Decision ID: fc57a769-ccb4-5be6-a75a-ba17293e3943
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Fabio Schlüchter, Scheffelstrasse 2,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
R._ war bei A._ als Autospengler tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert,
als am 3. Dezember 2006 ein Fahrzeug auf das von ihm gelenkte, stehende Auto
auffuhr (UV-act. 1, 10). Pract. med. B._ diagnostizierte als erstbehandelnder Arzt im
Bericht vom 15. Januar 2007 ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma mit
Nacken-, Hals- und Kopfschmerzen und bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit ab
4. Dezember 2006 (UV-act. 2). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach
Durchführung von weiteren Behandlungen und medizinischen Abklärungen eröffnete
sie dem Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 9. Oktober 2008, die
noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar. Die
adäquate Unfallkausalität sei zu verneinen, weshalb die Versicherungsleistungen auf
den 31. Oktober 2008 eingestellt würden (UV-act. 79). Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache (UV-act. 83) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 24.
November 2008 ab (UV-act. 88).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. iur. F. Schlüchter,
St. Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 6. Januar 2009 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die
gesetzlichen Leistungen auszurichten. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung
zu erteilen. Eventualiter sei eine multidisziplinäre Begutachtung unter Einschluss der
Neuropsychologie durchzuführen. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die von der
Rehaklinik Bellikon empfohlene Psychotherapie sei nicht in genügendem Ausmass
durchgeführt worden. Die Behandlung bei Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, sei zwar aufgenommen worden. Die Beschwerdegegnerin habe
jedoch vor deren Ende verfügt, dass von Therapien keine weiteren namhaften
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Verbesserungen zu erwarten seien. Die medizinischen Empfehlungen des
Kantonsspitals St. Gallen (weitere medikamentöse Behandlung, Vorstellung des
Beschwerdeführers in der interdisziplinären Schmerzambulanz) seien nicht
aufgenommen worden. Die Frage nach erfolgversprechenden medizinischen
Massnahmen und jene des kausalen Zusammenhangs der Beschwerden mit dem
Unfall könne bei komplexen Sachverhalten nur mit Hilfe medizinischer Gutachten
beantwortet werden. Eine solche Begutachtung sei vorliegend in jedem Fall
vorzunehmen, da die empfohlenen medizinischen Massnahmen von der Verwaltung
nicht einfach als sinnlos beurteilt werden dürften, und ohne die von der
Rechtsprechung geforderte umfassende Begutachtung die abschliessende Beurteilung
der medizinischen Kausalität gar nicht möglich sei. Damit sei der Fall verfrüht
abgeschlossen worden, weshalb eventualiter eine interdisziplinäre Begutachtung
beantragt werde. Gemäss Arztzeugnis sei der Beschwerdeführer nach wie vor zu 25%
arbeitsunfähig. Er sei vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen und habe trotz
erheblicher Beschwerden die Arbeitsfähigkeit kontinuierlich gesteigert. Mit dem
Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers sei eine Vereinbarung zur Erhaltung des
Arbeitsplatzes abgeschlossen worden. Daraus sei zu ersehen, wie die Arbeitsfähigkeit
weiter gesteigert werden solle. Der Beschwerdeführer habe sich seit dem Unfall trotz
Dauerschmerzen darum bemüht, Anforderungen am Arbeitsplatz im Rahmen seiner
Arbeitsfähigkeit zu erfüllen. Es sei unsinnig, die Leistungen zum heutigen Zeitpunkt
einzustellen, weil damit der Arbeitgeber praktisch gezwungen werde, dem
Beschwerdeführen zu kündigen, was für diesen katastrophale Folgen hätte. Gerade
das von der Beschwerdegegnerin propagierte Case Management verlange die
Ausschöpfung aller Massnahmen, welche die Erhaltung des bestehenden
Arbeitsplatzes förderten. Das sei vorliegend nur ansatzweise erfolgt. Die gesamthaft
grundsätzlich positive Entwicklung erfordere gemäss den Grundsätzen des Case
Managements eine Weiterführung der Leistungen zur Erhaltung des Arbeitsplatzes. Aus
diesem Grund habe der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers die Bemühungen
um den Arbeitsplatz auch unterstützt. Die adäquate Unfallkausalität sei zu Unrecht
verneint worden. Mehrere Adäquanzkriterien seien erfüllt. Die medizinische Kausalität
sei unbestrittenermassen gegeben.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 9. März 2009 beantragte Rechtsanwältin
Dr. iur. Marianne Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der
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Beschwerde. Auf das Rechtsbegehren betreffend Erteilung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde sei mangels Begründung nicht einzutreten. Zur materiellen
Begründung verwies die Rechtsvertreterin auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid und führte unter anderem aus, Tatsache bleibe, dass keine strukturellen
Veränderungen vorliegen würden. Von Seiten der Rehaklinik Bellikon seien eine
Symptomausweitung und Selbstlimitierung festgestellt worden. Der Beschwerdeführer
habe die ihm von den Ärzten empfohlenen Übungen nicht durchgeführt (UV-act. 60
Ziffer 4). Er sei seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen. Angesichts des
niedrigen Delta-v-Werts sei von einem leichten Unfall auszugehen. Der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen
Gesundheitsstörungen könne deshalb ohne weiteres verneint werden. Sollte der Unfall
- wider Erwarten - als mittelschweres Ereignis an der Grenze zu den leichten Unfällen
qualifiziert werden, sei der adäquate Kausalzusammenhang ebenfalls zu verneinen. Die
von der Rechtsprechung aufgestellten Adäquanzkriterien seien nicht erfüllt.
B.c Mit Replik vom 25. März 2009 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen und legte unter anderem
zusätzlich dar, der von der Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht unterschätzten
Arbeitsbelastung sei der Beschwerdeführer nicht gewachsen gewesen. Der Aufenthalt
in Bellikon habe für den Beschwerdeführer keine Verbesserung seiner gesundheitlichen
Probleme gebracht. Dass er die entsprechenden Entspannungsübungen, die ihm
bereits in Bellikon keine Besserung gebracht hätten, nicht weitergeführt habe, sei gut
nachvollziehbar. Die Unterlassung der empfohlenen Entspannungsübungen habe damit
im Rahmen des gesamten Falles überhaupt keine Bedeutung. Die unverändert
bestehenden Dauerschmerzen seien nach wie vor das Dauerthema für die ärztliche
Behandlung (act. G 12.1/20). Die Einstellung der Taggeldleistungen habe dazu geführt,
dass die Kündigung in der Zwischenzeit ausgesprochen worden sei, obwohl dem
Arbeitgeber viel daran gelegen habe, den Beschwerdeführer weiter zu beschäftigen
(act. G 12.1/21). Der verfrühte Fallabschluss ohne die nötige Durchführung eines
multidisziplinären Gutachtens und unter Verstoss gegen die bundesgerichtliche
Beurteilung zur adäquaten Kausalität habe dazu geführt, dass der Arbeitgeber als
Kleinunternehmer das "Verlustgeschäft" der Beschäftigung des Beschwerdeführers
nicht mehr länger habe tragen können.
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B.d Mit Präsidialentscheid vom 31. März 2009 wurde das Begehren um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen.
B.e In der Duplik vom 1. April 2009 bestätigte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin ihren Standpunkt.
B.f Am 2. April 2009 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung des Beschwerdeführers für das vorliegende Verfahren.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 3. Dezember 2006 ausgerichtet wurden, auf den 31. Dezember
2008 eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem versicherten Unfall
aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit
es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt
(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V
289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen,
die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich
klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
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127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb
mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).
2.
2.1 Eine Abklärung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital
St. Gallen ergab gemäss Berichten vom 7. und 13. Dezember 2006 unauffällige
Befunde in der HWS und BWS ohne Anhaltspunkte für eine ossäre Läsion bzw. einen
Status nach älterer BWK5-7 Fraktur (UV-act. 5, 7). Im Nachgang zu einem stationären
Aufenthalt vom 27. Juni bis 29. August 2007 wurde von der Rehaklinik Bellikon
berichtet, dass die Resultate der physischen Leistungstests infolge
Symptomausweitung und Selbstlimitierung für die Beurteilung der zumutbaren
Belastbarkeit nur teilweise verwertbar gewesen seien. Es sei davon auszugehen, dass
bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könne, als sie bei den Tests
und Therapien gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen
Einschränkungen lasse sich mit den gering ausgeprägten objektivierbaren
pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung
sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der
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Zumutbarkeit stütze sich deshalb auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen,
ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests und im
Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse
sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Es habe eine Anpassungsstörung eruiert
werden können, welche differentialdiagnostisch auch einer niederschwelligen leichten
depressiven Episode gleichkommen könnte. Es liege aber keine psychiatrische Störung
mit Krankheitswert vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen
könnte. Die berufliche Tätigkeit als Karosseriespengler sei ganztags zumutbar (aktuell
ohne längerdauernde Tätigkeiten über Kopfhöhe). Ab 3. September 2007 sei eine
Arbeitsfähigkeit von 75% zu attestieren. Eine Steigerung auf ein 100%-Pensum sollte
binnen acht Wochen möglich sein (UV-act. 44, 51). Am 3. Dezember 2007 teilte der
Arbeitgeber mit, das Arbeitstempo des Beschwerdeführers sei massiv verlangsamt
("Zeitlupentempo"). Alles in allem könne maximal von einer halben Leistung während
der Präsenzzeit (75%) ausgegangen werden. Die Taxation wurde daher rückwirkend
per 1. September 2007 auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % festgelegt und eine
psychotherapeutische Begleitung des Beschwerdeführers in Betracht gezogen (UV-act.
55).
2.2 Zuhanden der Beschwerdegegnerin hielt Dr. C._ im Bericht vom 27. Februar
2008 unter anderem fest, aus psychiatrischer Sicht bestünden keine objektivierbaren
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aus dem Psychostatus und der Anamnese sei
die berichtete Verlangsamung des Arbeitstempos nicht nachvollziehbar (UV-act. 60).
Eine Untersuchung in der Klinik für Neurologie im Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
ergab gemäss Bericht vom 3. Juli 2008 unter anderem das Bestehen eines chronischen
Kopf- und Nackenschmerzes nach HWS-Beschleunigungstrauma. Die Beschwerden
seien organischer Natur, da kein Hinweis auf Simulation der Beschwerden bestehe. Die
Beschwerden würden erst seit dem Unfallereignis angegeben. Der Unfallhergang passe
zu einem HWS-Distorsionstrauma. Der psychopathologische Befund deute auf ein
reaktiv depressives Syndrom hin. In der klinischen Untersuchung gebe es keinen
Anhaltspunkt für eine anderweitige neurologische Störung. Auch die Diagnostik habe
keinen richtungsweisenden pathologischen Befund gezeigt (UV-act. 68). Die Klinik für
Orthopädische Chirurgie des KSSG bestätigte am 3. September 2008, aus
orthopädisch/wirbelsäulenchirurgischer Sicht liege konventionell radiologisch kein
Korrelat für die Beschwerden vor (UV-act. 75). Der Suva-Kreisarzt bestätigte am 18.
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September 2008, dass keine weiteren Massnahmen oder Therapien zu empfehlen
seien. Durch weitere Therapien sei keine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten (UV-act. 77). Der Arbeitgeber teilte am 9.
Oktober 2008 mit, der Beschwerdeführer sei nicht zur Arbeit erschienen. Immer wieder
weise er Absenzen auf. Man habe wirklich viel Rücksicht auf die Arbeitszuteilung bzw.
generell auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers genommen. Die Leistung
sei - wenn überhaupt - maximal auf 50% zu taxieren (UV-act. 78).
3.
3.1 Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische,
nicht aber somatisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Bei letzteren handelt es sich um
Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den
Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer
Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat
namhaft gemacht. Folglich kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/
bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359
Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS),
myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als
organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen
und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen,
sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Im vorliegenden Fall
ergaben die medizinischen Abklärungen keine durch den Unfall bedingten organisch-
strukturellen Befunde. Wenn im Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 3. Juli
2008 festgehalten wurde, die Beschwerden seien organischer Natur, weil kein Hinweis
auf Simulation bestehe (UV-act. 68 S. 3), so ist festzuhalten, dass sich mit dieser
Begründung ein organisches Substrat als Ursache für die Beschwerden nicht belegen
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lässt. Im selben Bericht wurde denn auch ausgeführt, es gebe keinen Anhaltspunkt für
eine anderweitige neurologische Störung. Ein richtungsweisender pathologischer
Befund wurde verneint (UV-act. 68).
Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und
liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund
an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität
ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse
Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit,
rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression,
Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369
Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung
innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt
es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS
manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und
vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren
muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005 i/S K.
[U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer
Unfallkausalität ausgehen zu können.
3.2 Gemäss Bericht von pract. med. B._ vom 15. Januar 2007 bestanden im
Nachgang zum kranio-zervikalen Beschleunigungstrauma vom 3. Dezember 2006
Nacken-, Hals- und Kopfschmerzen (UV-act. 2). Im Dokumentationsbogen für
Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma gab der
Beschwerdeführer am 5. Dezember 2006 an, nach dem Unfall an Nacken- und
Kopfschmerzen sowie Schwindel gelitten zu haben. Es habe ein Kopfanprall an der
Kopfstütze stattgefunden. Eine Bewusstlosigkeit und eine Gedächtnislücke verneinte
er, bejahte jedoch eine Angst- und Schreckreaktion. Bereits 1997 habe ein Unfall mit
HWS- und Kopfbeteiligung stattgefunden. Vor dem Unfall hätten
behandlungsbedürftige Beschwerden im Rücken bestanden (UV-act. 4). In dem am 31.
Januar 2007 ausgefüllten Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen gab der
Beschwerdeführer zusätzlich Rückenschmerzen (sofort nach dem Unfall) sowie
Schulter- und Ohrenschmerzen (nach Wochen) an. Als Vorzustand führte er Kopf- und
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Rückenbeschwerden sowie einen früheren Unfall vom 21. August 1998 an (UV-act. 13).
Angesichts dieser Aktenlage kann - entgegen der von der Beschwerdegegnerin
vertretenen Auffassung - vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds unmittelbar
nach dem Unfall gesprochen werden, das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten ist. Entsprechend
anerkannte die Beschwerdegegnerin denn ja auch einen Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers bis zum 31. Oktober 2008.
4.
4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen
Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember
2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August
2001 i/S O. [U 285/00] ).
4.2 Aufgrund der in der Erw. 2.1 und 2.2 dargelegten medizinischen Akten kann
die Frage, ob es sich bei den nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (31. Oktober
2008) weiter bestehenden Gesundheitsstörungen an der HWS noch um eine natürliche
(Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt, nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Eine Rückweisung der Sache
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zwecks weiterer Abklärung des natürlichen Zusammenhangs erübrigt sich jedoch, weil
es - wie nachstehend zu zeigen sein wird - an der Adäquanz des
Kausalzusammenhangs fehlt. Angesichts der geschilderten medizinischen
Gegebenheiten erscheint es angezeigt, die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117
V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriterien zu
beurteilen und dabei auf eine Differenzierung zwischen psychischen und physischen
Komponenten zu verzichten, kann doch nach Lage der Akten - bei Verneinung einer
psychisch begründbaren Arbeitsfähigkeits-Einschränkung (vgl. UV-act. 44, 51, 60) -
eine eindeutige Dominanz psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a) nicht als
nachgewiesen gelten.
4.3 Zu prüfen ist sodann, ob per 31. Oktober 2008 noch eine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19
Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109 Erw. 4) -
ausgegangen werden durfte oder nicht. Von der Rehaklinik Bellikon wurde im
September 2007 die Weiterführung des Heimprogramms sowie einer
psychotherapeutischen Betreuung empfohlen (UV-act. 51). Der Psychiater Dr. C._
erachtete im Bericht vom 27. Februar 2008 eine psychotherapeutische Behandlung
aufgrund der nachvollziehbaren Einschränkung der Lebensqualität zwar als indiziert,
hielt jedoch fest, eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei damit
überwiegend wahrscheinlich nicht zu erreichen (UV-act. 60). Zur Frage, ob die
psychotherapeutische Behandlung einen unfallbedingten Hintergrund habe, äusserten
sich weder die Fachärzte der Rehaklinik Bellikon noch Dr. C._. Hingegen hielt dieser
fest, physikalische Therapieoptionen, wie sie zum Beispiel in der Rehaklinik Bellikon
angeboten und instruiert worden seien, würden vom Beschwerdeführer auf Nachfrage
negiert, und auf Konfrontation mit Zitaten aus dem Austrittsbericht beiläufig und
emotionslos kommentiert. Die Suche nach einer geeigneten Therapie, um den Schmerz
zu beherrschen, fehle über weite Teile. Man vermisse bald das Interesse und das
Engagement des Patienten, durch eigene Beiträge im Erfahrungsaustausch etwas an
der Situation zu verändern (UV-act. 60 S. 3 unten). In der Folge wurde nach Angaben
des Hausarztes die Therapie bei Dr. C._ durchgeführt (act. G 1.1/10). Von Seiten der
Klinik für Neurologie des KSSG wurde am 3. Juli 2008 einzig eine
schmerzdistanzierende medikamentöse Behandlung empfohlen. Eine eigentliche
Zustandsverbesserung stand in diesem Bericht nicht zur Diskussion (UV-act. 68). Von
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Seiten der Klinik für Orthopädie des KSSG kamen - bei Verneinung eines Korrelats für
die geklagten Beschwerden - keine Behandlungsvorschläge (UV-act. 75). Diese
Aktenlage spricht dafür, dass auf Ende Oktober 2008 von den Unfallfolgen her zu
Recht von einem Behandlungsabschluss im vorerwähnten Sinn ausgegangen wurde
(vgl. UV-act. 77). Aber selbst wenn von einer unfallbedingten Notwendigkeit einer
psychotherapeutischen Weiterbetreuung über das erwähnte Datum hinaus auszugehen
wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz verneint werden.
Von einer interdisziplinären Begutachtung im Sinn einer Gesamtschau (vgl. dazu BGE
134 V 109 Erw. 10.2.4) kann vor diesem Hintergrund abgesehen werden.
5.
5.1 Bei der in Frage stehenden Auffahrkollision (UV-act. 1, 10) ist – wofür auch die
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs des Beschwerdeführers
von zwischen 7 und 10.6 km/h (UV-act. 31) spricht – praxisgemäss von einem
mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV
2005
Nr. U 549 S. 236). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen,
wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders
ausgeprägter Weise vorliegt oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder
auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b). Von besonders
dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls
kann nicht gesprochen werden. Sodann vermag die Diagnose eines HWS-
Distorsionstraumas die Schwere oder besondere Art der Verletzung für sich allein nicht
zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das
Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall
eingenommenen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen.
Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Der am Unfallort anwesende Polizeibeamte
wies den Beschwerdeführer zwar darauf hin, dass seine Sitzposition sehr schlecht sei,
da er fast im Auto liege und auch die Kopfstützen falsch eingestellt seien. Bei dieser
Sitzposition könne er nur beschränkt eine Vollbremsung machen und riskiere eine
Kopfverletzung (UV-act. 10/11, 10/12). Den Akten lässt sich jedoch nicht entnehmen,
dass die beim konkreten Unfall eingenommene Sitzposition tatsächlich (für sich allein
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oder zusätzlich) das Beschwerdebild an der HWS beeinflusste. Insbesondere ist auch
eine Kopfverletzung, welche sich wegen der mangelnden Fixierung des Körpers bei
einer (zu) flachen Sitzposition unter Umständen ergeben könnte, weder behauptet noch
aus den Akten ersichtlich. Vom Beschwerdeführer wurde denn auch lediglich ein
Anprall des Kopfes an der (weichen) Kopfstütze angegeben. Es liegt auch keine
besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor (vgl.
BGE 134 V 109 Erw. 10.2.2 mit Hinweisen).
5.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer nach Lage der Akten seit dem Unfall in ärztlicher/
physiotherapeutischer Behandlung stand und sich zudem während rund zwei Monaten
in der Rehaklinik Bellikon aufhielt, ohne dass damit eine länger andauernde Besserung
eingetreten wäre. In Anbetracht der Aktenlage lässt sich eine fortgesetzt spezifische,
den Beschwerdeführer belastende ärztliche Behandlung nicht ohne weiteres in Abrede
stellen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 i/S S. [8C_331/2007],
Erw. 4.2.3). Dies insbesondere unter der - allerdings nicht aktenmässig belegten -
Annahme, dass zusätzlich eine psychotherapeutische Behandlung unfallbedingt
notwendig war (vgl. vorangehende Erw. 4.3 am Schluss). Anderseits wecken die
erwähnten Darlegungen von Dr. C._ (UV-act. 60 S. 3 unten) Zweifel am spezifischen
und belastenden Charakter der vom Beschwerdeführer tatsächlich durchgeführten
Behandlungen. Beim geschilderten Sachverhalt erscheint es dennoch gerechtfertigt,
das Vorliegen des erwähnten Kriteriums - wenn auch in nicht sehr ausgeprägtem
Umfang - zu bejahen.
5.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Der
Beschwerdeführer klagte gegenüber den Ärzten der Rehaklinik Bellikon über
belastungsverstärkte Nacken- und Schulterschmerzen links mit Ausstrahlung in den
Oberarm sowie in den Hinterkopfbereich. Ab und zu würden belastungsabhängig auch
Rückenschmerzen im thorakalen Bereich auftreten (UV-act. 51 S. 5). In ähnlicher Weise
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äusserte er sich auch gegenüber Dr. C._ (UV-act. 60 S. 2). Letzterer hielt allerdings
fest, es präsentiere sich ein widersprüchliches Bild: der Beschwerdeführer beschreibe
starke subjektive Einschränkungen durch Nacken und Kopfschmerzen, welche mit
potenten Medikamenten kaum beeinflusst werden könnten. Auf die Beweglichkeit
während, vor und nach den (drei) Gesprächen hätten sich diese für den Beobachter
jedoch nicht ausgewirkt (UV-act. 60 S. 3 unten). Die Beschwerdeangaben sind auch
unter Berücksichtigung der Feststellung der Ärzte der Rehaklinik Bellikon zu sehen,
wonach infolge Symptomausweitung und Selbstlimitierung die Resultate der
physischen Leistungstests nur teilweise verwertbar gewesen seien (UV-act. 51 s. 2
oben). Überdies können die vorerwähnten Beschwerden im thorakalen Rücken nicht
als unfallbedingt gelten, nachdem diese bereits vor dem Unfall bestanden (UV-act. 4
und 13 S. 3) und eine Unfallbeteiligung des thorakalen
Rückens weder behauptet ist noch durch den Unfallablauf erklärbar wäre. Bei dieser
Aktenlage kann das Kriterium dauerhafte und erhebliche (unfallbedingte) Beschwerden
höchstens mit geringer Ausprägung angenommen werden.
5.4 Sodann lassen sich ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen nicht schon dann bejahen, wenn eine Vielzahl von verschiedenen
Therapien zu keinem Heilungserfolg führt. Diese Kriterien können nicht als erfüllt gelten.
Auch kann von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hat, nicht gesprochen werden.
5.5 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer
oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt
aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden
die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille
erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
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fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Der Beschwerdeführer brach
zwei Arbeitsversuche unmittelbar nach dem Unfall schmerzbedingt ab (vgl. UV-act. 14).
In der Folge war er ab März 2007 am angestammten Arbeitsplatz zu 50% mit
belastungsarmen Arbeiten beschäftigt, wobei der Arbeitgeber die Leistung auf 25%
bezifferte (vgl. UV-act. 29, 35). Im September 2007 gelangten die Ärzte der Rehaklinik
Bellikon gestützt auf die Ergebnisse eines zweimonatigen stationären Aufenthalts zum
Schluss, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Karrosseriespengler (aktuell
ohne längerdauernde Tätigkeiten über Kopf) ganztags zumutbar sei. Ab 3. September
2007 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 75% mit Steigerung auf 100% innerhalb von
acht Wochen auszugehen (UV-act. 51). Dr. C._ verneinte im Februar 2008 einen die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychiatrischen Gesundheitsschaden (UV-act. 60).
Der Hausarzt ging ab Februar 2008 weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 75%
(Arbeitsunfähigkeit 25%) aus (act. G 1.1/7, 1.1/10). Trotz Rücksichtnahme auf die
gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz mit entsprechender Arbeitszuteilung
erbrachte der Beschwerdeführer lediglich eine tiefe Arbeitsleistung (UV-act. 55, 78).
Nachdem sich hierfür jedoch weder eine somatische noch eine psychische Ursache
finden liess (vgl. UV-act. 60, 68, 75), ist bezogen auf das hier streitige
Einstellungsdatum (31. Oktober 2008) von der Einschätzung der Rehaklinik Bellikon
auszugehen. Die Vereinbarung des Beschwerdeführers mit dem Haftpflichtversicherer
des Unfallverursachers betreffend stufenweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit bzw.
Arbeitsleistung (act. G 1.1/12) vermag zu keinem anderen Schluss zu führen, zumal
auch in der Vereinbarung für die Zeit nach dem streitigen Einstellungsdatum von einer
achtstündigen Präsenzzeit an fünf Tagen pro Woche ausgegangen wurde. Eine
erhebliche unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit im Einstellungszeitpunkt ist daher in jedem
Fall zu verneinen. Im Weiteren sind - abgesehen von den Arbeitsversuchen unmittelbar
nach dem Unfall - ausgewiesene Anstrengungen im erwähnten Sinn nicht aktenkundig,
obwohl der Arbeitgeber den gesundheitlichen Gegebenheiten bei der Arbeitszuteilung
Rechnung trug (vgl. UV-act. 29, 35, 55, 78). Die vorerst im ambulanten Assessment der
Rehaklinik Bellikon gemachten Feststellungen und die verhalten optimistisch gestellte
Prognose (UV-act. 39) bestätigten sich anlässlich des späteren stationären Aufenthalts
nicht (UV-act. 51). Während der Beschwerdeführer anlässlich des Assessments noch in
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der Lage war, Gewichte zwischen 17.5 und 25 kg zu bewältigen und ihm die
Abklärungspersonen eine gute Leistungsbereitschaft bescheinigten (UV-act. 39 S. 3),
wurden bei der späteren Abklärung eine reduzierte Motivation und
Leistungsbereitschaft, Symptomausweitung und Selbstlimitierung attestiert, welche
sich auch durch den psychiatrischen Befund nicht erklären liessen (UV-act. 51 S. 2f).
5.6 Unter diesen Umständen können - mit geringer Ausprägung - lediglich das
Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden Therapien und dasjenige der
erheblichen Beschwerden als erfüllt angesehen werden, womit dem streitigen Unfall
keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 31. Oktober 2008
hinaus andauernden Beschwerden zukommt. Die Einstellung der Leistungen auf den
31. Oktober 2008 erscheint demgemäss ausgewiesen.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 24. November 2008 zu bestätigen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist
zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch den Staat zu
entschädigen. Es rechtfertigt sich, die Entschädigung, ausgehend von der üblichen
Entschädigung von Fr. 4'000.-- und unter Berücksichtigung einer Reduktion um einen
Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]), auf Fr. 3'200.-- festzulegen (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG