Decision ID: 00493c67-be4c-4577-96fa-7c2f4f0b5f0e
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1952 geborene
X._
war
als Informatik-
Supporter
bei der
Y._
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als er sich a
m
11. Februar 2009 beim Fuss
ball
spielen
am vorderen Kreuzband und Meniskus rechts verletzte
. Am
11. Mai 2009
wurde
eine Arthroskopie durchgeführt
und im
Sommer 2009 wurde die Behandlung bei voller Arbeitsfähigkeit abgeschlossen. Die Suva anerkannte dafür ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(vgl.
Urk.
7/1-12)
.
Am 22. Januar
2013
meldete der
inzwischen arbeitslose Versicherte wegen Arth
rose i
m rechten Knie einen Rückfall
an
(
Urk.
7/13
, 7/18
)
,
für welchen die
Suva
wiederum
die
gesetzlichen Versicherungsleistungen übernahm
(
Urk.
7/20
). Vom 8.
April bis 24. August 2013 arbeitete der Versicherte als Call Center Agent
bei der
Z._
AG
(
Urk.
7/
33
,
7/55
, 7/60
)
und
ab 11.
August 2014
als Customer Consultant CIC T&T
bei der
A._
AG
(später
B._
AG
,
Urk.
7/91
), bis er
am 28. Oktober 2017 das Rentenalter
erreichte
.
Gestützt auf die Einschät
zungen der Kreisärzte (
Urk.
7/84, 7/90,
7/117,
7/121, 7/126) sowie das Privat
gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 1. Juli 2015 (
Urk.
7/91)
verneinte die Suva m
it Verfügung vom 12. Oktober 2017 ein
en
Anspruch auf Taggeld- und Rentenleistungen
und sprach dem Versicherten
für die verb
liebene Beeinträchtigung eine Int
egritätsentschädigung von 10 % (F
r. 12'600.--) zu
(
Urk.
7/127)
.
Dageg
en erhob der Versicherte
Einsprache
(
Urk.
7/131, 7/136), woraufhin die Verfügung am 8.
August 2018 zurückgezogen wurde
(
Urk.
7/140)
und weitere Abklärungen getätigt wurden.
Mit Verfügung vom 26. April 2019 verneinte die Suva
abermals
einen Anspruch auf eine Inva
lidenrente, während der Anspruch auf eine Integri
tä
tsentschädigung von 10 % bestätigt wurde
(
Urk.
7/181)
. Dagegen erhob der Versicherte unter Einreichung eines Privatgutachtens von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Ortho
pä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, vom 4. September 2019
(
Urk.
7/188)
erneut
Einsprache
(
Urk.
7/183, 7/189)
, welche mit Einspracheentscheid vom 11. März 2020 abgewiesen wurde (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 11. Mai 2020 Beschwerde mit dem Antrag, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen
gemäss UVG
zu gewähren (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2020 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Juni 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tember 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Rückfall
hat sich
im Januar 2013
, der ihm
zugrunde liegende
versicherte Unfall im Februar 2009,
ereignet, weshalb die bis 31. Dezem
ber 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung,
mögli
-
ch
erweise
sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraus
sichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er
ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beein
trächtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschä
digung die Richtlinien des Anhan
ges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesam
ten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medi
zinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integri
tätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegen
satz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integ
rität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
1.5
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genann
ten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2).
Integ
ritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teil
weiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.6
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E.
3b
/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (
Urk.
2)
im Wesentlichen
damit,
dass für das Validen- und Invalideneinkommen auf densel
ben Tabellenwert abzustellen sei und
unter Berücksichtigung eines
leidens
be
ding
ten Abzug
s
von 5 % kein anspruchsrelevanter IV-Grad resultiere. Auf
grund des Vorzustandes sowie der lediglich mässigen
Femorotibialarthrose
, welche prak
tisch nur den medialen Abschnitt des
Tibiaplateaus
mässig
betreffe, erscheine
sodann
eine Integritätsentschädigung von 10 % als grosszügig.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass für die Berechnung des Invaliditätsgrades auf die tatsächlich erzielten Ein
kommen und nicht auf Tabellenwerte abzustellen sei.
Zudem sei die mässige
Pangonarthrose
stark ausgeprägt,
weshalb
eine Integritätsentschädigung von 30 % gerechtfertigt
sei
.
3.
3.1
Kreisarzt med. pract.
E._
, Facharzt
FMH
für Chirurgie,
führte im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom 11. April 2017 (
Urk.
7/117) folgende Diagnosen auf:
-
Fortgeschrittene, medial betonte Gonarthrose rechts bei
-
Status nach medialer
Teilmeniskektomie
2009 in
F._
bei
-
m
edialer und lateraler Menisk
usläsion rechts und VKB-Läsion rechts
Er führte aus, dass es beim
Beschwerdeführer
nach dem Unfall im Jahr 2009 im Verlaufe zur Entwicklung einer Arthrose im rechten Kniegelenk gekommen sei. Die Kausalität zwischen der
Arthroseentwicklung
und der Knieverletzung sei über
wiegend wahrscheinlich gegeben. Aktuell stehe keine
Prothesenimplantation oder Injektionsbehandlung
im Raum. Falls sich der Beschwerdeführer aber zu einer Operation am Knie entschliessen würde, so wäre eine Prothesenimplantation als unfallkausal zu übernehmen. Darüber hinaus sei der Beschwerdeführer in den letzten drei Jahren mit Ausnahme einer Kontrolle bei
der Hausärztin
nicht mehr aus unfallkausalen Gründen bei einem Arzt gewesen. Weitere Therapien seien in dieser Zeitspanne auch nicht aktenkundig belegt.
Eine Physiotherapie werde nicht durchgeführt, Schmerzmittel würden zwar eingenommen, jedoch nicht mehr re
gel
mässig. D
er Beschwerdeführer
gebe
an, dass es in den letzten drei Jahren immer in etwa gleich geblieben sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei daher von einem Endzustand auszugehen. Zum Zumutbarkeitsprofil berichtete med. pract.
E._
, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit in der IT- beziehungsweise Kommunikationsbranche wechselbelastend sitzend,
ohne körperlich
e
Belastungen oder Kniebelastungen
,
zu 100 % arbeitsfähig sei. Eine zeitliche Einschränkung bestehe dabei nicht.
Der Beschwerdeführer habe aufgrund der unfallkausalen Arthrose Schmerzen. Diese rechtfertigten die Gabe eines Schmerzmittels. Eine Physiotherapie werde nicht mehr durchgeführt und sei auch nicht geschuldet.
Am 12.
September 2017 präzisierte der Kreisarzt, dass keine stehenden, sondern lediglich sitzende Tätigkeiten zumutbar seien (
Urk.
7/126).
3.2
Am 18.
März 2019 nahm med. pract.
E._
folgende Ergänzungen vor
(
Urk.
7/176)
:
In Bezug auf allfällige Einschränkungen durch die eingenommene Medikation äusserte er, dass die Medikamente
Irfen
Retard und Olfen Schmerzmittel s
eien, wobei ersteres oral einge
nommen und letzteres extern appliziert werde.
Es
handle sich bei diesen Medikamenten nicht um O
piate, welche primär und def
inierend E
influss auf die Ko
nzentrationsfähigkeit und Vigilanz haben könnten. V
iel
m
e
hr seien diese Medikamente sogenannte
nichtsteroidale
Antirheumatika (
NSAR
), welche keine primären Einflüsse auf das zentrale Nervensystem zeigten. Die häu
figsten Nebenwirkungen dieser NSAR beträfen den Verdauungstrakt. Das dritte Medikament,
Pantoprazol
, sei ein Medikament, welches zur Bekämpfung von mög
li
chen Nebenwirkungen (beispielsweise Magenentzündungen) durch
Irfen
eingesetzt werde. Auch dieses Medikament ermögliche eine normale Arbeitsweise, denn ein relevanter Einfluss auf das zentrale Nervensystem sei nicht
nachweisbar
.
Grundsätzlich könne jedes Schmerzmittel Auswirkungen auf den Allgemeinzu
stand des Konsumenten haben.
Deshalb gelte, dass
Schmerzmittel bei Probl
emen
durch andere ersetzt werden
könnten
.
Hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils präzisierte med. pract.
E._
, dass körper
liche Belastungen und Kniebelastungen, wie Schläge und/oder Vibrationen
,
nicht erfolgen dürften. Das Treppensteigen könne manchmal durchgeführt werden, das Leiterbesteigen dürfe nicht durchgeführt werden. Die Belastungen bezüglich oberer Extremitäten, wie das Hantieren mit Werkzeugen
,
sei dabei nicht einge
schränkt. Das Heben und Tragen von Lasten soll
t
e nur sehr leicht sein. Die längerdauernde Haltung soll
t
e nur sitzend sein. Arbeiten, welche ein Gleichge
wicht oder ein Balancieren erforderten, dürften nicht durchgeführt werden. Unter Einhaltung dieser Einschränkungen sei die Tätigkeit zu 100 % durchführbar
, ohne zeitliche Einschränkungen
.
4.
4.1
Die Stellungnahmen des Kreisarztes med. pract.
E._
(
vgl.
E. 3) wurden in Kenntnis der Vorakten erstattet, sind für die streitigen Belange umfassend, setzen sich mit den Befunden, den geklagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten Per
son auseinander und leuchten in der Darlegung der medizi
nischen Zustände und Zusammenhänge ein. Damit erfüllen sie die Anforderungen an eine beweiskräf
tige medizinische Entscheidungsgrund
lage, weshalb auf s
ie abgestellt werden kann (E. 1.7
).
4
.2
Med. pract.
E._
berücksichtigte die Einschrän
kungen für das
rechte
Knie und legte
schlüssig
dar, dass
grundsätzlich nur noch
sitzende Tätigkeit
zumutbar
sind
, wobei
insbesondere
körperliche Belastungen und Kniebelastungen, wie Schläge und/oder V
ibrationen
,
nicht erfolgen dürf
en (vgl. E. 3.2). Eine derart
angepasste Tätigkeit
ist
trotz der Kniebeschwerden
n
ach wie vor vollschichtig zumutbar.
Diese Einschätzung bezüglich Zumut
barkeitsprofil und Arbeitsfähigkeit
erweist sich aufgrund der vorhandenen Befunde und Diagnosen als nachvollziehbar und wird im Übrigen sowohl von Dr.
C._
in seinem
zu Händen des Beschwer
deführers erstatteten
Gutachten vom 1. Juli 2015 (
Urk.
7/91)
als auch
in jenem
von Dr
. D._
vom 4. September 2019 (
Urk.
7/188)
bestätigt und vom Beschwerdeführer
demnach
auch nicht bestritten
(
Urk.
1 S. 9 f.; vgl. so auch schon
Urk.
7/91 S.
2).
4.3
Des Weiteren legte der Kreisarzt
zutreffend
dar, dass auch die verwendeten Schmerz
mittel keine primären Einflüsse auf das zentrale Nervensystem und damit auch
nicht
auf die
Konzentrationsfähigkeit und die
Arbeitsfähigkeit zeitigen
(vgl. E. 3.2)
. Daran vermag die Stellungnahme von Dr.
D._
keine Zweifel zu erwecken, zumal dieser lediglich ganz allgemein auf seine sowie die Erfahrungen
viele
r
Patienten verweist
(
Urk.
7/188)
. Auch der Hinwei
s des Beschwerdeführers auf die Patienteninformation
bei Ibuprofen
(
Urk.
1 S. 10)
vermag daran selbst
redend nichts zu ändern.
Wie med. pract.
E._
zu Recht ausführte, kann grund
sätzlich jedes Schmerzmittel Auswirkungen auf den Allgemeinzustand des Konsu
menten haben, weshalb bei Problemen ein Ersatz durch ein anderes Medi
ka
ment zu erwägen ist
(E. 3.2)
.
5.
5.1
Nachdem
folglich erstellt ist, dass der Beschwerdeführer bei Einhaltung des erstellten Belastungsprofils vollschichtig arbeitsfähig ist, stellt sich die Frage, ob die angestammte Tätigkeit diesem Zumutbarkeitsprofil entspricht.
5.2
Der Beschwerdeführer ist
seinen Angaben zufolge Informatik-Ingenieur:
Er studierte zwei Jahre Mathematik und zwei Jahre Informatik in Paris und verfügt über einen Universitätsabschluss. Im Jahre 2001 kam er in die Schweiz und war für
verschiedene
Arbeitgeber tätig, zwischen den
einzelnen
Anstellungen aber auch immer wieder arbeitslos
(
Urk.
7/91 S. 3
f., 7/117 S.
5)
. Im Zeitpunkt des Unfalles vom 11. Februar 2009
arbeitete
er für die
Y._
als
Applikationss
upporter
. Diese
Anstellung hatte
er bis Januar 2010
inne
. Anschliessend war er von August 2010 bis März 2011 bei
der
G._ SA
und von November 2011 bis Mai 2012 bei
der
H._
GmbH
tätig. Im Zeitpunkt des
Rückfalles (Januar 2013) war er arbeitslos
(vgl. IK-Auszug [
Urk.
7/170])
.
5.3
Wie aus den von der Beschwerdegegnerin bei verschiedenen Arbeitgebern einge
holten Arbeitsplatzbeschreibungen
(
Urk.
7/149 ff.
)
erhellt
,
können die Tätigkeiten eines
Applikationssupporters
sehr unterschiedlich ausfallen. So ist es durchaus möglich, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Anstellung bei der
Y._
– wie von ihm ausgeführt
(
Urk.
1 S. 11,
7/189
S. 8
),
auf
grund der Stellen
beschreibung aber nicht ausgewiesen (
Urk.
7/104)
–
viel laufen, schwere Geräte tragen und unter anderem am Boden
kniend
Geräte und K
abel installieren musste. Allerdings gibt es
offensichtlich
auch
viele
T
ätigkeiten, welche nicht mit körperlichen Anstrengungen verbunden sind und überwiegend sitzend oder mit frei wählbarer Stellung und nie oder selten gehend ausgeführt werd
en (
Urk.
7/149, 7/150, 7/164, 7/165, 7/166, 7/167
). Deshalb ist grundsätzlich davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer
seine
angestammte Tätigkeit
als
Applikationssupporter
nach wie vor vollschichtig
zumutbar ist, womit ein Rentenanspruch zum Vornherein
zu verneinen wäre
.
Da dem Beschwerdeführer aufgrund der unterschiedlichen Stellenanforderungen
aber sicherlich einige Tätig
keiten
in seinem angestammten Bereich
–
infolge zu grosser körperlicher Anstrengungen
–
nicht mehr möglich sind, ist dennoch ein Einkommensvergleich
vorzunehmen
.
6
.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16
des
Bun
des
gesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Ein
kom
mens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die frag
lichen Erwerbs
ein
kom
men ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewon
nenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen.
Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 18 Abs. 2 UVG in Art. 28 Abs. 4 UVV eine besondere Regelung getroffen für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Ver
sicherten, welche die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV für die Bestimmung des Invalidi
tätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte
(Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2019 vom 17. März 2020 E. 2.3)
. Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa «42 Jahren» oder zwischen «40 und 45 Jahren» und das vorgerückte Alter im Bereich von «rund 60 Jahren», wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426).
Nachdem der Beschwerdeführer
sogar
schon
im Zeitpunkt des
Rückfalles über
60
Jahre alt war,
sind gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV die Erwerbsmöglichkeiten einer Person im mittleren Alter massgebend.
6
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls
rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014, Rn 55 f. zu Art.
28a
).
Die im Zeitpunkt des
Unfalles bekleidete Anstellung bei
Y._
endete im Januar 2010,
wobei keine
rlei
Hinweise
dafür
bestehen, dass die Beendigung der Anstellung
auf Unfallfolgen zurückzuführen
gewesen
wäre
. Nach dem
Ausscheiden aus
der
Y._
und
vor dem Rück
fall im Januar 2013
hatte
der Beschwerdeführer zwei
weitere, unterjährige
Anstellungen
– unterbrochen durch mehrmonatige Arbeitslosigkeit –
inne
und bezog ab Juni 2012 erneut Arbeitslosenentschädigung
.
Ein Blick auf die
Erwerbs
biographie des Beschwerdeführers
in der Schweiz zeigt zudem, dass
auch in der Zeitspanne vor dem Unfall
viele Stellenwechsel und eine längere Zeit
von Arbeits
los
igkeit
erfolgten
und das Einkommen deshalb von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausfiel
(vgl. IK-Auszug,
Urk.
7/170
).
Vor diesem Hintergrund
rechtfertigt es sich,
auf die LSE-Tabellenlöhne
abzustellen, wobei
die
LSE 2016
, Tabelle TA l, Ziffer
62–
63 «Informationstechnologie und Informationsdienst
leistungen»
anwendbar
ist
.
Da
es dem
Beschwerdeführer
in der Schweiz
trotz
fran
zösischem
Universitätsabschluss
offenbar
ni
cht gelang,
eine
hochqualifiziert
e und hochbezahlte Anstellung
zu besetzen
, ist auf das
Kompetenzniveau
3
abzu
stellen
. Somit
ergibt
sich unter Berücksichtigung der durchschnittli
chen Arbeits
zeit im Jahr 2017 von 41,3 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen [NOGA 2008], in Stun
den pro Woche, 2004-2019, J 62-63) sowie der Nominallohnentwick
lung bis ins Jahr 2017 (T1.1.15, Männer,
J
58-63, Veränderung gegenüber Vorjahr von 0.9 %) ein Einkommen von
Fr. 92'748.70 (Fr. 7'419.-- : 40 x 41.3 x 12 x 1.009).
Dieser Wert bewegt sich auch in der Grössenordnung des Einkommens
von Fr. 94'590.60 (Fr. 39.51 x 42.5 x 52 x 1.0
833)
, welches der Beschwerdeführer bei der Firma
Y._
in den Jahren 2009 bis 2017 hätte
erzielen können (
Urk.
7/102
, 7/178
).
6
.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch reali
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E.
3b
/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Der Beschwerdeführer war nach dem R
ückfall
im Januar 2013
vom 8.
A
pril bis
24.
August 2013
bei der
Z._
AG (
Urk.
7/33, 7/55, 7/60) und vom 11
. A
ug
u
s
t
2014
bis
zu seiner Pensionierung am
28.
Oktober 2017 bei der
A._
AG
beziehungsweise
B._
AG (
Urk.
7/91)
tätig. Diese Tätigkeit
en
mögen dem Zumutbarkeitsprofil des Beschw
erdeführers zwar angepasst
gewesen
sein;
allerdings schöpfte der Beschwerdeführer
damit
seine
verbleibende
Arbeits
fähigkeit nicht
in zumutbarer Weise
voll aus
,
entspr
a
chen
diese
Tätigkeit
en
doch weder seinen
intellektuellen
Fähigkeiten noch den
aufgrund der langjährigen Erfahrung in der IT-Branche
bestehenden
Möglichkeiten
.
Wie bereits erwähnt
gibt es in der Tätigkeit als
Applikationssupporter
zahlreiche
Arbeitsgelegenheiten
,
welche nicht mit körperlichen Anstrengungen verbunden sind und überwiegend sitzend oder mit frei wählbarer Stellung und nie oder selten ge
hend ausgeführt werden (vgl. E.
5.3
).
Dies gilt insbesondere angesichts der grossen Vielfalt an
Tätigkeiten im Bereich der Informationstechnologie und –
dienstleistungen
(vgl. auch
https://www.kubb-tool.bfs.admin.ch/de/code/j
).
Zu berücksichtigen gilt zu
dem, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischen
arbeits
plätze umfasst, also Stellenangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entge
gen
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018, E. 7.2.1 mit Hinweisen).
Folglich ist beim Invalideneinkommen
– wie bereits beim Valideneinkommen –
auf die
LSE-
Tabelle TA
1, Z
iffern
62–
63 «Informationstechnologie und Informations
dienst
leistungen»
, Anforderungsniveau 3
, abzustellen
(vgl. E. 6.2)
.
Nachdem sowohl Validen- als auch Invalideneinkommen gestützt auf denselben Tabel
lenwert zu ermitteln sind, erübrigt sich eine entsprechende Anpassung an die Tabellenlöhne der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre (vgl. E. 6.1).
6
.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einflies
sen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bun
desgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6
.5
Die Beschwerdegegnerin gewährte aufgrund der unfallbedingten körperlichen Ein
schränkungen einen leiden
sbedingten Abzug von 5 % (
Urk.
2
S. 12
). Dies erscheint gerechtfertigt.
Zwar ist dem Beschwerdeführer
seine angestammte Tätig
keit
grundsätzlich nach wie vor möglich, doch
ist er bei
der Auswahl einer Anstellung durch die Unfallfolgen allenfalls etwas eingeschränkt.
We
itere Fakto
ren, welche einen Abzug rechtfertigen würden, s
ind vorliegend nich
t ersichtlich. Insbesondere
vermag
auch
das fortgeschrittene Alter keinen zusätzlichen Abzug
zu
begründen
, sind gemäss Art. 28 Abs.
4 UVV doch die Erwerbseinkommen mass
gebend, die ein
Versicherter im mittleren Alter
bei einer entsprechenden Gesundheitsschäd
igung erzielen könnte (vgl. E. 6.1
).
6
.6
Bei Bemessung des Validen- und Invalideneinkommens aufgrund desselben Tabel
lenwertes und Berücksichtigung eines leiden
s
bedingten Abzugs von 5 %, resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 5 %.
Der Vollständigkeit halber
ist fest zu halten, dass der Beschwerdeführer dem Einkommensvergleich ein Valideneinkommen von
Fr.
77'520.-- zugrunde legt (
Urk.
1 S. 11), womit ein Rentenanspruch ohnehin entfällt, schöpfte er doch - wie dargelegt (E. 6.3) - seine Restarbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise aus.
7
.
7
.1
Hinsichtlich des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung ist ebenfalls auf die Stellungnahme
n des
Kreisarztes med. pract.
E._
abzustellen.
Dieser
schätzte den Inte
gritätsschaden in
seinem
Bericht vom
17. Mai 2017 (
Urk.
7/121)
auf 10 % und führte hierzu aus,
dass es beim Beschwerdeführer postoperativ zur Ausbil
dung einer mässigen, überwiegend medial betonten
Femorotibialarthrose
gekom
men sei. Eine medial
e
und laterale
Femorotibialarthrose
würde gemäss Suva-Tabelle 5
eine Entschädigung
zwischen 5 und 15 %
begründen
. Da aber praktisch nur der mediale Abschnitt des
Tibiaplateaus
mässig betroffen sei, sei eine 10%ige Integritätsentschädigung als grosszügig zu werten, aber auch geschuldet.
Dieser Einschätzung vermögen die Einwände des Beschwerdeführers nichts entgegen
zusetzen, wie im Nachfolgenden zu zeigen
ist
:
7
.2
In der Tabelle 5 der Suva – Integritätsschaden bei Arthrosen – wird der Inte
gri
tätsschaden bei einer mässigen
Femorotibialarthrose
auf 5 bis 15 % und bei einer schweren auf 15
bis
30
%
festgesetzt.
Aufgrund der Tatsache, dass nur der medi
ale Abschnitt des
Tibiaplateaus
mässig betroffen ist, erweist sich eine Integritäts
entschädigung von 10
% als angemessen
und entspricht auch dem von Dr.
C._
eingebrachten
Vorschlag einer Entschädigung von 5 bis 10 %
(
Urk.
7/91)
.
Insofern der Beschwerdeführer
unter Bezug
nahme auf das Gutachten von Dr.
D._
eine
Integritätsentschädigung von 30
% als ge
rec
htfertigt erachtet
(
Urk.
1 S. 15,
Urk.
7/188
), kann ihm nicht gefolgt werden.
Zwar trifft es zu, dass
gemäss dem MRI des
Röntgeninstituts Oerlikon
vom 15. Januar 2013
eine fortgeschrittene
Arthrose
diagnostiziert
worden war
(
Urk.
7/17
). Doch ist
es
– wie med. pract.
E._
plausibel darlegte
(
Urk.
7/176) – wissenschaftlich nicht zulässig, eine fortgeschrittene Arthrose mit einer schweren Arthrose gleichzu
setzen. Eine fortgeschrittene Arthrose deutet lediglich darauf hin, dass die Arth
rose im Verlauf
bis zur
erneuten
Bildgebung fortgeschritten ist. Über die Ausprä
gung, das heisst den Schweregrad einer Arthrose, sagt der Begriff hingegen nichts aus.
Und auch wenn im MRI der Universitätsklinik
I._
vom 9. August 2019 von einer zum 15. Januar 2013 progredienten
Pangonarthrose
ausgegangen wird
(
Urk.
7/188 S. 8 f.)
, imponiert
die Arthrose
doch nach wie vor
als mässig
. Vor dem Hintergrund, dass der Inte
gritätsschaden gemäss Suva-Tabelle 5 bei einer mässigen
Pangonarthrose
auf 10 bis 30 %
festgesetzt wird und
der Beschwerde
führer offensichtlich
an
eine
m
unfallfremden Vorzustand am Knie
litt
(
chondro
pathie
fémoro-patellaire
,
fémoro
-tibiale interne et externe de grade II
[
Urk.
7/7],
c
hondropathie
stade
IV au
niveau
de la
trochlée
genou
droit
[
Urk.
7/12]
)
, erscheint
eine
Integritätsentschädigung in der Höhe von 10 % nach wie vor als gerechtfertigt.
8
.
Zusammenfassend erweist sich damit der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. März 2020 (
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.