Decision ID: fb150164-a9b8-4c44-a445-1bae4b43d7cc
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, absolvierte eine Lehre als Verkäufer und bil
dete sich anschliessend im Informatikbereich weiter
(Urk.
7/3/1
, Urk.
7/25/3)
. Er ist
seit 1996
als CEO der
Y._
angestellt
, deren Eigentü
mer er ist
(
Urk.
7/17
, Urk.
7/4/5
).
Am 27.
Dezember 2011 meldete der Versi
cherte sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wegen Rückenschmerzen
für den Be
zug von Leistungen an (Urk. 7/4
). Die IV-Stelle nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (Urk.
7/12/5-8, Urk. 7/13, Urk. 7/14, Urk. 7/15, Urk. 7/16, Urk. 7/25, Urk. 7/26). Im Vorbescheid vom 31.
Juli 2012
führte die IV-Stelle aus, der Versicherte leide an einer
Soma
tisierungsstörung
, welche mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar sei, weshalb keine Beschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 7/29). Der Versi
cherte liess durch seine Vertreterin, Rechtsanwältin Hajek Saxer, mit Eingabe vom 13.
September 2012 Einwand erheben (Urk. 7/35).
Mit Verfügung vom 21.
November 2012 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und verneinte
den Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente
(Urk.
2).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 7.
Januar 2013 Beschwerde erheben, wobei er
die Rückweisung zur Vornahme
weitere
r
Abklärungen
und eventualiter die Zu
sprechung gesetzlicher Leistungen
, insbesondere mindestens einer halben Inva
lidenrente,
beantragte
(Urk.
1). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 30.
Januar 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Die
Beschwerde
antwort
wurde dem Beschwerdeführer zugestellt (Urk. 8). Mit Eingabe vom 29.
Mai 2013 wurde
n
vom Beschwerdeführer
diverse
Arztberichte eingereicht (Urk. 9, Urk. 10). D
ie
Beschwerdegegnerin
verzichtete
am
21.
Juni 2013 auf eine Stellungnahme zu dieser Eingabe, was dem Beschwerdeführer mitgeteilt wurde (Urk.
12, Urk.
13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art.
4 Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S.
70 E.
4b/cc).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die IV-Stelle wies in ihrer Verfügung vom 21.
November 2012 das Begehren zusammengefasst mit der Begründung ab, dass aufgrund der Untersuchung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) die Diagnose einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung
(
ICD-
10
F45.1
)
gestellt worden sei. Gemäss der gelten
den Rechtsprechung falle dies
e
unter den gleichen Symptomenkomplex wie die
somatoforme
Schmerzstörung. Folglich handle es sich um ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage. Es bestehe die Vermutung, dass eine
Somatisierungsstörung
mit einer zumut
baren Willensanstrengung überwindbar sei. Abklärungen hätten ergeben, dass beim
Versicherten
die Beschwerden als überwindbar zu betrachten seien, wes
halb kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer liess zusammengefasst vorbringen, dass bei ihm nicht die
somatoformen
Beschwerden im Vordergrund stünden, sondern die somatischen, organisch verursachten Beschwerden. Diese Beschwerden seien mittels MRI- und CC-Untersuchungen sichtbar und feststellbar. Aus Arztberichten gehe her
vor, dass seine Arbeitsfähigkeit reduziert sei. Um die gesundheitlichen Beschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen und den Invaliditätsgrad zu bemessen
,
seien im Sinne des Untersuchungs
-
grundsatzes noch weitere Abklärungen in rheumatologischer, neurologischer und neuropsychologischer Hinsicht angezeigt.
Eventualiter sei ihm aufgrund der medizinischen Akten für seinen Beruf als Informatiker eine halbe Invalid
en
rente zuzusprechen (Urk.
1).
3.
3.1
Im zu
handen
der IV-Stelle verfassten Arztbericht der
Z._
, Rheuma
tologie, vom 1
8.
Januar 2012 wurden folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit aufgelistet:
Chronisches fluktuierendes
zerviko
-brachiales bis
zerviko
-
zephalo
-brachi
ales Schmerzsyndrom beidseits ab 2006, seit Ende 2010 deutlich progredient
Chronisch rezidivierende
Lumboischialgie
rechtsbetont
Chronische Einschlafstörung
.
Die Leistungsfähigkeit werde eingeschränkt durch Nackenschmerzen, Kopf
-
schmer
zen und lumbale Schmerzen. Die Schmerzintensität beeinträchtige die kognitive Leis
tungsfähigkeit (Urk.
7/12/5-9).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, verwies in ihrem
Arztbe
richt
vom 31.
Januar 2012 betreffend Massnahmen für die berufliche Einglie
derung sowie Rente
zur Benennung
d
er
Ursachen der Arbeitsunfähigkeit auf den Bericht der
Z._
vom 18. Januar 201
2.
Zudem ergänzte sie, dass der Beschwerdeführer an einer entzündeten Wirbelsäule leide und seit Sommer 2010 zu 100
% krank sei. Seine bisherige Tätigkeit als Inhaber einer Softwarefirma sei ihm nicht mehr zumutbar und es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit. Es könne nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden. Der Beschwerdeführer könne nur eine Stunde pro Tag einer rein sitzenden Tätigkeit und nur eine Stunde pro Tag mit Bewegung einer rein stehenden Tätigkeit nachgehen. Zudem seien ihm Über-Kopf-Arbeiten und Heben oder Tragen nicht möglich.
Das Konzentrationsvermögen, das Auf
fassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit seien einge
schränkt (Urk.
7/14).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem an die IV-Stelle gerichteten Schreiben vom 10.
Februar 2012 fest, der Beschwerde
-
führer sei bei ihm wegen einer reaktiven psychischen Störung aufgrund von jahrelang anhaltenden chronischen Schmerzen in Behandlung. Da die psychi
sche Störung reaktiven Charakter habe und
aufgrund
der fehlenden Psychopa
thologie
keine schwere, invalidisierende psychiatrische Diagnose
vorliege, fehle auch eine
psychiatrische Begründung der Invalidität (Urk.
7/13
/1
).
In seinem Bericht zuhanden der
Sanitas
vom 12.
Januar 2012 stellte Dr.
B._
die Diag
nose einer Neurasthenie (ICD-10 F48.00) sowie einer Anpassungsstörung mit langer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) (Urk.
7/13/2-5).
3.
4
Med.
pract
.
C._
, Fachärztin für
O
rthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchte den Versicherten am 13.
April 2012
im Auftrag der IV-Stelle
. In ihrem Bericht hielt sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der
Halswirbel
säule
und
Lendenwirbelsäule bei
Foramen
stenose
C3/4 und
Diskusher
nien
der Halswi
r
belsäule und Diskushernie L4/5 mit
Osteochondrosen
der Lendenwirbelsäule
Status nach Dis
k
ushernie L4/5 links mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 links
.
Sie führte aus, bei kernspintomographisch nachgewiesenen degenerativen Verän
derungen des Achsenorganes im Bereich der Hals- und Lend
enwirbelsäule mit Bandscheiben
schädigung der Hals-
und Lendenwirbelsäule hätten funktio
nelle Einschränkungen nur teilweise nachvollzogen werden können. Die klini
schen Untersuchungsbefunde zeichneten sich durch ein zum Teil diffuses und durch organische Schäden der Wirbelsäule nicht zu erklärendes Beschwerdebild aus. Ebenso wie in den
vorangegangenen
Voruntersuchungen habe
k
ein neu
rologisches Defizit ermittelt werden können.
Zusammenfassend hielt sie fest, beim Versicherten sei
aufgrund einer Schädi
gung der Hals- und Lendenwirbelsäule
ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Es bestehe eine ver
minderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulter
höhe, auf Leitern und Gerüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schultergürtels, für ausschliesslich stehende oder sitzende Tätigkeiten, für häu
figes Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Tr
ansportieren von Lasten, welche
schwerer als 10
kg seien, ohne Verharren in Zwangs
haltungen
, ohne dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten seien dem Ver
sicherten medizinisch
-
theoretisch weiterhin zu 100
% zumutbar. In der bisheri
gen Tätigkeit als Unternehmensvorstand bestehe medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 100
% seit Datum der Untersuchung. Die ausgeübte Tätig
keit entspreche einer angepassten Tätigkeit (Urk.
7/26
).
3.
5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie vom RAD, unter
suchte den Versicherten ebenfalls am 13.
April 2012 und stellte in ihrem Bericht die Diagnose einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung
(
ICD-10 F45.1
)
, welche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Der Beschwerdeführer
beschrieb seine Stimmung als fröhlich, deprimieren würden ihn nur die Schmerzsymptomatik und dass er sich nicht so konzentrieren könne, wie er
wolle. Er
berichtete, er habe Freunde, die er regelmässig sehe, aber es seien weniger als früher. Circa drei bis vier Mal pro Woche gehe er eine bis zwei Stunden ins Büro, denn er sei nach wie vor Hauptaktionär seiner Unternehmung und habe
zwölf
Angestellte, wobei er nun einen Stellvertreter habe.
Ansonsten liege er viel und fühle sich häufig erschöpft.
Dr.
D._
führte aus,
beim Beschwerdeführer sei ein leichter sozialer Rückzug zu beobachten. Seine
Fähig
keit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Kontaktfähigkeit zu Dritten
, die
Selbstbehauptungsfähigkeit
und
die Wegefähigkeit
(
das Vermögen
die Ar
beitsstelle aufzusuchen
)
s
eien als leicht eingeschränkt zu erachten. Seine Fähig
keit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, zur Flexibilität und Um
stellung sowie zu ausserberuflichen Aktivitäten seien als leicht bis mittelgradig eingeschränkt zu erachten. Mittelgradig eingeschränkt sei seine
Durchhaltefä
higkeit
. Aufgrund dieser auf dem Gesundheitsscha
d
en der undifferenzierten
Somatisierungsstörung
beruhenden Einschränkungen liege aus psychiatrischer Perspektive maximal eine Arbeitsunfähigkeit von ab 40
% ab dem 12.
Januar 2012 für die zuletzt ausgeübte sowie für eine angepasste Tätigkeit vor.
Weiter führte sie aus, Symptome, welche die Diagnose einer Neurasthenie oder einer Anpassungsstörung mit langer depressiver Reaktion rechtfertigen würden, lies
sen sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht objektivieren (Urk.
7
/
25).
4.
4.1
4.1.1
Der Beschwerdeführer leidet unter Rücken-, Nacken- sowie Kopfschmerzen
und
machte geltend, dass nicht die
somatoformen
, sondern diese somatischen Beschwerden im Vordergrund stünden
(Urk.
1 S.
3).
Zu prüfen ist zunächst, in
wieweit die somatischen Schmerzen die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtig
en
.
4.
1
.
2
Die
Diagnose von
Fachärztin
med.
pract
.
C._
stimmt mit den übrigen medi
zinischen Akten
, insbesondere mit dem
Bericht der
Z._
vom 18. Januar 2012, im Wesentlichen
überein.
Med.
pract
.
C._
verneinte
im Bericht vom 13.
April 2012 (Urk.
7/26)
aus orthopädisch-medizinischen Gesichtspunkten in nachvollziehbarer Weise eine Arbeitsfähigkeit für schwere körperliche Tätigkeiten.
Ihre Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit von 100
% in einer angepassten Tätigkeit vermag
zusammengefasst deshalb
zu überzeugen,
weil
sich
die Ärztin
detailliert damit auseinandersetzt
e
,
bezüglich
welche
r
Tätig
keiten Einschränkungen best
eh
en
und welche Tätigkeiten möglich sind
.
Das von ihr erstellte Belastbarkeitsprofil (vgl. Ziffer 3.4) erscheint angesichts der somatischen Rückenbeschwerden nachvollziehbar und überzeugend.
Was den Bericht von Dr.
A._
vom 31. Januar 2012 (Urk. 7/14) anbelangt, welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit festhielt, ist anzumerken, dass sie keine auf
Rückenleiden spezialisierte Fachperson, sondern Fachärztin für Allgemeine Medizin ist. Entsprechend stützte sie ihren Bericht einerseits auf den Bericht der
Z._
vom 18. Januar 2012 (
Urk.
7/12/5-9) und andererseits auf die Angaben des Beschwerdeführers. Folglich
kann diese Stellungnahme
die Über
zeugungskraft
de
s
Bericht
s
der Fachärztin med.
pract
.
C._
nicht in Zweifel ziehen.
De
ren
Bericht
entspricht
wie dargelegt
in sämtlichen Punkten den
pra
xisgemässen
Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise
, denn er beant
wortet
die gestellten Fragen umfassend und erging nach einlässlicher
Anamne
seschilderung
sowie Befunderhebung in Kenntnis der relevanten
Vorakten
.
4.
1
.
3
D
ie vom Versicherten im Gerichtsverfahren eingereichten ärztlichen Berichte
betreffend die somatischen Beschwerden enthalten im Wesentlichen nichts Neues
(Urk.
3/3-7, Urk.
9/1, Urk.
9/3).
Der Bericht der
Z._
vom 14. August 2012
hält zwar aus
somatischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von
50 %
mit Pausen fest
(Urk. 3/3). Allerdings unterlässt es dieser Bericht
,
die Arbeitsunfähigkeit substantiiert zu begründen,
bezeichnet nicht, welche Tätig
keiten zumutbar seien und welche nicht und
verweist insbesondere
auf den rein subjektiven Aspekt
, dass der Versicherte sich weiterhin nicht im Stande sehe, ein volles Pensum zu leisten. Da es an einer nachvollziehbaren Begründung der Arbeitsunfähigkeit fehlt, sind die getroffenen Schlussfolgerungen nicht
schlüs
sig
und vermögen die nachvollziehbaren und überzeugenden Ausführungen von
m
ed.
pract
.
C._
nicht in Zweifel zu ziehen.
In Bezug auf die vom Beschwerdeführer verlangte rheumatologische Abklärung ist festzuhalten, dass gemäss einem Facharzt der
Z._
,
bei welchem sich der Beschwer
deführer in regelmässiger Behandlung befindet, keine entzündlich
-
rheumatolo
gische Diagnose fassbar ist (Urk. 9/2 S. 2), weshalb
sich
ein rheumatologisches Gutachten erübrigt. Ebenso wenig ist ersichtlich, weshalb ein neurologisches Gutachten notwendig sein sollte, da abgesehen von den bereits soweit als mög
lich abgeklärten Bandscheibenvorfällen sowie Kopfschmerzen keine neurologi
schen Erkrankungen des Beschwerdeführers dargetan sind. Med.
pract
.
C._
konnte anlässlich des Untersuchs vom 13. April 2012 kein neurolo
gisches Defizit ermitteln (Urk.
7/26) und Anzeichen für ein solches ergeben sich auch aus den übrigen Akten nicht, obwohl der Versicherte sich seit geraumer Zeit in der Behandlung von Fachärzten befindet und ein Teil seiner Behandlun
gen in der
Z._
, Neurologie, stattfanden, so dass auch Fachärzte der Neurologie den Zustand des Beschwerdeführers beurteilten (Urk.
3/4, Urk. 3/7, Urk.
7/11/4-12). Dr. med.
E._
, Leitender Arzt Neurologie/IOM, hielt in einem Schreiben vom 3. Februar 2011 ausdrücklich fest, dass beim Versi
cherten keine wesentlichen neurologischen Ausfälle
vorlägen
(Urk.
7/1).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich der somatischen Beschwer
den keine weiteren Abklärungen notwendig sind.
Die IV-Stelle ging somit in ihrer Verfügung gestützt auf den Bericht von med.
pract
.
C._
zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer - rein aufgrund seiner somatischen Lei
den - in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
4.
1
.
4
Nun ist noch zu prüfen, ob
die
jetzige Tätigkeit einer solchen angepassten Tätig
keit entspricht
, was der Versicherte bestreitet
. Als CEO übt der Beschwer
deführer keine körperlich anstrengende Arbeit aus. D
ie
einzige Problem
atik
auf
grund der von
med.
pract
.
C._
beschriebenen Einschränkungen könnte darin bestehen, dass er eine rein sitzende Tätigkeit ausübt. Allerdings ist
er
als
CEO
in
seiner eigenen Unternehmung
tätig
und verfügt somit über die Möglich
keit
,
sich seine Tätigkeit relativ frei einzuteilen. So sollte es kein Problem sein, die Anzahl Pausen während de
s
Arbeit
stages
zu erhöhen und sich während dieser zu bewegen. Zudem wird der Beschwerdeführer die Möglichkeit haben, sich ein Stehpult einzurichten oder sich in seinem Büro eine Liege hinzustellen, so dass er beim Studium von Unterlagen
, Verfassen von Texten oder beim Pro
grammieren
auch andere Position
en
einnehmen kann
und nicht
den ganzen Tag
sitzend
verbringen muss
.
4.
2
4.
2
.1
Weiter
ist zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkran
kung reduziert
ist
.
Dr.
B._
hielt in seinem Schreiben vom 10.
Februar 2012 fest, dass die psychische Erkrankung keinen Gru
nd für eine Invalidität bilde
und diese reaktiv auf
die
jahrelangen chronischen Schmerzen sei
(Urk. 7/131
)
.
Im
Untersuchungsbericht vom 1
3.
April 2012
begründete
Dr.
D._
überzeugend
und plausibel
das Vorliegen einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1)
. Sie führte
detailliert
aus, welche Fähigkeiten durch dieses Lei
den eingeschränkt würden und bezifferte
die
Arbeitsunfähigkeit auf maximal 40
%.
Der Bericht beantwortet die gestellten Fragen umfassend und erging nach einlässlicher Abklärung der Vorgeschichte und Befunderhebung in Kenntnis der Berichte der behan
delnden Ärzte. Sodann berücksichtigt der Bericht
die ge
klagten Beschwerden,
setzt sich
mit diesen
detailliert auseinander
und stimmt mit dem Bericht von med.
pract
.
C._
überein, welchen er inhaltlich er
gänzt.
Daher stützte sich die
IV-Stelle
für ihre Verfügung
zu Recht auf diesen Bericht
ab.
4.
2
.
2
Der Rechtsdienst der I
V-Stelle wies
in seiner Stellungnahme vom 15.
Juni 2012
zu Recht darauf hin, dass zur Beurteilung der Frage, ob die beim Beschwerde
führer vorliegende undifferenzierte
Somatisierungsstörung
ausnahmsweise als nicht überwindbar zu betrachten sei, die diesbezügliche Rechtsprechung
beach
tet werden müsse
(Urk.
7/27/5-6)
, welche im Folgenden darzustellen ist.
Eine
fach
ärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Ver
mutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zu
mutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den
Wieder
einstieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res
sourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus
-
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352). Diese im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörung und ihrer Fol
gen entwickelten Grundsätze betreffend
die
willentliche Überwindbarkeit gelten rechtsprechungsgemäss auch bei der zum gleichen Symptomenkomplex gehö
renden
Somatisierungsstörung
(Urteil 8C_696/2008
E. 8.2.1
des Bundesgerichts vom 3.
Juni 2008 mit weiteren Hinweisen).
4.
2
.
3
Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob
die von Dr.
D._
festgestellte Ar
beits
-
unfä
higkeit
von maximal 40
% auch von versicherungsrechtlicher Be
deutung ist
.
Gemäss dem überzeugenden Bericht von Dr.
D._
leidet der Beschwerde
-
führer in psychischer Hinsicht einzig an einer undifferenzierte
n
Somatisierungsstörung
. Demgegenüber diagnostizierte Dr.
B._
eine
Neuras
thenie sowie eine Anpassungsstörung mit langer depressiver Reaktion. Aller
dings hielt
Dr.
B._
fest, dass diese psychischen
Beschwerden
reaktiv zu den somatischen seien. Es steht somit fest, dass beim Beschwerdeführer, unabhängig davon
,
ob er
auch
an den von Dr.
B._
diagnostizierten psychischen
Störungen
leidet oder nicht, keine
vom Schmerzerleben losgelöste psychische
Komorbidität
vorliegt.
Die diagnostizierten Rückenleiden stellen eine chronische körperliche Begleiterkrankung dar.
Es
kann
jedoch in
zeitlicher
Hinsicht
nicht
von einem mehrjährigen,
chronifizierten
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung gesprochen werden. Auch gibt es keine Hinweise auf einen verfestigten, therapeutisch nicht mehr beeinfluss
-
baren innerseelischen Verlauf, der die Schmerzsymptomatik als Aus
druck einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) ersch
ei
nen liesse.
Die
ambulante Behandlung
hat bisher
trotz kooperativer Haltung der versicherten Person
sowie konse
quenter Durchführung nicht zum Ziel geführt.
Da die Schmerzen
in diesem Ausmass
seit
Mitte
2
010
und somit noch nicht seit vielen Jahren auftreten,
kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass mit anderen Therapieansätzen oder einer stationären Therapie Erfolge möglich sein werden
.
Der Beschwerde
führer
ist zwar oft alleine zu Hause, doch er
findet Freude am Familienleben,
arbeitet stundenweise in seinem Betrieb
und pflegt Freundschaften, so dass nur ein leichter sozialer Rückzug vorliegt
.
Vor diesem Hintergrund
muss festgehal
ten werden
, dass die Kriterien, die ein Abweichen von der
Überwindbarkeits
vermutung
erlauben würden, nicht
oder nicht in genügendem Ausmass
erfüllt sind.
Daher
kann der Beschwerdeführer aus de
r Feststellung seiner
Arbeitsunfä
higkeit
im Umfang von maximal 40
%
durch Dr.
D._
nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil eine entsprechende Einschränkung
invalidenversiche
rungsrechtlich
als überwindbar erscheint
.
4.
2
.4
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 29. Mai 2013 (Urk. 10) unter anderem ein Schreiben von Dr.
B._
zuhanden des Vertrauensarztes des
F._
vom 7. Februar 2013 ein. In diesem Schrei
ben führte Dr.
B._
aus, der Beschwerdeführer leide an einer
Anpassungsstö
rung
mit Angst, Depressivität und
neurasthenen
Zügen (ICD-10 F43.22).
Seine
Belastbarkeit habe abgenommen und die Erschöpfung zugenommen, so dass er sein Geschäft schlechter habe führen können. Die Arbeitsfähigkeit habe sich ge
genüber dem letzten Jahr vermindert. Der Versicherte lebe nun mit Tochter und Partnerin im gleichen Haushalt, wobei er immer mehr Gefallen am familiären Zusammenleben finde, was ein Lichtblick sei. Eine
Reevaluierung
des Antrages auf
Leistungen der Invalidenversicherung
scheine unumgänglich zu sein, auch wenn der erste Antrag abgelehnt worden sei (Urk.
9/4).
Dr.
B._
äusserte sich in diesem Schreiben nicht zur Arbeitsfähigkeit. Zudem bleibt auch unklar, ob der Beschwerdeführer nach Meinung von Dr.
B._
aus psychischen Gründen
Leistungen der Invalidenversicherung
erhalten sollte. Aufgrund der klaren Ver
neinung einer Invalidität aus psychischen Gründen durch
Dr.
B._
am 12. Februar 2012 sowie der Tatsache, dass er weiterhin eine Anpassungsstörung diagnostizierte, ist
eher
davon auszugehen, dass er
eine Invalidisierung des Versicherten
somatisch begründen wollte. Betreffend diese Beurteilung ist er je
doch nicht Fachperson.
Eine
Anpassungsstörung
ist im Übrigen
rechtsprechungsgemäss nicht per se invalidisierend
(Urteil
9C_408/2010
E. 4.3
des Bun
desgerichts
vom 22.
November 2010 mit weiteren Hinweisen
)
.
Aufgrund des überzeugenden Berichts von Dr.
D._
und da in den Akten keine Anzeichen für nicht abgeklärte psychische Erkrankungen vorhanden sind, erübrigen sich
somit
weitere Abklärungen in psychischer und neuropsychologischer Hinsicht.
5.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass
ein Rückenleiden
sowie gewisse da
mit zusammenhängende Schmerzen
ausgewiesen
sind
,
welche
aber nicht zu ei
ner Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit führ
en
. Da auch die
un
differenzierte
Somatisierungsstörung
keinen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden im Sinne der Rechtsprechung zu begründen vermag, ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in leidensangepasster Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig ist.
B
ei der aktuellen Tätigkeit des Beschwerdeführers
handelt es sich
um eine solche leidensangepasste Tätigkeit. Die Beschwerde ist somit ab
zuweisen.
6.
Gemäss Art.
69 Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Invaliditätsleistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr.
1‘000.-- fest
gelegt. Die Kosten sind ermessensweise auf Fr.
600.-- festzulegen und dem Beschwerdeführer als unterliegender Partei aufzuerlegen.