Decision ID: e3d9cdaa-7dcd-45b4-a27b-90977ac1919c
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a B._, Jahrgang 1969, wurde mit Verfügung vom 17. Juni 2003 ab 1. Mai 2003 bei
einem Invaliditätsgrad von 52% eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV)
zugesprochen (IV-act. 21). Eine am 27. Mai 2004 von Amtes wegen eingeleitete
Rentenrevision ergab keine Veränderung des Gesundheitszustands, sodass dem
Versicherten am 1. September 2004 die unveränderte Rentenberechtigung mitgeteilt
wurde (IV-act. 47). Die IV-Stelle leitete das nächste Revisionsverfahren von Amtes
wegen am 7. Oktober 2005 ein. Im Fragebogen vom 8. September 2005 (richtig:
8. November 2005) machte der Versicherte eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands seit Februar 2005 geltend (IV-act. 54-2). Im Verlaufsbericht vom
1. Dezember 2005 führte Dr. med. A._, Psychiatrisches Zentrum St. Gallen, aus,
neben der Narkolepsie mit Kataplexie hätten sich neu die Diagnose der schweren
depressiven Episode ohne psychotische Symptome und der Verdacht auf
Persönlichkeitsstörung insbesondere mit narzisstischen Zügen ergeben. Die Änderung
bestehe seit mindestens Anfang 2005. Der Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig (IV-
act. 55). Dem von der IV-Stelle daraufhin angeforderten Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik Wil vom 14. Juli 2005 ist zu entnehmen, dass der Versicherte
wegen einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome vom 2. Mai
bis 15. Juli 2005 hospitalisiert gewesen sei. Die Arbeitsfähigkeit bei Austritt habe sich
auf 0% belaufen (IV-act. 63).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete Dr. med. C._, Arzt für Neurologie und
Psychiatrie, D._ (D), den Versicherten am 17. August 2006. Im Gutachten vom
18. August 2006 nennt er die Diagnosen Narkolepsie, dissoziative Bewegungsstörung,
Persönlichkeitsstörung mit unreifen und histrionischen Zügen, Anpassungsstörung und
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Ausprägung. In der
angestammten Tätigkeit als Einzelhandelsverkäufer, als EDV-Administrator und als
selbstständiger PC-Betreuer sei die Arbeitsfähigkeit auf 50% zu quantifizieren (IV-
act. 75).
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A.c Infolge Ehescheidung des Beschwerdeführers im April 2006 erliess die IV-Stelle
am 6. September 2006 zwei neue Verfügungen mit Wirkung ab 1. Juli 2006. Weiterhin
gestützt auf den IV-Grad von 52% wurde eine halbe Rente gewährt, wobei die
Auszahlung der Ehegattenzusatzrente und der beiden Kinderrenten direkt an die
geschiedene Ehefrau angeordnet wurde (IV-act. 76, 77).
A.d Nach Rückfrage beim IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) teilte die IV-
Stelle dem Versicherten am 30. Oktober 2006 mit, bei der Überprüfung des
Invaliditätsgrads habe man keine Änderung festgestellt. Deshalb bestehe weiterhin
Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-act. 79). In Vertretung des Versicherten
verlangte das Psychiatrische Zentrum St. Gallen am 10. November 2006 den Erlass
einer beschwerdefähigen Verfügung (IV-act. 80). Mit Vorbescheid vom 30. November
2006 kündigte die IV-Stelle der Vertretung daraufhin an, sie gedenke, auf das neue
Leistungsbegehren nicht einzutreten, und gewährte die Möglichkeit zur Wahrnehmung
des rechtlichen Gehörs (IV-act. 85; 86). Als neue Vertretung des Versicherten wandte
sich die procap St. Gallen-Appenzell mit Einwand vom 16. Januar 2007 an die IV-Stelle
und ersuchte um Neuberechnung des IV-Grads. Die Arbeitsunfähigkeit des
Versicherten sei auf 100% einzustufen (IV-act. 90). Advokat Martin Boltshauser von der
procap, Schweizerischer Invaliden-Verband, Olten, nahm am 31. Januar 2007
ergänzend Stellung. Antragsgemäss sei eine Verfügung über die Rentenrevision zu
erlassen. Eventualiter seien vor Erlass der Rentenrevisionsverfügung zusätzliche
medizinische Abklärungen vorzunehmen. Bezüglich Verschlechterung des
Gesundheitszustands und bezüglich der aktuellen Arbeitsunfähigkeit bestehe
keineswegs eine übereinstimmende ärztliche Beurteilung. Beim durch das
Psychiatrische Zentrum St. Gallen gestellten Gesuch um eine Verfügung handle es sich
zweifelsfrei nicht um eine Neuanmeldung, sondern um die korrekte verfahrensmässige
Abwicklung (IV-act. 92).
A.e Nach Rückfrage beim RAD erliess die IV-Stelle am 27. März 2007 eine
Nichteintretensverfügung. Mit Mitteilung vom 30. Oktober 2006 habe man einen
unveränderten Gesundheitszustand bestätigt. Eine erneute Prüfung sei möglich, wenn
der Versicherte glaubhaft darlege, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse nach
diesem Datum in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hätten. Eine
andere Beurteilung eines unveränderten Sachverhalts sei nicht möglich. Im neuen
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Gesuch würden keine neuen Tatsachen geltend gemacht. Nach Rücksprache mit dem
RAD liege keine Verschlechterung des Gesundheitszustands vor (act. G 1.2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde von Rechtsanwältin Gabriela
Grob Hügli von der procap vom 14. Mai 2007. Sie beantragt in Vertretung des
Versicherten die Aufhebung der Verfügung. Die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, eine Verfügung über die Rentenrevision zu erlassen. Dem
Beschwerdeführer sei für die Gerichtskosten die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit der formlosen Mitteilung
über den Abschluss des Revisionsverfahrens sei der Beschwerdeführer nicht
einverstanden gewesen, weshalb er eine Verfügung verlangt habe. Dies sei mitnichten
eine Neuanmeldung, sondern eine verfahrensrechtlich ausdrücklich vorgesehene
Möglichkeit des Beschwerdeführers, um nachfolgend gegen die negative Verfügung
allenfalls das entsprechende Rechtsmittel einzulegen. Der Nichteintretensentscheid sei
offensichtlich falsch und demnach zu Gunsten einer Verfügung über das
Revisionsergebnis aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, eine
entsprechende Verfügung zu erlassen. Abschliessend sei festzuhalten, dass die
divergierenden ärztlichen Berichte von der Beschwerdegegnerin nicht ausreichend
gewürdigt worden seien. Ohne jegliche inhaltliche Auseinandersetzung mit den
Beurteilungen durch das KPK Wil sei lediglich auf das Gutachten von Dr. C._
abgestellt worden (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Auf die materielle Prüfung der Sache sei man
eingetreten. Die angefochtene Verfügung setze sich denn auch in der Begründung
materiell mit der Sache auseinander und prüfe nicht nur die Glaubhaftmachung einer
Veränderung. Soweit sie also ein Nichteintreten auf eine Neuanmeldung sanktioniere,
sei sie nicht korrekt formuliert und werde dadurch auslegungsbedürftig. Ihr effektiver
Gehalt sei die Verneinung einer wesentlichen Veränderung und eine Ablehnung des
Begehrens um eine höhere Rente. Insofern seien die Rügen des Beschwerdeführers
berechtigt. Aus dem Gutachten vom 18. August 2006 ergebe sich, dass seit der
Rentenzusprache keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands
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eingetreten sei und dass die Arbeitsfähigkeit weiterhin auf 50% festzulegen sei. Damit
sei die Beschwerdegegnerin zu Recht von im Wesentlichen unveränderten
Verhältnissen ausgegangen. Die angefochtene Verfügung erweise sich im Ergebnis als
korrekt (act. G 6).
B.c Die Vertretung des Beschwerdeführers reichte am 28. Juni 2007 das
Gesuchsformular für die unentgeltliche Prozessführung samt Beilagen ein (act. G 7). In
der Replik vom 27. August 2007 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten. Die Beschwerdegegnerin halte offensichtlich an ihrem verfahrensrechtlich
falschen Vorgehen fest. Indem sie sich nicht korrekt mit den divergierenden ärztlichen
Berichten auseinandersetze, verletze sie das rechtliche Gehör, was im
kostenpflichtigen Verfahren nicht geheilt werden könne. Aus diesem Grund sei die
Angelegenheit unter Kostenpflicht zu Lasten der Beschwerdegegnerin an diese
zurückzuweisen und sie sei zu verpflichten, eine Verfügung über die Rentenrevision zu
erlassen und den entsprechenden ärztlichen Berichten Rechnung zu tragen (act. G 12).
B.d Mit Schreiben vom 31. August 2007 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest und verzichtet auf weitere Ausführungen (act. G 14).

Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG
massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
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Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2).
1.2 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, ist darin glaubhaft zu machen, dass sich
der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl.
Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Unter
dem Glaubhaftmachen ist nicht der im Sozialversicherungsrecht im Allgemeinen
massgebende Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die
Beweisanforderungen sind vielmehr herabgesetzt. Es genügt, wenn gewisse
Anhaltspunkte dafür sprechen, dass die behauptete Sachverhaltsveränderung
tatsächlich eingetreten ist, auch wenn mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass sie sich
bei einer eingehenden Abklärung nicht erstellen lassen wird (vgl. Entscheid I 799/05
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 10. Mai 2006). Auch bei einem von
Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahren stellt sich zunächst – in Analogie
zur Eintretensfrage bei Revisionsgesuchen – die Frage, ob überhaupt ein
Verwaltungsverfahren eröffnet werden soll (m.w.H. Entscheid IV 2007/54 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Mai 2007, Erw. 2).
2.
2.1 Wie sich im Beschwerdeverfahren zeigte, sind sich die Parteien darüber einig, dass
die Beschwerdegegnerin im Oktober 2005 von Amtes wegen die Voraussetzungen für
die Anhandnahme eines Rentenrevisionsverfahrens geprüft hat, nach Einholen der
Stellungnahmen des Beschwerdeführers vom 8. November 2005 (IV-act. 54) und von
Dr. A._ vom 1. Dezember 2005 (IV-act. 55) die Verschlechterung des
Gesundheitszustands als glaubhaft gemacht erachtete und das eigentliche
Rentenrevisionsverfahren eröffnete. Im Rahmen dieses Verfahrens veranlasste sie
weitere medizinischen Abklärungen.
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2.2 Die Verfügungen vom 6. September 2006 schliessen das im Oktober 2005
eingeleitete Rentenrevisionsverfahren nicht ab. In jenen Verfügungen wurde lediglich
der Zivilstandsänderung des Beschwerdeführers und der getrennten Auszahlung der
Hauptrente und der Zusatzrenten Rechnung getragen, was mit dem laufenden
Revisionsverfahren nicht in Zusammenhang stand. Die Verfügungen enthalten denn
auch explizit den Hinweis, sie seien infolge Scheidung ergangen (IV-act. 76, 77). Zu
Recht vertritt die Beschwerdegegnerin nicht die Ansicht, das Revisionsverfahren
bereits durch jene Verfügungen abgeschlossen zu haben.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin wollte das Revisionsverfahren nach Abschluss ihrer u.a.
medizinischen Abklärungen mit der Mitteilung vom 30. Oktober 2006 abschliessen (IV-
act. 79). Da ihre Abklärungen einen in Bezug auf die Rentenhöhe unveränderten
Invaliditätsgrad ergeben hatten, war sie der Ansicht, das Verfahren gestützt auf Art. 58
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) i.V.m. Art. 74
lit. f IVV nicht verfügungsweise abschliessen zu müssen, sondern lediglich eine
formlose Mitteilung erlassen zu dürfen (zur Kritik zur Zulässigkeit des formlosen
Verfahrensabschlusses, wenn im Lauf des Verfahrens klar wird, dass der Versicherte
eine Rentenerhöhung wünscht, siehe den Entscheid IV 2007/176 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2008). Art. 74 IVV
entsprechend wies die Beschwerdegegnerin in jener Mitteilung vom 30. Oktober 2006
darauf hin, dass schriftlich eine beschwerdefähige Verfügung verlangt werden könne
(IV-act. 79-2; vgl. auch Art. 51 Abs. 2 ATSG). Von dieser Möglichkeit machte der
Beschwerdeführer bzw. an seiner Stelle das Psychiatrische Zentrum St. Gallen am
10. November 2006 Gebrauch (IV-act. 80).
3.2 Anstatt nun die gewünschte und eindeutig geschuldete Verfügung zu erlassen, die
das Rentenrevisionsverfahren unmissverständlich materiell abgeschlossen hätte, erging
am 30. November 2006 ein Vorbescheid bzw. am 27. März 2007 eine Verfügung,
wonach auf das "neue Leistungsbegehren" mangels glaubhaft gemachter
Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht eingetreten werde (IV-act. 86; 96). In
der Beschwerdeantwort stellt sich der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin nun auf
den Standpunkt, die angefochtene Verfügung setze sich materiell mit der Sache
ter
quater
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auseinander und prüfe nicht nur die Glaubhaftmachung einer Veränderung. Soweit sie
ein Nichteintreten auf eine Neuanmeldung sanktioniere, sei sie nicht korrekt formuliert
und werde dadurch auslegungsbedürftig. Ihr effektiver Gehalt sei die Verneinung einer
wesentlichen Veränderung und eine Ablehnung des Begehrens um eine höhere Rente.
Insofern seien die Rügen des Beschwerdeführers berechtigt (act. G 6, S. 3, Ziff. III/1).
4.
Im vorliegenden Verfahren kann offen bleiben, ob die angefochtene Verfügung eine
eigentliche Nichteintretensverfügung ist oder ob sie entgegen ihrem Wortlaut unter
Berücksichtigung des Gesamtkontextes in eine materielle abweisende Verfügung
uminterpretiert werden müsste, wie nachfolgend zu zeigen ist.
4.1 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nimmt den Wortlaut der
angefochtenen Verfügung ernst und stellt sich auf den Standpunkt, die angefochtene
Verfügung interpretiere das Gesuch vom 10. November 2006 um Erlass einer
rechtsmittelfähigen Verfügung irrtümlich und rechtswidrigerweise als ein effektiv gar
nicht gestelltes neues Rentenrevisionsbegehren. Diesfalls hätte die
Beschwerdegegnerin eine Eintretensprüfung vorzunehmen, wozu sie den Sachverhalt
seit Abschluss des letzten Revisionsverfahrens mit dem Sachverhalt im Zeitpunkt des
Revisionsbegehrens zu vergleichen hätte. Nach Ansicht der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ging die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon aus, das im
Oktober 2005 eingeleitete Rentenrevisionsverfahren am 30. Oktober 2006
rechtsgenüglich abgeschlossen zu haben, weshalb sie als Vergleichszeitpunkt den
Gesundheitszustand zu jenem Zeitpunkt mit demjenigen beim Eingang des
vermeintlichen Rentenerhöhungsgesuchs des Beschwerdeführers verglichen hätte.
Folgt man dieser Optik, wäre die Nichteintretensverfügung vom 27. März 2007
klarerweise unrechtmässig. Vielmehr hätte die Beschwerdegegnerin in für den
Beschwerdeführer erkennbarer Form die Akten des noch nicht abgeschlossenen, im
Oktober 2005 eingeleiteten Revisionsverfahrens würdigen und das Verfahren materiell
abschliessen müssen. Bei dieser Auslegung der verfahrensrechtlichen Situation wäre
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zum (erstmaligen) korrekten
Verfahrensabschluss an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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4.2 Geht man jedoch mit der Beschwerdegegnerin davon aus, die angefochtene
Verfügung sei gar keine Nichteintretensverfügung, sondern beinhalte nach materieller
Anspruchsprüfung die Feststellung, dass aufgrund eines für die Rentenhöhe nur
unbedeutend veränderten Invaliditätsgrads der Rentenanspruch unverändert bleibe,
wäre auch eine solche umgedeutete materielle Verfügung nicht rechtmässig.
4.2.1 In seiner Beurteilung vom 13. März 2007 betrachtete der RAD-Arzt Dr. med. E._
das Gutachten von Dr. C._ vom 18. August 2006 als beweiskräftig. Der
Beschwerdeführer sei umfassend und konklusiv gutachterlich untersucht und beurteilt
worden. Ein Anlass, die medizinische Situation anders als gutachterlich geschehen zu
beurteilen, liege seines Erachtens nicht vor (IV-act. 95-2). Bereits am 30. Oktober 2006
hatte Dr. E._ festgehalten, die Beurteilung des Schweregrads der depressiven
Erkrankung durch Dr. C._ stimme mit derjenigen der KPK Wil vom Juli 2005 überein.
Eine gesamthafte Leistungseinbusse von aktuell 50% für die angestammten und für
adaptierte Tätigkeiten sei für den RAD nachvollziehbar (IV-act. 78). Bereits am
17. Februar 2003 hatte Dr. med. F._, Facharzt FMH für Pneumologie und Innere
Medizin, Kantonsspital St. Gallen (KSSG), die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
für jegliche Tätigkeiten auf sechs bis acht Stunden täglich bei einer Leistungsfähigkeit
von lediglich 50% geschätzt (IV-act. 9-7). Am 1. Juli 2004 hatte Dr. F._ von einem
weiterhin stationären Gesundheitszustand berichtet und seine
Arbeitsfähigkeitschätzung bestätigt (IV-act. 43).
4.2.2 Der Beschwerdeführer machte im Rahmen des im Oktober 2005 eingeleiteten
Rentenrevisionsverfahrens geltend, er leide seit Februar 2005 vermehrt an physischen
und psychischen Problemen (IV-act. 49). Dr. A._ berichtete am 1. Dezember 2005
von einer schweren depressiven Episode, die gegenwärtig in mittelgradigem Ausmass
weiterhin anhalte, und vom Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung insbesondere mit
narzisstischen Zügen sowie einer Hospitalisation in der Psychiatrischen Klinik Wil vom
2. Mai 2005 bis 15. Juli 2005. Der Beschwerdeführer sei voll arbeitsunfähig (IV-
act. 55-1). Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik Wil vom 14. Juli 2005 werden
die Diagnosen schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome und
Narkolepsie mit Kataplexie genannt. Obwohl von einer verbesserten Situation bei
Austritt berichtet wurde, schätzten die Klinikärzte die Arbeitsfähigkeit weiterhin auf 0%
(IV-act. 63).
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4.2.3 Dr. C._ erwähnt in seinem Gutachten vom 18. August 2006 erstmals deutlich
demonstratives Verhalten des Beschwerdeführers. "Vordergründig" sei der
Beschwerdeführer um guten Kontakt und Kooperation bemüht. Mimisch werde
bedrückte Stimmungslage signalisiert. Zumindest ein Teil der demonstrierten
Bewusstseins- und Motorikstörungen müsse im Sinn verdeutlichender Inszenierung
gesehen werden (IV-act. 75-6 f.). Dr. C._ erscheint gegenüber dem
Beschwerdeführer deutlich erkennbar kritisch eingestellt; keiner der Ärzte, die den
Beschwerdeführer zuvor gesehen, behandelt und beurteilt hatten, hatte jedoch
derartiges festgestellt. In seiner Beurteilung hält Dr. C._ fest, die seit der
Rentenzusprache 2003 neu diagnostizierten psychischen Störungen würden von ihrer
funktionellen Auswirkung her zu keiner weitergehenden Fähigkeitseinschränkung
führen. Die Störungen seien zwar diagnostisch nicht benannt, in ihren Auswirkungen
aber bereits existent gewesen. Der rein somatische Anteil des Komplexes Narkolepsie/
Kataplexie wäre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch einschlägige
medikamentöse Behandlungsmassnahmen günstig zu beeinflussen und damit im
Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar (IV-act. 75-8 f.).
4.2.4 Dr. C._ setzt sich mit den Vorakten kaum auseinander. Ziff. 2 seines
Gutachtens trägt zwar den Titel "Ergebnisse aus Aktenstudium"; effektiv nennt der
Gutachter jedoch keinerlei Ergebnisse, sondern zitiert lediglich einige wenige
Stichworte aus fünf Voraktenstücken, ohne sie an jener oder einer späteren Stelle zu
kommentieren. Zwar erwähnt Dr. C._ anamnestisch, dass der Beschwerdeführer sich
während zwölf Wochen in stationärer psychiatrischer Behandlung befunden hatte,
greift dies jedoch in der eigenen Beurteilung nicht mehr auf. Seine Schlussfolgerung,
die psychiatrischen Störungen seien bereits bei der erstmaligen Rentenzusprache
vorhanden und lediglich noch nicht diagnostiziert gewesen, findet in den echtzeitlichen
medizinischen Unterlagen keine Stütze. Zwar hatte Dr. med. G._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie KSSG, am 21. Mai 2002 auf eine depressive
Anpassungsstörung bei erheblichen psychosozialen Problemen hingewiesen. Hinweise
auf Suizidalität und Ängste hatte Dr. G._ explizit nicht finden können – von
derartigem berichten jedoch 2005 Dr. A._ (IV-act. 55-2) und die Ärzte der
Psychiatrischen Klinik Wil (IV-act. 63-2). Dr. G._ hatte 2002 keine Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt (IV-act. 9-11). Dass ein Dreivierteljahr später bei der Beurteilung durch
Dr. F._ vom 17. Februar 2003 eine relevante psychiatrische Diagnose bestanden
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hätte oder auch nur psychiatrische Probleme eruierbar gewesen wären, die in dessen
Arbeitsfähigkeitsschätzung in irgendeiner Weise eingeflossen wären, ist nach Lage der
Akten unwahrscheinlich. Dr. F._ begründet seine Arbeitsfähigkeitsschätzung 2003
ausschliesslich aus somatischer Sicht. Die medizinischen Akten enthalten erst zwei
Jahre später Hinweise auf eine relevante und signifikante Verschlechterung der
psychischen Situation; Dr. A._ berichtet von psychischen Probleme seit Anfang 2005
(IV-act. 55-4), der Austrittsbericht der Klinik Wil weist auf eine weitere Verschlechterung
der Situation etwa ab März 2005 hin (zwei Monate vor Eintritt in die Klinik; IV-act. 63-2).
Offensichtlich verschlechterte sich die Lage stetig weiter, sodass im Mai 2005 der
schliesslich zwölf Wochen dauernde stationäre Klinikaufenthalt notwendig wurde. Auch
nach der Hospitalisation hielten die Probleme weiter an; Dr. A._ berichtete im
Dezember 2005 von regelmässiger ambulanter Behandlung. Seit Austritt aus der Klinik
sei es wiederholt zu depressiven Einbrüchen mit suizidalen Gedanken gekommen (IV-
act. 55-2). Offenbar erst seit dem Klinikaufenthalt nimmt der Beschwerdeführer
regelmässig Psychopharmaka ein (vgl. IV-act. 75-3). Dr. C._ erklärt nicht, weshalb die
von ihm erkannten psychiatrischen Diagnosen bei der erstmaligen Rentenzusprache
bereits vorhanden gewesen sein sollten und wie er, der den Beschwerdeführer im
August 2006 ein erstes und einziges Mal sah, derartige Rückschlüsse will ziehen
können. Eine über den bei Begutachtung aktuellen Stand hinausgehende günstige
medikamentöse Behandlungsmöglichkeit des somatischen Anteils der Narkolepsie/
Kataplexie erachtet Dr. C._ als möglich und zumutbar. Damit setzt er sich ohne
erkennbare Begründung in Widerspruch zu Dr. F._, der am 1. Juli 2004 von einem
stationären Gesundheitszustand berichtet und mitgeteilt hatte, in den nächsten
Monaten und Jahren sei keine wesentliche Änderung des Zustands zu erwarten (IV-
act. 43). Insgesamt löst das Gutachten von Dr. C._ derartige Zweifel an seiner
Schlüssigkeit und Begründetheit aus, dass darauf nicht abgestellt werden kann.
4.3 Geht man also mit dem Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin davon aus, dass
der angefochtenen Verfügung eigentlich eine materielle Anspruchsprüfung zugrunde
liegt, so erweist sich die Verfügung gleichwohl als rechtswidrig, weil sie auf einem
unvollständig abgeklärten Sachverhalt beruht. Da sie somit auf jeden Fall aufzuheben
und die Sache zum korrekten Abschluss des Revisionsverfahrens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, braucht nicht geprüft zu werden, ob diese
mit ihrem Vorgehen das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt hat, indem
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sie ihn in ihre materielle Entscheidfindung nicht einbezog bzw. ihre Aktenwürdigung für
ihn nicht ausreichend erkennbar machte.
5.
5.1 Gemäss den oben stehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung bei
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der notwendigen weiteren polydisziplinären
medizinischen Abklärungen über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu
verfüge. Dabei ist der Sachverhalt relevant, wie er sich bis zum Zeitpunkt der zu
erlassenden Verfügung zugetragen haben wird.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Sie ist der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die
bewilligte unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten) wird somit
gegenstandslos.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1 und Art. 22 Abs. 1 lit. b
HonO/SG, sGS 963.75). Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG