Decision ID: 56912526-9cba-4eb5-a3be-b0bf3ee83ccb
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
meldete sich am 2
7.
Mai 2013 beim Regio
nalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Y._
zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
8/117) und beantragte ab
1.
Mai 2013 Arbeitslosenentschädigung (Antrag vom 2
7.
Mai 2013,
Urk.
8/113-116). Mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2013 verneinte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich einen Anspruch von
X._
auf Arbeitslosenentschädigung, da er als Geschäftsführer und Gesellschafter der
Z._
im Handelsregister eingetragen sei (
Urk.
8/90-91). Hiergegen erhob
X._
Einsprache (
Urk.
8/84). Mit
Einspracheentscheid
vom 1
2.
Juli 2013 hiess die
Arbeitslosen
kasse
des Kantons Zürich die Einsprache
mit der Begründung,
X._
habe vor der Anmeldung zum Leistungsbezug während sieben Monaten bei der
A._
gearbeitet
,
bei welcher er keine arbeitgeberähnliche Stellung gehabt habe,
i
n dem Sinne gut,
als festgestellt wurde, dass
X._
ab dem 2
7.
Mai 2013 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe
, sofern auch die übrigen Voraussetzungen gemäss
Art.
8 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(AVIG)
erfüllt seien
(
Urk.
8/78-80). Mit Verfügung vom 2
7.
September 2013 verneinte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich einen Anspruch
von
X._
auf Arbeitslosenentschädigung, da er die
Beitra
gszeit nicht erfüllt habe (Urk.
8/30-33). Die von
X._
erhobene Einsprach
e
(
Urk.
8/22) wies die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
mit
Einspracheentscheid
vom 8.
November 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
Beschwerde und beantragte die Ausrich
tung von
Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
9.
Januar 2014
auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Januar 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9). Am 1
1.
Februar 2014 ging eine Stellungnahme des Beschwerdeführers beim Gericht ein (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf
Arbeitslosen
ent
schä
digung
besteht darin, dass die ver
si
cherte Person die
Bei
tragszeit
e
rfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e
AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der
Rah
men
frist
nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitrags
pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person erstmals sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG). Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach
Art.
8
Abs.
1
lit
. e in Verbindung mit
Art.
13
Abs.
1 AVIG ist grundsätzlich einzig die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von zwölf Beitragsmonaten (BGE 113 V 352). Diese Tätigkeit muss genügend überprüfbar sein. Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung kann nach dem Gesagten nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zukommen, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung (BGE 131 V 444).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führt
zur
Verneinung der Erfüllung der Beitragszeit durch den Beschwerdeführer an
(
Urk.
2)
, der Beschwerdeführer
sei während der Rahmenfrist für die Beitragszeit
(
2
7.
Mai 2011 bis 2
6.
Mai 2013
)
vom 1.
Oktober 2012 bis 3
0.
April 2013, das heisst während sieben Monaten, bei der
A._
einer beitragspflichtigen Tätigkeit
nachgegangen
.
Der Beschwerdeführer mache zusätzlich aus seiner Tätigkeit für die
Z._
Beitragszeit gel
tend. Der Beschwerdeführer sei als Gesellschafter, Geschäftsführer und Liquida
tor dieser Gesellschaft im Handelsregister eingetragen.
Gemäss
Arbeitgeberbe
scheinigung
sei ein Bruttolohn von Fr. 6‘000.-- pro Monat vereinbart worden. Dem Auszug aus dem individuellen Konto sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer lediglich für die Monate Januar und Februar 2010 für seine Tätigkeit bei der
Z._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)
gemeldet gewesen sei.
Es
seien keine Auszüge eines Bank- bzw. Postkontos vorhanden, aus welchen regelmässige monatliche Lohn
zahlungen der Arbeitgeberin hervorgingen.
Der Beschwerdeführer habe denn auch selber erklärt, dass der Lohn als eine Pauschale von Fr. 6‘000.-- ausbezahlt worden sei, jedoch mit Rücksichtnahme auf die jeweilige Auftragslage. Entspre
chend sei nicht von einem fixen, vereinbarten Monatslohn auszugehen, sondern von einem Betrag,
der sich der Inhaber der Gesellschaft je nach momentaner Geschäftslage selber überwiesen habe. Aus dem vom Beschwerdeführer einge
reichten Bankauszug gingen denn auch
unregelmässige Gutschriften
hervor
.
Es bestehe weder ein schriftlicher Arbeitsvertrag noch eine Pensionskasse bei der Arbeitgeberin. Es gelte zudem zu beachten, dass
lediglich der Lohnausweis sowie die provisorische Steuererklärung 2011 vor
lägen
. Diesen seien Beträge von Fr.
6
7‘500.-- bzw.
Fr.
53‘000.-- zu entnehmen, was nicht mit einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 6‘000.
--
übereinstimme
.
Nach dem Gesagten sei der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Lohnfluss für seine Tätigkeit bei der
Z._
nicht nachgewiesen, weshalb ihm dieser Zeitraum nicht als Beitragszeit angerechnet werden könne.
2.2
Der Beschwerdeführer
bringt hiergegen vor (
Urk.
1), die
Z._
sei ein Familienbetrieb gewesen, geführt von ihm und seiner (Ex-) Frau. Ein Arbeitsvertrag sei deshalb nicht notwendig gewesen. Nach dem Ausscheiden seiner
(Ex-) Frau sei er der alleinige Eigentümer der
Z._
gewesen
und
habe er sich den Lohn sporadisch nach Bedarf auf sein
Privat
konto
überwiesen. Einzahlungen an die
SVA
seien vom Firmenkonto der
B._
aus erfolgt
. Die letzte Einzahlung
an
die
SVA
sei von seinem Privatkonto aus erfolgt, da das Firmenkonto zu diesem Zeitpunkt
bereits
geschlossen
gewesen
sei. Es bestehe kein Zweifel, dass er Lohn von der
Z._
bezogen habe. Schliesslich sei das die
raison
d’être
eine
s
jede
n
Geschäfts. Er habe somit Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
meldete sich am 2
7.
Mai 201
3
beim RAV an (
Urk.
8/117) und beantragte am gleichen Tag Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
8/113-116)
. Die zweijährige Rahmenfrist für die Beitragszeit lief daher vom 2
7.
Mai 2011 bis
am
2
6.
Mai 2013
(
Art.
9
Abs.
1 und 3 AVIG)
. Es steht fest und wird von beiden Parteien auch nicht in Frage gestellt, dass der Beschwerdeführer während der Dauer dieser Rahmenfrist vom
1.
Oktober 2012 bis 3
0.
April 2013 bei der
A._
arbeitete, wodurch er eine Beitragszeit von sieben Monaten vorweisen kann
(
Urk.
8/88-89)
. Zu prüfen bleibt, ob er während der Rahmenfrist für die
Bei
tragszeit
auch noch bei der
Z._
einer beitragspflichtigen Tätigkeit nachging.
3.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung mit der Begründung, es seien keine Lohnzahlungen ausgewiesen.
Der Beschwerdeführer reichte
zum Nachweis seines
Lohnbezugs
unter anderen
„
Lohnabrechnung
en
“
der Jahre 2009 bis 2012 ein.
Diesen sind
folgende
Bruttolöhne
zu entnehmen
: 2009: Fr. 72‘000.-- (
Urk.
8/51), 2010: Fr. 72‘000.-- (
Urk.
8/48), 2011: Fr. 72‘000.-- (
Urk.
8/34) und 2012
:
Fr. 24‘000.-- (
Urk.
8/49). Auf diesen Lohnabrechnungen ist weder aufgeführt, wann sie ausgestellt wur
de
n
,
noch wer sie verfasst hat. Es fällt jedoch auf, dass für sämtliche Jahre pro
zentual gleich hohe Abzüge für AHV/IV
/EO
und die Arbeitslosenversicherung aufgeführt sind, nämlich 5,15 bzw. 1,1
%
. T
atsächlich waren bis Ende 2010
nur Abzüge von 5,05 bzw. 1
%
vorzunehmen
(
Art.
5
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
Art.
36
Abs.
1
der Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
und
Art.
3
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung sowie
Art.
3
Abs.
2
AVIG)
. Dies lässt darauf schliessen, dass die Lohnabrechnungen ers
t nachträglich erstellt wurden.
Aus dem vom Beschwerdeführer eingereichten Auszug aus seinem Privatkonto geht hervor, dass ihm von der
Z._
am
2
9.
November 2011 Fr. 20‘000.--, am 1
3.
Dezember 2011 Fr. 30‘000.--, am
5.
Januar 2012 Fr. 9‘500.--, am 1
2.
Januar 2012 Fr. 19‘900.-- und am 2
1.
März 2012 Fr. 2‘800.-- ausbezahlt
wurden
(
Urk.
8/23).
Aus welchem Anlass diese Beträge
überwiesen
wurden, ist nicht ersichtlich. Es fällt jedoch auf,
dass im Jahr 2012, nachdem im November und Dezember 2011 bereits Fr. 50‘000.-- ausgerichtet worden waren, erneut Fr. 32‘200.-- ausbezahlt wurden. Dies obwohl für das Jahr 2012 auf der Lohnabrechnung lediglich ein Nettoeinkommen von Fr. 22‘500.-- vermerkt ist (
Urk.
8/49) und der Beschwerdeführer lediglich einen Monats
lohn von
Fr. 6‘000.
-- behauptet (Arbeitgeberbescheinigung
vom 21.
Sep
tember 2013,
Urk.
8/
46-
47
)
.
Damit ist nicht nachgewiesen, dass diese Zahlungen Entgelt für eine erwerbliche Tätigkeit darstellen.
Aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers bei der
SVA
(Auszug vom
3.
September 2013,
Urk.
8
/57-60) sind von der
Z._
ledig
lich für das Jahr 2010 Beiträge aufgeführt, wobei auch für das Jahr 2010 ledig
lich eine Beschäftigungsdauer von Januar bis Februar genannt wird.
Nachdem auch der
a
m
8.
Januar 2013
vom
privaten Konto des
Beschwerde
führer
s an die
SVA
überwiesene
Betrag von
Fr. 225.05 (
Urk.
8/25)
kein Beleg für tatsächlich erfolgte Lohnzahlungen
ist, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
einen tatsächlichen
Lohnbezug des Beschwerdeführers von der
Z._
verneint
.
3.3
Wie ausgeführt (E. 1.) kommt dem tatsächlichen Lohnbezug nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu. Er ist
jedoch
ein bedeutsames und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebendes Indiz für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung.
Die Angaben des Beschwerdeführers über die von ihm bei der
Z._
ausgeübte Tätigkeit sind nicht nachvollziehbar. Auf entsprechende Frage der
Beschwerdegegnerin (Schreiben vom 1
9.
September 2013,
Urk.
8/52) erklärte er, er sei in der Funktion als Projektleiter und in der Projekt- und
Auf
tragsakquisition
tätig gewesen (
Urk.
8/50). Welche Art von Projekten er dabei leitete bzw. akquirierte, erläuterte er nicht. In der Arbeitgeberbescheinigung vom 2
8.
Mai 2013 (
Urk.
8/102-103) bezeichnete er sich hingegen nicht als Pro
jektleiter/Akquisiteur, sondern als Gewerks
chafter, wobei möglich ist, dass der handschriftliche Eintrag „Gesellschafter“ bedeuten müsste.
Der Beschwerdeführer
reichte bei der Beschwerdegegnerin keinerlei Dokumente ein, welche die Ausübung einer beitragspflichtigen
Beschäftigung
belegen könnten.
Zur Begründung führte er an, dass er g
ar keine Geschäftsbücher
geführt habe
(undatiertes Schreiben, welches bei der Beschwerdegegnerin am 2
3.
September 2013 eingegangen ist,
Urk.
8/50).
Belege betreffend sein
Firmen
konto
könne er nicht einreichen, da dieses geschlossen sei (
Urk.
1).
Die fehlen
den Geschäftsbücher lassen darauf schliessen, dass die
Z._
gar nicht am eigentlichen Wirtschaftsleben teilnahm, wäre sie doch von Ge
setzes wegen verpflichtet gewesen, Geschäftsbücher zu führen (
Art.
957 OR in der bis 31. Dezember 2012 gültig gewesenen Fassung)
.
Die Behauptung des Beschwerdeführers, er könne keine Belege betreffend sein Firmenkonto einrei
chen, erscheint nicht glaubhaft, war
er
doch alleiniger Gesellschafter, Geschäftsführer und Liquidator der
Z._
.
Unter Berücksichtigung, dass – wie dargelegt (E. 3.2) - aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers bei der SVA (
Urk.
8/57-60) hervorgeht, dass er lediglich für Januar und Februar 2010 eine beitragspflichtige Beschäftigung meldete, ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung
des Beschwerdeführers bei der
Z._
während der Rahmenfrist vom 2
7.
Mai 2011 bis 2
6.
Mai 2013
und somit
einen Anspruch auf Arbeitsl
osenentschädigung verneint hat.
3.4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unbegründet und abzuweisen
.