Decision ID: 0c720375-1d49-4e71-8d6d-9c0749c4d954
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2015 Art. 6 UVG: Bejahung somatischer Unfallrestfolgen im Rahmen eines Status nach AC-Gelenksresektion links. Verneinung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis.Art. 16 ATSG: (nur) qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus einer Restarbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit resultiert kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2015, UV 2014/4).Entscheid vom 3. November 2015BesetzungVersicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),Versicherungsrichter Joachim Huber, VersicherungsrichterinMarie Löhrer; Gerichtsschreiberin Della BatlinerGeschäftsnr.UV 2014/4ParteienA._,Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5,Postfach, 9620 Lichtensteig,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,GegenstandVersicherungsleistungen / IntegritätsentschädigungSachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war seit 1. Oktober 2006 bei der B._ AG als
Produktionsmitarbeiterin angestellt und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als sie am 4. Juni 2010 bei der Arbeit auf dem Boden kniend mit
der rechten Hand ein ca. 30 cm hohes Laufband putzte, sich mit der linken Hand am
Rahmen des Gestells abstützte, mit dieser vermutlich auf dem nassen Rost abrutschte
und stürzte. Die Versicherte schlug dabei mit der linken Hüfte gegen das
Laufbandgestell und erlitt beim Abstützen bzw. Auffangen mit dem linken Arm bzw. der
linken Hand an der Wand einen Schlag gegen die linke Schulter (vgl. act. G 1.3; Suva-
act. 6, 17). Die Arbeitgeberin meldete der Suva den Unfall am 11. Juni 2010 (Suva-act.
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1). Dr. med. C._, FMH Allgemeinmedizin, bestätigte im Arztzeugnis vom 25. August
2010 eine Erstbehandlung am 10. Juni 2010 und diagnostizierte eine Verletzung der
Rotatorenmanschette der linken Schulter sowie eine traumatische Inguinalhernie links
(Suva-act. 6). Letztere wurde am 12. Juli 2010 im Spital D._ endoskopisch mit
präperitonealer Netzplastik versorgt und heilte folgenlos aus (Suva-act. 9, 57, 243).
Nach einer von Dr. C._ attestierten anfänglich 100%-igen und nachfolgend 50%-igen
Arbeitsunfähigkeit war die Versicherte ab 2. August 2010 wieder vollständig
arbeitsfähig (Suva-act. 9)
A.b Am 9. Februar 2011 wurden der Suva linksseitige Schulterprobleme und eine
erneute Arbeitsunfähigkeit der Versicherten ab 1. Februar 2011 als Rückfall zum Unfall
vom 4. Juni 2010 gemeldet (Suva-act. 17, 19). Eine am 14. Januar 2011 im Diagnostic
Center E._ durchgeführte MR-Arthrographie der linken Schulter hatte eine
höhergradige Partialruptur der Supra- und Infraspinatussehne mit auch
umschriebenem Durchriss des Supraspinatus, eine niedergradige Partialruptur der
Subscapularissehne sowie eine Tendinose der langen Bicepssehne ergeben (Suva-act.
21). Die hierauf am 1. Februar 2011 im Spital D._ arthroskopisch diagnostizierte
symptomatische Bursitis subacromialis, AC-Degeneration sowie gelenkseitige SSP
(Supraspinatus)-Degeneration wurde sogleich arthroskopisch mit einer Acromioplastik,
Bursektomie sowie AC (Acromioclavicular)-Resektion therapiert (Suva-act. 24). Die
Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Suva-act. 28, 32 ff.).
A.c Darauf folgend klagte die Versicherte weiterhin über Schulterbeschwerden (vgl.
Suva-act. 39, 41, 49, 56, 63, 79). Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 21.
Juni 2011 berichtete sie ausserdem über von der Schulter ausstrahlende Schmerzen im
ganzen linken Arm sowie im linken Nackenbereich (Suva-act. 57). Auch in einer
Sprechstunde vom 20. September 2011 im Spital D._ sowie anlässlich einer weiteren
Besprechung mit der Suva vom 19. Oktober 2011 beschrieb die Versicherte eine
Symptomatik des linken HWS- und Schulterbereichs (Suva-act. 89, 91).
A.d Nach dem arthroskopischen Eingriff vom 1. Februar 2011 war die Versicherte bis
5. Juni 2011 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Ab 6. Juni 2011 hatte sie ihre Arbeit
wieder zu 50% mit einer 25%-igen Leistung aufgenommen (Suva-act. 49, 53 f., 56 f.).
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Am 28. Juni 2011 hatte das Spital D._ der Versicherten wiederum ärztliche Zeugnisse
für eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis 25. Juli 2011 und ab 14. August 2011 für eine
solche von 75% ausgestellt (Suva-act. 61, 63). Letztere war der Versicherten bis 30.
September 2011 bescheinigt worden (Suva-act. 78 f., 86). Tatsächlich hatte die
Versicherte laut Auskunft der Arbeitgeberin eine Leistungsfähigkeit von ca. 30 bis 35%
erreicht (Suva-act. 93), worauf die Suva der Versicherten mit Schreiben vom 31.
Oktober 2011 mitteilte, dass die Arbeitsfähigkeit ab 14. August 2011 auf 33%
festgelegt und das Taggeld per 3. November 2011 wieder auf der Basis einer 100%-
igen Arbeitsfähigkeit ausgerichtet werde (Suva-act. 95). Ab dem 16. November 2011
bescheinigte Dr. med. F._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, der Versicherten
wiederum Arbeitsunfähigkeiten von 100 bzw. 50% (Suva-ct. 102, 104 f., 109, 113) und
vermerkte in einem ärztlichen Zwischenbericht vom 3. Dezember 2011 eine
Schmerzzunahme seit Oktober 2011 mit Beeinträchtigung der Nacken- bzw. HWS-
Beweglichkeit und eine schmerzhafte Schulterbewegung links (Suva-act- 114). Zuvor
hatte die B._ AG mit Schreiben vom 28. November 2011 das Arbeitsverhältnis mit
der Versicherten per 31. Januar 2012 gekündigt (Suva-act. 111).
A.e Am 13. Dezember 2011 wurde die Versicherte durch Kreisarzt Dr. med. G._,
Facharzt für Chirurgie FMH, untersucht. Dr. G._ wies auf eine zwischenzeitlich
erfolgte MRI-Untersuchung des Kopfes sowie auf eine neurologische Untersuchung
hin, deren Befunde für eine definitive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten
beigezogen werden müssten (Suva-act. 121). Die MRI-Untersuchung des Schädels
sowie die neurologische Untersuchung zur Kopfschmerzabklärung waren am 21.
November 2011 in der Rodiag bzw. am 16. und 23. November 2011 durch Dr. med.
H._, Facharzt für Neurologie FMH, durchgeführt worden (Suva-act. 125 f.). Wegen
der Schulterschmerzen links wurde am 17. Dezember 2011 zum Vergleich mit dem
MRI-Untersuchungsbefund vom 14. Januar 2011 (Suva-act. 21) in der Radiologie I._
erneut eine MR-Arthrographie der Schulter links durchgeführt. Zur Darstellung kam neu
eine erhebliche subluxierende, entzündlich aktivierte AC-Gelenksarthrose. Ansonsten
zeigten sich im Bereich des linken Schultergelenks keine relevanten Auffälligkeiten. Die
vormalige Partialruptur im Ansatzbereich der Supraspinatussehne erwies sich als
verheilt (Suva-act. 123). Nach einer anfangs Januar 2012 von Dr. med. I._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie FMH, Orthopädie K._, durchgeführten AC-
Gelenksinfiltration (Suva-act. 124, 139) erfolgten am 23. März 2012, ebenfalls durch Dr.
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I._, eine Arthroskopie des Glenohumeralgelenks links, eine offene laterale
Clavicularesektion sowie eine subacromiale Bursoskopie (Suva-act. 186 ff.).
A.f Nach den operativen Versorgungen vom 23. März 2012 klagte die Versicherte
unverändert über Schulter-, Kopf- und Nackenschmerzen. Den Zustand der linken
Schulter bezeichnete sie seit den Operationen sogar als schlechter. Die Funktion des
linken Arms sei massiv beeinträchtigt und in der linken Gesichtshälfte komme es immer
wieder zu Blockaden. Mit den jetzigen Einschränkungen könne sie nicht arbeiten
(Suva-act. 175). Dr. I._ attestierte der Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. 179, 183) und liess aufgrund deren Symptomatik eine cervicale
Kernspintomographie durchführen (Suva-act. 185). Die am 26. Mai 2012 in der RIS
durchgeführte Untersuchung zeigte eine kleine Diskushernie mit linksforaminaler Enge
und Kompression der C6-Nervenwurzel links im foraminalen Verlauf (Suva-act. 206),
worauf Dr. I._ die Versicherte am 31. Mai 2012 an Dr. med. L_, Facharzt FMH
Neurochirurgie, weiterleitete (Suva-act. 185). Dessen Untersuchung fand am 8. Juni
2012 statt (Suva-act. 194). Am 20. Juni 2012 wurde die Versicherte auch wegen ihrer
Kopfschmerzen nochmals durch Dr. H._ untersucht (Suva-act. 211). Mit Schreiben
vom 4. April 2012 hatte nämlich der Krankenversicherer der Versicherten, die Avanex
Versicherungen AG (nachfolgend: Avanex), die Suva ersucht, die Kopfschmerzen
zumindest als teilkausal zum Unfallereignis vom 4. Juni 2010 zu betrachten. Laut
ärztlichen Berichten bestehe zwar bei der Versicherten ein Vorzustand mit Migräne, die
jetzigen Kopfschmerzen seien jedoch analgetikainduziert. Ohne Unfallereignis würden
diese also nicht bestehen (Suva-act. 164).
A.g Vom 14. August bis 6. September 2012 hielt sich die Versicherte in der
Rehaklinik Bellikon auf, wo im Rahmen eines neurologischen Konsiliums die Frage
nach einem neurologischen Korrelat bei ständigen Nackenschmerzen linksbetont sowie
intermittierenden Kopfschmerzen gestellt und eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
vorgenommen wurde. Mit Kurzbericht vom 13. September 2012 hielten die zuständigen
Ärzte fest, der Versicherten seien die angestammte Tätigkeit als Maschinenbedienerin
sowie andere leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne wiederholte Arbeiten über
Schulterhöhe und ohne Schläge und Vibrationen ganztags zumutbar (Suva-act. 226 f.).
Gestützt auf diese Beurteilung teilte die Suva der Versicherten am 7. September 2012
die Einstellung der Taggeldleistungen per 17. September 2012 mit (Suva-act. 221).
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A.h Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 23. November 2012
teilte Dr. G._ die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon. Als einzig
bildgebend objektivierbarer Schaden finde sich ein Status nach Resektion des
Acromioclaviculargelenks links. Von der Fortsetzung der Heilbehandlung könne keine
namhafte Besserung mehr erwartet werden (Suva-act. 243). Dr. G._ beurteilte zudem
den Integritätsschaden der Versicherten. Gemäss Feinrastertabelle 5.2 betrage dieser
bei einer Gelenkresektion oder -arthrodese bei Acromioclaviculargelenksarthrose 5%
(Suva-act. 244).
A.i Gestützt auf die kreisärztliche Abschlussbeurteilung von Dr. G._ teilte die
Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. M. Roos,
Lichtensteig, mit Schreiben vom 28. November 2012 die Einstellung der
Heilkostenleistungen per 30. November 2012 mit und stellte die Prüfung der allfälligen
Ausrichtung einer Invalidenrente in Aussicht (Suva-act. 245).
A.j Mit Verfügung vom 5. Dezember 2012 wurde der Versicherten eine
Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 5% zugeprochen (Suva-act.
247).
A.k Nachdem Rechtsanwalt Roos gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2012 mit
Eingabe vom 21. Januar 2013 Einsprache erhoben hatte (Suva-act. 253), zog die Suva
die Verfügung mit neuer Verfügung vom 25. Januar 2013 zurück und ging auf die
Aufforderung in der Einsprache ein, eine allfällige Invalidenrente zu prüfen. Sie lehnte
einen Anspruch der Versicherten auf eine solche ab und setzte den Integritätsschaden
erneut auf 5% fest (Suva-act. 254).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte durch Rechtsanwalt Roos am 26.
Februar 2013 Einsprache erheben (Suva-act. 255).
B.b Angesichts des Standpunktes der Avanex, bezüglich der Kopfschmerzen der
Versicherten sei zumindest von einer Teilunfallkausalität auszugehen, fand am 17. April
2013 im Auftrag der Suva nochmals eine neurologische Beurteilung durch die Ärzte
ihrer Abteilung Versicherungsmedizin, Dr. med. M._, Facharzt für Neurologie FMH,
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MAS Versicherungsmedizin, sowie Dr. med. N._, Facharzt für Neurologie, statt (Suva-
act. 257). In einer nachfolgenden Korrespondenz hielten die Suva und die Avanex an
ihren Standpunkten - Ablehnung der Unfallkausalität der Kopfschmerzen bzw.
Bestehen einer Unfallkausalität - fest. Dennoch erklärte sich die Suva
entgegenkommenderweise und aus ökonomischen Gründen, jedoch abschliessend
unter Annahme eines Endzustands der unfallbedingten Beschwerden, bereit,
diesbezügliche Heilbehandlungskosten im Betrag von Fr. 1'738.95 zu übernehmen
(Suva-act. 258, 260 f., 270, 273 f.). Mit Schreiben vom 30. September 2013 nahm der
Rechtsvertreter der Versicherten zur neurologischen Beurteilung der Abteilung
Versicherungsmedizin der Suva Stellung (Suva-act. 282).
C. Mit Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2013 wies die Suva die Einsprache
des Rechtsvertreters der Versicherten vom 26. Februar 2013 gegen die Verfügung vom
25. Januar 2013 ab (Suva-act. 285).
D.
D.a Dagegen erhob der Rechtsvertreter der Versicherten (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 31. Januar 2014 Beschwerde und beantragte, der
Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2013 sei vollumfänglich aufzuheben, es sei ein
objektives und neutrales medizinisches Gutachten erstellen zu lassen und gestützt auf
das objektive und neutrale medizinische Gutachten seien eine Unfallversicherungsrente
und eine Integritätsentschädigung festzulegen. Eventualiter seien eine
Integritätsentschädigung im Umfang von 25% und eine Suva-Rente von mindestens
33.33% festzulegen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
Zusammen mit der Beschwerde wurde ein Gutachten von Dr. med. O._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie FMH, vom 9. September 2013 (act. G 1.3) sowie ein
Schreiben von Dr. F._ vom 14. September 2012 (act. G 1.4) eingereicht.
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2014 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
D.c Einen Verfahrensantrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin auf
Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bis zum Vorliegen eines durch die
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Invalidenversicherung angeordneten polydisziplinären Gutachtens lehnte das
Versicherungsgericht mit Schreiben vom 3. Juli 2014 ab (act. G 11 ff.).
D.d Mit Replik vom 21. August 2014 hielt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unverändert an seinen Anträgen und Standpunkten fest (act. G 15)
und reichte eine Kopie des angekündigten Begutachtungstermins ein (act. G 15.1).
D.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G
17).
D.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist der Invalidenrenten- und die Höhe des
Integritätsentschädigungsanspruchs der Beschwerdeführerin. Unbestritten geblieben
ist, dass spätestens per 30. November 2012 (vgl. dazu Suva-act. 245) der
gesundheitliche Endzustand erreicht war und daher ein Renten- und
Integritätsentschädigungsanspruch ab bzw. in diesem Zeitpunkt zu prüfen ist.
2.
2.1 Ist der Versicherte infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Erleidet der
Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer ist demnach nur
für Gesundheitsschäden leistungspflichtig, die natürlich und adäquat-kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. dazu BGE 129 V 181 f. E. 3.1 f.; A.
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Rumo-Jungo/A.P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Aufgabe des Arztes ist es, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht obliegt, die Frage nach
dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110, 112 V 30). Bei
physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der
aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des
Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 138 V 250 f. E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und
Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden,
sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV
1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).
2.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst
die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der zu
erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines natürlichen Kausalzusammenhangs handelt
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es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die diesbezüglichen Konsequenzen
bei Beweislosigkeit trägt damit die versicherte Person (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E.
3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O. S. 4). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im
Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen,
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das
Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
(BGE 129 V 181 E. 3.1, BGE 119 V 338 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b, BGE 117 V 360 E.
4a mit Hinweisen).
3.
3.1 Vorab ist mithin zu prüfen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin als unfallkausal zu betrachten und damit für die Festlegung der
strittigen Ansprüche - Invalidenrente und Integritätsentschädigung - relevant sind. Die
Beschwerdeführerin klagt über bewegungs- und belastungsverstärkte
Schulterschmerzen links, über eine deutlich eingeschränkte Schulterbeweglichkeit
links, über Nackenschmerzen linksbetont sowie über intermittierende Kopfschmerzen
und führt diese auf das Unfallereignis vom 4. Juni 2010 zurück (vgl. Suva-act. 226).
3.2
3.2.1 Anlässlich des Unfallereignisses vom 4. Juni 2010 erlitt die Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen eine Zerrung der linken Schulter, worauf die im Diagnostic
Center E._ am 14. Januar 2011 durchgeführte MR-Arthrographie strukturelle
Verletzungen in Form einer höhergradigen Partialruptur der Supra- und
Infraspinatussehne mit auch umschriebenem Durchriss des Supraspinatus und einer
niedergradigen Partialruptur der Subscapularissehne sowie eine Tendinose der langen
Bicepssehne zeigte (Suva-act. 21). Die anschliessend am 1. Februar 2011 ausgeführte
diagnostische Arthroskopie führte eine symptomatische Bursitis subacromialis sowie
eine AC-Degeneration und gelenkseitige SSP-Degeneration (zusätzlich MR-
tomographisch intramurale/intralaminäre und bursaseitige Läsionen) zutage, die mit
einer arthroskopischen Akromioplastik, Bursektomie und AC-Resektion versorgt
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wurden (Suva-act. 24). Wegen anhaltender Schulterschmerzen links folgte am 17.
Dezember 2011 in der Radiologie I._ eine weitere MR-Arthrographie der linken
Schulter, welche vergleichend zur kernspintomographischen Untersuchung vom 14.
Januar 2011 eine zwischenzeitlich neu aufgetretene erhebliche subluxierende,
entzündlich aktivierte AC-Gelenksarthrose zur Darstellung brachte. Verheilt war jedoch
die vormalige Partialruptur im Ansatzbereich der Supraspinatussehne (Suva-act. 123).
Eine am 23. März 2012 durch Dr. J._ ausgeführte diagnostische Arthroskopie
förderte ein vollständig unauffälliges Glenohumeralgelenk mit normalen
Knorpelverhältnissen und intakten Sehnen- und Bandstrukturen zutage (Suva-act. 186).
Bei der von ihm gleichentags durchgeführten subacromialen Bursoskopie fanden sich
sodann weder eine Bursitis noch Anzeichen einer Entzündungsreaktion sowie ein sehr
weiter Subacromialraum (Suva-act. 188). Die subluxierende, entzündlich aktivierte AC-
Arthrose links therapierte Dr. J._ sogleich am 23. März 2012 mit einer offenen
lateralen Clavicularesektion (Suva-act. 187).
3.2.2 Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 23. November 2012
(Suva-act. 243) erhob Dr. G._ manuell sowie blickdiagnostisch eine Fehlhaltung mit
Schulterhochstand links von ca. 2 cm und Seitneigung des Kopfs nach rechts, reizlose
Narbenverhältnisse über der AC-Gelenkregion links ohne Anhalt für entzündliche
Veränderungen in diesem Bereich, eine Bewegungseinschränkung der linken Schulter,
hauptsächlich in Bezug auf Abduktion und Anteversion, jedoch ohne nachweisbare
muskuläre Hypothrophie der Schulter- bzw. Extremitätenmuskulatur, muskuläre
Verspannungen im Bereich des linken oberen Trapezius und der Nackenmuskulatur
sowie verschiedene Druckdolenzen bzw. Schmerzangaben im Bereich der linken
Schulter, des Trapezius und der Nackenmuskulatur linksseitig. Für die Annahme
unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle Läsion bzw.
eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2, mit Hinweisen).
Wenn Dr. G._ die von ihm anlässlich der Abschlussuntersuchung erhobenen Befunde
im entsprechenden Untersuchungsbericht als "objektiv" anführt, so können diese
jedoch nicht zum vornherein einer unfallkausalen strukturellen Unfallrestfolge
gleichgesetzt bzw. auf eine solche zurückgeführt werden. Eine manuelle sowie
blickdiagnostische Untersuchung fördert klinische, nicht aber objektivierbare
Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
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Person des Untersuchenden und den Angaben sowie dem Verhalten des Patienten
unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so
würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, das eine
Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erscheinen liesse. Von organisch objektiv
ausgewiesenen Unfallfolgen kann vielmehr erst dann gesprochen werden, wenn die
erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2008, 8C_37/2008, E. 3.2; vgl. auch BGE 134 V
122 E. 9). Myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde,
Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen sowie
Einschränkungen in der Beweglichkeit können nicht als organisches Substrat von
Beschwerden qualifiziert werden (SVR 2008 UV Nr. 2 S. 5 E. 5.2 mit Hinweisen). Als
bildgebend objektivierbaren Schaden hielt Dr. G._ einzig einen Status nach
Resektion des AC-Gelenks links fest. Allein dieser Feststellung kommt hinsichtlich der
Frage des Vorliegens objektivierter Unfallrestfolgen Relevanz zu. Dazu ist die weitere
und angesichts der medizinischen Fakten schlüssige Beurteilung von Dr. G._
massgebend, wonach die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden
aufgrund der klinischen, radiologischen sowie arthroskopischen Befunde in diesem
Ausmass nicht zu erklären seien. Die Arthroskopie des Glenohumeralgelenks vom 23.
März 2012 habe einen vollständig unauffälligen Befund mit normalen
Knorpelverhältnissen und intakten Sehnen- und Bandstrukturen ergeben, und auch im
Bericht über die MR-Arthrographie vom 17. Dezember 2011 werde die vormalige
Partialruptur im Ansatzbereich der Supraspinatussehne als verheilt beurteilt mit nur
grenzwertiger Ansatztendinopathie des Supraspinatus und der Subscapularis bei
ansonsten normalem MR-Arthro-Tomogramm des linken Schultergelenks. Die
entzündlich aktivierte AC-Gelenksarthrose sei am 23. März 2012 operativ mittels
lateraler Clavicularresektion behandelt worden. Operationen werden grundsätzlich mit
dem Ziel durchgeführt, einen Gesundheitsschaden vollständig zu heilen oder
zumindest bestmöglich zu beheben bzw. zu lindern. Die Annahme, dass eine Schulter
mit resektiertem AC-Gelenk nicht einer Schulter mit gesundem AC-Gelenk
gleichgesetzt werden kann, liegt nahe. Entsprechend hielt Dr. G._ in seinem
Untersuchungsbericht als bildgebend objektivierbaren Schaden einen Status nach
Resektion des AC-Gelenks links fest. Ein solcher ist ein unfallkausales organisches
Substrat für bestimmte, nicht aber ohne Weiteres für sämtliche geklagten
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Beschwerden. So kann eine Resektion des AC-Gelenks laut Dr. G._ offensichtlich zu
einer gewissen Bewegungseinschränkung führen, nicht aber zu derjenigen, welche die
Beschwerdeführerin demonstriert. Hinsichtlich der radiologisch nicht objektivierbaren
Beschwerden hält er fest, dass bereits während des stationären Aufenthalts in der
Rehaklinik Bellikon auf eine erhebliche Symptomausweitung hingewiesen worden sei
(Suva-act. 243). Die klinische Untersuchung der linken Schulter in der Rehaklinik
Bellikon hatte zwar laut Austrittsbericht vom 13. September 2012 (Suva-act. 226)
ebenfalls verschiedene auffällige Befunde ergeben. In Übereinstimmung mit Dr. G._
wurde dazu jedoch festgehalten, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden gesamthaft betrachtet aufgrund der klinischen und radiologischen
Befunde im vorgebrachten Ausmass nicht erklärbar seien. Die Beschwerdeproblematik
müsse vor dem Hintergrund des dysfunktionalen Überzeugungs- und
Bewältigungsmusters mit einem Schon- und Vermeidungsverhalten gesehen werden,
welche als erhebliche Symptomausweitung imponieren würden. Die Feststellungen der
Rehaklinik Bellikon basieren auf einer während der Rehabiliation zusätzlich erfolgten
psychosomatischen Abklärung (Suva-act. 226). Schliesslich fügen sich die
Ausführungen in den Berichten von Dr. L_ und Dr. J._ vom 11. bzw. 28. Juni 2012 -
worin von einem in der klinischen Untersuchung ausserordentlich inkongruenten Bild
bezüglich Beweglichkeit des linken Arms bzw. einem gehegten Verdacht der
Somatisierung gesprochen wird, sowie die zuvor am 5. Mai 2012 von Dr. F._
erwartete Schmerzchronifizierung - vollumfänglich in die Beurteilungen von Dr. G._
und der Rehaklinik Bellikon ein (Suva-act. 172, 202, 194). Zusammenfassend ist mithin
festzuhalten, dass Unfallrestfolgen im Bereich der linken Schulter mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sind, nicht jedoch in dem von der
Beschwerdeführerin geklagten Ausmass, sondern einzig im Rahmen eines Status nach
AC-Gelenkresektion.
3.3 Nicht zu berücksichtigen sind im Rahmen der Festlegung der strittigen
Ansprüche die von der Beschwerdeführerin geklagten Nacken- bzw. HWS-
Beschwerden. Die HWS war gemäss dem von der Beschwerdeführerin geschilderten
Unfallmechanismus vom Unfall vom 4. Juni 2010 nicht betroffen, womit eine primäre
Unfallverletzung bereits mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausser Betracht fällt. Dies in dem Sinn, als ein Unfall im Regelfall nur im Bereich eines
betroffenen Körperteils Verletzungen zu verursachen vermag. Eine Verletzung wird vom
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Verletzten ausserdem regelmässig unmittelbar wahrgenommen und führt unfallnah zu
entsprechenden ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen. Je grösser der
zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen
Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV
1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c). Im konkreten Fall wurden jedoch Nackenbeschwerden
von der Beschwerdeführerin in Übereinstimmung mit der Nichtbeteiligung beim Unfall
erstmals nach einer langen Latenzzeit, nämlich mehr als ein Jahr nach dem Unfall
anlässlich einer Besprechung mit der Beschwerdegegnerin am 21. Juni 2011, beklagt
(Suva-act. 57). Damit liegt ein passendes, gewichtiges Indiz für die fehlende
Unfallkausalität vor. Die kernspintomographische Untersuchung der HWS in der RIS
vom 26. Mai 2012 zeigte denn auch keine strukturelle traumatische Läsion, sondern
eine degenerative Gesundheitsstörung in Form einer zervikalen Diskushernie C5/6 mit
Foraminalstenose und Kompression C6 links mehr als rechts (Suva-act. 206). In der bei
Dr. L_ wegen einer beklagten neurologischen Symptomatik - linksbetonte
Nuchalgien, Schmerzen entlang des gesamten linken Arms bis in die Finger,
gelegentliches Einschlafgefühl, parästhetische Missempfindungen beim Druck über
den Arm (Suva-act. 194) - ausserdem durchgeführten neurologischen Untersuchung
vom 8. Juni 2012 bestätigte dieser zwar einen bildgebenden Befund, fand aber laut
Bericht vom 11. Juni 2012 in der klinischen Untersuchung keinen objektivierbaren C6-
Defizitbefund. Die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und die
untersuchbaren sensorischen und motorischen Defizite seien ausserordentlich
inkongruent und nicht mit einer C6-Symptomatik in Einklang zu bringen. Auch die
geklagten Sensibilitätsstörungen im Bereich der Trigeminus innervierten Gebiete V2
und V3 links seien nicht mit dem bildgebenden Befund in Einklang zu bringen (Suva-
act. 194). Angesichts der aufgezeigten Sachlage lassen sich die von der
Beschwerdeführerin im Bereich der HWS geklagten Beschwerden nicht unmittelbar
einer traumatischen Läsion, offensichtlich aber auch nicht dem vorliegenden
degenerativen Gesundheitsschaden zuordnen. Das am 31. August 2012 in der
Rehaklinik Bellikon durchgeführte neurologische Konsilium führte zu einem
übereinstimmenden Resultat bzw. einer gleichen Wertung der
Untersuchungsergebnisse mit Hinweis auf eine organisch unabhängige Komponente,
wie bei der linken Schulter. So wurde im Untersuchungsbericht vom 4. September
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2012 festgehalten, dass eine ausgeprägte Fehlhaltung bzw. Schonhaltung mit
Kopfwendung nach rechts und Schulterhochstand links auffällig sei. Klinisch
neurologisch habe sich insbesondere eine ausgeprägte muskuläre Verspannung im
HWS- und Schulterbereich links gezeigt. Die in der Vergangenheit durchgeführte MRI-
Untersuchung der HWS links zeige kein morphologisches Korrelat für die von der
Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden. Allenfalls könnte die leichte BSR
(Bizepssehnenreflex)-Abschwächung links auf die vorbekannte Foramenstenose C6
links und somit auf eine Wurzelläsion C6 zurückgeführt werden. Darüber hinaus
bestünden jedoch keine Defizite im Versorgungsgebiet der Wurzel C6 links. Aktuell
bestehe ausserdem kein Hinweis auf eine Radikulopathie. Letztlich zeige sich ein
ausgeprägtes myofasziales Schmerzsyndrom bei chronischer Zervikobrachialgie links.
Im Rahmen der Anamneseerhebung sowie der Untersuchung sei darüber hinaus eine
deutliche Aggravation der Schmerzsymptomatik seitens der Beschwerdeführerin
aufgefallen. Als Diagnosen wurden ein myofasziales Schmerzsyndrom bei chronischer
Zervikobrachialgie links und Schon-(Zwangs-)haltung mit Kopfwendung nach rechts,
ein zervikogener Kopfschmerz, eine (alte) Wurzelläsion C6 links sowie ein sensibles
Hemisyndrom links unklarer Genese bei Verdacht auf Somatisierungsstörung
festgehalten. Laut Roche Lexikon Medizin (5. Aufl. München 2003, S. 1791) handelt es
sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen,
d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem "Symptommuster"
manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige
Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur jeweiligen Diagnose
führt mithin eher das vom jeweiligen Patienten subjektiv angegebene
"Symptommuster" als ein objektiv erhobener organischer Befund. Eine Chronifizierung
zementiert sodann die Unklarheit der Ätiologie der fraglichen Beschwerden. Im Verlauf
einer Chonifizierung wird das Verhältnis zwischen organischem Gesundheitszustand
und erlebter Behinderung immer ungewisser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das
Individuum selber mit seiner Psyche, die Arbeitsumstände, das soziale Umfeld, das
medizinische und legale System sowie ökonomische Umstände spielen eine
massgebende Rolle (vgl. Bär/Kiener, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom
Dezember 1994, S. 45 ff.). Bereits Dr. F._ hatte in ihrem ärztlichen Zwischenbericht
vom 3. Dezember 2011 eine Chronifizierung befürchtet (Suva-act. 114). Die
Somatisierungsstörung fällt schliesslich eindeutig unter die Kategorie der psychischen
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Leiden und kann auch aufgrund ihrer Auswirkungen - geklagt werden körperliche
Symptome, d.h. andauernde, schwere und quälende Schmerzen - nicht als
körperliches Leiden qualifiziert werden (AHI 2000 S. 159 E. 4b mit Hinweisen). Das
Charakteristikum der somatoformen Schmerzstörung ist gerade die wiederholte
Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach
medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und
Beteuerung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind (vgl. WHO
und Dilling/Freyberger [Hrsg.], Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V,
7. Aufl. Bern 2014, S. 187). Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass auch die
von der Rehaklinik Bellikon erhobenen Befunde und Diagnosen weder auf eine
unfallkausale Läsion hinweisen noch einen degenerativen Schaden einschliessen, der
die von der Beschwerdeführerin geklagte Symptomatik vom Ausmass her erklären
würde. Überhaupt beschreibt die Beschwerdeführerin die Nackenbeschwerden als
indirekte, von der Schulter her ausstrahlende Schmerzen (Suva-act. 57, 121, 227).
Insofern als die Schulter in unmittelbarer Nähe des Nackens liegt und die Ausstrahlung
von Schmerzen ein bekanntes Phänomen ist, erscheint eine indirekte
Schmerzsymptomatik grundsätzlich denkbar. Unter diesem Gesichtspunkt könnte der
Nackensymptomatik jedoch logischerweise nur bei Vorliegen einer entsprechenden
bedeutsamen primären Schulterproblematik Unfallkausalität zugesprochen werden.
Angesichts der Erörterungen in Erwägung 3.2 liegt jedoch bereits zwischen der
geklagten Schultersymptomatik und den objektivierbaren Unfallrestfolgen im Bereich
der linken Schulter eine Ungleichheit vor.
3.4 Das im Beschwerdeverfahren eingereichte Gutachten von Dr. O._ (act. G 1.3
S. 10) vermag an den Beurteilungen in den Erwägungen 3.2 und 3.3 nichts zu ändern.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin leitet aus den Befunden deutliche
Schultersteife sowie Fehlhaltung des Oberkörpers und des Kopfs zusätzliche, im
Rahmen der Invaliditäts- sowie Integritätsschadensbemessung zu berücksichtigende,
objektivierte Befunde ab. Wie in Erwägung 3.2.2 dargelegt, stellen die deutliche
Schultersteife sowie die Fehlhaltung des Oberkörpers und des Kopfs lediglich klinische
Befunde dar, die nicht als eigenständige bildgebend objektivierte unfallkausale
Substrate zu betrachten sind. Eine unfallbedingte Schultersteife und Fehlhaltung ist
zwar nicht ausgeschlossen. Solche Gesundheitsschädigungen stellen jedoch für sich
keine strukturellen Läsionen dar, sondern gründen ihrerseits auf einer entsprechenden,
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im vorliegenden Fall fehlenden unfallkausalen Körperverletzung (vgl. Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 1600 f.: "Periarthropathie
humeroscapularis"; Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl.
Bern 2005, S. 737). Weder Dr. J._, Dr. F._ und die Rehaklinik Bellikon noch Dr.
O._ halten in ihren Berichten bzw. Gutachten eine organisch objektiv ausgewiesene
Unfallfolge fest, die das obgenannte Beschwerdebild im Sinne einer indirekten
organischen Unfallrestfolge erklären würde. Vielmehr werden von Dr. O._ mögliche
organische Ursachen für die deutliche Schultersteife und die auffällige Kopfhaltung, wie
eine Arthrofibrose, eine atlanto-axiale Störung, eine Auffälligkeit im craniocervicalen
Übergang oder neurologische Ausfälle, ausgeschlossen. Die deutliche Schultersteife
bezeichnet er sodann selbst als möglicherweise aktiv unterstützt. Die von ihm gestellte
Diagnose eines Schmerzsyndroms linker Arm kann, wie bereits erwähnt, durch
vielfältige Ursachen bedingt sein. Eine überwiegend wahrscheinliche Unfallrestfolge ist
damit nicht nachgewiesen. Fassbar gemacht ist mit einem Schmerzsyndrom lediglich
das Beschwerdebild, ohne es dabei eindeutig einem organischen Korrelat zuzuordnen
(vgl. Erwägung 3.3). Die von Dr. O._ im Zusammenhang mit dem Schmerzsyndrom
angeführten Statusdiagnosen bezeichnen sodann einzig die ursprüngliche
Unfallverletzung sowie die nachfolgend im Bereich der Schulter durchgeführten
Operationen, benennen jedoch keine konkreten Unfallrestfolgen. Dass vorliegend ein
Status nach Schulterkontusion, arthroskopischer Acromioplastik mit AC-
Gelenksteilresektion sowie nach offener lateraler Clavicularesektion besteht, steht
ausser Frage. Der von Dr. O._ beschriebene Neglect des linken Arms stellt gleichfalls
eine Syndromdiagnose dar und beschreibt einzig einen Umstand der
"Vernachlässigung", konkret den Zustand, dass die Beschwerdeführerin ihren linken
Arm praktisch nicht einsetzt (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1431; Roche Lexikon
Medizin, a.a.O., S. 1300). Die Berücksichtigung eines Neglect im Rahmen der
Invaliditäts- sowie Integritätsschadensbemessung erfordert wiederum die Anknüpfung
an eine objektivierte organische Unfallrestfolge. Wie dargelegt, ist jedoch der
dargebotene Zustand der Beschwerdeführerin aufgrund des Status nach Resektion des
AC-Gelenks links nicht zu erklären. Dr. O._ weist schliesslich in seinem Gutachten
auf eine "massive" Verschlechterung der Situation seit den zwei Operationen vom 1.
Februar 2011 und 23. März 2012 hin. Er legt in diesem Zusammenhang zwar zutreffend
dar, dass ursprünglich eine Schulterkontusion vorgelegen habe, in der Folge zwei
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Operationen durchgeführt worden und deren Kosten wegen ihres
Kausalzusammenhangs zum Unfall vom 4. Juni 2010 von der Beschwerdegegnerin
übernommen worden seien, weshalb sie vom Unfallereignis nicht mehr zu trennen
seien. Nicht zuzustimmen ist jedoch seiner Schlussfolgerung, dass somit die
Unfallkausalität der aktuellen Schultersituation gegeben sei. Wie bereits erwähnt, hat
eine Operation die Heilung einer Gesundheitsschädigung zum Ziel und führt in der
Regel zu einer Verbesserung der präoperativ im Zusammenhang mit einem operierten
Körperteil geklagten Beschwerden. Von Unfallrestfolgen kann ausgegangen werden,
wenn eine traumatische Läsion operativ nicht vollends behoben werden kann, im
Bereich der Operationsstelle Spätfolgen, wie beispielsweise eine AC-Gelenksarthrose,
auftreten oder eine Operation nicht erfolgreich oder gar fehlerhaft durchgeführt worden
ist. Die Unfallrestfolgen müssen jedoch in allen drei Fällen objektiv nachgewiesen sein.
Weiterhin geklagte Beschwerden müssen mit ärztlich erhobenen, objektvierten
Befunden hinreichend erklärbar sein. Dr. O._ nimmt in seinem Gutachten im Grunde
einzig eine subjektive Wahrnehmung der Beschwerdeführerin auf, die in keiner Weise
einer Objektivierbarmachung von Unfallrestfolgen gleichkommt. Mit der geltend
gemachten Verschlimmerung korrespondierende Befunde sind weder seinem
Gutachten noch den übrigen medizinischen Akten zu entnehmen. Wie in Erwägung
3.2.2 ausgeführt, vermag der alleinige Status nach Resektion des AC-Gelenks links
eine Verschlimmerung bzw. Ausweitung der Beschwerdesymptomatik nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erklären. Die alleinige Tatsache,
dass eine Verschlimmerung nach unfallkausalen Operationen eingetreten ist, reicht
sodann nicht aus, um von einer Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu beweisrechtlich
untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn. 1205).
Hervorzuheben ist schliesslich, dass selbst Dr. O._ zusammenfassend festhält, für
ihn sei das von der Beschwerdeführerin geschilderte Schmerzsyndrom zwar glaubhaft,
mit den aktuellen medizinischen Befunden sei es jedoch aus orthopädischer Sicht nicht
zu erklären.
3.5 Hinsichtlich der Kopfschmerzen kann schliesslich ebenfalls nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von Unfallfolgen gesprochen
werden.
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3.5.1 Wie die HWS, so war offensichtlich auch der Kopf vom fraglichen Unfallereignis
nicht betroffen, womit nur eine indirekte Unfallfolge in Betracht kommt. Überhaupt stellt
sich die Sachlage hier gleich derjenigen der HWS dar (vgl. dazu Erwägung 3.3). Die im
Diagnostic Center E._ am 21. November 2011 durchgeführte MRT-Untersuchung des
Schädels brachte weder Hinweise auf eine traumatische Läsion noch auf sonstige
Pathologien hervor. Sämtliche Befunde waren regelrecht (Suva-act. 126). Im
neurologischen Konsilium der Rehaklinik Bellikon vom 31. August 2012 wurde,
abgesehen von einer Hypästhesie und Hypalgesie der linken Gesichtshälfte (annähernd
median begrenzt) ein unauffälliger Hirnnervenstatus erhoben. Im Bericht vom 4.
September 2012 wurde dazu festgehalten, dass sich bezüglich des angegebenen
inkompletten sensiblen Hemisyndroms in der kernspintomographischen Untersuchung
des Kopfs kein pathologisches Korrelat gefunden habe. Möglicherweise seien die
Sensibilitätsstörungen auf eine Somatisierungsstörung zurückzuführen, wofür die
relativ median angegebene Sensibilitätsstörung im Gesicht spreche (Suva-act. 227).
Aktenkundig sind Kopfschmerzen sodann noch später als HWS-Beschwerden, nämlich
erstmals rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall, im ärztlichen Zwischenbericht von Dr.
F._ vom 21. November 2011 (Suva-act. 105) sowie im Bericht von Dr. H._ vom 21.
Dezember 2011, dem die Beschwerdeführerin zur Kopfschmerzabklärung zugewiesen
worden war (Suva-act. 125). Die Ärzte der Abteilung Versicherungsmedizin der
Beschwerdegegnerin stellen in ihrer neurologischen Beurteilung vom 17. April 2013 zur
zeitlichen Komponente fest, rein formal seien damit die diagnostischen Kriterien eines
posttraumatischen Kopfschmerzes gemäss Kapital 5 der ICHD-II-
Kopfschmerzklassifikation nicht erfüllt. Der konkrete Beschwerdeverlauf weise vom
Unfall ausgehend eine stetige Beschwerde- und Symptomausweitung auf. Der
ursprünglich lokale linksseitige Schulterschmerz habe sich innerhalb des ersten
Unfalljahres auf den Arm, den Nacken und den Kopf ausgebreitet. Ca. 9 Monate nach
dem Unfall seien intermittierend auftretende Sensibilitätsstörungen im Gesicht,
gelegentlich gefolgt von Kopfschmerzen, dokumentiert. Auch die Ärzte der Abteilung
Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin kommen sodann zum Schluss, dass
sich für die beschriebenen neurologischen Beschwerden und Störungen kein
unfallbedingtes neuro-anatomisches Korrelat finde (Suva-act. 257). Dr. O._ selbst
führt ausserdem in seinem Gutachten eine vorbestehende Migräne als unfallfremde
Diagnose auf (act. G 1.3, S. 9). Angesichts des Gesagten sind mithin Kopfschmerzen,
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die auf einer unfallkausalen Läsion oder überhaupt einer organischen Pathologie im
Bereich des Kopfs gründen würden, mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit auszuschliessen.
3.5.2 Im ärztlichen Zwischenbericht vom 3. Dezember 2011 vermerkte allerdings Dr.
F._ eine analgetisch induzierte Cephalea, weshalb der Neurologe (vgl. Bericht von Dr.
H._ [Suva-act. 125]) alle Schmerzmittel abgesetzt habe (Suva-act. 114). Dr. H._
erläuterte dazu in seinem Bericht vom 28. Juni 2012, dass sich durch eine
unkontrollierte tägliche Triptaneinnahme nunmehr wohl das Problem eines
Triptanübergebrauchskopfschmerzes entwickelt habe (Suva-act. 211). Die Avanex ging
von einer indirekten Teilkausalität der Kopfschmerzen zum Unfall aus, indem sie
geltend machte, die Beschwerdeführerin habe die Medikamente aufgrund der
unfallbedingten Schulterbeschwerden eingenommen (vgl. Suva-act. 260). In der
neurologischen Beurteilung vom 17. April 2013 nehmen die Ärzte der Abteilung
Versicherungsmedizin explizit zur Frage der Teilunfallkausalität der Kopfschmerzen
Stellung. Die von Dr. H._ getroffene Annahme eines sekundären Kopfschmerzes bei
Analgetikaübergebrauch bzw. später eines Triptanübergebrauchskopfschmerzes könne
an Hand der vorliegenden Akten nicht überprüft werden, da ein unsachgemässer
(Über-)Gebrauch nicht erwiesen sei. Selbst wenn es im Rahmen der
Schmerzerweiterung zu einer Zunahme von Kopfschmerzbeschwerden gekommen sei,
wäre eine allfällige missbräuchliche Medikamenteneinnahme als Teilsymptom einer
Schmerzverarbeitungsstörung zu sehen, die ihrerseits nicht als unfallkausal gelten
könne (Suva-act. 257). Die Beurteilung der Ärzte der Abteilung Versicherungsmedizin
erscheint schlüssig und nachvollziehbar. Der als Unfallrestfolge einzig objektivierte
Status nach Resektion des AC-Gelenks vermag das Ausmass der von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden nicht zu erklären. Übereinstimmend
hingewiesen wird jedoch in den medizinischen Akten auf eine funktionelle
Überlagerung der Beschwerden, eine erhebliche Symptomausweitung, eine
Somatisierung bzw. auf eine deutliche Aggravation. Angesichts dieser Sachlage bleibt
für einen unfallbedingten Analgetikaübergebrauch kaum Raum. Zumindest erscheint
ein solcher nicht überwiegend wahrscheinlich. Der Analgetikakonsum könnte ebenso
wahrscheinlich mit der vorbestehenden Migräne zusammenhängen oder - wie von den
Ärzten der Abteilung Versicherungsmedizin beschrieben - Teilsymptom einer
Schmerzverarbeitungsstörung sein. In seinem Bericht vom 21. November 2011 hielt Dr.
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H._ zumindest das Bestehen einer Migräne (mit Aura) als primäre Kopfschmerzform
fest (Suva-act. 125; vgl. dazu auch Suva-act. 226). Anzufügen ist ferner die
Widersprüchlichkeit im zeitlichen Ablauf, wonach die Beschwerdeführerin die
Verschlimmerung der Situation erst nach der zweiten Operation vom 23. März 2012
beschreibt, Kopfschmerzen indessen schon früher, im November 2011, in den Akten
vermerkt sind.
3.6
3.6.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin für eine psychische
Gesundheitsschädigung leistungspflichtig ist. Laut Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon vom 13. September 2012 wurde während der Rehabilitation eine
psychosomatische Abklärung der Beschwerdeführerin durch Dr. med. P._
durchgeführt. Ein entsprechender Bericht liegt den Akten nicht bei. Offensichtlich
konnte jedoch von ihr keine psychische Störung von Krankheitswert festgestellt
werden. Die sich in den medizinischen Akten findenden übereinstimmenden Hinweise
auf eine funktionelle Überlagerung der Beschwerden, eine erhebliche
Symptomausweitung, eine Somatisierung bzw. auf eine deutliche Aggravation lassen
dagegen eine psychische Komponente nicht ganz ausschliessen. Ob die
Notwendigkeit einer weiteren psychiatrischen Begutachtung zur Klärung des Vorliegens
unfallkausaler psychischer Gesundheitsstörungen gegeben ist, ist davon abhängig, ob
auch der kumulativ erforderliche adäquate Kausalzusammenhang gegeben ist. Die
Adäquanzbeurteilung ist dabei rechtsprechungsgemäss anhand der sogenannten
Psycho-Praxis (BGE 115 V 133 E. 6c/aa) vorzunehmen.
3.6.2 Zunächst ist dabei zu prüfen, ob dem Unfall eine massgebende Bedeutung für
die Entstehung der psychischen Beschwerden zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er
eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für
die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend
vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen
einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem dazwischen liegenden
mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in
der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen
verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem
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mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es
sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen rechtsprechungsgemäss (vgl.
BGE 115 V 140 f. E. 6c/bb; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2, 2001 UV Nr. 8 S. 32 E. 3, je
mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien in gehäufter oder auffallender
Weise oder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit
die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehende
Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 115 V 140 E. 6c/aa): besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich lange Dauer der
ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, schwieriger Heilungsverlauf und
erhebliche Komplikationen und Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit. Bei der Beurteilung der Frage, ob diese Kriterien erfüllt sind, ist die
psychisch bedingte Beeinträchtigung auszuklammern und nur der somatische Anteil zu
berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 4.6).
3.6.3 Den eigenen sachbezüglichen Angaben zufolge erlitt die Beschwerdeführerin am
4. Juni 2010 einen Schlag gegen die linke Schulter sowie eine Prellung der linken Hüfte,
als sie sich auf dem Boden kniend mit der linken Hand abstützte, vermutlich wegen
Nässe ausrutschte, sich mit dem linken Arm auffangen wollte, dann jedoch stürzte (vgl.
act. G 1.3; Suva-act. 6, 17). Dieser Unfall ist aufgrund einer objektivierten
Betrachtungsweise nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei
entwickelten Kräften als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu
qualifizieren (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 10. Oktober
2003, U 344/02, E. 4.1, vom 12. August 2005, U 191/04, E. 5.1, vom 9. September
2005, U 59/04, E. 2.3, und vom 22. März 2006, U 285/05, E. 3.2.2, sowie Urteile des
Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_768/2008, E. 4.1 und vom 26. Februar 2010,
8C_912/2009, E. 5.2, bei welchen ein mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen angenommen wurde). Von einem im engeren Sinn mittelschweren
oder gar schweren Ereignis kann mit Blick auf diese Präjudizien nicht ausgegangen
werden. Die Krafteinwirkung auf den Körper bei einem Sturz misst sich in erster Linie
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an der Sturzhöhe. Konkret kniete die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des
beschriebenen "Sturzes" bereits auf dem Boden, womit die Sturzhöhe äusserst niedrig
war und das Geschehnis ebenso gut als Umkippen beschrieben werden könnte. Die
adäquate Unfallkausalität des Gesundheitsschadens kann somit nur bejaht werden,
wenn mindestens vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders
ausgeprägt vorliegt (vgl. SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts
vom 18. April 2011, 8C_46/2011, E. 5.1).
3.6.4 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit
sind im vorliegenden Unfallereignis keine zu erblicken und werden von der
Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.
3.6.5 Die beim Unfall vom 4. Juni 2010 erlittenen Verletzungen der
Rotatorenmanschette der linken Schulter und die traumatische Inguinalhernie links
können zwar punktuell gesehen, d.h. mit Bezug auf die Schulter und die Leiste, nicht
als leicht, aber auch nicht als ausgesprochen schwer bezeichnet werden. Die
Beschwerdeführerin suchte erst rund eine Woche nach dem Unfall, am 10. Juni 2010,
ihren Hausarzt Dr. C._ auf (Suva-act. 6). Ein gewisser körperlicher Restschaden
bezüglich der linken Schulter ist zwar nachgewiesen, doch liegt auch mit diesem keine
schwere Restfolge vor. Schulterverletzungen und Inguinalhernien können schliesslich
nicht als erfahrungsgemäss geeignet bezeichnet werden, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen.
3.6.6 Die Beschwerdeführerin musste sich in Folge des Unfalls zwei
Schulteroperationen (Suva-act. 24, 186 ff.) und einer Leistenoperation (Suva-act. 9)
unterziehen. Die Operationen an sich sind jeweils komplikationslos verlaufen.
Hinsichtlich des Leistenbruchs erklärte Dr. C._ bereits in seinem ärztlichen
Zwischenbericht vom 30. August 2010, dass die Beschwerdeführerin seit der Operation
praktisch keine Beschwerden mehr habe (Suva-act. 9, vgl. auch Suva-act. 57, 243).
Tatsache ist, dass die Beschwerdeführerin bis zur ersten Schulteroperation
Unfallverletzungen im Bereich der Schulter aufwies, sich nach der ersten
Schulteroperation erneut strukturelle Gesundheitsschäden zeigten, welche eine zweite
Schulteroperation notwendig machten, Operationen an sich bedeutsame Eingriffe in
den Körper eines Menschen darstellen und die Beschwerdeführerin im Zeitraum
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zwischen Unfall und zweiter Operation, d.h. also während rund eindreiviertel Jahren
belastet war. Dies kann nicht ohne Weiteres als kurz, aber auch nicht als ungewöhnlich
lang bezeichnet werden. Abgesehen von den Operationen bestand die ärztliche
Behandlung der Beschwerdeführerin in der Abgabe von Medikamenten, in
physiotherapeutischen Massnahmen und Infiltrationen, d.h. nicht ausgesprochen
belastenden Therapieformen. Im Weiteren erfolgte ein kürzerer stationärer Aufenthalt in
der Rehaklinik Bellikon. Sodann wurde eine grosse Anzahl von Untersuchungen bzw.
ärztlichen Kontrollen und Abklärungen durchgeführt, welche allerdings nicht als
ärztliche Behandlungen gelten können (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar
2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die
geklagten Beschwerden deuten im Übrigen nicht schon auf einen schwierigen
Heilungsverlauf hin. Es erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt
und verzögert haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06,
E. 4.3.2, und vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Solche Gründe sind jedoch im
konkreten Fall nicht ersichtlich. Anschliessend an die zweite Schulteroperation vom 23.
März 2012 wurde bereits bald von einem inkongruenten Bild hinsichtlich der
Beschwerdesymptomatik, von einem Verdacht der Somatisierung, von einer
erheblichen Symptomausweitung, einer funktionellen Überlagerung und Aggravation
gesprochen (Suva-act. 194, 202, 226). Abgesehen von einem Status nach Resektion
des AC-Gelenks konnten keine Unfallrestfolgen mehr objektiviert werden. Zwischen
den Nacken- und Kopfschmerzen und dem Unfallereignis vom 4. Juni 2010 ist ein
natürlicher Kausalzusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen.
Unfallfremde Gesundheitsbeeinträchtigungen sowie psychische Einflüsse sind, wie
bereits erwähnt, bei der Beurteilung eines Adäquanzkriteriums ausser Acht zu lassen,
selbst wenn letztere als körperlich imponieren (Urteil des Bundesgericht vom 9. April
2009, 8C_825/2008, E. 4.6). Angesichts des Gesagten können somit auch die
Zusatzkriterien - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung - zumindest nicht in der
geforderten Schwere (schwierig, erheblich, ungewöhnlich lange) als erfüllt betrachtet
werden.
3.6.7 In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass in den
Akten jegliche Anhaltspunkte für eine Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
verschlimmert haben sollen, fehlen und entsprechende Umstände vom Rechtsvertreter
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der Beschwerdeführerin auch nicht substanziiert geltend gemacht werden. Im
Umstand, dass nach Durchführung einer Operation Unfallrestfolgen zurückbleiben bzw.
eine Unfallverletzung durch eine Operation nicht vollständig geheilt werden kann, kann
keine Fehlbehandlung erblickt werden.
3.6.8 Nachdem das Schmerzempfinden der Beschwerdeführerin im Bereich der linken
Schulter im späteren Verlauf bzw. nach der zweiten Operation wohl durch psychische
Einflüsse beeinflusst war, können auch körperliche (unfallbedingte) Dauerschmerzen
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Die Schmerzen wurden von
der Beschwerdeführerin im Übrigen nicht als Dauerschmerzen, sondern überwiegend
als bewegungs- und belastungsabhängig beschrieben und klangen bis zur zweiten
Schulteroperation auch immer wieder ab (vgl. Suva-act. 9, 35, 39, 63, 79, 89, 226). Die
Nacken- und Kopfschmerzen sind, wie bereits erwähnt, mangels natürlicher Kausalität
zum Unfallereignis nicht zu berücksichtigen.
3.6.9 Selbst für den Fall, dass das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch
bedingten Arbeitsfähigkeit - wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Weise - als
erfüllt zu betrachten wäre, reicht dies zur Adäquanzbejahung praxisgemäss nicht aus.
Besagtes hat zur Folge, dass der Unfall zwar unter Umständen eine natürlich kausale
Teilursache einer zusätzlich aufgetretenen psychischen Gesundheitsstörung darstellt,
welche Schmerzen verstärkt wahrnehmen lässt, die psychische Gesundheitsstörung
dem Unfall aber rechtlich nicht zugerechnet werden kann, womit sich eine weitere
medizinische Abklärung der psychischen Komponente erübrigt. Im Rahmen der
nachfolgenden Bemessung der unfallbedingten Invalidität sowie des unfallbedingten
Integritätsschadens kann dementsprechend lediglich die unfallbedingte
Beeinträchtigung in somatischer Hinsicht, diejenige der linken Schulter in Form eines
Status nach Resektion des AC-Gelenks links, miteinbezogen werden.
4.
4.1 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art.
16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage
der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung
und die trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und zumutbaren
Tätigkeiten. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können, ist die
Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
4.2 Während sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, die
Beschwerdeführerin könnte sowohl die angestammte Tätigkeit als auch eine
gleichartige oder ähnliche Tätigkeit voll ausüben und demzufolge ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielen, hält der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin dagegen, dass die Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit
nicht mehr voll ausüben könnte und in ihrer Arbeitsfähigkeit mindestens zu 33.33%
eingeschränkt wäre.
4.3 Laut Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 13. September 2012 sind der
Beschwerdeführerin leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ganztags, d.h. mit einem
Pensum von 100%, zumutbar. Diesbezüglich sind linksseitig spezielle,
schulterbezogene Einschränkungen (adominante Seite) zu berücksichtigen: Keine
wiederholten Arbeiten über Schulterhöhe, keine Schläge und Vibrationen. Die
Rehaklinik Bellikon geht auch für die Tätigkeit einer Maschinenbedienerin unter
Einhaltung derselben Einschränkungen von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit aus
(Suva-act. 226). Dr. G._ schloss sich dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. diesem
Zumutbarkeitsprofil im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 23.
November 2012 ohne Ergänzungen an (Suva-act. 243). Da die angestammte Tätigkeit
als Maschinenbedienerin bzw. Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG infolge
Kündigung nicht mehr existiert, ist die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für angepasste
Tätigkeiten vorzunehmen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. das Zumutbarkeitsprofil
der Rehaklinik Bellikon bezüglich einer linksseitig schulteradaptierten Tätigkeit
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erscheint ohne Weiteres schlüssig und überzeugend. Mit dem definierten
Zumutbarkeitsprofil wird offensichtlich einer Schultergelenksproblematik bzw. einem
Status nach Resektion des AC-Gelenks umfassend Rechnung getragen, indem die
Einwirkung auf das Schultergelenk durch Belastung, d.h. durch direkte (keine
wiederholten Arbeiten über Schulterhöhe) und indirekte (Schläge und Vibrationen)
Bewegung, weitgehend reduziert wird. Auf die klinisch erhobenen Befunde sowie die
Schmerzangaben und Bewegungsdefizite der Beschwerdeführerin konnte infolge des
nicht objektivierbaren Ausmasses der demonstrierten physischen Einschränkungen nur
teilweise abgestellt werden. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die geeignet
wären, Zweifel daran zu begründen, dass mit dem fraglichen Zumutbarkeitsprofil der in
Frage stehenden Gesundheitsschädigung bzw. den damit verbundenen Beschwerden
und ihren praktischen Auswirkungen nicht genügend Rechnung getragen worden wäre.
Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon und Dr. G._ sehen die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin nur in qualitativer Hinsicht eingeschränkt. Unter den erwähnten,
limitierenden Bedingungen ist denn auch ohne Weiteres eine volle Arbeitsfähigkeit als
gegeben zu erachten. Insgesamt dürfte ausserdem zu berücksichtigen sein, dass bei
der Beschwerdeführerin das adominante linke Schultergelenk eingeschränkt, die
dominante rechte Schulter aber frei beweglich und schmerzfrei ist. Mit dem bei einer
Vielzahl von Tätigkeiten mehrheitlich stärkeren Gebrauch der rechten Hand bzw. des
rechten Arms geht umgekehrt eine entsprechende Entlastung des linken
Schultergelenks einher. Bezüglich der linken Schulter ist mithin im Folgenden von der
Arbeitsfähigkeitsschätzung und dem Zumutbarkeitsprofil der Rehaklinik Bellikon
auszugehen.
4.4 Das Gutachten von Dr. O._ vom 9. September 2013 (act. G 1.3) sowie der
Bericht von Dr. F._ vom 14. September 2012 (act. G 1.4) vermögen diese Beurteilung
nicht in Frage zu stellen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bestätigt
zunächst, dass mit den 33.33% von Dr. O._ einzig der Arbeitsfähigkeitsgrad, nicht
jedoch der Invaliditätsgrad gemeint sein könne. Ein Arzt hat "nur" ersteren zu
beurteilen. Die Invaliditätsbemessung hat in Anwendung von Art. 16 ATSG zu erfolgen.
Gemäss Ausführungen in Erwägung 3.4 berücksichtigt Dr. O._ bei der Bemessung
des Arbeitsfähigkeitsgrades offensichtlich auch Einschränkungen der
Beschwerdeführerin, welche nicht auf bildgebend/apparativ objektivierbare organische
Unfallfolgen zurückgeführt werden können, und geht damit hinsichtlich Beweglichkeit,
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Belastbarkeit und Schmerzen von einer gesundheitlich schlechteren Schulter-/
Armsituation links aus. Insbesondere die von der Beschwerdeführerin geschilderte
Behinderung durch den kaum mehr einsetzbaren linken Arm kann keinem
unfallkausalen, objektivierten organischen Korrelat zugeordnet werden. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._, die Beschwerdeführerin sei selbst bei leichter
bis mittelschwerer Arbeit nicht ganztags, sondern maximal 25% arbeitsfähig, geht - wie
von der Ärztin auch ausdrücklich festgehalten - über den Schulterbereich hinaus,
indem eine eingeschränkte Kopfhaltung und Bewegungseinschränkungen des
gesamten Oberkörpers einbezogen werden. Als natürlich kausale Unfallrestfolge kann
jedoch einzig der Status nach Resektion des AC-Gelenks berücksichtigt werden.
4.5
4.5.1 Zu prüfen bleibt, ob aus einer Restarbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten
Tätigkeit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. Nachdem der
gesundheitliche Endzustand spätestens per 30. November 2012 erreicht war (vgl.
Suva-act. 245), würde ein allfälliger Rentenanspruch am 1. Dezember 2012 entstehen.
Die Vergleichseinkommen - Validen- und Invalideneinkommen - sind bezogen auf
diesen Zeitpunkt zu ermitteln. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist von jenem
Einkommen auszugehen, welches die versicherte Person überwiegend wahrscheinlich
ohne Unfall tatsächlich erzielen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 325 f. E. 4.1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O.,
S. 126 f.). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen
werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 133 ff.).
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4.5.2 Die Beschwerdeführerin hätte gemäss Lohnangaben der B._ AG ohne Unfall
vom 4. Juni 2010 im Jahr 2012 einen Jahresverdienst von Fr. 49'400.-- (13 x Fr.
3'800.--; Suva-act. 144) erzielt. Dieser Lohn liegt deutlich unter dem Durchschnittslohn
gemäss LSE. Die angestammte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin weicht dazu
hinsichtlich fachlichem Anforderungsniveau nicht augenscheinlich von der konkret
adaptierten Tätigkeit ab. Es handelt sich bei beiden um einfache und repetitive
Tätigkeiten bzw. Hilfsarbeitertätigkeiten. Gemäss Tabelle TA 1, privater Sektor, TOTAL
(vgl. Rumo-Jungo, a.a.O., S. 136, BGE 126 V 81 E. 7a), Niveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten) lag der Durchschnittslohn im Jahr 2010 für eine Frau bei einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden bei Fr. 4'225.--. Angepasst an die
betriebsübliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden ergibt sich ein
monatliches Einkommen von Fr. 4'404.--, was jährlich einen Betrag von Fr. 57'259.--
(inkl. 13. Monatslohn; 2010) bzw. normallohnindexiert bis 2012 (Index Frauen: 2011: 1
%; 2012: 1 %) von Fr. 58'410.-- ausmacht. Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen,
dass die Beschwerdeführerin sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen
Einkommensniveau hätte begnügen wollen, ist das Validen- und Invalideneinkommen
auf der gleichen Grundlage zu bestimmen. Der Invaliditätsgrad entspricht demnach
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom
Tabellenlohn. Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen
gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein Versicherter,
der gesundheitsbedingt lediglich noch leichte Hilfsarbeiten ausführen kann, seine
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben (BGE 126 V 78 E. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der eine
Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 81 E. 6). Hinsichtlich der körperlichen
Anforderungen (schwer, mittelschwer, leicht) besteht zwischen der angestammten
Tätigkeit der Beschwerdeführerin und der ihr nach Eintritt des Gesundheitsschadens an
der linken Schulter noch zumutbaren Tätigkeiten kein ersichtlicher Unterschied. Der
Beschwerdeführerin ist zwar nur noch eine schulteradaptierte Tätigkeit zumutbar, dies
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jedoch immerhin zu einem Vollpensum und bei vorhandener Funktionalität des
dominanten rechten Arms. Das Spektrum der Tätigkeiten, welche die
Beschwerdeführerin noch verrichten kann, hat sich nicht verändert, weshalb sich kein
Abzug rechtfertigt. Nachdem im konkreten Fall weiteren Aspekten keine Bedeutung
zukommt, kann auf jeden Fall gesagt werden, dass ein rentenbegründender Abzug von
10% nicht in Betracht fällt (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Aus dem Einkommensvergleich
vermag damit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad zu resultieren.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt die Höhe der Integritätsentschädigung. Die
Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid (Erwägung 5) die
rechtlichen Voraussetzungen der Bemessung der Integritätsentschädigung zutreffend
dar; darauf ist zu verweisen.
5.2 Die im vorliegenden Fall zugesprochene Integritätsentschädigung von 5%
basiert auf der Beurteilung des Integritätsschadens durch Dr. G._ vom 26. November
2012 (Suva-act. 244). Die Höhe der Integritätsentschädigung ist lediglich in Bezug auf
die bildgebend objektivierbaren bzw. natürlich kausalen Unfallrestfolgen zu bemessen
(vgl.
Erwägungen 2.1 und 3). Dr. G._ berücksichtigt nur die Gelenksresekion bei AC-
Gelenksarthrose links und legt den diesbezüglichen Integritätsschaden ohne Weiteres
nachvollziehbar gemäss Feinrastertabelle der Suva Nr. 5.2 entsprechend einer
Gelenksresektion bei AC-Gelenksarthrose auf 5% fest. Mit Bezug auf die Beschwerden
im Bereich der HWS, des Kopfs sowie für die psychischen Beeinträchtigungen entfällt
mangels natürlicher bzw. adäquater Unfallkausalität ein unfallbedingter
Integritätsschaden. Die Beurteilung von Dr. G._ hat sich mithin auf diejenigen
Tatsachen erstreckt, die für die Entscheidung des Anspruchs der Beschwerdeführerin
auf eine Integritätsentschädigung wesentlich waren. Dr. O._ schätzt den
Integritätsschaden der Beschwerdeführerin auf 25 % anstatt 5 %, basierend auf einer
höhergradigen Schädigung des linken Arms der Beschwerdeführerin und in Anlehnung
an den in der Feinrastertabelle der Suva Nr. 5.2 für eine Omarthrose mit
Endoprothesenversorgung/schlechter Erfolg angeführten Wert. Eine
Integritätsschadenschätzung basierend auf der subjektiv von der Beschwerdeführerin
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geltend gemachten Gebrauchsunfähigkeit des linken Arms erscheint mangels
entsprechender objektivierter, unfallkausaler Gesundheitsschäden unangemessen (vgl.
Erwägung 3.4). Im Übrigen lag im konkreten Fall weder eine Omarthrose vor noch
wurde eine Endoprothese implantiert. Die Integritätsschadenschätzung von Dr. O._
überzeugt mithin in keiner Weise und vermag keine höhere Integritätsentschädigung zu
begründen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mithin auch der Antrag des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin auf eine Erhöhung der
Integritätsentschädigung abgelehnt werden muss.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).