Decision ID: caf015e0-d147-4dd0-b22f-75c4a882390c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1959,
war
von 2001 bis 2005 im Gastgewerbe
als
Küchenhilfe
tätig, anschliessend
war
er
arbeitslos bzw
.
ni
ch
terwerbstätig
(Urk
. 8/5,
Urk.
8/21
)
. I
m Jahr 2011
meldete er sich
unter Hinweis auf eine depressive Ent
wicklung sowie eine posttraumatische Belastungsstörung
erstmals
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug an
(Urk. 8/14)
. Nach getätigten Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht, namentlich nach
Einholen
eines
polydisziplinären
Gutachtens (
Gutach
ten
der
Z._
vom 28.
Januar 2013;
Urk
.
8/51
),
verneinte die IV-St
elle
mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2013 den Anspruch auf eine Invalidenrente sowie
auf
Arbeitsvermittlung (Urk.
8/61). Eine gegen diese Verfü
gung
am 17.
Juni 2013
erhobene Beschwerde
(Urk.
8/64)
wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 3
0. April 2014 ab (
Proz
. Nr. IV.2013.00568,
Urk.
8/70).
Dieses Urteil blieb unangefochten.
1.2
Am 4.
Juli 2017 mel
dete sich der Versicherte durch den behandelnden Neuro
chirurgen
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
speziell Wirbelsäu
lenchirurgie,
un
ter Hinweis auf eine stattgehab
te Rückenoperation
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/71 ff.). Die IV-Stelle
zog einen IK-Auszug bei (
Urk.
8/77) und
holte
bei
Dr.
A._
(Urk.
8/81
, Ur
k.
8/93
) sowie beim behandelnden Hausarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemein
me
dizin
FMH (Urk.
8/88)
,
medizinische
Berichte ein
. M
it Vorbescheid vom 10.
April 2018
stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten
daraufhin
die Zusprache einer
für die Zeit von
1.
Januar bis 3
1.
Mai
2018
befristeten ganzen Rente
in Aussicht (
Urk.
8/100). Dagegen erhob der Versicherte
mit Eingaben vom
9.
Mai
2018 (
Urk.
8/111) bzw.
1
1.
Juni 2018
(
Urk.
8/115)
durch die Sozialen Dienste der Stadt Zürich
Einwand.
Mit Eingabe
vom
8.
Mai 2018
reichte
Dr.
A._
ergänzend einen weiteren ärztlichen Bericht
zu den Akten
(
Urk.
8/113
)
,
wozu
der Versicherte am 2
8.
Juni 2018 Stellung
nehmen liess
(
Urk.
8/118). Nach Einholung von
zu
sätzlichen
Aus
künften beim Versicherten (Urk.
8/121-122)
und Vorlage
der Akten
an den RAD hielt die
IV-Stelle mit Verfügung vom 23.
November 2018 an der Zusprache der befristeten
ganzen
Rente fest (Urk.
8/128 =
Urk.
2).
2.
Dagegen
liess
X._
hierorts mit Eingabe vom 4.
Januar 2019
(Urk.
1)
Beschwerde erheben mit den
Anträgen, es sei die Verfügung
v
om 2
8.
November 2018
aufzuheben
(1.), es sei dem Versicherten ab Januar 2018 eine ganze Rente (unverändert) und ab Juni 2018 eine halbe Rente zuzusprechen (2.), es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (3.), unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (4.
;
Urk.
1 S.
2
).
Mit Vernehmlassung vom 22.
Februar 2019
stellte
die IV-Stelle
Antrag auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde, unter Hinweis darauf, dass über den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung zu einem späteren Ze
itpunkt entschieden werde (Urk.
9).
Mit Beschluss vom
17.
Juni 2020 wurde dem Beschw
erdeführer Frist gesetzt,
zu
der vom Gericht nicht auszuschliessenden Rückweisung der Sache an die Be
schwerdegegnerin zur ergänzenden Abklärung und der damit verbundenen mög
lichen Abänderung der angefochtenen Verfügung zu seinem Nachteil (
reformatio
in
peius
) Stellung zu nehmen oder die
Beschwerde zurückzuziehen (Urk.
10). Der Beschwerdeführer liess sich innert der ihm angesetzten Frist nicht vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143
V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V
547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung,
I
VV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesent
l
i
chen damit, dass dem Versicherten
aus medizinischer Sicht ab 31.
Oktober 2016 eine volle Arbeitsunfäh
igk
eit attestiert
worden sei
.
Hingegen
könne ab dem
8.
Februar 2018 wieder von einer Arbeitsfähigkeit von 50
% für angepasste Tätigkeiten ausgegangen werden.
Da der
Rentenanspruch
erst sechs Monate nach Gel
tendmachung des Anspruchs entstehe und die Anmeldung
am 3
1.
Juli 2017 ein
gegangen sei, könnten die
aus der vollen Arbeitsunfähigkeit resultierenden
Leis
tungen erst ab
1.
Januar
2018
ausgerichtet werden. Für die Zeit ab
8.
Februar 2018 resultiere aufgrund der Arbeitsfähigkeit von 50
% ein Inval
idit
ätsgrad von 35
%
,
weshalb ab
1.
Juni 2018 kein Rentenanspruch mehr bestehe (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen
zur Hauptsache
geltend machen
,
dass
es sich bei der
der Verfügung zugrunde
liegenden Angabe des Hausarztes
betreffend
eine
50%
ige
Arbeitsfähigkeit
um
eine Prognose handle, auf die nicht abzustellen sei.
Gemäss dem Hausarzt
Dr.
B._
betrage
die Arbeitsfähi
gk
eit in einer angepassten Tätigkeit
ab F
ebruar 2018
v
ielmehr
nur
30-40
%,
weshalb vom Mittelwert
(
von 35
%
)
auszugehen sei. Bei einem zumutbaren Pensum von 35
% resultiere ein Invaliditätsgrad von 55
% Prozent, womit ab Juni 2018 ein Anspruch auf
eine halbe Rente bestehe (Urk.
1).
2.3
Strittig
und zu prüfen
ist nach dem Gesagten, ob seit der Ablehnung des Ren
tengesuches (Verfügung vom
1
5.
Mai 2013) bis zur vorliegend angefochtenen Verfügung vom 2
3.
November 2018 eine anspruchserhebliche Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen eingetreten ist,
welche die unbefristete Ausrich
tung einer Rente rechtfertigt, und ob der Sachverhalt korrekt abgeklärt worden ist
.
3.
3.1
V
ergleichsbasis im vorl
i
e
genden Neuanmeldeverfahren bildet die gerichtlich be
stätigte Verfügung vom 1
5.
Mai 2013
, welche
r
in medizinischer Hinsicht das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 2
8.
Januar
2013 zugrunde lag
.
Im
Z._
-Gutachten stellten d
ie dafür verantwortlichen Fachärzte di
e folgenden Diagnosen (
Urk.
8/51
S. 21 f.)
:
m
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Chronisches zervikospondylogenes Sch
merzsyndrom beidseits (ICD-10 M53.1)
-
Radiologisch
Spondylosis
hyperostotica
C3 bis C6
-
DD: r
adikuläre Reizsymptomatik der Wurzel C8 (ICD-10 M50.1)
mit/bei schmerz
hafter Sensibili
tätsstörung im Bereich
ulnare
Hand /Arm links unklarer Ursache
-
Chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schme
rzsyndrom beidseits (ICD-10 54.5
)
-
Sp
ondylosis
hyperosto
tica
(
DISH
) der gesamten BWS
-
Mittelschwere bis zum Teil schwere zentrale Spinalkanalstenose L3 bis L5 (CT12/06),
mit/bei möglicher
neurogene
r
claudicatio
spinalis
-
Chronisches
Spannungstyp-Kopfweh (ICD-10 G44.2) im Rahmen eines diffusen Schmerzsyndroms (ICD-10 R52.2)
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Verdacht auf arterielle H
ypertonie, unbehandelt (ICD-10 I
10)
-
TTE 17.8.2012: normale Dimensionen, keine LV Hypertrophie, normale Funktion, keine
hämodynamisch
relevanten
Klappenvitien
-
Medikamenten -
Malcompliance
(ICD-10 Z91.1)
Zur Arbeitsfäh
i
gkeit
gaben
sie
damals
an,
dass
aufgrund
der objektivierbaren Befunde
keine
körperlich
schweren und auc
h keine mittelschweren Täti
gkeiten mehr zumutbar
seien
, mithin auch nicht mehr die bisherige Tätigkeit als
Koch bzw.
Hilfskoch.
Jedoch bestehe eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte, gut adaptierte und vor allem sitzend durchzuführende
Tätigkeiten
. Bei
diesen Voraussetzungen bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/51
S.
23).
3.2
Im vorliegend zur Beurteilung stehenden Neuanmeldeverfahren fanden im Wes
entlichen die folgenden
ärztlichen Berichte Eingang in die Akten:
3.2.1
In seinem Bericht an die IV-Stelle vom
4.
Juli 2017
(Urk. 8/71)
stellte
der be
handelnde
Neurochirurge
Dr.
A._
die folgenden Diagnosen:
-
Chronis
che
Lumboischialgie
und
Lumbofe
moralgie
L3, L4 und L5 rechts
m
it
Recessusstenose
und
For
a
man
alstenosen
L4/5 mehr als L3/
4 und L2/3 rechtsbetont m
it Diskusprotrusionen LWK 4/5 mit Kompression des NW L5 mehr als L4 und L3 rechtsbetont sowie schwere Osteochondrose und Spondylose und
Spondylarthrosen
L2-L5 beidseits rechtsbetont
-
Multisegmentale
Diskopathien
(Bandscheibenvor
fall HWK 5/6, 4/5
und 6/7) mit
cerv
ic
ospondylogenem
Schmerzsy
nd
rom und Kompression
der
NW C6
und C7
-
Mässig ausgeprägte arteriosklerotische
Marklagerenzephalopathie
(mehr als altersentsprechend)
-
Mässiggradige
Migräne m
it Spannungs
typ
kopfschmerzen, Verg
esslichkeit und Schlafstörungen sowie Konzentrationsschwäche
-
Mässi
ggradige
Depression mit psychoso
zialen sowie finanziellen Prob
lem
en und Angstzuständen
-
Diabetes mellitus Typ 2
Unter Hinweis auf diese Diagnosen sowie auf eine
am 29.
Juni 2017 durch
geführte
Wirbelsäulenoperation
(
Mikrochirurgische
Hemilaminektomie
,
Forami
no
to
mie
, Dekompression,
Neurolyse
und
Disektomie
L4/5 rechts mit herunter
brennen der
Diskusprotrusion
L4/5 rechts sowie Dekompression durch
under
cutting
L4/5
)
sowie aufgrund der Gesamtsituation
hielt
Dr.
A._
dafür, dass der Versicherte zu 100
% «arbeitsunfähig» sei und eine
«
100%
IV-
Rente
»
erhalten sollte
(
vgl. auch Bericht
e
vom 2
0.
Juni 2017;
Urk.
8/81
und vom 1
9.
Februar 2018;
Urk.
8/95
)
.
3.2.2
Hausarzt
Dr.
B._
diagnostizierte in sei
nem Bericht an die IV-Stelle vom
7.
Februar 2018 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
Para
vertebralsyndrom
, betont cervikal und lumbal bei Wirbelsäulenfehlhaltung (
Hyper
lordisierung
der LWS bei muskulärer Haltungsinsuffizienz), Adipositas und mus
kuläre Dekondition
i
erung, bestehend seit
über
fünf Jahren, sowie eine Depression, bestehend seit über
sieben
Jahren
; als ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine benigne Prostatah
yperplasie, bestehend seit
fünf
Jahren, axiale
Hiatushernie
,
Cholezystolithiasis
, seit ca
.
vier
Jahren
,
Diabetes mellitus
seit 2013
und Hyper
tonie
seit ca
.
sieben Jahren
.
Dr.
B._
gab im W
esentlichen an,
die Arbeits
fähigkeit in der
bisherige
n
Tätigkeit
werde durch
Depression, Konzentra
tions
stö
rungen, Rückenschmerzen
eingeschränkt
. A
ls Hilfskoch werde der Patient
nie mehr
arbeiten können. An einer Arbeitsstelle mit einfachen Arbeiten, ohne körperlich belastende Tätigkeiten, ohne Tragen von Gewichten und in gutem Umfeld wäre anfangs
eine
Arbeitsfähigkeit von 30-40
% vorst
el
lbar, in gutem Umfeld
wäre
dann even
t
u
ell
eine Steigerung auf 50
%
oder 60
% möglich (Urk.
8/88).
3.2.3
In seiner ausführlichen Stellungnahme vom
9.
April 2018
hielt
der fallzuständige
Arzt vom RAD,
Dr.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie,
schlussfolgernd
im Wesentlichen fest,
gestützt auf die Akten
sei die bis
herige Tätigkeit als Mitarbeiter im Restaurant für den Rücken zu sehr belastend. In angepasster Tätigkeit bestehe eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit seit 31.
Oktober 2016 (MRI LWS) bis zum
7.
Februar 2018 sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
8.
Februar 2018 (
Dr.
B._
). Der Apoplex scheine folgenlos abgeheilt zu sein. Die Diskushernien mit nachfolgender Bandscheibenoperation am 2
9.
Juni 2017 habe die Belastbarkeit der Wirbelsäule vermindert. Die degenerativen Ver
än
derungen würden im Laufe
des Lebens zunehmen;
es sei nicht davon auszu
gehen, dass weitere medizinische Massnahmen zu einer relevanten Reduktion der Arbei
ts
un
fähigkeit führten (Ur
k.
8/98 S. 5 ff, insbes. S. 7).
3.2.4
Nachdem am
7.
Mai 2018
auf Veranlassung von
Dr.
A._
ein MRI des Schädels angefertigt worden war, diagn
o
s
tizierte
Dr.
A._
in seinem Bericht vom
8.
Mai 2018
an die IV-Stelle
neben den bisherigen Diagnosen eine zunehmende chroni
sche Migräne und Spannungstypkopfschmerzen, Vergesslichkeit, Konzentra
tions
störungen und Schlafstörungen mit/bei radiologisch recht ausgeprägten in der T2 Gewichtung
hyperintensen
Marklagerläsionen, vereinbar mit einer vaskulären
Leukenzephalopathie
und auch
mikroangiopathischen
Veränderungen im Pons, älteren per
ipheren Kleinhirn
infarkten beidseits, sowie etwas Flüssigkeit in den
Mastoidzellen
links
.
D
ie
Depression
bezeichnete er als zunehmend
mit psycho
sozialen sowie finanziellen Problemen, Angst- und Panikattacken
. Aufgrund des verschlechterten Zustands sei der Versicherte 100
% arbeitsunfähig (
Urk.
8/113
).
3.2.5
In seiner Stellungnahme
vom
3.
Oktober 2018
zu
den Berichten von
Dr.
A._
vom
8.
Mai und
4.
September 2018
hielt
Dr.
C._
vom RAD fest,
Dr.
A._
diagnostiziere weiterhin fachfremd Migräne und neuropsychologische Störungen und stelle eine psychiatrische Diagnose. Die neurochirurgischen Diagnosen seien unverändert. Wegen der Rückenschmerzen sei ein MRI der LWS geplant. Bei Beschwerdepersistenz sei eine Operation vorgesehen. Im Vergleich zu
seinen
früheren Arztberichten falle auf, dass er immer mehr anamnestische Angaben als Diagnosen ausgebe, dazu noch auf fachfremd
en
Gebiet. Neue, objektivierbare Diagnosen, welche die Arbei
t
sfähigkeit einschränken könnten, lägen nicht vor (
Urk.
8/123 S. 5).
4.
4.1
Vorliegend ist die Verwaltung auf d
ie Neuanmeldung
vom
4.
Juli 2017
einge
treten
und hat zwecks Abklärung des aktuellen Gesundheitszustands des Versi
cherten
bei den behandelnden Ärzten
Dr.
A._
und
Dr.
B._
Beric
hte einge
holt.
Dabei ist
m
it Blick auf
die
in den
Berichte
n
von
Dr.
A._
diagnostizierten
Diskopathien
sowie
die im
Juni 2017
durchgeführte
Bandscheibenoperation
soweit ersichtlich
unstreitig
, dass
sich
die Problematik an der Wirbelsäule s
eit der letzten leistung
sverneinenden Verfügung vom 15.
Mai 2013
versc
hlechtert hat
. So ging
auch
Dr.
C._
in s
e
i
ner Stellungnahme vom
9.
April 2018
davon aus,
dass
die Diskushernien mit nachfolgend
er Bandscheibenoper
atio
n
am 2
9.
Juni 2017
die Belastbarkeit der Wirbelsäule
vermindert
hätten
.
Weiter
wurden
in den Be
richten
von
Dr.
A._
(
wie auch
von
Dr.
B._
)
– im Vergleich zum
Z._
Gut
achten vom 2
8.
Januar 2013
-
zusätzliche
Diagnosen
gestellt
(vgl.
etwa
Depres
sion,
Migräne sowie
etwa gestützt auf das MRI vom
7.
Mai 2018
Marklager
läsionen
, vereinbar mit einer vaskulären
Leukenzephalopathie
)
, womit
Hinweise
d
a
rauf
bestehen
, dass sich de
r Gesundheitszustand – neben der
Problematik an der Wirbelsäule
–
verglichen mit den Verhältnissen, wie sie der Verfügung v
om 1
5.
Mai 2013 zugrunde lagen,
auch aus psychiatrisc
her und
/oder
neurologi
scher/neuropsychologischer
Sicht verschlechtert haben könnte.
4.2
Die
IV-Stelle
stützte
die angefochtene
Verfügung ohne weitere Abklärungen
auf die
Stellungnahme des RAD vom
9.
April 2018
(E. 3.2.3
hievor
)
,
welches Vor
gehen jedoch
in mehrfacher Hinsicht
nicht überzeugt.
So
stützte
Dr.
C._
seinerseits
seine
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
für die Zeit bis zum 7. Februar 2018 allein
auf ein
– in den Berichten von
Dr.
A._
erwähntes
(vgl. etwa
Urk.
8/113 S. 3) -
MRI
der LWS
vom 3
1.
Oktober
2016
,
mit Blick
auf welches
er dafür hielt, dass
ab diesem Zeitpunkt von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeit
en
auszugehen sei
;
für die Zeit ab
8.
Februar 2018
verwies er
auf
die Angaben
von
Dr.
B._
vom
7.
Februar 2018
,
wonach
ab diesem Zeitpunkt
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ge
geben sei
(vgl. E. 3.2.3
hievor
)
.
Jedoch
vermag der nicht näher kommentierte Hinweis
auf
die
Bildgebung
der LWS
von
3
1.
Oktober 2016
keine vollständige
Arbeit
s
un
fähigkeit
bis zum
7.
Februar 2018
nachvollziehbar zu begründen und lässt dieser Hinweis
allein
die weiteren
damals bereits bestehenden gesund
heitlichen Problematiken
ausser
Acht
.
Überdies
erscheint
– jedenfalls für den medizinischen Laien -
nicht
widerspruchsfrei, dass
ab
8.
Februar 2018
eine
erheblich
verbesserte
Ar
beitsfähigkeit bestehen soll, wenn
doch nach Angabe von
Dr.
C._
die
die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
Diskushernien mit zwi
schenzeitlicher
Bandscheibenoperation am 2
9.
Juni 2017 die Belastbarkeit der Wirbelsäule vermindert
haben
und medizinische Massnahmen
zu
keine
r
rele
van
te
n
Reduktion
der Arbeitsunfähigkeit zu führen vermöchten
.
Wenn
Dr.
C._
unter Hinweis auf
Dr.
B._
für die Zeit ab 8. Februar 2018 von einer Arbeits
fähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit ausgeht,
verkennt
er
zudem
,
dass dies
nicht den Ang
aben von
Dr.
B._
entspricht. Vielmehr ging
Dr.
B._
- wie der Beschwerdeführer zu Recht einwenden lässt –
in seinem Bericht vom
7.
Februar 2018
von einer Ar
b
eitsfähigkeit von
aktuell
30
% -
40
% aus
und handelt es sich bei
der
Angabe
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
um eine reine Prognose, welche zur Klärung der vorliegend relevanten versicherungsrechtlichen Fragen nichts beizutragen vermag.
4.3
Nach dem Gesagten ist
eine Verschlechterung der Rücke
nproblematik unstreitig. Mit Blick
auf die eingeholten Berichte
der behandelnden Ärzte
stehen alsdann
verschiedene
weitere
Diagnosen
mit möglicher Auswirk
ung au
f
die Arbeits
fähigkeit
im Raum, ohne dass
diese
(insbes. die psychiatrischen/neurologischen)
Diagnosen
– wie
Dr.
C._
am
3.
Oktober 2018
bezüglich der von
Dr.
A._
diagnostizierten Depression
an sich zu Recht festhält
(E. 3.2.
5)
-
entsprechend fachärztlich gestellt bzw.
die Arbeitsfähigkeit fachärztlich
beurteilt worden
wäre
n
. Damit
kann
für eine abschliessende Beurteilung
des Leistungsanspruchs
nicht auf die vorliegenden
(und ihren
Einschätzungen erheblich divergieren
den) Unterlagen
abgestellt werden
;
v
ielmehr
wäre die Verwaltung
-
nachdem
sie
auf das Gesuch eingetreten war
-
bei der
gegebenen
Aktenlage
verpflichtet gewesen, den Sachverhalt
in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes
umfassend
abzu
klären
. Dies gilt umso mehr, als unter den gegebenen Umständen die Aktenlage auch keinen direkten Vergleich der aktuellen Unterlagen mit denjenigen zum Referenzzeitpunkt erlaubt, da nur eine neue Berichterstattung der behandelnden Ärzte vorliegt, jedoch nicht auch eine aktualisierte Begutachtung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_478/2012 vom 14. Dezember 2012, E. 3.3.3).
4.4
Für eine
r
echtsgenügliche
Einschätzung des
verbleibenden
Leistu
ngsv
ermögens
erscheinen damit weitere Abklärungen unumgänglich, wobei angesichts der Ver
schiedenartigkeit der in Frage stehenden Gesundheitsschäden
erneut
eine poly
disziplinäre Abklärung angezeigt ist.
Die begutachtenden Fachpersonen werden sich dabei in Auseinandersetzung auch mit den Vorakten nicht nur zur Arbeits
fähigkeit in angestammter und leidensangepasster Tätigkeit und deren Verlauf
seit der letzten
leistungsverneinenden
Verfügung
zu äussern sondern
–
für den Fall
,
dass
eine psychiatr
i
s
che Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auch fachärztlich gestellt werden
sollte
- auch zu den
seit BGE 143 V 418 für alle
psychischen Erkrankungen
massgebenden
Standardindi
katoren Stellung zu neh
men
haben
, damit
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Einklang mit der gel
tenden Rechtslage
vorgenommen
werden
könnte
(
vgl. zum struktu
r
ierten Beweis
verfahren
vgl. BGE 143 V 418 und BGE 141 V 281
)
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
erweist sich bei diesem Ver
fahrensausgang
als gegenstandslos.