Decision ID: 29a721d0-b6e6-46d7-838b-d21e733a03c7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, meldete sich am 3. November 2015 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf Depressionen und chronische Nackenschmerzen bei der
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2).
Die
IV-Stelle
tätigte daraufhin Sachverhaltsabklärungen in erwerbli
cher und medizinischer Hinsicht
(Urk. 8/
6-8, Urk. 8/10-11,
Urk. 8/13)
, legte
das Dossier ihrem regionalen ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme vor (Urk. 8/18/3-4)
und führte
eine Haushaltsabklärung
durch
(
Urk. 8/16
)
. Mit Ver
fügung vom 11. November 2016 sprach
die IV-Stelle der Versicherten
ab Juni 2016 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
zu (
Urk.
8/
24+27).
1.2
Im März 2018 leitete die IV-Stelle ein
amtliches
Rentenrevisionsverfahren ein (Urk. 8/31). Nachdem sie in diesem Zusammenhang Berichte des behandelnden Arztes, Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto eingeholt
hatte
(Urk. 8/32, Urk. 8/33/5-6,
Urk. 8/36,
Urk. 8/44
/7-8
)
, setzte sie die Versicherte mit Mitteilung vom 18. Januar 2019 darüber in Kenntnis, dass sie zur Klärung der Leistungs
an
sprüche
ein
bidisziplinäres
Gutachten
als notwendig erachte (Urk. 8/46).
Das Gutachten wurde am 6. Mai
2019 von Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med.
A._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattet (Urk. 8/52).
A
m 20. Septem
ber 2019
verfügte die IV-Stelle
die Aufhebung der Rente auf Ende des
der
Zu
stellung der Verfügung
folgenden Monats (Urk. 8/64).
Die betreffende Ver
fügung
erwuchs
unangefochten in Rechtskraft (vgl. Urk. 1 S. 4
Rn
3).
1.3
Am 6. November 2019 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/68).
Nachdem die IV-Stelle das Dossier ihrem RAD zur Stellungnahme vorgelegt hatte (Stellungnahme Dr. med.
B._
, praktische Ärztin, vom 18. November 2019 [Urk. 8/75/2])
,
stellte sie der Versicherten m
it Vorbescheid vom 26. November 2019 in Aussicht, mangels wesentlicher Änderung der beruflichen
und
medizinischen Situation nicht auf ihr Leistungsbegehren ein
zu
treten (Urk. 8/71). Nachdem die Versicherte dagegen Einwand erhoben (Urk. 8/72, Urk. 8/
83) und Berichte der behandelnden Psy
chi
aterin Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH
für Psychiatrie und Psycho
therapie sowie für
Neurologie
, eingereicht hatte (Urk. 8/81-82),
stellte
ihr
die IV-Stelle
mit neuem Vorbescheid vom 18. Juli 2020
die Abweisung ihres Leis
tungsbegehrens in Aussicht (Urk. 8/87).
Dagegen erhob die Versicherte am 14. September 2020 Einwand (Urk. 8/91), woraufhin die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom 25. September 2020 abwies (Urk. 2 = Urk. 8/96).
2.
A
m 26. Oktober 2020
erhob die Versicherte
Beschwerde und beantragte, die an
gefochtene Verfügung vom 25. September 2020 sei aufzuheben und die
Be
schwer
degegnerin
sei zu verpflichten, eine psychiatrische Abklärung durchzu
führen, worauf neu zu entscheiden sei (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art.
28 Ab
s.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblich
en Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet
sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V
351 E. 3a mit Hinweis).
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invaliden
ver
sicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
tho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD
können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014
vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
–
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
seit der Rentenaufhebung im September 2019
keine langandauernden Ein
schrän
kungen festgestellt worden seien, welche einen Leistungsanspruch auslö
sen wür
den. Die Diagnose einer p
osttraumatischen Belastungsstörung sei aus IV-rechtli
cher Sicht nicht nachvollziehbar
. Den Akten lasse sich kein belastendes Ereignis von aussergewöhnlichem Umfang oder katastrophalem Ausmass entnehmen und die
Beschwerdeführerin
absolviere keine Traumatherapie
. Im Weiteren werde eine mittelgradige depressive Episode genannt, welche durch geeignete therapeutische Massnahmen gut behandelbar sei. Bezüglich Alkohol liege glücklicherweise eine Abstinenz vor, so dass hier ebenfalls keine Einschränkungen festgestellt werden könnten.
So
lange nicht alle Therapien ausgeschöpft worden seien, könne nicht von einer invalidisierenden Einschränkung ausgegangen werden. Eine weitere Abklärung ergäbe somit keine neuen Angaben
(Urk. 2)
.
2.2
Dem hielt die
Beschwerdeführerin
entgegen,
obwohl eine psychiatrische Ver
laufsbeurteilung im Lichte des Untersuchungsgrundsatzes unerlässlich gewesen wäre, habe
die
Beschwerdegegnerin
den Fall weder intern noch extern unter
suchen lassen.
Die
behandelnde Fachärztin
habe
mehrfach erklärt, weshalb sich der Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert habe.
Der aufgezeigte Gesund
heitsschaden sei von der
Beschwerdegegnerin
jedoch mehrmals negiert worden, ohne dass ihr sämtliche Kenntnisse vorgelegen hätten. Auch aus dem letzten Feststellungsblatt
der IV-Stelle
ergebe sich, dass die
Beschwerdegegnerin
angeb
lich offene Fragen gehabt habe. Anstatt diese abzuklären, sei sie aber passiv geblieben, obwohl sie auf das neue Leistungsgesuch materiell eingetreten sei.
Ferner treffe
es
nicht zu, dass keine adäquate Therapie sta
ttfinde
. Vielmehr habe sich die
Beschwerdeführerin
zwischenzeitlich dazu überwinden können, eine Psy
chotherapie zu beanspruchen. Auch wenn dadurch eine gewisse Stabilisierung habe stattfinden können, habe
sie
auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht reüssieren können. Die Traumatisierung bestehe aufgrund der Erlebnisse, welche sie ge
macht habe, als sie ihren
(damaligen)
Lebenspartner in der Haft in
D._
be
sucht habe
(Urk. 1).
2.3
Streitig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin
auf eine Invalidenrente
und in diesem Zusammenhang die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin
den
entscheid
rele
vanten
Sachverhalt hinreichend abgeklärt hat
.
N
ach Erlass des ersten Vorbe
schei
des (Urk. 8/71)
ist die
Beschwerdegegnerin
unbestrittenermassen
materiell
auf die
Neuanmeldung eingetreten
(
Urk. 8/87,
Urk. 2)
,
womit
eine gerichtliche Überprü
fung der
Eintretensfrage
unterbleibt
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/20
20 vom 21. September 2020 E. 3.1 mit Hinweisen)
. N
achfolgend
ist
mittels
einer Gegen
überstellung des medizinischen Sachverhaltes in den Vergleichszeitpunkten (ren
tenaufhebende Verfügung vom
20. September 2019 [Urk. 8/64];
angefochtene Verfügung vom 25. September 2020 [Urk. 2]) zu klären
, ob sich eine massgebliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen ergeben hat.
3.
3.1
Die rentenaufhebende Verfügung vom 20. September 2019 (Urk. 8/64) stützte sich in medizinischer Hinsicht auf das
bidisziplinäre
Gutachten von Dr.
Z._
und Dr.
A._
vom 6. Mai 2019 (Urk. 8/52). Die Gutachter stellten darin keine Dia
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und hielten folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 8/52/3):
-
Störung
en
durch den Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10)
-
Gegenwärtig unregelmässiger Konsum, anamnestisch zeitweise Abhän
gig
keitssyndrom
-
Chronisch rezidivierendes
cervico
- und
thorakovertebragenes
Schmerz
syndrom
-
Untergewicht mit Body-Mass-Index von 17.34 kg/m
2
-
Nikotinkonsum von circa 30 pack
years
Es würden Defizite in den Bereichen Durchhaltevermögen und Selbstbe
haup
tungs
f
ähigkeit im Vordergrund stehen, die sich im Zusammenhang mit einem Sucht
leiden erklärten, das zu multiplen Stürzen in angetrunkenem Zustand und rezi
di
vierenden Verstimmungszuständen geführt habe.
Demgegenüber verfüge die
Beschwerdeführerin über persönliche Ressourcen (gute Kom
munikations
fähig
keit
, gute Intelligenz, berufliche Erfahrung/Berufsabschluss). Der Verlauf der Störung sei im Zusammenhang
mit einem Suchtleiden
einzuordnen. Eine soziale Desinte
gration sei nicht vorhanden (keine Verwahrlosung, geordnete finanzielle und Wohnsituation, bestehende Partnerschaft, keine Delinquenz). Der soziale Kontext sei im Gegenteil objektiv und subjektiv geordnet. Die Aktivitäten des täglichen Lebens
seien angemessen.
Eine relevante (
≥
20 % von 100 %) Minderung der Arbeitsfähigkeit könne aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht begründet werden.
Somatisch-pathologische Befunde könnten in einem geringen Ausmass objektiviert werden.
Es sei
aber
kein somatisch-pathologischer Befund ausge
wie
sen, der eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die von der
Be
schwerdeführerin
früher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten begründen könn
t
e. In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die soma
tisch-rheumatologische Komponente als auch die psychosomatisch-psychiatri
sche Komponente mitberücksichtige, könne für keinen Zeitraum eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begrü
ndet werden (Urk. 8/52/3
-5).
Dr.
Z._
führte i
n seinem rheumatologischen Gutachten aus, eine
Teardrop
-Frak
tur von HWK2 sei aufgrund der Röntgenaufnahmen ausgewiesen. Der Sturz habe sich gemäss der
Beschwerdeführerin
im Frühsommer 2015 kurz vor einem statio
nären Alkoholentzug ereignet. Mit dieser stattgehabten Fraktur könne eine
auf maximal 1-2 Monate
limitierte, jedoch keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die früher im administrativen Bereich ausgeübten beruflichen Tätigkeiten begründet werden.
Die Fraktur sei anschliessend konsolidiert und seit dem 22. März 2018 sei der vollständige
ossäre
Durchbau
einer
Teardrop
-Fraktur von HWK2 dokumentiert. Allgemeininternistisch könne abgesehen vom Alkohol
konsum kein relevanter klinisch-pathologischer Befund objektiviert werden. Diesbezüglich seien
derzeit keine Hinweise auf einen relevanten Zielorganbefall ausgewiesen
. Insgesamt seien die von der
Beschwerdeführerin
geschilderten Be
schwerden bezüglich Umfang und Intensität partiell auf die objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunde abstützbar. In einer derartigen Situation
seien grundsätzlich krankheitsfremde Gründe, ein Aggravationsverhalten im Rahmen eines Rentenbegehrens und eine psychosomatisch-psychiatrische Affektion zu diskutieren. Es werde Aufgabe des mitbegutachtenden Psychiaters sein, diesbe
züglich Stellung zu beziehen. Ungünstig auf eine erfolgreiche Wiederein
gliede
rung in den Arbeitsprozess könnten sich krankheitsfremde Faktoren, wie bei
spielsweise
eine
länger anhaltende berufliche Arbeitsabstinenz,
die
ärztlicherseits längerdauernd attestierte
n
Arbeitsunfähigkeiten,
das
Alter der
Beschwerde
füh
rerin
,
die
ungünstige Arbeitsmarktsituation und möglicherweise die limitierte Moti
vation auswirken. Aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht bestehe eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit und könne für keinen Zeitraum eine anhaltende
Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit für die bisher ausgeübten berufliche
n Tätig
keiten begründet werden
(Urk. 8/52/13
-1
7
).
Dr.
A._
hielt fest, a
us versicherungspsychiatrischer Sicht seien Störungen durch den Gebrauch von Alkohol zu attestieren, die zeitweise als Abhängig
keits
syndrom eingeordnet worden seien und zu multiplen Stürzen (zuletzt 2015) sowie rezidivierenden Verstimmungszuständen geführt hätten. Aktuell sei von einem unregelmässigen Konsum auszugehen. Auf ein chronisches Schmerzsyndrom sei hinzuweisen. Die in den Akten vermutete Diagnose einer allenfalls eigenstän
digen depressiven Störung könne nicht bestätigt werden, der Schweregrad habe
nicht das notwendige Ausmass erreicht. Die von der Beschwerdeführerin beschrie
benen deprimierten und gereizten Verstimmungen würden eine depressive Epi
sode gemäss ICD-10 nicht ausreichend begründen. Depressive Syndrome seien im Fall der
Beschwerdeführerin
Ausdruck ihres Konsumverhaltens (Intoxikationen, Entzugssyndrome) und/oder ihrer Überforderung bei sozialen Belastungen (bspw. Konflikte am Arbeitsplatz, Erwerbslosigkeit).
Bei der
Beschwerdeführerin
seien
keine schwerwiegenden Hinweise dokumentiert, die annehmen liessen, dass rele
vante akzentuierte Persönlichkeitszüge beziehungsweise eine Persönlichkeits
än
de
rung vorliegen würden oder die Eingangskriterien der Definition einer Per
sön
lichkeitsstörung erfüllt seien. Für eine aktuelle und/oder im Verlauf statt
ge
fundene Aggravation der beschriebenen Beeinträchtigungen würden sich unter Berücksichtigung der vorliegenden Arztberichte, der fremdanamnestischen An
ga
ben und des aktuellen Untersuchungsbefundes aus versicherungsmedizinischer Sicht keine hinreichenden Belege finden. Eine relevante (
≥
20 % von 100 %) anhaltende Minderung der Arbeitsfähigkeit könne aus versicherungspsy
chia
tri
scher Sicht für keinen Zeitraum begründet werden. Im Zeitraum vom 13. Juli bis am 5. August 2015 könne aufgrund stationärer Behandlungsmassnahmen eine entsprechend kurzzeitig andauernde Minderung der Arbeitsfähigkeit angenom
men werden
(
Urk. 8/52/37-
48).
3.2
Im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung wurden insbesondere folgende Arzt
berichte aufgelegt:
3.2.1
In ihrem
Bericht vom 28. Oktober 2019
hielt Dr.
C._
fest, die
Beschwerde
führerin
befinde sich seit dem 15. August 2019 auf hausärztliche
Zuweisung hin bei ihr in Behandlung.
T
rotz der Behandlung mit
Escitalopram
und
Quetiapin
zeig
t
e
n
si
ch
noch Anzeichen einer depressiven Stimmung. So wie sie die Be
schwerdeführerin jetzt erlebe
,
aus den Gesprächen sowie aus den Informationen des Hausarztes und des Ehemannes
,
könne sie sich schwer vorstellen,
dass diese zu 100 % arbeitsfähig sein soll
e
. Gestützt auf das durchgeführte ICF-APP zeige die
Beschwerdeführerin
Beeinträchtigungen in der Planung und Strukturierung von Aufgaben (leicht), Flexibilität und Umstellungsfähigkeit (mässig),
Entscheidung
s-
und Urteilsfähigkeit (leicht), Proaktivität und Spontanaktivitäten (mässig), Wider
stands- und Durchhaltefähigkeit (leicht), Selbstbehauptungsfähigkeit (mässig
), Konversation und Kontaktfähigkeiten zu Dritten (mässig), Gruppen
fähig
keit (mässig), Selbstpflege/Selbstversorgung (leicht), Mobilität und Ver
kehrs
fähigkeit (leicht). Im Gutachten sei festgehalten worden, dass die
Beschwer
deführerin
über gute Kommunikationsfähigkeiten verfüge. Dies könne sie sich in der aktuellen Situation nicht vorstellen, indem sie Kontakte mit
den Leuten vermeide, Angst vor Ans
ammlungen von Personen habe und auch im ersten Gespräch kaum in der Lage gewesen sei, zu reden. In den Verlaufsgesprächen sei es etwas
besser gegangen
, die
Beschwerdeführerin
sei jedoch meistens gehemmt und zurückhal
tend. Derzeit mache sie den Haushalt morgens, sei danach jedoch sehr müde und brauche die Zeit mit den Hunden als Ausgleich. Nach den Gesprä
chen sei sie meistens für etwa eine
Stunde ins Bett gegangen, weil diese für sie zu anstrengend gewesen seien. Sie fahre kein Auto, weil sie sich sonst Alkohol besorge, um «die Gedanken» auszuschalten. Zu den Gesprächen sei sie immer vom Partner begleitet worden. Er sorge für fast alles, übernehme im Haushalt viele Aufgaben, obwohl sie noch die Bürokratie
und leichte Arbeiten im Haushalt
erledige
. Derzeit suche sie einen Teilzeitjob (50 %), weil sie berichte, sich nicht den ganzen Tag kon
zentrieren zu können. Lange
s
Sitzen bereite ihr Schmerzen im Rücken und sie sei nicht in der Lage, den ganzen Tag zu arbeiten, weil sonst der Druck nach Alkoholkonsum zu gross sei.
Dr.
C._
gab an, sie erlebe die
Beschwerdeführerin
in ihren Schilderungen ehrlich und könne dem Partner glauben, wenn er sage, dass sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verschlechtert habe. Es sei nicht so, dass die
Beschwerdeführerin
arbeitsunfähig sei, weil sie trinke, sondern dass sie trinke, wenn sie unter Druck sei. Eine Arbeit im 100 %-Pensum wäre derzeit zu viel Druck
(Urk. 8/67).
3.2.2
In ihrem Bericht vom
21. Februar 2020
stellte Dr.
C._
folgende Diagnosen
(Urk. 8/81
/1
)
:
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeits
syn
drom, derzeit abstinent (ICD-10 F10.2)
-
Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.2)
Die
Beschwerdeführerin
sei vom Hausarzt zu einer kurzen Einschätzung zuge
wiesen worden (Arbeitsfähigkeit/medikamentöse Therapie). Bis jetzt habe sie sich nicht wirklich auf eine Therapie einlassen können,
sie habe zu viel Angst davor
gehabt. Sie habe sich danach spontan dafür entschieden, weiter in Behandlung zu kommen. Anfangs sei sie sehr ambivalent gewesen und habe in die Ver
gangenheit schauen, Stabilität finden und nicht mehr trinken wollen. Gleichzeitig habe sie viel Angst vor Veränderungen gehabt. Sie habe sich nur langsam öffnen können und habe immer einen gewissen emotionalen Abstand gehalten, was ihr sicher als Abwehr gedient habe und zu ihren Persönlichkeitszüge
n passe. Als schwierigste Zeit
habe sie diejenige erlebt, während welcher ihr Ex-Ehemann im Gefängnis gewesen sei. Sie habe viele
Jahre davon geträumt, sei lange leicht schreckbar
gewesen und habe Menschenansammlungen
vermieden. Im Verlauf habe sie mit dem Alkoholkonsum aufgehört
, was zu einer Besserung der An
triebslosigkeit geführt habe, jedoch habe sie noch depressive Symptome gezeigt und ihre Belastbarkeit sei wie vorher ziemlich eingeschränkt geblieben. Die Be
schwerdeführerin habe den Alkoholkonsum seit September 2019 sistieren und damit einen Faktor entfernen können, der das Zustandsbild verschlechtert habe.
Die depressiven Symptome seien jedoch geblieben, die Belastbarkeit der Beschwe
r
deführerin sei noch sehr beschränkt. Zuhause mache sie einiges morgens, nach
mittags sei sie aber extrem müde, dann verbringe sie
Zeit mit den Hunden. Es mache ihr Angst, wieder unter Druck zu kommen, da
sie
einen Rückfall in den
Alkoholkonsum befürchte. Eine 100%ige Arbeit im ersten Arbeitsmarkt sei unrea
listisch, sie würde nicht die Leistungen
für 100 % bringen, könne sich nicht lange konzentrieren, der emotionale Stress verschiebe sich dann auf den Körper mit Somatisierung. Es werde eine geschützte Tätigkeit mit 50/60 % Präsenzzeit emp
fohlen, am besten mit Tieren oder Pflanzen, wo die Belastung aus Beziehungen niedrig sei. Aufgrund der Persönlichkeitsstruktur (wo auch
biologische Faktoren eine Rolle spielten, da die Mutter selber sehr wahrscheinlich unter Depressionen gelitten und eine Alkoholabhängigkeit gehabt habe) sowie der negativen Erfah
rungen in der Kindheit
zeige
die
Beschwerdeführerin
strukturelle Schwäche. Mit dem Alter werde sich ihre Fragilität wahrscheinlich steigern, da auch die kör
perliche Schwäche dazu komme. Die Prognose sei ungünstig (Urk. 8/81).
3.2.3
Am
28. August 2020
nahm
Dr.
C._
zum abweisenden
Vorbescheid
der IV-Stelle Stellung. Darin hielt sie fest, die
Beschwerdeführerin
sei dreimal für jeweils 10 Tage in
D._
gewesen und habe dabei ihren Ex-Mann jeden Tag besucht. Ob die Szenen, die sei gesehen habe, belastend gewesen seien, könne man nicht sagen. Sie habe gesagt, dass es in diesen Gefängnissen nicht wie hier sei und sie habe diese als sehr belastend erlebt. Mit dem Alkoholkonsum habe sie begonnen, um die damalige Situation auszuhalten (Reisen in
D._
, Überarbeit in Heimat
ort um die Kosten für den Ex-Mann zu decken, beides mit emotionalem Stress verbunden)
, dies wäre dann im Jahr 1998 gewesen. Aber auch wenn der Alkohol
konsum im Jahr 2000 begonnen hätte, würde dies nicht eine grosse Rolle spielen:
Teilweise, wenn eine Substanz zur Behandlung bestimmter Gefühle benutzt werde
, schaffe man es, den Konsum zu begrenzen, so lange man irgendetwas gegen die Situation machen könne (Handeln), und erst dann, wenn man nicht mehr agieren könne/müsse und sich mit allen Gefühlen konfrontieren müsse, brauche man mehr von der Substanz, um diese zu dämpfen. Wieso diese Aspekte in dem vorherigen Gutachten nicht erwähnt worden seien, könne nicht gesagt werden. Die
Beschwerdeführerin
sage spontan sehr wenig, sie sei sehr zurückgezogen und sei dies auch in den ersten Gesprächen gewesen. Es habe sehr viel Zeit gebraucht, bevor sie etwas erzählt habe. Ihre Abwehr sei vermeiden, so dass man viel nach
fragen müsse
(Urk. 8/90).
4.
4.1
Im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung wurden keine Arztberichte einge
reicht, welche sich mit dem
somatischen Gesundheitszustand der
Beschwerde
führerin
befassen
.
D
ie
Beschwerdeführerin
machte diesbezüglich sodann auch
keine Veränderung ihres Gesundheitszustandes geltend
(Urk. 1 S. 4
Rn
4, vgl. Urk. 8/68/7)
.
I
m
bidisziplinären
Gutachten vom 6. Mai 2019 wurde einzig der
Teardrop
-Fraktur, welche sich die
Beschwerdeführerin
im Frühsommer 2015 an
lässlich eines Sturzes zugezogen hatte, Auswirkungen auf die funktionelle Leis
tungsfähigkeit beigemessen.
D
ies
zeitlich begrenzt auf maximal
1-2 Monate nach dem Sturzereignis.
Anschliessend
kam
es zu einer Konsolidierung der Fraktur
mit
einem vollständigen
ossären
Durchbau
(E. 3.1).
Vor diesem Hintergrund sind k
eine Hinweise
dafür auszumachen, dass bei der
Beschwerdeführerin
ein somatisches Leiden besteht, welches sich andauernd auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkt.
In dieser Hinsicht
liegt somit keine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen vor (vgl. E. 1.
3
).
4.2
4.2
.1
Was ihren psychischen Gesundheitszustand anbelangt, reichte d
ie
Beschwerde
führerin
verschie
dene Berichte von Dr.
C._
ein
(Berichte vom 28. Oktober 2019
[Urk. 8/67], 21. Februar 2020 [Urk. 8/81], 5. März 2020 [Urk. 8/82] un
d 28. August
2020 [Urk. 8/90]).
4.
2
.2
Dem Bericht vom
28. Oktober 2019
lässt sich entnehmen, dass
die
Beschwer
deführerin
trotz der Behandlung mit
Escitalopram
und
Quetiapin
noch Anzeichen einer depressiven Stimmung
zeigte
(
E. 3.2.1
).
Dies
stimmt mit
den Ausführungen
im
bidisziplinären
Gutachten vom 6. Mai 2019
insoweit
überein,
als
bei der
Be
schwerdeführerin
trotz
(dama
ls noch hausärztlich verordneter
)
Psychopharma
ka
therapie
(Urk. 8/52/40)
ebenfalls
rezidivierende Verstimmungszustände
ausge
macht wurden
(
Urk. 8/52/39
, E. 3.1
).
Der
Bericht
von Dr.
C._
deckt sich
auch insofern mit
dem
psychiatrische
n
Gutachten
, als
jeweils
bloss
leicht bis mässig ausgeprägte
Einschränkungen
erhoben
wurden
(Urk. 8/52/44-47,
E. 3.2.1
).
Im Gutachten
wurde
zusammengefasst fest
gehalten
, bei der
Beschwerdeführerin
würden Einschränkungen im Durchhaltevermögen und in der Selbstbehau
ptungs
fähigkeit im Vordergrund stehen. Die Gutachter zeigten
nachvollziehbar
auf
, dass
die ausgemachten Defizite das Ausmass einer eigenständigen psychischen Stö
rung nicht erreichten
(E. 3.1). Dem Bericht von Dr.
C._
vom 28. Oktober 2019
lässt sich
dahingegen
keine schlüssige Erklärung dafür entnehmen, inwiefern
die erhobenen Befunde auf eine massgebliche funktionelle Einschränkung der
Be
schwerdeführerin
schliessen
lassen sollen
. Soweit
dem Bericht
zu entnehmen ist,
die
Beschwerdeführerin
suche derzeit eine
n
Teilzeitjob im 50 %-Pensum, da sie sich nicht den ganzen Tag konzentrieren könne und nicht in der Lage sei, den ganzen Tag zu arbeiten (
E. 3.2.1
) scheint dies der von
Seiten der
Beschwerde
füh
rerin gegenüber
Dr.
C._
geäusserten Selbsteinschätzung zum verbl
iebenen
Leis
tungsvermögen zu entspringen, wie sie
von behandelnden Ärzten
sehr oft unter
stützt wird
. Für die Frage, ob und inwiefern es der
Beschwerdeführerin
zuzumuten ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
,
ist indessen insofern eine objektivierte Betrachtungsweise massgeblich, als es nicht auf ihr subjektives Empfinden an
kommen kann (
vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG,
BGE 141 V 281 E. 3.7.1
mit Hinweisen
).
Die Aktenbeurteilung von RAD-Ärztin Dr.
H._
vom 18. November 2019, wo
nach sich aus dem Bericht von Dr.
C._
vom 28. Oktober 2019 keine Verän
de
rung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum
bidisziplinären
Gutachten vom 6. Mai 2019 ergebe (Urk. 8/75/2)
,
erweist sich
dementsprechend als schlüssig.
4.
2
.
3
In ihrem Bericht vom 21. Februar 2020 diagnostizierte Dr.
C._
eine mittel
gradige depressive Episode, psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol sowie eine kom
plexe posttraumatische Belastungsstörung (
E. 3.2.2
).
D
as Hinzu
treten einer
neuen Diagnose
stellt
für sich
alleine
keinen Revisionsgrund dar
.
So ist auch
im Rahmen einer
Neuanmeldung
e
inzig
massgebend
, ob b
eziehungsweise
in welchem
Ausmass
den medizinischen Akten eine erhebliche (andauernde) Ver
schlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum ent
nommen werden kann (
BGE 136 V
279 E.
3.2.1
, Urteil des Bundesgerichts
8C_664/2017
vom 25. Januar 2018 E. 9).
Im Zusammenhang mit der
Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung
wurde
d
as Belastungskriterium, mith
in das auslösende Trauma, von Dr.
C._
nicht konkret referiert
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_548/2019 vom 16. Januar 2020 E. 6.3.1)
.
Sie führte
diesbe
züglich
lediglich aus, die Beschwerdeführerin habe ihren damaligen Lebens
partner regelmässig in Gefängnissen in
D._
besucht und da
bei
Sachen ge
sehen, die sie nicht habe ertragen können, von denen sie viele Jahre geträumt habe und die sie als traumatisch erlebt habe (Urk. 8/81/2).
In diesen Gefängnissen sei es nicht wie hier und die
Beschwerdeführerin
habe dies als sehr belastend empfunden (E. 3.2.3).
Daraus lässt sich indessen nicht auf ein
belastendes Ereignis oder eine Situation a
ussergewöhnlicher Bedrohung oder
katastrophenartigen Ausma
ss
es
schliessen
, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagno
stische Leitlinien, 10. überarbeitete Auflage, Bern 2015, S. 207 f.; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2012 vom 15. November 2012 E. 4.3)
. In ihrem Bericht vom 28. August 2020 hielt Dr.
C._
ergänzend
fest, es könne nicht gesagt werden, ob die Szenen, die die
Beschwerdeführerin
im Gefängnis gesehen habe, belastend gewesen seien (
E. 3.2.3
).
Eine sorgfältige Herleitung und Begründung der Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstö
rung
wäre
vorliegend umso mehr
notwendig gewesen
,
als
diese erstmals (vgl. Urk. 8/52/24-25) im Bericht vom 21. Februar 2020
gestellt wurde,
die
als aus
lösendes Ereignis genannten
Gefängnisbesuch
e
anscheinend
bereits im Jahr
1998
(Urk. 8/90), respektive zwischen 1996 und 1998 (Urk. 8/52/26),
stattfanden
und dementsprechend
von einer
sehr
langen Latenzzeit zwischen den auslösenden Ereignissen und dem Auftreten der Störung auszugehen
wäre
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_548/2019 vom 16. Januar 2020 E. 6.3.1)
.
Nach dem Dargelegten erweist sich die von Dr.
C._
gestellte Diagnose
einer posttraumatischen Belas
tungsstörung nicht
als
nachvollziehbar
.
In
ihrem Bericht vom
21. Februar 2020
erhob
Dr.
C._
sodann
nach wie vor (vgl.
E. 3.2.1
)
und unverändert zum Gutachten vom 6. Mai 2019
(E. 3.1)
aus
schliesslich leicht bis mässig ausgeprägte
Einschränkungen
.
Obwohl explizit dazu befragt, wird eine seit September 2019 eingetretene Verschlechterung des psychi
schen
Gesundheitszustandes
von Dr.
C._
nicht
explizit
bestätigt
(Urk. 8/81/2 Ziffer 6)
.
Vielmehr lassen i
hre Ausführungen
zumindest
auf eine
Stabilisierung
(vgl. auch E. 2.2)
,
respektive gar
auf eine leichte Verbesserung
d
es
Gesundheits
zustandes
der Beschwerdeführerin
seit Behandlungsbeginn schliessen.
So hielt Dr.
C._
fest,
die
Beschwerdeführerin
habe sich
im Laufe der Behandlung
langsam öffnen können
.
Zu Beginn der Gespräche habe sie etwas ängstlich ge
wirkt, im Verlauf der Gespräche jedoch nicht mehr (Urk. 8/81/2 Ziffer 5
, vgl. auch E. 3.2.3
). Im Alltag habe sie bereits einiges umsetzen können (Urk. 8/81/2 Ziffer 7).
M
it der Sistierung des Alkoholkonsums seit September 2019
habe
ein den Zustand verschlechternder Faktor entfernt werden können
, wodurch
sich auch
die
Antriebslosigkeit
verbessert habe
(
Urk. 8/81/2
Ziffer
6)
.
Für eine Stabili
sierung des Gesundheitszustandes im
Verlauf
der psychiatrischen Behandlung
spricht – bei ansonsten unveränderten Einschränkungen –
auch, dass
im Bericht vom 21. Februar 2020 keine Einschränkungen im Bereich der Mobilität und Verkehrsfähigkeit und nur noch leichte Einschränkungen in der
Gruppenfähigkeit
festgehalten wurden
(Urk. 8/81/1, vgl. dahingegen
Bericht vom 28. Oktober 2019
[
Urk. 8/67/1
]
).
Soweit
sich dem
Bericht vom 5. März 2020
entnehmen lässt
, die Beschwerdeführerin
habe fast einen 40 %-Job bekommen, es sei aber nicht ge
gangen,
ist einerseits unklar geblieben, was die
Beschwerdeführerin
konkret an der Erbringung der
geforderten
Arbeitsleistung gehindert hat, zumal sie gegen
über Dr.
C._
angab, sie könne nicht sagen, wieso es
nicht gegangen sei (Urk. 8/82).
Soweit
im Bericht ausgeführt wird
,
die
Beschwerdeführerin
habe Angst gehabt und sich unter Druck gefühlt, handelt es sich
nicht um
ärztlicher
seits erhobene
objektive Befunde, sondern um
das subjektive
Empfinden
der
Beschwerdeführerin
, was eine Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermag (vgl. dazu
bereits zuvor E. 4.2.2
[
BGE 141 V 281 E. 3.7.1
]
).
Dementsprechend lässt sich auch aufgrund der von Dr.
C._
erhobenen
Einschränkungen nicht auf eine erhebliche
Verschlech
te
rung
in den tatsächlichen Verhältnissen schliessen.
4.
3
Zusammengefasst
ist eine bei der
Beschwerdeführerin
seit der Rentenaufhebung
im September 2019
stattgehabte
erhebliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen
nicht erstellt
.
D
ie
von Dr.
C._
abgegebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
stellt
vor diesem Hintergrund
eine
im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtliche
andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
dar
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_35/2020 vom 26. Mai 2020 E. 2.2.1 mit Hi
nweis auf BGE 144 I 103 E. 2.1)
.
Von weiteren Abklärungen – ins
besondere der beantragten
psychiatrischen
Zu
satzabklärung
(Urk. 1 S. 2+7
) – ist
in antizipierte
r Beweiswürdigung (vgl. BGE 124
V
90 E. 4b, 122
V
157) abzu
se
he
n, zumal die Beschwerdeführerin
zeitnah vor der vorliegend zu beurteilenden
Neu
an
meldung
insbesondere auch psychiatrisch
begutachtet wurde
(Urk. 8/52/20
ff.
)
und sich anhand der aufgelegten Bericht
e
keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine seither stattgehabte erhebliche Verschlechterung des psychischen Gesund
heitszustandes ergeben.
Damit
ist der
Beschwerdegegnerin
keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorzuhalten und
hat die
se einen
Rentenanspruch zu Recht verneint.
5.
Die vorstehenden Erwägungen haben die Abweisung der Beschwerde zur Folge.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Ausgangsgemäss
sind die Geri
chtskosten in der Höhe von Fr. 700.-- der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.