Decision ID: e6eeea48-9cbd-4667-b282-9cae43b6a4f8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981, arbeitete als Juristin für eine Anwalts
kanzlei, welche ihr bis Ende März 2020 Lohn ausrichtete (Urk. 6/1, Urk. 6/3).
Während eines Ferienaufenthalts in Indien im März 2020 musste sie sich auf
grund
einer Anordnung der dortigen Behörden zur Verhinderung und Ein
däm
mung von Covid-19-Infek
tio
nen ab dem 13. März 2020 für 28 Tage in ein Spital in Quaran
täne begeben (Urk. 6/7/3-4). Am 26. April 2020 reiste sie mit Hilfe des Eidgenös
sischen Departements für auswertige Angelegenheiten EDA von Indien in die Schweiz zurück (Urk. 1 S. 1). In der Folge war
X._
für die
Y._
Sàrl
, deren Inhaberin sie seit der Gründung vom 4. Dezem
ber 2014 (Statuten
datum) war, tätig (Urk. 6/3/1, Internet-Auszug Handels
register des
Kan
tons Zürich). Am 14. Juli 2020 meldete sie sich
bei
der Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich,
Ausgleichskasse
,
für den Bezug einer Erwerbs
ausfall
ent
schä
digung
gestützt auf die Verordnung über Mass
nahmen bei Erwerbsausfall im Zu
sammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (Urk. 6/2,
Urk. 6/5/1). Zur Begründung führte sie aus, dass ihr die Tätigkeit für die
Y._
Sàrl
wegen der von den indischen Behörden angeordneten Qua
rantäne
massnahme vom 1. bis 25. April 2020 nicht möglich gewesen sei (Urk. 6/2/4, Urk. 6/3/1). Die Aus
gleichskasse ver
neinte mit Verfügung vom
7. August 2020 einen Anspruch der
Antrags
stellerin
auf Ausrich
tung einer Corona
-
Erwerbsaus
fallentschädigung
, weil kein ärztliches Attest für eine Quaran
täne in der Schweiz vorliege (Urk. 6/5). Die dagegen von
X._
am
9
.
September
2020
erhobene
Einsprache (Urk. 6/6
)
wies die Aus
gleichskasse
m
it
Einspracheentscheid
vom
15. Oktober
2020
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
13. November
2020 Beschwerde und
bean
tragte, in Aufhebung des
angefochtenen
Einsprachee
ntscheids
vom
15. Okto
ber
2020
sei ihr für die Zeitperiode vom 1. bis 26. April 2020 eine
Corona-
Erwerbs
ausfallentschädigung
zuzusprechen
(
Urk.
1
S. 1
). Mit Beschwerdeant
wort vom
4. Dezember 2020 bean
tragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde
(
Urk. 5, unter Beilage der Kassenakten, Urk. 6/1-11), was der
Beschwer
de
führer
in
am
7. Dezember
2020 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 7)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für die Zeitperiode vom 1. bis 26. April 2020 Anspruch auf eine Corona-
Erwerbsausfallentschädigung hat (Urk. 1 S. 1).
2.
2.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat
Verord
nun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen
(und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG)
.
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützen - am 20. März 2020 die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall. Die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall wurde rück
wirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt und der Geltungszeitraum bis zum
16. September 2020 befristet (Art. 11 Abs. 2).
Seit Inkrafttreten hat die Verord
nu
ng mehrfach eine Änderung erfahren (namentlich am 23. April, 6. Juli, 17. Septem
ber, 8. Oktober und 4. November 2020) und gilt nunmehr bis zum 30. Juni 2021 (Art. 11 Abs. 5).
Mit dem Covid-19-Gesetz vom 25. September 2020 wurde rück
wirkend per 17. September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Ver
ordnung geschaffen (Art. 15 in Ver
bindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Ge
setz).
2.2
2.2.1
Nach
Art.
2
Abs. 1
der
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der von 17. März bis 16. September 2020 gültig gewesenen Fassung sind anspruchsberechtigt, sofern sie die Voraussetzungen nach Absatz 1
bis
erfüllen:
a.
Eltern mit Kindern bis zum vollendeten 12. Altersjahr;
b.
Eltern mit Minderjährigen, die Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag nach Artikel 42
ter
Absatz 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung (IVG) haben;
c.
Eltern mit Kindern bis zum vollendeten 20. Altersjahr, wenn diese eine Sonderschule besuchen;
d.
weitere Personen.
2.2.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1
bis
der
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind Personen nach Abs. 1 dieses Artikels anspruchsberechtigt, sofern sie die folgenden Voraus
setzungen erfüllen:
a.
