Decision ID: 69c5d23c-09e0-536a-a4cb-31e26d817c02
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
Z._ meldete sich am 7. Dezember 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an. Die A._
AG teilte der IV-Stelle am 12. Dezember 2005 mit, der Versicherte sei als Mitarbeiter
Bogenoffset beschäftigt worden. Dr. med. B._ berichtete am 24. Februar 2006, der
Versicherte leide an einem persistierenden atypischen Schmerzsyndrom am rechten
Fuss und an einem indirekten Schultertrauma rechts. Deshalb könne der Versicherte
nicht ohne Schmerzen stehen und umhergehen. Eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit
ohne die Notwendigkeit, den Fuss übermässig zu belasten, sei uneingeschränkt
zumutbar. Zuhanden des RAV habe der Versicherte eine Bestätigung für eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% erhalten. Die IV-Stelle beauftragte das ABI Ärztliches
Begutachtungsinstitut GmbH in Basel am 5. Juni 2006 mit einer Abklärung. Dem
Versicherten hatte sie dies bereits am 2. Mai 2006 mitgeteilt. Am 27. September 2006
liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte gegenüber der IV-Stelle geltend
machen, er sei am 25. September 2006 im ABI unmenschlich und unprofessionell
behandelt worden. Da zudem gegen das ABI ein Strafverfahren wegen
Gutachtenmanipulation geführt werde, erkläre er das Gutachten bereits jetzt als
unbrauchbar. Er ersuche die IV-Stelle, das ABI aufzufordern, auf die Erstellung des
Gutachtens zu verzichten und so Kosten zu sparen. Die IV-Stelle solle stattdessen eine
neutrale medizinische Institution mit der Begutachtung beauftragen. Das ABI erstellte
sein Gutachten am 13. November 2006. Es führte darin aus, der Versicherte leide an
einer chronischen Fasciitis plantaris rechts, an einem chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndrom aktuell ohne radikuläre Symptomatik (Diskusprotrusion L4/5 und L5/
S1, MR-tomographisch ohne sicher darstellbare Kompression neuraler Strukturen,
beginnende Veränderungen der unteren LWS) sowie - ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit - an einer Schmerzverarbeitungsstörung, an einer labormässigen
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Hepatopathie unklarer Aetiologie (DD: Begleithepatopathie bei viralem Infekt,
chronische Hepatitismedikamenten indiziert, kontrollbedürftige Raumforderung) und an
einem beginnenden Morbus Dupuytren beidseits. Die angestammte Tätigkeit in der
Druckerei sei gemäss den Angaben des Versicherten ausschliesslich im Stehen
ausgeübt worden und habe lange Gehstrecken beinhaltet. In dieser Arbeit bestehe
derzeit aufgrund der Pathologie des rechten Fusses eine volle Arbeitsunfähigkeit. Es
sei allerdings mit einer Besserung zu rechnen. Für körperlich leichte bis mittelschwere
Arbeiten, die weitgehend sitzend auszuführen seien, bei denen gelegentlich die
Position gewechselt und einige Schritte umhergegangen werden könne, bestehe eine
zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die objektivierbaren
Befunde vermöchten eine Schmerzprovokation bei Tätigkeiten im Sitzen nicht zu
begründen. Aus psychiatrischer und aus internistischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Diskrepanz zur Selbsteinschätzung des
Versicherten (vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten) ergebe sich
wohl daraus, dass der Versicherte davon ausgehe, sich körperlich vollständig gesund
fühlen zu müssen und zu keiner Zeit Schmerzen verspüren zu dürfen, um einer Arbeit
nachgehen zu können.
B.
Der Versicherte liess am 5. Januar 2007 mitteilen, dass er wegen einer
Verschlimmerung seiner psychischen Problematik in der Klinik Gais gewesen sei. Er
bitte darum, dort einen Bericht einzuholen. Zudem sei ihm am 9. November 2006 durch
das Kantonsspital St. Gallen die Galle herausoperiert worden und in den letzten
Monaten hätten sich Kopfschmerzen eingestellt, die noch nicht abgeklärt worden
seien. Damit erscheine das ABI-Gutachten als überholt. Er ersuche erneut darum, ein
neues Gutachten in Auftrag zu geben. Die IV-Stelle forderte einen Verlaufsbericht der
Klinik Gais an. Diese stellte stattdessen ihren Austrittsbericht vom 4. Januar 2007 zu.
Gemäss diesem Bericht litt der Versicherte an einer Anpassungsstörung mit Angst und
depressiver Reaktion gemischt. Der Versicherte war vorzeitig entlassen worden, weil
sich sein Zustand subjektiv so verschlechtert hatte, dass er Vieles aus dem
Therapieangebot gar nicht mehr hatte wahrnehmen können. Die Ärzte der Klinik Gais
hatten den Versicherten als zu 100% arbeitsunfähig betrachtet. Das Kantonsspital St.
Gallen berichtete der IV-Stelle am 25. Januar 2007, es sei eine laparoskopische
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Cholezystektomie durchgeführt worden. Durch diesen Eingriff habe sich an der
Einschätzung der Eingliederungsfähigkeit durch die MEDAS im November 2006 nichts
geändert. Der Versicherte sei zur psychosomatischen Rehabilitation nach Gais
entlassen worden. Auf eine entsprechende Anfrage der IV-Stelle hin liess der
Versicherte am 21. Februar 2007 mitteilen, dass er bei Dr. med. C._ in Behandlung
sei. Dr. med. C._ berichtete der IV-Stelle am 23. März 2007, der Versicherte leide an
einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen, an einer
generalisierten Angststörung und an einem Verdacht auf eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung. Die depressiven Symptome hätten etwa seit sechs Monaten
zugenommen. Die Leistungsfähigkeit des Versicherten sei durch
Konzentrationsstörungen, Antriebsstörungen, Stimmungsschwankungen und durch
eine reduzierte emotionale Belastbarkeit eingeschränkt. Es bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von vier Stunden täglich. Dr. med. D._ vom RAD Ostschweiz wies
am 29. März 2007 darauf hin, dass weder im ABI-Gutachten noch im Austrittsbericht
der Klinik Gais eine Angststörung erwähnt worden sei. Dr. med. C._ habe noch im
Austrittsbericht der Klinik Gais nur eine temporäre Anpassungsstörung angeführt. Eine
Angststörung entwickle sich meist symptomatisch über Jahre. Deshalb könne die
behauptete Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht plausibel nachvollzogen
werden. Für eine objektive Beantwortung der Frage, ob sich am Gesundheitszustand
seit der Begutachtung durch das ABI etwas verändert habe, sei eine
Verlaufsbegutachtung durch das ABI notwendig. Dabei sei zusätzlich nach einer
allfälligen Veränderung des Gesundheitszustandes nach dem 25. September 2006,
nach der Objektivierbarkeit der von Dr. med. C._ diagnostizierten depressiven
Episode und Angststörung und nach einer allfälligen relevanten psychischen
Erkrankung und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu fragen. Die IV-Stelle teilte
dem Rechtsvertreter des Versicherten am 2. April 2007 mit, dass sie eine
Verlaufsbegutachtung durch das ABI anordne. Sie wies darauf hin, dass Einwände
gegen die begutachtenden Personen innert zehn Tagen seit der Bekanntgabe der
Gutachternamen durch das ABI einzureichen seien. Verspätete Einwände könnten nicht
berücksichtigt werden. Das ABI wurde am gleichen Tag mit der Verlaufsbegutachtung
beauftragt.
C.
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Der Versicherte liess am 2. April 2007 durch seinen Rechtsvertreter einwenden, er habe
seinen Hausarzt Dr. med. B._ ersucht, zum ABI-Gutachten Stellung zu nehmen. Dr.
med. B._ habe "ganz grosse Pferdefüsse" entdeckt. Es zeige sich einmal mehr, wie
unprofessionell diese berüchtigte, privatwirtschaftlich verdienende
Begutachtungsinstitution arbeite. Er forderte die IV-Stelle auf, die von Dr. med. B._
vorgeschlagene EFL durch das Kantonsspital St. Gallen oder durch das
Universitätsspital Zürich durchführen zu lassen. Gemäss dem Schreiben von Dr. med.
B._ vom 23. Dezember 2006 hatten sich in einem MRI vom 22. August 2006 doch
Hinweise auf eine Diskushernie L5/S1 mit Wurzelirritation S1 rechts gefunden, bei der
Fussverletzung hatte es sich um ein Prellungstrauma und nicht um eine Distorsion
gehandelt und die Beschwerden waren über eine reine Fasciitis plantaris
hinausgegangen. Sie hatten das Bild eines neuropathischen Schmerzsyndroms
gezeigt, das allerdings durch die entsprechenden Medikamente nicht hatte beeinflusst
werden können. Dr. med. B._ hatte vorgeschlagen, eine EFL durchzuführen und den
Versicherten in eine spezialisierte Schmerzsprechstunde zu schicken. In einem
Nachtrag zum Schreiben vom 2. April 2007 teilte der Rechtsvertreter des Versicherten
der IV-Stelle mit, er könne dem Versicherten aufgrund von dessen persönlicher
Erfahrung beim ABI und aufgrund der erwähnten "Pferdefüsse" nicht empfehlen,
wieder zum ABI zu gehen. Es wäre sinnvoll, die Befunde aus Basel durch eines der
vorgeschlagenen Spitäler verifizieren zu lassen. Er ersuche darum, dem ABI
mitzuteilen, dass der Versicherte nicht erscheinen werde und dass nun eine second
opinion vorgenommen werde. Die IV-Stelle mahnte den Versicherten am 23. April 2007,
sich der Verlaufsbegutachtung durch das ABI zu unterziehen, ansonsten sie eine
abweisende Verfügung erlassen werde. Zur Begründung machte die IV-Stelle geltend,
es sei sinnvoll, die Verlaufsbegutachtung bei der gleichen Gutachterstelle durchführen
zu lassen. Der Versicherte liess am 10. Mai 2007 einwenden, er sehe keine
Veranlassung, eine erneute Begutachtung durch das ABI durchführen zu lassen.
Gerade weil diese Institution einen derart einseitigen Bericht abgegeben habe,
rechtfertige es sich, eine second opinion bei einer anderen medizinischen Institution
vornehmen zu lassen. Im übrigen könnten keine Versäumnisfolgen angedroht werden,
weil er sich schon einmal habe begutachten lassen. Eine zweite Begutachtung unter
den gleichen Umständen wie das letzte Mal sei nicht zumutbar. Die IV-Stelle teilte dem
Rechtsvertreter des Versicherten am 21. Mai 2007 mit, dass sie an einer
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Verlaufsbegutachtung durch das ABI festhalte. Am 25. Mai 2007 gab der
Rechtsvertreter des Versicherten dem ABI bekannt, dass der Versicherte nicht
erscheinen werde, weil es ihm nicht zumutbar sei, nochmals dorthin zu gehen. Es gehe
darum, eine second opinion einzuholen. Er ersuche darum, den Termin zu streichen.
Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren des Versicherten mit einer Verfügung vom 7.
Juni 2007 ab. Sie begründete diesen Entscheid damit, dass der Versicherte sich den
zumutbaren Abklärungen weiterhin widersetze, so dass aufgrund der Akten zu
entscheiden sei.
D.
Der Versicherte liess am 5. Juli 2007 Beschwerde erheben. Er stellte die Anträge, die
Verfügung vom 7. Juni 2007 sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihn in
eine andere medizinische Institution als das ABI einzuweisen, soweit eine solche
Abklärung überhaupt notwendig sei; die Verfügung vom 7. Juni 2007 sei aufzuheben
und es sei ihm eine ganze Invalidenrente zu gewähren. Zur Begründung liess er
ausführen, er habe seine Mitwirkungspflicht nicht verletzt, denn er habe sich ja einer
ersten Abklärung durch das ABI unterzogen. Eine erneute Begutachtung durch das ABI
sei angesichts der oberflächlichen Exploration bei der ersten Abklärung und aufgrund
der persönlichen Beleidigungen seitens der beteiligten Mediziner (z.B.
rentenbegehrlicher Simulant) nicht zumutbar, zumal ein Strafverfahren wegen
Gutachtenmanipulation laufe. Die IV-Stelle habe es nicht einmal für nötig befunden, die
Vorwürfe des Hausarztes an das ABI weiterzuleiten oder vom ABI eine Stellungnahme
dazu zu verlangen. Weil sich die Einschätzungen des ABI und der Klinik Gais diametral
unterschieden, hätte eine dritte Institution mit der Abklärung beauftragt werden
müssen. So würde verhindert, dass das ABI seine ursprünglichen Mängel auf Biegen
und Brechen verteidigen müsse. Dies rechtfertige sich umso mehr, als das ABI nicht
nach MEDAS-Grundsätzen organisiert sei. Er beantrage eine Begutachtung durch eine
echte MEDAS-Institution. Hiezu biete er seine volle Mitwirkung an.
E.
Die IV-Stelle beantragte am 30. August 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie
machte geltend, dass es in ihrem Ermessen liege, ob sie einen Arztbericht einholen
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oder ein förmliches Gutachten in Auftrag geben wolle. Die versicherte Person habe
keinen Anspruch auf einen Sachverständigen ihrer Wahl. Sie habe auch keinen
Anspruch auf die Einholung einer second opinion. Eine frühere Begutachtung mit
missliebigem Ergebnis spreche nicht gegen eine Befähigung zur unbefangenen
Neubegutachtung. Dem ABI sei keine Gutachtensmanipulation nachgewiesen worden.
Im übrigen handle es sich beim ABI um eine MEDAS. Die Behauptung des
Versicherten, er sei beleidigt worden, sei völlig haltlos. Die Begutachtung durch das
ABI sei somit zumutbar. Die Notwendigkeit einer Verlaufsbegutachtung habe sich aus
der von Dr. med. C._ am 23. März 2007 angegebenen Verschlechterung des
psychischen Gesundheitszustandes ergeben, denn eine Angststörung entwickle sich
normalerweise über Jahre und lasse sich auch zurückverfolgen. Wegen der (korrekt
abgemahnten) Verweigerung der Mitwirkung sei es zulässig gewesen, gestützt auf das
ABI-Gutachten vom 13. November 2006 in der Sache selbst zu entscheiden, d.h. das
Leistungsgesuch abzuweisen, denn dieses Gutachten erfülle alle an es zu stellenden
Anforderungen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer angepassten
Erwerbstätigkeit bestehe keine Invalidität.
F.
Der Versicherte wandte am 19. September 2007 ein, es verstehe sich von selbst, dass
das ABI aufgrund seines Gewinnstrebens speziell von der Invalidenversicherung
abhängig sei. Die Manipulationen von Gutachten seien erstellt und erwiesen. Das
Strafverfahren solle nur noch abklären, ob sich das ABI durch diese Manipulationen
bereichert habe. Das tue das ABI, weil es den potentiellen Auftraggebern mit
Gefälligkeitsgutachten zudiene. Wenn die IV-Stelle derart von ihrem Standpunkt
überzeugt sei, dann könne sie nichts gegen eine Begutachtung durch andere
Sachverständige haben. Ein Beharren auf der erneuten Begutachtung durch das ABI
würde gegen die EMRK verstossen.
G.
Die IV-Stelle verzichtete am 24. September 2007 auf eine Duplik.

Erwägungen:
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1.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildete die Abweisung eines Rentengesuchs
des Beschwerdeführers, die nicht auf einer Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen
beruhte. Sie war vielmehr das Resultat einer Mitwirkungspflichtverweigerung bei der
Sachverhaltsabklärung, d.h. eine Sanktion gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG. Der der
angefochtenen Verfügung zugrunde liegende massgebliche Sachverhalt war deshalb
nur die Anordnung einer Verlaufsbegutachtung beim ABI, die Mahnung mit
Fristansetzung und Androhung einer Sanktion, die Weigerung des Beschwerdeführers
und schliesslich die Anordnung der Sanktion, eben der Abweisung des Rentengesuchs.
Nicht zum massgeblichen Sachverhalt gehörte also die Gesundheitsbeeinträchtigung
des Beschwerdeführers und deren Entwicklung im Zeitablauf. Das bedeutet, dass die
nur als Sanktion zu qualifizierende Abweisung des Rentengesuchs vom Gericht nicht
durch die Gutheissung des Rentengesuchs ersetzt werden kann, denn dies hätte eine -
unzulässige - vollständige Auswechslung des Verfahrensgegenstandes zur Folge. Auf
das entsprechende Beschwerdebegehren des Beschwerdeführers kann deshalb nicht
eingetreten werden. Beurteilt werden kann nur das Begehren des Beschwerdeführers
(sinngemäss), die Sanktionsverfügung aufzuheben, die Notwendigkeit einer
Verlaufsbegutachtung zu prüfen und die Sache gegebenenfalls mit der Anweisung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, eine andere Institution als das ABI mit dieser
Verlaufsbegutachtung zu betrauen bzw. das Rentengesuch ohne weitere Abklärung zu
beurteilen.
2.
Der Beschwerdeführer hat die Berechtigung seiner Weigerung, sich einer
Verlaufsbegutachtung durch das ABI zu unterziehen, mit Argumenten begründet,
welche die Notwendigkeit einer Verlaufsbegutachtung, die objektive Befähigung der
Sachverständigen des ABI zur Ermittlung seines Gesundheitszustandes und seiner
Arbeitsfähigkeit und die Unabhängigkeit der Sachverständigen des ABI beinhaltet
haben.
2.1 Die Begutachtung durch das ABI erfolgte am 25. September 2006. Am 9.
November 2006 wurde dem Beschwerdeführer im Kantonsspital St. Gallen die Galle
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entfernt. Dies war aber für die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit nicht relevant, wie das Kantonsspital St. Gallen in seinem
Bericht vom 25. Januar 2007 festhielt. Die an diese Operation anschliessende
psychosomatische Rehabilitation in der Klinik Gais wurde vorzeitig abgebrochen. In
ihrem Austrittsbericht vom 4. Januar 2007 wurde die Arbeitsunfähigkeit auf 100%
geschätzt und die Diagnose enthielt erstmals einen Hinweis auf das Vorliegen einer
relevanten Depression. Erst der Bericht von Dr. med. C._ vom 23. März 2007
beinhaltete dann die präzise Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode. Die
Symptome für eine Depression waren gemäss der Einschätzung durch Dr. med. C._
bereits etwa sechs Monate früher zum ersten Mal aufgetreten. Damit lag ein deutlicher
Hinweis auf eine mögliche, nach der Begutachtung durch das ABI einsetzende
Verschlechterung des psychischen Gesundheit vor. Hätte die Beschwerdegegnerin in
dieser Situation gestützt ausschliesslich auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten des ABI vom 13. November 2006 über das Rentenbegehren befunden, so
hätte sie ihre Untersuchungspflicht in rechtswidriger Weise verletzt, weil der
Sachverhalt nicht vollständig geklärt war. Dem deutlichen Hinweis auf eine seitherige
erhebliche Sachverhaltsveränderung musste zwingend nachgegangen werden. Die
Beschwerdegegnerin konnte aber auch nicht auf die Angaben der Klinik Gais und von
Dr. med. C._ zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abstellen, denn auch dies
hätte die Untersuchungspflicht in rechtswidriger Weise verletzt, hier allerdings in bezug
auf das Beweismass. Die Angaben der Klinik Gais und von Dr. med. C._ waren
nämlich nicht geeignet, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
einen für längere Zeit anhaltenden Arbeitsunfähigkeitsgrad in einer adaptierten Tätigkeit
von 100% zu belegen. Behandelnde Ärzte dürfen aufgrund ihrer engen persönlichen
und rechtlichen Beziehung zu ihrem Patienten und aufgrund ihrer oft aus einem
therapeutischen Ansatz heraus abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht als
unabhängige Sachverständige qualifiziert werden, wenn sie sich gegenüber der
Beschwerdegegnerin zur Arbeitsfähigkeit ihres Patienten äussern. Erfahrungsgemäss
wirkt sich dieses enge Verhältnis in Aussagen zugunsten der Patienten aus, so dass
darin keine objektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erblickt werden kann. In Erfüllung
ihrer Pflicht, den massgebenden Sachverhalt vollständig und objektiv abzuklären, hatte
die Beschwerdegegnerin also gar keine andere Wahl, als eine unabhängige
Verlaufsbegutachtung anzuordnen. Aus verfahrensökonomischen Gründen, aber auch
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zur Erlangung eines möglichst klaren Bildes von der Entwicklung des massgebenden
Sachverhalts war es sinnvoll, die bereits mit der Person und der Krankengeschichte
des Beschwerdeführers vertrauten Sachverständigen des ABI mit der
Verlaufsbegutachtung zu beauftragen.
2.2 Der Beschwerdeführer hat seine Behauptung, das ABI sei objektiv nicht geeignet,
seinen Gesundheitszustand erneut abzuklären, sinngemäss damit begründet, dass es
um das Einholen einer second opinion und nicht um eine Verlaufsbegutachtung gehe.
Damit könne die ursprüngliche Gutachterstelle natürlich nicht betraut werden, weil
damit der Zweck einer second opinion, nämlich die Überprüfung der
Überzeugungskraft der "first opinion", nicht erreicht würde. Das ist zwar grundsätzlich
richtig, aber im vorliegenden Fall nicht relevant, weil die Beschwerdegegnerin beim ABI
keine second opinion hat einholen wollen. Der Zweck des erneuten
Begutachtungsauftrages war ausschliesslich die Abklärung der gesundheitlichen
Entwicklung nach der ersten Abklärung vom Herbst 2006. Die Beschwerdegegnerin hat
dies von Anfang an klargestellt, aber der Beschwerdeführer ist trotzdem immer davon
ausgegangen, dass es um die nochmalige Abklärung ein und desselben
Gesundheitszustandes gehe. Da das ABI in der vom Bundesamt für Sozialversicherung
(BSV) geführten Liste der medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) aufscheint,
besteht keine Veranlassung für den vom Beschwerdeführer geäusserten Verdacht, die
Sachverständigen des ABI verfügten nicht über die notwendigen fachärztlichen und
arbeitsmedizinischen Kenntnisse und Erfahrungen, um seinen Gesundheitszustand und
seine Arbeitsfähigkeit objektiv festzustellen. Zudem hätte die Durchführung einer
Verlaufsbegutachtung durch eine andere MEDAS verfahrensökonomische Nachteile
und es könnte der Fall eintreten, dass in die Arbeitsfähigkeitsschätzung dieser anderen
MEDAS - gewollt oder ungewollt - Umstände einfliessen würden, die nicht
ausschliesslich auf die Veränderung des Gesundheitszustandes seit der ursprünglichen
Begutachtung, sondern auf eine andere Einschätzung des damaligen
Gesundheitszustandes zurückzuführen wären. Dies darf in einem Verlaufsgutachten
nicht geschehen, weil sich die Veränderung dann nicht objektiv erheben lässt. Wenn
ein Verlaufsgutachten eine solche abweichende medizinische Einschätzung des
damaligen Gesundheitszustandes zum Ausdruck bringen wollte, müsste es in zwei
Teilen erstattet werden, einem Verlaufsteil und einem Kritikteil. Im Verlaufsteil dürften
die Sachverständigen ausschliesslich auf den im ursprünglichen Gutachten vertretenen
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medizinische Einschätzungen aufbauen. Die Gefahr einer Vermischung der beiden
Möglichkeiten ist bei einer Verlaufsbegutachtung durch die ursprünglichen
Sachverständigen erheblich geringer. Zumindest würde eine abweichende
Neueinschätzung des ursprünglichen Gesundheitszustandes eindeutig als solche
erkannt und deshalb auch gegenüber der Beschwerdegegnerin deklariert.
2.3 Die Vorgänge rund um den - längst widerlegten - Vorwurf, Dr. med. E._
manipuliere Gutachten, können nicht Anlass bilden, alle Gutachten, auch die erst noch
zu erstattenden, des ABI pauschal als unglaubwürdig abzuqualifizieren. Wie jede
andere MEDAS auch erstellt das ABI objektive Gutachten (vgl. das Urteil des
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 4. September 2008 i.S. R.M., IV
2007/164, m.H. auf frühere Urteile). Daran ändert die privatrechtliche Organisation des
ABI als GmbH nichts, auch wenn damit ein privates Gewinnstreben verbunden ist. Die
Behauptung des Beschwerdeführers, das ABI erstelle Gefälligkeits-, also bewusst
fehlerhafte Gutachten, um so möglichst viele Gutachteraufträge von den IV-Stellen zu
erhalten und damit einen hohen Gewinn zu erzielen, ist ein Vorwurf nicht nur gegenüber
dem ABI, sondern auch gegenüber den IV-Stellen. Ihnen wird so nämlich unterstellt, sie
strebten keine objektive Sachverhaltsabklärung an, sondern versuchten, durch
manipulierte Gutachten möglichst viele Versicherte um die an sich geschuldeten
Leistungen zu bringen. Das ABI wäre somit nur Komplize beim rechtswidrigen Handeln
der IV-Stellen. Ein derartiger Vorwurf ist ganz offenkundig unhaltbar. Die IV-Stellen und
das BSV als Aufsichtsbehörde über die IV-Stellen haben keine Veranlassung, durch ein
rechtswidriges Verhalten bei der Sachverhaltsabklärung mittels der Komplizenschaft
des ABI möglichst keine Leistungen erbringen zu müssen. Die IV-Stellen kommen der
Aufgabe der objektiven Sachverhaltsermittlung korrekt nach und dazu benötigen sie
korrekte medizinische Gutachten. Wenn das ABI also von sich aus Gutachten liefern
würde, welche zulasten der untersuchten Versicherten falsch wären, würde sich das
Gegenteil des damit Angestrebten einstellen. Die IV-Stellen würden nämlich nicht
möglichst viele, sondern überhaupt keine Gutachten mehr beim ABI in Auftrag geben,
weil sie mit den ABI-Gutachten ihre Aufgabe der korrekten Sachverhaltsabklärung nicht
erfüllen könnten.
2.4 Die im ABI-Gutachten vom 13. November 2006 minutiös geschilderten Anamnesen
insbesondere des orthopädischen und des psychiatrischen Sachverständigen des ABI
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sprechen klar gegen die Behauptung des Beschwerdeführers, er sei nur oberflächlich
untersucht worden. Dasselbe gilt für die Darstellungen der Ergebnisse der klinischen,
labormässigen und bildgebenden Abklärungen. Wäre der Vorwurf des
Beschwerdeführers richtig, so müsste ein grosser Teil der entsprechenden
Ausführungen des ABI im Gutachten vom 13. November 2006 der Phantasie der
Sachverständigen entsprungen sein. Dass der Beschwerdeführer die Untersuchungen
allenfalls deshalb als unzureichend empfunden hat, weil sie nicht das von ihm erwartete
Ergebnis geliefert haben, spricht natürlich nicht gegen die Qualität der Begutachtung.
Die Befürchtung des Beschwerdeführers, es komme im Rahmen der
Verlaufsbegutachtung durch das ABI zu einer oberflächlichen Abklärung seines
Gesundheitszustandes und damit seiner Arbeitsfähigkeit, ist deshalb grundlos.
Dasselbe gilt für die Befürchtung des Beschwerdeführers, man werde ihn persönlich
beleidigen oder unmenschlich behandeln, weil das bereits bei der ersten Untersuchung
geschehen sei. Für den Vorwurf der persönlichen Beleidigung und der unmenschlichen
Behandlung findet sich in den Akten nicht der geringste Hinweis. Im Schreiben des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 27. September 2007 ist pauschal von
unmenschlichem Verhalten die Rede. Worin dieses Verhalten bestanden haben sollte,
wird nicht gesagt. Warum die Sachverständigen des ABI den Beschwerdeführer
unmenschlich behandelt oder persönlich beleidigt haben sollten, ist nicht erkennbar.
Für diese Sachverständigen war der Beschwerdeführer einer von vielen Exploranden,
bei denen die subjektive, hohe Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nicht
mit der effektiv bestehenden bescheidenen Behinderung übereinstimmte. Diese Fälle
sind "Alltag" und deshalb keine Ursache für eine herabwürdigende Behandlung, zumal
damit nur die Aufgabe erschwert würde, ein objektiv richtiges Abklärungsergebnis zu
erlangen, weil der Explorand nicht mehr frei Auskunft geben würde. Sehr viel
wahrscheinlicher ist deshalb, dass der Beschwerdeführer die Untersuchungen als sehr
unangenehm empfunden hat, weil er bemerkt hat, dass deren Ergebnis seine äusserst
pessimistischen Selbstangaben nicht bestätigt hat. Bei einer Verlaufsbegutachtung
durch das ABI müsste er wieder damit rechnen, dass die erhobenen Befunde nicht mit
seinen Angaben und auch nicht mit denjenigen der behandelnden Ärzte in
Übereinstimmung zu bringen wären. Diese Abweichung dürfte hinter den haltlosen
Vorwürfen der Oberflächlichkeit, der fehlenden Professionalität, der unmenschlichen
Behandlung und der persönlichen Beleidigung stehen. Sie darf aber ganz offensichtlich
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kein Grund sein, die Sachverständigen des ABI als ungeeignet für eine
Verlaufsbegutachtung zu betrachten.
3.
3.1 Gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG kann ein Sozialversicherungsträger aufgrund der
Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen, wenn
die versicherte Person, die Leistungen beansprucht, ihrer Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung in unentschuldbarer Weise nicht nachkommt. Gestützt auf
diese Bestimmung hat die Beschwerdegegnerin die angefochtene
Abweisungsverfügung erlassen. Tatsächlich hat der IV-Leistungen beanspruchende
Beschwerdeführer objektiv betrachtet seine Mitwirkungspflicht verletzt, indem er sich
nicht der von der Beschwerdegegnerin angeordneten zweiten Begutachtung durch das
ABI unterzogen hat. Er ist von der Beschwerdegegnerin korrekt gemahnt und auf die
Rechtsfolgen einer Weigerung aufmerksam gemacht worden. Die Beschwerdegegnerin
hat ihm eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt. Ein zusätzlicher Vorbescheid ist
offenkundig nicht nötig gewesen, da der Beschwerdeführer durch das Mahnschreiben
vollumfänglich informiert gewesen ist. Zu prüfen bleibt nur, ob die Verletzung der
Mitwirkungspflicht entschuldbar war. Bei der Prüfung dieser Voraussetzung einer
Sanktionsanordnung gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG ist zunächst die Frage zu
beantworten, ob eine Ablehnung der Sachverständigen des ABI gestützt auf Art. 44
Satz 2 ATSG vorliegt und ob eine solche Ablehnung gegebenenfalls - zumindest bis
zum Entscheid über die Ablehnung - als Entschuldigung der Mitwirkungsverweigerung
zu qualifizieren ist. Der zweite Teil dieser Frage ist ohne weiteres zu bejahen, denn die
Weigerung, sich einer angeordneten medizinischen Abklärung zu unterziehen, kann so
lange nicht pflichtwidrig sein, als über die Ablehnung eines medizinischen
Sachverständigen nicht rechtskräftig entschieden ist. Im vorliegenden Fall ist demnach
als erstes zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Sachverständigen des ABI
tatsächlich gestützt auf Art. 44 Satz 2 ATSG abgelehnt hat. Dabei ist zu beachten, dass
jene Einwände gegen einen Sachverständigen, die Fragen beschlagen, die zur
Beweiswürdigung gehören, nicht zum Gegenstand einer Zwischenverfügung
über eine Ablehnung gemacht werden können, weil die Beweiswürdigung Gegenstand
der materiellen Beurteilung bilden muss. Die Beweiswürdigung kann nicht durch den
Erlass einer Zwischenverfügung vorgezogen werden (vgl. BGE 132 V 93 ff. Erw. 6.5). Zu
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den Einwänden, die auf die Beweiswürdigung gerichtet sind, gehört etwa die
Behauptung, der Sachverhalt sei bereits ausreichend geklärt oder der Sachverständige
verfüge nicht über das erforderliche Fachwissen.
3.2 Die Einwände des Beschwerdeführers gegen eine zweite Begutachtung durch das
ABI sind also darauf zu prüfen, ob sie die Beweiswürdigung (konkret die Würdigung
des noch zu erstellenden Gutachtens des ABI auf seine Überzeugungskraft)
vorwegnehmen wollen oder ob damit Ablehnungsgründe geltend gemacht werden. Der
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat nie unter Berufung auf Art. 44 Satz 2 ATSG
explizit eine Befangenheit der Sachverständigen des ABI geltend gemacht. Der
(unhaltbare) Vorwurf der Oberflächlichkeit und der fehlenden Professionalität der
Sachverständigen des ABI zählt eindeutig zur Beweiswürdigung, d.h. zur Würdigung
der Überzeugungskraft des noch zu erstellenden Gutachtens, da damit generell die
Unbrauchbarkeit des ABI als medizinisches Begutachtungsstelle behauptet wird.
Dasselbe gilt für den (ebenso unhaltbaren) Vorwurf der Erstellung von
Gefälligkeitsgutachten, denn auch dieser ist allgemein formuliert, bezieht sich also nicht
nur auf das noch zu erstellende zweite Gutachten. Der Beschwerdeführer stellt damit
generell die Unabhängigkeit des ABI in Frage. Die (haltlosen) Vorwürfe der
unmenschlichen Behandlung und der persönlichen Beleidigung sind vom
Beschwerdeführer zwar auf sich selbst bezogen worden. Auch diese Vorwürfe können
aber nur generell gemeint gewesen sein, denn die Ursache für das behauptete
Fehlverhalten der Sachverständigen des ABI läge nicht in der Persönlichkeit des
Beschwerdeführers (z.B. wegen eines Streits anlässlich der ersten Begutachtung),
sondern ganz allgemein darin, dass die subjektive Krankheits- und
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der untersuchten Person eklatant von der erhobenen
objektiven Krankheit und Arbeitsfähigkeit abweicht. Dem entsprechenden behaupteten
Fehlverhalten der Sachverständigen des ABI wären also all jene Personen ausgesetzt,
bei denen eine solche eklatante Differenz zwischen der Selbsteinschätzung und der
objektiven Situation aufträte. Auch bei diesen Vorwürfen des Beschwerdeführers
handelt es sich somit um Einwände gegen die zweite Begutachtung durch das ABI, die
zur Würdigung des noch zu erstellenden Gutachtens zu zählen und deshalb nicht als
Ablehnung der Sachverständigen des ABI gestützt auf Art. 44 Satz 2 ATSG zu
qualifizieren sind. Der Beschwerdeführer hat demnach nicht alle für das ABI tätigen
Sachverständigen in globo gestützt auf Art. 44 Satz 2 ATSG als befangen abgelehnt,
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sondern er hat behauptet, ein zweites Gutachten des ABI hätte keinen Beweiswert. Das
hätte er aber erst in einer Beschwerde gegen die Verfügung über sein Leistungsgesuch
geltend machen können, welche die Beschwerdegegnerin gestützt auf ein zweites
Gutachten des ABI erlassen hätte. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht keine
selbständig anfechtbare Zwischenverfügung über eine Ablehnung der
Sachverständigen des ABI gestützt auf Art. 44 Satz 2 ATSG erlassen. Demnach liegt
mangels einer Gutachterablehnung wegen Befangenheit keine entschuldbare
Verweigerung der Mitwirkung bei der erneuten Abklärung durch das ABI vor. Die
Beschwerdegegnerin hat zu Recht gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG eine Sanktion der
Mitwirkungspflichtverweigerung verfügt.
4.
4.1 Der Wortlaut des Art. 43 Abs. 3 ATSG nennt zwei Möglichkeiten der Reaktion auf
eine unentschuldbare Mitwirkungsverweigerung, nämlich die Verfügung aufgrund der
Akten und den Nichteintretensbeschluss. In der Lehre wird unter Berufung auf die
höchstrichterliche Rechtsprechung die Auffassung vertreten, der
Sozialversicherungsträger sei bei der Wahl der Sanktion frei, er solle die Möglichkeit
des Nichteintretensbeschlusses aber zurückhalten anwenden. Wo ein materieller
Entscheid gestützt auf die vorliegenden Akten möglich sei, solle kein
Nichteintretensbeschluss gefasst werden. Die Möglichkeit, ein Nichteintreten zu
beschliessen, sei insbesondere dort von Bedeutung, wo die nicht wahrgenommene
Mitwirkungspflicht eine Eintretensvoraussetzung betreffe. Immer sei aber zu
berücksichtigen, dass die für die versicherte Person günstigste Variante gewählt werde
(vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar N. 41 zu Art. 43 ATSG). Diese Interpretation des
Art. 43 Abs. 3 ATSG trägt dessen Sinn und Zweck nur ungenügend Rechnung. Eine
Verfügung aufgrund der Akten und ein Beschluss, nicht einzutreten, dienen nämlich
ausschliesslich dazu, die versicherte Person dazu zu bewegen, ihrer Mitwirkungspflicht
bei der Sachverhaltsabklärung doch noch nachzukommen. Es geht also bei der
Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG nicht darum, wie ein Verwaltungsverfahren -
vorzeitig - abzuschliessen ist, weil die versicherte Person die Mitwirkung verweigert
und damit die notwendige Sachverhaltsabklärung verunmöglicht hat. Vielmehr geht es
darum, ein bestimmtes Verhalten der versicherten Person durchzusetzen. Daraus folgt,
dass sowohl die Verfügung aufgrund der Akten als auch der Nichteintretensbeschluss
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ausschliesslich Sanktionscharakter haben. Entgegen der oben dargelegten
Lehrmeinung (vg. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar N. 41 a.E. zu Art. 43 ATSG) ist
deshalb nie nur vorfrageweise zu prüfen, ob die verlangte Mitwirkung bei der
Sachverhaltsabklärung rechtmässig gewesen sei. Diese Frage bildet vielmehr in jedem
Anwendungsfall von Art. 43 Abs. 3 ATSG Teil des eigentlichen
Verfügungsgegenstandes (und damit auch des Streitgegenstandes eines allfälligen
Beschwerdeverfahrens), der ausschliesslich in der Anordnung der Sanktion besteht.
4.2 Handelt es sich bei der Verfügung aufgrund der Akten und beim
Nichteintretensbeschluss nur um Sanktionen einer Mitwirkungspflichtverletzung, so
sind die jeweiligen Anwendungsbereiche dieser beiden Möglichkeiten klar abgrenzbar.
Der Nichteintretensbeschluss bzw. sein notwendiges Pendant, die Einstellung eines
bereits eröffneten Verwaltungsverfahrens, gelangt immer dann zur Anwendung, wenn
damit tatsächlich eine Sanktionswirkung entsteht. Das ist im Rahmen beispielsweise
eines Rentenrevisionsverfahrens nicht der Fall, wenn damit zu rechnen ist, dass der
Invaliditätsgrad erheblich gesunken ist. Verweigert der Rentner die Mitwirkung bei der
Abklärung seines aktuellen Invaliditätsgrades und reagiert die IV-Stelle darauf mit einer
Einstellung des Revisionsverfahrens, so hat der Rentner den von ihm mit der
Mitwirkungsverweigerung angestrebten Zweck erreicht: Es bleibt bei der bisherigen,
möglicherweise zu hohen Invalidenrente. Der Einstellungsbeschluss entfaltet also keine
Sanktionswirkung. Dazu ist nur eine Verfügung in der Sache selbst in der Lage: Die
Mitwirkungspflichtverletzung muss mit einer (im Wortlaut des Art. 43 Abs. 3 ATSG nicht
vorhandenen, aber lückenfüllend anzunehmenden Möglichkeit der) Herabsetzung oder
Einstellung der laufenden Invalidenrente sanktioniert werden, denn nur so kann der
Rentner dazu gebracht werden, seiner Mitwirkungspflicht bei der Abklärung seines
aktuellen Invaliditätsgrades nachzukommen (vgl. Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren
in der Sozialversicherung, N. 230 S. 109 f.). Damit dürfte der - enge -
Anwendungsbereich der Sanktion in der Form der Verfügung in der Sache selbst
weitgehend abgesteckt sein, denn jene Fälle, in denen bei einer erstmaligen
Leistungsprüfung ein Entscheid in der Sache selbst, d.h. gestützt auf die Akten eine
verhältnismässige Sanktionswirkung entfaltet, sind wohl sehr selten. Ein Entscheid
aufgrund der Akten bei ungenügender oder untauglicher Sachverhaltsabklärung ist
nämlich als rechtswidrig zu qualifizieren. In den Fällen, in denen die versicherte Person
ein Leistungsgesuch (oder ein Gesuch um eine Erhöhung der Leistungen) gestellt hat,
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kommt also in aller Regel als Sanktion der Missachtung der Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung nur der Nichteintretens- bzw. - bei einer bereits begonnenen
Abklärung - der Abschreibungsbeschluss in Frage.
4.3 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung das
Leistungsbegehren "abgewiesen". Damit hat sie nicht definitiv in der Sache selbst
entschieden, sondern sie hat gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG eine Sanktion
ausgesprochen. Bei einer dem Sinn und Zweck Rechnung tragenden Interpretation der
angefochtenen Verfügung kann es sich dabei nur um eine sanktionsweise Einstellung
des Verwaltungsverfahrens gehandelt haben. Die Beschwerdegegnerin ist dann
allerdings im Rahmen des Beschwerdeverfahrens selbst dem Irrtum erlegen, dass sie
mit der angefochtenen Verfügung nicht nur eine Sanktion angeordnet, sondern
gleichzeitig auch noch in der Sache selbst entschieden habe. Sie hat nämlich geltend
gemacht, das Gutachten vom 13. November 2006 sei auch für die Zeit nach der
eigentlichen Begutachtung am 25. September 2006 massgebend, d.h. es sei für die
gesamte Zeit zwischen dem möglichen Anspruchsbeginn und dem Verfügungsdatum
von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit
von 100% auszugehen (vgl. Beschwerdeantwort vom 30. August 2007, Ziff. III./4. S. 6).
Wäre das richtig, müsste die angeordnete Verlaufsbegutachtung als überflüssig
qualifiziert werden. Tatsächlich besteht aber für die Zeit nach der eigentlichen
Begutachtung am 25. September 2006 keine Sachverhaltskenntnis, die dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit genügt. Hätte die
Beschwerdegegnerin wirklich auch in der Sache selbst verfügt, läge deshalb eine
unzulässige Missachtung der Untersuchungspflicht vor. Dessen war sich die
Beschwerdegegnerin - zumindest beim Erlass der angefochtenen Verfügung - bewusst,
weshalb bei einer korrekten Interpretation der angefochtenen Verfügung von einer
reinen Sanktionsanordnung auszugehen ist. Nach dem oben Ausgeführten handelt es
sich beim vorliegenden Fall also um einen Anwendungsfall der Nichteintretens- bzw.
der Einstellungssanktion, d.h. das mit dem Eintreten auf die Anmeldung vom 7.
Dezember 2005 eröffnete Verwaltungsverfahren ist sanktionsweise eingestellt worden.
Da der Beschwerdeführer tatsächlich seine Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer
Weise verletzt hat, indem er die Teilnahme an der Verlaufsbegutachtung durch das ABI
verweigert hat, erweist sich die Anordnung einer Sanktion als zulässig. Da es sich um
die am wenigsten nachteilige der möglichen Sanktionen handelt, ist sie zudem als
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verhältnismässig zu qualifizieren. Die angefochtene Verfügung erweist sich als
rechtmässig.
5.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Deshalb ist
auch das Begehren um eine Parteientschädigung abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem
Verfahrensaufwand im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1000.- bemessen (Art. 69 Abs. 1
IVG). Ein Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint als angemessen. Sie ist durch den
vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.- gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG