Decision ID: 9edba5e7-27a1-4fcb-9f8d-65b831851592
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, GN Rechtsanwälte,
St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision (Erhöhung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 22. September 2003 unter Hinweis auf Ausfall des rechten
Beines beim Gehen und nach längerem Sitzen seit einem Unfall zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons
Appenzell Ausserrhoden an (IV-act. 4). Mit Verfügung vom 24. Februar 2005 wurde
dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Invalidenrente ab 1.
März 2004 zugesprochen (IV-act. 41).
A.b Am 18. September 2009 stellte der Versicherte ein Rentenrevisionsgesuch und
machte eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geltend (IV-act. 68). Mit
Verfügung vom 26. Februar 2010 wurde das Rentenerhöhungsgesuch von der IV-Stelle
Appenzell Ausserrhoden abgewiesen. Es liege keine relevante anhaltende
Verschlechterung im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 92). Die
dagegen erhobene Beschwerde vom 16. April 2010 (IV-act. 100-9 ff.) wies das
Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden mit Urteil vom 15. Dezember 2010 (IV-
act. 109) ab.
B.
B.a Mit Schreiben vom 21. Dezember 2012 reichte der Versicherte ein
Rentenrevisionsgesuch bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen ein (IV-act. 120 f.).
B.b Im Arztbericht vom 8. Februar 2013 hielt Dr. med. B._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass eine
Rentenerhöhung gerechtfertigt sei und der Versicherte in seinem Beruf als 100%
arbeitsunfähig gelte (IV-act. 124).
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B.c Im Verlaufsbericht vom 1. Juni 2013 gab der Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemeinmedizin FMH, an, dass der Gesundheitszustand seit September 2012
stationär bis verschlechtert sei. Sowohl die bisherige Tätigkeit als auch andere
Tätigkeiten seien dem Versicherten nicht zumutbar (IV-act. 132).
B.d Im Verlaufsbericht vom 5. Juni 2013 erklärte Dr. B._, dass sich der
Gesundheitszustand eher leicht verschlechtert habe und dass die Arbeitsfähigkeit in
einer leidensadaptierten Tätigkeit allein für die beiden Schultern gesehen ca. 50%
betrage (IV-act. 133).
B.e Im Arztbericht vom 4. Juli 2013 diagnostizierte Dr. med. D._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine chronische
Lumboischialgie bei Osteochondrosen/Spondylarthrosen L2/3 bis L5/S1 sowie einen
Status nach traumatischer Diskushernie L3/4 rechts mit persisitierender L4 Schwäche
und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Diskushernie L2/3 links, konservativ
geheilt. Er attestierte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von 9. August
bis 30. November 2011. Seit 1. Dezember 2011 sei er 50% arbeitsunfähig (IV-act. 136).
B.f In der Stellungnahme vom 17. Juli 2013 hielt RAD-Ärztin Dr. med. E._,
Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, fest, dass die angestammte
Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Unter Berücksichtigung des Rücken- und
Schulterleidens seien leidensadaptierte Tätigkeiten zu ca. 50% zumutbar, wobei
allerdings ein umfangreicher Katalog an Adaptionskriterien zu berücksichtigen sei. Ob
eine derartige Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt realisierbar sei, müsse die
Eingliederungsberatung beurteilen (IV-act. 137).
B.g Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht. Aus medizinischer Sicht sei
weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgewiesen. Im
Einkommensvergleich wurde ein Invaliditätsgrad von 58% ermittelt (IV-act. 141).
B.h Mit Einwand vom 23. September und 23. Oktober 2013 beantragte der Versicherte
die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. Oktober 2011, eventualiter seien
durch die IV-Stelle weitere Abklärungen durchzuführen und ein neuer Vorbescheid zu
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erlassen. Die Beurteilung des RAD, dass der Versicherte trotz der beiden
ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeiten seitens des Rückens und seitens der beiden
Schultern von je 50% in der Summe nur zu 50% arbeitsunfähig sein solle, dies auch
entgegen der Einschätzung von Dr. B._, welcher eine Arbeitsunfähigkeit von 70 bis
75% attestiert habe, sei nicht nachvollziehbar. Zudem sei ein Teilzeit- und
Leidensabzug von 25% vorzunehmen (IV-act. 142 und 144).
B.i Mit Verfügung vom 31. Oktober 2013 wies die IV-Stelle das
Rentenerhöhungsgesuch des Versicherten ab. Es sei an der Stellungnahme des RAD
vom 17. Juli 2013 festzuhalten und ein Leidensabzug könne nicht gewährt werden (IV-
act. 145).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 4. Dezember 2013. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 31. Oktober 2013 und ihm sei
ab 1. Oktober 2011 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die
Streitsache im Sinne der Ausführungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
um weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und nach anschliessender
Neubeurteilung die Leistungsansprüche neu festzusetzen bzw. neu zu verfügen. Er
begründet dies im Wesentlichen damit, dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb trotz
der seitens des Rückens ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von 50% und der seitens
der beiden Schultern ebenfalls ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von 50% in der
Summe nur eine Arbeitsunfähigkeit von 50% vorliegen solle. Es sei unverständlich,
dass sich die zusätzlichen Schulterbeschwerden links seit 2011 nicht weiter auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken sollen. Zudem sei es widersprüchlich, wenn der RAD in der
angestammten Tätigkeit (welche als ideal adaptiert beurteilt worden sei) von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehe und dem Beschwerdeführer an einem anderen
idealen Arbeitsplatz plötzlich eine 50%ige Tätigkeit zumutbar sein soll. Es sei zu
bezweifeln, dass auf dem freien Arbeitsmarkt eine Tätigkeit mit einem derart
umfangreichen Katalog mit Adaptionskriterien überhaupt existiere. Zudem sei von
einem zu tiefen hypothetischen Valideneinkommen ausgegangen worden, und ein
Tabellenlohnabzug von 25% sei angemessen (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 18. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der RAD in
seiner Stellungnahme die Rücken- und Schulterleiden des Beschwerdeführers
umfassend berücksichtigt habe. Die Arbeitsfähigkeit von weiterhin 50% adaptiert sei
nachvollziehbar, weil nicht einzusehen sei, inwiefern sich die beiden Leiden gegenseitig
verstärken sollten. Das Valideneinkommen sei in der Verfügung vom 26. Februar 2010
rechtsverbindlich festgelegt worden, eine umfassende Überprüfung sei demnach nicht
zulässig. Weil die gesundheitsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers mit
einer Arbeitsfähigkeitsschätzung von lediglich noch 50% in einer adaptierten Tätigkeit
bereits grosszügig berücksichtigt worden seien, sei kein Leidensabzug vorzunehmen
(act. G 4).
C.c Mit Replik vom 24. März 2014 hält der Beschwerdeführer unverändert an seiner
Beschwerde fest (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung
einer Duplik (vgl. act. G 9).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die am 31.
Oktober 2013 verfügte Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs zu Recht erfolgt ist.
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Die Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsernte, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE
130 V 343 E. 3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch
Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person
eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung 3 Monate angedauert hat
(Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 832.302]). Die
Erhöhung der Renten, der Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt
frühestens, sofern der Versicherte die Revision verlangt, von dem Monat an, in dem
das Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV).
2.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
bis
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Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Im vorliegenden Fall ist der Sachverhalt, welcher der Verfügung vom 26. Februar
2010 (IV-act. 92) zu Grunde lag, mit dem Sachverhalt zur Zeit der angefochtenen
Verfügung vom 31. Oktober 2013 (IV-act. 145) zu vergleichen. In der Verfügung vom
26. Februar 2010 hatte die IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden gestützt auf
eine ergonomische Arbeitsplatzanalyse festgehalten, dass dem Beschwerdeführer die
bisherige Tätigkeit im Vesandcenter einer Bank trotz Schulterbeschwerden rechts
weiterhin zu 50% möglich und zumutbar sei, und daher das Revisionsgesuch
abgelehnt (IV-act. 92; vgl. auch IV-act. 89 und 90).
3.2 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Revisionsverfügung vom
31. Oktober 2013 (IV-act. 145) auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. E._ vom 17.
Juli 2013 (IV-act. 137). Der Versicherte habe eine Funktionseinschränkung beider
Schultergelenke. Zunächst sei nur die rechte Schulter betroffen gewesen, Mitte 2011
seien auch Schulterbeschwerden links hinzugekommen. Arbeiten auf Höhe der
Horizontalen oder über Kopf seien gemäss Dr. B._ nicht mehr möglich. Dr. E._ kam
zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer, der bei seiner angestammten Tätigkeit
auch Briefe im Bereich der Horizontalen oder über Kopf sortieren müsse, diese
angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Dr. D._ habe die Arbeitsfähigkeit für
adaptierte Tätigkeiten von Seiten des Rückens mit 50% (halbtags volle Leistung)
beurteilt. Gemäss Dr. B._ seien von Seiten beider Schultern leidensadaptierte
Tätigkeiten zu ca. 50% möglich. Dr. E._ folgerte daraus, dass unter Berücksichtigung
des Rücken- und Schulterleidens leidensadaptierte Tätigkeiten zu ca. 50% zumutbar
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seien, wobei allerdings ein umfangreicher Katalog an Adaptionskriterien
(Wechselbelastung zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, keine Arbeiten in vorgeneigter
Haltung, keine Arbeiten in Wirbelsäulenzwangspositionen, Gewichtslimite für Heben
und Tragen vorzugsweise körpernah 10 kg, Arbeiten vorzugsweise auf Tischhöhe,
keine Arbeiten im Bereich der Horizontalen oder über Kopf, kein Arbeiten mit grossem
Kraftaufwand der Hände) zu berücksichtigen sei (IV-act. 137-2).
3.3 Im Arztbericht vom 4. Juli 2013 gab Dr. D._ an, dass grundsätzlich von Seiten
des Rückens eine 50%ige Tätigkeit in einer angepassten Arbeit zumutbar sei.
Angepasst heisse für den Rücken besser belastend zwischen Sitzen, Stehen und
Gehen, keine vorgeneigten Arbeiten, keine Arbeiten über Kopf und keine Arbeiten in
Zwangsposition, Gewichtslimite für das Heben und Tragen vorzugsweise körpernah 10
kg. Eine derartige Tätigkeit könnte 4 Stunden pro Tag ausgeführt werden, zum Einstieg
idealerweise über 2 mal 2 Stunden jeweils vormittags und nachmittags. Ob darüber
hinaus eine Steigerung möglich sei, hinge von der Fähigkeit des Beschwerdeführers
ab, seinen Muskelaufbau fortzuführen. Letztendlich würden diese Aussagen jedoch rein
theoretisch bleiben, da der Beschwerdeführer primär durch die Schulterproblematik
eingeschränkt werde (IV-act. 136-4 f.).
3.4 Dr. B._ hielt im Verlaufsbericht vom 5. Juni 2013 fest, dass in einer
leidensadaptierten Tätigkeit allein für die beiden Schultern gesehen die Arbeitsfähigkeit
ca. 50% betrage (IV-act. 133-2). Im Sprechstundenbericht vom 6. März 2013 führte
Dr. B._ zudem aus, dass Arbeiten auf Höhe der Horizontalen und darüber nicht mehr
möglich seien, weshalb der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf 100%
arbeitsunfähig bleibe. Zusammen mit der Wirbelsäulensymptomatik (hier habe er eine
50% Rente) sei eine Invalidität von insgesamt sicherlich 70 bis 75% vorhanden, was
sich auch nicht mehr ändern werde (IV-act. 133-3). Bei dieser Aussage verkennt Dr.
B._, dass die Zusprache bzw. die Bestätigung der halben Invalidenrente nicht nur
aufgrund des Rückenleidens, sondern ebenfalls unter Berücksichtigung der
Einschränkungen der Schultern erfolgt ist (vgl. IV-act. 109). Zudem ist es die Aufgabe
des Arztes, Angaben zur möglichen Arbeitsfähigkeit zu machen, nicht jedoch über den
Invaliditätsgrad.
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3.5 Die beiden behandelnden Ärzte Dr. B._ und Dr. D._ beurteilten die
Arbeitsfähigkeit separat für die je von ihnen behandelten Einschränkungen an Schultern
respektive Rücken und attestieren dem Beschwerdeführer je eine Arbeitsfähigkeit von
50% in einer adaptierten Tätigkeit. Die Würdigung dieser Einschätzungen durch die
RAD-Ärztin Dr. E._, wonach unter Berücksichtigung dieser Einschätzungen
gesamthaft eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 50% zumutbar sei, wobei umfangreiche
Adaptationskriterien zu berücksichtigen sein, ist nachvollziehbar.
3.6 Insgesamt ist das Abstellen der Beschwerdegegnerin auf die von der RAD-Ärztin
festgehaltenen Arbeitsfähigkeit von 50% unter Berücksichtigung eines umfangreichen
Katalogs an Adaptationskriterien (vgl. E. 3.1) nicht zu beanstanden.
3.7 Mit der zusätzlichen Funktionseinschränkung der linken Schulter ab Mitte 2011
und der damit neu zu berücksichtigenden Adaptationskriterien liegt eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
seit der Verfügung vom 26. Februar 2010 vor. Insbesondere ist der Beschwerdeführer
nun neu in seiner bisherigen Tätigkeit im Versandcenter einer Bank vollständig
arbeitsunfähig. Damit sind die Voraussetzungen für eine Rentenrevision gemäss Art. 17
ATSG erfüllt.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit
verneint werden müsse. Bereits die angestammte Tätigkeit sei gemäss der
ergonomischen Arbeitsplatzanalyse als ideal adaptiert beurteilt worden. Es sei deshalb
praktisch kaum ein anderer, ebenfalls idealer Arbeitsplatz vorstellbar, bei welchem dem
Beschwerdeführer plötzlich eine Tätigkeit von 50% zumutbar wäre (act. G 1, S. 4).
4.2 Der Beschwerdeführer verkennt, dass durch die Veränderung der
gesundheitlichen Probleme (v.a. Hinzutreten von Einschränkungen der linken Schulter)
sich die Voraussetzungen für eine adaptierte Tätigkeit geändert haben, sich der
bisherige Arbeitsplatz somit nicht mehr als ideal adaptiert erweist und diesbezüglich
sogar eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass in
einer anderen adaptierten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit möglich ist. Des
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Weiteren kann die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit – wie nachfolgend
zu zeigen – offen gelassen werden.
5.
5.1 Bezüglich des Valideneinkommens bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass
dieses mit der Verfügung vom 26. Februar 2010 rechtsverbindlich festgelegt worden
sei, eine umfassende Überprüfung sei demnach nicht zulässig (act. G 4, S. 4). Da
vorliegend jedoch ein Rentenrevisionsgrund gegeben ist, hat rechtsprechungsgemäss
eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3
mit Hinweisen). Somit steht einer Überprüfung des Valideneinkommens nichts
entgegen.
5.1.1 Das von der Beschwerdegegnerin herangezogene Valideneinkommen
beträgt Fr. 74'412.-- und bezieht sich damit auf die Angaben der Arbeitgeberin im
Fragebogen vom 7. Juni 2013 (IV-act. 134-3). Der Beschwerdeführer bringt dagegen
vor, dass von einem höheren Valideneinkommen auszugehen sei (act. G 1, S. 5). Mit
Schreiben vom 25. November 2013 bestätigte die Arbeitgeberin, dass der
Beschwerdeführer bis zum Eintritt des Unfalls vom März 2003 die Stellvertretung des
Gruppenleiters Paketversand ausgeübt habe. Aufgrund der internen Versetzung in die
Briefspedition und dem Beschäftigungsgrad von 50% sei die Fortführung der
Stellvertreterfunktion nicht mehr möglich gewesen. Bei einem Verbleib in der
stellvertretenden Führungsfunktion sowie bei sehr guten Leistungen, wäre eine weitere
finanzielle Entwicklung möglich gewesen. Als stellvertretender Gruppenleiter wäre
heute in einem 100% Pensum eine Entwicklung der Gesamtvergütung in den Bereich
von Fr. 75'000.-- bis Fr. 82'500.-- bezüglich Salär
sowie eine Entwicklung im Bonusbereich von ca. Fr. 7'500.-- möglich gewesen (act.
G 1.2).
5.1.2 Die Arbeitgeberin gab im Fragebogen vom 7. Juni 2013 an, dass der
Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden in der ursprünglichen Tätigkeit pro Jahr
bei 100% Fr. 74'412.-- verdienen würde. Gleichzeitig gab die Arbeitgeberin an, dass
die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens seit 1. Juni 2005 21
Stunden gearbeitet habe (IV-act. 134-2 f.). Eine erhebliche Einschränkung der
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Arbeitszeit ist jedoch bereits am 24. März 2003 eingetreten, womit der Anspruch auf
eine halbe Rente begründet wurde (vgl. IV-act. 41-8). Somit kann nicht auf dieses
Einkommen abgestellt werden, sondern es ist das ursprüngliche Einkommen vor Eintritt
des Gesundheitsschadens heranzuziehen. Gemäss IK-Auszug und Fragebogen
Arbeitgeber vom 17. November 2003 betrug das Einkommen des Beschwerdeführers
im Jahr 2002 Fr. 72'250.-- (IV-act. 11-4 und 13-2). Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung (Index 2002: 1'933, 2013: 2'204) ergibt dies für das Jahr 2013
ein Einkommen von Fr. 82'379.--. Dies deckt sich auch mit den Angaben der
Arbeitgeberin im Schreiben vom 7. Juni 2013, wonach der Beschwerdeführer im Jahr
2013 inkl. Bonus möglicherweise ein Einkommen von Fr. 82'500.-- bis Fr. 89'500.--
erzielt hätte (vgl. act. G 1.2). Demzufolge ist für den Einkommensvergleich von einem
Valideneinkommen von Fr. 82'500.-- auszugehen.
5.2 Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ist das Heranziehen der LSE-
Tabellenwerte nicht zu beanstanden. Es ist auf den Totalwert für Männer bei Arbeiten
im Anforderungsniveau 4 gemäss Tabelle TA1 der LSE 2010 abzustellen (Fr. 4'901.--).
Für das Jahr 2013 ist von einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden
auszugehen. Daraus ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 61'312.-- (Fr. 4'901.-- /
40 x 41.7 x 12). Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2013 resultiert ein
Jahreseinkommen von Fr. 62'823.-- (Index 2010: 2'151, 2013: 2'204).
5.3 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten
Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkungen, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
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(BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
5.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass ein Teilzeit- und Leidensabzug
vorzunehmen sei. In Würdigung sämtlicher Umstände und insbesondere der
umfangreichen Einschränkungen und den damit verbundenen lohnwirksamen
Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt erscheine das Abzugsmaximum von 25% als
angemessen (act. G 1, S. 5). Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, dass die
gesundheitsbedingten Einschränkungen mit einer Arbeitsfähigkeitsschätzung von
lediglich noch 50% in einer adaptierten Tätigkeit bereits grosszügig berücksichtigt
worden seien und deshalb kein Leidensabzug vorzunehmen sei (act. G 4, S. 4).
5.3.2 Die Rechtsprechung gewährt bei Männern einen Teilzeitabzug (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 26. August 2011, 8C_379/2011, E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Weiter
ist zu berücksichtigen, dass dem 1952 geborenen Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 31. Oktober 2013 bzw. der Beurteilung durch den RAD
am 17. Juli 2013 (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) nur noch eine Aktivitätsdauer von rund
4 Jahren bevorstand. In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung werden regelmässig
Tabellenlohnabzüge für das fortgeschrittene Alter gewährt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 2. April 2013, 8C_154/2013, E. 3.3.2; Urteil vom 24. Juli 2013,
9C_334/2013, E. 3; Urteil vom 29. November 2012, 9C_655/2012, E.3). Aufgrund der
nur noch kurzen Aktivitätsdauer von rund 4 Jahren erscheint ein Tabellenlohnabzug
aufgrund des fortgeschrittenen Alters im vorliegenden Fall gerechtfertigt. Auch die
erheblichen qualitativen Einschränkungen an eine Verweistätigkeit (vgl. den
umfangreichen Katalog an Adaptationskriterien, E. 3.1) sowie der Wechsel in ein neues
Tätigkeitsgebiet, in welchem der Beschwerdeführer keinerlei Erfahrung hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 4. August 2008, 8C_404/2007, E. 4.2.2), rechtfertigen einen
Tabellenlohnabzug.
5.3.3 Dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung mit 50% die Einschränkungen in einer
adaptierten Tätigkeit bereits grosszügig berücksichtige, geht weder aus den
Arztberichten noch aus der RAD-Stellungnahme hervor. Dieser Einwand der
Beschwerdegegnerin ist somit nicht begründet. Insgesamt erscheint aufgrund der
vorgenannten Gründe ein Tabellenlohnabzug von mindestens 20% als angemessen.
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5.4 Insgesamt beträgt das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung einer Arbeits
fähigkeit von 50% und eines Tabellenlohnabzugs von 20% Fr. 25'129.-- (Fr. 62'823.-- x
0.5 x 0.8). Daraus ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 57'371.-- (Fr. 82'500.-- –
Fr. 25'129.--) bzw. ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 70%
([Fr. 57'371.-- / Fr. 82'379.--] x 100). Der Beschwerdeführer hat damit Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente.
6.
Das Revisionsbegehren des Beschwerdeführers datiert vom 21. Dezember 2012. Somit
hat die Rentenerhöhung gemäss Art. 88 Abs. 1 lit a IVV ab Dezember 2012 zu er
folgen.
7.
7.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 4. Dezember 2013 ist die
angefochtene Verfügung vom 31. Oktober 2013 aufzuheben und mit Wirkung ab 1.
Dezember 2012 eine ganze Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
7.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Aufgrund des
Umstands, dass der Rechtsvertreter den Beschwerdeführer bereits vor dem
Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden vertreten hat und seither nur eine
geringe Anzahl weitere medizinische Akten hinzugekommen ist, erscheint in der
bis
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
vorliegenden Streitsache eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP