Decision ID: 074f2bea-384c-57b7-a528-200699807d01
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evalotta Samuelsson, Ankerstrasse 24,
Postfach 2250, 8026 Zürich,
gegen
A._,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Frey, Genferstrasse 24, 8002 Zürich,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
Z._ war bei der B._ tätig und dadurch bei der A._ (nachfolgend:
Unfallversicherung) unfallversichert, als sie am 12. Februar 2003 als Lenkerin eines
Autos mit einem Fahrzeug frontal kollidierte, welches zuvor bereits mit dem vor der
Versicherten fahrenden Auto zusammengestossen war (UV-act. 1/K1, 1/K9; UV-act. 7).
Gemäss Arztzeugnissen von Dr. med. C._, Allgemeinpraktiker, vom 25. und 26. Juni
2003 - diesen Arzt suchte die Versicherte zwei Tage nach dem Unfall auf - zog sie sich
beim Unfall neben multiplen Prellungen und Schnittwunden ein
Beschleunigungstrauma der HWS zu. Eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestand bis
15. Juni 2003 und für die Folgezeit eine solche von 50% (UV-act. 3/M3, M5, M7). Die
Unfallversicherung anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach Durchführung von ärztlichen
Behandlungen sowie umfangreichen ärztlichen Abklärungen und Begutachtungen
eröffnete die Unfallversicherung der Rechtsvertreterin der Versicherten mit Verfügung
vom 23. August 2007, die Beschwerden seien nicht objektivierbar. Das typische
Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas sei zwar teilweise gegeben, würde
jedoch im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik ganz in den
Hintergrund treten. Die Adäquanzkriterien einer psychischen Fehlentwicklung nach
Unfall seien nicht bzw. nicht ausreichend erfüllt. Daher würden per sofort alle
Leistungen eingestellt (UV-act. 3/K140). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache wies die Unfallversicherung mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2007
ab (UV-act. 3/K154).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte durch Rechtsanwältin lic. iur.
Evalotta Samuelsson, Zürich, Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben, und es seien ihr über den 23. August 2007 hinaus die gesetzlichen und
vertraglichen Leistungen (insbesondere Heilungskostenübernahme und Taggelder, evt.
Renten) zuzusprechen, und es sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren
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medizinischen Abklärungen zurückzuweisen. Zur Begründung legte die
Rechtsvertreterin unter anderem dar, die Beschwerdeführerin leide auch heute noch an
einem zervikocerebralen und zervikozephalen Syndrom. Sodann liege ein typisches
Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma vor. Die Gutachter der Rehaklinik
Bellikon würden im Gutachten vom 4. Juni 2007 mehrere Diagnosen ausgewiesener
Fachärzte übergehen, ohne sich mit deren Testungen und Untersuchungen sowie
Diagnosen kritisch auseinanderzusetzen. Es lägen organische Unfallfolgen vor. Die
Diagnostizierung einer "Konversionsstörung" erweise sich vor dem Hintergrund, dass in
den vormaligen medizinischen Akten durchwegs die typischen Beschwerden nach
HWS-Distorsionstrauma diagnostiziert und teilweise mit Computertomographie und
funktionellem MRI sowie klinischen Untersuchungen auch hätten objektiviert werden
können, als nicht logisch und nachvollziehbar. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit werde
seitens der Psychiatrie nicht begründet. Es fehle eine Beurteilung der zumutbaren
Arbeitstätigkeiten. Zudem habe man es unterlassen, die Beschwerdeführerin auf eine
milde traumatische Hirnverletzung (MTBI), auf Mikroverletzungen im HWS-Bereich und
auf eine Commotio cerebri hin zu untersuchen. Es sei aus der medizinischen Literatur
bestens bekannt, dass bei verletzten Kopfgelenkbändern eine Kopfgelenkinstabilität
mit Symptomen auftrete, wie sie bei der Beschwerdeführerin vorliegen würden. Dies
führe nicht nur zu den Schleudertrauma-Beschwerden, sondern auch zu
neurasthenischen Beschwerden, wie sie auch bei der Beschwerdeführerin belegt seien.
Vor diesem Hintergrund sei eine objektivierte, somatische Schädigung belegt, die nur
im Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. Februar 2003 gesehen werden könne. Der
Beweis der fehlenden Kausalität könne daher durch die Beschwerdegegnerin nicht
erbracht werden. Erst die zusätzliche Untersuchung mit funktionellem MRI habe
Befunde ergeben, welche den Nachweis einer organischen Verletzung gestatten
würden. Bei Schleudertrauma-Fällen mit Möglichkeit von organischen Verletzungen
habe unbedingt eine genaue Abklärung stattzufinden. Gegebenenfalls sei ein
Sachverständigengutachten einzuholen, welches sich zur Frage zu äussern habe, ob
ein Anulusriss allenfalls anders als durch eine äusserliche Krafteinwirkung erfolgen
könne. Bei Vorhandensein von organischen Unfallfolgen entfalle eine spezielle
Adäquanzprüfung. Selbst wenn eine Adäquanzprüfung nach den Kriterien der sog.
Schleudertrauma-Rechtsprechung vorgenommen würde, so wären im Zusammenhang
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mit dem streitigen (mittelschweren bis schweren) Unfall mehrere Kriterien - zumindest
teilweise in geradezu ausgeprägter Weise - erfüllt.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2008 beantragte Rechtsanwalt lic. iur.
Christoph Frey, LL.M., Zürich, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte er unter anderem mit Hinweis auf das Gutachten
der Rehaklinik Bellikon vom 4. Juni 2007 aus, hinsichtlich der somatischen
Beschwerden der Beschwerdeführerin sei bereits der natürliche Kausalzusammenhang
zu verneinen. Eine Commotio cerebri sei nicht aktenkundig. Keiner der behandelnden
Ärzte habe die von der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verlangten
zusätzlichen Abklärungen als notwendig erachtet. Die Beschwerdeführerin habe keine
unfallkausale, objektivierte, somatische Schädigung erlitten. Spätestens sechs Monate
nach dem Unfall habe die psychische Störung ganz im Vordergrund der
Symptompräsentation gestanden. Es sei diesbezüglich von einer eigenständigen
Gesundheitsstörung auszugehen. Es gebe keinen Anlass, vom Gutachten der
Rehaklinik Bellikon abzuweichen. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
psychischen Beschwerden und dem mittelschweren Unfall sei nicht gegeben. Die
höchstrichterlich definierten Kriterien seien nicht in gehäufter oder auffallender Weise
erfüllt. Die Beschwerdegegnerin treffe folglich keine Leistungspflicht mehr, weshalb sie
die Leistungen zu Recht eingestellt habe.
B.c Mit Replik vom 26. Mai 2008 bestätigte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin ihre Anträge und Ausführungen. Nach Lage der Akten habe Ende
Juli 2005 festgestanden, dass die psychischen Störungen reaktiv gewesen seien und
dass die Beschwerdeführerin an depressiven Verstimmungen gelitten habe (wie sie im
übrigen typisch für das sogenannte Schleudertrauma-Beschwerdebild seien). Dem
Austrittsbericht der Reha Rheinfelden sei kein als im Vordergrund stehend zu
würdigendes psychisches Beschwerdebild zu entnehmen. Vielmehr hätten die dortigen
Ärzte die bisherigen Diagnosen als gegeben erachtet. Auch im Juli 2006 hätten die
psychischen Störungen nicht im Vordergrund gestanden, sondern seien reaktiv bedingt
gewesen. Bei Prof. Dr. med. D._, Klinik Valens, handle es sich um einen
"Schleudertrauma-Gegner", der auch im vorliegenden Gutachten zum Ausdruck
gebracht habe, dass er langzeitlichen Folgen nach Schleudertrauma und den
sogenannten typischen Beschwerden grundsätzlich sehr kritisch gegenüberstehe. Ihm
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gehe die Objektivität ab. Die Umschulung sei abgebrochen worden, weil sich dieser
Beruf wegen der stundenlangen monotonen Körperhaltungen als für die
Beschwerdeführerin absolut untauglich erwiesen habe. Das in der Folge begonnene
Arbeitstraining bei ihrem Physiotherapeuten N._ sei abgebrochen worden, weil es der
Beschwerdeführerin zunehmend schlechter gegangen sei. Sie hätte daraufhin bei E._
ein Arbeitstraining absolvieren sollen. Eine Wohnung in F._ sei gesucht worden, als
das Gutachten (der Rehaklinik Bellikon) jegliche Integrationsmassnahmen zunichte
gemacht habe. Tatsache sei sodann, dass im FMRI Verletzungsfolgen bildgebend
festgehalten seien. Wenn die Beschwerdegegnerin daran gezweifelt hätte, so hätte sie
solche FMRI-Aufnahmen mit der Beschwerdeführerin ebenfalls durchführen lassen
können. Solche Befunde könnten nicht lediglich vom Arbeitstisch aus wegdiskutiert
werden. Selbst wenn das Gericht zum Schluss komme, bei der Beschwerdeführerin
lägen keine organischen Verletzungen vor, sei die Adäquanzprüfung nach der
sogenannten Salanitri-Praxis vorzunehmen. Die Einschätzung der Rehaklinik Bellikon
vermöge die medizinischen Vorakten nicht zu entkräften, weshalb von einem typischen
Zustandsbild nach cranio-zervikalem Beschleunigungstrauma auszugehen sei. Die
Einschätzung der Belliker Ärzte widerspreche vor allem auch derjenigen der Ärzte der
Rehaklinik Rheinfelden, welche ihre Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
nach über drei Wochen sorgfältiger Untersuchung, Testung und Therapie abgegeben
hätten. Hinsichtlich der Frage der Arbeitsfähigkeit werde ein Augenschein am
Arbeitsort der Beschwerdeführerin bei der G._ sowie eine funktionelle
Belastbarkeitstestung beantragt. In medizinischer Hinsicht werde sodann ein HWS-
Röntgen nach Sandberg beantragt, um den Verdacht von Dr. med. H._ des
"tanzenden Dens" zu untersuchen.
B.d Mit Eingabe vom 4. Juni 2008 reichte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin einen Bericht von Dr. med. I._, Spezialarzt FMH für
Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 26. Mai 2008 ein.
B.e In der Duplik vom 27. August 2008 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin seine Anträge und Ausführungen (act. G 27).

Erwägungen:
1.
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Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die bei der
Beschwerdeführerin bestehenden gesundheitlichen Probleme für die Zeit nach dem 23.
August 2007 (Datum der dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegenden Verfügung;
UV-act. 1/K140 S. 8) weiterhin auf den Unfall vom 12. Februar 2003 zurückzuführen
sind. Die Beschwerdegegnerin legte in den Erwägungen des angefochtenen Entscheids
die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen
Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und
diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall dar. Zwischenzeitlich ergab sich
nun allerdings eine Rechtsprechungsanpassung insofern, als das Bundesgericht unter
anderem den Katalog der bisherigen adäquanzrelevanten Kriterien bei
Schleudertrauma-Verletzungen (BGE 117 V 359 Erw. 6a, 369 Erw. 4b) wie folgt neu
umschrieb: Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit
des Unfalls, schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, fortgesetzt
spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden, ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008
i/S M. [U 394/06 = BGE 134 V 109], Erwägung 10.3). Inwiefern diese Rechtsprechung
auf die hier streitige Angelegenheit anwendbar ist, bildet Gegenstand der
nachfolgenden Prüfung.
2.
2.1 Während der erstbehandelte Arzt Dr. C._ im Bericht vom 25. August 2003 die
Diagnose eines Beschleunigungstraumas der HWS, einen protrahierten Verlauf und
eine volle Arbeitsfähigkeit ab 9. Juli 2003 bestätigte (mit "provisorischem Abschluss"
auf den 25. August 2003; UV-act. 3/M15), hatte Dr. med. P._, Allgemeine Medizin
FMH, am 12. August 2003 die Diagnose eines chronischen Cervikalsyndroms nach
Schleudertrauma mit Erschöpfungszustand und Wesensveränderungen (UV-act. 3/
M12, M16) und in der Folge eine volle Arbeitsunfähigkeit seit 11. August 2003 bis auf
weiteres bescheinigt (UV-act. 3/M14, M18, M21, M23). Eine neuropsychologische
Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Bericht vom 13. Oktober
2003, dass sich bei der Beschwerdeführerin in praktisch allen untersuchten
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Leistungsbereichen leichte bis mittelschwere kognitive Defizite objektivieren lassen
würden. Die vermutete psychische Problematik sei abzuklären und zu behandeln (UV-
act. 3/M24). Eine neurologische Untersuchung zeigte gemäss Bericht vom 27. Oktober
2003 unauffällige Befunde ohne fokal-neurologische Ausfälle. Insgesamt habe sich ein
sogenannt typisches Beschwerdebild nach HWS-Schleudertrauma mit im Vordergrund
stehenden Cervikalgien, rascher Erschöpf- und Reizbarkeit und unspezifischen
neuropsychologischen Funktionsstörungen gezeigt. Es bestehe eine
Chronifizierungstendenz mit zunehmend in den Vordergrund tretenden depressiven
Symptomen mit sozialem Rückzug und anhaltender Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 3/M26).
Im Austrittsbericht vom 25. Mai 2004 hielten die Ärzte der RehaClinic Zurzach als
Diagnose einen Status nach HWS-Schleudertrauma mit chronischem Zervikalsyndrom,
leicht- bis mittelschweren neuropsychologischen Defiziten und depressiver
Symptomatik fest. Mit der aktuellen Situation (Stellenverlust, mangelnde Perspektiven
und im Verlauf abnehmende psychophysische Belastbarkeit) sei die
Beschwerdeführerin in hohem Mass überfordert, was zur weiteren Chronifizierung und
zur Aufrechterhaltung der Beschwerden beitrage. Es sei einerseits eine
psychotherapeutische Unterstützung dringend indiziert. Gleichzeitig sei eine
Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung unabdingbar (UV-act. 3/M32).
Der Psychotherapeut und klinische Psychologe lic. phil. J._ bestätigte im Bericht
vom 27. Dezember 2004 neben den erwähnten somatischen Diagnosen eine
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt und eine multiple
psychosoziale Belastungssituation vor dem Hintergrund des somatisch und psychisch
traumatisierenden Autounfalls vom 12. Februar 2003 (UV-act. 3/M35).
2.2 Eine Begutachtung in der Klinik Valens führte im Bericht vom 16. Februar 2005
unter anderem zur Feststellung von Prof. D._, es sei fragwürdig, ob die von der
Patientin genannten Beschwerden als typisches Beschwerdebild nach HWS-
Distorsionstrauma zu bezeichnen seien, denn viel typischer (wenn von statistischen
Angaben ausgegangen werde) sei, dass Beschwerden nach einem HWS-
Distorsionstrauma innert Wochen bis wenigen Monaten vollständig ausheilen würden.
Solche chronifizierten Beschwerden würden auch von Patienten angeführt, die sich
vom Unfallverursacher an der Unfallstelle schlecht behandelt gefühlt und darum Mühe
mit der Unfallverarbeitung hätten. Die von der Patientin angeführten Beschwerden
seien nicht wirklich erklärbar, da sich keine eindeutig pathologischen Befunde objektiv
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erheben lassen würden. Dennoch sei nicht von einer "psychischen Fehlentwicklung" zu
sprechen. Wohl aber seien Anteile der posttraumatischen Belastungsstörung nicht zu
übersehen. Es bestehe sicher ein Zusammenhang der jetzt geklagten Beschwerden mit
dem Unfall vom 12. Februar 2003. Aus rein neurologischer Sicht sollte eine
Arbeitstätigkeit (von 100%) möglich sein, praktischerweise wohl am ehesten durch
Steigerung ab ca. 50%. Nach der bisherigen zweijährigen Entwicklung und den
Erfahrungen in der Rehabilitation sei allerdings zu befürchten, dass die
Beschwerdeführerin diese Empfehlung nicht umsetzen könne, besonders auch
deshalb, weil sie sich durch die Versicherungen ungerecht behandelt fühle. Eine
psychotherapeutische Behandlung könne vielleicht weiterhelfen, wenn sie im Stande
sei, die Patientin von der Notwendigkeit einer Arbeitswiederaufnahme zu überzeugen;
eine solche Behandlung sei bereits eingeleitet. Eine Arbeitsfähigkeit sollte dringend
realisiert werden. Eine Berentung sei medizinisch nicht zu rechtfertigen. Als Folge des
Unfalls resultiere keine bleibende Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten oder in der davor ausgeübten bzw. erlernten Tätigkeit (UV-act. 3/M38 S.
7-13). Aufgrund der neuropsychologischen Untersuchung werde es als wahrscheinlich
erachtet, dass sich das emotionale Befinden negativ auf die kognitive
Leistungsfähigkeit ausgewirkt habe, so dass von einem maximal leicht beeinträchtigten
Leistungsprofil auszugehen sei. Es werde daher eine regelmässige
psychotherapeutische Betreuung empfohlen (Neuropsychologischer
Untersuchungsbericht in UV-act. 3/M38). Dr. P._ bescheinigte am 4. Juni und 31.
Oktober 2005 weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bei
unveränderten Befunden (UV-act. 3/M39, M42). Dr. med. K._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, berichtete am 29. Juli 2005 unter anderem, es bestehe derzeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Die Patientin weise das typische Beschwerdebild
bei Status nach Distorsionstrauma der HWS auf. Bei den protrahierten Verläufen, die
immerhin eine namhafte Minderheit darstellen würden, fänden sich die bekannte, und
auch bei der Patientin beobachtete Kombination von chronischem Schmerzsyndrom,
neuropsychologischer Funktionsstörung und psychoreaktiven Beschwerden (UV-act. 3/
M40). In der Folge unterzog sich die Beschwerdeführerin unter anderem einer
physikalischen Therapie bei N._, Zürich, sowie einem Arbeitstraining (UV-act. 3/
M41-46). Dr. med. L._, legte im Bericht vom 3. Juni 2006 dar, traumatisch bedingte
Schäden würden im Bericht von Dr. med. M._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 30.
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Mai 2006 (UV-act. 3/M47a) weder im Bereich der HWS noch der LWS beschrieben
(UV-act. 3/M47b). N._ berichtete am 3. Juni 2006 über eine zu geringe Compliance
der Beschwerdeführerin und über den Therapieabschluss (UV-act. 3/M48). Dr. K._
bestätigte am 13. Juli 2006 die Notwendigkeit der Weiterführung der
psychotherapeutischen Behandlung (UV-act. 3/M49). In der Folge hielt sich die
Beschwerdeführerin vom 4. bis 30. Dezember 2006 in der Rehaklinik Rheinfelden auf.
Im Bericht vom 1. März 2007 wurden die Diagnosen eines persistierenden
zervikozephalen Syndroms, einer ausgeprägten vegetativen Dysregulation, von leichten
bis mittelschweren neuropsychologischen Funktionsstörungen sowie von Angst und
Depression gemischt bestätigt (UV-act. 3/M53). Dr. K._ berichtete am 20. März 2007,
aufgrund des bisherigen Verlaufs schätze er die Chance, mit Hilfe von
psychotherapeutischen Massnahmen den Gesundheitszustand der Patientin namhaft
zu verbessern, als gering ein (UV-act. 3/M58).
2.3 Im interdisziplinären Gutachten vom 4. Juni 2007 kamen die Gutachter der Reha
klinik Bellikon unter anderem zum Schluss, aus neurologischer Sicht sei das
Unfallereignis vom 12. Februar 2003 nicht geeignet gewesen, eine Verletzung des
Nervensystems herbeizuführen. Neuropsychologischerseits imponiere eine
herabgesetzte psychomentale Belastbarkeit. Eine spezifische Störung, die auf eine
strukturelle Hirnverletzung hinweise, finde sich nicht. Physikalisch-medizinisch lasse
sich klinisch beschreibend ein cervicozephales Schmerzsyndrom diagnostizieren. Die
natürliche Unfallkausalität sei gegeben. Allerdings fänden sich somatisch-organisch
keine strukturellen Schäden, welche das Beschwerdeausmass und die funktionellen
Einschränkungen erklären könnten. Auch die angegebene stetige Schmerzintensität
korreliere nicht mit dem Verhalten und dem klinischen Bild der Beschwerdeführerin. Die
Schmerzmedikamente seien zur Behandlung der chronifizierten Schmerzproblematik
nicht indiziert. Die Beschwerdeführerin zeige sich allerdings fixiert auf die Analgetika
und nicht offen für eine Veränderung. Psychiatrischerseits sei der Befund typisch für
eine sogenannte Konversionsstörung, eine Störung, die meistens vor allem auch
ausserhalb eines Unfallkontextes gesehen werde. Aus den Akten scheine
hervorzugehen, dass die Konversionsproblematik erst im zweiten Halbjahr 2006 in den
Vordergrund getreten sei; vorher (Herbst 2003 und später) sei eine depressive
Symptomatik bestimmend gewesen. Dass das neuerliche Auftreten der
Konversionsproblematik mit dem anstehenden versicherungsmedizinischen Abschluss
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in einem inneren Zusammenhang stehe, müsse als gut möglich erwogen werden.
Somatisch-organisch finde sich kein Beschwerdebild, welches natürlich kausal auf das
Unfallereignis zurückzuführen wäre. Psychiatrischerseits sei festzustellen, dass der
Unfall und seine sozialen Folgen wahrscheinlich eine kleinere, aber doch nötige Rolle
eines Teilfaktors für die Entwicklung der Konversionsstörung bilden würden. Der Status
quo sine/ante sei nicht erreicht. Die Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, die
rasche Ermüdbarkeit und die Nackenschmerzen seien auf dem Boden der
psychiatrischen Konversionsstörung erklärbar. Es sei davon auszugehen, dass das
psychiatrische Beschwerdebild zeitnah nach dem Unfallereignis aufgetreten sei und
den Verlauf des Störungsbildes von Beginn an mitbeeinflusst habe. Es sei davon
auszugehen, dass die somatisch-organischen Unfallfolgen wenige Monate nach dem
Unfallereignis ausgeheilt seien, so dass spätestens 6 Monate nach dem Unfallereignis
die psychiatrische Störung ganz im Vordergrund der Symptompräsentation gestanden
habe. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und Tätigkeiten im Sitzen seien ohne
Einschränkungen (ganzschichtig) zumutbar (UV-act. 3/M59a S. 15-23). Ein funktionelles
MRI ergab gemäss Bericht von Dr. med. J. H._, Facharzt FMH für medizinische
Radiologie, FMRI-Zentrum, Zürich, vom 16. Oktober 2007 unter anderem Befunde im
cranio-cervikalen Übergang und einen Anulusriss in Höhe C5/6 und "wohl auch" in
Höhe C3/4 mit jeweils nur angedeuteter Vorwölbung im Sinn einer diskreten Hernierung
ohne Bedrängung neuraler Strukturen (UV-act. 3/M60). Dr. L._ kam diesbezüglich am
3. Dezember 2007 zum Schluss, ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom
12. Februar 2003 und den im funktionalen MRI vom 15. Oktober 2007 festgestellten
Befunden sei überwiegend unwahrscheinlich (Befund am cranio-cervikalen Übergang)
bzw. ausgeschlossen (HWS-Befund). Die Beschwerden seien in den ersten Monaten
nach dem Unfall durch die unfallkausale Funktionsstörung der Halsmuskulatur bedingt
gewesen. Die jetzt noch bestehenden Beschwerden würden auf eine
Konversionsstörung hinweisen (UV-act. 3/M62). Dr. I._ kam in seinem Bericht vom
26. Mai 2008 zum Schluss, durch den lauten Crash und vor allem durch die Explosion
des Airbags sei es zur Auslösung eines Tinnitus gekommen, welchen die Patientin bis
heute noch wahrnehme. Von den Gutachtern der Rehaklinik Bellikon sei nicht erkannt
worden, dass die sekundäre psycho-emotive Symptomatik der Patientin, welche das
Gutachterteam in Bellikon als Konversionsstörung und Fehlentwicklung nach dem
Unfall bezeichne, teilweise iatrogen verursacht worden sei. Die Untersuchungen,
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welche die posttraumatischen Beschwerden hätten objektivieren können, seien der
Beschwerdeführerin vorenthalten worden; gezielte therapeutische Massnahmen seien
nicht eingesetzt worden. Man habe eine zentral-vestibuläre Funktionsstörung
cervicogenen Ursprungs, einen visuo-vestibulären und cervico-visuellen "mismatch"
sowie eine cervico-proprio-nociceptive Funktionsstörung, welche auf multisegmentale
Mikroläsionen der cervicalen Bewegungselemente zurückzuführen sei, gefunden.
Falsch an der Beurteilung von Seiten der Bellikon-Gutachter sei erstens, dass es keine
therapeutische Zugänglichkeit bezüglich somatisch-organischer Testverfahren gebe;
zweitens seien bis jetzt keine gezielten therapeutischen Massnahmen durchgeführt
worden. Es sei bei der Beschwerdeführerin das Heilverfahren nach N. Bogduk
durchzuführen (act. G 19.1).
3.
3.1 Nach Lage der medizinischen Akten können - wie nachstehend zu zeigen sein
wird - die von der Beschwerdeführerin aktuell angegebenen Beschwerden nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine objektivierbare organische Schädigung
bzw. strukturelle Veränderung an der Halswirbelsäule zurückgeführt werden, die mit
dem Unfall vom 12. Februar 2003 in Zusammenhang zu bringen wäre. Zum Einwand
der Beschwerdeführerin, die Gutachter der Rehaklinik Bellikon würden mehrere
Diagnosen ausgewiesener Fachärzte übergehen (act. G 1 S: 9), ist festzuhalten, dass
aufgrund des von Dr. M._ durchgeführten funktionellen CT's vom 26. Mai 2006 (UV-
act. 3/M47a) keine organischen Läsionen als nachgewiesen gelten können (vgl. UV-act.
3/M47b). Zur Feststellung von Dr. M._, die aus der Funktions-CT-Abklärung
resultierende Fehlstellungen der Kopfgelenke seien mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit myofascial posttraumatisch bedingt (UV-act. 3/M47a S. 3), nahm
Dr. med. O._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Rehaklinik Bellikon,
dahingehend Stellung, dass hinsichtlich des klinisch diagnostizierten cervicocephalen
Schmerzsyndroms die natürliche Unfallkausalität zu bejahen sei. Allerdings fänden sich
somatisch-organisch keine strukturellen Schäden, die das Beschwerdeausmass und
die funktionellen Einschränkungen erklären könnten. Auch die angegebene stetige
Schmerzintensität von 8-10 (auf einer 10-Skala) korreliere nicht mit dem Verhalten und
dem klinischen Bild der Beschwerdeführerin (UV-act. 3/M59b S. 7). Was den
erwähnten, im Nachgang zum Gutachten der Rehaklinik Bellikon bestätigten Befund
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des FMRI-Zentrums (UV-act. 3/M60) betrifft, ist festzuhalten, dass der Beweiswert des
mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT; fmri) erhobenen Befundes für
die Beurteilung der Unfallkausalität von Beschwerden nach Schleudertraumen der
Halswirbelsäule (HWS) und äquivalenten Unfallmechanismen nach dem aktuellen Stand
der medizinischen Wissenschaft zu verneinen ist (BGE 134 V 231 Erw. 5.2-5.5; vgl.
auch Beilagen 1 und 2 zu act. G 5). Dr. L._ hielt sodann fest, der Verlauf mit der
aktenkundigen Fähigkeit der Beschwerdeführerin, einen Personenwagen über längere
Distanzen zu lenken, schliesse eine schwere, schmerzhafte Verletzung im Bereich der
Kopfgelenke weitgehend aus (UV-act. 3/M62 S. 5; vgl. dazu auch UV-act. 2/CM1 S.
36). Vorliegend kommt hinzu, dass der erwähnte FMRI-Befund rund viereinhalb Jahre
nach dem Unfall erhoben wurde. Auch aus diesen Grund ist ein Aussagewert des
Befunds für die Kausalitätsbeurteilung im Zusammenhang mit dem Unfall vom 12.
Februar 2003 zu verneinen. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin in der Replik
und die darin integrierten - an sich sehr aufschlussreichen - Darlegungen von Dr. med.
H._ (act. G 17 S. 8-23) vermögen nicht zu einem anderen Schluss zu führen, denn
konkret ist in erster Linie die Kausalität der festgestellten Befunde mit Bezug auf den
Unfall vom 12. Februar 2003 zu prüfen und nicht die - vielerorts medizinisch bejahte -
Frage, ob ein FMRI-Befund einen Gesundheitsschaden bzw. eine Verletzung an der
HWS zu belegen vermag. Auch wenn somit vorliegend eine HWS-Verletzung anhand
des von Dr. H._ erhobenen FMRI-Befunds als ausgewiesen zu gelten hat, ist damit
die konkrete Kausalitätsfrage noch nicht beantwortet. Auch anhand von weiteren
Abklärungen liesse sich nicht eruieren, ob der mehrere Jahre nach dem Unfall vom 12.
Februar 2003 erhobene FMRI-Befund überwiegend wahrscheinlich adäquat kausal
gerade auf dieses Ereignis - und keine andere unfall- oder z.B. sportbedingte (vgl. dazu
UV-act. 3/M59b S. 5) Einwirkung vor oder nach dem streitigen Unfall - zurückzuführen
ist. Zu den von Dr. I._ festgestellten Befunden ist festzuhalten, dass es sich nach der
Rechtsprechung bei der Posturographie um eine in Fachkreisen zwar nicht
unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit
längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode handelt, deren Wissenschaftlichkeit
nach dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu
gewinnenden Erkenntnisse für die Frage der Unfallkausalität sind indessen beschränkt.
Die Posturographie liefert zwar zusätzliche Informationen, und es lassen sich damit
sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch keine
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direkten Aussagen zur Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität
zu machen. Auch lässt sich daraus nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und
Erwerbsunfähigkeit schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei
der Beurteilung vestibulärer Störungen. Daraus folgt, dass sich aus der Beurteilung des
medizinischen Sachverhalts durch Dr. I._ direkt verwertbare Aussagen zur
Unfallkausalität nicht ableiten lassen (vgl. Urteil des EVG vom 29. März 2006 i/S J. [U
254/04] Erw. 2.3.2), zumal auch diese erst über fünf Jahre nach dem Unfall erfolgte.
Was die von der Beschwerdeführerin erstmals am 5. August 2005 (UV-act. M43) - über
zweieinhalb Jahre nach dem Unfall - bzw. anlässlich der Begutachtung in Bellikon
vorgebrachten Beschwerden (Tinnitus, Schwindel, Taubheitsgefühl; UV-act. 3/M59a S.
8) betrifft, so ist festzuhalten, dass diese sich angesichts des um mehrere Jahre
verzögerten Auftretens der Symptomatik nicht überwiegend wahrscheinlich auf das
Unfallereignis vom 12. Februar 2003 zurückführen lassen; ebenso wahrscheinlich ist
eine vollständig unfallfremde Ursache. Der Beschwerdegegnerin kann daher auch nicht
vorgeworfen werden, sie habe nach dem Unfall keine entsprechenden
Behandlungsmassnahmen (vgl. Bericht Dr. I._) in die Wege geleitet.
Im weiteren erscheint die Einwendung der Beschwerdeführerin, dem Gutachter Prof.
D._ gehe die Objektivität ab (act. G 17 S. 5), nicht begründet, zumal der Arzt am 11.
Juli 2005 seine Ausführungen unter anderem dahingehend ergänzt hatte, dass
"typisch" der statistisch wahrscheinlichere Fall und beim Schleudertrauma eben der
günstigere Verlauf (mit Ausheilung der Beschwerden innert Wochen bis Monaten) sei.
Wenn die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beklage, dass aus seiner
(Dr. D._s) Antwort nicht nachvollzogen werden könne, welche Einschränkungen aus
neurologischer Sicht bestünden, so könne das auch so interpretiert werden, dass aus
neurologischer Sicht eben keine Einschränkungen vorlägen, wie das auch gemeint
gewesen sei (UV-act. 4/GV22). Diese Ergänzungen leuchten ein. Substanzielle Mängel,
welche die Beurteilung durch Prof. D._ als nicht verwertbar erscheinen liessen, sind
nicht erkennbar. Nachfolgend Bericht erstattende Ärzte haben sich auf jeden Fall nicht
dahingehend geäussert.
3.2 Als nachgewiesen zu gelten hat, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des
Unfalls vom 12. Februar 2003 ein Beschleunigungstrauma der HWS erlitt. Dr. P._ be
stätigte im Bericht vom 12. August 2003 - neben chronischen Nackenschmerzen bzw.
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der bereits vom erstbehandelnden Arzt Dr. C._ bescheinigten schmerzhaften HWS-
Muskulatur (UV-act. 3/M3) - eine zunehmende Wesensveränderung und einen
Erschöpfungszustand (UV-act. 3/M12). Der von der Beschwerdegegnerin an Dr. C._
zur Beantwortung zugestellte HWS-Fragebogen wurde nach Lage der Akten nicht
retourniert (UV-act. 3/M19, M20). Die neuropsychologische Abklärung im Kantonsspital
St. Gallen vom 23. September und 10. Oktober 2003 ergab das Vorliegen von
kognitiven Defiziten, wobei die Ärzte von einer Überlagerung durch psychische
Faktoren ausgingen (UV-act. 3/M24). Nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05]) muss nicht
der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu
können. Innerhalb der Latenzzeit von drei Tagen nach dem Unfall müssen sich sodann
lediglich Nacken- bzw. HWS-Beschwerden manifestieren, und nicht auch jene, die
typischerweise im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten können (vgl. Urteil des EVG vom 30.
Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3 mit Hinweisen). Ein Beschwerdebild, wie es
typischerweise nach schleudertraumaähnlicher Verletzung auftreten kann, lässt sich
vorliegend nicht in Abrede stellen (vgl. auch UV-act. 3/M26 S. 2), auch wenn sich das
Auftreten der Beschwerden zeitlich nicht genau eingrenzen lässt. Die
Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch vorerst ihre Leistungspflicht.
3.3 Unter diesen Umständen ist die Adäquanz zu prüfen. Dabei ist von Bedeutung,
dass das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Da es sich hiebei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - der
Unfallversicherer insofern eine Beweislast, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid
zu seinen Ungunsten ausfällt (RKUV 1992 S. 75 Erw. 4b). Im Rahmen der Prüfung des
Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die
Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für
die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss
Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die
Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die
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Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung
beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein
Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003 i/S. S., U 287/02, Erw. 4.4). Erachtet das Sozialversicherungsgericht
die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen (RKUV1997, 281 Erw. 1a).
3.4 Praxisgemäss (in RKUV 2002 Nr. U 465 S. 477 publiziertes Urteil U 164/01 vom
18. Juni 2002) ist es nicht zulässig, längere Zeit nach einem Unfall, wenn die zum
typischen Beschwerdebild gehörenden physischen Beschwerden weitgehend
abgeklungen sind, die psychische Problematik aber fortbesteht, diese plötzlich nach
der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen, während sie zuvor,
als das typische Beschwerdebild noch ausgeprägt war, nach der Schleudertrauma-
Praxis beurteilt wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 [8C_331/2007]
Erw. 3.3). Daran hat sich mit BGE 134 V 109 nichts geändert. Hingegen muss auch bei
Vorliegen einer Schleudertrauma-Verletzung der Nachweis möglich sein, dass es sich
bei den nach einem Unfall aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine
unfallkausale psychische Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine
ausgeprägte psychische Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407 Erw.
3b). Sodann ist - wie in den vorerwähnten Fällen - dort, wo keine mit der HWS-
Distorsion in engem Zusammenhang stehende psychische Problematik, sondern mit
der für das bestehende Beschwerdebild zur Hauptsache ursächlichen anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung eine selbstständige sekundäre
Gesundheitsschädigung vorliegt, die Adäquanzbeurteilung auch dann nach BGE 115 V
133 vorzunehmen, wenn das psychische Beschwerdebild die körperlichen
Beschwerden nicht eindeutig in den Hintergrund gedrängt hat (Urteil des EVG vom 23.
Mai 2006 i/S O. [U 5/06] Erw. 3.2.2 mit Hinweisen).
Anlässlich der ärztlichen Abklärungen im Kantonsspital St. Gallen im Oktober 2003
wurde eine Chronifizierungstendenz mit zunehmend in den Vordergrund tretenden
depressiven Symptomen und sozialem Rückzug festgestellt (UV-act. 3/M26). Die Ärzte
der RehaClinic Zurzach sowie der Psychologe J._ hielten insofern ein "gemischtes",
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nicht ausschliesslich psychisches Beschwerdebild fest, als sie neben der depressiven
Symptomatik bzw. der Anpassungsstörung auch ein Zervikalsyndrom und
neuropsychologische Defizite anführten (UV-act. 3/M32, M35). Der Gutachter Prof.
D._ erachtete die Beschwerden als (somatisch) nicht erklärbar und eine
psychotherapeutische Behandlung - unter bestimmten Voraussetzungen - als
erfolgversprechend (UV-act. 3/M38). Der Psychiater Dr. K._ bescheinigte am 29. Juli
2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin (UV-act. 3/M40). Von Seiten
der Rehaklinik Rheinfelden wurden sodann zwar Diagnosen im Sinn eines typischen
Beschwerdebildes bestätigt. Allerdings erachteten die Berichterstatter neben einer
ambulanten Trainingstherapie vorderhand die weitere psychotherapeutische Betreuung
und berufliche Reintegration als erforderlich (UV-act. 3/M53). Die Gutachter der
Rehaklinik Bellikon vermerkten - bei fehlendem (unfallkausalem) somatischem Korrelat
- das psychische Beschwerdebild (Konversionsstörung) als im Vordergrund stehend,
wobei dies spätestens 6 Monate nach dem Unfall der Fall gewesen sei (UV-act. 3/M59a
S. 22). Dr. L._ wies zudem darauf hin, dass bei der Beschwerdeführerin erstmals im
Mai 2004 in der RehaClinik Zurzach Schwindel beim Versuch, aufzustehen, erwähnt
worden sei. Von einem unfallkausalen Schwindel könne nicht ausgegangen werden;
vielmehr liege ein psychogener Schwindel bei Konversionsstörung vor (UV-act. 3/M62
S. 4). In Anbetracht dieser Aktenlage - insbesondere der Gutachten der Klinik Valens
und der Rehaklinik Bellikon - ist festzuhalten, dass das gegenwärtige psychische
Zustandsbild vorerst zwar mit der erlittenen Verletzung in Verbindung gebracht (mit
entsprechender Leistungsanerkennung durch die Beschwerdegegnerin), dann jedoch
wie dargelegt zum wesentlichen Teil auf eine psychogene Störung zurückgeführt
wurde. Der psychischen Problematik kam bereits unmittelbar nach dem Unfall
Bedeutung zu, und im späteren Verlauf standen die psychischen Probleme im
Vergleich zur physischen Problematik gesamthaft gesehen im Vordergrund (vgl.
insbesondere UV-act. 3/M59a S. 22, M59d S. 12-14). Der abschliessenden
Beantwortung dieser Frage kommt jedoch insofern nicht eine entscheidende
Bedeutung zu, als - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz sowohl in
Anwendung der Rechtsprechung zu den psychischen Fehlentwicklungen (vgl.
nachfolgende Erw. 3.5) als auch der Schleudertrauma-Rechtsprechung (nachfolgende
Erw. 3.6) zu verneinen ist.
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3.5 In Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas
der HWS gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu
einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist
die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen
Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 Erw. 2a mit Hinweisen). Die
Rechtsprechung, wonach bei der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen
psychisch und physisch bedingten Beschwerden nicht unterschieden wird (RKUV
1999, 407 Erw. 3b), kommt dabei nicht zur Anwendung. Vorliegend ist nach Lage der
Akten ein natürlicher (teilweiser) Kausalzusammenhang zwischen den psychischen
Beschwerden der Beschwerdeführerin und dem Unfall grundsätzlich zu bejahen (vgl.
UV-act. 3/M59a S. 18 unten). Beim Ereignis vom 12. Februar 2003 mit frontaler
Kollision ist in Anbetracht der Unfallumstände sowie der dokumentierten
Fahrzeugschäden (UV-act. 7/Polizeirapport) von einem mittelschweren Unfall
auszugehen (vgl. den vergleichbaren Sachverhalt im Urteil des EVG vom 10. April 2006
[U 177/05] Erw. 5.1). Der Unfall hatte bei der Beschwerdeführerin keine
Bewusstlosigkeit bewirkt (UV-act. 4/GV21 S. 2 oben). Wenn die Beschwerdeführerin
vorbringen lässt, ihre Beschwerden könnten auch Folge einer Commotio cerebri sein
(act. G 1 S. 4), so ist festzuhalten, dass für einen Kopfanprall an (harten) Strukturen -
als Voraussetzung für eine Commotio cerebri - jeglicher Anhaltspunkt fehlt; auch eine
Bewusstseinsbeeinträchtigung als unmittelbare Folge des Unfalls lässt sich den Akten
nicht entnehmen und wird auch nicht behauptet. Der Aufprall an Airbag und (weicher)
Kopfstütze dürfte nicht geeignet sein, eine Hirnverletzung hervorzurufen, zumal diese
Vorrichtungen gerade dazu dienen, Verletzungen zu verhindern. Ein Anlass für weitere
diesbezügliche Abklärungen (act. G 1 S. 4 unten) war und ist auch aktuell offensichtlich
nicht gegeben. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände
sind nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen und nicht das subjektive
Erleben des Ereignisses massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in
Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom
23. November 2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1
[U 309/03]). Bei der erlittenen HWS-Distorsion als solcher handelt es sich nicht um eine
Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert wäre (vgl. Urteil
des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). Die von der Beschwerdeführerin in
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diesem Zusammenhang angeführten FMRI-Befunde (act. G 1 S. 13 oben) können wie
dargelegt nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dem streitigen Unfallereignis
kausal zugerechnet werden.
Hinsichtlich der Länge der Behandlungsdauer ist festzuhalten, dass im Gutachten der
Klinik Valens einzig eine psychotherapeutische Behandlung befürwortet wurde (UV-act.
3/M38 S. 10). Die physikalische Therapie bei N._ wurde in der Folge unter anderem
wegen zu geringer Compliance der Patientin von Seiten des Therapeuten abgebrochen
(UV-act. 3/M48). Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon kamen in der Folge zum Schluss,
dass von einer psychiatrischen Behandlung eine Besserung des Beschwerdebildes zu
erwarten wäre. Derzeit sei die Beschwerdeführerin jedoch nicht offen für eine derartige
Behandlung. Somatisch-organische Therapieverfahren seien nicht geeignet, eine
weitere Besserung zu bewirken (UV-act. 3/M59a S. 20). Wenn die Ärzte der Reha
Rheinfelden unter anderem eine medizinische Trainingstherapie befürworteten (UV-
act. 3/M53 S. 2), so ist festzuhalten, dass die Gutachter der Rehaklinik Bellikon
insbesondere auch die Nackenschmerzen praktisch ausschliesslich als Folge des
psychiatrischen Beschwerdebildes erklärbar erachteten (UV-act. 3/M59a S. 19 unten).
Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1
UVG) der Unfallfolgen für so lange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario).
Aufgrund der dargelegten Umstände kann die Notwendigkeit einer eigentlichen
Behandlung von somatischen Unfallfolgen jedenfalls über den Zeitpunkt der
Begutachtung in der Klinik Valens hinaus nicht bejaht werden. In diesem Sinn sind eine
lange Behandlungsdauer, aber auch ein schwieriger Heilverlauf und erhebliche
Komplikationen zu verneinen. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung ist ebenfalls nicht
auszugehen.
Nachdem im Gutachten der Klinik Valens vom 16. Februar 2005 festgestellt worden
war, eine (volle) Arbeitsfähigkeit sei dringend zu realisieren, am ehesten durch
Steigerung ab ca. 50% (UV-act. 3/M38 S. 9, 11), kamen die Gutachter der Rehaklinik
Bellikon zum Schluss, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und Tätigkeiten im Sitzen seien
(von Seiten der Unfallfolgen) ohne Einschränkungen (ganzschichtig) zumutbar (UV-act.
3/M59 S. 21). An beiden Begutachtungen waren auch Psychologen beteiligt. Wenn Dr.
K._ und Dr. P._ als behandelnde Ärzte eine Arbeitsfähigkeitseinschränkung
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bestätigten (vgl. UV-act. M39, M40, M42, M49, M58), so ist festzuhalten, dass die
Exploration einem Gutachter immer einen gewissen Spielraum lässt, innerhalb dessen
verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. die Leitlinien der
Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung
psychischer Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050f). Daher und unter Beachtung der
Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE 124 I 175
Erw. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001 i/S P., [I 506/00]) ist es nicht angezeigt, eine
medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher
zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind,
zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des EVG vom 13. März 2005 i/S G.
[I 676/05] Erw. 2.4). Solche Gesichtspunkte sind hinsichtlich des vollständigen,
schlüssigen und gut begründeten Gutachtens der Rehaklinik Bellikon nicht ersichtlich.
Eine lang dauernde (somatisch begründete) Arbeitsunfähigkeit im Sinn der
Rechtsprechung (vgl. zusammenfassende Darstellung im Urteil des EVG vom 30.
August 2001 [U 56/00] Erw. 3d) kann somit nicht als nachgewiesen gelten. Zum Antrag
der Beschwerdeführerin, hinsichtlich der Frage der Arbeitsfähigkeit sei ein Augenschein
am Arbeitsort der Beschwerdeführerin bei der G._ sowie eine funktionelle
Belastbarkeitstestung vorzunehmen, ist festzuhalten, dass die Arbeitsstelle bei der
G._ gekündigt wurde und damit nicht mehr zur Diskussion steht.
Selbst wenn das Vorliegen von (somatischen) Dauerschmerzen gestützt auf die
Angaben des Beschwerdeführerin in den medizinischen Akten zu bejahen wäre, läge
bezüglich des streitigen mittelschweren Unfalls nur ein einzelnes Adäquanzkriterium
vor. Damit liesse es sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
adäquate Unfallkausalität der psychischen Beschwerden verneinte.
3.6 Selbst wenn - wie die Beschwerdeführerin geltend machen lässt - nicht von einer
unfallfremden, im Vordergrund stehenden psychischen Störung auszugehen und damit
bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nicht zwischen somatischen und psychischen
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Gesundheitsschäden zu unterscheiden wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein
wird - die Adäquanz jedenfalls ab dem Zeitpunkt der streitigen Leistungseinstellung
verneint werden. Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände und der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.1, S. 127 mit
Hinweisen) ist wie erwähnt zu verneinen. Was die Schwere oder besondere Art der
erlittenen Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in Erw. 10.2.2 von BGE 134 V
109 präzisiert, dass es zur Bejahung dieses Kriteriums einer besonderen Schwere der
für die gegebene Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände,
welche das Beschwerdebild beeinflussen können, bedarf. Davon kann konkret nicht
ausgegangen werden, auch wenn beim Unfall neben dem Beschleunigungstrauma
Prellungen und Schnittwunden resultierten (UV-act. 3/M3). Nicht ausgewiesen sind in
diesem Kontext erhebliche Verletzungen, welche sich die Versicherte neben der HWS-
Distorsion zuzog. Sodann ist entscheidwesentlich (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3), ob
nach dem Unfall eine fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende
ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Die Beschwerdeführerin
steht seit dem Unfall in Behandlung. Sie unterzog sich diversen Therapieverfahren (vgl.
unter anderem UV-act. 3/M40 und M58 [Therapieverlauf]; UV-act. 2/CM1 S. 76f) und
stand seit Mai 2004 auch in psychotherapeutischer Behandlung (UV-act. 3/M35, M36,
M40, M49, M58). Im Weiteren weilte sie vom 29. März bis 26. April 2004 zu einer
stationären Therapie in der RehaClinic Zurzach (UV-act. M32) und vom 4. bis 30.
Dezember 2006 in der Rehaklinik Rheinfelden (UV-act. 3/M53). In Anbetracht dieser
Aktenlage ist festzustellen, dass nach dem Unfall vom 12. Februar 2003 bis zum
Fallabschluss am 23. August 2007 eine fortgesetzt spezifische, die Versicherte
belastende ärztliche Behandlung notwendig gewesen war, weshalb dieses Kriterium als
erfüllt zu betrachten ist. Als belastend wirkt hier neben der Vielzahl der therapeutischen
Massnahmen die Tatsache, dass der Erfolg offenbar weitgehend ausblieb.
Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden
sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der
Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im
Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Gegenüber den Gutachtern der
Rehaklinik Bellikon gab die Beschwerdeführerin an, ständig Kopfschmerzen zu haben.
Es handle sich immer um denselben Schmerz im Nacken- und Hinterhauptsbereich.
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Der Gutachter Prof. Dr. med. Q._ hielt diesbezüglich fest, die von der
Beschwerdeführerin eingenommene analgetische Medikation sei ungeeignet zur
Behandlung des Schmerzkomplexes. Vielmehr scheine sie geeignet, einen
medikamenteninduzierten Schmerz zu bedingen. Es empfehle sich ein
medikamentöses Auslassen der Analgetika, wofür sich die Beschwerdeführerin jedoch
nicht aufgeschlossen gezeigt habe (UV-act. 3/M59a S. 8, 12, 13). Angesichts dieses
Umstandes kann das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten) Beschwerden nicht
mit der erforderlichen Erheblichkeit bejaht werden.
Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134 V
109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich
zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem
Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint.
Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte
Anstrengungen unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr
dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar
sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 mit Hinweisen). Dr. P._ hatte
seit 11. August 2003 eine volle Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres bescheinigt (UV-act.
3/M14, M18, M21, M23). Wie dargelegt wurde bereits im Gutachten der Klinik Valens
vom 16. Februar 2005 festgehalten, eine (volle) Arbeitsfähigkeit sei dringend zu
realisieren, am ehesten durch Steigerung ab ca. 50% (UV-act. 3/M38 S. 9, 11). Gemäss
dem Gutachten der Rehaklinik Bellikon ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und
Tätigkeiten im Sitzen ohne Einschränkungen (ganzschichtig) zumutbar (UV-act. 3/M59
S. 21). Bei dieser Sachlage ist einerseits von einer Arbeitsunfähigkeit in erheblichem
Ausmass höchstens bis Mitte 2005 auszugehen. Im Bericht des Berufsberaters der IV-
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Stelle Zürich vom 19. Juli 2005 wurde unter anderem festgehalten, die
Beschwerdeführerin sehe sich gesundheitsbedingt ausser Stande, wieder eine
berufliche Tätigkeit aufzunehmen. Auch für berufliche Massnahmen sei sie noch nicht
bereit. Eine Restarbeitsfähigkeit sei aufgrund des Gutachtens der Klinik Valens zu 50%
ab sofort ausgewiesen und sollte bald gesteigert werden können. Für eine
Eingliederung beim bisherigen Arbeitgeber (vor dem Unfall) sehe die
Beschwerdeführerin keine Möglichkeit. Es habe trotz guter Leistungen zuletzt ein
zerstrittenes Arbeitsverhältnis vorgelegen. Ein Arbeitsversuch nach dem Unfall (bei
einer anderen Firma) sei gescheitert (UV-act. 5/IV9). Ein durch R._ durchgeführtes
Arbeitstraining wurde von Seiten der Beschwerdeführerin Mitte 2006 abgebrochen mit
der Begründung, dass der Arbeitsweg für sie zu anstrengend geworden sei (UV-act. 2/
CM13; zum Verlauf des durch R._ durchgeführten Casemanagements vgl. UV-act. 2/
CM1 S. 1-85, insb. S. 78, und UV-act. 3/M59a S. 6). Am 11. Mai 2007 teilte der neue
Casemanager S._ der Beschwerdegegnerin mit, ein Arbeitstraining sei zur Zeit nicht
möglich. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lasse dies nicht zu (UV-act.
7/Berufsberatende Massnahmen). Unter diesen Umständen sind ausreichende
Anstrengungen der Beschwerdeführerin, wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen,
nicht ausgewiesen. Das Vorbringen, die Beschwerdeführerin habe immer motiviert und
kooperativ mitgearbeitet (act. G 1 S. 13 unten), kann mit Blick auf die Akten nicht als
belegt gelten (vgl. UV-act. 2/CM1 S. 1-85; UV-act. 3/M48). Zusammenfassend ist eines
der in BGE 134 V 109 angeführten Adäquanzkriterien gegeben, was dazu führt, dass
die Adäquanz der nach wie vor geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall zu
verneinen ist. Die Leistungseinstellung ab 23. August 2007 ist dementsprechend nicht
zu beanstanden.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG