Decision ID: 73b8f68f-0784-5e83-b8ae-9545190f363a
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 16. Oktober 2014 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle St. Gallen an (IV-act. 2). Er gab an, er leide seit
dem 28. August 2014 aufgrund einer Durchblutungsstörung an einer inkompletten
Tetraplegie sub C2 (vgl. IV-act. 15). Im Laufe des Verfahrens beantragte das Schweizer
Paraplegiker Zentrum für den Versicherten die Kostenübernahme für unterschiedliche
behinderungsbedingte Anpassungen und Änderungen im Wohnbereich sowie für
Hilfsmittel zur Unterstützung seiner Selbständigkeit (vgl. IV-act. 33, 55, 87).
A.b Am 11. März 2015 gab Dr. med. B._, leitender Arzt Paraplegiologie, an, dass der
Versicherte auf ein Elektrobett angewiesen sei (IV-act. 58). Das Elektrobett als
Hilfsmittel ermögliche es dem Versicherten, zu Bett zu gehen und aufzustehen. In einer
ergotherapeutischen Hilfsmittelverordnung vom 26. März 2015 stellte das Schweizer
Paraplegiker Zentrum einen Antrag für einen Infrarot-Sender und einen Infrarot-
Empfänger (IV-act. 57, 67). Zur Begründung führte es aus, der Versicherte sei auf ein
Umweltkontrollgerät angewiesen. Damit dieses Gerät auch mit dem Elektrobett
kommunizieren könne, müsse das Bett mit einem Infrarot-Sender und einem Infrarot-
Empfänger ausgerüstet werden. Dadurch könne der Versicherte das Elektrobett
selbstständig bedienen. Der Versicherte reichte am 3. April 2015 eine entsprechende
Offerte der C._ AG ein. Für einen Infrarot-Sender, einen Infrarot-Empfänger und ein
Infrarot-Verteilkabel für das Elektrobett wurde ein Betrag von insgesamt Fr. 862.--
offeriert (IV-act. 57).
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A.c Am 2. Juni 2015 erteilte die IV-Stelle der D._ AG den Auftrag, zur Evaluierung
geeigneter Geräte im Rahmen eines Umweltkontrollgerätes und angepasster Hilfsmittel
für den Arbeitsplatz eine Vorabklärung vorzunehmen und anschliessend über das
Ergebnis mit allfälligen Kostenvoranschlägen zu berichten. Die IV-Stelle bat um eine
separate Aufführung, welche Geräte die Ziffer 15.05 HVI-Anhang beträfen und was
unter die Ziffer 13.01* HVI-Anhang unterzuordnen sei. Sie führte aus, dass der Einsatz
eines Umweltkontrollgerätes vor allem im Zusammenhang mit der Telefonbedienung
vorstellbar sei. Das Zubehör am Elektrobett könne nicht berücksichtigt werden (IV-act.
89). Eine konkrete Prüfung oder Abklärung des Infrarot-Senders und Infrarot-
Empfängers wurde nicht durchgeführt. Mit einer Verfügung vom 4. Juni 2015 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten ein Elektrobett im Betrag von Fr. 2‘490.-- zuzüglich einer
Auslieferungspauschale von Fr. 250.-- zu (IV-act. 93). Ebenfalls am 4. Juni 2015 erliess
die IV-Stelle einen Vorbescheid, mit dem sie dem Versicherten mitteilte, dass sie das
Gesuch um eine Fernbedienung für das Elektrobett (Infrarot-Sender) abweisen werde.
Die IV-Stelle begründete dies damit, dass ein Infrarot-Sender und ein Infrarot-
Empfängergerät zu einem elektrisch verstellbaren Pflegebett kein Umweltkontrollgerät
darstellten, weshalb eine Kostenvergütung durch die Invalidenversicherung nicht in
Betracht falle. Die Kontaktpflege könne mit einem Infrarot-Sender nicht beeinflusst
werden. Der Sinn eines Umweltkontrollgerätes sei es, dass eine Person nicht
vereinsame und dass ein Mindestmass an sozialen Kontakten garantiert werden könne
(IV-act. 94).
A.d Am 10. Juni 2015 reichte E._, Berater für elektronische Hilfsmittel von der D._
AG (Vermittlung von elektronischen Hilfsmitteln für Menschen mit einer Behinderung),
der IV-Stelle auf deren Verlangen einen Bericht ein (IV-act. 97). Darin beschrieb er die
Notwendigkeit des Umweltkontrollgerätes. Er führte aus, dass auch eine Ansteuerung
des Pflegebettes geplant sei. Das Hilfsmittel solle im Liegen wie auch im Rollstuhl
genutzt werden können. Namentlich solle die Ansteuerung diverser Komponenten wie
des Lifts, des Lichts, des Pflegebetts, des Telefons und der Gegensprechanlage
ermöglicht werden. Zudem bestehe die Möglichkeit, Geräte, welche über eine Infrarot-
Fernbedienung ausgestattet seien, anzusteuern.
A.e Am 17. Juni 2015 reichte das Schweizer Paraplegiker Zentrum als Reaktion auf
den Vorbescheid der IV-Stelle vom 4. Juni 2015 ein „Wiedererwägungsgesuch“
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betreffend die Infrarot-Schnittstelle (Fernbedienung) am Pflegebett ein (IV-act. 104). Zur
Begründung führte es aus, der Versicherte könne aufgrund der nicht innervierten Arm-,
Hand- und Fingermuskulatur keine herkömmlichen Schalter und Tasten bedienen,
weshalb er das Umweltkontrollgerät HouseMate verwende. Um im Liegen selber einen
Lagewechsel vornehmen zu können, müsse das Elektrobett mit einer Infrarot-
Schnittstelle ausgestattet sein, welches er dann via Umweltkontrollsystem bedienen
könne. Die erwähnten Hilfsmittel seien in der IV-Liste aufgeführt und somit einer
Hilfsmittelkategorie zugeordnet.
A.f Am 26. Juni 2015 forderte die IV-Stelle die D._ AG auf, detailliert zum
Einsatzbereich und zur Notwendigkeit jeder einzelnen Position des Kostenvoranschlags
vom 10. Juni 2015 Stellung zu nehmen (IV-act. 103). Die D._ AG nahm am 7. Juli
2015 zu den offenen Fragen der IV-Stelle Stellung (IV-act. 120). Sie beschrieb die
einzelnen Positionen, die im Zusammenhang mit dem Umweltkontrollgerät standen,
genauer.
A.g Am 21. Juli 2015 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, diverse Fragen
betreffend das Umweltkontrollgerät zu beantworten, um sich ein Bild über seine
aktuelle Betreuungssituation nach der Rückkehr vom stationären Aufenthalt zu
verschaffen (IV-act. 125). Der Versicherte antwortete, indem er seinen Tagesablauf
schilderte (IV-act. 149). Er führte aus, dass er von ca. 07.50 Uhr bis 10.05 Uhr Pflege
der Spitex erhalte. Von 10.05 Uhr bis 12.00 Uhr sei er alleine zu Hause. Von 12.00 Uhr
bis 12.40 Uhr erhalte er von der Spitex Pflege. Von 12.40 Uhr bis 20.30 Uhr sei er dann
wieder alleine und von 20.30 Uhr bis 21.10 erhalte er wieder Pflege von der Spitex.
Dann sei er von 21.10 Uhr bis 07.50 Uhr erneut alleine. In der Regel sei seine Frau ab
17.30 Uhr zu Hause. Jedoch sei er nicht der Meinung, dass seine Frau ihre Freizeit
nach ihm ausrichte, sondern dass sie diese selber gestalten könne. Deshalb könne
davon ausgegangen werden, dass er regelmässig alleine zu Hause sei. Täglich sei er
ungefähr zehn Stunden alleine zu Hause. Während dieser Zeit sei er aufgrund seiner
Lähmung darauf angewiesen, dass er das Telefon, den Computer, die Fenster und die
Türen über das Umweltkontrollsystem selber bedienen könne. Über das Telefon und
den Computer könne er seine sozialen Kontakte pflegen und sich auf die berufliche
Integration vorbereiten.
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A.h Mit einer Verfügung vom 22. Juli 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
betreffend den Infrarot-Sender und -empfänger zum Elektrobett ab (IV-act. 126). Zur
Begründung führte sie aus, es sei nachvollziehbar und verständlich, dass ein
selbständiger Positionswechsel und das allgemeine Bedienen des Bettes
wünschenswert seien, jedoch sei dies nicht im Sinne der Gesetzgebung. Ein
Umweltkontrollgerät diene der Pflege von gesellschaftlichen Kontakten. Der Terminus
„Kontakt mit der Umwelt“ gemäss Ziffer 15.05 HVI-Anhang meine in Bezug auf
Umweltkontrollgeräte nur das Ermöglichen eines minimalen Umweltkontaktes. Das
Pflegebett nach Ziffer 14.03 HVI-Anhang diene dem Zweck, dass sich eine versicherte
Person ins Bett legen und davon (wenn notwendig mit Dritthilfe) aufstehen könne
(Höhenverstellbarkeit). Die Bedienung des Bettes sowie das Ausführen eines
Positionswechsels im Bett seien darin nicht enthalten. Der Anspruch auf das
Umweltkontrollgerät und die übrigen Zusätze zum Umweltkontrollgerät würden noch
separat geprüft.
B.a Am 8. September 2015 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
vom 22. Juli 2015 erheben (act. G 1). Er beantragte deren Aufhebung und die
„Verurteilung“ der Beschwerdegegnerin zur Übernahme der Kosten für einen Infrarot-
Sender und einen Infrarot-Empfänger zu seinem Elektrobett im Betrag von Fr. 862.--
gemäss der Offerte der C._ AG vom 18. März 2015. Eventualiter beantragte er die
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin. Zur Begründung machte er
geltend, er sei aufgrund der ihm fehlenden Handfunktion darauf angewiesen, dass er
das Elektrobett mittels des Umweltkontrollsystems HouseMate bedienen könne. Nur so
könne er im Liegen selbstständig einen Lagewechsel vornehmen. Damit eine solche
Bedienung des Elektrobetts mittels des Umweltkontrollsystems möglich sei, müsse das
Elektrobett zwingend mit einem Infrarot-Sender und mit einem Infrarot-Empfänger
ausgestattet werden. Ohne diese Hilfsmittel wäre er für jeden Positions- und
Lagewechsel auf die Hilfe seiner Ehefrau angewiesen. Er müsste sie folglich während
der Nacht ständig wecken. Dies wäre für seine Ehefrau absolut unzumutbar, da sie
erwerbstätig sei und während der Nacht eine angemessene Erholungs- und Schlafzeit
benötige. Die Gewährleistung von regelmässigen Positions- und Lagewechseln sei für
ihn aus gesundheitlichen Gründen, unter anderem auch zur Vermeidung eines
Dekubitus, unabdingbar. Ausserdem entspreche ein regelmässiger Positions- und
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Lagewechsel im Bett einem menschlichen Grundbedürfnis. Beim Infrarot-Sender und
Infrarot-Empfänger handle es sich somit um ein invaliditätsbedingtes notwendiges
Zubehör zum ebenfalls beantragten Elektrobett, welches der Selbstsorge diene.
Demzufolge habe er gemäss Art. 2 Abs. 3 HVI i.V.m. Ziffer 14.03 HVI-Anhang einen
Anspruch auf Erteilung einer Kostengutsprache für einen Infrarot-Sender und Infrarot-
Empfänger am Elektrobett.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. November 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie machte insbesondere geltend, dass ein Elektrobett unter
dem Titel der Selbstsorge abgegeben worden sei. Es gehe darum, versicherte
Personen in ihrer Selbstsorge zu unterstützen. Das verstellbare Elektrobett erleichtere
im Vergleich zu einem normalen Bett der Hilfsperson des Beschwerdeführers die Hilfe
für den Transfer von Bett zum Rollstuhl und umgekehrt. Da der Beschwerdeführer für
den Transfer sowieso auf Dritthilfe angewiesen sei, sei es unerheblich, ob er für den
Transfer das Elektrobett selbständig bedienen könne. Zudem werde mit der
Übernahme der Kosten für das Elektrobett in der Höhe von Fr. 2‘490.-- der
Höchstbetrag von Fr. 2‘500.-- grundsätzlich bereits ausgeschöpft. Die Übernahme
eines höheren Betrages sei also nicht möglich. Weiter werde in Ziffer 14.03 HVI-
Anhang ausdrücklich festgehalten, dass Elektrobetten mit Aufzugbügel, jedoch ohne
Matratze und sonstiges Zubehör, abgegeben würden. Gestützt auf diese Ziffer sei es
der Beschwerdegegnerin somit nicht möglich, weiteres Zubehör wie den Infrarot-
Sender und Infrarot-Empfänger, auch entgegen Art. 2 Abs. 3 HVI, zu übernehmen.
Gemäss der Rechtsprechung bestehe auch keine Verpflichtung, sämtliche Hilfsmittel,
welche eine invalide Person zur Eingliederung bedürfe, in die Hilfsmittelliste
aufzunehmen. Vielmehr könne der Bundesrat oder an seiner Stelle das Departement
eine Auswahl treffen und die Zahl der Hilfsmittel beschränken, wobei ein weiter
Spielraum der Gestaltungsfreiheit bestehe.
B.c Mit der Replik vom 14. Dezember 2015 (act. G 6) hielt der Beschwerdeführer an
seinen Anträgen fest. Er wandte ein, dass es sich beim Infrarot-Sender und Infrarot-
Empfänger um ein invaliditätsbedingtes notwendiges Zubehör zum Elektrobett handle,
welches der Selbstsorge diene. Ohne Infrarot-Fernbedienung sei es ihm nicht möglich,
mit der Umwelt in Kontakt zu treten, da er sich gar nicht bis zu diesen Geräten erheben
und diese somit auch nicht bedienen könne. Insofern seien für die Infrarot-Sender und
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Infrarot-Empfänger auch die Anspruchsvoraussetzungen eines Umweltkontrollgerätes
gemäss Ziffer 15.05 HVI-Anhang erfüllt.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 21. Dezember 2015 auf eine Duplik und
hielt an den Ausführungen in der Beschwerdeantwort und am Antrag vollumfänglich
fest (act. G 8).

Erwägungen
1.
Mit der Verfügung vom 22. Juli 2015 ist das Leistungsbegehren betreffend den Infrarot-
Sender und Infrarot-Empfänger (Fernbedienung) zum Elektrobett abgewiesen worden.
Das Umweltkontrollgerät und die übrigen Zusätze werden gemäss IV-Stelle separat
geprüft. Vorliegend ist deshalb nur zur untersuchen, ob der beantragte Infrarot-Sender
und Infrarot-Empfänger zur Bedienung des Elektrobetts von der Beschwerdegegnerin
als Hilfsmittel zu vergüten ist. Ein allfälliger Anspruch auf ein Umweltkontrollgerät
gehört nicht zum Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.
2.
2.1 Gemäss Art. 21 Abs. 2 IVG hat der Versicherte, der infolge seiner Invalidität für die
Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die
Selbstsorge kostspieliger Geräte bedarf, im Rahmen einer vom Bundesrat
aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche
Hilfsmittel. Hilfsmittel im Sinne der Invalidenversicherung sind dazu da, eine fehlende
Körperfunktion zu ersetzen, um dadurch dem Versicherten eine gewisse
Selbständigkeit zurückzugeben. Die Liste der Hilfsmittel, welche in Art. 21 IVG erwähnt
werden, ist Gegenstand einer Verordnung des Eidgenössischen Departements des
Innern (Art. 14 Abs. 1 IVV). Im Anhang der Verordnung des EDI über die Abgabe von
Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) werden fünfzehn Hilfsmittelkategorien
aufgezählt. Diese Auflistung ist abschliessend. Im Einzelfall ist innerhalb einer
Hilfsmittelkategorie zu prüfen, ob die Aufzählung der einzelnen Hilfsmittel ebenfalls
abschliessend oder bloss beispielhaft ist. Damit die Kosten für eine Sache
übernommen werden können, muss diese unter eine Hilfsmittelkategorie bzw. unter ein
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bestimmtes Hilfsmittel subsumiert werden können. Ist dies nicht der Fall, fällt eine
Kostenübernahme ausser Betracht. Gemäss Art. 2 Abs. 1 HVI besteht im Rahmen der
im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge
notwendig sind. Für die Beantwortung der Frage, ob die Kosten des Infrarot-Senders
und des Infrarot-Empfängers aufgrund der HVI übernommen werden können, muss
deren Einordnung in eine Hilfsmittelkategorie überprüft werden.
2.2 Gemäss Ziffer 14.03 HVI-Anhang werden Elektrobetten unter dem Titel der
Selbstsorge zur Verwendung im privaten Wohnbereich nur jenen Versicherten
abgegeben, die darauf angewiesen sind, um zu Bett zu gehen und aufzustehen.
Dauernd Bettlägerige sind vom Anspruch ausgeschlossen. Dementsprechend wird ein
Elektrobett dann als Hilfsmittel eingesetzt, wenn es den Transfer in und aus dem Bett
ermöglicht oder wie im vorliegenden Fall erleichtert. Dem Beschwerdeführer ist es
aufgrund seiner Tetraplegie nicht möglich, ohne Hilfe Dritter ins Bett zu gelangen oder
aus dem Bett zu kommen. Das Elektrobett erleichtert der Hilfsperson den Transfer des
Beschwerdeführers vom Bett zum Rollstuhl und umgekehrt. Der Zweck der Abgabe
eines Elektrobetts als Hilfsmittel besteht also ausschliesslich darin, den Transfer einer
versicherten Person zu ermöglichen oder zu erleichtern. Den dauernd Bettlägerigen
wird der Anspruch gemäss HVI bewusst verwehrt, da sie nicht aufstehen und wieder
abliegen. Laut Art. 2 Abs. 3 HVI erstreckt sich der Anspruch der Hilfsmittel auch auf
das invaliditätsbedingt notwendige Zubehör und die invaliditätsbedingten
Anpassungen. Dieser Absatz stellt jedoch keine eigenständige Regelung dar, welche
eine eigene Hilfsmittelart „Zubehör“ entstehen lassen würde. Sie ist vielmehr eine
Auslegungshilfe zu den einzelnen Hilfsmittelkategorien: Das Hilfsmittel muss auch das
notwendige Zubehör umfassen. Gemeint ist jenes Zubehör, ohne welches das konkrete
Hilfsmittel seine Funktion, eine ausfallende Körperfunktion im konkreten Einzelfall zu
ersetzen, nicht erfüllen kann. Die Ausrüstung des Elektrobetts mit einem Infrarot-
Sender und -empfänger dient im vorliegenden Fall nicht der Erleichterung des
Aufstehens und Abliegens, sondern dem Lagewechsel im Bett. Die Pflege- oder
Betreuungsperson, die dem Beschwerdeführer beim Aufstehen oder Abliegen hilft,
kann das Elektrobett nämlich ohne weiteres mit der Standardsteuerung bedienen; sie
benötigt keine Infrarotfernsteuerung. Beim Lagewechsel im Bett handelt es sich um
eine klassische Pflegeleistung, auch wenn sie dank einer Infrarotfernsteuerung des
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Elektrobetts nicht mehr durch eine Pflege- oder Betreuungsperson ausgeführt werden
müsste. Der Zweck des Elektrobetts unterscheidet sich demzufolge von demjenigen
des Infrarot-Senders und des Infrarotempfängers. Der Infrarot-Sender und der Infrarot-
Empfänger wären nur als notwendiges Zubehör zum Hilfsmittel Elektrobett zu
qualifizieren, wenn sie den Transfer in das Bett und aus dem Bett erleichtern würden.
Das ist unbestrittenermassen hier nicht der Fall. Deshalb können der Infrarot-Sender
und der Infrarot-Empfänger nicht als Zubehör zum Elektrobett angesehen werden,
denn Hilfsmittel – und damit auch deren Zubehör - sind nicht dazu da, Pflegeleistungen
zu erleichtern oder zu ersetzen. Die Hilfsmittelverordnung hat diesbezüglich auch keine
Erweiterung vorgenommen. Wenn Pflegeleistungen erbracht werden müssen, dann
sind diese nicht von der Invalidenversicherung, sondern von einem anderen
Sozialversicherungsträger zu übernehmen.
2.3 Ein Umweltkontrollgerät gemäss der Ziffer 15.05 der Liste im Anhang zur HVI wird
abgegeben, wenn eine schwerstgelähmte versicherte Person, die nicht in einem Spital
oder einer spezialisierten Institution für Chronischkranke untergebracht ist, nur durch
diese Vorrichtung mit der Umwelt in Kontakt treten kann. Der Beschwerdeführer ist
schwerstgelähmt und er lebt zuhause. Damit stellt sich die Frage, ob er, wenn er sein
Elektrobett fernsteuert, um sich umzubetten, im Sinne der Ziffer 15.05 HVI-Anhang mit
der Umwelt in Kontakt tritt. Weder der Begriff der Umwelt noch derjenige des Kontakts
ist vom Verordnungsgeber definiert worden. Versteht man unter dem Kontakt mit der
Umwelt den Kontakt mit anderen Menschen, kann die Ausrüstung eines Elektrobetts
mit einem Infrarotempfänger zum Vornherein nicht unter die Ziffer 15.05 HVI-Anhang
subsumiert werden. Die Umwelt besteht dann nur aus den Personen, mit denen der
Beschwerdeführer kommunizieren will oder muss. Versteht man unter dem Kontakt mit
der Umwelt aber, worauf die ausdrückliche Erwähnung der Steuerung eines
Elektrofahrstuhls als Anwendungsfall der Umweltkontrolle hindeutet, nicht die
Kommunikation mit den Menschen, sondern die Beeinflussung der räumlichen Umwelt
(z.B. das ferngesteuerte Betätigen eines Treppenlifts bei der Benützung des ebenfalls
ferngesteuerten Elektrofahrstuhls), so kann die Frage aufgeworfen werden, ob das
Elektrobett unter den Begriff der Umwelt zu subsumieren ist. Bei der Beantwortung
dieser Frage könnte geltend gemacht werden, für eine schwerstgelähmte Person,
welche die meiste Zeit im Bett liegen müsse, sei das Elektrobett ein wichtiger Teil der
Umwelt. Auch wenn es nach dem Alltagssprachgebrauch kaum üblich sein dürfte, das
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eigene Bett als Umwelt zu bezeichnen, könnte der Begriff der Umwelt als juristischer
Terminus technicus des Hilfsmittelrechts grundsätzlich so weit definiert sein. Dabei ist
aber zu beachten, dass eine Fernsteuerung des Elektrobetts nicht dessen
Hilfsmittelfunktion betreffen würde, denn dieser Funktion genügt das Elektrobett nach
dem oben Ausgeführten bereits mit der Standardsteuerung. Die zur Diskussion
stehende Infrarotfernsteuerung würde das Elektrobett in ein Behandlungs- bzw.
Pflegegerät „verwandeln“, indem es dem Beschwerdeführer die Möglichkeit bieten
würde, die Liegeposition zu verändern, ohne dazu eine Pflege- oder Betreuungsperson
beiziehen zu müssen. Damit wäre die Fernsteuerung aber nicht mehr ein
Umweltkontrollgerät i.S. der Ziffer 15.05 HVI-Anhang, sondern ein Zubehör zu einem
Behandlungs- bzw. Pflegegerät. Eine solche die Pflege erleichternde Fernsteuerung
wäre nicht durch die Invalidenversicherung zu decken, da der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf medizinische Massnahmen gemäss Art. 12 f. IVG haben kann. Die
Interpretation des Begriffs der Umweltkontrolle ergibt somit, dass die Fernsteuerung
des Elektrobetts zwar grundsätzlich unter diesen Begriff subsumiert werden könnte,
dass diese Interpretation aber nicht dem Sinn und Zweck der Ziffer 15.05 HVI-Anhang
entsprechen kann, weil die Fernsteuerung damit zu einem Zubehör eines Behandlungs-
bzw. Pflegegerätes würde, für das die Invalidenversicherung nicht aufzukommen hätte.
Fehlt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für eine Abgabe des Elektrobetts
als Behandlungs- oder Pflegegerät, so muss das auch für die Fernsteuerung als
Zubehör zu diesem Behandlungs- und Pflegegerät gelten. Die Beschwerdegegnerin hat
somit zu Recht auch die Anwendbarkeit der Ziffer 15.05 HVI-Anhang verneint.
3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich beim Infrarot-Sender und beim
Infrarot-Empfänger weder um ein Zubehör zum Elektrobett als Hilfsmittel zum
Abliegen/Aufstehen noch um ein Umweltkontrollgerät handelt. Demnach ist keine
Einordnung gemäss der Hilfsmittelverordnung möglich. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die entsprechenden Kosten nicht übernehmen können, d.h. sie hat zu Recht
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Ausrüstung des Elektrobetts mit
einem Infrarot-Sender und Infrarot-Empfänger verneint. Demnach ist die Beschwerde
abzuweisen.
4.
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Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese Gerichtsgebühr
ist von dem vollumfänglich unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen. Diese Gebühr
ist durch den vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.--
gedeckt.