Decision ID: 99d814e1-14b4-4e30-b7c9-79b113274ffe
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
besuchte die Primar- und die Realschule. Er arbeitete
als
Landwirt, Holzfäller und Baumaschinenführer
(
Urk.
6/1/4
, 6/4
und
6/5/10
). S
eit 1990
ist er verheiratet und
als selbständig
erwerbender Landwirt
auf dem eigenen Bauernhof
tätig (
Urk.
6/1
,
6/4
, 6/26 und 6/32
)
. Mit seiner Ehe
frau zusammen hat er vier Kinder
(geb
oren 1991, 1993, 1994 und 1997; Urk.
6/2).
A
m 9.
Januar 2004
erlitt
d
er
Versicherte
beim
Holzhacken
einen Unfall, bei dem er sich
am linken Unterschenkel eine offene 2-Etagen-Fraktur
zuzog. Es wurde ihm gleichentags ein
Tibiamarknagel
eingesetzt, der am
8. März 2004 dynami
siert
und am
13. Januar 2005
wieder
entfernt wurde
(Urk.
6/5/5 ff., 6/9
und 6/11
/5 ff.
).
B
is zum 31.
August 2005
erhielt der Versicherte
Taggeldleistungen
des Unfallversicherers
ausgerichtet
(
Urk.
6/5/2). Am
8.
September 2005
meldete er sich
wegen Schmerzen im linken Fussgelenk (Sprung
g
elenk) bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1).
Diese zog die Akten des
Unfallversicherers
(
Urk.
6/5)
, die Bilanzen und Erfolgsrechnungen
des Versicherten betreffend die
Jahre 2001 bis 2003 (
Urk.
6/7) und weitere medizinische Unterlagen (
Urk.
6/9 und 6/11) bei
.
Sie sprach
dem Versicherten
mit Verfügung vom 23. Februar 2006
, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 70
%
(vgl.
Urk.
6/12/4 und 6/13), vom 9. Januar
bis zum 9. April 2005 eine befristete ganze Invalidenrente zu (
Urk.
6/17).
Bei einem weiteren Arbeitsunfall
am 24. September 2011
kam es zu einer Patellarsehnenruptur
am linken Bein
, die
einen Tag später
im Spital
Y._
mit einer Naht
und einer
Rahmencerclage
nach McLaughlin
versehen wurde
(Urk.
6
/
33/11,
6/36/5
und
6/45/
12
)
.
Nach Ablauf der
60tägigen
Wartefrist rich
tete
der Unfallversicherer
dem Versicherten
Taggelder aus (Urk.
6/25/1).
Am
20.
Dezember 2011
stürzte der Versicherte
auf die rechte Schulter
. Wegen
per
sistierender Schmerzen
und
einer Innenrotations-
und
Elevationsschwäche
begab er sich am
21.
Dezember 2011
in ärztliche Behandlung (vgl.
Urk.
6/33/
8 ff.
).
Am 2
2.
Dezember 2011 wurde
die
gebrochene McLaughlin-
Cerc
lage
opera
tiv entfernt (Urk.
6/33/11 und
6/37/15). Der Versicherte
meldet
e
sich am 28. Februar 2012 erneut
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an und machte
Beschwerden am rechten Knie und an der rechten Schulter geltend
(Urk.
6/26). Die IV-Stelle
holte
darauf einen aktuellen IK-Auszug
ein
(Urk.
6
/
32
)
. Überdies
z
og sie
diverse Arztberichte
und die Akten des Unfallversicherers
bei
(Urk.
6/33, 6/35
, 6/36
,
6/37
, 6/43 und 6/45
)
.
Sie gab beim
Z._
Bauernverband einen Abklärungsbericht Landwirtschaft in Auftrag (
Urk.
6/46), der am 14. Februar 2014 erstattet wurde (
Urk.
6/48).
Mit Vorbescheid vom
3
.
April
2014 stellte die IV-Stelle
dem Versicherten
die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
U
rk.
6
/
5
1
und 6/52
). Dagegen
erhob er Einwand
(Urk.
6
/
53
). Die IV-Stelle ver
neinte mit Verfügung vom
13
.
Januar
201
5
ein
en Leistungsanspruch (Urk. 2 = 6
/
56
).
2.
Gegen die Verfügung vom
13. Januar 2015 liess
der Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt
Silvan
Meier Rhein,
mit Ein
gabe vom 1
3
.
Februar 2015 (
Urk.
1)
Beschwerde
erheben
mit dem Antrag,
die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und es sei
ihm
mindestens eine
Viertelsrente
auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin
.
Es seien die
noch
im Gange befindlichen Abklärungen
abzuwarten und hernach
sei ihm
Frist zur Stellungnahme beziehungsweise zur Replik einzuräumen
(
Urk.
1 S. 2). Ferner wurde
die Einreichung eines Berichts des Treuhänders in Aussicht
gestellt
(
Urk.
1
S. 5
).
Die IV-Stelle schloss
am 19. März 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Am 25. Januar 2016 wurde der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers telefonisch angefragt, ob er den
angekündigten
Bericht des Treuhänders in absehbarer Zukunft einreichen werde, ansonsten die
Fristan
-
setzung zur Replik erfolge (Urk
.
7). Mit Verfügung vom
2.
Februar 2016 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und Frist zur Einreichung der Replik angesetzt (
Urk.
8). Die Replik wurde am 21.
April 2016 erstattet (
Urk.
11). Mit derselben wurden auch Mittelflussrechnun
gen 2007-2015 eingereicht (
Urk.
12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Mai 2016 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
14). Davon wurde der Gegenpartei mit Verfügung vom 30. Mai 2016 Kenntnis gegeben (
Urk.
15).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die im
Beschwerde
verfahren
neu
eingereichten Unterlagen (
Urk. 12) wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise
nach der Einkommensvergleichsmethode
. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens
zur spezifischen Methode (Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des B
etätigungsvergleichs als solchem
bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung
festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leis
tungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht not
wendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des
Betätigungsver
gleichs
abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähig
keit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die ausseror
dentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten
Betätigungsver
gleichs
unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des
Einkommensver
gleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der
Einkommenser
mittlung
nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
Für die Bemessung der Invalidität
Selbständigerwerbender
, die zusammen mit Familienangehörigen ein Geschäft betreiben, genügt der blosse
Einkomm
ens
vergleich
nach Art. 28a Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG nicht. Gemäss Art. 25
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
ist in diesen Fällen auf die Mitarbeit der invaliden Person im Betrieb vor und nach der Invalidisierung abzustellen. Das bedingt eine Aufteilung des Gesamtein
kommens nach Massgabe der Arbeitsleistung der versicherten Person und ihrer Familienangehörigen. Der auf die Mitarbeit der Familienangehörigen entfal
lende Teil des Einkommens scheidet für den Einkommensvergleich aus. Dabei ist allerdings die Funktion der betriebsleitenden Person angemessen zu berücksich
tigen. Da lediglich der Ausfall an Erwerbseinkommen für die Bemessung der Invalidität ausschlaggebend ist, ist auch das Einkommen aus dem investierten Kapital auszuscheiden (ZAK 1970 S. 571 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der
Schaden
minderungspflicht
alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern (vgl.
anstatt Vieler
die
Urteil
e
des Bundes
gerichts 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 E. 4.3.1
und 9C_357/2014 vom 7. April 2015 E. 2.3.1
).
N
ach der Rechtsprechung kann die
Aufgabe einer selbständigen Erwerbstätig
keit und die
Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähig
keit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung
der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des
Bun
desgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
in Betracht,
die
getroffenen
Abklärungen hätten ergeben, dass
d
er
Beschwerde
führer
nach Ablauf der einjährigen Wartezeit in seiner bisherigen Tätigkeit als selbständiger Landwirt zu 70
%
eingeschränkt sei. Leichte (angepasste) Tätig
keiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schwe
ren Lasten, ohne (bei
d
seitiges) Arbeiten mit erhobenen Armen, ohne Arbeiten in Zwangshaltungen und ohne Überkopfarbeiten seien ihm jedoch vollschichtig zumutbar.
Es
sei anhand des Tabellenlohns der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) für Hilfsarbeiten für Männer, Zentralwert,
ein Invalideneinkommen von
Fr. 62‘270.
-- für das Jahr 2012 zu ermitteln
.
Diesem sei
das
mutmassliche
Vali
deneinkommen
vo
n Fr.
46‘165.--
im Jahr 2012
, wie es die
Abklärung vor Ort ergeben habe,
gegenüberzustellen.
Aus dem Einkommensvergleich
resultiere ein Invaliditätsgrad von 0
%
, der keinen Rentenanspruch zu begründen vermöge
.
Die Aufgabe der angestammten Tätigkeit als Landwirt
sei
dem Beschwerdefüh
rer
zumutbar
(
Urk.
2).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort fest und ver
wies für die medizinische Einschätzung auf die vorhandenen Akten (
Urk.
5).
2.2
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer den Standpunkt vertreten, dass die Beschwerdegegnerin die falsche Invaliditätsbemessungsmethode gewählt und das
Valideneinkommen
nic
ht korrekt ermittelt habe.
Es sei
ih
m
nicht zumutbar, seinen landwirtschaftlichen Betrieb aufzugeben und eine Anstellung als Hilfsar
beiter anzutreten, zumal er lediglich zu 30
%
in seiner Arbeitsfähigkeit als Landwirt eingeschränkt sei
. Eventuell sei vom Gericht ein betriebs- oder land
wirtschaftliches Gutachten einzuholen
(Urk.
1
und 11
).
3.
3.1
Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte
am 28. Februar 2012
(
vgl. Urk. 6/26
)
. Es steht
s
omit ein
e Invalidenr
ente
ab
August 2012
zur Diskussion (Art. 29 Abs. 1
und 3
IVG).
3.2
I
n medizinischer Hinsicht
ist
vorab
festzuhalten, dass
die offene 2-Etagen-Fraktur und die Patellarsehnenruptur
gemäss
Dr.
med.
A._
, Facharzt F
M
H für Chirurgie und Co-Chefarzt im Spital
Y._
,
bereits
seit dem
30.
April 2012
gut verheilt
sind
und diesbezüglich keine wesentlichen Ein
schränkungen mehr
bes
tehen
(Urk.
6/33/2).
Diese Einschätzung steht im Ein
klang mit den Berichten von PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, der den Beschwerdeführer
am
3. Mai 2012
im Auftrag des Unfall
-
ver
sicherers
untersucht hatte, und des behandelnden Hausarztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin (
Urk.
6/35/3 ff. und 6/43/2).
3.3
Am
rechten Schultergelenk
wurde
n
nach dem Sturz vom 20. Dezember 2011
ein subkutanes Hämatom und ein intramuskuläres Ödem des
Musculus
deltoideus
diagnostiziert
, die als posttraumatisch beurteilt wurden. Überdies wurden ein seit Längerem bestehender totaler Riss der
Supraspinatus
-Sehne mit einer Retraktion der Sehne und einer Muskelatrophie,
eine subtotale Ruptur der
Sub
sc
apularis-Sehne
,
eine fortgeschrittene
Tendinose
der Teres minor-Sehne und eine hypertrophe aktivierte AC-Gelenksarthrose
festgestellt
.
Ferner wurden ein
Status
nach Operation der linken Schulter infolge einer
Rotatorenmanschetten
ruptur
mit
partieller
Rezidivruptur
und
seit Jahren
bestehende
Rückenbeschwer
den
wegen einer
Spondylolisthesis
L4/5
erhoben
(
Urk.
6/33/1
,
6/33/8 ff.,
6/35/3
ff.
,
6/36
/5
f.
und 6/45/18 f.
).
Gemäss der insoweit übereinstimmenden Beurteilung von
Dr.
B._
,
Dr.
C._
und med.
pract
.
D._
, Fachärztin FMH für orthopädi
sche Chirurgie und Tra
u
matologie, vom Regionalen
Ärztlichen
Dienst (RAD)
ist der
Beschwerdeführer seit
spätestens
1. Mai 2012 wieder zu 70
%
als selbstän
diger Landwirt arbeitsfähig (
Urk.
6/35/5
, 6/43/3 und
6/50/3
).
In eine
r
ange
passten Tätigkeit ohne Hebe
n,
Tragen
und Transportieren
von
mittelschweren und schweren
Lasten
, ohne (beidseitiges) Arbeiten mit erhobenen Armen, ohne Arbeiten in Zwangshaltung und ohne Arbeiten
über
Kopf- bzw.
Schulterhöhe
ist er
gemäss den ärztlichen Einschätzungen
zu
100
%
arbeitsfähig
(vgl. Urk. 6/35/6
, 6/43/3 und 6/50/3
).
Diese Beurteilung hat
der
Beschwerde
-
führer – zu Recht – nicht
in Frage gestellt (
vgl.
Urk.
1 und 11
).
4.
Das der angefochtenen Verfügung zu Grund
e
gelegte
mutmassliche Validen
-
ein
kommen
von
Fr.
46‘165.--
beruht nicht auf dem Durchschnitt der AHV-beitragsrechtlich ausgewiesenen Einkommen 2008 bis 2011, wie es in der
Beschwerdeschrift vermutet w
u
rd
e
(
Urk.
1 S. 4; vgl. Urk. 6/32)
, sondern auf dem Abklärungsbericht Landwirtschaft vom 14. Februar 2014 (
Urk.
6/48)
.
In demsel
ben wurden die Buchhaltungsunterlagen 2009 bis 2011 berücksichtigt
(
Urk.
6/48/1)
. Diesen zufolge betrug das landwirtschaftliche Einkommen in den Jahren 2008 bis 2011 zwischen
Fr.
74‘203.-- und
Fr.
55‘001.--, wobei es sich im Durchschnitt auf Fr. 60‘493.-- belief
(
Urk.
6/48/8)
.
Davon ausgehend wurde ein durchschnittlicher Arbeitsverdienst Landwirtschaft von
Fr.
62‘919.-- ermittelt,
wo
von
Fr.
46‘165.-- auf die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers und
Fr.
16‘754.-- auf
die Arbeitsleistung von
Familienmitglieder
n
,
namentlich
seine
r
Ehefrau
zurückgeführt wurden
(
Urk.
6/48/10).
Das Familieneinkommen betrug somit bereits ohne Familienzulagen und Praktikums- bzw. Lehrlingslöhne der Kinder (vgl. 6/18/3, 6/21/3, 6/22 und 6/23/2) deutlich mehr als
Fr.
46‘000.
--.
Unter diesen Umständen ist nicht näher auf den Einwand einzugehen
,
dass
eine sechsköpfige
Familie
nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht mit
dem
geringen Betrag von
Fr.
46‘165.--
hätte
überleben können,
was gegen
die
Rich
tigkeit
des
für den Beschwerdeführer
ermittelten
Valideneinkommens
spreche
(
Urk.
1 S. 4).
Zur Rüge, die jährlichen Abschreibungen von rund
Fr.
50‘000.--
seien
unbe
-
rück
sichtigt
geblieben
(
Urk.
1 S. 4 f.)
, ist festzuha
lt
en
,
dass es sich bei der Invalidenversicherung um eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung handelt. Der für den Rentenanspruch massgebende Invaliditätsgrad beruht ausschliesslich auf der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse. Invaliditätsfremde Faktoren, welche das Be
triebsergebnis von
Selbständige
rwerbenden
beeinflussen, müssen daher konsequent ausser Acht gelassen werden. Demgemäss sind
invaliditäts
fremde
Aufwendungen und Erträge auszuscheiden, soweit sie aus den vorge
legten Bilanzen ersichtlich sind oder anhand der Buchhaltungsunterlagen nach
gewiesen werden können. Zu
derartigen
ausserordentlichen
und damit
invali
denversicherungsrechtlich
unbeachtlichen Aufwendungen gehören unter ande
rem die Abschreibungen, die das Anlagevermögen betreffen (vgl.
die
Urteil
e
des Bundesgerichts
I 937/05 vom 22. September 2006 E. 2.3 und
I 72/02 vom
18. Dezember 2002 E. 3.2.1
,
je
mit Hinweis
en
).
Ebenso wenig sind die getätigten Privatbezüge in die Berechnungen
mitein
-
zube
ziehen
, wie es
von Seiten des Beschwerdeführers wiederholt
gefor
dert wurde (
Urk.
1 S. 4 f.
und 11 S. 3
). Es geht nicht
, Einkünfte bei den Sozial
versicherungsbeiträgen nicht anzugeben und sie dann im Versicherungsfall trotzdem geltend zu machen (Art. 2
Abs.
2 ZGB, vgl. das Urteil des Bundesge
richts 8C_554/2013 vom 14. November 2013 E. 2.4.2 mit Hinweis)
.
Das
s
elbe hätte bezüglich der nicht verbuchten und nunmehr
angeführten
Naturalein
nahmen
zu gelten (vgl.
Urk.
1 S. 4).
Aus dem Gesagten folgt, dass nichts vorgetragen wurde, weshalb nicht auf das von der Abklärungsperson ermittelte
mutmassliche
Valideneinkomme
n
von Fr.
46‘165.
--
abgestellt werden könnte. Ebenso
wenig
lässt sich etwas Derartiges den Akten entnehmen. Vielmehr trägt der Abklärungsbericht Landwirtschaft dem Erfordernis von Art. 25
Abs.
2 IVV Rechnung, wonach das massgebende Erwerbseinkommen
des Beschwerdeführers, der zusammen mit Familienmitglie
dern einen (landwirtschaftlichen) Betrieb bewirtschaftet, auf
g
rund seiner Mitar
beit im Betrieb zu bestimmen ist.
Die beantragte Einholung eines betriebswirt
schaftlichen Gutachtens (
Urk.
1 S. 5 und 11 S. 3) ist unter diesen Umständen nicht angezeigt.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist
sodann
, ob es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, seine selbständige Erwerbstätigkeit als Landwirt aufzugeben und eine 100%ige
Tätigkeit
mit dem beschriebenen Zumutbarkeitsprofil
in einer
Hilfsarbeiterfunk
tion
aufzunehmen.
5
.2
Wie
bereits einleitend bemerkt (vgl. Erwägung 1.4 hiervor),
sind dabei
die gesam
ten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des vorliegenden Einzel
falles zu berücksichtigen
. Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Voraus
setzungen unzumutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_644/2015 vom 3. Mai 2010 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
5
.3
Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer mit einer behinderungsangepassten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein
Fr.
46‘165.-- übersteigendes (d.h. ein rentenausschliessendes)
Invalidenein
kommen
erzielen
könnte
.
Letzteres wird auch vom Beschwerdeführer nicht in
Abrede
gestellt
, sondern
es wird
lediglich die Unzumutbarkeit für eine entspre
chende berufliche Veränderung angeführt
(vgl.
Urk.
1 und 11).
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung war der Beschwerde
-
füh
rer
noch keine 55 Jahre alt. Es verblieb ihm somit eine
Aktiv
i
tätsdauer
von rund zehn Jahren, die einem
Wech
sel
ebenso wenig entgegen
steht wie das Alter des Beschwerdeführers
(vgl. das Urteil 9C_624/2013 vom 1
1.
Dezember 2013
E. 3.2)
. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass in der Beschwerdeschrift eine gegenteilige Auffassung vert
r
eten wird (Urk. 1 S. 6).
Obwohl der Beschwerde
-
führer
nach der obligatorischen Schulzeit keine weiteren Ausbildungen
absolvierte,
gelang
es
ihm
damals,
eine Anstellung als
Bauma
schinenführer
zu finden und
diese Tätigkeit
während mehrere
n
Jahre
n
– offen
bar erfolgreich –
auszuüben (
Urk.
6/4).
Er verfügt daher nicht nur als Landwirt, sondern auch in einer anderen
Tätigkeit
in einem Angestelltenverhältnis
über berufliche Erfahrungen, was sich positiv auf die Vermittelbarkeit auswirkt.
Dar
über hinaus hat die Beschwerdegegnerin richtig erkannt, dass es sich bei einem selbständigen Landwirt um einen Allrounder handelt, der nicht nur bei Arbeiten mit diversen Maschinen, sondern auch bei administrativen Tätigkeiten prakti
sche Berufserfahrungen sammelt (
Urk.
5 S. 2).
Die von der Beschwerdegegnerin als möglich erachtete Hilfsarbeitertätigkeit
, namentlich eine einfache und repe
titive Tätigkeit für Männer,
setzt naturgemäss keine besonderen schulischen oder fachlichen Qualifikationen voraus
. In der Regel ist dafür auch kein beson
derer Einarbeitungsaufwand erforderlich. Sie
wird
zudem
auf dem hypotheti
schen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig
nachge
fragt
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009
E. 4.2.2
mit Hinweisen
)
.
Der Beschwerdeführer ist zwar physisch eingeschränkt, aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig, so dass ihm genügend zumutbare Tätigkeiten offen stehen
, mit der er seine
Restarbeitsfähig
keit
verwerten kann
. Dies muss umso mehr gelten, als auch keine s
prachliche
n
Hindernisse
vorhanden sind
.
Schliesslich ist auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der
Beschwerdeführer
bei Aufnahme einer Verweisungstätigkeit offensichtl
ich ein höheres Einkommen als in
der bisherigen Tätigkeit
im Gesundheitsfall (
Valideneinkommen
) zu erzielen vermöchte (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_413/2015 vom
3.
November 2015 E. 3.3.2 mit Hinweis).
Der
Beschwerdeführer
lässt geltend machen
, er könnte im Falle der Aufnahme einer unselbständigen
Erwerbstätigkeit nicht mehr vom betriebseigenen Wohn
raum
mit
dementsprechend günstigen Wohnverhältnissen
und von der betriebs
eigenen Produktion
profitieren (
Urk.
1 S. 6
und 11 S. 3
). Hierzu ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer als Eigentümer
lediglich die zu bewirtschaftende Fläche verpachten und die vorhandenen Wohnmöglichkeiten unverändert selbst nutzen könnte
.
Ebenso wäre es ihm
möglich, bei einer Verpachtung einen ver
günstigten Bezug der b
etriebseigene
n
Produkt
e
zu
vereinbaren
.
Die betreffenden Vorbringen
sind daher nicht als Argumente für die Unzumutbarkeit der Betriebsaufgabe anzuerkennen (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 9C_834/2011 vom
2.
April 2012 E. 4 mit Hinweisen).
Die
angeführten Investiti
onen in den lan
dwirtschaftlichen Betrieb (Urk.
1 S. 6) vermögen
ebenfalls
keine Unzumutbarkeit der Betriebsaufgabe zu be
gründen (vgl. die
Urteil
e
des Bundes
gerichts 8C_413/2015 vom
3.
November 2015
E.
3.3.2 und
9C_
834/2011 vom
2.
April 2012 E. 4, je mit Hinweisen
).
Lediglich der Vollständigkeit halber bleibt zu bemerken, dass der Beschwerde
-
füh
rer
darauf verzichtet hat, seine grosse Verbundenheit mit dem über
-
nommenen
Betrieb oder
einen allenfalls vorhandenen Wunsch, den
Hof
dereinst an einen Nachkommen weiterzugeben,
anzuführen, um die behauptete Unzumutbarkeit zu unt
ermauern. Derartige besondere Umstände vermöchten auch nichts zu seinen Gunsten zu
bewirken und die Unzumutbarkeit der sich aufdrängenden beruflichen Veränderung zu begründen
(vgl. die Urteile des Bundesgerichtes 9C_644/2015 vom
3.
Mai 2016 E. 4.4.2
,
8C_13/2015 vom 3.
November 2015 E.
3.3.2
und 9C_834/2011 vom
2.
April 2012 E. 4
, je mit Hinweisen).
5.4
Nach dem Gesagten hat es die Beschwerdegegnerin zu Recht als zumutbar erach
tet, dass der Beschwerdeführer seine selbständige Tätigkeit als Landwirt aufgibt und eine unselbständige Tätigkeit aufnimmt. Demzufolge war es auch zulässig und möglich, das Invalideneinkommen gestützt auf Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
zuverlässig zu ermitteln. In Anbe
tracht des ärztlich
umschriebenen
Zumut
barkeitsprofils
, der fehlenden Ausbildung und der geringen beruflichen Erfah
rung des Beschwerdeführers ist es nicht zu bean
standen, dass die
Beschwerde
gegnerin
das
hypo
thetische
Invali
deneinkommen
ausgehend vom Lohn für einfa
che und repetitive Tätigkeiten, (
Zen
tral
wert
) für Männer von Fr. 4‘901.-- pro Monat ermittelt hat (vgl. LSE 2010, Tabelle TA1, Total, Ni
veau 4, Männer). Unter Berücksichtigung einer
be
triebs
übli
chen
Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden und der
Nominallohnent
wicklung
von 1.0 (2011) und 0.8 (2012) ergibt dies
ein Einkommen von Fr.
61‘190.--
im Jahr 2012
(Fr. 4‘901.-- : 40 x 41,7 x 12 :
1.01
x
1.008
).
6.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin
sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers
korrekt
ermitteln konnte
. Dementsprechend ist es auch nicht zu beanstanden, dass
sie
einen Einkommen
s
vergleich durchgeführt hat.
Da das Invalideneinkommen das
Valideneinkommen
übersteigt, erleidet der Beschwerdeführer keine
Einkom
menseinbusse
, die einen Rentenanspruch zu begründen vermöchte. Dementspre
chend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht das Bestehen eines Rentenan
spruches verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.