Decision ID: e5c95488-d00d-4910-a856-2f2683228093
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1978 geborene
X._
, diplomierte Pflegefachfrau, arbeitete zuletzt in der
Z._
. Sie meldete sich am 2
3.
No
vember 2006 unter Hinweis auf Burn-Out und Depressionen bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1).
Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerblic
he und medizinische Abklärungen und sprach der Versicherten mit Verfügung vom
10. Juli
2008
(
Urk.
7/32
und
Urk.
7/35
) eine
befristete ganze Invalidenrente ab
1.
November 2006 und ab
1.
März 2007 eine
Viertelsrente
zu.
Mit Schreiben vom 2
3.
Februar 2009 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie wieder zu 80-100
%
arbeite und die Invalidenrente nicht länger bean
spruchen möchte.
Daraufhin stellte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
die
Ausrichtung der
Viertelsrente
ein (
Urk.
7/42).
1.2
Mit Schreiben vom 1
4.
April 2010 (
Urk.
7/45) ersuchte die Versicherte um erneute Prüfung der Rentensituation aufgrund einer gesundheitlichen Ver
schlechte
rung, was die IV-Stelle als Neuanmeldung entgegennahm (
Urk.
7/47).
Sie
tätigte erneut medizinische und erwerbliche Abklärungen und verneinte mit Mitteilung vom 2
2.
Juni 2011 gesundheitsbedingt
den Anspruch auf
berufliche
Massnahmen
(
Urk.
7/72). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
21. Mai
2012 (
Urk.
7/88
und
Urk.
7/103-109
) erneut eine ganze Invalidenrente ab
1.
Januar 2010 zu
.
1.3
Die IV-Stelle gewährte der Versicherten
in der Folge verschiedentlich
berufliche
Massnahmen
(
Urk.
7/115,
Urk.
7
/120,
Urk.
7/131,
Urk.
7/132,
Urk.
7/140
,
Urk.
7/151)
.
Sie
leitete
sodann
die revisionsweise Überprüfung der Invaliden
rente in die Wege und tätigte erneut medizinische und erwerbliche Abklärun
gen. Sie
verpflichtete die Versicherte
mit Schreiben vom 3
0.
Dezember 2014
im Rahmen der
Schadenminderungspflicht
zur
Fortsetzung der Psychotherapie
(
Urk.
7/171)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/172,
Urk.
7/177) stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
April 2015 (
Urk.
2) die Invalidenrente per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
6.
Mai 2015 Beschwerde (
Urk.
1)
und bean
tragte, die Verfügung vom
1.
April 2015 sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente auszurichten. Die IV-Stelle schloss am 1
5.
Juni 2015 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
7.
Juni 2015 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründet
e
die Einstellung der Invalidenrente damit, dass der Beschwerdeführerin ab 2
6.
April 2014 eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zu
mutbar sei. Die Massnahme im Rahmen der Schadenminderungspflicht könne zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit beitragen. Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung sei neu remittiert. Zudem habe sich die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin verbessert
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt
e
sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
,
die rezidivierende depressive Störung nach einer schweren Episode mit psycho
tischen Symptomen sei nur teilremittiert, wie dies auch im Arztbericht nach
vollziehbar und schlüssig begründet werde. Es bestehe nach wie vor eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit.
Sie
habe ein 80%-Pensum nach Ablauf von drei Monaten aus gesundheitlichen Gründen wieder auf 60
%
reduzieren müssen (S.
3).
Es sei widersprüchlich und nicht schlüssig, dass der RAD einerseits behaupte, dass die depressive Episode vollständig remittiert sei, die Therapie aber andererseits trotzdem fortgeführt werden sollte (S. 4).
3.
3.1
Vergleichsbasis im vorliegenden Revisionsverfahren bildet die Verfügung vom
2
1.
Mai
2012 (
mit welcher der Beschwerdeführerin zuletzt bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 94
%
eine ganze Rente zugesprochen wurde
)
.
Diese
r
lagen
in medi
zinischer Hinsicht
folgende Berichte
zugrunde
:
3.2
Dr.
med.
A._
, Oberärztin, und
lic
. phil.
B._
, postgraduierter Psycho
loge, stellten im Bericht
vom
8.
April 2010
(
Urk.
7/46) die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Episode, gegenwärtig
schwergradige
Episode
,
(F33.2) und einer Adipositas. Sie hielten fest, es bestehe seit dem 3
1.
Dezember 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.3
Dr.
A._
und
lic
. phil.
B._
stellten im Bericht
vom 2
3.
Juli 2010
(
Urk.
7/49) die Diagnosen
(
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
)
rezidi
vierende depressive Episode, gegenwärtig
schwergradige
Episode (F33.2) und Status nach M
orbus
Basedow, Radio-Therapie 2002 (E89.0
, S. 3
). Sie hielten
in Bezug auf den Psychostatus am 2
7.
Januar 2010 fest, die Beschwerdeführerin sei z
ugewandt
und allseits orientiert. Es bestünden
keine Hinweise auf Gedächt
nis- oder formale Denkstörungen, keine Hinweise auf akute Wahnsym
ptomatik oder Sinnestäuschungen und
kein Anhalt für
eine Ich-Störung. Sie sei
im Affekt deutlich niedergestimmt, jedo
ch auslenkbar zum positiven Pol. P
sychomotorisch
sei sie unauffällig. Es bestehe keine Fremd-/Selbstgefährdung und
kein akuter Hinweis auf Suizidalität.
In Bezug auf den
Psychostatus vom 1
6.
Februar 2010
hielten sie fest, die 31-jährige Beschwerdeführerin sei gepflegt
,
bewustseinsklar
und zu allen Qualitäten orientiert. Konzentration und Gedächtnis
seien
im Gespräch mittelgradig ei
ngeschränkt, subjektiv schildere
die Patientin eine deutliche Beeinträchtigung der Konzentration und des Gedächtnisses. Im for
malen Gedankengang berichte sie über eine stark ausgeprägte Denkhemmung und Gedankenkreisen
. Wahn, Sinnestäuschungen und Ich-Störungen würden verneint.
Es bestünden k
eine Hinweise für Zwänge. Im Affek
t wirke sie depri
miert und
beschreibe
ein
ausgeprägt
es Gefühl der Gefühllosigkeit. Sie l
eide unter Ins
uffizienz- und Schuldgefühlen. Die Beschwerdeführerin s
childere eine starke Antriebshemmung und wirke deutlich antriebsarm. Der Schlaf sei nun unter medikamentöser Behandlung zufriedenstel
lend. Es gebe kein
selbstver
letz
endes
Verhalten in der Vorgeschichte.
Es bestehe k
eine Fremdaggression. Aktuell seien keine Suizidgedanken mehr vorhanden. Passive Todeswünsche seien latent vorhanden. Sie könne sich klar und glaubhaft distanzieren von suizidalen Absichten/Handlungen. Anamnestisch
gebe es einen
Suizidversuch (Pulsadern aufgeschnitten
,
S. 4).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führten sie aus, während der restlichen
Behand
lungsdauer
auf der Depressions- und Angststation (Austritt per 2
2.
April 2010) hätten sich bezüglich Arbeitsfähigkeit keine Änderungen ergeben. Bei Austritt seien Einschränkungen in Bezug auf Antrieb und Stimmung immer noch prä
sent gewesen, aufgrund dessen sie bei Austritt eine 10
0
%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 3
1.
April 2010 attestiert
hätten
. Aus ihrer Sicht könne nicht mit dem Wiedererla
n
gen einer vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Die vorhande
nen Beeinträchtigungen, wie eine reduzierte Stresstoleranz, könnten auch bei
regelmässiger
Therapie nur teilweise kompensiert werden. Die hohe Motivation der Patientin zur beruflichen Tätigkeit könne als wichtiger Faktor benannt wer
den, jedoch gingen sie mittelfristig von einer Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit als Pflegefachfrau zu 50
%
aus (S. 1).
3.4
Dr.
med.
C._
stellte im Bericht
vom 1
6.
August 2010
(
Urk.
7/50)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere bis schwere depressive Episode (F33.2)
Hypothyreose, Status nach Morbus Basedow
Restless
legs
Persönlichkeit mit selbstunsicheren, abhängigen, neurotischen Anteilen
Sie hielt fest, es bestünden Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, innere Unruhe, Grübeln, Versagensangst, Verlustangst, Selbstverunsicherung,
Erschöpf
barkeit
, Energielosigkeit, lange Erholungsphasen, Morgenmüdigkeit, keine akute Suizidalität.
Die Beschwerdeführerin sei 50
%
arbeitsunfähig vom 2
1.
Dezemebr
2009 bis 3
1.
Dezember 2009 und 100
%
arbeitsunfähig vom
1.
Januar 2010 bis unbe
stimmt (S. 3).
3.5
Dr.
med.
C._
stellte im Bericht
vom
6.
Oktober 2010
(
Urk.
7/54)
die gleichen Diagnosen und
beschrieb
den gleichen aktuellen Zustand (vgl. E.
3.4).
Sie hielt fest, die Beschwerdeführerin sei seit
1.
Januar 2010 bis unbe
stimmt zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.6
Dr.
C._
stellte im Bericht
vom 1
8.
August 2011
(
Urk.
7/74)
die gleichen Diagnosen (E. 3.4). Sie hielt fest, die Beschwerdeführerin leide an
Kon
zentrations
- und Gedächtnisstörungen, Versagensangst, Verlustangst,
Selbst
verunsicherung
, Erschöpfbarkeit, Energielosigkeit, lange Erholungsphasen,
Mor
genmüdigkeit
, keine akute Suizidalität. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100
%
seit
1.
Januar 2010 bis unbestimmt.
4.
4.1
Im Rahmen de
s
Revision
sverfahrens
holte die IV-Stelle folgende medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr.
med.
D._
, Oberarzt, und
lic
. phil.
E._
, Psychologin, von der
F._
, stellten im Bericht vom 1
5.
Januar 2013 (
Urk.
7/128) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
F33.4 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig teilremittiert:
Teil
remission
seit Beginn der Behandlung, in der Anamnese schwere Episo
den mit psychotischen Symptomen (F33.3)
Restless
legs
Syndrom, Schlafapnoe
Migräne
Morbus
Basedov
mit Hypothyreose und Adipositas
Sie hielten fest, die Beschwerdeführerin befinde sich bereits in einem für ihre Ein
schränkungen gut angepassten Programm zur Wiedereingliederung in den Pflegeberuf (
Syntegra
). Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
4.3
Dr.
med.
G._
, Oberärztin, und
Dr.
med.
Dr.
sc. nat.
H._
, Ärztin, von der
I._
stellten im Bericht vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
7/157) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: F33.4 rezidi
vierende depressive
Strörung
, gegenwärtig remittiert, in der Anamnese schwere Episoden mit psychotischen Symptomen (F33.3
, S. 1
)
.
S
ie hielten
f
est, die Beschwerdeführerin sei wach, bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person orientiert. Das äussere Erscheinungsbild
sei
gepflegt. Sie sei im Kontaktverhalten zugewandt und freundlich. Es bestünden keine Aufmerksamkeits- und Auffassungsstörungen
und
k
eine auffälligen
mnesti
schen
Störungen. Das formale Denken sei geordnet und unauffällig. Es bestünden keine inadäquaten Ängst
e
und keine Zwänge. Es lägen keine Hin
weise vor für Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Die Beschwerde
führerin sei affektiv
euthym
und schwingungsfähig. Antrieb sei vorhanden und die Psychomotorik unauffällig. Es bestünden keine zirkadianen Besonderheiten. Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafstörungen seien unter der Medikation mit
Trazodon
nicht vorhanden. Der Appetit sei ungestört. Es bestünden keine Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung. Störungsbewusstsein
sei
vorhan
den
(S. 2)
.
Sie hielten fest, die Beschwerdeführerin sei vom
1.
Dezember 2013 bis 2
8.
Februar 2014 zu 20
%
arbeitsunfähig gewesen und vom
1.
März 2014 bis heute 40
%
arbeitsunfähig.
Die bisherige Tätigkeit sei zu 60 bis 80
%
, eine behinderungsangepasste vollzeitlich zumutbar. Notwendig seien Pausen und ein
wohlwollendes Arbeitsumfeld.
Bei der Arbeit wirke sich die Er
m
üdung durch
eine
erhöhte Verunsicherung im
Umgang mit Patienten und Mitarbeitern aus. Zudem
sinke
die Konzentrationsfähigkeit und der Antrieb. Der Nachtschlaf werde dann wegen Gedankenkreisen gestört (S. 4).
4.4
Med. prakt.
J._
, Psychiatrie und Psychotherapie, vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, schloss am
5.
Dezember 2014 (
Urk.
7/170/3-4) aus den Akten, dass aus versicherungspsychiatrischer Sicht bei einer remittierten Erkrankung keine Arbeitsunfähigkeit mehr festgestellt werden könne. Wenn die Beschwerdeführerin trotzdem über Müdigkeit und Erschöp
fung klage, lägen keine IV-relevanten Symptome vor.
5.
5.1
Bei der Rentenzusprechung litt die Beschwerdeführerin an einer
rezidivierenden depressiven Episode, gegenwärtig
schwergradige
Episode (F33.2).
Gemäss
den im Rahmen der Revision eingeholten Berichten lag zuletzt noch die Diagnose einer
r
ezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig teilremittiert
F33.4
beziehungsweise einer rezidivierende
n
depressive
n
Strörun
g
, gegenwärtig remittiert
F33.4
, vor.
In Bezug auf die erhobenen Befunde zeigten sich in den Jahren 2010 und 2011 schwerwiegende Einschränkungen, während in den Jahren 2013 beziehungsweise 2014 kaum
noch Auffälligkeiten vorlagen.
Die behandelnden Ärzte
schätzten
die Arbeitsfähigkeit bei der Rentenzusprechung auf 0
%
,
während sie heute zu 50
%
respektive zu 60
%
arbeitsfähig ist.
Sowohl bezüglich des Befundes als auch bezüglich der Diagnosen und der Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
ist eine Verbesserung eingetreten und eine Neubeurteilung somit zulässig.
Dies wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten.
5.2
Streitig ist das Ausmass der Verbesserung. So führt
e
die Beschwerdegegnerin aus, dass aufgrund der Remission der depressiven Störung keine Arbeitsunfä
higkeit mehr gegeben sei. Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, die depressive Störung sei nur teilremittiert und es sei eine
60
%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.
5.3
Aus den Berichten der seit 2013 behandelnden
Dres
.
G._
und
H._
geht schlüssig hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin we
sentlich gebessert hat. Diese berichteten von einem erfreulichen Verlauf und ersahen
nurmehr
in der erhöhten Ermüdbarkeit und Erschöpfbarkeit einen Grund für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten Tätig
keit (wohlwollendes Arbeitsumfeld) attestierten sie sodann gar keine Einschrän
kung mehr. Angesichts dieser Schilderungen überzeugt die Einschätzung von RAD-Psychiater med. prakt.
J._
, wonach von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr ausgegangen werden könne. Bei Fehlen einer aktuellen psychiatrischen Diagnose kann aus einer erhöhten Ermüdbarkeit und
Erschöpf
barkeit
keine (invalidenversicherungsrechtlich relevante) Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ersehen werden.
6.
Bei Annahme einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf ergibt sich keine Einkommenseinbusse und damit auch kein Invaliditätsgrad. Wollte man - im Sinne der
Dres
.
G._
und
H._
- eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit lediglich in einem wohlwollenden Arbeitsumfeld annehmen, wäre diesem Umstand im Rahmen eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen. Der Abzug beträgt indes praxisgemäss höchstens 25
%
, womit die anspruchsbegründende Schwelle von 40
%
nicht erreicht wird. Anzumerken bleibt, dass die Praxis unter diesem Titel ohnehin grundsätzlich keinen Abzug gewährt (Urteil des Bundesgerichts 9C_325/2013 vom 2
2.
Oktober 2013 E. 4.2).
Damit ergibt sich kein Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
, weshalb die Beschwerdegegnerin die laufende Rente zu Recht aufgehoben hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr.
6
00.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.