Decision ID: 309d2251-35aa-54cf-9b33-19ff5d663f42
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich wegen eines am 7. Juni 2007 erlittenen Verkehrsunfalls im
Dezember 2007 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Am
24. Januar 2008 diagnostizierten die Ärzte des Spitals B._ beim Versicherten eine
Rotatorenmanschettenläsion rechts und Supraspinatussehnennaht am 25. Oktober
2007 bei Zustand nach Unterschenkel Mehretagen-Fraktur rechts. Sie bescheinigten
eine volle Arbeitsunfähigkeit seit dem 7. Juni 2007 (IV-act. 13-5/6). Im Arztbericht vom
16. Februar 2008 bestätigte Dr. med. C._, FMH Allgemeine Medizin, dass aktuell eine
volle Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV-act. 17). Anhand einer Kopie der
Krankengeschichte am 1. Dezember 2008 führte Dr. med. D._, Orthopädie, unter
anderem aus, der Patient sei an mehreren Stellen durch eine schmerzhafte
Funktionseinbusse gestört. Es sollte versucht werden, den Zustand insgesamt zu
verbessern. Eine ganztags stehende Arbeit sei nicht sinnvoll und auch nicht möglich.
Unter Umständen komme eine Bürotätigkeit in Frage, welche annähernd
uneingeschränkt durchgeführt werden könnte (IV-act. 52). Am 17. April 2009 attestierte
Dr. D._ für eine leichte bis mittelschwere, mehrheitlich sitzende Tätigkeit ohne
grosses Bewegungsausmass im rechten Schulterbereich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(IV-act. 56).
A.b Nach Durchführung von weiteren Behandlungen sowie medizinischen und beruf
lichen Abklärungen eröffnete die IV-Stelle St. Gallen dem Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. S. Kehl, Heiden, mit Vorbescheid vom 11. Januar
2011, er habe keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen. Es werde von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% (adaptiert) ausgegangen. Von Seiten der IV sei viel
unternommen worden (berufliche Abklärungen im November 2009 und September
2010), um ihn zu unterstützen. Da er sich subjektiv weder arbeits- noch
eingliederungsfähig fühle, sei eine realistische Vermittlungsfähigkeit nicht gegeben (IV-
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act. 118). Nachdem der Rechtsvertreter des Versicherten hiergegen am 11. Februar
2011 einen Einwand eingereicht und unter anderem darauf hingewiesen hatte, dass es
nicht an der Eingliederungsbereitschaft des Versicherten fehle und berufliche
Massnahmen (im Sinn einer praktischen Einführung in eine Tätigkeit) dringend
angezeigt seien (IV-act. 121), verfügte die IV-Stelle am 7. Juli 2011 im Sinn des
Vorbescheids. Sie führte unter anderem aus, aufgrund seiner beruflichen Laufbahn sei
der Versicherte nicht als qualifizierter Berufsmann anzusehen. Eine Nachfrage beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) am 3. Januar 2011 habe ergeben, dass
bis dahin keine RAV-Anmeldung erfolgt sei. Ein Praktikum, wie es von einem Case
Manager vorgeschlagen worden sei (IV-act. 122), sei aus der Sicht der IV nicht
erforderlich. Der Versicherte sei viele Jahre im deutschsprachigen Raum tätig gewesen,
weshalb davon ausgegangen werde, dass er sich in Deutsch verständigen könne. Die
Voraussetzungen für eine Umschulung seien nicht gegeben. Der Rentenanspruch
werde mit weiteren Abklärungen geprüft (IV-act. 127).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Kehl für den Versicherten mit Eingabe
vom 12. September 2011 Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, mit dem Beschwerdeführer die für eine
effektive Eingliederung notwendigen beruflichen Massnahmen, insbesondere
Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG, Berufsberatung nach Art. 15 IVG,
Umschulungsmassnahmen nach Art. 17 IVG und daran anschliessend
Arbeitsvermittlung nach Art. 18 IVG eventuell in Verbindung mit
Einarbeitungszuschüssen durchzuführen und gestützt darauf die Rentenprüfung
vorzunehmen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, der
Verweigerung von Eingliederungsmassnahmen mit Hinweis auf eine angeblich fehlende
Eingliederungsbereitschaft sei kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren vorausgegangen.
Der Vorwurf der mangelnden Eingliederungsbereitschaft sei unhaltbar. Der
Beschwerdeführer habe im Rahmen der Abklärung in der F._, Trübbach, selbst
Vorschläge für eine berufliche Reintegration gemacht (Call-Center-Mitarbeiter,
Autoverkäufer) und auch nicht dagegen protestiert, als man ihn entgegen den
ärztlichen Beurteilungen ein 100%iges statt ein 50%iges Pensum habe verrichten
lassen und ihm Arbeiten zugewiesen habe, welche ihm aufgrund der medizinischen
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Einschränkungen nicht zumutbar gewesen seien. Auch anlässlich der Abklärung in der
Befas Appisberg habe man ihn mit einem vollen Pensum arbeiten lassen und ihm
ausschliesslich serielle und repetitive Arbeiten zugewiesen, welche medizinisch nicht
zumutbar gewesen seien. Der Beschwerdeführer habe im Hinblick auf eine
bestmögliche Eingliederung selbst einen Case Manager zugezogen und der
Beschwerdegegnerin gemeinsam mit diesem Vorschläge unterbreitet. Per 1. März 2011
habe er ein Praktikum bei einem Garagenbetrieb angetreten und bewältige dort seither
und bis dato ein regelmässiges Pensum von rund 20-30%. Die Beschwerdegegnerin
habe zwar zwei kostspielige Abklärungen veranlasst, sich danach jedoch darauf
beschränkt, den Beschwerdeführer imperativ dazu anzuhalten, sich beim RAV zu
melden. Eine effektive Beratung durch die Beschwerdegegnerin und eine
Auseinandersetzung mit dem Beschwerdeführer und seiner gesundheitlichen Situation
habe zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe Anspruch auf
Integrationsmassnahmen, Berufsberatung und Umschulung. Er sei als qualifizierter
Berufsmann im Hotel- und Gastrogewerbe anzusehen. Die Invalidität liege über der
Erheblichkeitsschwelle von 20%. Die Arbeitsfähigkeit bezogen auf Pensum und
Leistung liege wohl auch in optimal angepassten Tätigkeiten deutlich unter 50%. Im
Anschluss an Berufsberatung und Umschulungs- und/oder Integrationsmassnahmen
habe der Beschwerdeführer Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Er sei grundsätzlich offen
für jegliche Massnahmen, welche einen Eingliederungserfolg versprechen würden. Er
beharre nicht stur auf einen Umschulungsanspruch und sei auch bereit, nach allenfalls
notwendigen Kursen und einer praktischen Einführung in eine neue Tätigkeit
einzusteigen. Dafür sei er auf die Unterstützung der Beschwerdegegnerin angewiesen.
Die Beschwerdegegnerin scheine an einer Eingliederung offenbar nicht interessiert zu
sein und habe sich damit begnügt, den Beschwerdeführer an das RAV auszulagern;
dies trotz seines guten Willens und seiner guten Qualifizierung und der
gesundheitlichen (orthopädischen und neuropsychologischen) Einschränkungen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 28. November 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf
eine Arbeitsvermittlung habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten sei. Zur Begründung hielt sie unter anderem fest, der
Beschwerdeführer verfüge über keinen in der Schweiz anerkannten Berufsabschluss.
Die absolvierte Ausbildung in einer Hotelfachschule habe er in der Schweiz nicht
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wirtschaftlich erfolgreich verwerten können. Sein individuelles Konto weise ab dem
Zeitpunkt seiner Einreise in die Schweiz bis zum Unfallzeitpunkt (7. Juni 2007) stets
Einkommen aus, die deutlich unter denjenigen der Durchschnittseinkommen für
Hilfsarbeiter gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung liegen würden. Der
Beschwerdeführer sei als Hilfsarbeiter einzustufen. Einem solchen sei es ohne Weiteres
zumutbar, in eine andere, seiner Behinderung angepasste Hilfstätigkeit zu wechseln.
Angesichts des relativ hohen Alters des Beschwerdeführers und der
Restarbeitsfähigkeit von 50% wäre die Eingliederungswirksamkeit einer Umschulung
von vornherein ziemlich bescheiden. Eine Umschulung erweise sich als nicht
verhältnismässig. Es könne offenbleiben, ob der Beschwerdeführer subjektiv
eingliederungsfähig sei und ob bei einer Verneinung dieser Voraussetzung vorerst das
Mahn- und Bedenkzeitverfahren hätte durchgeführt werden müssen. So oder anders
sei kein Umschulungsanspruch gegeben. Ein Anspruch auf Berufsberatung liege
ebenfalls nicht vor. Weil keine eigentliche berufliche Eingliederung durchzuführen sei,
seien dem Beschwerdeführer auch keine Integrationsmassnahmen (Art. 14a IVG)
auszurichten. Der Anspruch auf Arbeitsvermittlung sei gegeben, zumal der
Beschwerdeführer sich bereit erklärt habe, am entsprechenden Verfahren aktiv
teilzunehmen. Denkbar sei auch, dass ihm für eine gewisse Zeitdauer
Einarbeitungszuschüsse gewährt werden könnten. In diesem Umfang sei die
Beschwerde daher gutzuheissen.
B.c Am 8. Dezember 2011 bewilligte die Präsidentin der Abteilung II des
Versicherungsgerichts das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
vorliegende Verfahren (act. G 9).
B.d Am 20. Januar 2012 ersuchte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers um
einstweilige Sistierung des Verfahrens mit dem Hinweis, dass das Verfahren
gegenstandslos würde, sollten sich im Rahmen der Eingliederungsbemühungen
zählbare Resultate einstellen (act. G 11). Die Abteilungspräsidentin sistierte das
Verfahren hierauf am 23. Januar 2012 (act. G 12) und bestätigte die Sistierung am 16.
Juli und 28. November 2012 (act. G 15 und 18).
B.e Am 4. Februar 2013 teilte die Beschwerdegegnerin dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen. Gemäss den
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Abklärungen der Eingliederungsberaterin (IV-act. II/28) habe der Beschwerdeführer
bisher keine Arbeitsstelle gefunden. Eine weitere Unterstützung im Rahmen der
Arbeitsvermittlung sei nicht erfolgversprechend (act. G 19.1). In der Eingabe vom 26.
Februar 2013 erklärte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unter anderem, der
Beschwerdeführer habe Anspruch auf qualifizierte Eingliederungsmassnahmen. Sei die
Beschwerdegegnerin dazu nicht motiviert oder in der Lage, habe er Anspruch auf eine
ganze Rente. Das Verfahren sei fortzusetzen und antragsgemäss zu entscheiden (act.
G 19). Am 21. März 2013 wurde hierauf die Sistierung aufgehoben (act. G 20). Von der
ihr eingeräumten Gelegenheit zur Stellungnahme (act. G 21) machte die Beschwerde
gegnerin keinen Gebrauch.

Erwägungen:
1.
1.1 Der Beschwerdeführer lässt beschwerdeweise beantragen, dass die
Beschwerdegegnerin anzuweisen sei, berufliche Massnahmen durchzuführen und
gestützt darauf die Rentenprüfung vorzunehmen. Gegenstand der angefochtenen
Verfügung und der vorliegenden Beschwerde bilden ausschliesslich berufliche
Massnahmen der IV. Die Rentenprüfung wird die Beschwerdegegnerin zu gegebenen
Zeit noch vorzunehmen und zu verfügen haben, ohne dass das Versicherungsgericht
die Beschwerdegegnerin im heutigen Zeitpunkt dazu verhalten könnte oder müsste; in
diesem Umfang ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
1.2 Invalide oder von Invalidität bedrohte Versicherte haben Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Die
Eingliederungsmassnahmen umfassen unter anderem Massnahmen beruflicher Art
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung
und Kapitalhilfe [Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG]). Versicherte, die seit mindestens sechs
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Monaten zu mindestens 50 Prozent arbeitsunfähig sind, haben Anspruch auf
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, sofern
dadurch die Vor-aussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art
geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmassnahmen gelten
Massnahmen zur sozial-beruflichen Rehabilitation sowie Beschäftigungsmassnahmen
(Art. 14a Abs. 2 IVG). Versicherte, die infolge Invalidität in der Ausübung ihrer
bisherigen Tätigkeit behindert sind, haben Anspruch auf Berufsberatung (Art. 15 IVG).
Anspruch auf Umschulung haben Versicherte, wenn die Umschulung infolge Invalidität
notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit vor-aussichtlich erhalten oder
verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG), wobei die leistungsspezifische Invalidität
rechtsprechungsgemäss dann als eingetreten gilt, wenn eine bleibende oder längere
Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% vorliegt (vgl. SVR 2006 IV Nr. 15 S. 53
E. 2 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl. 2010, S. 191). Massgebend ist dabei der vor Eintritt
des Gesundheitsschadens erzielte Verdienst, wobei unerheblich ist, ob die betroffene
Person eine berufliche Ausbildung absolviert hatte (Meyer, a.a.O.). Einer versicherten
Person darf daher eine Umschulung nicht bloss mit der Begründung verweigert
werden, sie habe vor Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als Hilfsarbeiter
gearbeitet. Das Bundesgericht hat es auch abgelehnt, für den Umschulungsanspruch
von ungelernten Arbeitnehmern einen höheren Mindestinvaliditätsgrad zu verlangen als
bei Versicherten, welche bereits über eine Berufsausbildung verfügen (Entscheide des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 30. September 2004, I 73/04, und vom 31. Januar 2005, I 588/04).
1.3 Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201) gelten als Umschulung unter anderem Ausbildungsmassnahmen, die Ver
sicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität
zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Als
Umschulungsmassnahmen gelten auch Ausbildungsmassnahmen, die zu einer
höherwertigen als die vorhandene Ausbildung führen, sofern sie zur Erhaltung oder
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit notwendig sind (Art. 6 Abs. 1 IVV). Nach der
Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der
Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und
bis
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geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen
Versicherten eine seiner früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu
vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in
erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter
Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein
Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen
Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen
Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich soweit sicherstellen, als
diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 110 E. 2a mit
Hinweisen). Das Erfordernis der Gleichwertigkeit begrenzt den Umschulungsanspruch
"nach oben" (vgl. Urteil des EVG vom 2. Februar 1998, I 448/96). Denn es ist nicht
Aufgabe der IV, einen behinderten Versicherten in eine bessere beruflich-erwerbliche
Stellung zu führen, als er sie vorher innehatte. Hingegen steht der Gesichtspunkt der
Beschränkung auf das vor dem Invaliditätseintritt beruflich-erwerblich Erreichte
denjenigen Umschulungen nicht entgegen, die den Versicherten zu einem
bescheideneren beruflichen Ziel führen, was in vielen Fällen - invaliditätsbedingt -
zutreffen dürfte. Erforderlich ist einzig, dass sich der erwartete Teilerfolg noch als
genügend eingliederungswirksam bezeichnen lässt. Ausnahmsweise, sofern nämlich
Art und Schwere des Gesundheitsschadens und ihre beruflichen Auswirkungen derart
schwer wiegen, dass nur eine verglichen mit der vor dem Invaliditätseintritt ausgeübten
Erwerbstätigkeit anspruchsvollere Ausbildung zu einer optimalen Verwertung der
Arbeitsfähigkeit auf einer höheren Berufsstufe führt, geht in diesem Sonderfall die
Umschulung zu Lasten der IV. Für die Beurteilung der annähernden Gleichwertigkeit ist
nicht auf die Erwerbsmöglichkeiten im bisherigen Beruf abzustellen, die der Versicherte
ohne Gesundheitsschaden durch berufliche Weiterentwicklung allenfalls (hypothetisch)
erreicht hätte; entscheidend sind vielmehr die erwerblichen Verhältnisse im Zeitpunkt
des Invaliditätseintritts. Andererseits ist bei der Beurteilung der annähernd
gleichwertigen Erwerbsmöglichkeit nicht nur der Gesichtspunkt der aktuellen
Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls
bedeutsame qualitative Stellenwert der angestrebten Ausbildung mit zu
berücksichtigen (ulrich meyer, a.a.O., S. 195f. mit Hinweisen).
2.
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2.1 Der RAD-Arzt Dr. med. E._ hielt am 11. Juni 2009 mit Hinweis auf die
Einschätzung des Orthopäden Dr. D._ fest, dass im Fall des Beschwerdeführers bei
beruflichen Massnahmen auf eine 50%-Arbeitsfähigkeit mit verminderter
Leistungsfähigkeit durch vermehrte Pausen abzustellen sei (IV-act. 60). Der
Beschwerdeführer zog sich bei einem Sturz mit einem Motorrad eine Fraktur des
Schulterblatts zu. Aufgrund der nach wie vor bestehenden Fussgelenksbeschwerden
erfolgten Infiltrationen (Bericht Dr. D._ vom 1. September 2009; act. G 1.1.5). Eine
berufliche Abklärung durch die F._ ergab gemäss Bericht vom 9. Dezember 2009
unter anderem, dass die Motivation des Beschwerdeführers während der gesamten
Zeit nicht recht spürbar gewesen sei. Er habe den Sinn der beruflichen Abklärung nicht
erkennen können, weil er die verrichteten Tätigkeiten mit seiner beruflichen Zukunft
nicht habe in Verbindung bringen können. In der geforderten 50%-Arbeitsfähigkeit
habe er lediglich 20-30% Leistung gezeigt (IV-act. 84). Im bidisziplinären (orthopädisch/
psychosomatisch-schmerzmedizinischen) Gutachten der Schulthess Klinik vom
31. März 2010 wurden belastungsabhängige Beschwerden am OSG rechts bei Zustand
nach zweigradiger offener, mehretagiger Unterschenkelfraktur rechts bei Autounfall
vom 7. Juni 2007 sowie eine Reruptur Supraspinatus und Infraspinatus mit
beginnender Rotator-Cuff-Arthropathie rechts diagnostiziert (mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. In einer körperlich
leichten und vorwiegend sitzenden Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. In
einer angepassten Tätigkeit bestehe aufgrund der gegenwärtigen Befunde keine
leistungsmässige Einbusse oder weitere Limitierung (UV-Akten). Die vom
Beschwerdeführer beauftragte Dr. phil. G._, neuropsychologisches Ambulatorium,
berichtete am 24. Juli 2010, die Befunde würden aus neuropsychologischer Sicht auf
eine insgesamt leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörung im Bereich bi-
frontobasaler Strukturen mit Einbezug tieferer Strukturen (Hirnstamm) hinweisen. Aus
rein neuropsychologischer Sicht sei der Beschwerdeführer auch in einer aus
orthopädischer und schmerzmedizinischer Sicht angepassten und zumutbaren
Tätigkeit zu ca. 30-40% eingeschränkt. Hinsichtlich einer Umschulungsmassnahme
werde aufgrund der Defizite in der sprachlichen Informationsverarbeitung, in der
Merkfähigkeit und im verbalen Lernvermögen die Einschränkung mit ca. 40-50%
eingeschätzt (UV-Akten).
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2.2 Im Schlussbericht der Befas Appisberg vom 12. Oktober 2010 wurde unter
anderem festgehalten, eine körperlich leichte Kurierdienst-Tätigkeit, welche ein
gewisses Mass an Wechselbelastung biete, eventuell einhergehend mit einer Verkaufs-
und Beratungstätigkeit (im Gastrobereich, Aussendienstmitarbeiter für die
Nahrungsmittelbranche), sei dem Beschwerdeführer mit einer aktuell maximal 70%igen
Arbeitsleistung (sechs Stunden pro Tag) zumutbar. Man habe bei ihm keinen
Eingliederungswillen erkennen können. Bei der gezeigten geringen Motivation könne
kein eigentlicher Eingliederungsplan vorgeschlagen werden. Es werde vermutet, dass
der Beschwerdeführer zuerst die Rentenfrage geklärt haben möchte (IV-act. 109). Die
IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 3. Januar 2011 fest, der Beschwerdeführer
habe wiederholt keinen Eingliederungswillen erkennen lassen. Somit könnten weder
Eingliederungsmassnahmen noch Arbeitsvermittlung angeboten werden. Eine
Weiterführung der Unterstützung mache keinen Sinn (IV-act. 114-6/6). H._, Dipl.
Berufsberater, Casemanagement, berichtete am 10. Februar 2011, dem
Beschwerdeführer habe sich die Möglichkeit eines Praktikums als Autoverkäufer
eröffnet. Da er schon früher Erfahrungen in diesem Metier gemacht habe, im Umgang
mit Menschen gewandt und die körperliche Belastung relativ gering sei, mache ein
solches (mehrmonatiges) Praktikum Sinn (IV-act. 122). Nachdem die
Beschwerdegegnerin ein solches Praktikum als nicht sinnvoll bezeichnet hatte (IV-act.
127), wurde sie von H._ am 13. Juli 2011 ersucht, den Beschwerdeführer in seinen
Bemühungen zu unterstützen und die aktuelle berufliche Aktivität in ihrer Beurteilung zu
berücksichtigen (IV-act. 129). Im ebenfalls vom Beschwerdeführer veranlassten
Gutachten vom 5. September 2011 legte Dr. med. I._, Spezialarzt FMH für
orthopädische Chirurgie, unter anderem dar, momentan arbeite der Beschwerdeführer
während 2 1⁄2 bis 3 Stunden an drei Tagen pro Woche auf einem Autoverkaufsplatz,
wobei er vor allem Autos zur Wäsche fahre bzw. hin und her schiebe und die
Verkaufswagen bereitstelle. Aus orthopädischer Sicht sei zeitmässig ein Pensum von
50% zumutbar, wobei der ausgewiesene Therapiebedarf zusätzlich als zeitlich
einschränkender Faktor zu berücksichtigen sei (40%ige Reduktion). Zusätzlich ergebe
sich aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer praktisch nur als Einarmiger
einsetzbar und zudem Linkshänder sei, eine Einschränkung von 50%. Rechnerisch
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 15% aus orthopädischen Gründen. Die Abklärung in
der Befas Appisberg sei unprofessionell und patientenfeindlich gewesen (IV-act.
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138-79/85ff). J._, GSCar, bescheinigte am 30. Juni 2011, dass sich der
Beschwerdeführer im Rahmen des absolvierten Praktikums als wertvoller und
angenehmer Mitarbeiter erwiesen habe. Er würde ihn daher in seinem Betrieb anstellen.
Die konkreten Anstellungsbedingungen müssten noch geklärt werden (IV-act.
138-64/85).
3.
3.1 Aufgrund der geschilderten Aktenlage (E. 2.1) ist davon auszugehen, dass für den
Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht eine leichte, mehrheitlich sitzende Tätigkeit
mit einem Pensum von 50% zumutbar bzw. seinen gesundheitlichen Problemen
orthopädischer und neuropsychologischer Art sowie hinsichtlich der Schmerzen
angepasst ist (vgl. auch Bericht Dr. med. K._ vom 28. September 2012; act. G 19.3).
Die Beurteilung durch Dr. I._, insbesondere die Bestätigung einer faktischen
Einhändigkeit, erscheint angesichts der Berichte von Dr. D._ und des Gutachtens der
Schulthess Klinik nicht nachvollziehbar. Auch der Beschwerdeführer beruft sich nicht
auf die ärztliche Beurteilung von Dr. I._, sondern hält fest, dass er weiterhin einer
leichten wechselbelastenden Tätigkeit nachgehen möchte (act. G 1 S. 19). -
Nachstehend ist ein Vergleich vorzunehmen zwischen der mutmasslichen, ohne Eintritt
der Gesundheitsbeeinträchtigung verfolgten Berufskarriere und der Karriere, welche
der Beschwerdeführer – ohne berufliche Eingliederung – bestenfalls auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt einschlagen könnte. Beträgt die Differenz zwischen den
beiden entsprechenden Erwerbseinkommen mindestens 20 %, ist ein Anspruch auf
Umschulung zu prüfen.
3.2
3.2.1 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer im Ausland eine
Hotelfachschule absolviert hatte. Nach seiner Einreise in die Schweiz arbeitete er im
Gastgewerbe, bei einer Autovermietung sowie im Autogewerbe (vgl. IV-act. IK-Auszug
in den IV-Akten; nicht nummeriert). Weiter war er in Deutschland sowie in Liechtenstein
tätig (IV-act. 109-3/14). Bei der letztgenannten Arbeit handelte es sich um die Vollzeit-
Tätigkeit als Kellner/Geschäftsführer im L._, wo er zuletzt einen Bruttolohn von Fr.
3'151.80 zuzüglich Naturallohn, Vergünstigungen und Trinkgelder verdient hatte (IV-act.
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5-1/4, 7-3/8, 7-5/8). Der Beschwerdeführer liess dazu ausführen, er habe das
Restaurant faktisch als Selbständigerwerbender betrieben. Die Inhaberin habe ihm nur
das Gastwirtschaftspatent zur Verfügung gestellt; ein schriftlicher Arbeitsvertrag habe
nicht existiert (act. G 1 S. 3). Für die danach noch während gut eines Monats
ausgeübte Tätigkeit als Kellner/Geschäftsführer im Speiserestaurant M._ führte der
Beschwerdeführer ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 3'500.-- zuzüglich
Wohnung und Trinkgeld an (IV-act. 7-5/8). Dieser Lohn ergibt sich auch aus der
Unfallmeldung (UV-Akten). Die Arbeitgeberin erklärte am 2. Juni 2008, dass sie das
Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer wegen Geschäftsaufgabe gekündigt habe.
Der beitragspflichtige Lohn habe Fr. 5'500.-- pro Monat betragen. Ohne
Gesundheitsschaden würde der Beschwerdeführer aktuell ca. Fr. 6'000.-- (x13)
zuzüglich Nebenleistungen und Vergünstigungen verdienen (IV-act. 37). Der
Beschwerdeführer liess in der Beschwerdeschrift zusätzlich darlegen, dass sich
angesichts der Betriebsgrösse mit 14 Vollzeitstellen und Stammkundschaft gute
Verdienstmöglichkeiten ergeben hätten. Der Mindestlohn gemäss Landes-
Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV) hätte für die von ihm ausgeübte Tätigkeit Fr. 6'612.-- pro
Monat betragen. Nachdem klar geworden sei, dass eine Rückkehr des
Beschwerdeführers an seinen Arbeitsplatz nicht mehr möglich sein werde, sei der
Betrieb von der Besitzerin per Ende Oktober 2007 wieder geschlossen worden (act. G
1 S. 3f mit Hinweis auf act. G 1.1.2).
3.2.2 Mit Blick auf diese erwerblichen Umstände erscheint die Tätigkeit als
Kellner/ Geschäftsführer im Gastgewerbe für die Frage der ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens verfolgten Berufskarriere massgebend. Auch die
Beschwerdegegnerin erachtete den Beschwerdeführer vorerst offenbar als
qualifizierten Berufsmann (IV-act. 42). Er kann angesichts der geschilderten
erwerblichen Laufbahn nicht als Hilfsarbeiter betrachtet werden, zumal er sich in den
vor Eintritt des Gesundheitsschadens während langen Jahren ausgeübten Tätigkeiten
im Gastgewerbe zweifellos berufliche Qualifikationen erwarb. Dabei ist davon
auszugehen, dass die ihm ausbezahlten Löhne kein vollständiges Bild des
Erwerbseinkommens ergeben, zumal Trinkgelder und Vergünstigungen hierbei soweit
ersichtlich unberücksichtigt blieben. Angesichts der Unwägbarkeiten hinsichtlich der
Höhe des (hypothetischen) effektiven Verdienstes erscheint es sachgerecht, die
statistischen Werte gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zum
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Vergleich heranzuziehen. Nach LSE 2008 erzielten Männer im Gastgewerbe bei
Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten (Niveau 1+2) einen Monatslohn
von Fr. 5'159.--. Im Niveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) beträgt der
monatliche Tabellenlohn 2008 Fr. 4'286.--. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung ergeben sich für 2011 - dem Jahr des Erlasses der
angefochtenen Verfügung - Monatslöhne von Fr. 5'354.-- (Niveau 1+2) bzw. Fr. 4'448.--
(Niveau 3). Insgesamt erscheint die Annahme gerechtfertigt, dass der
Beschwerdeführer ohne Eintritt des Gesundheitsschadens einen jährlichen Lohn im
Bereich von Fr. 60'000.-- hätte erzielen können. Angesichts der konkreten Verhältnisse
besteht kein Anlass, anstelle der LSE-Werte auf gesamtarbeitsvertragliche
Mindestlöhne abzustellen.
3.3 Zu prüfen ist sodann, welches Einkommen der Beschwerdeführer nach Eintritt des
Gesundheitsschadens zumutbarerweise hätte erzielen können. Eine Nachfrage der IV-
Eingliederungsberaterin bei verschiedenen Unternehmungen ergab gemäss Bericht
vom 18. April 2011, dass in Tätigkeiten, welche dem Beschwerdeführer zumutbar
seien, in einem Vollpensum jährliche Einkommen zwischen Fr. 48'000.-- und
Fr. 67'000.-- erzielt werden könnten (IV-act. 124). Nach den LSE lag im Jahr 2008 der
Durchschnittslohn für einen Mann bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden
bei Fr. 4'806.--. Für das Jahr 2011 ergibt sich unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden und der Änderung des
Nominallohnindexes von 2092 auf 2171 Punkte ein Jahreseinkommen von Fr. 62'388.--
(Fr. 5'199.-- x 12). Bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50% resultiert ein
Jahreseinkommen von Fr. 31'194.--. Es stellt sich die Frage, ob dieses Einkommen
noch zu kürzen ist. Mit Abzügen vom Tabellenlohn soll der Tatsache Rechnung
getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person
wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323). In dieser Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass
der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung nur noch in
der Lage ist, leichte wechselbelastende Tätigkeiten auszuführen. Dies stellt - neben der
Teilzeitlichkeit - einen lohnmindernden Faktor dar, für welchen ein Abzug vom
Tabellenlohn von 10 % gerechtfertigt erscheint. Das Invalideneinkommen beläuft sich
somit auf Fr. 28'075.--. Bei einem Valideneinkommen von rund Fr. 60'000.-- resultiert
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ein weit über der Erheblichkeitsschwelle von 20% liegender Invaliditätsgrad, womit
Massnahmen beruflicher Art grundsätzlich in Betracht fallen.
4.
4.1 Vorliegend steht keine Umschulung grösseren Umfanges zur Diskussion. Eine
solche erschiene denn auch angesichts der lediglich hälftigen Arbeitsfähigkeit und des
Alters des Beschwerdeführers den Verhältnissen nicht angemessen. Der
Beschwerdeführer lässt in diesem Sinn vorbringen, er beharre nicht auf einer
Umschulung und sei auch bereit, nach allfälligen Kursen und nach einer praktischen
Einführung in eine neue Tätigkeit einzusteigen (act. G 1 S. 19 Ziff. 24 und S. 23 Ziff. 6).
Mit Massnahmen dieser Art, wie sie auch die Beschwerdegegnerin bei Vorliegen einer
entsprechenden Arbeitsmöglichkeit in Aussicht stellte (act. G 11.2), ist grundsätzlich
weder eine lange berufliche Ausbildung verbunden, noch resultiert ein grosser
finanzieller Aufwand. Im Sinn des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes ist damit auch
berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer nur noch eine Aktivitätsdauer von weniger
als zehn Jahren vor sich hat.
4.2
4.2.1 Die Beschwerdegegnerin schloss einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen in der angefochtenen Verfügung deshalb aus, weil es an der subjektiven
Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers fehle. In der Beschwerdeantwort
(Ziff. II/2.) liess sie die Frage (wegen Verneinung des Umschulungsanspruchs) offen. Es
fragt sich, wie es sich diesbezüglich verhält. Die Abklärung bei F._ im November/
Dezember 2009 führte wie erwähnt unter anderem zur Feststellung, dass die Motivation
des Beschwerdeführers nicht recht spürbar gewesen sei und er in der geforderten
50%igen Arbeitsfähigkeit lediglich eine Leistung von 20-30% gezeigt habe (IV-act. 84).
Die Zuweisung an diese Institution war vorerst offenbar mit Hinweis auf eine
medizinisch zumutbare Leistungsfähigkeit von 100% erfolgt (vgl. IV-act. 84-1/9 unten).
Der Beschwerdeführer lässt dazu ausführen, der Institution habe erst mitgeteilt werden
müssen, dass kein Vollpensum zumutbar sei. Aus diesem Grund sei die erste Hälfte der
Abklärung voller Missverständnisse und somit "für die Katz" gewesen. In der zweiten
Hälfte habe er dann angepasste Tätigkeiten verrichten können (act. G 1 S. 7). Im
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Bericht wurde im Weiteren festgehalten, dass der Beschwerdeführer bei allen
manuellen Tätigkeiten unter Schmerzen im Schulter- und Handbereich gelitten habe.
Die aktuelle gesundheitliche Situation sei zu klären; in Frage stehe auch eine mögliche
Selbstlimitierung (IV-act. 84 S. 3). Eine Selbstlimitierung ergab sich jedoch aus dem
später erstellten Gutachten der Schulthess Klinik vom 31. März 2010 nicht. Die
Gutachter hielten vielmehr fest, es bestehe ein erklärter Wille des Beschwerdeführers,
sich berufsmässig integrieren zu lassen. Die Beschwerden sowohl seitens der rechten
Schulter wie auch seitens des rechten oberen Sprunggelenks seien durch objektive
Befunde erklärbar (Gutachten S. 23 Mitte und S. 30 unten sowie S. 32 und 36; UV-
Akten). Der Beschwerdeführer hatte gegenüber den Gutachtern geschildert, dass es
bei der Berufsabklärung (F._) nach kurzer Zeit zu einer erheblichen
Beschwerdeverschlimmerung gekommen sei (Gutachten S. 18f; UV-Akten). Der RAD
beanstandete die Ergebnisse des Gutachtens vom 31. März 2010 nicht und erachtete
sie als nachvollziehbar (vgl. IV-act. 96). Auch der Vertrauensarzt der Unfallversicherung
stimmte, nachdem er auf eine Ungereimtheit hinsichtlich Arbeitsfähigkeitsschätzung
hingewiesen hatte, dem Gutachtenergebnis zu (act. G 1.1.7).
4.2.2 Was den Bericht der Befas Appisberg betrifft, ist festzuhalten, dass dem
Beschwerdeführer dort von den Abklärungspersonen Tätigkeiten als Tankstellenshop-
Mitarbeiter, als Kurierdienst- und Aussendienstmitarbeiter sowie als
Produktionsmitarbeiter für handwerklich nicht anspruchsvolle serielle Tätigkeiten
vorgeschlagen und als zumutbar bezeichnet wurden (IV-act. 109 S. 6 und S. 12).
Gemäss dem im Gutachten der Schulthess Klinik geschilderten Zumutbarkeitsprofil
sind dem Beschwerdeführer vorwiegend sitzende und kurzfristig gehende/stehende
Tätigkeiten zumutbar; es wurde eine lediglich eine geringe Belastbarkeit der Schulter
hinsichtlich des Tragens von Lasten bescheinigt und Kälte- und Nässeexposition sowie
Zwangshaltungen als ungünstig bezeichnet (Gutachten S. 30 und 36; UV-Akten).
Dieses Zumutbarkeitsprofil ist bei den erwähnten Tätigkeiten, welche überwiegend
stehende und gehende Positionen beinhalten dürften und (beim Kurierdienst für
Tiefkühlprodukte) zuweilen auch das Manipulieren von mittleren Gewichten (über 10kg)
sowie eine Kälteexposition beinhalten dürfte, nicht ohne Weiteres erfüllt. Aus welchem
Grund serielle Tätigkeiten als Produktionsmitarbeiter, bei welchen wegen des
repetitiven Charakters Zwangshaltungen oftmals vorkommen, zu 70% (6 Stunden) statt
der von der Gutachtern der Schulthess Klinik bescheinigten 50% zumutbar sein sollten,
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findet sich im Bericht der Befas Appisberg nicht dargelegt. Hieran vermag nichts zu
ändern, dass der Beschwerdeführer die 70%ige Arbeitsfähigkeit offenbar tolerierte. Die
von den Gutachtern der Schulthess Klinik als objektiviert bestätigten Beschwerden
kommentierten die Berichterstatter der Befas Appisberg dahingehend, dass der
Beschwerdeführer bei jeder Gelegenheit über Schmerzen geklagt habe (UV-act. 109 S.
6). Es erscheint bei dieser Aktenlage - und unter zusätzlicher Beachtung der
Ergebnisse der neuropsychologischen Begutachtung (Bericht Dr. G._ vom 29. Juli
2010; UV-Akten) - nicht ohne Weiteres vertretbar, gestützt auf die Feststellungen von
F._ und der Befas Appisberg auf eine nicht vorhandene subjektive Arbeitsfähigkeit
bzw. fehlende Eingliederungsbereitschaft zu schliessen. Zu beachten ist hier auch,
dass der Beschwerdeführer eine ihm vorgeschlagene vorzeitige Beendigung der Befas-
Abklärung ablehnte und eigene Vorschläge für seine berufliche Rehabilitation machte
(UV-act. 109 S. 6); die Abklärungspersonen bezeichneten Ausdauer als Stärke des
Beschwerdeführers (IV-act. 109 S. 8). Zu den im Befas-Bericht als leistungsmindernd
erwähnten Rauchpausen (UV-act. 109 S. 8) vermerkte der Beschwerdeführer, dass er
eigentlich praktisch nicht rauche (2-3 Stück pro Tag) und er vom Vorgesetzten der
Holzwerkstatt in der Befas Appisberg angehalten worden sei, in die Pause zu gehen
(act. G 1 S. 17). Im Weiteren ist zu vermerken, dass der Beschwerdeführer trotz der
gesundheitlichen Probleme ein Praktikum im Tessin antrat. Er unternahm damit
gewisse eigene Bemühungen hinsichtlich eines Berufswechsels und nahm auch die
Dienste eines privaten Berufsberaters in Anspruch (IV-act. 122); auf dessen Vorschläge
ging die Beschwerdegegnerin jedoch nicht mehr ein und verfügte die
Leistungsablehnung (IV-act. 127).
4.2.3 Angesichts dieser Gegebenheiten ist festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung (IV-act.
127) die subjektive Eingliederungsbereitschaft gestützt auf nicht überwiegend
wahrscheinlich belegte Feststellungen abgesprochen hat. Ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren im Sinn von Art. 21 Abs. 4 ATSG ordnete sie nicht an und verfügte
die Leistungsablehnung, obschon der Beschwerdeführer wie erwähnt zuvor einen
privaten Berufsberater konsultiert und ein Berufspraktikum angetreten hatte. Die
diesbezüglichen Voraussetzungen für Massnahmen beruflicher Art im oben dargelegten
Sinn (E. 4.1) waren im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
grundsätzlich zu bejahen. Was den Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG)
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betrifft, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen dafür
augenscheinlich erfüllte, was die Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich auch
anerkannte (act. G 8). Von Seiten der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
ebenfalls anerkannt wurde der Anspruch auf Einarbeitungszuschüsse im Sinn von Art.
18a IVG, falls der Beschwerdeführer im Rahmen der Arbeitsvermittlung einen
entsprechenden Arbeitsplatz findet (act. G 8 Ziff. II./4).
4.2.4 Der Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf eine
berufliche Eingliederung setzt nach Art. 14a Abs. 1 IVG voraus, dass die versicherte
Person seit mindestens sechs Monaten zu 50% arbeitsunfähig ist und durch die
Integrationsmassnahmen die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen
beruflicher Art geschaffen werden können. Die Beschwerdegegnerin verneinte einen
solchen Anspruch zu Recht mit dem Hinweis, dass beim Beschwerdeführer keine
eigentliche berufliche Eingliederung durchzuführen sei (act. G 8 Ziff. II./3.). Die
Schaffung von Voraussetzungen für die Durchführung von beruflichen Massnahmen
steht dementsprechend nicht zur Diskussion. Sodann setzt der Anspruch auf
Berufsberatung im Sinn von Art. 15 IVG voraus, dass die versicherte Person über die
erforderlichen schulischen Grundvoraussetzungen für einen Erfolg versprechenden
Beginn einer beruflichen Massnahme verfügt (Meyer, a.a.O., S. 174). Die
Beschwerdegegnerin erachtet diese Grundvoraussetzungen beim Beschwerdeführer zu
Recht als nicht gegeben, weil er lediglich geringe schulische Ressourcen aufweise und
sich seit der 1972 abgeschlossenen Ausbildung nie weitergebildet habe (act. G 8 Ziff.
II./3. mit Hinweis auf IV-act. 109 S. 3 und 7).
4.3 Nachdem die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort hinsichtlich des
Anspruchs auf Arbeitsvermittlung und allfällige Einarbeitungszuschüsse Gutheissung
der Beschwerde beantragt hatte (act. G 8) und das vorliegende Verfahren für das
Abwarten des Eingliederungsresultats sistiert worden war, stellte die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 11. Januar 2012 diverse
Unterstützungsmassnahmen im Rahmen der Wiedereingliederung -
Arbeitsplatzabklärungen, Einarbeitungszuschüsse bei einer Festanstellung, allfällige
Hilfsmittel am Arbeitsplatz, Finanzierung von notwendigen Ausbildungskursen,
"Extrajob" ohne Risiken für den Arbeitgeber - in Aussicht (act. G 11.2). Am 3. Juli 2012
berichtete H._ - ausgehend von einem möglichen Arbeitspensum von 50% - unter
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anderem, am meisten Hoffnung für den Beschwerdeführer bestehe bezüglich einer
Hilfsarbeit im Autosektor (Hol- und Bring-Service). Der Lohn wäre hier entsprechend
tief. Werde mehr verlangt, z.B. ein qualifizierter Autoverkauf, so müsse der
Beschwerdeführer darauf geschult werden. Darauf sei die Beschwerdegegnerin bisher
noch nicht eingegangen. Er (H._) werde noch versuchen, den Beschwerdeführer in
einer Hilfsarbeit im Autosektor zu integrieren und daran anschliessend sein Mandat
beenden. Abschliessend bemerkte er, dass eine erfolgreiche Eingliederung in den
ersten Arbeitsmarkt nur unter grossem Aufwand und mit einer gewissen Portion Glück
gelingen könnte. Aufgrund seiner beschränkten Berufserfahrung, den sprachlichen und
intellektuellen Defiziten, dem fortgeschrittenen Alter und den massiven körperlichen
Einschränkungen müsse die Vermittelbarkeit des Beschwerdeführers insgesamt in
Frage gestellt werden (act. G 14.1). Die Eingliederungsverantwortliche der IV hielt
hierauf am 23. August 2012 fest, ihres Erachtens fehle dem Beschwerdeführer nach
wie vor die Motivation für eine Arbeitsaufnahme. Hinzu kämen mangelhafte
Deutschkenntnisse und das Alter, Umstände also, welche die beruflichen
Möglichkeiten ebenfalls einschränken würden. Eine weitere Unterstützung im Rahmen
der Arbeitsvermittlung sei nicht erfolgversprechend, weshalb die
Eingliederungsberatung abgeschlossen werde (IV-act. II/28). In der Folge erhielt der
Beschwerdeführer hinsichtlich der im Schreiben von H._ vom 3. Juli 2012 erwähnten
Arbeitsstelle eine Absage (IV-act. II/35). Am 4. Juli 2013 schloss die
Beschwerdegegnerin die Arbeitsvermittlung ab mit der Begründung, dass der
Beschwerdeführer bisher keine Arbeitsstelle gefunden habe. Eine weitere
Unterstützung im Rahmen der Arbeitsvermittlung sei nicht erfolgversprechend (IV-act.
II/41). Obschon die Beschwerdegegnerin als Begründung für den Abschluss von
Eingliederungsmassnahmen wiederum auf fehlende Eingliederungsbereitschaft hinwies
(IV-act. II/28), erfolgte auch hier kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren. In der Eingabe
vom 26. Februar 2013 stellt sich der Beschwerdeführer nach wie vor auf den
Standpunkt, dass er gegenüber der Beschwerdegegnerin Anspruch auf qualifizierte
Eingliederungsmassnahmen habe. Sei sie dazu nicht in der Lage, bestehe mangels
Verwertbarkeit der verbliebenen medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit
Anspruch auf eine Rente (act. G 19).
5.
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5.1 Zeitliche Grenze der richterlichen Prüfungsbefugnis bildet vorliegend grundsätzlich
der Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (7. Juli 2011) mit dem dort in Frage
stehenden Sachverhalt. Spätere Sachverhaltsentwicklungen mit Veränderung der
Ausgangslage bedürfen in der Regel einer erneuten Verfügung (vgl. BGE 121 V 362 E.
1b). Mit Blick auf die geschilderten Verhältnisse ist die Beschwerde, bezogen auf die
Verhältnisse im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung und soweit
darauf einzutreten ist, in dem Sinn gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung
aufzuheben ist mit der Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, den Beschwerdeführer
im Rahmen von beruflichen Massnahmen - insbesondere Arbeitsvermittlung,
Ausbildungskursen, Arbeitsplatzabklärungen und allfälligen Einarbeitungszuschüssen
(vgl. E. 4.3) - zu unterstützen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss wird
zurückerstattet. Bei diesem Verfahrensausgang hat er Anspruch auf eine
Parteientschädigung; die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird
gegenstandslos. Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise
festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand
Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote
verzichtet. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP