Decision ID: 87e57e31-6b90-4257-a961-bb135c98f590
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a M._ meldete sich am 12. Oktober 2004 zum Bezug von IV-Leistungen
(Umschulung, Rente) an, da sie seit Anfang 2000 unter Rückenbeschwerden leide (act.
G 4.1). Im Arztbericht vom 16. November 2004 diagnostizierte Dr. med. A._, FMH
Allgemeine Medizin, bei der Versicherten unter Beilage diverser anderer Arztberichte
chronische Lumboischialgien bei Status nach Mikrodiscektomie L4/5 rechts Mai 01 mit
möglicher L5-Wurzelverkürzung und muskulärer Dysbalance. In der angestammten
Tätigkeit als Büroangestellte sei die Versicherte seit 20. März 2003 zu 50%
arbeitsunfähig. Bezüglich angepasster Arbeiten sehe er keine Alternativen, da die
Versicherte bei ihrer Bürotätigkeit körperlich kaum belastet sei (act. G 4.10).
A.b Vom 2. bis 5. Januar 2007 wurde die Versicherte durch das Zentrum für
Medizinische Begutachtung in Basel (nachfolgend: ZMB) internistisch, orthopädisch,
neurologisch und psychiatrisch untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 20.
Februar 2007 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt: 1. ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom; 2. ein Status nach
rechtsseitiger Discushernie L4/L5 mit L5-Radiculopathie; 3. ein Status nach
Microdiscektomie 05/2001; 4. ein residuelles Reizsyndrom L5 rechts; 5. eine morbide
Adipositas (BMI 43) sowie 6. eine konversionsneurotische Störung. Als ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter ein mittelschweres Carpaltunnelsyndrom
rechts sowie eine Oligo-/Hypo-menorrhö unklarer Ätiologie fest. Die
Beschwerdeführerin wäre in der Lage, in ihrer aktuellen Tätigkeit in einem
Buchhaltungsbüro zweimal drei Stunden (pro Tag) zu arbeiten; dasselbe gelte für
anderweitige Tätigkeiten (act. G 4.36).
A.c In der Folge wurde die Versicherte schwanger, weshalb die IV-Stelle den Fall am
12. Oktober 2007 bis zur Geburt des Kindes sistierte (act. G 4.45). Nachdem die
Versicherte einen Sohn zur Welt gebracht hatte, fand am 8. Mai 2008 eine Abklärung in
ihrem Haushalt statt. Im entsprechenden Protokoll hielt die Abklärungsperson fest, die
Versicherte würde im Gesundheitsfall einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen
(act. G 4.55).
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A.d Im Schlussbericht vom 11. Juli 2008 hielt die Eingliederungsberaterin fest, die
Versicherte betrachte ihren Arbeitsplatz als bestmöglich an ihre gesundheitlichen
Einschränkungen angepasst und wolle diesbezüglich von einer Unterstützung der IV
keinen Gebrauch machen. Subjektiv fühle sie sich aus gesundheitlichen Gründen
bereits beim aktuellen Arbeitspensum überfordert. Es erscheine ihr unmöglich, eine
höhere Arbeitsleistung zu erbringen (act. G 4.61).
A.e Im Verlaufsbericht vom 28. Oktober 2008 gab Dr. A._ an, der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Bezüglich der Diagnosen hätten
sich keine Änderungen ergeben (act. G 4.69).
B.
B.a Mit Vorbescheiden vom 24. und 25. November 2008 stellte die IV-Stelle der
Versicherten in Aussicht, dass sie weder Anspruch auf berufliche Massnahmen (act. G
4.72) noch auf eine Invalidenrente (act. G 4.75) habe. Am 18. Dezember 2008 erhob die
Versicherte Einwand gegen den Rentenvorbescheid und beantragte sinngemäss die
Zusprache einer halben Invalidenrente. Ihr Gesundheitszustand habe sich rapid
verschlimmert und werde jeden Tag schlimmer. Bei ihrem jetzigen Arbeitseinsatz von
vier Stunden täglich werde die Grenze des Ertragbaren bereits oft überschritten (act. G
4.76). In der Folge reichte sie ein Schreiben von Dr. A._ vom 7. Januar 2009 ein,
wonach die aus gutachterlicher Sicht zumutbare Arbeitsbelastung von zweimal drei
Stunden täglich nicht realisierbar sei (act. G 4.77).
B.b Mit Verfügung vom 27. Januar 2009 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf
berufliche Massnahmen, da die Versicherte angemessen eingegliedert sei (act. G 4.78).
B.c Am 5. März 2009 holte die IV-Stelle bei der Versicherten und bei Dr. A._ weitere
Auskünfte im Zusammenhang mit den geltend gemachten Einwänden ein (act. G 4.83
ff.).
B.d Mit Verfügung vom 25. März 2009 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 25% ermittelte (act. G 4.87).
C.
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C.a Mit Eingabe vom 23. April 2009 erhebt die Versicherte Beschwerde und verlangt
sinngemäss die Zusprache einer halben Invalidenrente. Zur Begründung bringt sie im
Wesentlichen vor, es sei ihr nicht möglich, die im ZMB-Gutachten festgestellte
zumutbare Arbeitsfähigkeit von zweimal drei Stunden täglich zu realisieren. Bereits
beim momentanen Pensum von 50% bzw. vier Stunden täglich habe sie sehr starke
Schmerzen; teilweise könne sie nicht einmal diese vier Stunden absolvieren. Derzeit
seien medizinisch-operative Massnahmen vorgesehen, von denen sie sich eine
Linderung der Schmerzen erhoffe (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, für die
Bemessung der Invalidität könne nicht darauf abgestellt werden, in welchem Ausmass
sich die versicherte Person selbst als arbeitsfähig erachte. Massgebend sei die
medizinische Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten, die der
Gesundheitsbeeinträchtigung angepasst seien. Diesbezüglich könne auf das ZMB-
Gutachten abgestellt werden. Bezüglich des Invalideneinkommens könne davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihr derzeitiges Arbeitspensum von
50% auf 80% aufstocken und dadurch einen Jahreslohn von Fr. 43'680.-- erzielen
könne. Der Einkommensvergleich führe zu einem Invaliditätsgrad von 20% (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 31. August 2009 hält die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest.
In der Zwischenzeit sei die angekündigte medizinisch-operative Massnahme
durchgeführt worden. Gemäss Angaben von Dr. A._ sei mit einer Arbeitsunfähigkeit
von 50% für mindestens zwei Jahre zu rechnen (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 8).
C.e Am 15. April bzw. 20. Mai 2010 unterbreitet das Gericht dem ZMB
Ergänzungsfragen zum Gutachten vom 20. Februar 2007 und erkundigt sich
insbesondere nach der Begründung für die von der Beurteilung von Dr. A._
abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch das
ZMB, nachdem sich die Gutachter hierzu nicht explizit geäussert hatten (act. G 10 f.).
Die Stellungnahme des ZMB erfolgt am 22. Juni 2010 (act. G 12); am 28. Juni 2010
wird den Parteien diesbezüglich das rechtliche Gehör gewährt (act. G 13). Während die
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Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 6. Juli 2010 an ihrem Antrag festhält bzw. weitere
Abklärungen für angezeigt hält (act. G 15), verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine
Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 25. März
2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und
aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
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einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies
bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer
Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder
beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen
Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein
vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht
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eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die
Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in
rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen
wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht, muss die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten
ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des
Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen
allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht
vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich
einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung
durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen
Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ-
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai
2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung auf das ZMB-
Gutachten vom 20. Februar 2007 (act. G 4.36). Die Beschwerdeführerin wendet ein, die
von den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von zweimal drei Stunden pro Tag sei
nicht realisierbar, da sie sehr grosse Schmerzen habe. Dieser Auffassung sei auch Dr.
A._. Die Schmerzproblematik wurde im Gutachten jedoch berücksichtigt und ist
insoweit auch in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteingeflossen. So haben die
Gutachter die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden ausführlich
thematisiert. Sie haben die betreffenden Äusserungen der Beschwerdeführerin als
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glaubwürdig taxiert und keine Anzeichen für Aggravation oder Simulation festgestellt,
ihre Kollaboration sei einwandfrei. Im Rahmen der Gesamtwürdigung hielten die
Gutachter fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe ein komplexes Krankheitsbild.
Einerseits habe sie im somatischen Bereich zwei Haupterkrankungen, nämlich ein
chronisches Lumbovertebralsyndrom wie auch eine morbide Adipositas. Andererseits
habe sie im psychiatrischen Bereich eine konversionsneurotische Störung. Sie (die
Gutachter) seien der Ansicht, dass diese drei Erkrankungen miteinander interferierten.
Insgesamt verursachten diese eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Büroangestellte. Die Beschwerdeführerin sei in
der Lage, zweimal drei Stunden in ihrer aktuellen Tätigkeit zu arbeiten.
Auf Anfrage des Gerichts (act. G 10) begründeten die Gutachter die - im Vergleich zur
Beurteilung von Dr. A._ - höhere Arbeitsfähigkeitsschätzung damit, dass angesichts
der diversen gesundheitlichen Störungen der Beschwerdeführerin eine halbtägige
Tätigkeit mit vier Stunden am Stück nicht die idealen Voraussetzungen erfülle, um der
eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule Rechnung zu tragen. Eine Aufteilung der
Tätigkeit in zwei Stücke wäre besser, wobei der Beschwerdeführerin ein dreistündiges
Pensum pro Halbtag zuzumuten sei. Aufgrund der Kombination des chronischen
Lumbovertebralsyndroms und der morbiden Adipositas sei eine längere Pause mit der
Möglichkeit, sich zu bewegen, sicher indiziert. Ferner sei darauf hinzuweisen, dass Dr.
A._ der Beschwerdeführerin seit 2002 dauernd eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
diagnostiziere, dass jedoch eine solche Beurteilung in den darauf folgenden Jahren von
anderen beurteilenden Ärzten nicht übernommen worden sei. Nach der
Rehabilitationskur in der Klinik Valens sei der Beschwerdeführerin bei Entlassung eine
reduzierte Arbeitsfähigkeit attestiert worden, doch sei darauf hingewiesen worden,
dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in den darauf folgenden Wochen zu erwarten
sei. Die vom ZMB attestierte Arbeitsfähigkeit von zweimal drei Stunden pro Tag könne
aufgrund der Akten auf 1. Januar 2004 zurückdatiert werden (act. G 12).
Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Es ist somit davon
auszugehen, dass es sich bei der Einschätzung von Dr. A._ um eine Beurteilung
desselben Sachverhalts handelt, die vorliegend nicht geeignet ist, die Ergebnisse der
interdisziplinären Untersuchung in Zweifel zu ziehen, zumal Dr. A._ keine konkrete
Kritik am Gutachten übt.
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3.2 Soweit die Beschwerdeführerin im Rahmen der Replik vorbringt, in der
Zwischenzeit hätten die angekündigten medizinisch-operativen Massnahmen
durchgeführt werden können, und es sei mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50% für
mindestens zwei Jahre zu rechnen (act. G 6), kann darauf im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht eingegangen werden, da das Gericht in zeitlicher Hinsicht
lediglich den Sachverhalt beurteilen kann, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der angefochtenen Verfügung entwickelt hat. Dasselbe gilt für die Ausführungen der
Beschwerdeführerin in der Stellungnahme vom 6. Juli 2010 (act. G 15), soweit sie sich
auf die Entwicklung (auch in Bezug auf das Arbeitsverhältnis) nach dem Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung beziehen. Sollte sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin in der Zwischenzeit verschlechtert haben, steht ihr die
Möglichkeit offen, sich gestützt darauf erneut zum Bezug von IV-Leistungen
anzumelden. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, eine Aufteilung ihres
Arbeitstags in zwei Halbtage bringe für sie in erster Linie doppelten Aufwand (doppelter
Arbeitsweg, mehr Stress), kann ihr nicht gefolgt werden, sollte sie die freie Zeit doch
gemäss Gutachtern zur allgemeinen Mobilisation und einem adäquaten Muskeltraining
nutzen.
3.3 Zusammengefasst bleibt damit festzuhalten, dass für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit auf das ZMB-Gutachten vom 20. Februar 2007 (act. G 4.36) abgestellt
werden kann, wonach die Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als
Büroangestellte (ebenso wie eine andere adaptierte Tätigkeit) während zweimal drei
Stunden pro Tag ausüben kann.
4.
Zu prüfen bleibt damit, wie sich die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit auf die
erwerbliche Situation der Beschwerdeführerin auswirken. Bezüglich des
Valideneinkommens wurde in der angefochtenen Verfügung zu Recht auf das
Einkommen abgestellt, das die Beschwerdeführerin gemäss Angaben ihrer
Arbeitgeberin im Jahr 2004 (Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns) verdient hätte (vgl.
act. G 4.9); dies wird von der Beschwerdeführerin auch gar nicht bestritten. Was das
Invalideneinkommen anbelangt, wurde in der angefochtenen Verfügung auf das effektiv
erzielte Einkommen der Beschwerdeführerin abgestellt, wobei dieses auf ein 75%-
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Pensum aufgerechnet wurde. In der Beschwerdeantwort macht die
Beschwerdegegnerin geltend, die von den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit
entspreche einem 80%-Pensum, womit sich der Invaliditätsgrad auf 20% reduziere.
Dies trifft jedoch nicht zu. Gemäss Angaben der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin
beträgt das normale Arbeitspensum acht Stunden pro Tag (act. G 4.9); die der
Beschwerdeführerin zumutbare Restarbeitsfähigkeit von zweimal drei Stunden
entspricht somit einem 75%-Pensum. Der der angefochtenen Verfügung zugrunde
gelegte Einkommensvergleich ist somit grundsätzlich korrekt. Selbst wenn in diesem
Zusammenhang die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach davon ausgegangen
werden könne, dass die Beschwerdeführerin ihr derzeitiges Arbeitspensum (bei
derselben Arbeitgeberin) von 50% auf 80% (richtig: 75%) aufstocken könne, nicht
zutreffen sollte, wäre davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch bei einer
anderen Arbeitgeberin in der Lage wäre, ein Einkommen in der (im Rahmen der
angefochtenen Verfügung) angenommenen Grössenordnung von Fr. 40'950.-- zu
erzielen, entspricht dieses doch in etwa dem LSE-Tabellenlohn für Frauen im
Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) für das Jahr 2004.
Damit hat die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin zu
Recht abgelehnt.
5.
5.1 Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in
der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr.
600.-- anzusetzen. Zwar unterliegt die Beschwerdeführerin, doch war der Sachverhalt
im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung insofern zu wenig abgeklärt,
als dem ZMB-Gutachten keine Begründung für die von Dr. A._ abweichende
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung entnommen werden konnte, so dass das Gericht
gezwungen war, Ergänzungsfragen an die Gutachter zu richten. Entsprechend hat die
Beschwerdeführerin die Verfügung vom 25. März 2009 zu Recht angefochten; das
Gericht hätte diese Verfügung auch aufheben und die Sache zu ergänzenden
bis
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Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückweisen können. Unter diesen
Umständen rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Diese wird zudem für die entstandenen Abklärungskosten in Höhe von
Fr. 886.20 aufzukommen haben (vgl. act. G 14). Der Beschwerdeführerin ist der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG