Decision ID: 9975d89e-ed6f-5b32-a71c-38a7dc5b106e
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
X._
, geboren 1971, war seit dem
1.
September 2006 als „Quality Engi
neer“ bei der
Y._
in
Z._
angestellt und dadurch bei der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert. Am 2
7.
Februar 2010
prallte der Versicherte b
ei einem Zweikampf
anlässlich eines Hallenfussballturniers
mit einem
Gegenspieler zusammen und erlitt dabei einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch (Schadenmeldung UVG vom 1
2.
März 2010,
Urk.
10/1).
Die erstb
ehandelnden Ärzte des
A._
diagnostizierten e
ine
Unterschenkelschaftfraktur
I
° offen links und versorgten
den Versicherten
noch am gleichen Tag
operativ
mit einer Marknagelung
(
Urk. 10/7
).
X._
war daraufhin zu 100
%
arbeitsunfähig
(Urk.
10/
1)
,
und d
ie SUVA richtete Taggeld- und Heilbehandlungsleisten a
us
.
In der Folge kam es zu einer Wundheilungsstörung mit
Defektwunde
,
die am 2
2.
März 2010
von den Ärzten des
A._
mittels
fascio-cutanem
Lappen und
Meshgraft
-Tr
ansplantation auf den Hebedefekt gedeckt wurde (
Urk.
10/19).
Im
weiteren
Verlauf
verzögerte sich die
Knochenbruchhei
lung
, weshalb die
Ärzte des
A._
a
m
2
7.
Juli 2010
eine Re-Osteosynthese durch
führten
(
Urk.
10/50
).
Am 2
5.
Oktober 2010 nahm der Versicherte die Arbeit bei der
Y._
in einem 100%-Pensum
wieder
auf (
Urk.
10/42
).
Ab dem
2
2.
Dezember 2010
redu
zierte er
das Arbeitspensum auf 80
%
(
Urk.
10/63). Am 1
6.
Februar 2011 wurde
im
A._
der Tibia-N
agel operativ entfernt (Urk. 10/80
)
, was eine neuerliche 100%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte
(
Urk.
10/81
).
Aufgrund
e
iner Verwachsung der Narbe nahmen die Ärzte des
B._
a
m 1
2.
April 2011
im Rahmen eines weiteren operativen
Ein
griff
s
eine Narbenkorrektur vor
(
Urk.
10/100
).
Am
1
1.
Ju
l
i 2011
begann
X._
in einem 60%-Pensum
zu arbeiten
(
Urk.
10/117/2
),
und ab
dem
1.
August 2011
war er
wieder
in einem 100%-Pensum
tätig
(
Urk.
10/121
)
. Am 2
2.
August 2011 erlitt
er
am Arbeitsplatz
einen
Zusammenbruch
, woraufhin
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie u
nd Psychiatrie, im Bericht vom
7.
September 2011 (Eingangsdatum)
eine depressive Episode
diagnosti
zierte
(
Urk.
10/138).
Nach neuerlicher Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
10/137
) arbeitete der Versicherte a
b dem
2
7.
September 2011
in einem 40
%
- bzw.
einem 60
%
-Pensum (Urk. 10/14
4 und Urk.
10/150)
, ehe er
am 7.
November 2011 wiederum
zu 100
% arbeitsunfähig wurde (
Urk.
10/156
).
Am 1
4.
Dezember 2011 löste
die
Y._
das Arbeit
sverhältnis mit
X._
per 3
1.
März 2012
auf
(
Urk.
10/218/3).
Zwischen dem
6.
Februar
u
nd dem 2.
April 2012 befand sich der Versicherte
in stationärer bzw. teilstationärer psychosomatisch-psychothe
rapeutischer
Behandlung in der
D._
in
E._
.
Im Abschlussbericht vom 24.
April 2012 diagnostizier
ten die Ärzte
der
D._
(1) eine schwere depressive Episode, (2)
Pa
-
ni
kattacken
(posttra
umatisch), (3) einen schädlichen
Gebrauch von Opioiden, (4) einen Arzneimittel
-
induzierten Kopfschmerz und (5) eine
somatoforme
Schmerzstörung (
Urk.
10/204
/11
). Mit Verfügung vom 27.
März 2012 stellte die SUVA die Versicherungsle
istungen per 3
1.
März 2012
ein
und begründete dies
damit, dass zwischen den heute geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 2
7.
Februar 2010 kein adäquater Kausalzusammenhang
bestehe
.
Der Versicherte
habe
auch kein
en
Anspruch auf eine Invalidenrente und/oder eine
Integritäts
entschädigung
(
Urk.
10/204
/9-10
). Die dagegen am 11.
Mai 2012 erhobene Einsprache
(
Urk.
10/204/1-8)
wies die SUVA mit
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Mai 2012 (
Urk.
2) ab.
Hiergegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Gabriel
l
a
Matt
müller
, am
2.
Juli 2012 Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheent
scheid
der Beschwerdegegnerin vom 2
9.
Mai 2012 (sowie die Verfügung vom 2
7.
März 2012) aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die Leist
ungen gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversicherung
(
UVG
)
, namentlich
Taggelder sowie eine Integritätsen
tschädigung, auszurichten (Urk.
1). Mit
Beschwerdeant
wort
vom 2
6.
September 2012 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Eingabe vom
1.
November 20
12 erklärte der Beschwerdeführer
,
dass
er aus Kostengründen
auf die Ausfertigung einer Replik
verzichte (Urk. 13). Dies wurde
der Beschwerdegegnerin am 6.
November 2012
angezeigt
(
Urk.
14).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
St
reitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch nach dem 3
1.
März 2012 Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
handlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die
Inte
gritätsentschädigung
wird in Form einer
Kapitalleis
tung
gewährt. Gemäss Art. 36
Abs.
1 der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1,
406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versi
cherungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reag
ieren (BGE 115
V
133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere
ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109
E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbe
zogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des
Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursa
chen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähig
keit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998
Nr. U
307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Nach dem Unfall vom 2
7.
Februar 2010 diagnostizierten die erstbehandelnden Ärzte des
A._
in ihrem
an
Dr.
med.
F._
gerichteten
Entlassbrief
vom
4.
März 2010 eine
Untersche
nkel
schaftfraktur
I
° offen links. Die Fraktur
sei noch
am Unfalltag
operativ mit einer Marknagelung versorgt w
orden. V
om 2
7.
Februar bis zum
4.
März 2010
sei der Beschwerdeführer
im
A._
in stationärer Behandlung
gewesen
(
Urk.
10/7
).
2.2
Im
Entlassbrief
vom 2
7.
März 2010
zuhanden von
Dr.
F._
stellten
die Ärzte des
A._
die Diagnose
eine
r
Defekt
wun
de
nac
h I
° offener Unterschenkelfrakt
ur
links
. Nach der Marknagelung vom 2
7.
Februar 2010 seien mehrere Wechsel der Vakuumversiegelung
vorgenom
men worden. Diese hätte
n
jedoch
nicht zu
einem zufriedenstellenden Erg
ebnis geführt
. Die Defektwunde sei daher
am 22.
März 2010
mittels
fascio-cutanem
Lappen
und mittels
Meshgraft
-Transplantation auf den Hebedefekt gedeckt worden. Am 2
7.
März 2010 sei die Entlassung aus der stationären Beha
ndlung erfolgt (
Urk.
10/19/
9-
10).
Im Bericht vom
7.
Mai 2010 zuhanden von
Dr.
F._
gaben die Ärzte des
A._
an, dass
sich im Bereich des Schwenklappens noch eine oberflächliche Nekrose von ca. 1 cm Durchmesser finde, welche abgetragen werde
.
Gemäss Röntgenuntersu
chung
sei
im
Tibiafrakturbereich
nur eine ganz allmähliche
Kallusbildung
zu beobachten
(
Urk.
10/19/5
-6
).
2.3
Im Operationsbericht vom 2
7.
Juli 2010
stellten die Ärzte des
A._
die Dia
gnose einer
Pseudarthrose
nach I
° Unterschenkelfraktur links
.
Aus diesem Grund sei eine
Re-O
steosyn
these durchgeführt worden (Urk. 10/51
).
2.4
Am 1
3.
Oktober
2010 wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH und Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, untersucht.
Im
gleichentags erstellten Bericht
gab Dr.
G._
an, dass sich r
adiologisch ein regelrechter
Verlauf mit zunehmen
der
ossärer
Konsolidation
zeige
. Weitere medizinische Massnahmen seien hier nicht angezeigt. Von
leichtgradigen
Restbeschwerden
müsse jedoch
ausgegan
gen werden. Ein Arbeitsversuch sei bereits für den 2
5.
Oktober 2010 fixiert worden. Ärztliche Verlaufskontro
llen empfehle er zwei Mal jährlich
. Nach Ablauf von gut einem Jahr müsse mit dem Beschwerdeführer die Entfernung des Osteosynthese-Materials besprochen werden (
Urk.
10/39/2
-3
).
2.5
Am
2
8.
Dezember 2010 berichteten
die Ärzte d
es
A._
, dass
bei der letztmaligen Sprechstunde am
3.
Dezember 2010 im Bereich der ehemaligen Fraktur im
Tibiabereich
eine leichte Druckschmerzhaftigkeit bestanden
habe
. Ansonsten sei der Unterschenkel links voll belastbar. Im Bereich D III links bestehe noch ein sensibles Defizit.
Aus therapeutischer Sicht sei eine weitere Belastungssteigerung bei erlaubter Vollbelastung vorgesehen.
Ob der Beschwerdeführer seine Arbeit wieder voll aufnehmen könne oder ob ein bleibender Nachteil zu erwar
ten sei, könne hier nicht beantwortet
wer
den (U
rk. 10/70
).
2.6
Im
Entlassbrief
vom 1
8.
Februar 2011 zuhanden von
Dr.
med.
H._
führten
die Ärzte des
A._
aus
, das
s bei konsoli
dierter Fraktur
die
Metallentfernung
des
Tibia-Nagel
s links indiziert gewesen sei
. Dieser Eingriff sei am 1
6.
Februar 2011 komplikationslos durchgeführt worden. Die postoperative Röntgenkontrolle habe das
Osteosynthesemate
rial
komplett entfernt gezeigt
(Urk. 10/80
).
2.7
Im an die
Dres
.
F._ und H._
gerichteten Bericht vom 1
4.
April 2011 diagnostizier
ten die Ärzte des
B._
eine
Narbenver
wachsung
am linken
Unterschenkel. Am 1
2.
April 2011 sei
deshalb
eine
Nar
benkorrektur
vorgenommen worden. D
er Beschwerdeführer sei vom 11.
bis zum 1
4.
April 2011 in stationärer Behandlung gewesen. Bei grösseren
langstreckigen
Mobilisationen
solle der
Vacoped
-Schuh noch intermittierend getragen werden, ansonsten sei eine Ruhigstellung nicht mehr nötig (Urk. 10/100).
2.8
Dr.
C._
nannte in seinem Bericht vom
7.
September 2011 (Eingangsdatum) die Diagnose einer depressiven Episode (ICD-10 F32.0).
Anlässlich der Untersu
chung vom
1.
September 2011 habe der Beschwerdeführer berichtet
,
er habe
am
2
2.
August 2011 am Arbeitsplatz einen „nervlichen Zusammenbruch“ m
it wie
derholtem spontanen
Weinen,
somatischen
Begleitreaktion
en wie
Engegefühl
in der Brust sowie
Herzbeschwerden und Ängste
n
erlitten
. Dr.
C._
erklärte
, der Beschwerdeführer sei leicht depressiv herabgestimmt und die af
fektive
Schwin
gungsfähigkeit
leicht eingeschränkt.
Der Beschwerdeführer habe
auf die wie
derholten Belastungen von insgesamt fünf Ope
rationen seit 2010 mit dadurch bedingter
längerer Arbeitsunfähigkeit
verwiesen.
Die
berufsbedingten Stress
faktoren im Rahmen der Wiedereingliederung könnten
möglicherweise zu einer Überforderung und einer akuten psychisc
hen Reaktion geführt haben
(
Urk.
10/138).
2.9
Dr.
H._
erklärte in seinem
ärztlichen Attest vom 1
8.
Oktober 2011, dass es auch nach der Narbenkorrektur vom 1
2.
April 2011 zu einer aus
geprägten Wundheilungsstörung gekommen sei
, welche sekundär abgeheilt sei. Im September 2011 habe
dann
eine ab
schliessende Vorstellung im
B._
stattgefunden, bei der ein zufriedenstellendes Ergebnis dokumentiert worden sei. Im Rahmen des komplizierten Krankheitsverlaufes habe der Beschwerdeführer immer wieder depressive Phasen gehabt, die sich zuletzt so verschlechtert hätten, dass sich dadurch die Arbeitsunfähigkeit ver
längert habe. Insofern sei der Fall noch ni
cht abgeschlossen (
Urk.
10/153
).
2.10
Im an die
D._
gerichteten Berich
t vom 2
3.
Dezember 2011 führte
Dr.
C._
aus
, dass aktuell von einer mittelgradig
en
depressiven Episode aus
zugehen sei.
Im
Vergleich zu den Befunden
von
Mitte November 2011 sei
zwar eine Verbesserung der Symptomatik
festzustellen. Der Beschwerdeführer sei derzeit
aber
nicht in der Lage, seine berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen. Eine stationäre psychotherapeutische
Behandlung wäre wünschenswert
(
Urk.
10/181/2).
2.11
Im an
Dr.
C._
gerichteten Abschlussbericht vom 2
4.
April 2012 stellten die Ärzte der
D._
fo
lgende Diagnosen (
Urk.
10/204/11
):
(1)
eine schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2)
(2)
Panikattacken (posttraumatisch; ICD-10 F41.0)
(3)
ein schädlicher Gebrauch von Opioiden (ICD-10 F11.1)
(4)
ein A
rzneimittel
-
induz
ierter Kopfschmerz (ICD-10 G44.2
)
(5)
eine
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Der Beschwerdeführer habe sich vom
6.
Februar bis zum 1
6.
März 2012 in statio
närer und vom 1
9.
März bis zum
2.
April 2012 in teilstationärer psycho
somatisch-psychotherapeutischer Behandlung befunden.
Im Rahmen von viel
fältigen Rückschlägen
nach der Unterschenkelfraktur links
sei es zu einer zunehmenden Ausbildung von Kopfschmerzen und schweren Konzentrations
störungen mit plötzlichem Vergessen von Gesprächsinhalten gekommen. Begleitet seien diese Schwierigkeiten von einer Angst, dement zu sein oder an einer hirnorganischen Erkrankung zu leiden. Der Beschwerdeführer habe zunächst das für die Knochenschmerzen verordnete Tilidin missbräuchlich auch zur Beruhigung benutzt und seinen Gebrauch jenseits der Verordnung bis auf di
e Tageshöchstdosis gesteigert. Eine empfohlene stationär-psychiatrische
Wei
terbehandlung
habe
er
zum Entlassungszeitpunkt abgelehnt, ebenso wie eine dringend notwendige ambulante Psychotherapie (
Urk.
10/204/11-14).
2.12
Im ärztlichen Attest vom 2
4.
Juni 2012 führte
Dr.
H._
aus, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss der Behandl
ung im
A._
im Juli 2011 über persistierende Schmerzen geklagt habe. Weiter habe die lange Einnahme von Tilidin als Schmerzmittel bereits zu einer erheblichen Gewöhnung geführt. Die lange Dauer des Heilungsverlaufs, immer noch beste
hende Beschwerden beim Gehen und da
s veränderte
Gangbild
hätten eine
zunehmend
e
depr
essive Entwicklung zur Folge gehabt
. Er habe
den Beschwer
deführer deshalb beim Neurologen vorgestellt, auch um die Diagnose zu verifi
zieren. Eine medikamentöse Therapie sei eingeleitet worden.
Aufgrund von
z
unehmende
n
Beschwerden im Sprunggel
enk und Unterschenkel
sei sodann eine MRT-Untersuchung durchgeführt worden
. Diese habe Zeichen einer schweren OSG-Arthrose mit zusätzlichen
ossären
Defekten am di
s
talen
tibio-fibularen
Gelenk
ergeben, die
am ehesten
posttraumatisch bedingt seien
.
Eine
vollständige Wiederherstellung des Gebrauchs des linken Unterschenkels
sei
nicht zu erwarten. Das
Gangbild
des Beschwerdeführers
sei immer noch hin
kend, jegliche schwerere Belastun
g werde
nicht mehr möglich sein. Die Arth
rose des linken OSG werde fortschreiten und zu einer zunehmenden Beein
trächtigung des Sprunggelenks führen. Sportliche Betätigungen, wie sie der Beschwerdeführer vor seinem Unfall ausgeübt habe, seien nicht mehr möglich. Die sich aus dem Unfallgeschehen und dem konsekutiv protrahierten Verlauf entwickelte Depression sei in der Behandlung noch nicht
abgeschlossen
(
Urk.
10/208
).
3.
3.1
Zunächst stellt sich die Frage, ob
beim Beschwerdeführer
nach
dem
3
1.
März 2012 noch
behandlungsbedürftige
organische Unfallfolgen ausgew
iesen sind
(vgl. E. 1.4
)
.
3.2
Was die
am 2
7.
Februar 2010 erlittene
Unters
chenkelf
raktur links betrifft,
legte
Kreisarzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie FMH, in seiner
ärztlichen Beurteilung vom 19.
September 2012
dar,
dass
nach sicherer Konsolidierung am 1
6.
Februar 2011 die Metallentfernung erfolgt sei. Am 1
2.
April 2011 sei noch eine Narbenkorrektur am Unterschenkel durchgeführt worden. Die Fraktur sei
achsengerecht
geheilt
und orthopädisch
bestehe
kein Integritätsschaden (
Urk.
9/1). Diese Beurteilung
von Kreisarzt
Dr.
I._
deckt sich im Wesentli
chen
mit der Einschätzung
vo
n
Dr.
H._
vom 18.
Oktober
2011
,
der damals angegeben hatte, dass
hinsichtlich der Unterschenkel-Fraktur
im September 2011 ein
e abschliessende Vorstellung im
B._
stattgefunden habe, bei der ein zufriedenstellendes E
rgebnis dokume
ntiert worden sei (
Urk.
10/153
).
Aus den Akten geht zudem nicht hervor, dass der Unterschenkel links danach noch Gegenstand
spezifischer
ärztlicher Behand
lung bildete
.
Auf
die
diesbezügliche
Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
I._
kann deshalb abgestellt werden.
Was die
arthrotischen
Veränderungen im OSG anbelangt, führte Kreisarzt Dr.
I._
nachvollziehbar
aus, dass
sich
dazu
aus dem MRI vom 1
6.
Januar 2012 keine neuen Erkenntnisse ergeben würden. Wie explizit vom Radiologen bestätigt, seien die Veränderungen am OSG links (beginnende Arthrose und zystischer Defekt
tibio-fibular
) bereits auf den ersten konventionellen Röntgen
bildern vom Unfalltag sichtbar. Sie hätten also zweifellos vorbestanden.
V
er
mutlich
seien sie
Folge der anamnestisch erwähnten (nicht SUVA-versicherten) Fraktur von 199
2.
Die Unterschenkel-
Fraktur vom 27.
Februar 2010 habe
sich
d
er
Beschwerdeführer im Übrigen
weit oberhalb des OSG
zugezogen. Dieses Gelenk sei damals überhaupt nicht verletzt worden. Auch indirekt sei eine Ver
schlimmerung unwahrscheinlich.
Der Röntgenbefund am OSG links sei zudem klinisch kaum relevant
(
Urk.
9/1)
.
Dass die
Arthrose des OSG
auf den Unfall vom 2
7.
Februar 2010 zurückzuführen
ist
– wie dies der Beschwerdeführer gel
tend machte
(
Urk.
1
Rz
. 6 ff.
)
-, wurde
von
Kreisarzt Dr.
I._
somit
überzeu
gend
widerlegt.
3.3
Kreisarzt
Dr.
I._
s Schlussfolgerung, wonach unfallbedingt keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als
„
Quality Engineer
“
bestehe und weitere
medizinische
Behandlungen weder nötig noch sinnvoll seien (
Urk.
9/1), ist demnach
einleuchtend
.
Das Attest von Dr.
H._
vom 2
4.
Juni 2012 vermag
dies
e Beurteilung
nicht in Zweifel zu ziehen
, zumal
Dr.
H._
nicht nachvollziehbar begründete, weshalb die von ihm
genannten
somatischen Beschwerden auf den Unfall vom 2
7.
Februar 2010 zurückzuführen sein sollen (
Urk.
10/208).
Nach Leistungseinstellung am 3
1.
März 2012 waren somit keine organischen Unfallfolgen mehr ausgewiesen
und war von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands des Versi
cherten, soweit noch unfallbedingt beeinträchtigt, mehr zu erwarten. Ein auf das versicherte Unfallereignis zurückzuführender
Integritätsschaden ist nach dem Gesagten ebenfalls nicht erstellt.
4.
4.1
Im Folgenden
ist
zu prüfen,
ob die p
sychische
n
Beschwerden (eine entspre
chende Diagnose, nämlich diejenige einer
depressiven Episode, stellte
Dr.
C._
erstmals am
7.
September 2011
,
Urk.
10/138
)
bei Fallab
schluss am 31.
März 2012
in adäquatem Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis vom 27.
Februar 2010
standen
(vgl. E. 1.5
)
.
Ist die Adäquanz zu verneinen, kann der natürliche Kausalzusammenhang offen gelassen werden.
4.2
Der Schadenmeldung UVG vom 1
2.
März 2010 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 2
7.
Februar 2010 als Torwart an einem
Hallenfussballtur
nier
gespielt hat. Bei einem Zweikampf habe es einen heftigen Aufprall mit einem Gegenspieler gegeben, bei welchem sich der Beschwerdeführer einen of
fenen Schien- und Wadenbeinbruch
(
Unterschenkel
schaft
fraktur
I° links,
Urk.
10/7)
zugezogen habe (
Urk.
10/1).
Wie ein Blick auf vergleichbare Fälle zeigt, hat die Rechtsprechu
ng derartige
Unfälle
in aller
Regel
dem
mittleren Bereich zugeordnet
(
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherun
g,
4.
Auflage, Zürich 2012, S. 65 ff.
).
Das Unfallereignis
vom 2
7.
Februar 2010
ist demnach
als mittelschwerer Unfall
(im engeren Sinn)
zu qualifizieren
, was
im Übrigen
unumstritten
ist
(
Urk.
1
Rz
.
13 und
Urk.
2 S. 9).
Dem Unfall vom 2
7.
Februar 2010
kann somit nur dann im Sinne
eines adäquaten Kausalzu
sammenhangs
erhebliche
Bedeut
ung für die verbleibenden psychischen Beschwerden
zukommen, wenn ein einzelnes der
rechtsprechungsgemäss
für die Adäquanzbeurteilung
massgebenden
Krite
rien (vgl. E. 1.5
) in besonders ausge
pr
ägter Weise erfüllt ist
oder aber drei dieser Kriterien
zu bejahen sind
(Urteil
e
des Bundesgerichts
8
C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5
und
8C_9/2010 vom 1
1.
Juni 2010 E. 3.6
).
4.3
D
er Zusammenprall des Beschwerdeführers mit dem Gegenspieler
muss
offen
si
chtlich s
ehr heftig gewesen sein.
D
em Unfall vom 2
7.
Februar 2010
kann des
halb
eine gewisse Eind
r
ücklichkeit nicht abgespr
och
en werden
. E
ine besondere
Dramatik
der Begleitumstände oder
eine
besondere
Eindrücklichkeit
des Unfalls
ist allerdings zu verneinen. J
edem
zumindest
mittelschweren Unfall
ist
– sofern es sich nicht um einen eigentlichen Bagatellunfall handelt -
eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen, die für eine Bejahung dieses Kriteriums somit noch nicht ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.2).
Weiter handelt es sich bei der erlittenen
offenen Unterschenkel
fraktur
I°
nicht um eine Verletzung von besonderer Art oder Schwere
, die
erfahrungsgemäss
geeignet wäre, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
.
Ebenfalls zu verneinen ist das
Kriterium
der körperlichen Dauerschmerzen
.
Zwar nahm der Beschwerdeführer über längere Zeit Schmerzmittel ein (
wobei er diese
anscheinend
auch missbräuchlich
zur Beruhigung
verwendete
,
Urk.
10/204/11-12
).
Bereits im
Bericht des
A._
vom 2
8.
Mai 2010
ist
aber die Rede
davon, dass er
beim Gehen nahezu schmerzfrei sei (
Urk.
10/19/2).
Gemäss
Bericht des
A._
vom 1
3.
Juli 2010
klag
t
e er
damals
lediglich
noch über Schmerzen bei längerer Belastung (
Urk.
10/52/1). Anlässlich der Untersuchung bei Dr.
G._
vom 1
3.
Oktober 2010 berichtete der Beschwerdeführer über eine allgemeine Zufrie
denheit. Eine Vollbelastung des linken Beines sei möglich (
Urk.
10/39/2). Im Bericht des
A._
vom 2
8.
Dezember 2010 wurde
einzig
eine leichte Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der ehemal
igen Fraktur festge
stellt (Urk.
10/71/1).
Im
September 2011
fand
im
B._
eine
abschliessende
Untersuchung statt, bei der ein zufriedenstellendes Resultat festgestellt worden sei (
Bericht von
Dr.
H._
vom 1
8.
Oktober 2011,
Urk.
10/153/1).
Zermürbende, seit langer Zeit praktisch ununterbrochen anhaltende körperliche Schmerzen sind damit nicht dargetan.
Ein
schwieriger Heilungsverlauf mit Komplikationen
ist demgegenüber
a
ngesichts der
Wund
heilungs
störung
mit Defektwunde
,
der Nekrosen- und
Pseudarthrosebildung
, der
Verwachsung der Narb
e
und
der deshalb
erfo
rderlichen Nachoperationen vom
2
2.
März
2010
(
Urk.
10/19
/9),
2
7. Juli 2010 (
Urk.
10/51
) sowie
1
2.
April 2011 (
Urk.
10/100
)
zu bejahen
.
Ferner liegt unter diesen Umständen wohl auch eine
ungewöhnlich lange ärztliche Behandlung
vor
.
Eine ärztliche
Fehlbehand
lung
, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, wird vom Beschwerdeführer
jedoch
nicht geltend gemacht und geht aus den Akten
auch
nicht hervor.
Am 2
5.
Oktober 2010 nahm der Beschwerdeführer
die Arbeit bei der
Y._
zunächst
wieder in einem
100%-Pensum auf (
Urk.
10/42), und ab
dem 2
2.
Dezember 2010 reduzierte er auf ein 80%-Pensum (
Urk.
10/6
3). Vom 1
4.
Februar bis zum 10.
Juli 2011 war er erneut zu 100
%
arbeitsu
nfähig (
Urk.
10/81). Ab dem 11.
Juli 2011 a
rbeitete
er in einem 6
0%-Pensum
(
Urk.
10/117/2)
und ab dem 1.
August 2011 wiederum ganztägig
(
Urk.
10/121)
, ehe er am 2
2.
August 2011 einen Zusammenbruch erlitt und
aus psychiatri
schen Gründen arbeitsunfähig
wurde (Urk.
10/137). Eine unfallbedingte
soma
tische
Arbeitsunfähigkeit ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr ausgewiesen.
Das
Kriterium des Gr
ades und der Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit ist mit Blick auf die höchstrichterliche Rechtsprechung (zur Kasuistik vgl. Urteile des Bundesgerichts U 56/00 vom 3
0.
August 200
1 E. 3d;
8C_4
45/2008 vom
1.
Dezember 2008 E.
4.2)
damit
nicht erfüllt
.
Zusammenfassend liegen demzufolge
von den
massgeblichen
Adäquanzkriterien
gemäss
BGE 115 V 133 zwei und diese jedenfalls nich
t in ausgeprägter Weise vor. Dies führt
zu einer Verneinung der Adäquanz der psychischen Beschwer
d
en bei F
allabschluss am 3
1.
März 2012
, womit offen bleiben kann, ob diese überhaupt in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 27. Februar 2010 stehen.
Schliesslich
bleibt noch darauf hinzuweisen, dass d
er Unfallversicherer
rechtsprechungsgemäss
trotz vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung auf einen Wiedererwägungs- oder Revisionsgrund die Adäquanz verneinen und gestützt hierauf die Leistungen "ex
nunc
et pro
futuro
" einstellen kann (BGE 130 V 384 E. 2.3.1).
Der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin
vom 2
9.
Mai 2012, mit
dem
ein Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Versicherungsleistungen ab
dem
1.
April 2012 verneint wurde, ist deshalb rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.