Decision ID: b3c29a2b-917f-4d92-89c0-09cd1befcccf
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1955 geborene X._, gelernter Elektromonteur, leidet in Folge von drei Unfällen seit vielen Jahren an beidseitigen Kniebeschwerden, welche ope
rativ behandelt werden mussten. So wurde 1989 am linken Knie eine mediale Teilmeniskektomie vorgenommen, während am rechten Knie im Mai 2001 in
folge einer Patella-Trümmerfraktur eine Patella-Meniskus-Resektion medial, eine offene Patella-Facetten-Resektion lateral sowie ein laterales Release nötig wurden (Urk. 8/8/141, Urk. 8/173/11, Urk. 8/2). Mit Verfügung vom 6. Juni 2003 sprach die Suva dem Versicherten ausgehend von einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und einer Erwerbsunfähigkeit von 22 % ab 1. Juli 2003 eine Invalidenrente zu; darüber hinaus eine Integritäts
entschädigung bei einer Integritätseinbusse von insgesamt 5 % (Urk. 8/1, Urk. 8/8/143).
1.2
Am 17. Juli 2003 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsan-stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, infolge der Beschwerden am rechten Knie zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die in die Wege geleitete berufliche Abklä
rung im Y._ musste mit Verfügung vom 23. August 2004 per 3. August 2004 beendet werden, da der Versicherte eine Anstellung als Elektro
monteur in Aussicht hatte und nicht mehr erschienen war (Urk. 8/35). Die dagegen erho
bene Einsprache (nach
dem die Anstellung nicht zustande gekommen war, Urk. 8/38/1) wies die IV
Stelle mit Entscheid vom 9. November 2004 ab (Urk. 8/42). Mit Urteil vom 19. Mai 2005 hob das hiesige Gericht den ange
fochtenen Ein
spracheentscheid mangels Durchführung des Mahn- und Bedenk
zeitver
fahrens auf (Urk. 8/55; Prozess IV.2004.00889). Die Eingliederungsmass
nahme scheiterte in der Folge mangels Mitwirkung des Versicherten erneut (Verfügung vom 12. Dezember 2005, Urk. 8/77); mit Einspracheentscheid vom 15. März 2006 bestätigte die IV-Stelle diese Einschätzung (Urk. 8/84).
1.3
Am 29. August 2006 verletzte sich der Versicherte bei einem Mofaunfall erneut am rechten Knie (Urk. 8/101/9) und meldete sich am 30. Oktober 2007 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/92). Am 22. November 2008 verletzte er sich zudem bei einem Treppensturz am linken Knie (Urk. 8/114/7), wobei
am 11. Mai 2009 eine mediale Varusgonarthrose links diagnostiziert
(Urk. 8/112) und am 19. Juni 2009 eine Infiltration durchgeführt wurden (Urk. 8/114/11). Mit Verfügung vom 25. Januar 2010 stellte die Suva die Taggeldleistungen und Heilkosten betreffend den Unfall vom 22. November 2008 per 7. Februar 2010 ein (Urk. 8/133/3-4). Mit Verfügung vom 21. Mai 2010 wurde die Arbeits
ver
mittlung durch die IV-Stelle abgeschlossen unter Hinweis auf die weitere Un
terstützung durch das RAV Winterthur (Urk. 8/145). Mit Vorbescheid vom 25. Mai 2010 hielt die IV-Stelle fest, dass ab Oktober 2007 in einer angepassten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, und verneinte einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 3 % (Urk. 8/148). An diesem Entscheid hielt sie in der Folge mit Verfügung vom 5. Juli 2010 fest (Urk. 8/150).
1.4
Am 25. März 2014 meldete sich der Versicherte infolge beidseitiger Kniebe-schwerden erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/151). Mit Vorbescheid vom 1. April 2014 stellte die IV-Stelle das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (Urk. 8/154) und hielt an diesem Entscheid mit am 13. Juni 2014 datierter Verfügung fest (die Verfügung erging wohl Anfang September 2014, Urk. 8/170). Am 31. Oktober 2014 wurde dem Beschwerdeführer am linken Kniegelenk eine mediale unikondyläre Schlittenprothese eingesetzt (Hospitalisa
tion vom 30. Oktober bis 4. November 2014; Urk. 8/173/11). Die gegen die Nichteintretensverfügung erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 8. Dezember 2014 ab (Prozess IV.2014.00924, Urk. 8/173/1-8). Auf die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 24. Februar 2015 nicht ein (Urk. 8/176).
1.5
Mit Schreiben vom 28. März 2016 meldete der Versicherte eine Verschlechte
rung der gesundheitlichen Situation (Urk. 8/179). Mangels Veränderung des Gesundheitszustandes stellte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 8/182) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 21. Juli 2016 fest (Urk. 8/186 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 19. August 2016 Beschwerde und beantragte die Durchführung einer professionellen medizinischen Untersuchung (Urk. 1).
Nachdem der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 29. August 2016 vom Ge
richt zur Leistung eines Kostenvorschusses angehalten worden war (Urk. 3) und er mit Schreiben vom 11. September 2016 über seine finanzielle Bedürftigkeit informiert hatte (Urk. 4 f.), wurde ihm mit Verfügung vom 30. September 2016 die unentgeltliche Prozessführung gewährt (Urk. 6).
Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2016 beantragte die Beschwerde- gegne
rin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Be
schwerdeführer mit Verfügung vom 4. November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Mit Schreiben vom 9. Februar 2017 (Urk. 10 f.) reichte die Be
schwerdegegnerin ergänzende ärztliche Unterlagen ein, welche der Beschwer
deführer ihr hatte zukommen lassen (Urk. 11/1-5).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
perten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesentli
chen damit, dass in einer angepassten Tätigkeit weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Aus dem Bericht des Z._ vom 5. Februar 2015 sei keine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes ersichtlich, zudem habe die am 24. Februar 2016 durchgeführte In
filtration zu einer sehr guten Schmerzreduktion geführt (Urk. 2, Urk. 8/181 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass ihn die Fachärzte des RAD in den letzten zwei Jahren nicht einmal gesehen hätten. Er verlange, persönlich vorgeladen, gesprochen und untersucht zu werden. Für Fragen stehe auch Dr. med. A._, Oberarzt an der Klinik für Orthopädie und Traumatologie am Z._, zur Verfügung; aufgrund persistierender Beschwerden sei er gestern zu einer MRI-Untersuchung im Spital gewesen und auch zum Röntgen der Prothese (Urk. 1).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bildet die letzte renten
abweisende Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Juli 2010, mit welcher festgehalten wurde, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätig
keit nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer dem Leiden angepassten Tätigkeit be
stehe demgegenüber ab Oktober 2007 eine volle Arbeitsfähigkeit. In medizini
scher Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin dannzumal im Wesentlichen auf einen Bericht des Kantonsspitals B._ vom 15. November 2007. Die dafür verantwortlichen Fachärzte gingen in diagnostischer Hinsicht im Wesent
lichen von einer Retropatellararthrose rechts aus (Urk. 8/98, Urk. 8/146 S. 2).
3.
3.1
Am 31. Oktober 2014 wurde dem Beschwerdeführer am linken Kniegelenk eine mediale unikondyläre Schlittenprothese eingesetzt (Hospitalisation vom 30. Oktober bis 4. November 2014). Die für den Austrittsbericht vom 3. November 2014 verantwortlichen Fachärzte gingen in diagnostischer Hin
sicht von einer Varusgonarthrose Kniegelenk links bei Status nach offener me
dialer Teilmeniskektomie anamnestisch 1989 aus. Als Nebendiagnose erwähnten die Ärzte einen Status nach Patella-Trümmerfraktur Kniegelenk rechts 1997 mit Osteosynthese mit in der Folge Entwicklung einer Retro
patellararthrose, einen Status nach Patella-Meniskus-Resektion medial und eine offene Patella-Facet
ten-Resektion lateral sowie ein laterales Release Mai 2001 sowie einen arteriel
len Hypertonus (ED November 2014).
Die Ärzte führten aus, das Gehen an Unterarmgehstützen sowie das Treppenstei
gen seien postoperativ gut möglich gewesen. Die Röntgenkontrolle habe eine regelrechte Prothesenlage gezeigt. Die weitere Mobilisation erfolge nach Mass
gabe der Beschwerden an zwei Unterarmgehstöcken für sechs Wochen post
operativ (Urk. 8/173/11-12).
3.2
Dr. A._ vom Z._ führte in seinem Bericht vom 5. Februar 2015 aus, dass sich drei Monate postoperativ weiterhin ein erfreulicher Verlauf zeige. Der Pa
tient berichte, von der Operation profitiert zu haben. Es bestehe jedoch noch ein muskuläres Rehabilitationsdefizit mit Potenzial, welches durch weitere Physio
therapie und eigenständiges Training verbessert werden sollte. In der ange
stammten Tätigkeit sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, auch längerfristig sei die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit (Elektro
monteur) nicht zumutbar. Der weitere Verlauf sei abzuwarten, wobei im Oktober 2015 eine klinisch-radiologische Verlaufskontrolle geplant sei (Urk. 8/175).
3.3
Im Zusammenhang mit lumbalen Rückenbeschwerden wurde am 12. Februar 2016 ein MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) erstellt. PD Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Neuroradiologie, beurteilte die Bildgebung dabei wie folgt: Fokale Diskushernie L4/5 median bis extraforaminal rechts L4/5 mit deutlichem Kontakt zur Wurzel L5 recessal rechts und mit Kompression der Wurzel L4 fo
raminal rechts; multisegmentale Osteochondrose Typ Modic I auf Niveau L2 bis S1 und multisegmentale geringe, nicht klinisch relevante Spinalkanaleinengung (Urk. 8/179/4). Am 24. Februar 2016 wurde eine Infiltration auf Niveau L5 rechts vorgenommen, wobei eine sehr gute Schmerzreduktion habe erzielt wer
den können (Urk. 8/179/3).
3.4
Der behandelnde Physiotherapeut hielt in seinem Bericht vom 30. November 2016 fest, dass die Kraftfähigkeit beider Kniegelenke nicht ausreichend sei, das Gelenk bei normalen alltäglichen Belastungen zu stabilisieren, so dass es sofort zu schmerzhaften Reizerscheinungen komme. Ursache dafür seien die länger andauernden Probleme im lumbalen Bereich, die zu einer relativen Inaktivie
rung geführt hätten (Urk. 11/4).
3.5
Eine am 27. Januar 2017 durchgeführte CT-gesteuerte Infiltration erbrachte wie
derum eine gute Schmerzreduktion. Am 2. Februar 2017 wurde zudem ein Verlaufs-MRI der LWS erstellt, wobei eine seit einem Jahr weitgehend stationäre Befundsituation festgestellt wurde (Urk. 11/2).
4.
4.1
Im Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung vom 5. Juli 2010 wurde in diag
nostischer Hinsicht im Wesentlichen von einer Retropatellararthrose rechts ausgegangen. Aufgrund der am 31. Oktober 2014 durchgeführten Operation am linken Knie, ist mittlerweile von beidseitigen Kniebeschwerden auszugehen. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Beurteilung der linksseitigen Kniebe
schwerden auf den Bericht des Z._ vom 5. Februar 2015. Dazu ist anzumer
ken, dass sich Dr. A._ darin nicht zu einer Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit äussert, was drei Monate postoperativ auch nicht verwunder
lich ist. Vielmehr wird auf ein muskuläres Rehabilitationsdefizit sowie eine im Oktober 2015 geplante klinisch-radiologische Verlaufskontrolle hingewiesen und eine neue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt gefordert. Schon allein hinsichtlich der Kniebeschwerden links erscheinen die Abklärun
gen der Beschwerdegegnerin ungenügend, da weder eine Einschätzung der Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorliegt, noch die aktuellen Ver
laufsberichte bezüglich der Knieoperation eingeholt worden sind. Aus den Ak
ten ergibt sich dabei, dass die Rehabilitation auch aufgrund der neu aufgetrete
nen Rückenbeschwerden erschwert wurde, welche aufgrund der bildgebenden Untersuchung vom 12. Februar 2016 objektiv ausgewiesen sind (Urk. 11/4, Urk. 8/179/4).
4.2
Bezüglich der Rückenbeschwerden ist unbestritten, dass eine Infiltration zu ei
ner zumindest kurzfristigen Beschwerdelinderung führte. Wie das Verlaufs-MRI vom 2. Februar 2017 zeigt, konnte der objektive Befund aber auch mit zwei In
filtrationen kaum gebessert werden, so dass bei der Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit doch von einer deutlich verminderten Belastbarkeit der LWS auszugehen ist. Aufgrund der nunmehr bestehenden Zweietagen-Problematik sowie der Tatsache, dass beide Knie vermindert leistungsfähig sind, erscheint eine ganz
heitliche Beurteilung des gesundheitlichen Zustandes angezeigt, wobei die An
ordnung eines unabhängigen bidisziplinären Gutachtens unumgänglich er
scheint; dazu ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Zusammenfassend führt dies zur Gutheissung der Beschwerde in diesem Sinn und zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.