Decision ID: 80012030-ba64-5890-88a0-382e05cf4a1d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1987, meldete sich am 10. Dezember
2012 unter Hin
weis auf eine Angststörung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug an (Urk. 7/3 = Urk. 7/7/6-14). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 30. Oktober
2013 (Urk. 7/19) einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
1.2
Am 2. Mai 2014 wurde der Versicherte durch seine behandelnde Neurologin unter Hinweis auf eine Multiple Sklerose bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/20 = Urk. 7/22).
Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und gewährte dem Versicherten beruf
liche Massnahmen in Form einer Potentialabklärung (Urk. 7/45), eines Arbeits
versuches vom 1. Mai bis 31. Oktober 2015 (Urk. 7/61 = Urk. 7/69), das je
doch vorzeitig per 19. August 2015 abgebrochen wurde
(vgl. Urk. 7/67), sowie eines Belastbarkeitstrainings vom 12. Januar bis 11. April 2016 (Urk. 7/78), das ebenfalls vorzeitig per 26. Februar 2016 abgebrochen
wurde (vgl. Urk. 7/83). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 6. April 2016 den Abschluss der Ein
gliederungsmassnahmen mit (Urk. 7/87). Zudem holte die IV-Stelle ein bidiszi
pli
näres Gutachten ein, das am 27. August 2016 erstattet wurde (Urk. 7/101). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/105; Urk. 7/110-111; Urk. 7/120 = Urk. 3) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 5. Januar 2017 (Urk. 7/124 = Urk. 2) bei einem Invaliditätsgrad von 42 % eine Viertelsrente ab 1. August 2015 zu.
2.
Der
Versicherte erhob am 16. Januar 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 5. Januar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 (Urk. 6) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 21. Februar 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass dem Beschwerdeführer gestützt auf das eingeholte Gutachten die ange
stammte Tätigkeit bei der
Y._
AG nicht mehr möglich sei. Für angepasste Tätigkeiten bestehe jedoch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Für die Bemessung des Invalideneinkommens seien die Zahlen des Bundesamtes für Statistik beigezo
gen worden, woraus – nach Vergleich mit dem ermittelten Valideneinkommen – ein Invaliditätsgrad von 42 % resultiere. Es könne nicht auf das effektiv erzielte Einkommen von monatlich Fr. 2'000.-- abgestellt werden, da davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit ein höheres Ein
kommen erzielen könnte (S. 4 f.).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 6) grund
sätzlich fest
und führte ergänzend aus, dass
nicht von einem stabilen Arbeits
verhältnis ausgegangen werden könne und deshalb zur Ermittlung
des Invali
deneinkommens Tabellenlöhne
heranzuziehen sei
en
(S. 2 Rz 3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), dass mangels entsprechender Indizien der Vermutung zu folgen sei, dass der seit dem 1. Dezember 2016 erzielte monatliche Lohn von Fr. 2'000.-- (zuzüglich 13. Monatslohn) ein Äquivalent zur entsprechenden Arbeitsleistung darstelle, weshalb bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades von einem Invalidenein
kommen von Fr. 26'000.-- auszugehen sei. Zudem entspreche das
derzeitige
Ar
beitspensum von 50 % dem medizinisch-theoretisch als möglich eingeschätzten Arbeitspensum, er also genau eine solche Tätigkeit ausübe, wie es das medizi
nisch-theoretisch bes
timmte Belastungsprofil vorsehe. Dabei ergebe
sich ein In
valid
itätsgrad von 50 % und somit einen Anspruch auf eine halbe Invalidenren
te (S. 4 f. Ziff. II.1.3.2-2).
2.3
Strittig ist die Berechnung des Invaliditätsgrades und dabei insbesondere die Höhe des Invalideneinkommens.
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Neurologie, führte in ihrem Bericht vom 26. September 2014 (Urk. 7/31/2-6) aus, dass sie den Beschwerdeführer seit Juni 2012 behandle (Ziff. 1.2), und nannte folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Multiple Sklerose, schubförmig-remittierender Verlauf, sicher nach den McDonald-Kriterien, Erstdiagnose Februar 2014
-
multiple unspezifische Beschwerden bei Angststörung
-
Tremor, möglicherweise milder essentieller Tremor, eventuell aus
schliesslich vegetativer Tremor
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Wachmann bei der
Y._
AG bestehe schätzungsweise eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Eine angepasste Tä
tigkeit sei in einem Pensum von schätzungsweise 50 % möglich (Ziff. 1.7).
3.2
Die Ärzte der
A._
nannten in ihrem Bericht vom 25. März
2015 (Urk. 7/56) eine seit 2012 bestehende rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), sowie eine seit 2014 bestehende Erstmanifestation einer multiplen Sklerose als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Es bestehe ein Zusammenhang zwischen der depressiven Symptomatik und den körperlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers (Ziff. 1.4). Die bisherige Tätigkeit als Sicherheits-Mitarbeiter sei dem Beschwerdeführer aktuell aufgrund der psychopathologi
schen Symptome nicht zumutbar. Ein angepasstes Tätigkeitsprofil mit klar strukturierten Arbeitsabläufen, der Möglichkeit bedarfsgerechter Pausen wäre je nach weiterem Verlauf prinzipiell möglich (Ziff. 1.7). Ab dem 24. April 2015 sei eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem 40%-Pensum möglich (Ziff. 1.9).
3.3
Dr
.
Z._
nannte in ihrem Bericht vom 31. August
2015 (Urk. 7/70/2-6) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Multiple Sklerose, schubförmig-remittierender Verlauf, sicher nach den McDonald-Kriterien, Erstdiagnose Februar 2014
-
Angststörung, wechselnd depressive Stimmungslage
-
Tremor, eventuell essentieller Tremor, eventuell vegetativer Tremor bei Angststörung
Sie führte aus, dass für mehrere Monate eine Sehstörung bestanden habe, wel
che dann abgeklungen sei.
Nun bestünden Beinbeschwerden beziehungsweise eine Gangstörung bei einer akuten demyelinisierenden Läsion im thoraken Myelon sowie eine Angststörung mit depressiver Stimmungslage. Die Ein
schrän
kungen führten zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem 30. Juli 2015. Die bisherige Tätigkeit
als Angestellter bei der
Y._
AG sei dem Be
schwerde
führer zumutbar (Ziff. 1.7) Es sei zu erwarten, dass wieder eine 50%ige Arbeits
fähigkeit erreicht werden könne (Ziff. 1.8).
3.4
In ihrem Bericht vom 13. April
2016 (Urk. 7/88) stellte Dr.
Z._
die zusätzli
che Diagnose eines rezidivierenden lumbovertebralen Schmerzsyndroms, gene
ralisierte Myogelosen, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2). Der Beschwerdeführer habe keine Ausbildung gemacht, sei diversen Tätigkeiten nachgegangen, sei unter anderem bei der
Y._
AG angestellt gewesen und habe vorübergehend in der Landi gearbeitet. Ihm sei ein 50%-Pensum bezie
hungsweise zirka 4 1⁄2 Stunden täglich möglich. Leichte Gartenarbeit sei ihm zu 50 % zumutbar (Ziff. 2.1; vgl. Ziff. 2.2).
3.5
Dr. med. B._, Facharzt für Neurologie, und Dr. med. C._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatteten das von der Beschwerde
gegnerin in Auftrag gegebene neurologisch-psychiatrische Gutachten am 27. August 2016 (Urk. 7/101).
Der neurologische Gutachter nannten folgende Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (S. 12 Ziff. C.4):
-
Encephalomyelitits disseminata mit schubförmigem Verlauf (Erstdiagno
se Februar 2014) behandelt mit Gilenya seit dem 2. April 2014 mit
-
sensibler Hemisymptomatik links
-
links- und beinbetonter Extremitätenataxie
-
Gangstörung mit eingeschränkter Gehfähigkeit
-
Visusminderung links bei Zustand nach Neuritis Nervi Optici
-
leichtgradig ausgeprägte kognitive Beeinträchtigung mit insbesondere Störung der Konzentrationsfähigkeit auf Dauer sowie verbaler wie auch visuell-mnestischer Prozess bei Rekrutierungsstörung
-
Fatigue
Der psychiatrische Gutachter nannte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S
. 18 Ziff. D.9.a). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit nannte er hingegen (S. 18 Ziff. D.9.b):
-
Panikattacken (ICD-10 F41.0)
-
depressive Episode derzeit remittiert unter antidepressiver Behandlung (ICD-10 F32.4)
-
Status nach Konsum von Cannabis, Kokain und anderen Stimulanzien (ICD-10 F12.20, ICD-10 F14
.20, ICD-10 F15.20), angeblich seit Jahren abstinent
In Rahmen der Konsensbesprechung führten die Gutachter aus, dass die Panik
störung und die depressive Symptomatik unter medikamentöser Behandlung abgenommen hätten.
Aus rein psychiatrischer Sicht, ungeachtet der neurologi
schen Problematik, sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als
Y._
-Mitarbeiter als arbeitsfähig zu beurteilen. Aus neurologischer Sicht be
ste
he hingegen in der vorgängigen Tätigkei
t als
Y._
-Mitarbeiter keine Ar
beits
fähigkeit mehr. In angepasster Tätigkeit mit nur geringen Anforderungen an die Gehfähigkeit ohne mehr als leichte bis höchstens mässige körperliche Be
lastung sowie ohne erhöhte Anforderungen an den Gleichgewichtssinn und an die Fähigkeit, die Konzentration auf Dauer aufrecht zu erhalten, sei ab dem Zeitpunkt der Diagnose der Encephalitis Disseminata, also ab Februar
2014, von einer 50%ige Beeinträchtigung auszugehen. Die Beeinträchtigung in angepass
ter Tätigkeit erkläre sich insbesondere durch die vermehrte Ermüdbarkeit und verminderte Belastbarkeit im Rahmen der Multiple Sklerose bei Multipler-Sklerose-Fatigue. Die Gutachter kamen schliesslich zum Schluss, dass die neu
rologische Beurteilung hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit massgebend sei (S. 24).
3.6
Med.
pract.
D._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und
Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), kam in ihrer Stellungnahme vom 5. September
2016 (Urk. 7/103/3-4) zum Schluss, das bidisziplinäre Gutachten sei umfassend und nachvollziehbar und die Schluss
folgerungen
aus den erhobenen medizinischen Befunden seien plau
sibel, wes
halb auf das Gutachten abgestellt werden könne.
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass der Be
schwerdeführer aufgrund der Multiplen Sklerose die angestammte Tätigkeit als Y._-Mitarbeiter nicht mehr ausüben kann; eine angepasste Tätigkeit ist ihm jedoch
unter Berücksichtigung eines näher umschriebenen Belastungspro
fils (vgl. vorstehend E. 3.5) zu 50 % zumutbar (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. II.1; vorste
hend E. 2.1). Unbestritten ist ebenfalls der Rentenanspruchsbeginn per 1. August 2015 (vgl. Urk. 1; Urk. 2 S. 4 oben).
Strittig ist hingegen die Höhe des Invalideneinkommens des Beschwerdeführers, namentlich ob auf Tabellenlöhne oder auf das effektiv erzielte Einkommen ab
zustellen ist (vorstehend E. 2.1-2.2).
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
tur
erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall ge
ge
benenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
4.3
Der Beschwerdeführer hat keinen Beruf erlernt (vgl. Urk.
7/102; vorstehend E. 3.4).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war der Beschwerdeführer
zuletzt
vom 8. Juni
2010 bis 2
8. Februar 2013 bei der Y._
AG als uniformierter
Y._
-Mitarbeiter tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 4. Oktober
2012 war (vgl. Arbeitgeberfragebogen, Urk. 7/29/1-11; Urk. 7/29/19
-20
).
Für die Ermitt
lung des Valideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) auf das im Jahr 2011 bei der Y._ AG erzielte Einkommen von Fr. 50'367.-- ab (vgl. Urk. 7/72).
Das von der Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohn
entwicklung errechnete Valideneinkommen von Fr. 51'700.-- für das Jahr
2015 (Urk. 2 S. 4 Mitte; vgl. Urk. 7/102) ist nicht zu beanstanden und wird vom Be
schwerdeführer auch nicht bestritten (vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. II.2), weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch rea
li
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/aa).
4.5
Dem Beschwerdeführer ist die angestammte Tätigkeit als
Y._
-Mitarbeiter nicht mehr möglich, eine angepasste Tätigkeit ist ihm jedoch unter Berücksich
tigung eines näher umschriebenen Belastungsprofils zu 50 % zumutbar (vorste
hend E. 4.1). Der Beschwerdeführer konnte per 1. Dezember
2016
eine neue An
stellung bei der Firma
E._
AG als Lagermitarbeiter in einem 50%-Pensum antreten, wo er ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 26'000.-- (13 x Fr. 2'000.--; Urk. 7/119/1-2 = Urk. 3/2-3) erzielt.
Zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 5. Januar 2017 (Urk. 2) war seit dem Arbeitsantritt am 1. Dezember 2016 erst rund ein Monat verstrichen, weshalb es vorliegend am zwingenden Erfordernis des besonders stabilen Arbeitsverhältnis
ses fehlt (vgl. vorstehend E. 4.4). Dies gilt umso mehr, als dass in der Vergan
genheit ein Arbeitsversuch
und
ein Belastbarkeitstraining bereits nach kurzer Zeit abgebrochen wurde
n
(Urk. 7/67; Urk. 7/83; vgl. Urk. 7/80 S. 1 unten; Urk. 7/86 S. 1 unten), weshalb das Fortbestehen des neuen Arbeitsverhältnisses ungewiss ist. Somit kann für die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht
auf
das tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden, sondern es sind die Ta
bellenlöhne heranzuziehen.
4.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli
2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermitt
lung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä
higkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte
ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei
densbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai
2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
4.7
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich vorliegend, auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen
des
privaten Sektors gemäss LSE abzustellen. Das im Jahr
2014
von Männern im Durchschnitt aller
einfache
n Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten
Sektors erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘312.-- (
LSE
2014
, Tabellengruppe TA1, Total Männer, Kompetenzniveau 1, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löh
ne/Erwerbsein
kommen/Arbeits
kosten, Lohnniveau - Schweiz), mithin Fr. 63‘744.-- pro Jahr. Unter Berück
sichtigung der allgemeinen Lohnentwick
lung
im Jahr
2015 in der Höhe von 0.4 % (Nominallohnindex 1993-2016, Ta
belle T1.93, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löh
ne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung) sowie der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr
2015 von 41.7 Stunden (Be
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeits
zeit) ergibt dies ein Invalideneinkommen von rund Fr. 66‘719.-- (Fr. 63‘744.-- x 1.004 : 40 x 41.7) für das Jahr 2015 bei einem 100%-Pensum, mithin rund Fr. 33'360.-- für ein 50%-Pensum.
4.8
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Ab
zug vorzunehmen ist. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbeding
te Abzug von 10 % infolge der Ermüdbarkeit des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 5 oben; vgl. Urk. 7/102) erscheint angemessen und ist nicht zu beanstanden, wes
halb es dabei zu belassen ist.
Das Invalideneinkommen ist demnach unter Berücksichtigung eines leidensbe
dingten Abzuges von 10 % auf Fr. 30'024.-- festzulegen (Fr. 33'360.-- x 0.9).
4.9
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 51'700.-- mit dem Invalidenein
kom
men von Fr. 30'024.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 21'676.-- und damit einen eine Viertelsrente begründenden Invaliditätsgrad von rund 42 %. Die Zusprache einer Viertelsrente per 1. August 2015 ist somit nicht zu beanstanden.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) u
nd auf Fr. 6
00.-- an
zu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer auf
zu
erlegen.