Decision ID: 83a52ac2-b871-5a70-b79d-19d621de8671
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
K._, geb. 2006, besuchte im Schuljahr 2019/20 die zweite Sekundarklasse in der
Talentschule für Musik an der Oberstufenschule R._ in U._. Am 13. November 2019
trat K._ in die Privatschule M._ über. Mit Schreiben vom 16. November 2019
wandten sich ihre Eltern, A._ und B._, an den Schulrat der Gemeinde Z._ und
beantragten die (volle oder eventuell teilweise) Übernahme des Schulgeldes der M._
für die Dauer der ordentlichen Schulzeit. Zur Begründung führten sie aus, K._ habe
gesundheitsbedingt von der öffentlichen Oberstufenschule R._ zur M._ wechseln
müssen. Sie sei von zwei Mitschülerinnen (nachstehend: X. [...] und Y. [...]) wochenlang
gemobbt worden. Aufgrund der Anfeindungen, der Verbreitung von haltlosen
Gerüchten und Herabsetzungen habe sie im September 2019 ärztliche Hilfe in
Anspruch nehmen müssen. Im Oktober 2019 sei K._ bei einem Vorfall von einem der
A.a.
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beiden Mädchen körperlich derart grob angegangen worden, dass der Verdacht einer
Tätlichkeit naheliege. Aufgrund krankheitsbedingter Absenzen und steigender
Unfähigkeit, in diesem Umfeld genügende Prüfungsleistungen abzurufen, hätten sich
K._s Leistungen zunehmend verschlechtert. Vom 4. bis 13. November 2019
(Schuleintritt M._) sei K._ gemäss Arztzeugnis des Ostschweizer Kinderspitals
krankgeschrieben gewesen, weil es aus medizinischer Sicht nicht mehr zu
verantworten gewesen sei, sie weiterhin diesen Umständen auszusetzen. Mit Beginn
der Mobbinghandlungen sei sie von einer sehr stabilen Sekundarschülerin auf einen
ungenügenden Durchschnitt abgerutscht, was die erlittene Belastung widerspiegle. Dr.
med. G._, Oberärztin der Psychosomatik am Kinderspital, sei aufgrund der Abklärung
vom 9. Oktober 2019 zur Einschätzung gelangt, dass K._ eine massive stressbedingte
Belastungssymptomatik bedingt durch Mobbing aufweise. Die vielen
Gesprächsversuche der Jugendlichen untereinander und mit den Eltern der beiden
Mitschülerinnen seien erfolglos gewesen. K._ habe sich an die Schulsozialarbeiterin
gewandt, was aber bei den beiden Mitschülerinnen keine Verhaltensänderung bewirkt
habe. An dem von der Klassenlehrperson und der Schulsozialarbeit angeordneten
Gespräch vom 6. November 2019 sei deutlich geworden, dass auf Seiten der beiden
Mitschülerinnen keinerlei Einsicht oder Veränderungsbereitschaft vorhanden gewesen
sei. Die Erkenntnis aus diesem Gespräch, K._s sehr schlechter körperlicher und
seelischer Zustand sowie die dringende Empfehlung der Ärztin habe sie (die Eltern)
dazu bewogen, K._ in einem neuen Umfeld beschulen zu lassen (act. G 8/1a/1).
Der Oberstufenschulrat R._, dem das Gesuch zuständigkeitshalber überwiesen
worden war, lehnte es mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 ab. Zur Begründung
führte er aus, die Schulleitung habe erst kurz nach den Herbstferien vom Konflikt
zwischen Mädchen der Klasse 00_ erfahren und umgehend die Schulsozialarbeit
eingeschaltet. In einem ersten Schritt habe diese versucht, in einem Gespräch mit den
beteiligten Mädchen im Beisein der Klassenlehrperson und der Schulleitung eine
Lösung zu finden. Im laufenden Prozess und noch bevor es zu weiteren Gesprächen
habe kommen können, sei K._ ohne Rücksprache mit der Schulleitung aus der
öffentlichen Schule abgemeldet worden. Weitergehende Lösungsansätze der Schule
bzw. der Schulsozialarbeit seien nicht abgewartet worden. Die Eltern hätten keine
auswärtige Beschulung von K._ beantragt. Für einen möglichen Schulwechsel aus
psychologischen Gründen bräuchte es zudem einen Antrag des Schulpsychologischen
Dienstes des Kantons St. Gallen (SPD). Da sich die Eltern A._ und B._ ohne
Rücksprache und vorgängige Abklärung mit der Oberstufenschule R._ freiwillig für
eine Privatbeschulung ihrer Tochter entschieden hätten, müssten sie das Schulgeld der
M._ selber bezahlen (act. G 8/1a/2).
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B.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als gesetzliche Vertreter
Am 19. Dezember 2019 erhoben A._ und B._ gegen diese Verfügung Rekurs beim
Bildungsdepartement (BD), mit welchem sie den zeitlichen Ablauf aus ihrer Sicht
schilderten und unter anderem eine unzulängliche Feststellung des Sachverhalts, eine
unzureichende Auseinandersetzung mit den Sachverhaltsvorbringen sowie die
Nichtdurchführung eines Beweisverfahrens beanstandeten. Im Weiteren stelle die
Verfügung rechtliche Hürden für eine Kostenübernahme auf, welche im Gesetz nicht
genannt seien (BD; act. G 8/1). Nach Durchführung eines umfangreichen
Verfahrensschriftenwechsels (vgl. act. G 8/8-23) wies das BD den Rekurs mit Entscheid
vom 18. Januar 2021 ab (act. G 2).
A.b.
Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._, vertreten durch Rechtsanwältin Dr.
Martina Sperlich, LL.M, St. Gallen, mit Eingabe vom 2. Februar 2021 Beschwerde mit
den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, für die Dauer der ordentlichen Schulzeit von K._ das Schulgeld zu
übernehmen, das für den Besuch der M._ anfalle. Eventualiter sei die
Beschwerdegegnerin zur teilweisen Übernahme des Schulgelds zu verpflichten. Unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 2. März 2021 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführer. Zur Begründung
verwies sie auf den angefochtenen Entscheid und verzichtete auf weitere Ausführungen
(act. G 7). Der Beschwerdegegner stellte in seiner Vernehmlassung vom 11. März 2021
den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten der
Beschwerdeführer. Zur Begründung verwies er auf den angefochtenen Entscheid und
seine Stellungnahmen im vorinstanzlichen Verfahren (act. G 10).
B.b.
Auf die Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
bis
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(vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB) sind die
Eltern von K._ zur Ergreifung des Rechtsmittels sowohl in eigenem als auch in ihrem
Namen grundsätzlich legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP; BGer
2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E. 1.2
und B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 1). Die Beschwerdeeingabe vom 2.
Februar 2021 erfolgte rechtzeitig und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV)
und Art. 2 lit. m der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) gewährleisten
den Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht. Diese
Normen begründen den rechtlich durchsetzbaren verfassungsmässigen
Individualanspruch auf eine positive staatliche Leistung im Bildungsbereich.
„Schulpflichtige“ in diesem Sinne und Träger des Rechtsanspruchs sind Kinder und
Jugendliche vom Kindergarten, soweit dieser obligatorisch ist, bis und mit der
Sekundarstufe I (vgl. BGE 140 I 153 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Für das Schulwesen sind
die Kantone zuständig (Art. 3 und Art. 62 Abs. 1 BV). Sie müssen in organisatorischer,
fachlicher und finanzieller Hinsicht für einen ausreichenden Grundschulunterricht
sorgen, der allen Kindern offensteht (Art. 62 Abs. 2 Satz 1 BV). Dieser muss
angemessen und geeignet sein; er soll genügen, um die Schüler sachgerecht auf ein
selbstverantwortliches Leben vorzubereiten. Der verfassungsrechtliche Anspruch
umfasst nur ein angemessenes, erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot an
öffentlichen Schulen. Ein darüberhinausgehendes Mass an individueller Betreuung
kann mit Rücksicht auf das staatliche Leistungsvermögen nicht eingefordert werden.
Der verfassungsmässige Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht gebietet
nicht die optimale bzw. geeignetste überhaupt denkbare Schulung eines Kindes (vgl.
BGE 141 I 9 E. 3.2 f. mit Hinweisen). Der Grundschulunterricht ist obligatorisch und
untersteht staatlicher Leitung oder Aufsicht. An öffentlichen Schulen ist er unentgeltlich
(Art. 62 Abs. 2 Satz 2 und 2 BV).
2.1.
Die Verfassung des Kantons St. Gallen gewährleistet das Recht, Privatschulen zu
gründen, zu führen und zu besuchen (Art. 3 Ingress und lit. a KV). Der Besuch einer
Privatschule beruht auf einem privatrechtlichen Schulvertrag zwischen den Eltern und
der Privatschule. Der Entschluss der Eltern, ihr Kind an Stelle der öffentlichen
2.2.
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Volksschule eine anerkannte Privatschule besuchen zu lassen, ist grundsätzlich
unteilbar: Mit der Privatschule wird deren ganzes Angebot gewählt und auf das
gesamte Angebot der öffentlichen Volksschule verzichtet. Die Schulgemeinde bleibt
indessen jederzeit bereit bzw. verpflichtet, ein aus der Privatschule zurückkehrendes
Kind wieder in den unentgeltlichen öffentlichen Unterricht aufzunehmen. Auf
Privatschulen findet der Grundsatz der Unentgeltlichkeit keine Anwendung. Aus Art. 19
und Art. 62 Abs. 2 Satz 3 BV ergibt sich zudem kein Anspruch auf staatliche
(Mit-)Finanzierung des privaten Grundschulunterrichts, jedenfalls so lange nicht, als an
öffentlichen Schulen ein ausreichender Unterricht angeboten wird. Ferner kann ein
Anspruch auf fallweise Übernahme des Schulgeldes durch den Staat bejaht werden,
wenn dem betreffenden Schulkind aufgrund schwerwiegender individueller Probleme
der ausreichende Grundschulunterricht an keiner öffentlichen Schule gewährt werden
kann, so dass als ultima ratio nur der Besuch einer spezialisierten privaten
Bildungseinrichtung den grundrechtlichen Anspruch von Art. 19 BV einlösen kann (vgl.
VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 6.2, B 2014/132 vom 19. Juli 2016 E. 3.2,
jeweils mit weiteren Hinweisen). Laut Art. 51 des Volksschulgesetzes (sGS 213.1, VSG)
hat das im Kanton St. Gallen wohnhafte Kind das Recht, jene öffentliche Schule zu
besuchen, die seinen Fähigkeiten entspricht und deren Anforderungen es erfüllt. Die
Schülerin oder der Schüler hat die öffentliche Schule am Ort zu besuchen, wo sie oder
er sich aufhält (Art. 52 VSG). Wenn es besondere Gründe rechtfertigen, kann ein
auswärtiger Schulbesuch gestattet oder angeordnet werden (Art. 53 Abs. 1 VSG; vgl.
VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 6.3, B 2014/132 vom 19. Juli 2016 E. 3.3,
jeweils mit weiteren Hinweisen).
In schulischen Angelegenheiten sind die Eltern im Interesse ihres Kindes verpflichtet,
mit den zuständigen Behörden zu kooperieren. Diese Kooperationspflicht ergibt sich
nicht nur aus dem Zivilrecht (Art. 302 Abs. 3 ZGB), sondern auch aus dem Gebot von
Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV), dem im schulischen Kontext im Interesse des
Kindswohls besondere Bedeutung zukommt. Die Kooperationspflicht besteht auch
dort, wo ein Kind schulische Schwierigkeiten hat, sei dies aufgrund von
leistungsmässiger Über- oder Unterforderung, sei dies aufgrund von Konflikten mit
anderen Schülern oder der Lehrperson. Schulbehörden und Eltern haben in einer
solchen Situation in gegenseitiger Absprache eine auf die Bedürfnisse des Kindes
zugeschnittene Lösung des Problems zu finden, wobei von Seiten der öffentlichen
Schule keine optimale, sondern "nur" eine ausreichende Beschulung sicherzustellen
ist. Hieraus ergibt sich, dass eine Gemeinde verfassungsrechtlich nicht
zur rückwirkenden Übernahme des Schulgelds für den Besuch einer auswärtigen
2.3.
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Schule verpflichtet werden kann, wenn Eltern ohne hinreichenden Grund ihr Kind
aufgrund von Problemen in der Schule am Wohnort eigenmächtig eine Privatschule
oder die öffentliche Schule einer anderen Gemeinde besuchen lassen. Wohl steht es im
Belieben der Eltern, diese Entscheidung im Einverständnis mit den Trägern der neuen
Schule zu treffen; die aus Art. 19 BV fliessende Pflicht der Wohngemeinde zur
Kostenübernahme fällt in einer solchen Konstellation jedoch zumindest mit Blick auf die
bis zum Gesuch um Kostentragung angefallenen Schulgelder dahin, weil den
zuständigen Schulbehörden der Wohnortgemeinde die Gelegenheit genommen wird, in
Kooperation mit den Eltern eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden. Nur wo
eine solche Lösung offensichtlich nicht möglich ist und den Eltern ein weiteres
Zuwarten aufgrund der akuten Gefährdung des Wohls ihres Kindes und einer länger
anhaltenden pflichtwidrigen Untätigkeit der Schulbehörden nicht weiter zugemutet
werden kann, wäre die Befugnis zu einem eigenmächtigen Schulwechsel
ausnahmsweise zu bejahen und würde die Kostentragungspflicht auch rückwirkend
greifen. Eine solche Notstandssituation darf jedoch nur mit grösster Zurückhaltung und
bei Vorliegen einer schweren Pflichtverletzung der Schule angenommen werden,
können die Eltern doch auch ein ordentliches Gesuch um Schulumteilung und
Kostenübernahme stellen und den allenfalls negativen Entscheid der zuständigen
Behörde auf dem Rechtsmittelweg anfechten. In einem solchen Verfahren bleibt es
ihnen unbenommen, im Sinne einer vorsorglichen Massnahme auch die provisorische
Beschulung ihres Kindes in einer anderen Schule zu beantragen. Damit ist ihren
Interessen im Regelfall hinreichend Rechnung getragen. Eine zurückhaltende
Anwendung des "Notstandsrechts" auf eigenmächtigen Schulwechsel dient auch dem
Zweck, die Schaffung vollendeter Tatsachen durch eine dafür nicht zuständige
Privatperson zu verhindern; im Regelfall soll aufgrund eines eingehenden
Beweisverfahrens durch staatliche Behörden geklärt werden, ob die Voraussetzungen
für einen Schulwechsel gegeben sind (BGer 2C_561/2018 vom 20. Februar 2019 E. 3.3
f.).
Gemäss Art. 12 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte
Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch
Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von
Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere
geeignete Weise. Sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine besonderen
Erhebungen nötig, so sind nur die von den Beteiligten angebotenen und die leicht
zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen (Art. 12 Abs. 1 und 2
VRP). Dieser Grundsatz gilt (mit Einschränkungen hinsichtlich Behauptungs- und
Beweisführungslast) auch im Rechtsmittelverfahren. Der Untersuchungsgrundsatz wird
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3.
durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert (vgl. B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar Zürich/
St. Gallen 2020, N 14-16 zu Art. 12-13 VRP). Diese Pflicht ist insofern gerechtfertigt, als
die Beteiligten den Sachverhalt nicht nur besser kennen, sondern oft auch ein eigenes
Interesse daran haben, ihre Darstellung des Sachverhalts beweismässig zu
untermauern. Sie führt dazu, dass die Verfahrensbeteiligten vor allem dort, wo sie eine
Bewilligung oder eine staatliche Leistung beanspruchen, das tatsächliche Fundament
ihres Begehrens weitgehend selbst behaupten und die Beweise dafür anbieten
müssen. Kann von den Privaten nach den Umständen eine Handlung oder eine
Äusserung erwartet werden und bleibt eine solche aus, so haben die Behörden nicht
nach Tatsachen zu forschen, die nicht aktenkundig sind. Eine Mitwirkungspflicht
besteht insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen, welche nur die Parteien
liefern können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche eine Partei besser kennt
als die Behörde (BGE 130 II 499, 464 und 128 II 139, 142 f.). Wenn nach Abschluss des
Beweisverfahrens und der Beweiswürdigung keine Überzeugung der Erstinstanz über
die relevanten Tatsachen zustande kommt, hat im Fall, in welchem - wie vorliegend -
eine Verfügung mit begünstigendem Charakter zur Diskussion steht, der zu
Begünstigende die Beweislast für die Voraussetzungen der Begünstigung bzw. die
Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen (vgl. VerwGE 2013/172 vom 26.
August 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin mit den Lehrpersonen von K._ ab
27. Mai 2019 bis 20. September 2019 immer wieder betreffend gesundheitliche
Probleme und daraus resultierender Absenzen in Mail-Kontakt stand (vgl. act. G 8/1a/
4-9). Zur Sprache kam dabei am 6. September 2019 auch ein Konflikt mit der früheren
Freundin X., wobei die Beschwerdeführerin den Klassenlehrer diesbezüglich um
Diskretion zum Schutz von K._ ersuchte (act. G 8/1a/7). Im E-Mail vom 20. September
2019 hielt die Beschwerdeführerin unter anderem fest, dass die "zwischenmenschliche
Situation auf dem Schulweg weiterhin herausfordernd" sei, sie aber der Meinung seien,
dass "K._ dies selber lösen und überwinden kann, eine Schule fürs Leben. Dies ist
Gott sei Dank nichts Schlimmes, eine Verkettung vieler unglücklicher Umstände und
Gegebenheiten, die (sie) aber (mit) der Gabe von Medikamenten wieder in den Griff
bekommen wird." (act. G 8/1a/9). Am 22. Oktober 2019 teilte die Beschwerdeführerin
dem Klassenlehrer mit, dass K._ ärztlich/psychologisch betreut werde (vgl. act. G
8/1a17, 8/20a/1), sie nun aber trotzdem auch von der Schule Unterstützung benötigten.
3.1.
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Sie hätten Kontakt mit der Schulsozialarbeit aufgenommen (act. G 8/1a/11 f.) und
wollten nun auch mit ihm (dem Klassenlehrer) beraten, wie es weitergehen solle. Sie
hätten bisher "den Ball flach halten", das Problem mit K._ selber lösen und vor allem
keine anderen Jugendlichen belasten und hineinziehen wollen. Es seien
"Machenschaften" im Gang, die sie nicht mehr länger dulden könnten. Sie könnten das
Problem nicht mehr alleine lösen. Bis das weitere Vorgehen besprochen sei, ersuchten
sie um Diskretion gegenüber der Klasse (act. G 8/1a/10). In der Folge führte die
Schulsozialarbeit Gespräche mit den drei Mädchen durch. Diese Gespräche wertete
die Schulsozialarbeit als ersten Schritt auf dem Weg zur "Normalisierung" (vgl. act. G
8/1a/19). Dr. med. G._ bescheinigte in der Beurteilung vom 12. November 2019, dass
sich bei K._ aufgrund anhaltender Mobbingerfahrungen in ihrer Klasse eine
ausgeprägte Belastungssymptomatik mit hohem Leidensdruck einer ansonsten
psychisch gesunden Jugendlichen gezeigt habe. Da trotz vielfältiger Bemühungen von
K._s Seite und ihrer Eltern keine Verbesserung der sozialen Situation im schulischen
Rahmen habe erzielt werden können, sei aus fachärztlicher Sicht ein Schulwechsel zum
baldmöglichsten Zeitpunkt sehr zu empfehlen (act. G 8/1a/17). Diese Feststellungen
bestätigte die Ärztin in einem zweiten Bericht vom 6. Mai 2020 (act. G 8/20a/1). Der
Klassenlehrer hatte in der Stellungnahme vom 28. April 2020 unter anderem erklärt,
dass er von der Beschwerdeführerin von Vorfällen auf dem Schulweg erfahren habe.
Ob es sich dabei um Mobbing oder Konflikte zwischen den Mädchen gehandelt habe,
könne er nicht sagen. Jedenfalls habe es in der Klasse von K._ im Unterricht kein
Mobbing gegeben. In einem Gespräch vom 24. Juni 2019 mit der Beschwerdeführerin
habe er (der Klassenlehrer) unter anderem schulische Leistungen besprochen und
Informationen über Streitigkeiten zur Kenntnis genommen. Die Beschwerdeführerin und
K._ hätten sich dahingehend geäussert, dass sie dies selber regeln könnten und
wollten. Die Schulnoten seien eher knapp, aber nicht problematisch gewesen. Er (der
Klassenlehrer) habe dann die anderen Lehrpersonen angehalten, auf die
gesundheitlichen Probleme von K._ Rücksicht zu nehmen. Sie sei nicht während
Wochen, sondern nur an 7 Halbtagen krankgeschrieben gewesen (act. G 8/18a/1).
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid unter anderem fest, sie sei auf den
von den Beschwerdeführern angebotenen Bericht von Dr. med. G._ vom
12. November 2019 insofern eingegangen, als sie diesen als Parteigutachten
bezeichnet habe, womit sie dieser ärztlichen Einschätzung implizit nicht die von den
Beschwerdeführern gewünschte Beweiskraft für die Anordnung einer auswärtigen
Beschulung zugemessen habe. Soweit die Beschwerdeführer darum ersuchten, Dr.
med. G._, die Klassenlehrperson, die Schulsozialarbeit oder sie selber mündlich
3.2.
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anzuhören, seien sie im Schreiben vom 23. April 2020 darauf hingewiesen worden,
dass im Verwaltungsverfahren die Schriftlichkeit vorherrschend und das rechtliche
Gehör im Wesentlichen durch schriftliche Eingaben gewährt werde. Die
Verfahrensbeteiligten hätten ihre Sicht im Rahmen des Schriftenwechsels umfassend
darlegen können. Die Verfahrensleitung habe eine schriftliche Stellungnahme der
Vorinstanz und der Klassenlehrperson zu den Vorbringen der Beschwerdeführer
eingeholt und den Beschwerdeführern die Möglichkeit eingeräumt, eine schriftliche
Bestätigung von Dr. G._ zur Dringlichkeit des Schulwechsels beizubringen. Es sei
nicht ersichtlich, welche weiteren entscheidrelevanten Erkenntnisse durch eine
mündliche Befragung gewonnen werden könnten, weshalb darauf zu verzichten sei
(act. G 2 S. 19-21).
Die Beschwerdeführer würden nicht bestreiten, dass der Schnuppertag vom
4. November 2019 in der Privatschule M._ und der definitive Übertritt am
13. November 2019 auf ihrer Initiative beruhe und ohne Einbindung des
Beschwerdegegners stattgefunden hätten. Der Wechsel in die M._ sei insofern als
eigenmächtig zu bezeichnen. Hieran ändere nichts, dass die Beschwerdeführer das
Thema des Schulwechsels schon vor dem Wechsel in Gesprächen mit der
Schulsozialarbeit vom 21./22. Oktober 2019 angeschnitten hätten und der
Klassenlehrer darüber informiert worden sei. Am 29. Oktober 2019 habe die
Schulsozialarbeit ein Gespräch mit K._ und X., am 4. November 2019 dann mit Y.
geführt. Nachdem am 6. November 2019 das erste Gespräch der Schulsozialarbeit mit
allen drei Schülerinnen, der Klassenlehrperson und der Schulleitung stattgefunden
habe, habe die Schulsozialarbeit gleichentags in einer schriftlichen Rückmeldung an
die Eltern der drei Schülerinnen festgehalten, dass das Gespräch nur ein erster Schritt
auf dem Weg zur "Normalisierung" sei und mit der Bitte an die Eltern geschlossen, bei
Gesprächsbedarf Kontakt mit dem Klassenlehrer aufzunehmen. Nur einen Tag nach
diesem Gespräch den Wechsel an die M._ zu vollziehen, erscheine mit Blick auf die
Kooperationspflicht der Beschwerdeführer problematisch und stelle keine
Lösungsfindung in gegenseitiger Absprache dar. Auch erweise sich der Vorwurf der
Beschwerdeführer als nicht stichhaltig, wonach der Schulleiter anlässlich der
telefonischen Abmeldung vom 7. November 2019 auf die zu erfüllenden
Voraussetzungen für die Bewilligung eines auswärtigen Schulbesuchs hätte hinweisen
müssen. Im Übrigen sei der Aktennotiz des Schulleiters vom 7. November 2019 zu
entnehmen, dass sich die Beschwerdeführer über die private Tragung der Schulkosten
bewusst gewesen seien (act. G 2 S. 24-26).
Weder das E-Mail der Beschwerdeführerin vom 6. September 2019 an die
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Lehrpersonen, noch die Besprechung vom 12. September 2019 könne als
"ausdrücklicher Hilferuf", wie die Beschwerdeführer behaupten würden, verstanden
werden. Vielmehr zeigten Wortwahl und Inhalt des E-Mails vom 6. September 2019
sowie das Vorbringen der Beschwerdeführerin im E-Mail vom 20. September 2019,
wonach K._ die Situation auf dem Schulweg selber lösen könne, dass die
Beschwerdeführer diesbezüglich keine Hilfe von der Schule erwartet und die
Angelegenheit selber hätten regeln wollen. Offensichtlich habe denn auch erst das
Ergebnis der psychologischen Abklärung durch Dr. G._ vom 9. Oktober 2019 eine
Haltungs- und Einschätzungsänderung der Beschwerdeführer bewirkt, welche erst im
E-Mail 22. Oktober 2019 einen Handlungsbedarf der Schule für die Situation auf dem
Schulweg und die Klasse festgestellt hätten, nachdem sie zuvor den Ball hätten flach
halten und das Problem selber hätten lösen wollen. Soweit die Beschwerdeführer
bemängeln würden, dass der Beschwerdegegner lediglich ein Gespräch zwischen den
drei Mädchen anberaumt habe, sei darauf hinzuweisen, dass sich der
Beschwerdegegner zuerst ein realistisches Bild der Situation habe verschaffen müssen
und zu jenem Zeitpunkt die fachärztliche Einschätzung von Dr. G._ (Bericht vom
12. November 2019; act. G 8/1a/17) noch nicht vorgelegen habe. Zudem seien im Fall
von Mobbing-Vorkommnissen je nach Situation Massnahmen auf verschiedenen
Ebenen (Klasse, Lehrperson, betroffenes Kind und dessen Eltern) möglich. Wesentlich
sei, dass ein Vorgehen gewählt werde, das sich nicht auf Schuldzuweisungen an Täter
konzentriere. Letztere sollten für ein Verhalten gewonnen werden, das weitere
Übergriffe ausschliesse. Diesem Vorgehen habe das Gespräch der Schulsozialarbeit
mit den drei Mädchen - im Anschluss an Einzelgespräche - entsprochen. Dem
Vorbringen der Beschwerdeführer (act. G 8/1a/15), wonach X. sich nach dem Gespräch
vom 29. Oktober 2019 nicht an das vereinbarte Stillschweigen gehalten habe, sei
Rechnung getragen worden, indem (am 6. November 2019) Verhaltensempfehlungen
bezüglich Nachrichtenaustausch besprochen worden seien. Ebenso thematisiert
worden sei der Umgang untereinander (act. G 8/1a/19). Wenn die Beschwerdeführer
nach dem Gespräch vom 6. November 2019 - wohl aufgrund der Schilderung ihrer
Tochter - in Abweichung zum Gesprächsfazit der Schulsozialarbeit zum Schluss
gelangt seien, dass insbesondere Y. keinerlei Einsicht oder Willen zu
Verhaltensänderung gezeigt habe, hätten sie, dem expliziten Hinweis der
Schulsozialarbeit folgend, umgehend mit dem Klassenlehrer Kontakt aufnehmen
können, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren und ihre Argumente und
Befürchtungen vorzutragen. Ob das von den Beschwerdeführern anbegehrte
Disziplinieren von X. und Y. die Situation für K._ normalisiert hätte, erscheine zwar
fraglich. Unter Einbezug der Vorbringen der Beschwerdeführer hätten sich aber in
Zusammenarbeit mit der Schulbehörde unter Umständen weitere Massnahmen auf
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4.
allenfalls anderen Ebenen als sinnvoll erwiesen, um eine auf die Bedürfnisse von K._
zugeschnittene Lösung zu finden. Indem die Beschwerdeführer jedoch nur einen Tag
nach dem Gespräch vom 6. November 2019 ihre Tochter von der Oberstufenschule
abgemeldet hätten, ohne das Gespräch mit den Schulbehörden zu suchen und ihre
Vorbehalte zum eingeschlagenen Weg kundzutun, hätten sie eine solche
Lösungsfindung in gegenseitiger Absprache verunmöglicht. Zu einem solchen Schritt
habe das Verhalten des Beschwerdegegners keinen Anlass geboten. Ob die (aufgrund
des Gesprächs vom 6. November 2019 vorgeschlagene) Massnahme (Gespräch in vier
Wochen) vorerst genügt hätte oder ob nicht zeitnah weitere Massnahmen hätten
ergriffen werden müssen, könne rückwirkend nicht beurteilt werden. Offenbleiben
könne auch, inwieweit sich das anwaltliche Schreiben der Beschwerdeführer (vom
31. Oktober 2019; act. G 8/1a/13 f.) auf die Kooperationsbereitschaft der Eltern von X.
und Y. ausgewirkt habe. Vor dem Hintergrund, dass die Schulsozialarbeit in der
Rückmeldung vom 6. November 2019 das "nächste Gespräch in vier Wochen" explizit
als Vorschlag, den die Schülerinnen mit ihren Eltern besprechen sollten, bezeichnet
und die Eltern gebeten habe, bei Bedarf einen Termin mit dem Klassenlehrer zu
vereinbaren, könne jedenfalls nicht von einer anhaltenden pflichtwidrigen Untätigkeit
des Beschwerdegegners gesprochen werden. Aufgrund des Umstandes, dass K._ seit
dem Übertritt in die M._ ihre schulischen Leistungen wieder gesteigert habe, könne
nicht der Schluss gezogen werden, dass sich ihr Notenbild an der Schule des
Beschwerdegegners im weiteren Verlauf der Konfliktbearbeitung mit geeigneten
Massnahmen nicht wieder verbessert hätte. Auch habe K._ im zweiten Semester des
Schuljahres 2019/20 nur an einzelnen Halbtagen gefehlt, was zu keinen unaufholbaren
stofflichen Lücken geführt haben könne. Hinsichtlich der fachärztlichen Einschätzungen
von Dr. G._ vom 12. November 2019 und 6. Mai 2020 sei der Erfahrungstatsache
Rechnung zu tragen, dass Ärzte in einem Bericht über einen eigenen Patienten im
Zweifel sich eher zugunsten des Patienten äussern würden. Zudem sei Dr. G._
Fachperson für medizinische, nicht aber für schulische Fragen. Nach dem Gesagten
erweise sich das Vorgehen der Beschwerdeführer zum einen als eigenmächtig; es
verletze die Kooperationspflicht. Zum anderen vermöchten die Beschwerdeführer nicht
darzutun, dass sie aufgrund einer anhaltenden pflichtwidrigen Untätigkeit des
Beschwerdegegners keine andere Wahl gehabt hätten, als K._ in der Privatschule
M._ unterzubringen. Auch vermöchten sie nicht zu belegen, dass K._ ein weiterer
Besuch der Oberstufenschule unzumutbar gewesen wäre. Die Kostenübernahme der
Privatbeschulung sei zu Recht abgelehnt worden (act. G 2 S. 26-34).
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Streitig ist, ob bei K._ im Zeitpunkt Schulwechsels (7. November 2019) oder zuvor von
einer akuten Gefährdung des Kindeswohls aufgrund des Verhaltens der
Mitschülerinnen X. und Y. sowie von einer gleichzeitig grob pflichtwidrigen Untätigkeit
des Beschwerdegegners und/oder (unabhängig vom Vorliegen einer Pflichtwidrigkeit)
von einer Unzumutbarkeit des weiteren Verbleibs in der Schule auszugehen war,
welche den durch die Beschwerdeführer veranlassten Schulwechsel als unabdingbar
erscheinen lassen. Die Beschwerdeführer legen dar, ihre Tochter sei an der vom
Beschwerdegegner geführten Schule von Mitschülerinnen (X. und Y.) derart grob
gemobbt worden, dass sie psychisch wie körperlich schwer erkrankt sei, ihre
schulischen Leistungen eingebrochen seien und eine Repetition oder ein Wechsel in
eine Realklasse im Raum gestanden hätten. Diese Ereignisse hätten in voller Kenntnis
des Beschwerdegegners stattgefunden. Obwohl die Beschwerdeführer den
Beschwerdegegner ausdrücklich darum ersucht hätten, habe dieser keine geeigneten
Massnahmen ergriffen, um K._ zu schützen und das schädigende Verhalten der
Mitschülerinnen abzustellen. Da das Mobbing immer weiter eskaliert und K._s
Zustand sich verschlechtert habe, sei es unausweichlich gewesen, sie unverzüglich von
der Schule des Beschwerdegegners zu nehmen. An der Privatschule M._ hätten sich
K._s körperliche und seelische Verfassung sowie ihre Schulleistungen umgehend
wieder erholt. Die Vorinstanz übersehe, dass ein Anspruch auf Kostenübernahme ab
Antragstellung unabhängig davon bestehe, ob die Schule pflichtwidrig gehandelt habe.
Ein solcher Anspruch bestehe bereits dann, wenn der weitere Schulbesuch
unzumutbar sei und mildere Massnahmen keine Abhilfe schaffen könnten, was
insbesondere der Fall sei, wenn anhaltendes und nicht durch andere Mittel in den Griff
zu bekommendes Mobbing den weiteren Schulbesuch am ordentlichen Schulort
unzumutbar mache. K._ sei Opfer von massivem Mobbing durch die Mitschülerinnen
geworden, wodurch sie körperlich und psychisch erkrankt sei, ihre schulische
Leistungsfähigkeit verloren habe und letztlich unfähig geworden sei, die Schule des
Beschwerdegegners weiter zu besuchen. Die Beschwerdeführer hätten den
Beschwerdegegner laufend über die Mobbingvorfälle, K._s Gesundheit und das
Erfordernis, sie möglicherweise (sollte das Mobbing nicht aufhören) von der Schule
abmelden zu müssen, informiert. Obwohl der Beschwerdegegner von K._s
körperlichem und seelischem Leid sowie vom Verfall ihrer schulischen Leistungen
gewusst habe und ihm bekannt gewesen sei, dass K._ den Unterricht ohne eine
Veränderung der Situation nicht weiter besuchen könne, habe er K._s Mitschülerinnen
gewähren lassen und lediglich zwei Gespräche zwischen den Schülerinnen organisiert.
Als in diesen Gesprächen die fehlende Einsicht und Bereitschaft klargeworden sei, die
verletzenden Äusserungen zu unterlassen, habe der Beschwerdegegner keine
4.1.
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Massnahmen gegen die mobbenden Schülerinnen ergriffen, sondern lediglich ein
Gespräch in vier Wochen angeregt. Selbst wenn das Verhalten des
Beschwerdegegners nicht als pflichtwidrig eingestuft werde, würde den
Beschwerdeführern wegen der Notwendigkeit des Schulwechsels jedenfalls der Ersatz
des Schulgeldes ab dem Zeitpunkt der Antragstellung gebühren. Dieser wesentliche
Punkt gehe in den Ausführungen der Vorinstanz unter (act. G 1). Im Einzelnen rügen die
Beschwerdeführer unrichtige/unvollständige Sachverhaltsfeststellungen sowie
Unterlassungen von (mündlichen) Beweiserhebungen und Fehler bei der
Beweiswürdigung im vorinstanzlichen Entscheid, auf die nachstehend einzugehen ist.
Die Beschwerdeführer beanstanden, dass sowohl der Beschwerdegegner als auch die
Vorinstanz ein mündliches Beweisverfahren nicht durchgeführt hätten, obwohl der
entscheidrelevante Sachverhalt in der E-Mail-Korrespondenz nur zum Teil dokumentiert
sei und die Beschwerdeführer deshalb wiederholt Personalbeweise angeboten hätten.
Sie stellen den Beweisantrag, die Beschwerdeführerin als Partei zu befragen (act. G 1).
Darauf kann insofern verzichtet werden, als sich die vorliegend entscheidrelevanten
tatsächlichen Verhältnisse - wie sich aus den nachstehenden Darlegungen ergeben
wird - aus den Verfahrensakten, insbesondere aus der aussagekräftigen E-Mail-
Korrespondenz der Beschwerdeführerin mit dem damaligen Klassenlehrer von K._
ergeben (vgl. vorstehende E. 3.1). Letztere stellen "echtzeitliche" Beweismittel dar und
beinhalten in diesem Sinn Aussagen "der ersten Stunde". Eine nachträgliche mündliche
Befragung der Beschwerdeführerin wäre angesichts der konkreten Gegebenheiten aller
Voraussicht nach nicht geeignet, ein zuverlässigeres Beweisergebnis zu bewirken (vgl.
zur antizipierten Beweiswürdigung BGer 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit
Hinweisen).
4.2.
Nach Lage der Akten erfolgte die erste Kontaktaufnahme durch die Beschwerdeführer
mit der Schulsozialarbeit am 21. Oktober 2019, welche in der Folge verschiedene
Vorschläge für ein mögliches Vorgehen unterbreitete (act. G 8/1a/11 f.). Der
Klassenlehrer war von Seiten der Beschwerdeführer erstmals mit E-Mail vom
22. Oktober 2019 (act. G 8/1a/10) explizit um Hilfe bezüglich der Situation auf dem
Schulweg und in der Klasse gebeten worden, nachdem sie sich ihm gegenüber zuvor
immer wieder auf den Standpunkt gestellt hatten, dass sie das Problem selber lösen
könnten (vgl. vorstehende E. 3.1). Das Vorbringen der Beschwerdeführer, dass sie den
Klassenlehrer bereits im Juni 2019 über das Mobbing in der Klasse und auf dem
Schulweg informiert und ihn um Hilfe ersucht hätten (vgl. G 1 S. 3 f.), ist in dieser Form
4.3.
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aufgrund der Akten und insbesondere mit Blick auf Stellungnahme des Klassenlehrers
vom 28. April 2020 (vgl. act. G 8/18a/1 und vorstehende E. 3.1) nicht belegt. Das im E-
Mail vom 6. September 2019 erwähnte Hilfeersuchen an den Klassenlehrer bezog sich
auf die gesundheitliche Situation von K._ und ihre Schulleistungen sowie den
zwischenmenschlichen Konflikt mit ihrer "seit Kindergartentagen besten Freundin" X.
bzw. auf den Umstand, dass sie mit dem Verlust ihrer besten Freundin nicht fertig
werde und leide (act. B 8/1a/7). Der Klassenlehrer anerkennt dementsprechend,
Informationen über Streitigkeiten zur Kenntnis genommen zu haben. Er weist aber auch
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin und K._ - und dies erscheint hier wesentlich -
sich dahingehend geäussert hätten, dies selber regeln zu wollen (act. G 8/18a/1). Für
ein früheres Handeln hinsichtlich des geltend gemachten Konflikts zwischen den
Schülerinnen bestand für den Klassenlehrer nach Lage der Akten mithin kein
erkennbarer Anlass.
Mit ihrem Vorgehen, ihre Tochter K._ unmittelbar nach dem Gespräch vom
6. November 2019 (act. G 8/1a/19) - ohne vorgängig im Gespräch mit den
Schulbehörden ihre Sichtweise zu dem von der Schulsozialarbeit bzw. vom
Beschwerdegegner vorgeschlagenen Weg (vgl. act. G 8/1a/19) offenzulegen - von der
Oberstufenschule des Beschwerdegegners abzumelden und am 7. November 2019 bei
der Privatschule M._ anzumelden (Eintritt am 13. November 2019), beendeten die
Beschwerdeführer den von Seiten der Schulsozialarbeit eingeschlagenen Weg der
Lösungsfindung von sich aus. Der Vorschlag der Schulsozialarbeit, ein weiteres
Gespräch "nach ca. 4 Wochen" durchzuführen, stellte einen zur Diskussion gestellten
Vorschlag dar (vgl. act. G 8/1a/19), der ein hiervon abweichendes Vorgehen auf
Ersuchen der Beschwerdeführer explizit nicht ausgeschlossen hätte. Insbesondere
hätten die Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt, mit Hinweis auf die im
vorliegenden Verfahren von ihnen geschilderten Gegebenheiten - fehlende Einsicht von
X. und Y. in ihr Fehlverhalten, Verwendung einer verletzenden Sprache gegenüber K._
sowie Unterstützung des destruktiven Verhaltens von X. und Y. durch deren Eltern (vgl.
act. G 1 S. 4 f.) - von der Schulsozialarbeit und der Schulleitung entsprechende
disziplinarische Massnahmen (Art. 55 VSG) zu verlangen, ohne die vorgeschlagenen
vier Wochen abwarten zu müssen. Wenn für die Schulleitung die Notwendigkeit von
Sofortmassnahmen in Form der Einleitung von Disziplinarmassnahmen, wie sie die
Beschwerdeführer nunmehr geltend machen (act. G 1 S. 5), sich aufgrund des Berichts
der Schulsozialarbeit (act. G 8/1a/19) nicht ohne Weiteres aufdrängten, so wäre es an
den Beschwerdeführern gewesen, den entsprechenden Anstoss zu einem solchen
Verfahren zu geben. Der von den Beschwerdeführern im Weiteren zur Diskussion
gestellten Anzahl krankheitsbedingter Fehltage von K._ sowie der Frage, ob aufgrund
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der Absenzen nicht aufholbare Stofflücken entstanden waren, kommt, wie auch die
Beschwerdeführer sinngemäss einräumen (act. G 1 S. 6 unten), für die Klärung der
streitigen Kostenübernahme der Privatbeschulung keine ausschlaggebende Bedeutung
zu, weshalb darauf auch nicht näher einzugehen ist.
Angesichts der vorstehend geschilderten Gegebenheiten kann eine pflichtwidrige
Untätigkeit des Beschwerdegegners mit Bezug die gesundheitlich und sozial belastete
Situation von K._ nicht als dargetan gelten. Dies umso weniger, als auch der von Dr.
G._ aus medizinischer Sicht zum baldmöglichsten Zeitpunkt empfohlene Wechsel in
die Privatschule - unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation von K._
sowie ausgehend vom Wortlaut der ärztlichen Bestätigungen vom 12. November 2019
(act. G 8/1a/17) und vom 6. Mai 2020 (act. G 8/20a/1) - nicht das einzig mögliche und
sofort durchzuführende Vorgehen beinhaltete, welches unter keinen Umstanden ein
Abwarten der Massnahmen des Beschwerdegegners erlaubt hätte. Ein sofortiges
Handeln im erwähnten Sinn oder, wie die Beschwerdeführer vorbringen, ein "dringend
erforderlicher" Schulwechsel (act. G 1 S. 2) lässt sich den beiden ärztlichen
Bestätigungen jedenfalls nicht entnehmen. Die beiden ärztlichen Berichte enthalten
auch keine Feststellung dahingehend, dass der weitere Besuch der Schule des
Beschwerdegegners - bei Vorkehrung von geeigneten Massnahmen von Seiten der
Schule und der weiteren Beteiligten - überhaupt nicht in Betracht gekommen wäre.
Vielmehr empfahl Dr. G._ gemäss ihrem zweiten Bericht ausdrücklich auch den
weiteren Kontakt mit dem Klassenlehrer und der Schulsozialarbeit sowie eine
psychotherapeutische Begleitung (act. G 8/20a/1). Im Übrigen wies die Vorinstanz in
diesem Kontext darauf hin, dass die Empfehlung der Fachärztin im Wesentlichen auf
den Schilderungen der Beschwerdeführer und von K._ basierte (act. G 2 S. 34). Dieser
Umstand ist zwar bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen, stellt jedoch - wie die
Beschwerdeführer zu Recht anmerken (act. G 1 S. 8 unten mit Hinweis auf VerwGE B
2016/7 vom 28. Juni 2016 E. 5.2) - den Beweiswert des Berichts als solchen nicht in
Frage. Ein konkreter Anlass, Dr. G._ zusätzlich als Zeugin zu befragen (vgl. act. G 1 S.
8 Mitte), bestand insofern nicht, als sie in den beiden Berichten ihre medizinische Sicht
klar darlegte. Indes konnte die Ärztin die Handlungsmöglichkeiten der Schule bzw. des
Beschwerdegegners - da nicht in ihrem Aufgaben- und Kompetenzbereich liegend - in
ihren Berichten nicht abschliessend miteinbeziehen und würdigen. Wenn die Vorinstanz
im angefochtenen Entscheid sinngemäss auf den letzteren Umstand bzw. die
Notwendigkeit des Einbezugs der nichtmedizinischen (schulischen) Gegebenheiten und
Möglichkeiten hinwies, so stellte sie damit entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer (act. G 1 S. 2) nicht die persönliche Integrität der Ärztin oder die
4.4.
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5.
Richtigkeit ihrer medizinischen Beurteilung in Frage (act. G 1 S. 2).
Insgesamt lässt sich aus den geschilderten Umständen nicht ableiten, dass der weitere
Schulbesuch für K._ zum vornherein unzumutbar gewesen wäre und mildere
Massnahmen als der Schulwechsel - d.h. insbesondere solche, die sich aufgrund des
von der Schulsozialarbeit eingeschlagenen Wegs mit zusätzlichem Antrag der
Beschwerdeführer auf Einleitung von schulischen Disziplinarmassnahmen
voraussichtlich ergeben hätten - keine Abhilfe hätten schaffen können. Im Übrigen
erscheint der von den Beschwerdeführern geltend gemachte eindeutige
Kausalzusammenhang von K._s gesundheitlichen Problemen und dem Rückgang
ihren schulischen Leistungen einerseits und der Mobbing-Situation anderseits (vgl. act.
G 1 S. 9 unten) nicht ausgewiesen, zumal auch die Beschwerdeführerin selbst
gegenüber dem Klassenlehrer von einer Verkettung vieler unglücklicher Umstände und
Gegebenheiten gesprochen hatte (act. G 8/1a/9 und vorangehende E. 3.1) und damit
von einer Ursachenvielfalt ausging. Aber selbst wenn das Vorbringen der
Beschwerdeführer zuträfe, wonach die gute Integrierung von K._ in der Privatschule
M._ mit Wiedererreichung von Schulnoten auf Sek-Niveau zeige, dass ihre
gesundheitlichen Probleme und der Absturz der schulischen Leistungen eindeutig auf
die Mobbing-Situation in der Schule des Beschwerdegegners zurückzuführen sei (act.
G 1 S. 9 unten), vermöchte dies für sich allein eine Unzumutbarkeit des Verbleibs von
K._ in der Schule zur Klärung und Regelung der in Frage stehenden Mobbing-
Situation nicht zu belegen. Dem Beschwerdegegner bzw. den Schulbehörden standen
aufgrund des sofortigen Schulwechsel-Entscheids der Beschwerdeführer keine
Möglichkeit offen, die Situation anzugehen und zu entschärfen. Ein Schulwechsel stand
den Beschwerdeführern zwar frei; nur vermittelt Art. 19 BV in einem solchen Fall keinen
Anspruch auf Übernahme der mit dem Besuch der auswärtigen Schule verbundenen
Kosten (vgl. vorstehende E. 2.3 erster Absatz m.H.). Die Bestätigung der Ablehnung der
Kostenübernahme für die Privatbeschulung von K._ lässt sich aufgrund der
dargelegten Verhältnisse daher nicht beanstanden.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von den
Beschwerdeführern zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
5.1.
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