Decision ID: 9bce488e-ab0b-43f6-a216-e7e206dabbef
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 5. Mai 2014 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 12).
A.b Am 4. November 2013 hatte der Versicherte bei der Arbeit als Kaminmonteur bei
einem Sturz von der Leiter eine Trimalleolarfraktur links erlitten (IV-act. 26-1). Nach
mehreren Operationen am linken Fuss liess er sich vom 16. April bis 21. Mai 2014 in
der Rehabilitationsklinik Bellikon (nachfolgend: Bellikon) behandeln (IV-act. 26). Mit
Austrittsbericht vom 22. Mai 2014 diagnostizierten ihm die behandelnden Ärzte eine
Trimalleolarfraktur links, eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (perfektionistisch, leistungsorientiert;
IV-act. 26-1). Körperlich leichte, wechselbelastende Arbeit ohne Gehen im unebenen
Gelände, ohne Vibrationsbelastung, ohne Schläge und häufige Zwangshaltungen sei
dem Versicherten ganztags möglich (IV-act. 26-2).
A.c Vom 1. bis 26. September 2014 fand in Bellikon eine berufliche Abklärung statt (IV-
act. 93-166 ff.).
A.d Mit von der schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) in Auftrag
gegebener kreisärztlicher Untersuchung vom 27. Oktober 2015 schloss sich med.
pract. B._, Fachärztin für Chirurgie FMH, der Zumutbarkeitsbeurteilung, welche mit
Austrittsbericht von Bellikon am 22. Mai 2014 gestellt wurde, an (IV-act. 93-270).
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A.e Am 10. November 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 65). Der Rechtsvertreter des
Versicherten intervenierte dagegen (IV-act. 72 ff.) und ersuchte um
Umschulungsmassnahmen, bei Weigerung um Erlass einer formellen Verfügung (IV-act.
82-1).
A.f Mit Mitteilung vom 16. Dezember 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung seines Gesuchs um berufliche Massnahmen (Kostengutsprache für
Umschulung) in Aussicht (IV-act. 84). Dagegen erhob der Versicherte am 19. Dezember
2016 Einwand (IV-act. 85). Am 17. Februar 2017 verfügte die IV-Stelle die Abweisung
des Gesuchs um berufliche Massnahmen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen
aus, der medizinische Sachverhalt sei umfassend abgeklärt worden und der für eine
Umschulung erforderliche Mindestinvaliditätsgrad von 20% sei nicht gegeben (IV-act.
87).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 17. Februar 2017 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 24. März 2017. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
lässt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung beantragen. Es
seien vorsorglich berufliche Massnahmen (namentlich eine berufliche Abklärung
bezüglich möglicher Umschulungsmassnahmen) durch die IV-Stelle einzuleiten. Weiter
sei ein orthopädisches Gutachten (Fachrichtung Fusschirurgie) zu erstellen, welches
über die Erwerbsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit Aufschluss gebe.
B.b Mit Schreiben vom 4. April 2017 teilte die Verfahrensleiterin dem Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers mit, dass die Voraussetzungen für eine vorsorgliche
Massnahme voraussichtlich nicht erfüllt seien und ohne Gegenbericht innert zehn
Tagen dieses Begehren formlos abgelehnt werde (act. G 3). Der Beschwerdeführer
reichte dazu innert Frist keine Stellungnahme ein. Mit Ergänzung zur Beschwerde liess
er am 9. Mai 2017 einen Arztbericht von Dr. med. C._, Spezialarzt für orthopädische
Chirurgie, vom 27. April 2017 einreichen (act. G 5).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2017
die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
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Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 17. Februar 2017, worin die
Beschwerdegegnerin das Gesuch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen
abgewiesen hat. Zwischen den Parteien ist im Beschwerdeverfahren insbesondere der
Anspruch auf eine Umschulung umstritten.
1.1 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen soweit diese notwendig und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer
Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die
gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs.
1bis IVG). Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen
Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die
nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Das Gesetz will die
Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber
auch genügend ist (BGE 132 V 225 E. 4.3.1). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche
Ausbildung, Umschulung und Arbeitsvermittlung, Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
1.2 Der Versicherte hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit,
wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die
Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1
IVG). Invalid in diesem Sinne ist ein Versicherter, wenn er wegen der Art und Schwere
des eingetretenen Gesundheitsschadens in den bisher ausgeübten und in den für ihn
ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offenstehenden noch zumutbaren
Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von
etwa 20% erleidet. Dabei bemisst sich die Einbusse an dem vor Eintritt des
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Gesundheitsschadens erzielten Erwerbseinkommen (ULRICH MEYER/MARCO
REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Zürich 2014, S.
201, mit weiteren Hinweisen).
1.3 Auch wenn es um Umschulung geht, hat der Arzt den Gesundheitszustand zu
erheben, allfällige Krankheiten zu diagnostizieren und zur Arbeitsunfähigkeit im
erlernten oder im bisher ausgeübten Beruf Stellung zu nehmen und sich darüber zu
äussern, ob der Gesundheitszustand eine Umschulung zulässt und, bejahendenfalls,
welche Tätigkeiten hierbei aus medizinischer Sicht in Betracht fallen (ULRICH MEYER/
MARCO REICHMUTH, a.a.O., S. 202 f., mit weiteren Hinweisen). Wie für jede
Massnahme beruflicher Art ist für eine Umschulung vorausgesetzt, dass die versicherte
Person objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist (unter Einschluss der subjektiven
Eingliederungsbereitschaft), wofür die medizinischen und erwerblichen
Rahmenbedingungen (Gesundheitszustand, Leistungsvermögen, Bildungsfähigkeit,
Motivation etc.) massgebend sind (SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der
Invalidenversicherung, Bern 2011, S. 369).
2.
Zur Bestimmung, ob die Voraussetzungen für eine Umschulung erfüllt sind, ist zu
prüfen, ob der zur Beurteilung (eines Umschulungsanspruchs) zu Grunde zu legende
(medizinische und erwerbliche) Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt ist. Der
Beschwerdeführer bestreitet dies und beantragt ein orthopädisches Gutachten,
welches sich zur Erwerbsfähigkeit äussern soll. Weiter sei eine berufliche Abklärung
bezüglich möglicher Umschulungsmassnahmen durchzuführen. Die
Beschwerdegegnerin erachtet den Sachverhalt für genügend abgeklärt.
2.1 Die Diagnose nach erwähntem Unfall im November 2013 lautet aus somatischer
Sicht gemäss übereinstimmenden Berichten aller Ärzte gleich: persistierende bzw.
belastungsabhängige progrediente Schmerzen des oberen Sprunggelenks (OSG) links
mit/bei - Status nach Trimalleolarluxationsfraktur vom 4. November 2013, - Status nach
OSG Überbrückung mit Fixateur extern am 4. November 2013, - Status nach
Plattenosteosynthese Fibula, Plattenosteosynthese Volkmann Dreieck, Osteosynthese
des medialen Malleolus, - Status nach Entfernung Stellschraube am 27. Dezember
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2013, - Status nach OSG Arthroskopie, Entfernung Osteosyntheseplatte Fibula und
Schrauben medialer Malleolus am 30. Januar 2015 (vgl. u.a. IV-act. 55-5, IV-act.
93-269, act. G 5.1).
2.2 Mit Austrittsbericht von Bellikon vom 22. Mai 2014 wird dem Beschwerdeführer
nach rund fünfwöchiger stationärer Behandlung für eine körperlich leichte,
wechselbelastende Arbeit, ohne Gehen im unebenen Gelände, ohne
Vibrationsbelastung, ohne Schläge und häufige Zwangshaltungen eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 26-2). Als Probleme bei Austritt am 21. Mai 2014
werden im Bericht bewegungs- und belastungsabhängige Dauerschmerzen im linken
Fuss mit Bewegungseinschränkung und ausgeprägter Schwellungsneigung, eine
reduzierte Belastbarkeit des linkes Fusses sowie eine reduzierte Gehdauer mit
hinkendem Gangbild und reduzierter Abrollphase des OSG links beschrieben (IV-act.
26-1). Prognostisch wird bei entsprechender Unterstützung und Anpassung des
Arbeitsplatzes ein beruflicher Wiedereinstieg als durchaus möglich erachtet (IV-act.
26-4).
2.3 Zur beruflichen Grundabklärung befand sich der Beschwerdeführer vom 1. bis 26.
September 2014 erneut in Bellikon. Im Bericht vom 24. September 2014 wird im
Wesentlichen ausgeführt, dass die vom Beschwerdeführer geäusserten Schmerzen
während der Abklärung plausibel gewirkt hätten. Die zusätzlichen Pausen seien
konsequent im Raum zur Bewegung genutzt worden und nicht um sich zurückzuziehen
oder zu rauchen. Die Aussichten auf eine angepasste Tätigkeit seien mit der derzeitigen
Leistungsfähigkeit sehr gering, und die beobachtete Arbeitsleistung habe nicht mit der
medizinischen Zumutbarkeit übereingestimmt. Die praktischen und theoretischen
Fähigkeiten sowie die Lernfähigkeit des Beschwerdeführers müssten vertieft abgeklärt
werden, sobald er körperlich auch bereit für die praktische Erprobung sei. Es werde
dann eine vertiefte berufliche Abklärung in Bellikon empfohlen (IV-act. 93-167).
2.4 Mit Verlaufsbericht vom 9. Juni 2015 führt Dr. med. D._, Leitender Arzt
Traumatologie, Spital E._ aus, dass die partielle Materialentfernung und die
gleichzeitig arthroskopisch durchgeführte anteriore Arthrolyse keine
Beschwerdelinderung gebracht hätten, höchstens eine diskrete Verbesserung der
Beweglichkeit in der Extension. Im angestammten Beruf sei der Beschwerdeführer
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nicht arbeitsfähig. Sitzende, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Gehen auf unebenem
Gelände, ohne Leiter steigen und ohne regelmässiges Zurücklegen von Distanzen über
einem Kilometer seien in vollem Ausmass möglich (IV-act. 55-5 ff.).
2.5 Am 22. April sowie 27. Oktober 2015 fand im Auftrag der Suva eine kreisärztliche
Untersuchung durch med. pract. B._ statt. Während im ersten Untersuchungsbericht
keine abschliessende Stellungnahme zur Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
abgegeben werden konnte (IV-act. 93-211 ff.), führt die Kreisärztin im zweiten im
Wesentlichen aus, dass die Zumutbarkeitsbeurteilung, die anlässlich der
Hospitalisation in Bellikon erhoben worden sei, noch immer zutreffend sei. Die Tätigkeit
als Kaminmonteur sei nicht mehr zumutbar, da dies eine schwere und fussbelastende
Tätigkeit sei. Zumutbar sei jedoch eine leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit
ganztags. Diese sollte wechselbelastend ohne Gehen in unebenem Gelände, ohne
Vibrationsbelastungen, ohne Schläge, ohne repetitive Zwangshaltungen wie Knien,
Hocken, Pedalbedienung, Kriechen etc. sein. Auch dürfte die Tätigkeit nicht an
sturzexponierten Stellen stattfinden (IV-act. 93-270).
2.6 Gemäss Bericht von Dr. C._ vom 14. Dezember 2015, welcher den
Beschwerdeführer am 26. November 2015 untersucht hat, ist aus fachärztlicher Sicht
gestützt auf die Befunde glaubhaft, dass auch bei längerem Sitzen Beschwerden
auftreten, welche einen Positionswechsel erfordern. Die anlässlich der kreisärztlichen
Untersuchung beschriebenen Einschränkungen könne er unterstützen, nicht aber, dass
eine optimal angepasste Tätigkeit derzeit ganztags zumutbar sei (Suva-act. 197). Mit
Bericht vom 27. April 2017 hält Dr. C._ an der Einschätzung, dass dem
Beschwerdeführer aufgrund der Fussbeschwerden in adaptierter Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden pro Tag bzw. 75% zumutbar sei, fest (act. G 5.1).
2.7 Dr. med. F._, Facharzt FMH für Innere und Allgemeinmedizin, führt in seinem
Schreiben vom 4. November 2016 aus, dass der Beschwerdeführer derzeit im
Einsatzprogramm G._ sei. Er habe in diesem Programm seine Belastung in
regelmässigen Abständen erhöht. Jetzt sei er bei einer Arbeitsfähigkeit von 60%
angelangt, und es mache den Anschein, dass dies sein Leistungszenit sei, was
aufgrund der Diagnose nachzuvollziehen sei. Es sei wichtig festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer sehr leistungsbereit sei und es an seiner Motivation keinen Zweifel
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gebe. Die bisherigen Erkenntnisse aus der Tätigkeit in G._ würden zeigen, dass der
Beschwerdeführer kaum mehr in einem vollen Pensum werde arbeiten können. Für eine
behinderungsangepasste Tätigkeit in reduziertem Pensum brauche er eine
Umschulung (IV-act. 81).
2.8 Die vorstehenden Beurteilungen reichen bei identischer Diagnose von einer
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 60 bis 100% in adaptierter Tätigkeit. Wie Dr. C._ in
seinem Bericht vom 27. April 2017 zutreffend ausführt, kann ein Verunfallter mit
Trimalleolarfraktur zumindest in angepasster Tätigkeit im Normalfall bzw. bei optimaler
Heilung wieder ganztags arbeiten. Dass die Ärzte in Bellikon bei Austritt Ende Mai 2014
gestützt auf diese Erfahrungstatsache von einer zukünftig 100%-igen Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit ausgehen, ist daher verständlich. Dasselbe gilt in Bezug auf
die Einschätzungen von Dr. D._ und med. pract. B._. Nachdem die beruflichen
Abklärungen insbesondere in Bellikon und gemäss Dr. F._ auch in G._ zu einer
anderen Einschätzung gelangt sind, kann indes nicht ohne weiteres auf die
Einschätzung von Dr. D._ und med. pract. B._ abgestellt werden. In diesem
Zusammenhang ist von Belang, dass das Verhalten und die Aussagen des
Beschwerdeführers stets glaubhaft (IV-act. 93-167), differenziert und adäquat (IV-act.
26-4) sowie konsistent (IV-act. 26-4) waren. Weiter zeigte er sich motiviert (IV-act. 26-4,
93-215) und Verdeutlichungstendenzen waren keine auszumachen, womit sich die
Divergenz zwischen der medizinischen Zumutbarkeit und der praktisch erprobten
Leistungsfähigkeit nicht erklären lässt bzw. Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche für
eine einschränkende körperliche Schmerzproblematik bzw. eine Einschränkung mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auch in adaptierter Tätigkeit sprechen.
2.9 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die aktuelle Aktenlage zur
Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ungenügend ist.
Insbesondere ist damit auch der Anspruch auf eine Umschulung, für den - wie erwähnt
- rechtsprechungsgemäss die Erheblichkeitsschwelle einer invaliditätsbedingten
Erwerbseinbusse von etwa 20% gilt, ohne weitere medizinische Abklärungen nicht
beurteilbar. Die Beschwerdegegnerin hat daher die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit fachärztlich beurteilen zu lassen. Weiter wurden auch die
erwerblichen Rahmenbedingungen nur ungenügend abgeklärt. Zwar wurde eine
berufliche Grundabklärung in Bellikon an die Hand genommen, diese indes nicht zum
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Abschluss gebracht (IV-act. 93-167). Damit bleiben sowohl das praktisch erprobte
Leistungsvermögen als auch die Bildungsfähigkeit des Beschwerdeführers in der
Schwebe, und die objektive Eingliederungsfähigkeit ist nicht prüfbar. Insbesondere
wird die Beschwerdegegnerin erst bei genügender Klärung vorstehender Punkte
bezüglich beruflicher Massnahmen (insbesondere Umschulung oder gegebenenfalls
Arbeitsversuch oder Einarbeitungszuschuss; vgl. Art. 18a f. IVG) eine
Angemessenheitsprüfung (in sachlicher, zeitlicher und wirtschaftlicher finanzieller
Hinsicht) vornehmen können.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene
Verfügung vom 17. Februar 2017 aufzuheben. Die Sache ist im Sinne der Erwägungen
zur Vornahme weiterer Abklärungen und zu neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V
215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Honorarnote
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eingereicht. Im hier zu beurteilenden, unterdurchschnittlich aufwändigen Fall, in dem
nur ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt wurde und dessen Akten dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zumindest teilweise bereits aus dem hängigen
Verfahren UV 2016/38 bekannt waren, erscheint eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 2'500.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer
somit mit Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.