Decision ID: 635d0f52-7153-4d72-b11b-e911f1b63a61
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. D.S. und E.S. sind Eigentümer des Grundstücks Nr. 000, Grundbuch X. Das
Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan in der Wohnzone W2. Ihr Baugesuch
vom 6. Februar 2014 betreffend Abbruch der bestehenden Doppelgarage und
Voraushub für ein künftiges Bauvorhaben wurde im Meldeverfahren behandelt und von
der Baukommission X. am 18. Februar 2014 bewilligt. Zudem wurde mittels Auflage
verfügt, dass die Baugrube wieder aufgefüllt und dem bestehenden Gelände angepasst
werden müsse, sofern mit dem Bau des geplanten Wohnhauses nicht bis 31. März
2015 begonnen werde (act. 10.1/4-24). Die Abbruch- und Aushubarbeiten wurden
anschliessend vorgenommen. Am 3. Juli 2014 reichten die Grundeigentümer ein
Baugesuch zur Erstellung eines Zweifamilienhauses (mit je einer 3-Zimmerwohnung im
EG und OG sowie Estrichräumen im DG) mit Tiefgarage (10 Einstellplätze) und
Photovoltaikanlage ein (act. 10.1/4-4). Dagegen erhoben A.K. und B.K. (Eigentümer
Grundstück Nr. 001) sowie C.M. (Eigentümerin Grundstück Nr. 002) öffentlich-
rechtliche und privatrechtliche Einsprache. Die Baukommission wies am 9. Dezember
2014 die Einsprachen ab und erteilte die Baubewilligung. Den dagegen erhobenen
Rekurs wies der Gemeinderat X. am 19. Januar 2015 ab (act. 10.1/4-76).
B. Gegen diesen Entscheid erhoben A.K. und B.K. und C.M. am 3. Februar 2015
Rekurs beim Baudepartement mit dem Antrag auf Aufhebung des Entscheides des
Gemeinderates und Nichterteilung der Baubewilligung (act. 10.1/4-75). Nach
vorläufiger Beurteilung durch die Rechtsabteilung des Baudepartementes vom 16. April
2015 reichten D.S. und E.S. am 15. Juni 2015 bei der Baukommission X. ein
Korrekturgesuch ein, welches Anpassungen zur Einhaltung der Ausnützungsziffer
beinhaltete. Das hängige Rekursverfahren (15-0003) blieb währenddessen sistiert. Am
30. Juni 2015 erhoben A.K. und B.K. und C.M. auch gegen dieses im vereinfachten
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Verfahren durchgeführte Korrekturgesuch öffentlich-rechtliche sowie privatrechtliche
Einsprache. Mit Beschluss vom 18. August 2015 wies die Baukommission die
Einsprache ab und erteilte die Baubewilligung. Den dagegen erhobenen Rekurs wies
der Gemeinderat X. am 14. September 2015 ab (act. 10.2/5-50).
Am 30. September 2015 erhoben A.K. und B.K. und C.M. dagegen Rekurs beim
Baudepartement (act. 10.2/1) mit den Anträgen um Aufhebung des Entscheides des
Gemeinderates und Nichterteilung der Baubewilligung sowie um Erlass einer
Anordnung, die Baugrube auf Grundstück Nr. 000 unverzüglich aufzufüllen und dem
bestehenden Gelände anzupassen (15-0004). Nach Durchführung eines Augenscheins
am 7. Januar 2016 fällte die Vorinstanz über die vereinigten Verfahren Nrn. 15-0003
und 15-0004 am 11. April 2016 den Entscheid Nr. 15/2016. Der Rekurs Nr. 15-0003
wurde teilweise gutgeheissen (in Bezug auf die Kosten- und
Entschädigungsregelungen des Gemeinderates X.), der Rekurs Nr. 15-0004 wurde
abgewiesen.
C. A.K. und B.K. (Beschwerdeführer 1) und C.M. (Beschwerdeführerin 2) erhoben
gegen den am 14. April 2016 zugestellten Rekursentscheid des Baudepartements
(Vorinstanz) Nr. 00/2016 durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 28. April 2016
und Ergänzung vom 25. Mai 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den
Anträgen: (1) Der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und das Baugesuch sei
abzuweisen und die Baubewilligung nicht zu erteilen; (2) die Beschwerdegegner seien
unter Androhung einer Strafe nach Art. 292 StGB im Betrag von CHF 100 für jeden Tag
der Nichtbeachtung anzuweisen, die Baugrube auf Grundstück Nr. 000, GB X.,
unverzüglich aufzufüllen und dem bestehenden Gelände anzupassen; (3) die Vorinstanz
sei anzuweisen, sämtliche Vorakten zu edieren; (4) unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen.
Mit Vernehmlassung vom 2. Juni 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde. Die Politische Gemeinde X. beantragte am 22. Juni 2016 die Abweisung
der Beschwerde. D.S. und E.S. (Beschwerdegegner) beantragten durch ihren
Rechtsvertreter am 1. Juli 2016 Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten
sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführer. Die
Beschwerdeführer nahmen zu den Vernehmlassungen am 18. Juli 2016 Stellung.
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Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 28. April
2016 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 25. Mai 2016 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
grundsätzlich (vgl. nachfolgend Erwägung 6.2) einzutreten.
2. Seit 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz vom 5. Juli 2016 (sGS 731.1,
nGS 2017-49, PBG) in Kraft. Gleichzeitig ist das Gesetz über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht vom 6. Juni 1972 (BauG) aufgehoben worden (Art. 172 PBG). Die
bei Vollzugsbeginn des Planungs- und Baugesetzes hängigen
Baubewilligungsverfahren werden gemäss Art. 173 Abs. 1 PBG nach jenem Recht
beurteilt, welches im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheides der
Baubewilligungsbehörde Gültigkeit hatte (Abs. 1); vorbehalten bleibt die Anwendung
neuen Rechts, soweit es für die Baugesuchsteller günstiger ist (Abs. 2). Da sowohl die
ursprüngliche Baubewilligung vom 9. Dezember 2014 als auch die Bewilligung des
Korrekturgesuchs vom 18. August 2015 vor dem Inkrafttreten des Planungs- und
Baugesetzes ergingen, ist die Angelegenheit nach dem früheren Baugesetz zu
beurteilen. Erweisen sich die Beschwerde und damit die Einsprachen gegen die
Baubewilligung als unbegründet, stellt sich die Frage, ob das neue Recht für die
Beschwerdegegner günstiger ist, nicht.
3. Die Beschwerdeführer rügen die Verletzung der Ausstandsregeln, weil F.T. als
Gemeindepräsident und als Präsident der Baukommission einerseits die
Einspracheentscheide und andererseits die Rekursentscheide der
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Beschwerdebeteiligten unterzeichnet habe. Die Vorinstanz sei fälschlicherweise davon
ausgegangen, dass Gemeindepräsident F.T. und Gemeinderat L.G. (beide Mitglieder
der Baukommission) tatsächlich in den Ausstand getreten seien und dass es sich bei
der Unterzeichnung des Rekursentscheides bloss um ein redaktionelles Versehen und
damit um einen nicht schwerwiegenden Eröffnungsmangel handle (act. 6 III/1).
3.1. Mit der Vorinstanz (E. 2) ist einig zu gehen, dass infolge der Doppelfunktion von
F.T. als Mitglied der Baukommission und Mitglied der Rekursinstanz Gemeinderat eine
unzulässige Vorbefassungskonstellation besteht und dass F.T. (wie auch Gemeinderat
L.G., Mitglied der Baukommission) im Rekursverfahren in Ausstand zu treten hatte.
F.T. hat in seiner Funktion als Gemeindepräsident den Rekursentscheid vom
19. Januar 2015 (act. 10.1/4-76) zum ursprünglichen Baugesuch unterzeichnet. Ein
Beschlussprotokoll des Gemeinderates dazu liegt nicht in den Akten. Für diesen
Rekursentscheid ist in Ermangelung eines den Ausstand dokumentierenden
Gemeinderatsprotokolls von einer Verletzung der Ausstandsregeln wegen
Vorbefassung auszugehen, wie die Vorinstanz zu Recht feststellt.
3.2. Beim Rekursentscheid über das definitive, auf der Korrektureingabe beruhende
Baugesuch – wiederum unterzeichnet durch F.T. – liegt der Protokollauszug der
Gemeinderatssitzung vom 14. September 2015 (act. 10.2/5-51) vor. Gemäss diesem
Protokollauszug wurde dieses Traktandum durch Gemeinderat N.H. geführt, während
F.T. und L.G. für dieses Traktandum in Ausstand traten. Das Protokoll des
Gemeinderatsbeschlusses wurde denn auch von N.H. unterzeichnet. Das Dispositiv
des Rekursentscheides wurde im Protokollauszug wörtlich wiedergegeben.
Nach Darstellung der Beschwerdeführer sei dieses Protokoll erst nachträglich erstellt
worden und entspreche nicht den Tatsachen. Für diese Behauptung, welche eine
Urkundenfälschung impliziert, sind jedoch keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich. Aus dem
Umstand, dass das Protokoll der Gemeinderatssitzung (act. 10.2/5-51) erst im
Rechtsmittelverfahren eingereicht wurde, lässt sich nicht ableiten, das Protokoll sei erst
nachträglich erstellt worden. Die Beschwerdeführer beantragen neu die Edition der
„Wortprotokolle, Anwesenheitsliste, Abstimmungsprotokoll“ durch den Gemeinderat
der Beschwerdebeteiligten (act. 6 III/2 am Ende). Die Vorgaben der Protokollierung sind
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in Art. 103 des Gemeindegesetzes (sGS 151.2) geregelt. Das Protokoll der
Gemeinderatssitzung (act. 10.2/5-51) entspricht den gesetzlichen Voraussetzungen.
Die von den Beschwerdeführern erwähnten Dokumente gehören nicht zum gesetzlich
vorgesehenen Protokollinhalt. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, die
beantragten Beweise zu erheben.
Aufgrund der dargelegten Aktenlage ist die Vorinstanz zu Recht von einem Ausstand
der Gemeinderäte F.T. und L.G. in Bezug auf den Rekursentscheid vom 14. September
2015 (act. 10.2/5-50) ausgegangen. In diesem Rekursentscheid über das
Korrekturgesuch hat sich der Gemeinderat mit sämtlichen einsprecherischen Rügen –
auch jenen, die das ursprüngliche Baugesuch betrafen – auseinandergesetzt. Ein
Korrekturgesuch löst ein neues Baubewilligungsverfahren und damit neue Einsprache-
beziehungsweise Rechtsmittelmöglichkeiten aus. Vor diesem Hintergrund waren die zu
entscheidenden Rechtsfragen nicht durch Vorbefassung „vorbestimmt“ (sinngemäss:
BGE 131 I 113 E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen des Korrekturgesuchs
wurden sämtliche Rügen der heutigen Beschwerdeführer durch den Gemeinderat neu
und im Ausstand der Baukommissionsmitglieder F.T. und L.G. entschieden.
Sinngemäss gelangt die Vorinstanz in ihrer E. 2.3.4 zum gleichen Schluss, indem sie
die Verletzung der Ausstandsregeln im Verfahren des ursprünglichen Baugesuchs im
Verfahren betreffend Korrekturgesuch zu Recht als geheilt betrachtet.
3.3. Damit bleibt noch die Frage zu klären, ob die Unterzeichnung des
Rekursentscheides vom 14. September 2015 (act. 10.2/5-50) durch F.T. – trotz seines
im Gemeinderatsprotokoll (act. 10.2/5-51) belegten Ausstandes – den Anschein der
Voreingenommenheit begründet. Die Unterzeichnung des Entscheides durch eine in
Ausstand getretene Person stellt einen Eröffnungsmangel dar (BGer 1P.330/2000 vom
12. Dezember 2000 E. 3). In Anlehnung an die Grundsätze zum Vertrauensschutz ist
ausschlaggebend, ob eine Partei im konkreten Einzelfall durch die mangelhafte
Eröffnung tatsächlich irregeführt und benachteiligt wurde. Mangelhaftigkeit der
Eröffnung hat nur Folgen, wenn die Betroffenen deswegen erstens einem Irrtum
unterliegen und wenn sie zweitens infolge dessen einen Nachteil erleiden (Kölz/Häner/
Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.
2013, Rz. 641; BGer 9C_791/2010 vom 10. November 2010 E. 2.2; BGE 122 V 189
E. 2). Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführer aufgrund
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des Eröffnungsmangels einem Irrtum unterlegen wären und dadurch einen Nachteil
erlitten haben sollten. Sie haben sowohl gegen den gemeinderätlichen
Rekursentscheid vom 19. Januar 2015 (act. 10.1/4-76) wie auch gegen jenen vom
14. September 2015 (act. 10.2/5-50) rechtzeitig das zutreffende Rechtsmittel ergriffen
und konnten darin alle ihnen opportun erscheinenden Anträge und Rügen vorbringen
(Rekurs vom 3. Februar 2015 [act. 10.1/4-75]; Rekurs vom 30. September 2015
[act. 10.2/1]).
Die Beschwerde ist somit bezüglich der Rüge der Verletzung der Ausstandspflicht
abzuweisen.
4. In materieller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer eine Überschreitung der
Ausnützungsziffer von 0,45 (act. 6 III/3 - 10).
4.1. Nach Art. 11 des kommunalen Baureglementes (BauR) gilt für die Bauliegenschaft,
welche in der Wohnzone W2 liegt, eine Ausnützungsziffer von 0,45. Indem im BauR die
Ausnützungsziffer vorgesehen ist, ist ihre Definition im BauG abschliessend geregelt,
insbesondere auch was als anrechenbare Geschossfläche gilt (B. Heer, St. Gallisches
Bau- und Planungsrecht, St. Gallen 2003, Rz. 662). Die Ausnützungsziffer ist die
Verhältniszahl der Summe aller anrechenbaren Geschossflächen zur anrechenbaren
Parzellenfläche (Art. 61 Abs. 1 BauG). Die Begriffe „anrechenbare Geschossfläche“ und
„anrechenbare Parzellenfläche“ werden in Art. 61 Abs. 2 und 3 BauG näher
umschrieben (vgl. VerwGE B 2013/70 vom 8. Juli 2014 E. 3, www.gerichte.sg.ch).
4.2. Begründet wird die Überschreitung der Ausnützungsziffer zunächst damit, die
Vorinstanz habe Estrichräume zu Unrecht und in Verletzung der Bestimmungen von
Art. 61 Abs. 2 lit. f und b BauG von der anrechenbaren Geschossfläche ausgenommen
(act. 6 III/3 - 7).
4.2.1. Art. 61 Abs. 2 BauG zählt zur anrechenbaren Geschossfläche die nutzbaren
Geschossflächen. Bei der Beurteilung der Nutzbarkeit kommt es entscheidend auf die
nach objektiven Gesichtspunkten beurteilten Verwendungsmöglichkeiten eines
Raumes beziehungsweise einer Geschossfläche an (Heer, a.a.O., Rz. 665). Es muss die
Frage beantwortet werden, welche Nutzung ein Raum in seiner baulichen Gestaltung
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zulässt. Unter „nutzbar“ sind gemäss herrschender Praxis, unabhängig von einer
allfälligen anders lautenden Nutzungsangabe, Räume zu verstehen, die ohne
eigentliche bauliche Massnahmen als Wohn-, Schlaf- oder Arbeitsraum verwendet
werden können (vgl. GVP 1978 Nr. 3 und 1976 Nr. 52; unveröffentlichter VerwGE B
2007/63 vom 18. Dezember 2007 E. 3.3.1 mit Hinweisen, insbesondere auf GVP 1978
Nr. 39). In lit. a-h von Art. 61 Abs. 2 BauG werden die nicht anzurechnenden, mithin
nicht im erwähnten Sinne nutzbaren Flächen aufgeführt. Entgegen der
beschwerdeführerischen Meinung bildet lit. f (nutzbare Flächen im Dachgeschoss unter
einer lichten Höhe 1,50 m) keine lex specialis zu lit. b (Keller, Estrich und
nichtgewerbliche Einstellräume). Lit. f bezieht sich auf nutzbare Flächen in zu Wohn-,
Schlaf- oder Arbeitszwecken geeigneten Räumen im Dachgeschoss. Von diesen sind
Flächen unter einer lichten Höhe von 1,50 m bei der Ausnützungsberechnung nicht in
Anschlag zu bringen. Lit. b hingegen beinhaltet nicht für Wohn-, Schlaf- und
Arbeitszwecke geeignete – mithin im Sinne von Art. 61 BauG nicht „nutzbare“ –
Geschossflächen.
Räume sind dann nicht für die genannten Zwecke geeignet, wenn sie sich aufgrund
gesundheits- oder feuerpolizeilicher Bestimmungen für den Aufenthalt von Personen
nicht eignen (vgl. Heer, a.a.O., Rz. 665). In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen
Erwägungen ist festzuhalten, dass der ausschlaggebende Aspekt der
wohnhygienischen Anforderungen entgegen der Meinung der Beschwerdeführer (act. 6
III/4 und 5) in der natürlichen Belichtung liegt. Gemäss Art. 39 Abs. 2 BauR sind für
Aufenthaltsräume Fensterflächen mit einem Lichtmass von mindestens 10 Prozent der
Bodenfläche vorgeschrieben. Die in Frage stehenden Estrichräume erreichen dieses
Mass bei weitem nicht (Fensterflächen von 2,2 beziehungsweise 1,4 Prozent der
Bodenfläche). Räume mit einer derart geringen natürlichen Belichtung sind ungeachtet
ihrer sonstigen Ausgestaltung (namentlich Bodenfläche, Raumhöhe) nicht zu Wohn-,
Schlaf- oder Arbeitszwecken geeignet und daher nicht zu den anrechenbaren
Geschossflächen zu zählen.
4.2.2. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer spricht weder der
Haustechnikraum im Dachgeschoss noch die nota bene zur anrechenbaren
Geschossfläche zählenden Abstellräume in den Wohnungen gegen die Qualifizierung
der Estrichräume als nicht anrechenbare Flächen (act. 6 III/4). Wie die Vorinstanz zu
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Recht feststellt (E. 3.2.3 und E. 3.2.4), lässt die Ausgestaltung des Dachgeschosses
nicht auf eine Nutzung zu Wohn- oder Arbeitszwecken schliessen. Auch in diesem
Zusammenhang ist die fehlende natürliche Belichtung als wohnhygienisches Hindernis
zu beachten. Ob und mit welchen baulichen Vorkehren die Estrichräume zu Wohn-,
Schlaf-, Sanitär- oder Arbeitsräumen künftig umgenutzt werden könnten, ist hier nicht
zu prüfen, da Verfahrensgegenstand die Rechtsmässigkeit des Baugesuchs anhand
der konkreten Baupläne bildet (GVP 1978 Nr. 3 und 1976 Nr. 52). Für eine Umnutzung
wären bauliche Massnahmen erforderlich, die im Rahmen eines neuen Baugesuchs zu
beurteilen wären.
4.3. Bezüglich Tiefgarage bringen die Beschwerdeführer vor, diese stelle anrechenbare
Geschossfläche dar, da ihre Höhe und Anzahl der Parkplätze eine gewerbliche Nutzung
ermögliche (act. 6 III/8). Implizit spielen die Beschwerdeführer auf Art. 61 Abs. 2 lit. b
BauG an, wonach Einstellräume (wozu Garagen gehören) nicht gewerblicher Art von
der anrechenbaren Geschossfläche auszunehmen sind; e contrario – so die
Beschwerdeführer – sind gewerbliche Einstellräume anzurechnen.
Gemäss den Baugesuchsplänen zum Korrekturgesuch (act. 10.2/6-21) weist die
Tiefgarage insgesamt 10 Einstellplätze auf. Fünf Parkplätze haben eine Länge von 5 m
und eine Breite von 2,8 m beziehungsweise 3 m. Zwei weitere Parkplätze sind 5,5 m
lang und drei Parkplätze weisen eine Länge von rund 8,2 m auf. Das Bauvorhaben
beinhaltet damit eine wesentlich grössere Anzahl an Parkplätzen, als dies nach Art. 28
BauR notwendig wäre. Die Erwägungen der Vorinstanz, wonach die objektive
Nutzbarkeit der Tiefgarage keine Rolle spiele (E. 3.3.2) und sich die Beurteilung in der
Prüfung des in den Baugesuchsunterlagen umschriebenen Bauprojektes aufgrund der
öffentlichen Bauvorschriften sowie weiterer zu beachtender öffentlich-rechtlicher
Normen erschöpfe (E. 3.3.1), greifen zu kurz. Die für den vorliegenden Fall
entscheidende Frage geht dahin, ob sich die objektive Nutzbarkeit allein nach dem
Erfordernis baulicher Massnahmen richtet oder ob auch eine blosse
Nutzungsänderung, die ohne bauliche Vorkehren auskommt, darunter fällt.
Die Beschwerdeführer befürchten gewerbliche Nutzungen einerseits darin, dass
Fahrzeuge aus dem Gewerbebetrieb der Beschwerdegegner in der Tiefgarage
abgestellt werden und andererseits darin, dass Autoabstellplätze an Dritte vermietet
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werden (act. 6 III/8). Die erste Nutzung würde eine Zweckänderung darstellen, für die
ein Baubewilligungsverfahren erforderlich wäre, in dem die Frage der Zonenkonformität
eingehend zu prüfen wäre. Wie bereits in E. 3.2.2 festgestellt, sind im Rahmen der
Prüfung der objektiven Nutzbarkeit nicht irgendwelche bloss mögliche Tatbestände zu
berücksichtigen, die ein zusätzliches Bewilligungsverfahren erfordern. Bei Vermietung
von Autoabstellplätzen in einer Tiefgarage wäre die Zonenverträglichkeit offensichtlich
gegeben, weil die damit einhergehenden Emissionen der raumplanerischen und
umweltrechtlichen Zweckbestimmung der W2 nicht widersprechen und eine
funktionale Bindung an die Bedürfnisse der Wohnzone aufweisen. Entsprechend
müsste für eine solche Nutzung kein neues Baubewilligungsverfahren durchgeführt
werden (vgl. BGer 1C_395/2015 vom 7. Dezember 2015 E. 3.1.1). Indessen handelt es
sich bei der geschilderten Verwendung nicht um eine gewerbliche Nutzung im Sinne
des Baurechts. Nutzungen, welche mit Wohnzwecken zusammenhängen – wie die
Vermietung von Abstellplätzen – , sind nicht gewerblich im Sinne des Baurechts.
Andernfalls dürften Mietwohnungen nicht in der Wohnzone realisiert werden. Soweit
Parkfelder in der Wohnzone als zonenkonform bewilligungsfähig sind, sind sie deshalb
entsprechend Art. 61 Abs. 2 lit. b BauG nicht als nutzbare Geschossfläche
anzurechnen. Entgegen den beschwerdeführerischen Argumentationen ist der
Entscheid der Vorinstanz im Ergebnis nicht zu beanstanden. Der Beweisantrag der
Beschwerdeführer auf Einholung der Steuerakten der Beschwerdegegner (act. 6 III/8)
ist unbehelflich, weil Einnahmen aus der Vermietung von Abstellplätzen steuerliches
Einkommen darstellen, aber bezüglich gewerbliche Nutzung im Sinne des Baurechts
keine Aussagen machen.
4.4. Unter dem Titel der Ausnützung bringen die Beschwerdeführer schliesslich vor, die
geplanten Wintergärten seien zur anrechenbaren Geschossfläche zu zählen, weil eine
baulich-konstruktive Abgrenzung zu den übrigen anrechenbaren Wohnflächen nicht
gegeben sei. Eine bauliche konstruktive Abgrenzung zu den übrigen anrechenbaren
Wohnflächen ist erforderlich (GVP 1997 Nr. 71; Heer, a.a.O., Rz. 668). Entgegen der
Meinung der Beschwerdeführer sind die geplanten Wintergärten jedoch konstruktiv klar
von den Wohnräumen abgetrennt, wie dies die Vorinstanz unter Verweis auf die
Bauakten (act. 10.2/6-21) festhält. Auch die geringe Fläche der Wintergärten im
Verhältnis zur anrechenbaren Geschossfläche – eine Fläche von 20 Prozent der
anrechenbaren Geschossfläche (Heer, a.a.O., Rz. 668) liegt offensichtlich nicht vor –
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und die Ausgestaltung als verglaste Bauteile sprechen für eine Qualifizierung als nicht
anrechenbare Flächen. Die Vorinstanz hat in E. 3.4 die geplanten Wintergärten zu
Recht als nicht anrechenbare Flächen im Sinne von Art. 61 Abs. 2 lit. d BauG
qualifiziert.
4.5. Unbehelflich ist schliesslich der beschwerdeführerische Verweis (act. 6 III/11) auf
die Rechtsprechung im Kanton Aargau. Die im zitierten und als Beweisakte beigelegten
Aargauer Entscheid massgebliche gesetzliche Grundlage (§ 9 Abs. 2 BauV/AG) ist vom
Wortlaut her nicht identisch mit Art. 61 Abs. 2 lit. a-h BauG. Namentlich ist in der
Aargauer Bestimmung explizit von „angemessenen“ Einstellräumen für Motorfahrzeuge
etc. die Rede. Die hier massgebliche Grundlage des st. gallischen Rechts macht keine
Einschränkung in diesem Sinne.
5. Zur gerügten Verletzung des Verunstaltungsverbotes (act. 6 III/11) ist festzuhalten,
dass das kommunale Recht für das vorliegend zur Diskussion stehende Baugebiet
keine strengeren Gestaltungsvorschriften im Sinne von Art. 93 Abs. 4 BauG aufstellt,
sodass das allgemeine Verunstaltungsverbot gemäss Art. 93 Abs. 1 und 2 BauG
massgeblich ist. Im Unterschied zu positiven Bauästhetikvorschriften (Gestaltungs-
oder Einfügungsvorschriften) verbietet ein Verunstaltungsverbot nur erheblich störende
Wirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild in dem Sinne, dass nur etwas qualifiziert
Unschönes verhindert werden soll (Heer, a.a.O., Rz. 1025; B. Zumstein, Die
Anwendung der ästhetischen Generalklausel des kantonalen Rechts, St. Gallen 2001,
S. 29). Dabei ist nicht das Bauvorhaben isoliert zu betrachten, sondern in Bezug zu
seiner baulichen und landschaftlichen Umgebung zu setzen (Zumstein, a.a.O., S. 105).
5.1. Die Beschwerdeführer verlangen die Durchführung eines Augenscheins sowie die
Einholung eines Gutachtens, welches die ihrer Ansicht nach verunstaltenden
Auswirkungen des Bauvorhabens auf dessen Umgebung vor Augen führen soll.
5.1.1. Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen
durch die entscheidende Instanz und dient dem besseren Verständnis des
Sachverhaltes. Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen
Ermessen der urteilenden Instanz (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Auf. 2003, Rz. 966).
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Umstritten ist in erster Linie, ob das Bauvorhaben sich auf die Umgebung
verunstaltend auswirkt. Dabei handelt es sich um eine Rechtsfrage, die sich anhand
der Verfahrensakten beurteilen lässt. Der gegenwärtige Zustand mit der unmittelbaren
Umgebung ist durch Fotoaufnahmen belegt, die am Rekursaugenschein durch die
Vorinstanz aufgenommen worden sind (act. 10.2/10). Auf die Durchführung des
beantragten Augenscheins kann folglich verzichtet werden.
5.1.2. Das Gutachten ist ein Bericht über die Sachverhaltsprüfung und -würdigung,
erstattet aufgrund besonderer Fachkenntnisse der sachverständigen Person. Ihr Beizug
ist angezeigt, wenn der entscheidenden Instanz die zum Entscheid erforderliche
Sachkunde über umstrittene Tatsachen fehlt. Der Beizug liegt im Ermessen der
entscheidenden Instanz (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 974 ff.; K. Plüss, in: Kommentar
VRG, 3. Aufl. 2014, § 7 N 66 ff.).
Das beantragte Gutachten soll sich über verunstaltende Auswirkungen des
Bauvorhabens äussern. Bei der Frage, ob das Verunstaltungsverbot gemäss Art. 93
BauG verletzt ist, handelt es sich wie erwähnt um eine Rechtsfrage, welche von
Vornherein nicht durch Gutachter zu beurteilen ist. Die Frage lässt sich anhand der
Verfahrensakten (insbesondere act. 10.2/10) durch das Gericht beurteilen. Der Beizug
eines Gutachters erscheint daher nicht notwendig.
5.2. Anhand der von der Vorinstanz anlässlich des Augenscheins erstellten
Fotodokumentation (act. 10.2/10) lässt sich ersehen, dass das Quartier vorwiegend mit
eher kleinen Wohnhäusern unterschiedlicher Stile und Ausrichtungen (unterschiedliche
Firstrichtungen) bebaut ist. In der Wohnzone W2 sind jedoch – immer unter Vorbehalt
der Einhaltung der zonengemässen Regelbauschriften – auch grössere Baukuben wie
für Zweifamilienhäuser zulässig. Das Ausschöpfen des baureglementarisch Zulässigen
bewirkt für sich keine Verunstaltung im Sinne von Art. 93 BauG (BDE Nr. 2/2015 vom
14. Januar 2015 E. 6.1). Unbehelflich ist schliesslich auch der Verweis auf die früher
geltende tiefere Ausnützungsziffer von 0,30, mit welcher die übrigen Bauten der
Umgebung seinerzeit erstellt worden seien (act. 6 III/11). Zur Beurteilung des
vorliegenden Bauvorhabens ist allein die derzeit geltende Ausnützungsziffer von 0,45
massgeblich. Die Bestimmung des Verunstaltungsverbotes darf nicht dazu dienen, die
Wirkung überholter Regelbauvorschriften zu perpetuieren. Bei objektiver
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Betrachtungsweise führt das Bauvorhaben nicht zu einer Verunstaltung, das heisst zu
etwas qualifiziert Unschönem (VerwGE B 2004/204 vom 22. März 2005 E. 2 mit
weiteren Hinweisen), weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.
6. Weiter machen die Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 684 ZGB und
insbesondere Art. 685 ZG geltend, weil ihre Grundstücke im Sinne von Art. 685 ZGB
geschädigt oder gefährdet würden (act. 6 III./12.).
6.1. Die st. gallische Praxis betrachtet die Immissionseinsprache nach Art. 86 Abs. 1
BauG (Titel: „Einsprachen nach Art. 684 ZGB“) als Immissionseinsprache nach Art. 684
ZGB und nicht auch als solche nach Art. 685 Abs. 1 ZGB. Sämtliche übermässigen
Einwirkungen auf ein Nachbargrundstück, die durch Grabungen und Bauten verursacht
werden, fallen nicht unter Art. 684 ZGB, sondern unter die dem Art. 684 ZGB
vorgehende Spezialvorschrift nach Art. 685 Abs. 1 ZGB (VerwGE B 2015/279 vom
28. März 2017 E. 6 mit weiteren Hinweisen; BGer 5C_1/2017 und 5A_434/2017 vom
10. August 2017).
Auf die Rüge betreffend Verletzung von Art. 685 ZGB ist demnach nicht einzutreten. Da
die Beschwerdebeteiligte und die Vorinstanz die privatrechtliche Einsprache nach
Art. 685 ZGB im öffentlich-rechtlichen Verfahren beurteilt haben, wurde den
Beschwerdeführern die 14-tägige Frist zur Einleitung des Verfahrens auf dem
Zivilrechtsweg nicht angesetzt. Die Beschwerdeführer erheben indessen keine
entsprechende Rüge. Abgesehen davon beziehen sich die Vorbringen der
Beschwerdeführer zur Begründung einer Schädigung nach Art. 685 ZGB auf die
rechtskräftige Aushubbewilligung vom 18. Februar 2014. Schliesslich kann eine
privatrechtliche Klage auch nach der Auflagefrist eingereicht (Heer, a.a.O., Rz. 954) und
die bauhindernde Wirkung über Massnahmen im summarischen Verfahren erreicht
werden (BGE 138 III 49 = Pra 2012 Nr. 75). Ob den Beschwerdeführern deshalb ein
Rechtsnachteil entstanden ist, kann aber offen bleiben.
6.2. Die von den Beschwerdeführern im Beschwerdeverfahren eingereichten
zusätzlichen Akten (act. 7/3 - 5) sind deshalb ebenso wenig wie die beantragten
Beweismassnahmen – Durchführung eines Augenscheins und Einholung eine
Gutachtens – geeignet, an diesem Ergebnis etwas zu ändern.
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7. Weiter bringen die Beschwerdeführer vor, die erteilte Baubewilligung für den
Voraushub sei – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – Gegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Die für den Voraushub erteilte Bewilligung sei
nichtig oder anfechtbar, da sie unzulässigerweise im Meldeverfahren statt im
ordentlichen Baubewilligungsverfahren ergangen sei. Dies stelle einen gravierenden
formellen Mangel dar. Infolge der Nichtigkeit sei der ursprüngliche Zustand auf
Grundstück Nr. 000 wiederherzustellen, was denn auch mit Rechtsbegehren I/2
beantragt wird (act. 6 III/11 und 12).
7.1. Nach herrschender Rechtsprechung (VerwGE B 2009/71 und 72 vom 18. März
2010 E. 2.4, www.gerichte.sg.ch; BGer 1C_478/2008 vom 28. August 2009 E. 2.4)
bewirkt die Verletzung der Anzeige- und Mitteilungspflicht bei vereinfachten
Baubewilligungsverfahren zwar eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs der
Einspracheberechtigten. Eine darauf basierende Verfügung ist deswegen aber nicht
nichtig. Durch die mangelhafte Publizierung und Anzeige gehen die Einsprache- und
Rekursmöglichkeiten der übergangenen Adressaten nicht verloren. Die Rechtsmittelfrist
für die Übergangenen beginnt erst, wenn sie vom missliebigen Entscheid auf andere
Weise sichere Kenntnis erhalten haben. Die vorliegend im Meldeverfahren erteilte
Baubewilligung für den Voraushub datiert vom 18. Februar 2014. Der Voraushub wurde
in der Folge ausgeführt. Die Beschwerdeführer als unmittelbare Nachbarn des
Baugrundstücks hätten ab Inangriffnahme der Aushubarbeiten sichere Kenntnis davon
erlangt, dass offensichtlich ein baubewilligungspflichtiges Vorhaben im Gange ist. Ab
dieser Kenntnisnahme hätten die Beschwerdeführer sich rechtliches Gehör verschaffen
können und müssen. Sie haben dies nicht beziehungsweise erst im
Rechtsmittelverfahren zum Baugesuch vom 3. Juli 2014 mit Einsprache vom 6. August
2014 (act. 10.1/4-115) getan. Damit ist die Bewilligung betreffend Abbruch und
Voraushub vom 18. Februar 2014 in Rechtskraft erwachsen und kann nicht mehr
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden.
7.2. Schliesslich ist das Begehren um Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes
(act. 6 III/14) gestützt auf eine Auflage der – wie in E. 7.1 dargelegt – rechtskräftigen
Baubewilligung vom 18. Februar 2014 betreffend Voraushub zu prüfen (act. 10.1/4-4).
Der Wortlaut der betreffenden Auflage, dass die Baugrube wieder aufgefüllt und dem
bestehenden Gelände angepasst werden müsse, sofern mit dem Bau des geplanten
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Wohnhauses nicht bis 31. März 2015 begonnen werde, macht zwar keinen Vorbehalt,
dass die Frist infolge von Einsprache- und Rechtsmittelverfahren stillstehen würde.
Nach herrschender Lehre und Praxis gilt im Verwaltungsrecht der Grundsatz des
Methodenpluralismus, wobei nur dann allein auf die grammatikalische Auslegung
abgestellt wird, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergibt
(VerwGE 2015/125 vom 20. Dezember 2016 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch). Nach Meinung der Beschwerdeführer wäre der Aushub auch bei
einem infolge von Einsprachen und Rechtsmitteln noch hängigen
Baubewilligungsverfahren nach 31. März 2015 wieder aufzufüllen. Dies ist einerseits
nicht einmal vom Wortlaut gedeckt - „... begonnen wird ...“ und kann andererseits –
mit Blick auf die aufschiebende Wirkung der Rechtsmittel in der
Verwaltungsrechtpflege – nicht Sinn und Zweck der genannten Auflage sein.
Entscheidend ist, dass die Beschwerdegegner der Auflage gemäss Baubewilligung
vom 18. Februar 2014 (act. 10.1/4-4) mit Einreichung des Baugesuchs vom 3. Juli 2014
(act. 10.1/4-24) Rechnung getragen haben. Wegen Ergreifung von Rechtsmitteln durch
die Beschwerdeführer konnten die Beschwerdegegner mit den Bauarbeiten nicht
beginnen. Es entspricht allgemeiner Erfahrung und ist jedenfalls gerichtsnotorisch,
dass Einsprache- und Rechtsmittelverfahren in Bausachen nicht innert Jahresfrist
rechtskräftig erledigt werden können, dies umso mehr, als vorliegend bereits auf
kommunaler Stufe ein Rechtsmittelverfahren zu durchlaufen war. Zudem würde das
Verhältnismässigkeitsprinzip verletzt, wenn im jetzigen Verfahrensstand die
Zuschüttung der Baugrube und die Wiederherstellung des Terrains verlangt würden.
Eine solche Auslegung und Anwendung der strittigen Auflage wäre offensichtlich
geradezu sinnwidrig. Der Beschwerde kann auch in diesem Punkt nicht gefolgt werden.
8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf
einzutreten ist. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten
des Beschwerdeverfahrens von den Beschwerdeführern 1 und der Beschwerdeführerin
2 je zur Hälfte zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 3‘600 ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit
dem von den Beschwerdeführern in der gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu
verrechnen.
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Die Beschwerdeführer haben die obsiegenden Beschwerdegegner für das
Beschwerdeverfahren antragsgemäss ausseramtlich zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1
und Art. 98 VRP). Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegner hat keine Honorarnote
eingereicht. Die Entschädigung ist ermessensweise auf CHF 4‘000 zuzüglich CHF 160
pauschale Barauslagen und Mehrwertsteuer festzulegen (Art. 6, 19 und 22 Abs. 1 lit. b
sowie Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Die Beschwerdeführer 1 und die
Beschwerdeführerin 2 schulden den Betrag je zur Hälfte und haften dafür solidarisch
(Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 ZPO); die Beschwerdegegner haben je
hälftigen Anspruch (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen SZ/St. Gallen 2004, S. 180 f.).