Decision ID: 837ac028-8c79-50d7-9858-dc3b3578c4e8
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Kassenmitarbeiterin bei der B._ AG
tätig und dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als sie laut Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 28.
August 2017 am 21. August 2017 vom Fahrrad stieg, einen Fehltritt machte und sich
das linke Knie verletzte (act. G 3.1-1). Die Erstbehandlung erfolgte am 28. August 2017
bei Dr. med. C._, Praktische Ärztin FMH, die als Befunde eine mediale Schwellung
des linken Kniegelenks sowie Schmerzen erhob, nach einer Röntgenuntersuchung
ohne Hinweis auf eine ossäre Läsion einen Status nach Kontusion Kniegelenk links
diagnostizierte und der Versicherten ab 29. August 2017 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. G 3.2-3, act. G 1.4-24). Eine am 31. August 2017 im
Röntgeninstitut D._ durch Dr. med. E._, FMH Radiologie und FMH Nuklearmedizin,
durchgeführte MRT-Untersuchung dokumentierte eine partielle Ruptur des medialen
Kollateralbandes (Grad I), einen kleinen Unterflächeneinriss der Pars intermedia des
Innenmeniskus (Grad III), eine Chondropathia Grad II des medialen Kompartiments,
A.a.
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eine grosse Bakerzyste sowie Zeichen einer Zystenruptur und eine Chondromalazia
patellae Grad III (act. G 3.2-1). Am 4. September 2017 folgte eine Untersuchung durch
Dr. med. F._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), der
feststellte, dass die Beschwerden der Versicherten durch die Meniskusläsion und die
Chondropathie zu erklären seien und sich mit ihr bei fehlender Heilung der
intraartikulären Schäden auf eine Arthroskopie festlegte (act. G 3.2-2). Am 5.
September 2017 ging bei der Helsana ein Kostengutsprachegesuch der Klinik
G._ mit der Eintrittsdiagnose "Chondropathie/med. Meniskusläsion/LCM-Läsion I
links/UD 21.8.17" mit geplantem Spitaleintritt am 12. September 2017 ein (act. G
3.1-3). Am 12. September 2017 führte Dr. F._ bei der Versicherten eine Arthroskopie
und ein Shaving, eine Resektion der Plica intercondylaris sowie eine mediale
Teilmeniskektomie durch, nachdem sich in der Arthroskopie diagnostisch eine
Chondropathie Grad III der Patella und Trochlea sowie des medialen Femurcondylus,
eine mehrfache Rissbildung des medialen Meniskus, eine Kniekehlenzyste sowie eine
LCM-Läsion Grad I links gezeigt hatte (act. G 3.2-5 f.). Am 19. September 2017
beantwortete die Versicherte der Helsana einen Fragebogen "Unfallhergang" zum
Ereignis vom 21. August 2017 (act. G 3.1-12).
Nach der operativen Revision klagte die Versicherte über steigende Schmerzen im
linken Kniegelenk, deren Ursache von Dr. F._ als unklar bezeichnet wurde. Er
veranlasste eine MRT-Untersuchung, welche am 6. Oktober 2017 durch die Ärzte der
Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
durchgeführt wurde. Dadurch konnten eine Osteonekrose und eine erneute
Meniskusläsion ausgeschlossen werden. Zur Darstellung gelangte hingegen die
bekannte Chondropathie und ein ödematöser Reizzustand des medialen Seitenbandes
(act. G 3.2-7 ff.). Die Versicherte konsultierte daraufhin Dr. med. H._, Orthopädische
Chirurgie FMH, der ein Reizknie links nach Arthroskopie sowie einen Status nach
medialer Teilmeniskektomie, Plicaresektion und Knorpelshaving Knie links 12.
September 2017 diagnostizierte (act. G 3.2-12, G 3.2-14). Die Versicherte war seit dem
29. August 2017 zu 100% arbeitsunfähig geblieben und die Helsana erbrachte die
gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen [act. G 3.1-13, G 3.1-15, G
3.1-17, G 3.1-19 f., G 3.2-6, G 3.2-11]).
A.b.
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B.
C.
Am 28. November 2017 legte die Helsana den Schadenfall ihrem beratenden Arzt,
Dr. med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, vor (act. G 3.1-18). Dieser führte in einer Beurteilung vom
3. Dezember 2017 aus, dass dem Unfallereignis vom 21. August 2017 eine Distorsion
des linken Kniegelenks ohne strukturell traumatische Läsion zugrunde liege. Der Status
quo sine sei zum 31. August 2017 erreicht. Die in der MRT-Untersuchung vom 31.
August 2017 und der Arthroskopie vom 12. September 2017 erhobenen Diagnosen
sowie die Operation vom 12. September 2017 seien lediglich mit einer möglichen
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 21. August 2017 zurückzuführen (act. G
3.2-15).
A.c.
Die Helsana teilte der Versicherten daraufhin mit Verfügung vom 12. Dezember
2017 mit, dass sie die gesetzlichen Leistungen bis 31. August 2017 erbringe. Nach
diesem Datum stünden die Behandlungen nicht mehr mit dem Ereignis vom 21. August
2017 in Zusammenhang und es bestehe kein Anspruch mehr auf Leistungen aus der
obligatorischen Unfallversicherung. Entgegenkommenderweise und ohne Präjudiz
würden die bereits bezahlten Leistungen nicht zurückgefordert (act. G 3.1-23).
A.d.
Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. D. Studer, Kreuzlingen, für die
Versicherte am 26. Januar 2018 vorsorglich Einsprache (act. G 3.1-29). Am 22. Februar
2018 reichte der Rechtsvertreter die Einsprachebegründung - unter anderem
zusammen mit einem Bericht über eine am 3. Januar 2018 in der D._ durch Dr. med.
J._, FMH Radiologie, durchgeführte MRT-Untersuchung des linken Kniegelenks (act.
G 3.1-31.3) - ein (act. G 3.1-31).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 3. April 2018 wurde die Einsprache abgewiesen
(act. G 3.1-32).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 3. April 2018 liess die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. Mai
2018 Beschwerde erheben mit den Anträgen, es sei der Einspracheentscheid
aufzuheben; es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen aus UVG für
C.a.
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Erwägungen
1.
die Folgen des Unfalls vom 21. August 2017 auch über den 31. August 2017
zuzusprechen und auszurichten, namentlich Heilbehandlung, Kostenvergütungen und
Taggeld; es sei die Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) anzuweisen, den
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung und eine
Invalidenrente zu prüfen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte der
Rechtsvertreter u.a. eine Stellungnahme von Dr. F._ vom 1. März 2018 (act. G 1.4-23)
sowie eine Auflistung vom 6. April 2018 der Krankengeschichte-Einträge von Dr. C._
vom 28. August 2017 bis 21. März 2018 (act. G 1.4-24) ein.
Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.b.
Mit Replik vom 25. Juli 2018 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an
den Beschwerdeanträgen fest (act. G 8). Zusätzlich reichte er die Krankengeschichte-
Einträge von Dr. med. K._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, FMH, Orthopädie L._, von Mai und Juni 2018 ein (act. G
8.1).
C.c.
Mit Duplik vom 13. September 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 10).
C.d.
Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der Unfallversicherer hat bei
Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 ATSG für einen Gesundheitsschaden nur
insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; André Nabold in:
1.1.
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Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer,
Basel 2019, N 63 ff. zu Art. 6 UVG; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53 zu Art. 6
UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55,
58). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der
natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2). Hat der Unfallversicherer - wie im
vorliegenden Fall - seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so entfällt
seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder
adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch
und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (Urteile des Bundesgerichts
vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2, und 23. September 2014, 8C_419/2014, E.
3.2). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 6.
August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.). Da es sich um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E.
2.2 mit Hinweis). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift indessen erst Platz, wenn es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 55).
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Ist es durch den Unfall zu keiner neuen strukturellen Gesundheitsschädigung
gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale
Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende
Verschlimmerung eines Vorzustandes in Betracht. Die Unfallversicherung übernimmt
bei einer vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung nur den durch das
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des
Status quo sine - dem (krankhaften) Gesundheitszustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte - oder dem Status quo ante - dem Zustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (vgl. dazu UVG Kommentar-Nabold, a.a.O.,
N 54 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54; SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009, E. 4.3 mit Hinweisen; RKUV
1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen) - Leistungen für die unmittelbar im
Zusammenhang mit dem Unfall stehenden Beeinträchtigungen zu erbringen. Als
Beispiele dafür gelten insbesondere auch Kontusions- oder Distorsionsfolgen und
durch einen Unfall ausgelöste Diskushernien (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26.
Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und
vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 14. März 2000, U 266/99, E. 1; vgl. auch UVG
Kommentar-Nabold, a.a.O., N 57 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.).
Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der
Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern
auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Dies bedeutet unter Umständen, dass
die versicherte Person bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante Anspruch auf
eine - selbst operative Eingriffe mit einschliessende - zweckmässige Behandlung hat,
wenn diese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
der (vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen
diente und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den
Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt
notwendig geworden (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012,
E. 5.3). Von einer richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur
dann, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo sine noch der
Status quo ante je wieder erreicht werden können (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N
54 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54).
1.2.
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Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit
Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines Beweismittels ist grundsätzlich
weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V
352 E. 3a mit Hinweisen). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche die
Versicherung während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden
Ärzten und Ärztinnen einholt, beweistauglich (BGE 125 V 352 E.3; RKUV 1991 Nr. U
133 S. 311 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 229 E. 5.2, 135 V 470 f. E. 4.4 und
4.6; bestätigt etwa in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012,
8C_592/2012, E. 5.3). Die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen
aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer
Patienten und Patientinnen aussagen, steht in denjenigen Fällen nicht im Vordergrund,
in denen ein Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin nicht als Hausarzt
oder Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte. Im Übrigen sind in
jeder ärztlichen Konstellation Anhaltspunkte zu beachten, welche die Feststellungen
der versicherungsinternen Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen (vgl.
BGE 135 V 470 E. 4.5 f; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2013,
4A_172/2013, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen, 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1,
und 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.2). Die Rechtsprechung erachtet sodann
Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese,
Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind.
Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die
Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild
1.3.
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2.
zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E.
6.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formell-rechtlichen Gründe
gegen den Einbezug der Aktenbeurteilung von Dr. I._ vom 3. Dezember 2017 (act. G
3.2-15). Ob letztlich auf sie abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden
materiell-rechtlichen Beweiswürdigung zu prüfen.
Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich
des Ereignisses vom 21. August 2017 und erbrachte Heilkosten- und
Taggeldleistungen. Wie aus der Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2018 hervorgeht (act.
G 3), war sie hinsichtlich des Ereignishergangs von der Schilderung der
Beschwerdeführerin gegenüber dem Schadeninspektor der Beschwerdegegnerin vom
21. November 2017 ausgegangen (act. G 3.1-17). Danach hatte die
Beschwerdeführerin beim Absteigen vom Fahrrad das Gleichgewicht verloren und war
ausgerutscht, war dann auf die linke Körperseite, insbesondere auf das linke Knie,
gefallen, und hatte zudem das Fahrradgestänge gegen die linke Knieinnenseite
gedrückt (vgl. dazu auch die Ereignisschilderung der Beschwerdeführerin vom 19.
September 2017 im Fragebogen "Unfallhergang": "Sturz bei Absteigen von Velo" [act.
G 3.1-12]; act. G 3, Seite 2.). Ein Sturz stellt unstreitig einen Unfalltatbestand im Sinne
von Art. 4 ATSG dar (vgl. UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6 UVG; BSK
UVG-Hofer, a.a.O., N 37 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40; Alfred
Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176) und
kann im Falle einer dadurch - im konkreten Fall grundsätzlich ebenfalls unstreitig -
eingetretenen Gesundheitsschädigung eine Leistungspflicht des Unfallversicherers
begründen.
2.1.
Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob der Unfall vom 21. August 2017 mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ab 1. September 2017 nicht mehr
die natürliche (und adäquate) Ursache der über das vorgenannte Datum hinaus
andauernden Knieproblematik links und insbesondere für die am 12. September 2017
durchgeführte Kniearthroskopie links mit Shaving, Resektion der Plica intercondylaris
und medialer Teilmeniskektomie sowie die Operationsfolgen war. Die
Beschwerdegegnerin wäre für die operative Behandlung und sodann bis zur Heilung
der unmittelbaren Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase,
Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.)
insbesondere dann leistungspflichtig, wenn die operative Behandlung unfallkausale
Gesundheitsschäden umfasst hätte. Während eine entsprechende Unfallkausalität von
der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. I._
2.2.
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3.
vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) verneint wird, vertritt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin insbesondere unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. F._
vom 1. März 2018 (act. G 1.3-23) sowie die von Dr. C._ am 6. April 2018 notierten
Krankengeschichte-Einträge (act. G 1.4-24) den gegenteiligen Standpunkt.
Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen
Beschwerden hat in der Regel als gegeben zu gelten, wenn sich mittels apparativer
Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, Kernspintomographie, Computertomographie,
Arthroskopie) ein unfallkausaler organischer Befund im Sinn eines strukturellen
Gesundheitsschadens erheben lässt (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen
Hinweisen).
3.1.
Nach dem Unfall vom 21. August 2017 wurde die Beschwerdeführerin erstmals am
28. August 2017 durch Dr. C._ untersucht, die nach einer Röntgenuntersuchung
ohne Hinweis auf eine ossäre Läsion sowie der Beschreibung der Beschwerdeführerin -
sie sei auf das linke Kniegelenk gestürzt und habe seither Schmerzen und eine
Schwellung - einen Status nach Kontusion Kniegelenk links diagnostizierte (act. G
1.4-24). Dr. F._ stellte sodann im Untersuchungsbericht vom 6. September 2017 fest,
die Beschwerdeführerin habe ein Distorsionstrauma des linken Kniegelenks erlitten
(act. G 3.2-2, vgl. auch act. G 3.2-5). Während eine Distorsion aufgrund einer
Verdrehung eines Körperteils zustande kommt, hat bei einer Kontusion eine stumpfe
Krafteinwirkung auf einen Körperteil stattgefunden. Beide Verletzungen sind angesichts
der aktenkundigen Unfallbeschreibung (vgl. Erwägung 2.1) nachvollziehbar. Bei einer
Kontusion und Distorsion, die nicht von einer strukturellen Läsion begleitet sind,
handelt es sich um Weichteilverletzungen. Es entspricht einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass solche Verletzungen innert kurzer Zeit folgenlos ausheilen
und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (Alfred M.
Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 412).
3.2.
3.3.
Die am 31. August 2017 von Dr. E._ durchgeführte MRT-Untersuchung brachte
eine partielle Ruptur des medialen Kollateralbandes (Grad I), einen kleinen
Unterflächeneinriss der Pars intermedia des Innenmeniskus (Grad III), eine
Chondropathia Grad II des medialen Kompartiments, eine grosse Bakerzyste sowie
3.3.1.
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Zeichen einer Zystenruptur und eine Chondromalazia patellae Grad III zur Darstellung
(act. G 3.2-1). In der am 12. September 2017 durch Dr. F._ durchgeführten
Arthroskopie zeigte sich sodann diagnostisch - im Gegensatz zur MRT - eine
Chondropathie Grad III der medialen Femurcondyle und eine mehrfache Rissbildung
des medialen Meniskus. Ausserdem wurde eine Chondropathie Grad III der Trochlea
diagnostiziert (act. G 3.2-5 f.), welche im MRT-Untersuchungsbericht vom 31. August
2017 nicht als Befund erwähnt worden war (act. G 3.2-1). Mit der MRT-Bildgebung
sowie der Befunderhebung in der Arthroskopie waren nun mehrere strukturelle
Gesundheitsschädigungen objektiviert. Dr. I._ sowie Dr. F._ gehen
übereinstimmend davon aus, dass es sich bei der Chondropathie im Bereich der
medialen Femurcondyle, der Bakerzyste sowie der Chondromalazia patellae um
vorbestehende degenerative Veränderungen handelt (act. G 1.4-23, G 3.2-15), was
auch mit der medizinischen Literatur übereinstimmt (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 124,
582, 1067; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin/Boston 2017, S.
204, 329; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 325 f.). Dr. I._
betrachtet in seiner Beurteilung vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) auch die
Veränderungen im Bereich des Innenmeniskus vollumfänglich als degenerativ bedingt,
während Dr. F._ in seiner Stellungnahme vom 1. März 2018 (act. G 1.4-23) annimmt,
es sei durch den Unfall zu einer Ruptur desselben gekommen. Dies obwohl er
einräumt, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ein degenerativ veränderter
medialer Meniskus vorgelegen habe. Im Weiteren geht Dr. F._ davon aus, dass es
durch den Unfall vom 21. August 2017 zur radiologisch und arthroskopisch erhobenen
partiellen Ruptur des medialen Kollateralbandes bzw. zur LCM-Läsion Grad I
gekommen sei. Auch Dr. I._ führt die mediale Seitenbandläsion nicht unter den
degenerativen Veränderungen auf. Angesichts dessen, dass sowohl er als auch Dr.
F._ davon ausgehen, die Beschwerdeführerin habe beim Unfall ein Distorsionstrauma
erlitten, erscheint die Kausalitätsbeurteilung von Dr. F._ nachvollziehbar und
schlüssig (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1096 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 420).
Als unfallkausale Verletzungen stehen mithin eine mediale Meniskusläsion sowie
die mediale Seitenbandläsion und schliesslich auch eine vorübergehende
Verschlimmerung der degenerativen Vorzustände im Raum.
3.3.2.
Hinsichtlich der medialen Meniskus- und Seitenbandläsion ist vorwegzunehmen,
dass mit der Arthroskopie vom 12. September 2017 zwar eine mediale Meniskusläsion,
jedoch nicht das mediale Seitenband behandelt wurde. Dies dürfte damit zu erklären
sein, dass mit der Seitenbandläsion vom Grad I lediglich eine Bänderzerrung bzw. -
dehnung vorgelegen hatte, bezüglich welcher keine Operationsindikation bestand. Die
3.3.3.
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4.
Verneinung eines Anspruchs auf Leistungen aus der Unfallversicherung per 1.
September 2017 und damit vor der Arthroskopie vom 12. September 2017 mit medialer
Teilmeniskektomie durch die Beschwerdegegnerin erfolgte vor dem Hintergrund, dass
die Ursache der medialen Meniskusläsion basierend auf der Beurteilung von Dr. I._
vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit in der am 21. August 2017 erlittenen Kniedistorsion und/oder
Kniekontusion gesehen wurde. Die mediale Seitenbandläsion wurde offensichtlich per
1. September 2017 als bereits verheilt betrachtet.
Nachfolgend ist mithin zu prüfen, ob mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass sich die
Beschwerdeführerin durch den Unfall vom 21. August 2017 eine Ruptur des medialen
Meniskus zugezogen hat.
4.1.
Zu beachten ist, dass Kniegelenksmenisken zur Degeneration neigen,
Meniskusläsionen aber auch als Folge eines Traumas auftreten können, indem die
Menisken bei akuten schweren Knieverletzungen ein- oder abreissen (vgl. Debrunner,
a.a.O. S. 1056 ff; Alfred Bühler, Die unfallähnliche Körperschädigung, in: SZS 1996, S.
85 und 88). Der im Operationsbericht vom 15. September 2017 verwendete Ausdruck
"Riss" (act. G 3.2-5) kann nicht ohne Weiteres mit einer Traumarelevanz verbunden
werden (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 628 "Sehnenruptur", 1057; Pschyrembel, a.a.O., S.
1146, Roche Lexikon, a.a.O., S. 1204, 1681). Grundsätzlich sind mithin beide
Kausalitäten (Krankheits- und Unfallkausalität) denkbar. Tritt im Rahmen einer - wie
hinsichtlich der MRT-Untersuchung vom 31. August 2017 angenommen werden darf -
zeitnah zum Unfall durchgeführten radiologischen Untersuchung eine strukturelle
Läsion zutage, stellt diese im Regelfall entweder eine traumatische Läsion oder einen
degenerativen Vorzustand dar. Nachfolgend ist damit zu entscheiden, von welcher
Kausalität mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.
4.2.
