Decision ID: 4879d3bb-ffab-4240-913e-78fba1d9b67d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1956
,
seit 1980 Betriebsmitarbeiter bei
Y._
,
meldete sich am
2
2.
Februar 1996
unter Hinweis auf
einen Morbus
Bechterew
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(Umschulung) an (
Urk.
9/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte mit Verfügung vom 2
4.
November 1997 einen entsprechenden Anspruch (
Urk.
9/26) und mit Verfügung vom 2
6.
November 1997 einen Rentenanspruch (
Urk.
9/27), was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
3.
Januar 2000 im Verfahren Nr. IV.1998.00059 bestätigt wurde (
Urk.
9/35).
Nach erneuter Anmeldung (
Urk.
9/34) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
Mai 2000 einen Rentenanspruch (
Urk.
9/43); auf eine weitere Anmel
dung (
Urk.
9/46) trat sie mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2001 nicht ein (
Urk.
9/52).
1.2
Mit Verfügung vom 2
7.
April 2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 41
%
e
ine
Viertelsrente
ab Januar 2004 zu (
Urk.
9/7
0
). Mit Verfügung vom 1
3.
Juni 2005 lehnte sie eine Erhöhung der zu
gesprochenen Rente ab (
Urk.
9/78), ebenso mit Verfügung vom
3.
Mai 2006 (
Urk.
9/96) und
Einspracheentscheid
vom 1
1.
August 2006 (
Urk.
9/105).
Nach Eingang eines Revisionsgesuchs vom
1.
Juni 2010 (
Urk.
9/109) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit V
erfügung vom 2
5.
November 2010 (
Urk.
9/124) eine ganze Rente ab Juni 2010 zu.
1.
3
Nach Eingang eines am 2
7.
Januar 2012 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
9/127) und eines am
6.
Juni 2012 erstatteten Gutachtens (
Urk.
9/134) sowie
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/142;
Urk.
9/144) sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Verfügung vom 3
0.
Mai 2013
statt der bisheri
gen ganze Rente ab August 2013
eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
9/162
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
1.
Juli 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
3
0.
Mai 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und die
Beschwer
degegnerin
sei zu verpflichten, ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen
(
Urk.
1
S. 2
oben
Ziff.
1-2
).
Die IV-Stelle beantrag
te mit Beschwerdeantwort vom
9.
September 2013
(
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vo
m
1
8.
Oktober 2013
wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
12
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der
letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2
Verfü
gungsteil 2
) davon
aus, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit April 2011 verbessert und er werde seit der Begutachtung am
6.
Juni 2012 als für angepasste Tätigkeiten zu 80
%
arbeitsfähig beurteilt (S. 1), womit ein Invaliditätsgrad von 45
%
resultiere (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, bestimmte Feststellungen im Gutachten vom Juni 2012 stünden im Widerspruch zu einem am 1
3.
Mai 2013 erstatteten ärztlichen Bericht (
Urk.
1 S.
9 ff.) und wies auf noch laufende medizinische Abklärungen hin (
Urk.
1 S. 12
Ziff.
19).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit dem Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verfügungszeitpunkt verhält, und sodann, ob die erfolgte Herabsetzung des Rentenanspruchs rechtens ist.
Der hier strittigen Verfügung vorangegangen ist die
Zusprache
einer ganzen Rente im November 2010; der dieser zugrundeliegende Sachverhalt ist somit der Vergleichsmassstab im Rahmen der Revisionsfragestellung.
2.4
M
it Verfügung vom 1
8.
Oktober 2013
wurde der Beschwerdeführer
u
nter ande
rem darauf hingewiesen
, dass ihm weitere Stellungnahmen unbenommen seien (
Urk.
12 S. 2
Ziff.
2)
; weitere Arztberichte über die von ihm beschwerdeweise
erwähnten laufenden Abklärungen sind keine eingegangen.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 2
7.
August 2009 als Diagnosen eine HLA-B27-positive
sero
negative
Spondylarthritis, eine Hepatopathie, eine arterielle Hypertonie und eine
Hypercholesterinämie
. Zusammenfassend führte er aus, er beurteile die Entzündungsaktivität am Skelett grundsätzlich als einigermassen supprimiert (
Urk.
9/1
1
1/13).
3.2
Die Ärzte der Rheumaklinik des
A._
berichteten am 2
5.
Januar 2010 über die am 1
8.
Januar 2010 erfolgte Konsultation (
Urk.
9/111/8-10 =
Urk.
9/113/10-12). Sie nannten folgende, hier verkürzt an
geführte, Diagnosen (S. 1):
HLA-B27-positiv
e
seronegative
Spondylarthritis
zervikovertebrales
und
thorakovertebrales
Syndrom
Verdacht auf Depression und Angststörung, gemischt
arterielle
Hypertonie
gastro-oesophagealer
Reflux
Status nach Koloskopie Oktober 2009 mit hyperplastischem Polyp
Zu
r
Arbeitsfähigkeit führten sie aus, aus rein rheumatologischer Sicht bestehe als Kontrolleur einer Metall-Giesserei weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 41
%
, sofern keine Lasten über 20 kg gehoben werden müssten. Um eine diffe
renziertere Aussage über die genaue Belastbarkeit machen zu können, müsste eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt werden; dies sei aber momentan nicht möglich, weil der Patient aufgrund seiner
Komor
bidität
nicht voll kooperieren könne. Bezüglich Arbeitsfähigkeit schienen momentan die psychischen Gründe im Vordergrund zu stehen; es werde eine psychiatrische Beurteilung empfohlen (S. 3 oben).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH Innere Medizin,
machte in seinem Bericht vom 1
0.
März 2010 abgesehen von einer ausgedehnten Diagnoseliste keine weiteren Angaben (
Urk.
9/113/7-8).
3.4
Dr.
med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom 1
3.
Mai 2010
(
Urk.
9/111/7 =
Urk.
9/130/9)
aus, der Beschwerde
führer befinde sich seit dem 2
6.
April 2010 in Therapie.
Als Diagnosen nannte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
,
und (fremdanamnestisch) eine Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01).
In seinem Bericht vom 1
2.
Juli 2010 attestierte
Dr.
C._
eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
seit zirka 1996 (
Urk.
9/113/1-4 S. 2 Mitte).
3.5
Die Angaben im von
Dr.
med.
D._
, FMH Innere Medizin, am
2.
Juli 2010 handschriftlich ausgefüllten Berichtsformular sind unleserlich (
Urk.
9/111/1-6).
3.6
Vom
6.
bis 3
0.
Juli 2010 weilte der Beschwerdeführer stationär in der
Klinik E._
, worüber am
2.
August 2010
(
Urk.
9/114/2-5)
-
und am 1
1.
August 2010 (
Urk.
9/130/13-17)
-
berichtet wurde. Dabei wurden folgende, hier verkürzt angeführte, Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 1
Ziff.
1):
HLA-B27-positive
undifferenzierte
seronegat
ive
Spondylarthropathie
Verdacht auf
oligosymptomatischen
M.
Crohn
(Koloskopie 1995)
cervikovertebrales
und
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom
Im Bericht wurde unter anderem für die Zeit der
Hospitalisation
eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
attestiert und ausgeführt, die weitere Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die (bei einem Invaliditätsgrad von 41
%
) restlichen 59
%
hingen wesentlich vom Ansprechen auf die zukünftige Therapie ab (S. 3
Ziff.
1.6).
3.7
Dr.
med.
F._
, Allgemeine Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte am 1
3.
September 2010 aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht sei aktuell beim Versicherten aufgrund der rheumatologischen und psychischen Problematik eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in freier Wirtschaft nachvoll
ziehbar anzunehmen (
Urk.
9/116 S. 3 oben).
4.
4.1
Am
4.
April 2011 berichtete
Dr.
med.
G._
, Oberarzt,
Klinik E._
, über seine
am
8.
März 2011 erfolgte Untersuchung (
Urk.
9/130/20-21).
Er führte im Wesentlichen die 2010 gestellten Diagnosen (vorstehend E.
3.2 und
3.6) auf (S. 1) und führte unter anderem aus, es bestünden praktisch unverän
dert die bekannten Beschwerden mit Tendovaginitiden im Bereich der Hände und Füsse, aber auch der Kniegelenke (S. 1 unten). Er erachtete eine Therapie mit TNF
-Alpha
-Blocker indiziert und veranlasste eine Therapie mit
Humira
(S.
2).
4.2
Der von
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5) am
6.
März 2012 erstattete Bericht (
Urk.
9/130/1-5) ist nicht lesbar.
4.3
4.3.1
Am
6.
Juni 2012 erstatteten
Dr.
med.
H._
, FMH Innere Medizin und
Rheu
maerkrankungen
, und
Dr.
med.
I._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
je
ein Teilgutachten (
Urk.
9/134/1-24,
Urk.
9/134/31-40) und eine inter
disziplinäre Beurteilung (
Urk.
9/134/25-26)
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
.
4.3.2
Im Gutachten von
Dr.
H._
(
Urk.
9/134/1-24)
wurden folgende (interdisziplinäre) Diagnosen genannt (S. 10 f.
Ziff.
III):
mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seronegative
Spondylarthropathie
mit anamnestisch axialem und peri
pherem Gelenksbefall
Details siehe persönliche Anamnese
aktuell: anamnestisch, klinisch und humoral keine Aktivität
diffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule
ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung und
Dysthymie
chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
cervical
- und lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung in alle Extremitäten und in den Kopf
Senk- und Spreizfüsse
Adipositas
anamnestisch arterielle Hypertonie
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
4.3.3
Dr.
H._
führte unter anderem aus, aufgrund der klinischen Befunde könne er aktuell keine Aktivität
einer
entzündlichen Systemaffektion
bestätigen; somit hätten sich die im Bericht vom
2.
August 2010 (vorstehend E. 3.6) erwähnten entzündlichen Veränderungen im Bereich der Hände und des rechten Knie
gelenkes unterdessen vollständig zurückgebildet (S. 14 Mitte). Offensichtlich sei der 2011 verordnete TNF
-Alpha
-Hemmer
Humira
(vgl. vorstehend E. 4.1) wirk
sam, was mit der Rückbildung der klinischen Entzündungsaktivität dokumen
tiert werde. Diese objektiv ausgewiesene Wirksamkeit des TNF
-Alpha
-Hemmers
Humira
korreliere nicht mit der Beschwerdeschilderung des Versicherten, wel
cher der Meinung sei, keines der bisher verordneten Medikamente habe die Beschwerden beeinflusst (S. 14).
Ferner
setzte
er
sich unter anderem mit den früher erstatteten Beurteilungen auseinander (S. 19 ff.) und führte aus, für die vom Versicherten früher ausge
übten beruflichen Tätigkeiten sei
k
eine
Arbeitsfähigkeit
mehr gegeben. Für eine - näher umschriebene (S. 22) - angepasste Verweistätigkeit könne spätestens
mit
dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung eine maximale Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
%
begründet werden (S. 21 unten).
4.3.4
Dr.
I._
nannte im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
9/134/31-40) als Diagnosen eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, ICD-10 F45.4, und eine
Dysthymie
, F34.1 (S. 6
Ziff.
4) und führte unter anderem aus, dass und weshalb sich daraus keine Arbeitsunfähigkeit ergebe (S. 8).
4.3.5
In ihrer interdisziplinären Beurteilung (
Urk.
9/134/25-26) führten die Gutachter aus, für eine angepasste Verweistätigkeit könne eine maximale Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
%
begründet werden (S. 1 unten). Aus psychiatri
scher Sicht könne auf eine vorwiegend psychosomatische Problematik im Rah
men der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung hingewiesen werden; angesichts des Fehlens einer schweren psychischen
Komorbidität
entstehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 2 oben).
4.4
Dr.
F._
, RAD (vorstehend E. 3.7), führte am 2
2.
Juni 2012 aus, gestützt auf das Gutachten sei von einer Besserung im somatischen Bereich nach entspre
chender Therapie auszugehen. Nach einer früheren somatischen temporären
Verschlechterung sollte wieder von der 2006 angenommenen Arbeitsfähigkeit von 80
%
in adaptierter Tätigkeit ausgegangen werden (
Urk.
9/140 S. 4 unten).
4.5
Am 2
3.
Mai 2013 berichtete
Dr.
med.
J._
, Teamleiterin Rehabili
tation,
Klinik E._
, über die
am
Vortag erfolgte Untersuchung in der Rheumasprechstunde (
Urk.
3/3).
Sie
nannte
die im Bericht vom
2.
August 2010 (vorstehend E. 3.6)
aufgeführten
Diagnosen (S. 1)
und führte aus, der Beschwerdeführer
berichte
über anhaltende Beschwerden im Bereich des zweiten/dritten Strahls rechts mehr als links, im Bereich beider Knie, weniger im Bereich des Schultergürtels.
Der Beschwerde
führer berichte, i
nsgesamt sei es seit der
Humira
-Therapie schon zu einer deutli
chen
Regredienz
der Beschwerden gekommen und die Schwellungen träten nicht mehr auf (S. 2 oben).
Bildgebend (vgl.
Urk.
3/4) zeigten sich progrediente Erosionen im zweiten und dritten Strahl rechts sowie dritten Strahl links im Vergleich zu den konven
tio
nellen Aufnahmen von 201
0.
Unklar sei, ob diese Progredienz vor Beginn der TNF-Alpha-Hemmer-Therapie mit
Humira
ab April 2011 stattgefunden habe (S.
2 Mitte).
Der Beschwerdeführer werde in einem halben Jahr nachkontrolliert, und in einem Jahr würden weitere konventionelle Röntgenbilder zur Beurteilung einer allfälligen weiteren Progredienz der Erosionen (und gegebenenfalls einem TNF-Alpha-Hemmer-Wechsel) angefertigt (S. 2).
5.
5.1
Im Gutachten vom
6.
Juni 2012 wurde bezüglich der
Spondylarthropathie
fest
gehalten, dass aktuell anamnestisch, klinisch und humoral keine Aktivität be
stehe (vorstehend E. 4.3.2). Dies weise auf die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie hin, was vom Beschwerdeführer allerdings nicht so wahrgenommen werde (vorstehend E. 4.3.3). Angesichts der Rückbildung der
Entzündungsakti
vität
attestierten die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von nunmehr 90
%
in adaptierten Tätigkeiten (vorstehend E. 4.3.5).
5.2
Dem Bericht von
Dr.
J._
(vorstehend E. 4.5) ist nichts Gegenteiliges zu ent
nehmen.
Dr.
J._
erwähnte keinerlei klinischen Befunde, die auf ein erneutes entzündliches Geschehen würden schliessen lassen, und sie äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit.
Hingegen führte sie aus, dass der Beschwerdeführer (zwar weiterhin Beschwer
den beklage, aber) einräume, seit der Therapie sei es schon zu einer deutlichen
Regredienz
der Beschwerden gekommen und die Schwellungen träten nicht mehr auf. Dies deckt sich im Ergebnis mit den Feststellungen im Gutachten.
Dr.
J._
wies auf in der Bildgebung ersichtliche, im Vergleich zu 2010 progre
diente Erosionen hin, wobei unklar sei, ob die Progredienz aus der Zeit vor Therapiebeginn (April 2011) stamme. Sodann nahm sie weitere Konsultationen in einem halben und in einem Jahr - mithin im November 2013 und Mai 2014 - in Aussicht, insbesondere um eine allfällige weitere Progredienz zu beurteilen. Über diese Konsultationen sind keine Berichte aktenkundig, obwohl es nahe gelegen hätte, solche einzureichen, falls sie den Standpunkt des Beschwerde
führers unterstützen würden (vgl. vorstehend E. 2.4).
5.3
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass keine medizinischen Beurteilungen vorhanden sind, welche die gutachterlichen Feststellungen in Frage zu stellen vermöchten.
Somit ist der medizinische Sachverhalt so erstellt, wie im Gutachten festgehal
ten.
5.4
Die Beschwerdegegnerin
ist
bei der Invaliditätsbemessung
nicht von der im Gut
achten genannten
Arbeitsfähigkeit von
9
0
%
ausgegangen, sondern - ge
stützt auf die Angaben des RAD (vorstehend E. 4.4) - von einer solchen von lediglich 80
%
. Dies wirkt sich offensichtlich sehr zugunsten des Beschwerde
führers aus, erscheint aber mit der von der RAD-Ärztin angeführten Begrün
dung vertretbar, so dass es damit sein Bewenden haben kann.
Die einzelnen Aspekte der Invaliditätsbemessung sind nicht strittig und nach Lage der Akten (vgl.
Urk.
9/139) nicht zu beanstanden.
Somit beträgt der Invaliditätsgrad 45
%
und dem Beschwerdeführer steht (neu) eine
Viertelsrente
zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich mithin als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
(
GSVGer
).
6.2
Die
unentgeltliche Rechtsvertreterin
machte am
8.
Juli 2014 einen Aufwand von 10.5 Stunden und Barauslagen von
Fr.
229.80 geltend (
Urk.
15/1), so dass sie beim
praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
gemäss Faktura mit
Fr.
2‘
514.35
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Noëlle Cerletti, Bülach,
wird mit
Fr.
2'514.35
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinge
wiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5.