Decision ID: f7f35e68-dbd8-4157-9446-613e0e911528
Year: 2006
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht Art. 87 Abs. 4 IVV; Art. 20 ELV: Neuanmeldung für den Bezug von Ergänzungsleistungen nach vorausgegangener rechtskräftiger Gesuchsabweisung: Auch hier besteht – analog zu Art. 87 Abs. 4 IVV – die Eintretensschranke der Glaubhaftmachung einer leistungserheblichen Sachverhaltsveränderung. Art. 87 Abs. 4 IVV als Ausdruck eines allgemeinen Grundsatzes des Verwaltungsverfahrens im Leistungsrecht der Sozialversicherung. Art. 20 ELV weist eine ausfüllungsbedürftige Lücke aus, die durch diesen Grundsatz zu füllen ist [Erw. 2c].Ungleicher Prüfungsumfang bei Neuanmeldung nach leistungsabweisender Verfügung und bei Revision einer leistungszusprechenden Verfügung: Bei Neuanmeldung nach rechtskräftiger Gesuchsabweisung ist nach Überwindung der Eintretensschranke umfassende Prüfung geboten [im Gegensatz zur Revision einer leistungszusprechenden Verfügung] [Erw. 2e] (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. August 2006 (EL 2006/6).
Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug
und Marie-Theres Rüegg Haltinner; a.o. Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers
Entscheid vom 22. August 2006
In Sachen
Z._,
Beschwerdeführerin,
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vertreten durch X._,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur AHV

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:
I.
A.- a) Z._, Jahrgang 1909, meldete sich im Januar 2002 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) erstmals zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zur Altersrente an (EL-act. 1). Aufgrund eines
Einnahmenüberschusses von Fr. 36'865.- verneinte die EL-Durchführungsstelle mit
Verfügung vom 13. Juni 2002 einen EL-Anspruch (EL-act. 12). In der Berechnung war
bei den Vermögenswerten unter anderem eine Liegenschaft in A._ mit einem Wert
von Fr. 160'000.- berücksichtigt worden. Eine zweite Anmeldung zum EL-Bezug
erfolgte im März 2003. Z._ gab an, die Liegenschaft im Februar 2002 gemäss
grundbuchamtlichem Schenkungsvertrag ihren vier Kindern überlassen zu haben. Dies
sei ein "nachträglicher Erbanteil" ihres verstorbenen Mannes an die Kinder (EL-act. 13,
Ziff. 14). Die EL-Durchführungs¬stelle brachte vom Verkehrswert von Fr. 160'000.- eine
Hypothekarschuld von Fr. 40'000.- in Abzug und betrachtete die verbleibenden Fr.
120'000.- als Schenkung. In der EL-Berechnung resultierte ein Einnahmenüberschuss
von Fr. 15'801.-, weshalb ein EL-Anspruch mit Verfügung vom 27. März 2003 erneut
abgelehnt wurde (EL-act. 24). Das dritte EL-Gesuch vom März 2004 wurde am 6. Mai
2004 unter Anrechnung von Fr. 110'000.- als Schenkung mit einem
Einnahmenüberschuss von Fr. 1'857.- abgewiesen (EL-act. 32). Ein viertes EL-Gesuch
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wurde am 31. Januar 2005 unterzeichnet (Eingang AHV-Zweigstelle: 15. Februar 2005;
EL-act. 33). Mit Verfügung vom 25. August 2005 sprach die EL-Durchführungsstelle
Z._ unter Anrechnung von Fr. 100'000.- als Schenkung monatliche EL von Fr. 279.-
zu (EL-act. 60). Gegen diese Verfügung liess die Gesuchstellerin, vertreten durch B._
von der B._ Treuhand, am 23. September 2005 Einsprache erheben. Die
angerechnete Schenkung von Fr. 100'000.- sei um Fr. 74'783.- zu reduzieren, da dieser
Betrag den Kindern beim Tod des Vaters im Jahre 1976 zu Eigentum übertragen und
Z._ zur Nutzniessung überlassen worden sei (EL-act. 61).
b) Mit Entscheid vom 3. Januar 2006 wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) die Einsprache ab (act. G 1.1).
In der Verfügung vom 27. März 2003 sei ein Einnahmenüberschuss von Fr. 15'801.-
ermittelt worden. Wäre zum damaligen Zeitpunkt die von der Einsprecherin jetzt
geltend gemachte Summe von Fr. 74'783.- nicht zum Vermögen gerechnet worden, so
hätte sich ein Ausgabenüberschuss von Fr. 53.- ergeben. Damit sei die Anrechnung
des umstrittenen Vermögensverzichts in der damaligen EL-Berechnung entscheidend
für den EL-Anspruch gewesen. Die Einsprecherin hätte schon damals ein Interesse
gehabt, die Zuverlässigkeit der Vermögensaufrechnung überprüfen zu lassen. Die
Verfügung vom 27. März 2003 sei aber unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Damit
sei auch die Frage des Vermögensverzichts rechtskräftig entschieden. Eine
Überprüfung dieser Frage sei im vorliegenden Verfahren nicht mehr möglich.
B.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 25. Januar 2006 von
lic. iur. C._ von der B._ Treuhand in Vertretung der Beschwerdeführerin. Er
beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids und die Festsetzung der EL ohne
ein hypothetisches Vermögen, eventualiter unter Anrechnung eines angemessen
reduzierten hypothetischen Vermögens. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur
weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur
Beschwerdeergänzung sei eine Nachfrist einzuräumen, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
b) Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen weist lic.
iur. C._ mit Schreiben vom 27. Januar 2006 darauf hin, dass die berufsmässige
Vertretung vor Gericht den Rechtsanwälten mit Berufsausübungsbewilligung
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vorbehalten sei und fordert ihn daher auf, von der weiteren Vertretung der
Beschwerdeführerin im laufenden Prozess abzusehen oder den Nachweis zu erbringen,
dass die Vertretung nicht berufsmässig erfolge (act. G 2).
c) Mit Schreiben vom 10. Februar 2006 erklärt X._, die Vertretung für seine Mutter zu
übernehmen (act. G 3). Er beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids und die
Berücksichtigung der effektiven Einkommens- und Vermögensverhältnisse bei der EL-
Berechnung. Die EL seien ohne Aufrechnung eines hypothetischen Vermögens zu
berechnen. Die neue Berechnung sei mit Wirkung ab 1. Januar 2005 festzusetzen, alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Erläuternd führt er aus, dass gemäss
Erbteilakt bzw. Erbschaftssteuerrechnung der Beschwerdeführerin das vorhandene
Nachlassvermögen zur Nutzniessung überlassen worden sei. In der Zwischenzeit sei
das Barvermögen von der Beschwerdeführerin vollumfänglich verbraucht worden,
obwohl es Eigentum der Kinder gewesen sei. Die Liegenschaft habe bei der Erbteilung
einen Verkehrswert von Fr. 68'000.- gehabt und sei mit einer Hypothek von Fr. 5'200.-
belastet gewesen. Unter Berücksichtigung des Erbanteils der Kinder von Fr. 74'783.-
sei die Liegenschaft vollumfänglich dem Eigentum der Kinder zuzusprechen. Die
Wertsteigerung der Liegenschaft falle den Kindern zu. Entgegen den Angaben der
Beschwerdegegnerin hätten die Kinder nicht auf ihre Pflichtteile verzichtet. Die
genauen Verhältnisse seien den Kindern bisher nicht bekannt gewesen, da die Eltern
die Erbangelegenheit selbst geregelt hätten. Der Erbteilakt bzw. die
Erbschaftssteuerrechnung seien erst im Einspracheverfahren vom Steueramt
einverlangt worden. Dass gegen die Verfügung vom 27. März 2003 keine Einsprache
erhoben worden sei und deshalb eine Überprüfung in dieser Frage nicht mehr möglich
sein solle, entspreche (gemeint wohl: entbehre) jeglicher Vernunft. Die Berechnung der
EL sei in einem üblichen Verfahren revidiert worden. Der Ausschluss einzelner Punkte
sei absurd. Gegen den Entscheid vom 27. März 2003 sei keine Einsprache erhoben
worden, weil die Erbteilungsunterlagen damals nicht vorgelegen hätten und zu diesem
Zeitpunkt noch Bargeld vorhanden gewesen sei. Im Übrigen sei die EL-Verfügung per
1. Februar 2005 und nicht per 1. Januar 2005 erlassen worden, obwohl die EL-
Anmeldung per 31. Januar 2005 eingereicht worden sei.
d) In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. März 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Sie hält daran fest, dass die Frage der
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Vermögensaufrechnung rechtskräftig geprüft worden sei und sich daher hier einer
erneuten Kontrolle entziehe. Sollte das Gericht wider Erwarten eine andere Auffassung
vertreten, wäre den Ausführungen der Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass
nicht belegt sei, dass ihr im Jahr 1976 im Rahmen einer Erbteilung das
Nachlassvermögen zur Nutzniessung überlassen worden sei. Die mit "Erbteilakt"
betitelte Beschwerdebeilage habe jedenfalls keinerlei Beweis- und Aussagekraft, zumal
das Schriftstück nicht einmal unterzeichnet sei. Vielmehr könne es als Indiz dafür
gewertet werden, dass die genannte Lösung einer Nutzniessung möglicherweise
erwogen, dann aber verworfen worden sei. Der Vertreter der Beschwerdeführerin habe
in einer Eingabe vom 25. Fe¬bruar 2002 denn auch dargelegt, die Kinder hätten beim
Ableben des Vaters zu Gunsten der Mutter auf den gesetzlichen Erbteil verzichtet. Die
Kinder hätten zudem den Vermögensverzehr der Mutter ohne weiteres geduldet, was
als klares Zeichen dafür zu werten sei, dass sie davon ausgegangen seien, das
Vermögen stehe der Mutter zur freien Verfügung und sei daher nicht bloss zur
Nutzniessung überlassen worden. Für diese Sicht spreche im Übrigen auch, dass die
Beschwerdeführerin allein und nicht die Erbengemeinschaft als Eigentümerin des
Hauses im Grundbuch eingetragen worden sei. In betraglicher Hinsicht sei
festzuhalten, dass im genannten "Erbteilakt" ein Nachlassvermögen von Fr. 74'783.-
ausgewiesen worden sei. Da die Beschwerdeführerin selbst auch Erbin gewesen sei,
habe sie ohnehin Anspruch auf einen Teil des Nachlasses gehabt. Die Behauptung der
Beschwerdeführerin, die Wertsteigerung des Hauses in der Zeit zwischen Erbgang und
Veräusserung falle den Kindern zu, entbehre jeder Grundlage. Es sei unbestritten, dass
die Beschwerdeführerin alleinige Eigentümerin der Liegenschaft gewesen sei. Daher
habe sie alleine über die Liegenschaft verfügen und von einer allfälligen Wertsteigerung
profitieren können.
e) Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 11. März 2006 ausführen, dass sich
die Nutzniessung klar auf die Besteuerung durch die Kantonale Steuerverwaltung
stütze, die mit Kopie der Erbschaftssteuerrechnung vom 6. Juli 1976 nachgewiesen
worden sei. Die Besteuerung sei wohl aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse
vorgenommen worden und nicht etwa mangels fehlender Unterschrift auf dem
Erbteilakt. Dass die Kinder den Verzehr des Nutzniessungsvermögens durch die Mutter
geduldet hätten, habe mit der Grosszügigkeit der Kinder gegenüber der Mutter zu tun.
Auch durch den Umstand, dass die Liegenschaft auf den Namen der
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Beschwerdeführerin im Grundbuch eingetragen gewesen sei, könne nicht auf eine
fehlende Nutzniessung geschlossen werden, sondern dies sei vielmehr auf fehlende
rechtliche Kenntnisse der Erben zurückzuführen. Die Diskussion um die Wertsteigerung
der Liegenschaft erübrige sich, da diese mit der Erbteilung ins Eigentum der
Nachkommen übergegangen sei. Die grundbuchamtliche Übertragung auf die
Nachkommen habe lediglich dem Nachvollzug der tatsächlichen rechtlichen
Verhältnisse gedient. Der Nachweis der Nutzniessung sei somit erbracht. Sollte das
Gericht wider Erwarten die Nutzniessung verneinen, werde beantragt, den jährlichen
Vermögensverzehr bzw. die Reduktion der angenommenen Schenkung von Fr.
10'000.- pro Jahr auf mindestens Fr. 20'000.- pro Jahr festzusetzen. Aufgrund des
Heimaufenthalts der Beschwerdeführerin würden dieser jährlich Fr. 20'000.- bis Fr.
22'000.- fehlen. Da kein Bargeld mehr vorhanden sei, müssten zurzeit die
Nachkommen für diese Differenz aufkommen (act. G 7).
f) Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 20. März 2006 an ihren
Ausführungen in der Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag vollumfänglich fest. Mit
Blick auf die neu geltend gemachte Erhöhung der Heimkosten sei zu sagen, dass diese
Position im Rahmen eines Anpassungsverfahrens geprüft werde und nicht Gegenstand
dieses Beschwerdeverfahrens sei (act. G 9).
II.
1.- Streitig ist vorliegend, ob auf die Anrechnung eines Vermögensverzichts,
resultierend aus einer Schenkung der Liegenschaft in A._, in diesem Verfahren
zurückgekommen und überprüft werden kann, ob in der Berechnung des EL-
Anspruchs vom März 2003 zu Recht ein Vermögensverzicht in der Höhe von Fr.
120'000.- berücksichtigt wurde. Sollte die entsprechende Position erneut materiell
überprüft werden können, müsste in einem zweiten Schritt der Charakter der
Liegenschaftsübertragung im Jahr 2002 analysiert werden.
2.- a) Bei der Prüfung eines allfälligen EL-Anspruchs im Rahmen der zweiten EL-
Anmeldung der Beschwerdeführerin im März 2003 rechnete die Beschwerdegegnerin
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zum anrechenbaren Vermögen den Betrag von Fr. 120'000.- als Vermögensverzicht
hinzu, nachdem die Beschwerdeführerin ihre Liegenschaft in A._ zum Verkehrswert
von Fr. 160'000.- ihren Kindern überlassen hatte und diese auch die Hypothek von Fr.
40'000.- übernommen hatten. Mit Verfügung vom 27. März 2003 wies die
Beschwerdegegnerin daraufhin einen EL-Anspruch ab (EL-act. 24). Diese Verfügung
erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Auch die am 6. Mai 2004 verfügte Abweisung
eines EL-Anspruchs unter Anrechnung eines Vermögensverzichts von Fr. 110'000.-
wurde unangefochten rechtskräftig (EL-act. 32). Die Beschwerdegegnerin stellt sich
nun auf den Standpunkt, aufgrund der Rechtskraft der Verfügung vom 27. März 2003
sei eine Überprüfung der Frage des Vermögensverzichts nicht mehr möglich.
b) Gerade bei den Ergänzungsleistungen werden bei einer erstmaligen Verneinung
eines Anspruchs häufig später weitere EL-Anmeldungen eingereicht. In diesem
Zusammenhang stellt sich die Frage, ob auf ein neues Gesuch einzutreten ist und in
welchem Ausmass die erneute Überprüfung zu erfolgen hat. Im unveröffentlichten
Urteil EL 2002/76 vom 10. September 2003 hat das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen festgehalten, dass im Rahmen der materiellen Prüfung einer Neuanmeldung
eine Bindung an die Anrechung eines hypothetischen Vermögens in einem früheren
Verfahren besteht, wenn dieses hypothetische Vermögen damals zu einem
Einnahmenüberschuss und damit zu einer Gesuchsabweisung geführt hat und wenn es
dem Gesuchsteller zumutbar gewesen wäre, die Gesuchsabweisung mit dem
Argument anzufechten, er habe nicht oder nur in einem tieferen Betrag auf Vermögen
verzichtet. Diese Lösung kann für den Versicherten im Einzelfall zu einer nicht
gerechtfertigten Härte führen, während den Interessen der Verfahrensökonomie auf der
Seite der Verwaltung zu viel Gewicht beigemessen wird. Daher ist abzuklären, ob ein
geeigneteres Korrektiv besteht für den Grundsatz, dass jede Neuanmeldung
umfassend und in allen Punkten geprüft werden muss.
c) Gemäss Art. 20 Abs. 1 ELV wird der Anspruch auf eine Ergänzungsleistung durch
eine schriftliche Anmeldung geltend gemacht. Es fehlt eine Bestimmung, die – analog
der Regelung des Art. 87 Abs. 4 IVV – für eine Neuanmeldung nach einer
vorausgegangenen rechtskräftigen Gesuchsabweisung das Eintreten auf die
Neuanmeldung davon abhängen lässt, dass eine leistungserhebliche
Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht wird. Würde man aus dem Fehlen einer
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derartigen Bestimmung in der ELV ableiten, dass auf jede Neuanmeldung einzutreten
sei, so hätte dies zur Folge, dass die Verwaltung trotz unveränderter Sach- und
Rechtslage jedesmal ein grundsätzlich umfassendes Verwaltungsverfahren durchführen
und dann erneut eine Abweisungsverfügung erlassen müsste. Aus
verwaltungsökonomischen Gründen ist es notwendig, derartige repetitive
Neuanmeldungen durch einen Nichteintretensentscheid, d.h. ohne ein vorgängiges
umfassendes Verwaltungsverfahren, erledigen zu können. Durch die Aufrichtung einer
Eintretensschranke in der Form, dass eine leistungserhebliche
Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht werden muss, wird die Geltendmachung
des Anspruchs auf eine Ergänzungsleistung nicht über Gebühr erschwert. Die
Glaubhaftmachung einer leistungserheblichen Sachverhaltsveränderung stellt nur
minimale Anforderungen an den Gesuchsteller. Gegen die Errichtung dieser
Eintretensschranke kann von Seiten der Versicherten nichts ins Feld geführt werden,
denn sie haben kein schutzwürdiges Interesse daran, ein und denselben Sachverhalt
bei unveränderter Rechtslage immer wieder zum Gegenstand eines umfassenden
Abklärungs- und Beurteilungsverfahren machen zu können, um dann wieder eine
Abweisungsverfügung und gegebenenfalls ein abweisendes Urteil zu erhalten. Die
Eintretensschranke verhindert also nicht nur unnötigen Verwaltungsaufwand, sondern
auch unnötigen Aufwand der Rechtsmittelinstanzen, ohne damit ein schutzwürdiges
Interesse der Versicherten zu beschneiden. Aus diesen Gründen muss davon
ausgegangen werden, dass Art. 87 Abs. 4 IVV Ausdruck eines allgemeinen
Grundsatzes des Verwaltungsverfahrens im Leistungsrecht der Sozialversicherung ist.
Art. 20 ELV weist somit eine ausfüllungsbedürftige Lücke auf, die durch die
Anwendung dieses allgemeinen Grundsatzes zu füllen ist. Auch auf eine
Neuanmeldung zum Bezug einer Ergänzungsleistung nach einer vorausgegangenen
rechtskräftigen Abweisung eines ersten Gesuches ist somit nur dann einzutreten, wenn
der Gesuchsteller eine leistungserhebliche Sachverhaltsveränderung glaubhaft macht.
d) Gemäss BGE 130 V 64 beruhe Art. 87 Abs. 3 IVV auf dem Gedanken, dass die
Rechtskraft der früheren Verfügung einer neuen Prüfung so lange entgegenstehe, als
der seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht erheblich geändert
habe. Damit solle verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener
rechtskräftiger Anspruchsprüfung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen
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befassen müsse (E. 5.2.3). Die Äusserung, dass die Rechtskraft der früheren Verfügung
einer neuen Prüfung so lange entgegensteht, als der seinerzeit beurteilte Sachverhalt
sich nicht erheblich geändert hat, kann nicht generell gelten, sondern bedarf einer
differenzierten Betrachtung. Insbesondere kann eine rechtskräftige abweisende
Verfügung nicht dieselben Wirkungen entfalten wie eine rechtskräftige
leistungszusprechende Verfügung, wie nachfolgend zu zeigen ist.
e) Mit der Hürde der Glaubhaftmachung einer Sachverhaltsveränderung kann den
Interessen der Parteien optimal Rechnung getragen werden. An der Rechtsprechung
gemäss dem erwähnten Urteil EL 2002/76 des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen ist in dieser Form nicht festzuhalten. Insbesondere wurde dort wie auch in BGE
130 V 64 zu wenig beachtet, dass eine abweisende Verfügung aufgrund ihres
Charakters im Gegensatz zur leistungszusprechenden Verfügung nicht geeignet ist,
Dauerwirkung zu entfalten. Wird die Eintretensfrage bei einer Neuanmeldung nach einer
vorgängigen bereits rechtskräftigen Abweisung bejaht, weil eine Veränderung des
leistungserheblichen Sachverhalts glaubhaft gemacht wurde, so ist die Verwaltung
verpflichtet, das neue Gesuch umfassend zu prüfen. Die früheren
leistungsverneinenden Verfügungen können aufgrund fehlender Dauerwirkung materiell
keine Bindungswirkung entfalten. Dadurch muss die Verwaltung unter Umständen auch
Vorbringen des Gesuchstellers prüfen, die dieser bereits während der Rechtsmittelfrist
einer der Abweisungsverfügungen hätte geltend machen können. Darin besteht der
Unterschied zur Revision einer leistungszusprechenden Verfügung. Diese entfaltet
grundsätzlich Bindungswirkung. Im Rahmen eines Revisionsverfahrens können somit
nur jene Sachverhaltselemente überprüft und angepasst werden, auf die sich eine
tatsächliche Änderung in den Verhältnissen auszuwirken geeignet ist. Wurde
beispielsweise über die Anrechnung von Unterhaltsbeiträgen bereits rechtskräftig
entschieden, so wird im Revisionsverfahren nur noch die geltend gemachte Erhöhung
der geschuldeten Unterhaltsbeiträge überprüft und die EL-Berechnung allenfalls
angepasst; über die Anrechnung der Ausgabenposition an sich kann aufgrund der
Bindungswirkung nicht neu entschieden werden. Diese Bindungswirkung rechtfertigt
sich auf der Seite des Versicherten durch den Grundsatz des Vertrauensschutzes. Der
Versicherte ist in seinem berechtigten Vertrauen in die Leistungsausrichtung in einer
bestimmten Höhe zu schützen. Deswegen kann bei leistungszusprechenden
Verfügungen auf rechtskräftige Sachverhaltsfeststellungen nur insoweit
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zurückgekommen werden, als eine tatsächliche Änderung in den einzeln zu
betrachtenden Sachverhaltselementen eingetreten ist. Diese im Vertrauensschutz
begründete Dauerwirkung kann eine abweisende Verfügung nicht entfalten. Im
Gegenteil liegt es vielmehr im Interesse des Versicherten, dass im Falle einer
Abweisung im späteren Verfahren bei einer Veränderung des massgebenden
Sachverhalts erneut eine umfassende Prüfung stattfindet. Dem steht auch das
Rechtssicherheitsinteresse nicht entgegen. Damit fällt der Grund für die Dauerwirkung
dahin, weshalb es sich nicht länger rechtfertigt, die Dauerwirkung bestehen zu lassen.
Der Grundsatz, dass jederzeit eine Neuanmeldung zum Leistungsbezug erfolgen kann,
muss vor diesem Hintergrund – nach Bejahung der Eintretensfrage – eine umfassende
Prüfung nach sich ziehen. Damit wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass
der Versicherte sich bei einer abweisenden Verfügung allenfalls nicht die Mühe macht,
einzelne Punkte anzufechten, wenn diese alleine doch nicht geeignet sind, einen
(namhaften) Anspruch zu begründen. Die Verwaltung kann dem Erfordernis der
umfassenden Prüfung nicht etwa Interessen der Verfahrensökonomie entgegenhalten.
Diese werden – wie bereits erläutert – durch die Hürde der Glaubhaftmachung einer
Veränderung im Sachverhalt ausreichend gewahrt. Somit ist ein ungleicher
Prüfungsumfang bei der Revision einer leistungszusprechenden Verfügung und bei der
Neuanmeldung nach einer leistungsabweisenden Verfügung nicht nur zulässig, sondern
vielmehr zwingend geboten.
f) Aufgrund dieser Erwägungen wird deutlich, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht
auf die Neuanmeldung vom 31. Januar 2005, eingegangen bei der AHV-Zweigstelle
A._ am 15. Februar 2005, eingetreten ist. Darin wird namentlich eine
Vermögensverminderung seit der vorangegangenen Gesuchsabweisung im Jahr 2004
glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin wäre nun verpflichtet gewesen, eine
umfassende Neuprüfung vorzunehmen. Statt dessen hat sie sich zu Unrecht auf den
Standpunkt gestellt, die Frage des Vermögensverzichts sei bereits rechtskräftig
entschieden. Vielmehr hätte sie die Vorbringen der Beschwerdeführerin prüfen müssen.
3.- a) Die Beschwerdegegnerin hat sich mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin
betreffend Vermögensverzicht im Einspracheentscheid nicht materiell
auseinandergesetzt und auch in der Beschwerdeantwort dazu nur summarisch Stellung
genommen, ohne weitere Abklärungen zu treffen. Nachfolgend ist dies nachzuholen,
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d.h. es ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Wert der von der
Beschwerdeführerin ihren Kindern überlassenen Liegenschaft bei der EL-Berechnung
als hypothetisches Vermögen anrechnete. Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr
sei der gesamte Nachlass ihres im September 1975 verstorbenen Ehemannes zur
Nutzniessung überlassen worden. Zu diesem Nachlass habe auch die Liegenschaft
gehört, die sie bis zu ihrem Eintritt ins Altersheim selber bewohnt habe. Die formelle
Übertragung der Liegenschaft auf die Nachkommen im Rahmen einer Schenkung habe
die Nutzniessung faktisch beendet. Dabei handle es sich aber nicht um einen
Vermögensverzicht im EL-rechtlichen Sinne. Der Wert der Nutzniessung, die ihr von
den Kindern als Miterben eingeräumt worden sei, müsse jedenfalls vom hypothetischen
Vermögensverzicht abgezogen werden. Die Einräumung der Nutzniessung werde durch
die eingereichten Unterlagen zur Veranlagung der Erbschaftssteuer im Jahre 1976
belegt.
b) Der Ehemann der Beschwerdeführerin starb am 17. September 1975. Zu jener Zeit
galt noch das alte Ehe- und Erbrecht in der Fassung des Zivilgesetzbuches von 1907.
Gemäss der damaligen Regelung in altArt. 462 Abs. 1 ZGB erhielt der überlebende
Ehegatte nach seiner Wahl entweder die Hälfte der Erbschaft zur Nutzniessung oder
den Viertel zu Eigentum, wenn der Erblasser Nachkommen hinterliess. Der Pflichtteil
der Nachkommen belief sich auf Dreiviertel des gesetzlichen Erbanspruchs, derjenige
des überlebenden Ehegatten auf den ganzen Anspruch, wenn neben ihm gesetzliche
Erben vorhanden waren (altArt. 471 Ziff. 1 und 4 ZGB). Auf dem aktenkundigen
undatierten Erbteilakt wurde handschriftlich festgehalten, gemäss Besprechung vom
17. Juni 1976 und letztwilliger Verfügung habe die Beschwerdeführerin das volle
Nutzniessungsrecht. Der Kantonalen Steuerverwaltung ging der nicht unterschriebene
Erbteilakt gemäss Stempel auf dessen erster Seite am 23. Juni 1976 zu (act. G 3.3). Die
Mutmassung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, die fehlende
Unterschrift auf dem Erbteilakt könne als Indiz dafür gewertet werden, dass die
genannte Lösung einer Nutzniessung zwar erwogen, dann aber verworfen worden sei,
ist vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich. In der Erbschaftssteuerrechnung vom 6.
Juli 1976 ist die Nutzniessung am Nachlassvermögen im Betrag von Fr. 74'783.-
zugunsten der Beschwerdeführerin ausgewiesen. Der Kapitalwert davon beträgt
gemäss jener Aufstellung Fr. 41'329.- (act. G 3.4). Bei der Besteuerung wurde also
tatsächlich eine Nutzniessung der Beschwerdeführerin berücksichtigt.
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c) Art. 473 Abs. 1 ZGB erlaubte bereits in der damals gültigen Fassung des ZGB dem
Erblasser, dem überlebenden Ehegatten durch Verfügung von Todes wegen gegenüber
gemeinsamen Nachkommen die Nutzniessung an dem ganzen ihnen zufallenden Teil
der Erbschaft zuzuwenden (vgl. Berner Kommentar zum ZGB, PAUL LEMP, Band II, 1.
Abteilung, 2. Teilband, Bern 1968, Rz. 46 zu Art. 226). Nach Art. 473 Abs. 2 altZGB trat
diese Nutzniessung an die Stelle des dem Ehegatten neben den gemeinsamen
Nachkommen zustehenden gesetzlichen Erbrechts. Im Erbteilakt wird auf die
letztwillige Verfügung verwiesen. Aufgrund von Erbteilakt und
Erbschaftssteuerrechnung ist glaubhaft, dass der Beschwerdeführerin tatsächlich die
Nutzniessung am gesamten Nachlassvermögen inklusive Liegenschaft eingeräumt
werden sollte. Vom Nachlassvermögen im Betrag von Fr. 74'783.-, an dem die
Nachkommen (nur) das nackte Eigentum hatten, wurde der kapitalisierte Wert der
Nutzniessung im Betrag von Fr. 41'329.- in Abzug gebracht. Hiefür wurde von der
überlebenden Ehefrau die Erbschaftssteuer erhoben. Für die Nachkommen wurde die
Erbschaftssteuer nur für den Differenzbetrag errechnet. Soweit es die Liegenschaft
betrifft, ist grundsätzlich die Nutzniessung im Grundbuch einzutragen (Art. 746 Abs. 1
ZGB). Nach altem Recht konnte die Nutzniessung des überlebenden Ehegatten jedoch
kraft Gesetzes entstehen (TUOR/SCHNYDER/ SCHMID/RUMO-JUNGO, Das
Schweizerische Zivilgesetzbuch, Zürich 2002, S. 956; altArt. 462 Abs. 1 ZGB). Im
Moment der Eröffnung des Erbgangs hätte die Nutzniessung somit unmittelbar
dingliche Wirkung entfaltet. Konstitutiv-Erfordernis war nach altem Recht weder
Besitzesübertragung noch Eintragung im Grundbuch für Grundstücke. Die Eintragung
war nur notwendig, um die Nutzniessung auch gegenüber Dritten wirksam zu gestalten
(RÜSCH ARTHUR, Die Begünstigung des überlebenden Ehegatten unter besonderer
Berücksichtigung des Art. 473 ZGB, Zürich 1938). Die Beschwerdegegnerin wird zur
Klärung der Verhältnisse die letztwillige Verfügung einzuverlangen haben. Sollte diese
bei der Beschwerdeführerin oder deren Kindern nicht aufzufinden sein, so bietet
allenfalls das Amtsnotariat Hilfe. Denkbar wäre auch, dass sich die letztwillige
Verfügung beim Grundbuch- oder beim Steueramt finden lässt.
d) Gemäss der öffentlichen Urkunde über die Schenkung mit Gegenleistung vom 27.
März 2002 und Handänderungsanzeige erwarb die Beschwerdeführerin das
Grundstück am 17. Juni 1977 durch Erbteilung (act. G 3.2; EL-act. 15, S. 3). Unklar ist,
weshalb die Beschwerdeführerin ein Jahr nach der behaupteten Einräumung des
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Nutzniessungsrechts als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen wurde. Bis zu jener
grundbuchamtlichen Änderung war offenbar der verstorbene Ehemann als Eigentümer
im Grundbuch eingetragen (EL-act. 15, S. 3). Die Behauptung der Beschwerdeführerin,
die rechtsunkundigen Parteien seien sich nicht darüber im Klaren gewesen, dass die
Nachkommen als Eigentümer des Grundstücks hätten eingetragen werden müssen, ist
vor dem Hintergrund der steuerrechtlichen Abwicklung der Erbteilung wohl glaubhaft.
Dennoch sind auch in diesem Punkt weitere Abklärungen notwendig. So sind etwa
Urkunden zur Grundstückübertragung an die Beschwerdeführerin im Juni 1977 beim
Grundbuchamt und/oder bei der Beschwerdeführerin einzuholen. Jedenfalls kann
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht ohne weitere Abklärungen
davon ausgegangen werden, die Nachkommen hätten auf ihre Erbansprüche verzichtet
und ihrer Mutter nicht nur die Nutzniessung am gesamten Nachlass, sondern das
Eigentum daran zugestanden. Der Hinweis im Schreiben von einem der Söhne der
Beschwerdeführerin vom 25. Februar 2002, dass beim Ableben des Vaters auf den
gesetzlichen Erbteil zugunsten der Mutter verzichtet worden sei (EL-act. 8), belegt
nicht, dass tatsächlich das ganze Nachlassvermögen der Mutter zu Eigentum
überlassen werden sollte. Mit jener Passage in seinem Schreiben könnte der Sohn in
Unkenntnis der korrekten juristischen Terminologie auch die Nutzniessung gemeint
haben.
e) Aufgrund der Aktenlage erscheint es durchaus als glaubhaft, dass trotz der
grundbuchamtlichen Übertragung der Liegenschaft auf die Beschwerdeführerin dieser
lediglich die Nutzniessung am (ganzen) Nachlassvermögen eingeräumt werden sollte.
Sollten die von der Beschwerdegegnerin noch vorzunehmenden Abklärungen dies
bestätigen, so ist festzuhalten, dass trotz förmlicher Übertragung der Liegenschaft von
der Beschwerdeführerin an ihre Kinder am 27. März 2002 nicht von einer Schenkung
auszugehen ist. Vielmehr hätte die Liegenschaft direkt nach dem Tod des Erblassers
(belastet mit der Nutzniessung zugunsten der Beschwerdeführerin) auf die
Nachkommen überschrieben werden müssen. Die Beschwerdegegnerin stellt sich in
der Beschwerdeantwort auf den Standpunkt, dass die Beschwerdeführerin selber auch
Erbin gewesen sei. Deshalb habe sie ohnehin einen Anspruch auf einen Teil des
Nachlasses gehabt. Dabei übersieht sie, dass eine allfällige Nutzniessung der
Beschwerdeführerin weitere erbrechtliche Ansprüche ausschliesst (altArt. 473 Abs. 2
ZGB i.V.m. Art. 462 Abs. 1 ZGB). Selbst wenn ihr noch ein Anteil aus Erbrecht
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zugestanden wäre, wäre dieser durch die Nutzniessung am gesamten Nachlass (mit
Kapitalwert von Fr. 41'329.-) mehr als abgegolten. Sollten die Nachkommen der
Beschwerdeführerin die Nutzniessung freiwillig (d.h. nicht gestützt auf eine letztwillige
Verfügung) eingeräumt und ihr daneben ihren gesetzlichen Erbanteil von einem Viertel
des Nachlassvermögens zugestanden haben (vgl. altArt. 462 Abs. 1 ZGB), so müsste
dieser Anspruch von Fr. 18'696.- mit dem Kapitalwert der Nutzniessung von Fr.
41'329.- verrechnet werden. Offensichtlich hatte die Beschwerdeführerin damit keine
erbrechtlichen Ansprüche mehr.
f) Sollte die Beschwerdegegnerin nach den vorzunehmenden weiteren Abklärungen
zum Schluss kommen, der Beschwerdeführerin habe tatsächlich ein
Nutzniessungsrecht am gesamten Nachlass zugestanden, so wird sie zu prüfen haben,
ob der Übertritt ins Altersheim und damit verbunden die Aufgabe des
Nutzniessungsrechtes einen für die EL-Berechnung relevanten Einkommensverzicht
darstellt. Diesfalls würde die Nutzniessung am beim Verkauf der Liegenschaft durch die
Kinder der Beschwerdeführerin erzielten Gewinn weiterbestehen (vgl. EL-act. 15).
Allerdings müsste auch in diesem Fall berücksichtigt werden, dass Nachlassvermögen,
soweit es nicht in der Liegenschaft gebunden war, durch die Beschwerdeführerin in
den vergangenen Jahrzehnten verzehrt worden ist. Ein Verzicht auf Erhaltung des
Nutzniessungssubstrats seitens der Nachkommen wäre jedenfalls nicht leichthin
anzunehmen. In diesem Sinne sind weitere Abklärungen unumgänglich.
4.- a) Nach Art. 21 Abs. 1 ELV besteht der EL-Anspruch erstmals für den Monat, in
dem die Anmeldung eingereicht wurde und sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen
erfüllt sind. Für den Fall, dass die EL-Anmeldung innert sechs Monaten seit Zustellung
der Verfügung über eine Rente der AHV oder IV eingereicht wird, gilt eine spezielle
Regelung (Art. 22 Abs. 1 ELV).
b) Die Beschwerdeführerin rügt, die EL seien ihr erst ab Februar 2005 und nicht ab
Januar 2005 zugesprochen worden, obwohl die Anmeldung am 31. Januar 2005
eingereicht worden sei. Die EL-Anmeldung wurde von der Beschwerdeführerin und
deren Vertreter zwar mit 31. Januar 2005 datiert. Der ersten Seite der Anmeldung ist
jedoch zu entnehmen, dass diese erst am 15. Februar 2005 bei der AHV-Zweigstelle
einging (EL-act. 33). Massgeblich für den Zeitpunkt der Anmeldung ist mangels
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Beweiswerts nicht das Datum der Unterzeichnung durch die gesuchstellende Person
oder deren Vertreter, sondern die Einreichung bei der AHV-Zweigstelle (Art. 21 Abs. 1
ELV). Diese erfolgte erst am 15. Februar 2005, weshalb die EL zu Recht erst ab Februar
2005 zugesprochen wurden.
c) Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
d) Der Sohn der Beschwerdeführerin beantragt Entschädigungsfolgen für das
Beschwerdeverfahren (act. G 3). Der obsiegenden Partei werden nach Art. 61 lit. g
ATSG die Parteikosten ersetzt. Die Rückweisung zur ergänzenden Abklärung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen. Unter Parteikosten werden insbesondere die
Vertretungskosten verstanden. Dazu zählen die Entschädigung, die die vertretende
Person für ihren Aufwand geltend macht sowie die Bar¬auslagen dieser Vertretung.
Anspruch auf Entschädigung besteht nur beim Beizug eines berufsmässigen Vertreters
(Rechtsanwalt oder Rechtsagent) gemäss Art. 10 f. des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70).
Die Vertretung der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren erfolgt nicht durch
einen berufsmässigen Vertreter gemäss Anwaltsgesetz, sondern durch den Sohn der
Beschwerdeführerin. Dieser ist nicht als berufsmässiger Vertreter zugelassen, weshalb
der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zugesprochen werden kann.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG