Decision ID: 65b02608-eec3-4e3d-b764-314f2a38f6d5
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2017 Art. 28 IVG. Rentenanspruch Bemessung der Invalidität der selbstständig erwerbenden und in allen Tätigkeiten zu 50% arbeitsunfähigen Beschwerdeführerin anhand des Wertes ihrer Arbeitsleistung für ihr "Unternehmen" (fiktiv ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung, effektiv mit der Gesundheitsbeeinträchtigung)(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Juni 2017, IV 2014/526). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_570/2017. Entscheid vom 27. Juni 2017 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase Geschäftsnr. IV 2014/526 Parteien A._, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt
Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2017
A.
A.a A._ meldete sich am 8. Mai 2013 bei der IV-Stelle St. Gallen zum Bezug von IV-
Leistungen an. Im Anmeldeformular gab sie an, gelernte Kosmetikerin zu sein (IV-act.
1). Sie war als selbstständige Kosmetikerin in ihrem eigenen Kosmetikstudio tätig
(Fremdakten).
A.b Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt FMH für Innere Medizin,
hatte in einem Überweisungsschreiben vom 14. Februar 2013 folgende Diagnosen
genannt: Lumbalgie mit Chronifizierung, Angststörung mit depressiver Entwicklung,
Schulter-Armsyndrom beidseits, Zervikalgie nach Beschleunigungstrauma nach
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Heckkollision am 22. Dezember 2012. Weiter hielt er fest, der Verlauf der
vetrebragenen Schmerzsymptomatik sei protrahiert und werde durch die
Erschöpfungsdepression verkompliziert (Fremdakten). Dr. med. C._, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik D._, hatte am 22. April 2013 berichtet, die
Versicherte befinde sich seit dem 19. November 2012 aufgrund einer
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion nach dem Tod beider Eltern im Jahre
2012 in Kombination mit einer jahrelang bestehenden beruflichen Belastungssituation
in ambulanter integrativer psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Sie leide
an einer mittelgradigen depressiven Störung. Mit einer Wiederherstellung der vollen
Leistungsfähigkeit könne etwa Mitte 2013 gerechnet werden (Fremdakten). Dr. B._
gab im Bericht vom 23. Mai 2013 an, die Versicherte leide mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit unter einem depressiven Syndrom. Seit dem 14. November 2012 bis
Mai 2013 sei sie daher zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Zurzeit sei eine Tätigkeit als
Kosmetikerin in einem reduzierten Pensum möglich (IV-act. 7).
A.c Gemäss dem Auszug aus ihrem individuellen Beitragskonto war die Versicherte seit
1981 teilweise und seit 1998 ausschliesslich selbstständig erwerbend (IV-act. 12). Sie
teilte der Krankentaggeldversicherung am 6. Juni 2013 mit, sie wolle weiterhin ihrer
selbstständigen Tätigkeit als Kosmetikerin nachgehen (IV-act. 13).
A.d Am 10. Oktober 2013 gab die Versicherte an, derzeit 20 Stunden pro Woche in
ihrem eigenen Geschäft zu arbeiten. Ohne Behinderung würde sie ihrer selbstständigen
Tätigkeit zu 100% nachgehen. In Bezug auf ihren Haushalt gab sie an, sie sei seit ihrem
Unfall am 22. Dezember 2012 in den Bereichen Ernährung, Einkauf, und Wäsche und
Kleiderpflege eingeschränkt (IV-act. 28). Gemäss ihren Buchhaltungsunterlagen hatte
die Versicherte folgende Reingewinne erzielt: 2007 Fr. 21'064.65, 2008 Fr. 22'760.15,
2009 Fr. 16'262.80, 2010 Fr. 22'986.85, 2011 Fr. 21'647.95 und 2012 Fr. 20'449.50 (IV-
act. 29 ff.).
A.e Am 24. Oktober 2013 verwies Dr. B._ auf einen beigelegten Bericht der Klinik
Valens vom 8. Oktober 2013 über die am 3. Oktober 2013 auf Wunsch der ÖKK
durchgeführte interdisziplinäre Sprechstunde. Darin hatte Dr. med. E._, Oberarzt
mbF Psychosomatik, zusammenfassend angegeben, die Versicherte leide unter einer
mittelgradigen depressiven Episode mit einem somatischen Syndrom (ICD-10 F32.11)
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und akzentuierten Persönlichkeitszügen mit sehr leistungsorientierten, aber auch
abhängigen Anteilen (ICD-10 F61.1). Die von ihm, Dr. med. F._, leitender Arzt
Rheumatologie, und G._, Therapeutin Ergonomie, durchgeführten Untersuchungen
hätten ergeben, dass die Versicherte infolge des zurückliegenden Verkehrsunfalles
keine somatischen Folgeerkrankungen aufweise. Aus psychiatrischer Sicht könne die
Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. C._ geteilt werden. Die von der
Versicherten derzeit ausgeübte 50%ige Erwerbstätigkeit stelle aus psychiatrischer
Sicht das Maximum der momentanen Arbeitsfähigkeit dar, da die Versicherte
vermehrte Pausen benötige und vor allem in Bezug auf die Konzentration, das
Gedächtnis und der psychophysischen Belastbarkeit eingeschränkt sei. Dies werde
sich in den nächsten zwei bis drei Monaten nicht ändern (IV-act. 35).
A.f Am 23. April 2014 fand eine "Abklärung an Ort und Stelle" statt. Im
Abklärungsbericht hielt die Abklärungsperson fest, die Versicherte habe angegeben, sie
sei am 11. April 2014 auf die rechte Hand gefallen und könne ihre Tätigkeit als
Kosmetikerin und Masseurin deshalb zurzeit nicht ausüben. Da die Versicherte nicht
habe angeben können, wie viele Stunden sie vor ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigung gearbeitet habe, habe man sich daraufhin bei einem 8-Stunden-
Arbeitstag auf ein Pensum von 70% geeinigt. Derzeit arbeite die Versicherte je nach
gesundheitlicher Verfassung 50%. Insbesondere Rücken-, Gesichts- und
Fussreflexmassagen könne sie aktuell nur reduziert anbieten. Nach einer
Körpermassage brauche sie zwei bis drei Tage Pause, während sie früher bis zu drei
Körpermassagen täglich durchgeführt habe. Da sie lediglich in diesem 64% ihrer Arbeit
ausmachenden Bereich zu 50% eingeschränkt sei, ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit
von 84%. Am 21. Mai 2014 hielt die Abklärungsperson in ihrer Stellungnahme u.a. fest,
die Versicherte habe am 5. Mai 2014 erklärt, sie sei weder mit der 84%igen
Arbeitsfähigkeit noch mit der prozentualen Aufteilung ihrer Tätigkeit im Beruf und im
Haushalt einverstanden. In Bezug auf die Berechnung des Invaliditätsgrades hielt die
Abklärungsperson fest, die Versicherte sei im Haushalt (Anteil 30%) zu 50% und in
ihrer selbstständigen Tätigkeit (Anteil 70%) zu 21% eingeschränkt, woraus sich ein IV-
Grad von je 15% ergebe (IV-act. 52, vgl. auch IV-act. 49, 45).
A.g Dr. B._ erklärte am 25. Mai 2014, die Versicherte leide an einer physischen und
psychischen Erschöpfung. Sie sei sehr motiviert, gelange aber immer wieder an ihre
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Belastungsgrenze. Ihre bisherige Tätigkeit sei ihr noch drei bis vier Stunden täglich
zumutbar, wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit insbesondere in den körperlich
anstrengenden Arbeitsbereichen bestehe. Andere Tätigkeiten seien - allerdings mit
derselben 50%igen Einschränkung - zumutbar (IV-act. 53). Am 11. Juni 2014 gab Dr.
C._ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an: chronifizierte,
mittelgradige depressive Störung mit einem somatischen Syndrom (ICD-10 F32.11)
und Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen, selbstunsicheren und ängstlichen
Anteilen (ICD-10 Z73.1). Sie führte aus, die Persönlichkeitsakzentuierung bestehe
langjährig, die depressive Störung in der aktuellen Ausprägung seit Herbst 2012.
Aufgrund der bisherigen Entwicklung, die trotz entsprechender Behandlungen nur eine
Teilremission gezeigt habe, müsse die Prognose bezüglich einer weiteren
Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit als kritisch bis
ungünstig beurteilt werden. Dabei spielten aus psychiatrischer Sicht insbesondere die
Wechselwirkungen zwischen der depressiven Erkrankung, der
Persönlichkeitsakzentuierung sowie der daraus für die Versicherte realen
Existenzängste eine entscheidende Rolle. Einschränkungen bestünden insbesondere
durch die reduzierte Antriebslage, die erhöhte Ermüdbarkeit, die Affektlabilität und die
reduzierte Stressbelastbarkeit. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch
zu 50% zumutbar. In einer Verweistätigkeit sei keine höhere Leistungsfähigkeit zu
erwarten (IV-act. 54).
A.h Nachdem Dr. med. H._ vom RAD vorgeschlagen hatte, auf die
Leistungsbeurteilung von Dr. C._ abzustellen (IV-act. 55), berechnete die IV-Stelle
den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin anhand der so genannten "gemischten
Methode". Sie verglich ein Valideneinkommen von Fr. 33'830.-- bei einem
Beschäftigungsgrad von 70% mit einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr.
26'841.-- bei einem Beschäftigungsgrad von 50%. Im erwerblichen Bereich resultierte
daraus ein Invaliditätsgrad von 14,46%. Für den Haushaltsbereich übernahm sie den
Invaliditätsgrad von 15% (IV-act. 57 f.). Mit einem Vorbescheid vom 17. Juli 2014 teilte
sie der Versicherten mit, dass sie deren Rentengesuch aufgrund eines
Invaliditätsgrades von 29,46% abweisen werde (IV-act. 60). Daraufhin ging am 12.
September 2014 ein Schreiben mit dem Titel "Ärztliche Bestätigung" von Dr. C._ ein,
in welchem dieser für die Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid erhob (IV-act.
66). Am 17. September 2014 wies die IV-Stelle die Versicherte darauf hin, dass Dr.
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C._ nicht legitimiert sei, einen Einwand für sie zu erheben; sie verlängerte die Frist bis
zum 7. Oktober 2014 (IV-act. 67). Die Versicherte wandte am 18. September 2014
sinngemäss ein, sie habe sich in Bezug auf ihre Erwerbstätigkeit vor ihrer psychischen
Erkrankung offenbar ungewollt falsch ausgedrückt; schliesslich sei sie vor Eintritt ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen tatsächlich zu 100% und nicht nur zu 70% tätig
gewesen. Von der ÖKK beziehe sie denn auch bei einer 50%iger Arbeitsunfähigkeit
eine 50%ige Einkommensausfallversicherung. Da sie seit zwei Jahren infolge ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen psychischer Natur zu 50% arbeitsunfähig sei, sei ihr
eine halbe IV-Rente zuzusprechen (IV-act. 68).
A.i Mit einer Verfügung vom 22. Oktober 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, sie habe, ausgehend von einer
100%-Tätigkeit der Versicherten, einen neuen Einkommensvergleich vorgenommen.
Dabei habe sich bei der Gegenüberstellung des sich aus dem Durchschnitt der
Einkommen von 2009 bis 2011 ergebenden Valideneinkommens von Fr. 33'830.-- und
des gemäss Lohnstrukturerhebung bei einer 50%-Tätigkeit zumutbaren
Invalideneinkommens von Fr. 26'841.-- ein IV-Grad von 21% ergeben, weshalb die
Versicherte nach wie vor keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe (IV-act. 70).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 22. Oktober 2014 liess die Versicherte (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 13. November 2014 Beschwerde erheben. Ihr Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer
halben Rente. Zur Begründung machte er sinngemäss geltend, die Anrechnung eines
hypothetischen Invalideneinkommens sei nicht zulässig, da es der Beschwerdeführerin
nicht mehr zumutbar sei, ihren Betrieb aufzugeben und eine leidensangepasste
unselbstständige Tätigkeit aufzunehmen. Für die Berechnung des
Invalideneinkommens sei demnach vom Valideneinkommen auszugehen und zu
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nur noch die Hälfte dieses
Valideneinkommens erwirtschaften könne (act. G1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort führte die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin)
am 22. Dezember 2014 sinngemäss aus, es seien keine Gründe ersichtlich, weshalb
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die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaft nicht einen
Durchschnittslohn sollte erzielen können. Aus den medizinischen Akten ergebe sich
nicht, dass sie Probleme mit Autoritäten habe und sich nicht in ein hierarchisches
Betriebsgefüge einordnen könne, weshalb ihr ein Berufswechsel aus objektiver Sicht
zumutbar sei. Die Beschwerdeführerin könne somit in jeder Hilfstätigkeit den Lohn
erzielen, den sie mit ihrer selbstständigen Tätigkeit erzielt habe (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin liess am 23. Februar 2015 einwenden, dass auf das
zuletzt erzielte tiefe Einkommen abzustellen sei. Da sie jahrelang nicht mehr in einer
hierarchischen Betriebsaufstellung tätig gewesen sei, mit ihrer Ausbildung kaum mehr
eine Anstellung finden werde und der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand
aufgrund des Alters und der psychischen Beschwerden nicht mehr zumutbar sei,
bleibe ihr nichts anderes übrig, als ihre reduzierte Leistung in ihrem eigenen Betrieb zu
erbringen (act. G 8).
B.d Am 26. Februar 2015 liess die Beschwerdeführerin zwei Absageschreiben
potenzieller Arbeitgeber einreichen (act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. März 2015 auf eine Duplik (act. G 11).
B.f Nach Abschluss des Schriftenwechsels liess die Beschwerdeführerin am 23. April
2015 abermals zwei Absageschreiben einreichen, die belegen sollten, dass sie auf dem
freien Arbeitsmarkt faktisch keine Arbeitsstelle mehr finden könne (act. G 13).

Erwägungen
1.
1.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [SR 831.20; IVG]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
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Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1;
ATSG) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), zu dem Einkommen, dass sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre, in Beziehung gesetzt (Valideneinkommen).
2.
2.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
2.2 Die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin gehen übereinstimmend
davon aus, dass die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer angestammten als auch in
einer adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig sei (vgl. act. G 1, IV-act. 70). Auch
sämtliche Ärzte, die die Beschwerdeführerin untersucht, ihren Gesundheitszustand
beurteilt und ihre Arbeitsfähigkeit geschätzt haben, sind sich darin einig gewesen, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Beeinträchtigungen in allen
Tätigkeiten nur noch zu 50% arbeitsfähig sei (vgl. IV-act. 35, 53 ff.).
2.2.1 In somatischer Hinsicht hat Dr. B._ am 14. Februar 2013 gegenüber der
ÖKK zunächst angegeben, die Beschwerdeführerin befinde sich u.a. wegen einer
Lumbalgie mit Chronifizierung, einem Schulter-Arm-Syndrom und einer Zervikalgie
nach einem Beschleunigungstrauma aufgrund einer Heckkollision bei ihm in
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Behandlung (Fremdakten). Am 23. Mai 2013 hat er im ärztlichen Bericht zur
Eingliederung jedoch in Bezug auf die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit keine
somatischen Diagnosen mehr genannt (IV-act. 7) und am 25. Mai 2014 lediglich von
einer psychischen und physischen Erschöpfung berichtet (IV-act. 53). Im Rahmen der
interdisziplinären Schmerzsprechstunde in der Klinik Valens vom 3. Oktober 2013 sind
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nur psychiatrische Diagnosen angegeben
worden. Zudem hat Dr. E._ zusammenfassend festgehalten, dass keine
persistierenden Unfallfolgen hätten festgestellt werden können (IV-act. 35). Somit sind
bezogen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin keine somatischen Diagnosen
genannt worden und aus den Akten ergibt sich insbesondere auch kein Hinweis darauf,
dass die Verletzung, die sich die Beschwerdeführerin im April 2014 an der rechten
Hand zugezogen hat (IV-act. 52 S. 2), langfristig für ihre Arbeitsfähigkeit relevant
gewesen wäre. Daher steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass aus
somatischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht, sodass sich die
beklagten körperlichen Beschwerden lediglich mit dem mit der mittelgradigen
depressiven Episode einhergehenden somatischen Syndrom erklären lassen.
2.2.2 Dr. C._ hat der ÖKK im April 2013 mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund einer mittelgradigen depressiven Störung infolge des Todes ihrer Eltern in
Kombination mit einer jahrelangen Belastungssituation arbeitsunfähig sei (Fremdakten).
Auch Dr. B._ hat am 23. Mai 2013 angegeben, die Beschwerdeführerin sei infolge
eines depressiven Syndroms seit dem 14. November 2012 zu 100% arbeitsunfähig (IV-
act. 7). Dr. E._ von der Klinik Valens hat diese Einschätzung Dr. C._s am 8.
Oktober 2013 bestätigt und festgehalten, die Beschwerdeführerin sei infolge der
mittelschweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom und akzentuierten
Persönlichkeitszügen mit sehr leistungsorientierten, aber auch abhängigen Anteilen zu
50% arbeitsfähig. Sie habe einen erhöhten Pausenbedarf und sei in den Bereichen
Konzentration, Gedächtnis und psychophysische Belastbarkeit eingeschränkt (IV-act.
35). Dr. B._ ist am 25. Mai 2014 von einer drei- bis vierstündigen Arbeitsfähigkeit pro
Tag ausgegangen (IV-act. 53). Dr. C._ hat am 11. Juni 2014 berichtet, die
Beschwerdeführerin leide an einer chronischen mittelgradigen depressiven Störung mit
einem somatischen Syndrom und einer Persönlichkeitsakzentuierung mit
narzisstischen, selbstunsicheren und ängstlichen Anteilen. Infolgedessen ergebe sich
eine reduzierte Antriebslage, eine erhöhte Ermüdbarkeit, eine Affektlabilität, eine
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reduzierte Stressbelastbarkeit sowie ein erhöhter Pausenbedarf, weshalb die
Beschwerdeführerin als Kosmetikerin und in jeder anderen Tätigkeit nur noch zu 50%
arbeitsfähig sei (IV-act. 54). Auf diese mit der Beurteilung der Klinik Valens
deckungsgleiche Einschätzung von Dr. C._ hat sich der RAD und dementsprechend
auch die Beschwerdegegnerin gestützt.
2.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die vorliegenden Arztberichte
übereinstimmend, nachvollziehbar und plausibel aufzeigen, weshalb die
Beschwerdeführerin als zu 50% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu betrachten
ist. Die Beschwerdeführerin ist somit ab November 2012 überwiegend wahrscheinlich
andauernd als Kosmetikerin und in jeder anderen Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig
gewesen.
3.
3.1 In ihrem Vorbescheid hat die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin noch mittels der "gemischten Methode" ermittelt. Dabei hat sie
angenommen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres relativ tiefen Einkommens
im fiktiven "Gesundheitsfall" nur zu 70% selbstständig erwerbstätig und zu 30% im
Haushalt tätig wäre (IV-act. 57, 60). Nachdem die Beschwerdeführerin eingewandt
hatte, sie habe vor ihrer psychischen Erkrankung bei einem Pensum von 100%
gearbeitet, hat die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung ausgehend von einer
vollzeitlichen Erwerbstätigkeit im fiktiven "Gesundheitsfall" einen Einkommensvergleich
vorgenommen (IV-act. 68, 70). Da die Beschwerdeführerin stets angegeben hat, vor
Eintritt des Gesundheitsschadens zu 100% erwerbstätig gewesen zu sein (vgl. IV-act.
28, 52, 68), und da sie auch bei der ÖKK für ein Vollzeitpensum versichert gewesen ist
(IV-act. 37, Fremdakten), überzeugt ihre Aussage, sie würde im fiktiven
"Gesundheitsfall" zu 100% ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Zur
Ermittlung des Invaliditätsgrades ist demnach ein (reiner) Einkommensvergleich
vorzunehmen.
3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs und nach Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG hat nur Anspruch auf eine Rente, wer während eines Jahres ohne
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wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen
ist. Da die Beschwerdeführerin sich im Mai 2013 zum Leistungsbezug angemeldet hat
und da sie seit November 2012 durchgehend gesundheitlich eingeschränkt gewesen ist
(vgl. Fremdakten), kann sie frühestens ab November 2013 einen Anspruch auf eine IV-
Rente haben.
3.3 Die Beschwerdeführerin hat eine Ausbildung als Kosmetikerin absolviert (IV-act. 1,
11); sie ist zuletzt in ihrem eigenen Kosmetikstudio selbstständig tätig gewesen (vgl. IV-
act. 28, Fremdakten). Dabei hat sie in den letzten Jahren durchschnittlich einen
Reingewinn von Fr. 33'805.-- erzielt (IV-act. 29 ff.). Die Erwerbsfähigkeit der
Beschwerdeführerin spiegelt sich jedoch in diesem Reingewinn nicht ohne Weiteres
wieder. Schliesslich ist ihre persönliche Arbeitsleistung nur einer von vielen Faktoren,
die den wirtschaftlichen Reingewinn ihres "Unternehmens" beeinflussen. Um ihre
Arbeitsleistung zu bestimmen, müssten deshalb zunächst alle gewinnfördernden und
gewinnreduzierenden Faktoren ausgeklammert werden. Die dafür notwendigerweise
durchzuführende betriebswirtschaftliche Analyse würde sich, selbst im konkreten Fall,
in dem es sich lediglich um ein "Ein-Personen-Unternehmen" handelt, als sehr
aufwändig gestalten und wäre - man denke insbesondere an die konjunkturellen
Einflüsse - mit grossen Unsicherheiten behaftet. Daher muss die Erwerbsfähigkeit der
Beschwerdeführerin anhand des Wertes ihrer Arbeitsleistung für ihr eigenes
"Unternehmen" bestimmt werden (vgl. zum Ganzen RALPH JÖHL, Die
Invaliditätsbemessung bei selbstständig Erwerbstätigen in der IV, in: Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2014 [Hrsg. Kieser/Lendfers], S. 159 ff.). Die
Beschwerdeführerin hat vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung
hauptsächlich Arbeiten einer Kosmetikerin verrichtet (z.B. Massage, Pediküre,
Enthaarung), während die selten ausgeführten administrativen Aufgaben anteilsmässig
stark in den Hintergrund rücken und daher bei der Bestimmung ihres Tätigkeitsprofils
vernachlässigt werden können (IV-act. 52). Die Akten geben keinen Grund zur
Annahme, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Kosmetikerin
unterdurchschnittlich leistungsfähig gewesen wäre, weshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass sie im fiktiven "Gesundheitsfall" mit
einem Pensum von 100% für ihr "Unternehmen" eine durchschnittliche Leistung als
Kosmetikerin erbringen würde. Die Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin wäre für ihr
"Unternehmen" im Jahr 2013 somit das wert gewesen, was ihr "Unternehmen" hätte
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ausgeben müssen, wenn es diese Arbeitsleistung extern "eingekauft" hätte, nämlich
den durchschnittlichen Lohn einer vollerwerbstätigen Kosmetikerin.
3.4 Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ist zu berücksichtigen, dass ein
Rentenanspruch gemäss dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" erst entstehen
kann, wenn keine Eingliederungsmassnahmen die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin wieder herstellen, erhalten oder verbessern könnten (vgl. Art. 28
Abs. 1 IVG). So könnte die Beschwerdeführerin gegebenenfalls durch eine geeignete
Umschulung ermöglicht werden, ihre Erwerbsfähigkeit auch als Teilinvalide optimal
auszuschöpfen. Allerdings erscheint eine Umschulung im Sinne einer beruflichen
Eingliederungsmassnahme im konkreten Fall nicht als sinnvoll, da die
Beschwerdeführerin aufgrund ihres reduzierten Arbeitsfähigkeitsgrades für jede
Ausbildung mindestens doppelt so lang brauchen würde, wie eine gesunde
Auszubildende. Indem sie damit über einen relativ langen Zeitraum hinweg nur ein sehr
geringes Einkommen hätte, würde ein allfälliger, durch die Umschulung in eine neue
Tätigkeit resultierender Mehrverdienst die Einkommenssituation der
Beschwerdeführerin gesamthaft betrachtet (insbesondere unter der Berücksichtigung
der der Beschwerdeführerin verbleibenden Zeit als Erwerbstätige) kaum positiv
beeinflussen können. Da eine Umschulung demnach unzumutbar wäre, stehen der
Beschwerdeführerin zwei Invalidenkarrieren offen: Kosmetikerin oder Hilfsarbeiterin.
Die Beschwerdeführerin ist nicht nur in ihrer bisherigen Tätigkeit als Kosmetikerin,
sondern in allen Tätigkeiten zu 50% arbeitsunfähig. Es liegt demnach kein Grund dafür
vor, von ihr zu verlangen, nun einer anderen als ihrer bisherigen Tätigkeit nachzugehen.
Ebenso wenig hat sie in eine unselbstständige Tätigkeit zu wechseln. Schliesslich
würde dies an ihrer Erwerbsfähigkeit - und nur diese ist durch die Invalidenrente
versichert - nichts ändern. Da die Invalidenkarriere also der Validenkarriere entspricht
und die Beschwerdeführerin in ihrem Geschäft grösstenteils Arbeiten als Kosmetikerin
verrichtet, kann im Rahmen eines stark reduzierten gewerblich gewichteten
Betätigungsvergleichs der Invaliditätsgrad anhand eines Prozentvergleichs bestimmt
werden. Damit die Beschwerdeführerin jedoch ein Invalideneinkommen in Höhe eines
durchschnittlichen Lohnes einer zu 50% tätigen Kosmetikerin erreichen könnte, müsste
der wirtschaftliche Wert ihrer Arbeitsleistung an einem behinderungsadaptierten
Arbeitsplatz den Wert der Arbeitsleistung jener 50% aller Kosmetikerinnen übersteigen,
deren Lohn unter dem Zentralwert liegt. Andernfalls könnte ihr ein
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betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender Arbeitgeber nur einen im
entsprechenden Umfang unter dem Zentralwert liegenden Lohn bezahlen. Würde der
Arbeitgeber einen höheren Lohn bezahlen, wäre in diesem Lohn ein Soziallohnanteil
enthalten. Diesem Umstand muss bei der Invaliditätsbemessung mit einem Abzug von
Tabellenlohn von maximal 25% Rechnung getragen werden (vgl. BGE 126 V 75). Da die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen schnell
erschöpft ist und nur noch Teilzeit arbeiten kann (vgl. IV-act. 54), müsste ein
betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender und selbst den Zwängen der freien
Marktwirtschaft unterliegender Arbeitgeber auf ihre Gesundheit Rücksicht nehmen und
mit vermehrten Krankheitsabsenzen rechnen. Ausserdem könnte er sie nicht flexibel
einsetzen und keine Überstunden von ihr erwarten. Rein ökonomisch betrachtet kann
die verbliebene Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus all diesen Gründen nicht
mehr denselben betriebswirtschaftlichen Wert wie die Arbeitsleistung einer gesunden,
durchschnittlich leistungsfähigen, zu 50% beschäftigten Kosmetikerin haben. Ein
betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender Arbeitgeber würde der
Beschwerdeführerin also nur einen deutlich unter dem Zentralwert liegenden Lohn
zahlen können. Da auch im "Unternehmen" der Beschwerdeführerin vom objektiven
Wert der Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin ausgegangen werden muss, sind die
Voraussetzungen für einen Abzug vom Tabellenlohn erfüllt. Weil die
Beschwerdeführerin nur noch zu 50% arbeitsfähig ist und somit bei einem hohen
Kundenandrang nicht mehr flexibel mit zusätzlichen Arbeitsstunden reagieren kann, so
dass mit dem "Verlust" verärgerter Kunden zu rechnen ist, und weil sie einige
körperlich anstrengende Dienstleistungen nur noch im reduzierten Rahmen erbringen
kann, womit sich der Kundenstamm weiter verschmälert, erscheint ein Abzug von 10%
als angemessen. Somit ergibt sich ab November 2013 ausgehend von einer
verwertbaren 50%igen Arbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 55% (50% + (50% ×
10%)).
3.5 Demnach hat die Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahres und der
sechsmonatigen Frist nach der Anmeldung ab dem 1. November 2013 einen Anspruch
auf eine halbe Rente.
4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
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St.Galler Gerichte
4.1 Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 22. Oktober 2014 aufzuheben und
der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. November 2013 eine halbe Rente
zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenhöhe an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
und der bereits geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall ist
aufgrund des im Vergleich zu einem "Standardrentenfall" dünnen Aktendossiers von
einem unterdurchschnittlichen Vertretungs¬aufwand auszugehen, weshalb eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.