Decision ID: 0189ed4c-18d5-50e6-bd26-239a6964c9c1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Mai 2012 (Eingang 11. Juni 2012) wegen Hörverlusts
erneut bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 115). Die
Versicherte hatte 1990 das Fähigkeitszeugnis als Damen- und 1991 als Herrencoiffeuse
erworben (IV-act. 26-1 f.), 1997 die Arztgehilfinnenschule B._ erfolgreich mit Diplom
abgeschlossen (IV-act. 26-3, 118-11 f.) und in diesem Beruf eine zehntägige
Stellvertretung übernommen (vgl. IV-act. 118-10). Nach Angaben der Versicherten
hatte es sich dabei um eine durch die IV finanzierte Umschulung aufgrund
rheumatischer Beschwerden bzw. Fibromyalgie gehandelt. Aufgrund der inzwischen
aufgetretenen Hörprobleme habe sie jedoch im umgeschulten Beruf nicht tätig sein
können (vgl. Protokoll Assessment vom 12. Juni 2013, IV-act. 158; Begründung
Härtefallgesuch vom 25. Januar 2014, IV-act. 181-1 f.; Gutachten MEDAS Interlaken-
Unterseen vom 28. Dezember 2017, IV-act. 258-3, 16 f., 22 ff., 51). Mit Verfügung vom
5. September 1997 hatte die IV-Stelle der Versicherten erstmals eine
Hörgeräteversorgung (leihweise Abgabe) zugesprochen (IV-act. 6).
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A.b Vom 1. November 1997 bis 30. April 2000 hatte die Versicherte in der C._
zunächst während fünf Monaten als Schwesternhilfe und anschliessend als
Réceptionistin und im hauseigenen Coiffeursalon gearbeitet (Arbeitszeugnis vom
30. April 2000, IV-act. 26-5). Dazwischen - im Oktober 1999 - hatte sie in D._ ein
Stage in einer Papeterie/Buchhandlung absolviert (Arbeitszeugnis, IV-act. 118-9). Vom
1. Mai 2000 bis 30. April 2001 war sie bei der E._ als Sachbearbeiterin tätig gewesen
(Angaben Arbeitgeberin vom 26. März 2003, IV-act. 37; Arbeitszeugnis, IV-act. 118-8).
A.c Am 2. Februar 2003 hatte die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons F._ ein
Gesuch um Umschulung gestellt (IV-act. 23). Im Zusammenhang mit ihrer
Schwerhörigkeit waren ihr in der Folge verschiedene Sachleistungen der IV
zugesprochen worden (Kommunikationsgerät, Verfügung vom 13. Februar 2003, IV-
act. 30; Lippenlesekurs und Hörgeräte, Verfügungen vom 17. März 2003, IV-
act. 36-1 ff. sowie ein Lichtmelder für das Telefon und ein Telefonschreiber,
Verfügungen vom 27. August 2003, IV-act. 51-1 ff.). Vom 14. Juni bis 30. September
2004 war sie - offenbar unter Betreuung durch die Eingliederungsberatung der IV-Stelle
des Kantons F._ - bei G._ SA angestellt gewesen (vgl. Aktennotiz vom 10. Juni
2004, IV-act. 83-1; Arbeitszeugnis, IV-act. 97; Aktennotiz vom 4. Oktober 2004, IV-
act. 85; Anfangsbericht vom 10. Juni 2004, IV-act. 84). Die IV-Stelle des Kantons F._
hatte der Versicherten Kostengutsprache für einen Arbeitsversuch vom 6. Januar bis
5. März 2005 bei der H._ SA erteilt (Mitteilung vom 11. Januar 2005, IV-act. 100). Das
Arbeitsverhältnis war danach als Festanstellung fortgeführt worden (Schlussbericht
Eingliederung vom 2. Mai 2005, IV-act. 108; Arbeitsvertrag, IV-act. 109), und die IV-
Stelle des Kantons F._ hatte mit Verfügung vom 28. September 2005 die berufliche
Eingliederung als erfolgreich abgeschlossen betrachtet, da die Versicherte
rentenausschliessend eingegliedert sei (IV-act. 112). Die Versicherte hatte das
Unternehmen per 31. Dezember 2008 verlassen (Arbeitszeugnis, IV-act. 118-5). Sie
hatte vom 1. Januar 2009 bis 31. Juli 2010 eine Stelle als Ärzteberaterin bei I._ inne,
die ihr infolge einer Umstrukturierung gekündigt wurde (Angaben Arbeitgeberin vom
17. April 2013, IV-act. 152-1 ff.; Kündigung, IV-act. 152-6). Eine weitere, offenbar im
Oktober 2011 angetretene Stelle bei J._ AG war ihr noch in der Probezeit gekündigt
worden, da sie die erwarteten Leistungen nicht habe erbringen können (Auszug aus
dem individuellen Konto [IK], IV-act. 200-1; Aktennotiz vom 6. Mai 2013, IV-act. 154).
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A.d Gestützt auf eine Stellungnahme von RAD-Ärztin med.pract. K._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. September 2012 (IV-act. 127) gewährte die IV-
Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 24. September 2012 das rechtliche Gehör
zum beabsichtigten Nichteintreten auf das neue Gesuch (IV-act. 130). Mit Einwand vom
16. November 2012 liess die Versicherte unter Einreichung eines Arztzeugnisses von
Dr.med. L._, Spezialarzt für Ohren-, Nasen-, Halsheilkunde (IV-act. 138-6), im
Wesentlichen geltend machen, als medizinische Praxisassistentin (MPA) sei sie nicht
mehr arbeitsfähig; als Sachbearbeiterin sei sie nicht ausgebildet (IV-act. 138-1 f.). Die
IV-Stelle hob den Vorbescheid vom 24. September 2012 am 12. März 2013 auf (IV-
act. 147) und sprach der Versicherten am 11. April 2013 Berufsberatung zu (Mitteilung,
IV-act. 150). Im Assessmentgespräch vom 21. Mai/6. Juni 2013 wurde die Versicherte
informiert, da sich die gesundheitliche Situation während der letzten Jahre, in welchen
sie gearbeitet habe, nicht verschlechtert habe, erhalte sie bei Bedarf Unterstützung bei
der weiteren Berufsfindung (in Form von Tests/Gesprächen). Zudem könne sie sich,
würde sie eine Stelle finden und sollte sie wegen der Hörproblematik Unterstützung bei
der Einarbeitung benötigen, oder falls sich ihr Gesundheitszustand verschlechtern
sollte, erneut bei der IV anmelden (Assessmentprotokoll vom 12. Juni 2013, IV-
act. 158-5). Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2013 tat die IV-Stelle der Versicherten die
beabsichtigte Abweisung des Gesuchs hinsichtlich beruflicher Massnahmen und Rente
kund, da sie sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Ärzteberaterin im
Aussendienst als auch in einer adaptierten Tätigkeit uneingeschränkt leistungsfähig sei
(IV-act. 161). Mit Einwand vom 23. August 2013 (IV-act. 163) und dessen Ergänzungen
vom 3. September 2013 unter Beilage von Berichten der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik
des KSSG vom 13. August 2012 (IV-act. 164) und vom 20. September 2013 (IV-
act. 167) brachte die Versicherte unter anderem vor, sie habe Anfang Juli (2013) einen
Hörsturz erlitten. Ihre Kommunikationsfähigkeit sei stark eingeschränkt. Sie habe
aufgrund ihrer hohen Fremdsprachenkompetenz immer wieder Anstellungen gefunden.
Dies sei nicht mehr möglich. Die Restarbeitsfähigkeit sei noch nicht abschliessend
geklärt. Falls sie keinen Anspruch auf Berufsberatung habe, wolle sie eine
Unterstützung im Rahmen der Frühinterventionsmassnahmen beantragen.
A.e Die IV-Stelle sprach der Versicherten mit Mitteilung vom 24. Januar 2014 eine
Hörgerätepauschale zu (IV-act. 180), widerrief am 11. April 2014 den Vorbescheid vom
24. Juni 2013 (IV-act. 189) und übernahm mit Entscheid vom 4. Juni 2014 die
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Mehrkosten der Hörgeräteversorgung (Mitteilung, IV-act. 197). Mit Mitteilung vom
12. Dezember 2014 gewährte sie der Versicherten ein Jobcoaching als
Frühinterventionsmassnahme (IV-act. 204) und sprach ihr am 7. Januar 2015
Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 206).
A.f Ein Arbeitsversuch bei M._ AG vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2015 (Mitteilung
vom 15. Oktober 2015, IV-act. 217) führte nicht zu einer Festanstellung, da das Budget
nicht bewilligt wurde. Die Eingliederungsverantwortliche schloss ihren Fall ab
(Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung, IV-act. 219). Dr.med. N._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt im Bericht vom 10. Dezember 2015 fest, die
Tätigkeit in der Rechnungskontrolle bei M._ habe von 80% auf 50% reduziert werden
müssen wegen Schmerzen an Schultern und Händen sowie Zunahme der
Hörproblematik. Die Versicherte wolle zu 80%-100% arbeiten, dafür müsste jedoch ein
anderes Betätigungsfeld gefunden werden (z.B. Aussendienst, abwechslungsreiche
Büroarbeit etc.; IV-act. 221).
A.g Am 15. Februar 2016 trat die Versicherte eine Stelle bei O._ an, wofür die IV-
Stelle Einarbeitungszuschüsse sprach (Arbeitsvertrag, IV-act. 223; Mitteilung vom
11. März 2016, IV-act. 229). Diese Massnahme wurde per 21. März 2016 während der
Probezeit abgebrochen bzw. das Arbeitsverhältnis aufgelöst, da die Versicherte die
Anforderungen aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht erfüllte (IV-act. 232 f.).
Die Eingliederungsverantwortliche beendete ihren Auftrag am 29. April 2016
(Assessmentprotokoll, IV-act. 235-4 f.).
A.h Nachdem bei der IV-Stelle verschiedene medizinische Berichte eingegangen waren
(Untersuchungsbericht HNO-Klinik KSSG vom 23. Mai 2016, IV-act. 238-5 f.;
Verlaufsbericht Dr. N._ vom 21. Juni 2016, IV-act. 238-2 ff.; Bericht Klinik für
Rheumatologie KSSG vom 6. Juli 2016, IV-act. 243-11 ff., und vom 30. September
2016, IV-act. 246-6 f.; Berichte Klinik für Psychosomatik KSSG vom 17. Mai 2016, IV-
act. 238-9 f., und vom 30. September 2016, IV-act. 243-2 ff.) und die Versicherte am
22. November 2016 wegen ileozökalen Adhäsionen bzw. omentalen Verwachsungen
nach Appendektomie (Austrittsbericht eSwiss medical und surgical center vom
28. November 2016, IV-act. 246-14 f. und Operationsbericht, IV-act. 246-13) und am
8. Februar 2017 wegen eines schweren Karpaltunnelsyndroms (Operationsbericht
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Dr.med. P._, Handchirurgie, IV-act. 246-11) operativ behandelt worden war, wurde
sie im Auftrag der IV-Stelle von der Medas Interlaken Unterseen GmbH polydisziplinär
begutachtet (Gutachten vom 28. Dezember 2017, Dr.med. Q._, Allgemeine Innere
Medizin; Dr.med. R._, Oto-Rhino-Laryngologie; Dr.med. S._, Psychiatrie und
Psychotherapie; Dr.med. T._, Rheumatologie; Untersuchungen 24. Oktober und
2. November 2017). Die Gutachter diagnostizierten als sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkend (1.) eine beidseitige sensorineurale Schwerhörigkeit mit rezidivierenden
Hörstürzen und nicht kompensiertem Tinnitus beidseits, (2.) eine Anpassungsstörung
(ICD-10: F43.2), (3.) eine Akzentuierung der Persönlichkeit mit ängstlichen und
selbstunsicheren Anteilen (ICD-10: Z73.1), (4.) eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.41) sowie (5.) ein Weichteilschmerzsyndrom,
Fibromyalgiesyndrom (ICD-10: F79.9; IV-act. 258-26). Sie führten unter anderem aus,
eine Arbeit mit Ansprüchen an die lautsprachliche Kommunikation sei nicht zumutbar,
deshalb bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse und als medizinische
Praxisassistentin. Für eine angepasste Tätigkeit, bei welcher auf die lautsprachliche
Kommunikation weitgehend verzichtet werden könne, bestehe eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit. Eine Einschränkung ergebe sich aufgrund des dekompensierten
Tinnitus. Deren Einschätzung beruhe auf subjektiven Angaben und sei schwierig,
betrage jedoch aufgrund der Akten und des Gesprächs (mindestens) 30% (vgl. IV-
act. 258-22, 59). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Leistungsminderung von
maximal 30% mindestens seit Mai 2016 (IV-act. 258-21, 45). Im Konsensgespräch
habe sich eine Leistungsminderung bei angepasster Tätigkeit gesamthaft von 30%
herausgebildet (IV-act. 258-23 f., 25). In ihrer Stellungnahme vom 5. März 2016
erachtete RAD-Ärztin med.pract. K._ das Gutachten als beweistauglich (IV-act. 260).
A.i Die Sachbearbeitung holte eine Stellungnahme der Eingliederungsberatung ein.
Gemäss dieser könnten gehörbeeinträchtigte Versicherte in den Arbeitsbereichen
Buchhaltung/Rechnungswesen, Zahlungs- und Mahnwesen, technisch-kaufmännische
Arbeiten, Dokumentationserstellung und -unterhalt, Organisationsarbeiten, Arbeiten in
der Logistik, Arbeiten mit schriftlicher Kommunikation, Verkaufsinnendienst mit wenig
telefonischer Kommunikation, Werbung und Marketingaufgaben, Planungsarbeiten,
Personaladministration, Statistiken sowie Stabstätigkeiten in Grossbetrieben tätig sein
(IV-act. 261). Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten
die Abweisung beruflicher Massnahmen in Aussicht, da es trotz Bemühungen und
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Unterstützung seit 7. Januar 2015 nicht gelungen sei, sie in den Arbeitsmarkt zu
integrieren (IV-act. 264). Mit Einwand vom 30. August 2018 trug die Versicherte vor, sie
habe in der Vergangenheit gerade aufgrund ihrer mündlichen Kommunikationsfähigkeit
und insbesondere aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit Stellen finden können. Diese
Kompetenzen fielen gesundheitsbedingt definitiv weg. Sie sei gerade im
Rechnungswesen auf eine solide Ausbildung angewiesen (IV-act. 268).
A.j In einer Stellungnahme vom 2. Oktober 2018 führte die Berufsberaterin im
Wesentlichen aus, die mehrjährige Praxis, die Grundausbildung zur MPA sowie die
Fremdsprachenkenntnisse der Versicherten böten aus berufsberaterischer Sicht eine
ausreichende Basis für das Finden einer adaptierten Stelle (IV-act. 274). Mit Verfügung
vom 4. Oktober 2018 wies die IV-Stelle das Gesuch betreffend berufliche Massnahmen
ab unter Wiedergabe der Stellungnahme der Berufsberaterin (IV-act. 275). Mit
Vorbescheid vom 22. November 2018 stellte sie die Abweisung des Rentengesuchs in
Aussicht (IV-act. 280).
B.
B.a Gegen die Verfügung betreffend berufliche Massnahmen vom 4. Oktober 2018
lässt A._, vertreten durch Rechtsanwältin N. D'Amico, c/o Procap Schweiz, am
5. November 2018 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung
sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es seien ihr weitere
berufliche Massnahmen zu gewähren, insbesondere seien die Kosten für eine
Umschulung zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter seien ihr die unentgeltliche
Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewilligen. Die
Beschwerdegegnerin lasse ausser Acht, dass der Beginn der Hörbehinderung viele
Jahre zurückliege und sie bereits in jungen Jahren in der Berufsausübung
eingeschränkt habe. Versuche, in einer Arztpraxis oder in der Pflege Fuss zu fassen,
seien schliesslich an der Hörbehinderung gescheitert, ebenso eine begonnene
Maturavorbereitung an der AKAD und ein Vorbereitungskurs zum Psychologiestudium.
Aufgrund ihrer guten Französischkenntnisse und Kommunikationsfähigkeit habe sie
Tätigkeiten als Allrounderin, Réceptionistin und im Bürobereich ausüben können. Dabei
sei es immer wieder zu Kündigungen gekommen, weil sie die Anforderungen
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behinderungsbedingt nicht mehr habe erfüllen können. Die bisherige berufliche
Tätigkeit sei nicht adaptiert. Sie habe hauptsächlich lautsprachliche Kommunikation
und Telefonate beinhaltet und stets in einem Grossraumbüro stattgefunden. Aufgrund
ihrer Hörbehinderung sei sie auch in den letzten Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig. Im
klassischen kaufmännischen Bereich verfüge sie nicht über die notwendigen
Kenntnisse, weshalb eine Tätigkeit im Backoffice ausser Betracht falle. Die in der
Ausbildung zur MPA vermittelten einfachen Grundkenntnisse im Rechnungswesen
genügten für eine Anstellung im Bürobereich gemäss gutachterlichem
Anforderungsprofil nicht. Die mündliche Kommunikationsfähigkeit, welche ihr immer
wieder Anstellungen verschafft habe, falle nun gesundheitsbedingt definitiv weg,
weshalb sie für Bürotätigkeiten auf eine solide Ausbildung z.B. im buchhalterischen,
rechnerischen Bereich angewiesen sei. Zudem könne sie die heute übliche
Korrespondenzsprache Englisch nicht mehr im "üblichen" Rahmen erlernen. Die
bisherige Unterstützung im Bürobereich sei offensichtlich trotz hoher Motivation nicht
eingliederungswirksam gewesen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe
ab Januar 2009 bis Ende Juli 2010 ohne gesundheitliche Beeinträchtigung oder
Absenzen (als Ärzteberaterin bei I._) gearbeitet. Die Beschwerdeführerin erreiche den
für eine Umschulung vorausgesetzten Invaliditätsgrad von 20%. Weiter müsse die
Umschulung eine dem bisherigen Beruf annähernd gleichwertige Ausbildung zum Ziel
haben. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin noch eine
Umschulung benötige. Die Berufsberaterin habe am 21. Juni und 2. Oktober 2018
hierzu schlüssig Stellung genommen und es sei dem nichts hinzuzufügen. Die
Beschwerdeführerin sei zudem subjektiv nicht eingliederungsfähig und eine
Umschulung wäre von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie habe demnach aus
objektiven und subjektiven Gründen keinen Umschulungsanspruch. Niederschwellige
berufliche Massnahmen seien bereits ausreichend gewährt worden, weshalb auch
diesbezüglich kein weiterer Anspruch mehr gegeben sei (act. G 4).
B.c Die vorsitzende Richterin bewilligt am 8. Januar 2019 die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung; act. G 5).
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B.d Mit Replik vom 7. Februar 2019 macht die Beschwerdeführerin geltend, die
Gutachterin Dr. Q._ habe zutreffend festgehalten, dass ihre Konzentration nach etwa
60 Minuten nachlasse und sie schlechter höre. Die Bedingungen im ersten
Arbeitsmarkt seien nicht so ideal wie bei der Begutachtung. Seitdem sie von Januar
2009 bis Juli 2010 als Area Managerin gearbeitet habe, habe sich ihre Hörproblematik
weiter verschlechtert. Der HNO-ärztliche Gutachter habe festgehalten, eine Arbeit mit
Ansprüchen an die lautsprachliche Kommunikation sei nicht mehr zumutbar. Sie
bestreite vehement, nicht arbeitswillig zu sein. Da sie gerade im kaufmännischen
Bereich über keine Ausbildung verfüge, habe sie der Job Coach in Arbeitsfeldern
eingliedern müssen, die nicht optimal adaptiert gewesen seien. Die Eingliederung sei
beeinträchtigt gewesen durch die bariatrische Operation im November 2014 und eine
komplikationsbedingte Notoperation acht bis neun Monate später. Zudem habe sich
der _-jährige Sohn ihres damaligen Partners das Leben genommen und die
Partnerschaft sei dadurch zerbrochen. Die Betreuung ihrer Tochter habe sie durch eine
Bekannte aus U._ gesichert gehabt. Die Eingliederungsberaterin habe ihrer Situation
gegenüber das notwendige Verständnis nicht aufgebracht und eine nicht positive
Menschenhaltung erkennen lassen. Die Arbeitsversuche bei M._ und O._ hätten
nur gerade vier Monate gedauert. Die Tätigkeit als Area Managerin sei in Französisch
gewesen und in erster Linie lautsprachlich. Seither hätten sich die Anforderungen der
Arbeitswelt verändert. Die Voraussetzungen für einen Umschulungsanspruch seien
erfüllt. Es habe sich in den bisherigen Tätigkeiten gezeigt, dass sie aufgrund der
Verschlechterung ihrer Hör- und Kommunikationsfähigkeit nicht mehr in der Lage
gewesen sei, die Anforderungen zu erfüllen. Für die Anstellung in einer adaptierten
Tätigkeit fehlten ihr die notwendigen beruflichen Kenntnisse. Sie sei mit sensorischer
Unterstützung subjektiv und objektiv in der Lage, die berufsbildenden Massnahmen zu
bestehen. Eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich, welche es ihr ermöglichen
würde, im Backoffice tätig zu sein, wäre ihrer Behinderung angepasst und würde ihren
Fähigkeiten entsprechen. Es wäre sowohl die Aussicht auf eine spätere wirtschaftliche
Verwertbarkeit als auch die Gleichwertigkeit mit der früheren Tätigkeit gegeben
(act. G 7 und 7.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik.

Erwägungen
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1.
1.1 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 4. Oktober 2018, worin die
Beschwerdegegnerin das Gesuch der Beschwerdeführerin um berufliche Massnahmen
abgewiesen hat. Nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist es, über einen allfälligen
Rentenanspruch zu entscheiden. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin, soweit
ersichtlich, noch keine Verfügung erlassen.
1.2 In medizinischer Hinsicht liegt der angefochtenen Verfügung das polydisziplinäre
Gutachten der MEDAS Interlaken-Unterseen vom 28. Dezember 2017 (IV-act. 258)
zugrunde, dessen Beweistauglichkeit unbestritten ist. Das Gutachten berücksichtigt die
von der Beschwerdeführerin angegebenen Symptome und die medizinisch relevanten
Akten im Wesentlichen vollständig. Die Diagnoseherleitungen sind grundsätzlich
schlüssig und nachvollziehbar. Nicht ganz klar erscheint lediglich, ob bzw. dass
zusätzlich zur rheumatologisch diagnostizierten Fibromyalgie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung vorliegt (vgl. IV-act. 258-44). Dies ist jedoch nicht von
Relevanz, da mit der Schmerzstörung keine höhere Leistungseinschränkung begründet
wird, als sie auch aufgrund anderer Diagnosen attestiert wird: Psychiatrisch wird die
Leistungseinbusse von 30% mit der Akzentuierung der Persönlichkeit, der
psychosozialen Belastung durch die Schwerhörigkeit und der depressiven
Symptomatik, welche der Anpassungsstörung zugeordnet wird, begründet (IV-
act. 258-45) und HNO-ärztlich bzw. interdisziplinär wird durch den Tinnitus eine
Leistungseinschränkung von ebenfalls 30% geschätzt, die jedoch nicht zur
psychiatrischen Einschränkung hinzuzuzählen ist (IV-act. 258-22, 23 f., 29, 59). Die
Gutachter legen sodann im Konsens dar, auch für eine angepasste Tätigkeit liege eine
gewisse Einschränkung vor. Die Überwindung der Schmerzen sei durch die
Anpassungsstörung und akzentuierte Persönlichkeit erschwert, so dass sich eine
Verringerung der Aufmerksamkeit und des Durchhaltevermögens ergebe mit möglicher
Erhöhung der Fehlerquote bei der Arbeit. Die Beurteilung des Tinnitus sei bei
unterschiedlichen anamnestischen Angaben und der Neigung der Versicherten zur
Beschwerdeüberzeichnung nicht ganz einfach. Persönliche Ressourcen seien zwei
abgeschlossene Ausbildungen, Erfahrung auf mehreren Arbeitsgebieten, im
Bürobereich sowie Fremdsprachenkenntnisse. Die lange vorbestehende
Hörproblematik mit entsprechenden Arbeitsplatzverlusten könne als langdauernde
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psychosoziale Belastung angesehen werden (IV-act. 258-25 f.). Im Rahmen der
Eingliederungsbemühungen und Arbeitsversuche habe sich eine Neigung zum
Verdeutlichen der körperlichen Beschwerden und zur Symptomverdeutlichung gezeigt.
Dies weise auf ein neurotisches Reaktionsverhalten hin, bei welchem die Schmerzen
die kränkend erlebten depressiven Schwankungen sowie sozialen Bindungen
überdeckten, diese so zwar aushaltbarer machten, aber hierdurch deren Lösung
gleichzeitig verhinderten und zu einem sich aufschaukelnden Circulus vitiosus führten.
Deshalb seien die Arbeitsversuche primär nicht aus mangelnder Kooperation
gescheitert (IV-act. 258- 26, 47). Damit haben sich die Gutachter mit den für das
strukturierte Beweisverfahren massgeblichen Indikatoren, insbesondere mit den
Einschränkungen und deren Zusammenwirken, den Ressourcen und der Konsistenz
auseinandergesetzt. Auf das Gutachten kann daher abgestellt werden. Damit besteht
für eine angepasste Tätigkeit eine zeitlich volle Arbeitsfähigkeit mit einer
Leistungsminderung von 30%. Die angepasste Tätigkeit sollte Wechselpositionen
beinhalten sowie lautsprachliche Kommunikation, Telefonate und Arbeiten in
Grossraumbüros ausschliessen (IV-act. 258-28 f.).
2.
2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) bedrohte
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und
geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a), und die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Art. 8 Abs. 3 lit. a IVG) und in den
Massnahmen beruflicher Art selber (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung,
Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
2.2 Sämtliche Eingliederungsmassnehmen müssen verhältnismässig - geeignet,
notwendig und angemessen bzw. verhältnismässig im engeren Sinn - sein (U. Meyer/
M. Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., Zürich
bis
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2014, N 16 zu Art. 8 IVG). Die Massnahme muss zur Erreichung des von ihr
bezweckten Eingliederungsziels geeignet sein (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 17).
Notwendig ist eine Massnahme unter anderem, soweit sie im Hinblick auf die
erwerbliche Situation nötig ist (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 17). Um angemessen
zu sein, muss die Massnahme ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit
aufweisen. Sodann muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg
voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist und in einem vernünftigen Verhältnis zu
den Kosten der konkreten Eingliederungsmassnahme steht. So vermögen
beispielsweise subjektive Berufsneigungen allein im Sinne eines Wunschberufs keinen
Umschulungsanspruch zu begründen. Schliesslich muss die Massnahme der
versicherten Person zumutbar sein (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 25, 33).
2.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge der Invalidität notwendig ist und
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann. Als Umschulung gelten Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach
Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur
Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen (Art. 6 Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Zunächst gelten die in
Art. 8 Abs. 1 IVG enthaltenen Teilgehalte des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes. Die
Umschulung muss insbesondere eingliederungswirksam sein, was bedeutet, dass sie
zu einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beiträgt oder vor weiterer Beeinträchtigung
eines noch vorhandenen Teils der Erwerbsfähigkeit schützt. Jedenfalls genügend, aber
nicht zwingend erforderlich ist, dass die Umschulungsmassnahme zu einer
rentenanspruchserheblichen Veränderung des Invaliditätsgrades führt (Meyer/
Reichmuth, a.a.O., N 45 und 49 Art. 17 IVG). Gemäss der höchstrichterlichen
Rechtsprechung besteht eine für den Anspruch auf eine Umschulung vorausgesetzte
Invalidität, wenn die versicherte Person wegen der Art und Schwere des
Gesundheitsschadens in der bisher ausgeübten Tätigkeit und in den für sie ohne
zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine
bleibende oder länger dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleidet. Dieses
umschulungsspezifische Erfordernis ist nicht gegeben, wenn es - bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage - ein genügend breites Spektrum an Tätigkeiten gibt, die dem
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medizinischen Anforderungs- und Belastungsprofil der versicherten Person
entsprechen, von der Ausbildung und beruflichen Erfahrung her zumutbar sind und im
Durchschnitt nicht schlechter entlöhnt werden als die zuletzt ausgeübte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Oktober 2015, 9C_511/2015 E. 3 mit Hinweisen; Rz 4011 des
Kreisschreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art, KSBE; Meyer/
Reichmuth, a.a.O., N 3 Art. 17 IVG). Die leistungsspezifische Lohneinbusse bestimmt
sich bei Versicherten mit oder ohne berufliche Ausbildung anhand eines Vergleichs des
Valideneinkommens mit jenem Einkommen, welches die versicherte Person nach
Durchführung der medizinischen Behandlung, hingegen ohne
Eingliederungsmassnahmen, erzielen könnte, sofern ihr eine zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage ohne (zusätzliche) berufliche Ausbildung, somit auf
dem Weg der Selbsteingliederung, offensteht (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni
2009, 9C_65/09, E. 4.2). Die durch die Umschulung ermöglichte Erwerbstätigkeit muss
schliesslich im Verhältnis zum bisher ausgeübten Beruf annähernd gleichwertig sein.
Dieses Erfordernis bezieht sich auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende
Verdienstmöglichkeit (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 14 f. Art. 17 IVG). Ausnahmsweise
geht eine zu einer höheren Berufsstufe führende Umschulung zulasten der IV, wenn Art
und Schwere des Gesundheitsschadens und ihre beruflichen Auswirkungen derart
schwer wiegen, dass nur eine verglichen mit der vor dem Invaliditätseintritt ausgeübten
Erwerbstätigkeit anspruchsvollere Ausbildung zu einer optimalen Verwertung der
Arbeitsfähigkeit führt (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 15 Art. 17 IVG).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin ist gestützt auf die berufsberaterische Einschätzung der
Ansicht, es treffe zwar zu, dass eine abgeschlossene Ausbildung im kaufmännischen
Bereich hilfreich für das Finden einer Stelle sei. Bewerberinnen und Bewerber aus
anderen Berufsfeldern hätten entsprechend eine höhere Hürde zu nehmen, wenn sie
als Quereinsteiger erstmals eine kaufmännische Tätigkeit ausüben möchten. Diese
Hürde habe die Beschwerdeführerin jedoch bereits vor Jahren genommen. Mittlerweile
verfüge sie über mehrjährige einschlägige Praxis. Diese sowie ihre Grundausbildung
zur MPA böten aus berufsberaterischer Sicht eine ausreichende Basis für das Finden
einer adaptierten Stelle (Stellungnahme Berufsberaterin vom 2. Oktober 2018, IV-act.
274; angefochtene Verfügung, IV-act. 275). Die Beschwerdeführerin macht im
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Wesentlichen geltend, für die von der Eingliederungsberatung vorgeschlagenen
Arbeitsbereiche - Buchhaltung/Rechnungwesen, Zahlungs- und Mahnwesen,
Technisch-kaufmännische Arbeiten, Dokumentationserstellung und -unterhalt,
Organisationsarbeiten, Arbeiten in der Logistik, Arbeiten mit schriftlicher
Kommunikation, Verkaufsinnendienst mit wenig telefonischer Kommunikation,
Werbung und Marketingaufgaben, Planungsarbeiten, Personaladministration,
Statistiken, Stabstätigkeiten in Grossbetrieben (Stellungnahme vom 21. Juni 2018, IV-
act. 261) - reichten ihre bisherige Ausbildung und berufliche Erfahrung nicht aus. Die
mündliche Kommunikationsfähigkeit, welche sie auszeichne und ihr immer wieder
Anstellungen verschafft habe, falle nun gesundheitsbedingt definitiv weg, weshalb sie
für Bürotätigkeiten auf eine solide Ausbildung, z.B. im buchhalterischen, rechnerischen
Bereich, angewiesen sei. Zudem sei im kaufmännischen Bereich mittlerweile Englisch
Korrespondenzsprache, welche sie aufgrund der massiven Verschlechterung ihrer Hör-
und Kommunikationsfähigkeit nicht mehr im "üblichen" Rahmen erlernen könne
(Beschwerde, act. G 1, S. 7).
3.2 Die Beschwerdeführerin arbeitete seit dem Erwerb des Diploms als medizinische
Praxisassistentin am 10. Februar 1997 (IV-act. 26-3, 118-11 f.) längerfristig vom 1.
November 1997 bis 30. April 2000 in der C._ (Arbeitszeugnis vom 30. April 2000, IV-
act. 26-5) und anschliessend bis zum 30. April 2001 als Sachbearbeiterin bei der E._
(Arbeitszeugnis, IV-act. 118-8). Mit Hilfe der IV-Stelle des Kantons F._ fand die
Beschwerdeführerin einen Arbeitsplatz in Administration/Verkauf bei der H._ , wo sie
vom 6. Januar 2005 bis 31. Dezember 2008 tätig war (IV-act. 108 f., Arbeitszeugnis IV-
act. 118-5). Es folgte ein weiteres unbefristetes Arbeitsverhältnis als Ärzteberaterin bei
I._ vom 1. Januar 2009 bis 31. Juli 2010, welches durch Umstrukturierung endete
(Arbeitszeugnis, IV-act. 118-4). Spätere Eingliederungsversuche scheiterten. Bei der
J._ AG wurde die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben während der Probezeit
entlassen, weil sie ihren Vorgesetzten im Grossraumbüro nicht hören konnte und sie
die Arbeitgeberin nicht über ihre Hörproblematik informiert hatte (IV-act. 195-2). Bei
einem Arbeitsversuch im Bereich der Rechnungskontrolle bei M._ AG mit
Stellenantritt am 1. Oktober 2015 musste das Arbeitspensum von 80% auf 50%
reduziert werden wegen Schmerzen an Schultern und Händen sowie einer Zunahme
der Hörproblematik (Arztbericht Dr. N._ vom 10. Dezember 2015, IV-act. 221). Die
Festanstellung scheiterte gemäss der Arbeitgeberin an der nicht erfolgten Bewilligung
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des Budgets (IV-act. 219). Gegenüber dem Jobcoach äusserte die Arbeitgeberin, die
Funktion würde grosse Aufmerksamkeit erfordern und der Beschwerdeführerin ihre
Grenzen aufzeigen (IV-act. 234-3). Eine weitere Stelle bei O._, die durch die
Beschwerdegegnerin mittels Einarbeitungszuschüssen unterstützt wurde (Mitteilung
vom 15. Februar 2016, IV-act. 226), trat die Beschwerdeführerin am 15. Februar 2016
an. Die Tätigkeit als Sachbearbeiterin Innendienst umfasste die Entgegennahme von
Kundenanfragen, die Aufnahme und Erfassung von telefonischen und schriftlichen
Bestellungen in Deutsch und Französisch sowie die Verarbeitung sämtlicher Anfragen
(Arbeitsvertrag, IV-act. 233). Die Stelle wurde durch die Arbeitgeberin während der
Probezeit gekündigt, da die Beschwerdeführerin die Anforderungen aufgrund ihrer
gesundheitlichen Situation nicht erfüllte (IV-act. 233). Die Beschwerdeführerin klagte
über Stressreaktionen aufgrund akustischer Überreizung und zeigte gemäss der
Arbeitgeberin rund einen Monat nach Stellenantritt einen starken Leistungsabfall
(Schlussbericht Jobcoach vom 20. April 2016, IV-act. 234-4). Dr. N._ hielt hierzu fest,
der absolut nicht passende Arbeitsplatz bzw. die Arbeitssituation habe zu einem
völligen psychischen/physischen Zusammenbruch geführt (Verlaufsbericht vom
21. Juni 2016, IV-act. 238-2 ff.).
3.3 Anlässlich der HNO-ärztlichen Begutachtung am 2. November 2017 wurde eine
mittel- bis hochgradige Schwerhörigkeit mit einem Hörverlust von 69% beidseits
festgestellt. Ein hiermit kongruentes Sprachaudiogramm ergab einen Hörverlust von
50% bei 55 dB rechts und 51 dB links und mit dem Hörgerät im freien Schallfeld einen
Hörgewinn von 9 dB und im Basler Satztest von 6,4 dB (IV-act. 258-58 f.). Zum Verlauf
der Gehörbeeinträchtigung ergibt sich aus den Akten Folgendes: Ein Tonaudiogramm
vom 24. April 2012 ergab einen Hörverlust von 41,8% rechts und 41% links (IV-
act. 116). Im Arztzeugnis vom 2. November 2012 führte Dr. L._ aus, die
Beschwerdeführerin sei zwischenzeitlich für längere Zeitabschnitte nahezu taub. Aktuell
bestehe ein Hörverlust von beidseits ca. 60% (IV-act. 138-6). Nach einem Hörsturz am
5. Juli 2013 verbesserte sich die Hörleistung bis zum 7. August 2013 um 10-20 dB
rechts und um 25-30 dB links (Bericht Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom 1. April
2015, IV-act. 164-2 f.). Das Tonaudiogramm vom 9. Dezember 2013 zeigt in etwa einen
um 10 dB bzw. 10% unter demjenigen vom 14. April 2012 liegenden Verlauf der
Hörkurven (vgl. IV-act. 175-3) bzw. einen Hörverlust von etwa 50%. Das
Sprachaudiogramm ergab ein Sprachverständnis von 100% links und von 90% rechts
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(Stellungnahme Dr.med. V._, Leitender Arzt Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom
20. Januar 2014, IV-act. 179). Am 5. Februar 2015 erlitt die Beschwerdeführerin einen
weiteren Hörsturz. Dieser war regredient, so dass am 5. März 2015 anamnestisch und
audiologisch das Hörvermögen wieder dem Vorbefund einer hochgradigen
Innenohrschwerhörigkeit entsprach (Bericht Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom
17. Mai 2016, IV-act. 238-7 f.). Im März 2016 hatte die Beschwerdeführerin wiederum
einen Hörsturz. Im Tonaudiogramm vom 26. April 2016 lag die Hörschwelle rechts
zwischen 40 dB (bei 125 Hz) und 75 dB (bei 6 kHz) und links zwischen 30 dB (bei 125
Hz) und 75 dB (bei 3 bis 6 kHz; Bericht Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom 23. Mai
2016, IV-act. 238-5 f.). Im Vergleich zum Audiogramm vom 9. Dezember 2013 ergibt
dies nochmals eine Einbusse von rund 10 dB bzw. 10%. Gegenüber den Jahren 2005
bis 2010, als die Beschwerdeführerin zuletzt längerfristig bei der H._ SA und bei I._
arbeitete, beträgt der zusätzliche Hörverlust somit bis zu 20 dB bzw. 20%.
3.4 Die Gutachter kamen zum Schluss, eine Arbeit mit Ansprüchen an die
lautsprachliche Kommunikation sei nicht zumutbar. Deshalb bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse und als medizinische Praxisassistentin. Die bei
bisherigen Eingliederungsversuchen anvisierten Stellen seien nicht ideal adaptiert
gewesen (IV-act. 258-22 f., 59). Die bisherigen Arbeitsversuche seien primär nicht aus
mangelnder Kooperation gescheitert. Berufliche Massnahmen seien sinnvoll, um
einerseits die noch vorhandenen guten Ressourcen für eine berufliche Tätigkeit zu
erhalten und andererseits die aus psychiatrischer Sicht realistische berufliche
Wiedereingliederung zu unterstützen. Wesentliche Einschränkungen lägen auf
rheumatologischem Gebiet nicht vor. Somit seien Eingliederungsmassnahmen
zumutbar (IV-act. 258-27, 45).
3.5 Die Beschwerdegegnerin verneint den Anspruch auf eine Umschulung, weil die
Beschwerdeführerin durch ihre bisherige Ausbildung und Berufserfahrung in der Lage
sei, eine - auch den inzwischen fortgeschrittenen Hörproblemen - angepasste Arbeit
auszuüben. Zwar beinhalteten die Tätigkeiten bei der H._ SA und I._ auch
Aufgaben mit Anforderungen an die lautsprachliche Kommunikation, welche die
Beschwerdeführerin möglicherweise inzwischen nicht mehr erfüllen kann. Jedoch
erscheint plausibel, dass die frühere Tätigkeit und Ausbildung auch Aufgaben
umfasste, welche die Beschwerdeführerin trotz der Beeinträchtigung ihres
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Hörvermögens ausführen kann. Denkbar wären beispielsweise Aufgaben in der
Medikamenten- und Materialbeschaffung und der Bereitstellung der Patientendossiers
in einer Gruppenarztpraxis oder einer Klinik. Zur Verminderung der Einschränkung
wurde die Beschwerdeführerin mit Hörgeräten und anderen Hilfsmitteln versorgt und
erlernte das Lippenlesen. Sofern diese Hilfen optimal eingesetzt und eventuell
aktualisiert werden und der Arbeitsplatz entsprechend adaptiert ist - inklusive
Information und Instruktion von Vorgesetzten und Kollegen - ist mit der Berufsberatung
davon auszugehen, dass für die Beschwerdeführerin trotz ihrer Hörbeeinträchtigung
mit ihrer vorhandenen Ausbildung und Berufserfahrung Arbeitsmöglichkeiten bestehen.
Zudem könnten beispielsweise EDV- und Buchhaltungskenntnisse auch
berufsbegleitend oder durch entsprechende Einführung am Arbeitsplatz erworben oder
vertieft werden, wofür keine Umschulung notwendig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 13. November 2014, 9C_468/2014, E.4). Eine Umschulung ist daher nicht
erforderlich.
4.
4.1 Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben
Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes
(Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG), begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung
ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 lit. b IVG), Unterstützung mittels
Einarbeitungszuschüssen (Art. 18b IVG), Entschädigung für Beitragserhöhungen
(Art. 18c IVG) sowie Gewährung von Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). Zur Arbeitsvermittlung
gehört auch die Beratung von Arbeitgebenden (Art. 41 Abs. 1 lit. f IVV; vgl. zum Ganzen
KSBE, Rz 5001). Die leistungsspezifische Invalidität ist gegeben, wenn die versicherte
Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheitlichen
Gründen Schwierigkeiten hat und die Behinderung bleibend oder während
voraussichtlich längerer Zeit Probleme bei der - in einem umfassenden Sinn
verstandenen - Stellensuche selber verursacht; genannt werden daneben sich aus
invaliditätsbedingten Gründen ergebende spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz
(etwa Sehhilfen) oder den Arbeitgeber (etwa Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt
notwendigen Ruhepausen), die für das Finden einer Stelle das Fachwissen und
entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden erfordern (H.-J. Mosimann, AHVG/IVG
Kommentar, Zürich 2018, N 3 Art. 18 IVG, mit Verweis auf Urteil des Eidgenössischen
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Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 24. März 2006, I 427/05, E. 4.1.1). Der Anspruch auf
Arbeitsvermittlung besteht insbesondere, wenn besondere Möglichkeiten und Grenzen
der versicherten Person erläutert werden müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 12.
Januar 2016, 8C_641/2015, E. 2). Das Vorliegen von invaliditätsfremden Faktoren
schliesst die Arbeitsvermittlung nicht aus (vgl. Urteil vom 19. Dezember 2017,
9C_233/2017, E. 4.2). Solange die materiellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist der
Anspruch auf Arbeitsvermittlung grundsätzlich in zeitlicher Hinsicht nicht begrenzt,
sondern besteht bis zur erfolgreichen Eingliederung. Indessen wird der Anspruch auf
Arbeitsvermittlung nach Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips begrenzt. Er
dauert grundsätzlich so lange, wie der Versicherte nicht platziert und eingegliedert ist.
Die Arbeitsvermittlung ist nur solange zu erbringen, als der dafür notwendige Aufwand
nicht unverhältnismässig ist. Unverhältnismässig erscheint die Arbeitsvermittlung, wenn
von weiteren Bemühungen keinerlei Erfolg mehr erwartet werden darf, obwohl vorher
eine intensive Betreuung stattgefunden hat, was jeweils im Einzelfall entschieden
werden muss. Entscheidend ist, ob aufgrund einer prognostischen Beurteilung von
einer weiteren aktiven Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes ein
weiterer Erfolg erwartet werden kann. Die Verhältnismässigkeit einer Fortführung der
Arbeitsvermittlung beurteilt sich nicht anhand der Erledigung von vorgängig
festgelegten abstrakten Vorgaben; es besteht Anspruch auf das situativ Notwendige
(Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2011, 8C_19/2011, E. 2.2; vgl. auch Urteil des
EVG vom 4. Dezember 2006, I 665/06, E. 5.2; U. Meyer/M. Reichmuth, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz 7, Art. 18 IVG, mit weiteren
Verweisen).
4.2 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass niederschwelligere berufliche
Massnahmen (als die Umschulung) bereits ausreichend gewährt worden seien und
deshalb kein weiterer Anspruch gegeben sei (act. G 4-5). Die Beschwerdeführerin hatte
mehrere Stellen inne, die nicht optimal adaptiert waren, weshalb es jeweils zu einer
Überforderung kam (Entsprechendes wurde in den medizinischen Akten bestätigt). So
bezeichnen die Gutachter die bisherigen Eingliederungsversuche als unglücklich bzw.
nicht angepasst. Überdies hat sich der Gesundheitszustand nach und nach etwas
verschlechtert (vgl. E. 3.3). Die Möglichkeiten der beruflichen Massnahmen wurden bis
dato nicht bzw. zu wenig ausgeschöpft. Da die Beschwerdeführerin nur noch zu 70%
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arbeitsfähig ist und spezielle Adaptionskriterien beachtet werden müssen, liegt es auf
der Hand, dass sie darauf angewiesen ist, dass eine Fachperson dem potentiellen
Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen erläutern sollte, um eine
erfolgreiche Eingliederung sicherzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
12. Januar 2016, 8C_641/2015, E. 2). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin vor
allem während Phasen akuten Hörverlusts, welche gemäss den medizinischen Akten
bis anhin durchschnittlich ungefähr einen Monat im Jahr ausmachten (IV-act. 164-2 f.,
IV-act. 238-7 f.; IV-act. 238-5 f.), auf das Lippenablesen und damit auf eine Ansprache
aus ihr gegenüberliegender Richtung bzw. in ihrem Blickfeld angewiesen ist. Dies
bedingt ein verständnisvolles, aufmerksames Entgegenkommen ihres Arbeitsumfeldes.
Die Schwankungen des Gehörs bedingen auch, dass Tätigkeiten mit notwendiger
lautsprachlicher Kommunikation zeitweise an Mitarbeitende delegiert werden können.
Die bisherige Eingliederung war ab November 2014 durch mehrere Operationen
(Magenbypass, gastrointestinale Operationen, Karpaltunnelsyndrom rechts und links)
erschwert bzw. verzögert (vgl. IV-act. 258-18; Schlussbericht Coaching W._ vom
20. April 2016, IV-act. 234). Unter diesen Umständen und da ohnehin weder eine
zeitliche oder absolute Begrenzung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen
existiert, hat die Beschwerdeführerin abgesehen vom Anspruch auf Umschulung
weiterhin Anspruch auf berufliche Massnahmen.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung
aufzuheben und festzustellen, dass die Beschwerdeführerin abgesehen vom Anspruch
auf eine Umschulung weiterhin Anspruch auf berufliche Massnahmen hat.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In
Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Verfügung der
Beschwerdegegnerin anfechten musste, um rechtmässig behandelt zu werden, ist
ermessensweise von einem hälftigen Obsiegen auszugehen. Entsprechend bezahlen
die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin die Gerichtsgebühr je im Umfang
bis
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von Fr. 300.--. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der
Bezahlung ihres Anteils an der Gerichtsgebühr zu befreien.
5.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Mit Blick auf andere Fälle
im Bereich der IV erscheint der vorliegende Fall aufgrund der auf berufliche
Massnahmen beschränkten Fragstellung und auch aufgrund der eingeschränkten
medizinischen Problematik unterdurchschnittlich aufwändig. Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint daher eine Parteientschädigung
von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Da die
Beschwerdeführerin nur teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens erscheint
daher eine Parteientschädigung von Fr. 1‘500.-- als gerechtfertigt.
5.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die restlichen
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die bei vollständigem Obsiegen
zu gewährende zusätzliche Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- ist um einen Fünftel
zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 1‘200.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.5 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).