Decision ID: a1b437f3-0a44-49e9-98f4-e004db40c828
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
, welche über keine Berufsausbildung verfügt,
reiste 1991 in die Schweiz ein und ist
Mutter von fünf in den Jahren 1980, 198
2, 1983, 1992 und 1997 geborener Kinder.
Sie betätigte
sich fast ausschliesslich im Aufgabenbereich Haushalt
und
meldete sich am 24. Mai 2004 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf chronische Kopf- und Rückenschmerzen sowie eine globale Schmerzproblematik, bestehend seit 2-3 Jahren, bei der Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
ver
sicherung an (Urk. 7/1; vgl. auch Urk. 7/5). Auf Veranlassung der IV-Stelle wurde die Versicherte am
Y._
begutachtet. Das poly
diszi
plinäre Gut
achten wurde am 30. November 2005 erstattet (Urk. 7/15) und am 25. Januar 2006 ergänzt (Urk. 7/16). Die IV-Stelle veranlasste sodann eine Haushaltsabklä
rung, welche am 6. März 2006 bei der Versicherten zu Hause vorgenommen wurde und eine Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt von 31 % ergab (Urk. 7/17). Mit Verfügungen vom 13. März 2006 verneinte die IV
Stelle sowohl einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (Urk. 7/19) als auch auf eine Invalidenrente (Urk. 7/20). Die Einsprache gegen die Rente
n
verfügung wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 9. Mai 2006 ab (Urk. 7/29). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 26. November 2007 (Pro
zess-Nr. IV.2006.00536) abgewiesen (Urk. 7/36).
1.2
Am 27. Juni 2012 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine seit 10 Jahren bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung (durch ver
schiedene Operationen am Rücken, an Fuss und Hand) erneut zum Leistungs
be
zug an (Urk. 7/47). Die IV-Stelle veranlasste eine Untersuchung der Versicher
ten beim Regionalen Ärztlichen Dienst (Urk. 7/59 f.). Der psychiatrische und der orthopädische Untersuchungsbericht wurden am 2. April 2013 erstattet (Urk. 7/62 und Urk. 7/63). Die IV-Stelle tätigte weitere medizinische und erwerbliche Abklä
rungen und veranlasste eine neuerliche Haushaltsabklärung, welche am 29. Januar 2014 bei der Versicherten zu Hause vorgenommen wurde und eine Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt von 33.75 % ergab (Urk. 7/93). Mit Verfügung vom 20. Juli 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren erneut ab (Urk. 7/101). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 31. Oktober 2016 (Prozess-Nr. IV.2015.00900) ab (Urk. 7/116).
1.3
Noch während des Beschwerdeverfahrens am hiesigen Gericht machte die Ver
si
cherte
mit Eingabe vom 20. April 2016
bei der IV-Stelle eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustands geltend (Urk. 7/106). Im Rahmen des Einwandver
fahrens tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen.
Mit Verfügung vom 27. Juni 2017 (Urk. 7/148) wies sie das Leistungsbegehren ab (Urk. 2 [= Urk. 7/148]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 24. August 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Durchführung einer Haushaltsabklärung und einer medizinischen Begut
ach
tung sowie zur anschliessenden neuen Verfügung über den Rentenanspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventuell sei der Beschwerde
führerin in Aufhebung der angefochtenen Verfügung mit Wirkung von sechs Monaten nach der Verschlecht
erungsmeldung vom 20. April 2016
eine Rente der Invali
denversicherung zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 3. Ok
tober 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 5. Oktober 2017 ange
zeigt wurde (Urk. 8). Am 18. April 2018 (Urk. 9) legte die Beschwerde
führerin einen Bericht
des Z._
vom 13. April 2018
auf (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem
Revisionsfall nach Art.
17 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest,
dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
1.2.1
Die Arbei
tsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit.
b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder
im
Aufga
benbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2).
1.2.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE
135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewisser
massen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent
schei
den haben
-
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
siche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen
zu denen die RAD-Berichte gehö
ren
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, aus medi
zini
scher Sicht sei eine kurzfristige Verschlechterung des Gesundheitszustandes vom April bis
August 2016 ausgewiesen. Ab Anfang September 2016 sei mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit vom gleichen Gesundheitszustand auszu
gehen, wie er vor der Entdeckung und Behandlung des Weichteiltumors bestanden habe. Somit sei keine langandauernde Verschlechterung ausgewiesen, welche eine neue Beurteilung begründe. Es sei weiterhin von einer 34%igen Einschränkung im Haushalt auszugehen, welche dem Invaliditätsgrad entspreche (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
nachdem im Zeitpunkt der Neuanmeldung bereits ein Invaliditätsgrad von 34 % bestanden habe, sei im Zeitpunkt der Verschlechterungsmeldung die Wartezeit erfüllt gewesen. Entspre
chend sei ein allfälliger Rentenanspruch mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2016 entstanden (sechs Monate nach der Meldung vom 20. April 2016). Zu den bishe
rigen Beschwerden sei ein neues Beschwerdebild, die Tumorerkrankung, hinzu
gekommen mit bleibenden Beschwerden. Es hätte deshalb eine Haushaltsabklä
rung vorgenommen werden müssen, habe bei der Beschwerde
führerin vor der Verschlechterung doch ein
–
knapp unter dem rentenerheblichen Invaliditätsgrad von 40 %
liegender –
Invaliditätsgrad von 34 %
vorgelegen. Die Annahme, per Anfang September 2016 sei wieder der Status quo ante eingetreten, beruhe auf unzutreffenden und zu optimistischen Annahmen der Beschwerde
gegnerin und werde bestritten. Der bereits schlechte Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin habe sich weiter verschlechtert, bedingt durch die bleibenden Operationsfol
gen. Die Beschwerdeführerin leide unter schmerzhaften Nervenver
letzungen und Gefühlsstörungen im Bein. Hinzu komme, dass sich der psychische Zustand im Zusammenhang mit der Tumordiagnose und dem unbefriedigenden Verlauf nach der Operation des Tumors verschlechtert habe und die Beschwerdeführerin auch zunehmend unter den Folgen des Diabetes leide. Die Beschwerdeführerin leide an einem komplexen Zusammenspiel von diversen Beschwerden, weshalb eine neue Begutachtung notwendig
sei
. Eine «schlagartige» Verbesserung per September 2016 sei zudem nicht überwiegend wahrscheinlich (Urk. 1).
3.
3.1
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom 31. Oktober 2016 (Prozess-Nr. IV.2015.00900) wurde unter Verweis auf das
früher gefällte
Urteil vom 26. November 2007 (Prozess-Nr. IV.2006.00536) festgehalten, die gutachterliche Einschätzung, wonach für die Tätigkeit als Hausfrau eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe, sei für die
Beschwerdeführerin als äussert grosszügig bemessen zu betrachten. Nachvollziehbar erscheine die im Haushaltsbericht vom 19. März 2015 ausgewiesene Einschränkung im Haushaltsbereich von 33.75%. Die medi
zinische Beurteilung des RAD vom 2. April 2013, wonach die Beschwerde
führerin bei einer anhaltenden mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10 F32.0/F32.1) im Rahmen einer psychosozialen Belastungsstörung rein hypo
thetisch auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 50 % eingeschränkt arbeitsfähig sei und sich aus ortho
pädischer Sicht im Vergleich zur ersten Begutachtung an der Restarbeitsfähigkeit nichts geändert habe (60%ige Arbeitsfähigkeit im Haushalt bei freier Zeiteintei
lung und 40%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis gelegentlich mittel
schwere Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ohne freie Zeiteinteilung), erscheine aufgrund der Aktenlage nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin
sei
als Nichterwerbstätige
zu qualifizieren
, wobei ihr bei einer 34%igen Einschrän
kung im Haus
halt kein Rentenanspruch zustehe (Urk. 7/116)
.
In den Untersuchungsberichten des RAD, auf welche sich das Gericht im Urteil vom 31. Oktober 2016 (Prozess-Nr. IV.2015.00900) gestützt hatte, wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt:
-
als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/62/7): anhaltende mittelgradige depressive Störung (ICD-10: F32.1) im Rahmen einer psychosozialen Belastungsstörung,
-
als psychiatrische Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/62/7): chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10: F45.1),
-
als orthopädische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/63/7): chronisches myofaszial betontes Schm
erzsyndrom des Körperstamms und beider
oberen und unteren Extremitäten mit
-
chronischer Lumbalgie und Lumboischialgie links mit pseudoradi
kulä
rer Ausstrahlung beidseits und Zustand nach Diskushernien
operation L5/S1 links im Jahr 2003
-
chronischer Zervikalgie und Zervikozephalgie rechtsbetont bei bekann
ten degenerativen Veränderungen und erheblichen muskulären Ver
spannungen
-
chronischen Schulterschmerzen rechts mit Bewegungseinschränkung und Impingement-Symptomatik
-
chronischen Knieschmerzen beidseits rechts mehr als links bei Verdacht auf beginnende Gonarthrose
-
chronische
n
Belastungsschmerzen beider Hände bei Zustand nach CTS
Operation rechts in 01/2011 und anamnestisch bestehender Fin
gerpolyarthrose einschliesslich Rhizarthrose
-
als orthopädische Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/63/7): Zustand nach Operation eines Morton-Neuroms im Zwi
schen
raum 2./3. Zehe links
3.2
Aus den im Neuanmeldungsverfahren
aufgelegten und eingeholten medizi
ni
schen Unterlagen ergibt sich
Folgendes
:
3.2.1
Die Beschwerdeführerin war vom 7. bis 16. April 2016 im
Z._
hospitalisiert, wo ihr am 8. April 2016 ein Weichteiltumor entfernt wurde mit Teilresektion des Musculus Vastus medialis am medialen Oberschenkel links. Es folg
t
e zunächst ein komplikationsloser Verlauf. Postoperativ wurde die Beschwerdeführerin mit Hilfe der Physiotherapie bei erlaub
ter Vollbelastung mobilisiert (Austrittsb
ericht des
Z._
vom 3. Mai 2016 [Urk. 7/113
/1-3
]
; vgl. auch die Bericht
e
vom 4. Januar 2016 [Urk. 7/132] und vom 4. Februar 2016 [Urk. 7/133]
).
3.2.2
Am 26. April 2016 wurde eine Serompunktion durchgeführt, wobei 380 ml ent
fernt wurden
. Es wurde die Verdachtsdiagnose infiziertes Serom bei Exstirpation eines tenosynovialen Riesenzelltumors am medialen Oberschenkel links gestellt
(
Urk.
7/113/4-5)
. Vom 13. bis 16. Juni 2016 war die Beschwerde
führerin erneut im
Z._
hospitalisiert, wo am 13. Juni 2016 eine Seromexzision am medialen Oberschenkel links im Übergang mittleres zu distales Drittel vorgenommen wurde (ohne Nachweis von Bakterien im Punktat). Bis zum 27. Juni 2016 wurde der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Austrittsb
ericht des
Z._
vom
5. Juli 2016 [Urk. 7/121])
.
3.2.3
Vom 25. Juni bis am 14. Juli 2016 war die Beschwerdeführerin erneut im
Z._
hospitalisiert, da eine hohe Fördermenge aus der Drainage persistierte (bei spon
taner Seromentleerung am Oberschenkel links am 20. Juni 2016) und eine Schmerzexazerbation auftrat
. Am 8. Juli 2016 wurde eine Seromrevision am Oberschenkel links vorgenommen mit einem Débridement und einer Einlage Drainage sowie Rückkürzen des
N.
Sap
henus und Verlagerung nach p
roximal. Aufgrund des Nachweises von Staph. aureus wurde eine antib
iotische Therapie installiert (Austrittsb
ericht des
Z._
v
om 13. Juli 2016 [Urk. 7/113/6-9
]). Bis am 27. Juni 2016 wurde der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 7/113/10).
3.2.4
Im Bericht des
Z._
vom 27. Januar 2017
(Urk. 7/118)
wurde
unter anderem
fest
gehalten, es liege eine bekannte Schmerzstörung vor, derentwegen sich die Beschwerdeführerin bis im Februar 2016 am
Z._
, Rheumatologie, in Behand
lung befunden habe. Danach habe eine Konsultation in der chirurgischen Abtei
lung bei
Riesenzelltumor im Bereich des linken medialen Oberschenkels stattge
funden. Aktuell sei eine erneute Zuweisung aufgrund der chronischen Schmerz
störung bei Schmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung in die Arme, der Daumensattelgelenke beidseits (rechtsbetont) sowie der Handgelenke erfolgt. Es bestünden sodann lumbale Rückenschmerzen sowie persistierende Schmerzen im Bereich der Operationsregion am linken medialen Oberschenkel. Die aktuelle Konsultation erfolge aufgrund der Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. Bei der Beschwerdeführerin liege ein deutliches Kra
nkheitsverhalten vor. Das chronische Schmerzsyndrom bestehe seit vielen Jahren und werde ambulant in der rheumatologischen Sprechstunde am
Z._
sowie in der Schmerzsprechstunde des
Z._
betreut. Neben den somatischen bestünden auch psychische Beschwer
den. Entsprechend sei die Prognose schlecht bei einer anhaltenden Schmerzprob
lematik ohne Besserung und Aussicht auf Beschwerdefreiheit. Die Beschwerde
führerin sei nicht in der Lage, einer bezahlten Arbeit nachzugehen (Urk. 7/118/2-3).
Eine Beschwerdeverbesserung sei in der Behandlung der Periarthropathia humeroscapularis tendinopathica rechts möglich. Entsprechend sei am 23. Januar 2017 eine subacromiale Infiltration durchgeführt worden. Zudem sei der Beschwer
deführerin ein Physiotherapie-Rezept zur Detonisierung der Nacken
muskulatur sowie zur Mobilisation der Schultergelenke mitgegeben worden (Urk. 7/118/7).
3.2.5
Der Regionale Ärzte Dienst (RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom 20. Februar 2017 fest, die zahlreichen somatischen, auf degenerativen Veränderungen beru
henden Gesundheitsstörungen seien bekannt, ebenso die chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren. Daran habe sich aus versiche
rungsmedizinischer Sicht unter Berücksichtigung der aktuellen Berichte des
Z._
überwiegend wahrscheinlich nichts Wesentliches geändert. Neu aufgetreten sei nun aber eine Gesundheitsstörung am linken Oberschenkel, welche im Verlauf des Jahres 2016 nach Erstmanifestation im Januar mehrfach operative Eingriffe mit jeweils kurzer stationärer Behandlung erfordert habe. Obwohl dies in keinem der Austrittsberichte expressis verbis erwähnt worden sei, sei doch medizinisch
-
theoretisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass in der Zeit vom 7. April 2016 auf Grund der sich entwickelnden postoperativen Komplikationen zeitlich befristet eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit von 100 % bis längstens Ende August 2016 (6-7 Wochen nach dem letzten operativen Ein
griff und 10 Tage nach Beendigung der antibiotischen Therapie) bestanden habe. Anfang September 2016 sei dann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder der Gesundheitszustand erreicht
gewesen, wie er vor der Entdeckung und Behandlung des Weichteiltumors im linken Oberschenkel bestanden habe (Urk. 7/119/2-4).
3.2.6
Im Bericht vom 23. November 2016 hielt Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Endokrinologie/Diabetologie fest, bei der Beschwerdeführerin sei es im letzten halben Jahr zu einer Gewichtszunahme von etwa 8 Kilogramm gekommen. Dies sei durch die Verbesserung des Diabetes erklärbar. Eine Hypothyreose sei ausge
schlossen. Eine Cortisolüberproduktion als Ursache der Gewichtszunahme habe ebenfalls ausgeschlossen werden können (Urk. 7/124).
3.2.7
Die sonographische Untersuchung des Abdomens der Beschwerdeführerin vom 2. Dezember 2016 (vgl. den entsprechenden Bericht vom 2. Dezember 2016 [Urk. 7/126]) ergab
den Befund
eine
r
Hepatomegalie bei hochgradiger Leber
steatose und eine
r
grenzwertige
n
Milzgrösse
(vgl. bereits den Bericht vom 13. No
vember 2015 [Urk. 7/131])
.
Das Abdomen-CT vom 23. März 2017 ergab, dass keine Befundänderung gegenüber der Voruntersuchung von 2015 bestehe (Urk. 7/139).
3.2.8
Im
Bericht
des
Z._
vom 15. Mai 2017
(Urk. 7/141/1-4)
wurde
unter anderem
festgehalten,
hinsichtlich der Periarthropathia humeroscapularis rechts habe sich keine Änderung der Beschwerden ohne die empfohlene Physiotherapie ergeben; die Beschwerdeführerin habe die verordnete Physiotherapie nicht durchgeführt, da sie die Verordnungen nicht mehr habe finden können. Das MRI des Oberarms rechts, welches bei unklarer knotiger Veränderung veranlasst worden sei, habe keine Hinweise auf ein Malignom ergeben. Am ehesten sei von einem Lipom aus
zugehen. Nebenbefundlich sei eine Partialruptur der Supraspinatussehne am Übergang zur Infraspinatussehne gesehen worden. Hinsichtlich der Schulter
schmerzen sei der Beschwerdeführerin einerseits eine intensivierte analgetische Therapie, andererseits die Durchführung der Physiotherapie als Einzeltherapie sowie Wasser-Einzeltherapie empfohlen worden. Neue Ver
ordnungen seien entsprechend ausgestellt worden. Hinsichtlich der Kribbel
parästhesien, welche wei
terhin nicht eindeutig radikulär zuzuordnen seien, sei auch eine antineuro
pathische Medikation hinsichtlich der chronischen Schmerz
störung mit somati
schen und psychischen Faktoren zu erwägen. Alternativ und bei trotz Physiothe
rapie persistierenden Beschwerden sei auch eine neurologische Vorstellung zum sicheren Ausschluss einer Radikulopathie möglich. Die Knie
gelen
k
sbeschwerden würden am ehesten im Sinne der chronischen Schmerz
störung bei Vorliegen von Gonarthrosen beidseits interpretiert und auch dies
bezüglich werde eine Physio
therapie sowie eine Weiterbehandlung im
B._
empfohlen (vgl. auch den Bericht des
Z._
vom 3. April 2017 [Urk. 7/141/5-8])
.
3.2.9
Im Bericht des
Z._
vom 11. Mai 2017 wurde betreffend Konsultation und Abdomensonographie vom 8. Mai 2017 festgehalten, die Problematik sei komplex, eine Ursache für die erneut als sehr belastend empfundenen Abdomi
nalschmerzen sei nicht erkennbar. Es liege ein diffuser Leberparenchym
schaden vor, vereinbar mit einer Lebersteatose, aber es bestünden keine Hinweise für eine höhergradige Hepatopathie. Die Beschwerdeführerin ver
füge über eine Neben
milz
, die Milz selber sei normal gross. Man habe Rücksprache mit den Kollegen der Viszeralchirurgie gehalten, welche die Beschwerdeführerin kürzlich beurteilt hätten. Eine diagnostische Laparoskopie sei aus chirurgischer Sicht momentan nicht indiziert. Am ehesten sei von einer muskulären Problematik auszugehen, da die Beschwerden vor allem bewegungsabhängig seien. Unter konsequenter Stuhlregulation mit Paragar zeige sich eine gute Stuhlentleerung, sodass hier keine therapeutischen Anpassungen erforderlich seien. Komplettierend könne noch eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden (Urk. 7/142).
3.2.10
Der RAD nahm am 1. Juni 2017 erneut Stellung und führte aus, die vorgelegten Berichte würden keine neuen oder bislang unbekannten Diagnosen respektive Befunde enthalten, welche geeignet seien, eine langandauernde Arbeitsun
fähig
keit zu begründen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei in diesem Fall über
wiegend wahrscheinlich die schon lange bekannte Schmerzver
arbeitungs
störung bei generalisiertem Schmerzsyndrom das Hauptproblem, welche zu einer funk
tionellen Überlagerung der ohnehin zahlreichen, somatischen Gesundheits
schä
den führe. Es sei bei der mittlerweile 56-jährigen Beschwerdeführerin, welche ohnehin nie in grösserem Umfang erwerbstätig gewesen und zu 100 % im Haus
halt qualifiziert sei, von einem seit dem Zeitpunkt der letzten RAD-Stellung
nahme vom 20. Februar 2017 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unver
än
derten (stationären) Gesundheitszustand auszugehen (Urk. 7/147/4).
4.
4.1
Ein Rentenanspruch ist aufgrund der sechsmonatigen Frist ab der Neuanmeldung
(
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_160/
2012 vom 6. Juni 2012 E. 4.1.3) frühestens ab dem 1.
Oktober 2016
zu prüfen,
worauf
die Beschwerdeführerin
in zutreffender Weise selbst hinwies
.
Die Beurteilungen des RAD
, wonach ab September 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein unveränderter Gesundheitszustand
vorliegt,
erscheinen schlüssig und nachvoll
ziehbar. Bei der Beschwerdeführerin steht
–
nach einer vorübergehenden Ver
schlechterung des
Gesundheitszustandes im Zusammenhang mit den Operationen infolge des festgestellten Weichteiltumors (vgl. E. 3.2.1-3.2.3)
–
nach wie vor die bereits bekannte Sch
merzproblematik im Vordergrund, welche von dieser bereits im Jahr 2013 anlässlich des letzten Revisionsverfahrens als allumfassend geschil
dert worden war. Die Beschwerdeführerin hatte angegeben, «im ganzen Körper, überall» Schmerzen zu haben.
Sie hatte über s
tarke Schmerzen in der rechten Schulter geklagt, diese würden in den ganzen Arm ausstrahlen. Sodann
hatte sie
Schmerzen im Bereich des Nackens, der Halswirbelsäule mit Schmerz
ausstrahlung in den rechten Arm, im Handgelenksbereich und in den Endgelenken der Lang
finger, im Bereich der Lendenwirbelsäule mit
Ausstrahlung ins linke Bein,
ver
bunden mit einem Ta
ubheitsgefühl, sowie
Schmerzen «in den Knochen», im linken Fuss, in beiden Kniegelenken mit Ausstrahlung über den Oberschenkel bis zur Hüfte angegeben. Die Schmerzen seien immer vorhanden, unter Belastung verstärkt (Urk. 7/63/1 f.).
Im Bericht des
Z._
vom 27. Januar 2017 wurde betreffend die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
toren festgehalten, diese bestehe unverändert wie bis anhin in den Jahren 2012 bis 2014 (Urk. 7/118/5).
4.2
Der
im Anschluss an die Operationen
im Jahr 2016
neu hinzugetretene chronische nozizeptive und neuropathische Schmerz (Nervus saphenus) im Bereich des linken Beines medioventral
lässt sich nicht objektivieren
– wobei a
nzumerken ist, dass Schmerzen im linken Bein berei
ts vorbestehend waren und bei der letzten Ren
tenrevision bereits in die Beurteilung miteinbezogen worden waren (E. 4.1)
.
Die behandelnde Oberärztin hielt
im neusten Bericht des
Z._
vom 13. April 2018 (Urk. 10), welcher im Beschwerdeverfahren eingereicht wurde,
fest,
in
der Ver
gangenheit
sei die Beschwerdeführerin
zur multimodalen Behandlung ihrer chro
nischen Schmerzstörung intermittierend am
B._
betreut
worden
, zuletzt
sei
die Tumorexzision im Vordergrund
gestanden
. Nach der Tumorentfer
nung mit Teilresektion des M. vastus medi
alis am linken Oberschenkel habe die Beschwerdeführerin
unter gemischt nociceptiven und neuropathischen Schmer
zen
gelitten
. Eine Erklärung für die protrahierte nozizeptive Schmerzkomponente k
önnte
ein Serom am medialen Oberschenkel in der Knieregion sein, welches mehrf
ach punktiert und exidiert worden sei
. Bezüglich der neuropa
thischen Schmerzkomponente
habe
die
Beschwerdeführerin
von Anfang an über Sensati
onen im Bereich des
N.
saphenus
geklagt
. Bei der letzten Seromrevision
sei
der Nerv zurückgekürzt und nach proximal verlagert
worden
, was keinen günstigen Einfluss auf die neuropathische
Schmerzentwickl
ung
gehabt habe
(Urk. 10 S. 4)
.
Eine
Objektivierung der angenommenen Saphenus-Schädigung sei nicht möglich (Urk. 10 S. 1).
Medikamentös
habe
die
Beschwerdeführerin
initial von Lyrica
pro
fitiert
, was
jedoch zu massiven Beinödemen geführt habe
. Gabapentin
sei
bisher besser vertragen
worden, jedoch bei geringerer anal
getischer Wirksamkeit. Surmontil als Co-Analgetikum be
i coexistenten Schlafstörungen sei
gut vertra
gen
worden, jedoch habe
es auch nur eine geringe Wirkung
auf Schmerz- und Schlafqualität. Von der Lokal
therapie mit Neurodol Tissuge
l und Capsaicin Creme profitier
e die
Beschwerdeführerin ebenfalls nur mä
ssig. Eine Qutenza-Applikation
sei
im Beisein einer Familienangehörigen besprochen
worden
, jedoch
habe sich
die
Beschwerdeführerin
letztlich dagegen
entschieden
. Opioide
hätten
einen deut
lich sedativen und nur einen geringen a
nalgetischen Effekt. Zudem stehe
man einer Langzeiteinnahme von Opioiden bei nicht tumorbedingten chronischen Schmerzen aktuell kritisch gegenüber. Eine ergotherapeut
ische Desensi
bilisierungsbehandlung habe
wenig Einfluss auf den Schmerz
gehabt
. Eine nie
derschwellige Psychotherapie sei
bereits vor der Tumorexstirpation im Rahmen der langjährigen chronischen Schmerzstörung
etabliert
gewesen
. Im Sommer 2017
habe
sich die Situation dahingehend
verändert
, dass die
Beschwer
deführerin
aus bisher unklaren Gründen Probleme beim Ge
hen bekommen habe
. Plötzlich
sei
sie nur noch an Gehstöcken mobil
gewesen
.
Die MRI-Befunde vom 4. September
2017
seien
stationär zu 2011 und damit keine Erklärung für die akute Verschlechterung. Deshalb
sei
ein neurologisches Kon
z
il durchgeführt
wor
den. Dabei habe
sich kein Hinweis auf eine Wurzelläsion L3 oder L4
ergeben, auch das EMG zur Wurzel L5 sei
unauffällig
gewesen
. Eine Ableitung des
N.
saphenus zur Obje
ktivierung der angenommenen Schädigung sei
technisch nicht möglich. Da der N
erv rein sensibel sei
, sei
die Gangstörung
jedoch
sowieso nicht zu erklären. Der Vorschlag einer probatorischen Steroidtherapie bei Mono
radikulitis als Differentialdiagnose
sei
von der
Beschwerdeführerin
verworfen
worden
. Sie
wolle
keine Steroidbehandlung, weder systemisch, noch beispiels
weise epidural. Bezüglich der in den med
ialen Kniegelenksbereich auslaufenden Schmerzen sei
bereits ein ort
hopädisch-traumatologisches Konz
il im Juni 2016 erfolgt, welches weder in der konventionellen Bildgebung noch in den mit abge
bildeten Strukturen des MRI eine
relevante Pathologie ergeben habe. Auch das rheumatologische Konz
il im November 2017
habe
die schmerzhafte Bewegungs
störung des linken Beines nicht einer Pathologie zuordnen
können
(Urk. 10 S. 4)
.
Aus
ärztlicher Sicht
kann
somit
auch
nicht nachvollzogen werden, weshalb sich die Beschwerdeführerin bloss noch mit
Gehstöcken
fortbewegt. Diesbezüglich ist von
einer Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin auszugehen, welche gemäss ärztlicher Einschätzung
ein deutliches Krankheitsverhalten
zeigt (vgl. den Arzt
bericht des
Z._
vom 27. Januar 2017 [E. 3.2.4])
.
4.3
Die noch im Bericht des
Z._
vom 15. Mai 2017 erwähnte neu aufgetretene exazerbierte Periarthropathia humeroscapularis rechts (Urk. 7/141/1) liess die Beschwerdeführerin zunächst nicht behandeln, obwohl ihr Physiotherapie ver
ordnet worden war; sie habe die Verordnungen nicht mehr finden können
.
Es wurden daher neue Verordnungen ausgestellt
(E. 3.2.8). Im aktuellsten Bericht des
Z._
vom 13. April 2018 finden sich
schliesslich keine Hinweise mehr auf eine Periarthropathia humeroscapularis (Urk. 10).
4.4
Soweit zu den bereits bestehenden umfassenden Schmerzen neue hinzugetreten
sind
,
lässt sich nicht
nachvollziehen
,
inwiefern diese einen zusätzlich
limitieren
den
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Aufgabenbereich haben sollten,
erledigte die Beschwerdeführerin doch bereits im Jahr 2014 aufgrund der vorbestehenden Schmerzstörung im Haushalt kaum noch etwas
und überliess
sie
die meisten Arbeiten den im
gleichen
Haushalt wohnenden Kindern beziehungsweise der im
gleichen
Haushalt
lebenden
Schwiegertochter
(vgl. den Abklärungsbericht vom 19. März 2015 [Urk. 7/93]
sowie die Schilderung
der Beschwerdeführerin
gegen
über dem RAD
anlässlich der Untersuchung vom 19. Februar 2013, sie nehme im Haushalt immer etwas in Angriff, müsse dann ab
er wegen der Schmerzen aufhö
ren;
die Töchter und Söhne sowie die Schwiegertochter würden ihr helfen [Urk. 7/63/2]
)
.
Selbst
w
enn sich die Beschwerdeführerin
noch
im medizinisch-theoretisch zumutbaren Umfang
am Haushalt beteiligt hätte
, wären ihr gemäss Einschätzung der behandelnden Ärzte des
Z._
noch immer rein sitzende und wechselbelastende Tätigkeiten im Umfang von drei Stunden pro Tag zumutbar (Urk. 7/118/4),
welche die Beschwerde
führerin über den ganzen Tag verteilt frei einteilen könnte. Inwiefern sich damit eine Einschränkung von mehr als
34 %
im Haushalt
rechtfertigen lässt
,
kann nicht nachvollzogen werden. Der Aufgabenbe
reich hat sich seit dem letzten Revisionsverfahren reduziert,
erreichte
auch
das jüngste Kind der Beschwerde
führerin im Ja
hr des Verschlechterungsgesuchs
die Volljährigkeit, womit die Beschwerdeführerin keine Betreuungsaufgaben für min
derjährige Kinde
r mehr
zu übernehmen hat
. Die
mittlerweile erwachsenen Kinder
haben ihren Anteil am gemeinsamen Haushalt selbständig zu erledigen,
sofern sie noch im gleichen
Haushalt leben
.
4.5
Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitsz
ustands,
wie dies die Beschwerdeführerin geltend macht
e
, lässt sich den Akten nicht entnehmen.
I
m
aktuellsten Bericht des
Z._
wird
zudem
lediglich von einer niederschwelligen Psychotherapie berichtet (Urk. 10 S. 4).
Was den Diabetes anbelangt, wurde sogar von einer Verbesserung berichtet (E. 3.2.6).
4.6
Nach dem Gesagten lässt sich eine
erhebliche
Verschle
chterung des Gesundheits
zustand
s
nicht feststellen.
Weitere Abklärungen erweisen sich nicht als notwen
dig.
5.
Damit ist die Beschwerde unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Die Kos
ten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und der
Beschwerdeführer
in aufzuerlegen.