Decision ID: d777873a-aba6-5bc8-9dd2-df11bca2a635
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._, geboren 1948, erlitt am 26. Oktober 2009 einen Stolperunfall auf nasser
Strasse. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten im Bericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 17. Februar 2010
einen Status nach dorsaler Spondylodese Th12-L2 am 9. November 2009 bei
kompletter Berstungsfraktur LWK1 sowie einen Status nach ventraler Spondylodese
Th12-L2 mit Korporektomie L1 und Implantation eines mit Eigenknochen gefüllten X-
Tens Cages bei einem Status nach dorsaler Spondylodese Th12-L2 am 13. November
2009 bei kompletter Berstungsfraktur L1 (vgl. nicht nummerierte Fremdakten G 7.2).
A.b Noch während des stationären Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon vom 14. Juli
bis 18. August 2010 (IV-act. 11-1 ff.) meldete sich der Versicherte am 25. Juli 2010
unter Hinweis auf Rückenschmerzen und Unbeweglichkeit zum Bezug beruflicher
Massnahmen und für eine Rente bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act.
1-1 ff.).
A.c Am 12. August 2010 erstattete B._ den Arbeitgeberbericht (IV-act. 10-1). Darin
wurde ausgeführt, dass der Versicherte seit dem 1. Oktober 1990 als Hauswart bei
B._ tätig sei. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens habe er im Vollzeitpensum
gearbeitet, nach Eintritt des Gesundheitsschadens ab 26. Oktober 2009 sei er nicht
mehr arbeitstätig gewesen (IV-act. 10-2).
A.d Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 23. August 2010 wurden als
Diagnosen eine nach Unfall vom 23. Oktober 2009 (recte: 26. Oktober 2009) erlittene
LWK1-Fraktur sowie ein lumbovertebrales Syndrom, eine Osteoporose, eine
glomeruläre Mikrohämaturie und Mikroalbuminurie, DD Thin-Basement-Membrane-
Syndrome, sowie (laut Akten) ein Status nach chronischem C2-Abusus verbunden mit
Vitamin B12- und Vitamin D-Mangel genannt. Dem Versicherten wurde eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit in einer leichten Arbeit attestiert (IV-act. 11-1 ff.).
A.e Am 23. September 2010 erstatteten die Ärzte des Departements Innere Medizin
des Spitals C._, in welchem der Versicherte vom 14. bis 23. September 2010
hospitalisiert war, dem Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt Innere Medizin, Bericht (IV-
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act. 21-1 ff). Sie diagnostizierten eine bilaterale, parazentrale und segmentale
Lungenembolie, einen Vitamin B12-Mangel (Anamnese), eine glomeruläre
Mikrohämaturie und Mikroalbuminurie ED 08/07 sowie einen Verdacht auf
Kontaktallergie (Allergen unklar).
A.f In einem Früherfassungs-Assessement-Protokoll vom 11. November 2010 wurde
ausgeführt, es laufe ein therapeutischer Arbeitsversuch im Rahmen eines Nischen
arbeitsplatzes jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag für jeweils zwei Stunden. Der
Versicherte sei laut dem IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) in der
bisherigen Tätigkeit auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig. In einer rückenadaptierten
Tätigkeit werde jedoch von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Der Versicherte
sehe sich nicht in der Lage 100 % zu arbeiten, obwohl er gerne arbeiten würde. Er
habe schon Mühe, drei Tage à zwei Stunden zu arbeiten (IV-act. 32-1 ff.).
A.g Am 14. Januar 2011 fand eine Untersuchung durch den Kreisarzt der Suva, Dr.
med. E._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, statt.
Dieser diagnostizierte eine komplette Berstungsfraktur LWK 1 vom 26. Oktober 2009,
einen Status nach dorsaler Spondylodese Th12 bis L2 am 9. November 2009 und
ventrale Spondylodese Th12/L2 mit Korporektomie L1 sowie Implantation eines mit
Eigenknochen gefüllten Cages am 13. November 2009 sowie eine verbliebene
Belastungs- und Bewegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit bei Druck auf
Schraubenkopf. Dr. E._ führte aus, dass subjektiv unveränderte Beschwerden beim
Beschwerdeführer seit Monaten Belastung verunmöglichen würden und
Ruheschmerzen bestünden, die vor allem durch Drehbewegungen oder abrupte
Bewegungen verschlimmert würden. Die Unfallfolgen seien dauernd und erheblich und
würden später bei Abschluss eine Integritätsentschädigung begründen. Dr. E._
attestierte eine medizinisch zumutbare vollschichtige Arbeitsfähigkeit für leichte
Tätigkeiten ohne Einnahme von Zwangshaltungen und bei möglichen
Wechselpositionen unter Vermeiden von Aussetzen an Vibrationen und rotierenden
Bewegungen des Rumpfes wie auch statisches Stehen (IV-act. 36-3).
A.h Mit Schreiben vom 20. Januar 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt werde (IV-act. 34-1 f.).
In der Folge wurden berufliche Abklärungen bei F._ in die Wege geleitet. Obwohl für
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drei Monate geplant (vgl. IV-act. 41-1), wurde die Massnahme vorzeitig abgebrochen
(IV-act. 46-1). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete G._, Leiterin Fachstelle Integration
des F._, am 22. Februar 2011 einen Schlussbericht über die berufliche Abklärung in
der Zeit vom 31. Januar 2011 bis 18. Februar 2011. Im Wesentlichen wurde ausgeführt,
der Versicherte sei am 18. Februar 2011 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig
geschrieben worden. Er habe seine Präsenzzeiten von Montag bis Donnerstag jeweils
morgens für Arbeitstätigkeiten im Bereich Abpack- und Versandarbeiten eingehalten,
jedoch klar zurückgemeldet, dass er damit an seine körperlichen Leistungsgrenzen
stosse. Die Arbeiten, die sich für den Versicherten allenfalls anböten, hätten
rückenschonend und einfach in den Abläufen zu sein (IV-act. 43-2 ff.).
A.i Der RAD-Arzt Dr. med. H._ hielt am 23. März 2011 in einer internen Notiz fest,
dass nach wie vor reine Unfallfolgen vorlägen. Die Suva gehe nach der stationären
"Begutachtung" (gemeint wohl: Aufenthalt) in Bellikon und der kreisärztlichen
Untersuchung von einer dauerhaften 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit aus; rückenadaptiert sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
zumutbar (IV-act. 44-1).
A.j Mit Schreiben vom 6. Mai 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die
Mitteilung betreffend Kostengutsprache vom 1. März 2011 infolge Abbruchs der
beruflichen Massnahmen per 18. Februar 2011 aufgehoben würde. Betreffend Rente
erhalte er später eine separate Verfügung (IV-act. 51-1 f.).
A.k Mit Vorbescheid vom 16. Mai 2011 stellte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad
von 30 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 54-1 f.).
A.l Dagegen erhob der Versicherte am 19. Mai 2011 Einwand. Er beantragte
aufgrund seiner beträchtlichen gesundheitlichen Einschränkungen sinngemäss eine
Invalidenrente (IV-act. 55-1).
A.m Mit Verfügung vom 25. Mai 2011 lehnte die IV-Stelle den Antrag des Versicherten
auf eine Invalidenrente ab. Da der Invaliditätsgrad bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 %
in adaptierter Tätigkeit lediglich 30 % betrage, bestehe kein Rentenanspruch (IV-act.
57-1 f.).
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B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 6. Juni 2011 erhobene Beschwerde, in
welcher der Beschwerdeführer sinngemäss beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung führt der
Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, seit der Reha sei keine genügende Abklärung
hinsichtlich einer adaptierten Arbeitstätigkeit erfolgt. Er wisse auch nicht, in welchen
Tätigkeiten er mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen überhaupt arbeiten könne.
Er habe (wegen einer Lungenembolie?) zweimal einen Herzstillstand überlebt; das
Überleben sei bei einem allfälligen dritten fraglich (vgl. auch Bericht "Mein Unfall" bei
act. G 5.1.1). Er sei vom Arzt zu 100 % krankgeschrieben worden, dürfe seit dem
27. Oktober 2009 keine körperliche Arbeit mehr ausführen (act. G 5.1.1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, dem Beschwerdeführer sei eine leichte, wechselbelastende Arbeit
ganztags zumutbar. Es sei nicht einzusehen, wieso die Beurteilung der Rehaklinik
Bellikon nicht mehr gültig sein solle. Der Tabellenlohn für Hilfsarbeiter habe 2008 bei
einer üblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche Fr. 59'979.-- betragen. Es sei
von einem Invalideneinkommen in dieser Höhe auszugehen. Da der Beschwerdeführer
Schweizer Bürger sei und über eine langjährige berufliche Erfahrung verfüge, werde er
trotz der qualitativen Anforderungen an eine leidensadaptierte Arbeit keine
Erwerbseinbusse erleiden. Ebenfalls im Jahr 2008 habe der Beschwerdeführer als
Hauswart Fr. 84'080.-- verdient; dieser Lohn sei als Valideneinkommen zu
berücksichtigen. Die Erwerbseinbusse betrage daher Fr. 24'101.--, was einem IV-Grad
von 28,66 % entspreche. Der Beschwerdeführer habe somit keinen Rentenanspruch
(act. G 7).
B.c Am 10. Oktober 2011 erstattete der Beschwerdeführer mit nicht unterzeichnetem
Schreiben Replik (act. G 9). Mit Brief vom 7. November 2011 (act. G 14) behob der Be
schwerdeführer diesen formellen Mangel (act. G 14.1). Er führte im Wesentlichen
sinngemäss aus, in Bellikon habe nie eine Untersuchung, sondern nur ein Gespräch
stattgefunden. Er wolle wieder arbeiten. Jedoch habe er anlässlich des Arbeitsversuchs
beim F._ nur noch mehr Schmerzen als bis anhin verspürt. Auch sei diese Tätigkeit
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nicht adaptiert gewesen. Er habe eine Untersuchung bei einer unabhängigen Institution
gefordert, was ihm jedoch unter Verweis auf die hohen Kosten und sein Alter verwehrt
worden sei. Er sei 63 Jahre alt und daher noch nicht im ordentlichen Pensionsalter (act.
G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).
B.e Mit Schreiben vom 7. Januar 2012 (act. G 16) legte der Beschwerdeführer den
Unfallschein UVG der SuvaCare mit Dateneintragungen der jeweiligen Attestierung
einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in der Zeit vom 28. Oktober 2009 bis 6. Januar 2012
durch den Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. D._, ins Recht (act. G 16.1).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20),
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) in Kraft getreten. Der zu beurteilende Sachverhalt beschlägt den Zeitraum vor
Inkrafttreten des ersten Teils der 6. IV-Revision. Da sich die Definition der Invalidität
und die damit zusammenhängenden Begriffe mit diesen Revisionen nicht geändert
haben, werden nachfolgend die seit dem 1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen
wiedergegeben.
2.
2.1 Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG, wenn die versicherte Person
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mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente
zugesprochen und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente.
Eine Invalidität von weniger als 40 % wird von der Invalidenversicherung rentenmässig
nicht entschädigt.
2.2 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit
Hinweisen). Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung hat
das Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist deshalb allein
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
Rechtsprechungsgemäss kommt einem Gutachten oder anderen medizinischen
Beurteilungen schon dann kein voller Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht feststehen, dass die medizinischen
Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen entsprechen, was nicht mit medizinischen
Fachpersonen besetzte Behörden in der Regel nicht beurteilen können (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 2002, I 779/01, E. 4.2).
3.
Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Beurteilung der zumutbaren
Arbeitsleistung des Beschwerdeführers auf die interne Aktennotiz des RAD-Arztes Dr.
H._ vom 23. März 2011 (IV-act. 44-1) und das Triage-Protokoll nach
Grundsatzentscheid vom 24. März 2011 unter Beteiligung von Dr. H._ als Vertreter
der medizinischen Sicht (IV-act. 46-1 f.). Dieser wiederum stützte seine Einschätzung
einerseits auf den Bericht des Suva-Kreisarztes vom 14. Januar 2011 (IV-act. 36-1 ff.).
Der Bericht umfasst eine Erhebung der Anamnese, die Angaben des Patienten, den
Befund, die Röntgenbilder sowie die Beurteilung. Der Bericht ergab, dass aktuell die
medizinische Zumutbarkeit, wie auch schon im Bericht Bellikon formuliert, vollschichtig
für leichte Tätigkeiten ohne Einnahme von Zwangshaltungen und günstigerweise in
Wechselpositionen, unter Vermeidens von Aussetzen an Vibrationen und rotierenden
Bewegungen des Rumpfes wie auch statisches Stehen, gegeben sei. Der weitere
Verlauf würde dann zeigen, inwiefern auch noch allenfalls manchmal mittelschwere
Tätigkeiten, vor allem in Tischhöhe, möglich sein würden (IV-act. 36-3). Andererseits
stützte sich Dr. H._ bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung auf den Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon vom 23. August 2010, in welcher der Beschwerdeführer in der Zeit
vom 14. Juli 2010 bis 18. August 2010 hospitalisiert war (IV-act. 11-1 ff.). Der
Austrittsbericht diagnostizierte beim Beschwerdeführer eine LWK1-Fraktur, ein
lumbovertebrales Syndrom, eine Osteoporose, eine glomeruläre Mikrohämaturie und
Mikroalbuminurie DD Thin-Basement-Membrane-Syndrome sowie laut Akten einen
Status nach chronischem C2-Abusus, verbunden mit Vitamin B12- und Vitamin D-
Mangel. Als Probleme bei Austritt werden belastungsverstärkte lumbale Schmerzen
sowie eine Suchtanamnese genannt (IV-act. 11-1). Im Austrittsbericht Bellikon wird
ausgeführt, dass dem Beschwerdeführer die bisherige berufliche Tätigkeit als Hauswart
beim Amt für Militär nicht mehr zumutbar sei. Die Anforderungen seien zu hoch, da es
sich um eine mittelschwere rückenbelastende Tätigkeit handle. Der Beschwerdeführer
sei für diese Tätigkeit seit dem 18. August 2010 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben.
Eine wechselbelastende (d.h. keine rein gehend oder stehend zu verrichtende) Tätigkeit
ohne häufig vorgeneigte Rumpfhaltung sowie ohne Erfordernis, schnell laufen zu
müssen, und ohne unerwartete asymmetrische Lasteinwirkungen sei dem
Beschwerdeführer jedoch ganztags zumutbar. Aufgrund der längeren
Arbeitsunfähigkeit wurde ein erleichterter Einstieg empfohlen: Vorerst noch reduzierte
Arbeitsleistung an 5 Tagen in der Woche jeweils à drei Stunden, dann in vierwöchigen
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Abständen eine Steigerung auf halbtags, dann auf sechs Stunden am Tag und letztlich
ganztags, d.h. innerhalb einer Zeitspanne von 12 Wochen sukzessive Erhöhung der
Arbeitsleistung bis zum Vollpensum im Rahmen des Zumutbaren (IV-act. 11-2).
3.2 Der Beschwerdeführer hält in der Hauptsache dagegen, dass seit seinem Auf
enthalt in der Rehaklinik Bellikon keine genügende Abklärung hinsichtlich einer
adaptierten Arbeitstätigkeit erfolgt sei. Zudem habe er eine Untersuchung bei einer un
abhängigen Institution gefordert, was ihm jedoch unter Verweis auf die hohen Kosten
und sein Alter verwehrt worden sei.
4.
4.1 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt zunächst ins Gewicht, dass
die Beschwerdegegnerin keinen aktuellen Bericht des Hausarztes eingeholt hat. Es
finden sich zwar zwei ärztliche Berichte von Dr. D._ vom 22. Dezember 2009 und
3. Juni 2010 sowie eine Telefonnotiz vom 1. Juni 2010 in den Suva-Akten (nicht
nummerierte Fremdakten, act. G 7.2). Diesen kann jedoch keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezüglich einer zumutbaren Tätigkeit entnommen werden;
Dr. D._ äussert sich im Telefongespräch mit der Case Managerin des Kantons St.
Gallen vom 1. Juni 2010 nur bezüglich eines Arbeitsversuchs, ohne dass er eine
konkrete Leistungseinschätzung abgegeben hätte. Das Einholen eines aktuellen
Hausarztberichtes vor Verfügungserlass wäre jedoch namentlich auch mit Blick auf die
nach dem Unfall vom 26. Oktober 2009 zusätzlich eingetretenen
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers (Lungenembolien) auf jeden
Fall erforderlich gewesen.
4.2 Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch Dr. H._ sowohl in seiner
Aktennotiz vom 23. März 2011 als auch als Vertreter der medizinischen Sicht im Triage-
Protokoll nach Grundsatzentscheid vom 24. März 2011, auf welche sich die
angefochtene Verfügung vom 25. Mai 2011 stützt, ist zunächst zu bemerken, dass
keine medizinische Untersuchung, Befunderhebung, Diagnosestellung sowie
Arbeitsfähigkeitsschätzung durch den RAD erfolgte. Eine umfassende ärztliche
Untersuchung und ein anschliessender Bericht durch den RAD oder durch eine externe
Begutachtungsstelle wären jedoch aufgrund der Tatsache, dass der
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Beschwerdegegnerin im Verfügungszeitpunkt nicht einmal ein aktueller Hausarztbericht
vorgelegen hat, umso notwendiger gewesen. Im Weiteren führte Dr. H._ in seiner
Aktennotiz vom 23. März 2011 aus, dass nach wie vor reine Unfallfolgen vorlägen. Es
ist unklar, wie der RAD-Arzt zu dieser Schlussfolgerung kommt. Im Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon vom 23. August 2010 wurde nämlich ausgeführt, dass die
Beurteilung der Zumutbarkeit einer Tätigkeit im angestammten und adaptieren Bereich
ausschliesslich aus "unfallkausaler Sicht" erfolge (IV-act. 11-2). Damit erscheint der
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon für eine medizinische Abklärung im Bereich der
Invalidenversicherung keineswegs umfassend und nicht die richtige Grundlage für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu sein. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer am
14. September 2010 eine Lungenembolie erlitt (vgl. Arztbericht des Departements
Innere Medizin des Spitals C._ vom 23. September 2010, IV-act. 21-1 ff.). Mögliche
Auswirkungen der Lungenembolie auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers konnten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht vom
August 2010 somit noch gar nicht mitberücksichtigen. Der Suva-Kreisarzt erwähnt
zwar in seinem Bericht vom 14. Januar 2011 die Lungenembolie (IV-act. 36-1), nennt
sie aber weder als Diagnose noch im Zusammenhang mit der zumutbaren
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es ist mithin nicht eruierbar, ob der Kreisarzt die
Lungenembolie wegen fehlender Unfallkausalität oder fehlender Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (bei wohl vermuteter vollständiger Ausheilung) in seiner Beurteilung
unberücksichtigt liess. Auf jeden Fall hätte die Beschwerdegegnerin zumindest die
allfälligen Auswirkungen der Lungenembolie auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers (nochmals) ärztlich abzuklären gehabt, auch wenn aus dem
Arztbericht des Departements Innere Medizin des Spitals C._ vom 23. September
2010 hervorgeht, dass der Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand und
subjektivem Wohlbefinden am 23. September 2010 nach Hause entlassen worden sei
(IV-act. 21-2). Diesbezügliche weitere Abklärungen, die unterlassen wurden,
rechtfertigen sich umso mehr, als der Beschwerdeführer im April 2011 offenbar eine
weitere Lungenembolie hatte. Im Weiteren gibt es aufgrund der Akten auch
Anhaltspunkte für eine psychische Beeinträchtigung.
4.3 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass weder die ärztliche Beurteilung
des RAD noch die sich in den Akten befindenden Arztberichte eine ausreichend
zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands und der unter
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invalidenversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten massgeblichen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers (bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung, 25.
Mai 2011) zulassen. Der Sachverhalt erweist sich als ungenügend abgeklärt.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 25. Mai 2011 teilweise gutzuheissen, und die Sache zur
ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und entsprechender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP