Decision ID: 63e7467d-23b6-5c20-a4e2-e63f7aff4881
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen und Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a H._ meldete sich am 2. März 2007 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Rente) an, da sie seit mehr als fünf Jahren an
Fibromyalgie, starken Depressionen, Arthrose im Knie sowie starken Rücken- und
Fussschmerzen leide (act. G 12.6). Mit Arztbericht vom 11. April 2007 diagnostizierte
Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, bei der Versicherten eine
Fibromyalgia rheumatica, eine Gonarthrose rechts sowie eine leicht- bis mittelgradige
Depression. Betreffend die Frage nach der Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit hielt er fest "50% von 05.03.2007" sowie "0% von 01.04.2007 für leichte
Arbeit". Gleichzeitig hielt er fest, die bisherige Tätigkeit in der Pflege im Spital sei der
Versicherten nicht mehr zumutbar (act. G 12.23). Auf Anfrage der IV-Stelle empfahl der
Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) am 3. September 2007, die
Versicherte bidisziplinär (rheumatologisch und psychiatrisch) begutachten zu lassen
(act. G 12.38).
A.b Die psychiatrische Begutachtung erfolgte am 26. Oktober 2007 durch Dr. med.
B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Dieser stellte in seinem Gutachten vom 3.
Dezember 2007 die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
leichte Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F33.01), welche sich auf die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten auswirke. Als ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit hielt er einen Verdacht auf ängstliche Persönlichkeitsstörung fest (act.
G 12.44). Die rheumatologische Begutachtung fand am 29. und 30. November 2007 an
der Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) statt, wobei
auch eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt wurde. Im
entsprechenden Gutachten vom 28. Januar 2008 wurden ein generalisiertes
Schmerzsyndrom mit/bei Panvertebralsyndrom (mit/bei leichter Wirbelsäulenfehlform
und diskreten degenerativen LWS-Veränderungen) und ausgedehnten
Weichteilschmerzen und Arthralgien (mit/bei Fingerpolyarthrosen, medialer
Gonarthrose rechts und Spreizfüssen bds.) sowie eine unklare Sensibilitätsstörung
beider Hände diagnostiziert (act. G 12.46). In einer Gesamtwürdigung attestierten Dr.
B._ und die AEH der Versicherten in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin in
der Hotellerie sowie in einer adaptierten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, wobei
die Einschränkung psychiatrisch bedingt sei (act. G 12.46-7).
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A.c Am 1. Februar 2008 erteilte die IV-Stelle einen Abklärungsauftrag betreffend
berufliche Massnahmen (act. G 12.48). Im Schlussbericht hielt die
Eingliederungsberaterin am 20. Februar 2008 als Ergebnis fest, die Versicherte sei trotz
des vollen Pensums, welches sie im Rahmen der Arbeitslosenversicherung fast
durchgehend erbringe, von ihrer Arbeitsunfähigkeit überzeugt. Sie werde noch bis
Herbst 2008 durch die ALV begleitet und sei mit dem Abschluss der Arbeitsvermittlung
durch die IV einverstanden (act. G 12.50).
B.
B.a Mit Vorbescheiden vom 12. und 13. Juni 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten
die Ablehnung ihres Rentengesuchs (act. G 12.55) sowie den Abschluss der
Arbeitsvermittlung (act. G 12.57) in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Andreas Fäh, am 15. Juli 2008 Einwand und beantragte weitere
medizinische Abklärungen sowie Arbeitsvermittlung (act. G 12.61).
B.b Mit Verfügungen je vom 7. Oktober 2008 entschied die IV-Stelle gemäss
Vorbescheiden und verneinte einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
(act. G 12.64) und auf Arbeitsvermittlung (act. G 12.65).
C.
C.a Mit Eingabe vom 7. November 2008 sowie Ergänzung vom 6. Februar 2009 erhebt
der Vertreter der Versicherten Beschwerde und beantragt, die Verfügungen vom 7.
Oktober 2008 seien aufzuheben. Der Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente
zuzusprechen und/oder Kostengutsprache für berufliche Massnahmen zu erteilen.
Zudem beantragt er die unentgeltliche Prozessführung. Zur Begründung bringt er im
Wesentlichen vor, der medizinische Sachverhalt sei nicht rechtsgenüglich festgestellt
worden. Obwohl aktenkundig sei, dass die Beschwerdeführerin während längerer Zeit
bei Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin, und Dr. med. C._ in Behandlung
gewesen sei bzw. nach wie vor sei, seien bei diesen Ärzten keine Berichte eingeholt
worden (act. G 1 und 10).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. März 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde sei in Bezug auf die Arbeitsvermittlung gutzuheissen und in Bezug auf
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die Invalidenrente abzuweisen. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus,
bezüglich der Arbeitsvermittlung werde sie ihre Bemühungen weiterführen. In
medizinischer Hinsicht könne grundsätzlich auf das Gutachten von Dr. B._ und der
AEH abgestellt werden. Allerdings stehe die psychiatrisch festgesetzte Arbeitsfähigkeit
von lediglich 80% nicht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die
von Dr. B._ festgestellte leichte depressive Störung sei von vornherein nicht
invalidisierend. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (act. G 12).
C.c Am 20. März 2009 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung
bewilligt (act. G 13).
C.d Am 19. Juni 2009 erklärt die zuständige Abteilungspräsidentin den
Schriftenwechsel für geschlossen. Nachdem die Beschwerdegegnerin die Prüfung
beruflicher Massnahmen wieder aufgenommen habe, erscheine die Beschwerde
diesbezüglich gegenstandslos geworden zu sein. Ohne Gegenbericht werde das
Gericht die Streitsache in dieser Hinsicht als erledigt abschreiben (act. G 19).
C.e Am 7. Juli 2009 erklärt sich die Beschwerdeführerin mit der Abschreibung des
Verfahrens betreffend berufliche Massnahmen einverstanden. Gleichzeitig teilt sie unter
Hinweis auf den Kurzaustrittsbericht der Klinik St. Pirminsberg vom 17. Juni 2009 (act.
G 20.1) mit, es sei ihr im Moment nicht möglich, die Arbeitsvermittlung in Anspruch zu
nehmen (act. G 20).

Erwägungen:
1.
Da die Beschwerdegegnerin betreffend berufliche Massnahmen am 23. Februar 2009
erneut einen Abklärungsauftrag erteilt hat (act. G 12.76), ist die Beschwerde gegen die
Verfügung betreffend berufliche Massnahmen bzw. Arbeitsvermittlung gegenstandslos
geworden. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist somit einzig noch der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 7.
Oktober 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen wiedergegeben.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
4.
4.1 In medizinischer Hinsicht ist umstritten, ob das Gutachten von Dr. B._ und der
AEH eine taugliche Grundlage zur Beurteilung der der Beschwerdeführerin
verbleibenden Arbeitsfähigkeit darstellt. Der Vertreter der Beschwerdeführerin macht
diesbezüglich im Wesentlichen geltend, das Gutachten sei unvollständig, da es sich
nicht bzw. nur unzureichend mit den Beurteilungen der behandelnden Ärzte
auseinandersetze. Zudem werde im AEH-Gutachten ausdrücklich eine neurologische
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Abklärung betreffend die Sensibilitätsstörungen an den Händen empfohlen. Ohne
Durchführung dieser Abklärung könne der medizinische Sachverhalt nicht als geklärt
gelten. Die angestammte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar.
4.2 Das psychiatrische Teilgutachten von Dr. B._ vom 3. Dezember 2007 (act. G
12.44) basiert - neben dessen eigenen Untersuchungen - einzig auf den Angaben in der
IV-Anmeldung (act. G 12.6) sowie dem Bericht von Dr. A._ vom 13. (richtig: 11.) April
2007 (act. G 12.23). Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der psychiatrischen
Untersuchung an, seit Jahren unter psychischen Beschwerden zu leiden und seit
anderthalb Jahren in zwei- bis dreiwöchigen Abständen bei Dr. C._ in Behandlung zu
sein. Auf Seite 6 seines Gutachtens hielt Dr. B._ fest, die Beschwerdeführerin befinde
sich seit 2002 in regelmässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung;
zwischenzeitlich seien offensichtlich einige depressive Episoden aufgetreten. In
Anbetracht der knappen Aktenlage wäre es wohl wünschenswert gewesen, wenn die
Beschwerdegegnerin bzw. Dr. B._ weitere Informationen beim behandelnden
Psychiater eingeholt hätten. Der Umstand, dass sie dies nicht getan haben, wiegt
jedoch nicht derart schwer, dass er das Ergebnis der psychiatrischen Begutachtung
grundsätzlich in Zweifel zu ziehen vermöchte. Das Gutachten von Dr. B._ vermittelt
ein umfassendes Bild des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin.
Es beruht auf einer ausführlichen Anamnese. Insbesondere wird die persönliche,
berufliche und familiäre Situation in ihrem Verlauf eingehend dargestellt. Es wird
plausibel begründet, weshalb Dr. B._ trotz der von der Beschwerdeführerin seit April
2007 ausgeübten 100% Tätigkeit in einem Einsatzprogramm des RAV von einer
20%igen Einschränkung in einer adaptierten Tätigkeit ausgeht. Nicht gefolgt werden
kann Dr. B._ nur insoweit, als er für die Zeit vom 8. Februar 2006 bis 1. April 2007
unter Bezugnahme auf die Angaben in der IV-Anmeldung eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit annimmt, ist doch weder in der Anmeldung noch in den übrigen
Akten eine derartige Arbeitsunfähigkeit dokumentiert. Aus den Akten ergibt sich
vielmehr, dass die Beschwerdeführerin ab 8. Februar bis 30. September 2006
arbeitsunfähig war; für die Zeit davor vermerkte die Arbeitgeberin lediglich kurzfristige
krankheitsbedingte Absenzen (act. G 12.37.4-5). Am 1. Oktober 2006 meldete sich die
Beschwerdeführerin bei der Arbeitslosenversicherung an, wo sei ab 9. Januar 2007 an
einem OKP-Kurs teilnehmen konnte. Im Bericht der Kursleiterin vom 9. Februar 2007
wird eine deutliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands
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umschrieben (act. G 12.7). In der IV-Anmeldung wird denn auch eine Arbeitsunfähigkeit
erst ab 12. Februar 2007 geltend gemacht (act. G 12.6-5). Der Hausarzt bestätigte ab
5. März 2007 eine 50%ige und ab 1. April 2007 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
leichte Tätigkeit. Von Mai bis November 2007 absolvierte die Beschwerdeführerin das
bereits erwähnte Einsatzprogramm mit einem vollen Stellenpensum. Entgegen der
Plausibilitätsprüfung durch Dr. B._ ist aufgrund dieser Akten keine durchgehende
Arbeitsunfähigkeit in der Zeit ab 2. Februar 2006 bis 1. April 2007 festgehalten. Damit
erübrigt sich auch die Prüfung einer befristeten Rente.
4.3 Was das rheumatologische Gutachten anbelangt (act. G 12.46), haben die
Gutachter offenbar Berichte behandelnder Ärzte eingeholt. Diese Berichte liegen dem
Gutachten jedoch nicht bei, was einen formellen Mangel darstellt. Allerdings fehlen
jegliche Anhaltspunkte dafür, dass in diesen Berichten anderslautende Einschätzungen
vorgenommen worden wären. Das wir von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend
gemacht. Insgesamt vermag das rheumatologische Gutachten, das im Übrigen den
Anforderungen der Rechtsprechung an beweiskräftige Gutachten genügt, in seinen
Schlussfolgerungen grundsätzlich zu überzeugen, ergeben sich doch aus der
gesamten Aktenlage keine Anhaltspunkte dafür, dass es der Beschwerdeführerin aus
somatischen Gründen nicht möglich sein sollte, eine leichte Tätigkeit auszuüben. Im
Gegenteil ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin leichte Tätigkeiten
mit einem 100% Stellenpensum bewältigen könnte. Fraglich erscheint demgegenüber -
wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht -, ob ihr die Ausübung ihrer
angestammten Tätigkeit noch zumutbar ist; dies insbesondere aus psychiatrischen
Gründen. Diese Frage braucht vorliegend jedoch nicht abschliessend geklärt zu
werden, stellt die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Beschwerdeantwort für die
Ermittlung des Invaliditätsgrads doch nicht auf die angestammte, sondern auf eine
adaptierte Tätigkeit ab. Aus dem Umstand, dass die Gutachter in Bezug auf die von der
Beschwerdeführerin geklagten Sensibilitätsstörung beider Hände weitere medizinische
Abklärungen vorgeschlagen haben, vermag diese nichts zu ihren Gunsten abzuleiten,
haben die entsprechenden Abklärungen doch keinen Einfluss auf die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung.
4.4 Zusammengefasst bleibt damit festzuhalten, dass auf das Gutachten der AEH und
von Dr. B._ abgestellt werden kann, da dieses in seinen Schlussfolgerungen
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insgesamt zu überzeugen vermag. Es ist somit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig ist. Dieses
Ergebnis deckt sich denn auch mit den von der Beschwerdeführerin bei der
Arbeitslosenversicherung gezeigten Leistungen. So besuchte sie von Mai bis
November 2007 ein Einsatzprogramm mit vollem Stellenpensum (vgl. act. G 12.46-2).
Anlässlich des vorliegenden Beschwerdeverfahrens hat sie ausdrücklich bestätigt, im
Einsatzprogramm genügende Leistungen erbracht zu haben (vgl. act. G 1). Dr. A._
attestiert ihr ab 1. April 2007 gar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten (act.
G 12.23). Unter diesen Umständen kann von weiteren medizinischen Abklärungen zur
Festlegung der Arbeitsfähigkeit abgesehen werden, sind davon doch keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten.
4.5 Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Bericht der Klinik St.
Priminsberg vom 17. Juni 2009 (act. G 20.1) eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustands geltend macht, kann darauf im vorliegenden Verfahren nicht
eingegangen werden, kann das Gericht den Sachverhalt in zeitlicher Hinsicht doch nur
insoweit überprüfen, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (7.
Oktober 2008) entwickelt hat. Es ist der Beschwerdeführerin jedoch unbenommen, sich
gestützt auf besagten Bericht erneut bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug
anzumelden.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt, wie sich die Einschränkungen der Beschwerdeführerin auf ihre
erwerbliche Situation auswirken.
5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil
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des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des
Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und
bb, mit Hinweisen).
5.3 Gemäss Angaben der Arbeitgeberin betrug der Lohn der Beschwerdeführerin ab 1.
Januar 2006 (gerundet) Fr. 60'120.--. Dieser ist nach dem oben Gesagten als
Valideneinkommen zu betrachten. Für das Invalideneinkommen ist demgegenüber auf
LSE-Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, abzustellen. Dieses betrug im Jahr 2006
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden und
umgerechnet auf ein 80%-Pensum (gerundet) Fr. 40'222.--.
5.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (BGE 129
V 481 E. 4.2.3, mit Hinweisen).
Vorliegend erscheint ein Leidensabzug nicht angemessen. Wie oben dargelegt, ist die
Beschwerdeführerin einzig aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Gemäss Gutachten von Dr. B._ ist die 20%ige Einschränkung auf die
leichte Konzentrationsstörung, reduzierte emotionale Belastbarkeit, leichte
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Antriebsstörungen bzw. reduziertes Arbeitstempo, vermehrten Bedarf an Pausen und
Mangel an Eigeninitiative zurückzuführen (act. G 12.44-6). Damit sind die
Einschränkungen der Beschwerdeführerin bereits in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
mit eingeflossen, so dass ein zusätzlicher Abzug nicht gerechtfertigt erscheint.
5.5 Folglich steht dem Valideneinkommen von Fr. 60'120.-- ein Invalideneinkommen
von Fr. 40'222.-- gegenüber. Entsprechend resultiert ein Invaliditätsgrad von (gerundet)
33%. Damit hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin zu Recht verneint.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend berufliche
Massnahmen gegenstandslos geworden. Die Beschwerde gegen die Rentenverfügung
ist abzuweisen.
6.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Prozessführung am 20. März
2009 bewilligt (act. G 13). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann
sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und
der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG
i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
6.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
6.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.-- festzulegen und um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG