Decision ID: 69569ada-7f3b-530e-9c9a-e3577cb8189d
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1969
geborene
X._
war seit April 1998 als Maler bei der
Z._
an
gestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (SUVA) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversi
cherung (UVG) obligatorisch versichert.
Am
3. April 2011 erlitt er im Zusam
men
hang mit einer tätlichen
Auseinandersetzung im
Club
A._
in
B._
(
Urk
.
7/1 und
Urk.
7/
12
)
nebst einer Subluxation respektive Kontusion diverser Zähn
e (
Urk.
7/5 S. 1) e
in
e
Contusio capitis
,
eine leicht disloziert
e Orbitaboden
fraktur rechts
, multiple Schürfwunden am Kopf sowie ein subunguales Häma
tom am rechten Fuss
(Urk.
7/14 S. 1).
Die SUVA erbrachte in der Folge die ge
setzlichen Leistungen
(
Urk.
7/
6,
7/
8,
7/
11
,
7/
39,
7/51 und 7/
56
). Am 7. Novem
ber
2011 verfügte sie eine Kürzung der Geldleistungen um 50 %, da die erste kör
per
liche Aggression vom Versicherten ausgegangen sei (
Urk.
7/62). Die da
gegen erhobene Einsprache vom 21. Dezember 2011 (
Urk.
7/75) wies sie mit Entscheid vom
4. Mai 2012 ab (Urk. 7/102 =
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 4. Mai 2012 erhob der Versicherte am
30. Mai 2012 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei auf
zuheben und es seien ihm alle bisherigen sowie zukünftigen Geldleistungen in un
gekürzter Höhe auszurichten (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juli 2012
schloss die SUVA auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 4. Juli 2012 wurde
dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt
(Urk. 8
).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 39
UVG
kann der Bundesrat aussergewöhnliche Gefahren und Wag
nisse bezeichnen, die in der Versicherung der Nichtberufsunfälle zur Ver
wei
ge
rung sämtlicher Leistungen oder zur Kürzung der Geldleistungen führen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat mit dem Erlass von Art. 49 und 50 der Ver
ordnung über die Unfall
versicherung (UVV) Gebrauch gemacht. In diesen beiden
Artikeln werden die Verweigerung und Kürzung von Versicherungsleis
tungen für Nichtberufsunfälle geregelt, die sich bei aussergewöhnlichen Gefah
ren er
eig
nen (Art. 49 UVV) oder auf Wagnisse zurückgehen (Art. 50 UVV). Da
mit wird
bezweckt, die finanziellen Folgen von Nichtberufsunfällen, die darauf zurückzu
führen sind, dass sich ein Versicherter aussergewöhnlichen Risiken aussetzt, nich
t
oder zumindest nicht vollständig vom Versichertenkollektiv tra
gen zu lassen (Mau
rer, Schweizeri
sches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 501;
vgl. auch BGE 99 V 11, EVGE 1964 S. 73).
Nach diesen Bestimmungen werden die Geldleistungen für Nichtberufsunfälle, die sich bei Beteiligung an Raufereien und Schlägereien ereignen, um mindes
tens die Hälfte gekürzt, falls der Versicherte nicht als Unbeteiligter oder bei Hilfeleistung für einen Wehrlosen durch die Streitenden verletzt worden ist (Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV). Gleich zu verfahren ist im Falle von Nichtberufsun
fällen, die sich aufgrund einer Reaktion ereignen, welche durch eine starke Pro
vokation des Versicherten hervorgerufen wurde (Art. 49 Abs. 2 lit. b UVV).
1.2
Nach der Rechtsprechung ist eine Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei nicht nur bei der Teilnahme an einer eigentlichen tätlichen Auseinandersetzung gegeben, sondern liegt vielmehr schon dann vor, wenn sich jemand auf einen vorausgehenden Wortwechsel eingelassen hat, der das Risiko in sich birgt, dass es zu Tätlichkeiten kommen könnte. Eine Beteiligung ist somit jedes Verhalten,
das objektiv gesehen bereits das Risiko einschliesst, in Tätlichkeiten überzuge
he
n oder solche nach sich zu ziehen. Nicht notwendig ist, dass der Versicherte selbst tätlich geworden ist. Unerheblich ist auch, aus welchen Motiven er sich beteiligt hat, wer mit einem Wortwechsel oder Tätlichkeiten begonnen hat und welche Wendung die Ereignisse in der Folge genommen haben. Ebenso
wenig ist vor
ausgesetzt, dass den Versicherten ein Verschulden trifft. Entscheidend ist al
lein, ob die versicherte Person die Gefahr einer tätlichen Auseinandersetzung erkannt
hat oder hätte erkennen müssen (
Bundesgerichtsurteil 8C_932/2012 vom 22.
März 2013 E. 2.2; in: SVR 2013 UV Nr. 21 S. 78 E. 2.2
;
RKUV 2005 Nr. U
553 S. 311 [U 3
60/04], 1991 Nr. U 120 S. 89 E
. 3b mit Hinweisen). Der Tatbestand der Be
teiligung an Raufereien oder Schlägereien im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV ist weiter gefasst als der Straftatbestand der Beteiligung an einem Rauf
handel im Sinne von Art. 133
des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB
;
[
RKUV 1991 Nr. U 120 S. 90 E
. 3c mit Hinw
eis; vgl. auch BGE 107 V 235 E
. 2a
]
).
Das Sozialversicherungsgericht ist deshalb an die Beurteilung des Straf
richters nicht gebunden. Hingegen weicht es von dessen tatbeständlichen Fest
stellungen nur ab, wenn der im Strafverfahren ermittelte Tatbestand und dessen rechtliche Subsumtion nicht zu überzeugen vermögen oder auf Grundsätzen beruhen, die zwar im Strafrecht gelten, im Sozialversicherungsrecht jedoch un
erheblich sin
d (RKUV 1991 Nr. U 120 S. 90 E. 3c, BGE 111 V 177 E
. 5a mit Hinweisen).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die Kürzung der Geldleistungen
damit,
dass
sich der Beschwerdeführer
einerseits
auf einen Wor
twechsel
mit
C._
und
einem Mann vom Nachbartisch eingelasse
n habe. Andererseits habe er
Tät
lichkeit
en
begangen, indem er
C._
geschubst
und hernach auf den
körperlichen Angriff der Männer vom Nachbartisch mit Schlägen
geantwortet
habe.
Die erste Tätlichkeit – d.h. das Wegschubsen der jungen Frau – sei durch
aus
geeignet gewesen, eine unmittelbare Reaktion der anderen, vorwiegend männ
lichen Gäste des Lokals auszulösen und diese damit zu provozieren.
Der Beschwerdeführer habe daher mit seinem Verhalten den Kürzungstatbestand im Sinne von Art. 49
Abs.
2 lit. a UVV erf
üllt (
Urk.
2 und
Urk.
6).
2.2
Demgegenüber
stellte sich der B
eschwerdeführer hauptsächlich
auf den Stand
punkt
,
ein an der Schlägerei mitbeteiligter Täter
sei mit Strafbefehl der
Staats
anwaltschaft
Baden des Angriffs gemäss Art. 134 StGB schuldig gesprochen worden.
Dies bedeute, dass es zu einer einseitigen tätlichen Einwirkung auf sei
nen Körper gekommen sei und von ihm au
s keine körperlichen Tätlichkeiten
ausgegangen seien; andernfalls hätten alle Beteiligten
– so auch seine Person – wegen
Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB verurteilt werden müssen.
Zwischen seinem
Verhalten
C._
gegenüber und de
n Schlägen der Männer vom Nachbartisch bestehe kein adäquater Kausalzusammenha
ng. Mit einer derartigen
Reaktion habe
er nach der allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge nicht rechnen müssen
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Der für die Beurteilung der strittigen Frage massgebliche Sachverhalt ergibt sich a
us den bei den Akten liegenden polizeilichen Einvernahmeprotokollen (Urk. 7/60).
Diesen kann der genaue Ablauf de
s Vorfalls
vom 3. April 2011
an
gesichts der teils
sich
widersprechenden Angaben der Beteiligten und
der
Aus
kunfts
personen
nicht bis in jedes Detail
zuverlässig
entnommen werden.
Ge
stützt
auf die di
versen Aussagen steht jedoch fest, dass sich der Beschwerdeführer
um
etwa
3
Uhr zusammen mit
dem Cousin
D._
in den
Club
A._
in
B._
begab
. Dort trafen sie ihren sichtlich angetrunkenen
Cousin
E._
und setzten sich mit ihm an einen Tisch (
Urk.
7/60/64-70 S.
3
f.).
Kurze Zeit später trat die Schwester der
damaligen
Freundin von
E._
,
C._
, an
den Tisch der drei Männer und
es kam zwischen ihr und dem Be
schwerdeführer zu einem verbalen Disput (
Urk.
7/60/40-
48 S.
7, 7/60/49-54 S.
2, 7/60/64-70 S.
3, 7/
60/88-91 S.
2 und 7/60/92-95 S. 3). Dieser endete damit, dass der
Versicherte
die junge Frau
weg
schubste
–
F._
,
C._
und
ihrer Schwester
sprachen sogar von einem
Faustschlag respektive
Fusstritt in den Bauch (
Urk.
7/60/49
-
54 S.
2, 7/60/88-91 S.
2
und 7/60/92-95 S.
3) – und sie
zu Boden fiel
(
Urk.
7/60/40-48 S.
7,
7/60/59-63 S.
3,
7/60/64-70 S
.
3
, 7/60/77-83 S.
4
und 7/60/88-91 S.
2).
Die Männer am Nachbartisch sahen dies und einer sprach den Beschwerdeführer
–
so die Aussage des Versicherten –
mit den Worten „Mit Frauen hast du es leich
t, jetzt zeige ich es dir“ an.
Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Unbekannten schlug ein weiterer Mann vom Nachbartisch dem Be
schwer
deführer i
ns Gesicht. Dieser schlug zurück, worauf er von jenem Mann, der ihn
zuerst
angesprochen hatte, einen weiteren Schlag kassierte. Auch diesen Schlag
erwid
erte der Beschwerdeführer (Urk.
7/60/64-70 S. 4).
In der Folge eskalierte die
Situation und die übrigen Anwesenden gingen auf den
Versicherten
los und schlu
gen
auf ihn ein
. Der Be
sitzer
des Clubs
A._
wollte
X._
da
raufhin
in Sicherheit bringen und begleitete ihn in den Korridor des Lokals. Dort wurde er abermals von den unbekannten Männern vom Nachbartisch tät
lich angegriffen
, bevor er ins Freie fliehen konnte
(
Urk.
7/60/40-48 S.
7, 7/
60/49-54 S.
2 f., 7/60/59-63 S.
3, 7/60/64-70 S. 4, 7/60/71-76 S.
3 und 7/60/77-83 S. 3
).
3.2
Der Beschwerdeführer machte geltend,
er habe keine
Tätlichkeit
begangen
(Urk.
1 S.
6). Aus diesem Grund sei
einzig
F._
des Angriffs gemäss Art. 134 StGB verurteilt worden (
Urk.
1 S.
5). Tatsächlich wurde gegen die an
deren Beteiligten – darunter auch den
Versicherten
– keine Strafuntersuchung wegen Raufhandels im Sinne von
Art.
133 StGB eröffnet. Angesichts
der
vom
Beschwerdeführer
anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 5. April 2011 ge
tätigten Aussage, wonach er zwei seiner Kontrahenten geschlagen habe (
Urk.
7/60/64-70 S.
4), überzeugt die rechtliche Subsumtion der zuständigen
Staatsanwältin – gestützt auf die vorliegenden Strafakten – nicht.
Denn w
äh
rend
der Raufhandel eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung darstellt, bleibt beim Angriff die angegriffene Seite entweder völlig passiv oder versucht
,
sich
nur defensiv zu schützen
. Der Angr
iff kann sich auch unmittelbar
aus ei
nem Rauf
handel heraus entwickeln, wenn die Angreifer nach Schluss der wechsel
sei
tigen Auseinandersetzung mit Gewaltanwendungen weiterfahren und ein Opfer
traktieren, das sich nicht (mehr) wehrt
(
Aebersold
,
BSK-StGB II, Basel 2003,
Art.
134
N 5 f.
).
Beim Raufhandel muss jede Seite aktiv am Streit beteiligt sein, wobei auch Abwehrhandlungen eine Beteiligung darstellen (
Aebersold
, a.a.O.,
Art. 133 N 6 mit
Hinweis auf BGE 106 IV 246 E. 3
e
)
. Aus
der rechtli
chen Wür
di
gung der Staatsanwältin
kann der Beschwerdeführer daher
nichts zu seinen Gun
sten ableiten (vgl. BGE 111 V 172 E. 5a).
3.3
In Anbetracht des geschilderten Geschehensablaufes
steht fest
, dass der Be
schwer
deführer in einer ersten Phase die knapp
zwanzigjährige
C._
(
Urk.
7/60/92-95 S.
1)
nach einem
zunächst ver
bal geführten Disput
tätlich an
griff.
Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht ist aufgrund der Aus
sagen des Beschwerdef
ührers vom 5. April 2011
erstellt, dass
er
sich
in einer
zweiten Phase
auf eine
n Wortwechsel
mit den Männern vom
Nachbartisch ein
liess
(
Urk.
7/60/64-7
0 S. 3 f.), der
dann – auch unter aktiver Beteiligung
des Be
schwerdeführers – in eine
Schlägerei mündete
(dritte Phase).
Eine klare Trenn
ung der verschiedenen Handlungsbereiche ist damit im Hinblick auf die örtliche und zeit
liche Nähe der drei Phasen nicht erkennbar
(vgl.
auch
Urteil des Bundes
ge
richts U 301/03 vom 1. April 2005 E. 3.1 f.)
. Angesichts
der
in der Diskussion
mit den Unbekannten vom Nachbartisch gefallenen Aussagen
(u.a. „[...] Jetzt zeige
ich es dir“ [Urk. 7/60/64-70 S. 4])
und der
ohnehin bereits
–
wegen den
Handgreiflichkeiten
ge
genüber
der jungen Frau
–
spannungsgela
denen Situa
tion
musste mit einer Fortsetzung des Streits ge
rechnet werden. D
ie Ereignisse stellen
daher
e
in zusammenhängendes Gesche
hen da
r
(
vgl.
zum Ganzen
das
Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_997/2009 vom 4.
Mai 2010 E.
4.3 mit weiteren Hinweisen).
3.4
Der Beschwerdeführer betrat in Begleitung seines Cousins um etw
a 3 Uhr mor
gens
den
Club
A._
. Zu dieser
Uhrzeit besuchten hauptsächlich noch andere
Männer das Lokal
(
Urk.
7/60/59-63 S.
4 und
Urk.
7/60/64-70 S. 6) und mehrere
dieser Gäste
hatten – wie auch der
Versicherte –
ein
e
gewisse Menge an alko
holischen Getränken konsumiert (
Urk.
7/60/40-48 S.
2 und
8).
Unter diesen Vorzeichen
kam es zwischen dem Beschwerdeführer und der
zwanzigjährigen
C._
zunächst zum Austausch von Verbalinjurien
,
was auch den an
deren Besuchern nicht entging. In dieser ohnehin bereits spannungsgeladenen Situation nahm der Beschwerdeführer eine
weitere
Eskalation der Auseinan
der
setzung mit der jungen Frau in Kauf, indem er
sie wegschubste.
Der Be
schwer
de
führer zeigte damit ein
aktives und aggressives
Verhalten, das objektiv gesehen
bereits die – dann auch verwirklichte – Gefahr einschloss
, in Tätlich
keiten über
zugehen oder solche nach sich zu ziehen.
Das seinem Verhalten in
newohnende Risiko war für ihn auch ohne weiteres erkennbar oder musste dies sein.
In Über
einstimmung damit
ging der Versicherte selbst
davon aus, die Aus
einander
set
zung
mit
C._
sei der Auslöser der
nachfolgenden Schlä
gerei gewesen
(
Urk.
7/60/64-70 S. 3; vgl. auch
Urk.
7/60/40-48 S. 7)
.
Keine Rolle spielt, dass
C._
mit ihren Bemerkungen zur Verstärkung des Konflikts beige
tragen
hat
und dass
dem Beschwerdeführer
die Verletzungen nicht durch sie selber, son
dern durch
F._
und mehrere unbekannte Täter zugefügt wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_111/2008 vom 8. Juli 2008 E. 2.3)
. Wenn die
Be
schwerdegegnerin das Verhalten des Beschwerdeführers im gegebenen Gesamt
zusammenhang als Beteiligung an einer Rauferei oder Schlä
gerei im Sinne von Art. 49
Abs.
2 lit. a UVV qualifiziert, entspricht dies
damit
vollumfänglich den
von der Rechtsprechung hierzu erarbeiteten Grundsätzen
(vgl. E. 1.2
hievor
so
wie E. 4
nach
folgend
).
4.
4.1
Eine Leistungskürzung nach Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV setzt sodann voraus, dass zwischen dem Verhalten, welches als Beteiligung an einer Rauferei oder Schlä
gerei zu qualifizieren ist, und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (SVR 1995 UV Nr. 29 E. 2d mit Hin
weisen). Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs
im Besonderen
ha
t retro
spektiv zu erfolgen. Ausgehend vom eingetretenen Erfolg ist rück
blick
end zu entschei
den, ob und inwiefern das Verhalten des Versicherten als eine wesentli
che Ursa
che des Unfalles erscheint. Dies ist dann zu bejahen, wenn sich die spe
zifischen Gefahren des zu beurteilenden Verhaltens beim Unfallereignis konkret ausge
wirkt haben und nach der allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet sind, einen Unfall von der Art des eingetretenen her
beizuführen. Dabei ist auch ein gewisser zeitlicher Konnex notwendig (
Bundesgerichtsurteil 8C_932/212 vom 22. März 2013 E. 2.2, in: SVR 2013 UV Nr. 21 S. 78;
RKUV 1995 Nr. U 214 S. 86 E. 6a).
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung wohnt schliesslich jeder tätlichen Auseinandersetzung das Risiko inne, verletzt zu werden. In diesem Zusammen
hang kann daher nicht gesagt werden, es entspreche nicht dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung, dass ein bereits verletzter oder sogar wehrloser Beteiligter weiter geschlagen wird (Urteil des damaligen Eid
genössischen Versicherungsgerichts U 325/05 vom 5. Januar 2006 E. 1.3).
4.
2
Erst nachdem
der verbale Disput des Beschwerdeführers
mit
C._
in einem Wegschubsen der jungen Frau endete, schlugen die Männer vom Nach
barti
sch auf den Versicherten ein.
Das Verhalten des Beschwerdeführers kann
daher
nicht weggedacht werden, ohne dass auch der eingetretene Schaden ent
fiele.
Der natürliche Kausalzusammenhang ist damit gegeben (BGE 129 V 177 E.
3.1
mit weiteren Hinweisen). Dies wird auch nicht begründet in Frage gestellt (vgl.
Urk.
1 S. 6).
4.3
4.3.1
Hingegen verneint der Beschwerdeführer den adäquaten Kausalzusammenhang (
Urk.
1 S.
6).
Es
ist
daher
danach zu fragen, ob das Verhalten
des Beschwerde
füh
rers
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Le
bens
erfahrung
geeignet war, zu
r Reaktion
der mitbeteiligten Männer und den ihm dadurch zugefügten Verletzungen zu führen.
4.3.2
Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer
in einer durch die bereits ge
nossenen alkoholischen Getränke und die
fortgeschrittene Uhrzeit
wohl
schon aufgeladenen Atmosphäre (vgl.
Urk.
7/60/40-48 S. 8) durch den
verbalen Dis
put und
den körperlichen Angriff
auf die junge
Frau
zu einer
Ver
schärfung der Situation beigetragen
. In diesem Kontext
war das Verhalten des Beschwer
de
führers geeignet, auch zu gewaltsamen Reaktionen zu führen und das Verlet
zungsrisiko zu erhöhen. Dies vermag die Handlungen
von
F._
und der weiteren
Täter
zwar keinesfalls zu entschuldigen. Dass durch die
Handgreiflich
keiten
gegenüber
eine
r
junge
n
Frau
provozierte
Personen
(vgl.
Urk.
7/60/64-70 S.
3 f.)
mit heftiger, unangebrachter Gewalt reagieren, ist
allerdings
nicht un
üblich. Dies gilt
umso mehr, als
es sich bei
der an
gegangenen
C._
um
eine Person handelt, die öfters den
Club
A._
besucht und den anderen
Gästen
– auch wegen deren Bekanntschaft mit
ihrem
Vater
–
teilweise bekannt
war
(Urk.
7/60/92-95 S.
2 und S.
4)
. Im Verlauf des
Geschehens
entwickelte sich eine
ge
wisse Gruppendynamik
, wobei
das angespannte Verhältnis zwischen dem
Be
schwerdeführer und
F._
ebenfalls
nicht
zur Beruhigung der Situation beige
t
ragen haben
dürfte
(
Urk.
7/60/49-54 S.
3 f., 7/60/71-76 S.
3, 7/60/77-83 S.
3 und
7/60/84-87 S.
2).
Die gezeigten Handlungen des
F._
und der un
bekannten Männer sind in diesem Lichte, bei all ihrer Verwerflichkeit, nicht als derart ausserge
wöhnlich oder ausserhalb der allgemeinen Lebenserfahrung zu be
trachten, als dass mit einer entsprechenden Reaktion auf das dargelegte Ver
halten des Be
schwerdeführers
objektiv nicht zu rechnen war (
vgl. etwa
Urteil 8C_579/2010 vom 10. März 2011 E. 5.2.4).
5.
Nach dem Gesagten ist die Kürzung der Geldleistungen aus dem Unfallereignis
vom 3
. April 2011 um 50 %, mithin dem
in
Art.
49
Abs.
2 UVV vorgesehenen Mini
malansatz
,
nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde.