Decision ID: 65b18508-2150-5458-9bf2-10d31cf06036
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a K._, geboren 1955, meldete sich am 25. April 2008 zum Bezug von IV-Leistungen
an (act. G 4.1). Der RAD-Arzt Dr. med. A._, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte
im Frühinterventions-Gesprächsprotokoll vom 19. Mai 2008 unter Hinweis auf
fachärztliche Beurteilungen des Kantonsspitals St. Gallen folgende Diagnosen: eine
Arthrose des rechten USG, eine spastische Monoparese des rechten Beins ungeklärter
Ätiologie und ein Lumbovertebralsyndrom. In der bisherigen Tätigkeit des Versicherten
als temporärer Produktionsmitarbeiter, die vorwiegend auch aus wirtschaftlichen
Gründen verloren gegangen sei, bestünden Einschränkungen bei der Fortbewegung.
Wechselbelastende Tätigkeiten ohne lange Gehstrecken seien dem Versicherten
vollschichtig zumutbar (act. G 4.6). Auch für den behandelnden Hausarzt stehe ausser
Zweifel, dass der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei
(vgl. Aktennotiz von Dr. A._ vom 19. Mai 2008, act. G 4.7).
A.b Im Vorbescheid vom 2. Juni 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung zu verneinen (act. G 4.18). Dagegen erhob der
Versicherte am 11. Juni 2008 Einwand (act. G 4.21). Ferner nahm der behandelnde
Dr. med. B._ am 11. Juni 2008 Stellung zum Vorbescheid. Der Versicherte sei für
angepasste Tätigkeiten vollschichtig einsatzfähig und Früh-Interventionsmass-nahmen
seien sehr sinnvoll. Deshalb sollten berufliche Massnahmen getroffen werden (act.
G 4.19). Am 5. Juni 2009 verfügte die IV-Stelle, dass kein Anspruch auf
Arbeitsvermittlung bestehe (act. G 4.31).
A.c Mit Vorbescheid vom 11. September 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (act. G 4.37). Dr. B._
berichtete am 29. September 2008, dass der Versicherte gemäss den orthopädischen
und rheumatologischen Abklärungen in einer leidensadaptierten Tätigkeit zeitlich voll
arbeitsfähig sei. Er solle eine Arbeit in vorwiegend sitzender Stellung zeitlich voll
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ausführen können und zwar ab dem 1. Dezember 2008, leistungsmässig zu 50%. Er
habe dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit bis 30. November 2008 attestiert, um
ihn psychiatrischerseits zu behandeln und ihn auf die neue Situation im Dezember 2008
einzustellen. Die bis anhin attestierten Arbeitsunfähigkeiten hätten sämtliche
Tätigkeiten, nicht nur die bisherige betroffen (act. G 4.40). Am 9. Oktober 2008 erhob
der Versicherte Einwand und beantragte, dass seine Erwerbsfähigkeit gutachterlich
abzuklären und ihm die gesetzlichen Rentenleistungen zuzusprechen seien (act.
G 4.38).
A.d In der RAD-Stellungnahme vom 22. Oktober 2008 empfahl Dr. A._ weitere
Abklärungen (Einholen Bericht bei Dr. B._ sowie Nachfrage beim Versicherten
bezüglich psychiatrischer, orthopädischer oder sonstiger fachärztlicher Behandlung;
act. G 4.41).
A.e Im Arztbericht vom 30. Oktober 2008 diagnostizierte Dr. B._ mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit eine USG-Arthrose rechts, Monoparese der rechten unteren
Extremität ungeklärter Ätiologie; eine arterielle Hypertonie; eine
Schallleitungsschwerhörigkeit links bei Zustand nach Ohroperation ca. 1980; eine Otitis
media chronica symplex rechts. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bescheinigte er
dem Versicherten für den Zeitraum vom 19. November 2007 bis 30. November 2008
eine 100%ige, für die Dauer vom 1. Dezember 2008 bis auf weiteres eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand sei stationär. Jegliche vorwiegend
sitzende Tätigkeiten seien dem Versicherten ohne Verminderung der Leistungsfähigkeit
zumutbar (act. G 4.46). Der Versicherte teilte am 23. Dezember 2008 mit, dass er
ausschliesslich bei Dr. B._ in Behandlung stehe (act. G 4.49).
A.f In der RAD-Stellungnahme vom 13. Januar 2009 kam Dr. A._ zum Schluss, dass
der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine bezüglich der zeitlichen
Präsenz und der Leistungsfähigkeit vollumfängliche Arbeitsfähigkeit verfüge. Es
bestünden keine neuen Gesundheitsschäden (z.B. psychiatrische), die eine
gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche nahe legen würden (act.
G 4.52). Im Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 10. Juli 2009 führten die
Projektleiter aus, dass der Versicherte bei einer körperlich leichten Arbeit eine
durchschnittliche Leistungsfähigkeit zwischen 20 und 40% gezeigt habe (act. G 4.57).
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Im Verlaufsbericht vom 12. August 2009 gab Dr. B._ an, dass der
Gesundheitszustand des Versicherten stationär sei (act. G 4.60).
A.g Die IV-Stelle teilte dem Versicherten im Vorbescheid vom 31. August 2009 mit,
dass sie einen Anspruch auf eine IV-Rente ablehne (act. G 4.66). Im dagegen
gerichteten Einwand beantragte der Versicherte eine medizinische Abklärung seiner
Erwerbsfähigkeit sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Rentenleistungen mit Wirkung
ab 1. November 2008 (act. G 4.67).
A.h Mit Verfügung vom 9. Oktober 2009 lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des
Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, dass es dem Versicherten möglich sei,
in einer leichten, vorwiegend im Sitzen auszuübenden Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsleistung zu erbringen. Bei der Verwertung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
ergäbe sich keine Erwerbseinbusse. Für weitere medizinische Abklärungen bestehe
keine Veranlassung (act. G 4.69).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 9. Oktober 2009 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 6. November 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Rückweisung der
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer Abklärungen. Im
Wesentlichen macht er geltend, dass der medizinische Sachverhalt nicht
rechtsgenüglich abgeklärt worden sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. Januar
2010 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der
Beschwerdeführer gestützt auf die Einschätzungen des RAD sowie des behandelnden
Arztes für leidensadaptierte Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge
(act. G 4).
B.c In der Replik vom 5. Februar 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
unverändert fest (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer begründeten Duplik
(act. G 9).
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Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die medizinische
Aktenlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers
ausreichend ist.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf
eine Viertelsrente.
2.2 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
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2.3 Gemäss Art. 59 Abs. 2 IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) den
IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs
zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine
zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in
ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) beurteilen die RAD die
medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten
Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der
allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Sie können
bei Bedarf selbst ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten
die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2).
2.4 Sinn und Zweck von Art. 59 Abs. 2 IVG sowie von Art. 49 IVV liegen darin, dass
die IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene
Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen
versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die
Invalidenversicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten
verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten
zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Bestimmung
der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Die RAD bezeichnen
die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer
allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine
erfolgreiche Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen
Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des
RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht
noch zumutbar ist und was nicht (Botschaft vom 23. Juni 2005 zur Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [5. Revision], BBl 2005 4572 und 4577;
Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009, 9C_323/09, E. 4.1 f. mit weiteren
Hinweisen auf die Materialien und Literatur).
2.5 Auf Stellungnahmen der RAD kann indessen nur abgestellt werden, wenn sie den
allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (vgl.
bis
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hierzu vorstehende E. 2.2). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person
untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der
medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Bedarf" selbst
ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf
die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab (BBl 2005 4572). Das Absehen von eigenen
Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu
stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit
der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom
14. Juli 2009, 9C_323/09, E. 4.3.1 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
3.
Die Beschwerdegegnerin legte der angefochtenen Verfügung die Stellungnahmen des
RAD sowie des behandelnden Arztes zugrunde. Gestützt darauf ging sie von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten aus (act. G 4.69).
3.1 Der Beschwerdeführer bringt gegen diese Schlussfolgerung der
Beschwerdegegnerin vor, zur Abklärung der invalidisierenden Wirkung sei eine
fachärztliche Expertise angezeigt (act. G 1). Dem kann nicht gefolgt werden. In den
Akten liegen diverse fachärztliche Berichte (rheumatologisch, neurologisch und
orthopädisch). Gemäss rheumatologischem Bericht vom 15. Oktober 2007 konnte
keine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis gefunden werden (act.
G 4.14-27 f.; vgl. act. G 4.14-9). Auch aus neurologischer Sicht konnten die vom
Beschwerdeführer geklagten Leiden keiner Krankheitsentität zugeordnet werden (act.
G 4.14-20; vgl. auch act. G 4.14-15). Im Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 7. Februar 2008 wurde dagegen eine
schwerste USG-Arthrose rechts diagnostiziert (act. G 4.14-9). Es liegen damit
ausreichende, auf eigenen Untersuchungen beruhende fachmedizinische
Einschätzungen vor, die sich zum Gesundheitszustand und dem Beschwerdebild des
Beschwerdeführers äussern. Es ist nicht ersichtlich, welche Gesichtspunkte die
einzelnen Fachmediziner ausser Acht gelassen hätten. Weitere medizinische
Abklärungen erübrigen sich daher. Damit geht einher, dass auch Dr. B._ einen
weiteren Abklärungsbedarf verneint (act. G 4.46-4).
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3.2 Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, dass der RAD keine eigenen
Untersuchungen vorgenommen habe und der RAD-Arzt nicht über einen erforderlichen
Facharzttitel verfüge (act. G 1).
3.2.1 Vorliegend ging es um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen
Sachverhalts (vgl. vorstehende E. 3.1), weshalb eine direkte ärztliche Befassung des
RAD-Arztes bzw. eine eigene Untersuchung zur Würdigung der medizinischen
Grundlagen nicht erforderlich war (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009,
9C_323/09, E. 4.3.1 am Schluss).
3.2.2 Der RAD-Arzt Dr. A._ verfügt bereits seit mehreren Jahrzehnten über den
Facharzttitel der Inneren Medizin. Er hat zwar damit nicht spezielle rheumatologische,
orthopädische oder neurologische Fachkenntnisse. Aus deren Fehlen vermag aber der
Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, lagen doch bereits
umfassende fachmedizinische Berichte in dem vom RAD-Arzt zu würdigenden
Aktendossier. Dessen Stellungnahmen hatten darüber hinaus nicht den Zweck, die
fachmedizinischen Beurteilungen durch eine eigene zu ersetzen. Vielmehr beschränkte
er sich auf die Würdigung einer feststehenden medizinischen Aktenlage hinsichtlich der
Frage der beim Beschwerdeführer bestehenden Leistungsfähigkeit. Vor diesem
Hintergrund ist in der fehlenden fachärztlichen Qualifikation von Dr. A._ kein
wesentliches Indiz gegen seine auf fachmedizinischen Beurteilungen beruhende
Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu sehen, zumal keine psychiatrischen Befunde
aktenkundig sind.
3.3 Einen weiteren Mangel an der RAD-Einschätzung sieht der Beschwerdeführer da-
rin, dass sich der RAD-Arzt nicht detailliert zum funktionellen Leistungsvermögen
geäussert habe (act. G 1). Der RAD-Arzt hielt nach Rücksprache mit dem
behandelnden Arzt wechselbelastende Tätigkeiten ohne lange Gehstrecken dem
Leiden des Beschwerdeführers angepasst (act. G 4.6, G 4.41 und G 4.52). Auch der
behandelnde Dr. B._ ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer jegliche,
vorwiegend sitzende Tätigkeiten zumutbar seien (act. G 4.46-7). Weitere limitierende
Gesichtspunkte benannte auch er nicht. Aus den übrigen medizinischen Akten ergeben
sich ebenfalls keine weiteren bei der Umschreibung einer Verweisungstätigkeit zu
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berücksichtigende Einschränkungen. Es bestehen damit keine Zweifel an den vom
RAD-Arzt festgestellten Anforderungen an eine leidensadaptierte Tätigkeit.
3.4 Soweit sich die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilungen von Dr. B._ stützt,
rügt der Beschwerdeführer, sie habe dabei ausser Acht gelassen, dass Dr. B._ im
Bericht vom 29. September 2008 zwar eine ganztägige Arbeit in sitzender Position als
zumutbar bewertet, allerdings dabei lediglich eine um 50% eingeschränkte
Leistungsfähigkeit attestiert und darüber hinaus ab 1. Dezember 2008 bis auf weiteres
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt habe (act. G 1).
3.4.1 Im von Dr. B._ unterzeichneten Frühinterventions-Gesprächsprotokoll vom
19. Mai 2008 war die Rede davon, dass wechselbelastende Tätigkeiten ohne lange
Gehstrecken "vollschichtig" zumutbar seien und dass der Beschwerdeführer schnell
wieder seine ursprüngliche Arbeitsfähigkeit erreichen werde (act. G 4.14-1 f.). Damit
geht einher, dass der RAD-Arzt in der Aktennotiz vom 19. Mai 2008 festhielt, auch für
Dr. B._ stehe ausser Zweifel, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei (act. G 4.7). Im Bericht vom 12. Februar 2008 gab
Dr. B._ an, dass die gesundheitlichen Beschwerden wieder den Zustand "vom März
2007 erreicht haben, als der Patient noch arbeitete. Er glaubt nun, die Arbeit nicht
wieder aufnehmen zu können" (act. G 4.14-8). Ferner berichtete er am 10. Mai 2008
über weitere Zweifel an den Angaben des Beschwerdeführers: "Nach meinen
Beobachtungen haben sich die Beschwerden eigentlich - entgegen den subjektiven
Angaben - nicht verschlechtert" (act. G 4.14-4). Am 11. Juni 2008 bestätigte er ohne
Angabe von Beschränkungen der Leistungsfähigkeit nochmals, dass der
Beschwerdeführer vollschichtig einsatzfähig sei (act. G 4.19).
3.4.2 Angesichts dieser Äusserungen bezüglich einer uneingeschränkten
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist in der Tat nicht nachvollziehbar, wenn
Dr. B._ gegenüber der damaligen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers im
Schreiben vom 29. September 2008 ohne weitere Begründung davon spricht, dieser
könne eine Arbeit in vorwiegend sitzender Stellung erst ab 1. Dezember 2008 zeitlich
voll ausführen, aber leistungsmässig nur zu 50%. Dem Schreiben und der darin
enthaltenen Leistungsfähigkeitsbeurteilung fehlt es aber auch deshalb an Schlüssigkeit,
weil Dr. B._ - in Abweichung zu seinen Äusserungen gegenüber der
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Beschwerdegegnerin - ausführt, die bislang seit 19. November 2007 bescheinigte
100%ige Arbeitsunfähigkeit hätte jede Tätigkeit, nicht nur die ursprüngliche betroffen
(act. G 4.40). Ins Gewicht fällt dabei auch, dass Dr. B._ im Bericht vom 30. Oktober
2008 wiederum angibt, dass dem Beschwerdeführer jegliche vorwiegend sitzende
Tätigkeit ohne Leistungseinschränkung zumutbar sei (act. G 4.46-7 f.). Das Schreiben
vom 29. September 2008 ist daher mit Blick auf die übrige - vor allem von ihm selbst
erstellte, gegenteilige - medizinische Aktenlage nicht geeignet, eine Einschränkung in
einer leidensangepassten Tätigkeit zu belegen.
3.5 Soweit der Beschwerdeführer zur Untermauerung eines invalidisierenden Leidens
den Bericht des Verzahnungsprogramms vom 10. Juli 2009 ins Feld führt, so ist vorweg
auf dessen fehlende medizinische Aussagekraft hinzuweisen. Die Projektleiter enthalten
sich überdies einer schlüssigen Einschätzung der für leidensangepasste Tätigkeiten
bestehenden Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Vielmehr hielten sie fest, dass
der Beschwerdeführer "schwer zu fassen" sei. So habe dieser die ihm aufgetragene
Arbeit erledigt, jedoch ohne grosse Begeisterung und ohne erkennbare Motivation,
seine Grenzen auszuloten. Er sehe "sich als kranken, leidenden Mann" (act. G 4.57-8).
3.6 Insgesamt erscheint die Beurteilung der medizinischen Aktenlage durch den RAD-
Arzt, wonach der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine
uneingeschränkte Leistungsfähigkeit verfügt, als schlüssig. Ins Gewicht fällt dabei,
dass sie mit den Angaben des behandelnden Arztes korrespondiert (vgl. vorstehende
E. 3.4.1 sowie act. G 4.46-7 f.) und in Berücksichtigung der diversen fachmedizinischen
Abklärungen erfolgte. Aus den Akten ergeben sich darüber hinaus keine
überzeugenden Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei vorwiegend
sitzenden Tätigkeiten über eine relevante Leistungseinschränkung verfügt. Mit dem im
Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit steht demnach fest, dass der Beschwerdeführer trotz der geltend
gemachten gesundheitlichen Leiden in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht
eingeschränkt ist. Die Verneinung eines Rentenanspruchs sowie eines weiteren
Abklärungsbedarfs durch die Beschwerdegegnerin erfolgte daher zu Recht.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen, wobei der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
anzurechnen ist. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG