Decision ID: bfd53c1d-a14d-4da3-a47d-75a2703e4dee
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen des Eidgenössischen
Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Fachstelle
PSP VBS; nachfolgend: Fachstelle) unterzog den Stellungspflichtigen
A._ (geb. [...]) einer Personensicherheitsprüfung.
Darauffolgend zog die Fachstelle den Erlass einer Risikoerklärung in Er-
wägung und gewährte A._ mit Schreiben vom 19. Juli 2021 das
rechtliche Gehör. A._ äusserte sich nicht zur Angelegenheit.
B.
Am 3. September 2021 erliess die Fachstelle eine Risikoerklärung. Sie be-
urteilte das Gefährdungs- und Missbrauchspotenzial im Zusammenhang
mit der Abgabe der persönlichen Waffe bei A._ als erhöht. Es wür-
den ernstzunehmende Anzeichen oder Hinweise für eine Gefährdung res-
pektive einen Missbrauch der persönlichen Waffe im Sinne von Art. 113 des
Bundesgesetzes über die Armee und die Militärverwaltung vom 3. Februar
1995 (MG, SR 510.10) vorliegen. Die Abgabe der persönlichen Waffe sei
nicht zu empfehlen.
C.
Gegen diese Risikoerklärung der Fachstelle erhob A._ (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) am 3. Oktober Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung.
D.
Die Fachstelle (nachfolgend: Vorinstanz) beantragt in ihrer Vernehmlas-
sung vom 10. November 2021, die Beschwerde sei unter Kostenfolge ab-
zuweisen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz vom
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG).
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1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Da keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG vorliegt und eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG
entschieden hat, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig (Art. 31 ff. VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer beteiligte sich am vorinstanzlichen Verfahren
und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch
materiell beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48
Abs. 1 VwVG).
1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
somit einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-
schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Er-
messensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). Bei
der Beurteilung, ob eine bestimmte Person ein Sicherheitsrisiko darstellt,
gesteht das Bundesverwaltungsgericht der Vorinstanz, die diesbezüglich
über besondere Fachkenntnisse verfügt, einen gewissen Beurteilungs-
spielraum zu. Soweit deren Überlegungen als sachgerecht erscheinen,
greift es nicht in deren Ermessen ein. Ebenso wenig definiert es den Mas-
sstab für sicherheitsrelevante Bedenken selbst (Urteil des BGer
8C_283/2013 vom 8. November 2013 E. 6.1.2; Urteil des BVGer
A-2154/2018 vom 7. Februar 2019 E. 2.2).
3.
3.1 Streitig und zu prüfen ist die Empfehlung der Vorinstanz, dem Be-
schwerdeführer keine Waffe abzugeben, da das Gefährdungs- und Miss-
brauchspotenzial im Zusammenhang mit der Abgabe einer persönlichen
Waffe erhöht sei.
3.2 Die Vorinstanz führt aus, dass sich aus dem Schweizerischen Strafre-
gisterauszug vom 24. Juni 2021 ergebe, dass der Beschwerdeführer von
der Staatsanwaltschaft B._ mit Strafbefehl vom 21. Dezember 2020
wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33
Abs. 1 des Bundesgesetzes über Waffen, Waffenzubehör und Munition
vom 20. Juni 1997 (WG, SR 514.54) und von der Jugendanwaltschaft
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C._ mit Strafbefehl vom 30. Juli 2019 wegen Raubes mit Mitführen
einer Waffe gemäss Art. 140 Ziff. 2 des Strafgesetzbuches vom 21. De-
zember 1937 (StGB, SR 311.0) sowie Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126
Abs. 1 StGB verurteilt worden sei. Mit dem Delikt des Raubes mit Mitführen
einer Waffe habe der Beschwerdeführer in schwerwiegender Weise gegen
die geltende Gesetzesordnung der Schweiz verstossen und somit bewusst
seine privaten Interessen über diejenigen des Gesetzgebers gestellt. Die
Unempfindlichkeit des Beschwerdeführers gegenüber negativen Verhal-
tenskonsequenzen und der kurze Zeitraum seit der letzten Deliktsverübung
seien besonders problematisch. Die Fachstelle beurteile die Integrität, Ver-
trauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit als eingeschränkt. Aufgrund der ge-
setzeswidrigen und gewaltorientierten Verhaltensweisen sei von einem
überdurchschnittlichen Gefährdungs- und Missbrauchspotenzial im Zu-
sammenhang mit der Abgabe einer persönlichen Waffe auszugehen. Die
Abgabe der persönlichen Waffe würde deshalb eine potenzielle Gefähr-
dung der Armee und der öffentlichen Sicherheit bedeuten. Aus diesen
Gründen werde die Abgabe der persönlichen Waffe nicht empfohlen.
3.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Straftat vom 15. März 2019 (Raub
mit Mitführen einer Waffe), auf die sich die Risikoerklärung im Wesentli-
chen stütze, müsse differenzierter betrachtet werden und es dürfe nicht nur
anhand von harten Fakten entschieden werden. Er sei zum Tatzeitpunkt
minderjährig und arbeitssuchend gewesen. Die Straftat sei aus jugendli-
chem Leichtsinn entstanden. Er habe dabei eher eine Nebenrolle einge-
nommen und sei daher nicht als Drahtzieher der Tat verurteilt worden. Mitt-
lerweile absolviere er eine Lehre und habe mit seinem früheren Leben bzw.
seinem früheren Freundeskreis abgeschlossen. Er sei nicht mehr von Be-
täubungsmittel abhängig und habe sein Leben im Griff. Er bedaure die
Straftat und würde sie sofort ungeschehen machen, wenn er könnte.
4.
4.1 Art. 113 MG regelt die Prüfung von Hindernisgründen für die Überlas-
sung der persönlichen Waffe und sieht die Möglichkeit vor, das Gefähr-
dungs- oder Missbrauchspotenzial einer Person durch eine bundesinterne
Prüfbehörde beurteilen zu lassen, ohne dass es dazu deren Zustimmung
bedarf (Art. 113 Abs. 4 Bst. d MG). Diese Personensicherheitsprüfung
dient ausschliesslich dazu, Gewaltverbrechen mit der Militärwaffe zu ver-
hindern. Gemäss Art. 5 Abs. 2 Bst. a der Verordnung über die Personensi-
cherheitsprüfungen vom 4. März 2011 (PSPV, SR 120.4), der die Prüfung
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gemäss Art. 113 Abs. 4 Bst. d MG konkretisiert, werden alle Stellungs-
pflichtigen anlässlich ihrer Rekrutierung geprüft (Urteil des BVGer
A-5246/2017 vom 14. März 2018 E. 3.1, m.w.H.). Die Prüfbehörde erlässt
eine Risikoerklärung, wenn sie die zu prüfende Person als Sicherheitsrisiko
beurteilt (Art. 22 Abs. 1 Bst. c PSPV).
4.2 Bei der Personensicherheitsprüfung wird gestützt auf die erhobenen
Daten eine Risikoeinschätzung vorgenommen beziehungsweise eine
Prognose über ungewisse künftige Sachverhalte gestellt. Es liegt in der
Natur der Sache, dass es sich bei den aus den erhobenen Daten gezoge-
nen Schlussfolgerungen auch um Annahmen und Vermutungen handelt.
Gerichtlich überprüft werden kann zum einen, ob die getätigten Erhebun-
gen auf zulässige Weise und umfassend erfolgt sind, und zum anderen, ob
die erhobenen Daten anschliessend korrekt gewürdigt worden sind. Hin-
sichtlich des diesbezüglich geltenden Beurteilungsmassstabes verlangt die
Vorinstanz mit Blick auf das mit einer Waffe verbundene Gefahrenpotenzial
zu Recht, dass sich die überprüften Stellungspflichtigen, denen die Armee
eine Waffe aushändigt, durch eine besondere Zuverlässigkeit auszeich-
nen. Damit ist der Spielraum für tolerierbare Unregelmässigkeiten in der
Lebensführung eingeschränkt (vgl. Urteil des BVGer A-1124/2019 vom
3. Juli 2019 E. 3.2)
4.3 Nicht jede Verurteilung wegen krimineller Handlungen oder jeder Ein-
trag im Strafregister macht eine Person zu einem Sicherheitsrisiko. Auszu-
gehen ist vielmehr von der Art des Delikts, den Umständen der Tat und den
Beweggründen zur Delinquenz. Es ist zu fragen, ob die damaligen Um-
stände Rückschlüsse auf Charakterzüge der überprüften Person zulassen,
die einen Risikofaktor darstellen. Weiter spielt eine Rolle, ob es sich um ein
einmaliges Vergehen handelt oder ob der Betroffene mehrmals delinquiert
hat und ob von einer Wiederholungsgefahr auszugehen ist (Urteil des
BVGer A-1124/2019 vom 3. Juli 2019 E. 4.3). Zurückliegenden Straftaten
kommen ferner grundsätzlich nach mehr als vier bis fünf Jahren keine
massgebende Bedeutung für die Beurteilung des Sicherheitsrisikos mehr
zu (statt vieler Urteil des BVGer A-5246/2017 vom 14. März 2018 E. 5.3,
m.w.H.). Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts lassen Delikte
gegen Leib und Leben beispielsweise ein Kopfstoss mit der Stirn gegen
das Gesicht eines Anderen oder Faustschläge ins Gesicht auf eine beson-
dere Aggressivität und damit auf ein erhöhtes Gewaltpotenzial schliessen.
Entscheidend ist dabei, dass bei derartigen Handlungen, auch wenn sie
keinen direkten Bezug zu einer Waffe aufweisen, unter Umständen eine
schwere Verletzung von Personen in Kauf genommen wird (Urteile des
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BVGer A-4379/2017 vom 22. März 2018 E. 4.4.1 und A-6493/2012 vom
30. Juli 2013 E. 4.1.4). Ferner erkannte das Bundesverwaltungsgericht,
dass Schläge mit einer ca. 20–30 cm langen Taschenlampe ins Gesicht auf
ein noch höheres Aggressionspotenzial schliessen lassen (Urteil des
BVGer A-5246/2017 vom 14. März 2018 E. 5.4.1). Schliesslich erachtete
das Gericht allein schon die Bedrohung einer anderen Person mit einem
geöffneten Schweizer Sackmesser als äusserst gefährlich (Urteil des
BVGer A-1070/2012 vom 17. Oktober 2012 E. 3.3.2).
Bei der Beurteilung des sich im Delikt manifestierenden Sicherheitsrisikos
muss unabhängig vom Zeitablauf auch der Frage nachgegangen werden,
ob seither Umstände hinzugetreten sind, welche die Verurteilung in den
Hintergrund treten oder anders beurteilen lassen, das heisst, ob sich die
Risikobeurteilung zugunsten der beurteilten Person geändert hat. In die-
sem Zusammenhang können die Persönlichkeit, das persönliche Umfeld
und die Lebensumstände des Betroffenen von Bedeutung sein. Vorab sind
jedenfalls die Umstände des Einzelfalls massgebend (statt vieler Urteil des
BVGer A-4379/2017 vom 22. März 2018 E. 4.4.4).
5.
5.1 Über den Beschwerdeführer sind die nachstehenden Straftaten akten-
kundig:
5.1.1 Der Strafbefehl der Jugendanwaltschaft C._ vom 30. Juli
2019 hält fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Raubes mit Mit-
führen einer Waffe im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 140 Ziff. 2 StGB und aufgrund von Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126
Ziff. 1 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 1 Monat, bedingt vollziehbar mit
einer Probezeit von 2 Jahren und zu einer Busse von Fr. 100.– verurteilt
wurde. Dem Strafbefehl zufolge hatte sich im März 2019 Folgendes zuge-
tragen: Mehrere Jugendliche, darunter auch der Beschwerdeführer, be-
schlossen, eine Person auszurauben, die zuvor Betäubungsmittel bestellt
hatte. Es wurde vereinbart, einen Betäubungsmittelhandel vorzutäuschen
und bei der Übergabe den Geschädigten aufzufordern das mitgeführte Bar-
geld zu übergeben. Bei der Durchführung der Tat kauerte sich der Be-
schwerdeführer neben den Geschädigten und unterstrich die Geldforde-
rung eines Mittäters, indem er dem Geschädigten ein geöffnetes Klapp-
messer hinhielt. In Bezug auf die Tätlichkeiten vom 25. Mai 2019 lag dem
Strafbefehl zudem folgender Sachverhalt zugrunde: Als sich der Geschä-
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digte nach Aufforderung des Beschwerdeführers weigerte, sein Bier her-
auszugeben, erteilte der Beschwerdeführer, der sich in alkoholisiertem Zu-
stand befand, diesem eine Ohrfeige und spuckte auf den Boden.
