Decision ID: d89f4556-e7b7-47ff-9e92-e73a628c39de
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968,
Mutter von
drei
Kindern (Jahrgang
1990,
1999 und 2001),
ist
seit dem 1. Dezember 2013 beim Verein
Z._
in einem Pensum von 6
0 %
als Küchenhilfe tätig (Urk. 9/19
, Urk. 9/46/3
). Unter Hinweis
auf
schnelle
Kurzatmigkeit
meldete
sie
sich
am
28. Januar 2017
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
9/5
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
daraufhin
die medizini
sc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten de
s
Krankentaggeldversicher
ers
bei (Urk.
9/6
, Urk. 9/30
)
.
Mit Mitteilung vom 29. Juni 2017 gewährte die IV-Stelle der Versicherten
vom 4. Juli bis 1. Dezember 2017
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche («Arbeitsvermittlung plus») durch die
A._
GmbH
(Urk. 9/25)
.
Nach erfolgreich abgeschlossener Assessmentphase
am 3. August 2017
(vgl. Urk. 9/32) wurden der Versicherten m
it Mitteilung vom 10. August 2017 vom 14. August bis 13. November 2017 Integrationsmassnahmen beim bis
herigen Arbeitgeber
gewährt
(Urk. 9/35)
. Infolge Arbeitsplatzerhalt wurde die Arbeitsvermittlung schliesslich
per
14. November 2017 ab
geschlossen
(vgl. Mit
teilung vom 8. Nove
mber 2017, Urk. 9/40).
Nachdem die IV-Stelle am 24. Januar 2018 eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vor Ort
hatte
durchführen l
assen
(Bericht
vom 25. Januar 2018, Urk. 9/46)
,
verneinte sie nach d
urchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Urk.
9/52
-53
, Urk. 9/64
) mit Verfügung vom
4. Februar 2019
einen Rentenanspruch
bei einem mittels gemischter Methode ermittelten Invaliditäts
grad von 32 %
(Urk.
9/77
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
7. März 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
4. Februar 2019
(Urk. 2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es seien
die
ihr zustehenden gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen, eventuell sei
die Angelegen
heit zwecks weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
10. Mai 2019
(Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
14. Mai 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG
).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entschei
dend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie
hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält
nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kin
dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die per
sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeüb
ten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinische Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) davon aus, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit zu maximal fünf Stunden pro Tag
, mithin 60 %,
mit einer reduzierten Leistungsfähigkeit von 10-20 % zumutbar
sei. Unter Berücksichtigung
eines
Abzugs von 15 %
infolge redu
zierter Leistungsfähigkeit
resultier
t
e
n
,
ausgehend von einem Erwerbspensum von 60 %
,
ein zumutbares Arbeitspensum von 51 % und eine Erwerbseinbusse von 52 %. Bei
fehlender gesundheitsbedingte
r
Einschränkung im Haushalt
ermittelte
die Beschwerdegegnerin
eine
n
Invaliditätsgrad von gesamthaft 32 %
(S. 2)
.
In der Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2019 (Urk. 8) führte die Beschwerde
gegnerin ergänzend aus,
gemäss Abklärungsbericht habe
die Beschwerdeführerin einerseits angegeben, dass sie die bisherige Stelle als Putzangestellte im Hallen
bad g
ekündigt habe, als sie die 60 %-
Anstellung im Service gefunden habe, da ihr die Belastung beider Stellen zu viel geworden sei. Andererseits habe sie
auch
angegeben, sie habe nicht we
iter nach Arbeit neben der 60 %-
Anstellung gesucht, weil sie zwei Töchter habe und die restliche Zeit für die Betreuung der Töchter und für den Haushalt gebraucht habe. Beide Töchter hätten Betreuung benötigt und die jüngste Tochter benötige diese auch
heute
noch. Zudem habe sie nur nach einer 100 %-Stelle gesucht, weil sie sich dabei höhere Chancen bei der Stellen
suche ausgerechnet habe. Es gebe keine Hinweise dafür, dass die Beschwerde
führerin versucht habe, eine andere Stelle zu finden. Dies deute darauf hin, dass sie, auch als sie noch gesund gewesen sei, nicht mehr als 60 % habe arbeiten wollen. Zwei ihrer Töchter würden immer noch bei der Beschwerdeführerin leben und hätten mit psychischen Problemen zu kämpfen. Eine Betreuung würde daher wohl auch bei voller Gesundheit der Beschwerdeführer
in
erfolgen. Eine Qualifi
kation als voll erwerbstätig rechtfertige sich deshalb nicht und es sei die gemisch
te Methode anzuwenden (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass es seit November 2017 zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sei, die aktuell
en
Befunde und Beschwerden nicht berücksichtigt worden seien und die Arbeitsfähigkeit somit ohne weitere
Abklärungen
nicht
beurteilt
werden könne (S. 5 unten f.).
Weiter könne davon ausgegangen werden, dass sie im Gesundheitsfall wieder zu 100 % arbeiten würde (S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der An
spruch auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhan
g insbesondere die
Restarbeitsfähigkeit und die
Statusfrage.
3.
3.1
Dr. med.
B._
, Leitender Arzt
Medizin,
Innere Medizin und Pneu
mologie,
Spital
C._
,
berichtete am 12. Januar 2017 (Urk. 9/14/8-10) über eine Verlaufskontrolle
bei
chronischer obstruktive
r
Pneumopathie
(COPD)
GOLD-Stadium II
, eine
Zunahme der Dyspnoe,
eine
Verschlechterung
der Lungenfunk
tion und erneute
Exazerbation der COPD (S. 2). Blutgasanalytisch zeige sich eine leicht respiratorische Partialinsuffizienz, eine Indikation für Sauerstoff-Heim
therapie bestehe nicht. Die CT-Untersuchung des Thorax habe ein diffuses pan- und
zentrilobuläres
Lungenemphysem gezeigt. In den basalen Lungenab
schnit
ten, insbesondere
rechtsbetont, hätten sich verdickte Bronchialwände gezeigt, was für einen pulmonalen Infekt
rechts basal
spreche
und zur Diagnose einer
i
nfektexazerabierten
COPD passe
(S. 3)
.
Im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 28. Februar 2017 (Urk.
3/6 = Urk.
9/15/5-
7) führte er
aus, dass bei sistiertem Nikotinkonsum im Verlauf eine Stabilisierung der Situation erwartet werden dürfe.
Aktuell habe die Beschwerde
führerin noch rezidivierende Exazerbationen, so dass der weitere Verlauf abge
wartet werden müsse
(S.
1)
. In der Tätigkeit als Serviceangestellte bestünden körperliche Einschränkungen in Form einer Belastungsdyspnoe. Die Beschwerde
führerin müsse öfters pausieren,
habe wegen den Exazerbationen öfters nicht arbeiten können und es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer behin
derungsangepassten Tätigkeit mit leichter körperliche
r
Betätigung
bestehe ab sofort eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 2).
3.2
Med.
pract
.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im
Bericht vom 1. März 2017 (Urk. 9/14/6-7) aus, er behandle die Beschwerde
füh
rer
in seit Dezember 2012 und nannte als Diagnosen eine COPD GOLD-Stadium II, einen Zustand nach Nikotinkonsum und nach rezidivierenden
Infektexazerbationen
.
Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin habe seit Sommer 2016 zunehmend Dyspnoe bei Belastung. Bereits das Treppensteigen bereite
ihr
Mühe, im Sitzen sei sie
beschwerdefrei, verspüre jedoch bei leichten körperlichen Aktivitäten be
reits Atemnot.
Aufgrund der Klinik sowie der Vorgeschichte bestehe eine COPD Stadium II bei mittelschwerer nicht-reversibler obstruktiver Ventilationsstörung. Zudem bestehe ein Lungenemphysem mit absoluter und relativer Überblähung. Die obstruktive Ventilationsstörung sei nicht reversibel, so dass ein Asthma bron
chiale höchstwahrscheinlich ausgeschlossen werden könne. Die Prognose sei günstig, da die Beschwerdeführerin den jahrelangen Nikotinkonsum im Oktober habe sistieren können.
Vom 20. September bis 26. November 2016 habe eine 100%ige und ab dem 27.
November 2016 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 1). Die Beschwer
de
führerin arbeite im Service und in der Küche. Bei bereits kleineren Anstren
gun
g
en
verspüre sie deutlich Atemnot, so dass sie sich zurzeit nicht in der Lage fühle, mehr als halbtags zu arbeiten. Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar, jedoch reduziert. Es bestehe eine deutlich verminderte Leistungsfähigkeit und die Beschwerdeführerin könne maximal fünf Stunden pro Tag arbeiten. Es bestehe weiterhin die Hoffnung, dass sich die Atemsituation verbesser
e
, da die Beschwer
deführerin das Rauchen habe sistieren können. Sollte die Belastungssituation am
Arbeitsplatz fortbestehen, sollte allenfalls im Verlauf eine Leistungsmessung mit Ergometrie durchgeführt werden. Dies sei bis heute nicht geschehen (S. 2).
3.3
Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte
in der internistischen Kurzbeurteilung vom 22. Juni 2017 (Urk.
3/7= Urk.
9/30) zuhanden des Krankentaggeldversicherers
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronische
COPD GOLD-Stadium
III
D (S. 6 oben). Dazu hielt er fest, die objektiven Befunde seien konsistent mit den von der Beschwerde
führerin geschilderten Einschränkungen in ihrem Berufsalltag, im Haushalt und in der Freizeit (S. 7 oben). Trotz der installierten inhalativen Therapie seien die aktuell im Rahmen der Exploration bestimmten Lungenfunktionswerte nicht besser als die Werte im Januar 2017. Es sei damit zu rechnen, dass im weiteren Verlauf und durch die zusätzliche natürlich
e
Abnahme der Lungenfunktion früher oder später eine Sauerstoffbedürftigkeit
eintrete. Die Progression der Lungen
funktion lasse eine weitere graduelle Abnahme der Leistungsfähigkeit und damit auch der Arbeitsfähigkeit erwarten. Konkret sei damit zu rechnen, dass im Leis
tungskalkül die körperliche Belastbarkeit sukzessive reduziert werden müsse. Bei optimaler Therapie und konsequenter Tabakabstinenz sei in einer angepassten Tätigkeit, welche die pulmonalen Limitierungen respektiere, der Erhalt der Arbeitsfähigkeit für mehrere Jahre theoretisch möglich (S. 7 unten).
Basierend auf dem von der Beschwerdeführerin geschilderten Anforderungsprofil sei davon auszugehen, dass bei etwa 50 % des Arbeitspensum
s
Tätigkeiten anfallen würden, bei denen die pulmonale Einschränkung relevant sei. Aufgrund der erhobenen Befunde bewege sich die Kompromittierung in der Grössen
ord
nung von 30-40 %. Bei diesem
Rendement
ergebe dies in der angestammten Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit
von 9-12 % beim vertraglichen Teilpensum von 60 % beziehungsweise
von
15-20 % bezogen auf ein Vollpensum. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit von aktuell 50 % sei demzufolge ausgewiesen. Prognostisch sei mit einer dauerhaften Einschränkung zu rechnen, die über die Jahre zunehmen und ein invalidisierendes Ausmass annehmen könne (S. 8 unten).
Der Beschwerdeführerin könne eigentlich nur noch eine Erwerbstätigkeit zuge
mutet werden, die keine körperliche Leistung abverlange, zum Beispiel rein sitzend und/oder stehend. Knapp zumutbar seien allenfalls noch leichte körper
liche Aktivitäten im Bereich von 2-3 MET («
energy
demand
in
liters
of
oxygen
consumption
per
minute
/basal
oxygen
consumption
»), die am Stück 10 Minuten nicht überschreiten dürf
t
en und mit einem reduzierten Rendement von 30-40 %
einhergingen
. 2 MET seien vollzeitlich zumutbar (S. 9 Mitte).
3.4
Dr.
B._
berichtete in einem undatierten Bericht (Eingangsdatum 13. November 2017, Urk. 9/42) von eine
m
verschlechterten Gesundheitszustand und führte aus, dass die Beschwerdeführerin in einer sitzenden Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig sei (Ziff. 2.1-2)
.
3.5
Med.
pract
.
D._
bestätigte
im Bericht vom
14
.
November 2017 (Urk.
3/8 = Urk.
9/44/4-5)
zur Hauptsache
die früher genannte
n
Diagnose
n
. Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin sei lungenfachärztlich kontrolliert worden. Es be
stehe eine leichte Verbesserung der Lungenfunktion. Die Lungenfunktionswerte seien trotz installierter inhalativer Therapie jedoch nicht deutlich besser als im Januar 2017. Die Beschwerdeführer
in
habe keine Verbesserung beobachtet. Diag
nostisch bedeutsam sei die strikte Tabakabstinenz. Dennoch sei damit zu rechnen, dass die Leistungsfähigkeit in Zukunft abnehmen werde. Bei optimaler Therapie und konsequenter Tabakabstinenz sei
der Erhalt der Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit, welche die pulmonalen Limitierungen respektiere, für mehrere Jahre theoretisch noch möglich. Die Beschwerdeführerin könne maximal fünf Stunden pro Tag arbeiten in der bisherigen Tätigkeit im Service. Die Leistungsfähigkeit sei mit Sicherheit
um
etwa 10 bis 20 % vermindert (S. 1).
Die Beschwerdeführerin arbeite wiederum fünf Stunden pro Tag (S. 2).
3.6
Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
vom
RAD
kam in
seiner
versicherungsmedizinischen Beurteilung
vom 13. Dezember 2017 (Urk.
3/9 = Urk.
9/51/4-5)
zum Schluss
, dass
in der angestammten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit bestehe. I
n körperlich leichten bis mittelschweren Tätig
keiten in Wechselbelastung
a
n einem ruhigen Arbeitsplatz
sei
unter Weiter
führung des Nik
o
tinstopps und adäquate
r
Therapie eine Arbeitsfähigkeit von maximal 5 Stunden mit einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10 bis 20 % anzunehmen (S. 2).
3.7
Am 25. Januar 2018 berichtete die Abklärungsperson über die am 24. Januar 2018 durchgeführte Haushaltsabklärung (Urk. 9/46). Zur Qualifikation führte sie aus,
die Beschwerdeführerin
hätte bei Gesundheit weiterhin das 60 %-Pensum bei
m
Z._
erfüllt
,
weil sie keine andere Stelle gefunden habe. Sie habe nicht weiter nach einer Anstellung gesucht, weil sie, wie sie gesagt habe, auch noch zwei Töchter habe. Die jüngste Tochter sei 11 Jahre alt
gewesen
, als der Ehemann gestorben sei. Beide Töchter hätten Unterstützung gebraucht. Die jüngste Tochter brauche auch jetzt noch Betreuung. Der Tod ihres Vaters habe ihr sehr zugesetzt, sie habe massive Schlafstörungen. Auch habe die Beschwerdeführerin, als sie bei
m
Z._
gearbeitet habe, vier Hunde gehabt, die ihre Aufmerksamkeit ge
braucht hätten. Daher sei ihr das reduzierte Pensum gelegen gekommen (S. 5 Ziff.
2.5). D
ie Beschwerdeführer
in
sei gut
zwei
Jahre arbeitslos gewesen
und habe m
it
H
ilfe des RAV
, bei welchem sie
sich auf Verlangen der Gemeinde angemeldet habe (vgl. S. 3 Ziff. 2.2 unten), erfolglos versucht
,
eine Stelle zu finden. Sie habe eine
Vollzeitanstellung
gesucht, weil sie sich
bei einer Teilzeitanstellung
gerin
gere Chancen
ausgerechnet habe
. Als sie sich bei
m
Z._
beworben habe, habe ihr dieser eine 60 %-Stelle anbieten können. Im ersten Monat habe sie die Stelle bei
m
Z._
und die vom Sozialamt
zuvor
vermittelte
Tätigkeit
als Putzange
stellte im Hallenbad
G._
ausgeübt. Sie habe
jedoch
bemerkt, dass die Belastung beider Stellen für sie zu hoch gewesen sei und habe den Konta
kt zur Gemeinde gesucht, worauf
s
ie die Stelle im Hallenbad
habe
aufgeben dürfen. Auch habe sie gemerkt, dass sie die restliche Zeit für die Betreuung ihre Töchter und für den Haushalt gebra
u
cht habe. Die Abklärungsperson
hielt fest
, solange die Beschwer
deführerin noch gesund gewesen sei und ein 60 %-Pensum erfüllt habe, habe sie sich nie um eine zusätzliche Stelle bemüht. Es sei somit davon auszugehen, dass sie bei Gesundheit weiterhin
in
einem 60 %-Pensum gearbeitet hätte (S.
6 Ziff.
2.6.1).
Die Qualifikation sei e
ntsprechend auf 60 %
Erwerb und 40 % Haus
halt fest
zulegen (S. 6 Ziff. 2.6)
.
Invaliditätsbedingte Einschränkungen i
n den einzelnen Haushaltsbereichen
s
tellte
die Abklärungsperson
schliesslich
keine fest (S. 7
ff. Ziff. 6).
3.8
Auf Zuweisung des Hausarztes untersuchte
Dr. med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Pneumologie,
Chefarzt P
neumologie
Rehaz
entrum
I._
,
die Beschwerdeführerin am 1. Juni 2018. Er
nannte
im Bericht vom 13. Juni 2018 (Urk.
3/10 = Urk.
9/63) als Diagnosen eine
COPD GOLD-Stadium
III
, eine Adipositas, einen Verdacht auf schlafbezogene Atem
störungen sowie unklare Gelenkbeschwerden des Daumengrundgelenks und des Knies. Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin berichte
von Luftnot bereits bei kleineren Belastungen. Wiederholt expektoriere sie
putridenen
Auswurf und habe sich regelmässig ärztlich vorgestellt. Die Inhalationstherapie mit
Ultibro
habe sie wegen klinisch ungenügendem Ansprechen abgesetzt. Lungenfunk
tio
nell liege eine fortgeschrittene COPD vor.
Die Versicherte
sei
pulmonal
überbläht und muskulär
dekonditioniert
. Es liege eine leichtgradige respiratorische Par
tial
insuffizienz vor. Bis dato sei keine Sauerstofftherapie erfolgt. Es bestehe die Indikation für eine stationäre Rehabilitationsbehandlung zur Optimierung der ver
bliebenen lungenfunktionellen Ressourcen.
Nicht zuletzt, um nach Ausschöp
fen aller therapeutisch optimierenden Massnahmen zu einer richtungsweisenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu gelangen. Im Rahmen der stationären pul
monalen Rehabilitation werde die Beschwerdeführerin eine adäquate Atemtech
nik erlernen und auf eine optimale Sekretdrainage achten sowie zu einem mus
kulären Wiederaufbau gelangen (S. 2).
3.9
Med.
pract
.
D._
führte im Bericht vom 25. Januar 2019 (Urk. 9/78/2) aus, die Beschwerdeführerin leide weiterhin an einer Atemnot und sei aus seiner Sicht im ersten Arbeitsmarkt wegen massiven Atembeschwerden nicht mehr vermittel
bar.
3.10
Dr.
H._
berichtete am 15. Februar 2019 (Urk. 3/11 = Urk. 9/80) über eine Verlaufskontrolle
. I
m Vergleich zur Voruntersuchung im Juni 2018 sei keine wesentliche Befundänderung eingetreten. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin respiratorisch partial insuffizient, eingeschränkt in ihrer Gehstrecke und zeige eine schwergradige obstruktive Ventilationsstörung mit negativem
Bronchospas
molyseeffekt
. Aufgrund der vorliegenden Befunde erscheine die Beschwerde
füh
rerin eher erheblich eingeschränkt bezüglich Erwerbsfähigkeit (S. 2).
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass die Be
schwerdeführerin an
COPD
leidet und entsprechend in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
ungelernte
Küchenhilfe
/Serviceangestellte
attestierten
die
involvierten Ärzte
im Wesent
li
chen
übereinstimmend
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
.
4.2
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit stellte die Beschwerdegegnerin auf die
Stellungnahme des RAD
ab und ging in Beachtung eines die pulmonalen Limitierungen berücksichtigenden Belastungsprofils
von einer
60
%igen a
daptierten Arbeitsfä
higkeit aus (Urk. 2 S. 2). Die
Beurteilung des RAD deckt sich mit de
r Einschätzung des Hausarztes Dr.
D._
.
Dr.
B._
des Spitals
C._
attestierte
seinerseits
im Januar 2017 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit leichter körperliche
r
Belastung und ging im November 2017
trotz
erwähnter
Verschlech
terung
sogar
von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit aus.
Auch
Dr.
E._
kam
in der
internistischen Kurzbeurteilung
im Juni 2017
zuhanden der Krankentaggeldversicherung zum Schluss, dass der Beschwerde
führerin eine leichte Tätigkeit mit einer Einschränkung von 30 bis 40 % und eine sehr leichte Tätigkeit sogar vollzeitlich zumutbar
wäre
.
4.3
Vor dem Hintergrund dieser
Zumutbarkeitsbeurteilungen
erscheint di
e von der Beschwerdegegnerin angenommene
60%ige
Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit
, welche sie aufgrund der reduzierten Leistungsfähigkeit
mit einem Ab
zug
von 15 %
sodann
auf 51 % (= 60 x 85 %)
reduzierte
(vgl. Urk. 2 S. 2)
, ohne Weiteres al
s plausibel und nachvollziehbar.
Hierzu
ist zu bemerken, dass die
Beschwerdeführerin nach wie vor in ihrer angestammten Tätigkeit als Küchen
hilfe/Serviceangestellte
aktuell
in einem Pensum von 30 %
und damit in einer ihren Leiden nicht angepassten Tätigkeit arbeitet, dies obwohl sie in einer
ihr
angepassten
leichten
Tätigkeit das ihr
zumutbare
Arbeitspotential
deutlich
besser verwerten könnte
(vgl. dazu Urk. 9/41 S. 4 unten)
.
4.4
Soweit die Beschw
erdeführerin geltend macht, dass seit dem Erlass des Vorbe
scheids neue Diagnosen und Befunde hinzugekommen seien und es somit seit November 2017 zu einer Verschlechterung gekommen sei (Urk. 1 S. 5 f.), kann ihr nicht gefolgt werden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die aus den
(neueren)
Berichten zitierten Befunde
weiteren
Einfluss auf die
bereits
deutlich
reduzierte
Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit haben soll
ten
.
Die Beschwerdeführerin übersieht, dass
bereits im Jahr 2017
eine leichtgradige resp
iratorische Partialin
suffizienz
durch
Dr.
B._
und auch die Diagnose einer
COPD GOLD-Stadium
III
durch Dr.
E._
festgestellt
und damit
im Rahmen der Zumutbarkeits
beurteilung
berücksichtigt
worden waren
, wobei
i
nvalidenversicherungsrechtlich
ohnehin
nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend
sind
, sondern die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigke
it (BGE 136 V 279 E.3.2.1
mit Hinweis auf BGE 127 V 294).
Und hierzu lässt sich den Berichten von Dr.
H._
nichts entnehmen, was die bisherige Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in Frage stellen würde.
Eine Adipositas bewirkt zudem grundsätzlich keine
zu Rentenleistungen berech
tigende Invalidität
(Urteil des Bundesgerichts
8C_663/2017
vom 12. Dezember 2017 E.
3.2).
Es sind
im Weiteren
keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die von Dr.
H._
erwähnten Gelenkbeschwerden eine weitergehende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit nach sich ziehen würden.
Eine Sauerstofflangzeittherapie ist offenbar nach wie vor nicht notwendig, wobei rechtsprechungsgemäss selbst die Benutzung eines Sauerstoffgeräts der Ausü
bung einer Erwerbstätigkeit an einem geeigneten Arbeitsplatz nicht entgegen
stehen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_677/2016 vom 7. März 2017 E.
2.4).
Weiter haben die von Dr.
H._
genannten Werte der
pneumolo
gischen Abklärungen
, auch wenn diese teilweise
schlechter
sind als noch im Jahr 2017,
im Hinblick auf die Bestimmung der funktionellen Leistungsfähigkeit in einer angepassten
und körperlich ohnehin nur noch zumutbare
n
leichten
Tätig
keit für sich alleine keine massgebende
Aussagekraft
und
vermögen
in dem Sinne
- ohne weitere Begründung
-
auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer
leichten sitzenden
Tätigkeit von 60 % nicht in Frage zu stellen.
Dr.
H._
ging zwar
a
ufgrund der vorliegenden Befunde
von einer erheblich eingeschrän
kten
Erwerbsfähigkeit
und einer drohenden Erwerbsunfähigkeit
aus
, was
indes
der von der
Beschwerdegegnerin angenommenen Arbeitsfähigkeit nicht
entge
gen
steht
.
Dass Dr.
H._
die Indikation einer stationären oder zumindest ambulanten Rehabilitation erwähnte und eine richtungsweisende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von einer solchen abhängig machte,
vermag daran ebenfalls nichts zu ändern.
Nach dem Gesagten kann folglich entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
nicht von einer
entscheidrelevanten
gesundheitlichen
Verschlechterung seit November 2017 ausgegangen werden, womit sich der Gesundheitszustand
als hinreichend abgeklärt erweist.
Nachdem die Beschwerdeführerin
schliesslich
auch keinen Bericht oder
allfällige Erkenntnisse
aus
der
von Dr.
H._
vor
geschlagenen
Rehabilitation
- sofern diese in der Zwischenzeit durchgeführt wurde
-
nachreichte,
darf angenommen werden
, dass sich auch daraus nichts Anderes ergab.
5.
5.1
Weiter ist die Statusfrage
anhand der rechtsprechungsgemäss massgebenden Kriterien (vorst
e
hend E.
1.3)
zu
prüfen
.
Die Verwaltung als verfügende Instanz
und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewie
se
n annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversi
che
rungs
recht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab
wei
chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be
weisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdar
stellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein
lichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5.2
Die Beschwerdeführerin bestritt die
im Abklärungsbericht
festgehaltene Qualifi
kation von
60
% im Erwerbsbereich und
40
% im Haushaltsbereich Tätige und machte geltend, sie würde im Gesundheitsfall in einem
100
%-Pensum arbeiten
.
De
m
Auszug aus dem individuellen Konto (IK)
lässt sich
hierzu
entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin
seit 1986
- und damit
bereits
schon vor
der Geburt de
r
ältesten Tochter im Jahr 1999 (Urk. 9/2/1)
–
bei
jährlichen
Einkommen
in de
r Regel von unter Fr. 20'000.--
eher geringe Einkünfte
verabgabt
und somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
weder eine
v
ollzeitige
Erwerbstätigkeit
noch eine
solche
in hohem Pensum aus
ge
übt
hatt
e. In den Jahren 2011 und 2012 war die Beschwerdeführerin arbeitslos
(Urk. 9/46)
und
war auf Verlangen des Sozial
amtes
erfolglos
beim RAV angemeldet. Nachdem ihr Mann im Jahr 2012 ver
st
orben war,
arbeitete die Beschwerdeführerin
laut eigenen Angaben
im Jahr 2013 als Putzhilfe
im Hallenbad G
._
(siehe Abklärungsbericht Haushalt, Urk. 9/46 S. 3 unten). Ende 2013
fand die Beschwerdeführerin schliesslich bei einem befreundeten Restaurantinhaber eine 60
%
ige Anstellung und gab die
Reini
gungst
ätigkeit nach einem Monat infolge zu hoher Belastung auf (S. 4 oben).
Aus dem
Abklärungsbericht
geht hervor, dass sie nicht weiter nach einer An
stellung gesucht habe, weil sie auch noch zwei Töchter habe, welche nach dem Ableben des Ehemannes Unterstützung gebraucht hätten und auch heute noch Unterstützung benötigen würden. Sie hatte überdies vier Hunde, welche ihre Aufmerksamkeit gebraucht hätten, weshalb ihr das reduzierte Pensum gelegen gekommen sei (S. 6 oben). Neben der Betreuung der Töchter habe sie die restliche Zeit auch für den Haushalt gebraucht (S. 6 Mitte).
5.3
Vor diesem Hintergrund
vermögen d
ie Ausführungen der
Beschwerdeführerin
im Einwand zum Vorbescheid und in der Beschwerde
, wonach
sie
im Gesundheitsfall wieder zu 100 % arbeiten würde
(Urk. 9/64/5, Urk. 1 S. 7 oben)
, weil die Betreu
ung der Töchter heute nicht mehr notwendig sei, nicht zu überzeugen. Zwar sind gewisse Indizien (Tod des Ehemannes, Bemühung um Vollzeitanstellung
beim RAV
, knappe finanzielle Lage) ersichtlich, welche grundsätzlich für die Annahme einer im Gesundheitsfall zu 100 % ausgeübten Erwerbstätigkeit sprechen
würden
. Diese
Umstände
allein
sind
jedoch nicht ausschlaggebend, eine bestimmte Sach
verhaltsvariante als überwiegend wahrscheinlich zu würdigen. Vielmehr ist stets auch die konkrete Situation zu
berücksichtigen
, in der die versicherte Person
im zu prüfenden Zeitpunkt
steht.
So ist vorliegend entscheidend, dass die Beschwerdeführerin - auch wenn sie zu
näch
s
t ein höheres Pensum anstrebte und
aufgrund der schwierigen Arbeits
markt
situation froh war
,
überhaupt wieder eine Stelle gefunden zu haben
-
eine Teilzeitanstellung von 60 %
annahm
und für die
restlichen 40 %
bis zum krankheitsbedingten Ausfall
wegen der im Aufgabenbereich anfallenden Haus
halt
s
arbeiten
keine weitere Anstellung mehr suchte.
Sie gab
vielmehr
nach Antritt der Stelle im Service die daneben ausgeübte Reinigungstätigkeit auf.
Dass die Betreuung der Töchter
(heute)
nicht mehr notwendig
wäre
, ergibt sich aus dem Abklärungsbericht
nicht. So
ist die Beschwerdeführerin mit der Betreuung der jüngsten Tochter, welche
seit dem Tod des Vaters massive psych
ische Probleme hat,
gemäss eigenen Angaben
«
recht gefordert
»
(vgl. Urk. 9/46 S. 9 unten). Weiter geht aus dem Bericht hervor, dass die zweite
,
mit der Beschwerdeführerin
lebende Tochter
, welche
seit
dem Tod des Vaters ebenfalls
an
psychische
n
Probleme
n leidet
,
momentan arbeitslos und im 7. Monat schwanger
ist; diese werde
eventuell eine Lehre anfange
n,
sobald das Kind da sei
,
und die Beschwerdeführerin
könnte
sie bei der Kindsbetreuung unterstützen (vgl. Urk. 9/46 S. 6 unten). Diese
«Aus
sagen der ersten Stunde», denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als
späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträg
lichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
,
sprechen zusammen mit der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin auch noch einen Hund hat
(Urk.
9/46/2)
, gerade nicht dafür, dass
diese
im Gesundheitsfall vollzeitlich erwerbstätig wäre. Auch
ist nicht ersichtlich, dass das Sozialamt von der Be
schwerdeführerin im Gesundheitsfall die Ausübung einer vollen Erwerbstätigkeit verlangt hätte (vgl. dazu Entscheide des Bundesgerichts 8C_889/2011 vom 30.
März 2012 E.
3.2.2 sowie 8C_663/2011 vom 8. November 2011 E.
3.2). Der Beschwerdeführerin gelang es durch die
Annahme der
60%ige
n
Anstellung sogar,
von der Sozialhilfe wegzukommen, was dafür
spricht,
dass es
auch
keine wi
rt
schaftliche Notwendigkeit
für
die Aufnahme
eines Vollpensums gab.
5.
4
In Anbetracht der vorliege
nden Erwerbsbiographie sowie der übrigen Umstände
erscheint eine im hypothetischen Gesundheitsfall ausgeübte vollzeitige Erwerbs
tätigkeit als nicht überwiegend wahrscheinlich.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin somit zu Recht als zu 60 % Erwerbstätige und als zu 40 % im Haushalt Tätige qualifiziert und
infolgedessen
die gemischte Methode
für die
Invaliditätsbemessung angewandt.
6.
Der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Auswir
kungen vorgenommene Einkommensvergleich ist
ebenfalls
nicht zu beanstanden und wird durch die Beschwerdeführerin einzig hinsichtlich der vorgenommenen Qualifikation gerügt (vgl. vorstehend E. 5). Unbestritten blieb insbesondere auch, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf den
Haushalta
bklärungsbericht
von keiner
Einschränkung
ausging
,
w
as nicht zu beanstanden ist
(
Urteil des Bundes
gerichts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5
)
.
Die
Beschwerdegegnerin
ging in Bezug auf das
Valideneinkommen
vom effektiv erzielten Verdienst
aus, und zwar
hoc
hgerechnet auf ein 100 % Pensum
(Urk.
9/50
; Art. 27
bis
Abs. 4 IVV
). Für das Invalideneinkommen zog sie
Tabellen
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran
und ermittelte unter Berücksichtigung des
zumutbaren Pensums von 51 % eine
n
Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 52
%
(Urk. 9/50).
Es
ist weder ersichtlich noch geltend gemacht, d
ass vom Tabellenlohn ein zusätzlicher Abzug vorzunehmen wäre,
so dass es da
mit
sein Bewenden hat.
Da
mit
resultiert b
ei einem Anteil von 60 % im Erwerbsbereich
ein Teili
n
validi
tätsgrad von 32 %
,
der
bei fehlender Einschränkung im Haushaltsbereich dem
Gesamti
nvaliditätsgrad entspricht
(vgl. Urk. 2 S. 2).
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 2. Okto
ber
2019 einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint. Die Be
schwerde ist daher abzuweisen
.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.