Decision ID: ae44bfcf-3ee9-4ace-86d6-b7cda36bea0a
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die K._ AG ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0000_, Grundbuchkreis Y._,
welches mit dem Gewerbegebäude Assek.-Nr. 0001_ überbaut ist. Nach dem
Zonenplan der Politischen Gemeinde X._ ist dieses Grundstück der Gewerbe-
Industrie-Zone B zugewiesen. Die Sunrise Communications AG, Opfikon (bis
12. März 2019 Zürich, fortan: S-AG), und die Swisscom (Schweiz) AG, Bern, betreiben
auf dem Flachdach des Gewerbegebäudes Assek.-Nr. 0001_ eine Mobilfunkanlage.
Am 28. September 2016 stellte die S-AG ein Baugesuch für den Umbau (neue
Antennen, Leiter mit Rückenschutz) und die Erweiterung (Umverteilung des
Frequenzbandes auf 800-900, 1800-2100 resp. 1800-2600 MHz [Mobilfunkdienste der
2., 3. und 4. Generation (GSM, UMTS und LTE)], Änderung der Senderichtungen) dieser
Anlage. Während der öffentlichen Auflage vom 23. März 2017 bis 5. April 2017 erhob
A._ beim Amt für Baubewilligungen der Stadt X._ Einsprache. Am 9. August 2017
reichte das städtische Amt für Umwelt und Energie einen Amtsbericht ein. Mit
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Entscheid vom 1. September 2017 wies das Amt für Baubewilligungen die Einsprache
von A._ ab, soweit es darauf eintrat, und bewilligte das Baugesuch unter
Nebenbestimmungen. Dagegen rekurrierte A._ am 27. September 2017 an das
Baudepartement. Am 5. Januar 2018 reichte das kantonale Amt für Umwelt einen
Amtsbericht ein. Am 21. Februar 2018 führte das Baudepartement einen Augenschein
durch. Mit Entscheid vom 24. Juni 2019 wies es den Rekurs ab (act. 2, act. 10/1, 12,
16, act. 10/9/4, 9-16, map.geo.admin.ch, www.geoportal.ch, www.zefix.ch).
B.
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 24. Juni 2019 erhob A._
(Beschwerdeführer) am 8. Juli 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Am
29. August 2019 ergänzte er seine Beschwerde mit einer Begründung und dem Sinn
nach mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die
nachgesuchte Baubewilligung zu verweigern. Eventualiter seien im Rekursverfahren die
amtlichen Kosten zu reduzieren und keine Parteientschädigung zuzusprechen (act. 5).
Mit Vernehmlassung vom 16. September 2019 beantragte die Vorinstanz, die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne (act. 9). Mit
Stellungnahme vom 25. September 2019 schloss die Politische Gemeinde X._
(Beschwerdebeteiligte) auf Abweisung der Beschwerde (act. 12). Am 7. Oktober 2019
liess sich die S-AG (Beschwerdegegnerin) durch ihren Rechtsvertreter mit dem Antrag
vernehmen, es sei die Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl.
Mehrwertsteuer, abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (act. 13). Mit Replik vom
25. Oktober 2019 bestätigte der Beschwerdeführer seine Anträge und Ausführungen
(act. 15). Mit Eingabe vom 13. November 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
eine Duplik (act. 17).

Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
als Adressat des angefochtenen Entscheids und Miteigentümer der Parzelle Nr. 0002_
im Einspracheperimeter (vgl. act. 10/9/9, act. 10/9/16, S. 5, www.geoportal.ch) ist zur
Erhebung des Rechtsmittels befugt (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP
und BGE 128 II 168 E. 2 mit Hinweisen). Die (Laien-)Beschwerdeeingabe vom
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8. Juli 2019 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom
29. August 2019 (act. 5) formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (vgl.
Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP,
Zwischenverfügung des Abteilungspräsidenten vom 8. Oktober 2019 mit Hinweisen,
act. 14, und BGer 4A_653/2018; 4A_657/2018 vom 14. November 2019 E. 6.3 mit
Hinweisen), wenngleich die Weitschweifigkeit einer Eingabe nach dem entsprechenden
Hinweis des Abteilungspräsidenten nicht durch eine Verkleinerung der Schriftgrössen
und Zeilenabstände behoben werden könnte (vgl. act. 5 und 15). Auf die Beschwerde
ist somit grundsätzlich einzutreten. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens kann
nur sein, was bereits Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens bildete (vgl. VerwGE
B 2019/82 vom 2. Juli 2019 E. 1 mit Hinweis). Verfahrensgegenstand im
vorinstanzlichen Verfahren bildete das Baugesuch der Beschwerdegegnerin vom
28. September 2016 für den Umbau und die Erweiterung der bestehenden
Mobilfunksendeanlage (Mobilfunkdienste der 2. bis 4. Generation) auf Grundstück
Nr. 0000_. Soweit die Vorbringen des Beschwerdeführers über den dargelegten
Rahmen hinausgehen und sich auf eine Mobilfunkanlage auf dem Hoheitsgebiet der
Politischen Gemeinde Z._ (R._) sowie auf die fünfte Mobilfunkgeneration ("New
Radio" [NR]) beziehen (act. 5, S. 2-4, 8 f., 23), kann auf die Beschwerde nicht
eingetreten werden. Aus demselben Grund ist auf die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Strahlenbelastung durch Mobilfunktelefone (act. 5, S. 22-25,
29-31, act. 6.1, S. 17-41, act. 15, S. 2-8), zu seinen Untersuchungen zu
Verkehrsunfällen (act. 5, S. 26, 30, act. 6.1, S. 42-49) und zu angeblich strafrechtlich
relevanten Aussagen von F._ (Präsident des Verwaltungsrates und Geschäftsführer
der Swisscom [Schweiz] AG) in den Medien (act. 5, S. 3, act. 15, S. 10, act. 10/9/9)
nicht einzutreten.
2.
Der Beschwerdeführer macht geltend (act. 5, S. 1-31, act. 6.1, S. 1-16, 32, act. 6.2 f.,
act. 15, S. 1-16), von der Mobilfunkstrahlung gehe eine gesundheitsschädigende
Wirkung aus. Die Fachinstanzen des Bundes hätten in diesem Bereich grundlegend
versagt. Der Wissensstand der Bundesbehörden sei nicht hinreichend gesichert. Die
Grundlagen, auf welche sich der Bundesrat beim Erlass der NISV gestützt habe resp.
stütze, widersprächen gültigen wissenschaftlichen und ethischen Standards. Bei der
Mehrheit der Mitglieder der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) einberufenen
Beratenden Expertengruppe NIS (BERENIS) beständen grundsätzliche
Interessenkonflikte. Deshalb sei diese nicht in der Lage, ihrer Aufgabe nachzukommen,
die neu publizierten wissenschaftlichen Arbeiten zu gesundheitlichen Auswirkungen
nichtionisierender Strahlung zu sichten und zu bewerten. Sie habe eine Vielzahl
wichtiger Studien nicht berücksichtigt. Insgesamt befassten sich nur 32-35% der von
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der BERENIS ausgewählten Studien mit den Auswirkungen nichtionisierender
Strahlung. Die Grenzwertfestlegung in der NISV beruhe auf einem Betrugssystem mit
manipulierten Gutachten. Sämtliche Entscheide aller schweizerischen
Rechtsmittelinstanzen mindestens der letzten fünf Jahre im Zusammenhang mit
nichtionisierender Strahlung basierten auf einer fehlerhaften Wissensbasis. Zum Erhalt
der Gesundheit breiter Bevölkerungskreise müsse die vorliegend strittige
Baubewilligung verweigert werden.
Der Immissionsschutz ist bundesrechtlich im Bundesgesetz über den Umweltschutz
(Umweltschutzgesetz; SR 814.01, USG) und den darauf gestützten Verordnungen
geregelt. Laut Art. 1 Abs. 2 USG sind Einwirkungen, die schädlich oder lästig werden
könnten, im Sinne der Vorsorge frühzeitig zu begrenzen. Nach Art. 12 USG werden
Emissionen unter anderem durch Emissionsgrenzwerte eingeschränkt (Abs. 1 lit. a), die
durch Verordnung oder direkt auf das Gesetz abgestützte Verfügungen vorgeschrieben
werden (Abs. 2). Der Bundesrat hat die Verordnung über den Schutz vor
nichtionisierender Strahlung (SR 814.710, NISV) erlassen, die unter anderem die
Immissionen von Mobilfunksendeanlagen regelt (vgl. BGer 1C_97/2018 vom
3. September 2019 E. 3.1 mit Hinweis). Gemäss Art. 1 NISV soll die Verordnung vor
schädlicher oder lästiger nichtionisierender Strahlung schützen. Anlagen, die
nichtionisierende Strahlen emittieren, müssen bei der Erstellung und im Betrieb die
vorsorglichen Emissionsgrenzwerte einhalten (vgl. Art. 4 Abs. 1 NISV sowie Ziff. 6
Anhang 1 NISV). Die Grenzwerte wurden vom Bundesrat nach Massgabe der Kriterien
der technischen und betrieblichen Möglichkeit sowie der wirtschaftlichen Tragbarkeit
gemäss Art. 11 Abs. 2 USG festgesetzt (vgl. BGer 1C_576/2016 vom 27. Oktober 2017
E. 3.5.1, in: URP 2018, S. 713 ff.). Jede Mobilfunksendeanlage hat für sich im
massgebenden Betriebszustand an allen Orten mit empfindlicher Nutzung (sog. OMEN)
den Anlagegrenzwert einzuhalten (vgl. Ziff. 64 und 65 Anhang 1 NISV). Zudem müssen
überall, wo sich Menschen aufhalten können (sog. Orte für kurzfristigen Aufenthalt
[OKA]) die festgelegten Immissionsgrenzwerte eingehalten werden (vgl. Art. 13
Abs. 1 NISV und Anhang 2 NISV). Das Verordnungsrecht enthält im Bereich
nichtionisierender Strahlung eine abschliessende Regelung, weshalb für das
kommunale und kantonale Recht insoweit kein Raum bleibt (vgl. BGE 138 II 173 E. 5.1
mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat wiederholt festgehalten, dass die festgelegten
Grenzwerte gemäss bisherigem Wissensstand verfassungs- und gesetzeskonform sind
(vgl. BGer 1C_681/2017 vom 1. Februar 2019 E. 4.3, in: BR 2019, S. 296,
BGer 1C_348/2017 vom 21. Februar 2018 E. 4.3 ff., in: BR 2018, S. 293 f., und
BGer 1C_323/2017 vom 15. Januar 2018 E. 2.5, in: BR 2018, S. 310, je mit Hinweis[en],
insbesondere auf BGer 1C_576/2016 vom 27. Oktober 2017 E. 3.5.2 mit Hinweisen,
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a.a.O., sowie BGE 126 II 399 E. 4).
Vorliegend besteht kein Anlass, die bundesgerichtliche Rechtsprechung grundlegend
zu überprüfen, und der Beschwerdeführer vermag dafür auch keine stichhaltigen
Argumente vorzutragen. Zudem lässt er ausser Acht, dass es in erster Linie Sache der
zuständigen Fachbehörden und nicht des Verwaltungsgerichts ist, die entsprechende
internationale Forschung sowie die technische Entwicklung zu verfolgen und
gegebenenfalls eine Anpassung der Grenzwerte der NISV zu beantragen. Mit Blick auf
das dem Bundesrat zustehende Ermessen ist die entsprechende
verordnungsrechtliche Regelung nicht zu beanstanden. Im Übrigen wird in der
Beschwerde nicht konkret bestritten, dass beim geplanten Umbau und der Erweiterung
der bestehenden Mobilfunkanlage auf Parzelle Nr. 0000_ die massgeblichen
Grenzwerte rechnerisch eingehalten werden (vgl. dazu den Amtsbericht des Amtes für
Umwelt und Energie der Beschwerdebeteiligten vom 9. August 2017, act. 10/9/4).
3.
Der Beschwerdeführer bestreitet beiläufig, dass die NISV Bäume und Nutzvieh
genügend vor Strahlung schützt (act. 5, S. 7).
Die Immissionsgrenzwerte sind so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft
oder der Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte Menschen, Tiere und Pflanzen
nicht gefährden (Art. 14 lit. a USG). Die Anforderungen nach Art. 14 USG gelten zwar
vorab für Luftverunreinigungen, sie sind jedoch auch auf die Einwirkung von Strahlen
anzuwenden, weil sie allgemeine Regeln wiedergeben. Die Immissions- und
Anlagegrenzwerte der NISV sind auf den Schutz von Menschen und nicht von Tieren
oder Pflanzen zugeschnitten. Der Schutz der Tiere und Pflanzen geht dabei
gewissermassen im Schutz der Menschen auf (Art. 1 NISV, vgl. BGer 1C_579/2017
vom 18. Juli 2018 E. 5.4, in: URP 2018, S. 710 ff., BGer 1C_254/2017 vom
5. Januar 2018 E. 9.1 f., in: URP 2018, S. 717 ff., und BGer 1C_450/2010 vom
12. April 2011 E. 3.2, in: URP 2011, S. 434, je mit Hinweisen).
Nicht umstritten ist, dass die Mobilfunkanlage auf Parzelle Nr. 0000_ nach dem
vorliegend strittigen Umbau und der Erweiterung die massgeblichen Grenzwerte
einhält. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3.8 des angefochtenen Entscheids (act. 2,
S. 10 f.) überdies zutreffend ausgeführt hat, besteht kein Anlass, wegen der vom
Beschwerdeführer behaupteten Schäden an Bäumen in der näheren Umgebung der
Mobilfunkanlage auf Parzelle Nr. 0000_ auf die derzeit geltenden Grenzwerte
zurückzukommen und die Baubewilligung zu verweigern. Die Ergebnisse der
vergleichsweise wenigen Studien zu dieser Thematik sind variabel und hängen von der
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Art der Strahlung und der betroffenen Spezies ab. Es fehlt der notwendige konkrete
Nachweis, auf dessen Grundlage verschärfte Emissionsbegrenzungen geprüft und
angeordnet werden könnten (vgl. BGer 1C_254/2017 vom 5. Januar 2018 E. 9.8 f.,
a.a.O.). Dasselbe gilt auch für einen allfälligen, vom Beschwerdeführer behaupteten
durch Strahlung beeinträchtigten Nutztierbestand in der Nähe der fraglichen
Mobilfunkanlage (vgl. dazu BGer 1C_31/2012 vom 6. Juni 2012 E. 4.2 und
BGer 1C_338/2007 vom 24. April 2008 E. 4.1, in: URP 2008, S. 369 ff., S. 374 f., siehe
zu Wildtieren auch BGer 1C_579/2017 vom 18. Juli 2018 E. 5.7, a.a.O.).
4.
In der Baubewilligung vom 1. September 2017 (Beilage zu act. 10/1, S. 12 Ziff. 14)
wurde die Beschwerdegegnerin auflageweise verpflichtet, bei der umgebauten Anlage
das vom BAFU empfohlene Qualitätssicherungssystem (QS-System) zur
Gewährleistung der bewilligten Sendeleistungen und Senderichtungen im Zeitpunkt der
Inbetriebnahme umzusetzen. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt
(act. 5, S. 2), das QS-System biete nicht genügend Sicherheit.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt das vom BAFU empfohlene QS-
System eine zulässige Alternative zur Kontrolle durch bauliche Vorkehrungen dar und
genügt grundsätzlich den Anforderungen an eine wirksame Kontrolle der
Emissionsbegrenzungen (vgl. BGer 1C_97/2018 vom 3. September 2019 E. 7.2 f. mit
Hinweisen, siehe dazu auch Amtsbericht des kantonalen Amtes für Umwelt vom
5. Januar 2018, act. 10/12, S. 1). Im Übrigen hat das Bundesgericht eine erneute (letzte
Kontrolle in den Jahren 2010/2011) schweizweite Überprüfung des Funktionierens der
QS-Systeme durch das BAFU verlangt. Die vom Bundesgericht dabei im Kanton
Schwyz bei Mobilfunkantennen festgestellten Abweichungen von bewilligten
Einstellungen schaffen indessen keine genügende Grundlage, um auf das generelle
Versagen der QS-Systeme zu schliessen (vgl. BGer 1C_97/2018 vom
3. September 2019 E. 8.3 mit Hinweisen).
5.
Der Beschwerdeführer bemängelt im Weiteren die Bemessung der amtlichen Kosten
und die Auferlegung der ausseramtlichen Kosten im vorinstanzlichen Rekursverfahren
(act. 5, S. 27).
Den Behörden kommt bei der Verlegung und Bemessung von amtlichen und
ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Die
Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren verwehrt
(Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP, vgl. VerwGE B 2019/75 vom 19. Dezember 2019 E. 4.2 mit
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Hinweisen auf BGE 135 II 172 E. 3.2 und VerwGE B 2017/29 vom 20. Juli 2018,
berichtigt am 13. August 2018 E. 5, und VerwGE B 2015/309 vom 26. April 2017 E. 4.1
je mit Hinweisen).
5.1
Nr. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5,
GebT) legt gestützt auf Art. 100 VRP sowie Art. 1 und Art. 3 der Verordnung über
Kosten und Entschädigungen im Verwaltungsverfahren
(Verwaltungsgebührenverordnung; sGS 821.1, VGV) für Rekursentscheide eines
Departements einen Rahmen zwischen CHF 200 und CHF 5'000 fest. Nr. 10.05 sieht
für Augenscheine einen Rahmen zwischen CHF 150 und CHF 3'000 vor. Besteht ein
Mindest- und ein Höchstansatz können gemäss Art. 4 der Verordnung über die
Bearbeitung von Rekursverfahren vor den Departementen (sGS 951.11, RekV) bei der
Gebührenbemessung die Art des Falls (lit. a), die finanziellen Interessen der Beteiligten
(lit. b), die Umtriebe (lit. c), die finanziellen Verhältnisse des oder der Kostenpflichtigen
(lit. d) und die Art der Prozessführung der Beteiligten (lit. e) berücksichtigt werden.
Mit Blick auf den Gebührenrahmen für departementale Rekursentscheide und für
Augenscheine und den Zeit- und Arbeitsaufwand der Vorinstanz, der unter anderem
durch die Einholung eines Amtsberichts beim kantonalen Amt für Umwelt und die Art
der Prozessführung des Beschwerdeführers geprägt war, erscheint die von der
Vorinstanz erhobene Entscheidgebühr von CHF 3'500 (act. 2, S. 13 f.) nicht als
überhöht, auch wenn sich die Vorinstanz dafür auf eine im Zeitpunkt des
angefochtenen Entscheides nicht mehr aktuelle Tarifposition beruft (vgl. dazu VerwGE
B 2019/195 vom 18. Januar 2020 E. 3). Daran ändert nichts, dass gemäss dem
Beschwerdeführer seine Argumente im angefochtenen Entscheid "wenig einlässlich"
beurteilt worden seien, zumal er der Vorinstanz deswegen keine mangelhafte
Begründungsdichte vorwirft und eine solche auch nicht erkennbar ist (vgl. dazu
BGE 142 II 49 E. 9.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP besteht im Rekursverfahren kein unbedingter Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung, sondern nur soweit sie aufgrund der Sach- und
Rechtslage als notwendig und angemessen erscheint. Der Verweis auf die
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Angemessenheit in Art. 98 Abs. 2 VRP lässt es zu, – selbst wenn sie als notwendig
erscheint – lediglich eine reduzierte Entschädigung zuzusprechen oder von der
Zusprechung gänzlich abzusehen, wenn die konkreten Umstände des Falles dies
nahelegen (vgl. hierzu VerwGE B 2011/88 vom 18. Oktober 2011 E. 2.2.4 mit Hinweisen
und GVP 1993 Nr. 53). Laut Art. 98 VRP wird die ausseramtliche Entschädigung den
am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (vgl. auch
Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 lit. b und Art. 106 Abs. 1 Satz 1 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO). Inwiefern
ein Beteiligter obsiegt, ist aufgrund der gestellten Anträge zu beurteilen (vgl. VerwGE
B 2011/88 vom 18. Oktober 2011 E. 2.2.2). Von diesem Verteilungsgrundsatz
entsprechend dem Erfolg der Parteien im Prozess kann insbesondere dann
abgewichen werden und die ausseramtliche Entschädigung nach Ermessen verteilt
werden, wenn eine Partei in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst war und wenn
andere besondere Umstände vorliegen, die eine Verteilung nach dem Ausgang des
Verfahrens als unbillig erscheinen lassen (vgl. Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 107
Abs. 1 lit. b und f ZPO und VerwGE B 2015/74 vom 28. März 2017 E. 6.2 mit
Hinweisen).
Konkrete Umstände, welche einen Verzicht auf eine ausseramtliche Entschädigung
oder eine Reduktion der Entschädigung im vorinstanzlichen Rekursverfahren gestützt
auf Art. 98 Abs. 2 VRP nahelegen würden, sind nicht ersichtlich und werden vom
Beschwerdeführer auch nicht weiter dargetan. Insbesondere tut nichts zur Sache, dass
der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom
4. Dezember 2017 (act. 10/10) gemäss dem Beschwerdeführer überwiegend
Textbausteine verwendet hat. Immerhin musste er sich u.a. mit den ausführlichen
Eingaben und den umfangreichen Beilagen des Beschwerdeführers/Rekurrenten
befassen. Dementsprechend erhielt die vollständig obsiegende Beschwerdegegnerin
im vorliegenden Fall von der Vorinstanz nach dem Erfolgsprinzip eine volle
ausseramtliche Entschädigung zugesprochen. Gründe, welche eine Abweichung vom
Erfolgsprinzip rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich und werden vom
Beschwerdeführer auch nicht weiter substantiiert. Die konkrete Bemessung der
ausseramtlichen Entschädigung im Betrag von CHF 3'250 ohne Mehrwertsteuer wird
vom Beschwerdeführer sodann nicht bestritten (vgl. dazu E. 7.2 des angefochtenen
bis
ter
ter
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Entscheids, act. 2, S. 14). Insgesamt liegt keine Rechtsverletzung vor, die durch das
Verwaltungsgericht zu korrigieren wäre.
6.
(...).