Decision ID: 62313f74-e719-45de-bc41-a49af54aeb20
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis auf Probe für die Fahrzeugkategorie B am
29. Dezember 2015. Im Administrativmassnahme-Register ist er nicht verzeichnet.
B.- Am Mittwoch, 13. Januar 2016, 0.01 Uhr, war X mit einem Personenwagen auf der
Autobahn A1 unterwegs, als er in Gossau bei der Raststätte Wildhus Nord polizeilich
kontrolliert wurde. Da er sich während der Kontrolle überaus euphorisch und redselig
verhalten habe und die Pupillen verzögert auf Lichteinfall reagierten, wurde ein
Drogenschnelltest durchgeführt. Dieser fiel positiv auf Kokain und THC
(Tetrahydrocannabinol, Wirkstoff von Cannabis) aus, weshalb zusätzlich eine
Blutentnahme angeordnet wurde. Die Auswertung der Blutprobe wurde durch das
Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (IRM) durchgeführt. Im Urin
wurden ca. 1500 μg/l und im Blut 14 μg/l Benzoylecgonin (inaktives Abbauprodukt von
Kokain) nachgewiesen. Im Weiteren wurde im Blut 1,7 μg/l THC und 26 μg/l THC-
Carbonsäure (THC-COOH, inaktives Abbauprodukt von Cannabis) gefunden. Das
Strafverfahren wegen Verdachts auf Fahren in fahrunfähigem Zustand ist noch hängig.
C.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen bestätigte am
19. Januar 2016 die vorläufige Abnahme des Führerausweises durch die Polizei. Es
eröffnete am 15. Februar 2016 gegenüber X ein Verfahren zur Abklärung der
Fahreignung, kündigte die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung an
und verbot ihm vorsorglich ab sofort das Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien.
Mit Zwischenverfügung vom 14. März 2016 wurde er aufgefordert, zwecks
verkehrsmedizinischer Untersuchung innert 20 Tagen einen Termin mit dem IRM zu
vereinbaren. Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass von einer fehlenden
Fahreignung ausgegangen und der vorsorgliche Führerausweisentzug in einen
Sicherungsentzug umgewandelt werde, sollte er der Aufforderung keine Folge leisten.
Nachdem X beim IRM innert Frist keinen Termin für die Fahreignungsabklärung
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vereinbart hatte, kündigte das Strassenverkehrsamt an, einen Führerausweisentzug auf
unbestimmte Dauer zu prüfen, und gab ihm eine zehntägige Frist zur Stellungnahme.
Mit Verfügung vom 31. Mai 2016 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis auf Probe mit einer Sperrfrist von drei Monaten (13. Januar bis 12. April
2016) auf unbestimmte Zeit. Für die Aufhebung des Entzugs wurde ein positiv
lautendes verkehrsmedizinisches Gutachten verlangt. Einem allfälligen Rekurs wurde
die aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Dagegen erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. Juni 2016 Rekurs
bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die Verfügung vom 31. Mai 2016 vollumfänglich aufzuheben
und dem Rekurrenten der Führerausweis umgehend wieder auszuhändigen. Das
gleichzeitig gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zog er am 30. Juni 2016
wieder zurück. Die Vorinstanz verzichtete am 20. August 2016 auf eine
Vernehmlassung. Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in

den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 15. Juni 2016 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege;
sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen (Art. 15d Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes,
SR 741.01, abgekürzt: SVG). Wird festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen
nicht oder nicht mehr bestehen, muss der Führerausweis entzogen werden (Art. 16
Abs. 1 SVG). In diesen Fällen dient der Entzug des Ausweises der Sicherung des
Verkehrs vor ungeeigneten Fahrzeugführern (Sicherungsentzug). Der Entzug wird
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grundsätzlich auf unbestimmte Dauer ausgesprochen (Art. 16d Abs. 1 Ingress SVG).
Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen
wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist, und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG).
Der Untersuchungsgrundsatz verlangt von der Verwaltung und vom Gericht die richtige
und vollständige Abklärung des massgeblichen Sachverhalts, d.h. die Ermittlung der
materiellen Wahrheit (vgl. F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983,
S. 207). Je tiefer in den Persönlichkeitsbereich eingegriffen wird, desto sorgfältiger ist
diesem Grundsatz nachzuleben (vgl. R. Schaffhauser, Zur Entwicklung von Recht und
Praxis des Sicherungsentzugs von Führerausweisen, in: AJP 1/1992 S. 17 ff.,
insbesondere S. 33 N 58). Da ein Sicherungsentzug stark in den Persönlichkeitsbereich
eingreift, ist eine genaue Abklärung der persönlichen Verhältnisse des Betroffenen in
jedem Fall und von Amtes wegen vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen
behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob ein Gutachten eingeholt
werden soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im
pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II 82 E. 2.2). Die
Beweismittel unterliegen der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in
Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP). Verweigert eine Person bei Massnahmen zur
Untersuchung der Fahreignung die Mitwirkung, können daraus negative Schlüsse auf
ihre Fahreignung gezogen werden (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_445/2012 vom
26. April 2013 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 124 II 559 E. 5a).
Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person der Führerausweis entzogen, wenn sie
an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG).
Die Rechtsprechung bejaht eine Drogensucht, wenn die Abhängigkeit von der Droge
derart ist, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist,
sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem – dauernden oder zeitweiligen – Zustand zu
setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. Im Interesse der
Verkehrssicherheit setzt die Rechtsprechung den regelmässigen Konsum von Drogen
der Drogenabhängigkeit gleich, sofern dieser seiner Häufigkeit und Menge nach
geeignet ist, die Fahreignung zu beeinträchtigen (BGE 127 II 122 E. 3c).
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b) Am 14. März 2016 forderte die Vorinstanz den Rekurrenten auf, sich einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung zu unterziehen, da der zeitgleiche Nachweis
mehrerer, die Fahrfähigkeit negativ beeinflussender Substanzen begründete Zweifel an
der Fahreignung wecke. In der Zwischenverfügung wurde er darauf hingewiesen,
dagegen innert 14 Tagen Rekurs erheben zu können (vgl. act. 6/28 f.). Dessen
ungeachtet liess er die 14-tägige Rechtsmittelfrist unbenutzt ablaufen. Die
Zwischenverfügung vom 14. März 2016 erwuchs folglich in Rechtskraft, weshalb die
Rechtmässigkeit der Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung vorliegend
nicht in Frage steht. Insbesondere steht sie im Einklang mit dem von der
Expertengruppe Verkehrssicherheit des Eidgenössischen Departements für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation verfassten Leitfaden "Verdachtsgründe fehlender
Fahreignung" vom 26. April 2000 (abrufbar unter www.astra.admin.ch/Dokumentation/
Gesetzgebung/Richtlinien oder in: Jusletter 11. September 2000 Rz. 11), wonach
bereits bei der erstmaligen Mitteilung der Polizei oder eines Arztes, dass Kokain
konsumiert worden sei, Abklärungsbedarf hinsichtlich der Frage der Fahreignung
besteht. Ein Bezug zum Strassenverkehr ist nicht erforderlich. Dieser Leitfaden ist für
Verwaltungs- und Gerichtsbehörden zwar nicht verbindlich, gibt jedoch Hinweise auf
allfällige Verhaltensweisen, die im Hinblick auf die Fahreignungsprüfung dienlich sein
könnten (BGer 1C_140/2007 vom 7. Januar 2008 mit Hinweis auf 6A.38/2003 vom 12.
August 2003 E. 4). Begründet wird der Abklärungsbedarf mit dem Umstand, dass
erfahrungsgemäss höchstens zehn Prozent der beurteilten Fahrzeuglenker trotz
Kokainkonsums fahrgeeignet sind. Von Kokain geht ein sehr grosses Suchtpotential
aus. Der Konsum stellt aufgrund der enthemmenden Wirkung dieses
Betäubungsmittels und der subjektiv empfundenen Leistungssteigerung bei
herabgesetzter Selbstkritik eine Gefahr für den Strassenverkehr dar. Es kann zu
erhöhter Risikobereitschaft und einer erhöhten Aggressionsneigung führen. Ferner wirkt
sich die erhöhte Blendeempfindlichkeit wegen erweiterter Pupillen negativ auf die
Fahrfähigkeit aus. Nach Abklingen des Kokainrauschs fallen Erschöpfung und nicht
selten auch Angstzustände ins Gewicht. Ein erhöhtes Müdigkeitsgefühl mehrere
Stunden nach einem Kokainkonsum wurde auch schon beschrieben (Thiele, Neue
Aspekte in der Fahreignungsbegutachtung beim Drogenkonsum, Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2005, S. 112 f.). Anlässlich der polizeilichen Befragung gab der
Rekurrent an, gelegentlich – wenn auch nicht regelmässig – Kokain und Marihuana zu
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konsumieren (vgl. act. 6/9). Von Heroin war entgegen den Ausführungen im Rekurs
(act. 1 Ziff. 5) nicht die Rede. Ein solcher Mischkonsum wirkt sich auf die
Fahrtüchtigkeit noch problematischer aus wegen gegenseitiger Wirkverstärkung der
Drogen. Das Bundesgericht wertet einen mehrjährigen Mischkonsum als Indiz für einen
beträchtlichen Drogenkonsum, von dem eine Verkehrsgefährdung ausgehen könne
(BGer 6A.49/2000 vom 28. Juni 2000 E. 3c). Deshalb kann eine Person, die weder in
abhängiger noch in verkehrsrelevant missbräuchlicher Weise Cannabis konsumiert,
nicht mehr ohne verkehrsmedizinische Begutachtung als fahrgeeignet beurteilt werden,
wenn sie zusätzlich Kokain verwendet (vgl. B. Liniger, Drogen, Medikamente und
Fahreignung, in: Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, 1. Aufl. 2005, S.
