Decision ID: 3624f5db-dbde-52f3-a1ea-ec89e9046399
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war bei der B._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie sich
am 27. Januar 2015 bei der Arbeit die rechte Hand zwischen einer Rollbox und einer
Mauer einklemmte (Vorakten betreffend Unfall vom 27. Januar 2015 [nachfolgend:
Suva-act. I/x] act. 1). Der gleichentags erstbehandelnde med. pract. C._, Praktischer
Arzt, diagnostizierte eine Quetschung der rechten Mittelhand. Auf dem Röntgenbild
seien keine sicheren Frakturzeichen ersichtlich (Suva-act. I/24). Med. pract. C._ bzw.
Dr. med. D._, Praktische Ärztin, attestierten der Versicherten vom 27. Januar bis 10.
März 2015 mit einem zweitägigen Unterbruch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-
act. I/5, I/7, I/9). Die Suva kam für die Folgen des Unfalls auf (Taggeld und
Heilbehandlung; Suva-act. I/2).
A.b Am 6. März 2015 wurde ein MR des Handgelenks rechts erstellt. Dr. med. E._,
Chefarzt Radiologie, Spital Z._, beurteilte, es liege ein Bone bruise am Metacarpale
II- und III-Köpfchen, aber keine Fraktur vor (Suva-act. I/26). Dr. med. F._, Leitender
Arzt Handchirurgie des Spitals Z._, diagnostizierte mit Bericht vom 13. März 2015 ein
Quetschtrauma der rechten Hand vom 27. Januar 2015 und erachtete die Versicherte
bis zum 22. März 2015 als zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. I/15). In der Folge
attestierten die behandelnden Ärzte des Spitals Z._ der Versicherten bis zum 10.
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April 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 11. bis 22. April 2015 von 50% und
ab 23. April 2015 wieder von 100% (Suva-act. I/9, I/12, I/20, vgl. Suva-act. I/25, I/27 f.).
A.c Ende April 2015 berichtete Dr. F._ über einen Verdacht auf ein
posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom rechts (Suva-act. I/17, I/23, vgl. Suva-act. I/
14). Prof. Dr. med. G._, Facharzt FMH Neurologie, diagnostizierte mit Bericht vom
11. Mai 2015 ein mittelgradiges Karpaltunnelsyndrom rechts nach Quetschtrauma der
rechten Hand (Suva-act. I/21). Am 21. Mai 2015 unterzog sich die Versicherte einer
endoskopischen Karpaldachspaltung rechts (Suva-act. I/22).
A.d Kreisärztin Dr. med. H_ beurteilte am 4. Juni 2015, die geltend gemachten
Beschwerden an der rechten Hand und insbesondere die Operation vom 21. Mai 2015
seien mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 27.
Januar 2015 zurückzuführen (Suva-act. I/29).
A.e Dr. F._ berichtete am 14. Juli 2015, es sei nach der Karpaldachspaltung leider zu
keiner Besserung gekommen, die Symptomatik habe sich eher verschlechtert. Es
bestehe eine Diskrepanz zwischen den objektiv erhebbaren Befunden und den
subjektiv geschilderten Beschwerden (Suva-act. I/41). Prof. G._ hielt am 3. August
2015 fest, es liege ein protrahierter Verlauf vor. Hinweise für ein komplexes regionales
Schmerzsyndrom (CRPS, auch Morbus Sudeck genannt) bestünden nicht. Bei “einer
streng manuell bezogenen Arbeitstätigkeit“ empfehle er noch eine Arbeitsunfähigkeit
für die nächsten vier Wochen, dann im Weiteren abhängig vom Verlauf (Suva-act. I/43).
A.f Infolge persistierender Gefühlsstörungen führte Dr. F._ am 7. September 2015
eine Revisionsoperation durch. Er stellte im Operationsbericht vom 8. September 2015
fest, der Nervus medianus scheine nicht eingeengt zu sein und narbige Veränderungen
oder Reste vom Retinaculum flexorum, welche den Nerv einengen könnten, seien nicht
auffindbar (Suva-act. I/49, I/62).
A.g Am 7. September 2015 war die Versicherte von einer Biene in das linke
Handgelenk gestochen worden (Vorakten betreffend Unfall vom 7. September 2015
[nachfolgend: Suva-act. II/x] act. 2).
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A.h Suva-Kreisärztin Dr. med. I_ befand am 23. September 2015, die geltend
gemachten Beschwerden am rechten Handgelenk seien mindestens mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 27. Januar 2015 zurückzuführen (Suva-act. I/
51).
A.i Prof. G._ berichtete am 3. November 2015 über messtechnisch noch keine
wesentliche Besserung bei Status nach offener Ligamentspaltung und einen Verdacht
auf ein leichtes CRPS des Handgelenks rechts (Suva-act. II/63). Am 16. November
2015 wurde im Spital Z._ ein MR des Handgelenks rechts durchgeführt, welches
einen leichten Reizzustand des Weichgewebes um den Nervus medianus und eine
diskrete Tendovaginitis der Sehne des Musculus flexor carpi radialis ergab (Suva-act. I/
73). Dr. F._ berichtete am 9. Dezember 2015 über eine unklare Schmerzsymptomatik
beider Hände. Zurzeit könne er keinen Grund für die prolongierten neurologischen
Symptome und die Schmerzsymptomatik finden. Gemäss Budapest-Kriterien bestehe
kein Vollbild eines CRPS (Suva-act. I/72).
A.j Suva-Kreisarzt Dr. med. J._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, untersuchte die Versicherte am 6.
Januar 2016. Im tags darauf erstellten Bericht listete er als Diagnosen einen Status
nach Quetschtrauma der Hand rechts am 27. Januar 2015, einen Status nach
endoskopischer Karpaldachspaltung rechts am 21. Mai 2015, einen Status nach
Revision und offener Neurolyse des Nervus medianus am 7. September 2015 sowie ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom Hand/Vorderarm rechts mehr als links mit Tendenz zur
Symptomausweitung auf. Aktuell finde er keine relevanten pathologischen Befunde, so
dass die beklagten Beschwerden nur teilweise objektiviert werden könnten. Er schlug
eine Evaluation der geeigneten Schmerzbehandlung vor und bestätigte vorerst die
100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. I/82).
A.k Mit Schreiben vom 4. März 2016 teilte die Suva der Versicherten mit, die noch
geklagten Beschwerden der Unfälle vom 27. Januar und 7. September 2015 seien
organisch nicht hinreichend nachweisbar. Die Adäquanz der Beschwerden sei zu
verneinen, weshalb die Versicherungsleistungen per 31. März 2016 eingestellt würden.
Es bestehe auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente oder eine
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Integritätsentschädigung (Suva-act. I/91). Am 25. April 2016 verfügte die Suva
entsprechend (Suva-act. I/110).
A.l Eine am 9. März 2016 erstellte Dreiphasen-Skelettszintigraphie hatte beidseits
keinen Hinweis auf ein CRPS ergeben (Suva-act. I/112).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 25. April 2016 erhob die Versicherte am 17. Mai 2016
Einsprache (Suva-act. I/113). Am 17. Juni 2016 begründete sie, es lägen organisch
ausgewiesene Unfallfolgen vor. Die versicherten Leistungen seien zumindest für die
rechte Hand weiter zu erbringen (Suva-act. I/121).
B.b Med. pract. K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hatte am 23. Mai 2016
über die Erstkonsultation vom 12. Mai 2016 berichtet. Als vorläufige psychiatrische
Diagnose hatte sie eine Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10:
F43.21) vor dem Hintergrund eines Quetschtraumas der Hand rechts im Januar 2015
mit Verdacht auf ein CRPS genannt (Suva-act. 121-4 ff.). Suva-Kreisärztin Dr. med.
L._, Fachärztin für Neurologie, beurteilte am 9. August 2016, unter der Annahme,
dass die Läsion des Nervus medianus rechts in Zusammenhang mit dem Unfall vom
27. Januar 2015 stehe, sei diese organische Unfallfolge erfolgreich mit der
Dekompression des Nervs behandelt worden. Dass die elektrophysiologischen
Auffälligkeiten persistierten, sei nach operativer Dekompression des Nervs mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne klinische Bedeutung. Persistierende
Beschwerden durch den Bienenstich am linken Handgelenk seien nicht überwiegend
wahrscheinlich (Suva-act. I/125).
