Decision ID: 5ba5f49b-d870-5e67-b9dc-5e954916b595
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.10.2011 Art. 23 BVG. Frage des Zeitpunktes des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit, welche später zur Zusprechung einer IV-Rente führte. Zeitlicher Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Oktober 2011, BV 2010/5). Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid Entscheid vom 24. Oktober 2011 in Sachen A._, Kläger, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christine Kessi, c/o procap, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten, gegen Vorsorgestiftung Z._, Beklagte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Isabelle Vetter-Schreiber, Seestrasse 6, 8027 Zürich, betreffend Invalidenrente Sachverhalt:
A.
A.a A._ war vom 11. September 1995 bis Ende April 1999 bei der B._, angestellt
und dadurch bei der Vorsorgestiftung Z._ (nachfolgend: Vorsorgestiftung),
vorsorgeversichert. Auf den 17. Mai 2000 meldete er sich zum Leistungsbezug bei der
Arbeitslosenversicherung an. Das Amt für Arbeit, St. Gallen, verneinte mit Verfügung
vom 25. September 2000 die Vermittlungsfähigkeit ab Antragstellung mit Hinweis auf
die ausländerrechtliche Stellung des Versicherten (IV-act. 4; vgl. auch IV-act. 12). Im
September 2000 hatte sich der Versicherte auch zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung (IV) angemeldet und eine seit Mai 2000 bestehende
Arbeitsunfähigkeit angegeben (IV-act. 1). Dr. med. C._, FMH Innere Medizin und
Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 4. Dezember 2000 nach einer
erstmaligen Untersuchung des Versicherten am 20. November 2000 eine aktivierte
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Pangonarthrose rechts und eine klinische Retropatellararthrose links. Seit 1996 leide
der Versicherte an chronischen Kniegelenksschmerzen rechts. Trotz zweimaliger
Teilmenisektomie rechts 1998 und 1999 und arthroskopischem Debridement im
Februar 2000 würden sowohl die Schmerzen als auch ein chronischer Reizerguss
persistieren. Seit Ende Februar 2000 hätten sich die Beschwerden massiv erhöht.
Geplant sei nun eine erneute Arthroskopie. Bis dahin sei der Patient für jegliche (auch
sitzende) Arbeit zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 6). Nach Durchführung von weiteren
ärztlichen Behandlungen sowie einer Begutachtung durch Dr. med. D._, Spezialarzt
FMH für Orthopädie, eröffnete die IV dem Versicherten mit Verfügung vom 26. Juni
2003, dass ihm ab April 2000 eine halbe Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von
63 % zustehe (Valideneinkommen von Fr. 44'700.-- und Invalideneinkommen von Fr.
16'735.--, nach Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 %). Seit April 1999 sei
ihm eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit noch zu 60 % zumutbar (IV-act. 45, 49;
act. G 1.2). Nachdem Dr. C._ eine gesundheitliche Verschlechterung bescheinigt
hatte (IV-act. 55, 56), sprach die IV dem Versicherten mit Verfügung vom 7. Oktober
2004 rückwirkend ab Januar 2004 eine Dreiviertelsrente (aufgrund der gesetzlichen
Änderung der Rentenabstufung bei einem IV-Grad von 64 %) und ab März 2004 eine
ganze Rente (bei einem IV-Grad von 100 %) zu. Seit Dezember 2003 bestehe eine volle
Erwerbsunfähigkeit; diese sei ab März 2004 (drei Monate nach Eintritt der
Verschlechterung) zu berücksichtigen (IV-act. 62-64). Den Anspruch auf eine ganze
Rente bestätigte die IV am 10. Juni 2009 (IV-act. 77).
A.b Mit Schreiben vom 8. Oktober 2004 lehnte die Vorsorgestiftung ein
Leistungsbegehren des Versicherten mit der Begründung ab, dass er gemäss seinen
eigenen Angaben in den Jahren 1999 (2. Hälfte), 2000 und 2001 zu 100% arbeitsfähig
gewesen sei (act. G 1.3). Die Leistungsablehnung liess die Vorsorgestiftung am
25. September 2007 durch Rechtsanwältin Dr. iur. I. Vetter-Schreiber, Zürich,
bestätigten (act. G 1.4).
B.
B.a Mit Eingabe vom 18. März 2010 erhob Rechtsanwältin Ch. Kessi, procap, Olten, für
den Versicherten Klage gegen die Vorsorgestiftung mit den Anträgen, die Beklagte sei
zu verpflichten, dem Kläger aus dem Vorsorgeverhältnis ab dem 1. April 2000 eine
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Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 63% und ab dem 1. März 2004
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100% gemäss den gesetzlichen und
reglementarischen Bestimmungen auszurichten. Die Beklagte sei zu verpflichten, den
Kläger auf den frühest möglichen Zeitpunkt von der Beitragspflicht zu befreien, und sie
sei zu verpflichten, dem Kläger auf den Invalidenleistungen einen Verzugszins von 5%
spätestens ab dem Zeitpunkt der Klageeinreichung zu bezahlen. Zur Begründung legte
die Rechtsvertreterin unter anderem dar, die Arbeitsfähigkeit des Klägers sei
hauptsächlich aufgrund seiner Beschwerden im rechten Knie eingeschränkt. Durch die
rechtsseitigen Kniebeschwerden habe er beim Gehen sein Gewicht vorwiegend auf das
linke Bein verlagert. Aufgrund dessen habe sich eine bereits bestehende Gonarthrose
links ab 2002 verschlechtert. Der Gesundheitsschaden, der 1998/1999 zur
Arbeitsunfähigkeit geführt habe, stehe in einem sachlichen Zusammenhang mit der ab
April 2000 festgehaltenen Invalidität sowie mit der Erhöhung der Invalidität im März
2004. Die Zeiten zwischen den Knieoperationen vom Juli 1999, Februar 2000 und
August 2001 seien, falls dort eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden haben sollte,
derart kurz gewesen, dass ein zeitlicher Konnex zwischen Arbeitsunfähigkeit und
Invalidität nicht unterbrochen worden wäre. Für den Beginn des Anspruchs auf
Invalidenleistungen seien die Bestimmungen der Invalidenversicherung massgebend,
womit der Kläger ab 1. April 2000 Anspruch auf Ausrichtung einer BVG-Invalidenrente
habe. Der Invaliditätsgrad bemesse sich ebenfalls in Anlehnung an die
Rentenverfügungen der Invalidenversicherung.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2010 beantragte Rechtsanwältin Vetter für
die Beklagte Abweisung der Klage. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, nicht
nachvollziehbar sei, aufgrund welcher Unterlagen der Gutachter Dr. D._ den Beginn
der Arbeitsunfähigkeit auf den 23. Dezember 1998 zurückdatiere. Offen bleibe auch,
aufgrund welcher Ursachen ab welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang eine
Arbeitsunfähigkeit eingetreten sein solle. Die Beklagte könne von Vornherein nur für
diejenigen Leiden rentenpflichtig werden, die bereits während der Dauer des
Vorsorgeverhältnisses zu einer relevanten Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Der
Gutachter habe auch darauf hingewiesen, dass eine deutliche Gewichtsabnahme
sowohl den beidseitigen Knieschmerzen als auch den lumbalen Beschwerden
zuträglich wäre. Dieser Aspekt sei seitens der IV unberücksichtigt geblieben. Da aber
der IV-Entscheid für die Beklagte nicht bindend sei, sei auch die Frage der
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Schadenminderungspflicht im Rahmen der beruflichen Vorsorge frei zu prüfen. Nur der
Vollständigkeit halber und zur Wahrung ihrer Sorgfaltspflichten erhebe die Beklagte die
Einrede der Verjährung gegenüber allfälligen rückständigen Rentenverpflichtungen. Der
Kläger sei zumindest in einer den gesundheitlichen Beeinträchtigungen angepassten
Tätigkeit nach Kassenaustritt während längerer Zeit wieder voll arbeitsfähig gewesen,
so dass eine zeitliche Konnexität zur einer früheren Arbeitsunfähigkeit unterbrochen
wäre. Die Knieproblematik links sowie die grosse Diskushernie hätten jedenfalls erst
nach Kassenaustritt zu einer invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit geführt, wobei unklar
sei, in welchem Umfang. Die Beklagte könne für diese gesundheitlichen
Beeinträchtigungen nicht leistungspflichtig werden.
B.c Mit Replik vom 26. August 2010 und Duplik vom 15. Oktober 2010 bestätigten die
Parteien ihre Standpunkte.
B.d Das Gericht zog die Akten der Invalidenversicherung betreffend den Kläger bei. Die
Parteien verzichteten diesbezüglich auf eine weitere Stellungnahme (act. G 20, 22).
B.e Auf das Schreiben des Versicherungsgerichts vom 28. April 2011 (act. G 23) reichte
die Rechtsvertreterin des Klägers zusammen mit einer Stellungnahme vom 5. Juli 2011
weitere Unterlagen ein (act. G 27). Am 3. Mai 2011 hatte die Rechtsvertreterin der
Beklagten das Reglement der Vorsorgestiftung, anwendbar ab 1. Januar 1999
nachgereicht (act. G 24). Am 16. August 2011 äusserte sie sich zur Eingabe der
Rechtsvertreterin der Klägers vom 5. Juli 2011 (act. G 25).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2005 trat die 1. BVG-Revision, welche auch eine Änderung der
Leistungsvoraussetzungen bei Invalidität (Art. 23 BVG) und der Leistungshöhe (Art. 24
BVG) mit sich brachte, in Kraft. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V 467). Ferner stellt das Versicherungsgericht
bei der Fall-Beurteilung grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des
angefochtenen Entscheids eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 121 V 366; RKUV 2001
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S. 101). Vorliegend betrifft das Klageverfahren, welchem kein vorinstanzlicher
Entscheid zugrunde liegt, Leistungsansprüche ab April 2000, wobei ab März 2004 eine
Erhöhung beantragt ist. Damit ist das bis 31. Dezember 2004 gültig gewesene Recht
der obligatorischen beruflichen Vorsorge anzuwenden, soweit ihm neben den
reglementarischen Regelungen der Beklagten eine eigenständige Bedeutung zukommt.
1.2 Anspruch auf eine BVG-Invalidenrente haben gemäss Art. 23 BVG Personen,
welche im Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 50% invalid sind und bei
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert
waren. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn sie im Sinn der Invalidenversicherung mindestens zu zwei Dritteln
und auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte invalid ist. Im obligatorischen
Bereich der beruflichen Vorsorge ist der Begriff der Invalidität der gleiche wie in der
Invalidenversicherung. Invalidität bedeutet demnach die durch einen versicherten
Gesundheitsschaden verursachte dauernde oder während längerer Zeit bestehende
Beeinträchtigung der Erwerbsmöglichkeiten auf dem für die versicherte Person in
Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (BGE 115 V 210 Erw. 2 mit Hinweisen).
Im Bereich der weitergehenden Vorsorge können die Vorsorgeeinrichtungen den
Invaliditätsbegriff gestützt auf die Autonomie gemäss Art. 49 Abs. 2 BVG in den
Statuten oder Reglementen selber bestimmen. Da das BVG gemäss Art. 6 nur die
Mindestleistungen bestimmt, steht es den Vorsorgeeinrichtungen auch frei, den
Invaliditätsbegriff in der obligatorischen Versicherung zugunsten der versicherten
Person zu erweitern (vgl. BGE 115 V 211 ff). Geht die Vorsorgeeinrichtung vom
gleichen Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, ist sie an die
Invaliditätsbemessung der IV-Organe grundsätzlich gebunden, es sei denn, diese sei
offensichtlich unhaltbar (SZS 2001 S. 86; BGE 126 V 311 Erw. 1). Verwendet die
Vorsorgeeinrichtung demgegenüber einen anderen Invaliditätsbegriff als die
Invalidenversicherung, rechtfertigt sich eine selbständige Invaliditätsprüfung, wobei
sich die Vorsorgeeinrichtung diesfalls auf die medizinischen und erwerblichen
Abklärungen der IV-Organe stützen kann. Diese Grundsätze über die Massgeblichkeit
des Beschlusses der Invalidenversicherung gelten nicht nur für die Festlegung der
Höhe des Invaliditätsgrads, sondern auch für die Entstehung des Rentenanspruchs
(BGE 118 V 40 Erw. 2b/aa mit Hinweisen).
2.
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2.1 Nach Art. 5.2 des ab 1. Januar 1999 gültigen Reglements der Beklagten (act. G
24.1) haben Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge von
Krankheit oder Unfall medizinisch objektiv feststellbar ganz oder teilweise ausserstande
sind, ihren Beruf oder eine andere ihrer Lebensstellung, ihren Kenntnissen und
Fähigkeiten angemessene Tätigkeit auszuüben. Die Höhe der Rente bestimmt sich
nach dem ärztlich festgestellten Grad der Arbeitsunfähigkeit. Die Invalidenrente setzt
spätestens nach Ablauf einer Wartefrist von 24 Monaten ein, frühestens jedoch nach
Erschöpfung des Anspruchs aus der vom Arbeitgeber abgeschlossenen
Krankentaggeld- oder Unfallversicherung (lit. a). Sobald eine Rentenverfügung der
Invalidenversicherung (IV) vorliegt, wird in der Regel auf die Invalidenleistungen - ab
Wirkungstermin der Verfügung - nach dem von der IV festgestellten Invaliditätsgrad
abgestellt (lit. c ).
2.2 In BGE 129 V 73 wurde eine Bindungswirkung der
invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für die Vorsorgeeinrichtung verneint,
wenn diese nicht spätestens im Vorbescheidsverfahren (Art. 73 IVV), bzw. nach
dessen (vorübergehender) Ersetzung durch das Einspracheverfahren in der Zeit von
1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006, angelegentlich der Verfügungseröffnung in das
invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen wird. Hält sich die
Vorsorgeeinrichtung demgegenüber an das invalidenversicherungsrechtlich Verfügte,
ist das Problem ihres Nichteinbezugs ins IV-Verfahren gegenstandslos. In diesem Fall
kommt ohne Weiterungen die vom Gesetzgeber gewollte, in den Art. 23 ff BVG zum
Ausdruck gebrachte Verbindlichkeitswirkung unter Vorbehalt offensichtlicher
Unrichtigkeit des IV-Entscheids zum Zug. Stellt somit die Vorsorgeeinrichtung auf die
invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte
Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Bundesgerichts
[bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 14. August
2000, B 50/99, Erw. 2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im
IV-Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Februar 2004, B
39/03, Erw. 3.1).
Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den vom Gericht beigezogenen IV-Akten, dass die
Beklagte als in Betracht fallende Vorsorgeeinrichtung nicht in das Verfahren der IV zur
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Ermittlung und Festsetzung des Invaliditätsgrads (grundsätzlich, masslich und zeitlich)
miteinbezogen wurde (vgl. IV-act. 47-49, 62-64). Sie erhielt vielmehr erst durch das
Gesuch um Ausrichtung von BVG-Invalidenleistungen (unter Hinweis auf die von der IV
anerkannte Invalidität) Kenntnis vom Beschluss der IV. Damit vermochte der Beschluss
der IV gegenüber der Beklagten als BVG-Vorsorgeeinrichtung keine Bindungswirkung
zu entfalten. Die um BVG-Invalidenleistungen angegangene Vorsorgeeinrichtung war
daher berechtigt - und verpflichtet -, unter Mitwirkung des Klägers eigene Abklärungen
über das Ausmass und den Eintritt der massgeblichen Arbeits- bzw.
Erwerbsunfähigkeit zu tätigen und den Anspruch auf Invalidenleistungen selbständig
abzuklären. Dabei berücksichtigte sie auch die im IV-Verfahren produzierten Akten.
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dabei sind alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und es ist
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander
widersprechenden Arztberichten das Verfahren nicht erledigt werden, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine
und nicht die andere medizinische These abgestellt wird. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder seine Herkunft noch die Bezeichnung als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 353 Erw. 3a; BGE 122 V 160f Erw. 1c mit Hinweisen).
2.4 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
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nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal - aus während der Versicherungsdauer aufgetretener Arbeitsunfähigkeit -
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 118 V 35 Erw. 5; 123 V 262
Erw. 1a). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte
Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit invalid wird. Damit
kommt der Schutz der zweiten Säule zum Tragen, wonach das Invaliditätsrisiko auch
dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit
eintritt, während welcher die leistungsanbegehrende Person unter Umständen dem
Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 118 V 35 Erw. 2b/aa; BGE 120 V 112
Erw. 2b). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings
nicht nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die
versicherte Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser
Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher
Zusammenhang besteht. Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der
invalidisierende Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich bereits während der
Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung manifestierte. Die zeitliche Konnexität setzt
voraus, dass zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw.
deren Verschlimmerung keine längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die
gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des
Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die
Beweggründe, welche die versicherte Person gegebenenfalls zur Wiederaufnahme der
Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 Erw. 1c S. 264, 120 V 112 Erw. 2c/aa-bb S.
117f, mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang die in der
Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse (SZS 2003 S. 509 [B
23/01]; Urteil des EVG i/S I. [B 73/00] vom 28. Mai 2002, Erw. 3a/bb). Einen Unterbruch
des zeitlichen Zusammenhangs hat die Rechtsprechung etwa bei einer über 17 Monate
(SZS 2003 S. 510 [B 4/02]) oder mehr als zwei Jahre (Urteil des EVG i/S A. [B 51/05]
vom 7. September 2006, Erw. 4.1 und 5.3) hinweg bestehenden Erwerbstätigkeit ohne
nennenswerte Arbeitsunterbrüche und ohne reduzierte Arbeitsleistung angenommen; in
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einem Fall erachtete das Eidgenössische Versicherungsgericht den zeitlichen
Zusammenhang - unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls - bereits durch
eine sechsmonatige Zeitspanne mit voller Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als
unterbrochen (SZS 2002 S. 153 [B 19/98]; ähnlich Urteil des EVG i/S Pensionskasse D.
[B 100/05] vom 8. Februar 2006, Erw. 3.2 [Unterbruch durch über viermonatige volle
Erwerbstätigkeit]).
3.
3.1 Am 23. November 1999 stellte sich der Kläger wegen der Kniebeschwerden in der
Sprechstunde des Kantonalen Spitals E._ vor. Dort war er in der Folge vom 14. bis
17. Februar 2000 hospitalisiert (IV-act. 9). Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, bei dem der Kläger seit 28. August 2000 in Behandlung stand, hielt
am 30. November 2000 fest, dem Patienten seien Tätigkeiten mit nicht vorwiegenden
Kniebelastungen in vollem Umfang zumutbar. In der bisherigen Tätigkeit (als
Maschinenführer) bestehe (gemäss Beurteilung des früheren behandelnden Arztes Dr.
med. G._,) seit 14. Februar 2000 eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 10). Die Ärzte
der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals H._ vermerkten im Bericht
vom 26. Februar 2001 mit Hinweis auf die kniebedingten Gesundheitsschäden unter
anderem, der Kläger sei seit ca. zweieinhalb Jahren nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 19).
In einem Bericht vom 16. Februar 2001 kam der Eingliederungsberater der IV zum
Schluss, der Kläger sei wegen der gesundheitlichen Probleme am Knie und am Gesäss
derzeit nicht eingliederbar (IV-act. 16). Die Internistin und Rheumatologin Dr. C._
berichtete am 12. März 2001, die Arbeitsfähigkeit werde durch orthopädische
Probleme (am Kniegelenk) beeinflusst. Die anderen internistischen Leiden seien nur
zeitlich limitiert arbeitsfähigkeitseinschränkend und heilbar. Aufgrund der chronischen
Arthritis rechts und Blockierungen sei weder eine sitzende (langes Beugen des
Kniegelenks aufgrund des Ergusses nicht möglich) noch eine stehende Arbeit möglich.
Der Gesundheitsschaden bestehe seit 1996. Sie habe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
seit dem 20. November 2000 (erste Untersuchung bei ihr) bescheinigt. Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit vor diesem Datum sei Dr. F._ zu befragen (IV-act. 22). Am 16. August
2001 wurde beim Kläger im Spital E._ ein weiterer operativer Eingriff am rechten Knie
durchgeführt (IV-act. 31). Am 21. Dezember 2001 und 7. Januar 2002 bestätigte der
operierende Arzt Dr. med. H._, Spital E._, dass der Kläger in der früheren Tätigkeit
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seit April 1999 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Eine hauptsächlich sitzende, für die Knie
nicht belastende Tätigkeit (mit der Möglichkeit von Positionswechseln, ohne Tragen
von Lasten und ohne Treppenlaufen) könne er zu 100 % ausüben (IV-act. 32). Dr. C._
führte am 4. Februar 2002 unter anderem aus, eine Arbeitsfähigkeit für eine
ausschliesslich sitzende Arbeit sei nur zu 40-50 % gegeben, wobei die Arbeit auf zwei
Stunden am Morgen und zwei Stunden am Nachmittag aufgeteilt werden müsste, da
auch längeres Sitzen nicht möglich sei (IV-act. 33). Diese Einschätzung bestätigte die
Ärztin am 15. Mai 2002 im Wesentlichen (IV-act. 38).
Aufgrund dieser uneinheitlichen Aktenlage ordnete die Invalidenversicherung eine
Begutachtung bei Dr. med. D._, Spezialarzt Orthopädie FMH, an. Dieser kam im
Gutachten vom 27. August 2002 zum Schluss, der Kläger sei durch die degenerativen
Veränderungen beider Kniegelenke sowie der LWS bei gleichzeitigem deutlichem
Übergewicht in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Er sei seit dem
23. Dezember 1998 zu 100 % arbeitsunfähig und seit dem 30. April 1999 arbeitslos.
Vorwiegend sitzende Tätigkeiten, aber auch Arbeiten, die fast ausschliesslich stehend
und gehend durchgeführt werden müssten und bei denen regelmässig Lasten zu heben
und zu tragen seien, seien ihm nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit
als Hilfsarbeiter in einer Fleischfabrik betrage ca. 40 %. Dem Kläger seien Arbeiten in
temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden
könnten und nicht mit Heben und Tragen von Lasten über 3 kg und unphysiologischen,
insbesondere gebeugten Körperhaltungen verbunden seien, zu ca. 60 % zuzumuten
(IV-act. 41).
Im Bericht vom 25. Januar bzw. 15. März 2004 bestätigte Dr. C._ einen
verschlechterten Gesundheitszustand mit Diagnoseänderung. Die Gonarthrose links
habe sich verschlechtert. Der Patient klage bereits seit 2001 über eine chronische
Lumbago. Neu dazugekommen sei (gemäss MRI vom April 2002) ein sensomotorisches
Lumboradikulärsyndrom (LRS) L5 links bei bekannter Diskushernie (DH) L4/L5 mit
caudalem Luxat. Aufgrund dieser Verschlechterung müsse sie ihre Beurteilung von
2001 ändern. Der Kläger sei zur Zeit 100 % arbeitsunfähig. Die Prognose sei schlecht.
Mit einer weiteren Verschlechterung sowohl der Gelenk- als auch der Rückenprobleme
sei in den nächsten Jahren zu rechnen (IV-act. 56). Am 27. Mai 2009 bescheinigte Dr.
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C._, dass dem Kläger bei stationärem Gesundheitszustand weder die früher
ausgeübte noch eine andere Tätigkeit zumutbar sei (IV-act.76).
3.2 Zu prüfen ist konkret zum einen die Frage, ob beim Kläger während des von
September 1995 bis April 1999 dauernden Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten
bzw. innert der bis Ende Mai 1999 dauernden Nachdeckungsfrist (Art. 10 Abs. 3 BVG)
eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, welche in sachlichem und zeitlichem
Zusammenhang mit der von der IV ab April 2000 anerkannten Invalidität steht. Unter
Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss
erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann
bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für
Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz 258 mit
Hinweis auf EVG-Urteil vom 7. Oktober 1998, B 48/97). Die Ermittlung der
Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen Bewertungen aus. Wenngleich diese für das
Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie dennoch nicht ohne hinreichenden Grund
umgestossen oder abgeändert werden. Der Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder
der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu respektieren (RSKV 1983, S. 266). Für die
Festlegung des Beginns und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist somit grundsätzlich
die nach ärztlicher Beurteilung medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend.
Der von einer versicherten Person effektiv erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch
soweit Bedeutung zukommen, als durch sie eine widersprechende ärztliche Beurteilung
der zumutbaren Arbeitsfähigkeit an Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st.
gallischen Versicherungsgerichts vom 25. Februar 2003, BV 2002/2, Erw. 3b).
Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf Ende April 1999 erfolgte mit Hinweis auf
den seit 5. November 1998 mit Unterbrüchen bestehenden Krankenstand und den
Ablauf der arbeitsrechtlichen Sperrfrist, wobei auf das weiterlaufende Krankentaggeld
hingewiesen wurde (IV-act. 7-4/11; act. G 27.1). Die Krankentaggeldversicherung
erbrachte in der Zeit vom 4. Januar 1999 bis 1. Dezember 2000
Krankentaggeldleistungen (act. G 27.2, 27.3). Dr. med. I._, FMH Allgemeine Medizin,
bescheinigte am 26. Mai 2011, dass aufgrund der noch verfügbaren
Krankheitsunterlagen seines Vorgängers Dr. med. G._ wegen der Pangonarthrose
rechts in den Jahren 1997 und 1998 volle oder 50%ige Arbeitsunfähigkeiten attestiert
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worden seien. Unter anderem habe vom 5. November bis 12. Dezember 1998 eine volle
Arbeitsunfähigkeit und vom 14. bis 18. Dezember 1998 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen (act. G 27.4). Den Arbeitszeit-Abrechnungen der ehemaligen Arbeitgeberin
sind für die Monate November 1998 bis April 1999 praktisch durchgehende
krankheitsbedingte Absenzen zu entnehmen (IV-act. 7-5/11 bis 7-11/11). Der Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit in der früheren (nicht adaptierten) Tätigkeit, deren Ursache
(Knieleiden mit Pangonarthrose rechts) neben der später eingetretenen
rückenbedingten Arbeitsunfähigkeit zur Invalidität (Ausrichtung einer halben Rente ab
April 2000) führte, hat mit Blick auf die geschilderte Aktenlage während der Dauer des
Versicherungsverhältnisses bei der Beklagten als belegt zu gelten. Der sachliche
Zusammenhang im erwähnten Sinn ist zu bejahen. Demgegenüber hat die Beklagte für
die erst im Jahr 2004 - und damit lange nach Beendigung des in Frage stehenden
Vorsorgeverhältnisses - bescheinigte Verschlimmerung der Arbeitsunfähigkeit (IV-act.
56) bzw. der Invalidität (IV-act. 62-64), soweit diese rückenbedingt oder durch die
Chondropathie des linken Kniegelenks verursacht ist, zum vornherein nicht
aufzukommen.
3.3 Während für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG die
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich ist,
beurteilt sich der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von
Art. 23 BVG und der später eingetretenen Invalidität nach der Arbeitsunfähigkeit resp.
Arbeitsfähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten
zumutbaren Tätigkeit. Darunter fallen auch leistungsmässig und vom
Anforderungsprofil her vergleichbare Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten müssen jedoch
bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden
Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 Erw. 5.3). Vorweg ist festzuhalten, dass sich der
Kläger erst ca. ein Jahr nach Austritt bei der Beklagten, d.h. auf den 17. Mai 2000, zum
Leistungsbezug bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet und dabei angegeben
hatte, einer Beschäftigung im Umfang von 100 Stellenprozenten nachgehen zu können.
Die Aberkennung der Vermittlungsfähigkeit erfolgte nicht aus gesundheitlichen,
sondern aus anderen (ausländerrechtlichen) Gründen (IV-act. 4, 12). In einer Notiz vom
29. September 2000 vertrat Dr. J._, Orthopädische Abteilung des Kantons- und
Regionalspitals K._, offenbar übereinstimmend mit dem Kläger die Meinung, dass
dieser als Staplerfahrer (sitzende Position) wieder eingesetzt werden könnte (IV-act. 8).
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Im Einklang mit dieser Einschätzung bescheinigten auch Dr. F._ am 30. November
2000 und Dr. H._ im Januar 2002 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit mit nicht
vorwiegender Kniebelastung (IV-act. 10, 32-3/3). Die Beurteilung des Kantonsspitals
vom 26. Januar 2001 (100 % Arbeitsunfähigkeit; IV-act. 19) bezog sich auf die frühere,
auch gemäss Dr. F._ (IV-act. 10) und Dr. H._ (IV-act. 32-3/3) nicht mehr zumutbare
Tätigkeit. Dr. C._ bescheinigte am 4. Februar und 15. Mai 2002 für eine
ausschliesslich sitzende Tätigkeit kniebedingt eine 40-50%ige Arbeitsfähigkeit und
erachtete die rezidivierende Lumbago bei Fehlbelastung für die Arbeitsunfähigkeit
ausdrücklich nicht als relevant (IV-act. 33, 38). Zur Zumutbarkeit einer
wechselbelastenden (abwechselnd sitzenden und stehenden) Tätigkeit äusserte sie
sich nicht. Die gutachterliche Schätzung von Dr. D._ vom 27. August 2002
(Arbeitsfähigkeit adaptiert von 60%) bezog sich - im Gegensatz zur Beurteilung von Dr.
C._ - sowohl auf die degenerativen Veränderungen an beiden Kniegelenken als auch
an der LWS (IV-act. 41). Die der vorerst zugesprochenen halben Rente der IV zugrunde
liegende Arbeitsfähigkeit von 60% hatte damit nicht lediglich das hier einzig zur
Diskussion stehende Knieleiden rechts zum Gegenstand (IV-act. 45, 49).
3.3.1 Diese Aktenlage deutet klar darauf hin, dass der Kläger aufgrund des
Gesundheitsschadens (Pangonarthrose des rechten Knies), der während des
Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten zu einer Arbeitsunfähigkeit in der damals
ausgeübten Tätigkeit führte, in einer dem Gesundheitsschaden adaptierten Arbeit
überwiegend wahrscheinlich nicht eingeschränkt gewesen wäre und hier ein
rentenausschliessendes Einkommen (bemessen nach der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik) hätte erzielen können. Es erscheint denn auch nicht
plausibel, dass eine mehrheitlich sitzende (wechselbelastende) Arbeit vom Kläger rein
bedingt durch das rechte Knie nicht hätte ausgeübt werden können. Hieran vermag
auch der Umstand nichts zu ändern, dass der Kläger im Juli 1999 (Teilmeniskektomie),
Februar 2000 (arthroskopisches Débridement) sowie August 2001
(Tibiakopfosteotomie) am rechten Knie operiert wurde. Diese Eingriffe bewirkten keine
für einen Rentenanspruch vorausgesetzte dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten (mehrheitlich sitzenden) Tätigkeit, sondern nur vorübergehende
Einschränkungen. Nach der Operation im Februar 2000 bestätigten denn auch wie
erwähnt Dr. J._ am 29. September 2000 und Dr. F._ am 30. November 2000 die
vollumfängliche Zumutbarkeit von Tätigkeiten mit nicht vorwiegender Kniebelastung
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(IV-act. 8, 10; act. G 7.1/7, 8). Dr. H._, welcher den dritten Eingriff im August 2001
durchgeführt hatte, bescheinigte Anfang 2002 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
in einer hauptsächlich sitzenden, nicht kniebelastenden Arbeit (IV-act. 32-3/3).
3.3.2 Dr. D._ bezieht sich für seine Arbeitsfähigkeitsschätzung sowohl auf das Knie-
als auch das Rückenleiden, wobei nicht klar ist, ob ein Anteil der
Arbeitsfähigkeitseinschränkung, und wenn ja welcher, aus seiner Sicht auf das
Knieleiden (rechts) allein entfällt. Sein Gutachten überzeugt insofern nicht, als er ohne
weitere Begründung - und in Widerspruch zu den vom Gericht beigezogenen
echtzeitlichen Bescheinigungen - den Beginn der Arbeitsunfähigkeit (und damit
offenbar auch diejenige aufgrund des Rückenleidens) auf den 23. Dezember 1998
datiert. Wäre hierauf tatsächlich abzustellen, müsste auch die rückenbedingte
Arbeitsunfähigkeit als während des streitigen Vorsorgeverhältnisses eingetreten
angesehen werden. Hierfür fehlt es aber wie dargelegt an echtzeitlichen ärztlichen
Bestätigungen. Die IV legte den Beginn der rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit -
ebenfalls ohne medizinische Begründung bzw. in Abweichung zur echtzeitlichen
Aktenlage - auf den April 1999 (Ende des Arbeitsverhältnisses) fest, obwohl der Kläger
bereits seit November 1998 nicht mehr gearbeitet hatte. Hierauf kann somit nicht
abgestellt werden. - Ausgehend von der mehrfach ärztlich bescheinigten
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer dem Knieschaden rechts adaptierten
(wechselbelastenden) Tätigkeit und der vom Kläger selbst bejahten Arbeits- und
Vermittlungsfähigkeit ist der zeitliche Zusammenhang zwischen der während des
Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität und
damit der Leistungsanspruch des Klägers gegenüber der Beklagten zu verneinen. Die
Arbeitsfähigkeit in einer dem Knieschaden rechts adaptierten Tätigkeit bewirkte m.a.W.
den Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs zwischen der während des
Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (in der bisherigen Tätigkeit) und
der späteren Invalidität. Die von der Beklagten aufgeworfene Frage der
Schadenminderungspflicht des Klägers (act. G 7 S. 8) stellt sich dementsprechend
nicht.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP