Decision ID: e5e8a41d-0cc0-5227-9c8e-2b8bad5cd9a4
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer und seine Tochter – eines von (...) Kindern –, sind
afghanische und pakistanische Staatsangehörige und gehören gemäss ih-
ren Angaben der Ethnie der Hazara an. Sie verliessen gemäss Angaben
des Beschwerdeführers Pakistan im August 2015 legal nach dem Iran,
seien nach einem Monat Aufenthalt in C._ via Teheran nach
D._ weitergereist, hätten zu Fuss die Grenze zur Türkei überschrit-
ten und in einem Schlauchboot nach Griechenland übergesetzt. Via (Nord-
)Mazedonien seien sie über Serbien, Kroatien und Slowenien nach Öster-
reich gereist. Von dort kommend, gelangten sie am 29. Oktober 2015 in die
Schweiz. Sie wurden am Bahnhof Buchs SG durch Organe der Grenz-
wacht angehalten und an das Empfangs- und Verfahrenszentrum Altstätten
überstellt, wo sie am selben Tag ein Asylgesuch stellten (Akten der Vo-
rinstanz [vi-act.] A1, A3).
B.
Am 5. November 2015 wurde der Beschwerdeführer zu seiner Person, sei-
nem Reiseweg und summarisch zu den Fluchtgründen befragt (vi-act. A4,
Befragung zur Person, BzP).
Zu den persönlichen Verhältnissen gab er an, bei Geburt afghanischer
Staatsangehörigkeit gewesen zu sein. Die Familie habe bis zu seinem
sechsten Altersjahr in E._ (F._, G._) gelebt und sei
von dort nach Quetta in Pakistan gezogen. In den letzten beiden Jahren
sei er zweimal für je einen Monat in Afghanistan gewesen. Weiter sei er
vier Male für je einen Monat für eine Pilgerreise in den Iran gegangen. Er
sei mit einem pakistanischen Pass gereist, sein Vater habe seinerzeit pa-
kistanische Pässe beantragt, was damals Flüchtlingen möglich gewesen
sei. Er sei seit 2002 religiös getraut, die Ehefrau – ursprünglich Afghanin,
durch die Heirat auch Pakistanerin – lebe mit (...) ihrer (...) Kinder in
Quetta. Als letzte Arbeit habe er für einen Monat als Aushilfe (...) gearbei-
tet, davor sei er sieben bis acht Jahre lang selbständig erwerbstätig gewe-
sen und habe (...) von H._ nach Quetta importiert.
Zu den Fluchtgründen gab er zu Protokoll, er habe in Pakistan nicht mehr
leben können, sein Leben sei in Gefahr gewesen. Es habe hin und wieder
Attentate gegeben, die Lage für die Schiiten sei sehr dramatisch, man habe
sich nicht frei bewegen können, sie hätten immer wieder Verwarnungen
bekommen und seien verprügelt worden, wobei unklar sei, ob von Pakis-
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tanern oder Talib. Er selber sei nicht verprügelt worden. Der grossen Ha-
zara-Gemeinde in Quetta zum Trotz seien in den letzten sieben bis acht
Jahren 300 bis 400 Hazara getötet worden. Die sunnitisch dominierten Be-
hörden unternähmen nichts für sie. Er sei zweimal Augenzeuge eines Bom-
benattentates geworden. Eine Rückkehr nach Afghanistan falle nicht in Be-
tracht, seine enge Familie wohne in Quetta. Politisch aktiv sei er nicht, es
sei auch nie zu einer Verhaftung, Anklage oder Verurteilung gekommen.
C.
Am 20. Dezember 2017 fand die Anhörung des Beschwerdeführers statt
(vi-act. A18, «Anhörung»).
Zu seinen persönlichen Verhältnissen führte er aus, sein Vater sei in Afgha-
nistan geboren, dort aufgewachsen und nach Pakistan emigriert. Er, der
Beschwerdeführer, sei in Pakistan aufgewachsen. Ausser dem Vater habe
in der Familie niemand mehr eine afghanische Tezkara gehabt – seine Mut-
ter sei Pakistanerin, die Eltern hätten in Pakistan geheiratet. Der Vater sei
2004 gestorben. Seine Ehefrau sei ursprünglich Afghanin; auf Vorlage der
Heiratsurkunde und des afghanischen Passes seien ihr pakistanische Do-
kumente ausgestellt worden. Ein Grossteil der – im Detail geschilderten –
Familie lebe in Pakistan; die Beziehung zu den Familienangehörigen in
Quetta sei gut, man habe sich oft besucht, den in I._ (in einem von
Hazara bewohnten Gebiet) lebenden Bruder weniger oft. Zwei Tanten müt-
terlicher- und eine väterlicherseits lebten in Afghanistan, zu diesen bestehe
kein Kontakt. Ein Bruder lebe in Saudi-Arabien. Er, der Beschwerdeführer,
sei in J._ geboren. Als er vier Jahre alt gewesen sei, sei die Familie
umgezogen. Er sei mit fünf eingeschult worden, habe die Schule aber nach
der vierten Klasse abgebrochen. Seinem Vater sei es schlecht gegangen;
er, der Beschwerdeführer, habe in einer (...) zu arbeiten begonnen, für ca.
zehn Jahre. Nach dem Tod des Vaters habe er für ca. sieben bis acht Jahre
auf dem Bazar gearbeitet, Waren von H._ geholt und im Bazar ver-
kauft. Damals sei die Sicherheitslage gut gewesen. Als Musharraf an die
Macht gekommen sei, habe es mit den Anschlägen begonnen. Die Sicher-
heitslage sei schlecht gewesen, Schiiten seien verfolgt und getötet worden.
Er sei folglich in den Iran geflohen, wo er (von 1998 bis 2000, in C._)
ca. zwei Jahre gearbeitet, aber kein Bleiberecht gehabt habe. Eingereist
sei er legal, mit einem einmonatigen Visum. Er sei aufgegriffen und nach
Pakistan ausgeschafft worden. Bis zu seiner Ausreise in die Schweiz habe
er sich zuhause aufgehalten. Arbeit habe er nur gelegentlich in einer (...)
gehabt. Er habe versucht, seine Arbeit auf dem Bazar wiederaufzunehmen.
Das sei wegen der Sicherheitslage nicht möglich gewesen, es seien ihnen
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nicht einmal Fahrkarten verkauft worden. Der Bazar sei ausserhalb des
Gebietes, in dem Hazara lebten, in einer Gegend, die von «Belutschen
oder Terroristen» beherrscht werde. Er habe etwas Geld gehabt und wel-
ches von seinem Bruder ausgeliehen und sich so zur Ausreise entschlos-
sen. Wegen der knappen finanziellen Lage habe er nicht die ganze Familie
mitnehmen können. In Afghanistan sei er einmal gewesen, als er die von
dort zu Besuch weilende Tante heimgebracht habe. Sein Vater sei Afghane,
aber ausser der Tante habe er keinen Bezug zu Afghanistan. Auf die Frage
nach seinem Bezug zur afghanischen Kultur verwies er auf seine ethnische
Zugehörigkeit zu den Hazara, sie hätten in Pakistan in einem vor allem von
Hazara bewohnten Viertel und nach deren Tradition gelebt.
In Quetta sei das Leben gut gewesen, aber sie hätten keine Freiheit gehabt
und sich in Quetta nicht frei bewegen können. Vor 20 Tagen sei bei einem
Anschlag ein Verwandter getötet worden. Er, der Beschwerdeführer, habe
Angst gehabt, zum Bazar zu gehen. Der Bruder in Saudi-Arabien habe sie
finanziell unterstützen müssen, weil sie nicht frei einer Arbeit hätten nach-
gehen können. Seine Kinder könnten auch nicht zur Schule gehen, denn
nach der sechsten Klasse hätten sie das Gebiet für den Schulbesuch ver-
lassen müssen. Es gebe verschiedene Parteien (etwa die BLA-Partei, die
«Partei der Belutschen»), welche die Hazara und Schiiten verfolgten. Auch
die Regierung unterstütze diese terroristischen Gruppen wie etwa auch die
Taliban. Einen eingereichten Drohbrief habe seine Familie neulich zuhause
bekommen. Die ethnische Zugehörigkeit sei in der Identitätskarte vermerkt.
Man erkenne die Hazara aber auch an ihrem Aussehen. Ihre Moscheen
würden angegriffen und Anschläge verübt. Macht habe nur, wer Waffen
habe. Das habe auf keinen im Quartier – das von Hazara bewohnt sei –
zugetroffen, aber ausserhalb wären sie getötet worden. Die medizinische
Grundversorgung sei im Quartier gewährleistet gewesen. Wäre aber eine
weiterführende Behandlung nötig gewesen – in Karachi oder einem gros-
sen Krankenhaus – habe man nicht gehen können. Es wäre ihnen keine
Fahrkarte verkauft worden und, wären sie unterwegs gewesen, wären sie
im Bus getötet worden. Hazara ohne Bleiberecht seien abgeschoben wor-
den.
Auf die Gründe seiner Flucht angesprochen, verwies der Beschwerdefüh-
rer darauf, dass er in Pakistan nicht frei leben, arbeiten und sich bewegen
könne. Er habe immer vor den Leuten und der pakistanischen Regierung
Angst gehabt. Das Leben sei in Gefahr gewesen, die Kinder hätten nicht
zur Schule gehen können. Er habe Angst um seine Familie. Aus finanziel-
len Gründen habe er nur ein Kind mitnehmen können. Seine Tochter sei
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als Kind von sechs Jahren einmal zwei Tage lang entführt worden. Den
eingereichten Drohbrief hätten alle Hazara und Schiiten erhalten. Im Jahr
2006 sei er einmal mit dem Motorrad von J._ nach I._ ge-
fahren; bewaffnete Männer hätten ihm aufgelauert und ihn mit einem Mes-
ser am Rücken verletzt. Wäre nicht die Polizei aufgetaucht, hätten sie ihn
mutmasslich getötet. Er habe in Pakistan nicht weiterleben können, vor al-
lem der Kinder wegen. Auf ein konkretes, fluchtauslösendes Moment an-
gesprochen, fragte er zurück, «was hätten die noch machen sollen», und
berichtete von zwei Bombenanschlägen, deren Zeuge er gewesen sei.
Wäre er in Pakistan geblieben, wäre er getötet worden, denn er hätte zum
Bazar gehen müssen, um seine Familie zu versorgen. Seine Mutter und
seine Frau hätten ihm gar verboten, nach draussen zu gehen. Bei einer
Rückkehr rechne er damit, getötet zu werden – und zwar durch die Regie-
rung. Die Regierung sei gegen die Schiiten eingestellt. Sie bestehe aus
Terroristen und korrupten Persönlichkeiten, sie unterstütze terroristische
Gruppen wie den IS oder baue sie gar selber auf. Grosse Probleme be-
stünden mit Leuten der BLA. Diese vermute er auch hinter dem Übergriff
von 2006 und der Entführung der Tochter. Konkret sei sie von der Schule
weg entführt worden – der Schulbusfahrer habe gesagt, er, der Beschwer-
deführer, müsse sie selber holen, bei der Schule sei sie nicht gewesen und
der Direktor habe nicht gewusst, wo sie sei. Die Polizei habe keine Anzeige
aufnehmen wollen und gesagt, es gehe sie nichts an respektive er lüge,
und ihn für eine Nacht eingesperrt. Die Tochter habe nur spärlich über das
Erlebte berichtet. Sie seien das Ziel von Angriffen, weil sie Schiiten seien
und die Angreifer nicht wollten, dass sie zur Schule gingen. Das einge-
reichte Warnschreiben habe er ganz neu erhalten. Das habe nicht nur
seine Familie bekommen, sondern andere auch. In der Regel setzten «sie»
solche Drohungen auch um, weshalb die Kinder Angst bekommen hätten
und nicht mehr zur Schule gegangen seien. Das eine Attentat, das er erlebt
habe, habe am Opferfest 2013 stattgefunden. Er sei nicht zum Gebet ge-
gangen, weil er das Grab seines Vaters besucht habe. Als die Menschen
nach dem Gebet nach draussen gekommen seien, hätten sich Selbstmord-
attentäter unter die Menge gemischt, geschossen und sich in die Luft ge-
sprengt. Er habe Pakistan am 1. August 2015 verlassen. Er habe nicht ge-
wusst, was zur eigenen Sicherheit zu unternehmen wäre, ausser, das Land
zu verlassen und den Kindern anzuraten, nicht zur Schule zu gehen, wenn
die Sicherheitslage schlecht sei. Eine Möglichkeit, andernorts in Pakistan
in Sicherheit zu sein, sehe er nicht – die Regierung stehe mit diesen Leuten
in Verbindung, man hätte sie überall in Pakistan identifizieren können.
Seine Frau und seine Kinder könnten sich infolge seiner Ausreise nicht frei
bewegen. Seine Frau sei mit der Ausreise einverstanden gewesen, sonst
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wäre sie ja nun auch verwitwet. Zwei Brüder wohnten im selben Haus, der
eine betreibe einen Laden in der Nähe und kaufe dafür im Bazar ein – er,
der Beschwerdeführer, rechne damit, er riskiere sein Leben. Der andere
Bruder mache nichts. Der Bruder in Saudi-Arabien schicke Geld.
Auf seine Pilgerreisen in den Iran angesprochen, die er an der BzP, nicht
aber an der Anhörung erwähnt hatte, führte er aus, es habe sich – anders
als beim Arbeitsaufenthalt der Jahre 1998 bis 2000 – nicht um einen Auf-
enthalt gehandelt, er habe da nicht im Iran gelebt. Entgegen dem Protokoll
habe er nach der Geburt nicht in E._ gelebt, er habe dergleichen
nicht gesagt. Auch sei er nur einmal für einen Monat in Afghanistan gewe-
sen, um die Tante zu begleiten und das Ackerland seines Vaters (das die
Mutter evtl. nach dessen Tod verkauft habe) zu sehen – nicht zweimal, sie
seien zu zweit gewesen.
Die Ausreise habe er mit der einen Tochter unternommen, welche entführt
worden sei. Sie seien mit einem einmonatigen Visum in den Iran ausge-
reist. Das Visum sei nur über einen Karawanen-Veranstalter erhältlich ge-
wesen. Dort seien sie einen Monat geblieben, eine Schwester von ihm lebe
dort. Er habe dann Kontakt mit Belutschen aufgenommen, die gegen Be-
zahlung Leute in die Türkei brächten.
Als Beweismittel legte er ein Drohschreiben vor (Beweismittel [BM] 15),
daneben seine pakistanische Identitätskarte (BM 14) und Kopien diverser
amtlicher Dokumente: seines pakistanischen Passes (BM1), des pakista-
nischen und afghanischen Passes und der Identitätskarte seiner Ehefrau
(BM 2-4), des pakistanischen Passes seiners Sohnes (BM 5), der afghani-
schen Tezkara seines Vaters (BM 6), der pakistanischen Identitätskarten
seiner Eltern (BM 7), Wohnsitzbestätigung und Totenschein des Vaters
(BM 8 f.), pakistanische Geburtsurkunden des Beschwerdeführers und sei-
nes Sohnes (BM 10 f.), Registrierungs- Wohnsitz- und Heiratsbestätigun-
gen (BM 12 f.).
D.
Mit Verfügung vom 7. Februar 2019, eröffnet am 13. Februar 2019, stellte
die Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigen-
schaft nicht erfüllten (Dispositiv, Ziff. 1), und lehnte ihre Asylgesuche ab
(Ziff. 2). Sie wies die Beschwerdeführenden weg (Ziff. 3), setzte ihnen –
unter Androhung des Vollzugs unter Zwang – eine Ausreisefrist (Ziff. 4) und
beauftragte den Kanton K._ mit dem Vollzug der Wegweisung
(Ziff. 5).
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E.
Mit Eingabe vom 15. März 2019 liessen die anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführenden gegen diesen Entscheid Beschwerde führen. Sie be-
antragten die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung
ihrer Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des Asyls, eventualiter die
Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht stellten sie
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Befreiung
von der Kostenvorschusspflicht und um Bestellung ihres Rechtsvertreters
als unentgeltlichen Rechtsbeistand.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 22. März 2019 stellte die Instruktionsrichterin
fest, dass die Beschwerdeführenden den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten dürfen. Weiter hiess sie die Gesuche um Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und
die Beiordnung von Rechtsanwalt Urs Ebnöther als unentgeltlichen
Rechtsbeistand im Sinne von aArt. 110a AsylG (SR 142.31, in der Fassung
gemäss Bundesgesetz vom 14. Dezember 2012, AS 2013 4375, 4384) gut.
G.
In ihrer Vernehmlassung vom 4. April 2019 beantragte die Vorinstanz sinn-
gemäss die Abweisung der Beschwerde.
H.
Die Beschwerdeführenden replizierten am 23. April 2019 und reichten am
23. September 2019 unaufgefordert eine weitere Eingabe zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist damit eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des Asylgesetzes in Kraft getreten
(AS 2016 3101). Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September
2015).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-
schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung respektive Änderung;
Sie sind folglich zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und
aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.4 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5).
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen
an (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es ist mithin nicht an die Begründung des ange-
fochtenen Entscheides oder der Begehren gebunden und kann den Ent-
scheid auch aus anderen Gründen gutheissen oder abweisen.
2.
2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
2.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderung an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
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dabei ständiger Praxis Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2015/3
E. 6.5.1; vgl. auch Urteil des BVGer D-2282/2018 vom 5. April 2019 E. 5.1).
3.
3.1 Die Vorinstanz erwägt im angefochtenen Entscheid, die Anforderungen
an das Glaubhaftmachen seien nicht erfüllt. Sie schliesst dies zum einen
daraus, dass der Beschwerdeführer in der BzP und der Anhörung wider-
sprüchliche Angaben zu seiner Biographie gemacht habe; insbesondere
seine Angaben zu Geburtsort, Wohnorten und Auslandaufenthalten seien
widersprüchlich und die Erklärungsversuche nicht nachvollziehbar (ange-
fochtener Entscheid, Ziff. II.1). Sodann habe er wesentliche Vorbringen, die
auch nicht blosse Konkretisierungen von bereits Ausgeführtem gewesen
seien, erst in der Anhörung vorgetragen. In der BzP habe er namentlich auf
die allgemein dramatische Situation für die Schiiten, Selbstmordanschläge
und darauf, dass Hazaras immer wieder auf offener Strasse verprügelt wür-
den (er selbst jedoch nicht), verwiesen. Erst in der Anhörung habe er aus-
geführt, die Hazara hätten sich der feindseligen Stimmung wegen nicht frei
bewegen können, er habe Angst um seine Kinder gehabt, die aufgrund der
Situation die Schule nicht hätten besuchen können. Auch solle er 2006 auf
einer Motorradfahrt von J._ nach I._ von bewaffneten Män-
nern angehalten und mit einem Messer verletzt worden sein und seine
Tochter sei einmal für zwei Tage von Unbekannten entführt worden. Diese
Vorfälle seien in der BzP unerwähnt geblieben, dort habe er als schlimmste
Ereignisse die Bombenattentate erwähnt, deren Zeuge er gewesen sei,
aber keine solch einschneidenden Übergriffe. Diese erschienen folglich als
nachgeschoben (Ziff. II.2). Die Dokumente schliesslich, welche sich auf ge-
plante terroristische Anschläge auf Hazaras in Quetta und das Dispositiv
der Sicherheitsbehörden bezögen, beträfen vorab die allgemeine Sicher-
heitslage und hätten nur am Rand Bezug zu seinen persönlichen Proble-
men (Ziff. II.3).
Selbst wenn die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit erfüllt wären, sei
festzuhalten, dass die Lage der Hazara in Quetta wohl problematisch sein
möge. Die hohen Anforderungen der Rechtsprechung an die Annahme ei-
ner Kollektivverfolgung seien im Falle der Hazara nach der geltenden
Rechtsprechung jedoch nicht erfüllt; die Zugehörigkeit zu dieser Ethnie al-
leine stelle keinen Asylgrund im Sinne von Art. 3 AsylG dar.
3.2 Der Beschwerdeführer hält in der Beschwerde fest, er habe zwar das
Dorf E._ in Afghanistan als Geburtsort angegeben, seine pakistani-
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sche Staatsangehörigkeit und seinen pakistanischen Wohnort aber offen-
gelegt – er habe weder die afghanischen Wurzeln noch die pakistanische
Staatsangehörigkeit verheimlichen wollen. Die irrtümliche Angabe eines af-
ghanischen Ursprungsortes hänge mit dem Dolmetscher der BzP zusam-
men. Dieser sei ethnischer L._ und Sunnit (zwischen den
L._ und den Hazara bestehe ein ethnisch-religiöser Konflikt) und
habe im Gespräch geäussert, Hazara stammten generell aus Afghanistan.
Die Vernehmung sei sodann in Farsi und nicht in Dari (der Muttersprache
des Beschwerdeführers) durchgeführt worden; Übersetzungsprobleme
seien gerügt, aber nicht protokolliert worden (Beschwerde, Ziff. 3.1.1). Ent-
gegen der Interpretation einer Aussage (Anhörung, F32) durch die Vo-
rinstanz habe er nicht angegeben, in J._ geboren und im Kindesal-
ter mit seiner Familie nach Quetta gezogen zu sein – J._ sei ein
Quartier Quettas, innerhalb dessen die Familie umgezogen sei (Ziff. 3.1.2).
Seine Ausführungen anlässlich der Anhörung seien konsistent mit den ein-
gereichten Beweismitteln. Aus der Ausweissituation seiner Eltern und sei-
ner Geburtsurkunde ergebe sich, dass sich seine Eltern in Pakistan ken-
nengelernt hätten und er dort geboren sei. Letztlich sei sein Geburtsort
aber von geringer Bedeutung – er habe die Staatsangehörigkeit Pakistans,
habe dort gelebt, seine Kernfamilie lebe noch immer dort, zu den Verwand-
ten in Afghanistan habe er keinen Kontakt (Ziff. 3.1.3). Der Widerspruch
bezüglich der Anzahl Reisen sei ein Übersetzungsproblem und überdies
unbedeutend (Ziff. 3.1.4). Der Widerspruch bezüglich der Aufenthalte im
Iran – in der BzP sei von vier Pilgerreisen, in der Anhörung von einem Ar-
beitsaufenthalt von 1998-2000 die Rede gewesen – gründe offensichtlich
in der Schwierigkeit, sich in der gedrängten BzP auf die wichtigsten Eck-
punkte zu fokussieren. Es sei jedenfalls nicht darum gegangen, etwas zu
verheimlichen. Überdies habe es eine Unklarheit bezüglich des Begriffs
«Aufenthalt» gegeben (Ziff. 3.1.5). Zusammengefasst vermöge die Vo-
rinstanz seine Erklärungen in der Anhörung nicht zu entkräften, die geltend
gemachten Widersprüche seien nicht gravierend und beträfen nicht die
fluchtrelevanten Vorbringen – die Vorinstanz verliere sich in Begleitumstän-
den, die Widersprüche muteten «gesucht» an. Die Angaben zu erlittenen
Verfolgungshandlungen, Herkunft, Lebensumständen und Familienverhält-
nissen seien detailliert ausgefallen, seine Glaubwürdigkeit gegeben
(Ziff. 3.1.6 f.).
Aus dem Anhörungsprotokoll werde ersichtlich, dass er, der Beschwerde-
führer, die ständige Bedrohung der Hazara – und im besonderen seiner
Familie – durch die lokale Bevölkerung als zentralen Asylgrund angebe: Er
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habe berichtet, wie er um das Leben der Familie fürchte, wie die Bewe-
gungsfreiheit auf Schutzzonen eingeschränkt sei und die Kinder nicht zur
Schule gehen könnten, aber auch, dass nur aus finanziellen Gründen nicht
die ganze Familie geflohen sei. Den Ausschlag zur Flucht hätten die miter-
lebten Anschläge gegeben. Den selbst erlebten Angriff im Jahr 2006 – neun
Jahre vor der Anhörung – habe er nicht als spezifisch fluchtauslösendes
Ereignis benannt. Die Summe aller Ereignisse und die Angst um sein Le-
ben und das der Familie hätten zur Flucht gezwungen. Das habe er so
auch in der BzP berichtet. Dass in der BzP einzelne Ereignisse ausgelas-
sen würden, gehöre zu deren Wesen. Schliesslich würden die Gesuchstel-
ler auch angehalten, sich kurz und summarisch zu äussern (Ziff. 3.2.3 [1]).
Seine Aussagen zu den erlittenen asylrelevanten Nachteilen seien sub-
stantiiert, schlüssig und kohärent zu den aktuellen Länderinformationen;
Für die Glaubwürdigkeit spreche auch, dass er jenes Kind mitgenommen
habe, das am meisten gelitten habe. Die Vorinstanz vermöge die Glaub-
würdigkeit nur durch gesuchte und aufgelöste Widersprüche anzuzweifeln
– diese sei jedoch sowohl hinsichtlich des erlittenen Übergriffes und der
Entführung der Tochter gegeben, diese seien nicht nachgeschoben, son-
dern «zumindest ansatzweise erwähnt» gewesen (Ziff. 3.2.3 [2], 3.2.4).
Überdies hätte die Vorinstanz die verspäteten, aber qualifizierten Vorbrin-
gen gestützt auf Art. 32 VwVG berücksichtigen müssen (Ziff. 3.2.3 [3]).
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz stehe der vorgelegte Drohbrief
und das Schreiben der Polizei sehr wohl in einem Bezug zu seinen Prob-
lemen, sei er doch spezifisch bei seinem Wohnhaus eingeworfen worden
– und die in Quetta verbliebene Familie sei denn auch verängstigt. Das
Schreiben der Polizei belege sodann die Sicherheitslage und die Unfähig-
keit des pakistanischen Staates zur Schutzgewährung (Ziff. 3.3). Entgegen
der Vorinstanz respektive der von ihr zitierten, nicht mehr der aktuellen
Lage entsprechenden, Rechtsprechung, müsse für die Hazara in Quetta
von einer Kollektivverfolgung ausgegangen werden, jedenfalls ausserhalb
gegebener Schutzzonen, welche indessen ohnehin einer Ghettoisierung
gleichkämen (Ziff. 3.4.1). Damit sei er bereits aufgrund seiner Zugehörig-
keit zu den Hazara ethnisch-religiös motivierter Verfolgung durch sunniti-
sche Extremisten ausgesetzt. Diese habe er bereits am eigenen Leib zu
spüren bekommen: Durch den selbst erlebten Übergriff, die Entführung sei-
ner Tochter und die Augenzeugenschaft von Attentaten und unmotivierten
Verprügelungen. Somit lägen auch persönlich erlittene Verfolgungsmass-
nahmen vor (Ziff. 3.4.2). Schliesslich bestünden seitens des pakistani-
schen Staates weder Schutzwille noch Schutzfähigkeit zugunsten der Ha-
zara. Dies ergebe sich aus der Rechtsprechung und habe er auch eindring-
lich geschildert (Ziff. 3.4.3).
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Die Auffassung der Vorinstanz, wonach seine Aussagen in den wesentli-
chen Punkten unglaubhaft seien, gründe auf einer zu restriktiven Handha-
bung der Beweisregel von Art. 7 AsyIG. Die angeführten Widersprüche
seien, soweit überhaut relevant, entkräftet. Die Vorinstanz rücke das Vor-
liegen von Widersprüchen gegenüber den Erfordernissen der Substanti-
iertheit, Schlüssigkeit und Plausibilität in den Vordergrund. Schliesslich er-
kläre auch die Dauer zwischen BzP und Anhörung Unterschiede in den
Vorbringen (Ziff. 4.1). Die Vorinstanz verletze Art. 3 AsylG, indem sie ihm
und seiner Tochter die Flüchtlingseigenschaft abspreche. Sie hätten glaub-
haft dargelegt, als Hazara und Schiiten in Quetta gezielter ethnisch-religiös
motivierter Verfolgung ausgesetzt zu sein, die sie auch am eigenen Leib
erfahren hätten. Überdies könne an der Rechtsprechung des Bundesver-
waltungsgerichts, die sich auf das Urteil BVGE 2014/32 stütze und im Falle
der Hazara in Quetta eine Kollektivverfolgung verneine, nicht festgehalten
werden. Aufgrund der – im Einzelnen dargestellten – Quellenlage sei zum
aktuelleren Wissensstand das Vorliegen einer Situation der Kollektivverfol-
gung zu bejahen. Die gegenteilige Annahme der Rechtsprechung sei letzt-
lich einzig Folge des Umstandes, dass sich die Hazara zu ihrem Schutz
faktisch selbst gettoisierten – andernfalls würden die Übergriffe das für die
Annahme einer Kollektivverfolgung erforderliche Ausmass erreichen
(Ziff. 4.2).
3.3 Die Vorinstanz verweist in ihrer Vernehmlassung auf den angefochte-
nen Entscheid, in dem die biographischen Widersprüche aufgezeigt seien.
Zwar sei die doppelte Staatsbürgerschaft tatsächlich transparent gemacht
worden, es sei aber nicht einleuchtend geklärt, wie es zur Falschangabe
betreffend die Kindheitsjahre in Afghanistan gekommen sei, habe er, der
Beschwerdeführer, diese Angaben in der BzP doch sogar auf Nachfrage
bestätigt. Zwar möge diese nicht direkt entscheidrelevant sein, die Asylvor-
bringen müssten aber mit den biographischen Angaben in Einklang stehen
und es müsse auf die Korrektheit und Wahrheit der gemachten Angaben
vertraut werden können. Vorliegend entstünden so erste Zweifel an der
Glaubhaftigkeit; zudem seien zentrale Asylvorbringen erst an der Anhörung
oder in der Beschwerdeschrift vorgebracht worden. Bezüglich der Überset-
zung habe der Beschwerdeführer bestätigt, die dolmetschende Person gut
verstanden zu haben, die Angaben zu den Kindheitsjahren seien – wie sich
aus dem Kontext der BzP ergebe – jedenfalls auch nicht mit Verständi-
gungsschwierigkeiten erklärbar. Solche würden überdies im Regelfall pro-
tokolliert. Über Herkunft und Religionszugehörigkeit der dolmetschenden
Personen werde keine Auskunft erteilt. Bezüglich der nachgeschobenen
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Asylgründe verweist die Vorinstanz sinngemäss auf den angefochtenen
Entscheid.
3.4 In der Replik wird ausgeführt, die Vorinstanz messe der Frage des Ge-
burtsortes ein zu grosses Gewicht bei; es sei vielmehr die Glaubhaftigkeit
der Vorbringen, inklusive der Beweismittel, und nicht ein einzelner Wider-
spruch zu würdigen. Auch habe der Beschwerdeführer nicht etwa zentrale
Elemente der Asylgründe an der BzP weggelassen, sondern bereits da-
mals summarisch zu den Fluchtgründen ausgesagt. Bezüglich der Verstän-
digungsprobleme mit dem Dolmetscher greife die allgemein gehaltene Ar-
gumentation der Vorinstanz zu kurz. Die schlechte Kommunikation mit dem
Dolmetscher sei ausdrücklich gerügt worden. Es könne nicht dem Be-
schwerdeführer angelastet – oder mit dem Hinweis auf eine Sensibilisie-
rung er Befrager zu diesem Problemfeld abgetan – werden, wenn dies nicht
protokolliert sei. Die ethnische und religiöse Zugehörigkeit des Dolmet-
schers habe sich im (in diesem Punkt bezeichnenderweise nicht protokol-
lierten) Gespräch ergeben. Und schliesslich sei bekannt, dass Protokolle
auch bei grossen Verständigungsproblemen unterzeichnet würden. Zu wi-
dersprechen sei der Vorinstanz, insoweit sie das Fehlen einer Schilderung
persönlicher Erlebnisse an der BzP bemängle, denn der Beschwerdeführer
habe von Beginn weg die Situation geschildert, wie sie sein Leben ein-
schränke, und auch berichtet, wie er Augenzeuge von Attentaten geworden
sei. Die summarische Form entspreche dem Charakter der BzP.
3.5 Die Eingabe vom 23. September 2019 enthält keine im Asylpunkt rele-
vanten Ausführungen.
4.
Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Vorbringen, soweit sie den Anforderungen an das Glaub-
haftmachen genügen, die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführen-
den nicht zu begründen vermögen und die Vorinstanz folglich das Asylge-
such zu Recht abgelehnt hat. Weder die Entgegnungen in der Beschwerde
noch die angerufenen Beweismittel vermögen zu einer anderen Betrach-
tungsweise zu führen. Im Grundsatz kann im Asylpunkt auf den angefoch-
tenen Entscheid verwiesen werden. Ergänzend ist was folgt zu bemerken:
4.1 Die im angefochtenen Entscheid angeführten Widersprüche zu biogra-
phischen Angaben sind für den Asylpunkt an sich wohl nicht von direkter
Bedeutung, vermögen aber ein Bild von der allgemeinen Glaubwürdigkeit
des Beschwerdeführers abzugeben. Zudem ist mit der Vorinstanz darauf
E-1305/2019
Seite 14
hinzuweisen, dass Fluchtgründe in der Regel mit der Biographie verwoben
sind und folglich auch mit diesen ein stimmiges Bild abgeben sollen, um
wiederum die Schilderung der Fluchtgründe glaubhaft erscheinen zu las-
sen.
Die Widersprüche, die sich um Aufenthalte im Iran und in Afghanistan dre-
hen, haben unterschiedliches Gewicht. Auf die Frage, ob er schon mal im
Ausland gewesen sei, antwortete der Beschwerdeführer anlässlich der
BzP, er sei vier Mal im Iran auf Pilgerreise gewesen (BzP 2.04). An der
Anhörung kam er in der freien Rede zu seiner Biographie auf einen Arbeits-
aufenthalt im Iran zu sprechen (Anhörung, ab F32), nicht aber auf die Pil-
gerreisen. Darauf angesprochen, rechtfertigte er sich damit, es habe sich
bei den Pilgerreisen nicht um einen Aufenthalt gehandelt. Diese Frage
kann als untergeordneter Natur offenbleiben. Nicht erklärbar ist dagegen,
weshalb anlässlich der BzP vier Pilgerreisen erwähnt wurden, nicht aber
ein zwei Jahre dauernder Arbeitsaufenthalt, der zudem bereits als Flucht
aufgrund der schlechten Sicherheitslage (und der daraus folgenden Ar-
beitslosigkeit) dargestellt wird (Anhörung, F32, F64). Betreffend Afghanis-
tan kann als wiederum untergeordneter Punkt offenbleiben, ob der Be-
schwerdeführer nach dem Kindesalter zweimal oder nur einmal (aber zu
zweit) dorthin reiste. Der Widerspruch in der Frage, ob er in Pakistan ge-
boren wurde (Anhörung) oder in Afghanistan, wo sich die Familie noch
sechs Jahre aufgehalten habe (BzP), beschlägt dagegen eine längere und
nicht unwesentliche Periode in der Biographie. Während die Zahl der spä-
teren Reisen noch mit einer Unklarheit erklärt werden könnte, liegt hier ein
offener Widerspruch vor. Die Darlegungen, wie es in der BzP zu den (laut
dem Beschwerdeführer) falschen Angaben gekommen sein soll, überzeu-
gen nicht. Der Ort E._ im Distrikt G._ als Geburts- und
Wohnsitzort kommt in nicht weniger als drei Antworten der BzP vor (BzP
1.07, 2.01, 2.02; auch als Geburtsort der Ehefrau: 1.14). Bei der ersten
Gelegenheit wird der Ort als Antwort auf die Frage nach dem Geburtsort
protokolliert. Selbst wenn der Dolmetscher von Vorurteilen über die Hazara
erfasst sein sollte, ist unerklärlich, wie er auf genau dieses Dorf (des jeden-
falls jenes wäre, wo die Familie über Land verfügt resp. verfügte, Anhörung
F102) kommen sollte respektive wie er darauf käme, die Familie sei nach
sechs Jahren nach Quetta gezogen (der Umzug innerhalb J._ ge-
mäss Anhörung wäre nach vier Jahren erfolgt, F31). Gemäss Protokoll
wurde die BzP in Dari gedolmetscht und rückübersetzt (wie die Anhörung
auch), der Beschwerdeführer bestätigte zweimal, den Dolmetscher gut zu
verstehen, und unterzeichnete das Protokoll vorbehaltlos. Eine Motivlage,
weshalb Befrager und Dolmetscher in all diesen Punkten falsch übersetzen
E-1305/2019
Seite 15
oder protokollieren sollten, ist nicht erkennbar. Auch, als er in der Anhörung
darauf angesprochen wurde, ob er eine falsche Angabe (die Zahl der Af-
ghanistan-Reisen) bei der Rückübersetzung nicht bemerkt habe, erwähnte
er keine Probleme im Zusammenhang mit der Übersetzung (Anhörung
F106) – selbst wenn in der BzP tatsächlich eine Rüge zur Übersetzertätig-
keit nicht protokolliert wäre, ist kaum davon auszugehen (und auch nicht
behauptet), dies sei bei expliziter Nachfrage an der Anhörung auch ge-
schehen.
4.2 Was die Frage der Fluchtgründe angeht, überzeugen die Ausführungen
des Beschwerdeführers, warum er zentrale Elemente erst an der Anhörung
erwähnte, nicht aber schon an der BzP, nicht. Insbesondere greift die Dar-
stellung zu kurz, er habe die Sicherheitslage ja nicht in allgemeiner Art,
sondern klar auf seine Beeinträchtigungen fokussiert geschildert und sich
im Übrigen wie gefordert summarisch kurz gefasst. Das mag eine Erklä-
rung für den sehr knappen freien Bericht (BzP, 7.01) sein, erklärt aber nicht,
weshalb er diese Angaben bei der Beantwortung gezielter Ergänzungsfra-
gen nicht vortrug (BzP, 7.02). So wurde der Beschwerdeführer explizit ge-
fragt, ob er denn selber auch «jemals» verprügelt worden sei, was er ver-
neinte. Er führte vielmehr an, er habe Angst, dass ihm «sowas» – lebens-
gefährlich verprügelt zu werden – auch passieren werde. Den angeblichen
lebensgefährlichen Übergriff von 2006 liess er an dieser Stelle unerwähnt.
Auf die Frage, was das Schlimmste gewesen sei, was ihm persönlich in
Pakistan passiert sei, erwähnte er die Augenzeugenschaft an zwei Atten-
taten. Dass sein eigenes Kind entführt und er darauf willkürlich in Haft ge-
nommen worden sei, erwähnte er an dieser Stelle nicht. Auch verneinte er
die Frage explizit, ob er jemals «verhaftet, angeklagt oder verurteilt» wor-
den sei. Wie sich der protokollierte Verlauf der BzP darstellt, hatte der Be-
schwerdeführer – dem summarischen Charakter der BzP zum Trotz – aus-
reichend Gelegenheit und auch Aufforderung, diese angeblichen Flucht-
gründe zu platzieren.
4.3 Insgesamt vermag der Beschwerdeführer damit keine konkret gegen
ihn und seine Familie gerichtete Verfolgung glaubhaft zu machen, welche
über die allgemeine Sicherheitslage, wie sie sich für Hazara in Quetta dar-
stellt, hinausginge. Im Übrigen ist weder durch die Vorinstanz in Frage ge-
stellt, dass die Beschwerdeführenden Hazara schiitischen Glaubens sind,
noch sieht sich das Gericht dazu veranlasst, daran zu zweifeln.
E-1305/2019
Seite 16
4.4 Auf Beschwerdeebene wird geltend gemacht, zum heutigen Zeitpunkt
müsse von einer Kollektivverfolgung von in Quetta lebenden Hazara aus-
gegangen werden. Das Bundesverwaltungsgericht setzte sich in BVGE
2014/32 eingehend mit der Situation der schiitischen Hazara in Quetta aus-
einander. Es gelangte zum Schluss, dass diese zwar häufig Opfer von ge-
zielten, von einem Verfolgungsmotiv getragenen Übergriffen würden. Die
Zahl der Verfolgungshandlungen sei aber nicht genügend, um eine Kollek-
tivverfolgung durch Dritte oder durch staatliche Organe annehmen zu kön-
nen (BVGE 2014/32 E. 7.2). Das Bundesverwaltungsgericht hat diese
Rechtsprechung seither wiederholt bestätigt (zuletzt mit Urteil D-121/2018
vom 31. Juli 2020 E. 6.5; vgl. auch Urteil E-4199/2018 vom 14. Juli 2020
E. 5.1 m.w.H.). Die in der Beschwerdeschrift vorgetragene Quellenlage ist
insbesondere nicht aktueller als im Urteil D-2282/2018 vom 5. April 2019,
in welchem sich das Gericht mit dem Sachvortrag desselben Rechtsvertre-
ters wie vorliegend auseinandersetzte (vgl. Urteil D-2282/2018 E. 5.5) und
eine Neubeurteilung der Praxis ablehnte. Dazu besteht auch vorliegend
kein Anlass.
4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführen-
den nicht gelungen ist, asylrechtlich relevante Verfolgungsgründe im Sinne
der Art. 3 und Art. 7 AsylG glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat zu
Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und die Asylgesuche abgelehnt.
5.
5.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf
Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu
Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
E-1305/2019
Seite 17
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (angefochtener Ent-
scheid, Ziff. III.1). Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine
asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-
chen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschie-
bung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr
der Beschwerdeführenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem As-
pekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
E-1305/2019
Seite 18
müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nach-
weisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung
Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des
EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht
als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.
6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
6.4.1
6.4.1.1 Die Vorinstanz verweist im angefochtenen Entscheid in allgemeiner
Art auf die herrschende politische Situation im Heimatstaat. Im Übrigen
ergäben sich weder besondere Umstände noch individuelle Gründe, die
auf eine Existenzbedrohung schliessen liessen. Der Beschwerdeführer sei
jung, gesund und arbeitsfähig, weise zwar nur geringe Schulbildung aber
langjährige Arbeitserfahrung auf. Auch habe er (wenn auch mit Unterstüt-
zung eines Bruders) die Ausreise zu finanzieren vermocht. Er verfüge in
der Heimat über ein intaktes und tragfähiges familiäres Beziehungsnetz,
das ihn zu unterstützen vermöge (Ziff. III.2).
6.4.1.2 Die Beschwerdeführenden stellen sich demgegenüber auf den
Standpunkt, aufgrund ihrer Ethnie und Religionszugehörigkeit bestehe ge-
stützt auf die Rechtsprechung ein starkes Indiz für die Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs. Die Unzumutbarkeit sei aufgrund der konkreten
Lage der Beschwerdeführenden vor dem Hintergrund dieser Indizienlage
gegeben: Es habe konkrete Angriffe gegeben, es würden weiter Drohbriefe
zugestellt, der Beschwerdeführer habe keiner geregelten Arbeit, die Be-
schwerdeführerin nicht der Schule nachgehen können. Das Beziehungs-
netz sei wirtschaftlich nicht tragfähig. Nicht beachtet habe die Vorinstanz
sodann das Kindeswohl, wozu sie aber die Rechtsprechung verpflichte (D-
6993/2015 vom 6. Februar 2019, E. 6.6 ff.). Die Beschwerdeführerin sei in
der Schweiz eingeschult und integriert. Insbesondere der Schulbesuch
E-1305/2019
Seite 19
wäre ihr in der Heimat nicht möglich und sie müsste unter Umständen le-
ben, die dem Kindeswohl nicht gerecht würden. Eine innerstaatliche Flucht-
alternative sei auf der Grundlage der Rechtsprechung (Urteil des BVGer E-
4269/2013 vom 25. November 2014 E. 9.5) zu verneinen (Beschwerde,
Abschn. 4.3.2)
6.4.1.3 Die Vorinstanz verweist in ihrer Vernehmlassung auf die pakistani-
sche Staatsbürgerschaft des Beschwerdeführers, der den grössten Teil ei-
nes Lebens in Pakistan verbracht habe. Nach dreieinhalb Jahren in der
Schweiz sei nicht von einer fortgeschrittenen Integration auszugehen. Da-
ran ändere der Schulbesuch der Beschwerdeführerin nichts. Die Wieder-
vereinigung mit Mutter und Geschwistern sei aus Optik des Kindeswohls
höher zu gewichten als der Schulbesuch.
6.4.1.4 Die Beschwerdeführenden bemängeln in ihrer Replik, dass die Vor-
instanz weiterhin das Alter der Beschwerdeführerin ausser Acht lasse. Die
Zumutbarkeit sei anhand von Art. 83 Abs. 4 AIG zu prüfen; die Wiederver-
einigung mit Mutter und Geschwistern sei kein Argument, wenn sie zu einer
Lebensgefährdung führe. Weiter weisen die Beschwerdeführenden auf die
Berichterstattung zu einem aktuellen Selbstmordanschlag gegen die Min-
derheit der Hazara hin, den sowohl die Taliban wie auch der IS für sich
reklamiert hätten.
6.4.1.5 Mit der Eingabe vom 23. September 2019 wird die Bedeutung der
fortgeschrittenen Integration der Beschwerdeführerin in der Schweiz be-
tont. Es wird eine Bestätigung der zuständigen Schulleitung beigelegt.
6.4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt von Verfassungs wegen
(Art. 29 Abs. 2 BV), dass eine Behörde die Vorbringen der Parteien tat-
sächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt; daraus folgt
insbesondere die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid ausreichend
und nachvollziehbar zu begründen (BGE 145 IV 99 E. 3.1 m.w.H.). Um den
Vorgaben von Art. 29 Abs. 2 BV zu genügen, muss die Begründung so ab-
gefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des an-
gefochtenen Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der
Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. Zu begründen ist das Er-
gebnis des Entscheides, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und
das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person berührt. Die Begrün-
dung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen
(BGE 145 III 324 E. 6.1 m.w.H.). Dabei ist es nicht erforderlich, dass sich
die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und
E-1305/2019
Seite 20
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich
auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (Statt vieler
BGE 143 III 65 E. 5.2). Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass nur diejeni-
gen Argumente stillschweigend übergangen werden können, die für den
Entscheid erkennbar unbehelflich sind (SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler
(Hrsg.), Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2018, Rz. 2 a.E. zu Art. 32 VwVG).
Weiter ist die verfassungsmässige Begründungsdichte abhängig von der
Entscheidungsfreiheit der Behörde und der Eingriffsintensität des Ent-
scheides. Je grösser der Spielraum, welcher der Behörde infolge Ermes-
sen und unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und je stärker ein
Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderun-
gen sind an die Begründung eines Entscheides zu stellen (BGE 112 Ia 107
E. 2b m.w.H.; eingehend SUTTER, Kommentar VwVG, Rz. 2 zu Art. 32
VwVG, Rz. 9 ff. zu Art. 34 VwVG). Angesichts der Bedeutung der im Asyl-
verfahren zu beurteilenden Interessen der Betroffenen gelten hohe Anfor-
derungen an die Begründungsdichte (Urteil des BVGer E-2479/2018 vom
31. Mai 2018 E. 6.1 Abs. 1).
6.4.3 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-
listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an
der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Die
Sachverhaltsfeststellung ist unrichtig, wenn der Verfügung ein falscher und
aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch ge-
würdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid
rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (Urteil des
BVGer E-2479/2018 E. 6.1 Abs. 2).
6.4.4 In Pakistan herrscht weder Bürgerkrieg noch eine Lage allgemeiner
Gewalt (vgl. Urteil des BVGer E-3954/2018 vom 24. Juli 2018 E. 9.4.1
m.H.). Bei den Beschwerdeführenden handelt es sich um ethnische Hazara
schiitischen Glaubens mit letztem Wohnsitz in Quetta. Das Bundesverwal-
tungsgericht schätzte in BVGE 2014/32 die Lage in Quetta für Schiiten und
insbesondere für Hazara als gefährlich ein und bezeichnete die Sicher-
heitslage als bedrohlich und instabil. Es bestehe für Schiiten die ernstzu-
nehmende Gefahr von religiös motivierten Anschlägen, wobei diese Gefahr
für Hazara zusätzlich gesteigert sei. Es sei zwar nicht von einer Situation
allgemeiner Gewalt auszugehen; die Zugehörigkeit zur ethnisch-religiösen
Minderheit der schiitischen Hazara sei aber als starkes Indiz für die An-
nahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu qualifizieren. Er-
E-1305/2019
Seite 21
gebe sich aus der persönlichen Situation einer beschwerdeführenden Per-
son ein zusätzliches Gefährdungsindiz, das über die schwierige generelle
Lage der Hazara in Quetta hinausgehe, sei der Wegweisungsvollzug als
unzumutbar zu bezeichnen (vgl. BVGE 2014/32 E. 9.4; mit Blick auf die
hier im Zusammenhang mit der Frage der Kollektivverfolgung vorgetra-
gene Quellenlage bestätigt mit Urteil des BVGer D-6993/2015 vom 6. Feb-
ruar 2019 E. 6.1-6.3).
6.4.5 Sind von einem Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im
Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Gesichtspunkt
von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich aus einer völkerrechtskonfor-
men Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AIG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 KRK.
Unter diesem Aspekt sind in die Beurteilung der Zumutbarkeit sämtliche
Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf den Vollzug
der Wegweisung eines Kindes wesentlich erscheinen. Namentlich können
dabei folgende Kriterien im Rahmen einer Gesamtbeurteilung von Bedeu-
tung sein: Alter des Kindes, Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität,
Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen
(insbesondere Unterstützungsbereitschaft und -fähigkeit), Stand und Prog-
nose bezüglich Entwicklung beziehungsweise Ausbildung sowie der Grad
der erfolgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz. Die
Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz ist im Hinblick auf die Prüfung der
Chancen und Hindernisse einer Reintegration im Heimatland bei einem
Kind als gewichtiger Faktor zu werten. Kinder sollten nicht ohne triftigen
Grund aus einem vertrauten Umfeld herausgerissen werden. Dabei ist aus
entwicklungspsychologischer Sicht nicht nur das unmittelbare persönliche
Umfeld des Kindes (das heisst seine Kernfamilie) zu berücksichtigen, son-
dern es sind auch seine weiteren sozialen Beziehungen in die Überlegun-
gen miteinzubeziehen. Die Verwurzelung in der Schweiz kann eine rezip-
roke Wirkung auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
haben, indem eine starke Integration in der Schweiz eine Entwurzelung im
Heimatstaat zur Folge haben kann, die unter Umständen die Rückkehr in
den Heimatstaat unzumutbar erscheinen lässt. Ist die Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzuges im Falle des Kindes zu bejahen, so sind die Eltern
respektive das anwesende Elternteil, auf deren Unterstützung das Kind an-
gewiesen ist, in Nachachtung des Grundsatzes der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG), aber unter Vorbehalt der Ausschlussgründe des Art. 83
Abs. 7 AIG, ebenfalls vorläufig aufzunehmen (Urteil des BVGer D-
6993/2015 E. 6.5 m.w.H. und E. 6.8, vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6, BVGE
2009/28 E. 9.3.2 je mit weiteren Hinweisen).
E-1305/2019
Seite 22
6.4.6 Die Vorinstanz liess in der angefochtenen Verfügung, soweit sie sich
mit dem Wegweisungsvollzug befasste, die vorstehend (E. 6.4.4 und 6.4.5)
dargestellten Aspekte ausser Acht. Dies beschlägt die Ermittlung des
Sachverhalts, dessen Würdigung und die Begründung.
6.4.6.1 Bezüglich des Beschwerdeführers begnügte sich die Vorinstanz mit
allgemeinen Ausführungen zu seiner Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und -er-
fahrung und zum familiären Netz des Beschwerdeführers. Sie überging da-
bei, dass gemäss der Praxis im Falle der Hazara in Pakistan respektive
Quetta bereits die ethnische und religiöse Zugehörigkeit ein Gefährdungs-
indiz darstellt und vor diesem Hintergrund zu fragen, zu prüfen und zu be-
gründen ist, ob ein zusätzliches, sich aus der Situation des Beschwerde-
führers ergebendes Gefährdungsindiz vorliegt (vgl. Urteil des BVGer E-
2479/2015 E. 6.4.2). Sie konnte diese Fragestellung nicht einfach deshalb,
weil sie die Asylvorbringen – wenn auch nach Auffassung des Gerichts zu
Recht – als nicht glaubhaft erachtete, stillschweigend übergehen.
6.4.6.2 Schwerer wiegt jedoch, dass die Vorinstanz die Situation der Be-
schwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung gänzlich übergeht. Sie
trifft hierzu keinerlei Sachverhaltsfeststellung oder -würdigung und verliert
in ihrer Begründung kein Wort zu deren Beurteilung. Die Vorinstanz hat in
dieser zentralen Frage ihre Pflicht zur Sachverhaltsabklärung (vorne,
E. 6.4.3) und zur Begründung ihres Entscheides – und damit den grund-
rechtlichen Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs der Be-
schwerdeführenden (vorne, E. 6.4.2) – verletzt. Der pauschale, eher der
Laienpsychologie zuzuordnende, Hinweis in der Vernehmlassung auf den
Aspekt der Wiedervereinigung mit Mutter und Geschwistern und die ohne
tatsächliche Grundlage in den Raum gestellte Vermutung, aufgrund der
Aufenthaltsdauer liege keine fortgeschrittene Integration vor, vermögen
diese Unterlassung nicht zu kompensieren.
6.4.6.3 Das rechtliche Gehör ist formeller Natur, dessen Verletzung führt in
der Regel zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Angesichts der
Schwere der Verletzung kommt eine Heilung im (das Verfahren andernfalls
endgültig abschliessenden) Rechtsmittelverfahren nicht in Frage (vgl. statt
Vieler BGE 144 IV 302 E. 3.1 m.w.H; SUTTER, Kommentar VwVG, Rz. 23
zu Art. 29 VwVG).
6.5 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-
richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen
Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an
E-1305/2019
Seite 23
die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-
stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-
ren ist (WEISSENBERGER/HIRZEL, in: Waldmann/Weissenberger, Praxis-
kommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 16 zu Art. 61 VwVG). Die in diesen
Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätzlich zwar auch durch
die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies im Einzelfall
aus prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint; sie muss dies
aber nicht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2004
Nr. 38 E. 7.1). Insbesondere rechtfertigt sich ein Rückweisungsentscheid,
wenn die Vorinstanz zu Unrecht keinen Beweis abgenommen hat und die
betroffene Partei ohne Rückweisung um die Möglichkeit gebracht würde,
die Tatsache vor einer Instanz mit uneingeschränkter Kognition geltend zu
machen oder ihr der Rechtsmittelweg unzulässig verkürzt würde. Schliess-
lich ist die Sache bei schwerer Verletzung von Verfahrensrechten, die nicht
vor der Rechtsmittelinstanz geheilt werden kann, zurückzuweisen. Im Re-
gelfall gilt dies aufgrund dessen formellen Charakters für Verletzungen des
rechtlichen Gehörs (WEISSENBERGER/HIRZEL, Praxiskommentar VwVG,
Rz. 17 f. zu Art. 61 VwVG; CAMPRUBI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.],
Kommentar VwVG, Rz. 11 zu Art. 61 VwVG).
Im vorliegenden Fall ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die
Vorinstanz hat bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs die Situation des Beschwerdeführers unter falschem Blickwinkel und
die der Beschwerdeführerin gar nicht geprüft. Es sind zur Erstellung des
Sachverhalts weitere Abklärungen zu treffen, welche den Rahmen des Be-
schwerdeverfahrens sprengen würde. Auch geht unter den gegebenen
Umständen – unterlassene Sachverhaltsermittlung, schwere Verletzung
des rechtlichen Gehörs – nicht an, den Rechtsmittelweg der Beschwerde-
führenden zu verkürzen.
6.6 Angesichts der Rückweisung der Sache erübrigt sich eine Auseinan-
dersetzung mit den weiteren Vorbringen auf Beschwerdeebene und dem
dem Gericht zu den Akten gereichten Beweismittel, weil das Beschwerde-
dossier ebenfalls Gegenstand des wiederaufzunehmenden erstinstanzli-
chen Verfahrens sein und das SEM sich damit zu befassen haben wird.
7.
Die Beschwerde ist somit insoweit gutzuheissen, als die Aufhebung der
Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung beantragt wird.
Diese sind aufzuheben und die Sache ist zur Neubeurteilung des Wegwei-
sungsvollzugs im Sinne der Erwägungen an das SEM zurückzuweisen.
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8.
8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der
Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 Satz 1 VwVG). Unterliegt
sie teilweise, werden die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 Satz 2
VwVG). In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückweisung
der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem Ent-
scheid (mit noch offenem Ausgang) praxisgemäss als Obsiegen der Be-
schwerde führenden Partei (Urteil des BVGer A-3763/2011 vom 3. Juli
2012 E. 14.1, m.w.H.). Den Vorinstanzen werden keine Verfahrenskosten
auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
8.2 Die Beschwerdeführenden unterliegen insoweit, als sie die Aufhebung
und Änderung der angefochtenen Verfügung in den Dispositivziffern 1 bis
3 beantragen. Bezüglich der Dispositivziffern 4 und 5 gelten sie infolge de-
rer Aufhebung und Rückweisung an die Vorinstanz als obsiegend. Es ist
folglich von je hälftigem Obsiegen und Unterliegen auszugehen. Den Be-
schwerdeführerenden wären somit reduzierte Verfahrenskosten von
Fr. 375.– (50% von Fr. 750.–) aufzuerlegen. Ihnen wurde jedoch mit Verfü-
gung vom 22. März 2019 die unentgeltliche Prozessführung gewährt. Zu-
mal keine erhebliche Besserung der wirtschaftlichen Situation – insbeson-
dere kein Arbeitserwerb des Beschwerdeführers – erkennbar ist, ist vom
Fortbestehen der Bedürftigkeit auszugehen. Zudem ist die Beschwerde
nach wie vor nicht als aussichtslos zu bezeichnen. Es sind somit keine Ver-
fahrenskosten zu erheben.
8.3 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres hälftigen
Obsiegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und Abs. 2
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE) zu Lasten der Vorinstanz eine im Ausmass des
Unterliegens gekürzte Entschädigung für die ihnen notwendigerweise er-
wachsenen Parteikosten zuzusprechen.
Die bei den Akten liegende Kostennote weist einen Aufwand von 16.37
Stunden auf. Das erscheint als den Verfahrensumständen nicht angemes-
sen, der zeitliche Aufwand ist auf insgesamt 10 Stunden zu kürzen. Die
somit auf Fr. 3'311.15 (Honorar Fr. 3'000.–, Auslagen Fr. 74.40, Mehrwert-
steuer [7.7% auf Fr. 3074.40=] Fr. 236.75) festzusetzenden Parteikosten
sind der Vorinstanz im Umfang von 50%, d.h. Fr. 1'655.60, aufzuerlegen.
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8.4 Soweit die Beschwerdeführenden unterliegen, haben sie infolge der
gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung Anspruch auf Über-
nahme der übrigen Parteikosten durch das Bundesverwaltungsgericht
(aArt. 110a Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 8-14 VGKE). Über den anwendbaren
Kostenrahmen der amtlichen Vertretung wurden sie mit der Verfügung vom
22. März 2019 informiert. Dem amtlichen Rechtsvertreter ist zu Lasten des
Bundesverwaltungsgerichts eine Entschädigung von Fr. 1'224.75 (Honorar
Fr. 1'100.– [5 Stunden zu Fr. 220.–], Auslagen Fr. 37.20 [50% von
Fr. 74.40], Mehrwertsteuer Fr. 87.55 [7.7% von Fr. 1'137.20]) zuzuspre-
chen.
(Dispositiv nächste Seite)
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