37). Im Übrigen findet die Unschuldsvermutung bei sichernden Massnahmen anders
als im Straf- und im Warnungsentzugsverfahren keine Anwendung, da diese
Massnahme nicht wegen eines schuldhaften Verhaltens des Betroffenen, sondern im
Interesse der Verkehrssicherheit erfolgt. Auf die Angaben des Rekurrenten gegenüber
der Polizei zu seinem Drogenkonsum kann deshalb im vorliegenden Verfahren
abgestützt werden.
c) Mit der verkehrsmedizinischen Untersuchung hätte festgestellt werden sollen, ob
beim Rekurrenten eine Drogenabhängigkeit oder ein verkehrsrelevanter
Drogenmissbrauch besteht und ob er deshalb mehr als jede andere Person gefährdet
ist, ein Motorfahrzeug in fahrunfähigem Zustand zu lenken. Ob eine fehlende
Fahreignung gegeben ist, kann ohne Angaben über Konsumgewohnheiten des
Betroffenen, namentlich über Häufigkeit, Menge und Umstände des Drogenkonsums
und des allfälligen Konsums weiterer Betäubungsmitteln oder Alkohol, sowie zur
Persönlichkeit nicht beurteilt werden (BGer 1C_618/2015 vom 7. März 2016 E. 2). Der
Bericht des IRM vom 4. Februar 2016 zuhanden der Strafuntersuchungsbehörde, worin
gestützt auf die nachgewiesenen Substanzen alleine zur Frage der Fahrfähigkeit im
Ereigniszeitpunkt Stellung genommen wurde (act. 6/20 f.), genügt diesem Erfordernis
nicht. Es fehlt folglich an einem verkehrsmedizinischen Gutachten und zwar nur
deshalb, weil der Rekurrent seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen ist und sich
verkehrsmedizinisch nicht untersuchen liess. Dass bei einer solchen
Weigerungshaltung negative Schlüsse auf die Fahreignung gezogen werden, ist nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGer 1C_445/2012 vom 26. April 2013
E. 3.3). Schliesslich ist das Verfahren nach einem vorsorglichen Führerausweisentzug
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innert nützlicher Frist durch einen definitiven Entscheid abzuschliessen. Der Vorinstanz
kann daher nicht vorgeworfen werden, sie habe ohne medizinisches Gutachten einen
Sicherungsentzug angeordnet. Im Übrigen wurde dem Rekurrenten in der
Zwischenverfügung vom 14. März 2016 angedroht, bei fehlender
verkehrsmedizinischer Untersuchung werde der vorsorgliche Führerausweisentzug in
einen Sicherungsentzug umgewandelt (vgl. act. 6/29). Zu guter Letzt erhielt er am
4. Mai 2016 Gelegenheit, sich zu einem allfälligen Sicherungsentzug zu äussern (vgl.
act. 6/31). Er machte davon jedoch keinen Gebrauch. Die selbstverschuldete
Beweislosigkeit wirkt sich zu seinen Ungunsten aus, weshalb der Führerausweis auf
Probe zu Recht auf unbestimmte Zeit entzogen wurde (vgl. auch Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission IV-2011/138 vom 23. Februar 2012, abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch).
d) Der auf unbestimmte Dauer entzogene Führerausweis kann bedingt und unter
Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Die Wiedererteilung setzt
voraus, dass der Betroffene wieder geeignet erscheint, ein Fahrzeug im
Strassenverkehr zu führen, ohne dass dabei die Sicherheit der anderen
Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Hierbei muss die Entzugsbehörde von einer
günstigen Prognose für das künftige Verhalten des Gesuchstellers im Strassenverkehr
ausgehen können (BGE 107 Ib 34 E. 2).
Die Vorinstanz hat die Sperrfrist auf drei Monate festgelegt und als Bedingung für die
Aufhebung des Entzugs ein positiv lautendes verkehrsmedizinisches Gutachten
gefordert. Der Grund für den Sicherungsentzug liegt darin, dass sich der Rekurrent
trotz Aufforderung keiner verkehrsmedizinischen Untersuchung unterzogen hat,
weshalb die erheblichen Zweifel an der Fahreignung nicht beseitigt wurden. Es ist
daher gerechtfertigt, die Wiedererteilung des Führerausweises an ein positiv lautendes
Gutachten zu knüpfen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf sich die
Administrativbehörde nicht ohne ernsthafte Gründe von der Tatsachenfeststellung
durch den Strafrichter entfernen (Philippe Weissenberger, Kommentar SVG und OBG,
2. Aufl. 2015, Vorbemerkungen zu Art. 16 ff. SVG N 10). Über die Sperrfrist ist daher
erst dann zu verfügen, wenn im Strafverfahren festgestellt wurde, dass der Rekurrent in
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fahrunfähigem Zustand gefahren ist. Daran ändert nichts, dass die allfällige Sperrfrist
von drei Monaten im heutigen Zeitpunkt aufgrund des vorsorglichen
Führerausweisentzugs bereits vollzogen wäre.
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht die Fahreignung des
Rekurrenten verneint und den Führerausweis auf Probe auf unbestimmte Zeit entzogen
hat. Der mit dem Sicherungsentzug verbundene Eingriff in die Persönlichkeitssphäre
des Rekurrenten ist angesichts der auf dem Spiel stehenden öffentlichen Interessen
der Sicherheit von Passagieren und anderen Verkehrsteilnehmern erforderlich und
angemessen und liegt nicht zuletzt auch in seinem eigenen, wohlverstandenen
Interesse (vgl. BGer 6A.15/2000 vom 28. Juni 2000 E. 4). Nach dem vorsorglichen
Führerausweisentzug (vgl. Art. 30 VZV) vom 15. Februar 2016 war die Vorinstanz
verpflichtet, innert nützlicher Frist einen definitiven Entscheid zu treffen. Ein
vorsorglicher Ausweisentzug kann nicht losgelöst vom eigentlichen Entzugsverfahren
verfügt werden, sondern nur bis zur „Abklärung von Ausschlussgründen“. Die
entsprechende Verfügung stellte damit einen Zwischenschritt auf dem Weg zur
Endverfügung bzw. eine vorsorgliche Massnahme dar (Philippe Weissenberger,
Administrativrechtliche Massnahmen gegenüber Motorfahrzeuglenkern bei Alkohol-
und Drogengefährdung, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2004, S. 121 f.). Die
von der Vorinstanz verhängte Sperrfrist von drei Monaten ist dagegen aufzuheben, da
das Strafverfahren wegen des Verdachts auf Fahren in fahrunfähigem Zustand noch
nicht abgeschlossen ist. Die Vorinstanz wird dannzumal ebenfalls zu prüfen haben,
welche Auswirkungen der Sicherungsentzug auf den Führerausweis auf Probe hat,
wenn die Fahreignung dereinst wieder befürwortet werden sollte. Namentlich stellt sich
die Frage, ob der Führerausweis auf Probe überhaupt wiedererteilt werden kann oder
ob die gesamte Fahrausbildung (theoretischer und praktischer Teil) von vorne
begonnen werden muss. Der Rekurs ist abzuweisen, soweit er sich gegen den
Sicherungsentzug richtete. Demgegenüber ist er gutzuheissen, soweit die Sperrfrist
angefochten wurde. Entsprechend ist Ziffer 2 der Verfügung der Vorinstanz vom
31. Mai 2016 aufzuheben.
3.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines
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Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
4.- Der Rekurrent unterliegt mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei
vollumfänglich aufzuheben. Hingegen ist die Verfügung hinsichtlich der verfügten
Sperrfrist von drei Monaten aufzuheben. Dies entspricht einer teilweisen Gutheissung
des Rekurses. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten
zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der
Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens (W.
Hagmann, Die st. gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor
dem Regierungsrat, Zürich 1979, S. 267 f.). Unter den gegebenen Umständen erscheint
es angemessen, die amtlichen Kosten von Fr. 1'500.– (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) zu drei Vierteln dem Rekurrenten und zu
einem Viertel dem Staat aufzuerlegen. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist zu
verrechnen und dem Rekurrenten im Restbetrag von Fr. 375.– zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten.