Decision ID: 7cdf86d0-583f-4a91-8f58-db2b7ca8ef48
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
war seit der Gesellschaftsgründung im Januar 2007 Gesell
schafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der
Z._
GmbH mit ei
ner
Stammeinlage von
Fr.
1‘000.-- (vgl. Publikation SHAB Nr.
8
vom 1
2.
Januar 2007).
Am
1
2.
Juli 2010
übernahm
X._
sämtliche 20 Stammanteile von je
Fr.
1‘000.--
(vgl. Publikation SHAB Nr.
136
vom
1
6.
Juli 2010
)
,
und
am
1
5.
Juni 2011
übertrug er diese auf
Y._
und schied als Gesellschafter aus
(vgl. Publikation SHAB Nr.
117
vom
2
0.
Juni 2011
)
.
Mit Urteil vom
4.
Mai 2012 eröffnete der Konkursrichter des Bezirksgerichts
A._
über die Gesellschaft den Konkurs und löste damit die Gesellschaft auf. Das Konkursverfahren wurde mit Urteil des Konkursrichters vom 2
5.
Juni 2012
mangels Aktiven eingestellt; die Gesellschaft wurde von Amtes wegen ge
löscht (vgl.
Urk.
7).
Mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2012 forderte die Ausgleichskasse von
X._
und
Y._
als
Solidarhafter
Schadenersatz für entgan
ge
ne
Beiträge im Umfang von
Fr.
16‘929.60
(
Urk.
6/169,
Urk.
11/1)
. Die dage
gen
von
X._
gerichtete Einsprache vom 1
4.
Januar 2013
(
Urk.
3/1)
hiess sie mit
Einspracheentscheid
vom
8.
Februar 2013 teilweise gut und redu
zierte die Forderung der Schadenersatzverfügung um
Fr.
1‘887.80 auf
Fr.
15‘041.80
(
Urk.
6/173 =
Urk.
2)
.
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
X._
am 2
7.
Februar 2013 Be
schwer
de und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung und Reduktion der Schaden
er
satzforderung auf
Fr.
750.-- entsprechend seinem Gesellschaftsanteil von 5
%
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
März 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Am
5.
Juni 2013 wurde eine
Instruk
tionsverhandlung
durchgeführt
(Prot.
S.
3
)
, und mit Verfügung vom 1
8.
Juli 201
3
wurde
Y._
zum Prozess beigeladen (
Urk.
18). Am 2
4.
Septem
ber 2013
wurde den Parteien davon Kenntnis gegeben, dass sich der Beigeladene innert Frist nicht hatte vernehmen lassen (
Urk.
20).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Nach
Art.
52
Abs.
1 AHVG hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder
grob
fahrlässige
Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, die
sen
der Ausgleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so können subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in Anspruch ge
nommen werden (BGE 123 V 12 E. 5b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.5). Haben meh
rere Arbeitgeber oder mehrere Organe einer juristischen Person einen Scha
den verursacht, haften sie solidarisch (BGE 114 V 213 E. 3 mit Hinweisen).
2.2
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach
Art.
52 AHVG sowie die da
zu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Be
stimmungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (
Art.
66
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung), Erwerbsersatz- (
Art.
21
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge
(
Art.
6 des Bun
desgesetzes
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolven
zentschä
di
gung
)
sowie auf jene
an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bun
desgesetz über die Familienzulagen (
Art.
25
lit
. c). Gleiches gilt für die bis 3
1.
Dezember 2008 nach kantonalem Recht erhobenen FAK-Beiträge (
§
33
Abs.
2 des Gesetzes über Kinderzulagen für Arbeitnehmer in der bis Ende 2007
gültig gewesenen Fassung bzw.
§
33 des ab
1.
Januar 2008 bis 3
0.
Juni 2009 gülti
g gewesenen Kinderzulagengesetzes; nicht publiziertes Urteil des Bundes
gerichts 2P.251/19
96 vom 3
0.
Juni 1997).
3.
3.1
Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige
Aus
gleichskasse
vom Schaden Kenntnis erhalten hat, jedenfalls fünf Jahre nach Ein
tritt des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen werden. Der Arbeitge
ber
kann auf die Einrede der Verjährung verzichten (
Art.
52
Abs.
3 AHVG; vgl. auch
BGE 131 V 4 oben).
3.2
Kenntnis des Schadens im Sinne von
Art.
52
Abs.
3 AHVG ist in der Regel von
dem Zeitpunkt an gegeben, in welchem die Ausgleichskasse unter Beachtung der
ihr zumutbaren Aufmerksamkeit erkennen muss, dass die tatsächlichen Ge
ge
ben
heiten nicht mehr erlauben, die Beiträge einzufordern, wohl aber eine Schaden
ersatzpflicht begründen können (BGE 131 V 425 E.
3.1, 129 V 193 E.
2.1,
128 V 15
E. 2a, 126 V 443 E. 3a, 452 E.
2a, 121 III 386 E.
3b, je mit Hin
weisen).
3.3
Bei Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven gilt der Schaden als mit dem entsprechenden Beschluss eingetreten, der den Konkurs amtlich für frucht
los erklärt, woraus der Verlust der Beitragsforderung der Ausgleichskasse resul
tier
t. Die Frist von zwei Jahren für die Geltendmachung der Schadener
satz
for
derung seit Kenntnis des Schadens beginnt demnach vom Zeitpunkt der Frucht
loserklärung beziehungsweise von deren Veröffentlichung im Schweize
rischen Handelsamtsblatt (SHAB) an zu laufen (BGE 129 V 193 E. 2.3, 128 V 10 E. 5a, 126 V 443 E. 3c).
3.4
Das Konkursverfahren wurde mit Urteil vom
2
5.
Juni 2012
mangels Aktiven ein
gestellt (vgl.
Urk.
7
). Mit Erlass der Schadenersatzverfügung am
1
8.
Dezember 2012 (
Urk.
6/169)
hat die Beschwerdegegnerin die zweijährige Frist gemäss
Art.
52
Abs.
3 AHVG gewahrt.
4.
4.1
Voraussetzung für eine Haftung nach
Art.
52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschul
de
ter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahnge
bühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse
zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch BGE 109 V 95 oben, 108 V 189
E.
5). Im Hinblick auf die in
Art.
14
Abs.
1 AHVG normierte Beitrags- und
Ab
rechnungspflicht
des Arbeitgebers gehören auch die
Arbeitge
berbeiträge
zum mass
geblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
4.2
Aus der Beitragsübersicht vom
2
0.
März 2013
(
Urk.
6/176
), welche die
Beitrags
jahre
200
7
bis 2010 erfasst, ergibt sich zwischen den Soll-Positionen (insgesamt geschuldete AHV-, ALV- und FAK-Lohnbeiträge inklusive Verwaltungskosten, Mahn- und Betreibungsgebühren sowie Verzugszinsen) und den Haben-Positio
nen (
FAK-Zulagen aus den Jahren 2007 bis 2010 von
Fr.
20‘610.--,
CO2-Rück
verteilung
aus den Jahren 2008 bis 2010 von
Fr.
264.40
und Zahlung
en
von
Fr.
35‘519.15)
eine Differenz in der Höhe von
Fr.
16‘929.6
0.
Diese Summe ent
spricht dem im
Kontoauszug vom 2
0.
März 2013
verbuchten Total zu Gunsten
der Beschwerdegegnerin aus ausstehenden Lohnbeiträgen, Mahn- und
Betrei
bungs
kosten
sowie Verzugszinsen aus den Jahren
2008 bis 2010
(
Urk.
6/177)
.
Mit der
Beschwerdegegnerin
ist davon auszugehen
, dass der Beschwerdeführer für die nach seinem Ausscheiden aus der Organstellung entstandenen oder in Rech
nung gestellten Beiträge nicht hafte
t
(
Urk.
2 S.
2
E.
2.
e).
Zutreffend
redu
zierte
d
ie
Beschwerdegegnerin infolgedessen
in teilweiser Gutheissung der Ein
sprache die Forderung der Schadenersatzverfügung um
die nach dem Ausschei
den des Beschwerdeführers als Gesellschafter (1
5.
Juni 2011) entstandenen oder in Rechnung gestellten Beiträge in der Höhe von
insgesamt
Fr.
1‘887.80 auf
Fr.
15‘041.80 (
vgl.
Urk.
2 S. 3
E. 2
.f).
Die Tatsache des Schadenseintritts und dessen Höhe sind damit aufgrund der Akten belegt und im Übrigen nicht bestritten (
Urk.
1
).
5.
5.1
Art.
14
Abs.
1 AHVG und die
Art.
34 ff. AHVV schreiben vor, dass der Arbeit
geber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeitgeber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von ihnen an ihre Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetz
lich vorgeschriebene
öffentlichrechtliche
Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser
öf
fentlichrechtlichen
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von
Art.
52
Abs.
1 AHVG und zieht die volle Schadendeckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 2a; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).
5.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Gesellsch
aft erstmals am 2
3.
Juni 2008 eine Lohnauszahlung meldete (
Urk.
6/34). Aktenkundig
sind
weitere Lohnab
rech
nung
en
vom 3
0.
März 2010
, vom 3
0.
April 2010 und vom 3
1.
Mai 2010
(
Urk.
6/14
7-14
8).
Die Jahresabrechnungen für d
as
Jahr 2008 (
korrigierte
Jahres
abrechnung
vom 3
0.
Juni 2010;
Urk.
6/95) und
für das Jahr
2010 (
Jahresab
rechnung
vom 1
8.
März 2011,
Urk.
6/119; korrigierte Jahresabrechnung vom 2
9.
April
2011;
Urk.
6/124) wurden gemäss
Kontoauszug vom 2
0.
März 2013
(
Urk.
6/177 S.
6-8)
nicht vollständig beglichen.
Damit ist die
Z._
GmbH ihren Pflichten als Arbeitgeberin nicht nachgekommen und hat öffentlich-recht
liche Vorschriften missachtet.
Zu prüfen bleibt, ob und inwieweit der dadurch entstandene Schaden auf qua
li
fiziert schuldhaftes Verhalten des Beschwerdeführers zurückzuführen ist.
6.
6.1
Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem Wortlaut des
Art.
52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absichtlich oder
grob
fahrlässig
Vorschriften verletzt hat und dass durch diese Missachtung ein Scha
den verursacht worden ist (BGE 108 V 183 E.
1a). Absicht beziehungsweise Vor
satz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens.
Art.
52 AHVG
statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen
lassen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit aus
schliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vor
sätzlicher Missachtung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden
zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn beson
dere Um
stände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (BGE 108 V 183 E. 1b; ZAK 1985 S. 576 E.
2 und S. 619 E. 3a).
6.2
Nicht jedes einer Firma als
solcher anzulastende Ver
schulden
muss auch ein solches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr hat man abzuwägen, ob und in
wie
weit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf
dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist. Ob
ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der Ver
antwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person
übertragen wurden (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b). Bei einfa
chen
Verhältnissen muss vom einzigen Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft, der als solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige Person in
Organstel
lung
zu besorgen hat, in der Regel der Überblick über alle wesentlichen Belange der Firma verlangt werden, und dies selbst dann, wenn er seine Befugnisse weit
gehend an einen Geschäftsführer delegiert hat. Er kann mit der Delegation der Geschäftsführung nicht zugleich auch seine Verantwortung als einziges Ver
wal
tungsorgan an den Ge
schäftsführer delegieren (BGE 108 V 199 E.
3b).
6.3
Formell eingesetzte Geschäftsführer einer GmbH wie auch Personen, die faktisch
die Funktion eines Geschäftsführers ausüben, haften für den der
Ausgleichs
kasse
z
ufolge nicht bezahlter Bundessozialversicherungsbeiträge entstandenen Schaden
nach den gleichen Grundsätzen wie Organe einer Aktiengesellschaft. Dagegen be
steht für den blossen Gesellschafter einer GmbH vorbehältlich einer abwei
chen
den statutarischen Regelung keine Pflicht zur Kontrolle oder Überwa
chung der
Geschäftsführung, weshalb ihm das Fehlverhalten der Gesellschaft auch nicht an
gerechnet werden darf (BGE 126 V 237 ff.)
6.4
Nach der Rechtsprechung haften mehrere nach Art. 52 AHVG Schadenersatz
pflichtige solidarisch. Die solidarische Haftung erlaubt der Ausgleichskasse, ge
gen
alle oder lediglich einige von ihnen, allenfalls nur einen einzelnen, vor
zu
gehen
(BGE 134 V 306 E.
3.1, 119 V 86 E.
5a S.
87; Urteil des Bundesgerichts H 365/01
vom 15. April 2002 E.
3a mit Hinweisen).
6.5
Aufgrund der Akten ist ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer seit der Gesell
schaftsgründung im Januar 2007 bis zu seinem Ausscheiden im Juni 2011 im Handelsregister des Kantons Zürich als Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift eingetragen war (
Urk.
7).
Der Beschwerdeführer machte geltend,
der Beigeladene
habe die gesamte Ge
schäftsleitung geführt und die volle Verantwortung getragen. Er selber sei in dieser
Zeit wie bisher seiner Tätigkeit als Barbesitzer nachgegangen (
Urk.
3/1).
A
ls Gesellschafter
habe er
lediglich einen Anteil von 5
%
bei Gewinn und Ver
lust gehabt und
sei
bereit, den entsprechenden Betrag von
Fr.
750.-- zu leisten (
Urk.
1).
Der Beschwerdeführer verblieb, zunächst nur mit einem Stammanteil von Fr. 1‘000.--, danach mit sämtlichen 20 Stammanteilen, seit der Gründung der
Ge
sellschaft bis zu seinem Ausscheiden aus der Gesellschaft im Juni 2011, durch
gehend in der Gesellschaft und blieb zudem zumindest formell eingetra
gener Ge
schäftsführer mit Einzelunterschrift.
Was die Vorbringen des Beschwerdeführers angeht, wonach faktisch nur der Bei
geladene die Gesell
schaft geführt habe
, so ist e
ine formelle Übertragung der
Ge
schäftsfüh
rungsbefugnisse
des Beschwerdeführers an den Beigeladenen – so
weit statuta
risch überhaupt vorgesehen (Art. 809 Abs. 1
des Schweizerischen Obliga
tionenrechts,
OR) - nicht
rechtsgenüglich
belegt, sodass vom anders lau
tenden
Ein
tragung im Handelsregister auszugehen ist.
Zudem würde
dieser Um
stand ein
zig das Innenverhältnis beschlagen.
Spätestens seit der Übertra
gung sämt
li
cher
20
Stammanteile
war der Beschwerdeführer zudem alleiniger (eingetra
ge
ner) Ge
sellschafter und Geschäftsführer
.
Entsprechend muss sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner ununterbroche
nen rechtlichen Stellung als Geschäftsführer der GmbH und der damit einherge
hen
den formellen Organstellung, welche ihm hätte bewusst sein müssen, die Miss
achtung der Arbeitgebervorschriften unmittelbar anrechnen lassen.
D
er Be
schwerdeführer
brachte
keine Exkulpationsgründe vor, die ihn zu entlasten ver
möchten, und es wäre ihm an
gesichts der einfachen Verhältnisse in der Ge
sell
schaft ohne
Weiteres
zumutbar gewesen, den Überblick über die Finanzen zu behalten und im Falle ungenü
gender Liquidität entsprechende Weisungen zu er
teilen.
In jedem Fall war der
Beschwerdeführer verpflichtet, Überblick über alle we
sentlichen Belange der Firma zu haben, und dies selbst dann, wenn er seine Befugnisse als Geschäftsführer intern weitgehend an den Beigeladenen delegiert h
ä
tte.
Auch der Einwand des Beschwerdeführers, wonach er für die Gesamtforderung nur für seinen Anteil von 5
%
hafte, vermag daran nicht
s
zu ändern, denn die Haftung eines
Gesellschafters ist eine Solidarhaftung über die ganze Forderung, und die Beschwerdegegnerin hat bei einer Mehrheit von Schuldnern die Wahl, gegen wen sie vorgehen will. Die Frage eines allfälligen internen Regresses zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beigeladenen und die Abwälzung der definitiven Schadenstragung hat gegebenenfalls auf dem
Zivilweg
zu erfolgen (
Art.
759 OR).
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sich d
er Beschwerdeführer nicht vo
m Vorwurf, seine Obliegenheiten im Zusammenhang mit dem Beitragswesen grobfahrlässig missachtet zu haben, zu entlasten ver
mag. Zu bejahen ist auch d
er Kausalzusammenhang zwischen dem vorwerf
baren Verhalten des Beschwer
de
führers und dem eingetretenen Schaden. Wären die geschuldeten Beiträge frist
gerecht abgeliefert und nur soweit Löhne ausge
richtet worden, als die da
rauf ge
schuldeten Abgaben bei Fälligkeit hätten begli
chen werden können, wäre der Schaden nicht eingetreten.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.