Decision ID: 2cb497c6-f44d-4a52-a02c-b391a1cdc3df
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1979 geborene
X._
arbeitet
seit 1996 bei der
Y._
als
(ungelernter)
Fassadenmonteur bei einem 100%-Pensum (Urk. 7/1 und Urk. 7/9). Am 10. Mai 2002 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte wegen Rückenproblemen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (
insbesondere
Umschulung) an (Urk. 7/1).
In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche
Abklärungen
. Mit Verfügungen vom
3.
Januar 2003 (berufliche Massnahmen,
Urk.
7/13) und vom
6.
Januar 2003 (Rente,
Urk.
7/14)
wies sie die
Leistungs
begehren
ab. Gegen die Verfügung vom 3. Januar 2003 erhob
X._
am 23. Januar 2003 Einsprache (Urk. 7/15), woraufhin die IV
Stelle
weitere medizinischen Abklärungen vornahm. Mit
Einspracheentscheid
vom 10. Sep
tember 200
3
wurde dem Versicherten in Gutheissung der Einsprache Arbeits
ver
mittlung gewährt (Urk. 7/28
29).
Mit Verfügung vom 3. März 2004 wurde die Arbeitsver
mittlung
wieder
abgeschlossen (Urk. 7/31).
1.2
Nachdem
X._
am 27. April und am 21. Oktober 2005 bei Arbeiten auf der Baustelle
vom Gerüst
gestürzt war
,
m
eldete er sich am
11. Dezember 2007 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/43
, unter Beilage diverser Unterlagen, Urk. 7/42
)
. Daraufhin klärte die IV-Stelle die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und liess den Versicherten
durch die
Z._
polydisziplinär begutachten (
Z._
-Gutachten vo
m 14. Oktober 2008, Urk. 7/70).
Mit Brief vom
1.
Juli 2003
auferlegte die IV-Stelle
X._
eine Schadenminderungspflicht im Sinne
der Durchführung
einer psychiatrisc
hen und schmerztherapeutischen Facharztb
ehandlung
im Ermessen des Behandlers
(Urk. 7/80). Mit Verfügung vom 19. November 20
09
(Urk. 7/86 in Verbindung mit Urk. 7/90) wurde dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2007 eine halbe Invalidenrente zugesprochen.
1.
3
Nachdem
X._
im Fragebogen für die amtliche Revision der Invali
denrente
a
m 25. August 2011 (Urk. 7/93) angegeben hatte, dass sein Gesundheitszustand gleich geblieben sei, klärte die IV-Stelle wiederum die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab.
Mit Mitteilung vom 14. November 201
2
wurde der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestätigt (Urk. 7/118). Gleichentags auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten eine (konkretisierte) Schadenminderungspflicht im Sinne der Durchführung einer einjährigen fachärztlichen Behandlung bei einem Facharzt für Psychia
trie und bei einem Facharzt für Schmerztherapie (Urk. 7/117).
1.4
I
m Dezember 2013 leitete die IV-S
telle erneut eine revisionsweise Überprü
fung des Rentenanspruchs ein (Urk. 7/119)
,
aktualisierte die medizinis
c
he
n und erwerblichen Abklärungen und liess
X._
durch die
A._
polydisziplinär begutachten (
A._
-Gutachten vom 1. Juni 2015, Urk. 7/153). Mit Vorbescheid vom 7. August 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Aufhebung der Rente in Aussicht (Urk. 7/156), wogegen er
am 1
4.
September 2015
Einwand erhob (Urk. 7/161 und Urk. 7/169
, unter B
eilage
von
Stellungnahmen zum
Gutachten
von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH fü
r Innere Medizin, und
von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Urk. 7/168
).
A
m 19. Oktober 2015 erfolgte
eine ergänzende Stellung
nahme durch das
A._
(Urk. 7/170-171). Mit Eingabe vom 28. Oktober 2015 nahm der Versicherte
dazu
Stellung (Urk. 7/173). Mit Verfügung vom 30. November 2015 stellte die IV-Stelle die Rentenleistungen per
Ende Januar 2016 ein (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 12. Januar 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei festzustellen, dass die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 30. November 2015 nichtig sei, eventuell sei die bisherige halbe Invaliden
rente unter Aufhebung der Verfügung vom 30. November 2015 aufrecht zu erhalten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwer
degegnerin
. In prozessualer Hinsicht beantragte er
unter anderem
die Wie
derherstellung der aufschiebenden Wirkung (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1
178). Mit Verfügung vom 14. April 2016
wurde das Gesuch um Wiederherstellung der au
f
schiebenden Wirkung abgewiesen und
auf die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet
(Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zu prüfen ist, ob der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Mangel der angefochtenen Verfügung zu deren Nichtigkeit führt.
1.2
Nichtigen Verfügungen geht jede Verbindlichkeit und Rechtswirksamkeit ab. Nach der Rechtsprechung ist eine Verfügung nichtig, wenn der
ihr anhaf
tende Mangel
besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht erkenn
bar ist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrund kommt namentlich die Unzuständigkeit der verfügenden Behörde in Betracht. Die Nichtigkeit ist jederzeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten; sie kann auch im Rechtsmittelweg festgestellt werden (BGE 132 II 342 E. 2.1).
1.3
Der Beschwerdeführer macht in diesen Zusammenhang geltend, dass sich die angefochtene Verfügung an keinen Adressaten richte und dabei insbesondere nicht an ihn. So richte sich die Verfügung an einen „Herr
D._
“, sein Familienname sei aber
X._
. Entsprechend sei eine solche (Nicht
)Verfügung unbeachtlich, nichtig (Urk. 1 S. 2-3).
1.4
Der Familienname des Beschwerdeführers lautet
tatsächlich
X._
und bei
D._
handelt es sich um den Vornamen. Es ist offensichtlich, dass es dabei um eine vermeidbare, aber unbedeutende Verwechslung des Vor- und Fami
liennamens des Beschwerdeführers seitens der Beschwerdegegnerin handelt. Auf Seite 4 der Verfügung vom 30. November 2015 werden aber unter Betreff der
Name
sowie die Anschrift des Beschwerdeführers korrekt angege
ben. Zusammen mit der Versicherten-Nr.
E._
auf Seite 1 lässt sich die Verfügung ohne weitere Zweifel dem vorliegenden Beschwerdeführer zuordnen. Entsprechend führt der gerügte Mangel nicht zur Nichtigkeit der Verfügung vom 30. November 201
5.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objek
tiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
ge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.2
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organi
sche Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditäts
bemessung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes
Beweis
verfahren
er
setzt. An der Recht
sprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – aus
schliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte
Zumutbar
keitsprüfung
bei materieller Beweisl
ast der
renten
ansprechenden
Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
ri
gen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
soma
to
former
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindika
toren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten
Beweis
themen
und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychoso
matischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines
rentenbe
grün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchs
grundlage
im Einzelfall anhand der
Standardin
dikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
matischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungs
hin
der
n
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensations
poten
zialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
ver
mö
gen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundes
gerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das
Aktivitäts
niveau
der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berück
sichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
2
.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invalidi
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Ver
hältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein
Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeits
fähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Renteneinstellung unter Hinweis auf das polydisziplinäre
A._
-Gutachten vom 1. Juni 2015 (Urk. 7/153) ein
schliesslich ergänzender Stellung
nahme vom 19.
Oktober 2015 (Urk. 7/171) damit, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers insofern verbessert habe, dass er seit spätestens Mai 2015 aus
polydiszipli
närer
Sicht uneingeschränkt und ganztags arbeitsfähig sei, sowohl ange
stammt als auch in jeder anderen körperlich l
e
ichten bis schweren Tätigkeit (Urk. 2 und Urk. 6).
3.2
Der Beschwerdeführer ist demgegenüber
der
Ansicht,
dass sich sein Gesund
heitszustand in keiner Weise revisionsrechtlich relevant verbessert habe.
Insofern
handle es sich beim
A._
-Gutachten um eine unzulässige
Neubeur
teilung
(
second
opinion
) eines
unveränderten Gesundheitszustandes (Urk. 1).
4.
4.1
Die Rentenverfügung vom 19. November 2009 (Urk. 7/86 in Verbindung mit Urk. 7/90) basierte im Wesentlichen auf dem polydisziplinären
Z._
-Gut
achten
vom
14. Oktober 2008
(vgl. Feststellungblatt für den Beschluss vom 1. Juli 2009, Urk. 7/79 S. 5)
, worin folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt wurden
(Urk. 7/70)
:
-
Chronisch und therapieresistent anhaltendes linksseitiges
Thoraxwand
schmerzsyndrom
mit/bei Status nach
Thoraxkontusion
bei
Sturz von einem Baustellengerüst aus 2 Metern Höhe am 2
1.
Oktober
2
005 mit
i
ntercostalneuralgieform
anmutender Schmerzsymptomatik,
in den linken lateralen Thorax ausstrahlend;
costotransversale
und
sternocostale
Irritationen
-
Mittelgradige, protrahiert verlaufende depressive Episode (ICD-10:
F 332.1) bei leistungsorientierter Persönlichkeitsstruktur, reaktiver
Angstentwicklung
(ICD-10: F 43.22)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Status nach operativer Versorgung einer Weichteilverletzung rechter
Handrücken ohne Folgen
-
Status nach CT-gesicherter lumbaler Diskushernie L5/S1 (2002) ohne
aktuell anhaltende klinisch funktionelle Relevanz
-
Zustand nach
Helicobacter
positivem Ulcus
ventriculi
(Oktober 2005)
mit Verdacht auf Rezidiv, abklärungsbedürftig
-
HBs-Antigenträger bei Anti-
HBe
-AK-positiver, Anti-HBs-negativer
chronischer Hepatitis B-Infektion, kontrollbedürftig (durch den
Hausarzt), histologisch ohne wesentliche Veränderungen
-
Anamnestisch
Urolithiasis
, Zustand nach zweimaliger Lithotripsie
-
Nebenbefundlich
: Pansinusitis
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung und Synthese wurde festge
hal
ten, dass der Beschwerdeführer mit kosovo-albanischer Abstam
mung seit 10 Jahren in der Schweiz als Fassadenmonteur arbeite, davon die letzten 4 Jahre als Chef-Monteur. Beim Ereignis vom 21. Oktober 2005 sei es zu einem Absturz von einem Baugerüst aus circa 2 Metern Höhe gekommen. Er sei mit dem linken Brustkorb auf Gerüstteile aufgeschlagen. Es habe sich eine bis dato anhaltende
intercostalneuralgieform
anmutende
Schmerzsympto
matik
mit Lokalisation im Bereich des linken Thorax und der linksseitigen
Thoraxwand
entwickelt. Klinisch seien ein thorakaler
Stau
chungsschmerz
sowie ein Palpationsschmerz über den
sternocostalen
und
costotransversalen
Gelenkverbindungen auffällig. Die bisherige bildgebende Diagnostik einer MRI der HWS, BWS und LWS sowie eine
Skelettszinigraphie
führten nicht zu einem, den Schmerzbefund befriedigend erklärenden Ergeb
nis. Der Verlauf sei trotz
bisheriger umfangreicher
chiropraktischer
und
schmerzthera
peutischer
Behandlung frustrierend. Der Beschwerdeführer habe sich mit seinem Arbeitgeber, mit dem offensichtlich ein vertrauensvolles Verhältnis bestehe, einigen
können
, dass er schmerzbedingt leichtere Tätig
keiten über
wiegend aufsichtführend und anweisend al
s Fassaden-
Chef-Mon
teur auf einem 50%-Pensum (zeitliches Arbeitspensum) mit 40%iger Leistung ver
richte. Die Ergebnisse der orthopädisch-gutachterlichen Abklärung bestä
tigten die bisherige Akten- und Befunddokumentation und auch die
Ver
laufs
berichte
des
F._
im Sinne eines frustrierend anhaltenden linksseitigen
Thoraxwandschmerzes
mit
intercostalneural
giefor
m
er
Schmerzausbreitung. Der Verlauf bleibe abzuwarten. Eine Fort
setzung der therapeutischen Bemühungen beim erst 28-jährigen arbeits
willigen Mann sei sinnvoll. Letztlich sei auch eine spontane Besserung im Laufe der nächsten Jahre nicht auszuschliessen. Aus orthopädischer Sicht bleibe die Arbeitsfähigkeit (zeitliches Arbeitspensu
m) im bisherigen Rahmen von 50 %
eingeschränkt. Eine zusätzliche Leistungseinschränkung bestehe aber nicht bei optimal adaptierter Tätigkeit, wie
sie
der Beschwerdeführer bereits ausübe (
Angabe des Beschwerdeführers, wonach die Arbeit wesentlich in der Erteilung von Anweisungen und Beaufsichtigung der Fassadenarbeiter bestehe). Zusätzliche the
r
apeutische Ansätze, die über das gegenwärtige Ausmass der
Behandlungsstrategien der
F._
hinaus
gingen, seien orthopädisch nicht in Sicht.
Im R
ahmen der psychiatrischen Abklärung
sei die Diagnose einer mittel
gradi
gen, protrahiert verlaufenden depressiven Episode (ICD-10: F 32.1) bei leistungsorientierter Persönlichkeitsstruktur mit reaktiver
Angstentwick
lung
(ICD-10: f 43.22) zu stellen. In den anamnestischen Vorbefunden seien diese Diagnosen als psychische Probleme bei körperlicher Angsterkrankung codiert worden. Aktuell stehe eine depressive Episode im Vordergrund, wel
che vom Untersuchungsaspekt als mittelgradig einzustufen sei. Der psych
ia
tri
sche Gutachter
wies
darauf hin, dass diese Psychopathologie die vor allem ortho
pädischen somatischen Befunde deutlich verstärke. Aus psych
ia
trischer Sicht sei das zeitliche Arbeitspensum derzeit um 40 % herab
gemindert mit einer zusätzlichen Minderung der Leistungsfähigkeit von 20 %. Es werde eine
intensive psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung, eventuell auch in einem stationären Rahmen, empfohlen. Somit müsste in einem Zeitmass von 1 bis 2 Jahren eine deutliche Besserung erzielt werden können, sodass aus
psychiatrischer Sicht eine Nach-Evaluation nach spätestens 2
Jahren empfohlen werde. Die psychiatrisch resümierte Minde
rung der Arbeits
fähigkeit sei in den orthopädisch begründeten Beeinträchti
gungen und Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit bereits enthalten. Aktuell arbeite der Beschwerdeführer als Fassaden-Chef
-M
onteur auf einem 50%-Niveau (zeit
liches Arbeitspensum) mit 40%iger Leistung, das heisst 4.5 bis 5 Stunden pro Tag mit einer Leistungseinschränkung von 60 %, was einer Arbeitsfähigkeit von 20 %
(richtig: 50 %)
entspreche. In optimal adaptierter Tätigkeit könne keine zusätzliche Leistungsminderung attestiert werden. Die
Gesamtarbeits
fähigkeit
betrage 50%.
Aus internistischer Sich
t
ergebe sich keine weitere gravierende Diagnose, welche
Einfluss
auf die
Arbeitsfähigkeit
habe. Der Beschwerdeführer sei ganztä
g
ig und körperlich voll belastbar auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsetzbar. Wegen einer potentiell noch vorliegenden
Infektiösität
bei positi
vem HBs-
ag
sollte er jedoch nicht in Tätigkeiten eingesetzt werden, in denen die erhöhte Gefahr einer Virusübertragung mit dem Blut bestehe (zum Beispiel Koch, im Lebensmittelbereich, im operativen Bereich). Wegen der
Ulkuserkrankung
sollte er Gelegenheit haben, regelmässige Mahlzeiten zu sich zu nehmen und ausserdem seien stressige Belastungen wie Schichtarbeit und Nachtschichten zu meiden.
Die bisher
ige Tätigkeit als Fassaden-Chef-M
onteur könne in der bisherigen modifizierten Form
(mit nur geringem körperlichen Einsatz, überwiegend beschäftigt mit der Erteilung von Anweisungen und Beaufsichtigung der
Fassaden
arbeiter
)
auf einem 50%-Niveau (zeitliches Arbeitspensum, 5 Stun
den arbeitstäglich) ohne weitere Leistungsminderung ausgeübt werden. Auch alle der derzeitig modifizierten und angepassten Tätigkeit vergleichba
ren Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer zu 50 % (entsprechend 5
Stunden arbeitstäglich) zumutbar.
Es überwieg
t
en anteilig gleichermassen somatische Schäden im Bereich der Wirbelsäule und des Brustkorbes und psychische Leiden. Diese ständen in einer gegenseitig sich ungünstig steigernden Wechsel
wirkung.
4
.2
Die rentenaufhebende Verfügung vom 30. November 2015 (Urk. 2) beruht auf folgenden medizinischen Beurteilungen:
4
.2.1
Im polydisziplinären (allgemein-internistischen, orthopädischen,
nephrologi
schen
, psychiatrischen und neuro
logischen)
A._
-Gutachten vom 1.
Juni 2015 (Urk. 7/153) wurde keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagno
sen:
-
L
eichte depressive Episode (
ICD-10: F 32.0)
-
Chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen
Fakto
ren (
ICD-10: F 45.41)
-
Rezidivierende
Nephrolithiasis
beidseits
(
ICD-10: N 20.0)
-
Status nach ESWL beidseits 2001
,2003,2009,
2013
-
Status nach ESWL links am 27. Januar 2015, rechts
7.
Oktober
2014
-
Steinanalyse 2013: Kalziumoxalat-Monohydrat 10 %,
Kalziumoxalat-
Dehydrat
10 %, Apatit 80 %
-
doppelt angelegtes Nierenbecken links mit Ureter-Duplex
-
knappe
Trinkmenge, ungenügende Trinkmengenverteilung,
Hyperkalziurie
,
Hypo
zitraturie
,
Hypomagnesiurie
-
Chronisches
panvertebr
ales Schmerzsyndrom (ICD-10: M 54.80)
-
aktenanamnestisch Status nach Gerüststurz am 27.
April 2005
-
aktenanamnestisch Status nach linksseitiger Kontusion im
Rahmen eines Gerüststurzes am 21.
Oktober 2005
-
radiologisch unauffälliger Befund an
thorakolumbaler
Wirbelsäule und
Iliosakralgelenken
(MRI vom 11. Juni 2014
und vom 7.
April 2015)
-
Chronische diffuse Beschwerden an Schulter und Arm der
adomina
n
ten
linken Seite (ICD-10: M 79.60)
-
radiologisch unauffälliger Befund der Schulter (MRI vom
13. November 2012)
-
szintigraphisch
unauffälliger Befund des Bewegungsapparates
(29. September 2014)
-
Status nach Strecksehnennaht
Dig
II sowie
Überwendelung
Dig
. III am
13. Juli 2000 bei Strecksehnennahtdurchtrennung
Dig
. II sowie partiell
Dig
. III am rechten Handrücken (Spital Uster, ICD-10: Z 98.8)
-
Übergewicht, BMI 27.8 kg/
m
2
(
ICD-10: E 66.9)
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie (ICD-10: I 10V)
-
Ch
ronischer Hepatitis B-Träger (ICD-10: B 16.9)
-
Spastisches Colon,
Colonoskopie
vom 18.
September 2013 (
ICD-10:
K 58.9)
-
Nikotinabusus
von 15
py
(ICD-10: F 17.1)
Aus allgemein-internistischer Sicht wurde festgehalten,
dass die festgestellten Diagnosen zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten und der Beschwerdeführer folglich uneingeschränkt und ganztags arbeitsfähig sei. Auch retrospektiv könnten aus allgemein-internistischer Sicht keine länger
fristigen Arbeitsunfähigkeiten festgehalten werden.
In der
Aktenzusammen
stellung
vom 4. Mai 2015 habe
Dr.
B._
den dringenden Verdacht auf primären
Hyperprathyreoidismus
erhoben und einen chronischen
vertebro
gen
en
Thoraxschmerz
, eine PHS
chronica
beidseits sowie ein chronisches
Lumbovertrebralsyndrom
genannt. Sie habe dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert und eine weitere Steigerung des Arbeitspensums verneint. Aus allgemein-internisti
scher Sicht könne diese Einschätzung nicht bestätigt werden, weshalb in den entsprechenden
Teilgutachten dazu Stellung zu
nehmen sei
(S. 13 f.)
.
Gemäss der psychiatrischen Beurteilung bestehe beim Beschwerdeführer diag
nostisch
eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch vermin
derte Freudeempfindungsfähigkeit, erhöhter Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und einen etwas verminderten Selbstwert mit negativen Zukunftsperspekti
ven bezüglich seiner gesundheitlichen und beruflichen Situation.
Es bestehe vor allem auch eine linksseitig ausgeweitete Schmerzsymptomatik im Bewe
gungsapparat, deren Ausmass durch die somatischen Befunde nicht hinrei
chend objektiviert werden könne und die nicht nur mit einer Somatisierung im Rahmen der Depression erklärt werden könnten. Es beständen psycho
soziale und emotionale Fa
ktoren, die eine Rolle spielten.
Dies mit einem
Migrationshintergrund, einer geringen Schulbildung, sodass er nur wenig Lesen und Schreiben könne, einer chronischen Schmerzsymptomatik seit einem Unfallereignis, die sich bis heute trotz Behandlungen nicht gebessert habe und nun einer finanziellen Abhängigkeit von der IV-Rente. Vor diesem Hintergrund komme es zu den vorliegenden psychischen Störungen. Es bestehe ein chronischer Verlauf. Es
zeige sich
auch ein gewisser sozialer Rückzug, der aber nicht in allen Bereichen des Lebens ausgeprägt sei. Es best
ehe eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, auch mit
anti
depressiver
Medikation. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinfluss
barer innerseelischer Verlauf bei einer zwar entlastenden, aber missglückten Konfliktbewältigung im Sinne eines unbewussten Konflikts (primärer
Kra
n
k
heitsgewinn
) sei nicht erwiesen. Eine Arbeitsunfähigkeit könne aus psychia
trischer Sicht nicht attestiert werden. Die Prognose sei aber
aufgrund des chronischen Verla
ufs und der doch deutlich ausgeprägten Krankheits-
und Behin
derungsüberzeugung, indem sich der
Beschwerdeführer
auch weiterhin nur noch zu 50 % arbeitsfähig fühle, für eine
Steigerung
der Arbeitsleistung ungünstig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
. Dem Beschwerdeführer könne aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, in einer somatisch angepassten und seinen Fähigkeiten entsprechenden
Tätigkeit
ganztags und ohne Leistungseinschränkung zu arbeiten. Von der aufgrund der aktuelle
n Untersuchung eingeschätzten Ar
beits- beziehungsweise Leistungsfähigkeit könne mit Sicherheit seit min
destens dieser Begutachtung ausgegangen werden. Zuvor
habe
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der in den Akten dokumentierten mittelgradigen depressiven Episode bestanden. Der Beschwerdeführer fühle sich auch weiterhin nur mit halber Leistung arbeitsfähig. Diese Selbsteinschätz
u
ng könne durch die psychiatrischen Befunde nicht objektiviert werden. Er habe sich im Untersuchungsgespräch gut konz
entrieren können, die Anamnese
sei gut möglich gewesen und er habe auch Lebensdaten gut angeben können. Er habe sogar angegeben, selbst
Auto
zu fahren, was auch gegen das Vorliegen von deutlichen Konzentrationsstörungen spreche. Er lebe in guter und stabi
ler Beziehung zusammen mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn. Er gehe seiner Arbeit als Fassaden-Monteur regelmässig zu 50 % nach. E
r habe durchaus Kontakte zu ein
paar Kollegen.
Es bestehe aber ein gewisser sozialer Rückzug, indem er beispielsweise den albanischen Klub nicht mehr besuche. Reisen in die Heimat mit stundenlangen Autofahrten seien ihm trotz subjektiver starker Beschwerden mit Schmerzen möglich. Er sei in psychia
trisch-psychotherapeutischer Behandlung, auch mit antidepressiver Medika
tion. Ein Medikamentenspiegel des Antidepressivums habe nicht nachge
wiesen werden können. Es bestehe aber auch eine Analgetika-Medikation mit einem Opioid-Analgetikum, die der Beschwerdeführer wegen seiner Arbeit
aber
nicht täglich einnehme. Er betreibe zudem einen deutlichen
Nikotin
abusus
.
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
C._
habe bereits 2008 und 2012 eine mittelgradige depressive Episode beziehungsweise eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, angegeben. Ein rezidivierender Verlauf der Depression sei hier nicht erwiesen, so fehlten deutliche Phasen mit deutlicher Verschlechterung, Verbesserung und
symp
tomfreien
Intervallen. Der Beschwerdeführer gebe vielmehr einen kontinuier
lichen Verlauf der Depression an.
Dr.
C._
habe auch auf psychische Probleme bei körperlicher Erkrankung (Ängste vor bedrohlichem Ausmass der Krankheit bei Vorhofflimmern und anamnestisch Klappenfehler und
Thoraxschmerzen
) hingewiesen. Sie habe auch eine kombinierte
Persönlich
keitsstörung
vom ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren und
dependenten
Typ mit Selbstüberforderung festgehalten. Entsprechend habe sie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf bescheinigt. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne hier nicht bestätigt werden. Gegen diese Diagn
ose spreche vor allem auch der V
erlauf mit vor der Erkrankung sonst normaler Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit. Es
mögen
aber durch
aus akzentuierte Persönlichkeitszüge bestehen, wodurch aber keine Arbeits
unfähigkeit begründet sei. Ihre Beurteilung könne heute nicht mehr bestätigt werden.
Einerseits sei es zu einer Verbesserung mit nun einer leichten depressiven Episode gekommen. Andererseits handle es sich auch um eine etwas andere Beurteilung eines ähnlichen Zustandes, was die
Persön
lich
keitsdiagnostik
betreffe. Im
Z._
-Gutachten sei 2008 eine mittelgradige depressive
Episode bei leistungsorientierter Persönlichkeitsstruktur
und eine reaktive Angstentwicklung diagnostiziert sowie eine 40%ige Arbeitsunfähig
keit mit 20%iger Leistungseinschränkung attestiert worden. Diese Diagnosen begründeten aber als solche noch keine Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode könne die damals angegebene Arbeits
unfähigkeit als zu hoch eingeschätzt angegeben werden. Gegenwärtig bestehe
zudem eine leichte depressive Episode, wobei es zu einer leichten Verbesserung gekommen sei, dies auch im Rahmen von Adaptionsvorgängen und unter dem natürlichen Verlauf. Im
AEH
sei 2007 ein maladaptives Schmerz- und Krankheitsverhalten aufgeführt worden. Mittlerweile bestehe aber eine deutliche Schmerzstörung mit einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Auch unter Berücksichtigung der
Förster-Kriterien könne eine Arbeitsunfähigkeit nicht mehr begründet werden
(S. 17 ff.)
.
Aus
nephrologischer
Sicht könne aufgrund der Aktenlage eine rezidivierende
Nephrolithiasis
mit konsekutiv notwendigen rezidivierenden urologischen Ein
griffen diagnostiziert werden. Als
steinpathogenetische
Faktoren seien bereits 2009 eine knappe Trinkmenge, eine ungenügende
Trinkmengenver
teilung
, eine
Hyperkalziurie
, eine
Hypozitraturie
sowie eine
Hypomagnesiurie
eruiert worden. Als weitere
r
Faktor se
i ein doppelt angelegtes Nieren
becke
n links mit Ureter-Duplex zu nennen. Der Beschwerdeführer habe die 2009 empfohlenen
metaphylaktischen
Massnahmen nicht umgesetzt, es persistiere unverändert eine geringe Flüssigkeitszufuhr (knapp 1
Liter
) und insbesondere eine ungenüg
ende
Zitratzufuhr
. Die von den
Nephrologen
im Jahr 2009 ver
schriebene Medikation mit Magnesium
Diasporal
und
Hygroton
nehme der Beschwerdeführer derzeit nicht mehr ein. Es zeigten sich normale
Nieren
funktionsparameter
und der Urinstatus sei unauffällig, im
Spoturin
zeige sich eine nicht signifikante diskreteste
Proteinurie
. Bei Normwerten für Kalzium, Phosphat und PTH könne ein primärer
Hyperparathyreoidismus
ursächlich ausgeschlossen werden. Aufgrund des Nierenleidens könne keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Während akuter Nierenkoliken sei die Arbeitsfähigkeit während weniger Tage aufgehoben. Im Intervall bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(S. 20)
.
Im Rahmen der orthopädischen Untersuchung habe der B
eschwerdeführer chronische Schmerzen an
der
gesamte
n
linke
n
Körperhälfte einschliesslich sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte beklagt. Vorbestehende lumbale Rücken
schmerzen hätten nach einem vor 10
Jahren e
r
littenen Gerüststurz mit Kon
tusion der linken Seite zugenommen, wobei es gemäss Akten bereits ein hal
bes Jahr zuvor gleichfalls zu einem Gerüststurz gekommen sei. Durch körperliche Belastung
entstehe
eine
erhebliche Schmerzzunahme, wobei er dann verschiedene Punkte im Brustbereich dieser Seite
knei
fen und drücken müsse
. Die anamnestisch in etwas unklarer Dosierung eingenommenen Anal
getika wirkten „eigentlich nicht schlecht“, doch könnten beschwerdebedingt aktuell ausschliesslich passive physiotherapeutische Massnahmen durchge
führt werden. Aktuell seien auf orthopädischer Ebene folgende Befunde objektivierbar: das Gangbild auf Treppe und ebenem Terrain sei mitsamt den geprüften Varianten unauffällig. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule
demonstriere der Beschwerdeführer eine massiv eingeschränkte bis aufgeho
bene Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte, doch könne die initial erheblich verminderte Kopfrotation später durch freies Bewegungsausmass unter
Ablenkung relativiert werden, und auch die anfangs geringe Auslenkung der LWS im
Langsitz
sei nicht zu bestätigen. An den oberen und unteren Extre
mitäten bestehe mit Ausnahme einer Einschränkung für Überkopfmanöver an den Schultern unter erheblicher Gegenspannung eine freie Beweglichkeit. Die gesamte ausführliche Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen könne bei ausreichender Kooperation insgesamt problemlos durchgeführt werden. Auffallend seien
äusserst diffu
s
angegebene
Druckdolenzen
an Stamm und oberer Extremität der linken Seite. Während die Pr
üfung der unteren Extremitäten i
n Rückenlage zur unablässigen Angabe lumbaler Schmerzen führe, gelinge die Vornahme derselben Manöver in sitzender Position mit hängenden Beinen offensichtlich vollkommen beschwerdefrei. 5
von 5
Waddell
-Zeichen seien positiv. Die Tatsache, dass der Beschwerde
führer trotz seines Übergewichtes im
Langsitz
den Oberkörper mit den Armen spontan und wiederholt hochstemme, um auf der Unterlage rückwärts zu rutschen, sei mit einer
höhergradigen
Läsion an den oberen Extremitäten kaum vereinbar. Auf radiologischer Ebene seien weitestgehend unauffällige Verhältnisse an
der
thorakolumbale
n
Wirbelsäule,
Iliosakralgelenken
,
der
linke
n
Schulter sowie auch im Rahmen einer Ganzkörperskelettszintigraphie dokumentiert worden. In Anbetracht des klinisch objektiv weitestgehend
blanden
Befundes sei auf die Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet worden.
Zusammenfassend könne gesagt werden, dass sich die vom Beschwerdeführer anamnestisch sehr ungewöhnlich präsentierten und auch in der klinischen Untersuchung keinesfalls ein anatomisches Korrelat zeigen
den Beschwerden durch die objektivierbaren Befunde keinesfalls begründen lassen. Im Vordergrund scheine ganz klar eine nicht-organische
Beschwerde
komponente
zu stehen.
Der Beschwerdeführer berichte, keine Berufsausbil
dung absolviert zu haben. Nach der 1994 erfolgten Einreise in die Schweiz habe er 2 Jahre lang in der Produktion von Heizungsrohren und seit 1998 stets als Fassadenmonteur gearbeitet, wobei er ein Pensum von aktuell 5 Mal 4.5 Stunden wöchentlich ausübe und im Sinn eines Vorarbeiters organisiere, ausmesse,
Muster bringe und für die Monta
ge verantwortlich sei. Bezüglich der maximal erfolgenden Belastungen stelle er nur fest, durchaus Gegen
stände heben zu können, doch gehe es nicht lange, bis er dann jammere. Die Tätigkeit als Fassadenmonteur könne als die angestammte angesehen wer
den. Für diese Tätigkeit bestehe aufgrund der heutigen Untersuchung ebenso für andere körperlich leichte bis schwere Verrichtungen eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Als Massnahme aus the
rapeutischer Sicht böten sich keine diagnostischen oder therapeutischen
Vorschläg
e an. Von weiteren Behandlungen, insbesondere anamnestisch weiterhin durchgeführten Massnahmen, sollte unbedingt Abstand gehalten werden, da auf somatischer Ebene dadurch keinesfalls eine
Beschwerde
besserung
erwartet werden könne, sondern vielmehr die
Krankheitsüberzeu
gung
des Beschwerdeführers weiterhin verfestigt zu werden drohten. Im
Z._
-Gutachten 2008 seien aus orthopädischer Seite klinisch an sämtlichen Extremitäten sowie Stamm weitestgehend unauffällige Verhältnisse festge
halten worden. Auch wiederholte radiologische Untersuchungen der LWS und BWS
hätten
keine relevanten Veränderungen
ergeben
. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei seitens des Bewegungsapparates ausschliesslich ein therapieresistentes Schmerzsyndrom der
Thoraxwand
mit „
intercostalneualgieform
anmutender Schmerzsymptomatik, in den linken lateralen
Thorax ausstrah
lend sowie
costotransversale
und
sternocostale
Irritationen“ angeführt worden. Der bisherige Verlauf sei trotz umfangreicher
chiropraktischer
sowie schmerztherapeutischer Behandlung frustrierend und die Arbeitsfähigkeit wie bisher um 50 % eingeschränkt gewesen. Dieser Ein
schätzung könne weder aufgrund der dokumentierten klinischen und radio
logischen Befunde noch der aktuellen Untersuchung gefolgt werden. Die postulierte Beschwerdeursache einer
Intercostalneuralgie
sollte aus fachärzt
lich
-
neurologischer Sicht beurteilt we
rden, doch könne die vermutete Symp
tomatik an der
S
ternocostal
- und
Costotransvers
a
lgelenken
keinesfalls als Erklärung für die völlig diffus die gesamte linke Körperhälfte umfassende Symptomatik verstanden werden, vielmehr sei auf Ebene des Bewegungs
apparates festzuhalten, dass hier eine ausreichende somatische Erklärung für das äusserst diffuse Beschwerdebild fehle. Es bestehe eine erhebliche Diskre
panz zwischen den anamnestischen Schmerzschilderungen einerseits und den objektivierbaren Befunden anlässlich der Begutachtung andererseits. Inwie
weit eine Schmerzverarbeitungsstörung oder eine sonstige psychische Pathologie vorliege und ob dadurch gegebenenfalls ein Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit entstehe, sei Gegenstand des psychiatrischen Teil-Gutach
tens
(S. 25 ff.)
.
Gemäss der neurologischen Beurteilung habe der Beschwerdeführer am 21. Oktober 2005 einen Arbeitsunfall mit Sturz von einem Gerüst erlitten und sich dabei eine linksseitige
Thoraxkontusion
zugezogen. Relevante
ossäre
oder
diskoligamentäre
Verletzungsfolgen hätten nicht nachgewiesen werden können. In der Folge habe der Beschwerdeführer ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der linken
Thoraxhälfte
entwickelt, wobei es zu einer Symptomausweitung über der gesamten linken Körperseite gekommen
sei. Es zeige sich das Bild eines
tendomyopathischen
Schmerzsyndroms. Multiple bildgebende Abklärungen der thorakalen Wirbelsäule, der HWS und der LWS ergäben keine erklärenden Befunde.
Aktuell beklage sich der Beschwerdeführer über Schmerzen über der
gesamten
linken Körperhälfte von Kopf bis Fuss. Es bestehe ein Taubheitsgefühl und Ameisenlaufen, wel
che auch die linke Gesichts- und Penishälfte beträfen. Auch im linken Bein sei ein Taubheitsgefühl vorhanden. Zudem berichte er über eine Berührungs- und Drucküberempfindlichkeit über der linken
Thoraxhälfte
mit
neuralgie
formen
Schmerzen. Bei der klinischen Untersuchung bestehe jedoch eine Drucküberempfindlichkeit der Muskelansätze. Ein eigentliches neuropathi
sches Schmerzsyndrom mit Hyperalgesie und
Allodynie
könne jedoch nicht festgestellt werden. Ebenfalls fehlten Anhaltspunkte für eine dissoziierte Sensibilitätsstörung. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Befunde ergäben sich keine Hinweise für eine Störung der langen Bahnen oder eine anderweitige zentrale Ursache der vom Beschwerdeführer beschriebenen Symptomatik.
Aus neurologischer Sicht könnten keine Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Im Vordergrund stehe aktuell ein
tendomyopathisches
Schmerzsyndrom. Auch im Anschluss an den Unfall vom 21. Oktober 2005 sei keine neurologische Beeinträchtigung dokumen
tiert worden, weshalb auch im Verlauf aus neurologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 29)
.
Der Beschwerdeführer sei aus polydisziplinärer Sicht uneingeschränkt und ganztags arbeitsfähig, sowohl in der angestammten als auch in jeder anderen körperlich leichten bis schweren Tätigkeit. Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeit sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch nach dem Unfallereignis im Jahr 2005 somatisch nicht länger dauernd und
höhergradig
arbeitsunfähig gewesen sei. Psychia
trisch sei der Beschwerdeführer damals mittelgradig depressi
v gewesen, was in der Folge zur Berentung geführt habe.
Die Depression sei aktuell erheblich remittiert und schränke die Arbeitsfähigkeit nicht mehr ein. Mangels valider Einschätzungen in den letzten Jahren sei das oben erwähnte
Zumutbarkeits
profil
mit uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit spätestens ab Mai 2015 zu bestätigen. Der Beschwerdeführer fühle sich
als maximal zu 50 % arbeitsfä
hig in der
an
gestammten Tätigkeit, was in deutlichem Gegensatz zu
r
gut
achterlichen Beurteilung stehe. Durch die frühere
Zusprache
einer halben Invalidenrente ab dem 1. Oktober 2007 fühle sich der Beschwerdeführer in seinem Selbstverständnis bestätigt, wonach lediglich eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit zumutbar sei. Ein Medikamentenspiegel des Antidepressivums habe nicht nachgewiesen werden können. Der Beschwerdeführer scheine sich nur ungenügend depressiv zu fühlen, um eine regelmässige antidepressive Medi
kation einzunehmen. Somit seien auch seine anamnestischen Angaben vor
sichtig zu bewerten.
Zusammenfassend ergebe sich, dass sowohl in der angestammten als auch in jeder körperlich leichten bis schweren körperli
chen Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % bestehe. Die Prognose bezüglich einer weiteren Integration in den Arbeitsmarkt sei aufgrund der subjektiven Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers als eher ungünstig zu bezeichnen. Bezüglich der Depression sei es seit dem letzten Entscheid vom 1
4.
November 2012 zu einer Verbesserung mit nun einer leichten depressiven Episode gegenüber einer mittelgradigen depressiven Episode damals gekommen. Bezüglich der
Per
sönlichkeitsdiagnostik
handle es sich heute gegenüber damals um eine andere Beurteilung eines ähnlichen Gesundheitszustandes. Es sei festzuhal
ten, dass sich der Gesundheitszustand somatisch seit dem 14. November 2012 nicht wesentlich verändert habe.
4.2.2
Dr.
B._
äusserte sich im
Nachgang
zum
ergangenen
Vorbescheid
vom 7. August 2015 (Urk. 7/156) zur vorgesehenen Rentenaufhebung und
hielt
im Schreiben vom 7. September 2015 (Urk. 7/168/1) fest, dass der grösste Unterschied zum
Z._
-Vorgutachten darin bestehe, dass damals die leistungsorientierte Persönlich
keitsstruktur mit reaktiver Ang
stentwicklung als Faktor von Krankheitswert bewertet worden sei und im
A._
-Gutachten als Faktor ohne K
rankheitswert. Gemäss Beurteilung der
behandelnden
Psychia
terin
Dr.
C._
sei jedoch die depressive Entwicklung
durchaus
mit der akzentuierten Per
s
önli
chkeitsentwicklung vereinbar. Im
A._
-
Gutachten
werde die chronische Schmerzstöru
ng mit somatischen und psychischen Faktoren erwähnt. Die psychischen Faktoren würden jedoch überhaupt nicht gewichtet, was im Vorgutachten anders gewesen sei. Auch die
somatischen
Faktoren
(muskulär bedingte
Schmerzen
) seien nicht als arbeitsrelevant gewichtet worden, was sicher auch nicht der Wahrheit entspreche. In ihrem Bericht habe sie von einer 1°-
Hypoparathyreoidismus
, der durchaus für die
Nephrolithiasis
verantwortlich sein könne, und nicht wie im
Gutachten
erwähnt von einem 1°-
Hyperparathyreoidismus
gesprochen. Doch denke auch sie, dass diese Erkrankung nicht für eine anhaltende
Teilarbeitsunfähig
keit
verantwortlich sei. Dieselben Beschwerden und dieselbe Persönlichkeits
struktur seien in den beiden Gutachten durchaus unterschiedlich gewichtet
worden, weshalb die
A._
-Gutachter von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit (richtig wohl: Arbeitsfähigkeit) ausgingen.
4.2.3
Auch die behandelnde Psychiaterin
Dr.
C._
nahm im
Einwandverfahren
Stellung zum
A._
-Gutachten vom 1. Juni 2015 (Stellungnahme vom 5. September 2015, Urk. 7/168/2-13)
. Demnach seien die
aetiologischen
Risikofaktoren im Gutachten nicht beschrieben worden und das Phänomen der
Chronifizierung
mit seiner Implikation für Schweregrad und Prognose sei nicht ausreichend gewichtet worden. Die Einschränkung der Funktionalität, das heisst die Einschränkungen der Aktivität (beruflich und privat) und der Partizipation (beruflich und privat) aufgrund der Beschwerden sei im Gut
achten ungenügend erfragt, erfasst, dokumentiert und gewichtet worden, wobei aber auch ungenügend aus den
Vorakten
zitiert worden sei (insbeson
dere Berichte der Psychiaterin). In der psychiatrischen Begutachtung gelte es als Standard, Funktionseinschränkungen mittels ICF (international
Classifi
cation
of
Functioning
and
Health
) respektive Mini-ICF zu erfassen und zu dokumentiere
n
, weshalb das
A._
-Gutachten diesbezüglich eine grosse Lücke aufweise. Die Annahme der Überwindbarkeit der Beschwerden gleiche einer Behauptung, da diese nur ungenügend begründet worden sei.
Den Gutach
tern gelinge es nicht, aus polydisziplinärer Sicht auf das komplexe chroni
sche Krankheitsgeschehen mit vielen Körperbeschwerden ohne ausreichende somatische Ursache einen
syndromalen
Erklärungsansatz zu finden, was zu einer Fehlbeurteilung und Fehleinschätzung bezüglich Arbeitsfähigkeit führe.
4.2.4
Im Bericht vom 19. Oktober 2015 (Urk. 7/171) nahmen die
A._
-Gutachter Stellung zu den im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eingereichten
Arzt
berichten
(vgl. E. 4.2.2-3, Urk. 7/168) und hielten fest,
dass
Dr.
C._
keine, auch keine neuen Diagnosen und auch keine psychopathologischen Befunderhebung angegeben habe. Aus psychiatrischer Sicht spiele es bezüg
lich
der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
keine Rolle, ob der Explorand nun in einer angepassten
Tätigkeit
arbeite oder nicht. Aus
somatischer
Sicht
bestehe
die im Gutachten ange
ge
bene Arbeitsfähigkeit. Auch die psychia
trischen Diagnosen seien im Gutachten begründet worden. Es sei auch zu den
Vorakten
, insbesondere zu
Dr.
C._
Ste
llung genommen worden. Wichtig und von der IV auch so gefordert,
seien
bei einer psychiatrischen Exploration das Lehrbuchwissen und die Exploration der möglichen täglichen Aktivitäten neben der objektiven psychopathologischen Befunderhebung und der
Diag
nosestellung
nach ICD
1
0.
Die Funktionseinschränkungen könnten mittels ICF erfasst und dokumentiert werden, was aber nicht zwingend notwendig
und von der IV auch nicht zwingend vorgeschrieben sei. Auch wenn der ICD beigezogen werde, komme man nicht drum herum, die täglichen Aktivitäten genau zu explorieren und einen normalen Tagesablauf im Gutachten festzu
halten.
Auch das Mainzer
Stadienmodell
der
Schme
rzchronifizierung
MPSS, das Dr.
C._
erwähnt habe, sei zwar schön und gut, doch fehle ihren ausführlichen Ausführungen aber Wichtiges. Sie bringe insbesondere keine neuen Befunde vor und gehe weiterhin von einer 100%
i
gen Arbeitsun
fähig
keit in der freien Wirtschaft aus.
Dr.
C._
könne somit das
A._
Gutachten nicht in Frage stellen. Es handle sich dabei eben um eine andere Beurteilung eines ähnlichen Gesundheitszustandes. Darauf weise auch das Schreiben von
Dr.
B._
hin, wonach dieselben Beschwerden und dieselbe Persönlich
keitsstruktur in den beiden Gutachten durchaus unterschiedlich gewichtet worden seien. Dies sei bei verschiedenen Beurteilungen eines ähnlichen Gesundheitszustandes eben der
F
all.
5.
5.1
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers im Zeitraum zwischen der Verfügung vom 19. November 2011 (Urk. 7/86 in Verbindung mit Urk. 7/90), welche auf einer umfassenden materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruhte, und der nun angefochte
nen Verfügung vom 3
0.
November 2015 (Urk. 2) in anspruchsrelevanter W
eise verbessert hat (vgl. E. 2.
5
).
5.2
Bei der Durchführung von Revisionen sind die Vollzugsorgane der Invaliden
ver
sicherung verpflichtet, den Untersuchungsgrundsatz zu wahren (Art. 43
Abs. 1 ATSG) beziehungsweise die versicherungsrelevanten
Sachver
halts
elemente
abzuklären. Liegt ein Revisionsgrund (hier: Veränderung des psychischen Gesundheitszustande
s
, vgl. nachfolgend E.
5.4.1
) vor, so hat eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen, mithin auch eine neue ärztliche Beurteilung der gesamten gesundheitlichen Situation und der
Arbeitsfähigkeit (BGE 130
V 343 E
. 3.5, Urteil des Bundesgerichts
8C_864/2011 vom 1. Februar 2012 E. 5.1 mit Hinweisen).
5.3
Das polydisziplinäre
A._
-Gutachten
vom 1. Juni 2015 (
Urk. 7/153) basiert auf einer umfassenden
allgemein-internistischen, orthopädischen,
nephrolo
gischen
, psychiatrischen und neurologischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgege
ben. Die begutachtenden Ärzte haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizini
schen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend darge
legt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Dem
poly
dis
zi
pli
nären
Gutachten kommt daher grundsätzlich v
olle Beweiskraft zu
(vgl. E. 2.2
).
5.4
5.4.1
Der psychiatrische Gutachter stellte schlüssig fest, dass es zu einer Besserung des psychischen Gesundheitszustandes gekommen ist. Aufgrund der nur noch leicht
en
Befundlage
schloss er auf eine erhebliche Remission der ursprünglich mittelgradigen zu einer
nun noch
leichten dep
ressiven Episode. Diese schränkt
die Arbeitsfähigkeit
nicht mehr ein
.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiese
nermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Der Beschwerdeführer
lässt sich zwar psychiatrisch behandeln (wöchentliche Gruppentherapie für Personen mit chronischen Schmerzstörungen und alle
zwei
Monate ein psychiatrisches Einzelgespräch, vgl. Urk. 7/153 S. 15), doch erfolgte ein stationärer Aufenthalt -
obwohl
dies 2009 bereits
im
Z._
-Gut
achten empfohlen wurde (vgl.
E. 4.1
)
-
bisher nicht. Auch aufgrund der fehlenden antidepressiven Medikation sowie den Hinweisen auf fehlenden Leidensdruck kann der diagnostizierten leichten depressiven Episode keine invalidisierende Wirkung zugesprochen werden. Hierfür spricht auch der von Eigenaktivität gezeichnete Tagesablauf (Urk.
7/153 S. 13, S. 17 und S. 23).
Hinzu kommt, dass die depressive Störung auch durch psychosoziale
Belastungs
faktoren
(Migrationshintergrund, geringe Schulbildung, chro
ni
sche Schmerzsymptomatik nach Unfall sowie finanzielle Abhängigkeit), welche nach invalidenversicherungsrechtlichen Kriterien nicht in die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen werden dürfen
(vgl. E. 2.2.2)
,
mit
bestimmt
wird.
Angesichts
dieses verbesserten psychischen Gesundheitszustandes ist
eine Revisionsrelevanz gegeben, weshalb nachfolgend die gesamte gesund
heit
li
che Situation des Beschwerdeführers umfassend zu prüfen ist (vgl. E. 5.2).
5.4.2
Der b
egutachtende Psychiater kam im Weiteren zum Schluss, dass die beim Beschwerdeführer diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit soma
ti
schen und psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.41) ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit verbleibt. Diese Schlussfolgerung hält auch einer Prüfung anhand der mit BGE 141 V 281 neu eingeführten bundesgerichtlichen Recht
sprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache mittels Standardindikatoren (vgl. E.
2.2
) stand.
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome gemäss ICD-10: F 45.41 nicht besonders ausgeprägt erscheinen. Was den Indikator „
Komorbiditäten
“ betrifft, wies der psychiatrische Gutachter zwar darauf hin, dass ein depressi
ves Leiden vorliege
, doch sei dies zwischenzeitlich weitgehend remittier
t (leichte depressive Episode) und werde
durch invaliditätsfremde Faktoren (
Migrationshintergrund, geringe Schulbildung, chronische
Schmerzsympto
matik
nach Unfall sowie finanzielle Abhängigkeit
) mitbestimmt
. Somatische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden von den Gut
achtern nicht
(mehr)
erhoben.
Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontex
t
“ ist einerseits
auf die laut psychiatrischem Gutachter das Beschwerdebild überwiegend wahrscheinlich verursachenden (invaliditätsfremden)
Kon
text
faktoren
hinzuweisen. Andererseits lässt der Lebenskontext des Beschwer
deführers auf durchaus vorhandene Ressourcen (
gute und
stabile Ehe, gutes Verhältnis zu
m
Sohn, soziale und integrierende Kontakte [beruf
lich und privat]) schliessen. Zum weiteren Aspekt der „Konsistenz“ ist betreffend den Indikator Inanspruchnahme von therapeutischen Option wiederum zu erwähnen, dass die therapeutische Behandlung ohne stationä
rem Aufenthalt nicht
konsequent
ist sowie die Nichteinnahme der (
antide
pressiven
)
Medika
tion auf fehlenden Leidensdruck schliessen lassen.
Demnach sind auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beacht
li
chen Standardindikatoren (vgl. E. 2.3) erhebliche funktionelle Aus
wirkungen der Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Daher ist die chronische Schmerzstörung weder aus psychiatrischer noch aus recht
licher Sicht als invalidisierend zu betrachten.
5.4.3
Akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen keinen rechtser
heblichen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer
Persönlichkeits
störung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen)
.
Der
A._
-Gutachter hielt diesbezüglich explizit fest, dass er die Persönlichkeitsdiagnostik des Beschwerdeführers anders beurteile
als
Dr.
C._
.
Auch schloss er das Vorliegen von
akzentuierten
Persönlich
keitszüge
n
nicht gänzlich aus. Doch
begründen
solche
rechtsprechungsge
mäss
klarerweise keine Arbeitsunfähigkeit.
5.5
Der begutachtenden Orthopäde legte nachvollziehbar dar, dass die vom Beschwer
deführer geklagten Beschwerden vordergründig nicht somatisch abstützbar sind und verwies dabei insbesondere auf 5 von 5
Waddell
-Zeichen
und zahlreiche Inkonsistenzen
(Urk. 7/153 S.
33
).
Gutachterlicherseits
konnte kein anatomisches Korrelat für die Beschwerden begründet werden. Bereits 2009 hielt das
Z._
-Gutachten fest, dass die
bisherige
bildgebende Diagnostik sowie eine Skelettszintigraphie nicht zu einem, den
Schmerzbe
fund
befriedigend erklärenden Ergebnis geführt hatte.
Demnach
ist
festzu
stellen, dass der
orthopädische Gesundheitszustand und somit
auch
dessen Auswirkungen auf die Arbeit
sfähigkeit
im Wesentlichen unverändert
geblieben sind. D
em Beschwerdeführer
ist auch
weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
zumutbar
.
Diese Einschätzung variiert lediglich in qualitati
ver Hinsicht, da v
or dem Hintergrund von somatisch
nicht abstützbaren Beschwerden
dies
sowohl
für die
angestammte Tätigkeit
als Fassadenarbeiter,
die
zuletzt ausgeübte
als Fassaden-Chef-Monteur sowie
für jede andere
kör
perlich
leichte
bis schwere
Tätigkeit
gilt
(Urk. 7/153 S. 33).
5.6
D
ie Rüge des Beschwerdeführers, dass das
A._
-Gutachten verkenne, dass der Beschwerdeführer nicht mehr als Fassadenarbeiter, sondern nur noch ange
passt als Fassaden-Chef-Monteur und somit ohne schwere Arbeiten tätig ist (Urk. 1 S. 14 f.), geht fehl.
Der begutachtende Orthopäde legte nachvollziehbar dar, dass die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden nicht objektivierbar sind
(vgl. E. 5.5). Aufgrund dieser somatisch nicht abstützbaren Beschwerden kam der Gutachter denn auch mit überzeugender Begründung zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in jeglicher körperlich leichter bis schwerer Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Dies beinhaltet die zuletzt ausgeübte als Fassaden-Chef-Monteur
,
aber auch
die ursprüngliche Tätigkeit als Fassadenarbeite
r
.
5.7
Zusammenfassend entspricht das polydisziplinäre
A._
-Gutachten den erfor
der
lichen Kriterien und es ist seit spätestens Mai 2015 (
Begutachtung
) von einer Verbesserung des
(psychischen)
Gesundheitszustandes sowie damit ein
hergehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Aus
polydis
ziplinärer
Sicht ist der Beschwerdeführer
in
der
angestammten Tätigkeit als Fassadenarbeiter, in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fassaden-Chef-Monteur sowie in jeder anderen körperlich leichten bis schweren Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig
.
Auch in psychiatrischer Hinsicht ist von einer vollen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen.
Hieraus ergibt sich keine relevante Erwerbsunfähigkeit.
Deshalb erfolgte die Renteneinstellung durch die Beschwerdegegnerin zu Recht und die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offen bleiben, was es damit auf sich hat, dass der Arbeitgeber des Beschwerdeführers für den Beschwerde
führer im Jahre 2009 für einen Lohn von
Fr.
62‘265.--, im Jahre 2010 für einen Lohn von
Fr.
42‘830.-- und im Jahre 2011 für einen Lohn von
Fr.
77‘590.-- AHV-Beiträge entrichtet hatte (vgl. Auszug aus dem indivi
duellen Konto vom 1
0.
Januar 2014, Urk. 7/122) und beim jüngsten
Renten
revisionsverfahren
, das in das vorliegende Gerichtsverfahren mündete, trotz mehrmaligem Nachhaken der Beschwerdegegnerin keinen
Arbeitgeberfrage
bogen
ausfüllte (vgl. ELAR-Notizen vom 2
1.
Februar, 25. April und 1
5.
Mai 2014 sowie Briefe vom
2.
und 1
0.
Juni 2014).
6
.
Die Gerichtskosten
, die
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.--
zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr.
8
00.-- anzusetzen und dem unterliegen
den Beschwerdeführer aufzuerlegen.