Decision ID: 14303e13-cdde-4f32-a2ba-150c370f1949
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977,
war
seit 2002 als
Angestellter
bei der
Y._
AG
tätig
und damit bei der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft
AG
(National)
gegen
die Folgen von Unfällen u
nd Berufskrankheiten versichert
,
als e
r
am 2
5.
April 2007 auf einem Parkplatzareal
als Fahrer eines Personenwagens
von
einem anderen Fahrzeug seitlich gerammt wurde
(
Schadenmeldung
Urk.
7/
U2
Ziff.
3 und
Ziff.
6
). Anlässlich der
am
3
0.
April 2007
erfolgten Erstuntersuchung
dia
gnostizierte der Hausarzt
ein
kranio
zervikales
Beschleunigungstrauma (
Urk.
7/
M2
Ziff.
5
) und attestierte a
m 1
8.
Juli 2007 unter Hinweis auf ausge
präg
te
Verspannungen i
m Nacken- und Brustwirbelsäulen-
Bereich eine Arbeits
unfähig
keit
von 100
%
vom
7.
Mai bis 1
2.
Juni 2007
und ab
dem
1
3.
Juni 2007 bis auf wei
teres
ein
e solche
von 50
%
(
Urk.
7/
M2
Ziff.
4 und
Ziff.
8-9
).
Die
am 2
3.
Juli 2007
veranlasste Röntgenaufnahme der s
eitlichen Halswirbelsäule
(
Beilagen
zu
Urk.
7/M5) erga
b
keine Knochendestruktionen.
Mit Verfügung vom
2.
November 2011
(
Urk.
7/K27)
stellte
die
National
sämt
liche
Versicherungsleistungen
a
b 3
1.
Juli 2011 ein. Dagegen erhob der Versicherte am
5.
Dezember 2011
vor
sorglich Einsprache (
Urk.
7/K28) und begründete diese
am
2.
März 2012 (
Urk.
7/K35
). Mit
Einspracheentsch
eid
vom 2
1.
August 2012 (Ur
k
.
7/K36
=
Urk.
2)
wies die
National
die erhobene Ein
sprache ab
.
2.
Der Versicherte erhob am 1
3.
September 2012 g
eg
en den
Einspracheentscheid
vom 2
1.
August 2012 (
Urk.
2)
Beschwerde
und beantragte,
es seien ihm weiter
hi
n die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk. 1
S. 2).
Mit
Beschwerdeant
wort
vom 1
0.
Oktober 2012 (
Urk.
6) beantragte die
National
die
Ab
wei
sung der Be
schwerde (
Urk.
6). Am
1
9.
Dezember 2012 reichte der
Beschwerdeführer
die Replik
(
Urk.
9) ein
und am 11. Dezember 2012 die Beschwerdegegnerin die
Duplik (
Urk.
12
)
. Die Dup
lik wurde dem
Beschwerdeführer
am 3
0.
Januar 2013 zugestellt (
Urk.
13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
–
so
weit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind
, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte
Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies
nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denver
sicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
hin
terlässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusamm
enhang besteht. Ursachen im Sin
n
e des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der
gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese
Ver
letzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie dif
fuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, De
pression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zu
sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be
zieh
ungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte ge
sund
heit
liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2
, 405 E.
2.2, 125 V 456 E.
5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfall
fol
gen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitge
hend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem na
türlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und
der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Be
einträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare
Funktionsaus
fälle
zu
rück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Recht
sprechung
des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfol
gen, wie sie für
psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98
E.
3b, 122 V 415 E.
2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall
eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwe
re aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Dem
nach
ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten
ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beein
trächtigung bei leich
ten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Un
fällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejah
ung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
ur
tei
lung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und ei
ner psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung
des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit
Schleuder
trauma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zich
tet,
da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Be
schwer
den medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeich
net
werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S.
409 E.
3b, 1998 Nr. U 272 S.
173 E.
4a; BGE 117 V 359 E.
5d/
aa
und
367 E. 6a)
.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete in ihrem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) die Ein
stellung
ihre Leistungspflicht ab
3
1.
Juli 2011
damit,
dass der Endzustand der
Unfallfolgen erreicht sei und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden könne
(S.
10
ff.
Ziff.
6-7
).
Der
Status quo sine
sei
spätestens
im Mai 2009 erreicht gewesen
(S. 14 Mitte).
Zudem sei die Adäquanz
zwischen
dem Unfall vom
April 2007 und
den noch geklagten Beschwerden
zu verneinen (S. 16 ff.
Ziff.
15
-21).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
gel
tend,
die Beschwerdegegnerin habe ohne weitere Untersuchungen einfach die An
nahme getroffen, es sei keine namhafte Besserung der Beschwerden zu er
warten (S.
3
Ziff.
2). Effektiv hätten sich die Beschwerden inzwischen Dank der Thera
pien durchaus gebessert
. Schon alleine die Tatsache, dass er inzwischen deutlich weniger Schmerzmedikamente einnehmen müsse, widerlege die Ar
gumentation der Beschwerdegegnerin. Der Endzustand sei noch nicht erreicht
,
und die Heil
behandlung sei fortzusetzen und deren Kosten seien weiterhin von der
Beschwer
degegn
erin
zu übernehmen (S. 3
Ziff.
3
).
Zudem sei die
Adäquanz
prüfung
ohne
vollständige und richtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes erfolgt
(S. 3 f.
Ziff.
4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs-einstellung (
Juli 2011
) hinaus gehende
Leistungspflicht der
Beschwerde
gegne
rin
besteht, mithin der Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem Zeitpunkt noch
vorhandenen Beschwerd
en und dem Unfallereignis vom 2
5.
April
200
7.
3.
3.1
Nach dem Unfall vom 2
5.
April
2007 wurde
der Beschwerdeführer erstmals bei
Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
am 3
0.
April
2007 untersucht
(
Urk.
7/M4
)
.
Dr.
Z._
diagnostizierte ein
kraniozer
vikales
Beschleunigungstrauma (
Ziff.
5) und hielt als Befund ausgeprägte Ver
spannungen im Nackenbereich fest, wobei der Röntgenbefund (vgl.
Urk.
7/M5) der Halswirbelsäule (HWS) und der Brustwirbelsäule (BWS)
keine
ossären
post
traumatischen Verletzungen
ergeben hätte (
Ziff.
4). Es sei
en
Analgesie und Phy
siotherapie sowie eine rheumatologische Beurteilung veranlasst worden (
Ziff.
7)
.
Dr.
Z._
attestierte
sodann
eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit vom
7.
Mai bis
1
7.
Juni 2007 und danach eine von 50
%
(
Ziff.
8-10).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Rheum
a
tologie
,
nannte in seinem
Be
rich
t
vom 1
3.
Juli 2007 (
Urk.
7/M5)
,
nachdem er den Beschwerdeführer am 1
2.
Juli 2007 untersucht hatte
,
als Diagnose ein panvertebrales
Schmerzsyn
drom
, maximal zervikal
,
bei einem Status nach HWS-Distorsion durch Auto
unfall am 2
5.
April 2007
und massiver
Somatisierung
und Schmerzausweitung.
Dr.
A._
führte aus, es sei drei Tage
nach dem Autounfall zu blockierenden Nackenschmerzen mit Ausstrahlung bis nach
lumbal und zusätzli
cher
Schmerz
ausstrahlung
nach
thorako
/ventral
gekommen
. Eine seither durchgeführte phy
sio
therapeutische Behandlung habe zu einer Abnahme der lumbalen Rü
cken
schmerzen geführt. Sensibilitätsstörungen seien nicht aufgetreten. Der Be
schwer
deführer habe Mühe mit der Konzentration insbesondere beim Lesen und beim Fernsehen. Aktuell habe er seine Arbeit als Informatiker wieder zu 50
%
aufge
nommen (S. 1).
Dr.
A._
führte aus, die gesamte Problemsit
uat
ion sei komplex.
Es komme zu Schmerzäusserungen bereits auf geringste Berührungen der Rückenregion
,
was auf eine zusätzlich erfolgte
Somatisierung
und Schmerzausweitung bei klinisch
nicht fassbaren neurologischen Auffälligkeiten hindeute.
Er empfehle ei
ne
schmerz
modulierende
Therapie,
die Fortführung der physioth
erapeutischen Be
handlung und den
Versuch der Verstärkung der körperlichen Aktivität. Falls diese
Massnahmen in absehbarer Zeit nicht zu einer deutlichen Besserung der be
sag
ten Problematik führten, wobei er an einen Zeitraum von etwa zwei Mo
naten
denke, müsste die gesamte Situation aus neuropsychologischer Sicht
,
be
zieh
ungs
weise aus psychiatrischer Sicht
,
beurteilt werden (S. 2).
3.3
Dr.
Z._
führte in
seinem Verlaufsbericht vom
3.
September 2007 (
Urk.
7/M6)
aus, es bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, welche mittelfristig gestei
gert werden dürfte. Nach der rheumatologischen Beurteilung durch
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) sei eine schmerzmodulierende Therapie begon
nen
worden, welche eine deutliche Stabilisierung des Zustandes gebracht habe. Der Beschwerdeführer fühle sich nach einem halben Tag Arbeit nicht mehr der
art
müde und habe auch deutlich weniger Schmerzen. Falls in den nächsten zwei bis
drei Wochen die Arbeitsfähigkeit nicht gesteigert werden k
ö
nne, sei eine Ü
ber
weisung an einen Psychiater zur Beurteilung der Situation geplant. Es sei über
dies ein Versuch mit
Craniosacraltherapie
gestartet worden.
Am
4.
Oktober 2007 (
Urk.
7/M7)
führte
Dr.
Z._
aus, es sei in den letzten zwei Wochen zu einer deutlichen Verbesserung der Situation gekommen und unter
Cra
niosacraltherapie
und neuer Medikation habe sich eine deutliche Stabilisie
rung der Situation gezeigt. Bei diesem doch nun positiven Verlauf habe er auf
eine Weiterweisung des Beschwerdeführers
zu einem Psychiater
verzichtet.
Er plane
anlässlich der nächsten Konsultation mit dem Beschwerdeführer den Zeit
punkt für eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit festzulegen. Falls dies nicht möglich sei, werde er den Beschwerdeführer psychiatrisch beurteilen las
sen.
In seinem Verlaufsbericht vom 1
2.
Dezember 2007 (
Urk.
7/M8) führte
Dr.
Z._
aus, es sei unter Weiterführung der physiotherapeutischen Behandlung und me
dikamentöser Therapie in steigender Dosierung zu einer weiteren Stabilisierung des Zustandes des Beschwerdeführers gekommen. Seit dem 2
2.
Oktober 2007 sei
dieser wieder zu 100
%
arbeitsfähig. Nach wie vor best
ünden
eine rasche Ermüd
barkeit und sehr wechselnde Rücken- und Nackenschmerzen.
Am 2
9.
Oktober 2008 (
Urk.
7/M11) führte
Dr.
Z._
aus,
es
bestünden nach wie vor sehr wechselhafte bewegungs- und belastungsabhängige Nackenschmerzen.
Die Beschwerden könnten mit Physiotherapie (einmal wöchentlich) einigermas
sen
kontrolliert werden. Der Beschwerdeführer nehme bei Bedarf Schmerzmittel. Seit
dem 2
2.
Oktober 2007 bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
In seinem Verlaufsbericht vom 1
3.
Mai 2009 (
Urk.
7/M12) berichtete
Dr.
Z._
, dass es nach einem über Monate hinweg einigermassen stabilen Verlauf seit an
fangs März 2009 ohne Auslöser zu einer Exazerbation der Nackenschmerzen
gekommen sei (
Ziff.
2). Weshalb es dazu gekommen sei, sei unklar, wobei er da
von
ausgehe, dass diese Probleme innert kurzer Zeit mit Physiotherapie wie
der deutlich gebessert werden könnten (
Ziff.
4). Es sei seit Monaten zu keiner Ar
beits
unfähigkeit gekommen
(
Ziff.
5)
.
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und für Re
ha
bilitation,
führte in seinem
Bericht vom 2
3.
April 2008 (
Urk.
7/M9)
aus, d
er
Be
schwerdeführer arbeite seit Oktober 2007 wieder zu 100
%
und sei dabei am Limit
.
Vor allem a
bends fühle er sich sehr müde und es stelle sich eine ext
reme Nackensteifigkeit ein.
Dr.
B._
führte aus, seine Untersuchungen hätten ein ausgeprägtes
myofasziales
Schmerzsyndrom mit deutlicher
Triggerpunktbil
dung
ergeben. Die HWS-Beweglichkeit sei praktisch in allen Richtungen frei, jedoch liessen sich Schmerzpunkte von der mittleren HWS bis zum
thorako
-lumbalen
Übergang nachweisen.
Durch eine gezielte Kräftigung der autochtho
nen Rücken-
und Nackenmuskulatur könnten diese Beschwerden gelindert wer
den. Es be
stehe
eine ausgesprochen
e
Dekonditionierung
nach dieser langen Lei
denszeit (S. 1).
Am
2
5.
Juni 2008 (
Urk.
7/M10)
führte
Dr.
B._
aus,
d
ie Therapie habe
vor
erst
eingestellt werden müssen, da der Beschwerdeführer
insbesondere wenig direk
tes
Training der Halsmuskulatur
ertragen habe und
auch die
myofasziale
Schmerz
ausbreitung
im Bereich
e des
thorakolumbalen
Übergangs
unter dem Training wieder etwas zugenommen
habe
. Er habe sich
deshalb entschlossen, die
Kräfti
gungsth
erapie
vorerst einzustellen u
nd dafür die
Craniosacraltherapie
weiterzu
führen.
Die medizinische Kräftigungstherapie sei in etwa drei Monaten wieder aufzu
neh
men. Die momentane Ar
beitsfähigkeit liege bei 100
%
.
3.5
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
der
Neurologe
Dr.
med.
C
.
_
,
führte in seiner
Aktenb
eurteilung
zuhanden der
Be
schwer
degeg
ne
rin
vom 1
5.
September 2010 (
Urk.
7/M13)
aus, bereits
im Ju
l
i 2007
seien die Be
fun
de nicht mit dem
natürlichen Verlauf einer unkomplizier
ten
HWS-Distor
sion ve
r
einbar gewesen und müssten retrospektiv auf sehr wahr
scheinlich
un
fall
frem
de
Mechanismen zurückgeführt werden (S. 4 Mitte). Auch sei die Anamnese des Be
schwerdeführers hinsichtlich früherer lange dauernder
Schmerzen und Be
hin
derungen nach Verletzungen, respektive einer
vorbeste
hen
den
Migräne
,
auffällig. Bereits früher - besonders nach der Verrenkung des rech
ten Fusses - habe weder
die Dauer noch das Ausmass der Beschwerden durch die Verletzung erklärt wer
den
können (S. 4 unten).
Wahrscheinlich sei der Verlauf der Beschwerden nach der HWS-Distorsion
–
for
mal eine leichte Verletzung bezogen auf den ersten Arztbesuch Tage nach dem
Ereignis - das Resultat einer Schmerzsensibilisierung
,
die vor dem Unfall von 2007 angefangen habe und eine Verzögerung des natürlichen Verlaufs er
kläre, jedoch keine Beschwerdezunahme
. Die Beschwerdezunahme im Mai 2009 lasse sich nicht als Teil des natürlichen Verlaufs erklären. Der Status quo sine sei da
mals spätestens erreicht gewesen. Das Andauern der Beschwerden - selbst auf ge
ringerem Niveau als vor der Schmerzverstärkung im Mai 2009 - entspre
che dem natürlichen Verlauf einer Schmerzkrankheit, beispielsweise
Fibromyal
gie
, wo
bei diese Diagnose beim Beschwerdeführer bislang klinisch nicht gestellt worden sei
und aufgrund der vorhandenen Angaben auch aktenmässig nicht gestellt werden
könne (S. 5 oben).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
führte
in seinem
Bericht vom 2
0.
Januar 2011 (
Urk.
7/M15)
aus,
er habe den Be
schwer
deführer am 2
8.
Dezember 2010 wegen seiner chronischen
Nacken
schmerzen
nach
einem Autoauffahrunfall im Jahr 2007 in seiner Praxis gesehen (S.
1). Kli
nisch imponiere
die Schmerzprovokation durch nahezu alle Bew
egun
gen
, vor allem
in
Reklination
. Auch
palpatorisch
reagiere der Beschwerdeführer links wie
rechts sehr empfindlich, distal und proximal sowie dorsal über den Dorn
fort
sät
z
en und paravertebral.
Dr.
D._
führte aus, der Beschwerde
führer gebe keine
Ausstrahlungen in die Arme an und es seien keine sensomo
torischen Defi
zite erkennbar. Er habe dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass angesichts der
diffu
sen Schmerzproblematik keine schmerztherapeutischen In
terventionen indi
ziert seien. Über allfällige psychische Begleiterkrankungen, die möglicherweise das
klinisch
e
Bild überlagerten, könne er keine Angaben ma
chen. Er wisse aber,
dass bei diesen diffusen Schmerzen die
interventionelle
Di
agnostik zu keinem weg
weisenden Resultat führe. Es blieben nur die von
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.2
) vorgeschlagenen multimodalen Ansätze (S. 2 Mitte).
In seinem
Bericht vom 1
4.
März 2011 (
Urk.
7/M16)
führte
Dr.
D._
aus, d
as
Kernspintomogramm
vom 2
9.
Dezember 2010
(
Urk.
7/M14) zeige Ver
än
de
rungen
der unteren Bandscheiben. Ob diese mit dem Unfall im Zusammen
hang
stünden, sei schwierig zu sagen, da keine Aufnahmen unmittelbar nach
dem Un
fall vorlägen.
3.7
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Neurologie,
führte am 2
2.
November 2011 (
Urk.
7/M17) aus,
die Hauptproblematik bei diesem Beschwerdeführer seien
nach wie vor die Schmerzen, welche sich
cervical
und
cervico-occipial
lo
kali
sier
ten
,
mit ausgeprägter Einschränkung der Beweglichkeit der HWS
(S.
3 Mitte)
.
Die durchgeführte CT-Untersuchung der Kopfgelenke habe Fehlstellungen C1 un
d
C2 am
cervico-cranialen
Übergang bei schmerzbedingter muskulärer
Dysba
lanc
e
mit
Kippung
von C1 und C2 nach links und Steilstellung nach links, inklusive der Kopfhaltung gezeigt.
Ange
sichts des klinischen und radiologischen Befun
des der Kopfgelenke erscheine die Schmerzreaktion des Beschwerdeführers nach
vollziehbar, zumal er auch von der gezielten Ultraschallbehandlung profitiere. Diese sollte weiterhin durchge
führt werden mit Zentrierung auf die
subocciptale
Muskulatur und der
nuchalen
Muskelansätze. Die Migräne habe laut Beschwer
deführer durch den Unfall nicht zugenommen, jedoch, da bis anhin nicht neu
ro
logisch beurteilt und fachspezi
fisch behandelt, sollte diese nun mit Basis und
Akutbehandlung angegangen werden. Der Beschwerdeführer benötige eine
myo
tonolytische
und schmerzdis
tanzierende Behandlung (S. 3 unten).
Dr.
E._
führte aus, bei der Beurteilung von HWS-Distorsionen seien individu
elle Gegebenheiten zu berücksichtigen, wobei die segmentale Lokalisation eine wichtige Rolle spiele
,
wovon
auch
der Behandlungserfolg
wesentlich abhänge.
Für ihn sei
nicht verwunderlich, dass der Beschwerdeführer auf die
Kräfti
gungs
therapie
mit Schmerzen reagiert habe und durch die verzögerte Heilung auch in
seiner Psyche beeinträchtigt worden sei. Er betrachte deshalb den End
zustand als
nicht erreicht, da weitere therapeutische Ansätze vorhanden seien, welche eine nam
hafte Besserung nicht ausgeschlossen erschei
n
en liessen
. Als weitere Mass
nahme zur
Detonisierung
der
suboccipitalen
Muskulatur könnten auch Infil
tra
tionen mit Lokalanästhetika
suboccipital
, eventuell auch
Botoxbe
handlungen
oder
gezielte Infiltrationen der
Intervertebralgelenke
(C2/3) einge
setzt
werden
(S. 4)
.
In seinem Bericht vom
9.
Mai 2012 (
Urk.
7/M18)
führte
Dr.
E._
aus,
d
urch eine
ausgewogene therapeutische medikamentöse und physi
otherapeutische Behand
lung, sowie durch die Entlastung durch
einen Tag Arbeit
in der Woche zu Hause
,
habe eine Stabilisierung der Situation erreicht werden könne
n. Um diesen Be
hand
lungserfolg
a
ufrecht erhalten
zu können
,
stehe der Beschwerdeführer wei
ter
hin in seiner regelmässigen Behandlung.
4.
4.1
Zu prüfen ist vorweg, ob
von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des u
nfallbedingt beeinträchtigten
Gesundheitszustan
des erwartet werden kann
(vorstehend E. 1.2), mithin
ob diesbezüglich der End
zustand erreicht ist.
4.2
Dr.
C._
(vorstehend E. 3
.5
) führte
nach
seiner neurologischen
Akten
beurteilung
vom September 2010
aus,
der Status quo sine sei spätestens im Mai 2009 erreicht. B
ereits zu Beginn seien die Befunde nicht mit dem natürlichen Verlauf einer unkomplizierten HWS-Distorsion zu vereinbaren gewesen und seien retrospektiv wahrscheinlich auf unfallfremde Mechanismen zurückzufüh
ren. Den Verlauf der Besc
hwerden sah
Dr.
C._
als Resultat einer bereits vorbestehenden Schmerzsensibilisierung und wies auch auf den ebenfalls
nicht
erklärbar
verzögerte
n Heilungsverlauf nach einer
Verletzung
des oberen Sprunggelenkes
im Februar 2004
(vgl.
Urk.
7/
VM2)
hin. Auch die
Beschwerde
zunahme
im Mai 2009 sei nicht Teil des natürlichen Verlauf
es gewesen.
Der schlüssigen Einschätzung von
Dr.
C._
kann gefolgt werden. So zeich
nete sich das von ihm beschriebene Bild
bereits
im Juli 2007 ab,
als
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.2
)
von massiven Schmerzäusserungen des Beschwerdeführers be
reits bei der geringsten Berührung berichtete und auf eine zusätzlich erfolgte
Somatisierung
und Schmerzausweitung bei klinisch nicht fassbaren neurologi
schen Auffälligkeiten hinwies. Zudem empfahl er bei Nichtbesserung des
Be
schwerdebildes
eine psychiatrische Konsultation.
Im Januar 2011 äusserte sich
auch
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.6)
dahingehend, dass er
angesichts dif
fu
sen Schmerzproblematik keine schmerztherapeutischen Interventionen mehr
als
indiziert
sehe
.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers geht aus dem Bericht von
Dr.
E._
vom November 2011 (vorstehend E. 3
.7
) nicht hervor, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Ge
sundheitszustandes mit entsprechender Auswirkung auf die erwerbliche Leis
tungsfähigkeit hätte erwartet werden können.
Zu beachten ist überdies, dass seit dem Unfall rund viereinhalb Jahre verstri
chen
sind und der Beschwerdeführer bis dahin diverse Therapiemöglichkeiten
von
Phy
sio
- über
Craniosakraltherapie
wahrgenommen hatte, welche nicht die ge
wün
sch
te Besserung des Gesundheitszustandes brachte
n
. Dass eine namhafte Besse
rung,
wie es
Dr.
E._
formulierte, lediglich nicht ausgeschlossen er
scheine, genügt hier nicht
,
um eine weitere Leistungspflicht der
Beschwerde
gegnerin
zu be
grün
den. Auch eine
allfällige
fünf Jahre später eingetretene tatsäch
liche Verbesse
rung
des Gesundheitszustandes, wie es
Dr.
E._
in seinem Be
richt vom Mai 2012
(vorstehend E. 3.7)
und der Beschwerdeführer
in
seiner Beschwerde (vorstehend E. 2.2
)
darlegte, vermag
Gegenteiliges
nicht dar
zutun.
Entsprechend stand einem Fallabschluss auf diesen Zeitpunkt respektive auf den
31. Juli 2011 nich
ts im Wege (vgl. Urteil des Bun
desgerichts
8C_527/2008,
vom
27. November 2008
E
. 4.1)
,
und
es
waren keine weiteren
Heilbehandl
ungs
leis
tung
en
mehr geschuldet.
4.3
Aufgrund des Gesagten ist daher davon auszugehen, dass nach einem Zustand
rund vier Jahre nach dem Unfa
ll vom April 2007
der Endzustand als erreicht an
ge
sehen werden kann und die Beschwerdegegnerin
zu Recht
davon ausging, dass
von den weiteren ärztlichen Behandlungen keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten sei.
5
.
5
.1
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) wies im Juli 2007
schon
auf eine
Schmerzäusse
rung
bereits bei der geringsten Berührung hin und dass dies auf eine erfolgte
Somatisierung
und Schmerzausweitung bei klinisch nicht fassbaren neurologi
schen Auffälligkeiten hindeute. Die von ihm empfohlene Röntgenaufnahme vom
2
3.
Juli 2007 der seitlichen Halswirbelsäule (
Urk.
7/M5) ergab sodann keine Hin
weise auf Knochendestruktionen
.
Auch
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.6)
erwähnte im März 2011
eine diffuse
Schmerzproblematik
und führte aus, dass er nicht sagen könne, ob die im
MRI vom 2
9.
Dezember 2010
(
Urk.
7/M14)
entdeckten
Veränder
ungen der unteren Band
scheiben mit dem Unfall im Zusammenhang stünden oder nicht.
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.
7
) berichtete dann im November 2011
von
Fehlstel
lung
en
von C1 und C2 am
cervico-cranialen
Übergang bei schmerzbedingter muskulärer
Dysbalance
mit
Kippung
von C1 und C2 nach lin
ks und
Steilstel
lung
nach links
. Inwiefer
n diese Befunde als unfallbedingt
anzusehen sind, geht aus dem Bericht jedoc
h nicht hervor. So führte
Dr.
E._
lediglich aus, ange
sichts dieses Befundes erscheine die Schmerzreaktion des Beschwerdeführers nach
vollziehbar.
Da
im Übrigen
Schmerzen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare
Bewegungsein
schränkungen
,
Muskulaturverhärtungen
und Ver
spannungen für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines
Be
schwerdebildes
zu begründen ver
mö
gen (vgl. etwa Urteil
e
des
Bundesge
richts
U 9/05
vom 3. August 2005 E. 4;
U 354/06
vom 4. Juli 2007
E. 7.2, U 328/06
vom 25. Juli 2007
E. 5.2 sowie vom
6. Mai 2008 8C_369/2007, E. 3), können die geklagten Beschwerden nicht als klar
ausgewiesenes
unfallbe
dingtes
organisches Substrat qualifiziert werden.
5
.2
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Aus
führungen kein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat
zugrun
de
liegt
,
in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten
Unfaller
eignis
steh
en
, kann offen gelassen werden. Denn diesbezüglich ist - anders als bei
Ge
sund
hei
tsschädigun
gen
mit einem klaren unfallbedingte
n Substrat, bei welchen der adäquate Kau
salzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejah
t werden kann (BGE 127 V 102 E
. 5b/
bb
mit Hinwe
isen) - eine besondere
Adäquanz
prü
fung
vor
zunehmen. Ob diese nach den in BGE 115 V 133 ge
nannten Krite
rien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines
Schleu
dertraumas
der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem
Schleuder
trauma
ähnlichen Verletz
ung in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisie
rten Regeln zu er
folgen hat, kann offenbleiben, da auch die Beur
teilung n
ach letzte
rer Praxis - wie im F
olgenden zu zeigen ist - zur Verneinung der Adäquanz führt.
5
.3
Mangels objektiv ausgewiesener
organische
r
Unfallfolgen im Sinne nachweis
ba
rer organischer Veränderungen stellt sich di
e Frage der Adäquanz der vom
Be
schwerd
eführer
gekl
agten Beschwerden (v
orstehend E. 1.
4
).
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige
Gesche
hensablauf
mit den sich dabei entwickelnden Kräften (Urteil
des Bundesgerichts
8C_356/2007 vom 1
1.
Juni 2008, E. 6.1).
Betreffend den Unfallhergang führte der Beschwerdeführer
unter anderem
im
In
spektionsbericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin am 3
1.
August 2007
(
Urk.
7/SI1)
aus,
es
sei eine seitliche Kollision gewesen, er habe noch hupen wollen. Die Sitzposition sei gerade gewesen, der Kopf nach links gedreht.
Es sei ein starker Aufprall gewesen und das Auto sei seitlich etwa einen Meter
ver
schoben worden
. Sein Auto sei gestanden (
lit
. B.).
E
in biomechanisches/unfallanalytisches Gutachten
wurde offensichtlich nicht erstellt. Angesichts der Beschreibung des Unfallherganges, ist der
Beschwerde
geg
nerin
folgend
(vgl.
Urk.
2 S. 18
Ziff.
18)
davon auszugehen, dass es sich hier
bei um
ein Unfallereignis mittlerer
S
chwere an der Grenze zu einem leichten
handelt.
F
ür die Annahme einer adäquaten Kausalität
ist damit
erforderlich, dass min
des
tens
vier
der
praxisgemässe
n
Kriterien gegeben s
ind (Urteil des Bundesge
richts
8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5).
Weder besonders dramatische Begleitumstände noch eine besondere Eindrück
lichkeit des Unfalls sind vorliegend ersichtlich. Zu urteilen ist hierbei objektiv
und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens
beziehungsweise Angstgefühls des
Beschwerdeführers
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_249/2009 vom
3.
August
2009
E. 8.2 mit Hinwe
isen). Der Verkehrsunfall vom 2
5.
April 2007
spielte s
ich
auf
grund der Schilderung des Beschwerdeführers
und nach Lage der Akten weder
unter be
sonders dramatischen Begleitumständen ab, noch war er besonders ein
drück
lich. Es waren namentlich keine relevanten Begleitumstände zu verzeich
nen
, welche die Bejahung dieses Kriteriums gestatten würden.
Der Beschwerdeführer
erlitt beim Verkehrsunfall keine schweren oder besonders gelagerten Verletzungen.
Zwar litt der Beschwerdeführer im Anschluss an den
Unfall an Beschwerden im Hals- und Nackenbereich
,
doch
ergaben die nach dem
Unfall
durchgeführten Untersuche
keine relevanten Befunde
. So erlitt
der Be
schwerdeführer keine
ossären
Verletzungen (
vorstehend E.
3.2
).
Anhaltspunkte für eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung bestehen nicht. Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen sind im Rahmen dieses Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung nicht zu berücksichtigen (Urteile
des Bundesgerichts
8C_698/2008 vom 2
7.
Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 1
1.
November 2008 E. 7.3). Im Wesentlichen fanden nebst medikamentöser Schmerzbehandlung
eine
C
ra
niosacraltherapie
sowie
Physiotherapie statt
. Das genügt zur Bejahung des Kri
teriums nicht.
Das Kriterium der erheblichen Beschwerden kann, wenn auch nicht in ausge
prägter Form, al
s erfüllt betrachtet werden. Der Beschwerdeführer
klagte durch
wegs über Nacken
- und
Rückenschmerzen
(vorsehend E.
3.1-4, E. 3.6-7
).
Den
noch
konnte
er
indessen ärztliche Termine wahrnehmen und
arbeitete seit dem 2
2.
Okto
ber 2007 wieder im
ursprünglichen
Pensum
.
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mer
te, ist weder ersichtlich noch geltend gemach
t worden. Im Gegenteil wurde der Be
schwerdeführer
jederzeit
adäquat behandelt, an jeweilige
Spezialisten überwie
sen und umfassend medizinisch betreut.
Lediglich eine beabsichtigte
Kräfti
gungs
therapie
(vorstehend E. 3.4) musste abgebrochen werden.
Zum Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit ist festzuhalten, dass de
m Be
schwerdeführer vom
7.
Mai
bis 1
2.
Juni 2007
eine
vollständige
Arbeit
sunfä
hig
keit bescheinigt wurde. Danach war er bis zum 2
2.
Oktober 2007 zu 50
%
ar
beits
u
nfähig und arbeitete anschliessend wieder in seinem gewohnten Pensum von
100
%
. Eine erhebliche Arbeit
sunfähigkeit trotz ausgewiesenen
Anstren
gung
en
lag
demnach nicht vor.
5.4
Zusammenfassend
ist festzuhalten,
dass
von den
genannten Kri
terien
lediglich
das Kriterium der erheblichen Beschwerden
– aber nicht in ausgeprägter Form -
als erfüllt erachtet werden kann, womit die Kriterien
nicht in gehäufter Weise ge
geben
sind
, wes
halb die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zw
ischen dem
Un
fallereignis
vom 2
5.
April 2007
und den über de
n 3
1.
Juli 2011
hinaus geklag
ten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Be
schwerden
,
zu verneinen ist.
6.
Aufgrund des Gesagten
ist bei dieser Sachlage die Leistungseinstellung der
Be
schwerdegegnerin
per
3
1.
Juli 2011
nicht zu beanstanden. Dies führt zur Ab
weisung der Beschwerde.