Decision ID: 6bdd28d0-d1d5-530e-b306-d9cae2d18391
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1979 geborene
X._
arbeitete
ab
1.
März 2001 als Produktions
mitarbeiter bei der
Y._
und war dadurch bei der Schwei
ze
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen
Unfall
folgen
versich
ert. Am 23.
September 2010 erlitt er als Lenker eines Personenwa
gens einen Verkehrsunfall, in dessen Folge unter anderem ein Distorsions
trauma der Halswirbelsäule (
HWS) diagnostiziert wurde (
Schadenmeldung vom 27. September 2010 [
Urk. 8/1
]
). Mit Verfügung vom 19.
September 2011 stellte die SUVA die im Zusammenhang mit diesem Unfal
l erbrachten Leistungen per 21.
August 2011
mangels eines rechtsgenüglichen Kausalzusammenhangs der darüber hinaus geklagten Beschwerden
ein (Urk.
8/119). Die da
gegen erhobene Ein
sprache (Urk.
8/124
) wies sie mit Entscheid vom 4. April 2012 (Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 9.
Mai 2012 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen,
dass der Status quo sine nicht erreicht sei, sodass die natürliche Kausalität und die adäquaten Unfall
folgen weiterhin vorlägen (Urk.
1). Die SUVA
ersuchte
in ihrer
Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2012
um Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 29.
Juni 2012 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen
. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG])
, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie in
folge des Un
falles zu mindestens 10
Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
In
validität, Tod) ein natür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetre
tene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder
unmittelbare Ur
sache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
-
dern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die V
er
waltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rah
men der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinwei
sen).
1.
3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2
, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausal
zusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers spielt im Bereich or
ganisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109
E.
2.1,
127 V
102 E.
5b/bb). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die repro
duzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Pa
tienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann
somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap
parativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die dabei angewen
deten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_984/2010 vom 10. März 2011 E. 2.1). Sind die geklagten Be
schwerden nicht in diesem Sinne objektiv ausgewiesen, ist eine besondere Adä
quanz
prüfung vorzunehmen (BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und
der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für
psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98
E.
3b,
122 V 415 E.
2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall
eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der
Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere
aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Dem
nach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu be
trachten
ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kau
sal
zusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei
leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Un
fällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mitt
leren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne
dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Be
jahung
des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen meh
re
re herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
urteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und ei
ner psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleu
dertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psychischer Natur be
zeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001
Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr.
U 341 S.
409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S.
173 E. 4a; BGE 117 V 359 E.
5d/aa und 367 E.
6a).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist
der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung aus dem Verkehrsunfall vom
23.
September 2010
über den
21.
August 2011
hinaus.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
hielt in
ihre
m
Einstellungsentscheid
dafür
, im Rahmen der umfangreichen Abklärungen
seien
keine organisch objektivierbaren Unfall
folgen im Sinne struktureller Veränderungen gefunden worden.
B
ei gege
benen Voraussetzungen für den Fallabschluss
per 21. August 2011
sei die
Frage der Adäquanz
zu prüfen, wobei
die Anwendung der
sogenannten Schleudertrauma-Praxis
ergebe, dass
die darüber hinaus geklagten Beschwerden keine adäquate Folge des
höchstens als mittelschwer einzustufenden
Unfallereignisses vom 23. September 2010 darstell
t
e
n
(Urk. 2 S. 4 ff.)
.
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen,
der
Fall
sei verfrüht
ab
ge
schl
ossen worden
.
Nachdem die während
anderthalb
Jahren durchgeführte Physiotherapie keine positiven Resultate gebracht habe, seien Ende März
2012
durch
den Haus
arzt
andere Therapien in die Wege geleitet
worden. Zudem habe die Invali
den
versi
cherung einen
dreimonatigen
Arbeitsversuch organisiert mit dem Ziel,
die
laut
Ein
schätzung der behandelnden Ärzte um 40 % eingeschränkte Arbeits
fähigkeit auf 100 % zu steigern.
Es
müsse abgewartet werden
, ob er diesen Tat
be
weis er
bringen könne.
Übersehen werde
alsdann
auch die Tatsache, dass er sich
in sei
nem Fahrzeug
unverschuldet
mehrfach überschlagen
habe
und dann massiv auf die Strasse geprallt
sei, womit
besonders eindrücklich
e
Begleit
um
stände
vorlägen (Urk. 1 S. 3 ff.)
.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer erlitt am 23. September 2010 einen Verkehrsunfall,
an
lässlich welchem sich der von ihm mit rund 50 km/h gelenkte Personenwagen
nach einer Kollision mit einem von rechts einbiegenden Fahrzeug
überschlug und auf dem Dach l
iegend zum Stillstand kam
(
Polizeiakten [
Urk. 8/26 S. 7
]
)
.
3.2
Vom 23. bis 25. September 2010 war der Beschwerdeführer im
Z._
, Klinik für Unfallchirurgie, hospitalisiert.
Der
Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 28. September 2010
ist zu entnehmen
,
dass
eine Fraktur, Organläsion oder intracranielle Blutung
mittels
Computertomografie
(CT Schädel und HWS/Thorax/Abdomen)
ausgeschlossen
wurde
n
und sich die neu
rologische Überwachung
unauffällig gestaltet
e
.
B
ei Austritt
habe der Be
schwerdeführer
weder
an
Kopfschmerzen, Übelkeit noch Erbrechen
gelitten
.
Die Ärzte diagnostizierten
ober
flächliche
Schür
fungen an der linken Hand, multiple
Kontusionen
sowie eine HWS-Distorsion. Sie empfahlen als Therapie
eine volle Ausschöpfung der Analgesie sowie
P
hysio
thera
p
ie
im Verlauf und
attestierten
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis 3. Oktober 2010 (Urk. 8/16).
Im
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Be
schleu
nigungstrauma vom 14. November 2010
notierten
die
erstbehandelnden
Ärzte
des
Z._
,
der Beschwerdeführer habe
angegeben,
sofort nach dem Unfal
l
an
Kopf-
und Thoraxschmerzen
gelitten zu haben
. Die Frage nach
dem Vorlie
gen von
Nackenbeschwerden beantworteten sie widersprüchlich in dem Sinne, als sie
sowohl
"nein"
als auch
"ja, sofort" ankreuzten. Andere Beschwerden ha
be der Be
schwerdeführer verneint.
Sie
nannten die (Verdachts-)Diagnose einer HWS-Distorsion Grad
0
nach der Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation,
der
sich dadurch
charakterisiert
, dass weder Nackenbeschwerden no
ch so
ma
tische Befunde vorliegen
(Urk.
8/47 S.
2-4).
3.
3
Nachdem der Beschwerdeführer nach
erfolgter
Spitalentlassung über
Nacken-, Kopf
- und Brustschmerzen, Schlaflosigkeit, Muskelschmerzen am ganzen Kör
per,
Schwindel sowie Blockaden am linken Arm, Finger und Bein
geklagt
und sich keine Arb
eitsfähigkeit eingestellt hatte (Urk. 8/18, Urk. 8/23, Urk. 8/24 S.
3
,
Urk.
8/42)
,
überwies ihn die
Beschwerdegegnerin in
die
Rehaklinik
A._
.
Laut
Austrittsbericht vom 6.
Januar 2011
konnte
im Rahmen des
vom 25. No
vember 2010 bis 5. Januar 2011 dauernden
Aufenthalts keine namhafte Verbes
serung erzielt,
jedoch
eine erhebliche Symptomausweitung
und Selbstlimitie
rung
beobachtet w
e
rden
. Wei
tere physiotherapeutische Massnahmen seien
daher
aktuell nicht vorgesehen; es werde empfohlen, das instruierte
Heimprogramm weiterzuführen
. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Es liege auch keine psychische Stö
rung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte. Nach längerer Abwesenheit vom angestammten Arbeitsplatz sei eine stufenwei
se Wiedereingliederung an demselben zu empfehlen mit folgender Arbeits- und Leistungsfähigkeit: 50
% (halbtags) ab 6.
Januar 2011, 75
% ab
31.
Januar 2011 und 100
% ab 21.
Februar 2011 (Urk.
8/52).
3.
4
Die
berufliche Reintegration
konnte nicht wie
vorgesehen
umgesetzt werden. Der Be
schwerdeführer
nahm seine Arbeit bei der bisherigen Arbeitgeberin
am 24. Januar 2011
in einer allerdings angepassten Tätigkeit mit einem
hälftigen
Pensum
wieder auf und
steigerte dieses ab 15.
