Decision ID: dc870650-3a95-464b-9761-e821c2c8e1fe
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) stellte mit Formular vom 22. September 2020
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G 5.1.3) und meldete sich am 28.
September 2020 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St. Gallen zur
Arbeitsvermittlung an (act. G 5.1.2). Gemäss Auskunft der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen (SVA) vom 10. Dezember 2020 bezieht die Versicherte bei
einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Invalidenrente (act. G 5.1.4). Mit
Abrechnungen vom 23. Dezember 2020 sprach die Unia Arbeitslosenkasse
(nachfolgend: Unia) der Versicherten für die Monate September und Oktober 2020
Arbeitslosenentschädigung zu (act. G 5.1.5). Im Schreiben vom 22. Dezember 2020
informierte sie die Versicherte, dass ihr Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung am
31. Oktober 2020 geendet habe, weil die Rahmenfrist für den Bezug von
Arbeitslosenentschädigung abgelaufen sei. Sofern sie die Prüfung einer
Folgerahmenfrist wünsche, möge sie das beiliegende Antragsformular ausgefüllt
zurücksenden (act. G 5.1.8). Gegen dieses Schreiben liess die Versicherte am 28.
Dezember 2020 durch ihren Vater geltend machen, dass sie die Annahme des Endes
ihrer Rahmenfrist beanstande. Sie habe sich am 20. August 2018 beim RAV
abgemeldet, weshalb nicht ersichtlich sei, dass die mit Schreiben vom 9. Juli 2018
gewährten 260 Taggelder weitergelaufen seien. Zudem sei unverständlich, weshalb sie
bereits nach zwei Monaten wieder sämtliche Unterlagen einreichen müsse, stosse sie
gemäss ärztlicher Abklärung vom 11. Oktober 2016 doch schnell an ihre (psychischen)
Grenzen (act. G 5.1.9).
A.a.
Mit Schreiben vom 12. Januar 2021 teilte die Unia der Versicherten mit, dass die
ursprünglich gewährte Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Mai 2018 bis 30.
A.b.
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B.
April 2020 gedauert habe. Zudem habe sie einen Höchstanspruch auf 260 Taggelder
erhalten. Da der Bundesrat infolge der Covid-19-Massnahmen beschlossen habe, die
Rahmenfristen für den Leistungsbezug von anspruchsberechtigten Personen um sechs
Monate zu verlängern, habe sich ihre Rahmenfrist bis zum 31. Oktober 2020 verlängert.
Es würden aktuell keine neuen Unterlagen zur Anspruchsprüfung verlangt, sondern
lediglich die Erklärung, ob sie die Prüfung einer Folgerahmenfrist wünsche. Nachdem
dies aus ihrem Beanstandungsschreiben hervorgegangen sei, prüfe die
Arbeitslosenkasse aktuell ihre Arbeitnehmertätigkeiten während der ermittelten
Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. Mai 2018 bis 31. Oktober 2020. Infolge noch
ausstehender Abklärungen werde sie baldmöglichst weiter informiert (act. G 5.1.10).
Mit Verfügung vom 23. Januar 2021 wies die Unia den Antrag der Versicherten auf
Arbeitslosenentschädigung ab 1. November 2020 ab. Da sie gemäss den vorliegenden
Arbeitgeberbescheinigungen und Detaileinsätzen in den letzten zweieinhalb Jahren vor
der Anmeldung zum Taggeldbezug lediglich eine Beitragszeit von insgesamt 10.467
Monaten nachweisen könne, werde die benötigte Beitragsdauer von mindestens zwölf
Monaten nicht erfüllt. Mögliche Gründe für eine Beitragsbefreiung seien nach Prüfung
ebenfalls nicht ersichtlich, weshalb der Leistungsanspruch zu verneinen sei (act.
G 5.1.16).
A.c.
Dagegen erhob die Versicherte am 27. Januar 2021 Einsprache. Sie machte
geltend, in den letzten zwei Jahren mindestens während zwölf Monaten Beiträge
einbezahlt zu haben. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % sehe die
Arbeitslosenversicherung 520 Taggelder (Rahmenfrist) vor. Dies treffe auf sie zu. Alle
ihre Teilzeitarbeitseinsätze seien auf eine Vollzeitbeschäftigung hochgerechnet worden,
um so eine Unterbeschäftigung während der Rahmenfrist zu erreichen. Ferien und IV-
Grad von 50 % seien ebenfalls nicht berücksichtigt worden. In dieser Kalkulation sei
bewusst verschwiegen worden, dass sie auf Grund einer psychischen Beeinträchtigung
nicht in der Lage sei, mehr als 50 % zu arbeiten. Infolge ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigung hätten sich auch die vielen ausgewiesenen Kurzeinsätze mit
entsprechend vielen Arbeitgeberwechseln ergeben. Was bei der
B.a.
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Arbeitslosenversicherung 10.467 Monate ergebe, seien für sie fast 24 Monate (act.
G 5.1.17).
Mit Einspracheentscheid vom 22. März 2021 wies die Unia die Einsprache ab. Sie
gab an, sie habe zur Überprüfung und korrekten Festlegung der Beitragszeit bei der
B._ AG, der C._ GmbH, der D._ AG und der E._ AG Rückfragen vorgenommen
und weitere Angaben und Unterlagen verlangt. Bezugnehmend auf die Einsprache
führte die Unia aus, dass die Einsprecherin vom 1. Mai 2018 bis 20. August 2018 und
vom 23. September 2020 bis 31. Oktober 2020 kontrolliert arbeitslos gewesen sei. Sie
habe in dieser Zeit 108 kontrollierte Tage abgerechnet und entsprechend fünf
kontrollfreie Bezugstage gutgeschrieben erhalten. In der restlichen Zeit sei sie
abgemeldet und somit nicht kontrolliert arbeitslos gewesen, weshalb sie in dieser Zeit
keine Gutschrift für kontrollfreie Bezugstage zugute gehabt habe. Nicht bezogene
kontrollfreie Tage würden verfallen, wenn sie nicht während der Rahmenfrist für den
Leistungsbezug bezogen würden. Diese dürften bei Stellenantritt und Rahmenfrist auch
nicht ausbezahlt werden und führten ebenfalls nicht zu einer Verlängerung des
Höchstanspruchs. Genauso werde ein Arbeitsverhältnis durch die Auszahlung einer
Entschädigung für nicht bezogene Ferien oder durch die Abrechnung im Stundenlohn
mit inbegriffener Auszahlung der Ferienentschädigung nicht um die
Ferienentschädigung verlängert und dürfe nicht in Beitragszeit umgerechnet werden.
Entsprechend würden nicht bezogene Ferientage oder die Auszahlung von
Ferienentschädigung keine Beitragszeit ergeben. Zeiten, in denen eine versicherte
Person wegen Krankheit nicht arbeiten könne, könnten nur dann als Beitragszeit
berechnet werden, wenn diese während der Dauer eines Arbeitsverhältnisses
stattfänden. Arbeitsunfähigkeiten ausserhalb von Arbeitsverhältnissen würden keine
Beitragszeit ergeben. Entsprechend könnten die Zeiten, in denen die Einsprecherin
wegen ihres Gesundheitszustands nicht habe arbeiten können, nicht als Beitragszeit
berücksichtigt werden. Für diese Zeiten erhalte sie eine entsprechende IV-Rente.
Weiter sei zu beachten, dass bei parallel laufenden Einsätzen und Arbeitsverhältnissen
die Beitragszeit nur einmal berücksichtigt werden könne. Auch wenn es sich nur um
einen geringen versicherten Verdienst handle und sie sich bemüht habe, Einsätze zu
leisten, müsse die Mindestbeitragszeit erfüllt sein. Die gesetzlichen Grundlagen, welche
für alle Personen gelten würden, seien eindeutig und liessen keine Ausnahmen zu.
B.b.
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C.
Unter Berücksichtigung sämtlicher Arbeitseinsätze könne sie insgesamt eine
Beitragszeit von 11.702 Monaten vorweisen. Damit erfülle sie die Mindestbeitragszeit
von 12 Monaten nicht (act. G 5.1.35).
Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde der Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) vom 8. April 2021 mit dem sinngemässen Antrag
auf dessen Aufhebung und auf Gewährung von Arbeitslosenentschädigung. Zur
Begründung macht die Beschwerdeführerin u.a. geltend, einer der Einsatzverträge sei
nicht wegen einer Eskalation nicht erfüllt worden, sondern der Einsatz habe wegen
Corona keinen Sinn mehr gemacht, so dass ihr Zuspätkommen um fünf Minuten zur
Kündigung geführt habe. Auch sei nicht verständlich, weshalb die E._ AG keine
Kurzarbeitsentschädigung geleistet habe. Diese Arbeitgeberin habe 73.75 Stunden
bestätigt, aber diese Einsätze nicht eingehalten und somit den Teilzeit-Rahmenvertrag
verletzt. Die von der Beschwerdegegnerin bestätigten 11.702 Monate zusammen mit
diesen 73.75 Stunden (= 8 Tage) bzw. umgerechnet 0.376 Monaten (= 8 Tage x 0.047
Monate) würden zu einer Beitragszeit von 12.078 Monaten führen. Damit habe sie die
notwendige Beitragszeit erfüllt. Des Weiteren sei hinsichtlich der D._ AG davon
auszugehen, dass die Aufträge auch nicht von einer anderen Promoterin ausgeführt
worden seien. Vielmehr sei dies vermutlich einfach gestrichen worden, denn auch da
hätten keine Einsätze stattgefunden. Es dürfe nicht sein, dass die Tage, welche ihr
bestätigt worden seien, einfach gestrichen würden, während sie sich die Zeit
freigehalten habe und keine andere Arbeit habe annehmen können. Dass sie dafür nun
auch noch bestraft werden solle, gehe nicht an. Der Arbeitgeber habe gegen das
Obligationenrecht verstossen. Schliesslich sei auch der bestätigte Termin vom
25. September 2020 mit Einsatz im Z._ unberücksichtigt geblieben (act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2021 beantragt die Unia (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zunächst sei festzuhalten, dass
einige der geltend gemachten Einsätze bereits mit der Erfassung der Beitragszeit aus
dem Arbeitsverhältnis mit der I._ AG vom 19. Juni 2020 bis 22. September 2020
berücksichtigt worden seien. Diese Zeiten könnten nicht noch einmal berücksichtigt
werden. Den eingereichten Akten der Beschwerdeführerin lasse sich sodann
C.b.
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Erwägungen
1.
entnehmen, dass die E._ AG allen Promoterinnen und Promotern mit Schreiben vom
2. September 2020 mitgeteilt habe, dass auf Grund der anhaltenden Situation mit dem
Corona-Virus ab der Kalenderwoche 37 bis Ende Jahr keine weiteren Degustationen
oder Demonstrationen durchgeführt werden dürften und sie daher alle annulliert
werden müssten. Für die entfallenen Einsätze seien keine Kurzarbeitsentschädigungen
gewährt worden. Sofern diese Einsätze tatsächlich nicht zustande gekommen seien
und für diese Tage weder eine Kurzarbeitsentschädigung ausgerichtet noch sonst eine
Vergütung vom Arbeitgeber erfolgt sei, so könnten diese Tage aus
arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht nicht als Beitragszeit angerechnet werden.
Zudem seien der Beschwerdeführerin nach der Wiederanmeldung vom 22. September
2020 Leistungen der Arbeitslosenversicherung entschädigt worden, womit die nicht
zustande gekommenen Einsätze vom 23. bis 26. September 2020 versichert gewesen
seien und nicht als Beitragszeit berücksichtigt werden könnten (act. G 5).
Mit Replik vom 17. Juni 2021 hält die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest.
Sie könne nicht nachvollziehen, weshalb ihr keine Arbeitslosenentschädigung zustehe.
Nun komme hinzu, dass von ihr plötzlich rückwirkend für das Jahr 2018 Fr. 2'105.70
zurückgefordert würden. Sie habe bereits alles geschrieben, was offen zu legen sei
(act. G 7).
C.c.
In der Duplik vom 12. August 2021 hält auch die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag fest (act. G 9).
C.d.
Streitig ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Antrag der
Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. November 2020 wegen
Nichterfüllung der Mindestbeitragszeit abgelehnt hat. Demgegenüber nicht Gegenstand
des vorliegend angefochtenen Einspracheentscheids bildet die Frage der
Rechtmässigkeit der Rückforderung der Arbeitslosenentschädigung für das Jahr 2018
gemäss der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. Mai 2021 (act. G 7.3).
1.1.
Nach Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) setzt der
1.2.
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Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter anderem voraus, dass die versicherte
Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Die
Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist (Art. 9
Abs. 3) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung
ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Als Beitragszeit werden auch Zeiten angerechnet,
in denen die versicherte Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber wegen
Krankheit (Art. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]) oder Unfall (Art. 4 ATSG) keinen Lohn
erhält und daher keine Beiträge bezahlt (Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG).
Was unter einer beitragspflichtigen Beschäftigung zu verstehen ist, ergibt sich aus
Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG. Danach ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig,
wer nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG;
SR 831.10) obligatorisch versichert und für Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit
beitragspflichtig ist, d.h. einen massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG
bezieht.
1.3.
Gemäss Art. 11 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) zählt als
Beitragsmonat jeder volle Kalendermonat, in dem die versicherte Person
beitragspflichtig ist. Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen,
werden zusammengezählt, wobei je 30 Kalendertage als ein Beitragsmonat gelten (Art.
11 Abs. 2 AVIV). Wird eine beitragspflichtige Beschäftigung nicht auf Beginn eines
Kalendermonats aufgenommen bzw. nicht auf Ende eines Kalendermonats beendet,
werden die entsprechenden Werktage mit dem Faktor 1.4 in Kalendertage
umgerechnet (ARV 1992 Nr. 1 S. 70 E. 3; BGE 121 V 165 E. 2b). In Grenzfällen werden
die Werktage mit dem Faktor aus 30 Kalendertagen geteilt und durch die im fraglichen
Monat effektiv möglichen Beschäftigungstage vervielfacht (BGE 122 V 256 E. 5). Die
Beitragszeit von Teilzeitbeschäftigten wird nach den gleichen Regeln ermittelt wie bei
Arbeitnehmenden mit Vollzeitbeschäftigung. Übt die versicherte Person gleichzeitig
mehrere Teilzeitbeschäftigungen aus, so wird die Beitragszeit nur einmal gezählt (Art.
11 Abs. 4 AVIV). Eine Aufrundung der als Beitragszeit anrechenbaren Kalendertage fällt
auch dann nicht in Betracht, wenn diese nur um den Bruchteil eines Tages nicht
erreicht wird (BGE 122 V 263 E. 4c/aa).
1.4.
Nach der Rechtsprechung und Lehre ist für die Bestimmung der Beitragsmonate
die formale Dauer des Arbeitsverhältnisses entscheidend. Falls eine arbeitnehmende
Person regelmässig oder unregelmässig eine Arbeitsleistung im Rahmen eines sich
über mehrere Monate erstreckenden Arbeitsverhältnisses erbringt, so gilt jeder
1.5.
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2.
Kalendermonat, in dem Arbeit geleistet wird, als Beitragsmonat, während jene
Kalendermonate innerhalb dieses Arbeitsverhältnisses ausser Betracht fallen, in denen
die arbeitnehmende Person an gar keinem Tag gearbeitet hat (BGE 121 V 165 E. 2c/bb
mit Hinweis; Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Rz. 212). Für die
Ermittlung der Anzahl Beitragsmonate ist somit entscheidend, ob eine Arbeitsleistung,
welche sich auf mehrere in zeitlichem Abstand voneinander erbrachte Einsätze verteilt,
im Rahmen eines einzigen (Teilzeit-)Arbeitsverhältnisses oder von Einzeleinsätzen mit je
neuem Arbeitsvertrag getätigt wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2008,
8C_20/2008, E. 4.1 mit Hinweis). Nicht entscheidend ist, ob die geleisteten
Arbeitsstunden tatsächlich einen vollen Arbeitstag ergeben (BGE 122 V 256 E. 4c/bb;
BGE 121 V 165 E. 2c/bb). Sofern die Einsätze beim gleichen Arbeitgeber auf
verschiedenen, voneinander unabhängigen Arbeitsverhältnissen beruhen, erfolgt eine
allfällige Proratisierung der Kalendermonate für die Ermittlung der Beitragszeit zu
Beginn und am Ende von jedem Arbeitseinsatz (Kreisschreiben des Staatssekretariats
für Wirtschaft [SECO] über die Arbeitslosenentschädigung, AVIG-Praxis ALE, Stand 1.
Juli 2021, B150b). Kein beitragszeitrelevantes Arbeitsverhältnis begründet
grundsätzlich der Rahmenvertrag mit einer Temporärfirma, da der Rahmenvertrag in
der Regel keinen Anspruch auf Beschäftigung auslöst und die versicherte Person
berechtigt ist, Einsätze abzulehnen. Hingegen begründen die einzelnen Einsatzverträge
jeweils ein neues, in sich abgeschlossenes Arbeitsverhältnis. Massgebend für die
Berechnung der Beitragszeit ist somit die Dauer jedes einzelnen Arbeitseinsatzes
(AVIG-Praxis ALE, B160).
Von der Erfüllung der Beitragszeit ist gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG befreit, wer
innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während insgesamt mehr als zwölf
Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis stand und die Beitragszeit unter anderem
wegen Krankheit (Art. 3 ATSG), Unfall (Art. 4 ATSG) oder Mutterschaft (Art. 5 ATSG)
nicht erfüllen konnte, sofern die Person während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz
hatte.
1.6.
Unbestritten ist vorliegend, dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug der
Beschwerdeführerin vom 1. Mai 2018 bis grundsätzlich zum 30. April 2020 gedauert
hätte und auf Grund von Art. 8a Abs. 2 der Verordnung über Massnahmen im Bereich
der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus (nachfolgend:
Covid-19-VO; SR 837.033) bis zum 31. Oktober 2020 verlängert wurde (vgl. auch act.
G 5.1.5). Entsprechend wurden der Beschwerdeführerin nach ihrer Wiederanmeldung
2.1.
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für die Zeit vom 23. September bis 31. Oktober 2020
Arbeitslosenversicherungsleistungen ausbezahlt (act. G 5.1.5). Infolge dieser
Rahmenfrist für den Leistungsbezug verlängerte sich auch die massgebende
Rahmenfrist für die Beitragszeit für die Prüfung einer Folgerahmenfrist für den
Leistungsbezug um sechs Monate und dauerte somit vom 1. Mai 2018 bis 31. Oktober
2020 (vgl. Art. 8a Abs. 3 Covid-10-VO).
Die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten muss auch beim Vorliegen einer
Invalidität mit Rentenbezug erfüllt sein. So ist die Beitragszeit nur erfüllt, wenn eine
beitragspflichtige Teilzeitbeschäftigung ausgeübt wird, welche sich auf den geltend
gemachten Arbeitsausfall bezieht (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2011,
8C_359/2011, E. 3.2). Demzufolge kann der Beschwerdeführerin auch nicht gefolgt
werden, wenn sie vorbringt, dass der Saldo ihrer Beitragszeiten zu verdoppeln sei, weil
sie teilinvalid ist.
2.2.
Vorliegend eruierte die Beschwerdegegnerin während der Zeit vom 1. Mai 2018 bis
31. Oktober 2020 an welchen Tagen die Beschwerdeführerin bei welchen Arbeitgebern
tätig gewesen war und für welche Einsätze sie Kurzarbeitsentschädigung erhalten
hatte:
2.3.
Mit der C._ GmbH hatte die Beschwerdeführerin ab 4. Juni 2018 einen
Rahmenvertrag für Temporäre Mitarbeiter (unechter Abrufvertrag) abgeschlossen,
welcher keinen Arbeitsvertrag darstellte, sondern nur eine Vereinbarung über die
Arbeitsbedingungen im Rahmen der eventuellen späteren Arbeitseinsätze festhielt (act.
G 5.1.40). Solche Tageseinsätze erfolgten am 10., 14., 21. und 28. Juli 2018 sowie am
7. August 2018 (act. G 5.1.30, 5.1.40). Nachdem der 14., 21. und 28. Juli 2018 je auf
einen Samstag fielen, rechnete die Beschwerdegegnerin diese auf Wochentage um,
damit sie im Computerprogramm als Beitragszeit gezählt werden konnten (vgl. act.
G 5.1.15). Damit generierte die Beschwerdeführerin eine Beitragszeit von 0.233
Monaten (= 5 x 1.4/30), was von ihr auch nicht beanstandet wurde.
2.3.1.
Das befristete Arbeitsverhältnis mit der F._ GmbH dauerte
unbestrittenermassen vom 28. September bis 1. Oktober 2018 und somit vier Tage
lang (act. G 5.1.12, 5.1.41). Für diese Zeit hat ihr die Beschwerdegegnerin folglich zu
Recht - auch für die beiden Wochenendtage - eine Beitragszeit von 0.187 Monaten (=
4 x 1.4/30) gutgeschrieben.
2.3.2.
Weiter ist unstreitig, dass die Beschwerdeführerin für die G._ ag ebenfalls
einzelne Arbeitseinsätze als Promoterin auf Abruf (vgl. Allgemeine arbeitsvertragliche
2.3.3.
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Bestimmungen E._, act. G 5.1.42) tätigte und zwar am 18. und 19. Januar 2019, am
1., 2., 8. und 9. März 2019, vom 25. bis 27. April 2019, vom 1. bis 4. und am 25. Mai
2019, am 21. und 22. Juni 2019, am 6. und 20. Juli 2019, am 9., 10., 14. und 17.
August 2019, am 9., 10., sowie vom 13. bis 20. Oktober 2019, am 16. November 2019
sowie am 9. und 18. März 2020. Da der 14. und 15. Oktober 2019 auf ein Wochenende
fielen, wurden diese beiden Tage, welchen ein Einsatztag vor und fünf Einsatztage
nachgingen, für die Beitragsberechnung ausser Acht gelassen. Weiter wurden die
Einsätze vom 1. Juni 2019, vom 8. bis 10. August 2020 und vom 1. September 2020,
weil sie parallel zu denjenigen bei der H._ AG bzw. bei der I._ AG liefen, unter jenen
Arbeitgebern abgerechnet (vgl. act. G 5.1.35 S. 6). Insgesamt ergab sich folglich bei
der G._ ag eine Beitragszeit von 1.54 Monaten (33 x 1.4/30).
Mit der J._ GmbH hatte die Beschwerdeführerin ebenfalls einen
Teilzeitarbeitsvertrag bzw. Rahmenvertrag als Grundlage für die Einzelpromotionen
abgeschlossen (act. G 5.1.44). Gemäss der Arbeitsstundenauflistung der J._ GmbH
arbeitete die Beschwerdeführerin am 20. April 2019, vom 27. bis 29. Juni 2019 und am
16. August 2019 (act. G 5.1.44). Da sich der Einsatz vom 26. April 2019 mit jenem für
die G._ ag überschnitt, zählte die Beschwerdegegnerin ihn unter Letzterem ab (vgl.
act. G 5.1.35). Somit resultierte bei der J._ GmbH zu Recht eine Beitragszeit von
0.233 Monaten (5 x 1.4/30).
2.3.4.
Vom 1. bis 3. Oktober 2019 und am 2. März 2020 war die Beschwerdeführerin in
Einsätzen für die D._ AG tätig (act. G 5.1.33, 5.1.45). Die Beschwerdegegnerin macht
geltend, es seien ihr bei der D._ AG mehrere Einsatztage im März 2020 gestrichen
worden, nachdem der Sinn jener Promotion infolge von Corona nicht mehr gegeben
gewesen sei. Da sie gerade mal fünf Minuten zu spät gekommen sei, habe dies
gereicht, um ihr zu kündigen. Diese Kündigung sei jedoch lediglich erfolgt, um den
Einsatzvertrag nicht einhalten zu müssen. So sei sie überzeugt davon, dass die
Promotion auch nicht anderweitig vergeben worden sei (act. G 1). Den Akten kann
lediglich entnommen werden, dass gemäss Arbeitgeberin am ersten Einsatztag der
geplanten Promotion im März 2020 die Situation mit dem Kunden vor Ort "eskaliert"
sei, weshalb die folgenden Tage in Absprache mit der Beschwerdeführerin storniert
worden seien (act. G 5.1.33). Dass der Einsatzvertrag zu Unrecht gekündigt worden
wäre, ist demgegenüber nicht bewiesen. Auch ist es vorliegend für die Erfüllung der
Beitragszeit unerheblich, ob die Promotion durch eine andere Person erfolgte oder
nicht. Nachdem die Einsätze vom 3. bis 5. März 2020 unbestrittenermassen nicht
zustande kamen, kein Lohn gezahlt und auch keine Kurzarbeitsentschädigung
ausgerichtet wurde, können diese drei Tage für die Beitragsberechnung auch nicht
2.3.5.
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miteinbezogen werden. Folglich resultiert aus den unbestrittenermassen erfolgten
Promotions-Einsätzen eine Beitragszeit von 0.187 Monaten (4 x 1.4/30).
Sodann geht aus der Arbeitsbestätigung der B._ AG hervor (act. G 5.1.46),
dass die Beschwerdeführerin für sie vom 8. bis 19. Mai 2018, am 27. August 2019, vom
27. Oktober bis 3. November 2018, vom 8. bis 18. Mai 2019, vom 21. Oktober bis 2.
November 2019 und am 4. März 2020 tätig war (act. G 5.1.46). Die Einsätze vom 11.
bis 21. August 2020 liefen parallel zu denjenigen der I._ AG, weshalb diese dort
berücksichtigt wurden. Demnach resultiert eine Beitragszeit von 1.587 Monaten (34 x
1.4/30).
2.3.6.
Gemäss dem Arbeitsvertrag zwischen der I._ AG und der Beschwerdeführerin
nahm jene am 19. Juni 2020 eine Stelle als Verkäuferin in einer Filiale in K._ mit
einem Teilzeitpensum von ca. 40 % auf. Dieses Arbeitsverhältnis wurde der
Beschwerdeführerin in der Probezeit auf den 22. September 2020 gekündigt (act.
G 5.1.48). Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte insgesamt eine Beitragszeit von
3.12 Monaten, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Die Summe ergibt sich durch
die Umrechnung der acht Werktage von Juni 2020 (8 x 1.4 : 30 = 0.373) und der 16
Werktage von September 2020 (16 x 1.4 : 30 = 0.746) in Kalendertage und durch
Addition dieser mit den zwei ganzen Beitragsmonaten Juli und August 2020 (0.373
Monate + 0.746 Monate + 2 Monate = 3.12 Monate; vgl. AVIG-Praxis ALE, B150).
2.3.7.
Schliesslich arbeitete die Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2018 auch als
Promotionshostess auf Abruf für die E._ AG (act. G 5.1.49). Wiederum wurden die
Bestimmungen über eine unbestimmte Anzahl von Einsätzen der arbeitnehmenden
Person in Lokalitäten von Dritten (Kunden der E._ AG) in einem Rahmenvertrag
festgehalten (act. G 5.1.50 sowie 5.1.51), weshalb für die Bestimmung der Beitragszeit
nur die einzelnen Arbeitseinsätze zu berücksichtigen sind. Laut den Angaben der
Arbeitgeberin war die Beschwerdeführerin für sie an folgenden Tagen tätig: Am 1. und
2. sowie vom 13. bis 16. Juni 2018, am 5. und 6. sowie vom 12. bis 15. September
2018, vom 3. bis 6., vom 10. bis 13., vom 17. bis 20. und am 24. und 25. Oktober 2018,
am 9., 10., 23. und 24. sowie vom 28. bis 30. November 2018, am 1., 5., 6., 12. und 13.
Dezember 2018, am 25., 26., 30. und 31. Januar 2019, am 27. Februar 2019, am 4., 20.
und 21. März 2019, am 31. Mai 2019, am 1., 7., 8., 14. und 15. Juni 2019, am 29. bis
31. August 2019, vom 2. bis 7. und am 9., 13. und 14. September 2019, am 4., 5., 7.,
11. und 12. Oktober 2019, am 22., 23., 29. und 30. November 2019, am 6. und 7.
Dezember 2019, am 10., 22. und vom 26. bis 29. Februar 2020 sowie vom 7. bis 10.
und am 14. Oktober 2020. Zudem wurde die von der Arbeitgeberin beantragte
2.3.8.
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Kurzarbeit für den 13., 14., 27. und 28. Mai 2020, für den 3. bis 6. Juni 2020, für den
10. bis 13. Juni 2020 und den 17. und 18. Juni 2020 bewilligt (act. G 5.1.28). Die von
der Arbeitgeberin für den Monat September 2020 beantragte
Kurzarbeitsentschädigung für die annullierten Einsätze an sechs Tagen wurde
demgegenüber von der Arbeitslosenkasse nicht gewährt (act. G 5.1.32). Schliesslich
erfolgten die Einsätze vom 16. und 17. Oktober 2020 parallel zu denjenigen bei der
G._ ag, weshalb diese dort berücksichtigt wurden. Demzufolge kam mit der
Beschwerdegegnerin bei der E._ AG eine Beitragszeit von 4.613 Monaten
zusammen (vgl. act. G 5.1.35).
Hierzu argumentiert die Beschwerdeführerin, die E._ AG habe ihr Einsätze
bestätigt und diese dann trotzdem nicht eingehalten. Es handle sich um acht
Arbeitstage. Würden diese als Beitragszeit dazugerechnet, erreiche sie die erforderliche
Mindestdauer von 12 Monaten. Da sie sich für diese Einsätze die Zeit freigehalten und
keine andere Arbeit angenommen habe, dürfe sie nun nicht bestraft werden. Auch die
E._ AG habe Arbeitgeberpflichten und müsse sich ans Obligationenrecht halten (act.
G 1). Gemäss Auskunft der E._ AG waren im September 2020 sechs Einsätze der
Beschwerdeführerin auf Grund der Covid-19-Situation durch die Arbeitgeberin
annulliert worden (act. G 5.1.13). Zwar seien für diese Einsätze Kurzarbeit angemeldet
worden, diese sei jedoch von der Arbeitslosenkasse nicht bewilligt worden (act.
G 5.1.32), weshalb auch keine Kurzarbeitsentschädigung habe ausbezahlt werden
können (act. G 5.1.32, 5.1.25). Die Arbeitgeberin hatte ihre Arbeitnehmer mit Schreiben
vom 2. September 2020 darüber informiert, dass ab Kalenderwoche 37 keine
Degustationen und keine Demonstrationen bis Ende Jahr durchgeführt werden dürften.
Daher würden alle Degustationen und Demonstrationen, welche ab dem 7. September
2020 stattfinden sollten, annulliert (act. G 1.7). Am 20. August 2020 und 1. März 2021
teilte sie weiter mit, dass die Promotionsmitarbeitenden für alle Einsätze, welche ab
dem 1. September 2020 annulliert würden, keine Kurzarbeitsentschädigung erhielten
(act. G 1.6, 1.8). Nachdem diese Einsätze offenbar nicht zustande kamen und weder
eine Kurzarbeitsentschädigung noch sonst eine Vergütung durch den Arbeitgeber
ausgerichtet wurde, sind diese Tage aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht
auch nicht als Beitragszeit einzubeziehen. Sodann hat die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort korrekt darauf hingewiesen, dass es sich bei den von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten und durch die Arbeitgeberin annullierten
Einsätzen vom 8. und 10. August 2020 sowie vom 12., 16. und 17. September 2020 um
Einsatztage handelt, welche bereits im Arbeitsverhältnis mit der I._ AG vom 19. Juni
bis 22. September 2020 berücksichtigt wurden (vgl. Erwägung 2.3.7). Eine nochmalige
2.3.9.
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3.
Gestützt auf diese Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin den Antrag der
Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. November 2020 zu Recht
abgelehnt.
4.
Einbeziehung in die Beitragsberechnung ist daher nicht zulässig. Ausserdem wurden
mit der Wiederanmeldung vom 22. September 2020 Arbeitslosenentschädigungen
ausgerichtet, wodurch auch die nicht zustande gekommenen Einsätze vom 23. bis 26.
September 2020 versichert waren. Eine gleichzeitige Berücksichtigung als Beitragszeit
im Sinne von Art. 13 Abs. 1 AVIG kommt daher ebenfalls nicht in Frage.
Zusammenfassend ergibt sich aus den Beschäftigungen bei der C._ GmbH mit
0.233 Monaten, bei der F._ GmbH mit 0.187 Monaten, bei der G._ ag mit 1.54
Monaten, bei der J._ GmbH mit 0.233 Monaten, bei der D._ AG mit 0.187
Monaten, bei der B._ AG mit 1.587 Monaten, bei I._ AG mit 3.12 Monaten und bei
der E._ AG mit 4.613 Monaten insgesamt eine Beitragszeit von 11.7 Monaten.
Demzufolge erfüllt die Beschwerdeführerin die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten
innerhalb der zweieinhalbjährigen Rahmenfrist vom 1. Mai 2018 bis 31. Oktober 2020
nicht.
2.4.
Ein Befreiungsgrund von der Erfüllung der Beitragszeit im Sinne von Art. 14 Abs. 1
lit. b AVIG auf Grund einer Krankheit oder eines Unfalles geht aus den Akten nicht
hervor und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Die
Tatsache, dass ihr gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % eine Invalidenrente
zusteht (vgl. act. G 5.1.4), vermag daran ebenfalls nichts zu ändern, da die
Befreiungsgründe Krankheit oder Unfall die der Beschwerdeführerin noch verbleibende
Restarbeitsfähigkeit betreffen müssten.
2.5.
Vorliegend wird die erforderliche Beitragszeit zwar nur um den Bruchteil weniger
Tage nicht erreicht, was für die Beschwerdeführerin zweifellos eine gewisse Härte in
sich birgt. Zu beachten ist indessen, dass es überall dort, wo gesetzlich festgelegte
Limiten zu berücksichtigen sind, zwangsläufig auch zu streng anmutenden Grenzfällen
kommen kann, in welchen die geforderten Werte nur um wenig nicht erreicht respektive
verfehlt werden. Eine Aufrundung der als Beitragszeit anrechenbaren Kalendertage auf
die gesetzliche Mindestbeitragszeit fiele auch dann nicht in Betracht, wenn diese nur
um den Bruchteil eines einzigen Tages nicht erreicht würde (BGE 122 V 260 E. 3b f. mit
Hinweis).
2.6.
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Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. f ATSG).