Decision ID: 775731f9-3504-4aab-adef-4c746945f0a8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1972 geborene
X._
litt am Geburtsgebrechen
Ziff.
390 der Ver
ordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
, angeborene
cerebrale
Lähmungen), weswe
gen ihm bis 1981 Leistungen der Invalidenversicherung zugesprochen wurden (ärztliche Kontrollen und psychomotorische Therapie,
Urk.
6/1). Er
erlernte
den Beruf des
kaufmännischen Angestellten
und bildete sich zum diplomierten Betriebsökonomen HF weiter
(
Urk.
6/12/27 und
Urk.
6/12/21)
.
Nach verschiedenen Anstellungen auf diesem Beruf (
Urk.
6/12/1-20
und
Urk.
6/28
) war e
r
zuletzt vom 16. Juni bis
31. Dezember
2014 als Hilfsgärtner und Allrounder bei der
Y._
GmbH angestellt
(
Urk.
6/8)
. Am 13. Oktober 2014 meldete
er sich unter Hinweis auf eine Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) sowie eine Abhängigkeitserkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungs
bezug an (Urk. 6/3
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
,
gewährte dem Versicherten mit Mitteilung vom 29. Dezember 2015 (Urk. 6/44) Kosten
über
nahme für eine
berufliche Abklärung vom
4.
bis 3
0.
Januar 2016
und teilte am 10. März 2016
(Urk. 6/56)
mit, dass die Arbeitsvermittlung wegen Verzicht
s
des Versicherten abgeschlossen sei.
Mit Schreiben vom 20. Dezember 2016 (Urk. 6/84) forderte die IV-Stelle den Ver
sicherten zur Durchführung eines Entzuges von Alkohol, Kokain und Ampheta
min auf und stellte einen Leistungsentscheid nach Abschluss in
sechs Monaten
Aussicht. Auf telefonische Mitteilung des Versicherten einer bereits seit längerem wieder aufgenommenen vollen Arbeitstätigkeit hin (Telefonnotiz vom 10. Januar
2017; Urk. 6/85) zeigte ihm die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 13. April 2017 (Urk. 6/88) die Ablehnung des Leistungsbegehrens an. Nach Einwand
erhebung
vom 22. Mai (Urk. 6/89) beziehungswiese 30. Juni
2017
(
Urk.
6/93)
und ergän
zen
der Begründung vom 14. September
2017
(
Urk. 6/113) tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen
und
auferlegte dem Versicherten
am 2
3.
Juli 2018 (
Urk.
6/130) sinngemäss
eine Abstinenz
für einen Monat, wogegen dieser am 2
9.
August 2018 (
Urk.
6/137) opponierte. Am
6.
September 2018 (
Urk.
6/138) auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten erneut eine Abstinenz
von allen illega
len Drogen und Alkohol
im Hinblick auf die
Durchführung einer medizinischen Begutachtung (Urk. 6/138) und veranlasste
diese bei der
Z._
AG
in A._
(
psychiatrische/neuropsychologische
Expertise vom 17. Juli
2019
samt Ergän
zung
vom 30. August
2019; Urk. 6/159
und
Urk. 6/161).
Mit neuem Vorbescheid vom
20. Dezember
2019
(
Urk. 6/168)
stellte die IV-Stelle wiederum die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Ver
sicherte Einwand erhob (
Urk.
6/172,
Urk.
6/175). Am 10. März 2020 (Urk. 2)
ver
fügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 9. Mai 2020 (Urk. 1) Beschwerde und bean
tragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 10. März 2020 und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen.
Di
e IV-Stelle schloss am 16. Juni
2020 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. Juni
2020 (Urk. 7) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angef
ochtenen Verfügung vom 10. März
2020 (Urk. 2), hinsichtlich einer Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) lägen psychopathologisch wenig ausgeprägte objektivierbare Einschränkungen vor. Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen sei nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer lebe gegen
wärtig unter Behandlung von
Disulfiram
abstinent. Das Abhängigkeitssyndrom bleibe ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus rechtlicher Sicht liege eine volle Arbeitsfähigkeit bezogen auf die angestammte Tätigkeit wie auch für eine ange
passte Tätigkeit vor (S. 2).
2.2
Dagegen wa
ndt
e
der Beschwerdeführer (Urk. 1) im Wesentlichen ein, die
Z._
-Gutachter
berücksichtigten seine Beschwerden
in ihrer Expertise vom 17. Juli
2019 nur unzureichend. Zudem beruhten die gezogenen Schlüsse auf falschen
oder unvollständigen Angaben, weshalb das
Z._
-Gutachten insgesamt die Anforderungen an ein beweiswertiges Gutachten nicht erfülle.
3.
3.
1
Die Ärzte
Psychiatrischen Klinik B._
, wo der Beschwer
deführer
seit 2
0.
März 2018 in ambulanter Behandlung war, diagnostizierten in ihrem Verlaufsbericht vom 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
6/144) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typ), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, eine rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, psychische und Verhal
tens
störungen durch Alkohol (Abhängigkeitssyndrom
)
, gegenwärtig abstinent. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Status nach psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain (schädlicher Gebrauch) so
wie psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak (Abhängigkeitssyndrom,
Ziff.
1.2).
Sie attestierten eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt (
Ziff.
2.1) und führten aus, der Beschwerdeführer habe in den vergangenen Jahren keine längerfristige Stabilität erreichen können. Die
s
widerspiegle sich unter anderem in den vielen stationären Behandlungen (2017/2018
fünf Mal
nur in der
Psychiatrischen Klinik B._
hospitalisiert). Trotz Verzicht auf Konsum habe sich das Zustandsbild be
treffend Emotionsregulation und Antrieb nicht gebessert (
Ziff.
3.3)
.
3.
2
3.
2
.1
Die explorierenden medizinischen Fachpersonen der
Z._
AG
in A._
dia
gnostizierten im Gutachten vom 17. Juli
2019 (Urk. 6/159) mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit; S. 15):
-
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) mit
-
l
eichter bis mittelgradiger neuropsychologischer Störung
Als ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit; S. 15) diagnos
ti
zierten sie:
-
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typus (ICD-10 F60
.3)
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent, aber in Behand
lung mit einem aversiven Medikament (
Disulfiram
; ICD-10
F10.23
)
-
Cannabisabusus
(ICD-10
F12.1
)
-
Status nach Kokainab
usus (ICD-10
F14.1
)
Die Ärzte führten aus, i
n psychiatrischer Hinsicht seien die Vorgeschichte als Kind mit entsprechenden Verhaltensauffälligkeiten und einer Therapie und die aktuelle
Anamnese mit einem ADHS im Erwachsenenalter vereinbar, die sogenannten Wender-Utah-Kriterien seien erfüllt: Desorganisiertes Verhalten, emotionale Hyper
reagibilität, Schwierigkeiten mit der Affektkontrolle, Probleme in der Auf
merksamkeitsfokussierung. Somit seien auch die neuropsychologisch festgestel
l
ten
leichten kognitiven Funktionsstörungen (Lern- und Speicherstörung im verbal-episodischen Gedächtnis, verlangsamte verbale Verarbeitungsgeschwindigkeit) auf diese Diagnose zurückzuführen.
Die Gutachter hielten weiter fest, e
s fielen folgende Auffälligkeiten im Verhalten auf: Reaktive Aggressivität mit Neigung zu Wut und Gewaltausbrüchen, Un
fähigkeit zur Kontrolle von Impulsen und dem Verhalten im Wutausbruch, insta
bile und unberechenbare Stimmung, in Stresssituationen Selbstverletzung. Diese Persönlichkeitszüge seien starr und wenig angepasst und führten zu persönlichem Leiden und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit. Zusammenfassend könne die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus gestellt werden. Die Selbstschädigung sei durch die mangelhafte Impuls
kon
trolle zu erklären, sodass eine
Borderline-Persönlichkeitsstörung nicht vor
lie
gen dürfte, zumal auch das gesamte klinische Bild nicht di
ese Diagnose aus
reichend beschr
ei
ben würde. Jedenfalls beeinträchtigten diese tiefgreifenden und abnormen Verhaltensmuster die Funktionsfähigkeit des Beschwerdeführers im Alltag. Im Übrigen könnten diese teilweise auch durch das ADHS mit bedingt sein, wie auch im neuropsychologischen Gutachten angenommen.
Der Beschwerdeführer sei in der Lage gewesen, trotz der Diagnose ADHS, die per definitionem schon immer vorgelegen habe, eine Offizi
ersschule zu besuchen und eine a
nspruchsvolle Ausbildung zu absolvieren und jahrzehntelang uneinge
schränkt zu arbeiten. Dass die Erkrankung erst im späteren Verlauf zu einem Handikap für berufsbezogene Leistungen geworden sei, sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass er parallel Alkohol und Drogen konsumiert habe, wodurch es allmählich zu einer Abnahme seiner Ressourcen und psychischen, mentalen und kognitiven Kompensationsmöglichkeiten gekommen sei. Aus dem gleichen Grund dürfte es auch zu einer alltagsrelevanten Akzentuierung der krankhaften Persönlichkeitsmerkmale gekommen sein, die früher offenbar nicht im jetzigen Ausmass vorgelegen hätten.
Die «Zuflucht» zu Alkohol und anderen Drogen zeuge von einer geringen Frus
trationsschwelle, einer erhöhten Vulnerabilität, einer gewissen Ich-Schwäche und von eingeschränkten Coping-Strategien (im weitesten Sinne Fähigkeit zur Be
wäl
tigung von Problemen). Trotz jahrelanger Alkoholproblematik scheine es auf der klinischen Ebene noch nicht zu einer psychiatrischen Alkoholfolgeerkrankung gekommen zu sein. Passen
d
dazu sei auch in einem MRI vom Gehirn im Jahre
2017 keine entsprechende Pathologie beschrieben worden. In Anbetracht der jahr
e
langen Suchtdynamik sei aber von einem Abhängigkeitssyndrom auszu
gehen
(S.
14)
.
D
ie Experten
führten weiter
aus, die geklagten Symptome und Funktions
einbussen seien konsistent und plausibel. Es
bestünden
durch die vorgetragenen psychischen Beschwerden keine gleichmässigen Einschränkungen des Aktivitäts
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen, was daran liege, dass nur jene Bereiche beeinträchtigt seien, in denen zum Beispiel eine erhöhte Aufmerksam
keit erforderlich sei (zum Beispiel Benutzung von Verkehrsmitteln). Insofern sei diese Diskrepanz krankheitsbedingt nachvollziehbar. In der Neuropsychologie seien die Kriterien für eine wahrscheinlich negative Antwortverzerrung erfüllt gewesen, allerdings nur für die Untersuchungsergebnisse im mnestischen Bereich, zudem habe sich bezüglich der Interf
e
renzresi
s
tenz ein nicht plausibler Befund gezeigt (S. 16).
3.
2
.2
Aus neuropsychologischer Sicht ergänzten sie,
beim Beschwerdeführer bestünden
leichte bis mittelgradige kognitive Funktionsstörungen. Im Vordergrund zeige si
ch dabei eine leichte Lern- und
mittelgradige
Speicherstörung im verbal-epi
sodi
schen Gedächtnis sowie ei
n
e mittelschwer bis schwer verlangsamte verbale Ver
arbeitungsgeschwindigkeit. Allerdings ergäben sich Zweifel an der Validität dieser
Befunde aufgrund wahrscheinlicher negativer Antwortverzerrung (S. 12). Ge
samt
haft sei aufgrund der
v
alide zu wertenden leichten kognitiven Funktions
störungen und der mittelgradigen Beeinträchtigungen im Bereich Affektivität, Verhalten und Persönlichkeit von einer insgesamt leichten bis mittelgradigen neuropsychologischen Störung auszugehen.
Aus neuropsychologischer Sicht sei es plausibel, dass sich beim Beschwerdeführer auf dem Boden der bei ihm als Geburtsgebrechen anerkannten Zerebralparese ein ADHS entwickelt habe. Damit übereinstimmend seien zugesprochene Therapiemassnahmen wäh
r
end der Schul
zeit und eigenanamnestische Verhaltensauffälligkeiten, die später beschriebene Affinität zu sportlichen Extremleistungen sowie die bei Betroffenen häufig
komorbid
auftretenden Sucht- und affektiven Probleme. Der vermutlich auch durch grossen Einsatz erreichte berufliche Erfolg stelle dazu keinen Widerspruch dar,
insbesondere,
weil das hohe berufliche
Leistungsniveau
offenbar nicht über längere Zeit konstant habe aufrechterhalten werden können. Auch die erfolg
reiche militärische Karriere in einem Umfeld mit klaren Strukturen und Regeln und der Möglichkeit zu ausgiebiger körperlicher Betätigung sei mit einem
ADHS zu vereinbaren (S. 13).
3.
2
.3
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit gelangten sie zum Schluss, aus psychiatrischer Sicht werde die
se
in
der
letzten Tätigkeit im Callcenter mit 60 % eingeschätzt.
Eine punktuelle Terminierung, seit wann diese Einschätzung gelte, gestalte sich sehr schwierig bis unmöglich. Im Arztbericht der Tagesklinik am Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen vom 1
5.
Oktober 2015 (
Urk.
6/37)
sei erstmalig die Störung für krisenhafte Zuspitzungen der psychischen Verfassung des Beschwer
deführers mit verantwortlich gemacht worden. Wollte man also den Beginn der anhaltenden Arbeitsunfähigkeit in der aktuell angegebenen Grössenordnung rekonstruieren, würde dieser in einem Zeitraum spätestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 liegen. Eine präzisere Einschätzung sei nicht möglich (S. 18 f.).
Eine der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit müsste folgende Merkmale aufweisen: Bis mittelgradig komplexe Aufgaben mit regelmässigen Wechseln und klaren Strukturen, in ablenkungsarmer Umgebung, keine monotonen Tätigkeiten, mit geringen Anforderungen an Teamfähigkeit und mittelgradigen Anfor
derun
gen an die Selbständigkeit, keine primär soziale Tätigkeit. Arbeiten an verlet
zun
gs
trächtigen Maschinen wären eh
e
r
ungeeignet. Personenbeförderung oder andere Tätigkeiten mit Anspruch an die Fahrtauglichkeit oder leichte
m
Zugang zu alkoholischen Getränken wären ebenfalls nicht geeignet (zum Beispiel Gastro
nomie). Aus psychiatrischer Sicht werde die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers in einer leidensadaptierten Tätigkeit mit 80 % eingeschätzt (S. 19 f.).
4.
4.1
Das
Z._
-Gutachten entspricht den praxisgemässen Kriterien an den Beweis
wert einer Expertise. So ist es für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Antwort auf die Fragen nach der g
esundheitlichen Situation und d
e
r
Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers. Es beruht sodann auf den notwendigen Unter
suchungen in psychiatrischer und neuropsychologischer Hinsicht und berück
sich
tigt die geklagten Beschwerden. So wurde
n
die vom Beschwerdeführer ge
klag
ten Schwierigkeiten umfassend zur Kenntnis genommen und bildeten mass
geblich
die
Grundlage für die Einschätzung der Experten.
Die
Vorakten waren den Gutachtern bekannt und sie stützten sich drauf, namentlich im Hinblick auf die Krankheitsentwicklung und den Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Die Expertise leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein. So erscheint als nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer bei vorliegender ADHS-Erkrankung mittels Kompensation beruflich und militärisch Karriere machen konnte, im Zuge der Suchtproblematik indes an Ressourcen einbüsste und die neuropsychologischen Defizite überhand
nahmen und
nun
einer vollumfäng
l
ichen Arbeitsfähigkeit in anfordernder Tätig
keit entgegenstehen. Insofern leuchten auch die entsprechenden Schlussfolge
rungen der medizinischen Fachpersonen ein.
4.2
Der Beschwerdeführer kritisierte das Gutachten in
verschiedener
Hinsicht
und ver
wies v
orweg auf ein am
3.
Januar 2019 stattgehabtes Ereignis, als er vom 14-jährigen Cousin seiner Tochter (Sohn der Schwester seiner Ex-Ehefrau) geschla
gen wurde
(
Urk.
1 S. 2)
,
wobei er sich eine Jochbeinfraktur mit Beteiligung des
Orbitabodens
und der Nase mit zunehmendem neurologischen Ausfall im Aus
breitungsgebiet des
2.
Trigeminusastes sowie Rippenserienfrakturen 8-9 rechts zuzog. Am 1
2.
Januar 2019 erfolgte eine Jochbeinosteosynthese, am
3.
Septem
ber 2019 die Metallentfernung sowie funktionelle
Septorhinoplastik
. Am
7.
Septem
ber 2019 konnte er schmerzkompensiert entlassen werden (Bericht des
Spitals C._
vom
6.
September 2019,
Urk.
3/1).
Hierzu ergibt sich, dass eine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit wegen der Jochbeinfraktur nicht akten
kundig ist und - jedenfalls eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit - auch nicht nach
vollziehbar wäre.
Anlässlich der stationären Behandlung vom
6.
bis 2
7.
Mai 2019 im Psychiatriezentrum
D._
(Alkoholentzug nach Dekompensation im An
schluss an das Ereignis von Anfang Jahr) fiel den Fachpersonen keine (weiter
gehende) organische Störung auf (Bericht vom
8.
Juli 2019,
Urk.
6/159/59-61).
Der Beschwerdeführer litt wohl
während längerer Zeit
unter Gesichtsschmerzen, indes verwies der behandelnde
Dr.
med.
E._
am
5.
September 2019 (
Urk.
6/162) lediglich auf
die Entzugstherapie und psyc
h
ische Faktoren, welche einer Eingliederung im Wege stehen könnten (
Ziff.
2.7 und
Ziff.
4.4). Nach der Metallentfernung konnte der Beschwerdeführer schmerzkompensiert entlassen werden. Auch beschwerdeweise machte er nicht geltend, aufgrund
organischer Beeinträchtigungen arbeitsunfähig zu sein.
Aufgrund dieser Angaben ist nicht erkennbar, inwiefern der Beschwerdeführer aufgrund der Folgen des Angriffs bleibend in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll. Relevant ist einzig die psychische Pathologie.
Die vom Beschwerdeführer angeführten Auswirkungen seiner psychischen Schwi
e
rig
keiten (
Urk.
1 S. 3 ff.) unterscheiden sich nicht wesentlich von jenen, welche er gegenüber den Gutachtern geschilderte hatte; diese wurden zur Kenntnis ge
nommen und bildeten Grundlage der Einschätzung der Experten und insbeson
dere des Attestes einer Arbeitsunfähigkeit. Auch in Bezug auf die Ausführungen im neuropsychologischen Gutachten
(
Urk.
1 S. 12 f.) führte der Beschwerdeführer keine Umstände an, welche auf eine Fehlerhaftigkeit schliessen liessen.
Damit bestehen keine Gründe, von der Einschätzung der medizinischen Fachper
sonen der
Z._
abzuweichen.
5.
5.1
Auch die Beschwerdegegnerin stützte sich im Wesentlichen auf das eingeholte Gutachten, wich aber in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ab und ging von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit aus. Dies aufgrund einer Indikatorenprüfung, welche nach Ansicht der Beschwerdegegnerin ergab, dass eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen nicht vorliegt. Ein sozialer Rückzug liege nicht vor, die Reisefähigkeit sei gege
ben, aufgrund der wenig objektivierbaren Befunde des psychischen Leidens wie auch der hohen Alltagsaktivität sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rechtlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer verfüge über gute Ressourcen in den komplexen Ich-F
unktionen, Realitätsprüfung, Urteilsbildung, Selbstwertregulation, Regressionsfähigkeit und Intentionalität. Er sei durchaus in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren, um allfällige Hindernisse bei der Bewäl
tigung von Aufgaben zu überwinden. Eine Tätigkeit im ersten Arbeit
s
markt sei möglich und zumutbar (
Urk.
6/167/3).
Wie es
sich
damit genau verhält, kann in Bezug auf einen allfälligen Renten
an
spruch des Beschwerdeführers
offenbleiben
.
Die Beschwerdegegnerin führte keinen
Einkommensvergleich durch, da sie von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit ausging. Wollte man von der gutachterlich attestierten Arbeits
fähigkeit von 60
%
in der zuletzt (eher zufällig) ausgeübten Tätigkeit in einem Callcenter
und
einer solchen von 80
%
in einer angepassten ausgehen, ergäbe sich Folgendes:
5.2
5.2.1
In Bezug auf das ohne gesundheitliche Einschränkung zu erwartende Einkommen (Valideneinkommen) ist den Akten zu entnehmen, dass d
er Beschwerdeführer nach seiner Ausbildung zum Betriebsökonomen HF mehrere Jahre im Banken
wesen
arbeitete
, so etwa vom
1.
Juni 1995 bis 3
1.
Januar 2006 bei der
F._
, wobei er ab Dezember 2002 als Privatkundenberater tätig war (
Urk.
6/12/7-8).
Dabei erzielte er im letzten vollständig geleisteten Jahr 2004 ein Einkommen von
Fr.
97'782.-- (
Urk.
6/9/2).
Längere Anstellungen hatte er her
nach bei der
G._
AG, wo er vom 2
4.
April 2008 bis 3
1.
Dezember 2009 als Call Agent im Verkauf tätig war (
Urk.
6/12/3) und dabei ein Einkommen von zuletzt
Fr.
74'550.-- erzielte (
Urk.
6/9/1). Vom
1.
März bis 3
0.
November 2010 war er als Privatkundenberater bei der
H._
AG
tätig (
Urk.
6/12/4), das Einkommen betrug hochgerechnet
Fr.
69'600.-- (
Urk.
6/9/1). Vom
1.
Juni 2011 bis 3
0.
September 2012 war er sodann als Produktmanager einer Immobilien-Software bei der
J._
tätig (
Urk.
6/12/1-2) und erzielte zuletzt ein Einkommen von (auf ein Jahr hoch
gerechnet)
Fr.
91'955.-- (
Urk.
6/9/1).
Schliesslich war er
ab Juni 2014
als Hilfs
gärtner bei der
Y._
GmbH angestellt bei einem Lohn von
Fr.
68'900.-- (
Urk.
6/3
Ziff.
5.3 und
Urk.
6/47
/1
).
5.2.2
Die Festlegung des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit
durch die Gutachter
auf die zweite Hälfte des Jahres 2015
(E. 3.2.3)
bezieht sich
auf die zuletzt ausgeübte T
ätigkeit.
Die Ärzte der
Psychiatrie B._
konstatierten
hierzu
am 1
1.
Februar 2016 (
Urk.
6/52/1), der Beschwerdeführer habe bis 2012 sehr erfolgreich in diversen Finanz-, Versicherungs- oder IT-Firmen gearbeitet. Trotz guten Arbeitsleistungen sei es aufgrund hohen Drucks und zu viel Verantwortung immer wieder zu Kündigungen gekommen. Er habe versucht, sich umzuorientieren und habe bei
seiner
letzten Anstellung als Gärtner gearbeitet. Aus seiner Erwerbsbiographie werde deutlich, dass er über eine sehr hohe Arbeitsmotivation und Begeiste
rungs
fähigkeit verfüge, sich dadurch aber immer wieder überfordere.
In dieses Bild passt auch die Annahme der
Z._
-Gutachter, dass der Beschwer
deführer parallel zur ADHS-Erkrankung Alkohol und Drogen konsumiert habe, wodurch es allmählich zu einer Abnahme seiner Ressourcen und psychischen, mentalen und kognitiven Kompensationsmöglichkeiten gekommen sei (E. 3.2.1). Angesichts des Umstandes, dass bis zur Anmeldung bei der Invalidenversicherung ab 2002
zwölf stationäre
Hospitalisationen
erfolgten (
Urk.
6/37/1), davon bis zum Ausscheiden aus der
F._
deren vier,
steht im Raum, dass der Be
schwerdeführer ohne Gesundheitsschaden nach wie vor bei der
F._
tätig wäre und einen Lohn in dieser Grössenordnung erzielen würde. Immerhin fanden im Sommer 2005 zwei stationäre Entzugs-Therapien im Sanatorium
K._
statt bei Rückfall während des Aufenthaltes in der
Klinik L._
(Austrittsbericht vom 1
9.
Juli 2005,
Urk.
6/68/1). Die Ärzte berichteten dabei von einem (bereits) langjährigen Kokain- und Alkoholkonsum.
Damit liegt die Annahme nahe, dass die damals ausgeübte anspruchsvolle Tätigkeit aufgrund der Suchtproblematik sowie der damit im Zusammenhang stehenden Auswirkungen der ADHS-Erkran
kung aufgegeben wurde.
5.2.3
Bei dieser Ausgangslage wäre das Valideneinkommen
basierend auf dem Ver
dienst bei der
F._
zu berechnen und auf das Jahr des denkbaren Beginns eines Rentenanspruchs hochzurechnen (
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
Bundesamt für Statistik, Tabelle
T 39
). Ginge man hier - nach dem Hinweis des Beschwerdeführers auf eine volle Arbeits
tätigkeit und sein Desinteresse an einer Rente vom 1
0.
Januar 2017 (
Urk.
6/85)
-
vom Jahr 2017 aus,
resultierte
ein Valideneinkommen von
Fr.
111'348.-- (
Fr.
97'782.
-- :
1975 [Index 2004] x 2249 [Index 2017]).
5.3
5.3.1
Das dem Beschwerdeführer noch zumutbare Stellenprofil beinhaltet bis mittel
gradig komplexe Aufgaben mit regelmässigen Wechseln und klaren Strukturen, in ablenkungsarmer Umgebung, keine monotonen Tätigkeiten, mit geringen Anforderungen an Teamfähigkeit und mittelgradigen Anforderungen an die Selb
ständigkeit, keine primär soziale Tätigkeit (E. 3.2.3). Damit stehen ihm ohne Weiteres Tätigkeiten im erlernten Beruf als Betriebsökonom offen. Diese dürfen lediglich nicht mehr hochkomplex, sondern nur noch mittelgradig komplex sein. Die übrigen Anforderungen sind ebenfalls zwanglos mit einer etwas weniger
anspruchsvollen
Tätigkeit im
erlernten
Bereich vereinbar, so etwa im Beschaffen und Verarbeiten von
Entscheidgrundlagen
des Betriebes
bei
adäquater Führungs
situation.
5.3.2
Für den Beschwerdeführer in Frage kommt etwa eine Tätigkeit als nichtaka
de
mische betriebswirtschaftliche Fachkraft, in welcher er nach der Lohnstruktur
erhebung
2016 (Tabelle T17
Ziff.
33)
bei der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
s
chaftsabt
e
ilungen
, Bundesamt für Statistik, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) und aufgerechnet auf das Jahr 2017 (Index 2239 auf Index 2249) einen Verdienst von
Fr.
98'856.-- (
Fr.
7'867.-- : 40 x 41.7 : 2239 x 2249)
respektive im zumutbaren Pensum von 80
%
Fr.
79'085.--
hätte erzielen können.
Der Beschwerdeführer verfügt nach wie vor über grosse Kenntnisse und eine langjährige Erfahrung als Betriebsökonom, auf welche er ohne Weiteres zugreifen kann.
Angesichts der Einschränkung auf nur noch mittelgradig komplexe Aufgaben rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
, was zu einem Invalideneinkommen von
Fr.
71'177.-- führt.
5.4
Der Vergleich des Valideneinkommens von
Fr.
111'348.-- und des Invaliden
einkommens von
Fr.
71'177.-- ergibt eine Lohneinbusse von Fr.
39'571.-- und ein Invaliditätsgrad von 36
%
, bei welchem Ergebnis der Beschwerdeführer kein
en
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer ersuchte in der Hauptsache auch nicht um Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung, sondern um Gewährung unterstützender Mass
nahmen, welche ihm überhaupt eine Hoffnung auf einen Einstieg geben
,
sowie die Sicherheit, dass er nicht zu grossem Druck ausgesetzt wird (
Urk.
1 S. 1 unten).
Die Beschwerdegegnerin lehnte Leistungen für die berufliche Eingliederung ab unter Hinweis auf eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
2 S. 3).
Dies in Anwendung
der Rechtsprechung, wonach
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind
(BGE 143 V 418).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert
:
(1)
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
: Komplex
«Gesundheitsschädigung»
(
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
,
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
,
Komorbiditäten
),
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen)
, K
omplex «Sozialer Kontext»
; (2)
Kategorie «Konsistenz»
:
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
,
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck
.
6.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
6.3
Der Beschwerdeführer ist fraglos zumindest von Invalidität bedroht. Seine Patho
logie führt zu Einschränkungen im funktionellen Leistungsvermögen
und selbst wenn eine Indikatorenprüfung ergeben sollte, dass eine Arbeitsunfähigkeit ver
sicherungsrechtlich nicht relevant wäre, bestünde jedenfalls die Gefahr, dass sich die Situation akzentuiert, der Grad der Arbeitsunfähigkeit zunimmt und sich
eine versicherungsrechtliche Relevanz
einstellt.
Der Beschwerdeführer hat damit Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach
Art.
8 IVG. Da
eine Umschulung angesichts der (Teil)-Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf einstweilen nicht
in
Frage kommt, verbleiben lediglich die
nieder
schwelligeren
Angebote. Hierbei dürfte es nicht zweckmässig sein, im Hinblick auf die einzelnen Eingliederungsmassnahmen am Erfordernis der Invalidität fest
zuhalten. Denn zwar verbleiben Zweifel, ob ein
strukturiertes
Beweisverfahren
, welches im vorliegenden Verfahren entbehrlich ist,
eine Arbeits
unfähigkeit als
plausibel erscheinen lassen würde (
Urk.
6/167). Indessen gingen die
Z._
-Ärzte davon aus, dass die Ressourcen des Beschwerdeführers für eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit nicht ausreichen. Dabei ist die Konsistenz insofern schwierig zu beurteilen, als sich die Pathologie des Beschwerdeführers nicht durch einen sozialen Rückzug oder ein herabgesetztes Aktivitätsniveau auszeichnet, sondern durch eine Verminderung der Leistungsfähigkeit in neuropsychologischer Hin
sicht (E. 3.2.2).
7.
Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf
Eingliederungsmass
nah
men
hat. Anspruch auf eine Rente besteht nicht.
8.
Die Kosten des Verfahrens
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Be
schwer
degegnerin aufzuerlegen.