Decision ID: e3495a74-9cda-5924-84c8-e17dfa783f68
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 27.10.2011 Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG, Art. 15 Abs. 2 AVIG und Art. 15 Abs. 3 AVIV. Intersystemische Leistungskoordination. Eine bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldete, ganz arbeitslose Person, die bereit ist, im Umfang der ärztlich attestierten Arbeitsfähigkeit eine Stelle anzunehmen, hat aufgrund der Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung einen Anspruch auf eine volle Arbeitslosenentschädigung (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Oktober 2011, AVI 2010/111). Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen Entscheid vom 27. Oktober 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführer, gegen Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend Arbeitslosenentschädigung (anrechenbarer Arbeitsausfall) Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 14. November 2007 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Wattwil zur Arbeitsvermittlung an und bezog ab dem
3. Dezember 2007 Arbeitslosenentschädigung (act. G 10.1/88, 150). Wegen eines am
6. April 2007 erlittenen Unfalls richtete der Unfallversicherer ab 18. August 2008 für
eine Arbeitsunfähigkeit von 50% provisorisch halbe Unfallversicherungstaggelder aus
(act. G 10.1/17, 18). Daran wurde mit Schreiben vom 13. Januar 2009 festgehalten (act.
G 10.1/5). Der Unfallversicherer betrachtete die medizinischen Abklärungen in der
Folge weiterhin als ungenügend und veranlasste weitere Untersuchungen (vgl. Urteil
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Januar 2010, UV 2009/80,
Buchstabe A.a). Per 31. Mai 2009 stellte der Unfallversicherer die
Versicherungsleistungen ein (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St.
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Gallen vom 15. Dezember 2010, AVI 2010/51), bevor er dem Versicherten schliesslich
am 21. September 2009 mittels Verfügung eröffnete, dass er keine weiteren
Versicherungsleistungen erbringen werde, da der Versicherte sich trotz mehrmaliger
Aufforderung einer Untersuchung verweigere und somit seiner Mitwirkungspflicht nicht
nachkomme (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
5. Januar 2010, UV 2009/80).
A.b Am 3. Juni 2010 verfügte die Kantonale Arbeitslosenkasse St. Gallen (in der Folge:
Arbeitslosenkasse), dass der Versicherte vom 1. Januar 2009 bis 3. Dezember 2009
Anspruch auf halbe Arbeitslosentaggelder habe. Zur Begründung wurde sinngemäss
angeführt, der Versicherte sei nur zu 50% vermittlungsfähig. Dass der Unfallversicherer
mit Verfügung vom 21. September 2009 mangels Mitwirkung des Versicherten keine
weiteren Leistungen erbringe, habe keinen Einfluss auf die Tatsache, dass dem
Versicherten aufgrund der vorliegenden Arbeitsunfähigkeit von 50% nur noch halbe
Taggelder zustehen würden (act. G 10.1/1). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache vom 28. Juni 2010 wies die Arbeitslosenkasse mit Einspracheentscheid
vom 11. August 2010 ab (act. G 1).
A.c Mit Schreiben vom 30. August 2010 erhob der Versicherte "Einspruch". Er
beantragte die Auszahlung von vollen Arbeitslosentaggeldern von Juni 2009 bis zum 3.
Dezember 2009. Zur Begründung führte er sinngemäss an, der Unfallversicherer habe
die Unfalltaggelder per 31. Mai 2009 eingestellt. Daraus könne gefolgert werden, dass
dieser ihn ab Juni 2009 für 100% arbeitsfähig halte. Deshalb habe die
Arbeitslosenkasse auch volle Arbeitslosentaggelder auszuzahlen (act. G 9.1). Der
Versicherte wurde durch die Arbeitslosenkasse am 6. September 2010 informiert, sein
Schreiben könne entweder als Wiedererwägungsgesuch von ihr entgegengenommen
oder an das Versicherungsgericht als Beschwerde weitergeleitet werden. Die
Arbeitslosenkasse setzte dem Versicherten eine Frist bis am 27. September 2010 zur
Stellungnahme, falls er mit seinem Schreiben vom 30. August 2010 Beschwerde
erheben wolle (act. G 9.2). Der Versicherte teilte am 9. September 2010 mit, dass er
momentan auf eine Beschwerde verzichte und in den nächsten Tagen den Entscheid
über das Wiedererwägungsgesuch erwarte (act. G 9.3). Mit Wiedererwägungsentscheid
vom 28. September 2010 trat die Arbeitslosenkasse auf das Wiedererwägungsgesuch
nicht ein, da der Einspracheentscheid nicht zweifellos unrichtig sei (act. G 9.4).
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B.
B.a Am 9. Oktober 2010 bat der Versicherte die Arbeitslosenkasse schliesslich um
Weiterleitung der gesamten Unterlagen als Beschwerde an das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen (act. G 9.5).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 3. Januar 2011 verweist die Beschwerdegegnerin
auf den Einspracheentscheid vom 11. August 2010 sowie die Verfügung vom 3. Juni
2010 und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Sie verzichtet insbesondere auf
eine Stellungnahme zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde (act. G 10).
B.c Das Gericht zog in der Folge die Akten des Unfallversicherers sowie der
Invalidenversicherung bei und gab den Parteien Gelegenheit zur Einsichtnahme (act.
G 18 und G 21). Der Beschwerdeführer reichte ein Arbeitszwischenzeugnis vom 21. Juli
2011 betreffend seine seit 1. Oktober 2010 ausgeübte Tätigkeit als
Tagesverantwortlicher einer Pflegewohngruppe ein (act. G 19). Mit Schreiben vom
29. September 2011 äusserte er sich zu den beigezogenen IV-Akten (act. G 23).

Erwägungen:
1.
Es gilt zunächst zu prüfen, ob die vorliegende Beschwerde rechtzeitig erfolgte bzw. ob
auf die Beschwerde eingetreten werden kann.
1.1 Der Einspracheentscheid vom 11. August 2010 enthielt eine Frist zur
Beschwerdeerhebung beim Versicherungsgericht von 30 Tagen nach Erhalt des
Einspracheentscheids. Dabei müssen die Gerichtsferien vom 15. Juli bis und mit dem
15. August berücksichtigt werden. Somit hätte die Beschwerde bis Mitte September
2010 erfolgen müssen. Mit Einspruch vom 30. August 2010 wandte sich der
Beschwerdeführer erneut an die Beschwerdegegnerin, welche ihn aufforderte, ihr bis
am 27. September 2010 schriftlich Mitteilung zu erstatten, falls sein Schreiben dem
Versicherungsgericht als Beschwerde überwiesen werden solle (act. G 10.2). Der
Beschwerdeführer teilte am 9. September 2010 mit, dass er momentan auf eine
Beschwerde verzichte und den Entscheid über das Wiedererwägungsgesuch erwarte
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(act. G 1.3). Erst am 9. Oktober 2010 machte der Beschwerdeführer geltend, gegen
den Entscheid vom 11. August 2010 beim Versicherungsgericht Beschwerde führen zu
wollen (act. G 10.5). Die Beschwerdefrist von 30 Tagen nach Erhalt des
Einspracheentscheids war demzufolge abgelaufen und die Beschwerde somit nicht
rechtzeitig erfolgt.
1.2 Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Art. 9 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]), der eine
Person in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, können
falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine
vom materiellen Recht abweichende Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten.
Gemäss Rechtsprechung und Lehre ist dies der Fall, 1. wenn die Behörde in einer
konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für
die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende
Person die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte;
3. wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen
konnte; 4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen
getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können und 5. wenn
die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE
131 V 472 E. 5 mit Hinweisen). Dies gilt auch für den Fall, wo eine Auskunft, entgegen
gesetzlicher Vorschrift oder obwohl sie nach den im Einzelfall gegebenen Umständen
geboten war, unterbleibt (BGE 131 V 480 E. 5).
1.3 Vorliegend konnte der Beschwerdeführer aufgrund des Schreibens der
Beschwerdegegnerin vom 6. September 2010 (act. G 10.2) nicht erkennen, dass nach
der Be-urteilung der Wiedererwägung nicht dieselben Rechtsmittel wieder offen stehen
würden. Das Schreiben erweckte vielmehr den Eindruck, dass der Beschwerdeführer
eine Wahlmöglichkeit habe und ihm auch nach erfolgter Wiedererwägung immer noch
der Beschwerdeweg offen stünde. Jedenfalls war für ihn als juristischen Laien nicht
ohne Weiteres ersichtlich, dass der Einspracheentscheid bei der Option
Wiedererwägung rechtskräftig und der Rechtsmittelweg erheblich eingeschränkt
würde. Spätestens als der Beschwerdeführer am 9. September 2010 während
laufender Beschwerdefrist in Erwiderung des Schreibens vom 6. September 2010
mitteilte, er verzichte "momentan" auf eine Beschwerde und erwarte zunächst den
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Wiedererwägungsentscheid, wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, den
Beschwerdeführer auf die laufende, grundsätzlich nicht erstreckbare Beschwerdefrist
aufmerksam zu machen. Da die Beschwerdegegnerin somit ihrer Aufklärungspflicht
nicht gehörig nachkam, ist der Beschwerdeführer in seinem Vertrauen, dass er auch
nach einem Wiedererwägungsentscheid noch würde Beschwerde erheben können, zu
schützen. Auf die Beschwerde ist deshalb trotz Fristablauf einzutreten.
2.
Materiell zu prüfen ist der betreffend den Zeitraum vom 1. Juni bis 3. Dezember 2009
umstrittene Taggeldanspruch des Beschwerdeführers. Nachdem der Unfallversicherer
seine Leistungen per 31. Mai 2009 eingestellt hat und das Verfahren um IV-Leistungen
noch nicht rechtskräftig erledigt worden ist, sind die
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Leistungen mit allfälligen Leistungen der
Invalidenversicherung zu koordinieren.
2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem voraus, dass
eine versicherte Person vermittlungsfähig ist (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
[AVIG, SR 837.0]). Die arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der
Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). In gesundheitlicher
Hinsicht setzt die Vermittlungsfähigkeit grundsätzlich volle Arbeitsfähigkeit voraus, d.h.
die Fähigkeit, zumutbare Arbeit im Sinn von Art. 16 AVIG verrichten zu können.
2.2 Bezüglich der intersystemischen Leistungskoordination gilt, dass die Arbeitslosen
versicherung gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG im Verhältnis u.a. zur
Invalidenversicherung vorleistungspflichtig ist. Im Fall eingeschränkter
Leistungsfähigkeit trifft das AVIG eine Unterscheidung zwischen vorübergehend
fehlender oder verminderter Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 AVIG und den
andauernd behinderten Versicherten im Sinn von Art. 15 Abs. 2 AVIG. Beide
Tatbestände sind Ausnahmen vom Grundprinzip der Arbeitslosenversicherung, wonach
Leistungen nur bei Vermittlungsfähigkeit der Versicherten in Betracht kommen. Über
das Merkmal der vorübergehenden Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit im Sinn von
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Art. 28 Abs. 4 AVIG erfolgt die Abgrenzung zu den Behinderten im Sinn von Art. 15
Abs. 2 AVIG.
2.3 Bei länger andauernder gesundheitlicher Beeinträchtigung ist die
Vermittlungsfähigkeit (Art. 15 AVIG) massgebendes Abgrenzungskriterium. Die
körperlich oder geistig behinderte Person gilt als vermittlungsfähig, wenn ihr bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage, unter Berücksichtigung ihrer Behinderung, auf dem
Arbeitsmarkt eine zumutbare Arbeit vermittelt werden könnte (Art. 15 Abs. 2 AVIG).
Bezüglich der Koordination mit der Invalidenversicherung ist der gestützt auf Art. 15
Abs. 2 Satz 2 AVIG erlassene Art. 15 Abs. 3 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) zu
beachten. Diese Bestimmung legt fest, dass eine behinderte Person bis zum Entscheid
der Invalidenversicherung als vermittlungsfähig gilt, wenn sie, unter der Annahme einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage, nicht offensichtlich vermittlungsunfähig ist und sie
sich u.a. bei der Invalidenversicherung angemeldet hat (Satz 1).
3.
3.1 Aus den IV-Akten ergibt sich, dass noch kein rechtskräftiger Entscheid über die IV-
Rentenleistungen gefällt wurde (mit Vorbescheid vom 12. September 2011 wurde
indessen in Aussicht gestellt, einen Rentenanspruch bei uneingeschränkter
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten zu verneinen, IV-act. 156). Der
Beschwerdeführer wurde am 6. September 2010 durch den Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD) Ostschweiz untersucht. Der RAD-Arzt stellte folgende Diagnosen: Status
nach konservativ behandelter Clavikula-Fraktur links in 1-1,5 cm Verkürzung in
adäquater Stellung verheilt; kleiner Weichteiltumor linke Schulter, hintere Axillarfalte,
vermutlich Lipom oder Muskelhernierung/-verhärtung; Status nach Thoraxkontusion
und Hüftkontusion links, folgenlos ausgeheilt; thorakaler Rundrücken von 60°;
degeneratives HWS-Leiden sowie anamnestisch rezidivierende Lumbalgien mit
fraglicher radikulärer Symptomatik links. Dieses seit längerem bestehende
Beschwerdebild führt nach der Auffassung des RAD-Arztes zu einer mindestens
20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als
Altenpfleger. Für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(Bericht vom 8. September 2010, IV-act. 133). Daraus ist zu schliessen, dass der
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Beschwerdeführer auch im fraglichen Zeitraum vom 1. Juni bis 3. Dezember 2009 an
einer länger andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung litt, weshalb sich sein
Taggeldanspruch nach Art. 15 AVIG und nicht nach Art. 28 AVIG richtet (vgl.
vorstehende E. 2.2 f.).
3.2 Art. 15 Abs. 2 AVIG statuiert die gesetzliche Vermutung der grundsätzlich
gegebenen Vermittlungsfähigkeit. Vorliegend sind keine Gesichtspunkte ersichtlich,
dass der Beschwerdeführer offensichtlich nicht vermittlungsfähig gewesen wäre.
Vielmehr anerkennt auch die Beschwerdegegnerin die Vermittlungsfähigkeit bzw. einen
Taggeldanspruch, allerdings einen quantitativ beschränkten. Art. 15 Abs. 2 AVIG i.V.m.
Art. 15 Abs. 3 AVIV sehen indessen bei voll arbeitslosen Personen, selbst wenn sie aus
gesundheitlichen Gründen lediglich noch teilzeitlich arbeiten können, eine ungekürzte
Arbeitslosenentschädigung vor, solange sie im Umfang der ihnen ärztlicherseits
attestierten Arbeitsfähigkeit eine Beschäftigung suchen und bereit sind, eine neue
Anstellung mit entsprechendem Pensum anzutreten (BGE 136 V 95). Dem
vermittlungsfähigen Beschwerdeführer, der sich für Vollzeitstellen bewarb (vgl. die
Arbeitsbemühungen in act. G 12), ist daher ein volles Taggeld ab Juni 2009 bis
3. Dezember 2009 auszurichten.
4.
In Gutheissung der Beschwerde ist der Einspracheentscheid vom 11. August 2010
aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist für den Zeitraum vom 1. Juni bis 3. Dezember
2009 ein volles Taggeld zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP