Decision ID: af436a00-b03a-5fe5-8f8b-7570f8c3f58e
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A
A.aDie seit ihrer Geburt an einer linksseitigen, armbetonten, spastischen Tetraparese
mit Kontrakturen am linken Arm und am linken Hüftgelenk leidende A._ lebte im
B._. Am 25. Juli 2013 übermittelte die C._ AG dem SAHB Hilfsmittelzentrum St.
Gallen einen Kostenvoranschlag für eine Hilfsmittelversorgung, die u.a. bauliche
Änderungen einer Wohnung umfasste (IV-act. 315). Die C._ AG führte in der
Begründung dieses Voranschlages aus, die Versicherte werde ab dem 1. August 2013
selbständig in einer Mietwohnung leben. Sie sei auf einen Elektrorollstuhl angewiesen.
Damit sie ihre Wohnung betreten könne, müsse eine elektrische Türöffnung installiert
werden, die mit einer Hand bedient werden könne. Der Vermieter hatte sich am 27.
Juni 2013 mit den vorgeschlagenen baulichen Abänderungen einverstanden erklärt (IV-
act. 316). Zur Klärung der Wohnform (Heim oder selbständiges Wohnen) nahm die IV-
Stelle am 10. September 2013 eine telephonische Abklärung vor (IV-act. 327). Im
entsprechenden Protokoll wurde festgehalten, die Versicherte sei an vier Wochentagen
in einer Werkstatt des B._ am Arbeiten. Sie fahre allein mit dem Bus vom neuen
Zuhause in die Werkstatt. Einen Werktag pro Woche habe die Versicherte frei. Sie
koche dann selbst und sie gehe einkaufen. Sie könne gut allein den Kontakt mit der
Umwelt aufbauen, halten und pflegen. Sie könne selbst vom Rollstuhl aufstehen und
sich wieder in diesen setzen. Laufen ohne Hilfsmittel gehe aber gar nicht mehr. Die
Versicherte benötige nur für das Duschen, das Kleiderwaschen und das Putzen die
Hilfe der Spitex. Ein Sachbearbeiter der IV-Stelle notierte am 29. November 2013 (IV-
act. 328), es liege eine Wohngemeinschaft mit Heimcharakter vor. Normalerweise
könnten in Heimen keine Infrastrukturhilfsmittel in Betracht gezogen werden. Die
vorliegende Situation sei aber grosszügiger zu werten, weil es sich bis zu einem
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gewissen Grad um eine private Wohnung handle. Die Versicherte habe keinen
Anspruch auf einen elektrischen Türöffner, weil die Rz 13.05* der Liste im Anhang zur
HVI eine Erwerbstätigkeit voraussetze. Am 20. Dezember 2013 hielt derselbe
Sachbearbeiter fest (IV-act. 333), gemäss einer telephonischen Auskunft von D._
liege ein begleitetes Wohnen vor, so dass der Kanton keine Unterstützungsgelder
ausrichte. Demnach sei eine „Hilflosenentschädigung zuhause“ auszurichten. Auf die
Hilfsmittel habe dies aber keinen Einfluss.
A.bMit einer Mitteilung vom 24. Januar 2014 sprach die IV-Stelle der Versicherten
diverse Hilfsmittel zu, der automatische Türöffner war aber nicht dabei (IV-act. 340). Mit
einem Vorbescheid vom selben Tag (IV-act. 341) kündigte die IV-Stelle der Versicherten
die Abweisung des Gesuches um einen elektrischen Türöffner an. Zur Begründung
führte sie aus, dieses Hilfsmittel könne nur abgegeben werden, wenn es für eine
Erwerbstätigkeit, für eine Tätigkeit im Aufgabenbereich oder für die Schulung/
Ausbildung notwendig sei. Von einer Erwerbstätigkeit könne ausgegangen werden,
wenn die versicherte Person ein Jahreseinkommen von wenigstens Fr. 4‘667.-- erziele.
Von einer Tätigkeit im Aufgabenbereich könne ausgegangen werden, wenn die
versicherte Person für regelmässige Tätigkeiten im Aufgabenbereich (z.B. im Haushalt)
verantwortlich sei. Die Versicherte erfülle keine dieser Voraussetzungen. Das Kochen
und das Einkaufen machten nicht den grössten Teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
aus. Deshalb könne ein elektrischer Türöffner keine Leistungssteigerung im Haushalt
um wenigstens 10% bewirken. Die Versicherte liess durch die procap St. Gallen-
Appenzell einwenden (IV-act. 348), massgebend sei die Ziffer 14.04 der Liste im
Anhang zur HVI. Es gehe nämlich um die Selbstsorge, d.h. die Möglichkeit, den
Kontakt mit der Umwelt selbständig wahrzunehmen. Die von innen nach aussen zu
öffnende Tür sei für die Versicherte unzumutbar, da sie zuviel Kraft erfordere. Die
Versicherte brauche oft zwei bis drei Versuche, bis sie die Tür öffnen könne. Danach
sei sie erschöpft und sie leide an grossen Verspannungen. Durch das Hilfsmittel des
automatischen Türöffners werde die Benützung der Wohnung erleichtert, teilweise
sogar erst ermöglicht. Eine Erleichterung der Haushaltstätigkeit um 10% bezüglich das
Einkaufen und das Kochen könne deshalb kein Entscheidungskriterium sein. Mit einer
Verfügung vom 17. April 2014 wies die IV-Stelle das Gesuch um die Übernahme der
Kosten eines automatischen Türöffners ab (IV-act. 351). Zur Begründung machte sie
zusätzlich geltend, ein automatischer Türöffner könne nur nach der Ziffer 13.05* der
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Liste im Anhang zur HVI geprüft werden, denn die Aufzählung in der Ziffer 14.04 dieser
Liste sei gemäss der Rz 14.04.1 KHMI abschliessend. Ein elektrischer
Türöffnungsantrieb sei in dieser Aufzählung nicht enthalten.
B.
B.aGegen diese Abweisungsverfügung liess die Versicherte (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) am 26. Mai 2014 durch die procap St. Gallen-Appenzell
Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Vertreter verwies auf seine Stellungnahme zum
Vorbescheid. Ergänzend machte er geltend, die Aufzählung in der Ziffer 14.04 der Liste
im Anhang zur HVI sei nicht abschliessend. Vielmehr handle es sich um eine
Konkretisierung anhand von Beispielen. Wenn es eine abschliessende Aufzählung
wäre, stellte sich die Frage nach der Gesetzmässigkeit dieser
Verordnungsbestimmung. Es könne einfach nicht sein, dass die Hindernisse in der
Wohnung durch das Hilfsmittel der baulichen Änderungen aus der Welt geschafft
würden, die Abänderung der Haustüre, die ein Verlassen des Hauses erst ermögliche,
aber nicht übernommen werde. Zur Sicherstellung des selbständigen Wohnens gehöre
auch die Möglichkeit des Verlassens der Wohnung, um den Kontakt mit der Umwelt zu
ermöglichen. Am 18. September 2014 machte die procap ergänzend geltend (act. G 8),
es sei unbestritten, dass die Beschwerdeführerin für den Zugang zu ihrer Wohnung
einen elektrischen Türöffner benötige. Aus der abschliessenden Aufzählung in der Ziffer
14.04 der Liste im Anhang zur HVI gebe es aber auch bauliche Veränderungen im
Bereich der Türen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien
Ausführungen an der Haustüre nicht erfasst, weil ausdrücklich nur bauliche
Veränderungen „in der Wohnung“ zu übernehmen seien; deshalb gehörten
Ausführungen an der Haustüre ausschliesslich in den Anwendungsbereich der Ziffer
13.05* der Liste im Anhang zur HVI. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führte
weiter aus, dieser Argumentation des Bundesgerichts sei entgegen zu halten, dass eine
versicherte Person, welche die Haustüre ohne die Hilfe einer anderen Person nicht
passieren könne, gar nicht selbständig wohnen könne. Es sei unzumutbar, wenn eine
versicherte Person immer einen Assistenten beauftragen müsse, wenn sie das Haus
verlassen oder es wieder betreten wolle. Zur Anpassung einer Wohnung gehöre
zwingend der Zugang zu dieser Wohnung. Zusätzlich müsse die Auslegung der
entsprechenden Bestimmung unter Berücksichtigung der geltenden UNO-
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Behindertenrechtskonvention erfolgen. In Bezug auf die Anwendbarkeit der Ziffer
13.05* der Liste im Anhang zur HVI sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin an
vier von fünf Wochentagen im zweiten Arbeitsmarkt tätig sei. In der Werkstätte des
B._ erziele sie zwar ein Einkommen, das unter dem Richtwert liege. Ohne einen
automatischen Türöffner könne sie aber gar nicht im zweiten Arbeitsmarkt erwerbstätig
sein. Das Beharren auf einem Mindestverdienst verunmögliche ihr also im Ergebnis
eine Erwerbstätigkeit. Die Beschränkung der Leistungspflicht auf einen
Mindestverdienst widerspreche also der grundsätzlichen Stossrichtung der
Hilfsmittelabgabe. Die Einschränkung im Aufgabenbereich sei höher als 10%, wenn die
Beschwerdeführerin die Eingangstüre nicht selbständig bedienen könne, denn
betroffen seien die Positionen Einkaufen und Arbeit in der Werkstätte, die zum
Aufgabenbereich gehören müsse, wenn die Beschwerdeführerin nicht als
Erwerbstätige betrachtet werde.
B.bDie Beschwerdegegnerin beantragte am 17. November 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 11). Sie verwies einleitend darauf, dass Art. 21 Abs. 2 IVG kein
Anrecht auf die Beseitigung aller Hindernisse gebe, die der Kontaktaufnahme mit der
Umwelt im Weg stünden. Es gebe keinen Rechtsanspruch darauf, dass Behinderte so
selbständig wie Nichtbehinderte leben könnten. Die Ziffer 14.04 der Liste im Anhang
zur HVI umfasse ausdrücklich nur bauliche Veränderungen in der Wohnung.
Massnahmen an der Haustüre fielen angesichts der unterschiedlichen Zielrichtung der
Ziff. 13 einerseits und der Ziffern 14 und 15 der Liste im Anhang zur HVI andererseits
nicht in der Anwendungsbereich der Ziff. 14.04, sondern in denjenigen der Ziffer
13.05*. Ein automatischer Türöffner für die Hauseingangstür sei deshalb ein Hilfsmittel,
das nur abgegeben werden könne, wenn es für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit
oder für die Tätigkeit im Aufgabenbereich notwendig sei. Die Tätigkeit im B._ sei
keine rechtlich erhebliche Erwerbstätigkeit, weil die Beschwerdeführerin keinen
relevanten Verdienst erziele, mit dem sie einen beachtlichen Teil ihres
Lebensunterhaltes bestreiten könnte. Im Aufgabenbereich sei die Beschwerdeführerin
dadurch, dass sie die Hauseingangstür nicht allein öffnen könne, nur bei
ausserhäuslichen Einkäufen und weiteren Besorgungen eingeschränkt. Diese
Verrichtungen machten aber gemäss der Rz 3086 KSIH nur 5-10% der gesamten
Haushaltsbesorgung aus. Da die Beschwerdeführerin viermal wöchentlich mittags
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auswärts esse, müsse sie wenige Einkäufe tätigen. Deshalb bewirke ein automatischer
Türöffner keine Leistungssteigerung im Haushalt von wenigstens 10%.
B.cIn ihrer Replik vom 12. Februar 2015 führte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin an (act. G 15), die Bestimmungen des IVG müssten im Lichte des
Behindertengleichstellungsrechts und der UNO-Behindertenrechtskonvention
ausgelegt werden. In diesem Lichte sei es völlig unverständlich, dass eine
Hilfsmittelabgabe im Rahmen eines Wohnungsumbaus zur skurrilen Situation führe,
dass sich eine Person zwar in der eigenen Wohnung bewegen könne, dass sie aber die
Haustüre, die eine notwendige Erfordernis für den Eingang in die Wohnung sei, nicht
ohne Hilfe betätigen könne. In Bezug auf die Einschränkung im Aufgabenbereich führte
der Rechtsvertreter an, Einkäufe wären überhaupt nicht möglich. Dasselbe gelte für
andere Tätigkeiten wie die Tätigkeit in der geschützten Werkstätte, die Ausübung von
Hobbies usw. Damit sei eine Einschränkung von über 10% gegeben.
B.dDie Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. Februar 2015 auf eine Duplik (act.
G 17).

Erwägungen
1.
Versicherte haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf
jene Hilfsmittel, derer sie für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder einer Tätigkeit
im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die
Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zweck der funktionellen
Angewöhnung bedürfen (Art. 21 Abs. 1 Satz 1 IVG). Der Anspruch beinhaltet nur die
Abgabe eines Hilfsmittels in einfacher und zweckmässiger Ausführung (Art. 21 Abs. 3
IVG). Jene Versicherten, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die
Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspielige Geräte
benötigen, haben ebenfalls im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellen Liste ohne
Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit einen Anspruch auf solche Hilfsmittel (Art. 21 Abs. 2
IVG). Der Bundesrat hat diese Aufgabe an das zuständige Departement delegiert (Art.
14 IVV). Dieses hat eine Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
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Invalidenversicherung (HVI) erlassen. Gemäss Art. 2 Abs. 1 HVI besteht ein Anspruch
auf die in der Liste im Anhang aufgeführten Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge
notwendig sind. Auf die in dieser Liste mit einem Stern (*) bezeichneten Hilfsmittel
besteht nur dann ein Anspruch, wenn dieses Hilfsmittel für die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit oder einer Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, für die
Ausbildung, für die funktionelle Angewöhnung oder für eine ausdrücklich genannte
Tätigkeit notwendig sind (Art. 2 Abs. 2 HVI). Entgegen der von der Beschwerdeführerin
offenbar vertretenen Auffassung ist die Hilfsmittelabgabe durch die
Invalidenversicherung nicht dazu da, staatliches oder internationales
Behindertengleichstellungsrecht in vollem Umfang umzusetzen, d.h. eine umfassende
Gleichstellung von Behinderten und Nichtbehinderten herbeizuführen. Die
Sachleistungen der Invalidenversicherung, zu denen auch die Hilfsmittel gehören,
unterliegen ebenfalls dem Grundsatz der angemessenen Deckung des Existenzbedarfs,
auch wenn Art. 112 Abs. 2 lit. b BV dies nur für die Rentenleistungen ausdrücklich
vorsieht. Dies ergibt sich im Rahmen einer systematischen Interpretation aus der
Beschränkung des Leistungsanspruchs einerseits auf die in der Liste im Anhang zur
HVI aufgeführten Hilfsmittel und andererseits auf Hilfsmittel in einfacher und
zweckmässiger Ausführung. Dementsprechend bildet die Hilfsmittelversorgung durch
die Invalidenversicherung nur die unterste Stufe einer durch staatliches oder
internationales Recht vorgesehenen Behindertengleichstellung. Daraus folgt, dass
weder die Art noch der Umfang oder die Qualität der Hilfsmittel der
Invalidenversicherung direkt dem Behindertengleichstellungsrecht entnommen werden
können. Vielmehr hat die Interpretation des IV-Rechts - entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin - ausschliesslich anhand der massgebenden Normen des IVG und
des entsprechenden Verordnungsrechts zu erfolgen.
2.
Im vorliegenden Fall kommen als Hilfsmittelkategorien grundsätzlich die Beseitigung
oder Änderung von baulichen Hindernissen im und um den Wohn-, Arbeits-,
Ausbildungs- oder Schulungsbereich (Ziff. 13.05* der Liste im Anhang zur HVI) und die
invaliditätsbedingten baulichen Änderungen in der Wohnung (Ziff. 14.04 der Liste im
Anhang zur HVI) in Frage.
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2.1Gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung soll es sich beim automatischen
Türöffner nicht um ein Umweltkontrollgerät gemäss der Ziff. 15.05 der Liste im Anhang
zur HVI handeln, weil ein solches nicht das physische Verlassen der Wohnung, sondern
nur minimale Kontakte mit der Umwelt (z.B. das Telephonieren, das Alarmieren mit
Rufanlagen usw.) gewährleisten müsse (vgl. das Bundesgerichtsurteil vom 14.
Dezember 2010, 9C_197/2010, E. 3.4). Die versicherte Person soll also durch
entsprechende Hilfsmittel in die Lage versetzt werden, ihre „Wohnungsumwelt“ ihren
Bedürfnissen anzupassen. Das Verlassen dieser „Wohnungsumwelt“ gehört nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht zum Zweck eines Umweltkontrollgerätes.
Eine zur Fortbewegung auf einen Elektrorollstuhl angewiesene versicherte Person, die
behinderungsbedingt nicht fähig ist, selbst ihre Wohnungstür zu öffnen, soll also die
Feuerwehr mittels eines dazu geeigneten Umweltkontrollgeräts herbeirufen können,
wenn es in ihrer Wohnung brennt. Ein Anspruch darauf, sich aus der brennenden
Wohnung zu retten, indem sie mittels eines Umweltkontrollgeräts die Wohnungstür
öffnet und hinausfährt, hat die versicherte Person nach dieser Rechtsprechung aber
nicht. Bei genauer Betrachtung beruht dies nicht auf einer zu engen, sondern auf eine
zu weiten Interpretation des Begriffs des Umweltkontrollgeräts in der Ziff. 15.05 der
Liste im Anhang zur HVI. Das Umweltkontrollgerät dient entgegen der herrschenden
Rechtsprechung nicht der Kommunikation mit anderen Personen, sondern – dem
Wortlaut gemäss – der Kontrolle der Umwelt (z.B. durch eine ferngesteuerte Bedienung
der Sonnenstoren, der Rollläden oder der Heizung). Die Kommunikation ist durch
andere Hilfsmittelkategorien (vgl. die Ziff. 15.02 und 15.06 der Liste im Anhang zur HVI)
zu ermöglichen. Richtig ist aber, dass nur die Kontrolle der persönlichen Umwelt
innerhalb der eigenen Wohnung gemeint sein kann. Der Wechsel dieser Umwelt durch
das Verlassen der eigenen Wohnung fällt tatsächlich nicht unter die Ziff. 15.05 der Liste
im Anhang zur HVI.
2.2Gemäss der Ziff. 13.05* der Liste im Anhang zur HVI besteht ein Anspruch auf die
Beseitigung baulicher Hindernisse im und um den Wohnbereich. Der automatische
Türöffner soll im vorliegenden Fall dazu dienen, ein bauliches Hindernis, nämlich die
Eingangstür zum Mehrfamilienhaus, in dem die Beschwerdeführerin wohnt, zu
überwinden. Aufgrund ihrer Behinderung (Tetraparese) ist die Beschwerdeführerin
nämlich nicht oder zumindest kaum in der Lage, diese Tür zu öffnen. Dies ist allerdings
nicht die einzige Anspruchsvoraussetzung. Gemäss dem Art. 21 Abs. 1 IVG muss das
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grundsätzlich unter die Ziff. 13.05* zu subsumierende Hilfsmittel für die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit oder für eine Arbeit im Aufgabenbereich notwendig sein. Die
Beseitigung eines baulichen Hindernisse im oder um den Wohnbereich muss also
beispielsweise dazu dienen, die versicherte Person in die Lage zu versetzen, den
Arbeitsweg allein zu überwinden. Ist die versicherte Person im Aufgabenbereich tätig,
muss die Beseitigung des baulichen Hindernisses diese Tätigkeit ermöglichen oder
zumindest erleichtern.
2.2.1Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat sinngemäss geltend gemacht,
unter den in Art. 21 Abs. 1 IVG verwendeten Begriff der Erwerbstätigkeit sei nicht nur
eine Tätigkeit im sogenannten ersten Arbeitsmarkt, sondern auch eine Tätigkeit im
zweiten Arbeitsmarkt zu subsumieren, da der zweite dem ersten Arbeitsmarkt
gleichzustellen sei. Die Beschränkung des Begriffs der Erwerbstätigkeit auf jene
Tätigkeiten, die mit einen bestimmten Mindestverdienst entschädigt würden,
widerspreche deshalb der grundsätzlichen Stossrichtung der Hilfsmittelabgabe. Bei
dieser Argumentation hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ausser Acht
gelassen, dass das Ziel aller Arten von Eingliederungsmassnahmen darin besteht, die
Erwerbsfähigkeit einer versicherten Person zu verbessern oder wiederherzustellen (Art.
8 Abs. 1 lit. a IVG), d.h. die versicherte Person so weit als objektiv möglich in die Lage
zu versetzen, ein zur Deckung des eigenen Existenzbedarfs ausreichendes
Erwerbseinkommen zu erzielen. Das kann zwar durchaus auch durch eine
Erwerbstätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt geschehen. Aber dies setzt voraus,
dass die versicherte Person durch ihren Arbeitseinsatz einen ökonomisch relevanten
Mehrwert schafft, der es aus der Sicht des Arbeitsgebers rechtfertigt, ihr ein
Erwerbseinkommen auszurichten. Produziert die im zweiten Arbeitsmarkt beschäftigte
versicherte Person keinen relevanten ökonomischen Mehrwert, so handelt es sich bei
ihrer „Arbeit“ nicht um eine Erwerbstätigkeit. In einem solchen Fall kann die
Beseitigung eines baulichen Hindernisses auf dem Arbeitsweg die Erwerbsfähigkeit
dieser versicherten Person offensichtlich nicht verbessern, da diese Person überhaupt
nicht erwerbsfähig ist. Das Hilfsmittel ist also keine Eingliederungsmassnahme, denn
die versicherte Person würde trotz des Hilfsmittels gänzlich erwerbsunfähig bleiben. Im
massgebenden Zeitraum (bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 17. April
2013) hat die Beschwerdeführerin, wie sich dem Lohnausweis für 2012 (vgl. act. G
11.1) entnehmen lässt, nur ein Jahreseinkommen von wenigen hundert Franken erzielt.
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Das bedeutet, dass sie durch ihre „Arbeit“ in der geschützten Werkstätte im B._
keinen relevanten ökonomischen Mehrwert produziert hat, denn sonst hätte sie ein
deutlich höheres Jahreseinkommen erzielt. Nichts deutet darauf hin, dass sich dies ab
dem Beginn des Jahres 2013 geändert hätte. Die Beschwerdeführerin ist also praktisch
vollständig erwerbsunfähig gewesen, so dass sie keinen Anspruch auf ein Hilfsmittel
nach Art. 21 Abs. 1 IVG hat begründen können. Angesichts des tiefen Einkommens
kann die Frage offen bleiben, ob die in der Rz 1020 KHMI enthaltene Definition der
eingliederungswirksamen Erwerbsfähigkeit gesetzmässig ist. Im Sinne eines obiter
dictum sei hier immerhin darauf hingewiesen, dass die Abgrenzung zwischen
nichterwerbsfähig und erwerbsfähig anhand eines völlig willkürlich ausgewählten
Einkommensbetrages (Mittelwert zwischen dem Minimum und dem Maximum der
einfachen ordentlichen Altersrente) weder gesetz- noch verfassungskonform sein
dürfte. Bei einem Jahreseinkommen von wenigen hundert Franken muss die
Beschwerdeführerin aber eindeutig als nichterwerbstätig qualifiziert werden, weshalb
sie keinen Anspruch auf ein Hilfsmittel gestützt auf Art. 21 Abs. 1 IVG und die Ziff.
13.05* der Liste im Anhang zur HVI begründen kann.
2.2.2Zu prüfen bleibt, ob die versicherte Person, die allein wohnen und damit im
Aufgabenbereich Haushalt tätig sein will, einen Anspruch auf die Beseitigung eines
baulichen Hindernisses gestützt auf die Ziff. 13.05* der Liste im Anhang zur HVI hat,
weil damit ihre Arbeitsleistung im eigenen Haushalt in einem relevanten Ausmass
ansteigen würde. Die Beschwerdegegnerin hat keine Haushaltabklärung
vorgenommen. Deshalb ist nicht genau bekannt, welchen Arbeiten die
Beschwerdeführerin in ihrem Haushalt selbst ausführen kann. Das schadet nicht, da
nur jene Tätigkeiten im Haushalt relevant sind, die es erforderlich machen, die Haustür
des Mehrfamilienhauses (und nicht nur die Wohnungstür) zu öffnen. Die
Beschwerdeführerin ist in Bezug auf den Verkehr mit Ämtern, der Bank, der Post usw.
auf ihre Beiständin angewiesen. Dabei ist es kaum je nötig, dass sie persönlich
anwesend ist. Dazu muss sie ihre Wohnung also nicht verlassen. Im Übrigen würde sie
wohl von ihrer Beiständin begleitet, so dass diese die Türe zum Mehrfamilienhaus
öffnen könnte. Nach der praktischen Lebenserfahrung bleibt somit wohl nur das
Einkaufen als Aufgabe im Rahmen der selbständigen Besorgung des Haushalts, für
welche die Beschwerdeführerin das Haus verlassen muss. Die Beschwerdegegnerin
hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin regelmässig auswärts
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esse und deshalb wenig einkaufen müsse. Der entsprechende Arbeitsaufwand, der
durch einen automatischen Türöffner erst ermöglicht würde, liegt deshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit unter dem in der Rz 1021 KHMI (in grosszügiger
Auslegung des Begriffs der Erwerbsfähigkeit im Aufgabenbereich) vorausgesetzten
Ausmass von 10% des gesamten Arbeitsaufwandes und zwar unabhängig davon, ob
sich dies auf den gesamten Arbeitsaufwand, der zur Besorgung des Haushalts objektiv
nötig ist, oder nur auf die gesamte der Beschwerdeführerin behinderungsbedingt noch
mögliche Arbeitsleistung im Haushalt bezieht. Die Beschwerdeführerin hat also auch
als teils im Aufgabenbereich tätige Person gestützt auf die Ziff. 13.05* der Liste im
Anhang zur HVI keinen Anspruch auf einen automatischen Türöffner.
2.3Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in einem (vom Bundesgericht
aufgehobenen, vgl. dessen Urteil vom 14. Dez. 2010, 9C_197/2010) Entscheid vom
8. Februar 2010 (IV 2009/291, E. 3) die Auffassung vertreten, der automatische
Türöffner für die Eingangstür zum Mehrfamilienhaus falle nicht unter Art. 21 Abs. 2 IVG
bzw. die Ziff. 14.04 der Liste im Anhang zur HVI, weil sich diese Tür nicht in der
Wohnung der versicherten Person befinde, so dass das Öffnen dieser Tür nicht zur
Selbstsorge gehöre. An dieser Auffassung kann nicht festgehalten werden. Das
Versicherungsgericht hat es in jenem Entscheid nämlich unterlassen, den in Art. 21
Abs. 1 IVG verwendeten Begriff der Selbstsorge über den Wortlaut hinaus zu
interpretieren. Diese Interpretation ist nun nachzuholen.
2.3.1Da eine gesetzliche Definition der Selbstsorge fehlt und da der
umgangssprachliche Inhalt dieses Begriffs sehr vage ist, ist von einem unbestimmten
Rechtsbegriff auszugehen. Dieser kann nur durch eine besonders umfassende und
sorgfältige Interpretation korrekt ausgelegt werden. Weder im Bericht der Eidg.
Expertenkommission für die (erste) Revision der Invalidenversicherung vom 1. Juli 1966
noch in der entsprechenden Botschaft des Bundesrates vom 27. Februar 1967 (vgl.
BBl 1967 I S. 653 ff.) ist der Inhalt des Begriffs der Selbstsorge ausreichend erläutert
worden. Die Expertenkommission hat nur von der Selbständigkeit in der täglichen
Verrichtungen gesprochen (vgl. Separatdruck S. 55). Der Bundesrat hat als Zweck der
Hilfsmittelversorgung die Förderung der Selbständigkeit angegeben (vgl. BBl 1967 I S.
676). Da also weder die grammatikalische noch die historische Auslegungsmethode
eine klare Bestimmung des Bedeutungsgehalts des in Art. 21 Abs. 2 IVG, Art. 2 Abs. 1
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HVI und der Ziff. 14 der Liste im Anhang zur HVI verwendeten Begriffs der Selbstsorge
erlauben, muss die Auslegung massgeblich anhand der systematischen und der
teleologischen Methode erfolgen.
2.3.2Aus systematischer Sicht ist zu prüfen, welche Arten von Hilfsmitteln der
Verordnungsgeber in der Liste im Anhang zur HVI als Hilfsmittel für die Selbstsorge
aufgeführt hat. Dabei sticht sofort die Ziff. 14.05 ins Auge. Treppensteighilfen und
Rampen werden jenen Versicherten abgegeben, „die ohne einen solchen Behelf ihre
Wohnstätte nicht verlassen können“. Die Treppensteighilfen und die Rampen dienen
also wider Erwarten nicht dazu, den Kontakt mit der Umwelt zu ermöglichen (vgl. die
Ziff. 15 der Liste im Anhang zur HVI). Vielmehr beinhaltet die Selbstsorge offensichtlich
die Notwendigkeit, die Wohnstätte verlassen zu können. Daraus folgt, dass sich die
Selbstsorge nicht ausschliesslich innerhalb der eigenen Wohnung bzw. Wohnstätte
abspielt. Der Begriff der Selbstsorge umfasst also auch Betätigungen ausserhalb der
Wohnung bzw. der Wohnstätte. Andernfalls müsste das Verlassen der Wohnung nicht
durch eine Treppensteighilfe oder durch eine Rampe ermöglicht werden. Da die
Selbstsorge in der Ziff. 14.05 nicht anders, nämlich weiter definiert sein kann als in der
Ziff. 14.04 der Liste im Anhang zur HVI, muss das Marginale der Ziff. 14.04
(„invaliditätsbedingte bauliche Änderungen in der Wohnung“) notwendigerweise auch
so ausgelegt werden, dass jene Änderungen als in der Wohnung notwendig zu
qualifizieren sind, die es der versicherten Person erlauben, die Wohnung bzw.
Wohnstätte zu verlassen und anschliessend wieder zu betreten. Notwendig ist nur,
dass sich die Änderung direkt auf das Verlassen/Betreten der Wohnung bzw. der
Wohnstätte auswirkt. Zur Wohnung bzw. zur Wohnstätte gehört in diesem
Zusammenhang aber auf jeden Fall auch die Haustür eines Mehrfamilienhauses und
nicht nur die eigentliche Wohnungstür. Wenn eine versicherte Person (u.U. dank einer
Treppensteighilfe oder eine Rampe) bis unmittelbar vor die Eingangstür des
Mehrfamilienhauses gelangt ist, in dem sich ihre Wohnung befindet, dann nützt ihr das
automatische Öffnen ihrer Wohnungstür offensichtlich nichts, wenn sie
behinderungsbedingt nicht in der Lage ist, die Haustür zu öffnen. Dasselbe gilt, wenn
die versicherte Person dringend darauf angewiesen ist, sich zum Arzt zu begeben, oder
wenn es im Haus brennt. Dass sie dank einem an der Wohnungstür installierten
Türöffner in das Treppenhaus oder in das Foyer des Mehrfamilienhauses gelangen
kann, nützt offensichtlich nichts, wenn sie dann in der Haustür des Mehrfamilienhauses
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ein unüberwindbares Hindernis findet. Zur Selbstsorge gehört also – in systematischer
Analogie zur Ziff. 14.05 der Liste im Anhang zur HVI – auch die automatische Öffnung
der Haustür des Mehrfamilienhauses, in dem sich die Wohnung befindet.
2.3.3Dafür spricht auch das Ergebnis der teleologischen Interpretation: Ziel jeder
Hilfsmittelversorgung gemäss Art. 21 Abs. 2 IVG ist es, die Selbständigkeit im
Lebensalltag (vgl. den Expertenbericht zur 1. IV-Revision, Separatdruck S. 55), die
aufgrund des Ausfalls einer oder mehrerer Körperfunktionen erheblich eingeschränkt
ist, so weit wiederherzustellen, dass das existenziell notwendige Mass an
Selbständigkeit wieder erreicht wird. Bezogen auf die Selbstsorge bedeutet das, dass
es der versicherten Person durch die Abgabe des notwendigen und geeigneten
Hilfsmittels ermöglicht werden soll, selbständig zu leben, d.h. insbesondere sich allein
zu ernähren und zu kleiden, allein den Arzt, Zahnarzt, Coiffeur etc. aufzusuchen, allein
einzukaufen usw. Diese beispielhafte Aufzählung der existenziell notwendigen
Verrichtungen im Rahmen des selbständigen Meisterns des Alltags zeigt, dass eine auf
die Wohnung im engen Sinn beschränkte Hilfsmittelversorgung der
Beschwerdeführerin und damit die Verweigerung einer Automatik für die Eingangstür
des Mehrfamilienhauses dem Zweck des Art. 21 Abs. 2 IVG nicht gerecht wird. Die
Beschwerdeführerin hat somit aufgrund ihrer Behinderung, die ihr das Öffnen der
Eingangstür verunmöglicht, einen Anspruch auf einen automatischen Türöffner an der
Eingangstür des Mehrfamilienhauses, in dem sie wohnt. Dafür spricht auch der
Umstand, dass eine behinderte Person, die in einem Einfamilienhaus wohnt,
grundsätzlich einen Anspruch auf einen automatischen Türöffner haben muss, denn die
Innenseite ihrer Haustür ist in der Wohnung. Eine am Wortlaut hängen bleibende
Auslegung hätte also eine unzulässige Ungleichbehandlung der in einer Wohnung in
einem Mehrfamilienhaus wohnenden Versicherten gegenüber den Eigenheimbesitzern
zur Folge und wäre damit verfassungswidrig.
2.4Damit erweist sich die von der Beschwerdegegnerin verfügte Abweisung des
Gesuchs um einen automatischen Türöffner als gesetzwidrig. Dieses Gesuch ist
grundsätzlich zu bewilligen. Da der konkrete Vorschlag zur Automatisierung der
Türöffnung nicht darauf geprüft worden ist, ob er einfach und zweckmässig ist, wird die
Sache zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden Verfügung über die konkrete
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
Versorgung mit einem automatischen Türöffner an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen.
3.
Die Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin ist praxisgemäss im
Hinblick auf die Kosten des Beschwerdeverfahrens als vollumfängliches Obsiegen der
beschwerdeführenden Partei zu qualifizieren. Die Beschwerdeführerin hat deshalb
einen Anspruch auf den Ersatz ihrer Parteikosten durch die Beschwerdegegnerin. Die
entsprechende Entschädigung wird vom Gericht ermessensweise festgesetzt. Da das
Studium der wenigen relevanten Akten keinen nennenswerten Aufwand verursacht hat,
da der Sachverhalt offenkundig und unbestritten gewesen ist und da sich nur eine
einzige Rechtsfrage gestellt hat, erweist sich der objektiv gerechtfertigte
Vertretungsaufwand als deutlich unterdurchschnittlich. Dies rechtfertigt es, die
Parteientschädigung auf Fr. 2‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen. Da eine Beurteilung durch drei Richter erfolgt ist, ist von einem
durchschnittlichen Beurteilungsaufwand auszugehen. Dies rechtfertigt es, die
Gerichtsgebühr auf den üblichen Betrag von Fr. 600.-- festzusetzen. Der
Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.