Decision ID: ec8f4e8e-0b35-465e-af91-4fa9061258df
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
Der 1962 geborene Beigeladene ist Bauamtsangestellter und aufgrund sei-
nes Anstellungsverhältnisses bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am
15. Januar 2021 rutschte er beim Zurückschneiden von Ästen im Schnee
aus. Mit Unfallmeldung vom 15. April 2021 machte er Kniebeschwerden
geltend, die er auf das Ereignis vom 15. Januar 2021 zurückführte. Mit Ver-
fügung vom 19. Juli 2021 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Leis-
tungsanspruch des Beigeladenen mangels eines rechtsgenüglichen Kau-
salzusammenhangs zwischen den Kniebeschwerden und dem Ereignis
vom 15. Januar 2021. Auf Einsprache der Krankenversicherung des Bei-
geladenen hin hielt die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom
21. Januar 2022 an ihrer Verfügung fest.
2.
2.1.
Am 10. Februar 2022 erhob die Krankenversicherung (Beschwerdeführe-
rin) dagegen fristgerecht Beschwerde und beantragte Folgendes:
"1. Der Einspracheentscheid vom 21. Januar 2022 sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin dazu zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen;
2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 21. Januar 2022 aufzu-
heben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die  zurückzuweisen;
3. Die vollständigen Unfallakten seien von der Beschwerdegegnerin zu
edieren;
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin."
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 14. März 2022 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.
2.3.
Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 17. März 2022 wurde A. als
versicherte Person im Verfahren beigeladen. Am 4. April 2022 reichte
dieser eine Stellungnahme ein und führte im Wesentlichen aus, es liege
"klar ein Unfallereignis" vor, auf das die Knieschmerzen zurückzuführen
seien, und die Beschwerdegegnerin sei dafür zuständig.
- 3 -

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht
für die ihr am 15. April 2021 gemeldeten rechtsseitigen Kniebeschwerden
des Beigeladenen zu Recht verneint hat.
2.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden
(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-
treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-
getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich,
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-
rung entfiele (BGE 147 V 161 S. 163 E. 3.2 mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage,
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1
S. 181 mit Hinweisen).
3.
3.1.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Einspracheentscheid vom 21. Ja-
nuar 2022 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 45) in medizinischer Hinsicht auf
die Stellungnahme ihres Kreisarztes Dr. med. C., Praktischer Arzt (vgl.
VB 33).
In seiner Ärztlichen Beurteilung vom 16. Juli 2021 hielt Dr. med. C. fest,
gemäss der vorliegenden Dokumentation, insbesondere auch den Anga-
ben des Versicherten, seien vom Ereignistag bis ca. Mitte April 2021 keine
Schmerzen aufgetreten. Ab April 2021 sei es zu belastungsabhängigen
Kniegelenksbeschwerden rechts gekommen. Bereits diese grosse zeitliche
Latenz spreche gegen eine Unfallkausalität der Beschwerden. Zudem sei
- 4 -
das geltend gemachte Ereignis (Ausgleiten auf Schnee) nicht geeignet,
eine Verletzung des medialen Meniskus zu verursachen. Im am 27. April
2021 durchgeführten MRI des rechten Kniegelenks (vgl. Bericht in VB 13)
fänden sich ausschliesslich degenerative Befunde, wobei der Verdacht auf
einen kleinsten Teilriss des medialen Seitenbandes am femoralen Ansatz
in der vorliegenden Dokumentation nicht schlüssig nachvollzogen werden
könne. Abgesehen davon "würde ein kleinster Teilriss für ein Valgisations-
trauma sprechen mit in diesem Fall eher Entlastung und nicht Belastung
des medialen Meniskus. Lateral als auch medial" zeigten sich Osteophy-
tenbildungen sowohl tibial als auch femoral. Die Befunde entsprächen zu
erwartenden altersentsprechenden degenerativen Veränderungen. Hin-
weise auf wahrscheinliche Traumafolgen würden fehlen. Damit seien die
ab April 2021 aufgetretenen Kniebeschwerden rechts nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit Folge oder Teilfolge des geltend gemachten Ereig-
nisses vom Januar 2021 (VB 33 S. 2).
3.2.
3.2.1.
Mit der Beschwerde vom 10. Februar 2022 reichte die Beschwerdeführerin
eine Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. med. D., Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, vom 29. Juni 2021 ein (Beschwerdebeilage
[BB] 2).
Dr. med. D. führte insbesondere Folgendes aus: Der Patient habe un-
mittelbar nach dem Unfall Schmerzen im rechten Kniegelenk verspürt. Er
habe diese Schmerzen weiterhin verspürt, habe aber gedacht, dies "werde
schon von selbst vergehen und er wolle trotzdem weiter arbeiten und keine
Schmerzmittel einnehmen". Dieser Sachverhalt entspreche "sicher nicht
einem «erstmaligen Auftreten von Beschwerden 3 Monate nach dem Er-
eignis»", wie von Dr. med. C. festgehalten. Laut MRI-Bericht vom 27. April
2021 habe der Patient im medialen und lateralen Kompartiment einen
"regelrechten Knorpelüberzug", und dies "mit 59 Jahren!". Der dokumen-
tierte horizontale Riss im medialen Meniskus-Hinterhorn sei in Anbetracht
der im MRI dokumentierten, "fast jugendlich anmutenden Kniesituation" mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit traumatisch bedingt und erkläre die
Schmerzen. Der Patient sei zwar davon ausgegangen, die Schmerzen wür-
den von selbst verschwinden, sie hätten aber unter den intensiveren Früh-
jahrsarbeiten des Bauamts wieder zugenommen (BB 2 S. 2).
3.2.2.
Mit Vernehmlassung vom 14. März 2022 reichte die Beschwerdegegnerin
eine weitere ärztliche Beurteilung von Dr. med. C., vom 9. März 2022, zu
den Akten.
Darin führte dieser unter anderem aus, was folgt: Die Behauptung von
Dr. med. D., wonach der Versicherte unmittelbar nach dem Unfall
- 5 -
Schmerzen im rechten Kniegelenk gespürt habe und diese weiter angehal-
ten hätten, widerspreche den vom Versicherten gemachten und unter-
schriebenen Angaben. Anhand der vorliegenden Akten habe der Versi-
cherte nur unmittelbar während des Ausrutschens im Schnee ein kurzes
Stechen im Knie verspürt, in der Folge sei er jedoch während dreier Monate
beschwerdefrei gewesen. Somit sei eine relevante Gewalteinwirkung auf
das rechte Kniegelenk auszuschliessen, insbesondere eine intraartikuläre
Verletzung oder eine Verletzung des Bandapparats. Weiter wies
Dr. med. C. darauf hin, dass ein natives MRI ohne Kontrastmittel durch-
geführt worden sei. Somit sei die Beschaffenheit der Knorpeloberfläche nur
eingeschränkt beurteilbar. Es handle sich um einen altersentsprechenden
Befund bei einem Patienten, der wahrscheinlich keine Risikosportarten für
das Kniegelenk betrieben habe. Der bildmorphologisch im vorliegenden
Fall sich typisch degenerativ bedingt darstellende kernspintomografische
Befund, der gemäss Literatur häufig bis "in der Mehrzahl" keine Beschwer-
den auslöse, habe somit überwiegend wahrscheinlich schon vor dem "an-
geschuldigten Ereignis" bestanden. In diesem Sinne werde in der Literatur
eine Degeneration als Ursache eines Meniskusschadens als die Regel, die
Verletzung als die Ausnahme beschrieben. Entsprechend der degenerati-
ven Genese der horizontalen Läsion des medialen Meniskus hätten sich
anlässlich der fachärztlich orthopädischen Untersuchung auch nur geringe
pathologische Meniskuszeichen für den medialen Meniskus gezeigt (vgl.
dazu VB 12). Eine möglicherweise teilrupturierte lobulierte Bakerzyste
weise zudem darauf hin, dass es zu einer vermehrten Produktion von Ge-
lenksflüssigkeit infolge der zwar geringfügigen, aber doch degenerativen
Veränderungen im rechten Kniegelenk gekommen sei. Weiter sei festzu-
halten, dass Dr. med. D. in keiner Weise den Pathomechanismus be-
rücksichtigt habe. Ein Wegrutschen des Beins stelle keinen geeigneten Pa-
thomechanismus für eine Verletzung des Meniskus dar.
4.
Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG)
haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-
geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die strei-
tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1
S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
Voll beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es
im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen
Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Entscheidend
ist insbesondere, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher
- 6 -
Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Ver-
lauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sachverstän-
dige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lü-
ckenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_46/2019
vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2
mit Hinweisen).
5.
5.1.
Dr. med. C. stützte sich bei seinen Beurteilungen vom 16. Juli 2021 und
vom 9. März 2022 auf die Angaben des Beigeladenen zum Ereignisablauf
am 15. Januar 2021 sowie auf die Berichte der behandelnden Ärzte und
der Radiologen, welche den medizinischen Sachverhalt umfassend doku-
mentieren (VB 33 S. 1 f., Beurteilung vom 9. März 2022, eingereicht mit
Vernehmlassung vom 14. März 2022; vgl. E. 4.).
Zum Ereignis vom 15. Januar 2021 ergibt sich aus den Akten Folgendes:
Am 21. Mai 2021 gab der Beigeladene gegenüber der Beschwerdegegne-
rin an, dass er beim Zurückscheiden von Sträuchern im Schnee ausge-
rutscht sei. Er habe den Sturz noch verhindern können, habe sich dabei
allerdings das rechte Knie verdreht. Beim Ausrutschen habe er einen Stich
im rechten Knie verspürt; danach habe er bis Mitte April keine Schmerzen
mehr verspürt. Der Beigeladene bestätigte die Korrektheit dieser Angaben
unterschriftlich (VB 19; vgl. auch E-Mail des Beigeladenen vom 21. Mai
2021, worin er explizit angab, keine Schmerzen bis Mitte April 2021 ver-
spürt zu haben, worauf das Protokoll entsprechend berichtigt wurde [VB 17
S. 1]). Dr. med. C. stützte sich im Rahmen seiner ärztlichen Beurteilungen
auf diese Sachverhaltsdarstellung (vgl. VB 33; Beurteilung vom 9. März
2022, S. 1 f., eingereicht mit Vernehmlassung vom 14. März 2022). Im
Gegensatz dazu ging Dr. med. D. in seiner Beurteilung vom 29. Juni 2021
von einem falschen Sachverhalt aus, wenn er festhielt, der Beigeladene
habe kontinuierlich seit dem Ereignis vom 15. Januar 2021 Schmerzen im
rechten Kniegelenk verspürt (BB 2 S. 2). In seiner Eingabe vom 4. April
2022 bekräftigte der Beigeladene im Übrigen erneut, dass erst mit
zunehmender Belastung ab Mitte April 2021 Schmerzen aufgekommen
seien.
Dr. med. C. setzte sich in seinen Beurteilungen weiter ausführlich mit dem
"MRI Kniegelenk rechts nativ" vom 27. April 2021 auseinander (VB 13,
VB 33; Beurteilung vom 9. März 2022, S. 2, eingereicht mit Vernehmlas-
sung vom 14. März 2022). Er nahm insbesondere Stellung zur Angabe, wo-
nach der Beigeladene einen "regelrechte[n] Knorpelüberzug" aufweise
(VB 13 S. 1), da Dr. med. D. zur Begründung seiner Beurteilung auf diesen
Aspekt verwiesen hatte (BB 2 S. 2). Dr. med. C. führte aus, dass ein
regelrechter Knorpelüberzug "keinesfalls" bedeute, dass keine Abnüt-
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zungen des Knorpels vorlägen. Der Knorpel im rechten Knie des Versicher-
