Decision ID: d6ae56d7-efd6-4c99-bb22-0f714cbad727
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Februar 2016 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, als Hilfsarbeiterin mit einem Pensum
von 50 Prozent tätig zu sein. Seit dem 5. Januar 2016 sei sie infolge einer
Wirbelsäulenverkrümmung bis auf weiteres krankgeschrieben. Eine Berufsausbildung
habe sie nicht absolviert. Die Arbeitgeberin berichtete im Februar 2016 (IV-act. 6), die
Versicherte führe Arbeiten bei Umbauten und Sanierungen aus. Sie arbeite seit dem
01.01.2013 während 21 Stunden pro Woche und erhalte dafür einen Jahreslohn von
Fr. 21'334.--. Seit dem 12. Januar 2016 arbeite die Versicherte krankheitsbedingt nicht
mehr. Der behandelnde Arzt, Dr. med. B._, FMH Innere Medizin, gab im März 2016
an (IV-act. 7), die Versicherte leide seit circa einem Jahr vermehrt und seit Ende
Oktober 2015 verstärkt an Rückenschmerzen unterschiedlicher Lokalisation. Er habe
eine ausgeprägte rechtskonvexe BWS-Skoliose und einen Status nach Harrington-
Operation im Jahre 1984 diagnostiziert. Seit dem 12. Januar 2016 sei die Versicherte
zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Die körperliche Arbeit auf dem Bau verursache sofort
Rückenschmerzen und anamnestisch in letzter Zeit eine Progredienz der Skoliose. Eine
dem Rückleiden adaptierte Tätigkeit sei realisierbar.
A.a.
Mit einer Mitteilung vom 13. Mai 2016 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
Frühinterventionsmassnahme in Form eines Coachings zu (IV-act. 20). Mit einer
weiteren Mitteilung vom 8. Juni 2016 wies die IV-Stelle das Begehren um weitere
berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab (IV-act. 23). Am 4. Juli 2016 teilte die
Versicherte mit, sie sei mit der Mitteilung vom 8. Juni 2016 nicht einverstanden und
beantrage eine Begutachtung (IV-act. 25). Dr. B._ berichtete der IV-Stelle am 7. Juli
2016, dass er als Hausarzt noch Ergänzungen anbringen wolle. Die Versicherte sei
1984 wegen einer Skoliose operiert worden. Danach sei die Situation seitens des
Rückens kompensiert gewesen. Seit circa Ende 2014 sei es zunehmend zu
A.b.
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Rückenschmerzen sowohl im Brust- als auch im Lendenwirbelsäulenbereich
gekommen. Gleichzeitig habe die Patientin eine Progredienz des Rippenbuckels
bemerkt. Durch die regelmässige Einnahme von Analgetika habe die Versicherte
zunächst ihre Tätigkeit auf dem Bau weiterführen können. Aufgrund der starken
Schmerzen habe sie ihre Tätigkeit jedoch ab dem 12. Januar 2016 aufgeben müssen.
Mit einer Physiotherapie und einer regelmässigen Schmerzmitteleinnahme habe bis vor
Kurzem eine einigermassen stabile Situation erhalten werden können. Nun seien aber
wieder ausgeprägte Schmerzen vorhanden. Seit Dezember 2015 sei die Patientin
zudem bei den Spezialisten im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) in Behandlung. Infolge
des instabilen Verlaufs der letzten eineinhalb Jahre und der erheblichen
Verschlechterung der Situation in den letzten Wochen sei es seiner Ansicht nach zu
voreilig, einen definitiven Entscheid bezüglich des Anspruchs auf berufliche
Massnahmen und Rente zu fällen. Neben der Beurteilung des Wirbelsäulenspezialisten
sollte auch ein Gutachten erstellt werden. Dr. B._ legte zwei Berichte des KSSG vom
18. Dezember 2015 und vom 1. April 2016 bei. Beiden Berichten war als Diagnose ein
Zustand nach einer Harrington-Operation bei einer rechtskonvexen Thoracalskoliose
vor 30 Jahren und subfusionellen Degenerationen L1/2, L2/3 und L3/4 mit
Bandscheibendegenerationen im Sinne von Osteochondrosen und Facettenarthrosen
sowie einem lumbalen linkskonvexen Gegenschwung zu entnehmen (IV-act. 25–3 ff.).
Im Bericht vom 18. Dezember 2015 (IV-act. 25–5 f.) wurde festgehalten, um die
bestehende Skoliose zu sanieren, müssten eine grosse Operation im Sinne einer
langstreckigen dorsalen Spondylodese nach einer Metallentfernung und eine
Verlängerung der Spondylodesestrecke durchgeführt werden. Mit einer Verfügung vom
3. August 2016 widerrief die IV-Stelle ihre Mitteilung vom 8. Juni 2016 (IV-act. 26).
Mit einem Vorbescheid vom 25. August 2016 kündigte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen und um
Rentenleistungen an (IV-act. 31). Zur Begründung führte sie an, der Versicherten sei
jede leidensangepasste wechselbelastende Tätigkeit, die kein Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg sowie keine Zwangshaltungen beinhalte, zumutbar. Auf eine aktive
Arbeitsvermittlung bestehe nur dann ein Anspruch, wenn gesundheitsbedingte
Einschränkungen die Stellensuche beeinträchtigten. Bei der Versicherten liege aber
keine solche gesundheitsbedingte Einschränkung vor. Deshalb sei für die
A.c.
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Unterstützung bei der Stellensuche das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum
zuständig. Weiter seien aus der Sicht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) von
weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen Aspekte zu erwarten; deshalb
erübrige sich eine weitere Abklärung in Form eines Gutachtens. Am 19. September
2016 erhob die Versicherte einen Einwand gegen den Vorbescheid (IV-act. 33). Sie
stellte den Antrag, über ihre Rückensituation sei ein Gutachten zu erstellen oder eine
genaue Abklärung der funktionellen Einschränkung durchzuführen. Ihr Rücken sei so
deformiert und bereite ihr so viel Schmerzen, dass es ihr unmöglich sei, den ganzen
Tag zu arbeiten. Auch ihre behandelnden Ärzte würden dies so sehen.
Am 9. November 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie zur
Klärung der Leistungsansprüche eine medizinische Untersuchung (Orthopädie) als
notwendig erachte (IV-act. 37). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinisches
Gutachterzentrum Region St. Gallen GmbH (MGSG), Dr. med. C._, Spezialarzt für
Orthopädie, am 31. Januar 2017 ein fachärztliches Gutachten (IV-act. 41). Dr. C._
führte aus, die thorakolumbalen Schmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde
der Wirbelsäule seien teilweise auf die rechtskonvexe Thorakalskoliose mit einem
linkskonvexen lumbalen Gegenschwung sowie auf Diskusdegenerationen L1 bis 3 mit
leichten Osteochondrosen und Spondylarthrosen ohne neurale Kompression und
wahrscheinlich einem kleinen Schwannom der Nervenwurzel L3 links bei einem
Zustand nach einer dorsalen Spondylodese TH5 bis L1 nach Harrington 1984
zurückzuführen. Das Ausmass der subjektiven Einschränkung der körperlichen
Leistungsfähigkeit könne aufgrund der vorliegenden Befunde nur unvollständig
nachvollzogen werden. Unter anderem habe die Versicherte angegeben, sie könne nur
zehn Minuten sitzen; während der Untersuchung sei sie dann aber mühelos 25 Minuten
gesessen. Bei einer radiologisch fehlenden neuralen Kompression könne die
Ausstrahlung der Schmerzen in die linke Wade nicht objektiviert werden. Ob die
anlässlich der Untersuchung angegebene Hyposensibilität des rechten Beins
vorbestehend sei, könne aus den Unterlagen nicht eruiert werden. Es sei allerdings
eher unwahrscheinlich, dass präoperativ entsprechende Ausfälle fast des gesamten
rechten Beins bei einem sonst normalen neurologischen Befund vorgelegen hätten. Die
Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin im Baugewerbe, körperlich mittelschwer bis schwer,
häufig in kalter und feuchter Umgebung und stehend, mit häufig inklinierten und
A.d.
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B.
rotierten Körperhaltungen, betrage spätestens seit Dezember 2015 bei voller
Stundenpräsenz 20 Prozent. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen,
abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und
rotierte Körperhaltungen, könnten seit Dezember 2015 bei voller Stundenpräsenz zu
100 Prozent zugemutet werden. Einer sofortigen beruflichen Eingliederung stehe nichts
entgegen.
Mit einem Vorbescheid vom 8. Februar 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass sie die Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen vorsehe (IV-
act. 45). Zur Begründung führte sie aus, dass gemäss den Abklärungen in einer
leidensangepassten Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit bestehe. Auch auf
eine aktive Arbeitsvermittlung bestehe kein Anspruch, da keine gesundheitsbedingte
Einschränkung vorliege, welche die Stellensuche beeinträchtige. Mit einer Verfügung
vom 3. April 2017 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab (IV-
act. 49).
A.e.
Mit einem Vorbescheid vom 25. April 2017 orientierte die IV-Stelle die Versicherte
darüber, dass sie auch die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 52). Zur
Begründung führte sie aus, dass der Versicherten aus medizinischer Sicht eine
adaptierte Tätigkeit weiterhin zu 100 Prozent zumutbar sei. Mit einer Verfügung vom 8.
Juni 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 53).
A.f.
Am 10. Juli 2017 erhob die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Juni 2017. Sie stellte den Antrag, die
Verfügung vom 8. Juni 2017 sei aufzuheben und ihr seien eine IV-Rente und berufliche
Massnahmen zuzusprechen. Weiter sei die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen. Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin aus, sie könne gemäss ihren
behandelnden Ärzten nicht mehr ganztägig arbeiten. Der Gutachter Dr. C._ schreibe,
dass sie mühelos 25 Minuten dagesessen sei. Sie habe ihn darauf aufmerksam
gemacht, dass sie eine Infiltration gehabt und Schmerztabletten eingenommen habe.
Weiter sage der Gutachter, es sei eher unwahrscheinlich, dass bei einem sonst
normalen neurologischen Befund Schmerzen im rechten Bein vorlägen. Dr. med. D._
(Operateur KSSG) meine, es könnten sehr wohl Ausstrahlungen vom Rücken sein. Sie
B.a.
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sei nicht in der Lage, die Kosten für das Beschwerdeverfahren selber zu tragen. Daher
sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 25.
September 2017 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie
bezüglich des Rentenbegehrens aus, das Gutachten der MGSG sei umfassend und
überzeugend. Sämtliche relevanten Vorakten seien berücksichtigt worden. Das
Gutachten entspreche den Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage. Somit könne auf das Gutachten und die darin enthaltene
Arbeitsfähigkeitsschätzung (bezogen auf eine leidensadaptierte Tätigkeit) von 100
Prozent abgestellt werden. Betreffend die Abweisung von beruflichen Massnahmen
brachte die Beschwerdegegnerin vor, die Verfügung vom 3. April 2017 sei in
Rechtskraft erwachsen. Weiter liege keine Invalidität vor, weil für körperlich leichte
Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Schwierigkeiten bei der
Stellensuche seien nicht auf gesundheitlich bedingte Einschränkungen zurückzuführen,
weshalb die Arbeitsvermittlung nicht in die Zuständigkeit der IV falle.
B.b.
Am 29. September 2017 wurde die unentgeltliche Rechtspflege für das
Beschwerdeverfahren bewilligt (act. G 6).
B.c.
Der Beschwerdeführerin wurde zur Einreichung einer Replik eine Frist bis 30.
Oktober 2017 angesetzt (act. G 7). Am 16. Oktober 2017 (Postaufgabe am 20. Oktober
2017) reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein. Da diese Replik nicht
handschriftlich unterzeichnet war, wurde die Beschwerdeführerin am 3. November
2017 aufgefordert, die Replik innert 5 Tagen unterschrieben einzureichen (act. G 8). Die
unterzeichnete Replik wurde am 7. November 2017 aufgegeben und traf am folgenden
Tag beim Versicherungsgericht ein (act. G 9). Die Beschwerdeführerin hielt darin an
ihren Anträgen fest. Der Replik lagen zwei Operationsberichte vom 11. August 2017
bei. Die Beschwerdeführerin brachte vor, die Notwendigkeit einer neunstündigen
Operation beweise, dass die Gutachter der MGSG falsch lägen. Sie könne sich bis auf
weiteres nur mit Hilfe von Gehstöcken fortbewegen. Weiter legte sie der Replik einen
USB-Stick mit den neusten Röntgenaufnahmen bei.
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).B.e.
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Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2017 hat die Beschwerdegegnerin das
Rentenbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen. Da das Beschwerdeverfahren
die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel hat, muss es sich auf den
in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken. Folglich ist nur zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat. Auf den Antrag um die
Zusprache von beruflichen Eingliederungsmassnahmen kann nicht eingetreten werden,
da die Abweisungsverfügung vom 3. April 2017 zum Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung bereits formell rechtskräftig gewesen ist.
2.
Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine Rente
der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität
wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu
jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben
wäre.
3.
Der IV-Grad wird anhand eines Vergleichs des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens mit dem Valideneinkommen ermittelt (Art. 16 ATSG). Der
Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Anspruch auf eine
Rente haben Versicherte, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind
(Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Die Beschwerdeführerin hat sich im Februar 2016 zum
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Leistungsbezug angemeldet. Der letzte Arbeitstag ist im Januar 2016 gewesen. Unter
der Berücksichtigung der sechsmonatigen Frist und des Wartejahrs ist der potentielle
Rentenbeginn auf den 1. Januar 2017 festzusetzen. Basis für den
Einkommensvergleich bilden somit die Verhältnisse im Jahr 2017.
4.
Die Beschwerdeführerin hat keine berufliche Ausbildung absolviert und ist zuletzt als
Bauhilfsarbeiterin erwerbstätig gewesen. Bei der Ausübung der vergangenen
Erwerbstätigkeiten (selbständige Wirtin, Serviceangestellte, Bauhilfsarbeiterin) hat die
Beschwerdeführerin keine qualifizierten Berufskenntnisse erworben. Die Validenkarriere
der Beschwerdeführerin besteht also in der Verrichtung von Hilfsarbeiten. Die Akten
enthalten keine Hinweise auf eine (erheblich) über- oder unterdurchschnittliche
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung. Aus dem Assessmentprotokoll vom 21. April 2016 geht
denn auch hervor, dass die Beschwerdeführerin angegeben hat, sie habe die
Arbeitsstelle auf dem Bau aus finanzieller Not angenommen, weil sie sonst keine
Arbeitsstelle gefunden hätte (IV-act. 15). Der Umstand, dass sie dort einen
unterdurchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn erzielt hat, ist folglich auf Zwänge des
invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden tatsächlichen Arbeitsmarktes
zurückzuführen. Hätte sich der Beschwerdeführerin eine entsprechende Gelegenheit
geboten, hätte sie eine besser entlöhnte Arbeitsstelle angenommen und einen
durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn erzielt. Die Validenkarriere besteht deshalb in
der Ausübung einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit. Das Valideneinkommen
entspricht somit dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im Jahr 2017,
vorliegend Fr. 54'783.-- (vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2019).
5.
Für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens kommt
den Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit in der
Regel eine zentrale Rolle zu. Zur Abklärung des Gesundheitszustandes ist durch die
Beschwerdegegnerin die Erstellung eines orthopädischen Gutachtens in Auftrag
gegeben worden. Aufgrund der Einwände der Beschwerdeführerin ist zu prüfen, ob
dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob die angegebene
Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachvollziehbar belegt ist.
5.1.
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Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 351, E. 3a). Vorliegend hat der Sachverständige den Anlass und die Dauer der
Begutachtung umschrieben (Gutachten Ziff. 1). Weiter hat er sämtliche relevanten
Vorakten miteinbezogen und die notwendigen Untersuchungen vor- sowie die
subjektiven Klagen aufgenommen (Gutachten Ziff. 2., 3., 5.2. und 7.1.). Die
Untersuchungsbefunde sind jeweils einzeln gewürdigt und anschliessend beurteilt
worden (Gutachten Ziff. 5.2. und 7.2.). Die ermittelten Funktionseinschränkungen und
gestellten Diagnosen sind nachvollziehbar gewesen (Gutachten Ziff. 6. und 7.3.).
Abschliessend ist gestützt auf die umfassende orthopädische Untersuchung eine
Beurteilung über die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer
leidensadaptierten Tätigkeit abgegeben worden (Gutachten Ziff. 8.1. und 8.2.). Das
Gutachten ist zwar eher knapp ausgefallen, im Sinne der Rechtsprechung (BGE 125 V
351) jedoch inhaltlich vollständig, umfassend und frei von Widersprüchen.
5.2.
Rechtsprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht auf den bis zum
Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen
(BGE 139 V 335 E. 6.2). Später eingetretenen Tatsachen ist nicht im Rahmen des
hängigen Beschwerdeverfahrens, sondern im Rahmen eines allfälligen späteren
Verwaltungsverfahrens Rechnung zu tragen. Sind später eingetretene, mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehende Tatsachen indes geeignet,
die Beurteilung des im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung bestehenden
Sachverhalts zu beeinflussen, so sind sie im laufenden Verfahren zu berücksichtigen
(Entscheid 8C_357/2016 des Bundesgerichts vom 7. Oktober 2016, E. 3.2 und
Entscheid 9C_67/2012 des Bundesgerichts vom 4. Juli 2012, E. 2.2). Vorab ist daher zu
prüfen, ob der zusammen mit der unterzeichneten Replik vom 7. November 2017
eingereichte Untersuchungsbericht vom 20. Juni 2017, der Infiltrationsbericht vom 21.
Juli 2017, die Operationsberichte vom 11. August 2017, der Austrittsbericht vom 23.
August 2017 sowie der Untersuchungsbericht vom 25. September 2017 in diesem
Verfahren überhaupt zu berücksichtigen sind. Alle diese Berichte wurden nach dem
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2017 verfasst. Im
Untersuchungsbericht vom 20. Juni 2017 geht es vor allem darum, die bevorstehende
operative Sanierung mit der Beschwerdeführerin zu besprechen und die dafür
notwendigen Voruntersuchungen durchzuführen. Daraus ist keine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes seit dem Erlass der angefochtenen Verfügung abzuleiten.
5.3.
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Der Infiltrationsbericht vom 21. Juli 2017 enthält keinerlei Aussagen, die auf eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes hindeuten würden. Vielmehr hat die
Infiltration dazu gedient, die Zeit bis zur Operation zu überbrücken; sie hat zu einer
deutlichen Besserung der chronischen Beschwerden geführt. Bei der am 9. August
2017 durchgeführten ventralen interkorporellen Fusion L3/4 hat das eingebrachte
CoRent Cage eine gute Lage bei der abschliessenden BV-Kontrolle gezeigt. Aus dem
anschliessenden Bericht über die Operation an der dorsalen Spondylodese L1-L4 und
der Instrumentation TH11-L4 linksseitig und TH12-L4 rechtsseitig gehen ebenfalls
keine Komplikationen hervor. Die Operationsberichte sagen zudem nichts über den
Gesundheitszustand nach der Operation aus. Allerdings ist bei Operationen
grundsätzlich davon auszugehen, dass sie eine Besserung des Gesundheitszustandes
zur Folge haben. So hat der Wirbelsäulenchirurg bereits in seinem Schreiben vom
18. Dezember 2015 berichtet, dass zur Behandlung und Sanierung der bestehenden
Skoliose eine Operation nötig sei (IV-act. 25–6). Diese Operation ist von der
Beschwerdeführerin zunächst abgelehnt, nun aber doch vorgenommen worden. Aus
der vorgenommenen Operation kann nicht abgeleitet werden, dass der Zustand bei der
Begutachtung schlechter war, als der Gutachter angegeben hatte. Der Gutachter, Dr.
C._, ist aufgrund der Vorakten über die Empfehlung einer solchen Operation durch
die behandelnden Ärzte informiert gewesen. Weiter hat er eine mögliche Operation
(Verlängerung der Spondylodese) in seiner Prognose erwähnt (Gutachten Ziff. 8.4). Mit
der Untersuchung vom 21. September 2017 ist sechs Wochen nach den Operationen
die geplante Verlaufskontrolle durchgeführt worden. Dabei ist festgehalten worden,
dass die Beschwerdeführerin insgesamt über einen positiven Verlauf mit guter
Mobilisation ohne belastende Tätigkeit berichtet habe, jedoch noch Schmerzmittel
einnehme. Die Beschwerdeführerin befinde sich in einem sehr guten Allgemeinzustand
und verfüge über ein grossschrittiges, sicheres Gangbild. Bezüglich der Narbenheilung
zeigten sich keine Auffälligkeiten. Die Implantate befänden sich unverändert an
korrekter Lage. Nun könne mit der Physiotherapie begonnen werden. Die nächste
Kontrolle sei drei Monate nach der Operation (also in rund sechs Wochen) geplant; bis
dahin sei die Beschwerdeführerin zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Zusammenfassend
enthalten die nachträglich eingereichten Berichte weder neue Diagnosen noch
wesentlich neue Befunde. Vielmehr geht es um die Behandlung von bereits gestellten
Diagnosen und Befunden. Die Feststellungen in den Berichten sind daher in Bezug auf
den Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügungen
verwirklicht hat, nicht als neu zu qualifizieren. Weiter geht aus keinem der Berichte eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit dem Erlass
der angefochtenen Verfügung hervor. Die Operationen sind komplikationslos verlaufen
und postoperativ zeigt sich ein guter und zeitgerechter Verlauf. Es zeichnet sich also
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eine Besserung des Gesundheitszustandes ab. Die Berichte befassen sich allesamt mit
Tatsachen, die nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten sind. Die
nachträglich eingereichten Berichte enthalten nichts, das bei der Überprüfung der
angefochtenen Verfügung zu berücksichtigen wäre. Diese Berichte sind damit nicht
geeignet, die Beurteilung im Verfügungszeitpunkt zu beeinflussen.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr behandelnder Arzt gehe davon aus,
dass sie nicht mehr ganztägig arbeiten könne. Der Hausarzt der Beschwerdeführerin
hat allerdings bereits in seinem Bericht vom 1. März 2016 ausgeführt, dass eine dem
Rückenleiden adaptierte Tätigkeit realisierbar sei. In den Schreiben der behandelnden
Ärzte vom 18. Dezember 2015, 1. April 2016 sowie 7. Juli 2016 (IV-act. 25) sind keine
Einschätzungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit abgegeben worden. Am 17. September
2016 (IV-act. 33) hat der Hausarzt ausgeführt, er gehe nicht davon aus, dass die
Beschwerdeführerin zukünftig einer ganztägigen Arbeit werde nachgehen können. Er
hat dies nicht näher begründet und sich auch nicht dazu geäussert, ob er damit nur die
angestammte oder auch eine leidensadaptierte Tätigkeit gemeint hat. Er hat jedoch auf
das Schreiben des Wirbelsäulenchirurgen, Dr. D._, vom 15. September 2016
verwiesen (IV-act. 33), in dem sich dieser seiner Beurteilung angeschlossen habe. Der
Wirbelsäulenchirurg ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit
auf dem Bau sicher nicht weiter ausführen könne. Eine weitere Abklärung sei sinnvoll.
Bezüglich einer leidensadaptierten Tätigkeit hat er sich nicht geäussert. Entsprechend
lässt sich den Schreiben der behandelnden Ärzte nicht entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit nicht voll arbeitsfähig
gewesen wäre. Im Gegenteil hat der Hausarzt angegeben, dass eine angepasste
Tätigkeit realisierbar sei (IV-act. 7). Eine explizite und ausführliche Stellungnahme der
Ärzte ist nicht vorhanden, wie der Gutachter richtig festgestellt hat (Gutachten Ziff. 7.5).
Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die vom Sachverständigen angegebene
Sitzdauer von 25 Minuten sei nur dank der vorgenommenen Infiltrationen und der
Einnahme von Schmerztabletten möglich gewesen und die Schmerzausstrahlung vom
Rücken in das rechte Bein sei durchaus möglich. Der Sachverständige hat die Angaben
bezüglich der maximal möglichen Sitzdauer von 10 Minuten zur Kenntnis genommen.
Er hat während der Begutachtung allerdings bemerkt, dass die Beschwerdeführerin
während 25 Minuten problemlos gesessen ist (Gutachten Ziff. 8.2.). Es ist deshalb
naheliegend, dass der Gutachter die subjektiv empfundenen Einschränkungen der
körperlichen Leistungsfähigkeit, welche die Beschwerdeführerin zum Ausdruck
gegeben hat, nicht objektiv im gleichen Ausmass hat bestätigen können. Zudem hat
der Sachverständige auch festgehalten, dass hin und wieder Schmerzmittel verwendet
würden (Gutachten Ziff. 7.1.). Die Aussagen des Sachverständigen bezüglich der
5.4.
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6.
Beurteilung der Beschwerden und Befunde sind objektiv nachvollziehbar. Es gibt keine
Anhaltspunkte, die an diesen Schlussfolgerungen Zweifel wecken würden. Die
Einwände der Beschwerdeführerin sind damit insgesamt nicht stichhaltig.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten als vollständig erachtet
wird, dass keine Zweifel an den darin enthaltenen Ausführungen und
Schlussfolgerungen sowie auch keine Widersprüche bestehen. Damit überzeugt das
Gutachten. Demnach ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass die Beschwerdeführerin im hier massgebenden Zeitpunkt für körperlich
leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend,
ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen uneingeschränkt
arbeitsfähig gewesen ist.
5.5.
Auch die Invalidenkarriere besteht in der Verrichtung von Hilfsarbeiten, doch steht
der Beschwerdeführerin wegen ihren gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr
das ganze Spektrum der auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt
existierenden Hilfsarbeiten zur Verfügung. Aus den medizinischen Akten geht jedoch
hervor, dass die Beschwerdeführerin für körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten
Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte
und rotierte Körperhaltung seit Dezember 2015 voll arbeitsfähig ist (IV-act. 41–9). Die
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) enthält keinen Hinweis
darauf, dass derartige Hilfsarbeiten generell unterdurchschnittlich entlöhnt würden. Da
der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens also dem
Valideneinkommen entspricht, kann der Invaliditätsgrad praxisgemäss anhand eines
sogenannten Prozentvergleichs berechnet werden. Er entspricht also dem
Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen Abzug vom Tabellenlohn. Für die
Beantwortung der Frage, ob im Einzelfall ein solcher Abzug zu berücksichtigen ist,
muss geprüft werden, ob ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender
potentieller Arbeitgeber, der selbst dem rauen Wind der freien Marktwirtschaft
ausgesetzt ist, der versicherten Person einen (dem zumutbaren Pensum
entsprechenden) durchschnittlichen Lohn bezahlen könnte. Das wäre der Fall, wenn die
versicherte Person ihre Restarbeitsfähigkeit so verwerten könnte, dass der Wert ihrer
Arbeitsleistung betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet jenem einer gesunden,
durchschnittlich leistungsfähigen Person entsprechen würde, die im selben Pensum
angestellt wäre. Unterliegt die Arbeitsleistung der versicherten Person aber krankheits-
oder unfallbedingt starken Schwankungen, ist die versicherte Person nicht in der Lage,
ihre Arbeitsleistung konstant zuverlässig und damit im Voraus planbar zu erbringen,
6.1.
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7.
Wird das Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 54'783.-- in Beziehung zum
Invalideneinkommen von Fr. 49'304.70 gesetzt, resultiert ein Invaliditätsgrad von 10
Prozent. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
IV-Rente somit im Ergebnis zu Recht verneint. Die Beschwerde ist demnach
abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.
8.
besteht das Risiko von vermehrten unerwarteten krankheitsbedingten Absenzen oder
liegen ähnliche Gründe vor, die den betriebswirtschaftlich-ökonomischen Wert der
Arbeitsleistung der versicherten Person schmälern, muss ein Tabellenlohnabzug
vorgenommen werden, damit keine Soziallohnkomponente in die
Invaliditätsbemessung einfliesst. Praxisgemäss erscheint hier ein Tabellenlohnabzug
von 10 Prozent als angemessen. Damit beläuft sich das zumutbare
Invalideneinkommen auf Fr. 49'304.70.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die Gerichtskosten sind angesichts des
durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf Fr. 600.-- festzusetzen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien. Eine Partei,
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung verpflichtet, sobald
sie dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP SG [sGS 951.1]).
8.1.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person
grundsätzlich einen Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.
Allfällige Kosten einer nicht vertretenen Partei werden nach der Rechtsprechung nur
ausnahmsweise übernommen. Es muss sich um eine komplizierte Sache mit einem
hohen Streitwert handeln, wobei der Aufwand denjenigen Rahmen überschreitet, der
von der Partei auf sich zu nehmen ist (BGE 110 V 134 f.). Die Beschwerdeführerin ist
nicht anwaltlich vertreten. Sie hat auch kein Gutachten eingereicht, welches für die
Beurteilung der Streitfrage relevant gewesen wäre. Im Weiteren hat ihr Aufwand im
8.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte