Decision ID: 4b3e14a1-4e39-52ea-97f8-053fdd633470
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die am (...) 1950 geborene, seit September 2011 in ihrer Heimat Italien
wohnhafte A._ (im Folgenden: Versicherte oder Beschwerdeführe-
rin) meldete sich am 23. August 2006 zum Bezug von Leistungen der
Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an (Akten [im Folgenden: act.]
der Schweizerischen Ausgleichskasse [im Folgenden: SAK oder Vo-
rinstanz] 1 bis 3; vgl. auch act. 10 bis 15). Nach Durchführung der für die
Beurteilung des Leistungsanspruchs massgeblichen Abklärungen (act. 4
bis 7) sprach die damals zuständig gewesene IV-Stelle des Kantons
B._ (im Folgenden: IV-Stelle B._) der Versicherten mit Ver-
fügung vom 21. Dezember 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 89 % mit
Wirkung ab 1. Januar 2007 eine ganze IV-Rente in der Höhe von Fr. 969.-
pro Monat zu; gleichentags verfügte sie aufgrund einer Hilflosigkeit leichten
Grades auch eine Hilflosenentschädigung der IV in der Höhe von monatlich
Fr. 442.- (act. 8). Diese Entscheide erwuchsen – soweit aus den Akten er-
sichtlich – unangefochten in Rechtskraft.
A.b Nachdem die ehemals zuständig gewesene Ausgleichskasse
C._ mit Schreiben vom 28. November 2011 die Rentenakten zu-
folge des per 24. September 2011 erfolgten Wegzugs der Versicherten
nach Italien an die SAK übermittelt und die Versicherte darauf hingewiesen
hatte, dass aufgrund der Wohnsitznahme im Ausland die Hilflosenentschä-
digung per September 2011 entfalle (act. 3 bis 6), erliess die SAK am 4.
Dezember 2013 eine Verfügung, mit welcher diejenige der IV-Stelle
B._ vom 21. Dezember 2007 aufgehoben wurde; die monatliche IV-
Rente belief sich neu auf Fr. 1'251.- (act. 18). Dieser Entscheid trat eben-
falls unangefochten in Rechtskraft.
B.
Mit Schreiben vom 4. Juli 2014 bat die SAK den italienischen Sozialversi-
cherungsträger I.N.P.S. um die Übersendung der Formulare E 202 und
E 207 (act. 25). Nach Vorliegen dieser Dokumente (act. 28 und 29), der
Formulare E 205 (act. 31) und E 210 (act. 32) sowie der Rentenberech-
nungsblätter (act. 30) erliess die SAK am 19. August 2014 eine weitere
Verfügung, mit welcher diejenige vom 4. Dezember 2013 aufgehoben
(vgl. Bst. A.b hiervor) und der Versicherten in Ablösung der Invalidenrente
eine ordentliche Altersrente im Betrag von monatlich Fr. 1'251.- zugespro-
chen wurde (act. 33). Nachdem die Versicherte hiergegen am 4. August
2014 (recte: 4. September 2014) ihre Einwendungen vorgebracht hatte
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(act. 34), erliess die SAK am 11. November 2014 einen die Verfügung vom
19. August 2014 im Ergebnis bestätigenden Einspracheentscheid (act. 35).
Dieser Entscheid wurde – soweit aus den Akten ersichtlich – wiederum un-
angefochten rechtskräftig.
C.
C.a Nachdem der Ehemann der Versicherten am 20. März 2020 verstorben
war und die SAK die Altersrente der Versicherten neu berechnet hatte
(act. 48 und act. 56 S. 6), erliess sie am 2. April 2020 eine weitere Verfü-
gung, mit welcher diejenige vom 19. August 2014 aufgehoben und der Ver-
sicherten eine ordentliche Altersrente in der Höhe von neu Fr. 1'582.- pro
Monat zugesprochen wurde (act. 54).
C.b Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Guido Brusa, mit Eingabe vom 4. Mai 2020 Einsprache erheben und
beantragen, es seien ihr die vollen gesetzlichen Leistungen (Alters- und
Witwenrente) zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess sie wei-
ter beantragen, es seien ihr die notwendigen/erbetenen Rechtsauskünfte
nachzureichen und die vollständigen Akten vorzulegen. Weiter sei ihr nach
Erteilung gehöriger Rechtsauskunft und Vorlage der vollständigen Akten –
sofern die betroffene Verfügung nicht von Amtes wegen in Wiedererwä-
gung zu Gunsten der Versicherten gezogen werde – Frist zur Ergänzung
der Einsprache anzusetzen (act. 55).
C.c Nachdem der Rechtsvertreter die SAK mit Schreiben vom 3. Juni 2020
daran erinnert hatte, dass er in der Zwischenzeit weder die Akten noch eine
Antwort erhalten habe (act. 57), erliess die SAK am 12. Juni 2020 einen
Einspracheentscheid in italienischer Sprache (act. 58).
C.d In der Folge gelangte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer mit E-
Mail vom 16. Juni 2020 erneut an die SAK. Darin machte er unter anderem
geltend, es seien ihm betreffend die Versicherte die vollständigen Versi-
cherungsakten und die Verwaltungsakten umgehend zuzustellen. Weiter
erwarte er je für die Versicherte und deren Ehemann einen chronologi-
schen und vollständigen Auszug über die Leistungen der IV und der AHV.
Schliesslich erwarte er, dass die SAK versuche, der Versicherten ihre An-
sprüche – unter Verzicht auf formaljuristische Hürden – in einfacher Spra-
che darzulegen und zu erklären (act. 59). Nachdem die SAK diese E-Mail
vom 16. Juni 2020 mit Datum vom 22. Juni 2020 an das Bundesverwal-
tungsgericht übermittelt hatte, wurde der Vorinstanz am 26. Juni 2020 unter
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Beilage dieser E-Mail mitgeteilt, es sei diesbezüglich keine Beschwerde
eingegangen und das Bundesverwaltungsgericht sei zur Behandlung der
Anträge des Rechtsvertreters nicht zuständig (act. im Beschwerdeverfah-
ren [im Folgenden: B-act.] 1 Beilage 8; vgl. hierzu auch B-act. im Verfahren
C-3230/2020).
C.e In einer weiteren E-Mail an die SAK vom 24. Juni 2020 führte der
Rechtsvertreter zusammengefasst aus, er habe mit Schreiben vom 4. Mai
2020 – welches als allfällige vorsorgliche bzw. fristwahrende Rechtsschrift
bezeichnet worden sei – aus prozessualen Gründen bzw. zur Vermeidung
des Rechtsmittelverlustes Akteneinsicht und eine Begründung der Verfü-
gung vom 2. April 2020 erbeten. Es seien keine Begründung und keine
Akten geliefert worden, aber am 12. Juni 2020 sei ein Einspracheentscheid
erlassen worden. Er bitte nochmals und in aller Form darum, die vollstän-
dige Akteneinsicht gesetzmässig und umgehend – insbesondere auch vor
der materiellen Bearbeitung seiner Verfahrenseingabe vom 4. Mai 2020 –
zu gewähren (act. 62). Daraufhin wurden dem Rechtsvertreter die ge-
wünschten Akten am 1. Juli 2020 gesendet (act. 67 bis 69).
C.f Nachdem der Rechtsvertreter hinsichtlich seines am 4. August 2020 mit
der Ausgleichskasse des Kantons B._ (im Folgenden: AK
B._) geführten Telefonats eine Besprechungsnotiz erstellt hatte
(act. 70), wandte er sich mit Eingabe vom 6. August 2020 erneut an die
SAK. Darin führte er zusammengefasst aus, er habe die Rentenberech-
nungsakten, welche zur Prüfung der Ansprüche der Versicherten notwen-
dig seien, nicht erhalten; er finde nur «prima del calcolo» (act. 48). Die in
der Besprechungsnotiz dargestellten Berechnungen könne er aufgrund der
ihm vorgelegten Akten nicht vornehmen, weswegen er darum bitte, ihm die
Unterlagen zu den vorgenommenen Rentenberechnungen bzw. zu der ver-
gleichenden Schattenrechnung zur Verfügung zu stellen und diese mit al-
lenfalls notwendigen Erklärungen in einfachen Worten und klar verständli-
cher Sprache zu begleiten (act. 70).
C.g Nachdem sich die SAK diesbezüglich im Rahmen des Schreibens vom
16. September 2020 geäussert hatte (act. 72), führte der Rechtsvertreter
in einem weiteren Schreiben vom 22. September 2020 aus, seine Be-
schwerde vom 17. August 2020 sei mit diesen Informationen bzw. einer
Verfügung mit diesem Inhalt nicht notwendig geworden. Er bitte darum, den
angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. Juni 2020 daher wiederer-
wägungsweise aufzuheben bzw. durch eine Verfügung mit dem Inhalt des
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Schreibens vom 16. September 2020 zu ersetzen. Der guten Ordnung hal-
ber bediene er das Bundesverwaltungsgericht mit einer Kopie dieses
Schreibens (act. 75).
C.h Im Anschluss an seinen Anruf vom 23. September 2020 (act. 76; vgl.
auch act. 78 und act. 96 [Telefonnotiz]) liess die SAK dem Rechtsvertreter
am 6. Oktober 2020 die Rententabellen 2019 (Skala 30 [Altersrente mit
Zuschlag für verwitwete Personen] und Skala 42 [Vergleichsrechnung Hin-
terlassenenrente Ehemann]) zukommen (act. 79 und 80).
D.
D.a Bereits am 17. August 2020 liess die Beschwerdeführerin beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Einspracheentscheid in ita-
lienischer Sprache vom 12. Juni 2020 (act. 58; vgl. Bst. C.c hiervor) erhe-
ben und beantragen, es seien ihr die gesetzlichen Rentenleistungen zuzu-
sprechen (act. 83 bis 93; B-act. 1). Zur Begründung liess sie zusammen-
gefasst ausführen, rechtlich stünden ihre Ansprüche vorab unter den Titeln
der gesetzlichen allgemeinen Informationspflicht, der belegten und voll-
ständigen Akteneinsicht sowie schliesslich der Pflicht zur Begründung.
D.b Nachdem die Beschwerdeführerin im Rahmen der Eingabe vom
24. August 2020 weitere Unterlagen betreffend die Vereinfachung der
Sprache hatte einreichen und ergänzende Ausführungen machen lassen
(B-act. 2), führte der Rechtsvertreter in einer weiteren Eingabe an das Bun-
desverwaltungsgericht vom 22. September 2020 unter Beilage des Schrei-
bens der SAK vom 16. September 2020 und seines Schreibens an diese
vom 22. September 2020 aus, er gehe davon aus, dass das Verfahren nun
wohl informell sistiert bleibe bis zur erbetenen Wiedererwägungsverfügung
der Vorinstanz (B-act. 3).
D.c Im Rahmen der Eingabe vom 7. Oktober 2020 liess die Beschwerde-
führerin geltend machen, die mit Schreiben vom 22. September 2020 be-
antragte "informelle Sistierung" sei aufzuheben und das Verfahren fortzu-
führen. Nach den Worten der Vorinstanz vom 23. September 2020 sei die
Sache so kompliziert, dass sie gar nicht verstanden und erklärt werden
könne. Zurzeit werde davon ausgegangen, dass die Gesprächsnotiz vom
4. August 2020 den Sachverhalt bzw. die Rechtslage richtig wiedergebe,
sodass eine rechtmässige Verfügung etwa diesen Inhalt haben müsste.
Materiell strittig wäre dann "nur" noch die Frage, ob die hinterbliebene
Witwe in der vorliegenden Konstellation auch von der "besseren" Skala des
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verstorbenen Ehemannes (Skalentransfer) profitieren dürfe, was die Be-
schwerdeführerin behaupten lasse (B-act. 4).
D.d Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Oktober 2020 gingen je ein
Doppel der Eingabe vom 17. August 2020 und den weiteren Ergänzungen
vom 24. August 2020, 22. September 2020 sowie 7. Oktober 2020 an die
Vorinstanz. Diese wurde ersucht, innert Frist eine Vernehmlassung in 2
Exemplaren einzureichen, einen Zustellnachweis des angefochtenen Ein-
spracheentscheids vorzulegen sowie die gesamten Akten (nummeriert und
in einem Aktenverzeichnis aufgenommen) elektronisch zu übermitteln.
Gleichzeitig wurde der Rechtsvertreter aufgefordert, innert Frist eine
rechtsgenügliche Vollmacht nachzureichen (B-act. 5); dieser Aufforderung
wurde nachgekommen (B-act. 6 und 7).
D.e In ihrer Vernehmlassung vom 18. November 2020 beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 8).
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, der Einspracheent-
scheid vom 12 Juni 2020 sei am 16 Juni 2020 zugestellt worden. Die Be-
schwerde sei am 17. August 2020 beim Bundesverwaltungsgericht einge-
gangen bzw. rechtzeitig eingereicht worden, weshalb auf die Beschwerde
einzutreten sei. In der Verfügung vom 2. April 2020 sei die Beschwerdefüh-
rerin unter "Complemento d'informazione" darüber informiert worden, dass
die Altersrente einen Zuschlag für verwitwete Personen enthalte. Ausser-
dem werde in Fettdruck festgehalten, dass, wenn sowohl die Bedingungen
für eine Hinterlassenenrente und die Bedingungen für eine Altersrente oder
eine Invalidenrente erfüllt seien, einzig die höhere Rente ausbezahlt
werde. Diese Informationen seien klar und unmissverständlich. Im Ein-
spracheentscheid vom 12. Juni 2020 sei die Verfügung vom 2. April 2020
ausführlich begründet sowie konkret und auf den Fall bezogen erklärt wor-
den. Die massgebenden gesetzlichen Bestimmungen seien im Ein-
spracheentscheid aufgezeigt worden. Das Versichertendossier sei dem
Vertreter am 1. Juli 2020 in elektronischer Form übermittelt worden; der
Beschwerdeführerin sei somit das rechtliche Gehör gewährt worden. Unter
dem Titel "Rendita vedovile ex art. 36 LAVS" würde Schritt für Schritt die
Rentenberechnung auf der Grundlage von 80 % der Altersrente des ver-
storbenen Ehemannes aufgezeigt. Unter dem Titel "Rendita di vecchiaia
comprensiva del supplemento vedovile di cui all' art. 35bis LAVS'’ werde
daraufhin Schritt für Schritt die Rentenberechnung auf der Grundlage der
Altersrente der Beschwerdeführerin mit dem Zuschlag von 20% für verwit-
wete Personen erklärt. Die der Beschwerdeführerin zugesprochene Rente
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(Altersrente der Beschwerdeführerin mit Zuschlag von 20% für verwitwete
Personen) sei höher als die Rente auf der Grundlage von 80 % der Alters-
rente des verstorbenen Ehemanns. Die Höhe der Rente sei ordnungsge-
mäss aufgrund der im vorliegenden Fall anwendbaren gesetzlichen und
reglementarischen Bestimmungen berechnet und ab dem 1. April 2020 neu
auf CHF 1 582.- verfügt worden.
D.f In ihrer Replik vom 24. November 2020 liess die Beschwerdeführerin
an ihren Beschwerdeanträgen und bisherigen Ausführungen festhalten und
weitere ergänzende Ausführungen machen (B-act. 10).
D.g In einer weiteren Eingabe vom 15. Dezember 2020 liess die Beschwer-
deführerin eine Stellungnahme zur aktuellen bundesgerichtlichen Recht-
sprechung, bearbeitet durch D._, einreichen und wiederum zusätz-
liche Ausführungen vorbringen (B-act. 12).
D.h In ihrer Duplik vom 22. Januar 2021 hielt die Vorinstanz an ihren
Rechtsbegehren fest und führte ergänzend aus, seitens der Beschwerde-
führerin würden keine neuen Argumente vorgebracht, die einen Einfluss
auf die Höhe der Rente und die Berechnungsgrundlagen haben könnten.
Betreffend "Skalentransfer" habe der Rechtsvertreter die an ihn gesandten
Skalen (30 und 42), in denen ersichtlich sei, dass die Skala 30 für die Be-
schwerdeführerin eine höhere Rente ergebe, seiner Eingabe vom 7. Okto-
ber 2020 beigelegt (B-act. 14).
D.i Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Januar 2021 wurde dem
Rechtsvertreter in Beantwortung der unaufgefordert von diesem einge-
reichten Eingabe vom 25. Januar 2021 (B-act. 15) mitgeteilt, dass Be-
schwerden vor dem Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich in der Rei-
henfolge ihres Eingangs behandelt würden. Weiter wurde der Schriften-
wechsel unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abge-
schlossen (B-act. 16).
D.j Nachdem die Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungsgericht mit
einer weiteren, unaufgefordert eingereichten Eingabe vom 18. Mai 2021
einen in der E._ Zeitung am 17. Mai 2021 publizierten Artikel über-
mittelt hatte (B-act. 19), liess sie im Rahmen des erneut unaufgefordert
eingereichten Schreibens vom 2. Juli 2021 auf den von D._ behan-
delten Bundesgerichtsentscheid vom 2. März 2021 verweisen (B-act. 20).
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D.k Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-
weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; BVGE
2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2).
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern kein Ausnah-
metatbestand erfüllt ist (Art. 31 und 32 des Bundesgesetzes über das Bun-
desverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 172.32]). Zulässig
sind Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33
VGG. Die SAK ist eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG (vgl. auch
Art. 85bis Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG; SR 831.10]). Eine
Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsge-
richt ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes be-
stimmt. Das VwVG findet aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG jedoch keine
Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 2 des ATSG sind die Bestim-
mungen des ATSG anwendbar, soweit die einzelnen Sozialversicherungs-
gesetze des Bundes dies vorsehen. Nach Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die
Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hin-
terlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich
eine Abweichung vom ATSG vorsieht.
1.3 Als direkte Adressatin ist die Beschwerdeführerin vom angefochtenen
Einspracheentscheid vom 12. Juni 2020 (act. 58) besonders berührt und
sie kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder
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Änderung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist zur Be-
schwerde legitimiert. Auf die im Übrigen frist- (vgl. hierzu die diesbezüglich
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz [Bst. D.e hiervor]) und formge-
recht eingereichte Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52
Abs. 1 VwVG) ist deshalb einzutreten.
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
1.5 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE
125 V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversiche-
rungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat viel-
mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360
E. 5b und 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
1.6 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet der
angefochtene Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 12. Juni 2020 (act.
58). Da die Beschwerdeführerin ausführlich und explizit die Verletzung der
Aktenführungs-, Informations- und Begründungspflicht gerügt und thema-
tisiert hat, ist vorab zu prüfen, ob der Einspracheentscheid vom 12. Juni
2020 bereits aus formellen Gründen aufzuheben ist. Zu ergänzen ist, dass
das Bundesverwaltungsgericht die Frage einer allfälligen Verletzung des
Gehörsanspruchs das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nicht nur
aufgrund von Parteibegehren und im Rahmen gestellter Rechtsbegehren,
sondern auch von Amtes wegen prüft. Anlass zur Aufhebung eines Ent-
scheides von Amtes wegen geben indessen nur Verletzungen wesentlicher
Verfahrensvorschriften (BGE 120 V 357 E. 2a; SVR 1999 UV Nr. 25 S. 75
E. 1a).
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193
C-4103/2020
Seite 10
2.
Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-
chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.
2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1;
BGE 134 V 315 E. 1.2; BGE 130 V 329 E. 2.3). Deshalb finden die Vor-
schriften Anwendung, die spätestens beim Erlass des Einspracheent-
scheids vom 12. Juni 2020 in Kraft standen; weiter aber auch solche, die
zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die
Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang
sind.
2.2 Die Beschwerdeführerin ist italienische Staatsangehörige und wohnt in
Italien. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999
(FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koor-
dinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA,
insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Ver-
ordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR
0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die
durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und
Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der
Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar.
3.
Nachfolgend ist als Erstes zu prüfen, ob die Vorinstanz ihre Aktenführungs-
pflicht verletzt hat.
3.1 Beschwerdeweise liess die Beschwerdeführerin ausführen, sie be-
fürchte einerseits, dass die Rente nicht die vollen Beiträge/Beitragszeiten
berücksichtige und sie schlechter gestellt sei als vorher als IV-Bezügerin.
Andererseits glaube sie, dass sie auch nach Erreichen des AHV-Alters An-
spruch auf die (lebenslängliche) Fortführung der Witwenrente aus dem Ver-
sicherungsverhältnis ihres verstorbenen Ehegatten habe bzw. die an sie
ausbezahlte Rente der Höhe einer Ehepaarrente entsprechen müsse. Sie
habe sich deshalb telefonisch bei der zuständigen Mitarbeiterin der SAK
nach den anwendbaren Grundsätzen, insbesondere nach den Prinzipien
der Koordination von Altersrente und Alterswitwenrente, erkundigt, da sie
den Text und den Inhalt der Verfügung vom 2. April 2020 (resp. deren "Be-
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gründung") nicht verstanden habe. Anlässlich dieser telefonischen Nach-
frage habe sie nicht nur keine Antwort, sondern vielmehr den zusammen-
fassenden Hinweis erhalten, die anwendbaren Grundsätze bzw. insbeson-
dere die Prinzipien der Koordination von Alters- und Alterswitwenrente
müssten sie nicht interessieren, da die Leistungen der AHV viel besser
seien als die entsprechenden Leistungen italienischer Sozialversicherer.
Sie könne damit in Italien auf jeden Fall sehr gut leben.
3.2
3.2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom
18. April 1999 [BV; SR 101]). Die Parteien müssen nicht angehört werden
vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind (Art. 42 ATSG). Die
Verwaltung hat aber den rechtserheblichen Sachverhalt vor Verfügungser-
lass abzuklären und darf diese Aufgabe nicht ins Einspracheverfahren ver-
legen. Dieses verlöre sonst weitgehend seinen Sinn und Zweck, letztlich
die Gerichte zu entlasten. Vorbehalten bleiben ergänzende Abklärungen,
zu denen die in der Einsprache vorgebrachten Einwände Anlass geben
(BGE 132 V 368 E. 5; BGE 125 V 188 E. 1c; SVR 2005 AHV Nr. 9 S. 31
E. 1.3.1). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Verfah-
rensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, die ihre Rechtsstellung
betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor
Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Be-
weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Be-
weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be-
weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der An-
spruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Be-
fugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren
ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1).
3.2.2 Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgsaussich-
ten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen
Entscheids. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhö-
rung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung
von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides
veranlasst wird oder nicht (BGE 127 V 431 E. 3d aa; SVR 2013 IV Nr. 26
S. 75 E. 4.2).
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Seite 12
3.2.3 Die Aktenführungspflicht von Verwaltung und Behörden bildet das
Gegenstück zum (aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden) Akteneinsichts- und
Beweisführungsrecht, indem die Wahrnehmung des Akteneinsichtsrechts
durch die versicherte Person eine Aktenführungspflicht der Verwaltung vo-
raussetzt (BGE 130 II 473 E. 4.1; BGE 124 V 372 E. 3b; BGE 124 V 389
E. 3a). Die Behörde ist verpflichtet, ein vollständiges Aktendossier über das
Verfahren zu führen, um gegebenenfalls ordnungsgemäss Akteneinsicht
gewähren und bei einem Weiterzug diese Unterlagen an die Rechtsmitte-
linstanz weiterleiten zu können. Die Behörde hat alles in den Akten festzu-
halten, was zur Sache gehört (BGE 124 V 372 E. 3b; BGE 115 Ia 97 E. 4c).
Der verfassungsmässige Anspruch auf eine geordnete und übersichtliche
Aktenführung verpflichtet die Behörden und Gerichte, die Vollständigkeit
der im Verfahren eingebrachten und erstellten Akten sicherzustellen (SVR
2011 IV Nr. 44 S. 131, Urteil des BGer 8C_319/2010 vom 15. Dezember
2010 E. 2.2.1). Für die dem Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts unterstellten Versicherer wurde in Art. 46 ATSG die Aktenführungs-
pflicht auf Gesetzesstufe konkretisiert. Danach sind für jedes Sozialversi-
cherungsverfahren alle Unterlagen, die massgeblich sein können, vom
Versicherungsträger systematisch zu erfassen (BGE 138 V 218 E. 8.1.2).
3.3 Mangels persönlicher Vorsprache ist die glaubhaft geltend gemachte
telefonische Nachfrage der Versicherten, welche nach Kenntnis der Verfü-
gung vom 2. April 2020 erfolgt war, zwar nicht als mündliche Einsprache im
Sinne von Art. 10 Abs. 3 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV; SR 830.11) zu
qualifizieren (zum [ausnahmsweisen] Anspruch auf mündliche Anhörung
vgl. RKUV 1992 U 151 S. 194 E. 1 und 1986 K 699 S. 452 E. 1; ZAK 1989
S. 518 E. 3; Entscheid des BGer 8C_709/2017 vom 7. April 2018 E. 4.2.2).
Jedoch liegt – obwohl rechtsprechungsgemäss keine überhöhten Anforde-
rungen an die Aktenführungspflicht der Vorinstanz gestellt werden dürfen
(vgl. BGE 138 V 218 E. 8.3) – im Verzicht auf eine schriftliche Gesprächs-
notiz gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG betreffend den Inhalt des von der Be-
schwerdeführerin im Anschluss an die Eröffnung der Verfügung vom 2. Ap-
ril 2020 mit der SAK geführten Telefongesprächs eine unvollständige Ak-
tenführung vor. Die zeitnah zu diesem Entscheid erstellten Telefonnotizen
vom 1. und 2. April 2020 wurden im Zusammenhang mit den von der
Vorinstanz mit Schreiben vom 30. März 2020 von der Beschwerdeführerin
verlangten Unterlagen (act. 50 bis 53) und nicht betreffend den Entscheid
vom 2. April 2020 formuliert. Diese unvollständige Aktenführung stellt nicht
bloss eine geringfügige Unzulänglichkeit dar – welche die Annahme einer
Verletzung der Aktenführungspflicht nicht rechtfertigen würde (BGE 138 V
C-4103/2020
Seite 13
218 E. 8.3) –, sondern zufolge der damit verbundenen Unvollständigkeit
der Akten der Vorinstanz vielmehr eine gewichtige Verletzung der Akten-
führungspflicht als Teilaspekt des verfassungsmässigen Grundsatzes des
rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV (zur Unvollständigkeit vo-
rinstanzlicher Akten vgl. ergänzend Urteile des BVGer C-7868/2009 vom
19. März 2012 E. 4.2.2 und C-7924/2009 vom 4. Januar 2012 E. 6.).
4.
Nachfolgend ist weiter zu prüfen, ob der Vorinstanz eine Informations-
pflichtverletzung zur Last zu legen ist.
4.1 Die Beschwerdeführerin liess in diesem Zusammenhang insbesondere
ausführen, das Verhalten der SAK habe einer umfassenden, überheblich
und respektlos empfundenen Gesprächsverweigerung entsprochen, und
es sei ihr ein faires Verfahren verweigert worden. Sie gehe davon aus, dass
sie im Verwaltungsverfahren Anspruch auf vollständige, klare und persön-
lich verständliche Informationen habe. Analoges und a fortiori gelte auch
im Einspracheverfahren. Rechtlich stünden diese Ansprüche unter dem Ti-
tel der gesetzlichen Informationspflicht. Die Antwort der Vorinstanz auf das
Nachfragen der Versicherten müsse konkret sein.
4.2 Die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen So-
zialversicherungen sind verpflichtet, im Rahmen ihres Zuständigkeitsberei-
ches die interessierten Personen über ihre Rechte und Pflichten aufzuklä-
ren (Art. 27 Abs. 1 ATSG). Diese Bestimmung stipuliert eine allgemeine
und permanente Aufklärungspflicht der Versicherungsträger und Durchfüh-
rungsorgane (vgl. BGE 131 V 472 E. 4.1; SVR 2012 ALV Nr. 3 S. 6
E. 5.1.1). Jede Person hat Anspruch auf grundsätzlich unentgeltliche Be-
ratung über ihre Rechte und Pflichten. Dafür zuständig sind die Versiche-
rungsträger, denen gegenüber die Rechte geltend zu machen oder die
Pflichten zu erfüllen sind (Art. 27 Abs. 2 ATSG). Es ergibt sich daraus ein
individuelles Recht auf Beratung durch den zuständigen Versicherungsträ-
ger. Jede versicherte Person kann vom Versicherungsträger im konkreten
Einzelfall eine unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflichten ver-
langen (BGE 131 V 472 E. 4.1).
4.3 Mangels Vorliegens einer Gesprächsnotiz über den Inhalt der telefoni-
schen Nachfrage der Beschwerdeführerin bzw. eines tauglichen Beweis-
mittels und somit letztlich zufolge der Verletzung der Aktenführungspflicht
(vgl. E. 3. hiervor) lässt sich nicht rechtsgenüglich beurteilen, ob die
C-4103/2020
Seite 14
Vorinstanz den Anforderungen ihrer Beratungs- und Informationspflicht ge-
mäss Art. 27 ATSG im Zusammenhang mit der Rentenberechnung gerecht
geworden ist. Jedoch ist mit Blick auf die glaubhaften Schilderungen der
Beschwerdeführerin betreffend die Ausführungen der Vorinstanz zu den Al-
ters- und Witwenrentenleistungen der schweizerischen und italienischen
Sozialversicherungsträger darauf hinzuweisen, dass die SAK aufgrund ih-
rer Veranlassung zur Information (vgl. SVR 2013 AHV Nr. 12 S. 48 E. 3.3)
in erster Linie über die massgebenden Umstände rechtlicher oder tatsäch-
licher Art zu informieren hat, wobei gegebenenfalls ein Rat bzw. eine Emp-
fehlung für das weitere Vorgehen abzugeben ist (vgl. hierzu BGE 131 V
472 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des BGer 9C_771/2012 vom 25. Juni 2013
E. 3 mit Hinweisen). Keinesfalls hat sie sich in Ermangelung irgendeiner
Relevanz zur Kaufkraft der Renten in den beiden Ländern Italien und
Schweiz zu äussern.
5.
Nachfolgend ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob die Vorinstanz das
Recht auf Akteneinsicht verletzt hat.
5.1 Beschwerdeweise liess die Beschwerdeführerin diesbezüglich geltend
machen, die erbetenen Unterlagen seien nicht geliefert worden. Der An-
spruch auf vollständige, klare und persönlich verständliche Information
stünde unter anderem unter dem Titel der belegten und vollständigen Ak-
teneinsicht. Die – verspätete – Vorlage eines Aktenbündels mit einer selbst
für den mit vergleichbaren Angelegenheiten vertrauten Menschen nur
schwer nachvollziehbaren Aktenordnung stelle keine gesetzliche Aktenein-
sicht dar. Hinzu komme, dass das wohl Wesentlichste – die rekapitulieren-
den Rentenberechnungsblätter – betreffend IV-Renten und der einzelnen
AHV-Renten und betreffend Hilflosenentschädigung nicht vorgelegt wor-
den seien.
5.2 Das Akteneinsichtsrecht gemäss Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG – welches
sich grundsätzlich auf alle Dokumente erstreckt, die zum Prozessgegen-
stand gehören, gleichgültig, ob sie für den verwaltungsinternen Gebrauch
bestimmt sind (BGE 125 II 473 E. 4a; SVR 2018 IV Nr. 18 S. 56 E. 4.1.2)
oder den Ausgang des Verfahrens zu beeinflussen vermögen oder nicht
(BGE 132 V 387 E. 3.2; RKUV 1992 U 152 S. 200 E. 3c) – ist Teil des
Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; vgl. E. 3.2.1 hiervor).
Es handelt sich um einen verfahrensrechtlich begründeten Anspruch, wel-
cher der versicherten Person, sofern überwiegende Privatinteressen ge-
wahrt bleiben, für die sie betreffenden Daten zusteht und sich grundsätzlich
C-4103/2020
Seite 15
auf alle verfahrensbezogenen Akten bezieht (BGE 140 V 464 E. 4.1). Die
versicherte Person kann sich nur dann wirksam zur Sache äussern und
geeignete Beweise führen oder bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit ein-
geräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei
ihrer Verfügung gestützt hat (BGE 132 V 387 E. 3.1; BGE 115 V 297 E. 2e;
RKUV 1992 U 152 S. 198 E. 2c). Grundsätzlich hat eine Partei ein Gesuch
einzureichen, um Akteneinsicht zu erhalten. Über Begehren um Aktenein-
sicht hat primär diejenige Behörde zu befinden, in deren Zuständigkeitsbe-
reich die Akten gehören (BGE 132 V 387 E. 6.2 und 6.3; SVR 2018 KV Nr.
3 S. 21).
5.3 Aus den Akten ergibt sich, dass der Rechtsvertreter bereits im Rahmen
seiner Einsprache gegen die Verfügung vom 2. April 2020 vom 4. Mai 2020
um die Zustellung der vollständigen Akten ersucht hatte (act. 55). An dieses
Ersuchen erinnerte er die Vorinstanz mit einem weiteren Schreiben vom
3. Juni 2020 (act. 57). Ohne jedoch dem Akteneinsichtsgesuch des
Rechtsvertreters im Einspracheverfahren nachgekommen zu sein, erliess
die Vorinstanz am 12. Juni 2020 den vorliegend angefochtenen Ein-
spracheentscheid (act. 58). Mangels Einsicht in sämtliche im Zusammen-
hang mit dem Rentenanspruch der Beschwerdeführerin stehenden verfah-
rensbezogenen Akten war es dem Rechtsvertreter somit unmöglich, sich
nach seiner Mandatierung und Kenntnis des Inhalts der Verfügung vom 2.
April 2020 (act. 54) im vorinstanzlichen Verwaltungs- resp. Einsprachever-
fahren zu diesem Anspruch rechtlich fundiert und nicht bloss – wie in seiner
Eingabe vom 4. Mai 2020 – in erster Linie vorsorglich bzw. fristwahrend zu
äussern. Konkret wurden ihm resp. der Beschwerdeführerin somit persön-
lichkeitsbezogene Mitwirkungsrechte verwehrt, was eine Verletzung von
Art. 29 Abs. 2 BV darstellt (vgl. hierzu BGE 138 V 125 E. 2.1; SVR 2016
BVG Nr. 6 S. 23 6.1.1). Unter diesen Umständen ist erstellt, dass die Vor-
instanz nebst der Aktenführungspflicht auch das Akteneinsichtsrecht ge-
mäss Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs (Art.
29 Abs. 2 BV) verletzt hat.
5.4 Die Vorinstanz liess der Beschwerdeführerin die Akten erst nach Erlass
des vorliegend angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. Juni 2020
resp. nach den (weiteren) Akteneinsichtsgesuchen vom 16. und 24. Juni
2020 (act. 59 und 62) am 1. Juli 2020 zukommen (act. 67 bis 69). Im Zu-
sammenhang mit dieser Vorgehensweise der Vorinstanz ist nachfolgend
weiter zu prüfen, ob die Verletzung des Akteneinsichtsrechts einer Heilung
zugänglich ist.
C-4103/2020
Seite 16
5.4.1 In diesem Zusammenhang liess die Beschwerdeführerin zusammen-
gefasst geltend machen, falls es der Vorinstanz gelinge, verständlich dar-
zulegen, dass die heute ausbezahlte AHV-Rente gesetzmässig zustande
gekommen sei und den gesetzlichen Anforderungen entspreche, sei die
Beschwerde materiell hinfällig. Selbstverständlich wäre sie froh und dank-
bar, wenn das Gericht diese Frage bzw. ihre Ansprüche materiell prüfen
würde. Inwieweit dies aus prozessualen Gründen möglich sei, erscheine
allerdings fraglich, denn man gehe davon aus, dass über den Anspruch
nicht verfassungsmässig verfügt worden sei. Sie gehe davon aus, dass der
Vorinstanz die Chance eingeräumt werde, das verweigerte faire Verfahren
angemessen nachzuholen, und dass die Beschwerde materiell hinfällig sei,
wenn es dieser gelinge, verständlich darzulegen, dass die heute ausbe-
zahlte AHV-Rente gesetzmässig zustande gekommen sei.
5.4.2 Eine Heilung der Verletzung des Akteneinsichtsrechts ist vorliegend
deshalb zu verneinen, weil es sich bei der Verletzung des Akteneinsichts-
rechts um eine besonders schwerwiegende Verletzung eines Parteirechts
handelt und dem Rechtsvertreter zweifelsfrei ein Nachteil erwachsen war,
da er im Zeitpunkt seiner (vorsorglichen) Einsprache vom 4. Mai 2020
(act. 55) keine fundierten Kenntnisse von chronologisch geordneten, pagi-
nierten, akturierten und mit einem Verzeichnis versehenen Akten hatte.
Hinzu kommt, dass die Heilung nicht die Regel, sondern die Ausnahme
bleiben soll (vgl. zum Ganzen BGE 133 I 201 E. 2.2; BGE 129 I 129
E. 2.2.3; BGE 126 V 130 E. 2b; BGE 126 I 68 E. 2; Urteil des Bundesge-
richts 1A.234/2006 vom 8. Mai 2007 E. 2.2; BVGE 2009/53; Urteile des
Bundesverwaltungsgerichts B-5438/2014 vom 5. Juli 2016 E. 6.2 mit Hin-
weisen).
5.4.3 Bei einer Verletzung des Akteneinsichtsrechts (und der Aktenfüh-
rungspflicht; vgl. E. 3. ff. hiervor) ist von einer Rückweisung der Sache an
die Vorinstanz nur dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen
führen würde, die mit dem Interesse der Beschwerdeführerin an einer be-
förderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE
137 I 195 E. 2.3.2, 126 V 130 E. 2b; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht gegeben, denn es liegt der
Beschwerdeführerin – wie in vorstehender Erwägung 5.1 erwähnt – mehr
an einem formell richtigen Verwaltungsverfahren als an einer beförderli-
chen Verfahrenserledigung in materieller Hinsicht (vgl. BGE 119 V 218).
Insofern ist die ersatzlose Aufhebung des angefochtenen Einspracheent-
C-4103/2020
Seite 17
scheids vom 12. Juni 2020 (act. 58) trotz der damit verbundenen Verzöge-
rung mit dem Interesse der Beschwerdeführerin zu vereinbaren (vgl. hierzu
auch Urteil des BVGer C-3042/2016 vom 15. Dezember 2016 E. 4; zum
gegenteiligen Fall vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76
E. 4.2).
5.5 Im Zusammenhang mit diesem aufzuhebenden Entscheid ist ergän-
zend festzuhalten, dass die Vorinstanz diesen in italienischer Sprache ver-
fasst hatte, obwohl der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in seiner
in deutscher Sprache verfassten (vorsorglichen) Einsprache vom 4. Mai
2020 (act. 55) darum gebeten hatte, die Einsprache (recte: den Ein-
spracheentscheid) als solche und die entsprechende Verfahrenskorres-
pondenz auf Deutsch zu verfassen. Die Vorinstanz stützte sich dabei auf
Art. 33a VwVG und Art. 5 des Bundesgesetzes über die Landessprachen
und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften vom 5. Okto-
ber 2007 (SpG; SR 441.1) und erwähnte, dass die Verfügung vom 2. April
2020 (act. 54) in italienischer Sprache verfasst worden sei, weshalb auch
der Einspracheentscheid in dieser Sprache ergangen sei. Zwar korrespon-
dierten die Vorinstanz und die Beschwerdeführerin bis zum Erlass der Ver-
fügung vom 2. April 2020 in italienischer Sprache, und es ist nicht zu bean-
standen, dass die Vorinstanz diesen Entscheid auf Italienisch verfasst
hatte (vgl. hierzu analog Ziffer 3007 des ab 1. Januar 2010 gültigen Kreis-
schreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI]). Da
jedoch die (vorsorgliche) Einsprache vom 4. Mai 2020 (act. 55) und die
darin formulierten Rechtsbegehren auf Deutsch formuliert und darüber hin-
aus der Einspracheentscheid ebenfalls in deutscher Sprache erbeten wor-
den war, wäre die Vorinstanz in Anwendung von Art. 33a Abs. 1 VwVG,
wonach das Verfahren in der Regel in der Amtssprache, in der die Parteien
ihre Begehren gestellt haben, in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 Satz 1 SpG,
wonach die Amtssprachen des Bundes Deutsch, Französisch und Italie-
nisch sind, gehalten gewesen, das Einspracheverfahren mit einem in der
Amtssprache Deutsch verfassten Einspracheentscheid abzuschliessen.
Art. 33a Abs. 2 Satz 1 VwVG, auf welchen sich die Vorinstanz – ohne Er-
lass eines entsprechenden Zwischenentscheids im Anschluss an die Ein-
gabe der Beschwerdeführerin vom 4. Mai 2020 (act. 55) – zu stützen
scheint, beschlägt das Beschwerde- und nicht das Einspracheverfahren
(vgl. hierzu auch Urteil des BGer 1C_644/2015 vom 23. Februar 2016
E. 2.5), weshalb diese Norm im Einspracheverfahren nicht zur Anwendung
gelangen kann.
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Seite 18
6.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 17. Au-
gust 2020 gutzuheissen und der angefochtene Einspracheentscheid vom
12. Juni 2020 aufzuheben. Die Sache ist an die Vorinstanz zur Durchfüh-
rung eines rechtskonformen Verwaltungsverfahrens unter Gewährung des
rechtlichen Gehörs und zum Erlass einer neuen Verfügung zurückzuwei-
sen.
6.1 Im Rahmen des Erlasses dieser Verfügung hat die Vorinstanz mit Blick
auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach ihr die vorgelegte "Be-
gründung" unverständlich sei und sie davon ausgehe, dass sie bereits im
Verwaltungs- resp. Einspracheverfahren Anspruch auf adressatenge-
rechte, vollständige, klare und persönlich verständliche Information in ver-
ständlicher, einfacher und klarer Sprache habe, zu beachten, dass die Be-
gründung (Art. 49 Abs. 3 ATSG; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 VwVG) im Rahmen
der Begründungspflicht als wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf
rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV so abgefasst sein muss,
dass sich die Beschwerdeführerin über die Tragweite des Entscheids Re-
chenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere In-
stanz weiterziehen kann (vgl. hierzu BGE 142 II 49 E. 9.2 mit Hinweisen;
BGE 136 I 229 E. 5.2; BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen; BGE 124 V 180
E. 1a; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5). Dabei hat stets eine Auseinander-
setzung mit dem konkret zu beurteilenden Sachverhalt zu erfolgen, da Er-
wägungen allgemeiner Art ohne Bezugnahme auf den Einzelfall nicht ge-
nügend sind (LORENZ KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kom-
mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008
[im Folgenden: VwVG-Kommentar], Rz. 8 zu Art. 35).
6.2 In diesem Zusammenhang ist jedoch – obwohl sich die Bundesbehör-
den um eine sachgerechte, klare und bürgerfreundliche Sprache bemühen
(vgl. Art. 7 Abs. 1 SpG) – darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Berech-
nung der – der Beschwerdeführerin zustehenden – AHV-Rente um ein
kompliziertes und aufwändiges Unterfangen handelt. Zufolge der entspre-
chend komplexen gesetzlichen Normen sind der sprachlichen und stilisti-
schen Freiheit der Vorinstanz in der inhaltlichen Ausgestaltung der Renten-
verfügung bzw. der Begründung Grenzen gesetzt, wobei sich die entspre-
chenden Berechnungen aufgrund der Komplexität der Materie ohne ent-
sprechendes Fachwissen für Laien nur schwer nachvollziehen lassen und
sich die Kluft zwischen der fachsprachlichen Darlegung von juristischen
Sachverhalten und allgemeiner Laienverständlichkeit nur sehr bedingt
überbrücken lässt. Unter diesen Aspekten stellt eine einfach verständliche
C-4103/2020
Seite 19
und adressatengerechte Sprache resp. eine Laienverständlichkeit eine ge-
wisse Hürde dar, selbst wenn die verwendete Sprache stilistisch und be-
grifflich nicht unnötig kompliziert wird.
6.3 Bezüglich des von der Beschwerdeführerin gerügten Verweises auf
seitenlange, vorformulierte und dem Anspruch auf eine verfassungsmäs-
sige Begründung nicht genügende "Allerweltstexte" ist schliesslich festzu-
halten, dass entsprechend herabgesetzter Anforderungen an das Begrün-
dungsmass im Bereich der Massenverwaltung die Verwendung von Text-
bausteinen insoweit zulässig ist, als dies eine für den konkreten Fall noch
eine angemessene und verständliche Begründung erlaubt (Urteil des BGer
I 460/02 vom 26. Juni 2003 E. 1; KNEUBÜHLER, VwVG-Kommentar, Rz. 18
zu Art. 35; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungs-
verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, N. 632).
Diese Voraussetzung ist im Zusammenhang mit der Auflistung der relevan-
ten gesetzlichen Bestimmung durchaus erfüllt, auch wenn die zusammen-
gefasst wiedergegebenen Gesetzes- und Verordnungstexte für die Be-
schwerdeführerin in ihrer Eigenschaft als juristische Laiin schwer verständ-
lich sind. Gerade auch unter diesem Aspekt sowie aufgrund des Umstands,
dass die neu zu erlassende Verfügung nebst Textbausteinen auch fallbe-
zogene Überlegungen zu beinhalten hat (vgl. hierzu Urteil des BGer
1B_242/2020 vom 2. September 2020 E. 2.3), legt das Bundesverwal-
tungsgericht der Vorinstanz nahe, die im Rahmen ihres Schreibens vom
16. September 2020 (act. 72; B-act. 3 Beilage 1) gemachten und vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin als präzise und nützlich bezeich-
neten (B-act. 2) Ausführungen sowie – soweit erforderlich – den Inhalt der
Gesprächsnotiz vom 4. August 2020 (act. 70 S. 3) in die Begründung der
neu zu erstellenden Verfügung miteinfliessen zu lassen und der Beschwer-
deführerin mit einfacher und klarer Sprache zu erklären, wie es sich mit
dem "Skalentransfer" und den dem Rechtsvertreter mit E-Mail vom 6. Ok-
tober 2020 gesendeten Rententabellen 2019 (Skala 30 [Altersrente mit Zu-
schlag für verwitwete Personen] und Skala 42 [Vergleichsrechnung Hinter-
lassenenrente Ehemann]; act. 78 bis 80) genau verhält.
7.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
7.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
C-4103/2020
Seite 20
7.2 Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss
Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädi-
gung zu Lasten der Vorinstanz. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist
die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2
VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, des gebotenen
und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens ist eine Partei-
entschädigung von Fr. 2'800.- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer
[vgl. dazu Urteil des BVGer C-6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hin-
weis]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE) gerechtfertigt.