Decision ID: 898d80f7-e209-524a-93af-815b06ceb6f5
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Y.T., türkischer Staatsangehöriger, geboren am 1. Januar 1958, reiste am 20. Juni
1981 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, das am 23. Juli 1982 abgewiesen
wurde. Am 8. Juni 1983 heiratete er in Kirchberg C.I., türkische Staatsangehörige,
geboren am 28. Dezember 1962. Aus dieser Ehe gingen die Kinder A., geboren am 18.
Juni 1983, und S., geboren am 9. Juli 1990, hervor. Die Ehe T.-I. wurde geschieden.
Am 11. März 1990 wurde Y.T. eine Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen
erteilt.
Am 30. September 1996 sprach das Bezirksamt Unterrheintal Y.T. der mehrfachen
Urkundenfälschung schuldig und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen,
unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von drei Jahren. Mit
Strafbescheid vom 2. Dezember 1997 wurde Y.T. vom Bezirksamt Unterrheintal des
widerrechtlichen Betriebs einer Spielbank und der Nebenbeschäftigung ohne
Bewilligung schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 3'200.—- verurteilt.
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B./ Am 1. Juni 2001 heiratete Y.T. in W. D.G., slowakische Staatsangehörige, geboren
am 25. November 1975. Dieser Ehe entstammen die beiden in R. geborenen Kinder R.,
geboren am 9. Juli 2001, und T., geboren am 10. September 2002.
Am 13. Dezember 2001 wies das Ausländeramt das Gesuch von Y.T. um Nachzug
seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter R. ab. Die Verfügung wurde damit
begründet, der Aufenthalt des Gesuchstellers sei nicht gefestigt im Sinn von Art. 8 Ziff.
1 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(SR 0.101, abgekürzt EMRK), weil gegen ihn ein Strafverfahren wegen schwerer
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel (SR 812.121,
abgekürzt BetmG) hängig sei. Die Tatsache, dass ein Strafverfahren wegen Drohung
nicht weitergeführt worden sei, vermöge den Ausgang des Verfahrens nicht zu
beeinflussen. Des weiteren komme der Gesuchsteller seinen finanziellen
Verpflichtungen nicht nach. Beim Betreibungsamt W. sei er mit offenen Betreibungen
und Verlustscheinen in der Höhe von Fr. 52'872.15 verzeichnet. Hinzu komme, dass er
offenbar nicht in der Lage sei, seinen Alimentenverpflichtungen nachzukommen. Das
Versprechen seiner geschiedenen Ehefrau, keine Alimentenzahlungen geltend zu
machen, mute geradezu sittenwidrig an und könne nicht gehört werden. Ein gegen
diese Verfügung erhobener Rekurs wurde mit Entscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 4. Juli 2002 abgewiesen. Sodann hat das Verwaltungsgericht
einer gegen den Rekursentscheid erhobenen Beschwerde am 14. November 2002
keine Folge gegeben, nachdem der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung am 26. August 2002
abgewiesen hatte.
C./ Am 7. Januar 2004 wurde Y.T. vom Kreisgericht R. der Widerhandlung gegen das
BetmG im Sinne eines schweren Falles, des Erleichterns des rechtswidrigen
Aufenthalts und der Begünstigung schuldig erklärt und zu 21 Monaten Gefängnis
verurteilt. Am 18. Oktober 2004 hat das Kantonsgericht St. Gallen die Gefängnisstrafe
auf 18 Monate reduziert. Der Vollzug der Strafe wurde mit einer Probezeit von drei
Jahren aufgeschoben. Am 22. September 2003 war sodann ein Strafverfahren wegen
mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz eingestellt worden, weil diese Delikte
angesichts der vom Angeschuldigten zugestandenen Delikte, die separat zur Anklage
gelangten, bezüglich des zu erwartenden Strafmasses nicht ins Gewicht gefallen
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wären. Die am 9. September 2003 beschlagnahmten Waffen sowie die am 17.
September 2003 beschlagnahmten Patronen wurden eingezogen.
D./ Mit Verfügung des Ausländeramtes vom 7. Juni 2005 wurde die
Aufenthaltsbewilligung Y.T.s, die während der Dauer des Strafverfahrens jeweils nur
unter Vorbehalt verlängert worden war, widerrufen. Er wurde angewiesen, den Kanton
St. Gallen bis 20. August 2005 zu verlassen. Zur Begründung wurde im wesentlichen
ausgeführt, Y.T. habe sein Gastrecht in der Schweiz in schwerwiegender Weise
missbraucht und es erweise sich nach den gesamten Umständen als verhältnismässig,
dass er die Schweiz verlassen müsse.
Am 23. Juni 2005 erhob Y.T. gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung Rekurs
beim Justiz- und Polizeidepartement. Er stellte das Rechtsbegehren, die Verfügung des
Ausländeramtes vom 7. Juni 2005 sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu
verlängern. Das Justiz- und Polizeidepartement wies den Rekurs am 7. Februar 2006
ab und lud das Ausländeramt ein, Y.T. eine neue Frist zur Ausreise zu setzen.
E./ Mit Eingabe vom 22. Februar 2006 erhob Y.T. gegen den Entscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 7. Februar 2006 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und
stellte folgende Rechtsbegehren: Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1),
das Ausländeramt sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers
zu verlängern (Ziff. 2), der Kanton St. Gallen sei zu verpflichten, den Rechtsvertreter
zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung angemessen zu entschädigen (Ziff. 3)
und dem Beschwerdeführer seien die unentgeltliche Prozessführung sowie die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen (Ziff. 4).
Am 24. Februar 2006 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung ab.
Die Vorinstanz beantragte mit ihrer Stellungnahme vom 28. März 2006, die Beschwerde
sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Y.T.,
dessen Aufenthaltsbewilligung widerrufen worden ist, ist zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Gleiches
gilt für seinen Rechtsvertreter hinsichtlich der Bemessung der Entschädigung zufolge
unentgeltlicher Rechtsvertretung im Rekursverfahren. Nach der Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts kann der unentgeltliche Vertreter die Festsetzung der
Entschädigung im eigenen Namen mit dem ordentlichen Rechtsmittel anfechten (R.
Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Diss. St. Gallen 2004, S. 265 mit Hinweis). Sodann entsprechen die
Beschwerdeeingabe vom 22. Februar 2006 und ihre Ergänzung vom 20. März 2006
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde von Y.T. und auf die Kostenbeschwerde seines Rechtsvertreters
ist einzutreten.
2./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Die Aufenthaltsbewilligung ist
stets befristet (Art. 5 Abs. 1 ANAG).
a) Der Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung
oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung (BGE 128 II 148 mit Hinweisen). Nach
Art. 9 Abs. 1 lit. a ANAG erlischt sie mit Ablauf der Bewilligungsfrist, soweit sie nicht
verlängert worden ist. Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung
widerrufen werden, wenn eine mit ihr verbundene Bedingung nicht erfüllt wird oder
wenn das Verhalten des Ausländers Anlass zu schweren Klagen gibt. Ist beim Vorliegen
bestimmter Umstände ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zulässig, so ist umso
mehr auch die Verweigerung von deren Verlängerung gerechtfertigt (GVP 1998 Nr. 22
und 1996 Nr. 9).
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aa) Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG ist eine typische "Kann-Bestimmung". Das Gesetz sieht
beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nicht zwingend vor, dass die
Aufenthaltsbewilligung zu widerrufen ist. Es räumt der Verwaltung diesbezüglich einen
Ermessenspielraum ein. Das Verwaltungsgericht übt eine Rechtskontrolle aus (Art. 61
Abs. 1 und 2 VRP). Im Streitfall kann somit nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr
Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit rechtswidrig handelte, als sie
die bis 24. November 2005 gültige Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers
widerrief, und ob sie den Sachverhalt
richtig und vollständig festgestellt hat. Das Verwaltungsgericht hat den
Ermessensspielraum der Verwaltung zu respektieren, wenn diese bei ihrem Entscheid
von sachlichen und vernünftigen Überlegungen ausging, die mit Sinn und Zweck des
Gesetzes in Einklang stehen (GVP 1998 Nr. 71 und 1996 Nr. 9).
bb) Beim Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung hat die
zuständige Behörde eine
Interessenabwägung vorzunehmen, wobei sie die bei der Ausweisung massgebenden
Kriterien analog anzuwenden hat (vgl. dazu GVP 1996 Nr. 9 mit Hinweis auf BGE 116 Ib
117). Nach Art. 10 Abs. 1 ANAG kann ein Ausländer namentlich dann aus der Schweiz
ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich
bestraft wurde (lit. a) oder wenn sein Verhalten im Allgemeinen oder seine Handlungen
darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich an die im
Gastland geltende Ordnung zu halten (lit. b). Die Ausweisung soll indessen nur verfügt
werden, wenn sie nach den gesamten Umständen verhältnismässig erscheint (Art. 11
Abs. 3 ANAG). In diesem Zusammenhang ist namentlich auf die Schwere des
Verschuldens des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die
ihm und seiner Familie drohenden Nachteile abzustellen (Art. 16 Abs. 3 der
Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer, SR 142.201).
cc) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann bei einer Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr eine Aufenthaltsbewilligung sogar dann
verweigert werden, wenn der Inhaber einen rechtlich geschützten Anspruch auf
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Verbleib in der Schweiz hat, beispielsweise wenn er mit einer niedergelassenen
Ausländerin oder mit einer Schweizerin verheiratet ist (GVP 1998 Nr. 71 mit Hinweis auf
Pra 85/1996 Nr. 95).
b) Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, der Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung sei mit dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerten Recht auf
Familienleben nicht vereinbar. Entgegen der Annahme der Vorinstanz sei einer seiner
Söhne aus erster Ehe, S., der unter der elterlichen Obhut der Mutter stehe und in der
Schweiz eingebürgert sei, minderjährig. Er sei eine wichtige Bezugsperson seines
heranwachsenden Sohnes. Wenn er die Schweiz verlassen müsse, sei es ihm nicht
mehr möglich, die Beziehung zu S. und seinem älteren Bruder aufrechtzuerhalten und
die beiden finanziell zu unterstützen.
aa) Art. 8 Ziff. 1 EMRK – wie seit dem 1. Januar 2000 auch Art. 13 Abs. 1 der
Bundesverfassung (SR 101) – gewährleistet das Recht auf Achtung des Familienlebens.
Darauf kann sich im Rahmen eines ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens
berufen, wer nahe Verwandte mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht in der Schweiz
(Schweizer Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) hat. Soweit eine familiäre
Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen Behörde
grundsätzlich eingeräumte freie Ermessen beschränkt (BGE 127 II 64, 126 II 427, 118 Ib
157 und 116 Ib 355; vgl. auch Spescha/Streuli, Ausländerrecht, Zürich 2001, S. 285).
Der in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Anspruch auf Achtung des Privat- und
Familienlebens entspricht materiell der Garantie von Art. 8 EMRK und gewährt darüber
hinaus im Bereich des Ausländerrechts keine zusätzlichen Ansprüche (BGE 126 II 394).
bb) Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist nicht
absolut. Im Verhältnis zwischen Vater und leiblichen Kindern wird ein Familienleben
bereits dann angenommen, wenn ein regelmässiger Kontakt besteht (BGE 120 Ib 3,
119 Ib 84). Der nicht obhutsberechtigte Ausländer kann die familiäre Beziehung zu
seinen Kindern indessen nur in beschränktem Rahmen, nämlich durch Ausübung des
ihm eingeräumten Besuchsrechts, leben. Hiezu ist es nicht unabdingbar, dass er
dauernd im gleichen Land wie die Kinder lebt und dort über eine
Anwesenheitsberechtigung verfügt. Das Besuchsrecht gegenüber einem in der
Schweiz anwesenheitsberechtigten Kind verschafft dem ausländischen Elternteil daher
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im Allgemeinen keinen Anspruch auf dauernde Anwesenheit; den Anforderungen von
Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allerdings dessen
Modalitäten entsprechend aus- bzw. umzugestalten sind (BGE 2A.563/2002). Ein
weitergehender Anspruch ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur zu
bejahen, wenn in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders enge
Beziehung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des
Ausländers praktisch nicht ausgeübt werden könnte und das bisherige Verhalten des
Ausländers in der Schweiz zu keinen Klagen Anlass gegeben hat bzw. als tadellos
einzustufen ist (BGE 2A.563/2002 mit Hinweisen, BGE 120 Ib 4 ff. und 24 ff.).
cc) Die Vorinstanz geht zugunsten des Beschwerdeführers davon aus, er pflege mit
seinen beiden Söhnen aus erster Ehe eine intakte familiäre Beziehung. Dennoch fällt
die Interessenabwägung nach Art. 8 EMRK zu seinen Ungunsten aus. Zum einen fehlt
es in wirtschaftlicher Hinsicht an einer besonders engen Beziehung zu S. und A.. Der
Beschwerdeführer behauptet nicht, er sei seinen finanziellen Verpflichtungen nach der
am 18. Juli 1996 genehmigten Scheidungskonvention ordnungsgemäss
nachgekommen. Nach einer Aufstellung der Sozialen Dienste der Gemeinde Au vom
23. August 2005 beliefen sich seine Alimentenschulden denn auch auf Fr. 43'469.05.
Sodann hat sein Verhalten in der Schweiz zu erheblichen Klagen Anlass gegeben, wie
noch zu zeigen sein wird. Hinzu kommt, dass es dem Beschwerdeführer zumutbar und
möglich ist, mit S. und seinem älteren Bruder in der Schweiz eine Beziehung
aufrechtzuerhalten, ist es ihm doch nicht verwehrt, für Besuchs- und Ferienaufenthalte
einzureisen. Die Distanz zwischen der Türkei und der Schweiz ist relativ einfach zu
überwinden, und die Reisekosten sind tragbar. Der Eingriff in das Recht auf
Familienleben ist deshalb gerechtfertigt und verhältnismässig.
c) Dem Urteil des Kantonsgerichts vom 18. Oktober 2004 kann entnommen werden,
dass der Beschwerdeführer geständig war, zwischen Sommer 1999 und Mai 2000
mindestens 1'301 Gramm Heroingemisch und mindestens 6 Gramm Kokaingemisch
vermittelt, verkauft oder aufbewahrt zu haben. Weiter liegt dem Urteil der Sachverhalt
zugrunde, dass der Beschwerdeführer am 2. Mai 2002 E. A. bis zu dessen Verhaftung
am 7. Mai 2002 in seiner Wohnung beherbergte, obwohl ihm gemäss eigener
Darstellung von Anfang an bekannt war, dass sich dieser illegal in der Schweiz aufhielt.
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Der Beschwerdeführer habe zudem seit 5. Mai 2002 gewusst, dass E. A. verdächtigt
werde, seine Ehefrau niedergestochen zu haben und zur Verhaftung ausgeschrieben
sei.
aa) Der Beschwerdeführer wendet in diesem Zusammenhang ein, er habe
Drogengeschäfte nur getätigt, um es der Polizei zu ermöglichen, an grössere
Drogendealer heranzukommen. Er habe keine eigentliche kriminelle Energie entwickelt.
Vielmehr sei er aus Naivität im Drogendschungel gelandet. Auch wenn die
Informationsbeschaffung für die Polizei ein Motiv gewesen ist, am Drogenhandel
teilzunehmen, kann es nicht das einzige gewesen sein. Die Behauptung des
Beschwerdeführers, er habe ohne jeden Eigennutz und nur deshalb am Drogenhandel
teilgenommen, um der Polizei Fahndungserfolge zu ermöglichen, erscheint jedenfalls
unglaubwürdig. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer nicht nur wegen
Drogengeschäften verurteilt worden ist. Er hatte sich auch wegen Erleichterns des
rechtswidrigen Aufenthalts und wegen Begünstigung vor Gericht zu rechtfertigen, was
das Kreisgericht R. im Zusammenhang mit der Strafzumessung strafverschärfend
berücksichtigte. Sodann hat er diese zusätzlichen Straftaten begangen, obschon
bereits seit mehr als zwei Jahren ein Strafverfahren gegen ihn hängig war, was sich
straferhöhend auswirkte. Obwohl der Beschwerdeführer in der Nacht auf Sonntag, den
5. Mai 2002 Kenntnis davon erhalten hatte, dass E.A., den er beherbergte, der
versuchten vorsätzlichen Tötung an seiner Ehefrau verdächtigt wurde und zur
Verhaftung ausgeschrieben war, liess er es zu, dass sich dieser weiterhin in seiner
Wohnung aufhielt und verzichtete darauf, die Polizei unverzüglich zu benachrichtigen.
Dieses Vorgehen kann der Beschwerdeführer nicht damit rechtfertigen, dass er geltend
macht, es entspreche levantinischer Gastfreundschaft bzw. er habe sich naiv und
dumm verhalten. Es ist sodann auch deshalb nicht nachvollziehbar, weil er sich in
anderem Zusammenhang darauf beruft, im Interesse der Verbrechensbekämpfung
Informant der Polizei gewesen zu sein. Der Vorinstanz kann somit nicht vorgeworfen
werden, sie habe ihr Ermessen missbraucht bzw. überschritten, weil sie das
Verschulden des Beschwerdeführers in ausländerrechtlicher Hinsicht als
schwerwiegend einstuft, zumal er bereits in den Jahren 1996 und 1997 wegen
mehrfacher Urkundenfälschung bzw. widerrechtlichem Betrieb einer Spielbank und der
Nebenbeschäftigung ohne Bewilligung verurteilt werden musste. Hinzu kommt, dass
das Bundesgericht im Zusammenhang mit Straftaten im Bereich des
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Betäubungsmittelrechts eine strenge Praxis verfolgt (BGE 125 II 527 mit Hinweis).
Sodann hat der Beschwerdeführer auch deshalb zu Klagen Anlass gegeben, weil er
seinen finanziellen Verpflichtungen in der Vergangenheit nicht ordnungsgemäss
nachgekommen ist. Gemäss eigenen Angaben hatte er Schulden im Umfang von Fr.
66'755.19, die er allerdings in letzter Zeit erheblich hat verringern können.
bb) Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, die Vorinstanz habe unberücksichtigt
gelassen, dass er sich in der Zwischenzeit vom Drogenhandel vollständig distanziert
habe, was sich auch darin zeige, dass er der Polizei über seinen Rechtsvertreter 160
Gramm Heroin habe zukommen lassen. Er habe die Zusammenarbeit mit der
Bewährungshilfe gesucht und auch beruflich wieder Tritt gefasst. Zutreffend ist, dass
das Kantonsgericht am 18. Oktober 2004 gestützt auf im Rahmen des
Berufungsverfahrens eingereichte Berichte erwog, der Beschwerdeführer habe ein sehr
konstruktives Nachtatverhalten gezeigt, er gehe einer regelmässigen Erwerbstätigkeit
nach und sei fleissig. Sodann würden sich seine Bemühungen, sein Leben in geordnete
Bahnen zu lenken, auch darin äussern, dass er seine Schulden erheblich habe
reduzieren können. Aus diesen Gründen sei es gerechtfertigt, die Gefängnisstrafe auf
18 Monate zu reduzieren. Auch hat die Bewährungshilfe am 16. August 2005
gegenüber dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zum Ausdruck gebracht,
aufgrund der positiven und motivierten Zusammenarbeit sei davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer aus dem Strafverfahren die notwendigen Konsequenzen
gezogen habe und dass er sich künftig korrekt verhalten werde. Nach diesem Bericht
hat der Beschwerdeführer indessen auch gegenüber der Bewährungshilfe zum
Ausdruck gebracht, er habe der Polizei in guter Absicht helfen wollen, was, wie bereits
ausgeführt, nicht als einziges Motiv für seine Tätigkeit als Drogenhändler in Frage
kommen kann. Unglaubwürdig erscheint sodann seine Äusserung gegenüber der
Bewährungshilfe, der Entzug der Aufenthaltsbewilligung sei aus seiner Sicht nicht
nachvollziehbar. In Anbetracht seines strafrechtlich relevanten Verhaltens und seiner
Schulden musste der Beschwerdeführer damit rechnen, dass sein ausländerrechtlicher
Status in Frage gestellt ist.
Bei den Akten liegt weiter ein Arbeitszeugnis, wonach der Beschwerdeführer in der Zeit
vom 16. Mai bis 30. November 2001 bei der P. AG in der Produktion beschäftigt war.
Sodann hat der Beschwerdeführer in der Zeit vom 19. August 2002 bis 30. November
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2003 bei der R.G.A. gearbeitet, und er hat diese Firma auf eigenen Wunsch verlassen.
Weiter ist der Beschwerdeführer gemäss Bestätigung vom 17. August 2005 seit 1.
Dezember 2003 bei der F. AG in ungekündigter Stellung beschäftigt.
Es spricht für den Beschwerdeführer, dass er sich seit einigen Jahren nicht mehr
strafbar gemacht hat - im Mai 2002 hatte er E.A. in seiner Wohnung versteckt – und
dass er nunmehr einer geregelten Arbeit nachgeht und seine Schulden abbaut.
Abgesehen davon, dass anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer sein Verhalten
nicht zuletzt unter dem Druck geändert hat, dass er die Schweiz würde verlassen
müssen, entspricht es indessen den Erwartungen, dass sich ein Ausländer hier korrekt
verhält und dass er sich nicht strafbar macht. Der Vorinstanz kann jedenfalls allein
aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit einiger Zeit bemüht ist, zu
keinen Klagen Anlass zu geben, nicht vorgeworfen werden, sie habe eine
Rechtsverletzung begangen. Sodann hat sie seine Integration in der Schweiz zu Recht
als ungenügend eingestuft, obschon er seit rund 25 Jahren hier lebt. Anders lässt es
sich nicht erklären, dass er nach 21 Jahren Aufenthalt in der Schweiz einen Landsmann
beherbergt hat, gegen den eine Einreisesperre bestand und der seine hier lebende
Ehefrau niedergestochen hatte und dass er dieses Fehlverhalten mit levantinischer
Gastfreundschaft zu rechtfertigen versucht. Der Beschwerdeführer behauptet zwar, er
unterhalte hier ein Beziehungsnetz und er sei in der Schweiz sprachlich und sozial
integriert. Welcher Art diese Beziehungen sind, bleibt indessen offen. Der
Beschwerdeführer hat dazu keine näheren Angaben gemacht.
cc) Was die familiären Beziehungen des Beschwerdeführers anbetrifft, ergibt sich, dass
er zwar verheiratet ist, dass seine Ehefrau, eine slowakische Staatsangehörige, und die
gemeinsamen Kinder R. und T., beide türkische Staatsangehörige, in der Slowakei
Wohnsitz haben, weil sie in der Schweiz nicht aufenthaltsberechtigt sind. Ein
Familienleben kann deshalb in der Schweiz nur im Rahmen von Besuchsaufenthalten
gelebt werden. Der Beschwerdeführer beruft sich in diesem Zusammenhang darauf, er
sei darauf angewiesen, dass er seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder in die
Schweiz nachziehen könne, weil es ihm spätestens seit seiner Verurteilung vom 18.
Oktober 2004 nicht mehr möglich sei, in die Slowakei überzusiedeln. Hinzu komme,
dass er die slowakische Sprache nicht spreche und in der Heimat seiner Frau keine
Arbeit finden würde. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer den
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diesbezüglichen Nachweis nicht erbringt, stellen eine aus seiner Sicht wünschbare
Familienzusammenführung in der Schweiz und damit in Verbindung stehende
wirtschaftliche Motive keinen Grund dar, ihm weiterhin ein Aufenthaltsrecht zu
gewähren. Ebenso wenig vermag der Umstand, dass der Beschwerdeführer
möglicherweise nicht in der Lage wäre, seine in der Slowakei und in der Schweiz
lebenden Familienangehörigen von der Türkei aus finanziell zu unterstützen, die
Beibehaltung seines fremdenpolizeilichen Status zu rechtfertigen, zumal er nicht
behauptet, er sei seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber seiner geschiedenen
Ehefrau und den Söhnen aus erster Ehe bisher ordnungsgemäss nachgekommen.
Auch familiäre Kontakte zwischen seinen Söhnen aus erster Ehe und seiner Ehefrau
und den Kindern aus zweiter Ehe fallen in diesem Zusammenhang nicht ins Gewicht,
zumal D.T., R. und T. ihren Wohnsitz nicht in der Schweiz haben und sich nur
besuchsweise hier aufhalten dürfen, was ihnen unabhängig vom fremdenpolizeilichen
Status des Beschwerdeführers möglich ist. Ebenfalls nicht ausschlaggebend ist, dass
der Beschwerdeführer eine Vielzahl von Verwandten und Bekannten aufführt und dass
er behauptet, mit diesen Kontakt zu pflegen. Diese Personen sind grossmehrheitlich
nicht in der Schweiz, sondern in Deutschland und in Schweden wohnhaft. Lediglich
eine Schwester, ein Vetter und ein Pfarrer halten sich hier auf. Selbst die Pflege von
persönlichen Beziehungen zu Personen, die in der Schweiz wohnen, setzt überdies
nicht voraus, dass der Beschwerdeführer hier aufenthaltsberechtigt ist.
dd) Zutreffend ist, dass die Rückkehr des Beschwerdeführers in die Heimat mit
Schwierigkeiten verbunden ist, dass er insbesondere auch wirtschaftliche Nachteile in
Kauf zu nehmen hat. Auch aus diesem Grund besteht indessen keine Veranlassung,
der Vorinstanz Ermessensmissbrauch bzw. Ermessensüberschreitung vorzuwerfen. Der
Vollzug ausländerrechtlicher Vorschriften wäre grundsätzlich in Frage gestellt, wenn
Angehörige von Ländern mit niedrigerem Lebensstandard nicht weggewiesen werden
könnten. Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, die Rückkehr in
die Heimat stelle für ihn auch aus persönlichen Gründen eine besondere Härte dar, weil
er dort über kein Beziehungsnetz verfüge und weil er – wenn überhaupt – nur auf die
Unterstützung des einzigen Bruders, der nicht aus der Türkei geflohen sei, zählen
könnte. Unbestritten geblieben ist, dass dieser Bruder Bürgermeister ist und in S.
wohnt, dem Herkunftsort des Beschwerdeführers. Auch wenn er zu diesem Bruder
keine engen Kontakte mehr pflegt und dieser wirtschaftlich nicht in der Lage sein sollte,
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für ihn zu sorgen, ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer mit den
Gepflogenheiten in seiner Heimat, wo er seit seiner Anwesenheit in der Schweiz nach
eigenen Angaben mehrmals hinreiste, rasch wieder vertraut machen kann und dass er
sich mit Unterstützung seines Bruders und weiterer Verwandter dort wieder
zurechtfindet.
ee) Der Beschwerdeführer beruft sich sodann darauf, die Rückkehr in die Heimat sei
ihm nicht zumutbar, weil die Bevölkerungsgruppe der Assyrer, der er angehöre, vom
türkischen Staat und von den Kurden weiterhin unterdrückt würden. Aus dem Bericht
der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 18. Mai 2005, auf den sich der
Beschwerdeführer beruft, geht indessen hervor, dass in jüngster Zeit einige Assyrer aus
dem Exil in ihre Herkunftsorte zurückgekehrt sind und dass weitere demnächst
zurückkehren wollen. Auch wenn Rückkehrwillige nach diesem Bericht mit dem
Problem konfrontiert sind, dass kurdische Familien in ihre verlassenen Häuser
eingezogen sind und diese nicht räumen wollen bzw. dass es zu Konfrontationen
kommen kann, bedeutet dies nicht, dass es dem Beschwerdeführer nicht möglich
wäre, seinen Lebensmittelpunkt ebenfalls in die Heimat zurückzuverlegen. Weil
Landsleute mit gleichem kulturellem Hintergrund in ihre Heimat zurückkehren, ist es
ihm sodann zumutbar, sich dieser Herausforderung ebenfalls zu stellen.
ff) Der Beschwerdeführer hält weiter dafür, der Verlust seines ausländerrechtlichen
Status erweise sich aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme als unverhältnismässig.
Er sei psychisch krank und benötige zum jetzigen Zeitpunkt eine stationäre und in
Zukunft höchstwahrscheinlich eine ambulante medizinische Behandlung. Nach einem
Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe betreffend die medizinische
Versorgungslage in der Türkei vom 13. August 2003 sei die therapeutische Behandlung
psychisch kranker Menschen in der Türkei schwierig oder sogar ausgeschlossen.
Gemäss ärztlichem Zeugnis vom 16. März 2006 befindet sich der Beschwerdeführer
seit 8. März 2006 bis auf weiteres in stationärer Behandlung. Diagnostisch leidet er an
einer depressiven Symptomatik bei noch nicht geklärter Ursache. Gleichzeitig zur
diagnostischen Abklärung wird der Beschwerdeführer umfassend psychotherapeutisch
und medikamentös behandelt, wobei die voraussichtliche Behandlungszeit sechs bis
acht Wochen beträgt. Die Dauer der stationären Behandlung des Beschwerdeführers
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war somit am 16. März 2006 bereits absehbar. Hinzu kommt, dass keine Anhaltspunkte
bestehen, wonach sich der Beschwerdeführer, der nach den Akten bisher keine
psychischen Probleme hatte, diesbezüglich mittel- oder gar langfristig medizinisch
behandeln lassen müsste. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Ausländer, die mit dem
Verlust ihrer Aufenthaltsberechtigung konfrontiert werden, unter akuten
Belastungsreaktionen leiden. Des weiteren bestreitet der Beschwerdeführer nicht, dass
die rein medikamentöse Versorgung psychisch kranker Menschen in der Türkei nach
dem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 13. August 2003 als gesichert
gilt.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass in Anbetracht aller Umstände im Widerruf bzw.
in der Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers kein Missbrauch und keine Überschreitung des Ermessens erblickt
werden kann. Der Beschwerdeführer hat zu schweren Klagen Anlass gegeben, und es
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse an seiner
Fernhaltung höher gewichtet als dessen privates Interesse am Verbleib in der Schweiz.
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
3./ Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellt das Rechtsbegehren, er sei für
das Rekursverfahren angemessen zu entschädigen. Die Vorinstanz habe ihm die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und er sei mit Fr. 1'200.—- (zuzüglich
MWSt) entschädigt worden. Diese Gutsprache decke seinen Aufwand bei weitem nicht.
Bei einem Aufwand von 11.33 Stunden und einem Stundenansatz von Fr. 170.—- sei er
gemäss beiliegendem Faktura-Vorschlag mit einem Betrag von mindestens Fr.
1'984.75 (zuzüglich MWSt) zu entschädigen.
a) Im Verfahren vor Verwaltungsbehörden beträgt das Honorar pauschal Fr. 500.—- bis
Fr. 5'000.—- (Art. 22 Abs. 1 lit. a der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Innerhalb des für eine Pauschale
gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeiten des Falls und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO). Den
Behörden kommt diesbezüglich ein erheblicher Ermessenspielraum zu (vgl. Hirt, a.a.O.,
S. 202 mit Hinweisen). Die Zusprache einer ausseramtlichen Entschädigung setzt im
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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St.Galler Gerichte
Kanton St. Gallen ein entsprechendes Begehren voraus; nicht zwingend ist indessen,
dass ein bestimmter Betrag geltend gemacht wird. Auch berufsmässige Vertreter
müssen das Entschädigungsbegehren nicht näher substantiieren und namentlich
besteht keine Pflicht zur Einreichung einer Kostennote. Wird keine Kostennote
eingereicht, nehmen Vertreter aber in Kauf, dass die zugesprochene Entschädigung
ihre Honorarforderung nicht deckt. In diesem Fall werden die Parteikosten unter
Berücksichtigung von Art. 19 und Art. 22 HonO nach Ermessen zugesprochen. Wird
hingegen eine Honorarnote eingereicht,
müssen darin die Berechnungsgrundlage und die angewendeten Bestimmungen der
Honorarordnung angegeben werden (vgl. dazu Hirt, a.a.O., S. 208 und 209).
b) Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat erst im Beschwerdeverfahren und
somit verspätet eine Kostennote eingereicht. Hinzu kommt, dass das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung am 30. August 2005 eingereicht worden ist,
weshalb Aufwand, der vor diesem Datum entstanden ist, ohnehin nicht entschädigt
werden könnte (vgl. Art. 286 Abs. 2 des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2). Dem
Begehren um angemessene Entschädigung als unentgeltlicher Rechtsbeistand im
Rekursverfahren kann somit nicht entsprochen werden.
4./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde von Y.T. und die
Kostenbeschwerde seines Rechtsvertreters abzuweisen sind. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr.
2'000.—- für den Beschwerdeentscheid und eine solche von Fr. 500.—- für die
Verfügung des Präsidenten des Verwaltungsgerichts vom 24. Februar 2006 sind
angemessen (Ziff. 381 und 382 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Die Gebühr von
insgesamt Fr. 2'500.—- ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP).