Decision ID: cc92ba2f-f0c7-435b-8c84-e90e33a80d2f
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 19
46
,
Vater
von drei
mittlerweile erwachsene
n
Kindern
,
im ehemaligen Jugoslawien diplomierter Weber,
ab Juli 1979 in der Schweiz als
Speditionsangestellter beziehungsweise Chauffeur tätig
gewesen
(vgl.
Urk.
8/5/1),
erlitt am 2
3.
Juli 1985
eine
sub
arachnoidale
und intrazerebrale Blutung
fronto
basal
links bei grossem, operativ versorgtem Aneurysma der
Arteria
c
erebri in
ferior links am 2
3.
Juli 1985 (
Urk.
8/4/2;
Urk.
8/1/6).
Die damalig zuständige
Invali
denver
sicherungs
-Kommission des Kantons Zürich
gewährte
dem Versi
cher
ten
ab dem
1.
Juli 1986 eine
ganze
Invalidenrente
bei einem Invalidi
täts
grad
von 80
%
und
ab
dato
eine Hilflosenent
schä
digung
leichten Gra
des (vgl.
Urk.
8/12
;
Urk.
8/24;
Urk.
8/
30
;
Urk.
8/52
;
Urk.
8/60
;
Urk.
8/67
).
1.2
Nach
einer amtlichen Rentenrevision
im Jahre 1996
(vgl.
Urk.
8/69-76
)
, bei wel
cher
d
ie
nunmehr zuständige
Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
die bisherige ganze Invalidenrente bestätigte (vgl.
Urk.
8/72
),
sprach
sie
X._
rückwirkend
ab dem
1.
Februar 1996
anstelle der bisherigen Hilflosenentschädigung leichten Grades
eine Hilflosenent
schädigung mittleren Grades zu
(vgl.
Urk.
8/77-78).
1.3
Die IV-Stelle
bestätigte in den nachfolgenden Leistungsrevisionen sowohl
die bisherige ganze Rente der Invalidenversicherung als auch die Hilflosenent
schä
digung mittleren Grades (vgl. Mitteilung
en
vom 2
5.
Oktober 2000 [
Urk.
8/85]
und
vom 1
3.
Januar 2005 [
Urk.
8/96]
).
1.4
Mit Schreiben vom
8.
Januar 2011
wandte sich der Versicherte an die IV-Stelle
insbesondere
mit den
Frage
n
,
seit wann es unterschiedliche Hilflosenentschädi
gungen für in einem Heim und für zuhause lebende Personen gebe und
wieso er eine Hilf
losenentschädigung mittleren Grades für in einem Heim lebende Perso
nen erhalte, da er doch nie in einem Heim gewohnt habe (
Urk.
8/112/4).
Darauf verfügte die IV-Stelle am 1
2.
April 2011 die Nachzahlung der Differenz zwi
schen dem Betrag der Hilflosenentschädigung im Heim und demjenigen zuhau
se, wobei sie die Nachzahlung aufgrund der Verjährungsfrist von fünf Jah
ren auf den Zeitraum ab
1.
Januar 2006 beschränkte (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
durch Rechtsanwältin
Susanne
Friedauer
,
Zürich
,
am
3
0.
Mai 2011
Beschwerde
erheben
mit folgend
en Anträgen (
Urk.
1
):
"1.
Es sei die Verfügung vom 1
2.
April 2011 insoweit aufzuheben, als dem Beschwerde
füh
rer zwischen dem
1.
Januar 2004 und dem 3
1.
Dezember 2005 keine höhere Hilflo
senentschädigung ausgerichtet wird, und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab
1.
Januar 2004 eine höhere Hilflosenentschädigung auszu
richten.
2.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin."
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Juli
2011
um Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Replik vom
1
4.
November 2011
hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
1
3
). Mit
Schreiben vom
5.
Januar 2012
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (
Urk.
16),
was dem Beschwerdeführer am
6.
Januar
2012
mitgeteilt wurde (
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.
2
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilf
losenentschädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Le
bensver
rich
tungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persön
lichen Überwa
chung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invaliden
versi
cherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebens
praktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung [IVV]
). Praxis
gemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgen
den sechs alltäglichen Lebensverrich
tungen massgebend:
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontak
taufnahme (BGE 127 V 94 E.
3c,
125 V 297 E. 4a)
.
1.
3
Es ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilf
losig
keit (
Art.
42
Abs.
2 IVG).
Gemäss
Art.
37
Abs.
2 IVV gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfs
mit
teln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach
Art.
36 (seit
1.
Januar 2004:
Art.
37)
Abs.
2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in min
destens vier alltäglichen Lebensverric
htungen voraus (BGE 121 V 90 E. 3b, 107 V 151 E
. 2).
1.
4
Gemäss
Art.
42
ter
IVG ist für die Höhe der Hilflosenentschädigung das Ausmass der persönlichen Hilflosigkeit massgebend. Die Hilflosenentschädigung wird personenbezogen ausgerichtet und soll die Wahlfreiheit in den zentralen Lebens
bereichen erleichtern.
Die monatliche Entschädigung beträgt bei
schwerer Hilflosigkeit 80 Prozent, bei
mittelschwerer Hilflosigkeit 50 Prozent
und bei leichter Hilflosigkeit 20 Prozent
des Höchstbetrages der Altersrente nach
Art.
34
Abs.
3 und
Abs.
5
des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinter
lassenen
versi
cherung
AHVG (
Abs.
1, Sätze 1-3).
Die Höhe der Hilflosenentschä
digung für Versicherte, die sich in einem Heim aufhalten, entspricht einem Viertel der An
sätze nach
Abs. 1.
Vorbehalten bleiben die
Art.
42
Abs.
5 und
Art.
42
bis
Abs.
4 (
Abs.
2).
1.
5
D
er Anspruch auf ausstehende Leistungen oder Beiträge
erlischt
fünf Jahre nach dem Ende des Monats, für welchen die Leistung, und fünf Jahre nach dem Ende des Kalenderjahres, für welches der Beitrag geschuldet war
(
Art.
24
Abs.
1 ATSG)
.
2.
Die Parteien gehen in Einklang mit der Aktenlage darin einig, dass der Beschwer
deführer nie in einem Heim gewohnt hat und deshalb seit Inkrafttreten der 4. IV-Revision ab 1. Januar 2004 die Voraussetzungen für eine höhere Hilf
losenentschädigung erfüllt.
Strittig und zu prüfen ist
, ob vorliegend
Art.
24
Abs.
1 ATSG zu Recht angewen
det wurde (vgl.
Urk.
1 S. 4;
Urk.
2 S. 1).
2.1
Die Beschwerdegegnerin hatte
den
1.
Januar 2006 als Beginn des Anspruch
s
auf die Nachzahlung der Differenz zwischen dem Betrag der Hilflosenentschädigung im Heim und demjenigen zu Hause
damit
begründet,
dass
die Verjährungsfrist von fünf Jahren im Sinne von
Art.
24
Abs.
1 ATSG ab der am
3.
Januar 2011 erfolgten Gesuchstellung zu berechnen sei (
Urk.
2 S. 1).
2.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbringen,
wenn es nur um die Vollstreckung eines bereits zugesprochenen Leistungsanspruchs gehe, sei
Art.
24
Abs.
1 ATSG nicht anwendbar. Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung gelte eine zehnjährige Frist für die Vollstreckung rechtskräftig zugesprochener Leistungen (
Urk.
1 S. 4).
Im vorliegenden Fall sei der Anspruch auf eine Hilflosigkeit mittleren Grades bereits vor Jahren rechtskräftig festge
setzt worden. Die Differenzzahlung stehe ihm daher bereits ab Inkraft
treten der neuen Regelung, dem
1.
Januar 2004 zu.
Da der höhere Anspruch, der ihm ab diesem Zeitpunkt zugestanden sei, auf die Gesetzesänderung im Rahmen der
4.
IV-Revision zurückzuführen sei, erübrige sich
zudem
eine
notwendige
Gel
tendmachung
(
Urk.
1 S. 5).
Falls vorliegend dennoch
Art.
24
Abs.
1 ATSG an
wendbar sein sollte, stehe
aber
ein Anspruch
infolge von
Art.
27
ATSG zu (
Urk.
1 S. 5 f.).
Denn e
r hätte als betroffener Versicherter darauf hinge
wiesen werden müssen, dass ihm ab dem
1.
Januar 2004 eine höhere Hilf
losen
entschä
digung zustehe (
Urk.
1 S. 6).
Aufgrund von
Art.
27 ATSG sei er so zu stellen, wie wenn er von der Beschwerdegegnerin korrekt infor
miert worden wäre
.
Es stehe ihm zudem gestützt auf
Art.
26
Abs.
2 ATSG ein Verzugszins über die gesamte Summe zu (
Urk.
1 S. 7).
3.
3.1
Art.
42
ter
IVG
(E. 1.3)
wurde durch die
4.
IV-Revisio
n eingefügt und ist seit dem 1.
Januar 2004 in Kraft.
3.2
Die Schlussbestimmungen der
4.
IV-Revision sehen für Hilflosenent
schädi
gun
gen eine Revision ex lege vor (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bun
desge
richts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG],
2.
Auflage, Zü
rich/Basel/Genf 2010, S. 428).
Laut der ersten Schlussbestimmung zur
4.
IV-Re
vision sind die nach bisherigem Recht zugesprochenen Hilflosenent
schädi
gun
gen innert eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung zu über
prü
fen (
Abs.
1).
Die erhöhten Ansätze der Hilflosenentschädigung
gelten ab Inkraft
treten dieser Gesetzes
änderung. Vorbehalten bleibt
Abs.
4 (
Abs.
2).
3.3
3.3.1
Gemäss
a
Art
.
48
Abs.
1 IVG, in Kraft bis 3
1.
Dezember
2007, in Verbindung mit
Art.
24
Abs.
1 ATSG (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_166/2009 vom 2
2.
April 2009), erlischt
der Anspruch auf Nachzahlung mit dem Ablauf von fünf Jahren seit Ende des Monats,
für welchen die Leistung geschuldet war. Zweck der fünfjährigen Frist ist es
,
zu vermeiden, dass rückwirkend Leistungen ohne zeitli
che Begrenzung beansprucht werden können (BGE 121 V 199 E. 4a).
3.3.2
Nach
aArt
. 48 Abs. 2 IVG, ebenfalls in Kraft bis 31. Dezember 2007, werden jedoch Leistungen in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet, wenn sich eine ver
sicherte Person mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs angemel
det hat. Weitergehende Nachzahlungen werden erbracht, wenn die versicherte Person den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach Kenntnisnahme vornimmt.
Wenn aber wiederum – wie vorliegend – feststeht, dass die versicherte Person stets zu Hause wohnte und demnach Anspruch auf den vollen Ansatz der Hilf
losen
e
ntschädi
gung für mittlere Hilflosigkeit hat, stellt die Festsetzung der Höhe der Hilflosen
entschädigung keinen invalidenversicherungsspezifischen, sondern einen AHV-analogen Sachverhalt dar (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_409/2011 vom 21. November 2011 E. 4.2.1). Handelt es sich aber um AHV
analoge Gesichtspunkte, haben Nachzahlungen im Ra
hmen von
aArt
.
48 Abs. 1 IVG (Fünfjahre
szeitraum) und nicht nach
aArt
.
48 Abs. 2 IVG (ein Jahr rückwirkend) zu erfolgen (BGE 129 V 211 E. 3.2.1).
3.3.3
Ab dem
1.
Januar 2008
(In-Kraft-Treten der 5. IV-Revision)
kommt ausschliess
lich der seit dem
1.
Januar 2003 geltende
Art.
24
Abs.
1 ATSG zum Tragen. Auch nach dieser
Bestimmung erlischt der Anspruch auf ausstehende Leistun
gen fünf Jahre nach dem Ende des Monats, für welchen die Leistung geschuldet war. In der Botschaft zur
5.
IV-Revision wurde zu
a
Art
.
48
IVG festgehalten, dass, sollten sich Fragen im Zusammen
hang mit Nachzahlungen von Leistun
gen ergeben, grundsätzlich Art.
24 ATSG gelte (Botschaft zur Änderung des Bun
desgesetzes über die Invaliden
versi
che
rung [
5.
IV-Revision], Bundesblatt 2005, S. 4459 ff., S. 4570). Übergangs
rechtli
che Bestimmungen wurden keine festge
legt.
3.3.4
Die Nachzahlung
der höheren Hilflosenentschädigung unterliegt demnach über den gesamten fraglichen Zeitraum
einer absoluten Verwir
kungs
frist von fünf Jahren, welche rückwärts ab dem Zeitpunkt der Neuan
meldung berechnet wird (BGE 121 V 195). Diese
Nachzahlungsfrist
hat indes nicht nur im Fall einer Neuanmeldung, sondern auch dann zu gelten, wenn wieder
erwä
gungsweise auf die ursprüngliche, zweifellos unrichtige Leistungszuspre
chung zurückzukommen und dem Versicherten rückwirkend eine höhere Leistung nachzuzahlen ist
(BGE 129 V 433 E. 7 mit Hinweis).
3.4
3.4.1
D
ie Beschwerdegegnerin
wäre
infolge der gesetzlichen Verpflichtung
zur Revi
sion
der bisherigen Hilflosenentschädigungen im Jahre 2004
(vgl. E. 3.2)
und der unbestrittenen Tatsache, dass der Beschwerdeführer
mittelschwer hilflos ist, aber
nach wie vor zuhause lebt (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.4
; E. 2
),
von Gesetzes wegen
dazu ver
pflichtet gewesen
,
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2004
einen Anspruch
des Beschwerdeführers
auf
den Betrag für eine Hilflosenent
schädi
gung
mittel
schweren Grades
für zu
hause lebende Personen
revisionsweise fest
zustellen und
aus
zuzahlen.
Dies geschah jedoch nicht, und die unrichtige Rechtsanwendung wurde erst
durch das
am
8.
Januar 2011 erfolgte Ersuchen des Beschwerde
füh
rers um richtige Rechtsanwendung
(
vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.4
)
bekannt.
3.4.2
Der Beschwerdeführer hätte vorliegend
bereits seit dem
1. Januar 2004
, dem Inkrafttreten der
4.
IV-Revision (vgl. E. 3.1)
, infolge der öffentlich
zugänglichen und einsehbaren einschlägigen
IV-Gesetzesnormen
davon Kenntnis haben kön
nen, dass
er
nun
aufgrund
seines Lebens zu Hause
Anspruch auf
den neuen voll
en Ansatz für die Hilflosen
entschädigung hat.
Entsprechend hätte
der Beschwerdeführer
die Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom
1
3.
Januar 2005 (E.
1.3)
bereits nach ihrem Erhalt
im Jahre 2005
innert nützlicher Frist
bemän
geln
können und
müssen
, da diese Mitteilung den geänderten gesetzlichen Bestimmungen widersprach.
Dies tat er
jedoch
erst
am
8.
Januar 2011 (vgl. E.
3.4).
3.5
Nach Art. 58 IVG in Verbindung mit Art. 74
ter
lit
. f IVV können in Abweichung von Art. 49 Abs. 1 ATSG Renten und Hilflosenentschädigungen nach einer von Amtes wegen durchgeführten Revision formlos zugesprochen werden, sofern dabei keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde. Der entsprechende Beschluss ist mitzuteilen und die versicherte Person ist schriftlich darauf aufmerksam zu machen, dass sie den Erlass einer Verfü
gung verlangen kann, wenn sie damit nicht einverstanden ist (Art. 74
quater
IVV).
In der Mitteilung vom 13. Januar 2005, mit welcher dem Beschwerdeführer be
sch
ie
den wurde, weiterhin in bisheriger Höhe Anspruch auf eine Hilflo
sen
ent
schädigung zu haben, wurde auf die Möglichkeit, eine anfechtbare Verfü
gung zu verlangen, aufmerksam gemacht (Urk. 8/85).
Auch der in einem form
losen Ver
fahren
nach Art. 58 IVG
erlassene Entscheid erwächst
nach einer be
stim
mten Frist
in Rechtskraft (vgl.
Ueli Kieser, ATSG-Kom
mentar,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
N 6 zu
Art.
51 ATSG).
N
ach
einer gewissen
Frist
welche vorliegend
a
nfangs des Jahres 2011 längst abge
laufen war
kann er da
her
nicht mehr angefochten werden. Es ergibt sich
also
eine Rechtslage, die mit derjenigen bei for
mellen
Verfügungen über
einstimmt.
D
er Versiche
rungs
trä
ger
kann
danach auf den formlosen Entscheid zu
rück
kommen,
hat
sich dafür
aber
auf einen
Rückkommenstitel
nach
Art.
53 ATSG zu berufen (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage
,
N 19 zu
Art.
51 ATSG).
3.
6
Als solcher
Rückkommenstitel
kommt vorliegend nur d
i
e
Wiedererwägung
in Frage.
Laut
Art.
53
Abs.
2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell re
chts
kräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Die Beschwer
degeg
nerin hat ihre Mitteilung vom 1
3.
Januar 2005 (E. 1.3) solchermassen
mit der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
April 2011
in Wiedererwägung gezogen
, nach
dem ihr im Januar 2011 die unrichtige Rechts
anwendung bekannt gewor
den ist
.
Die Nachzahlung von Leistungen unterliegt
indes
insbesondere auch im Falle einer Wiedererwägung der ursprünglichen Verfügung einer absoluten Verwir
kungsfrist von fünf Jahren
(BGE 129 V 211 E. 3.2.1).
3.
7
Zusammenfassend erwuchs
die Mitteilung vom 1
3.
Januar 2005 in Rechtskraft
.
D
ie unrichtige Rechtsanwendung
wurde
erst im Januar 2011 bekannt,
worauf die Beschwerdegegnerin die genannte Mit
teilung in Wiedererwägung zog
. Dem
nach
hat der Beschwerdeführer
aufgrund
der abso
luten Verwirkungsfrist von fünf Jahren gemäss
Art.
24
Abs.
1 ATSG
lediglich
noch einen Anspruch auf die
in den fünf Jahren zuvor
zu
Unrecht
nicht
ausb
ezahlten Hilflosenentschädigun
gen
, wie die
s auch die
Beschwerdegegnerin festgestellt hat (vgl.
Urk.
2 S. 1)
. Die früheren Leistungsansprüche sind
absolut
verwirkt.
4.
Weitergehende Leistungen kann der Beschwerdeführer auch nicht gestützt auf
die
Auf
klärungs
- und Beratungspflicht der Sozialversicherungsträger nach Art. 27 ATSG verlangen. Das ursprüngliche
Übersehen eines Leistungsanspruchs durch die Verwaltung kann nicht mit einer unterlassenen Beratung gleichgesetzt wer
den. Mit dieser Logik könnte die absolute Verwirkungsfrist von 5 Jahren nach Art. 24 Abs. 1 ATSG bei sämtlichen Wiedererwägungen zugunsten der Versi
cherten ausgehebelt werden, was jedoch nicht die Intention des Gesetzgebers gewesen sein kann, als er die Verwirkungsfristen festsetzte.
5.
Was die vom
Beschwerdeführer
geltend gemachten akzessorischen Ver
zugs
zin
sen
anbelangt, welche ihm trotz des Hinweises der Beschwerdegegnerin auf
Art.
26
Abs.
2 ATSG von ihr nicht zugesprochen worden seien (vgl.
Urk.
1 S. 7), ist
auf die
Zinszusprache
der Beschwerdegegnerin in Höhe
von
Fr.
3'935.-- in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2 S. 2)
zu verweisen.
Auf diese Rüge ist daher nicht weiter einzutreten.
6
.
Diese Erwägungen
führen zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Gemäss dem seit
1.
Juli 2006 in Kraft stehenden
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG in der seit dem
1.
Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung). Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
600.-- als angemessen, welche gemäss dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ist.
Der Einzelrichter
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.