Decision ID: 16f8c294-70e1-5da1-98ea-450f0a4280c8
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die 1966 geborene philippinische Staatsangehörige J._ (: Gesuchstellerin) beantragte am 27. Januar 2006 bei der  Vertretung in Manila ein Visum für einen zweimonatigen Besuch bei ihrer in W._ wohnhaften Cousine E._ (nachfolgend:  bzw. Beschwerdeführerin) und deren Familie. Nach formloser  leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch an das  für Migration (BFM, nachfolgend: Vorinstanz) zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich bei der Gastgeberin  Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um  der Einreise mit Verfügung vom 31. Mai 2006 ab. Zur  wurde ausgeführt, die Gesuchstellerin stamme aus einer Region, aus welcher als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und  Verhältnisse ein starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Viele  Landsleute würden versuchen, ihren Aufenthalt in der Schweiz durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel zu verlängern und sich so in Umgehung der bundesrätlichen Begrenzungsmassnahmen eine  bessere Zukunft aufzubauen. Persönlich würden der Gesuchstellerin in ihrem Ursprungsland weder zwingende gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwortlichkeiten obliegen, welche gegebenenfalls  für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten.
C. Mit Beschwerde vom 13. Juni 2006 beantragte die Gastgeberin beim  zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die  der Einreisebewilligung. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt wäre nicht genügend gewährleistet. Die Gesuchstellerin arbeite in ungekündigter Stellung und wohne momentan im Haus der Beschwerdeführerin in Tanauan City, wo sie den Haushalt  und Rechnungen für sie bezahle. Sie werde nach ihrem Besuch in der Schweiz auf die Philippinen zurückkehren, ihre Arbeit wieder  und sich weiterhin um das Haus kümmern.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 2006 sprach sich die Vorinstanz für eine Abweisung der Beschwerde aus. Dabei hielt sie unter anderem fest, dass hinsichtlich der Dauer des vorgesehenen Besuchsaufenthaltes  der Gesuchstellerin und der Beschwerdeführerin unterschiedliche  gemacht worden seien und diese Planung jedenfalls auf eine  persönliche Flexibilität bei der Gesuchstellerin schliessen lasse. Der Gastgeberin sei es zuzumuten, ihren Kontakt mit der Gesuchstellerin wie bis anhin durch Besuche auf den Philippinen zu pflegen.
E. Die Beschwerdeführerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend  der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das  (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und 33 lit. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei Beschwerdediensten der  hängigen Rechtsmittel übernommen. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. Das Urteil des  ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BGG, SR 173.110]).
1.4 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 20 Abs. 2 ANAG und Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht  Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2.
2.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), , Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La  de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).
2.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz  Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 VEA). Um ein  zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter an-
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derem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
3.
3.1 Die Gesuchstellerin untersteht aufgrund ihrer Nationalität der . Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise  nicht als hinreichend gesichert.
3.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen . Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von  und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
3.3 Auf den Philippinen sind fraglos breite Bevölkerungsschichten von  kargen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen . Nach Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank hatten im Jahr 2003 44.1% der Bevölkerung weniger als USD 2 pro Tag zur Verfügung und 11.1% waren von absoluter Armut (weniger als USD 1 pro Tag) . Angesichts des starken Bevölkerungswachstums stellt die  ein zunehmendes Problem dar. Zwar ist die Arbeitslosenrate 2005 offiziell von 11.8% auf 7.4% zurückgegangen, doch dürfte dieser  auf eine neue Definition von Arbeitslosigkeit zurückzuführen und die tatsächliche Arbeitslosenrate unverändert geblieben sein. Zu den  Arbeitslosen kommen rund 21% Unterbeschäftigte hinzu (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: Februar 2007). Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die zeitweise oder auf Dauer ins Ausland  wollen, um dort unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz aufbauen zu können. So verlassen rund 1 Mio. Menschen jährlich die Philippinen, um im Ausland Arbeit zu suchen (vgl. Auswärtiges Amt, a.a.O.). Dieser Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Bekannten bereits ein  Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.
4.
4.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten  zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine  Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstel-
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lern, die in ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund  Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht  Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu einem ) hoch eingeschätzt werden.
4.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 40-jährige, ledige Frau, welche mit der Gastgeberin entfernt verwandt ist (Tochter eines Onkels). Über die Existenz sonstiger Angehöriger auf den Philippinen ist nichts . Damit kann jedenfalls nicht von irgendwelchen familiären  ausgegangen werden, welche besondere Gewähr für eine Rückkehr nach dem angestrebten Besuchsaufenthalt bieten könnten.
4.3 Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin kümmere sich die  während ihrer Abwesenheit um ihr Haus in Tanauan City. In  Unkenntnis der konkreten Verhältnisse kann allerdings nicht  ausgegangen werden, dass die persönliche Präsenz der  in besagtem Haus unabdingbar ist und ihre damit in Zusammenhang stehenden Aufgaben nicht auch durch andere Personen wahrgenommen werden könnten.
4.4 Die Beschwerdeführerin macht insbesondere berufliche Bindungen der Gesuchstellerin an ihre angestammte Umgebung geltend. Gemäss  ihres Arbeitgebers vom 17. Januar 2006 arbeitet die Gesuchstellerin als "payroll supervisor" im betreffenden Unternehmen und erzielt ein  Einkommen (Stand: Januar 2006) von PHP 175'000, d.h.  ca. USD 3'340 (zum Wechselkurs vom 17. Januar 2006). Ihr  von ca. USD 9 liegt somit über dem für philippinische Verhältnisse  üblichen (vgl. Ziffer 3.3). Die Erfahrung zeigt jedoch, dass  des grossen Lohngefälles zwischen der Schweiz und Staaten wie den Philippinen selbst ein für einheimische Verhältnisse gutes Salär nicht nachhaltig davon abhalten kann, das Heimatland dauerhaft zu verlassen.
Auffallend ist zudem, dass die Gesuchstellerin in ihrem Antragsformular  zweimonatigen Besuchsaufenthalt deklarierte, während die  gegenüber dem Migrationsamt des Kantons Zürich äusserte, es sei ein einmonatiger Aufenthalt geplant. Zum Einen erstaunt die  fehlende Koordination zwischen den Beteiligten. Zum andern wäre nicht ohne weiteres davon auszugehen, die Gesuchstellerin könne ihrer Arbeit über Monate hinweg fernbleiben. Eine entsprechende Bestätigung der Firma wurde jedenfalls nicht vorgelegt.
4.5 Hinzu kommt, dass die Gesuchstellerin offenbar einen sehr viel stärkeren sozialen Bezug zur Schweiz hat, als dies aufgrund ihrer  und den Ausführungen im Beschwerdeverfahren vermutet werden könnte. Neben der Beschwerdeführerin leben auch noch ein Onkel der  und dessen Ehefrau sowie weitere Verwandte mit einem  Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Gemäss einem Hinweis der Schweizerischen Vertretung in Manila sollen zudem mehrere  der Gesuchstellerin illegal in der Schweiz leben (Stand: Januar 2006), was von der Gesuchstellerin auf entsprechenden Vorhalt bestätigt
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worden sei.
5. Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz daher zu Recht davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. c VEA). Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung - auf welche wie  erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht - abzulehnen. Der  und der Gesuchstellerin ist es zumutbar, ihre Beziehung wie bisher auf den Philippinen zu pflegen.
6. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist  abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende  kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 lit. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Dispositiv S. 7
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