Decision ID: de2902dd-a2cf-527d-ae5b-70dbe09338c4
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ wurde am 3./8. Juli 1997 durch seine Mutter zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung für Minderjährige angemeldet. In einem Arztbericht des
Ostschweizerischen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes (KJPD) vom 24. Juli
1997 (IV-act. 2) wurde eine kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der
Emotionen bei schwierigen psychosozialen Verhältnissen (lebensbedrohliche
Erkrankung der Kindsmutter, diagnostiziert 199_, Scheidung der Kindseltern 199_)
diagnostiziert. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach
dem Versicherten für die Zeit von Juni 1997 bis Juli 1998 als medizinische
Massnahmen eine teilstationäre Psychotherapie zu (IV-act. 5).
A.a.
In einer zweiten IV-Anmeldung vom Januar 2002 (IV-act. 6) legte die Mutter des
Versicherten dar, dieser vermöge wegen grosser Rückenprobleme den Schulabschluss
in der dritten Klasse der Sekundarschule nicht zu beenden. Das müsse allenfalls in
einer privaten Schule nachgeholt werden. Um zu eruieren, welches bei seinen
Fähigkeiten einerseits und dem Rückenleiden anderseits der richtige Beruf für ihn sei,
stehe er in Beratung im BIZ (wohl: Berufsinformationszentrum). Die Ärztin Dr. med.
B._ gab im IV-Arztbericht vom 6. April 2002 (IV-act. 8) unter anderem an, es sei ein
Beruf zu finden, bei welchem der Versicherte nicht zu viel stehen oder sitzen müsse
und mit Heben und Tragen nicht übermässig belastet sei. Das Ostschweizer
Kinderspital hatte am 8. März 2001 (IV-act. 8-7 f.) bekanntgegeben, es bestehe eine
rezidivierende Lumbago bei spondylolytischer Spondylolisthesis Grad I nach
Meyerding sowie flachbogiger Skoliose. Die Klinik C._ hatte am 25. April 2001 (IV-
act. 8-5 f.) erklärt, bei der Spondylolisthesis L5/S1 stehe die muskuläre Stabilisierung
dorsal und ventral im Vordergrund. Dem Versicherten war ein Training empfohlen
worden. Dr. med. D._ gab in dem in Auftrag gegebenen Gutachten vom 13. August
2002 (IV-act. 14) an, es lägen beim Versicherten eine Spondylolyse und -listhesis L5/S1
sowie eine s-förmige Skoliose der ganzen Wirbelsäule und Insuffizienz der
paravertebralen Muskulatur vor. Die muskuläre Insuffizienz sei eine ausgeprägte, bei
A.b.
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Untergewicht mit einem BMI von 17 (Körpergrösse 185 cm). Die angeborene
Übergangsstörung sei seit einem guten Jahr symptomatisch geworden. Die Schmerzen
seien so invalidisierend, dass seit anfangs Jahr ein regelmässiger Schulbesuch nicht
mehr möglich gewesen sei. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Beschwerden
zurückgehen würden, wenn das Wirbelgleiten zur Ruhe komme (in diesem [des
Versicherten] Alter sei der Gleitprozess des fünften Lendenwirbels nicht sicher
abgeschlossen). Zurzeit arbeite der Versicherte aushilfsweise während einiger Stunden
in einer Tätigkeit, in der er die Arbeit selber einteilen könne. Aufgrund der Erfahrungen
sei davon auszugehen, dass das Absolvieren einer regulären Lehre kaum möglich sei.
Der Versicherte interessiere sich für eine Ausbildung zum Fitnessinstruktor, obwohl er
gewisse Übungen nicht werde instruieren können. - In einem Schlussbericht des IV-
Berufsberaters vom 10. Februar 2003 (IV-act. 18) wurde festgehalten, der Versicherte
habe die dritte Klasse der Sekundarschule wegen Schmerzen und Fehlzeiten
abgebrochen. Er wolle sich, sobald er seine persönlichen Probleme gelöst haben
werde und die Schmerzen gebessert sein würden, wieder aktiver um sein berufliches
Weiterkommen kümmern. Für den Moment würden die berufsberaterischen
Bemühungen abgeschlossen und der Versicherte werde sich, sobald er sich in der
Lage sehe, wieder für berufliche Massnahmen anmelden. - Gleichentags (10. Februar
2003, IV-act. 20-4) wurde von der IV-Berufsberatung festgehalten, eine
Psychotherapie-Begleitung wäre eigentlich dringend indiziert, mache aber nur Sinn,
wenn sie Wunsch des Versicherten sei. - Der Versicherte zog sein Gesuch in der Folge
am 17. Februar 2003 vorbehaltlos zurück (IV-act. 19).
Am 28. August/1. September 2003 (IV-act. 23) meldete sich der Versicherte erneut
zum Leistungsbezug (eventuell Berufsberatung, Rente) an. - Dr. med. E._, prakt. Arzt,
erklärte im IV-Arztbericht vom 27. September 2003 (IV-act. 30), der Versicherte sei - bei
diagnostiziertem panvertebralem Syndrom - als Aushilfsarbeiter seit 2000 zu 75 %
arbeitsunfähig. In einer Tätigkeit ohne regelmässiges Heben von Lasten von mehr als
20 kg sei der Versicherte zu mindestens 50 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Sein Wunsch, eine Autolackierer-Lehre zu machen, sollte unterstützt werden. - Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 27. November
2003 (IV-act. 32) fest, die Invalidität des Versicherten sei bereits aus somatischen
Gründen ausgewiesen (Arbeitsunfähigkeit als Hilfsarbeiter mehr als 40 %). Eine
A.c.
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B.
gesamthafte Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit unter somatischem und
psychiatrischem Aspekt fehle. Das Ausmass der Arbeitsfähigkeit und ein geeignetes
Berufsziel seien aus psychiatrischer Sicht zurzeit nicht definiert. Es sei eine
bidisziplinäre Begutachtung vorzunehmen. - Dr. D._ gab im Gutachten vom 7. Juli
2004 (IV-act. 37-2 ff.) an, von Seiten des Bewegungsapparates bestehe beim
Versicherten eine seit Juli 2002 unveränderte Situation, allerdings sei offenbar
vermutlich infolge Trainings eine Steigerung der Belastbarkeit eingetreten. Eine
Steigerung der Arbeitszeit sei aber aus betrieblichen Gründen nicht möglich gewesen. -
Am 11. Oktober 2004 (IV-act. 45) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, für eine Prüfung seines Anspruchs auf IV-
Leistungen sei eine medizinische Abklärung in der Psychiatrischen Klinik F._ nötig
(gemäss früherer Mitteilung vom 21. Juli 2004 war der KJPD als Abklärungsstelle
vorgesehen gewesen, vgl. IV-act. 39). Nach einer Mahnung wegen unentschuldigten
Fernbleibens (IV-act. 51) verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am
25. Februar 2005, das Leistungsbegehren des Versicherten werde
"abgewiesen" (Dispositiv; Betreff: berufliche Massnahmen und Rente). In der
Begründung wurde unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 ATSG mit seinen möglichen
Sanktionen (Verfügung aufgrund der Akten oder Nichteintreten bei Einstellung der
Erhebungen) dargelegt, sie (die IV-Stelle) entscheide, weil sich der Versicherte den
zumutbaren Abklärungen widersetze, aufgrund der vorliegenden Akten (IV-act. 56). Am
26. November 2004 (IV-act. 48) war allerdings gemäss der Aktenlage (noch ohne
psychiatrisches Gutachten) angenommen worden, der Versicherte habe Anspruch auf
eine erstmalige berufliche Ausbildung in einer rückenschonenden Tätigkeit.
Am 26./27. April 2007 (IV-act. 58) meldete sich der Versicherte wiederum bei der
Invalidenversicherung an und beantragte eine Umschulung. Er habe im Jahr 2005
verschiedene Temporärstellen gehabt.
B.a.
Der RAD befürwortete eine berufliche Abklärung im Hinblick auf eine erstmalige
berufliche Ausbildung. Die Voraussetzungen hierfür seien unabhängig von der genauen
Klärung des psychischen Gesundheitsschadens vorhanden (IV-act. 67).
B.b.
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In einem IV-Arztbericht vom 21. Juni 2007 (IV-act. 72) gab Dr. med. G._ an, es
lägen beim Versicherten (nebst dem lumbospondylogenen Syndrom bei
Spondylolisthese von L5 bei Spondylolyse und einem lumbal- und thoracalbetonten
Panvertebral-Syndrom) eine Fehlhaltung der Wirbelsäule, eine Haltungsschwäche und
Untergewicht vor. Eine zeitliche Belastung wäre ihm etwa an sechs Stunden pro Tag
zumutbar. Eine Ausbildung absolvieren zu können, sei ausserordentlich wichtig. Der
Versicherte könnte sich eine Ausbildung zum Medizinischen Masseur vorstellen. Er sei
äusserst motiviert. Einem beigelegten Bericht der Klinik C._ vom 30. Mai 2003 (IV-
act. 72-4 f.) war zu entnehmen, dass die Spondylolisthese von L5 gegenüber S1 1.5 cm
betrage. Bei diesem Leiden Grad I-II finde man eine Abflachung der Nervenwurzeln L5
im foraminalen Abschnitt, rechtsbetont, teils diskogen, teils ossär bedingt. Für eine
mögliche operative Intervention dürfte wahrscheinlich das Problem der eingeengten
Foramina mitentscheidend werden. Eine psychologische Mitbetreuung (nebst Intensiv-
Rehabilitation) würde Sinn machen, denn die Verunsicherung des Versicherten durch
seine Wirbelsäulenprobleme scheine erheblich zu sein. Im Bericht über die vertebro-
spinale Kernspintomographie vom 2. April 2003 (IV-act. 72-6) war festgehalten worden,
der Befund sei vereinbar mit der Ursache des aktuellen klinischen Beschwerdebildes.
B.c.
Der RAD (ein anderer nunmehr zuständiger RAD-Arzt) hielt am 12. Juli 2007 (IV-
act. 73) dafür, vom Beruf des Medizinischen Masseurs sei Abstand zu nehmen. Die
Tätigkeit des Versicherten sollte wechselbelastend sein. Langes Sitzen führe zu
Problemen; ein PC-/CAD-Arbeitsplatz mit Sitz-/Stehpult sollte möglich sein. Von Seiten
der Psyche scheine der Versicherte nicht einfach zu sein. Von einer entsprechenden
Begutachtung würde er (der RAD-Arzt) allerdings zurzeit (und noch bis zur Rentenfrage)
abraten, um einer "Psychiatrisierung" vorzubeugen. Die diesbezüglichen Probleme des
Versicherten hätten früher vor allem mit der familiären Situation zu tun gehabt. - Der IV-
Berufsberater berichtete am 22. Dezember 2007, die Rückenproblematik schränke die
Berufswahl des Versicherten ein, trotz Physiotherapie hätten sich die Beschwerden
nicht gebessert. Psychische Auffälligkeiten seien nicht augenscheinlich, es bestünden
ein guter Rapport, langsame, aber präzise Gedankengänge, eine allgemein
verlangsamte Motorik, eine gute Introspektionsfähigkeit und ein guter Realitätsbezug.
Arbeits- und leistungsmässig sei der Versicherte dekonditioniert. Es sei wenig Drang
spürbar, eine Arbeit aufzunehmen. Die Integration sei bereits 2003 nicht richtig
B.d.
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gelungen. Die Situation und die Persönlichkeit seien komplex beeinträchtigt, wie es bei
einer Person, die sich über Jahre hinweg nicht integrieren könne, Schmerzen habe und
finanziell abhängig sei, reaktiv der Fall sein müsse. Es sei erstaunlich, dass der
Versicherte nicht stärker resigniert habe, sondern sich Ziele setze und eigenständig
(Eingliederungs-) Versuche unternommen habe. Der IV-Berufsberater unterstützte eine
Hilfestellung in Form eines Berufsförderungskurses bei H._. - Diese berufliche
Abklärung der IV wurde zugesprochen (IV-act. 81; mit Taggeld). – H._ gab in ihrem
Schlussbericht Berufsförderungskurs (BFK; IV-act. 101) unter anderem an, Aufnahme-
und Lernfähigkeit seien beim Versicherten vorhanden. Eine Tätigkeit im Sitzen komme
nicht in Frage. Bei einer körperlichen Tätigkeit verminderten sich die Schmerzen des
Versicherten. Eine Ausbildung an der Massageschule sei nicht unmöglich; die
Schulleitung habe Erfahrung mit Schülern mit Rückenproblemen. Anschliessend an den
BFK sei jedenfalls ein Arbeitstraining sinnvoll. Es sei dem Versicherten deshalb eine
Abklärung bei I._ vorgeschlagen worden. - Mit Mitteilung vom 30. Mai 2008 (IV-
act. 105) wurde dem Versicherten diese Abklärung zugesprochen.
I._ gab im Bericht (vom 20. August 2008, IV-act. 113) an, der Versicherte habe
die Zusammenhänge in den Tätigkeiten (der drei Bereiche Mechanik/Logistik/
Haustechnik) rasch verstanden und schnell gelernt. Bei Serienarbeiten habe er
Ausdauer und eine konstante Arbeitsleistung gezeigt, sei stets am Arbeiten gewesen
und habe sich nur selten durch andere Mitarbeiter ablenken lassen. Sein Vorgehen sei
überlegt und er sei in der Lage gewesen, Schlüsselpunkte zu erkennen und sich
entsprechend zu organisieren. Er habe die Aufträge selbständig durchgeführt. Bei
Unklarheiten habe er nachgefragt. Er sei ruhig und bescheiden gewesen, sei daher nie
in Konfliktsituationen geraten, habe sich gut in ein Arbeitsteam integrieren können und
die Umgangsformen seien stets höflich und korrekt gewesen. Er sei zuverlässig und
verantwortungsbewusst gewesen. Er habe Arbeitsaufträge zuverlässig erledigt und sich
korrekt gemeldet, wenn er keine Arbeit mehr gehabt habe. Bei plötzlichem Wechsel der
Arbeit habe er sich flexibel gezeigt und die neue Tätigkeit jeweils bereits nach kurzer
Zeit übernehmen können. Er habe eine hohe Hilfsbereitschaft gezeigt. Korrektes
Abmelden bei Krankheiten habe ihm noch etwas Mühe gemacht. In einzelnen
Testsituationen habe er voreilig und ungeduldig reagiert, in anderen ruhig und
gelassen. Einmal habe er unflexibel reagiert und sich wenig kooperativ verhalten.
B.e.
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Aufgrund der gezeigten Fähigkeiten und Leistungen könnte er eine Ausbildung zum
Logistiker EFZ absolvieren. Nach den Beobachtungen seien dem Versicherten eine
Präsenzzeit und eine Leistungsfähigkeit von 100 % zumutbar. - Der Versicherte habe
(innert Frist nach dem Schlussgespräch) darüber informiert, dass er eine Ausbildung
zum Masseur in Angriff nehmen könne.
Nachdem für eine zweijährige berufliche "Abklärung" als Medizinischer Masseur ab
September 2008 IV-Kostengutsprache geleistet worden war (vgl. IV-act. 120), wurde
die Abklärung nach zwei Monaten wegen der Notwendigkeit langen Sitzens im
Unterricht abgebrochen (vgl. IV-act. 124).
B.f.
In einem vorläufigen Austrittsbericht vom 13. Januar 2009 (IV-act. 130) über einen
Aufenthalt des Versicherten vom 29. Dezember 2008 bis 17. Januar 2009
diagnostizierte die Klinik Valens beim Versicherten (nebst einem Vitamin D-Mangel) ein
chronisches lumboradikuläres Syndrom S1 rechtsbetont, mit Spondylolisthesis L5/S1
bei Spondylolyse L5 Grad I-II nach Meyerding (MRI der LWS von 2003), muskulärer
Dysbalance sowie allgemeiner Dekonditionierung, Haltungsinsuffizienz mit
Wirbelsäulenfehlhaltung und Hyperlaxizität (Beighton score 7/9). Die Tätigkeit als
Masseur sei ungünstig. Zu empfehlen sei eine mittelschwere, vor allem
wechselbelastende Tätigkeit mit vermehrten Pausen und maximalen Hebebelastungen
von 25 kg. Tätigkeiten im Sitzen sollten insgesamt höchstens vier Stunden pro
Arbeitstag vorkommen, und zwar mit der Möglichkeit, die Sitzhaltung bei Bedarf zu
unterbrechen.
B.g.
Der IV-Eingliederungsverantwortliche gab in einem Bericht vom 8. April 2009 (IV-
act. 134) an, der Versicherte habe aufgrund der Gegenindikation von seinem
Berufswunsch abgelassen und richte seine Interessen in Richtung einer
kaufmännischen Grundausbildung, die bereits zu Beginn der
Eingliederungsbemühungen wiederholt in Erwägung gezogen und als geeignet
befunden worden sei. Der Versicherte bringe die notwendigen kognitiven
Voraussetzungen mit, die Motivation müsse noch wachsen. Mit Mitteilung vom 18. Mai
2009 (IV-act. 137) übernahm die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Mehrkosten
der erstmaligen beruflichen Ausbildung in Form eines Vorbereitungskurses zur
kaufmännischen Ausbildung bei J._ von April bis Juli 2009, hernach diejenigen der
B.h.
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ersten Phase der Ausbildung zum Kaufmann Profil E von August 2009 bis Januar 2010
(vgl. IV-act. 148, mit Wartezeittaggeld), dann jene der zweiten Phase von Februar 2010
bis Juli 2010 (vgl. IV-act. 168). In der letztgenannten Verfügung (vom 31. März 2010, IV-
act. 168) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle (angesichts einer Absenz vom
Unterricht vom 2. Dezember 2009 bis 15. Januar 2010 wegen zunehmender
Rückenschmerzen, vgl. IV-act. 170) darauf hin, dass Kostengutsprache lediglich für ein
Semester geleistet werde und in der Zwischenzeit medizinische Abklärungen getroffen
würden (mit Vorbehalt des Abbruchs der erstmaligen beruflichen Ausbildung, falls diese
sich als medizinisch nicht zumutbar erweisen sollte).
In der Folge fand eine polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS
Zentralschweiz statt (durch einen Gutachter der Inneren Medizin FMH, mit Einschluss
eines rheumatologischen und eines psychiatrischen Konsiliums). Die MEDAS gab in
ihrem Gutachten vom 2. August 2010 (Untersuchungen vom 25. bis 27. Mai 2010, IV-
act. 188) bekannt, als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit liege vor ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom, aktuell mit
spondylogener Ausstrahlung, anamnestisch auch lumboradikuläres Syndrom S1
rechtsbetont, bei Spondylolisthesis L5/S1 bei Spondylolyse L5 Grad II nach Meyerding,
sowie bei Osteochondrose L5/S1 (wahrscheinlich im Verlauf ohne relevante Änderung).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, aber von Krankheitswert, seien ein
(konstitutionell und familiär bedingtes) Untergewicht, der Nikotinabusus, gelegentlicher
Cannabiskonsum und ein Status nach Commotio cerebri (nachdem der Versicherte
durch eine Gruppe von Schlägern 1999 niedergeschlagen worden sei). Für schwere
körperliche Arbeit sei der Versicherte nicht arbeitsfähig. Ihm seien jedoch leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten möglich, ebenso wie repetitives Heben von Lasten bis
maximal 10 kg bis auf Gürtelhöhe und von maximal 5 bis 7 kg bis auf Schulterhöhe.
Rein im Sitzen durchzuführende Tätigkeiten seien nicht ideal; solche sollten pro Tag
höchstens während vier bis sechs Stunden vorkommen. Im Sinn eines
Ausbildungsprogramms sei ein Handelsschulbesuch aber zumutbar. Die gegenwärtige
Eingliederungsmassnahme sei absolut ideal, denn der Versicherte werde später eine
kaufmännische Tätigkeit ausüben können, die wechselbelastend sei. Eine vorzeitige
Arbeitsunfähigkeitserklärung während einer aktuellen Ausbildung ohne Ausschöpfung
aller Massnahmen sei kontraproduktiv. Eine Spondylolisthesis des Schweregrads, wie
B.i.
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sie beim Versicherten vorliege, führe kaum je zu einer Arbeitsunfähigkeit im
kaufmännischen Bereich. Der Versicherte blicke positiv in die Zukunft und habe erklärt,
es gehe ihm bereits etwas besser, weil viele psychosoziale Belastungsfaktoren in
letzter Zeit entfallen seien. Er rechne damit, ab Sommer 2010 die Schule wieder
vollzeitlich besuchen zu können. - Im psychiatrischen Konsiliarbericht war unter
anderem festgehalten worden, für eine Persönlichkeitsstörung gebe es keine Hinweise.
Gewisse Symptome (wie Reizbarkeit und Schlafstörungen) könnten sowohl bei einer
Depression wie bei chronischen Schmerzen auftreten und es lasse sich nicht
entscheiden, zu welchem Syndrom sie gehörten. Würden diese Symptome in den
Depressionsskalen nicht mitgezählt, seien die Werte eindeutig nicht pathologisch.
Klinisch liege keine Depression vor. Als eines der Ausschlusskriterien für eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung sei zu betrachten, dass die Schmerzen des
Versicherten mindestens zu einem wesentlichen Teil auf körperliche Veränderungen
zurückgeführt werden könnten (IV-act. 188-44). Es scheine wichtig zu sein, dass der
Versicherte eine Ausbildung abschliessen könne, die es ihm ermögliche, seine grossen
Ressourcen zu nutzen. Sonst sei die Gefahr erheblich, dass sich ein psychisches
Leiden entwickeln könne (IV-act. 188-45).
Die Klinik Valens berichtete am 10. Dezember 2010 (IV-act. 201), der Versicherte
sei vom 15. November bis 4. Dezember 2010 stationär behandelt worden. Er sei durch
das Schmerz- und Gutachterzentrum der Klinik C._ zugewiesen worden. Schon zu
Beginn habe sich eine deutliche depressive Affektlage des Versicherten abgezeichnet,
so dass der Rehabilitationsaufenthalt im Rahmen des Ergonomietrainingsprogramms
bereits nach einer Woche von ihm abgebrochen worden sei. Er habe sich aufgrund der
ausgeprägten Affekt- und Antriebsminderung deutlich limitiert gezeigt, so dass
dringend eine psychiatrische Behandlung und hernach bei anhaltender thorako- und
lumbospondylogener Beschwerdesymptomatik eine neue Zuweisung zu empfehlen
seien. Da der Versicherte schon am dritten Aufenthaltstag bekannt gegeben habe, den
Aufenthalt frühzeitig abbrechen zu wollen, habe die Arbeitsfähigkeit nicht getestet
werden können. Bei der Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit (PACT-Test) habe
er einen Wert von 146 Punkten erreicht (zwischen leichter und mittelschwerer
Belastbarkeit); die interne Testkonsistenz sei gegeben gewesen.
B.j.
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In einem Besprechungsprotokoll vom 12. Januar 2011 (IV-act. 202) hielt der IV-
Eingliederungsverantwortliche fest, die Förderung des Versicherten im Rahmen einer
beruflichen Massnahme stosse seit bald vier Jahren wiederholt an Grenzen. Es träten
gehäufte Absenzen, Nichteinhalten von Terminen, Rückzug, Flucht in medizinische
Massnahmen, Trainingsprogramme und Ernährungsprogramm, Infragestellung der
medizinischen Beurteilungen und der vereinbarten Bildungsziele und finanzielle
Forderungen an die Invalidenversicherung auf. Dieses Wechselspiel, das den Charakter
eines Lebensskripts zu haben scheine, lasse sich kaum stabilisieren. Zur Zeit der
Begutachtung [demnach Mai 2010] habe der Versicherte die Ausbildung in einem
Rahmen von 50 % besucht. Er habe angegeben, dies im Sommer 2010 wieder voll tun
zu wollen. Medizinisch sei der Schulbesuch vollzeitlich zumutbar. - Am 31. Januar 2011
(IV-act. 205) leistete die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle Kostengutsprache für die
Mehrkosten der Weiterführung der Ausbildung von Juli 2010 bis Juli 2011.
B.k.
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie,
gab in einem IV-Arztbericht vom 18. Mai 2011 (IV-act. 218) an, es lägen beim
Versicherten (nebst den somatischen Diagnosen) eine Dysthymie, eine Neurasthenie,
ein Cannabis-Abusus mit amotivationalem Syndrom, eine Persönlichkeitsstörung mit
anankastischen, vermeidenden und passiv aggressiven Mustern und eine neurotische
Störung mit Schmerzsyndrom (Rückenschmerzen), DD Schmerzverarbeitungsstörung,
vor. Er (der Arzt) habe keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt. Die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit des Versicherten sei aber durch die genannten Krankheiten
sicherlich eingeschränkt. Auf dem freien Arbeitsmarkt bestehe eine
Teilarbeitsunfähigkeit. Die Einschränkungen bestünden in einem Mangel an Motivation,
Wollen und Initiative, einer Verlangsamung, einem dysexekutiven Syndrom und einer
Affektstörung, einer Selbstwertregulationsstörung und dysfunktionalem Lösen von
Autonomie-Abhängigkeitskonflikten. Bei der Arbeit wirke sich das aus, indem der
Versicherte vermeide, sich schone, langsamer arbeite, nicht durchhalte und ein
Fluchtverhalten aufweise. Die Ausbildung im geschützten Bereich sei aus
psychiatrischer Sicht im vollen zeitlichen Rahmen zumutbar. Durch eine stationäre
Cannabis-Entwöhnungsbehandlung und anschliessende stationäre Psychotherapie sei
eine Besserung der Teilarbeitsfähigkeit mittel- bis langfristig möglich. Er (der Arzt)
behandle den Versicherten seit Januar 2011. Als der Versicherte aber im Jahr 2007
B.l.
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erstmals zu ihm gekommen sei, sei das Vorliegen einer psychischen Erkrankung völlig
klar und auch die (larviert) depressive Symptomatik sei deutlich gewesen. Der
Versicherte habe die Behandlung damals nach fünf Konsultationen abgebrochen. Im
MEDAS-Gutachten seien klar Informationen zur psychosozialen Funktionsfähigkeit
bzw. zu entsprechenden Defiziten enthalten, zu denen sich der Psychiater aber gar
nicht geäussert habe. Eher sei noch im rheumatologischen Teil darauf eingegangen
worden.
Dr. med. L._, Fachärztin für Innere Medizin FMH, gab am 26. Mai 2011 (IV-
act. 219) an, der Versicherte könne die Schule nicht voll besuchen, 50 % sollten
zumutbar sein. - Am 8. Juni 2011 (IV-act. 220) wurde von der Eingliederungsstelle
festgehalten, das Ausbildungsziel sei erneut gefährdet. Der Versicherte gebe unter
anderem an, er leide unter Mangelernährung. Sein seit Jahren beobachtetes
Verhaltensmuster könne in keine Integrationsplanung eingebettet werden. - Am 8. Juni
2011 (IV-act. 221) mahnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Versicherten an
die Einhaltung des Eingliederungsplans mit vollzeitlichem Schulbesuch, Abstinenz von
Cannabis mit Nachweisen und wöchentlicher Psychotherapie bei Dr. K._. In der
Folge wurde die Weiterführung der Ausbildung für die Zeit von Juli 2011 bis Januar
2012 zugesprochen (IV-act. 238). Dr. K._ hatte Dr. L._ am 15. Februar 2011 (IV-
act. 246) unter anderem mitgeteilt, der Versicherte wolle es zunächst ohne die
empfohlenen antidepressiven Medikamente probieren. Es sei aber wichtig, dass ein
langfristiger therapeutischer Kontakt mit ihm bestehen bleibe. Er wirke deprimiert und
antriebslos. Die Psychomotorik sei vermindert und es bestünden Insuffizienzgefühle,
eine gewisse Anhedonie und vermehrte Sorgen. - Dr. L._ bestätigte am 16. Januar
2012 (IV-act. 257) eine dauerhafte Abstinenz des Versicherten von Cannabis. -
Daraufhin wurde weitere Kostengutsprache für die erstmalige berufliche Ausbildung
und für ein Praktikum bei einer Arbeitgeberin in der Zeit von Februar 2012 bis Juli 2012
geleistet (vgl. IV-act. 259).
B.m.
Das Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen gab in einem Bericht vom
9. Februar 2012 (IV-act. 263) an, der Versicherte sei am 4. Oktober 2011 einmalig
vorstellig geworden. Er stehe in psychologischer Begleitung (bei einer Psychologin) am
Schmerzzentrum. Es bestehe ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
rechtsbetont mit nozizeptivem Schmerz bei bekannter Spondylolisthesis L5/S1 und
B.n.
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Spondylolyse L5, yellow flags: Weiterführung der Ausbildung in Gefahr,
Komorbiditäten: Erkrankung. Es bestünden vor allem Einschränkungen von Seiten der
psychischen Komorbiditäten. Es lägen ein ängstlicher Charakter und ein ängstliches
Verarbeiten der Schmerzen vor. Der Versicherte gehe daher die Arbeit zu vorsichtig an
und getraue sich zu wenig. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten zu 80 %
zumutbar. Die Leistungsfähigkeit sei wegen der Schmerzen und allenfalls verminderter
kognitiver Leistungsfähigkeit vermindert. Der Versicherte müsse psychologisch und
körperlich eng geführt werden. Ab Sommer 2012 könne mit 100 % Arbeitsfähigkeit
gerechnet werden. Im beigelegten Eintrittsbericht (IV-act. 263-3 f.) war dargelegt
worden, der Versicherte könnte von einem persönlichen Coaching auf psychologischer
wie körperlicher Ebene profitieren. Von den Cannabinoiden habe er bezüglich der
Schmerzwahrnehmung profitiert. Angesichts des jungen Alters und der Persönlichkeit
sei jedoch zurzeit von jeglichen Schmerzmitteln Abstand zu nehmen.
Am 26. März 2012 (IV-act. 266) forderte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
den Versicherten zur besseren Mitwirkung bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung
im Lehrbetrieb auf (in Form von Pünktlichkeit, Einhalten von Abmachungen,
Bemühungen um Lehrabschluss; keine Schilderung einer erzwungenen Ausbildung
gegenüber anderen Mitarbeitern am Arbeitsplatz). Es wurde in der Folge weitere
Kostengutsprache für die Ausbildung von Juli 2012 bis Januar 2013 und von Februar
2013 bis Juni 2013 geleistet (vgl. IV-act. 275 und IV-act. 282). Im Juli 2013 bestand der
Versicherte die Lehrabschlussprüfung LAP (Kaufmann erweiterte Grundbildung
Dienstleistung und Administration, vgl. IV-act. 288).
B.o.
In der Folge meldete sich der Versicherte bei der Arbeitslosenversicherung (vgl. IV-
act. 287). - Am 2. September 2014 (IV-act. 297) teilte der Versicherte der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit, er wisse nicht mehr weiter. Er sehe für sich
keine Chance. Am liebsten würde er im geschützten Rahmen arbeiten. - Mit Mitteilung
vom 26. September 2014 (IV-act. 299) wurde festgehalten, dass die beruflichen
Massnahmen (erstmalige berufliche Ausbildung) abgeschlossen worden seien. Das
Verfahren sei aber nicht abgeschlossen; allfällige Leistungsansprüche würden noch
geprüft.
B.p.
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Das Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen gab am 30. September 2014
(IV-act. 301) an, der Versicherte sei einmal am 8. August 2011 und nochmals am
20. Januar 2012 in schmerztherapeutischer Behandlung gewesen (zumindest fanden
ausserdem die erwähnte Vorstellung vom 4. Oktober 2011 und Behandlung durch die
Psychologin statt, vgl. IV-act. 263; vgl. auch IV-act. 244).
B.q.
Der RAD hielt am 17. November 2014 (IV-act. 305) fest, zurzeit übe der Versicherte
eine nicht adaptierte Temporärarbeit mit mittelschwerer körperlicher Belastung aus.
Eine adaptierte Tätigkeit im KV-Bereich sei voll zumutbar. Aus dem Verlauf der
Ausbildung gehe hervor, dass wohl weniger das Rückenproblem als vielmehr
Auffälligkeiten der Persönlichkeit und des Verhaltens im Vordergrund stünden. Aus den
2011 gestellten Diagnosen (Dysthymie, Neurasthenie, Persönlichkeitsstörung und
neurotische Störung) müsse geschlossen werden, dass der Versicherte bei der
Stellensuche aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt sei.
B.r.
Dr. L._ berichtete am 28. Oktober 2014 (IV-act. 303), der Versicherte sei in
angepasster Tätigkeit zu 50 bis 70 % arbeitsfähig. Es bestehe ein radikuläres Reiz-
Syndrom L5/S1 beidseits in wechselnder Intensität. Nach körperlich mittelschwerer
Arbeit sei am 5. August 2014 eine deutliche Exazerbation der ausstrahlenden
Schmerzen in beide Beine aufgetreten.
B.s.
In einem IV-Strategie-Protokoll wurde festgehalten, der Versicherte sehe sich
grundsätzlich in der Lage, eine Tätigkeit zu 100 % auszuüben, beim Sitzen habe er
aber schlimme Schmerzen und fühle sich deshalb im KV-Bereich am falschen Platz. Er
sei bei der Stellensuche (wechselbelastende kaufmännische Tätigkeit) zu unterstützen.
Damit die Betreuung enger sei, sei ein externer Stellenvermittler einzubinden (IV-
act. 314).
B.t.
Nach einem Eingliederungsplan (IV-act. 315, 319) wurde dem Versicherten
Arbeitsvermittlung zugesprochen (vgl. IV-act. 320). - Am 2. Juli 2015 (IV-act. 325)
wurde ein Eingliederungsplan für einen Arbeitsversuch vom 22. Juni 2015 bis
11. September 2015 bei einer Unternehmung des ersten Arbeitsmarkts unterzeichnet
(zu Beginn 50 %, mit sukzessiver Steigerung bis 100 %). Am 24. Juli 2015 (IV-act. 330)
B.u.
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wurde die Leistung, ein Arbeitsversuch nach Art. 18a IVG (mit Taggeld), für die Zeit
vom Juni 2015 bis September 2015 zugesprochen.
Am 2. Juli 2015 (vgl. IV-act. 326) hatte der Versicherte gemeldet, nach Beginn des
Arbeitsversuchs am 22. Juni 2015 sei eine Verschlechterung eingetreten. Bei einem
MRI habe dies festgestellt werden können.
B.v.
Dr. L._ gab in einem Arztbericht vom 20. August 2015 (IV-act. 337) an, im
Vergleich zur Voraufnahme von 2003 habe ein (beigelegtes, IV-act. 336) MRI (MRT)
vom 29. Juni 2015 ein progredientes Ventralgleiten L5 gegenüber S1 mit leicht
progredienter Höhenminderung der Bandscheibe und bilateraler foraminaler Enge mit
Nervenwurzelirritation L5 re > li gezeigt. Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar, der
Versicherte wolle unbedingt den Arbeitsversuch zu 50 % fortsetzen, habe aber mehr
Schmerzen bei der Arbeit. Eine zumutbare Tätigkeit müsse unbedingt
wechselbelastend sein. Ideal wäre, wenn der Versicherte individuell Pausen machen
und sich hinlegen könnte. Die Tätigkeit sei ihm an fünf Stunden pro Tag zumutbar,
sofern eine Stabilisierung (durch Training) eintrete. Falls eine solche nicht erreicht
werden könne, müsste die Situation mit einem Wirbelsäulenchirurgen diskutiert
werden.
B.w.
Gemäss der Information eines Beraters Integration (IV-act. 338) wurde der
Arbeitsversuch am 24. August 2015 durch den Arbeitgeber abgebrochen. Die
Darstellungen des Arbeitgebers und des Versicherten würden sehr weit
auseinandergehen.
B.x.
Im Verlaufsprotokoll der IV-Eingliederungsberatung wurde am 26. August 2015
(vgl. IV-act. 401-4 f.) festgehalten, der Inhaber des betreffenden Betriebs habe
mitgeteilt, der Versicherte sei nicht pünktlich, fehle unentschuldigt, trete arrogant mit
narzisstischen Zügen auf, widersetze sich Arbeitsanweisungen, wisse alles besser,
zeige keine Lernbereitschaft, könne nicht mit Kritik umgehen und es fehlten ihm im
Bürobereich die Qualifikationen.
B.y.
Der RAD hielt am 7. September 2015 (IV-act. 342) fest, der Arbeitsversuch sei
wegen der Verhaltensauffälligkeiten des Versicherten abgebrochen worden, weshalb
sich die Frage stelle, ob ein Motivationsproblem oder ein krankheitsbedingtes
B.z.
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Fehlverhalten vorliege. Im MEDAS-Gutachten sei eine Persönlichkeitsstörung
ausgeschlossen worden, gemäss Dr. K._ bestünden tiefgreifende
Verhaltensauffälligkeiten, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Am 28. Oktober 2015 (vgl. IV-act. 356) wurde dem Versicherten ein neuer
Arbeitsversuch während der Zeit von Oktober 2015 bis Dezember 2015 (in einer
[Betrieb]) zugesprochen.
B.aa.
Am 19. Januar 2016 (IV-act. 379) erstattete die Polydisziplinäre
Begutachtungsstelle Neurologie Toggenburg AG ein Gutachten. Die polydisziplinäre
Begutachtung war am 8. Dezember 2015 erfolgt, und zwar in den Disziplinen der
Allgemeinen Inneren Medizin, der Orthopädie und der Psychiatrie. Im Gutachten wurde
erklärt, Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden beim
Versicherten nicht. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine
Spondylolisthese L5/S1 Grad I nach Meyerding, eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren und eine Persönlichkeitsstörung mit
asthenischen und vermeidenden Persönlichkeitszügen. In der angestammten Tätigkeit
bestehe volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 379-50). - Im Einzelnen wurde bezüglich des
Rückenleidens angegeben, es liege eine somatoforme Schmerzgestaltung vor. Nur bei
der Arbeitsplatzgestaltung sei auf die (sc. wohl Rücken-) Beschwerden Rücksicht zu
nehmen (vgl. IV-act. 379-49). - Bei der Konsistenzprüfung habe sich insgesamt ein
konsistentes Bild ergeben (IV-act. 379-49). - Testpsychologisch bestünden leichte
Beeinträchtigungen im Bereich der Selbstbehauptungsfähigkeit, der Gruppenfähigkeit
und der Fähigkeit, Spontanaktivitäten auszuüben sowie mittelschwere
Beeinträchtigungen bei der Kontaktfähigkeit. Die Leistungsfähigkeit des Versicherten
bei der Ausbildung zum Bürokaufmann und bei der aktuellen Tätigkeit sei nicht durch
kognitive Funktionsstörungen beeinträchtigt (IV-act. 379-49). - Die medizinische
Behandlung des Versicherten sei durch Therapieabbrüche gekennzeichnet. Er habe
sich unverstanden gefühlt. Bei der Entwicklung der Persönlichkeitsstörung, die dieses
Verhalten kennzeichne, hätten lebensgeschichtliche Ereignisse wie ein Überfall in der
Pubertät und die schwere Erkrankung der Mutter mit deren frühem Tod eine Rolle
gespielt. Es habe also nicht an fehlender Mitarbeit gelegen. Heute scheine die
Motivation des Versicherten, den sozialen Rückzug zu überwinden und sich endlich
beruflich anzupassen, hoch (IV-act. 379-49). - Es hätten sich Hinweise auf eine
B.ab.
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akzentuierte Persönlichkeit mit asthenischen und vermeidenden Zügen ergeben. Das
Verhalten sei charakterisiert durch Passivität und Unfähigkeit, den schulischen oder
beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Dies habe zu Fehlzeiten geführt (wie von
der betrieblichen Ausbildungsstelle berichtet) und werde es auch in Zukunft tun. Zurzeit
sei der Versicherte jedoch bei einem verständnisvollen Arbeitgeber und sehr motiviert,
die Anforderungen am Arbeitsplatz zu erfüllen (IV-act. 379-48). - Zur Prognose der
beruflichen Eingliederungsfähigkeit wurde im psychiatrischen Teilgutachten
festgehalten, diese hänge sicherlich von einem vertrauensvollen Umgang mit
Mitarbeitern und Vorgesetzten ab. Es komme für den Versicherten aufgrund der
asthenischen Persönlichkeitsanteile zu kränkenden Erlebnissen und
Missverständnissen, die wieder in sein Vermeidungsverhalten mündeten und die
Störung aufrechterhielten. Angesichts der erhobenen Befunde wäre eine
psychotherapeutische Behandlung für den Versicherten sinnvoll, um seine
Konfliktfähigkeit, seine kommunikativen Fähigkeiten sowie sein Anpassungs- und
Umstellungsvermögen zu verbessern (IV-act. 379-47).
Am 9. Dezember 2015 (vgl. IV-act. 401-9) hatte der damalige Arbeitgeber (des
Arbeitsversuchs in der [Betrieb]) angegeben, er sehe klar eine körperliche
Einschränkung des Versicherten. An gewissen Tagen sei ein volles Pensum nicht
möglich. Der Versicherte sei jedoch pünktlich und wolle seine Arbeit gut machen. - Es
erfolgte eine Verlängerung des IV-Arbeitsversuchs von Januar 2016 bis März 2016 (IV-
act. 377).
B.ac.
Am 22. Januar 2016 meldete die externe Stellenvermittlungsunternehmung, der
Versicherte stosse nach ca. sechs Stunden Arbeit körperlich an die Grenze. - Die IV-
Eingliederungsberatung stimmte daraufhin einer entsprechenden Pensenreduktion zu
(vgl. IV-act. 401-10).
B.ad.
Am 3. Februar 2016 (IV-act. 390) berichtete die Klinik C._ Dr. L._, der
Versicherte leide schon seit längerer Zeit unter spondylogenen Schmerzen und einer
lumboradikulären Reizung unter Belastung. Ursache sei eine bekannte lytische
Spondylolisthese. Klinisch seien vor allem eine deutlich verkürzte ischiocrurale
Muskulatur und Hüftbeugekontrakturen beidseits aufgefallen. Ob die Spondylolisthese
Meyerding Grad I-II progredient sei, könne nicht beurteilt werden, zumal die MRI-
B.ae.
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Aufnahme im Liegen stattgefunden habe. Es liege eine beidseitige foraminale
Einengung mit Kontakt mit der Nervenwurzel L5 vor. Es seien die Therapieoptionen bis
hin zur operativen Stabilisierung des Segments L5/S1 besprochen worden. Aufgrund
der sozialen und beruflichen Situation befürworte der Versicherte noch einen
Rehabilitationsversuch.
Die zuständige RAD-Ärztin hielt am 12. Februar 2016 (IV-act. 381) dafür, in einer
adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte voll arbeitsfähig, und sie umschrieb die
Kriterien einer adaptierten Tätigkeit. Es sollten keine Tätigkeiten mit häufigem Arbeiten
im Bücken, im Knien oder in Zwangshaltungen sein, keine mit Heben von Gewichten
über 30 kg und keine mit Verantwortung für Personen, mit hohem interpersonellem
Konfliktpotenzial oder unter ständigem Zeitdruck.
B.af.
In einem Mail vom 18. Februar 2016 (IV-act. 384) beanstandete der Versicherte
als Diffamierung, dass ihm vor einem potenziellen Arbeitgeber gesagt worden sei, er
dürfe keine Tätigkeiten ausüben, bei denen er Verantwortung übernehmen müsse.
Gleichzeitig sollte er Gewichte bis 30 kg heben können. Schon im Jahr 2008 sei das
gemäss dem Bericht der Klinik Valens nicht möglich gewesen. - Die Sachbearbeiterin
entgegnete (IV-act. 387-2), er habe einer Mitteilung an den potenziellen Arbeitgeber auf
Anfrage vorgängig ausdrücklich zugestimmt. - Der Versicherte hielt entgegen, es werde
ihm durch solches Verhalten die Eingliederung noch erschwert. Die (erklärte)
Einschätzung widerspreche derjenigen seiner Hausärztin, seines Umfelds und seiner
selbst. Normalerweise würde ihm nämlich gesagt, er sei für Kopfarbeit sehr gut
geeignet und sehr verantwortungsbewusst. Er sei gelernter Kaufmann; da trage man in
den meisten Funktionen Verantwortung.
B.ag.
Am 23. Juni 2016 (IV-act. 402) hielt die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle fest,
der Versicherte habe das Pensum aus subjektiver Sicht nicht über 50 % steigern
können. In der Zwischenzeit habe er eine Festanstellung als Assistent im [Betrieb]-
Betrieb im Umfang von 50 % bekommen. Der Arbeitgeber habe jedoch wegen eines
Rückfalls Bedenken. Deshalb werde für den Monat Mai 2016 ein
Einarbeitungszuschuss beantragt. - Mit Mitteilung vom gleichen Datum (IV-act. 403)
gab die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten bekannt, sie leiste
während einer Einarbeitungszeit im betreffenden Betrieb im Monat Mai 2016 einen
B.ah.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/44
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Einarbeitungszuschuss von Fr. 1'000.--. - Gleichentags (IV-act. 404) teilte sie mit, da
der Versicherte eine Stelle im Teilpensum habe antreten können, seien weitere
berufliche Massnahmen nicht mehr angezeigt. - Am 28. Juni 2016 (IV-act. 405)
übernahm sie Kosten für ein Bewerbungscoaching in einer Institution (als
Frühinterventionsmassnahme) in der Zeit vom 23. bis 31. Mai 2016.
Mit Vorbescheid vom 4. Juli 2016 (IV-act. 409) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung des
Leistungsgesuchs in Aussicht. Mit der abgeschlossenen Ausbildung vermöge er ein
Jahreseinkommen von Fr. 63'550.-- (2015) zu erzielen. Eine Arbeitsunfähigkeit in dieser
Tätigkeit bestehe nicht, also auch kein Invaliditätsgrad.
B.ai.
Der Versicherte wandte am 8. September 2016 (IV-act. 411) ein, es sei ihm
(zuletzt) eine aus orthopädischer Sicht nicht zumutbare Stelle vermittelt worden.
Nachdem die Adaptationsmöglichkeiten von arbeitgeberischer und von seiner Seite
ausgeschöpft worden seien, habe er deshalb die Stelle auf den 31. August 2016
aufgeben müssen. Der Inhalt des Gutachtens sei in relevanten Punkten fehlerhaft. Auch
der MRT-Bericht vom 29. Juni 2015 sei laienhaft evaluiert worden. Die Aktenlage sei
nicht adäquat beurteilt worden und auf wesentliche Äusserungen seinerseits habe die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mehrfach nicht reagiert. Er werde weitere
Unterlagen einreichen. - In einer Ergänzung vom 30. September 2016 (IV-act. 414)
brachte der Versicherte unter anderem vor, die somatisch begründete Verstärkung der
radikulären Schmerzen sei ignoriert worden. Stattdessen habe man von einer
angeblichen Essstörung gesprochen, als wäre er der einzige ektomorphe Mensch der
Welt. Die L5/S1-Problematik sei aufgrund des Verlaufs derzeit schlimmer denn je. Es
bestehe eine orthopädisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40 bis 50 %. Die
psychische Arbeitsfähigkeit sei iatrogen verursacht eingeschränkt. Mit einer weiteren
Ergänzung legte der Versicherte diverse ältere Unterlagen ein (vgl. IV-act. 417).
B.aj.
Mit Verfügung vom 15. November 2016 (IV-act. 419) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch,
namentlich einen Rentenanspruch, des Versicherten ab. Die zusätzlich eingereichten
Akten beträfen dessen Gesundheitszustand vor zwanzig Jahren, als er elf- bzw.
zwölfjährig gewesen sei, und stützten die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung.
B.ak.
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C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 14. Dezember 2016. Der
Beschwerdeführer beantragt eine sachliche Überprüfung seines Anspruchs. Sein
Anliegen sei es weiterhin, seine Arbeitsfähigkeit langfristig zu steigern. Er nenne hier,
die früher dargelegten katastrophalen Verfahrensfehler der vergangenen zwanzig Jahre
ausser Acht lassend, in Wiederholung lediglich einen der wesentlichen Fehler, die bei
der aktuellen Begutachtung durch die Neurologie Toggenburg AG gemacht worden
seien: In diesem Gutachten sei dargelegt worden, es sei bisher von einer - aus
somatischer Sicht - medizinisch-theoretisch vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen
worden. "Hauptproblem (sei) die erhebliche Diskrepanz zwischen der
übereinstimmenden gutachterlichen und hausärztlichen Einschätzung und
Selbsteinschätzung des Versicherten". In den entsprechenden Berichten sei exakt das
Gegenteil nachzulesen. Seine und die hausärztliche Einschätzung seien kongruent. Der
betreffende Gutachter habe da eine realitätsferne Einzelmeinung vertreten. Er (der
Beschwerdeführer) habe am 25. Oktober 2016 umfangreiche Dokumente eingereicht,
welche die Umstände der Situation von 1997 belegten, die ihm immer wieder zur Last
gelegt werde. Der KJPD habe mittels Falschaussagen und die Notsituation seiner
Familie ausnutzend eine teilstationäre Behandlung für ihn erwirkt. Er habe unter Zwang
ein Jahr lang teilnehmen müssen, was ihm erwartungsgemäss stark geschadet habe.
Unter einem erneuten Vorwand - bei im besten Fall mangelhafter Begründung - sei die
Therapie um ein weiteres Jahr verlängert worden und die Invalidenversicherung habe
sogar Kostengutsprache geleistet, allerdings ohne jede gutachterliche Prüfung des
Sachverhalts. Seine Aussagen seien über ein Jahr lang ignoriert worden, bis er - so
isoliert - als Hilferuf [...] habe. Aus Angst, die gemachten Fehler eingestehen zu
müssen, seien hysterisch Gegenmassnahmen ergriffen worden. Angestrebt worden
seien Sorgerechtsentzug, Strafanzeige, Platzierung in einem Heim für gewalttätige
Jugendliche. Mittlerweile sei das übrige Umfeld aber wieder zur Vernunft gekommen
und die Anzeige sei wegen nicht erfüllten Tatbestands abgewiesen (recte:
Nichteintreten) worden. Die mehreren gegen ihn ausgeübten Straftaten seien seinem
Einwandschreiben und den Akten zu entnehmen. - Am 14./21. Dezember 2016 hat der
Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Er könne
die Erfolgsaussichten der Beschwerde kaum einschätzen, doch habe er stets korrekte
Angaben gemacht und sehe mittlerweile eine Teilrente als einzige Möglichkeit, sich
Weder somatisch noch psychiatrisch würden sich aus den Akten Aspekte ergeben, die
Anlass geben müssten, von der gutachterlichen Einschätzung vom 19. Januar 2016
abzuweichen. Es liege kein Invaliditätsgrad vor.
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einerseits in die Arbeitswelt zu integrieren und anderseits einer weiteren
Verschlechterung des Geburtsgebrechens vorzubeugen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Es treffe zu, dass die Gutachterstelle zu Unrecht
davon ausgegangen sei, dass Dr. L._ dem Beschwerdeführer eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Die Ärztin habe nämlich festgehalten, dem
Beschwerdeführer seien in einer angepassten Tätigkeit fünf Stunden Arbeit pro Tag
zumutbar. Daraus lasse sich jedoch nicht schliessen, das Gutachten der Neurologie
Toggenburg AG sei mangelhaft. Inwiefern die fehlerhafte Interpretation des
Verlaufsberichts die Untersuchung oder die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten
beeinflusst haben sollte, sei nicht ersichtlich. Als Internistin sei Dr. L._ zudem nicht
fachärztlich qualifiziert, die geltend gemachten Rückenbeschwerden zu beurteilen. Sie
habe ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung schwergewichtig auf die Schilderungen des
Beschwerdeführers abgestützt. Sie habe erklärt, der Beschwerdeführer fühle sich
zunehmend durch Schmerzen eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch aufgrund
von objektiven Faktoren zu bestimmen, namentlich gestützt auf sorgfältig erhobene
Befunde und festgestellte objektivierbare Funktionsausfälle. Geltend gemachte
Schmerzen dürften nur insofern berücksichtigt werden, als sie durch entsprechende
Befunde hinreichend erklärbar seien. Auf das schlüssige Gutachten der Neurologie
Toggenburg AG sei abzustellen, zumal der Beschwerdeführer keine substantiierten
Einwände dagegen vorbringe. Die Berichte aus den Jahren 1996 und 1997 vermöchten
zur Bestimmung der aktuellen Arbeitsfähigkeit nichts beizutragen.
E.
Am 19. Januar 2017 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten) entsprochen worden.
F.
Mit Replik vom 16. Februar 2017 beantragt der Beschwerdeführer eine Gewährung des
rechtlichen Gehörs und eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung mit Zusprache
einer befristeten Teilrente samt Ergänzungsleistungen. Im Jahr 2001 sei seine
Knochenkrankheit symptomatisch geworden. Der RAD-Arzt habe eine 40 %
übersteigende somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert, derentwegen eine
reguläre Lehre nicht möglich sei. Seither sei von allen Fachärzten betont worden, dass
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eine Tätigkeit ohne Bewegung sich auf seine orthopädische Situation negativ auswirke.
Bei Abklärungsmassnahmen, Praktika und Temporäreinsätzen seien gleichzeitig gute
Erfahrungen mit Tätigkeiten mit Bewegung (beispielsweise als Logistiker) gemacht
worden. Die Beschwerdegegnerin habe dies aber immer missachtet und habe ihm
2009 mitgeteilt, eine Ausbildung zum Kaufmann sei seine letzte Chance, bei einer
erstmaligen beruflichen Ausbildung unterstützt zu werden. Trotz seines Willens, die
vorhandenen Schmerzen zu überwinden und voll berufstätig zu werden, sei die
Ausbildungszeit erwartungsgemäss hart gewesen. Das MEDAS-Gutachten von 2010
habe eine Tätigkeit im Sitzen für vier bis sechs Stunden als zumutbar erachtet. Gemäss
"BBT" und Handelsschule wäre bei gesundheitlichen Problemen ein reduziertes
Pensum möglich gewesen, doch die Invalidenversicherung habe als Einzige grundlos
an einer vollzeitlichen Anwesenheit festgehalten. Sein orthopädischer Zustand sei
dadurch schlechter geworden. Dr. K._ habe dann 2011 geschrieben, er sei schon
2007 wegen somatoformen Rückenschmerzen in Behandlung gekommen. Ohne den
Krankheitsverlauf oder die Diagnosen zu kennen, habe er ihm ausserdem ein
amotivationales Syndrom unterstellt, während er sich doch stets gute Noten erarbeitet
habe. Allen bereits somatisch erklärten Diagnosen habe er neue psychische Ursachen
zugewiesen, gleichzeitig aber eingeräumt, dass er keinerlei Information zu den
Leistungen oder zum Verhalten des Beschwerdeführers in der Ausbildung habe. Die
realistischere abweichende Einschätzung des Schmerzzentrums ignoriere die
Beschwerdegegnerin immer noch. Im Sommer 2013 habe er (der Beschwerdeführer)
die Ausbildung erfolgreich abschliessen können; hierfür sei er dankbar. Nachdem mehr
als 100 Bewerbungen erfolglos geblieben seien, hätten ihm diverse HR-Fachleute
erklärt, dass bei 50 bis 200 Bewerbungen pro KV-Stelle sämtliche Dossiers mit
Hinweisen auf medizinische Einschränkungen sofort aussortiert würden. Die IV habe
darauf reagiert, indem sie festgehalten habe, er sei aus psychischen Gründen bei der
Stellensuche eingeschränkt. Arbeitsversuche in den Jahren 2015/2016 hätten in einer
Anstellung zu 50 % als Allrounder in einer [Betrieb] geendet. Wegen orthopädisch nicht
zumutbaren Tätigkeiten habe die Stelle nach fünf Monaten aber wieder aufgegeben
werden müssen. Das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG bescheinige zur
selben Zeit eine volle Arbeitsfähigkeit, weil er sich scheinbar auch derzeit in der
[Betrieb] ohne Probleme mit vollem Pensum arrangieren könne. Für die psychologische
Seite habe sich das Gutachten an Dr. K._ orientiert. Die Angaben des Kantonsspitals
St. Gallen seien wiederum abgewertet worden, weil er nur einmal dort gewesen sei. Er
habe der Beschwerdegegnerin jedoch damals alle Termine schriftlich bestätigen
lassen. Vor vier Wochen sei sein linkes Daumengelenk - bei leichter Haushaltarbeit -
um 90 Grad in eine unphysiologische Richtung abgeknickt. Bis heute könne er es noch
nicht wieder belasten. Das Gelenk lasse sich gar nicht mehr strecken und habe einen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/44
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Knick. Das beschreibe den Allgemeinzustand der Gelenke. Schon als Säugling habe er
als einziges der vier Kinder gastrointestinale Symptome gehabt und in früher Kindheit
habe er überbewegliche Gelenke gehabt und dadurch an Stabilitätsproblemen und
Haltungsinsuffizienz gelitten. Ebenfalls früh sei Osteoporose diagnostiziert worden.
Sein Beschwerdebild beinhalte ausserdem radikuläre Schmerzen, die physikalisch
bedingt nicht überwindbar seien. Der Versuch, sie zu überwinden bewirke eine direkte
Verschlechterung, kurzfristig stärkere Schmerzen und langfristig eine weitere Instabilität
des Wirbelsegments. Diese Beschwerden habe er seit dem 15. Lebensjahr und sie
hätten in dieser Zeit kontinuierlich zugenommen. Der Zustand sei damals bereits
operationswürdig gewesen, doch sei wegen der Kontextfaktoren ärztlicherseits von
einer Operation abgeraten worden. Die Neurologie Toggenburg AG habe diese
orthopädische Gesamtsituation nicht berücksichtigt. Der MRI-Bericht von 2015 zeige
einen leicht progredienten Verlauf und sei ebenfalls nicht zur Kenntnis genommen
worden. Seither hätten die Beschwerden - durch Arbeitsversuche und die 50 %-Stelle -
noch wesentlich zugenommen. Die einzige psychiatrische Diagnose sei fehlerhaft; sie
habe interessengesteuert das Ziel, längst durch objektive Befunde erklärte somatische
Beschwerden in einer neuen Persönlichkeitsstörung zusammenzufassen. Die
Würdigung der Fakten widerlege sie. Die daraus abgeleiteten Auswirkungen
reduzierten seine Vermittlungsfähigkeit und Berufschancen sogar noch weiter. Die
fehlerhafte Interpretation des Verlaufsberichts von Dr. L._ und die Bemerkung der
Beschwerdegegnerin, diese habe keinen Einfluss auf die Schlussfolgerungen gehabt,
bestätigten die Gleichgültigkeit gegenüber objektiven Befunden. Die seit Jahren
behandelnde Hausärztin stütze sich bei der Beurteilung auf die umfangreiche
Aktenlage, den bisherigen Verlauf und die eigene Beobachtung bei wiederholten
Konsultationen. Bei geringstem Druck der IV habe sie aber nachgegeben. Alle geltend
gemachten Beschwerden seien bereits durch entsprechende Befunde hinreichend
erklärt und dokumentiert. Falls sie weiterhin umgedeutet würden, würden weitere
unnötige Verschlechterungen wie radikuläre Ausfälle in Kauf genommen. Die
Weisungen der Invalidenversicherung hätten ihn bis anhin vor allem krank, finanziell
handlungsunfähig und dadurch sozial teilweise isoliert gemacht. Zeitweise sei ihm
ungerechtfertigt das Taggeld gekürzt worden. Schon früh hätte er Schulden beim
Sozialamt machen müssen, hätte er nicht das Erbe seiner Mutter und ein Darlehen
seines Vaters gehabt. Durch eine befristete Teilrente werde für ihn langfristig eine
Integration in den Arbeitsmarkt realistisch werden. Die angestrebte Steigerung der
Arbeitsfähigkeit von derzeit 50 % in angestammter und adaptierter Tätigkeit sei auf
längere Sicht (in einem Zeitraum von einem Jahr bis drei Jahren) erfolgversprechend.
Er halte dafür, dass bereits ab Abschluss der Ausbildung im Sommer 2013 aus
somatischen Gründen ein Rentenanspruch bestehe. Die am 25. Oktober 2016
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eingereichten Unterlagen würden lediglich die tendenziell psychiatrisierende, auf
Vorurteilen beruhende Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin erklären. Seine Fehler
habe er schon vor zwanzig Jahren eingeräumt. Den von ihm dafür seither getragenen
Konsequenzen fehle jede Verhältnismässigkeit.
G.
Am 2./3. Juli 2017 hat der Beschwerdeführer die Kopie eines Schreibens an die
Beschwerdegegnerin eingereicht. Darin hatte er dargelegt, er erwarte ein Angebot für
einen weiteren Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 % und vollem Taggeld. Der
Zustand der Bandscheibe und seine Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt hätten sich
durch das querulatorische Verhalten der Beschwerdegegnerin weiter verschlechtert. Er
vermöge nur noch Gewichte bis maximal etwa 4 kg zu heben und Zwangshaltungen
nur noch bis maximal etwa zehn Minuten einzunehmen, an die Körpergrösse
angepasste Einrichtungen vorausgesetzt. Ideal wäre eine leichte, bewegungsreiche
Tätigkeit wie etwa das Verpacken von Kleinteilen bei Versandhäusern. Sollte die
Beschwerdegegnerin fachkundige bessere Vorschläge haben, könne sie sie ihm
mitteilen. Seine Verantwortungsfähigkeit sei seit jeher überdurchschnittlich hoch. Es sei
ihm bewusst, dass er selber auch nicht perfekt sei, doch hätten ihn die
Rahmenbedingungen in eine Ausnahmesituation versetzt, was eine Beurteilung seiner
Persönlichkeit unzulässig bzw. schwierig mache. Ein bis zwei Jahre nach einer
Teilrentenleistung könne die Persönlichkeit (sc. richtig) beurteilt werden. - Mit Eingabe
vom 16./18. Juli 2017 bringt der Beschwerdeführer vor, die orthopädischen Befunde
seien seit 2001 dokumentiert. Die zur Arbeitsunfähigkeit beitragende Hyperlaxizität sei
in zwei Reha-Aufenthalten diagnostiziert worden, von anderen Ärzten aber nach kurzer
Untersuchung widerlegt. Er sei psychologisch entsprechend den in den Akten der
Beschwerdegegnerin fehlerhaft wiedergegebenen Zitaten eingeschätzt worden. Er
habe bis anhin seine Sache selber vertreten, sei sich aber nicht sicher, ob er die
Sachlage verständlich genug habe darlegen können. Er ersuche andernfalls darum,
weitere Informationen oder ein neues Gutachten einzuholen. Die Eingliederung sei ihm
seit 2013 nicht gelungen. Mit einer Teilrente hingegen hätte er mehrere Stellenangebote
in Aussicht gehabt. Er hätte sich Berufserfahrung aneignen und seine Vermittelbarkeit
erhöhen können, um unabhängig von staatlichen Leistungen zu werden.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat sich nicht mehr vernehmen lassen.
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Erwägungen
1.
Streitgegenstand bildet die Verfügung vom 15. November 2016, mit welcher die
Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom 26./27. April
2007 - namentlich seinen Rentenanspruch - abwies.
1.1.
Im Lauf dieses IV-Verfahrens hatte die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer eine berufliche Abklärung (BFK, IV-act. 81, Dezember 2007 bis April
2008), eine Abklärung bei I._ (IV-act. 105, von Mai bis Juli 2008), eine zweijährige
berufliche "Abklärung" als Medizinischer Masseur (ab September 2008, vgl. IV-
act. 120; nach zwei Monaten wegen der Notwendigkeit langen Sitzens im Unterricht
abgebrochen), eine erstmalige berufliche Ausbildung in Form eines
Vorbereitungskurses zur kaufmännischen Ausbildung (IV-act. 137, von April 2009 bis
Juli 2009) und in Form der Ausbildung zum Kaufmann Profil E in der Zeit von August
2009 bis Juni 2013 (bei LAP im Juli 2013, IV-act. 288) zugesprochen (erste Phase, vgl.
IV-act. 148, von August 2009 bis Januar 2010; zweite Phase, vgl. IV-act. 168, von
Februar 2010 bis Juli 2010; IV-act. 205, von Juli 2010 bis Juli 2011; IV-act. 238, von
Juli 2011 bis Januar 2012; IV-act. 259, von Februar 2012 bis Juli 2012, samt Praktikum
bei einer Arbeitgeberin; IV-act. 275 und IV-act. 282, von Juli 2012 bis Januar 2013 und
von Februar 2013 bis Juni 2013). Am 26. September 2014 (IV-act. 299) hatte die
Beschwerdegegnerin mitgeteilt, die beruflichen Massnahmen (der erstmaligen
beruflichen Ausbildung) seien abgeschlossen. Im März und Juli 2015 waren noch
Arbeitsvermittlung bzw. ein Arbeitsversuch zugesprochen worden (vgl. IV-act. 320,
330), am 28. Oktober 2015 ein neuer Arbeitsversuch (vgl. IV-act. 356, von Oktober
2015 bis Dezember 2015, mit Verlängerung von Januar 2016 bis März 2016, IV-
act. 377). Im Januar 2016 war einer Pensenreduktion zugestimmt worden (vgl. IV-
act. 401-10). Mit Mitteilung vom 23. Juni 2016 (IV-act. 403) hatte die
Beschwerdegegnerin einen Einarbeitungszuschuss (für Mai 2016) zugesprochen. Mit
ebenfalls blosser Mitteilung vom 23. Juni 2016 war festgehalten worden, weitere
berufliche Massnahmen seien nicht mehr angezeigt, da der Beschwerdeführer eine
Stelle im Teilpensum habe antreten können (IV-act. 404). Am 28. Juni 2016 waren
schliesslich noch Kosten für ein Bewerbungscoaching in einer Institution (als
Frühinterventionsmassnahme) in der Zeit vom 23. bis 31. Mai 2016 zugesprochen
worden (IV-act. 405).
1.2.
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2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidität die durch einen körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschaden als Folge unter anderem von Krankheit verursachte,
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann entsprechend nur relevant sein, wenn sie
Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist
(vgl. Bundesgerichtsentscheid 9C_125/2015 E. 5.3, BGE 130 V 396). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165).
2.2.
Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem
jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss
BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) also in der Regel diverse Standardindikatoren
beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der
Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. Zum
funktionellen Schweregrad sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den
Aspekten der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und
Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten),
"Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und
"Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um
Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281
E. 4.1.3). Soweit die festgestellte Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer
ähnlichen Erscheinung beruht oder unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines
sekundären Krankheitsgewinns steht (der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu
bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach der Rechtsprechung regelmässig keine
versicherte Gesundheitsschädigung vor. - Schon der Arzt bzw. die medizinisch
2.3.
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3.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Abweisung des Gesuchs des
Beschwerdeführers auf das Ergebnis der Begutachtung durch die Neurologie
Toggenburg AG. Danach ist der Beschwerdeführer voll arbeitsfähig.
4.
sachverständige Person hat bei der Einschätzung des Leistungsvermögens den in der
Judikatur umschriebenen einschlägigen Indikatoren zu folgen (vgl. BGE 141 V 281
E. 5.2.2).
Für die richterliche Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse
massgebend, wie sie sich bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung
entwickelt haben (vgl. BGE 121 V 366 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c). Tatsachen, die sich
erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die
Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 7. Oktober 2016, 8C_357/2016 E. 3.2; vgl. BGE 99 V 102).
2.4.
Im orthopädischen Teil des Gutachtens der Neurologie Toggenburg AG wurde
einleitend festgehalten, eine Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers habe bisher im
Rahmen der beruflichen Erstausbildung als kaufmännischer Angestellter und im
Rahmen der zur Zeit der Begutachtung gerade laufenden Eingliederungsmassnahme in
der [Betrieb] stattgefunden. Eine angestammte bisherige Tätigkeit sei daher nicht
sicher abgrenzbar. - Es wurde in der Folge einerseits dargelegt, eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in den beiden genannten Tätigkeiten - als
kaufmännischer Angestellter und als Angestellter in der [Betrieb] - sei nicht
formulierbar. Anderseits wurde festgehalten, eine generelle uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Hilfstätigkeit in der [Betrieb] sei nicht zu bestätigen.
Wahrscheinlich finde in dieser Tätigkeit mit Rücksicht auch auf die gesundheitlichen
Belange eine Leidensanpassung statt (beides IV-act. 379-27). - Diese letztgenannte
Angabe lässt für die Tätigkeit in der [Betrieb] im Unterschied zur ersten auf die
Annahme einer zumindest qualitativ eingeschränkten Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers durch den Gutachter schliessen.
4.1.
Was die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als kaufmännischer Angestellter
betrifft, gab der Gutachter der Orthopädie an, in diesem nie ausgeübten Beruf als
kaufmännischer Angestellter und Bürohelfer sei beim Beschwerdeführer bei
überwiegend im Sitzen ausgeübter und allenfalls wechselbelastender Tätigkeit im
4.2.
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Stehen und Gehen (im ergonomisch gebauten Bürostuhl mit hoher Rückenlehne und
Armstützen) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben, und zwar sei das
weder in der Vergangenheit der Fall gewesen noch werde es zukünftig der Fall sein (IV-
act. 379-27). Der Einschätzung der MEDAS Zentralschweiz, dass die kaufmännische
Ausbildung absolut ideal sei, könne auch bei der aktuellen Begutachtung noch immer
voll zugestimmt werden. Eine solche Tätigkeit könne der Beschwerdeführer weiterhin in
vollem Pensum mit voller Arbeitsfähigkeit ausüben (vgl. IV-act. 379-29).
Übereinstimmung der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der beiden Gutachten lässt
sich demnach hinsichtlich einer leichten bis mittelschweren (kaufmännischen) Tätigkeit
feststellen, die wechselbelastend ausgeübt werden kann. Abweichend sind die
gutachterlichen Beurteilungen bezüglich schwerer Arbeit und bezüglich rein im Sitzen
auszuübender Arbeit (wie bei der erfolgten Ausbildung bzw. dem Schulbesuch, unten
E. 4.5.2).
4.2.1.
Anzumerken ist jedoch vorweg, dass bereits das MEDAS-Gutachten zu einer Zeit
erstellt worden war, als sich der Beschwerdeführer gerade tatsächlich in einer
Beschäftigung befand, nämlich damals in der kaufmännischen Ausbildung. Es war
damals einerseits darauf hingewiesen worden, dass insbesondere während einer
aktuellen Ausbildung eine vorzeitige Arbeitsunfähigkeitserklärung ohne Ausschöpfung
aller Massnahmen kontraproduktiv sei. Anderseits wurde bei der Prognose erwähnt,
das diagnostizierte Leiden führe kaum je zu Arbeitsunfähigkeit im kaufmännischen
Bereich, in welchen der Beschwerdeführer zurzeit eingeschult werde. Diese letztlich
prognostischen Angaben lassen die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der MEDAS für die -
künftige - Tätigkeit des Beschwerdeführers in der kaufmännischen Tätigkeit zu wenig
wahrscheinlich erscheinen. Bei der Begutachtung durch die Neurologie Toggenburg
AG stand der Beschwerdeführer dann in einem IV-Arbeitsversuch mit Aussicht auf eine
Festanstellung (dazu unten E. 4.5.2 und E. 6.9.2).
4.2.2.
Dazu kommt im Einzelnen Folgendes: Diagnostiziert hat der Gutachter der
Orthopädie der Neurologie Toggenburg AG in seinem Teilgutachten eine
Spondylolisthese L5/S1, Grad I nach Meyerding. Eine Zunahme auf Grad II nach
Meyerding hat es (seit dem Röntgenbild vom 30. Dezember 2008) nach seiner
gutachterlichen Beurteilung gemäss dem Befund im MRT vom 29. Juni 2015 nicht
gegeben (eine solche wäre nach Angaben des Gutachters beispielsweise bei einer
Abrutschstrecke des LWK über den S1 nach vorn um mehr als 25 bis 50 % gegeben
gewesen; IV-act. 379-25 f.). Der Gutachter hielt fest, diagnoserelevant seien "subjektiv"
Schmerzen im Rücken (tief lumbal) bei längerem Stehen, Gehen oder Sitzen ohne
Möglichkeit zum Positionswechsel. Objektiv handle es sich - auch bereits gemäss dem
4.3.
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Röntgenbild vom 30. Dezember 2008 - um eine Spondylolisthesis Grad I nach
Meyerding zwischen dem 5. Lendenwirbelkörper und dem 1. Kreuzbeinwirbelkörper
(L5/S1) mit einer Abrutschstrecke von knapp 25 % der Wirbelkörperlänge. Im MRT vom
29. Juni 2015 lasse sich der Befund nach wie vor erheben (IV-act. 379-25 f.).
Im Bericht über das entsprechende MRT vom 29. Juni 2015 selbst (IV-act. 336)
war erklärt worden, es habe sich im Vergleich zur Voruntersuchung vom 2. April 2003
ein progredientes Ventralgleiten von L5 gegenüber S1 mit auch leicht progredienter
Höhenminderung dieser Bandscheibe und progredienter Dehydratation der
Bandscheibe lumbosakral gezeigt. - Zumindest im Vergleich zu 2003 war nach jener
Beurteilung bis Juni 2015 demnach eine Progredienz der Spondylolisthese und des
Bandscheibenleidens anzunehmen. - Für den Schädigungszustand von 2003 waren die
Klinik C._ (am 30. Mai 2003; Spondylolisthese 1.5 cm) und die Klinik Valens (am
13. Januar 2009; Spondylolisthesis L5/S1 bei Spondylolyse L5 Grad I-II, gemäss MRI
der LWS von 2003) übereinstimmend von einem Grad von I-II ausgegangen. - Eine
nähere Auseinandersetzung mit diesen früheren Beurteilungen mit Grad I-II ist nicht
ersichtlich, wäre jedoch angesichts des vom Gutachter der Neurologie Toggenburg AG
erhobenen Zustands von 2015 mit einer Qualifizierung als Grad I und des Berichts über
das entsprechende MRT vom Juni 2015 mit Erwähnung einer Progredienz seit 2003
von Interesse gewesen.
4.3.1.
Während der Gutachter der Neurologie Toggenburg AG zudem wie erwähnt auch
für 2008 eine Spondylolisthese des Grads I nach Meyerding annahm, hatte die MEDAS
Zentralschweiz des Weiteren im Gutachten vom August 2010 gemäss dem erwähnten
Bild vom 30. Dezember 2008 mit detaillierter Begründung (bei IV-act. 188-32) einen
Grad II (Verschiebung von nicht nur 25 %, sondern von 35 %, vgl. IV-act. 188-24)
dieser Schädigung festgestellt. - Eine Erklärung für die Abweichung zu der - ebenfalls
gutachterlichen - MEDAS-Beurteilung des Schweregrads dieses Zustands von 2008
lässt das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG vermissen. Sie erscheint bei den
hier insgesamt vorliegenden Gegebenheiten allerdings erforderlich (auch wenn bei
diesem Grad kaum je eine Arbeitsunfähigkeit zu erwarten sei, vgl. unten E. 7.2).
4.3.2.
Im Gutachten der Neurologie Toggenburg AG wurde ferner wie erwähnt eine
Zunahme des Schweregrads der Spondylolisthese im Vergleich zwischen dem Zustand
von Dezember 2008 (mit entsprechendem Grad) und dem Befund im MRT vom 29. Juni
2015 verneint. - Die Klinik C._ dagegen hielt am 3. Februar 2016 dafür, ob die -
lytische - Spondylolisthese Meyerding Grad I-II im Vergleich zu den vorliegenden
konventionellen Röntgenaufnahmen progredient sei, könne nicht beurteilt werden, da
4.3.3.
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die MRI-Aufnahme im Liegen erfolge (IV-act. 390-1). Ein Vergleich scheint nach dieser
Auffassung nur unter bestimmten Voraussetzungen der Bildgebung möglich zu sein
(schon im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz war eine mangelhafte Darstellung auf
einer CD erwähnt worden, derentwegen eine korrekte Nachmessung nicht möglich sei,
IV-act. 188-24). - Obwohl die Stellungnahme der Klinik C._ erst nach der
Begutachtung abgegeben wurde, wirft sie die Frage auf, ob bei der Begutachtung
diesbezüglich genügend Grundlagen erhoben worden seien (allenfalls wäre eine eigene
gutachterliche Erhebung bildgebender Befunde unter diesen Umständen am Platz
gewesen).
Das gilt des Weiteren erst recht, weil der Gutachter der Orthopädie der Neurologie
Toggenburg AG bei der Befunderhebung lumbale Beschwerden des
Beschwerdeführers erfasste (er stellte fest, das Vornüberneigen der Wirbelsäule sei
zügig erfolgt, mit Schmerzangabe lumbal, und das Wiederaufrichten sei ohne
Abstützung erfolgt, aber wiederum mit Schmerzangabe lumbal, vgl. IV-act. 379-22),
diese Schmerzangabe bei der Rumpfbewegung aber in seiner Beurteilung als Beispiel
für "Subjektivismen" bezeichnete (vgl. IV-act. 379-26), während lumbale Schädigungen
ausgewiesen sind:
4.4.
Schon am 30. Mai 2003 hatte die Klinik C._ (nebst der Spondylolisthese) von
einer Abflachung der Nervenwurzeln L5 im foraminalen Abschnitt, rechtsbetont, teils
diskogen, teils ossär bedingt, bzw. eingeengten Foramina berichtet. Es war zudem
damals bereits eine mögliche operative Intervention erwogen worden. - Im Bericht über
die vertebrospinale Kernspintomographie vom 2. April 2003 war ferner ausdrücklich
darauf hingewiesen worden, dass der Befund vereinbar sei mit der Ursache des
(damaligen) klinischen Beschwerdebildes. - Gemäss dem MEDAS-Gutachten vom
August 2010 dagegen wurden die Voraussetzungen für operative Massnahmen
(adäquates Ansprechen auf Schmerzinterventionen, klar nachweisbares
Radikulärsyndrom, klar nachweisbare Instabilität) zwar als nicht erfüllt betrachtet (IV-
act. 188-27). Indessen war auch dort festgehalten worden, die Schmerzen des
Beschwerdeführers seien mindestens zu einem wesentlichen Teil auf körperliche
Veränderungen zurückzuführen (IV-act. 188-44). Am 29. Oktober 2010 hat die Klinik
C._ dargelegt, die Schmerzen des Beschwerdeführers entsprächen ohne jeden
Zweifel dem, was bei nachweisbaren organischen Pathologien zu erwarten sei (vgl. IV-
act. 192-1). - Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 4. Oktober 2011 (IV-
act. 263-3 f.) - ebenfalls nach dem MEDAS-Gutachten - war festgehalten worden, ein
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom liege ohne Zweifel vor; es könne mit grosser
Wahrscheinlichkeit auf die Instabilität bei Spondylolisthesis L5/S1 und bei
4.4.1.
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Spondylolyse L5 zurückgeführt werden. - Die Klinik C._ hat gemäss dem späteren
Bericht vom 3. Februar 2016 (IV-act. 390) in jüngerer Zeit wiederum Therapieoptionen
bis hin zur operativen Stabilisierung des Segments L5/S1 mit dem Beschwerdeführer
besprochen. Sie erwog, sollte ein vom Beschwerdeführer zuvor noch bevorzugter
Rehabilitationsversuch nicht den gewünschten Effekt bringen, müsse ernsthaft über
diese operative Massnahme nachgedacht werden.
Gemäss dem MRT-Bericht vom 29. Juni 2015 waren damals nicht nur das
erwähnte progrediente Ventralgleiten, sondern auch eine leicht progrediente
Höhenminderung der Bandscheibe L5/S1 und eine progrediente Dehydratation der
Bandscheibe lumbosakral und insbesondere eine bilaterale foraminale Einengung
gefunden worden, teils durch das Ventroglissement, teils durch die Bandscheibe
bedingt, mit einer Nervenwurzelirritation L5 beidseits unter leicht rechtsseitiger
Bevorzugung (IV-act. 336).
4.4.2.
Bei der Begutachtung durch die Neurologie Toggenburg AG hat der
Beschwerdeführer in das Gesäss ausstrahlende Taubheitsgefühle beklagt. Der
Gutachter (der Orthopädie) hat hierzu dargelegt, diese aus der LWS-Region "subjektiv"
ausstrahlenden Taubheitsgefühle hätten nicht durch Bewegung provoziert werden
können (vgl. IV-act. 379-24). "Langfristig" könnten die Nervenwurzelreizungen sich zu
manifesten sensorischen, selten motorischen Defiziten steigern (IV-act. 379-29). - Auch
die Klinik C._ hat am 3. Februar 2016 bei der klinischen Untersuchung im Bereich der
unteren Extremitäten gemäss ihrem Bericht zwar eine gut erhaltene Neurologie
gefunden, aber auch berichtet, der Beschwerdeführer leide seit längerer Zeit an
spondylogenen Schmerzen und an einer lumboradikulären Reizung unter Belastung.
4.4.3.
Der Gutachter der Neurologie Toggenburg AG erwog des Weiteren, (sc. erst)
langfristig könne es aufgrund der Spondylolisthesis zu einer Spondylarthrose kommen
(IV-act. 379-29). - Im MRT-Bericht vom 29. Juni 2015 war allerdings - jedenfalls bei
L4/5, weniger auch L3/4 - bereits von mässigen Spondylarthrosen berichtet worden
(IV-act. 336).
4.4.4.
Bei der gutachterlichen Befunderhebung liess sich - gemäss dem Gutachten der
Neurologie Toggenburg AG "nur" [aber immerhin] - punktuell, im Bereich der LWS, eine
starke Anspannung der paravertebralen Muskulatur (vgl. IV-act. 379-22) objektivieren. -
Die Klinik C._ hat am 3. Februar 2016 - kaum zwei Monate nach der Begutachtung -
auch von weiteren klinischen Befunden berichtet. Auffallend seien bei der klinischen
Untersuchung eine deutlich verkürzte Hüftbeugemuskulatur und eine verkürzte
4.4.5.
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ischiocrurale Muskulatur gewesen und es habe ein Durchfederungsschmerz im
lumbosakralen Übergang bestanden (vgl. IV-act. 390).
Angesichts aller - auch der erwähnten allfälligen neurologischen - Schädigungen
ergeben sich nach dem Dargelegten Zweifel, ob die Beschwerden des
Beschwerdeführers gutachterlich (gemäss Gutachten von 2016) allenfalls in zu
weitreichendem Mass einem subjektiven Empfinden zugeordnet worden sind.
Zumindest eine ergänzende Begründung erscheint erforderlich.
4.4.6.
Dazu kommt weiter, dass der Gutachter der Neurologie Toggenburg AG dafürhielt,
(auch) eine rein im Sitzen auszuübende (kaufmännische) Tätigkeit könnte der
Beschwerdeführer an acht Stunden täglich, also vollschichtig, und ohne jegliche
Einschränkung ausüben (vgl. IV-act. 379-29). Dies leitet der Gutachter daraus ab, dass
der Beschwerdeführer die Beschwerden toleriere und dass er sich "offenbar" bei der
zur damaligen Zeit tatsächlich ausgeübten Tätigkeit in der [Betrieb], die
wechselbelastend sei, aber auch nichtrückenschonende Elemente enthalte, mit einem
vollen Pensum (100 %) arrangieren könne (IV-act. 379-29).
4.5.
Zum einen lässt diese Begründung annehmen, dass die gutachterliche
Schlussfolgerung sich an der Annahme orientiert hat, der Beschwerdeführer leiste die
damals ausgeübte Tätigkeit (IV-Arbeitsversuch) - zumutbarerweise - vollzeitlich. Der
Beschwerdeführer hatte bei der Begutachtung nämlich angegeben, er könne die
gegenwärtige Arbeit trotz der ungünstigen Anteile bewältigen. Sein Chef habe viel
Verständnis für seine gesundheitliche und finanzielle Situation. Er (der
Beschwerdeführer) habe die Chance, eine Festanstellung von ihm zu bekommen, und
wolle die Stelle unbedingt erhalten. Dafür nehme er die Schmerzen in Kauf. Er habe
noch nie eine feste Anstellung gehabt (IV-act. 379-19 f.). - Aus den erwähnten
Schilderungen ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer im
Hinblick auf das mögliche Ziel, erstmals eine Festanstellung zu erlangen, seine -
längerfristige - Leistungsfähigkeit zu optimistisch beurteilt und über das Zumutbare
hinaus gearbeitet haben könnte. Sein Arbeitgeber gab jedenfalls - am Tag nach der
Begutachtung, den Gutachtern somit allerdings nicht bekannt und noch nicht als
fremdanamnestische Einschätzung in ihre Beurteilung einbeziehbar - an, er sehe klar
eine körperliche Einschränkung beim Beschwerdeführer. An gewissen Tagen sei
diesem ein volles Pensum nicht möglich; er schicke ihn dann nach Hause (IV-
act. 401-9). Auch nach Angaben der externen Stellenvermittlungsunternehmung vom
22. Januar 2016 stiess der Beschwerdeführer nach ca. sechs Stunden Arbeit körperlich
an die Grenze (IV-act. 401-10). Die Beschwerdegegnerin ihrerseits stimmte zwei Tage
4.5.1.
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nach Eingang des Gutachtens einer Pensenreduktion zu (vgl. IV-act. 401-10). - Auch
nach den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers selber hing die Leistung zudem
vom Verständnis des Vorgesetzten für seine Einschränkungen ab. Der Gutachter wies
wie oben erwähnt an einer Stelle darauf hin, dass in dieser Tätigkeit wahrscheinlich mit
Rücksicht auf die gesundheitlichen Belange eine Leidensanpassung stattfinde (vgl. IV-
act. 379-27). Für die zu bestimmende Zumutbarkeit und Verwertbarkeit einer
Arbeitsleistung sind allerdings lediglich Rücksichtnahmen von Arbeitgebern im üblichen
Mass ohne Belang. - Es fragt sich daher, ob die fremdanamnestische Sicht, von
welcher die Gutachter noch keine Kenntnis hatten, wesentliche zusätzliche
Erkenntnisse - jedenfalls für die insgesamt somatisch und psychiatrisch objektiv
medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit (vgl. unten E. 7) - hätte liefern können. Letztere
lässt sich ohne ergänzende Angaben und allfällige Abklärungen nicht ausreichend
zuverlässig bestimmen.
Zum andern scheint der Gutachter der Neurologie Toggenburg AG eine Tätigkeit,
die wechselbelastend ist, aber auch nichtrückenschonende Elemente enthält (mit
welcher sich der Beschwerdeführer [zurzeit] offenbar vollzeitlich arrangieren könne), als
für den Beschwerdeführer ungeeigneter zu werten als eine rein im Sitzen auszuübende
Arbeit. Denn er schliesst, reines Sitzen sei diesem also "erst recht" vollzeitlich ohne
Einschränkungen zumutbar. - Diese gutachterliche Beurteilung bedarf einer
ergänzenden Begründung und Auseinandersetzung mit abweichenden Feststellungen:
Denn noch im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom August 2010 war eine
Tätigkeit rein im Sitzen als für den Beschwerdeführer (besonders) ungünstig (bzw. nicht
ideal) und nur für den Schulbesuch zumutbar hervorgehoben worden (vgl. IV-
act. 188-25 und 27). Weitgehend übereinstimmend mit dieser MEDAS-Beurteilung
hatte die Klinik Valens am 13. Januar 2009 festgehalten, zu empfehlen sei eine vor
allem wechselbelastende Tätigkeit (vgl. IV-act. 130). Im MEDAS-Gutachten war die
Eingliederungsmassnahme deshalb als absolut ideal bezeichnet worden, weil der
Beschwerdeführer später damit eine wechselbelastende kaufmännische Tätigkeit
werde ausüben können (während die rein im Sitzen auszuübende Tätigkeit im Sinn
eines Ausbildungsprogramms zumutbar sei, vgl. IV-act. 188-26 f.). Es war wie erwähnt
dargelegt worden, eine vorzeitige Arbeitsunfähigkeitserklärung des Beschwerdeführers
insbesondere während einer Ausbildung ohne Ausschöpfung aller Massnahmen sei
kontraproduktiv (vgl. IV-act. 188-27; nämlich Massnahmen wie Infiltrationen der Lyse,
ergänzend Infiltration von Depot-Steroiden, epidural-lumbale Infiltrationen, in
Schubsituationen Analgetika). - Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für
Tätigkeiten rein im Sitzen lag gemäss dem MEDAS-Gutachten damals im August 2010
4.5.2.
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im Übrigen bei einer zumutbaren Leistungsdauer von lediglich maximal vier bis sechs
Stunden, gemäss der Klinik Valens von 2009 bei bestehender Möglichkeit, die
Sitzhaltung bei Bedarf zu unterbrechen, bei höchstens vier Stunden pro Tag.
Ferner hält der Gutachter der Orthopädie der Neurologie Toggenburg AG dafür,
seine Einschätzung, wonach eine rein im Sitzen auszuübende Tätigkeit vom
Beschwerdeführer "nunmehr" erst recht vollschichtig ohne Einschränkungen ausgeübt
werden könne, und nicht nur an höchstens vier bis sechs Stunden pro Tag, wie es sich
am 2. August 2010 - dem Datum des MEDAS-Gutachtens - dargeboten habe, gelte
spätestens ab dem Datum des Bekanntwerdens des MRI-Befundes vom 29. Juni 2015
(vgl. IV-act. 379-29). - Offenbar beurteilte er diesen Befund, anhand dessen er eine
Zunahme des Schweregrads der Spondylolisthese seit 2008 verneinte, als hierfür
besonders stichhaltig, was allerdings nach dem oben Dargelegten (E. 4.3.2 f.) noch
ergänzend zu klären sein wird. Dass der Beschwerdeführer die Schmerzen toleriere,
begründete der Gutachter des Weiteren damit, dass durch Gewöhnung und
Anpassung sowie unter Befolgung der täglichen Übungen zum Bauchmuskeltraining
ein akzeptabler Zustand erreicht worden sei (IV-act. 379-27). Zum Tolerieren der
Schmerzen ist allerdings auf das oben (E. 4.5.1) zur erforderlichen Objektivierung
Erwähnte hinzuweisen.
4.6.
Des Weiteren wies der Gutachter der Orthopädie darauf hin, dass Hypermobilität
und schlanker Körperbau oft anzutreffen seien. Zu diesem Aspekt finden sich
unterschiedliche Angaben, welche unerklärt geblieben sind. Die Klinik Valens hatte am
13. Januar 2009 (IV-act. 130) beim Beschwerdeführer nebst einer Haltungsinsuffizienz
mit Wirbelsäulenfehlhaltung eine Hyperlaxizität diagnostiziert, die mit einem Beighton
score von 7/9 bewertet wurde. Bei weiteren früheren Bestimmungen war allerdings
auch von einem Beighton score von 4/9 (IV-act. 201-6) und gar von 0/9 (IV-act. 188-31)
berichtet worden, an letztgenannter Stelle aber gleichzeitig auch von einer leichten
Hyperextension des Ellbogens (um nur 5°) und von einer tendenziell hypermobilen
Schulterbeweglichkeit ("Schürzengriff bds. 10 cm!", übrige Gelenke unauffällig). Bei der
Begutachtung war der Finger-Fussboden-Abstand beim Beschwerdeführer
beispielsweise negativ um 10 cm (IV-act. 379-22). Es wurde in den Akten auf den
asthenischen Habitus des Beschwerdeführers hingewiesen, der bei relativ geringer
Muskelmasse das seine zur Instabilität beitrage (IV-act. 263-4; vgl. auch IV-act. 93-2;
schon IV-act. 14 [ausgeprägte muskuläre Insuffizienz]). In der Replik nun berichtet der
Beschwerdeführer, dass ihm sein linkes Daumengelenk bei nur leichter Haushaltarbeit
um 90 Grad in eine unphysiologische Richtung abgeknickt sei. Das Gelenk lasse sich
nicht mehr strecken und habe einen Knick. Da ein möglicher Zusammenhang dieses
4.7.
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Umstands mit der bereits zur Zeit des Streitgegenstands bestehenden
Gesundheitsschädigung nicht von vornherein ausgeschlossen scheint, ist er, auch
wenn er erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten ist, vorliegend zu
berücksichtigen (vgl. oben E. 2.4). - Mit dem in den Akten erwähnten Einfluss des
Habitus auf die Instabilität und mit den Differenzen zum Schweregrad der Hyperlaxizität
befasste sich die Gutachterstelle nicht weiter. Eine solche Auseinandersetzung fehlt;
allenfalls sind auch diesbezüglich ergänzende Abklärungen zu veranlassen.
Der Gutachter der Orthopädie der Neurologie Toggenburg AG erklärte schliesslich,
das positive Leistungsprofil des Beschwerdeführers umfasse unter anderem (nebst
einer langen Liste weiterer diverser erfüllbarer Anforderungen, vgl. IV-act. 379-27 f.)
vollschichtiges Arbeiten und Arbeiten in jeder körperlichen Schwere. Selbst körperlich
sehr schwere Arbeiten könnten ohne zeitliche Einschränkung verrichtet werden (IV-
act. 379-28). Diese Beurteilung lässt sich nicht ohne Weiteres mit der gleichzeitigen
gutachterlichen Feststellung in Übereinstimmung bringen, wonach Arbeiten im Bücken,
im Knien und in Zwangshaltungen nur mit Einschränkung des Arbeitspensums auf
50 % oder mit deutlicher Verlängerung der Pausenzeiten durchgeführt werden könnten.
Nach einer jeweils einstündigen Tätigkeit in Zwangshaltung sind nach gutachterlicher
Beurteilung ein wenigstens einstündiger Unterbruch der Tätigkeit oder die Übernahme
anderer Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen geboten (IV-act. 379-26). Beim negativen
Leistungsbild wurde ebenfalls angegeben, bei Vermeidung von nichtrückenschonenden
Tätigkeiten in Zwangshaltungen sei eine Verlängerung der branchenüblichen
Pausenzeiten nicht erforderlich. Sehr schweres Heben über 30 kg sollte zudem wegen
der Asthenie und zur Protektion vor Rückenleiden nur mit Hebevorrichtungen
durchgeführt werden (IV-act. 379-28). - Dass dem Beschwerdeführer gemäss den
Angaben des Gutachters der Orthopädie der Neurologie Toggenburg AG selbst
körperlich sehr schwere Arbeit ohne zeitliche Einschränkung möglich sei, erscheint
auch anhand der gesamten Aktenlage, namentlich der abweichenden gutachterlichen
Beurteilung durch die MEDAS Zentralschweiz, wonach für eine schwere Tätigkeit
aufgrund der segmentalen Pathologie unter dem Aspekt des Bewegungsapparates
keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (IV-act. 188-25, 27), bei den vorliegenden
Gegebenheiten nicht ohne Weiteres erklärlich.
4.8.
Zusammenfassend ergeben sich nach dem Dargelegten Zweifel, ob die
(qualitativen und quantitativen) Auswirkungen der vorhandenen orthopädischen (und
neurologischen) Schädigungen bzw. der Beschwerden des Beschwerdeführers auf die
zumutbare Arbeitsfähigkeit im Gutachten der Neurologie Toggenburg AG ausreichend
4.9.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 35/44
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5.
In Bezug auf den allgemeinmedizinisch-internistischen Teil hat der Beschwerdeführer
zu Recht auf die unzutreffende gutachterliche Annahme hingewiesen, dass auch
Dr. L._ von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgehe (IV-
act. 379-16). Tatsächlich hat die Ärztin am 20. August 2015 (IV-act. 337) unter der
Voraussetzung, dass eine Stabilisierung (durch Training) eintrete, eine Tätigkeit als an
fünf Stunden pro Tag zumutbar bezeichnet. Ein Einfluss der erwähnten unzutreffenden
Annahme auf die polydisziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter lässt sich
nicht von vornherein ausschliessen.
6.
berücksichtigt worden seien. Zumindest ergänzende Begründungen scheinen
erforderlich.
In psychiatrischer Disziplin wurden beim Beschwerdeführer im Gutachten der
Neurologie Toggenburg AG einerseits eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren und anderseits eine Persönlichkeitsstörung mit
asthenischen und vermeidenden Persönlichkeitszügen diagnostiziert. Den beiden
Diagnosen wurde - auch in ihrer Kombination - kein Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit
zugemessen.
6.1.
Die Gutachterin der Psychiatrie beschreibt, dass die asthenischen
Persönlichkeitsanteile des Beschwerdeführers zu kränkenden Erlebnissen und
Missverständnissen führten, welche die (sc. Persönlichkeits-) Störung (das
Vermeidungsverhalten) selbst aufrechterhalten würden (vgl. IV-act. 379-47). - Im
Gutachten wurde festgehalten, relevante psychiatrische Komorbiditäten lägen nicht vor
(IV-act. 379-51). Indessen erscheint der Aspekt des Zusammenfallens der beiden
diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, nämlich der
Persönlichkeitsstörung einerseits und der Schmerzstörung anderseits, relevant, kann
das Vorliegen beider Störungen zusammen eine zumutbare Arbeitstätigkeit doch
möglicherweise zusätzlich erschweren. Dazu erscheint eine medizinische
Auseinandersetzung erforderlich.
6.2.
Beim Befund wurde im Gutachten der Psychiatrie unter anderem festgehalten, der
Beschwerdeführer sei bei der Anamneseerhebung manchmal etwas unstrukturiert
gewesen (auch beim AMDP-Befund erwähnt) und habe sich in Details verloren, so dass
es teilweise schwer gewesen sei, einen Zusammenhang herzustellen. Trotz der mehr
als 90-minütigen Exploration sei es schwierig gewesen, die Angaben des
6.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 36/44
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Beschwerdeführers chronologisch folgerichtig zu ordnen und die beschriebenen
Symptome einzuordnen (vgl. IV-act. 379-38). Nach AMDP habe er in der
Stimmungslage etwas herabgesetzt gewirkt, im Affekt jedoch adäquat und
schwingungsfähig, aktuell im Antrieb nicht beeinträchtigt, ohne Interessenverlust. Der
Beschwerdeführer beschreibe jedoch einen sozialen Rückzug. Als wesentliche
Beeinträchtigung erlebe er die chronischen Rückenschmerzen (vgl. IV-act. 379-38 f.).
Was die Beurteilung der Ergebnisse der psychiatrischen Zusatzuntersuchung Mini-ICF
betrifft, ergaben sich beim Beschwerdeführer gemäss dem Gutachten eine leichte
Beeinträchtigung der Selbstbehauptungs- und der Gruppenfähigkeit sowie eine
mittelgradige Beeinträchtigung der Kontakt- und Gruppenfähigkeit (Letztere hier
nochmals genannt) und der Fähigkeit, Spontanaktivitäten zu entwickeln (vgl. IV-
act. 379-39 f.). - Nach der orientierenden neuropsychologischen Testuntersuchung zur
Mehrfach-Wortschatzwahl habe die verbale Intelligenz des Beschwerdeführers im
oberen Normbereich gelegen (vgl. IV-act. 379-40). - Eine relevante depressive
Symptomatik habe gemäss der Selbsteinschätzung nach dem Beck Depressions-
Inventar (Revision BDI - II) nicht vorgelegen (vgl. IV-act. 379-40 f.). - In der
Mehrdimensionalen Schmerzskala (MSS) habe der Beschwerdeführer ein
Schmerzerleben mit Hinweisen auf eine somatoforme Überlagerung gezeigt (vgl. IV-
act. 379-41). - Beim PDI (Pain Disability Index) habe der Beschwerdeführer in allen
Bereichen mittelschwere bis schwere Beeinträchtigungen mit deutlicher
Beeinträchtigung der beruflichen Aktivitäten und der häuslichen Verpflichtungen
angegeben (vgl. IV-act. 379-41). - Die Gutachterin der Psychiatrie hielt beurteilend
unter anderem fest, es hätten sich (nebst leichten Beeinträchtigungen im Bereich der
Selbstbehauptungsfähigkeit, der Gruppenfähigkeit und der Fähigkeit zu
Spontanaktivitäten) mittelschwere Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers im
zwischenmenschlichen Bereich, bei der Kontaktfähigkeit und bei der Fähigkeit
ergeben, enge Beziehungen aufrecht zu erhalten. Einschränkungen hätten auch beim
Anpassungs- und Umstellungsvermögen und bei der Gestaltungs- und
Erlebnisfähigkeit vorgelegen (IV-act. 379-44 f.). - Die Befunde waren demnach teilweise
mittelschwer. Die Gutachterin der Psychiatrie hielt denn auch dafür, unter
Berücksichtigung der erhobenen Befunde wäre es sinnvoll, den Beschwerdeführer
psychotherapeutisch zu behandeln, um seine Konfliktfähigkeit, seine kommunikativen
Fähigkeiten und sein Anpassungs- und Umstellungsvermögen zu verbessern (vgl. IV-
act. 379-47).
Zur beruflichen Integration des Beschwerdeführers hielt die Gutachterin der
Psychiatrie fest, eine solche sei über viele Jahre hinweg nicht gelungen und eine
geplante Ausbildung immer wieder verschoben worden. Es hätten sich Hinweise darauf
6.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 37/44
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gefunden, dass es im Zusammenhang mit dem chronischen Rückenleiden zum
Vermeidungsverhalten und zu fehlendem Durchhaltevermögen gekommen sei. Auch
bei der Ausbildung zum Bürokaufmann sei es - bei ansonsten guten schulischen
Leistungen - zu gehäuften Fehlzeiten und teilweise unentschuldigtem Fernbleiben vom
Unterricht gekommen. Trotz des erfolgreichen Berufsabschlusses sei eine Integration in
den Beruf nicht gelungen (zurzeit finde die berufliche Massnahme statt, vgl. IV-
act. 379-43). - Diese Beurteilung einer nach langer Zeit noch immer nicht gelungenen
Integration ist nach der Aktenlage gut nachvollziehbar. - Ergänzend ist darauf
hinzuweisen, dass die Schwierigkeiten auch nach der Begutachtung durch die
Neurologie Toggenburg AG anhielten. Der Arbeitgeber des während der Begutachtung
laufenden (aktenmässig letzten) Arbeitsversuchs hat nach Angaben der
Stellenvermittlungsunternehmung vom 12. Mai 2016 inzwischen "die Unstimmigkeiten"
des Beschwerdeführers mitbekommen (IV-act. 401-13) und er hat der
Beschwerdegegnerin am 10. Juni 2016 (IV-act. 401-13) mitgeteilt, er habe dem
Beschwerdeführer für eine Rehabilitation drei Wochen frei gegeben. Doch danach
müsse das Pensum von 50 % erreichbar sein, sonst komme es zu einer Kündigung. Er
hatte Bedenken hinsichtlich eines möglichen Rückfalls geäussert (vgl. IV-act. 402 und
401-13). - Die Gutachterin der Psychiatrie hatte im Übrigen darauf hingewiesen, dass
die Prognose der Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers von einem
vertrauensvollen Umgang mit Mitarbeitern und Vorgesetzten abhänge (vgl. IV-
act. 379-47), was zumindest einer einschränkenden Voraussetzung für die
Arbeitsfähigkeit bzw. die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit entspricht.
Bezüglich der medizinischen Behandlung allgemein (Aspekt des Schweregrads
bzw. des Leidensdrucks) legte die Gutachterin der Psychiatrie dar, bis anhin habe
lediglich eine sporadische ambulante psychiatrische Behandlung stattgefunden; der
Beschwerdeführer gebe jedoch an, zu den behandelnden Therapeuten keine
vertrauensvolle Beziehung aufgebaut haben zu können. Es habe auch nur eine
sporadische, unregelmässige schmerztherapeutische Behandlung stattgefunden. Der
Beschwerdeführer nehme zurzeit weder psychiatrische noch schmerztherapeutische
Medikamente ein (vgl. IV-act. 379-43; vgl. zum Letzteren auch IV-act. 379-19).
6.5.
Zum Medikamenteneinsatz ist jedoch zu erwähnen, dass in einem Eintrittsbericht
des Schmerzzentrums am Kantonsspital St. Gallen vom 4. Oktober 2011 dargelegt
worden war, der Beschwerdeführer habe bezüglich der Schmerzwahrnehmung von den
Cannabinoiden profitiert. Angesichts des jungen Alters und der Persönlichkeit sei aber
zurzeit von jeglichen Schmerzmitteln Abstand zu nehmen (vgl. IV-act. 263-3 f.).
6.5.1.
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Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass bei der psychiatrischen Begutachtung
erwähnt wurde, der Beschwerdeführer mache regelmässig Gymnastik für den Rücken
(vgl. IV-act. 379-43). Er hat denn auch, wie der orthopädischen Begutachtung zu
entnehmen ist, mitgeteilt, er müsse viele Übungen und ein Training absolvieren, um mit
den Bauchmuskeln seine Haltung zu stabilisieren (vgl. IV-act. 379-19). Im Gutachten
wurde festgehalten, Rücken- und Bauchmuskel-Training seien die Massnahmen der
Wahl (vgl. IV-act. 379-29). - Die IV-Eingliederung war im Januar 2011 (IV-act. 202)
zudem offenbar nicht von zu wenig, sondern von zu viel Therapien ausgegangen, hatte
sie doch festgestellt, es bestehe eine Flucht des Beschwerdeführers in medizinische
Massnahmen, Trainingsprogramme und Ernährungsprogramm. - Im Übrigen ist die
somatische Seite des Leidens des Beschwerdeführers ihrerseits bis anhin ungenügend
abgeklärt bzw. erklärt (vgl. oben E. 4).
6.5.2.
Zur Frage der psychiatrischen Behandlung ging die Gutachterin der Psychiatrie
einerseits davon aus, im Zusammenhang mit dem Wirbelgleiten sei es zu
Anpassungsstörungen gekommen, doch habe eine konsequente psychiatrische oder
psychotherapeutische Behandlung offensichtlich wegen der nicht ausreichenden
Mitwirkung des Beschwerdeführers und der daraus resultierenden schlechten
Therapieadhärenz nicht in ausreichendem Umfang stattgefunden (IV-act. 379-45).
Gleichzeitig stellte sie anderseits - was nicht ohne Weiteres zu erklären ist - wie
erwähnt (hinsichtlich der Berufsausbildung und der beruflichen Massnahmen) fest,
zumindest in der Vergangenheit sei das Anpassungs- und Umstellungsvermögen des
Beschwerdeführers ebenso wie sein Durchhaltevermögen beeinträchtigt gewesen (vgl.
IV-act. 379-44), die als Folge der asthenischen Persönlichkeitsstörungen eintretenden
Erlebnisse würden diese Störung (das Vermeidungsverhalten) aufrechterhalten (vgl. IV-
act. 379-47), und der Beschwerdeführer habe angegeben, zu den behandelnden
Therapeuten keine vertrauensvolle Beziehung aufbauen gekonnt zu haben (vgl. IV-
act. 379-43). - Im polydisziplinären Konsens zu den Fragen der Behandlung und
Eingliederung (unter anderem Kooperation/Adhärenz, noch nicht ausgeschöpfte
Therapieoptionen, Erfolg bisheriger Eingliederungsmassnahmen, Ressourcen) haben
die Gutachter der Neurologie Toggenburg AG schliesslich festgestellt, die medizinische
Behandlung des Beschwerdeführers sei durch Therapieabbrüche wegen des Gefühls
des Nichtverstandenseins gekennzeichnet. Lebensgeschichtliche Ereignisse wie der
Überfall in der Pubertät und die schwere Erkrankung der Mutter und ihr früher Tod
hätten bei der Entwicklung der dieses Verhalten kennzeichnenden
Persönlichkeitsstörung eine Rolle gespielt. An fehlender Mitarbeit habe es also nicht
gelegen (vgl. IV-act. 379-49). - Für diese gutachterliche Würdigung, wonach nicht
6.5.3.
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fehlende Mitwirkung ursächlich sei, spricht im Übrigen, dass der Beschwerdeführer
auch diverse Stellen angetreten hat (vgl. IV-act. 310 ff., IV-act. 201-2 oben, IV-
act. 58-5, IV-act. 379-35), was auf seinen Willen zur Eingliederung hindeutet. - Im
Übrigen war dem Beschwerdeführer im Gutachten der Neurologie Toggenburg AG ein
konsistentes Verhalten ohne Diskrepanzen oder Widersprüche attestiert worden.
Was den (Standardindikatoren-) Komplex der Persönlichkeit des
Beschwerdeführers betrifft, zeigt sich Folgendes: Im Bericht von I._ (von August
2008) war der Beschwerdeführer als überlegt, selbständig, ausdauernd, zuverlässig,
verantwortungsbewusst, teamfähig, bescheiden und höflich beschrieben worden; er sei
nie in Konfliktsituationen geraten. Es wurde allerdings auch erwähnt, korrektes
Abmelden bei Krankheiten habe ihm noch etwas Mühe gemacht. In einzelnen
Testsituationen habe er voreilig und ungeduldig reagiert, in anderen ruhig und
gelassen. Einmal habe er unflexibel reagiert und sich wenig kooperativ verhalten (vgl.
IV-act. 113). Der Inhaber des Betriebs, in welchem der Beschwerdeführer einen ersten
Arbeitsversuch unternommen hatte, rügte jedoch (im August 2015) unter anderem
Unpünktlichkeit, unentschuldigte Absenzen, arrogantes Auftreten, Besserwisserei,
fehlende Lernbereitschaft, mangelnde Kritikfähigkeit und mangelnde Qualifikation (vgl.
IV-act. 401-4 f.). Die Beschwerdegegnerin ihrerseits hatte den Beschwerdeführer im
Lauf des Verfahrens gemahnt (wegen unentschuldigten Fernbleibens von einer
medizinischen Abklärung; zur Einhaltung eines Eingliederungsplans). - Die IV-
Eingliederung (allerdings nichtärztliche Beurteilung) hatte im Januar 2011 von einer
Wechselhaftigkeit berichtet, die den Charakter eines Lebensskripts des
Beschwerdeführers zu haben scheine (vgl. IV-act. 202-2), was auf eine
krankheitsbedingte Ursache hindeutet. - Die diesbezüglichen Beschreibungen fallen
somit weit auseinander, ohne dass dem Gutachten - soweit ersichtlich - eine
Auseinandersetzung hierzu zu entnehmen wäre.
6.6.
Zu Recht hatte der RAD vorliegend am 7. September 2015 (IV-act. 342) nach dem
Abbruch eines Arbeitsversuchs wegen der Verhaltensauffälligkeiten des
Beschwerdeführers die Frage gestellt, ob ein Motivationsproblem oder ein
krankheitsbedingtes Fehlverhalten des Beschwerdeführers vorliege. Im MEDAS-
Gutachten sei eine Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen worden, gemäss Dr. K._
dagegen bestünden tiefgreifende Verhaltensauffälligkeiten, die sich auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkten. - Mit dem Gutachten der Neurologie Toggenburg AG
wurde nun gutachterlich eine Persönlichkeitsstörung bestätigt, ihr aber, obwohl
krankheitsbedingte Einschränkungen (IV-act. 379-44 f.) und Behandlungsbedürftigkeit
6.7.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 40/44
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(IV-act. 379-47) beschrieben worden waren, keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bescheinigt, was erklärungsbedürftig erscheint.
Bei der Auseinandersetzung mit früheren medizinischen Beurteilungen ging die
Gutachterin der Psychiatrie der Neurologie Toggenburg AG davon aus, dass Dr. K._
eine Neurasthenie des Beschwerdeführers beschrieben habe, dieser Störung aber
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen habe (IV-act. 379-46). Indessen
war der Beschwerdeführer nach der Beurteilung von Dr. K._ im Arztbericht vom
18. Mai 2011 für Arbeiten auf dem freien Arbeitsmarkt (im Unterschied zur Tätigkeit im
geschützten Bereich Ausbildung, KV-Lehre) teilarbeitsunfähig (IV-act. 218-3). Der
Facharzt hatte damals unter anderem festgehalten, es bestünden im Einzelnen
Einschränkungen hinsichtlich der Motivation (diagnostiziert gewesen war damals
allerdings [vorübergehend] ein Cannabis-Abusus mit amotivationalem Syndrom, IV-
act. 218-1), des Wollens und der Initiative, eine Verlangsamung, ein dysexekutives
Syndrom und eine Affektstörung, eine Selbstwertregulationsstörung und ein
dysfunktionales Lösen von Autonomie-Abhängigkeitskonflikten. Bei der Arbeit wirke
sich das aus, indem der Beschwerdeführer vermeide, sich schone, langsamer arbeite,
nicht durchhalte und ein Fluchtverhalten aufweise (vgl. IV-act. 218-2). - Das Attest einer
Teilarbeitsunfähigkeit durch Dr. K._ scheint übersehen worden zu sein.
6.8.
Was das Verhalten des Beschwerdeführers bei den medizinischen Abklärungen -
bzw. die Frage der Konsistenz - betrifft, zeigt sich was folgt:
6.9.
Im psychiatrischen Gutachten der Neurologie Toggenburg AG wurde dem
Beschwerdeführer wie erwähnt ein konsistentes Verhalten ohne Diskrepanzen oder
Widersprüche attestiert (vgl. IV-act. 379-45). Dennoch sei es ihm nicht immer gelungen,
die Anamnese und die Beschwerden zusammenhängend und nachvollziehbar
darzustellen (IV-act. 379-45 und 38). Die Beschwerdeschilderung, die Beschreibung
des Tagesablaufs, das Ergebnis der Beobachtungen während der Untersuchung und
das Ergebnis des Mini-ICF wurden psychiatrisch-gutachterlich als kongruent
bezeichnet (vgl. IV-act. 379-39 f.). - Der Gutachter der Orthopädie der Neurologie
Toggenburg AG bestätigte, es bestünden kein leidenszentriertes Auftreten und keine
Aggravationstendenz oder Simulation (vgl. IV-act. 379-26). - Auch beim PACT-Test in
der Klinik Valens war die interne Testkonsistenz gegeben gewesen und der
Beschwerdeführer hatte seine eigene Leistungsfähigkeit mit einem Wert von 146
Punkten bewertet (vgl. IV-act. 201-2). - Die IV-Eingliederung war 2007 von einer
realitätsgerechten Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers ausgegangen (vgl. IV-
act. 76-1). Der MEDAS-Gutachter der Psychiatrie hatte im Jahr 2010 eine relativ
6.9.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 41/44
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zurückhaltende, präzise und differenzierte Schilderung der Schmerzen durch den
Beschwerdeführer erwähnt (vgl. IV-act. 188-44). - Nach diesen Schilderungen ist von
konsistentem Verhalten des Beschwerdeführers auszugehen.
Es wurde im psychiatrischen Teilgutachten festgehalten, lediglich [aber
immerhin] im PDI habe sich der Beschwerdeführer stärker beeinträchtigt dargestellt als
er es im Alltag tatsächlich sei (IV-act. 379-45). Er erlebe sich als deutlich stärker
beeinträchtigt, als das tatsächlich vom aktuellen Aktivitätsniveau abgeleitet werden
könne (vgl. IV-act. 379-41). - Das damalige Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers
umfasste allerdings wie oben erwähnt die - vorübergehende weitreichende -
Arbeitstätigkeit im IV-Arbeitsversuch zurzeit der Begutachtung mit der Aussicht auf
einen allfälligen festen Arbeitsvertrag. Hierzu ist das oben zur orthopädischen
Arbeitsfähigkeitsschätzung Dargelegte (vgl. E. 4.5.1, betreffend Zumutbarkeit) zu
beachten.
6.9.2.
Der Umstand, dass die Gutachterin der Psychiatrie ihrer Feststellung einer
Unfähigkeit des Beschwerdeführers zur Erfüllung der beruflichen Anforderungen
lediglich den Hinweis entgegensetzte, dieser sei zurzeit bei einem offenbar
verständnisvollen Arbeitgeber und sehr motiviert, die Anforderungen zu erfüllen (vgl. IV-
act. 379-48), könnte zudem darauf hindeuten, dass diese Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
(für jene der MEDAS, vgl. oben E. 4.5.2) sich auf das konkrete, als besonders geeignet
betrachtete Arbeitsverhältnis - die genannte laufende IV-Massnahme mit Aussicht auf
eine Festanstellung - bezogen haben könnte, das nicht (durch vorschnelle
Arbeitsunfähigkeitsangabe) gefährdet werden sollte. Auch polydisziplinär wurde
festgehalten, die Motivation, den sozialen Rückzug zu überwinden und sich endlich
beruflich anzupassen, scheine derzeit hoch (vgl. IV-act. 379-49), wobei es allerdings
wie oben (E. 6.5.3) dargelegt nach dem Gutachten schon zuvor an der Mitarbeit bzw.
Mitwirkung des Beschwerdeführers nicht gemangelt hat.
6.10.
Nach der gutachterlichen psychiatrischen Beurteilung der Neurologie
Toggenburg AG ist das Verhalten - wie jenes des Beschwerdeführers mit akzentuierter
Persönlichkeit mit asthenischen und vermeidenden Zügen - schliesslich jedenfalls
charakterisiert durch Passivität und durch Unfähigkeit, den schulischen oder
beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Das habe (beim Beschwerdeführer) zu
Fehlzeiten geführt (wie während der Ausbildung berichtet) und werde wahrscheinlich
auch in Zukunft zu Fehlzeiten führen (vgl. IV-act. 379-48). - Diese gutachterliche
Feststellung deutet auf eine psychiatrisch bedingte gewisse (quantitative)
Arbeitsunfähigkeit hin. - Weshalb dies in die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht
eingeflossen ist, lässt sich nicht erklären und bedarf einer Begründung.
6.11.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 42/44
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7.
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht erscheint
daher nicht ausreichend stichhaltig beurteilbar.
6.12.
Insgesamt zu bedenken ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer bereits als
Minderjähriger bei der Invalidenversicherung angemeldet worden war, dass schon im
Alter von 15 Jahren von einer chronischen Schmerzsymptomatik mit
Vermeidungsverhalten und sozialem Rückzug berichtet worden war, und dass die
Beschwerdegegnerin ihm über einen langen Zeitraum hinweg mit
Eingliederungsmassnahmen zur Seite stand, ohne dass eine Eingliederung in den
Arbeitsmarkt gelungen wäre. Schon früh und über den ganzen Zeitraum hinweg waren
auch immer wieder psychische Schwierigkeiten des Beschwerdeführers erwähnt
worden.
7.1.
Die MEDAS Zentralschweiz hatte in ihrem Gutachten in orthopädischer Hinsicht
zwar darauf hingewiesen, dass der von ihr festgestellte Schweregrad der
Spondylolisthese - Grad II - kaum je zu Arbeitsunfähigkeit im kaufmännischen Bereich
führe (vgl. IV-act. 188-27) bzw. bei solchen Schädigungen kaum je ein invalidisierendes
Ausmass an Beschwerden bestehe (vgl. IV-act. 188-25). Sie hatte aber auch
festgestellt, der beim Beschwerdeführer aufgetretene chronifizierte Verlauf erstaune; er
deute auf gewisse "schmerzunterhaltende" Prozesse hin, die sich teilweise von der
strukturellen Pathologie im Segment L5 losgelöst hätten (IV-act. 188-25).
7.2.
Die Einordnung von Schmerzen und Beschwerden des Beschwerdeführers unter
somatischem und unter psychiatrischem Aspekt erfolgte vorliegend in den jeweiligen
gutachterlichen Beurteilungen sehr unterschiedlich.
7.3.
Schon bei der (psychiatrischen) MEDAS-Beurteilung waren gewisse Symptome,
die sowohl bei einer Depression wie auch bei chronischen Schmerzen auftreten
könnten, ohne dass sich eine Zuordnung machen lasse, in den Depressionsskalen
nicht mitgezählt worden, womit die Werte eindeutig nicht pathologisch gewesen seien.
Für die Diagnose einer Depression sei die klinische Beurteilung entscheidend, wo keine
Depression vorliege. Gleichzeitig war zwar eine somatoforme Schmerzstörung in
Betracht gezogen, diese aber mit der Begründung verneint worden, dass die
Schmerzen des Beschwerdeführers mindestens zu einem wesentlichen Teil auf
körperliche Veränderungen zurückgeführt werden könnten (IV-act. 188-44). Es war
jedoch auf die grosse Gefahr hingewiesen worden, dass der Beschwerdeführer eine
psychische Störung entwickeln könnte.
7.3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 43/44
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8.
Im Gutachten der Neurologie Toggenburg AG wurde angegeben, hinsichtlich des
Rückenleidens bestehe eine somatoforme Schmerzgestaltung; die Kriterien einer
somatoformen Störung würden jedoch nicht erfüllt (IV-act. 379-49). Von
Therapieresistenz oder Chronifizierung, der Voraussetzung für die Diagnose einer
somatoformen Schmerzstörung, könne nicht gesprochen werden, weil bisher kaum
Therapiemassnahmen in Anspruch genommen worden seien (IV-act. 379-50 f.). Es sei
lediglich bei der Arbeitsplatzgestaltung auf die Rückenbeschwerden Rücksicht zu
nehmen (IV-act. 379-49). - Trotz Qualifizierung der Schmerzgestaltung bei
somatischem Leiden als somatoform wurde eine entsprechende psychiatrische
Diagnose demnach wegen ungenügender Therapie nicht gestellt. Die
Therapieabbrüche waren indessen ihrerseits wie oben erwähnt mit der
gesundheitlichen Beeinträchtigung, nämlich mit der Persönlichkeitsstörung, erklärt
worden (es war nämlich angegeben worden, diese Störung kennzeichne das Verhalten
der Therapieabbrüche wegen des Gefühls des Nichtverstandenseins, vgl. IV-
act. 379-49, während es wie erwähnt an fehlender Mitarbeit nicht gelegen habe). Die
diesbezügliche Begründung erscheint daher nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, da
die Schmerzen auch schon über eine lange Zeit hinweg erwähnt wurden. - Bei der
Auseinandersetzung mit den früheren psychiatrischen Beurteilungen wurde im
Gutachten dargelegt, alle dort erwähnten Befunde flössen in die diagnostizierte
Persönlichkeitsstörung ein (IV-act. 379-51). - Allerdings wurde daneben auch eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert
(vgl. Komorbidität, oben E. 6.2).
7.3.2.
Unter diesen Umständen lässt sich zusammenfassend bei gegebener Aktenlage
nicht ausschliessen, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers relevant
beeinträchtigt ist. Ob im Gutachten der Neurologie Toggenburg AG die Auswirkungen
der Gesundheitsschädigungen unter somatischem und/oder unter psychiatrischem
Aspekt genügend berücksichtigt worden seien, lässt sich nach dem oben Dargelegten
ohne ergänzende Abklärungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beurteilen.
8.1.
Es rechtfertigt sich bei den konkreten Gegebenheiten, die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie wird die erforderlichen Abklärungen im Sinn
der Ergänzungen der Begutachtung, welche sie bereits unmittelbar nach
Bekanntwerden deren Ergebnisses hätte veranlassen sollen, vornehmen können. Zu
berücksichtigen ist diesbezüglich der vorliegend wesentliche Vorzug einer solchen
Rückweisung, dass das Verfahren auf diese Weise nun sogleich wieder von der
Beschwerdegegnerin weitergeführt werden kann, was einer dem noch jungen
8.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 44/44
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9.