Decision ID: b5ca16c2-407e-5bb8-a8dd-9d46b670ad6f
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
I.
A.
Die Beschwerdeführenden suchten am 24. Oktober 2018 in der Schweiz
um Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) und der Anhö-
rung machten sie geltend, aus Tiflis zu stammen und dort zusammen mit
dem Ehemann respektive Vater und der Tochter respektive Schwester ge-
lebt zu haben. Am (...) 2015 habe der Beschwerdeführer schwere Verlet-
zungen nach einem Sturz aus grosser Höhe erlitten. Aufgrund der ihnen
unzulänglich erscheinenden Behandlung und Pflege des Beschwerdefüh-
rers in Georgien, der damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten und
in der Hoffnung auf eine bessere medizinische Behandlung seien sie am
(...) 2019 von Georgien per Flugzeug in die Schweiz gereist.
Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden
ihre Pässe im Original sowie einen Arztbericht betreffend den Beschwer-
deführer zu den Akten.
B.
Mit Entscheid vom 17. Dezember 2018 trat die Vorinstanz gemäss Art. 31a
Abs. 3 AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein und
ordnete gleichzeitig ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug
an. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsge-
richt mit Urteil E-7415/2018/E-7465/2018 vom 12. Dezember 2019 ab, wo-
mit der Entscheid vom 17. Dezember 2018 in Rechtskraft erwachsen ist.
II.
C.
Am 10. Februar 2020 reichten die Beschwerdeführenden ein Wiedererwä-
gungsgesuch bei der Vorinstanz ein.
Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden Klinikbe-
richte vom (...) und (...) Januar 2020, eine Stellungnahme von vier Nach-
barinnen vom (...) Februar 2020 betreffend die familiäre Situation in Geor-
gien, Kopien des Passes und der Geburtsurkunde des Beschwerdeführers
sowie notariell beglaubigte Bestätigungen der georgischen Nationalagen-
tur für das öffentliche Register über nichtvorhandenen Immobilienbesitz.
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D.
Mit zwei separaten Entscheiden vom 27. März 2020 – beide eröffnet am
30. März 2020 – trat die Vorinstanz auf das Wiedererwägungsgesuch nicht
ein, stellte die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit der Verfügung vom 17. De-
zember 2018 fest und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme
keine aufschiebende Wirkung zu.
E.
Mit Eingabe vom 27. März 2020 (Eingang bei der Vorinstanz am 31. März
2020) reichten die Beschwerdeführenden einen Austrittsbericht der
C._ vom (...) März 2020 betreffend den Beschwerdeführer zu den
Akten.
III.
F.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 6. April 2020 be-
antragten die Beschwerdeführenden das Eintreten auf die Beschwerde
und die Sistierung des Wegweisungsvollzugs für die Dauer des Verfahrens,
wobei die mit dem Vollzug beauftragte Behörde darüber in Kenntnis zu set-
zen sei, sowie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung unter Anwei-
sung an die Vorinstanz, auf das Wiedererwägungsgesuch vom 10. Februar
2020 einzutreten. Eventualiter sei die Vorinstanz in Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung anzuweisen, die vorläufige Aufnahme der Beschwer-
deführenden in der Schweiz anzuordnen. In prozessualer Hinsicht bean-
tragten sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung.
G.
Mit superprovisorischer Massnahme vom 8. April 2020 setzte das Bundes-
verwaltungsgericht gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Wegweisung
per sofort einstweilen aus.
H.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
8. April in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG [SR 142.31]).
E-1920/2020, E-1918/2020
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1
BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Bei den Beschwerdeführenden handelt es sich um die Mutter und ihren
Sohn. Aufgrund des engen persönlichen und sachlichen Zusammenhangs
sind die Verfahren aus prozessökonomischen Gründen zu vereinigen und
es ist in einem Urteil über die vorliegende – auf zwei separat ergangenen
Entscheiden beruhende – Beschwerde zu entscheiden (vgl. auch MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt, 2. Aufl. 2013, S. 144 Rz. 3.17).
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE
2014/26 E. 5).
4.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
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einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb das
Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die Vor-
instanz ablehnt, ein Gesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, ist
die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die
Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Gesuch nicht einge-
treten ist.
6.
Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt
(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert
30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und
begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). Kommt eine gesuchstel-
lende Person dabei ihrer Begründungspflicht nicht nach, so hat die ent-
scheidende Behörde die Möglichkeit, gestützt auf Art. 111b Abs. 2 AsylG
i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG auf das Wiedererwägungsgesuch nicht einzu-
treten.
In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-
gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine
nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Demnach ist auf ein Wiedererwägungsge-
such einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ur-
sprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Be-
schwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz, in wesentlicher Weise verän-
dert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an die nach-
träglich eingetretenen Veränderungen der Sachlage anzupassen ist, ohne
dass deren Gegenstand neu beurteilt wird (vgl. BVGE 2010/27 E. 2.1). Im
Asylgesetz sind die entsprechenden Tatbestände in den Art. 111b und 111c
AsylG kodifiziert (vgl. zum Ganzen BVGE 2014/39). Falls die abzuän-
dernde Verfügung unangefochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwer-
deverfahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde –
können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung be-
gründen (zum sogenannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl.
BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.).
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Die Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig. Sie darf nicht dazu dienen,
die Rechtskraft von Verwaltungsentscheiden immer wieder in Frage zu
stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen.
Auf ein Wiedererwägungsgesuch ist nicht einzutreten, wenn lediglich eine
neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen
herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die bereits in ei-
nem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Verfügung hät-
ten geltend gemacht werden können (Art. 66 Abs. 3 VwVG; vgl. EMARK
2000 Nr. 24 E. 5b).
7.
7.1 Im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren stellt sich die Frage, ob
das SEM zu Recht auf das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdefüh-
renden nicht eingetreten ist beziehungsweise ob eine wesentlich verän-
derte Sachlage vorliegt, welche dazu führen müsste, den ursprünglichen
Entscheid anzupassen.
7.2 Das Wiedererwägungsgesuch wurde vorliegend damit begründet, dass
die medizinische Situation des Beschwerdeführers sowie die soziale be-
ziehungsweise familiäre Situation in Georgien sich verändert hätten. Auf-
grund der bisherigen Therapie in der Schweiz und der Mobilisierungsmass-
nahmen sei eine gewisse Autonomie und Mobilität aufgebaut worden, so-
dass sich der Zustand des Beschwerdeführers bedeutend verbessert
habe. Es sei humanitär nicht vertretbar, dass die wiedererlangten Fähig-
keiten bei einer Rückkehr wieder verloren gehen würden. Zudem habe der
Vater respektive der Ehemann der Beschwerdeführenden nach ihrer Aus-
reise die Familie verlassen und sei zu seiner anderen Familie – die er be-
reits vor rund (...) Jahren gegründet und verheimlicht habe – gezogen.
7.3 Zur Begründung ihres Entscheids verwies die Vorinstanz zunächst auf
das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Dezember 2019, wel-
chem betreffend die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers Ab-
klärungen bezüglich Behandlungs- und Finanzierungsmöglichkeiten der
benötigten Therapien in Georgien zu entnehmen seien. Die mit dem Wie-
dererwägungsgesuch eingereichten Klinikberichte wiesen offensichtlich
auf eine Verbesserung seiner gesundheitlichen Beschwerden hin, so dass
diese Beweismittel gerade nicht einen neueingetretenen Sachverhalt im
Sinne einer medizinischen Notlage zu belegen vermöchten. Die erneute
Behauptung, wonach trotz den gerichtlichen Ausführungen im vorgenann-
ten Urteil der Wegweisungsvollzug ihrer Auffassung zufolge – aufgrund des
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Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers – nicht zumutbar sei, sei
daher nicht hinreichend begründet und darauf sei nicht einzutreten.
Im Weiteren seien auch die eingereichten Beweismittel betreffend die fa-
miliäre Situation der Beschwerdeführenden sowie ihre knappen Ausführun-
gen zu diesem Umstand als Parteibehauptung mit geringem Beweiswert
zu qualifizieren. Es sei damit ohnehin nicht dargetan, dass durch den an-
geblichen Wegzug des Ehemannes eine konkrete, vollzugsrelevante Ge-
fährdung bei einer Rückkehr vorliegen sollte. Gemäss den Vorakten befän-
den sich ausser dem Ehemann noch dessen Familie und weitere Familien-
angehörige der Beschwerdeführenden in Georgien. Auch die Beweismittel
betreffend den Besitz von Immobilien begründeten keine Wiedererwägung.
Insofern seien auch diese Behauptungen nicht hinreichend begründet.
7.4 Zur Begründung ihrer Beschwerde verwiesen die Beschwerdeführen-
den zunächst auf die Begründung ihres Wiedererwägungsgesuchs und
wiederholten die medizinische Vorgeschichte des Beschwerdeführers und
die in der Schweiz bisher erzielten Therapieerfolge. Gemäss den Klinikbe-
richten vom (...) und (...) Januar 2020 sei zur Konsolidierung der erreich-
ten Fortschritte eine intensive, ambulante Physio- und Ergotherapie unab-
dingbar. Dazu sei auch die regelmässige Durchführung stationärer Reha-
bilitierungen alle 6-12 Monate dringend erforderlich. Ohne diese Massnah-
men sei mit einer Verschlechterung des Gesundheits- und Pflegezustands
des Beschwerdeführers zu rechnen und die bisher erzielten Erfolge gingen
verloren. Im Weiteren sei er vom (...) bis (...) Februar 2020 aufgrund seiner
zusätzlich bestehenden psychischen Beschwerden in der C._ be-
handelt worden. Aufgrund seiner Vorgeschichte gingen die Ärzte von ei-
nem (...) im Rahmen des (...) aus. Der Bericht der C._ – dessen
Zustellung an die Vorinstanz sich mit dem Erlass der angefochtenen Ver-
fügung gekreuzt habe – zeige deutlich die Komplexität seiner Gesundheits-
beschwerden.
Betreffend ihre familiäre Situation in Georgien machten die Beschwerde-
führenden – in Ergänzung zur wiederholten Erwähnung der zur Begrün-
dung des Wiedererwägungsgesuch verwendeten Argumente – zur Haupt-
sache geltend, dass der aus ihrer Sicht glaubhaft gemachte Wegfall von
Obdach und Ernährer – gemeint ist der Vater respektive Ehemann der Be-
schwerdeführenden – einen Verlust an sozialer Sicherheit bedeute. Dass
die Beschwerdeführerin nun alleine für den Beschwerdeführer, dessen
kostspielige Pflege und Behandlung sowie die gemeinsame Existenz
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würde sorgen müssen, bringe ein hohes Risiko von Armut und die be-
schriebenen Folgen mit sich. Ferner sei fraglich, ob die Vorinstanz ange-
sichts der vorgenommenen Würdigung der Beweismittel und Auseinander-
setzung mit den Gesuchsvorbringen überhaupt einen Nichteintretensent-
scheid hätte fällen dürfen.
8.
8.1 Das SEM ist im Ergebnis zu Recht auf das Wiedererwägungsgesuch
der Beschwerdeführenden nicht eingetreten, zumal weder aus den von
ihnen eingereichten Beweismitteln noch aus ihrer Begründung eine rechts-
relevante Veränderung des dem Entscheid vom 17. Dezember 2018 (so-
wie dem Urteil des BVGer E-7415/2018/E-7465/2018 vom 12. Dezember
2019) zugrundeliegenden Sachverhalts hervorgeht.
So wurde die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers bereits im
abgeschlossenen Asylverfahren berücksichtigt und wurde vom Bundesver-
waltungsgericht in seinem Urteil E-7415/2018/E-7465/2018 insbesondere
auch unter dem Gesichtspunkt der Erhältlichkeit von und des Zugangs zu
dringend benötigten Therapien ausführlich gewürdigt. Es ist nicht ersicht-
lich und wird von den Beschwerdeführenden auch nicht hinreichend be-
gründet, inwiefern die zwischenzeitlich gar erfolgte Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes – selbst wenn die zur Anknüpfung an die in der
Schweiz erzielten Therapieerfolge erforderlichen Therapien in Georgien al-
lenfalls nicht erhältlich wären – nunmehr zur Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs führen soll. Auch geht aus dem Austrittsbericht der
C._ vom (...) März 2020 (vgl. vorinstanzliche Akten [...]-6/8) nichts
hervor, was auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs schliessen
liesse; entsprechendes wird von den Beschwerdeführenden in ihrer Be-
schwerdeeingabe denn auch nicht geltend gemacht. Der Vollständigkeit
halber ist diesbezüglich festzuhalten, dass beim Beschwerdeführer zwar
zur Hauptsache ein (...) nach (...) diagnostiziert wurde, er aber am
(...) Februar 2020 in gebessertem Zustand und ohne Hinweise auf akute
Selbst- oder Fremdgefährdung aus der Klinik entlassen werden konnte.
Hinsichtlich der familiären Verhältnisse in Georgien kann vollumfänglich
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen
Verfügung verwiesen werden (vgl. dort E. IV). Selbst bei Wahrunterstellung
der geltend gemachten Abkehr des Ehemannes respektive Vaters der Be-
schwerdeführenden von seiner Familie haben die Beschwerdeführenden
nicht dargetan, inwiefern dieser Umstand zu einer vollzugsrelevanten und
konkreten Gefährdung bei einer Rückkehr führen könnte respektive wieso
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sie nicht weiterhin auf die Unterstützung ihrer Familienangehörigen und
Bekannten, welche sie gemäss eigenen Angaben bereits in Georgien in
schwierigen Zeiten unterstützten, zählen können werden. Diesbezüglich
äussern sie sich auch auf Beschwerdeebene nicht. Es ist davon auszuge-
hen, dass sich die Beschwerdeführenden organisieren können werden und
insbesondere auch die in der Heimat lebende Tochter respektive Schwes-
ter und die Mutter respektive Grossmutter bei der Betreuung und Pflege
des Beschwerdeführers Unterstützung leisten können. Im Übrigen besteht
die Möglichkeit der Inanspruchnahme von medizinischer und / oder finan-
zieller Rückkehrhilfe.
8.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführen-
den grundsätzlich auf denselben Sachverhalt berufen, welcher bereits im
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-7415/2018/E-7465/2018 beurteilt
wurde. In Bezug auf die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers
besteht heute sogar eine verbesserte Ausgangslage. Es liegt somit kein
genügend begründetes Wiedererwägungsgesuch vor. Die Vorinstanz ist
folgerichtig zu Recht auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten
(vgl. BVGE 2014/39 E. 7).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Mit vorliegendem Urteil fällt der am 8. April 2020 verfügte Vollzugsstopp
dahin und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
wird gegenstandslos.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 1'500.‒ festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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