Decision ID: cdbdccc4-16bd-58c2-9b4f-10feda1e6689
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, meldete sich am
11
. Januar 2011
wegen der Folgen eines im Juli 2009 erlittenen Autounfalls und der im Mai 2010 diagnostizierten Burstkrebserkrankung
bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Renten
bezug an (Urk. 7/
14
)
. Diese
zog die
Akten
des Unfallversicherers (
Urk.
7/23) und des Krankentaggeldversicherers
(Urk. 7/25)
bei
. Überdies
tätigt
e sie
weitere
erwerbliche (Urk. 7/
20
, 7/27 und 7/32
) und medi
zinische
(
Urk.
7/24, 7/26, 7/28, 7/31, 7/35 und 7/36)
Abklärun
gen. Mit
Verfügung vom 3. Mai 2012
sprach
die IV-Stelle
der Versicherten
, ausgehend von
einer
70%igen
Arbeitsunfähigkeit und
einem Invaliditätsgrad von
70 %
(
vgl.
Urk.
7/42 und 7/43)
, ab dem 1.
Juli
20
11
eine ganze Invaliden
rente zu (Urk. 7/4
4
).
1.2
Im
März
2013 leitete die IV-Stelle
von Amtes wegen
ein Revisionsverfahren ein
, indem sie
der Versicherten den Fragebogen zur Revision der Invalidenrente zu
sandte,
der
am 2
7.
April 2013 ausgefüllt retourniert
wurd
e
(Urk. 7/
45
).
Die IV-Stelle zog einen aktuellen IK-Auszug bei
(Urk. 7/
46
) und
holte medizinische Unterlagen (
Urk.
7/49
und
7/50) und Arbeitgeberauskünfte (
Urk.
7/51) ein
. Her
nach gab sie
bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Y._
,
Z._
, ein polydisziplinäres
Gutachten in Auftrag (
vgl. 7/56
), das am
16
.
Juni
2014 erstattet wurde (Urk. 7/60
).
Mit Vorbe
scheid vom 2
.
Juli
2014 stellte
die IV
Stelle der Versicherten
die Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 7/
62
). Dagegen liess die
Versicherte Einwand erheben
(
vgl.
Urk. 7/
66 und 7/70),
der in
der Folge ergänzend begründet wurde (Urk. 7/
73
).
Überdies wurden weitere Unterlagen eingereicht (
vgl.
Urk.
7/72).
Mit Verfügung vom
10. November 2014 hob die IV-Stelle wie angekündigt die ganze Invalidenrente auf Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats auf (Urk. 2 = 7/
75
). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 S. 3).
2.
Gegen die Verfügung vom 10. November 2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom 9. Dezember 2014 (Urk. 1) Beschwerde erheben. Ihre Rechtsvertreterin bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerde
führerin sei auch weiterhin eine Rente auszurichten, eventualiter seien vom Gericht ergänzende medizinische Abklärungen anzuordnen
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S.
2). Die IV
Stelle schloss am 29. Januar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Davon wurde der G
egenpartei mit Schreiben vom 2.
Februar 2015 Kenntnis gegeben
(
Urk.
8)
.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften
und die im
Beschwerde
verfahren
neu eingereichten Unterlagen (vgl.
Urk.
3/3 und 3/4)
wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei
gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
b
e
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen in Betracht, mit dem Gutachten der MEDAS
Y._
vom
16. Juni
2014 sei eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ausgewiesen. Eine leidensangepasste
Tätigkeit sei ihr zu 80
%
zumutbar. Dementsprechend führte
die Beschwerdegegnerin
einen Einkommensvergleich durch, bei dem sie einen Invaliditätsgrad von 21 % ermittelte, der keinen Rentenanspruch
mehr
zu begründen vermöge
(Urk. 2).
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten, dass
ihr gesundheitlicher Zustand unverändert
sei
. Das Gutachten der MEDAS
Y._
sei mangelhaft und unbrauchbar, so dass nicht darauf abgestellt werden könne
. Insbesondere hätte der Fachbereich Onkologie
in die
Begutachtung
involviert
werden müssen
, was nicht geschehen sei
(
Urk. 1).
3.
3.1
Die rentenzusprechende Verfügung vom
3. Mai 2012
beruht i
n medizinischer Hinsicht auf den
Bericht
en
von Dr. med.
A._
vom 30. November 2011
und von PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Onkologie, vom
3.
Februar 2012
(vgl. das Feststellungsblatt für
den Beschluss vom 17. Februar 2012; Urk. 7/38).
Im erstgenannten wurde
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
linksseitiges
Mammakarzinom
festgehalten. Vom 1.
Juni 2010 bis zum 30. April 2011 sei die Beschwerdeführerin für die zuletzt ausgeübte Bürotätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem
1.
Mai 2011 bis auf Weiteres betrage die Arbeitsunfähigkeit 70
%
(
Urk.
7/35).
Dr.
B._
bestätigte am
3.
Februar 2012
aufgrund des Brustkrebses mit anschliessender
Antihormonthe
rapie
, welche mit Nebenwirkungen wie Muskel- und Gelenkschmerzen, schlech
tem Schlaf usw. verbunden sei,
ebenfalls
eine bis auf Weiteres andauernde 70%ige Arbeitsunfähigkeit als kaufmännische Angestellte (vgl.
Urk.
7/36).
Die Rente wurde somit allein aufgrund des Krebsleidens und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugesprochen.
3.2
3.2.1
Aus den im Zusammenhang mit de
m
aktuellen Revisionsverfahren eingeholten medizinischen Unterlagen
geht hervor, dass
Dr.
A._
am 2
6.
April 2013 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
Mammakarzinom
, Borreliose und Schleudertrauma festhielt. Es sei eine Büroar
beit mit einem Pensum von 30
%
zumutbar (
Urk.
7/45/3).
3.2.2
Dr.
B._
vertrat am 3. Oktober 2013 die Auffassung, dass ab dem
1.
Januar 2014 – im Rahmen eines beherzten Versuches – mit der Aufnahme eines 40%igen Arbeitspensums gerechnet werden könne (
Urk.
7/49). In
einem weite
ren Bericht vom 20.
Dezember 2013
(
Urk.
7/50)
hielt
er
einen stabilen Gesund
heitszustand und
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest
:
Brustkrebs (seit 2010)
Antihormontherapie (seit Oktober 2010)
Osteoporose (seit Oktober 2013)
Schleudertrauma (2008
, gemeint wohl: 2009
)
Arthrose, Arthritis und Weichteilschmerzen.
Überdies
vermerkte
er eine psychologische Dekompensation, der keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zukomme.
Die bisherige Tätigkeit sei durch Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und eine Depression eingeschränkt (
Urk.
7/50/2). Ab Januar 2014 könne mit einem Pensum von 40
%
gerechnet werden
, wobei die angestammte Bürotätig
keit gleichzeitig behinderungsangepasst sei
(
Urk.
7/50/3).
3.2.3
Das von der Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der aktuellen medizinischen
Situation eingeholte polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
Y._
vom 16. Juni 2014 (Urk. 7/60)
umfasst die Fachbereiche Neurologie, Innere Medizin, Psychi
atrie und Rheumatologie.
Es nennt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 7/
60
/
25
):
Status nach beidseitiger Ablation der Mammae bei
linksseitigem
Mamma
karzi
nom
mit nachfolgender Chemotherapie und bei
d
seitiger Ova
riektomie mit Arthralgien und Myalgien unter
A
rimid
ex
-Therapie
Leichte kognitive Störung (ICD-
1
0: F06.7)
Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen:
Anankastische
Primärpersönlichkeit ohne Krank
h
eitswertigkeit
Chronischer Spannungskopfschmerz
Seltene Migräne mit einfachen Attacken
Verdacht auf neuropathische Schmerzen an den Zehen (nach Chemotherapie / Polyneuropat
h
ie)
Mögliches
restless
-
legs
-Syndrom (vermutlich symptomatisch bei Status nach Chemotherapie / Polyneuropathie)
Status nach Halswirbelsäulendistorsion
Sta
t
us nach beidseitiger Karpaltunnelsyndrom-Operation
Status nach
Borrelien
-Infektion mit labordiagnostisch möglicher Reakti
vierung.
Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Chefsekretärin KV)
betrage
aus interdisziplinärer Sicht 60
%
(Leistung 60
%
, Präsenzzeit 8,5
Stunden)
, dies beschränkt auf etwa ein Jahr. In einer Verweistätigkeit bestehe eine
Arbeitsfä
higkeit von 80
%
(Leistung 80
%
, Präsenzzeit 8,5
Stunden) mit der Möglichkeit der Besserung binnen eines Jahres (
Urk.
7/60/25).
Aufgrund des chronischen Müdigkeitssyndroms leichter Ausprägung ergäben sich Einschränkungen des Arbeitstempos und der Ausdauer in der angestamm
ten und in einer Verweistätigkeit. Es sei jedoch aufgrund der Therapierbarkeit des chronischen Müdigkeitssyndroms damit zu rechnen, dass sich diese Störung innerhalb des Zeitraums eines Jahres sukzessive wieder verlieren werde, wes
halb eine Neuevaluation empfohlen werde (
Urk.
7/60/25).
Aufgrund der Arthralgien und Myalgien unter
Arimidex
-Therapie könne die Versicherte auch in Verweistätigkeiten nur mit einer zeitlichen Einschränkung durch vermehrte Ruhepausen arbeiten. Die Gewichtsbelastung sei auf maximal 10 kg zu begrenzen. Dauerhaftes Arbeiten in Zwangshaltungen sowie längere PC-Arbeiten ohne Unterbrechung sollten ebenfalls vermieden werden. Es
sei darauf zu achten
, dass die Arbeiten in wechselbelastender Tätigkeit mit Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
ausgeübt
werden können. Arbeiten in Zug
luft und unter Kälteexposition sowie Überkopfarbeiten sollten vermieden wer
den (
Urk.
7/60/25).
Zur retrospektiven Be
urteilung
der Arbeitsfähigkeit
wurde unter Bezug
auf die Aktenlage ausgeführt, dass ab dem 2
2.
Mai 2010 bis Ende Januar 2011
,
bedingt durch die Tumortherapie
,
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Vom
7.
Februar bis zum
9.
Juni 2011 habe die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Folgen der
rechts- und linksseitigen
Karpaltunnelsyndrom-Operationen
betra
gen
.
Seit
dem 1
0.
Juni 2011 bestehe aufgrund des chronischen
Müd
igkeitssyn
droms
und der
Arimidex
-bedingten Myalgien und Arthralgien eine Arbeitsun
fähigkeit von 40
%
in angestammter Tätigkeit beziehungsweise von 20
%
in medizinisch-theoretischer Verweistätigkeit mit Besserungsmöglichkeit durch Therapiemassnahmen (
Urk.
7/60/26).
Eine höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei ohne relevante psychische Gesundheits
störungen und bei regelrechter T
umornachsorge nicht zu begrün
den. Auch der behandelnde Onkologe
Dr.
B._
stelle eine zunehmend bessere Arbeitsfähigkeit im Verlauf fest, wobei er von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
ausgehe, allerdings unter Berücksichtigung von Gelenkschmerzen und Müdig
keit, zusätzlich aber auch von Kopfweh und Depression. Eine Depression liege aber, in Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Klinik
C._
, nicht vor. Die Kopfschmerzen könnten nach der neurologischen Untersuchung und unter Berücksichtigung der Berufsanamnese ebenfalls keine relevanten
Leistungsein
schränkungen
erklären. Insofern sei die von
Dr.
B._
geschätzte Arbeitsfähig
keit entsprechend den Ergebnissen der polydisziplinären Begutachtung nach oben zu korrigieren, so dass die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit auf 60
%
, bei einer optimierten medizinisch-theoretischen Verweistätigkeit auf 80
%
einzuschätzen sei (
Urk.
7/60/26).
Zur Frage, ob eine Veränderung eingetreten sei oder ob ein im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand
vorliege
, wurde ausgeführt, dass bezüglich der Tumorerkrankung eine Stabilisierung eingetreten sei. Die Folgen der Che
motherapie / Polyneuropathie seien weitestgehend abgeklungen, wobei eine
Karpal
tunnelsyndrom-Operation
beidseits habe durchgeführt werden müssen, die zur Symptomfreiheit geführt habe. Diesbezüglich liege eine Verbesserung des Gesundheitszustands vor. Unverändert bestünden Nebenwirkungen der
Arimidex
-Therap
ie mit Arthralgien und Myalgien
. Die Müdigkeitssymptomatik bestehe ebenfalls un
ver
ändert weiter, ebenso die Kopfschmerzsymptomatik. Die im Wesentlichen unveränderten Symptome der Arthral
gien und Myalgien durch
Arimidex
, der Kopfschmerzsymptomatik und der chronischen Müdigkeit seien im Wesentlichen un
ver
ändert, würden aber anders beurteilt (
Urk.
7/60/26 f.).
3.2.4
Dr.
B._
vertrat am 2
3.
Oktober 2014 die Auffassung, im Gutachten
der MEDAS
Y._
seien die Einschränkungen aufgrund der Krebserkrankung nicht genügend berücksich
tigt worden. Namentlich sei eine
posttraumatic
stress
disorder
ausser Acht gelassen worden (
Urk.
7/72).
4.
4.1
Aus dem Bericht von
Dr.
B._
vom 20. Dezember 2013 (
Urk.
7/50) und dem Gutachten der MEDAS
Y._
vom
16. Juni 2014 (Urk. 7/60) geht insoweit über
einstimmend hervor
,
dass
bezüglich der Tumorerkrankung eine Stabilisierung eingetreten ist
(vgl.
Urk.
7/50/2
und
7/60/26
)
. Dies wirkt sich positiv auf die Arbeitsfähigkeit aus, was bereits in der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
durch
Dr.
B._
zum Ausdruck kommt
,
gemäss welcher
ein höheres Arbeitspensum als
bei der
Rentenzusprache
zumutbar
sei
.
Auch die Beschwerdeführerin selbst hat
bereits im April 2013
erklärt, dass sie je nach Arbeitsanfall ein Pen
sum bis zu 40
%
bewältige (Urk.
7/45/1).
Bei seiner
aktuellen
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
hat
Dr.
B._
offenbar
auch
einschränkende Wirkungen einer Depression
berücksichtigt
, obwohl
er
keine entsprechende Diagnose gestellt
,
sondern lediglich eine psychologische Dekom
pensation ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt hatte
(vgl. Urk.
7/50/1 und 7/50/2)
.
Hierzu ist zu bemerken, dass i
m psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS
Y._
,
welches
einleuchtend und nachvollziehbar begründet
ist
,
weder eine
Depression
noch sonst
eine psychische Erkrankung
, insbesondere auch keine posttraumatische Belastungsstörung
diagnostiziert
wurde
(vgl.
Urk.
7/50/32 ff.)
.
Das
Vorliegen einer depressiven Störung mit Krankheitswert
in der Vergangen
heit
wurde
unter Berücksichtigung der Aktenlage
,
insbesondere
auch
im Einklang mit dem kurzen Bericht der Klinik
C._
,
im Gutachten
ebenfalls
verneint
(vgl.
Urk.
7/60/36 und 7/60/37).
Unter diesen Umständen kann auf die
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
von
Dr.
B._
nicht abgestellt werden, ungeachtet der Erfahrungstatsache, dass
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auf
trags
recht
liche
Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen
und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Entgegen der
in der Beschwerdeschrift
vorgetragenen Behauptung
hat
Dr.
B._
nach der
Begut
achung
durch die MEDAS
Y._
keineswegs das Vorliegen eines posttraumati
schen Stress-
Disorder
-Syndroms bestätigt, sondern lediglich
ein solches
in Betracht gezogen (vgl.
Urk.
1 S. 7 und 7/72). Es obläge denn auch allein einer Fachperson aus dem Bereich der Psychiatrie, eine entsprechende Diagnose zu stellen.
Dies ist – soweit aus den Akten ersichtlich – bis heute nicht geschehen.
4.2
Zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
aus interdisziplinärer Sicht
durch die MEDAS
Y._
ist zu bemerken, dass den betreffenden Ausführungen im Gutachten nicht ansatzweise zu entnehmen ist, weshalb die bisherige Bürotätigkeit der Beschw
er
deführerin nicht angepasst sein soll
(vgl. auch
Urk.
1 S. 7 und 11)
.
Sie erweis
t
sich daher insoweit als präzisierungsbedürftig.
Darüber hinaus wird von Seiten der Beschwerdeführerin zu Recht
beanstandet, dass
keine fachärztliche Beurtei
lung
aus dem
Bereich der Onkologie
vorgenommen wurde
(
Urk.
1 S. 5)
. In diesem Zusammenhang ist erneut
festzuhalten
, dass alleine die Folgen der
Krebserkran
kung
,
unter anderem
auch
die Nebenwirkungen der
Antihormontherapie
, und
die damit verbundenen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zur
Rentenzusprache
führten. Es erscheint zumindest als fraglich,
ob die mitwirkenden Gutachter
andere
r
Fachdisziplinen über die
erforderliche fachliche Eignung verfügen, um die
spezifischen
Auswirkungen
der onkologischen Erkrankung und deren
medi
kamentösen
Behandlung angemessen zu beurteilen.
Das Gutachten
wird
daher mit einer
entsprechenden
fachärztlichen onkologischen Beurteilung
zu ergänzen
sein
.
4.3
Aus dem zusammen mit der Beschwerdeschrift neu eingereichten Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom
2.
Dezember 2014 (
Urk.
3/3) vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da er sich zu den Ergebnissen einer neurologischen Untersuchung äussert, wel
che am 1. Dezember 2014, mithin nach dem Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom 1
0.
November 2014
stattgefunden hatte
. Darüber hinaus wird der Beschwerdeführerin
im fraglichen Bericht
eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten Bürotätigkeit
attestiert
(
Urk.
3/3 S. 3)
,
was
der
Annahme einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation
seit der
Rentenzusprache
n
icht entgegen
steht
.
Vielmehr spricht für das Eintreten einer solchen auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
dem
erwähnten
Bericht zufolge
seit Januar 2014 in ihrer angestammten Tätigkeit
auch tatsächlich
wieder ein Pen
sum von 50
%
bewältigt (
Urk.
3/3 S. 2).
Dem darüber hinaus eingereichten Fragebogen der
Swica
, welcher Angaben der
Klinik E._
vom 2
3.
Juni 2014 enthält (
Urk.
3/4),
ist lediglich zu entnehmen
, dass eine Borre
liose-Therapie durchgeführt werde und die Patientin nicht voll arbeitsfähig sei; der Behandlungsabschluss sei vorau
ssichtlich per Ende Juli 2014 vo
rgesehen (
Urk.
3/4 S. 3).
Eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder der Arbeitsfähigkeit geht daraus somit nicht hervor.
4.4
Aus dem Gesagten folgt, dass zwar diverse Anhaltspunkte für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit zwischen der
Rentenzuspra
che
und der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
November 2014 vorhanden sind. Ohne die notwendigen weiteren medizinischen Abklärungen kann über
den strittigen Rentenanspruch jedoch nicht entschieden werden. Die angefoch
tene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung der erforderlichen Weiterungen im Sinne der Erwägungen sowie zu neuer Entschei
dung an die Beschwerdegegnerin zu
rückzu
weisen (§ 26 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
und BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5.
5.1
Soweit es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- festzusetzen. Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Überdies hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
GSVGer
). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine
Prozessentschädigung von Fr. 2‘4
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemes
sen, wobei zu bemerken ist, dass für Bemühungen ab dem 1. Januar 2015 ein
Stun
denansatz
von Fr. 220.-- und für diejenigen davor ein solcher von Fr. 200.-- zu veranschlagen ist.