Decision ID: 258d33b0-506a-42f6-a992-6e3aeeb37b0b
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1951
,
zuletzt seit 1997 als
Geschäftsführerin zu 80
%
und
seit
1.
September 2008 als
V
erkäuferin
zu einem Pensum von 70
%
bei
der
Y._
AG, tätig
(
Urk.
6/10
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.9)
, meldete sich unter Hinweis auf Schulterbeschwerden am
2.
September
2009 bei der Invalidenversicherung zum Leist
ungsbezug an (
Urk.
6/2
Ziff.
6.2
-
3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (
Urk.
6/7
,
Urk.
6/11
),
Akten
des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
6/9),
einen
Arbeitsgeberberic
ht
(
Urk.
6/10
,
Urk.
6/17
)
und
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
6/8)
ein.
Am 2
1.
April 2010 erlitt die Beschwerdeführerin bei einem Sturz e
ine F
raktur eines Lendenwirbelkörpers
(
Urk.
6/22/29)
, welche am
1
9.
Mai 2010 operativ versorgt wurde (
Urk.
6/22/24). Die
IV-Stelle holte in der Folge
Akten
des Unfallversicherers (
Urk.
6/22
,
Urk.
6/29
) und
einen
medizi
nische
n Bericht
(
Urk.
6/24) ein und veranlasste eine Haushalt
abkl
ärung, über welche am 2
9.
Februar 2012
Bericht erstattet wurde (
Urk.
6/42).
M
it Verfügung vom
6.
Dezember 2011 (
Urk.
6/38
=
Urk.
3/4)
sprach der Unfall
versicherer der Versicherten
bei einer Erwerbsunfähigkeit von 63
%
eine Rente
und eine Integritätsentschädig
ung
zu.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/46,
Urk.
6/51) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 1
9.
Juni 2012 (
Urk.
6/54
und
Urk.
6/55-56 =
Urk.
2/1-2
)
a
b
1.
April 2011 eine
Viertelsrente
zu.
2.
Die Versicherte erhob gegen die Verfügung vom 1
9.
Juni 2012 (
Urk.
2/1-2) am 2
1.
August 2012 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, ihr sei ab
1.
April 2011
eine höhere Rente zuzusprechen; e
ventuell
sei
die Sache zu weiteren Abklärungen und zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
September 2012 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde,
was der Versicherten am 2
6.
Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine
Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 gel
tenden Fassung).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invali
dität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
angehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der
Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versi
cherungsleistungen zu erwarten wären.
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist
die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese
Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Anga
ben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesge
richts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2/1-2)
davon aus
, die Beschwerdeführerin sei seit April 2010 (Beginn der einjährigen Wartezeit) erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Ohne den Gesundheitsschaden
ginge
sie weiterhin ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin /
V
erkäuferin zu
einem Pensum von 80
%
nach
, womit sie
im Jahr 2011 ein
Valideneinkommen
von rund
Fr.
56‘649.-- erzielt
hätte
. Aus ärztlicher Sicht sei ihr die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar, jedoch
sei
eine sehr leichte, behinderungsangepasste Tätigkeit noch im Umfang von 50
%
möglich
. Nach Ablauf des Wartejahres sei die Beschwerdeführerin im Haushalt zu 30
%
einge
schränkt gewesen, dann ab August 2011 noch zu 2.2
%
.
Da bei der Berechnung des Invalideneinkommens bereits nur der Hilfsarbeiter
innen
lohn, Zentralwert, Niveau 4, berücksichtig
t
worden sei, könne kein zusätzlicher Leidensabzug gewährt werden.
Dies ergebe bis August 2011 ein
en
Invaliditätsgrad von 48
%
und danach einen
solchen
von 43
%
, womit ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
ausgewiesen sei (Verfügungsteil 2 S. 1 f
f
.).
2.2
Dagegen machte
die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde
(
Urk.
1) geltend
,
sowohl der Beginn des Rentenanspruches per
1.
April 2011 als auch die Qualifi
kation als zu 80
%
Erwerbstätige und
zu
20
%
im Haushalt Tätige sei
en
unbe
stritten (S. 6
Ziff.
5
-6
). Jedoch
sei das
Valideneinkommen
im Jahr 2011 mit rund
Fr.
63‘403.-- festzusetzen. So hätte sie
im Ja
hr 2008 bei 13 Monatsgehäl
tern
(
bis zur Reduktion ihres Pensums aufgrund der Schulterbeschwerden von 80 auf 70
%
)
monatlich
Fr.
4‘600.-- verdient, worauf beim Einkommensvergleich abzustellen sei. Würde auf den
vo
m
U
nfall
versicherer
festgesetzten
versicherten
Ver
dienst abgestellt,
resultierte
sogar ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
65‘770.--
(
Urk. 1.
S. 7 f.
Ziff.
9-10).
Im Übrigen sei das Invaliden
einkommen, da sie lediglich noch 4 Stunden pro Tag und damit 20 Stunden pro Woche arbeiten könne, was nicht 50
%
von 41.7
Stunden entspreche, anzupassen
,
und es sei ein Leidensabzug v
on 2
0
%
z
u gewähren (S. 8 ff.
Ziff.
11).
Die Beschwerdegegnerin habe zudem fälschlicher
weise die unfallfremden Schulterbeschwerden und die weiteren
krankheitsbedingten Einschränkungen nicht berücksichtigt (
S. 4 f.
Ziff.
3
,
S. 10 f.
Ziff.
12
13).
Unzulässig sei weiter, die einmal festgestellte Einschränkung im Haushalt von 30
%
bei gleich gebli
ebenem medizinischem
Zustandsbild auf 2.2
%
zu re
duzieren. So
habe
sie durch
ihren Umzug und die neuen Umstände dafür gesorgt, dass auf ihre Einschränkungen im Haushalt durch Drittpersonen besser Rücksicht genommen werden könne (S. 11
Ziff.
14).
3.
3.
1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Spital
A._
,
nannte
in seinem Bericht vom 1
6.
September 2
009 (
Urk.
6/7) als Diagnose einen Status nach inverser
Schulterarthroplastik
rechts wegen
Cuff-Arthropathie
am 2
8.
November 2008 (
Ziff.
1).
Dr.
Z._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei wegen anderer
Bewegungsapparatprobleme
seit Juli 2003 bei ihm in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am 2
1.
August 2009 erfolgt sei (
Ziff.
1.2). Die Beschwerde
führerin sei vom 2
7.
November bis
5.
Dezember 2008 in stationärer Behandlung im Spital
A._
gewesen
(
Ziff.
1.3)
.
Es sei mindestens seit einem Jahr vor der durchgeführten Operation zu zunehmenden Schulter-
und Oberarmschmerzen mit zunehmender Entwicklung einer Pseudoparalyse
gekommen
(
Ziff.
1.4).
Seit A
nfang Juni 2009 arbeite die Beschwerdeführerin wieder zu 50
%
bei der Y._ AG
, wobei sie aber zunehmend
Schmerzen habe (
Ziff.
1.6). Es bestünden Einschränkungen bezüglich der Belastbarkeit des rechten Armes. Ins
besondere das längerdauernde Halten und Tragen von schweren Gegenständen sei nicht oder nur eingeschränkt möglich. Unter regelmässigem Heben und Tra
gen von Lasten komme es wieder zu vermehrten Beschwerden.
Dr.
Z._
hielt fest, dass die jetzige Tätigkeit seines Erachtens nur noch teilweise zumutbar sei. Eine berufliche Umstellung sei sinnvoll (
Ziff.
1.7).
Zur Zeit
arbeite die Beschwer
deführerin zu 50
%
. Eine Steigerung sei aufgrund der anhaltenden Belastungsschmer
zen nicht zumutbar (
Ziff.
1.9).
3.
2
Dr.
med. B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und für Traumatologie
des Bewegungsapparates
,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte in seiner Stellungnahme vom 2
2.
Januar 2010 (
Urk.
6/18/3) aus,
in den
vorliegenden Akten sei ein Status nach
Schulterarthroplastik
als Gesundheitsschaden beschrieben. Hinsichtlich der Beurteilung der Rest-Arbeitsfähigkeit könne auf den Bericht von
Dr.
Z._
abgestellt werden, wonach in der bisherigen Tätigkeit von Oktober 2008 bis Mai 2009 eine 100%ige und vom Mai 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. Aus orthopädischer Sicht sei die 100%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
ab November 2009 nachvollziehbar und Ausdruck einer weiteren Besserung des Gesundheitszustandes. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei analog
Dr.
Z._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab September 2009 ausgewiesen für leichte Tätigkei
ten ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 kg und ohne Überkopfarbeiten.
3.
3
Die Ä
rzte der
Klinik
C._
stellten
in ihrem Bericht vom 2
6.
Juli 2011 (
Urk.
6/29/6-8)
nach stationärem Aufenthalt der Beschwerdeführerin
vom 1
5.
Juni bis 1
2.
Juli 2011
folgende Diagnosen (S.
1):
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
Status nach
Spondylodese
Th12
-L2 Mai 2010 bei instabiler
LWK1-Fraktur April 2010
degenerative Spinalkanalstenose L4/L5 und L5/S1 (MRI Januar 2011)
diagnostische/therapeutische
epidurale
Infiltration L3/L4 am 3
0.
Juni 2011 ohne Besserung der Schmerzen
Wirbelsäulenfehlform/-Fehlhaltung
ausgeprägte muskuläre
Dysbalance
Osteoporose im Frakturstadium, Erstdiagnose Mai 2011
arterielle Hypertonie
weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren:
Hypercholesterinämie
Gicht, Erstdiagnose etwa 2007
Hypothyreose
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin leide an einem chronischen
lumbospondylogenen
Syndrom, bedingt durch eine muskuläre
Dysbalance
mit konsekutiver Wirbelsäulenfehlhaltung und -form mit Exazerbation der Beschwerden im Rahmen der LWK1-Fraktur, welche z
weitzeitig
bei instabiler Fraktur operativ versorgt worden sei (S. 1)
Die Ärzte
führten aus
, währe
nd des stationären Aufenthaltes
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Für die bisherige Tätigkeit als
V
erkäuferin sei die Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben. Es bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit während 4 Stunden pro Tag für eine sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne vorgeneigtes Stehen und Sitzen sowie ohne Arbeiten in Hockstellung (S. 2 unten).
Nach am
6.
Juli 2011 in der Klinik
C._
durchgeführten Test
s
hinsichtlich der möglichen Belastbarkeit wurde festgehalten (vgl.
Urk.
6/29/14-15), dass als arbeitsrelevante Probleme
belastungsabhängige
Kreuzschmerzen mit deutlich verminderter Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule und Defizite der Haltungsmuskulatur
bestünden. Weiter hätten sich Schulterschmerzen bei Belastung über Schulterhöhe gezeigt, wobei davon auszugehen sei,
dass die Beschwerdeführerin
Gewichte bis maximal 5 kg sicher hantieren könn
e
(S. 1 f.)
.
3.4
Dr.
med.
D._
, Assistenzärztin C
hirurgie, Spital
E._
, nannte
in ihrem Austrittsbericht vom 1
2.
Juli 2012 (
Urk.
3/9) nach am 1
0.
Juli 2012 durchgeführter Operation folgende Diagnosen (S. 1):
rezidivierende blockadeähnliche Ereignisse des linken Knies bei
Korb
hen
kelmeniskus
medial und lateral
bei bestehender
Valgusfehlstellung
mit deutlichem
Recurvatum
Osteoporose
arterielle Hypertonie
depressives Syndrom
Hyperurikämie
Hyperproteinämie
Hypeothyreose
gGT
-Erhöhung
Reflux mit Verdacht auf
Ösophagitis
Dr.
D._
führte aus,
am 1
0.
Juli 2012 habe
Dr.
med.
F._
, Chefarzt Chirurgie, Spital
E._
,
eine
arthroskopische
mediale und laterale
Teilmeniskektomie
(vgl.
Urk.
3
/8)
durchgeführt (S. 1).
Bereits im Jahr 2010 sei die Indikatio
n zur Kniearthroskopie gestellt
,
diese
wegen einer Rückenoperation dann
aber
hinausgeschoben worden. Die Beschwerdeführerin sei anschliessend bis vor mehreren Wochen
, als
sich ein
schiessende Beschwerden, erstmals im Knien
oder Sitzen eingestellt hätten,
weitgehend beschwerdefrei gewesen.
Das Knie sei nicht sicher geschwollen gewesen. Ebenfalls bestehe eine sichtbare und für die Beschwerdeführerin spür
bare
Valgusstellung
(S. 2 oben). Der intraoperative Verlauf habe sich komplika
tionslos gestaltet und die Beschwerdeführerin sei in gutem Allgemeinzustand am 1
2.
Juli 2012 nach Hause entlassen w
o
rden (S. 2 unten).
4.
4.
1
Die Beschwerdegegnerin stützt
e
sich bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf den Bericht der Ärzte der Klinik
C._
vom
Juli 2011 (vorstehend E. 3.3) ab.
Die Beschwerdeführerin machte diesbezüglich geltend,
darauf könne nicht abgestellt werden, da
unfallfremde Einschränkungen nicht berücksichtigt wor
den seien (vorstehend E. 2.2).
4.2
Der Bericht der Ärzte der Klinik
C._
vom Juli 2011 (vorstehend E. 3.3)
erfüllt
die Anforderungen an eine beweiskräftig
e Expertise (vorstehend E. 1.
6
), so dass
grundsätzlich
darauf abgestellt werden ka
nn. Aus d
em Bericht geht
nicht her
vor, dass explizit nur die unfallbedingten Beschwe
rden berücksichtigt worden wären
. So wurden im Rahmen der durchgeführten Test
s
betreffend die Belast
barkeit
auch die Schulterbeschwerden angesprochen.
Die Ärzte der Klinik
C._
formulierten
das Belastungsprofil im Sinne
einer sehr leichten
wechsel
belastende
n
Tätigkeit ohne vorgeneigtes Stehen und Sitzen sowie ohne Arbeiten in Hockstellung.
Vergleicht man dieses
Belastungsprofil
mit den
auf
grund der Schulterbeschwerden
von
Dr.
Z._
im September 2009 (vorstehend E. 3.1) und von RAD-Arzt
Dr.
B._
im Januar 2010 (vorstehend E. 3.2)
festgehaltenen
Belastungslimiten
, gehen aus letzteren keine
weitergehenden Einschränkungen hervor. Die Beschwerdeführerin arbeitete sodann a
uch nach
erfolgter
Schulteroperation von
November 2009
an
wieder im Pensum von 70
%
in ihrer angestammten Tätigkeit als
V
erkäuferin
(vgl.
Urk.
6/12-14,
Urk.
6/17).
Dass die
von ihr
geltend gemachten Kniebeschwerden keinen Niederschlag im Bericht der Ärzte der Klinik
C._
fanden, ist darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdeführerin, wie
Dr.
D._
in ihrem Bericht vom Juli 2012 (vorste
hend E. 3.4)
festhielt, bis
weni
ge
Wochen vor der Knieoperation am 1
0.
Juli 2012 weitg
ehend beschwerdefrei gewesen ist
.
Von Seiten der Är
z
t
e des Spital
s
E._
wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
. E
ine
dauerhafte Verschlech
terung des Gesundheitszustandes, welche
unter Umständen
eine
weitergehende Einschränkung als im Bel
astungsprofil der Klinik
C._
bedeuten würde,
ist nicht belegt.
4.3
Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass in der angestammten Tätig
keit als
V
erkäuferin
seit April 2010
keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben ist. D
er medizinische Sachverhalt ist
als dahingehend erstellt zu erachten, dass in
einer den Leiden angepassten, sehr leichten wechselbelastenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
besteht.
5.
5.1
Streitig un
d zu prüfen sind weiter die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich. D
ie Beschwerdegegnerin
stützte sich diesbezüglich auf den Haushaltabklärungsbericht der IV-Stelle Schwyz vom 2
9.
Februar 2012 (
Urk.
6/42), wonach von April 2010 bis Juli 2011 eine Einschränkung im Haushaltsbereich von 30
%
und ab August 2011 ein
e von 2.2
%
bestanden habe
.
5.2
Der Haushaltabklärungsbericht vom 2
9.
Februar 2012 (
Urk.
6/42)
wurde von einem dafür qualifizierten Mitarbeiter des Abklärungsdienstes der IV-Stelle
Schwyz verfasst, welcher die Beschwerdeführerin am 1
4.
Februar 2012 zu Hause besuchte und damit Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen hatte. Die Abklärungsperson berücksichtigte
den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (
vgl.
Ziff.
1
,
Ziff.
3.8
)
wie auch die Angaben der Beschwer
deführerin zur sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation (Ermittlung der Erwerbstätigkeit), zu den Wohnparteien und -verhältnissen und den einzelnen Aufgaben im Haushalt (
vgl.
Ziff.
2-3,
Ziff.
5
-7
)
.
Die Einschränk
ungen der Beschwerdeführerin in den einzelnen Bereichen
des Haushaltes wie auch die zumutbare Mithilfe des Ehemanns
und von Familien
angehörigen
wurden im Abklärungsbericht detailliert wiedergegeben
(vgl.
Ziff.
7
)
und von ihr
so
auch nicht bestritten.
Zudem wurden auch die neuen Wohnverhältnisse im Kanton Schwyz mit denjenigen vor
dem
Umzug am
1.
Oktober 2011 in Vergleich gesetzt
, wobei sich die neue Wohnsituation unter anderem durch
einen modernen Ausbaustandard,
erleichterten Zugang und
das Wegfallen
des Schrebergartens
vorteilhaft auf die Einschränkungen der
Beschwerdeführerin auswirkte
(vgl.
Ziff.
6.1
-3,
Ziff.
7.7
)
.
Der Abklä
rungsbericht
ist in sich nachvollziehbar und plausibel begründet, weshalb darauf abgestellt wer
den kann (vgl. vorstehend E. 1.7
).
Die
von der Beschwerdeführerin ge
äusserte
Kritik, dass es unzulässig sei, ohne Verbes
serung des Gesundheitszustandes
von einer geringeren Einschränkung auszugehen und dass eine einmal festgesetzte Einschränkung beibehalten wer
den solle
(vorstehend E. 2.2)
, geht an der Sache vorbei. So hat die
Abklärungsperson
sehr wohl
die medizinisch
en Gegebenheiten berücksichtigt
und einhergehend mit dem Zeitpunkt
,
von welchem an von den Ärzten in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert wurde, ab August 2011 eine Verbesserung angenommen.
Dass die Einschränkung im Haushalt nicht
einer allfälligen
Einschränkung im Erwerb
s
bereich entspricht
und in der Regel geringer ausfällt
, ergibt sich daraus
, dass im Rahmen der Haushaltabklärung die Schadenminderungspflicht von Familienangehörigen bei der Mithilfe im Haus
halt ins Gewicht fällt, ebenso wie die Vorteile einer der Behinderung angepass
ten, optimierten Wohnsituation
(vgl. vorstehend E. 1.5)
.
5.3
Aufgrund des Gesagten
ist
demnach
von April 2010
bis Juli 2011
von einer Einschränkung im Haushalt
von 30
%
und ab August 2011 von einer Ein
schränkung von 2.2
%
auszugehen.
6.
6
.1
Da die Beschwerdeführerin bei der Invaliditätsbemessung als Teilerwerbstätige zu behandeln ist, ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung anwend
bar. Damit ist zunächst die Invalidität im erwerblichen Bereich zu prüfen. Nach der Rechtsprechung (
vorstehend E. 1.3
) ist die Einschränkung im erwerblichen Bereich nach der Methode des Einkommensvergleiches auf Grundlage der Teilerwerbstätigkeit, welche die Beschwerdeführerin ohne Behinderung ausüben würde (vorliegend: 80
%
), zu ermitteln.
Diese Einschränkung im erwerblichen Bereich ist anschliessend bei der Fest
setzung der Gesamtinvalidität mit dem hypothetischen Teilzeitpensum entspre
chenden Anteil (vorliegend: 80
%
) mit zu berücksichtigen (BGE 125 V 152 E. 4).
6
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
F
ür die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen
(BGE 128 V 174, BGE 129 V 222), mithin auf das Jahr 2011 (vgl. vorstehend E.
2.2).
Z
u prüfen ist insbesondere die Höhe des
Valideneinkommens
.
Die Beschwerde
führerin machte
geltend, sie hätte im Ja
hr 2008 bei 13 Monatsgehältern (
bis zur Reduktion ihres Pensums aufgrund der Schulterbeschwerden von 80 auf 70
%
)
monatlich
Fr.
4‘600.-- verdient, worauf beim Eink
ommensvergleich abzustellen sei. Würde auf den ver
sicherten Verdienst abgestellt, resultierte
sogar ein
Vali
dene
inkommen
von rund
Fr.
65‘770.--
(
vorstehend E. 2.2
).
Die Reduktion des Pensums
und der damit einhergehende Funktionswechsel von Geschäftsführerin zu
V
erkäuferin
erfolgte
n
laut Angaben der Beschwerde
führerin per
1.
September 2008
aufgrund
der Beschwerden
, was eine Reduktion des monatlichen Bruttolohnes von
Fr.
4‘600.-- auf
Fr.
3‘050.-- zur Folge
gehabt
habe
(vgl.
Urk.
1 S. 3
Ziff.
1,
Urk.
6/2).
Aus den eingereichten Lohnabrechnungen
der
Y._
AG
(vgl.
Urk.
6/10/13-23)
geht jedoch hervor, dass die Besch
werdeführerin
im
Jahr 2008 led
iglich in den Monaten Januar und
Februar
2008
Fr.
4‘600.-- verdiente, danach von März bis
August
2008
Fr.
3‘850.--
,
und dann ab
Pen
sumsreduktion
im September 2008
Fr.
3‘050.--
.
Obwohl die Beschwerdeführerin schon seit 2002 als Geschäfts
führerin tätig war, erzielte sie lediglich während einem halben Jahr, nämlich
von
September 2007 bis Februar 2008
,
die von ihr geltend gemachten
Fr.
4‘600.--, und zuvor und danach ein bedeutend tieferes Einkommen, eben
falls in der gleichen Funktion als Geschäftsführerin. Laut IK-Auszug verdiente sie nämli
ch in der Funktion als Geschäftsführerin im Jahr 2005
Fr.
44‘280.--, im Jahr 2006
Fr.
43‘627.-- und im Jahr 2007
Fr.
53‘323.--. Da sie lediglich während sechs Monaten von September 2007 bis Februar 2008 ein höheres Ein
kommen erzielte, ist nicht als überwiegend wahrscheinlich anzusehen, dass die
Fr.
4‘600.--
dem entsprechen würde, was sie
als Gesunde tatsächlich verdienen
würde
. Demnach
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkommens
zu Gunsten der Beschwerdeführerin
auf das höchste je erzielte Jahreseinkommen gemäss IK-Auszug (
Urk.
6/8) abstellte und von
Fr.
53‘323.--
ausging
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von
2
%
im Jahr 2008, von
2.1
%
im Jahr 2009
,
von
0.8
%
im Jahr 2010
(Die Volkswirtschaft 6-2012, S. 95, Tabelle B10.2, Nominal Total)
und von
1
%
im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft
6-2013, S. 91 Tabelle B10.2, Nominal Total)
resultiert ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
56‘536.
--
(
Fr.
53‘323.-- x 1.020 x 1.021 x 1.008 x 1.010)
im Jahr 2011.
6
.3
Für die Bestimmung des
Invalideneinkommens
ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6
.4
Betreffend das
Invalideneinkommen brachte die Beschwerdeführerin vor, da im Zumutbarkeitsprofil der Klinik
C._
von
einem noch möglichen Pensum von
4
Stunden ausgegangen worden sei, was in der Woche 20 Stunden ergebe
, ent
spreche
dies nicht 50
%
von 41.7 Stunden
(vorstehend E. 2.2)
.
Die Angabe der
Ärzte der Klinik
C._
ist jedoch zweifellos so zu verstehen, dass sie – vereinfachend -
von einem Arbeitstag von
8 Stunden ausgegangen sind und
nicht
etwa eine Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätig
keit
von
47.96
%
attestieren wollten
.
Gemäss LSE belief sich der durchschnittliche Lohn von Frauen für alle einfa
chen und repetitiven Tä
tigkeiten im Jahr 2010
auf
Fr.
4'225.-- (LSE 2010
, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1
%
(Die Volkswirtschaft 6-2013, S. 91, Tabelle B 10.2, Nominal Total),
bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7
Stunden (Die Volkswirtschaft 6-2013, S. 90
Tabelle B 9.2, Total) und
de
m
noch möglichen
Pensum
von
50 %
ein In
valideneinkommen von rund
Fr.
26
’
692
.-- (
Fr.
4'225
.
-- :
40 x 41.7 x 12
x
1.010 x 0.50
).
6
.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden
dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Angesichts
des Alters der Beschwerdeführerin und
des Umstan
des
,
dass nur noch sehr leichte angepasste Tätigkeiten möglich sind,
rechtfertigt sich vorliegend
ein leidensbedingter Abzug von 2
0
%
.
6.6
Unter Berücksichtigung
des Abzugs
von 2
0
%
ergibt sich ein Invalideneinko
mmen in der Höhe von rund
Fr.
21’354
.-- (
Fr.
26’692
-- x 0.8
). Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
56‘536.--
(vorstehend E. 6.
2
) resultiert somit eine Einkommenseinbusse von
Fr.
35‘182
.--
, was
einer Einschränkung von 62.23
%
entspricht. Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 8
0
%
ergibt dies einen Teilinvaliditäts
grad von
49.78
% (62.23
%
x 0.80
).
6.7
Betreffend den Haushaltsbereich ist von einer Einschränkung
bis Juli 2011 von 30
%
und ab August 2011 von 2.2
%
auszugehen (
vorstehend
E. 5.3
). Bei der vorliegenden Gewichtu
ng des Haushaltsbereiches mit 20
%
ergibt sich damit
bis Juli 2011
ein Teilinvalidität
sgrad von 6
%
(30
%
x 0.20
)
und ab August 2011 von
0.4
4
%
(
2.2
%
x 0.20)
.
6.8
Nach Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und Haushaltsbereich resul
tiert
bis Juli 2011
ein Invaliditätsgrad
von
rund
5
6
%
(
49.78
%
+
6
%
)
und ab August 2011
und
von
50
%
(
49.78
%
+ 0.4
4
%
)
. Demzufolge besteht
ab
1.
April 2011
ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
halbe Rente
.
7.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 1
9.
Juni 2012 (
Urk.
2/1-2) daher
dahin abzuändern
, dass ab dem
1.
April 2011 ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine halbe Rente der Invalidenversiche
rung besteht.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Unter Be
rücksichtigung dieser Grundsätze ist der Beschwerdeführerin eine
Prozessentschädigung von Fr. 2'0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzu
sprechen.