Decision ID: c72d5578-5619-5f8d-bd34-9c2443ccf2c0
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
,
Verkäuferin mit Eidgenössischem Fähigkeitsausweis (
Urk.
7/6/19) und
Mutter zweier 1986 und 1993 geborener Kinder, war
von
Februar 2008
bis Ende Ja
nuar 2010 initial vollzeitlich und
im Verlauf krankheitsbedingt
im Teilzeitpensum
als
Kundenbetreuerin im
Front
office
bei der
Y._
tätig;
letzte
r
effektiver
Arbeitstag
war
der
5.
September 2009
(
Urk.
7/14
,
Urk.
7/100/9
)
. Mit Datum vom 2
5.
September 2009 meldete die
Y._
die Versicherte zufolge regelmässiger
krankheitsbe
dingter
Abwesenheiten ab Mai 2008 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung (
Urk.
7/3).
Nachdem am 2
8.
September 2009 ein Beratungsgespräch
bei
der IV-Stelle stattgefunden hatte (Bericht vom 3
0.
September 2009,
Urk.
7/4), meldete sich d
ie Versicherte mit Datum vom 5.
Oktober 2009 zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/7). Die IV-Stelle liess daraufhin einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 1
4.
Oktober 2009,
Urk.
7/11), tätigte erwerblich-berufliche und medizini
sche Abklärungen und zog die Akten der
Vaudoise
Versicherungen AG, von welcher die Beschwerdeführerin in Folge eines am
5.
Mai 2002 erlittenen
Mo
torradunfalls
Leistungen bezogen hatte, bei (
Urk.
7/17). Am
5.
Juli 2010 führte die IV-Stelle mit der Versicherten erneut ein Beratungsgespräch durch (Bericht vom
6.
Juli 2010,
Urk.
7/28), woraufhin sie ihr am
7.
Juli 2010 mitteilte, dass
momentan keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
7/29). Im Hinblick auf die Rentenprüfung gab die IV-Stelle bei
Dr.
med. Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, das Gutach
ten vom 3
0.
September 2010 in Auftrag (
Urk.
7/36). Mit Vorbescheid vom 2
5.
März 2011 st
ellte sie der Versicherten eine
ganze Rente
ab
September 2010 in Aussicht (
Urk.
7/46).
Zeitgleich
wies sie die Versicherte im Sinne ihrer
Scha
denminderungspflicht
an, sich weiterhin einer fachärztlichen psychiatrischen Behandlung zu unterziehen (
Urk.
7/45). In der Folge zog die IV-Stelle bei der
Y._
, welche als Krankentaggeldversicherung Leistungen erbrachte, Akten bei (
Urk.
7/61, darunter die Evaluation des neuropsychiatrischen
Funktionspo
tenzials
durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie
vom 28.
Mai 2011
(
Urk.
7/61/
14
-20
). Im Weiteren holte sie
die Berichte von
Dr.
med. B._
, Chefarzt und Facharzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe, vom 2
8.
Juli 2011 (
Urk.
7/66), von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom
2.
Oktober 2011 (
Urk.
7/73) sowie
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiat
rie und Psychotherapie,
vom
9.
Dezembe
r 2011
(
Urk.
7/78)
ein. Aufgrund der diametral entgegenge
setz
ten psychiatrischen
Beurteilungen
teilte die IV-Stelle der Versicherten am 20.
Dezember 2011
mit
, es sei
eine medizinische
Begutachtung notwendig
,
wel
che beim
E._
in Auftrag
gegeben werde
(
Urk.
7/81). Nachdem
die Versicherte
am
7.
März 2012
dagegen opponierte
(
Urk.
7/84), hielt die IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom
4.
April 2012 an der Begutachtung durch das
E._
fest (
Urk.
7/87).
Die
am 1
5.
Mai 2012
dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/88/3-12) wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2012.532 vom 3.
September 2012 ab (
Urk.
7/93).
In der Folge erstattete das
E._
das polydisziplinäre
(Orthopädie/Neu
rolo
gie/Psy
chi
atrie/Gynäkologie)
Gutachten am 2
8.
November 2012 (
Urk.
7/99).
Mit neuem
Vorbescheid vom 28.
Mai 2013 stellte die IV-Stelle
der Versicherten
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht, und begründete dies damit, gemäss Gutachten
des
E._
sei retrospektiv
keine andauernde und hohe Arbeits
un
fähigkeit in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit ausge
wiesen (
Urk.
7/105). Dagegen erhob die Versicherte am 2
7.
Juni 2013 Einwand (
Urk.
7/106)
. Mit Verfügung vom 3
1.
Oktober 2013 wies die IV-Stelle das
Ren
tenbegehren
im angekündigten Sinne ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Chris
tine Fleisch, am
2.
Dezember 2013 Beschwerde und beantragte, es
sei
ihr befristet vom 1
6.
September 2010 bis 3
1.
Juni 2013 eine ganze Rente der Inva
lidenversicherung zuzusprechen (
Urk.
1)
. Mit Beschwerdeantwort vom 20.
Januar 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwer
de (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am 2
3.
Januar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Daran ändert auch das kürzlich ergangene Urteil des Bundesge
richts vom
3.
Juni 2010 (9C_492/2014) nichts (vgl. E. 3.7.1)
1.
3
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min
destens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die umfas
sende Begutachtung durch das
E._
vom
5.
Februar 2013 inklusive eingehende Auseinandersetzung mit dem Guta
chten von
Dr.
Z._
vom 30.
September 2010
habe ergeben, dass retrospektive weder in der bisherigen noch in einer Verweistätigkeit eine wesentliche Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Damit bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte im Wesentlichen dagegen ein, auf das Gutach
ten von
Dr.
A._
könne nicht abgestellt stellt werden, insbesondere da sie von ihm weder untersucht noch begutachtet worden sei (
Urk.
1 S. 6
ff.). Bis zur Begutachtung durch das
E._
sei sie stets in psychiatrischer/psychologischer Behandlung bei
Dr.
D._
gewesen. Letzterer habe die Diagnosen von
Dr.
Z._
sowie die von ihr festgestellte Arbeitsunfähigkeit bestätigt
(
Urk.
1 S. 10). Gestützt auf die im
E._
-Gutachten erhobenen Befunde könne nicht von einer leichten Depression ausgegangen werden. Die von
Dr.
F._
festgestellte Arbeitsfähigkeit von 100
%
könne – trotz Willensanstrengung – nicht realisiert werden (
Urk.
1 S. 10
f.).
Die Stellungnahme von
Dr.
F._
zu den früheren psychiatrischen Einschätzungen vermöge angesichts der psychopathologischen Befunde, welche sowohl im Gutachten von
Dr.
Z._
al
s auch in den Berich
ten von Dr.
D._
erwähnt
seien, nicht zu überzeugen. Handle es sich dabei doch um keine echtzeitliche Beurteilung. Ferner w
erde aktenwidrig behauptet, Dr.
Z._
habe sich bei ihrer Beurteilung auf psychosoziale Faktoren abge
stützt. Widersprüchlich sei schliesslich die Empfehlung, die psychiatrisch-psy
chotherapeutischen Behandlungen fortzusetzen und ein stärker sedierendes und sch
merzmoduliertes Antidepressiva
einzunehmen, soweit
Dr.
F._
gleichzei
tig die Meinung vertrete, es bestünden keine Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene Gut
achten von
Dr.
Z._
sowie die
medizinischen Berichte von Dr.
D._
würden beweisen, dass sie (die Beschwerdeführerin) bis zur
E._
-Begutachtung zu maximal 20-30
%
arbeitsfähig und erwerbsfähig gewesen sei und in diesem Ausmass im Sommer 2012 auch eine Erwerbstätigkeit im Verkauf aufnehmen konnte. Das
E._
-Gutachten datiere vom
5.
Februar 201
3.
Unter Berücksichti
gung der dreimonatigen Revisionsfrist sei der Anspruch auf eine ganze Invali
denrente bis
5.
Juni 2013 ausgewiesen (
Urk.
1 S. 12).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
3.1
.
Gemäss Feststellungblatt zum Beschluss
(
Urk.
7/103)
stellte die
Beschwerdegeg
nerin
den angefochtenen Entsch
eid
im Wesentlichen
auf das pol
ydisziplinäre
Gutachten des
E._
vom
5.
Februar 2013 ab
(
Urk.
7/100/1-31)
.
Hinsichtlich de
r
relevanten medizinischen
Vorakten
bis zur Begutachtung durch das
E._
wird auf die
chronologische Auflistung und
Wiedergabe im Gutachten selbst ver
wiesen
(
Urk.
7/100/2-8)
.
Die beurteilenden Fachärzte
des
E._
stellten keine Diagnosen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/100/27)
.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie
folgende Diagnosen fest (Urk.
7/100/27):
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0)
Seit wenigen Tagen bestehende Tendovaginitis der
Peronealsehnen
retro
malleolar
rechts (ICD-10 G43)
Migräne (ICD-10 G43)
Anamnestisch
zervikozephales
Schmerzsyndrom auf orthopädischer Ebene ohne erkennbare funktionelle Einschränkung
(ICD
-10
M53.0
)
Vulväre
intrapitheliale
Neoplasie
(VIN III°) (ICD-10 D07.1)
Status nach zweifacher Exzision im
G._
2002
Status nach weiteren Exzisionen respektive Biopsien 2004, 2009 so
wie 2010 an de
r Frauenklinik des
G._
mit jeweils Nachweis von VIN II/VIN III; und Lichen
sclerosus
Chronischer
Pruritis
und Brennen seit mindestens 20
0
2 bei Lichen
scle
ro
sus
mit dadurch entstandener psychosozialer Belastung (ICD-10 L90.0)
Anamnestisch dringender Verdacht auf
Urge
-Inkontinenz bei postmeno
pausaler Patientin (ICD-10 N39.4)
Chronischer
Nikotinabusus
(ICD-10 F17.1)
Anamnestisch Reizdarmsyndrom (ICD-10 K58.9)
Penicillinallergie
(ICD-10 T88.7)
Status nach Os
te
osynthese und
Osteosynthesematerialentfernung
(OSME) bei
Ulnaschaftfraktur
rechts und wahrscheinlich Commotio cerebri nach Motorradunfall vom
5.
Mai 2002 (ICD-10 T92.2/Z98.8/Z47.0/V29.9/S06.0)
Allgemeininternistisch befinde sich die Beschwerdeführerin in einem unauffälli
gen Allgemein- und normale
n
Ernährungszustand
. Es bestünden keine Befunde und Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/100/11).
3.2
In psychiatri
scher Hinsicht
stellte
Dr.
med. F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psych
otherapie,
eine leichte depressive Episode mit depressiven Verstimmungen, erhöhter Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und zum Teil auch Appetitstörungen und Gewichtsschwankungen sowie eine
Somatisierungsstö
rung
mit verschiedenen und wechselnden Schmerzen, etwa im Bewegungsap
parat, aber vor allem im Intimbereich, sowie Übelkeit und Erbrechen
fest
. Es bestünden psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren
zufolge
einer nicht einfachen Kindheit
mit
Fremdplatzierungen,
der
Doppelbelastung
als Hausfr
au und alleinerziehende Mutter nach Scheitern der ersten Ehe
, langjährige
r
persis
tierende
r
gesundheitliche
r
Probl
eme nach einem Unfallereignis im Mai 2002
,
der
krankheitsbedingten
Kündigung
ihrer
Arbeitsstelle als Call-Agentin
,
der
finan
ziell nicht so einfachen Situation mit finanziellen Abhängigkeiten vom
aktuellen
Ehemann
sowie schliesslich
der
Tochter, die wegen psychischer Prob
leme eine IV-Rente beziehe.
Die Beschwerdeführerin sei
indes
nicht suizidal und leide
auch
nicht unter deutlichen Konzentrationsstörungen. So habe
sie
sich im Untersuchungsgespräch gut konzentrieren und Lebensdaten gut angeben kön
nen. Weiter habe sie angegeben
,
k
urze Strecken
mit dem Auto
selber zu fahren, was
ebenfalls
gegen relevante Konzentrationsstörungen spreche. Sodann sei die Beziehungsfähigkeit nicht gestört und es würden keine Hinweise auf eine ver
minderte Affektsteuerung oder Impulskontrollstörung bestehen.
Deutlich auffäl
lige Persönlichkeitszüge für die Achse-2-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung bestünden
ebenso wenig
.
Ferner sei die Selbstwertregulation erhalten.
Die
Somatisierungsstörung
wirke sich nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Sei doch
mit Blick auf die Kriterien der Unzumutba
rkeit der Schmerzüber
windung le
d
i
glich das Kriterium des chronischen Verlaufs
i
n ausreichendem Masse erfüllt.
Daher könne der Beschwerdeführerin, trotz der beklagten Schmer
zen,
zugemutet werden
, einer ihren körperlichen Einschränkungen angepasste Tätigkeit ganztags und ohne Leis
tungseinschränkung nachzugehen
.
Aus psychi
atrischer Sicht bestehe
folglich
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/100/15
f.
).
Dass der behandelnde
Dr.
D._
im Dezember
2011 eine schwere depressive Episode diagnostiziert und der Beschwerdeführerin eine 70-80%ige Arbeitsunfähigkeit seit April 2010 bis auf weiteres attestiert habe, könne nicht nachvollzogen werden.
Sei doch e
ine ambulante Behandlung bei einer schweren depressiven Episode kaum möglich
. Tätigkeiten und Aktivitäten seien
auch
nicht mehr möglich. Demgegenüber verrichte die Beschwerdeführe
rin durchaus körperlich einfache Haushaltsarbeiten. Die von
Dr.
Z._
attes
tierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der von ihr diagnostizierten mittel
gradigen Depression sei ebenso wenig nachvollziehbar.
Sei doch
bei einer mittelgradigen Depression
theoretisch
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu erwar
ten
. Ausserdem
habe
Dr.
Z._
im Rahmen ihrer
Arbeitsfähigkeitsbeurtei
lung
krankheitsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren berücksichtigt
(
Urk.
7/100/16).
3.3
Im Rahmen der orthopädische
n Begutachtung hielt
Dr.
med. H._
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie, fest
, es habe sich ein praktisch unauffälliger Status des Bewegungsapparates mit einer freien Beweglichkeit fast sämtlicher Gelenke bei guter Kraftentfaltung und ohne erkennbare
Schmer
zäusserunge
n
gezeigt. Eine Ausnahme bilde
lediglich der rechte
Rückfuss
, wo sich
retromalleolar
lateral eine Schwellung habe finden lassen. Diese dürfte am ehesten von der
Peronealsehnenscheide
ausgehen, indem eine Aktivierung der
Peronealmuskulatur
zu einer Schmerzsteigerung führe mit entsprechend einge
schränkter aktiver
Eversion
des Fusses.
Eine Behandlung dieser Problematik sei allerdings erst kürzlich angelaufen und es dürfe vorderhand erwartet werden, dass es innert nützlicher Frist zu eine
r
Restitutio
ad
integrum
komme
(
Urk.
7/100/20).
Aus Sicht des Bewegungsapparates bestehe für
die
ange
stammte Tätigkeit als Verkäuferin wie auch für jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe aufgrund der allgemeinen körperlichen Konstitution eine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/100/28).
Bei einer diagnostizierten Migräne und
im Übrigen
unauffälligem neurologi
schem
Status stellte
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Neu
rologie,
aus neurologischer Sicht
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
fest
(
Urk.
7/100/21ff.).
3.4
Im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung
hielt
Dr.
med.
J._
, Fachä
rzt
in
FMH für Gynäkologie,
fest, die Beschwerdeführerin leide seit min
destens 2002 an chronische
r
Pruritis
sowie Brennen bei Lichen
sclerosus
.
Anamnestisch
sie sei durch ihre gynäkologischen Beschwerden im Alltag
indes
nicht beeinträchtigt. Sie müsse aber wegen Harndrang sehr häufig zur Toilette gehen, was auch
bei der Arbeit hinderlich sei (
Urk.
7/100/24).
Bei sonst unauf
fälligem Status stellte
Dr.
J._
bei
der transvaginalen Sonographie zwei einfache Zysten fest.
Mangels Befunde und Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
attestierte
sie der Beschwerdeführerin a
us gynäkologischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/100/26).
Im Rahmen der Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, es bestehe aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten. Für die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin wie auch für jede andere körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeit bestehe
demge
genüber seit
mindestens
der aktuellen Untersuchung
eine Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit von 100
%
. Aus psychiatrischer Sicht könne eine
höher
g
radig
e
Arbeitsunfähigkeit auch retrospektiv nicht bestätigt werden. Aus Sicht des Bewegungsapparates habe nach dem Unfall im Mai 2002
zwar
eine vorüberge
hende Arbeitsunfähigkeit für
sämtliche Tätigkeiten bestanden. Ab 1. Oktober 2002 sei der
Beschwerdeführerin
jedoch
aus unfallbedingter Sicht wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Ab diesem Zeitpunkt könne der Be
schwerdeführerin aus orthopädischer Sicht keine längerdauernde Arbeitsunfä
higkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten attestiert werden. Aus
allgemein
internistischer
sowie gynäkologischer Sicht liessen sich keine Hinweise dafür finden, dass die Arbeitsfähigkeit jemals für länger
e Zeit einge
schränkt gewesen wäre
(
Urk.
7/100/29).
4.
4.1
Das Gutachten des
E._
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und den beklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinische
n
Untersuchung
en
vom 2
7.
November und 1
4.
Dezember 201
2.
Es leuchtet in der Darlegung der me
dizinischen Situation und Zusam
menhänge ein und
liefert
nachvollziehbare Schlussfolgerungen
.
Mit Bezug auf
p
sychiatrische
Exploration
en
ist
sodann
allgemein
festzuhalten, dass diese
von der
Natur der Sache her nicht ermes
sensfrei
erfolgen
, weshalb verschiedene medizini
sch-psychiatrische Interpretati
onen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofe
rn der Experte lege
artis
vorge
gangen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
5.
März 200
9 in Sachen A., 8C_694/2008, E
. 5.1).
In
sofern lässt sich die unterschiedliche Qualifikation der depressiven Episode durch die jeweils beurteilenden Fachärzte erklären.
Kommt hinzu, dass es sich
bei Dr.
D._
, welcher der Beschwerdeführerin im Dezember 2011 eine schwere depressive Episode auswies, um den behandelnden Arzt
handelt
und
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass Hausärzte und behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Im Übrigen
hat
Dr.
F._
betreffend die
Diskrepanzen zu
den
früheren psychiatrischen Einschätzungen differenziert Stellung bezogen (Urk.
7/100/16) und
seine Diagnose
n
im Einklang
mit den
e
rhobenen Befunden
gestellt. Auch mit Blick auf
Umstand
,
dass die B
eschwer
deführerin im Zeitpunkt der Begutachtung
(lediglich)
ein
M
al
wöchentlich res
pektive
alle 14 Tage eine ambulante
psychothe
rapeutische Behandlung frequen
tierte (
Urk.
7/100/12)
,
anlässlich der allgemein internistischen Untersuchung gab sie an, die Behandlung bei
Dr.
D._
sei seit Juli 2012 sistiert (
Urk.
7/100/10) -
sie wi
eder 2 bis 3 kg zugenommen hat (
Urk.
7/100/8)
und
sie
einen strukturierten
Tagesablauf beschrieb,
wo
be
i sie namentlich ihre
n
Hund
täglich 40-60 Minuten ausführt
und
den Haushalt grösstenteils s
elber erledigt
(
Urk.
7/100/10)
und seit August 2012 auch wieder wöchentlich zehn Stunden als Kioskverkäuferin arbeite, was ihr gut tue (
Urk.
7/100/17),
erweist sich
die Qualifikation einer leichten depressiven Episode
als
stimmig und
e
insichtig
.
Dass
Dr.
F._
di
e Fortsetzung der psychiatrisch
-psychotherapeutischen Behan
dlung
empfahl
,
hat offensichtlich nichts mit der
von ihm
gleichzeitig attestierten
uneingeschränkte
n
A
rbeitsfähigkeit zu tun
. Inwiefern diese Emp
fehlung – wie von der
Beschwerdeführerin
vorgebracht
–
widersprüchlich
sein soll
,
ist nicht einsichtig
.
Der ebenfalls empfohlene Einsatz
ein
es stärker sedie
renden und schmerzmodulierenden Antidepressivums auf die Nacht
steht
so
dann
– entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin -
im Kontext der
gleichzeitig empfohlenen Reduktion der bis dato regelmässig eingenommenen Benzodiazepine
(
Urk.
7/100/17),
weil
letztere gemäss
Dr.
F._
die beklagten Schlafstörungen v
erstärken
könnten (
Urk.
7/100/16).
Zusammenfassend erfüllt das Gutachten des
E._
die an eine beweistaugliche Entscheidungsgrundlage gestellten Anforderungen, womit mit der IV-Stelle auf die darin gestellten Diagnosen abgestellt werden kann.
M
it ihren
umfangreichen
Einwänden gegen das Gutachten von
Dr.
A._
ist
die Beschwerdeführerin
mangels Relevanz
daher
nicht zu hören. Umso weniger, als die Unterlagen von
Dr.
A._
nicht mit den übrigen
Vorakten
den Gut
achtern des
E._
vorlegt
worden sind
(
Urk.
7/103/6). Ungeachtet dessen ist fest
zuhalten, dass
Dr.
A._
und die Gutachter des
E._
unabhängig und ohne Kenntnis voneinander zum selben Endergebnis kamen.
4.
2
Strittig und zu prüfen bleibt die Arbeitsf
ähigkeit der Beschwerdeführerin
.
4.
2
.1
Praxisgemäss ist eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E. 4.2). Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten zudem grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen).
Die vorliegende depressive Symptomatik entstand als Folge der Schmerzproblematik respektive der dadurch bedingten Belastungen (
Urk.
7/199/16). Weiter
ist
gestützt auf den Bericht von
Dr.
D._
vom
9.
Dezember 2011 (
Urk.
7/78) zumindest vorübergehend
eine teilweise Remission der
de
pressiven Symptoma
tik ausgewiesen
.
Stellte doch
Dr.
D._
seit der Aufnahme der psychothera
peutischen und psychopharmakologischen Behandlung
im
Juni 2011 eine Verbesserung der depressiven Symptomatik
fest
, indem
die
Stimmungsschwan
kungen
der Beschwerdeführerin nachgelassen
hätten und
sich deren
emo
tionale Instabilität verringert
respektive
der
en
Antrieb leicht verbessert
hätten
.
Von
einer invalidisierenden Leidensresistenz
eines
an sich
verselbständigten
Gesundheitsschadens
kann
vor diesem Hintergrund
nicht die Rede sein
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinwei
sen).
A
uch
die
diagnostizierte
Somati
sierungsstörung
begründet
als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass sie oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
4.2.2
Mit zur Publikation vorgesehenen Entscheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 hat das Bundesgericht unlängst von dieser Rechtsprechung wonach die
somato
forme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen
vermutungs
weise
mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind
(BGE 130 V 352, 131 V
49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswir
kungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6):
„Zusammenfassend ergibt sich, dass die Invaliditätsbemessung bei psychosoma
tischen Störungen stä
rker als bisher den Aspekt der
funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss (E. 2). Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit (E. 3) bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicher
stellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges (E. 3.4.1.1) mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe bzw. (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung (E. 3.1 u
nd 3.2). Deren Rechtsnatur kann
offen bleiben (E. 3.3). De
nn an dieser Rechtsprechung ist
nicht festzuhal
ten (E. 3.4 und 3.5). Das bisherige Regel/
Ausnahme-Modell wird durch ein
strukturiertes Beweisverfahren
ersetzt (E. 3.6). An der Rechtspr
echung zu
Art.
7
Abs.
2 ATSG -
ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundh
eitli
chen Beeinträchtigung und
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese
lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und
Konsistenz der funktio
nellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Auf den Begriff des primären
Krank
hei
tsgewinnes
(E. 4.3.1.1) und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komor
bidität (E. 4.
3.1.3) ist zu
ver
zichten. Der Prüfungsraster ist
rechtlicher Natur (E.
5 Ingress). Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der
Stan
dardindikatoren
(E. 5.1) wie auch bei deren -
rechtlich gebotener - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5
formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden (E. 4.2) die gesetzgeberischen Anordnungen nach
Art.
7
Abs.
2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden
Invaliditäts
grades
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen.“
4.2.3
Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren.
Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrund
lagen vor Bundesrecht standhält.
In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht
(
Ent
scheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015
E. 8., mit Hinweis)
.
4.2.4
Vorliegend erhellt sich aus dem Gutachten – worin noch ausschliesslich Aus
führungen zu den sogenannten Foerster-Kriterien – hinreichend, dass die Aus
prägung der psychischen und somatischen diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt. Die Gutachter attestierten weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht eine länger andauernde wesentliche Arbeitsunfähig
keit. Eine Persönlichkeitsstörung wurde explizit ausgeschlossen. Ferner ergab sich aus der – nicht ganz konzisen – Schilderung der Beschwerdeführerin (vgl. E. 3.2), dass die in Anspruch genommene psychiatrische Therapie wenig inten
siv ist, sie einen geordneten Tagesablauf auch mit körperlichen Aktivitäten voll
zieht und ihre sozialen Kontakte weitestgehend intakt sind, selbst wenn – wie die Beschwerdeführerin gegenüber dem psychiatrischen Gutachter angab – sie die Kontakte zu ihren Kolleginnen in den letzten paar Monaten etwas vernach
lässigt haben sollte. Sie beschrieb eine intakte und tragende Beziehung zu ihrem derzeitigen Ehemann sowie zu ihrer Mutter. Das Aktivitätsniveau scheint dabei wenig eingeschränkt zu sein. Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksichtigung der im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren keine erheb
lichen funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diag
nosen.
4.
2
.
5
Der Einwand, es würden für die rückwirkenden psychiatrischen Diagnosen und Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit keine echtzeitlichen medizinischen Bericht
e
und Gutachten vorliegen, welche beweisen würden, dass sie bis zum Zeitpunkt der Begutachtung durch das
E._
voll arbeitsfähig beziehungsweise zu mindes
tens 50
%
arbeitsfähig (gemäss
Dr.
F._
bei einer mittelschweren Depression) gewesen sein sollte (
Urk.
1 S. 11), gereicht der Beschwerdeführerin nicht zum Vorteil. Ist doch im Umkehrschluss
damit
gleichzeitig gesagt, dass keine
echt
zeitlichen
medizinischen Berichte vorliegen, welche beweisen würden, dass die Beschwerdeführerin bis zur
E._
-Begutachtung vollumfänglich respektive zu 50
%
arbeitsunfähig
gewesen
wäre. Demgegenüber tragen die Parteien im
Sozi
alversicherungsprozess
in der Regel insoweit eine Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
(BGE 117 V 261 E.
3b).
Dass weder der Einschätzung von
Dr.
Z._
noch derjenigen von
Dr.
D._
gefolgt werden kann, hat
Dr.
F._
gutachterlich schlüssig be
gründet (E. 4).
4.
3
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es der Beschwer
deführerin bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten ist, ihre Lei
den zu überwinden und einer Er
werbstätigkeit nachzugehen.
Mit Verweis auf die
vorliegende Aktenlage
,
die
entsprechenden Feststellungen im beweiskräfti
gen
E._
-Gutachten
(
Urk.
7/100/29) sowie
auf
das unter E. 4.
2.5
Gesagte
ist auch retrospektiv
keine
invalidisierende
Arbeitsunfähigkeit
überwiegend wahr
scheinlich
ausgewiesen
.
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich ein Einkommensvergleich.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--
festge
-legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
600.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.