Decision ID: b05cde61-cfd2-5052-b815-d0eaa4fd8f6b
Year: 2018
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_010
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. Am 15. März 2012 wurden A._ und B._ für das Steuerjahr 2009 ordentlich veranlagt. Für die Steuerpflichtigen ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 296‘975.- (Kanton; satzbestimmend: CHF 171‘528.-; geschuldete Steuer: CHF 38‘394.80) bzw. CHF 357‘278.- (Bund; geschuldete Steuer: CHF 33‘782.-).
Gegen diese Veranlagung erhoben die Steuerpflichtigen Einsprache, welche mit  der Steuerverwaltung des Kantons Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung) vom 9. Mai 2012 teilweise gutgeheissen wurde. Eine gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Freiburg (nachfolgend: Kantonsgericht) mit Urteil vom 16. Dezember 2013 ab, soweit es darauf eintrat (604 2012 81/82). Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B. Die ordentliche Veranlagung des Steuerjahres 2010 datiert vom 18. Mai 2012. Für die Steuerpflichtigen ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 364‘597.- (Kanton; satzbestimmend: CHF 204‘120.-; geschuldete Steuer: CHF 49‘207.50) bzw. CHF 368‘850.- (Bund; geschuldete Steuer: CHF 35‘290.-).
Auch gegen diese Veranlagung erhoben die Steuerpflichtigen Einsprache an die , welche mit Einspracheentscheid vom 27. März 2014 teilweise gutgeheissen wurde. Eine gegen diesen Einspracheentscheid erhobene Beschwerde wurde vom Kantonsgericht mit Urteil vom 31. August 2015 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (604 2014 55/56). Mit Urteil vom 29. Februar 2016 wies auch das Bundesgericht eine gegen das Urteil des Kantonsgerichts erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat (2C_939 und 940/2015).
C. Für das Steuerjahr 2011 wurden die Steuerpflichtigen am 14. Februar 2013 nach Ermessen veranlagt. Für die Steuerpflichtigen ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 94‘637.- (Kanton; satzbestimmend: CHF 47‘300.-; geschuldete Steuer: CHF 7‘571.20) bzw. CHF 86‘047.- (Bund; geschuldete Steuer nach Abzug: CHF 579.-).
Mit Einspracheentscheid vom 8. April 2013 trat die Steuerverwaltung auf die gegen die  erhobene Einsprache nicht ein. Dieser Einspracheentscheid blieb .
D. Am 9. Juni 2016 stellten die Steuerpflichtigen einen „Antrag zur Revision aller  ab dem Jahre 2009“. Zur Begründung brachten sie im Wesentlichen vor, dass aufgrund der Tatsache, dass die Steuerveranlagung 2009 nach dem Geschäftsjahr 2010 abgeändert worden sei, die Ermessensveranlagung des Steuerjahres 2011 auf einer falschen Basis beruhe und bis heute nicht einmal die Veranlagung 2012 vorliege. Korrekte und nachvollziehbare  könnten unter diesen Umständen unmöglich erstellt werden. Dabei gehe es um folgende Punkte: „1. Es seien verrechnete Guthaben der Vorjahre bei den Debitoren und dem Kontokorrentkonto nicht berücksichtigt worden. 2. Dies verursache weiterhin Unstimmigkeiten im Abgleich der Steuerveranlagungen mit den effektiven Abschlüssen. 3. Für die Veranlagung 2009 (erstellt am 18. Mai 2012) seien die Aktien wohl auf den Nominalwert gesetzt, die Erwerbskosten von CHF 550‘000.- aber nicht abgeschrieben worden. 4. In der gleichen Veranlagung seien  die damals bestehenden Schulden als Einkommen aufgerechnet, die in der Zwischenzeit erbrachten Leistungen von Geschäfts- und Betriebsführungen aber nicht berücksichtigt worden.“
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
Durch diese Umstände sei es zu sich widersprechenden Veranlagungen (Widersprüche innerhalb des Steuerkapitels der verschiedenen Steuerperioden sowie Widersprüche zwischen den verschiedenen Steuerkapiteln) gekommen; dies mit der Folge einer ungerechtfertigten . Dieses ungerechte Resultat könne nur beseitigt werden, wenn alle Steuerperioden (Steuerjahre 2009 bis 2015) von sämtlichen betroffenen Steuerpflichtigen (A._ und B._ einerseits sowie C._ SA und D._ SA andererseits) gleichzeitig und ohne Widersprüche veranlagt würden. Die Steuerverwaltung werde deshalb darum ersucht, sämtliche rechtskräftigen Veranlagungen zu revidieren und – nach einem klärenden Gespräch – durch unter sich stimmige Veranlagungen zu ersetzen. Sollte eine Revision nicht möglich sein, so werde um Wiedererwägung der genannten Steuerveranlagungen gebeten.
Mit separaten Entscheiden (betreffend die Steuerjahre 2009, 2010 und 2011) vom 23. Oktober 2017 trat die Steuerverwaltung auf das Revisionsbegehren nicht ein. Dies mit der Begründung, dass keine neuen Tatsachen festgestellt werden könnten, welche nicht bereits durch die Gerichte beurteilt worden seien.
Am 23. November 2017 (mit Ergänzung vom 25. November 2017) erhoben die Steuerpflichtigen gegen diese Nichteintretensentscheide Einsprache an die Steuerverwaltung, welche auf die Einsprache mit wiederum separaten Entscheiden vom 14. Dezember 2017 nicht eintrat, da auch in der Einsprache keine neuen Tatbestände bekannt gegeben worden seien, welche eine Revision der rechtskräftigen Veranlagungen rechtfertigen würden.
E. Am 17. Januar 2018 (Datum der Postaufgabe) reichten die Steuerpflichtigen erneut Beschwerde beim Kantonsgericht ein. Sie beantragen, es seien die angefochtenen  vom 14. Dezember 2017 aufzuheben und die rechtskräftigen Steuerveranlagungen 2009, 2010 und 2011 zu revidieren. In der Begründung ihrer Beschwerde wehren sie sich gegen die Feststellung der Vorinstanz, es würden keine neuen Tatsachen geltend gemacht. Die  seien in ihrem Antrag sowie im Einspracheverfahren zu Genüge dargelegt worden.
In der Folge setzte das Kantonsgericht den Beschwerdeführern mit Verfügung vom 22. Januar 2018 eine Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von insgesamt CHF 800.-. Der  wurde am 21. Februar 2018 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 20. März 2018 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt weiterhin den Standpunkt, dass keine neuen Tatsachen vorliegen würden.
Am 31. März 2018 reichten die Beschwerdeführer eine weitere Stellungnahme zu den Akten.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 8

Erwägungen
1.
Gemäss Art. 42 Abs. 1 lit. b des Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) kann die Behörde aus wichtigen Gründen den gleichen Gegenstand  Eingaben in einem einzigen Verfahren vereinigen. Da die Beschwerden 604 2018 3, 604 2018 4 und 604 2018 5 den gleichen Sachverhalt betreffen und sich im Wesentlichen die gleichen Rechtsfragen stellen, sind die Verfahren zu vereinigen und ist darüber in einem einzigen Entscheid zu befinden.
2.