Decision ID: e8ed1ec3-7c45-5102-85e4-0e953bfe1ff1
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ist algerischer Staatsangehöriger arabischer Eth-
nie, mit letztem Wohnsitz in B._ (Provinz Constantine). Gemäss ei-
genen, abweichenden Angaben verliess er seinen Heimatstaat im Januar
2020 beziehungsweise am 17. Januar 2021 in Richtung Spanien. Am
22. März 2021 reiste er aus Frankreich kommend unkontrolliert in die
Schweiz ein und stellte gleichentags beim Bundesasylzentrum Ostschweiz
ein Asylgesuch. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) nahm am 7. Ap-
ril 2021 die Personalien des Beschwerdeführers auf, führte am 12. April
2021 ein rechtliches Gehör zur allfälligen Anwendung der Rechtsbestim-
mungen des Dublin-Regimes durch und hörte ihn am 11. Mai 2021 einge-
hend zu seinen Asylgründen an.
B.
Am 18. Mai 2021 unterbreitete das SEM dem damaligen Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers den Entwurf seines Entscheids zur Stellung-
nahme. Die gleichentags verfasste Stellungnahme des damaligen Rechts-
vertreters ging dem Staatssekretariat am 20. Mai 2021 zu.
C.
Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 21. Mai 2021 lehnte das SEM
das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete dessen Wegwei-
sung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.
D.
Mit Eingabe vom 16. Juni 2021 (Datum der Postaufgabe: 17. Juni 2021)
focht der Beschwerdeführer den Asylentscheid des SEM beim Bundesver-
waltungsgericht an. Dabei beantragte er die Aufhebung der genannten
Verfügung, seine Anerkennung als Flüchtling und die Gewährung des
Asyls, eventualiter seine vorläufige Aufnahme in der Schweiz wegen Un-
durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs. In prozessualer Hinsicht er-
suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von
Art. 65 Abs. 1 VwVG und der amtlichen Rechtsverbeiständung gemäss
Art. 102m Abs. 4 des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31).
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-
gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-
den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit
Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-
rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-
gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG, Art. 108
Abs. 1 AsylG und Art. 10 COVID-19-Verordnung [SR 142.318] i.V.m.
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-
dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet sich
die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-
ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend handelt es
sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche, weshalb der Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG).
3.2. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf einen Schriftenwechsel
verzichtet.
4.
4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem
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Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-
ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-
gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu
werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von
Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-
eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-
dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1. Das SEM begründete die Ablehnung des Asylgesuchs in der ange-
fochtenen Verfügung im Wesentlichen damit, die betreffenden Vorbringen
des Beschwerdeführers seien asylrechtlich nicht relevant. Diese Beurtei-
lung ist als offensichtlich zutreffend zu erachten.
5.2. Der Beschwerdeführer machte im Rahmen seiner Anhörung zur Be-
gründung des Asylgesuchs im Wesentlichen Folgendes geltend: Er habe
seinen Heimatstaat verlassen müssen, weil er Probleme mit seiner Familie
gehabt habe. Ein Cousin habe Anspruch auf ein Grundstück seines Vaters
erhoben, und deswegen sei er seit drei oder vier Jahren belästigt worden,
wobei ihm sogar mit dem Tod gedroht worden sei. Deswegen habe er
mehrfach bei der Polizei Anzeige erstattet. Weil der Cousin mit einer Ge-
genanzeige reagiert habe und somit Aussage gegen Aussage stehe, habe
es jedoch bislang kein Gerichtsverfahren gegeben. Wegen der Drohungen
seitens des Cousins sei er schliesslich aus Algerien ausgereist. Vor der
Einreise in die Schweiz habe er sich eine Zeit lang in Marseille aufgehalten.
Dort sei er durch algerische Landsleute mit dem Tod bedroht und mit einem
Messer verletzt worden. Er gehe davon aus, dass die Täter durch seinen
Cousin bestellt gewesen seien. In der Schweiz hoffe er Geld zu verdienen
und wolle anschliessend, sofern sich die Lage beruhigt habe, wieder nach
Algerien zurückkehren. Im Rahmen der Stellungnahme des damaligen
Rechtsvertreters im vorinstanzlichen Verfahren wurde darüber hinaus aus-
geführt, der Beschwerdeführer werde in Algerien nicht nur weiterhin durch
seinen Cousin verfolgt, sondern es seien weitere Probleme hinzugekom-
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men. Die Personen, die ihm das Geld für die Ausreise aus Algerien gelie-
hen hätten, würden nämlich mit Vergeltung drohen, sollte er die geliehene
Summe in der Höhe von 7'000 Euro nicht zurückzahlen.
5.3. Diese Vorbringen sind offensichtlich nicht geeignet, eine asylrechtlich
relevante Gefährdung des Beschwerdeführers im Heimatstaat zu begrün-
den. Wie er im vorinstanzlichen Verfahren selbst ausgeführt hat, besteht
für ihn in Algerien die Möglichkeit, sich gegen die Behelligungen durch sei-
nen Cousin durch eine Anzeige bei den zuständigen Behörden zur Wehr
zu setzen. Es besteht keinerlei konkreter Anlass zur Annahme, die algeri-
schen Behörden seien weder fähig noch willens, dem Beschwerdeführer
gegen solche Behelligungen staatlichen Schutz zu gewähren. Es obliegt
dem Beschwerdeführer, sich auch im Falle der behaupteten Gegenanzeige
weiterhin um diesen staatlichen Schutz zu bemühen. Das Gleiche gilt ohne
weiteres auch in Bezug auf die behauptete Bedrohung durch jene Perso-
nen, welche die Ausreise des Beschwerdeführers finanziert haben sollen.
Weiter ist offensichtlich, dass auch die Probleme, die der Beschwerdefüh-
rer in Frankreich erlebt haben will, asylrechtlich nicht relevant sind. Es han-
delt sich dabei um einen Drittstaat, während in asylrechtlicher Hinsicht von
vornherein nur eine Gefährdung im Heimat- oder Herkunftsstaat aus den
in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Gründen von Belang sein kann.
5.4. Die Beschwerdeschrift beschränkt sich inhaltlich im Wesentlichen auf
die nicht weiter begründete Behauptung, der algerische Staat sei unfähig,
das Recht durchzusetzen, und das Leben des Beschwerdeführers im Hei-
matstaat werde durch Ungerechtigkeiten bestimmt. Den Ausführungen in
der Beschwerde ist nichts zu entnehmen, was die zu treffenden Einschät-
zungen in Bezug auf die asylrechtliche Relevanz der Vorbringen beeinflus-
sen könnte.
5.5. Somit ergibt sich, dass das SEM zutreffenderweise zur Einschätzung
gelangt ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien asylrechtlich nicht
relevant. Die Vorinstanz hat folglich das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
6.
Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-
such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte
Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen
und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet.
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7.
7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-
länderinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AIG, SR 142.20]).
7.2.
7.2.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
7.2.2. Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung nach Algerien ist
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil der Beschwerdefüh-
rer – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3
AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers erge-
ben sich ausserdem auch keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte
für die Annahme, dass er im Falle einer Ausschaffung nach Algerien mit
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe
oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. aus der Praxis des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-
I, S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Be-
schwerde Nr. 37201/06, Ziff. 124 ff., jeweils m.w.N.). Auch die allgemeine
Menschenrechtssituation in Algerien bietet zum heutigen Zeitpunkt keinen
konkreten Anlass zur Annahme, dem Beschwerdeführer drohe eine ent-
sprechende Gefährdung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im
Sinne der asylgesetzlichen als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen
zulässig.
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7.3.
7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.2. Der Beschwerdeführer selbst macht mit der Beschwerdeschrift keine
Vollzugshindernisse geltend. Soweit aus den vorinstanzlichen Akten in me-
dizinischer Hinsicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer unter den
Folgen einer Verletzung an der Hand leidet, die ihm nach eigenen Angaben
im Verlauf einer Messerstecherei zugefügt worden sei, liegt offensichtlich
kein Grund vor, die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu
stellen. Abgesehen davon ist die allgemeine Lage in Algerien weder von
Bürgerkrieg noch von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der
Vollzug der Wegweisung dorthin unter diesem Aspekt grundsätzlich zumut-
bar erscheint. Es bestehen auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf
schliessen liessen, der Beschwerdeführer sei bei einer Rückkehr nach Al-
gerien einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ausge-
setzt. Insbesondere ist auch nicht davon auszugehen, dass er bei seiner
Rückkehr in den Heimatstaat in wirtschaftlicher Hinsicht in eine existenz-
bedrohende Situation gelangen wird. Gemäss eigenen Angaben arbeitete
er in Algerien in der Vergangenheit als Pizzabäcker und Kleiderhändler.
Zudem leben in Algerien die Verlobte des Beschwerdeführers mit einem
gemeinsamen Kind, seine Eltern, in deren Haus er bis zur Ausreise wohnte,
sowie zahlreiche weitere Verwandte, womit er über ein ausgedehntes fa-
miliäres Netz verfügt.
7.4. Des Weiteren ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung
mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von
Art. 83 Abs. 2 AIG ist.
7.5. Schliesslich ist festzuhalten, dass die aktuelle Lage im Zusammen-
hang mit der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) grundsätzlich nicht ge-
eignet ist, die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stel-
len. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt voraus, dass ein Voll-
zugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, sondern voraussichtlich
eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens zwölf Monate – bestehen
bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären Hindernis im Rahmen
der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entscheidungen und
Mitteilungen der ARK [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d f.). Bei der Coronavirus-
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Pandemie handelt es sich, soweit derzeit feststellbar, allenfalls um ein tem-
poräres Vollzugshindernis. Es obliegt somit den kantonalen Behörden, der
Entwicklung der Situation bei der Wahl des Zeitpunkts des Vollzugs in an-
gemessener Weise Rechnung zu tragen.
7.6. Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug ste-
hen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmungen und
sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufi-
gen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich-
tig sowie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – an-
gemessen ist (Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist folglich
abzuweisen.
9.
9.1. Aufgrund der angestellten Erwägungen hat sich die Beschwerde als
von vornherein aussichtslos erwiesen. Die mit der Beschwerdeschrift ge-
stellten Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Art. 65 Abs. 1 VwVG) und der amtlichen Rechtsverbeiständung (Art. 102m
Abs. 4 AsylG) sind daher abzuweisen.
9.2. Als Folge der Abweisung der Beschwerde sind die Kosten des Verfah-
rens somit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5
VwVG). Die Kosten sind auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16
Abs. 1 Bst. a VGG).
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