Decision ID: b73e2f33-37fd-4346-b49b-a16031db6fd0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1971 geborene
X._
arbeitete seit dem 6. Februar 2014 bei der
Y._
als Reinigungsangestellte. Am 1
7.
Juli 2014 wurde sie als Beifahrerin im Lieferwagen ihrer Arbeitgeberin in
einen Verkehrsunfall ver
wickelt, wobei sie sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zuzog (
Urk.
11/2/300).
Die Suva als obligatorischer Unfallversicherer erbrachte
die
gesetzliche
n Leistungen
. Mit Verfügung vom 2. September 2015 (Urk. 11/2/15) stellte die Suva die Versi
cherungsleistungen per 26. August 2015 ein und ver
neinte den Anspruch der Versicherten auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung mit der Begründung, dass zwischen den aktuell geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Ereignis vom 17. Juli 2014 kein adäquater Kausalzusam
menhang bestehe. Hieran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 7
. Dezember 2015 (Urk. 11/12
) fest. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Sozi
alversicherungsgericht im Verfahren UV.2016.00024 mit Urteil vom 2
7.
Oktober 2017 ab.
1.2
Zwischenzeitlich hatte sich die Versicherte am 2
6.
August 2015 (
Urk.
11/3) sowie am 22. September 2015 (
Urk.
11/4) auch bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug angemeldet. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog
die Akten der Suva bei (
Urk.
11/2,
Urk.
11/12). Die IV-Stelle liess die Versicherte in der Folge polydisziplinär abklären (
Z._
-Gutachten vom 1
1.
Juli 2016,
Urk.
11/26). Mit Vorbescheid vom
4.
August 2016 (
Urk.
11/28) stellte sie die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Nach eingegangenen Einwänden der Versicherten vom 1
4.
September 2016 (
Urk.
11/30) sowie 21. Oktober 2016 (
Urk.
11/34) holte die IV-Stelle weitere Arztberichte (
Urk.
11/45,
Urk.
11/46,
Urk.
11/50,
Urk.
11/51,
Urk.
11/53,
Urk.
11/54,
Urk.
11/55,
Urk.
11/61) ein und liess die
Z._
-Gutachter
stelle verschiedene Rückfragen beantworten (
Urk.
11/37,
Urk.
11/39,
Urk.
11/64). Mit Verfügung vom 2
6.
November 2018 (
Urk.
2) hielt die IV-Stelle an der Ein
schätzung gemäss ergangenem Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
0.
Januar 2019 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
(S. 2)
, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
6.
November 2018 sei aufzuheben (1.),
ihr
sei spätestens ab dem
1.
Februar 2016 eine ganze IV-Rente auszurichten (2.),
eventualiter sei ein neutrales, umfassendes, polydis
ziplinäres Gutachte
n
unter Beachtung der neuen Schmerzrechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 in Auftrag zu geben (3.),
subeventualiter
seien
ihr
Eingliederungs
massnahmen (insbesondere berufliche Massnahmen) zuzusprechen (4.). In ver
fahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Rechtspflege sowie die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes (S.
5
).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
10) beantragte die Beschwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom
1.
März 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130
V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145
V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturel
len Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad sei
ner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, dass keine Diagnosen
vorl
ä
gen
, welche eine langandauernde oder gar dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden.
Aus medizinischer Sicht sei es weiterhin möglich, einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätig
keit nachzugehen. Zu beachten gelte es dabei, dass die Beschwerdeführerin nicht regelmässig Lasten über 12.5
kg tragen müsse oder sehr häufig Arbeiten über Kopfhöhe ausführen
dürfe
. Ihre bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft biete viele Einsatzmöglichkeiten, wo diese Kriterien berücksichtigt werden können. Die Abklärungen hätten zudem ergeben, dass einige Beschwerde
n
auf versicherungs
fremde Aspekte zurückzuführen seien oder zumindest dadurch verstärkt w
ü
rden. Die im Einwand geltend gemachte Diagnose eines CRPS an der rechten oberen Extremität habe nicht nachgewiesen werden könn
t
en. Das psychische Leiden sowie das Schmerzsyndrom seien zum Zeitpunkt der Begutachtung bereits bekannt gewesen und von der Gutachterstelle in der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit entsprechend gewürdigt und berücksichtigt worden
(S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1),
dass aufgrund der somatischen und psychischen Leiden erstellt sei, dass sie spä
testens seit dem Unfallereignis vom 1
7.
Juli 2014 bis heute zu über 70
%
arbeits
unfähig sei. Selbst im Gutachten werde erwähnt, dass sie keine Lasten über 12
kg heben, tragen oder stossen könne und repetitive Überkopfarbeiten zu vermeiden seien. Eine Reinigungskraft müsse
jedoch häufig Gewichte von mehr als bloss 12
kg heben, tragen oder stossen. Da ihr die Beschwerdegegnerin bis heute die Erbringung von Eingliederungsmassnahme
n
verweigert habe und sie aufgrund der fehlenden Unterstützung deshalb in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nicht habe Fuss fassen können, habe sie spätestens ab dem
1.
Februar 2016 Anspruch auf eine ganze IV-Rente (S. 17 f.). Die Beschwerdegegnerin habe sie zwar polydisziplinär begutachten lassen. Das erstellte Gutachten halte jedoch vor der aktuellen höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht stand, sei widersprüchlich und aufgrund einer falschen ICD-Codierung mang
elhaft. Sodann hätten Gutach
ter
mitgewirkt, die ihr vorgängig nicht mitgeteilt worden seien. Schliesslich hät
ten nicht alle
mitwirkende
n
Gutachter das Gutachten unterzeichnet, weshalb die
ses nicht verwertbar sei (S. 18).
Nach ständiger Rechtsprechung setze der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen eine invaliditätsbedingte Erwerbsein
busse von etwa 20
%
voraus. Selbst die Gutachter vom nicht verwertbaren Gut
achten hätten ihr eine Erwerbsunfähigkeit von 20
%
attestiert, weshalb die Hürde von 20
%
sicher überschritten werde. Anhand der medizinischen Unterlagen sei erstellt, dass sie ihre angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft nicht verrichten könne und sich neu orientieren
müsse
. Sie habe Anspruch auf Eingliederungs
massnahmen und solange diese andauern
würden
auch auf ein angemessenes Taggeld (S. 19 f.).
2.3
Strittig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin FMH und Endokrinolo
gie/Diabetologie FMH,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin FMH und MAS Ver
-
sicherungsmedizin
,
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH sowie zertifizierter Gutachter SIM,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH und zertifizierter Gutachter SIM sowie
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie FMH und zertifizierter Gutachter SIM
vom
Z._
, hielten in ihrem polydisziplinären Gutachten vo
m 1
1.
Juli 2016 (
Urk.
11/26
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S.
26):
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
-
Leichte affektive (depressive) Störung (ICD-10: F32.1)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen, theatralischen Anteilen (ICD-10: Z73.1)
Als Diagnose mit qualitativem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, welche für die angestammte Tätigkeit nicht von Relevanz ist, nannten die Gut
achter folgende Diagnose
:
-
Myotendinotisches
zervikales und
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom rechtsseitig (ICD-10: M 54.1, M53.1) bei/mit
-
Myotendinotischen
Verspannungen der zervikalen paravertebralen Muskulatur des M. trapezius, des M. levator
scapulae
rechtsseitig
-
Keine Anhaltspunkte für relevante degenerative Veränderungen bzw. für posttraumatische Läsionen oder Residuen (MRT der HWS vom 12. August 2014, MRI Zürich)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeiten führt
en sie die folgenden auf
:
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma bei Autounfall vom 1
7.
Juli 2014 (ICD-10: S13.4) bei/mit
-
Keine Hinweise auf posttraumatische Läsionen der HWS (MRT vom 12. August 2014)
-
Diffuse
Myotendinosen
(ICD-10: M77.9) bei/mit
-
Myotendinotische
n
Verspannungen der
Glutealmuskulatur
am Ansatz des Beckenkammes bis zum Trochanter majus beidseits
-
Myotendinotische
n
Verspannungen der äusseren Schultergürtelmusku
latur, vor allem des M. trapezius rechtsbetont mit funktioneller Ein
schränkung der Beweglichkeit der Schulter über 90°
-
Klinisch keine Anhaltspunkte auf Läsionen der
Rotatorenmanschetten
beidseits
-
Anterior
Knee
Pain bei
Ansatztendinose
de
s
Retinaculums
patellae links
seitig
-
Klinisch keine Anhaltspunkte für Retropatellararthrose bzw. für dege
nerative bzw. posttraumatische Veränderungen beider Kniegelenke
-
Asymptomatischer Knocheninfarkt am linken Trochanter majus (ICD-10: M87.99)
-
Natives CT des linken Oberschenkels vom
6.
Oktober 2014
-
Klinisch muskuläre Dysbalance der
Glutealmuskulatur
im Vordergrund
-
Leichtgradige Verspannungen der
Extensorenmuskulatur
periartikulär am rechten Ellbogengelenk mässigen Ausmasses
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie
-
Status nach multiplen abdominalen Operationen mit/bei
-
Status nach explorativer
Lapartomie
,
Adhäsiolyse
, Anlage eines
Jenuostomas
3
1.
Dezember 2011 mit konsekutivem Kurzdarmsyndrom,
Stomarückverlegung
Dezember 2012
-
Status nach
Boviac
Katheter Einlage V.
cephalica
links 1
7.
Januar 2012
-
Status nach mechanischem Ileus bei ausgeprägten Adhäsionen und Eröffnung einer
Peritonealzys
te
bei unklarem
Adnexbefun
d
21.
Dezember 2011
-
Status nach
wahrscheinlicher Ovarektomie links über untere mediane
Längslapartomie
2007
-
Status nach
Adhäsiolyse
über untere mediane
Längslapartomie
1999
-
Status nach Appendektomie bei Appendi
zitis
perforata
mit 4.
Doug
lasab
zess
1999
-
Dyslipidämie
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrisch
er
Sicht aufgrund der psychiatrischen Diagnosen im angestammten Beruf und in somatisch leidensangepasster Tätigkeit zu 20
%
eingeschränkt. Aus rheumatologischer Sicht hätten sich keine relevanten organisch bedingten Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit gefunden. Aufgrund der diffusen
myotendino
tischen
Verspannungen der paravertebralen Muskulatur sei eine qualitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit begründbar, insofern als das repetitive Tragen von Lasten über 12
kg sowie repetitive Überkopfarbeiten zu vermeiden seien. Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit im Rahmen dieser Belastungsgrenze seien nach wie vor zumutbar. Die Gutachter gingen zudem davon aus, dass die bisherige Tätigkeit dieses Belastungsprofil erfülle (S. 30). Aus neurologischer Sicht könne aufgrund des Fehlens einer neurologischen Beteiligung an den somatischen Beschwerden keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Hinsicht
lich der abdominellen Problematik ergebe sich aus internistischer Sicht keine additive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für Arbeiten in Verweistätigkeiten würden die gleichen qualitativen Limiten wie für Arbeiten im zuletzt ausgeübten Beruf als Reinigungskraft gelten (S. 30 f.).
Aus psychiatrischer Sicht werde empfohlen, die Dosis des Antidepressivums schrittweise auf 20mg zu erhöhen, da die aktuell verabreichte Dosis dem unteren Standardwert entspreche. Bei Persistenz der psychiatrischen Beschwerden sei eine medikamentöse Kombinationstherapie zu evaluieren. Des Weiteren solle die psy
chiatrische Behandlung weiter fortgesetzt werden. Die psychotherapeutischen Sit
zungen seien engmaschiger durchzuführen. Zudem werde empfohlen, dass die Beschwerdeführerin zur Verbesserung der sozialen Integration die Landessprache lerne.
Aus rheumatologischer Sicht würden begleitende Massnahmen auf
detoni
sierender
Physiotherapie wie z.B. eine Ultraschalltherapie lokal bei verspannter Mus
kulatur sowie Übungen empfohlen
. Da die muskuläre Dys
balance am ehesten auf
der psychosomatischen Fehlentwicklung basiere, seien physikalische Mass
nahmen wenig erfolgsversprechend. Die
Beschwerdefüherin
habe bereits eine medizinische Rehabilitation im somatischen Bereich gehabt, welche
keine wesentliche Besserung der Beschwerden gebracht habe. Aus neurologischer Sicht könne gemäss den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in der chronischen Phase nach stattgehabten HWS Distorsionstrauma eine medikamen
töse Therapie mit Amitriptylin bis zu 75mg erwogen werden. Dies sollte aber in Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater und einer generellen Umstellung der antidepressiven Therapie erfolgen.
Internistischerseits
werde dringend die Durchführung einer 24h-Blutdruckmessung empfohlen, damit abgeklärt werde, ob eine arterielle Hypertonie respektive eine Wei
sskittelhypertonie vorliege (S.
31).
Hinsichtlich der Konsistenz
führten die Experten aus, es würden sich in Bezug auf die vor dem Unfall bestehenden Beschwerden leichte Inkonsistenzen ergeben. Bei der internistischen Exploration habe die Beschwerdeführerin angegeben, vor dem Unfall nur wegen Nackenschmerzen beim Hausarzt vorstellig gewesen zu sein, im neurologischen Untergutachten werde festgehalten, dass die Beschwer
deführerin bereits vor dem Unfall Schulter- und Nackenschmerzen mit teils Aus
strahlung in den rechten Arm gehabt habe, jedoch von geringerer Intensität und Frequenz (3-4 Mal monatlich). Im rheumatologischen Untergutachten werde nicht näher darauf eingegangen, ob die Beschwerden bereits vorrangig bestanden hät
ten. Die vorbestehenden Beschwerden hätten zu einer ärztlichen Konsultation im Dezember 2013
mit Durchführung eines MRI der Halswirbelsäule am 1
7.
Dezem
ber 2013 geführt. Im psychiatrischen Gutachten werde explizit darauf hingewie
sen, dass zwar eine Tendenz zu verdeutlichtem Verhalten bestanden habe, dies aber nicht als Aggravation zu werten sei (S. 32).
4.
4.1
Das
Z._
-Gutachten vom 1
1.
Juli 2017 entspricht den praxisgemässen Anfor
de
rungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Es beruht sodann auf den notwendigen Untersuchungen in internistischer, rheumatologischer, psy
chiatrischer und neuropsychologischer Fachrichtung. Die Gutachter berücksich
tigten detailliert die geklagten Beschwerden und setzten sich damit auseinander (Urk.
11
/
26/1-
39
S.
10
ff., S.
15
f
f., S.
19 ff.
,
Urk.
11/26/40-49 S. 2 f., S. 8 ff.,
Urk.
11/26/50-61 S. 1 ff., S. 7 ff.,
Urk.
11/26/62-70 S. 3 ff., S. 7 ff.
). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, wobei sich die Gutachter zur Krankheitsentwicklung äusserten und Bezug auf die
medizinischen
Vorakten
nahmen (
Urk.
11/26/1-39 S. 3 ff
.). Sie setzten
sich insbesondere mit abweichen
den Diagnosen in Arztberichten auseinander
und würdigten diese in nachvoll
ziehbarer Weise (
S. 17
). Schliesslich leuchtet das Gutachten in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medi
zini
schen Situation ein und die Schlussfolgerung
en in der Expertise sind begrün
det.
In diesem Sinne
legte
der psychiatrische Gutachter
nachvollziehbar dar
,
weshalb
die Beschwerdeführerin an einer chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
und
einer leichten affektiven (depressiven) Störung leidet sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionische
n, theatralischen Anteilen hat (
Urk.
11/26/40-49 S. 8).
Er beschrieb, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer Durchhaltefähigkeit, der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Pla
nung und Strukturierung von Aufgaben und in ihren Spontanaktivitäten am meisten eingeschränkt
ist
. An Regeln und Routinen kann sie sich anpassen, die Selbstpflege gelingt, familiäre und intime Beziehungen werden gepflegt. Die Kon
taktfähigkeit ist sprachlich bedingt eingeschränkt. Im Rahmen der Begutachtung hat sich
ausserdem
keine einschneidende Einschränkung der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit herausarbeiten lassen (S. 9 f.).
Aufgrund des beschriebenen Gesundheitsschadens kam der Gutachter zum nachvollziehbar begründeten Schluss, dass eine einschränkende Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit besteht. Unter Berücksichtigung der deutlich vorhandenen invaliditätsfremden Faktoren schätzte er die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit in somatisch leidensangepasster Tätigkeit auf
20
%
(S. 10).
Die Expertise erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gut
achtens (BGE 134 V 231 E. 5.1, BGE 125 V 351 E. 3a, BGE 122 V 157 E. 1c), weshalb für die Entscheidfindung darauf abzustellen ist.
4.2
Die Beschwerdeführerin kritisiert
e
das
Z._
-Gutachten in formeller Hinsicht aus verschiedenen Gründen. Darauf ist nachfolgend einzugehen.
4.2.1
De
m
in der Beschwerdeschrift vorgebrachte
n
Einwand, wonach das
Z._
-Gutach
ten aufgrund
zweier nicht angekündigter Gutachter,
Dr.
med.
A._
und
Dr.
med.
B._
, nicht verwertbar sei
n soll
(
Urk.
1 S. 12 f.)
, kann nicht gefolgt werden.
Es ist
zwar
zutreffend, dass bei der Mitteilung zur polydisziplinären medizinischen Untersuchung vom 2
6.
Januar 2016 (
Urk.
11/22) als voraussichtlich untersu
chende Gutachterin im Bereich der Inneren Medizin
Dr.
F._
genannt wurde, die Begutachtung aber schliesslich durch
Dr.
A._
sowie
Dr.
B._
durchgeführt wurde.
Zutreffend ist jedoch auch, dass die Beschwerdeführerin zumindest von
Dr.
A._
als Gutachter
in
ebenfalls in Kenntnis gesetzt wurde. In der Einladung der
Z._
-Begutachtungsstelle vom 27
.
Januar 2016 (
Urk.
11/23) sind als Gutach
ter für den Bereich der Inneren Medizin sowohl
Dr.
F._
als
auch
Dr.
A._
aufgeführt (S. 2).
In der ersten Stellungnahme der
Z._
-Begutachtungss
telle vom 1
3.
Januar 2017 (Urk.
11/37) zuhanden der IV-Stelle führte
Dr.
B._
diesbezüglich aus, Dr.
A._
sei supervidierende Oberärztin
MedPol
und
Dr.
B._
ärztlicher Lei
ter und fallführender Oberarzt der
Z._
Begutachtung und das Gutachten sei aus diesem Grund von beiden unterschrieben worden. Die Begutachtung sei von den der Beschwerdeführerin mitgeteilten Ärzten durchgeführt worden und dieses Pro
zedere sei so üblich.
Weiter ist aus dem Gutachten
in der Tat
ersichtlich, dass die inte
rnistische Untersuchung vom 24.
Februar 2016 durch
Dr.
F._
und Dr.
A._
durchgeführt wurde (
Urk.
11/26/15), womit keine Abweichung von den
zuvor
mitgeteilten Gutachtern festzustellen ist.
Anzumerken ist insbesondere auch, dass die vorgängige Mitteilung der begutach
tenden Personen der Geltendmachung allfälliger Einwände gegen eine oder meh
rere der genannten Sachverständigen dient
(
Urk.
11/22 S. 2).
Muss der Versiche
rungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen (
Art.
44 ATSG).
Nach der in
Art.
30
Abs.
1
der
Bundesverfassung der Schweize
rischen Eidgenossenschaft (
BV)
und
Art.
6
Ziff.
1 EMRK enthaltenen Garantie des verfassungsmässigen Richters hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirkung sachfremder Umstände entschieden wird. Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für den Richter vorgesehen sind. Da sie nicht Mitglied des Gerichts sind, richten sich die Anforderungen zwar nicht nach
Art.
30
Abs.
1 BV, sondern nach
Art.
29
Abs.
1 BV. Hinsichtlich der Unparteilichkeit und Unbefangenheit kommt
Art.
29
Abs.
1 BV indessen ein mit
Art.
30
Abs.
1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 9C_19/2017 vom 30. März 2017 E. 3.2 und
8C_509/2008 vom 4.
Februar 2009 E.
4.2). Danach ist Befangenheit anzu
nehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unpar
teilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tat
sächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begrün
den vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss
vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen (
vgl.
BGE 134 I 20
E. 4.2 S. 21 und
133 I 1 E. 6.2 S. 6).
Weder in den IV-Akten noch in der Beschwerdeschrift lassen sich Hinweise darauf finden, dass die Beschwerdeführerin etwaige Ablehnungsgründe gegenüber einem der Gutachter geltend gemacht hat.
Im Übrigen hätte die Beschwerdefüh
rerin allfällige Gründe unverzüglich vorbringen müssen und nicht er
st
bei Unzu
friedenheit hinsichtlich des Gutachtensergebnisses.
4.2.2
Was den Hinweis
bezüglich der fehlenden Unterschrift
(
Urk.
1 S. 13)
angeht
,
wonach das Gesamtgutachten aufgrund
der
nicht vorhandenen
Unterschrift
de
s neurologischen Teilgutachters
Dr.
G._
im zusammenfassenden Teil des Gutachtens (
Urk.
11/26/1-39)
nicht verwertbar sein soll, ist Folgendes festzuhal
ten:
Der erste Teil des Gutachtens beziehungsweise das Hauptgutachten (Urk. 11/26/1-39) stellt eine übersichtliche Darstellung der gesamten gutachterli
chen Abklärungen dar. Darin werden die wichtigsten Erkenntnisse aus den jewei
ligen Teilgutachten in gekürzter Version nochmals wiedergegeben. In diesem Sinne sind die Seiten 24 bis 26 des Hauptgutachtens (
Urk.
11/26/24-26) identisch mit den Seiten 7 bis 9
des
neu
rologischen Teilgutachtens (Urk.
11/26/68-70). Auf der letzten Seite des Teilgutachtens lassen sich
so auch
die Unterschriften von
Dr.
G._
und
Dr.
E._
erkennen
. Da das neurologische Teilgutach
ten im Übrigen die notwendigen Bestimmungen an ein beweiskräftiges Gutachten erfüllt und die Beschwerdegegnerin keine anderweitigen (inhaltlichen) Einwände geltend gemacht hat,
kann festgehalten werden
, dass das Teilgutachten seine Gül
tigkeit unabhängig vom Hauptgutachten behält.
Eine diesbezügliche Kritik der Beschwerdeführerin läuft damit ins Leere.
4.2.3
Die Beschwerdeführerin brachte weiter vor, der psychiatrische Gutachter habe für die gestellte Diagnose die falsche ICD-Codierung
verwendet und im Grunde eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert (
Urk.
1 S. 14).
Diesbezüglich gilt
es
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin zu
R
echt bemängelt, dass für die Diagnose einer leichten affektiven (depressiven)
Störung die Codierung ICD-10
F
32.1 nicht korrekt ist.
Mit diesem Einwand verkennt die Beschwerdeführerin
jedoch auch
, dass es invalidenversicherungsrechtlich grundsätzlich nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf ankommt, welche Auswirkungen eine Erkran
kung auf die Arbeitsfähigkeit hat (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2018 vom 2
8.
Juni 2018 E. 4.2;
Urteil 8C_112/2018 vom 2
4.
April 2018 E. 4.3
;
BGE 136 V 279 E. 3.2.1
). Massgebend ist in erster Linie der lege artis erhobene Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktions
einschränkungen (
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_273/2018 vom 2
8.
Juni 2018
E.
4.2,
9C_59/2016 vom
6.
Januar 2017 E. 6.1, 9C_634/2015 vom 1
5.
März
2016 E. 6.1 mit Hinweisen und 9C_474/2017 vom
4.
Oktober 2017 E. 4.1).
Auch v
orlie
gend ist für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht allein die Bezeichnung respektive Codierung der
Krankheit massgebend, sondern deren funktionelle Einschränkung.
Dr.
C._
beschrieb
in seinem psychiatrischen Teilgutachten
nachvollziehbar, dass aufgrund des Insuffizienzerlebens, der Selbstwertminderung, einer gewissen Niedergestimmtheit sowie der mangelnden Perspektive und dem zeitweilig fehlende
n
Antrieb eine affektive Störung, aktuell von leichtem Ausmass
,
klassifikatorisch festgestellt wurde (
Urk.
11/26/16).
Hin
weise auf eine mittelgradige depressive Episode, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, lassen
sich im Gutachten nicht finden und
d
ie Befundschilde
rung lässt
zudem
ohne Weiteres auf eine leichte affektive Störung schliessen. Darüber hinaus wurde die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % nicht einzig aufgrund der Diagnose einer leichten affektiven Störung gestellt. Vielmehr hielt der Gutachter ausdrücklich fest, dass die im psychiatrischen Teilgutachten gestellten Diagnosen als klinische Einheit zu betrachten sind und in ihrer Bedeu
tung auf die Arbeitsfähigkeit nicht «auseinanderdividiert» werden können (
Urk.
11/26/17).
Die falsche ICD-Codierung hat
somit
keinen Einfluss auf die fest
gestellte funktionelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
.
4.3
Die Beschwerdeführerin machte sodann geltend, die Einschätzung
der
Z._
-Gut
achter
hinsichtlich der Diagnose eines
CRPS würden
den Feststellungen von
Dr.
H._
sowie weiteren Arzt
b
e
richten
widersprechen (
Urk.
1 S. 11 f.,
S.
14 und
S.
16).
4.3.1
Dr.
H._
, Facharzt
für Chirurgie und Handchirurgie FMH, nannte in seinem Bericht vom 3
1.
August 2016 (
Urk.
11/29) die Diagnose eine
s
CRPS an der rech
ten oberen Extremität (S. 1)
.
In den Stellungnahmen vom 1
3.
Januar 2017 (
Urk.
11/37) und 2
8.
Februar 2017 (
Urk.
11/39) nahm
Dr.
B._
vom
Z._
Bezug auf den Arztbericht von
Dr.
H._
und führte aus, es sei aufgrund de
s
kurzen Berichts nicht ersichtlich, welche der für die Diagnosestellung massgeblichen Budapest
-
Kriterien erfüllt seien. Es würden
weder
anamnestisch
e
, noch klinische Befundangaben aufgeführt, auf die eine CRPS Diagnose abgestützt werden könnte. Zum Zeitpunkt der Begutachtung hätten keinerlei Anhaltspunkte für das Vorliegen eines CRPS vorgelegen.
Im Rahmen der Begutachtung seien die erfor
derlichen klinischen Untersuchungen
durchgeführt
worden und die IASP-Kriterien (Budapest-Kriterien) seien nicht erfüllt gewesen (S. 1 f.).
Dem
Arztbe
richt von
Dr.
I._
, Oberarzt
an
der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchi
rurgie
des
J._
, vom 1
9. September 2016 (Urk.
11/45)
kann
diesbezüglich
entnommen werden, dass sich klinisch kein Anhalt für ein aktives CRPS erg
ab
(S. 2). Die leitenden Ärzte am Institut für Radiologie und Nuklearme
dizin des
K._
,
Dr.
med.
L._
und
Dr.
med.
M._
, hiel
ten in
ihrem Arztbericht vom 2
8.
September 2016 (
Urk.
11/53) fest, dass eine
3-Phasen Skelettszintigraphie und eine SPECT-Untersuchung der rechten Hand mit der Frage nach einem CRPS durchgeführt worden sei.
Bei symmetrische
r
Trophik
beider Hände
hätten
kein
e
Nachweise eines ablaufenden CRPS oder eines dystro
phen Restzustands festgestellt werden können (S. 2).
D
ie neuen Arztberichte
wurden schliesslich
erneut de
n
Z._
-Ärzten
zur Stellung
nahme vorgelegt. Mit einer abschliessenden Stellungnahme vom 31. Oktober 2017 (
Urk.
11/64) äusserte sich
Dr.
G._
wie folgt
:
B
asierend auf den aufge
führten Befunden, den dokumentierten anamnestischen Angaben und insbeson
dere in Zusammenschau mit den anamnestischen Angaben und Befunden im neu
rologischen Gutachten seien die Budapest-Kriterien, insbesondere die geforderten Untersuchungskriterien
,
nicht erfüllt.
Er könne auch aufgrund der nachgereichten Arztberichte und der darin dokumentierten Befunde die Diagnose eines komple
xen regionalen Schmerzsyndroms I (CRPS) nicht stützen. Es würden sich darüber hinaus keine neu aufgetretenen neurologischen Erkrankungen ergeben, die eine andere Beurteilung als die bereits im neurologischen Fachgutachten erstatteten, begründen könnten (S. 4).
4.3.2
Bezüglich der Einschätzung von Dr.
H._
ist auf die etablierte Rechtsprechung hinzuweisen, wonach aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte (und be
handelnde Ärzte) mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandeln
den Ärzte kaum je in Frage kommt (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweisen).
Dem Bericht von
Dr.
H._
(E. 4.3.1) können keine (neuen) Befunde respektive Symptome entnommen werden, welche
zur
nachvollziehbar begründeten
Diag
nose eines CRPS geführt haben
sollen
. Insbesondere ist nicht ersichtlich, welche
der
Budapest-Kriterien als erfüllt betrachtet werden und
aufgrund welcher Symp
tome respektive Befunde
.
Auch o
bjektivierbare Befunde und Angaben zum CRPS können dem Bericht nicht entnommen werden. Vielmehr stellte
Dr.
H._
im Wesentlichen auf die subjektive Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin ab, welche eine solche Erkrankung nicht ohne Weiteres zu begründen vermögen.
Der Bericht von Dr.
H._
vermag die gutachterliche Einschätzung nicht in Frage zu stellen
, da er insbesondere weder umfassend noch in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtend ist und da seine Schlussfolgerungen
nicht begründet sind (vgl. BGE
125 V 351 E. 3a).
Die
Z._
-Gutachterin
Dr.
G._
befasst
e
sich in der abschliessenden Stellung
nahme (E. 4.3.1) hingegen ausführlich mit den vorgelegten Arztberichten und Untersuchungsergebnissen. Sie führte nachvollziehbar aus, weshalb die Kriterien eines CRPS nicht als erfüllt betrachtet werden können. So beschrieb sie, dass für die diffuse
Druckdolenz
auch andere Ursachen in Frage kommen.
Es
konnte auch keine objektivierbare und reproduzierbare Differenz der Hauttemperatur bzw. der Hautfarbe er
hoben
werden. Eine
Allodynie
oder eine Hyperalgesie auf spitze Reize ist zu keinem Zeitpunkt dokumentiert worden. Das Ödem war im Juni 2017 nicht einseitig im Bereich der rechten Hand lokalisiert, sondern beidseits. Eine Hyper
trichose oder nageltrophische Störung wurden ebenfalls nicht dokumentiert (
Urk.
11/64 S. 4).
Die Ausführungen von Dr.
G._
sind schlüssig und werden zudem durch die Untersuchungen im
J._
und K
._
gestützt.
Auf das Gutachten und die ergänzenden Stell
ungnahmen der
Z._
-Gutachter
kann daher
zur Beantwortung der Frage nach dem Vorliegen eines CRPS
v
ollumfänglich ab
ge
stellt werden.
4.4
Zusammenfassend ist aufgrund der nachvollziehbaren und umfassenden gut
achterlichen Beurteilungen die angestammte Tätigkeit zu 80 % zumutbar, soweit nicht regelmässig Lasten über 12.5 kg getragen oder sehr häufig Arbeiten über Kopfhöhe ausgeführt werden.
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdi
gung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
4.5
4.
5
.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen,
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung
leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standard
indika
to
ren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
schein
lichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell be
weisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fäl
ligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
4.5
.2
Wie nachfolgend
aufzuzeigen ist
(vgl. E. 5 hernach), hat die gutachterlich fest
ge
stellte Arbeitsfähigkeit von 80 % in
angestammter
Tätigkeit keinen rentenbe
gründenden Invaliditätsgrad zur Folge, weshalb von der Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens ab
gesehen werden kann (vgl. E. 4.5
.1 hie
r
vor).
Denn mit diesem wird eine im Rahmen einer psychischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert. Eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachter
lich attestierte kann aus einer
Indikatorenprüfung
nicht resultieren
(Urteil des Bundesgerichts 8C_52/2020 vom 2
2.
April 2020 E. 4.2.2 mit Hinweisen
)
.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
In gewissen Fällen, insbesondere dort, wo Validen- und Invalideneinkommen an
hand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 27. September 2017 E. 6.5), kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Er
werbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalidenein
kommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozent
vergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsaus
bildung absolviert
. Tätig war sie im Reinigungsbereich (Urk. 11/3/4
)
und erzielte dabei nur geringe Einkommen (
Urk.
11/9)
. Einer Tätigkeit im Reinigungsbereich oder einer
ähnlich entlöhnten Hilfsarbeitertätigkeit
wäre sie ohne den Gesund
heitsscha
den
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch weiterhin nachgegangen
.
Aufgrund des Gesundheitsschadens beschränkt sich der Einsatzbereich der Be
schwerdeführerin auf körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten, bei welchen nicht regelmässig Lasten über 12.5 kg getragen und nicht sehr häufig Arbeiten über Kopfhöhe ausgeführt werden müssen (Urk. 2 S. 1). Der ausgegli
chene
Arbeitsmarkt hält auch für unge
lernte Arbeitskräfte solche Tätigkeiten in genügender Anzahl bereit. Bislang hat die Beschwerdeführerin keine
dem Belas
tungsprofil
angepasste Tätigkeit aufgenommen.
Bei dieser Ausgangslage
(identische Basis des Validen- und Invalideneinkom
mens)
kann auf eine ziffernmässige Bestimmung der beiden hypothetischen Ein
kommen verzichtet werden. Der Invaliditätsgrad entspricht damit dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, gegebenenfalls unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts 8C_365/2012 vom 30. Juli 2012 E. 7, 8C_628/2015 vom 6. April 2016 E. 5.3.5 je mit Hinweisen).
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Für einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad wäre damit ein Abzug vom Tabel
lenlohn von 25
%
notwendig, was jedoch ausgeschlossen ist. Die Beschwerdefüh
rerin ist in ihrem verbleibenden möglichen Pensum von 80
%
nur in der Hinsicht eingeschränkt, als ihr schwere körperliche Arbeiten, regelmässiges Tragen von Lasten über 12.5 kg sowie häufige Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar sind. Dem um 20
% reduzierten Rendement
wurde mit der attestierten Arbeitsfähigkeit von 80
% bereits hinreichend Rechnung getragen. Ein (weiterer) Abzug wegen der leidensbedingten Ein
schränkung rechtfertigt sich da
her nicht. Es ist nicht erkennbar, dass anderweitige einkommensbeeinflussende Faktoren, die im Übri
gen auch von der Beschwerdeführerin
nicht vorgebracht werden, derart gravie
rend wären, dass diese deswegen negative Auswirkungen auf die Lohnhöhe zu gewärtigen hätte.
5.6
Zusammenfassend ist gestützt auf das
Z._
-Gutachten und die ergänzenden Stel
lungnahmen von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszu
gehen. Ein
zusätzlicher Abzug
fällt ausser Betracht und die Beschwerdegegnerin hat somit einen Rentenanspruch zu Recht verneint.
Der Anspruch auf berufliche Massnahmen bildet vorliegend
nicht Anfechtungsge
genstand. Der Beschwerdeführerin ist es unbe
nom
men, sich bezüglich beruflicher Massnahmen erneut anzumelden. Soweit solche vorliegend beantragt werden, ist auf die Beschwerde jedoch nicht einzutreten.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5.7
Da die Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin antragsgemäss (Urk
.
1 S. 2)
die unentgeltl
iche Prozessführung zu gewähren und es ist ihr
Rechts
anwalt
Tobias
Figi
als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.
6.
6.
1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Nachdem
der Rechtsvertreter
keine Honorarnote eingereicht hat, wird die Ent
schädigung vom Gericht nach Ermessen (vgl. dazu Urk. 12 S. 2) und
ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt (§ 34 Abs. 1 und 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
). Entsprechend ist
er mit
Fr.
3
‘
0
00
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus
der Gerichtskasse zu ent
schädigen.
6.3
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.