Decision ID: 17bcf4e9-dc57-4dc7-a671-cd2ea17940a6
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1945, bezieht Zusatzleistungen (
e
idgenössische Ergänzungsleistung
en und kantonale Beihilfen)
zur
Altersrente
(
Urk.
5/1
). Mit Verfügung vom
3.
Januar
2014
sprach die Sozialversicherungsanstalt
(SVA)
des Kantons
Zürich, Ausgleichskasse (nachfolgend:
Ausgleichskasse
), dem Versi
cherten
nach einer Neuberechnung
ab dem
1.
Januar
2014
monatliche
Leistun
gen in der Höhe von
Fr.
1‘317
.-- (bestehend aus Ergänzungsleistungen in der Höhe von
Fr.
752
.--, kantonalen Beihilfen
in der Höhe von
Fr.
202.-- sowie einer Prämienpauschale Krankenversicherung
in der Höhe
von
Fr.
363.--) zu (
Urk.
5/
54
).
Hiergegen erhob der Versicherte am 3
1.
Januar 2014 Einsprache und machte geltend, der zugesprochene Betrag reiche nicht aus, um seine Lebenshaltungskosten zu decken (
Urk.
5/62/3-4).
Dabei reichte er eine Verfü
gung der Eidgenössischen Alters- und
Hinterlassenenversicherung
vom 1
0.
Januar 2014 ein, mit welcher der Altersrentenanspruch
per
1.
Februar 2014 geändert wo
rde
n war
(
Urk.
5/59).
Mit Verfügung vom
4.
Februar 2014 (
Urk.
5/69) sprach die
Ausgleichskasse
dem Versicherten ab dem
1.
Februar 2014
Leistungen in der Höhe von
Fr.
1‘592.-- (bestehend aus
Ergänzungsleis
tungen
in der Höhe von
Fr.
1‘027.--, kantonalen Beihilfen in der Höhe von
Fr.
202.-- sowie einer Prämienpauschale Krankenversicherung
in der Höhe
von
Fr.
363.--) zu.
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Februar 2014 hiess die SVA
, nu
n
mehr die Abteilung Zusatzleistungen (im Folgenden: Durchführungsstelle),
die Einsprache
vom 3
1.
Januar 2014 (
Urk.
5/62/3-4)
teilweise gut
(
Urk.
5/73
=
Urk.
2
) und sprach dem Versicherten
ab dem
1.
Februar 2014 Leistungen
im Sinne der
Verfügung vom
4.
Februar 2014
(
Urk.
5/69)
zu
.
2.
Am
1.
März 2014 erhob der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung
der Ausgleichskasse
vom
4.
Februar 2014, da die zugesprochenen Leistungen nicht ausreichten, um die Kosten zu decken (
Urk.
5/74
=
Urk.
1
). Im Schreiben vom
4.
November 2014
teilte
die SVA
,
Durchführungsstelle,
dem Versicherten
mit
, dass die Verfügung vom
4.
Februar 2014
im
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Februar 2014 bestätigt worden sei, weshalb die Beschwerde ans Gericht off
en stehe
,
und setzte
dem Versicherten eine Frist an, um mitzuteilen, ob die Eingabe vom
1.
März 2014 als Beschwerde ans Gericht weitergeleitet werden solle,
mit
der
Ankündigung, dass die
Durchführungsstelle
bei nicht erfolgender Rückmeldung
so verfahren
werde (
Urk.
5/145). Da sich der Versicherte innert der ang
e
setzten Frist nicht vernehmen liess, leitete
der Rechtsdienst
de
r
SVA d
essen
Eingabe vom
1.
März 2014 (
Urk.
1) mit der Beschwerdeantwort vom
2
4.
November 2014
(
Urk.
4)
, in welcher d
ie
SVA
auf Abweisung der Beschwerde schloss,
ans Sozialversicherungsgericht weiter.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Mit dem
Einsprache
entscheid
vom 1
1.
Februar 2014 wurden die mit der Verfü
gung vom
3.
Januar 2014 (
Urk.
5/54) zugesprochenen Leistungen für den Januar 2014 bestätigt (
Urk.
2). Der Versicherte erhob gegen diesen
Einsprache
entscheid
keine Beschwerde ans Sozialversicherungsgericht
.
A
m
1.
März 2014 (
Urk.
1) erhob der Versicherte
jedoch
Einsprache gegen die Verfügung vom
4.
Februar
2014
(
Urk.
5/69)
und erwähnte den
Einsp
racheentscheid
vom 1
1.
Februar 2014 (
Urk.
2)
nicht
. Somit
sind die
mit Verfügung vom
3.
Januar 2014 (
Urk.
5/54) zugesprochenen und mit
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Februar 2014
(
Urk.
2)
bestätigten
Zusatz
leistungen
für den Januar 2014
rechtskräftig geworden
.
Anders verhält es sich jedoch mit den Zusatzleistungen ab
1.
Februar 2014.
2.
Gemäss
Art.
52
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) kann gegen
sozialversicherungsrechtliche
Verfügungen innerhalb von dreissig Tagen bei der verfügenden Stelle Einspra
che erhoben werden, wobei die Einsprache als förmliches Rechtsmittel gilt (vgl. BGE 133 V 55).
I
m Gesetz über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenversicherung ist
diesbezüglich keine Ausnahme vorge
sehen, weshalb
in diesen Verfahren
zwingend ein
Einsp
r
acheverfahren
durch
laufen werden muss. Vom
Einspracheverfahren
ausgenommen sind gemäss
Art.
52
Abs.
1 ATSG
nur
prozess- und verfahrensleitende Verfügungen.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen,
zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – im Verfahren betref
fend Zusatzleistungen in Form eines
Einspracheentscheids
– Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise
weit
erzieh
baren
Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsge
genstand
und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3
.
Gemäss
Art.
25
Abs.
1
lit
. b der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) ist die jährliche Ergänzungsleistung bei jeder Änderung der Rente der Alters-, Hinterlassenen
-
oder Invalidenversicherung zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben. Bei
einer
Änderung der Rente hat dies gemäss
Art.
25
Abs.
2
lit
. a ELV auf den Zeitpunkt des Beginns des neuen Rentenanspruchs zu geschehen. Der
Alters
rentenanspruch
des Versicherten änderte
sich
per
1.
Februar 2014 (
Urk.
5/59), weshalb die SVA
, Ausgleichskasse,
am
4.
Februar 2014 über den
Zusatzleis
tungsanspruch
ab dem
1.
Februar 2014 neu verfügte
(
Urk.
5/69)
.
Bei der
Verfü
gung vom
4.
Februar 2014
handelte es sich um keine vom
Einspracheverfahren
ausgenommene prozess- oder verfahrensleitende Verfügung. Daher enthielt diese Verfügung
zu Recht die Rechtsmittelbelehrung, dass innert
dreissig
Tage
n nach Erhalt eine Einsprache
bei der SVA
erhoben werden könne (
Urk.
5/69)
. Eine solche Einsprache wurde vom Versicherten
sodann
am
1.
März 2014
, also
innert der Rechtsmittelfrist
,
bei der SVA eingereicht (
Urk.
1
).
4
.
Wie ausgeführt
,
ist
das
Einspracheverfahren
im Anschluss an den Erlass einer Verfügung
im Verfahren betreffend
Zusatz
leistungen
zwingend durchzuführen
, wobei
die verfügende Verwaltungsbehörde
Einspracheinstanz
ist
. Der
Ein
spracheentscheid
, nicht aber die Verfügung, bildet Anfechtungsgegenstand
im
erstin
stanzlichen Beschwerdeverfahren
vor dem kantonalen
Versicherungsge
richt
.
Die SVA hätte somit
nach der vom Versicherten am
1.
März 2014
gegen die Verfügung vom
4.
Februar 2014
(
Urk.
5/69)
erhobenen Einsprache (
Urk.
1)
ein
Einspracheverfahren
durchführen und einen
Einspracheentscheid
fällen müssen. Es stan
d ihr hingegen nicht offen, die
Verfügung
vom
4.
Februar 2014
(
Urk.
5/69)
bereits
im
Einspracheverfahren
gegen die Verfügung vom
3.
Januar 2014 (
Urk.
5/54) zu überprüfen und
mit dem
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Februar 2014 (
Urk.
2)
im voraus
zu bestätigen.
Auf die Sache kann daher mangels
eines anfechtbaren Entscheides
nicht eingetreten werden.
Die
Einspra
che vom
1.
März 2014
ist
mitsamt den Akten
an die SVA
zu überweisen
, damit diese das
gesetzlich zwingend vorgesehene
Einspracheverfahren
durchführe und
über die
am
1.
März 2014
gegen die
Verfügung vom
4.
Februar 2014
(
Urk.
5/69)
erhobene Einsprache (
Urk.
1)
entscheide.
Das Gericht
beschliesst
:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die
Einsprache vom
1.
März 2014
wird
mitsamt den Akten
zur Durchführung des
Ein
spracheverfahrens
an die Beschwerdegegnerin überwiesen.
3
.
Das Verfahren ist kostenlos.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
X._
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV
Bundesamt für Sozialversicherungen
Sicherheitsdirektion Kanton Zürich
5
.