Decision ID: 7f487f32-7519-4a82-bb64-492e5c7d3517
Year: 2003
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. Der 1954 geborene H._ absolvierte nach dem Besuch der Primar- und Realschule eine Lehre als Maurer, die er mit dem Fähigkeitsausweis abschloss (Urk. 4/16). Vom 1. Februar 1989 bis 30. Juni 2002 war er als Frachtbetriebmitarbeiter bei der A._ AG (bis 31. März 2000 B._) angestellt (Urk. 4/14). Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen per 30. Juni 2002 auf (Kündigung vom 7. Februar 2002; Urk. 4/15). H._ leidet seit Jahren an Rückenbeschwerden und musste sich deshalb im November 1993 einer Operation unterziehen (Urk. 4/13).
Am 18. Februar 2002 meldete sich H._ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und ersuchte um Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit und um Arbeitsvermittlung (Urk. 4/16). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte daraufhin den Arbeitgeberbericht der A._ AG vom 12. März 2002 (Urk. 4/14) und den Bericht des Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin, vom 19. April 2002 ein (Urk. 4/13). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 16. Mai 2002; Urk. 4/11) eröffnete sie dem Versicherten mit Verfügung vom 17. Juni 2002 (Urk. 4/10), bei ihm läge kein Krankheitsgeschehen vor, welches die Kriterien des Invalidenversicherungsgesetzes erfülle. In seiner angestammten Tätigkeit sei er weiterhin voll arbeitsfähig. Das Begehren um berufliche Massnahmen wies die IV-Stelle deshalb ab.
2. Dagegen erhob H._ mit Schreiben vom 12. August 2002 an die IV-Stelle (Urk. 4/5 = Urk. 1/1) Beschwerde. Die IV-Stelle interpretierte diese Eingabe auch als neues Gesuch um Rentenleistung und gab ihm daraufhin mit Vorbescheid vom 14. August 2002 (Urk. 4/9) unter dem Titel "Rentenleistungen der Invalidenversicherung" bekannt, eine erneute Prüfung des Leistungsbegehrens sei nur möglich, wenn eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der abweisenden Verfügung glaubhaft gemacht werde. Da er nach Aussage seines Arztes in seiner angestammten Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht eingeschränkt sei, werde auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten. Mit Schreiben vom 23. August 2002 (Urk. 4/4 = 1/2) präzisierte H._ seine Beschwerde vom 12. August 2002 insofern, als eine Invalidenrente nur als letzte Möglichkeit in Frage komme. Er bevorzuge eine seiner Behinderung entsprechende Arbeit und beantrage daher berufliche Massnahmen. Die IV-Stelle erliess darauf die Verfügung vom 29. August 2002 (Urk. 4/7) und trat auf das Begehren um Rentenleistungen nicht ein. Mit Schreiben vom 20. September 2002 (Urk. 4/6 = 1/3) ersuchte der Versicherte die IV-Stelle erneut um die Durchführung beruflicher Massnahmen. Nachdem er mit Schreiben vom 24. Februar 2003 (Urk. 4/2 = 1/4) bekantgegeben hatte, er wünsche, dass seine Eingaben als Beschwerde behandelt werden, überwies die IV-Stelle die Eingabe vom 12. August 2002 zusammen mit ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2003 (Urk. 3) ans Sozialversicherungsgericht und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer reichte innert der angesetzten Frist keine Replik ein, weshalb Verzicht darauf anzunehmen ist. Sodann wurde mit Verfügung vom 6. Mai 2003 (Urk. 7) der Schriftenwechsel als geschlossen erklärt.
Auf die Ausführungen der Parteien sowie auf die eingereichten Akten ist - soweit für die Urteilsfindung erforderlich - nachfolgend einzugehen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten und haben in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG und der ATSV sowie die gestützt darauf erlassenen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2002 in Kraft gewesen sind.
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob ein Anspruch auf berufliche Massnahmen besteht.
2.2 Nach Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) gilt als Invalidität die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit.
2.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 Erw. 1, 104 V Erw. 2a und b).
2.4 Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht (vgl. BGE 113 V 263 Erw. 1b mit Hinweisen). Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleidet (BGE 124 V 110 f. Erw. 2b; AHI 2000 S. 27 Erw. 2b und S. 62 Erw. 1 je mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Personen eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 122 V 79 Erw. 3b/bb, 99 V 35 Erw. 2; AHI 1997 S. 80 Erw. 1b mit Hinweisen). Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (BGE 122 V 79 Erw. 3b/bb; AHI 2000 S. 26 Erw. 2a, ZAK 1988 S. 470 Erw. 2c). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 121 V 260 Erw. 2c, 118 V 212 Erw. 5c, 110 V 102 Erw. 2; AHI 1997 S. 85 Erw. 1 mit Hinweis, ZAK 1988 S. 468 Erw. 2a mit Hinweisen). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 109 f. Erw. 2a; AHI 2000 S. 26 f. Erw. 2a).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung ist in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Dabei geht es jedoch nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 102 Erw. 2) und unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mitzuberücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (AHI 1997 S. 81 f. Erw. 2b und S. 86 Erw. 2b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen Z. vom 4. Mai 2000; I 732/99).
Massnahmen im Sinne von Art. 17 IVG setzen subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 Erw. 2b/aa; ZAK 1991 S. 179 unten f. Erw. 3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Rehabilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu erreichen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367 Erw. 2b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen W. vom 30. April 2001, I 527/00).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte ein Krankheitsgeschehen, das die Kriterien des IVG erfüllt (Urk. 2). Zudem sei dem Beschwerdeführer nach dem 24. Juni 2000 keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert worden (Urk. 3). Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, er habe sich im Jahr 1993 einer Rückenoperation unterziehen müssen und sei seitdem in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Nur durch das Entgegenkommen seiner früheren Arbeitgeberin, die ihm eine seiner Behinderung angepasste Arbeit zugewiesen habe, sei es ihm möglich gewesen, weiterhin eine Tätigkeit zu 100 % auszuüben (Urk. 1/1 und Urk. 1/2). Zu prüfen ist daher, ob beim Beschwerdeführer ein Gesundheitsschaden vorliegt und wie sich dieser auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
3.2 Dr. C._ stellte in seinem Bericht vom 19. April 2002 (Urk. 4/13) die Diagnosen eines Status nach einer Operation im Jahr 1988 wegen eines ossären Ausrisses der ulnaren Muskelgruppen von Epicondylus medialis rechts, wobei ein residuelles Streckdefizit von 10 Grad vorliege, ein Status nach einer Schulterkontusion rechts von Dezember 1999, ein Status nach einer im Jahr 1993 durchgeführten Operation einer mediolateralen Diskushernie L4/5 bei einem lumboradikulären Reiz- und Ausfallsyndrom L/5 links und ein euthyreotisches Knotenstruma, welches sich jedoch nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Der Beschwerdeführer könne wegen Schmerzen in der rechten Schulter und im Kreuz keine Lasten über 20 kg mehr heben und keine längerdauernden Überkopf-arbeiten ausüben. In einer leichten behinderungsangepassten Tätigkeit sei er jedoch seit 1993 noch ganztags arbeitsfähig. Berufliche Massnahmen seien möglich und angezeigt, wobei der Beschwerdeführer als gelernter Maurer selber angefangen habe, eine Stelle als Berater in der Baubranche zu suchen.
4.
4.1 Aufgrund der Akten steht fest, dass der Beschwerdeführer an einem Gesundheitsschaden leidet und seit 1993 nur noch in einer behinderungsangepassten leichten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Grundsätzlich geht auch die Beschwerdegegnerin von einem Gesundheitsschaden aus (vergleiche die Stellungnahme von Dr. med. D._, medizinischer Dienst der IV-Stelle, vom 28. August 2002; Urk. 4/8), verneint aber eine langdauernde Arbeitsunfähigkeit im Sinne des IVG bei der angestammten Arbeitsstelle. Weiter macht die Beschwerdegegnerin geltend, weil der Beschwerdeführer seine Stelle aus wirtschaftlichen Gründen verloren habe, sei der Stellenverlust für die Invalidenversicherung nicht relevant (Urk. 3 und Urk. 4/8).
Zutreffend ist, dass der Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht während längerer Zeit arbeitsunfähig geschrieben war. Auf der andern Seite hat aber Dr. C._ die Prüfung einer beruflichen Umstellung ausdrücklich empfohlen. Der Bericht von Dr. C._ kann denn auch nicht so interpretiert werden, dass der Versicherte auf dem gesamten in Betracht zu ziehenden Arbeitsmarkt in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig sei. Vielmehr hat Dr. C._ mit dem Hinweis, in der bisherigen Tätigkeit sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig, indirekt die mehrfach geäusserte Behauptung des Beschwerdeführers (Urk. 1/1, Urk. 1/2) bestätigt, dass dieser in der A._ eben im Speziellen eine Arbeitgeberin gehabt hatte, die in ausserordentlicher Weise auf seine unbestrittenermassen vorhandene gesundheitliche Beeinträchtigung Rücksicht nehmen konnte und genommen hat, bis sie den Beschwerdeführer aus wirtschaftlichen Gründen entlassen musste (Urk. 4/15). Ein Hinweis auf das Entgegenkommen der A._ ergibt sich auch daraus, dass sie im Fragebogen, den sie am 12. März 2002 ausgefüllt hatte, die Frage Nummer 13, ob der angegebene Lohn der Arbeitsleistung entspreche, unbeantwortet liess (Urk. 4/14), währenddem sie die Fragen im Übrigen sorgfältig und lückenlos bearbeitet hat. Ferner hat sie darauf hingewiesen, in ihrem Betrieb bestünden keine Platzierungsmöglichkeiten für den Versicherten (Ziff. 17 des Fragebogens), obwohl die A._ im beruflichen Segment, in dem der Beschwerdeführer über grosse Erfahrung verfügt, bekanntermassen etliche Arbeitsplätze anbietet. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten haben sich somit mit dem sozialversicherungsrechtlich massgeblichen Regelbeweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 208 Erw. 6b, 119 V 9 Erw. 3c/aa) nur deshalb nicht entscheidend auf die Erwerbsfähigkeit ausgewirkt, weil seine Arbeitgeberin ihn bisher in einer seinem Leiden optimal angepassten Tätigkeit einsetzen konnte, dieser für den Beschwerdeführer glückliche Umstand aber mit der Kündigung dahingefallen ist. Dies kann umso mehr angenommen werden, als Dr. C._ in der medizinischen Beurteilung der Arbeitsbelastbarkeit klar auf gesundheitliche Einschränkungen hingewiesen hat: Das Heben und Tragen von mittelschweren Lasten sei ebensowenig mehr möglich wie das Arbeiten über Kopf und in der Rotation (Urk. 4/13). Es ist demnach nicht zutreffend, dass der Stellenverlust für die Invalidenversicherung keine Bedeutung hat. Nachdem der Beschwerdeführer seine Arbeitsstelle, an der auf seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen hatte Rücksicht genommen werden können, verloren hat, kann ihm das zuletzt erzielte konkrete Einkommen nicht mehr angerechnet werden. Er muss auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine neue Stelle suchen, und deshalb kann ihm nur noch ein Einkommen angerechnet werden, dass er trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen auf diesem Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verdienen könnte. Danach ist zu prüfen, wie sich die durch den Gesundheitsschaden eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auswirkt und ob verglichen mit dem früheren Einkommen eine Erwerbseinbusse resultiert.
4.2 Im Jahr 2001 konnte der Beschwerdeführer ein Einkommen von Fr. 78'626.-- erzielen (Urk. 4/14). Wird dieses Einkommen an die Lohnentwicklung angepasst (1,8 % für 2002; vergleiche Die Volkswirtschaft 4/2003 Tabelle B10.2 S. 87) ergibt sich ein Valideneinkommen für das Jahr 2002 von Fr. 80'041.--.
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist auf statistische Angaben zurückzugreifen und die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2000 (LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb, 124 V 322 Erw. 3b/aa mit Hinweisen). Dabei sind die Möglichkeiten der in Frage kommenden Verweisungstätigkeiten möglichst breit zu streuen, so dass vom im gesamten privaten Sektor von männlichen Arbeitnehmern in der Kategorie 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) erzielten, auf eine 40-Stundenwoche standardisierten monatlichen Bruttoeinkommen (inkl. 13. Monatslohn) in der Höhe von Fr. 4'437.-- (S. 31 Tabelle TA 1) auszugehen ist, was ein Jahreseinkommen von Fr. 53’244.-- ergibt. Rechnet man diesen Betrag entsprechend der Nominallohnentwicklung von 2,5 % per 2001 und 1,8 % per 2002 hoch und auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 4/2003 Tabelle B9.2 S. 86 und Tabelle B 10.2 S. 87) um, ergibt sich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 57'919.--.
Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in BGE 126 V 75 seine bisherige Rechtsprechung zu den Abzügen von den Tabellenlöhnen zusammengefasst und festgestellt, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass solche Abzüge zu gewähren seien, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls abhänge. Dabei seien nicht für jedes zur Anwendung gelangende Kriterium separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen und zu addieren, da auf diese Weise Wechselwirkungen ausgeblendet würden. Vielmehr seien die jeweiligen Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei dürfe ein Abzug unter Berücksichtigung aller den konkreten Fall beeinflussender Kriterien höchstens 25 % betragen (BGE 126 V 79 f. Erw. 5b).
Im Bereich der einfachen und repetitiven Tätigkeiten hat der Faktor Alter keinen grossen Einfluss auf das Einkommen (vgl. AHI 2000 S. 313 Erw. 5a/cc). Daher besteht kein Anlass anzunehmen, dass der Beschwerdeführer wegen seines Alters auf diesem Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse hinnehmen muss. Der Beschwerdeführer kann aber wegen seines Leidens nur noch leichte Tätigkeiten ausüben und ist daher auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem Mitbewerber ohne körperliche Einschränkungen benachteiligt, was sich auf das Lohnniveau auswirkt. Es rechtfertigt sich daher, eine Herabsetzung um insgesamt 15 % vorzunehmen. Dies ergibt ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 49'231.--. Von diesem Invalideneinkommen ist auszugehen.
Wird somit das hypothetische Invalideneinkommen von Fr. 49'231.-- in Beziehung gesetzt zum Valideneinkommen von Fr. 80'041.--, so resultiert bei einer Differenz von Fr. 30'810.-- ein Invaliditätsgrad von 38,5 %. Bei einem leidensbedingten Abzug von 10 % ergäbe sich immer noch ein Invaliditätsgrad von 34,9 %.
4.3 Mit diesem Invaliditätsgrad ist beim Beschwerdeführer die Erheblichkeitsschwelle von 20 % ausgewiesen, weshalb eine Umschulung rechtsprechungsgemäss grundsätzlich in Frage kommt. Bislang wurde durch die Berufsberatung der IV-Stelle nicht abgeklärt, ob eine und gegebenenfalls welche Umschulung für den Beschwerdeführer in objektiver und subjektiver Hinsicht in Frage kommt. Er selber hat beschwerdeweise ebenfalls keine konkreten Umschulungsanträge gestellt. Es kann daher aufgrund der Akten und der Biographie des Beschwerdeführers nicht zum Vornherein ausgeschlossen werden, dass eine Umschulung angezeigt wäre. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinne der obigen Erwägungen den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Umschulung prüfe und gegebenenfalls einen konkreten Eingliederungsplan erstelle.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung vom 17. Juni 2002 aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen prüfe und anschliessend neu entscheide.