ten sei in der Hauptbelastungszone ausgedünnt. Im MRI hätten sich aller-
dings keine tiefen Knorpelulzerationen gefunden. Somit liege ein "regel-
rechter altersentsprechender Knorpelüberzug" an den Femurkondylen und
am Tibiaplateau (soweit beurteilbar) vor. Patellofemoral fänden sich aller-
dings oberflächliche Unregelmässigkeiten des Knorpels mit einzelnen tie-
feren Knorpeldefekten, jedoch ohne Anzeichen für einen Reizzustand des
Knochenmarks. Gestützt darauf kam Dr. med. C. zur – nachvollziehbaren –
Schlussfolgerung, dass es sich somit um einen altersentsprechenden
Befund bei einem Patienten handle, der wahrscheinlich keine Risikosport-
arten für das Kniegelenk betrieben habe (Beurteilung vom 9. März 2022,
S. 2, eingereicht mit Vernehmlassung vom 14. März 2022).
Dr. med. C. berücksichtigte im Rahmen seiner Beurteilung weiter den
Pathomechanismus, nämlich ein Wegrutschen des Beines, und wies darauf
hin, dass dieser nicht geeignet sei, eine Verletzung des medialen Meniskus
zu verursachen (VB 33 S. 2; Beurteilung vom 9. März 2022, S. 3, einge-
reicht mit Vernehmlassung vom 14. März 2022). Zwar kommt zur Beurtei-
lung der Unfallkausalität dem Kriterium des Unfallmechanismus rechtspre-
chungsgemäss keine übergeordnete Bedeutung mehr zu. Allerdings ist der
Unfallmechanismus als einzelnes Indiz unter mehreren in die Gesamtwür-
digung miteinzubeziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_593/2021
vom 6. Januar 2022 E. 5.2.3 mit Hinweisen).
Dr. med. C. stützte sich schliesslich auf die medizinische Fachliteratur und
führte aus, dass sich degenerative Veränderungen des Meniskus für die
Betroffenen unbemerkt entwickeln könnten, wobei die Befunde häufig
asymptomatisch seien. Entsprechend habe der Meniskusschaden des Ver-
sicherten vor April 2021 nicht zu relevanten Beschwerden führen müssen
(Beurteilung vom 9. März 2022, S. 2 f., eingereicht mit Vernehmlassung
vom 14. März 2022). Auch diese Ausführungen vermögen ohne Weiteres
zu überzeugen.
5.2.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass Dr. med. C. in seinen
ärztlichen Beurteilungen vom 16. Juli 2021 und vom 9. März 2022 alle we-
sentlichen Aspekte (Anamnese, ärztliche Berichte in den Akten, fachmedi-
zinische Literatur) berücksichtigte und zu einer nachvollziehbaren Schluss-
folgerung gelangte. Er begründete ebenfalls schlüssig, warum nicht auf die
abweichende Beurteilung von Dr. med. D. vom 29. Juni 2021 – der im
Übrigen von einem falschen Sachverhalt ausging – abgestützt werden
könne. Damit sind mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die rechtsseitigen
Kniebeschwerden des Beigeladenen nicht durch das Ereignis vom 15. Ja-
nuar 2021 verursacht worden, sondern Folge eines degenerativen Gesche-
hens. Bei dieser Ausgangslage erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdi-
- 8 -
gung weitere Abklärungen, da nicht ersichtlich ist, wie diese zu entscheid-
relevanten Erkenntnissen führen könnten (vgl. BGE 144 V 361 S. 368
E. 6.5 mit Hinweisen). Da es keine Hinweise auf ein nach dem Vorfall vom
15. Januar 2021 eingetretenes initiales Ereignis als mögliche Ursache des
am 27. April 2021 bildgebend festgestellten Meniskusrisses am rechten
Knie (vgl. VB 13), mithin einer Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2
lit. c UVG, gibt, ist auch die vorwiegende Bedingtheit dieser Verletzung
durch Abnützung oder Erkrankung erstellt (vgl. BGE 146 V 51 E. 9.2
S. 70 f.). Damit fällt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die
Kniebeschwerden des Beigeladenen unter dem Titel "unfallähnliche Kör-
perschädigung" nach Art. 6 Abs. 2 UVG ebenfalls ausser Betracht.
6.
6.1.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG).
6.3.
Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61
lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-
alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf
Parteientschädigung zu.