Decision ID: b12a1273-626d-4d43-977f-5fbd11528b0b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die H. AG, betreibt an der U-strasse x in W. (Grundstück Nr. xxx, W.) das
Restaurant W. Der Gastwirtschaftsbetrieb besteht aus einem Café-Restaurant mit
daran angrenzendem kleinem Saal.
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Gemäss Zonenplan der politischen Gemeinde W. vom 27. Oktober 1994 ist die
Liegenschaft der Wohn- und Gewerbezone WG3 zugewiesen. Sie wird im Rahmen von
Stockwerkeigentum genutzt. Im Erdgeschoss befinden sich der gastgewerbliche
Betrieb, eine Bäckerei und ein Laden, in den Obergeschossen weist das
Mehrfamilienhaus Wohnungen auf.
B./ Am 22. April 2010 reichte die H. AG ein Baugesuch für die Umnutzung des Saals in
ein Fumoir ein. Als bauliche Massnahmen sind der Einbau von Glaselementen in die
bestehende Trennwand zwischen Restaurant und Saal sowie verschiedene
Dichtungsmassnahmen (Türschliesser, Montage von Dichtungsband etc.) geplant. Die
Entlüftung des Fumoirs erfolgt - wie bisher - über die bestehende Abluftanlage.
Am 10. Mai 2010 erteilte der Gemeinderat W. der H. AG die Baubewilligung im
vereinfachten Verfahren. Der Beschluss wurde auch der
Stockwerkeigentümergemeinschaft W. eröffnet.
C./ Am 25. Mai 2010 erhoben die Stockwerkeigentümergemeinschaft W. und einzelne
Stockwerkeigentümer, die teilwiese auch Bewohner der Liegenschaft U-strasse x, W.,
sind, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B. L. gegen den Beschluss des
Gemeinderates W. vom 10. Mai 2010 Rekurs beim Baudepartement. Sie stellten das
Rechtsbegehren, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und es sei der H. AG die
Baubewilligung zu verweigern. Der Rekurs wurde im Wesentlichen damit begründet,
die Baubewilligung sei unter Verletzung des rechtlichen Gehörs erteilt worden. Zudem
müsse zufolge der Einrichtung des Fumoirs mit massiven Rauchimmissionen gerechnet
werden. Nachdem am 14. September 2010 ein Augenschein durchgeführt worden war
und Vergleichsverhandlungen gescheitert waren, trat das Baudepartement am
5. August 2011 auf den Rekurs nicht ein.
D./ Am 22. August 2011 erhoben die Stockwerkeigentümergemeinschaft W. und
einzelne Stockwerkeigentümer, wiederum vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B. L.
gegen den Entscheid des Baudepartements vom 5. August 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Sie stellten das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid und
der Beschluss des Gemeinderates W. vom 10. Mai 2010 seien aufzuheben und die
Baubewilligung für das Baugesuch vom 22. April 2010 sei zu verweigern (Ziff. 1).
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Eventualiter sei die Baubewilligung mit Auflagen zu versehen, die einen
gesetzeskonformen und immissionsfreien Betrieb des Fumoirs sicherstellten (Ziff. 2).
Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Vorinstanz habe den
Sachverhalt unrichtig bzw. unvollständig festgestellt und das Recht unrichtig
angewendet.
(...) Am 15. Dezember 2011 reichte die H. AG eine Eingabe ein und am 18. April 2012
wurden die Nutzungs- und Verwaltungsordnung der
Stockwerkeigentümergemeinschaft W., die Vollmachterteilung an den Verwalter und
eine Liste der Stockwerkeigentümer zu den Akten gegeben.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Strittig ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf den Rekurs nicht eingetreten ist bzw. ob
sie den Beschwerdeführern zu Recht ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung
oder Aufhebung der Baubewilligung vom 10. Mai 2010 abgesprochen hat.
2.1. Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wer an der
Änderung
oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein eigenes schutzwürdiges
Interesse dartut. Damit, dass "eigene" Interessen erforderlich sind, wird zum Ausdruck
gebracht, dass die Verwaltungsrechtsprechung vorab dem Schutz des einzelnen
Bürgers dient. Die Rechtsmittelbefugnis wird dementsprechend verneint, wenn jemand
mit der Prozessführung nicht eigene, sondern Interessen Dritter oder der Allgemeinheit
verfolgt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 388 mit Hinweisen). Weiter setzt das
Rechtsschutzinteresse "Schutzwürdigkeit" der geltend gemachten Interessen voraus.
Die Beeinträchtigung der Interessenlage muss insofern objektivierbar sein, als der
Rekurrent stärker als jedermann berührt und in einer besonderen, beachtenswerten,
nahen Beziehung zur Streitsache stehen muss. Dabei liegt das schutzwürdige Interesse
im praktischen Nutzen bzw. in "handfesten Belangen", den ein erfolgreich geführtes
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Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder tatsächlichen Situation
einträgt, bzw. in der Abwendung von Nachteilen, die ein Bestand der angefochtenen
Verfügung oder des Entscheids mit sich bringen würde (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 391
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ein Nachbar die Überprüfung
eines Bauvorhabens im Licht all jener Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder
tatsächlich in dem Sinn auf seine Stellung auswirken, dass ihm im Fall des Obsiegens
ein praktischer Nutzen entsteht. Nicht zulässig ist hingegen das Vorbringen von
Beschwerdegründen, mit denen einzig ein allgemeines öffentliches Interesse an der
richtigen Anwendung des Rechts verfolgt wird, ohne dass dem Beschwerdeführer im
Fall des Obsiegens ein Vorteil entsteht. Das Element des "praktischen tatsächlichen
Nutzens" bildet somit ein wichtiges Eintretenskriterium, mit welchem ein "Ausufern" der
Beschwerdemöglichkeiten verhindert werden kann (BGE 137 II 33 E. 2.2.3 mit
Hinweisen).
2.2. Die Beschwerdeführer berufen sich darauf, sie hätten ein eigenes schutzwürdiges
Interesse an der materiellen Prüfung ihres Rekurses, weil die Entlüftung des
Rauchzimmers, das heute bereits in Betrieb sei, ungenügend sei und weil die Fenster
im Gegensatz zu früher oft offen stehen würden, was dazu führe, dass der Rauch
ungehindert zu den oberen Stockwerken gelangen könne, wo sich die Schlafzimmer
von Wohnungen befinden würden. Daran ändere nichts, dass sie schon seit
Jahrzehnten durch Rauchimmissionen aus dem Restaurant W. belästigt würden, zumal
das Fumoir zu einer Konzentration der Raucherzeugung innerhalb des
gastgewerblichen Betriebs geführt habe. Weiter halten die Beschwerdeführer
sinngemäss dafür, sie hätten einen praktischen tatsächlichen Nutzen an der Aufhebung
des angefochtenen Entscheids, weil die Umwandlung des Saals in ein Fumoir nach Art.
8 der Verordnung über den Schutz vor dem Passivrauchen (sGS 311.12, abgekürzt
VSP) baubewilligungpflichtig sei. Seit 1. Juli 2010 hätten sie Anspruch darauf, nicht
mehr durch Rauch aus dem Restaurant der Beschwerdegegnerin belästigt zu werden.
Sodann sehe Art. 13 Abs. 2 VSP zwecks gesundheitspolizeilicher Kontrolle eine
Meldepflicht für bestehende Rauchzimmer vor. Der Beschwerdeführer (richtig: die
Beschwerdegegnerin) habe das Fumoir am 1. Juli 2010 und somit nach Vollzugsbeginn
des XI. Nachtrags des Gesundheitsgesetzes (sGS 311.1, abgekürzt GesG) in Betrieb
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genommen. Unter Verletzung von Art. 2bis der Verordnung über die
Verfahrenskoordination und Fristen in Bausachen (sGS 731.21, abgekürzt VKoV) habe
die Beschwerdegegnerin das Baugesuch im vereinfachten Verfahren eingereicht. Auch
werde mit der Baubewilligung vom 10. Mai 2010 zum Ausdruck gebracht, dass das
Bauvorhaben zumindest im Bereich des Passivrauchens und des Brandschutzes zu
überprüfen sei. Im Weiteren gelte Rauch als Luftverunreinigung im Sinn von Art. 7 Abs.
3 des Umweltschutzgesetzes (SR 814.01, abgekürzt USG), weshalb bei bestehenden
unzulässigen Immissionen eine Sanierung anzuordnen sei.
2.3. Im angefochtenen Entscheid wird den Beschwerdeführern die Rekurslegitimation
mit der Begründung abgesprochen, die Einrichtung des Fumoirs im Restaurant W. sei
weder aufgrund der bescheidenen baulichen Tätigkeiten noch zufolge umweltrelevanter
Veränderungen bewilligungspflichtig, weshalb es ihnen am eigenen schutzwürdigen
Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Beschlusses des
Gemeinderates der Beschwerdebeteiligten vom 10. Mai 2010 fehle. Zur Begründung
wird ausgeführt, die baulichen Tätigkeiten - Einsetzen von Glaselementen in die
bestehende Trennwand zwischen Restaurant und Saal sowie Abdichtungsarbeiten in
Form eines Türschliessers und von Gummiabdichtungen - würden der
Baubewilligungspflicht nicht unterliegen, weshalb Nachbarn auch kein Interesse an der
vorgängigen Kontrolle dieser Massnahmen haben könnten. Sodann werde keine
bewilligungspflichtige Nutzungsänderung vorgenommen, weil früher im ganzen
Restaurant, so auch im Saal, der nun als Fumoir diene, geraucht worden sei und weil
nicht davon ausgegangen werden könne, dass sich die Rauchimmissionen damals im
Restaurant gleichmässig verteilt hätten. Weiter sei die Platzkapazität im Saal bzw.
Fumoir beschränkt und der Raum werde durch die bestehende Abluftanlage entlüftet.
Von einer bewilligungspflichtigen Änderung des Immissionsmasses sei deshalb nicht
auszugehen, weshalb es den Beschwerdeführern auch in dieser Hinsicht an der
Rekurslegitimation fehle.
2.4. Die Beschwerdegegnerin hat das Baugesuch am 22. April 2010 eingereicht und die
Baubewilligung wurde am 10. Mai 2010 erteilt. Damals waren das Bundesgesetz zum
Schutz vor Passivrauchen (SR 818.31) und die Verordnung zum Schutz vor
Passivrauchen (SR 818.311) in Vollzug. Sodann waren Art. 52quater und
Art. 52quinquies GesG, eingefügt durch den IX. Nachtrag zum GesG, anwendbar. Nach
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Art. 52quater Abs. 3 GesG in dieser Fassung sind Rauchzimmer Räume, die von
anderen Räumen des Gebäudes und deren Belüftung und Entlüftung getrennt und als
solche gekennzeichnet sind sowie keinem anderen Zweck dienen. Nach
Art. 52quinquies Abs. 1 GesG sind Rauchzimmer in gastgewerblichen Betrieben auf
höchstens einem Drittel der Schankfläche in geschlossenen Räumen zulässig, wenn für
angrenzende, allgemein zugängliche Räume der Schutz vor Passivrauchen
gewährleistet ist, insbesondere wenn der Zugang über gastgewerblich genutzte Räume
erfolgt (lit. b). In den Juristischen Mitteilungen der Vorinstanz 2008/II, abrufbar unter
www.JuMi.sg.ch wird unter dem Stichwort "Separate Lüftung" festgehalten, für die
getrennte Belüftung und Entlüftung des Rauchzimmers könne auch die in einem
Betrieb allenfalls bereits bestehende Anlage eingesetzt werden, sofern sichergestellt
sei, dass die Entlüftung des Rauchzimmers die Belüftung der rauchfreien Räume nicht
beeinträchtige und namentlich kein Rauch in andere Räume des Gebäudes entweiche.
Bei der Entlüftung des Rauchzimmers sei weiter zu beachten, dass die Abluft möglichst
vollständig zu fassen und grundsätzlich über Dach auszustossen sei. Ein Ausstossen
der Abluft über die Fassaden könne sich allerdings aufgrund der baulichen Situation als
unausweichlich herausstellen; abhängig von den räumlichen Verhältnissen sollte - um
unerwünschte Immissionen zu vermeiden - ein Aktivkohlefilter eingesetzt werden,
dessen Wirkung durch einen Servicevertrag sicherzustellen sei. Sodann wird
ausgeführt, die Lüftung dürfe in der Nachbarschaft keine übermässigen Immissionen
verursachen. Welche Immissionen mit einer Lüftung verbunden seien, hange vom
eingesetzten System, der Abluftführung, dem Gerät, den Betriebszeiten und den
örtlichen Verhältnissen ab. Damit könne nicht ausgeschlossen werden, dass die
Einrichtung eines Rauchzimmers, abhängig von den baulichen Vorkehren, den
eingesetzten Geräten, der vorgesehenen Nutzung und den räumlichen Verhältnissen,
eine Baubewilligungspflicht auslöse.
Mit dem XI. Nachtrag zum GesG, in Vollzug seit 1. Juli 2010, wurde Art. 52quater Abs.
3 GesG insofern geändert, als Rauchzimmer unbediente Räume sind, die von anderen
Räumen des Gebäudes und deren Belüftung und Entlüftung getrennt und als solche
gekennzeichnet sind sowie keinem anderen Zweck dienen. Art. 52quinquies GesG
wurde aufgehoben. Ebenfalls am 1. Juli 2010 trat die VSP in Vollzug, die bezüglich der
baulichen und lüftungstechnischen Anforderungen an Rauchzimmer detaillierte
Vorgaben enthält. So wird in Art. 4 Abs. 3 VSP festgehalten, die Lüftungsanlage des
http://www.jumi.sg.ch/
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Rauchzimmers könne an das bestehende Lüftungssystem angeschlossen werden,
wenn gewährleistet sei, dass kein Rauch in andere Räume gelange. Gemäss Art. 8 VSP
bedarf die Inbetriebnahme von Rauchzimmern einer Baubewilligung der zuständigen
Gemeindebehörde.
2.5. Eine bauliche Massnahme ist dann dem Baubewilligungsverfahren zu unterwerfen,
wenn mit der Realisierung der Baute oder Anlage im Allgemeinen, nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge, so wichtige räumliche Folgen verbunden sind, dass ein
Interesse der Öffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vorgängigen Kontrolle besteht
(BGE 120 Ib 383 E. 3c f.). Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, unterstehen auch reine
Umnutzungen der Baubewilligungspflicht (BGE 119 Ib 226 E. 3a mit Hinweisen, ZBl
84/1983 S. 504, B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 858
mit Hinweisen). Baubewilligungspflichtig sind damit sämtliche umweltschutzrechtlich
relevanten Änderungen, die Auswirkungen auf das Immissionsmass erwarten lassen.
Die Umweltschutzgesetzgebung ist nicht auf Raumluft, sondern nur auf Aussenluft
anwendbar (BBl 2000 I, S. 712). Der Begriff der Luftverunreinigungen wird in Art. 7 Abs.
2 USG als Veränderungen des natürlichen Zustands der Luft präzisiert und mit
Beispielen, darunter u.a. Rauch, ergänzt. Die Luftreinhalte-Verordnung (SR
814.318.142.1, abgekürzt LRV) hat zum Ziel, die Menschen vor schädlichen und
lästigen Luftverunreinigungen und damit auch vor erheblich störenden, übermässigen
Geruchsbelästigungen zu schützen (Art. 1 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 3 USG, Art. 1 Abs. 1
LRV). Zu diesem Zweck sind Luftverunreinigungen in erster Linie durch Massnahmen
an der Quelle zu begrenzen (Grundsatz der Emissionsbegrenzung, Art. 11 Abs. 1 USG).
Das USG ist kein Verhinderungs-, sondern ein Massnahmegesetz. Die Untersuchung
beschränkt sich auf die Frage, welche emissionsmindernden technischen
Vorkehrungen zur Verfügung stehen (T. Loretan, in: Kommentar zum
Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2004, N 17a zu Art. 11 Abs. 1 USG
mit Hinweis auf BGE 116 Ib 159 E. 6b = URP 1990 337). In einer ersten Stufe sind die
Emissionen unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung vorsorglich so weit zu
begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist
(Art. 11 Abs. 2 USG). Nach Art. 4 Abs. 2 LRV sind Massnahmen zur
Emissionsbegrenzung technisch und betrieblich möglich, die bei vergleichbaren
Anlagen im In- und Ausland erfolgreich erprobt sind (lit. a) oder bei Versuchen
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erfolgreich eingesetzt wurden und nach den Regeln der Technik auf andere Anlagen
übertragen werden können (lit. b).
2.6. Wie ausgeführt, waren der XI. Nachtrag des GesG und die VSP zum Zeitpunkt, als
die Baubewilligung für das Fumoir im Restaurant W. erteilt wurde, noch nicht in
Vollzug. Die Beschwerdeführer können sich somit nicht auf Art. 8 VSP berufen, wonach
die Inbetriebnahme von Rauchzimmern einer Baubewilligung der zuständigen
Gemeindebehörde bedarf. Sodann kann der Beschwerdegegnerin nicht vorgeworfen
werden, sie habe die in Art. 13 Abs.2 VSP vorgesehene Meldepflicht bezüglich
"bestehender Rauchzimmer" verletzt. Abgesehen davon, dass offen ist, ob das seit
1. Juli 2010 bestehende Fumoir als bestehendes Rauchzimmer im Sinn dieser
Vorschrift gilt, hatte die zuständige Gemeindebehörde vom Vorhaben Kenntnis, zumal
es kurz zuvor, am 10. Mai 2010, bewilligt worden war. In Betracht fällt aber, dass zum
Zeitpunkt, als die Baubewilligung für das Fumoir im Restaurant W. erteilt wurde, nicht
nur die einschlägigen umweltrechtlichen Vorschriften, sondern Art. 52quater und
Art. 52quinquies in der Fassung des IX. Nachtrags zum GesG in Vollzug waren, wonach
die Belüftung und Entlüftung von den anderen Räumen des Gebäudes getrennt und
wonach der Schutz vor dem Passivrauchen in den angrenzenden, allgemein
zugänglichen Räumen gewährleistet sein muss. Sodann sehen die
Übergangsbestimmungen der VSP vor, dass nicht nur neue, sondern auch
"bestehende Rauchzimmer" die baulichen und betrieblichen Anforderungen nach Art.
3, 5 und 6 VSP zu erfüllen haben (Art. 13 Abs. 1 VSP), ebenso wie die
lüftungstechnischen Anforderungen nach Art. 4 VSP (Art. 14 Abs. 1 VSP). Art. 4 Abs. 1
VSP verlangt, dass das Rauchzimmer mit einer ausreichenden Belüftung ausgestattet
ist. Wer ein Rauchzimmer betreibt, stellt mit der Lüftungsanlage zudem sicher, dass in
Ergänzung der baulichen Anforderungen nach Art. 3 dieses Erlasses der Rauch nicht in
andere Räume gelangt und dass im Rauchzimmer ein ausreichender Luftwechsel
gewährleistet ist (Art. 4 Abs. 2 VSP). Die Lüftungsanlage des Rauchzimmers kann an
das bestehende Lüftungssystem angeschlossen werden, wenn gewährleistet ist, dass
kein Rauch in andere Räume gelangt (Art. 4 Abs. 3 VSP). Schliesslich ergibt sich aus
den Juristischen Mitteilungen der Vorinstanz 2008/II, dass die Abluft eines Fumoirs in
der Nachbarschaft keine übermässigen Immissionen verursachen darf bzw. dass durch
die Einrichtung eines Rauchzimmers je nach den konkreten Verhältnissen vor Ort eine
baubewilligungspflichtige Änderung des Immissionsmasses eintreten kann.
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2.7. Zum Zeitpunkt, als die Baubewilligung für das Fumoir im Restaurant W. erteilt
wurde, stand somit fest, dass die Entlüftung eines Rauchzimmers aufgrund der
Gesetzgebung über den Schutz vor dem Passivrauchen getrennt erfolgen muss und
dass die Tatsache, dass ein solches in einem Gastwirtschaftsbetrieb den Gästen zur
Verfügung gestellt wird, in der Nachbarschaft in lufthygienischer Hinsicht keine
übermässigen Immissionen verursachen darf. Die Frage, ob diese Vorgaben erfüllt sind,
ist im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens zu klären. Im Gegensatz zur
Auffassung der Beschwerdeführer ist es aber möglich, ein vereinfachtes
Bewilligungsverfahren durchzuführen, wenn die Baute oder Anlage keine oder nur
wenige Einspracheberechtigte berührt (Art. 82bis Abs. 1 des Baugesetzes, sGS 731.1;
vgl. auch Juristische Mitteilungen der Vorinstanz 2010/I S. 12). Abgestellt wird somit
nicht auf die Grösse oder Bedeutung des Bauvorhabens, sondern auf die
Interessenlage (Heer, a.a.O., Rz. 894 ff.). Die Rüge, im vorliegenden Fall hätte kein
vereinfachtes Baubewilligungsverfahren durchgeführt werden dürfen, erweist sich
somit als unbegründet, zumal nicht geltend gemacht wird, es könnten weitere
Einspracheberechtigte vom Vorhaben betroffen sein. Sodann ist den
Beschwerdeführern 2-9 aus der Tatsache, dass die Baubewilligung vom 10. Mai 2010
nur der Beschwerdeführerin 1 eröffnet worden ist, kein Nachteil erwachsen. Sie haben
davon Kenntnis erhalten und von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, dagegen
Rechtsmittel zu ergreifen. Was die Rüge anbetrifft, gemäss Art. 2bis VKoV hätte für das
Baugesuch das Formular des Baudepartements verwendet werden müssen, ergibt
sich, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Verfahren nach dem Gesetz
über die Verfahrenskoordination zu koordinieren gewesen wäre, zumal die
Inbetriebnahme eines Rauchzimmers in der Regel auch Fragen des
Arbeitnehmerschutzes und der Lebensmittelhygiene tangiert (vgl. Juristische
Mitteilungen der Vorinstanz 2010/1 S. 12). Bezüglich Luftreinhaltung galt bis zum
31. Dezember 2011 aber der Regierungsratsbeschluss zum Grossratsbeschluss über
Luftreinhaltemassnahmen (nGS 29-39), womit die Emissionsbegrenzung und Kontrolle
von Entlüftungsanlagen von gastgewerblich genutzten Räumen den politischen
Gemeinden übertragen worden waren (Art. 1 lit. b). Seit 1. Januar 2012 ist das
Einführungsgesetz zur Eidgenössischen Umweltschutzgesetzgebung (sGS 672.1) in
Vollzug, wonach die politischen Gemeinden die Vorschriften über die Luftreinhaltung
vollziehen (Art. 25 Abs. 1 lit. e).
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2.8. Was die Frage anbetrifft, ob im vorliegenden Fall eine baubewilligungspflichtige
Nutzungsänderung vorgenommen worden ist, fällt in Betracht, dass aufgrund der
Gesetzgebung zum Schutz vor dem Passivrauchen im Hauptteil der für Gäste des
Restaurants W. zugänglichen Räumlichkeiten nicht mehr geraucht werden darf. Daraus
kann aber nicht geschlossen werden, in Bezug auf die Möglichkeit, im Bereich des
Saals bzw. des Rauchzimmers zu rauchen, ändere sich nichts. Entgegen der
Auffassung der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich rauchende Gäste mit
Getränken, die sie vorher bezogen haben, zum geselligen Zusammensein jeweils für
mehr oder weniger lange Zeit ins Fumoir zurückziehen und dass dies zur Folge hat,
dass sich durch das Rauchen verursachte Immissionen dort viel stärker konzentrieren,
als dies der Fall war, als noch im ganzen für die Gäste zugänglichen Teil des
Restaurants geraucht werden durfte. Daran ändert nichts, dass auch damals nicht
davon ausgegangen werden konnte, dass sich die Rauchimmissionen im Restaurant
gleichmässig verteilen, weil es rauchenden und nichtrauchenden Gästen frei stand, wo
sie sich hinsetzen und unterhalten wollten. Ebenfalls nicht ins Gewicht fällt, dass es
sich beim Fumoir um einen relativ kleinen Teil der für Gäste zugänglichen Räume des
Restaurants W. handelt bzw. dass die Platzkapazität dort beschränkt ist. Dies wird
Raucher unter den Gästen nicht davon abhalten, von der Möglichkeit, im Fumoir zu
rauchen, Gebrauch zu machen, auch wenn dort keine oder nur wenige Sitzplätze frei
sind. Was die Entlüftung des Rauchzimmers anbetrifft, wird im angefochtenen
Entscheid sodann lediglich festgehalten, diese erfolge über die bereits bestehende
Abluftanlage, weshalb keine zusätzlichen Emissionen zu erwarten seien (E. 4.2.2). Auch
die Baugesuchsakten und die Baubewilligung vom 10. Mai 2010 geben keinen
Aufschluss darüber, wie die bestehende Lüftungsanlage im Restaurant W. funktioniert.
In der Baubewilligung vom 10. Mai 2010 wird unter "Auflagen Baupolizei
Lüftungstechnische Anforderungen" lediglich auf Art. 4 VSP verwiesen. Somit fehlen
Angaben dazu, ob die Belüftung und Entlüftung des Fumoirs von den anderen Räumen
des Gebäudes getrennt und in ausreichendem Mass erfolgt und ob die Anlage
aufgrund ihrer Beschaffenheit und der konkreten Gegebenheiten vor Ort zudem in der
Lage ist, nicht nur die ordnungsgemässe Belüftung und Entlüftung des unmittelbar
angrenzenden rauchfreien gastgewerblich genutzten Raums sicherzustellen, sondern
auch zu gewährleisten, dass die Bewohner des Hauses U-strasse x durch die
Konzentration der rauchbedingen Immissionen im Fumoir keinen übermässigen
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Immissionen ausgesetzt werden. In Betracht fällt in diesem Zusammenhang, dass die
Beschwerdeführer nicht nur geltend machen, die Belüftungs- und Entlüftungsanlage sei
für den Betrieb des Rauchzimmers ungeeignet. Sie berufen sich auch darauf, seit
Inbetriebnahme des Rauchzimmers seien die Fenster auf der Südseite des Raums
praktisch immer gekippt, was früher nicht der Fall gewesen sei, weshalb der Rauch in
die über dem Restaurant liegenden Wohnungen gelangen könne. Auch dringe Rauch
ins Treppenhaus, weil die Türe zum Fumoir immer wieder über längere Zeit hinweg
offen stehe und weil die Türe zum Treppenhaus zudem undicht sei. Es ergibt sich
somit, dass die Einrichtung und der Betrieb des Fumoirs im Restaurant W. eine
baubewilligungspflichtige Nutzungsänderung darstellt. Daran ändert nichts, dass
anzunehmen ist, dass dort bereits vor Inbetriebnahme des Rauchzimmers bei offenem
Fenster geraucht worden ist.
3. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerde gutzuheissen ist, soweit
darauf eingetreten werden kann. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz trifft es nicht
zu, dass auf die Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens hätte verzichtet werden
können und dass die Beschwerdeführer aus diesem Grund kein eigenes
schutzwürdiges Interesse an der Überprüfung der Baubewilligung vom 10. Mai 2010
haben. Der angefochtene Rekursentscheid vom 5. August 2011 wird deshalb
aufgehoben und die Vorinstanz wird angewiesen, den Rekurs materiell zu behandeln.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend obsiegen die Beschwerdeführer zu zwei
Dritteln. Entsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens den
Beschwerdeführern zu einem Drittel und der Beschwerdegegnerin zu zwei Dritteln
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist
angemessen (Art. 7, Ziff. 222 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Die auf die
Beschwerdeführer entfallende Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- wird mit dem
Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- verrechnet. Der Rest von Fr. 2'000.-- wird ihnen
zurückerstattet.
Was die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 2'000.-- anbetrifft, haben die
Beschwerdeführer ebenfalls einen Drittel bzw. Fr. 666.60 und die Beschwerdegegnerin
zwei Drittel bzw. Fr. 1'333.30 zu bezahlen. Der Rest des Kostenvorschusses von
Fr. 333.40 wird den Beschwerdeführern zurückerstattet.
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Weil die Beschwerdeführer mehrheitlich obsiegen, haben sie Anspruch auf eine
ausseramtliche Entschädigung für das Rekurs und das Beschwerdeverfahren (Art. 98
Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 98bis VRP). Ihr Rechtsvertreter hat keine
Kostennote eingereicht. Folglich ist die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen.
Das Gericht erachtet eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- für das Rekurs und das
Beschwerdeverfahren für angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75). Weil die Beschwerdeführer zu
zwei Dritteln obsiegen, hat sie die Beschwerdegegnerin für das Rekurs- und das
Beschwerdeverfahren Fr. 1'000.-- (inkl. Barauslagen, zuzüglich MWSt) ausseramtlich
zu entschädigen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht