Decision ID: 2baf60d0-a62d-4b01-949e-de330bb33f80
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1970, absolvierte ein Betriebswirtschaftsstudium in seinem Heimatstaat und reiste am 15. August 2005 in die Schweiz ein, wo er ab 2008 selbständig erwerbstätig und ab März 2009 bei der von ihm selbst gegründeten Y._ als Geschäftsführer angestellt war (Urk. 6/8/2, Urk. 6/22/13-14, Urk. 6/33/203, Urk. 6/33/210 und Urk. 6/33/225). Am 14. März 2012 erlitt X._ einen Motorradunfall (Schadenmeldung UVG vom 15. März 2012, Urk. 6/33/203). Der Unfallversicherer richtete nach dem Unfall
geschehen die gesetzlichen Leistungen aus. Per 31. Mai 2013 erfolgte die Leistungseinstellung (Verfügung des Unfallversicherers vom 5. Februar 2014, Urk. 6/33/70-71), wogegen der Versicherte am 10. März 2013 Einsprache ein
legte (Urk. 6/33/59-66).
1.2
Der Versicherte meldete sich am 15. November 2013 (Eingangsdatum) – unter Hinweis auf eine seit 10. Juni 2013 fehlende körperliche und geistig-psychische Belastbarkeit durch eine Überlastung am Arbeitsplatz – bei der Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungs
bezug an (Urk. 6/3). D
ie IV-Stelle
zog einen Auszug aus dem
individuellen Konto
von X._
(Urk.
6
/
12)
und die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 6/15, Urk. 6/22) sowie der Unfallversicherung (Urk. 6/16, Urk. 6/23, Urk. 6/33, Urk. 6/36)
bei
,
holte
einen
Be
richt de
s
behandelnden
Psychiaters
(
Urk. 6/29
) ein
und liess zusammen mit dem Unfallversicherer ein polydisziplinäres Gutachten bei der A._ erstellen (Gutachten vom 11. September 2015 [Urk. 6/59])
.
Mit Schreiben vom 12. November 2015 wies die IV-Stelle den Versicherten auf seine Mitwirkungspflicht zur Erhaltung oder Ver
besserung des Gesundheitszustands hin (Urk. 6/64). Nach durchgeführtem Vor
bescheidverfahren (Vorbescheid vom 12. November 2015 [Urk. 6/65], Einwand vom 20. November 2015 resp. 16. Dezember 2015 [Urk. 6/66-67], begründeter Einwand vom 23. April 2016 [Urk. 6/74]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. September 2016 einen Leistungsanspruch des Versicherten (Urk. 6/80 [= Urk. 2]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 24. Oktober 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine befristete Rente ab April 2014 bis Dezember 2015 zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Beiladung der beruflichen Vor
sorgeeinrichtung PAX Sammelstiftung BVG sowie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 22. No
vember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 13. Dezember 2016 mitgeteilt wurde. Mit selbiger Verfügung wies das Gericht das Gesuch um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels ab (Urk. 7).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2.2
Gemäss der am 3. Juni 2015 geänderten Praxis sind für
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
matischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen, die Begutachtung habe ergeben, dass beim Beschwerdeführer weder aus soma
tischer noch psychiatrischer Sicht ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege. Orthopädisch seien keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Die leichte depressive Episode sei definitionsgemäss eine vorübergehende, behandelbare Krankheit. Im Jahr 2013 seien psychische Probleme aufgetreten, welche durch einen Arbeitsplatzkonflikt ausgelöst worden seien und seither fortbestünden. Es würden aber genügend Ressourcen vorgebracht, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützten. Es sei dem Beschwerdeführer zumutbar, eine Erwerbstätigkeit voll auszuüben (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die allfällige Therapier
bar
keit einer depressiven Episode sei vorliegend als irrelevant zu betrachten (Urk. 1 S. 9). Die nach gutachterlicher Würdigung schwerwiegende psychische Störung mit versicherungsmedizinischer Relevanz sei verselbständigt und jedenfalls nicht durch den Arbeitsplatzkonflikt entstanden, sondern nur durch diesen später hinzugekommenen Konflikt aufrechterhalten worden, so dass die bereits vor dem Arbeitsplatzkonflikt vorhandene ausge
prägte psychische Störung bereits so eng mit der Gesundheitsschädigung und ihren funktionellen Auswirkungen verbunden gewesen sei, dass sich diese sozialen Umstände mittelbar invaliditätsbegründend ausgewirkt hätten. Die gut
achterlich festgestellte psychische Krankheit finde ihre hinreichende Erklärung gerade nicht erst in den psychosozialen Umständen bzw. gehe eben nicht in ihnen auf. Diese Umstände hätten im vorliegenden Fall somit zur Folge, dass bei ihm von einem seit dem Unfall bestehenden, invalidisierenden Gesundheits
schaden auszugehen sei, der bis zur gutachterlich prognostizierten Besserung per Ende 2015 fortgedauert habe und ihn im gutachterlich beurteilten Umfang von 50 % in seiner Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eingeschränkt habe. Nachdem er auch tatsächlich seit Januar 2016 wieder in der Lage sei, eine volle Arbeits
fähigkeit zu verwerten, habe er Anspruch auf eine bis einschliesslich Dezember 2015 befristete Rente ab Ablauf der Wartefrist bzw. frühestens 6 Monate nach Anmel
dung zum Bezug von Leistungen, folglich ab April (richtig: Mai) 2014 (Urk. 1 S. 11).
3.
3.1
Dr. med. B._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 13. August 2013 eine post
traumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und eine „Betroffenheit Persön
lichkeitsveränderung“ (ICD-10 F60.8). Der Beschwerdeführer sei seit dem 10. Juni 2013 (Hausarzt) resp. seit dem 6. August 2013 (Dr. B._) zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 6/29; vgl. auch Bericht von Dr. B._ an den Krankentag
geldversicherer, Urk. 6/10).
3.2
Im März 2014 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag des Krankentag
geldversi
cherers von Dr. med. C._, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, psychiatrisch begutachtet. Im betreffenden Gutachten vom 2. Juni 2014 (Urk. 6/22/4-20) stellte Dr. C._ die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11). Zur Begrün
dung dieser Diagnose führte Dr. C._ aus, der Beschwerdeführer habe im Mai 2013 eine erhebliche psychosoziale Belastung erlitten, indem ihm seine eigene Firma seine Funktion als Geschäftsführer gekündigt habe. Es sei ein bisher ungelöster Rechtstreit gefolgt. Inzwischen habe er zudem seinen Aktienanteil an der Firma verloren und der Zugang zu seinen ehemaligen Mitarbeitern und Lieferanten sei ihm untersagt worden, so dass er sozial isoliert worden sei. Die berufliche Zukunft sei für den Beschwerdeführer ungewiss, er leide an Hilflosig
keit und Hoffnungslosigkeit. Darüber hinaus hätten bei unauffälliger Konsistenz
prüfung Interesse- und Freudverlust, Antriebsmangel, Verlust des Selbst
wertgefühls, wiederkehrende Suizidgedanken, vermindertes Konzentra
tions
ver
mögen und Schlaf-/Appetitstörungen festgestellt werden können. Damit seien die diagnostischen Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode erfüllt. Die depressive Episode habe sich aus einer Anpassungsstörung nach dem aus Sicht des Beschwerdeführers ungerechten und hinterrücks eingefädelten Verlust seiner Firma entwickelt. Eine posttraumatische Belastungsstörung und eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung könnten nicht fest
gestellt werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe derzeit eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für die angestammte Tätigkeit und eine 80%ige Arbeitsun
fähigkeit für eine angepasste Tätigkeit. Der Beschwerdeführer werde seit etwa Juli 2013 psycho- und pharmakotherapeutisch (wöchentliche Konsultation mit stützender und psychoedukativer Verhaltenstherapie, Johanniskrautpräparat) behandelt. Aus gutachterlicher Sicht sei nach mehr als sechs Monaten Behandlung ohne wesentliche Besserung der Symptomatik ein Ausbau der anti
depressiven Medi
kation angezeigt. Sollte nach weiteren vier bis fünf Monaten keine deutliche Besserung der depressiven Symptomatik erkennbar sein, wäre eine stationäre Behandlung zu erwägen (Urk. 6/22/15-18).
3.3
Bezüglich der weiteren bis zur polydisziplinären Begutachtung in der MEDAS A._ im Mai 2015 aufliegenden Arztberichte wird auf die „Aktenanalyse“ im betreffenden Gutachten vom 11. September 2015 (vgl. E. 3.4) verwiesen (vgl. Urk. 6/59/5-7).
3.4
Dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS A._ vom 11. September 2015 (Urk. 6/59
) können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
6/59/19):
-
sonstige Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.8)
-
„
leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), zus. Zwangsgedanken
“
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter folgende (Urk. 6/59/19):
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)
,
kleines Residuum eines Hämatoms lumbal
durch Unfall vom 14. März 2012,
anamnes
tisch intertriginöses Ekzem bei bekannter Atopie
,
Rhinokonjunktivitis pollinosa und allergica
, i
nhalative und Haut-(Rötungen, Juckreiz), Manifestationen durch Tierepithelien
,
beg
innende Acne rosacea im Gesicht,
P
igmentnaevi,
anamnes
tisch Herpes labialis
.
Zur Arbeitsfähigkeit ist dem Gutachten zu entnehmen, diese betrage in der ange
stammten Tätigkeit als Geschäftsführer 50 %; bei 50 % Leistung und 8,5 Stunden Präsenzzeit. In einer Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit ebenfalls 50 % bei 50%iger Leistung und
8,5stündiger Präsenz
(Urk. 6/59/20)
. In dieser sollten jedoch
aus psychiatrischer Sicht
besondere emotionale Belas
tungsfaktoren und Arbeiten unter Zeitdruck vermieden werden. Auch ansonsten g
ä
lten die im Fähigkeitsprofil beschriebenen Einschränkungen (Urk.
6/59/19). Die Arbeitsfähigkeit sei psychiatrisch bedingt. Es sei zu erwarten, dass der Beschwerdefü
hrer ab 2016 sowohl in der angestammten als auch in einer ange
passten Tätigkeit wieder
zu
100
%
arbeitsfähig sein werde. Bis auf die stationä
ren Aufenthalte wegen des Unfalls (nicht psychiatrisch bedingt) habe auch retrospektiv eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
seit März 2012 bestanden, zunächst aus orthopädischen, dann aus psychiatrischen Gründen. Der Beschwerdeführer sei bis August 2013 rein orthopädisch von der
D._
zu 20
%
krankgeschrieben gewesen. Anschliessend hätten keine weiteren Kontrollen dort mehr stattgefunden. Rein orthopädisch sei zu postulieren, dass der Beschwerde
führer ab September 2013 100
%
arbeitsfähig gewesen sei. Aus inter
nisti
scher, neurologischer und dermatologischer Sicht habe nie eine Arbeitsun
fähig
keit bestanden. Die berichteten Symptome auf der Grundlage des objektivierba
ren psychischen Gesundheitsleidens hätten gegenwärtig einen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers, jedoch werde die weitere Therapie überwiegend wahrscheinlich helfen, die noch bestehenden subjektiven Beein
trächtigungen zu lindern und dadurch einer Chronifizierung entgegenwirken. Spätestens nach Ablauf von sechs Monaten sei aus psyc
hiatrischer Sicht mit einer vollen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Urk.
6/59/20).
Die Gutachter hielten
im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung
zudem fest,
aus orthopädischer Sicht bestehe ein Zustand nach Motorradunfall mit
Kontu
sion der Lendenwirbelsäule
und
beider Knie
vom März 2012
(
Urk.
6/59/15).
Der Beschwerdeführer berichte über chronische Schmerzen über dem Steissbein, abhängig von Belastung, Position und Wetter. Auch ein Druck und die Position spiele eine Rolle. Auf einer Schmerzskala 0-10 habe
d
er
Beschwerdeführer jeweils
Schmerzen von Stärke 5 und
8.
Von Seiten der Kniekontusionen sei er beschwerdefrei. Die Behandlung im
D._
sei seit zwei Monaten abge
schlossen. Klinisch finde sich ein normaler orthopädischer Status bis auf eine lokale Druckdolenz im Bereiche des linken Iliosakralgelenks, wo auch eine ca. 5cm grosse kleine Schwellung bestehe. Die Lendenwirbelsäule sei normal beweglich und es fänden sich keine radikulären Zeichen. Daneben finde sich eine lokale
Druckdolenz
im Bereiche des medialen Gelenkspaltes links bei Status nach Synovitis des linken Knies vor vielen Jahren
(Urk. 6/59/16)
. Das Hämatom mit der Kapsel habe sich gegenüber der Voruntersuchung
(vgl. Urk. 6/59/5-6)
vollständig aufgelöst, resp
ektive
sei nicht mehr nachweisbar. Die Diskusdege
neration L5/S1 sei stabil seit der Voruntersuchung. Das rechte Knie sei radiolo
gisch altersentsprechend mit leichten degenerativen Veränderungen. Die Beschwerden des Beschwerdeführers seien entsprechend schwer nachvollzieh
bar. Auf Grund der genannten Probleme beste
he folgendes Zumutbarkeitsprofil
: Arbeiten in gebückter Haltung seien nicht zumutbar, wie auch Arbeiten mit Zwangspositionen des Oberkörpers und ausschliesslich sitzende Arbeit. Das Heben und Tragen von schweren Lasten über 25kg sei nicht zumutbar. Entspre
chend bestehe zur angestammten Arbeit als Geschäftsführer mit überwiegend administrativer Arbeit wechselbelastend keine Inkongruenz
und somit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Auch in einer Verweistätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeit
sprofils bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/59/16). Versi
cherungsmedizinisch liege im dermato-allergologischen Bereich eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der atopischen Diathese mit allergisch-in
halativen und ekzematoiden Symptomen vor. Arbeiten mit Kontakt zu inhalati
ven Allergenen sowie Arbeiten im feuchten, chemisch oder mechanisch irritativen Milieu sollten gemieden werden. Unter Berücksichtigung des Fähig
keitsprofils lägen keine absehbaren zukünftigen Einschränkungen vor (
Urk.
6/59/16-17).
Der aktuelle neurologische Untersuchungsbefund sei im Wesentlichen unauffällig gewesen. Aus rein neurologischer Sicht fänd
en sich keine Einschränkungen, weder für die angestammte noch für eine mögliche Verweistätigkeit. Aus allgemeinmedizinisch-internistischer Sicht ergebe sich aktuell kein als versicherungsmedizinisch relevant einzustufender Befund. Ins
gesamt ergebe sich zum jetzigen Zeitpunk
t aus allgemeinmedizinisch-internis
tischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/59/17).
Zur aktuellen psychiatrischen Beurteilung
hielten die Gutachter fest, es s
ei nach dem erlittenen Unfall beim Beschwerdeführer zu einer akuten Belastungs
reaktion gekommen, später sei wegen der Erkrankung und der gesundheitlichen Komplikationen mit psychosozialen Auswirkungen, speziell dem Verlust des Arbeitsplatzes in der eigenen Firma, eine Anpassungsstörung aufgetreten. Der neuere Begriff der „genuinen Belastungsstörung
“
wäre für die Situation des Beschwerdeführers durchaus zutreffender. Dieser Begriff sei konzeptionell für die Neufassung der ICD-11 vorgesehen. Dabei handle es sich um Kernsymptome wie Fehlanpassung, Intrusionen, unzureichende Erholungsfähigkeit, Konzentra
tionsprobleme
und
ferner Problem- und Personenvermeidung. Auch könnten Begleitsymptome wie Angst, depressive Stimmung und Impulskontrollprobleme bestehen. Die Zeitkriterien lägen allerdings unverändert bei sechs Monaten bis zwei Jahren. Aktuell sei von der Diagnose einer sonstigen Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.8) auszuge
h
en. Eine
posttraumatische Belastungsstörung
könne gemäss der ICD-Definition nicht diagnostiziert werden. Allerdings bestehe beim Beschwerdeführer eine leichte depressive Störung, jedoch ohne Anhalt für eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, wie dies früher postuliert worden sei. Beim Beschwerdeführer sei von einer vorwiegend anan
kastischen Persönlichkeitsstruktur auszuge
h
en, die im Rahmen des Unfallge
schehens und der danach eingetretenen psychosozialen Belastungen eine Akzen
tuierung erfahren habe. Diese entspreche allerdings nicht einer Persön
lichkeitsstörung per definitionem
(Urk. 6/59/17-18)
.
Dem Gutachten kann sodann
entnommen werden, orthopädisch sei er bereits seit einem Jahr nicht mehr in Behandlung. Die angegebenen Beschwerden hätten klinisch und radiologisch kein entsprechendes Substrat gefunden und hätten entsprechend nur teilweise nachvollzogen werden können. Ansonsten aber seien die Angaben zum Beschwerdebild und zum bisherigen Verlauf durchaus konsistent gewesen, es hätten sich keine Anhaltspunkte für das Vor
liegen einer Aggravation oder gar Simulation ergeben, wenn auch die aktuelle diagnostische Einschätzung nicht den früheren Hypothesen entspreche (
Urk.
6/59/18).
Zum Fähigkeitsprofil hielten die Gutachter fest, stärkere
psychische Anfor
derun
gen unter Stressbedingungen könnten mit Leistungseinbussen ein
her
gehen, diese Fertigkeiten und die Resilienz müssten in der nahen Zukunft wieder eingeübt werden. Die Kommunikation erscheine beim Beschwerdeführer durch die leichte Reizbarkeit und Ungeduld noch eingeschränkt. Hierzu würde sich eine Behandlung mit stimmungsstabilisierenden Psychopharmaka anbieten, dieser stehe der Beschwerdeführer gegenwärtig aber noch kritisch gegenüber (
Urk.
6/59/18).
P
rognostisch sei in therapeutischer Hinsicht zu erwarten, dass
im Rahmen einer psychiatrischen/
psychotherapeutischen Behandlung unter Einbe
zug von Psychopharmaka die traumatischen Erlebnisse, jedoch auch die negati
ven psychosozialen Faktoren, entsprechend gezielt behandelt und dadurch suk
zessive rückläufig sein w
ü
rden. Unter einer Intensivierung der Therapie, speziell der Gabe eines Psychopharmakons sei mit einer Verbesserung der Gesamtsitua
tion spätestens nach Ablauf von sechs Monaten zu rechnen. Die Modifizierung der Therapie würde zugleich auch einer Chronifizierung entgegenwirken. Dabei sei besonders zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner sehr umfassenden beruflichen Ausbildung und Erfahrung insgesamt über sehr gute Ressourcen verfüge, die jedoch gegenwärtig nicht zum Tragen kommen würden (
Urk.
6/59/19).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine - vom 1. Mai 2014 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG und Sachverhalt Ziffer 1.2 [Anmeldung zum Leistungsbezug am 15. November 2013]) bis 31. Dezember 2015 (vgl. Urk. 1 S. 11 [volle Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Januar 2016]) befristete - Rente der Invalidenversicherung hat.
4.2
4.2.1
Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS A._ vom 11. September 2015 (Urk. 6/59) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen (orthopä
disch, neurologisch, dermatologisch, allgemein-internistisch, psychiatrisch), wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet und berücksichtigt die geklagten Beschwerden.
4.2.2
Hinsichtlich des somatischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers stell
ten die Gutachter weder in neurologischer, noch in allgemein-internistischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest. Laut der Beurteilung des dermatologischen und des orthopädischen Experten führen in dermatologischer Hinsicht die atopische Diathese mit allergisch-inhalativen und ekzematioden Symptomen und in orthopädischer Hinsicht die Schmerzsituation lumbal nach dem Unfall vom 14. März 2012 zu einer Einschränkung im Zumutbarkeitsprofil: Dermatologisch müssen
Tätigkeiten mit Kontakt zu inhalativen Allergenen (Pollen, Pflanzen, Tierepithelien, Mehle, Hausstaubmilbe u.a.) sowie Arbeiten im feuchten Milieu bzw. mit Kontakt zu Chemikalien, sonstigen aggressiven Sub
stanzen oder solche mit mechanisch-irritativer Hautbelastung
ge
mi
e
den
werden. Aus orthopädischer Sicht sind
Arbeiten in gebückter Haltung wie auch Arbeiten mit Zwangspositionen des Oberkörpers und a
usschliesslich sitzende Arbeit sowie
auch das Heben und Tragen von schweren Lasten über 20kg,
nicht zumutbar. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht seit September 2013 in der bisherigen sowie in anderen ange
passten Tätigkeiten wieder zu 100 % arbeitsfähig sei. Diese Beurteilung erscheint aufgrund der erhobenen somatischen Befunde nachvollziehbar und überzeugend. Sie wurde denn von ihm auch nicht in Frage gestellt.
4.2.3
Der Beschwerdeführer machte vielmehr einzig geltend, die Beschwerdegegnerin sei zu Unrecht von der Arbeitsunfähigkeitseinschätzung des psychiatrischen Gutachters der MEDAS A._ (50%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und ange
passter Tätigkeit seit dem Unfall vom 14. März 2012 [Urk. 6/59/51-52]) abgewi
chen (Urk. 1 S. 7 f.).
4.3
Vorauszuschicken ist, dass nach der Rechtsprechung die Aufgaben von Rechts
an
wender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt sind: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesund
heits
zustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersu
chung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt der Arztperson hinge
gen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arzt
person zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet.
Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 V 193 E. 3.1 und E. 3.2). Somit können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten fest
gestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass die gesamte gutachterli
che Beurteilung ihren Beweiswert verliert (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richtes 8C_92/2017 vom 20. März 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.4
4.4.1
Soweit die Gutachter der
MEDAS A._
dem Beschwerdeführer bereits seit dem Unfall
(März 2012) bis zur Kündigung (
Mai 2013
)
eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit (von 50
%
) attestierten, ist zu bemerken, dass sich der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage erstmals im Juni 2013 dazu veranlasst sah, aus psychischen Gründen seine Hausärztin resp.
Dr. B._
aufzusuchen, wobei ihm diese erst ab dem 10. Juni 2013 (Hausärztin) resp. ab dem
6.
August 2013 (Dr.
B._
) aus psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit attestierten (Urk. 6/10 und 6/29).
Dr. B._
führte dabei in seinem Bericht an die Beschwer
degegnerin vom 13. August 2014 unter dem Titel „Anamnese“ lediglich „Verlust der ganzen Existenz durch Mobbing als CEO“ an. Von vorbestehenden psychi
schen Problemen ist darin – wie auch im Bericht von Dr.
B._
vom 1
7.
Oktober 2013 (
Urk.
6/10) – nicht die Rede (Urk. 6/29). Auch der Beschwer
deführer selbst hat in der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 15. November 2013 (
Urk.
6/5/3), gegenüber der
E._
(Assessement-Bericht vom 16. November 2013,
Urk.
6/15/6-10, insbesondere
Urk.
6/15/9) und gegenüber Dr.
C._
(
Urk.
6/22/11) nur auf die seit dem 10. Juni 2013 resp. die seit der Kündigung bestehenden psychischen Beeinträchtigungen hingewiesen.
Es deutet demnach nichts darauf hin, dass bereits vor der Kündigung Ende Mai 2013 eine erhebliche psychische Problematik bestanden haben könnte.
4.4.2
Laut der – einlässlich begründeten - Beurteilung von Dr. C._ in seinem psychiatri
schen Gutachten vom 2. Juni 2014 (vgl. E. 3.2) führte der aus Sicht des Beschwerdeführers
ungerechte und hinterrücks eingefädelte Verlust seiner Firma
(Kündigung Ende Mai 2013)
zu einer Anpassungsstö
rung (ICD-10 F43.2), aus welcher
sich unter der anhaltenden Belastung der rechtlichen Auseinan
dersetzung und dem weiteren Verlust von sozialen Kontakten und Vermögens
werten eine
mittelgradig
depressive Episode
mit somatischem Syndrom (
I
CD-10 F32.11, vgl. Urk. 6/22/15
) entwickelt
e
, als Ausdruck von anhaltender Resigna
tion und Ohnmachtserleben (Urk. 6/22/16)
. Eine posttraumatische Belastungs
störung (ICD-10 F43.1) sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (UCD-10 F62.0) schloss Dr. C._ – ebenfalls mit einlässlicher Begründung – aus (Urk. 6/22/17).
Auch gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. F._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, von der MEDAS A._ entwickelte der Beschwer
deführer (unter anderem) aufgrund des arbeitsplatzbezogenen Konflikts eine (von ihm nicht kodierte) Anpassungsstörung, wobei Dr. F._ dazu bemerkte, dass der Begriff „genuine Belastungsstörung“ (mit Kernsymptomen: wie Fehlan
passung, Intrusionen, unzureichender Erholungsfähigkeit und ferner Problem- und Personenvermeidung sowie Begleitsymptomen wie: Angst, depressive Stimmung und Impulskontrollstörung) gemäss der in Bearbeitung stehenden Neufassung der ICD-11 für die Situation des Beschwerdeführers zutreffender wäre. Unter Hinweis darauf, dass die Zeitkriterien bei der „genuinen Belas
tungsstörung“ unverändert
(
vgl. Dilling/Mombour/Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen; ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnosti
sche Leit
linien, 10. Auflage 2015, S. 209-210
)
bei sechs Monaten bis zwei Jahren lägen, diagnostizierte er „aktuell“ eine sonstige Reaktion auf schwere Belastung (ICD
10 F43.8). Zusätzlich bestand laut Dr. F._ im Zeitpunkt der Begutachtung eine leichte depressive Störung, jedoch keine posttraumatische Belastungsstörung und keine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (Urk. 6/59/50).
Im Weiteren ist dem Gutachten der MEDAS A._ zwar zu entnehmen, dass die vom Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung angegebenen Defizite im Bereich der Mobilität aus somatischer Sicht nicht nachvollzogen werden können (Urk. Urk. 6/59/9, 6/59/16 und Urk. 6/59/50). Eine betreffende psychiatrische Diagnose (beispielsweise aus dem Formenkreis der somatoformen Schmerzstö
rungen [ICD-10 F45]) wurde jedoch nicht gestellt. Dies wurde vom Beschwer
deführer nicht bemängelt, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.
4.5
4.5.1
Die in ICD-10 F43 (Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungs
störun
gen) aufgeführten Störungen entstehen immer als direkte Folge einer akuten schweren Belastung oder eines kontinuierlichen Traumas. Das belastende Ereignis oder die andauernde, unangenehme Situation sind der primäre und ausschlaggebende Kausalfaktor, und die Störung wäre ohne seine Einwirkung nicht entstanden
(
vgl. Dilling/Mombour/Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen; ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien, 10. Auflage 2015, S. 204).
Die posttraumatische Belastungsstörung gemäss ICD-10 F43.1 fällt gemäss BGE 142 V 342 in den Anwendungsbereich von BGE 141 V 281 (vgl. E. 1.2.2). Dies hat auch für die von Dr. F._ gestellte (allerdings nicht näher begründete und von daher nicht unbedingt schlüssige) Diagnose gemäss ICD-10 F43.8 zu gelten, zumal ihr ein diagnoseinhärenter Bezug zum Schweregrad fehlt.
4.5.2
Auch nach der Praxisänderung vom 3. Juni 2015 gelten anhaltende somato
forme Schmerzstörungen und damit vergleichbare psychosomatische Leiden nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar sind, was namentlich bei noch nicht lange chronifizierten Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit keine Behand
lungsresistenz besteht (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 21. März 2016 E. 4.1.3.1 mit Hinweisen).
Leichte
bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidi
vierend oder episodisch,
fallen
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE
140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesi
cherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen thera
peutisch gut angehbar sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rma
tiven Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objekti
vierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
4.5.3
Im psychiatrischen Kontext kommt es grundsätzlich
nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeits
fähigkeit hat. Massgebend ist in erster Linie der lege artis erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (Urteil des Bundesgerichts 9C_59/2017 vom
6.
Januar 2016 E. 6.1)
.
Dr. C._ hatte aufgrund der von ihm im März 2014 durchgeführten klinischen psychiatrischen Untersuchung – nachvollziehbar - auf eine mittelgradige depressive Symptomatik geschlossen (Urk. 6/22/12-13). Der von Dr. F._ erhobene psychische Befund weist für den Zeitpunkt der Begutachtung in der MEDAS A._ (Mai 2015) nurmehr eine teils (weitgehend) unauffällige, teils leichte psychopathologische Symptomatik aus (Urk. 6/59/48). Ab dem 1. Januar 2016 war der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben wieder voll arbeitsfähig (Urk. 1 S. 11).
Demnach ist davon auszugehen, dass im relevanten Zeitraum (Mai 2014 bis Dezember 2015) keine schwere Störung gemäss ICD-10 F43.8 vorlag und auch keine schwere depressive Störung bestand. Gleiches gilt aufgrund der Fest
stellungen von Dr. C._ und Dr. F._ im Übrigen auch für die Zeit davor (vgl. auch E. 4.4.1).
4.5.4
Von einer Therapieresistenz kann vorliegend schon in Anbetracht der vollständi
gen Remission
dieser beiden Störungen per Ende 2015 (vgl. Urk. 1 S.
11) nicht ausgegangen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_58/2016 vom 1
1.
Mai 2016 E. 4.2). Abgesehen davon hat sich der Beschwerdeführer zwar seit August 2013 einer ambulanten psychothe
rapeutischen Behandlung bei Dr. B._
unterzogen und einen phytopharmakologischen Behandlungsversuch unternommen (Urk. 6/59/22 und
Urk.
6/22/18). Psychopharmaka nahm er gemäss seinen Angaben gegenüber dem psychiatrischen Gutachter der
MEDAS A._
aber nie ein (Urk. 6/59/47). In eine (teil-)stationäre Behandlung begab er sich ebenfalls nie (
Urk.
6/59/20). Dies, obwohl
Dr. C._
im genannten Gutach
ten vom
2.
Juni 2014 den Ausbau der antidepressiven Medikation mit Psycho
pharmaka und allenfalls eine stationäre Behandlung empfohlen und die Prog
nose als „vorerst eher noch günstig“ bezeichnet hatte (
Urk.
6/22/18-19). Auch die Gutachter der
MEDAS A._
erwarteten unter einer Intensivierung der Thera
pie, speziell unter Gabe eines Psychopharmakons, eine Verbesserung der Gesamtsituation (Urk. 6/59/22). Der Beschwerdeführer hat demnach die psychi
atrischen und psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten zu keiner Zeit voll ausgeschöpft.
Hinzu kommt, dass nach dem Gesagten (vgl. E. 4.2.2) die somatischen Befunde seit August 2013 der vollzeitlichen Ausübung der bisherigen Tätigkeit nicht entgegen standen,
gemäss ausdrücklicher Feststellung von
Dr. F._
nur akzentuierte Persönlichkeitszüge (aber keine Persönlichkeitsstörung) vorliegen und der Beschwerdeführer über gute Ressourcen verfügt (
Urk.
6/59/50-51).
Mit Blick auf die bisherigen Behandlungsbemühungen ist sodann – entgegen der von den Gutachtern der MEDAS A._ offenbar vertretenen Auffassung – nicht auf einen erheblichen psychischen Leidensdruck zu schliessen.
4.5.5
Es kann daher
ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass es
dem Beschwer
deführer
bei Aufbietung allen guten Willens und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden
Grundsatzes der Schadenmin
derungspflicht
im relevanten Zeitraum zuzumuten gewesen wäre, ganztags einer seinen
somatischen Beschwerden angepassten Tätigkeit
(wie der bisheri
gen) nachzugehen.
4.5.6
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass – wie der Beschwerdeführer vor
brachte (Urk. 1 S. 8) -
die Behandelbarkeit einer psychischen Störung zwar für sich betrachtet nichts über deren invalidisierenden Charakter aussagt und in
der Invalidenversicherung die Therapierbarkeit eines Leidens dem Eintritt einer renten
begründenden Invalidität nicht absolut entgegen
steht (BGE 127 V 294 E. 4c). Dies ändert aber nichts daran, dass dem vorliegend zu beurteilenden psychischen Beschwerdebild gemäss der (unlängst bestätigten) Rechtsprechung des Bundesgerichts - mangels der vorausgesetzten Schwere und Therapiere
sistenz – eine invalidisierende Wirkung abzusprechen ist (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_105/2017 vom 6. Juni 2017 E. 4.5 und 8C_793/2016 vom 15. September 2017 E. 5.2 und E. 7 mit Hinweisen).
5.
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlichkeit fest, dass dem
Beschwerde
führer
aus rechtlicher Sicht im massgeblichen Zeitraum ab Mai 2014
die bishe
rige Tätigkeit Geschäftsführer mit einem Pensum von 100 % zumutbar war. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, die PAX Sammelstiftung BVG zum Verfahren beizuladen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie vom Beschwerdeführer zu tragen.