Decision ID: a6f0168e-4da3-4fde-9090-3f5f5ef160bc
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 06.06.2008 Art. 87 Abs. 4 IVV. Prüfung der Eintretensvoraussetzungen bei Neuanmeldung nach vorausgegangener rechtskräftiger Abweisung. Diese Bestimmung auferlegt der sich neu anmeldenden Person die Last der Glaubhaftmachung. Sie muss die Indizien für die notwendige rentenrelevante Sachverhaltsveränderung suchen und der IV-Stelle vorlegen und sie trägt den Nachteil (Nichteintreten), wenn ihr dies nicht gelingt. Das setzt gemäss Art. 27 ATSG aber voraus, dass die versicherte Person im Anmeldeformular oder durch eine entsprechende Mitteilung der IV-Stelle auf ihre "Glaubhaftmachungslast" aufmerksam gemacht wird. Die IV-Stelle kann der versicherten Person stattdessen auch das Sammeln der Indizien zur Glaubhaftmachung der Sachverhaltsveränderung abnehmen. Problem der Abgrenzung zwischen dieser amtlichen Sammlung von Indizien zur Glaubhaftmachung und der materiellen Anspruchsprüfung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juni 2008, IV 2007/52).
Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Lisbeth
Mattle Frei; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 6. Juni 2008
in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Nichteintreten auf Leistungsgesuch)
Sachverhalt:
A.
P._ erlitt am 25. September 1999 bei einem Autounfall eine erstgradige offene,
distale, intraartikuläre Pilon-Trümmerfraktur links, eine Trümmerfraktur des Cuboid und
des lateralen Cuneiforme, metatarsale III- und IV-Frakturen proximal links, metatarsale
III- bis V-Frakturen distal-subcapital, einen kleinen Abriss am Calcaneus plantar sowie
eine Fissur des Talus links. Er wurde am 4. Oktober 1999 operiert. Im Sommer 2000
unterzog er sich einer Rehabilitation in Bellikon. Der Kreisarzt der SUVA hielt in seinem
Abschlussbericht vom 21. Januar 2001 fest, der Versicherte sei mit Spezialschuhen
versorgt. Die USG seien eingesteift mit einem Varus von 5°. Bei posttraumatischer
OSG-Arthrose sei die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt mit einem leichten
Spitzfuss von 5°. Die Vorfussbeweglichkeit sei um 2/3 bis 3⁄4 eingeschränkt, die
Zehengrundgelenke seien mässig beeinträchtigt. Wegen der Varisierung des
Rückfusses würden die lateralen Fusspartien verstärkt belastet. Der Versicherte klage
über extreme Wetterempfindlichkeit, über starke Anlaufprobleme morgens und nach
längerem Sitzen, wobei letzteres an sich möglich sei, über eine reduzierte Gehleistung
und über Schwierigkeiten beim Treppensteigen. Nach Ansicht des Kreisarztes erklärten
die Befunde diese Beschwerden. Die SUVA ging davon aus, dass der Versicherte in
einer der Behinderung angepassten Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Die
Erwerbseinbusse von 18% resultierte nur aus der Tatsache, dass der Versicherte vor
dem Unfall einen überdurchschnittlichen Lohn erzielt hatte. Mit einer Verfügung vom
25. Juni 2002 sprach die SUVA dem Versicherten eine Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von 18% zu.
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B.
Bereits am 23. Mai 2000 hatte sich der Versicherte auch zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet. Er hatte einzig die Umschulung angekreuzt. Sein Arbeitgeber, die A._,
hatte am 21. Juni 2000 angegeben, der Versicherte habe als Betriebspraktikant 1998
Fr. 64'062.- und 1999 Fr. 62'705.- verdient. Dr. med. B._ hatte der IV-Stelle am 28.
Februar 2001 berichtet, der Versicherte sei vom 25. September 1999 bis 13. August
2000 zu 100% und vom 14. August 2000 bis 7. Januar 2001 zu 50% arbeitsunfähig
gewesen. Seither bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 25%. Der Berufsberater der IV-
Stelle hatte am 31. Juli 2001 festgehalten, der Versicherte sei nach einer internen
Umplatzierung gut eingegliedert. Die Arbeitszeit sei auf 75% festgesetzt worden. Die
Arbeitsfähigkeit betrage aber nur 50%, bezogen auf eine vollzeitliche Beschäftigung
also 37,5%. Es werde eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwartet. Am 1. Juli 2002
gab der Berufsberater an, der Versicherte sei eingegliedert. Weitere Leistungen,
insbesondere Rentenleistungen der Invalidenversicherung, seien nicht notwendig. Die
IV-Stelle erliess am 5. September 2002 eine mit "Berufliche Massnahmen"
überschriebene Verfügung, mit der sie das Leistungsbegehren des Versicherten
abwies. In der Verfügungsbegründung gab sie an, sie habe den Anspruch auf
berufliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente geprüft. Da der Versicherte als
Briefversandmitarbeiter noch zu 82% arbeitsfähig sei, betrage die Erwerbseinbusse
18%. Es liege deshalb keine rentenbegründende Invalidität vor. Diese Verfügung
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.
Am 31. August 2005 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen
an. Er beantragte nur die Ausrichtung einer Rente. Auf die Frage nach der Art der
Behinderung gab er nur die Unfallfolgen an ("Unterschenkel und Fuss links"). Die IV-
Stelle forderte beim Orthopäden Dr. med. C._ einen Bericht an. Dieser Bericht wurde
am 17. November 2005 erstellt. Dr. med. C._ gab an, der Versicherte sei seit dem
10. Oktober 2002 bis auf weiteres zu 70% arbeitsfähig. Er nannte folgende Diagnose:
schwere Restschäden nach komplexen intraartikulären Unterschenkel- und
Fussfrakturen nach Osteosynthesen und - ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit -
Diskushernien mit neurologischen Symptomen (St. n. Diskushernienoperation vor
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wenigen Monaten). Der Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtere sich. Am
25. November 2005 forderte die IV-Stelle Dr. med. C._ auf, auch noch das Beiblatt
zum Arztbericht auszufüllen. Dieser Aufforderung kam Dr. med. C._ am 8. Dezember
2005 nach. Er führte aus, momentan sei der Versicherte nicht mehr wie bisher zu 30%
arbeitsfähig, da die Schmerzen trotz der im Sommer 2005 durchgeführten
Diskushernienoperation immer noch vorhanden seien und das Heben und Tragen
schwererer Lasten ausschlössen. Es könne noch nicht definitiv abgeschätzt werden,
ob der Versicherte den früheren Arbeitsfähigkeitsgrad wieder erreichen werde. Am 9.
Dezember 2005 werde eine MRI-Untersuchung erfolgen. Mit einer Verfügung vom 15.
Februar 2005 trat die IV-Stelle nicht auf die Neuanmeldung ein. Sie wies darauf hin,
dass eine erneute Prüfung nur möglich sei, wenn glaubhaft dargelegt werde, dass sich
die tatsächlichen Verhältnisse nach der Abweisungsverfügung vom 5. September 2002
erheblich verändert hätten. Der Versicherte habe in seinem Gesuch keine neuen
Tatsachen geltend gemacht.
D.
Der Versicherte liess am 8. März 2006 Einsprache gegen diese Verfügung erheben. Er
wies sinngemäss darauf hin, dass Dr. med. C._ eine neue Diagnose (Diskushernie)
und eine höhere Arbeitsunfähigkeit (100%) angegeben habe. In einer
Einspracheergänzung liess er am 31. Mai 2006 beantragen, die
Nichteintretensverfügung sei aufzuheben und seine Leistungsansprüche, insbesondere
die Rentenansprüche, seien zu prüfen. Er machte geltend, es dürfe nicht darauf
abgestellt werden, dass die SUVA immer noch eine 18%ige Rente ausrichte. Das
Rückenleiden sei nämlich unfallfremd. Dem Bericht von Dr. med. C._ sei zu
entnehmen, dass sich die Arbeitsfähigkeit wesentlich verschlechtert habe. Die IV-Stelle
erkundigte sich daraufhin beim RAD Ostschweiz, ob es sich bei den
Rückenbeschwerden um reine Unfallfolgen handle oder ob weitere Abklärungen
notwendig seien. Dr. med. D._ antwortete am 22. Juni 2006, Dr. med. C._ habe die
IV-Stelle aufgefordert, bezüglich des Rückenleidens beim Neurochirurgen des
Kantonsspitals St. Gallen Erkundigungen einzuholen. Es sei davon auszugehen, dass
es sich um ein unfallfremdes Leiden handle. Die Nichteintretensverfügung sei wohl in
Unkenntnis des Rückenleidens erlassen worden. Beim Neurochirurgen müsse ein
Arztzeugnis eingeholt werden. Dieses solle auch die Frage beantworten, ob ein stabiler
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Zustand erreicht sei und wie gross die Restarbeitsfähigkeit rein aus der Sicht des
Rückenleidens sei. Das Kantonsspital St. Gallen berichtete der IV-Stelle am 18. Juli
2006, im Juni 2005 seien Lumbalgien aufgetreten und die Beinschmerzen hätten
zugenommen. Ausserdem sei es zu einer Fussheberschwäche gekommen. Am 13. Juni
2005 sei eine erweiterte Fenestration LWK 4/5 durchgeführt worden. Nach der
Rehabilitation in Valens sei der Versicherte in gutem Allgemeinzustand und ohne
motorische Defizite nach Hause entlassen worden. Im Verlauf habe der Versicherte
über zunehmende Lumbalgien und über eine pseudoradikuläre Ausstrahlung in die
rechte untere Extremität geklagt. Ein MRI habe keine Kompression aufgezeigt. In einer
rückenschonenden Tätigkeit sei der Versicherte voll einsatzfähig. Dr. med. D._
interpretierte diesen Bericht am 3. August 2006 so, dass die Restarbeitsfähigkeit von
70% in der angestammten Tätigkeit wieder erreicht und dass der Zustand stabil sei.
Der Versicherte wandte am 4. Dezember 2006 ein, Dr. med. C._ habe ihn am 4.
Oktober 2006 wieder zu 70% arbeitsunfähig geschrieben. Die Sache sei aufgrund der
aktuellen Schätzung zu beurteilen. Die IV-Stelle wies die Einsprache am 14. Dezember
2006 ab. Sie führte zur Begründung aus, der unfallfremde Faktor (Rückenbeschwerden)
schränke die Arbeitsfähigkeit nicht weiter ein. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
med. C._ (30%) entspreche dem tatsächlichen Arbeitspensum des Versicherten. Weil
keine wesentliche Veränderung ausgewiesen sei, sei sie zu Recht nicht auf die
Neuanmeldung eingetreten. Mangels eines invalidisierenden unfallfremden Faktors sei
sie verpflichtet, den von der Unfallversicherung rechtskräftig verfügten Invaliditätsgrad
zu übernehmen.
E.
Der Versicherte erhob am 29. Januar 2007 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Er beantragte dessen Aufhebung, eventualiter die Rückweisung
an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung. Zur Begründung führte er aus, er leide immer
noch an Lumbalgien und pseudoradikulären Ausstrahlungen in die rechte untere
Extremität. Es sei also entgegen der Auffassung der IV-Stelle davon auszugehen, dass
immer noch Rückenbeschwerden bestünden. Die Neurochirurgen des Kantonsspitals
St. Gallen hätten nicht zur krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit Stellung genommen.
Sie hätten aber angegeben, weitere therapeutische Massnahmen seien notwendig.
Demnach könne der Vorzustand noch nicht erreicht sein. Eine gesundheitliche
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Verschlechterung als Folge des Rückenleidens sei somit klar ausgewiesen. Der
Nichteintretensentscheid sei unrichtig gewesen.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 5. Februar 2007 die Abweisung der Beschwerde.
G.
Der Versicherte liess am 16. Februar 2007 drei Berichte des Vertrauensarztes der A._
aus dem Jahr 2002 einreichen.

Erwägungen:
1.
Die ursprüngliche Anmeldung vom 23. Mai 2000 beinhaltete zwar nur ein Gesuch um
eine Umschulung, aber das Verwaltungsverfahren wurde von der Beschwerdegegnerin
sofort auf die Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs ausgedehnt. Mit der
rechtskräftigen Verfügung vom 5. September 2002 verneinte die IV-Stelle - trotz der
missverständlichen Überschrift ("Berufliche Massnahmen") - auch einen
Rentenanspruch, wie sich der Verfügungsbegründung entnehmen lässt. Am 5.
September 2002 wurde dem Beschwerdeführer also eine Rente wegen eines zu
geringen Invaliditätsgrades verweigert. In seinem solchen Fall ordnet Art. 87 Abs. 4 IVV
an, dass eine Neuanmeldung nur geprüft werde, wenn die Voraussetzungen des Art. 87
Abs. 3 IVV erfüllt seien, d.h. wenn glaubhaft gemacht sei, dass sich der Grad der
Invalidität seither in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert habe.
Kann keine solche Veränderung glaubhaft gemacht werden, tritt die IV-Stelle nicht auf
die Neuanmeldung ein. Die "Glaubhaftmachungslast" (i.S. der Beweisführungslast) liegt
demnach ausnahmsweise nicht bei der IV-Stelle, sondern bei der sich neu
anmeldenden versicherten Person. Diese kann sich also nicht darauf beschränken, sich
neu anzumelden und es dann der IV-Stelle zu überlassen, Indizien für eine
leistungserhebliche Sachverhaltsveränderung zu suchen. Sie hat vielmehr selbst die
Indizien für eine leistungserhebliche Sachverhaltsveränderung zu liefern. Andernfalls
bliebe in Art. 87 Abs. 4 IVV nur eine "Behauptungslast" übrig. Die IV-Stelle beschränkt
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sich darauf, die ihr von der versicherten Person vorgelegten Indizien darauf zu prüfen,
ob sie eine leistungserhebliche Veränderung als glaubhaft erscheinen lassen. Die IV-
Stelle selbst nimmt also keine Sachverhaltsabklärungen vor. Dies macht es
erforderlich, dass die sich neu anmeldende versicherte Person über den Inhalt von Art.
87 Abs. 4 IVV informiert ist, insbesondere dass sie weiss, dass die
"Glaubhaftmachungslast" bei ihr liegt. Das vom Beschwerdeführer am 3. November
2005 ausgefüllte Anmeldeformular enthält keinen Hinweis auf die Eintretenshürde des
Art. 87 Abs. 4 IVV für diejenigen Versicherten, die sich nach einer vorausgegangenen
rechtskräftigen Abweisung eines Rentengesuches neu anmelden. Demnach fehlt auch
ein Hinweis darauf, dass die sich neu anmeldende Person die Indizien zur
Glaubhaftmachung einer leistungsrelevanten Sachverhaltsveränderung selbst
beizubringen und der IV-Stelle vorzulegen hat. Die Beschwerdegegnerin hätte den
Beschwerdeführer in Erfüllung ihrer Aufklärungs- und Beratungspflicht (Art. 27 ATSG)
nach dem Eingang der Neuanmeldung vom 3. November 2005 auf diese
Eintretenshürde und ihre Konsequenzen hinweisen müssen. Das hat sie nicht getan.
Sie hat einen anderen Weg gewählt. Sie selbst hat für den Beschwerdeführer nach
Indizien für eine leistungserhebliche Sachverhaltsveränderung gesucht. Dazu hat sie
bei Dr. med. C._ einen Bericht angefordert. Diese Abklärungshandlung beruht also
nicht auf einem vorgängig stillschweigend gefassten Beschluss, auf die Neuanmeldung
vom 3. November 2005 einzutreten und das Rentengesuch materiell zu prüfen, sondern
es handelt sich nach ständiger Rechtsprechung des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen (vgl. etwa das unveröffentlichte Urteil vom 30. Juni 2003 i.S. S.I.-M.,
IV 2002/102, Erw. 2a) um eine zur Eintretensprüfung gehörende Indizienerhebung, die
dem Beschwerdeführer lediglich die "Glaubhaftmachungslast" i.S. der
Beweisführungslast, nicht aber die "Glaubhaftmachungslast" i.S. der materiellen
Beweislast (Nachteilstragung bei Beweislosigkeit) abnimmt. Der Bericht von Dr. med.
C._ vom 17. November 2005 hat demnach in diesem Zusammenhang nur die
Qualität eines Indizes zur Glaubhaftmachung gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV.
2.
Dr. med. C._ hat am 17. November 2005 zwar eine neue Diagnose (Diskushernie mit
neurologischen Symptomen, St. n. kürzlich erfolgter Diskushernienoperation)
angegeben, aber er hat diese neue Diagnose ausdrücklich als irrelevant für die
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Arbeitsfähigkeit bezeichnet und er hat eine seit dem 10. Oktober 2002 anhaltende
Arbeitsunfähigkeit in der früheren Tätigkeit von 70% angegeben. Damit war zwar eine
Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht, aber diese Sachverhaltsveränderung
konnte offensichtlich keine Veränderung der rentenspezifischen Invalidität zur Folge
haben, so dass sie kein Eintreten auf die Neuanmeldung rechtfertigte. Die
Beschwerdegegnerin hat es nicht bei diesen Angaben von Dr. med. C._ bewenden
lassen. Sie hat ihn am 25. November 2005 aufgefordert, auch das Beiblatt zum
Arztbericht auszufüllen. Auch dieser Abklärungsmassnahme liegt kein stillschweigender
Eintretensbeschluss zugrunde. Die Beschwerdegegnerin hat sich nach wie vor in der
Eintretensprüfung befunden, als sie Dr. med. C._ aufgefordert hat, seinen Bericht zu
vervollständigen. Dieses Vorgehen war sinnvoll, denn es fehlte eine Begründung dafür,
dass der Beschwerdeführer trotz seiner erst kurz vorher operierten Diskushernie bereits
wieder im gleichen Ausmass arbeitsfähig sein sollte wie vor dem Auftreten der
Rückenbeschwerden. Dr. med. C._ hat dann aber am 8. Dezember 2005 im Beiblatt
zum Arztbericht unerwartet keine Begründung für seine Angaben vom 17. November
2005 nachgeliefert, sondern er hat angegeben, dass der Beschwerdeführer trotz der
Diskushernienoperation immer noch zu 100% arbeitsunfähig sei und dass noch nicht
abzusehen sei, ob der Beschwerdeführer die frühere Arbeitsfähigkeit wieder erreichen
werde. Er hat vorgeschlagen, die Ergebnisse der geplanten weiteren Abklärungen
abzuwarten. Obwohl damit eine leistungsrelevante Sachverhaltsveränderung, nämlich
ein Anstieg der Arbeitsunfähigkeit als Folge der früher nicht vorhandenen
Rückenerkrankung, glaubhaft gemacht war, hat die Beschwerdegegnerin am 15.
Februar 2006 eine Nichteintretensverfügung erlassen. Sie hat dies nicht mit dem
Ergebnis der von ihr gesammelten Indizien begründet, sondern mit der Tatsache, dass
die SUVA die Rente nicht revisionsweise erhöht hatte. Diese Begründung der
Nichteintretensverfügung war rechtswidrig, denn es bestand keine Veranlassung
anzunehmen, die SUVA habe über eine überzeugendere, diejenige von Dr. med. C._
widerlegende Arbeitsfähigkeitsschätzung verfügt, die einen Arbeitsunfähigkeitsgrad im
Ausmass der früheren, vor dem Auftreten der Rückenerkrankung abgegebenen
Einschätzung nachgewiesen habe. Das Verhalten der SUVA konnte nur so interpretiert
werden, dass die Rückenerkrankung UV-rechtlich nicht versichert war. Zudem bestand
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Bindung der
Beschwerdegegnerin an eine Invaliditätsbemessung durch die SUVA (vgl. BGE 133 V
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549 ff.). Die Prüfung der Eintretensfrage hätte deshalb gestützt auf das von Dr. med.
C._ am 8. Dezember 2005 ausgefüllte Beiblatt zum Arztbericht erfolgen und die
Antwort hätte lauten müssen: Es ist eine leistungserhebliche Sachverhaltsveränderung
glaubhaft gemacht, so dass auf die Neuanmeldung vom 31. August 2005 einzutreten
ist.
3.
Da die Verfügung vom 15. Februar 2006 nur die Beantwortung der Eintretensfrage
gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV zum Gegenstand hatte, war auch das Einspracheverfahren
auf diese Frage beschränkt. Dementsprechend hat der Beschwerdeführer am 8. März
und am 31. Mai 2006 nur beantragt, es sei auf seine Neuanmeldung vom 31. August
2005 einzutreten. Zwar enthielt das Einsprachebegehren auch das Ersuchen, die
Leistungsansprüche zu prüfen. Das konnte aber nur so interpretiert werden, dass die
angefochtene Verfügung aufzuheben und auf die Neuanmeldung einzutreten sei, so
dass im anschliessenden Verwaltungsverfahren die Leistungsberechtigung geprüft
werden könne. Es handelte sich also nicht um ein Begehren, das Einspracheverfahren
auf die materielle Prüfung der Neuanmeldung auszudehnen und die
Nichteintretensverfügung durch einen die Neuanmeldung gutheissenden
Einspracheentscheid zu ersetzen. Am 12. Juni 2006 fragte die Beschwerdegegnerin
den RAD Ostschweiz, ob die Rückenschmerzen reine Unfallfolgen seien oder ob
weitere Abklärungen vorgenommen werden müssten. Die Frage nach der
Unfallkausalität der Rückenerkrankung betraf noch immer nur die
Eintretensproblematik, denn die Beschwerdegegnerin hatte ihre
Nichteintretensverfügung ja fälschlicherweise auf die Annahme gestützt, die SUVA
habe die Rente trotz der auch für sie relevanten Rückenbeschwerden bei 18%
belassen. Die Frage an den RAD Ostschweiz, ob allenfalls noch weitere medizinische
Abklärungen notwendig seien, dürfte sich ebenfalls auf die fragliche Unfallkausalität der
Rückenbeschwerden und damit auf die Eintretensproblematik beschränkt haben. Der
Arzt des RAD Ostschweiz qualifizierte die Rückenbeschwerden als unfallfremd. Damit
war die Indizienlage endgültig klar, denn nun stand fest, dass der UV-rechtlich
weiterhin 18% betragende Invaliditätsgrad nicht einen unveränderten Sachverhalt
belegen konnte. In dieser Situation hätte die Einsprache gutgeheissen und auf die
Neuanmeldung vom 31. August 2005 eingetreten werden müssen. Auf Empfehlung des
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RAD-Arztes hat die Beschwerdegegnerin stattdessen am 23. Juni 2006 einen Bericht
der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen angefordert, wobei insbesondere die
Restarbeitsfähigkeit rein aus der Sicht des Rückenleidens interessierte. Diese
Abklärung war zur Beantwortung der Frage, ob eine nachträgliche rentenrelevante
Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht sei, nicht mehr nötig, denn diese Frage
war ja bereits mit dem Bericht von Dr. med. C._ vom 8. Dezember 2005 und der
Feststellung des RAD-Arztes, dass die Rückenbeschwerden unfallfremd seien,
beantwortet. Ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung eingetreten ist, bevor
sie den Bericht der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen eingeholt hat, kann
vorliegend offen bleiben, denn der angefochtene Entscheid vom 14. Dezember 2006,
die Einsprache abzuweisen, d.h. das Nichteintreten auf die Neuanmeldung vom 31.
August 2005 zu bestätigen, war rechtswidrig. Die Einsprache hätte gutgeheissen
werden müssen.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde vollumfänglich
gutzuheissen, der angefochtene Nichteintretensentscheid ist aufzuheben und durch
den Entscheid zu ersetzen, auf die Neuanmeldung vom 31. August 2005 einzutreten.
Die Sache ist deshalb zur Behandlung des mit der Neuanmeldung gestellten
Rentengesuches an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist gemäss der lit. b der Übergangsbestimmungen zur Änderung
des IVG vom 16. Dezember 2005 i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG kostenlos. Der
vollumfänglich obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 61 lit. g ATSG einen
Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. Diese bemessen sich nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses. Angesichts des deutlich
unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwandes erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 2000.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG