Decision ID: 0e21d94d-b337-5935-bb00-1dbf3b4c7589
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Flubag Flugbetriebs AG (nachfolgend: Flubag) betreibt das Flugfeld
Luzern-Beromünster. Es umfasst je eine Graspiste für Segel- und Motor-
flugzeuge (Flächenflugzeuge). Die Motorflugzeugpiste besteht seit 1963.
Auf ihr kann in Richtung Norden (Runway [RWY] 33) oder in Richtung Sü-
den (RWY 15) gestartet werden. Im nördlichen Bereich der Piste führt eine
Querstrasse zum Segelflugzeughangar. Zudem befindet sich auf dem
Areal ein Helikopterflugfeld. Das Flugfeld Luzern-Beromünster ist im Kon-
zeptteil des Sachplans Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL) verzeich-
net. Dessen Objektblatt wurde im Jahr 2009 vom Bundesrat verabschiedet.
B.
Am 13. Dezember 2010 schlossen die Flubag sowie die damaligen
Standortgemeinden Neudorf und Beromünster eine privatrechtliche Verein-
barung über den Betrieb des Flugplatzes ab (nachfolgend: PRV 2010).
Diese beschränkt die Anzahl der Flugbewegungen auf 16'000 pro Jahr, da-
von max. 1'800 mit Helikoptern.
C.
Im Sommer 2012 reichte die Flubag beim Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL
ein Plangenehmigungsgesuch für die Befestigung der Motorflugzeugpiste
mit einem Hartbelag und ein Gesuch betreffend die Änderung des Betriebs-
reglements ein. Die Projektunterlagen beinhalteten einen Umweltverträg-
lichkeitsbericht (nachfolgend: UVB 2012). Aufgrund der starken Opposition
gegen die Hartbelagspiste wurde das Plangenehmigungsgesuch zurück-
gezogen. Das Verfahren betreffend die Änderung der Betriebsreglements
wurde fortgeführt. Die darauf erteilte Bewilligung des BAZL wurde beim
Bundesverwaltungsgericht (Verfahren A-3339/2015) und danach beim
Bundesgericht (Verfahren 1C_462/2016) angefochten. Das Bundesgericht
stützte den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, welches die Be-
schwerde teilweise gutgeheissen hatte (vgl. Urteil des Bundesgerichts
[BGer] 1C_462/2016 vom 24. Juli 2017).
D.
Mit Schreiben vom 23. Juli 2018 reichte die Flubag erneut ein Plangeneh-
migungsgesuch ein. Das Projekt umfasst die Befestigung der Motorflug-
zeugpiste mit Rasenrasterplatten des Typs «PERFO» auf einer Länge von
490 m und einer Breite von 20 m. Bei den Rasenrasterplatten handelt es
sich um Kunststoffgitter, welche mit der Zeit mit Gras überwachsen werden.
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Diese sollen die Flugsicherheit erhöhen, eine bessere jahreszeitliche Ver-
teilung der Flugbewegungen ermöglichen, zu einer Lärmminderung im Ab-
flugbereich führen, den Einsatz von modernen, leisen Leichtflugzeugen er-
schliessen und die Betriebskosten senken. Die Flubag legte dem Plange-
nehmigungsgesuch eine «Umweltmatrix» bei, welche auf dem UVB 2012
basiert.
E.
Das BAZL leitete in der Folge das ordentliche Plangenehmigungsverfahren
ein. Die Abteilung Sicherheit Infrastruktur des BAZL unterzog das Projekt
einer luftfahrtspezifischen Prüfung. Mit Stellungnahme vom 5. September
2018 bestätigte es dessen Konformität mit den einschlägigen Vorschriften
unter Auflagen.
F.
Während der Einsprachefrist erhob mitunter der Verein IG Flug-
lärm/Schutzverband Michelsamt mit Schreiben vom 18. September 2018
Einsprache gegen das Projekt und verlangte Folgendes:
1. Das Objektblatt LU-2, Teil IIIC / 6, Serie des SIL betreffend das Flugfeld
Luzern-Beromünster sei aufzuheben und die Festsetzungen seien insbe-
sondere im folgenden Punkt zu revidieren:
Keine «Befestigung der Motorflugpiste zur Verbesserung der Nutzbarkeit»
2. Auf das Plangenehmigungsgesuch sei nicht einzutreten bzw. es sei die
Plangenehmigung zu verweigern.
3. Der UVB aus dem Jahre 2012 sei zurückzuweisen bzw. es sei ein neuer
UVB zu erstellen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Einsprachegegne-
rin.
G.
Am 26. Februar 2020 genehmigte der Bundesrat den überarbeiteten Kon-
zeptteil des SIL.
H.
Mit Verfügung vom 25. September 2020 erteilte das BAZL die Plangeneh-
migung für die Befestigung der bestehenden Graspiste auf einer Länge von
490 m und einer Breite von 20 m mittels Rasenrasterplatten des Typs
«PERFO» unter Auflagen. Dabei erklärte es die Auflagen der Abteilung Si-
cherheit Infrastruktur des BAZL zum Bestandteil der Verfügung. Zudem
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stellte es fest, dass die jährliche Anzahl Flugbewegungen gemäss der PRV
2010 verbindlich seien. Die Anträge des Vereins IG Fluglärm/Schutzver-
band Michelsamt wies es im Sinne der Erwägungen ab, soweit es darauf
eintrat.
I.
Mit Schreiben vom 27. Oktober 2020 erhebt der Verein IG Fluglärm/Schutz-
verband Michelsamt (nachfolgend: Beschwerdeführer) Beschwerde gegen
die Plangenehmigung vom 25. September 2020 des BAZL (nachfolgend:
Vorinstanz) beim Bundesverwaltungsgericht. Darin stellt er folgende An-
träge:
1. Die Verfügung des Bundesamts für Zivilluftfahrt BAZL vom 25. September
2020 sei aufzuheben und die Anträge der Einsprache vom 18. September
2018 seien vollumfänglich gutzuheissen.
2. Der Pistenbefestigung mit Rasenrasterplatten sei die Bewilligung nicht zu
erteilen.
3. Eventualiter sei das Verfahren zu sistieren zwecks Prüfung der Konformi-
tät des SIL-Objektblatts Flugfeld Luzern-Beromünster mit dem SIL-Kon-
zeptteil 2020 sowie zwecks vorgängiger Überprüfung der Erfüllung der
hängigen Auflagen durch die Beschwerdegegnerin.
4. Subeventualiter (sei) die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen zwecks
vollständiger Abklärung des massgeblichen Sachverhalts.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegeg-
nerin.
J.
Die Vorinstanz und die Flubag (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) bean-
tragen mit Vernehmlassung vom 22. Dezember 2020 bzw. Beschwerde-
antwort vom 13. Januar 2021 die vollumfängliche Abweisung der Be-
schwerde.
K.
Mit Fachbericht vom 19. Februar 2021 erachtet das Bundesamt für Umwelt
BAFU den Plangenehmigungsentscheid bezüglich der vorgebrachten Rü-
gen als konform mit der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes.
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Seite 5
L.
Die Vorinstanz nimmt mit Schreiben vom 9. März 2021 Stellung zum Fach-
bericht des BAFU. Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom
12. März 2021 auf eine diesbezügliche Stellungnahme.
M.
Mit Beschwerdereplik vom 29. April 2021 hält der Beschwerdeführer an
seinen Anträgen fest und stellt folgende neue Rechtsbegehren:
6. Es seien die maximal zulässigen Flugbewegungen von Flächenflugzeu-
gen und Helikoptern auf dem Niveau des Durchschnitts der Jahre 2016
bis 2020 festzulegen.
7. Es sei auf dem Flugfeld Luzern-Beromünster die Betankung mit bleihalti-
gem Flugbenzin zu untersagen.
Zusätzlich stellt er folgende Verfahrensanträge:
1. Es sei das Verfahren zu sistieren, bis der vom Bundesrat bei der National-
aal Lucht- en Ruimtevaartlaboratorium (NLR) in den Niederlanden in Auf-
trag gegebene Untersuchungsbericht zur Amtsführung des Bundesamtes
für Zivilluftfahrt BAZL vorliegt.
2. Es sei der Beschwerdeführerin nach Vorliegen des Berichts Gelegenheit
einzuräumen, im Lichte des Berichts Stellung zu den bisherigen Verfah-
renseingaben zu nehmen.
N.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den
Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung ge-
mäss Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021), die
von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichts-
gesetzes (VGG, SR 173.32) erlassen wurde. Da keine Ausnahme nach
Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der
Beschwerde zuständig.
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Seite 6
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3
Die Beschwerdegegnerin zweifelt die Beschwerdelegitimation des Be-
schwerdeführers sowie die formgerechte Einreichung der Beschwerde an.
1.3.1 Zunächst spricht die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
dessen Beschwerdelegitimation im Allgemeinen ab.
1.3.1.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der Beschwerdeführer sei
durch die Plangenehmigung rechtlich nicht betroffen, da sich weder am
Betriebsreglement noch an der PRV 2010 etwas ändere. Ausserdem bleibe
er den Nachweis schuldig, dass seine Mitglieder im Lärmbereich des Flug-
platzes wohnen würden.
1.3.1.2 Der Beschwerdeführer verweist bezüglich seiner Beschwerdelegi-
timation auf die einschlägige Rechtsprechung. Die Betroffenheit seiner Mit-
glieder ergebe sich aus den Wohnortsangaben in der Mitgliederliste. Die
Vorinstanz bejaht die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers,
weil sich die jahreszeitliche Verteilung der Flugbewegungen mit der Pisten-
befestigung zu einem gewissen Teil ändern könne.
1.3.1.3 Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer
vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur
Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung oder Änderung hat (Bst. c). Führen nicht primäre Verfügungsadres-
saten, sondern Drittpersonen Beschwerde, müssen sie durch die ange-
fochtene Verfügung stärker als jedermann betroffen sein und in einer be-
sonderen, beachtenswerten und nahen Beziehung zur Streitsache stehen.
Das Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung kann recht-
licher oder tatsächlicher Natur sein, doch muss es sich um eigene persön-
liche Interessen der Beschwerdeführenden handeln; auf öffentliche Inte-
ressen allein oder die Interessen Dritter können sie sich nicht berufen. Das
Interesse ist dann schutzwürdig, wenn ihre tatsächliche oder rechtliche Si-
tuation durch den Ausgang des Verfahrens unmittelbar beeinflusst werden
kann, d.h. wenn sie durch das Beschwerdeverfahren einen materiellen
oder ideellen Nachteil von sich abwenden oder aus diesem einen prakti-
schen Nutzen ziehen können. Diese Anforderungen schliessen die im
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Seite 7
schweizerischen Recht grundsätzlich nicht vorgesehene Popularbe-
schwerde aus (statt vieler BGE 142 II 80 E. 1.4.1). Ein als juristische Per-
son konstituierter Verband kann Beschwerde erheben, soweit er nach den
Statuten die entsprechenden Interessen zu wahren hat und die Mehrheit
oder zumindest eine Grosszahl der Mitglieder durch den angefochtenen
Erlass direkt oder virtuell betroffen wird (sog. «egoistische Verbandsbe-
schwerde»; statt vieler BGE 146 I 62 E. 2.3).
Im Bereich von Flugplätzen und im Zusammenhang mit Fluglärm aner-
kennt die Rechtsprechung, dass – ein unmittelbares Berührtsein voraus-
gesetzt – ein sehr weiter Kreis von Betroffenen zur Beschwerde legitimiert
sein kann, ohne dass bereits eine Popularbeschwerde vorliegt. So können
Anwohner eines Flugplatzes Beschwerde führen, die den vom Flugplatz
ausgehenden Lärm deutlich hören können und dadurch in ihrer Ruhe ge-
stört werden. Dies trifft nach ständiger Praxis auf alle Personen zu, die in
der Nachbarschaft eines Flugplatzes oder im Bereich der An- und Abflug-
schneisen wohnen bzw. dort Grundstückseigentümer sind. Dabei ist es für
die Umschreibung des Kreises der zur Beschwerdeführung befugten Per-
sonen unerheblich, ob die Lärmgrenzwerte überschritten sind oder nicht.
Ebenso wenig spielt es eine Rolle, ob eine bereits vorbestehende Belas-
tung durch die strittige Änderung grösser wird, gleich bleibt oder abnimmt
(BVGE 2008/18 E. 2.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer]
A-644/2020 vom 24. Juni 2020 E. 2.3.3, A-2415/2016 vom 16. Oktober
2017 E. 1.2.3 und A-3339/2015 vom 22. August 2016 E. 1.3.1.1).
1.3.1.4 Die Mitglieder des Beschwerdeführers wohnen gemäss der nach-
gereichten Mitgliederliste und den im Telefonbuch nachvollzogenen Adres-
sen mehrheitlich im südlichen Siedlungsgebiet von Beromünster und sind
von den Lärmemissionen des Flugbetriebs auf dem angrenzenden Flugfeld
offensichtlich stärker als die Allgemeinheit betroffen. Der Beschwerdefüh-
rer hat sich als juristische Person konstituiert und sich die Bewahrung der
betroffenen Bevölkerung vor Fluglärm bzw. Luftverschmutzung zu seiner
statutarischen Aufgabe gemacht (vgl. § 2 der Vereinsstatuten vom 18. Au-
gust 2015 [nachfolgend: Vereinsstatuten]). Damit erfüllt er grundsätzlich
die Voraussetzungen für die egoistische Verbandsbeschwerde. Weiter hat
der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Genehmigungsverfahren Ein-
sprache gemäss Art. 37f Abs. 1 des Luftfahrtgesetzes (LFG, SR 748.0) er-
hoben und ist somit formell beschwert. Gemäss den Gesuchsunterlagen
ermöglichen die neuen Rasenrasterplatten infolge der erweiterten Nut-
zungsdauer der Piste bei und insbesondere nach Niederschlägen eine
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Seite 8
bessere jahreszeitliche Verteilung und eine Erhöhung der Anzahl Flugbe-
wegungen um ca. 15 % gegenüber dem Ausgangszustand. Die Betroffen-
heit der durch den Beschwerdeführer vertretenen Anwohner durch die zu
erwartende jahreszeitliche und quantitative Ausdehnung des Flugbetriebs
ist – unabhängig von den emissionsmässigen Auswirkungen – zu bejahen.
Nachdem die materielle Beschwer des Beschwerdeführers ebenfalls vor-
liegt, ist dessen Beschwerdelegitimation im vorliegenden Verfahren gege-
ben (vgl. bereits im Ergebnis Urteil A-3339/2015 E. 1.3.1.2 sowie Urteil
BGer 1C_462/2016 vom 24. Juli 2017 E. 1.1).
1.3.2 Weiter bestreitet die Beschwerdegegnerin die Vertretungsmacht der
beiden Personen, welche die Beschwerde unterzeichnet haben.
1.3.2.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der Beschwerdeführer
habe es unterlassen, die zur Beschwerdeerhebung berechtigten Personen
rechtsgenüglich auszuweisen.
1.3.2.2 Der Beschwerdeführer entgegnet, dass die Beschwerde von zeich-
nungsberechtigten Mitgliedern des Vorstands unterzeichnet worden sei.
1.3.2.3 Der Vorstand eines Vereins hat das Recht und die Pflicht, nach den
Befugnissen, die die Statuten ihm einräumen, die Angelegenheiten des
Vereins zu besorgen und den Verein zu vertreten (Art. 69 des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches [ZGB, SR 210]).
1.3.2.4 Der Vorstand besteht aus mindestens drei Mitgliedern, nämlich:
Präsident, Aktuar und Kassier (vgl. § 11 Abs. 1 Vereinsstatuten). Dem Vor-
stand obliegt die Entscheidung über die Anhebung von Prozessen (vgl.
§ 13 Ziff. 6 Vereinsstatuten). Er vertritt den Verein nach aussen. Die rechts-
verbindliche Unterschrift für den Verein führen der Präsident und der Kas-
sier je einzeln, der Aktuar kollektiv zusammen mit dem Präsidenten (vgl.
§°13 Ziff. 3 Vereinsstatuten).
1.3.2.5 Die Beschwerde wurde von A._ und B._ unterzeich-
net. Gemäss der Mitgliederliste handelt es sich dabei um den Präsidenten
und die Kassierin. Diese sind zur Beschwerdeerhebung befugt. Eine feh-
lende Vertretungsmacht liegt nicht vor.
1.3.3 Schliesslich moniert die Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerde
nicht formgerecht eingereicht worden sei.
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Seite 9
1.3.3.1 Die Beschwerdegegnerin bemerkt, dass es der Beschwerdeführer
unterlassen habe, der Beschwerde den angefochtenen Entscheid beizule-
gen, obgleich dies ein gesetzliches Formerfordernis darstelle und er dar-
über mittels der Rechtsmittelbelehrung auf der Verfügung in Kenntnis ge-
setzt worden sei.
1.3.3.2 Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass es sich bei der Pflicht
zur Einreichung des angefochtenen Entscheids um eine Ordnungsvor-
schrift handle. Die Verfügung habe er mittlerweile nachgereicht.
1.3.3.3 Der Beschwerdeschrift ist die Ausfertigung der angefochtenen Ver-
fügung beizulegen (vgl. Art. 52 Abs. 1 VwVG). Dabei handelt es sich grund-
sätzlich um eine Ordnungsvorschrift (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Kommentar
zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2019 [nach-
folgend: Kommentar VwVG], Rz. 12 zu Art. 52 VwVG). Wurde diese nicht
beigelegt, räumt die Beschwerdeinstanz dem Beschwerdeführer eine
kurze Nachfrist zur Verbesserung ein (vgl. Art. 52 Abs. 2 VwVG). Andern-
falls ist grundsätzlich gestützt auf die Akten zu entscheiden (vgl. MOSER,
in: Kommentar VwVG, a.a.O., Rz. 25 zu Art. 52 VwVG m.w.H.).
1.3.3.4 Mit E-Mail vom 30. Oktober 2020 forderte die Kanzlei des Bundes-
verwaltungsgerichts den Beschwerdeführer zur Einreichung der angefoch-
tenen Verfügung auf. Letzterer liess diese noch am gleichen Tag der Kanz-
lei als PDF zukommen und reichte sie später mit der Beschwerdereplik in
Papierform nach. Die Ordnungswidrigkeit wurde dadurch beseitigt.
1.3.4 Zusammengefasst vermögen die Vorbringen der Beschwerdegegne-
rin die Beschwerdelegitimation des Beschwerdegegners und die Former-
fordernisse an die Beschwerde nicht in Zweifel zu ziehen.
1.4
Weiter ist der Streitgegenstand zu bestimmen.
1.4.1 Der Beschwerdeführer stellt mit Beschwerdereplik vom 29. April 2021
zwei neue Begehren (Rechtsbegehren 6 und 7).
1.4.2 Streitgegenstand kann nur sein, was bereits Gegenstand des erstin-
stanzlichen Verfahrens war oder allenfalls hätte sein sollen und was ge-
mäss der Dispositionsmaxime zwischen den Parteien noch strittig ist, was
sich wiederum aus den Parteibegehren, insbesondere den Beschwerdean-
trägen, ergibt. Im Laufe des Rechtsmittelverfahrens kann sich der Streitge-
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Seite 10
genstand verengen bzw. um nicht mehr strittige Punkte reduzieren, grund-
sätzlich jedoch nicht erweitern oder inhaltlich verändern (statt vieler BGE
136 II 457 E. 4.2). Richtet sich die Beschwerde gegen eine luftfahrtrechtli-
che Plangenehmigungsverfügung, gilt die Besonderheit, dass die be-
schwerdeführende Partei nicht über die im Rahmen des Einspracheverfah-
rens gestellten Begehren hinausgehen oder diese qualitativ verändern
darf. Sämtliche Begehren bzw. Einwände gegen das Auflageprojekt müs-
sen zumindest sinngemäss bereits innerhalb der Auflagefrist im Ein-
spracheverfahren erhoben werden und können im Beschwerdeverfahren
nicht mehr nachgetragen werden (vgl. Art. 37f Abs. 1 und 2 LFG; vgl. Urteil
BVGer A-3484/2018 vom 7. September 2021 E. 5.2.2 m.H.). Im Beschwer-
deverfahren vor Bundesverwaltungsgericht ist zudem zu beachten, dass
sämtliche Begehren und Eventualbegehren bereits in der Beschwerde-
schrift selber vorzubringen sind. Erst in der Replik (oder später) gestellte
(neue) Begehren sind unzulässig (BVGE 2010/12 E. 1.2.1; Urteile BVGer
A-1496/2019 vom 16. Juli 2021 E. 7.3 und A-5000/2018 vom 5. Mai 2020
E. 1.5.1).
1.4.3 Der Beschwerdeführer beantragte weder im vorinstanzlichen Verfah-
ren noch in der Beschwerdeschrift eine Begrenzung der Flugbewegungen
von Flächenflugzeugen und Helikoptern sowie ein Verbot von bleihaltigem
Flugbenzin. Die beiden neuen Rechtsbegehren sind verspätet und damit
unzulässig, weshalb auf diese nicht einzutreten ist.
1.5 Auf die im Übrigen fristgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50
Abs. 1 VwVG) ist somit – vorbehältlich den vorstehenden Ausführungen –
einzutreten.
2.
Vorab ist auf die Sistierungsanträge des Beschwerdeführers einzugehen.
2.1 Der Beschwerdeführer verlangt die Sistierung des Verfahrens zwecks
Prüfung der Konformität des SIL-Objektblatts des Flugfelds Luzern-Bero-
münster mit dem SIL-Konzeptteil 2020. Eventualiter sei eine akzessorische
Überprüfung des Objektblatts im Rahmen der Zurückweisung an die Vor-
instanz anzuordnen.
2.1.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, dass die Ver-
abschiedung des SIL-Konzeptteils 2020 mit geänderten Schwerpunkten
eine wesentliche Änderung der Verhältnisse darstelle. In Anwendung von
Art. 13 des Raumplanungsgesetzes (RPG, SR 700) bzw. Art. 2 RPG in
A-5347/2020
Seite 11
Verbindung mit Art. 2 der Raumplanungsverordnung (RPV, SR 700.1) sei
deshalb das vorliegende Verfahren zu sistieren, bis geprüft worden sei, ob
das SIL-Objektblatt für das Flugfeld Luzern-Beromünster gegen den SIL-
Konzeptteil 2020 verstosse und einer Überarbeitung bedürfe.
2.1.2 Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin entgegnen, dass die
Sachplanung des Flugfelds Luzern-Beromünster auf einem umfassenden
Koordinationsprozess beruhe. Der Bundesrat habe sich mit den verschie-
denen Interessen auseinandergesetzt und sich für eine Pistenbefestigung
unter Berücksichtigung allfälliger Massnahmen entschieden. Es bestehe
kein Anlass, das Objektblatt in Frage zu stellen; umso mehr, als sich seit
dessen Verabschiedung weder die Verhältnisse wesentlich geändert hät-
ten noch andere gewichtige Gründe vorliegen würden. Auch aus den Fest-
legungen des neuen SIL-Konzepts sei nicht ersichtlich, dass das Objekt-
blatt neu überprüft werden müsste. Die SIL-Objektblätter würden trotz des
neuen SIL-Konzeptteils ihre Gültigkeit behalten. Im Falle einer anderslau-
tenden Regelung hätte dies im SIL-Konzeptteil ausdrücklich aufgenommen
werden müssen. Aus den zitierten Gesetzesartikeln könne der Beschwer-
deführer nicht ableiten, dass die genehmigten SIL-Objektblätter gegen das
RPG resp. die RPV oder gegen den SIL-Konzeptteil verstossen würden.
2.1.3 Die Sistierung des Verfahrens steht im Widerspruch zum Beschleu-
nigungsgebot bzw. zum Anspruch auf Beurteilung innert angemessener
Frist (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV, SR 101]) und soll die Aus-
nahme bleiben. Eine zu erwartende oder notwendige Rechts- oder Planän-
derung rechtfertigt grundsätzlich keine Sistierung (BGE 135 III 127 E. 3.4
und 126 II 522 E. 10b; Urteil BGer 1C_730/2013 vom 4. Juni 2014 E. 3.1).
Mithin hat ein Baugesuchsteller auch auf dem Gebiet des Luftfahrtwesens
einen Anspruch darauf, dass sein Gesuch innert angemessener Frist auf-
grund des geltenden Rechts behandelt wird, unabhängig davon, ob dieses
Recht in Zukunft zu ändern oder zu ergänzen sei. Etwas anderes gälte nur,
wenn ein Instrument zur Sicherung künftiger Planungen oder späteren
Rechts zur Verfügung stünde, das den Aufschub der Beurteilung von Bau-
konzessionsgesuchen erlaubt. Ein solches rechtliches Instrument – wie
etwa die in den kantonalen Baugesetzgebungen vorgesehene Planungs-
zone oder Bausperre – kennt das die Infrastruktur der Luftfahrt regelnde
Bundesrecht jedoch nicht (vgl. BGE 126 II 522 E. 10b).
2.1.4 Nach dem oben Gesagten würde sich eine Sistierung des vorliegen-
den Verfahrens selbst dann nicht rechtfertigen, wenn eine Anpassung des
Objektblatts, welches planungsrechtliche Vorgaben für das Flugfeld macht
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Seite 12
(vgl. unten E. 4.4.1), bevorstehen würde. Unbesehen davon erscheint dies
ohnehin als unwahrscheinlich, nachdem das Objektblatt erst gerade im No-
vember 2018 geändert worden ist. Der Antrag auf Verfahrenssistierung er-
weist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Infolgedessen besteht kein
Grund, eine akzessorische Überprüfung des Objektblatts im Rahmen einer
allfälligen Zurückweisung der Sache an die Vorinstanz anzuordnen.
2.2 Weiter verlangt der Beschwerdeführer eine Verfahrenssistierung, bis
der vom Bundesrat bei der Nationaal Lucht- en Ruimtevaartlaboratorium
(NLR) in Auftrag gegebene Untersuchungsbericht zur Amtsführung der
Vorinstanz vorliegt.
2.2.1 Zur Begründung führt er aus, dass in der Folge des Absturzes einer
Junkers JU 52 im August 2018 die Schweizerische Sicherheitsuntersu-
chungsstelle SUST eine Untersuchung durchgeführt habe. Deren Gegen-
stand sei auch die Aufsichtstätigkeit der Vorinstanz gewesen. Die der Vor-
instanz dabei vorgeworfenen Unzulänglichkeiten seien hanebüchen. Es
zeige sich, dass selbst Warnungen nach externen Audits durch die Euro-
päische Agentur für Flugsicherheit EASA wenig Wirkung gezeigt hätten
bzw. die Vorinstanz deren Umsetzung schlicht verhindert habe. Da selbst
der regelmässige Audit durch die EASA keine Veränderung gebracht habe,
habe der Bundesrat eine externe Sonderuntersuchung bei der NLR in Auf-
trag gegeben. Der genaue Untersuchungsauftrag sei ihm nicht bekannt.
Der SUST-Bericht gebe aber Anlass, an der generellen Aufsichtstätigkeit
der Vorinstanz zu zweifeln. Der NLR-Bericht werde möglicherweise wich-
tige Erkenntnisse über die Vorinstanz und deren ungenügende Amtsfüh-
rung liefern, die deren Handlungen im vorliegenden Fall in einem anderen
Licht erscheinen lassen könnten. Es sei unerlässlich, diesen Bericht abzu-
warten.
2.2.2 Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die rechtsanwendende Tätigkeit der
Vorinstanz im Plangenehmigungsverfahren im Zusammenhang mit ihrer
Aufsichtsfunktion im Rahmen von Flugunfällen steht. Der Sistierungsan-
trag ist abzuweisen. Insofern erübrigt sich die Einräumung einer Gelegen-
heit zur Stellungnahme zum NRL-Bericht.
2.3 Zusammengefasst sind die Sistierungsanträge des Beschwerdeführers
abzuweisen.
3.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
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Seite 13
Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49
VwVG). In letzterem Punkt auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht
jedoch eine gewisse Zurückhaltung, wenn technische Fragen zu beurteilen
sind oder die Vorinstanz gestützt auf die eigene Fachkompetenz oder der
ihr vom Gesetzgeber beigegebenen Fachbehörden entschieden hat. Dies
setzt voraus, dass im konkreten Fall der Sachverhalt vollständig und richtig
abgeklärt worden ist, die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
geprüft und die Vorinstanz die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und
umfassend vorgenommen hat (statt vieler Urteile BVGer A-6525/2020 vom
7. September 2021 E. 2.2 und A-1040/2020 vom 8. Februar 2021 E. 2).
Das Bundesverwaltungsgericht muss sich nicht mit jeder tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen. Es kann
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken
(statt vieler BGE 142 III 433 E. 4.3.2).
4.
Der Beschwerdeführer rügt, es sei zu Unrecht keine Umweltverträglich-
keitsprüfung (UVP) durchgeführt worden.
4.1 Er macht geltend, dass bereits das SIL-Objektblatt zum Flugfeld Lu-
zern-Beromünster eine UVP für eine Pistenbefestigung mit Rasenraster-
platten vorsehe. Zudem stelle die prognostizierte Zunahme der Anzahl
Flugbewegungen von ca. 15 % und die damit verbundene neue zeitliche
Verteilung der Flugbewegungen eine wesentliche Änderung einer beste-
henden Anlage dar, was die Pflicht zur Durchführung einer UVP auslöse.
4.2 Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin weisen darauf hin, dass
die Anzahl der jährlich möglichen Flugbewegungen mit Flächenflugzeugen
durch die PRV 2010 auf jährlich 14'200 beschränkt sei. Das Flugfeld unter-
stehe daher nicht einer UVP. Dies wäre erst bei 15'000 Flugbewegungen
der Fall. Ausserdem hätten gemäss der Statistik der letzten fünf Jahre jähr-
lich rund 10'000 bis knapp 12'000 Flugbewegungen stattgefunden. Selbst
bei einer Zunahme der Flugbewegungen um 20 % würde das Maximum
der jährlichen Flugbewegungen unter 15'000 liegen. Im Übrigen seien die
Ausführungen im SIL-Objektblatt, wonach für eine Pistenbefestigung mit
Hartbelag oder Rasenrasterplatten eine UVP erforderlich sei, im Teil «Aus-
gangslage», Abschnitt «Stand der Koordination» enthalten. In die «Festle-
gungen» seien sie jedoch nicht übernommen worden. Das BAFU verneint
die Pflicht zur Durchführung einer UVP ebenfalls.
A-5347/2020
Seite 14
4.3 Der Beschwerdeführer erwidert, dass das Dispositiv der Verfügung nur
die Anzahl Flugbewegungen auf 16'000 festlege. Eine Aufteilung in Flä-
chenflugzeug- und Helikopterbewegungen sei nicht vorgenommen wor-
den. Vielmehr sei damit eine Obergrenze für jegliche Flugbewegungen sta-
tuiert worden.
4.4
4.4.1 Flugplatzanlagen dürfen nur mit einer Plangenehmigung erstellt
oder geändert werden (vgl. Art. 37 Abs. 1 LFG). Die Plangenehmigung für
Vorhaben, die sich erheblich auf Raum und Umwelt auswirken, setzt grund-
sätzlich einen Sachplan nach dem RPG voraus (vgl. Art. 37 Abs. 5 LFG).
Um einen solchen Sachplan handelt es sich beim SIL (vgl. Art. 2 Bst. g der
Verordnung über die Infrastruktur der Luftfahrt [VIL, SR 748.131.1]). Dieser
legt die Ziele und Vorgaben für die Infrastruktur der Zivilluftfahrt der
Schweiz für die Behörden verbindlich fest. Die Konzessionäre von Flughä-
fen und die Betreiber von Flugsicherungsanlagen müssen ihre Planung auf
die Ziele und Vorgaben des SIL ausrichten (Konzeptteil; Art. 3a Abs. 1 VIL).
Der SIL bestimmt für die einzelnen dem zivilen Betrieb von Luftfahrzeugen
dienenden Infrastrukturanlagen insbesondere den Zweck, das bean-
spruchte Areal, die Grundzüge der Nutzung, die Erschliessung sowie die
Rahmenbedingungen zum Betrieb. Er stellt zudem die Auswirkungen auf
Raum und Umwelt dar (Objektblätter, Art. 3a Abs. 2 VIL).
4.4.2 Sachpläne sind für die Behörden grundsätzlich verbindlich (Art. 22
Abs. 1 RPV; vgl. ferner Art. 3a Abs. 1 VIL). Die Bindungswirkung erstreckt
sich unmittelbar nur auf die Festlegungen (vgl. Art. 15 Abs. 2 Satz 1 RPV),
welche jedoch von den Gerichten frei auf ihre Bundesrechtskonformität
überprüft werden können (vgl. BGE 139 II 499 E. 4.1). Die Erläuterungen
gehören wie auch die Darstellung der Ausgangslage (Art. 15 Abs. 2 Satz 2
RPV) zum informativen Teil der Konzepte und Sachpläne. Diesem kommt
keine Verbindlichkeit zu (vgl. Urteil A-3484/2018 E. 32.1.2.3; STEPHANIE
WALTI, Die Strategische Umweltprüfung, Schriftenreihe zum Umweltrecht
(SzU), 2014, S. 50; WALDMANN/HÄNNI, Raumplanungsgesetz, Stämpflis
Handkommentar, 2006, Rz. 22 zu Art. 13 RPG).
4.4.3 Der UVP unterstellt sind Anlagen, welche Umweltbereiche erheblich
belasten können, so dass die Einhaltung der Vorschriften über den Schutz
der Umwelt voraussichtlich nur mit projekt- oder standortspezifischen
Massnahmen sichergestellt werden kann (Art. 10a Abs. 2 des Umwelt-
https://www.swisslex.ch/doc/aol/9c73b06d-c54d-404d-b81c-34a9a1dd31ea/6cdea03b-76c9-4064-9ca0-b5c184902b8d/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/9c73b06d-c54d-404d-b81c-34a9a1dd31ea/6cdea03b-76c9-4064-9ca0-b5c184902b8d/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/9c73b06d-c54d-404d-b81c-34a9a1dd31ea/6cdea03b-76c9-4064-9ca0-b5c184902b8d/source/document-link
A-5347/2020
Seite 15
schutzgesetzes [USG, SR 814.01]). Der Bundesrat bezeichnet die Anlage-
typen, die der UVP unterstehen; er kann Schwellenwerte festlegen, ab de-
nen die Prüfung durchzuführen ist (Art. 10a Abs. 3 Satz 1 USG). Diese sind
im Anhang der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV,
SR 814.011) aufgeführt (vgl. Art. 1 UVPV). Änderungen bestehender Anla-
gen, die nicht im Anhang aufgeführt sind, unterliegen der Prüfung, wenn
die Anlage nach der Änderung einer Anlage im Anhang der UVPV ent-
spricht (Art. 2 Abs. 2 Bst. a UVPV) und über die Änderung im Verfahren
entschieden wird, das bei neuen Anlagen für die Prüfung massgeblich ist
(Bst. b).
4.4.4 Inhalt und Tragweite einer Verfügung ergeben sich in erster Linie aus
dem Dispositiv. Ist das Verfügungsdispositiv unklar, unvollständig, zwei-
deutig oder widersprüchlich, so muss die Unsicherheit durch Auslegung
behoben werden. Zu diesem Zweck kann auf die Begründung der Verfü-
gung zurückgegriffen werden. Verwaltungsverfügungen sind nicht nach ih-
rem bisweilen nicht sehr treffend verfassten Wortlaut, sondern – vorbehält-
lich des Vertrauensschutzes – nach ihrem wirklichen rechtlichen Bedeu-
tungsgehalt zu verstehen (BGE 132 V 74 E. 2; Urteile BGer 2C_70/2021
vom 14. April 2021 E. 5.1 und 8C_156/2019 vom 11. September 2019
E. 3.3).
4.5 Es trifft zu, dass sich im Objektblatt Aussagen zur Notwendigkeit einer
UVP im Falle einer Befestigung der Motorflugpiste mit Rasenrasterplatten
finden («Die Flugplatzhalterin plant kurzfristig die Befestigung der Motor-
flugpiste mit Rasenrasterplatten. [...] Gegen die Pistenbefestigung besteht
aus raumplanungs- und umweltrechtlicher Sicht keine grundsätzlichen Vor-
behalte. [...]. Diese Vorhaben erfordern eine Umweltverträglichkeitsprü-
fung (UVP). Die UVP wird im Rahmen der Genehmigungsverfahren durch-
geführt.»). Diese sind jedoch Teil der «Ausgangslage» und nicht der «Fest-
legungen». Sie sind darum für das Bundesverwaltungsgericht nicht ver-
bindlich. Und selbst wenn eine entsprechende Anordnung in die Festlegun-
gen aufgenommen worden wäre, stünde diese immer noch unter dem Vor-
behalt der Bundesrechtskonformität (vgl. oben E. 4.4.2). Was dies anbe-
langt, unterstehen nur Flugfelder (ausgenommen Helikopterflugfelder) mit
15'000 Flugbewegungen pro Jahr der UVP (vgl. Ziff. 14.2 Anhang UVPV).
Die PRV 2010 begrenzt die Anzahl Flugbewegungen mit Flächenflugzeu-
gen auf 14'200 Flüge (16'000 Flugbewegungen abzüglich den maximal
1'800 Flugbewegungen mit Helikoptern). Das Flugfeld Luzern-Beromüns-
ter fällt somit nicht unter jene Anlagen, bei welchen grundsätzlich eine UVP
durchzuführen wäre. Weiter wird es durch die Pistenbefestigung nicht zu
A-5347/2020
Seite 16
einer solchen Anlage. Selbst wenn man zugunsten des Beschwerdeführers
von 12'000 jährlichen Flugbewegungen mit Flächenflugzeugen ausgehen
würde, würde eine Zunahme um 20 % ein Total von 14'200 ergeben, was
immer noch unter dem Schwellenwert liegen würde. Darüber hinaus wurde
als Auflage in der angefochtenen Verfügung «die jährliche Anzahl Flugbe-
wegungen von 16’000» für verbindlich erklärt und darauf hingewiesen,
dass die Sachlage durch den Bund neu zu prüfen sei, sofern durch «Ände-
rung der privatrechtlichen Vereinbarung mit der Gemeinde Beromünster»
eine höhere Anzahl Flugbewegungen festgelegt werde. Die Anzahl der
Flugbewegungen wurde somit behördlich plafoniert, solange die PRV 2010
keine Änderung erfährt. Entgegen dem Beschwerdeführer sind damit die
14'200 Flugbewegungen mit Flächenflugzeugen und 1'800 Flugbewegun-
gen mit Helikoptern gemeint. Dies ergibt sich einerseits aus den expliziten
Verweis auf die PRV 2010 und andererseits aus den Erwägungen der Ver-
fügung, wo auf Seite 25 die besagte Aufteilung ebenfalls festgehalten wird.
4.6 Zusammengefasst hat die Vorinstanz zu Recht keine (neue) UVP ver-
langt.
5.
Weiter bemängelt der Beschwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin
eingereichte «Umweltmatrix», welche auf dem UVB 2012 basiert (vgl. oben
Bst. D).
5.1 Dazu führt der Beschwerdeführer aus, dass der UVB 2012 für einen
anderen Zweck erstellt worden und veraltet sei. So werde in der Umwelt-
matrix behauptet, dass die Erde von Blei (Pb), Kupfer (CU), Zinn (Zn) und
Kadmium (Cd) unbelastet sei. Es werde jedoch nicht dargelegt, nach wel-
chen Kriterien und an welchen Stellen die Proben entnommen worden
seien. Die Umweltmatrix habe zudem zwischenzeitlich erfolgte Schadstoff-
erhöhungen im Boden nicht berücksichtigen können. Darüber hinaus seien
die rechtlichen Grenzwerte in den letzten Jahren strenger geworden. So-
dann führe die Beschwerdegegnerin in der Umweltmatrix aus, den erwar-
teten Aushub von rund 3'500 m3 fachgerecht wiederverwenden zu wollen.
Ungefähr 1'000 m3 sollten als Humusschicht und 1'000 m3 zum Auffüllen
von Senkungen verwendet werden. Die übrigen 1'500 m3 würden der De-
ponie des Bauunternehmens übergeben werden. Nach Art. 16 und 17 der
Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA,
SR 814.600) sei abgetragener Boden (Humus) ein Bauabfall, über den
nebst der vorgesehenen Entsorgung Angaben zur Art, Menge und Qualität
A-5347/2020
Seite 17
gemacht werden müssten. Ober- und Unterboden müssten getrennt abge-
tragen und gelagert werden. Werde der Aushub wieder als Boden weiter-
verwendet, namentlich bei Rekultivierungen oder Terrainveränderungen,
dürfe der vorhandene Boden gemäss Art. 7 der Verordnung über die Be-
lastung des Bodens (VBBo, SR 814.12) nicht zusätzlich chemisch oder bi-
ologisch belastet werden. Konkret müsste im Bewilligungsfall der Aushub
bezüglich Art, Menge und Qualität chemisch untersucht werden. Die rund
2'000 m3 Aushub, die zur Rekultivierung (Humusschicht) und Terrainverän-
derung (Auffüllen von Senkungen) vorgesehen seien, dürften nur verwen-
det werden, wenn sie «sauber» seien. Weder die Beschwerdegegnerin
noch die Vorinstanz hätten entsprechende Abklärungen bzw. Ausführun-
gen gemacht.
5.2 Die Vorinstanz bemerkt, dass die Beschwerdegegnerin mit der Einrei-
chung der Umweltmatrix und den ergänzenden Unterlagen ihrer Pflicht
zum Nachweis der Einhaltung der Umweltvorschriften nachgekommen sei.
Das BAFU habe das Projekt abschliessend beurteilen können. Die Be-
schwerdegegnerin stimmt ihr zu.
5.3 Das BAFU weist darauf hin, dass zwischen 2012 und 2021 die ein-
schlägigen Schadstoffgrenzwerte in der VBBo nicht geändert worden
seien. Weiter seien damals die Bodenproben im Rahmen einer Umweltbe-
richterstattung von Spezialisten entnommen und analysiert worden. Im Be-
richt seien das angewandte Entnahmeverfahren der Proben sowie die
Standortwahl für die Probeentnahme klar beschrieben worden. Die Analy-
sen hätten ergeben, dass die Schadstoffgehalte von Pb, Cd, CU, Zn und
polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) der beiden Pro-
ben unterhalb der in den Anhängen 1 und 2 der VBBo angegebenen Richt-
werte liegen würden. Die Böden des Startbereichs seien deshalb als unbe-
lastet beurteilt worden. Im Übrigen würden sie es bei einem Ausgangszu-
stand von jährlich 9’900 Flugbewegungen (Durchschnitt der Jahre 2015 -
2017, inkl. Helikopter) als unwahrscheinlich erachten, dass der Flugver-
kehr seit der Untersuchung 2012 in Bezug auf die Bodenbelastung zu einer
Überschreitung der Richtwerte geführt habe.
Was den Aushub des Bodens anbelange, erkläre die Vorinstanz diverse
Auflagen zum Bodenschutz und zur Abfallbewirtschaftung für verbindlich.
Danach seien gemäss den Vorgaben der Dienststelle Raum und Wirtschaft
des Kantons Luzern RAWI die Bauarbeiten und die Entsorgung der anfal-
lenden Materialen zu planen und zu organisieren. Insbesondere seien die
Bauabfälle möglichst sortenrein zu trennen und rezyklierbare Materialien
A-5347/2020
Seite 18
der Verwertung zuzuführen. Die Voraussetzungen nach Art. 16 ff. VVEA
seien deshalb als erfüllt zu beurteilen. Die Auflagen zum Bodenschutz wür-
den unter anderem vorsehen, dass der ausgehobene Boden wieder als
Boden verwertet werden müsse. Damit werde auch der Verwertungspflicht
von abgetragenem Ober- und Unterboden gemäss Art. 18 VVEA sowie
Art. 7 VBBo genügend Rechnung getragen. Ihre Anträge seien vollumfäng-
lich berücksichtigt und in den Auflagen der Verfügung für verbindlich erklärt
worden. Die bundesrechtlichen Vorgaben zum Abfallrecht und zum Boden-
schutz seien eingehalten.
5.4 Der Beschwerdeführer moniert daraufhin, dass das BAFU gestützt auf
reine Mutmassungen die Gesetzeskonformität bescheinige. Es sei zusätz-
lich zu berücksichtigen, dass die Kunststoffplatten über Jahre Wind und
Wetter ausgesetzt sein würden. Säuren, UV-Licht und weitere Umweltein-
flüsse würden die Kunststoffe degradieren. Wasser würde deren Bestand-
teile in die weitere Umwelt verteilen, wo sie sich nur sehr langsam abbauen
würden. Im Sinne des Vorsorgeprinzips seien die Rasengitterplatten auf
ihre Degradation zu bewerten. Darüber hinaus habe eine von ihr bei der
Bachema AG zur Untersuchung in Auftrag gegebene Bodenprobe vom
südlichen Pistenende ergeben, dass der Bleigehalt mit 48 mg/kg und der
Gehalt an Kohlenwasserstoffe C10-C40 mit 43 mg/kg sehr hoch sei. Die
Werte würden nur knapp unter den Grenzwerten liegen. Es sei deshalb
fraglich, ob das Material als Aushubmaterial überhaupt zulässig sei. Die
einschlägigen Verordnungen würden zudem ein Vermischungsverbot vor-
schreiben.
5.5 Bei nicht UVP-pflichtigen Anlagen werden die Vorschriften über den
Schutz der Umwelt angewendet, ohne dass ein Umweltverträglichkeitsbe-
richt im Sinne von Art. 10b USG erstellt wird (vgl. Art. 4 UVPV; BGE 124 II
219 E. 6b). Die Genehmigungsbehörde hat von Amtes wegen hinreichende
Sachverhaltsabklärungen zu treffen und kann vom Gesuchsteller gestützt
auf Art. 46 USG Auskünfte verlangen, die funktional einem Umweltverträg-
lichkeitsbericht entsprechen (DANIELA THURNHEER, Fachhandbuch öffentli-
ches Baurecht, 2016, Rz. 7.162; ferner BGE 124 II 219 E. 6b).
Das USG bezweckt unter anderem den Erhalt der Fruchtbarkeit des Bo-
dens (vgl. Art. 1 Abs. 1 USG). Bund und Kantone beurteilen die Bodenbe-
lastung anhand der in den Anhängen der VBBo festgelegten Richt-, Prüf-
und Sanierungswerte (vgl. Art. 35 Abs. 1 USG i.V.m. Art. 5 VBBo). In
Art. 8 ff. VBBo ist definiert, welche Massnahmen bei Überschreitung der
https://www.swisslex.ch/doc/aol/767f661f-12ee-4260-98af-3704d0e09a2e/2d610f78-7192-419b-8fcd-49f517d140d1/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/fd359f86-879b-4e90-86fc-6be100adadf3/9a0c9305-9de9-4e59-aeb9-d163884a9696/source/document-link
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jeweiligen Werte zu treffen sind. Wer Boden abträgt, muss damit so umge-
hen, dass dieser wieder als Boden verwendet werden kann, insbesondere
müssen Ober- und Unterboden getrennt abgetragen und gelagert werden
(Art. 7 Abs. 1 VBBo). Wird abgetragener Ober- oder Unterboden wieder als
Boden verwendet (z.B. für Rekultivierungen oder Terrainveränderungen),
so muss er so auf- oder eingebracht werden, dass die Fruchtbarkeit des
vorhandenen und die des auf- oder eingebrachten Bodens durch physika-
lische Belastungen höchstens kurzfristig beeinträchtigt (Art. 7 Abs. 2 Bst. a
VBBo) und der vorhandene Boden chemisch und biologisch nicht zusätz-
lich belastet wird (Bst. b). Bei Bauarbeiten muss die Bauherrschaft der für
die Baubewilligung zuständigen Behörde im Rahmen des Baubewilligungs-
gesuchs unter anderem dann Angaben über die Art, Qualität und Menge
der anfallenden Abfälle und über die vorgesehene Entsorgung machen,
wenn voraussichtlich mehr als 200 m3 Bauabfälle anfallen (vgl. Art. 16
Abs. 1 Bst. a VVEA). Abgetragener Ober- und Unterboden sind jeweils
möglichst sortenrein zu trennen (vgl. Art. 17 Abs. 1 Bst. a VVEA) sowie
möglichst vollständig zu verwerten, wenn er sich aufgrund seiner Eigen-
schaften für die vorgesehene Verwertung eignet, die Richtwerte nach den
Anhängen 1 und 2 der VBBo einhält und weder Fremdstoffe noch invasive
gebietsfremde Organismen enthält (vgl. Art. 18 Abs. 1 Bst. a - c VVEA).
5.6 In der Beilage 4 zur Umweltmatrix wird das Vorgehen, mittels welchem
der Boden auf Belastungen untersucht worden ist, beschrieben: Die Be-
probung und die Schadstoffanalytik habe sich nach der VBBo und dem
Handbuch «Probenahme und Probenvorbereitung für Schadstoffuntersu-
chungen in Böden» (Buwal 2003) gerichtet. Die Beurteilung der Schadstoff-
höhe habe ebenfalls auf der VBBo basiert. Als Beurteilungsfläche sei der
Startbereich der Graspiste gewählt worden. Innerhalb einer Fläche von
600 m2 seien in regelmässigen Abständen 16 Einstiche ausgeführt und die
16 Bohrkerne zu einer Mischprobe vereinigt worden. Die Beprobungstiefe
habe 20 cm betragen. Eine zweite Probeentnahme sei auf der gleichen
Fläche ein paar Wochen später vorgenommen worden. Entgegen den Vor-
bringen des Beschwerdeführers wurde somit dargelegt, nach welchen Kri-
terien und an welchen Stellen die Proben entnommen worden sind. Zu-
sätzlich finden sich ein Plan sowie Fotos der Beprobungsfläche in den Ak-
ten. Die Vorgehensweise ist nicht zu beanstanden, insbesondere nachdem
das BAFU keine Einwände dagegen erhoben hat. Sodann sind in der Bei-
lage 4 der Umweltmatrix die Werte der untersuchten Schadstoffe notiert.
Gemäss BAFU waren die Richtwerte dannzumal eingehalten. Die betref-
fenden Grenzwerte wurden seither nicht geändert (vgl. VBBo in der Fas-
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Seite 20
sung vom 1. Juni 2012 mit jener vom 12. April 2016). Angesichts der da-
maligen Schadstoffwerte und des jahrzehntelangen vorgängigen Betriebs
des Flugfelds erscheint die Aussage des BAFU plausibel, wonach eine zwi-
schenzeitliche Überschreitung der Richtwerte unwahrscheinlich sei. Dafür
waren die Schadstoffwerte im Jahr 2012 zu weit von den Richtwerten ent-
fernt (höchster Messwert [MW] PAK 0.04 - Richtwert [RW] PAK 1 [Summe
der 16 Leitsubstanzen] bzw. 0.2 [Benzo(a)apyren]; MW Cu 19.45 - RW Cu
40; MW Cd 0.39 - RW Cd 0.8; MW Pb 35.61 - RW Pb 50; MW Zn 59.96 -
RW Zn 150). Massnahmen mussten dementsprechend keine getroffen
werden. Sodann formulierte das BAFU keine Einwände gegen die Rasen-
rasterplatten. In den Produktangaben wird zudem darauf hingewiesen,
dass diese aus hochfestem Kunststoff (PE/PP) bestehen würden und UV-
stabilisiert, frostsicher, unverrottbar sowie recyclingfähig seien. Ausserdem
seien sie beständig gegen Öl, Lösungsmittel und die meisten Laugen und
Säuren. Grundsätzliche Bedenken gegen dieses Produkt bestehen daher
keine.
Weiter weist das BAFU zutreffend darauf hin, dass zahlreiche Auflagen
zum Bodenschutz und zur Abfallbewirtschaftung in die Verfügung aufge-
nommen worden sind, um den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen.
Darauf kann verwiesen werden. Die nachgereichte Analyse der Bachema
AG ändert daran nichts. Unbesehen davon, dass die analysierte Probe
nicht optimal gewesen zu sein scheint (hoher Wassergehalt und geringe
Dichte der Probe) und nicht klar ist, ob die Probeentnahme nach den ein-
schlägigen Richtlinien erfolgte, wären die betreffenden Grenzwerte für Typ
A und B zugelassene Abfälle eingehalten (vgl. Anhang 5.2 VVEA).
5.7 Zusammengefasst geben die Massnahmen zum Bodenschutz und zur
Abfallbewirtschaftung zu keinen Beanstandungen Anlass.
6.
Als nächstes bemängelt der Beschwerdeführer die Unvollständigkeit der
Gesuchsunterlagen.
6.1 Der Beschwerdeführer bemerkt, es sei auf dem Bauplan nicht ersicht-
lich, wie die Höhenlage der neuen Piste im Verhältnis zur umgebenden
Grasfläche liege. Die Geländehöhen seien zu kleinräumig und unvollstän-
dig beschriftet und weder das heutige noch das geplante Quergefälle seien
den Planunterlagen zu entnehmen. Im Längsschnitt würde die Querstrasse
komplett fehlen. Weiter sei eine tatsächliche Geländevermessung und das
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Seite 21
Bestimmen der exakten Höhen der geplanten Pisten vonnöten, um die tat-
sächlichen Neigungsverhältnisse wiedergeben zu können. Letztere seien
nicht gleichmässig. Besonders nördlich der Querstrasse falle das Gelände
stark ab, bei einer maximalen Längsneigung von -2.52 %, was gegen
Art. 3.1.13 resp. 3.1.19 Anhang 14 zum Übereinkommen vom 7. Dezember
1944 über die internationale Zivilluftfahrt (Chicago-Übereinkommen,
SR 0.748.0, nachfolgend: ICAO Annex 14) verstosse. Die Vorinstanz hätte
die Beschwerdegegnerin zur Aufhebung des gesetzeswidrigen Zustands
verpflichten müssen. Zudem sei auf der Grafik auf Basis von aktuellen Ge-
ländevermessungen zu erkennen, dass sich die Querstrasse auf einem
deutlich höheren Niveau als die Piste befinde. Die Neigungsverhältnisse
im nördlichen Teil der Piste würden im Verhältnis zur Querstrasse ein Hin-
dernis darstellen. Dennoch habe die Beschwerdegegnerin in ihrem Projekt-
plan keine Anstalten gemacht, die Neigungsverhältnisse zwischen der
Querstrasse und der Piste auszugleichen. Um das bestehende Hindernis
abzuschaffen, müsste die Querstrasse um rund 40 cm gesenkt werden.
Dann würde jedoch die Strassenrampe, die zur Brücke führe, wieder ein
Hindernis im Pistenstreifen darstellen. Entlang des Bachs «Wyna» müsste
ein 50 m (nördlich der Brücke) resp. 30 m (südlich der Brücke) langer Erd-
keil geschüttet werden, damit das Längsgefälle im Pistenstreifen maximal
2 % betrage, wie es die luftfahrtspezifische Prüfung der Vorinstanz vor-
schreibe. Eine gesetzeskonforme Aufschüttung würde den Gewässerraum
tangieren, was wiederum gesetzeswidrig wäre. Entgegen der Vorinstanz
sei es entsprechend unmöglich, das bestehende Terrain beizubehalten.
Die Beschwerdegegnerin führe in der Umweltmatrix denn auch aus, dass
mit einem Aushub von ca. 3'500 m3 zu rechnen sei, wovon rund 1'000 m3
«zum Auffüllen der erwähnten Senkungen» verwendet würden. Es sei den
Unterlagen der Beschwerdegegnerin jedoch nicht zu entnehmen, wie das
Terrain angepasst werden soll. Gemäss Baugesetz und - Verordnung des
Kantons Luzern seien Terrainveränderungen sodann bewilligungspflichtig
und anhand detaillierten Plangrundlagen und Berechnungen der Gelände-
volumen auszuweisen. In den Unterlagen der Beschwerdegegnerin seien
nur minimale Angaben zu finden. Ausserdem seien der Bauablauf als auch
die Konstruktion der neuen Piste fragwürdig. Anscheinend sei geplant, nur
die Grasnarbe zu entfernen und den Neubau auf dem bestehenden Humus
durchzuführen. Nach dem Auffüllen und Planieren solle der Bau der Sicker-
leitungen erfolgen. Anschliessend solle auf die Oberfläche eine Vliesmatte
gelegt werden. Dieser Plan würde in der Realität zu zahlreichen Problemen
führen. Humus lasse sich nur schlecht verdichten, sei sehr wasserempfind-
lich und habe einen sehr grossen organischen Anteil, der verrotte, was
zwangsläufig zu Setzungen und Instabilitäten führe. Die Sickerleitung sei
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viel zu knapp dimensioniert und verlaufe nicht an geeigneter Stelle. Die
Vliesmatten seien ungenügend, da sie nach kurzer Zeit ihre Wasserdurch-
lässigkeit verlieren würden. Dies würde zu Wasserstau führen und das Ver-
sickern des Wassers verhindern. Schliesslich seien in der jetzigen Piste
zahlreiche Altlasten (Stahlgitter, Netze, Geotextilien, Betonplatten, Kunst-
stoffplatten) vorhanden, welche aus Sicherheitsgründen vor einer Befesti-
gung ausgebaut werden müssten. Der «Baubeschrieb» nehme keinen Be-
zug auf diese Altlasten. Weiter führe die Pistenbefestigung gemäss Bau-
beschrieb zu einer Erhöhung der Piste um 35 cm, wovon 5 cm Gras- oder
Rasennarbe «abgeschält» würden. Bei einer Pistenlänge und -breite von
500 resp. 20 m würde die abgetragene Fläche einen Aushub von 500 m3
ergeben. Gemäss der Umweltmatrix werde jedoch mit einem Aushub von
3'500 m3 gerechnet, was widersprüchlich sei. Ferner sei gemäss Art. 3.4.13
sowie 3.4.15 ICAO Annex 14 ein Längsgefälle von über 2 % und ein Quer-
gefälle von über 3 % des Pistenstreifens verboten. Eine Erhöhung der Piste
um 35 cm führe zu einer Erhöhung des Quer- und Längsgefälles im Pis-
tenstreifenbereich. Bereits heute sei im Pistenbereich ein Quergefälle von
über 2 % zu erkennen. Werde die Erhöhung der Piste wie plangemäss
durchgeführt, resultiere ein Quer- und Längsgefälle von über 3 %, was ver-
boten sei. Weder habe die Beschwerdegegnerin Ausführungen gemacht,
wie dieser unrechtmässige Zustand verhindert werden soll, noch habe die
Vorinstanz die Beschwerdegegnerin zur Durchführung einer gesetzeskon-
formen Terrainveränderung verpflichtet. Aufgrund der mangelhaften Unter-
lagen hätte das Gesuch nicht bewilligt werden dürfen.
6.2 Die Vorinstanz erwidert, dass die Gesuchsunterlagen vollständig seien.
Es habe die zu erstellende Pistenbefestigung geprüft und – unter Beach-
tung der formulierten Auflagen – als rechtskonform befunden. Im Endzu-
stand werde sich die Piste wiederum auf der gleichen Höhe wie der que-
rende Feldweg befinden. Im Übrigen seien Bewilligungen von kantonalen
Fachstellen nicht erforderlich. Die Beschwerdegegnerin ergänzt, dass an
der Stelle der Querstrasse die Pistenhöhe der Höhe der Querstrasse ent-
spreche, sodass diese im Längsschnitt 1:1’000 nicht ersichtlich sei. Weiter
interpretiere der Beschwerdeführer die angerufenen Bestimmungen des
ICAO Annex 14 falsch. Im nördlichsten Bereich der Piste, zwischen der
Querstrasse und dem Pistenende des RWY 33, betrage die Längsneigung
2.5 %. Dies überschreite zwar leicht die Vorgaben des ICAO Annex 14. Es
handle sich dabei aber bloss um eine Empfehlung. In der heutigen Situa-
tion weise die Piste einige langgezogenen Wellen auf, die sich über die Zeit
örtlich verschieben könnten. Diese Unebenheiten würden ausgeglichen.
Das Niveau der Querstrasse werde belassen; ein Absenken von 40 cm sei
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nicht vorgesehen. Die Planierung der Piste mit dem Ausgleich der Uneben-
heiten vom Pistenanfang des RWY 33 bis zur Querstrasse finde sich im
Baubeschrieb der Umweltmatrix. Weiter würden die Terrainveränderungen
nicht den Gewässerraum der Wyna tangieren. Allfällig vorgefundenes Ver-
stärkungsmaterial werde entfernt und fachgerecht entsorgt.
6.3
6.3.1 Mit der Plangenehmigung werden sämtliche nach Bundesrecht erfor-
derlichen Bewilligungen erteilt (Art. 37 Abs. 3 LFG). Kantonale Bewilligun-
gen und Pläne sind nicht erforderlich (vgl. Art. 37 Abs. 4 Satz 1 LFG). Im
Falle von Flugfeldern ist das Plangenehmigungsgesuch mit den erforderli-
chen Unterlagen beim BAZL einzureichen. Dieses prüft die Unterlagen auf
ihre Vollständigkeit und verlangt allenfalls Ergänzungen (vgl. Art. 37 Abs. 2
Bst. b i.V.m. Art. 37b LFG). Das Gesuch muss unter anderem Geschoss-
und Ansichtspläne sowie Schnitte nach Bedarf (Art. 27abis Abs. 1 Bst. c
Ziff. 3 VIL) sowie alle ortsüblichen Pläne, Unterlagen und Formulare ent-
halten, die für die Beurteilung nötig sind; kantonale Vorschriften betreffend
die Ausgestaltung von Baueingaben sind zu berücksichtigen, soweit es mit
den Besonderheiten der Flugplatzanlage vereinbar ist (Art. 27abis Abs. 1
Bst. d VIL). Der Umfang der Sachverhaltsermittlung liegt im pflichtgemäs-
sen Ermessen der Behörde (vgl. Urteile BVGer A-1504/2020 vom 25. Mai
2021 E. 4.3.1 und B-3674/2020 vom 27. Oktober 2020 E. 5.3).
6.3.2 Die Vorinstanz kann bei allen baulichen und betrieblichen Änderun-
gen auf dem Flugplatz eine luftfahrtspezifische Projektprüfung vornehmen
(vgl. Art. 9 Abs. 1 VIL). Dabei wird untersucht, ob die luftfahrtspezifischen
Anforderungen im Sinne von Art. 3 VIL erfüllt werden und geordnete Be-
triebsaufläufe sichergestellt sind (vgl. Art. 9 Abs. 2 VIL). Gemäss Art. 3
Abs. 1 VIL müssen Flugplätze so ausgestaltet, organisiert und geführt sein,
dass der Betrieb geordnet ist und die Sicherheit für Personen und Sachen
bei der Bereitstellung von Luftfahrzeugen, beim Ein- und Aussteigen, beim
Beladen und Entladen, beim Rollen mit Flugzeugen oder Bodenfahrzeu-
gen, bei Starts und Landungen sowie bei An- und Abflügen stets gewähr-
leistet ist. Die grundlegenden Anforderungen an Flugplätze und deren Be-
nützung sind im ICAO Annex 14 sowie in zusätzlichen technischen Ausfüh-
rungsvorschriften geregelt. Massgebend ist vorliegend der Teil I des ICAO
Annex 14 mit Regeln für die Ausgestaltung und den Betrieb von Flughäfen
(derzeit gültig in der achten Ausgabe vom Juli 2018; BVGE 2009/62 E. 4.1).
Der Bundesrat erklärte die Normen und Empfehlungen des ICAO Annex
A-5347/2020
Seite 24
14 für unmittelbar anwendbar, unter Vorbehalt hier nicht weiter interessie-
render, nach Art. 38 des Chicago-Übereinkommens von der Schweiz ge-
meldeter Abweichungen (vgl. Art. 6a Abs. 1 LFG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 VIL;
BVGE 2009/62 E. 4.5.2).
6.3.3 Die Neigung, die sich aus der Differenz zwischen der grössten und
der kleinsten Erhebung entlang der Mittellinie der Start- und Landebahn
ergibt, sollte bei Flugfeldern von unter 800 m 2 % nicht überschreiten (vgl.
Art. 3.1.13 ICAO Annex 14). Gleichzeitig sollte bei solchen Flugfeldern auf
keinem Abschnitt der Start- und Landebahn die Längsneigung mehr als
2 % betragen (vgl. Art. 3.1.14 ICAO Annex 14). Zur Förderung eines mög-
lichst raschen Wasserabflusses sollte die Oberfläche der Start- und Lan-
debahn, soweit möglich, gewölbt sein, ausser wenn ein einziges Querge-
fälle, welches in jener Windrichtung liegt, die am häufigsten Regen mit sich
bringt, einen raschen Abfluss gewährleisten würde. Die Querneigung sollte
idealerweise bei Flügelspannweiten bis 24 m 2 % betragen, in jedem Fall
aber nicht mehr und zudem nicht weniger als 1 %, ausser an Kreuzungen
von Start- und Landebahnen oder Rollwegen, wo ein geringeres Gefälle
erforderlich sein kann (vgl. Art. 3.1.19 ICAO Annex 14).
6.4 Die Vorinstanz weist zu Recht daraufhin, dass für das vorliegende Pro-
jekt von Gesetzes wegen keine kantonalen Bewilligungen oder Pläne er-
forderlich sind (vgl. oben E. 6.3.1). Weiter lassen die Einwendungen des
Beschwerdeführers nicht darauf schliessen, dass die Vorinstanz das Plan-
genehmigungsgesuch gestützt auf unvollständige oder mangelhafte Ge-
suchsunterlagen beurteilte. Auf dem Projektplan 1:1’000 sind diverse Hö-
henangaben von Messpunkten auf der Piste, dem Pistenstreifen und auf
dem angrenzenden Gelände vorhanden. Die Beurteilung, ob die Gelände-
höhen zu kleinräumig oder unvollständig beschriftet sind, obliegt der Vor-
instanz als Fachbehörde. Es ist an ihr zu entscheiden, ob es noch Verbes-
serungen bedarf (vgl. oben E. 6.3.1). Dies war nicht der Fall und es ist nicht
nachvollziehbar, wieso der Plan noch detaillierter hätte ausfallen müssen.
Zudem ist es glaubhaft, dass eine Strasse, welche eine Flugpiste quert,
vernünftigerweise über die gleiche Höhe verfügt und deshalb sich im
Längsschnitt nicht abhebt. Weiter mag es zwar zutreffen, dass auf dem
Plan die Längsneigung der Piste zwischen der Querstrasse und dem Pis-
tenende RWY 33 bzw. dem Pistenanfang RWY 15 ca. -2.5 % beträgt. Indes
ergibt sich diese Längsneigung aus den Messwerten der heutigen Piste.
Um dieser entgegenzuwirken wird gemäss Baubeschrieb die gesamte Flä-
che planiert und die Senke «insbesondere im Bereich des Pistenanfangs
RWY 15» durch einen Teil des Aushubs aufgefüllt. Entsprechend ist auf
A-5347/2020
Seite 25
dem Plan am Pistenanfang RWY 15 der Vermerk «um ca. 20 cm auffüllen»
angebracht. Wie das Terrain angepasst wird, wird somit beschrieben. Dar-
über hinaus verfügte die Vorinstanz in Dispositivziffer 2.1 ihrer Verfügung
als Bauauflage, dass für die Bauausführung die für Flugplätze bestehen-
den Normen und Empfehlungen zu beachten sind. Zudem ordnete die
Vorinstanz anlässlich ihrer luftfahrtspezifischen Prüfung an, dass ihr das
Ende der Bauarbeiten schriftlich anzuzeigen sei, mit dem Hinweis, dass
nach Fertigstellung und vor Inbetriebnahme der neuen Infrastrukturele-
mente eine Abnahme durch sie vor Ort erfolgen werde. Dadurch ist sicher-
gestellt, dass die neue Piste den Bestimmungen des ICAO Annex 14 ent-
sprechen wird, was die Vorgaben zur Querneigung gemäss Art. 3.1.19 I-
CAO Annex 14 miteinschliesst.
Schliesslich ist der Bauablauf nachvollziehbar. Dieser ist auf dem Plan und
in der Umweltmatrix beschrieben und präsentiert sich nicht so, wie es der
Beschwerdeführer behauptet. Insbesondere trifft es nicht zu, dass die Piste
ausgehend vom heutigen Zustand um 35 cm erhöht wird, nachdem zuvor
die Grasnarbe abgeschält worden ist. Vielmehr wird 35 cm Boden abgetra-
gen und danach der Pistenkörper erstellt. Die Ausführungen des Be-
schwerdeführers zur Verletzung von Art. 3.4.13 sowie 3.4.15 ICAO Annex
14 fussen auf falschen Annahmen und brauchen nicht weiter erörtert zu
werden. Eine Senkung der Querstrasse um 40 cm ist im Baubeschrieb
ebenfalls nicht vorgesehen. Die vom Beschwerdeführer befürchteten Fol-
gen für die Strassenrampe und den Gewässerraum der Wyna erweisen
sich deshalb als gegenstandslos. Die Vorinstanz hat zudem gegen den
Aufbau der Piste keine Einwände erhoben. Inwiefern sie mit dessen Ge-
nehmigung Bundesrecht verletzt habe könnte, ist nicht ersichtlich. Unbe-
sehen davon wurde in der luftfahrtspezifischen Prüfung als Auflage verfügt,
dass der Zustand der Rasenrasterplatten sowie die Ebenheit der Graspiste
durch den Flugplatzhalter zu überwachen und insofern zu unterhalten sei,
dass keine inakzeptablen Unregelmässigkeiten im Pistenbereich auftreten
können. Sollte sich die Piste senken, wäre die Beschwerdegegnerin zu
Ausbesserungen angehalten. Schliesslich ist letztere verpflichtet, eine ge-
setzeskonforme Abfallbewirtschaftung durchzuführen, was allfällige Altlas-
ten miteinbezieht. Wieso die Beschwerdegegnerin dazu noch separate An-
gaben hätte machen müssen, ist nicht nachvollziehbar.
6.5 Zusammengefasst erweisen sich sämtliche vom Beschwerdeführer un-
ter dem Titel «Gesuchsunterlagen» vorgebrachten Einwände als unbe-
gründet.
A-5347/2020
Seite 26
7.
Sodann behauptet der Beschwerdeführer, dass das Projekt diversen luft-
fahrtspezifischen Anforderungen nicht genüge.
7.1 Der Beschwerdeführer legt dar, dass er eine Aufnahme der Startrich-
tung Süd als Auflage an die Beschwerdegegnerin beantragt habe, damit
zukünftig dem Objektblatt gefolgt und eine übermässige einseitige Lärm-
belastung verhindert werde. Im Falle der Bewilligungsfähigkeit wäre die
Vorinstanz verpflichtet, der Beschwerdegegnerin folgende Auflage zu stel-
len: Erstens sei die Pistenmarkierung am nördlichen Pistenende durchzu-
führen und zweitens sei die Startrichtung Süd im Pistenkonzept und im zu-
künftigen Flugplatzbetrieb aufzunehmen. Weiter seien die Sicherheitsvor-
kehrungen in Bezug auf die Querstrasse ungenügend. So sei der Abschnitt
nördlich der Querstrasse für Landungen gesperrt, weil es dort zu gefährlich
sei. Er verweise diesbezüglich auf den Schlussbericht der SUST über den
Vorfall im Dezember 2013. Eine Weiterführung der heutigen Situation ohne
Überprüfung des Sicherheitskonzepts könne nicht akzeptiert werden. Ent-
gegen der Vorinstanz sei der Fallschirmsprungbetrieb dann Gegenstand
des hängigen Verfahrens, wenn die Kollisionsgefahr in der Landezone auf
ein mangelhaftes Sicherheitskonzept des Flugplatzes hinweise, welches
im Rahmen einer Erweiterung des Betriebs überarbeitet werden müsse.
Der gleichzeitige Betrieb von Motorflugzeugen und Fallschirmspringern sei
widerrechtlich und die geplante Pistenbefestigung verschärfe die aufge-
zeigten Sicherheitsrisiken aufgrund der verdichteten Flugbewegungen. Im
Rahmen des Genehmigungsverfahrens seien keine Massnahmen ergriffen
worden, damit dieser Regelverstoss nicht mehr passiere. Dies sei jedoch
geboten, da bauliche Massnahmen zur Reduktion der Risiken aufgrund
von bestehenden Sicherheitsmängeln beitragen könnten. Ferner würden
die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Unterlagen zu den
PERFO-Bodenplatten nicht alle technischen Daten des Herstellers enthal-
ten. Diese würden aus dem Jahre 2012 stammen und seien veraltet. Es
würden viele technische bedeutsame Informationen, insbesondere Güte-
siegel und Zertifizierungen nach internationalen Standards fehlen. Dass
die gleichen Platten beim Flugfeld Speck-Fehraltorf eingebaut worden
seien, lasse nicht auf deren Eignung für das hiesige schliessen. Letzteres
befinde sich in einem ehemaligen Moorgebiet, bei dem der Grundwasser-
spiegel bei längeren Regenfällen bis an die Oberfläche steige. Die Platten
hätten sich in Speck-Fehraltorf überdies nicht bewährt, da sich dort regel-
mässig Pfützen bilden würden. Entgegen der Vorinstanz sei eine allfällige
«Hartbelagspiste» Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Es müsse
verhindert werden, dass die Pistenbefestigung mit Rasenrasterplatten als
A-5347/2020
Seite 27
«Zwischenschritt» zur Hartbelagspiste missbraucht werde. Ebenfalls Ver-
fahrensgegenstand sei die beantragte Auflage der Sanierung der Tank-
stelle, da im Sinne der Vorsorge jegliche relevanten Sicherheits- und Um-
weltaspekte zu prüfen seien. Die Benützung eines alten Postbusses als
mobile Tankanlage entspreche nicht mehr den heutigen Sicherheits- und
Umweltschutzaspekten.
7.2 Bezüglich den unterschiedlichen Startrichtungen hält die Vorinstanz
fest, dass An- und Abflüge in beide Richtungen möglich seien. Erst mit dem
neuen Projekt könne jedoch der Beginn der Startstrecke am nördlichen
Pistenende markiert und damit sichtbar gemacht werden. Weiter quere be-
reits heute die Zufahrtsstrasse zum Segelflugzeughangar die bestehende
Piste. Diese diene einem eingeschränkten Benutzerkreis, der mit den örtli-
chen Verhältnissen vertraut sei. An der Einfahrt zu dieser Zufahrtsstrasse
befinde sich eine Schranke, die bei Flugbetrieb geschlossen werden
könne. Mittels Signalisationen (Warnschilder) werde auf die Gefahr des
Flugbetriebs hingewiesen. Als weitere Sicherheitsmassnahme seien auf
der Strasse beidseits des Pistenstreifens Bodenmarkierungen in weisser
und roter Farbe angebracht, die zum Anhalten auffordern würden. Diese
Sicherheitsvorkehrungen seien ausreichend. Überdies werde mit der vor-
liegenden Plangenehmigung das Betriebsreglement nicht geändert. Der
Fallschirmsprungbetrieb sei daher nicht Gegenstand des hängigen Verfah-
rens. Weiter hätten sich die PERFO-Bodenplatten beim Flugfeld Speck-
Fehraltorf bewährt und seien aus ihrer Sicht zur Pistenbefestigung geeig-
net. Die Frage einer allfälligen Hartbelagspiste sei nicht Gegenstand die-
ses Verfahrens. Ebenfalls nicht Verfahrensgegenstand sei die Tankstelle
und eine allfällige mobile Betankungsanlage. Die Beschwerdegegnerin
führt ergänzend aus, es würden keinerlei sicherheitsrelevanten Ereignis-
meldungen in Bezug auf die Querstrasse vorliegen. Gemäss dem Bericht
der SUST sei der erwähnte Unfall auf eine lückenhafte Flugvorbereitung
zurückzuführen gewesen; der Start von einer weichen Piste erfordere eine
gewisse Übung und Geschicklichkeit des Piloten.
7.3 Wie bereits erwähnt, kann Streitgegenstand nur sein, was bereits Ge-
genstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder allenfalls hätte sein
sollen (vgl. oben E. 1.4.2). Ebenfalls kann an dieser Stelle auf die Erwä-
gungen zur luftfahrtspezifischen Prüfung verwiesen werden (vgl. oben
E. 6.3.2).
A-5347/2020
Seite 28
7.4 Die Vorinstanz weist zurecht darauf hin, dass bereits heute Starts in
Richtung Süden auf dem RWY 15 möglich sind. Zwar ist dieser nicht op-
tisch markiert, aber in den Visual Flight Rules (VFR) eingezeichnet. Den
Plänen zufolge erfolgt die Markierung des RWY 15 im Rahmen der Pisten-
befestigung. Die diesbezüglichen Forderungen des Beschwerdeführers er-
weisen sich deshalb als gegenstandslos. Weiter legt der Beschwerdeführer
nicht dar, inwiefern die Sicherung der Querstrasse gegen luftfahrtspezifi-
sche Anforderungen verstosse. Pisten querende Strassen sind erlaubt; die
Anzahl Fahrzeuge, welche eine Start- oder Landebahn überqueren, ist je-
doch zu limitieren (vgl. Art. 22.1 Attachement A ICAO Annex 14). Die
Querstrasse führt nur zum Hangar der Segelflugzeuge. Die Frequenz que-
render Fahrzeuge dürfte daher ohnehin schon sehr tief und deren Fahrer
bezüglich der Gefahr herannahender Flugzeuge sensibilisiert sein. Es ist
nicht ersichtlich, welche sonstigen Massnahmen neben der Schranke, den
Warnschildern und den Bodenmarkierungen geboten wären. Entgegen
dem Beschwerdeführer ist der Abschnitt nördlich der Querstrasse für Lan-
dungen nicht gesperrt, weil es dort zu gefährlich ist, sondern wegen der
mangelnden Tragfähigkeit der Piste nach Niederschlägen, welche durch
die Rasenrasterplatten verbessert werden soll. Bezeichnenderweise sind
Landungen mit einer entsprechenden Genehmigung gemäss den VFR
nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus weist die Beschwerdegegnerin zu
Recht darauf hin, dass die Ursache des erwähnten Unfalls eine lückenhafte
Flugvorbereitung des Piloten war. Dieser ging davon aus, den Abschnitt
nördlich der Querstrasse gar nicht erst in Anspruch nehmen zu müssen.
Weiter hat die Vorinstanz aus sicherheitstechnischen Überlegungen keine
Einwände gegen die PERFO-Bodenplatten erhoben; sie darf allemal für
ihre Beurteilung auf ihre Erfahrungen mit anderen Flugfeldern wie dem
Flugfeld Speck-Fehraltorf zurückgreifen, welches seit über zehn Jahren auf
diese Bodenplatten setzt. Darüber hinaus sind diese Bodenplatten auf
zahlreichen weiteren Flugplätzen in Europa im Einsatz (vgl.
https://www.perfoplatten.de > Flugplätze > Weitere Referenzen hier herun-
terladen [besucht am 16.11.2021]). Der Beschwerdeführer vermag nicht
darzutun, dass diese Platten im Zusammenhang mit Unfällen gestanden
hätten oder wieso deren Tauglichkeit aufgrund einer photographisch fest-
gehaltenen Wasserbildung auf einem anderen Flugplatz abzusprechen
wäre. Pfützen können sich nach intensivem Niederschlag erfahrungsge-
mäss auf jeder Fläche bilden. Ebenso wenig ist nachvollziehbar, wieso eine
Produktbeschreibung aus dem Jahr 2012 nicht mehr gültig sein soll oder
aufgrund welcher rechtlicher Grundlage diese Gütesiegel und Zertifizierun-
gen nach internationalen Standards bedürften. Sodann ist das Plangeneh-
A-5347/2020
Seite 29
migungsverfahren vom Betriebsreglement auseinanderzuhalten, in wel-
chem unter anderem die An- und Abflugverfahren sowie die besonderen
Vorschriften für die Benützung des Flugplatzes festzuhalten sind (vgl. Art.
36c Abs. 2 Bst. b LFG). Der Fallschirmbetrieb ist im Betriebsreglement ge-
regelt, welches jedoch nicht Verfahrensgegenstand ist. Zudem hätte der
Fallschirmbetrieb auch nicht im Rahmen des Plangenehmigungsverfah-
rens überprüft werden müssen, da dieser durch die Pistenbefestigung nicht
grundsätzlich beeinflusst wird (vgl. Art. 27c Abs. 2 VIL). Durch die Pisten-
befestigung wird in erster Linie eine bessere jahreszeitliche Verteilung des
Flugbetriebs ermöglicht. Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin im Plan-
genehmigungsgesuch weder die Erstellung einer Hartbelagspiste noch die
Änderung der bestehenden Tankanlage verlangt oder um Bewilligung einer
mobilen Betankungsanlage ersucht. Letztere waren somit ebenfalls nicht
Verfahrensgegenstand und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sie es
hätten sein sollen.
7.5 Im Ergebnis ist den Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich den
luftfahrtspezifischen Anforderungen nicht zu folgen.
8.
Sodann beanstandet der Beschwerdeführer eine ungenügende Entwässe-
rung der Piste.
8.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, aufgrund des
Versiegelungsanteils der Rasenrasterplatten von 75 %, der damit verbun-
denen Verdichtung sowie der Untergrundverhältnisse beim Flugfeld Lu-
zern-Beromünster sei damit zu rechnen, dass das Regenwasser nur man-
gelhaft bzw. gar nicht versickern könne. Das oberflächlich wegfliessende
Regenwasser würde in die Wyna fliessen. Dies führe zu einer signifikanten
Erhöhung des Hochwasserrisikos für die ganze Region. Auch die Stauung
des Wassers auf der Piste sei mit Gefahren verbunden, wie der Vorfall vom
Dezember 2013 gezeigt habe. Die Sicherheitsbedenken im Zusammen-
hang mit der Entwässerung seien gravierend.
8.2 Die Vorinstanz geht davon aus, dass die mit PERFO-Bodenplatten be-
festigte Piste funktionstüchtig sein werde. Sollte dies nicht der Fall sein,
wäre die Funktionsfähigkeit der Piste im Rahmen der Aufsicht zu prüfen
und bei Bedarf wären entsprechende Unterhaltsmassnahmen zu ergreifen.
Die Beschwerdegegnerin verweist auf die Ausführungen des BAFU.
A-5347/2020
Seite 30
8.3 Nach Ansicht des BAFU gewährleisten die PERFO-Bodenplatten die
dezentrale Versickerung des Niederschlagswassers. Die Fläche auf dem
Flugfeldareal werde nicht versiegelt. Die Erfahrung beim Flugfeld Speck-
Fehraltorf habe gezeigt, dass die Entwässerung mit den PERFO-Rasen-
rasterplatten gut funktioniere.
8.4 Nicht verschmutztes Abwasser ist nach den Anordnungen der kantona-
len Behörde versickern zu lassen. Erlauben die örtlichen Verhältnisse dies
nicht, so kann es in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet werden (vgl.
Art. 7 Abs. 2 des Gewässerschutzgesetzes [GSchG, SR 814.20]). Als Ab-
wasser gilt unter anderem das von bebauten oder befestigten Flächen ab-
fliessende Niederschlagswasser (vgl. Art. 4 Bst. e GSchG).
8.5 Das RAWI prüfte im Vorfeld zur Plangenehmigung das Projekt aus ge-
wässerschutz- sowie wasserbaurechtlicher Sicht. Wie das BAFU erhob es
weder gegen die geplanten Sickerleitungen noch gegen die Rasenraster-
platten des Typs PERFO Einwände. Unbesehen davon scheint in Anbe-
tracht der Produktinformationen eine genügende Durchlässigkeit der Bo-
denplatten gegeben zu sein und es ist glaubhaft, dass sich diese beim
Flughafen Speck-Fehraltorf bewährt haben. Wie bereits betont war zudem
der erwähnte Unfall auf einen Pilotenfehler zurückführen. Es kann daher
von einem rechtskonformen Entwässerungssystem ausgegangen werden.
Auch diese Rüge erweist sich als unbegründet.
9.
Als nächstes moniert der Beschwerdeführer eine Verschandelung der
Landschaft.
9.1 Der Beschwerdeführer führt dazu aus, dass die Platten den Grasbe-
wuchs enorm erschweren bis verunmöglichen würden. Er verweise als Bei-
spiel auf den Flugplatz Hodenhagen DE und das Flugfeld Speck-Fehraltorf.
Die Versiegelung von rund 10'200 m2 Grasland stelle einen massiven Ein-
griff für das Michelsämter Naturbild dar.
9.2 Die Vorinstanz entgegnet, dass sämtliche kantonalen und kommunalen
Behörden sowie das BAFU dem Bauvorhaben zugestimmt hätten. Da das
Gras über die PERFO-Bodenplatten wachsen werde und letztere mit der
Zeit kaum noch sichtbar seien, sei nicht erkennbar, inwieweit die Land-
schaft verschandelt werden sollte. Die Beschwerdegegnerin verweist dies-
bezüglich auf die Rasenrasterplatten, welche bereits am Pistenanfang des
A-5347/2020
Seite 31
RWY 33 verlegt seien. Innert wenigen Wochen seien die Platten überwach-
sen und nicht mehr von der übrigen Piste zu unterscheiden gewesen.
9.3 Nach Ansicht des BAFU bleibt der Charakter der Landschaft durch die
Pistenbefestigung weitgehend erhalten.
9.4 Der Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone sorgen bei
der Erfüllung der Bundesaufgaben dafür, dass das heimatliche Land-
schafts- und Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kulturdenk-
mäler geschont werden und, wo das allgemeine Interesse an ihnen über-
wiegt, ungeschmälert erhalten bleiben (Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Natur- und Heimatschutz [NHG, SR 451]). Sie erfüllen diese
Pflicht unter anderem, indem sie Bewilligungen für Verkehrsanlagen nur
unter Bedingungen oder Auflagen erteilen oder aber verweigern (vgl. Art. 2
Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 3 Abs. 2 NHG). Diese Pflicht gilt unabhängig davon,
ob es sich beim heimatlichen Landschafts- und Ortsbild, den geschichtli-
chen Stätten sowie den Natur- und Kulturdenkmälern um ein Objekt von
nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung handelt. Eine Massnahme
darf nicht weitergehen, als es der Schutz des Objektes und seiner Umge-
bung erfordert (vgl. Art. 3 Abs. 3 i.V.m. Art. 4 NHG). Art. 3 NHG verlangt
keinen absoluten Schutz der Landschaft; der Eingriff ist jedoch nur gestat-
tet, wo ein überwiegendes allgemeines Interesse dies erfordert (BGE 137
II 266 E. 4).
9.5 Die PERFO-Bodenplatten sind darauf ausgelegt, von Gras überwach-
sen zu werden. Dies zeigen zahlreiche Beispiele (vgl. https://www.per-
foplatten.de > Flugplätze [besucht am 16.11.2021]). Es ist daher fraglich,
ob mit dem Einbau dieser Platten überhaupt in nennenswerter Weise in die
Landschaft oder im speziellen in die Wyna, welche als Naturobjekt von re-
gionaler Bedeutung gilt, eingegriffen wird. Die von der Beschwerdegegne-
rin eingereichten Fotonachweise zeigen denn auch deutlich, dass die be-
reits eingebauten schwarzen PERFO-Bodenplatten im Bereich des RWY
33 nicht mehr erkennbar sind und die lokalen Verhältnisse den Überwuchs
sicherzustellen vermögen. Die Verhältnisse auf anderen Flugplätzen sind
in diesem Zusammenhang irrelevant. Und selbst wenn die Bodenplatten
besser in der Landschaft erkennbar wären, so würde nur schon der Aspekt
der höheren Flugsicherheit den relativ geringen Eingriff in die umgebende
Landschaft rechtfertigen. Die Bedenken des Beschwerdeführers erweisen
sich als unbegründet.
https://www.swisslex.ch/doc/aol/9c4d7269-18b9-437f-a573-dba3bad56bb3/32bd8be0-d352-4857-b278-50566dbbe945/source/document-link
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Seite 32
10.
Alsdann erachtet der Beschwerdeführer die Umsetzung der ökologischen
Ausgleichsmassnahmen als ungenügend.
10.1 Der Beschwerdeführer bemerkt, dass die Vorinstanz gutgläubig da-
von ausgehe, dass die Beschwerdegegnerin die Auflagen zum ökologi-
schen Ausgleich umsetzen würde. Dies sei inakzeptabel, da sich die Be-
schwerdegegnerin in der Vergangenheit nicht an ihre Auflagen gehalten
habe. Die Vorinstanz habe keine Auflagen in die Verfügung aufgenommen,
welche die tatsächliche Umsetzung der bestehenden und neu aufgenom-
menen ökologischen Massnahmen erzwingen oder die Beschwerdegegne-
rin infolge Untätigkeit pönalisieren könnte. Lediglich eine Umsetzungs- und
Erfolgskontrolle sei verfügt worden. Die Plangenehmigung sei deshalb erst
zu prüfen, wenn alle Auflagen zum ökologischen Ausgleich durch die Be-
schwerdegegnerin erfüllt und behördlich überprüft worden seien.
10.2 Die Vorinstanz führt dazu aus, das BAFU habe im Rahmen des Plan-
genehmigungsverfahrens zunächst den Antrag gestellt, dass vor der Ertei-
lung der Plangenehmigung die erforderlichen ökologischen Ausgleichs-
massnahmen gemäss Konzept im erforderlichen Mindestumfang und Qua-
lität umzusetzen seien. Auf die Entgegnungen der Beschwerdegegnerin
hin, wonach dieses Vorgehen ökonomisch nicht sinnvoll sei, habe das
BAFU neue Anträge gestellt. Es habe darin gefordert, dass die ökologi-
schen Ausgleichsflächen mit Qualität II spätestens mit den Bauarbeiten zur
Pistensanierung durchzuführen seien, spätestens innerhalb des Jahres
2021. Zudem sei ein Jahr nach der Umsetzung eine Umsetzungs- und Er-
folgskontrolle durchzuführen. Zur Begründung dieser Anträge habe das
BAFU auf die bisherigen Arbeiten betreffend die Umsetzung der ökologi-
schen Ausgleichsmassnahmen verwiesen, welche gemäss Konzept lange
gedauert hätten. Schon im April 2015 sei in früheren Verfahren (SIL, Be-
triebsreglement) mittels Verfügung die Umsetzung des Massnahmekon-
zepts verlangt worden. Die Umsetzung habe jedoch nicht abschliessend
stattgefunden. Sie (die Vorinstanz) habe die Auflage des BAFU als begrün-
det und verhältnismässig erachtet, weshalb diese in der Verfügung aufge-
nommen worden seien. Die Beschwerdegegnerin verweist ergänzend auf
die gesetzlichen Sanktionsmittel, welche den Behörden bei Nichtumset-
zung von verfügten Auflagen zur Verfügung stehen würden.
10.3 Das BAFU hält an ihrem Antrag, welcher als Auflage in die Plange-
nehmigungsverfügung aufgenommen wurde, fest.
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Seite 33
10.4 Eine Auflage ist die mit einer Verfügung verbundene zusätzliche Ver-
pflichtung zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen. Die Rechtswirksamkeit
der Verfügung hängt nicht davon ab, ob die Auflage erfüllt wird. Die Auflage
ist aber selbständig erzwingbar, d.h. sie kann vom Gemeinwesen mit ho-
heitlichem Zwang durchgesetzt werden und deren Nichterfüllung kann ein
Grund für den Widerruf der Verfügung sein (Urteil BVGer B-270/2018 vom
11. Juni 2020 E. 6.1.3; vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Ver-
waltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 919 ff.).
10.5 In Dispositivziffer 2.3.2 der Plangenehmigungsverfügung wird die Be-
schwerdegegnerin verpflichtet, die ökologischen Ausgleichsflächen mit
Qualität II spätestens mit den Bauarbeiten zur Pistensanierung durchzu-
führen, spätestens bis Ende 2021. Entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers ist diese Auflage erzwingbar (vgl. oben E. 10.4). Weitere
Anordnungen bedarf es dafür nicht. Die möglichen Zwangsmittel finden
sich in Art. 41 VwVG (vgl. Art. 41 Abs. 1 Bst. a – d VwVG). Die Bestimmung
des Zeitpunkts der Erfüllung der ökologischen Ausgleichsmassnahmen
liegt im Ermessen der Vorinstanz und erscheint plausibel. Die Beanstan-
dungen des Beschwerdeführers erfolgen zu Unrecht.
11.
Anschliessend bemängelt der Beschwerdeführer die fehlende Störfallvor-
sorge.
11.1 In dieser Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, dass die
Bugano AG, die in unmittelbarer Nähe zum Flugplatzareal Sprengkörper
und Grossfeuerwerke produziere, der Störfallverordnung (StFV,
SR 814.012) unterstehe. Gemäss Art. 11a Abs. 2 StFV sei deshalb der an-
grenzende Bereich, in dem die Erstellung neuer Bauten und Anlagen zu
einer erheblichen Erhöhung des Risikos führen könne, ebenfalls zu be-
zeichnen. Bei der geplanten Pistenbefestigung handle es sich um eine
neue Anlage im Sinne der StFV, da dafür eine Terrainveränderung zwin-
gend erforderlich sei. Aufgrund der zahlreicheren Flugbewegungen könne
auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Pistenbefestigung zu einer
erheblichen Risikoerhöhung führe. Eine Abklärung, welche allfälligen zu-
sätzlichen Brand- und Explosionsrisiken die vorgesehene Erweiterung des
Flugbetriebs mit sich bringen würde, sei im Sinne der Störfallvorsorge un-
erlässlich.
11.2 Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin verweisen diesbezüglich
auf die Ausführungen des BAFU.
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Seite 34
11.3 Das BAFU bemerkt in Absprache mit der kantonalen Störfachstelle,
dass sich die in der Risikoermittlung der Bugano AG von 2007 als tragbar
beurteilten Risiken nicht ändern würden, wenn das Projekt gemäss Unter-
lagen zu keiner Zunahme der Flugbewegungen führe. Dabei sei in der be-
treffenden Risikoermittlung die Absturzwahrscheinlichkeit von Kleinflug-
zeugen oder Helikopter als konservativ, also eher zu hoch eingeschätzt
worden. Falls sich die Anzahl Flugbewegungen gegenüber der Risikoer-
mittlung von 2007 wider Erwarten wesentlich ändern sollte, hätte die
Bugano AG im Rahmen des Vollzugs der StFV die Risikoermittlung zu er-
gänzen und der kantonalen Vollzugsbehörde erneut zur Beurteilung einzu-
reichen. Dazu bedürfe es aber einer deutlichen Zunahme der Flugbewe-
gungen, welche über die in den Projektunterlagen erwähnte Zunahme von
15 bis 20 % hinausgehe. Nur falls sich das Risiko bei einer erneuten Beur-
teilung als untragbar herausstellen sollte, hätte die kantonale Vollzugsbe-
hörde gegenüber der Bugano AG als Inhaberin des betreffenden Betriebs
und Zustandsstörerin zusätzliche Sicherheitsmassnahmen anzuordnen.
11.4 Wer Anlagen betreibt oder betreiben will, die bei ausserordentlichen
Ereignissen den Menschen oder seine natürliche Umwelt schwer schädi-
gen können, trifft die zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt notwen-
digen Massnahmen (Art. 10 Abs. 1 Satz 1 USG). Der Bundesrat hat zu die-
sem Zweck die StFV erlassen, welche die Bevölkerung und die Umwelt vor
schweren Schädigungen infolge von Störfällen schützen soll (vgl. Art. 1
Abs. 1 StFV). Sie gilt unter anderem für Betriebe, in denen die Mengen-
schwellen für Stoffe, Zubereitungen oder Sonderabfälle nach Anhang 1.1
überschritten werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. a StFV). Der Inhaber eines Be-
triebs muss alle zur Verminderung des Risikos geeigneten Massnahmen
treffen, die nach dem Stand der Sicherheitstechnik verfügbar, aufgrund sei-
ner Erfahrung ergänzt und wirtschaftlich tragbar sind. Dazu gehören
Massnahmen, mit denen das Gefahrenpotenzial herabgesetzt, Störfälle
verhindert und deren Einwirkungen begrenzt werden (vgl. Art. 3 Abs. 1
StFV). Bei der Wahl der Massnahmen müssen betriebliche und umge-
bungsbedingte Ursachen für Störfälle sowie Eingriffe Unbefugter berück-
sichtigt werden (Art. 3 Abs. 2 StFV). Der Inhaber eines Betriebs muss der
Vollzugsbehörde einen Kurzbericht einreichen (vgl. Art. 5 Abs. 1 StFV). Die
Vollzugsbehörde prüft gestützt auf den Kurzbericht, ob die Einschätzung
des Ausmasses der möglichen Schäden plausibel ist (vgl. Art. 6 Abs. 2
Bst. a StFV). Sie beurteilt, nach einer allfälligen Besichtigung vor Ort, ob
die Annahme zulässig ist, dass schwere Schädigungen für die Bevölkerung
oder die Umwelt infolge von Störfällen nicht zu erwarten sind (vgl. Art. 6
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Abs. 3 StFV). Trifft die Annahme nicht zu, so hat der Inhaber eine Risiko-
ermittlung der Vollzugsbehörde einzureichen (vgl. Art. 6 Abs. 2 StFV). Die
Vollzugsbehörde prüft die Risikoermittlung und beurteilt, ob das Risiko trag-
bar ist (Art. 7 Abs. 1 Satz 1 StFV). Bei der Beurteilung der Tragbarkeit des
Risikos berücksichtigt sie die Risiken in der Umgebung (vgl. Art. 7 Abs. 2
StFV). Ist das Risiko nicht tragbar, so ordnet die Vollzugsbehörde die er-
forderlichen zusätzlichen Massnahmen an (vgl. Art. 8 Abs. 1 StFV). Wenn
der Inhaber eine Risikoermittlung erstellt hat und sich danach die Verhält-
nisse wesentlich ändern oder relevante neue Erkenntnisse vorliegen, muss
er die Risikoermittlung ergänzen und der Vollzugsbehörde erneut einrei-
chen (Art. 8a Abs. 2 Bst. a StFV). Die Kantone berücksichtigen die Störfall-
vorsorge in der Richt- und Nutzungsplanung sowie bei ihren übrigen raum-
wirksamen Tätigkeiten (Art. 11a Abs. 1 StFV). Die (kantonale oder eidge-
nössische) Vollzugsbehörde bezeichnet bei Betrieben den angrenzenden
Bereich, in dem die Erstellung neuer Bauten und Anlagen zu einer erhebli-
chen Erhöhung des Risikos führen kann (vgl. Art. 11a Abs. 2 StFV). Bevor
die zuständige Behörde über eine Änderung einer Richt- oder Nutzungs-
planung in einem Bereich nach Absatz 2 entscheidet, holt sie zur Beurtei-
lung des Risikos bei der Vollzugsbehörde eine Stellungnahme ein (Art. 11a
Abs. 3 StFV; vgl. ferner BAFU, Handbuch zur Störfallverordnung, Allgemei-
ner Teil, 2018, S. 35).
11.5 Das Objektblatt für das Flugfeld Luzern-Beromünster wurde im Jahr
2009 verabschiedet. Darin wird auf das Betriebsreglement vom 22. Januar
2004 Bezug genommen. In diesem waren 20'000 Flugbewegungen pro
Jahr statuiert (vgl. https://www.bazl.admin.ch > Politik > Luftfahrtpolitik >
Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt > Objektteil > Dokumente zu
den SIL-Serien > Gesamtbericht 6. Serie.pdf > Objektblatt Luzern-Bero-
münster, S. 4). Es ist anzunehmen, dass die Risikoermittlung 2007 der
Bugano AG auf der maximal möglichen Anzahl an Flugbewegungen ge-
mäss Betriebsreglement beruhte. Gestützt auf die heutigen Verhältnisse
würde eine Steigerung um 20 % zu ca. 14'200 Flugbewegungen führen
(vgl. oben E. 4.5), was weit darunterliegt. Das darin keine wesentliche Än-
derung zu sehen ist, ist nachvollziehbar. Daran ändern auch die Terrain-
veränderungen nichts. Auf weitergehende Abklärungen in Bezug auf die
Bugano AG – sofern überhaupt im Rahmen des vorliegenden Plangeneh-
migungsverfahren möglich – konnte deshalb verzichtet werden. Die auf der
StFV basierende Vorbringen des Beschwerdeführers sind unbegründet.
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12.
Zuletzt kritisiert der Beschwerdeführer, dass keine Sicherstellung des
«Wegrechts» entlang der Wyna erfolge.
12.1 Dazu führt der Beschwerdeführer aus, dass die umliegenden Wander-
und Gehwege durch die geplante Pistenbefestigung beeinträchtigt werden
könnten. Es sei im Sinne des Vorsorgeprinzips (Art. 1 Abs. 1 und 2 USG)
sicherzustellen, dass dies nicht geschehe.
12.2 Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin bemerken, dass der
Weg entlang der Wyna im Bereich der Segelflugpiste durch das vorlie-
gende Bauvorhaben nicht betroffen sei.
12.3 Den Satellitenbildern zufolge befindet sich westlich der Wyna ein un-
geteerter Weg. Andere Wege, welche der Beschwerdeführer gemeint ha-
ben könnte, sind nicht ersichtlich. Das USG hat nicht den Schutz von Fuss-
und Wanderwege zum Gegenstand (vgl. Art. 1 Abs. 1 USG). Die Berufung
auf das umweltrechtliche Vorsorgeprinzip ist daher unbehelflich. Ohnehin
ist der Weg durch die Befestigung der Motorflugzeugpiste, welche östlich
der Wyna liegt, in keiner Weise betroffen und somit entgegen dem Be-
schwerdeführer in seinem Bestand gesichert.
13.
Zusammengefasst erweist sich die Beschwerde in der Hauptsache als un-
begründet. Gründe für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz lie-
gen ebenfalls nicht vor. Die Beschwerde ist folglich vollumfänglich abzu-
weisen, soweit auf sie einzutreten ist.
14.
Es bleibt, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beschwerdever-
fahrens zu entscheiden.
14.1 Die Verfahrenskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 3'000.00 fest-
zusetzen und dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss
zu entnehmen.
14.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei steht eine Parteientschä-
digung zu (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Die Entschädigung umfasst die Kosten der Vertre-
tung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). Sie
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wird der Körperschaft oder autonomen Anstalt auferlegt, in deren Namen
die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie nicht einer unterliegenden Gegenpar-
tei auferlegt werden kann (vgl. Art. 64 Abs. 2 VwVG). Einer unterliegenden
Gegenpartei kann sie je nach deren Leistungsfähigkeit auferlegt werden,
wenn sich die Partei mit selbständigen Begehren am Verfahren beteiligt hat
(vgl. Art. 64 Abs. 3 VwVG).
Vorliegend gilt die Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdefüh-
rer als obsiegend. Letzterer schuldet der Beschwerdegegnerin folglich eine
Parteientschädigung, zumal er dazu finanziell in der Lage sein dürfte. Da
keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Parteientschädigung aufgrund
der Akten festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung
der Schwierigkeit des Falles und des mutmasslichen Zeitaufwandes erach-
tet das Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von
Art. 9 Abs. 1 Bst. b und c VGKE) als angemessen. Der Beschwerdeführer
ist zu verpflichten, der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung in
dieser Höhe auszurichten.
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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