Decision ID: 04386b12-8d0b-5faa-8780-a0f09be04ae7
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reiste am 10. Juli 2017 illegal in die Schweiz ein.
Anlässlich der Grenzkontrolle machte er geltend, er sei somalischer Staats-
angehöriger, geboren am (...).
B.
Der Beschwerdeführer suchte am 12. Juli 2017 in der Schweiz um Asyl
nach. Hierbei machte er geltend, er sei somalischer Staatsangehöriger der
Ethnie Somala, Clan Bursu, geboren am (...).
C.
Am 14. Juli 2017 gab das SEM eine Knochenanalyse zur Altersbestim-
mung in Auftrag. Im entsprechenden Gutachten vom 18. Juli 2017 wurde
ein Knochenalter von (...) Jahren festgehalten. Am 2. August 2017 wurde
dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu seinen Altersangaben ge-
währt.
D.
Anlässlich der Befragung zur Person vom 2. August 2017 machte der Be-
schwerdeführer geltend, seine Familie komme ursprünglich aus
B._, Somalia, sei dort aber aufgrund von Unruhen weggezogen. Er
sei in C._, Äthiopien geboren. Äthiopien habe er verlassen, weil
sein Vater geflohen sei und er keine Mutter mehr habe. Die Regierung
suche seinen Vater und wenn sie ihn (den Beschwerdeführer) gefun-
den hätten, hätten sie wohl auch ihn festgenommen. Sein Onkel habe
eine Person getötet. Wie er von seiner Tante erfahren habe, als er bei
einem Freund aufgewacht sei, hätten Beamte seinen Vater vergeblich
zuhause aufgesucht und gesagt, dass sein Vater auch in die Angele-
genheit verwickelt sei, sowohl sein Onkel als auch sein Vater der Mit-
gliedschaft in der ONLF (Ogaden National Liberation Front) beschuldigt
würden und alle Söhne verhaftet werden würden. Zwei Tage später sei
er (der Beschwerdeführer) deshalb nach Addis Abeba geflüchtet.
Dort sei er bis Februar 2017 geblieben und habe auf dem Markt Autos
gewaschen. Er habe schliesslich Addis Abeba verlassen, da er dort
kein sicheres Einkommen gehabt und sein Leben habe verbessern wollen.
Anlässlich der Anhörung vom 19. Oktober 2018 führte der Beschwerdefüh-
rer aus, er sei in D._ geboren, wo seine Familie Flüchtlinge gewe-
sen seien und kein Geld gehabt hätten. Sein Onkel habe einen Mann ge-
tötet. Als er (der Beschwerdeführer) eines Tages von der Schule nach
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Hause gekommen sei, sei ihr Haus niedergebrannt gewesen und seine
Tante habe ihm geraten wegzugehen. Sie habe berichtet, dass man seinen
Vater geschlagen und mitgeschleppt habe. Daraufhin habe er (der Be-
schwerdeführer) das Dorf verlassen und sei nach Addis Abeba gegangen.
Der Beschwerdeführer reichte keine Identitätsdokumente zu den Akten.
E.
Mit Verfügung vom 8. Mai 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer
erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte
die Wegweisung aus der Schweiz und beauftragte den zuständigen Kanton
mit dem Vollzug der Wegweisung.
F.
Mit Eingabe vom 5. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer unter Beilage
von vier ausgedruckten Fotos betreffend seinen Aufenthalt in der Schweiz
(Nachweise zum Schuljahr 2019/20 und eine Teilnahmebestätigung des
Arbeitstrainigs vom 23. Januar 2020) beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde ein und beantragte, es sei die Verfügung des SEM aufzuheben,
die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren. Es sei
festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar
sowie unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In pro-
zessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, ein amtlicher
Rechtsbeistand einzusetzen und eventuell die aufschiebende Wirkung wie-
derherzustellen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-
gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden
Gesetzesartikel (Art. 83 Abs. 1–7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG
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ins AIG übernommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue
Gesetzesbezeichnung verwendet.
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
3.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.2 Auf den Antrag, es sei eventuell die aufschiebende Wirkung wiederher-
zustellen, ist nicht einzutreten, weil die aufschiebende Wirkung der Be-
schwerde nicht entzogen wurde (Art. 55 VwVG).
3.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten
Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weite-
rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1
und 2 AsylG).
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als
ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-
bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-
chischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).
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5.2 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft
machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die
Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson-
dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in
sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge-
blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden
(Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an
das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dar-
gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden
(BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3).
5.3 Asylsuchende sind verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts
mitzuwirken. Sie müssen insbesondere ihre Identität offenlegen (Art. 8
AsylG und Art. 2a Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen [Asylverord-
nung 1, AsylV 1, SR 142.311]). Der Untersuchungsgrundsatz findet unter
anderem seine Grenzen an der Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG, vgl.
BVGE 2014/12 E. 6).
6.
6.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit
der Vorinstanz festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers
weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft noch an das
Glaubhaftmachen standzuhalten vermögen, weshalb vorab auf die aus-
führlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist,
die insbesondere zum Schluss kam, die Herkunftsangaben des Beschwer-
deführers seien unglaubhaft und seine Asylvorbringen würden in den Be-
fragungen voneinander abweichen, womit diese ebenfalls unglaubhaft
seien. Die Beschwerdeausführungen erschöpfen sich in oberflächlichen
Erklärungsversuchen, womit es ihnen nicht gelingt aufzuzeigen, inwiefern
die vorinstanzliche Beweiswürdigung Bundesrecht verletzen oder zu einer
rechtsfehlerhaften Sachverhaltsfeststellung führen soll. Solches ist auch
nicht ersichtlich.
Es trifft namentlich zu, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in
die Schweiz in Bezug auf sein Alter und insbesondere zu seinem Geburts-
datum sowie zu Familienangehörigen verschiedene Angaben machte, was
darauf hindeutet, dass er nicht gewillt ist, seine wahre Identität offenzule-
gen. Auch sein Wissen zu den regionalen Gegebenheiten, wo er seit Ge-
burt gelebt haben will, vermag nicht zu überzeugen. Zudem gibt er ver-
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schiedene Geburtsorte an (SEM-Akten A42 F45 und A11 Ziff. 1.07). Unter-
lagen – namentlich zur Untermauerung der geltend gemachten Herkunft
und Aufenthalte – werden auch auf Beschwerdeebene keine eingereicht.
Vor dem Hintergrund der unglaubhaften Identität und der damit zusammen-
hängenden unglaubhaften Herkunft fehlt den Asylvorbringen bereits die
Grundlage. Letztere wurde zudem in jeder Befragung grundlegend anders
dargelegt (vgl. Sachverhalt Bst. D). Aussagen, die in der Erstbefragung von
den späteren Aussagen diametral abweichen, sind Widersprüche, die im
Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen sind (so bereits Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 1993 Nr. 3 E. 3). Zudem fällt auf, dass der Beschwerdeführer
über sämtliche Vorfälle ausschliesslich von seiner Tante unterrichtet wor-
den sein will. Vorbringen, die sich jedoch lediglich auf Informationen Dritter
stützen, sind nicht nur stereotyp, mithin unglaubhaft, sondern genügen
auch nicht den Anforderungen an eine Verfolgung im asylrechtlichen Sinne
(statt vieler Urteile des BVGer E-801/2015 vom 6. Oktober 2017 E. 3.7,
E-4329/2006 vom 17. Oktober 2011 E. 4.4, „Le Tribunal rappelle également
que, de pratique constante, il considère que le fait d'avoir appris un événe-
ment par des tiers ne suffit pas pour établir l'existence d'une crainte fondée
de future persécution“, vgl. auch D-6056/2016 vom 19. Januar 2018
E. 5.2). Schliesslich hinterlassen die protokollierten Vorbringen einen un-
substanziierten und stereotypen Eindruck; ihnen ist auch aus diesem
Grund die Glaubhaftigkeit abzusprechen. Mithin ist der Vorinstanz darin
beizupflichten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers unglaubhaft
ausgefallen sind. Schliesslich wurde zutreffend festgestellt, dass Gründe
rein wirtschaftlicher Natur keine Nachteile im asylrechtlichen Sinne darstel-
len.
6.2 Angesichts der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf weitere
Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da diese nicht geeignet
sind, zu einer anderen rechtlichen Würdigung der Aktenlage zu führen. Es
ist somit festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist,
einen glaubhaften beziehungsweise flüchtlingsrechtlich bedeutsamen
Sachverhalt darzulegen. Die Feststellung der Vorinstanz, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, ist dementsprechend zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
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(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegwei-
sungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-
richts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingsei-
genschaft; das heisst, sie sind wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.
BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2 Der Beschwerdeführer hat in mehrfacher Hinsicht widersprüchliche An-
gaben zu seinen biographischen Daten gemacht (hierzu bereits E. 6). We-
der die Antworten anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs noch
die Erklärungsversuche auf Beschwerdeebene lassen einen anderen
Schluss zu. Zudem äusserte er sich widersprüchlich zu seinen Bezugsper-
sonen vor Ort. So machte er namentlich in der Befragung zur Person gel-
tend, er habe insgesamt fünf Brüder von denen er der jüngste sei (SEM-
Akten A11 Ziff. 3.01 und Ziff. 3.03), wohingegen er in der Anhörung neu
erklärte, er habe insgesamt sechs Brüder von denen zwei jünger als er
seien (SEM-Akten A42 F18 und F29). Selbst die Namenangaben seiner
angeblichen Familienmitglieder weichen teilweise in den Befragungen von-
einander ab (z. B. SEM-Akten A42 F20 und F 26 ff.) und die Angaben zum
Verbleib seines Vaters haben sich als widersprüchlich beziehungsweise
unglaubhaft herausgestellt. Sein Antwortverhalten untermauert zudem,
dass er nicht gewillt ist, klare Informationen zu seinen Familienverhältnis-
sen darzulegen (z. B. SEM-Akten A42 F33 ff.). Es muss demnach zusam-
men mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass der Beschwer-
deführer auch sein tatsächliches Beziehungsnetz im Heimatstaat zu ver-
schleiern versucht.
Bei dieser Ausgangslage ist es dem Gericht nicht möglich, sich in voller
Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und familiären Verhältnisse des
Beschwerdeführers zur Zumutbarkeit des Vollzugs zu äussern, was aber
für die Überprüfung von Vollzugshindernissen grundsätzlich Vorausset-
zung ist. Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvoll-
zugs sind zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen (Art. 6 AsylG
i.V.m. Art. 12 VwVG). Diese Untersuchungspflicht findet jedoch nach Treu
und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der beschwerdefüh-
renden Person (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substanziierungs-
last trägt (Art. 7 AsylG). Es kann nicht Sache der Asylbehörden sein, nach
allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen zu forschen, wenn die be-
troffene Person – wie vorliegend der Beschwerdeführer – durch unglaub-
hafte beziehungsweise fehlende, womöglich gezielt vorenthaltene, Anga-
ben über seine Identität und sein soziales Beziehungsnetz eine vernünftige
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Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs verhindert. Vermu-
tungsweise ist deshalb davon auszugehen, einer Wegweisung stünden
keine landes- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von
Art. 44 AsylG in Verbindung mit Art. 83 Abs. 2–4 AIG entgegen (vgl. Urteile
des BVGer E-1406/2018 vom 22. Dezember 2019 E. 7.3, D-2413/2019
vom 5. Juni 2019 E. 8.2, E-4811/2018 vom 10. September 2018 E. 8.4.5,
EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2). Aus den auf Beschwerdeebene eingereichten
Unterlagen zur Integration in der Schweiz kann der Beschwerdeführer
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
7.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG);
der entsprechende Beschwerdeantrag ist abzuweisen.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden
Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten
haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht
gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. Aus demselben
Grund kann auch dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
nicht stattgegeben werden (aArt. 110a Abs. 1 AsylG).
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2)
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Mit vorliegendem Urteil ist der An-
trag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos
geworden.
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