Decision ID: e5adb299-94ab-474b-9bce-0b3577540dc9
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983, Inhaberin
der Einzelfirma
Y._
, ist der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleichs
kasse,
seit
dem
1.
Dezember 2019
als
Selbständigerwe
rbende
ange
schlossen (
Urk.
6/8
).
Am 2
7.
April 2020
(Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte
bei der Aus
gleichs
kass
e zum Bezug einer Erwerbsersatz
entschädigung (H
ärtefall-Rege
lung
) gestützt auf die Ver
ordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (
Urk.
6/
10
; vgl. auch
die
darauf
folgenden Anmeldungen zum Leistungsbezug,
Urk.
6/26,
Urk.
6/
31,
Urk.
6/
34
,
Urk.
6/41,
Urk.
6/45,
Urk.
6/50-51,
Urk.
6/54,
Urk.
6/57,
Urk.
6/59,
Urk.
6/62
und
Urk.
6/65
).
Die
Ausgleichskasse
richtete
der Versicherten in der Periode vom
2
4.
März 2020
bis zum
3
0.
September 2021
eine auf
einem Tagesansatz von
Fr.
77.60
beruhende Corona-Erwerbse
rsatz
entschädigung aus (
Urk.
6/11-12,
Urk.
6/18-20,
Urk.
6/22
, Urk.
6/29
,
Urk.
6/39,
Urk.
6/43,
Urk.
6/47,
Urk.
6/49
,
Urk.
6/53,
Urk.
6/56, Urk.
6/58,
Urk.
6/60,
Urk.
6/64
und
Urk.
6/66).
Am
2.
November 2021 (Eingangsdatum)
machte die
Versicherte
einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung wegen erheblicher
Umsatzeinbusse
für Oktober 2021
geltend
(
Urk.
6/
67
).
Mit Verfügung vom 1
9.
November 2021
ver
neinte die Ausgleichskasse einen ent
sprechenden Anspruch (
Urk.
6/69
). Dagegen erhob die
Versicherte am
6.
Dezember 2021 Einsprache (
Urk.
6/71), welche die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 2
7.
Januar 2022 abwies (
Urk.
2).
Am
6.
Dezember 2021 (Eingangsdatum) machte die Versicherte einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung wegen erheblicher
Umsatzeinbusse
für November 2021 geltend (
Urk.
6/70)
.
Mit Verfügung vom 1
8.
Februar 2022 ver
neinte die Ausgleichskasse einen entsprechenden Anspruch (
Urk.
6/81).
2.
Am
2
8.
Februar 2022
erhob
die Versicherte
Beschwerde
(«Einsprache»)
und beantragte
sinngemäss
, es sei
en
der
Einspracheentscheid
vom 27.
Januar 2022 und die Verfügung vom 18. Februar 2022
aufzuheben und
es sei ihr
für
Oktober und November 2021 Corona-Erwerbsersatzentschädigung zuzusprechen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
März 2022 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Bes
chwerdeführerin am 1
8.
März 2022
angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
9.
November 2021 (
Urk.
6/69) und im
Einspracheentsch
eid
vom 2
7.
Januar 2022 (
Urk.
2
)
einzig
einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Corona-Erwerbsersatz
entschädigung
für
Oktober 2021
beurteilt
hat. Soweit
sich
die Beschwerde
gegen die Verfügung vom 18. Februar 2022 richtet, ist darauf hin
zu
weisen, dass
im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen
sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt der
Einsprache
entscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungs
gegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
Auf das Begehren um
Zusprache
von Corona-Erwerbsersatzentschädigung für
November 2021
ist
daher
man
gels Anfechtungsgegenstandes
nicht einzutreten.
2.
2.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Ver
ordnun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar dro
hen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat
–
nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten
–
am 2
0.
März 2020 die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt (
Art.
11
Abs.
1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall vom 2
0.
März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grund
lagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epide
mie vom 2
5.
September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 1
7.
Sep
tem
ber 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerb
sausfall geschaffen (
Art.
15 in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem Inkrafttreten per 1
7.
März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Erwerb
sausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
2
.2
Gestützt auf Art. 7
EpG
erliess der Bundesrat unter anderem die Covid-19-Ver
ordnung 2, welche vom 13. März bis 22. Juni 2020 in Kraft war. Sie ordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung, Organisationen und Insti
tutionen sowie den Kantonen zur Verminderung des Übertragungsrisikos und zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19) an (Art. 1 Abs. 1 dieser Verordnung). Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Covid-19-Verordnung 2 in der ab 17. März 2020 gültig gewesenen Version war es verboten, öffentliche oder private Veranstaltungen durchzuführen. Ferner empfahl der Bundesrat den Arbeitenden, wo möglich, Homeoffice zu machen (vgl. die Medienmitteilung des Bundesrates vom 13. März 2020). In der Folge beschloss der Bundesrat am 27. Mai 2020
eine weit
gehende Lock
er
ung der noch geltenden Massnahmen zur Bekämpfung de
s
Corona
virus
per 6. Juni 2020. U
nter der Bedingung, dass für alle Einrichtungen und Ver
an
stal
tungen Schutz
konzepte vorhanden sind (Art. 6d
Abs.
1 Covid-19-Ver
ord
nung 2 in der ab
6.
Juni 2020 gültig gewesenen Version),
waren Veran
stal
tungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt. Die Homeoffice-Empfehlung blieb beste
hen
(vgl. die Medien
mitteilung des Bundesrates vom 2
7.
Mai 2020).
Nach einer Zunahme der Ansteckungen mit dem
Coronavirus
im Herbst und Winter 2020 wurden weitere Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
beschlos
sen. Mit der Änderung der Verordnung über Massnahmen in der be
son
deren Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung besondere Lage) vom
19. Oktober
2020 (
aufgehoben mit
Art.
30 Covid-19-Verord
nung besondere Lage vom 2
3.
Juni 2021
)
wurde die Empfehlung, die Arbeits
pflichten von zu Hause aus zu erfüllen, in Art. 10 Abs. 3 dieser Verord
nung auf
genommen. Bei Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen hatte neben der Erhe
bung der Kontaktdaten eine Unterteilung in Sektoren mit höchstens 100 Per
so
nen zu erfolgen (Art. 6 Abs. 1 der Covid-19-Verordnung besondere Lage). Ab 18. Januar 2021 galt eine Homeoffice-Pflicht (Art.
10
Abs.
3 der Covid-19-Ver
ordnung besondere Lage in der seit 1
8.
Januar 2021 geltenden Version
, vgl.
auch
Medienmitteilung des Bundes
rates vom 1
3.
Januar 2021).
Ausserdem wur
de mit Art. 6
Abs. 1
der Covid-19-Verordnung beson
dere Lage die Durch
führung von Veranstaltungen mit wenigen Ausnahmen wieder
verbo
ten. Erst per 19. April 2021 konnten Veran
stal
tungen mit Publikum mit Ein
schränkungen wieder statt
finden. Die maximale Besucherzahl wurde draussen auf 100 Personen
und drin
nen auf 50 Personen beschränkt (Art. 6 Abs. 1
bis
lit
. a der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 19. April 2021 geltenden Ver
sion). Am 31. Mai 2021 erfolgte ein weiterer Öffnungsschritt und die Homeoffice-Pflicht wurde für jene Betriebe, die wieder
holt testeten, in eine Homeoffice-Emp
fehlung umgewandelt (Art. 10 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verord
nung besondere Lage in der ab 31. Mai 2021 geltenden Fassung; vgl. auch Medien
mit
tei
lung des Bun
desrates vom 26. Mai 2021).
Weiter beschloss der Bundesrat in seiner Sitzung vom 2
6. Mai 2021,
wann und in welcher Form Grossveran
stal
tungen wieder statt
finden
konn
ten.
Demnach
waren mit einer Bewilligung der zuständigen kan
tonalen Behörde
ab
1.
Juli 2021 Grossveran
staltungen mit bis zu 1000 Per
sonen
wieder zulässig (Art. 6a Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 27. Mai 2021 gültig gewesenen Version). Per 26. Juni 2021 wurde sodann die Pflicht einge
führt, ein Schutz
kon
zept zu erarbeiten und um
zusetzen. Zusätz
lich bestand ab diesem Zeitpunkt bei Gross
veranstaltungen die Zerti
fi
kats
pflicht für alle Per
so
nen ab 16 Jahren (Art. 17 der Covid-19-Ver
ord
nung beson
dere Lage in der ab 26. Juni 2021 gültig gewesenen Version). Hingegen wurde die Home
office-Pflicht aufgehoben (vgl. Art. 10 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 26. Juni 2021 geltenden Fassung; vgl. auch Medienmitteilung des Bundesrates vom 23. Juni 2021). Die Zertifikatspflicht wurde per 13. September 2021 auf alle Veranstaltungen in Innenräumen ausge
weitet (vgl. Medienmittei
lung des Bun
desrates vom 8. September 2021; zu den Ausnahmen vgl. den am 13. September
2021 in Kraft getretenen Art. 14a der Covid-19-Verordnung besondere Lage). Ab 20. Dezember 2021 wurden die Massnahmen abermals verschärft. Zu
Veranstal
tungen im Innern
hatten
nur noch geimpfte und genesene Personen (2G
-Regel
)
Zugang
. Ausserdem wurde die Homeoffice-Pflicht
wieder eingeführt
(Art. 14 und Art. 25 Abs. 5 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 20. Dezember 2021 geltenden Fassung, vgl. auch Medien
mitteilung vom 17. De
zember 2021). Schliesslich wurden die Homeoffice-Pflicht per 3. Februar
2022 (vgl. Art. 25 Abs. 5 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 3. Februar 2022 gel
tenden Fassung; vgl. auch Medienmitteilung des Bundesrates vom 2. Februar 2022) und die Zertifikats
pflicht per 17. Februar 2022 (vgl. Medi
enmitteilung des Bundesrats vom 16. Feb
ru
ar 2022) wieder aufgehoben.
2
.3
I
n zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1).
Für zeitlich offene Dauersachverhalte bedeutet dies, dass sie
grundsätzlich
nach den jeweils geltenden rechtlichen Grundlagen zu
beurteilen sind
(BGE 148 V 162 E. 3.2.1)
.
Weiter stellt das Sozi
al
versicherungs
gericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahre
ns eingetretenen Sachverhalt ab
(BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Vorliegend streitig
ist der Anspruch der Beschwerdeführerin
auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung
für
Oktober 2021.
Anwendbar sind daher die im Oktober 2021
gültigen Bestimmungen, welche nachfolgend in der ent
sprechen
den Fassung zitiert werden.
2
.4
Laut
Art.
1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsa
usfall
sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) auf die Entschädigungen gemäss dieser Verordnung anwendbar, soweit die nach
stehenden Bestimmungen nicht aus
drück
lich eine Abweichung vom ATSG vor
sehen. Nach
Art.
8
Abs.
5 der Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall
wird die Ent
schä
di
gung im formlosen Verfahren nach Artikel 51 ATSG festgesetzt. Dies gilt in Abweichung von Artikel 49 Absatz 1 ATSG auch für erhebliche Entschädigun
gen
.
2
.5
2
.5.1
Nach Art. 2 Abs. 3 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausf
all
sind
Selbständiger
werbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG und Perso
nen nach Artikel 31 Absatz 3 Buchstaben b und c des Bundesgesetzes über die obliga
to
rische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) unter der Voraussetzung von Absatz 1
bis
Buchstabe c anspruchsberechtigt, wenn sie:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b.
einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden.
2
.5.2
G
emäss
Art.
2
Abs.
3
bis
Covid-19-Ve
rordnung Erwerbsausfall
sind
Selbständiger
werbende
im Sinne von
Art.
12 ATSG, die nicht
unter Absatz 3 fallen
, anspruchs
berechtigt wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b.
sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c.
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinn
ge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde
die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraus
setzung proportional zu deren Dauer.
D
ie Erwerbstätigkeit gilt
als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine
Umsatz
ein
busse von mindestens 3
0 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen monat
li
chen Um
satz der Jahre 2015–2019 vorliegt.
Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufge
nom
men haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatz
einbusse von min
destens 30 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindes
tens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen (
Art.
2
Abs.
3
ter
).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
selbständigerwerbende
Personen, die aufgrund kantonaler oder auf Bundesebene beschlossener Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
ihre Erwerbs
tätigkeit erheblich einschränken müssten,
Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz
entschädigung hätten.
Eine Umsatzeinbusse allein begründe
jedoch
noch keinen Anspruch
. Die Umsatzeinbusse der Beschwerdeführerin sei dadurch entstanden, dass ihre
Kunden arbeitslos seien oder sich das ökonomische Umfeld aufgrund de
r Pandemie verändert habe. Dies werde
nicht durch die Corona-Erwerbsersatz
entschädigung abgedeckt (
Urk.
2).
3
.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
sie aufgrund des
Lockdowns
zwei Grossku
nden verloren habe. Diese hätten ihre Hunde jeweils
von Montag bis Freitag in ihre Hundepension
gebracht
. Da sie ihre Grosskunden bis
lang nicht habe ersetzen können, sei es nicht nachvollziehbar, weshalb in den Monaten Oktober und November 2021 ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz
entschädigung verneint worden sei. Seit Beginn der Pandemie bis und mit September 2021 und auch für die Monate Dezember 2021 und Januar 2022 sei ihr Corona-Erwerbsersatzentschädigung zugesprochen worden. Der Bund habe den
Selbständigerwerbenden
Unterstützung bis Ende 2021 versprochen (
Urk.
1).
3
.3
Die Beschwerdegegnerin brachte in der Beschwerdeantwort vor, dass
im
Oktober und November 2021 als einzige behördliche Massnahme die Zertifikatspflicht des Bundes in Innen- und Aussenräumen von Restaurants, Kultur- und Freizeit
einrichtungen sowie an Veranstaltungen gegolten habe.
Dadurch sei die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Hundebetreuerin grundsätzlich nicht eingeschränkt
gewesen
.
Der Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung
in den Monaten
Dezember 2021 und Januar 2022
bilde nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
. Der Vollständigkeit halber sei festzuhalten, dass der Bundesrat am 1
7.
Dezember 2021
erneut
eine
Homeoffice
-Pflicht
mit Wirkung ab dem 2
0.
Dezember 2021
beschlossen habe. Aufgrund dessen hätten viele Hunde
besitzer ihre Hunde selbst betreuen können. Da die Hundebetreuung
der Beschwerdeführerin aufgrund dieser
behördliche
n
Massnahme direkt einge
schränkt gewesen sei, sei
f
ür Dezember 2021 und Januar 2022
wieder eine
Ent
schädigung
ausgerichtet worden
(
Urk.
5)
.
4
.
4.1
In
Rz
. 1040.2 des Kreisschreibens über die Entschädigung zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE) wird ausgeführt, dass ab dem 1.
September 2021, in Anbetracht der Aufhebung des generellen Veranstaltungs
verbotes und des Fehlens des erforderlichen Nachweises nach
Rz
. 1037 ff. (Anspruch infolge eines geltenden Veranstaltungsverbotes oder infolge Nichtge
nehmigung der Veranstaltung aufgrund von Massnahmen zur Bekä
mpfung des
Coronavirus
),
Selbständigerwerbende
, die aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
einen Erwerbsausfall erlitten,
Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz infolge massgebender Einschränkung der Erwerbstätigkeit geltend machen könnten. Diese Randziffer wurde mit der Version 19 des KS CE (gültig ab 17. September 2021, vgl. dazu das Vorwort zur
Version 19) eingefügt, nachdem
im Vorwort zur Version 18 festgehal
ten worden war, dass es aktuell kaum noch
behördliche Einschränkungen gebe. Deshalb müssten die Ausgleichs
kassen ihr Augenmerk besonders au
f die Gründe richten, welche
die Versicherten für eine erheblic
he Einschränkung geltend machen würden
. Diese Gründe müssten im Zusammenhang mit den Massnahmen zur Bekämp
fung des
Corona
virus
stehen.
4.2
Im Oktober 2021 galt
aufgrund der Corona-Pandemie
noch
eine Zertifikatspflicht für Veranstaltungen in Innenräumen
(vgl. E. 2.2)
.
Wie die Beschwerdegegnerin
zutreffend feststellte, war die Beschwerdeführerin durch diese Zertifikatspflicht in ihrer Tätigkeit als Hundebetreuerin
jedo
ch
nicht eingeschränkt.
Dass ihre ehe
malige, früher im
Gastrobereich
tätige Kundin
infolge Arbeitslosigkeit
nicht mehr auf die Hundebetreuung durch die Beschwerdeführerin
a
ngewiesen war
(vgl.
Urk.
6/67/3),
ist
nicht auf die
in diesem Zeitraum geltenden
Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
zurückzuführen.
Der Verlust von weiteren Kunden
könnte
in erster
Linie darauf zurückzuführen
sein
, dass sich das ökonomische Umfeld aufgrund der Corona-Pandemie verändert hat. So sind seit
deren
Beginn
allgemein mehr Arbeitnehmerinnen im Homeoffice tätig. Dies war auch im Oktober 2021 der Fall, ohne dass eine behördliche Verpflichtung dazu besta
nden hätte. Diese Arbeitsform
hat sich für viele Arbeitgeber
sowie Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer bewährt. Da Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer
im Home
office nicht auf eine auswärtige Hundebetreuung
angewiesen sind,
dürfte
die Nachfrage
danach abgenommen
haben
.
Die
von der Beschwerdeführerin
geltend gemachte Umsatzeinbusse
im Oktober 2021
lässt sich jedenfalls
nicht
auf die
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
zurückführen
.
Daran
ändert auch nichts, dass
sie
vom 2
4
. März 2020 bis
zum
3
0
. September 2021
(vgl. Sachverhalt
Ziff.
1)
sowie vom
1.
Dezember 2021 bis zum 3
1.
Januar
2022
(
Urk.
6/80)
– zu Recht oder zu Unrecht, was vorliegend nicht zu prüfen ist -
eine Corona-Erwerbsers
atz
entschädigung erhalten hat.
Schliesslich kann die Beschwerde
führerin a
us d
em Vorbringen, dass der Bund
Selbständigerwerbenden
Unter
stützung bis E
nde 2021 versprochen habe
, nichts zu ihren Gunsten ableiten.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 27. Januar 2022
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt
, soweit darauf einzutreten ist
.