Decision ID: d16e568d-955a-5996-89e2-0ef35e768f45
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer reichte am 28. Februar 2014 bei der Gemeinde ein
Baugesuch für die folgenden Vorhaben auf der Parzelle Muri bei Bern Grundbuchblatt Nr.
Z._ ein: Abbruch des alten Wohngebäudeteils mit Schopf, Wiederherstellung der
Gebäudeharmonie durch Anbau eines Wohnteils mit Orangerie, Ersetzen der Garage für
drei Fahrzeuge, Erstellen einer Stützmauer mit begrünter Lärmschutzwand und Erstellen
eines Containerunterstands. Die Parzelle liegt im Perimeter der Überbauungsordnung ZPP
"A._" (nachfolgend: ÜO "A._").
2. Mit Brief vom 19. März 2014 teilte die Bauverwaltung dem Beschwerdeführer mit,
dass sein Bauvorhaben nach einer ersten summarischen Prüfung nicht bewilligungsfähig
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sei. Es entspreche der geltenden ÜO "A._" nicht. Sie gab ihm Gelegenheit zur
Stellungnahme und teilte mit, dass sie der Baukommission den Antrag stellen werde, das
Gesuch ohne vorherige Bekanntmachung abzuweisen, sollte er auf eine Stellungnahme bis
zum 30. April 2014 verzichten. Nach mehrfachem Schriftenwechsel und einer
Fristverlängerung reichte der Architekt des Beschwerdeführers am 2. September 2014
neue Pläne ein.
Mit einer als Zwischenentscheid bezeichneten Verfügung vom 10. Oktober 2014 hielt die
Baupolizeibehörde fest, dass das eingereichte Baugesuch sowie die Projektänderung vom
2. September 2014 nicht baubewilligungsfähig seien. Dem Beschwerdeführer wurde die
Möglichkeit gegeben, sein Baugesuch innert 30 Tagen ab Erhalt der Verfügung
zurückzuziehen. Andernfalls wurde der Bauabschlag ohne vorgängige Veröffentlichung in
Aussicht gestellt. Mit Schreiben vom 4. November 2014 teilte der Beschwerdeführer der
Gemeinde mit, es werde nicht hinreichend begründet, in welchen Punkten sein Baugesuch
nicht bewilligungsfähig sei. Er verlange eine detaillierte Begründung. Mit E-Mail vom 9.
Dezember 2014 bat er den Gemeindepräsidenten dafür besorgt zu sein, dass er die
notwendigen Auskünfte erhalte. Der Leiter Hochbau und Planung stellte dem
Beschwerdeführer daraufhin den abschliessenden Entscheid der Baukommission in
Aussicht. Mit Entscheid vom 19. Dezember 2014 erteilte die Baupolizeibehörde den
Bauabschlag ohne vorherige Veröffentlichung. Sie begründete ihren Entscheid
hauptsächlich damit, dass das Projekt nicht der geltenden ÜO "A._" entspreche.
Zudem werde der Waldabstand unterschritten und die kantonale Denkmalpflege lehne das
Gesuch ab.
3. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 19. Januar 2015 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die
Aufhebung des Entscheides und die Rückweisung der Sache an die Gemeinde zur
Neubeurteilung des Baugesuchs zum Erlass eines neuen Gesamtbauentscheids. Es sei
ein Augenschein mit Verhandlung durchzuführen. Zur Begründung macht er insbesondere
geltend, der Entscheid sei nicht rechtsgültig unterzeichnet. Zudem beruft er sich auf die
Besitzstandsgarantie und hält fest, dass das Bauprojekt die Bestimmungen der ÜO
"A._" einhalte.
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4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und edierte die Vorakten. Die Gemeinde beantragt in ihrer
Beschwerdeantwort vom 4. März 2015 die Abweisung der Beschwerde.
5. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Bauentscheide können mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 40
Abs. 1 BauG2). Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.
b) Der Beschwerdeführer ist als Baugesuchsteller grundsätzlich beschwerdelegitimiert
(Art. 40 Abs. 2 BauG). Er hat ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des
Bauabschlags. Er ist deshalb befugt, Beschwerde zu führen (Art. 65 Abs. 1 VRPG3).
c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1
BauG). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 2 VRPG). Die BVE tritt
daher auf die Beschwerde ein.
2. Unterschrift
a) Der angefochtene Bauentscheid wurde von der Präsidentin der Baukommission und
vom Bauinspektor unterzeichnet. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Bauinspektor
sei nicht Sekretär der Baukommission und daher nicht zeichnungsberechtigt. Mangels
rechtsgültiger Unterzeichnung sei die Verfügung über den Bauentscheid für ungültig zu
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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erklären. Der Beschwerdeführer zweifelt zudem daran, dass die zuständige
Baukommission überhaupt einen Beschluss über den Bauentscheid gefasst hat.
Die Gemeinde ihrerseits ist der Auffassung, dass der Bauabschlag rechtsgültig erfolgt sei.
Alleine mit der Unterschrift der Präsidentin der Baukommission liege eine hinreichende
Rechtslegitimation vor. Die zusätzliche Unterschrift des Bauinspektors erfolge in der
Funktion eines Sekretärs, der die Sache zur Entscheidfindung durch das kompetente
Organ vorbereite und dessen Entscheide umsetze. Dieser werde damit auch als
Ansprechperson für das Geschäft deklariert.
b) Ist die Gemeinde Baubewilligungsbehörde, so entscheidet der Gemeinderat oder ein
anderes im Gemeindereglement bezeichnetes Organ über Baugesuche (Art. 33 Abs. 4
BauG). In der Gemeinde Muri bei Bern ist die Baukommission für das Fällen von
Bauentscheiden zuständig (Art. 83 Abs. 1 und 3 Bst. a GBR4). Ihre Aufgaben,
Zuständigkeiten und Organisation werden im Anhang zur Gemeindeordnung bestimmt (Art.
51 Abs. 2 GO5). Das Präsidium der Baukommission hat von Amtes wegen das zuständige
Mitglied des Gemeinderats inne. Sekretär ist der Bereichsleiter Hochbau und Planung. Für
die Baukommission unterschreiben der Präsident und der Sekretär (Ziff. 1 Anhang GO). In
Art. 14 Abs. 2 OrgV6 ist die Unterschriftsberechtigung differenzierter geregelt: Soweit
Entscheidungsbefugnisse an Kommissionen übertragen sind, zeichnen für diese der
jeweilige Präsident oder die Präsidentin bzw. der Vizepräsident oder die Vizepräsidentin
zusammen mit dem Sekretär oder der Sekretärin oder dem für diese Kommission
zuständigen Abteilungs- oder Bereichsleiter kollektiv zu zweien. Damit wird die
Stellvertretung sichergestellt.
Der Bauinspektor ist weder Sekretär noch zuständiger Abteilungs- oder Bereichsleiter der
Baukommission. Nach den einschlägigen Vorschriften der Gemeinde ist er daher
grundsätzlich nicht befugt, regelmässig für die Baukommission zu unterschreiben. Diese
Berechtigung kommt nach den Bestimmungen der Gemeinde nur dem Bereichsleiter
Hochbau und Planung zu, der gleichzeitig Sekretär der Baukommission ist. Es mag sein,
dass der Bauinspektor ausnahmsweise als Stellvertreter des Bereichsleiters
unterschreiben kann, falls dieser verhindert ist. Im vorliegenden Fall macht die Gemeinde
4 Baureglement der Gemeinde Muri bei Bern vom 6. Juni 1993 (GBR) 5 Gemeindeordnung vom 23. Mai 2000 (GO) 6 Organisationsverordnung der Gemeinde Muri bei Bern vom 31. Januar 2005 (OrgV)
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jedoch nicht geltend, es liege eine solche spezielle Situation vor. Die Rüge, der
Bauinspektor sei nicht zeichnungsberechtigt, erscheint daher als begründet.
c) Gemäss Art. 52 Abs. 1 Bst. g VRPG muss eine Verfügung eine Unterschrift
enthalten. Ausser bei Massenverfügungen gehört die Unterschrift eines
vertretungsberechtigten Behördenmitglieds daher grundsätzlich zu den
Gültigkeitserfordernissen. Form- und Eröffnungsfehler führen nur in schweren Fällen zur
Nichtigkeit einer Verfügung.7 Die rechtliche Bedeutung der Unterschrift liegt darin zu
bestätigen, dass die zuständige Behörde den fraglichen Entscheid gefasst hat. Dies wird
bereits mit der Unterschrift der Präsidentin der Baukommission hinreichend zum Ausdruck
gebracht. Unabhängig davon, ob der Bauinspektor im konkreten Fall (ausnahmsweise)
unterschriftsberechtigt war, liegt daher ein rechtsgültiger Bauentscheid vor.8 Der
angefochtene Entscheid ist deshalb nicht ungültig. Im Übrigen könnte ein allfälliger
Eröffnungsmangel im vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt werden, da die BVE
Baubeschwerden mit voller Kognition prüft (Art. 40 Abs. 3 BauG).
d) In den edierten Vorakten befindet sich das Protokoll der Baukommission vom 6.
Oktober 2014. Daraus ist ersichtlich, dass die Baukommission den Beschluss über den
Bauentscheid einstimmig fällte. Die Zweifel des Beschwerdeführers, dass überhaupt nicht
Beschluss über den Bauentscheid gefasst wurde, erweisen sich damit als unbegründet.
3. Anspruch auf eine Baubewilligung
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Bauprojekt sehe nichts anderes vor als die
Erneuerung der bestehenden Bausubstanz und die Wiederherstellung der
Gebäudeharmonie durch eine Orangerie. Mit dem Abbruch und Wiederaufbau könne das
Gebäude in der heutigen Erscheinungsform und entsprechend den Anforderungen der
Bau- und Umweltschutzgesetzgebung wiederhergestellt werden. Dies sei im erheblichen
öffentlichen Interesse. Die Auffassung der Denkmalpflege, das Gebäude sei in einem
sanierungsfähigen Zustand, widerspreche der Auffassung des Gemeinderats im
Erläuterungsbericht zur Ortsplanungsrevision 2012, wonach die beiden erhaltenswerten
Gebäude B._ Strasse Nrn. E._ und 43 auch abgebrochen werden
könnten, wenn der Nachweis erbracht werde, dass eine Erhaltung unverhältnismässig
7 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 20; BVR 2014 S. 481 E. 2.4 8 BVR 1977 S. 133 E. 2
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wäre. Das belege, dass das öffentliche Interesse an der uneingeschränkten Erhaltung der
bestehenden Bausubstanz weniger zu gewichten sei, als die Einhaltung der gesetzlichen
Umweltvorschriften. Das Bauvorhaben liege im Baubereich E. Die ÜO "A._"
enthalte für diese Zone keine besonderen Überbauungsvorschriften. Das Bauprojekt trage
den Anliegen der Denkmalpflege Rechnung, werde doch durch den Anbau des neuen
Wohnteils die Gebäudeharmonie wiederhergestellt und durch eine passende Orangerie im
Volumen des angebauten Schopfs erweitert. Der Kurzbeschrieb im Bauinventar bestätige,
dass das Haus durch verschiedene bauliche Veränderungen in den letzten Jahren entstellt
worden sei. Das Amt für Wald des Kantons Bern habe den Anbau der Orangerie als
bewilligungsfähig bezeichnet. Somit stehe einer Baubewilligung aus forstrechtlicher Sicht
nichts entgegen. Die Mauer entlang der B._ Strasse solle die Anforderungen des
Lärmschutzes sicherstellen. Die Baubewilligung sei eine Baupolizeierlaubnis. Wenn die
Voraussetzungen erfüllt seien bestehe ein Rechtsanspruch auf die Baubewilligung.
Die Gemeinde weist darauf hin, dass sie sich im Anfangsstadium eines
Ortsplanungsprozesses befinde. Weder in Teilgebieten noch in gesamtplanerischer
Hinsicht könnten daher Ansprüche auf Beurteilung des Baugesuchs nach noch nicht
konkreten und daher nicht genehmigten Vorschriften abgeleitet werden. Das Baugesuch
widerspreche den Vorschriften der ÜO "A._" in mehreren Punkten. Der Bericht der
Waldabteilung beruhe auf einer Voranfrage des Beschwerdeführers. Danach dürfe die
Terrasse bzw. der Wintergarten nicht zu Wohnzwecken umfunktioniert werden. Bei der
Orangerie handle es sich um einen Anbau zu Wohnzwecken.
b) Nach Art. 2 Abs. 1 BauG besteht ein Anspruch auf eine Baubewilligung, wenn das
Bauvorhaben der gesetzlichen Ordnung, d.h. den bau- und planungsrechtlichen
Vorschriften, entspricht. Es hat folglich im Einklang mit den Vorschriften des Baugesetzes
und der zugehörigen Ausführungserlassen sowie den gestützt darauf von Kanton und
Gemeinden erlassenen Vorschriften und Plänen zu stehen.9 Zu prüfen ist somit, ob das
Bauvorhaben den geltenden Vorschriften entspricht. Art. 3 Abs. 2 BauG erlaubt es zwar,
Bauten, die durch neue Vorschriften widerrechtlich geworden sind, zu unterhalten,
zeitgemäss zu erneuern und – soweit dadurch ihre Rechtswidrigkeit nicht verstärkt wird –
auch umzubauen und zu erweitern. Der Beschwerdeführer verkennt jedoch, dass Eingriffe
in die Substanz und die Grundstruktur der Baute – worunter auch der geplante Abbruch
9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 2 N°2 und 3
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und Neubau zu verstehen ist – gerade nicht von der Besitzstandsgarantie umfasst
werden.10 Er kann sich somit nicht auf Art. 3 Abs. 2 BauG berufen.
c) Die Aussage des Beschwerdeführers, dass die ÜO "A._" keine besonderen
Überbauungsvorschriften enthalte, die sein Bauvorhaben betreffen, trifft nicht zu. Die ÜO
"A._" beinhaltet neben einem Überbauungsplan auch Überbauungsvorschriften
(Art. 1-13). Nach Art. 2 dieser Überbauungsvorschriften umfasst der Wirkungsbereich der
ÜO "A._" die Parzellen Nr. Z._, C._ und D._. Die ÜO
"A._" ist somit auch auf den Bereich anwendbar, wo der Beschwerdeführer das
geplante Projekt realisieren möchte. Gemäss Art. 4 der Überbauungsvorschriften regelt der
Überbauungsplan den Wirkungsbereich, die Waldabstandlinie, die Lage und Grösse der
Baubereiche A, B und E, die Lage und Grösse der Anbaubereiche (1-geschossig), die
Lage und Grösse der Baubereiche für Nebengebäude, die abzubrechenden Gebäude, die
Lage der privaten Erschliessungsflächen und Vorplätze, die Höhenkoten sowie die
unterirdischen Baubereiche. Oberirdische Bauten dürfen nur innerhalb der im
Überbauungsplan durch Baulinien festgelegten Baubereiche und innerhalb der
eingetragenen Gebäudehöhenkurven erstellt werden. Der Baubereich für 1-geschossige
unbewohnte Nebenbauten dient zur Erstellung von Abstellräumen, Fahrradunterständen,
Autogaragen und Ähnlichem (Art. 6 der Überbauungsvorschriften).
Vergleicht man die Pläne des Beschwerdeführers mit dem Überbauungsplan, so ist
unschwer festzustellen, dass sein Projekt diesem Plan in mehrfacher Hinsicht widerspricht.
So liegt beispielsweise der Anbau der Orangerie weitestgehend ausserhalb des
Baubereichs E. Zudem überschreitet er die Waldabstandslinie. Die geplante Garage soll
ausserhalb des Baubereichs für unbewohnte Nebenbauten im Bereich für privaten
Aussenraum erstellt werden. Containerunterstand, Zufahrt und Parkplätze sind ebenfalls
an einem anderen Ort vorgesehen, als in der ÜO "A._" vorgeschrieben. Die
geplante Lärmschutzwand und die Aufschüttung zwischen Wohnhaus und B._
Strasse verunmöglichen die im Überbauungsplan vorgesehene Ein- und Ausfahrt sowie
den Parkplatz. Das Bauvorhaben widerspricht somit offensichtlich der ÜO "A._".
Der Beschwerdeführer hat für die Abweichungen von der ÜO "A._" kein
Ausnahmegesuch gestellt. Da bei Überbauungsordnungen besondere Zurückhaltung
geboten ist,11 könnten solche Ausnahmen wohl auch nicht bewilligt werden. Die Gemeinde
10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 3 N°3 11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. N. 4 Bst. c
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hat deshalb zu Recht darauf hingewiesen, dass für die Realisierung des Bauvorhabens
eine Änderung der ÜO "A._" erforderlich wäre.
d) Gemäss Art. 70 Abs. 1 GBR sind die im Schutzplan bezeichneten Flächen und
Objekte geschützt im Sinne von Art. 9, 10, 11 und 86 BauG. Im geltenden Schutzplan ist
das Gebäude Nr. E._ als schützenswert eingetragen. Aufgrund einer
summarischen Prüfung ist davon auszugehen, dass diese Festlegung
grundeigentümerverbindlich ist. Laut Art. 10b Abs. 2 BauG dürfen schützenswerte
Baudenkmäler nicht abgebrochen werden. Der Teilabbruch des Gebäudes dürfte daher
bereits aus diesem Grund unzulässig sein. Im Bauinventar der Gemeinde vom 24. April
2008 ist das Gebäude nur noch als erhaltenswert eingestuft. Laut Art. 10b Abs. 3 BauG
sind erhaltenswerte Baudenkmäler in ihrem äusseren Bestand und mit ihren
Raumstrukturen zu bewahren. Ein Abbruch ist nur zulässig, wenn die Erhaltung
unverhältnismässig ist. Dem Fachbericht der Denkmalpflege vom 27. Juni 2014 lässt sich
entnehmen, dass das Gebäude in einem sanierungsfähigen Zustand ist. Ein Abbruch und
Wiederaufbau sei nicht angezeigt. Es sei möglich, die gleiche Lösung wie im bereits
umgebauten Teil anzuwenden. Die Hülle sei zu erhalten. In der Südwestfassade seien die
Achsen der oberen Fenster im Erdgeschoss zu übernehmen. Der Beschwerdeführer macht
weder substantiiert geltend noch belegt er, dass das Gebäude nicht mehr sanierungsfähig
ist. Selbst wenn das Gebäude Nr. E._ nicht mehr als schützenswert, sondern nur
noch als erhaltenswert gelten würde, dürfte es daher nicht ohne Weiteres abgebrochen
werden.
e) Die vorstehenden Erwägungen zeigen, dass die Beschwerde auch ohne den
beantragten Augenschein beurteilt werden kann, da sich die für den Entscheid relevanten
Umstände mit hinreichender Klarheit aus den Akten ergeben und von einem Augenschein
keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Aus diesem Grund wird der
Beweisantrag abgewiesen. Zusammenfassend steht fest, dass das Bauvorhaben nicht der
ÜO "A._" entspricht. Zudem ist fraglich, ob der teilweise Abbruch des
Baudenkmals zulässig ist. Da das geplante Bauvorhaben nicht der gesetzlichen Ordnung
entspricht, hat der Beschwerdeführer keinen Rechtsanspruch auf eine Baubewilligung. Die
Gemeinde hat zu Recht den Bauabschlag erteilt. Die Beschwerde ist daher vollumfänglich
abzuweisen.
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4. Kosten
a) Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten bestehen vorliegend einzig aus einer
Pauschalgebühr. Zusätzliche Gebühren sind keine angefallen (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die
Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'400.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit
Art. 19 Abs. 1 GebV12).
Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei
auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere
Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu
erheben. Der Beschwerdeführer unterliegt mit seiner Beschwerde. Er gilt daher als
unterliegende Partei und hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen.
b) Laut Art. 108 Abs. 3 VRPG hat die unterliegende Partei der Gegenpartei
grundsätzlich die Parteikosten zu ersetzen. Die Parteikosten umfassen den durch die
berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die
Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 4 VRPG).