Decision ID: da6c9461-8b2f-4e06-9d82-f0148473cf35
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, meldete sich am 1
6.
September 1999
unter Hin
weis auf
massive Schmerzen, Schlafstörungen und Angstzustände bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozialversiche
rungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung
en
vom 27.
De
zember 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
eine halbe Rente ab 1.
August 1999 zu (Urk. 7/37/10-17).
1.2
Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/37/4-9) hiess das hiesige Gericht im Verfahren IV.2002.00056 mit Urteil vom 1
2.
Juli 2002 gut und sprach der Versi
cherten bei einem Invaliditätsgrad von 67
%
eine ganze Rente ab
1.
August 1999 zu (
Urk.
7/42).
1.3
Am
2
4.
Mai 2004
verfügte die IV-Stelle
, infolge
4.
IV-Revision bestehe bei unverändertem Invaliditätsgrad ein Anspruch auf eine
Drei
v
iertelsrente
ab
1.
Juli 2004 (
Urk.
7/56-57).
Am
1
7.
Oktober 2007
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenan
spruch sei unverändert (
Urk.
7/69
).
1.4
Nach Eingang eines am
2
3.
Februar 2014
ausgefüll
ten Revisionsfragebogens (Urk. 7/74
) holte d
ie IV-Stelle unter anderem beim Medizinischen Zentrum
A._
ein polydiszi
plinäres Gutachten ein, das am 1
8.
Februar 2015
erstattet wurde (Urk.
7/96). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/159,
Urk.
7/168
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
6.
Juli 2017
die bisher
ausgerichtete Rente auf (Urk. 7/169
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
2.
September 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fügung vom 2
6.
Juli 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2017
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom
2.
November 2017 (
Urk.
8) reichte die Beschwerdeführerin einen medizinischen Bericht zu den Akten (
Urk.
9). Dieser wurde der Beschwerde
gegnerin am
5.
Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht und der Beschwerdeführe
rin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
10).
Mit Schreiben vom 1
2.
Januar 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Stellungnahme (
Urk.
11), was der Beschwerdeführerin am 1
6.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
min
-
des
tens
40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
-
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG)
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsäch
lichen Verhältnissen,
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisions
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einsprache
entscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
an
spruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Aufhebung der bisher ausgerichteten Rente in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit, dass
gestützt auf das Ve
r
laufsgutachten des
A._
vom 1
9.
Februar 20
15
von einem verbesserten
Gesund
heitszustand
und einer
voll
en
A
rbeitsfähigkeit auszugehen sei (S. 1). Die Gutach
ter hätten eine
bewusste Übertreibung der vorhandenen
Kran
k
heitssymptome beschrieben
.
Es liege
zudem
keine D
iagnose nach ICD-10 mehr vor, weshalb es
keine Ressourcenprüfung
brauche
.
Die
Eingliederung
der Beschwerdeführerin sei
durch
ein
Arbeitstraining
geprüft worden
, das
habe
abgebrochen werden müssen, da
die Beschwerdeführerin
der Massnahme ferngeblieben sei
(S. 2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend, es lägen keine Revisionsgründe vor und auf das
A._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden
(S. 5)
.
Dr.
B._
vom
A._
habe nicht nachvollziehbar begrün
det, weshalb keine Depression vorliegen soll
e
. Auch lägen noch dieselben Stö
rungen vor, die dem MEDAS-Gutachten aus dem Jahre 2001 zu Grunde
gelegen hätten
, daher liege kein Revisionsgrund vor.
Es
liege
zudem
eine somatoforme Schmerzstörung vor, und es sei keine Prüfung der Standardindikatoren erfolgt.
Eine
Aggravation
liege nicht
vor
(S. 6 ff.)
.
2.3
Streitig
und zu prüfen
ist die revisionsweise
Aufhebung
der bis
her ausgerichteten
Rente
, wobei namentlich zu prüfen ist, ob
sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin
wesentlich verbessert respektive sich die für die Invalidi
täts
bemessung massgebende Arbeitsfähigkeit verändert hat, und ob zur Beant
wor
tung dieser Frage auf das von der Bes
chwerdegegnerin eingeholte
Gutachten abgestellt werden kann.
3.
3.1
Der erstmaligen
Rentenzusprache
mit Verfügung
en
vom 2
7.
Dezember 2001 (Urk. 7/37/10-17) sowie dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 1
2.
Juli 2002 (
Urk.
7/42) lag im Wesentlichen das MEDAS-Gutachten zugrunde.
3.2
Die Ärzte de
r
MEDAS
C._
erstatteten ihr Gutachten am 2
3.
Februar 2001 (
Urk.
7/18) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchungen der Beschwer
deführerin. Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 10
Ziff.
4.1):
Residuen bei Status nach indirektem
Halswirbelsäulen (
HWS
)
- und
Len
denwirbelsäulen
(
LWS
)
-Trauma am 2
4.
Januar 19
97
-
Panvertebral-Syndrom mit
zervikozephaler
und rechtsbetonter
lum
b
ospondylogener
Komponente bei Fehlhaltung
(Skoliose)
und dis
kreten tief thorakalen degenerativen Veränderungen
-
d
epressive Entwicklung vor dem Hintergrund einer Anpassungsstörung im Rahmen des
Unfallereignisses vom 2
4.
Januar 19
97 (
ICD-10
F43.22)
Sie führten aus, dass aus rheumatologischer Sicht eine ausgeprägte
tendomyo
ti
sche
Reaktion mit konse
kutiver Bewegungseinschränkung auf allen Wirbel
säu
lenabschnitten und als Folge der ausgeprägten Schonung eine schmerzhafte
Kapselschrumpfung im Bereich der rechten Schulter sowie eine allgemeine musku
läre
Dysbalance
und
Dekonditionie
rung
bestehe.
Aufgrund der beträchtli
chen Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiven Beschwerden und dem
jenigen der objektiven Befunde müsse eine erheb
liche psychogene Überlagerung vermutet werden
(S. 10)
.
Aus rein rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer zuletzt aus
geübten Tätigkeit sowie für jede an
derweitige körperliche leichte/mittelschwere Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig
(S. 9
Ziff.
2.4.2)
.
Das psychiatrische Konsilium
habe ergeben,
dass die Beschwerdeführerin an einer depressiven Entwicklung vor dem Hintergrund einer Anpassungsstörung im Rahmen eines traumatischen Unfallereignisses (ICD-10 F43.22) und einer post
traumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) leide
(S. 10)
. Krankheitsbedingt sei die Beschwerdeführerin zu 60 % arb
eitsunfähig (S. 9)
.
Zusammenfassend
sei
die Beschwer
deführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fabrikarbeiterin in der
Couvertfab
rik
sowie in jeder anderen vergleichbaren körperlich leichten bis mittelschweren Tä
tigkeit zu 40 % arbeitsfähig, wobei vor allem die psychopathologischen und etwas weniger auch die rheumatologische
n Befunde limitierend seien (S. 11).
4.
4.1
Der
hier angefochtenen Verfügung
vom 2
6.
Juli 2017 (Urk. 2)
lagen im Wesent
lichen folgende Berichte
zugrunde
.
4.2
Dr. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
1.
März 2014 (
Urk.
7/76/5-6
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
posttraumatisches
Fibromyalgiesyndrom
nach Autounfall 1997
-
chronisches
Cephalea
Er führte aus, es bestehe ein weichteilrheumatisches Beschwerdebild mit chro
nisch-rezidivierender
Cephalea
mit allgemeinem p
sychosoziale
m Rückzug
(S. 1
Ziff.
1.4)
. Die Arbeitsfähigkeit
sei aus seiner Sicht schwierig zu beurteilen, da bei fixiertem Krankheitsbild eine absolute Blockade gegen irgendeine Aufnahme einer Arbeit bestehe.
Die Beschwerdeführerin sei
auch sprachlich schlecht integriert
(S. 2
Ziff.
1.6/1.7).
4.3
Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
A._
erstatteten ihr p
olydiszi
plinäres Gutachten
am
1
8.
Februar 20
15
(
Urk.
7/96/1-81
) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchungen der Beschwerdeführerin vom 6., 13.,
1
9.
November
und
9.
Dezember 20
1
4.
Sie nannten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 70
Ziff.
6.1-
6.2):
-
generalisierendes, nicht näher spezifizierbares weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom mit
-
generalisierenden Tenderpoints im Sinne einer generalisierenden Fibromyalgie oder
Allodynie
, ohne strukturelle Veränderung respektive ohne somatisches Korrelat im Sinne eines
syndromalen
Beschwerdebil
des
-
erhebliche globalmuskuläre Insuffizienz und
Dekonditionierung
-
nicht näher spezifizierbare diffuse Hypästhesie im Bereiche der rechten unteren Extremität bei D
ifferentialdiagnose (DD)
Somatisierungsstö
rung
-
subjektiv beklagte panvertebrale Beschwerden, betont
lumbovertebral
bei
-
pan
-
/paravertebralen Weichteiltenderpoints, ohne Schmerzprovoka
tion im Bereiche der Wirbelkörper
,
im Rahmen der generalisierten Fibromyalgie
-
diskret beginnende degenerative Veränderung tief
thorakal und im Bereiche LWK4-SWK1
-
u
nklare dissoziative Sensibilitätsstörung im Bereich der gesamten rechten unteren Extremität
-
c
hronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
,
DD Analgetika induzierter Kopfschmerz
-
p
anvertebrale Beschwerden, betont
lumbovertebral
ohne fokal neurologi
sche Defizite
-
undifferenzierte Somatisierungsstörung
(
ICD-10 F45.1
),
DD
c
hronische Schmerzstörung bei psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F45.41)
-
Status nach Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung (ICD-10
F43.21)
-
Panikstörung episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0)
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin beschreibe einen guten Kontakt zur Familie und würde diese nach Bedarf
besuchen. Zuletzt sei sie im Juli dieses Jahres in der Türkei gewesen. Auch ihre Enkelkinder besuche sie regelmässig oder diese kämen zu Besuch (S. 15 f.). Subjektiv am meisten würden sie die Rücken
schmerzen stören, die von lumbal bis zum thorakalen Übergang ausstrahlen wür
den
(S. 21)
.
Der rheumat
ologische Gutachter führte aus, dass d
ie gesamte Untersuchung von einer offensichtlichen Selbstlimitierung mit bewusstseinsnahen Anteilen
begleitet
gewesen
sei.
Die segmentale Untersuchung der BWS
sei
unauffällig, ebenso an der LWS, bei
Ablenken im Gespräch könnten
lumbal keine Schmerzen reprodu
zier
t werden
, auch
nicht bei der Tiefenpalpation. Der periphere Gelenkstatus sei
an allen Etagen unauffällig.
Es bestünden k
eine Schwellung, keine Ergussbildung, keine
Synovitis
, keine Bewegungseinschränkung und
keine Bewegungsschmer
zen.
Der Weichteiluntersuch ergebe
diffuse generalisierende Tenderpoints an oberer und
unterer Körperhälfte im Sinne einer generalisierenden Fibromyalgie oder
Allodynie
(S. 28 f.).
Der übrige Untersuch des Bewegungs
apparates
sei
unauffällig. Die HWS
sei
frei und schmerzlos beweglich ohne segmentale Funk
tionsstörung. Die diffuse Hypä
sthesie am rechten Bein sei
ohne neuro
logisches Korrelat und ohne
Dermatomzuordenbarkeit
, differential
diagnostisch
könne
dies
bezüglich eine Somatisierungsstörung im Rahmen einer Schm
erzverarbeitungs
störung vermutet werden
, was zur Fibromyalgie passen würde
(S. 31 unten)
.
Die globalmuskuläre Insuffiz
ienz und
Dekonditionierung
führe
zu einer Belastbar
keitseinsch
ränkung, die aber reversibel sei, sofern eine ver
mehrte
Rekondi
tionierung
stattfinden würde.
Entsprechend
sei von
eine
r
zumut
bare
n
volle
n
Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein volles Pensum in einer leichten bis zeitweise mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit
auszugehen.
Die angestammte Tätigkei
t bei der
Couvertfabrik
sei
im selben Ausmass zumut
bar, auch die Tätig
keit bei der Kartonfabrik,
die vorausgehend bewältigt worden sei
. Schonkriterien s
eien
grundsätzlich keine zu erwähnen, ausser der Empfehlung des Vermeidens kalt-feuchter Exposition, was im Rahmen des Weichteil
rheumatismus eine Besch
werdeverstärkung provozieren könne
. Schwere körper
liche Arbeiten s
eien
bei einem Weichteilrheumatismus nicht zu empfehlen. Medi
zi
nische Massnahmen
seien
keine indiziert, die aktuell
durchgeführte Physio
therapie sei
passiv und ohne nachhaltigen Effekt, empfehlenswert wäre eine intensive muskuläre
Rekondi
tionierung
und vermehrte Aktivierung, was aber auf
grund des Schonverhaltes und der Selbstl
imitierung kaum vermittelbar sei
. Betre
ffend beruflicher Mass
nahmen sei
eine berufliche Integration auf dem freien Markt in eine
r
wie oben ausgeführte
n
Tätigkeit ohne Einschränkung zumutbar
(S. 32)
.
Der neurologische Gutachter führte aus,
dass die Beschwerdeführerin derzeit in
keiner fachärztlichen neurolog
ischen oder schmerztherapeutischen
Behandlung
stehe (S. 37)
.
Zusammenfassend trage
die
Beschwerdeführerin
als Hauptbe
schwerden diffuse Kopfschmerzen vor, die vom Nacken über
temporoparietal
bis nach frontal rechtsseitig ausstrahlen
würden.
Die
kranielle
MRI
-Untersuchung des Schädel
s habe b
is auf einzelne kleinfleckige ät
iologisch unspezifische
Gliosen
keine pathologischen Auffälligkeiten
egeben
.
Phänotypisch entsprä
chen die Kopf
schmerzen am ehesten einem chronischen Spannungskopfschmerz mit
temporo
-parietaler un
d frontaler
Lokalisation rechts sowie
von pochender Quali
tät. Hinweise für eine Migräne oder eine andere
trigemino
-autonome Kopf
schmerz
erkrankung ergä
ben sich nicht. Ein
a
nalgetika
-induzierter
Kopf
schmerz sei
aufgrund der häufigen Schmerzmi
tteleinnahme (nicht-
steroidale
-
Anti
rheu
matika) als Mitverursacher der Kopfschmerzen wahrscheinlich. Auffällig
bezüg
lich der Schmerzintensität sei
das von der
Beschwerdeführerin
behauptete zeitli
che Muster. Eine Schädigung von intrakraniellen schmerzsensitiven Struktu
ren, wie es notwendig
sei
, um eine traumatische Kopfschmerzer
krankung erklären zu können, sei
in der gesamten Versicherungsakte nicht dokumentiert
.
Insofern
sei
die Diagnose eines dauerhaft anhaltenden posttraumatischen Kopfschmerzes durch das in der Versicherungsakte dokumentierte Ereignis nicht begründbar
(S.
42 f.)
.
Zusammenfassend ergä
ben sich auf neurologischem Fachgebiet keine Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund der lumbalen Rückenschmerzen
(S. 43)
.
Die
kranielle
MRI
-Untersuchung im
Rahmen der po
lydisziplinären Abklä
rung ergebe
keine Hinweise auf eine Raumforderung oder
einen
e
ntzündlichen Prozess, somit ergä
ben sich auch keine Hinweise auf eine zentrale Ursache der beklagten Sensibilitätsstörung. Bei der beklagten Sensibilitätsstöru
ng handle
es sich am ehesten um eine dissoziative Sensibilitätsstörung im Sinne einer Soma
tisierungsstörung. Im Hinblick auf die beklagten
Dysästhesien
im Bereiche beider Hände und aller Finger
fä
nden sich keine
fokal neurologischen Defizite.
Zusam
menfassend könn
t
en auf neurologischem Fachgebiet keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit attestiert werden.
I
m Rahme
n der heutigen Untersuchung ergä
ben sich erhebliche Diskrepanzen und Inkonsistenzen insbe
sondere im Ausmass der angegebenen Beschwerden und dazu diskrepant weitge
hend unauffälligen radiologischen Befunden.
B
ei der
Beschwerdeführerin liege
keine neurologische Erkrankung vor, die geeignet wäre, das positive Leist
ungsbild
in relevantem Sinne mitte
l- und längerfrist
ig zu mindern.
Aus neurologischer Sicht bestehe
eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit für a
lle Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt
(S. 44)
.
Die neuropsychologische Gutachterin führte au
s,
dass die T
estergebnisse
der Beschwerdeführerin als nicht valide angesehen würden (S. 49).
Di
e Zusammen
stellung der Befunde lasse
auf ein Aggravationsverhalten
der Beschwerdeführerin
schliessen. Daher könn
t
en die Ergebnisse der Leistungstests inhaltlich nich
t aus
gewertet werden und würden
wegen ungenügender Anstrengungsbeteiligung keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde
liefern
, da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau abbilden
würden. Unter diesen Umständen
bestehe
anderers
eits auch das Risiko, dass tatsä
chliche und spezifische kognitive Defizite differenzialdiagnostisch nicht festgestellt werden könn
t
en. Aus
neuropsychologischer Sicht könne
daher keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden
(S. 51)
.
Der psychiatrische Gutachter führte aus, dass die Beschwerdeführerin
in keiner psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
stehe und
auch keine Psycho
pharmaka ein
nehme. S
ie sei früher nach dem Unfallereignis
zirka
zwei
Jahre bei einem türkischsprechenden Therapeuten gewesen. Danach sei sie weder ambulant noch stationär in einer psychiatrisch-psychother
apeutischen Behandlung gewe
sen (S. 55).
Im objekti
ven psychopathologischen Befund
best
ünden
bis auf eine leicht verminderte Schwing
ungsfähigkeit und ein maskenhaft
er Gesichtsausdruck keine weiteren psychopathologischen
Auffällig
keiten. Insgesamt wirke
die
Beschwer
deführerin
nicht schmerzgequält. Im Rahmen der Untersuchung zeig
t
en sich keine Beeinträchtigungen der Bewusst
seins
klarheit und Bewusstseinshellig
keit. Im klinischen Eindruck erg
ä
ben sich keine Hinweise auf umfassende und ausgeprä
gte kognitive Störungen. Es werde
keine Auffassungs-, Gedächtnis-, Mer
kfähigkeits-
oder A
ufmerksam
keits
störung gefunden. Im Hinblick auf den Affekt könne
keine depressive Stimmungs
l
age festgestellt werden.
Der Antrieb und das
psychomotorische Ver
halten seien
ungestört. Die Gestik und
Mimik seien leicht reduziert.
Die soziale Teilnahme
sei
im privaten Bereich nicht einge
schränkt. Anhand der heutigen
Untersuchungen ergä
ben sich keine Hinweise auf entsprechende psychosoziale Probleme von besonderem Schweregrad. Die Explo
ration des Tagesprofils weis
e
auf kein reduziertes Aktivitätsniveau hin
(S. 61)
.
Es gebe a
ktuell keine Hinweise auf
das Vorliegen einer
affektive
n
Störung, wobei gut vorstellbar sei, dass in der Ver
gangenheit eine vorübergehende Anpassungs
störung mit einzelnen depressi
ven Phasen vorgelegen habe, die sich möglicher
weise auch durch die in der Ver
gangen
heit durchg
eführte Therapie gebessert habe. Die
Kardinalsymptome einer Depression seien aktuell nicht gegeben
(S. 62)
.
Gemäss ICD-10 liege am eh
esten eine undifferenzierte Somatisierungsstörung vor
(S. 65)
.
Zusammen
fassend seien
im Fall der
Beschwerdeführerin
aus psychiatri
scher Sicht keine besonderen Hinweise vorhanden, die schwere Defizite aufgrund eines Gesund
heits
schadens und/oder eine Unzumutbarkeit zu deren
Überwindung begründen könnten. Die Ausprägung der Störung sei
bei der
Beschwerdeführerin
im Vergleich zu
ähnlichen Störungsbildern
als obj
ektiv leicht einzustufen. Es könne
von einer regelhaften tatsächlichen
Ü
berwindbarkeit der subjektiv erlebten Defizite ausgegangen werden
(S. 66)
.
Die gutachterliche Konsistenzprüfung erg
ebe
Hinweise
auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktions
beein
trächtigungen. Es
bestünden
Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Intensität der Beschwerden und der Vagheit der Beschwerden
,
zwischen massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren
kö
rperlich
-
psychischen Beein
trächtigung in der Untersuchungssituation
,
zwischen schwerer subjektiver Beein
trächtigung und dem weitgehend intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung
,
zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe
sowie
zwi
schen dem erkennbaren klinischen Bild und den Ergebnissen der neuropsycholo
gischen Tests
. Zusammenfassend gä
ben die vorliegenden Befunde bei kritischer Würdigung ein in sich unschlüssiges, inkonsisten
tes Bild (S. 67).
Aus psychiatri
scher Sicht könne
ab dem Zeitpunkt der heutige
n Untersuchung (6.
November
2014
)
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden
(S. 68)
.
Aus polydisziplinärer Sicht sei die Beschwerdeführerin i
n
der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit bei der
Couvertfabrik
sowie in der
Tätigkeit bei der Kartonfabrik zu
100%ig
arbeitsfähig. Die Beschwerdeführerin sei somit für alle leichten bis zeit
weise mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit 100%ig arbeitsfähig
(S.
78)
.
4.4
Dr. E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
und für Arbeitsmedizin
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
nahm am 2
5.
Februar 2015 Stellung (
Urk.
7/157/6-8
) und führte aus,
das
A._
Gutachten sei nachvollziehbar
.
Es werde eine klare Verbesserung dar
ge
stellt
. D
ie Anpassungsstörung bei psychosoz
ialer
Belastung und depressiver Reaktion sei abgeklungen.
Die
Testergebnisse
der
Neuropsychologie liessen auf
ein
Aggravationsverhalten schliessen.
4.5
Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, berichtete am 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
9) und
nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somat
ischen und
psych
ischen
Faktoren
(ICD-10 F45.41) bei/mit
lumbospondylogenem
Syndrom und chronischen Kopfschmerzen
Er
führte aus, die Beschwerdeführerin
stehe
seit dem 2
9.
Juni 2016
bei ihm in Behandlung
.
Anlässlich des E
rstgespräch
s habe die Beschwerdeführerin
angege
ben,
ihre
depressive Symptomatik sei
seit drei Monaten
deutlich verschlechtert
(S. 2). U
nter der aktuellen psych
iatrischen
und psychotherapeut
ischen
Therapie
habe sich
die
depressive Symptomatik leicht verbessert
. Jedoch würden
die Schmerzen
bleiben und damit verbundene Funktionseinschränkungen unverän
dert bestehen
.
Die p
sych
ischen
Ressourcen
würden
nicht für eine kritische Per
spektivenübernahme aus
reichen
.
Aufgrund der depressiven Symptomatik, der chronischen Schmerze
n
und der verminderten Stresstoleranz bestehe eine deutli
che, 100%ig verminderte Leistungs- und Arbeitsfähigkeit in ihrem angestammten Beruf (S. 3).
Eine angepasste Tätigkeit
zu 30-40
%
in einem geschützten Raum sei aus therapeutischer Sicht und zur Förderung des Selbstwertgefühls sowie der Tagesstrukturierung sinnvoll
(S. 4)
.
5.
5.1
D
ie ursprüngliche
Rent
enzusprache
mit Verfügung
en
vom 27
.
Dezember 2001
(Urk. 7/
37/10-17
)
sowie mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
2.
Juli 2002 (Urk.
7/42)
basierte auf
den
diagnostizierten
Residuen bei Status nach indirektem HWS- und LWS-Trauma im Sinne eines
Panvertebralsyndroms
sowie einer depressiven Entwicklung vor dem Hintergrund einer Anpassungsstörung im Rahmen des Unfallereignisses
, m
ithin einem somatischen
und psychischen
Leiden und der diesbezüglichen
attestierten 6
0%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem 8.
Feb
ruar
20
0
1
(vorstehend E. 3.2; vgl. Urk. 7/18
).
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Juli 2017
(Urk. 2) stützte sich die Beschwerdege
gnerin auf das polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom
Februar
2015 (vorstehend E. 4.3),
in welchem die Gutachter
keine Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowie
ein generalisierendes, nicht näher spe
zifizierbares weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom, eine u
nklare disso
ziative Sensibilitätsstörung im Bereich der gesamten rechten unteren Extre
mität
, c
hro
nische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
, p
anvertebrale Besch
wer
den
ohne neurologische Defizite
, eine
undifferenzierte Somatisierungs
störung
(
ICD-10 F45.1
), ein
Status nach Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung (ICD-10
F43.21) und eine
Panikstörung episodisch pa
roxysmaler Angst (ICD-10 F41.0)
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten. Die Gutachter attes
t
ierten der
Beschwerdeführer
in
eine 10
0%ige
Arbeitsfähigkeit
in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit.
5.2
Das polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom
Februar
2015 (vor
ste
hend E. 4.3) umfasst die Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin,
Rheumatologie, Neuro
logie, Neuropsychologie und
Psychiatrie
.
Die Gutachter verfügen über den ent
sprechenden
Fach
arzttitel und waren somit in ihren Fachgebieten zur Beur
teilung des Gesund
heitszustan
des und der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerde
führe
rin
befä
higt (vgl. Urk. 7/
96
/1-81
S. 1). Die Gutachter berück
sichtigten sodann die geklag
ten B
eschwerden und das Verhalten der Beschwerde
führerin
und erstellten ihren jeweiligen Teil des Gutach
tens in Kenntnis der
Vorakten
. Sowohl die gestellten Diagnosen als auch die Schluss
folgerungen zur Arbeits
fähigkeit werden im Gut
achten ausführlich begründet und sind nachvoll
ziehbar. Damit erfüllt das Gut
achten die bundesge
richtlichen Anforde
rungen an ein medizi
nisches Gutachten (vorstehend E. 1.4) vollum
fänglich, so dass für die
Ent
scheidfindung
darauf abzustellen ist.
5.3
Die Gutachter legten in schlüssiger und nachv
ollziehbarer Weise dar, dass
sich
die
Beschwerdeführer
in
aus
internistischer Sicht in einem unauffälligen Allgemein
zustand präsentiert habe und sowohl die klinische wie auch die Labor
unter
suchungen keine pathologischen Befund
e hätten erheben lassen (S. 74). A
us rheu
matologischer Sicht
seien als einzige Schonkriterien das Meiden einer kalt-feuch
te
n
Exposition sowie schwer
er
körperliche
r
Arbeiten zu erwähnen, was im Rahmen des Weichteilrheumatismus eine Beschwerdeverstärkung provozieren könne (S. 32). Ansonsten sei der Beschwerdeführerin aufgrund der freien Beweg
lichkeit der HWS ohne Funktionsstörung sowie der lediglich wenig aus
geprägten degenerativen Veränderungen des
lumbovertebralen
Achsen
skeletts eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar (S. 31 f.).
Die Gutachter
machten zudem darauf auf
merksam, dass
sich bei der klinischen neurologischen Unter
suchung bei wieder
holter Prüfung diffuse Angaben fänden, wobei eine
radikuläre
Zuord
nung zu einem
Dermatom
nicht möglich sei. Die
kranielle
MRI
Unter
suchung ergebe keine Hinweise auf eine Raumforderung oder entzündlichen Prozess, womit sich auch keine Hinweise auf eine zentrale Ursache der beklagten Sensibilitäts
störungen ergäben (S. 75).
Aufgrund der neuropsychologischen Unter
suchungs
ergebnisse kamen die Gutachter zum Schluss, die Zusammen
stellung der Befunde liessen auf ein Aggravationsverhalten der Beschwerde
führerin schliessen (S. 76).
5.4
Es ka
nn festgehalten werden, dass die
Beschwerdeführer
in
aus somatischer Sicht
in ihrer
angestammten Tätigkeit als
Fabrikarbeiterin
sowie
in einer angepassten Tätigkeit nicht mehr
eingeschränkt ist. In somatischer Hinsicht
liegt somit
seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
eine wesentliche Verbesser
ung des Gesund
heits
zustandes der Beschwerdeführerin
vor (vgl. vorstehend E. 3.2).
5.5
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierten die Gutachter eine
undifferenzierte Somatisierungsstörung
(
ICD-10 F45.1
), ein
en
Status nach Anpassungsstörung bei
psychosozialer Belastung (ICD-10
F43.21) sowie eine P
anikstörung
,
episodisch pa
roxysmale Angst (ICD-10 F41.0).
Sie erachteten diese Diagno
sen jedoch nicht als
sich
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkend (vorstehend E. 4.3; vgl.
Urk. 7/
96
/
1
81 S. 51
f.
).
In Bezug auf die
se Diagnosen
ist nachfolgend, obwohl die Gutachter diese als
die Arbeitsfähigkeit
nicht ein
schränkend beurteilten, aus rechtlicher Sicht zu prüfen, ob diesbezüglich eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist (vgl. nachstehend E. 5.
6
).
5.6
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatri
sche Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich fest
gestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beein
trächti
gung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund
sätz
lich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Mass
stab zu beurtei
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeits
leistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hinweis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
ma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionel
len Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen
hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in wel
chem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
ba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
potenzialen (Ressour
cen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
5.7
Hinsichtlich des funktionellen Schweregrades ist zur Gesundheitsschädigung fest
zuhalten, dass
der psychiatrische Gutachter
im massgeblichen Revisionszeitpunkt
lediglich von einer leicht verminderten Schwingungsfähigkeit und einem mas
kenhaften Gesichtsausdruck ausging und ansonsten keine weiteren psychopatho
logischen Auffälligkeiten als erfüllt betrachtete
.
Eine in der Vergangenheit be
standene, vorübergehende Anpassungsstörung erachtete er als
remit
tiert
und d
ie
diagnoserelevanten Befunde
als
nicht ausgeprägt
. Ausserdem ergeben sich keine Hinweise auf entsprechende psychosoziale Probleme von besonderem Schwere
grad
(S. 61 ff.).
Da die Fähigkeit der
Beschwerdeführer
in
, alltägliche Verrichtun
gen aus
zuüben, erhalten geblieben und sie
familiär gut integriert ist (
S. 59,
S. 61
)
, fällt eine schwere Ausprä
gung des psychischen Leidens
ohnehin
ausser
Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).
In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
–
resi
stenz
ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführer
in
zum Begut
achtungs
zeit
punkt
in keiner
adäquaten, längerfristigen psychiatrisch-psycho
thera
peutischen Behandlung war und
die Psychopharmaka (Benzodiazepine) durch den Hausarzt kontrolliert wurden
(
S.
55, S.
60).
Der die Beschwerdeführerin nunmehr seit Ende Juni 2016 behandelnde Psychiater (vgl. vorstehend E. 4.5) führte aus, dass sich die depressive Symptomatik
unter der aktuellen psychiatri
schen und psychothe
rapeut
ischen
verbessert
habe. Dies deutet
auf eine positive Prognose hin, wobei ein erheblicher Leidensdruck nicht bejaht werden kann.
H
insichtlich
des Indikators Komorbiditäten nannten die somatischen Gutachter des
A._
lediglich Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl.
vorstehend E.
4.3
).
Im Komplex Persönlichkeit sind keine einschrän
kenden Faktoren ersichtlich; die
Beschwerdeführer
in
leidet nicht an einer Persönlichkeitsstörung oder -akzen
tu
ierung. Sie
hat jahrelang den vielfältigen sozialen und beruflichen An
forde
run
gen genügen können.
Es ist gestützt auf das
A._
-Gutachten nicht davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin wesentlich in Anpassung an Regeln und Routinen, in Planung und Strukturierung von Aufgaben, in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie Durchhaltefähigkeit eingeschränkt ist. Auch in der Kontaktfähigkeit zu Dritten
und in der Wegfähigkeit
ist
sie
nicht eingeschränkt.
Somit verfügt die
Beschwerdeführer
in
durchaus über persönliche Ressourcen
(S.
58 ff.)
.
Zum Komplex sozialer Ko
ntext ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführer
in mit ihrem Ehemann
und einem
ihrer Sö
hn
e
zusammenlebt und zumin
dest einige Aktivitäten im Tagesablauf zeigt. Am Morgen stehe sie zwischen 6.30 und 7.00
Uhr
zusammen mit der Familie
auf,
gehe mit dem Ehemann eine halbe Stunde spazieren und trinke danach Kaffee. Nach dem Spaziergang dusche sie und erledige die Morgentoilette. Gegen 10 Uhr nehme sie das Frühstück ein. Danach müsse sie etwas im Haushalt machen, mache die Betten und staube ab. Mittags esse sie eine Kleinigkeit
mit dem Ehemann. Nachmittags bleibe sie meistens zu Hause, gegen 17.30 Uhr komme der Sohn nach Hause.
Sie bereite dann eine warme Mahlzeit zu und würde gemeinsam mit den Familienange
höri
gen essen. Ab und zu schaue sie abends fern. Besuch komme höchstens am Wochenende. Zwischen 24 und 1 Uhr gehe sie schlafen (S. 18).
Die Beschwerde
führerin unterhält regelmässig soziale Kontakte zu Familienmitgliedern (Enkel
kinder, Verwandte des Ehemannes)
, Nachbarn und Bekannten
und lebt in einem intakten familiären Umfeld (S. 17 f.),
wesh
alb davon auszugehen ist, dass sie
familiär und sozial gut integriert ist, was s
ich potenziell günstig auf ihre
Ressour
cen auswirken dürfte. Damit enthält der soziale Lebenskontext (Komplex sozialer Kontext; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) aus in
validenversicherungs
rechtlicher Sicht keine ressourcenhemmenden Aspekte.
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleich
mässigen Einschränkungen des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen ist festzuhalten, dass diesbezüglich keine gleichmässigen Ein
schränkungen bestehen
. Die Beschwerdeführerin geht seit Ende Juli 1999 keiner beruflichen Tätigkeit nach und fühlt sich körperlich und psychisch krank und nicht mehr in der Lage zu arbeiten (S. 16 f., S. 55). Daneben zeigt die Beschwer
deführerin einige Aktivitäten im Tagesablauf und es lassen sich regelmässige Kontakte mit
Familien
angehörigen und Verwandten erheben. Zudem hilft die Beschwerdeführerin im Haushalt mit, indem sie kocht, die Betten macht, abstaubt etc.
Zudem fanden sich bei allen Gutachtern zahlreiche Diskre
panzen (S. 67). Schliesslich wurden denn auch
Aggravation
,
nämlich die bewusst
seinsnahe, tendenziell überhöhende Darstellung vorhandener Beschwer
den zur Erlangung von auch materiellen Vor
tei
len
, als wahrscheinlich erachtet (S. 51).
Hinsichtlich des Leidensdruck
es gilt es zu erwähnen, dass die
Beschwerdeführer
in
zum Zeitpunkt der Begutachtung am
A._
keine
fachärztlichen
psychiatrischen
Therapien wahrgenommen hatte, was auf einen bis zu diesem Zeitpunkt
geringen
Leidensdruck
schliessen
lässt (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 6.2).
Sie führte nur eine passive Physiotherapie durch und nahm auch keine schmerztherapeutische Behandlung wahr. Es wurde eine intensive muskuläre
Rekonditionierung
und vermehrte Aktivierung empfohlen sowie ein
Analgetikaentzug
(S. 32, S. 79).
5.8
Zusammengefasst führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss,
dass dem Gutachten des
A._
, wonach die
Beschwerdeführer
in
auch
aus psychia
tri
scher Sicht zu 100 % arbeitsfähig ist (vgl. vorstehend E. 4.3), schlüssig und wider
spruchsfrei gefolgt werden kann und somit mit überwiegender Wahr
schein
lich
keit feststeht, dass
auch
aus psychiatrischer Sicht
in der angestammten Tätigkeit
eine volle Arbeitsfähigkeit besteht.
5.9
In Bezug auf den
nachträglich
eingereichten
Bericht
des behandelnden Psychiaters
(vorstehend E. 4.
5
)
ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Haus
ärztinnen und Haus
ärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungs
weise Therapie
kräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauens
stellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die gestützt auf d
ie diagn
ostische Einschätzung gemachten Angaben zu den
Ein
schränkungen
der
Arbeitsfähigkeit
sind nicht nachvollziehbar und werden denn auch nicht gestützt auf die erhobenen Befunde begründet. Zudem bleibt anzu
merken, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit des Erstgesprächs mit dem Psychiater, wonach sich die depressive Symptomatik deutlich verschlechtert habe, beruflich abgeklärt und diesbezüglich festgehalten wurde, die Beschwerde
führe
rin erscheine
(auch nach Rücksprache mit dem Hausarzt)
psychisch aufgehellt (vgl.
Urk.
7/
107/4).
Der Bericht
des Psychiaters
vermag
jedenfalls
an der Beurteilung der
A._
Gut
achter nichts zu ändern.
Zudem gilt b
ezüglich des nach Verfüg
ungserlass erstellten Berichtes,
dass nach
ständiger Rechtsprechung das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver
ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs
verfü
gung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
5.10
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht als dahingehend
erstellt zu betrachten, dass die
Beschwerdeführer
in in ihrer
Arbeitsfähigkeit nicht
mehr
eingeschränkt ist.
Sollte sich der p
sychische Gesundheitszustand der
Beschwerdeführer
in
seit Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) wesentlich ver
schlechtert haben, so ist es ihr
unbenommen, dies durch aktuelle Berichte zu belegen, die
i
m Rahmen eines neuen Verfahrens geprüft werden müssten.
5.11
Zusammenfassend ist somit der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass sich der Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
seit
der erstmaligen
Rentenzusprache
wesentlich verbessert hat. Gestützt auf das
A._
-
Gutachten vom
Februar
2015 ist von einer Verbesserung des Gesundheitszustands
auszugehen. Der
Beschwerdeführer
in
ist die angestammte Tätigkeit
wieder zu
100
% zumut
bar.
6.
6.1
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungs
entfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervor
geht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die (revisions- oder wiedererwägungsweise) Her
absetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien (vgl.
lit
. a
Abs.
4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 [
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die darunter fallenden Rentnerin
nen und Rentner im jeweiligen revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) beziehungsweise gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestan
den, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
6.2
Die 1958 geborene Beschwerdeführerin bezog seit 1999 eine Rente und war im Zeitpunkt der Rentenaufhebung 59 Jahre alt, weshalb sie grund
sätz
lich unter den vom Bundesgericht besonders geschützten
Bezügerkreis
fällt.
Mit Kostengutsprache vom 2
7.
April 2016 (
Urk.
7/102) wurde der Beschwerde
führerin eine berufliche Abklärung, Potenziala
bklärung, mit der Institution G._
zugesprochen, welche vom
3.
Mai bis
3.
Juni 2016 durchgeführt wurde (vgl.
Urk.
7/107). Dem Schlussbericht vom
1.
Juni 2016 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unregelmässig am Programm teilgenommen habe. Die Aufgleisung von Integrationsmassnahmen wurden nicht als zielführend erachtet, weil
sich die Beschwerdeführerin subjektiv als nicht arbeitsfähig einstufe. Es wurde die Teilnahme an einem speziellen
Rehaprogramm
empfohlen (vgl.
Urk.
7/107 S. 7).
Es erfolgte eine Kostengutsprache für ein Belastbarkeits
training (
Urk.
7/109, vgl. auch
Urk.
7/111). Dem Abschlussbericht des Belast
barkeits
trainings ist zu entnehmen, dass die Weiterführung der Integrations
massnahmen befürwortet w
u
rde (
Urk.
7/117). Schliesslich erfolgte eine Kostengutsprache für ein Aufbautraining (
Urk.
7/115, vgl. auch
Urk.
7/119)
, welches vom
6.
September 2016 bis
3.
März 2017 durchgeführt wurde (
Urk.
7/125,
Urk.
7/132). Mit Schreiben vom 2
9.
März 2017 (
Urk.
7/130) wurde mitgeteilt, dass die Eingliede
rungsmassnahmen abgeschlossen würden, da sich die Beschwerdeführerin sub
jektiv nicht in der Lage fühle, an Eingliederungs
massnahmen teilzunehmen (vgl. auch
Urk.
7/128). Nach Intervention der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
7/136,
Urk.
7/139) erfolgte am 20.
April 2017 eine erneute Kostengutsprache für ein Arbeitstraining (Urk.
7/
139
140, vgl. auch
Urk.
7/146). Dem Schlussbericht des Arbeitstrainings ist zu entnehmen, dass dieses nach einer Woche abgebrochen wurde, da die gemäss Zielvereinbarung zulässigen Absenzen bereits erreicht wor
den seien (Urk.
7/165, vgl. auch
Urk.
7/147).
Am
1
1.
Mai 2017 (
Urk.
7/154) erfolgte schliesslich die Mitteilung, dass die beruflichen Massnahmen abgebro
chen würden.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin
genügend
Ein
gliederungsbemühungen unternommen hat. Sie hat der Beschwer
de
führerin demnach vor der Renten
einstellung
genügend Eingliede
rungs
hilfe geleistet. Dass diese ohne Erfolg geblieben sind, ist vorliegend nicht relevant. Auch auf welche Gründe das Scheitern der Eingliederun
gs
bemühungen zurück
zuführen ist,
kann vorliegend umständehalber offenbleiben.
6.3
Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht eine revisionsrelevante Sach
verhalt
s
änderung angenommen und eine Renteneinstellung verfügt. Die Be
schwer
de
gegnerin hat in Übereinstimmung mit Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
die Rentenaufhebung auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung der ange
foch
tenen Verfügung vom 2
6.
Juli 2017 fol
gen
den Monats verfügt.
Die angefochtene Verfügung vom
2
6.
Juli 2017
(Urk. 2) erweist sich deshalb al
s rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzu
legen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Ver
fahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.