Decision ID: f9507b13-fa2a-5f80-9543-3596071ea59a
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M.B. wohnt in J. und ist unbeschränkt haftender Gesellschafter der 'M.B. Finanz &
Co.' mit Sitz in St., welche gemäss seinen Ausführungen am 1. August 2001 gegründet
und am 7. Juli 2003 ins Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen wurde.
Gegen die von seiner Selbstdeklaration abweichenden Veranlagungen für die
Steuerperiode 2001 und 2002 erhob M.B. durch seinen Vertreter am 13. Juli 2004
Einsprache und beantragte, der auf ihn entfallende Anteil am Ergebnis der
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Kommanditgesellschaft 'M.B. Finanz & Co.' sei als Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit anzuerkennen und folglich das steuerbare Einkommen für das Jahr
2001 um den anteiligen Verlust der Kommanditgesellschaft von Fr. 644'720.-- zu
reduzieren und es sei der direkt zugerechnete Vermögensertrag von Fr. 1'677.-- auf
Null herabzusetzen. Des weitern vermindere sich das steuerbare Vermögen um die in
der Veranlagung nicht berücksichtigten Rechnungsabgrenzungspositionen der Bilanz
der 'M.B. Finanz & Co' um Fr. 4'863.-- auf Fr. 10'864'000.--. Hinsichtlich der
Steuerperiode 2002 beantragte M.B., das steuerbare Einkommen sei um den anteiligen
Verlust von Fr. 1'545'991.-- und der direkt zugerechnete Vermögensertrag auf Fr. 0.--
herabzusetzen. Ebenso sei das steuerbare Vermögen um die in der Veranlagung nicht
berücksichtigten Rechnungsabgrenzungspositionen der Bilanz der 'M.B. Finanz & Co.'
herabzusetzen. Mit Einspracheentscheiden vom 31. März 2005 wies das kantonale
Steueramt die Einsprachen vom 13. Juli 2004 ab und veranlagte M.B. für die
Steuerperiode 2001 mit einem im Kanton St. Gallen steuerbaren Einkommen von Fr.
3'000.-- zum Satz von Fr. 321'000.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr.
2'701'000.-- zum Satz von Fr. 10'869'000.--. Die Steuerperiode 2002 betreffend
veranlagte es M.B. mit einem im Kanton St. Gallen steuerbaren Einkommen von Fr. 0.--
und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'469'000.-- zum Satz von Fr. 12'870'000.--.
Zur Begründung brachte das kantonale Steueramt im wesentlichen vor, dass aufgrund
der konkreten Umstände von einer privaten Vermögensverwaltung auszugehen sei.
B./ Gegen die Einspracheentscheide vom 31. März 2005 erhob M.B. durch seinen
Vertreter mit Eingabe vom 29. April 2005 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission
und beantragte erneut, das steuerbare Einkommen im Jahr 2001 sei um den anteiligen
Verlust der Kommanditgesellschaft von Fr. 644'720.-- herabzusetzen und der direkt
zugerechnete Vermögensertrag von Fr. 1'677.-- auf Fr. 0.-- festzusetzen. Des weitern
vermindere sich das steuerbare Vermögen um die in der Veranlagung nicht
berücksichtigten Rechnungsabgrenzungspositionen der Bilanz der 'M.B. Finanz & Co.'
um Fr. 4'863.-- auf Fr. 10'864'000.--. Auch hinsichtlich der Steuerperiode 2002 sei er
gemäss Selbstdeklaration zu veranlagen. Mit Entscheid vom 11. Januar 2006 wies die
Verwaltungsrekurskommission die beiden Rekurse ab und auferlegte M.B. die
amtlichen Kosten in der Höhe von Fr. 2'500.--. Zur Begründung brachte sie im
wesentlichen vor, dass aufgrund bestehender Unklarheiten über den
Entstehungszeitpunkt der Kommanditgesellschaft nicht feststehe, in welchem
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Zeitpunkt der Rekurrent seine privaten Wertschriften effektiv in die Gesellschaft und
damit ins Geschäftsvermögen eingebracht habe, weshalb die angeblich per 1. August
2001 gegründete 'M.B. Finanz & Co.' steuerlich nicht anerkannt werden könne und
somit kein Indiz für eine selbständige Erwerbstätigkeit darzustellen vermöge. Auch
seien die vom Bundesgericht entwickelten Kriterien zum gewerbsmässigen
Wertschriftenhandel nicht erfüllt.
C./ Gegen diesen Entscheid erhob M.B. durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 27.
Januar 2006 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragt, der
Rekursentscheid vom 11. Januar 2006 sei aufzuheben und die Steuerbehörde
anzuweisen, die als Erwerbseinkommen aus selbständiger Tätigkeit deklarierten
Verluste aus der Kommanditgesellschaft 'M.B. Finanz & Co.' in den Veranlagungen für
die Jahre 2001 und 2002 entsprechend seiner Einspracheschrift wie folgt zu
anerkennen:
2001: steuerbares Einkommen: Fr. 0
steuerbares Vermögen: Fr. 10'864'000
2002: steuerbares Einkommen: Fr. 0
steuerbares Vermögen: Fr. 9'129'000
Des weitern sei die Gründung der Personengesellschaft 'M.B. & Co. (recte: M.B. Finanz
& Co.)' per 1. August 2001 steuerlich zu berücksichtigen und die daraus resultierenden
Einkünfte (Verluste in den Jahren 2001 und 2002) von den übrigen Einkünften in Abzug
zu bringen. Schliesslich seien die Kosten des Verfahrens der Vorinstanz bzw. dem
Staat zu überbinden und M.B. eine Entschädigung von Fr. 2'000.-- auszurichten. Seine
Eingabe begründet er im wesentlichen damit, dass die Einkünfte aus einer
Personengesellschaft immer Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit darstellen
würden.
Mit Eingabe vom 2. März 2006 beantragt die Verwaltungsrekurskommission, die
Beschwerde sei abzuweisen. Das kantonale Steueramt beantragt mit seiner
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Vernehmlassung vom 21. März 2006 ebenfalls, die Beschwerde sei unter Kostenfolge
zulasten von M.B. abzuweisen.
Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG). Der Beschwerdeführer ist zur
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 196 Abs. 1 StG). Die Eingabe vom 27.
Januar 2006 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 196 Abs. 1 StG sowie Art. 161 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art.
48 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2./ Umstritten ist einzig, ob die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Geschäftsführer
und unbeschränkt haftender Gesellschafter der 'M.B. Finanz & Co.' als selbständige
Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist und ob demzufolge die dabei erzielten Verluste
steuerrechtlich zum Abzug zuzulassen sind.
a) aa) Nach Art. 29 Abs. 1 StG unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen
Einkünfte der Einkommenssteuer. Der kantonale Gesetzgeber hat sich damit -
entsprechend den übrigen schweizerischen Steuerordnungen - für den Grundsatz der
Gesamtreineinkommensbesteuerung entschieden (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Bern
1999, S. 28 f.). Steuerfrei sind nach Art. 37 Abs. 1 lit. b StG die Kapitalgewinne aus der
Veräusserung von beweglichem Privatvermögen. Art. 31 Abs. 1 StG hält fest, dass alle
Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und
Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen
Erwerbstätigkeit steuerbar sind. Zu den Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit
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zählen auch alle Kapitalgewinne aus Veräusserung, Verwertung oder buchmässiger
Aufwertung von Geschäftsvermögen.
bb) In wirtschaftlicher Hinsicht gehören zu den Selbständigerwerbenden u.a. die
gewerbsmässigen Wertschriftenhändler, wobei sich die Abgrenzung zur privaten
Vermögensverwaltung oftmals als problematisch erweist (Weidmann/Grossmann/
Zigerlig, a.a.O., S. 46 f.). Diese Problematik wurde und wird, letzteres insbesondere im
Hinblick auf die im Parlament hängige Unternehmenssteuerreform II (vgl. hierzu die
Botschaft des Bundesrates vom 22. Juni 2005 [BBl 2005 4733]), von Lehre und Praxis
eingehend diskutiert (vgl. bspw. BGE vom 31. März 2003, 2A.486/2002; BGE 125 II 113
mit weiteren Hinweisen; Altorfer/von Ah, Gewerbsmässige
Wertschriftenhändlertätigkeit, Auslegeordnung, in: ST 2005 1047 ff.; Kapalle/Salib, Der
Quasi-Wertpapierhändler in der Unternehmenssteuerreform II, in: STR 2005 730 ff.;
Höhn/Waldburger, Steuerrecht Bd. I, 9. Aufl., Bern 2001, § 14 Rz. 41; B. Hirt,
Grundfragen der Einkommensbesteuerung, Diss. St. Gallen 1998, S. 311 ff.; P. Stocker,
Steuerliche Abgrenzung der selbständigen Erwerbstätigkeit von der privaten
Vermögensverwaltung, Diss. Basel 1992). Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat
aufgrund der bestehenden Rechtsunsicherheit das Kreisschreiben Nr. 8 zum
gewerbsmässigen Wertschriftenhandel erlassen, worin sie Kriterien ausgearbeitet hat,
anhand derer ein gewerbsmässiger Wertschriftenhandel ausgeschlossen werden kann
(vgl. hierzu auch: Kaufmann/Raba¬glio, Gewerbsmässiger Wertschriftenhandel, Zum
Kreisschreiben Nr. 8 der ESTV, in: ST 2005 1059 ff.). Die Handhabung der
bundesgerichtlichen Praxis durch die Kantone fällt unterschiedlich aus. Einzelne
Kantone haben eigene Kriterien entwickelt, bei deren Vorliegen bzw. Nichtvorliegen die
fragliche Tätigkeit (im Sinne einer sog. Safe-Harbour-Regelung) als gewerbsmässiger
Wertschriftenhandel bzw. private Vermögensverwaltung zu qualifizieren ist (vgl. die
Aufstellung bei Kapalle/Salib, a.a.O., S. 734 ff.).
cc) Die Steuerverwaltung des Kantons St. Gallen hat keine eigenen Kriterien zur
Abgrenzung des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels von der privaten
Vermögensverwaltung entwickelt, anhand derer mit Bestimmtheit das eine vom
anderen abgegrenzt werden könnte. Massgeblich sind namentlich die Häufigkeit der
Geschäfte, die Besitzesdauer, die Verwendung der erzielten Gewinne, die Verwendung
der Verkaufserlöse für die Durchführung neuer Geschäfte, die Art und Weise des
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Vorgehens und Auftretens sowie die Finanzierungsart, wobei diese Kriterien
unterschiedliches Gewicht haben (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 47);
abzustellen ist jeweils auf die gesamten Umstände des Einzelfalls. Die kantonale Praxis
entspricht damit derjenigen des Bundesgerichts (vgl. statt vieler: BGE vom 13.
Dezember 2003, 2A.272/2003, Erw. 2.3). Nicht massgeblich ist, ob der
Wertschriftenhändler nach aussen sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt
(VerwGE vom 29. August 1991 i.S. S.J. und C.K.-S.; BGE vom 13. Dezember 2003, 2A.
272/2003, Erw. 2.3).
b) aa) Der Beschwerdeführer bringt vor, es seien zur Frage, ob die Einkünfte aus der
'M.B. Finanz & Co.' steuerrechtlich als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
zu qualifizieren sind, keine Indizien notwendig. Vielmehr seien Gewinne und Verluste
einer Gesellschaft immer als Einkünfte bzw. Verluste aus selbständiger Erwerbstätigkeit
zu qualifizieren. Des weitern habe er einen grossen Teil seiner Händlertätigkeit über
Kredite finanziert, auch wenn diese in der Bilanz der 'M.B. Finanz & Co.' nicht
aufgeführt gewesen seien. Er sei in der Steuerperiode 2002 bei Vermögenswerten von
Fr. 22'503'592.-- Verpflichtungen gegenüber Gläubigern in der Höhe von Fr.
9'583'333.-- eingegangen. Da der grössere Teil seines Vermögens in Immobilien
investiert sei, deren Werte eine tiefe Volatilität auszeichnen würden, sei es einfacher
und günstiger, diesen Teil des Vermögens höher zu belehnen als einen Lombardkredit
aufzunehmen. Zudem sei er seit mehreren Jahren nicht mehr auf seinem
ursprünglichen Beruf als Maurer tätig, sondern widme seine Arbeitszeit als
geschäftsführender Gesellschafter der 'M.B. Finanz & Co.'. Dank seiner mehrjährigen
Erfahrung dürfe ohne weiteres vermutet werden, dass er auch ohne entsprechende
Ausbildung über das für einen gewerbsmässigen Wertschriftenhändler notwendige
Fachwissen verfüge, zumal er auch keiner weiteren Tätigkeit mehr nachgehe. Auch
habe er mit dem Kommanditär einen unabhängigen Berater beigezogen. Allein dessen
Präsenz als bezahlter Berater unterstreiche, dass seine Tätigkeit im Rahmen der 'M.B.
Finanz & Co.' eindeutig auf Erwerbstätigkeit ausgerichtet sei, zumal auch das
unbestrittene Fachwissen des Kommanditärs als Hilfsperson ihm selbst zuzuschreiben
sei. Des weitern verfüge die 'M.B. Finanz & Co.' als Untermieterin von Räumen an der
E.strasse in St. über eigene Geschäftslokalitäten und gegen aussen sei das Auftreten
der Gesellschaft durch einen eigenen Briefkasten dokumentiert. Die Anmietung
externer Büroräumlichkeiten unterstreiche zudem die geschäftliche Absicht, denn
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würde sich die Tätigkeit des Beschwerdeführers allein auf die übliche Verwaltung
seines Vermögens beschränken, würde er diese Handlungen nach der allgemeinen
Lebenserfahrung von zu Hause aus erledigen. Des weitern sei die von der Vorinstanz
aufgeworfene Frage, ob es sich bei den in den Jahren 2001 und 2002 geltend
gemachten Verlusten um effektiv realisierte Verluste handle, ohne Bedeutung, da die
vorgenommenen Wertberichtigungen handelsrechtlich notwendig und somit auch für
die Steuerbilanz verbindlich seien. Schliesslich hätten die beiden Gesellschafter die
Gesellschaft gegründet, um Kapital und Fachwissen für den vereinbarten
Geschäftszweck zu vereinigen, wobei jeder Partner einbringe, was er habe; dies sei die
Grundlage einer Gesellschaft.
bb) Der Beschwerdeführer stützt seine Argumentation zur selbständigen
Erwerbstätigkeit zunächst und hauptsächlich auf die Tatsache, dass er Gesellschafter
und Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft 'M.B. Finanz & Co.' sei. Es ist deshalb
zu prüfen, wie es sich damit verhält.
Kommanditgesellschaften sind als Personengemeinschaften ohne juristische
Persönlichkeit selbst nicht steuerpflichtig. Ihr Einkommen und Vermögen werden
anteilsmässig den einzelnen Teilhabern zugerechnet (Art. 21 Abs. 1 StG; Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 20). Ist die Personengesellschaft kaufmännisch tätig,
stellt der Gewinnanteil der Teilhaber Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
dar. Letzteres liegt in diesem Fall unabhängig von der Gesellschafterstellung und von
der Teilnahme an der Geschäftsführung vor, weshalb auch ein Kommanditär, der sich
auf die Hingabe von Kapital beschränkt, Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit erzielt (Höhn/Waldburger, a.a.O., § 14 Rz. 38). Handelt es sich
hingegen um eine nichtkaufmännische Kommanditgesellschaft, welche eine reine
Vermögensverwaltungs- oder Finanzgesellschaft ist und über keinen eigenen
Geschäftsbetrieb verfügt, üben die Gesellschafter keine selbständige Erwerbstätigkeit
aus, sondern verwalten ihr privates Vermögen; dies gilt selbst dann, wenn das
Vermögen erheblich ist und die Geschäftsführung über den Rahmen einer
gewöhnlichen laufenden Vermögensverwaltung hinausgeht, einen stark spekulativen
Charakter trägt und der Betrieb einen bankähnlichen Charakter annimmt (Duss/Greter/
von Ah, Die Besteuerung Selbständigerwerbender, Zürich 2004, S. 9).
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Die Vorinstanz geht davon aus, dass es sich bei der 'M.B. Finanz & Co.' um eine
kaufmännische Kollektivgesellschaft handelt. Über deren Entstehungszeitpunkt würden
indes Unklarheiten bestehen, weshalb die Gesellschaft für die Steuerperioden 2001
und 2002 aus steuerrechtlicher Sicht nicht anerkannt werden könne und daher kein
Indiz für eine selbständige Tätigkeit zu erbringen vermöge. Ihre Zweifel über den
Entstehungszeitpunkt begründet die Vorinstanz damit, dass das Titelblatt des
Gesellschaftsvertrags mit "St., 30. Juli 2001/PB" datiert sei, die Unterschriften
hingegen nicht datiert seien, die Gesellschaft gemäss Vertrag rückwirkend per 1.
August 2001 die vom Beschwerdeführer gehaltenen Wertschriften und Kapitalanlagen
gemäss separater Sachübernahmebilanz übernommen habe und schliesslich, weil die
Gesellschaft während knapp zwei Jahren nach Entstehung nicht im Handelsregister
eingetragen gewesen sei.
Gemäss aktuellem Handelsregisterauszug bezweckt die Kommanditgesellschaft des
Beschwerdeführers "die Anlage und Verwaltung von Finanzanlagen aller Art; [sie] kann
Immobilien erwerben und veräussern, Zweigniederlassungen erwerben oder sich an
anderen Gesellschaften beteiligen". Um als, wie vom Beschwerdeführer geltend
gemacht, kaufmännische Kommanditgesellschaft zu gelten, muss sie
begriffsnotwendig ein kaufmännisches Unternehmen führen, d.h. ein Handels-, ein
Fabrikations- oder ein anderes nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe betreiben
(C. Baudenbacher, Basler Kommentar, OR Bd. II, 2. Aufl., Basel 2002, N 24 zu Art. 594
in Verbindung mit N 29 ff. zu Art. 552 OR). Nach der Legaldefinition von Art. 52 Abs. 3
der Handelsregisterverordnung (SR 221.411, abgekürzt HRegV) ist Gewerbe eine
selbständige, auf dauernden Erwerb gerichtete wirtschaftliche Tätigkeit. Die
kaufmännische Art ergibt sich aus einer Gesamtanalyse von Typusmerkmalen (wie
etwa Produktvielfalt, Kreditaufnahme, Umsatz, Anlage- und Umlaufvermögen,
Beschäftigtenzahl, Anzahl der Verkaufsstellen, Bedeutung der Werbung etc.; vgl. C.
Baudenbacher, a.a.O., N 24 zu Art. 594 in Verbindung mit N 35 zu Art. 552 OR). Die
Zwecksetzung der 'M.B. Finanz & Co.' spricht grundsätzlich für eine Handelstätigkeit
(vgl. auch Art. 53 Ziff. 1 und 2 HRegV), doch fehlt es dieser an der kaufmännischen Art:
Das Gesellschaftskapital besteht mit Ausnahme der nicht einbezahlten
Kommanditeinlage des Kommanditärs J.P.L. in der Höhe von Fr. 1'000.-- aus den vom
Beschwerdeführer als Komplementär und Geschäftsführer eingebrachten privaten
Vermögenswerten. Arbeitnehmer beschäftigt die Gesellschaft keine. Lediglich dem
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Kommanditär wurden im Jahre 2001 Fr. 834.-- und im Jahre 2002 Fr. 2000.-- als
Entgelt für Beratungsdienste ausbezahlt. Gegenüber Dritten tritt die Gesellschaft im
wesentlichen nur durch ihren Eintrag im Handelsregister des Kantons Zürich in
Erscheinung. Zwar werden für die Jahre 2001 und 2002 gemäss den entsprechenden
Erfolgsrechnungen unter dem Konto Geschäftsspesen Auslagen von Fr. 1'000.-- (2001)
resp. Fr. 3'600.-- (2002) für Werbung und Spesen aufgeführt, indes ist nicht ersichtlich
und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargelegt, wofür die Gesellschaft wirbt
resp. welche Geschäftstätigkeit sie Dritten gegenüber anpreisen möchte. Eigentliche
Kundenbeziehungen sind nicht dargetan; die Gesellschaft verkehrt lediglich mit ihrer
Bank. Fragwürdig ist sodann das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Gesellschaft
verfüge an der Adresse der B. Hoch- und Tiefbau AG in St. über Geschäftsräume als
Untermieterin. Zunächst ist festzuhalten, dass die B. Hoch- und Tiefbau AG mit
Statutenänderung vom 26. Januar 2005 zur B. Immobilien AG umfirmiert und diese mit
Gesellschafterbeschluss vom 6. Juli 2005 aufgelöst wurde. Dies bedeutet, dass das
behauptete Mietverhältnis zumindest heute keinen Bestand mehr hat. Darüber hinaus
führt die 'M.B. Finanz & Co.' in ihren Erfolgsrechnungen von 2001 und 2002
Mietaufwand in der Höhe von lediglich Fr. 1'250.-- (2001) bzw. Fr. 3'000.-- (2002) auf
und bezahlte somit offensichtlich keine marktüblichen Mietzinsen für
Büroräumlichkeiten. Indes kann letztlich offenbleiben, wie es sich mit der behaupteten
Geschäftslokalität verhält, da sich aus den übrigen Umständen und insbesondere den
Jahresrechnungen 2001 und 2002 mit genügender Deutlichkeit ergibt, dass die
Gesellschaft lediglich die ihr vom Beschwerdeführer übertragenen Vermögenswerte,
wenn auch unter teilweiser Anleitung durch den Kommanditär, anlegt und verwaltet.
Ihre Tätigkeit erschöpft sich damit in der reinen Verwaltung des Privatvermögens des
Beschwerdeführers und eine kaufmännische Tätigkeit ist ihr abzusprechen. Was diese
Beurteilung in zivilrechtlicher Hinsicht (insbesondere hinsichtlich der von der Vorinstanz
aufgeworfenen Frage des Entstehungszeitpunktes) für Konsequenzen haben könnte,
kann hier offenbleiben.
cc) Wie im folgenden zu zeigen ist, führt auch die Beurteilung entsprechend der
bundesgerichtlichen Praxis (vgl. vorstehende Erw. 2 a cc) unabhängig von der
Qualifizierung der Tätigkeit der 'M.B. Finanz & Co.' nicht zur Annahme einer
selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers.
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Die vorinstanzliche Würdigung der Verhältnisse erweist sich als zutreffend: Die
Finanzierung der 'M.B. Finanz & Co.' erfolgte ausschliesslich über das vom
Beschwerdeführer aus seinem Privatvermögen eingebrachte Eigenkapital. Der
Beschwerdeführer bringt vor Verwaltungsgericht zwar vor, dass die Vorinstanz die
Tatsache unberücksichtigt lasse, dass er bei Vermögenswerten von Fr. 22'503'592.--
im Jahre 2002 gegenüber Gläubigern Verpflichtungen in der Höhe von Fr. 9'583'333.--
eingegangen sei. Statt einen Lombardkredit aufzunehmen, sei es einfacher, seine
Liegenschaften höher zu belehnen. Insoweit der Beschwerdeführer damit geltend
macht, sein Wertschriftenhandel sei erheblich fremdfinanziert, ist er nicht zu hören.
Einerseits fehlen entsprechende Vorbringen für die Steuerperiode 2001. Anderseits ist
nicht ersichtlich, ob der Beschwerdeführer überhaupt bestehende
Hypothekarverbindlichkeiten zusätzlich erhöht hat, um mit daraus erlangten Mitteln
Wertschriftenkäufe zu tätigen. Schliesslich bestehen diese Verbindlichkeiten im
Privatvermögen des Beschwerdeführers; weder der Jahresabschluss 2001 noch 2002
der 'M.B. Finanz & Co.' lassen auf entsprechende Verbindlichkeiten schliessen. Die
Vorinstanz stellt des weitern zutreffend fest, dass in der Steuerperiode 2001 ca. 50 und
in der Steuerperiode 2002 ca. 75 Transaktionen getätigt wurden, wobei das
massgebliche Wertschriftenvermögen im 2001 ca. lediglich zur Hälfte und im 2002 zu
drei Vierteln umgeschichtet wurde. Die Besitzesdauer der Anlagen variierte
unbestrittenermassen stark und überstieg durchschnittlich mehrere Monate. Des
weitern war der Anteil derivativer Finanzinstrumente in beiden Jahren gering. Der
Wertschriftenhandel weist des weitern keinen Zusammenhang mit dem Beruf des
Beschwerdeführers aus. Nicht massgeblich ist sodann, inwieweit ihm die Fachkenntnis
des Kommanditärs als Hilfsperson zuzurechnen ist, zumal dessen Bedeutung resp.
Beratungstätigkeit mit Blick auf das geleistete Honorar gering einzuschätzen ist.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Wertschriftenhandel des
Beschwerdeführers angesichts der konkreten Verhältnisse, d.h. insbesondere aufgrund
der reinen eigenen Vermögensverwaltung ohne eigenen Geschäftsbetrieb, der nicht
nachgewiesenen Fremdkapitalisierung, des fehlenden Zusammenhangs mit dem Beruf
des Beschwerdeführers, des nicht belegten Fachwissens, des im Verhältnis zum
Wertschriftenvermögen nicht erheblichen Transaktionsvolumens sowie des geringen
Einsatzes derivativer Finanzinstrumente als private Vermögensverwaltung zu
qualifizieren ist.
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c) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde als unbegründet
abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht