Decision ID: ef510b6c-0d6d-5c78-9d8f-d9100ed5750e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis auf Probe seit 7. November 2008. Am Dienstag, 24.
Februar 2009, um 08.09 Uhr, war er mit dem Personenwagen "BMW" in St. Gallen auf
der Rorschacher Strasse stadteinwärts unterwegs. Auf der Höhe Abzweigung
Rehetobelstrasse hielt der vor ihm fahrende Personenwagen infolge Rotlichts an. X
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konnte sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig abbremsen und prallte mit seiner
Fahrzeugfront gegen das Heck des stillstehenden Personenwagens. Mit
Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 8. Juni 2009 wurde X
wegen Verletzung von Verkehrsregeln (Nichteinhalten eines genügenden Abstands) zu
einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt.
B.- Am Samstag, 7. März 2009, um 15.04 Uhr, meldete ein Fahrzeuglenker der
Notrufzentrale des Kantons Thurgau, dass auf der Strecke von Scherzingen in Richtung
Romanshorn ein grüner und ein grauer BMW unterwegs seien, durch deren gefährliche
Fahrweisen (Beschleunigung auf bis zu 120 km/h, Überholmanöver) es beinahe zu
mehreren Kollisionen gekommen sei. Eine Patrouille der Kantonspolizei Thurgau konnte
die beiden Fahrzeuglenker, darunter X als Lenker des BMW in Romanshorn anhalten
und im Anschluss daran auf dem Polizeiposten befragen. Die beiden Lenker wurden
vorläufig festgenommen. Im Rahmen der untersuchungsrichterlichen Befragung am
Sonntag, 8. März 2009, gab X zu Protokoll, tags zuvor auf der Strecke von
Münsterlingen nach Romanshorn verschiedene Gesetzeswidrigkeiten (mehrfache
Überschreitung der Höchstgeschwindigkeiten inner- und ausserorts, mehrfache
Missachtung von Signalen und Markierungen, mehrfache Überholmanöver trotz
Gegenverkehr, mehrfaches ungenügendes Rechtsfahren) begangen zu haben. Er sei
aus lauter Blödsinn so schnell gefahren, ein Rennen sei es aber nicht gewesen. Das
Fahrzeug wurde eingezogen und gegen X ein Strafverfahren wegen mehrfacher grober
Verkehrsregelverletzung eröffnet. Der Führerausweis wurde ihm auf der Stelle
abgenommen.
C.- Aufgrund dieses Vorfalls hegte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen, Abteilung Administrativmassnahmen (nachfolgend:
Strassenverkehrsamt), Zweifel an der Fahreignung von X, verfügte ihm gegenüber am
20. März 2009 einen vorsorglichen Führerausweisentzug und ordnete mit
Zwischenverfügung vom 27. April 2009 eine verkehrspsychologische Untersuchung an.
Die Verkehrspsychologin vom Psychologischen Institut für Verkehr und Industrie in
Zürich kam im Gutachten vom 30. November 2009 zum Schluss, das Risiko, dass sich
X auch in Zukunft nicht an das Strassenverkehrsgesetz halte, sei erhöht. Die
charakterliche Fahreignung für Motorfahrzeuge müsse derzeit als ungenügend beurteilt
werden. Gestützt auf dieses Gutachten entzog das Strassenverkehrsamt mit Verfügung
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vom 15. Januar 2010 den Führerausweis von X wegen Vorliegens einer charakterlichen
Nichteignung bei einer Sperrfrist von drei Monaten auf unbestimmte Zeit. Als
Bedingungen für eine Wiederzulassung zum Verkehr wurden klagloses Verhalten,
Absolvieren einer Verkehrstherapie von mindestens 10 Sitzungen, verteilt über 10
Monate, und eine positiv lautende verkehrspsychologische Kontrolle verlangt. Einem
allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Mit Eingabe seines damaligen Rechtsvertreters vom 3. Februar 2010 erhob X gegen
diese Verfügung Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er stellt den Antrag, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den
Führerausweis auf Probe unverzüglich herauszugeben, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz verzichtete am 7. Juni 2010 auf eine
Vernehmlassung.
Nachdem sich herausgestellt hatte, dass das Strafverfahren gegen den Rekurrenten
wegen grober Verkehrsregelverletzungen, die Anlass für die verkehrspsycholgische
Abklärung bildeten und mittlerweile vom Rekurrenten bestritten wurden, noch nicht
rechtskräftig abgeschlossen war, wurde das Rekursverfahren am 14. Juni 2010 formlos
sistiert. Da der Rekurrent damit nicht einverstanden war, wurde die Sistierung am
29. Juni 2010 wieder aufgehoben.
Auf die von den Parteien zur Begründung ihrer Anträge gemachten Ausführungen und
die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 3. Februar 2010 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Bestehen Zweifel an der körperlichen oder psychischen Fahreignung eines
Fahrzeugführers, sind medizinische, psychologische oder psychiatrische Abklärungen
bis
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vorzunehmen (Art. 11b Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über die Zulassung von
Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Wird
dabei festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung nicht oder
nicht mehr bestehen, muss der Führerausweis entzogen werden (Art. 16 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). In diesen Fällen dient der
Entzug des Ausweises der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten Fahrzeugführern
(Sicherungsentzug). Der Entzug wird grundsätzlich auf unbestimmte Zeit
ausgesprochen (Art. 16d Abs. 1 Ingress SVG). Der auf unbestimmte Zeit entzogene
Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine
allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist, und die betroffene Person
die Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art.
17 Abs. 3 SVG).
b) Der Untersuchungsgrundsatz verlangt von der Verwaltung und vom Gericht die
richtige und vollständige Abklärung des massgebenden Sachverhalts, d.h. die
Ermittlung der materiellen Wahrheit (vgl. F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2.
Aufl. 1983, S. 207). Je tiefer in den Persönlichkeitsbereich eingegriffen wird, desto
sorgfältiger ist diesem Grundsatz nachzuleben (vgl. R. Schaffhauser, Zur Entwicklung
von Recht und Praxis des Sicherungsentzugs von Führerausweisen, in: AJP 1/1992 S.
17 ff., insbesondere S. 33, N 58). Da ein Sicherungsentzug stark in den
Persönlichkeitsbereich eingreift, ist eine genaue Abklärung der persönlichen
Verhältnisse des Betroffenen in jedem Fall und von Amtes wegen vorzunehmen. Das
Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob
ein Gutachten eingeholt werden soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls
und liegt im pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II 82 E. 2.2).
Die vorliegenden Beweismittel, und damit auch das verkehrspsychologische
Gutachten, unterliegen der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in
Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP).
c) Der Ausweis wird auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn eine Person aufgrund ihres
bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines
Motorfahrzeugs die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen
wird (vgl. Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG; Nichteignung aus charakterlichen Gründen).
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Anzeichen hierfür bestehen, wenn Charaktermerkmale des Betroffenen, die für die
Eignung im Verkehr erheblich sind, darauf hindeuten, dass er als Lenker eine Gefahr für
den Verkehr darstellt (BGE 104 Ib 95 E. 1). Für den Sicherungsentzug aus
charakterlichen Gründen ist die schlechte Prognose über das Verhalten als
Motorfahrzeugführer massgebend (P. Stauffer, Der Entzug des Führerausweises, Bern
1966, S. 40). Die Behörden müssen gestützt hierauf den Ausweis verweigern oder
entziehen, wenn hinreichend begründete Anhaltspunkte vorliegen, dass der Führer
rücksichtslos fahren wird (vgl. Botschaft vom 24. Juni 1955 zum Entwurf eines
Bundesgesetzes über den Strassenverkehr, BBl 1955 II S. 21 f.). Die Frage ist anhand
der Vorkommnisse (unter anderem Art und Zahl der begangenen Verkehrsdelikte) und
der persönlichen Umstände zu beurteilen (BGE 125 II 492 E. 2a). Aus charakterlichen
Gründen sind nach Auffassung der Lehre jene Personen zum Führen von
Motorfahrzeugen nicht geeignet, die nicht über ein Minimum an
Verantwortungsbewusstsein, Beständigkeit und Selbstbeherrschung verfügen, die
gleichzeitig ungeschickt, unbeholfen und ohne Entscheidungssinn sind, die übertrieben
optimistisch und ganz ohne Bewusstsein für Gefahren sind oder die dazu neigen, sich
immer im Recht zu glauben und völlig hemmungslos sind (vgl. M. Perrin, Délivrance et
retrait du permis de conduire, Fribourg 1982, S. 49). Bezugspunkt der Beurteilung ist
aber einzig die Verkehrssicherheit. Diejenigen Personen sollen nicht zugelassen
werden, von denen anzunehmen ist, dass sie aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur
eine besondere Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer darstellen. Eine solche
Gefahr liegt etwa nahe bei sehr starker emotionaler Unausgeglichenheit, bei
unbeherrschter Impulsivität oder dauernder affektiver Gespanntheit. Positiv wird eine
einigermassen angepasste charakterliche Reife vorausgesetzt. Nicht jede Person mit
ungünstigen Charakteranlagen ist zum Führen von Motorfahrzeugen nicht geeignet
(vgl. R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I:
Grundlagen, Verkehrszulassung und Verkehrsregeln, 2. Aufl., Bern 2002, S. 154 f.).
In Ziff. II/6 des Leitfadens "Verdachtsgründe fehlender Fahreignung" der
Expertengruppe Verkehrssicherheit des Eidgenössischen Departements für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation vom 26. April 2000 (nachfolgend: Leitfaden) wird
zu den charakterlichen Defiziten festgehalten, dass Fahrzeuglenker über eine Reihe
minimaler charakterlicher Eigenschaften verfügen müssten, so Risikobewusstsein,
Tendenz zu Vermeidung hoher Risiken, geringe Impulsivität, geringe
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Aggressionsneigung, reife Konfliktverarbeitung, Stressresistenz, soziales
Verantwortungsbewusstsein, soziale Anpassungsbereitschaft, Flexibilität im Denken
und psychische Ausgeglichenheit. Aufgrund dieser Anforderungen begründen gemäss
Leitfaden das vorsätzliche Herbeiführen einer schweren konkreten Verkehrsgefährdung
(Ziff. 6.1), drei polizeilich registrierte Unfälle oder Verletzungen der Verkehrsregeln, die
zu einer Administrativmassnahme führen, innert rund zwei Jahren (Ziff. 6.2), strafbare
Handlungen, die auf Rücksichtslosigkeit schliessen lassen (Ziff. 6.3), oder
Aggressivität/Verlust der Selbstkontrolle (Ziff. 6.4) einen Verdacht auf mangelnde
Fahreignung von Fahrzeuglenkern wegen verkehrsrelevanter charakterlicher Defizite.
Die Richtlinien des Leitfadens sind für die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden nicht
verbindlich, geben aber Hinweise auf auffällige Verhaltensweisen im Verkehr, die im
Hinblick auf die Fahreignungsprüfung dienlich sein können (vgl. Urteils des
Bundesgerichts 6A.57/2001 vom 16. August 2001, E. 4a). Dementsprechend können
ausreichende Zweifel für die weitere Abklärung der Fahreignung auch dann vorliegen,
wenn die Richtlinien eine solche nicht vorsehen. Diesbezüglich sind die konkreten
Umstände des Einzelfalls zu würdigen. Entscheidend fällt dabei ins Gewicht, ob sich
der Betroffene der Gefährdung des Strassenverkehrs durch seine
Verkehrsregelverletzungen überhaupt bewusst ist.
Eine umfassende verkehrspsychologische Untersuchung beinhaltet nebst der
Überprüfung der charakterlichen Eignung auch eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit.
Bei der vom Gutachter durchgeführten Leistungsprüfung handelt es sich um eine Reihe
allgemein anerkannter, standardisierter, spezifisch zur Beurteilung der Fahreignung
entwickelter Tests.
3.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz dem Rekurrenten den Führerausweis
gestützt auf das verkehrspsychologische Gutachten vom 30. November 2009 mangels
charakterlicher Eignung in Anwendung von Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG zu Recht auf
unbestimmte Zeit entzogen hat.
a) Der Rekurrent macht im Wesentlichen geltend, das verkehrspsychologische
Gutachten wie auch das Administrativmassnahmeverfahren würden auf einer nicht
zulässigen Vorverurteilung gründen. Der das Verfahren zur Abklärung der Fahreignung
auslösende Vorfall vom 7. März 2009 werde von ihm nicht anerkannt. Die
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Untersuchungsbehörden des Kantons Thurgau hätten bis anhin noch keinen
schlüssigen Beweis erbracht, für die ihm vorgeworfenen deliktischen Handlungen
gegen das Strassenverkehrsgesetz gebe es nach wie vor keine Verurteilung. Der
Sachverhalt werde untersucht. Sowohl anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme
vom 7. März 2009 als auch der zweiten untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom
11. Juni 2009 habe er die ihm vorgeworfenen Tathandlungen weitgehend bestritten.
Damit werde das Geständnis vom 8. März 2009, das nach einer Nacht in
Untersuchungshaft sehr einsilbig ausgefallen sei, relativiert. Für die Aussprechung
eines Sicherungsentzugs müssten hinreichend begründete Anhaltspunkte dafür
vorliegen, dass der Führer rücksichtslos fahren werde. Diese Frage sei anhand der
Vorkommnisse und der persönlichen Umstände zu beurteilen. Die gefestigten
persönlichen Umstände (erfolgreiche selbständige Erwerbstätigkeit, Aussendienst,
intaktes familiäres Umfeld) seien von der Vorinstanz nicht berücksichtigt worden. Die
Vorinstanz habe einzig gestützt auf zwei Vorkommnisse, wovon eines leicht und das
andere weder erwiesen noch anerkannt sei, einen vorsorglichen Führerausweisentzug
sowie eine verkehrspsychologische Begutachtung angeordnet. Damit habe sie ihr
Ermessen missbraucht.
Das verkehrspsychologische Gutachten sei weder stichhaltig noch schlüssig, sondern
weit von einer objektiv-neutralen und professionellen Beurteilungsgrundlage entfernt.
Beim Leistungstest habe er überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Als positive
Faktoren würden sodann seine berufliche Ausbildung und das vorhandene
Beziehungsnetz erwähnt. Er beschäftige vier Mitarbeiter, trage eine grosse
Verantwortung und investiere viel in seine berufliche Karriere. Weniger positiv fielen die
Testresultate zu seiner Persönlichkeit aus. In Bezug auf den angewendeten Test TVP
werde verbreitet darauf hingewiesen, dass dieser im Rahmen einer diagnostischen
Gesamtstrategie zu sehen sei. Er liefere lediglich Hinweise für eine Interpretation,
verbiete jedoch die Zuordnung von Personen in die Kategorien "auffällig" oder
"unauffällig". Das Gutachten kranke daran, dass es nebst dem Test nur ein Interview
als weiteres Beurteilungskriterium ausweise. Ob dieses vor oder nach dem Test
durchgeführt worden sei, gehe aus dem Gutachten nicht hervor. Das Interview
hinterlasse den Eindruck, als sei dieses nur gestützt auf das Aktenstudium der beiden
verkehrsrechtlichen Delikte, welche ihm vorgeworfen würden, vorgenommen worden.
Es gleiche eher einer untersuchungsrichterlichen Einvernahme als einem
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psychologischen Diagnosegespräch und sei voll von Suggestivfragen. Es sei
nachvollziehbar, wenn er bei solchen Fragen der Gutachterin nicht habe widersprechen
wollen. Teilweise seien Fragestellung und Schlussfolgerung bedenklich. Zuerst werde
er explizit zum Vorfall vom 7. März 2009 befragt, nachher werde ihm vorgeworfen, er
habe das Ereignis vom 24. Februar 2009 nicht erwähnt. Daraus könne ihm kein Vorwurf
gemacht werden. Das Gutachten gehe davon aus, dass er die ihm vorgeworfenen
Verkehrsregelverletzungen vom 7. März 2009 begangen habe, obschon er diesen
Vorfall weitgehend bestreite und die strafrechtliche Untersuchung immer noch
andauere. Daher könnten ihm im Zusammenhang mit seinen Aussagen zu jenem
Ereignis weder eine wenig kritische Darstellung des eigenen Verhaltens noch eine
mangelnde Reflexion des Fehlverhaltens vorgeworfen werden. Es sei ihm zwar klar,
dass er an jenem Tag nicht alle Vorschriften korrekt eingehalten habe, sein Verhalten
sei aber weit von den ihm vorgeworfenen Tathandlungen entfernt. Vor diesem
Hintergrund gelange die Verkehrspsychologin zum Schluss, seine Angaben, wonach er
überdurchschnittlich kontrolliert, belastbar und emotional ausgeglichen sei, seien
auffällig und könnten nicht zutreffen. Auch im abschliessenden Kommentar werde
ausdrücklich auf sein Verhalten im Strassenverkehr Bezug genommen. Der
Unschuldsvermutung werde dadurch keine Rechnung getragen. Der Gutachterin könne
einzig zu Gute gehalten werden, dass ihr von der Vorinstanz lediglich die
untersuchungsrichterliche Einvernahme zur Verfügung gestellt worden sei. Das
verkehrspsychologische Gutachten könne deshalb keine genügende und stichhaltige
Beurteilungsgrundlage für den Sicherungsentzug bilden. Es sei geradezu willkürlich, in
der Wahrung der Verteidigungsrechte eine charakterliche Schwäche zu sehen.
b) Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass beim
Rekurrenten eine mangelnde charakterliche Fahreignung vorliege. Zur Begründung
führt sie an, dass gerade die Tatsache, dass er den Tatbestand vom 7. März 2009
bestreite, die von der Gutachterin erhobene charakterliche Nichteignung unterstreiche
und als Schutzbehauptung interpretiert werden müsse. In der
untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 8. März 2009 habe der Rekurrent die ihm
vorgeworfenen Tatbestände frei und ohne Druck zugegeben. Aufgrund des Gutachtens
stehe fest, dass der Rekurrent im heutigen Zeitpunkt ein besonderes Risiko im
Strassenverkehr darstelle. Das Gutachten sei schlüssig und widerspreche der
Aktenlage nicht.
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c) Diesen Ausführungen ist zu entnehmen, dass die Vorinstanz davon ausgeht, der
Rekurrent habe bei seiner Fahrt am 7. März 2009 von Münsterlingen nach Romanshorn
mehrere grobe Verkehrsregelverletzungen (Überschreiten der zulässigen
Höchstgeschwindigkeiten inner- und ausserorts, Missachtung von Signalen und
Markierungen, Überholen trotz Gegenverkehr, ungenügendes Rechtsfahren) begangen,
und die Bestreitung des Vorfalls durch den Rekurrenten als Schutzbehauptung taxiert.
Im Zusammenhang mit der Verfügung eines vorsorglichen Führerausweisentzugs hat
das Bundesgericht erwogen, dass der vorsorgliche Führerausweisentzug wie der
Sicherungsentzug unabhängig von einem Verschulden erfolge. Massgebend sei, ob der
Betroffene noch fähig sei, ein Motorfahrzeug zu führen, oder ob ihm dies aus Gründen
der Verkehrssicherheit untersagt werden müsse. Dass entsprechende Schritte sofort
einzuleiten seien, verstehe sich angesichts der Natur der Sache von selbst. Dem
Sicherungsentzug lägen denn auch andere Überlegungen und Gewichtungen zugrunde
als dem Strafverfahren wegen der Verkehrsregelverletzungen. Angesichts der völlig
anderen Zielsetzung des Sicherungsentzugs im Vergleich zum Warnungsentzug finde
der Grundsatz der Unschuldsvermutung, der durch Art. 6 der Europäischen Konvention
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101) garantiert werde, auf
derartige Verfahren keine Anwendung. Aufgrund des grossen Gefährdungspotenzials,
welches dem Führen eines Motorfahrzeugs eigen ist, erlauben schon Anhaltspunkte,
die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer
erscheinen lassen und ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung erwecken, den
vorsorglichen Ausweisentzug. Ein strikter Beweis ist nicht erforderlich. Der strikte
Beweis für eine Sucht oder für andere die Fahreignung ausschliessende Umständen ist
nicht erforderlich. Wäre dieser erbracht, müsste unmittelbar der Sicherungsentzug
selber verfügt werden (BGE 122 II 359 E. 2 und 3; 125 II 492 E. 2). Gleich verhält es
sich bei der Anordnung von Massnahmen zur Abklärung der Fahreignung.
Der Rekurrent erwarb den Führerausweis auf Probe am 7. November 2008. Am
24. Februar 2009 verursachte er in St. Gallen unbestrittenermassen eine
Auffahrkollision. Diesbezüglich wurde noch keine Administrativmassnahme verfügt.
Anlass für die Abklärung der Fahreignung beim Rekurrenten war der Vorfall vom
7. März 2009. Laut Rapport der Kantonspolizei vom selben Tag beobachtete ein
Fahrzeuglenker, dass zwei Personenwagen auf der Strecke Scherzingen-Romanshorn
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häufig zu schnell unterwegs waren, gefährliche Überholmanöver ausführten sowie
Sicherheitslinien und Sperrflächen überfuhren. Die Polizei konnte die beiden Lenker in
Romanshorn anhalten, einer davon war der Rekurrent. Die zwei Lenker wurden in
Untersuchungshaft versetzt und tags darauf vom Untersuchungsrichter einvernommen.
Die Kantonspolizei Thurgau nahm dem Rekurrenten den Führerausweis auf der Stelle
ab und übermittelte der Vorinstanz den Rapport samt den untersuchungsrichterlichen
Einvernahmen des Rekurrenten und des anderen Lenkers (act. 8/4). In dieser
Einvernahme vom 8. März 2009 machte der Rekurrent Angaben zu fraglichen Fahrt
vom Vortag. Er gab zu, verschiedene Gesetzwidrigkeiten begangen und eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen zu haben. Er sei aus lauter Blödsinn so
schnell gefahren, ein Rennen sei es aber nicht gewesen. Die ihm vorgeworfenen
groben Verkehrsregelverletzungen (mehrfache Überschreitung der
Höchstgeschwindigkeiten inner- und ausserorts, mehrfache Missachtung von Signalen
und Markierungen, mehrfaches Überholen trotz Gegenverkehr bzw. Versuch dazu,
mehrfaches ungenügendes Rechtsfahren) anerkannte er als richtig. Der Lenker des
anderen beteiligten Fahrzeugs sagte aus, dass sie beide zu schnell unterwegs gewesen
seien und der Rekurrent ihn mehrmals überholt habe, auch innerorts. Es sei ein Rennen
gewesen. Die Aussage des Zeugen würde zutreffen. Aufgrund dieser Aktenlage
bestanden im damaligen Zeitpunkt begründete Zweifel an der Fahreignung des
Rekurrenten, weshalb die Vorinstanz ihm zu Recht den Führerausweis vorsorglich
entzog und eine verkehrspsychologische Begutachtung anordnete. Das Abwarten des
rechtskräftigen Strafurteils war dazu nicht nötig. Von einer Bestreitung der dem
Rekurrenten vorgeworfenen Verkehrsregelverletzungen hatte die Vorinstanz damals
keine Kenntnis. Gegen diese beiden Verfügungen ergriff der Rekurrent zudem keine
Rechtsmittel. Mit dem Sicherungsentzug fiel der vorsorgliche Führerausweisentzug
jedoch dahin.
Anders als bei der Anordnung eines vorsorglichen Führerausweisentzugs bzw. im
Rahmen der Abklärung der Fahreignung setzt die Verfügung eines Sicherungsentzugs
den strikten Nachweis einer mangelnden Fahreignung voraus. Blosse
Verdachtsmomente genügen dafür nicht. Das bisherige Verhalten, aufgrund dessen der
Führer nicht Gewähr bietet, künftig die Verkehrsvorschriften zu beachten und auf die
Mitmenschen Rücksicht zu nehmen, muss nachgewiesenermassen tatsächlich
vorliegen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Frage nach der
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künftigen Prognose anhand der Vorkommnisse (unter anderem Art und Zahl der
begangenen Verkehrsdelikte) und der persönlichen Umstände zu beurteilen. Wie der
Rekurrent zu Recht anführt, ist gerade beim Sicherungsentzug wegen charakterlicher
Nichteignung entscheidend, ob der oder die Verkehrsregelverstösse, die zur Abklärung
der Fahreignung Anlass gegeben haben, tatsächlich begangen worden sind, es sei
denn, das verkehrspsychologische Gutachten komme auch ohne Verwendung dieser
Vorkommnisse zum Schluss, dass die Fahreignung nicht gegeben sei.
Am 11. Juni 2009 wurde der Rekurrent vom Bezirksstatthalter des Bezirks Arbon zum
zweiten Mal als Beschuldigter zu den Vorfällen vom 7. März 2009 einvernommen (act.
2/9). Er gab dabei an, auf der Fahrt von Münsterlingen nach Romanshorn "e chli rassig"
unterwegs gewesen zu sein. Übertrieben schnell sei er aber nicht gefahren. 24 km/h zu
schnell dürfe man ja fahren. Die Aussagen des Zeugen könnten nicht stimmen. Er sei
weder Schlangenlinien noch parallel gefahren. Überholen dürfe man, es habe jeweils
keine Sicherheitslinien gehabt. Er bezeichnete sich, abgesehen von der Überschreitung
der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts sowie der Einhaltung eines
ungenügenden Sicherheitsabstands als unschuldig. Im Strafverfahren macht der
Rekurrent geltend, seine Inhaftierung in der Nacht vom 7. auf den 8. März 2009 sei
traumatisierend und angsteinflössend gewesen. Daher habe er am nächsten Morgen
den ihm vorgeworfenen Sachverhalt grösstenteils zugegeben, um möglichst schnell
nach Hause zu kommen. Tags zuvor habe er der Polizei gegenüber den angeblichen
Tathergang noch bestritten. Es sei auffällig, dass er beim angeblichen Geständnis
keine eigene detaillierte Schilderung abgegeben, sondern hauptsächlich die
Vorhaltungen des Untersuchungsrichters bestätigt habe. Eine solche Schilderung hätte
er auch nicht abgeben können, da diese Verfehlungen nicht stattgefunden hätten. Das
angebliche Geständnis vom 8. März 2009 sei daher völlig unglaubwürdig (act. 2/10).
Die Strafsache ist immer noch pendent.
Die Vorinstanz erfuhr von der Bestreitung der dem Rekurrenten zur Last gelegten
Verkehrsregelverletzungen erstmals im Rahmen der Gewährung des rechtlichen
Gehörs unmittelbar vor Erlass der Entzugsverfügung vom 12. Januar 2010. Die
verkehrspsychologische Untersuchung fand am 30. September 2009 statt. Der
Gutachterin standen die damals vorhandenen Akten der Vorinstanz zur Verfügung.
Folglich ging sie bei Erstellung des Gutachtens davon aus, dass der Rekurrent die ihm
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zur Last gelegten mehrfachen groben Verkehrsregelverletzungen auch tatsächlich
begangen hatte. Bereits bei den Zuweisungsgründen werden diese Verletzungen wie
eine Tatsache aufgeführt (act. 8/9). Im Gutachten ist zudem die Rede von zwei "Fällen":
Fall 1 vom 24. Februar 2009 und Fall 2 vom 7. März 2009. Auf den zweiten Fall
angesprochen gab der Rekurrent gegenüber der Verkehrspsychologin zu, etwas
schneller gefahren zu sein und allenfalls den erforderlichen Abstand nicht eingehalten
zu haben. Bezüglich einer Beinahekollision sowie eines unzulässigen Überholmanövers
beschuldigte er den Lenker des anderen beteiligten Fahrzeugs. Er selbst habe erst
überholt, als es nicht gefährlich gewesen sei. Er sei auch nicht nebeneinander
gefahren. Es sei kein Rennen gewesen. In der Zusammenfassung des Gutachtens wird
ausgeführt, den Akten sei zu entnehmen, dass der Rekurrent "am 7. März 2009 mit
übersetzter Geschwindigkeit und durch mehrere grobe Verkehrsregelverletzungen
erneut verkehrsauffällig" geworden sei. Die Schlussfolgerungen, wonach der Rekurrent
sein Fahrverhalten bagatellisiere, es ihm an einem entsprechenden
Gefahrenbewusstsein sowie an der Bereitschaft fehle, die Vorgänge und das eigene
Fahrverhalten zu reflektieren, und bei ihm nur eine geringe Bereitschaft vorhanden sei,
Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen, sind untrennbar mit der
Annahme verknüpft, dass der Rekurrent diese Verkehrsregelverletzungen tatsächlich
begangen hat. Wegen der angeblich bagatellisierenden Haltung erachtet die
Gutachterin die Selbstdarstellung des Rekurrenten, wonach dieser überdurchschnittlich
kontrolliert, belastbar und emotional ausgeglichen sei, als auffällig und zweifelhaft;
insbesondere auch, da die Realität stark davon abweiche, denn das Verhalten im
Strassenverkehr zeige, dass der Rekurrent sich alles andere als unter Kontrolle habe.
Die Verkehrspsychologin gelangt zum Schluss, das Risiko, dass sich der Rekurrent
auch in Zukunft nicht an das Strassenverkehrsrecht halten werde, sei erhöht. Bei
gesamthafter Betrachtung der Fahranamnese, der Delikte, der Exploration und der
erhobenen Befunde müsse davon ausgegangen werden, dass eine nachhaltige
Entwicklung und Veränderung der Persönlichkeit derzeit noch nicht angenommen
werden könne. Persönliche Defizite seien in den Bereichen der Reflexion des eigenen
Fehlverhaltens, der Introspektion, des Gefahrenbewusstseins, der
Verantwortungsübernahme (Reife) und der Selbststeuerung auszumachen. Die
charakterliche Nichteignung für Motorfahrzeuge müsse derzeit als ungenügend
beurteilt werden.
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Das Gutachten geht damit in tatsächlicher Hinsicht vom im Strafverfahren erhobenen
Vorwurf der mehrfachen groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 7. März 2009,
aus. Diese Annahme hatte, wie gezeigt, einen entscheidenden Einfluss auf die
Beurteilung der Fahreignung. Da der Rekurrent den Vorfall vom 7. März 2009
grösstenteils bestreitet und noch keine rechtskräftige strafrechtliche Verurteilung
vorliegt, basiert das Gutachten auf falschen Tatsachen. Es kann nicht Sache der
Administrativbehörden bzw. eines Gutachters sein, die strafrechtliche Würdigung
vorzunehmen. Einerseits verfügen diese nicht über sämtliche Akten, andrerseits stehen
ihnen nicht dieselben Mittel zur Verfügung (Möglichkeit der mündlichen Verhandlung,
Einbezug des Strafverfahrens gegenüber dem zweiten beteiligten Lenker,
Konfrontationseinvernahme mit Zeugen, etc.). Die Auffahrkollision vom 26. Februar
2009 stellt für sich allein genommen keine genügende Grundlage für die gezogenen
Schlussfolgerungen dar. Das verkehrspsychologische Gutachten vom 30. November
2009 vermag daher im heutigen Zeitpunkt den schlüssigen Nachweis für das Vorliegen
hinreichend begründeter Anhaltspunkte, dass der Rekurrent auch künftig gegen die
Strassenverkehrsvorschriften verstossen wird, nicht zu erbringen. Folglich kann es
keine hinreichende Grundlage für den von der Vorinstanz verfügten Sicherungsentzug
aus charakterlichen Gründen bilden. Der Rekurs ist somit gutzuheissen und die
angefochtene Verfügung vom 15. Januar 2010 aufzuheben.
d) Zwar handelt es sich um ein Verfahren wegen Sicherungsentzugs. Bei einer
Konstellation wie der vorliegenden, in welcher jene Verkehrsregelverstösse bestritten
werden, mit denen die charakterliche Nichteignung begründet wird, muss analog zur
Rechtsprechung beim Warnungsentzug mit dem Entscheid zugewartet werden, bis ein
rechtskräftiges Strafurteil vorliegt (vgl. BGE 119 Ib 158 E. 2c/bb). Ob bis dahin die
Voraussetzungen für einen vorsorglichen Führerausweisentzug gegeben sind, ist nicht
in diesem Verfahren zu entscheiden.
4.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist angemessen (vgl.
Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist
anzuweisen, dem Rekurrenten den Kostenvorschuss von Fr. 1'500.--
zurückzuerstatten.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
b) Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und
angemessen erscheinen. Im vorliegenden Fall war im Hinblick auf Fragen im
Zusammenhang mit dem Sicherungsentzug bei bestrittenem Sachverhalt der Verzicht
auf den Beizug eines Rechtsvertreters im Rekursverfahren nicht zumutbar. Eine
Kostennote ist nicht eingereicht worden. Angesichts des Aktenumfangs, des Aufwands
für die Rekurseingabe und des Umstandes, dass der Rechtsvertreter das Mandat am
12. August 2010 niedergelegt hat und damit im Zusammenhang mit der
Urteilseröffnung kein zusätzlicher Aufwand mehr anfällt, erscheint eine Entschädigung
von Fr. 2'000.-- zuzüglich Barauslagen (4% davon) und Mehrwertsteuer (7,6% davon)
als angemessen (Art. 19, 22 Abs. 1 lit. b, 28 und 29 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75). Entsprechend dem
Verfahrensausgang sind dem Rekurrenten die ausseramtlichen Kosten vollumfänglich,
d.h. mit Fr. 2'238.10 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen (Art.
98 VRP). Kostenpflichtig ist der Staat (Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt).