Decision ID: 4115c8a5-dbee-4b5e-923c-fbb944d1d51a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hugo Waibel-Knaus, Zentrum Frohsinn,
8730 Uznach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
B._ (Jg. 1958) meldete sich am 29. Juni 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an.
Bereits am 19. April 2007 hatte Prof. Dr. med. A._ vom Kantonsspital St. Gallen im
Auftrag der C._ Versicherung ein neurochirurgisches Gutachten erstattet. Dabei hatte
er ausgeführt, im Jahr 1992 sei eine Diskushernienoperation zwischen dem 5. LWK und
dem Kreuzbein links durchgeführt worden. Am 2. Dezember 2003 habe ein
Bandscheibenvorfall zwischen dem 4. und dem 5. LWK entfernt werden müssen.
Anschliessend hätten sich die radikulären Schmerzen vollständig zurückgebildet. Am
17. September 2004 sei die Versicherte wegen einer zweiten Rezidivhernie zwischen
dem 4. und dem 5. LWK links operiert worden. Die postoperativen Röntgenaufnahmen
der LWS hätten regelrecht eingesetzte Implantate mit korrekter Position in allen
Bereichen gezeigt. Anfangs Januar 2007 sei es zu einer Kurzhospitalisation wegen
Schmerzen im linken Bein gekommen. Man habe eine Funktionsmyelographie
kombiniert mit einem postmyelographischen CT im Bereich der LWS durchgeführt.
Diese Abklärung habe keine Anhaltspunkte für eine Kompression einer spinalen
Nervenwurzel oder für eine Stenose des Wirbelkanals ergeben. Die
elektrophysiologische Diagnostik habe keine Hinweise für eine Neuropathie des N.
tibialis oder für eine akute Radikulopathie L5 und S1 gezeitigt. Es hätten sich nur
chronisch neurogene Veränderungen gezeigt, die zu einer abgelaufenen Radikulopathie
mit Betonung L5 gepasst hätten. Bei einer neurochirurgischen Kontrolle am 12. Februar
2007 sei festgestellt worden, dass die Versicherte an einem chronifizierten
Schmerzsyndrom mit Schmerzverarbeitungsstörung leide. Prof. Dr. med. A._ führte
weiter aus, eine Knochenszintigraphie am 13. Dezember 2005 habe keine speziellen
Hinweise für Pathologien im Bereich des Schädels oder im Verlauf der knöchernen
Wirbelsäule gezeigt. Die Röntgenaufnahmen der HWS vom 15. März 2006 hätte eine
angedeutete Kyphose mit Scheitelpunkt zwischen dem 4. und dem 5. HWK gezeigt.
Der Befund entspreche einer degenerativen Fehlstellung der HWS. Die
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Kernspintomographie vom 22. Mai 2005 habe eine degenerativ bedingte
Osteochondrose mit Schwerpunkt zwischen dem 5. und dem 6, weniger zwischen dem
4. und dem 5. HWK ergeben. Diese sei gekennzeichnet durch eine Höhenminderung
der beiden Bandscheiben sowie durch eine Bandscheibenprotrusion mit einer
beginnenden Einengung der Neuroforamina auf dem Niveau zwischen dem 5. und dem
6. HWK. Gestützt auf die klinische Untersuchung gab Prof. Dr. med. A._ an, die
Hirnnerven hätten keine Ausfallerscheinungen gezeigt. Die Kopfbeweglichkeit sei
uneingeschränkt gewesen. Die Muskeleigenreflexe hätten symmetrisch ausgelöst
werden können, sie seien mittellebhaft gewesen. Die Prüfung der groben Kraft habe
regelrechte Verhältnisse an den Armen und den Beinen gezeigt. Die Muskeltrophik sei
normal beschaffen gewesen und der Muskeltonus habe keine Veränderungen
gegenüber der Norm gezeigt. Die koordinativen Leistungen an den Armen und Beinen
seien uneingeschränkt gewesen. Die Sensibilitätsprüfung habe keine objektivierbaren
Ausfallerscheinungen gezeigt. Die vegetativen Funktionen seien nicht eingeschränkt
gewesen. Neuropsychologisch hätten sich keine Anhaltspunkte für Funktionsstörungen
gezeigt.
B.
Dr. med. D._ berichtete der IV-Stelle am 17. Juli 2007, die Diagnose laute: St.n.
schwerem HWS-Schleudertrauma am 21. September 2005, St.n.
Bandscheibenoperation LWS und St.n. Reduktionsplastik Mammae. Seit dem Unfall
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Er legte
einen Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 12. Februar 2007 bei. Darin war
ausgeführt worden, sowohl klinisch als auch bildgebend und elektrophysiologisch
fänden sich keine Hinweise für ein Wurzelkompressionssyndrom L5 und S1 links. Es
bestehe ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit Schmerzverarbeitungsstörung und
negativem Effekt durch das erlittene Schleudertrauma. Interessant sei, dass während
eines 50-tägigen Zypernaufenthalts im Jahr 2006 ein vollständiger
Beschwerderückgang zu verzeichnen gewesen sei. Aus neurochirurgischer Sicht
bestehe kein Handlungsbedarf. Dr. med. D._ selbst hatte in einem Bericht vom 12.
Mai 2007 an einen anderen Arzt ausgeführt, laut den Unterlagen, die bis in das Jahr
1996 zurückreichten, habe die Versicherte häufig über Beschwerden auch im Bereich
des 4./5. Lendenwirbels geklagt. Es seien aber keine Beschwerden im höheren Bereich
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der Wirbelsäule dokumentiert. Die geklagten Beschwerden hätten sicher keine
degenerative Ursache, sondern seien durch ein Trauma verursacht. Sie seien durchaus
nachvollziehbar und glaubhaft. Dr. med. E._ berichtete der IV-Stelle am 15. August
2007, die Versicherte leide an chronischen zervikothorakalen Schmerzen nach dem
Verkehrsunfall am 21. September 2005 und – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
– an chronischen Kreuz- und Beinschmerzen nach drei Operationen an der LWS. Die
starken Schmerzen im Kreuz und im Nacken wirkten sich auf die bisherige Tätigkeit
aus. In einer Arbeit mit leichter körperlicher Belastung und der Möglichkeit, die
Körperposition zu wechseln, sei die Versicherte an vier Stunden pro Tag einsetzbar. Es
bestehe ein komplexes Beschwerdebild mit chronischen Nackenbeschwerden und
chronischen Kreuz- und Beinschmerzen links.
C.
Am 26. Februar 2008 erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle. Gemäss dem
entsprechenden Bericht klagte die Versicherte dabei über Nacken- und Kopfschmerzen
rechts. Es handle sich dabei aber nicht um Schmerzen im üblichen Sinn, sondern es
sei, wie wenn sie einen Helm tragen würde. Ausserdem sei ihr ständig schwindlig und
übel und sie fühle sich immer müde. Nachts könne sie schmerzbedingt nicht schlafen.
Tagsüber liege sie sehr viel, da sie nicht lange sitzen könne. Bis 1996 habe sie in der
Textilreinigung ihres Sohnes gearbeitet. Nachdem dieser die Textilreinigung habe
aufgeben müssen, habe sie keine Arbeitsstelle mehr gesucht. Die Abklärungsperson
war der Auffassung, dass die Versicherte als vollzeitliche Hausfrau einzustufen sei. Für
den Ernährungsbereich nahm die Abklärungsperson eine Arbeitsunfähigkeit von 50%
an. Unter Berücksichtigung der Mithilfe der Familienangehörigen reduzierte sie den
Arbeitsunfähigkeitsgrad auf 40%. Im Bereich Wohnungspflege betrachtete sie die
Versicherte als vollständig arbeitsunfähig. Sie rechnete aber nur eine Arbeitsunfähigkeit
von 80% an, weil die Familienangehörigen mithelfen müssten. Auch beim Einkauf nahm
sie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der Versicherten an. Angerechnet wurde aber
eine vollständige Arbeitsfähigkeit, da es dem Ehemann zumutbar sei, diesen Teil der
Haushaltarbeit vollständig zu übernehmen. Bei der Wäsche und Kleiderpflege nahm die
Abklärungsperson eine Arbeitsunfähigkeit von 70% an, wobei sich aber dem
Abklärungsbericht nicht entnehmen lässt, ob dabei eine Mithilfe der
Familienangehörigen Berücksichtigung gefunden hat. Bei der Gartenarbeit ging die
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Abklärungsperson von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten aus,
obwohl sie gleichzeitig angab, der Ehemann und der Sohn mähten den Rasen. Es
resultierte eine Arbeitsunfähigkeit von 49,84%. Abschliessend hielt die
Abklärungsperson fest, der Ehemann sei bei der Abklärung dabei gewesen. Er habe
klargemacht, dass er die Zusprache einer Rente erwarte. Zehn Minuten nach dem
Beginn des Abklärungsgesprächs habe sich die Versicherte auf das Sofa gelegt, weil
sie wegen der Folgen des Schleudertraumas nicht lange sitzen könne. Der Ehemann
habe angegeben, sie seien mit der Begutachtung in Valens nur bedingt zufrieden. Die
Therapeutin habe die Versicherte nämlich praktisch gezwungen, unzumutbare
Bewegungen zu machen und Gewichte zu heben. Sie habe gedroht, dass das
Gutachten entsprechend negativ ausfallen werde. Die Abklärungsperson gab weiter an,
der Ehemann der Versicherten werde sich gemäss seinen eigenen Angaben wehren,
wenn das Gutachten nicht nach seinem Willen ausfallen sollte. Die Versicherte liess
durch ihren Rechtsvertreter am 2. April 2008 geltend machen, die Prozentzahlen für die
verschiedenen Haushaltbereiche stimmten, nicht aber diejenigen für die jeweilige
Behinderung. Die Versicherte sei nämlich nicht darüber aufgeklärt worden, dass sie
nicht verpflichtet sei, unter Schmerzen zu arbeiten. Dementsprechend sei eine
Neuberechnung vorzunehmen und eine volle (richtig: ganze) Rente zuzusprechen.
Sollte die IV-Stelle davon ausgehen, dass die Versicherte den Haushalt schmerzfrei
führen könne, sei ein neues Gutachten notwendig. Am 14. April 2008 liess die
Versicherte mitteilen, sie könne nichts unterzeichnen, was unter falschen
Voraussetzungen errechnet worden sei. Die Befragung müsse wiederholt werden. Der
Rechtsvertreter der Versicherten machte am 2. Juni 2008 geltend, in den Bereichen
Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf und Wäsche/Kleiderpflege bestehe eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit.
D.
D.a Die Versicherte hatte sich vom 18. bis 21. Februar 2008 in der Klinik Valens einer
interdisziplinären Begutachtung unterzogen. Dr. med. F._ und Dr. med. G._ führten
in ihrem Gutachten vom 5. Mai 2008 aus, die Versicherte habe Schmerzen am
zervikookzipitalen Übergang rechts ausgehend über den Hinterkopf bis in die Augen
ausstrahlend mit Drehschwindel, Übelkeit und Brechreiz. Spezielle Traktionen und
Ultraschallbehandlungen würden die Beschwerden verbessern. Die Versicherte führe
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auch selbst Massagen im Nackenbereich und am Kopf durch, was vorübergehend
helfe. Bedarfsweise nehme sie Medikamente ein. Schmerzbedingt bestehe eine
Durchschlafstörung. Die Versicherte sei in der Lage, bis zu eineinhalb Stunden täglich
zu gehen. Das Sitzen sei wegen der Schmerzen lumbal mit Ausstrahlung in das linke
Bein nicht so gut möglich. Es komme rasch zu einem Taubheitsgefühl am linken Bein
sowie zu einer Müdigkeit im Kopf-HWS-Bereich, die es schwer mache, längere Zeit zu
stehen oder zu sitzen. Untertags liege die Versicherte meist. Entgegen den Angaben
der Versicherten, dass sie nur kurz sitzen könne, sei die Versicherte bei der
gutachterlichen Untersuchung über eine Stunde lang problemlos gesessen. Während
des Gesprächs habe sie stark gestikuliert und den Kopf frei bewegt. Sie habe nicht
über Schwindelbeschwerden geklagt. Auch während des mehrstündigen
psychiatrischen Gesprächs habe die Versicherte erstmals nach 50 Min. einen
Positionswechsel vorgenommen. Im Anamnesegespräch, beim Ausziehen und bei der
Untersuchung sei die HWS-Beweglichkeit nahezu frei gewesen. Es hätten keine
Hinweise auf ein Schonverhalten oder eine schmerzbedingte
Beweglichkeitseinschränkung bestanden. Bei der EFL sei die Leistungsbereitschaft der
Versicherten nur teilweise zuverlässig gewesen. Die Versicherte habe sich vor allem
beim Hantieren von Lasten, Arbeiten über Kopf, Stehen/Sitzen, Kriechen, Ziehen und
Stossen nur bis zu einem bestimmten Grad belasten lassen. Der Testabbruch sei
aufgrund der geklagten Beschwerden erfolgt, ohne dass dabei funktionelle Probleme
hätten beobachtet werden können. Das habe auf eine Tendenz zur Selbstlimitierung
hingewiesen. Die Konsistenz bei den Tests sei mässig gewesen. Die Versicherte habe
mit Gewichten bis zu 10 kg hantiert. Dabei sei vor allem beim horizontalen Tragen keine
ergonomische Limite zu beobachten gewesen. Arbeiten über Kopf und mit
vorgeneigtem Stehen/Sitzen hätten nicht über die verlangte Zeit durchgeführt werden
können. Hingegen seien bei den Tests zur Fortbewegung normgerechte Werte erreicht
worden. Infolge der Selbstlimitierung sei anzunehmen, dass im EFL nicht die maximale
Leistung der Versicherten habe beobachtet werden können. Bei gutem Effort hätte die
Versicherte mehr leisten können. Basierend auf den Testbeobachtungen sei eine
leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit Hantieren von Gewichten bis maximal 10 kg
ganztags zumutbar. Die Arbeit als Hausfrau in einem Haushalt mit vier Personen
entspreche ungefähr einer solchen Tätigkeit. Die Versicherte zeige ausser beim
Hantieren von Gewichten über 10 kg keine tätigkeitsspezifischen Einschränkungen.
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Daher seien alle Arbeiten aus ergonomischer Sicht zumutbar. Wenn sich die
Versicherte die Arbeit gut einteile und Arbeiten über Schulterhöhe (Wäsche aufhängen,
Fenster putzen), stehend vorgeneigt (Staubsaugen, Geschirr waschen, Rasen mähen)
und ziehend/stossend nur manchmal am Tag erledige, sei die Führung des Haushalts
im Wesentlichen zumutbar. Generell seien leichte, wechselbelastende Arbeiten
ganztags zumutbar.
D.b Die Gutachter stellten folgende Diagnosen: chronifiziertes zervikozephales und
zervikovertebrales myofasziales Schmerzsyndrom rechts, intermittierendes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und residuelles lumboradikuläres
sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 links bei St. n. dreimaliger Diskektomie L4/5
1992, 2003 und 2004 mit Stabilisationsoperation im Jahr 2004. In bezug auf die
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten gaben die Gutachter an, durch
die belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Hals- und Kopfbereich sowie durch
den Schwindel und die Durchschlafstörungen nachts bestehe eine gewisse
Beeinträchtigung. Lumbal bestünden akut einschiessende Schmerzen bei
Bückbewegungen und ein Taubheitsgefühl im linken Bein bei längerem Sitzen.
Aufgrund dieser Schmerzen, der Dekonditionierung und des Schwindels könne von
einer maximalen Einschränkung von 20% ausgegangen werden. Durch regelmässiges
Absolvieren eines Heimübungsprogramms, durch Detonisieren der deutlich
angespannten Schulter-Nackenmuskulatur und durch zunehmenden Kraftaufbau
mittels einer medizinischen Trainingstherapie sollte eine Verbesserung der
Schmerzsituation und der vegetativen Symptome erreicht werden können. Dadurch
würde die Arbeitsfähigkeit im Haushalt verbessert. Die analgetische Therapie sollte
modifiziert werden. Zusätzlich sollten zentral wirksame, schmerzdistanzierende
Psychopharmaka eingesetzt werden. Durch die Verbesserung der
Nachtschmerzsymptomatik und der Schwindelproblematik sollte die Ausdauer im
Haushalt besser werden.
E.
Dr. med. H._ vom RAD qualifizierte die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter der
Klinik Valens als plausibel. Mit einem Vorbescheid vom 3. Juli 2008 orientierte die IV-
Stelle die Versicherte darüber, dass sie gedenke, das Rentengesuch abzuweisen. Die
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Versicherte sei zu 100% als Hausfrau zu qualifizieren. In der Tätigkeit als Hausfrau
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Die Versicherte liess am 10. Juli 2008
einwenden, der Abklärungsbericht sei falsch. Sie habe permanent Schmerzen und sie
sei in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Deshalb könne sie mit Sicherheit nicht
zu 80% einen Haushalt führen. Sie sei nicht verpflichtet, unter Schmerzen zu arbeiten.
Weil sie nach wie vor Froben Retard und Dafalgan einnehme, stehe fest, dass
Schmerzen vorhanden seien. Sinnvoll wäre eine allumfassende Abklärung durch einen
unabhängigen Experten. Mit einer Verfügung vom 15. Juli 2008 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren der Versicherten ab.
F.
Die Versicherte liess am 8. September 2008 Beschwerde erheben. Ihr Rechtsvertreter
stellte sinngemäss den Antrag, es sei ihr mindestens eine halbe Rente zuzusprechen.
Zur Begründung führte der Rechtsvertreter der Versicherten sinngemäss aus, Dr. med.
E._ habe am 10. Mai 2007 der C._ Versicherung gegenüber erklärt, dass die
Operationen zwischen dem 4. und dem 6. HWK nicht ursächlich seien für die aktuellen
Beschwerden. Die Ursache liege vielmehr im Schleudertrauma. Dr. med. D._ sei zum
selben Ergebnis gelangt. Es sei belegt, dass die Versicherte erst seit dem Unfall
Kopfschmerzen und Schmerzen im Nackenbereich habe. Die Versicherte erhalte zwei
Medikamente, nämlich Dafalgan und Froben-Retard. Ersteres diene der Behandlung
der Schmerzen im Kopf- und Rückenbereich, letzteres sei ein Entzündungshemmer.
Der permanente Schmerzzustand und die Schwindelgefühle verunmöglichten es der
Versicherten schlechthin, als Hausfrau tätig zu sein. Sie sei nämlich nicht verpflichtet,
unter Schmerzen zu arbeiten. Nicht einmal bei einer Schmerzlinderung mittels
Medikamenten sei sie verpflichtet, zu 80% als Hausfrau tätig zu sein.
G.
Die IV-Stelle beantragte am 10. November 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie
führte aus, die Versicherte habe erklärt, ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung wäre
sie zu 100% im Haushalt tätig. Das sei plausibel, da die Versicherte in den letzten
Jahren keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Die Invalidität sei deshalb nach der
speziellen Methode zu ermitteln. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter der
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Klinik Valens leuchte angesichts der wenig ausgeprägten somatischen
Beeinträchtigungen ein. Es liege ein unerklärlicher snydromaler Zustand vor, der
mangels Objektivierbarkeit nicht invalidisierend sei. Weder die nicht erklärbaren
Schmerzangaben noch die belastungsabhängigen Schwindelbeschwerden vermöchten
eine Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Im übrigen wäre es der Versicherten zumutbar, die
Dekonditionierung durch ein entsprechendes Training zu beseitigen. Angesichts dieser
medizinischen Situation könne auch nicht auf das erheblich von der pessimistischen
Selbsteinschätzung der Versicherten beeinflusste Ergebnis der Haushaltabklärung
abgestellt werden. Zusammenfassend hielt die IV-Stelle fest, dass im Haushalt keine
Invalidität bestehe.
H.
Die Versicherte liess am 26. November 2008 einwenden, es könne nicht sein, dass sie
als Erwerbstätige zu 50% und als Hausfrau nur zu 20% arbeitsunfähig sein solle. Soviel
könne die zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen nicht ausmachen. In Valens sei
sie nicht untersucht, sondern lediglich befragt worden. Gestützt allein auf eine
Befragung könne kein interdisziplinäres Gutachten erstellt werden. Die IV-Stelle gehe
nicht auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts ein, laut der niemand auf
eine Rente verzichten müsse, weil er ja auch unter Schmerzen arbeiten könne. Die
Versicherte müsse durch Spezialisten begutachtet werden, welche die
Schmerzsymptome richtig werteten. Die Klinik Valens habe keine derartigen
Spezialisten eingesetzt. Die Schmerzen seien durch das schwere Schleudertrauma zu
erklären. Alle Familienangehörigen seien voll erwerbstätig und deshalb ausserstand, im
Haushalt mitzuhelfen. Im übrigen könne es keinen Unterschied machen, ob eine
versicherte Person im eigenen Haushalt oder in einer Fabrik arbeite. In einer Fabrik
gebe es nämlich keine Schadenminderungspflicht in der Form der Mithilfe anderer
Personen.
I.
Die IV-Stelle verzichtete am 5. Dezember 2008 auf eine materielle Stellungnahme.

Erwägungen:
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1.
Gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 IVG bestimmt sich die Invalidität einer
erwachsenen Person nach der Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu
betätigen, wenn dieser Person nicht zugemutet werden kann, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Dies gilt auch für Personen, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben
in einem Aufgabenbereich tätig sind (Art. 28a Abs. 3 IVG). Gemäss Art. 27bis IVV
erfolgt nur ein Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG), wenn anzunehmen ist, dass die
teilerwerbstätige Person ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre.
In ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und
gegebenenfalls in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den
Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen
Verhaltensweise der versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dabei
abzuklären, ob die versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht
auf die gesamte Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art)
erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle
Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren
berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen ausschlaggebend sein.
Abzustellen sei auf die hypothetischen Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie
sich bis zum massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V
150). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hält sich seit dem
Bundesgerichtsurteil vom 6. August 2007 (I 126/07) an diese Methode, dies entgegen
einer – weiterhin als einziges gesetzmässiges Ergebnis der Interpretation zu
qualifizierenden - früheren Praxis, die auf eine objektive Zumutbarkeit im fiktiven
"Gesundheitsfall" abstellte (vgl. statt vieler das Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 26. November 2008, IV 2007/332). Nach dieser Praxis wäre die
Beschwerdeführerin als zu 100% erwerbstätig zu qualifizieren, da es ihr im fiktiven
"Gesundheitsfall" angesichts der konkreten familiären Situation ohne weiteres
zumutbar wäre, vollzeitlich erwerbstätig zu sein. Die Beschwerdegegnerin ist
demgegenüber von einer vollzeitlichen Tätigkeit im eigenen Haushalt ausgegangen. Ob
die Beschwerdegegnerin damit die oben genannte Bundesgerichtspraxis zur
Anwendung gebracht hat, ob sie ohne weiteres auf eine entsprechende Aussage der
Beschwerdeführerin abgestellt hat oder ob sie sich von anderen Umständen hat leiten
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lassen, kann dem Abklärungsbericht nicht entnommen werden, denn die
Abklärungsperson hat dort nur ihre persönliche Entscheidung protokolliert: "Frau B._
ist zu 100% als Hausfrau einzustufen" (Abklärungsbericht S. 2 unten). Eine Begründung
hiefür fehlt im Abklärungsbericht. Im späteren Verlauf des Verfahrens hat die
Beschwerdegegnerin die Begründung vorgebracht, die Beschwerdeführerin sei seit
Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Sie hat dabei allerdings ausser
Acht gelassen, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren an Rückenbeschwerden
gelitten hat und möglicherweise deshalb keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen
ist. Aus diesem Grund vermag die nachträgliche Begründung der Beschwerdegegnerin
nicht zu überzeugen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Frage nach den
Verhältnissen im fiktiven "Gesundheitsfall" anhand der vorliegenden Akten nicht mit der
notwendigen Wahrscheinlichkeit beantwortet werden kann. Bei einer Anwendung der
bundesgerichtlichen Praxis bliebe deshalb eigentlich nichts anderes übrig, als die
Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Rückweisung kann allerdings dann unterbleiben, wenn sich herausstellen sollte, dass
die Beschwerdeführerin nach keiner der verschiedenen Bemessungsmethoden
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) einen Anspruch auf
eine Rente begründet.
2.
2.1 Die Haushaltabklärung vom 26. Februar 2008 hat eine Invalidität der
Beschwerdeführerin im eigenen Haushalt von 49,84% ergeben. Hätte die
Abklärungsperson dabei nicht die Schadenminderungspflicht (genauer: die
Invaliditätsverminderungspflicht) durch die zumutbare Mithilfe von Familienangehörigen
berücksichtigt, d.h. nicht die Leistungsfähigkeit der Familie B._ im eigenen Haushalt,
sondern die Invalidität der Beschwerdeführerin im eigenen Haushalt ermittelt, was
eigentlich der Zweck einer Haushaltabklärung sein sollte, so wäre der Invaliditätsgrad
der Beschwerdeführerin noch deutlich höher ausgefallen. Nun hat die
Beschwerdegegnerin selbst nicht auf ihre Feststellungen im Rahmen der
Haushaltabklärung, sondern auf die medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen
auf die Haushalttätigkeit abgestellt. Soweit überblickbar hat die Beschwerdegegnerin
damit erstmals eingeräumt, dass einer von ihr durchgeführten Haushaltabklärung kein
Beweiswert zukomme, weil die Angaben der versicherten Person nicht überzeugten.
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Damit hat die Beschwerdegegnerin im Ergebnis anerkannt, dass es sich bei der
konkreten Haushaltabklärung nur um eine Befragung an Ort und Stelle gehandelt hat,
obwohl der Sinn und Zweck der Abklärung an Ort und Stelle eigentlich der
Augenschein wäre (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 19 VwVG und Art. 55 f. BZP). Die
Beschwerdegegnerin hat akzeptiert, dass es Versicherte gibt, bei deren Befragung kein
objektives Beweisergebnis resultieren kann, weil sie durch ihre Krankheit, durch ihre
subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung, durch ihr soziokulturelles Umfeld usw.
daran gehindert sind, objektiv über die eigene Leistungsfähigkeit zu berichten. Wie weit
der Umstand, dass die gutachterliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung für den Haushalt
nachträglich sehr viel tiefer ausgefallen ist als der in der Haushaltabklärung "ermittelte"
Invaliditätsgrad, die Erkenntnis der Beschwerdegegnerin über den Beweiswert von
Haushaltabklärungen im konkreten Fall beeinflusst hat, kann offen blieben, denn
bezogen auf den Abklärungsbericht ist die Einschätzung jedenfalls korrekt: Es ist nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt, dass die Beschwerdeführerin im eigenen
Haushalt zu 49,84% invalid sei. Die Begutachtung durch die Klinik Valens hat nämlich
aufgezeigt, dass die subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung und die objektiv
bestehende Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin sehr weit voneinander
abweichen. Insbesondere die EFL hat diese Differenz deutlich aufgezeigt. Aber auch
die Gutachter haben bei ihren Untersuchungen klare Indizien für diese Abweichung
gefunden (vgl. insbesondere den Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin
während den Untersuchungsgesprächen sehr lange ohne Positionswechsel hat sitzen
können, obwohl sie gleichzeitig angegeben hat, sie könne wegen bald auftretender
Beschwerden nur kurze Zeit sitzen).
2.2 Die Beschwerdeführerin wendet gegen den von der Beschwerdegegnerin
angenommenen ausreichenden Beweiswert der Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten der Klinik Valens ein, sowohl Dr. med. D._ als auch Dr. med. E._ hätten
die Beschwerdeschilderungen und damit die von der Beschwerdeführerin angegebene
und im Alltag auch demonstrierte hohe Arbeitsunfähigkeit als plausibel betrachtet. Dies
trifft zwar zu, vermag aber die Überzeugungskraft des Gutachtens der Klinik Valens
nicht zu erschüttern. Insbesondere die EFL hat ein Ergebnis geliefert, das nicht nur in
bezug auf das effektive Ausmass der behinderungsbedingten Einschränkung, sondern
auch in bezug auf die Zumutbarkeit der Überwindung der subjektiven Überzeugung,
vollständig arbeitsunfähig zu sein, objektiv und reproduzierbar ist. Dieses Ergebnis ist
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deutlich überzeugender als die Einschätzung behandelnder Ärzte, da diese aufgrund
ihres Behandlungsauftrages erfahrungsgemäss dazu neigen, die Arbeitsfähigkeit aus
rein therapeutischer Sicht und damit insbesondere ohne Berücksichtigung des
notwendigen strengen Zumutbarkeitsmassstabs einzuschätzen, wobei sie aufgrund der
meist langjährigen ergebnislosen Therapiebemühungen in aller Regel die
pessimistische Selbsteinschätzung ihrer Patienten teilen. Entgegen der Behauptung
der Beschwerdeführerin hat die Klinik Valens sehr wohl Spezialisten als Gutachter
eingesetzt, die in der Lage gewesen sind, Schmerzsymptome richtig zu werten. Dabei
handelt es sich nämlich um ein "Spezialgebiet" der Klinik Valens. Die
Beschwerdeführerin geht fehl, wenn sie annimmt, es sei unzumutbar, mit Schmerzen
zu arbeiten oder Schmerzmittel einzunehmen, um arbeiten zu können. Es gehört zur
Schadenminderungspflicht, sich einer wirksamen und zumutbaren
Schmerzmitteltherapie zu unterziehen, um damit die Arbeitsfähigkeit soweit wie
möglich zu erhalten. Im Übrigen ist es durchaus zumutbar, ein gewisses Mass an
Schmerzen in Kauf zu nehmen, um arbeiten zu können. Schmerzen führen also
keineswegs ohne weiteres zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit und damit zu einer
ganzen Invalidität, wie die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint. Gestützt auf das
Gutachten der Klinik Valens ist demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass die Beschwerdeführerin zu 80% arbeitsfähig ist.
2.3 Im Beschwerdeverfahren hat die Beschwerdegegnerin gegen die Massgeblichkeit
dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung eingewendet, die Dekonditionierung und die damit
zusammenhängenden Schwindelbeschwerden, die für die Arbeitsunfähigkeit von 20%
verantwortlich seien, dürften keine Berücksichtigung finden, weil sie durch eine
zumutbare Anstrengung (medizinische Trainingstherapie usw.) überwunden werden
könnten. Tatsächlich ist im Gutachten der Klinik Valens auf eine derartige
Verbesserungsmöglichkeit hingewiesen worden. Die Gutachter haben
dementsprechend die Arbeitsunfähigkeit von 20% ausdrücklich als "aktuell"
bezeichnet. Das bedeutet aber nicht, dass die entsprechende
Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin ohne weiteres als bereits erfüllt
fingiert werden könnte. Ansonsten wäre Art. 21 Abs. 4 ATSG nämlich praktisch
überflüssig. Auszugehen ist somit von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im
Haushalt von 80%. Die Abmahnung einer Schadenminderungspflicht zur vollständigen
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Beseitigung der Arbeitsunfähigkeit erübrigt sich, wenn sich auch bei deren Bestand
keine Invalidität von mindestens 40% (Art. 28 IVG) ergibt.
2.4 Da die Gutachter aufgrund des ihnen vorliegenden Berichts über die
Haushaltabklärung in der Lage gewesen sind, sich ein Bild über den konkreten
Haushalt der Beschwerdeführerin zu machen, bezieht sich ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung ausnahmsweise nicht auf einen Durchschnittshaushalt,
sondern auf den massgebenden konkreten Haushalt. Das bedeutet, dass die ärztlich
auf 20% geschätzte Arbeitsunfähigkeit direkt den Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin als sogenannte "Nur-Hausfrau" von 20% ergibt. Bei einem reinen
Betätigungsvergleich im Haushalt besteht also kein Anspruch auf eine Invalidenrente,
da die Grenze von 40% nicht erreicht ist.
2.5 Im überzeugenden Gutachten der Klinik Valens ist auch für eine adaptierte
Erwerbstätigkeit (leicht, wechselbelastend, Hantieren von Gewichten bis maximal 10
kg, selten arbeiten über Kopf oder vorgeneigt, selten ziehen oder stossen) eine
Arbeitsunfähigkeit von 20% angegeben worden. Die Beschwerdeführerin hat keinen
Beruf erlernt. Sowohl ihre Validen- als auch ihre Invalidenkarriere ist deshalb diejenige
einer Hilfsarbeiterin. Decken sich die beiden Karrieren, kann sich die
Invaliditätsbemessung praxisgemäss auf einen sogenannten Prozentvergleich
beschränken. Selbst wenn dabei ein
– fälschlicherweise so genannter – "Leidensabzug" zu berücksichtigen wäre, könnte
der Invaliditätsgrad ausgehend von einer behinderungsbedingten Erwerbseinbusse von
20% nicht mindestens 40% ausmachen. Dasselbe muss für eine
Invaliditätsbemessung anhand der sogenannten gemischten Methode gelten, und zwar
unabhängig von der Erwerbsquote und auch unabhängig von der konkreten
Umsetzung. Unter diesen Umständen erübrigen sich weitere Abklärungen zur
Statusfrage. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin verneint.
3.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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St.Galler Gerichte
Parteientschädigung; das entsprechende Begehren ist abzuweisen. Sie trägt die
gesamten Kosten des Beschwerdeverfahrens. Diese bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da sich der Aufwand im üblichen Rahmen
bewegt hat, erscheint praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG