Decision ID: 40afa7b3-95e2-5546-bb9f-0daee3112e56
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im September/Oktober 2009 bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 6). Er gab an, seit März 2008
unfallbedingt voll arbeitsunfähig zu sein. Am 5. März 2008 war er auf Glatteis
ausgerutscht und auf die extendierte linke Hand gestürzt. Die Ärzte der Klinik für
Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) hatten am 11. März 2008 eine ältere quere Scaphoidfraktur im mittleren Drittel
mit einem Verdacht auf eine scapholunäre Bandruptur links sowie eine ältere nicht
dislozierte Os lunatum Fraktur links festgestellt. Da sich eine symptomatische
Scaphoidpseudarthrose ausgebildet hatte, war am 13. März 2008 eine operative
Versorgung mittels Beckenkamm und Herbertschraube erfolgt (Berichte vom 13. März
2008, Fremdakten, nicht nummeriert). Wegen persistierender Schmerzen hatte sich der
Versicherte am 14. November 2008 erneut einer Operation mittels einer
Herbertschraube Scaphoid links und eines Beckenkamminterponats von links
unterzogen (Berichte des KSSG vom 14. und 18. November 2008, Fremdakten). Vom
17. bis 22. November 2008 war der Versicherte wegen eines infizierten Hämatoms der
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Bauchwand im Spital B._ hospitalisiert gewesen (Bericht vom 18. November 2008,
Fremdakten).
A.b Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, berichtete dem RAD-Arzt Dr. med.
D._ am 16. Oktober 2009 telefonisch (IV-act. 14), dass der Versicherte seit März 2008
an einer Kahnbeinpseudoarthrose am linken Handgelenk leide. Es bestehe eine
Minderbelastbarkeit des linken Handgelenks. In der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter
werde der Versicherte keine volle Arbeitsfähigkeit mehr erreichen. Tätigkeiten ohne
besondere Belastung des linken Handgelenks könne der Versicherte acht Stunden pro
Tag ausüben. Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie, spezielle Handchirurgie, Spital
F._, hatte Dr. C._ am 28. September 2009 berichtet (IV-act. 12-1 f.), dass am linken
Handgelenk eine nicht verheilte Scaphoidpseudoarthrose mit Status nach zweimaligem
Versuch einer Scaphoidrekonstruktion mittels Beckenkammspan bestehe. Aufgrund
der arthroskopisch erhobenen Befunde vom 2. September 2009 sei die Indikation für
eine nochmalige Scaphoidrekonstruktion, diesmal mit einem vaskularisierten
Knochenspan vom linken distalen Radius, gegeben. Postoperativ sei mit einer acht- bis
zwölfwöchigen Gipsruhigstellung zu rechnen. Auch bei guter Knochenheilung werde im
Anschluss eine mehrwöchige ergotherapeutische Nachbehandlung notwendig sein,
sodass mit einer Wiederaufnahme der Arbeit in der angestammten Tätigkeit im
Strassenbau wahrscheinlich erst vier bis sechs Monate postoperativ zu rechnen sei.
Aufgrund der Vorgeschichte sei es möglich, dass selbst bei einer knöchernen Heilung
des Os scaphoideum in der manuell anspruchsvollen Tätigkeit im Strassenbau keine
volle Leistungsfähigkeit mehr erreicht werde.
A.c Die G._ AG berichtete der IV-Stelle am 26. Oktober 2009 (IV-act. 22), dass sie
den Versicherten seit dem 1. Oktober 2007 als Strassenbauer ("Handlangerarbeiten")
beschäftige. Es handle sich um eine vorwiegend gehende und stehende Tätigkeit, die
oft das Heben und Tragen von mittelschweren und manchmal das Heben oder Tragen
von schweren Lasten beinhalte. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 5. März 2008
gewesen. Der aktuelle AHV-beitragspflichtige Lohn betrage seit dem 1. Januar 2009 Fr.
5'100.-- pro Monat (zzgl. 13. Monatslohn; 2010: 13 x Fr. 5'151.--, s. IV-act. 79-2).
A.d Am 26. November 2009 führte Dr. E._ die von ihm empfohlene
Scaphoidrekonstruktion durch (Fremdakten). RAD-Arzt Dr. D._ erklärte anlässlich des
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Triage-Gesprächs vom 9. Februar 2010 (IV-act. 24), dass der Heilungsverlauf verzögert
sei. Der Gesundheitszustand des Versicherten sei derzeit instabil. Unabhängig vom
Operationsergebnis könne jedoch für adaptierte Tätigkeiten eine 100 %ige
Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Am 6. Juli 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass wegen seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 38).
A.e Am 1. November 2010 erfolgte eine diagnostische Arthroskopie links mit einer
partiellen Synovialektomie mediocarpal durch Dr. med. H._ von der Klinik für
Wiederherstellungschirurgie des Universitätsspitals Zürich (USZ, IV-act. 44). Am 22.
November 2010 erlitt der Versicherte bei einer Auffahrkollision ein kranio-zervikales
Beschleunigungstrauma mit einer reflektorischen Blockade der HWS (Bericht des
KSSG vom 22. November 2010, Schadenmeldung UVG vom 7. Januar 2011,
Fremdakten). Dr. H._ erklärte anlässlich der Sprechstunde Handchirurgie am 16.
Dezember 2010 (IV-act. 46-2 f.), dass eine Scaphoidrekonstruktion nicht mehr in Frage
komme. Als "Rettungsoperation" falle zum jetzigen Zeitpunkt entweder eine proximal
row carpectomy oder eine four corner Fusion in Betracht. Ein solcher Eingriff würde mit
hoher Wahrscheinlichkeit zu einer erheblichen Schmerzreduktion und einer erhöhten
Belastbarkeit führen. Ob damit eine wesentliche Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
verbunden wäre, sei schwierig abzuschätzen. Der Versicherte sei auch ausführlich über
die Möglichkeit einer totalen Handgelenksarthrodese aufgeklärt worden. Er könne sich
aktuell allerdings nicht zu einer "Rettungsoperation" entschliessen.
A.f Am 6. April 2011 wurde der Versicherte durch den Kreisarzt-Stellvertreter Prof. Dr.
med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, untersucht (Fremdakten). Der
Versicherte gab an, dass die linke Hand ständig schmerze und kaum einsetzbar sei.
Einzig bei PC-Arbeiten könne er die Hand minimal benützen. Das Autofahren (Automat)
sei möglich, da dabei eigentlich nur die rechte Hand zum Einsatz komme. Dr. I._ hielt
fest, dass die linke Hand anlässlich der Untersuchung ausgeprägt aus dem
Körperschema desintegriert erschienen sei. Die Beweglichkeit sei hochgradig
schmerzhaft eingeschränkt gewesen; es hätten nur Wackelbewegungen um die
Neutral-0-Stellung herum produziert werden können. Es sei eine an sich unhaltbare
Situation eingetreten. Die starken ständigen Beschwerden hinderten den Versicherten
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daran, die linke Hand auch nur für kleine, wenig beanspruchende Verrichtungen
einzusetzen.
A.g RAD-Arzt Dr. med. J._ erklärte anlässlich des Triage-Gesprächs vom 20. April
2011 (IV-act. 48), dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit voll
arbeitsunfähig sei. Für leidensadaptierte Tätigkeiten ohne Belastung des linken
Handgelenks, ohne monoton-repetitive Bewegungen, ohne Heben und Tragen von
mittelschweren oder schweren Lasten mit der linken Hand und ohne
Vibrationsbelastungen bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit.
A.h Am 7. November 2011 fand die Abschlussuntersuchung durch den Kreisarzt Dr.
med. K._, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, statt
(Fremdakten). Dr. K._ erklärte, dass der Versicherte subjektiv mit der linken Hand
nichts machen könne. Vom Nacken her gehe es bis auf gelegentliche
Muskelverspannungen gut. Zusammenschauend bestünden bezüglich der linken Hand
eine residuelle Belastungs- und Bewegungseinschränkung und Hinweise für eine
Arthrose. Es sei eine gewisse Malcompliance vorhanden, die das Ausmass der
Einschränkung der Handfunktion beeinflusse. Rein chirurgisch wäre eine operative
Reintervention (Arthrodese) indiziert. Aufgrund der Gesamtsituation und des bisherigen
Verlaufs sei eine operative Intervention jedoch wohl unzumutbar. Aktuell sei dem
Versicherten der Gebrauch der linken Hand als Zudienhand mit bis ca. 2 kg Belastung
bei sonst uneingeschränkter Tätigkeit als Rechtshänder vollschichtig möglich.
Vibrationen und hämmernde Einflüsse sowie repetitive Umwendbewegungen seien zu
vermeiden.
A.i Am 14. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien, da er sich nicht in der Lage fühle, an
Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 68).
A.j Bei einem Sturz am 2. September 2013 zog sich der Versicherte eine
Schürfungsverletzung am Ellbogen links und eine Kontusion des linken Handgelenks zu
(Bericht des KSSG vom 4. September 2013, Fremdakten). Aus orthopädischer Sicht
bestand − ausser der Versorgung mit Bedarfsanalgesie − kein Handlungsbedarf. Dr.
E._ berichtete Dr. C._ am 3. Februar 2014 (Fremdakten), dass er wie die Ärzte des
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USZ der Auffassung sei, dass beim Versicherten als einzig vernünftige chirurgische
Therapieoption die Totalarthrodese des linken Handgelenks zu Verfügung stehe. Die
Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG
empfahlen dem Versicherten im Bericht vom 19. Juni 2014 eine mediocarpale
Teilarthrodese mit Exzision des Scaphoids (Fremdakten. Sie erklärten, dass die
Operation die Beschwerden deutlich reduzieren sollte.
A.k Mit Verfügung vom 30. März 2015 sprach die Suva dem Versicherten bei einer
Integritätseinbusse von 15 % eine Integritätsentschädigung zu (Fremdakten). Den
Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte sie mit der Begründung, dass keine
erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorliege.
A.l RAD-Arzt Dr. L._ notierte am 2. Juli 2015 (IV-act. 96), dass es im Verlauf zu einer
vollständigen Destruktion des Scaphoids gekommen sei. Die Funktionsfähigkeit des
linken Handgelenks sei schlecht; es liege eine funktionelle Einhändigkeit vor. Wegen
der mehrfachen erfolglosen Operationen weise der Versicherte eine eingeschränkte
Zuversicht für einen Erfolg bei einem erneuten operativen Eingriff auf. Angesichts des
erhöhten Risikos eines invasiven Eingriffs könne eine erneute Operation dem
Versicherten nicht als Schadenminderungsmassnahme auferlegt werden. Der
Gesundheitszustand sei stabil, die Funktionsfähigkeit des linken Handgelenks jedoch
schlecht. In der angestammten Tätigkeit als ungelernter Bauarbeiter sei der Versicherte
seit dem Unfall (5. März 2008) definitiv nicht mehr arbeitsfähig. Das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit lasse sich durch den RAD nicht beziffern,
da es sich beim Versicherten um einen funktionellen Einhänder handle, weshalb eine
solche Angabe ein bestimmtes Erwerbseinkommen implizieren würde. Der RAD könne
jedoch folgende Beurteilung und Umschreibung einer medizinisch sinnvollen Tätigkeit
vornehmen: Medizinisch sinnvoll und zumutbar sei die Benützung der linken,
adominaten Hand als sog. Zudienhand bis ca. 2 kg Belastung bei voll funktionsfähiger
rechter Hand als Rechtshänder. Ein Einsatz sei ganztags möglich.
A.m Mit Vorbescheid vom 8. Juli 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
IV-Grad von 5 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 98). Zur
Begründung führte sie aus, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle
Arbeitsfähigkeit bestehe. Das Valideneinkommen sei anhand der Angaben der letzten
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Arbeitgeberin ermittelt worden (Jahr 2012 Fr. 68'282.--). Das Invalideneinkommen
basiere auf dem durchschnittlichen Erwerbseinkommen eines Hilfsarbeiters im Jahr
2012 (Fr. 65'172.--; siehe auch IV-act. 99). Dagegen wendete der Versicherte am 20.
Juli 2015 ein, dass er zwei Jahre erfolglos eine Arbeit gesucht habe (IV-act. 100). Das
Sozialamt M._ wendete am 9. September 2015 gegen den Vorbescheid ein (IV-act.
104), dass die erheblichen Einschränkungen des Versicherten auch für adaptierte
Tätigkeiten und die lange Verfahrensdauer bei der Bemessung des
Invalideneinkommens nicht berücksichtigt worden seien. Nicht einmal einen
Tabellenlohnabzug sei gewährt worden. Das Sozialamt ersuchte die IV-Stelle, noch
einmal berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen.
A.n Mit Verfügung vom 25. September 2015 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie
angekündigt bei einem IV-Grad von 5 % ab (IV-act. 105). Zum Einwand des
Sozialamtes erwiderte sie, dass auch die Anrechnung eines Leidensabzuges keinen
Anspruch auf Rentenleistungen begründen würde. Die beruflichen
Eingliederungsbemühungen seien abgeschlossen worden, weil sich der Versicherte
nicht eingliederungsfähig gefühlt habe. Eine Motivation zur Eingliederung sei auch bei
dessen persönlicher Vorsprache nicht feststellbar gewesen. Als Verweistätigkeiten
kämen die Qualitätssicherung, die optische Kontrolle (z.B. Textil, Lebensmittel- und
Pharmaindustrie), die Bedienung von Maschinen und die Überwachung einfacher
Maschinenprozesse in Frage.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
26. Oktober 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur ergänzenden Abklärung des Sachverhalts.
Zudem stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren. Des Weiteren beantragte er die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Zur materiellen Begründung machte er
geltend, dass die linke Hand des Beschwerdeführers fast vollständig
funktionsuntauglich sei. Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, genau
abzuklären, wie es sich mit der Einsatz- und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
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verhalte. Auch habe sie die sehr wahrscheinlich notwendige Arthrodese
(Handversteifung) nicht in ihre Beurteilung einbezogen. Ausserdem habe sie die
anhaltenden Schmerzen im linken Handgelenk nicht berücksichtigt. Obwohl im Bereich
des linken Handgelenks nur noch hochgradig schmerzhafte Wackelbewegungen
möglich seien, habe der RAD die Benutzung der linken Hand als Zudienhand für
möglich erachtet. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit dieser Ungereimtheit nicht
auseinandergesetzt und sich unkritisch der Schlussfolgerung des RAD angeschlossen.
Da der Sachverhalt nicht genügend abgeklärt sei, sei eine Begutachtung mit einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) notwendig. Bei der Bemessung
des Invalideneinkommens sei nicht (bzw. nicht genügend) berücksichtigt worden, dass
der Beschwerdeführer nur noch adaptierte Tätigkeiten ausüben könne, dass er über
keine Berufsausbildung verfüge und dass er auch in sprachlicher Hinsicht
eingeschränkt sei. Die von der Beschwerdegegnerin aufgezählten Verweistätigkeiten
seien zu allgemein und zu pauschal formuliert. Zwar möge es Maschinen geben,
welche einhändig bedient werden könnten; dies dürfte aber eher selten sein.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. Dezember 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, dass sich der RAD der
Einschätzung des Kreisarztes Dr. K._ vom 7. November 2011 angeschlossen habe.
Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. K._ beruhe auf einer klinischen Untersuchung,
berücksichtige die Anamnese und die Vorakten und leuchte in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge ein. Die auf Wunsch des Beschwerdeführers
veranlasste handchirurgische Abklärung im Spital F._ vom 3. Februar 2014 stehe
nicht in Widerspruch dazu. Zwar sei die Beurteilung der Suva für die IV nicht bindend;
sie sei jedoch als Indiz für eine zuverlässige Beurteilung zu werten und als solche in
den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Nach Lage der Akten habe sich seit der
Untersuchung durch Dr. K._ an der gesundheitlichen Problematik nichts
Wesentliches geändert. Weitere medizinische Abklärungen, insbesondere eine EFL,
seien nicht erforderlich, da hiervon keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten
seien. Demnach sei für die Invaliditätsbemessung von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit
in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen. Rechtsprechungsgemäss müsse im
Falle des Beschwerdeführers, der die nicht-dominante linke Hand nur noch sehr
eingeschränkt als Zudienhand einsetzen könne, die erwerbliche Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit bejaht werden. Der monatliche Bruttolohn des Beschwerdeführers
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als Bauarbeiter habe im Jahr 2009 Fr. 5'100.-- betragen. Unter Berücksichtigung des
im Baugewerbe üblichen 13. Monatslohns und der Nominallohnentwicklung sei für das
Jahr 2010 von einem Valideneinkommen von rund Fr. 66'735.-- auszugehen. Das
Invalideneinkommen sei anhand von LSE-Tabellenwerten zu bestimmen. Da der
Beschwerdeführer die linke Hand nur noch als Zudienhand einsetzen könne, erscheine
ein 15 %iger Abzug vom Tabellenlohn als angemessen. Das Invalideneinkommen sei
somit auf Fr. 51'989.-- festzusetzen. Der IV-Grad betrage folglich 22 %. Die
angefochtene Verfügung sei im Ergebnis nicht zu beanstanden.
B.c Das Gericht bewilligte am 7. Dezember 2015 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 6).
B.d In seiner Replik vom 11. Februar 2016 (act. G 12) machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ergänzend geltend, dass die bisherigen Abklärungen, insbesondere
die Suva-Abschlussuntersuchung vom 7. November 2011, für die abschliessende
Beurteilung des Rentenanspruchs nicht genügten. Die Suva-Abschlussuntersuchung
liege über vier Jahre zurück und berücksichtige die seither unverändert starke
Beeinträchtigung des Beschwerdeführers nicht. Eine Abklärung des aktuellen
Gesundheitszustandes sei daher unerlässlich. Ausserdem könne nicht kategorisch
gesagt werden, eine EFL würde keine neuen relevanten Erkenntnisse bringen. Aufgrund
der vorliegenden Akten sei es nicht möglich, die Frage zu beantworten, welche
konkreten leidensangepassten Tätigkeiten für den Beschwerdeführer realistischerweise
noch in Betracht gezogen werden könnten. Zu berücksichtigen sei auch, dass das RAV
den Beschwerdeführer als nicht vermittelbar erachte. Da der Beschwerdeführer die
linke Hand wegen der hohen Schmerzempfindlichkeit nicht einmal mehr als
Zudienhand einsetzen könne, sei ein Tabellenlohnabzug von 25 % angemessen. Der
Rechtsvertreter zog seinen Antrag zur Durchführung einer mündlichen Verhandlung
zurück. Einer der Replik beiliegenden Telefonnotiz des Sozialamtes M._ vom 9.
Dezember 2013 war zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer gemäss dem RAV
wegen der Beeinträchtigung der linken Hand bis auf weiteres nicht vermittelbar sei (act.
G 12.1.2). Dr. C._ hatte dem Rechtsvertreter am 1. Februar 2016 berichtet (act. G
12.1.1), dass der Beschwerdeführer immer noch Schmerzen an der linken Hand habe
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und diese deshalb kaumbelasten könne. Aus seiner Sicht sei der Beschwerdeführer zu
100 % arbeitsunfähig.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 25.
September 2015 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von
5 % verneint. Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente
hat.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
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Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.4 Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen und in einer der
Gesundheitsbeeinträchtigung bestmöglich Rechnung tragenden Erwerbstätigkeit ist
also ein entscheidendes Element bei der Prüfung der Eingliederungsmöglichkeiten und
des Rentenanspruchs (Erfüllung des Wartejahres, Invaliditätsbemessung). Diese
weitreichende Bedeutung der Arbeitsfähigkeit lässt es als sinnvoll erscheinen, die
Akten in einem ersten Schritt darauf zu prüfen, ob sie einen bestimmten
Arbeitsfähigkeitsgrad für die angestammte Tätigkeit als ungelernter Bauarbeiter und für
eine optimal leidensangepasste Hilfsarbeit mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermögen.
2.
2.1 Für den Beweiswert von Berichten und Gutachten von versicherungsinternen
Ärzten wie RAD-Ärzten (IV) und Kreisärzten (Suva) ist ausschlaggebend, dass sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchfrei sind und
keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Der
Kreisarzt Dr. K._ hat im Abschlussbericht vom 7. November 2011 angegeben, dass
nach den mehrfachen Operationen eine residuelle Belastungs- und
Bewegungseinschränkung des linken Handgelenks bestehe. Angesichts dieser
objektivierbaren Einschränkungen leuchtet es ein, dass die involvierten Ärzte für die
angestammte, körperlich schwere Tätigkeit als Bauarbeiter seit dem Unfallereignis am
5. März 2008 übereinstimmend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sind.
Umstritten ist demgegenüber die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten. Dr. K._
ist davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer die linke (nicht dominante) Hand
noch als Zudienhand gebrauchen und mit bis ca. 2 kg belasten könne, weshalb er die
Arbeitsfähigkeit für optimal adaptierte Tätigkeiten auf 100 % geschätzt hat. RAD-Arzt
Dr. L._ hat in seiner Stellungnahme vom 2. Juli 2015 die Einschätzung von Dr. K._,
dass der Beschwerdeführer seine linke Hand noch als Zudienhand gebrauchen könne,
bestätigt. Zum Arbeitsfähigkeitsgrad selbst hat er keine Stellung nehmen wollen. Der
Grund dafür dürfte darin liegen, dass er sich nicht dazu hat äussern wollen, ob auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitsstellen existieren, die den aufgestellten
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Adaptionskriterien entsprechen. Im Gegensatz zu Dr. K._ und Dr. L._ ist der
Beschwerdeführer der Meinung, dass er die linke Hand praktisch gar nicht mehr
einsetzen könne. Dr. K._ hat anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung
vom 7. November 2011 eine nicht optimale Compliance (Kooperation) festgestellt und
dieser einen Einfluss auf das Ausmass der Einschränkung der Handfunktion
beigemessen. Er hat also die Diskrepanz zwischen den vom Beschwerdeführer
angegebenen und den objektivierbaren Einschränkungen auf eine Malcompliance
zurückgeführt. Entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters enthalten die
medizinischen Akten also eine nachvollziehbare Erklärung für die Diskrepanz zwischen
den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden und den objektivierbaren
Einschränkungen. Die geltend gemachten starken Schmerzen im linken Handgelenk
hat Dr. K._ insoweit in seiner Beurteilung berücksichtigt, als er von einer stark
verminderten Belastbarkeit des linken Handgelenks ausgegangen ist. Im Übrigen
können Schmerzen allein nie die Grundlage einer Arbeitsfähigkeitsschätzung sein, da
es sich bei ihnen um eine emotionale Erfahrung handelt, die auch losgelöst von einer
aktuellen Schädigung auftreten kann (vgl. R. MARELLI, Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, in: Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie und Neurologie, 2/2004, S.
26). Dr. K._ ist also davon ausgegangen, dass es dem Beschwerdeführer trotz der
von ihm empfundenen Schmerzen zumutbar ist, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen.
Eine EFL, wie sie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gefordert hat, ist im
vorliegenden Fall nicht geeignet, einen Beitrag zur Schätzung der aus objektiver Sicht
noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu leisten (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts
vom 28. August 2015, 8C_217/2015 E. 2.2.3). Eine EFL liefert nämlich nur ein
überzeugendes Resultat, wenn der Proband bei der Durchführung der funktionellen
Tests an seine Leistungsgrenzen geht. Dass der Beschwerdeführer bei einer EFL an
seine Leistungsgrenzen gehen würde, muss angesichts der von Dr. K._ festgestellten
Malcompliance praktisch ausgeschlossen werden. Die kreisärztliche Untersuchung hat
im Verfügungszeitpunkt zwar fast vier Jahre zurückgelegen, aber den neuesten
ärztlichen Berichten aus dem Jahr 2014 ist nicht zu entnehmen, dass sich die
medizinische Situation seither verändert hätte. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat dies in seiner Replik denn auch bestätigt. Die Beurteilung von
Dr. K._ ist daher im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung nicht
veraltet gewesen. Auch die Argumentation des Rechtsvertreters, die
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Beschwerdegegnerin habe nicht berücksichtigt, dass seit der kreisärztlichen
Abschlussuntersuchung keine Besserung eingetreten sei, geht fehl. Die einzige
Möglichkeit, eine Besserung des Zustandes zu erreichen, hat Dr. K._ − wie auch die
behandelnden Ärzte − in einer Arthrodese gesehen. Dr. K._ ist bekannt gewesen,
dass der Beschwerdeführer eine solche Versteifungsoperation ablehnt. Er hat also
nicht davon ausgehen können, dass sich die Situation bezüglich des linken
Handgelenks zukünftig (ohne Operation) noch verbessern würde. Da sich der
Beschwerdeführer bis zum Verfügungserlass keiner Versteifungsoperation unterzogen
hat, ist diese entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters auch nicht in die
Beurteilung miteinzubeziehen; von einer Versteifungsoperation wäre gemäss den
behandelnden Fachärzten zudem keine Verschlechterung, sondern vielmehr eine
Verbesserung der Situation, insbesondere eine Abnahme der Schmerzen, zu erwarten.
Die Einschätzung des Hausarztes Dr. C._ vom 1. Februar 2016, wonach der
Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig sei, vermag nicht einmal geringe Zweifel an
der Beurteilung von Dr. K._ zu wecken. Einerseits hat Dr. C._ seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht begründet. Andererseits steht sie in deutlichem
Widerspruch zu seinen früheren Einschätzungen: Am 16. Oktober 2009 hat er dem
Beschwerdeführer für adaptierte Tätigkeiten nämlich noch eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit bescheinigt (IV-act. 14). Und im Arztzeugnis vom 29. März 2012 hat er
angegeben, dass mit der linken Hand sehr leichte Arbeiten möglich seien (Fremdakten).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die schlüssige, nachvollziehbar
begründete und widerspruchsfreie Beurteilung von Dr. K._ im kreisärztlichen
Abschlussbericht vom 7. November 2011 abgestellt werden kann. Von weiteren
medizinischen Abklärungen, wie sie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
gefordert hat, sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Eine Begutachtung ist daher
nicht notwendig. Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der
angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter seit dem Unfall vom 5. März 2008 zu 100 %
arbeitsunfähig ist. In einer körperlich adaptierten Tätigkeit, in welcher er die linke Hand
nur als Zudienhand mit bis ca. 2 kg Belastung gebrauchen muss, bei der er keinen
Vibrationen und hämmernden Einflüssen ausgesetzt ist und die keine repetitiven
Umwendbewegungen erfordert, ist er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu¬mindest seit der kreisärztlichen Untersuchung am 7. November 2011 zu 100 %
arbeitsfähig.
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2.2 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer vorübergehend auch für adaptierte
Tätigkeiten arbeitsunfähig gewesen ist. Am 26. November 2009 ist die dritte
Scaphoidrekonstruktion erfolgt. Der Operateur Dr. E._ hat erklärt, dass postoperativ
mit einer acht- bis zwölfwöchigen Gipsruhigstellung zu rechnen sei. Mit einer
Wiederaufnahme der Arbeit in der angestammten Tätigkeit im Strassenbau sei
wahrscheinlich erst vier bis sechs Monate postoperativ zu rechnen. Da sich bei der
Nachkontrolle vom 9. Februar 2010 noch keine knöcherne Konsolidation gezeigt hatte,
war nochmals ein neuer Gips angelegt worden (Bericht von Dr. E._ vom 9. Februar
2010, Fremdakten). Auf telefonische Rückfrage hin hat Dr. E._ gegenüber der Suva
angegeben, dass frühestens im April 2010 mit einer leichten Beschäftigung zu rechnen
sei. Demzufolge ist der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom
5. März 2008 bis 31. März 2010 auch für adaptierte Tätigkeiten voll arbeitsunfähig
gewesen. Das am 22. November 2010 erlittene kraniozervikale Beschleunigungstrauma
mit einer reflektorischen Blockade der HWS hat hingegen unbestrittenermassen keinen
längerdauernden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gehabt.
Bereits anlässlich einer Besprechung mit dem Case Manager der Suva vom 22.
Februar 2010 hat der Beschwerdeführer angegeben, dass er höchstens bei
körperlichen Anstrengungen noch Restbeschwerden verspüre, die Kopfbeweglichkeit
seit längerer Zeit nicht eingeschränkt sei, es sich mehr um Verspannungen handle und
er eigentlich gar nie eine Therapie absolviert habe (Besprechungsrapport vom 22.
Februar 2010, Fremdakten). Auch gegenüber Dr. K._ hat der Beschwerdeführer am 7.
November 2011 als Restbeschwerden lediglich gelegentliche Muskelverspannungen im
Nackenbereich erwähnt. Ebenso hat der Sturz am 2. September 2013, bei dem sich
der Beschwerdeführer eine Kontusion des linken Handgelenks zugezogen hat,
höchstens eine kurzzeitige Verschlechterung des Gesundheitszustandes zur Folge
gehabt.
2.3 Die Behandlung der Handgelenksverletzung ist per Ende März 2010
abgeschlossen gewesen; die Arthroskopie vom November 2010 ist lediglich zur
diagnostischen Zwecken erfolgt. Gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG liegt eine
Erwerbsunfähigkeit erst vor, wenn sich die versicherte Person einer zumutbaren
Behandlung und Eingliederung unterzogen hat. In Übereinstimmung damit sieht Art. 28
Abs. 1 lit. a IVG vor, dass ein Rentenanspruch erst entsteht, wenn die Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare − medizinische oder berufliche − Eingliederungsmassnahmen
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wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann (siehe auch Art. 16 ATSG).
Eine Arbeitsunfähigkeit vermag somit so lange keine Invalidität zu begründen, als die
andauernde medizinische Behandlung noch eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach
Abschluss der therapeutischen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu
erwarten ist. Das Bundesgericht nimmt denn auch in ständiger Rechtsprechung an,
dass leichte bis mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis nur als
invalidisierend zu werten sind, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar sind, was voraussetzt, dass keine therapeutischen Optionen mehr und somit
eine Behandlungsresistenz besteht (siehe z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli
2017, 8C_222/2017 E. 5.2; diese Rechtsprechung ist allerdings insoweit zu kritisieren,
als der Begriff der Behandelbarkeit massiv überdehnt wird). Da das Gesetz nicht
zwischen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschäden
unterscheidet, ist die grundsätzliche Überlegung des Bundesgerichts, dass eine
Arbeitsunfähigkeit so lange keine Invalidität zu begründen vermag, als die andauernde
medizinische Behandlung eingliederungsrelevant ist, unter Berücksichtigung des
Gleichbehandlungsgrundsatzes im Sinne einer Präzisierung der Rechtsprechung auf
alle Arten von Gesundheitsschäden anzuwenden (s. Entscheid des
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 27. November 2017, IV 2015/257 E.
4.7). Die während der Behandlungszeit von März 2008 bis März 2010 bestandene
vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ist nach dem Gesagten nicht
geeignet, eine Invalidität und damit einen Rentenanspruch zu begründen. Demnach
könnte erst nach dem Abschluss der medizinischen Behandlung, d.h. ab dem 1. April
2010, eine anspruchsrelevante Invalidität vorgelegen haben.
3.
3.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Validenkarriere besteht in der Tätigkeit als
ungelernter Bauarbeiter. Der Beschwerdeführer hätte gemäss der Auskunft seiner
ehemaligen Arbeitgeberin im Jahr 2010 ohne Behinderung ein Jahreseinkommen von
Fr. 66'963.-- erzielen können (13 x Fr. 5'151.--, IV-act. 79-2). Die bisherige Tätigkeit als
Bauarbeiter ist dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Das Invalideneinkommen
ist daher anhand von Tabellenlöhnen festzulegen. Gemäss der Lohnstrukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) hat der durchschnittliche Lohn eines Hilfsarbeiters
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im Jahr 2010, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden, Fr.
61'164.-- betragen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). Die Beschwerdegegnerin hat in der
Beschwerdeantwort einen 15 %igen Tabellenlohnabzug als angemessen erachtet. Der
Rechtsvertreter hat hingegen einen Abzug von 25 % vom Tabellenlohn gefordert. Er
hat dies damit begründet, dass der Beschwerdeführer die linke Hand wegen der hohen
Schmerzempfindlichkeit nicht einmal mehr als Zudienhand einsetzen könne. Wie in
Erw. 2.1 dargelegt worden ist, ist es dem Beschwerdeführer entgegen der Behauptung
des Rechtsvertreters jedoch zumutbar, die linke, nicht dominante Hand als Zudienhand
einzusetzen und mit einem Gewicht von bis zu 2 kg zu belasten. Auch der Umstand,
dass der Beschwerdeführer keinen Beruf erlernt hat und schlecht Deutsch spricht
(wobei diesbezüglich im Verlauf offenbar eine markante Verbesserung eingetreten ist,
s. Telefonnotiz des Case Managers der Suva vom 30. Juni 2013, Fremdakten),
rechtfertigt keinen Tabellenlohnabzug. Hilfsarbeiten zeichnen sich gerade dadurch aus,
dass sie weder Berufskenntnisse noch Berufserfahrung voraussetzen. Auch
Deutschkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich; ansonsten hätte der
Beschwerdeführer ja auch die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter nicht ausüben
können. Das Bundesgericht hat in einem Entscheid vom 20. März 2017 (8C_31/2017)
erwogen, dass für funktionell einarmige Versicherte nicht von einer generellen bzw.
einheitlichen proportionalen Kürzung des LSE-Tabellenlohns auszugehen sei. Vielmehr
sei die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in jedem konkreten Einzelfall aufgrund der
medizinischen Vorgaben festzustellen und gestützt hierauf die massgebende LSE-
Tabelle heranzuziehen (Erw. 6.2). Der Beschwerdeführer ist nicht als funktionell
einarmig zu betrachten, da er die linke, nicht dominante Hand noch als Zudienhand
einsetzen kann. In einer optimal adaptierten Tätigkeit ist er in seiner Arbeitsfähigkeit
weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht eingeschränkt. Aus diesem Grund
rechtfertigt sich höchstens ein Tabellenlohnabzug von 10 %. Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 66'963.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 55'047.60
(90 % von Fr. 61'164.--) resultiert ein IV-Grad von aufgerundet 18 %. Bei einem IV-
Grad von unter 40 % hat der Beschwerdeführer − obschon er die erforderliche
dreijährige Beitragszeit gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns (1. April 2010) erfüllt hätte − keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
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3.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass die
Beschwerdegegnerin mögliche Verweistätigkeiten zu allgemein beschrieben habe.
Zwar möge es Maschinen geben, welche einhändig bedient werden könnten; dies
dürfte jedoch eher selten sein. Gemäss der gefestigten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt selbst für Personen,
die funktional als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit
verrichten können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten. Zu denken sei
etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die
Bedienung und Überwachung von (halb-)automa¬tischen Maschinen oder
Produktionseinheiten sowie die Arbeit als Museums- oder Parkplatzwärter (Urteil vom
30. März 2017, 8C_31/2017 E. 6.2). Vorliegend käme auch eine Tätigkeit als Taxifahrer
in Frage, da der Beschwerdeführer mit einem Automatikgetriebe uneingeschränkt
Autofahren kann. Einer weiteren Konkretisierung der zumutbaren Verweistätigkeiten
bedarf es nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Oktober 2010, 8C_381/2010 E.
3.2). Der Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass es nicht nachvollziehbar ist,
weshalb das RAV die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Jahr 2013
wegen der Beeinträchtigung der linken Hand verneint hat. Der Grund dürfte darin
liegen, dass der Beschwerdeführer seine Einschränkungen als schwerwiegender
empfindet, als sie dies aus rein objektiver medizinischer Sicht sind und dass das RAV
auf diese subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers abgestellt hat.
3.3 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr
in der Höhe von Fr. 600.-- ist dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
4.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
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Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote
eingereicht. Da es sich vorliegend um einen durchschnittlich aufwändigen Rentenfall
gehandelt hat, erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit
entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
4.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).