Decision ID: 17ff75f2-8304-48a8-970b-93ee11a48504
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1985, war seit
April 2012
bei der
Z._
AG als
Betriebs
mitarbeiter
angestellt und damit bei der Suva versichert, als er am 11. Februar 2016
von einem Stück Armierungsweisen, das von einer Masc
hine in die Luft geschleudert wu
rde, an der linken Schulter getroffen wurde
(Urk.
8/1
).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leistungen
mit Verfügung vom
23. Juni 2016 (Urk. 8/22
= Urk. 3/3
)
per
23. Mai 2016
ein. Die vom zuständigen Krankenversiche
rer erhobene Einsprache (Urk. 8/23
) wurde am
5. Juli 2016
wieder zurückgezogen (Urk.
8/26
). Die vom Versicherten am
19. Juli
2016
erhobene
und am 22. August
2016
ergänzte
Einsprache (Urk.
8/27/1-3; Urk. 8/33/1-3
= Urk. 3/5
) wies die Suva
mit Entscheid vom 31. Oktober 2017 (Urk. 8/76 = Urk. 2
/1-8
) ab.
2.
Der
Versicherte erhob am
4. Dezember 2017
Beschwerde gegen den Ein
spra
che
entscheid vom
31. Oktober 2017
(Urk. 2
/1-8
) und beantragte,
dieser sei auf
zu
heben und es sei die Suva zu verpflichten, ihm im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 11. Februar 2016 auch nach dem 23. Mai 2016 sämtliche
gemäss Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) vorgesehenen Leis
tungen
zu erbringen. Eventuell sei die Suva zu verpflichten, weitere (medizinische) Ab
klä
rungen/Untersuchungen vorzunehmen bzw. vornehmen zu lassen
(Urk. 1 S.
2
Ziff. 1-3
). Mit Beschwerdeantwort vom
8. Januar 2018
(Urk.
7
) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer
am
1. März 2018
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des
UVG
und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am
1
1.
Februar
2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund
heits
schadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versi
che
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Mit angefochtenem Einspracheentscheid (Urk. 2/1-8) führte die Beschwerde
geg
nerin im Wesentlichen aus,
dass gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung des Beschwerdeführers im Juni 2016 sowie
auf die chirurgische
Beurteilung
im Oktober 2017 davon auszugehen sei, dass spätestens im Zeitpunkt der Leistungs
einstellung am 23. Mai 2016, also 14 1⁄2 Wochen nach dem Unfallereignis vom 11. Februar 2016, der Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht gewesen sei respektive keine Unfallfolgen mehr
vorgelegen hätten
, so dass kein Anspruch auf weitere Leistungen bestehe (S. 3 ff. Ziff. 3).
2.2
Der
Beschwerdeführer
machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend,
dass der Status quo sine gestützt auf die Beurteilung seines behandelnden Arztes nach wie vor nicht erreicht worden sei und die im Zusammenhang mit den ge
stellten Diagnosen vorliegenden Beschwerden nachweislich auf das Ereignis vom 11. Februar 2016 zurückzuführen seien (S. 3 f.
Rz
4 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den 23. Mai 2016 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat
,
was
insbesondere
vom
Vorliegen des Kausalzusammenhangs betreffend die noch bestehenden Be
schwerden
abhängt
.
3.
3.1
D
i
e
U
nfallmeldung vom 22. Februar 2016 (Urk. 8/1) ist zu entnehmen,
dass der
Beschwerdeführer
am 11. Februar 2016 bei
m Arbeiten an der Biegemaschine
von einem Stück Armierungs
eisen, das von einer Masc
hine in die Luft geschleudert wo
rde
n sei
, an der linken Schulter getroffen w
o
rde
n sei
.
3.2
Am
6.
April 2016
berichtete
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Radiologie, über die gleichentags durchgeführte Sonographie des linken Schultergelenkes
(Urk. 8/3)
, wobei
sich ein kleiner Gelenkerguss, ein schmaler Erguss in der Bursa
subdeltoidea
sowie Störungen der
Echogenität
der
Supraspinatussehne
dorsal gegen die
Infraspinatussehne
mit
lokaler Kaliberschwankung gezeigt hätten
.
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie,
nannte
in seinem Bericht vom 15. April 2016 (Urk. 8/55/2-3
= Urk. 3/8/2
)
als Diagnosen
eine
s
terno-claviculare
Instabilität links und eine Rotatorenmanschetten (RM)-Läsion links (
Supra
spi
na
tus
) bei Schulterkontusion links am 11. Februar 2016.
Der Beschwerdeführer sei am 11. Februar 2016 an einer Biegepresse beschäftigt gewesen,
als sich ein etwa
3 kg schweres
Metallstück unvorhergesehen gelöst habe und weit in die Luft geflogen und auf seine linke Schulter zurückgefallen sei. Er habe sich die Schulter etwas geschüttelt und danach weitergearbeitet (S. 1).
Die erste Untersuchung am 29. März 2016 habe das Bild einer
Prellung des Schultereckgelenks (
AC-Gelenk
)
links sowie einen lokalen Schmerz gezeigt, den er als mögliche Bursitis
subacromialis
nach Schulterkontusion gewertet habe.
Bei der erneuten Kontrolle am 12. April 2016 habe sich nun ein bisher nicht beach
tetes Phänomen gezeigt, nämlich die Subluxation der linken Clavicula im
stern
oclavicularen
Gelenk. Diese Subluxation könne der Beschwerdeführer auslös
en durch bei der Arbeit übliche
Rotationsbewegungen im linken Schultergelenk im Bereich von 60-90° aussenrotiertem Oberarm, gefolgt von einer Innenrotation-Adduktionsbewegung (S. 1 unten).
Aus seiner Sicht liege eine 50%ige Teilarbeitsfähigkeit vor, obwohl der Beschwer
deführer seit dem Ereignis vom 11. Februar 2016 100 % Präsenz am Arbeitsplatz geleistet habe (S. 2).
3.4
Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete
in seinem Arztzeugnis vom
27. April 2016
(Urk. 8/10)
über die am 18. Februar 2016 erfolgte Erstbehandlung des Beschwerdeführers, bei welchem am 11. Februar 2016 ein 1 kg schweres Metall aus 15 Meter Höhe auf die linke Schulter gefa
llen sei. Es lägen kein Hämatom oder
eine Schwellung
vor, jedoch
ein
p
ainful
arc
.
3.
5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, berichtete am 12. Mai 2016 (Urk. 8/13
= Urk. 3/8/4
) über die gleichentags erfolgte Untersuchung und nannte folgende Diagnose (S. 1):
-
Status nach Schulterkontusion/-distorsion links 11. Februar 2016
-
MR-tomographisch kleine, oberflächliche Läsion
artikularseitige
Sehne
Musculus
supraspinatus
links
-
Verdacht auf Einengung
Sub
akromialraum
mit möglichem
subakromialen
Impingement
-
minimale Bursitis
subacromialis
-
kontusionierte
Sternoklaviku
l
a
r
gelenke
(SC-Gelenke)
beidseits mit Zerrung von Kapselanteilen ohne sichtbare Dislokation oder Instabilität
Der Beschwerdeführer berichte, dass sich am 11. Februar 2016 an einer Bie
ge
presse ein schweres Metallstück gelöst habe, weit in die Luft geschleudert
wurden
und anschliessend auf seine linke Schulter gefallen sei. Er habe anschliessend etwas Schmerzen verspürt, die in der Folge
e
her zugenommen hätten. Die
Beschwerden seien nicht besser geworden, Hauptprobleme seien die linke Schulter
und das linke SC-Gelenk (S. 1).
3.
6
Am 23. Mai 2016
berichtete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Radiologie,
über die gleichentags durchgeführte
MRI-Untersuchung der linken Schulter
(Urk. 8/15
= Urk. 3/8/5
),
wonach die
Supraspinatus
artikulärseitig
kleinere ober
flächliche Läsionen aufweise.
Aspektmässig
sei der
Subakromialraum
anlagebe
dingt verschmälert mit Hinweise
n
auf ein mögliches, chronisches
subakromiales
Impingement
. Derzeit lägen eine minime Bursitis
subacromialis
sowie
kon
tu
sionierte
SC-Gelenke
beidseits mit
Zerrung
der Kapselanteilen
vor.
Das SC-Gelenk
weise beidseits intraartikuläre Flüssigkeit mit Umspülung des jeweiligen Diskus auf. Eine
Dislokation
liege nicht vor
.
3.
7
Dr.
B._
berichtete am 7. Juni 2016 (Urk. 8/33/6 = Urk. 8/35
= Urk. 8/56/2
= Urk. 3/7
= Urk. 3/8/3
) über die am 1. Juni 2016 erfolgte Verlaufsuntersuchung, wonach er den Eindruck habe, dass die
Luxierbarkeit
im linken
SC
-
Gelenk
abge
nommen habe.
Aus seiner Sicht beweise die MR-Tomographie als statische Unter
suchung vom 23. Mai 2016
(vgl. vorstehend E. 3.6)
lediglich, dass im Bereich des
SC-Gelenk
e
s
links in Ruhigstellung kein Kontinuitätsunterbruch und keine Fehl
stellung vorlägen, was jedoch bei 90°
eleviertem
und aussenrotiertem Unterarm auch heute noch eintrete. Es sei anerkennend zu vermerken, dass der
Beschwer
deführer
bisher der Arbeit zu 100 % nachgegangen sei.
3.
8
In seiner Stellungnahme vom 16. Juni 2016 (Urk. 8/16) legte Kreisarzt Dr. med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, dar, dass die Beschwerden des Beschwer
de
führers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Unfallereignis vom 11. Februar 2016 zurückzuführen seien. Der Status quo sine sei per 23. März 2016 erreicht, das MRI (vgl. vorstehend E. 3.
6
) zeige keine traumatisch bedingten Schäden.
3.
9
Kreisarzt
Dr.
F._
führte in seiner ärztlichen Beurteilung vom 22. Juni 2016 (Urk. 8/21
= Urk. 3/4
)
aus, dass nach Angaben des Beschwerdeführers ihm ein
Eisenstück auf die linke Schulter gefallen sei. Gemäss Arztbericht von
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.
4
) sei dieses Eisenstüc
k mit einem Gewicht von 1 kg aus
15
Metern Höhe auf die linke Schulter gefallen. Dies sei nicht nachvollziehbar, denn dann müssten deutliche Weichteilverletzungen vorliegen. Der Unfallher
gang selbst sei nicht geeignet gewesen, eine R
M-R
uptur hervorzurufen. Im MRI würden zwei identisch
kontusionierte
SC-Gelenke
beidseits mit Zerrung beschrie
ben. Es könne sich hier aufgrund des beschriebenen Unfalls nur um anlage
be
dingte oder chronische Veränderungen handeln, da das Eisenstück ja nur auf die linke Schulter gestürzt sei (S. 2).
Zusammenfassend handle es sich hier eher um ein Bagatelltrauma, weder in der Sonogra
ph
ie noch im MRI noch bei der klini
schen Untersuchung hätten adäquate Verletzungen für den geschilderten Unfall gesehen werden
können
. Es handle sich somit um eine Prellung und der Status
quo sine sei spätestens am 23. März 2016 (MRI) wieder erreicht gewesen. Die darüber hinaus anhaltenden Beschwerden seien nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Folge des Unfalls zu bewerten (S. 2 f.).
3.
10
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Radiologie, berichtete am 7. Juli 2016 (Urk. 8/25 = Urk. 8/33/7
= Urk. 3/8/9
) über die a
m 4. Juli 2016
durchgeführte
Computertomographie (CT) des Thorax, wobei sich eindeutig eine
anteriore
Luxation des linken
SC-G
elenkes bei Armelevation
gezeigte habe
. Ansonsten liege ein normaler Befund des Sternums vor, unauffälliges Lungenparenchym und normales
Mediastinum
.
3.
1
1
Dr.
B._
nannte
in seinem Bericht vom 8. August 2016 (Urk. 8/33/4-5 = Urk. 8/34
= Urk. 3/6
= Urk. 3/8/11/1-2
)
eine posttraumatische partielle Instabilität des linken
SC-G
elenkes (Ereignis 11. Februar 2016) sowie eine
RM
-Läsion links (
Supraspinatus
) bei Zustand nach Schulterkontusion links am 11. Februar 2016 als Diagnosen (S. 2 Ziff. 2). Er führte aus, dass er
keine Kenntnis von
der eigentlichen
kreisärztliche
n
Beurteilung (vgl. vorstehend E. 3.9)
habe, die Grund
lage der Verfügung vom 23. Juni 2016 (vgl. Urk. 8/22 = Urk. 3/3) ge
wesen sei
. Die in dieser Verfügung gezogene Schlussfolgerung, die Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur, könne er nicht nachvollziehen.
Bei der Verfassung
der Verfügung bzw. der vorangegangenen kreisärztlichen Untersuchung
habe eine relevante bildgebende Untersuchung, nämlich diejenige vom 7. Juli 2016, noch nicht vorgelegen
. Die diagnostischen Schwierigkeiten hätten sich aus der Schwierigkeit bzw. dem bildgebend an
spruchsvollen objektivierten Nachweis der klinisch eindeutigen Instabilität des
SC-G
elenkes links ergeben. Aus langer beruflicher Erfahrung habe er in Erwar
tung einer Verfügung der Beschwerdegegnerin längere Zeit und verschiedentlich evaluiert, eine bildgebende Untersuchung mit B
eweischarakter durchzuführen.
Er habe dabei mit dem
leitenden Arzt
der
muskuloskelettale
n
Radiologie des
Kan
tons
spitals
H._
letztendlich Kontakt gehabt, der für diesen An
spruch keine schlüssige bzw. beweisende Bildgebung habe anbieten können. In der medizinischen Datenbank
pub
med
gebe es keine überzeugenden Hinweise für eine beweisende Dokumentation in diesen eher seltenen Verletzungsmustern. Er habe auch mit einem medizinischen Experten des Hauptsitzes der Beschwer
degegnerin in Luzern Kontakt aufgenommen, der ihm substantiell in dieser Frage keinen hinreichenden Vorschlag habe machen können
(S. 1
f.
Ziff. 3).
Es bestün
den keine Hinweise auf eine dem Ereignis vom 11. Februar 2016 vorbestehende Verletzung (S. 2 Ziff. 4). Aus medizinischer Sicht sei der Status quo sine am 23. Mai 2016 nicht erreicht worden (S. 2 Ziff. 5).
3.1
2
Ein Arzt der Universitätsklinik
I._
, Orthopädie, berichtete
am
19. September 2016 (Urk. 8/39
= Urk. 8/64/2-3
) über die gleichentags erfolgte Schulter-Sprech
stunde und nannte ein instabiles SC-Gelenk links bei Status nach Schulter
kon
tusion/Distorsion am
11. Fe
bruar 2016 als Diagnose (S. 1).
3.1
3
Dr.
B._
führte in seinem
Bericht
vom 21. Oktober 2016 (Urk. 8/52/2-3
= Urk. 3/8/10
) aus, dass er im aktuellen Beschwerdebild eher davon ausgehe, dass die Beschwerden aus dem
SC-G
elenk und eher weniger aus dem linken Schulter
gelenk herrührten. Die über dem mittleren Sternum geäusserten Beschwerden entsprächen seines Erachtens einer Schmerzausstrahlung. Er gehe von einer Operationsindikation zur Stabilisierung des linken S
C-G
elenkes
aus
(S. 1).
3.
14
In seinem Bericht vom 14. Juli 2017 (Urk. 8/72)
führte
Dr.
B._
aus, dass sich der Beschwerdeführer nach der nicht weiterführenden Beurteilung in der Universi
tätsklinik
I._
zahlreichen Infiltrationen des linkes S
C-G
elenkes unterzogen ha
be
(vgl. Urk. 8/45; Urk. 8/58; Urk. 8/68-69) und jeweils eine etwa eine Woche dauernde Beschwerdebefreiung erlebt habe. Diese lokalen Behandlungen könnten nicht ad libitum fortgesetzt werden. Die
subacromialen
Beschwerden links seien in den vergangenen Monaten nicht mehr geklagt worden.
3.15
Med.
pract
.
J._
, Facharzt für Chirurgie, Suva-Kompetenz
zentrum Versicherungsmedizin, erstattete am 27. Oktober 2017 eine chirurgische Beurteilung (Urk. 8/75
= Urk. 2/9-22
)
gestützt auf die ihm vorliegenden Akten (S. 2 ff.) und die aus 14 Elementen bestehende Bilddokumentation (S. 6).
Er hielt fest,
dass die Schilderung der Grösse des Metallstücks, das auf die Schulter des Beschwerdeführers geprallt sein soll, immer grösser und schwerer werde, je grösser der zeitliche Abstand zum Ereignis werde (vgl. vorstehend
E. 3.3-3.5; vgl. auch Urk. 8/12
). Jedoch sei allen
Hergangsschilderungen
gleich, dass ein metalli
scher Gegenstand dem Beschwerdeführer auf die linke Schulter gefallen sei
,
und
mit der Präzisierung durch den Beschwerdeführer vom 19. Mai 2016 (vgl.
Tele
fon
notiz der Beschwerdegegnerin mit dem Beschwerdeführer vom 19. Mai 2016, Urk. 8/12)
davon auszugehen sei
, dass das Metallstück die Schulter von hinten getroffen habe.
Ein Anprall auf die linke Schulter von oben sei möglich
. Die Analyse der Angaben zum
Ereignis lasse eine nicht unbeträchtliche Kraft, die die linke
Schulter von hinten oder oben od
er von hinten/oben treffe, vermuten. Zu erwarten wäre eine erhebliche Prellung (Kontusion) der linken Schulter. Ausdruck einer solchen erheblichen Prellung wären Prellmarken und Blutergüsse, Schwell
ungen und auch Hautschäden, vor allem über den direkt unter der Haut liegenden knöchernen Strukturen wie dem
Oberrand
der
Scapula
(Schulterblatt), dem
Acro
mion
(Schulterecke) oder der
Clavikula
(Schlüsselbein). Auch wäre ein erheblicher
Schmerz zu erwarten. Im vorliegenden Fall stelle sich die Situation jedoch anders dar. Der Beschwerdeführer gebe an, er habe sich etwas geschüttelt (vgl. vor
steh
end
E. 3.3
) und danach weitergearbeitet, und der behandelnde Hausarzt nenne als Befund seiner Untersuchung vom 18. Februar 2016 ausdrücklich, dass er kein Hämatom und keine Schwellung gefunden habe (vgl. vorstehend
E. 3.4
). Dieses wäre jedoch in Anbetracht der zuvor gemachten Angaben zu erwarten. An der Grösse der im Rahmen des Ereignisses vom 11. Februar 2016 auf die linke Schulter durch ein herabfallendes Metallstück einwirkenden Kraft ergäben sich damit Zweifel. Die Einwirkung einer grossen schädigenden Kraft auf die linke Schulter des Beschwerdeführers im Rahmen des Ereignisses sei
deshalb
ni
cht überwiegend wahrscheinlich (S. 7 f.).
Als einziger pathologischer Untersuchungsbefund werde mit dem Arztzeugnis zur Erstbehandlung am 18. Februar 2016 ein
«
painful
arc
»
(schmerzhafter Bogen) genannt
(vgl. vorstehend E. 3.4)
. Ein solcher werde bei
Impingementsyndromen
beobachtet und bedeute, dass die Seithebung (Abduktion) des betroffenen Armes zwischen 60° und 120° von den Betroffenen als schmerzhaft angegeben werde. Durch eine Prellung der Schulter von oben oder hinten werde der
subacromiale
Raum nicht beeinträchtigt, wenn
dabei
kein erheblicher Körperschaden im Sinne von Frakturen oder schweren Quetschungen entstanden sei. Durch das
Acromion
und die kräftige Muskulatur des
Musculus
deltoideus
sei der
subacromiale
Raum gut gegen von oben einwirkende Kräfte geschützt. Es sei daher nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers eine Woche nach dem Ereignis im Sinne eines
«
painful
arc
»
Folge des Ereignisses vom 11. Februar 2016 seien (S. 8).
Dr.
B._
, der den Beschwerdeführer erstmals am 29. März 2016 untersucht habe, mache mit seinem Bericht vom 15. April 2016 geltend, es habe sich ihm das Bild einer AC-Gelenksprellung links und eines lokalen Schmerzes, den er als mögliche Bursitis
subacromialis
nach Schulterprellung gewertet habe, geboten
(vgl. vor
stehend
E. 3.3
)
. Eine Prellung von oben könne eine Prellung des AC-Gelenkes bewirken. Im vorliegenden Fall fehlten jedoch kurze Zeit nach dem Ereignis die klinischen Zeichen einer Prellung
des AC-Gelenks. Wie bereits ausgeführt
,
seien die knöchernen Strukturen, die das AC
-
Gelenk
bildeten (die laterale Clavicula und das
Acromion
)
,
nach oben nur mit Haut und wenig
subcutanem
Fett bedeckt. Eine Prellung von oben, die geeignet wäre, das AC-Gelenk zu
schädigen, würde Schäden an der Haut und einen Bluterguss verursachen. Auch sei es
nicht wahr
scheinlich, dass eine Prellung über sechs Wochen später noch relevante Schmer
zen bewirke (es gebe ein deutliches Decrescendo der Schmerzen nach einem Trauma, der Beschwerdeführer gebe aber zunehmende Beschwerden an). Es sei
deshalb
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden im Bereich des
AC-Gelenks Folge des Ereignisses vom 11. Februar 2016 seien. Die Bursa
subacromialis
liege unter dem
Acromion
. Sie sei damit einer von oben oder hinten auf die Schulter einwirkenden schädigenden Kraft nicht zugänglich, wenn das
Acromion
intakt bleibe. Eine Entzündung der Bursa
subacromialis
(als Bursitis
subacromialis
bezeichnet) sei ein typisches Begleitsymptom eines
su
bacromialen
Impingements
. Es sei
somit
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die
«
mögliche Bursitis
»
subacromial
Folge des Ereignisses vom 11. Februar 2016 sei (S. 8 f.).
Mit dem
Befund
der
Sonographie vom 6. April
2016
und
damit fast acht Wochen nach dem Ereignis beschreibe
Dr.
A._
einen kleinen
Gelenkerguss zu
sam
men mit einem
«
schmalen
»
Erguss in der Bursa
subdeltoidea
, weiterhin
Störungen der
Echogenität
der
Supraspinatussehne
und Kaliberschwankungen dieser
Sehne
(vgl. vorstehend
E. 3.2
)
. Er beschreibe damit den typischen Untersuchungsbefund eines Reizzustandes und
nicht einen mit überwiegender Wahrschei
nlichkeit unfallkausalen Befund (S. 9 oben).
Am 12. April
2016,
fast neun Wochen nach dem
Ereignis vom 11. Februar
2016, werde
von Dr.
B._
erstmals eine Subluxation oder
Luxation im linken S
C-G
elenk beschrieben
(vgl. vorstehend
E. 3.3
)
. Dies obwohl der provozierende
Bewegungs
ablauf im Berufsalltag des
Beschwerdeführers
, der seine Arbeit nicht unter
brochen
habe, regelmässig vorkomme. Ungewöhnlich für eine noch nicht lange zurückliegende Luxation
des SC-Gelenks wäre auch die willentlich zu Demon
strationszwecken durch den
Beschwerdeführer
herbeigeführte Luxation, die
Dr.
B._
beschreibe. Eine traumatische Luxation des
SC-G
elenk
e
s gehe mit massi
ven Schmerzen, einer Schwellung des Gelenks und
seiner Umgebung und einer Deformität (bei
anteriorer
Luxation einer Vorwölbung, bei
posteriorer
Luxation einer si
c
ht- und tastbaren Lücke) einher. Da über das
sternoclaviculare
Gelenk die einzige knöcherne Verbindung des Armes zum Rumpf besteh
e
, nehme dieses
Gelenk an nahezu jeder Armbewegung teil. Es erscheine nicht vorstellbar, dass eine starke
Schwellung, eine Deformität und vor allem starke Schmerzen über acht Wochen weder vom
Beschwerdeführer
noch von den behandelnden Ärzten, darunter einem Facharzt für Chirurgie,
bemerkt worden seien. Die Untersuchung des SC-Gelenks gehöre in den Standardablauf
der klinischen Untersuchung der Schulter. Nicht nur bei der Arbeit, auch bei Verrichtungen
des täglichen Lebens wäre mit einer erheblichen Einschränkung
für den Beschwerdeführer
zu
rechnen gewesen. Es sei
deshalb
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass das Ereignis vom
11. Februar
2016 zu einer Luxation des linken
SC-G
elenks geführt habe (S. 9 f.).
Auch habe
bereits der Kreisarzt
Dr.
F._
darau
f hingewiese
n, dass die mit dem
Bericht
des Radiologen
Dr.
E._
genannte Veränderung beider S
C-G
elenke
(vgl.
vorstehend E. 3.
6
)
nicht zu einem Trauma der
linken Schulter passe
(vgl. vorstehend
E. 3.9
)
.
Der gleichzeitig und ohne wesentliche Seitendifferenzen be
schriebene Erguss in den SC-Gelenken mit Hyperintensität in den «
anterioren
Kapselfasern» ohne Zerstörung des
Discus
artikularis
dieser Gelenke und ohne
ligamentäre
Zerreissungen spreche nicht dafür, dass diese Veränderungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal auf eine von oben und/oder hinten am 11. Februar 2016 einwirkende Gewalt im Bereich der linken Schulter zurückzu
führen seien (S. 10 Mitte).
Der Argumentation von
Dr.
B._
vom 8. August 2016, dass die kreisärztliche Beurteilung vom 22. Juni 2016 ohne Kenntnis der bildgebenden Diagnostik vom 7. Juli 2016 (er meine wahrscheinlich den Bericht vom 7. Juli 2016 über die radiologischen Untersuchungen vom 4. Juli 201
6, vgl. vorstehend
E. 3.
10
) erf
olgt sei (vgl. vorstehend E. 3.11
), könne kein Argument für eine Unfallkausalität der bereits zuvor anhand klinischer Untersuchungen dokumentierten Instabilität des linken SC-Gelenks entnommen werden.
Der bildgebende Nachweis einer Luxation im SC-Gelenk begründe
nicht überzeugend eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität, da es viele konkurrierende
Faktoren für eine
atraumatische
Luxation dieses
Gelenks gebe. Der Argumentation von Dr.
B._
, dass es sich bei der
sternoclavikulären
Instabilität um eine Folge des Ereignisses vom 11. Februar 2016 handle, könne
folglich
nicht gefolgt werden (S. 10 unten).
Dr.
B._
gehe
mit einer Stellungnahme vom
8. August
2016 davon aus,
dass die
RM-
Läsion eine
Verletzung «bei» Schulterkontusion am 11. Februar
2016 dar
stelle und postuliere damit eine
Unfallkausalität
(vgl. vorstehend E. 3.11)
. Eine Begründung dafür nenne er jedoch nicht. Seine Argumentationen bezögen
sich in der Folge ausschlie
sslich auf das linke SC-Gelenk (S. 11 Mitte). Es werde postuliert, dass auch eine starke gespannte Sehne durch die Einwirkung einer stumpfen Gewalt auf diese Sehne traumatisch durchtrennt werden könnte. Ein solcher Mechanismus werde beim Ereignis vom 11. Februar 2016 nicht beschrie
ben. Eine starke Spannung der Supraspinatussehne werde nicht genannt. Der Beschwerdeführer habe lediglich eine Maschine bedient.
Die Supraspinatussehne sei
gegen die Einwirkung einer direkten stumpfen Gewalt gut unter dem Schulter
dach durch
knöcherne und
bindegewebige
Strukturen geschützt. Diese seien nachweislich nicht verletzt
worden. Es sei
somit
nicht überwiegend wahrschein
lich, dass die beschriebenen Veränderungen
der Supraspinatussehne eine Folge einer direkten stumpfen Gewalteinwirkung auf diese
Sehne seien
(S. 11 unten).
Es werde angenommen, dass eine Sehne auch durch eine plötzliche Überlast bei bereits vorgespannter Sehne zerreissen könne. Aus dem genannten Unfallhergang könne keine plötzliche Überlast der Supraspinatussehne abgeleitet werden. Der Kreisarzt sei zu bestätigen (S. 12 oben).
Es sei bekannt, dass ein
Impingement
(im vorliegenden Fall werde von mehreren Untersuchern ein
Impingentsyndrom
im Sinne eines sogenannten Outlet-
Impingements
vermutet) über eine rezidivierende
Mikrotraumatisierung Schäden an der Supraspinatussehne setzen könne. Aus dem bildgebenden Nachweis einer partiellen Zusammenhangstrennung der Supraspinatussehne - im vorliegenden Fall entsprächen die Veränderungen einer partiellen Ausdünnung der Sehne und mehreren kleinen Unregelmässigkeiten der gelenkseitigen Sehnenoberfläche - könne nicht auf eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität dieser Ver
änderungen geschlossen werden. Die mit der MR-
Arthrographie
vom 23. Mai 2016
dargestellten Veränderungen der Supraspinatussehne (vgl. vorstehend E. 3.6) seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des Ereignisses vom 11. Februar 2016 (S. 12).
Der Kreisarzt
Dr.
F._
gehe am 22. Juni 2016 davon aus, dass das Ereignis vom 11. Februar 2016 zu einer Prellung geführt habe. Der Status quo sine sei spätestens am 23. Mai 2016 wieder erreicht worden (vgl. vorstehend E. 3.9)
. Das Erreichen des Status quo sine setze voraus, dass ein bestehender Vorschaden durch ein Ereignis vorübergehend geschädigt werde. Im vorliegenden Fall sei eine Verschlimmerung eines Vorschadens jedoch weder anhand klinischer Unter
su
chungen dokumentiert noch anhand bildgebender Untersuchungen objekti
viert. Beschwerden seitens des SC-Gelenk
e
s links seien erst mehrere Wochen nach dem Ereignis dokumentiert. Eine Verschlimmerung eines Vorzustandes durch das Ereig
nis sei damit nicht überzeugend zu belegen. Eine Schädigung der Supra
spinatussehne durch das Ereignis sei - wie dargelegt- nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten
.
Der vom
Beschwerdeführer
geschilderte Hergang des Ereignisses lasse eine Prellung
der linken Schulterregion von oben und/oder hinten annehmen. Wie dargelegt
,
sei
dadurch weder eine Gewalteinwirkung auf die Supraspinatussehne noch auf das SC-Gelenk
in überzeugender Weise belegt und damit nicht überwiegend wahrscheinlich. Damit sei eine
Verschlimmerung des Vorzustandes nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten
(S. 12).
Es sei von einer leichten Prellung der linken Schulter, die nicht zu den klinischen Zeichen
einer Prellung
geführt habe, auszugeh
en. Eine leichte Schulterprellung sei nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung spätestens nach vier bis sechs Wochen abgehe
ilt (S. 12 unten f.).
3.16
Dr.
B._
hielt in seiner Stellungnahme vom 4. Dezember 2017 (Urk. 3/8/1)
zum Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 31. Oktober 2017 (vgl. Urk. 2/1-8)
fest,
dass seine Zuweisung an
Dr.
D._
vom 15. April 2016 und zu der von ihm später genannten Sonographie nicht berücksichtig
t worden seien
. Die kreisärztliche Beurteilung vom 22. Juni 2016 (vgl. vorstehend
E. 3.9
), auf die sich die Verfügung vom 23. Juni 2016
(vgl. Urk. 8/22 = Urk. 3/3)
abstütze, beruhe
gemäss Aussagen des Beschwerdeführers nicht auf einer persönlichen Untersu
chung durc
h
Dr.
F._
, sondern
auf einer aktenmässigen Beurteilung (S. 1 Mitte).
M
ed.
pract
.
J._
habe erwähnt, es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers eine Woche nach dem Ereignis im Sinne eines
«
painful
arc
»
Folge des Ereignisses vom 11. Februar 2016 seien (vgl. vorstehend E. 3.15). Hier eröffne sich ein Spalt in der Beurteilung. Auch für ihn habe das sogenannte direkte Schultertrauma links anfänglich und erst später die
sternoclaviculare
Luxation im Vordergrund gestanden und nicht die lokale Schädigung am Schultergelenk (S. 1 unten).
Ferner habe med.
pract
.
J._
postu
liert, es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass das Ereignis vom 11. Februar 2016 zu einer Luxation des linken S
C-G
elenk
e
s geführt habe (vgl. vorstehend E. 3.15). Dies müsse ja auch nicht explizit so sein, der Ereignishergang sei aber geeignet gewesen, an dieser Stelle einen Schaden herbeizuführen. Der Beschwer
deführer habe später wiederholt auf die Frage darauf geantwortet, er habe vorgängig nie einen Unfallschaden in der linken Schulterregion erlitten.
Schliesslich habe med.
pract
.
J._
erwähnt, dass er,
Dr.
B._
,
keine Begründung dafür nenne, weshalb er davon ausgehe, d
ass die
RM-
Läsion der Rotatoren
manschette eine Verletzung «bei» Schulterkontusion am 11. Februar 2016 dar
stelle und damit eine Unfallkausalität
postuliere
(vgl. vorstehend E. 3.15).
Er habe zu jenem Zeitpunkt und schon viel früher eindeutige Hinweise und dies
ultra
sonographisch
durch einen unabhängigen Untersucher belegt, dass am linken
SC-Gelenk
eine Subluxation vorliege (S. 2).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer erlitt unbestrittenermassen am 11. Februar 2016 einen Unfall am Arbeitsplatz, wobei ihm ein Eisenstück auf die linke Schulter gefallen ist. Hinsichtlich der Grösse des Metallstücks liegen hingegen unterschiedliche Angaben vor (vgl. vorstehend
E. 3.3-3.5, E. 3.15; vgl. auch Urk. 8/12
).
Stritti
g und zu prüfen ist
, ob die noch vorhandenen Beschwerden des Beschwerdeführers auf das Unfallereignis vom 11. Februar 2016 zurückzuführen sind.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die chirurgisch
e Beurteilung durch med.
pract
.
J._
des Suva-Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin
vom Oktober 2017 (vorstehend E. 3.15) für die
streitigen Belange umfassend
ist und
die geklagten Beschwerden
des Beschwerdeführers
sowie
die medizinischen
Vorakten
berücksichtigt. Die
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
die
Beurteilung der medizinischen Situation
leuchten
ein und
die Schluss
folge
rungen
sind nachvollziehbar
begründet
(vgl. vorstehend E. 1.4-1.5).
So
analy
sierte med.
pract
.
J._
den Unfallhergang eingehend und legte in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass
sich
an der Grösse der im Rahmen des Ereignisses vom 11. Februar 2016 auf die linke Schulter durch ein herabfallendes Metallstück einwirkenden Kraft Zweifel
ergäben, weshalb d
ie Einwirkung einer grossen schädigenden Kraft auf die linke Schulter des Beschwerdeführers im Rahmen des Ereignisses nicht überwiegend wahrscheinlich
sei.
Zudem
evaluierte
med.
pract
.
J._
die mögliche Unfallkausalität der verschie
denen Beeinträchtigungen und Beschwerden des
Beschwerdeführer
s
und kam in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise zum Schluss, es
sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden eine Woche nach dem Ereignis im Sinne eines
«
painful
arc
»
Folge des Ereignisses vo
m 1
1.
Februar 2016 seien. Auch
sei
es
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden im Bereich des AC-Gelenks Folge des Ereigni
sses vom 1
1.
Februar 201
6 seien,
e
benso wenig
s
ei es überwiegend wahrscheinlich,
dass die
«
mögliche Bursitis
»
subacromial
Folge des Ereignisses vom 1
1.
Februar 2016 sei
. Zudem
sei
es
nicht überwiegend wahr
scheinlich, dass das Ereignis vom 1
1.
Februar 2016 zu einer Luxation des linken S
C-G
elenk
e
s geführt habe
.
Ferner sei es
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die beschriebenen Veränderungen der Supraspinatussehne eine Folge einer direk
ten stumpfen Gewalteinwirkung auf diese Sehne seien
.
Schliesslich legte med.
pract
.
J._
in überzeugender Weise dar, dass entgegen der Ansicht des Kreisarztes
Dr.
F._
eine Verschlimmerung eines Vorschadens weder anhand klinischer Untersuchungen dokumentiert noch anhand bildgeben
der Untersuchungen objektiviert sei.
Damit sei eine Verschlimmerung ein
es Vor
zustandes nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten. Es sei viel
mehr von einer leichten Prellung der linken Schulter, die nicht zu den klinischen Zeichen einer Prellung geführt habe, auszugehen. Eine leichte Schulterprellung sei nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung spätestens nach vier bis sechs Wochen abgeheilt.
4.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass der Status quo sine gestützt auf die Beurteilung seines behandelnden Arztes
Dr.
B._
nach wie vor nicht erreicht worden sei und die im Zusammenhang mit den gestellten Diagnosen vorliegenden Beschwerden nachweislich auf das Ereignis vom 11. Februar 2016 zurück
zu
füh
ren seien
(vorstehend E. 2.2).
Dabei verwies er insbesondere auf die Berichte von
Dr.
B._
vom 7. Juni und 8. August 2016 (Urk. 1 S. 3
Rz
4 f.; vgl. vorstehend
E. 3.7, E. 3.11
). Die beiden genannten Berichte von
Dr.
B._
lagen med.
pract
.
J._
bei der chirurgischen Beurteilung vor (vgl. Urk. 8/75 = Urk. 2/9-22 S. 3 f.) und
dieser
setzte sich auch eingehend mit der Einschätzung
durch
Dr.
B._
auseinander und legte dar, weshalb er ihm nicht folgen könne (vorstehend E. 3.15
).
Zudem verwies der Beschwerdeführer auf den Bericht vom 4. Dezember 2017 von
Dr.
B._
, in welchem dieser ausführlich zum Einspracheentscheid vom 31. Okto
ber 2017 Stellung genommen habe (Urk. 1 S. 4
Rz
6; vgl. vorstehend
E. 3.16
).
Dabei führte
Dr.
B._
aus, dass im Sachverhalt seine Zuweisung an Dr.
D._
vom 15. April 2016 und zu der von ihm später genannten Sonographie nicht berück
sichtigt worden sei
en
.
Dem ist entgegenzuhalten, dass der Sachverhalt
im Ein
spracheentscheid
dazu dient, den chronologischen Ges
chehensablauf grob dar
zustellen;
dabei wird nicht jeder Arztbericht aufgeführt. Der Bericht von
Dr.
B._
vom 15. April 2016 wurde sodann bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
durch med.
pract
.
J._
sehr wohl berücksichtigt, ebenso wie die Sonographie (vorstehend E. 3.15). Schliesslich ist nicht zu beanstanden, dass Kreisarzt Dr.
F._
den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat, sondern eine reine aktenmässige Beurteilung vorgenommen hat.
Der Einwand des
Beschwerdeführer
s erweist sich nach dem Gesagten als unbe
gründet und vermag die chirurgische Beurteilung von med.
pract
.
J._
nicht umzustossen. Zudem finden sich auch keine anderweitigen abweichenden Beur
tei
lungen in den Akten, die nicht durch med.
pract
.
J._
gewürdigt worden wären.
4.4
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die chirurgische Beurteilung durch med.
pract
.
J._
davon auszugehen, dass das Unfallereignis vom 11. Februar 2016 lediglich zu einer leichten Prellung der linken Schulter geführt hat, welche nach all
gemeiner
traumatologischer
Erfahrung spätestens nach vier bis sechs Wochen abgeheilt war.
De
mnach ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
davon ausging, dass spätestens am 23. Mai 2016 keine Unfallfolgen mehr gegeben waren und
die Leistungen
per 23. Mai 2016 einstellte.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.