Decision ID: 7d5f41b6-1436-5852-bf59-1f2aee01982e
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1960 geborene X._ war seit dem 1. Januar 1998 als Produktionsmitarbeiterin bei der Y._ AG angestellt und als solche bei der Vaudoise Allgemeine
, Versicherungs-Gesellschaft AG
(Vau
doise) obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert. Am 10. Juli 2015 rutschte die Versicherte beim Losfahren mit dem Fahrrad von der Pedale ab und fiel um, wobei sie sich eine Fraktur am rechten Fuss sowie eine Sacrum-Kontusion zuzog (Urk. 7/1, Urk. 7/7). Die Erstbehand
lung erfolgte am 11. Juli 2015 bei Dr. med. Z._, Facharzt FMH für All
gemeine Medizin (Urk. 7/3). Bei persistierenden Beschwerden wurde am 23. Dezember 2015 ein MRI der LWS sowie des rechten OSG erstellt (Urk. 7/7), eine CT-gesteuerte Infiltration S1 rechts erfolgte am 25. Januar 2016 (Urk. 7/11). Mit Verfügung vom 12. April 2016 verneinte die Vaudoise eine Leistungspflicht der Unfallversicherung für die Zeit ab 11. April 2016 (Urk. 7/18). Eine am 20. April 2016 erhobene vorsorgliche Einsprache des obli
gatorischen Krankenversicherers wurde am 26. Juli 2016 zurückgezogen (Urk. 7/20, Urk. 7/24). Die Versicherte erhob ihrerseits am 27. April 2016 Ein
sprache unter Hinweis auf persistierende Beschwerden am rechten Sprunggelenk (Urk. 7/21). Entsprechende Abklärungen fanden bei Dr. med. A._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, statt (Berichte vom 22. April und 19. Mai 2016; Urk. 7/21a, Urk. 7/22). Mit Einspracheentscheid vom 4. August 2016 be
stätigte die Vaudoise in Abweisung der Einsprache die angefochtene Verfügung vom 12. April 2016 (Urk. 7/25 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 26. August 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weiterhin Leistungen gemäss UVG zu erbringen, namentlich die Heilungskosten sowie die Kosten einer allfäl
ligen Operation zu übernehmen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2016 beantragte die Beschwerdegeg
nerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), wovon die Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom 23. September 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit, dass zwischen den nunmehr geltend gemachten Sprunggelenksbeschwer
den und dem Unfall vom 10. Juli 2015 lediglich ein möglicher Kausalzusam
menhang bestehe, so dass eine weitergehende Leistungspflicht zu Recht verneint worden sei (Urk. 2 S. 5).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass leider nicht beachtet worden sei, dass beim Unfall auch ihr Fussgelenk in Mit
leidenschaft gezogen worden sei. Nach mehrmaligem Erwähnen der Schmerzen (es sei auch geschwollen gewesen) habe bei Dr. A._ eine Kontrolle stattge
funden. Dieser habe ihr telefonisch bestätigt, dass die Beschwerden durch den Unfall hervorgerufen worden seien. Zudem habe sie zuvor nie Beschwerden ge
habt (Urk. 1 S. 3).
3.
3.1
Im Rahmen der Erstbehandlung vom 11. Juli 2015 diagnostizierte Dr. Z._ eine nicht dislozierte Metatarsale-V-Anrissfraktur rechts bei bestehender Druckdolenz am Fussrand rechts mit Hämatom (Urk. 7/3).
3.2
Anhand der bildgebenden Untersuchung vom 23. Dezember 2015 beurteilten die involvierten Fachärzte vom Spital Uster die Fussbeschwerden wie folgt: Hy
pointens verändertes Binnensignal der Achillessehne in der PD Sequenz im Sinne einer ansatznahen Tendinose; bekannte intraartikuläre, nicht dislozierte Fraktur der Basis Os metatarsale V; MR-morphologisch unvollständige Durch
bauung als Hinweis auf eine delayed union; im weiteren normales Fussskelett, insbesondere keine ligamentäre Verletzung; Ausschluss eines Morton-Neuri
noms (Urk. 7/7).
3.3
In seinem am 10. Februar 2016 angeforderten Verlaufsbericht hielt Dr. Z._ bezüglich der Fussbeschwerden fest, dass von einer verzögerten Frakturheilung auszugehen und die Beschwerdeführerin mittlerweile fast be
schwerdefrei sei (Urk. 7/13).
3.4
In seinem Bericht vom 22. April 2016 diagnostizierte Dr. med. A._, Orthopädi
sche Chirurgie FMH, welcher die Beschwerdeführerin auf Zuweisung des Hausarztes Dr. Z._ untersucht hatte, instabile Sprunggelenke rechts nach Supinationstrauma vom 11. (richtig: 10.) Juli 2015. Die Fraktur des Mit
telfusses werde von der Beschwerdeführerin als ausgeheilt und beschwerdefrei angegeben, hingegen würden Schmerzen lateral der Sprunggelenke rechts mit gelegentlichen Ausstrahlungen nach distal und proximal, vorwiegend bei Be
lastungen angegeben. Trotz der MRI-Abklärung vom 24. Dezember 2015, wo keine ligamentäre Verletzung habe festgestellt werden können, sei nach seiner Erstbeurteilung von einer Instabilitätsproblematik auszugehen. Entsprechend habe er die probatorische Fixation mit einer Push Aequi-Orthese angeordnet (Urk. 7/21a).
3.5
In seinem Verlaufsbericht vom 19. Mai 2016 hielt Dr. A._ fest, dass die phasen
weise getragene Stabilisationsschiene eine eindeutige Wirkung gezeigt habe. Die Schmerzlokalisation sei ganz eindeutig im Bereich des Ligamentum fibulotalare anterius angegeben worden. Er empfehle der Beschwerdeführerin ein operatives Vorgehen (Bandplastik; Urk. 7/22).
3.6
Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 6 S. 2) hielt in seiner ärztlichen Stellungnahme vom 13. September 2016 fest, dass die mehr als fünf Monate nach dem Unfallereignis gefundene Instabilität nur möglicherweise auf dieses zurückzuführen sei. OSG-Distorsionen seien bei fast jedem Menschen üblich. Deshalb könnte das Geschehen auch früher stattgefun
den haben und oft könne man sich daran gar nicht mehr richtig erinnern. Durch den Sturz sei es zu einer Fraktur im Metatarsale V gekommen und dies sei ja praktisch als Entlastung des Sprunggelenkes anzusehen (Urk. 7/26).
4.
Nachdem im Rahmen der Erstbehandlung keine Schwellung des Fusses und keine Bänderverletzung hatte festgestellt werden können (Urk. 7/3), wurde eine solche anlässlich der bildgebenden Untersuchung vom 23. Dezember 2015 aus
drücklich ausgeschlossen (Urk. 7/7). Die Instabilitätsdiagnose erfolgte erstmals im April 2016, mithin rund neun Monate nach dem Unfallereignis. Noch in sei
nem Bericht vom 10. Februar 2016 hielt Dr. Z._ fest, dass die Be
schwerdeführerin bezüglich der Fussbeschwerden mittlerweile fast beschwerde
frei sei (Urk. 7/13). Bei dieser Aktenlage ist die Beurteilung von Dr. B._ nicht in Frage zu stellen, so dass entsprechend seiner Einschätzung lediglich von ei
nem möglichen Kausalzusammenhang der nunmehr diagnostizierten Instabilität des rechten Sprunggelenkes sowie des Unfallereignisses auszugehen ist.
Die zwischenzeitlich beklagte Rückenproblematik zeitigte keine Einschränkun
gen mehr und wurde von der Beschwerdeführerin auch beschwerdeweise nicht mehr thematisiert.
Zusammenfassend führt dies in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids.