Decision ID: 87b8722a-ab17-54cd-8ec1-7f3b327813d8
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 18. Mai 2005 wegen Hüft- und Rückenschmerzen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 4). Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten die
Gutachter des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) am 4. Dezember 2007
ein polydisziplinäres (allgemein-internistisches, rheumatologisches, neurologisches und
psychiatrisches) Gutachten. Als Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierten die Gutachter eine depressive Störung, gegenwärtig leichte bis
mittelschwere Episode mit somatischem Syndrom und Somatisierungstendenzen,
sowie eine dissoziative Sensibilitäts- und Bewegungsstörung. Durch das psychische
Leiden sei die Versicherte in ihrer psychophysischen Belastbarkeit zu 30%
eingeschränkt (IV-act. 51, insbesondere S. 27 f.). Gestützt auf diese medizinische
Beurteilung ermittelte die IV-Stelle einen 31%igen Invaliditätsgrad und wies das
Rentengesuch mit Verfügung vom 28. April 2008 ab (IV-act. 60).
A.b Auf das am 27. Juli 2009 wieder angemeldete Leistungsgesuch trat die IV-Stelle
mangels glaubhaft gemachter erheblicher Änderung der tatsächlichen Verhältnisse mit
Verfügung vom 20. Oktober 2009 nicht ein (IV-act. 81). Die dagegen erhobene
Beschwerde vom 20. November 2009 (IV-act. 85) wies das Versicherungsgericht ab
(Entscheid vom 22. Februar 2011, IV 2009/441, IV-act. 97).
A.c Am 6. März 2013 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 99). Der seit Oktober 2012 behandelnde Dr. med. B._,
Facharzt für Innere Medizin, berichtete am 25. März 2013, seit Mai 2012 leide die
Versicherte an einer schweren Depression. Zudem sei im September 2012 eine
koronare Herzkrankheit hinzugekommen. In den letzten 3 Jahren habe sich auch das
generalisierte Schmerzsyndrom verschlechtert. Des Weiteren sei der Diabetes nicht gut
eingestellt. Eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sei nicht möglich (IV-act.
102; vgl. auch den Bericht von Dr. B._ vom 17. Mai 2013, IV-act. 108-1 ff.). Im
Bericht vom 6. Juni 2013 führte der seit 30. Mai 2012 ambulant behandelnde Dr. med.
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C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die Versicherte leide an einer
chronifizierten depressiven Episode (ICD-10: F32), einer dissoziativen
Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4) und einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Er bescheinigte ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(IV-act. 109; siehe auch den Verlaufsbericht vom 24. Oktober 2013, IV-act. 114). RAD-
Arzt Dr. med. D._, Facharzt u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt einen
medizinischen Revisionsgrund für möglich und empfahl eine polydisziplinäre Abklärung
der Versicherten (Stellungnahme vom 17. Februar 2014, IV-act. 123).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 10., 11. und 19. Juni 2014 in der
ABI Aerztliches Begutachtungs-Institut GmbH polydisziplinär (allgemein-internistisch,
psychiatrisch, orthopädisch, neurologisch, gastroenterologisch und kardiologisch)
untersucht. Die Experten diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0, F32.1), eine chronische
koronare Herzkrankheit (ICD-10: I25) und einen Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10:
E10.9). Schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten seien der Versicherten nicht
mehr zumutbar. Für körperlich leichte bis selten mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten
bestehe eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, vollschichtig realisierbar
(Gutachten vom 7. Juli 2014, IV-act. 135-2 ff.).
A.e Ausgehend von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit ermittelte die IV-Stelle einen
16%igen Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 29. Juli
2014 die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 140). Am 11.
September 2014 erhob die Versicherte dagegen Einwand (IV-act. 144). Am 2. Oktober
2014 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 145).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 2. Oktober 2014 richtet sich die von der Versicherten
am 30. Oktober/21. November 2014 erhobene Beschwerde. Die Beschwerdeführerin
beantragt darin deren Aufhebung und die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Zur
Begründung verweist sie auf einen Bericht von Dr. B._ vom 28. Oktober 2014 (act. G
1 und G 3). Darin äussert sich dieser zum Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin. Es lasse sich sagen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
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generalisierten Schmerzsymptomatik mit begleitender ausgeprägter Depression bisher
keiner Erwerbstätigkeit habe nachgehen können und eine Arbeitsfähigkeit nicht
gegeben sei (act. G 1.1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 15. Januar
2015 die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt darin neu die Auffassung, dass aus
rechtlicher Sicht kein invalidisierendes Leiden bestehe und daher für
leidensangepasste Tätigkeiten von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei
(act. G 6).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 20. Februar 2015 ist dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten) entsprochen worden (act. G 9).
B.d Die Beschwerdeführerin hat auf eine Replik verzichtet (vgl. act. G 10).
B.e Am 26. Mai 2015 lässt die Beschwerdeführerin weitere medizinische Berichte
einreichen (u.a. einen Bericht der Psychiatrischen Klinik E._ vom 4. Mai 2015, in der
die Beschwerdeführerin seit 13. März 2015 wegen Verdachts auf eine schwere
depressive Episode stationär behandelt wird, act. G 11; vgl. auch die Eingabe vom 11.
Januar 2016, act. G 13).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der am 6. März 2013
(IV-act. 99) wieder angemeldete Rentenanspruch.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
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auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
1.2 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
2.
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Zunächst zu prüfen ist, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt
worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützt die Abweisung des Rentengesuchs in
medizinischer Hinsicht auf das ABI-Gutachten vom 7. Juli 2014 (IV-act. 145).
2.1 Die Beschwerdeführerin bringt keine konkreten Mängel gegen die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter vor. Sie hält diese hauptsächlich mit
Verweis auf die davon abweichende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. B._ für nicht
beweiskräftig (act. G 1.1 und G 3). Er bescheinigt der Beschwerdeführerin eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.1; siehe auch etwa den Bericht vom 17. Mai
2013, IV-act. 108-1 ff.). Diese bestehe "seit sicher elf Jahren" (Schreiben vom 3. März
2015, act. G 11.4).
2.2 Die Einschätzung der gesundheitlichen Leiden durch Dr. B._ war den ABI-
Gutachtern bekannt und wurde berücksichtigt (IV-act. 135-5). Weder aus den im
Zeitpunkt der Begutachtung vorgelegenen noch den später ergangenen, den
massgebenden Sachverhalt bis Verfügungserlass betreffenden Berichten ergeben sich
objektive Gesichtspunkte, welche die ABI-Gutachter bei ihrer Beurteilung ausser Acht
gelassen hätten. Die Einschätzung des Hausarztes stellt damit eine andere Würdigung
des gleichen medizinischen Sachverhalts dar.
2.2.1 Die Eindeutigkeit, mit welcher sich der (erst) seit Oktober 2012 behandelnde Dr.
B._ (IV-act. 102-1) äussert ("[...] seit sicher elf Jahren zu 100% aus
Krankheitsgründen arbeitsunfähig", act. G 11.4), weckt in Anbetracht des komplexen
Leidensbilds Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung, zumal sich seine Beurteilung
weder mit der Beurteilung der ABI-Gutachter noch mit derjenigen gemäss dem
früheren ZMB-Gutachten vom 4. Dezember 2007 (IV-act. 51) vereinbaren lässt. Aus
den Berichten von Dr. B._ geht sodann nicht hervor, dass er die verbliebenen
Ressourcen der Beschwerdeführerin kritisch geprüft und gestützt darauf eine von der
Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin unabhängige Arbeitsfähigkeitsschätzung
vorgenommen hätte. Vielmehr scheint er den Angaben der Beschwerdeführerin bzw.
dem Umstand, dass sie seit dem Jahr 2004 nicht mehr einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen sei, massgebendes Gewicht bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
beigemessen zu haben (act. G 1.1, S. 1 unten, und IV-act. 108-3 unten).
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2.3 Die Berichte von Dr. C._ vom 6. Juni 2013 (IV-act. 109) und vom 24. Oktober
2013 (IV-act. 114) wurden vom psychiatrischen ABI-Gutachter berücksichtigt und
diskutiert (IV-act. 135-16 f.). Weder aus den Akten noch den Ausführungen der
Beschwerdeführerin ergeben sich Anhaltspunkte, die an der gutachterlichen
psychiatrischen Beurteilung der ABI Zweifel entstehen lassen. Ein Vergleich der
Befunde (IV-act. 109-2, IV-act. 114-4 und IV-act. 135-14) ergibt keine wesentlichen
Differenzen, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ eine andere Würdigung desselben
medizinischen Sachverhalts darstellt. Sie scheint zudem primär auf der
Leidenspräsentation der Beschwerdeführerin zu gründen, ohne dass eine Konsistenz-
und Plausibilitätsprüfung erkennbar ist ("das depressive Zustandsbild erscheint zu
ausgeprägt", IV-act. 109-3; "die Versicherte wirkt so stark beeinträchtigt, dass nicht
einmal eine Tätigkeit im geschützten Rahmen möglich scheint", IV-act. 114-7).
2.4 Bei der Würdigung des ABI-Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die
medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin
geklagten Leiden berücksichtigt und gewürdigt. Die darin vorgenommene
Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Insbesondere
ist sie mit den Erkenntnissen und der Würdigung des ZMB-Gutachtens (IV-act. 51)
vereinbar. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche
Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Was die von der Beschwerdeführerin
nach ursprünglichem Abschluss des Schriftenwechsels (act. G 10) eingereichten
psychiatrischen Akten (siehe etwa act. G 11.2) anbelangt, so beschlagen diese nicht
den vorliegend massgebenden bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2.
Oktober 2014 eingetretenen Sachverhalt (BGE 132 V 220 E. 3.1.1), weshalb sich
Weiterungen hierzu erübrigen. Es steht der Beschwerdeführerin indessen frei, gestützt
auf die ärztlichen Berichte der Psychiatrischen Klinik E._ eine erneute Anmeldung
vorzunehmen.
3.
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Ausgehend von einer medizinisch bescheinigten 80%igen Restarbeitsfähigkeit
resultiert gestützt auf einen - wegen fehlender repräsentativer Grundlage für das
Valideneinkommen (vgl. den IK-Auszug in IV-act. 8) vorzunehmenden -
Prozentvergleich und bei Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von maximal 10% ein
nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28% (20% + [80% x 10%]). Daran
änderte nichts, wenn zugunsten der Beschwerdeführerin weiterhin auf die von den
ZMB-Gutachtern bescheinigte 70%ige Restarbeitsfähigkeit abgestellt würde, führte
dies doch ebenfalls zu einem nicht renten¬begründenden Invaliditätsgrad von 37%
(30% + [70% x 10%]). Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob - wie die
Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren vorbringt - der gutachterlich
ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit die invalidisierende Wirkung abgeht (act. G 6, Rz 7).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden
Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 9) ist sie von der Bezahlung zu
befreien. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin es gestatten,
kann sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtsgebühr verpflichtet werden (Art. 99 Abs.
2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs.
1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO/CH; SR 272]).
4.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Die gewährte unentgeltliche Rechtspflege blieb auf die Befreiung
von den Gerichtskosten beschränkt, zumal die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin auch nachträglich kein Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gestellt hat (act. G 9). Deshalb besteht kein Anspruch auf eine
Entschädigung der Bemühungen der erst nach gewährter Befreiung von den
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Gerichtskosten tätig gewordenen Rechtsvertreterin (act. G 11 und G 13) in Form einer
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.