Decision ID: 54bfdfbf-64aa-5cf3-81f4-9f1d1449d8cd
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ beantragte am 9. Mai 2016 (EL-act. 79) Ergänzungsleistungen zur IV. Er lebe
seit 1994 in der Schweiz. - Er bezog ab 1. August 2001 eine ganze IV-Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 100 %. Erstmals mit IV-Verfügung vom 25. März 2008 und später
mit Verfügung vom 9. Mai 2012 hatte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen seinen Rentenanspruch einstellen wollen. Gemäss einem IV-
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. November 2014
(Auszug IV-act. 3) war die ganze Rente schliesslich ab 1. Mai 2008 auf eine
Viertelsrente herabzusetzen. Es sei seit September 2007 (und im für den Entscheid
massgeblichen Zeitraum bis 9. Mai 2012) von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % in
einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Im Einkommensvergleich ergab sich ein
Invaliditätsgrad von 47 %. - Wie einer beigelegten Verfügung der Arbeitslosenkasse
vom 1. April 2016 (IV-act. 80-1 bis 4) zu entnehmen war, hatte der EL-Ansprecher am
23. Februar 2016 eine Arbeitslosenentschädigung beantragt. Sein Antrag war
abgelehnt worden, weil er weder in der Rahmenfrist vom 1. März 2014 bis 29. Februar
2016 eine Beitragszeit von mindestens zwölf Monaten habe nachweisen können noch
ein Befreiungsgrund "Krankheit" anerkannt werden könne, da er nicht vollumfänglich
arbeitsunfähig gewesen sei und es ihm möglich gewesen wäre, eine
Teilzeitbeschäftigung auszuüben.
A.a.
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Die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen
stellte am 24. Juni 2016 (EL-act. 77) diverse Fragen an den EL-Ansprecher. Unter
anderem erkundigte sie sich, ob er sich um eine Arbeitsstelle bemühe, und
gegebenenfalls nach einer Kopie der Bewerbungsnachweise in den letzten drei
Monaten, andernfalls nach einer Begründung für das Absehen von Bewerbungen. -
Dieser antwortete am 11. Juli 2016 (Eingang, EL-act. 76), er habe Arbeitsbemühungen
getätigt, doch habe er keinen Nachweis dafür, weil er jeweils mündlich bei
verschiedenen Unternehmungen in der Umgebung nach Arbeit gefragt habe.
A.b.
Am 2. September 2016 (EL-act. 75) erkundigte sich die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle danach, ob der EL-Ansprecher in
der Zwischenzeit nun seine Bemühungen dokumentiert habe. Er habe auch die
entsprechenden Aufstellungen zu liefern. Ohne eine Dokumentation von
Arbeitsbemühungen werde ihm gemäss seiner Restarbeitsfähigkeit ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden müssen. - Am 27. September 2016 (Eingang,
IV-act. 74) teilte der EL-Ansprecher mit, er habe hier eine Auflistung der
Arbeitsbemühungen. Er habe sich bei den aufgelisteten, namentlich benannten fünf
Arbeitgebern um Arbeit bemüht, in einem Fall als _, in den übrigen Fällen als
Hilfsarbeiter. Einen Zeitpunkt nannte er nicht. Er habe nicht gewusst, dass eine
Auflistung erforderlich sei, und könne sich nur vage erinnern, wie viele
Unternehmungen er angefragt habe. Künftig werde er alle Bemühungen dokumentieren
(EL-act. 74-4).
A.c.
Die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle forderte den EL-
Ansprecher am 27. September 2016 (EL-act. 73) dazu auf, die Arbeitsbemühungen für
den Monat September 2016 einzureichen. Erforderlich seien jeweils Angaben wie
Datum der Bewerbung sowie Telefonnummer (bei mündlichen Bewerbungen) und
Antwort der Unternehmung. - Am 7. Oktober 2016 ging eine Liste mit vier Arbeitgebern
ein, bei denen sich der EL-Ansprecher beworben habe. Je zwei Bewerbungen hätten
am 28. und am 30. September 2016 stattgefunden. Es seien jeweils Absagen erfolgt.
Telefonnummern waren nicht vermerkt (vgl. EL-act. 72).
A.d.
Mit Schreiben vom 20. Oktober 2016 (EL-act. 71) teilte die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle dem EL-Ansprecher mit, da er nur
A.e.
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einen Invaliditätsgrad von 43 % habe, müsste grundsätzlich ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden. Ob sie (die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle) das tun könne, sei zurzeit intern noch in Prüfung.
Am 2. November 2016 (EL-act. 70) ging unaufgefordert eine weitere Liste mit vier
bezeichneten Arbeitgebern und ihren Telefonnummern ein, die im Oktober 2016 - ohne
Datumsangabe - angefragt worden seien (ohne Vermerk der jeweiligen Antwort der
Unternehmung).
A.f.
Am 20. Oktober 2016 (EL-act. 69-1 f.) hatte der EL-Sachbearbeiter inzwischen
intern als Vorschlag festgehalten, der EL-Bezüger erfülle zurzeit die
Bewerbungsanforderungen nicht. Da er jedoch bereits Arbeitsbemühungen gemacht
habe, könne ihm wohl zurzeit kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden. Es
müssten ihm jedoch die Bewerbungsanforderungen mitgeteilt und es müsse die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens angedroht werden. - Am 7. November
2016 (EL-act. 69-2) wurde daraufhin (wiederum verwaltungsintern, als Ergebnis)
festgehalten, der EL-Bezüger habe im August und im September je fünf
Spontanbewerbungen getätigt und sei somit gewillt, eine entsprechende Anstellung zu
finden. Deshalb werde ihm vorerst kein hypothetisches Einkommen angerechnet
werden. Es seien ihm diverse Vorgaben mitzuteilen. Im Februar 2017 seien die
Arbeitsbemühungen einzufordern. Falls keine oder nur unbrauchbare Bewerbungen
eingehen würden, sei umgehend eine Anrechnung nach Art. 14a ELV vorzunehmen.
A.g.
Mit Schreiben vom 17. November 2016 (EL-act. 68) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle dem EL-Ansprecher ein Formular
zu, das er innert Frist ausgefüllt zurückzusenden habe. Es waren diverse Fragen unter
anderem zu Aufenthalt und Erwerbstätigkeit in der Heimat zu beantworten. - Der EL-
Ansprecher füllte das Formular am 27. November 2016 aus (EL-act. 67-2) und legte
unaufgefordert eine Liste mit vier bezeichneten Unternehmungen bei (EL-act. 67-3), bei
denen er sich im November 2016 als Hilfsarbeiter beworben habe (ohne Nennung von
Datum, Telefonnummer und Antwort).
A.h.
Mit Schreiben vom 30. November 2016 (EL-act. 65) teilte die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle mit, als EL-Ansprecher im
A.i.
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erwerbspflichtigen Alter, der eine Teilrente beziehe, müsse er mit seiner
Restarbeitsfähigkeit ein Erwerbseinkommen erzielen. Da er zurzeit keinen Lohn erhalte,
müsse ihm grundsätzlich ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden (das
hypothetische Einkommen sei ein zumutbarer Verdienst, den er nicht erziele). Eine
solche Anrechnung entfalle, wenn der Arbeitsmarkt keine geeigneten Stellen biete und
er (der EL-Ansprecher) sich genügend um eine Stelle bemühe. Stellenbemühungen
würden dann als genügend gelten, wenn monatlich mindestens zwei ordentliche
Bewerbungen (fehlerfreie schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf ohne
Negativformulierungen) auf tatsächlich freie Stellen erfolgten und zusätzlich wahlweise
entweder drei weitere ordentliche Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen oder sechs
Blindbewerbungen. Letztere könnten per Telefon, persönlicher Vorsprache, E-Mail oder
Kurzbrief erfolgen. Über alle Bewerbungsaktivitäten sei ein Übersichtsblatt mit Datum,
Name des Ansprechpartners und Telefonnummer zu führen. Die Nachweise seien
aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen. Sollte er (der EL-Ansprecher) sich nicht
genügend um Arbeit bemühen, müsse ihm ein hypothetisches Einkommen gemäss der
ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit angerechnet werden. Sie (die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle) behalte sich vor, die Frage nach
einem hypothetischen Einkommen später erneut zu überprüfen und bei ungenügender
Arbeitsbereitschaft ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Bei der Arbeitssuche
unterstütze ihn auch das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV).
Mit Verfügung vom 2. Dezember 2016 (EL-act. 59) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen dem EL-
Ansprecher ab 1. Mai 2016 (bei einem Ausgabenüberschuss von jährlich Fr. 6'597.--)
eine Ergänzungsleistung in der Höhe der Prämienpauschale der Krankenversicherung
von monatlich Fr. 1'133.-- (pro Jahr Fr. 13'596.--; Eheleute und eine Tochter) und ab
1. August 2016 von monatlich Fr. 778.-- (pro Jahr Fr. 9'336.--; Eheleute) zu. Zur Frage
der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens wies sie auf ihr Schreiben vom
30. November 2016 hin. In den EL-Berechnungen figurierte ein solches Einkommen
nicht.
A.j.
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B.
In der Folge wurde der EL-Anspruch auf Januar 2017 angepasst (EL-act. 58, 56)
und am 28. Dezember 2016 (EL-act. 51) aufgrund einer Änderungsmeldung
rückwirkend ab Oktober 2016 heraufgesetzt.
B.a.
Am 28. Dezember 2016 (Eingangsdatum; EL-act. 48) reichte der EL-Bezüger ein
Formular, wie es in der Arbeitslosenversicherung verwendet wird, mit Nachweisen der
persönlichen Arbeitsbemühungen im Monat Dezember 2016 ein. Verzeichnet waren
sechs telefonische Bewerbungen um eine Stelle mit einem Pensum von 50 %. Zwei der
Telefonate hätten am 15., vier am 16. Dezember 2016 stattgefunden. Die
Telefonnummern waren nicht angegeben worden.
B.b.
Die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle schrieb dem EL-Bezüger
am 18. Januar 2017 (EL-act. 47), er möge die Bewerbungsnachweise jeweils nur auf
Verlangen einreichen.
B.c.
Mit Schreiben vom 7. März 2017 (EL-act. 46) wurde der EL-Bezüger dann
aufgefordert, die Bewerbungsnachweise von Dezember 2016 bis Februar 2017
einzureichen. - Er reichte am 16. März 2017 die entsprechenden Formulare für Januar
und Februar 2017 ein (EL-act. 45). Im Januar habe er am 20. zwei und am 23. des
Monats vier Bewerbungen gemacht, im Februar 2017 am 27. sechs Bewerbungen.
Angegeben worden waren jeweils die Telefonnummern der Arbeitgeber. Ausserdem
wurden eine handschriftlich als "Muster Bewerbung" angeschriebene Fassung einer
Bewerbung an einen konkreten Arbeitgeber vom "07.03.2016" (EL-act. 45-4) und eine
Kopie des Lebenslaufs (EL-act. 45-5) abgegeben.
B.d.
Am 25. April 2017 (EL-act. 42) schrieb die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle dem EL-Bezüger, er habe die Bewerbungsnachweise für März und
April 2017 einzureichen und jeweils anzugeben, ob die Bewerbung schriftlich oder
telefonisch erfolgt sei. Falls Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen gemacht
worden seien, seien auch die Inserate und die Absageschreiben beizulegen. - Am
5. Mai 2017 (EL-act. 41) gingen zwei Formulare für die beiden genannten Monate ein.
Es wurden darin ausschliesslich telefonische Anfragen (unter Angabe der Nummern)
B.e.
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erwähnt, und zwar an einem Tag je Monat, nämlich am 24. März 2017 (sechs) und am
24. April 2017 (acht). Beilagen gab es nicht.
Mit Verfügung vom 17. Mai 2017 (EL-act. 37 f.) hob die Sozialversicherungsanstalt/
EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen den EL-Anspruch des EL-Bezügers ab
1. Juni 2017 auf. Bei den Einnahmen rechnete sie ihm ein hypothetisches Einkommen
von Fr. 25'720.-- an (Ausgangsbetrag; bzw. im Ergebnis zwei Drittel des nach Abzug
des Freibetrages von Fr. 1'500.-- verbleibenden Rests). Es ergab sich damit ein
Einnahmenüberschuss von Fr. 4'455.-- pro Jahr. Die zwölf telefonischen Bewerbungen
in den Monaten Januar und Februar 2017 seien mehrheitlich am gleichen Tag getätigt
worden. Absagegründe seien nicht notiert worden. Auch am 5. Mai 2017 seien
wiederum nur zwei Übersichtsblätter (für März und April 2017) eingereicht worden; die
telefonischen Bewerbungen hätten wieder alle [je] am gleichen Tag stattgefunden. Das
Bewerbungsschreiben (Muster) und der Lebenslauf seien zwar mehrheitlich in
Ordnung, doch könne aufgrund der restlichen Unterlagen kein Wille des EL-Bezügers
erkannt werden, eine Stelle zu finden. Die Vorgaben zweier schriftlicher Bewerbungen
seien ebenfalls nicht eingehalten worden. Durch eine korrekte schriftliche Bewerbung
trete die Ernsthaftigkeit der Stellensuche deutlicher zutage als durch einen blossen
Telefonanruf. Ausserdem habe man sich um ausgeschriebene Stellen zu bemühen.
B.f.
Am 7. Juni 2017 (EL-act. 36) ging bei der Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle (gemäss Aktennotiz vom 9. Juni 2017 von der IV-Stelle an sie
weitergeleitet) ein ärztliches Zeugnis vom 30. Mai 2017 ein, worin Dr. med. B._,
Fachärztin für Allgemeinmedizin FMH, bestätigte, dass der EL-Bezüger wegen einer
Operation an der Schulter rechts vom 5. Mai 2017 (Operationstag) bis mindestens
18. Juni 2017 seinen rechten Arm schonen müsse.
B.g.
Die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle teilte dem EL-Bezüger
daraufhin am 9. Juni 2017 (EL-act. 35) mit, die attestierte erforderliche Schonung des
Arms sei kein Grund, das angerechnete hypothetische Erwerbseinkommen aus der
Berechnung zu nehmen. Bewerbungen seien trotzdem möglich. Falls er mit der
Verfügung nicht einverstanden sei, habe er die Möglichkeit zur Einsprache.
B.h.
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Am 19. Juni 2017 (EL-act. 34) ging ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. C._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 14. Juni 2017 ein. Darin war
angegeben worden, der EL-Bezüger sei seit Jahren bei ihm in psychiatrischer
Behandlung. Er leide an schweren depressiven Phasen. Seit der Schulteroperation
gehe es ihm psychisch sehr schlecht. Der Heilungsverlauf sei schlecht und der EL-
Bezüger habe zurzeit noch massive Schmerzen; vermutlich habe es postoperativ
Komplikationen gegeben. Der Verlauf werde das genauer zeigen. Sicherlich bis 31. Juli
2017 werde der EL-Bezüger aus körperlichen und vor allem aus psychischen Gründen
nicht in der Lage sein, einer Arbeit nachzugehen oder eine Bewerbung zu schreiben.
B.i.
Am 20. Juni 2017 (EL-act. 32) teilte die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle dem EL-Bezüger mit, die Arztzeugnisse rechtfertigten nicht, das
hypothetische Einkommen aus der EL-Berechnung zu nehmen, zumal die
Arbeitsbemühungen schon von Dezember 2016 bis April 2017 nicht den Anforderungen
entsprochen hätten.
B.j.
Mit einem als "Einsprache" bezeichneten Schreiben vom 23. Juni 2017 (Eingang,
EL-act. 31) ersuchte der EL-Bezüger um eine Fristerstreckung bis 24. Juli 2017, weil es
ihm wegen der Operation vor drei Wochen und des stationären Aufenthalts im Spital
nicht möglich gewesen sei, vorher zu reagieren. Nachdem ihm die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle am 26. Juni 2017 (EL-act. 30) für
die Einreichung des Rechtsbegehrens und der Begründung der Einsprache eine
Nachfrist eingeräumt hatte, ergänzte der Einsprecher am 30. Juni 2017 (EL-act. 27), er
sei mit der Einstellung der Ergänzungsleistungen nicht einverstanden. Er versuche nach
bestem Wissen und Können, sich auf dem aktuellen Arbeitsmarkt zu bewerben. Es sei
stossend, dass die Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle mit seinen
Bewerbungen nie zufrieden sei. Für die Bewerbungen müsse er die Unterstützung
seines Sohnes in Anspruch nehmen, weil er die deutsche Sprache schriftlich nicht
genügend beherrsche, doch unternehme er alles Nötige, um als 52-jähriger
Arbeitnehmer eine leichte Hilfstätigkeit zu finden. In der Beilage sende er die
Übersichtsblätter zu den Bewerbungen von Mai und Juni 2017 mitsamt den
Bewerbungen selbst und dem Lebenslauf, ausserdem auch Absagen. Dass auch die
Ausschreibungen mitgesandt werden müssten, sei ihm und seinem Sohn nicht bewusst
gewesen. Er werde das in Zukunft tun. - In einem Formular (EL-act. 28-6) hatte er für
B.k.
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den Monat Mai 2017 sechs telefonische und zwei schriftliche Bewerbungen (an
insgesamt drei verschiedenen Tagen) aufgelistet. Für den Monat Juni 2017 hatte er
wiederum dieselbe Zahl an telefonischen und an schriftlichen Bewerbungen deklariert
(getätigt an vier verschiedenen Tagen; EL-act. 28-1). Beigelegt waren Kopien dreier
schriftlicher Bewerbungen vom "07.03.2016" (EL-act. 28-5 und 28-7 f.) mit zwei
schriftlichen Absagen (vom Juni 2017, EL-act. 28-10 f.) und einer schriftlichen
Bewerbung vom "16.06.2017" (EL-act. 28-3) mit Absage (vom "13. Juni 2017", EL-
act. 28-9), daneben zwei Ausschreibungen (IV-act. 28-12 f.).
Am 13. Oktober 2017 forderte die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle für die Beurteilung der Einsprache Kopien der Arbeitsbemühungen
der Monate Juli bis Oktober 2017 an (Übersicht, Bewerbungs- und Absageschreiben,
Stelleninserate, vollständiges Bewerbungsdossier). - Der Einsprecher reichte am
27. Oktober 2017 (EL-act. 22) diverse Unterlagen ein (Listen und Beilagen zu den
Monaten Juli bis Oktober 2017). Weitere zahlreiche Unterlagen sandte er am
24. November 2017 (EL-act. 21 bis 18) und am 29. November 2017 (EL-act. 17).
B.l.
Am 18. Dezember 2017 (EL-act. 16) stellte die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle dem Einsprecher diverse Fragen, etwa zu Bestand und Umfang
seiner Erwerbsfähigkeit ab 1. August 2017, zum Tagesablauf oder zur Art seiner
Bewerbungen. Er habe am 19. Juni 2017 ein Arztzeugnis eingereicht, wonach er
sicherlich bis 31. Juli 2017 nicht in der Lage sei, eine Bewerbung zu schreiben. Nun
habe er aber Arbeitsbemühungen für die Monate Mai bis Oktober 2017 eingereicht.
Des Weiteren solle er die vollständigen Bewerbungsunterlagen für die Monate
November und Dezember 2017 einreichen. - Am 21. Dezember 2017 (EL-act. 15)
antwortete der Einsprecher, er sei seit dem 1. August 2017 wieder arbeitsfähig, und
zwar zu 50 %. Er suche in diesem Ausmass Arbeit, aber es sei sehr schwierig, etwas
zu finden. Er suche in der Zeitung oder im Internet nach Arbeit; wenn es ihm psychisch
schlecht gehe, bleibe er zuhause. Er bekomme Unterstützung von seinem Sohn. Dieser
helfe ihm mit dem Ziel, dass die Bewerbungen auch gut aussähen. Obwohl er sich alle
Mühe gebe, bekomme er leider immer Absagen. Es sei sehr deprimierend. Er finde oft
kaum genug Stelleninserate für ein Pensum von 50 %. - Am 28. Dezember 2017 (EL-
act. 14) und am 8. Januar 2018 (EL-act. 13) gingen weitere Unterlagen des
Einsprechers ein.
B.m.
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Mit Entscheid vom 28. Februar 2018 (EL-act. 9) wies die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen die
Einsprache ab und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Bei
einem EL-Bezüger mit einem Invaliditätsgrad von unter 50 % sei gemäss der
Verordnung (Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV), die nach der Rechtsprechung eine Vermutung
begründe, ein Einkommen von mindestens Fr. 25'720.-- anzurechnen. Die IV-Stelle
habe beim Einsprecher konkret einen Invaliditätsgrad von 47 % festgelegt. Es sei ihm
zumutbar, im Ausmass von etwa 50 % erwerbstätig zu sein. Damit auf die Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens verzichtet werden könnte, müsste er sich erfolglos
über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder schriftlich auch auf
ausgeschriebene Stellen bewerben (mindestens fünfmal pro Monat) und die
schriftlichen Absagen der Unternehmungen samt Stelleninseraten aufbewahren. Die
Bewerbungen seien auf den ganzen Monat verteilt und zeitnah zum
Erscheinungsdatum des Inserats zu tätigen. Ausserdem müsse das Anforderungsprofil
zur Qualifikation passen. Alternativ könnten jeden Monat mindestens sechs Blind-/
Spontanbewerbungen und mindestens zwei Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen
vorgenommen werden. Die Bewerbungen müssten fehlerfrei, schriftlich, mit Lebenslauf
und ohne Negativformulierungen verfasst werden. Allfällige Arbeitszeugnisse müssten
unbedingt beigelegt werden. Seine Bewerbungen seien indessen qualitativ
ungenügend. Es sei nicht sachgerecht, im Lebenslauf zu erwähnen, dass man während
sechzehn Jahren "pensioniert" bzw. krank gewesen sei. Zudem fehle in einigen
Bewerbungsschreiben der individuelle Bezug zur Unternehmung und zur Arbeitsstelle.
Auch Formulierungen wie "Sie erreichen mich über die oben genannte Handynummer"
oder "Sollte Ihre Wahl etwa nicht auf meine Kandidatur fallen, ersuch' ich Sie trotzdem
höflich um Benachrichtigung per email" würden zu salopp erscheinen und hätten in
einer ernsthaften Bewerbung nichts zu suchen. Der Einsprecher habe sich ausserdem
auf Stellen beworben, deren Anforderungen er offensichtlich nicht erfülle. Insgesamt
könne nicht von ernsthaften und ausreichenden Arbeitsbemühungen ausgegangen
werden. Es sei seine Sache, zu beweisen, dass er trotz hinreichender Bemühungen
keine Stelle finden könne. Diesen Tatbeweis habe er zudem immer wieder zu erbringen,
er müsse sich also stets um eine Stelle bemühen. Ferner habe er die Hilfe des RAV in
Anspruch zu nehmen.
B.n.
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C.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 27. März 2018.
Der Beschwerdeführer beantragt, es sei auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens zu verzichten. Er wiederholt, er bewerbe sich nach bestem
Wissen und Können, doch die Beschwerdegegnerin sei nie zufrieden. Er beherrsche
die deutsche Sprache schriftlich nicht genügend und könne wegen der Behinderung
nur noch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausführen, von denen es auf dem
aktuellen Arbeitsmarkt im Hilfsarbeitssektor äusserst wenige habe. Auch im
angefochtenen Entscheid werde wieder moniert, dass seine Bewerbungen qualitativ
ungenügend seien. Er habe die Bewerbungen immer wieder angepasst und werde das
entsprechend den Hinweisen im angefochtenen Entscheid auch nochmals tun.
Allerdings habe er nach seiner zehnjährigen Tätigkeit auf dem Bau von seinem
Arbeitgeber kein Arbeitszeugnis erhalten; die Unternehmung sei in Konkurs gefallen. Er
werde sich aber wieder beim RAV melden. Ausserdem unterstütze ihn neu eine Person
der D._ bei den Arbeitsbemühungen.
D.
Die Beschwerdegegnerin hat am 6. April 2018 unter Hinweis auf den angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde beantragt.

Erwägungen
1.
Streitgegenstand bildet der Entscheid vom 28. Februar 2018, worin die
Beschwerdegegnerin eine Einsprache gegen ihre Verfügung vom 17. Mai 2017
abgewiesen hat. Mit jener Verfügung hatte sie den laufenden EL-Anspruch des
Beschwerdeführers anpassungsweise ab 1. Juni 2017 infolge Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens aufgehoben.
1.1.
Der Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens beschränkt sich nach der
Rechtsprechung des hiesigen Gerichts auf den Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass
der Verfügung vom 17. Mai 2017 entwickelt hat (und nicht des Einspracheentscheids
vom 28. Februar 2018, wie es nach BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 der Fall wäre): Denn mit
der Einsprache konnte nur angefochten werden, was Gegenstand der angefochtenen
Verfügung war, ist der Einspracheentscheid doch ein Entscheid über ein formelles
Rechtsmittel. Würde der Streitgegenstand des Einspracheverfahrens nicht nur die
1.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/20
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2.
Sachverhaltsentwicklung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung, sondern auch
die weitere Sachverhaltsentwicklung bis zum Tag des Erlasses des
Einspracheentscheids umfassen, wäre er im Umfang des Entscheids über
nachträgliche Sachverhaltsveränderungen nicht mehr Rechtsmittelentscheid, sondern
wesensmässig Verfügung, denn diesem Teil des Streitgegenstands läge weder eine
formelle Verfügung noch eine Einsprache zugrunde. Jede Veränderung im Zeitablauf
stellt aber neue Sachverhalts- und Rechtsfragen, die jeweils wieder zuerst durch
Verfügung zum Gegenstand einer allfälligen Auseinandersetzung gemacht werden
müssen (vgl. zum Ganzen die Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 2. März 2015, EL 2012/37 E. 2, und vom 3. März 2015, EL 2013/51 E.
1). Diesfalls gäbe es für Sachverhaltsentwicklungen im Zeitraum zwischen dem Erlass
der mit Einsprache angefochtenen Verfügung und einem Einspracheentscheid kein
zweistufiges Verwaltungsverfahren. Der Gegenstand des mit dem angefochtenen
Entscheid abgeschlossenen Einspracheverfahrens - und entsprechend des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens - beschränkt sich demnach auf die
Sachverhaltsentwicklungen bis zum 17. Mai 2017.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). - Tritt nach
dem Erlass einer (ursprünglich fehlerfreien formell rechtskräftigen) Verfügung eine
anspruchsrelevante Änderung des Sachverhalts (oder eine Änderung der Rechtslage)
ein (nachträgliche tatsächliche Unrichtigkeit), hat eine Anpassung im Sinn von Art. 17
ATSG stattzufinden: Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird - wie die Rente (vgl. Abs. 1) -
jede andere formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder
auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde
liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat.
2.1.
Als Einnahmen werden bei der EL-Berechnung unter anderem zwei Drittel der
Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien angerechnet, soweit sie bei Ehepaaren und
Personen mit unter anderem rentenberechtigten Waisen 1'500 Franken übersteigen
(vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG). - [Auch] Invaliden wird nach Art. 14a Abs. 1 ELV als
Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag angerechnet, den sie im massgebenden
Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben (Abs. 1).
2.2.
Als Einnahmen angerechnet werden auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die
verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG kann als
Regelung einer Sanktion für Schadenminderungspflichtverletzungen - etwa in Form von
2.3.
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3.
selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit - betrachtet werden (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2018, EL 2017/47
E. 3.2). Eine Verzichtshandlung in diesem Sinn liegt unter anderem vor, wenn die
versicherte Person aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer
möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (BGE 140 V 267 E. 2.2).
Rechtsprechungsgemäss kann (im Hinblick auf die berechtigten Interessen der
Vereinfachung und der rascheren Behandlung von Einzelfällen) grundsätzlich
vermutungsweise von der Möglichkeit und Zumutbarkeit der Erzielung der in Art. 14a
ELV festgelegten (nach Alter abgestuften) Grenzbeträge ausgegangen werden (vgl.
etwa BGE 117 V 202). - Nach Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV ist Invaliden unter 60 Jahren mit
einem Invaliditätsgrad von 40 bis unter 50 % als Erwerbseinkommen mindestens der
um einen Drittel erhöhte Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach
Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG anzurechnen. - Bei der Festsetzung der anrechenbaren
Einkommen Teilinvalider haben sich die EL-Organe nach der Rechtsprechung
grundsätzlich an die Invaliditätsbemessung durch die IV-Stelle zu halten und eigene
Abklärungen nur bezüglich invaliditätsfremder Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit
vorzunehmen (BGE 117 V 202 E. 2b).
2.3.1.
Die erwähnte Vermutung kann nach der Rechtsprechung widerlegt werden. Der
Leistungsansprecher trägt die (objektive) Beweislast dafür, dass kein
Einkommensverzicht vorliegt (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 12. September 2013,
9C_255/2013, und vom 13. Juli 2017, 9C_549/2016). Ernsthafte, aber erfolglose
Bewerbungen vermögen die natürliche Vermutung der Verwertbarkeit einer
Erwerbsfähigkeit zu widerlegen. Ein hypothetisches Erwerbseinkommen darf daher
nicht angerechnet werden, wenn die betreffende Person trotz ausreichender
Arbeitsbemühungen keine Stelle findet. Diese Voraussetzung gilt grundsätzlich als
erfüllt, wenn die Person beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet ist sowie
qualitativ und quantitativ ausreichende Stellenbemühungen nachweist (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 29. November 2017, 9C_759/2017 E. 2.2).
2.3.2.
Die Beschwerdegegnerin hatte dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2. Dezember 2016 eine Ergänzungsleistung zugesprochen, bei deren Berechnung kein
hypothetisches Einkommen berücksichtigt worden war.
3.1.
In Anpassung dieser formell rechtskräftigen Verfügung für die Zeit ab Juni 2017
hob die Beschwerdegegnerin in der Folge den EL-Anspruch mit der Verfügung vom
17. Mai 2017 - von der Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen strittigen
3.2.
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4.
Einspracheentscheid beurteilt - unter Anrechnung eines hypothetischen Einkommens
(ab dem genannten Monat Juni 2017) auf.
Der Beschwerdeführer hatte vor der ursprünglichen, EL zusprechenden Verfügung
vom 2. Dezember 2016 - verglichen mit den ihm genannten, von der
Beschwerdegegnerin gestellten Anforderungen - ungenügende Nachweise von
Arbeitsbemühungen abgeliefert:
4.1.
Nach der EL-Antragstellung hatte sich die Beschwerdegegnerin zunächst bei ihm
am 24. Juni 2016 nach Nachweisen von Bewerbungen erkundigt. Solche waren von
ihm damals jedoch nicht erhältlich gewesen. Am 2. September 2016 hatte sie neu
darauf hingewiesen, dass er auch eine Aufstellung zu liefern habe. Gemäss seiner
Eingabe vom 27. September 2016 hatten seine Nachweise daraufhin in der Nennung
von Namen von angefragten Arbeitgebern bestanden (ohne Datum, mit der
Bezeichnung der Tätigkeit Hilfsarbeiter bzw. _; EL-act. 74-4). Am 27. September
2016 hatte die Beschwerdegegnerin weitere (zusätzliche) Erfordernisse eines
genügenden Nachweises von Bewerbungen gestellt, nämlich dass Datums-, Telefon-
und Antwortangaben zu machen seien. In seinen Angaben (vom Oktober 2016) für den
Monat September 2016 hatte der Beschwerdeführer neu die Daten angegeben und
erwähnt, dass Absagen erfolgt seien (EL-act. 72), später (Eingang vom 2. November
2016) hatte er in seiner Liste die Telefonnummer der Arbeitgeber dazugesetzt, die
Daten aber weggelassen (EL-act. 70), dann (Eingabe vom 27. November 2016) hatten
wieder Daten und Telefonnummern gefehlt (EL-act. 67-3).
4.2.
Die Beschwerdegegnerin hatte dem Beschwerdeführer in der Folge am
30. November 2016 die Verhältnisse im Zusammenhang mit der Anrechnung
hypothetischer Einkünfte erklärt. Als Grund für eine Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens in der EL-Berechnung hatte sie dabei grundsätzlich den Umstand
bezeichnet, dass er zurzeit keinen Lohn erhalte. Sie hatte ihm weiter bekannt gegeben,
das hypothetische Einkommen werde nicht angerechnet, wenn der Arbeitsmarkt keine
geeigneten Stellen biete und er sich genügend um eine Stelle bemühe. - Im Weiteren
hatte sie die Anforderungen für die Annahme genügender Arbeitsbemühungen in
diesem Schreiben weiter angehoben (nebst weiteren Bewerbungen bestimmter Zahl
zusätzlich noch mindestens zwei schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf auf
tatsächlich freie Stellen, Nennung der Ansprechperson des Arbeitgebers). - Sie hatte
den Beschwerdeführer auch auf die Möglichkeit hingewiesen, für die Übersicht über
seine Arbeitsbemühungen das Formular "Nachweis der persönlichen
4.3.
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5.
Arbeitsbemühungen" des RAV zu verwenden. - Zudem hatte sie sich vorbehalten, das
hypothetische Einkommen (bzw. die Voraussetzungen für dessen Anrechnung) zu
einem späteren Zeitpunkt erneut zu überprüfen und bei ungenügender
Arbeitsbereitschaft des Beschwerdeführers ein solches Einkommen anzurechnen. Für
den Fall ungenügender Arbeitsbemühungen hatte sie eine Anrechnung angedroht
(Letzteres hatte sie allerdings bereits am 2. September 2016 bei damals erwähnten
Voraussetzungen einmal getan).
Kurz nach dem Schreiben vom 30. November 2016, nämlich mit der formell
rechtskräftig gewordenen Verfügung vom 2. Dezember 2016, und unter ausdrücklicher
Bezugnahme auf dieses Schreiben hatte die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer die Ergänzungsleistung zugesprochen, bei deren Berechnung sie
kein hypothetisches Einkommen berücksichtigt hatte.
4.4.
Mit dem Erlass der Ergänzungsleistungen zusprechenden Verfügung vom
2. Dezember 2016 ohne Anrechnung eines hypothetischen Einkommens hatte die
Beschwerdegegnerin die Bewerbungen des Beschwerdeführers bzw. seine Nachweise
für die damalige Zeit demnach - zumindest noch - für den Nachweis einer
unverschuldeten Arbeitslosigkeit genügen lassen. Das entsprach denn auch ihrer intern
gefassten Beurteilung vom 7. November 2016, wonach sie aus den im August und im
September je fünf getätigten Spontanbewerbungen auf den Willen des
Beschwerdeführers geschlossen hatte, eine entsprechende Anstellung zu finden.
4.5.
Als Gründe für das nunmehr - nach Erlass der ursprünglichen
leistungszusprechenden Verfügung - neu angenommene Ungenügen seiner
Bewerbungen führte die Beschwerdegegnerin in der EL-Einstellungs-Verfügung vom
17. Mai 2017 unter anderem an, dass die telefonischen Bewerbungen von Januar und
Februar 2017 mehrheitlich am gleichen Tag erfolgt seien (für März und April 2017 je alle
am gleichen Tag). - Bezüglich dieses Kriteriums waren die Angaben des
Beschwerdeführers wie erwähnt bereits vor Erlass der Verfügung vom 2. Dezember
2016 ungenügend gewesen; er hatte für die Bewerbungen damals auch teilweise gar
kein Datum angegeben. Ein Nachlassen der Anstrengungen zeigte sich nicht.
5.1.
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Die Beschwerdegegnerin hat die anpassungsweise neu vorgenommene
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens (Einstellung der EL) des Weiteren mit
dem Nichterfüllen von zusätzlichen Anforderungen gemäss ihrem Schreiben vom
30. November 2016 begründet.
5.2.
Diesbezüglich ist zunächst darauf hinzuweisen, dass sich die Bewerbungen des
Beschwerdeführers bzw. deren Nachweise nach Erlass der ursprünglichen
leistungszusprechenden Verfügung vom 2. Dezember 2016 während des
Vergleichszeitraums (bis 17. Mai 2017) insgesamt leicht verbesserten. Er deklarierte die
Stellenbewerbungen neu auf dem Formular, das in der Arbeitslosenversicherung
verwendet wird. Ausserdem nannte er neu jeweils mindestens sechs (statt der vorher
vier oder fünf) Bewerbungen pro Monat. Es handelte sich weiterhin (mit einer
möglichen Ausnahme, nachfolgend) um telefonische Anfragen, teilweise mit
Rufnummer, teilweise ohne. Auf das am 30. November 2016 neu angeordnete
Mindesterfordernis, (unter anderem) zwei schriftliche Bewerbungen (mit Lebenslauf) auf
freie Stellen zu machen und nachzuweisen, reagierte der Beschwerdeführer, indem er -
innerhalb der relevanten Zeit bis 17. Mai 2017 - einmal eine schriftliche Bewerbung
bzw. ein Muster dafür (EL-act. 45-4) und eine Kopie eines Lebenslaufs einreichte.
5.2.1.
Der am 30. November 2016 gestellten Anforderung des Nachweises mindestens
zweier ordentlicher Bewerbungen ist der Beschwerdeführer während des relevanten
Zeitraums jedoch nicht nachgekommen.
5.2.2.
Indessen ist den folgenden konkreten Umständen Rechnung zu tragen: Als der
Beschwerdeführer nach dem Erlass der (trotz formellen Ungenügens seiner
Bewerbungsnachweise im Vergleich zu den damals geäusserten Erwartungen der
Beschwerdegegnerin) eine Ergänzungsleistung zusprechenden Verfügung vom
2. Dezember 2016 am 28. Dezember 2016 wiederum - schon den vor dem
30. November 2016 gestellt gewesenen Anforderungen - nicht genügende
Arbeitsbemühungen auswies, hätte die Beschwerdegegnerin ihm gegenüber sogleich
klarstellen müssen, dass sie seine Nachweise von Stellenbewerbungen in der
bisherigen Art und in bisherigem Umfang zwar bis zur Verfügung vom 2. Dezember
2016 als genügend toleriert habe, dass dies aber nur auf Zusehen hin der Fall gewesen
sei, und dass diese künftig nicht mehr ausreichen würden, um eine selbstverschuldete
Arbeitslosigkeit anzunehmen.
5.2.3.
Statt einer solchen umgehenden Klarstellung und entsprechender Kritik wies die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer am 18. Januar 2017 darauf hin, dass er
die Nachweise nur auf Verlangen einreichen solle. Auf seine Eingabe vom 16. März
5.2.4.
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6.
2017 hin liess die Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 25. April 2017 wiederum
eine Missbilligung der gelieferten Nachweise vermissen und stellte stattdessen ohne
solchen Hinweis noch weitere zusätzliche Anforderungen an die Anerkennung
ausreichender Bewerbungen. Nach Eingang der Formulare des Beschwerdeführers am
5. Mai 2017 erging in der Folge unvermittelt die Leistungseinstellungs-Verfügung vom
17. Mai 2017. - Noch in dieser Verfügung waren im Übrigen das oben genannte
Bewerbungsschreiben (Muster) und der Lebenslauf zudem als mehrheitlich in Ordnung
bezeichnet worden. Erst nachträglich - im Einspracheentscheid - beanstandete die
Beschwerdegegnerin auch den Inhalt des Lebenslaufs (der Beschwerdeführer hatte
erwähnt, er sei von 2000 bis 2016 "pensioniert" gewesen) und der
Bewerbungsschreiben (zu saloppe Bemerkungen).
Schliesslich begründete die Beschwerdegegnerin die Anpassung (Aufhebung) des
EL-Anspruchs ab Juni 2017 auch mit dem Nichterfüllen der Anforderung, die
Absagegründe nach einer Bewerbung anzugeben. Dieses weitere Erfordernis, auch
noch die Absageschreiben einzureichen, hatte die Beschwerdegegnerin (zusammen
mit demjenigen, bei Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen ausserdem die
Stellenausschreibungen beizulegen) allerdings erstmals am 25. April 2017 bekannt
gemacht. Jener Aufforderung mit erneut erhöhten Anforderungen hat der
Beschwerdeführer während der Monate März und April 2017, betreffend welche er vor
Erlass der Verfügung vom 17. Mai 2017 (am 5. Mai 2017) noch die entsprechenden
Belege einreichte, demnach noch nicht nachkommen können. - Die Nichterfüllung
dieses Erfordernisses konnte eine Herabsetzung des EL-Anspruchs demnach für sich
allein (noch) nicht rechtfertigen (eine Mahnung macht erst anschliessend an eine
erwiesene Widersetzlichkeit Sinn, der bereits säumige Versicherte soll nochmals zur
Erfüllung der Anordnung aufgerufen werden, so der Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Juli 2012, IV 2011/367, mit
Hinweis auf den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
2. Juni 1997).
5.3.
Bei dieser Aktenlage zeigt sich, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer gegenüber schon vor Erlass der EL zusprechenden Verfügung vom
2. Dezember 2016 die Anforderungen genügender Arbeitsbemühungen wiederholt
präzisiert bzw. angehoben hatte. Am 2. September 2016 hatte sie ihm auch wie
erwähnt für den Fall des Ausbleibens dokumentierter Arbeitsbemühungen bereits
einmal die Anrechnung hypothetischen Einkommens angedroht. Letztmals vor der
Zusprache von Ergänzungsleistungen hatte die Beschwerdegegnerin im Schreiben
6.1.
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vom 30. November 2016 die Anforderungen an Stellenbemühungen, die als genügend
gelten würden, erhöht. In der Folge hatte sie die den gestellten Anforderungen nicht
entsprechenden Aufzeichnungen von Bewerbungen aber als - zurzeit - ausreichend
betrachtet und die Ergänzungsleistung mit der Verfügung vom 2. Dezember 2016 (unter
Hinweis auf ihr Schreiben vom 30. November 2016) zugesprochen.
Ein Rückgang der Nachweise über die Anstrengungen zur Arbeitssuche im
massgeblichen Vergleichszeitraum (zwischen dem 2. Dezember 2016 und dem 17. Mai
2017) lässt sich aus den Akten nicht ersehen. Die Arbeitsbemühungsnachweise wurden
leicht erweitert. Ein Anpassungsgrund im Sinn von Art. 17 ATSG der Art, dass die
deklarierten Bewerbungen des Beschwerdeführers in ihrer Zahl oder Qualität
abgenommen hätten, ist nicht festzustellen.
6.2.
Unter den konkreten Umständen mit der Zusprache von Leistungen trotz
Nichtübereinstimmens von gestellten Anforderungen und erbrachten
Bewerbungsnachweisen durch die Verfügung vom 2. Dezember 2016 hätte die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer bei Eingang der erweiterten, aber im
Vergleich zu den Vorgaben nach wie vor ungenügenden Nachweise sofort und klar
darauf hinweisen müssen, dass sie die bis anhin tolerierten Nachweise künftig nicht
mehr als ausreichend betrachten werde, sondern nunmehr höhere Anforderungen
stelle, und dass sie neuerdings keinen Willen von seiner Seite (mehr) erkennen könne,
eine Stelle zu finden. Das gilt erst recht, weil sie im Schreiben vom 30. November 2016
bei den Gründen für ein Unterbleiben einer Anrechnung hypothetischen Einkommens
(nicht nur auf seine Bewerbungen, sondern) auch auf das (objektive) Angebot auf dem
Arbeitsmarkt hingewiesen hatte. Allein der Vorbehalt, den die Beschwerdegegnerin in
der Verfügung vom 2. Dezember 2016 einmal angebracht hatte, genügt bei den
erwähnten konkreten Gegebenheiten nicht, eine Anpassung (Aufhebung) des EL-
Anspruchs trotz erweiterten Bewerbungsnachweisen zu rechtfertigen. Ebenso wenig
tut dies der Umstand, dass ein EL-Bezüger die Schadenminderungspflicht im Sinn
einer ernsthaften - d.h. nicht lediglich dem Zweck, im Hinblick auf die Ausrichtung von
Sozialversicherungsleistungen den Aufforderungen der Beschwerdegegnerin
nachzukommen, dienenden - Suche nach einer Arbeitsstelle grundsätzlich von sich
aus, unabhängig von allfälligen Aufforderungen der Beschwerdegegnerin, zu erfüllen
hat (vgl. dazu Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
18. Oktober 2017, EL 2016/37 E. 2.3). - Vor einer Klarstellung der Anforderungen, einer
Beanstandung und einem Hinweis auf die Folgen hätte nach dem oben dargelegten
vorliegenden Verfahrensablauf eine Anrechnung hypothetischen Erwerbseinkommens
(mit der Folge der EL-Aufhebung, wie am 17. Mai 2017 verfügt und vorliegend strittig)
6.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/20
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7.
nicht stattfinden dürfen. Vielmehr hätten dem Beschwerdeführer vor der Anrechnung
eines Verzichtseinkommens bzw. der Leistungsaufhebung in einem Mal alle erwarteten
Anforderungen (insbesondere dasjenige, ernsthaft Arbeit zu suchen und erkennbare
Zeichen für diese ernsthafte Arbeitssuche und für seine entsprechenden
Anstrengungen zu liefern) eindeutig dargelegt werden müssen, es hätte ihm Frist zur
Erfüllung der Anforderungen angesetzt werden müssen, und es hätte ihm für den Fall
des Nichteinhaltens dieser Anforderungen eine Anrechnung des hypothetischen
Einkommens angedroht werden müssen, wie es einem Mahn- und Bedenkzeitverfahren
bei ungenügender Mitwirkung bei der Eingliederung ins Erwerbsleben gemäss Art. 21
Abs. 4 ATSG entspräche.
Der angefochtene Entscheid, mit welchem die Einsprache gegen die EL-
Einstellung vom 17. Mai 2017 abgewiesen wurde, ist somit - aus diesem
verfahrensrechtlichen Grund (selbst bei Annahme ungenügender Stellenbewerbungen
des Beschwerdeführers) - aufzuheben.
6.4.
Hinsichtlich des materiellrechtlichen Aspekts ist anzumerken, dass die
aktenkundigen Angaben über die getätigten Bewerbungen des Beschwerdeführers
während der vorliegend relevanten Zeit - bis 17. Mai 2017 - zwar als stets knapp
erscheinen. Der Beschwerdeführer suchte danach jeweils nur an wenigen Tagen im
Monat nach Arbeit, und zwar (mit möglicherweise einer Ausnahme) lediglich
telefonisch. Zu verlangen sind vom Beschwerdeführer aber Arbeitsbemühungen, die
(nicht gemessen an den Vorgaben der Beschwerdegegnerin, sondern) sachlich
angemessen und zumutbar sind und woran sich die Ernsthaftigkeit der Bemühungen
erkennen lässt (noch bei Erlass der EL zusprechenden Verfügung am 2. Dezember
2016 hatte die Beschwerdegegnerin allerdings wie erwähnt den konkreten
Verhältnissen angemessene ausreichende Bemühungen des Beschwerdeführers als
erwiesen angenommen).
7.1.
Bezüglich der Frage der zu rechtfertigenden Anforderungen an
Arbeitsbemühungen bzw. des ihm zumutbaren Masses an Arbeit kann angemerkt
werden, dass es nach der Aktenlage die für die Invaliditätsbemessung zuständige IV-
Stelle war, welche der Beschwerdegegnerin ein Arztzeugnis betreffend eine beim
Beschwerdeführer am 5. Mai 2017 erfolgte Operation weitergeleitet hatte. Ob dort ein
(Revisions-) Verfahren betreffend den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
anhängig gemacht wurde, ist soweit ersichtlich bis anhin nicht aktenkundig geworden.
Gemäss dem angefochtenen Einspracheentscheid ging die Beschwerdegegnerin
7.2.
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8.