Decision ID: b9f219fb-983c-43f0-ac08-51603e652ca3
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1954 geborene
X._
meldete sich am 3. Oktober 1996 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/3). Mit Verfügung vom 23. Oktober 1998 sprach ihr die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Wirkung ab 1. Mai 1997 bei einem Invaliditätsgrad von 53 % eine halbe Invalidenrente samt Zusatzrente für den Ehegatten zu (Urk. 11/50). Ein erst
es
Gesuch um Rentenerhöhung (Urk. 11/66) wies die
IV-Stelle
mit Verfü
gung vom 17. September 2002 (Urk. 11/90) und ein zweites Gesuch mit durch das hiesige Gericht mit Urteil vom 6. Oktober 2004 (Urk. 11/129) bestätigter Verfügung vom 27. März 2003 (Urk. 11/106) ab. Nach Durchführung eines im Dezember 2005 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens (Urk. 11/130) bestätigte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 11. Dezember 2006 den unverän
derten Anspruch auf die bisherige halbe Invalidenrente bei einem
Invaliditäts
grad
von 55 % (Urk. 11/142).
1.2
Mit Gesuch vom 14. Januar 2010 machte die Versicherte
abermals
eine Ver
schlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend (Urk. 11/145). In der Folge tätigte die IV-Stelle erwerbliche (Urk. 11/147) sowie medizinische (Urk. 11/149, Urk. 11/152, Urk. 11/153) Abklärungen und liess
die Versicherte durch die MEDAS
E._
begutachten (Gutachten vom 9. August 2011, Urk. 11/164). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 11/168
,
Urk. 11/175, Urk. 11/177)
reichte die Versicherte weitere Arztberichte ein
(Urk. 11/179, Urk. 11/183). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/188
[neuer Vorbescheid vom 27. April 2012]
, Urk. 11/190
[Einwand vom 18. Mai 2012]
, Urk. 11/194
[
Ein
wandbegründung
vom 30. Mai 2012]
) stellte die IV-Stelle die halbe Rente mit Verfügung vom 30. Januar 2013 auf Ende März 2013 ein und entzog einer
all
fälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
die Versicherte
am 4. März 2013 Beschwerde
mit den Anträ
gen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben unter Bestätigung, dass ihr unverändert mindestens ihre bisherige halbe Invalidenrente zustehe und folglich auszurichten sei, eventualiter sei von der angerufenen Rechtsmittelinstanz direkt ein polydisziplinäres gerichtliches Gutachten einzuholen, Kosten zulasten der Vorinstanz,
subeventualiter
sei die Sache an die Vorinstanz zur Vervoll
ständigung des Beweisergebnisses und Zusprechung einer eventualiter ganzen Invalidenrente zurückzuweisen, der vorliegenden Beschwerde sei in Anwendung von
§
6 VRG
präsidialiter
mit sofortiger Wirkung die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und es sei in Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK eine
Parteian
hörung
in öffentlicher Verhandlung durchzuführen
(Urk. 1
S. 2).
Mit Eingabe vom 19. März 2013 (Urk. 6)
liess die Beschwerdeführerin ein
Urteil des Verwal
tungsgerichts des Kantons
Y._
vom 12. März 2013
auf
legen
(Urk. 7). Mit Beschwerdeantwort vom 23. April 2013
beantragte die Beschwerdegegnerin
Abwe
isung der Beschwerde (Urk. 10), was der Beschwerdeführerin am 24. Juni 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Mit Verfügung vom 17. Juli 2013 wurde der Antrag der Beschwerdeführerin auf Wiederherstellung der aufschie
benden Wirkung der Beschwerde abgewiesen (Urk. 13). Auf die dagegen erho
bene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 10. Oktober 2013 man
gels eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils nicht ein (Urk. 17).
Mit Schreiben vom 14. November 2014 liess die Beschwerdeführerin den Antrag auf eine Parteianhörung in öffentlicher Verhandlung zurückziehen (Urk. 21).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, sofern für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustan
des, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleic
h gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in sei
nen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messun
g
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in
Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 IVG
) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das
Er
werbs
ein
kommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durch
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner
Ar
beits
mark
t
lage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den
wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, wo
rauf
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (all
ge
meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist ent
scheidend, ob es
für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen
allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander
setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
ab
gegeben wor
den ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge
ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
per
ten in einer Weise
begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und
Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verun
mög
li
chen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
si
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
ach
ten, 3. Aufl.
1994, S. 24 f.; zum Beweiswert von Expertisen der MEDAS das in BGE 137 V 210
publizierte Grundsatzurteil 9C_243/2010 vom 28. Juni 2011).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Rente
der Beschwerde
führerin
unter Hinweis auf das Gutachten
der MEDAS
E._
zusammen
gefasst
damit, dass sich der Gesundheitszustand d
er Beschwerdeführerin seit Juli
2010 dahingehend verbessert habe, dass ihr seit diesem Zeitpunkt eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Die
Beschwerdegeg
nerin
ermittelte gestützt auf einen Tabellenlohn
vergleich
und unter Berücksich
tigung eines Leidensabzuges von 10 % einen Invaliditätsgrad von 1
%, wes
halb kein Rentenanspruch mehr best
ehe
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt, ihr Gesundheitszustand habe s
ich nicht verändert und sie sei
aus physischen und psychischen Gründen vollständig arbeitsunfähig (Urk. 1).
3.
3.1
3.1
.1
Vorab stellt sich die Frage nach der für die Beurteilung einer
anspruchserhebli
chen
Änderung des Invaliditätsgrades (vgl. E. 1.3) massgeblichen
Vergleichsba
sis
.
3.
1.
2
Mit Verfügung vom 23. Oktober 1998 sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführe
rin eine unbefristete halbe Invalidenrente ab dem 1. Mai 1997 zu (Urk. 11/50).
Seither ergingen die Mitteilung vom 13. Juli 2000 (Urk. 11/61), die mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 6. Oktober 2004 (
Urk.
11/129) bestä
tigte Verfügung vom 27. März 2003 (Urk. 11/106) sowie die Mitteilung vom 11. Dezember 2006 (Urk. 11/142), worin im Wesentlichen je festgehalten wurde, dass die Überprüfung des Invaliditätsgrades keine rentenbeeinflussende
Ände
rung ergeben habe. Die zuletzt erlassene
Mitteilung vom
11. Dezember 2006
basiert auf erwerblichen (Urk. 11/131, Urk. 11/133) sowie medizinischen (Urk. 11/132, Urk. 134, Urk. 135, Urk. 11/138, Urk. 11/139) Abklärungen und damit auf einer materiellen Überprüfung des Rentenanspruchs, weshalb sie zeit
licher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Veränderung des medizinischen und/oder wirtschaftlichen Sachverhalts bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 30. Januar 2013 (Urk. 2) bildet.
3.2
Die Mitteilung vom 11. Dezember 2006 erging gestützt auf folgende medizini
sche Berichte:
3.2.1
Dr. med.
Z._
, Spezialarzt FMH für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Bericht vom 3. Februar 2006 (Urk. 11/132) als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine weiterhin anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine depressive Episode mit schwankendem Verlauf von mittelschwer bis schwer (ICD-10 F32.1) sowie eine mittelschwere bis schwere Angststörung (ICD-10 F41.3) fest. Die Beschwerde
führerin sei zu 70 bis 80 % arbeitsunfähig als Service-Ange
stellte/
Hilfsar
-
beiterin
(Urk. 11/132/1). Angst und Depressionen seien wechsel
weise etwas mehr oder weniger ausgeprägt. Daneben klage die Beschwerdefüh
rerin hauptsächlich über Schmerzen. Im September 2005 habe sie einen
Baga
tellunfall
mit wahrscheinlich leichter Commotio und folgenden Nacken-Kopf
schmerzen erlitten,
wobei sie diesbezüglich
durch ihren Hausarzt behandelt worden sei. Seit Sommer 2004 arbeite sie ein bis zwei Tage pro Woche im Coop (Urk. 11/132/2).
3.2.2
Hausarzt
Dr.
med.
A._
, A
llgemeine Medizin, vermerkte im Bericht vom 28. Februar 2006 (Urk. 11/13
4
) ein mässiges Schädeltrauma mit
Rissquetsch
wunde
am
Kopf bei Anschlagen des Kopfes an Tischkante am 23. September 2005 sowie psychiatrische Beschwerden gemäss
Dr.
Z._
. Die Beschwer
deführerin
fühle sich ab dem Unfall zu 100 % arbeitsunfähig. In zwei Monaten sei sie in bisheriger wie auch behinderungsangepasster Tätigkeit halbtags arbeitsfähig.
3.2.3
Im Bericht des
U
niversitätsspitals
B._
(
B._
), Neurologische Klinik und Polikli
nik, vom 24. Mai 2006 (Urk. 11/135), in welche die Beschwerdeführerin von Dr.
A._
zur ambulanten Behandlung überwiesen wurde, sind als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine akute
Visusminderung
des rechten Auges vor Jahren sowie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische linksbetonte Kopfschmerzen in Nachfolge eines leichten Kopftraumas 09/05 und ein chronisches
cervikocephal
-linksbetontes und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom aufgeführt.
Aufgrund
des Verlaufes und des ansonsten – abgesehen vom
occulären
Befund – unauffälligen Neurostatus bestünden keine Hinweise auf eine symptomatische Kopfwehform oder ein
cer
vikaler
myelarer
Prozess. Aufgrund des wahrscheinlichen Rentenbegehrens empfehle sich zur Dokumentation aber die Durchführung eines
cerviko-cepha
len
MRI.
3.2.4
Das MRI der Halswirbelsäule (HWS) vom 22. September 2006 (
Urk.
11/139/3-4) ergab eine
Osteochondrose
C5/C6 mit begleitender
Spondylarthrose
und Dural
sack-Querschnittseinengung auf 9 bis 10 mm ohne pathologische
Kontrastmit
telaufnahme
oder Hinweise für eine
Demyelinisierung
. Auf der Höhe C5/C6 werde bilateral das
Neuroforamen
durch
spondylophytäre
Anbauten, die leicht degenerierten kleinen Wirbelgelenke und durch leichte
foraminale
Stenosierun
gen
der Zwischenwirbelscheibe eingeengt.
Nebenbefundlich
fand sich eine 21 mm durchmessende Zyste in der rechten Schilddrüse
(Urk. 11/139/5).
3.3
Bis zur angefochtenen Verfügung sind nachfolgende Berichte und Gutachten aktenkundig:
3.3.1
Dr.
Z._
verwies in seinem Bericht vom 27. Februar 2010 (Urk. 11/149) auf die weiterhin anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung sowie die seit Jah
re
n bestehende depressive Episode
. Die bisherige Tätigkeit sei zu 10 bis 30 % zumutbar. Subjektiv sei die Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig. Objektiv sei es schwierig, nach so vielen Jahren eine Aussage zu machen (Urk. 11/149/1-2).
3.3.2
Dr. med.
C._
, Innere Medizin FMH, führte in seinem undatierten Bericht
(Urk. 11/152)
ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont intermittierend auch
lumboradikuläres
Reizsyndrom (
Chronifizie
rung
) bei mittelgrosser rechtsbetonter medianer bis rechtsseitiger
dorsolateraler
Diskushernie L4/5 (MRI 2001),
ossär
und
diskoligamentär
eingeengtem
Spinal
kanal
, leichter dorsaler
Diskusprotrusion
auf Höhe L5/S1, muskulärer
Dysba
lance
und Wirbelsäulenfehlhaltung sowie eine Depression und eine chronische Schmerzsituation bei chronischer psychosozialer Belastungssituation als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf. Zusätzlich erhob er ein rezidivierendes
zervikovertebrales
Syndrom mit
Chronifizierungstendenz
und eine Polyarthrose der Hände
als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk. 11/152/2). Insgesamt erachte er eine 50%ige Berentung als ange
messen. Unter der chronischen Schmerzproblematik und der daraus resultieren
den Behinderung seien erhebliche Probleme auf der psychosozialen Ebene auf
getreten, wodurch sich die Gesamtsituation und wohl auch die Schmerzsituation verschlechtert hätten (Urk. 11/152).
3.3.3
Dr. med.
D._
, Innere Medizin FMH, hielt die Beschwerdeführerin im Bericht vom 12. April 2010
(Urk. 11/153)
in Anbetracht der erhobenen Diagnosen eines
cervicobrachialen
Schmerzsyndroms, einer
Osteochondrose
C5/6 mit
Spon
dylarthrose
und Duralsack im Querschnitt Einengung auf 9-10 mm
, Einengung der
Neurof
oramen
beidseits auf
der Höhe C5/6, einer mittel
schweren bis schweren depressiven Episode bei rezidivierender depressiver Störung, eines
lumboradikulären
Schmerzsyndroms sowie einer mittelschweren bis schweren Angststörung
als im offenen Arbeitsmarkt nicht vermittelbar. In geschütztem Rahmen sei sie mehr zwecks Tagesstruktur denn richtiger Arbeit ca. zu 10 bis 20 % einsatzfähig.
3.3.4
Im Gutachten der M
EDAS
E._
vom
9. August 2011 (Urk. 11/164)
sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein chronisches lum
bales, zervikales Rückenschmerzsyndrom mit
Myogelosen
und
Insertionstendi
nosen
der paravertebralen Muskulatur, mässige
Segementdegeneration
der unteren Lendenwirbelsäule (L4 bis S1) und HWS (HWK5 bis HWK7) mit
Band
scheibenherniation
L4/5, L5/S1; HWK 5/6; ohne Nachweis einer
Spinalkanalste
nose
,
Neuroforamenstenosierung
(ICD-10 M54.80) sowie (2) eine Amaurose am rechten Auge seit 1990 (ICD-10 H54.4) am ehesten vaskulär bedingt und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein Zustand nach depressiver Entwicklung aktenkundig und aktuell vollständig remittiert, (2) ein Rentenbegehren ICD-10 Z76, (3) eine
Heberdenarthrose
, (4) eine
Hypercholeste
rin
ämie
sowie (5) eine Nierenagenesie links festgehalten
(Urk. 11/164/39). Zusammenfassend bestehe bei der Beschwerd
eführerin aus interdisziplinärer
Sicht in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Promotionsassistentin oder jeder anderen vergleichbaren Verweistätigkeit keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Gestützt auf die orthopädischen Befunde und die Beurtei
lung sei die Beschwerdeführerin in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit oder
in einer vergleichbaren
Verweistätigkeit, welche einer körperlich leichten Tätigkeit entspreche, in ihrer Arbei
t
sfähigkeit nicht eingeschränkt. Dabei so
llte
n
das Heben von Lasten über zehn
Kilogramm sowie
Positionsmonotonien
und die Exposition durch Nässe und Kälte vermieden werden. Bei der Beschwerdeführe
rin bestehe weiterhin seit vielen Jahren eine rechtsseitige Amaurose, weswegen eine Tätigkeit, welche hohe Anforderungen an das binokulare Sehen erfordere, als nicht geeignet erscheine. Dies beeinträchtige jedoch die Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit oder
in einer
vergleichbare
n
Verweistätigkeit nicht (Urk. 11/164/38).
3.3.5
Dr.
D._
bestätigte im Schreiben vom 6. Dezember 2011 (Urk.
11/179) seine Ein
schätzung, wonach die Beschwerdeführerin in der freien Wirtschaft zu 100 % arbeitsunfähig sei. Er behandle sie seit mehreren Jahren und bei ihm habe sie nie über finanzielle Schwierigkeiten geklagt. Es habe sich immer um Probleme mit Schmerzen, Kraftmangel, Lustlosigkeit,
Schlafstörungen usw. gehandelt.
3.3.6
Med.
pract
.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
berich
tete am 17. Februar 2012 (Urk. 11/183), die Beschwerdeführerin leide
,
seit er sie habe beobachten können
,
unter einer schweren Depression mit Sympto
men von Agitiertheit und Angst. Dabei werde der depressive Affekt durch die von chronischen Schmerzen verursachte Aggressivität zeitweise verschleiert. In diesem Ausmass bewirke die Depression durch den Energiemangel, die
Kon
zentrationsstörung
und die gedankliche Einengung auf die Schmerzen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Darüber hinaus sei die Beschwerdeführerin in ihrem sozialen Leben durch die Krankheit stark eingeschränkt und die familiä
ren Beziehungen seien sehr belastet. Ebenfalls eingeschränkt sei die Beschwer
deführerin bei der täglichen Hausarbeit, die sie nur noch zu einem kleinen Teil selbständig erledigen könne. Erschwerend kämen zu dieser Situation mit den finanziellen Engpässen Existenzängste hinzu, die die ganze Symptomatik ver
schlimmerten.
4
.
4
.1
Das Gutachten der MEDAS
E._
vom 9. August 2011 (Urk. 11/164) basiert auf orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen Untersuchun
gen und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und ihrem Verhalten auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation ein
leuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
N
ach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten
verlieren
ihren
Beweis
wert
auch mit Rücksicht auf die in BGE 137 V 210 erläuterten Korrektive nicht
. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzel
falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob das
abschliessende
Abstellen auf die vorhandenen
Beweisgrund
lagen
im angefoch
tenen Entscheid vor Bundesrecht standhält (
BGE 137 V 2010
E. 6; ferner etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2011 vom 12. Oktober 2011 E. 4.1
).
Dem Gut
achten kommt somit grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4).
4.2
4.2.1
In psychiatrischer Hinsicht ist zu prüfe
n, ob die Beschwerdeführerin an einer
somatoformen
Schmerzstörung, einer mittelschweren bis schweren depressiven Erkrankung sowie einer mittelschweren bis schweren Angststörung
leide
oder im Gegensatz dazu ein Zustand nach depressiver Entwicklung bestehe. Für letzte
re
Qualifikation sprechen die schlüssigen gutachterlichen Ausführungen der
MEDAS
E._
.
Die Gutachter führten aus, im Rahmen der psychiat
risch gutachterlichen Untersuchung sei ein unauffälliger psychischer
Befund
status
festgestellt worden. Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der Befra
gung angegeben, dass sie sich psychisch beeinträchtigt fühle und habe diesbe
züglich unter anderem über sozio-
konstellative
und finanzielle Faktoren berichtet. Weiterhin habe sie starke Beeinträchtigungen aufgrund von körperli
chen Problemen genannt. Zum Explorationszeitpunkt habe sie selber über gewisse bestehende psychische Beschwerden berichtet. Dies
e
reichten allerdings nicht aus, um eine eigenständige anhaltende psychiatrische Störung zu attes
tieren, denn ein spezifischer systematischer psychiatrischer Sy
mptomenkomplex
gemäss ICD-10 habe
bei der Beschwerdeführerin zum Untersuchungszeitpunkt nicht vorgelegen. Aus retrospektiver Sicht könne gutachterlich nicht ausge
schlossen werden, dass in der Vergangenheit eine depressive Symptomatologie vorgelegen haben könnte. Zum aktuellen Zeitpunkt könne eine solche allerdings nicht mehr objektiviert werden. Aufgrund der
ihnen
vorliegenden Aktenlage und der Dokumentation erachteten sie eine
somatoforme
Schmerzstörung als niemals ausgewiesen. Eine eigene Angststörung mit eigenständigem
Krank
heitswert
habe ebenfalls nie
ausgewiesenermassen
vorgelegen. Eine Beeinträch
tigung der Arbeitsfähigkeit bestätigten sie zum aktuellen Zeitpunkt somit nicht und merkten der Vollständigkeit halber an, dass die Beschwerdeführerin im Sommer 2010 anlässlich einer Kontrolle vorgefunden worden sei, wie sie die Kontrolleure und auch Gäste in einem Restaurant bedient habe. Aufgrund dieses Sachverhaltes werde spätestens seit 2010 von einer vollständigen Remission etwaiger depressiver Beschwerden ausgegangen
(Urk. 11/164/
37-38)
.
Damit trifft
aber
nicht zu, dass die Gutachter keine Verbesserung des Gesundheitszu
standes feststellten.
4.2.2
Die da
gegen erhobenen Einwände der Beschwerdefü
hrerin überzeugen nicht
.
Richtig ist
, dass die behandelnden Ärzte andere Diagnosen gestellt haben. Aller
dings ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei Dr.
D._
wie auch Dr.
C._
um Fachärzt
e
der Inneren Medizin handelt, weshalb sie sich mit ihren Einschätzun
gen zu psychischen Beschwerden ausserhalb ihres Fachgebiets bewegen und daher von vornherein als nicht tauglich zu qualifizieren sind, die auf eingehen
den und detaillierten objektiven Befunden beruhende Beurteilung der psychiat
rischen Gutachterin zu erschüttern. Die vom ehemals behandelnden Psychiater Dr.
Z._
gestellten Diagnosen fussen auf ausschliesslich subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, weshalb sie
objektiv
nicht
nachvollziehbar und damit nicht beweistauglich sind (E. 3.3.1). Gleiches gilt auch für die Aus
führungen von Dr.
F._
. Dieser legte seinen Ausführungen
im Wesentlichen bloss
die subjektiven Klagen der Beschwerdeführerin anlässlich des
erstmaligen
Behandlungstermins vom 9. November 2011
zugrunde. Mithin begann dessen Behandlung erst nach Kenntnisnahme des Begutachtungsergebniss
es durch die Beschwerdeführerin
.
Eine durch den
renteneinstellenden Vorbescheid vom 31. August 2011 ausgelöste vorübergehende Verschlechterung des Gesundheits
zustandes ist
zwar
nicht gänzlich auszuschliessen, vermag aber letztlich an der wohlbegründeten Einschätzung der psychiatrischen Gutachterin nichts zu ändern.
Dies umso
weniger
, als der Hinweis auf die jahrelange
Chronifizierung
des Zustandes auf eine mit den vorbehandelnden Ärzten übereinstimmende Beurteilung schliessen lässt. Deren Berichte lagen der psychiatrischen Gutach
terin jedoch vor und sie hat ihre Einschätzung in deren Kenntnis und unter
deren Einbezug abgegeben.
Inwiefern eine Stellungnahme der psychiatrischen Gutachterin zu den Berichten von Dr.
D._
und Dr.
F._
zu einem anderslau
tenden Begutachtungsergebnis hätte führen sollen, ist weder ersichtlich noch ansatzweise von der Beschwerdeführerin darge
tan
worden. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der psychiatrischen Gutachterin der Bericht von Dr
.
D._
vom 12. A
pril 2010 (vgl. E. 3.3.3) vorgelegen hatte
(Urk. 11/164/53) und sie zu die
sem bereits im Gutachten
Stellung nahm (Urk. 11/164/69).
Mit dem Vorbingen
der Beschwerdeführerin, es sei nicht Sache der Gutachterin, sie dazu zu befragen, ob sie im Sommer 2010 im Service gearbeitet habe,
ver
kennt die Beschwerdeführerin, dass es im Rahmen einer objektiven Begutach
tung Aufgabe eines Gutachters ist, die von der Beschwerdeführerin getätigten Angaben kritisch auf ihre Richtigkeit und Konsistenz
hin
zu überprüfen. Dies ist umso mehr der Fall, als es sich um eine psychiatrische Begutachtung handelt, bei wel
cher den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin naturgemäss ein grosses Gewicht zufällt, und die Gutachterin zudem aufgrund des Berichts eines Inspektors
des
Migrationsamt
es
des Kantons Aargau vom 22. Juli 2010 (Urk. 11/155/2) Anhaltspunkte hatte, dass die Glaub
würdigkeit der Beschwer
deführerin n
icht mehr vollständig intakt sein könnte
.
So konnte die Beschwer
deführerin am 21. Juli 2010 anlässlich eines Mittagessens in einem Restaurant beobachtet werden, wie sie den Inspektor und weiter
e
Gäste bediente.
Noch im April 2010 lie
ss die Beschwerdeführern Dr.
D._
über sich berichten, dass sie für den offenen Arbeitsmarkt aufgrund von Rückenbeschwerden sowie einer Angststörung und einer depressiven Störung
nicht vermittelbar sei
(vgl. E. 3.3.3).
Gemäss
dem
Inspektor seien im
Zeitpunkt des Bedienens keine Rückenprobleme erkennbar gewesen. Erst nach Bekanntgabe des IV-Bezuges habe die Beschwerdeführerin mehrfach über Rückenprobleme geklagt und gesti
kulierend darauf hingewiesen. Gegenüber dem Inspektor gab die Beschwerde
führerin zudem an, sie habe im Restaurant seit ca. einer Woche ausgeholfen, weil die Geschäftsführerin zwecks einer Zahnbehandlung im Ausland weile.
Anlässlich der Begutachtung verneinte die Beschwerdeführerin jedoch, jemals in besagtem Restaurant gearbeitet zu haben. Es müsse sich um ein Missverständnis handeln und sie wolle im Weiteren keine Stellung dazu nehmen (
Urk.
11/164/16). Kommt hinzu, dass die psychiatrische Gutachterin aufgrund der Angaben
in den Berichten von Dr. med.
G._
, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 24. März 1997 (Urk. 11/164/25) sowie
des
B._
vom 24. Mai 2006 (vgl. E. 3.2.3) Hinweise auf Rentenbegehrlichkeiten der Beschwer
deführerin hatte, welche sie denn aufgrund der eigenen Untersuchung anhand einer demonstrativen
Somatisierungstendenz
und einer klagsamen und fordern
den Grundhaltung bestätigt sah (Urk. 11/164/67).
Der neurologische Gutachter
berichtete schliesslich, dass sich die klinisch-neurologische Untersuchung recht schwierig gestaltet habe, da die Beschwerdeführerin nicht ausreichend koope
riert habe. Es hätten sich weiterhin erhebliche Diskrepanzen in vermeintlich unbeobachteten Situationen gezeigt. Beschwerden seien teilweise
suggerierbar
gewesen (Urk. 11/164/38).
Auch der Einwand der Beschwerdeführerin, vom Migrationsamt
sei kein offizielles Verfahren
eingeleitet worden und es sei weiter unklar, wie lange sie im Restaurant gearbeitet habe (Urk. 1 S. 8 Ziff. 3.3), ver
mag an der Feststellung der psychiatrischen Gutachterin, mit einer schweren depressiven oder psychiatrischen Störung
wäre
jegliche Art und Weise einer beruflichen Tätigkeit nicht möglich gewesen, weshalb spätestens seit 2010 von einer vollständigen Remission etwaiger depressiver Beschwerden auszugehen sei, nichts zu ändern, zumal eine Verfahrenseinleitung durch das Migrationsamt wegen Schwarzarbeit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht irrelevant ist und es zudem der Beschwerdeführerin offen gestanden wäre, im Rahmen der Begutachtung klärende Angaben zu ihrem Arbeitseinsatz im Restaurant zu machen, was sie jedoch unterliess.
Schliesslic
h
ist bezüglich der Berichte der
Dr
es
.
Z._
,
C._
,
D._
und
F._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte bzw. behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc) und psychosoziale Umstände, wie sie insbesondere Dr.
C._
(vgl. E. 3.3.2) und Dr.
F._
(vgl. E. 3.3.6) beschrieben
haben
, auszuklammern sind. Zusammenfassend ist daher auf das Gutachten der
MEDAS
E._
abzustellen und von einer Verbesserung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht ab Juli 2010 auszu
gehen. Mithin
ist mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
keine die Arbeitsfä
higkeit einschränkende psychische Krankheit mehr vor
liegt
.
4.3
In somatischer Hinsicht ist festzuhalten, dass
sowohl
für die
Rentenzusprache
vom 23. Oktober 1998 (Urk. 11/50)
als auch
für die Mitteilung vom 11. Dezember 2006 (Urk. 11/142) neurologische Beschwerden
lediglich in Bezug auf den diagnostizierten
Visusverlust
des rechten Auges
massgebend gewesen waren (vgl. Gutachten des
H._
vom 7. Mai 1998, Urk. 11/39/21 sowie E. 3.
2.3) und die Gutachter der MEDAS
E._
aus neurologischer Sicht
ebenfalls nur den
Visusverlust
des rechten Auges im Sinne einer Amaurose objektivieren (Urk. 11/164/39),
ansonsten jedoch keine
Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit feststellen konnten. Die
von den Gutachtern
a
us orthopädischer Sicht
gestellte Diagnose eines chronischen lumbalen und zervikalen Rückenschmerzsyndroms (Urk. 11/164/105) entspricht im
Wesentlichen dem von den behandelnden Ärzten des
B._
im Bericht vom 24. Mai 2006 (vgl. E. 3.2.3) Diagnostizierten. Entsprechend zogen die Gutachter den Schluss, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
somatischer
seits
keine wesentlichen Änderungen zeige und auch die Amaurose des rechten Auges, welche seit 1990 bestehe, seither stabil sei (Urk. 11/164/42).
4.4
Zusammengefasst kann somit aufgrund der überzeugenden Fests
tellungen im Gutachten der MEDAS
E._
davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht gebes
sert hat und es ihr nun bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht all
gemein geltenden Grundsatzes der
Schadenmin
derungs
pflicht
zuzumuten ist, zu 100 % einer ihren körperlichen Beschwerden angepassten Tätigkeit nachzu
ge
hen. Weitere Beweis
erhebungen erscheinen daher unnötig (antizipierte
Beweis
würdigung
; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/ 2007 vom 6. Dezember 2006 E. 5.2.2 mit Hinwei
sen)
.
5
.
Obwohl die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Verfügung vom 30. Januar 2013, mit welcher die Beschwerdegegnerin die seit dem 1. Mai 1997 bezogene halbe Rente per 31. März 2013 aufgehoben hat, 58 Jahre alt war und bereits während über 15 Jahren eine Invalidenrente bezogen hat, ist
entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht davon auszugehen, dass sie
nicht sel
ber in der Lage wäre, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selber wie
der ein
zugliedern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.3). So
darf und muss berücksichtigt werden,
dass
sie
schon
die
bereits zuvor vorhandene Restarbeitsfähigkeit von
50
%
nur teilweise
verwertet hat
(vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 9C_726/2011 vom 1. Februar 2012 E. 5.2).
Zudem nahm sie zeitweise
ihre
Arbeit bei der
I._
AG als
Promo
tionshostesse
(Urk. 11/147) und ihre Aushilfe beim Restaurant
J._
(Urk. 11/155) in der Vergangenheit ohne Unterstützung der Beschwerdegegnerin auf, womit sie bewies, dass sie in der Lage war, selbständig eine
Hilfsarbeitertä
tigkeit
zu finden. Auch in medizinischer Hinsicht finden sich keine Anhalts
punkte, wonach es der Beschwerdeführerin nicht zuzumuten wäre, umgehend eine Arbeitstätigkeit in einem 100%-Pensum aufzunehmen. So erachteten die Gutachter
die Aufnahme der bisherigen Tätigkeiten als Promotionshostess oder Serviceangestellte sowie jeder möglichen Verweistätigkeit als vollschichtig, also 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen die Woche, als ohne zusätzliche
Leistungs
minderung
zumutbar (Urk. 11/164/41). Damit durfte
die Beschwerdegegnerin zu Recht aus der medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit schliessen, ohne vorher beruflich-erwerbliche Massnahmen
durchzuführen
.
6.
Die Beschwerdegegnerin stellte für das
Valideneinkommen
auf die vor dem Ein
tritt des Gesundheitsschadens ausgeübte Tätigkeit als Serviceangestellte ab und errechnete gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik (LSE 2010, TA 1
Ziff.
56, Gastronomie,
Anforderungsniveau 4
)
für das Jahr 2011
ein
en Jahreslohn von Fr. 48‘261.1
0.
Diesem stellte sie ein auf die LSE (TA 1
Ziff.
2-96, Hilfsarbeiten) beruhendes und einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % berücksichtigendes Invalideneinkommen von Fr. 47‘977.20 gegen
über, woraus ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 1 % resultierte. Dieses Vorgehen ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, liesse sich doch auch unter Vornahme einer Parallelisierung der Einkommen aufgrund des unter
durchschnittlichen
Valideneinkommens
der Beschwerdeführerin kein
rentenbe
gründender
Invaliditätsgrad errechnen.
7.
Da auch der Aufhebungszeitpunkt der Invalidenrente zu keiner Beanstandung Anlass gibt, hat die Beschwerdegegnerin die halbe Rente der Beschwerdeführe
rin zu Recht per 31. März 2013 aufgehoben. Die Beschwerde ist daher abzu
weisen.
8
.
Die in Anwendung von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG auszufällende Gerichtskostenpau
schale
is
t auf
Fr.
8
00
.--
festzusetzen un
d ausgangsgemäss der Beschwerde
füh
rerin aufzuerlegen
.