Wie bereits erwähnt, wurde im linken Kniegelenk der Beschwerdeführerin
arthroskopisch eine mehrfache Rissbildung des medialen Meniskus in den hinteren
zwei Dritteln diagnostiziert (act. G 3.2-15). Zu wiederholen ist ausserdem, dass selbst
Dr. F._ einen degenerativ veränderten medialen Meniskus bestätigt hat (act. G
1.4-23). Insofern geht auch er davon aus, dass von den mehreren Rissen nur ein Teil,
möglicherweise nur ein einziger Riss, traumatisch bedingt sei. Fest steht im Weiteren,
dass die Beschwerdeführerin im Bereich des linken Kniegelenks, d.h. der medialen
Femurcondyle, der Trochlea sowie der Patella vorbestehende degenerative
4.3.
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Gesundheitsschädigungen in Form einer Chondropathie und einer Bakerzyste aufwies
(vgl. Erwägung 3.3.1). Damit präsentierte sich eine umfassende degenerative Situation
im Bereich des linken Kniegelenks, auch des medialen Meniskus, bezüglich welcher
nicht nachvollzogen werden kann, weshalb ausgerechnet ein einzelner Riss des
medialen Meniskus losgelöst von den übrigen strukturellen Schäden, insbesondere den
anderen Rissen im medialen Meniskus, als unfallbedingt betrachtet werden muss oder
als traumatisch bedingt unterschieden werden kann. Entsprechende überzeugende
Beweise liegen jedenfalls keine vor. Dr. H._ ging zwar in seinem Bericht vom 17.
November 2017 von einer wahrscheinlich (nur) beginnenden medialen Gonarthrose aus
(act. G 3.2-14). Dies ändert jedoch nichts daran, dass im konkreten Fall - wie Dr. H._
in seinem Bericht vom 25. Oktober 2017 selbst erklärte (act. G 1.4-14) - vorbestehend
deutliche Knorpelschäden vorgelegen haben. Die Qualifizierung der Arthrose als
"beginnend" dürfte daraus abzuleiten sein, dass die Knorpelschäden der
Beschwerdeführerin noch als Chondropathien zu bezeichnen waren, allerdings bereits
einen Grad III erreicht hatten. Ein rein degenerativer Prozess erscheint angesichts der
dargelegten Sachlage ohne Erwägung einer zusätzlichen kausalen Bedeutung des
Unfallereignisses vom 21. August 2017 ohne weiteres nachvollziehbar. Die
Wahrscheinlichkeit für einen traumatischen Meniskusriss erscheint insgesamt
betrachtet bedeutend geringer als eine degenerativ bedingte Ätiologie aller
Meniskusrisse. Damit ist eine überwiegend wahrscheinliche (teil-)kausale Bedeutung
des Unfallereignisses nicht nachgewiesen. Auch Dr. F._ beschränkt sich lediglich auf
die reine Feststellung - durch den Unfall sei es zu einer Ruptur des medialen Meniskus
gekommen - ohne ihr eine nachvollziehbare, schlüssige Begründung hinzuzufügen. Die
Beurteilung von Dr. I._ lässt sich demgegenüber anhand der obigen Ausführungen
nachvollziehen.
In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist aufgrund der
Gesamtbetrachtung der vorliegenden Akten und gestützt auf die Beurteilung von Dr.
I._ vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nicht von einer traumatisch verursachten Meniskusläsion, sondern
ausschliesslich von einem degenerativen Vorzustand auszugehen.
4.4.
Aus denselben Überlegungen wie in Erwägung 4.3 ist sodann mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auch eine richtungsgebende Verschlimmerung
der vorbestehenden Meniskusrisse (siehe dazu Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54;
beispielsweise in Form der Vergrösserung eines ersten Risses zu einem Lappenriss
[vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1057]) auszuschliessen. So kann nicht nachvollzogen
werden, inwiefern von den unbestrittenermassen vorbestehenden Meniskusrissen ein
4.5.
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5.
Riss als traumatisch bedingt richtungsgebend verschlimmert unterschieden werden
könnte, zumal - wie in Erwägung 4.3 dargelegt - sogar ein vollkommen neuer Riss von
den anderen vorbestehenden Rissen nicht abgrenzbar ist. Eine richtungsgebende
Verschlimmerung wurde zudem weder von Dr. I._ noch von Dr. F._ explizit
diskutiert.
Demnach bleibt die Leistungseinstellung per 31. August 2017 in Bezug auf die
unfallbedingte Seitenbandläsion sowie auf eine unfallbedingte vorübergehende
Verschlimmerung der vorbestehenden Degenerationen (Chondropathie,
Meniskusläsion) zu prüfen. Beim Nachweis des Zeitpunkts des Dahinfallens von
Unfallfolgen handelt es sich um einen hypothetischen Zustand, der sich häufig anhand
der medizinischen Erfahrung bestimmen lässt. Diese bezieht sich auf den Regelfall, d.h.
auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine
Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich
eben als solche präsentieren. In diesem Sinne ist die Bezugnahme auf medizinische
Erfahrungssätze dann ungenügend, wenn sie im konkreten Fall keine Grundlage findet.
Dr. I._ geht in seiner Beurteilung vom 3. Dezember 2017 (act. G 3.2-15) von einem
Erreichen des Status quo sine bis zum 31. August 2017 aus. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht liege dem Unfallereignis vom 21. August 2017 eine
Distorsion des linken Kniegelenks ohne strukturell traumatische Läsion zu Grunde. Im
Übrigen äussert sich Dr. I._ einzig zur Frage, ob hinsichtlich der radiologisch und
arthroskopisch erhobenen Veränderungen im linken Kniegelenk von Vorzuständen
auszugehen sei.
5.1.
5.2.
In Bezug auf die mediale Seitenbandläsion greift Dr. I._s blosse Nennung des
Datums für das Erreichen des Status quo sine (bis zum 31. August 2017) unter Hinweis,
dass hier eine Distorsionsverletzung vorliege, jedoch zu kurz. Zwar handelt es sich bei
einer Bänderzerrung, die nicht von einer strukturellen Läsion begleitet ist, um eine
einfache Weichteilverletzung, welche - wie bereits erwähnt - nach der medizinischen
Erfahrung auch ohne spezifische Behandlung innert kurzer Zeit folgenlos abheilt und
bei der sich die damit verbundenen Beschwerden demzufolge gänzlich zurückbilden
(vgl. Debrunner, a.a.O., S. 412, 1096 f.; vgl. Erwägung 3.2). Eine 10-tägige
Heilungsdauer erscheint allerdings sehr kurz. Im Übrigen ergeben sich aus den Akten
konkrete Hinweise dafür, dass der Gesundheitszustand, wie er in Bezug auf das
mediale Seitenband links vor dem Unfall bestanden hatte, per 31. August 2017 noch
5.2.1.
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nicht erreicht war. Entscheidend ist zunächst, dass sich die fragliche Läsion sowohl in
der MRT-Bildgebung vom 31. August 2017 (act. G 3.2-1) als auch arthroskopisch am
12. September 2017 hatte objektivieren lassen. Postoperativ erhob Dr. F._ anlässlich
seiner Untersuchung vom 21. September 2017 eine Druckdolenz über dem proximalen
LCM-Ansatz (act. G 3.2-7). Am 28. September 2017 zeigte sich ihm ein klinisch
unveränderter Befund (act. G 3.2-8). Am 5. Oktober 2017 bezeichnete er die Ursache
der Beschwerden als unklar (act. G 3.2-9). Am 6. Oktober 2017 wurde eine zweite
MRT-Untersuchung in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG
durchgeführt, in welcher ein konsekutiv ödematöser Reizzustand des in der Kontinuität
erhaltenen medialen Kollateralbandes festgestellt wurde (act. G 3.2-10). Dr. F._
beschrieb den ödematösen Reizzustand des medialen Seitenbandes in seinem
Untersuchungsbericht vom 10. Oktober 2017 über die Untersuchung vom 9. Oktober
2017 als auffällig (act. G 3.2-11). Dr. H._ diagnostizierte in seinen
Untersuchungsberichten vom 25. Oktober und 17. November 2017 betreffend die
Untersuchungen vom 23. Oktober bzw. 13. November 2017 (act. G 3.2-12, G 3.2-14)
ein Reizknie links nach Arthroskopie. Anlässlich der Untersuchung vom 13. November
2017 hatte sich ihm ein unveränderter Befund und ein deutlicher Erguss gezeigt (act. G
3.2-14). Auch im Bericht vom 8. Dezember 2017 über die Untersuchung vom 4.
Dezember 2017 stellte er die Diagnose eines Reizknies links nach Arthroskopie.
Bezüglich Verlauf hielt er allerdings fest, dass die Beschwerdeführerin unverändert
mediale Kniebeschwerden habe, welche durch die beginnende Arthrose hinreichend
geklärt seien (act. G 1.4-18). Am 3. Januar 2018 folgte eine weitere MRT-Untersuchung
durch Dr. J._, indiziert durch Schmerzen und eine vor allem mediale Schwellung. Als
Befunde wurden im Untersuchungsbericht ein kleinvolumiger Gelenkserguss,
insbesondere intakte Kollateralbänder, eine diffuse Signalalteration des Restmeniskus
medial, im Verlauf ein zunehmender Knorpelschaden femorotibial medial mit geringen
subchondralen Ödemzonen, ein Kapselödem vor allem ventromedial, mehrere freie
Gelenkskörper dorsal, differentialdiagnostisch Knorpelfragmente sowie eine
vorbestehende Fibrillation des retropatellären Knorpels erhoben. In der Beurteilung
wurden ein fortschreitender gering aktivierter Knorpelschaden femorotibial medial, ein
freier Gelenkskörper sowie eine fokale Synovitis festgehalten (act. G 1.4-19). Am 8.
Januar 2018 wurde die Beschwerdeführerin erneut durch Dr. H._ untersucht. Er
bestätigte die Diagnose eines Reizknies links nach Arthroskopie und stellte
verlaufsmässig wieder fest, dass eine mediale Gonarthrose mit schmerzhaftem Erguss
bestehe (act. G 1.4-20).
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Eine Gesamtbetrachtung der in Erwägung 5.2.1 dargelegten Aktenlage ergibt,
dass auf den Befund eines ödematösen Reizustandes, der noch im
Untersuchungsbericht von Dr. F._ vom 10. Oktober 2017 explizit auf das mediale
Kollateralband bezogen und als auffällig benannt worden war (act. G 3.2-11), ohne
grossen zeitlichen Unterbruch, d.h. am 23. Oktober 2017, bei unverändertem Befund
von Dr. H._ die Diagnose eines Reizknies gestellt wurde (act. G 3.2-12). Erst später,
d.h. seit dem Untersuchungsbericht vom 8. Dezember 2017 (act. G 1.4-18), wurden -
bei zwar unveränderter Diagnose - lediglich noch der Knorpelschaden, ein
Arthrosezustand und eine offensichtlich damit zusammenhängende Ödemzone
angesprochen. Entsprechend wurden diese Gesundheitsschäden von Dr. H._ als
Ursache für die medialen Kniebeschwerden betrachtet. Wie bereits von ihm
festgestellt, standen ebenso die in der MRT-Untersuchung vom 3. Januar 2018 mit
einer Auffälligkeit behafteten Befunde sowie die in der Beurteilung genannten
Gesundheitsschäden mit den degenerativen Knorpelschäden in Zusammenhang,
während die Kollateralbänder ohne Nennung eines Reizzustands als intakt beschrieben
wurden (act. G 1.4-19). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass
hinsichtlich der beim Unfall vom 21. August 2017 erlittenen medialen Seitenbandläsion
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bereits per 31.
August 2017 von einem Status quo ante - d.h. dem Zustand, wie er unmittelbar vor
dem Unfall bestanden hat (in Bezug auf das mediale Seitenband ist kein Vorzustand
aktenkundig) - ausgegangen werden kann. Die mediale Seitenbandläsion kann erst -
wenn auch spätestens -, seit anfangs Dezember 2017 als vollständig ausgeheilt
betrachtet werden. Insofern ist der Anmerkung des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 8. Mai 2018 - der Vorzustand Gonarthrose
habe nicht bereits zehn Tage nach dem Unfall nur noch und ausschliesslich Ursache
der Beschwerden sein können - zuzustimmen.
5.2.2.
Gemäss Akten hat die Beschwerdegegnerin über den 31. August 2017 hinaus bis
29. November 2017 Taggeldleistungen erbracht (act. G 3.1-19). Nicht dokumentiert ist
jedoch, bis wann und inwieweit Heilbehandlungsleistungen ausgerichtet wurden. Die
Beschwerdegegnerin wird jedenfalls bis 8. Dezember 2017 diejenigen gesetzlichen
Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen in Folge der medialen Seitenbandläsion zu
vergüten haben, welche sie noch nicht erbracht hat.
5.2.3.
5.3.
Wie bereits geschildert (vgl. Erwägung 1.2), kann ein degenerativer Vorzustand
durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall
5.3.1.
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übernimmt die Unfallversicherung im Regelfall lediglich die Kosten des durch das
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschubes (BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 72 zu Art. 6
UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.; Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar
2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und vom 24.
Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG vom 14. März 2000, U 266/99, E.
1)
Als degenerative Vorzustände lagen bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt
des Unfalls vom 21. August 2017 Knorpelschäden im Bereich der Patella, der Trochlea
und femoropatellär sowie mehrfache Rissbildungen des medialen Meniskus vor (vgl.
Erwägung 3.3.1). Gemäss Operationsbericht vom 15. September 2017 wurden die
genannten Gesundheitsschäden am 12. September 2017 arthroskopisch mit Shaving
und einer medialen Teilmeniskektomie behandelt (act. G 3.2-5). Vor diesem
Hintergrund ist ohne Zweifel davon auszugehen und geht auch aus der Rubrik
"Indikation" des Operationsberichts hervor, dass die degenerativen
Knorpelschädigungen und Meniskusrisse im Zeitpunkt der Arthroskopie schmerz- bzw.
beschwerdeverursachend gewirkt haben. Eine auf zehn Tage limitierte vorübergehende
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes erscheint zudem
gerichtsnotorisch äusserst kurz und ist aufgrund des Gesagten auch nicht
anzunehmen. So wurde angesichts der Schmerzsituation der Beschwerdeführerin ohne
Zuwarten bereits anlässlich der ersten Konsultation von Dr. F._ vom 4. September
2017 die Durchführung einer Arthroskopie vereinbart und für den 12. September 2017
in die Wege geleitet (act. G 3.1-3, G 3.2-2). Die Determinierung des Status quo sine,
d.h. des Zustands, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte, auf den 31. August
2017 wurde von Dr. I._ in seiner Beurteilung vom 3. Dezember 2017 offensichtlich
undifferenziert mit Blick auf eine Distorsionsverletzung ohne strukturell traumatische
Läsion mit kurzer Heilungsdauer vorgenommen. Eine konkrete Beurteilung der Dauer
einer vorübergehenden Verschlimmerung der im vorliegenden Fall vorbestehenden
degenerativen Zustände geht jedoch aus seiner Beurteilung nicht hervor. Wie in
Erwägung 1.2 dargelegt, hat eine versicherte Person Anspruch auf eine, operative
Eingriffe miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im
Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der
(vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen dient
und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall
bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt
notwendig geworden (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012,
5.3.2.
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E. 5.3, und 24. Juni 2008, 8C_326/2008). Eine schadensauslösende Einwirkung ist also
selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das
versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur
hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war (Urteile
des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E. 4.1, und 5. April 2007, U
413/05, E. 4.2).
Angesichts der obigen Sachlage kann in einer Gesamtbetrachtung nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden, der Unfall
vom 21. August 2017 habe für eine ausgelöste Beschwerdesymptomatik im
Zusammenhang mit den vorbestehenden degenerativen Knorpelschäden und der
vorbestehenden Meniskusläsion im Zeitpunkt des von Dr. I._ angenommen Status
quo sine per 31. August 2017 bereits keine Teilursache mehr dargestellt. Selbst wenn
die vorgenannten Gesundheitsschäden degenerative Vorzustände darstellen und dem
Distorsions- und/oder Kontusionstrauma vom 21. August 2017 keine schwerwiegende
Bedeutung zukäme, würde dies nach der unter Erwägung 1.2 dargestellten Praxis
genügen, eine Haftung des obligatorischen Unfallversicherers zu begründen.
Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom Eidgenössischen Versicherungsgericht
oder Bundesgericht noch vom Gesetzgeber eine Quantifizierung vorgenommen. Auch
in Art. 36 Abs. 1 UVG wird davon abgesehen. Liegt - wie im konkreten Fall - ein
eindeutiges Unfallereignis vor, darf somit nur im Ausnahmefall davon ausgegangen
werden, dem Vorzustand komme gegenüber dem Distorsions- und/oder
Kontusionstrauma des linken Kniegelenks ein Gewicht zu, welches die Annahme einer
Unterbrechung der Unfallkausalität rechtfertigt (vgl. dazu SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27 ff.;
Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2011, 8C_380/2011, E. 4.2.1). Im selben
Sinn ist mithin auch die Teilkausalität in Bezug auf den am 12. September 2017
durchgeführten arthroskopischen Eingriff mit Shaving und Teilmeniskektomie mit dem
Beweisgrad überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen. Die Beschwerdegegnerin
hat damit auch unter dem Aspekt einer vorübergehenden Verschlimmerung eines
degenerativen Vorzustandes zu Unrecht per 31. August 2017 ihre Leistungspflicht
verneint.
5.3.3.
Grundsätzlich ist die Beschwerdegegnerin für die operative Behandlung und -
wie bereits erwähnt - bis zur Heilung der Operationsfolgen (Wundheilung,
postoperative Schmerzphase, Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit
möglicher Arbeitsunfähigkeit, unerwartet auftretende Komplikationen im Rahmen des
Heilverlaufs usw.) leistungspflichtig. Gemäss Berichten von Dr. H._ vom 8. Dezember
2017 (act. G 1.4-18) und 9. Januar 2018 (act. G 1.4-20) sowie der Stellungnahme von
5.3.4.
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6.
Dr. F._ vom 1. März 2018 (act. G 1.4-23) waren die behandlungsbedürftigen
Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks nach der Arthroskopie vom 12.
September 2017 im weiteren Verlauf der medialen Gonarthrose, d.h. den
Knorpelschäden, geschuldet. Dr. H._ stellte in seinem Untersuchungsbericht vom 25.
Oktober 2017 (act. G 1.4-14) und auch in seinen weiteren Berichten (act. G 1.4-18, G
1.4-20, G 1.4-22) die Diagnose eines Reizknies links nach Arthroskopie. Im MRI-
Untersuchungsbericht vom 3. Januar 2018 (act. G 1.4-19) ist sodann von einem
mittlerweile zunehmenden Knorpelschaden bzw. einem fortschreitenden
Knorpelschaden femorotibial medial die Rede. Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht
abschliessend feststellen, inwieweit und bis zu welchem Zeitpunkt die
Beschwerdesymptomatik nach der Arthroskopie vom 12. September 2017 noch der
Operation geschuldet war oder einer neuen, unfallfremden Arthroseproblematik nach
der Behandlung der unfallbedingt ausgelösten Chondropathie zuzuordnen ist. Der
medizinische Sachverhalt erweist sich bezüglich dieser Frage als abklärungsbedürftig
(vgl. Erwägung 1.3). Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie ein versicherungsexternes orthopädisches Gutachten einhole. Daran vermag
nichts zu ändern, dass die Beschwerdegegnerin über den 31. August 2017 hinaus
Leistungen erbracht hat, zumal, wie bereits erwähnt, aus den Akten - abgesehen von
einer Bestätigung der Beschwerdegegnerin, sie habe bis 29. November 2017 das
Taggeld ausgerichtet (act. G 3.1-19) - nicht hervorgeht, bis wann genau die
Beschwerdegegnerin letztlich Taggeldleistungen und bis wann und inwieweit
Heilbehandlungsleistungen erbracht hat.
6.1.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. April
2018 in teilweiser Gutheissung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, der Beschwerdeführerin über den 31. August 2017 hinaus bis zum 8.
Dezember 2017 die gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang mit der medialen
Seitenbandläsion zu vergüten. Im Weiteren ist die Beschwerdegegnerin zu Abklärungen
im Sinne der Erwägung 5.3, insbesondere der Erwägung 5.3.4, und anschliessend
neuer Entscheidung über die Anspruchsberechtigung für die Zeit ab 9. Dezember 2017
zu verpflichten.
6.1.1.
Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass bis zum 8. Dezember 2017 keine
Unterscheidung in der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bezüglich der
Unfallfolgen im Zusammenhang mit der medialen Seitenbandläsion einerseits und der
6.1.2.
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