Decision ID: 1e6c8193-c740-5ee4-983e-ac80f3e5ad65
Year: 2017
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_002
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. A_ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) war seit mehreren Jahren in der Schule Altstätten
angestellt gewesen, als die Schule infolge Personalumstrukturierungen ihr bisheriges
Pensum per 1. August 2015 entgegen ihren Wünschen reduzierte. Die Beschwerdeführerin
schloss mit der Schule Altstätten einen neuen, bis 31. Juli 2017 befristeten Arbeitsvertrag
über ein reduziertes Pensum von 48% ab und beantragte bei der Arbeitslosenkasse des
Kantons Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend: Vorinstanz) zusätzlich
Arbeitslosenentschädigung, da sie eigentlich gerne 100% arbeiten würde, aber keine
passende Stelle gefunden und deshalb wenigstens das 48%-Pensum angenommen habe.
B. In der Folge eröffnete die Vorinstanz eine Rahmenfrist bis 31. Juli 2016 und richtete der
Beschwerdeführerin während dieser Zeit Arbeitslosenentschädigung aus, wobei ihr erzielter
Lohn aus dem reduzierten Pensum als Zwischenverdienst angerechnet wurde.
C. Nachdem der Beschwerdeführerin mitgeteilt worden war, dass ihre persönliche Rahmenfrist
demnächst ablaufe, stellte sie am 24. Juli 2016 bei der Vorinstanz Antrag auf Weiterführung
der Arbeitslosenentschädigung ab 1. August 2016.
D. Mit Verfügung vom 16. August 2016 lehnte die Vorinstanz diesen Antrag ab. Die
Beschwerdeführerin erhob Einsprache gegen diese Verfügung, welche mit
Einspracheentscheid vom 8. November 2016 ebenfalls abgewiesen wurde.
E. Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 24.
November 2016 der Post übergebene Beschwerde ans Obergericht. Mit Vernehmlassung
vom 21. Dezember 2016 verlangte die Vorinstanz deren Abweisung und verwies zur
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Begründung auf die Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid. Mit
Zwischenentscheid vom 16. März 2017 wurde das zunächst unter der Verfahrensnummer
O3V 16 31 geführte Verfahren an die zweite Abteilung des Obergerichts übertragen und
neu unter der Verfahrensnummer O2V 17 5 weitergeführt. Mit Eingabe vom 10. Mai 2017
reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen ein, welche der Vorinstanz zur
Kenntnisnahme zugestellt wurden. Nachdem keine weiteren Eingaben mehr erfolgten,
wurde die Sache am 13. Juni 2017 in der zweiten Abteilung des Obergerichts in
Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten und darüber entschieden. Die
Beschwerde wurde abgewiesen. Dem Begehren der Beschwerdeführerin gemäss
Schreiben vom 20. Juli 2017 entsprechend, wird das Urteil mit schriftlicher Begründung
eröffnet.
F. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die
Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen
1. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes
(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Die
örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG, SR 837.0]
i.V.m. Art. 119 und 128 der Arbeitslosenversicherungsverordnung [AVIV, SR 831.02]).
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten der
Beschwerdeführerin als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf
die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 59, Art. 60
Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
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2. Materielles
2.1
a. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es habe von der Pensionskasse für
Lehrpersonen bereits im Jahr 2012 mehrere Veranstaltungen gegeben, in denen die neue
Regelung des Pensionsalters erklärt worden sei. Dort sei die Rede davon gewesen, dass
es eine Übergangszeit gebe, in der man wählen könne, ob man bis zum Alter von 64 oder
bis 65 Jahren arbeiten wolle. Aus dem nachgereichten Dokument der Pensionskasse sei
ebenfalls klar ersichtlich, dass eine solche Übergangszeit bestehe, in der man das
Rentenalter 65 statt wie bisher 64 wählen könne. Sie gehöre vom Geburtsdatum her
(XX.XX.1952) genau in diese Gruppe, die wählen könne. Sie habe gegenüber dem
Arbeitgeber immer geäussert, sie wolle bis 65 Jahre arbeiten, da sie noch zu wenig in die
Rentenkasse einbezahlt habe und auch lieber arbeiten wolle. Ausserdem habe ihr Mann
Mitte November 2014 mit dem Arbeitsamt Herisau gesprochen, wo man ihm den Tipp
gegeben habe, sie solle eher nicht kündigen, sondern das reduzierte Pensum annehmen;
den Rest würde dann die Arbeitslosenkasse übernehmen. Deshalb müsse die
Unterstützung durch die Arbeitslosenkasse bis zum Sommer 2017 gelten, wenn sie trotz
intensiver Bemühungen keine weitere Arbeit nebst dem reduzierten Pensum bekommen
könne.
b. Die Vorinstanz beantragt Abweisung der Begehren der Beschwerdeführerin und
verweist zur Begründung auf den ausführlich begründeten Einspracheentscheid vom 8.
November 2016. Darin verneinte sie gestützt auf Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG einen
Leistungsanspruch, da die Beschwerdeführerin die gesetzlich festgelegten
Anspruchsvoraussetzungen nach dem Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters nicht
mehr erfülle. Insoweit sich die Beschwerdeführerin zudem auf ein Telefongespräch
zwischen ihrem Mann und dem RAV berufe, sei eine verbindliche Aussage des ohnehin
nicht dafür zuständigen RAV nicht nachgewiesen. Aus dem angeblichen Telefonat könne
die Beschwerdeführerin daher nichts zu Ihren Gunsten ableiten.
c. Umstritten und im vorliegenden Verfahren zu klären ist somit, ob der
Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2016 ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
zukommt oder nicht.
2.2
Die Arbeitslosenentschädigung hat zum Zweck, den in der Arbeitslosenversicherung
versicherten Personen einen angemessenen Ersatz zu garantieren für Erwerbsausfälle
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wegen Arbeitslosigkeit (Art. 1a AVIG). Die Anspruchsvoraussetzungen sind in Art. 8 AVIG
gesetzlich festgelegt. Gemäss dieser Bestimmung hat die versicherte Person Anspruch
auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie
a) ganz oder teilweise arbeitslos ist;
b) einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat;
c) in der Schweiz wohnt;
d) die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreicht
hat noch eine Altersrente der AHV bezieht;
e) die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist;
f) vermittlungsfähig ist und
g) die Kontrollvorschriften erfüllt.
Diese einzelnen Voraussetzungen sind nicht alternativ, sondern kumulativ zu erfüllen, um
einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zu begründen (vgl. anstelle vieler: Urteil
des Bundesgerichts 8C_127/2017 vom 13. Juni 2017, E. 4.4). Ist eine einzige der in Art. 8
Abs. 1 AVIG abschliessend aufgezählten Voraussetzungen nicht erfüllt, ist ein Anspruch
auf Arbeitslosenentschädigung zu verneinen und eine Prüfung der übrigen Kriterien
erübrigt sich.
2.3
Die Vorinstanz hat bei der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung verneint, weil sie die in Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG festgelegten
Voraussetzungen („die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter
der AHV erreicht hat noch eine Altersrente der AHV bezieht“) nicht erfülle. Dass die
Beschwerdeführerin die obligatorische Schulzeit zurückgelegt hat und im August 2016
noch keine AHV-Rente bezog, ist unbestritten. Die Vorinstanz hat einen
Leistungsanspruch aber deshalb verneint, weil die Beschwerdeführerin inzwischen das
AHV-Rentenalter erreicht habe.
a. Das Rentenalter der AHV, auf welches Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG verweist, ist im
Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10)
festgelegt. Gemäss dessen im Rahmen der 10. AHV-Revision im Januar 1997 in Kraft
getretenen und seither gültigen Art. 21 Abs. 1 AHVG haben Anspruch auf eine Altersrente
a) Männer, welche das 65. Altersjahr vollendet haben;
b) Frauen, welche das 64. Altersjahr vollendet haben.
Der Anspruch auf die Altersrente entsteht am ersten Tag des Monats, welcher der
Vollendung des gemäss Absatz 1 massgebenden Altersjahres folgt und erlischt mit dem
Tod (Art. 21 Abs. 2 AHVG).
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b. Die Beschwerdeführerin ist am XX.XX.1952 geboren. Folglich hatte sie am XX.XX.2016
ihr 64. Altersjahr vollendet. Ab August 2016 hatte sie gemäss der Bestimmung von Art. 21
AHVG grundsätzlich Anspruch auf eine AHV-Altersrente.
c. Somit fehlt es bei der Beschwerdeführerin ab August 2016 an einer gesetzlichen
Leistungsvoraussetzung für die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung, nämlich dem
Nicht-Erreichen des AHV-Rentenalters gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG. Die Vorinstanz hat
den Anspruch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt.
2.4
Dass die Beschwerdeführerin trotz Erreichen des AHV-Rentenalters im Sinn des AHVG
weitergearbeitet und den AHV-Rentenbezug aufgeschoben hat, spielt für die Frage, ob
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besteht, keine Rolle, wie schon die Vorinstanz im
angefochtenen Einspracheentscheid erklärte.
a. Gemäss der klaren gesetzlichen Bestimmung von Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG ist es nicht
erforderlich, dass die AHV-Rente nach dem Erreichen des AHV-Rentenalters auch
tatsächlich bezogen wird. Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG verlangt, dass weder das Rentenalter
der AHV erreicht worden ist noch eine Altersrente der AHV bezogen wird. Der
Gesetzgeber hat diese zwei negativen Voraussetzungen ausdrücklich alternativ
aufgezählt, da mit dem Erreichen des AHV-Rentenalters nicht zwingend der Bezug der
AHV-Altersrente beginnt bzw. ein AHV-Rentenbezug unter Umständen auch schon vor
Erreichen des AHV-Alters möglich ist. Das AHVG sieht in Art. 39 vor, dass Personen, die
Anspruch auf eine ordentliche Altersrente haben (was vom Erreichen des AHV-Alter
gemäss AHVG abhängig ist) den Beginn des Rentenbezugs mindestens ein Jahr und
höchstens fünf Jahre aufschieben können. Gemäss Art. 40 AHVG ist es ausserdem
möglich, die Rente ein oder zwei Jahre vorzubeziehen. Ein Rentenaufschub oder -
vorbezug ändert aber nichts daran, dass das im Gesetz definierte AHV-Rentenalter auch
bei jenen Personen, die von dieser flexiblen Regelung Gebrauch machen, für Frauen
(nach der derzeit gültigen Gesetzesbestimmung) bei 64 und für Männer bei 65 Jahren
liegt. Ein Rentenvorbezug oder -aufschub verändert nicht das im Gesetz definierte AHV-
Rentenalter, sondern verschiebt lediglich den Zeitpunkt, ab welchem eine AHV-Rente
bezogen wird.
b. Arbeitet eine Person - wie es dem Fall der Beschwerdeführerin entspricht - auch nach
dem Erreichen des AHV-Rentenalters weiter, ist es nicht unüblich, den Bezug der AHV-
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Rente aufzuschieben. Der Vorteil eines solchen Rentenaufschubs liegt darin, dass die
aufgeschobene Altersrente um den versicherungstechnischen Gegenwert der nicht
bezogenen Leistung erhöht wird (vgl. Art. 39 Abs. 2 AHVG). Der Aufschub des Bezugs der
AHV-Rente ändert aber nichts daran, dass die Anspruchsberechtigung auf eine AHV-
Rente grundsätzlich bereits besteht, da das AHV-Rentenalter erreicht worden ist. Die
betreffende Person erfüllt daher, auch wenn sie noch keine AHV-Rente bezieht, die in Art.
8 Abs. 1 lit. d AVIG angeführten Voraussetzungen für den Leistungsanspruch auf
Arbeitslosenentschädigung nicht.
c. Somit spielt es auch keine Rolle, ob die Beschwerdeführerin auch nach Erreichen des
AHV-Rentenalters Arbeitsbemühungen im Hinblick auf eine Vollzeitstelle tätigte. Sobald
das Rentenalter der AHV erreicht ist, kann kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
mehr entstehen, ohne das es eine Rolle spielt, ob sich eine Person dem Arbeitsmarkt
weiterhin zur Verfügung stellt bzw. stellen will. Dies hat der Gesetzgeber berücksichtigt,
indem er von der AlV-Beitragspflicht ausdrücklich jene Arbeitnehmer ausgenommen hat,
die das Rentenalter nach Art. 21 AHVG bereits erreicht haben (vgl. Art. 2 Abs. 2 lit. c
AHVG). Die Beschwerdeführerin hat nach dem Erreichen des AHV-Rentenalters keine
Beiträge in die Arbeitslosenversicherung mehr zu entrichten, hat aber umgekehrt auch
keine Ansprüche mehr auf Arbeitslosenentschädigung.
2.5
Die von der Beschwerdeführerin am 10. Mai 2017 nachträglich eingereichten Unterlagen
im Zusammenhang mit dem kantonalen Personalrecht ändern ebenfalls nichts daran, dass
die Beschwerdeführerin ab August 2016 aufgrund der klaren Regelung in Art. 8 Abs. 1 lit.
d AVIG keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung mehr haben kann.
a. Das AHV-Rentenalter wird im Bundesrecht (AHVG) festgelegt und steht im
Zusammenhang mit dem Anspruch auf eine schweizweit einheitlich geregelte AHV-
Altersrente. Die von der Beschwerdeführerin eingereichte „Information für die
Mitarbeitenden zum Entwurf des Personalgesetzes“ betrifft dagegen ein kantonales
Personalgesetz, welches das Arbeitsverhältnis des Staatspersonals des Kantons St.
Gallens regelt (worauf im Fettgedruckten zu Beginn des Dokuments ausdrücklich
hingewiesen wird). In dem von der Beschwerdeführerin markierten Abschnitt geht es um
die Regelung des dienstrechtlichen Übertritts in den Ruhestand und was für Auswirkungen
dies auf die Ausrichtung der Altersrente der beruflichen Vorsorge, welcher das
Staatspersonal angeschlossen ist, hat (ausdrücklich: „Altersrenten der
Versicherungskasse“).
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b. Im Jahr 1972 wurde die berufliche Vorsorge in die Verfassung aufgenommen und stellt
seither die zweite Säule im Dreisäulenkonzept der schweizerischen Vorsorge dar. Gestützt
auf die Verfassungsbestimmung (heute: Art. 113 der Schweizerischen Bundesverfassung
[BV, SR 101]) wurde das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG, SR 831.40) ausgearbeitet. Mit dem BVG führte der Gesetzgeber
eine gesetzlich garantierte berufliche Minimalvorsorge ein. Die Vorsorgeeinrichtungen sind
frei, über das von Gesetz geforderte Minimum hinauszugehen. Die Frage nach der
geeigneten Organisation, der Gestaltung und auch der Finanzierung der BVG-Leistungen
überlässt das Gesetz grundsätzlich den Vorsorgeeinrichtungen. Das BVG-Rentenalter ist
in Art. 13 BVG festgelegt (aktuell: Männer 65 Jahre, Frauen 64 Jahre, vgl. Anpassung
gemäss Art. 62a Abs. 1 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge, SR 831.441.1) und stimmt damit mit dem im AHVG festgelegten AHV-
Rentenalter überein. Gemäss Art. 13 Abs. 2 BVG können die reglementarischen
Bestimmungen der Vorsorgeeinrichtungen allerdings reglementarisch vorsehen, dass der
Anspruch auf Altersleistungen nicht bei Erreichen eines bestimmten Alters, sondern mit
der Beendigung der Erwerbstätigkeit entsteht. Um dieses Thema geht es in dem von der
Beschwerdeführerin im eingereichten Informationsdokument markierten Abschnitt. Der
BVG-Rentenbezug bestimmt sich nach den reglementarischen Bestimmungen der
Pensionskasse und die dortige Regelung muss nicht mit der Regelung des AHV-
Rentenalters im AHVG übereinstimmen.
c. Im vorliegenden Verfahren geht es um die Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen
für den Bezug einer Arbeitslosenentschädigung. Diese Anspruchsvoraussetzungen sind
nicht davon abhängig, welche Ansprüche der Beschwerdeführerin in
berufsvorsorgerechtlicher Hinsicht zukommen. Entscheidend im Zusammenhang mit der
Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen für Arbeitslosenentschädigung ist gemäss
ausdrücklicher Gesetzesvorschrift von Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG, dass das Rentenalter der
AHV noch nicht erreicht worden ist. Wie bereits aufgezeigt, hat die Beschwerdeführerin
das AHV-Rentenalter im Juli 2016 erreicht und damit ab August 2016 keinen Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung mehr.
2.6
Die Vorinstanz hat sich mit dem weiteren Einwand der Beschwerdeführerin, ihr Mann habe
Mitte November 2014 mit dem Arbeitsamt Herisau telefoniert und man habe empfohlen,
das angebotene reduzierte Pensum anzunehmen, der Rest würde dann durch die
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Arbeitslosenkasse übernommen, im angefochtenen Einspracheentscheid nach
zusätzlichen Sachverhaltsabklärungen einlässlich auseinandergesetzt.
a. Auf diese zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid kann
vollumfänglich verwiesen werden. Auch gestützt auf Treu und Glauben vermag die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung begründen.
b. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass zudem der Zeitpunkt, den die
Beschwerdeführerin für das Telefonat angibt (November 2014), lange vor dem Zeitpunkt
liegt, in dem die Beschwerdeführerin schliesslich das AHV-Rentenalter erreichte. Für die
Zeit bis zum Erreichen des AHV-Rentenalters trifft es grundsätzlich zu, dass ergänzend
zum in einem Teilzeitpensum erzielten Lohn (Zwischenverdienst) eine
Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet werden kann. Der Beschwerdeführerin wurde
denn auch bis zum AHV-Rentenalter eine Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet. Zumal
im Arbeitsvertrag vom 8. Mai 2015 zwischen der Beschwerdeführerin und der
Primarschulgemeinde Altstätten vereinbart wurde, dass die Arbeitnehmerin den Vertrag
jeweils auf Semesterende kündigen kann, machte es durchaus Sinn, diese Teilzeitstelle
anzunehmen und gleichzeitig weiterhin nach der angestrebten Vollzeitstelle zu suchen. Ein
diesbezüglicher Rat durch einen RAV-Mitarbeiter wäre damit an sich nachvollziehbar.
Gerade auch unter Berücksichtigung des zeitlichen Aspekts erscheint es aber kaum
wahrscheinlich, dass mit einem solchen Ratschlag im November 2014 auch eine konkrete
Zusicherung für die Zukunft erfolgt sein soll, nach Erreichen des AHV-Rentenalters rund
1.5 Jahre später unverändert weiterhin Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zu
haben.
c. Dass die Beschwerdeführerin selbst offenbar immer davon ausging, bis Juli 2017
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zu haben, beruht damit auf einem
offensichtlichen Irrtum. Ein solcher ändert nichts daran, dass gemäss klarer gesetzlicher
Vorschrift von Art. 8 Abs. 1 lit. d AVIG die Anspruchsvoraussetzungen für die Ausrichtung
von Arbeitslosenentschädigung seit dem Erreichen des AHV-Alters von der
Beschwerdeführerin nicht mehr erfüllt werden und die Vorinstanz daher ihre geltend
gemachten Leistungsansprüche zu Recht abgewiesen hat.
3. Kosten und Entschädigung
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Es handelt sich um ein kostenloses Verfahren (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a
ATSG), weshalb keine Gerichtskosten zu erheben sind. Eine Parteientschädigung ist beim
vorliegenden Verfahrensausgang nicht auszurichten.
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