerin
am 3. November 2012 zugetragen hat, kann aufgrund der Akten nicht abschlies
send beurteilt werden. Während der Beschwerdeführer behauptete, er sei von seiner
Expartnerin
mittels eines Handkantenschlags von hinten gegen die rechte Seite seines Halses attackiert worden, bestand die
Expartnerin
des Beschwerde
führers darauf, diesem lediglich das Telefon aus der Hand gerissen zu haben. Die
Expartnerin
des Beschwerdeführers wurde mit rechtskräftigem Urteil
vom
10. Dezember 2013 des Einzelgerichts am Bezi
rksgericht
D._
(Urk. 10/43
/2) vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung frei gesprochen, weil der ihr vorgeworfene Sachverhalt n
icht erstellt war (E. 2.6.2.6).
Andererseits wurde aber auch der Beschwerdeführer
unter anderem
vom Vor
wurf
des versuchten Betruges
im Sinne der versuchten Erschleichung von
Un
fallve
rsicherungsleistungen
(vgl. Urk. 10/2
S. 4
) mit rechtskräftigem Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht
Z._
vom 2. September 2015 freigespro
chen (Urk. 17).
4.2
D
ie
Unfallmeldung der
Y._
AG
vom 28.
November
2012 (Urk. 10/121/1)
,
welcher unter anderem entnommen werden kann, dass der Beschwerdeführer am 3. November 2012
um 13.30 Uhr auf dem Fussball
platz
E._
an der Halswirbelsäule und
an den
Halsweichteile
n
rechts verle
tzt
worden sei
und sich ein Schleudertrauma zu
ge
zog
en habe
(
Ziff.
9), ist nur lückenhaft ausgefüllt. So fehlen Angaben zu Kin
dern unter 18 Jahren (Ziff. 2) sowie über den Verdienst des Verunfallten (Ziff. 12). Falsch ist die Angabe, dass kein Polizeirapport besteh
e
(Ziff. 6).
Als letzter Arbeitstag vor dem Unfall wurde der 22. November 2012 angegeben (Ziff. 8).
In den Antwor
ten zu den ergänzenden Fragen zum Unfallhergang
(Urk. 10/110)
gab der Be
schwerdeführer an, der Unfall habe sich
am 3. November 2012
auf dem Fuss
ballplatz
F._
ereignet und als Uhrzeit nannte er zirka 13.15 Uhr
. Die Strafverfolgungsbehörden gingen aufgrund der
Anzeige des Beschwerde
führers davon aus, dass sich das Ereignis am 3. November 2012 um zirka 14.20 Uhr
auf
dem Sportplatz
G._
,
H._
, zugetragen ha
b
e (vgl. statt vieler Urk. 3/16).
G
egenüber
Dr.
A._
gab der Beschwerdeführer als
Unfallzeit
punkt
den 27. Oktober 2012, 14.30 Uhr
,
an (vgl. Urk. 10/117
i.V.m
. Urk.
10/88).
Nicht nachvollziehbar ist die Angabe über den letzten Arbeitstag vor dem Un
fall, welcher mit dem 22. November 2012 datiert worden ist, es sei denn, der Beschwerdeführer
sei
bis zum 22. November 2012 seiner Arbeit ordentlich nach
gegangen
, was durchaus plausibel erscheint, konsultierte er
doch
gemäss
Einvernahmeprotokoll
der Staatsanwaltschaft nach dem Vorfall nicht einen Arzt an seinem Wohnort, sondern in
I._
, weil er dort arbeite (Urk. 3/5/2 S. 5).
Überdies erwecken die unterschiedlichen Datums- und Uhrzeitangaben den Anschein, als ob der Beschwerdeführer selber nicht ganz sicher war, welchen Streit mit seiner
Expartnerin
er als Unfall
angebe
n wollte. Nicht
einleuchtend
ist ausserdem, weshalb er dem Gericht beschwerdeweise sämtliche Protokolle über die Zeugenbefragungen durch die Strafermittlungsbehörden, nur aber das unbe
gründete Strafurteil vom 10. Dezember 2013 eingereicht hat (Urk. 3/1
8
), obwohl das begründete Urteil (Urk. 10/43/2) bereits bei Beschwerdeerhebung vorgelegen hat.
Allein die
widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers zum Unfall
lassen
erhebliche
Zweifel aufkommen, ob ein Unfall überhaupt stattgefunden hat.
4.3
Der Beschwerdeführer, welcher laut eigener Aussage gegenüber der Kantons
-
poli
zei
Zürich nach dem angeblichen Angriff sofort an schweren Schmerzen
gelitten habe
und welchem vom diensthabenden Polizisten über den Notruf empfohlen
worden sei
,
sich
zum Arzt oder in den Notfall zu begeben (vgl. Urk. 3/5
/1
Ziff.
8), stellte sich
erst
am 6. November 2012
Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, vor. Dieser
wiedergab in seinem Bericht vom 6. November 2012 (E.
3.1
.1
) die subjektiv ge
klagten Bes
chwerden des Beschwerdeführers, ohne diese offenbar zu hinterfra
gen.
Nur so ist jedenfalls zu erklären, dass
Prof.
A._
am 6. November 2012
berichtete, es sei nach dem Unfall eine
starke Benommenheit
aufgetreten
und im
Dokumentationsbogen
angab
, der Beschwerdeführer habe über Schwin
del und Übelkeit berichtet, nicht aber den Hinweis anbrachte, dass diese
Leiden den Beschwerdefüh
r
er
nicht daran
ge
hindert
haben
,
noch Auto
zu fahren (vgl.
Urk.
10/43/2 E. 2.5.2
).
Als objektive Befunde führte
Prof
.
A._
nur gerade
an, dass die
Reklination
schmerzbedingt nicht möglich und dass die HWS-Dre
hung zur rechten Seite deutlich eingeschränkt
sei
,
wobei er es unterliess, anzu
geben, wie weit
die
Bewegungen eingeschränkt waren
.
Schleudertraumaspezi
fische
Untersuchungen scheint er gar nicht vorgenommen zu haben
,
zumindest hat er diese nicht dokumentiert
.
Dafür führte er gemäss den der
Beschwerde
gegnerin
in Rechnung gestellten Leistungen eine Nasenendoskopie mit Optik beidseitig durch (
vgl.
Urk. 10/116).
Zu welchen Erkenntnissen die
se Untersu
chung
in Bezug auf
die behauptete HWS-Distorsion
hätte führen sollen, ist
nicht
ersichtlich
.
Ihre Durchführung
wurde denn auch
in seinen Berichten
(E. 3.
1.1-3
)
nicht
erwähnt.
Unwahrscheinlich ist auch, dass die als objektiver Befund aufgeführte Rötung der Haut im seitlichen Halsbereich
, welche nicht weiter und insbesondere nicht betreffend Ausbreitung beschrieben wurde,
von einem drei Tage zuvor verübten Schlag, der eine HWS-Distorsion II. Grades zur Folge gehabt haben soll, zurückzuführen ist,
würde
man
doch
nach einem der
art starken Schlag
nicht bloss eine Rötung der Haut
,
sondern viel
eher das Vor
liegen
ein
es
Hämatom
s
erwarten
.
Selbst wenn dieses im Zeitpunkt der Untersu
chung bereits am Abklingen gewesen wäre,
wäre es nicht bloss noch als eine Rötung erkennbar gewesen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, weshalb der Beschwerdeführer erst in der Einvernahme durch den Staats
anwalt von einem
„blauen Abdruck“
am Hals
berichtete
(vgl. Urk. 3/5/2 S. 4 oben)
, nicht aber schon in der zeitnahen polizeilichen Einvernahme
, anlässlich welcher er ausdrücklich nach Verletzungen gefragt wurde (vgl. Urk. 3/5
/1
S
.
3
Ziff.
8-10).
Auch wenn
der Ehrenrat der medizinischen Gesellschaft
J._
keine Verletzung der Standesregeln durch
Prof.
A._
feststel
len konnte (vgl. Urk. 10/22/1), erscheint aufgrund seiner Berichte nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer überhaupt eine Verletzung davongetragen hat. Viel mehr entsteht der Eindruck, dass seine Berichterstattung
zu einseitig auf die Schilde
rungen des Beschwerdeführers und zu wenig auf seinen eigenen Feststellungen gründen. Die von ihm
angeordnete MRT des
Neurocr
a
niums
und der
Halswir
belsäule
ergaben denn auch keine Anhaltspunkte für eine posttraumatische Lä
sion
interkraniell
und nur ein fragliches
geringgradiges
Kontusionsödem in den Wirbelkörpern C4 und C5 rechtsseit
ig
.
Überdies nahm es
Prof.
A._
mit der Berichterstattung nicht sehr genau,
verneinte er
in den
Dokumentationsbo
gen
äussere Verletzungen und führte die Rötung am Hals nicht an (
E. 3.1.2-3
) und attestierte
im Dokumentationsbogen vom 27. Dezember 2012
eine Arbeits
unfähigkeit bereits ab
dem 27. Oktober 2012 (
E. 3.1.3
), obwohl er im Zeugnis vom 6. November 2012 eine solche erst ab
dem
5. November 2012
bescheinigt
hatte (Urk. 10/121/2)
.
Auch die Feststellungen von
Dr.
C._
sind nicht geeignet, Unfall
folgen
als überwiegend wahrscheinlich
zu qualifizieren, stützt
e
sie sich
bei ihrer Beurtei
lung
auf die Berichte
von
Prof.
A._
und die Angaben des Beschwerde
führers
(vgl. Urk. 10/73 S. 1 und 2)
.
Im Übrigen waren in ihrer Untersuchung keine unfallbedingte
n
neurologische
n Ausfälle
eruierbar
.
4.4
Zusammenfassend ist aufgrund der Tatsache, dass schon das Strafgericht die vom Beschwerdeführer angezeigte Körperverletzung als nicht erstellt erachtete,
und
unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer widersprüchliche Anga
ben zum Unfallort und Unfallzeitpunkt machte
, das Vorliegen eines
Unfallge
schehens
als
nicht überwiegend wahrscheinlich
nachgewiesen
. Im Lichte der dargestellten medizinischen Aktenlage können überdies Anhaltspunkte verneint werden
,
die eine traumatische Genese der geklagten Beschwerden mit dem er
forderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl
ichkeit beleg
en.
Damit hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.