Decision ID: dbd6b039-b93c-41ea-aba2-fc43fb4a4884
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») am 30. November 2022 ver-
fügte, dass die Strafanzeige von A. vom 12. September 2022 nicht anhand
genommen wird und dass eine Kopie sämtlicher Eingaben von A. (insgesamt
62) den zuständigen Strafverfolgungsbehörden des Kantons Aargau weiter-
geleitet wird (act. 1.1);
- die BA dabei namentlich erwog, dass (act. 1.1):
- A. mit Datum vom 12. September 2022 der BA eine Strafanzeige gegen das
Bundesgericht zugestellt habe, wobei er geltend mache, «das Bundesge-
richtsurteil vom 06.09.2022 ist korrupt und kriminell»;
- als Ergänzung seiner Strafanzeige am 13., 14., 15. (zweifach), 16., 18., 19.,
20., 21., 23., 25., 26., 27., 28. und 30. September, 1. (zweifach), 2. (zwei-
fach), 3., 5., 6., 7., 8., 9. (zweifach), 10., 14., 15., 17., 21., 23., 25., 26., 27.,
28., 29., 30., 31. Oktober sowie 1., 2., 4., 5., 6., 7. (zweifach), 8., 10., 11.,
12., 13., 14., 15., 17., 18., 20., 21., 22., 24., 27. und 28. November 2022
weitere Eingaben an die BA gefolgt seien, wobei der Anzeiger seine Vor-
würfe gegen diverse kantonale Behördenmitglieder oder Privatpersonen er-
weitert habe, beziehungsweise der BA Kopien von diversen Schreiben an
Privatpersonen, den Europäischen Gerichtshof, das Büro des Hohen Kom-
missars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR), das Depar-
tement für Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau, das Verwal-
tungsgericht des Kantons Aargau etc. zugestellt habe;
- Hintergrund der Vorwürfe gegen das Bundesgericht das Urteil 1B_459/2022
vom 6. September 2022 sei, wobei der Anzeiger ausführe, «[d]as Bundes-
gerichtsurteil vom 06.09.2022 ist korrupt und kriminell» und beanstande,
dass sich das Urteil mit dem Beschluss SST.2022.157 des Obergerichts vom
31.08.2022 decke, weshalb eine «Interessenkollision von Seiten Oberstaats-
anwaltschaft und des Schweizerischen Bundesgerichtes gegenüber A. als
Ankläger / Beschwerdeführer» bestehe;
- soweit Bundeszuständigkeit vorliege – nämlich in Bezug auf den Spruchkör-
per des Bundesgerichts – der Anzeigeerstatter nicht konkret darlege, inwie-
fern sich dieser des Amtsmissbrauchs schuldig gemacht haben solle;
- die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Strafverfahrens mangels eines
hinreichenden Tatverdachts eindeutig nicht erfüllt seien und daher, soweit
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eine Bundeszuständigkeit vorliege, direkt die Nichtanhandnahme gemäss
Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO zu verfügen sei;
- die weiteren Rügen und Vorbringen des Anzeigeerstatters nicht den Gegen-
stand der Nichtanhandnahmeverfügung bzw. den strafrechtlichen Vorwurf
gegenüber dem Bundesgericht beträfen und keine Bundeszuständigkeit be-
gründeten, weshalb eine Kopie sämtlicher Eingaben der zuständigen Straf-
verfolgungsbehörde des Kantons Aargau weitergeleitet werde;
- A. mit Beschwerde vom 3. Dezember 2022 (Postaufgabe: 5. Dezember
2022) gegen die Nichtanhandnahmeverfügung vom 30. November 2022 an
die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt und sinngemäss
deren Aufhebung beantragt (act. 1);
- A. mit weiteren separaten Eingaben ohne erkennbaren Zusammenhang mit
der Beschwerde vom 3. Dezember 2022 an die Beschwerdekammer ge-
langte; unter der Geschäftsnummer UZ.2021.106 eine Eingabe vom 4. De-
zember 2022 an die BA weitergeleitet wurde (act. 3), eine Eingabe vom
5. Dezember 2022 an A. retourniert wurde (act. 4), eine Eingabe vom 6. De-
zember 2022 an die BA weitergeleitet wurde (act. 5), drei Eingaben vom 7.
und 8. Dezember 2022 an A. retourniert wurden, mit dem Hinweis, dass sich
die Beschwerdekammer vorbehält, auf weitere Eingaben ähnlicher Art nicht
mehr förmlich zu reagieren (act. 6), die Eingaben vom 9. und 10. Dezember
2022 abgelegt wurden (act. 7, 8).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei
der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben wer-
den kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO die Beschwerde gegen schriftlich oder münd-
lich eröffnete Entscheide innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der
Beschwerdeinstanz einzureichen ist;
- wo die Strafprozessordnung verlangt, dass das Rechtsmittel begründet wird,
die Person oder die Behörde, die das Rechtsmittel ergreift, gemäss Art. 385
Abs. 1 StPO genau anzugeben hat, welche Punkte des Entscheides sie an-
ficht (lit. a), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (lit. b) und
welche Beweismittel sie anruft (lit. c);
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- die Beschwerdebegründung im Sinne von Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO sich mit
den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinanderzusetzen hat
(Urteil des Bundesgerichts 6B_721/2018 vom 19. November 2018 E. 2.1
m.w.H.);
- sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde inhaltlich nicht mit der Be-
gründung der angefochtenen Verfügung auseinandersetzt;
- mithin die Beschwerde die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO nicht
erfüllt;
- gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO die Rechtsmittelinstanz eine Eingabe, welche
die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO nicht erfüllt, zur Verbesserung
innerhalb einer kurzen Nachfrist zurückweist;
- nicht jeder Begründungsmangel, der nicht mehr innert der gesetzlichen
Rechtsmittelfrist behebbar ist, zu einer Nachfrist nach Art. 385 Abs. 2 StPO
führen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_319/2021 vom 15. Juli 2021
E. 6);
- es nicht Sinn und Zweck einer Nachfrist sein kann, grundlegend mangelhafte
Rechtsschriften gegenüber prinzipiell rechtsgenüglichen Eingaben zu privi-
legieren, zumal Letztere unter Umständen die inhaltlichen Eintretenserfor-
dernisse auch nicht in allen Punkten erfüllen; sich die innert gesetzlicher Frist
gemachten Ausführungen wenigstens ansatzweise auf die Begründung der
angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung beziehen müssen (Urteil des
Bundesgerichts 6B_280/2017 vom 9. Juni 2017 E. 2.2.2 m.w.H.);
- vorliegend die innert gesetzlicher Frist gemachten Ausführungen des Be-
schwerdeführers sich nicht ansatzweise auf die Begründung der angefoch-
tenen Nichtanhandnahmeverfügung beziehen;
- die Inkongruenz durch die Folgeneingaben angestiegen ist;
- daher kein Anlass besteht, dem Beschwerdeführer die Gelegenheit zur Ver-
besserung der Beschwerdebegründung nach Art. 385 Abs. 2 StPO einzuräu-
men;
- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich unzulässig er-
weist, weshalb auf sie ohne weiteren Schriftenwechsel nicht einzutreten ist
(vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario);
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- aufgrund des Aktenzustellgesuchs des Beschwerdeführers mit Hinweis auf
eine UZ-Geschäftsnummer der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen ist,
dass die UZ-Aktenzeichen lediglich als Ablagevermerk dienen und kein Ver-
fahren betreffen;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO) und die Gerichtsgebühr
auf Fr. 200.– festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des
Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten,
Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR
173.713.162]);
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