5.1.2 Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft B._ vom 21. Dezember
2020 wurde der Beschwerdeführer aufgrund des Vergehens gegen das
Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG zu einer Geldstrafe von
Fr. 1'200.–, bedingt vollziehbar mit einer Probezeit von 2 Jahren und einer
Busse von Fr. 300.– verurteilt. Dem Strafbefehl zugrunde lag folgender
Sachverhalt: Der Beschwerdeführer bestellte aus China zwei Schmetter-
lingsmesser und liess sich diese in der Schweiz meldepflichtigen Waffen
an seinen Wohnort zusenden. Dies obschon er nicht über eine für die Ein-
fuhr dieser Waffe in die Schweiz erforderliche nationale Einfuhrbewilligung
verfügte.
5.2 Der Beschwerdeführer wurde damit in den letzten Jahren mehrfach de-
linquent. Dabei wiegt der Raub mit Mitführen einer Waffe vom 15. März
2019 besonders schwer und offenbart ein erhebliches Gewalt- und Gefähr-
dungspotenzial des Beschwerdeführers. Die Delikte stehen zudem zum
Teil in direktem Zusammenhang mit dem Missbrauch von Waffen. Insbe-
sondere die Drohung mit einem geöffneten Klappmesser ist als äusserst
gefährlich einzustufen (vgl. Urteil des BVGer A-1070/2012 vom 17. Okto-
ber 2012 E. 3.3.2). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auch nach
diesem Vorfall noch einmal deliktisch tätig wurde, indem er illegal Waffen
in die Schweiz einführte. Vor diesem Hintergrund und angesichts der dar-
gelegten Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist nicht zu beanstanden,
dass die Vorinstanz auf ein erhöhtes Gefährdungs- und Missbrauchspoten-
zial geschlossen hat.
5.3 Zwischen dem Tatzeitpunkt der zeitlich am weitest zurückliegenden
Straftat – dem Raub mit Mitführen einer Waffe am 15. März 2019 – und
dem Verfügungszeitpunkt (3. September 2021) sind lediglich zweieinhalb
Jahre vergangen. Straftaten fallen in der Regel erst nach mehr als vier bis
fünf Jahren für die Beurteilung des Sicherheitsrisikos nicht mehr ins Ge-
wicht. Mithin liegen die Straftaten des Beschwerdeführers nicht derart weit
zurück, dass sie nicht mehr entscheidrelevant wären.
5.4 Es bleibt zu prüfen, ob seither Umstände hinzugetreten sind, welche
die Verurteilung – unabhängig vom Zeitablauf – in den Hintergrund treten
oder deren Beurteilung anders ausfallen lassen und sich die Risikobeurtei-
lung damit zugunsten des Beschwerdeführers geändert hat. Relevant sind
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etwa die Persönlichkeit, das persönliche Umfeld und die Lebensumstände
des Betroffenen.
Der Beschwerdeführer bringt vor, er gehe unterdessen einer geregelten
Arbeit nach. Allein der Umstand, dass er nun eine Lehre absolviert, stellt
jedoch kein Hinweis auf ein vermindertes Gewaltpotenzial dar. Aus den
Ausführungen, nicht mehr von Betäubungsmitteln abhängig zu sein, ver-
mag er ebenfalls nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, da seine Straftaten
nicht im direkten Zusammenhang mit dem Konsum von illegalen Betäu-
bungsmitteln standen. Auch wenn sich der Beschwerdeführer heute – wie
behauptet – tatsächlich in einer neuen Lebenssituation befinden und mit
seinem früheren Freundeskreis abgeschlossen haben sollte, wiegen die
begangenen Straftaten aufgrund ihrer Art, ihrer Schwere und der zeitlichen
Nähe zu schwer, als dass sich dadurch an der Beurteilung des Gefähr-
dungs- und Missbrauchspotenzial etwas ändern würde. Weitere Um-
stände, welche für eine positive Risikobeurteilung relevant sein könnten,
wurden weder dargetan, noch sind solche ersichtlich.
5.5 Zusammengefasst beruht die Risikoerklärung der Vorinstanz auf sach-
gerechten Überlegungen. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht kein
Anlass, in das Ermessen der Vorinstanz einzugreifen. Die Vorinstanz durfte
demnach grundsätzlich das Vorliegen eines Hinderungsgrunds für die
Überlassung der persönlichen Waffe bejahen.
5.6 Schliesslich ist die Verhältnismässigkeit der Risikoerklärung zu prüfen.
5.6.1 Die Vorinstanz ist – wie jede Verwaltungsbehörde – an den Grund-
satz der Verhältnismässigkeit gebunden (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfas-
sung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Die Verfügung muss demnach im
Hinblick auf das im öffentlichen Interesse angestrebte Ziel geeignet und
erforderlich sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber
mildere Massnahme ausreichen würde. Ausserdem muss der angestrebte
Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die
dem Beschwerdeführer auferlegt werden. Bei der Beurteilung dieser Frage
sind die einander gegenüberstehenden öffentlichen und privaten Interes-
sen gegeneinander abzuwägen. Je gewichtiger das eine und je weniger
gewichtig das andere Interesse ist, desto eher fällt die Interessenabwä-
gung zugunsten des erheblichen Interesses aus (Urteil des BVGer
A-5246/2017 vom 14. März 2018 E. 5.5.1, m.w.H.).
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5.6.2 Die Nichtüberlassung der persönlichen Waffe ist eine geeignete
Massnahme, um das Risiko eines Waffenmissbrauchs zu vermeiden. An-
derweitige (mildere) oder flankierende Massnahmen, welche das Risiko ei-
nes Waffenmissbrauchs auf ein vertretbares Ausmass verringern könnten,
sind im konkreten Fall nicht ersichtlich.
5.6.3 Zu prüfen bleibt, ob die angefochtene Verfügung in Abwägung der
privaten und öffentlichen Interessen als zumutbar zu erachten ist. Eine
Rekrutierung des Beschwerdeführers ist nach einer Risikoerklärung fak-
tisch ausgeschlossen, da das Kommando Ausbildung (früher: Führungs-
stab der Armee) der Empfehlung der Vorinstanz in der Regel folgt (statt
vieler Urteil des BVGer A-1124/2019 vom 3. Juli 2019 E. 4.5.2). Damit
dürfte sich der Wunsch des Beschwerdeführers, Militärdienst zu leisten, sei
es mit einer Waffe oder waffenlos, bei Abweisung der vorliegenden Be-
schwerde voraussichtlich nicht erfüllen. Mit Ausnahme der Tatsache, dass
der Beschwerdeführer die Wehrpflichtersatzabgabe wird leisten müssen,
sind jedoch für den Fall einer Nichtrekrutierung keine konkreten, ernsthaf-
ten Nachteile für ihn erkennbar und solche wurden auch nicht vorgebracht.
Insgesamt überwiegen deshalb die mit der Risikoerklärung verfolgten ge-
wichtigen öffentlichen Interessen an der Verhinderung von Gewaltdelikten
mit Militärwaffen die entgegenstehenden Interessen des Beschwerdefüh-
rers. Die angefochtene Risikoerklärung ist ihm daher zuzumuten und somit
verhältnismässig.
6.
Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie ab-
zuweisen ist.
7.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten für das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht von Fr. 800.– dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 2 ff. des Reglements über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom
21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvor-
schuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
8.
Dem Beschwerdeführer ist infolge seines Unterliegens keine Parteient-
schädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1
VGKE). Ebenso wenig hat die obsiegende Vorinstanz Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
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9.
Das vorliegende Urteil ist endgültig. Es kann nicht mit Beschwerde beim
Bundesgericht angefochten werden (Art. 83 Bst. i des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Urteil des BGer
1C_647/2017 vom 17. Januar 2018 E. 3).
(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.)
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