Decision ID: d60cd71c-6b21-5503-ba4f-addbb294e4b5
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Corinne Willimann, Brack & Partner AG,
Werftestrasse 2, 6005 Luzern,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 8. Februar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Hausarzt Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, diagnostizierte im
Bericht vom 21. Mai 2007 (Datum Posteingang IV-Stelle) mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine idiopathische Skoliose mit Diskushernie und Foraminalstenose L5/
S1 rechtsbetont mit Status nach Dekompression sowie "Anulus fibrosus Evaportion"
L5/S1 (IV-act. 19). Mit Vorbescheid vom 13. März 2008 stellte die IV-Stelle der
Versicherten in Aussicht, das Gesuch um berufliche Massnahmen abzuweisen, da sie
sich nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 48). Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
für eine leidensangepasste Tätigkeit und in Anwendung der sogenannten gemischten
Methode (Status: 80% Erwerb, 20% Haushalt) ermittelte die IV-Stelle einen
Invaliditätsgrad von 1% und zeigte an, das Rentengesuch abzuweisen (Vorbescheid
vom 14. März 2008, IV-act. 50). Gegen die beiden Vorbescheide erhob die Versicherte
am 28. April 2008 Einwand (IV-act. 57). C._, Facharzt für Anästhesiologie, berichtete
am 7. Mai 2008 gegenüber dem Hausarzt, bei der hochgradigen Chronifizierung mit
Beeinträchtigung des gesamten soziofamiliären und beruflichen Umfelds empfehle er
dringend eine psychologische Erstdiagnostik. Im durchgeführten Screening (PHQ-D)
habe die Versicherte zudem Hinweise auf eine Major Depression gezeigt. In der
Diagnoseliste führte er u.a. eine schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F32.2) auf (IV-act. 92-1 ff.).
A.b In der Folge wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle am 11. und 12. August
2008 somatisch in der AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG
und am 20. August 2008 psychiatrisch von Dr. med. D._, Psychiatrie/Psychotherapie
FMH, begutachtet. Die Experten führten im Gesamtgutachten vom 21. November 2008
aus, die Versicherte leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einem chronischen
lumbovertebralen/-spondylogenen Syndrom rechtsbetont sowie an einem Status nach
HWS-Versteifung C5/6 am 24. November 2003. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe eine leichte Anpassungsstörung mit Angst und Depression
gemischt (ICD-10: F43.22). Sie bescheinigten sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Verkäuferin als auch für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 75%ige
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Arbeitsfähigkeit (IV-act. 69; zum psychiatrischen Teilgutachten vom 22. September
2008 siehe IV-act. 67).
A.c Vom 24. bis 25. November 2008 befand sich die Versicherte zur stationären
Behandlung in der Klinik E._. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen
diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und gaben an,
im letzten Monat sei es zur Entwicklung einer depressiven Symptomatik im Rahmen
einer Lebenskrise (Scheidung, chronische Rückenschmerzen, Arbeitslosigkeit)
gekommen (Austrittsbericht vom 3. Dezember 2008, IV-act. 79-2 ff.). In den beiden
Verfügungen vom 20. April 2009 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Massnahmen (IV-act. 83) und Rentenleistungen (IV-act. 84) ab. Die dagegen erhobene
Beschwerde vom 26. Mai 2009 (IV-act. 90-2 ff.) hiess das Versicherungsgericht
teilweise gut. Es wies die Sache wegen unvollständiger Sachverhaltsermittlung zur
Vornahme weiterer medizinischer (rheumatologischen, psychiatrischen und
neurologischen) Abklärungen an die IV-Stelle zurück (Entscheid vom 24. März 2011,
IV 2009/186, IV-act. 116).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 19. April, 15. Mai, 21. Juni und
18. Juli 2012 polydisziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch, neurologisch
und psychiatrisch) im BEGAZ Begutachtungszentrum BL untersucht. Die Experten
diagnostizierten mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch rezidivierendes
cervicobrachiales und cervicocephales Schmerzsyndrom, ein chronisch rezidivierendes
lumboischialgiformes Schmerzsyndrom sowie einen Status nach zwei
Drehschwindelattacken 09/2007 und 03/2009. Gesamtmedizinisch gelangten sie zum
Schluss, dass aus neurologischer Sicht seit 2003 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten bestehe. Aufgrund der nun doch jahrelangen relativen
Schonung bestehe eine Dekonditionierung, so dass zunächst nur eine
Leistungsfähigkeit von 50% bestehe mit jedoch Option, durch ein geeignetes
muskuläres Aufbautraining innert drei bis vier Monaten eine 75%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten zu erreichen (Gesamtgutachten vom 22. August 2012,
IV-act. 157-54 f.). RAD-Ärztin Dr. med. E._, Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, hielt
das BEGAZ-Gutachten für schlüssig. Es könne vollumfänglich darauf abgestellt werden
(Stellungnahme vom 29. August 2012, IV-act. 158).
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A.e Ausgehend von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
ermittelte die IV-Stelle im Rahmen eines Einkommensvergleichs einen 25%igen
Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 18. Januar 2013 die
Rentenabweisung in Aussicht (IV-act. 170). Dagegen erhob diese am 20. Februar 2013
Einwand (IV-act. 172). Am 1. März 2013 verfügte die IV-Stelle die Rentenabweisung (IV-
act. 175).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 1. März 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 18. April 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu
gewähren. In der Begründung hält sie es für widerrechtlich, dass über den
Rentenanspruch vor Prüfung der Eingliederungsfrage entschieden worden sei. Des
Weiteren bringt sie vor, das BEGAZ-Gutachten leide an verschiedenen Mängeln.
Sodann rügt sie eine systematische Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs.
Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei ferner auf den tatsächlich erzielten
Verdienst abzustellen. Selbst wenn vorliegend ein Abstellen auf den einschlägigen
Durchschnittslohn zulässig wäre, so rechtfertige sich ein 25%iger Tabellenlohnabzug
(act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Vorab weist sie darauf hin, dass Gegenstand der
angefochtenen Verfügung einzig die Abweisung des Rentenbegehrens bilde. In
medizinischer Hinsicht sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten auszugehen, da die aus neurologischer Sicht bescheinigte 25%ige
Arbeitsunfähigkeit nicht auf einem objektivierbaren Substrat gründe. Im Übrigen sei das
BEGAZ-Gutachten beweiskräftig. Da die Beschwerdeführerin die Restarbeitsfähigkeit
nicht in vollem zumutbarem Umfang verwerte, sei bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens auf die Durchschnittslöhne abzustellen. Ein Tabellenlohnabzug
rechtfertige sich nicht (act. G 3).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 12. August 2013 wird dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 9).
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B.d Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 5. Oktober 2013, in der sie
verschiedene Anträge präzisiert, an ihrer Beschwerde fest. Des Weiteren macht sie
einen seit der angefochtenen Verfügung verschlechterten Gesundheitszustand geltend
(act. G 14).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 16).
B.f Am 31. Oktober 2014 berichtet die Beschwerdeführerin über eine weitere
gesundheitliche Verschlechterung (act. G 21).

Erwägungen:
1.
In formeller Hinsicht hat die Beschwerdegegnerin (act. G 3, Rz 1) betreffend die von der
Beschwerdeführerin gestellten Anträge auf Eingliederungsmassnahmen sowie
Taggeldleistungen (act. G 1, Ziff. 3; vgl. auch act. G 14 Ziff. 3 und 5.1
["Wartetaggelder"]) zutreffend angemerkt, dass einzig der Rentenanspruch Gegenstand
der angefochtenen Verfügung bildet. In der angefochtenen Verfügung wurde die
Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie hinsichtlich
Eingliederungsmassnahmen einen separaten Entscheid erhalten werde (IV-act. 175). Im
Hinblick darauf, dass der angefochtenen Verfügung kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad zugrunde gelegt wurde, ist die Frage betreffend
Eingliederungsmassnahmen auch nicht notwendigerweise deren Gegenstand. Unter
diesen Umständen ist auf die Beschwerdeanträge bezüglich Eingliederungs- und
Taggeldleistungen nicht einzutreten (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1).
2.
Die richterliche Überprüfung einer Verwaltungsverfügung ist grundsätzlich auf den
Zeitraum bis zum Erlass dieser Verfügung (vorliegend: 1. März 2013; IV-act. 175)
beschränkt; nachträgliche Sachverhalts- und Rechtsänderungen werden nicht
berücksichtigt (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Der von der Beschwerdeführerin
ins Feld geführte, seit der Verfügung veränderte Sachverhalt (act. G 14, S. 11 f., und
G 21) hat daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren ausser Acht zu bleiben.
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3.
Die Beschwerdeführerin rügt aus verschiedenen Gründen eine Gehörsverletzung.
3.1 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei
darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung
hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben,
weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 183 E. 2b;
siehe auch Art. 74 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV;
SR 831.201]).
3.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt, sie habe im Schreiben vom 26. Oktober 2012
dargelegt, dass sie von ihrem damaligen Arbeitgeber nach Bedarf eingesetzt werde.
Sie habe keinen vertraglichen Anspruch auf ein bestimmtes Pensum. Sie habe keine
Möglichkeit, ihr Pensum zu erhöhen. Dieser Umstand sei im Einwand noch einmal
ausführlich dargelegt worden (act. G 1, Rz 19). Die Beschwerdegegnerin habe dies
ignoriert und sei unbeirrt davon ausgegangen, sie (die Beschwerdeführerin) könne ihr
Pensum in ihrer aktuellen Tätigkeit auf 75% erhöhen (act. G 1, Rz 20). In der Verfügung
vom 1. März 2013 legte die Beschwerdegegnerin dar, dass sie gestützt auf die
Beurteilung des BEGAZ-Gutachtens davon ausgehe, die Beschwerdeführerin verfüge
(medizinisch-theoretisch) für eine leidensangepasste sowie die aktuell ausgeübte
Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin über eine 75%ige Arbeitsfähigkeit; nachfolgend
hielt sie fest, die versicherte Person verwerte ihre Restarbeitsfähigkeit nicht im
zumutbaren Ausmass, weshalb auf Tabellenlöhne abzustellen sei (IV-act. 175-3). Eine
Verletzung der Begründungspflicht ist damit zu verneinen. Der Vollständigkeit halber ist
anzumerken, dass das materielle Vorbringen der Beschwerdeführerin ins Leere zielt, da
weder dargelegt noch ersichtlich ist, inwiefern die bedarfsabhängige Nachfrage des
Arbeitgebers nach der Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin geeignet ist, die
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medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsschätzung der BEGAZ-Gutachter in Frage zu
stellen.
3.3 Eine weitere Gehörsverletzung erblickt die Beschwerdeführerin darin, dass die
Beschwerdegegnerin verfügt habe, bevor sie eine Liste über die tatsächlich
aufgewandten Arbeitsstunden für jeden einzelnen Kundenbesuch habe nachreichen
können (act. G 1, Rz 36). Da sich die Beschwerdeführerin bereits im Einwand vom
20. Februar 2013 einlässlich zu ihrer aktuellen Leistungserbringung äusserte (IV-
act. 172-8 f.) und am 21. Februar 2013 weitere Lohndokumente einreichte (IV-act. 173),
stellt es für sich allein keine Verletzung des Gehörsanspruchs dar, wenn die
Beschwerdegegnerin - ohne entsprechendes Gesuch um Gewährung einer Frist für die
Einreichung weiterer Dokumente - die im Einwand vom 20. Februar 2013 vage
angekündigten weiteren Informationen vor Verfügungserlass nicht abgewartet hat (die
zusätzlich aufgewendete Zeit für Vorbereitungen, Terminvereinbarungen seien bislang
von der Beschwerdeführerin noch nicht erfasst worden, "werden aber exemplarisch für
die Zukunft aufgelistet und nachgereicht"; IV-act. 172-9). Schliesslich war auch nicht zu
erwarten, dass sich aus den in Aussicht gestellten, einzig im Zusammenhang mit der
tatsächlich ausgeübten Tätigkeit stehenden Unterlagen relevante Aspekte für die
Beurteilung des Rentenanspruchs bzw. der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten ergeben würden.
3.4 Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, sie habe vor dem Gutachten im
Schreiben vom 12. Januar 2012 Ergänzungsfragen gestellt (IV-act. 143), die aber von
der Beschwerdegegnerin in Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht den Gutachtern
gestellt worden seien oder welche die Gutachter nicht beantwortet hätten (act. G 1,
Rz 50). Die Beschwerdegegnerin hat der Gutachterstelle mit Schreiben vom 26. Januar
2012 "die Zusatzfragen / Schreiben 12.01.2012" zugestellt und ausdrücklich um
entsprechende Beantwortung ersucht (IV-act. 146). Eine Gehörsverletzung liegt nicht
vor, zumal sich die betroffenen Ergänzungsfragen gemäss Beschwerdeführerin primär
auf die vorliegend nicht Verfahrensgegenstand bildenden Eingliederungsmassnahmen
beziehen (act. G 1, Rz 50). Ob sich die gutachterliche Einschätzung hinsichtlich der
Restarbeitsfähigkeit als unvollständig erweist, wird im Rahmen der Beweiswürdigung
zu beurteilen sein.
4.
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Materiell ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu prüfen.
4.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der IVV sowie
des ATSG und am 1. Januar 2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft
getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche
Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei
Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben,
als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung
ist am 1. März 2013 (IV-act. 175) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist
(Anmeldung vom 8. Februar 2007, worin auf eine seit 15. Mai 2006 bestehende
Arbeitsunfähigkeit hingewiesen wurde, IV-act. 1), der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision und der IV-Revision 6a begonnen hat.
Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit
bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar
2008 auf die neuen Normen der 5. IV-Revision (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V
445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab
1. Januar 2012 geltenden Normen der IV-Revision 6a abzustellen. Nachfolgend werden
die seit 1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben,
soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
4.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
4.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
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Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
5.
Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.
Die Beschwerdegegnerin legte der angefochtenen Verfügung das BEGAZ-Gutachten
vom 22. August 2012 zugrunde (IV-act. 175). Die Beschwerdeführerin hält das BEGAZ-
Gutachten aus verschiedenen Gründen für mangelhaft (act. G 1).
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5.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die BEGAZ-Gutachter seien davon ausgegangen,
dass sie mit ihrer heutigen Anstellung im Aussendienst eine optimal adaptierte Tätigkeit
gefunden habe. Dieser optimal wechselbelastenden adaptierten Tätigkeit könne sie
nach gutachterlicher Ansicht vollschichtig, aber mit einer Leistungseinbusse von 25%
nachgehen. Dabei sei versäumt worden zu klären, ob es ihr in dieser Tätigkeit
überhaupt möglich sei, das Pensum zu erhöhen. Das Gutachten lasse einen
zusammenfassenden, vollständigen Katalog, welche Bewegungen im Rahmen einer
leidensadaptierten Tätigkeit zu vermeiden seien, vermissen (act. G 1, Rz 17).
5.1.1 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die Abklärung der Frage, ob
eine allfällige Pensumerhöhung arbeitgeberseits überhaupt nachgefragt wird, nicht
Sache der medizinischen Fachpersonen. Diese haben einzig aus medizinisch-
theoretischer Sicht die Leistungsfähigkeit zu beurteilen. Es ist daher in diesem Kontext
irrelevant, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der Beschäftigungslage (siehe zu den
Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend ihre Einsätze act. G 1, Rz 19)
überhaupt die Möglichkeit hatte, ihr Pensum zu erhöhen. Ein medizinischer
Abklärungsbedarf bzw. eine Unvollständigkeit der gutachterlichen Beurteilung ist daher
zu verneinen.
5.1.2 Aus dem Gutachten lassen sich die im Rahmen einer leidensangepassten
Tätigkeit zu beachtenden medizinischen Anforderungen ohne weiteres entnehmen. Aus
neurologischer Sicht wird eine wechselbelastende Tätigkeit gefordert, bei der keine
grösseren Gewichte gehoben werden müssen und v.a. kein längeres Sitzen anfällt (IV-
act. 157-46). Rheumatologischerseits sei zu beachten, dass der Beschwerdeführerin
nur noch leichte, wechselbelastende, rückenadaptierte Tätigkeiten zugemutet werden
können, wobei repetitive Rotationsbewegungen mit dem Oberkörper, Arbeiten mit den
Armen in oder über der Horizontalen und v.a. Arbeiten in Zwangshaltungen
ausgeschlossen werden müssen (IV-act. 157-47). Die BEGAZ-Gutachter haben damit
die Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit hinreichend konkret und
umfassend dargestellt. Als aktenwidrig erweist sich denn auch die Rüge der
Beschwerdeführerin, das Gutachten lasse offen, ob "z.B. Heben über Kopf" (act. G 1,
Rz 17) zu vermeiden sei, äusserte sich doch der rheumatologische Gutachter
ausdrücklich hierzu (keine Arbeiten mit den Armen in oder über der Horizontalen, IV-
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act. 157-47), worauf die Beschwerdeführerin im Übrigen bei ihren Erwägungen zum
Tabellenlohnabzug selbst hingewiesen hat (act. G 1, S. 24, Rz 46).
5.2 Des Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin, dass die von ihr gestellten
Ergänzungsfragen im BEGAZ-Gutachten weitestgehend unbeantwortet geblieben
seien, namentlich betreffend die Qualifikation der "aktuellen" Tätigkeit als eine an die
Behinderung optimal adaptierte Tätigkeit (act. G 1, Rz 17 und Rz 50). Das BEGAZ-
Gutachten orientiert sich in systematischer Hinsicht weder am Fragekatalog der
Beschwerdegegnerin (vgl. hierzu IV-act. 143-9 ff.) noch an den von der
Beschwerdeführerin gestellten Ergänzungsfragen (vgl. hierzu IV-act. 143-7), sondern
folgt einer eigenen Gliederung ohne direkten Bezug zu den Fragen der Parteien. Zwar
wäre es mit Blick auf die Übersichtlichkeit wünschenswert gewesen, wenn die
medizinischen Experten im Gutachten jeweils die einzelnen von den Parteien gestellten
Fragen abgehandelt hätten. Indessen wurden die für den Rentenanspruch relevanten
medizinischen Aspekte umfassend abgeklärt und beurteilt. Es wurden insbesondere
die von der Beschwerdeführerin gestellten Zusatzfragen betreffend die
Leistungsfähigkeit für die angestammte (Ziff. 1, IV-act. 143-7) sowie eine
leidensangepasste Tätigkeit (Ziff. 2 bis 6, IV-act. 143-7) schlüssig beantwortet (IV-
act. 157-46 f. und -54 f.). Ein Mangel an der gutachterlichen Beurteilung und eine
Unvollständigkeit in der medizinischen Sachverhaltsabklärung sind zu verneinen.
5.3 Gegen die von den BEGAZ-Experten vorgenommene retrospektive
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung wendet die Beschwerdeführerin ein, dass im Februar 2007
noch ernsthafte Beschwerden bestanden hätten und dass im Verlauf des Jahres 2007
gar eine weitere Operation in Erwägung gezogen worden sei. Damit sei die
gutachterliche Feststellung, sie habe jeweils 3 Monate nach den Operationen wieder
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erreicht, nicht
nachvollziehbar, gerade weil mit dem Serom noch Komplikationen ausgewiesen seien
(act. G 1, Rz 24).
5.3.1 Die BEGAZ-Experten führten aus, nach den operativen Eingriffen im Jahr 2003
und 2006 habe jeweils eine dreimonatige 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-
act. 157-55).
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5.3.2 Was die im November 2003 bei der Diagnose einer Osteochondrose C5/6
durchgeführte Versteifungsoperation anbelangt (vgl. hierzu die Ausführungen im
neurologischen Teil des BEGAZ-Gutachtens vom 8. August 2012, IV-act. 157-73), so
kann mangels rentenrelevanter Auswirkung (IV-Anmeldung vom 8. Februar 2007, IV-
act. 1) offen bleiben, ob postoperativ bereits nach 3 Monaten eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten wieder erreicht wurde. Ergänzend ist
zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin in der IV-Anmeldung angab, die
Behinderung bestehe seit Mitte Mai 2006 (IV-act. 1-6) und dass postoperativ offenbar
teilweise bzw. vorübergehend eine Beschwerdefreiheit erzielt wurde (siehe hierzu die
Ausführungen im AEH-Gutachten vom 21. November 2008, IV-act. 69-9, sowie der
rheumatologischen BEGAZ-Gutachterin, IV-act. 157-95).
5.3.3 Die Beschwerdeführerin wurde bei idiopathischer Skoliose, leichtgradiger
Diskusdegeneration und Protrusion L5/S1 mit foraminaler Stenosierung Facettengelenk
bedingt und Ischialgien L5/S1 rechtsbetont seit fast einem Jahr am 26. Oktober 2006
von Dr. med. G._, FMH Orthopädische Chirurgie, operiert (Dekompression,
foraminale Erweiterung, Annulus-fibrosus-Evaporation mittels EK beidseits; IV-
act. 23-5). Diesem Leiden trugen die BEGAZ-Gutachter Rechnung (siehe zur
diesbezüglichen Diagnose IV-act. 157-50 sowie zu den Restbeschwerden IV-
act. 157-73). Aus neurologischer Sicht wurde der Beschwerdeführerin im BEGAZ-
Gutachten für die damals ausgeübte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
2006 bescheinigt ("ungeeignet bzw. nicht zumutbar", IV-act. 157-77). Für
leidensangepasste Tätigkeiten wurde retrospektiv eine 75%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert (IV-act. 157-78). Angesichts dessen, dass die Restbeschwerden, "vor allem
belastungsabhängig" sind und es "bei monotoner Körperhaltung zu
Beschwerdeakzentuierungen komme" (IV-act. 157-73) erscheint es plausibel, dass für
leidensangepasste Tätigkeiten im Vergleich zur Tätigkeit als Kassiererin/Verkäuferin
eine höhere Arbeitsfähigkeit resultiert. Auch die rheumatologische Teilgutachterin
setzte sich mit der Operation vom 26. Oktober 2006 und dem dieser zugrunde
liegenden Leidensbild auseinander (IV-act. 157-87). Wie der neurologische Experte
wies sie auf einen belastungsabhängigen Charakter hin ("exazerbieren
belastungsabhängig, ungünstig sind v.a. Sitzdauern länger als eineinhalb Stunden" IV-
act. 157-95). Entscheidend ist weiter, dass hinsichtlich der Zeitspanne seit der BEGAZ-
Begutachtung rückwirkend bis zum operativen Eingriff vom 26. Oktober 2006 eine
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wesentliche, objektive Veränderung des Gesundheitszustands betreffend das
Rückenleiden weder dargetan noch ersichtlich ist. Im Licht dieser Umstände und da
sich aus dem postoperativen Verlauf (siehe hierzu etwa IV-act. 23-3, IV-act. 20) keine
Hinweise dafür ergeben, dass spätestens nach 3 Monaten für leidensangepasste
Tätigkeiten noch operativ bedingte Beeinträchtigungen bestanden haben, leuchtet die
retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein. Daran ändert nichts, dass der
Hausarzt ohne nähere Begründung für die angestammte sowie eine leidensangepasste
Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (Bericht vom 21. Mai 2007
[Datum Posteingang IV-Stelle], IV-act. 19), zumal Dr. G._ zur etwa gleichen Zeit
ausführte, in leichten körperlichen Tätigkeiten sollte eine Teilarbeitsfähigkeit von
"sicherlich 50%" aufrecht erhalten werden können (Bericht vom 31. Mai 2007, IV-
act. 20-4). Die gutachterliche Beurteilung wird auch nicht durch die MRI-Untersuchung
der LWS vom 5. Februar 2007 in Frage gestellt, worin ein Serom festgestellt wurde,
führte der Radiologe doch hierzu aus, dass es sich hierbei nicht um ein raumforderndes
Serom handle und kernspintomographisch kein Hinweis auf eine Wurzelkompression
gefunden worden sei (IV-act. 157-102).
5.4 Nach der Ansicht der Beschwerdeführerin hätten die BEGAZ-Gutachter verkannt,
dass ihre Schwindelbeschwerden nicht erst im Jahr 2008 hinzugetreten seien, sondern
dass diese bereits im Jahr 2003 ein Problem dargestellt hätten. Ferner hätten sich auch
die Nackenbeschwerden in den letzten Jahren verstärkt. Es sei naheliegend, dass die
Problematik mit den Drehschwindelattacken auch mit den Nackenbeschwerden
zusammenhänge. Es sei von den BEGAZ-Gutachtern im Hinblick auf die Eingliederung
ergänzend auszuführen, welche Tätigkeiten im Zusammenhang mit den
Nackenbeschwerden und der Schwindelproblematik zu vermeiden seien (act. G 1,
Rz 51).
5.4.1 Vorweg ist festzustellen, dass der neurologische Gutachter die Schwindel
beschwerden (zwei- bis dreimal wöchentlich auftretende Schwindelattacken, IV-
act. 157-25) gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin zeitlich festsetzte
("Ferner beklagt die Explorandin namhafte Schwindelbeschwerden, deren Beginn sie
ca. im Jahr 2008 datiert", IV-act. 157-73). Ein Mangel am BEGAZ-Gutachten ist damit
nicht dargetan.
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5.4.2 Der neurologische Gutachter gelangte in einlässlicher Diskussion der
Schwindelbeschwerden zum Schluss, dass deren Ätiologie und Stellenwert unklar
seien (IV-act. 157-73 f. und -76). Sodann setzte er sich mit den geklagten HWS-
Beschwerden auseinander (IV-act. 157-75). Die Bescheinigung einer 25%igen
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten begründete er schliesslich mit
dem Schmerzsyndrom sowie der Schwindelsymptomatik (IV-act. 157-78) und trug
damit den festgestellten Funktionsbeeinträchtigungen hinreichend Rechnung. Ein
weiterer Abklärungsbedarf besteht nicht. Im Übrigen beschlägt die von der
Beschwerdeführerin anbegehrte ergänzende Abklärung (act. G 1, Rz 51) die vorliegend
nicht Gegenstand bildende Eingliederung, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
5.5 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, aufgrund der dokumentierten
medizinischen Situation einschliesslich schwerer psychischer Symptomatik könne nicht
einfach ohne weiteres darauf geschlossen werden, dass für die ganze zu prüfende
Zeitspanne von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Es könne
nicht einfach vermutet werden, sie hätte die im Zeitpunkt des Gutachtens bestehende
Einschränkung von 50% während des gesamten zu prüfenden Zeitraums ohne
weiteres einfach überwinden können. Die infolge Dekonditionierung resultierende
Einschränkung sei relevant (act. G 14, S. 6 f.).
5.5.1 Der psychiatrische BEGAZ-Gutachter gab an, in der Untersuchung finde sich eine
psychopathologisch völlig unauffällige Explorandin, die Fragen nach irgendwelchen
psychisch relevanten Beschwerden verneint habe (IV-act. 157-83). In Würdigung der
vollständigen psychiatrisch relevanten Vorgeschichte (insbesondere der im Rahmen
einer Lebenskrise anfangs November 2008 [IV-act. 79-1] entwickelten mittelgradigen
depressiven Episode; Bericht der Klinik E._ vom 3. Dezember 2008, IV-act. 79-2 ff.)
gelangte er nachvollziehbar zur Auffassung, dass aus psychiatrischer Sicht keine
dauerhafte Störung mit Behinderungswert habe festgestellt werden können (IV-
act. 157-84). Damit geht einher, dass keine fachpsychiatrisch bescheinigte
mehrmonatige psychische Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist und
die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben eine psychotherapeutische
Behandlung nur während zwei Monaten zum Zeitpunkt der Eheproblematik mit
Scheidung in Anspruch genommen habe (IV-act. 157-25 unten). Unter diesen
Umständen kann offen bleiben, ob die im Rahmen der Lebenskrise vorübergehend
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entwickelte depressive Störung nicht bloss eine abhängige Begleitreaktion zu den
psychosozialen Umständen darstellt.
5.5.2 Gesamtmedizinisch gelangten die BEGAZ-Experten zum Schluss, dass die von
neurologischer Seite her festgehaltenen Arbeitsfähigkeiten für die angestammten sowie
für adaptierte Tätigkeiten übernommen werden könnten. Aufgrund der nun doch
jahrelangen relativen Schonung bestehe eine Dekonditionierung, so dass zunächst nur
eine Leistungsfähigkeit von 50% bestehe, mit jedoch der Option, durch ein geeignetes
muskuläres Aufbautraining innert drei bis vier Monaten die definierte angepasste
Arbeitsfähigkeit zu erreichen (IV-act. 157-55).
5.5.3 Entscheidend bei der Würdigung der von den Experten nicht näher begründeten
Dekonditionierung ist vorab, dass diese ihre Ursache in - medizinisch nicht indizierter -
jahrelanger relativer Schonung findet und damit in einer Zeit aufgetreten ist, als die
Beschwerdeführerin gemäss BEGAZ-Gutachten aus gesamtmedizinischer, auch
retrospektiv gültiger Sicht über eine 75%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten verfügte. Der Grund für die relative Schonung liegt in der Selbstlimitierung
(IV-act. 157-96 und 157-97, worin die diesbezüglichen Feststellungen des AEH-
Gutachtens [siehe hierzu IV-act. 69-10 f., oben] aufgeführt werden; zur
Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin siehe IV-act. 157-63; zu den
Inkonsistenzen betreffend Kopfbewegungen siehe IV-act. 157-92) und
"Angstkomponente" (IV-act. 157-96; vgl. hierzu auch IV-act. 107-5). Die
Beschwerdeführerin schöpfte die zumutbare Restleistungsfähigkeit von 75% jahrelang
nicht voll aus. Im Zusammenhang mit der erwähnten Dekonditionierung fällt weiter auf,
dass in keinem der BEGAZ-Teilgutachten eine Dekonditionierung oder Hinweise darauf
fassbar dargestellt werden (zum allgemein-internistischen Status siehe IV-
act. 157-26 f.; zu den neurologischen Untersuchungsbefunden, wo zumindest
betreffend die oberen und unteren Extremitäten keine Muskelatrophien festgestellt
wurden, siehe IV-act. 157-70 ff.; zum rheumatologischen Status siehe IV-
act. 157-92 f.). Der neurologische Teilgutachter bescheinigte eine voraussetzungslose
75%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten. Lediglich unter dem Titel
der therapeutischen Massnahmen erwähnt er - ohne Bezug zur Restarbeitsfähigkeit -,
dass bei Hinweisen für eine muskuläre Dysbalance und Dekonditionierung im Rahmen
der Physiotherapie vermehrtes Schwergewicht auf eine muskuläre Aufbautherapie
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gelegt werden sollte (IV-act. 157-78). Erst die rheumatologische Teilgutachterin, die der
Beschwerdeführerin für leidensangepasste Tätigkeiten "theoretisch" eine 100%ige
("vollschichtige") Arbeitsfähigkeit bescheinigt, vertrat die Auffassung, dass zunächst
nur eine Leistungsfähigkeit von 50% wegen der jahrelangen relativen Schonung bzw.
der darauf gründenden Dekonditionierung bestehe (IV-act. 157-97). Indessen
begründet sie die Dekonditionierung und deren Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit
(50%ige Beeinträchtigung auch in leidensangepasster Tätigkeit) nicht fassbar,
geschweige denn mit objektiven Befunden. Des Weiteren ergeben sich aus der übrigen
Aktenlage (etwa Bericht C._ vom 30. Januar 2009, IV-act. 92-12 ff.) keine Hinweise
für eine Dekonditionierung. Im Gegenteil wurde im AEH-Gutachten aufgeführt, es
fänden sich keine Anhaltspunkte für Atrophien. Die Muskulatur sei kräftig ausgebildet
(IV-act. 69-9). Eine die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten über eine
25%ige Arbeitsunfähigkeit hinaus beeinträchtigende Dekonditionierung, die zu einer
zusätzlichen Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 7 Abs. 2 ATSG führt, ist nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan.
5.6 Insgesamt ist gestützt auf das beweiskräftige BEGAZ-Gutachten mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für
leidensangepasste Tätigkeiten über eine 75%ige Arbeitsfähigkeit verfügt.
6.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der 75%igen Restarbeitsfähigkeit.
6.1 Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im Vergleich zum
durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn kein überdurchschnittliches Einkommen erzielt hat
(siehe IV-act. 12) und sie die ihr medizinisch-theoretisch zumutbare 75%ige Arbeits
fähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten unbestrittenermassen nicht vollständig
verwertet, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung die Vergleichseinkommen gestützt auf die gleiche
betragliche Grundlage ermittelt (IV-act. 175-2) und dem Invalideneinkommen nicht die
tatsächlich erzielten Einkommen zugrunde gelegt hat. Dies führt faktisch zu einem
Prozentvergleich.
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6.2 Hinsichtlich der Festsetzung des Invalideneinkommens verbleibt damit noch die
Prüfung eines allfälligen Tabellenlohnabzugs. Die Beschwerdeführerin hält einen Abzug
von 25% für gerechtfertigt (act. G 1, Rz 46, und G 14, S. 9 f.), währenddem die
Beschwerdegegnerin keinen Anlass für einen Abzug sieht (act. G 3, Rz 15).
6.2.1 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).
6.2.2 Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund ihres mittleren Alters (Jahrgang 1968, IV-act. 1) bei einer Einstellung einen
Lohnnachteil zu befürchten hätte. Aus der von der Beschwerdeführerin ins Feld
geführten Literatur (Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam
Lendfers, JaSo 2012, Zürich 2012, S. 143 ff.) vermag sie nichts zu ihren Gunsten
abzuleiten, da sich diese auf über 50-jährige Personen bezieht (Geertsen, a.a.O.,
S. 143). Zutreffend hingegen ist, dass das Spektrum zumutbarer Tätigkeiten durch die
leidensbedingten Anforderungen (siehe hierzu vorstehende E. 5.1.2) erheblich
eingeschränkt wird. Weitere Gründe, die bezüglich Hilfsarbeiten einen Lohnnachteil
befürchten liessen, sind weder ersichtlich noch substanziiert dargetan. Namentlich ist
kein lohnrelevantes erhöhtes Absenzenrisiko ausgewiesen. Ein lohnwirksamer Nachteil
aufgrund der geltend gemachten fehlenden Ausbildung ist angesichts der in Frage
stehenden Hilfsarbeitertätigkeit nicht nachvollziehbar. Insgesamt erscheint damit ein
10%iger Tabellenlohnabzug angemessen.
6.2.3 Ausgehend von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
und unter Berücksichtigung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs resultiert im Rahmen
eines Prozentvergleichs ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von aufgerundet
33% (25% + [75% x 10%]).
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7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
7.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 12. August
2013 bewilligt (act. 9). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin
es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO/CH; SR 272]).
7.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
7.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist
um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP