Decision ID: 6da321e3-0a76-44d4-a3ec-720b44a737bb
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Oktober 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe die Primarschule in seinem
Herkunftsland besucht; zu einer allfälligen weiteren schulischen oder beruflichen
Ausbildung machte er keine Angaben. Er führte an, zuletzt sei er als Gipser tätig
gewesen. Der Internist Dr. med. B._ berichtete im November 2010 (IV-act. 15),
bezüglich des im Frühjahr 2010 im Vordergrund stehenden Schwindels sei ein sehr
guter Verlauf zu verzeichnen. Nach einer Synkope und einer anschliessenden
Hospitalisation Ende März, Anfang April 2010, bei der unter anderem zystische grosse
Veränderungen im Bereich der rechten Kleinhirnhemisphäre festgestellt worden seien,
habe der Versicherte seine Arbeitsfähigkeit laufend steigern können. Im September
2010 sei aber eine massive Lumboischialgie aufgetreten, weshalb der Versicherte
aktuell wieder vollständig arbeitsunfähig sei. Möglicherweise müsse der Versicherte am
Rücken operiert werden. Die Ehefrau des Versicherten teilte der IV-Stelle im Januar
2011 telefonisch mit, dass ihr Ehemann vor wenigen Tagen notfallmässig operiert
worden sei (IV-act. 28). Der Neurochirurg Dr. med. C._ berichtete im März 2011 (IV-
act. 29–11 f.), er habe am 17. März 2011 eine Kontrolluntersuchung etwa zwei Monate
nach einer dorso-lateralen, semirigiden Stabilisation L4–S1 mit einer interkorporellen
Cage-Einlage L5/S1 und einer interspinösen Diam-Stabilisation L3/4 durchgeführt. Der
Versicherte sei mit dem bisherigen postoperativen Verlauf zufrieden gewesen.
Allerdings habe er über linksseitige Restschmerzen lumbo-sakral sowie im linken Bein
geklagt. Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstattete die Klinik Valens im
August 2011 ein interdisziplinäres rheumatologisches, neurologisches, psychiatrisches
und ergonomisches Gutachten (IV-act. 37–3 ff.). Die Fachärzte gaben an, der
Versicherte leide an einem lumbo-spondylogenen bis residuellen sensiblen lumbo-
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radiculären Syndrom L5 links, an einer Anpassungsstörung, aktenanamnestisch an
einer unklaren gliotischen Signalstörung des Cerebellums ohne Anhaltspunkte für eine
klinische Manifestation oder Progredienz sowie an einem Status nach einer
vasovagalen Synkope im März 2010. Für die Tätigkeit als Gipser bestehe eine definitive
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine leichte wechselbelastende Arbeit sei dem
Versicherten dagegen aktuell zu 50 Prozent zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit sei aus
der Sicht der „Bewegungsapparatsmedizin“ ausgewiesen; aus neurologischer und
psychiatrischer Sicht bestehe keine relevante Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose sei
offen. Im Dezember 2011 teilte Dr. C._ mit (IV-act. 49), der Versicherte leide an einem
chronischen, therapieresistenten lumbo-spondylogenen und teils neuropathischen
Schmerzsyndrom nach einer failed back surgery. Bis auf weiteres sei er vollständig
arbeitsunfähig, weshalb ihm eine ganze Rente zugesprochen werden sollte. Momentan
sei der Versicherte ein Kandidat für einen Neurostimulator.
A.b Mit einer Mitteilung von 4. April 2012 wies die IV-Stelle die Rechtsvertreterin des
Versicherten darauf hin (IV-act. 68), dass eine polydisziplinäre medizinische
Begutachtung erforderlich sei. Die Wahl der Fachstelle werde nach dem Zufallsprinzip
erfolgen, falls der Versicherte nicht innert zehn Tagen schriftlich begründete Einwände
gegen die Begutachtung erhebe. Am 23. April 2012 erteilte die IV-Stelle der ärztliches
Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH den Auftrag für eine polydisziplinäre Begutachtung
des Versicherten. Dem Fragebogen legte sie eine „Zusammenfassung“ der
Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu somatoformen Schmerzstörungen und
sonstigen vergleichbaren syndromalen Zuständen bei (IV-act. 71). Gleichentags liess
der Versicherte Einwände gegen die Begutachtung erheben (IV-act. 72). Seine
Rechtsvertreterin machte geltend, er sei bereits durch die Klinik Valens begutachtet
worden. Das Verfahren dürfe sich nicht länger verzögern, denn ein Anspruch auf
mindestens eine halbe Rente sei ja ausgewiesen. Für den Fall, dass die Begutachtung
dennoch durchgeführt werden sollte, liess der Versicherte eine Zusatzfrage bezüglich
der Veränderung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch die Klinik
Valens stellen. Die IV-Stelle nahm am 25. April 2012 Stellung zur Eingabe des
Versicherten (IV-act. 73). Sie hielt fest, eine weitere Begutachtung sei unumgänglich.
Die Zusatzfrage werde an die Sachverständigen weitergeleitet. Am 30. April 2012
beanstandete die Rechtsvertreterin des Versicherten den Fragenkatalog und die
„Rechtsprechungsübersicht“ (IV-act. 75). Am 24. Mai 2012 antwortete die IV-Stelle,
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rechtsprechungsgemäss müssten sich die Sachverständigen zur Comorbidität und zur
Willensanstrengung äussern, weshalb sie am Fragenkatalog festhalte (IV-act. 79).
Bereits am 22. Mai 2012 hatte die ABI GmbH der IV-Stelle eine Kopie des Aufgebotes
des Versicherten zu den Untersuchungen zugesandt (IV-act. 81). Die ABI GmbH hatte
die IV-Stelle darum ersucht, einen allfälligen Rechtsvertreter des Versicherten über das
Aufgebot zu informieren. Erst am 5. Juni 2012 informierte die IV-Stelle die
Rechtsvertreterin des Versicherten über das Datum, die Uhrzeit und die Person der
Sachverständigen (IV-act. 84). Die ersten Untersuchungen waren auf den 11. Juni 2012
angesetzt worden. Ebenfalls am 5. Juni 2012 ging der IV-Stelle eine Stellungnahme der
Rechtsvertreterin zum Schreiben der IV-Stelle vom 24. Mai 2012 zu, mit der diese die
Eröffnung einer anfechtbaren Verfügung beantragt hatte (IV-act. 85). Mit einer E-Mail
vom 12. Juni 2012 wies die Rechtsvertreterin des Versicherten die IV-Stelle darauf hin
(IV-act. 86), dass sie das Schreiben vom 5. Juni 2012 erst am 11. Juni 2012 erhalten
habe. Der IV-Stelle müsse ein Versehen unterlaufen sein, denn die Frist bis zur ersten
Untersuchung sei viel zu kurz angesetzt. Am 18. Juni 2012 erhob die Rechtsvertreterin
des Versicherten weitere Einwände gegen die Begutachtung (IV-act. 88). Die IV-Stelle
entschuldigte sich am 2. Juli 2012 für die versehentlich unterbliebene Zustellung des
Untersuchungsaufgebotes (IV-act. 90 und 92). Sie hielt aber fest, dass dieser Mangel
keinen weiteren Einfluss auf das Verfahren habe, da die Rechtsvertreterin des
Versicherten keine objektiven Gründe vorgebracht habe, die gegen eine Begutachtung
durch die ausgewählten Sachverständigen sprächen. Der Versicherte könne nun
allerdings nachträglich noch objektive Gründe gegen die ABI GmbH beziehungsweise
gegen deren Sachverständigen geltend machen. Innert der gesetzten Frist nahm die
Rechtsvertreterin des Versicherten nochmals Stellung (IV-act. 93). Am 3. August 2012
erliess die IV-Stelle eine Zwischenverfügung, mit der sie an der Begutachtung durch
die ABI GmbH festhielt (IV-act. 98).
A.c Am 13. September 2012 liess der Versicherte beim Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. August 2012
erheben. Seine Rechtsvertreterin beantragte die Vergabe des Begutachtungsauftrages
an eine andere Stelle und eventualiter die Beantwortung von Zusatzfragen durch die
Klinik Valens, beides ohne „suggestive Fragestellung unter einseitigen Hinweisen auf
(die) Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Überwindbarkeitsfrage“. Mit einem
Entscheid vom 28. Mai 2013 (IV 2012/353; vgl. IV-act. 134) hob das
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Versicherungsgericht die Zwischenverfügung vom 3. August 2012 auf. Es wies die

Sache zur Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die
IV-Stelle zurück und hielt diese an, das zwischenzeitlich erstellte Gutachten der ABI
GmbH vom 28. August 2012 aus den Akten zu entfernen. In den Erwägungen hatte das
Versicherungsgericht darauf hingewiesen, dass nicht einzusehen sei, weshalb die IV-
Stelle weder versucht habe, bezüglich der Wahl der Gutachterstelle eine
einvernehmliche Lösung mit dem Versicherten zu finden, noch dass sie bereit gewesen
sei, auf seinen Vorschlag einzugehen, die Klinik Valens mit der Erstellung eines
Verlaufsgutachtens zu beauftragen. Mit den Verfahrensrechten gemäss der
bundesgerichtlichen Auslegung (BGE 137 V 210) lasse sich das Vorgehen der IV-Stelle
jedenfalls nicht vereinbaren. Die Zustellung einer „Rechtsprechungsübersicht“ an
medizinische Sachverständige sei nicht zielführend. Zudem sei die vorliegend der ABI
GmbH zugestellte „Rechtsprechungsübersicht“ als unvollständig und einseitig zu
qualifizieren. Darin sei eine unzulässige Beeinflussung der Sachverständigen zu
erblicken. Auf eine von der IV-Stelle am 10. Juni 2013 erhobene Beschwerde gegen
den Entscheid IV 2012/353 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 28. Mai 2013
trat das Bundesgericht nicht ein (Urteil des Bundesgerichtes 8C_512/2013 vom 13.
Januar 2014; vgl. IV-act. 162).
A.d Die IV-Stelle entfernte in der Folge das Gutachten der ABI GmbH aus ihren Akten
und setzte das Verwaltungsverfahren fort. Der Versicherte hatte bereits im April 2013
ein neues Arbeitsverhältnis angetreten. Er wurde von einem nahen Verwandten als
„Büroallrounder“ eingesetzt. Das Arbeitspensum belief sich auf 50 Prozent. Der Lohn
betrug 29’400 Franken pro Jahr (IV-act. 172). Im März 2014 berichtete Dr. B._ über
einen stationären Verlauf (IV-act. 174). Am 20. Januar 2015 fragte die IV-Stelle die
Kliniken Valens an, ob diese bereit seien, ein Verlaufsgutachten zu erstellen (IV-act.
199). Am 21. Januar 2015 antworteten die Kliniken Valens, dass sie dafür aktuell keine
Kapazitäten hätten (IV-act. 200). Mit einer Mitteilung vom 5. Februar 2015 informierte
die IV-Stelle die Rechtsvertreterin des Versicherten darüber (IV-act. 201), dass sie eine
polydisziplinäre Begutachtung mit den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin,
Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie in Auftrag geben werde. Die Wahl der
Gutachterstelle werde nach dem Zufallsprinzip erfolgen. Am 16. Februar 2015 liess der
Versicherte einwenden (IV-act. 203), die Einholung eines neuen polydisziplinären
Gutachtens sei unnötig. Es sei sinnvoller, ein Verlaufsgutachten bei den Kliniken Valens
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einzuholen. Die IV-Stelle antwortete am 10. März 2015 (IV-act. 206), nach dem
Entscheid des Versicherungsgerichtes vom 28. Mai 2013 habe sich die
bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Wahl einer Gutachterstelle geändert.
Polydisziplinäre Gutachten müssten nun immer nach dem Zufallsprinzip in Auftrag
gegeben werden. Am 23. März 2015 erging eine weitere Mitteilung, mit der eine
Begutachtung durch eine zufällig gewählte Stelle angekündigt wurde (IV-act. 207). Neu
wurden die Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie und
Neurologie vorgesehen. Am 18. September 2015 gewährte die IV-Stelle dem
Versicherten die Möglichkeit, Stellung zu einem neuen Fragenkatalog zuhanden der
Gutachterstelle zu nehmen (IV-act. 210). In diesem Zusammenhang erliess sie eine
dritte (jene vom 5. Februar 2015 und vom 23. März 2015 ersetzende) Mitteilung
betreffend die vorgesehene Begutachtung (IV-act. 211).
A.e Mit einer weiteren Mitteilung vom 30. September 2015 informierte die IV-Stelle den
Versicherten darüber, dass die Begutachtung durch die ABI GmbH durchgeführt werde
(IV-act. 221). Am 7. Oktober 2015 machte der Versicherte persönlich geltend, er sei
nicht einverstanden mit der Zuteilung, da die ABI GmbH schon die erste Begutachtung
durchgeführt habe (IV-act. 222). Am 12. Oktober 2015 wandte die Rechtsvertreterin
des Versicherten ein (IV-act. 223), die statistische Auswertung der Zuteilungen über
„Suisse-MED@P“ für das Jahr 2013 zeige, dass die ABI GmbH über 20 Prozent der
Aufträge erhalte, weshalb nicht die Rede von einem Zufallsprinzip sein könne. Zudem
fänden sich auf der Website der ABI GmbH Behauptungen über somatoforme
Schmerzstörungen, die eine Voreingenommenheit der ABI GmbH nahelegten. Am 22.
Oktober 2015 erliess die IV-Stelle eine Zwischenverfügung, mit der sie an der
Begutachtung durch die ABI GmbH festhielt (IV-act. 225). Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in formelle Rechtskraft (vgl. IV-act. 226).
A.f Am 31. Mai 2016 erstellte die ABI GmbH das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene
Gutachten (IV-act. 233). Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an
einem chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom mit pseudoradiculären
Schmerzausstrahlungen in das linke Bein sowie – ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit – an einer Tinea corporis inguinal beidseits, anamnestisch an einem
Status nach einer Synkope unklarer Genese, anamnestisch an einer Schrumpfniere
rechts, an einer gliotischen Veränderung im dorsolateralen Anteil der rechten
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Kleinhirnhemisphäre ohne ein klinisches Korrelat, an einer Neuropathie des Nervus
cutaneus femoris lateralis links und an einem Status nach einem Supinationstrauma
des rechten oberen Sprunggelenks im November 2009. Die angestammte Tätigkeit als
Gipser sei dem Versicherten aus rheumatologischer Sicht wegen des chronischen
lumbo-vertebralen Schmerzsyndroms nicht mehr zumutbar. Auch andere körperlich
andauernd mittelschwere oder schwere Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar.
Körperlich leichte, adaptierte, wechselbelastende Tätigkeiten wie die aktuell ausgeübte
Tätigkeit als „Büroallrounder“ könne der Versicherte dagegen uneingeschränkt
verrichten. Aus internistischer, neurologischer und psychiatrischer Sicht könne keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit
sei auf den Zeitpunkt des Eingriffs an der Wirbelsäule, also auf Januar 2011 zu
datieren. Ab August 2011 seien dem Versicherten leidensadaptierte Tätigkeiten zu
mindestens 50 Prozent zumutbar gewesen; seit Dezember 2011 bestehe eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten. Am 20. Juni 2016
notierte Dr. med. D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das
Gutachten der ABI GmbH sei überzeugend, weshalb darauf abzustellen sei (IV-act.
235). Die IV-Stelle verglich in der Folge den Lohn, den der Versicherte gemäss den
Angaben seiner ehemaligen Arbeitgeberin als Gipser-Vorarbeiter erzielt hätte (84’500
Franken), als Valideneinkommen mit dem statistischen Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne (65’088 Franken) als Invalideneinkommen, was einen Invaliditätsgrad
von 23 Prozent ergab (IV-act. 242). Mit einem Vorbescheid vom 27. Juni 2016 teilte sie
dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens mangels eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 243). Am 13. Juli 2016 liess der
Versicherte einwenden (IV-act. 249), es sei unhaltbar, dass wiederum die ABI GmbH
mit der Begutachtung beauftragt worden sei. Diese Institution müsse nach der ersten
Begutachtung als befangen betrachtet werden, weshalb der Auftrag zwingend an eine
andere Abklärungsstelle hätte vergeben werden müssen. Die Schlussfolgerungen der
medizinischen Sachverständigen der ABI GmbH seien nicht schlüssig und nicht
beweiskräftig. Der internistische Sachverständige habe aufgrund der Ergebnisse einer
Blutserumkontrolle angenommen, dass der Versicherte entgegen seiner Angaben kein
Novalgin einnehme. Novalgin lasse sich aber bereits wenige Minuten nach der
Einnahme nicht mehr im Blut nachweisen. Beim Einkommensvergleich seien der IV-
Stelle Fehler unterlaufen. Das Valideneinkommen hätte an die Nominallohnentwicklung
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angepasst werden müssen. Es betrage 88’049 Franken. Das Invalideneinkommen hätte
nicht ausgehend von den Salärempfehlungen des kaufmännischen Verbandes
bemessen werden dürfen, denn der Versicherte erziele nur einen Soziallohn. Er habe
keine Berufsausbildung abgeschlossen und beherrsche die deutsche Sprache nicht,
weshalb er nicht in der Lage sei, eine kaufmännische Tätigkeit zu verrichten. Auf dem
freien Markt hätte der Versicherte gar keine Anstellung erhalten. Der Ausgangswert des
Invalideneinkommens betrage lediglich 47’796 Franken. Da der Versicherte nur noch
leichte Arbeiten verrichten könne, müsse ein Tabellenlohnabzug von zehn Prozent
berücksichtigt werden. Der Invaliditätsgrad betrage 56 Prozent. Der RAD-Arzt Dr. D._
wies am 4. Oktober 2016 darauf hin (IV-act. 250), dass der internistische
Sachverständige der ABI GmbH nicht den Wirkstoff von Novalgin, sondern ein
Metabolit davon vergeblich im Blutserum gesucht habe, der bei einer regelmässigen
Einnahme von Novalgin hätte nachgewiesen werden können. Mit einer Verfügung vom
12. Dezember 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act.
251). Sie führte an, wenn sie ein Valideneinkommen von 88’049 Franken und einen
Tabellenlohnabzug von zehn Prozent berücksichtige, resultiere ein Invaliditätsgrad von
32 Prozent. Ein Rentenanspruch entstehe aber erst bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 Prozent.
B.
B.a Am 27. Januar 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2016 erheben (act. G 1).
Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
die Zusprache mindestens einer halben Rente. Zur Begründung führte sie an, die IV-
Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe keinen Einigungsversuch bezüglich
der Wahl der Gutachterstelle unternommen, obwohl das Versicherungsgericht sie dazu
angehalten habe. In der Folge sei ausgerechnet die ABI GmbH mit der Begutachtung
beauftragt worden, deren erstes Gutachten aus den Akten habe entfernt werden
müssen. Das sei unhaltbar. Das Gutachten der ABI GmbH überzeuge nicht. Der
Einkommensvergleich sei fehlerhaft.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. März 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, die Sachverständigen der ABI
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GmbH seien nicht befangen gewesen. Die Kliniken Valens hätten eine Begutachtung
aus Kapazitätsgründen abgelehnt. Die Zuweisung sei nach dem Zufallsprinzip erfolgt.
Das Gutachten der ABI GmbH sei in jeder Hinsicht überzeugend. Die angefochtene
Verfügung erweise sich im Ergebnis als rechtmässig.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 22. Mai 2017 an seinen Anträgen festhalten (act.
G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).
Erwägungen
1.
1.1 Der Beschwerdeführer hat sich im Oktober 2010 erstmals zum Bezug einer Rente
der Invalidenversicherung angemeldet. Die Beschwerdegegnerin hat dieses
Rentenbegehren mit einer Verfügung vom 3. August 2012 abgewiesen. Diese
Verfügung ist dann allerdings vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
einem Entscheid vom 28. Mai 2013 aufgehoben worden. Das Versicherungsgericht hat
die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen. Hätte es sich beim Entscheid vom 28. Mai 2013 um eine reine
Rückweisung gehandelt, würde in verfahrensrechtlicher Hinsicht keine Besonderheit
vorliegen: Die angefochtene Verfügung vom 12. Dezember 2016 könnte als eine
gewöhnliche Abweisungsverfügung betreffend ein erstmaliges Rentenbegehren
qualifiziert werden. Gemäss dem Art. 56 Abs. 2 VRP/SG (sGS 951.1) kann ein
Rückweisungsentscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen aber auch
verbindliche Feststellungen, also verfahrens- oder materiellrechtliche Vorgaben
enthalten, an welche die Verwaltung gebunden ist. Für das vorliegende Verfahren stellt
sich deshalb die Frage, ob der Rückweisungsentscheid vom 28. Mai 2013 solche
verbindlichen Vorgaben im Sinne des Art. 56 Abs. 2 VRP/SG enthalten hat. Das ist der
Fall gewesen: Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat die
Beschwerdegegnerin verbindlich angehalten, das erste Gutachten der ABI GmbH aus
den Akten zu entfernen und eine neue Begutachtung in Auftrag zu geben; zudem hat
das Versicherungsgericht der Beschwerdegegnerin verbindliche Vorgaben zur
Fragestellung gemacht. Der Hinweis des Versicherungsgerichts, dass die Wahl der
Gutachterstelle auf der Grundlage einer Einigung zwischen dem Beschwerdeführer und
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der Beschwerdegegnerin erfolgen solle, ist nicht als verbindliche Vorgabe i.S. von Art.
56 Abs. 2 VRP/SG zu interpretieren, denn dabei hat es sich nur um einen Hinweis auf
die damals noch gültige Rechtsprechung des Bundesgerichtes gehandelt; es wäre
offensichtlich überflüssig gewesen, die Parteien dazu zu verpflichten, die auf jeden Fall
anzuwendende höchstrichterliche Rechtsprechung auch tatsächlich zu beachten. Da
das Bundesgericht auf eine von der Beschwerdegegnerin gegen den Entscheid des
Versicherungsgerichtes vom 28. Mai 2013 erhobene Beschwerde nicht eingetreten ist,
ist dieser Gerichtsentscheid formell rechtskräftig und damit verbindlich geworden. Die
Beschwerdegegnerin hat also die Vorgaben des Versicherungsgerichtes bezüglich der
Entfernung des ersten Gutachtens aus den Akten, der Vornahme einer erneuten
Begutachtung und des Fragenkataloges im weiteren Verwaltungsverfahren nach der
Rückweisung beachten müssen.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat das erste Gutachten der ABI GmbH vollständig aus
den Akten entfernt und sie hat den Fragenkatalog im Sinne der verbindlichen Vorgaben
des Versicherungsgerichtes „bereinigt“. Hingegen hat sie nicht versucht, sich mit dem
Beschwerdeführer auf eine Gutachterstelle zu einigen. Vielmehr hat sie auf den
Zufallsgenerator von „SuisseMED@P“ zurückgegriffen und eine MEDAS nach dem
Zufallsprinzip ausgewählt. Diese die neue, d.h. die aktuelle höchstrichterliche
Rechtsprechung umsetzende Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin hat dazu
geführt, dass eine andere MEDAS als jene ausgewählt worden ist, auf die sich die
Parteien allenfalls hätten einigen können (denn es ist unwahrscheinlich, dass sich die
Parteien ausgerechnet auf die ABI GmbH geeinigt hätten, deren erstes Gutachten aus
den Akten hatte entfernt werden müssen). Der Entscheidinhalt der Zwischenverfügung
vom 22. Oktober 2015 hat sich darauf beschränkt, eine bestimmte MEDAS (nämlich die
ABI GmbH) mit einer polydisziplinären Begutachtung zu beauftragen. Der
Auswahlmodus – Zufallsprinzip oder Einigung – hat also nur einen Zwischenschritt auf
dem Weg zu diesem verfahrensleitenden Entscheid dargestellt, aber nicht zum
eigentlichen Entscheidinhalt der Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2015 gehört.
Zwar hätte der Beschwerdeführer die Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2015
anfechten und geltend machen können, die Auswahl sei rechtswidrig erfolgt, weil die
Beschwerdegegnerin entgegen dem Wortlaut des Rückweisungsentscheides nicht eine
Einigung gesucht, sondern den Zufall habe spielen lassen. Nach dem oben
Ausgeführten hätte dieses Vorgehen keinen Erfolg gehabt, weil es sich bei der
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entsprechenden Bemerkung im Rückweisungsentscheid eben nicht um eine
verbindliche Vorgabe i.S. von Art. 56 Abs. 2 VRP/SG gehandelt hatte. Da der
Beschwerdeführer die Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2015 aber nicht
angefochten hat, ist die Auswahl der ABI GmbH für die zweite Begutachtung
verbindlich geworden, weshalb nicht zu prüfen ist, nach welchem Modus diese
Auswahl getroffen werden musste.
1.3 Der Beschwerdeführer hat sinngemäss geltend gemacht, die Sachverständigen der
ABI GmbH seien befangen gewesen. Tatsächlich dürfte wohl ein Anschein der
Befangenheit bestanden haben, denn der neurologische und der orthopädische
Sachverständige der ABI GmbH hatten den Beschwerdeführer bereits beim ersten Mal
untersucht, was bedeutet, dass sie bereits Kenntnis von der „Rechtsprechungs-
Übersicht“ gehabt haben; zudem lässt sich anhand der Akten nicht ausschliessen,
dass das erste Gutachten in den internen Akten der ABI GmbH verblieben ist, denn
diese ist ja vom Versicherungsgericht nicht angewiesen worden, ihr erstes Gutachten
zu vernichten. Nach der alten bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor dem
Leitentscheid BGE 137 V 210 hätte sich das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen hier mit dieser Problematik auseinandersetzen müssen. Im erwähnten
Leitentscheid hat das Bundesgericht aber seine Praxis geändert und festgehalten, dass
die Auswahl von medizinischen Sachverständigen in der Form einer anfechtbaren
Zwischenverfügung eröffnet werden müsse. Gemäss der neuen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung können gegen eine solche Zwischenverfügung beschwerdeweise
personenbezogene Ausstandsgründe vorgebracht oder materielle Einwendungen,
namentlich die fehlende Notwendigkeit einer (weiteren) Begutachtung, erhoben werden
(BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 257). Daraus folgt, dass eine formell rechtskräftige und
damit verbindliche Zwischenverfügung betreffend die Auswahl von medizinischen
Sachverständigen diese Fragen (Notwendigkeit und Umfang der Begutachtung,
Auswahl der Sachverständigen etc.) abschliessend beantwortet. Wäre dies nicht der
Fall, käme einer solchen Zwischenverfügung gar keine eigenständige Bedeutung zu,
womit es zum Vorneherein sinnlos wäre, überhaupt eine solche Zwischenverfügung zu
erlassen. Die vom Bundesgericht (neu) anerkannte gerichtliche Überprüfbarkeit einer
solchen Zwischenverfügung muss also Hand in Hand mit der Fähigkeit einer solchen
Zwischenverfügung gehen, die von ihr geprüften Rechtsfragen abschliessend und
verbindlich zu beantworten. Einwendungen, die gegen eine solche Zwischenverfügung
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vorgebracht werden könnten, dürfen folglich in einem späteren Verfahrensstadium
nicht mehr gehört werden, denn sonst würde die Verbindlichkeit der
Zwischenverfügung negiert. Indem der Beschwerdeführer die Zwischenverfügung vom
22. Oktober 2015 unangefochten in formelle Rechtskraft hat erwachsen lassen, hat er
also definitiv auf die Möglichkeit verzichtet, im späteren Verlauf des
Verwaltungsverfahrens und dann auch in einem anschliessenden Beschwerdeverfahren
den objektiven Anschein einer Befangenheit der ausgewählten Sachverständigen
geltend zu machen. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ist wie die
Parteien an die formell rechtskräftige und damit verbindliche Zwischenverfügung vom
22. Oktober 2015 gebunden, weshalb es sich nicht mit der Frage nach einer allfälligen
Befangenheit der Sachverständigen der ABI GmbH befassen darf.
2.
2.1 Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem
Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger beruflicher Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie
gesund geblieben wäre.
2.2 Der Beschwerdeführer verfügt über keine eidgenössisch anerkannte
Berufsausbildung. Vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung hat er als
Hilfsgipser gearbeitet. Dank den während der Arbeitstätigkeit erworbenen Fertigkeiten
hat er zuletzt als Gipser-Vorarbeiter eingesetzt werden können, was es ihm ermöglicht
hat, ein deutlich über dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne liegendes
Einkommen von 84’500 Franken zu erzielen. Vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung hat die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers folglich
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nicht jener eines durchschnittlichen Hilfsarbeiters, sondern vielmehr jener eines
angelernten Gipser-Vorarbeiters entsprochen. Die Validenkarriere besteht deshalb in
der Verrichtung der Tätigkeit eines Gipser-Vorarbeiters. Das Valideneinkommen
entspricht dem im Jahr 2010 erzielten Lohn von 84’500 Franken, da der
Rentenanspruch frühestens im Jahr 2011 entstanden sein könnte.
2.3 Der Betrag des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens hängt
massgebend von den medizinischen Angaben zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ab. Im Vordergrund steht dabei das Gutachten der ABI GmbH vom
31. Mai 2016. Diesem lässt sich entnehmen, dass die Sachverständigen der ABI GmbH
die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt und den Beschwerdeführer
umfassend persönlich untersucht haben. Sie sind also mit dem massgebenden
medizinischen Sachverhalt vertraut gewesen und haben über eine umfassende
Kenntnis von den relevanten medizinischen Tatsachen verfügt. Ausgehend von den
objektiven klinischen Befunden haben die Sachverständigen der ABI GmbH
überzeugend begründete Schlüsse hinsichtlich der Diagnosen und der Arbeitsfähigkeit
gezogen. Das Gutachten enthält keine Widersprüche. Abweichungen zu früheren
medizinischen Berichten sind von den Sachverständigen überzeugend begründet
worden. Aus internistischer, neurologischer und psychiatrischer Sicht war bereits in der
Vergangenheit nie eine relevante Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Nur in
orthopädischer beziehungsweise rheumatologischer Hinsicht besteht eine Diskrepanz
zwischen dem Gutachten der ABI GmbH und den Vorakten. Der orthopädische
Sachverständige der ABI GmbH hat festgehalten, dass der radiologische und der
klinische Befund weitgehend unauffällig gewesen seien: Röntgenbilder und ein MRI
hätten nur eine breitbasige Discushernie L3/4 ohne einen Hinweis auf eine
Neurokompression gezeigt; klinisch sei nur eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit
im thoraco-lumbalen Bereich unter Gegenspannung bei einem ansonsten völlig
unauffälligen Befund festzustellen gewesen. Vor diesem Hintergrund überzeugt die
Schlussfolgerung des orthopädischen Sachverständigen, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nur für körperlich belastende Tätigkeiten eingeschränkt sei. Im
Rahmen der Begutachtung durch die Klinik Valens im August 2011 (also rund fünf
Jahre davor) hatte der rheumatologische Sachverständige dagegen noch eine
wesentliche Einschränkung der Beweglichkeit in mehreren Ebenen, eine
Druckschmerzhaftigkeit und eine Kraftminderung festgestellt, was das Attest einer
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Arbeitsunfähigkeit selbst für körperlich leichte Tätigkeiten als nachvollziehbar
erscheinen lässt. Diese Untersuchung war allerdings nur wenige Monate nach einem
erheblichen operativen Eingriff an der Wirbelsäule durchgeführt worden, weshalb sich
der Beschwerdeführer damals noch in der Rekonvaleszenzphase befunden haben
dürfte. Der orthopädische Sachverständige der ABI GmbH hat zwar angedeutet, dass
das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten als
eher zu grosszügig zu qualifizieren sei, aber er hat die Beurteilung des
rheumatologischen Sachverständigen der Klinik Valens nicht als unhaltbar bezeichnet.
Offenbar muss sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers also nach der
Begutachtung durch die Klinik Valens objektiv noch weiter verbessert haben. Damit
übereinstimmend haben die Sachverständigen der ABI GmbH für die Zeit zwischen
August 2011 und Dezember 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 50 Prozent für
leidensadaptierte Tätigkeiten, für die Zeit ab Dezember 2011 aber eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert.
Zusammenfassend lassen sich den Akten also keine Hinweise entnehmen, die Zweifel
an der Überzeugungskraft des Gutachtens der ABI GmbH vom 31. Mai 2016 wecken
würden. Das bedeutet, dass der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich ab
Dezember 2011 uneingeschränkt arbeitsfähig für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten
gewesen ist.
2.4 Da die Tätigkeit als Gipser-Vorarbeiter gemäss den überzeugenden Ausführungen
sämtlicher medizinischer Fachpersonen nicht mehr zumutbar ist, kommt als
Invalidenkarriere nur die Verrichtung einer ideal leidensadaptierten Hilfsarbeit in Frage.
Die aktuell ausgeübte Tätigkeit in der Unternehmung des Bruders ist zwar als ideal
leidensadaptiert zu qualifizieren, aber auf den dabei erzielten Lohn kann nicht
abgestellt werden, da dieser nicht dem betriebswirtschaftlich-ökonomischen Wert der
Arbeitsleistung des Beschwerdeführers entspricht, sondern überwiegend
wahrscheinlich einen Soziallohnanteil enthält. Folglich ist auf einen statistischen
Hilfsarbeiterlohn abzustellen. Da die Akten keine Hinweise darauf enthalten, dass der
Beschwerdeführer erheblich über- oder unterdurchschnittlich leistungsfähig wäre, und
da kein statistischer Nachweis dafür existiert, dass körperlich leichte Hilfsarbeiten
wesentlich tiefer als körperlich anstrengende Hilfsarbeiten entlöhnt würden, ist der
statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne als Ausgangswert des zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens heranzuziehen. Dieser hat sich im Jahr 2010 auf
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61’164 Franken belaufen (vgl. die Textausgabe des IVG der Informationsstelle AHV/IV,
9. Aufl. 2018, Anh. 2). Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer seine
Arbeitsfähigkeit nur mit einem unterdurchschnittlichen betriebswirtschaftlich-
ökonomischen Erfolg verwerten könnte, sind nicht ersichtlich. Selbst aus der Sicht
eines konsequent betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkenden Arbeitgebers liegen
also keine Gründe vor, die diesen dazu zwingen würden, den Lohn des
Beschwerdeführers tiefer als jenen eines gesunden Arbeitnehmers anzusetzen.
Deshalb ist kein Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen. Das zumutbarerweise
erzielbare Invalideneinkommen beträgt folglich 61’164 Franken.
2.5 Bei einem Valideneinkommen von 84’500 Franken und einem zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommen von 61’164 Franken resultiert eine Erwerbseinbusse
von 23’336 Franken, was einem Invaliditätsgrad von 27,62 Prozent entspricht. Da erst
ab einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent ein Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung besteht, hat der Beschwerdeführer keinen solchen Anspruch.
Auch für die Vergangenheit ist keine Rente zuzusprechen. Die Arbeitsunfähigkeit ist im
September 2010 eingetreten. Im August 2011 ist der Beschwerdeführer zwar noch zu
maximal 50 Prozent arbeitsunfähig für leidensadaptierte Tätigkeiten gewesen, aber
bereits im Dezember 2011 hat eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten bestanden, weshalb sich die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers zwischen August 2011 und Dezember 2011 massgeblich
verbessert haben muss. Mangels echtzeitlicher medizinischer Berichte kann der
genaue Verlauf retrospektiv nicht mehr mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, weshalb bezüglich des
Arbeitsfähigkeitsgrades ab September 2011 eine objektive Beweislosigkeit vorliegt,
deren Folgen in einer lückenfüllenden analogen Anwendung des Art. 8 ZGB der
Beschwerdeführer zu tragen hat.
3.
Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung damit als rechtmässig, weshalb
die Beschwerde abzuweisen ist. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von diesem
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geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.