Decision ID: e3a48a80-5166-4252-b84c-9752376c3126
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, war von 2011
bis 2014
bei der
Y._
GmbH
, Zürich,
als Aushilfe Kinderkrippe sowie von 2006 bis 2013 bei der
Z._
,
und im
Jahr
2014 bei der
A._
GmbH, jeweils als Reinigungskraft
tätig (Urk. 10/3/11
;
Urk. 10/23). Unter Hinweis auf
Hüft
beschwerden meldete sie sich am
18. März 2015
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche
Situation ab, zog Akten der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft als Kranken
taggeldversicherung bei (Urk.
10/3;
Urk. 10/41)
und holte
bei der Neurologie
B._
AG, Polydisziplinäre Begutachtungsstelle, MEDAS,
ein Gutachten ei
n, das am 26. November 2016 erstattet wurde (
Urk. 10/66
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
10/73
; Urk.
10/82
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
5. Februar 2018
einen Rentenanspruch (Urk.
2 = Urk. 10/111
).
2.
Die Versicherte erhob am 9. März 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
5. Februar 2018
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
rück
wirkend seit dem 1. September 2015 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten anzuordnen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
27. April 2018
(Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
22. Mai 2018
w
urden antragsgemäss (vgl. Urk. 1
S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsvertretung bewilligt
(Urk. 11). Am 24. August 2018
reichte die Beschwerdeführerin eine weitere, am 2
0.
August 2018 erstattete ärztliche
Stellungnahme
(
Urk.
15) ein (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus
, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Helferin in der Krippe seit Juli 2014 nur noch zu 50
%
zumutbar sei. Sämtliche dem Leiden angepasste, körperlich leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten, wobei wenigstens 50
%
sitzend möglich sein sollten, seien ihr aber zu 100
%
zumutbar (S. 1 unten). Der Einkommensver
gleich ergebe einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 6
%
(S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
im MEDAS-Gutachten seien bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einzig
ihre
rechtsseitigen Hüftbeschwerden aus orthopädischer Sicht berücksichtigt worden, nicht jedoch die
darüber
hinaus auftretenden Beschwerden
.
In Berücksichtigung der
multilokulären
Arthralgien und der neu aufgetretenen Beschwerden an der Hals- und Lendenwirbelsäule, am
Vorfuss
links sowie an der Schulter dränge sich vorliegend eine
erneute Beurteilung der Arbeitsfähigkeit insbesondere aus rheumatologischer Sicht auf
(S. 6 Ziff. 2.5).
Das MEDAS-Gutachten sei somit unvollständig, weshalb die Anordnung
eines polydisziplinären Gutachtens bean
tragt werde, welches auch aus rheumatologischer Sicht zu erfolgen habe (S.
7 Ziff. 2.6
).
Die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
aus orthopädischer Sicht
bezüglich einer angepassten Tätigkeit gelte gemäss den Gutachtern sodann erst seit dem 1. Juli 2016 (S. 7 Ziff. 3.3). Die Beschwerdeführerin sei im Januar 2016
an
der rechten Hüfte operiert wo
rden. Auch der Operateur Dr.
C._
habe vor und nach der Operation eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert und
sei erst im Juli 2016 von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 60 bis 80
%
ausgegangen (S. 8 Ziff. 3.4
). Selbst wenn auf das MEDAS-Gutachten abgestützt werde, so folge daraus eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit erst
ab
dem 1. Juli 2016, davor sei diese mindestens im Umfang von 50
%
einge
schränkt gewesen (S. 8 Ziff. 3.5). Gestützt auf einen Prozentvergleich habe die Beschwerdeführerin
vom
1. September 2015 bis mindestens 30. September 2016 Anspruch auf eine befristete halbe Invalidenrente (S. 9 Ziff. 4.2).
Wenn ab 1. Juli 2016 von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer Verweis
tätigkeit ausgegangen werde, so müsse angesichts der massiven körperlichen Einschränkungen ein Leidensabzug von 20
%
vom Tabellenlohn berücksichtig
t
werden (S. 10 Ziff. 4.3.2 unten). Daraus ergebe sich ein Invaliditätsgrad von rund 24
%
, womit die Beschwerdeführerin Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung habe (S. 11 Ziff. 4.5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
somit
der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
, und ob zu dessen Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Stellungnahmen abgestellt werden kann
.
3.
3.1
Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte im Bericht vom 27. Dezember 2013 (Urk.
10/3/6 = Urk.
10/41/33) folgende Diagnosen:
-
femoroac
etabuläre
s
Impingement
in der Hüfte rechts vom CAM- und
Pincertyp
bei
Coxa
profunda
und Labrumläsion
-
bekannte Hypothyreose
-
Asthma bronchiale
Seit zirka 2 Jahren bestünden Schmerzen im Bereich der rechten Leiste und der rechten Gesässhälfte. Anamnestisch sei damals eine beginnende
Femurkopf
nekrose
diagnostiziert worden. Sei
t
einigen Monaten seien die Schmerzen wieder deutlich an
Intensität zunehmend. Sie bestü
nden vor allem nachts, zusätzlich existierten ein Anlaufschmerz
gluteal
und inguinal sowie Schmerzen bei länge
rem Sitzen und beim Schuhanziehen.
3.2
Die Ärzte der
orthopädischen
Abteilung Hüfte/Becken der Uni
versitäts
klinik
D._
nannten im Bericht vom 4. Juli 2014 (Urk.
10/41/35-36) als Diagnose ein
f
emoroacetabuläres
Impingement
der Hüft
e rechts mit
anterosuperiorer
La
brum
läsion mit reaktiver Insuffizienz der Abduktoren. Die Patientin berichte vor allem von lateralseitigen kribbelnd, ausstrahlenden Schmerzen im Oberschenkel (S. 1).
3.3
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Kurzbericht vom
2
9.
September 2014
(Urk.
10/3/9-10 =
10/41/31-32
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Anpassungsstörung
(Angst und depressive Reaktion, gemischt)
ICD-10 F.43
.22
-
Verdacht auf emotional instabile
Persönlichkeitsstörung
Die Patientin sei bereits 2006 aus Anlass von Anpassungsstörungen (Migrations
schwierigkeiten) und einer Ehekrise bei ihm in Behandlung gewesen. Die Symp
tome seien nach wenigen Monaten
regredient
und die Behandlung abgeschlossen gewesen. Im August 2014 habe sie die Praxis wegen neuen Beschwerden aufge
sucht: Sie habe über Schmerzen geklagt und gesagt, dass sie unter
Femurkopf
nekrose
leide. Sie habe erklärt, dass sie mehrere somatische und psychische Beschwerden habe und zurzeit 100
%
arbeitsunfähig sei (S. 1 Mitte).
Sie
klage
über Symptome, die auf eine depressive sowie ängstliche Reaktion hindeuteten: Müdigkeit, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Wutausbrüche, Schlafstörungen, innere Unruhe und gedrückte Stimmung, Reizbarkeit, Wutaus
brüche, Flashbacks aus der Kindheit, generalisierte Angstzustände, Phobien, emotionale Instabilität (S. 1 unten).
I
m Kurzbericht vom 9. Juni 2015 (Urk. 10/11/6-7)
stellte Dr.
E._
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Anpassungsstörung ICD-10 F
43 (Angst und depressive Reaktion, gemischt)
-
Persönlichkei
tsstörung F
60 (mit emotionaler Instab
ilität und
histro
nischen
Zügen
3.4
Dr. med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des B
ewegungsapparates, und Dr. med.
G._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, H._
, stellten in ihrem Bericht zum Assessment Orthopädie und Psychiatrie vom 17. Juni 2015
zuhanden der Krankentaggeldversicherung
(Urk. 10/41/10-19) folgende
Fachd
iagnosen (S. 7):
-
komplizierter Verlauf nach operativem Behandlungsversuch einer
Teno
synovitis
stenosans
rechte Palma D4 mit Re-Operation Indikation
-
grosses Ganglion am linken Kniegelenk mit OP-Indikation
-
FAC rechtes Hüftgelenk ebenfalls mit OP-Indikation
-
mittelgradige depressive Episode mit rezidivierender Störung F33.1, wahr
scheinlich vor dem Hintergrund einer emotional instabilen Persönlich
keitsstörung F60.3
-
laufende Psychotherapie sowie psychopharmakologische Behandlung
unter anderem mit
Deanxit
, die weitere Medikation ist nicht exakt erinnerlich
-
nebenbefundlich
Schlafpnoe
-Syndrom (mit Schlafmaske versorgt)
Aus psychiatrischer Optik bestehe vorerst eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Bei Fortführung und Erfolg der laufenden Psychotherapie und der antidepressiven Medikation sei mit dem Wiedererreichen einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in zirka drei Monaten zu rechnen. Aus orthopädischer Sicht gelte die Versicherte für einen Zeitrahmen von zirka drei Monaten als arbeitsunfähig. In diesem Zeitraum seien die notwendigen operativen Behandlungen der rechten Hand, der rechten Hüfte und des linken Kniegelenkes möglich (S. 7 f. Ziff. 1). Die derzeitige Arbeits
unfähigkeit von 100
%
gelte in der Tätigkeit als Aushilfe (Küche, Reinigung) in der Kita. Eine Verweistätigkeit sei bei der vorliegenden orthopädisch-psychiat
rischen Komorbidität derzeit noch nicht zu formulieren (S. 8 Ziff. 2 oben)
.
3.
5
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.1)
nannte im Bericht zuhanden der Beschwerdegeg
nerin vom 9. März 2016 (Urk. 10/24) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
f
emoroazetabuläre
s
Impingement
(FAI) vom CAM- und
Pincer
-Typ mit Labrumläsion, Status nach Hüftarthroskopie rechts mit
Labrum
refixation
, Schenkelhalstaillierung und Pfannenrandtrimmung am 22. Januar 201
6.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
eine
Thyr
e
oiditis,
eine
Depression und
eine
Schlafapnoe mit
Conti
nuous
Positive
Airway
Pressure
(CPAP) Behandlung (S. 1 Ziff. 1.1).
Zirka zwei Jahre nach der
erstmalige
n
Beurteilung im Dezember 2013
habe d
ie
Beschwerdeführerin
ihn mit zunehmenden Schmerzen erneut aufgesucht. Hier sei
en
de
r
Impingement
-, Vierer
- und Appreh
ension
s
-Test positiv
gewesen, in der Magnetresonanztomographie (
MRI
)
habe sich eine CAM- und
Pincerkomponente
mit Labrumriss und leichter Knorpelverschmälerung gezeigt. Daraufhin sei am 22. Januar 2016 die Hüftarthroskopie durchgeführt worden
.
Aufgrund der nur leichten Knorpelschädigung gehe er von einer guten Prognose aus. Einen Arbeits
beginn halte er 3 Monate nach der Operation für gerechtfertigt. Hier blieben aber noch die weiteren Nachkontrollen abzuwarten (S. 1 f. Ziff. 1.4).
Im Bericht vom 11. März 2016
über die
Verlaufskontrolle der rechten Hüfte (Urk. 10/25) führte Dr.
C._
aus, im Alltag seien weiterhin starke Schmerzen vorhanden. Nun schmerze auch die linke Hüfte. Hier sei ein MRI durchgeführt worden, welches eine regelrechte Schenkelhalstaillierung, jedoch einen kleinen Labrumriss gezeigt habe.
Im Bericht vom 29. März 2016 (Urk. 10/36) führte Dr.
C._
aus, der
Impingement
-, Vierer- und Apprehension-Test beidseitig sei stark schmerzhaft. Es be
stünden deutliche Schmerzen im B
er
e
ich der
Iliop
s
oas
sehne
beidseitig bei Hüftflexion gegen Widerstand.
3.6
Im am
14. Juli 2016 eingegangenen Verlaufsbericht
(Urk. 10/45) stellte
Dr.
C._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
postoperative intraartikuläre Narbenbildung der Hüfte rechts
-
Status nach Hüftarthroskopie rechts mit Labrumsektion und
Refixation
am 22. Januar 2016
-
Labrumriss links
-
Thyreoiditis
-
Depression
-
Schlafapnoe mit CPAP-Behandlung
Es existiere eine unverändert gute Beweglichkeit der Hüfte. Der
Impingement
-, 4er- und Apprehensionstest sei weiterhin schmerzhaft. Unverändert seien die deutlichen Schmerzen bei Hüftflexion gegen Widerstand (Ziff. 1.3).
Ihre Tätigkeit als Raumpflegerin könne die Beschwerdeführerin aktuell zu 60
%
wahrnehmen. In einer angepassten Tätigkeit müsste ein Wechsel zwischen Stehen, Gehen und Sitzen gewährleistet werden (Ziff. 2.1). Die Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag betrage aktuell 60
%
, möglicherweise mit einer Steigerung auf maximal 80
%
(Ziff. 4.2).
4.
4.1
Am 26
.
November 2016
erstatteten
Dr. med.
I._
, Facharzt für Allgemeine
I
nnere Medizin, Dr. med.
J._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des B
ewegungsapparates, und Dr. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie
B._
AG, Polydisziplinäre Begutachtungsstelle, MEDAS, ihr polydisziplinäres Gutachten (Urk. 10/66
/2-47
).
4.2
Im
allgemeinmedizinisch-
inter
nistischen Teilgutachten (Urk. 10/66/6-12) stellte Dr.
I._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9 Ziff. 4.2). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (S. 9 Ziff. 4
.2):
-
allergisches Asthma bronchiale (Pollenallergie)
-
allergische Rhinitis
-
schlafbezogene Atemstörung unter erfolgreicher Behandlung
-
Somnambulie
laut Anamnese
-
s
ubstituierte Hypothyreose
-
Zustand nach
laparaskopischer
Appendektomie
Als Grund für ihre Arbeitsniederlegung
im Jahr 2014 gebe
d
ie
Versicherte
in erster Linie ein Hüftleiden rechts an, jedoch noch zahlreiche weitere somatische Einschränkungen, welche insgesamt als psychosomatisches Beschwerdebild imponierten (S. 9 Ziff. 5.1). Aus rein somatischer Sicht lägen keine Befunde vor, die Versicherte werde erfolgreich behandelt (S. 9 Ziff. 5.2). Der Auftritt sei sehr auf die Betonung unzähliger Einzelbefunde orientiert gewesen und habe insge
samt übertrieben klagend gewirkt. Dass die Versicherte ihre selbst erstellte
Medi
kamentenliste tatsächlich befolge, werde bezweifelt, denn die Präparate überlapp
ten sich mit ihren Wirksubstanzen, seien also wahrscheinlich nicht gleichzeitig verordnet worden (S. 10 Ziff. 5.4). In der angestammten Tätigkeit bestehe volle Arbeitsfähigkeit (S. 10 Ziff. 6.1).
4.3
Im orthopädischen Teilgutachten (Urk. 10/66/12-26) stellte Dr.
J._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 4.1):
-
f
emoracetabuläres
Impingement
(FAI) rechts mit
anterosuperiorer
Labrumläsion,
Pincerimpingement
rechts, Status nach
Labrumrefixation
,
arthroskopische
Operation, Hüftgelenksarthroskopie rechts am 22. Januar 2016
-
latente
Femurkopfnekrose
, idiopathisch, initial im ARCO Stadium II, nach
konservativer Therapie aktuell
im MRI Stadium I
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (Ziff. 4.2):
-
Ganglionformation
medialer
Femurkondylus
links im MRI Knie nativ links vom 14. April 2015
-
Restbeschwerden nach operativer Behandlung einer Tendovaginitis
stenosans
D3 rechts am 5. März 2015
Es bestünden Beschwerden bei der Bewegung der Hüfte, der ausdauernden axia
len (Stehen) und übermässig bewegenden (Hocken, Aufheben vom Boden) und schwer hebenden (Kinder) Belastung des rechten Hüftgelenks und seit kurzem auch des linken Hüftgelenks.
Es seien S
chmerzen im Bereich der
rechten Hüfte als Leistenschmerz und bewegungsabhängig auch als
Trochanterschmerz
provozierbar
. Diese träten überwiegend am Tage bei Belastung auf (S. 20 Ziff. 5.1
lit
.
a). Die Behandlung der rechten Hüfte sei erfolgsversprechend. Die Nekrose sei am Abklingen, das
Impingement
habe
sich
arthroskopisch
chirurgisch verbessert und die Labrumläsion genäht werden können (S. 21 Ziff. 5.1
lit
.
b).
Das negative Belastungsprofil der nicht möglichen Tätigkeiten stelle sich wie folgt dar (S. 21 Ziff. 5.2):
-
k
örperlich schwere und überwiegend schwere Tätigkeiten
-
Arbeiten in Rumpfbeugung und nicht achsgerechte Bewegung der Wirbelsäule
-
Arbeiten mit auch nur gelegentlichem Bücken oder Knien und Arbeiten im Hocken
-
Bücken zum Aufhe
ben von Lasten
-
Arbeiten mit der Notwendigkeit zum Treppensteigen
-
Arbeiten auf Gerüsten, Leitern, Dächern, Bühnen und Stegen
-
Arbeiten im Freien, auf unebenen Böden, Arbeiten mit erhöhter Anforderung an die Trittsicherheit oder Gehen in unebenem Gelände
Es bestehe kein leidenszentriertes Auftreten, jedoch eine Betonung der körper
lichen Befunde, insbesondere der Schmerzen, jedoch ohne Aggravationstendenz oder Simulation. Die Symptome würden offen und glaubhaft geschildert und erschienen in sich konsistent (S. 21 f. Ziff. 5.3).
In der Tätigkeit als Helferin in einer Kinderkrippe (überwiegend Küche und Haus
wirtschaft) bestehe auf orthopädischem Teilgebiet eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
seit dem 12. Dezember 201
2.
Wegen der überwiegend stehenden Tätigkeit könne keine
Pensumsteigerung
abgerufen werden. Für das Erreichen eines Pen
sums von 100
%
sei eine Leidensanpassung nötig (S. 23 Ziff. 6.2). In leidensan
gepasster Tätigkeit gemäss negativem Belastungsprofil ergebe sich eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
aus rein orthopädischer Sicht seit jeher, hilfsweise seit dem Tag der Antragstellung
.
Das positive Belastungsprofil stelle sich wie folgt dar
(S. 23 Ziff. 6.2)
:
-
k
örperlich sehr leichte, leichte und leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne zeitliche Einschränkung
-
Arbeiten mit gelegentlichem Positionswechsel / Wechselbelastung aus Gehen, Stehen und Sitzen
-
Arbeiten mit Fortbewegung, wobei gelegentliche Gehstrecken bis 50 Meter in Gebäuden zumutbar seien
-
Gewichtsbelastungen beim Tragen und Haben bis Lendenhöhe 10-15 kg, Heben und Tragen über Brusthöhe bis 5 kg
-
wenigstens 50
%
sitzende Tätigkeit auf einer Sitzerhöhung oder mit
Sitzkeil
und der Möglichkeit, das rechte Bein gestreckt zu halten und gele
ge
ntlich die Sitzposition zu wechseln oder aufzustehen und umherzulaufen
-
gelegentliche Arbeiten über Kopf und in Vorhaltung der Arme
-
zeitweise Arbeiten mit Besteigen von Hockern, Leitern, Treppen und Trittstufen (bis 10
%
der Arbeitszeit)
-
zeitweise Arbeiten im Freien mit Nässe- und Kälteeinwirkung und unter Zug
luft (bis 10
%
der Arbeitszeit)
-
zeitweise Arbeiten unter Einwirkungen von Hitze, Kälte und Temperatur
schwankungen in Gebäuden
-
Arbeiten
an laufenden
Maschinen oder EDV-Anlagen
Die Versicherte könne ab sofort beruflich eingegliedert werden. Die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in ideal leidensangepasster Tätigkeit
aus ortho
pädischer Sicht
gelte seit dem 1. Juli 2016 (S. 24 Ziff. 6.3).
4.4
Dr.
K._
nannte im psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 10/66/26-43) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 37 Ziff. 4.1). Als Diagno
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (Ziff. 4.2):
-
rezidivierende depressive Störung, derzeit leichtgradig (F33.0)
-
Persönlichkeitsakzentuierung im Sinne einer emotionalen Instabilität (F73.0)
Es zeige sich eine dramatische Wirkung des Vorbringens der Klagen. Undifferen
zierte, globale und stereotype Symptomdarstellung und geringe Behandlungs
aktivität seien feststellbar. Mangelnde Leistungsbereitschaft und Selbstlimitie
rung seien anzunehmen. Diese Beobachtungen seien als Aggravationshinweise zu werten (S. 38 Ziff. 5.2). Die Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, die Kontaktfähig
keit zu Dritten/Selbstbehauptungsfähigkeit und die Durchhaltefähigkeit seien leichtgradig eingeschränkt
(S. 38 Ziff. 5.3). Die bisherige psychiatrische Therapie sei nicht leitliniengerecht, die Weiterführung einer konsequenten ps
y
chiatrisch-psychotherapeutischen muttersprachlichen Behandlung inklusive einer serum
spiegelgesteuerten psychopharmakologischen Therapie sei erfolgsversprechend und medizinisch zumutbar, habe jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 Ziff. 5.4.3). Es bestünden Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilder
ten Intensität und der Vagheit der Beschwerden sowie der bisherigen Inanspruch
nahme therapeutischer Hilfe (S. 40 Ziff. 5.6).
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage von Juni 2015 bis zum Untersuchungstag 50
%
und ab dem Untersuchungstag bis auf weiteres 100
%
(S. 41 f. Ziff. 6.1). In einer leidensangepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähig
keit von Juni 2015 bis zum Untersuchungstag und bis auf Weiteres 100
%
. Das positive Leistungsbild für eine angepasste Tätigkeit beinhalte Arbeiten mit konstanten Arbeitsanforderungen und –
abläufen
, konstanten Arbeitszeiten, einem konstanten sozialen Umfeld,
Möglichkeiten für zusätzliche betriebsun
übliche Pausen, flexible Arbeitseinteilung, flexible Leistungsvorgaben ohne konfliktträchtige soziale Interaktionen (S. 42 Ziff. 6.2).
4.5
Im Rahmen der polydisziplinären Beurteilung (Urk. 10/66/43-47) stellten die Gutachter dieselben Diagnosen wie in den Teilgutachten (S. 42 Ziff. 1). Inwiefern das im Anfangsstadium eines
femoroazetabulären
Impingements
anfangs 2016 mit Erfolg behandelte Hüftleiden tatsächlich ihre Tätigkeit am bisherigen Einsatz
ort weiterhin einschränken würde und ob nicht geeignete organisatorische Anpassungen am Arbeitsplatz ein volles Pensum erlaubt hätten, könne nicht sicher beurteilt werden. Hilfsweise werde deshalb eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert (S. 43 Ziff. 2.1). Diese Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der bisherigen Tätigkeit sei anhaltend ab Dezember 2012 beziehungsweise seit Beginn der ersten ärztlichen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit per 17. Juli 201
4.
Möglicher
weise habe damals zeitweise auch psychiatrisch bedingt die Arbeitsfähigkeit nur 50
%
betragen (S. 45 Ziff. 3.1). In einer leidesangepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Durch die Operation am 22. Januar 2016 sei keine längere Arbeitsunfähigkeit entstanden (S. 45 Ziff. 3.2).
5.
5.1
Die Ärzte der Uni
versitäts
klinik
D._
stellten im Sprechstundenbericht vom 12. Mai 2017 (Urk. 10/66/88/1-2) die bekannten Diagnosen
.
Die Patientin
berichte
über persistierende Schmerzen im Bereich der rechten, aber auch der linken Hüfte. Zusätzlich zum alten Beschwerdebild seien nun teilweise einschies
sende Schmerzen auf beiden Seiten hinzugekommen, die beispielsweise beim Aufstehen aus dem Sitzen aufträten (S. 1 Mitte).
Am 8. Mai 2017 sei
ein
Arthro
-MRI an der Hüfte rechts durchgeführt worden. (S. 2 oben). Dieses zeige eine leichte Ausdünnung des
acetabulären
Knorpels sowie postoperative Veränderun
gen am
anterosuperioren
Labrum. Insgesamt seien die Beschwerden aber nicht eindeutig durch ein anatomisches Korrelat geklärt (S. 2 Mitte). Die Patientin sei von der Abteilung Rheumatologie zur Abklärung einer eventuellen chronisch-entzündlichen Erkrankung aufzubieten (S. 2 unten).
5.2
Die Ärzte der orthopädischen Abteilung für Wirbelsäulen-Chirurgie der Univer
sitätsklinik
D._
stellte
n im Sprechstundenbericht vom 23
. Juni 2017 (Urk.
10/92/5-10
)
folgende
, hier
verkürzt wiedergegebene
n
Diagnosen
(S. 1 f.)
:
-
multilokuläre
Arthralgien unklarer Zuordnung
-
Differentialdiagnose (DD): entzündlich-rheumatologisch, mechanisch bedingt
-
anamnestisch Schultern beidseitig, Handgelenke beidseitig, Finger
grundgelenk (MCP)-Reihen beidseitig, Hüfte rechts, Knie beidseitig sowie Füsse
-
Status nach anamnestisch rheumatischem Fieber 1991-1995
-
Bildgebung: Röntgen Schulterstatus rechts am 22. Juni 2017: (...) Keine Verkalkungen oder degenerativen Veränderungen; Röntgen Hände und Füsse
dorsopalmar
(
dp
) beidseitig: Keine entzündlichen Veränderungen
-
Labor: (...)
-
c
hronisches
cervikospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
aktuell mögliche
Radikulopathie
des 6. Halswirbels (C6) rechts
-
Bildgebung:
Röntgen der Halswirbelsäule (HWS)
anterior
posterior
(
ap
)/seitlich am 22. Juni 2017: Streckhaltung der HWS, ventrale Längs
bandverkalkung C5-C7, keine entzündlichen Veränderungen; Röntgen der Lendenwirbelsäule (CWS)
ap
/seitlich am 22. Juni 2017: Ventrale
Spondylophytenbildung
zwischen dem 3. u
nd 4. Lendenwirbel (L3 und L4)
-
persistierende Hüftschmerzen rechts bei Status nach Hüftarthroskopie am 22. Januar 2016 (...)
-
Impingement
-Symptomatik Hüfte links
-
m
ediale
Sesamoiditis
des ersten
Metatarsophalangealgelenkes
(MTP I)
am Fuss links
Die
multilokulären
Arthralgien könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher zugeordnet werden. Das C-reaktive Protein (CRP) sei laborchemisch leichtgradig erhöht und die rheumatologischen Parameter alle negativ gewesen. Konventio
nell-radiologisch hätten sich keine entzündlichen/
erosiven
Veränderungen gezeigt (S. 4 Mitte).
5.3
Die Ärzte der Abteilung Rheumatologie der Universitätsklinik
D._
stellten im Sprechstundenbericht vom 14. Juli 2017 (Urk. 10/92/14-16) keine neuen Diagno
sen. Es seien am 30. Juni 2017 ein Ultraschall der Schultern beidseitig, ein MRI der Halswirbelsäule und ein MRI der Lendenwirbelsäule und des
Il
e
osakralgelenks
(ISG) durchgeführt worden (S. 2 Mitte). MR-tomographisch hätten sowohl
cervi
kal
wie auch lumbal keine Hinweise auf akut- oder postentzündliche Verände
rungen bestanden.
Ultrasonographisch
habe in beiden Schul
t
ern eine
Tendino
pathie
aller
Rotatorenmanschettensehnen
beidseitig bestanden. Weiterhin könnten die
multilokulären
Arthralgien nicht sicher zugeordnet werden. Es werde am eheste
n
von einer mechanischen Genese ausgegangen (S. 2 unten)
5.4
Die Ärzte der orthopädischen Abteilung Fuss-/Sprunggelenk der Universitäts
klinik
D._
stellten im Verlaufsbericht vom 15. September 2017 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 10/93/4-6) keine neuen Diagnosen (S. 1 f.). Der Gesundheitszustand sei stationär (S. 2 Ziff. 1.1). Eine Arbeitsunfähigkeit seit vom 16. bis 30. Mai 2017 attestiert worden. Die Patientin sei aber für rein sitzende Tätigkeiten arbeitsfähig und für Kursbesuche einsatzfähig, vorzugsweise mit kurzen Anfahrtsstrecken (S. 2 Ziff. 2.1, S. 3 Ziff. 4).
Bei der diagnostizierten medialen
Sesamoiditis
handle es sich am eheste
n
um eine entzündliche Erkran
kung im Rahmen der rheumatischen Grunderkrankung. Aufgrund der
chronifi
zierten
Beschwerden sei am ehesten von einer längeren Rehabilitationszeit von mehreren Monaten auszugehen (S. 3 Ziff. 3.1
,
Ziff.
3.3
).
5.5
Die Gutachter beantworteten am 12. Dezember 2017 die von der Beschwerdegeg
nerin gestellten Rückfragen zum polydisziplinären Gutachten vom November 2016 (Urk. 10/103). Dabei führten sie aus, es sei keine Ergänzung der Diagnose
liste notwendig. Die Selbstzuweisungen der Versicherten
an die
Universitätsklinik
D._
ergäben im Wesentlichen, dass dort keine weiteren oder neuen Ursachen für die Schmerzen hätten gefunden werden können (S. 3 f.). Es ergäben sich keine Anhaltspunkte, dass die diagnostizierte
Sesamoiditis
Ausdruck einer System
krankheit wäre. Wenn sie also lokal sei, sei sie behandelbar beziehungsweise selbstheilend
.
Das MRI der LWS/ISG habe unbedeutende Veränderungen gezeigt und keine Erkenntnisse zu allfälligen lokal von der Wirbelsäule ausgehenden Beschwerden oder zum Vorliegen einer entzündlichen Systemkrankheit geliefert. Eine Zuordnung
multilokulärer
Schmerzen sei auf orthopädischem Gebiet nicht
möglich
(S. 4 Mitte).
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten gelte daher insgesamt weiterhin (vgl. S. 5).
5.6
Die Ärzte der Abteilung Rheumatologie der Universitätsklinik
D._
stellten in ihrem Bericht vom 2
0.
August 2018 (
Urk.
15) abgesehen von einem Asthma bron
chiale (S. 2
Ziff.
6) keine neuen Diagnosen. Zum Gutachten könnten sie nicht Stellung nehmen, da es ihnen nicht vorliege (S. 2 unten).
5.7
Die Ärzte der Abteilung Orthopädie der Universitätsklinik
D._
nannten in ihrem Bericht vom
9.
Oktober 2018 über eine ausserplanmässige Konsultation (
Urk.
23) als neue Diagnose belastungsabhängige mediale Knieschmerzen links (S. 1
Ziff.
1).
5.8
Laut Bericht vom 2
5.
Januar 2019 (
Urk.
26) ergab ein am 1
4.
Januar 2019 erstell
tes MRI im rechten Fuss eine fokale
Fibrose
an der
Plantarfaszie
sowie leichte schwielige Veränderungen am MTP I-Köpfchen (S. 3).
5.9
Die Ärzte der Abteilung Handchirurgie des Universitätsklinik
D._
nannten in ihrem Bericht vom 2
6.
Februar 2019 über eine Notfall-Konsultation (
Urk.
29)
als neue Diagnose eine Tendovaginitis de
Quervain
rechts im Rahmen der
multiloku
lären
Arthralgien (S. 1
Ziff.
1).
6
.
6
.1
Das MEDAS-Gutachten vom November 2016 leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion ein und die dort getroffenen Schlussfolgerungen sind begründet. Insbeson
dere im orthopädischen Teilgutachten wurden die Untersuchungsbefunde sehr sorgfältig und detailliert aufgelistet und in gut nachvollziehbarer Weise ein differenziertes Fähigkeitsprofil erarbeitet (vorstehend E. 4.3
). Die Beschwerdefüh
rerin griff
denn das Gutachten inhaltlich auch nicht an, sondern macht
e
lediglich geltend, es sei unvollständig (vorstehend E. 2.2). Dem ist in dem Sinne zu wider
sprechen, dass die Gutachter im Dezember 2017 Stellung nahmen zu den
diversen in der Zwischenzeit von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztberichten der Universitätsklinik
D._
(vorstehend E. 4.10). Ihrer Schlussfolgerung, dass im Wesentlichen keine weiteren oder neuen Ursachen für die Schmerzen oder Anhaltspunkte für eine Systemkrankheit hätten gefunden werden können, ist zuzustimmen.
Entgegen der Beschwerdeführerin liegen somit zu wenig Anhaltspunkte für eine relevante weitere Gesundheitsbeeinträchtigung etwa in rheumatologischer Hinsicht vor, als dass ein weiteres polydisziplinäres Gutachten neue, für die Beur
teilung des vorliegenden Falles entscheidende Erkenntnisse liefern könnte. Auf weitere Abklärungen ist daher im Sinne der
antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 122 V 157 E. 1d).
Das MEDAS-Gutachten ist somit
für die streitigen Belange umfassend,
es beruht
auf allseitigen Untersuchungen,
berück
sichtigt
auch die geklagten Beschwerden
und wurde
in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) erstattet.
Auf das voll beweiswertige
MEDAS-Gutachten
ist daher
abzustellen.
6
.2
Die Beschwerdeführerin möchte das MEDAS-Gutachten so verstehen, dass sie bis zum 1. Juli 2016 in ihrer Arbeitsfähigkeit zu 50
%
eingeschränkt gewesen sei
(vorstehend E. 2.2). Dabei verweist sie auf S. 24 Ziff. 6.3 des
orthopädischen Teil
g
utachtens (Urk. 10/66), wo es tatsächlich heis
st: «Die Einschätzung einer 100 %
AF aus orthopädischer Sicht in ideal leidensangepasster Tätigkeit gilt seit 01.07.2016». Diese Zeitangabe wird jedoch nicht begründet und sie widerspricht
allen
anderen diesbezüglichen Angaben im Gutachten. So heisst es
im orthopä
dischen Teilgutachten
kurz vorher
: «In leidensangepasster Tätigkeit ergibt sich eine 100
%
AF aus rein orthopädischer Sicht seit jeher, hilfsweise Tag der Antragstellung (
...)»
(S. 23 Ziff. 6.2)
. Damit dürfte der
Tag der IV-Anmeldung am
18. März 2015
gemeint sein (vgl. Urk. 10/2). Auch
im
psychiatrische
n
Teilgut
achten
wurde
fest
gehalten
, in einer leidensangepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit von Juni 2015 bis zum Untersuchungstag und bis auf Weiteres 100
%
(S. 42 Ziff. 6.2
;
)
. Schliesslich wurde auch in der polydisziplinären Beur
teilung ohne zeitliche Relativierung festgehalten, die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit betrage 100
%
, wobei explizit erwähnt wurde, durch die Operation am 22. Januar 2016 sei keine längere Arbeitsunfähigkeit entstan
den (Urk. 10/66 S. 45 Ziff. 4.2).
Damit wird der Argumentation der Beschwerde
führerin, wonach der Operateur Dr.
C._
vor und nach der Operation vom Januar 2016 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert habe (vorstehend E. 2.2)
, der Boden entzogen.
Ohnehin
ist eine solch eindeutige Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit seitens Dr.
C._
nicht dokumentiert. Er hielt
im März 2016 lediglich fest, er halte einen Arbeitsbeginn drei Monate nach der Operation
– dies entspräche notabene bereits dem 22. April 2016 – «
für g
erechtfertigt
»
(vorstehend E. 3.5
).
Zudem
ist bei Berichten von behandelnden Ärzten
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc
S. 353 mit weiteren Hinweisen), sprich deren Arbeits
fähigkeit tendenziell eher tiefer ein
schätzen als dies objektiv gerechtfertigt wäre.
Gestützt auf das MEDAS-Gutachten ist somit erstellt, dass die Beschwerdeführe
rin in ihrer angestammten Tätigkeit seit Dezember 2012 zu 50
%
arbeitsunfähig, in einer leidensangepassten Tätigkeit indes seit jeher zu 100
%
arbeitsfähig ist.
6
.3
Die auf das Fuss- und Sprunggelenk spezialisierten Orthopäden der Universitäts
klinik
D._
konnten die Ursachen der diagnostizierten medialen
Sesamoiditis
nicht genau evaluieren. Sie gingen aber am ehesten von einer längeren Rehabi
litationszeit aus (vorstehend E.
5.
4).
Die MEDAS-Gutachter bemerkten dazu, wenn sie lokal sei, sei sie behandelbar beziehungsweise selbstheilend (vorstehend E.
5.5
). Zugunsten der Beschwerdeführerin ist angesichts dieser eher ungewissen Prognose davon auszugehen, dass die Verweistätigkeit rein sitzend zu erfolgen hat.
Nur f
ür eine solche Tätigkeit ist die Beschwerdeführerin in Übereinstimmung mit der diesbezüglichen Einschätzung der Orthopäden der Universitätsklinik
D._
voll arbeitsfähig (vorstehend E.
5.
4). Das v
om orthopädischen
MEDAS-
Teilgutachter
erarbeitete Belastungsprofil (vorstehend
E. 4.3)
ist insofern anzu
passen.
Die Verweistätigkeit sollte somit rein sitzend, auf einer Sitzerhöhung oder mit
Sitzkeil
und der Möglichkeit, das rechte Bein gestreckt zu halten und gelegentlich die Sitzposition zu wechseln, erfolgen. Zu weitgehend erscheinen daneben die Einschränkungen, die der psychiatrische Teilgutachter für die Verweistätigkeit formulierte, nachdem er lediglich eine leichtgradige rezidivierende depressive Störung und eine Persönlichkeitsakzentuierung diagnostiziert und festgehalten hatte, die bisherige psychiatrische Therapie sei nicht leitliniengerecht und eine angepasste Therapie erfolgsversprechend (vgl. vorstehend E. 4.4). Die
von ihm
angegebenen Arbeitsanforderungen
mögen eine produktive Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin begünstigen, müssen aber nicht zwingend erfüllt sein.
7
.
7
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
7
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7
.4
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzu
rech
nen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7
.5
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grund
sätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222). Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Die IV-Anmeldung ging am 23. März 2015 bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk. 10/2 sowie Aktenver
zeichnis zu
Urk.
10). Ein allfälliger Rentenanspruch bestünde somit frühestens ab dem 1. September 201
5.
7
.6
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Ermittlung des
Valideneinkommens
in der Höhe von Fr. 54'913.-
-
auf das durchschnittliche Einkommen in den Jahren 2011 bis 2013 ab (vgl. Urk. 2 S.
2 oben;
Urk. 10/69).
Richtigerweise ist jedoch mit der Beschwerdeführerin
auf
das im Jahr 2011 erzielte Einkommen abzustellen (vgl. Urk. 1 S. 11 Ziff. 4.5), wel
ches korrekterweise Fr. 55'343.--
betrug (vgl. Urk. 10/23/1).
Unter Berücksichtigung der allgemei
nen Lohnentwicklung im Jahr 2012
in
der Höhe von 1.0
%
, im Jahr 2013
in der
Höhe von 0.7
%, im Jahr 2014
in der Höhe von 1.0
%
und im Jahr 2015 in der Höhe von 0.
5
%
(
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, 1910-2017
, T 39) resultiert ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 57
‘
135
.-- (Fr. 55
‘
343
.--
x 1.01 x 1.007 x 1.01
x 1.
005
).
7
.7
D
ie Beschwerdeführerin
arbeitete bislang noch nicht in leidensangepasster Tätig
keit,
weshalb die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht konkret erfolgen kann, sondern gestützt auf die statistischen Tabellenlöhne vorzunehmen ist.
Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht der Beschwerdeführerin auch bei Beachtung dessen, dass
sie
eine solch
e
ausschliesslich
sitzend auf einer Sitzerhöhung oder mit
Sitzkeil
und der Möglich
keit, das rechte Bein gestreckt zu halten und gelegentlich die Sitzposition zu wechseln,
ausüben kann
,
eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invaliden
einkommens auf den standardisierten Durch
schnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Arbeit in sämtlichen
Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzu
stellen (LSE 2014,
Tabellengruppe
TA1_tirage_skill_level
, Total
, Niveau 1).
Das im Jahr 2014 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4‘300.--, mithin Fr. 51‘600.-- im Jahr (Fr. 4‘300.-- x 12). Der durch
schnitt
lichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden
(Bundesamt
für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
T. 03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von rund Fr. 53‘793.-- (Fr. 51‘600.-- : 40 x 41.7). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnent
wick
lung im Jahr 2015 in der H
öhe von 0.5
% (
Bundesamt für Statistik, Entwicklung
der Nominallöhne, der Konsu
men
tenpreise und der Reallöhne, 1910-2017
, T 39) resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund Fr. 54‘
062
.-- (Fr. 53‘793.--
x 1.005)
.
7
.8
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
ding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge
sichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
7
.9
Die Beschwerdegegnerin
berücksichtigte einen Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 5
%
, da das relativ eingeschränkte Belastbarkeitsprofil sich lohnmin
dernd auswirke (Urk. 10/69 S. 2 oben; Urk. 2 S. 2 oben). Das nun erstellte
Belast
barkeitsprofil
ist diesem gegenüber noch einmal markant stärker eingeschränkt, nachdem die Tätigkeit rein sitzend zu erfolgen hat (vorstehend E.
6
.3). Es ist daher der
Beschwerdeführerin darin zuzustimmen, dass das Zumutbarkeitsprofil als
massiv
eingeschränkt bezeichnet werden muss (vgl. Urk. 1 S. 11 Ziff. 4.4
),
was einen Abzug vom Tabellenlohn in der
beantragten
Höhe von 20
%
rechtfertigt. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 43'250.-- (Fr. 54‘062.-- x 0.8).
7
.10
Der Vergleich
des
Valideneinkommens
von Fr. 57
‘
135
.-- mit dem Inva
lidenein
kommen von Fr. 43‘250
.-- ergibt eine Einkommensbusse von Fr.
13
‘
885
.-- und
mit rund 24
%
kei
nen rentenbegründenden Invaliditätsgrad. Bei diesem Ergebnis steht der Beschwerdeführerin somit keine Rente der Invaliden
versicherung zu.
Soweit die Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen beantragt, so bildet dies mangels Anfechtungsobjekt nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8
.
8
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der
unentgeltliche
n Prozessführung sind die Gerichtskosten einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8
.2
Mit
Honorarnote
vom 17
.
September 2018 (Urk. 17) machte die Rechtsvertreterin
der Beschwerdefü
hrerin einen Aufwand von total 11 Stunden und 25
Minu
ten sowie Barauslagen von Fr. 82.90
geltend. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3
des
Gesetz
es
über das Sozi
alversicherungsgericht,
GSVGer
)
als
angemessen, wobei der
massgebende
Stundenansatz
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
richtiger
-
weise bei Fr. 220.-- und nicht wie von der Rechtsvertreterin veranschlagt bei Fr. 250.
--
liegt. Die Entschädigung ist entsprechend auf Fr. 2‘794.
--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
festzulegen.