Sie müssen aufgrund von behördlichen Massnahmen gemäss den Artikeln 35 und 40
EpG
im Zusammenhang mit der
Coronaepidemie
(Covid-19) die Erwerbstätigkeit unterbrechen:
%2.
infolge Ausfalls der Fremdbetreuung ihrer Kinder; oder
%2.
infolge Quarantäne.
b.
Im Zeitpunkt der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit sind sie
1.
Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer im Sinne von Artikel 10 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG); oder
2.
Selbstständigerwerbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG.
c.
Sie sind im Sinne des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG) obligatorisch versichert.
2.2.3
Durch Art. 6 Ziff. 2 der Covid-19-Verordnung Massnahmen im Bereich des inter
nationalen Personenverkehrs vom 2. Juli 2020, in Kraft seit 6. Juli 2020, wurde sodann Art. 2 Abs. 2
bis
in die
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall eingefügt.
Gemäss Art. 2 Abs. 2
bis
der
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall besteht bei einer Quarantäne im Sinne von Art. 2 der Covid-19-Verordnung Massnahmen im Bereich des internationalen Personenverkehrs vom 2. Juli 2020 kein Anspruch auf Entschädigung.
Nach Art. 2 der Covid-19-Verordnung Massnahmen im Bereich des interna
tio
nalen Personenverkehrs (Stand: 6. Juli 2020) sind Personen, die in die Schweiz einreisen und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Risiko einer Ansteckung mit dem
Coronavirus
Sars-CoV-2 (Staat oder Gebiet mit erhöhtem Ansteckungsrisiko) aufgehalten haben, verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben. Sie müssen sich während 10 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort aufhalten (Qua
rantäne).
2.3
Gemäss Art. 2 Abs. 1
bis
lit
. a Ziff. 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in
der
ab 17. September 2020 gültigen Fassung besteht Anspruch auf eine Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
, wenn wegen einer aufgrund von behördlichen
Ma
ssnahmen gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. a oder b,
Art.
35 oder 40 des
EpG
im Zu
sammenhang mit dem
Coronavirus
die Erwerbs
tätigkeit unterbrochen werden muss und deswegen
ein
Erwerbsausfall entsteht.
Bei einer Quarantäne im Sinne von Art. 2 der Covid-19-Verordnung Massnahmen im Bereich des internationalen Personenverkehrs
vom 2. Juli 2020
besteht kein Anspruch auf Entschädigung (Art. 2 Abs. 2
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall in ab 17. September 2020 gültigen Fassung).
2.4
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Auf
sichts
behörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchführungs
organe, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
3.
3.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 15. Oktober 2020 führte die Be
schwerdegegnerin aus, dass die Quarantäne in der Schweiz stattgefunden haben müsse. Da sich die Beschwerdeführerin im Ausland in Quarantäne befun
den habe,
bestehe kein Anspruch auf eine Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
wegen einer
(in der Schweiz) ärztlich oder behördlich angeordneten Quarantäne (Urk. 2 S. 2).
3.2
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass die ge
setzlichen Grundlagen keine Quarantäne in der Schweiz verlangen würden. Es handle sich um eine gesetzliche Lücke, die gemäss teleologischer Auslegung des anwendbaren Rechts zu ihren Gunsten geschlossen werden müsse (Urk. 1 S. 1).
G
emäss dem Wortlaut von Randziffer (
Rz
.) 1035 des Kreisschreibens über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-
Erwerbsersatz (KS CE) des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV)
werde
nicht
vorausgesetzt, dass sich die Person in der Schweiz in Quarantäne befunden habe (Urk. 1 S. 2). In ihrem Fall gelte es zudem
F
olgendes zu beachten: Als sie in der Woche vor Ausrufung der aus
serordentlichen Lage durch den Bundesrat (am
13. März mit Wirkung
16. März 2020) in die Ferien ab
gereist sei, habe sie nicht
ahnen können, dass sie sich ein paar Tage später in Indien in Quarantäne begeben müsse (Urk. 1 S. 3). Auch wäre
sie
nicht nach Indien gereist, wenn sie gewusst hätte, dass sie nicht mehr ohne Hilfe der Schweizer Behörden nach Hause
kommen würde. Vor Ort habe sie zudem ver
sucht umzukehren, als ihr am 13. März
2020 mitgeteilt worden
sei
, dass sie sich in Quarantäne begeben müsse. Sie habe sich nicht mehr zum Flughafen begeben können, weil ihr dies verboten worden sei. Alsdann habe der indische Bundesstaat
Kerala
im Zuge seiner Massnahmen zur Bekämpfung der Aus
breitung von Covid-19 am 14. März 2020 (Publikations
datum) eine obligato
rische Quarantäne für alle Personen, welche in der vergan
genen Woche ins Staatsgebiet eingereist seien, angeordnet. Gemäss
Rz
. 1035.2 KS CE bestehe Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz, wenn die Person die Quaran
täne unver
schuldet antreten müsse. Unverschuldet heisse, dass das Reiseziel zum Zeitpunkt der Abreise nicht auf der (auf der Internetseite des Bundesamtes für Gesundheit publizierten) Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Infektions
risiko gestanden sei und auch nicht davon ausgegangen werden könne, dass das Reiseziel während der Reise auf diese Liste gesetzt werde. Eine solche Liste sei erstmals am 6. Juli 2020 publiziert worden (Urk. 1 S. 4).
4.
4.1
Eine Norm ist in erster Linie nach ihrem Wortlaut auszulegen (Auslegung nach dem Wortlaut). Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss das Geri
cht unter Be
rücksichtigung der übrigen
Auslegungsele
mente (historische, teleologische und
systematische
Auslegung
)
nach der wahren Tragweite der Norm suchen (BGE 14
6
V 12
9 E.
5.
5.1 mit Hinweisen).
4.2
Gemäss dem Wortlaut von Art. 2 Abs. 1
bis
der
Covid-19-Verordnung
Erwerbs
aus
fall
besteht An
spruch auf eine Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
, wenn die Erwerbstätigkeit
infolge Quarantäne aufgrund von behördlichen Massnahmen ge
mäss den Artikeln
35 und 40
EpG
im Zusammenhang mit der
Coronaepidemie
(Covid-19) unter
bro
chen werden musste. Eine im Ausland aufgrund der dort gel
tenden Bestimmun
gen
angeordnete
Quarantäne wird nicht erwähnt. Der Wortlaut von Art. 2 Abs. 1
bis
der
Covid-19-Verordnung ist unzweideutig und vermittelt der Beschwerde
füh
rerin, welche
die Zeit
vom 13. März bis 11. April 2020 nicht auf
grund einer Mass
nahme gestützt auf das
EpG
, sondern von in Indien erlassenen Gesetzen und Anordnungen in Quarantäne verbringen musste (vgl. dazu das von Dr.
Z._
am 11. April 2020 ausgestellten Zertifikat betreffend Auf
hebung der Covid-19-Quarantäne sowie die Bestätigung von Dr.
A._
,
Hospital
B._
,
C._
,
Kerala
vom 20. April
2020, Urk.
6/7/3-4), keinen Anspruch auf eine
Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
. Die Beschwerde
führerin bringt diesbezüglich vor, dass das BSV eine Qua
ran
täne
in
der Schweiz nicht voraussetzen würde (Urk.
1 S.
2). Sie kann
aber
auch
aus
ihrem Verweis auf das KS CE nichts zu ihren Gunsten ableiten. In der vor
liegend massgeben
den, ab 17. März 2020 gültig gewesenen Fassung von
Rz
. 1035 KS CE hielt das BSV fest, dass die Entschädigung bei Quarantäne sich an Personen
richte, die nicht selber am Virus erkrankt sind, aber aufgrund von Kontakt mit einer positiv getesteten Person in Quarantäne sind.
Auch
g
emäss
Rz
. 1035 KS CE in der ab 18. Dezember 2020 gültigen Version richtet sich die Entschä
digung bei Qua
rantäne an Personen, die nicht selber am Virus erkrankt sind, aber aufgrund von Kontakt mit einer positiv getesteten Person respektive einem Verdachtsfall in Quarantäne sind oder aber aus einem Risikogebiet zurück in die Schweiz ein
gereist sind und von den
(schweizerischen)
Behörden unter Quarantäne gestellt wurden.
Beides traf auf die Beschwerdeführerin nicht zu, weil sie sich einzig auf
grund der Tat
sache, dass sie in den indischen Bundesstaat
Kerala
eingereist war, aufgrund dortiger behördlicher Anordnungen vor Ort in Quarantäne begeben musste (Urk.
6/6/1, Urk. 6/7/3-4). Im Übrigen sah sich das BSV in der Folge auch in Kenntnis dessen, dass das EDA wegen der Covid-19-Krise bis zum 29. April 2020 für rund 4200 Schweizerinnen und Schweizern die Rückkehr in die Schweiz organisiert hat (vgl.
https://
www.eda.admin.ch/eda/de/home/das-eda/aktuell/newsuebersicht/
2020/
03/eda-organisierte-fluege.html) nicht veranlasst, eine im Ausland angeordnete und absolvierte Quarantäne mit einer Quarantäne in der Schweiz gleich
zusetzen.
Somit lässt sich weder aus der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall noch aus dem KS CE ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Erwerbsersatz für die Quarantänezeit vom 1. bis 11. April 2020 ableiten.
Für die Zeitperiode vom 12. April bis 26. April 2020 (Aufenthalt in Indien nach
der Quarantäne
,
bis die Rückreise vom EDA organisiert war und Dauer der Rü
ck
reise in die Schweiz, vgl. Urk. 1 S. 1) besteht ebenfalls kein Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung. Eine Entschä
di
gung für einen Erwerbs
aus
fall bei einem unfreiwillig
verlängerten
Aufenthalt im Aus
land wegen Covid-19-bedingten Reisebeschränkungen ist in der
C
ovid
-19-Vero
rd
nung Erwerbs
aus
fall nicht vorgesehen.
Die dem Wor
tlaut nach eindeutige und klar abschliessende
Aufzählung sämtlicher anspruchsbegründenden Tatbestände, wovon keine auf den vorliegend zu beur
tei
lenden Sachverhalt zutrifft, lässt eine
richterliche Lückenfüllung entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht zu.
4.
3
Abschliessend ist auf das
Hauptargument
der
Beschwerdeführerin
für ihre An
spruchsbegründung einzugehen, wonach
sie die Quarantäne in Indien nicht habe voraussehen können (Urk. 1 S. 3). (Erst) bei ihrer Ankunft in
D._
(im indischen Bundes
staat
Kerala
) am 13. März 2020 sei sie über die vom dortige
n
Gesund
heits
ministerium für alle Einreisende
n
rückwirkend geltende
n
Quaran
täne
mass
nah
men
informiert worden (vgl. die
Einsprachebegründung
vom 9. Septem
ber
2020, Urk.
6/6/
1). Dem ist entgegenzuhalten, dass das indische Ministerium für Gesund
heit und Familienfürsorge am 11. März 2020 die Reisevisa für Touristen mit Wir
kung ab 13. März 2020, 12 Uhr GMT, ab dem Abreiseort, bis 15. April 2020 sus
pendierte. Mit derselben Mitteilung empfahl es zudem sowohl Ausländern als auch indischen Staatsan
gehö
rigen, auf alle nicht notwendigen Reisen nach Indien zu verzichten, und infor
mierte gleichzeitig, dass für Einreisende eine Quarantäne von mindestens 14 Tagen nach der Ankunft in Indien angeordnet werden könne
(
https://www.mohfw.gov.in/pdf/ConsolidatedTraveladvisoryUpdated11032020
.
pdf
).
Weil die Reise von Zürich nach
D._
mit kommerziellen Flügen mit Zwischenstopp(s) bekanntlich rund einen Tag dauert, trat die Beschwerde
führerin ihre Ferienreise in Zürich zwar mit einem noch gültigen Visum für Indien an (vgl. Urk. 6/7/3), sie hätte von der Auf
forderung der indischen Behörden vom 11. März 2020, auf alle nicht notwen
digen Reisen nach Indien zu verzichten, aber noch vor ihrer Abreise Kenntnis nehmen können. Sie hätte diese Mitteilung entweder im Internet lesen oder aber sich bei der
i
ndischen Botschaft in Bern informieren können. Entgegen ihrer Ansicht
kann
sie sich dabei nicht auf eine fehlende Information der Schweizer Behörden
berufen
. Es gehört zur Pflicht jeder Person, die sich auf Reisen begibt, dass sie sich vor der Abreise über die Situation am Zielort informiert. Dies gilt zu jeder
Z
eit und hätte am 11. März 2020, als die
weltweite Pandemie-
Gefahr durch Covid-19 bereits seit Wochen allgemein be
kannt war, umso mehr gegolten. Aufgrund dessen
erscheint es entgegen der An
sicht der Beschwerdeführerin nicht unbillig
beziehungsweise
ungerecht
(Urk.
1 S.
4)
, dass
die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
für einen
solchen Fall keinen Entschädi
gungsanspruch vorsieht
.
4.
4
Aufgrund der Covid-19-Verordnung Erwerbsersatz besteht keine Grundlage für eine Entschädigung des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Erwerbs
aus
falls aufgrund von Quarantäne und Reisebeschränkungen in Indien. Auch aus dem KS CE lässt sich ein solcher Anspruch nicht ableiten. Zudem würde sich die
Zusprache
einer Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
im vor
liegenden Fall nicht
rechtfertigen, weil sich die Beschwerdeführerin entgegen einer vorgängigen An
kündigung der Möglichkeit
der Quarantäne für Einreisende
durch die indischen Behörden
freiwillig
nach Indien begeben hat.
Angesichts dessen braucht nicht geprüft zu werden, ob die Beschwerdeführerin, welche ihre Tätigkeit für ihre GmbH erst am 1. April 2020 aufzunehmen gedachte, bis 26. April 2020 einen massgeblichen Erwerbsausfall erlitt.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.