Decision ID: 01dd3d35-f3b8-4db8-a930-90fbc8b155dc
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Am 1. Dezember 2014 führte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
,
bei der ihr angeschlossenen
X._
gmbh
eine
Arbeitge
berrevision
durch. Die Revisorin kam dabei zum Schluss, dass der
Spendenauf
wand
der Gesellschaft in den Jahren 2012 und 2013 übersetzt bzw. nicht voll
umfänglich als geschäftsmässiger
Aufw
and betrachtet werden könne und
nahm deshalb eine Teilaufrechnung von
Fr.
13‘000.
--
im Jahr 2012 und von
Fr.
7‘000.
--
im
Jahr 2013 vor. A
m 1
2.
Dezember
2014
erliess die
Ausgleichs
kasse
entsprechende Nachzahlungsverfügungen (
Urk.
3/2-3) und stellte glei
chentags auch die darauf entfallenden Verzugszinsen in Rechnung (
Urk.
3/4-5;
Urk
3/6). Mit Einsprache v
om 2
2.
Dezember 2014 bestritt die
X._
gmbh
, dass eine entgeltliche
Le
istung entschädigt worden sei; s
omit
seien
keine
Sozi
alversicherungsabzüge
und
auch
keine
Verzugszinsen geschuldet (
Urk.
3/8).
2.
Mit Entscheid vom 25. März 2015 wies die Ausgleichskasse die Einsprache ab (
Urk.
2). D
agegen erhob die
X._
gmbh
beim hiesigen Gericht Beschwerde (
Urk.
1).
Auf die
übrigen
Vorbringen der Parteien ist, soweit für das zu fällende Urteil erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2
.
Im Streit liegen die Lohnsummen der Ja
hre 2012 und 2013, für die die
X._
gmbh
als Arbeitgeberin
beitragspflichtig ist. Im
Einspracheentscheid
vom 25. März 2015 betreffend die
Nachzahlungsverfügungen vom 1
2.
Dezember 2014
für die Jahre 2012 und 2013
über Teilaufrechnungen bezüglich ge
schäftsmässigen Aufwand begründete die Ausgleichskasse
ihr Vorgehen
vor al
lem
damit, dass der Spendenaufwand der Beschwerdeführerin an den Verein
Y._
grundsätzlich
übersetzt sei (
Urk.
2 bzw. vollständiger Text
des
Ein
spracheentscheides
Urk.
7/45/1-4)
.
Die aufgerechneten Lohnsummen von
Fr.
13‘000.
--
(2012) bzw.
Fr.
7‘000.
--
(2013) wurden von der Revisorin in der Folge als an
Z._
ausbezahlte geldwertige Leistungen eingestuft (
Urk.
7/3/1).
Die Beschwerdeführerin bzw.
Z._
als Geschäftsführer
vertritt demge
genüber im Wesentlichen die Meinung, ob und in welchem Umfa
ng Spenden als geschäftsmässiger
Aufwand verstanden werden sollten, sei nicht
Prüfungsge
genstand
der SVA,
sondern die
se
habe
(lediglich)
zu prüfen, ob Mitarbeitern entrichtete entgeltliche und Naturalleistungen
korrekt erfasst und
verabgabt
w
orden sei
e
n
(
Urk.
1)
.
3
.
Nach ständiger Recht
s
prechung und Praxis
ist bei der AHV-rechtlichen
Beitrags
pflicht
immer eine Harmonisierung mit der Regelung im Steuerrecht angezeigt oder – wie es die Ausgleichskasse
zutreffend
ausdrückt (
Urk.
2
Ziff.
3
lit
. d) – die steuer- und AHV-rechtliche Pa
rallelität im Blick zu behalten. Die Ausgleichkasse hat aus diesem Grund - sie zitiert
Ziff.
2.1.7 der Wegleitung zur Steuererklärung 2013 für Kapitalgesellschaften und Genossenschaften des Kan
tons Zürich - die hier strittigen Aufre
chnungen vorgenommen.
Das
Bundesgesetz
über die D
irekte Bundessteuer (DBG) regelt den geschäftsmäs
sig begründeten Aufwand
in
Art.
5
9.
Danach gehören z
u einem
geschäftsmäs
sig begründeten Aufwand auch
die freiwilligen Leistungen von Geld und übrigen Vermögenswerten bis zu 20 Prozent des Reingewinns an juristische Personen mit Sitz in der Schweiz, die im Hinblick auf ihre öffentlichen oder gemeinnützi
gen Zwecke von der Steuerpflicht befreit sind
(
Art.
59
Abs.
1
lit
c)
.
Insofern er
scheint
die
Ansicht der Beschwerdegegnerin
, dass bei e
inem Reingewinn der
X._
gmbh
von
Fr.
2‘381.-- im Jahr 2012 bzw.
von
Fr.
3‘915
.--
im Jahr 2013 Spenden
an den (steuerbefreiten) Verein
Y._
in der Höhe von
Fr.
16‘150.
--
im Jahr 2
012) bzw.
von
Fr.
10‘500.
--
im Jahr 2013
nicht mehr zur Gänze als geschäftsmässig begründeter Aufwand betrachtet werden können und somit eine T
eilaufrechnung zu erfolgen hat
, als zutreffend
(siehe dazu
Urk.
7/36/1-6). In diesem Zusammenhang ist auch auf das Schreiben des Kan
tonalen Steueramts Zürich vom 2
4.
November 2014 hinzuweisen, mit welchem der zuständige
Steuerkommissär
weitere Abklärungen für die
Steuereinschät
zung
der
X._
gmbh
als notwendig erachtet und deshalb
insbesondere auch den Kontoauszug
A._
(Konto-Nr. des Spendenkontos)
einverlangt
. Wie es sich dies
bezüglich verhält, d.h. zu welchem Ergebnis die Steuerbehörden in dieser Sache gelangt sind, kann jedoch vorliegend offenbleiben (und
infolge
dessen
auch der
Beizug
der Steuerakten unterbleiben), wie sich aus den nach
folgenden Erwägungen ergibt.
4
.
Der entscheidende Unterschied zwischen Steuerp
f
licht und AHV-Beitragspflicht besteht darin, dass letztere sich regelmässig - abgesehen von den
Beiträgen der Nichterwerbstätigen
- nur auf Erwerbseinkommen bzw. Einkommen aus einer unselbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit bezieht (
Art.
3 ff. des Bun
desgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
; AHVG).
Wenn nun
Z._
als einziger Gesellschafter und Geschäftsführer mit
Einzel
unterschrift
der
X._
gmbh
(siehe
dazu
Handel
s
registerauszug
Urk.
7/48) regelmässig 10
%
des Umsatzes an g
emeinnützige Organisationen ab
führt
(
Urk.
1 S. 3)
, so ist dies Ausfluss seines unternehmerischen Entscheides für die von ihm „beherrschte“ Gesellschaft.
Daraus den Schluss zu
ziehen, es handle sich
um beitragspflichtiges Erwerbseinkommen
im Sinne des
AHVG
, ist nicht zulässig. Dass die Überweisung der Spenden regelmässig erfolgte und eine per
sönliche Verbindung von
Z._
z
um Verein
Y._
besteht (
er
ist
unbestrittenermassen Präsident
d
ies
es Vereins,
Urk.
1 S. 3),
ändert daran nichts. Die Spenden werden deshalb nicht zu Arbeitsentgelten für den geschäftsführen
den
Z._
.
Beitragspflichtiger massgebender Lohn kann gemäss Art
5
Abs.
2 AHVG nur ein „Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit“ gelten. Dass dem aber hier so wäre, macht auch die Beschwerdegegnerin nicht geltend.
5.
Besteht nach dem Gesagten keine AHV-Beitragspflicht auf den d
urch die
Be
schwerdegegnerin
vorgenommenen Teilaufrechnungen
, so ist in Gutheissung der Beschwerde der
Einspracheentscheid
vom 2
5.
März 2015 (ersatzlos) aufzu
heben.