Decision ID: 315cf061-6e52-5821-bc5b-e2686fd6a1bb
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
D
er
19
56
geborene
X._
war seit
dem 23. Juni 2014 als Baukranführer bei der Y._ AG
in unbe
fris
tetem Arbeitsvertrag für temporäre Einsätze
angestellt
(Urk. 7/5)
und d
amit bei der Suva obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am
24. Juni 2014 rutschte der
Versicherte auf einer nassen Schaltafel aus, woraufhin er nach eigenen Angaben drei Meter in die Tiefe stürzte und ihm die Schaltafel auf den Kopf und Rücken fiel
(
Unfallmeldung vom 26. Juni 2014,
Urk. 7/1
; vgl. auch Bericht des Z._ vom 30. Juli 2014, Urk. 7/15 S. 2
).
Die erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals A._ diagnostizierten gleichentags ein leichtes Schädelhirntrauma sowie eine Tho
raxkontusion und entliessen ihn in die hausärztliche Nachbetreuung (Urk.
7/23)
.
Die S
uva
kam für die Heilkosten auf und erbrachte Taggeldleis
tungen (Schreiben vom 2
8. Oktober 2014, Urk. 7/31). Ferner klärte sie den Her
gang des Unfallereignisses ab (Urk. 7/35-38). Med. pract. B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, verordnete Analgesie und (fraglich) Physiotherapie (Urk. 7/9). Da die Rücken- und Rippenschmerzen persistierten überwies er ihn an das Z._ , Sprechstunden
zen
trum Departement Chirurgie. Dort wurde mittels Magnetresonanztomo
gra
phi
e (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) eine frische Impressionsfraktur LWK 4 festgestellt, jedoch keine zwingende Operationsindikation gesehen und Fort
führung der konservativen Therapie empfohlen (Urk.
7/15; vgl. auch Urk.
7/48)
. In der Folge trat keine Besserung ein, weshalb Dr. A. B._ den Versicherten erneut zur bildgebenden Untersuchung und in die Klinik für Neurochirurgie überwies, wo ein unveränderter Status festgestellt und eine medizinische Trainingstherapie nahegelegt wurde (Urk. 7/53, Urk. 7/67). Da
med. pract.
B._
den Versicherten fortgesetzt (bis letztlich 30. Novem
ber
2015) zu 100 % arbeitsunfähig schrieb (Urk. 7/10/7-8, Urk. 7/11, Urk. 7/16/4, Urk. 7/22/3, Urk. 7/34, Urk. 7/39/5, Urk. 7/40/4, Urk. 7/46, Urk. 7/49/3, Urk. 7/61/3-4, Urk. 7/65, Urk. 7/75/4, Urk. 7/77/4, Urk. 7/91/4, Urk. 7/94, Urk. 7/96/4, Urk. 7/98/5, Urk. 7/108), bot ihn die Suva zu einer kreisärzt
lichen Untersuchung auf (Urk. 7/59). Kreisarzt Dr. med.
C._
, Fach
arz
t für Chirurgie FMH, erachtete anlässlich seiner Untersuchung vom 30. April 2015 eine Aufkonditionierung des Versicherten für notwendig und meldete ihn zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik D._ an (Urk. 7/70), wo sich der Versicherte vom 18. Mai bis 22. Juni 2015 aufhielt (Aus
tritts
bericht vom 7. Juli 2015, Urk. 7/88). Im Rahmen dieses Aufenthaltes liess die Suva den Versicherten durch Dr. med. E._, Fachärztin FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, ihrer Abteilung Arbeitsmedizin otoneurologisch untersuchen (Bericht vom 24. Juni 2015, Urk. 7/80; vgl. auch Urk. 7/76). Aufgrund dieser Ergebnisse unterstellte
die Suva
X._
mit Verfügung vom 14. August 2015 (Urk. 7/9
2) der Nichtgeeignetheit für Arbeiten mit Absturzgefahr (wie auf Gerüsten, Leitern und Podesten). Schliesslich legte sie das Dossier Kreisarzt Dr. C._ vor, der in seiner Aktenbeurteilung vom 27. Oktober 2015 zum Schluss kam, es seien keine weiteren Abklärungen vorzunehmen und von weiterer Behand
lung keine Besserung mehr zu erwarten (Urk. 7/99). Ferner schätzte er den Integritätsschaden in Bezug auf die Unfallfolge LWK4-Deck
platten
im
pressionsfraktur mit leichter Keilwirbelbildung auf 5 % (Urk. 7/100) und hielt in
einer
weiteren
Stellungnahme vom 18. November 2015
fest,
aufgrund der inzwischen konsolidierten Lend
en
wirbelfraktur
sei
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus
zugehen (Urk. 7/102). Mit Verfügung vom 23. November 2015
stellte die
Suva
die
bisher erbrachten Leistungen
per 30. November 2015
ein und verneinte einen A
nspruch auf eine Rente (Urk. 7/103
).
Für die verbliebene Keilwirbelbildung sprach sie dem Ver
sicher
ten mit separater Verfügung vom 25. November 2015 eine Integrität
sent
schädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 5 % zu (Urk. 7/107).
Die
gegen
die Einstellung der bisher ausgerichteten Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) mündlich erhobene Einsprache vom 2
.
/3. Dezember 2015 (Urk. 7/115) wies die Suva mit Entscheid vom 28. Dezember
2015 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen liess
der Versicherte, damals vertreten durch die Orion Rechts
schutzversicherung, am 1. Februar 2016
Beschwerde
erheben (Urk. 1) und beantrag
e
n, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm über den 30. November 2015 hinaus Versicherungsleistungen nach UVG zuzuspre
chen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer medizi
nischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege sowie um Ansetzung einer Nachfrist zur ergänzenden Begründung der Beschwerde (Urk. 1 S. 2 und S. 4). Mit Verfügung vom 10. Februar 2016 teilte das Gericht dem Beschwerdeführer mit, die Be
schwer
de genüge den gesetzlichen Anforderungen, weshalb kein Anlass be
stehe, diesbezüglich eine Nachfrist anzusetzen (Urk. 4). Die Suva
schloss in ihrer
Beschwerdeantwort vom 3. März 2016 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6)
, wovon dem Beschwerdeführer am 9. März 2016
Kenntnis gegeben wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
de
rung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 24. Juni 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt –
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigun
gen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbe
ziehen (
Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädi
gung
en
, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder
teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG
ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid
(Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invali
denrente und
eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge
sundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlos
sen sind (vgl. Art. 19
Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai
2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember
2014
E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adä
quanz
frage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwar
tenden Stei
ge
rung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweck
mässige) Heilbe
handlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besse
rung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Mass
nahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeu
tischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun
gen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hin
weisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte ge
sundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhalts
punkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbemessung der
SUVA
Suva
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad be
einflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
1.5
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Be
stimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durch
führung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.6
Die Leistungspflicht eines Unfallversi
cherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereig
nis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejah
ung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass
auch die ein
getretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.
1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo
rüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi
che
rungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
gründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.7
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a). Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechts
erhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adä
quanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1). Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist aufgrund der in BGE 115 V 133 E. 6.1 begrün
de
ten und seither weiterentwickelten (vgl. BGE 134 V 127 E. 10.2-10.3) Praxi
s ausgehend vom Unfallereignis im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien zu prüfen, ob dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise
Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt (sog. Psycho
praxis
).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalls vom
24. Juni 2014
über
den 30. November 2015
hinaus Leistungen zu erbringen hat, mithin, ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwer
den noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom
24. Juni 2014
stehen.
Hierbei ist anzumerken, dass die Verfügung vom 25. November 2015 betreffend Integritätsentschädigung (Urk. 7/107) von der Einsprache nicht erfasst wurde, daher unangefochten in Rechtskraft erwuchs bzw. nicht Bestandteil des Anfechtungsgegenstandes (Urk. 2) ist.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid vom
28. Dezember 2015 zusammengefasst aus, aufgrund der medizinischen Ak
te
n
lage
würden keine objektivierbaren, unfallbedingten Veränderungen vor
lie
gen, welche die Arbeitsfähigkeit einschränkten. Ausser der konsoli
dierten Deckplattenkompressionsfraktur LWK 4, welche für sich allein zu keiner Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führe, würden lediglich nicht ob
jektivierbare
bzw. allenfalls psychosomatische Beschwerden vorliegen (Urk. 2 S. 7). Auss
er
dem könne den medizinischen Berichten entnommen werden, dass aus unfal
l
kausaler Sicht keine weiteren medizinischen Massnahmen mehr nötig seien, mit anderen Worten keine namhafte Besserung mehr mög
lich sei. Es sei folg
lich vom Endzustand auszugehen und eine Adäquanzprü
fung vorzuneh
men (Urk. 2 S. 8). Nach der von der Rechtsprechung entwi
ckelten Psycho-Praxis sei ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden zu verneinen (BGE 115 V 133; Urk. 2 S. 9).
2.3
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, ge
stützt auf die Beurteilung des behandelnden Arztes sei er auch nach dem 30. November 2015 unfallbedingt zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 4).
3.
3.1
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, Kantons
spital
A._
, stellte im Bericht vom 26. September 2014 (Urk. 7/23) über die Erstbehandlung vom 24. Juni 2014 die Diagnose eines leichten Schädelhirn
traumas sowie einer Thoraxkontusion, wobei die
am
selben
T
ag durchge
führ
ten Computertomographien (CT) des Schädels und der Halswirbelsäule (HWS) weder kranielle noch zervikale Traumafolgen
aufzeigten
(vgl.
Urk.
7/19).
Dr. F._ empfahl eine Schmerzbehandlung sowie Verlaufskontrolle durch den Hausarzt (Urk. 7/23).
3.2
Am 30. April 2015
diagnostizierte
Dr. C._
einen Status nach Sturz am 2
4.
Juni 2014 mit Schädelprellung und LWK4-Deckplattenimpressionsfraktur mit leichter Keilwirbelbildung
(Urk. 7/70 S. 4)
.
Objektiv bestehe eine einge
schränkte Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule und ausgeprägte musku
läre Verspannungen paraventral beidseits.
Die neurologisc
h
ausgewiesene Meralgia paraesthetica im Oberschenkelbereich beidseits
(vgl. Konsiliarbe
richt
des Z._
vom 17. April 2015, Urk. 7/67)
sei nicht unfallbedingt, sondern im Rahmen der ausgeprägten Adipositas zu erklären
(
Urk.
7/70 S. 5).
3.3
Im Austrittsbericht der Rehaklinik D._ vom 7. Juli 2015 hielten die beur
teilenden Fachärzte folgende Diagnosen fest (Urk. 7/88 S. 1f.):
Unfall vom 24.06.2014: Auf einer nassen Sc
haltafel ausgerutscht und ca. 3
m tief gefallen, mit Hinterkopf und Oberkörper am Boden aufgeschlagen
;
Schädelkontusion
24.06.2014 CT Schädel und HWS: Kein Hinweis auf eine Blutung oder Fraktur,
21.05.2015
Magnetresonanztomographie (MRI)
Schädel: Diskrete frontale Atrophie. Kein Hydrocephalus. Kein Hinweis auf post
traumatische Blutungen. Kein Hinweis auf
Raumforderung. Ge
ringe Schlei
mhautschwellung im Si
nus
frontalis und den Ethmoi
dalzell
en. Etwas ausgeprägtere Schleimhautschwellung im Sinus maxillaris beidseits sowie Sinus sphenoidalis beidseits. Bereits in der CT vom 24.06.2014 bestehende Obliteration des Mittelohrs und angrenzenden Mastoidalzellen rechts, im Sinne einer Otitis media chronica
11.06.
2015 Neuropsychologische Untersuchung, Rehaklinik
D._
: Leichte kognitive Störung mit Minderleistungen in Teilen der attentionalen (selektive Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit auf visuelle Zielreize), exekutiven (verbal-phonematische Flüssig
keit und kognitive Umstellfähigkeit), mnestischen (verbal-episodi
sches Gedächtnis) und vis
uo-konstruktiven Funktionen, äti
ologisch am ehesten im Rah
men einer vorbestehenden kogniti
ven Schwä
che, der Fremdsprachi
gkeit sowie durch die chronische
Schmerz
problematik weiter herabgesetzt.
16.06.2015 Otoneurologische Unte
rsuchung, H._: Die ves
ti
bulären Abklärungen zeigen eine zentral vollständig kompen
sierte Gleichgewichtsachse bei Status eines totalen peripheren ves
tibulären Ausfalls des rechten Gleichgewichtsorganes. Eine schlaf
medizinische Abklärung zur Beurteilung bei Verdacht auf OSAS und die Behandlung der chronischen Rhinosinusitis wurden emp
fohlen. Des Weiteren wurden tägliche Salzwasser-Nasenspülungen zur symptomatischen Behandlung der Rhinosinusitis chronica empfohlen
Deckplattenim
mpressionsfraktur LWK4, konservative Behandlung
18.07.2014 MRI
Brustwirbelsäule (
BWS
)
und
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
: Frische Deckplatten-Impressionsfraktur LWK4 ohne Dislo
kationszeichen. Status nach älteren, leichten Deckplatten-Impressi
onen auf Höhe BWK11 und BWK12 sowie LWK
1.
Mässiggradige Osteochondrosen im mittleren BWS-Bereich. Leichtgradige Chondrosis intervertebralis auf Höhe der Segmente L4-S1 mit klei
ner medianer Diskushernie auf Höhe L4/
5.
Mässiggradige Spon
dylarthrosen im unteren BWS-Bereich
29.07.2014 CT LWS: Fünfgliedrige LWS mit regelrechtem Aligne
ment und lumbosakraler
Ü
bergangsvariante sowie partieller Ankylosierung der Iliosakralfugen. Zentral betonte Deckplatten
impression LWK4 ohne Hinterkantenbeteiligung. M
ä
ssige osteodis
koligamentäre Degeneration der LWS mit allenfalls geringgradiger rezessaler Enge LWK3-5, rezessale Wurzeln L4 und L5 und beid
seitige
r
geringe
r
osteodiskale
r
Enge für die Nervenwurzel L4 forami
nal. Unauffällige, miterfasste paravertebrale Weichteile
20.05.2015 Röntgen LWS: Voruntersuchung vom 2
4.02.2015 bzw. CT-LWS vom 29.07.
2014 zum Vergleich vorliegend. Stationäre Stellung der, soweit beurteilbar, konsolidierten, ventralen DP-Im
pressionsfraktur LWK4
08.06.2015 Neurologische Untersuchung
Dr.
med.
G._
,
A._: Meralgia paraesthetica beidseits, rechts betont
Verdacht auf OSAS (16.
06.2015 Otoneurologische Untersuchung,
H._
)
Meralgia paraesthetica beidseits, rechtsbetont (17.04.2015 Neurologi
sche Untersuchung,
Z._
)
Glaukom und Cataracta senilis
beidseits
(03.02.2
015 Augenärztliche Untersuchung
)
Das
a
m 2
1. Mai
2015
durchgeführte MRI
des Gehirns
habe
eine diskrete fron
tale A
trophie ohne Hydrocephalus, ohne
Hinweis auf posttraumatische B
lutungen oder auf Raumforderung ausgewiesen (Urk. 7/88 S. 3).
Im Rahmen der neuropsychologischen
Untersuchung
en
sei eine – näher um
schriebene - leichte kognitive Minderleistung,
ätiologisch am ehesten im Rahmen einer vorbestehenden kognitiven Schwäche, der Fremdsprachigkeit sowie durch die chronische Schmerzproblematik weiter herabgesetzt
, festge
stellt worden (Urk. 7/88 S. 3).
Die neurologische
Kontrolluntersu
chung habe
die Diagnose einer Meralgia paraesthetica beidse
its bestätigt
.
Es handle
sich
dabei
um eine Kompressions
neuropathie des dünnen Hautnervs. Risiko
faktoren für deren Entstehung seien
Übe
rgewicht, was auf den Beschwerdeführer zutreffe, sowie
das Tragen
enger Kleidung. Ein posttraumatisches Auftreten sei
prinzipie
ll möglich, ins
besondere bei
Unfälle
n, welche
z
u einer starken Überstreckung
der Hüfte führ
ten
. Ein solcher Unfallmechanismus li
ege hier allerdings nicht vor. Ein Kausal
z
usammenhang zwischen de
r Meralgia paraesthetica und dem Unfall vom 24. Juni 2014 sei somit
unwahrscheinlich. Hinweise auf eine zusätzliche Kompression einer lumba
l
en Nervenwurzel, die zu Symptomen im Ober
schenkel führen könnte
n
,
hätten sich
nicht
finden lassen (Urk. 7/88 S. 4)
.
Zusammenfassend lasse sich das Ausmass der demonstrierten physischen Ei
n
schränkungen mit den objektivierbaren pathologischen Befunden im Rahmen
der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie Diagno
sen
nur zum Teil erklären (
Urk.
7/88 S. 5)
.
Beim Beschwerdeführer sei
zudem
eine erhebliche Symptomausweitung
zu beobachten. Es sei
davon auszugeben, dass bei gutem Effort eine besser
e Leistung erbracht werden könn
e, als bei den Leistungstests und im
Behandlungsprogramm gezeigt wo
rde
n sei
. I
nfolge Selbstlimitierung seien
die zu erwartenden Verbesserun
gen bezüglich Funk
tion und
Belastbarkeit nicht erreicht wo
rden. Die Resul
tate de
r physischen Leistungstests seien
deshalb für die Beurteilung der zu
mutbaren körperlichen Belastbarkeit nicht verwertbar. Das Ausmass
der de
monstrierten physischen Einschränkungen
lasse
sich mit den objektivierba
ren pathologischen Befun
den
,
der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären.
Gleichzeitig liege
keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminde
rung begründen könnte
(Urk. 7/88 S. 2)
.
Im Ra
hmen der stationären Rehabilitation habe
keine namhafte Verbesserung
der Beschwerden erzielt werden können. Die körperliche Leitungsfähigkeit und
Belastungsfähigkeit hätten beim Training auf tiefem Niveau nicht we
sentlich gesteigert werden können.
Weitere phys
iotherapeutische Massnah
men seien
nicht vorgesehen.
Ebenso wenig seien weitere
Massnahmen aus dem psycho
somatischen Bereich erforderlich
(Urk. 7/88 S. 2 und S. 5)
.
Aus gesamtmedizinischer Sicht sei
die Tätigkeit als Kranführer
für den Be
schwerdeführer aktuell nicht zumutbar. Dies aufgrund der Tätigkeit auf
ab
sturzgefäh
rdeten Stellen und auf Gerüsten sowie den hohen Anforderungen an die Konzentration. Demgegenüber seien l
eichte bis mittelschwere
Tätig
keiten, unter Ausschluss von
Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten oder an
deren absturzgefährdeten Stellen
, solange die Schwindelproblematik bestehe
,
zu 100 % zumutbar (Urk. 7/88 S. 2).
3.4
Im otoneurologischen Untersuchungsbericht vom 24. Juni 2015 hielt
Dr.
E._ im Wesentlichen fest, es zeige sich beim Versicherten eine zentral vollständig kompensierte Gleichgewichtsachse bei Status eines tota
len Ausfalls des rechten Gleichgewichtsorganes. Der Beschwerdeführer habe unfall-/zeitnah zum Sturzereignis keine Schwindelbeschwerden während eines längeren Zeitfensters beklagt. Die Herkunft dieses totalen vestibulären peripheren Ausfalls am rechten Ohr sei in seiner Ätiologie nicht zeitlich unfallkausal eingegrenzt und erfassbar. Eine Unfallursächlichkeit sei zwar möglich. Allerdings sei der Organausfall des rechten Gleichgewichtsorgans heute vollständig kompensiert. Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der gesamten vestibulären Abklärungen und Belastungen vollständig normal reagiert und kompensiert. Die beklagten Schwindelbeschwerden liessen sich nicht objektivieren und seien als überwiegend phobische Beschwerden zu ta
xieren (Urk. 7/88 S. 4 f.).
4.
4.1
Festzuhalten ist zunächst, dass der Austrittsbericht der Rehaklinik D._ vom 7. Juli 2015 ausreichend Aufschluss darüber liefert, dass von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten ist. So nannten die beurteilenden Fachärzte
keine Heilbehandlungen
, welche eine gesund
heitliche Verbesserung zu zeitigen vermöchten
. Vielmehr hielten sie fest, es seien weder physiotherapeutische Massnahmen noch Massnahmen aus dem psychosomatischen Bereich erforderlich, und erachteten eine vollständige Arbeitsfähigkeit für gegeben an, jedenfalls bei Tätigkeiten ohne Absturzge
fahr
(
Urk.
7/88 S. 2 und S. 5)
.
Es ist daher nicht zu beanstand
en, dass die Beschwerdegegnerin
betreffend die lumbale Schmerzproblematik
mit über
wie
gender Wahrschein
lichkeit
vom
erreich
t
en Endzustand ausging
.
4.2
4.2.1
Fraglich und zu prüfen bleibt, wie es sich hinsichtlich der Unfallkausalität in Bezug auf die weiteren Beschwerden verhält.
4.2.2
Betreffend die
Meralgia paraesthetica
im Oberschenkelbereich
beidseits
ka
men Dr. C._ und der neurologische Facharzt der Rehaklinik D._ nachvollziehbar begründet und übereinstimmend zum Schluss,
diese sei
nicht unfallbe
dingt, sondern vielmehr im Kontext des beim Beschwerdeführer vor
liegenden
Übergewicht
s zu erklären (E. 3.2, E. 3.3).
4.2.3
Die festgestellten kognitiven Minderleistungen sind nach überzeugender Ein
schätzung des neurologischen Facharztes der Rehaklinik D._ der
vorbe
st
ehenden kognitiven Schwäche sowie Fremdsprachigkeit zuzuschreiben (E. 3.3). Insbesondere
ergaben
sich aufgrund der wiederholt durchgeführten
bild
gebende
n
Untersuchungen des Schädels weder
zeitnah zum Unfaller
eignis
noch im weiteren Verlauf
Hinweise auf
posttrau
matische Hirnschä
di
gun
gen
(vgl.
Urk.
7/19,
Urk.
7/88 S. 3).
4.2.4
Gestützt auf die otoneurologische Untersuchung vom 16. Juni 2015 durch Dr. E._ ist im Zusammenhang mit den beklagten Schwindelsensationen zunächst festzuhalten,
dass der Beschwerdeführer
unfall-/zeitnah zum Sturz
ereignis keine Schwindelbeschwerden beklagt
e
.
Eine Unfallkausalität erweist sich vor diesem Hintergrund als unwahrscheinlich. Kommt hinzu, dass sich die vestibulären Abklärungen und Belastungstests als unauffällig erwiesen und sich die
beklagten Schwindelbeschwerden nicht objektivieren liessen
(E. 3.4).
4.2.5
Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass auf
grund der medizinischen Aktenlage keine objektivierbaren Unfallfolgen aus
zumachen sind, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers jedenfalls nach dem 30. November 2015 noch ein
schränkten.
Aufgrund der
aufschluss
reichen
medizinischen Aktenlage beste
ht entgegen dem Beschwerdeführer
auch kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.
2.2 mit Hin
weisen).
Weitere Abklärungen erübrigen sich insbesondere auch für die festgestellte Symptomausweitung bzw. nicht objektivierbaren Beschwerden, worunter auch die Schwindelbeschwerden. Da diesbezüglich ein unfallbe
dingter adäquater Kausalzusammenhang jedenfalls zu verneinen wäre (vgl. hierzu auch die Ausführungen im Einspracheentscheid vom 28. Dezember 2015, Urk. 2 S. 9f.), sind weder die natürliche Kausalität zum Unfall noch allfällige Auswirkungen dieser Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht von Relevanz.
5.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
Da das Verfahren kostenlos ist
(
Art. 61 lit. a ATSG
), erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (vgl. Urk. 1 S. 2) als obsolet. Für die rechtliche Vertretung durch die Orion Rechtsschutzver
sicherung, welche mit Eingang der vorliegenden Beschwerde endigte (vgl. Urk. 1 S. 4), besteht kein Anspruch auf
unentgeltliche Rechtsvertretung
, womit das entsprechende Gesuch abzuweisen ist.