Decision ID: 6272b262-358a-55d6-8c86-5cae7f36480d
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer ist türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie, stammt aus X._ im Distrikt Sirvan (Provinz Siirt) und lebte zuletzt in Istanbul. Er verliess die Türkei am 9. Oktober 2002, reiste am 11. November 2002 illegal in die Schweiz ein und stellte am 12. November 2002 bei der Empfangsstelle Kreuzlingen ein . Hier wurde er am 15. November 2002 summarisch zu seinen Asylgründen befragt und anschliessend dem Kanton Schaffhausen . Die zuständige kantonale Behörde hörte den  am 5. Dezember 2002 an.
B. Im Rahmen der durchgeführten Anhörungen führte der  im Wesentlichen aus, er sei Sympathisant der PKK (Partiya  Kurdistan; Arbeiterpartei Kurdistans) und als solcher in den  seiner Gegend aktiv gewesen. Im Jahr 1993 habe er während  damaligen beruflichen Tätigkeit als Hirte zusammen mit zwei Freunden beobachtet, wie Angehörige der Armee und der Miliz der  Dorfwächter das Dorf Daltepe Köyü überfallen und  sowie mehrere Menschen getötet hätten. Die Medien hätten  die Verantwortung für den Überfall der PKK angelastet. Aus  Grund habe er mit seinen Freunden in den Nachbardörfern  organisiert, um über die wahren Täter zu informieren. Deswegen seien sie angezeigt und schliesslich festgenommen . Dabei sei er während vierzig Tagen festgehalten worden, wobei man ihn gefoltert habe. Anschliessend sei er in Sirvan einem Gericht vorgeführt worden, das ihn aber schliesslich freigelassen habe. In der Folge habe er damit rechnen müssen, in den Militärdienst eingezogen zu werden. Aus Angst, ihm werde dort etwas zustossen, habe er sich dazu entschlossen, keinen Militärdienst zu leisten. Aus diesem Grund sei er im Jahr 1994 oder 1995 nach Istanbul gegangen, wo er bis zu seiner Ausreise gelebt habe. Während dieser gesamten Zeit sei er durch die Behörden gesucht worden, und im Jahr 1997 sei in seinem Heimatdorf sein Vater umgebracht worden. Sobald er genügend Geld zur Ausreise in die Schweiz gehabt habe, habe er sich zur Flucht aus der Türkei entschlossen. Auf weitere Aspekte der Asylvorbringen wird, soweit für den Entscheid von Bedeutung, in den Erwägungen .
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C. Mit Schreiben vom 30. April 2003 forderte das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; nunmehr Bundesamt für Migration [BFM]) den Beschwerdeführer auf, das Urteil oder eine anderweitige Bestätigung des Gerichts von Sirvan einzureichen, das ihn gemäss eigenen  freigelassen habe. Dieses Schreiben blieb seitens des  unbeantwortet.
D. Mit Verfügung vom 16. Juni 2003 lehnte das Bundesamt das  des Beschwerdeführers ab. Zur Begründung führte das  im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers  nicht glaubhaft. So habe er trotz entsprechender Aufforderung kein Beweismittel hinsichtlich des angeführten Gerichtsverfahrens . Ferner spreche der Umstand, dass er sich von 1995 bis zur Ausreise am 9. Oktober 2002 in Istanbul aufgehalten habe, gegen die behauptete Gefährdungssituation. Gleichzeitig mit der Ablehnung des Asylgesuchs ordnete das Bundesamt die Wegweisung des  aus der Schweiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich.
E. Mit Eingabe vom 30. Juni 2003 ersuchte der Beschwerdeführer das BFF um Einsicht in die Verfahrensakten. Diese wurde ihm durch das Bundesamt mit Schreiben vom 1. und vom 17. Juli 2003 gewährt.
F. Mit Eingabe vom 25. Juli 2003 beantragte der Beschwerdeführer bei der damaligen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) die  der Verfügung des BFF, die Feststellung seiner  sowie die Gewährung des Asyls, eventualiter die  der Unzulässigkeit, allenfalls der Unzumutbarkeit des  und die vorläufige Aufnahme in der Schweiz. In  Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Ferner stellte der Beschwerdeführer den Antrag, seine als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebende Schwester C._ M._ sei zu den Problemen seiner Familie in der Türkei zu befragen. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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G. Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2003 verzichtete der  der ARK auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und teilte dem Beschwerdeführer mit, über das Gesuch um Gewährung der  Prozessführung werde zu einem späteren Zeitpunkt . Ferner wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit eingeräumt, verschiedene in der Beschwerdeeingabe in Aussicht gestellte  nachzureichen.
H. Mit Eingabe vom 21. August 2003 reichte der Beschwerdeführer ein amtliches türkisches Dokument sowie Ausdrucke von sechs im Internet veröffentlichten Photographien ein. Auf den Inhalt dieser Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen .
I. Mit Vernehmlassung vom 11. September 2003 hielt das BFF  an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. In Bezug auf die beantragte Befragung der Schwester des Beschwerdeführers stellte sich das Bundesamt auf den , dies bilde keine taugliche Beweismassnahme.
J. Mit Zwischenverfügung vom 16. September 2003 erteilte der  der ARK dem Beschwerdeführer das Replikrecht zur  des BFF.
K. Mit Zwischenverfügung vom 9. Mai 2006 forderte der  der ARK den Beschwerdeführer auf, das mit Eingabe vom 21.  2003 eingereichte amtliche Dokument in eine Amtssprache des Bundes übersetzen zu lassen.
L. Mit Eingabe vom 13. November 2006 zeigte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Übernahme seines Mandats an. Ferner  der Rechtsvertreter um Zustellung einer Kopie des mit Eingabe vom 21. August 2003 eingereichten amtlichen Dokuments und  einer Frist zur Nachreichung einer Übersetzung.
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M. Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2006 übermittelte der  der ARK dem Rechtsvertreter die gewünschte Kopie.
N. Mit Eingabe vom 15. Juni 2007 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter einen Auszug aus dem türkischen  sowie ein als Bestätigung der Schulbehörde bezüglich seines Primarschulbesuchs bezeichnetes Dokument in türkischer Sprache ein. Dabei ersuchte er um amtliche Übersetzung der eingereichten .
O. Mit Zwischenverfügung vom 17. Juli 2008 wurde das Gesuch um  Übersetzung abgewiesen. Zudem wurde festgestellt, dass nach wie vor keine Übersetzung des mit Eingabe vom 21. August 2003  amtlichen Dokuments vorliege. Des Weiteren wurde der  aufgefordert, bis zum 4. August 2008 das erwähnte Dokument und die Bestätigung der Schulbehörde in eine Amtssprache des Bundes übersetzen zu lassen sowie auszuführen, inwiefern  Schriftstück in Bezug auf seine Asylvorbringen von Bedeutung sein solle.
P. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 4. August 2008 reichte der Beschwerdeführer die verlangten Übersetzungen ein. Auf den Inhalt dieser Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 105 AsylG).
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1.2 Mit dem 1. Januar 2007 hat das Bundesverwaltungsgericht zudem die vormals bei der ARK hängigen Rechtsmittelverfahren , wobei die Beurteilung nach dem neuen Verfahrensrecht erfolgt (Art. 53 Abs. 2 VGG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die  von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG).
4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen  Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten  die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie , die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit  Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig  oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel  werden (Art. 7 AsylG).
5. Die Vorinstanz stützte ihre Ablehnung des Asylgesuchs auf die , die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen
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seien nicht glaubhaft. Wie sich erweist, ist diese Einschätzung im  zu bestätigen.
5.1 5.1.1 In diesem Zusammenhang ist zunächst auf die Aussage des  einzugehen, er habe im Jahr 1993 zusammen mit zwei Freunden beobachtet, wie Angehörige der Armee und der -Miliz den Ort Daltepe Köyü überfallen hätten, worauf er selbst – da er Informationen über die wahre Täterschaft verbreitet habe, nachdem die Tat durch die Medien der PKK angelastet worden sei – von Verfolgungsmassnahmen seitens der türkischen  betroffen gewesen sei.
5.1.2 Diesbezüglich ist festzustellen, dass die betreffenden Ereignisse im Dorf Daltepe Köyü durch verschiedene unabhängige  dokumentiert worden sind. So ergibt sich aus  Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 1996, der sich zu Menschenrechtsverletzungen durch diverse bewaffnete  in der Türkei äussert, dass im Oktober 1993 in Daltepe Köyü elf Kinder einem Angriff der PKK zum Opfer gefallen seien (AMNESTY INTERNATIONAL, Turkey. No security without human rights, S. 25 [AI-Index: EUR/44/84/96]). Diese Aussage bildet Bestandteil einer Auflistung von gravierenden Menschenrechtsverletzungen, welche durch die PKK zwischen den Jahren 1993 und 1995 begangen worden seien und  400 Todesopfer gefordert hätten. Dabei wird ebenfalls , bei Angriffen der PKK gegen kurdische Dörfer seien wiederholt Frauen und Kinder getötet worden, wobei Angehörige von Mitgliedern der Dorfwächter-Miliz manchmal vorsätzlich umgebracht worden seien. Im Falle des Angriffs auf Daltepe Köyü seien die elf Kinder offenbar gezielt getötet worden. Zu den Ereignissen in Daltepe Köyü äussert sich ferner auch der Jahresbericht 1993 der türkischen -Stiftung (Türkiye Insan Haklari Vakfi, TIHV). Aus diesem von der Europäischen Union unterstützten Bericht geht hervor, dass in der Nacht vom 4. Oktober 1993 die Dörfer Daltepe und Kalkancik im  Sirvan durch Kämpfer der PKK überfallen worden seien.  des mit schweren Waffen durchgeführten Angriffs seien  vierundzwanzig Personen, darunter elf Kinder, getötet worden. Ferner seien acht Personen verwundet und fünfundzwanzig Häuser, die Dorfwächtern gehörten, niedergebrannt worden.
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5.2 Aus den erwähnten Berichten unabhängiger Organisationen – an deren Adäquanz zu zweifeln kein Anlass besteht – ergibt sich, dass den Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Ereignissen in  Köyü die Glaubhaftigkeit entzogen ist. Angesichts dieser  besteht ausserdem auch keine Grundlage für die Glaubhaftigkeit des Vorbringens, der Beschwerdeführer sei, da er über die Täterschaft der Armee und der Dorfwächter-Miliz informiert habe, in der Folge während vierzig Tagen festgehalten und misshandelt worden. Lediglich am Rand ist vor diesem Hintergrund noch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Vorinstanz, er habe die einverlangten  nicht beigebracht (vgl. auch den Sachverhalt, Bst. C),  unter anderem erklärt, er selber sei nie persönlich vor einem  gestanden, das ihn dann durch einen Urteilsspruch  habe. Vielmehr gehe er davon aus, dass seine Freilassung durch ein Gericht angeordnet worden sei. Diese Erklärung ist als  Anpassung an den Sachverhalt und damit als weiteres  zu qualifizieren.
5.3 Nach dem Gesagten sind auch weitere Aussagen, welche  sollen, dass der Beschwerdeführer in der Türkei in  Weise gefährdet sei, als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unglaubhaft einzustufen.
5.3.1 Zum einen betrifft dies das Vorbringen, er habe damit rechnen müssen, dass ihm im Militärdienst etwas zustosse, weshalb er keinen solchen Dienst geleistet habe. In diesem Zusammenhang gab der  im Rahmen der durchgeführten Befragungen  an, er sei durch die beiden Freunde, mit welchen er die  in Daltepe Köyü beobachtet habe, vor dem Militärdienst gewarnt worden. In der Tat sei der eine der beiden im Militärdienst ; der andere, der ausserdem sein Cousin sei, sei während  sieben Jahren in verschiedenen Gefängnissen gewesen.  davon, dass der Beschwerdeführer diese Vorbringen in keiner Weise detailliert hat, bestehen – zumal nachdem sich die geltend  Erlebnisse im Zusammenhang mit den Vorfällen von Daltepe Köyü als unglaubhaft erwiesen haben – keinerlei Anhaltspunkte, aus allfälligen Schwierigkeiten der beiden genannten Personen im  lasse sich auf eine bestimmte asylrelevante Gefährdung des Beschwerdeführers schliessen.
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5.3.2 Gleiches gilt ferner auch für das weitere Vorbringen des , im Jahr 1997 sei in seinem Herkunftsort X._ sein Vater umgebracht worden. Auch diesbezüglich ist nach dem zuvor Gesagten nicht ersichtlich, inwiefern sich aus dem Tod des Vaters – dessen genaue Umstände im Übrigen nicht belegt sind – auf eine konkrete Gefährdungssituation des Beschwerdeführers schlies-sen liesse, zumal dieser gemäss eigenen Angaben im Jahr 1997 bereits seit zwei Jahren in Istanbul lebte.
5.3.3 Mit der Beschwerdeschrift wurde ausserdem vorgebracht, ein in X._ lebender Onkel, Y._, sei – nachdem er sich um Beweismittel für die Asylvorbringen des Beschwerdeführers bemüht habe – durch die Polizei festgenommen und derart misshandelt , dass er gestorben sei. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 21. August 2003 übermittelte der Beschwerdeführer ein  Dokument, das einen Bericht zu den Umständen dieses  enthalte. Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 4. August 2008 wurde zudem eine Übersetzung des genannten Schriftstücks . Gemäss dieser Übersetzung besteht das Dokument zum einen aus einem Bericht der Oberstaatsanwaltschaft der Provinz Siirt  einen Todesfall, zum anderen aus der behördlichen Erlaubnis, den Verstorbenen nach Vornahme der gerichtsmedizinischen  zu beerdigen. Dabei gibt der genannte Bericht im  den Ablauf und die Ergebnisse der Autopsie des Verstorbenen namens Y._ wieder. Ferner geht daraus hervor, dass der Tod des Genannten gemäss polizeilichen Erkenntnissen auf eine Verletzung zurückzuführen sei, die er bei einem Streit mit zwei namentlich genannten Personen erlitten habe. Die beiden  seien festgenommen worden. Demgegenüber ergeben sich aus dem Beweismittel keinerlei Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der Tod des Onkels sei unter den vom Beschwerdeführer  Umständen den türkischen Sicherheitskräften anzulasten. Nach dem zuvor zu den Ereignissen von Daltepe Köyü Ausgeführten ist im Übrigen festzuhalten, dass auch sonst keine Anhaltspunkte , die für die Glaubhaftigkeit des Vorbringens sprechen.
5.3.4 Zu berücksichtigen ist ferner, dass zwischen den Vorfällen in Daltepe Köyü im Oktober 1993 und dem Tod des Vaters im Jahr 1997 einerseits sowie der Ausreise des Beschwerdeführers aus der Türkei am 9. Oktober 2002 andererseits ein Zeitraum von neun  fünf Jahren liegt. Gemäss eigenen Aussagen lebte der Be-
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schwerdeführer zwischen 1995 und seiner Ausreise in Istanbul, wobei er abgesehen von den Vorbringen im Zusammenhang mit den  von Daltepe Köyü keinerlei konkrete Schwierigkeiten mit den türkischen Behörden und Sicherheitskräften gehabt habe. Dabei gab er ausserdem zu Protokoll, nach dem Tod seines Vaters seien seine Mutter sowie mehrere seiner Geschwister nach Istanbul gezogen.  Familienangehörigen seien in Istanbul ordnungsgemäss  gewesen. Angesichts dessen ist davon auszugehen, dass die  Behörden, hätten sie ein entsprechendes Interesse gehabt, ohne Weiteres des Beschwerdeführers hätten habhaft werden können.
5.4 Ausserdem ist festzustellen, dass auch keines der sonstigen  Beweismittel geeignet ist, die geltend gemachte  glaubhaft zu machen. Dies gilt zunächst offensichtlich für die mit Eingabe vom 15. Juni 2007 eingereichten Dokumente ( aus dem türkischen Familienregister sowie Bestätigung der ), die keinerlei konkreten Bezug zu den Asylvorbringen haben. Die Einschätzung gilt ausserdem auch für die mit Eingabe vom 21.  2003 eingereichten Ausdrucke im Internet zugänglicher  von Opfern des Überfalls auf das Dorf Daltepe Köyü. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die betreffende Tatsache an sich unbestritten ist, während sie sich indessen nicht in der vom  behaupteten Weise abgespielt hat.
5.5 Mit der Beschwerdeschrift wurde ferner der Antrag gestellt, eine als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebende Schwester des , C._ M._, sei zu den Problemen der Familie in der Türkei zu befragen. Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass die Genannte mit Verfügung des damaligen BFF vom 30. Juli 1997 in die Flüchtlingseigenschaft ihres Ehemannes M._ M._ eingeschlossen wurde, während sie selbst keine persönlichen Asylgründe geltend gemacht hatte. Angesichts dessen sowie des zuvor in Bezug auf die mangelnde Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschwerdeführers Ausgeführten ist nicht ersichtlich, inwiefern die Aussagen der Schwester des Beschwerdeführers beweisrechtlich von konkreter Bedeutung sein könnten. Der Antrag auf ihre Befragung ist daher abzuweisen.
5.6 Schliesslich ist auf die Frage einzugehen, ob der Aussage des  asylrechtliche Relevanz zukommt, er habe aus Furcht davor, ihm könne etwas zustossen, keinen Militärdienst geleistet. In
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diesem Zusammenhang ist zunächst festzuhalten, dass eine allfällige Strafe wegen Refraktion oder Desertion gemäss konstanter Praxis der ehemaligen ARK – die auch für das Bundesverwaltungsgericht nach wie vor Gültigkeit hat – grundsätzlich keine asylrechtlich relevante  darstellt. Eine andere Beurteilung drängt sich dann auf, wenn die wehrpflichtige Person wegen ihrer Weigerung, Militärdienst zu , aus flüchtlingsrechtlich relevanten Motiven mit einer  strengen Bestrafung rechnen muss (vgl. etwa Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 15 E. 8d/da, 2004 Nr. 2 E. 6b/aa). Abgesehen , dass der Beschwerdeführer keinerlei Angaben dazu gemacht hat, ob er überhaupt jemals einen Stellungsbefehl erhalten hat, sind  der fehlenden Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen keine  Hinweise ersichtlich, er habe aufgrund seiner Rasse, Religion, , seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Anschauungen mit einer  Strafe zu rechnen als Refraktäre und Deserteure ohne einen  spezifischen Hintergrund.
5.7 Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass die  des Beschwerdeführers den Anforderungen an die  im Sinne von Art. 7 AsylG nicht genügen. Die Vorinstanz ist folglich im Ergebnis zu Recht zur Beurteilung gelangt, der  habe keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft  und erfülle somit die Flüchtlingseigenschaft im Sinne des Art. 3 AsylG nicht.
6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. auch EMARK 2001 Nr. 21).
7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
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nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land  zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
7.2.2 Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung in die Türkei ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil der  – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen des  ergeben sich ausserdem auch keine konkreten und  Anhaltspunkte für die Annahme, dass er im Falle einer  in die Türkei mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 2001 Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte etwa das Urteil i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, mit weiteren Hinweisen). Auch die  Menschenrechtssituation in der Türkei bietet zum heutigen  keinen konkreten Anlass zur Annahme, dem Beschwerdeführer drohe eine entsprechende Gefährdung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der  Bestimmungen zulässig.
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7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
7.3.2 Es bestehen keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der Beschwerdeführer sei bei einer Rückkehr in die Türkei einer  Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt.  ist auch davon auszugehen, dass es dem gesunden , der nach eigenen Angaben während mehrerer Jahre in Istanbul im Baugewerbe tätig war, möglich sein wird, sich in der  wieder eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Überdies besitzt der Beschwerdeführer in der Türkei ein familiäres Netz (wobei gemäss seinen Aussagen seine Mutter, vier Geschwister und ein Onkel in  leben), das ihm entsprechende Unterstützung wird leisten . Der Vollzug der Wegweisung ist somit auch als zumutbar zu .
7.4 Schliesslich ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG ist.
7.5 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug stehen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden  und sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
8. Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen  richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
9. Aufgrund des Gesagten hat sich die Beschwerde als von vornherein aussichtslos erwiesen. Das mit der Beschwerdeschrift gestellte Ge-
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such um unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist somit abzuweisen.
10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten werden auf Fr. 600.-- festgesetzt (Art. 1-3 des Reglements vom 21.  2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG).
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