Decision ID: d4ecbe01-4e6f-42b9-bd62-7fa3b1bac919
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._ war im Unfallzeitpunkt bei der C._ angestellt und im Rahmen
dieser Anstellung bei der B._ AG obligatorisch gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung
UVG vom 12. Oktober 2017 zog sich A._ am 13. August 2017 auf einer
Hochtour eine Verletzung am rechten Knie zu, indem sie mit dem Steig-
eisen beim anderen Fuss einhängte und dadurch stürzte.
2. Die Erstbehandlung erfolgte am 25. August 2017 durch Dr. med. D._
und die Nachbehandlung durch Dr. med. E._. Letztere hielt in ihrem
Bericht vom 22. November 2017 einen Verdacht auf eine Meniskusläsion
lateral rechts fest und meldete A._ bei fehlender Besserung mit
Physiotherapie zu einer MRI-Untersuchung des rechten Knies an.
3. Die MRI-Untersuchung des rechten Knies fand am 2. Dezember 2017 im
Spital F._ statt. Dabei wurden ein grosser bis zum Knochen reichender
Knorpeldefekt der gesamten lateralen Patellafacette und bis zum Knochen
reichende Fissuren im Knorpel der medialen Patellafacette, ein
Knorpeldefekt der lateralen Facette der Trochlea femoris und
Gelenksganglien in der interkondylären Notch sowie dorsokranial des
lateralen Femurkondylus festgestellt.
4. In der Folge wurde bei A._ am 29. Januar 2018 durch Dr. med.
G._ in der H._ eine Kniegelenksarthroskopie rechts mit
ausgedehntem Knorpeldébridement retropatellär und ventraler
Femurkondylus, subtotale Synovektomie, lateraler Kapselrelease sowie
Kreuzbandzystenperforation mit intraartikulärer Entleerung durchgeführt.
5. Der postoperative Verlauf gestaltete sich in der Folge schleppend.
Nachdem die Kniebeweglichkeit im April 2018 immer noch stark
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eingeschränkt war, erfolgte am 16. April 2018 eine weitere MRI-
Untersuchung des rechten Knies im Spital F._.
6. Dr. med. O._ vom Orthopädie Zentrum S._ empfahl in seinem
Bericht vom 5. Juni 2018 zuhanden Dr. med. D._ eine erneute
Operation, da die Kniebeweglichkeit verbessert werden müsse, damit die
Rehabilitation stattfinden könne.
7. In der Folge holte A._ beim Orthopäden Dr. med. J._,
Medizinisches Zentrum in K._, eine Zweitmeinung ein. Dieser
diagnostizierte eine Patella baja, eine recht ausgeprägte Tendinopathie
Lig. Patellae sowie eine Gehstörung bei objektivierbarer Nervenläsion des
N. tibialis. Er empfahl eine Kniegelenksarthroskopie mit Adhäsiolyse und
stellte ein entsprechendes Kostengutsprachegesuch an die B._.
8. Aufgrund der anstehenden Nachoperation vom 2. Juli 2018 holte die
B._ bei ihrem medizinischen Dienst eine Beurteilung ein. Gestützt auf
die erfolgten Beurteilungen von Dr. med. L._ und Dr. med. M._
vom 28. Juni 2018 und 29. Juni 2018 teilte die B._ A._ mit
Schreiben vom 29. Juni 2018 mit, dass weder der Eingriff vom 29. Januar
2018 noch die bevorstehende Operation vom 2. Juli 2018 überwiegend
wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 13. August 2017
stünden. Mangels rechtsgenüglichen Nachweises der natürlichen
Kausalität würden die Versicherungsleistungen per 29. Januar 2018
eingestellt und würde auf eine Rückforderung der zuviel erbrachten
Versicherungsleistungen vorläufig verzichtet werden.
9. Mit Schreiben vom 26. Juli 2018 nahm A._ dazu Stellung und reichte
u.a. auch eine Stellungnahme von Dr. med. J._ vom 3. Juli 2018 ein,
in welcher er den ablehnenden Entscheid der B._ für nicht
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nachvollziehbar erachtete und dies entsprechend begründete. Die
Nachoperation wurde in der Folge am 6. August 2018 durch Dr. med.
J._ durchgeführt.
10. Daraufhin nahm der beratende Arzt der B._, Dr. med. I._, am
15. Oktober 2018 eine Aktenbeurteilung vor, worin dieser zum Schluss
kam, dass die geltend gemachte Gesundheitsschädigung nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise Folge des Unfalls
vom 13. August 2017 gewesen sei und der Status quo sine nach
spätestens drei bis sechs Monaten wieder erreicht gewesen sei.
11. Gestützt darauf erliess die B._ am 26. Oktober 2018 eine anfechtbare
Verfügung, wonach die am 29. Januar 2018 durchgeführte Operation nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Unfallfolgen zurückzuführen sei
und die Leistungen per 28. Januar 2018 einzustellen seien. Die bisher
geleisteten Heilkosten und Taggelder würden nicht zurückgefordert
werden.
12. Dagegen erhob A._ am 23. November 2018 Einsprache. Während des
Einspracheverfahrens nahm der beratende Arzt der B._, Dr. med.
I._, am 3. September 2019 eine erneute Aktenbeurteilung vor, worin
er an seiner bisherigen Beurteilung festhielt. In der Folge wies die B._
die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 9. September 2019 ab.
13. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 8. Oktober 2019 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, der
Einspracheentscheid vom 9. September 2019 und die Verfügung vom 26.
Oktober 2018 seien aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen und die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung zu
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prüfen. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen, welches
mindestens ein orthopädisches Gutachten umfasse. Mit der Begutachtung
sei das Universitätsspital S._, Klinik für Traumatologie oder das asim
in Basel zu beauftragen. Zunächst brachte sie vor, sie habe einen Ordner
voller UVG-Akten erhalten, die allerdings nicht ordnungsgemäss akturiert
seien, weshalb sich nicht überprüfen lasse, ob die Akten vollständig seien.
Wenn keine korrekte Aktenführung vorgenommen werde, erschwere dies
der Beschwerdeführerin die Geltendmachung ihrer Rechte. Dass sich dies
negativ ausgewirkt habe, zeige die Tatsache, dass dem beratenden Arzt
Dr. med. I._ das Kostengutsprachegesuch der H._ vom 16.
Januar 2018 nicht vorgelegen habe, weshalb eine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör bzw. eine Umkehr der Beweislast
festzuhalten sei. Im Weiteren führte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen aus, Dr. med. I._ hätten nur unvollständige Akten
vorgelegen, insbesondere habe der Bericht vom 16. Januar 2018 gefehlt,
was zur Unverwertbarkeit der Aktenbeurteilung führen würde. Aus diesem
Bericht sowie der Beurteilung von Dr. med. N._ ergebe sich klar, dass
unfallbedingt eine Entfernung der Synovialganglien notwendig gewesen
und die Operation unfallbedingt indiziert gewesen sei. Die B._ habe
für diese Behandlung gestützt auf den Bericht von Dr. med. G._ vom
16. Januar 2018 Kostengutsprache erteilt. Es handle sich damit klar um
eine unfallbedingte Behandlung. Bei dieser Behandlung habe eine
Schädigung stattgefunden, indem eine nicht vereinbarte Patellararthrose-
Operation und insbesondere ein nicht indizierter Eingriff in Form eines
Lateral-Release durchgeführt worden sei. Für die Operation der
Patellararthrose habe keine Aufklärung und keine Einwilligung vorgelegen.
In der Folge sei es zu Verwachsungen im Sinne einer Arthrofibrose und
weiteren Einschränkungen gekommen, die eine erneute Operation am 6.
August 2018 notwendig gemacht hätten. Die beigezogenen Ärzte Dres.
med. J._, O._ und P._ hätten alle die Notwendigkeit einer
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weiteren Operation bejaht. Die Operation vom 29. Januar 2018 habe
zudem zu einer Nervenverletzung geführt, was unüblich sei. Dr. med.
I._ Schluss in seiner zweiten Aktenbeurteilung, wonach mit einer
Verletzung des hinteren Kreuzbandes die Ganglione nicht assoziiert seien,
könne nicht nachvollzogen werden. Sodann halte Dr. med. I._ fest,
dass in der Anamnese nur eine Knieverdrehung festgehalten sei „(Kein
Sturz!)“. Dies sei falsch und stehe in offenem Widerspruch zur schriftlichen
Unfallschilderung der Beschwerdeführerin. Dr. med. I._ mache eine
einseitige Aktenbeurteilung. Es fehle ihm die notwendige Sorgfalt und
Objektivität. Die Beschwerdegegnerin hätte sich nicht auf die Beurteilungen
von Dr. med. I._ abstützen dürfen, nachdem diese im Widerspruch zu
den Beurteilungen der behandelnden Ärzte gestanden habe und es
deutliche Hinweise gegeben habe, dass Dr. med. I._ keine neutrale
Beurteilung abgegeben habe. Die B._ habe den
Untersuchungsgrundsatz und den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt,
indem sie kein neutrales externes Gutachten eingeholt habe. Falls das
Gericht nicht zum Schluss kommen sollte, dass die B._ über den 28.
Januar 2018 leistungspflichtig sei, sei ein gerichtliches Gutachten
einzuholen. Damit ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin bei einer
unfallbedingten Behandlung einen Gesundheitsschaden erlitten habe, der
weitere Heilbehandlungen und eine weitere Operation notwendig gemacht
habe. Die Beschwerdeführerin sei dafür gemäss Art. 10 UVG und Art. 6
Abs. 3 UVG versichert. Dementsprechend sei die B._ zu verpflichten,
die weiter notwendige Heilbehandlung zu übernehmen. Sie hätte bei
korrekter Prüfung des Antrages von Dr. med. J._ die Unfallkausalität
bejahen müssen. Sie habe auch keine Einwände gegen die Operation bei
Dr. med. J._ erhoben, weshalb sie für diese Behandlung aufkommen
müsse. Auch die weiteren notwendigen Behandlungen seien unfallbedingt
zu übernehmen. Der Zeitpunkt für den Fallabschluss sei noch nicht erreicht,
da mit einer erheblichen Besserung gerechnet werde. Nach Abschluss der
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Behandlung sei der Integritätsschaden gutachterlich zu prüfen und der
Beschwerdeführerin allenfalls eine Integritätsentschädigung auszurichten.
14. In ihrer Vernehmlassung vom 21. November 2019 beantragte die B._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde.
Eventualiter sei bei Einholung eines gerichtlichen Gutachtens die
Schulthess Klinik in Zürich oder das asim in Basel zu beauftragen. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, Dr. med. I._ sei stets das
gesamte medizinische Dossier zur Beurteilung unterbreitet worden.
Insbesondere im Bericht vom 3. September 2019 nehme Dr. med. I._
auch zur Beurteilung von Dr. med. G._ Stellung, wobei er auch den
Bericht vom 16. Januar 2018 berücksichtige und nachvollziehbar
begründe, weshalb die Beurteilung von Dr. med. G._ nicht zutreffe.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringe, dass Dr. med. I._ die
Anamnese falsch erhoben habe, treffe dies nicht zu. Vielmehr erwähne Dr.
med. G._ im Bericht vom 16. Januar 2018 keinen Sturz und gebe Dr.
med. I._ nur die Schilderungen von Dr. med. G._ wieder. Es sei
somit Dr. med. G._, welcher von einem unzutreffenden Sachverhalt
ausgehe. Ohne Berücksichtigung des Sturzes auf das Knie könne wohl
kaum beurteilt werden, welche Folgen das Ereignis vom 13. August 2017
nach sich gezogen habe. Sodann berücksichtige Dr. med. G._ in
seiner Gesamtbeurteilung nebst dem lückenhaften Sachverhalt auch bloss
lückenhaft die festgestellten Befunde. So erwähne er weder die
fortgeschrittenen Knorpelveränderungen, noch das zweite
Zystenkonglomerat. Demgegenüber begründe Dr. med. I._
nachvollziehbar und schlüssig aufgrund des vollständigen Sachverhaltes
und der Anamnese, dass die Ganglionkonvolute für die Beschwerden
verantwortlich seien, diese jedoch nicht auf das Unfallereignis vom 13.
August 2017 zurückzuführen seien und der operative Eingriff vom 29.
Januar 2018 damit keine Behandlung der Unfallfolgen erfasst habe.
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Vielmehr sei anlässlich des Ereignisses vom 13. August 2017 die
vorbestehende Arthrose traumatisiert worden. Am 29. Januar 2018 seien
nur noch vorbestehende degenerative Veränderungen behandelt worden.
Der Status quo sei daher am 27. Januar 2018 eingetreten. Daran ändere
auch die Tatsache nichts, dass die Beschwerdegegnerin vorgängig
Kostengutsprache für den Eingriff erteilt habe, da diese keine Beurteilung
einer Kausalitätsfrage darstelle. Der Fallabschluss sei daher zweifellos
vorzunehmen gewesen. Die lückenhaften Berichte von Dr. med. G._
sowie die mit Beschwerde vom 8. Oktober 2019 eingereichten zusätzlichen
Arztberichte würden keine Zweifel an den Beurteilungen von Dr. med.
I._ zu wecken vermögen. So handle es sich bei den zusätzlich
eingereichten Arztberichten um Aufklärungsformulare und
Verlaufsberichte, welche keine neuen Aspekte und keine
Schlussfolgerungen betreffend Unfallschäden beinhalten würden. Im Sinne
der höchstrichterlichen Rechtsprechung sei daher auf die Berichte von Dr.
med. I._ abzustellen. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
werde deshalb bestritten und auf die Einholung eines gerichtlichen
Gutachtens sei zu verzichten. Sollte das Gericht wider Erwarten die
Einholung eines gerichtlichen Gutachtens für angezeigt erachten, so sei ein
solches entweder bei der Gutachterstelle asim in Basel oder der Schulthess
Klinik in Zürich einzuholen. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringe, dass
sie bei einer unfallbedingten Behandlung einen Gesundheitsschaden
erlitten habe, könne dem nicht zugestimmt werden. Selbst wenn eine
mangelnde Aufklärung erfolgt wäre, falle eine Leistungspflicht gestützt auf
Art. 10 UVG nicht in Betracht, da keine Unfallfolgen, sondern Vorzustände
anlässlich des Eingriffs vom 29. Januar 2018 behandelt worden seien. Im
Übrigen habe Dr. med. I._ zum Eingriff vom 29. Januar 2018
ausgeführt, dass es sich unter Berücksichtigung der Indikation um einen
üblichen Eingriff handle. Grobe Fehler oder Ungeschicklichkeiten seien
ebenfalls nicht festgestellt worden. Sodann brachte die
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Beschwerdegegnerin vor, dass ohne bleibende Schädigungen, welche auf
das Unfallereignis zurückzuführen seien, auch die Prüfung einer
Integritätsentschädigung entfalle.
15. In ihrer Stellungnahme vom 3. Dezember 2019 führte die
Beschwerdeführerin aus, bereits im Bericht vom 22. November 2017 sei
von der Hausärztin die Verdrehung des Knies dokumentiert worden.
Sodann sei die Erstkonsultation vom 25. August 2017 bei Dr. med. D._
erfolgt und nicht dokumentiert worden. Es treffe nicht zu, dass Dr. med.
Q._ keine weitere medizinische Intervention empfohlen habe. Sie
habe bloss den Verzicht auf eine Leitungsanästhesie des Nervus femoralis
rechts im Rahmen der geplanten erneuten Operation empfohlen, um den
Nerv nicht zu retraumatisieren. Auf den Bericht von Dr. med. I._ könne
nicht abgestellt werden, da er die Beschwerdeführerin nicht untersucht
habe und sich über das Vorliegen oder Nichtvorliegen der Ganglien nicht
äussern könne. Seine Überlegungen seien rein theoretischer Natur. Dres.
med. N._ und G._ hätten die Beschwerdeführerin untersucht und
die Resektion der Ganglienzysten empfohlen. Beide seien davon
ausgegangen, dass diese Operation unfallbedingt notwendig sei. Dass die
Ganglienkonvolute vorbestehend gewesen sein sollten, werde bestritten.
Die Beschwerdeführerin sei wegen des Knies bis zum Unfall vom 13.
August 2017 nie in Behandlung gewesen. Im Weiteren hielt die
Beschwerdeführerin fest, dass sie mit der Schulthess Klinik in Zürich und
dem asim in Basel als Gutachterstelle einverstanden sei.
16. In ihrer Stellungnahme vom 16. Dezember 2019 vertiefte die
Beschwerdegegnerin ihre bisherige Argumentation und brachte zudem vor,
der Unfallhergang sei von der Beschwerdeführerin nie mit einem
Verdrehen des Knies angegeben worden. Sodann handle es sich beim
Schreiben von Dr. med. E._ vom 22. November 2017 um die
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Antworten zur ersten Untersuchung von Dr. med. D._ vom 25. August
2017. Dr. med. Q._ habe klar festgehalten, dass in neurologischer
Hinsicht keine Operation empfohlen werde. Anhand sämtlicher Berichte
sowie insbesondere auch der bildgebenden Untersuchungsbefunde sei es
Dr. med. I._ klar möglich gewesen, sich zum Vorliegen der Ganglien
zu äussern. Soweit die Beschwerdeführerin ausführe, dass die
Ganglionkonvolute durch das Ereignis vom 13. August 2017 entstanden
sein sollten, da sie vorher schmerzfrei gewesen sei, so sei dem entgegen
zu halten, dass die Argumentation nach der Beweisregel „post hoc ergo
propter hoc“ medizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich nicht zulässig
sei.
17. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2020 reichte die Beschwerdeführerin
Beilagen zum Vorzustand vor dem Unfallereignis sowie die Beurteilung des
RAD-Arztes, Dr. med. R._, ein. Sie führte aus, der RAD-Arzt komme
in seinem Gutachten klar zum Schluss, dass Folgen eines
Unfallereignisses vorgelegen hätten, welche zur Operation geführt hätten.
Diese sei dann ohne gültige Einwilligung der Beschwerdeführerin massiv
erweitert worden. Der Beizug eines medizinischen Gutachtens erscheine
somit nicht notwendig. Sodann gehe aus dem Bericht der früheren
Hausärztin vom 13. November 2020 hervor, dass die Beschwerdeführerin
in dieser Hausarztpraxis vom Dezember 1988 bis August 2017 betreut
worden sei. In sämtlichen Konsultationen vor dem Unfallereignis sei nie die
Rede von Knieschmerzen oder Knieproblemen gewesen. Die
Beschwerdegegnerin bestätige ferner, dass vom 1. Januar 2017 bis zum
31. Dezember 2019 nur der Unfall vom 13. August 2017 registriert worden
sei. Eine Nachfrage beim Personaldienst habe ergeben, dass die
Unfallversicherung recht häufig gewechselt worden sei, weshalb die
Auskunft nicht für die gesamte Beschäftigungszeit habe gegeben werden
können. Es werde deshalb beantragt, beim Personaldienst die
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entsprechende Bestätigung einzuholen, dass kein Unfall mit
Kniebeteiligung im Zeitraum seit der ersten Anstellung 1999 bis vor dem
Unfall vom 13. August 2017 gemeldet worden sei. Soweit ersichtlich, zeige
auch der Leistungsauszug der Krankenkasse für die Zeit vom Januar 2008
bis zum Unfallereignis keine Kniebehandlung bzw. Bildgebungen des
Knies.
18. In ihrer Stellungnahme vom 18. Februar 2021 verwies die
Beschwerdegegnerin betreffend die Ausführungen zur Kausalität auf die
vollständigen Akten sowie ihre bisherigen Ausführungen und führte
zusätzlich aus, der Bericht von Dr. med. R._ vom 29. Mai 2020
vermöge keine Zweifel an den Beurteilungen von Dr. med. I._ zu
wecken, da keine medizinischen Befunde vorlägen, die seine Behauptung
einer Teilläsion des vorderen Kreuzbandes stützen würden. Zu den
Ausführungen der Hausärztin Dr. med. E._ vom 13. November 2020
sowie dem Leistungsauszug der Krankenkasse vom 23. November 2020
sei sodann anzumerken, dass die Argumentation nach der Beweisregel
„post hoc ergo propter hoc“ medizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich
daher nicht zulässig sei. Anlässlich des operativen Eingriffes vom 29.
Januar 2018 seien keine Folgen des Ereignisses vom 13. August 2017
behandelt worden. Ob der operative Eingriff vom 29. Januar 2018 ein
neues eigenständiges Unfallereignis darstelle, kläre sie aktuell ab.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf
den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht liegenden
Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
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1.1 Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid vom 9. September 2019
(Beilagen Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 109). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in dem die versicherte
Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Befindet sich der
Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist das
Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter
schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer
Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Die Beschwerdeführerin
lebt im Ausland. Der Sitz ihrer letzten schweizerischen Arbeitgeberin
befindet im Kanton Graubünden (vgl. Bg-act. 1), weshalb die örtliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben
ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich alsdann aus Art. 57 ATSG
i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts
zu bejahen. Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen
Entscheides ist die Beschwerdeführerin vom angefochtenen
Einspracheentscheid berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit – unter Vorbehalt
nachfolgender Erwägung 1.2 – einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und
Art. 61 lit. b ATSG).
1.2 Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 9. September 2019 (Bg-act. 109) sowie die
Aufhebung der diesem Entscheid zugrunde liegenden Verfügung vom 26.
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Oktober 2018 (Bg-act. 80). Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass gemäss
ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtes der Einspracheentscheid
an die Stelle der zugrunde liegenden Verfügung tritt und damit alleiniger
Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet. Mit dem Erlass
des Einspracheentscheids verliert die Verfügung – soweit angefochten –
jede rechtliche Bedeutung (BGE 130 V 424 E.2.1.2.1; Urteil des
Bundesgerichts 9C_539/2014 vom 18. Dezember 2014 E.2.1). Soweit die
Beschwerdeführerin vorliegend also auch die Verfügung vom 26. Oktober
2018 anficht, ist darauf nach dem soeben Gesagten nicht einzutreten.
2.1 In formeller Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob eine Verletzung der
Aktenführungspflicht gemäss Art. 46 ATSG vorliegt.
Die Beschwerdeführerin bemängelt im Rahmen ihrer Beschwerde die
ordnungsgemässe Akturierung. Der verfassungsmässige Anspruch auf
Akteneinsicht verpflichte die Behörden zu einer geordneten und
übersichtlichen Aktenführung. Wenn keine korrekte Aktenführung
vorgenommen werde, erschwere dies der Beschwerdeführerin die
Geltendmachung ihrer Rechte. Dass sich dies negativ ausgewirkt habe,
zeige die Tatsache, dass dem beratenden Arzt Dr. med. I._ das
Kostengutsprachegesuch der H._ vom 16. Januar 2108 nicht
vorgelegen habe, weshalb eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör bzw. eine Umkehr der Beweislast festzuhalten sei. Die
Beschwerdegegnerin äusserte sich in ihren Rechtsschriften hierzu nicht.
2.2 Gemäss Art. 46 ATSG sind für jedes Sozialversicherungsverfahren alle
Unterlagen, die massgeblich sein können, vom Versicherungsträger
systematisch zu erfassen. Art. 46 ATSG verpflichtet die
Sozialversicherungsträger indes nur (aber immerhin) zur Führung eines
geordneten Aktendossiers, welches allen Beteiligten erlaubt, bei einer
http://links.weblaw.ch/de/BGE-131-V-407 http://links.weblaw.ch/de/9C_539/2014
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Akteneinsicht Klarheit über die massgeblichen Akten zu gewinnen (vgl.
BGE 138 V 218 E.8.1.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_788/2010 vom 3.
Februar 2011 E.3.3). Ferner sind die Unterlagen von Beginn weg in
chronologischer Reihenfolge abzulegen; bei Vorliegen eines Gesuchs um
Akteneinsicht und spätestens im Zeitpunkt des Entscheids ist das Dossier
zudem durchgehend zu paginieren. Ein Aktenverzeichnis ist lediglich
erwünscht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2010 vom
15. Dezember 2010 E.2.2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.3. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass dem beratenden Arzt der
Beschwerdegegnerin, Dr. med. I._, FMH Orthopädische Chirurgie,
gewisse Akten nicht vorgelegen hätten, ist dies im Rahmen der
Beweistauglichkeit der von diesem erstellten Aktenbeurteilung zu prüfen
(vgl. Erwägung 7.3.1 nachstehend). Abgesehen von diesem Einwand
bringt die Beschwerdeführerin lediglich pauschal vor, dass die Akten nicht
ordnungsgemäss akturiert seien. Vorliegend ergibt sich, dass die Akten der
Beschwerdegegnerin systematisch und chronologisch geführt sind.
Allerdings sind die Akten nicht paginiert. Durch die unterlassene
Paginierung der Akten war die Wahrnehmung des Akteneinsichtsrechtes
für die Beschwerdeführerin möglicherweise etwas erschwert, nicht aber
unmöglich. Eine nicht heilbare Verletzung des rechtlichen Gehörs, welche
mit der Kassation des vorinstanzlichen Entscheids zu ahnden wäre, ist
darin jedenfalls nicht zu erblicken (vgl. BGE 132 V 387 E.5.1; Urteil des
Bundesgerichts 8C_319/2010 vom 15. Dezember 2010 E.2.3.1). Die
Beschwerdegegnerin sei aber darauf hingewiesen, dass diesbezüglich
Optimierungsbedarf besteht.
3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die
Versicherungsleistungen zur Behandlung der über den 28. Januar 2018
hinaus bestehenden Beschwerden am rechten Knie per 28. Januar 2018
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mangels natürlichen Kausalzusammenhangs zu Recht eingestellt oder ob
die Beschwerdeführerin auch über den 28. Januar 2018 hinaus Anspruch
auf Versicherungsleistungen für die Folgen aus dem Unfall vom 13. August
2017 hat. Fraglich ist damit mit anderen Worten, ob die nach dem 28.
Januar 2018 noch anhaltenden Beschwerden in einem natürlichen
Kausalzusammenhang mit der beim Unfall vom 13. August 2017 erlittenen
Verletzung am rechten Knie standen. Unbestritten ist vorliegend die
Qualifikation des Ereignisses vom 13. August 2017 als Unfall.
4.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit
das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss
Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der
gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_269/2017
vom 13. September 2017 E.4.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 129 V 177 E.3.1).
4.2 Als Ursache im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs gelten alle
Umstände, ohne deren Vorhandensein der in Frage stehende Erfolg nicht
als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen
Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung
ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache einer
gesundheitlichen Störung ist. Es genügt, dass er als schädigendes Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche, geistige oder
psychische Gesundheit der Versicherten beeinträchtigt hat, mithin der
http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177
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Unfall nicht weggedacht werden kann, ohne dass die eingetretene
gesundheitliche Beeinträchtigung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1, 119
V 335 E.1, 118 V 286 E.1b; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2019
vom 9. März 2020 E.5.3)
4.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder
überhaupt erst manifest, entfällt die einmal anerkannte Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch
und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu,
wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar
vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt
hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_423/2012 vom 26. Februar 2013 E.3.2). Trifft ein Unfall auf einen
vorgeschädigten Körper und steht medizinischerseits fest, dass weder der
Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können,
so spricht die Rechtsprechung von einer "richtungsgebenden
Verschlimmerung" (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom
21. Februar 2018 E.3.1.2).
4.4 Treten demnach im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor
nicht bestanden) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall
lediglich ein (zuvor stummer) degenerativer Vorzustand aktiviert, nicht aber
verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer bis zum Erreichen des
Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang
mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Mit dem Erreichen
des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch
http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177 http://links.weblaw.ch/de/BGE-119-V-335 http://links.weblaw.ch/de/BGE-119-V-335 http://links.weblaw.ch/de/BGE-118-V-286 http://links.weblaw.ch/de/8C_467/2007
- 17 -
bestehenden Beschwerden (Urteil des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom
21. Mai 2010 E.4.3).
4.5 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage.
Darüber haben die Verwaltung sowie das im Beschwerdefall angerufene
Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden. Die blosse Möglichkeit
eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1). Dasselbe gilt für
den Wegfall eines einmal bestehenden Kausalzusammenhangs. Während
bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang existiert, der Versicherte die
objektive Beweislast trägt, liegt die objektive Beweislast für den
behaupteten Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status
quo sine vel ante beim Unfallversicherer. Dabei hat der Unfallversicherer
nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche
Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen oder degenerative
Veränderungen) ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich
unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also
dahingefallen sind. Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den
negativen Beweis erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege
oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2, 8C_840/2019
vom 14. Februar 2020 E.3.2).
5.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des
Gesundheitszustandes sowie der Feststellung natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die
rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von
http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177
- 18 -
Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 157
E.1b m.H.). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für
den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel
– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt.
5.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1; BGE 125 V 351 E.3a
m.H.). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E.3a). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So kommt den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte voller Beweiswert zu,
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-231 http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
- 19 -
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351
E.3b/ee). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4; vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_761/2017 vom 5. Dezember 2017 E.5.1.1).
6. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und
der Frage der Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 13. August 2017
und den über den 28. Januar 2018 hinausbestehenden Beschwerden am
rechten Knie liegen im Wesentlichen folgende relevanten medizinischen
Unterlagen vor:
6.1 Gemäss Schadenmeldung vom 12. Oktober 2017 (Bg-act. 1) habe die
Beschwerdeführerin am 13. August 2017 das rechte Knie verletzt, indem
sie auf einer Hochtour mit dem Steigeisen beim anderen Fuss eingehängt
und dadurch gestürzt sei. Als erstbehandelnder Arzt wurde der Hausarzt,
Dr. med. D._, und als nachbehandelnde Ärztin Dr. med. E._
aufgeführt. Dr. med. D._ konnte am 25. August 2017 noch keine
Diagnose stellen (vgl. Bg-act. 10).
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465 http://links.weblaw.ch/de/8C_245/2011
- 20 -
6.2 Dr. med. E._, Allgemeine Medizin, hielt in ihrem Bericht vom
22. November 2017 (Bg-act. 7) als Befund Schmerz am rechten Knie bei
maximaler Flexion, kein Erguss, Lachmann negativ und McMurray negativ
fest und äusserte als Diagnose den Verdacht auf eine Meniskusläsion
lateral rechts. Aufgrund fehlender Besserung mit Physiotherapie meldete
sie die Beschwerdeführerin zu einer MRI-Untersuchung des rechten Knies
an. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis wurde nicht ausgestellt.
6.3 Mit Bericht vom 2. Dezember 2017 (Bg-act. 15 S. 3) wurde als Ergebnis
einer gleichentags durchgeführten MRI-Untersuchung des rechten Knies
ein grosser bis zum Knochen reichender Knorpeldefekt der gesamten
lateralen Patellafacette und bis zum Knochen reichende Fissuren im
Knorpel der medialen Patellafacette, ein Knorpeldefekt der lateralen
Facette der Trochlea femoris und Gelenksganglien in der interkondylären
Notch sowie dorsokranial des lateralen Femurkondylus festgestellt.
6.4 Dr. med. G._, Chefarzt der H._ stellte in seinem Bericht
zuhanden Dr. med. E._ vom 16. Januar 2018 (Bg-act. 54) die
Diagnose von ausgeprägten Synovialganglien der Kreuzbänder in der
interkondylären Notch Knie rechts mit/bei Status nach
Kniegelenksdistorsion am 10. August 2017 (recte: 13. August 2017). Er
hielt fest, die beklagten Beschwerden seien aus seiner Sicht eindeutig
aufgrund der grossen lobulierten zystischen Raumforderung im
Interkondylärraum um die beiden Kreuzbänder gelegen. Nicht selten könne
bei Kreuzbandzerrungen der Synovialschlauch einreissen und in der Folge
sich dann Ganglien bilden, welche sich zu grösseren Raumforderungen
entwickeln würden.
6.5 Am 29. Januar 2018 wurde bei der Beschwerdeführerin eine
Kniegelenksarthroskopie rechts in der H._ durchgeführt. Der
- 21 -
operierende Arzt, Dr. med. G._, diagnostizierte in seinem
Operationsbericht vom 31. Januar 2018 (Bg-act. 19) am rechten Knie
retroligamentär gelegene Kreuzbandzysten, lateralisierte Patella mit
Chondromalazie Grad IV, laterale Patellafacette, trochleares Gleitlager
lateral sowie lateraler Kondylus ventral und eine ausgedehnte,
ausgeprägte Synovialitis.
6.6 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. L._, FMH
Innere Medizin, nahm am 28. Juni 2018 Stellung zur Unfallkausalität und
hielt in seiner Beurteilung (Bg-act. 41) fest, im MRI vom 2. Dezember 2017
werde eine massive Retropatellararthrose mit einer Knorpelglatze der
lateralen Patella Facette und eine Zyste interkondylär beschrieben. Dieser
Befund sei vorbestehend und beim Unfallereignis traumatisiert worden.
Solche Befunde sehe man manchmal nach früheren Patellaluxationen.
Entsprechende Hinweise habe er keine sehen können. Die Operation vom
29. Januar 2018 sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal mit
dem Ereignis vom 13. August 2017 verknüpft.
6.7 Dr. med. J._, Orthopädische Chirurgie FMH, nahm mit Schreiben vom
3. Juli 2018 (Bg-act. 54) zuhanden der Beschwerdeführerin Stellung und
führte aus, die Retropatellararthrose sei zu keinem Zeitpunkt
symptomatisch gewesen. In sämtlichen ihm zur Verfügung stehenden
Berichten von Dres. med. N._, G._ und O._ werde immer
von einer Bewegungseinschränkung sowie Schmerzen im Bereich der
Kniekehle gesprochen. Solche kämen nicht von einer
Femoropatellararthrose. Die Operation im Januar 2018, welche durch Dr.
med. G._ durchgeführt worden sei, sei primär nicht wegen der
Femoropatellararthrose durchgeführt worden, sondern wegen der
Ganglionzyste um das Kreuzband herum. Ursächlich werde eine
Synovialschlauchverletzung postuliert, welche zur Ganglionzyste geführt
- 22 -
habe. Die jetzige Bewegungseinschränkung sei zum Teil Folge der
langanhaltenden Bewegungseinschränkung vom August 2017 bis Januar
2018 und des durchgeführten Eingriffes vom Januar 2018.
6.8 Dr. med. I._, FMH Orthopädische Chirurgie und Vertrauensarzt der
Beschwerdegegnerin, führte in seiner ersten Beurteilung vom 15. Oktober
2018 (Bg-act. 77) aus, es bestünden keine Angaben zu einem allfälligen
Vorzustand des rechten Kniegelenkes. Aktenkundig sei dagegen, dass
bereits die allerersten Symptome keineswegs auf eine Zystenbildung
hindeuten würden, sondern geradezu klassisch für eine retropatelläre
Arthrose seien. Bereits die erste Magnetresonanz-Untersuchung rund
dreieinhalb Monate nach dem Ereignis habe Veränderungen an der
Kniescheibe und am femoropatellären Gleitlager gezeigt, welche
unmöglich Folge des beschriebenen Ereignisses sein könnten. Vielmehr
seien das Ausmass und die sekundären Veränderungen der Femoro-
Patellararthrose derart fortgeschritten, dass von einem jahrzehntelangen
Vorzustand auszugehen sei. Zwar seien die Originalbilder der ersten MR-
Untersuchung nicht in den Akten, doch sei es in hohem Masse
unwahrscheinlich, dass innerhalb von nur dreieinhalb Monaten als Folge
einer Kreuzbandzerrung Ganglionkonvolute in der beschriebenen Grösse
entstanden sein sollten. Solche Ganglionzysten würden ganz selten in der
beschriebenen Grösse und dazu noch multilokulär auftreten. Zudem habe
das hintere Kreuzband nachweislich erst nach dem ersten Eingriff MR-
tomographisch fassbare Veränderungen aufgewiesen. Hinzu komme, dass
in keinem Bericht anlässlich der mehrfach durch erfahrene orthopädische
Chirurgen erfolgten Untersuchungen Hinweise auf eine hintere
Kreuzbandinsuffizienz vorlägen. Dem Argument, die Operationsindikation
sei nicht der Femoropatellararthrose wegen gestellt worden, sei
entgegenzuhalten, dass nebst der chronischen Reizsymptomatik mit
poplitealem Druckgefühl die laterale femoropatellare Arthrose im ersten
- 23 -
Operationsbericht sehr wohl als Indikation zur Arthroskopie genannt
worden sei. Sodann sei anzumerken, dass die Zerrung von Bändern
grundsätzlich zu ganglionären Neubildungen führen könne. Nebst der
bereits erwähnten sehr geringen Häufigkeit dieses Phänomens sei jedoch
das Ausmass der hier vorliegenden arthrotischen Veränderungen derart
gross und fortgeschritten, dass die Kreuzband- bzw. die Ganglionzysten
höchstens eine Nebenrolle gespielt haben dürften (Bg-act. 77 Ziff. 3). Als
Diagnose hielt Dr. med. I._ eine traumatisierte femoropatellare
Arthrose im Endstadium (°IV) des rechten Knies fest. Sodann führte er aus,
der Vorzustand (Status quo sine) sei nach spätestens drei bis sechs
Monaten wieder erreicht gewesen. Der Heilungsverlauf nach dem Januar
2018 sei ausschliesslich durch die Folgen des Vorzustandes geprägt
gewesen (Bg-act. 77 Ziff. 4).
6.9 In seiner erneuten Beurteilung vom 3. September 2019 (Bg-act. 108) hielt
Dr. med. I._ nach Kenntnis der neuen medizinischen Akten und der
Bilder der MRI-Untersuchungen sowohl vom 2. Dezember 2017 als auch
vom 16. April 2018 und der intraoperativen Bilder des Eingriffs vom 29.
Januar 2018 und dessen Operationsbericht an seiner ersten Einschätzung
fest und vertiefte seine Begründung. Im Wesentlichen hielt er fest, das
Ereignis habe zu einer Traumatisierung der vorbestehenden,
fortgeschrittenen Kniearthrose rechts geführt, welche eine Folge der
chronischen Lateralisation der Patella sei. Das Ereignis vom 13. August
2017 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der unfallfremden
Faktoren geführt. Gemäss MR Befund seien dies u.a. das Ganglion
dorsokranial des Femurkondylus, das Ganglion intercondylär, die Zyste an
der tibialen Insertionsstelle des hinteren Kreuzbandes, der Knorpeldefekt
femoropatellar, bis zum Knochen reichend der gesamten lateralen
Patellafacette, bis zum Knochen reichende Fissuren im Knorpel der
medialen Patellafacette, Knorpeldefekt der lateralen Facette und ein
- 24 -
mindestens die Hälfte der Knorpeldicke betreffender Knorpeldefekt der
Trochlea femoris. Am 28. Januar 2018 seien die Folgen der
vorübergehenden Verschlimmerung durch die Traumatisierung der
vorbestehenden Gonarthrose ausgeheilt gewesen. Mit dem Eingriff vom
29. Januar 2018 seien nur noch vorbestehende degenerative
Veränderungen behandelt worden. Der Status quo sine sei somit am 27.
Januar 2018 eingetreten.
6.10 Der RAD-Arzt, Dr. med. R._, Facharzt Chirurgie FMH, hielt in seiner
Beurteilung vom 29. Mai 2020 (Beilagen Beschwerdeführerin [Bf-act.] 33)
betreffend Unfallkausalität fest, der primäre Unfall mit den Steigeisen habe
wahrscheinlich zu einer Teilläsion des vorderen Kreuzbandes geführt mit
nachfolgender Ausbildung von retroligamentär liegenden Zysten. Diese
könnten in nachvollziehbarer Weise die von der Beschwerdeführerin
geschilderten Beschwerden verursacht haben.
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Einspracheentscheid vom 9.
September 2019 im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen von Dr. med.
I._ vom 15. Oktober 2018 (Bg-act. 77) und vom 3. September 2019
(Bg-act. 108). So hielt sie im besagten Entscheid fest, gemäss den
Aktenbeurteilungen von Dr. med. I._ seien die Ganglionkonvolute
nicht durch das Unfallereignis vom 13. August 2017 entstanden. Die
Schmerzen in der Kniekehle sowie den aufgrund dessen durchgeführten
Eingriff vom 29. Januar 2018 würden sämtliche behandelnden Ärzte als
durch die Ganglionkonvolute bedingt erachten. Anlässlich des Eingriffs
vom 29. Januar 2018 seien nicht Unfallfolgen behandelt worden, sondern
der Eingriff habe der Behandlung des Vorzustandes gedient. Die nach
Ende Januar 2018 anhaltenden Beschwerden, welche gemäss den
Ausführungen der Beschwerdeführerin, wie auch den behandelnden
Ärzten, aufgrund der Ganglionzysten und des operativen Eingriffes vom 29.
- 25 -
Januar 2018 bestünden, könnten daher nicht kausal auf das Unfallereignis
vom 13. August 2017 zurückgeführt werden (Bg-act. 109 E.25).
Demzufolge geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass zum Zeitpunkt
der Leistungseinstellung per 28. Januar 2018 keine Unfallfolgen mehr
vorlagen.
Die Beschwerdeführerin bestreitet die genügende Abklärung des
Sachverhaltes und bringt insbesondere vor, dass die Berichte des
beratenden Arztes Dr. med. I._ nicht beweistauglich seien und sie weit
über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch unter unfallkausalen
Beschwerden gelitten habe bzw. leide.
7.2 Nachfolgend ist damit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf
die Aktenbeurteilungen ihres beratenden Arztes, Dr. med. I._,
abgestellt hat oder ob die übrigen medizinischen Akten, insbesondere die
Berichte der operierenden Ärzte, Dres. med. G._ und J._, daran
zumindest geringe Zweifel zu wecken vermögen (vgl. BGE 135 V 465
E.4.4).
7.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass dem Einwand der Beschwerdeführerin,
wonach die Ausführungen von Dr. med. I._ auf nicht vollständigen
Unterlagen beruhen würden, nicht gefolgt werden kann. Aktenkundig ist,
dass Dr. med. I._ bei seiner ersten Beurteilung vom 15. Oktober 2018
(Bg-act. 77) die Bilder zur MRI-Untersuchung vom 2. Dezember 2017 nicht
vorgelegen haben, sondern lediglich der Bericht dazu (vgl. Bg-act. 77 S. 7).
Ebenso lag ihm offenbar ein Operationsbericht nicht vor, so hält Dr. med.
I._ in seiner Beurteilung vom 3. September 2019 fest, dass die Akten
u.a. durch den Operationsbericht ergänzt worden seien (vgl. Bg-act. 108
S. 1). Für die Beurteilung vom 3. September 2019 war Dr. med. I._
sodann im Besitz sämtlicher Vorakten, geht doch aus der Einleitung der
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
- 26 -
besagten Beurteilung hervor, dass ihm nun sowohl die Bilder der MRI-
Untersuchung vom 2. Dezember 2017 als auch vom 16. April 2018 sowie
die Operationsbilder des Eingriffs vom 29. Januar 2018 zur Verfügung
standen (vgl. Bg-act. 108 S. 1). Die Frage, ob er nach Kenntnis der neuen
medizinischen Akten sowie nach Kenntnis der Bilder der erwähnten MRI-
Untersuchungen sowie des Eingriffs an seiner ersten Beurteilung vom 15.
Oktober 2018 festhalte, bejahte er und begründete seine Antwort
eingehend. Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin zielt
damit ins Leere.
7.3.2 Die Beschwerdeführerin stellt zudem den Beweiswert dieser Beurteilungen
in Frage, da Dr. med. I._ die Beschwerdeführerin nie persönlich
untersucht habe. Dr. med. I._ war von der Beschwerdegegnerin
beauftragt worden, anhand der vorliegenden medizinischen Akten seine
Einschätzung zu Fragen im Zusammenhang mit dem
Kausalzusammenhang und Behandlungsfehler abzugeben (vgl. Bg-act. 71
und Bg-act. 106). Bei seinen vertrauensärztlichen Beurteilungen handelt es
sich somit um ein Aktengutachten. Reinen Aktengutachten kann voller
Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit
der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2, 8C_840/2019
vom 14. Februar 2020 E.4.2.1). Hier lag Dr. med. I._ aufgrund der
oben geschilderten Aktenlage (vgl. Erwägung 7.3.1) ein lückenloser Befund
vor. Er hatte im Wesentlichen nur einen an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalt zu beurteilen und lediglich zu Fragen im
Zusammenhang mit dem natürlichen Kausalzusammenhang Stellung zu
nehmen. Dass keine persönliche Untersuchung erfolgte, ist somit nicht zu
beanstanden.
- 27 -
7.4.1 In Würdigung der vorstehenden Berichte (vgl. Erwägung 6) ist festzuhalten,
dass die Beurteilungen des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin,
Dr. med. I._, vom 15. Oktober 2018 (Bg-act. 77) und 3. September
2019 (Bg-act. 108) angesichts der medizinischen Aktenlage sowie der MRI-
Abklärung vom 2. Dezember 2017 (Bg-act. 15) – entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin – schlüssig erscheinen und nachvollziehbar
begründet sind. Dr. med. I._ geht sowohl bei der
Femoropatellararthrose als auch bei den Gelenksganglien von einem
Vorzustand aus, der durch das Unfallereignis traumatisiert und
vorübergehend verschlimmert worden sei. Der Status quo sine sei am 27.
Januar 2018 eingetreten (Bg-act. 108 Fragen 4 und 5). Er begründet dies
anhand der bildgebenden Untersuchung vom 2. Dezember 2017 (Bg-act.
15), welche eine Retropatellararthrose mit Knorpelglatze der lateralen
Patellafacette, Fissuren der medialen Patellafacette sowie einen
mindestens 50% der Knorpeldicke betreffenden Knorpeldefekt der
lateralen Facette der Trochlea femoris ergab. So erklärt Dr. med. I._
gestützt auf diesen MRI-Befund, dass die Veränderungen an der
Kniescheibe und am femoropatellären Gleitlager unmöglich Folge des
Unfallereignisses sein könnten, da das Ausmass und die sekundären
Veränderungen der Femoropatellararthrose derart fortgeschritten seien,
dass von einem jahrzehntelangen Vorzustand auszugehen sei (Bg-act. 77
Ziff. 3). Damit begründet er seine diesbezügliche Schlussfolgerung
nachvollziehbar. Im Übrigen wird diese Schlussfolgerung auch von keinem
anderen Arzt in Zweifel gezogen. Im Weiteren weist der MRI-Befund vom
2. Dezember 2017 (Bg-act. 15) Gelenksganglien in der interkondylären
Notch mit einer Grösse von maximal 15 x 17 x 21 mm sowie dorsokranial
des lateralen Femurkondylus mit einer Grösse von maximal 20 x 10 x 23
mm auf. Bezugnehmend auf diesen Befund führt Dr. med. I._ ebenfalls
nachvollziehbar aus, es sei in hohem Masse unwahrscheinlich, dass
- 28 -
innerhalb von nur dreieinhalb Monaten als Folge einer Kreuzbandzerrung
Ganglionkonvolute in der beschriebenen Grösse entstanden sein sollten
(Bg-act. 77 Ziff. 3). In Übereinstimmung mit Dr. med. I._ hielt Dr. med.
L._ bereits in seiner Beurteilung vom 28. Juni 2018 (Bg-act. 41) fest,
dass der im MRI vom 2. Dezember 2017 beschriebene Befund einer
massiven Retropatellararthrose mit einer Knorpelglatze der lateralen
Patella Facette sowie einer Zyste interkondylär seines Erachtens
vorbestehend und beim Ereignis traumatisiert worden sei. Die Operation
vom 29. Januar 2018 sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
kausal mit dem Ereignis vom 13. August 2017 verknüpft. Dr. med. I._
erklärt sodann auch nachvollziehbar, dass das Unfallereignis nur zu einer
vorübergehenden Verschlimmerung und nicht zu einer richtungsgebenden
Verschlimmerung geführt habe, indem er ausführt, dass beispielsweise
auch ein Zerreissen der Ganglionzysten möglich gewesen wäre, was
gemäss MRI nicht der Fall gewesen sei (Bg-act. 108 Frage 4). Im Einklang
mit seinen Ausführungen liefert der MRI-Befund vom 2. Dezember 2017
(Bg-act. 15) keine Hinweise darauf. Im Weiteren erklärt Dr. med. I._,
dass erst der anschliessende Abstieg über 1000 Höhenmeter zur
faktischen Dekompensation des Kniegelenks geführt habe und nicht der
eigentliche Unfall. Denn unmittelbar nach dem Ereignis hätten keine
Symptome bestanden, da die Beschwerdeführerin bis zur nächsten
Berghütte noch gut habe weiterlaufen können (Bg-act. 77 Ziff. 2 und Bg-
act. 108 Frage 4). Beim Abstieg in sulzigem Schnee handle es sich um eine
Extrembelastung, die auch bei weniger arthrotisch veränderten
Kniegelenken akut Symptome verursachen könne (Bg-act. 108 Frage 4).
Diese Schlussfolgerung ist anhand der Schilderungen der
Beschwerdeführerin im Frageblatt zum Unfallhergang vom 5. Dezember
2017 (Bg-act. 10), wonach der Schnee sulzig, es steil und rutschig
gewesen sei, sie nach dem Sturz noch gut bis zur Hütte habe weiterlaufen
- 29 -
können und der folgende Abstieg von 1000 Höhenmeter kaum mehr
möglich gewesen sei, ebenfalls einleuchtend.
7.4.2 Die Beurteilungen von Dr. med. I._ vom 15. Oktober 2018 (Bg-act. 77)
und vom 3. September 2019 (Bg-act. 108) erfüllen demzufolge die nach
der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage vorausgesetzten Kriterien (vgl. Erwägung 5.2
vorstehend). So berücksichtigte er sämtliche medizinischen Vorakten und
begründete seine Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise.
7.4.3.1 Die Beurteilungen der behandelnden Ärzte vermögen die Einschätzungen
von Dr. med. I._ nicht in Frage zu stellen. Nach Ansicht von Dr. med.
G._ sind die beklagten Beschwerden eindeutig auf die grossen
lobulierten zystischen Raumforderungen im Interkondylärraum um die
beiden Kreuzbänder zurückzuführen. Die Ursache für die Ganglien sieht
Dr. med. G._ offenbar im Einreissen des Synovialschlauchs, wenn er
in seinem Bericht vom 16. Januar 2018 (Bg-act. 54 S. 12) ausführt, nicht
selten könne bei Kreuzbandzerrungen der Synovialschlauch einreissen
und es könnten sich in der Folge Ganglien bilden, welche sich zu grösseren
Raumforderungen entwickeln würden. Dr. med. I._ setzt sich mit
dieser ärztlichen Meinung auseinander. Er geht mit Dr. med. G._ einig,
dass die Zerrung von Bändern grundsätzlich zu ganglionären
Neubildungen führen könne (Bg-act. 77 Ziff. 3). Nebst dem Umstand, dass
die Ganglien seiner Meinung nach bereits aufgrund der Grösse nicht durch
das Unfallereignis entstanden sein können, begründet er zudem schlüssig
und nachvollziehbar, dass nach dem Unfallereignis keine solche
Kreuzbandzerrung vorgelegen habe. So hielt er in seiner Beurteilung vom
15. Oktober 2018 fest, dass das hintere Kreuzband erst nach dem ersten
Eingriff MR-tomographisch fassbare Veränderungen aufgewiesen habe
und in keinem ärztlichen Bericht Hinweise auf eine hintere
- 30 -
Kreuzbandinsuffizienz vorlägen (Bg-act. 77 Ziff. 3). Der Untersucher des
MRI vom 16. April 2018, Dr. T._, habe vergleichend zur
Voruntersuchung vom 2. Dezember 2017 eine progredienten
Gelenkserguss, ein durchgängiges vorderes Kreuzband, jedoch ein
zunehmend aufgetriebenes signalangehobenes hinteres Kreuzband und
die bereits bekannten, innerhalb des Kreuzbandes verlaufenden Ganglien
beschrieben (Bg-act. 77 S. 3). Im Einklang mit den Ausführungen von Dr.
med. I._ ergibt sich aus dem MRI-Bericht vom 2. Dezember 2017 (Bg-
act. 15) sowie aus dem Operationsbericht vom 31. Januar 2018 (Bg-act.
19) ein intaktes vorderes und hinteres Kreuzband. Zudem führt Dr. med.
E._ in ihrem Bericht vom 22. November 2017 (Bg-act. 7) einen
negativen Lachmann-Test auf. Ein Einreissen des Synovialschlauchs bzw.
eine Veränderung am Kreuzband, was Dr. med. G._ als Ursache der
Ganglien sieht, ist vor der MRI-Untersuchung vom 16. April 2018 nicht
aktenkundig. Eine medizinische Begründung für seine Auffassung, dass
die Ganglien durch den Unfall entstanden sind, und damit für den
Kausalzusammenhang liegt mangels konkreter auf das Resultat der
bildgebenden Untersuchung vom 2. Dezember 2017 ausgerichteten
Argumentation seitens Dr. med. G._ nicht vor. Im Gegensatz zu Dr.
med. I._ setzt sich Dr. med. G._ denn auch nicht mit den
Beurteilungen von Dr. med. I._ auseinander, insbesondere nicht mit
seinen Aussagen, wonach die Ganglien aufgrund ihrer Grösse
vorbestehend sein müssen und es zu keiner Kreuzbandschädigung
gekommen sei. Gleiches gilt für die Einschätzung des RAD-Arztes, welcher
der Ansicht ist, der Unfall habe wahrscheinlich zu einer Teilläsion des
vorderen Kreuzbandes geführt mit nachfolgender Ausbildung von Zysten
(Bf-act. 33). Hinzu kommt, dass Dr. med. G._ bezüglich Unfallhergang
in der Anamnese im Bericht vom 16. Januar 2018 (Bg-act. 54) von einer
Verdrehung des rechten Kniegelenks ausgeht, obwohl sowohl in der
Unfallmeldung vom 12. Oktober 2017 (Bg-act. 1) als auch im Frageblatt
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zum Unfallhergang vom 5. Dezember 2017 (Bg-act. 10) lediglich von einem
Sturz bzw. Fallen auf die rechte Seite auf das Knie die Rede ist. Seine
Beurteilung vom 16. Januar 2018 (Bg-act. 54) ist nach dem Gesagten
weder plausibel begründet noch einleuchtend.
7.4.3.2 Die übrigen Ärzte machen keine eigentlichen Aussagen zur
Unfallkausalität, sondern halten lediglich fest, dass die Ganglien für die
Schmerzen verantwortlich seien. So diagnostizierte Dr. med. N._,
Oberarzt Orthopädie Spital F._, in seinem Sprechstundenbericht vom
13. Dezember 2017 (Bf-act. 4) symptomatische Gelenksganglien in der
intraartikulären Notch sowie dorsocranial des lateralen Femurkondylus
sowie eine wenig symptomatische Retropatellararthrose mit Knorpelglatze
lateraler Patella-facette und Fissur der medialen Patellafacette. Zudem
hielt er fest, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ganglion im Bereich
der interkondylären Notch für die störende endgradige Flexion
verantwortlich sei. Am 5. Juni 2018 beurteilt Dr. med. O._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, postoperativ nach
Eingriff vom 29. Januar 2018 die persistierende Störung und
Einschränkung im Alltag mit Stagnation trotz fünfmonatiger konsequenter
Physiotherapie und beschreibt das mögliche Vorgehen (Bf-act. 15). Auch
Dr. med. J._ führt in seinem Bericht vom 3. Juli 2018 (Bg-act. 54) aus,
die Femoropatellararthrose sei nicht symptomatisch gewesen. Der Eingriff
vom Januar 2018 sei wegen der Ganglionzyste durchgeführt worden. Beide
Ärzte Dres. med. N._ und J._ äussern sich allerdings nicht dazu,
ob die Ganglien vorbestehend oder durch das Unfallereignis entstanden
sind. Allgemein ist festzuhalten, dass keiner der behandelnden Ärzte sich
mit den schlüssig begründeten Ausführungen von Dr. med. I._
auseinandersetzt, wonach die Ganglien vorbestehend seien und der Unfall
zu einer Traumatisierung und nur vorübergehenden Verschlimmerung der
unfallfremden Faktoren, u.a. der Ganglien, geführt habe. Aus dem
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Umstand, dass ein stummer Vorzustand erst nach einem Unfallereignis
symptomatisch wird, lässt sich jedoch praxisgemäss nicht auf einen
unfallbedingten anspruchsbegründenden Kausalzusammenhang
schliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020
E.6.1). Somit vermögen auch die Berichte der übrigen behandelnden Ärzte
die in nachvollziehbarer Weise aufgezeigte Beurteilung und
Schlussfolgerung von Dr. med. I._ nicht in Frage zu stellen, zumal sie
auch keine massgeblichen Kausalitätsaussagen enthalten.
7.4.4 Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Einwand der Beschwerdeführerin,
wonach sie vor dem Unfallereignis vom 13. August 2017 keine
Kniebeschwerden gehabt habe, zur Begründung der Unfallkausalität nicht
genügt. Eine solche Argumentation beruht auf der unzulässigen
Beweisregel „post hoc ergo propter hoc“. So gelten nach gefestigter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung Beschwerden nicht schon dann als
durch einen Unfall verursacht, wenn sie nach diesem aufgetreten sind
(BGE 119 V 335 E.2b/bb; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_355/2018 vom
29. Juni 2018 E.3.2).
7.4.5 Soweit die Beschwerdeführerin sodann geltend macht, die
Beschwerdegegnerin habe für die Operation vom 29. Januar 2018
Kostengutsprache erteilt, weshalb es sich klar um eine unfallbedingte
Behandlung handle, kann ihr auch in diesem Punkt nicht gefolgt werden.
Einem Versicherungsträger ist es unbenommen, zunächst Leistungen zu
erbringen und diese sodann ohne Berufung auf einen Wiedererwägungs-
oder Revisionsgrund "ex nunc et pro futuro" einzustellen, etwa mit dem
Argument, bei richtiger Betrachtung liege kein versichertes Ereignis vor
(BGE 130 V 380 E. 2.3.1), oder der Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und dem leistungsbegründenden Gesundheitsschaden sei dahingefallen.
Eine solche Einstellung kann auch rückwirkend erfolgen, sofern – wie
http://links.weblaw.ch/de/BGE-119-V-335 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-V-380%3Ade&number_of_ranks=0#page380
- 33 -
vorliegend (vgl. Verfügung vom 26. Oktober 2018 [Bg-act. 80]) – der
Unfallversicherer keine Leistungen zurückfordern will (Urteil des
Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 E.3).
8.1 Nach dem Grundsatz der antizipierten Beweiswürdigung ist auf die
Abnahme weiterer Beweise zu verzichten, wenn ein bestimmter
Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist und wenn
anzunehmen ist, dass weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern können (vgl. BGE 134 I 140
E.5.3, 124 V 90 E.4b; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_831/2019 vom 13.
Februar 2020 E.3.2.1 aus dem Bereich des
Arbeitslosenversicherungsrechts).
8.2. Vorliegend ist der medizinische Sachverhalt – wie aufgezeigt – genügend
abgeklärt und die medizinischen Berichte lassen eine ausreichende
Aussage über die Unfallkausalität der geklagten Kniebeschwerden rechts
über den 28. Januar 2018 hinaus zu. Folglich erübrigt sich in Anwendung
der antizipierten Beweiswürdigung die von der Beschwerdeführerin
beantragte Einholung eines unabhängigen Gutachtens, zumal hiervon
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
9.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aus den Akten keine Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der schlüssigen versicherungsinternen
Beurteilungen des Vertrauensarztes, Dr. med. I._, vom 15. Oktober
2018 (Bg-act. 77) und vom 3. September 2019 (Bg-act. 108) ergeben,
zumal diese insbesondere durch das Ergebnis der bildgebenden
Untersuchung vom 2. Dezember 2017 (Bg-act. 15 S. 3) und durch die
übrigen medizinischen Akten gestützt werden. Damit kommt dieser
vertrauensärztlichen Beurteilung voller Beweiswert zu und die
Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf abgestellt. Zwischen den über
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-I-140 http://links.weblaw.ch/de/BGE-124-V-90
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den 28. Januar 2018 hinaus geklagten Kniebeschwerden rechts und dem
Unfallereignis vom 13. August 2017 besteht folglich mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit kein natürlicher Kausalzusammenhang mehr.
Demnach wurden anlässlich des Eingriffs vom 29. Januar 2018 auch keine
Unfallfolgen mehr behandelt, womit die Frage nach einer durch den Eingriff
vom 29. Januar 2018 erfolgten Gesundheitsschädigung für die Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde offen bleiben kann. Die
Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht ihre
Versicherungsleistungen für das Unfallereignis vom 13. August 2017 per
28. Januar 2018 mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs
eingestellt. Aus diesen Gründen erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid vom 9. September 2019 (Bg-act. 109) als rechtens,
weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9.2 Da keine unfallbedingten Schädigungen mehr vorliegen, erübrigt sich auch
die Prüfung einer Integritätsentschädigung.
10. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 83 ATSG ist das Verfahren –
vorbehältlich der mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für
die Parteien kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben werden.
Ein Parteikostenersatz wird der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht
zugesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).