Decision ID: 883610be-9b11-4995-9d61-4c6198cf8865
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ erlitt am 16. Juni 2005 bei seiner Tätigkeit als Maschinenführer bei der B._
AG einen bei der Suva versicherten Unfall, bei dem seine dominante rechte Hand in
eine Stanzmaschine geriet und er sich die Finger II bis V teilweise schwer verletzte (vgl.
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 3. Februar 2006; Suva-act. 40). Die Suva
erbrachte Leistungen für Heilbehandlungen und bezahlte dem Versicherten ein Taggeld
(vgl. etwa Suva-act. 42).
A.b Mit Schreiben vom 26. Juni 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, sie stelle
die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. Juli 2008 ein (Suva-act. 195). Mit
Verfügung vom 15. Juli 2008 sprach sie ihm basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit
von 18% ab 1. August 2008 eine monatliche Invalidenrente von Fr. 701.75 und
basierend auf einer Integritätseinbusse von 12% eine Integritätsentschädigung von Fr.
12'816.- zu (Suva-act. 199). Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (Suva-
act. 206, 223) wies die Suva mit Entscheid vom 2. Februar 2010 ab und setzte den
Invaliditätsgrad rückwirkend ab 1. August 2008 auf 12% herab (reformatio in peius;
Suva-act. 246). Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde (Suva-act. 254,
264) hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 28. Januar 2011
dahingehend gut, dass es den Entscheid aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung

im Sinn der Erwägungen und neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückwies
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(IV 2010/17, Suva-act. 278). Es betrachtete eine erneute Begutachtung des
Beschwerdeführers hinsichtlich andauernder somatischer Unfallrestfolgen sowie je
nach Ergebnis eine anschliessende psychiatrische Exploration als notwendig (zum
Sachverhalt sowie zur Begründung vgl. den im Internet [unter www.gerichte.sg.ch;
Dienstleistungen; Rechtsprechung; Versicherungsgericht] abrufbaren Entscheid UV
2010/17 vom 28. Januar 2011).
B.
B.a Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen, bei der sich der Versicherte
bereits im Mai 2006 zum Leistungsbezug angemeldet hatte (vgl. den Sachverhalt im
ebenfalls im Internet abrufbaren Entscheid IV 2014/205 vom 27. September 2016 des
hiesigen Gerichts), erstattete die Medas Zentralschweiz am 30. September 2011 ein
polydisziplinäres Gutachten (rheumatologisch, internistisch und psychiatrisch).
Genannt werden insbesondere die Diagnosen chronisches Schmerzsyndrom und
Funktionseinschränkung von Hand- und Fingergelenken II bis V rechts, ausstrahlend in
den Schulter-Arm-Bereich. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
und ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom. Die angestammte Tätigkeit als
Maschinenführer sei dem Beschwerdeführer wahrscheinlich nicht mehr zumutbar. Auch
mittelschwere bis schwere körperliche Arbeiten sowie feinmotorische Tätigkeiten mit
der rechten Hand, Arbeiten mit Vibrationen und Schlägen sowie Sicherungsarbeiten
seien nicht mehr zumutbar. Einfache, leichte Haltearbeiten, intermittierend auch mit
dem rechten Arm, sowie Überwachungsarbeiten, bei denen die rechte Hand nur
vereinzelt benötigt werde, seien zumutbar. Aufgrund eines erhöhten Zeitbedarfs sei
dabei von einer 20%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Suva-act.
297-28 f.).
B.b Die Suva gab bei der Universitätsklinik Balgrist eine polydisziplinäre Begutachtung
(handchirurgisch, orthopädisch, neurologisch, rheumatologisch und psychiatrisch) in
Auftrag. Der psychiatrische Teilgutachter Dr. med. C._ diagnostizierte eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die
Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Versicherten habe unter Berücksichtigung der
psychischen Faktoren im Hauptgutachten zu erfolgen (Teilgutachten vom 14. Juli 2012,
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Suva-act. 335-40 ff.). Seitens der Handchirurgie wurde insbesondere der Diagnose
komplexe Quetschverletzung Hand rechts Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt.
In der Gesamtwürdigung wurden ideal adaptierten Tätigkeiten (siehe dazu Ziff. 8.4 des
Hauptgutachtens vom 15. Oktober 2012, Suva-act. 333-57) mit einer
Leistungseinbusse von 50% als möglich bezeichnet. Zur Erbringung einer 50%-igen
Leistung sei ein zeitlicher Umfang von mehr als einem halben Tag denkbar, sei aber
angesichts der chronischen Schmerzstörung nur bedingt empfehlenswert und sollte
eine Präsenzzeit von 75% nicht übersteigen (S. 60 des Hauptgutachtens; vgl. auch das
rheumatologische Teilgutachten vom 7. November 2012, Suva-act. 334). Auf Anfrage
der Suva (Suva-act. 351) beantwortete die Uniklinik Balgrist am 28. Mai 2013
Ergänzungsfragen (Suva-act. 355). Sie hielt insbesondere fest, die rein somatische
leistungsmässige Einschränkung in einer (näher umschriebenen) adaptierten Tätigkeit
werde mit 25% beziffert.
B.c Mit Verfügung vom 8. Juli 2013 sprach die Suva dem Versicherten rückwirkend ab
1. August 2008 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 14% zu
(Fr. 545.85 monatlich im Jahr 2008; Fr. 565.85 monatlich ab dem Jahr 2009). Die
Integritätseinbusse setzte sie erneut auf 12% fest (Suva-act. 359). Dagegen erhob der
Versicherte Einsprache (Suva-act. 360). Die Rente sei basierend auf einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25% und unter Anerkennung eines
Tabellenlohnabzugs von 25% zu ermitteln. Die Erwerbseinbusse belaufe sich auf
51.4% (Begründung vom 20. Januar 2014; Suva-act. 369).
B.d Die Suva hiess die Einsprache mit Entscheid vom 4. März 2015 teilweise gut und
setzte den Invaliditätsgrad neu auf 35% fest. Das Valideneinkommen belaufe sich auf
Fr. 54'009.60 (Basis 2008). Für die aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte chronische
Schmerzstörung sei die Suva mangels Adäquanz nicht leistungspflichtig. Unter
Berücksichtigung der somatischen Unfallfolgen könne der Versicherte eine Leistung
von 75% erbringen. Basierend auf fünf DAP-Profilen ergebe sich unter
Berücksichtigung einer massgebenden Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens von 6.91% für das Jahr 2008 ein Invalideneinkommen von Fr.
35'018.78 (act. G 1.2).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur.
R. Niedermann für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 4. April 2014.
Beantragt wird unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung des Entscheids,
soweit ein 35% übersteigender Rentenanspruch verneint werde. Dem
Beschwerdeführer sei ab 1. August 2008 eine Invalidenrente von mindestens 51%
auszurichten. In der Verfügung vom 8. Juli 2013 sei zur Rentenberechnung die LSE-
Methode (LSE = Schweizerische Lohnstrukturerhebung) angewendet worden, im
Einspracheentscheid die DAP-Methode (DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen).
Dies verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und sei willkürlich und
rechtsmissbräuchlich, zumal die Berechnung nach der DAP-Methode ohne sachlichen
Grund erfolge und für den Beschwerdeführer erheblich ungünstiger sei als die LSE-
Methode. Da er im Einspracheverfahren weder zur Wahl der DAP-Methode noch zur
Repräsentativität der ausgewählten DAP-Profile habe Stellung nehmen können, habe
die Beschwerdegegnerin sein rechtliches Gehör verletzt. Schon deswegen sei auf die
LSE abzustellen. Im Übrigen seien die präsentierten DAP-Profile nicht repräsentativ,
was im Einzelnen begründet wird. Bei der angezeigten Anwendung der LSE-Methode
sei zwingend ein Leidensabzug vorzunehmen. Dieser sei auf 25% festzusetzen. Selbst
bei Anwendung des DAP-Systems wäre die Verwendung des durchschnittlichen
Lohnminimums und nicht des Durchschnitts angezeigt. Daraus würde sich ein
Invaliditätsgrad von 41% ergeben (act. G 1).
C.b Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung wurde am 6. Juni 2014 bewilligt (act. G 7).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. St. Mattmann, die Abweisung der Beschwerde.
Das Invalideneinkommen sei bereits in der Verfügung vom 8. Juli 2013 unter
Verwendung der DAP-Unterlagen berechnet worden. Diese seien dem
Beschwerdeführer bekannt gewesen. Einzig zum Ausmass der
Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens sei ein Vergleich anhand der LSE
angestellt worden. Die verwendeten DAP-Arbeitsplätze entsprächen der medizinischen
Zumutbarkeitsbeurteilung. Der Beschwerdeführer sei keineswegs ein funktioneller
Einhänder. Tätigkeiten, bei denen der rechten Hand eine mehr feinmotorische oder rein
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stützende Funktion zukomme, seien möglich. Massgebend sei der Durchschnittslohn
der ausgewählten DAP-Profile. Bei Anwendung der LSE-Methode bestände kein Grund
für die Vornahme eines Leidensabzugs (act. G 8).
C.d Der Beschwerdeführer liess am 28. November 2014 an den Anträgen gemäss
Beschwerde unverändert festhalten und verzichtete im Übrigen auf eine Replik (act. G
17).
Erwägungen
1.
Im vorliegenden Verfahren einzig noch umstritten ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung. Dabei sind sich die
Parteien lediglich noch über das massgebende Invalideneinkommen uneinig. Zu Recht
nicht mehr umstritten ist das Ausmass der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit. Dieses
legte die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid auf 25% fest. Die Balgrist-
Gutachter hatten am 28. Mai 2013 die rein somatische, unfallkausale leistungsmässige
Einschränkung in einer näher umschriebenen adaptierten Tätigkeit mit 25% beziffert
(Suva-act. 355). Dieses Ergebnis weicht denn auch nur leicht von jenem der Medas
Zentralschweiz ab, die von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20%
ausgegangen war (Suva-act. 294-30). Unbestritten geblieben und nicht zu beanstanden
ist ferner der Zeitpunkt des Fallabschlusses per 1. August 2008 (vgl. dazu Suva-act.
195 sowie die Beurteilung des Suva-Kreisarztes Dr. D._ vom 21. Januar 2008, Suva-
act. 165-24).
2.
2.1 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
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2.2 Das Valideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin basierend auf den Angaben
der B._ AG für das Jahr 2008 auf Fr. 54'009.60 festgelegt (vgl. die Notizen von
Besprechungen mit der Arbeitgeberin vom 25. April 2008, Suva-act. 178, sowie vom
27. Januar 2006, Suva-act. 37-2; ferner Suva-act. 203-3 f.; act. G 1.2 S. 11 und [für das
Jahr 2012] Suva-act. 315]). Dies ist nicht zu beanstanden und vom Beschwerdeführer
denn auch unbestritten geblieben.
2.3 Betreffend die Bemessung des Invalideneinkommens hat das Bundesgericht das
Abstellen auf Lohnangaben aus der von der Suva erstellten und nur dieser
zugänglichen Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) wiederholt als zulässig
bezeichnet (vgl. etwa BGE 129 V 472, BGE 139 V 592) und die Prämissen umschrieben
(BGE 139 V 592). Darauf wird verwiesen.
2.3.1 Im Zusammenhang mit der Festsetzung des Invalideneinkommens rügt der
Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin habe in der Verfügung vom 8. Juli 2013
die LSE-Tabellenlöhne als Basis genommen und erst im Einspracheentscheid DAP-
Profile verwendet, was sie ihm nicht zur Kenntnis gebracht und womit sie sein
rechtliches Gehör verletzt habe. Die Beschwerdegegnerin bestreitet dies zu Recht.
Bereits in der ursprünglichen Verfügung vom 15. Juli 2008 (Suva-act. 199) belief sich
die Basis für das Invalideneinkommen mit Fr. 50'196.- auf dem Durchschnittswert von
fünf DAP-Profilen (vgl. Suva-act. 205-1, wobei für das Profil Nr. 2103 lediglich der Wert
des Jahres 2007 vorlag, der mit 2.4% nominallohnbereinigt wurde). Dies erkannte auch
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, nahm er doch etwa in seiner
Einsprachebegründung vom 3. November 2008 explizit Bezug auf die "präsentierten
DAP-Profile" (Suva-act. 223-8; vgl. auch die Erläuterungen der Beschwerdegegnerin
zum Invalideneinkommen im Schreiben vom 29. Oktober 2009, Suva-act. 236-4). Im
Einspracheentscheid vom 2. Februar 2010 wurden als Basis des Invalideneinkommens
wiederum explizit die DAP-Zahlen verwendet und es wurde von Fr. 50'161.68
ausgegangen (Suva-act. 246-10 f.). Dieser Betrag findet sich auch in der Verfügung
vom 8. Juli 2013 wieder (wobei diesbezüglich lediglich pauschal auf die Akten
verwiesen wird; Suva-act. 359-2). Nähere Erläuterungen dazu sind (erst) dem
vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid zu entnehmen; als (auch für das DAP-
Profil Nr. 2103 [mit 2%] nominallohnbereinigt per 2008) Basis für das
Invalideneinkommen ergab sich der Betrag von Fr. 50'157.60 (act. G 1.2 S. 15). Auch
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wenn die Basis für das Invalideneinkommen aufgrund der nicht einheitlichen
Nominallohnbereinigung für das Profil Nr. 2103 geringfügig unterschiedlich ausfiel, war
für den rechtskundigen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers doch stets ersichtlich,
dass das Invalideneinkommen anhand der DAP und nicht der LSE berechnet worden
war. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält, wurde die LSE lediglich zu
Berechnung der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens beigezogen. Eine
unzulässige Gehörsverletzung in Bezug auf die verwendeten DAP ist bei dieser
Aktenlage zu verneinen, sodass es sich allein deswegen entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers nicht aufdrängt, auf die LSE abzustellen.
2.3.2 Der Beschwerdeführer bestreitet ferner die Brauchbarkeit der von der Suva
bei-gezogenen DAP-Profile. Gemäss dem Balgrist-Gutachten zeigen sich sowohl
bezüglich Kraft und Grobmotorik als auch Feinmotorik Beeinträchtigungen der rechten
Hand. Ein Pinzettengriff sei möglich, jedoch ebenfalls ohne Kraftaufwand und für
Schreibarbeiten nur knapp und kurzzeitig genügend. Weitere einfache feinmotorische
Tätigkeiten wie Schuhe schnüren seien nicht möglich. Insgesamt könne die rechte
Hand nur als Hilfshand eingesetzt werden (Suva-act. 333-57). Beim Profil Nr. 3913
(Mixer mit Einzelteilen in Kartons verpacken) ist bedingte Beidhändigkeit nötig (Suva-
act. 205-6). Ob der Beschwerdeführer diese Tätigkeit stundenlang ausüben kann oder
ob die Belastung für die rechte Hand dabei zu gross ist, lässt sich ohne weitere
Informationen bzw. Abklärungen nicht hinreichend zuverlässig feststellen. Ob die beim
Profil Nr. 2103 (Kontrolle von Printplatten im Sitzen) gemäss Beschreibung häufige
Bewegung der Arme beim "Herum¬lupfen" der Platten (Suva-act. 205-12) für den
Beschwerdeführer auf die Länge möglich ist, lässt sich ebenfalls nicht ohne weiteres
sagen. Beim Profil Nr. 1673 (Bedienen einer computergesteuerten Bohr- und
Fräsmaschine) ist keine Teilzeitarbeit möglich (Suva-act. 205-13), sodass der nur zu
75% leistungsfähige Beschwerdeführer dafür nicht geeignet ist (auch dann nicht, wenn
er diese Leistungsfähigkeit bei ganztägiger Anwesenheit erbringt). Beim Profil Nr. 5283
(Kontrolle von Schrauben auf Fehler) wird Beidhändigkeit bedingt verlangt (Suva-act.
205-18). Der Beschwerdeführer bemängelt zu Recht, dass die genaue Tätigkeit vor
diesem Hintergrund unklar bleibt. Insbesondere ist nicht ersichtlich, ob der
Beschwerdeführer mit der rechten Hand in einem Ausmass feinmotorisch müsste
arbeiten können, das ihm nicht zumutbar ist. Das Profil Nr. 3294 (Waschen von
Reagenzgläsern und einfache Analysen, Suva-act. 205-21) dürfte dem
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Beschwerdeführer wohl möglich sein, wobei allerdings auch hier die genauen
Anforderungen an die rechte Hand unklar bleiben. Insgesamt ist festzuhalten, dass
aufgrund der knappen Tätigkeitsbeschriebe in den verwendeten Profilen betreffend die
Belastungen der rechten Hand nicht unbesehen auf das von der Suva verwendete
Invalideneinkommen abgestellt werden kann.
2.3.3 Weitere Abklärungen zum Invalideneinkommen erübrigen sich jedoch, wie sich
nachfolgend ergibt. Denn die Invaliditätsbemessung unter Beizug der LSE ergibt kein
nennenswert von jenem der Suva abweichendes Ergebnis. Ausgehend vom
Tabellenlohn für männliche Hilfsarbeiter im tiefsten Anforderungsniveau für das Jahr
2008 von Fr. 59'979.- ergibt sich verglichen mit dem Valideneinkommen 2008 von Fr.
54'010.- eine Unterdurchschnittlichkeit von aufgerundet 10%. Folglich ist eine
Parallelisierung im Ausmass von 5% vorzunehmen (zum Erheblichkeitsgrenzwert von
5% vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2). Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25% ergibt sich ein
Einkommen von Fr. 42'735.- (Fr. 59'979.- x 0.95 x 0.75). Gewährte man zusätzlich
einen Tabellenlohnabzug von 20%, was in Anbetracht der gesamten Umstände als
eher zu hoch erscheint (vgl. diesbezüglich E. 3.4 des den Beschwerdeführer
betreffenden Entscheids IV 2014/205 vom 27. September 2016 des hiesigen Gerichts),
ergäbe sich ein Invalideneinkommen von Fr. 34'188.- und ein Invaliditätsgrad von
36.7%. Mit der Zusprache der im angefochtenen Einspracheentscheid gewährten
Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 35% hat die
Beschwerdegegnerin im Ergebnis ihren Ermessensspielraum folglich jedenfalls nicht
überschritten. Für eine gerichtliche Korrektur bleibt kein Raum.
3.
3.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid
im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
3.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.- bis Fr.
12'000.-. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit fiel angesichts der im
Wesentlichen auf die Höhe des Invalideneinkommens beschränkten Streitfrage und des
nur einfachen Schriftenwechsels ein unterdurchschnittlicher Aufwand an, sodass mit
Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.- als
angemessen erscheint. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'400.- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
3.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).