Decision ID: 1804789f-faa6-4af1-887c-4d80e9af3775
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X. erwarb den Führerausweis für die Kategorien B und BE sowie die
Unterkategorien A1, D1 und D1E am 19. Juni 1978. Im Administrativmassnahmen-
Register (abgekürzt: ADMAS-Register) ist er nicht verzeichnet.
B.- Am Donnerstag, 23. November 2017, 20.55 Uhr, war X. mit seinem Personenwagen
unterwegs von Sargans nach Mels. Dabei wurde er von einer Polizeipatrouille
kontrolliert. Während der Kontrolle stellte die Polizei keine klaren Ausfallerscheinungen
fest und stufte X. gemäss der Methode zur Erkennung von Fahrunfähigkeit (abgekürzt:
MEF) als fahrfähig ein. Wegen starken Alkoholgeruchs im Atem ordnete die Polizei
dennoch eine Atem-Alkoholmessung (abgekürzt: AAM) an. Die zwei Messungen
ergaben Werte von 0,78 mg/l und 0,81 mg/l. Eine im Anschluss auf dem
Polizeistützpunkt Mels vorgenommene beweissichere Atem-Alkoholprobe (abgekürzt:
BAAP) ergab einen Messwert von 0,90 mg/l. X. verlangte daraufhin die Abnahme und
Untersuchung einer Blutprobe. Die Auswertung der Blutprobe durch das Institut für
Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (abgekürzt: IRM) ergab für den
Ereigniszeitpunkt eine Blutalkoholkonzentration von minimal 2,05 und maximal
2,72 Gewichtspromille. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Uznach vom
8. Dezember 2017 wurde X. des eventualvorsätzlichen Führens eines Motorfahrzeugs
in nicht fahrfähigem Zustand (qualifizierte Alkoholkonzentration) schuldig gesprochen
und zu einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je Fr. 1'830.– und einer
Busse von Fr. 10'000.– verurteilt. In tatsächlicher Hinsicht wurde unter anderem
festgestellt, die Blutalkoholkonzentration habe im Zeitpunkt der Fahrt mindestens 2,05
Gewichtspromille betragen. Gegen den Strafbefehl erhob X. keine Einsprache, weshalb
dieser in Rechtskraft erwuchs.
C.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen erhielt Kenntnis
von der Trunkenheitsfahrt und verbot X. mit Verfügung vom 14. Dezember 2017 das
Führen von Motorfahrzeugen vorsorglich ab sofort. Am 20. Dezember 2017 ordnete es
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eine verkehrsmedizinische Untersuchung an. Am 1. Februar 2018 liess sich X. am
Fachzentrum Forensik Ostschweiz (abgekürzt: FAFORO) in Buchs verkehrsmedizinisch
untersuchen. Im Bericht vom 26. Februar 2018 verneinte der Gutachter die
Fahreignung wegen einer Alkoholabhängigkeit mit hoher Verkehrsrelevanz. Er empfahl
eine mindestens zwölfmonatige kontrollierte Alkoholabstinenz mit fachtherapeutischen
Gesprächen. Mit Schreiben vom 27. Februar 2018 stellte das Strassenverkehrsamt in
der Folge einen Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit in Aussicht und gab
Gelegenheit zur Stellungnahme. Der Rechtsvertreter reichte am 3. April 2018 eine
ausführliche Vernehmlassung samt Akten ein. Mit Verfügung vom 6. April 2018 entzog
das Strassenverkehrsamt X. den Führerausweis auf unbestimmte Zeit mit einer
Sperrfrist von drei Monaten (23. November 2017 bis 22. Februar 2018). Die
Wiedererteilung des Führerausweises machte es vom Nachweis einer kontrollierten und
fachlich betreuten Alkoholabstinenz (Beratungsstelle) von mindestens zwölf Monaten
und einer verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung mit Befürwortung der
Fahreignung aus medizinischer Sicht abhängig. Einem allfälligen Rekurs entzog es die
aufschiebende Wirkung.
D.- Gegen die Verfügung vom 6. April 2018 liess X. am 23. April 2018 durch seinen
Rechtsvertreter Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission erheben. Er beantragte,
die Ziffern 1 (Sicherungsentzug), 3 (Feststellung des Fahrverbots seit 23. November
2017), 4 (Umfang des Fahrverbots), 6 (Bedingungen für die Aufhebung des
Sicherungsentzugs), 7 (Entzug der aufschiebenden Wirkung eines allfälligen Rekurses)
und 8 (Kosten) der vorinstanzlichen Verfügung seien aufzuheben (Ziff. 1), anstelle des
Sicherungsentzugs sei ein Warnungsentzug von nicht mehr als fünf Monaten Dauer
auszusprechen (Ziff. 2), dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren und
die Vorinstanz anzuweisen, dem Rekurrenten den Führerausweis unverzüglich
zurückzuerstatten (Ziff. 3); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Ziff. 4). Mit
Schreiben vom 7. Mai 2018 verzichtete das Strassenverkehrsamt auf eine
Vernehmlassung. Am 15. Mai 2018 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote ein. Mit
Zwischenverfügung vom 17. Mai 2018 wies der Abteilungspräsident das Gesuch um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab (Zwischenverfahren Nr. ZV-2018/45). Mit
Schreiben vom 8. Juni 2018 wurden den Verfahrensbeteiligten Unterlagen des
FAFORO zugestellt, welche vom Verfahrensleiter zuvor angefordert worden waren. Mit
Datum vom 15. Mai (richtig: Juni) 2018 reichte der Rechtsvertreter eine Stellungnahme
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ein und stellte ein Gesuch um Wiedererwägung hinsichtlich der nicht gewährten
aufschiebenden Wirkung. Am 22. Juni 2018 sandte er einen Auszug der aktuellen
Laborwerte von X. zu. Mit Zwischenverfügung vom 9. Juli 2018 wies der
Abteilungspräsident das Gesuch um Wiedererwägung ab (Zwischenverfahren
Nr. ZV-2018/54). Mit Schreiben vom 30. Juli 2018 reichte der Rechtsvertreter den
verkehrsmedizinischen Bericht zur Zwischenkontrolle vom 26. Juni 2018 ein und
ersuchte um eine beförderliche Behandlung der Angelegenheit.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten sowie die Akten wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 23. April 2018 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , Art. 45, Art. 47 und Art. 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent rügt in formeller Hinsicht, die Verfügung des Strassenverkehrsamts
vom 6. April 2018 verletze seinen Anspruch auf rechtliches Gehör.
a) Das rechtliche Gehör wird durch Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen
Bundesverfassung (SR 101) sowie Art. 4 lit. c der St. Galler Kantonsverfassung (sGS
111.1) garantiert und steht als Sammelbegriff für die persönlichkeitsbezogenen
Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten im Verwaltungsverfahren. Der Anspruch
auf rechtliches Gehör hat verschiedene Teilgehalte, wozu namentlich der Anspruch auf
vorgängige Stellungnahme und Anhörung, der Anspruch auf Akteneinsicht, das Recht,
bei der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken und Beweisanträge zu stellen, der
Anspruch auf Prüfung der Anträge durch die Behörde sowie das Recht auf Begründung
gehören (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz 77 ff.). Der von einem Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll am
Verfahren mitwirken können und wissen, warum die Behörde entgegen seinen
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Anträgen entschieden hat (BGE 133 III 439 E. 3.3). Er hat Anspruch auf Abnahme der
rechtzeitig und formgerecht angebotenen Beweismittel, sofern sie eine erhebliche
Tatsache betreffen und zum Beweis taugen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N 1016). Der Betroffene wie auch die
Rechtsmittelinstanz müssen sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen
können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden,
von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dies
bedeutet allerdings nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich mit jeder Behauptung
und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E.
3.1). Ist die Sachlage klar und sind die anwendbaren Normen bestimmt, kann ein
Hinweis auf diese Rechtsnormen genügen, während ein weiter Spielraum der Behörde
– aufgrund von Ermessen oder unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von
in Betracht fallenden Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten
(BGE 112 Ia 107 E. 2b). Die Begründungspflicht hat der St. Galler Gesetzgeber für
Verfügungen in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP ausdrücklich festgehalten (vgl. zum Ganzen
VerwGE B 2009/211 vom 18. März 2010 E. 2.1).
b) Der Rekurrent rügt, im vorinstanzlichen Verfahren sei trotz entsprechenden Antrags
keine Einsicht in die zum verkehrsmedizinischen Gutachten gehörenden Berichte
gewährt worden. Dies gelte insbesondere für den Bericht zur zweiten Haarprobe und
die Laborberichte. Für eine adäquate Auseinandersetzung mit den Würdigungen im
verkehrsmedizinischen Gutachten seien diese Berichte unerlässlich. Weiter sei die
Vorinstanz mit keinem Wort auf die detaillierte Kritik am verkehrsmedizinischen
Gutachten eingegangen. Sie habe sich nicht mit der Stellungnahme und den
Einwendungen befasst, sondern in ihrer Begründung wertlose Textbausteine
verwendet. Schliesslich habe die Vorinstanz das Einholen eines Obergutachtens
verweigert, obwohl dies auch der Hausarzt des Rekurrenten empfohlen habe. Damit sei
das Recht auf Beweisführung missachtet worden. All diese Umstände seien als
Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu qualifizieren.
c) aa) Der Rekurrent macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die
Vorinstanz infolge nicht gewährter Akteneinsicht, nicht angeordneter
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Oberbegutachtung sowie mangelhafter Begründung der Verfügung vom 6. April 2018
geltend. Diese Rügen erweisen sich allesamt als unbegründet.
bb) Der Rekurrent verlangte mit Schreiben vom 9. März 2018 Einsichtnahme in die
Laborbefunde des Hausarztes vom 16. Juni 2018 und den Laborbericht vom 19.
Januar 2018 des IRM St. Gallen. Das Strassenverkehrsamt teilte ihm am 12. März 2018
mit, dass es sich dabei um interne Akten handle, die ihm nicht vorlägen und deren
Ergebnisse im Gutachten angeführt und gewürdigt würden; dies erweist sich als
zutreffend. Dem Rekurrenten stand zudem die Möglichkeit offen, die entsprechenden
Unterlagen selbständig einzuholen, um deren Würdigung im Gutachten zu überprüfen;
dies hat er nicht getan, weshalb auch unter diesem Gesichtspunkt das
Akteneinsichtsrecht nicht verletzt wurde. Im vorliegenden Rekursverfahren wurden die
Berichte des IRM St. Gallen vom 19. Januar 2018 samt den Laborwerten vom 16. Juni
2017 und 20. Dezember 2017 sowie des IRM Zürich vom 14. Februar 2018 aufgrund
der materiellen Rügen des Rekurrenten sowie der Vollständigkeit halber von der
Verfahrensleitung eingeholt.
cc) Im Weiteren war die Vorinstanz nicht gehalten, ein Obergutachten einzuholen;
entsprechend liegt auch diesbezüglich keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör vor. Eine Oberbegutachtung ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung dann
angezeigt, wenn die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten als
zweifelhaft erscheint und deshalb ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu
erheben sind (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_101/2015vom 8. Juli 2015 E. 4.3).
Vorliegend weist das verkehrsmedizinische Gutachten – wie noch zu zeigen sein wird
(siehe E. 3e hiernach) – keine wesentlichen Mängel auf, die eine Oberbegutachtung
notwendig gemacht hätten.
dd) Schliesslich ist auch die Begründung der Verfügung vom 6. April 2018 ausreichend.
Die Vorinstanz hielt darin fest, die Vernehmlassung des Rechtsvertreters vom 3. April
2018 geprüft zu haben. Sie äusserte sich zum Sachverhalt, den Diagnosekriterien einer
Alkoholabhängigkeit sowie zum Gutachten des FAFORO vom 26. Februar 2018. Nach
Ansicht der Vorinstanz weise dieses keine offenkundigen Mängel auf, erscheine
schlüssig und sei nachvollziehbar begründet. Es zeige keine Indizien, die gegen seine
Zuverlässigkeit sprechen würden. Den Anforderungen des rechtlichen Gehörs an eine
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kurze Begründung zu den entscheidwesentlichen Punkten ist damit Genüge getan.
Beim Verfassen des Rekurses war sich der Rekurrent offensichtlich im Klaren, auf
welche Sachverhaltselemente sich die Vorinstanz stützte und wie sie diese rechtlich
würdigte; andernfalls hätte er sich nicht so ausführlich äussern können.
ee) Im Übrigen können mit dem Rekurs alle Mängel der angefochtenen Verfügung
geltend gemacht werden (Art. 46 Abs. 1 VRP); aufgrund dieser umfassenden
Überprüfungsbefugnis (sog. volle Kognition) der Verwaltungsrekurskommission könnte
eine allfällige, nicht schwerwiegende Gehörsverletzung durch die Vorinstanz im
vorliegenden Rekursverfahren geheilt werden (vgl. BGE 126 I 72).
3.- Im Rekursverfahren ist strittig, ob die Vorinstanz gestützt auf das
verkehrsmedizinische Gutachten des FAFORO vom 26. Februar 2018 die Fahreignung
des Rekurrenten zu Recht verneint und ihm den Führerausweis wegen einer
Alkoholabhängigkeit auf unbestimmte Zeit entzogen sowie die Wiedererteilung des
Führerausweises von einer einjährigen kontrollierten Alkoholabstinenz und einer positiv
verlaufenden verkehrsmedizinischen Untersuchung abhängig machte.
a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 14
Abs. 2 lit. c und Art. 16 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt:
SVG). Ein Sicherungsentzug bezweckt, die zu befürchtende Gefährdung der
Verkehrssicherheit durch einen ungeeigneten Fahrzeugführer in Zukunft zu verhindern.
Es geht nicht darum, den Betroffenen wegen einer begangenen
Verkehrsregelverletzung zu bestrafen; daher setzt der Sicherungsentzug auch keine
schuldhafte Widerhandlung im Strassenverkehr voraus (BGer 1C_74/2011 vom 17. Mai
2011 E. 2.2). Tritt der Sicherungsentzug indessen an die Stelle eines Warnungsentzugs
gemäss Art. 16a bis c SVG, wird damit eine Sperrfrist verbunden, die bis zum Ablauf
der für die begangene Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
vorgesehenen Mindestentzugsdauer läuft (Art. 16d Abs. 2 SVG). Mit dieser Regelung
soll sichergestellt werden, dass ein Sicherungsentzug nach einer begangenen
Verkehrsregelverletzung bei fehlender Fahreignung nicht weniger lang dauert als ein
Warnungsentzug.
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Der Führerausweis wird einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer
Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie
beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit. Die
Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht, wenn die betroffene Person regelmässig so
viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung
zum übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder
zu kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn
die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr
ausreichend zu trennen, oder wenn die naheliegende Gefahr besteht, dass sie im
akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Der Suchtbegriff
des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem medizinischen Begriff der
Alkoholabhängigkeit. Auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls
ein Alkoholmissbrauch vorliegt, können demnach vom Führen eines Motorfahrzeugs
ferngehalten werden (BGE 129 II 82 E. 4.1). Der Sicherungsentzug wegen Trunksucht
oder anderer Suchtkrankheiten wird gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. c und Art. 17 Abs. 3 SVG
auf unbestimmte Zeit angeordnet und der Führerausweis kann bedingt und unter
Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
die Fahreignung ausgeschlossen hat. In der Regel wird hierfür bei Vorliegen einer
Trunksucht (Alkoholabhängigkeit) der Nachweis der Heilung durch eine mindestens
einjährige kontrollierte Abstinenz verlangt (BGE 129 II 82 E. 2.2).
Die Vorinstanz trägt die Beweislast für das Vorliegen der fehlenden Fahreignung. Da ein
Sicherungsentzug stark in den Persönlichkeitsbereich eingreift, sind die persönlichen
Verhältnisse der Betroffenen in jedem Fall und von Amtes wegen genau abzuklären.
Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen richtet sich nach den
Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde
(BGE 129 II 82 E. 2.2). Die Beweismittel und damit auch das verkehrsmedizinische
Gutachten unterliegen der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 und
Art. 58 Abs. 1 VRP). In Sachfragen ist aber nur aus triftigen Gründen von einer
gerichtlichen Expertise abzuweichen. Es ist zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen
Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die
Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten aufdrängen. In diesem Fall
sind nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung der Zweifel zu erheben (BGE 133 II
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384 E. 4.2.3). Das Gutachten soll in der Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde
hinsichtlich der Fragestellung würdigen und so gewichten, dass die
Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung auch für einen Laien
nachvollziehbar sind (J. Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens, Würdigung, Folgefragen
aus verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2009,
St. Gallen 2009, S. 58).
b) Die Vorinstanz erwog in der angefochtenen Verfügung, der Rekurrent habe am 23.
November 2017 ein Motorfahrzeug in angetrunkenem Zustand mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,05 Gewichtspromille gelenkt. Nach Art. 15d
Abs. 1 lit. a SVG und bestehenden Zweifeln an der Fahreignung sei daher eine
Fahreignungsuntersuchung angeordnet worden, der sich der Rekurrent am 1. Februar
2018 beim FAFORO unterzogen habe. In der Haarprobe vom 8. Januar 2018 sei
Ethylglucuronid (abgekürzt: EtG) in einer Konzentration von 100 pg/mg nachgewiesen
worden. Eine vom Rekurrenten verlangte zweite Haaranalyse, die am IRM Zürich
durchgeführt worden sei, habe für ein erstes Haarsegment (Zeitraum von Mitte
November 2017 bis Mitte Januar 2018) eine EtG-Konzentration von 31 pg/mg ergeben
und für ein zweites Haarsegment (Zeitraum von Oktober 2017 bis Mitte November
2017) eine solche von 80 pg/mg. EtG-Werte von über 30 pg/mg würden für einen
übermässigen Alkoholkonsum sprechen. Gemäss dem verkehrsmedizinischen
Gutachten, das keine offenkundigen Mängel zeige sowie schlüssig und nachvollziehbar
sei, lägen beim Rekurrenten drei bis vier der Diagnosekriterien für eine
Alkoholabhängigkeit gemäss der internationalen Klassifikation bei psychischen
Störungen (abgekürzt: ICD-10) vor; wenn drei Kriterien erfüllt seien, sei eine
Alkoholabhängigkeit zu diagnostizieren. Da der Gutachter die Fahreignung des
Rekurrenten nicht mehr befürworte, sei ein Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit
zu verfügen. Eine Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 rechtfertige die Ablehnung der
Fahreignung; weder eine berufliche Angewiesenheit noch ein ungetrübter
automobilistischer Leumund könnten berücksichtigt werden. Aufgrund der Begehung
einer schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG sei nach Art. 16c
Abs. 2 lit. a und Art. 16d Abs. 2 SVG zudem eine Sperrfrist von drei Monaten
anzuordnen.
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c) Die verkehrsmedizinische Untersuchung wurde am FAFORO von Dr. D.,
Verkehrsmediziner SGRM, durchgeführt. Das Gutachten stellte auf folgende Quellen
ab: die Verfahrensakten der Strafuntersuchung bezüglich der Verkehrskontrolle vom
23. November 2017, die Untersuchungen vom 1. Februar 2018, telefonische Angaben
des Hausarztes des Rekurrenten vom 22. Februar 2018, die Laborbefunde vom 20.
Dezember 2017, den Untersuchungsbericht des IRM St. Gallen vom 19. Januar 2018,
die Haaranalyse vom 14. Februar 2018 sowie die E-Mail des Rekurrenten vom 4.
Februar 2018. Der Gutachter führte in Würdigung dieser Grundlagen aus, der Rekurrent
habe am 23. November 2017 trotz einer Alkoholisierung von rund zwei
Gewichtspromille gemäss Polizeirapport praktisch keine Ausfallerscheinungen gezeigt.
Der Rekurrent habe angegeben, er konsumiere täglich bzw. zwei bis drei Mal pro
Woche ein bis drei Gläser Wein; seit Ende November 2017 habe er seinen
Alkoholkonsum praktisch eingestellt. Dem ständen jedoch die Ergebnisse der
Haaranalysen und der anlässlich der Untersuchung festgestellte CDT-Wert von 2,2%,
der deutlich über dem Normbereich von 1,6% liege, entgegen. Diese Werte sprächen
dafür, dass der Rekurrent regelmässig Alkohol in einer Menge konsumiere, die aus
medizinischer Sicht als schädlich zu beurteilen sei. Auch der MCV-Wert von 99 fl gebe
einen gewissen Hinweis für einen erhöhten Alkoholkonsum. Dieser Wert habe bereits
im Juni 2016 106 fl betragen. In der körperlichen Untersuchung hätten sich ebenfalls
Hinweise ergeben, die mit einem übermässigen Alkoholkonsum in Verbindung gebracht
werden könnten, wie zum Beispiel sogenannte Spider naevi im Halsausschnittbereich
und eine Verkürzung der Handinnensehne (Morbus Dupuytren). Von den
Diagnosekriterien für Alkoholabhängigkeit gemäss ICD-10 seien drei bis vier von sechs
erfüllt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der Rekurrent immer wieder einen
starken Wunsch verspüre, Alkohol zu konsumieren. Dabei müsse er im Laufe der Zeit
immer wieder die Kontrolle über die Menge oder die Beendigung des Konsums
verloren haben. Beim Rekurrenten liege eine ausgeprägte Toleranz vor. Es fänden sich
körperliche Folgeschäden des Alkoholkonsums (Laborwerterhöhungen,
Hautveränderungen, Bauchglatze, Morbus Dupuytren). Hingegen fänden sich keine
Hinweise auf eine Entzugssymptomatik und der Rekurrent habe keine Vergnügen oder
Interessen zugunsten des Konsums vernachlässigt. Insgesamt liege ein
Alkoholabhängigkeitssyndrom vor. Es handle sich dabei um ein sozial üblicherweise
nicht auffälliges Trinkverhalten. Die hohe Verkehrsrelevanz liege aber darin, dass der
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Rekurrent aufgrund seines immer wiederkehrenden Kontrollverlustes mehr Alkohol
konsumiere, als er sich vorgenommen habe, und aufgrund seiner Toleranz die
konsumierte Menge weniger als eine nicht trinkgewohnte Person verspüre. Kritisch
anzumerken sei auch, dass der Rekurrent angegeben habe, bisher noch nach ungefähr
einem halben Liter Wein das Auto benutzt zu haben, das heisse mit einer
Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 0,8 Gewichtspromille. Insgesamt sei die
Fahreignung aus medizinischer Sicht nicht gegeben.
d) Der Rekurrent bringt vor, es sei nicht erwiesen, dass er alkoholabhängig sei. Das
Gutachten des FAFORO vom 26. Februar 2018 werde nicht anerkannt und die Werte
der beiden Haaranalysen würden bestritten. Das Gutachten weise zu viele Fehler und
Ungenauigkeiten auf und es seien daraus medizinisch die falschen Schlüsse gezogen
und falsche Empfehlungen erteilt worden. Der Gutachter sei voreingenommen gewesen
und bei der Anamnese ungenau und tendenziös vorgegangen. Gewisse Aussagen
seien anders gemeint gewesen, als sie im Gutachten wiedergegeben worden seien.
Bei der ersten Haaranalyse habe eine Verwechslung stattgefunden: Analysiert worden
seien gebogene Haare in der Farbe Weiss mit Hellbraun, der Rekurrent habe aber
gerade Haare in der Farbe Weiss/Anthrazit. Der ermittelte EtG-Wert von 100 pg/mg
stehe zudem im Widerspruch zu den Blutwerten und zum tatsächlichen Alkoholkonsum
des Rekurrenten; es mangle an einer entsprechenden Korrelation. Weiter seien die
ermittelten EtG-Werte nicht schlüssig. Der mit der zweiten Haarprobe für den Zeitraum
Anfang Oktober 2017 bis Mitte November 2017 ermittelte EtG-Wert von 80 pg/mg
betreffe einen Zeitraum von lediglich sechs Wochen; eine solch kurze Zeitspanne
verbiete es, ohne die Anforderungen an wissenschaftliche Genauigkeit zu strapazieren,
auf eine Alkoholabhängigkeit zu schliessen. Der gemessene Wert stehe auch mit den
früheren Blutwerten im Widerspruch. Ab November 2017 liessen die EtG-Werte zudem
nicht mehr auf eine Abhängigkeit schliessen; der Messwert von 31 pg/mg liege noch im
Toleranzbereich. Der Gutachter habe sodann die MCV-Werte falsch wiedergegeben,
indem er einmal von einem Wert von 105 fl und einmal von einem solchen von 106 fl
gesprochen habe, wohingegen es aktenmässig belegt um einen Wert von höchstens
101 fl gegangen sei. Es handle sich dabei um einen krassen Fehler, der den Gutachter
fälschlicherweise veranlasst habe, auf eine Alkoholabhängigkeit zu schliessen. Die
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MCV-Werte seien ausserdem keine sehr zuverlässigen Marker für chronischen
Alkoholkonsum.
Überdies sei die Einschätzung des Gutachters, der Rekurrent sei wegen seines
Verhaltens bei der Polizeikontrolle als alkoholgewohnte Person einzustufen, falsch. Er
habe sich bei der Erstellung des Polizeirapportes nicht unauffällig verhalten; auffällig
krakelig sei etwa seine Unterschrift, was der Alkoholmenge zuzuschreiben gewesen
sei. Es verbiete sich deshalb, aus seinem Verhalten ein Indiz für eine Alkoholtoleranz
ableiten zu wollen.
Zu berücksichtigen sei auch, dass der Hausarzt des Rekurrenten eine Alkoholsucht
verneint habe und die Einholung eines Zweitgutachtens empfehle. Entgegen dem
Gutachter bestehe nach Ansicht des Hausarztes weder eine Bauchglatze noch mit
Sicherheit ein Spider naevi; die Fingerverkrümmung Morbus Dupuytren sei ein
Familienleiden. Auch sonst sei der Rekurrent bei zahlreichen Arztuntersuchungen
niemals auf eine Alkoholproblematik angesprochen worden. Die Blutuntersuchungen
zeigten vielmehr, dass die massgebenden Werte im Normalbereich lägen. So habe
etwa der MCV-Wert am 20. Mai 2016 bei 99 fl, am 26. Juni 2016 bei 101 fl, am 16. Juni
2017 bei 98,6 fl und am 26. März 2018 bei 95 fl gelegen. Auch habe sich bei
Ultraschalluntersuchungen im Mai 2016 und März 2018 gezeigt, dass sich die nicht
alkoholbedingt erkrankte Leber des Rekurrenten innert zwei Jahren vollständig erholt
habe, was bei übermässigem Alkoholkonsum medizinisch ausgeschlossen sei.
Im Weiteren sei selbst unter der Annahme korrekter Messwerte nicht erstellt und werde
mit Nachdruck bestritten, dass die Klassifikationsmerkmale für eine
Alkoholabhängigkeit gemäss ICD-10 erfüllt seien. Der Gutachter sei sehr oberflächlich
und ungenau vorgegangen und habe die massgeblichen Umstände falsch interpretiert.
Der Schluss, der Rekurrent habe einen starken Wunsch nach Alkoholkonsum, sei
falsch. Er habe niemals während des Tages Alkohol getrunken und verspüre kein
zwanghaftes Verlangen nach Alkohol. Dafür seien die Blutwerte und die Erholung der
Leber Beweis genug. Hinweise, die für einen Kontrollverlust sprechen würden, lägen
überhaupt keine vor. Während der Polizeikontrolle am 23. November 2017 sei der
Rekurrent zudem unter starkem Alkoholeinfluss gestanden, was seine Begleiterin
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bestätigen könne und sich aus seiner unleserlichen Unterschrift des Polizeirapports
ergebe. Schliesslich lägen auch keine körperlichen Folgeschäden vor.
Der Rekurrent bringt vor, in der vorliegenden Konstellation wäre eine gründliche
Prüfung der persönlichen Verhältnisse wie namentlich die Einholung von
Fremdberichten von Hausarzt, Arbeitgeber, Familienangehörigen etc. unerlässlich
gewesen. Es hätten eine einlässliche Aufarbeitung der konkreten Trunkenheitsfahrt,
eine Alkoholanamnese (Trinkgewohnheiten und Trinkmuster) und eine körperliche
Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung von alkoholbedingten
Hautveränderungen stattfinden müssen. Der Rekurrent sei bereit, seine seit Monaten
anhaltende Abstinenz mittels Untersuchung bei einem Vertrauensarzt unter Beweis zu
stellen. Der Führerausweisentzug an sich und während der langen Verfahrensdauer sei
unzumutbar und unverhältnismässig. Er sei als Geschäftsleiter beruflich und privat auf
den Führer-ausweis angewiesen. Es würden keine öffentlichen Interessen für einen
Führerausweisentzug sprechen; jedenfalls aber überwögen seine privaten Interessen.
e) aa) Im vorliegenden Fall wendet sich der Rekurrent zunächst gegen die Korrektheit
und den Beweiswert des verkehrsmedizinischen Gutachtens. Dieses enthalte viele
Fehler und sei ungenau, der Gutachter sei voreingenommen gewesen und eine
umfassende Auseinandersetzung mit dem sozialen Trinkverhalten des Rekurrenten sei
unterblieben. Das Gutachten entspricht indessen den praxisgemässen Anforderungen.
Es stützt sich auf die Verfahrensakten der Strafuntersuchung bezüglich des Vorfalls
vom 23. November 2017, zwei Haaranalysen, eine körperliche und psychiatrische
Untersuchung, eine Befragung des Rekurrenten sowie auf Auskünfte und
Laborbefunde des Hausarztes. Damit fanden die für eine verkehrsmedizinische
Untersuchung wesentlichen Gesichtspunkte Eingang. Das Gutachten beschreibt
sämtliche Grundlagen und unterzieht dieselben in sachlicher Weise einer Würdigung.
Es ist nicht zu erkennen, inwiefern beim Gutachter eine Voreingenommenheit
bestanden haben oder er tendenziös vorgegangen sein sollte. Auch erscheinen die
Ausführungen im Gutachten im Zusammenhang mit dem vom Rekurrenten
beschriebenen Trinkverhalten nicht als ungenau; vielmehr vermitteln sie insgesamt ein
Bild des Trinkverhaltens, wie es sich auch aus den Schilderungen im Rekurs ergibt.
Schliesslich ist der Einwand des Rekurrenten zu relativieren, dass im Gutachten ein
krasser Fehler passiert sei, weil von einem MCV-Wert von 105 fl und 106 fl gesprochen
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werde, obwohl aktenkundig lediglich ein Wert von 99 fl bzw. maximal 101 fl
ausgewiesen sei. Der Gutachter führte den MCV-Wert von 105 fl im Juni 2016 im
Zusammenhang mit der telefonischen Befragung des Hausarztes des Rekurrenten an
und entnahm ihn nicht den Laborbefunden. In der Würdigung wiederholte der
Gutachter dann den Wert mit 106 fl. Die entsprechende Ausführung stand indessen
lediglich im Zusammenhang mit dem Umstand, dass der Hausarzt eine
Alkoholproblematik mit dem Rekurrenten niemals thematisierte. Hinsichtlich des
Hinweises auf einen erhöhten Alkoholkonsum stellte der Gutachter hingegen auf den
MCV-Wert gemäss dem Laborbefund vom 1. Februar 2018 von 99 fl ab. Dass es
diesbezüglich zu einem Fehler gekommen sei, macht der Rekurrent nicht geltend.
bb) Hinsichtlich der geltend gemachten Unverwertbarkeit der ersten Haaranalyse vom
19. Januar 2018 ist festzuhalten, dass allein aufgrund der Beschreibung der
untersuchten Haare nicht auf eine Verwechslung der Proben zu schliessen ist. Eine
gewisse Unschärfe in der Beschreibung von Haareigenschaften ist alltäglich und nicht
zu vermeiden; auch die Bestimmung der Haarfarbe kann bisweilen schwierig sein. Die
gewählte Formulierung im Untersuchungsbericht vom 19. Januar 2018 ("Haarfarbe:
weiss mit hellbraun, Haarform: gebogen") weicht jedenfalls nicht derart von der
Beschreibung des Rekurrenten ("gerade Haare mit der Farbe Weiss/Anthrazit") und den
nicht beanstandeten Beschreibungen in den Untersuchungsberichten vom 14. Februar
2018 ("Haarfarbe: braun-grau meliert") und vom 18. Juli 2018 ("Haarfarbe: hellbraun mit
weiss, Haarform: leicht gebogen") ab, dass damit ernsthaft auf eine Verwechslung
geschlossen werden könnte. Da der Einwand der Haarverwechslung insbesondere bei
einem negativen Ergebnis häufig erhoben wird, ist der Ablauf bei einer von einem
anerkannten Labor durchgeführten Haaranalyse standardisiert; dazu gehört namentlich
auch, dass Haarverwechslungen mit bestimmten Vorkehrungen vermieden werden
sollen. Dies geschieht etwa, indem die Identität des Probanden mittels
Identitätsnachweis überprüft und die abgenommenen Haare nach der Abnahme
unzweifelhaft der entsprechenden Person zugeordnet werden (vgl. Merkblatt des IRM
St. Gallen, Haarentnahme für die Suchtmittelanalytik, Version 03, gültig ab 6. April
2017, im Internet abrufbar unter: https://www.kssg.ch/rechtsmedizin/fuer-
fachpersonen/formulare-und-merkblaetter). Es gibt keine Hinweise, dass hier von
diesen Standards abgewichen worden wäre. Auch kann der ermittelte, sehr hohe EtG-
Wert von 100 pg/mg nicht einfach mit der Behauptung eines geringeren Trink- oder
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normalen Sozialverhaltens in Frage gestellt werden, zumal dieser Wert doch gerade
zum Beweis (bzw. Gegenbeweis) eines solchen Verhaltens dient. Abgesehen davon
erstaunt es gerade nicht, wenn in den Haaren einer Person, die in der Lage war, ein
Motorfahrzeug mit einer sehr hohen Blutalkoholkonzentration von mindestens zwei
Gewichtspromille ohne auffälliges Fahrverhalten zu lenken, ein sehr hoher EtG-Wert
nachgewiesen wird. Insgesamt sind keine hinreichenden Anhaltspunkte zu erkennen,
weshalb die erste Haaranalyse vom 19. Januar 2018 fehlerhaft sein sollte.
cc) Die Ergebnisse der ersten Haaranalyse widersprechen sodann den Ergebnissen der
zweiten Haaranalyse vom 14. Februar 2018 nicht. Die erste Haarprobe wurde am 8.
Januar 2018 entnommen und ergab für eine Haarlänge von 4,5 cm einen EtG-Wert von
100 pg/mg. Die zweite Haarprobe wurde am 1. Februar 2018 entnommen und ergab für
ein erstes Haarsegment (2 cm Haarlänge ab Kopfhaut, Zeitraum von Mitte November
2017 bis Mitte Januar 2018) einen EtG-Wert von 31 pg/mg und für ein zweites
Haarsegment (restliche 1,5 cm Haarlänge, Zeitraum von Anfang Oktober 2017 bis Mitte
November 2017) einen EtG-Wert von 80 pg/mg. Mit den beiden Haarproben wurden
folglich unterschiedliche Zeiträume untersucht; namentlich deckt die erste Haarprobe
von 4,5 cm Länge bei einem angenommenen durchschnittlichen Haarwachstum von
rund 1 cm pro Monat den Zeitraum ab ca. Mitte August 2017 ab, wohingegen die
zweite Haarprobe Aussagen erst für den Zeitraum ab Anfang Oktober 2017 zulässt. Mit
Blick auf die unterschiedlichen Zeiträume erscheinen die Messergebnisse daher als
korrekt. Dem Vorbringen des Rekurrenten, der für den Zeitraum von Anfang Oktober
2017 bis Mitte November 2017 ermittelte EtG-Wert von 80 pg/mg betreffe einen zu
kurzen Zeitraum, ist entgegenzuhalten, dass die Berücksichtigung beider Haarproben
ein umfassenderes Bild eines hinreichend langen Zeitraums vermittelt. Abgesehen
davon werden in der Praxis regelmässig Haarlängen zwischen 4 bis 6 cm, häufig
unterteilt in zwei Segmente, untersucht, um Aussagen über die durchschnittliche
Trinkmenge machen zu können; insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall nicht
von den zahlreichen anderen Fällen, in denen das Gericht bis jetzt über die
Rechtmässigkeit von Sicherungsentzügen zu entscheiden hatte. Die Ergebnisse
stimmen im Übrigen insofern mit den Schilderungen des Rekurrenten überein, als dass
er nach dem Vorfall vom 23. November 2017 seinen Alkoholkonsum eingeschränkt
haben will. Insgesamt erweisen sich die beiden Haaranalysen als taugliche
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Beweismittel und es ist davon auszugehen, dass die Messungen korrekt durchgeführt
wurden.
dd) Der Rekurrent zweifelt an den ermittelten EtG-Werten auch deshalb, weil diese
nicht mit den Blutwerten, namentlich den gemessenen MCV-Werten korrelierten und
sich seit dem Jahr 2016 eine Fettleber zurückgebildet habe, was bei einem hohen
Alkoholkonsum unmöglich sei.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung anerkennt die Haaranalyse als geeignetes
Mittel sowohl zum Nachweis eines übermässigen Alkoholkonsums als auch der
Einhaltung einer Abstinenzverpflichtung (BGE 140 II 334 E. 3 S. 337 f. mit Hinweisen).
Biochemische Analyseresultate von Haarproben für das Trinkalkohol-
Stoffwechselprodukt EtG erlauben objektive Rückschlüsse auf den Alkoholkonsum
eines Probanden während einer bestimmten Zeit (vgl. Schweizerische Gesellschaft für
Rechtsmedizin, Arbeitsgruppe Haaranalytik, Bestimmung von Ethylglucuronid [EtG] in
Haarproben, Version 2017, Ziff. 3.1). Die Haaranalyse gibt direkten Aufschluss über den
Alkoholkonsum. Nach dem Alkoholgenuss wird das Abbauprodukt EtG im Haar
eingelagert und erlaubt über ein grösseres Zeitfenster (als bei einer Blutuntersuchung)
Aussagen über den erfolgten Konsum (BGer 1C_491/2017 vom 9. Mai 2018 E. 3.2).
Demgegenüber sind unauffällige Blutwerte nicht geeignet, den Verdacht auf einen
chronischen Alkoholüberkonsum auszuschliessen (Wick/Keller/Senn, Sind
pathologische Blutlaborwerte ein Indikator für die zusätzliche Untersuchung der Haare
auf Ethylglucuronid in der verkehrsmedizinischen Begutachtungspraxis?, in:
Strassenverkehr 1/2014, S. 36). Die Blutuntersuchung auf bestimmte Marker
(namentlich CDT, γ-GT, GPT und MCV) ermöglicht lediglich einen indirekten Nachweis
eines Konsums von Alkohol in dem der Analyse vorangehenden Zeitraum; ein
pathologischer CDT-Wert allein erlaubt daher noch nicht den Schluss auf eine
Alkoholabhängigkeit (BGE 129 II 82 E. 6.2.1).
Dem beim Rekurrenten am 1. Februar 2018 gemessenen CDT-Wert von 2,2%, der über
der Norm von 1,6% liegt, aber noch nicht im pathologischen Bereich, kommt wenig
Beweiskraft zu. Anderes gilt hingegen für die ermittelten EtG-Werte. Gemäss der
Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin SGRM, Arbeitsgruppe Haaranalytik,
spricht ein EtG-Wert von über 30 pg/mg für einen übermässigen Alkoholkonsum (vgl.
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Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin, a.a.O., Ziff. 6.2). Die ermittelten EtG-
Werte von 100 pg/mg sowie 80 pg/mg und 31 pg/mg beweisen somit das Vorliegen
einer Alkoholproblematik. Die weiteren Faktoren wie erhöhte Blutwerte (CDT und MCV)
und allfällige alkoholbedingte körperliche Begleiterscheinungen (Spider naevi,
Bauchglatze, Morbus Dupuytren) sprechen tendenziell ebenfalls für einen
übermässigen Alkoholkonsum, sind für sich allein betrachtet indessen nicht
beweisbildend. Einzig die eigenen Angaben des Rekurrenten über sein
Konsumverhalten sprechen gegen die Annahme einer Alkoholproblematik. Angesichts
der Gesamtheit der übrigen Untersuchungsergebnisse sind Zweifel an den Aussagen
des Rekurrenten allerdings begründet; diese vermögen (aufgrund eines möglichen
selbstschützenden Verhaltens des Rekurrenten) das Untersuchungsergebnis nicht
umzustossen. In Übereinstimmung mit den Schlussfolgerungen des Gutachters und
der Vorinstanz ist deshalb davon auszugehen, dass sich im vorliegenden Fall die
gemessenen EtG-Werte samt der weiteren Indizien für einen übermässigen
Alkoholkonsum zum Beweis verdichten.
Hinsichtlich der Korrelation von Blut- und EtG-Werten gilt, dass sich eine solche bei
verschiedenen Einzelmessungen allein schon deswegen nicht ohne Weiteres zeigen
muss, weil sich die Alkoholkonzentrationen im Blut und in den Haaren auf ganz
unterschiedliche Zeiträume beziehen. Im Blut werden die Marker relativ rasch wieder
abgebaut, wohingegen die Alkoholstoffwechselprodukte in den Haaren angereichert
werden. Bei MCV-Werten ist zudem – wie der Rekurrent unter Berufung auf
entsprechende Fachliteratur selbst vorbringt – beachtlich, dass dieser kein
zuverlässiger Marker für chronischen Alkoholkonsum darstellt. Aus einer allenfalls nicht
bestehenden Korrelation von Blut- und Haarwerten kann der Rekurrent daher nichts für
sich ableiten. Das gilt auch bezüglich der Rückbildung seiner Lebererkrankung. Ob die
Behauptung des Rekurrenten, wonach eine Heilung der Lebererkrankung bei
chronischem Alkoholkonsum überhaupt ausgeschlossen sei, zutrifft, vermag das
Gericht mangels entsprechender medizinischer Kenntnisse nicht zu beurteilen. Der
Hausarzt des Rekurrenten bleibt im Schreiben vom 26. März 2018 hinsichtlich der
Leberwerte jedenfalls vage und weist selbst auf leicht erhöhte MCV-Werte hin, wobei
dafür viele mögliche Ursachen in Frage kämen. Aufgrund der klaren
Untersuchungsbefunde ist darauf indes nicht weiter einzugehen.
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ee) Der Rekurrent wendet sich auch gegen die Einschätzung des Gutachters, dass er
eine Alkoholtoleranz entwickelt habe. Anlässlich der Polizeikontrolle am 23. November
2017 habe er sich durchaus auffällig verhalten, was sich etwa an seiner krakeligen
Unterschrift zeige. Diese Ausführungen des Rekurrenten finden indessen in den Akten
der Strafuntersuchung keine Stütze. Die Polizeibeamten konnten keine klaren Auf- und
Ausfallerscheinungen feststellen und stuften den Rekurrenten als fahrfähig ein, obwohl
dieser gemäss dem rechtskräftigen Strafbefehl vom 8. Dezember 2017 mit mindestens
2,05 Gewichtspromille unterwegs war. Eine Person, die nur selten Alkohol trinkt, ist
nicht in der Lage, eine Blutalkoholkonzentration von 2 Gewichtspromille überhaupt zu
erreichen, weil sie aufgrund der alkoholtoxischen Wirkung schon vorher mit unter
anderem zunehmender Übelkeit, Bewusstseinstrübung und beispielsweise mit
Erbrechen reagiert. Eine derart beeinträchtigte Person ist deshalb nicht mehr fähig,
auch nur halbwegs zielgerichtet zu handeln und insbesondere ein Fahrzeug nur
einigermassen korrekt bedienen und führen zu können (B. Liniger, Verkehrsmedizin:
Fahreignungsbegutachtung und Auflagen, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht
2004, St. Gallen 2004, S. 92 f.); für eine solche Beeinträchtigung gibt es hier keine
Hinweise. Der Rekurrent selbst gab während der polizeilichen Befragung an, sich
eigentlich fahrfähig gefühlt zu haben. Hieraus ergeben sich eindeutige Hinweise darauf,
dass beim Rekurrenten eine Alkoholtoleranz bestand. Daran vermögen die
nachträglichen Vorbringen, der Rekurrent könne sich kaum mehr an den Vorfall
erinnern und meine, sich dannzumal wegen des Alkoholkonsums auffällig verhalten zu
haben, nichts zu ändern. Im Weiteren erscheint auch das Argument der krakeligen
Unterschrift als unbehelflich; zwischen den verschiedenen Unterschriften in den
Strafakten und den eingereichten Vergleichsdokumenten sind keine wesentlichen
Unterschiede zu erkennen.
ff) Schliesslich beruft sich der Rekurrent auf das Schreiben seines Hausarztes vom
26. März 2018, in dem dieser gewisse Diagnosen des Gutachters in Zweifel zieht und
darauf hinweist, er habe niemals einen Verdacht auf eine Sucht- oder
Alkoholproblematik gehabt. Ärztliche Meinungen zu gleichen Fragen können
verschieden sein. Hinsichtlich der vom Gutachter gestellten Diagnosen (Spider naevi,
Bauchglatze und Morbus Dupuytren) sind andere Ursachen als ein übermässiger
Alkoholkonsum nicht ausgeschlossen. Der Gutachter hat diese Krankheiten
dementsprechend nur als Indizien und nicht als allein hinreichende Beweise für eine
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Alkoholabhängigkeit behandelt. Dieses Vorgehen wird durch die hausärztliche Meinung
nicht in Frage gestellt und ist legitim. Dass der Hausarzt niemals einen Verdacht auf
eine Alkoholproblematik hegte, verwundert insofern nicht weiter, als der Rekurrent bei
ihm wegen anderer Leiden in Behandlung war. Ausserdem ist – auch angesichts der
Schilderungen seines Sozialverhaltens im Rekurs – nicht unwahrscheinlich, dass der
Rekurrent den übermässigen Alkoholkonsum unauffällig vollzog.
gg) Insgesamt weist das verkehrsmedizinische Gutachten keine derartigen Mängel auf,
die an der verkehrsmedizinischen Beurteilung Zweifel wecken würden. Das Gutachten
ist vollständig, sachlich abgefasst und stützt sich auf die notwendigen Grundlagen,
weshalb darauf abgestützt werden kann.
f) aa) Der Rekurrent wendet ein, es bestehe bei ihm keine verkehrsrelevante
Alkoholabhängigkeit, mithin seien die Diagnosekriterien gemäss ICD-10 nicht erfüllt.
Eine Alkoholabhängigkeit im medizinischen Sinne ist gleichbedeutend mit fehlender
Fahreignung, jedoch nicht zwingend erforderlich für die Annahme einer Alkoholsucht im
Sinne des Strassenverkehrsgesetzes. Diesbezüglich genügt bereits, wenn ein
Betroffener nicht mehr in der Lage ist, seinen Alkoholkonsum vom Strassenverkehr
ausreichend zu trennen, oder wenn die naheliegende Gefahr besteht, dass er im akuten
Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Im vorliegenden Fall führte
der Gutachter nicht nur aus, dass beim Rekurrenten eine medizinische
Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 vorliege, sondern auch, dass beim Rekurrenten die
Gefahr bestehe, sich alkoholbedingt wiederkehrend in fahrunfähigem Zustand ans
Steuer zu setzen. Dass der Rekurrent am 23. November 2017 mit einer hohen
Blutalkoholkonzentration ein Fahrzeug lenkte, macht deutlich, dass er nicht fähig ist,
seinen Alkoholkonsum vom Strassenverkehr zu trennen; es besteht die naheliegende
Gefahr, dass er inskünftig wieder in fahrunfähigem Zustand am motorisierten
Strassenverkehr teilnehmen könnte.
bb) Darüber hinaus ist der Schluss, beim Rekurrenten liege eine medizinische
Alkoholabhängigkeit vor, insgesamt nachvollziehbar. Namentlich aufgrund der
Ergebnisse der beiden Haaranalysen und wegen des Vorfalls vom 23. November 2017
– der Rekurrent lenkte mit 2,05 Gewichtspromille ein Fahrzeug und zeigte keine
Ausfallerscheinungen – ist erstellt, dass eine Suchtproblematik vorliegt. Die Beurteilung
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des Gutachters, der Rekurrent erfülle die Diagnosekriterien für eine
Alkoholabhängigkeit nach ICD-10, ist nachvollziehbar. So ist mit Blick auf die EtG-
Werte davon auszugehen, dass der Rekurrent immer wieder einen starken Wunsch
verspürt, Alkohol zu konsumieren. Ebenso ist wegen der Trunkenheitsfahrt der Schluss
auf einen wiederkehrenden Kontrollverlust zulässig. Zudem darf aufgrund der
fehlenden Ausfallerscheinungen bei der Trunkenheitsfahrt auf eine erhebliche
Alkoholtoleranz geschlossen werden. Somit liegen unbesehen der körperlichen
Folgeschäden, die sich möglicherweise kausal aus dem übermässigen Alkoholkonsum
ergeben haben, die notwendigen drei (der insgesamt sechs) Diagnosekriterien vor.
cc) Wegen der Alkoholabhängigkeit entzog die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Führerausweis mangels Fahreignung auf unbestimmte Zeit; sie folgte zudem der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach bis zur Wiedererteilung des
Führerausweises (unter Auflagen) der Nachweis der Überwindung der
Alkoholabhängigkeit durch eine mindestens einjährige kontrollierte Abstinenz zu
erbringen ist (BGE 129 II 82 E. 2.2). Die Bedingungen für die Aufhebung des
Sicherungsentzugs wurden vom Rekurrenten nicht substantiiert bestritten. Sie
entsprechen üblicher Praxis, weshalb kein Anlass besteht, davon abzuweichen. Es ist
auch nicht ersichtlich, inwiefern die privaten Interessen des Rekurrenten das öffentliche
Interesse an der Sicherheit im Strassenverkehr überwiegen würden. Es ist für den
Rekurrenten möglich, seine Tätigkeit als Geschäftsführer mittels entsprechender
organisatorischer Vorkehrungen weiterhin auszuüben.
g) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das
verkehrsmedizinische Gutachten des FAFORO vom 26. Februar 2018 abstellte, die
Fahreignung des Rekurrenten gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG verneinte, den
Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzog, die Wiedererteilung von einer
kontrollierten und fachlich betreuten Alkoholabstinenz von mindestens zwölf Monaten
Dauer sowie einer erneuten verkehrsmedizinischen Untersuchung mit Befürwortung der
Fahreignung aus medizinischer Sicht abhängig machte und für das Fahren in
angetrunkenem Zustand eine Sperrfrist von drei Monaten festlegte.
4.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
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ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'900.–, worunter die
Kosten für die Zwischenverfügungen über die aufschiebende Wirkung in den
Zwischenverfahren ZV-2018/45 und ZV-2018/54 von je Fr. 200.–, erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist anzurechnen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine ausseramtliche Entschädigung
zuzusprechen (Art. 98 VRP).