Decision ID: d2623975-a112-5c40-a137-be9a3db5b843
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, meldete sich am 12. Februar 2003 erstmals wegen Rückenleiden und
Depression bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Der Versicherte
hatte am 5. Juli 1996 das Fähigkeitszeugnis als Forstwart erlangt (IV-act. 29, 44) und
anschliessend während kurzer Zeit als Strassenbauarbeiter gearbeitet (IK-Auszug, IV-
act. 200-2; Angabe Gutachten B._, IV-act. 24-2, Gutachten Dr. C._, IV-act. 192-80
f.). Vom 13. September 1999 bis 10. Mai 2000 hatte der Versicherte im Gartenbau
gearbeitet und diese Stelle wegen mehrmaligen unentschuldigten Fernbleibens
verloren (IV-act. Z._ Gartenbau vom 4. März 2003, IV-act. 4). In den Jahren 1998 -
2002 hatte er sich mehrfach stationären Drogen-Entzügen bzw. Behandlungen
unterzogen (IV-act. 6-5f., 183-3f., 169-31ff.)
A.b Med.prakt. D._, Oberarzt Forensik Psychiatrische Klinik Wil, kam in einem
psychiatrischen Gutachten vom 13. Oktober 2003 (IV-act. 18) zum Schluss, der
retrospektiv anzuwendende ADHS-Fragebogen spreche deutlich für die Möglichkeit
einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Primarschulalter.
Unter Berücksichtigung seiner bisherigen Lebensgeschichte müsse man beim
Beschwerdeführer nebst einer ADH-Störung von einer spezifischen
Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 ausgehen (IV-act. 18-21). Weiter sei eine
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Störung durch multiplen Substanzgebrauch und sonstiger psychotroper Substanzen,
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich bewachten
Ersatzdrogenprogramm (Methadon, kontrollierte Abhängigkeit; ICD-10: F19.22) zu
diagnostizieren (IV-act. 18-22). Rein psychiatrisch gesehen lägen gegenwärtig keine
Anhaltspunkte dafür vor, dass die vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübte Tätigkeit
im Gartenbau nicht mehr durchführbar sei. Die ADHS sei nicht arbeits¬limitierend und
bedürfe sicherlich einer medikamentösen Intervention (Ritalin; IV-act. 18-23 f.). Die
Suchtmittelproblematik sei iv-rechtlich nicht relevant. Allenfalls sei bei scheinbar
vorhandener Abstinenz auch hierin kein arbeitslimitierender Faktor zu sehen (IV-act.
18-24).
A.c Eine orthopädische Begutachtung durch Dr.med. B._, Spezialarzt Orthopädische
Chirurgie FMH, vom 8. Juni 2004 (IV-act. 24) ergab einen leicht dehydrierten Discus
intervertebralis Th 9 bis 12 sowie eine minimale dorsale Diskusprotrusion L2 bis S1 (IV-
act. 24-3). Tätigkeiten, bei denen häufig unphysiologische gebeugte Körperhaltungen
eingenommen werden müssten und die mit regelmässigem Heben und Tragen von
Gegenständen über 10 kg verbunden seien, seien nicht mehr vollumfänglich zumutbar.
Die Arbeitsfähigkeit als Förster (richtig: Forstwart) oder Gärtnereiangestellter betrage
bei voller Stundenpräsenz ca. 80%. Körperlich leichte Tätigkeiten, bei denen nicht
regelmässig Gegenstände über 3 bis 5 kg gehoben oder getragen und keine
unphysiologisch gebeugte Körperhaltung regelmässig eingenommen werden müsse,
seien dem Beschwerdeführer vollumfänglich zumutbar (Arbeitsfähigkeit 100%; IV-act.
24-4).
A.d Nachdem der Versicherte gegenüber dem Berufsberater betont hatte, dass er
zuerst die anderen Probleme in seinem Leben lösen möchte und auf die Hilfestellung
der IV vorerst verzichte (Schlussbericht vom 24. Februar 2005, IV-act. 33), schloss die
Berufsberatung am 24. Februar 2005 den Fall ab, da die Suchtproblematik
(Cannabiskonsum) sowie die diagnostizierte ADHS den Versicherten daran hinderten,
eine berufliche Neuorientierung bzw. berufliche Massnahmen anzugehen
(Schlussbericht Berufsberatung, IV-act. 33). Die IV-Stelle erliess am 3. März 2005 eine
Mitteilung über den Abschluss beruflicher Massnahmen (IV-act. 36).
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A.e Der Beschwerdeführer meldete sich am 3. November 2005 unter Hinweis auf
ausgeprägte ADHS-Symptome und Rückenprobleme seit der Ausbildung zum
Forstwart erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (IV-act. 37).
A.f Die Berufsberatung schloss die berufliche Abklärung am 27. Februar 2007 ab, da
sich der Versicherte zur Teilnahme an beruflichen Massnahmen nicht in der Lage fühle
bzw. daran nicht interessiert sei. Die vom RAD geforderte Prüfung der praktischen
Eingliederungsfähigkeit habe nicht durchgeführt werden können. Aufgrund des
gezeigten Verhaltens mit teils aggressiven Durchbrüchen und teils unrealistischen
Ansichten und Forderungen an die Gesellschaft sei die praktische
Eingliederungsfähigkeit ebenfalls in Frage gestellt bzw. der Versicherte keinem
Arbeitgeber zumutbar. In Anbetracht dieser Umstände sei die Verwertbarkeit aus Sicht
der Berufsberatung nur in einem geschützten Rahmen gegeben und keinesfalls in der
freien Wirtschaft (Schlussbericht Berufsberatung, IV-act. 61-1 f.). Mit Mitteilung vom
22. Mai 2007 setzte die IV-Stelle den Versicherten über den Abschluss der
Berufsberatung in Kenntnis (IV-act. 68) und stellte ihm mit Vorbescheid vom selben Tag
in Aussicht, das Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 10 % abzuweisen (IV-
act. 70). Der Versicherte erhob dagegen am 13. Juli 2007 Einwand (IV-act. 76) und
erklärte sich gegenüber der IV-Stelle bereit, an beruflichen Abklärungen mitzuwirken
(IV-act. 78). Mit Verfügung vom 9. April 2008 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für
eine berufliche Abklärung in der Dreischiibe vom 31. März bis 15. August 2008 (IV-act.
87). Am 26. September 2008 beantragte der Berufsberater die Rentenprüfung. Die
Abklärung in der Dreischiibe habe nach wenigen Tagen abgebrochen werden müssen.
Die Bereitschaft des Versicherten, sich einzulassen und das Beste zu geben, sei
spürbar gewesen. Der Versicherte fühle sich aufgrund Schwindels sowie
Rückenbeschwerden im Moment nicht in der Lage, eine berufliche Massnahme
durchzustehen (Schlussbericht Berufsberatung, IV-act. 92).
A.g Im Arztbericht des Psychiatrischen Zentrums St. Gallen vom 28. Mai 2009 wurde
festgehalten, die dortige ambulante Behandlung in Form von derzeit lockeren
Gesprächen alle zwei Monate finde seit 16. April 2008 statt. Im Vordergrund ständen
eine Angst-/Panikstörung sowie die durch die persistierende ADHS bedingten
kognitiven Auffälligkeiten wie Konzentrationsstörungen, Gedächtnisauffälligkeiten
sowie Aufmerksamkeitsstörung. Ebenso erscheine die mangelnde Kompetenz in
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Planung und Durchführbarkeit von alltäglichen Aufgaben, welche sich in spezifischen
beruflichen Anforderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auswirken dürften,
glaubhaft. Die Behandlung erschwere sich durch die emotional instabile
Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ sowie den Beikonsum von Cannabis und
Heroin. Eine Wiedereingliederungsmassnahme sei bei besserer Compliance und
regelmässiger psychiatrischer Behandlung mit einer Arbeitsfähigkeit von 50% möglich
(IV-act. 104-3f.).
A.h Der Versicherte wurde durch die Psychiatrischen Dienste Süd, Klinik St.
Pirminsberg, Forensischer Dienst, begutachtet (Gutachten Klinik Pfäfers vom 24. März
2010, IV-act. 110). Der Gutachter hielt fest, betrachte man die Krankheitsentwicklung
im Längsverlauf unter Einbezug der fremdanamnestischen Angaben sowie der
Querschnittsuntersuchungen im Rahmen der Exploration, so sei unstreitig, dass der
Beschwerdeführer seit Kindheit an einer ADHS leide und dass sich, möglicherweise
hierdurch begünstigt, sekundär in der Adoleszenz zusätzlich eine
Abhängigkeitserkrankung (sog. Polytoxikomanie) ausgebildet habe (IV-act. 110-53). Der
Drogenabusus könne als Versuch einer missglückten Selbsttherapie angesehen
werden (IV-act. 110-58, 61). Der Gutachter empfahl eine Suchtbehandlung auf einer
Spezialstation für Doppeldiagnosen, eine medikamentöse Einstellung mittels länger
wirksamen Stimulanzien (Ritalin, Concerta), eine psychiatrisch/psychotherapeutische
Begleitung (inkl. ADHS-Coaching) sowie Verhaltenstherapie (Ergo- und Arbeitstherapie;
IV-act. 110-58 f., 62 f.). Die bisherige Tätigkeit als Forstwart sei grundsätzlich möglich,
mit Einschränkung des Umgangs mit gefährlichen Maschinen oder Arbeiten mit Gefahr
durch Unachtsamkeit (Arbeiten in grosser Höhe; IV-act. 110-61, 62). Aus
psychiatrischer Sicht bestehe aktuell eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von bis
zu 50%. Durch die vorgeschlagenen Therapien (optimale medikamentöse und
sozialintegrativ-psychiatrische Behandlung und Drogenabstinenz) dürfte die
Arbeitsfähigkeit über längere Zeit steigerbar sein (IV-act. 110-63, 65). Die
Therapieoptionen seien noch nicht ausgeschöpft und das vorgeschlagene
Behandlungssetting (vollstationär, teilstationär) sei im Sinne der Mitwirkungspflicht
zumutbar (IV-act. 110-63, 64). Aktuell sei eine direkte Eingliederung in der freien
Wirtschaft verfrüht. Bei dieser Einschätzung sei aber nicht klar, inwieweit ein möglicher
Konsum von Heroin, Cannabis oder anderen Substanzen das Bild des
Beschwerdeführers verschlechtert habe. Mittelfristig sei der Wechsel aus einem
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arbeitsintegrativ-geschützten Rahmen in eine anfangs tagesklinische und später
ambulante Anbindung möglich. Dannzumal sei die Arbeitsfähigkeit in der freien
Wirtschaft neu einzuschätzen (IV-act. 110-66). RAD-Arzt Dr. E._ nahm am 3. Juni
2010 Stellung, auf das Gutachten könne in vollem Umfang zurückgegriffen werden.
Auflagen bezüglich Schadenminderungs-/Mitwirkungspflicht seien notwendig zum
Ausschluss eines Beigebrauchs bei laufender Methadonsubstitution, um damit die
Überleitung in arbeitstrainierende Massnahmen erreichen zu können (IV-act. 111-2).
A.i Die IV-Stelle erliess am 7. Juni 2010 Auflagen: Der Versicherte habe sich einer
fachärztlichen psychiatrischen Behandlung und einer voll-/tagesstationären Einstellung
auf Stimulantien und einer langfristigen psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung mit Suchtmittelkontrollen mit aktiver Mitwirkung zu unterziehen. Sie wies
dabei auf die gesetzlichen Folgen der Missachtung hin (vorübergehende oder dauernde
Kürzung oder Verweigerung der Leistungen, Verfügung aufgrund der Akten oder
Nichteintreten; IV-act. 112).
A.j Die behandelnden Ärzte des Ambulatoriums des Psychiatriezentrums St. Gallen
hielten im Arztbericht vom 1. Oktober 2010 (IV-act. 121) fest, der Versicherte sei
zwischen 2008 und November 2009 in ein- bis zweimonatigem Abstand (ambulante
Gespräche) behandelt worden und habe sich Anfang September 2010 wieder
gemeldet. Als Diagnosen, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten, nannten sie
eine ADHS mit Konzentrations- und Behandlungsschwierigkeiten und kognitiven
Auffälligkeiten, mit Persistenz im Erwachsenenalter (ICD-10: F90.0), episodisch
auftretende Panikattacken, zurzeit ca. alle zwei Wochen einmal (ICD-10: F41.0), sowie
psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch
(ICD-10: F12.1). Zusammenfassend seien vor allem die Schwierigkeiten in Planung und
Strukturierung und Organisierung des eigenen Lebens sowie die rezidivierenden
Angstbeschwerden für die Arbeitsunfähigkeit massgebend (IV-act. 121-2). Eine
Verbesserung der Symptomatik sei nur durch eine engmaschige strukturierende
Begleitung, z.B. in einer betreuten Wohngemeinschaft, möglich (IV-act. 121-2). Ein
Arbeitsablauf könne wegen der Unstrukturiertheit und Desorganisation des
Versicherten nur schwer gewährleitet werden. Er benötige eine intensive Betreuung und
Anleitung in den einzelnen Arbeitsschritten (IV-act. 121-3). Wegen der mangelnden
Compliance und Absprachefähigkeit, welche jedoch als Teil des Krankheitsbildes zu
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werten seien, seien keine Tätigkeiten zumutbar. Eine Verbesserung der Symptomatik
wäre durch engmaschige Betreuungsstrukturen (Wohn- und Arbeitsbegleitung) zu
gewährleisten, welche der Versicherte jedoch ablehne (IV-act. 121-7).
A.k RAD-Arzt Dr. E._ nahm am 2. November 2010 Stellung, bei grosszügiger
Betrachtungsweise seien die Auflagen vom 7. Juni 2010 durch die wieder aktivierte
Betreuung im Ambulatorium und verbesserte Zusammenarbeit mit der Spitex erfüllt.
Die Eingliederung auf dem freien Arbeitsmarkt sei derzeit sicherlich nicht möglich; es
bestehe eine Arbeitsfähigkeit angestammt und adaptiert von derzeit 0% (IV-act. 124).
A.l Gemäss Verlaufsbericht des Psychiatriezentrums St. Gallen, Ambulatorium, vom 15.
April 2011 (IV-act. 130) war der Gesundheitszustand stationär. Neu wurden eine
generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1) und eine rezidivierende depressive Störung
(ICD-10: F33) diagnostiziert. Seit Oktober 2010 erfolgten regelmässig alle drei bis vier
Wochen psychiatrisch/psychotherapeutische Gespräche. Der Beschwerdeführer werde
nach wie vor zur Unterstützung seiner Alltagsbewältigung durch die psychiatrische
Spitex betreut, dies mit dem Schwerpunkt der Alltagsstrukturierung und der
Organisation des Haushaltes (IV-act. 130-2). Es bestehe weiterhin eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der im Rahmen des Krankheitsbildes bestehenden
Schwierigkeiten in der Absprachefähigkeit und der verminderten Frustrationstoleranz
(IV-act. 130-3 f.). Dr. E._ schätzte die Arbeitsfähigkeit in abweichender Beurteilung
derselben Sachlage (keine neuen fallrelevanten Gesichtspunkte gegenüber dem
Gutachten vom 24. März 2010) auf 50%, steigerbar bei Drogenabstinenz und
medikamentöser Behandlung der ADHS. Gemäss der behandelnden Ärztin sei von der
Behandlung mit Ritalin/Concerta bislang wegen der Suchtdiathese abgesehen worden
(Stellungnahme vom 3. Mai 2011, IV-act. 131).
A.m Die IV-Stelle erliess am 4. Mai 2011 gestützt auf die Schadenminderungs- und
Mitwirkungspflicht die Auflagen, eine medikamentöse ADHS-Therapie durchzuführen
und sich einem konsequenten Drogenentzug (Cannabis) zu unterziehen (IV-act. 132).
Der Versicherte teilte der IV-Stelle am 28. Mai 2011 mit, er wolle die fachärztliche
Behandlung beim Sozialpsychiatrischen Dienst St. Gallen beginnen (IV-act. 133). Die
IV-Stelle forderte ihn mit Schreiben vom 6. Juni 2011 (IV-act. 134) und vom 5. August
2011 (IV-act. 136) auf, ihr den Termin des Behandlungsbeginns mitzuteilen bzw. die
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Auflagen zu erfüllen. Am 30. August 2011 erliess sie androhungsgemäss die Verfügung,
auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten (IV-act. 137). Nachdem der Versicherte
gegen diese Verfügung am 8. September 2011 Beschwerde erhoben (IV-act. 138-2 f.)
und das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums St. Gallen ihm am 9. September
2011 bescheinigt hatte, er nehme seit 9. September 2010 therapeutische
Gesprächstermine wahr und zeige eine gute Kooperationsbereitschaft und
Veränderungsmotivation (IV-act. 142), widerrief die IV-Stelle am 26. September 2011
die Verfügung vom 30. August 2011 (IV-act. 146) und das Versicherungsgericht schrieb
das hängige Beschwerdeverfahren am 26. Oktober 2011 ab (IV 2011/275; IV-act. 149).
A.n Das Psychiatriezentrum St. Gallen erwähnte im Verlaufsbericht vom 4. November
2011 neu den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung. Seit dem Bericht
vom 15. April 2011 seien keine deutlichen Veränderungen eingetreten. Zur Behandlung
der ADHS sei eine medikamentöse Behandlung mit Concerta begonnen worden; eine
Evaluation der Auswirkungen auf den Alltag sei noch ausstehend (IV-act. 151; vgl. auch
Bericht vom 2. Juli 2012, IV-act. 169-13 f.). RAD-Arzt Dr. E._ nahm am 29. Dezember
2012 Stellung, aus seiner Sicht bleibe es bei der Arbeitsfähigkeit von 50%. Die
Mitwirkungs- und Schadenminderungsauflagen könnten insgesamt als erfüllt
angesehen werden, seien aber weiterhin zu erfüllen (IV-act. 153).
A.o Die Ärzte des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden führten im Arzt-
bericht vom 15. November 2012 (IV-act. 169-25 ff.) aus, der Versicherte sei seit Juli
2012 in aktuell integrierter psychiatrischer Behandlung mit regelmässigen supportiven
Gesprächen in ein- bis zweiwöchigen Abständen zur weiteren Förderung und
Aufrechterhaltung der psychischen Stabilität und Ressourcenaktivierung (IV-act.
169-25, 28). Es bestehe ein sehr komplexes Krankheitsbild mit mehreren schweren
Störungen (IV-act. 169-27). Konzentrations- und Auffassungsvermögen seien massiv,
die Anpassungsfähigkeit sei mittelgradig und die Belastbarkeit stark eingeschränkt (IV-
act. 169-30). Als positiv seien seine Motivation zur Behandlung zu bewerten und die
Tatsache, dass er die Termine regelmässig und zuverlässig wahrnehme und insgesamt
eine gute Compliance zeige (IV-act. 169-27). Eine berufliche Massnahme (auch im
geschützten Rahmen) würde zum aktuellen Zeitpunkt für den Versicherten eine
Überforderung darstellen und wäre mit einem hohen Rückfallrisiko verbunden (IV-act.
169-28).
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A.p RAD-Arzt Dr. E._ vermerkte am 4. März 2013, eine berufliche Massnahme sei
derzeit auch in geschütztem Rahmen nicht durchführbar (IV-act. 177). Die zuständige
Sachbearbeiterin trug im Strategieprotokoll am 22. März 2013 ein, gemäss RAD
bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit im ersten und zweiten
Arbeitsmarkt. Die beruflichen Massnahmen seien abzuschliessen (IV-act. 174-2). Am 2.
Mai 2013 erliess die IV-Stelle die Mitteilung, aufgrund des Gesundheitszustandes seien
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 176).
A.q Im Verlaufsbericht vom 3. Juli 2013 führten die behandelnden Ärzte des
Psychiatrischen Zentrums Herisau aus, das Therapieintervall sei bis Frühjahr 2012
regelmässig zweimal monatlich, seither einmal monatlich. Die Einleitung einer
Arbeitstherapie im November/Dezember 2012 sei mangels Motivation gescheitert.
Berufliche Massnahmen seien aktuell absolut unrealistisch (IV-act. 180-2). RAD-Arzt Dr.
E._ nahm am 22. Juli 2013 erneut Stellung, die Möglichkeiten für berufliche
Massnahmen seien hinreichend evaluiert worden und diese hätten sich als
undurchführbar erweisen. Auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe keine Arbeitsfähigkeit
(0%). Die Frage nach der zumutbaren Willensanspannung zur Überwindung des
offensichtlich avoluntativ-amotivationalen Zustandes sei durch eine
neuropsychologisch-psychiatrische Begutachtung zu beantworten (IV-act. 186-2).
A.r In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten psychiatrisch (Dr.med. C._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Gutachten vom 11. Dezember 2013,
IV-act. 192-1 ff.) und neuropsychologisch (Dr.phil. F._, Fachpsychologe FSP;
Gutachten vom 23. November 2013, IV-act. 192-107 ff.) begutachten. Der
neuropsychologische Gutachter kam zum Ergebnis, es sei von einer ADHS
auszugehen. Dieses bestehe seit der Kindheit (IV-act. 192-120). Es seien keine
leistungseinschränkenden Verhaltensweisen feststellbar. Es sei davon auszugehen,
dass die erzielten Testergebnisse der tatsächlichen neurokognitiven Leistungsfähigkeit
entsprächen (IV-act. 192-121). Die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt ohne Betreuung sei mit 100%-iger Präsenzzeit zumutbar. Es müsse sich
um eine überschaubare und geregelte, repetitiv gestaltete Erwerbstätigkeit mit
vermindertem Produktionsdruck handeln (IV-act. 192-122 f.). Der psychiatrische
Gutachter diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, die allerdings
offensichtlich seit längerer Zeit remittiert sei (ICD-10: F33.4; IV-act. 192-90, 92 f.), eine
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Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter (ICD-10: F90; IV-act.
192-90, 93 f.) sowie Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide,
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an ärztlich überwachtem
Methadonprogramm (ICD-10: F11.22; IV-act. 192-90). Der Beschwerdeführer sei auf
eine überschaubare und geregelte, repetitiv gestaltete Erwerbstätigkeit mit
vermindertem Produktionsdruck angewiesen (IV-act. 192-98). Die Ausübung der
bisherigen Tätigkeit sei ganztags möglich. Seien die Kriterien einer ideal adaptierten
Tätigkeit erfüllt, sei die Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act. 192-98). Die
Arbeitsfähigkeit nehme umso mehr ab, je weniger die Kriterien der ideal adaptierten
Tätigkeit erfüllt seien (IV-act. 192-97). Die Eingliederung auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt sei möglich und der Versicherte einem Arbeitgeber zumutbar (IV-act.
192-102). Es sei davon auszugehen, dass sich die beschriebene Einschränkung seit
Beginn der Ausbildung auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (IV-act. 192-99).
A.s RAD-Arzt Dr. E._ befand am 9. Januar 2014, auf das Gutachten könne
vollumfänglich abgestellt werden. In einer ideal angepassten Tätigkeit bestehe eine
100%-ige Arbeitsfähigkeit in zeitlich vollem Pensum mit voller Leistung. Die
angestammte Tätigkeit als Forstwart entspreche nicht einer ideal leidensangepassten
Tätigkeit, diesbezüglich sei die Einschränkung auf leidensangepasste Tätigkeiten
bereits ab der Ausbildungszeit zu unterstellen. Eine Tätigkeitseingliederung sei ab
sofort möglich (IV-act. 193).
A.t Auf Anfrage der Rentenabteilung veranlasste die Eingliederungsberatung ein
Assessment zur Prüfung der Leistungsfähigkeit respektive Verwertbarkeit der Arbeits-
fähigkeit im ersten Arbeitsmarkt, wenn möglich in der angestammten Tätigkeit, im
Rahmen einer beruflichen Abklärung oder eines Arbeitsversuches (IV-act. 193, 203). Im
Strategieprotokoll vom 21. März 2014 kamen die Sachbearbeiterin berufliche
Massnahmen, die Eingliederungsberaterin sowie RAD-Arzt Dr. E._ zum Schluss, die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Forstwart betrage 0%, da körperlich
strenge Tätigkeiten dauerhaft nicht mehr geeignet seien und wegen Fremdgefährdung.
In adaptierten Tätigkeiten bestehe gemäss Gutachten eine Arbeitsfähigkeit von 100%.
Aufgrund der störungsimmanenten Schwankungen könne mit einer ca. 75%-igen
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Der Versicherte habe einen theoretischen
Umschulungsanspruch, könne diesen aktuell aber nicht umsetzen. Die
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Eingliederungsberaterin werde den Versicherten bei der Stellenvermittlung begleiten
und gegebenenfalls eine berufliche Abklärung zur Prüfung der Verwertbarkeit der
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in einem konkreten Berufsfeld veranlassen
(IV-act. 204-2f.).
A.u Der Versicherte nahm ab 14. April 2014 im Rahmen der tagesklinischen
Behandlung an drei Nachmittagen pro Woche an der Arbeitstherapie in der Schreinerei
teil. Die behandelnde Ärztin des Psychiatriezentrums Appenzell Ausserrhoden hielt fest,
nach dem Tod der Grosseltern, eines Bekannten und der Trennung von seiner
langjährigen Partnerin sei der psychische Zustand auf niedrigem Niveau stabil. Die
geplante Pensumssteigerung habe noch nicht umgesetzt werden können. Gemäss
dem Therapeuten habe sich der Versicherte zunächst interessiert und motiviert gezeigt.
Nach den erwähnten Schicksalsschlägen habe er sich zu den Eltern zurückgezogen,
sei nach den Herbstferien erkrankt und sei schliesslich kaum mehr erreichbar gewesen
(Arztbericht vom 17. November 2014, IV-act. 213-1 f.; Bericht des Therapeuten vom
10. November 2014, IV-act. 213-5). Im Verlaufsbericht vom 22. April 2015 (IV-act.
223-2 ff.) führte sie aus, sogar minimale Veränderungen in der Wochenstruktur führten
zumeist zu Überforderung und sozialem Rückzug. So habe auch die geplante
Steigerung des arbeitstherapeutischen Pensums nicht wie vorgesehen stattfinden
können (IV-act. 223-2). In Anbetracht des bisherigen Verlaufs sei die Aufnahme einer
Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt auch mittel- und langfristig unrealistisch. Bereits
die sehr überschaubaren Anforderungen im Rahmen der gegenwärtigen Therapie
führten an die Grenzen der Belastbarkeit (IV-act. 223-5). Am 23. Dezember 2014
vermerkte RAD-Arzt Dr. E._, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt derzeit noch keine
durchsetzbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Es seien jedoch gute therapeutische Ansätze
erkennbar, die zur Hoffnung berechtigen würden, dass eine Beschäftigung auf dem
ersten Arbeitsmarkt innerhalb von einem bis anderthalb Jahren erreichbar sei. Es stelle
sich somit als Alternative die Frage nach Integrationsmassnahmen (basierend auf einer
50%-igen Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt in ein bis anderthalb Jahren)
sowie nach einer zeitlich befristeten Berentung mit einer Rentenrevision spätestens in
zwei Jahren (IV-act. 215). Aufgrund dieser RAD-Stellungnahme sowie der Tatsache,
dass das Arbeitspensum im tagesklinischen Rahmen nicht gesteigert werden konnte
und somit längerfristig noch nicht mit einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit zu rechnen
war, wurden die beruflichen Massnahmen wiederum abgeschlossen (IV-act. 217 - 219).
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RAD-Arzt Dr. E._ hielt die seit dem Verlaufsbericht vom 17. November 2014
beschriebene Verschlechterung in der Stellungnahme vom 13. Mai 2015 für nicht
nachvollziehbar. Objektiviert sei im Längsverlauf keine Veränderung der Befunde
eingetreten. Es bleibe damit bei der gutachterlichen Beurteilung von Dr. C._ (IV-act.
224-2). Weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig (IV-act. 224-3).
A.v Mit Vorbescheid vom 3. August 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen (Invaliditätsgrad 0%; IV-act. 227). Im Einwand
vom 21. September 2015 liess der Versicherte im Wesentlichen geltend machen, das
Gutachten von Dr. C._ sei widersprüchlich und unvollständig hinsichtlich der
Überwindbarkeits- bzw. Zumutbarkeitsbeurteilung (IV-act. 233-4). Nachdem weitere
Stellungnahmen von Dr. E._ (vom 28. Oktober 2015, IV-act. 234, und vom 26.
November 2015; IV-act. 237) und von Dr. C._ (vom 16. November 2015, IV-act. 236)
eingeholt worden waren, die an der 100%-igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten festhielten, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1.
Dezember 2015 unter Verweis auf die genannten Stellungnahmen ab. Gemäss
Gutachten vom Dezember 2013 bestehe in leidensangepasster Tätigkeit weiterhin eine
100%-ige Arbeitsfähigkeit. Der Gesundheitszustand habe sich seit diesem Gutachten
nicht dauerhaft verschlechtert. Mit der vollen Arbeitsfähigkeit selbst in der
angestammten Tätigkeit entfalle der Anspruch auf einen Leidensabzug beim
Invalideneinkommen (IV-act. 238).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 1. Dezember 2015 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt lic.iur. Thomas Bolt, am 15. Januar 2016 Beschwerde erheben. Er
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben. Es sei ihm eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei ein neues
psychiatrisches Gutachten einzuholen bzw. die Sache zur weiteren (medizinischen)
Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In der Beschwerdebegründung vom 1.
Februar 2015 (act. G 3) macht der Beschwerdeführer geltend, das Gutachten von Dr.
C._ sei nicht schlüssig und zumindest teilweise widersprüchlich. Der Gutachter habe
sich nur ungenügend mit den Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit der behandelnden
Ärzte und Fachpersonen auseinandergesetzt. Dr. C._ habe das vom behandelnden
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Dr. F._ beschriebene Beschwerdebild in unzulässiger Weise reduziert. Vor allem habe
er die behauptete Überwindbarkeit der Auswirkungen der psychischen Störungen
überhaupt nicht begründet. Das Gutachten genüge den Anforderungen an ein
strukturiertes Beweisverfahren in keiner Weise. Der behandelnde Dr. F._ werte die
fehlende Compliance als Teil des Krankheitsbildes, weshalb nicht ohne eingehende
Auseinandersetzung mit dieser Problematik eine Überwindbarkeit unterstellt werden
könne. Dass er nur im geschützten Rahmen einer Arbeitstätigkeit nachgehen könne,
lasse sich mit den von Dr. C._ beschriebenen Adaptationskriterien "überschaubar,
geregelt, repetitiv, mit vermindertem Produktionsdruck" zumindest vereinbaren. Die
Forderung eines verminderten Produktionsdrucks widerspreche der attestierten
uneingeschränkten Leistungsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin gehe in der
angefochtenen Verfügung im Widerspruch zum Gutachten davon aus, dass er selbst in
der angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, weshalb kein Leidensabzug gewährt
werde. Aufgrund der unüberbrückbaren Widersprüche und der Unvollständigkeit
hinsichtlich der Überwindbarkeits- und Zumutbarkeitsbeurteilung sei ein neues
psychiatrisches Gutachten einzuholen. Dr. E._ habe in seiner Stellungnahme vom 13.
Mai 2015 gegenüber derjenigen vom 23. Dezember 2014 eine nicht nachvollziehbare
Kehrtwende vollzogen, offenbar gestützt auf die Aussage gegenüber der
Eingliederungsverantwortlichen, dass er sich eine Ausbildung nicht vorstellen und nur
in geschütztem Rahmen arbeiten könne. Diese lasse sich mit der krankheitsbedingt
fehlenden Compliance begründen. Völlig unberücksichtigt geblieben seien auch die
nach wie vor anhaltenden Rückenbeschwerden. Gemäss RAD-Stellungnahme vom 23.
Dezember 2014 könnte er adaptierte Tätigkeiten allenfalls in ein bis eineinhalb Jahren
auf dem ersten Arbeitsmarkt im Umfang von 50% ausüben. Unter Berücksichtigung
eines Leidensabzuges von 25% ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 62,5%, mithin ein
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, und bis zum Ablauf der genannten
Integrationsdauer auf eine ganze Rente. Aufgrund seiner massiven ADHS-Problematik
könne er nur in einer geschützten Institution einer Arbeitstätigkeit nachgehen. Ein
Erwerbseinkommen lasse sich angesichts der hohen Betreuungskosten nicht erzielen.
Schon deshalb sei ihm eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Als Valideneinkommen sei
das Einkommen eines gelernten Forstwarts zugrunde zu legen (act. G 3).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dr. C._ habe alle massgebenden Arztberichte
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studiert und in die Beurteilung mit einbezogen. Zudem setze er sich mit anderen
medizinischen Einschätzungen auseinander. Er habe die Arbeitsfähigkeit medizinisch-
theoretisch und nicht sozial-praktisch eingeschätzt und iv-fremde Faktoren
ausgeklammert. Weiter sei zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Stellung überwiegend zugunsten ihrer Patienten aussagen würden.
Das Gutachten enthalte eine vollständige Anamnese, berücksichtige die geklagten
Beschwerden, enthalte eine ausführliche Herleitung der Diagnosen, leuchte in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ein und enthalte begründete
Schlussfolgerungen. Dadurch sei es voll beweiskräftig. Es treffe nicht zu, dass es für
den Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstelle gebe.
Aufgrund des verminderten Produktionsdruckes könne ein leidensbedingter Abzug von
10% gewährt werden. (Dennoch) bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 18% kein
Anspruch auf eine Invalidenrente. Es seien keine unklaren syndromalen
Beschwerdebilder diagnostiziert worden, weshalb sich eine Prüfung nach dem
strukturierten Beweisverfahren erübrige (act. G 5).
B.c Die Abteilungspräsidentin bewilligt am 19. Februar 2016 die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche Rechtsverbeiständung;
act. G 6).
B.d Mit Replik vom 23. Mai 2016 trägt der Beschwerdeführer vor, gemäss
Einschätzung mehrerer behandelnder und begutachtender Ärzte sei ihm aufgrund der
multiplen psychischen Störungen, der krankheitsbedingten Desorganisation und der
mangelnden Compliance eine Arbeitstätigkeit nur in einem geschützten Rahmen bzw.
nur bei intensiver Betreuung, Anleitung und engmaschiger Kontrolle möglich. Dr. C._
bestätige zwar im Wesentlichen die Diagnosen der behandelnden Psychiater, lege
jedoch nicht konkret dar, weshalb es ihm trotz vielfältiger Störungen insbesondere in
Anbetracht der geringen Belastbarkeit, Frustrations- und Stresstoleranz sowie der
pathologisch fehlenden Compliance möglich sein soll, im ersten Arbeitsmarkt zu 100%
erwerbstätig zu sein. Er unterstelle ihm ohne nähere Begründung, er könne die
zugestandenermassen arbeitsrelevanten Defizite überwinden bzw. man könne von ihm
erwarten, dass er die für seine Störung indizierte Behandlung in Anspruch nehme. Die
Behandelbarkeit bzw. Therapierbarkeit einer psychischen Störung sage jedoch für sich
alleine betrachtet nichts über den invalidisierenden Charakter aus. Das Gutachten von
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Dr. C._ sei weder vollständig noch schlüssig und gebe auf die rechtlich relevanten
Fragen keine nachvollziehbaren Antworten. Dr. C._ sei der von der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen mit Abstand meist beschäftigte Gutachter. Es sei offensichtlich,
dass er von der Verwaltung wirtschaftlich abhängig sei. Ebenfalls weise die markante
Steigerung der Gutachtenshäufigkeit bei Dr. C._ auf eine ergebnisorientierte
Vergabepraxis bei der IV-Stelle St. Gallen hin. Seinen Gutachten mangle es deshalb
wegen Voreingenommenheit a priori an der notwendigen Objektivität. (act. G 14).
B.e Die IV-Stelle verzichtet am 7. Juni 2016 auf eine Duplik (act. G 16).
B.f Mit Eingabe vom 25. Mai 2018 (act. G 18) reicht der Beschwerdeführer
Austrittsberichte und einen Zwischenbericht des Psychiatrischen Zentrums Appenzell
Ausserrhoden vom 30. Januar 2017 (act. G 18.1), vom 15. Dezember 2017 (act. G 18.3)
und vom 21. April 2018 (act. G 18.4) sowie ein Attest von Dr.med. G._, Allgemeine
Medizin FMH, vom 28. August 2017 (act. G 18.2) zu den Akten. Er macht geltend, auch
aufgrund dieser Berichte sei evident, dass seine Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
erheblich eingeschränkt sei (act. G 18).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach der Rechtsprechung führen reine Suchterkrankungen nicht zu einer
Invalidität im Sinne des Gesetzes, soweit sie allein leistungsmindernd wirken. Dagegen
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werden sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie ihrerseits eine
Krankheit oder einen Unfall bewirkt haben, in deren Folge ein körperlicher oder
geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist,
oder wenn sie selber Folge eines eigenständigen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschadens sind, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit aufrecht erhält
oder deren Folgen massgeblich verstärkt (BGE 124 V 268 E. 3c; Urteile des
Bundesgerichts vom 19. August 2013, 9C_856/2012, E. 2.2.2, und vom 10. April 2018,
9C_620/2017, E. 2.2.2). Der mit der Sucht zusammenhängende Gesundheitsschaden
muss ausreichend schwer sein bzw. die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränken.
Dabei ist das ganze für die Sucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung
zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu
tragen ist. Für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit sind die psychischen
und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Die Frage
nach der objektiv zu verstehenden Zumutbarkeit einer Tätigkeit beurteilt sich
entscheidend nach dem, was der Arzt, im Kontext der Psychiater als Facharzt, dazu
sagt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2014, 8C_906/2013, E. 2.2, mit
weiteren Verweisen).
1.3 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Art.
Art. 28 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR
831.20]), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG)
und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28
Abs. 1 lit. c IVG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid
ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
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(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
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2.
Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt erstreckt sich über einen Zeitraum von zehn
Jahren. Zu prüfen sind die Ergebnisse der medizinischen sowie beruflich-erwerblichen
Abklärungen. Medizinisch hauptsächliche Grundlage der angefochtenen Verfügung
vom 1. Dezember 2015 (IV-act. 238) bildet das psychiatrische Gutachten von Dr. C._
vom 11. Dezember 2013 (IV-act. 192). Zu prüfen ist dessen bestrittene
Beweistauglichkeit.
2.1 Die für die Arbeitsfähigkeit vorwiegend relevante Diagnose der einfachen
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) wurde seit dem Gutachten von
med.prakt. D._ vom 13. Oktober 2003 (IV-act. 18-16) aus psychiatrischer Sicht
durchgängig gestellt (Arztbericht Psychiatrisches Zentrum St. Gallen vom 28. Mai 2009,
IV-act. 104; Gutachten Klinik Pfäfers vom 24. März 2010, IV-act. 110-57, 59 f.;
Arztbericht Psychiatriezentrum St. Gallen vom 1. Oktober 2010, IV-act. 121; Arztbericht
Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden vom 15. November 2012, IV-act.
169-25) und durch eine neuropsychologische ADHS-Beurteilung bestätigt (IV-act.
192-119 f.). Nachvollziehbar erklärt der Gutachter sodann, die im Arztbericht des
Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden vom 15. November 2012
aufgeführte (Verdachts-)Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (IV-act.
169-25) sei nicht plausibel, weil das Traumakriterium nicht erfüllt sei und die
Symptomatik nicht dieser Diagnose entspreche (IV-act. 192-93). Auch im
Verlaufsbericht des Psychiatriezentrums St. Gallen vom 4. November 2011 (IV-act.
151), wo der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung erstmals erwähnt
worden war, waren die von Dr. C._ bemängelten Diagnosekriterien nicht dargelegt
worden. Dr. C._ erhob beim Beschwerdeführer eine euthyme Grundstimmung und
eine uneingeschränkte affektive Modulationsfähigkeit. Der Beschwerdeführer
beschreibe Insuffizienzgefühle als ein Grundgefühl, innere Unruhe, rasche Reizbarkeit,
verschiedene diffuse Ängste, eine aktuell nicht schlechte, schwankende Stimmung,
eine Antriebsminderung und gelegentlich Lebensüberdruss. Antrieb und Psychomotorik
inklusive Mimik und Gestik bezeichnete der Gutachter als nicht auffällig (IV-act.
192-88). Die behandelnde Ärztin des Psychiatrischen Zentrums Appenzell hatte im
Arztbericht vom 15. November 2012 festgehalten, es bestünden
Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Insuffizienzgefühle und diffuse Ängste,
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soziale Phobien, ein niedriges Selbstwertgefühl und eine geringe Frustrations- und
Stresstoleranz und ein deutlich geminderter Antrieb (IV-act. 169-27). Diagnostiziert
wurden von der behandelnden Ärztin unter anderem eine rezidivierende depressive
Störung (ICD-10: F33.0) und eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F43.1; IV-act.
169-26). Die Codierung entspricht einer gegenwärtig leichten depressiven Episode
(H.DILLING/W. MOMBOUR/M.H. SCHMIDT, ICD-10, Internationale Klassifikation
psychischer Störungen, 10. Aufl., Bern 2015, S. 178). Die Ärztin führte aus, wegen der
Stimmungsschwankungen und depressiven Einbrüche komme es zum sozialen
Rückzug (IV-act. 169-28). Dem Beschwerdeführer wurde damals unter anderem das
antidepressiv wirkende Trittico verordnet (IV-act. 169-28), dessen Einnahme wurde im
Verlaufsbericht vom 3. Juli 2013 jedoch als zweifelhaft bezeichnet (IV-act. 180-1).
Auswirkungen der depressiven Erkrankung wurden erst im Verlaufsbericht vom 17.
November 2014, ein Jahr nach der Begutachtung, im Zusammenhang mit dem Tod der
Grosseltern und der Trennung von seiner langjährigen Partnerin beschrieben; diese
würden den Beschwerdeführer im Alltag aber nicht mehr so stark und dauerhaft
behindern (IV-act. 213-1 f.). Somit scheint die von Dr. C._ festgestellte Remission der
depressiven Störung im Zeitpunkt seiner Begutachtung plausibel. Nachvollziehbar
erscheint auch, dass Dr. C._ zusätzlich zur einfachen Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung nicht eine (emotional-instabile) Persönlichkeitsstörung (mit
eigenständigem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) diagnostiziert, weil auch im Rahmen
der ADHS eine gewisse Impulsivität bestehe (IV-act. 192-94). Auch im Gutachten der
Klinik Pfäfers vom 24. März 2010 wurden sowohl die Auffälligkeiten der Persönlichkeit
und des Verhaltens als auch die affektive Symptomatik der Leitdiagnose ADHS
zugeordnet (IV-act. 110-55). Der Gutachter med.prakt. Reger (Gutachten vom 13.
Oktober 2003, IV-act. 18-22, 25) sowie die Ärzte im Ambulatorium Psychiatriezentrum
St. Gallen (Arztbericht vom 1. Oktober 2010, IV-act. 121-1) diagnostizierten sowohl
eine ADHS als auch eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven
Typus, führten letztere jedoch als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf.
Erst und ausschliesslich das Psychiatrische Zentrum Appenzell Ausserrhoden reihte die
Persönlichkeitsstörung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
(Arztbericht vom 15. November 2012, IV-act. 169-26). Somit überzeugt die
Diagnosestellung im Gutachten Dr. C._ gesamthaft gesehen.
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2.2 Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. C._ aus, der Beschwerdeführer sei auf eine
überschaubare und geregelte, repetitiv gestaltete Erwerbstätigkeit mit vermindertem
Produktionsdruck angewiesen (IV-act. 192-98). Seien die Kriterien einer ideal
adaptierten Tätigkeit erfüllt, sei die Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act.
192-98). Diese Einschätzung von Dr. C._ stimmt mit derjenigen des
neuropsychologischen Gutachters überein (IV-act. 192-122 f.). Dieser hatte
testpsychologisch eine im Rahmen nicht leichter Aufgabenstellungen
unterdurchschnittliche Konzentrationsleistung, eine unter dem Altersdurchschnitt
liegende Gedächtnisleistung, eine massiv unterdurchschnittliche Planungsfähigkeit und
eine reduzierte Verarbeitungsgeschwindigkeit und Daueraufmerksamkeit festgestellt
(IV-act. 192-115 f.). Zur Begründung seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung hatte er
aus¬geführt, im Rahmen einfacher und gleichzeitig repetitiv gestalteter erwerblicher
Anforderungssituationen sei die Konzentrationsleistungsfähigkeit unauffällig
ausgeprägt und es bestehe eine unauffällige Anpassungsfähigkeit an sich verändernde
Anforderungssituationen. Der Produktionsdruck sei aufgrund verminderter
Verarbeitungsgeschwindigkeit und reduzierter Fähigkeit zur Dauerkonzentration
herabzusetzen. Die Ausübung der Erwerbstätigkeit sei auf dem ersten Arbeitsmarkt
ohne Betreuung möglich, da die kognitive Leistungsfähigkeit knapp durchschnittlich
und die Fähigkeit zur Einhaltung vordefinierter Handlungsanweisungen sowie die
sprachliche Verständigungs- und Verständnisfähigkeit erhalten seien (IV-act. 192-122).
Auch Dr. C._ hielt die Eingliederungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt für gegeben (IV-
act. 192-99; Stellungnahme vom 16. November 2015, IV-act. 236-4 f.). Der
Beschwerdeführer habe das Medikament Concerta nicht zuverlässig eingenommen.
Trotz Problemen mit der Compliance sei die erforderliche Behandlung notwendig,
indiziert und zumutbar. Es müsse eigentlich davon ausgegangen werden, dass die
Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung bei guter Compliance noch besser
ausgefallen wären und das neuropsychologische Zumutbarkeitsprofil auf einer
ungenügenden Compliance basiere. Die mangelnde Absprachefähigkeit und
Compliance seien überwindbar. Es sei Sache der Verwaltung festzulegen, ob sich mit
den Kriterien einer ideal adaptierten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
Bezug auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt begründen lasse oder nicht (Gutachten
vom 11. Dezember 2013, IV-act. 192-95 f., 100; Stellungnahme vom 16. November
2015, IV-act. 236-2 f., 4 f.). Dr. C._ führte aber auch aus, um die höchste
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Leistungsfähigkeit zu erreichen, benötige der Beschwerdeführer eine Unterstützung im
Sinne einer integrierten psychiatrischen Behandlung und auch einer Medikation (IV-act.
236-4). Er führt das bisherige Scheitern der beruflichen Integration auf überwindbare
Mängel der Absprachefähigkeit und Compliance sowie auf motivationale Faktoren
zurück, die in die Beurteilung der behandelnden Ärzte eingeflossen, aber überwindbar
seien, indem der Beschwerdeführer die für seine Störung indizierte Behandlung in
Anspruch nehme. Dies sei ihm zumutbar, worauf doch hinweise, dass von den
behandelnden Ärzten mehrfach eine gute Compliance beschrieben worden sei (IV-act.
236-2 f.). Aus diesen Ausführungen von Dr. C._ geht hervor, dass der
Beschwerdeführer die theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100% aufgrund
fehlender, aber zumutbarer Compliance und Motivation noch nicht erreichen konnte
(IV-act. 236-2 f.).
2.3 Dr. C._ gab keine eigentliche retrospektive Einschätzung der (quantitativen)
Arbeitsfähigkeit ab, und es ist davon auszugehen, dass eine solche über den
jahrelangen und schwankenden Verlauf nicht (mehr) möglich ist. Für die
Arbeitsfähigkeit im Verlauf ist somit auf die echtzeitlichen medizinischen sowie
beruflichen Akten sowie auf die Einschätzungen des RAD abzustellen. Dabei zu
unterscheiden sind die Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in einer
angepassten Tätigkeit, die Arbeitsfähigkeit vor und nach zumutbaren medizinischen
und beruflichen Massnahmen sowie die medizinisch-theoretische sowie die praktisch
gezeigte Arbeitsfähigkeit.
2.3.1 Im Psychiatrischen Gutachten der Klinik Wil vom 13. Oktober 2003 war die
ADHS im Erwachsenenalter als schwerwiegend, jedoch als nicht arbeitslimitierend und
die Suchtproblematik, da primär, als nicht iv-relevant bezeichnet worden (IV-act 18-23
f.). Gemäss orthopädischem Gutachten Dr. B._ vom 8. Juni 2004 waren körperlich
leichte, rückenadaptierte Tätigkeiten als vollumfänglich zumutbar angesehen worden
(IV-act. 24-4). Im Arztbericht des psychiatrischen Zentrums vom 28. Mai 2015 waren
Ein-gliederungsmassnahmen bei besserer Compliance und regelmässiger
psychiatrischer Behandlung mit einer Arbeitsfähigkeit von 50% als möglich angesehen
worden (IV-act. 104-3f.).
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2.3.2 Die Klinik Pfäfers war im Gutachten vom 24. März 2010 zum Schluss gekommen,
ausgehend von einer Gesamtbewertung der vorliegenden Akten, der Anamnese, der
anlässlich der Begutachtung erhobenen Befunde und des von verschiedenen Seiten
bestätigten und auch von den Gutachtern gesehenen bemüht-kooperativen Verhaltens
bestehe aus psychiatrischer Sicht aktuell eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
von bis zu 50%. Durch die vorgeschlagenen Therapien (optimale medikamentöse und
sozialintegrativ -psychische Behandlung und Drogenabstinenz) dürfte die
Arbeitsfähigkeit über längere Zeit steigerbar sein (IV-act. 110-63, 65). In diesem
Gutachten wurde insbesondere dargelegt, dass der Drogenkonsum als Selbsttherapie
der ADHS-Symptomatik aufzufassen sei (IV-act. 110-61, 63). Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt demnach die Auswirkung der damals noch vorhandenen
Cannabisabhängigkeit und es erscheint einleuchtend, dass sich die Arbeitsfähigkeit
durch deren Wegfall erhöht hat.
2.3.3 Die behandelnden Fachärzte der Psychiatrischen Kliniken St. Gallen und
Appenzell Ausserrhoden attestierten dem Beschwerdeführer stets eine volle
Arbeitsunfähigkeit und verneinten eine Eingliederungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt
(Arztberichte Psychiatriezentrum St. Gallen vom 1. Oktober 2010, IV-act. 121-6 f., vom
15. April 2011, IV-act. 130-3 f., vom 4. November 2011, IV-act. 151-2; Arztberichte
Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden vom 15. November 2012, IV-act.
169-28, vom 3. Juli 2013, IV-act. 180-2 ff., vom 17. November 2014, IV-act. 213-3 und
vom 22. April 2015, IV-act. 223-5). Sie begründeten ihre Einschätzung mit einer
deutlichen Problematik in der Planung und Strukturierung des alltäglichen Lebens, des
Einhaltens von Terminen sowie mit kognitiven Auffälligkeiten wie Schwierigkeiten in
Konzentration und Aufmerksamkeit. Ein Arbeitsablauf könne wegen der
Unstrukturiertheit und Desorganisation des Beschwerdeführers nur schwer
gewährleistet werden (Arztbericht Psychiatriezentrum St. Gallen vom 1. Oktober 2010,
IV-act. 121-2 f.). Eine berufliche Massnahme (auch in geschütztem Rahmen) würde für
den Beschwerdeführer eine Überforderung darstellen und wäre mit einem hohen
Rückfallrisiko verbunden. Selbständig sei er nicht in der Lage, einen Arbeitsvorgang zu
planen und einzelne Arbeitsschritte umzusetzen (Arztbericht Psychiatriezentrum
Appenzell Ausserrhoden vom 15. November 2012, IV-act. 169-28). In Anbetracht des
bisherigen Verlaufs sei die Aufnahme einer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt auch
mittel- und langfristig unrealistisch. Bereits die sehr überschaubaren Anforderungen im
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Rahmen der gegenwärtigen Therapie führten an die Grenzen der Belastbarkeit
(Verlaufsbericht Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden vom 22. April 2015,
IV-act. 223-5).
2.3.4 RAD-Arzt Dr. E._ stützte sich am 3. Juni 2010 auf das Gutachten St.
Pirminsberg vom 24. März 2010, mithin auf die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
von bis zu 50%, ab und veranlasste Auflagen (IV-act. 111-2). Am 2. November 2010
erklärte er die Auflagen bei grosszügiger Betrachtungsweise für erfüllt und hielt die
Eingliederung auf dem freien Arbeitsmarkt für derzeit nicht möglich (IV-act. 124). Der
RAD-Arzt ging in seiner Stellungnahme vom 29. Dezember 2011 von der weiterhin
bestehenden, durch das Gutachten der Klinik Pfäfers geschätzten Arbeitsfähigkeit von
50 % aus (IV-act. 153). Am 4. März 2013 (IV-act. 177) und am 22. Juli 2013 (IV-act.
186-2) erachtete er berufliche Massnahmen auch in geschütztem Rahmen als nicht
durchführbar. Nach Erstattung des Gutachtens von Dr. C._ übernahm Dr. E._
dessen Einschätzung einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit für ideal angepasste Tätigkeiten
(Stellungnahme vom 9. Januar 2014, IV-act. 193). Im Strategieprotokoll vom 21. März
2014 wurde unter Teilnahme von Dr. E._ festgehalten, dass mit einer 75%-igen
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne (IV-act. 204-2f.). Am 23. Dezember 2014 kam
Dr. E._ aufgrund der Berichte der Tagesklinik (vgl. Sachverhalt vorstehend A.u) zum
Schluss, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt derzeit noch keine durchsetzbare
Arbeitsfähigkeit bestehe. Es seien jedoch gute therapeutische Ansätze erkennbar, die
zur Hoffnung berechtigen würden, dass eine Beschäftigung auf dem ersten
Arbeitsmarkt innerhalb von einem bis anderthalb Jahren erreichbar sei. Es stelle sich
somit als Alternative die Frage nach Integrationsmassnahmen (basierend auf einer
50%-igen Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt in ein bis anderthalb Jahren)
sowie nach einer zeitlich befristeten Berentung mit einer Rentenrevision spätestens in
zwei Jahren (IV-act. 215). Hingegen hielt er die vom Psychiatriezentrum Appenzell
Ausserrhoden berichtete Verschlechterung für nicht nachvollziehbar (Stellungnahme
vom 13. Mai 2015, IV-act. 224 und vom 28. Oktober 2015, IV-act. 234). Zur Erklärung
führte er in der letztgenannten Stellungnahme im Wesentlichen aus, die von der
behandelnden Ärztin vorgenommenen pessimistischen Einschätzungen seien nicht
nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer habe in den Urlaub gehen können und sich
gegenüber der Eingliederungsverantwortlichen desinteressiert gezeigt (IV-act. 234-2 f.).
Die Abweichung von seinen früheren Einschätzungen begründete er zusammenfassend
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zudem damit, dass sich die dort erwähnte Eingliederungsfähigkeit auf die
angestammte Tätigkeit als Forstwart bezogen habe (IV-act. 234-2).
2.3.5 Die Berufsberatung schloss den Fall am 27. Februar 2007 (IV-act. 60 f.) ohne
Ergebnis ab, da sich der Beschwerdeführer auf eine berufliche Neuorientierung nicht
einlassen konnte. Die vom RAD geforderte Beurteilung der praktischen
Leistungsfähigkeit konnte nicht erfolgen, jedoch gelangte der Berufsberater zum
Schluss, der Beschwerdeführer sei einem Arbeitgeber nicht zumutbar (IV-act. 60-1 f.).
Auch am 26. September 2008 schloss die Berufsberatung den Fall ab, nachdem im
April eine Eingliederung in der Dreischiibe nach wenigen Tagen habe abgebrochen
werden müssen. Bei spürbarer Bereitschaft des Beschwerdeführers, sich einzulassen
und das Beste zu geben, fühle er sich nicht in der Lage, eine berufliche Massnahme
durchzustehen (IV-act. 92). Die von der IV-Stelle dem Beschwerdeführer am 5. August
2011 auferlegte ADHS-Behandlung (IV-act. 136) wurde gemäss Verlaufsbericht des
Psychiatriezentrums St. Gallen vom 4. November 2011 aufgenommen (IV-act. 151-2;
vgl. auch Arztberichte Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden vom 15.
November 2012, wo die Medikation mit Concerta ebenfalls aufgeführt wird, IV-act.
169-28, und vom 3. Juli 2013, wonach Concerta mit grosser Wahrscheinlichkeit
regelmässig eingenommen werde, IV-act. 180-1). Nach Angaben des
Beschwerdeführers gelang es ihm darauf, den Cannabiskonsum einzustellen
(Verlaufsbericht Psychiatriezentrum St. Gallen vom 4. November 2011, IV-act. 151-2;
Gutachten Dr. C._ vom 11. Dezember 2013, IV-act. 192-101). Dennoch war er seit
2010 regelmässig und zeitweise sehr engmaschig auf die Betreuung durch die
psychiatrische Spitex angewiesen (Arztbericht Psychiatriezentrum Appenzell
Ausserrhoden vom 15. November 2012, IV-act. 169-27, Assessmentprotokoll vom 12.
März 2014, IV-act. 203-2; vgl. auch Arztbericht Psychiatriezentrum Appenzell
Ausserrhoden vom 22. April 2015, IV-act. 223-3, wonach der Beschwerdeführer nach
wie vor auf engmaschige Betreuung und Unterstützung angewiesen sei), und dennoch
konnte er das Pensum der Arbeitstherapie von drei Nachmittagen pro Woche gemäss
den Verlaufsberichten des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden vom 17.
November 2014 (IV-act. 213) und vom 22. April 2015 (IV-act. 223) aufgrund
psychosozialer Belastungen (Tod der Grosseltern, Scheitern der Partnerschaft) (noch)
nicht steigern. Insbesondere aus dem Arztbericht des Psychiatriezentrums Appenzell
Ausserrhoden vom 15. November 2012 (IV-act. 169-25 ff.) und aus dem Schreiben der
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Eltern des Beschwerdeführers vom 19. Juli 2013 ergaben sich Anhaltspunkte für eine
positive Entwicklung. Es ist dem Beschwerdeführer zugute zu halten, dass er den
Auflagen der Beschwerdegegnerin zum Entzug sowie zur Behandlung, so gut es ihm
möglich war, nachgekommen ist und immerhin inzwischen kein Cannabis mehr
konsumiert und die Behandlung mit Concerta begonnen hat (vgl. Sachverhalt
vorstehend A.i - A.n, die erste Auflage stammt vom 7. Juni 2010, die zweite vom 4. Mai
2011). Die gescheiterten Eingliederungsversuche zeigen, dass der Beschwerdeführer
starke Unterstützung in medizinischer, beruflicher sowie persönlicher Hinsicht benötigt
und seine Eingliederungsfähigkeit noch nicht erreichen konnte.
2.3.6 Die gemäss Beschwerdeführer seit 2011 eingehaltene Cannabisabstinenz hat
noch nicht zu einer andauernden Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt,
zumal Integrations- bzw. Eingliederungsmassnahmen bislang noch keinen Erfolg
gezeigt haben. Andererseits bestehen aber auch keine objektiven Hinweise für eine
Verschlechterung; diese ist im Jahr 2014/2015 lediglich vorübergehend durch die
psychosoziale Belastung durch den Tod der Grosseltern und die Trennung der
langjährigen Partnerschaft begründet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass den eher
pessimistischen Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Behandler weniger Gewicht
beizumessen ist als jenen der unabhängigen Gutachter. Zudem ist bei der beim
Beschwerdeführer vorliegenden Kombination der psychischen Störungen davon
auszugehen, dass diese durchaus massgebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
haben kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. August 2016, 8C_325/2016, E.4.2).
Die mehrfach geschilderten Schwierigkeiten bei der Planung, Strukturierung und
Organisierung des eigenen Lebens, der Haushaltführung und nicht zuletzt bei der
Einhaltung eines Arbeitsablaufs und der dadurch nötigen Anleitung und Betreuung sind
durch die Kombination der psychischen Störungen durchaus erklärbar. Mit Dr. C._
(vgl. Gutachten, Ziff. 8.5.1, IV-act. 192-100) und wie im Gutachten der Psychiatrischen
Klinik St. Pirminsberg vom 24. März 2010 einleuchtend begründet (IV-act. 110-61, 63;
E. 2.3.2) ist das Suchtleiden Folge der seit Kindheit bestehenden ADHS, weshalb von
einer seit Beginn sekundären, invalidenversicherungsrechtlich relevanten Sucht
auszugehen ist. Deren Auswirkungen sind daher zu berücksichtigen. Soweit der RAD-
Arzt früher eine Eingliederungsfähigkeit lediglich im geschützten Rahmen bejahte, muss
eine Arbeitsfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten als nicht vorhanden angesehen
werden. Zusammen mit den sonstigen vorliegenden Einschätzungen muss davon
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ausgegangen werden, dass bei bzw. nach optimaler medizinischer Behandlung sowie
erfolgreicher beruflicher Eingliederung eine vollständige Arbeitsfähigkeit erreichbar
wäre und insofern die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100% für
adaptierte Tätigkeiten Gültigkeit hat. Solange die Massnahmen jedoch noch andauern
und der Beschwerdeführer noch daran ist, seine Probleme mit der Compliance sowie
der Absprachefähigkeit zu überwinden, ist die Arbeitsfähigkeit noch eingeschränkt. Der
Widerspruch zwischen der Verneinung der Ausbildungsfähigkeit sowie der Bejahung
einer gewissen Arbeitsfähigkeit ist ein vordergründiger. Denn eine Ausbildung bzw. die
Absolvierung einer beruflichen Massnahme ist anspruchsvoller und setzt mehr voraus
als eine einfache Tätigkeit als Hilfsarbeiter (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 27.
März 2018, 8C_794/2017, E.5.2.1). Zusammenfassend kann im Längsverlauf daher mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass seit der
Wiederanmeldung am 3. November 2005 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit für adaptierte
Tätigkeiten besteht.
2.4 Insgesamt ist aus medizinisch-theoretischer Sicht auf das Gutachten von Dr. C._
abzustellen, das sich auf eine umfangreiche und validierte neuropsychologische
Abklärung und auf eine von allen beteiligten Fachmedizinern geteilte Diagnose stützt.
Dabei ist gemäss vorstehenden Erwägungen zu berücksichtigen, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ zum einen grundsätzlich ab
Gutachtenszeitpunkt Gültigkeit hat, jedoch unter dem Vorbehalt der optimal
durchgeführten medizinischen und beruflichen Massnahmen steht und zum anderen für
den weiter zurückliegenden Verlauf die echtzeitlichen Berichte, die Ergebnisse der
beruflichen Versuche sowie die Einschätzungen des RAD hinzugezogen werden
müssen, womit sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine durchschnittliche
adaptierte Arbeitsfähigkeit von 50% ergibt (vgl. vorstehende Erwägungen).
2.5 Ergänzend sei erwähnt, dass das Bundesgericht festgehalten hat, der Umstand,
dass ein Gutachter seine persönliche Meinung zur Vermeidbarkeit von
ungerechtfertigten Versicherungsleistungen öffentlich bekannt mache oder im Rahmen
einer Publikation eine von der Rechtsprechung abweichende Meinung vertrete, lasse
für sich allein noch nicht auf Voreingenommenheit in einem konkret zu beurteilenden
Fall schließen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2017, 8C_548/2016, E. 4.2).
Dies muss auch bzw. erst recht für Gutachter gelten, die sich zwar nicht zum
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Versicherungsmissbrauch geäussert haben, aber regelmässig mit mono- oder
bidisziplinären Gutachten beauftragt werden und allenfalls - was allerdings nicht einmal
dargetan wird - überdurchschnittlich hohe Arbeitsfähigkeiten attestieren. Konkrete
Anhaltspunkte für eine Voreingenommenheit von Dr. C._ gegenüber dem
Beschwerdeführer finden sich im Gutachten nicht und werden auch nicht geltend
gemacht. Die gerügte überdurchschnittlich häufige Beauftragung führt somit nicht zur
Unverwertbarkeit des Gutachtens. Ein strukturiertes Beweisverfahren mittels
Indikatoren ist insoweit entbehrlich, als die geltend gemachten Einschränkungen durch
die Diagnose der ADHS und die neuropsychologische Testung objektiviert sind (vgl.
BGE 143 V 428 E. 7.1). Somit bleibt es bei der Beweistauglichkeit des Gutachtens von
Dr. C._.
3.
3.1 Dass die Einschätzung von Dr. C._ beweiskräftig ist, bedeutet nicht, dass die
Beschwerdegegnerin mit angefochtener Verfügung gestützt auf die attestierte 100%-
ige Arbeitsfähigkeit das Rentengesuch abweisen durfte. Die von Dr. C._ geschätzte
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten gilt zum einen grundsätzlich ab
Begutachtungszeitpunkt und ist zum anderen erst mit beruflichen sowie unter
Weiterführung bzw. Intensivierung der medizinischen Massnahmen sowie mit
sozialpraktischer Unterstützung erreichbar. Eine berufliche Eingliederung konnte denn
auch bis zum relevanten Zeitpunkt der Verfügung (BGE 121 V 366 E. 1 b; BGE 131 V
243 E. 2.1) noch nicht erfolgreich durchgeführt und abgeschlossen werden: Der
Beschwerdeführer konnte daher Anspruch auf eine Invalidenrente erwerben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 29. Juni 2009, 9C_186/2009, E.3.3; Urteil des EVG vom 31.
März 2006, I 291/05, E.3.2, wonach bei Bestätigung, dass nach durchgeführter
erfolgreicher Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar
sein sollte, der Anspruch auf eine Rente für die zurückliegende Zeit solange nicht
ausgeschlossen ist, als die bestehende Erwerbsunfähigkeit nicht [oder noch nicht] mit
geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in einer für den
Rentenanspruch erheblichen Weise verringert werden konnte). Der Beschwerdeführer
hat gleichzeitig Anspruch auf berufliche Massnahmen (Art. 14a IVG; Art. 4quater ff. IVV;
Art. 15 ff. IVG), wobei aufgrund der abgeschlossenen Ausbildung zum Forstwart
gegebenenfalls auch eine Umschulung gemäss Art. 17 ff. IVG in Betracht fällt.
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3.2 Betreffend allfälligem Rentenbeginn ist mit Blick auf das Datum der Anmeldung
(November 2005) das Recht anwendbar, wie es vor Inkrafttreten der Änderungen der 5.
IV-Revision bestanden hatte. Die Frist von 6 Monaten nach Geldendmachung des
Anspruchs gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG in der seit 2008 geltenden Fassung findet somit
keine Anwendung. Meldet sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen
des Anspruchs an, so werden die Leistungen lediglich für die zwölf der Anmeldung
vorangehenden Monate ausgerichtet (vgl. Art. 48 Abs. 2 IVG in der vor 2008 in Kraft
gestandenen Fassung).
3.3 Dass der erlernte Beruf des Forstwarts einer überschaubaren und geregelten,
repetitiv gestalteten Tätigkeit entspricht, erscheint mehr als fraglich und muss aufgrund
der mit seiner Ausübung verbundenen Gefahren bei der massgeblichen
Beeinträchtigung durch Suchtmittel seit jeher als ungeeignet bezeichnet werden. Hinzu
kommt, dass der Beruf auch aufgrund orthopädischer Einschränkungen nicht ideal
adaptiert ist (vgl. Gutachten Dr. B._ vom 8. Juni 2004; Schlussfolgerungen im
Strategieprotokoll vom 21. März 2014, IV-act. 204-2f.; Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
E._ vom 28. Oktober 2015, IV-act. 234-1 f.). Somit ist davon auszugehen, dass das
Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in der vor 2008 in Kraft gestandenen Fassung
im Zeitpunkt der Wiederanmeldung am 3. November 2005 bereits erfüllt war und ein
Rentenanspruch nach Massgabe der 50%-igen Arbeitsunfähigkeit ab 1. November
2004 zu prüfen ist.
3.4 Da die einschränkende ADHS-Problematik schon seit der Kindheit des
Beschwerdeführers bestand, sind Rückschlüsse auf seine Validenkarriere ohne
Vorliegen dieser Krankheit kaum möglich. Zwar konnte der Beschwerdeführer die
Ausbildung zum Forstwart mit Hilfe eines verständnisvollen Lehrmeisters abschliessen
(Bericht der Eltern vom 19. Juli 2013, IV-act. 183-2 f.). Der Beschwerdeführer hat
jedoch nach der Lehre nicht in diesem Beruf gearbeitet, dessen Leidensangepasstheit
ohnehin fraglich erscheint (E. 3.3), und auch andere Erwerbstätigkeiten hat er nicht
längerfristig ausgeübt. Für die Bemessung des Valideneinkommens kann somit weder
auf den Tabellenlohn als Forst- oder Gartenarbeiter noch auf das tatsächliche
Einkommen abgestellt werden. Vielmehr ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer
aufgrund der ADHS nicht diejenige Ausbildung absolvieren konnte, die er im
Gesundheitsfall ergriffen hätte. Da sich die Krankheit bereits zum Zeitpunkt der
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Berufswahl auswirkte, ist das Valideneinkommen gestützt auf Art. 26 Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zu bestimmen, welches
für das massgebliche Jahr 2004 Fr. 69'500.-- beträgt. Für das Invalideneinkommen ist
vom durchschnittlichen Einkommen gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik (BFS) 2004, Anforderungsniveau 4, Männer, auszugehen,
welches sich auf Fr. 57'258.-- beläuft (Quelle der genannten Einkommen:
Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2008, Bern 2008, S. 123 und Anhang 2).
Entsprechend der 50%-igen Arbeitsfähigkeit beträgt das Jahreseinkommen Fr.
28‘629.--. Die Beschränkung des Zumutbarkeitsprofils auf eine körperlich nicht
schwere (vgl. Gutachten Dr. B._ vom 8. Juni 2004, IV-act. 24), überschaubare und
geregelte, repetitive Tätigkeit ohne Produktionsdruck (Gutachten Dr. C._ vom 11.
Dezember 2013, IV-act. 192-98) begründet einen Tabellenlohnabzug mindestens im
auch von der Beschwerdegegnerin anerkannten Ausmass von 10%
(Beschwerdeantwort, act. G 5, III, Ziff. 2). Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr.
25'766.-- und der Invaliditätsgrad 62,9%. Der Beschwerdeführer hat damit ab 1.
November 2004 (E. 4.3) Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Art. 28 Abs. 1 IVG in der
seit Inkrafttreten der 4. IVG-Revision 2004 geltenden Fassung).
3.5 Der IV-Stelle ist es unbenommen, hinsichtlich der beruflichen sowie medizinischen
Massnahmen Auflagen zu machen und deren Einhaltung anlässlich einer zeitlich zu
terminierenden Revision zu prüfen, verbunden mit der Androhung, dass bei
Nichterfüllung der Auflagen gestützt auf das Gutachten von Dr. C._ von einer
rentenausschliessenden Arbeitsfähigkeit ausgegangen und die Rente eingestellt werde.
Eine erneute Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erscheint erst unter Einbezug der
Ergebnisse beruflicher Integrations- bzw. Eingliederungsmassnahmen und unter
gesicherter Behandlung möglich und sinnvoll. Dabei sind auch die nach Erlass der
angefochtenen Verfügung als massgeblicher Zeitpunkt (BGE 121 V 366 E. 1 b; BGE
131 V 243 E. 2.1) berichteten Entwicklungen im psychischen (Berichte des
Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden vom 30. Januar 2017, act. G 18.1,
vom 15. Dezember 2017, act. G 18.3 und vom 21. April 2018, act. G 18.4) und im
somatischen Bereich (Attest Dr. G._ vom 28. August 2017, act. G 18.2) zu beachten.
4.
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4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben, und der Beschwerdeführer hat ab 1. November 2004
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hinsichtlich der
Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen von einem vollständigen Obsiegen der
Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des Bundes¬gerichts vom 7. Januar 2016,
9C_288/2015, E. 4.2). Die Beschwerdegegnerin hat daher die gesamten Gerichtskosten
von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerde¬führers hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund
der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Festsetzung
einer Entschädigung aus der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.