Decision ID: 31a36352-b2d8-4fde-a1b9-5e64a4b1c109
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965 und ohne Berufsabschluss, arbeitete während Jahren als Reinigerin gleichzeitig für mehrere Arbeitgeber (Urk. 7/6), zuletzt
an einer
Kan
tonsschule (
Urk.
7/30) sowie in Arztpraxen (
Urk.
7/7/2, 7/9/11) und Privat
haus
halten, wobei sie eigenen Angaben zufolge ein Vollzeitpensum innehatte (Urk. 1 S. 2 unten). Nach am 6. November 2017 erfolgter Krankschreibung zu 100 % (Urk. 7/7/6-9, 7/7/11-12)
meldete sie sich am 2
9.
März 2018 (Eingangs
datum, Urk. 7/1) unter Hinweis auf rechtsseitige Rückenschmerzen mit Ausstrah
lung ins Bein und in die Finger sowie die Implantation einer Knieprothese rechts zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die Sozialvers
iche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, beschied der Versicherten mit Mittei
lung vom 2
5.
April 2018 (
Urk.
7/14), berufliche Eingliederungsmassnahmen seien aufgrund ihres Gesundheitszustandes derzeit nicht möglich. Gestützt auf ein vom Krankentaggeldversicherer veranlasste
s Gutachten von Dr. med. Y._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 29. August 2018 (Urk. 7/41) stellte sie ihr sodann mittels Vorbescheid vom 26. September 2018 (Urk. 7/47) einen ablehnenden Rentenentscheid in Aussicht, wo
gegen am 18. Oktober 2018 unter Auflage weiterer medizinischer Unterlagen (Urk. 7/55, 7/62) Einwand erhoben wurde (Urk. 7/54, 7/56). Mit Verfügung vom 5. Dezember 2018 (Urk. 2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicher
ten auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
Januar 2019 Beschwerde (
Urk.
1) und be
antragte, die Verfügung vom
5.
Dezember 2018 sei aufzuheben und es seien ihr Leistungen der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme von weiteren Abklärungen und anschliessende
n
Neubeurteilung an die
IV-Stelle
zurückzuweisen,
subeventualiter
sei ein Gerichtsgutachten zu veran
lassen. Im Weiteren sei ein zweiter Schriftenwechsel
anzuordnen
.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
3.
Februar 2019 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, wovon der Versicherten am 14. Februar 2019 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8). Gleichzeitig wurde den Parteien mitgeteilt, dass kein zweiter
Schrif
ten
wechsel durchgeführt werde, es den Parteien jedoch unbenommen bleibe
, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene
Unterlagen
einzu
reichen
.
Davon wurde jedoch kein Gebrauch gemacht.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis
herigen Beruf oder Aufgabenbereic
h zumutbare Arbeit zu leisten.
Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder
Aufga
ben
bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander
widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
r
um es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
hal
ten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehl
entwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
an
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
ant
wortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mit der Begründung,
diese sei seit dem
6.
November 2017 in ihrer angestammten Tätigkeit voll arbeitsunfähig ge
wesen.
Gemäss
dem vom
Krankentaggeldversicherer
eingeholten Gutachten (von Dr.
Y._
) vom 29. August
2018 bestehe ab dem Tag der Untersuchung
in der angestammten
wie auch
in eine
r angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%
, welche innert vier Wochen
beziehungsweise ab dem 30. Oktober
2018 auf 100
%
gesteigert werden könne. Demnach habe bei Ablauf
des Wartejahres, mit
hin am 5. November
2018, eine volle A
rbeitsfähigkeit
vorgelegen, womit ein Leis
tungsanspruch entfalle.
2.2
Die Beschwerdeführerin
bringt
dagegen
vor, auf das
vom
Krankentag
geldver
si
cherer
eingeholte Gutachten
von
Dr.
Y._
dürfe nicht
beziehungsweise
nicht alleine abg
estellt werden.
Im Gutachten sei nur die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine
der
von ihr
mehreren
ausgeübten Arbeitstätigkeiten
(Pensum von zweimal drei Stunden pro Woche)
beurteilt worden.
Ausführungen z
ur Arbeitsfähigkeit in
einem Vollpensum
könnten dem Gutachten nicht entnommen werden
.
Ein An
fang
September 2018
unternommener Arbeitsversuch bei der Kantonsschule sei bereits
kurz nach Beginn infolge unverändert bestehender Schmerzen und Einschrän
kungen
gescheitert. Aus den Akten, mithin dem Bericht betreffend das im Septem
ber 2018 durchgeführte MRI der LWS, den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen
des
Z._
und insbesondere
dem Bericht von Dr. med. A._
, Facharzt Rheumatologie,
B._
, vom 15. Januar 2019 sowie dessen Zeugnis glei
chen Datums gehe hervor, dass nicht von einer Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit ausgegangen werden könne. Im Gegenteil sei belegt, dass seit dem 6. November 2017 bis zum massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen Verfü
gung und darüber hinaus eine praktisch 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Es seien – wie auch von Dr.
A._
empfohlen – weitere Abklärungen (Arbeitsver
such, Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL], BEFAS-Abklärung) indiziert.
3.
3.1
Vom
8.
März bis 1
2. September 2017
unterzog sich die Beschwerdeführerin einer
ambulanten
Behandlung in der Sprechstunde von
Dr.
med.
C._
, FMH Rheumatologie/Innere Medizin,
B._
, welcher ins
besondere ein
lumbospondylogenes
Syndrom rechtsbetont diagnostizierte. Eine Aussage zur Arbeitsfähigkeit findet sich in seinem Bericht vom 1
8.
Oktober 2017 (
Urk.
7/20/24-27) nicht.
Auf dessen Empfehlung erfolgte am 27. Oktober 2017 eine Vorstellung im
Z._
, Klinik für Rheumatologie, wo die Diagnose eines
lumbospondy
logenen
Schmerzsyndroms rechtsbetont bestätigt wurde und die Beschwerde
füh
rerin vom
6.
bis 2
1.
November 2017 zwecks Durchführung einer multimodalen Schmerztherapie hospitalisiert war (Austrittsbericht vom 2
1.
November 2017,
Urk.
7/20/21-23). Nach einer Verschlechterung der Schmerzsituation erfolgte eine ambulante Behandlung bis zum 2
0.
Dezember 2017 (Bericht vom 2
8.
Dezember 2017,
Urk.
7/20/15-16), anlässlich welcher mittels BV-gesteuerter Steroidinfil
tration der
Fazettengelenke
L5/S1 beidseits (Intervention vom 13. Dezember 2017,
Urk.
7/20/17-18) eine Schmerzlinderung erreicht werden konnte.
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie attestierten der Beschwerdeführerin vom
6.
November
bis 31. Dezember 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 7/20/16, vgl. auch
die Zeugnisse vom 2
1.
November und
5.
Dezember 2017,
Urk.
7/7/8, 7/7/11-12).
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt Orthopädie, Abteilung für Ortho
pädie,
Z._
, welcher die Beschwerdeführerin am
6. Dezember 2017
in seiner Sprechstunde untersucht und insbesondere eine symptomatische sch
were
Valgusgonarthrose
links diagnostiziert
hatte (Bericht vom
7.
Dezember 2017,
Urk.
7/20/19-20), führte am
8.
Januar 2018 eine Implantation einer Knietotal
pro
these links durch (Operationsbericht vom 1
0.
Januar 2018,
Urk.
7/20/13-14; Be
richt betreffend
Hospitalisation
vom
8.
bis 1
5.
Januar 2018,
Urk.
7/20/11-12). Er
bescheinigte der Beschwerdeführerin in den Sprechstundenberichten vom 18. April
und 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
7/19/8-9,
Urk.
7/36/2-3) hinsichtlich ihrer körperlich be
las
tenden Tätigkeit im Reinigungsbereich eine anhaltende volle Arbeitsun
fähig
keit (für die Zeit davor vgl. die Zeugnisse vom 1
2.
Januar und
2.
März 2018,
Urk.
7/7/6-7) und bemerkte, die nächste klinische Verlaufskontrolle sei Mitte September geplant.
Im Sprechstundenbericht vom 18. April 2018 (Urk. 7/19/8-9) ersuchte Dr.
D._
die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
Z._
, die Beschwerdeführerin erneut in ihre Sprechstunde aufzubieten.
3.2
Dr.
Y._
führte in ihrem Gutachten zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 29. August 2018 (Urk. 7/41) unter dem Titel «Diagnosen zum Zeitpunkt der Untersuchung» aus, es bestehe ein sehr gutes postoperatives Ergebnis am linken Kniegelenk mit voller Streckung und guter Beugung. Lumbal bestünden rezidi
vie
rende Beschwer
d
en bei Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hart
span
n und
verschmächtigter
Rumpfmuskulatur. Radiologisch seien degenerative Verän
derungen auch mit Skoliose und Drehgleiten lumbal bekannt. Es bestehe kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit, jedoch beidseits eine verkürzte
Ischiokruralmuskulatur
ohne Dehnungsschmerzen. Schliesslich liege eine Fehl- und Überbelastung des Bewegungsapparates vor bei Übergewicht von etwa 20 kg vor (Urk. 7/41/11-12).
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
Y._
fest, die Beschwerdeführerin könne die Tätigkeit als Reinigungskraft in der Arztpraxis ab sofort während zwei
mal 1.5 Stunden pro Woche verrichten. In vier Wochen könne sie auf ihr regu
läres Pensum von zweimal drei Stunden pro Woche aufstocken (Urk. 7/41/12). Mithin sei die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit als Reinigungskraft in der Arztpraxis vorerst zu 50 % möglich mit Steigerung auf 100 % in vier Wochen. Einschränkungen ergäben sich noch in der Belastbarkeit für Gehen, Stehen, häu
figes Bücken und Zwangshaltungen. Für körperlich leichte Tätigkeiten im Sitzen sei ab sofort eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit gegeben (Urk. 7/41/13).
3.3
Dr.
A._
,
B._
, stellte
anlässlich
der vom Hausarzt der Beschwerdeführerin veran
lassten
Untersuchung
vom 1
5.
Januar 2019
im Wesentlichen
folgende Diagnosen
(
Urk.
3/3)
:
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit möglicher intermit
tie
render
radikulärer
Reizung L3/L4
-
Intermittierendes
cervicospondylogenes
Schmerzsyndrom mit möglicher
radi
kulärer
Reizung
-
Valgusgonarthrose
linksbetont mit Retropatellararthrose
beidseits
-
Radiodorsales Handgelenksganglion rechts ausgehend vom SL-Band
-
Reizzustand der Extensor
carpi
radialis
Sehne rechts
Dr.
A._
attestierte
der Beschwerdeführerin
eine
Einschränkung der Arbeits
fähig
keit als
Reinigungskraft
im Umfang von circa 70 bis 80 %
und vermerkte,
r
epetitive Tätigkeiten wie die Bodenpflege,
vornüber geneigtes
Arbeiten, Über
kopf
arbeiten oder Hantieren
mit
Lasten von
mehr
als 5 kg (körpernah und kör
perfern) seien kaum möglich. Im Umfang von circa 20 % sei die Beschwerde
führerin in einer leichten wechselbelastenden Verweistätigkeit einsetzbar
, w
ahr
scheinlich bestehe
dabei
aufgrund der muskulären
Dekonditionierung
aber eine
verminderte Leistungsfähigkeit. Sollte von Seiten der Versicherung Unklarheit bezüglich der Arbeitsfähigkeit bestehen, empfehle er eine EFL-Untersuchung
(
Urk.
3/3/3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ein
en Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mangels Erfüllung der einjährigen War
te
zeit. Mithin hielt sie dafür, die Beschwerdeführerin sei nicht während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits
un
fähig gewesen in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigerin. Dabei verwies sie insbesondere auf das Gutachten von Dr.
Y._
vom 29. August 2018 (E.
3.2
).
Bei diesem Standpunkt verkennt die Beschwerdegegnerin, dass es sich bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr.
Y._
um eine arbeitsplatzbezogene Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit handelt. Mit anderen Worten bezieht sich die attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nur auf die konkrete Arbeitsstelle in der Arbeitspraxis. In diesem Sinne bringt die Beschwerdeführerin
zutreffend
vor
,
die Gutachterin
habe
die
Arbeitsfähigkeit
nicht in Bezug auf ein Vollpensum
beurteilt
, sondern nur
betreffend
dem
von ihr (bei ihrem Hausarzt
als Reini
gungskraft
) ausgeübte
n
Teilpensum
von durchschnittlich zweimal drei Stunden pro Woche
.
So
hielt die Gutachterin fest
,
die Beschwerdeführerin
könne
ab sofort
die
Tätigkeit
in der Arztpraxis
im Umfang von zwei Mal
eineinhalb
Stunden
pro Woche verrichten
und
diese
Tätigkeit
in vier Wochen auf das reguläre Pensum
von zwei Mal
drei
Stunden
pro
Woche
aufstocken (
E.
3.2
).
Ausführungen dazu
, ob
und gegebenenfalls
in welchem
Umfang
die Beschwerdeführerin
für
ihre
weite
ren
Arbeitgeber tätig
sein könn
t
e, machte sie nicht.
Allerdings bestand für die Gut
achterin - angesichts ihres
vom Krankentaggeldversicherer erteilten
Auftrages, die Arbeitsfähigkeit sowie den weiteren Behandlungspfad in Bezug auf die Tätig
keit
der Beschwerdeführerin
als Raumpflegerin in der Arztpraxis festzustellen
(
Urk.
7/41/3) - gar keine
Veranlassung
dafür, sich auch in Bezug
auf die weiteren von der Beschwerdeführerin ausgeübten beruflichen Tätigkeiten zu äussern
.
Da
mit verbietet es sich, gestützt auf die Expertise von
Dr.
Y._
auf eine Wie
derer
langung der Arbeitsfähigkeit als Reinigerin beziehungsweise auf die Nichter
fül
lung des Wartejahres zu schliessen.
4.2
Auch im Lichte der übrigen medizinischen Akten lässt sich der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, wonach die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Reinigerin vor Ablauf des Wartejahres am 5. Novem
ber 2018 vollständig wiederhergestellt gewesen sei, nicht ohne Weiteres halten. Im Gegenteil lassen die Akten vermuten, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin im bisherigen Beruf weitergehend als von der Beschwerde
gegnerin an
genommen eingeschränkt war. So bescheinigte die zuständige Ober
ärztin der Klinik für Rheumatologie des
Z._
in dem von der Beschwer
de
führerin im
Vorbescheidverfahren
aufgelegten Zeugnis vom 21. September 2018
(Urk. 7/55) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 27. September bis 27. Okto
ber
2018. Diese wurde gemäss den im Beschwerdeverfahren ins Recht gelegten Zeug
nissen des
Z._
, Abteilung Orthopädie, bis zum 6. Januar 2019 ver
längert (Zeugnisse vom 30. Oktober und 4. Dezember 2018, Urk. 3/5-6). Schliess
lich attestierte Dr.
A._
der Beschwerdeführerin vom 7. Januar bis 10. Februar 2019 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Zeugnis vom 15. Januar 2019, Urk. 3/4).
Nachdem die Beschwerdegegnerin es unterlassen hat, vor der
Entscheidfällung
aktuelle Verlaufsberichte bei den behandelnden Ärzten
insbesondere des
Z._
einzuverlangen
, kann die in den vorge
nann
ten Zeugnissen attestierte Arbeitsunfähigkeit vom Gericht nicht prüfend
nach
vollzogen werden. Dementsprechend kann nicht abschliessend beurteilt wer
den
, ob ab dem Zeitpunkt der unbestrittenen und durch die Akten belegten Eröff
nung der Wartezeit am 6. November 2017 (
Urk.
7/7/12, 7/9/9-10 S. 2, 7/20/22) während eines Jahres eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit
im Sinne
einer
Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens im bisherigen Beruf
von mindestens 40 % (E. 1.2-1.3) vorlag. Der Bericht von Dr.
A._
,
B._
, vom 15. Januar
2019 (Urk. 3/1), ist diesbezüglich nicht aufschlussreich, da er sich zu den Ver
hält
nissen ab Januar 2019 äussert.
4.3
Nach dem Ausgeführten besteht die angefochtene Verfügung vom 5. Dezember 2018 (Urk. 2) zu Unrecht, weshalb sie aufzuheben ist. Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin den
entscheidrelevanten
Sachverhalt bislang unzureichend abgeklärt hat, ist die Sache an sie zurückzuweisen (§ 26 Abs. 1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
), damit sie die erforderlichen Abklä
rung
en vornehme und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu entscheide. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung gilt rechtsprechungsgemäss für die Frage der Auferlegung der Ge
richts
kosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen (BGE
141 V 281 E. 11.1
;
137 V 210 E. 7.1
;
137 V 57 E. 2.2).
5.2
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) sind auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und entsprechend dessen Ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3
Ausgangsgemäss steht der
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
in
gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
eine Prozessentschädigung zu, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1'
5
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.