Decision ID: 1c1fa112-cd57-4ace-a4d7-54447162c6f5
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
1. L. F._,
2. J. F._,
Beschwerdeführer,
beide vertreten durch A._, Rechtskonsulent,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Hilfsmittel / Bauliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a L. F._, Jahrgang 1998, und sein Bruder J. F._, Jahrgang 2000, wurden von
ihren Eltern am 30. Oktober 2003 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
(IV) für Versicherte vor dem 20. Altersjahr angemeldet. Sie machten geltend, ihre Söhne
würden unter Muskeldystrophie (Ziff. 184 der Liste im Anhang zur GgV) leiden (IV-
act. 1). Die IV anerkannte die Geburtsgebrechen und erbrachte in der Folge
verschiedene Leistungen. Mit Schreiben vom 26. Juli 2007 ersuchten die Eltern um
Kostengutsprache für den behindertengerechten Neubau des Wohnhauses. Aufgrund
der Muskeldystrophie Duchenne seien beide Kinder unterdessen im Rollstuhl. Das
bestehende Wohnhaus sei nicht behindertengerecht, die Pflege gestalte sich äusserst
schwierig und werde je länger je mehr unmöglich. Die invaliditätsbedingten Mehrkosten
des Neubaus würden sich auf Fr. 209'000.- belaufen (IV-act. 83).
A.b Im Anschluss an ihre Abklärungen teilte die IV-Stelle den Eltern der Versicherten
mit Vorbescheid vom 18. Oktober 2007 betreffend L. F. _ mit, sie gedenke, für
bauliche Anpassungen Kosten in der Höhe von Fr. 37'710.- zu übernehmen (IV-act. 99).
Der eidg. dipl. Sozialversicherungsexperte und Rechtskonsulent A._ nahm dazu am
13. Dezember 2007 in Vertretung der Eltern der Versicherten Stellung und beantragte
die Übernahme von Mehrkosten von Fr. 213'000.- beim Neubau des Wohnhauses. Es
gehe nicht nur um L. F._, sondern auch um J. F._. Die baulichen Massnahmen
sollten für zwei Rollstühle tauglich sein (IV-act. 109). Mit einer beide Versicherten
betreffenden Verfügung vom 24. Januar 2008 gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache
über total Fr. 37'710.-. Behinderungsbedingte Anpassungen wie schwellenloses
Bauen, rollstuhlgängige Nasszellen oder elektrische Zuleitungen usw. seien in einem
Neubau direkt einzuplanen und könnten deshalb von der IV nicht übernommen werden.
Ein Kostenbeitrag an das Architektenhonorar werde nur geleistet bei baulichen
Änderungen an einem bestehenden Gebäude, sofern die Statik betroffen sei. Gemäss
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Kreisschreiben über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die IV (KHMI) könnten in neu zu
erstellenden Eigenheimen nur Haltestangen, Handläufe, Zusatzgriffe und Signalanlagen
bewilligt werden. Da die baulichen Änderungen beiden Versicherten zugute kämen,
könnten die Kosten nicht doppelt vergütet werden (act. G 1.4.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Vertreters der
Versicherten vom 5. Februar 2008. Die Verfügung sei insoweit aufzuheben, als die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, die invaliditäts-/behinderungsbedingten
Mehrkosten von Fr. 264'500.- statt Fr. 37'710.- beim Neubau des Wohnhauses zu
übernehmen. Der Vertreter erläutert, er sei den Versicherten nicht gewerbsmässig
behilflich. Die Eltern der Versicherten würden einen Landwirtschaftsbetrieb führen. Sie
hätten zuerst an einen Umbau und Anbau des bestehenden Wohnhauses wegen der
Kinder gedacht. Für den Umbau allein hätten sich Kosten von Fr. 102'854.- ergeben.
Die IV-Stelle hätte sich bereit erklärt, für Fr. 80'230.- aufzukommen. Es habe sich
jedoch gezeigt, dass der Umbau für die Versicherten ungenügende Anpassungen
gebracht hätte. Insbesondere sei Platz für zwei Rollstühle notwendig. Man habe sich
deshalb für einen Neubau entschieden. Der Kostenvoranschlag des Architekten
berechne dafür behinderungsbedingte Mehrkosten von Fr. 264'500.-. Das Bundesamt
für Landwirtschaft (BLW) habe aufgrund der speziellen Bedürfnisse der Familie ein
grösseres Volumen des Hauses nach Rücksprache mit der Beratungsstelle für
behindertengerechtes Wohnen anerkannt und eine Ausnahmebewilligung erteilt. Die
Änderungen seien einfach und zweckmässig. Weil Platz und Gelegenheit für zwei
Patienten zu schaffen sei, ergäben sich Mehrkosten. Offenbar habe sich die
Beschwerdegegnerin von Anfang an nur auf ein Kind eingestellt, was selbstredend
falsch sei. Die Beschwerdegegnerin stütze sich unter anderem auf Kreisschreiben.
Sowohl die Verordnungen des Departements als auch die Kreisschreiben der IV dürften
nicht dem Gesetz widersprechen, das den klaren Anspruch auf die notwendigen
Hilfsmittel setze. Somit sei der Richter an diese Verordnungen und Kreisschreiben nicht
gebunden, sondern müsse sie ausser Acht lassen, wenn sie dem Sinn und Zweck des
Gesetzes nicht entsprechen würden. Dies dürfte im vorliegenden Fall zutreffen. Im
Weiteren weist der Vertreter der Versicherten auf die Austauschbefugnis hin. Unter
diesem Titel habe die Beschwerdegegnerin von Vornherein die Kosten zu vergüten, die
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der Umbau und Anbau gebracht hätten. Abschliessend hält der Vertreter fest, es
handle sich um einen besonders tragischen Fall, weil zwei Kinder in der gleichen
Familie betroffen seien. Mit den gewünschten Massnahmen könne eine angepasste
Entwicklung der Kinder sichergestellt werden (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 26. März 2008 beantragt der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) in Vertretung der IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführer hätten die Ablehnung der
Kostenübernahme für Haustüre, Türöffner, schwellenloses Bauen, rollstuhlgängiges
Bad sowie das Architektenhonorar nicht beanstandet. Sie seien dabei zu behaften.
Anerkannt habe man behinderungsbedingte Mehrkosten für Klappsitz und Haltegriffe in
der Dusche für Fr. 2'000.-, zwei Spiegelschränke für Fr. 800.-, zwei WC-Anlagen für
Fr. 8'400.-, den Treppenlift für Fr. 25'860.- sowie einen rollstuhlgängigen Balkonzugang
für Fr. 650.-. Thema der Beschwerde seien folglich noch die Differenz von Fr. 1'600.-
bei den Klappsitzen für die Dusche, die Differenz von Fr. 13'140.- beim Treppenlift
sowie die allgemeinen Gebäudemehrkosten von Fr. 213'000.-. Nur eindeutig und
einzeln umschriebene bauliche Anpassungen seien einer Leistungszusprache
zugänglich. Wegen des abschliessenden Charakters dieser Hilfsmittelkategorie
könnten keine Beiträge an die allgemeinen Mehrkosten für die Erstellung eines
rollstuhlgängigen Hauses gewährt werden. Nach der Praxis des Bundesgerichts (bis
Ende 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht) komme es nicht in Frage, den
Beschwerdeführern den für den ursprünglich geplanten Umbau zugesprochenen
Betrag für den Neubau gewissermassen pauschal zuzusprechen. Zur Differenz von
Fr. 1'600.- bei den Klappsitzen für die Dusche und von Fr. 13'140.- beim Treppenlift
würden in der Beschwerde keine Angaben gemacht. Deshalb verweise man auf die
Stellungnahme des SAHB vom 10. Oktober 2007 (act. G 4).
B.c Der Vertreter der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 6. April 2008 an den
Anträgen gemäss Beschwerde fest. Er bestreitet, dass die Austauschbefugnis nicht
greife. Die Annahme der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführer seien zu
behaften, dass gewisse Posten nicht beanstandet würden, treffe grundsätzlich nicht zu.
Es müsse sichergestellt sein, dass eine der Invalidität angepasste Entwicklung der
betroffenen beiden Kinder unter für die Eltern zumutbaren Bedingungen gewährleistet
sei (act. G 6).
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B.d Die Beschwerdegegnerin lässt mit Schreiben vom 14. April 2008 an ihrem
Abweisungsantrag festhalten (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist das Ausmass der
Kostenbeteiligung der Beschwerdegegnerin an den baulichen Massnahmen, die
aufgrund der Behinderung der Beschwerdeführer notwendig wurden. Die Beurteilung
hat im Bewusstsein stattzufinden, dass Anpassungen für beide Beschwerdeführer
notwendig sind. Der Vorwurf des Vertreters der Beschwerdeführer, die
Beschwerdegegnerin habe sich von Anfang an nur auf ein Kind anstatt auf zwei
eingestellt, ist nicht gerechtfertigt. Die Verfügung vom 24. Januar 2008 bezog sich
gemäss Betreff auf beide Versicherte. Für WC-Dusch- und WC-Trockenanlagen und
Spiegelschränke wurden doppelte Vergütungen anerkannt. Dass aufgrund der
Rollstuhlbedürftigkeit beider Beschwerdeführer ein Mehrflächenbedarf entsteht, der
über denjenigen eines Haushalts mit lediglich einem Rollstuhlfahrer hinaus geht, mag
zutreffen, ist für die vorliegende Beurteilung aber nicht entscheidwesentlich, wie
nachfolgend zu zeigen ist (vgl. Erw. 3.1).
1.2 Die Beschwerdegegnerin möchte die Beschwerdeführer darauf behaften, dass sie
die Ablehnung der Kostenübernahme für Haustüre, Türöffner, schwellenloses Bauen,
rollstuhlgängiges Bad und Architektenhonorar nicht explizit beanstandet haben. Im
vorliegenden Verfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1], Art. 60 lit. c ATSG). Der Vertreter der Beschwerdeführer beantragt die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache von Fr. 264'500.-. Für den
Teilbetrag von Fr. 213'000.- verweist er auf den Voranschlag vom 12. Dezember 2007,
ohne zu den einzelnen in diesem Betrag enthaltenen Positionen detaillierte
Ausführungen zu machen. Die von der Beschwerdegegnerin genannten Positionen sind
im Voranschlag aufgeführt und fliessen somit in die Forderung der Beschwerdeführer
mit ein. Sie haben also nicht anerkannt, dass die Beschwerdegegnerin für diese
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Positionen nicht leistungspflichtig wäre. Zu überprüfen sind demnach sämtliche
Bereiche gemäss Voranschlag und Ergänzung des Vertreters der Beschwerdeführer.
2.
2.1 Nach Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden
Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, die sie für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder
der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zweck der
funktionellen Angewöhnung bedarf. Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die
Fortbewegung, für die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die
Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat
aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche
Hilfsmittel (Abs. 2). Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201), vom Bundesrat in Ausführung der vorgenannten Gesetzesbestimmung
erlassen, überträgt die Aufstellung der Liste der Hilfsmittel, die von der IV übernommen
werden, dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI). In Ausübung dieser
Subdelegation hat das EDI die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
IV (HVI; SR 831.232.51) erlassen, deren Anhang die Liste der abzugebenden Hilfsmittel
enthält. Im Rahmen dieser Liste besteht Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontakts zur Umwelt oder für die Selbstsorge
notwendig sind (Art. 2 Abs. 1 HVI). Anspruch auf die in dieser Liste mit einem *
bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die
Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des
Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (Abs. 2). Es besteht nur
Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung (Abs. 4 erster
Satz). Die Liste im HVI-Anhang ist gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung
insofern abschliessend, als sie die in Frage kommenden Hilfsmittelkategorien aufzählt.
Dagegen ist bei jeder Kategorie zu prüfen, ob die Aufzählung der einzelnen Hilfsmittel
innerhalb der Kategorie ebenfalls abschliessend oder bloss exemplifikatorisch ist
(EVGE I 386/87 vom 21. April 1988, Erw. 1b).
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2.2 Begnügt sich eine versicherte Person, die Anspruch auf ein in der Liste des
Anhangs aufgeführtes Hilfsmittel hat, mit einem anderen, kostengünstigeren Hilfsmittel,
das dem gleichen Zweck wie das ihr zustehende dient, so ist ihr dieses selbst dann
abzugeben, wenn es in der Liste nicht aufgeführt ist (Austauschbefugnis, Art. 2 Abs. 5
HVI). Im Bereich der Hilfsmittel der IV hat das Bundesgericht den Grundsatz aufgestellt,
dass, sofern ein von der versicherten Person selber angeschafftes Hilfsmittel auch die
Funktion eines ihr an sich zustehenden Hilfsmittels erfüllt, der Gewährung von
Amortisations- und Kostenbeiträgen nichts im Weg steht; diese sind gemäss der
Rechtsprechung auf der Basis der Anschaffungskosten des Hilfsmittels zu berechnen,
auf das die versicherte Person an sich Anspruch hat. Die Austauschbefugnis kommt
jedoch insbesondere nur zum Tragen, wenn zwei unterschiedliche, aber von der
Funktion her austauschbare Leistungen in Frage stehen. Vorausgesetzt wird mithin
neben einem substitutionsfähigen aktuellen gesetzlichen Leistungsanspruch auch die
funktionelle Gleichartigkeit der Hilfsmittel (BGE 131 V 107, Erw. 3.2.3).
2.3 Diese Grundsätze haben auch dann Geltung, wenn eine versicherte Person
Anspruch auf mehrere invaliditätsbedingt notwendige Hilfsmittel hat. Ihr muss
freigestellt sein, an Stelle der Anschaffung mehrerer Hilfsmittel eine Gesamtlösung zu
treffen, die als Ganzes einen Behelf im Sinne der Austauschbefugnis darstellt. Wählt sie
eine ihren individuellen Bedürfnissen angepasste Gesamtlösung, so beurteilt sich ihr
Anspruch danach, inwieweit die Ersatzlösung – gesamthaft betrachtet – notwendige
Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung ersetzt. Bei baulichen
Änderungen in der Wohnung oder im Eigenheim oder bei Neubauten ist überdies zu
beachten, dass nur die eindeutig und einzeln umschriebenen baulichen Anpassungen
einer Leistungszusprechung zugänglich sind (EVGE I 54/06 vom 19. Juli 2006,
Erw. 2.4). Der globale Mehraufwand bei der Erstellung eines rollstuhlgängigen Hauses
figuriert in der Hilfsmittelliste nicht als eigenständige Kategorie. Wegen des
abschliessenden Charakters der Kategorien der Hilfsmittel können keine Beiträge an
die allgemeinen Mehrkosten aus der Erstellung eines rollstuhlgängigen Hauses gewährt
werden, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt. Der globale Mehraufwand
lässt sich weder unter Ziff. 13.04 (invaliditätsbedingte bauliche Änderungen am
Arbeitsplatz und im Aufgabenbereich) noch unter Ziff. 14.04 (invaliditätsbedingte
bauliche Änderungen in der Wohnung) noch unter eine andere Ziffer der Hilfsmittelliste
subsumieren (vgl. BGE 127 V 121 Erw. 2b sowie EVGE I 386/87, Erw. 2; BGE 104 V 88
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und Rz. 13.04.2* des vom Bundesamt für Sozialversicherung herausgegebenen
Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die IV [KHMI]). Somit ist zu
prüfen, ob einzelne bauliche Vorkehren den Ziffern des HVI-Anhangs zuzuordnen sind.
2.4 Die hilfsmittelspezifische Invalidität wird definiert durch den Bedarf an technischen
Vorkehren, der aus einem behinderungsbedingten Ausfall einer Körperfunktion
resultiert. Die hilfsmittelspezifische Invalidität ist somit immer dieselbe. Lediglich der
daraus resultierende Hilfsmittelbedarf wechselt je nach den konkreten Verhältnissen, in
denen der hilfsmittelspezifischen Invalidität Rechnung zu tragen ist. Bei einer
identischen hilfsmittelspezifischen Invalidität fällt der Hilfsmittelbedarf in einer
modernen und grosszügig angelegten Wohnung weit geringer aus als in einem
mehrstöckigen alten und verwinkelten Bauernhaus. Der Hilfsmittelanspruch gegenüber
der IV kann somit bei einem identischen Gesundheitsschaden je nach Wohnsituation
sehr unterschiedlich ausfallen. Würde also beispielsweise der behindertengerechte
Umbau des mehrstöckigen, verwinkelten Bauernhauses Fr. 300'000.- kosten und
entscheidet sich die versicherte Person für den Neubau eines behindertengerechten
einstöckigen Bungalows, so kann nicht pauschal ein Anspruch auf Fr. 300'000.-
bestehen. Der versicherten Person sind nur die wohl erheblich geringeren
behinderungsbedingten Mehrkosten des Bungalows zu vergüten. Würde die IV in
dieser Konstellation Fr. 300'000.- bezahlen, so würde der versicherten Person ein nicht
unbeachtlicher Anteil an den nicht direkt behinderungsbedingten Kosten des Neubaus
finanziert; dies ungeachtet des Erlöses aus dem Verkauf des Bauernhauses. Ein
derartiges Ergebnis lässt sich nicht unter die Institution der Austauschbefugnis
subsumieren. Bei einer Kostenübernahme für Hilfsmittel gemäss HVI-Anhang ist stets
auf die konkreten, effektiv realisierten Verhältnisse und nicht auf weitere denkbare, aber
nicht ausgeführte Möglichkeiten (i.c. Alternativen zum Neubau) abzustellen (vgl. den
Entscheid IV 2006/164 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Ok
tober 2007, Erw. 2b). Das Argument der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin
hätte von Vornherein die Kosten für die Variante Umbau und Anbau zu übernehmen,
vermag also nicht zu überzeugen. Eine pauschale Übernahme dieser Kosten kann nicht
erfolgen. Vielmehr müssen beim Neubau die invaliditätsbedingt angefallenen oder
teurer gewordenen Positionen einzeln geprüft werden.
3.
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3.1 Der Vertreter der Beschwerdeführer verlangt unter anderem Ersatz der
Gebäudemehrkosten gemäss Voranschlag des Architekten vom 12. Dezember 2007 in
der Höhe von Fr. 213'000.-. Einen Teilbetrag dieser Summe in der Höhe von
Fr. 113'565.- veranschlagt der Architekt unter dem Titel "Wohnfläche 25% grösser".
Einen weiteren Teilbetrag von Fr. 30'800.- budgetiert er für den Mehrflächenbedarf der
Garage, einen solchen von Fr. 21'470.- für ein zusätzliches Zimmer für eine
Pflegefachfrau (IV-act. 111-2). Ein Mehrflächenbedarf löst nach der Rechtsprechung
grundsätzlich keine Entschädigungspflicht durch die IV aus (vgl. etwa den Entscheid IV
2006/164, Erw. 3). Es ist zwar denkbar, dass eine auf einen Rollstuhl angewiesene
Person einen gewissen Mehrbedarf an Platz in verschiedenen Bereichen der Wohnung
aufweist und sich dieser Bedarf bei zwei betroffenen Personen möglicherweise noch
etwas erhöht. Ein solcher Mehrflächenbedarf ist für private Bauten jedoch nicht
normiert bzw. auch nicht durch Erfahrungszahlen belegt, weshalb keine verlässlichen
Aussagen zu seinem Ausmass gemacht werden können. Auch ein grösseres
Bauvolumen für Bade-, Dusch- und WC-Räume fällt nicht unter Ziff. 14.04 HVI-Anhang.
Bei neu erstellten Eigenheimen können unter dieser Ziffer nur Haltestangen, Handläufe,
Zusatzgriffe und Signalanlagen bewilligt werden (vgl. Ziff. 14.04.2 KHMI). Eine
Übernahme gestützt auf Ziff. 13.04 (invaliditätsbedingte bauliche Änderungen am
Arbeitsplatz und im Aufgabenbereich) kann ebenfalls nicht erfolgen, da dort
insbesondere Neubauten nicht als invaliditätsbedingte bauliche Änderungen im Sinne
der IV gelten können (Ziff. 13.04.2* KHMI). Da die Hilfsmittelkategorien der Liste im
HVI-Anhang wie erläutert nach der höchstgerichtlichen Rechtsprechung abschliessend
sind, kann im aktuell vorherrschenden System eine Übernahme eines allfälligen
Mehrflächenbedarfs nicht in Frage kommen (vgl. auch die Stellungnahme des
zuständigen Beraters der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für
Behinderte [SAHB] vom 10. Oktober 2007, zu Pkt. 1; IV-act. 92-1). Nichts anderes kann
gelten, wenn – wie vorliegend – im selben Haushalt zwei auf Rollstühle angewiesene
Personen zu betreuen sind. Es wäre Sache des Verordnungsgebers, den
gegebenenfalls vorhandenen durchschnittlichen Mehrflächenbedarf im privaten
Wohnraum zu ermitteln und eine entsprechende Abgeltung in die Liste im HVI-Anhang
aufzunehmen. Ob die gesamten aus dem erhöhten Bauvolumen resultierenden
Mehrkosten durch die IV zu vergüten wären, ist allerdings fraglich, stellt doch die
grosszügige Bauweise, die sich in grösseren Wohn- und Nutzflächen manifestiert, auch
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einen Mehrwert des Gebäudes dar, von dem die versicherte Person ungeachtet ihrer
Behinderung profitiert (IV 2006/164 vom 11. Oktober 2007, Erw. 3).
3.2 Für die Position "Eingang überdacht 9 m (Regenschutz/Abstellplatz)"
veranschlagte der Architekt Mehrkosten von Fr. 8'500.-. Die SAHB führte zu dieser
Position im Schreiben vom 10. Oktober 2007 lediglich aus, sie könne ebenfalls nicht
übernommen werden, analog grösseren Garagen und Autounterständen (IV-act. 92-1).
Aufgrund der vorhandenen Unterlagen lässt sich nicht nachvollziehen, inwiefern die
projektierten Fr. 8'500.- behinderungsbedingte Mehrkosten darstellen sollen. Ein
Vordach, dass wohl ohnehin angebracht worden wäre, könnte kaum unter dem Titel
der behinderungsbedingten Mehrkosten verbucht werden. Dasselbe gilt für den
erwähnten "Abstellplatz", insbesondere wenn es sich dabei um einen solchen für ein
Auto handeln sollte. Die Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich weitere Abklärungen
vorzunehmen haben.
3.3 Weitere im Kostenvoranschlag aufgeführte Positionen mit behinderungsbedingten
Mehrkosten sind eine schwellenlose Haustüre und eine schwellenlose Sitzplatztüre.
Erstere wurde mit Mehrkosten von Fr. 500.- budgetiert. Die SAHB schlug dafür im
Schreiben vom 10. Oktober 2007 einen Kostenbeitrag von Fr. 750.- vor; für die
Sitzplatztüre sei kein Beitrag zu gewähren (IV-act. 92). Weshalb für die eine Türe ein
(obendrein betragsmässig über dem beantragten) Kostenbeitrag gewährt werden soll
und für die andere nicht, wird in der Stellungnahme der SAHB nicht begründet und ist
auch nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin gewährte gar keine Beiträge für
schwellenlose Türen mit der Begründung, bei einem Neubau seien die
behinderungsbedingten Anpassungen wie schwellenloses Bauen, rollstuhlgängige
Nasszellen oder elektrische Zuleitungen direkt einzuplanen und könnten deshalb nicht
übernommen werden. Sie stützte sich dabei wohl auf Rz. 13.05.3* KHMI, wonach bei
neu zu erstellenden Eigenheimen keine Anpassungsarbeiten (z.B. breitere Türen,
Schwellen) anfallen, da diese planerisch vermieden werden können.
Invaliditätsbedingte Mehrkosten, die auch durch eine frühzeitige Planung nicht zu
vermeiden sind (z.B. Treppenlift), können nach dieser Randziffer von der IV vergütet
werden. Unklar ist, ob schwellenloses Bauen tatsächlich ohne jegliche Mehrkosten
möglich ist; zumindest denkbar ist, dass für Wasserschutz und Wärmeisolierung im
Übergang zwischen Aussen- und Innenbereich spezielle Dichtungen notwendig sind,
2
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die teurer sind als die Vorrichtungen bei herkömmlichen Häusern mit Schwellen. Auf
nicht vermeidbare Mehrkosten weist auch die Bemerkung im Schreiben der SAHB vom
10. Oktober 2007 hin, wonach für schwellenlose Balkontüren Mehrkosten zur
Anerkennung empfohlen werden (IV-act. 92-2). Die Beschwerdegegnerin darf sich
jedenfalls nicht ohne weiteres auf Rz. 13.05.3* KHMI stützen, sondern hat abzuklären,
ob schwellenlose Türen bei einem Neubau tatsächlich ohne jegliche Mehrkosten im
Vergleich zu den üblichen Türschwellen eingebaut werden können und wie es sich
diesbezüglich im konkreten Fall der Beschwerdeführer verhält.
3.4 Der Voranschlag nennt die Position "Sitzplatz anheben, damit er schwellenlos ist
(inkl. Anpassung Holzwände)" mit dem Betrag von Fr. 2'500.-. Die Pläne zeigen, dass
das gewachsene Terrain auf dem Sitzplatz an der Nordostseite zu hoch und auf der
Südwestseite zu tief ist (act. G 1.6). Somit musste offenbar auf der einen Seite ein
Abbau und auf der anderen Seite eine Aufschüttung stattfinden, um einen geraden,
nicht abfallenden Sitzplatz zu erhalten. Ob das Anheben des Sitzplatzes tatsächlich
behinderungsbedingt notwendig war, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Dies wird
die Beschwerdegegnerin abzuklären haben.
