Decision ID: 7de039e8-2da5-4afa-be85-c49fd1bc9d35
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
I.
A und B sind Eigentümer der Grundstücke Kat.-Nrn. 01 und 02 in der Gemeinde D. Im November 2018 ersuchten sie Letztere mittels "dringenden Gesuchs" um Schaffung bzw. Ausscheidung eines Wildschongebiets bzw. Naturschutzreservats im Sinn von § 3 des Gesetzes über Jagd und Vogelschutz vom 12. Mai 1929 (JagdG, LS 922.1) auf ihrem Grundstück Kat.-Nr. 01. Dieses Gesuch lehnte der Gemeinderat D mit Beschluss vom 5. Februar 2019 ab, weil das betreffende Grundstück für die Errichtung eines Naturschutzreservats nicht besonders geeignet erscheine und zumindest fraglich sei, ob das Anliegen von A und B dadurch überhaupt erreicht werden könne. Auch sei das Grundstück "heute grundsätzlich gar nicht Gegenstand von Jagdaktivitäten" und seien die Jagdverantwortlichen durch das vorliegende Verfahren bereits ausreichend sensibilisiert, sodass künftig keine (unnötigen) Eingriffe in das Eigentum der Genannten erfolgten.
Nachdem dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwachsen war, gelangten A und B am 28. Mai 2019 unter dem Titel "Jagdausübung auf fremden Grundstücken" an die Baudirektion des Kantons Zürich und beantragten, dass "die Parzellen 01 und 02 in der Gemeinde D vom jagdbaren Gebiet auszunehmen" seien und "ein amtliches Verbot der Jagd auf den Grundstücken [...], Parzellen Kat. Nr. 01 und 02, unter Androhung einer Busse in der Höhe von mindestens Fr. 500 zu verfügen" sei; eventualiter sei der Jagdpachtgesellschaft E zu verbieten, die Jagd auf den genannten Parzellen auszuüben. Auf dieses Gesuch reagierte der Vorsteher der Baudirektion mit Schreiben vom 8. Juli 2019, worin er A und B im Wesentlichen mitteilte, dass "[f]ür die antragsgemässe Behandlung [i]hrer Anliegen durch die Baudirektion [...] keine Rechtsgrundlage" existiere, sondern jene "einzig kantonale Wildschongebiete [wie das Tössstockgebiet, die Wasserflächen von Zürichsee, Greifensee und Pfäffikersee, also grössere Flächen] ausscheiden" könne.
II.
Dagegen liessen A und B am 31. Juli 2019 beim Regierungsrat rekurrieren und diesem beantragen, "[e]s sei festzustellen, dass die Jagdausübung auf den Parzellen 01 und 02 im Eigentum der Gesuchsteller gegen übergeordnetes Recht" verstosse (Antrag 1), und es seien die genannten Parzellen vom jagdbaren Gebiet auszunehmen (Antrag 2), eventualiter sei ein amtliches Verbot der Jagd auf den Grundstücken unter Androhung einer Busse von Fr. 500.- zu verfügen (Antrag 3) bzw. subeventualiter der Jagdpachtgesellschaft E durch Verfügung zu verbieten, die Jagd auf den Parzellen Kat.-Nrn. 01 und 02 in der Gemeinde D auszuüben (Antrag 4).
Der Regierungsrat trat auf das Rechtsmittel mit Entscheid vom 19. August 2020 nicht ein und auferlegte die Rekurskosten A und B.
III.
Am 27. September 2020 liessen A und B Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter Entschädigungsfolge sei die Zuständigkeit des Regierungsrats zum Erlass eines Verbots der Jagdausübung auf ihren Grundstücken mit den Kat.-Nrn. 01 und 02 festzustellen und "folglich der Entscheid des Regierungsrates vom 19. August 2020 aufzuheben und zur neuen Entscheidung im Rahmen der Erwägungen [...] zurückzuweisen", eventualiter durch das Verwaltungsgericht festzustellen, dass die Jagdausübung auf den genannten Grundstücken aufgrund ihrer fehlenden Einwilligung widerrechtlich sei.
Der Regierungsrat schloss mit Vernehmlassung vom 15. Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Gleiches beantragte die Baudirektion mit Beschwerdeantwort vom 26. Oktober 2020 im Eventualantrag, während ihr Hauptantrag auf Nichteintreten lautete; zur Begründung verwies sie auf einen beigelegten (direktionsinternen) Mitbericht des Amts für Landschaft und Natur, Fischerei- und Jagdverwaltung vom 23. Oktober 2020. Hierzu äusserten sich A und B am 18. November 2020; gleichzeitig reichten sie weitere Unterlagen ein.
Die Kammer

erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen Rekursentscheide des Regierungsrats über Anordnungen einer Direktion etwa auf dem Gebiet des Jagdwesens zuständig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]; vgl. auch VGr, 27. März 2019, VB.2019.00154, E. 1 [nicht publiziert]).
Nimmt eine Vorinstanz einen Rekurs nicht an die Hand, weil sie – wie hier – eine Eintretensvoraussetzung nicht als erfüllt betrachtet, ist die formell unterlegene rekurrierende Person legitimiert, sich auf dem Rechtsmittelweg gegen den Nichteintretensentscheid zu wehren (§ 49 in Verbindung mit § 21 Abs. 1 VRG; vgl. Martin Bertschi, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 58). Die Beschwerdeführenden sind somit vorliegend insofern zur Beschwerdeerhebung legitimiert, als sie sich gegen den Entscheid der Vorinstanz wenden, auf ihren Rekurs vom 31. Juli 2019 nicht einzutreten (vgl. zum Ganzen auch BGr, 12. Juli 2013, 2C_52/2013, E. 1.2).
Da die übrigen Eintretensvoraussetzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1
Die Vorinstanz trat auf den Rekurs der Beschwerdeführenden nicht ein, weil dem Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2019 kein Verfügungscharakter zukomme und es daher an einem tauglichen Anfechtungsobjekt im Sinn von § 19 Abs. 1 VRG fehle.
2.2
Gemäss § 19 Abs. 1 VRG sind mit Rekurs (wie auch mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde, vgl. § 41 VRG) nur Anordnungen anfechtbar. Der Begriff der Anordnung entspricht grundsätzlich dem der Verfügung (Martin Bertschi/Kaspar Plüss, Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 13 ff.). Anknüpfend an die bundesgesetzliche Legaldefinition der Verfügung in Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (SR 172.021) ist unter einer Anordnung nach § 19 Abs. 1 VRG daher ein individueller, an den Einzelnen gerichteter Hoheitsakt zu verstehen, durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird (Bertschi/Plüss, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 18; ferner zum Ganzen BGr, 12. Juli 2013, 2C_52/2013, E. 4.1).
Die äussere Form des Verwaltungshandelns ist dabei nicht entscheidend dafür, ob ein behördlicher Akt als Verfügung bzw. Anordnung im Sinn von § 19 Abs. 1 VRG zu qualifizieren ist. Vielmehr ist einzig darauf abzustellen, ob er materiell die vorgenannten Kriterien einer Verfügung erfüllt (zum Ganzen Bertschi/Plüss, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 24).
2.3