Decision ID: 04455932-d269-516e-8fe1-b468b0b18a37
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ T. H.-K., bulgarische Staatsangehörige, geboren am 31. August 1968, reiste am 24.
Dezember 1999 in die Schweiz ein und heiratete am 29. Dezember 1999 den
Schweizer Bürger P.H., geboren am 16. Oktober 1953. In der Folge wurde T. H.-K. und
ihren beiden Söhnen, I.D., geboren am 17. Juli 1992, und I.T.B., geboren am 16. Mai
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1987, beide bulgarische Staatsangehörige, je eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. I.D. ist
am 6. Dezember 2000 in die Schweiz eingereist, I.T.B. am 11. Juni 2000. Die
Aufenthaltsbewilligungen wurden letztmals bis 23. Dezember 2003 verlängert.
Mit Entscheid vom 18. Dezember 2001 regelte die Eheschutzrichterin das
Getrenntleben der Eheleute H.-K., die keine gemeinsamen Kinder haben. Mit
Rekursentscheid vom 25. März 2002 stellte der Einzelrichter im Familienrecht des
Kantonsgerichts fest, dass T. H.-K. und P.H. die Aufhebung des gemeinsamen
Haushalts vereinbarten und seit Juli 2001 auf unbestimmte Zeit getrennt leben und
regelte den Unterhalt neu. Am 4. September 2003 änderte er die
Eheschutzmassnahmen ab. Am 5. November 2003 trat das Bundesgericht auf eine
staatsrechtliche Beschwerde von T. H.-K. nicht ein, mit welcher diese verlangt hatte,
der Entscheid vom 4. September 2003 sei abzuändern.
Am 3. November 2003 ersuchte T. H.-K. um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen
bis 23. Dezember 2004. Nachdem ihr das rechtliche Gehör gewährt worden war, lehnte
es das Ausländeramt am 9. Juni 2004 ab, die Aufenthaltsbewilligung von T. H.-K. und
ihren beiden Söhnen zu verlängern (Ziff. 1). Sodann verweigerte das Ausländeramt die
Unterbreitung des Falls an das Bundesamt für Zuwanderung, Integration und
Auswanderung [abgekürzt IMES, heute: Bundesamt für Migration BFM] (Ziff. 2). T. H.-
K. wurde angewiesen, den Kanton St. Gallen mit ihren Söhnen I.D. und I.T.B. bis 31.
August 2004 zu verlassen (Ziff. 3). Der Entscheid wurde damit begründet, die
Gesuchstellerin berufe sich in rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Ehe mit P.H., und
es liege kein Härtefall vor. Am 22. Oktober 2004 wurde die Ehe H.-K. vom Kreisgericht
St. Gallen rechtskräftig geschieden.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 9. Juni 2004 erhoben T. H.-K., I.D.
und I.T.B. am 25. Juni 2004 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Der Rekurs
wurde am 3. Januar 2005 abgewiesen, und das Ausländeramt wurde eingeladen, T. H.-
K. und ihren beiden Söhnen eine neue Frist zur Ausreise zu setzen. Die Rekursinstanz
gelangte zum Ergebnis, weil die Ehe H.-K. am 22. Oktober 2004 rechtskräftig
geschieden worden sei, könne T. H.-K. weder aus Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) noch
aus Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) einen Anspruch auf
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Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ableiten. Sodann stelle die Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligungen für sie und ihre beiden Söhne keinen Härtefall dar. Es sei
ihnen zumutbar, in die Heimat zurückzukehren.
C./ Am 17. Januar 2005 erhoben T. H.-K., I.D. und I.T.B. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Sie stellten die Rechtsbegehren, der Entscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 3. Januar 2005 und die Verfügung des Ausländeramtes vom
9. Juni 2004 seien aufzuheben (Ziff. 1), die Aufenthaltsbewilligungen von T. H.-K., I.D.
und I.T.B. seien zu verlängern (Ziff. 2) und eventuell sei den Beschwerdeführern je eine
Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen zu erteilen (Ziff. 3). Zur Begründung
der Beschwerde wird im wesentlichen geltend gemacht, die Vorinstanz habe ihr
Ermessen missbräuchlich angewendet.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 25. Februar 2005 auf Abweisung
der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). T. H.-K.,
I.D. und I.T.B. sind zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Sodann entsprechen die Eingaben vom 17. Januar
2005 und 7. Februar 2005 zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Die Beschwerdeführer erklären die im Rahmen des bisherigen Verfahrens
eingereichten Rechtsschriften zum integrierenden Bestandteil der Beschwerde. In
ständiger Rechtsprechung hat es das Verwaltungsgericht abgelehnt, dass pauschal auf
Eingaben an Vorinstanzen verwiesen wird. Ein solcher Verweis ist ungenügend, da aus
ihm nicht hervorgeht, in welchen Punkten und weshalb der Entscheid der Vorinstanz
angefochten wird. Es ist nicht Aufgabe der Rechtsmittelinstanz, in Eingaben an die
Vorinstanzen nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig
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sein könnte (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 921 mit Hinweisen).
3./ Nach Art. 4 ANAG entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die
Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführer weder aufgrund der gesetzlichen Ordnung
noch aufgrund eines Staatsvertrags einen Rechtsanspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligungen haben.
Zu prüfen bleibt, ob die Verweigerung der Bewilligungen nach pflichtgemässem
Ermessen erfolgte. Das Verwaltungsgericht ist nach der gesetzlichen Ordnung lediglich
zur Rechtskontrolle befugt, eine Ueberprüfung der Ermessensbetätigung steht ihm
dagegen nicht zu (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Dies bedeutet, dass im Streitfall nur
geprüft werden kann, ob die Verwaltung den Sachverhalt korrekt festgestellt und
Rechtsnormen bzw. allgemeine Rechtsgrundsätze richtig angewendet hat. Als
Rechtsverletzung gelten auch die Ueberschreitung und der Missbrauch des
Ermessens. Auch im Bereich des Ermessens ist die Verwaltung nicht völlig frei. Sie darf
nicht willkürlich entscheiden, sondern ist an die in Verfassung und Gesetz enthaltenen
Rechtsgrundsätze, insbesondere die Gebote der Rechtsgleichheit und
Verhältnismässigkeit, gebunden. Ausserdem sind Sinn und Zweck der gesetzlichen
Ordnung auch bei Ermessensentscheiden zu beachten. Im Streitfall bedeutet dies,
dass das Verwaltungsgericht den Entscheidungsspielraum der Verwaltung zu
respektieren hat, wenn diese bei ihrem Entscheid von sachlichen und vernünftigen
Ueberlegungen ausging, die im Einklang mit Sinn und Zweck des Gesetzes stehen (vgl.
GVP 1996 Nr. 9 mit Hinweis).
a) Nach Art. 9 Abs. 1 lit. a ANAG erlischt die Aufenthaltsbewilligung mit dem Ablauf der
Bewilligungsfrist, sofern diese nicht verlängert worden ist. Ist beim Vorliegen
bestimmter Umstände ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zulässig, so ist auch die
Verweigerung von deren Verlängerung gerechtfertigt. Wird eine Ehe aufgelöst, um
derentwillen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde, so ist der Widerruf bzw. die
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Nichtverlängerung der Bewilligung infolge Wegfalls der mit der Erteilung verbundenen
Bedingung grundsätzlich zulässig (vgl. GVP 1998 Nr. 22).
b) Die Ausübung des freien Ermessens nach Art. 4 ANAG wird durch Art. 16 ANAG und
Art. 8 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung zum ANAG (SR 142.201) konkretisiert.
Danach sind die geistigen und wirtschaftlichen Interessen des Landes, der Grad der
Ueberfremdung und die Lage des Arbeitsmarktes zu berücksichtigen. Entsprechend
diesen Zielsetzungen ist die Zuwanderung der Ausländer zu begrenzen. Nach den
Weisungen und Erläuterungen über Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt des IMES, 2.
Aufl., Bern 2004, Ziff. 654, kann die Aufenthaltsbewilligung der Ehefrau eines
Schweizers nach der Auflösung der Ehe verlängert werden, insbesondere um Härtefälle
zu vermeiden. Massgebend sind namentlich folgende Umstände: Dauer der
Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz (insbesondere, wenn Kinder
vorhanden sind), berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönliches
Verhalten, Integrationsgrad. Zu berücksichtigen sind ferner die Umstände, die zur
Auflösung der Ehe geführt haben. Steht fest, dass der im Familiennachzug
zugelassenen Person, namentlich wenn sie misshandelt worden ist, eine Fortführung
der ehelichen Beziehung nicht länger zugemutet werden kann, ist dies beim Entscheid
besonders in Rechnung zu stellen. Härtefälle sind zu vermeiden. Erfolgt die Scheidung
nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren, ist
nach den Weisungen des IMES die Nichtverlängerung der Bewilligung nur in Erwägung
zu ziehen, wenn die Aufenthaltsbewilligung erschlichen wurde, oder wenn ein
Ausweisungsgrund oder ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung vorliegt. Von einer
hinreichend langen Dauer der Anwesenheit, die eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung begründen kann, wird auch nach der Anwesenheitsregelung
des Ausländeramtes nach einer Ehedauer von fünf Jahren ausgegangen (vgl.
Praxisänderung des Ausländeramtes: Anwesenheitsregelung für ausländische
Ehegatten nach Auflösung der Ehegemeinschaft, ABl 2001/32).
c) Nach Art. 13 lit. f der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (SR
823.21, abgekürzt BVO) sind Ausländer von der Höchstzahl für erwerbstätige Personen
ausgenommen, wenn ein schwerwiegender persönlicher Härtefall oder staatspolitische
Gründe vorliegen.
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Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt ein Härtefall im Sinn von Art. 13
lit. f BVO voraus, dass sich der betreffende Ausländer in einer persönlichen Notlage
befindet. Das bedeutet, dass seine Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am
durchschnittlichen Schicksal von Ausländern in gesteigertem Mass in Frage gestellt
sein müssen, bzw. die Verweigerung der Ausnahme von der zahlenmässigen
Begrenzung für den Betroffenen schwere Nachteile zur Folge hätte. Ein Aufenthalt von
zumindest zehn Jahren führt grundsätzlich zur Gewährung einer Ausnahme von den
Begrenzungsmassnahmen, vorausgesetzt dass sich der Ausländer tadellos verhalten
hat, finanziell unabhängig sowie sozial und beruflich allgemein gut integriert ist. Bei der
Beurteilung des Härtefalls sind die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen.
Wenn der Ausländer eine besonders enge Beziehung zur Schweiz hat, kann dies die
Anforderungen an die Dringlichkeit der Notlage verringern, sofern gerade auch darin
eine Härte zu sehen ist, dass er seine Beziehung zur Schweiz nicht oder nicht mehr hier
leben kann. Dies ist auch daran zu messen, wie weit es dem Ausländer zumutbar ist,
sich in seiner Heimat aufzuhalten (vgl. dazu BGE 124 II 110 f., 123 II 127 und 119 Ib 43
f. mit Hinweis auf BGE 117 Ib 322).
Art. 13 lit. f BVO gibt dem Ausländer selbst dann keinen Rechtsanspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung, wenn er sich in einer Situation befindet, die die
Anforderungen an einen Härtefall erfüllt (vgl. BGE 122 II 186 ff.), da die Bestimmungen
der BVO das den Kantonen durch Art. 4 ANAG eingeräumte Ermessen nicht
einschränken. Die kantonale Behörde kann somit selbst dann die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung verweigern, wenn die bundesrechtlichen Kriterien eines
Härtefalls erfüllt sind (vgl. GVP 1998 Nr. 23 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung).
Zuständig für Ausnahmen im Sinn von Art. 13 lit. f BVO ist das BFM (vgl. Art. 52 lit. a
BVO). Eine Pflicht der kantonalen Behörde zur Weiterleitung eines Bewilligungsgesuchs
besteht jedoch nur dann, wenn die kantonalen Instanzen den Bewilligungsentscheid
von der Frage der Ausnahme von den Höchstzahlen abhängig machen. Ist dies jedoch
nicht der Fall, sondern lehnen sie die Erteilung einer Bewilligung bereits aus anderen
Gründen ab und berufen sie sich nur ergänzend auf die Begrenzungsverordnung, sind
sie nicht verpflichtet, vor der Verweigerung der Bewilligung einen Entscheid des BFM
zu erwirken bzw. demselben die Angelegenheit zu unterbreiten (vgl. BGE 119 Ib 97).
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d) Unbestritten ist, dass das Kriterium der Ehedauer von fünf Jahren nach den
Weisungen des IMES nicht erfüllt ist. Die Ehe der Beschwerdeführerin mit P.H. wurde
nach 4 3/4 Jahren geschieden. Der Vorinstanz kann deshalb nicht vorgeworfen werden,
sie habe Recht verletzt, weil sie das Erfordernis der hinreichend langen Dauer der
Anwesenheit als nicht erfüllt betrachtet, zumal nicht bestritten wird, dass das Ehepaar
H.-K. seit Juli 2001 - somit rund achtzehn Monate nach Eheschluss - bis zur Scheidung
im Oktober 2004 getrennt gelebt hat. An der Tatsache, dass es am Erfordernis der
hinreichend langen Dauer der Anwesenheit fehlt, ändert sodann nichts, dass es nach
der Praxis, die das Ausländeramt bis Ende des Jahres 2000 hatte (vgl. dazu ABl
2001/32 und GVP 1998 Nr. 22) und die nach Angaben der Beschwerdeführer in
anderen Kantonen nach wie vor geübt wird, erfüllt wäre. Die Praxisänderung, die das
Ausländeramt vorgenommen hat, beruht denn auch auf sachlichen Gründen. Weil ein
Anspruch auf Scheidung nach dem seit dem 1. Januar 2000 angewendeten
Scheidungsrecht in nicht einvernehmlichen Fällen erst nach vier Trennungsjahren
besteht, hätten nach der bisherigen Praxis alle ausländischen Ehegatten von
schweizerischen Staatsangehörigen nach der Scheidung Anspruch auf Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung gehabt. Des weiteren geht die Vorinstanz zu Recht davon
aus, die Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin während ihrer Anwesenheit in der
Schweiz korrekt verhalten habe, vermöge die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
nicht zu rechtfertigen. Des weiteren kann nicht von einem Härtefall im Sinn von Art. 13
lit. f BVO gesprochen werden. Der heute rund 37 Jahre alten Beschwerdeführerin, die
seit Ende des Jahres 1999, somit seit rund fünfeinhalb Jahren, in der Schweiz lebt, ist
es zuzumuten, in ihre Heimat zurückzukehren, selbst wenn dies mit wirtschaftlichen
Schwierigkeiten verbunden sein sollte. Besonders enge Beziehungen der
Beschwerdeführerin zur Schweiz sind nicht nachgewiesen, und ihre
Lebensbedingungen in Bulgarien sind gemessen am durchschnittlichen Schicksal einer
Ausländerin nicht in gesteigertem Mass in Frage gestellt.
e) Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, die Vorinstanz habe ihr Ermessen
nicht pflichtgemäss ausgeübt, weil sie den privaten Interessen von I.D. und I.T.B. am
Verbleib in der Schweiz und an der Fortsetzung ihrer Ausbildung keine Rechnung
getragen habe.
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Die Frage, ob ein Härtefall im Sinn von Art. 13 lit. f BVO vorliegt, ist nicht anhand der
Situation einzelner Mitglieder einer Familie zu beurteilen, sondern im
Gesamtzusammenhang. Die Wegweisung schulpflichtiger Kindern, die begonnen
haben, sich in der Schweiz zu integrieren, kann unter Umständen einer Entwurzelung
gleichkommen (vgl. BGE 123 II 130). Nach einem Rundschreiben des IMES vom 17.
September 2004 betreffend die Praxis bei der Anwesenheitsregelung von
Ausländerinnen und Ausländern in schwerwiegenden persönlichen Härtefällen sind im
Einzelfall folgende Punkte zu gewichten: Alter des Kindes im Zeitpunkt der Einreise und
der vorgesehenen Ausreise; eine hohe Integration wird grundsätzlich angenommen,
wenn die Kinder ihre Adoleszenz in der Schweiz verbracht haben; Dauer und Erfolg der
Einschulung; berufliche Entwicklung; Schulen und berufliche Möglichkeiten im
Heimatstaat; soziale und wirtschaftliche Unterschiede zwischen der Schweiz und dem
Herkunftsland; eigenständige Integration in die schweizerische Lebenswirklichkeit. Was
die Dauer der Anwesenheit anbetrifft, wird im Rundschreiben des IMES festgehalten,
bei einem Aufenthalt von mehr als vier Jahren erscheine eine vertiefte Prüfung der
Begehren um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung angezeigt. Eine
Anwesenheitsdauer von mehr als vier Jahren genüge für sich allein indessen nicht für
die Annahme eines Härtefalls.
I.D. reiste Ende des Jahres 2000 im Alter von rund achteinhalb Jahren zu seiner Mutter
in die Schweiz ein. Er hält sich somit seit rund viereinhalb Jahren hier auf, seit 23.
Dezember 2003 allerdings ohne Aufenthaltsbewilligung. I.D. besucht heute die fünfte
Primarklasse. Sein Klassenlehrer hat am 19. Februar 2004 bestätigt, dass er Deutsch
spricht und sich gut integriert hat. I.T.B. reiste am 11. Juni 2000 im Alter von rund
dreizehn Jahren zum Verbleib bei der Mutter in die Schweiz ein. Er hält sich somit seit
rund fünf Jahren hier auf, davon rund eineinhalb Jahre ohne Aufenthaltsbewilligung.
Gemäss eigenen Angaben besucht I.T.B. zur Zeit das 10. Schuljahr. Nach einem
Bericht seines Klassenlehrers im OZ Schönau vom 24. Januar 2004 bestand I.T.B. die
Probezeit in der ersten Sekundarschulklasse, obschon er nur rund ein Jahr in der
Schweiz gelebt hatte. Auch im Anschluss daran hat er nach dieser Stellungnahme
immer mindestens durchschnittliche Leistungen gezeigt. Nach Einschätzung des
ehemaligen Klassenlehrers ist I.T.B. ein gutmütiger, eher stiller Mensch mit viel
Potential und positiven Qualitäten. Gemäss Mitteilung des Rektors der Kantonsschule
am Brühl vom 7. März 2005 hat der Beschwerdeführer sodann die Aufnahmeprüfung
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bestanden und ist damit provisorisch ab 15. August 2005 auf ein Semester Probezeit in
die erste Klasse der Abteilung Wirtschaftsmittelschule aufgenommen.
Die Vorinstanz bestreitet nicht, dass die Rückkehr in die Heimat für I.D. und I.T.B. mit
Schwierigkeiten verbunden ist, auch wenn sie von ihrer Mutter begleitet werden. Dies
vermag indessen keinen Härtefall zu begründen. Die Reintegration nach einem
Aufenthalt von rund viereinhalb bzw. fünf Jahren in der Schweiz - davon rund
eineinhalb Jahre ohne Bewilligung - im Herkunftsstaat bietet für anpassungsfähige
Personen, wie sie charakterisiert werden, keine unüberwindbaren Schwierigkeiten. Die
Tatsache, dass sich I.D. und I.T.B. hier in kurzer Zeit mit Erfolg schulisch und
sprachlich eingegliedert haben, spricht dafür, dass sie auch in der Lage sind, sich in
Bulgarien in relativ kurzer Zeit wieder zurechtzufinden, zumal sie mit der dortigen
Sprache und Kultur vertraut sind. Sie haben den grössten Teil ihres Lebens in der
Heimat verbracht und wohnen hier zusammen mit ihrer Mutter, die ebenfalls aus
Bulgarien stammt und erst seit fünfeinhalb Jahren in der Schweiz lebt. Was das
Argument anbetrifft, I.T.B. wäre es in Kürze möglich, ein Gesuch um Einbürgerung zu
stellen (vgl. dazu Art. 15 des Bürgerrechtsgesetzes, SR 141.0), ist schliesslich zu
beachten, dass der Jugendliche nur während rund dreieinhalb Jahren über eine
Aufenthaltsbewilligung verfügte.
f) Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Ergebnis, dass in der
Verweigerung der Bewilligungsverlängerung keine Rechtsverletzung erblickt werden
kann, weshalb die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
4./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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