3.5 Der Kostenvoranschlag enthält Mehrkosten für eine schwellenlose Balkontür von
Fr. 2'000.- sowie für die Position "Balkon mit Geländer (für die 2 direkt betroffenen
Personen)" von Fr. 10'000.- (IV-act. 111-2). Die SAHB hält Mehrkosten für die
schwellenlose Balkontür von Fr. 650.- für angemessen. Da es wahrscheinlich zwei
Balkonzugänge habe, seien Fr. 1'300.- anzuerkennen. Für den Balkon seien die Kosten
nicht zu übernehmen (IV-act. 92-2). Die Beschwerdegegnerin anerkannte Kosten in der
Höhe von Fr. 650.- als Mehrpreis für einen rollstuhlgängigen Balkonzugang
(Fugendichtung). Da der Balkon gemäss Plan nur über einen Balkonzugang verfügt
(act. G 1.6), trifft die Mutmassung der SAHB, es bestünden zwei Zugänge, nicht zu. Die
Beschwerdegegnerin hat abzuklären, ob es sich bei der vom Architekten vorgesehenen
schwellenlosen Balkontür um eine einfache und zweckmässige Ausführung handelt,
budgetierte dieser doch Mehrkosten von Fr. 2'000.-. Nicht ersichtlich ist, inwiefern
Balkon und Geländer weitere behinderungsbedingte Mehrkosten verursachen sollten.
Auch diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin allenfalls weitere Abklärungen
vorzunehmen.
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3.6 Unter den behinderungsbedingten Mehrkosten führte der Architekt für die Position
"Türöffner el. vorsehen" Kosten von Fr. 580.- an (IV-act. 111-2). Gemäss Schreiben der
SAHB vom 10. Oktober 2007 handelt es sich dabei um die Vorbereitung der
elektrischen Zuleitungen. Die aufgeführten Mehrkosten sollten gemäss SAHB
übernommen werden (IV-act. 92-1). Die Beschwerdegegnerin verweigerte die
Übernahme mit dem Argument, Zuleitungen etc. seien beim Neubau direkt
einzuplanen. Dies ist einleuchtend: Bei einem Neubau kann eine elektrische Zuleitung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in der Planung so berücksichtigt werden, dass
dafür keine Mehrkosten entstehen. Die Beschwerdegegnerin hat die Übernahme dieser
Kosten zu Recht abgelehnt. In Frage käme jedoch die Vergütung der Kosten für den
elektrischen Türöffner an sich; allfällige Kosten dafür wären von den
Beschwerdeführern geltend zu machen.
3.7 Für rollstuhlgängige Badezimmer im Erd- und Obergeschoss (Duschen ohne
Duschentassen, rutschhemmende Platten) sowie für Einlagen in die Wände für
Closomaten sah der Architekt Mehrkosten von insgesamt Fr. 2'080.- vor. Die SAHB
empfahl im Schreiben vom 10. Oktober 2007, im Erd- und im Obergeschoss
Kostenbeiträge für spezielle Spiegelschränke über je Fr. 400.- zu gewähren. Ein
Mehrpreis für je eine WC-Dusch- und WC-Trockenanlage und Steckdose dafür in Erd-
und Obergeschoss in der Höhe von je Fr. 4'200.- sei zu übernehmen. Da im Haus zwei
Duschen geplant seien, schlage man vor, für eine der Duschen einen Mehrpreis für eine
befahrbare Dusche von Fr. 2'500.- zu übernehmen sowie für zwei Haltegriffe und einen
Klappsitz nochmals einen Kostenbeitrag von Fr. 2'000.- (IV-act. 92-2). Die
Beschwerdegegnerin gewährte die vorgeschlagenen Kostenbeteiligungen mit
Ausnahme derjenigen für eine befahrbare Dusche. Auch hier wies sie auf die
Möglichkeit der direkten Einplanung beim Neubau hin. Es ist durchaus denkbar, dass
eine befahrbare Dusche ohne Duschtasse und mit rutschhemmenden Platten
gegenüber einer herkömmlichen Mehrkosten verursacht. Sollten vorzunehmende
weitere Abklärungen dies bestätigen, wären die Mehrkosten zumindest für die eine der
beiden Duschen zu übernehmen. In der Beschwerde beantragt der Vertreter der
Beschwerdeführer die Übernahme der Kosten für zwei Duschklappsitze. Ob tatsächlich
zwei Sitze benötigt werden, ist fraglich. Da die beiden Beschwerdeführer aufgrund
ihres unterschiedlichen Alters eine unterschiedliche Körpergrösse aufweisen, würde ein
einziger Duschsitz wohl nur dann ausreichen, wenn er ohne Probleme in der Höhe
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verstellbar wäre. Die Beschwerdegegnerin hat die konkreten Kosten für einen solchen
Sitz abzuklären und entsprechend zu vergüten. Ebenfalls ist zu klären, auf welchen
Betrag sich die genehmigten beiden WC-, Dusch- und Trocknungsanlagen tatsächlich
belaufen.
3.8 Der Voranschlag enthält im Weiteren die Position "Vertikal-Plattformlift vorsehen
(Schacht, zus. Raum, el. Anschluss, Detail, Geländer)" in der Höhe von Fr. 8'500.-. Die
SAHB hielt im Schreiben vom 10. Oktober 2007 fest, in Frage komme ein Beitrag an
einen Treppenlift. Gemäss ihren Erfahrungswerten lägen die Kosten dafür (Plattformlift,
1 Stockwerk gebogen, Motorplattform mit automatischen Klappen und einem
Steuergerät für die Begleitperson) und für die notwendige Elektroinstallation bei
Fr. 25'860.- (IV-act. 92-2). Bei einem Neubau können wie erwähnt invaliditätsbedingte
Mehrkosten, die auch durch eine frühzeitige Planung nicht zu vermeiden sind (z.B.
Treppenlift), von der IV vergütet werden (Rz. 13.05.3). Im Rahmen der
Austauschbefugnis kann für einen Vertikallift anstelle des Treppenlifts von der IV ein
Kostenbeitrag geleistet werden. Da die Beschwerdeführer unbestrittenermassen vom
Erdgeschoss ins Obergeschoss gelangen müssen, erscheint mit der SAHB ein Beitrag
von Fr. 25'860.- als angemessen. Der Vertreter der Beschwerdeführer erwähnt in der
Beschwerde Kosten für einen Treppenlift von Fr. 39'000.- netto, ohne diesen Betrag zu
belegen oder zu begründen. Somit kann darauf nicht weiter eingegangen werden. Weil
es sich beim von der Beschwerdegegnerin anerkannten Betrag von Fr. 25'860.- um
eine plausible Grösse handelt, kann auf weitere Abklärungen diesbezüglich verzichtet
werden.
3.9 Für Planung und Bauleitung veranschlagte der Architekt behinderungsbedingte
Mehrkosten von Fr. 3'000.-. Im Rahmen der Ziffern 13.04 und 13.05 der Liste im HVI-
Anhang können Architektenhonorare nur übernommen werden, wenn die Statik von
baulichen Massnahmen betroffen ist. Beim Einbau von Hebebühnen und Treppenliften
sind solche Honorare von der IV in der Regel nicht zu vergüten, da ein Beizug eines
Architekten meist nicht erforderlich ist (Rz. 13.04.4 und 13.05.13 KHMI). Im Rahmen
der weiteren Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin den Architekten der Eltern der
Beschwerdeführer aufzufordern, die von ihm veranschlagten Mehrkosten von
Fr. 3'000.- für Planung und Bauleitung detailliert auszuweisen und zu begründen.
Dasselbe gilt für die Position der Baunebenkosten, die mit Fr. 8'005.- budgetiert sind.
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Auch hier wird der Architekt detailliert darzulegen haben, welche Kosten im
Pauschalbetrag enthalten sind und inwiefern sie behinderungsbedingt entstanden sind.
4.
4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde unter Aufhebung des angefochtenen
Entscheids teilweise gutzuheissen. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie im Sinne der Erwägungen weitere Abklärungen vornehme.
Diese beinhalten folgende Punkte:
- Invaliditätsbedingte Mehrkosten beim überdachten Eingangsbereich
- Mehrkosten für schwellenlose Aussentüren (Haustür, Sitzplatztür und Balkontür)
- Behinderungsbedingte Mehrkosten für das Anheben des Sitzplatzes
- Behinderungsbedingte Mehrkosten für Balkon und Geländer
- Mehrkosten für befahrbare Dusche mit rutschhemmenden Platten
- Kosten für einen höhenverstellbaren Duschklappsitz bzw. alternativ zwei Sitze
- Mehrkosten für WC-Dusch- und WC-Trocknungsanlagen
- Behinderungsbedingte Mehrkosten für die Planungs- und Bauleitungsarbeit sowie
bei den Baunebenkosten
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
bis
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aufzuerlegen ist. Den Beschwerdeführern bzw. deren Eltern wird der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückerstattet.
4.3 Der Vertreter der Beschwerdeführer beantragte keine Parteientschädigung,
sondern wies darauf hin, dass er den Beschwerdeführern neben- und ehrenamtlich,
nicht gewerbsmässig behilflich sei. Entsprechend ist ihm keine Parteientschädigung
zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG