Decision ID: bc798609-cba1-5d81-b31d-868145a8a49d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1980 geborene
X._
ist seit dem
1.
April 2008 als Sekretärin bei der
Y._
GmbH angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert. Mit Schadenmeldung vom 2
5.
September 2011 liess die Versicherte einen Autounfall vom 1
4.
September 2011 melden, bei welchem ein Fahrzeuglenker ungebremst in ihr Fahrzeug hin
eingefahren sei. Es seien beidseitig mehrere Bereiche der oberen Extremitäten verletzt
worden
und
es l
iege ein Schleudertrauma vor (
Urk.
11/1). Mit Schreiben vom 2
8.
September 2011 teilte die Suva mit, Taggelder zu bezahlen und die Kosten der Heilbehandlung zu übernehmen (
Urk.
11/20).
Mit Schreiben vom 1
6.
Januar 2013 ersuchte der behandelnde Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, den Kreisarzt der Suva
,
der Versicherten eine ambulante Therapie in der
Klinik A._
zu bewilligen (
Urk.
11/99).
Dr.
med.
B._
, Kreisarzt
der Suva
,
hielt am 1
6.
Januar 2013 fest, ein Jahr und vier Monate nach dem Unfall sei keine namhafte Besserung mehr zu erwarten und von einem Endzustand auszugehen (
Urk.
11/98). Mit Verfügung
en
vom
7.
und 1
2.
März 2013 erklärte die Suva
,
mangels adäquater Unfallfolgen die Versiche
rungsleistungen
per 3
1.
März 2013
einzustellen (
Urk.
11/107,
Urk.
11/111).
Hiergegen liess die Versicherte am 2
4.
April 2013 Einsprache erheben (
Urk.
11/117). Diese Einsprache wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Juni 2013 ab (
Urk.
2)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte,
vertreten
durch Rechtsanwalt Markus Bischoff, am
4.
Juli 2013 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen auch nach dem 3
1.
März 201
3.
Zudem stellte sie den Antrag, ihr die unentgeltliche
Prozess
führung
zu gewähren und ihr Rechtsanwalt Markus Bischoff als unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen (
Urk.
1). Sie reichte mit der Beschwerde einen vor
läufigen Austrittsbericht des
C._
über den stationären Auf
enthalt vom
5.
April bis
7.
Juni 2013 ein (
Urk.
3/3).
Mit der Beschwerdeantwort vom
4.
September 2013 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10). Mit Verfügung vom 1
8.
September 2013 wurde der Versicherten Rechtsanwalt Markus Bischoff als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
12). Mit der Eingabe vom 1
1.
August 2014 reichte die Versicherte
weitere
medizinische Berichte ein (
Urk.
14,
Urk.
15/1-6). Diese wurden der Suva zuge
stellt, welche dazu keine Stellung nahm (
Urk.
16,
Urk.
17,
Urk.
18).
Nach telefo
nischer Aufforderung reichte der unentgeltliche Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Markus Bischoff, am
4.
Dezember 2014 seine Kostennote ein (
Urk.
19,
Urk.
20).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachste
henden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1
.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in denen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist nach der Praxis des Bundesgerichts nicht nach den für das Schleudertrauma in BGE 117 V 359 entwickelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychi
sche Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
1.
3
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S.
237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S.
428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium
ge
nügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes be
zie
hungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbezo
gene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenz
bereich
zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu be
rück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusam
men mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adä
quanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
1.4
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG hinter
lässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c).
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes im genannten Sinne zu verstehen ist, bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwar
tenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit
unfallbe
dingt
beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts U 291/06 vom
4.
März 2008 E. 4.2). Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Adäquanz erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen Hei
lungsprozesses zu prüfen, und nicht solange von einer Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung noch immer eine Besserung erwartet werden kann (Urteil des Bundesgerichts U 246/03 vom 2
2.
Februar 2004 E. 2.4). Dabei wird bei
Schleu
dertraumen
der Halswirbelsäule und Schädel-Hirntraumen für die
Adäquanz
prü
fung
nicht zwischen somatischen und psychischen Gesundheitsschäden differenziert (BGE 117 V 369). Wo hingegen die physischen und psychischen Leiden eindeutig auseinanderzuhalten sind, ist die genannte Rechtsprechung nicht anwendbar und muss die Adäquanzprüfung nach Abschluss der somati
schen Behandlung vorgenommen werden können (Urteil des Bundesgerichts
U
98/06 vom
5.
April 2007 E.
3.1). Die bei der Adäquanzprüfung psychischer Unfallfolgen einzig zu berücksichtigenden physischen Komponenten lassen sich im Zeitpunkt, in welchem von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann, zuverlässig beurteilen (BGE 134 V 109 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_465/2011 vom
7.
September 2011 E. 5.1 und 8C_76/2008 vom 1
5.
Januar 2009 E. 7).
2.
2.1
Die Suva verneinte ihre Leistungspflicht über den 3
1.
März 2013 hinaus
im
Einspracheentscheid
vom
3.
Juni 2013 und in der Beschwerdeantwort vom
4.
September 2013
im Wesentlichen mit der Begründung, nach dem Unfall seien keine organisch nachweisbaren Beschwerden aufgetreten. Die Anwendung der bundesgerichtlichen Schleudertrauma-Praxis rechtfertige sich nicht, da die aktuellen psychogenen Beschwerden die unfallbedingten Schädigungen stark überlager
t
e
n
beziehungsweise diese nach
initial
rascher Erholung von den Unfallfolgen nach und nach vollständig in den Hintergrund gedrängt hätten.
Bereits kurz nach dem Unfall seien eindeutig die psychischen Leiden im Vorder
grund gestanden.
Die Adäquanz sei daher nach der einschlägigen Rechtspre
chung bei Fällen mit psychi
scher Fehlentwicklung zu prüfen
. Es habe sich um einen mittelschweren Unfall gehandelt.
Bei solchen mittelschweren Unfällen be
urteile sich die Adäquanz der Beschwerden auf Grund einer Gesamtwürdigung weiterer unfallbezogener Umstände. Es sei keines der Adäquanzkriterien erfüllt, weshalb ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den heute noch geklag
ten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 1
4.
September 2011 zu verneinen sei
. Der Fall habe abgeschlossen werden können, da der Endzustand am 3
1.
März 2013 erreicht worden sei. Von den medizinischen Massnahmen habe keine massgebliche Besserung mehr erwartet werden können, wobei bei der Be
urteilung der Adäquanz gemäss der Psycho-Praxis nur Massnahmen in Bezug auf die körperliche Gesundheitsverfassung von Bedeutung seien, während die psychischen Leiden von der Beurteilung ausgeschlossen seien. Die
Adäquanz
prüfung
sei somit nicht verfrüht erfolgt
(
Urk.
2
,
Urk.
10
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in der Beschwerde vom
4.
Juli 2013
hauptsächlich auf den Standpunkt, die Adäquanz sei nicht nach der sogenannten Psycho-Praxis, sondern nach der Schleudertrauma
-P
raxis zu beur
teilen. Die medizinische Behandlung sei noch nicht abgeschlossen und es könne nach wie vor eine Besserung des Zustands erreicht werden, weshalb der
Fallab
schluss
per Ende März 2013 eindeutig zu früh erfolgt sei. Falls ein Fallabschluss
wider Erwarten rechtens sein sollte, so seien die Bedingungen zur Zusprechung einer Rente aufgrund eines mittelschweren Unfalls, mehrfachen Bemühungen wieder voll zu arbeiten, eines schwierigen Heilverlauf
s
, erheblicher ausgeprägter unfallbedingter Beschwerden und einer dauernden ärztlichen Behandlung erfüllt (
Urk.
1).
3.
3.1
Der behandelnde Arzt
Dr.
Z._
hielt im Dokumentationsbogen für die Erstkonsultation nach einem
kraniozervikale
n
Beschleunigungstrauma am
7.
Okto
ber 2011 fest, der Kopf der Versicherten sei
am 1
4.
September 2011
bei einer Heckkollision an die Kopfstütze angeprallt, wobei die Versicherte den Kopf ge
rade gehalten und sich in einer aufrechten, nach vorne gebeugten Sitzhaltung befunden
und
einen Sicherheitsgurt getragen habe. Der Airbag sei nicht ausge
löst worden. Nach dem Unfall sei die Versicherte nicht bewusstlos gewesen und
es
bestehe
keine Gedächtnislücke.
Die Versicherte
habe mit einer Angst- und/oder Schreckreaktion reagiert.
Dabei habe sie sofort
nach dem Ereignis unter Kopf- und Nackenschmerzen gelitten, welche sie auf einer Skala von 0 bis 10 mit 8 und 9 ein
geschätzt habe
. Die Flexion um 6 cm, die Extension um 9
cm, die Recht
s
- und Linksdrehung um je 30 Grad der Halswirbelsäule schmerz
ten die Versicherte und sie leide unter einem Druckschmerz des Nackens und Halses.
S
ie
habe
auch unter Ruheschmerzen
gelitten
. Die neurologische Unter
suchung
habe
keine Auffälligkeiten
ergeben
(
Urk.
11/4).
Am 2
0.
Septem
ber 2011
ver
ordnete
Dr.
Z._
erstmals
eine physiotherapeutische Behand
lung (
Urk.
11/13).
Im MRI vom
4.
Oktober 2011 wurden keine Hinweise auf eine fri
sche traumatische
ligamentäre
Läsion oder ein
Bone
Bruise
gefunden
(
Urk.
11/86).
Am 2
2.
Dezember 2011 stellte
Dr.
Z._
die Diagnose eines traumatischen
Zervikalsyndroms
. Er führte aus, anfangs habe ein eindrückliches Bild mit totaler Verspannung und reduzierter Beweglichkeit bestanden. Die Wiederaufnahme der Arbeit im Pensum von 100
%
se
i am
8.
Dezember 2011 erfolgt, d
ie
Beschwerdeführerin
befinde sich in Behandlung beim Chiroprakti
ker
, nehme Analgetika und N
S
A
R ein,
und es fänden bei ihm keine Beratungen mehr statt (
Urk.
11/27). Am
9.
März 2012 ergänzte
Dr.
Z._
, dass die Versi
cherte unter
Myogelosen
und Schlafstörungen leide. Sie nehme ein Muskeltrai
ning auf und Beratungen fänden alle 4 bis 6 Wochen statt (
Urk.
11/30).
Der Chiropraktiker
D._
teilte der Suva am 2
6.
März 2012 mit, er habe die Versi
cherte vom
7.
Dezember 2011 bis 2
5.
Januar 2012 wegen Nackenschmerzen behandelt und sie sei beinahe beschwerdefrei geworden (
Urk.
11/34). Am
2.
Mai 2012 hielt
Dr.
Z._
einen instabilen Verlauf fest. Die Versicherte hinterlasse
einen zwiespältig
en Eindruck zwischen subjektiven
Schmerzen und voller Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/48).
3.2
Am 1
4.
August 2012 teilte
Dr.
Z._
dem Institut für Anästhesiologie des
E._
mit, die Versicherte habe nach einem Verkehrsunfall zu Beginn unter einem relativ harmlosen traumatischen
Zervikalsyndrom
gelit
ten. Sie sei im Verlauf praktisch immer arbeitsfähig gewesen, habe aber immer wieder unter Schmerzausbrüchen der Halswirbelsäule und Kopfschmerzen gelitten. Die Versicherte sei soeben von drei Wochen Ferien zurückgekehrt, während welcher sie nie Probleme gehabt habe, doch unmittelbar nach Arbeits
beginn seien die gleichen Schmerzen nach eineinhalb Stunden wieder aufgetre
ten (
Urk.
11/60).
3.3
Die Rheumaklinik und das Institut für Physikalische Medizin des
E._
hielt
am
7.
September 2012 fest, die Versicherte gebe an, unter Dauerschmerzen mit variierender Intensität zu leiden. Zudem klage sie über Lärmempfindlichkeit, Lichtempfindlichkeit, verstärkte Reaktion auf leichte Be
handlungen,
Konzentrations
, Gedächtnis
und Schlafprobleme. Gemäss der Versicherten verstärkten Arm- und Kopfbewegungen die Schmerzen. Im Sitzen zeige sich ein deutliches Haltungsdefizit. Die Versicherte sei verunsichert, weil sie nic
ht wisse, woher die Schmerzen kä
men. Sie sei nach ihren Angaben viel gereizter, nervöser, emotional labiler und weine häufiger. Sie sei verunsichert, wie es im Leben und Beruf weitergehen solle. Sozial habe sie sich zurückgezo
gen und kaum noch Kontakte zu Freunden und Bekannten.
Zusammenfassend wurde festgehalten, es bestehe das klassische Bild eines chronischen Verlaufs nach einer HWS-Distorsion Grad I oder II. So seien starke muskuläre Schmerzen im
zerviko
-thor
a
kalen Bereich mit Ausstrahlung in den Kopf, Lichtempfindlich
keit, Geräuschempfindlichkeit, Kälteempfindlichkeit, zunehmende funktionelle Defizite und ein sozialer Rückzug vorhanden. Am ehesten bestehe eine zentrale Schmerzverarbeitungsstörung mit zunehmend kognitiver und affektiver Beteili
gung. Es bestehe keine Dysfunktion der Facettengelenke, aber es beständen
dysfunktionale Bewegungsmuster der Halswirbelsäule infolge von Schmerz so
wie
eine schmer
z
bedingte sekundäre Haltungsinsuffizienz, die das gesamte
Be
schwer
debild
zusätzlich verstärkten. Da vor allem die psychosozialen Probleme zu
näh
men, sei ein Rehabilitationsprogramm dringend zu empfehlen (
Urk.
11/71). Das Schmerzambulatorium des Instituts für Anästhesiologie des
E._
hielt im Bericht vom 1
2.
September 2012
ergänzend
fest, es liege eine verspannte Muskulatur im Nackenbereich vor. Aktiv bestehe eine relativ gute Beweglichkeit.
Reklination
und Inklination seien trotz
Schmerz
angaben
relativ gut durchführbar.
Als Diagnosen hielt das
Schmerzam
bulatorium
ein
zerviko
zephales
Schmerzsyndrom bei einem
Beschleunigungs
trauma
2011 mit Depres
sion, Angst und
Katastrophisierung
fest. Die Versicherte nehme keine Medika
mente
mehr
ein, da NSAR nichts genutzt hätten. Eine stati
onäre Rehabi
litation sei dringend zu empfehlen. Es liege eine massive psychi
sche Reaktion vor, welche therapeutisch angegangen werden müsse (
Urk.
11/71).
3.4
Mit dem MRI vom
5.
Oktober 2012 wurden keine Hinweise auf eine für MS typi
sche Veränderung des
Myelons
und kein Nachweis einer Raumforderung gefunden. Es wurde eine gegenüber 2011 unveränderte
Bandscheibenprotrusion
C5/6 und
eine
Protrusion
der Diskushernie TH7/8 gefunden (
Urk.
11/88).
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie, hielt am 1
6.
Oktober 2012 gegen
über dem Hausarzt der Versicherten fest, es liege ein posttraumatisches
zervi
kozephales
Schmerzsyndrom bei Status nach Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule vor. Die Halswirbelsäule sei schmerzbedingt um 40
%
in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Nacken- und
Schultermuskultaur
sei
pal
patorisch
verdickt,
druckdolent
und tonisiert. Neurologische Ausfälle beständen keine. Noch offen s
ei
die Frage einer minimalen Hirnschädigung aufgrund der Angabe von Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten (
Urk.
11/72).
3.5
Die
Klinik G._
berichtete dem Vertrauensarzt
der Suva
am 2
9.
November 2012 über den stationären Aufenthalt der Versicherten in der Zeit vom 2
1.
Oktober bis
am
1
7.
November 201
2.
Als Diagnosen wurden ein post
traumatisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom, ein Verdacht auf eine Angst-Depression gemischt und eine Insomnie festgehalten. Die Versicherte
habe
von einem Rückzug aufgrund der Schmerzen
berichtet
. Sie
habe
affektiv eher angespannt
gewirkt und
eine deprimierte Grundstimmung auf
gewiesen
.
Dabei
habe
sie
über Antriebsschwierigkeiten, Interessensverlust, Schlafstörungen auf
grund der Schmerzen, Gereiztheit und Weinerlichkeit
berichtet
. Der Versicherten wurden eine ambulante Physiotherapie und eine ambulante Psychotherapie sowie das Weiterführen von ergonomischen Arbeitsweisen am Arbeitsplatz empfohlen. Vom 2
1.
Oktober bis 2
5.
November 2012 wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert und vom 2
6.
November bis
9.
Dezember 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
11/85).
3.6
Mit Schreiben vom 1
6.
Januar 2013 ersuchte
Dr.
Z._
den Kreisarzt der Suva
H._
,
der Versicherten eine ambulante Therapie in der Klinik
A._
zuzugestehen. Er führte aus, die Versicherte habe nach anfänglich schneller Besserung einen totalen Rückfall erlitten und sei seit dem 1
4.
Januar 2013 wie
der zu 100
%
krankgeschrieben.
Wegen der Schmerzen und den dadurch aus
gelösten Schuldgefühlen sei die Versicherte zunehmend depressiv. An Medika
menten nehme sie
Arcroxia
,
Targin
und
Cymbalta
ein (
Urk.
11/99). Dr.
med.
B._
von der Suva hielt am 1
6.
Januar 2013 fest, er erwarte ein Jahr und vier
Monate nach dem Unfall keine namhafte Besserung mehr. Es sei von einem Endzustand auszugehen (
Urk.
11/98).
3.7
Mit Schreiben vom 1
0.
Februar 2013 ersuchte
Dr.
Z._
die Psychiatrische Klinik
C._
darum, die Versicherte auf einer offenen Station zu hospitalisieren, da keine Suizidgefahr bestehe. Sie sei aufgrund eines traumati
schen
Zervikalsyndroms
zunehmend depressiv geworden. Aktuell könne sie höchstens noch zehn Minuten am Stück arbeiten und benötige dann eine Ruhe
pause. Die Versicherte habe bereits im Jahr 2005 an einer anderen Arbeitsstelle als Filialleiterin ein Burnout erlitten, welches aber relativ einfach habe gehand
habt werden können. Als Medikamente nehme sie
Targin
,
Cymbalta
und
Trittico
ein (
Urk.
11/104).
Im vorläufigen Austrittsbericht des
C._
vom
6.
Juni 2013 wurde festgehalten, dass die Versicherte vom
5.
April bis
7.
Juni 2013 stationär behandelt worden sei. Als Hauptdiagnose wurde eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
festgehalten
. Im sta
tionären Setting hätten die Schmerzmedikamente schrittweise reduziert werden können. Es sei eine Behandlung mit
Cymbalta
begonnen worden und zur Schlafunterstützung sei
Trittico
abgegeben worden (
Urk.
3/3). Am
9.
August 2013 führte das
C._
gegenüber dem Vertrauensarzt
der Mobi
liar
aus,
die Versicherte sei seit Januar 2013 nicht mehr arbeitsfähig. Sie fühle sich kraft- und antriebslos, könne sich nicht mehr freuen und habe keine Zu
kunftsperspektive mehr. Sie schäme sich vor anderen Leuten und gehe darum auch immer seltener aus dem Haus. Ihr Alltag werde von Schmerzen bestimmt. Der Antrieb der Versicherten sei stark reduziert und ihre Stimmung sei gedrückt und verzweifelt, sie wirke hilflos. Es beständen Ein- und Durchschlafstörungen mit einer Schlafdauer von ungefähr drei bis vier Stunden pro Nacht. Es bestehe eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und eine mittel
gradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Durch den stationären Aufenthalt habe eine deutliche Reduktion der Beschwerden erzielt werden können, es sei
en
eine deutliche Stimmungsaufhellung und eine Reduktion der
Schmerzsympto
matik
beobachtbar gewesen (
Urk.
15/1).
3.8
Das Zentrum für Soziale Psychiatrie, Tagesklinik
I._
der
J._
,
teilte dem Vertrauensarzt der Mobiliar mit Be
richt vom 1
4.
Oktober
2013 mit, die Versicherte zeige aktuell eine ausge
prägte Niedergeschlagenheit, Freud- und Interessenlosigkeit, vermehrten sozia
len Rückzug sowie eine psychomotorische Verlangsamung und einen
vor allem am Morgen
verminderten Antrieb. Im Affekt werde sie als äusserst labil und teil
weise
affektinkontinent
(plötzliches Auftreten von Weinkrämpfen) erlebt. Neben dem depressiven Syndrom leide sie aktuell unter einer ausgeprägten Müdigkeit sowie den bekannten
chronifizierten
Schmerzen im Kopf-, Nacken- und
Schul
terbereich
. Eigenanamnestisch hätten
die psychischen Sym
ptome nach dem er
lebten Auffahr
unfall durch die ausgeprägten Schmerzsymptome zunehmend an Intensität gewonnen, so dass ein rehabilitativer Aufenthalt in der
Klinik G._
und ein psychiatrischer stationärer Aufenthalt im
C._
nötig geworden seien. Es seien eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) zu diagnostizieren. Die in ihrer Ausprägung als äusserst intensiv erlebten Schmerzsymptome, die begleitet w
ü
rden durch das depressive Symp
tom, wel
ches durch eine niedergeschlagene Stimmung mit Affektinkontinenz gezeichnet sei, sowie die anhaltend erlebte Müdigkeit und Erschöpfung verun
möglichten eine Arbeitsaufnahme. Die Versicherte zeige sich aktuell bereits bei einfachen Aufgaben auf
der
Handlungsebene leicht überfordert und könne diese nicht zu Ende führen. Die Versicherte sei in ein- bis zweiwöchigen Abständen in psychi
atrisch-psychotherapeutischer Behandlung und besuche zweimal wöchentlich halbtags verhaltenstherapeutisch orientierte Modulprogramme (
Urk.
15/2).
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
K._
,
Fach
ärztin
für Psy
chiatrie und Psychotherapie, hielt am 2
0.
Dezember 2013 die Diagnosen eines posttraumatischen
zervikozephalen
Schmerzsyndroms und einer schweren Depression fest (
Urk.
15/3). Im Kurzaustrittsbericht der
L._
vom
3.
Februar 2014 wurde ausgeführt, die Versicherte sei vom 1
6.
Januar bis
5.
Februar stationär hospitalisiert gewesen. Es wurden die Diag
nosen eines chronischen
zervikozephalen
Schmerzsyndroms, einer schweren Depression, von protrahierten Schulterschmerzen rechts und von chronischem
Nikotinkon
sum
gestellt (
Urk.
15/5).
4.
4
.1
4.1.1
Zunächst ist zu klären, ob die Adäquanz der Beschwerden wie von der Suva
ausgeführt
nach der sogenannten Psycho
-P
raxis
(
Urk.
2
S. 7
)
oder wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, nach der
Schleudertrauma-Praxis
(
Urk.
1
S. 4
)
zu prüfen ist.
4.1.2
Die
sogenannte Psycho
-P
raxis
kommt bei Schleudertraumen zur Anwendung
,
wenn
die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der
Halswir
belsäule
gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund
getreten sind (vgl.
E. 1.2
). Das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht hat sodann wiederholt darauf hingewiesen, dass die besondere
Adäquanz
prüfung
nach Schleudertrauma den Fällen vorbehalten sei, in denen sich die psy
chische Problematik als Teil des typischen organisch-psychischen
Beschwer
de
bildes
des Schleudertraumas der HWS darstelle oder wo eine psychische Fehl
entwicklung mit dem organisch-psychischen Beschwerdebild eng verflochten sei. Von diesen Fällen seien diejenigen zu unterscheiden, wo sich nach einem Unfall - losgelöst vom organisch-psychischen Beschwerdebild eines
Schleuder
traumas
oder vergleichbarer Verletzungen - eine selbständige, sekundäre psy
chi
sche Gesundheitsstörung manifestiere. Die
Unfalladäquanz
solcher
Gesund
heitsschädigungen
sei nach den allgemeinen, für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien zu beurteilen (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79 ff., 2000 Nr. U 397 S. 327 ff., Urteil des
Bundesgerichts
U 457/04
vom 2
3.
März 2005
E. 3
mit Hinweisen
).
Würden
nämlich
psychische Beschwerden, die im Anschluss an einen Unfall mit Distorsionsverletzung der HWS auftreten, ungeachtet ihrer Pathogenese stets nach den Kr
iterien gemäss BGE 117 V 3
59
E
.
6a auf ihre Adäquanz hin überprüft, bestünde die Gefahr, identische natürlich kausale psychische Unfallfolgen adäquanzrechtlich allein deshalb unterschied
lich zu beurteilen, je nachdem, ob beim Unfall zusätzlich eine
Distorsionsverlet
zung
der HWS (oder ein äquivalenter Verletzungsmechanismus) auf
get
r
e
t
en sei
oder nicht, was nicht angehe
(Urteil
des Bundesgerichts U 277/04
vom 3
0.
September 2005
E. 2.2 und E.
4.2.2
mit Hinweisen
).
4.1.3
Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
bei der Auffahrkollision vom
1
4.
September 2011
eine Distorsionsverletzung der HWS erlitt und bei ih
r
in der Folge mehrere Symptome des typischen
Beschwerde
bildes
eines sogenannten Schleudertraumas
wie beispielsweise Kopf- und Nackenschmerzen
auftraten
(
vgl.
Urk.
11/4,
Urk.
11/71
)
.
Doch
auch
wenn
die zur Distorsion der HWS oder einer vergleichbaren Verletzung gehörenden Be
einträchtigu
ngen teilweise gegeben sind, tra
ten sie vorliegend im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik
mit einer
somatoformen
Schmerzstörung und einer Depression
(vgl
.
Urk.
11/85,
Urk.
11/99,
Urk.
15/1
) zum Zeitpunkt des
Einspracheentscheides
vom
3.
Juni 2013 (
Urk.
2)
ganz in den Hintergrund.
Denn aufgrund der medizinischen Aktenlage ist
im
Beurteilungszeitpunkt gesamthaft von einer sehr untergeordneten Rolle der physischen Anteile auszugehen.
Die nach dem Unfall aufgetretenen physischen Beschwerden konnten zunächst erfolgreich behandelt und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
per
8.
Dezember 2011
wieder hergestellt werden
(vgl
.
Urk.
11/26,
Urk.
11/60,
Urk.
11/99
)
.
N
ach
einem erfolgten „Rückfall“
(
Urk.
11/99)
standen die psychischen Beschwerden im Vordergrund. Dies zeigt sich am stationären Aufenthalt
im
C._
(
Urk.
15/1
,
Urk.
11/104
)
und an der
bereits zuvor erfolgten
Behand
lung mit
dem
Psychopharmak
um
Cymbalta
(
Urk.
11/99
)
.
Dazu passt, dass die nach dem Fallabschluss der Suva erfolgten Behandlungen neben Physiotherapie hauptsächlich psychiatrisch ausgerichtet waren (vgl.
Urk.
15/2,
Urk.
15/3,
Urk.
15/5,
Urk.
15/6)
4.1.4
Bei dieser Ausgangslage
fällt die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis aus
ser Betracht
.
Die Adäquanz ist somit nach der Psycho
-P
raxis zu prüfen, bei der einzig die physischen Komponenten zu berücksichtigen sind (BGE 134 V 109 E.
2.1 und 6.1 mit Hinweisen).
4
.
2
4.2.1
Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstellung per
3
1.
März
201
3
(
Urk.
11/107,
Urk.
11/111,
Urk.
2
)
den Fall zu Recht auf die
sen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat
oder ob dieser Fallabschluss wie von der Versicherten geltend gemacht zu früh erfolgte
(
Urk.
1 S
. 5
)
.
4
.
2.
2
Die Adäquanz ist erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderli
chen Heilungsprozesses zu prüfen, und nicht solange von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch immer eine Besserung erwartet werden
kann
.
Bei psychischen Unfallfolgen wie im vorliegenden Fall lassen sich die einzig zu berücksichtigenden physischen Komponenten im Zeitpunkt, in welchem von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Be
handlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann, zuverlässig beurteil
en
(vgl. E. 1.
4
).
4.2.3
Bei der Versicherten konnten objektiv keine somatischen Beschwerden nachge
wiesen werden
(vgl.
Urk.
11
/
4,
Urk.
11/86
)
. Sie war nach dem Unfall
ab dem
8.
Dezember 2011
wieder
zu 100
%
arbeitsfähig
(
Urk.
11/26,
Urk.
11/27)
. Nach dem
„
Rückfall
“
im Januar 2013 (
Urk.
11
/
103)
wurden
im
C._
die Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung und einer mittelgradigen depressiven Episode gestellt
(
Urk.
15/1)
. In somatischer Hinsicht ist
somit
mit der Suva
davon auszugehen, dass durch weitere Heilbehandlungen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten ist.
Da jedoch die psychischen Be
schwerden bei der Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 133 nicht relevant sind, bedarf es im vorliegenden Fall keiner Bestätigung des psychischen medizini
schen Endzustandes
, welcher möglicherweise tatsächlich noch nicht eingetreten ist
. Entsprechend war die von der Beschwerdegegnerin mit
den Verfügungen vom
7.
und 1
3.
März 2013 vorgenommene Adäquanzprüfung
(
Urk.
11/107,
Urk.
11/111), welche mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Juni 2013 (
Urk.
2) bestä
tigt wurde, zu diesem Zeitpunkt
zulässig.
4.3
4.3.1
Es
bleibt
somit
zu prüfen, ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
psychischen
Beschwerden der Versicherten und dem Unfall vom 1
4.
September 2011 besteht.
Den Ausgangspunkt dieser Adäquanzprüfung bilden die objektiv erfassbaren Ereignisse. Abhängig
von der Unfallschwere sind je nachdem wei
tere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Massgebend für die
Unfall
schwere
ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickeln
den Kräften.
Die
Suva hat den Unfall als mittelschwer
es Ereignis
an der Grenze zu leicht
en Unfällen
eing
estuft (
Urk.
2 S
. 11
)
.
Dies erscheint
aufgrund der
in den
Akten
enthaltenen Informationen zum Unfall
(
Urk.
11/44,
Urk.
11/45,
Urk.
11/46
)
, gemäss welchen der von der Versicherten gelenkte Personenwagen durch einen Heckanprall eine Geschwindigkeitsänderung innerhalb eines Berei
ches von 10 bis 15 km/h erfuhr, als
nachvollziehbar
.
Im Übrigen geht auch die Beschwerdeführerin von einem mittelschweren Unfall aus
(
Urk.
1
S. 5
)
.
Da ein mittelschwerer Unfall vorliegt, sind die
in diesem Zusammenhang mass
geblichen Adäquanzkriterien zu prüfen
(vgl. E. 1.
3
)
.
Von
diesen
Kriterien müss
ten für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs entweder
ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegebe
n sein (vgl. BGE 115 V 1
33
E.
6 c)
bb
) sowie auch Urteil des Bundesgerichts
8C_720/2007
vom
3.
S
eptember 2008 E.
9.2), wobei psychische Aspekte nicht zu berücksichtigen sind.
4.3.2
Es sind weder besonders dramatische Begleitumstände noch eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls ersichtlich. Das Kriterium ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens der Beschwerdeführerin (Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2009 vom
3.
August 2009 E. 8.2 mit Hinweisen). Überdies ist zu beachten, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.2).
Zwar gab
Dr.
Z._
am
7.
Oktober 2011
an, die Beschwerde
führerin habe
mit einer
Angst- und/oder Schreckreaktion reagiert
(
Urk.
11/4
), doch ist anzunehmen, es habe sich dabei um den üblichen bei einem Unfall auftretenden Schrecken gehandel
t (vgl. BGE 115 V 1
33
E.
11 b
).
Weiter war
Beschwerdeführerin
stets
bei Bewusstsein und trat
keine Amnesie
ein
(
Urk.
11/4)
.
4.3.3.
Zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen bedarf es entweder einer besonderen Schwere der Verletzung oder besonderer Umstände.
Solche besonderes schweren oder auf besondere Art
erlittenen Verletzungen sind keine dokumentiert
(vgl.
Urk.
11/4,
Urk.
11/86
)
. Das Kriterium ist
damit
nicht erfüllt.
4.3.4
Anhaltspunkte für eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
von physischen Unfallfolgen
bestehen nicht
. Für das Kriterium der ungewöhn
lich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sind die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_903/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 4.6). Die psychi
atrischen Behandlungen
so
wie die
aus psychischen Gründen stattgefundenen
stationären Behandlungen in
der
Klinik G._
vom 2
1.
Oktober bis 1
7.
November 2012
(
Urk.
11/85)
und
im
C._
vom
5.
April bis
7.
Juni 2013
(
Urk.
3/
3
,
Urk.
15/1)
können daher
ebenfalls wie m
edizinische
Abklärungsmassnahmen
und
blosse ärztliche Kontrollen nicht berücksichtigt werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_698/2008 vom 2
7.
Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 1
1.
November 2008 E. 7.3).
Zudem sind
physiotherapeu
tische Massnahmen
nicht zu berücksichtigen
,
da sie
nicht als
hinreichend
be
lastend zu qualifizieren sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_797/2008
vom 1
9.
März 2009 E.
5.3.3).
Insgesamt kann entgegen der Ansicht der Versicherten (
Urk.
1 S. 5) nicht von einer dauernden ärztlichen Behandlung ausgegangen werden.
Im Übrigen
erachtete das Bundesgericht - zum Vergleich - eine
Be
hand
lungsbedürftigkeit
von zwei bis drei Jahren nach einem
HWS-Schleu
dertrauma
respektive äquivalenter Verletzung als „durchaus üblich“ (vgl. Urteil des Bundesgerichts
U 328/06
vom 2
5.
Ju
li 2007
E.
11.3.2
mit Hinweisen
)
.
4.3.5
Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen kann nicht als erfüllt betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin klagte wohl durchwegs über Schulter-
,
Nacken
- und Kopfschmerzen
,
doch sind diese nicht auf eine
nachweisbare organische Ursache zurückführen, weshalb das Kriterium nicht gegeben ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_583/2007
vom 1
0.
Juni 2008 E. 3.2).
Vielmehr
spielen
bei den Schmerzen
nicht zu berücksichtigende psychische Faktoren eine erhebliche Rolle
, weshalb
denn auch
vom
C._
eine
somato
forme
Schmerzstörung diagnostiziert wurde
(vgl.
Urk.
3/3
)
.
4.3.6
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
merte, ist weder ersichtlich noch geltend gemacht worden.
4.3.7
Aus der ärztlichen Behandlung
, der Einnahme von Medikamenten, der Durch
führung von Therapien
und den
geklagten
Dauerschmerzen
allein
darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen ge
schlossen werden. Es bedarf hie
r
zu besonderer Gründe, welche die Heilung be
einträchtigt haben (Urteile des Bundesgerichts 8C_1020/2008 vom
8.
April 2009 E. 5.7 und 8C_623/2007 vom 2
2.
August 2008 E. 8.6). Solche Gründe bestehen
hier nach Lage der Akten nicht, namentlich sind keine Komplikationen ersicht
lich. Die P
roblematik ergibt sich eher
aus der entwickelten psychischen Störung, die bei der Prüfung der Adäquanz
, ebenso wie die von der Versicherten in die
sem Zusammenhang erwähnten stationären Klinikaufenthalte (
Urk.
1 S. 5), wel
che aufgrund der psychischen Beschwerden notwendig waren,
unberücksichtigt zu bleiben ha
t
.
4.3.8
Zu Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ergibt sich aus
den Akten, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall
vom 1
4.
September 2011
verhältnismässig
schnell wieder
vollständig
arbeitsfähig war, nämlich ab dem
8.
Dezember 2011 (
Urk.
11/26)
.
Die
ab dem 1
5.
August 2012 in verschiede
nen Umfängen
attestierte Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
11/91,
Urk.
11/80)
basierte auf psychischen Gründen
(vgl.
Urk.
11/71,
Urk.
11/92
,
Urk.
11/102),
weshalb sie
entgegen der Ansicht der Versicherten (
Urk.
1 S. 5)
nicht zu berücksichtigen ist.
4.3.9
Damit steht fest, dass keines der massgeblichen
Adäquanzk
riterien vorliegt.
Daher ist
die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom
1
4.
September 2011
und den über den
3
1.
März 2013
hinaus geklagten, organisch nicht nachweisbaren
Beschwerden
sowie der psych
ischen Beschwer
den zu verneinen.
4.4
.
D
ie Beschwerdegegnerin
trifft,
da zwischen den
psychischen Beschwerden
und dem Unfall vom 1
4.
September 2011 kein adäquater Kausalzusammenhang besteht,
keine
über den 3
1.
März 2013 hinausgehende
Leistungspflicht
.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
5
.
Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Mar
kus Bischoff, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Mit Honora
r
note vom
4.
Dezember 2014
machte er einen Aufwand von
acht Stunden und 50 Minuten sowie Barauslagen in der Höhe von
Fr.
215.--
geltend (
Urk.
20
). Dieser Aufwand ist dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache angemessen. Die Entschädigung beläuft sich unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stunde
nansatzes von
Fr.
200.-- auf
Fr.
2‘140.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).