Decision ID: 4145174b-ee97-4193-bf38-32d53887b954
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1987 geborene
X._
arbeitete ab dem
1.
November 2011 als Kundenberater bei der
A._
und war dadurch bei der
Vorsorgeeinrichtung 1 der
Z._ Versicherung
(heute
:
Pe
nsionskasse
Z._
Versiche
r
u
ng
) berufsvorsorge
ver
sichert
(
Urk.
15/150
,
Urk.
19/16
)
. Nachdem
X._
ab dem
4.
Februar 2013 aufgrund einer paranoiden Schizophrenie krankgeschrieben
worden war,
meldete ihn die
Arbeitgeberin
am
2.
April 2013 bei der IV-Stelle Schwyz z
ur Früherfassung (
Urk.
15/134)
.
Er selber meldete sich
am
6.
Mai 2013
(Eingangsda
tum gemäss Aktenverzeichnis)
zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/140
).
Die Inva
lidenversicherung übernahm in der der Folge
für die Zeit vom
1.
Juli bis 3
1.
August 2013
die Kosten für ein Arbeits
t
raining bei der
A._
(
Urk.
15/160
,
Urk.
15/155
). Anschliessend
kam
die Invalidenversicherung
für
einen persönli
c
hen Support des Ver
s
icherten
bei seiner A
r
beitgeberin
auf und gewährte Kostengut
sprache für
ein Job-Coaching (
Urk.
15/165). D
i
e Supportmassnahmen wurden
per
3
1.
Januar 2014 abgebrochen (
Urk.
15/171,
Urk.
15/173/16-17,
Urk.
15/181/1).
Vom 1
7.
Februar bis am 3
1.
Mai 2014
bezog
X._
Taggelder d
er
Arbeitslosenversicherung
(
Urk.
29,
Urk.
30/1
)
und war dadurch bei der Stif
tung Auffangeinrichtung
BVG
berufsvorsorgeversichert. Gleichzeitig gewährte die
Inva
lidenversicherung
A
rbeitsvermittlung (Urk.
15/182).
Ab dem 1.
Juni 2014 arbeitete
X._
als Verkaufsassistent
in einem 100%-Pensum
für die
Y._
AG
und war dadurch bei der
Personalvor
sorgestiftung
der Y._
AG berufsvorsorgeversichert
(Urk.
2/
5,
Urk.
8/6
)
.
Die IV-Stelle hielt daraufhin mit Mitteilung vom 1
3.
Oktober 2014 fest, der Versicherte sei rentenausschliessend eingegliedert. Die Arbeitsvermittlung sei abgeschlossen und es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente
(
Urk.
15/198).
Das Arbeits
ver
hältnis des Versicherten mit der
Y._
AG wurde per 3
1.
Mai 2015 beendet (
Urk.
2/14,
Urk.
2/15
,
Urk. 8/7
).
Nachdem der Versicherte
vom
1.
Juni
bis am 1
0.
Juli 2015 Taggelder der Arbeits
losenversicherung bezogen hatte (
Urk.
29,
Urk.
30/1
), arbeitete er ab dem 1
3.
Juli 2015
als
Junior Business Anal
yst P
r
ozesse und Systeme bei der
B._
AG (
Urk.
2/6) und war dadurch bei
der Swisscanto Flex Sammelstiftu
n
g
der
Kan
tonalbanken berufsvorsorgeversichert (
Urk.
2/7)
. Dieses
Arbeitsverhältnis wurde
von der Arbeitgeberin
innerhalb der Probezeit am 4.
September
2015
per
1
1.
September 2015
gekündigt
(
Urk.
2/12).
Im
April
2016
(vgl.
Urk.
15/263)
meldete sich der Versicherte
wieder
bei der Inva
lidenversicherung
zum Leistungsbezug
an
(
Urk.
15/210). Die IV-Stelle nahm in der Folge medizinische Abklärungen vor (
Urk.
15/214,
Urk.
15/215,
Urk.
15/221, Urk.
15/226,
Urk.
15/227,
Urk.
15/228), in deren Rahmen sie ein neurop
s
ycho
lo
gi
sches Gutachten bei
C._
, Fachpsychologe für Neuropsycho
logie FSP, in Auftrag gab (
Urk.
15/236-238)
. Das Gutachten wurde
am 2
0.
März
2017 erstattet (
Urk.
15/248).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
15
/258,
Urk.
15/262) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung
vom 29.
September 2017 mit Wirkung ab
1.
Oktober
2016 eine ganze Rente zu (Urk. 15/263,
Urk.
15/264,
Urk.
15/26
6
).
1.2
In der Folge wandte sich der Versicherte sowohl an die Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG als auch an die Swisscanto Flex Sammelstiftung der
Kantonalbanken. Beide
verneinten
jedoch
ihre
Leistungspflicht (
Urk.
2/8, Urk.
2
/9,
Urk.
10/C17
+C18)
.
2.
Mit Eingabe vom
4.
Dezember 2018 erhob
X._
Klage gegen die Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG (Beklagte 1) und die Swiss
canto Flex Sammelstiftung der Kantonalbanken (Beklagte 2) und beantragte:
«1.
Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, gegenüber dem Kläger mit Wirkung ab
1.
Oktober 2016 eine Invalidenrente nach BVG, entsprechend einem Inva
liditätsgrad von 100
%
auszurichten.
2.
Eventualiter: Die Beklagte 2 sei zu verpflichten, gegenüber dem Kläger mit Wirkung ab
1.
Oktober 2016 eine Invalidenrente nach BVG, entspre
chend einem Invaliditätsgrad von 100
%
auszurichten.
3.
Die Beklagte sei zu verpflichten, den Kläger angemessen zu entschädigen (zuzüglich Auslagen und
MWSt
).»
Die Beklagte 1
beantragt
e
mit Klageantwort vom 2
3.
Januar 2018
(
Urk.
7) und die Beklagte
2
mit Klageantwort vom 2
4.
Januar 2019 (
Urk.
9) die Abweisung der gegen sie selber gerichteten Klage.
Nachdem mit Verfügung vom 2
8.
Januar 2019 (
Urk.
12) die Akten der Invaliden
versicherung in Sachen des Klägers beigezog
en worden waren (Urk.
15/1-297,
Urk.
16/1-7)
,
hielt der Kläger mi
t Replik vom
1.
März 2019 (Urk.
18) an seinen materiellen Anträgen fest. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es seien die vollständigen Gerichtsakten der Pensionskasse der
Z._ Versicherung
zuzustellen und diese einzuladen, sich dazu vernehmen zu lassen.
Während die Beklagte 2 am 1
9.
März 2019 erklärte, auf das Erstatten einer Duplik zu ver
zichten (
Urk.
21), hielt die Be
klagte 1 mit Duplik vom
8.
April 2019
(Urk.
23)
an ihre
n Anträgen fest
. Mit Verfügung vom
4.
Oktober 2019
(
Urk.
24)
wurde
n
d
ie Pensionskasse der
Z._
Versicherung
(Beigeladene 1)
und
die Stiftung Auffangeinrichtung BVG
(Beigeladene 2)
zum Prozess beigeladen und
es wurde ihnen Frist zur Stellungnahme angesetzt. Während
sich die Beigeladene
1
innert Frist ni
cht vernehmen liess, hielt die Beigeladene 2 mit
Stellungnahme
vom
4.
November 2019 fest, dass sie nicht leistungspflichtig sei (
Urk.
29). Unter dem
Hinweis, dass die Beigeladene 1 sich innert der angesetzten Frist nicht hatte ver
nehmen lasse
n
, wurde die Stellungnahme der Beigeladenen 2
vom 4. Novem
ber 2019 den Parteien
und der Beigeladenen 1
am 2
0.
November 2019
zur Kenntnis
nahme zugestellt
(
Urk.
31).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (
Art.
73 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG, in Verbindung mit
§
2
Abs.
2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
1.2
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Inva
lidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29
IVG
). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses ange
schlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG).
1.3
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendi
gung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist
erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sach
licher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsun
fähig
keit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusam
menhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorge
ein
richtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs ange
nom
men werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurück
gekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerb
s
fähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unter
brechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu be
rück
sichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beur
teilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederauf
nahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
Eine Vorsorgeeinrichtung, die ihre Leistungspflicht damit bestreitet, die Arbeits
fähigkeit sei bereits zu Beginn des Vorsorgeverhältnisses gesundheitlich bedingt eingeschränkt gewesen, trägt hierfür die Beweislast (
Art.
8
des Sc
hweizerischen Zivilgesetzbuchs, ZGB;
Urteil 9C_658/2016 vom
3.
März 2017 E. 6.1 mit Hinwei
sen). Umgekehrt hat der Leistungsansprecher die Folgen von Beweislosigkeit zu tragen, wenn er geltend macht, der enge zeitliche Konnex zwischen einer vor
bestandenen berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit (Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf von mindestens 20
%
;
BGE 144 V 58
E. 4.4) sei während der Dauer des Vorsorgeve
rhältnisses unter
brochen worden (Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 3).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der inva
lidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe
der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
rung
en freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festle
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
2.
2.1
Der Kläger erklärte zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen (
Urk.
1
, Urk. 18
)
,
a
b dem
1.
Juni 2014 sei er
für
die
Y._
AG tätig
und dadurch bei der Beklagten 1 berufsvorsorgeversichert gewesen
.
S
eine Arbeitsfähigkeit
sei
bei Stellenantritt
nicht
erheblich und da
uerhaft beeinträchtigt gewesen
.
Entgegen
der Behauptung der
Beklagten 1
habe er sich
im März 2014
nicht zu 100
%
ar
beits
fähig schreiben lassen müssen,
um sich
ans
Regionale Arbeitsvermitt
lungs
zentr
um (RAV)
wenden
zu können
. Er habe sich damals leistungsfähig gefühlt und habe dies so durch seine behandelnden Ärzte attestieren lassen.
Es sei unzutreffend, dass
er während der Anstellung bei der
Y._
AG nur während rund 2 1/2 Monaten keine erheblichen
krankheitsbedingten Absen
zen auf
gewiesen habe
.
Bereits die Periode ab Arbeitsbeginn am
1.
Juni bis zur ersten krankheitsbedingten Absenz am 2
1.
August 2014 habe 2 2/3 Monate aus
gemacht und damit für sich allein nur knapp nicht die rechtsprechungsgemässen zeitlichen Anforderungen an die Konnexität erreicht. Ausserdem handle es sich bei der Absenz im August 2014 um eine Absenz von bloss einer Woche. Die erste längere Absenz sei aufgrund des rund dreiwöchigen stationären Aufenthaltes im September/Oktober 2014 erfolgt. Danach sei er allerdings wieder, abgesehen eines einzigen Tages krankheitsbedingter Absenz, vollumfänglich der Arbeitstätigkeit für die
Y._
AG nachgekommen, mithin währen
d mehr als drei Mona
ten vom 13.
Oktob
er 2014 bis zum 1
9.
Januar 201
5.
Er habe dabei während Mona
ten, zumindest bis rund Ende des Jahre
s
2014, die hohen an ihn gestellten Erwartungen
der Arbeitgeberin
vollumfänglich erfüllt. Erst Ende des Jahres 2014 habe mit Verschlechterung der Gesundheit seine Arbeitsqualität gelitten, weshalb in der Folge
die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis
aus krankheitsbedingten Gründen
gekündigt habe
.
Er habe von der
Y._
AG ein sehr gutes Zeugnis erhalten, was bei ungenügender Arbeitsleistung nicht der Fall gewesen wäre.
Entgegen de
n
Einwänden der Beklagten 1 habe es sich bei der Tätigkeit für die
Y._
AG nicht um eine bloss als Arbeitsversuch zu wertende, leidensadaptierte Tätigkeit gehandelt.
Er
sei bei der
Y._
AG in an
spruchsvoller und marktgerecht entlöhnter Tätigkeit in einem Vollpensum ange
stellt gewesen.
E
r
habe
nach einem kurzzeitigen Bezug von Taggeldern der Arbeitslosen
ver
sicherung
rund einen Monat nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
AG wieder eine Arbeitstätigkeit aufnehmen können. Dieses Arbeits
verhältnis bei der
B._
AG sei jedoch von der Arbeitgeberin innerhalb der Probezeit wegen krankheitsbedingt ungenügender Arbeitsleistung auf
gehoben worden.
Nach September 2015 seien ausschliesslich noch kurze erfol
g
lose Arbeitsversuche erfolgt.
Da weder die kurze Dauer des Bezugs von Arbeitslosenentschädigung noch seine kurze Arbeitstätigkeit für die
B._
AG noch die darauffolgenden gescheiterten Versuche einer beruflichen Wiedereingliederung den zeitlichen Zusammenhang zu unterbrechen vermögen, sei d
i
e Beklage 1 leistungspflichtig.
2.2
Die Beklagte 1 wendete dagegen im Wesentlichen ein
(
Urk.
7,
Urk.
23)
,
der Kl
äger habe bereits vor Eintritt in
das Vorsorgeverhältnis mit ihr an den schliesslich zur Invalidität führenden Gesundheitsschädigungen gelitten und sei infolge dieser bereits erheblich und dauerhaft in
der
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen. So sei das Arbeitsverhältnis des Klägers mit der
A._
infolge der gesund
heit
lichen Schwierigkeiten und der bereits ab Februar 2013 bestehenden Arbeits
un
fähigkeit per 3
1.
Januar 2014 aufgelöst worden. Auch nach Auflösung des Arbeits
verhältnisses
mit
der
A._
hab
e
der Kläger keine volle oder annähernd volle Arbeitsfähigkeit
mehr
erreicht. Die Attestierung einer 100%ig
en Arbeits
fähig
keit durch
Dr.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
im März 2014 sei ausschliesslich auf Wunsch des Klägers erfolgt. Dies habe jedoch nach Aussage von
Dr.
D._
nicht der realen Leistungsfähig
keit des Klägers entsprochen.
Der
Kläger behaupte irreführend eine tatsächliche Arbeitsfähigkeit
ab Stellen
antritt bei der
Y._
AG am
1.
Juni 2014 bis
zumindest
Ende des Jahres 201
4.
Der Kläger
habe
jedoch
bereits vom 2
1.
August bis 2
9.
August
2014 Arbeitsunfähigkeiten
aufgewiesen. Alsdann sei
er
am 1
1.
September sowie vom 1
7.
September bis zum 1
0.
Oktober 2014 krankheitsbedingt an der Arbeitsleis
tung verhindert gewesen. Für Oktober 2014 sei eine Hospitalisation in der psy
chiatrischen Klinik
E._
dokumentiert, anlässlich derer
er sich
jedoch
nicht zu einer Phasenprophylaxe mit einem Depotneuroleptikum habe ent
schlies
sen können, weshalb
Dr.
D._
eine weitere Behandlung abgelehnt habe. Der Kläger habe somit nach Arbeitsantritt nur während rund zweieinhalb Monaten ohne erhebliche krankheitsbedingte Absenzen seine Arbeitsleistung zu erbringen vermocht.
Die bei Versicherungsbeginn vorbestehende Arbeitsun
fähig
keit sei daher nicht unterbrochen worden.
2.3
Die Beklagte 2 brachte im Wesentlichen vor
(
Urk.
9)
,
a
ngesichts der sehr kurzen Anstellungsdauer bei der
B._
AG und des früheren Krankheits
ver
laufs könne nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer unmittelbar
vor Stellenantritt be
steh
enden
vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Dies insbesondere, da der früher behandelnde
Dr.
D._
ab
dem Austritt aus der Klinik
E._
im Oktober 2014
und
der Verweigerung
der
angezeigte
n
Medikation von keine
n
erfolgsversprechenden Behandlungsoption
en
mehr
ausgegangen sei
. Spätestens ab diesen Zeitpunkt sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in a
daptierter Tätig
keit auszugehen.
2.4
Die Beigeladene 2 erklärte mit Stellungnahme vom
4.
November 2019 (
Urk.
29), der Kläger habe vom
8.
Juni bis am 3
1.
Oktober 2011, vom 1
7.
Februar 2014 bis am 3
1.
Mai 2014, vom
1.
Juni 2015 bis Juli
2015 und von September bis
am
28.
Oktober 2015 Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen. Aus den Akten
der
Invalidenversicherung
ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die relevante Arbeitsunfähigkeit des Klägers während der Dauer der
Bezüge von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung
eingetreten sei. Im Schriftenwechsel der Parteien
werde zudem nicht
geltend gemacht, dass sie leistungspflichtig sei.
3.
3.1
Es sind insbesondere die folgenden ärztlichen Berichte für die Beurteilung der strittigen Fragen von Belang:
3.2
Dr.
D._
nannte mit undatiertem, am
2
1.
Mai 2013
bei der IV-Stelle
einge
gange
m
Bericht
(
Urk.
15/148)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit:
-
schizoaffektive Psychose, gegenwärtig manisch, Erstmanifestation 2007, erneuter Schub seit Januar 2013
-
ADHS in
Kindheit und Jugend mit
Regredienz
im Erwachsenenalter
(ICD-10 F90.07/F90.1)
Der Kläger habe nach der Remission des Schubes im Jahr 2011 bei der
A._
als Aussendienstmitarbeiter einsteigen können und habe s
ich
schnell und begeistert in diesem Busines
s eingeleb
t. Eine prophylaktische Medikation habe er jedoch abgelehnt, weil er sich dadurch beeinträchtigt
g
efüh
l
t habe. Im Januar 2012 habe zunächst schleichend eine vor allem paranoide Symptomatik begonnen. Dann sei es ab Februar zur einer
sc
hnellen Verschlechterung mit akustischen Halluzi
na
ti
o
n
en und schliesslich auch
depressiver Symptomatik nach R
ückgang der Posi
tivsymptomatik gekommen. Der Kläger sei seit Februar 2013 zu 100
%
arbeits
unfähig. Es könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bezieh
ungs
weise Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden. Wann, sei aber nicht festlegbar. Der Schub werde sich
er
abklingen. Beim letzten Schub habe es ein Jahr gedauert. Bei schubweisem Verlauf ohne Rezidivprophylaxe bestehe die Gefahr einer Chronifizierung
.
3.3
Mit E-Mail an d
ie
den
Kläger
im Rahmen der Eingliederungsmassnahmen betreu
ende
Jobcoach
in
der Arbeitgeberin
vom 2
7.
Januar 2014
erklärte Dr.
D._
(
Urk.
15/173/15-16)
, er habe gewusst, dass die
Selbsteinschätzung des
Klägers
und die Fremdeinschätzung
differierten
. Durch die Erhöhung der attestierten Arbeits
fähigkeit habe er im Wesentlichen den Bedürfnissen des
Kläger
s entspro
chen. Wenn es um Arbeitsfähigkeit gehe, dann schätze er als Psychiater die psy
chische Funktionsfähigkeit des Patienten ab. Sie unterschieden Grundfunktionen und Komplexfunktionen. Im klinischen Rahmen der Praxis seien die Grund
funktionen relativ gut beurteilbar. Für die Komplexfunktionen bra
u
che es jedoch Informationen
von der sozialen Umgebung
und von der
Arbeitgeber
in
. Er habe den Eindruck, dass sie – d
ie
Jobcoach
in
–
bei ihren
gemeinsamen
Konferenz
ge
sprächen
den Kläger
etwas positiver eingeschätzt habe, als
es
der Leistungsrealität entsprochen
habe
. Lediglich die Absenzen hätten eine andere Sprache gespro
chen. Die Aussage von Herrn
F._
von der
IV-Stelle
, dass der
Kläger
nicht ein
mal ein relativ einfaches Spesenformular korrekt ausfüllen könne, habe ihm
aber verdeutlicht, dass die Komplexfun
k
tionen wesentlich eingeschränkter erschie
nen. Der
Kläger
selber
könne das erst eingestehen, wenn er ihn ganz grob kon
frontiere.
Der Kläger
habe dann aber
die Tendenz, Umgebungsfaktoren und nicht seine Krankheit dafür verantwortlich zu machen.
Nachdem
Dr.
D._
von der
IV-Stelle
mitgeteilt worden
war
, dass die Kran
kentaggeldversicherung die attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit als tatsächlich
e 80
%
ige Arbeitsfähigkeit i
nterpretiere und nicht
in Bezug auf eine Eingliederungs
massnahme (
Urk.
15/173/16), erklärte
Dr.
D._
, der
Kläger
selber wolle ab Februar wieder als arbeitsfähig gelten und sich bewerben. Er lasse ihn das auch machen, wobei er ihn natürlich begleite (
Urk.
15/173/16).
3.4
Mit Bericht
zu Händen der IV-Stelle
vom
5.
März 2014 erklärte
Dr.
D._
(Urk.
15/176)
, der Kläger habe sich Mitte 2013 soweit erholt, dass bei einer 50%igen Präsenz noch keine instrumentelle Stand
ard
leistung habe geleistet werden könne
n
. Der Kläger habe für die Erledigung von gestellten Aufträgen ein Mehrfaches des normalen Zeitbudgets benötigt. Dafür
scheine zumindest die Qualität gestimmt zu haben. Im Tagesgeschäft
hätte
er erst im Januar dieses Jahres eingesetzt werden sollen. Es habe eine grosse Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung gegeben. Die Anzeichen von Grössenideen seien zwar dis
kret, aber doch sichtbar geblieben. So habe
sich der Kläger
in Organigrammen immer neben die Geschäftsleitung gesetzt und sich phantasievolle Titel wie Senior-
Advice
-Officer zugelegt. Die krankheitsbedingten Abwesenheiten seien immer noch häufig gewesen. Nach eigenen Angabe
n des Klägers
habe er auch unter einer etwas unerquickli
chen Arbeitsatmosphäre gelitten.
Im Dezember habe e
s
deswegen auch eine Phase erhöhten Alkohol
konsum
s und Aggressivität gegen primäre Bezugspersonen g
egeben
. Auf eigenen Wunsch habe er den Kläger für das
RAV
zu 100
%
arbeitsfähig geschrieben. Aus der Erfahrung mit früheren Krisen sei es auch durchaus möglich, dass
der Kläger diese Arbeitsfähigkeit
noch erreichen werde. Aktuell sei jedoch von einer deutlichen Einschränkung von Basis- und Komplexfunktionen auszugehen, welche im ersten Arbeitsmarkt
eher keine wirklic
he Arbeitsfähigkeit ermögliche
. In beschütz
end
em Umfeld wäre eine 50- bis 70%ige Arbeitsfähigkeit möglich. Eine zentrale Schwierigkeit sei die
Krankheitsuneinsichtigkeit und das fehlende Krankheitsverständnis. Der Kläger versuche verzweifelt, sich einen «Platz an der Sonne» zu erkämpfen und r
iskiere dadurch auch immer von n
euem krisenhafte Entwicklungen. Immerhin scheine die Compliance der Medikamenteneinnahme recht gut zu sein. Die Therapietreue zu ihm sei auch recht zuverlässig, wobei der Kläger Psychoedukation von sich abperlen lasse.
3.5
Der Kläger war vom 2
9.
September 2015
bis am
4.
Oktober 2015
zum zweiten Mal in der
Klinik
G._
hospitalisiert. Mit Austrittsbericht vom
6.
Oktober 2015 erklär
ten die Ärzte der Klinik
(
Urk.
15/226/6-9)
, der Kläger sei per Selbstzuweisung unter Vermittlung des Vaters wegen Suizidgedanken und Zustandsverschlech
te
rung bei bekannter schizoaffektiv
e
r Störung in die Klinik eingetreten. Es gehe ihm
aufgrund einer
anhaltend traurige
n
Stimmu
ng sowie durchgehend vorhan
denem
Stimmenhören
schlecht.
Dies sei verstärkt durch den V
er
lust seiner Arbeits
stelle wegen häufiger Krankheitsabwesenheit. Er habe intermittierend Suizidge
danken, jedoch ohne Handlungspläne. Am
4.
Oktober 2015 habe der Kläger aus
drücklich den Wunsch nach einer sofortigen Entlassung aus der Klinik geäussert. Ärztlicherseits sei die Fortführung der Behandlung im stationären Rahmen dr
ingend empfohlen worden, da die
medikamentöse Einstellung noch nicht abge
schlossen
und
ihres Erachtens
die Belastungsfähigkeit des Kl
ä
g
ers noch nicht voll
umfänglich hergestellt gewesen sei. Es hätten jedoch keine Anhaltspunk
t
e für akute Selbst- oder Fremdgefährdung bestanden, sodass der Austritt in di
e ange
stammten Wohnverhältnisse
erfolgt sei.
3.
6
Die Ärzte der Klinik
G._
, in welcher der Kläger zul
e
tzt vom
7.
bis
am
2
7.
Mai 2016 hospitalisiert gewesen war,
nannten mit Bericht an die
IV-Stelle
vom
2.
Juni 2016
(
Urk.
15/214)
als Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
:
-
s
chizoaffektive Störung, gegenwärtig gemischt
e
Episode (ICD-10 F25.2)
-
p
sychische und Verhaltensstörung durch Al
kohol, schädlicher Gebrauch (ICD
-10 F10.1)
-
Status nach Magenbypass-Operation
Aufgrund der immer wieder auft
retenden psychotischen Symptome
, aktuell ver
bunden mit einer depressiven Symptomatik, sei die Leistungsfähigkeit des
Kläger
s deutlich eingeschränkt. Dies zeige sich durch verminderte Konzentration, Müdig
keit und gegebenenfalls verminderte Auffassungsgabe. Die Stresstoleranz und
der
Antrieb seien vermindert. Der Kläger
benötige
viel
Struktur, da er im formalen Denken sehr sprunghaft und weitschweifig sei. Auffallen
d
seien auch Gedächtnis
störungen, Fragen würde
n
immer wieder
gestellt. Aktuell
,
nach dem Austritt am
2
7.
Mai 2016 bestehe eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit für 2 Wochen. Danach habe die Beurtei
lung durch den ambulanten Behan
d
l
er zu erfolgen
3.7
Mit Bericht an die IV-Stelle
vom 2
2.
Juni 2016
(
Urk.
15/215)
führte
Dr.
H._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei welchem der
Kläger
seit dem 1
4.
Oktober 2015 in Behandlung stand, als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig gemischte
Episode
(ICD
-10 F25.2) an. Er attestierte
dem Kläger
ab dem
1.
März 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Der Kläger
sei anfangs 2016
sehr moti
viert gewesen, einen Arbeitsversuch von sich aus zu starten. Dies sei ihm jedoch nicht gelungen
.
3.8
Dr.
D._
teilte der IV-Stelle im Juli 201
6
(
Urk.
15/221)
mit, er habe den Kläger letztmals am 2
8.
Juni 2014 gesehen. Da sich der Kläger anlässlich der letzten ihm bekannten Hospitalisation in der Psychiatrischen Klinik
E._
im Oktober 2014 nicht zur Phasenprophyla
x
e mit einem Depotneurolep
ti
kum habe entschliessen wollen, habe er eine weitere Behandlung in seiner Praxis abgelehnt
.
3.9
Dr.
I._
,
Fachärztin FMH für Innere Medizin,
bei welcher der
Kläger
seit September 2014 in Behandlung
war
, erklärte mit Bericht an d
ie IV-Stelle
vom
3.
August 2016, der
Kläger
sei
seit dem 1
3.
April 2016 und bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ihm nicht mehr zumu
t
bar. Ein
e andere Tätigkeit, das heiss
e eine Büroarbeit ohne Stress, sei ihm jedoch zumutbar (
Urk.
15/227
/
1-6)
.
3.1
0
C._
erklärte mit Gutachten zu Händen der IV-Stelle vom 2
0.
März 2017 (
Urk.
15/248
), beim Kläger bestünden deutliche kognitive Funktionsbe
ein
trächtigungen, insbesondere das Gedächtn
is und die kognitive Verarbeit
ungs
ge
schwindigkeit betreffend,
welche
in erster Linie als Auswirkung der Psychopatho
logie und der Medikation zu werten
seien
(S. 21). Der deutliche Schweregrad der kognitiven Funktionsbeeinträchtigung führe dazu, dass in der bisherigen quali
f
i
zierten Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter beziehungsweise Betriebsöko
nom nicht von einer verwertbaren Arbeitsleistung in der freien Wirtschaft auszu
gehen sei. Zu berücksichtigen wäre zudem
wegen der erhöhten Ermüdbarkeit
eine deutlich eingeschränkte zeitliche Zumutbarkeit. Einschränkungen der Leistungs
fähig
keit aufgrund der Psychopathologie seien aus psychiatrischer Sicht zu beur
teilen. Eine Umschulung in ein anderes Tätigkeitsfeld sei wegen de
r
ausgeprägten Gedächtnisbeeinträchtigungen nicht möglich. Seines Erachtens sei wegen de
r
Ein
schränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit und der erhöhten Ermüdbar
keit auch in einer angepassten Tätigkeit aktuell keine verwertbare Leistungsfähig
keit vorhanden (S. 24).
4.
Die IV-Stelle sprach dem Kläger mit Verfügung vom 2
9.
September 2017 mit Wirkung ab
1.
Oktober 2016 eine ganze Rente zu
(
Urk.
15/266,
Urk.
15/264,
Urk.
15/263). Die IV-Stelle
hielt dabei fest
, ihr Regional
er
Ärztlicher Dienst bestätige seit September 2015 die 100%ige Erwerbsunfähigkeit. Nach Ablauf der einjährigen Wartefrist würde somit ab September 2016 Anspruch auf eine ganze Rente bestehen. Die Anmeldung sei jedoch im April 2016 und somit verspätet ein
gegangen. Gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG erfolge die Auszahlung der Rent
e sechs
Monate nach Geltendmach
ung des Leistungsanspruchs, das heisse ab Oktober 2016
(
Urk.
15/263/1).
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass
die IV-Stelle von einer verspäteten Anmel
dung a
usgegangen ist
. Sie hatte
den massgeblichen Sachverhalt
daher
lediglich bis Oktober 2015 zu prüfen.
Soweit die IV-Stelle die Eröffnung der Wartezeit vor diesem Zeitpunkt auf
September 2015
festgesetzt hat
, handelt es sich
somit
um eine IV-rechtlich bedeutungslose Feststellung, die berufsvorsorgerechtlich keine
Bindungswirkung zu entfalten vermag. Der Eintritt der für die berufliche Vor
sorge
massgebenden Arbeitsunfähigkeit ist daher frei zu prüfen.
5.
5.1
Der Kläger arbeitete
ab
dem
1.
November 2011 in einem Pensum von 100
%
als Kundenberater bei der
A._
.
Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war
er
bei der Beigeladenen 1 berufs
vorsorgeversichert (
Urk.
15/150,
Urk.
19/16). Nachdem
der Kläger
ab dem
4.
Februar 2013 aufgrund einer paranoiden Schizophrenie krankgeschrieben
worden w
ar,
absolvierte er
vom
1.
Juli bis
am
3
1.
August 2013
mit Unterstützung der Invalidenversicherung
bei
der
A._
ein Arbeitstraining
(
Urk.
15/1
55
,
Urk.
15/1
60
). Anschliessend übernahm die Invalidenversicherung einen persönlichen Support des
Klägers
bei
der
A._
und gewährte Kosten
gut
sprache für ein Job-Coaching
(Urk.
15/165). D
ie
Supportmassnahmen wurden am 3
1.
Januar 2014 abgebrochen (
Urk.
15/171,
Urk.
15/173/16-17,
Urk.
15/181/1).
Vom 1
7.
Februar bis am 3
1.
Mai 2014
bezog der Kläger Tag
gelder der Arbeits
losen
versiche
r
u
ng und war dadurch bei der Beigeladenen 2 berufsvor
sorgever
sichert
(
Urk.
29,
Urk.
30/1)
.
Ab dem 1.
Juni 2014 arbeitete
er
als Verkaufsassistent in einem 100%-Pensum für die
Y._
AG und war dadurch bei der
Beklagten 1
ber
ufsvorsorgeversichert (
Urk.
2/5, Urk.
8/6). Das Arbeitsverhältnis des
Klägers
mit der
Y._
A
G wurde per 3
1.
Mai 2015 beendet (
Urk.
2/14,
Urk.
2/15
,
Urk.
8/7
).
Nachdem der
Kläger
vom
1.
Juni bis am 1
0.
Juli 2015
Taggelder der Arbeitsl
osenversicherung bezogen hatte
und dadurch wieder bei der Beigeladenen 2 berufsvors
o
rgeversichert war (
Urk.
29
,
Urk.
30/1
)
, arbei
tete er ab dem 1
3.
Jul
i 2015 als Junior Business Anal
yst Prozesse und Systeme bei der
B._
AG (
Urk.
2/6)
und war dadurch bei der
Beklagten 2
berufsvorsorgeversichert (
Urk.
2/7). Dieses Arbeitsverhältnis wurde innerhalb der Probezeit von der Arbeitgeberin per 1
1.
September 2015 aufgelöst (
Urk.
2/12).
Ab dem 1
4.
September 2015
bezog der Kläger bis
2
8.
Oktober 2015 erneut Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
29,
Urk.
30/1
).
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass eine L
eistungspflicht der Beklagten 1
voraus
setzt, dass die relevante, invalidisierende Arbeitsunfähigkeit
des Klägers
zwischen dem
1.
Juni 2014 und dem 3
1.
Mai 2015 eingetreten ist. Eine Leistungspflicht der Beklagten 2 besteht, wenn die relevante Arbeitsunfähigkeit zwischen dem 1
3.
Juli 2015 und dem 1
3.
September 2015 eingetreten ist.
5.2
Gestützt auf die Akten steht fest, dass der Kläger im Rahmen des Arbeits
ver
hältnisses mit der
A._
ab Februar 2013 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. So wurde
ihm
von
Dr.
D._
ab dem besagten Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (E. 3.2
; vgl. auch
Urk.
16/4-6
)
. D
ie Invalidenver
si
cherung kam
zudem
vom
1.
Juli bis 3
1.
August 2013 für Frühinterventions
mass
nahmen in Form eines Arbe
itstrainings (
Urk.
15/155, Urk.
15/160
) und ab
1.
Septem
ber
2013 für einen persönlichen Support am Arbeitsplatz
und ein Jobcoaching
auf (
Urk.
15/165). Im Rahmen seiner Arbeitstätigkeit mit persön
lichem Support bei
der
A._
arbeitete der Kläger bis am 2
5.
Oktober 2013 in einem Pensum von 40
%
, wobei er nicht in das Tagesgeschäft involviert war. Nach dem Bezug von Ferien arbeitete
er
ab dem 4.
November 2013 in einem Pen
sum von 50
%
(
Urk.
15/173/1).
Ab dem
1.
Januar 2014 wurde das Arbeits
pen
sum auf 60
%
erhöht. Gemäss der Arbeitgeberin war der Kläger jedoch ab dem zweiten Arbeitstag bereits krank und er verrichtete im Wesentlichen Tätig
keiten, welch
e grundsätzlich von Lehrlingen übernommen
werden
können
.
Zu
dem habe der Kläger nicht für das Tagesgeschäft eingesetzt werden können
(
Urk.
15/173/13). Das Arbeitsverhältnis mit der
A._
und das
Jobchoaching
wur
den per 3
1.
Januar 2014 beendet (
Urk.
15/173/17).
Dr.
D._
attestierte dem Kläger in der Folge zu Händen des RAV eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
E. 3.4). Wie sich aus
der E-Mail von
Dr.
D._
vo
m 2
7.
Januar 2014 (E. 3.3) und seinem
Bericht vom
5.
März 2014 (E. 3.4)
ergibt, war der Kläger jedoch
Ende Januar 2014 bzw.
im Februar
2014 weiterhin
erheblich
in der Arb
eitsfähigkeit eingeschränkt, hielt
Dr.
D._
doch tatsächlich lediglich eine 50- bis 70%ige Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen für möglich (E. 3.4).
Über die Leistungsfähigkeit des Klägers nach der Berichterstattung
durch Dr.
D._
im März 2014 bis zum Beginn des Arbeitsverhältnisses der
Y._
AG
am
1.
Juni 2014
liegen
zwar
keine echtzeitlichen Berichte vor.
Wie vorstehend dargelegt
, ist jedoch ausgewiesen, dass
Dr.
D._
in seinem Be
richt vom
5.
März 2014 den Kläger
noch
als
erheblich eingeschränkt
erachtete
und nicht von einer unmittelbar bevorstehenden
,
weitgehenden Genesung aus
ging (vgl.
E. 3.4).
Hinsichtlich der
Arbeitstätigkeit
des Klägers
für die
Y._
AG ab
1.
Juni 2014 ergibt sich
, d
ass der Kläger vom 2
1.
b
is
am
2
9.
August
2014, am 11.
Septem
ber 2014, sowie vom 1
7.
September bis
am
1
0.
Oktober 2014 krank
heitsbedingt nicht arbeiten konnte (
Urk.
7 S. 3;
Urk.
8/3)
. Im November 2014 wies der Kläger
keine krankheitsbedingten Absenzen auf. Im Dezember 2014 fehlte er am 12.
krankheitsbedingt bei der Arbeit
(
Urk.
8/3)
. Am 1
6.
Januar 2015 kündigte die
Y._
A
G das Arbeitsverh
ältnis per 30. April 2015 (Urk.
2/14
). Die Kündigung war
mit der Begründung
wiederholter krankheitsbedingter Abwesen
heiten sowie krankheitsbedingter ungenügender Arbeitsleistung erfolgt (
Urk.
1 S.
7 und
Urk.
7 S. 11).
In der Folge
fehlte
der Kläger am 19., am
20.
, am 2
9.
u
nd
am
3
0.
Januar
, am
4.
Februar,
vom 2
6.
Februar bis
am
6.
März, vom 2
3.
März bis am
2.
April
sowie
vom
1
3.
bis am 1
7.
April 2015
krankheitsbedingt bei der Arbeit
(
Urk.
8/3). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Kläger nach Arbeitsbeginn Anfang Juni 2014 nur während
etwas mehr als
zweieinhalb Monaten keine krankheitsbedingten Abwesenheiten aufwies. Auch in der Folge war
er
höchstens während gut zw
ei Monaten (1
1.
Oktober bis 11.
Dezember 2014) ohne krankheits
bedingte Abwesenheit. Wie sowohl der Kläger wie auch die Beklagte 1 überein
stimmend festhielten (
Urk.
1 S. 7 und
Urk.
7 S. 11), erfolgte die Kündigung
zudem
nicht nur
wegen wiederholter krankheitsbedingter Abwesenheit
, sondern auch
wegen
krankheitsbedingt ungenügender Arbeitsleistung. Entgegen dem Kläger kann
aus dem Arbeitszeugnis vom
3
1.
Mai 2015 (
Urk.
2/15) nicht geschlossen werden, er habe bis zum unbestritten gebliebenen Nachlassen der Arbeitsleistung per Ende 2014 (
Urk.
1 S. 7) gute Arbeitsleistungen erbracht. So wird im Arbeits
zeugnis lediglich festgehalten, dass
er
Bereitschaft gezeigt habe, sich den hohen Anforderungen und komplexen Aufgaben zu stellen, nicht aber, dass er die hohen Anforderungen erfüllt und die komplexen Aufgaben erfolgreich bewältigt habe.
Darüber hinaus hätte die Arbeitgeberin wohl nicht im Januar 2015 das
Arbeits
verhältnis mit der Begründung krankheitsbedingter Abwesenheiten und krank
heits
bedingt ungenügender Arbeitsleistung
gekündigt, wenn der Kläger bis Ende 2014 gute Arbeitsleistungen erbracht hätte. Dies gilt umso mehr, als der Kläger
davor während verhältnismässig langer Zeit keine längere krankheitsbedingte Abwesenheit aufgewiesen hat. Dass der Kläger
im Herbst 2014
gesundheits
bedingt
erheblich eingeschränkt war, ergibt sich auch aus dem Bericht von
Dr.
D._
vom
Juli 2016 (E. 3.8)
,
e
r
klärte er doch, dass er nach der Hospitalisation des Klägers in der Klinik
E._
im Oktober 2014 eine weitere Behandlung abgelehnt habe, da der Kläger sich nicht zur Phasen
pro
phyla
x
e mit einem Depotneuroleptikum habe entschliessen können.
Zusammen
fassend steht somit betreffend die Arbeitstätigkeit des Klägers für die
Y._
AG fest, dass er nicht in der Lage war, über längere Zeit ohne krank
heitsbedingte Abwesenheit eine genügende Arbeitsleistung zu erbringen.
Nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
AG bezog der Kläger
vom
1.
Juni bis
am
1
0.
Juli 2015 (
Urk.
30/1) Taggelder
der Arbeitslosen
versicherung. Für
die Dauer des Taggeldbezugs
liegen keine Angaben zur Leis
tungsfähigkeit vor.
Bereits am 1
3.
Juli 2015, das heisst knapp eineinhalb Monate nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
AG, trat der Kläger
jedoch
eine Arbeitsstelle bei
der
B._
AG
an
(
Urk.
2/6). Dieses Arbeitsverhältnis wurde innerhalb der Probezeit von der Arbeitgeberin per
11.
September 2015 gekündigt, wobei de
r Kläger ab der Kündigung am 4.
Septem
ber 2015 von der Arbeit freigestellt wurde
(
Urk.
2/12). Der Grund für die Kündigung waren gemäss Angaben des Klägers krankheitsbedingt ungenü
gende Arbeitsleistungen (
Urk.
1 S. 7).
Der Kläger war somit krankheitsbedingt nicht in der Lage, ab dem 1
3.
Juli 2015 für eine gewisse Zeit eine genügende Arbeitsleistung zu erbringen.
Für die Zeit nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses mit der
B._
AG ist eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit ausg
ewiesen (E. 3.5-3.7, E. 3.9-3.10
) und wird von den Parteien auch nicht infrage gestellt.
5.3
Zusammenfassend steht nach dem Gesagten fest, dass der Kläger bereits vor Beginn der Versicherungsdeckung bei der Beklagten 1 – und somit auch vor der Versicherungsdeckung bei der Beklagten 2 – in relevanter Weise in der Arbeits
fähigkeit eingeschränkt war
. In der Folge wurde d
er zeitliche – und auch der sachliche – Zusammenhang zu der der Invalidität zugrundeliegenden Arbeits
un
fähigkeit nicht unterbrochen, war der Kläger doch nie mehr in der Lage, ununterbrochen während mehr als 2 2/3 Monaten einer Arbeitstätigkeit nach
zu
gehen und entsprachen seine Arbeitsleistungen nicht mehr den
gestellt
en Anfor
derungen
. Die Beklagten 1 und 2 sind somit nicht leistungspflichtig, weshalb die
Klage abzuweisen ist.