B.c Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 12. August 2016 ab. Sie
begründete, es lägen keine relevanten somatischen Unfallfolgen mehr vor und die
psychischen bzw. organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden seien
nicht adäquat kausal zu den Unfallereignissen (Suva-act. I/126).
C.
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C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 12. August 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 7. September 2016. Die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) beantragt darin dessen Aufhebung sowie die Rückweisung der
Sache an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur Neubestimmung des
Leistungsanspruchs ab dem 1. April 2016. Eventualiter sei vom Gericht ein
medizinisches Gutachten zu erstellen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Sie
begründete mit Verweis auf Berichte von Dr. med. M._, FMH Rheumatologie und Dr.
med. N._, Facharzt für Neurologie FMH, in Bezug auf die rechte Hand lägen
organisch nachweisbare Beeinträchtigungen vor und diese stünden in natürlichem
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 27. Januar 2015 (act. G1, vgl. act.
G1.15 ff.).
C.b Dr. M._ hatte mit Bericht vom 28. Juni 2016 ein abortives CRPS im Bereich der
rechten Hand nach Kontusionstrauma am 27. Januar 2015 und der linken Hand mit
Loge de guyon Syndrom nach Bienenstich am 7. September 2015 im Übergang
Hypothenar/distaler Unterarm links diagnostiziert (act. G1.15). Dr. N._ hatte am 11.
August 2016 über ein mittelgradiges Karpaltunnelsyndrom rechts bei Status nach
Quetschtrauma der rechten Hand am 27. Januar 2015 und einen Status nach
Ligamentspaltungen im Mai und September 2015 berichtet. Auch gegenwärtig sei eine
Leitungsverzögerung rechts nachweisbar. Messtechnisch bestehe ein Sulcus ulnaris-
Syndrom links und es gebe keinen Hinweis auf ein Loge de guyon Syndrom nach
Bienenstich links karpal (act. G1.16). Dr. M._ hatte am 5. September 2016 befunden,
die Beschwerdesituation im Bereich der rechten Hand sei weiterhin unfallkausal (act.
G1.17).
C.c Die Beschwerdegegnerin legte die von der Beschwerdeführerin neu eingereichten
Berichte Dr. L._ vor und bat um erneute Beurteilung. Diese führte am 28. Oktober
2016 aus, ob die bereits im November 2015 weitestgehend erholte sensible Nervenleit-
geschwindigkeit des Nervus medianus rechts als objektives organisches Substrat der
angegebenen Sensibilitätsstörung gelten könne, sei nicht mit ja oder nein zu
beantworten, da sensible Störungen und Messwerte nicht zwangsläufig korrelierten.
Die inkonstante Sensibilitätsstörung in der rechten Hand sei nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit durch das Quetschtrauma zu erklären. Die Latenz zwischen
Weichteilverletzung und Eintreten der sensiblen Beschwerden spreche aus
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neurologischer Sicht gegen einen überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang
zwischen dem Quetschtrauma der rechten Hand am 27. Januar 2015 und dem
Karpaltunnelsyndrom (Suva-act. I/152).
C.d Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2016 beantragt die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, die angegebenen
Gefühlsstörungen seien nicht auf ein objektivierbares organisches Substrat
zurückführen. Die adäquate Kausalität der psychischen Beschwerden sei zu verneinen,
da es sich beim Ereignis vom 27. Januar 2015 um einen banalen Vorfall gehandelt
habe. Zudem hätte bei korrekter medizinischer Beurteilung von Anfang an nie ein
natürlicher Kausalzusammenhang bestanden, weshalb sie berechtigt gewesen sei, die
Leistungen einzustellen (act. G5).
C.e Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G7).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem Ereignisse aus dem Jahr 2015 zur Diskussion stehen, grundsätzlich
die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum
Unfall vom 27. Januar 2015 (Quetschtrauma) erbrachten Leistungen (Übernahme der
Kosten für Heilbehandlung und Taggeld) auf den 31. März 2016 einstellte sowie den
Anspruch auf weitere Leistungen der Unfallversicherung ablehnte. Von der
Beschwerdeführerin nicht bestritten und nicht zu beanstanden ist die
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Leistungseinstellung bezüglich des Bienenstichs, also des Unfalls vom 7. September
2015 (act. G1). Der angefochtene Einspracheentscheid ist diesbezüglich in
Teilrechtskraft erwachsen.
2.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat
zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist
die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24
Abs. 1 UVG). Wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmass¬nahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind, entsteht der Renten¬anspruch. Mit dem Rentenbeginn fallen die
Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (RUMO-JUNGO, a.a.O., S. 55, 58;
BGE 125 V 456; 123 III 110; 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener organischer
Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V
359, E. 5d/bb, unten, mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; 118 V 286, E. 3a).
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Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die
Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133, E. 6c/aa
vorzunehmen.
2.3 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so
entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche
Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/
THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, §
70 N. 58). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die
Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S.
328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den Beweis für
unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer
den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder
dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts
vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen).
2.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
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Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
Vorerst ist zu prüfen, ob die medizinische Situation der Beschwerdeführerin
rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob zum
Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch organisch objektivierbare Beschwerden der
rechten Hand vorhanden waren.
3.1 Die Beschwerdeführerin erlitt beim Unfall vom 27. Januar 2015 eine Quetschung
der rechten Mittelhand. Es kam dabei zu einem Bone bruise am Metacarpale II- und III-
Köpfchen, jedoch zu keiner Fraktur (Suva-act. I/24, I/26). Ende April 2015 äusserte Dr.
F._ den Verdacht auf ein posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom rechts (Suva-act. I/
14, I/17, I/23). Mit Bericht vom 11. Mai 2015 diagnostizierte Prof. G._ sodann ein
mittelgradiges Karpaltunnelsyndrom rechts nach Quetschtrauma (Suva-act. I/21). Ob
dieses, wie die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung von Dr. L._ vom 28.
Oktober 2016 bezweifelt (vgl. act. G5, Suva-act. I/152), natürlich unfallkausal war, kann
vorerst offen bleiben (vgl. dazu E. 5). Prof. G._ befand am 11. Mai 2015, es zeige sich
eine etwas diffuse Sensibilitätsstörung der rechten Hand, überwiegend aber im Bereich
des Nervus medianus. Die Daumenabduktion rechts sei diskret paretisch.
Neurographisch finde sich ein mittelgradiges Karpaltunnelsyndrom mit verzögerten
distal motorischen Latenzen und pathologischen sensiblen
Nervenleitgeschwindigkeiten. Auch das EMG aus dem rechten Thenar sei leicht
neurogen verändert (Suva-act. I/21). Nach der Karpaldachspaltung vom 21. Mai 2015
(vgl. Suva-act. I/22) berichtete Dr. F._ am 14. Juli 2015 über keine Besserung und
einen verzögerten Heilungsverlauf. Dieser sei schwierig erklärbar, Anzeichen eines
CRPS bestünden nicht. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen objektiv erhebbaren
Befunden und subjektiv geschilderten Beschwerden (Suva-act. I/41). Prof. G._
befand am 2. August 2015, er finde derzeit keine Kraftminderung, aber noch einen
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klopfempfindlichen Nervus medianus im Karpaltunnelbereich. Neurographisch seien
die Messwerte nur unwesentlich verbessert im Vergleich zu vor der Operation, so dass
offenbar doch ein protrahierter Verlauf vorliege (Suva-act. I/43). Dr. F._ stellte am 2.
September 2015 zwar eine objektivierbare Kraftsteigerung fest, empfahl aufgrund einer
klinischen Verschlechterung und steigenden Leidensdrucks aber doch eine
Revisionsoperation, welche er am 7. September 2015 durchführte (Suva-act. I/49, I/62).
Beim Eingriff stellte Dr. F._ fest, der Nervus medianus scheine nicht eingeengt zu
sein. Narbige Veränderungen oder Reste vom Retinaculum flexorum, welche den Nerv
einengen könnten, lägen nicht vor (Suva-act. I/62). Am 9. Dezember 2015 hielt er
zusätzlich fest, das Retinaculum flexorum habe sich komplett durchtrennt gezeigt.
Makroskopisch hätten am Nervus medianus keine Auffälligkeiten bestanden (Suva-act.
I/72). Es ist damit davon auszugehen, dass bereits die erste operative
Karpaldachspaltung erfolgreich gewesen war. Wie Dr. L._ plausibel ausführt, war
nach operativer Behandlung des Karpaltunnelsyndroms eine neurologische
Ausfallsymptomatik durch eine Nervus medianus-Schädigung rechts nicht mehr
verifizierbar (Suva-act. I/152).
3.2 Prof. G._ berichtete am 3. November 2015, die beklagte Sensibilitätsstörung an
sämtlichen Fingern beider Hände lasse sich weder einem Nervenversorgungsgebiet
noch einem Dermatom zuordnen. Relevante Paresen lägen nicht vor. Neurographisch
seien die Messwerte im Bereich des rechten Nervus medianus unverändert im
Vergleich zu vor der erneuten Ligamentspaltung im September 2015. Im Vergleich zu
der letzten Messung sei dagegen der sympathische Hautreflex rechts gegenüber links
etwas verzögert, so dass sich dort zumindest ein leichtes CRPS entwickelt habe (Suva-
act. I/63). Dr. F._ verneinte am 9. Dezember 2015 jedoch das Vorliegen eines
Vollbilds eines CRPS gemäss Budapest-Kriterien. Er diagnostizierte eine unklare
Schmerzsymptomatik beider Hände. Zurzeit könne er für die prolongierten
neurologischen Symptome und die Schmerzsymptomatik keinen Grund finden (Suva-
act. I/72). Ein MR des Handgelenks rechts hatte am 16. November 2015 lediglich einen
leichten Reizzustand des Weichgewebes um den Nervus medianus und eine diskrete
Tendovaginitis der Sehne des Musculus flexor carpi radialis zur Darstellung gebracht
(Suva-act. I/73). In Übereinstimmung mit der Beurteilung von Dr. F._ fand Kreisarzt
Dr. J._ bei seiner Untersuchung vom 6. Januar 2016 keine relevanten pathologischen
Befunde, so dass er die beklagten Beschwerden nur teilweise objektivieren konnte. Er
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hielt fest, aufgrund der klinischen Untersuchung ergäben sich keine strukturell
orientierten Behandlungsmassnahmen, und empfahl eine Evaluation der geeigneten
Schmerzbehandlung (Suva-act. I/82). Bei einer Dreiphasen-Skelettszintigraphie am 9.
März 2016 wurden keine Hinweise auf ein CRPS gefunden und keine wesentlichen
degenerativen Veränderungen der Hände erhoben (Suva-act. I/112). Dr. L._ führte am
9. August 2016 zusammenfassend überzeugend aus, das Quetschtrauma der rechten
Mittelhand wie auch der Status nach Operation eines Karpaltunnelsyndroms und
Revisionsoperation erklärten keine erheblichen, anhaltenden Beschwerden. Der
Verdacht auf ein CRPS habe nicht bestätigt werden können. Dass die
elektrophysiologischen Auffälligkeiten persistierten, sei nach operativer Dekompression
des Nervs mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne Bedeutung (Suva-act. I/125).
3.3 Mit der vorliegenden Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin weitere ärztliche
Berichte ein (act. G1). Dr. M._ hatte am 28. Juni 2016 ein abortives CRPS an beiden
Händen diagnostiziert und die Beschwerdeführerin Dr. N._ zugewiesen (act. G1.15).
Am 11. August 2016 befand dieser, es liege kein CRPS gemäss den international
bekannten Kriterien nach Harden vor. Es liessen sich unverändert zu den
Voruntersuchungen Sensibilitätsstörungen im Bereich der volarseitigen Finger I-III
rechts passend zu einer peripheren Nervus medianus-Klinik bei auch dazu passender,
weiterhin bestehender Verzögerung der distal motorischen Latenzen (DML) darstellen.
Die anamnestisch von Prof. G._ erhobenen Werte im sympathischen Hautreflex,
welche rechts gegenüber links etwas verzögert gewesen seien, seien allenfalls als Indiz
für eine durchgemachte Symptomatik möglicherweise auch eines sympathisch
unterhaltenen Schmerzes zu werten (act. G1.16). Bezüglich der persistierenden
Verzögerung der distal motorischen Latenz bemerkte Kreisärztin Dr. L._ am 28.
Oktober 2016 plausibel, eine solche spreche nicht gegen einen positiven
Operationserfolg und eine klinische Besserung. Weiter führte sie aus, die Angaben der
Beschwerdeführerin seien inkonsistent. Unbestritten sei jedoch, dass postoperativ
weder Prof. G._ noch Dr. N._ motorische Defizite objektiviert hätten. In der
Untersuchung von Dr. N._ sei die sensible Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus
medianus rechts nicht gemessen worden. Somit könne diese Untersuchung zur
allfälligen Objektivierung der Sensibilitätsstörungen nicht herangezogen werden. Mit
der Messung der DML und der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit könnten nur
motorische Aspekte beurteilt werden. Ob die bereits im November 2015 weitestgehend
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erholte sensible Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus medianus rechts als objektives
organisches Substrat der angegebenen Sensibilitätsstörungen gelten könne, sei nicht
mit ja oder nein zu beantworten, da sensible Störungen und Messwerte nicht
zwangsläufig korrelierten (Suva-act. I/152).
3.4 Zusammengefasst sind die über den 31. März 2016 hinaus geklagten
Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich durch einen im Sinn der
Rechtsprechung organisch nachweisbaren Unfallschaden erklärbar. Weitere
medizinische Abklärungen erübrigen sich damit.
4.
Somit ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 27.
Januar 2015 und den im Einstellungszeitpunkt geklagten Beschwerden speziell zu
prüfen. Die Beschwerdeführerin macht vor allem Schmerzen im Handgelenk rechts,
eine verringerte Grifffestigkeit und Kälteempfindlichkeit geltend (vgl. act. G1.15). Med.
pract. K._ hatte zudem am 23. Mai 2016 die vorläufige Diagnose einer
Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21) vor dem
Hintergrund des Quetschtraumas, gestellt (Suva-act. 121-4 ff.).
4.1 Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfall
besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in
banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen
dazwischen liegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen
Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der
allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher
Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu
verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang
in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei
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denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die
Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person
aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen.
4.2 Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und
der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere,
objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders
dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen;
eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133 E. 6). Um die
adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein.
Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren
Bereich handelt. Falls keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt, müssen
mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht werden können. Dabei gilt, dass je leichter der
Unfall ist, desto mehr Kriterien erfüllt sein müssen. Diese Würdigung führt zur Bejahung
oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass nach weiteren
Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil vom 29. Januar 2010
(8C_897/2009 E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung zur Anzahl der zu
erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern präzisiert, als bei
mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien genügen, auch wenn
sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vorliegen. Bei Unfällen im
mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier
Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember
2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis).
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4.3 Vorliegend klemmte sich die Beschwerdeführerin am 27. Januar 2015 morgens um
04:00 Uhr beim Stossen einer Rollbox die Hand zwischen der Rollbox und einer Mauer
ein. Sie hielt die Box am Griff, als diese gegen die Wand rollte (Suva-act. I/1, I/24). Der
Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin vom 10. Juli 2015 ist zu entnehmen, dass eine
solche Box zwischen 800 und 1000kg wiege (Suva-act. I/38). Die Beschwerdeführerin
gab gegenüber Dr. M._ an, sie habe dicke Winterhandschuhe getragen und sofort
einen Schmerz palmar gespürt. Sie habe dann noch bis 05:45 Uhr weitergearbeitet
(act. G1.15). Mit Blick auf die höchstrichterliche Rechtsprechung (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2007, U 605/06, E. 4; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 8C_62/2016, E. 4.2.2) ist fraglich, ob es sich dabei
um einen banalen Unfall oder ein mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen handelt. Diese Frage kann jedoch offen bleiben, da, wie sich
nachfolgend ergibt, selbst wenn man zugunsten der Beschwerdeführerin von letzterer
Variante ausgeht, die Adäquanz zu verneinen ist.
4.4 Folglich müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs
mindestens vier der relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien sind psychische
Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa).
4.4.1 Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder
der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden.
Nicht was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr
psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten
ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit
eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann
(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Von einer besonderen Eindrücklichkeit oder Dramatik
im Sinn der Rechtsprechung kann im vorliegenden Fall nicht gesprochen werden,
weshalb das Kriterium zu verneinen ist.
4.4.2 Die Beschwerdeführerin zog sich beim Unfall vom 27. Januar 2015 ein
Quetschtrauma der rechten Mittelhand mit einem Bone bruise am Metacarpale II- und
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III-Köpfchen zu (Suva-act. I/26). Später entwickelte sich ein Karpaltunnelsyndrom,
dessen Unfallkausalität umstritten ist (vgl. act. G1, G5, Suva-act. I/152). Das
Quetschtrauma kann nicht als besonders schwer oder als Verletzung besonderer Art
eingestuft werden. Auch ist eine derartige Verletzung in der Regel nicht geeignet,
psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
4.4.3 Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht
allein der zeitliche Massstab massgeblich. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind
die Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine
Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des EVG vom 20. Oktober
2006, U 488/05 E. 3.2.3, BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch
der Erhaltung des Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der
Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen
ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten
Behandlung zu (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U11/07 E. 5.3.1 mit
Hinweisen). Die Beschwerdeführerin wurde zuerst konservativ mit einer Ruhigstellung
der Hand und Analgesie behandelt (Suva-act. I/24). Im weiteren Verlauf erhielt sie Ergo-
und Physiotherapie (vgl. Suva-act. I/6, I/8, I/89). Am 21. Mai 2015 unterzog sich die
Beschwerdeführerin einer endoskopischen Karpaldachspaltung rechts (Suva-act. I/22).
Aufgrund des protrahierten Heilungsverlaufs (Suva-act. I/41, I/43, I/49) wurde am 7.
September 2015 eine Revisionsoperation durchgeführt (Suva-act. I/62). Seither fanden
keine operativen Eingriffe mehr statt und die Beschwerdeführerin wurde primär
bezüglich ihrer geltend gemachten Schmerzen weiter medikamentös und mit Ergo-
bzw. Physiotherapie behandelt (bis im Dezember 2015; vgl. act. G1.15). Ausserdem
begab sie sich in das Polymedes Schmerzzentrum Y._ (Suva-act. I/62 f., I/74, I/96,
act. G1.15). Die Behandlung kann aus rein somatischer Sicht eher nicht als
ungewöhnlich lange bezeichnet werden.
4.4.4 Die Beschwerdeführerin äusserte in den meisten medizinischen Berichten
Schmerzen. Die behandelnden Ärzte konnten die Schmerzen aus somatischer Sicht
jedoch nur teilweise nachvollziehen. So berichtete insbesondere Dr. F._ am 9.
Dezember 2015 über eine unklare Schmerzsymptomatik und prolongierte
neurologische Symptome, für die er keinen Grund finden könne (Suva-act. I/72). Auch
Dr. J._ konnte die beklagten Beschwerden nur teilweise objektivieren und empfahl
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eine Evalua¬tion der geeigneten Schmerzbehandlung (Suva-act. I/82). Die
Beschwerdeführerin liess sich darauf im Polymedes Schmerzzentrum Y._ behandeln
(Suva-act. I/96). Das Kriterium der Dauerschmerzen ist damit zwar erfüllt, wegen der
genannten fehlenden Objektivierbarkeit jedoch nicht in relevanter Weise.
4.4.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hätte, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den
Parteien geltend gemacht.
4.4.6 Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten
alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende
Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert
haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06 E. 4.3.2 und
vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008 E. 7.6). Der Heilungsverlauf der Beschwerdeführerin
war protrahiert (vgl. Suva-act. I/43, I/49, I/72), es traten jedoch weder besondere
Schwierigkeiten noch erhebliche Komplikationen auf.
4.4.7 Der Beschwerdeführerin wurde von den behandelnden Ärzten seit dem Unfall
bis zum 15. Mai 2016 mit kurzen Unterbrüchen eine Arbeitsunfähigkeit von 100%
attestiert (vgl. u.a. Suva-act. I/5, I/111). Dr. M._ berichtete über einen geplanten
Arbeitsversuch ab Juni 2016 in einer alternativen Tätigkeit bei der B._ (act. G1.15).
Das Kriterium der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist insgesamt eher
zu bejahen, wenn auch nicht in besonders ausgeprägter Weise.
4.4.8 Da somit höchstens zwei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind,
keines jedoch in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 27. Januar 2015 und den geklagten
nicht objektivierbaren organischen sowie psychischen Beschwerden zu verneinen.
Damit erübrigt sich die Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs derselben (vgl.
BGE 135 V 465 E. 5.1).
5.
Selbst wenn man davon ausginge, dass weiterhin objektivierbare organische
Beschwerden bedingt durch ein Karpaltunnelsyndrom rechts (Verzögerung der
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Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus medianus) vorlägen, wären diese mit der
Beschwerdegegnerin (act. G5) nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu
betrachten. Bei der Untersuchung im Spital Z._ am 27. Februar 2015 wurde keine
Medianussymptomatik festgestellt. Die behandelnden Ärzte hielten fest, die rechte
Hand sei unauffällig ohne merkliche Schwellung im Bereich der gesamten Hand im
Seitenvergleich. Es zeigten sich keine Auffälligkeiten der Sensibilität und Motorik (Suva-
act. I/16). Das am 6. März 2015 erstellte MR des Handgelenks rechts ergab einen Bone
bruise am Metacarpale II- und III-Köpfchen (Suva-act. I/26). Wie Dr. L._ in ihrer
Beurteilung vom 28. Oktober 2016 gestützt auf die ihr vorliegenden Abbildungen der
MR-Untersuchung plausibel erklärte, stellte sich der Karpaltunnel damals unauffällig,
ohne beispielsweise einengendes Ödem, dar (Suva-act. I/152). Erst am 24. April 2015
berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals Z._ erstmals über einen neu
aufgetretenen Verdacht auf ein posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom rechts (Suva-
act. I/14). Dr. L._ führte überzeugend aus, dass die Beschwerden, die auf eine Läsion
des Nervus medianus hindeuteten, mit einer Latenz von drei Monaten eingetreten
seien, sei medizinisch nicht zu erklären. Verletzungsfolgen zeigten naturgemäss einen
regredienten Verlauf. Wie das MR vom 6. März 2015 belege, hätten sich die durch die
Weichteilreaktion im Bereich der Hand entstandene Schwellung respektive das Ödem
als mögliche Druckursache im Karpaltunnel zurückgebildet. Sensibilitätsstörungen, die
durch eine Schädigung des Nervus medianus bedingt durch ein Ödem oder Blut im
Karpaltunnel entstanden sein sollten, wären innerhalb weniger Tage nach Verletzung zu
erwarten gewesen. Aus neurologischer Sicht spreche die Latenz zwischen
Weichteilverletzung und Eintreten der sensiblen Beschwerden bei zwischenzeitlich gut
dokumentierten Befunderhebungen gegen einen überwiegend wahrscheinlichen
Zusammenhang zwischen dem Quetschtrauma der rechten Hand vom 27. Januar 2015
und dem Karpaltunnelsyndrom. Die inkonstante Sensibilitätsstörung in der rechten
Hand sei damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Quetschtrauma
zu erklären (Suva-act. I/152). Bereits der Beurteilung von Dr. L._ vom 9. August 2016
sind Vorbehalte bezüglich der Unfallkausalität des Karpaltunnelsyndroms zu
entnehmen. So hielt sie lediglich fest, das Karpaltunnelsyndrom sei zumindest im
zeitlichen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 27. Januar 2015 diagnostiziert
worden, und beurteilte die Unfallkausalität der geklagten Beschwerden lediglich unter
der Annahme, dass ein Zusammenhang der Läsion des Nervus medianus mit dem
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Unfall bestehe (Suva-act. I/125). Dr. M._ befand zwar am 5. September 2016 nach
einem Telefongespräch mit Dr. N._, die Beschwerdesituation im Bereich der rechten
Hand sei weiterhin unfallkausal, begründete dies jedoch nicht (act. G1.17). Dr. N._
selbst hatte in seinem Bericht vom 11. August 2016 festgehalten, er könne wegen
seines Interessenkonfliktes als auch bei der Beschwerdegegnerin tätiger Arzt zur
Unfallkausalität nicht Stellung nehmen (act. G1.16). Die Beurteilungen der
behandelnden Ärzte sind damit nicht geeignet, die Einschätzung von Dr. L._ in Frage
zu stellen. Somit wäre der Kausalzusammenhang zwischen allfälligen im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 31. März 2016 noch bestehenden objektivierbaren
organischen Beschwerden und dem Unfall vom 27. Januar 2015 überwiegend
wahrscheinlich zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin wäre somit berechtigt gewesen,
die Leistungen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 130 V 380)
ex nunc et pro futuro einzustellen.
6.
6.1 Nach dem Gesagten lagen spätestens zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
31. März 2016 keine unfallkausalen Beschwerden mehr vor. Der Einspracheentscheid
vom 12. August 2016 ist damit nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.