Decision ID: faf9d5b0-265d-54f8-92ee-ee4ac82a45e2
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2001 wegen einer Gehirnerschütterung und eines
Schleudertraumas bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 3). Am 7. November 2000 war er in eine Fahrzeugkollision
verwickelt worden (s. z.B. IV-act. 30-3). Die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten,
die B._ AG, berichtete der IV-Stelle am 13. Februar 2002 (IV-act. 16), dass sie den
Versicherten vom 1. Mai 2000 bis 30. November 2001 zu 100 % als Industrielackierer
beschäftigt habe. Der Versicherte würde heute ohne Gesundheitsschaden einen Lohn
von Fr. 5'300.-- pro Monat verdienen (zzgl. 13. Monatslohn, Fremdakten, nicht
nummeriert). Der Vorgesetzte hatte am 2. Mai 2001 gegenüber der Suva angegeben,
dass der Versicherte bei seiner Tätigkeit (Spritzen von Nassfarben) ganz
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unterschiedliche Körperhaltungen habe einnehmen müssen (Fremdakten). Er sei
ganztags in Bewegung gewesen und habe gebückt, in normaler gerader Körperhaltung
oder über Kopf gearbeitet. Den Kopf habe er bei der Arbeit oft bewegen und er habe
immer wieder hinauf- und hinunterschauen müssen. Auch Kopfdrehungen seien immer
wieder nötig gewesen. Teilweise habe er beim Aufhängen von Platten, Profilen oder
Rahmen geholfen.
A.b Zwischen März und Mai 2003 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von
der Medas Ostschweiz interdisziplinär begutachtet (Gutachten vom 9. September
2003, IV-act. 30). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Schmerzhaft eingeschränkte Kopfbeweglichkeit nach Schleudern der HWS am 7.
November 2000
• Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22)
• anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.5) bei Persönlichkeit mit
narzisstischen Zügen (Z73.1).
Der psychiatrische Gutachter schätzte die Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. April 2001 für
jegliche Tätigkeiten auf 50 %. Der orthopädische Gutachter ging für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Industrielackierer ab dem 20. November 2000 von einer 50
%igen und für adaptierte Tätigkeiten von einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit aus. In
polydisziplinärer Hinsicht attestierten die Gutachter dem Versicherten für die
angestammte Tätigkeit ab dem 7. November 2000 eine 100 %ige, ab dem 20.
November 2000 eine 50 %ige und ab dem 23. April 2001 eine 70 %ige
Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit schätzten sie die Arbeitsunfähigkeit
gesamthaft auf 50 %.
A.c Mit Verfügungen vom 18. März und 1. Juni 2005 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten rückwirkend ab dem 1. November 2001 eine halbe Rente und ab dem 1.
Januar 2004 eine Dreiviertelsrente zu (IV-Grad von 63 %, IV-act. 65, 68, 73 f.). Das
Valideneinkommen setzte sie auf Fr. 70'380.-- und das Invalideneinkommen auf Fr.
26'038.-- (50 % des Tabellenlohns, IV-act. 59) fest.
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A.d Am 6. Dezember 2006 beauftragte die Suva die Medas Ostschweiz mit einer
erneuten Begutachtung des Versicherten, da eine Prüfung der Fahrtauglichkeit am 6.
April 2006 positiv ausgefallen war (Fremdakten). Die interdisziplinäre Untersuchung
fand im Juni und Juli 2007 statt (Gutachten vom 3. September 2007, Fremdakten). Die
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Chronisches cerviko-cephales und -brachiales Schmerzsyndrom links
- Status nach HWS-Distorsion und Schädelprellung links am 7.11.2000
• mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen bei
- anhaltender psychosozialer Belastungssituation
- anhaltender somatoformer Schmerzstörung
- Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen.
Als Nebendiagnosen gaben die Gutachter u.a. Hinweise auf nicht authentische
kognitive Funktionsstörungen und einen Status nach Auffahrunfall 08/2003 in C._
(Selbstunfall; Sekundenschlaf) an. Sie erklärten, aufgrund der aktuell präsentierten
klinisch-neurologischen Befunde sei kaum vorstellbar, dass der Versicherte die
Kontrollfahrt vom 6. April 2006 habe bestehen können. Das positive Prüfungsresultat
weise darauf hin, dass die aktuellen Beschwerden eine psychische Grundlage hätten
und entsprechend dem Motivationsniveau überwindbar seien. Der psychiatrische
Gutachter attestierte dem Versicherten unverändert eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit.
Für die angestammte Tätigkeit gingen die Gutachter weiterhin von einer 70 %igen
Arbeitsunfähigkeit aus.
B.
B.a Im Dezember 2012 wurde ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet (s. IV-act.
114-1). Im Revisionsfragebogen vom 2. Januar 2013 gab der Versicherte an, dass sein
Gesundheitszustand gleich geblieben sei (IV-act. 92). Dr. med. D._, Allgemeine
Medizin, berichtete am 17. Januar 2013 (IV-act. 95-4 f.), dass er den Versicherten seit
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2005 nur fünf Mal in seiner Praxis gesehen habe; eine Beurteilung des
Gesundheitszustandes sei daher schwierig. Die gesundheitliche Betreuung erfolge
weitgehend in J._.
B.b RAD-Arzt Dr. med. E._ notierte am 18. März 2013 (IV-act. 105), dass die
rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit überwiegend mit einem Leiden gemäss den
Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision begründet sei. Zusammengefasst wies er
darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Medas Ostschweiz vom 9.
September 2003 nicht nachvollziehbar sei. Er empfahl eine erneute Begutachtung.
B.c Die polydisziplinäre (internistische, orthopädische, neurologische,
neuropsychologische und psychiatrische) Begutachtung erfolgte im Juni 2013 durch
das Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) (Gutachten vom 24. September
2013, IV-act. 111). Die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Chronisches cervicooccipitales und cervicobrachiales Schmerzsyndrom links mit
psychogener Überlagerung
- Status nach Verkehrsunfall mit seitlicher Abknickdistorsion der HWS (7.11.2000)
- bildgebend kein Nachweis struktureller Läsionen (Rx HWS 25.06.2013).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter u.a. an:
• Adipositas
• arterielle Hypertonie
• axiale Hiatushernie laut Akten
• anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit Selbstlimitierung und
Behindertenüberzeugung
• funktionelle sensomotorische Hemisymptomatik links
• Status nach mittelgradiger depressiver Episode, gegenwärtig weitgehend
remittiert
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• akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge.
Dr. med. F._, Facharzt für Innere Medizin, hielt fest, dass die schlecht eingestellte
arterielle Hypertonie die Kopfschmerzen durchaus erklären könne. Wegen der Gefahr
der Blutdrucksteigerung sollte der Versicherte keine körperlich schweren Tätigkeiten
verrichten. Diese Einschränkung falle weg, wenn der Blutdruck normal eingestellt
werde. Der orthopädische Gutachter Dr. med. G._ führte aus, aufgrund der
festgestellten vermehrten Tonisierung der Nackenmuskulatur sei eine gewisse
Bewegungseinschränkung der HWS nachvollziehbar. Das vom Versicherten
demonstrierte Ausmass der ausgeprägten Bewegungseinschränkung mit praktisch
aufgehobener Flexion/Extension lasse sich aus rein orthopädischer Sicht bei
unauffälligen ossären Strukturen der HWS jedoch nicht vollumfänglich erklären. Wegen
der chronischen paracervicalen Verspannungen und der
Schultergürtelmuskelverspannung könne der Versicherte körperlich schwere
Tätigkeiten wie die angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben. In einer körperlich
leichten, nackenschonenden, teils im Sitzen und teils im Stehen auszuübenden
Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten sei der Versicherte jedoch voll arbeitsfähig. Der
neurologische Gutachter Dr. med. H._ gab an, dass die Beschwerden aus
neurologischer Sicht nicht schlüssig erklärt werden könnten. Aufgrund der zeitnahen
Berichte ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Versicherte beim
Verkehrsunfall im Jahr 2000 eine milde traumatische Hirnverletzung erlitten hätte. Die
bisher gezeigten hochgradigen neuropsychologischen Defizite könnten deshalb nicht
durch den als leichtgradig einzustufenden Unfall erklärt werden. Für die
Kribbelparästhesien am linken Arm habe sich im neurologischen Status kein Korrelat
gefunden. Bei der klinischen Untersuchung habe sich eine praktisch vollständig
aufgehobene HWS-Beweglichkeit mit Steifhaltung des Kopfes gezeigt und bei der
passiven Beweglichkeitsprüfung sei eine Gegeninnervation aufgetreten. Diskrepant
dazu sei in unbeobachteten Momenten eine deutlich bessere Beweglichkeit des Kopfes
erkennbar gewesen. Auch die vielfältige Begleitsymptomatik wie Schwindel und
Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen hätten aus neurologischer Sicht nicht
verifiziert werden können. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. I._ erklärte, dass
der Versicherte aktuell keine Depressivität gezeigt habe. Im Vordergrund stehe eine
Schmerzfehlverarbeitung. Der Versicherte habe die Intensität der andauernden
Schmerzen nicht recht schildern können. Seine Fähigkeit, Copingstrategien im Umgang
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mit Schmerzen zu entwickeln, sei erschwert. Die Vigilanz, die kognitive
Leistungsfähigkeit, die Fähigkeit, Antworten zu geben und die Kommunikationsfähigkeit
seien bei der Untersuchung klinisch intakt gewesen. Der Versicherte habe keine
depressive Antriebsverminderung gezeigt; das betont verlangsamte "Daherkommen"
müsse der Selbstlimitierung zugeordnet werden. Auch die Ängste seien sehr
unspezifisch; der Versicherte habe lediglich Ängste in Zusammenhang mit einer
möglichen Rentenkürzung im Sinne von Existenzängsten geäussert. Er weise eine
gewisse Selbstlimitierung auf. Aus seiner Wortwahl bezüglich der erlebten
Symptomatik müsse eine Aggravationstendenz ausgemacht werden: Alles sei "sehr
schlimm" und werde als "katastrophal" dargestellt; dies sei diskrepant zum ruhigen,
gefassten, psychisch stabilen Erscheinungsbild des Versicherten. Die
neuropsychologische Testung habe ein durchwegs unterdurchschnittliches Testresultat
gezeigt; der Neuropsychologe habe in der Symptomvalidierung eine Aggravation
festgehalten. Die Gutachter kamen in polydisziplinärer Hinsicht zum Schluss, dass dem
Versicherten die angestammte und alle anderen körperlich schweren Tätigkeiten sowie
Überkopfarbeiten und Arbeiten in körperlichen Zwangshaltungen ab dem
Gutachtenszeitpunkt nicht mehr zumutbar seien. Für adaptierte Tätigkeiten bestehe ab
dem Gutachtenzeitpunkt eine volle Arbeitsfähigkeit. Dr. E._ notierte am 15. Oktober
2013 (IV-act. 112), auf das Gutachten könne abgestellt werden.
B.d Mit Vorbescheid vom 6. November 2013 (IV-act. 117) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten gestützt auf die Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 18. März
2011 die Aufhebung der Rente an. Zur Begründung erklärte sie sinngemäss, dass es
dem Versicherten zumutbar sei, seine Schmerzen zu überwinden und einer vollen
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2013 (IV-act. 124)
hob die IV-Stelle die Rente wie angekündigt auf. Die Verfügung war an den
Versicherten persönlich adressiert. Am 17. Dezember 2013 erhob der Rechtsvertreter
des Versicherten einen Einwand gegen den Vorbescheid vom 6. November 2013 (IV-
act. 126). Am 20. Dezember 2013 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 13.
Dezember 2013 mit der Begründung, dass der Rechtsvertreter wohl keine Kenntnis
vom Verfügungserlass gehabt habe (IV-act. 128). Sie gewährte dem Rechtsvertreter die
beantragte Fristverlängerung zur Einwandbegründung. Am 27. Januar/4. Februar 2014
wendete der Rechtsvertreter gegen den Vorbescheid ein, dass eine willentliche
Schmerzüberwindung und ein Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar seien
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(IV-act. 133, 135). Die Foerster-Kriterien könnten allesamt bejaht werden. Es bestehe
der Verdacht, dass das ZMB-Gutachten zu Gunsten der IV ergebnisorientiert verfasst
worden sei. Im Gutachten seien wertende und nicht objektive Ausführungen gemacht
worden. Der neurologische Gutachter habe nicht einmal versucht, eine eigene
Diagnose zu stellen, sondern habe pauschal auf die Ausführungen der Vorgutachterin
verwiesen. Auch der orthopädische Gutachter habe lediglich auf pauschale
Ausführungen verwiesen und diese mit Ergänzungen versehen. Die Unfälle von 1992
und 2003 seien nicht thematisiert worden. Auch der psychiatrische Gutachter habe es
unterlassen, weitere Abklärungen vorzunehmen. Ansonsten hätte er erkannt, dass sich
der Versicherte in J._ ambulant psychiatrisch behandeln lasse. Des Weiteren befinde
sich der Versicherte in Behandlung in der Psychiatrischen Klinik K._. Unverständlich
sei auch, weshalb keine Blutuntersuchung durchgeführt worden sei. Die Gutachter
hätten dann nämlich erkannt, dass der Versicherte aufgrund seiner Depressivität
regelmässig zwei Antidepressiva einnehme. Dass der Versicherte in allen geprüften
Verfahren deutlich unterdurchschnittliche kognitive Leistungen gezeigt habe, lasse sich
dadurch erklären, dass die neuropsychologische Untersuchungsperson den
Versicherten als "Analphabeten" bezeichnet und ihn dadurch provoziert und unter
Druck gesetzt habe. Eine ordnungsgemässe Durchführung des Testes sei deshalb
nicht möglich gewesen. Das Gutachten basiere somit auf ungenügenden Abklärungen.
Dem Einwand lagen eine Einladung für ein ambulantes Gespräch in der Psychiatrischen
Klinik K._ vom 6. Dezember 2013 (IV-act. 135-12) und ein Bericht des J._-schen
Neuropsychiaters Dr. L._ vom 2. Januar 2014 samt deutscher Übersetzung bei (IV-
act. 135-13). Letzterer hatte angegeben, dass er den Versicherten seit dem Jahr 2005
behandle. Der Versicherte leide an einem posttraumatischen Stresszustand. Es
dominierten die Symptome von Angst, schlechten Gedanken, "Ideen auf
Zusammenhang und Interpretation", Alpträume, Herzklopfen, "dornige Hände und
Beine" und Schwindel.
B.e Mit Verfügung vom 11. März 2014 (IV-act. 146) hob die IV-Stelle die Rente des
Versicherten wie angekündigt auf den ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung
der Verfügung hin auf. Zu den Einwänden nahm sie nicht Stellung. Am 12. März 2014
eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass er für die Dauer der Durchführung von
Wiedereingliederungsmassnahmen, maximal jedoch für zwei Jahre, Anspruch auf die
Weiterausrichtung einer Dreiviertels-Rente habe (IV-act. 149).
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C.
C.a Gegen die Verfügung vom 11. März 2014 liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 3. April 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Weiterausrichtung der Rente und die Einholung eines
neuen Gutachtens. Zudem stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. In formeller Hinsicht machte er geltend, dass die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) den Anspruch des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör verletzt habe, indem sie in der Verfügung nicht auf die Einwände
eingegangen sei. Die materielle Begründung entsprach inhaltlich den Einwänden im
Vorbescheidverfahren.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 22. Mai 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung hielt sie fest, es sei versehentlich unterlassen
worden, in der Verfügungsbegründung zu den Einwänden Stellung zu nehmen. Die
geltend gemachten Mankos betreffend den Einbezug der früheren Unfälle könnten
nicht gehört werden. Die Gutachter hätten den aktuellen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers dokumentiert und dabei alle (jetzt vorhandenen) gesundheitlichen
Beeinträchtigungen unabhängig davon, ob diese durch eines der Unfallereignisse
verursacht worden seien, ermittelt und beschrieben. Die Rentenzusprache sei eindeutig
aufgrund von pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern
ohne nachweisebare organische Grundlage erfolgt. Dem Bericht von Dr. L._ vom 2.
Januar 2014 sei ausser einer anderen Diagnose nichts zu entnehmen, was am Ergebnis
der Begutachtung Zweifel aufkommen liesse. Gemäss dem Gutachten liege keine
Depression vor und es fänden sich auch sonst keine Anhaltspunkte für eine
Depression.
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zog das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung am 26. Juni 2014 zurück (act. G 10). Auf eine Replik verzichtete er (act.
G 16).
C.d Am 9. Oktober 2015 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weitere
Berichte von Dr. L._ mit den dazugehörigen deutschen Übersetzungen ein (act. G
18). Ergänzend machte er geltend, das Gutachten des ZMB sei unvollständig, da den
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Gutachtern nicht bekannt gewesen sei, dass der Beschwerdeführer in J._
psychiatrisch behandelt werde. Jedenfalls aber seien die im Beschwerdeverfahren
eingereichten Arztberichte den Gutachtern zur Beurteilung zu unterbreiten. Dr. L._
hatte am 13. Mai 2014 berichtet, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2005
wegen einer "Psychosis Paranoides" (F20) im Krankenhaus Z._ ambulant behandelt
werde (act. G 18.1.1). Dem Psychostatus war zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer misstrauisch und der Meinung sei, dass ihm jemand folge und
Schaden zufügen wolle. Er denke, dass der Beschwerdeführer arbeitsunfähig sei. Im
Bericht vom 4. Juli 2014 (act. G 18.1.3) hatte derselbe Arzt festgehalten, dass die
ambulante Behandlung monatlich stattfinde und die Symptome mit Halluzinationen,
psychomotorischen Unruhen, Agitiertheit, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit
persistierten. Am 2. September 2014 hatte Dr. L._ berichtet (act. G 18.1.4), dass die
Symptome von Misstrauen und "Ideen von Beziehung und Interpretation" dominierten
und der Beschwerdeführer denke, dass ihn jemand überwache und beabsichtige, ihm
zu schaden. Der Beschwerdeführer leide an ängstlichen Attacken. Im Bericht vom 12.
Mai 2015 (act. G 18.1.7) hatte derselbe Arzt erklärt, dass der Beschwerdeführer
gegenüber der Umgebung und den Verwandten paranoid sei.
C.e Am 24. Oktober 2016 forderte das Gericht den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers auf, mitzuteilen, ob er darauf bestehe, dass die angefochtene
Verfügung zur Beseitigung einer allfälligen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör aufgehoben werde, auch wenn dies eine weitere Verzögerung der Sache zur
Folge hätte (act. G 20). Der Rechtsvertreter antwortete am 25. Oktober 2016 (act. G
21), dass der Beschwerdeführer auf eine Rückweisung der Angelegenheit als Folge
einer Verletzung der Begründungspflicht verzichte.
C.f Am 7. November 2016 bat das Gericht Dr. med. M._ darum, den Verlauf des
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Beginn der
Behandlung in der psychiatrischen Klinik K._ aufzuzeigen (act. G 23). Die
Psychiatrische Klinik K._ informierte das Gericht am 16. November 2016 darüber,
dass sich der Beschwerdeführer seit Ende April 2014 nicht mehr in ihrer Behandlung
befinde (act. G 24). Auch Dr. M._ habe die Klinik verlassen. Den eingereichten
Behandlungsunterlagen waren die folgenden Diagnosen zu entnehmen: Wahrscheinlich
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, massive Dekonditionierung, depressive
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Verstimmung, seit 13 Jahren IV-Leistungsbezüger, kürzlich Begutachtung, nun reaktive
depressive Verstimmung. Med. pract. N._ hatte am 13. Februar 2014 notiert, dass
der Beschwerdeführer teilweise in J._ lebe und dort in psychiatrischer Behandlung
sei. Die psychische Belastung sei überwiegend durch die Rentensituation verursacht.
Regelmässige psychiatrische Termine seien nicht sinnvoll; der Beschwerdeführer
melde sich, wenn es ihm schlecht gehe. Eine Arbeitsfähigkeit könne nicht gesehen
werden; diese könne durch eine psychiatrische Behandlung auch nicht signifikant
verbessert werden.
C.g Am 29. November 2016 fragte das Gericht das ZMB an, ob die Unterlagen der
Psychiatrischen Klinik K._ und von Dr. L._ an der Einschätzung des
psychiatrischen Gutachters etwas zu ändern vermöchten und ob die Unterlagen auf
eine nach der Begutachtung eingetretene gesundheitliche Verschlechterung hinwiesen
(act. G 26). Dr. F._ und Dr. med. O._ antworteten am 17. Februar 2017 (act. G 27),
dass die neu eingereichten Unterlagen die gutachterliche Einschätzung im
psychiatrischen Teilstatus des ZMB-Gutachtens nicht verändern könnten. In der
Psychiatrischen Klinik L._ hätten lediglich vereinzelte Gespräche stattgefunden, in
denen die Problematik nach der Aufhebung der Rente thematisiert worden sei. Der
J._-ische Psychiater habe in seinen Berichten keinen eigentlichen Psychostatus
erwähnt. Die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie könne nicht gestellt werden.
Eine eigentliche gesundheitliche Verschlechterung sei den Akten nicht zu entnehmen.
C.h Die Beschwerdegegnerin erklärte am 21. Februar 2017, dass sie an ihren Anträgen
sowie ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort festhalte (act. G 29). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte am 22. Mai 2017 geltend (IV-act. 36),
dass die Einschätzung der ZMB-Gutachter krass einseitig und klar ergebnisorientiert
zuungunsten des Beschwerdeführers ausgefallen sei. Der Beschwerdeführer könne
sich derzeit keine psychiatrischen Konsultationen leisten. Die Ärztin der
Psychiatrischen Klinik K._ habe keine Arbeitsfähigkeit gesehen; sie sei auch nicht
davon ausgegangen, dass sich die Arbeitsfähigkeit durch eine psychiatrische
Behandlung signifikant verbessern würde. Der Beschwerdeführer gehe häufig in J._
zum Psychiater. Zudem habe er alle ein bis zwei Monate Konsultationen bei med.
pract. N._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, welche eine relevante
gesundheitliche Verschlechterung bestätige. Somit sei klar ersichtlich, dass der
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Beschwerdeführer seit längerer Zeit an erheblichen psychischen Beschwerden leide
und sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe.
C.i Am 23. Mai 2017 räumte das Gericht den Parteien die Gelegenheit ein, zur
Praxisänderung hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen Behandlung von
anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren Leiden Stellung zu
nehmen (act. G 37).
C.j Die Beschwerdegegnerin antwortete am 8. Juni 2017 (act. G 38), dass die
aktenkundigen Hinweise im Gutachten auf die vom Bundesgericht zusammengestellten
Indikatoren das Bild eines nicht übermässig in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkten
Beschwerdeführers ergäben. Die Prüfung der Indikatoren zeige damit, dass kein
invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. Auf das ZMB-Gutachten könne
weiterhin abgestellt werden.
C.k Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 12. Juni 2017 einen Bericht
von med. pract. N._ ein (act. G 39). Diese hatte (wohl im Mai oder Juni 2017)
berichtet, dass sich der Beschwerdeführer seit April 2016 im Abstand von ein bis zwei
Monaten bei ihr in psychiatrischer Behandlung befinde. Als Diagnosen nannte sie ein
organisches Psychosyndrom bei Schädelhirntrauma und eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, welche wahrscheinlich bereits vor den
Unfallereignissen ihren Beginn genommen hätten. Eine Arbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt sei nicht gegeben.

Erwägungen
1.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass die
Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör
verletzt habe, indem sie in der angefochtenen Verfügung nicht auf die Einwände
eingegangen sei. Die Beschwerdegegnerin hat eingeräumt, dass "fälschlicherweise"
eine Stellungnahme zu den Einwänden unterlassen worden und dadurch der Anspruch
des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör "nicht besonders schwerwiegend"
verletzt worden sei (Erw. 2 der Beschwerdeantwort). Das Recht, angehört zu werden,
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ist formeller Natur. Die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt
grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst
zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (vgl. BGE 124 V 389 E. 5a mit Hinweisen;
vgl. BGE 126 V 130 E. 2b mit Hinweisen). Gemäss der Rechtsprechung des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ist die Heilung dieses
Verfahrensmangels allerdings möglich, wenn die beschwerdeführende versicherte
Person nicht ausdrücklich erklärt, sie verlange nur die rein verfahrensrechtliche
Beurteilung und damit die Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung zum Erlass
einer neuen Verfügung (vgl. Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 12. Dezember 2007, IV 2007/94 und IV 2007/217 E. 2.1). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 25. Oktober 2016 ausdrücklich auf eine
Rückweisung der Angelegenheit infolge einer Verletzung der Begründungspflicht
verzichtet, um eine weitere Verzögerung des Verfahrens zu vermeiden. Im vorliegenden
Fall ist die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör daher ausnahmsweise zu
heilen, d.h. die angefochtene Verfügung ist materiellrechtlich zu beurteilen.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat ab dem 1. November 2001 eine Rente der
Invalidenversicherung bezogen. Die Beschwerdegegnerin hat die reguläre
Invalidenrente mit der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 auf den ersten Tag
des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung hin aufgehoben. Die Verfügung ist
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 12. März 2014 zugestellt worden (act.
G 1 S. 2). Die reguläre Invalidenrente ist demnach per 1. Mai 2014 eingestellt worden.
Zwar hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. März
2014 eröffnet, dass ihm gestützt auf lit. a Abs. 3 der Schlussbestimmungen der
Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) vom
18. März 2011 (6. IV-Revision) für die Dauer der Durchführung von Massnahmen zur
Wiedereingliederung, längstens jedoch bis 1. März 2016, die Invalidenrente
weiterausgerichtet werde. Diese Geldleistung hat ihrem Wesen nach nicht den Zweck
einer Rente, sondern eines (zur beruflichen Eingliederung akzessorischen) Taggeldes
(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November
2016, IV 2014/151 E. 1 und Entscheid vom 15. Mai 2017, IV 2014/418 E. 2.2). Sie hat
mit der mit der Verfügung vom 11. März 2014 aufgehobenen regulären, unbefristeten
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Invalidenrente lediglich den Betrag der monatlichen Leistung gemein.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verfügung vom 11. März
2014, mit welcher die Beschwerdegegnerin die reguläre Invalidenrente per 1. Mai 2014
aufgehoben hat. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ab dem 1.
Mai 2014 weiterhin einen Anspruch auf eine reguläre Invalidenrente hat.
2.2 Gemäss der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen lit. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision werden Invalidenrenten, die bei
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne
nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren
seit Inkrafttreten dieser Änderungen überprüft. Sind die Voraussetzungen von Art. 7
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die
Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Keine Anwendung findet
diese Bestimmung auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung
das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung
eingeleitet worden ist, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung
bezogen haben (Abs. 4). Die Überprüfung der Rente ist im Dezember 2012 und somit
innerhalb von drei Jahren seit dem Inkrafttreten der Schlussbestimmungen zur 6. IV-
Revision eingeleitet worden (IV-act. 92, 114-1). Der Beschwerdeführer ist im Zeitpunkt
des Inkrafttretens der Gesetzesänderung erst 49 Jahre alt gewesen und hat die Rente
im Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung erst seit 11 Jahren bezogen.
2.3 Zu prüfen bleibt, ob die Rente aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage
zugesprochen worden ist. Gemäss einem internen Feststellungsblatt ist die Rente
ursprünglich wegen einer schmerzhaft eingeschränkten Kopfbeweglichkeit nach
Schleuderung der HWS am 7. November 2000, wegen einer Anpassungsstörung mit
Angst und Depression gemischt und wegen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung zugesprochen worden (IV-act. 59). Beim Schleudertrauma (HWS-
Distorsion) und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung handelt es sich
rechtsprechungsgemäss um unklare syndromale Beschwerdebilder ohne
nachweisbares organisches Korrelat (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.3). Die
Schlussfolgerung von RAD-Arzt Dr. E._, wonach die rentenbegründende
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Arbeitsunfähigkeit überwiegend mit einem Leiden gemäss lit. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision begründet worden ist (IV-act. 105), überzeugt
daher. Lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision ist somit anwendbar.
Demnach ist nachfolgend anhand der aktuellen Rechtsprechung und des aktuellen
Sachverhalts zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. Mai 2014 weiterhin einen
Rentenanspruch hat.
3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG würde der Beschwerdeführer weiterhin einen
Anspruch auf eine Invalidenrente haben, sofern er im Wirkungszeitpunkt der
angefochtenen Verfügung zu mindestens 40 % invalid gewesen wäre. Invalidität ist
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
4.
4.1 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verfügungszeitpunkt (11. März 2014) mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
4.2 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere das Gutachten des ZMB vom 24.
Sep¬tember 2013, die Behandlungsunterlagen der Psychiatrischen Klinik K._
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(Dezember 2013 bis April 2014), diverse Berichte des J._-ischen Neuropsychiaters
Dr. L._ (2. Januar, 13. Mai, 4. Juli und 2. September 2014, 28. Januar, 9. März, 12.
Mai und 10. August 2015) und ein Bericht von med. pract. N._ unbekannten Datums
(wohl vom Mai oder Juni 2017) im Recht.
4.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat den Verdacht geäussert, dass die
Sachverständigen des ZMB das Gutachten zu Gunsten der IV ergebnisorientiert
verfasst hätten. Im Gutachten seien wertende und nicht objektive Ausführungen
gemacht worden. Der Rechtsvertreter hat kritisiert, dass im Gutachten Begriffe wie
"jedoch", "dennoch", "lediglich" und "einfach" verwendet worden seien. Aus dem
Umstand, dass die Gutachter diese Wörter verwendet haben, ergeben sich nicht die
geringsten Hinweise dafür, dass die Gutachter gegenüber dem Beschwerdeführer
voreingenommen gewesen wären. Der Vorwurf des Rechtsvertreters ist daher
offensichtlich unbegründet.
4.4 In somatischer Hinsicht haben die Gutachter des ZMB dem Beschwerdeführer
wegen chronischer paracervicaler Verspannungen und einer
Schultergürtelmuskelverspannung für die angestammte Tätigkeit als Industrielackierer
eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Für adaptierte Tätigkeiten sind sie hingegen von
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
4.4.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass weder
der Betriebsunfall im Jahr 1992 noch der Autoselbstunfall im August 2003 von den
Gutachtern thematisiert worden sei und das Gutachten deshalb auf ungenügenden
Abklärungen basiere. Bezüglich dieses Vorbringens kann vollumfänglich auf die
Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden. Die Beschwerdegegnerin
hat in der Beschwerdeantwort nämlich darauf hingewiesen, dass die Gutachter den
aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers dokumentiert und dabei alle
(jetzt vorhandenen) gesundheitlichen Beeinträchtigungen, unabhängig davon, ob diese
durch eines der Unfallereignisse verursacht worden sind, ermittelt und beschrieben
haben. Der Vollständigkeit halber ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die Gutachter
Kenntnis vom Betriebsunfall im Jahr 1992 und vom Unfall in C._ im Jahr 2003 gehabt
haben (IV-act. 111-26 f./ 53 f.). Das Vorbringen des Rechtsvertreters ist somit nicht
stichhaltig.
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4.4.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat weiter argumentiert, der
neurologische Gutachter habe nicht einmal versucht, eine eigene Diagnose zu stellen,
sondern er habe pauschal auf die Ausführungen der Vorgutachterin verwiesen. Auch
der orthopädische Gutachter habe lediglich auf pauschale Ausführungen verwiesen
und diese mit Ergänzungen versehen. Auch diese Argumentation des Rechtsvertreters
geht fehl: Der neurologische und der orthopädische Gutachter haben sich umfassend
mit den geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinandergesetzt;
insbesondere haben sie beide eine klinische Untersuchung durchgeführt (IV-act.
111-34 f./39 f.) und eine abschliessende fachspezifische Beurteilung abgegeben (IV-
act. 111-36/41 f.). Der Rechtsvertreter hat ausserdem geltend gemacht, dass der
neuropsychologischen Untersuchung die Objektivität fehle. Der Beschwerdeführer sei
vom Untersucher als Analphabet bezeichnet worden und habe sich dadurch provoziert
und unter Druck gesetzt gefühlt. Eine ordnungsgemässe Durchführung des Tests sei
deshalb nicht möglich gewesen. Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer
gut Deutsch spricht, zwölf Schuljahre absolviert und das Gymnasium besucht hat (IV-
act. 111-50), erscheint es nicht glaubhaft, dass der Neuropsychologe den
Beschwerdeführer als Analphabeten bezeichnet hat. Im Übrigen sind in den Akten
keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die neuropsychologische Untersuchung nicht
lege artis erfolgt wäre. Der Neuropsychologe hat nachvollziehbar begründet, dass die
in der Testung gezeigten, deutlich unterdurchschnittlichen Leistungen nicht
aussagekräftig seien, weil die Motivation des Beschwerdeführers zur Testdurchführung
sehr passiv gewesen sei und sich Hinweise auf Aggravationen gefunden hätten (IV-act.
111-53). Diese Beurteilung überzeugt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass
sich bereits bei der neuropsychologischen Untersuchung vom 27. Juni 2007, die im
Rahmen der Begutachtung durch die Medas Ostschweiz stattgefunden hat, Hinweise
für nicht authentische kognitive Funktionsstörungen ergeben hatten
(neuropsychologisches Consiliargutachten vom 27. Juni 2007; S. 22 des Gutachtens,
Fremdakten). Demnach liegen die Gründe dafür, dass die neuropsychologische
Testung keine verwertbaren Ergebnisse geliefert hat, beim Beschwerdeführer selbst.
Auf eine weitere neuropsychologische Untersuchung ist zu verzichten: Einerseits ist in
antizipierender Beweiswürdigung davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch
bei einer weiteren Untersuchung eine fehlende Motivation und ein verdeutlichendes
Verhalten zeigen würde und die Untersuchungsergebnisse somit wiederum nicht
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verwertbar wären. Andererseits ist von einer erneuten neuropsychologischen
Untersuchung auch nichts zu erwarten, weil die geltend gemachten kognitiven Defizite
gemäss dem neurologischen Gutachter nicht durch den als leichtgradig einzustufenden
Unfall vom November 2000 erklärt werden können.
4.4.3 Den Gutachtern des ZMB sind bei den klinischen Untersuchungen
Inkonsistenzen aufgefallen: Während sich der Beschwerdeführer beispielsweise in der
allgemein-internistischen Untersuchung unbehindert mit dem Einsatz beider Arme die
Kleider hat ausziehen können (IV-act. 111-29), hat er beim Aus- und Ankleiden in der
orthopädischen Untersuchung die linke obere Extremität vollständig geschont und die
linke Hand nur beim Zuknöpfen eingesetzt (IV-act. 111-34). Für den neurologischen
Gutachter sind trotz der demonstrierten erheblichen Schwäche des linken Arms keine
relevanten Atrophien der Muskulatur erkennbar gewesen (IV-act. 111-41). Und in der
neuropsychologischen Untersuchung hat der Beschwerdeführer die linke Hand
anfänglich überhaupt nicht, auf Konfrontation hin aber problemlos eingesetzt (IV-act.
111-52). Angesichts der gezeigten Inkonsistenzen und der Tatsache, dass die
somatischen Gutachter des ZMB lediglich eine gewisse Bewegungseinschränkung der
HWS wegen chronischer paracervicaler Verspannungen und einer
Schultergürtelmuskelverspannung haben objektivieren können, überzeugt die
gutachterliche Einschätzung, dass der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten,
nackenschonenden, wechselbelastenden Tätigkeit aus somatischer Sicht voll
arbeitsfähig ist. Für die angestammte Tätigkeit als Industrielackierer und für jegliche
andere körperlich schwere Tätigkeiten haben die somatischen Gutachter dem
Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Gutachter haben keine
Stellung dazu genommen, ob die Muskelverspannungen durch eine geeignete Therapie
verbessert bzw. behoben werden könnten. Wäre eine erfolgreiche Therapie möglich,
würde sich die Frage stellen, ob tatsächlich eine voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG vorliegt. Da sich die
Frage, ob der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Industrielackierer
noch arbeitsfähig ist, auf das Ergebnis dieses Verfahrens nicht auswirkt, kann diese
Frage jedoch offen gelassen werden. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens seit der
Begutachtung durch das ZMB im Juni 2013 aus somatischer Sicht zumindest in einer
adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist.
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4.5 In psychiatrischer Hinsicht hat der ZMB-Gutachter Dr. I._ dem
Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Als psychiatrische Diagnosen
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat er eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung mit Selbstlimitierung und Behindertenüberzeugung, einen Status nach
mittelgradiger depressiver Episode, gegenwärtig weitgehend remittiert, und
akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge angegeben.
4.5.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat bemängelt, dass das ZMB
keine Blutuntersuchung durchgeführt hat. Er hat geltend gemacht, eine solche hätte
gezeigt, dass der Beschwerdeführer regelmässig zwei Antidepressiva zu sich nehme.
Die im ZMB-Gutachten enthaltene Medikamentenliste enthält keine Antidepressiva (IV-
act. 111-27 f.). Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, hätte er im
Zeitpunkt der Begutachtung Antidepressiva eingenommen, dies gegenüber den
Gutachtern erwähnt hätte. Eine Blutuntersuchung ist somit nicht angezeigt gewesen.
Hinzu kommt, dass die Einnahme von Antidepressiva natürlich nicht beweist, dass eine
Person wegen einer Depression in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.5.2 Der Beschwerdeführer hat sich nach Erlass des Vorbescheids am 6.
November 2013 in die Behandlung von Ärztinnen der Psychiatrischen Klinik K._
begeben. Diese Behandlung hat aber lediglich bis Ende April 2014 gedauert. Soweit
aus den Unterlagen ersichtlich ist, haben in diesem Zeitraum lediglich drei
psychiatrische Gespräche, eines bei Dr. M._ (4. oder 11. Dezember 2013) und zwei
bei med. pract. G. N._ (13. Februar und 29. April 2014), stattgefunden. Die ZMB-
Gutachter haben erklärt, dass die Behandlungsunterlagen der Psychiatrischen Klinik
K._ ihre Einschätzung nicht zu ändern vermöchten. In der Klinik hätten lediglich
vereinzelte Gespräche stattgefunden, in denen die Problematik nach der Aufhebung
der Rente thematisiert worden sei. Aus den Behandlungsunterlagen gehen keine neuen
psychiatrischen Diagnosen hervor; es wird eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und eine depressive Verstimmung erwähnt. Die psychische Belastung
hat med. pract. N._ überwiegend als durch die Rentensituation (respektive die
Rentenaufhebung) verursacht angesehen. Eine regelmässige psychiatrische
Behandlung hat sie als nicht sinnvoll erachtet. Vor diesem Hintergrund ist nicht
nachvollziehbar, weshalb sie den Beschwerdeführer als vollständig arbeitsunfähig
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betrachtet hat. Die Beurteilung der Ärztinnen der Psychiatrischen Klinik K._ wecken
daher keine Zweifel an der Einschätzung des psychiatrischen Gutachters des ZMB.
4.5.3 Gemäss dem J._-ischen Neuropsychiater Dr. L._ leidet der
Beschwerdeführer an einer paranoiden Schizophrenie. Als Symptome nannte Dr. L._
u.a. Misstrauen, Verfolgungswahn und Halluzinationen. Die Gutachter des ZMB haben
erklärt, dass Dr. L._ in seinen Berichten keinen eigentlichen Psychostatus erwähnt
habe. Die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie könne nicht gestellt werden. Die
Beweiskraft der Berichte von Dr. L._ bzw. dessen Unbefangenheit ist bereits deshalb
in Frage zu stellen, weil es sich bei ihm um einen Nachbarn des Beschwerdeführers
handelt (s. IV-act. 111-44). Weder der psychiatrische Gutachter der Medas Ostschweiz,
der den Beschwerdeführer im März 2003 und im Juni 2007 begutachtet hat, noch der
psychiatrische Gutachter des ZMB, dessen Untersuchung im Juni 2013 erfolgt ist,
haben Hinweise für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis gefunden.
Auch die aktuell behandelnde Psychiaterin, med. pract. N._, hat keine solche
Diagnose gestellt. Hinzu kommt, dass aus keinem anderen Aktenstück hervorgeht,
dass der Beschwerdeführer an der vom Neuropsychiater angegebenen Symptomatik
(Verfolgungswahn etc.) leiden würde. Somit vermögen auch die Berichte von Dr. L._
keine Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung zu wecken.
4.5.4 Im Juni 2017 hat der Rechtsvertreter einen aktuellen Bericht von med. pract.
N._ unbekannten Datums eingereicht (act. G 39.1). Als Diagnosen hatte diese ein
organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (F07.2) und eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, welche wahrscheinlich bereits vor den
Unfallereignissen ihren Beginn genommen habe, angegeben. Eine Arbeitstätigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt hat sie nicht als möglich erachtet. Die Diagnosen der
behandelnden Psychiaterin basieren auf Ereignissen, die dem psychiatrischen
Gutachter des ZMB bekannt gewesen sind (Inhaftierung 1983 mit Folter und
Verkehrsunfall im 2000). Trotzdem hat er − wie im Übrigen auch der Gutachter der
Medas Ostschweiz, der den Beschwerdeführer in den Jahren 2003 und 2007
begutachtet hatte − diese Diagnosen nicht gestellt. Bei der Einschätzung der
behandelnden Psychiaterin handelt es sich somit lediglich um eine andere
diagnostische Beurteilung desselben Sachverhalts. Die Diagnose eines organischen
Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma überzeugt schon deshalb nicht, weil der
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neurologische Gutachter des ZMB keine Anhaltspunkte dafür gesehen hat, dass der
Beschwerdeführer beim Unfall im Jahr 2000 eine traumatische Hirnverletzung erlitten
hätte. Ausserdem hat die behandelnde Psychiaterin die Diagnose u.a. gestützt auf die
Ergebnisse eines neuropsychologischen Tests gestellt; die Verlässlichkeit der
Testergebnisse ist jedoch im vorliegenden Fall aus den in Erw. 4.4.2 angeführten
Gründe äusserst fraglich (fehlende Motivation, Aggravationstendenz). Aus dem
Gesagten ist auch zu schliessen, dass die behandelnde Psychiaterin ihren Bericht in
Unkenntnis der vollständigen Aktenlage verfasst und ihre Beurteilung hauptsächlich auf
die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt hat. Der aktuelle Bericht der
behandelnden Psychiaterin ist daher nicht geeignet, das psychiatrische Teilgutachten
des ZMB in Frage zu stellen.
4.5.5 Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur
Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer
Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B.
IV-Rundschreiben Nr. 334). Die neue Praxis gelangt auch bei Rentenüberprüfungen
gemäss lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision zur Anwendung (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_354/2015 E. 5). Nach dem alten
Verfahrensstandard eingeholte Gutachten haben durch die Praxisänderung nicht per se
ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des
Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen
entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist zu prüfen, ob
die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V
281 E. 8). Die Beschwerdegegnerin hat geltend gemacht, dass die diagnostizierte
anhaltende somatoforme Schmerzstörung auch unter der neuen Rechtsprechung
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe; der Rechtsvertreter hat sich zu dieser
Frage nicht vernehmen lassen. Allerdings hat er bereits im Vorbescheidverfahren
geltend gemacht, dass die unter der inzwischen veralteten Rechtsprechung zu
prüfenden Foerster-Kriterien erfüllt seien und die anhaltende somatoforme
Schmerzstörung deshalb eine invalidisierende Wirkung habe. Nachfolgend ist somit zu
prüfen, ob das psychiatrische Teilgutachten von Dr. I._ mit Bezug auf die Diagnose
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einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine schlüssige Beurteilung der
verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen Rechtsprechung erlaubt.
4.5.6 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets
den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine
"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:
1. Funktioneller Schweregrad:
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende
psychische Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Der Beschwerdeführer hat anlässlich der Begutachtung insbesondere über
Kopfschmerzen und über stechende Nackenschmerzen mit stromähnlichen
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Ausstrahlungen in die linke obere Extremität geklagt. Aktuell hat er die Schmerzen auf
einer visuell analogen Schmerzskala (0 = keine Schmerzen, 10 = heftigste Schmerzen)
auf 7 eingestuft. Er hat sich vollständig arbeitsunfähig gefühlt. Sein Aktivitätsniveau hat
er als gering beschrieben: Er gehe spazieren, schaue fern oder pflege familiäre
Kontakte. Der neurologische Gutachter des ZMB hat bei der Begutachtung
Inkonsistenzen festgestellt: Während sich bei der klinischen Untersuchung eine
praktisch vollständig aufgehobene HWS-Beweglichkeit mit Steifhaltung des Kopfes
gezeigt und bei der passiven Beweglichkeitsprüfung eine Gegeninnervation aufgetreten
sei, sei in unbeobachteten Momenten eine deutlich bessere Beweglichkeit des Kopfes
erkennbar gewesen. Dem psychiatrischen Gutachter des ZMB ist aufgefallen, dass der
Beschwerdeführer die Intensität der andauernden Schmerzen nicht recht habe
schildern können. Das betont verlangsamte "Daherkommen" hat er einer
Selbstlimitierung zugeordnet. In der katastrophisierenden Wortwahl des
Beschwerdeführers bezüglich der erlebten Symptomatik hat er eine
Aggravationstendenz ausgemacht. Auch der neuropsychologische Untersucher hat
beim Beschwerdeführer Hinweise auf Aggravationen gefunden. Der Beschwerdeführer
leidet nicht an einer psychischen Komorbidität. Bei den chronischen paracervicalen
Verspannungen und der Schultergürtelmuskelverspannung handelt es sich lediglich um
milde körperliche Begleiterkrankungen, die möglicherweise sogar therapierbar sind. Als
ressourcenhemmender Faktor sind die akzentuierten narzisstischen
Persönlichkeitszüge zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer hat sich bis zum
Verfügungserlass am 11. März 2014 nicht in regelmässiger psychiatrischer Behandlung
befunden; die Behandlung in der psychiatrischen Klinik K._, die er nach der
Ankündigung der Rentenaufhebung begonnen hat, hat er nach wenigen Terminen
wieder abgebrochen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass in J._ eine
regelmässige psychiatrische Behandlung stattgefunden hat, zumal der
Beschwerdeführer etwa die Hälfte des Jahres in der Schweiz verbringt. Gegenüber
dem psychiatrischen Gutachter des ZMB hat der Beschwerdeführer zudem
angegeben, dass er manchmal mit dem J._-ischen Neuropsychiater rede, was nicht
für eine regelmässige Therapie spricht. Dass der Beschwerdeführer sich (im hier
relevanten Zeitraum) nicht in adäquater psychiatrisch-psychotherapeutischer oder
psychosomatischer Behandlung befunden hat, deutet darauf hin, dass der
Leidensdruck nicht gross ist. Zu berücksichtigen ist auch der hohe sekundäre
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Krankheitsgewinn: Die Kinder des Beschwerdeführers absolvieren in J._ eine
Ausbildung, leben aber, wie der Beschwerdeführer selbst, während sechs Monaten pro
Jahr in der Schweiz (IV-act. 111-43/48). Dadurch, dass der Beschwerdeführer keiner
Arbeit nachgehen muss, kann er die Hälfte des Jahres in seiner Heimat J._ bei seinen
Kindern und Verwandten und die Hälfte des Jahres in der Schweiz verbringen.
Insbesondere unter Berücksichtigung der erheblichen Inkonsistenzen, des Fehlens
einer psychiatrischen Komorbidität und der lediglich milden körperlichen
Begleiterkrankungen, der fehlenden Inanspruchnahme therapeutischer Optionen und
des hohen sekundären Krankheitsgewinns überzeugt die Einschätzung des
psychiatrischen Gutachters des ZMB, dass es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, die
subjektiv empfundenen Schmerzen willentlich zu überwinden und einer vollen
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Der Beschwerdeführer ist aus psychiatrischer Sicht
somit spätestens seit der Begutachtung durch das ZMB im Juni 2013 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig.
4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aus somatischer
und psychiatrischer Sicht spätestens seit Juni 2013 zumindest für adaptierte
Tätigkeiten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig ist.
5.
5.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Als Valideneinkommen hat sie auf das zuletzt
erzielte Einkommen als Industrielackierer abgestellt (IV-act. 115). Dieses hätte gemäss
der Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin im Jahr 2002 Fr. 68'900.-- betragen (13 x
Fr. 5'300.--). Angepasst an die Nominallohnentwicklung hätte der Beschwerdeführer in
seinem angestammten Beruf im Jahr 2014 ein Erwerbseinkommen von Fr. 79'130.--
verdienen können (siehe T39 der Lohnentwicklung 2014 des Bundesamtes für Statistik;
[Fr. 68'900.-- x 2220] / 1933). Die Invalidenkarriere hat die Beschwerdegegnerin
ebenfalls in der Tätigkeit als Industrielackierer gesehen (IV-act. 115). Die somatischen
Gutachter des ZMB haben diese Tätigkeit allerdings als nicht mehr zumutbar erachtet;
mangels Relevanz für den Rentenentscheid hat das Gericht in Erwägung 4.4.3 offen
gelassen, ob diese Einschätzung überzeugt. Die Invalidenkarriere ist deshalb in einer
Hilfsarbeit zu sehen. Ein Hilfsarbeiter hat im Jahr 2014, angepasst an die
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betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, durchschnittlich Fr.
66'453.-- verdient (siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2017, abrufbar unter: www.ahv-iv.ch/Portals/0/Documents/Webshop/
Aktualisierte%20Anh%C3%A4nge.pdf, besucht am 20. Juni 2017). Ob im vorliegenden
Fall ein Tabellenlohnabzug angezeigt ist, kann offen gelassen werden. Denn auch bei
einem hohen Tabellenlohnabzug von 15 % würde der Beschwerdeführer lediglich eine
Erwerbseinbusse von Fr. 22'645.-- erleiden und hätte somit bei einem IV-Grad von
aufgerundet 29 % keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
5.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidenrente des Beschwerdeführers folglich zu
Recht für die Zukunft, d.h. mit Wirkung per 1. Mai 2014, aufgehoben. Demnach ist die
Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Bei diesem
Verfahrensausgang wäre die Gerichtsgebühr grundsätzlich dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Im vorliegenden Fall ist allerdings zu berücksichtigen,
dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches
Gehör verletzt hat, indem sie in der angefochtenen Verfügung keine Stellung zu den
Einwänden genommen hat. Dieser Verfahrensfehler hat lediglich deshalb nicht zur
Aufhebung der angefochtenen Verfügung geführt, weil der Beschwerdeführer eine
direkte materielle Beurteilung des Falles vorgezogen hat. Vor diesem Hintergrund wäre
es nicht gerechtfertigt, die Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer aufzubürden. Die
Gerichtsgebühr ist wegen der Gehörsverletzung daher vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die Beschwerdegegnerin hat somit eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
6.2 Aufgrund der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs hat der
Beschwerdeführer trotz seines Unterliegens ausnahmsweise Anspruch auf eine
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Parteientschädigung. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In einem Fall mit mittlerem
Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von
Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Da der Rechtsvertreter auf die Einreichung einer Replik
verzichtet hat, erscheint im vorliegenden Fall eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.--
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer entsprechend
mit Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.3 Zu klären bleibt, wem die Kosten für die Rückfrage an das ZMB in der Höhe von
Fr. 708.95 aufzuerlegen sind. Art. 69 IVG enthält keine Anweisungen an die kantonalen
Gerichte zur Verlegung der Gerichtskosten. Diese beurteilt sich daher nach den
einschlägigen kantonalen Bestimmungen (Entscheid des Bundesgerichts vom 23.
Oktober 2008, 9C_672/2008 E. 5.2.1; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG 8 zu Art. 69). Gemäss Art. 95 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) gehen Kosten, die ein Beteiligter durch
Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften veranlasst, zu seinen Lasten (sog.
Verursacherprinzip). Der Beschwerdeführer hat bereits im Vorbescheidverfahren darauf
hingewiesen, dass er seit 2005 in J._ in psychiatrischer Behandlung sei und eine
Behandlung in der Psychiatrischen Klinik K._ begonnen habe. Obwohl es für die
Beurteilung des Rentenanspruchs unerlässlich gewesen wäre, hat es die
Beschwerdegegnerin unterlassen, hierauf Abklärungen zu tätigen, insbesondere
Berichte bei den behandelnden Ärzten einzuholen und diese den Gutachtern des ZMB
vorzulegen. Da die Beschwerdegegnerin durch diese Unterlassung ihre
Untersuchungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt hat, sind ihr die Kosten für die
Rückfrage an das ZMB in der Höhe von Fr. 708.95 aufzuerlegen.