Februar 2011 auf 75
%, wobei er
jedoch
nicht die volle Leistung erbrachte (Urk.
8/57, Urk.
8/62, Urk.
8/64-65, Urk.
8/67, Urk. 8/71).
Die
eingeschränkte Leistungsfähigkeit
wurd
e
jeweils
durch Dr. med.
B._
,
Praktischer Arzt,
welcher
am 14. Januar 2011 erneut Physiothe
rapie
verordnet
hatte (Urk. 8/63),
hausärztlich
b
eschei
nigt.
3.
5
I
n seine
m
Bericht vom 4. Februar 2011
an den zuweisenden Hausarzt
stellte
d
er
Chiro
praktor Dr.
C._
in Aussicht,
eine Magnetresonanz (MR)-Untersu
chung der HWS zu veranlassen und hernach weitere diagnostische Mittel oder Therapien in die Wege zu leiten,
falls
sich die chronifizierten Beschwerden nicht innerhalb von zirka vier Behandlungen besserten
(Urk. 8/70 S. 2).
In der Folge
ver
ordnete
er am 22. Februar 2011 Physiotherapie (Urk. 8/81) und
gab
die
MR-Untersuchung vom 25. Februar 2011
in Auftrag
, welche
gemäss
Be
urteilung des Dr. med.
D._
,
Facharzt für Radiologie, Röntgeninstitut
E._
, keinen pathologischen Befund
zur Darstellung brachte
(Urk. 8/70 S. 3).
3.
6
Dr.
med.
F._
,
erklärte
in seinem Bericht vom 19. April 2011 betreffend die kreisärztliche Untersuchung vom 12. April 2011,
die in diesem Monat ange
strebte
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf ein 100 %-Pensum sei
missraten; der Beschwerdeführer habe über stark vermehrte Beschwerden geklagt und notfall
mässig den Hausarzt aufgesucht, wobei die Leistung nach einer Ruhepause von zwei Tagen nun wieder 75
% betrage.
Er
beurteilte, bei der somatischen Unter
suchung sei eine schlecht entwickelte Muskulatur aufgefallen, wobei diese nicht besonders verspannt sei. Auffallend sei die Ängstlichkeit des Beschwerdeführers, welcher sich sorgfältig und ängstlich monitorisiere, sodass verständlich werde,
dass die Ausdehnung der Arbeitszeit zur Erfüllung der wahrscheinlich vorhan
de
nen
”
Prophezeiung
”
geführt habe, er sei noch nicht in diesem Ausmass arbeits
fähig. Entsprechend empfehle er, die sehr ausgebaute Schmerzmedikation allen
falls unter Abgabe eines Antidepressivums sukzessive zu reduzieren sowie eine medizinische Trainingstherapie (MTT) zu initiieren und in der Freizeit ein- bis zweistündige Spaziergänge auch mit höherem Tempo zu unternehmen. Er habe dem Beschwerdeführer aufgezeigt, dass dies mit gewissen Beschwerden verbun
den sein werde, welche keine gravierende Bedeutung hätten und er zu ertragen habe, um eine höhere Leistungsfähigkeit zu erreichen. Entsprechend habe er für das aktuelle Datum die Arbeitsunfähigkeit von 25
% bestätigt und gegenüber dem Beschwerdeführer klar festgehalten, dass spätestens im Juni 2011 die volle Leistungsfähigkeit erreicht sein sollte (Urk.
8/89 S. 3
f.).
3.
7
Auf Anfrage der Beschwerdegegneri
n
berichtete
der Chiropraktor Dr.
C._
a
m 7.
Juli 2011
von einer Sistierung der Therapie seit
18.
Mai 2011, da bis
lang
nur eine Besserung der Bewegung, nicht
jedoch
der Schmerzen erreicht worden sei. Er befand, dass der Heilungsverlauf durch psychosoziale Faktoren
be
einflusst
werde und der Beschwerd
eführer austherapiert sei (Urk.
8/106).
3.
8
Der Hausarzt
Dr.
B._
hielt
am 12.
Juli 2011 zuhanden der Beschwerdegegne
rin
fest
, es gehe dem Beschwerdeführer schlechter als die
bescheinigte
Arbeits
un
fähigkeit von 25
%. Trotz persistierende
r
starke
r
LWS-Beschwerden, Kopf
schmer
zen,
Müdigkeit und
einer
depressiven Stimmung gebe er sich sehr Mühe zu ar
beiten, wobei er starke Medikamente einnehme. Falls sich die Symptomatik bis nach den Ferien nicht bessere, werde er den Beschwerdeführer in die
G._
anmelden.
Je nach Verlauf sei dann eventuell eine erneute Vor
stell
ung beim SUVA-Arzt notwendig.
Er sei überzeugt, dass der Beschwerde
führer bei Konsultation eines anderen Arztes langfristig eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit
”
erhalten
”
würde
(Urk. 8/107, Urk.
8/109).
3.
9
Der SUVA-Kreisarzt Dr.
med.
H._
,
Facharzt f
ür Chirurgie,
befand
am 20.
Juli 2011, für den vom Hausarzt
angekündigten
Rehabilitationsaufenthalt könne keine Kostengutsprache erteilt werden, da von weiteren Behandlungen keine nam
hafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes zu erwarten
und
der Status quo sine per 30.
Juni 2011 erreicht sei (Urk
.
8/111; vgl. auch
sein
Be
richt
an Dr.
B._
vom 21. Juli 2011
[
Urk.
8/110
]
).
3.
10
In der Folge attestierte Dr.
B._
eine
volle
Arbeitsfähigkeit ab 22.
August 2011 (Urk.
8/117) und verordnete bei der Diagnose eines
p
anvertebral
en S
chmerzsyn
droms
(weiterhin) Physiotherapie
im Sinne eine
r Langzeitbehandlung (Urk. 8/98, Urk. 8/118, Urk.
8/122).
Nach
der
am 19. September 20
11
verfügten Leistungseinstellung per 21. August 2011 (Urk. 8/119)
führte
Dr.
B._
am 8.
Oktober 2011 zuhanden des damaligen Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
aus
, letzterer
leide an
persistierenden starken
Schmerzen,
welche
unter
Physio- und Antischmerztherapie nicht ge
bessert hätten. Trotzdem versuche der Beschwerdeführer vollzeitlich zu arbeiten, wobei
ihn jedoch die sehr starken Schmerzen in der Arbeitsleistung
beeinträch
tigten.
Aus hausärztlicher Sicht sei daher
höchstens eine 60-70%ige Leistungs
fähigkeit gegeben. Er werde den Beschwerdeführer für einen Aufenthalt in der
G._
anmelden, falls nach den Ferien keine
Besserung einge
treten sei (Urk.
8/124 S.
5).
Ab 31.
Oktober 2011
attestierte
der Hausarzt wieder
eine Arbeitsunfähigkeit von 25 %
, welche er später
rückwirkend
auf 40 % erhöhte
(Urk.
8/131
, Urk. 8/
142
).
3.1
1
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Neurologie, welche den Beschwerdefüh
rer im Zuge
des Einspracheverfahrens am 21.
November 2011 auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin untersucht
hatt
e,
beurteilte
in ihrem Bericht vom 24.
November 2011, der klinisch neurologische Untersuchungsbefund sei aktuell bis auf ein linksbetontes Cervicalsyndrom normal. "Harte" Ausfälle wie Reflex-Asymmetrien oder Atrophien fänden sich nicht, die angegebene Fühlstörung mit streng medialer Begrenzung am Rumpf sei nicht anatomisch zuordenbar. Weder klinisch noch elektrophysiologisch bestünden Hinweise auf eine radiku
läre oder peripher nervöse Läsion. Dementsprechend seien die geklagten Be
schwerden am linken Arm und
an
der linken Körperseite zum Teil im Rahmen einer cervicospondylogenen Symptomatik, wahrscheinlich
jedoch
auch in einem mal
adaptiven
Umfang mit den Beschwerden und
einer erheblichen Symptom
aus
weitung zu interpretieren (Urk. 8/134 S.
3).
3.1
2
A
m 5.
Dezember 2011 erklärte die SU
VA-Versicherungsmedizinerin Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Chirurgie, an d
er Leistungseinstellung per 21.
August 2011
infolge Erreichens des Status
quo sine sei festzuhalten (Urk.
8/137).
3.1
3
Die Ärzte des
K._
nannten
im beschwerdeweise in
s Recht gelegten Bericht vom 7.
Mai 2012
an den
damaligen Rechtsvertre
ter
des Beschwerdeführers
als Diagnosen
eine HWS-Distorsion, einen Tinnitus, eine mittelgradige depressive Episode
und
eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung
. Sie
beurteilten,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei
die natürli
che Kausalität
gegeben
,
und
bescheinigten
dem Beschwerdeführer
eine Ar
beits
unfähigkeit von 40
% ab 1. Mai 2012 (Urk.
3/4
,
Urk.
3/6
).
4.
4.1
Auf Grund der
dargelegten
medizinischen Aktenlage steht
unbestrittenermassen
fest
, dass
sich die vom Beschwerdeführer
im Nachgang zum Unfallereignis vom
23. September 2010
g
eklagten gesundheitlichen Beein
trächtigungen
, welche zum
typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS (vgl. dazu
BGE
117 V 359
E. 4b)
gehören,
trotz eingehender klinischer und bildgebender Unter
suchungen weder initial noch im Verlauf
durch ein organisches Korrelat
objek
ti
vieren liessen.
4.2
4.
2
.1
Die beschwerdeweise am
angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
geübte Kritik
bezieht
sich
im Wesentlichen
auf
den Zeitpunkt des Fallabschlusses
(Urk. 1 S. 3 ff.)
.
4.2.2
Nach
Art. 19 Abs. 1 UVG und der dazu ergangenen Rechtsprechung
hat
der Un
fall
versicherer den Fall (unter Einstellung
von
Heilbe
handlung und
Taggeld
sowie
Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritäts
ent
schä
di
gung) abzuschliessen
, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) ab
geschlossen sind (BGE 134 V 109 E. 4.1).
Was unter einer namhaften Besse
rung des Gesundheitszustandes
in diesem
Sinne zu verstehen ist, bestimmt
sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstel
lung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese un
fallbedingt beeinträchtigt ist, wobei
die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E.
4.3).
4.
2
.
3
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 4 und 6) ist ge
stützt auf die
medizinische Akten
lage davon auszugehen, dass am 21. August 2011
die Folgen des Unfallereignisses vom 23. September 2010 längst soweit abge
heilt
waren, dass von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besse
rung des Gesundheitszustandes im Sinne der dargelegten Rechtsprechung mehr erwartet werden konnte. Jedenfalls ist keine medizinische Stellungnahme akten
kundig, welcher sich die Prognose einer nach diesem Datum noch zu er
warten
den gesundheitlichen Besserung mit der Folge einer erheblichen Steige
rung der
unfallbedingt beeinträchtigten Ar
beitsfähigkeit entnehmen liesse. Der Beschwer
de
führer benennt denn auch keine konkrete medizinische Massnahme, von wel
cher solches zu erwarten wäre.
Insbesondere lässt
ein weiterer Rehabili
tati
ons
aufenthalt – wie
er
von Dr.
B._
in Aussicht gestellt
wurde
(E. 3.7
und
E. 3.9) –
mit
Blick auf den in der Re
haklinik
A._
ausgebliebenen Behand
lungs
erfolg
(E. 3.2) und – wie
teilweise
auch
be
schwerdeweise
an
erkannt
wurd
e (Urk. 1 S. 4) – die
bis
her
ohne massgebende
n
Fortschritt
gebliebene
p
hysiothe
r
apeutische
,
medikamentöse
und chiroprak
tische Be
handlung
keine entspre
chende Schluss
fol
gerung zu
.
Dass der Hausarzt
oder die
Ärzte des
K._
weitere
(erfolgversprechende)
Therapie
n
in Erwägung gezogen hätte
n
,
ist nicht akten
kundig
.
Damit korreliert, dass der Chiropraktor Dr.
C._
die Be
handlung Mitte Mai 2011 sistierte
und
den Beschwerde
führer am 7. Juli 2011
als "austherapiert" bezeichnete (E. 3.6).
Hinzu kommt, dass dem Be
schwerde
füh
rer
ärztlicherseits
bereits seit
l
ängerem wieder eine Arbeitsfähigkeit
von 100 %
in der angestammten Tätigkeit als Produktionsmit
arbeiter
attestiert
wurde
(
E. 3.3
und E. 3.6)
und sich die
vom Hausarzt
(E. 3.10) sowie
von
den Ärzten des
K._
(E. 3.13) bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit
von 40 %
nicht nachvollzieh
en lässt
.
Soweit
d
er
Beschwerdeführer einwendet
, es seien Eingliederungsmassnahmen der
IV im Gange
(Urk. 1 S.
6), ist darauf hinzuweisen, dass sich der in Art.
19
Abs.
1
UVG vorbehaltene Abschluss allfälliger Eingliederungsmassnahmen der IV
pra
xis
gemäss
nur auf Vorkehren bezieht,
welche
geeignet sind, den einer Invali
denrente
der Unfallversicherung
zu Grunde liegenden Invaliditätsgrad zu be
ein
flussen
(
Urteil
des Bundesgerichts U
79/07
vom 21.
Februar 2008
E. 3.2.2)
. Dies trifft auf die von der
IV
unter dem Titel
einer
Frühintervention erteilte Kos
ten
gutsprach
e für einen Deutschkurs
(Mitt
eilung vom 4. August 2011 [Urk.
8/115]
)
sowie für die
zugesprochene
Arbeitsvermittlung in Form von
Er
haltung des
Arbeitspl
atze
s
(Mitteilung vom 8.
November 2011 [Urk.
8/133]) nicht zu.
Im Übrigen stünde ein
ausstehender
Entscheid der IV
eine
m Fallab
schluss durch den Unfallversicherer nicht entgegen, sondern könnte allenfalls einen Anspruch auf eine Übergangsrente
gemäss Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbin
dung mit Art.
30
der Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
begründen. Beim Entscheid
über
eine
Übergangsrente ist der Unfallversicherer jedoch – nicht anders als beim
Entscheid über eine definitive Invalidenrente – ebenfalls gehalten, die Adä
quanz
frage
(E. 4.
4
)
zu prüfen.
4.
3
4.3.1
E
rweist sich
nach dem
Dargelegten
der Fallabschluss per 21. August 2011 nicht als verfrüht
,
ist die Frage zu beantworten
, ob zwischen den
vom Beschwerde
führer
darüber
hinaus anhaltend geklagten
Beschwerden
–
welchen
nach den vor
stehenden Ausführungen
(E. 4.1)
kein klares unfallbedingtes organisches
Korre
lat zu Grunde liegt
–
und dem Unfall
ereignis
vom 23. September 2010 nach
rund elf Monaten noch ein rechtsgenüglicher
(natürlicher und adäquater) Kausal
z
usammenhang besteht (E. 1.
2
und
E.
1.
3
).
4.3.2
Hier
bei
muss nicht abschliessend geklärt werden, ob die im Zeitpunkt des Fall
ab
schlusses noch
geklagten
Beschwerden
in einem natürlichen Kausalzusam
menhang zum
Verkehrsunfall
vom
23
. September 20
10
stehen. Denn wie
vor
stehend
festgehalten (
E.
1.3.2), ist bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden eine besondere Adäquanzprüfung vorzunehmen. Ob diese nach den in BGE
115 V 133 genannten Grundsätzen (sogenannte Psycho-Praxis) oder nac
h der vom Bundesgericht mit BGE
1
17 V 359 begründeten und in BGE
134 V 109 präzisierten Rechtsprechung (sogenannte Schleudertrauma-Praxis) zu er
folgen hat, kann
vorliegend
ebenfalls offen bleiben,
da
–
wie im Folgenden zu zeigen sein wird (
E.
4.
4
) - auch die Beurteilung nach der für d
en
Beschwerde
fü
hrer
günsti
geren letzteren Praxis zur Verneinung der Adäquanz führt.
Dem
entsprechend
erübrigen sich Weiterungen zum natürlichen Kausalzusammen
hang einschliess
lich der vom Beschwerdeführer
(Urk. 1 S. 3)
verneinten
Frage des Erreichens des
Status quo sine (vgl. dazu BGE
135 V 465 E. 5.1).
4.4
4.
4
.1
I
m Rahmen der für die Belange der Adäquanz
prüfung
vorzunehmenden Eintei
lung stufte d
ie Beschwerdegegnerin
den Verkehrsunfall vom 23.
September 2010
(E. 3.1)
als
höchstens mittelschwere
s Ereignis
im
engeren Sinne
ein
(Urk. 2 S.
6).
Dies wurde vom Beschwerdeführer
nicht
bemängelt
und gibt mit
Blick auf die bundesgerichtliche
Kasuistik (vgl. etwa Urteil
8C_241/2012 vom 3. August 2012
E.
4.3) und unter Berücksichtigung der
vorliegenden Akten
(
Polizeiakten [Urk. 8/26,
Urk. 8/72], Schlussbericht der Haftpflichtversicherung vom 19. Okto
ber 2010 [Urk. 8/75-76] und
biomechanische Kurzbeurteilung vom 31. Oktober 2011
[Urk. 8/132])
zu keinen Bemerkungen Anlass.
4.
4.2
Bei
dieser
Unfallschwere müssten
rechtsprechungs
gemäss von den massgeben
d
en
sieben Kriterien (E.
1.
3.3
) mindestens drei in der einfachen Form oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit
der adäquate Kausal
zu
sam
menhang
bejaht werden könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/20
09 vom
29. Januar 2010 E.
4.5).
Während die Beschwerdegegnerin keines dieser
K
rite
rien
als erfüllt betrac
htete (Urk. 2 S.
6), postulierte der Beschwerdeführer, mit dem Über
schla
gen des Autos seien besonders eindrücklich
e Begleitumstände gegeben
(Urk. 1 S. 6
f.). Dass die übrigen Kriterien erfüllt sein sollen, wurde
von ihm
nicht
be
hauptet
und ist
an
hand
der Akten auch nicht erstellt
,
sodass
sich
entsprech
ende
Ausführungen
erübrige
n.
Dementsprechend
müsste das Kriterium der
besonders
dramatischen
Begleitum
stände respektive besonderen
Eindrück
lichkeit
des Un
falls
in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, was seitens des Beschwerde
führers
nicht
vorgebracht
wurde und
unter Berücksichtigung der Kasuistik
(vgl.
die Übersicht über die P
raxis
hierzu
im Urteil
des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom 6. November
2012 E.
6.1
.1)
auch nicht zutrifft.
So wurde das Kriterium in
besonders ausgeprägter Form etwa bejaht: in Bezug auf einen Un
fall, bei wel
chem die Lenkerin eines Personenwagens nachts bei einer Geschwindigkeit von 110 bis 120 km/h wegen eines auf der Fahrbahn liegenden toten Dachses die Herr
schaft über das Fahrzeug verlor, welches sich zweimal um die eigene Achse
drehte, überschlug und auf dem Dach gegen die rechte Fahrbahn schlitterte, dort
mit einem Zweitauto kollidierte und auf dem Dach liegend auf der linken Fahr
bahn zum Stillstand kam, worauf es, als die Lenkerin und die mitfahrende ver
sicherte Person noch darin sassen, von einem dritten Auto gerammt und einige Meter weggeschleudert wurde (Urteil U 185/05 vom 20. Oktober 2005 E. 4.2);
bei einem heftigen Zusammenstoss eines Personen
wagens mit einem entgegen
kommenden, überholenden Auto, welches auf die eigene Fahrbahn zurückge
wor
fen
wurde, worauf vier weitere Personenwagen in die beiden Unfallfahr
zeuge prallten; von den beiden Insassen des entgegenkom
menden Personenwagens verstarb einer noch am Unfallort und der andere da
nach (Urteil U 368/01 vom 9. April 2002 Sachverhalt A und E. 5c); bei einer Mehrfachkollision in einem
Tunnel mit drei beteiligten Personenwagen, wobei der Lenker des voraus
fah
ren
den Fahrzeugs getötet und derjenige des entgegen
kommenden Fahrzeugs schwer
verletzt wurden
(RKUV
1999 Nr. U 335 S. 207 E.
3b/cc, U 287/97).
Derartige Verhältnisse sind im Falle des Beschwerdeführers nicht gegeben.
4.
4
.3
Ist
nach dem Ausgeführten
von den sieben massgebenden Adäquanzkriterien keines erfüllt, geschweige denn in besonders ausgeprägter Weise
, so
ist die Adä
quanz eines
etwaigen
natürlichen Kausalzusammen
hangs zwischen dem Unfall
ereignis vom
23.
September 2010
und den über den
21. August 2011
hinaus ge
klagten Beschwerden zu verneinen.
Soweit sich der Beschwerdeführer zur
Ver
schul
densfrage
äussert,
ergibt sich
mit der Beschwerdegegnerin (Urk. 7 S. 6), dass
dies haftpflichtrechtlich von Bedeutung
sein
mag, jedoch n
icht im vorlie
genden Verfahren
.
5.
Folglich
erweist sich der angefochtene
Einsprache
entscheid
vom 4. April 2012
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.