Decision ID: 56eacc1c-713c-54f2-bcae-fd50cafb6be1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die C._, reichte am 7. November 2016 bei der Gemeinde D._ ein Baugesuch für
den Neubau einer Mobilfunkantenne auf dem in der Wohn-Gewerbe-Zone gelegenen
Grundstück Nr. 1541, Grundbuch D._, im Gebiet R._, ein. Gemäss Baugesuch soll
ein freistehender Antennenmast mit einer Höhe von 25 m errichtet werden. Das
Grundstück Nr. 1541 grenzt im Norden und Osten an übriges Gemeindegebiet, im
Westen an das unüberbaute, in der Wohnzone W2 befindliche Grundstück Nr. X._ und
im Süden an die Landwirtschaftszone. Westlich des Dorfs D._ endet das im
Bundesinventar für Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) liegende Gebiet Nr. 1613.
Sodann befindet sich gemäss kantonalem Richtplan in der Umgebung des geplanten
Antennenstandorts in östlicher Richtung ein Lebensraum bedrohter Arten
(Schongebiet) sowie ein Lebensraum Gewässer/Auen. Gemäss Standortdatenblatt vom
31. Oktober 2016 soll die geplante Antenne in erster Linie nach Norden, Süden und
Westen strahlen. Der Ort mit empfindlicher Nutzung (OMEN) Nr. 3 liegt auf dem
erwähnten Grundstück Nr. X._ (act. G 7/5/1 Beilage).
b. Während der vom 17. bis 30. November 2016 laufenden Auflagefrist wurden 14
Einsprachen gegen das Baugesuch eingereicht. Nach Erstattung des Berichts des
Amtes für Umwelt (AFU) vom 15. Dezember 2016 (act. G 7/5/3) hiess der Gemeinderat
D._ die Einsprachen mit Beschluss vom 4. Dezember 2017 gut und verweigerte die
Bewilligung für den geplanten Antennenbau mit der Begründung, der Antennenstandort
würde die künftige Entwicklung der Gemeinde gefährden und eine Ausdehnung des
Siedlungsgebiets Richtung Osten verhindern. Sodann habe die Gesuchstellerin nicht
genügend nach Alternativstandorten gesucht (act. G 7/5/9). Den gegen diesen
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Entscheid durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenzo Marazzotta, Zürich, für die C._
erhobenen Rekurs hiess das Baudepartement, nachdem es am 30. August 2018 einen
Augenschein durchgeführt hatte (act. G 7/19), mit Entscheid vom 19. Dezember 2018
im Sinn der Erwägungen gut, hob den Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2017 auf
und wies die Sache zur Erteilung der Baubewilligung an die Gemeinde zurück (act. G
2/2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. Rolf Bickel, Kreuzlingen, mit Eingabe vom 16. Januar 2019 Beschwerde mit den
Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und es sei das Baugesuch nicht zu
bewilligen (Ziff. 1). Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen (Ziff. 2). Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich
Mehrwertsteuer und Auslagen) zulasten der Beschwerdegegnerin und/oder des
Staates (Ziff. 3; act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 19. März 2019 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid und
äusserte sich ergänzend zur Rekurskostenverteilung (act. G 6).
c. In der Beschwerdeantwort vom 12. April 2019 beantragte Rechtsanwalt Marazzotta
für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer zu
Lasten der Beschwerdeführenden (act. G 11). Hierzu äusserte sich Rechtsanwalt Bickel
für die Beschwerdeführerinnen in der Eingabe vom 31. Mai 2019 und bestätigte seine
Rechtsbegehren (act. G 16).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben dieses Verfahrens
wird, soweit entscheidrelevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerinnen sind Eigentümerinnen der Liegenschaft Nr. X._ in der
Nachbarschaft der geplanten Anlage; sie nahmen auch am vorinstanzlichen Verfahren
teil und sind dementsprechend ohne weiteres zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe ihres Rechtsvertreters vom
16. Januar 2019 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt die formellen und inhaltlichen
Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten 1 datiert vom 4. Dezember
2017 und erging damit nach Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1,
PBG) am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049). Auf das strittige Bauvorhaben ist somit das
PBG anwendbar.
2.
2.1. Die Beschwerdeführerinnen beantragen die Durchführung eines Augenscheins
durch das Gericht, weil die Vorinstanz den Sachverhalt nicht bzw. nur unvollständig
abgeklärt habe (act. G 1 S. 4 f.). Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche
Wahrnehmung von Tatsachen durch die entscheidende Instanz. Er dient dem besseren
Verständnis des Sachverhalts. Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im
pflichtgemässen Ermessen der urteilenden Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen
nicht durch einen Augenschein überprüft zu werden, sofern eine Nachprüfung nicht
durch öffentliche Interessen geboten ist (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 966). Die tatsächlichen (örtlichen) Verhältnisse
ergeben sich im vorliegenden Fall hinreichend aus den anlässlich des
Rekursaugenscheins erstellten Fotos (act. G 7/19 Beilagen), dem Geoportal
(www.geoportal.ch) und aus den übrigen Verfahrensakten; sie sind im Wesentlichen
auch nicht umstritten. Für die Klärung der von den Beschwerdeführerinnen gerügten
Sachverhaltsmängel (act. G 1 Rz. 25, 29, 30, 31, 36: fehlende Abdeckungskarten,
Beeinträchtigung des BLN-Gebiets und des Auengebiets durch die geplante Antenne
sowie fehlende Würdigung des Schutzobjekts "Burgruine S._" im vorinstanzlichen
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Entscheid) bedarf es keines weiteren Augenscheins, weshalb darauf zu verzichten ist.
Inwiefern von Sachverhaltsmängeln auszugehen ist, ist nachstehend zu klären.
2.2.
2.2.1. Vorliegend steht, wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren, zum einen in Frage,
inwiefern die Bewilligung der Mobilfunk-Antenne die bauliche Entwicklung der
Gemeinde (d.h. künftige Einzonungen) hinsichtlich der nördlich und östlich sowie
südlich des Antennen-Standorts gelegenen Grundstücke (derzeitige Zonierung: übriges
Gemeindegebiet und Landwirtschaftszone) tangiert. Bauzonen dürfen nur dort
ausgeschieden werden, wo die Anlagegrenzwerte nach Anhang 1 der Verordnung über
den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV; SR 814.701) von bestehenden und
raumplanungsrechtlich festgesetzten geplanten Anlagen eingehalten sind oder mit
planerischen oder baulichen Massnahmen eingehalten werden können (Art. 16 NISV).
Die Beschwerdeführerinnen halten fest, ihr Grundstück Nr. X._ mit einer Fläche von
rund 13'000 m sei in der Gemeinde eine der letzten unbebauten Bauparzellen im
Wohngebiet. Die geplante Antenne mit einer Höhe von 25 m führe dazu, dass das
Grundstück massiv an Attraktivität und somit an Wert verlieren werde. Da es sich um
ein für die Entwicklung der Gemeinde wesentliches Grundstück handle, werde die
bauliche Entwicklung der ganzen Gemeinde beeinträchtigt. Die Eigentumsrechte der
Beschwerdeführerinnen und das Interesse der Gemeinde seien höher zu werten als das
Interesse der Beschwerdegegnerin an der Antennenerstellung am besagten Ort, zumal
auf dem Gemeindegebiet nachweislich ein Alternativstandort bestehe. Der geplante
Standort habe auch eine direkte Auswirkung auf die in der Landwirtschaftszone
liegenden Grundstücke. Entgegen der Darstellung der Vorinstanz betreffe die Antenne
mit Hauptstrahlrichtung 210° die südlich gelegene Landwirtschaftszone. Eine Auflage
der Gemeinde zur Reduktion der Sendeleistung sei nicht geeignet und greife zu kurz
(act. G 2/2 S. 5 f.).
2.2.2. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz diesbezüglich fest, die Erteilung
einer Baubewilligung könne nicht davon abhängig gemacht werden, ob aufgrund eines
Antennenstandorts künftig weiterhin Bauzonen in der unmittelbaren Umgebung
ausgeschieden werden könnten (act. G 2/2 S. 9 mit Hinweis auf P. Hänni, Planungs-,
Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl. 2016, Rz. 400). Hinzu komme, dass
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die drei Senderichtungen der Antenne auf die bestehende Bauzone zielen würden.
Inwiefern die Anlagegrenzwerte auf Grundstücken, die künftig vielleicht eingezont
würden, nicht eingehalten sein sollten, sei weder dargelegt noch aufgrund der
Antennenausrichtung ersichtlich. In Richtung Osten (übriges Gemeindegebiet) werde
überhaupt nicht gesendet. Die Antenne mit Hauptstrahlrichtung 210° betreffe nur
wenige Grundstücke in der südlich gelegenen Landwirtschaftszone. Art. 16 NISV biete
dementsprechend keine Grundlage, die Baubewilligung zu verweigern (act. G 2/2 S. 9).
Die Vorinstanz begründete ihren Standpunkt nachvollziehbar und gestützt auf die
massgebenden umweltrechtlichen Bestimmungen. Aus den Einwänden der
Beschwerdeführerinnen ist kein konkreter Anlass ersichtlich, aufgrund dessen die
vorinstanzlichen Einschätzungen und Würdigungen in Frage zu stellen wären. Was die
von ihnen angeführte mutmassliche Wertminderung ihrer Liegenschaft betrifft, kann,
ausgehend vom Empfinden eines Durchschnittsmenschen, nicht als hinreichend
dargetan gelten, dass diese Person einer Liegenschaft aufgrund der Nachbarschaft
einer Mobilfunkanlage effektiv eine relevante Wertminderung zumisst. Ein relevanter
kausaler Zusammenhang zwischen Ursache (Mobilfunkantenne in der Nachbarschaft)
und behaupteter Wirkung (Preisminderung) wird von den Beschwerdeführerinnen
jedenfalls nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Ein solcher Zusammenhang
liesse sich aufgrund der notorischen Vielschichtigkeit der Faktoren für das
Zustandekommen von Liegenschaftspreisen auch nicht ohne Weiteres beweisen (vgl.
VerwGE B 2014/130 vom 27. November 2015 E. 4.2.5, www.gerichte.sg.ch). Im
Übrigen wäre es – wie Vorinstanz (act. G 2/2 E. 4.2.3) und Beschwerdegegnerin (act. G
11 S. 5) zu Recht vermerken –, Sache der Baubewilligungsbehörde, die
Antennenbewilligung mit einer Auflage zu versehen, welche die Beschwerdegegnerin
verpflichtet, die Sendeleistung der Anlage im Fall einer künftigen Einzonung des
umliegenden Nichtbaugebiets – so eine solche überhaupt noch erhältlich sein sollte –
anzupassen.
3.
3.1. Mobilfunkantennen sind innerhalb der Bauzonen grundsätzlich zonenkonform,
soweit sie hinsichtlich Standort und Ausgestaltung in einer unmittelbaren funktionellen
Beziehung zum Ort stehen, an dem sie errichtet werden sollen, und im Wesentlichen
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Bauzonenland abdecken (vgl. Art. 22 Abs. 2 lit. a Bundesgesetz über die Raumplanung;
SR 700, RPG). Erforderlich ist der Nachweis, dass die Anlage der lokalen Versorgung
dient, d.h. einen funktionellen Bezug zur (Wohn-)Bauzone aufweist (BGer 1C_449/2011
vom 19. März 2012, E. 5.4, sowie 1C_468/2011 vom 18. Juni 2012, E 2.3). Im
st. gallischen Baurecht ist kein Kaskadenmodell vorgesehen, gemäss welchem
Mobilfunkantennen bspw. in erster Linie in den Industrie- oder Gewerbezonen
(1. Priorität) und in Zonen für öffentliche Bauten, in denen stark und mässig störende
Betriebe zulässig sind (2. Priorität), erstellt werden sollen (vgl. BGer 1C_51/2012 vom
21. Mai 2012, E. 5; BGE 138 II 173).
Bei der Beurteilung der Zonenkonformität von Bauten und Anlagen sind neben den
materiellen grundsätzlich auch immaterielle (ideelle) Immissionen zu berücksichtigen.
Ideelle Immissionen sind Einwirkungen, die unangenehme psychische Eindrücke
hervorrufen können. Dabei wird nicht vorausgesetzt, dass die Störungen des
Wohlbefindens an nach aussen in Erscheinung tretende Vorgänge (vgl. dazu etwa BGer
1C_83/2012 vom 18. Juli 2012 E. 2.6 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung;
VerwGE B 2014/130 vom 27. November 2015 E. 2.2) anknüpfen. Das Bundesgericht
hat es im Entscheid BGE 133 II 321 E. 4.3.4 S. 328 für grundsätzlich möglich erachtet,
ideelle Immissionen durch (kantonale und kommunale) planungs- und baurechtliche
Vorschriften einzuschränken; ob dies geschieht, liegt aber im Ermessen der
Planungsbehörde bzw. des Gesetzgebers. Konkret existieren weder Normen des
kantonalen noch des kommunalen Bau- und Planungsrechts, welche die Zulässigkeit
(faktischer und ideeller) Einwirkungen von Mobilfunkantennen regeln bzw. gar
einschränken würden. Bei vergleichbarer Konstellation bestätigte das Bundesgericht
nun aber beispielsweise die Praxis eines kantonalen Verwaltungsgerichts, wonach bei
der Interessenabwägung im Rahmen der Bewilligung einer Mobilfunkanlage subjektive
Gründe, wie namentlich die Angst der Anwohner vor elektromagnetischer Strahlung
und eine damit allfällig einhergehende Wertminderung der Grundstücke, nicht zu
berücksichtigen seien, als nicht willkürlich (BGer 1C_458/2009 vom 10. Mai 2010,
E. 4.4).
3.2. Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid zur Zonenkonformität aus, die
Antenne sei am östlichen Dorfrand in der Bauzone geplant und die Senderichtungen
seien auf das Siedlungsgebiet der Gemeinde ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin
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wolle dem Bedürfnis der Wohnbevölkerung nach einer guten Versorgung mit
Mobilfunkdiensten nachkommen. Damit sei offensichtlich, dass im Wesentlichen der
Bedarf in der Bauzone abgedeckt werden solle. Die funktionelle Beziehung und die
Zonenkonformität seien gegeben (act. G 2/2 S. 9-11). Die Beschwerdeführerinnen
wenden hiergegen ein, die Beschwerdegegnerin habe sich in dem mit der
Beschwerdebeteiligten 1 abgeschlossenen Dialogmodell verpflichtet,
Alternativstandorte zu prüfen. Damit sei eine Pflicht zur Standortevaluation und zur
Koordination verbindlich vereinbart worden. Aus den Baugesuchsunterlagen ergebe
sich nicht, dass die Beschwerdegegnerin Alternativstandorte ernsthaft geprüft habe.
Damit verstosse sie nicht nur gegen das Dialogmodell, sondern auch gegen den
Grundsatz von Treu und Glauben. Unredliches Handeln und Rechtsmissbrauch fänden
keinen Rechtsschutz (Art. 5 Abs. 3 und 9 der Bundesverfassung [SR 101, BV], Art. 2
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [SR 210, ZGB]). Ferner könne gestützt auf das
Vorsorgeprinzip (Art. 11 Abs. 2 Umweltschutzgesetz; SR 814.01, USG) und auf das
Verhältnismässigkeitsprinzip zwecks vorsorgeweiser Emissionsbegrenzung nicht nur
die Prüfung von Alternativstandorten, sondern bei Vorhandensein auch deren
Durchsetzung verlangt werden. Auf dem Gebiet der Gemeinde D._ würden nun aber
verschiedene Alternativstandorte existieren. Die Beschwerdeführerin sei gestützt auf
das Dialogmodell verpflichtet, das Gespräch mit der Beschwerdebeteiligten 1
aufzunehmen. Im Weiteren gehe aus den Baugesuchunterlagen nicht hervor, welche
Siedlungsbereiche mit der Antennenanlage versorgt werden sollen. Der Plan "Situation
NIS" (act. G 7/5/1) genüge nicht. Insbesondere die Sendeanlage mit Hauptrichtung
210° sende über ein Gebiet, welches überwiegend in der Landwirtschaftszone liege.
Entsprechend fehle der Anlage die unmittelbare funktionelle Beziehung zum Ort, an
dem sie errichtet werden solle. Die Beschwerdegegnerin sei der Aufforderung der
Beschwerdeführerinnen nicht nachgekommen, für alle Sendungsanlagen
Abdeckungskarten einzureichen, aus welchen sich ergebe, welche Gebiete mit der
Antennenanlage versorgt werden sollen und können. Diesbezüglich habe die
Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig abgeklärt (act. G 1 S. 6-8).
3.3. Hierzu ist festzuhalten, dass der Schutz vor nichtionisierender Strahlung durch das
Bundesrecht im Bereich des vorsorglichen Immissionsschutzes (vgl. dazu
nachstehende E. 4.1) abschliessend geregelt ist. Die Kantone und Gemeinden können
demgemäss in diesem Zusammenhang keine darüber hinaus gehenden Bedingungen
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anordnen (BGE 133 II 321 E. 4.3.4). Soweit die gesetzlichen Vorschriften (insbesondere
die Strahlengrenzwerte) eingehalten sind, kann die Baubewilligung für eine
Mobilfunkanlage nicht mit der Begründung verweigert werden, das allgemeine, im
Bereich des Immissionsschutzes durch Art. 11 USG konkretisierte Vorsorgeprinzip sei
verletzt (B. Wittwer, Bewilligungen von Mobilfunkanlagen, 2. Aufl. 2008, S. 9 f. und 96
f.). Ohne entsprechende planungsrechtliche Vorschriften des Kantons oder der
Gemeinden ist auch nicht zu prüfen, ob bessere Alternativstandorte vorhanden sind
(Wittwer, a.a.O., S. 96-98). Die zwischen den Mobilfunkbetreibern und der Vereinigung
der st. gallischen Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (VSGP) abgeschlossene
"Vereinbarung über die Standortevaluation und -koordination" von 2011 stellt ihrerseits
keine planungsrechtliche Vorschrift dar, aus welcher sich ein klagbarer Anspruch auf
einen Alternativstandort ableiten liesse (VerwGE B 2013/134 vom 11. November 2014,
E. 2.3.1). Dies gilt auch für das zwischen Gemeinden und Mobilfunkbetreibern
abgesprochene Dialogmodell, welches eine frühzeitige Information und Mitsprache der
Gemeinden bezüglich potentieller Antennenstandorte ermöglichen soll (vgl. https://
www.swisscom.ch/de/about/unternehmen/portraet/netz/mobilfunk-antennen-umwelt-
gesundheit/dialogmodell.html). Ein von den Beschwerdeführerinnen behauptetes,
gegen Treu und Glauben verstossendes bzw. rechtsmissbräuchliches Verhalten der
Beschwerdegegnerin ist in diesem Zusammenhang weder ersichtlich noch belegt.
Unwidersprochen blieb sodann die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass mit
den Grundeigentümern der möglichen Alternativstandorte (mangels Zustimmung) keine
einvernehmliche Lösung habe gefunden werden können (act. G 11 S. 5 f. Ziff. 13 und
S. 6 f. Ziff. 15). Wenn die Beschwerdeführerinnen behaupten, der Standort Y._ erfülle
sämtliche Voraussetzungen (act. G 16 S. 6 unten), so vermag dies nichts daran zu
ändern, dass für das Anbringen der Antennenanlage das Einverständnis der Y._
erforderlich wäre, welches aber nicht erhältlich ist. Ein Anspruch der
Beschwerdeführerinnen auf einen Alternativstandort ergibt sich auch nicht aus dem
Umstand, dass der Anblick von Mobilfunkanlagen - zu Recht oder zu Unrecht - als
Beeinträchtigung der Wohnqualität und des Wohlbefindens empfunden werden könnte.
Subjektive Ängste und Gefühle des Unbehagens bilden rechtsprechungsgemäss keine
tragfähige Grundlage für weitgehende Einschränkungen von Infrastrukturanlagen,
soweit diese im allgemeinen Interesse liegen (vgl. BGE 138 II 173 E. 7.4.3).
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3.4. Die vorliegend geplante Anlage liegt am östlichen Dorfrand im Baugebiet und dient
in erster Linie der Versorgung der umliegenden Bauzonen mit
Mobilfunkdienstleistungen. Aus dem Standortdatenblatt vom 31. Oktober 2016 (act. G
7/5/1 Beilage) ergibt sich eine Ausrichtung der einzelnen Antennen in der Weise, dass
in erster Linie die umliegenden Bauzonen mit der Mobilfunkdienstleistung versorgt
werden. Deshalb ist ohne weiteres davon auszugehen, dass die Antenne hinsichtlich
Standort und Ausgestaltung in einer unmittelbaren funktionellen Beziehung zum Ort
steht, an dem sie errichtet werden soll (vgl. BGE 138 II 173 E. 7.4.3), und dass sie im
Wesentlichen Bauzonenland abdeckt (vgl. BGer 1C_106/2010 vom 19. Oktober 2010 E.
4.4.1). Der Umstand, dass daneben auch noch Grundstücke in der
Landwirtschaftszone "mitversorgt" werden, ist letztlich unvermeidlich - Strahlung
macht nicht an der Zonengrenze halt - und lässt sich auch daher nicht beanstanden.
Eine gesetzlich statuierte Pflicht, wonach Netzbetreiber Netzabdeckungskarten
einzureichen hätten (vgl. act. G 1 Ziff. 25), besteht nicht, weshalb auch kein Anlass
besteht, die Beschwerdegegnerin hierzu zu verpflichten. Im Übrigen würde die
Mobilfunkanlage innerhalb der Bauzone auch dann nicht gegen den Grundsatz der
Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet verstossen, wenn sie grössere Gebiete in der
Nichtbauzone als in der Bauzone mit Mobilfunkdienstleistungen versorgen würde (vgl.
BGE 141 II 245 E. 2.1 und 2.4 mit Hinweisen; BGer 1C_7/2015 vom 6. November 2015,
E. 3.3 bis 3.5).
3.5. Die Beschwerdeführerinnen machen sodann geltend, das in Frage stehende
Gebiet sei bereits heute (ohne die geplante Anlage) mit den bestehenden
Mobilfunkantennenanlagen genügend versorgt. Eine Antennenanlage auf Vorrat
verstosse gegen das Vorsorgeprinzip (act. G 16 S. 7). Hierzu ist festzuhalten, dass nach
Art. 1 Fernmeldegesetz (FMG; SR 784.10) der Bevölkerung und der Wirtschaft
vielfältige, preiswerte, qualitativ hochstehende sowie national und international
konkurrenzfähige Fernmeldedienste angeboten werden sollen. Die konzessionierten
Unternehmungen müssen diesen Standard gewährleisten (vgl. Art. 14-16 FMG). Dabei
darf die Beschwerdegegnerin als Konzessionsinhaberin mit der geplanten Anlage
selbstredend auch kommerzielle Interessen verfolgen. Die Frage des Interesses am
Netzausbau braucht jedoch insofern nicht weiter geklärt zu werden, als für den Bau
einer Mobilfunkantenne - innerhalb der Bauzone - von Seiten des Bundesrechts kein
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Bedürfnisnachweis erforderlich ist (vgl. BGer 1C_642/2013 vom 10. Dezember 2014 E.
4.4) und auch vom kantonalen oder kommunalen Recht kein solcher verlangt wird.
4.
4.1. Immissionsgrenzwerte sollen für die Hochfrequenzstrahlung insgesamt und
Anlagegrenzwerte für die einzelnen Anlagen Menschen vor übermässiger
elektromagnetischer Strahlung schützen. Der Immissionsgrenzwert ist an allen Orten,
und somit auch an jenen des kurzfristigen Aufenthalts (OKA), einzuhalten (Art. 13 Abs. 1
NISV). Der Anlagegrenzwert ist demgegenüber nur an Orten mit empfindlicher Nutzung
(OMEN) - sprich in Gebäuden und an Orten, wo sich Menschen regelmässig während
längerer Zeit aufhalten oder im Bereich von Kinderspielplätzen (Art. 3 Abs. 3 NISV) -
einzuhalten (Art. 4 Abs. 1 NISV i.V.m. Ziff. 65 Anhang 1 NISV). Die
Strahlungsgrenzwerte berücksichtigen somit die konkreten Gegebenheiten (z.B. die
Nähe zu einem Schulgelände) am Ort der geplanten Anlage. Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung regelt das (Bundes-)Verordnungsrecht die
vorsorgliche Emissionsbegrenzung grundsätzlich abschliessend. Das hat zur Folge,
dass es der rechtsanwendenden Behörde versagt ist, im Einzelfall gestützt auf den in
Art. 11 Abs. 2 und Art. 12 Abs. 2 USG verankerten Vorsorgegrundsatz eine noch
weitergehende Begrenzung zu verlangen. Der Erlass der in der NISV enthaltenen
Anlagegrenzwerte erfolgte gerade in der Absicht, im Interesse der Rechtssicherheit
festzulegen, was zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung erforderlich ist. Hält die
umstrittene Anlage die Anlagegrenzwerte ein, darf auf die Prüfung weiterer
Vorsorgemassnahmen grundsätzlich verzichtet werden (vgl. BGer 1C_576/2016 vom
27. Oktober 2017 E. 3, E. 6.1; BGer 1A.62/2001 vom 24. Oktober 2001, E. 4).
4.2. Vorliegend ist unbestritten, dass die Anlagegrenzwerte der NISV auch an den
OMEN des unüberbauten Grundstücks Nr. X._ eingehalten sein müssen (Art. 3 Abs. 3
lit. c NISV; BGE 133 II 370 E. 7). Streitig ist, ob dies der Fall ist. Der Inhaber einer
Mobilfunkanlage muss der Behörde im Bewilligungsverfahren ein Standortdatenblatt
einreichen, das die aktuellen und geplanten technischen und betrieblichen Daten der
Anlage sowie Angaben über die von der Anlage erzeugte Strahlung enthält (Art. 11 Abs.
2 lit. a und c NISV; vgl. dazu BGer 1C_661/2012 vom 5. September 2013 E. 2.3). Wird
bei den technischen Daten der Anlage ein Winkelbereich anstatt eines fixen Winkels für
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die vertikale Senderichtung eingetragen, muss die NIS-Berechnung unter
Zugrundelegung der bezüglich der NIS-Belastung ungünstigsten Senderichtung
innerhalb des gewählten Winkelbereichs erfolgen, d.h. in der Regel mit dem steilsten
Winkel. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Anlagegrenzwert in allen
bewilligten Einstellungen der Anlage eingehalten wird (vgl. BGer 1A.57/2006 vom
6. September 2006 E. 3.1). Anhang 2 der NISV definiert Grenzwerte für Immissionen
mit einer einzigen Frequenz bzw. einem engen Frequenzband (Ziff. 11). Für
Immissionen mit mehreren Frequenzen bestimmt Ziff. 21 Anhang 2 NISV, dass die
Immissionen zunächst für jede Frequenz einzeln ermittelt werden; die so ermittelten
Immissionen werden sodann nach Ziff. 22 mit einem frequenzabhängigen Faktor
gewichtet und summiert (vgl. auch BGer 1A.140/2003 vom 18. März 2003, E. 4.1).
4.3. Die Beschwerdegegnerin wies im Standortdatenblatt vom 31. Oktober 2016 (act. G
7/5/1 Beilage) für die geplante Mobilfunkantenne mit einer Höhe von rund 25 m und
Sendeantennen die OMEN und OKA aus und berechnete die Strahlenbelastung an
diesen Orten. Das AFU legte in seinem ersten Bericht vom 15. Dezember 2016 dar, die
Berechnungen im Standortdatenblatt vom 31. Oktober 2016 seien korrekt und
vollständig. Sowohl der Immissionsgrenzwert als auch der Anlagengrenzwert seien an
allen massgeblichen Orten eingehalten. Für die OMEN Nr. 2, 3 und 5 werde der
Anlagegrenzwert zu über 80% ausgeschöpft, so dass eine NIS-Abnahmemessung
verlangt werden könne. Das AFU empfehle indes, eine Abnahmemessung für den
OMEN Nr. 3 erst dann in Erwägung zu ziehen, wenn auf diesem Grundstück ein
Bauvorhaben bekannt sei. Sofern im Umkreis von 169 m keine weitere Mobilfunkanlage
aus einem engen räumlichen Zusammenhang sende und der Situationsplan innerhalb
dieses Kreises den aktuellen Stand der Überbauung wiedergebe, seien die
Bestimmungen der NISV erfüllt. In Bezug auf das QS-System werde auf Ziff. 7 des
Standortdatenblatts verwiesen (act. G 7/5/3). In einem zweiten Amtsbericht vom
22. März 2018 bestätigte das AFU - bezugnehmend auf entsprechende Einwände der
Beschwerdeführerinnen -, dass die Lage des OMEN Nr. 3 weitestgehend korrekt
gewählt worden sei. Das Maximum der elektrischen Feldstärke auf der Parzelle Nr. X._
sei nach ihren Berechnungen weiter nordöstlich minim höher, halte aber den
Anlagegrenzwert von 5 V/m immer noch ein. Das Maximum liege nicht wie vermutet im
Hauptstrahl des 290°-Sektors, da der leistungsstärkere 355°-Sektor ebenfalls einen
Einfluss auf die Lage des OMEN Nr. 3 ausübe. Aus der beigefügten graphischen
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Darstellung sei die im Standortdatenblatt gewählte Lage des OMEN Nr. 3 ersichtlich
(grüner Punkt SO3). Der grüne Punkt S3a stelle nach ihrer Berechnung das Maximum
dar. Die rote Linie sei die östliche Grenze der Parzelle Nr. X._. Sodann sei die Höhe
des OMEN Nr. 3 richtig gewählt worden. Das Grundstück sei eben, der Niveaupunkt
entspreche deshalb der Terrainhöhe. Das Dach- bzw. Attikageschoss dürfte daher den
Fussboden auf dem Niveau der maximalen Gebäudehöhe von 7.5 m haben. Nach Ziff.
3.7 der Vollzugsempfehlung zur NISV von 2002 (BAFU) sei der OMEN 1.5 m über dem
Fussboden des betreffenden Stockwerks zu wählen. Somit wäre die korrekte
Berechnungshöhe 9 m. Mit den im Standortdatenblatt ausgewiesenen 9.2 m liege man
auf der sicheren Seite, nehme doch die elektrische Feldstärke mit der Höhe zu (act. G
7/11). Am Rekursaugenschein bestätigte der Vertreter des AFU die im zweiten
Amtsbericht gemachten Darlegungen (act. G 7/19). Gestützt hierauf ging die Vorinstanz
im angefochtenen Entscheid davon aus, dass die Anlagegrenzwerte korrekt berechnet
worden und eingehalten seien (act. G 2/2 S. 11).
4.4. Die Beschwerdeführerinnen bestätigen bzw. wiederholen ihre bereits im
Rekursverfahren vorgebrachten Einwände. Sie bestreiten, dass der OMEN Nr. 3 korrekt
gewählt worden sei und dass der Anlagegrenzwert von 5 V/m, bei korrekt gewählter
Lage des OMEN Nr. 3, eingehalten werden könne. Das AFU stütze sich für seine
Feststellung, wonach der OMEN 1.5 m über dem Fussboden des betreffenden
Stockwerks zu wählen sei, auf eine 16 Jahre alte Vollzugsempfehlung zur NISV ab,
welche aufgrund neuer Erkenntnisse überholt sein dürfte. Es gebe keinen sachlichen
Grund, die Messhöhe bei 1.5 m über dem Fussboden festzulegen. Bei 1.75 oder 2 m
würden andere Werte resultieren. Zudem habe sich die Vorinstanz mit der
Argumentation, dass auch ein Attikageschoss auf die beiden Vollgeschosse aufgesetzt
oder ein Schrägdach errichtet werden könne, nicht auseinandergesetzt. Für diese
(baurechtlich mögliche) Bebauung ihres Grundstücks reiche die Höhe des OMEN 3 von
9.2 m nicht aus (Beweisantrag: Expertise; act. G 1 S. 9).
4.5. Unüberbaute eingezonte Grundstücke, auf denen empfindliche Nutzungen zulässig
sind, werden so behandelt, als wären die Gebäude bereits errichtet. Besteht noch
keine Planung, so gilt das gesamte baurechtlich zulässige Volumen als OMEN (vgl.
BAFU, Orte mit empfindlicher Nutzung; vgl. https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/
themen/elektrosmog/fachinformationen/massnahmen-elektrosmog/orte-mit-
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empfindlicher-nutzung--omen-.html). Im Situationsplan soll für solche Grundstücke die
Baulinie bzw. der Grenzabstand eingezeichnet und die nach Zonenplan und
Baureglement maximal zulässige Gebäudehöhe vermerkt werden. Für die NIS-
Berechnung sind die folgenden Höhen zu verwenden: Bei Innenräumen: 1.50 m über
dem Fussboden des betreffenden Stockwerks; bei Kinderspielplätzen: 1.50 m über
Boden; bei unüberbauten Grundstücken: diejenige Höhe, bei der die höchste NIS-
Belastung zu erwarten ist, maximal jedoch die Höhe des Fussbodens des obersten
möglichen Stockwerks plus 1.50 m (BUWAL [heute:BAFU], Vollzugsempfehlung zur
NISV, Bern 2002, S. 15). Das AFU begründete im Bericht vom 22. März 2018 (act. G
7/11) seinen Standpunkt, dass der OMEN Nr. 3 "weitestgehend korrekt" gewählt
worden sei, insofern nachvollziehbar und überzeugend, als es selbst unter
Berücksichtigung eines Korrekturfaktors die Grenzwerte noch als eingehalten
bestätigen konnte. Allfällige Zweifel aufgrund der Formulierung "weitestgehend korrekt"
können somit als ausgeräumt gelten. Einer unabhängigen Expertise bedarf es hier
dementsprechend nicht. Die Beschwerdeführerinnen stellen die korrekte Festlegung
von OMEN Nr. 3 in Abrede, ohne hierfür eine plausible Begründung anzuführen. Der
Umstand, dass die NISV derzeit vom BAFU überarbeitet wird (act. G 16 S. 8; vgl.
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/elektrosmog/fachinformationen/
massnahmen-elektrosmog/mobilfunk--vollzugshilfen-zur-nisv.html), vermag für sich
allein nicht darzutun, inwiefern die nach wie vor angewendete Vollzugsempfehlung von
2002 im erwähnten Punkt nicht mehr aktuell sein sollte bzw. aufgrund welcher neuer
Erkenntnisse sie als überholt angesehen werden müsste.
Im Übrigen ist festzuhalten, dass das vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) empfohlene
Qualitätssicherungssystem (QS) eine wirksame Kontrolle der Emissionsbegrenzungen
zu gewährleisten vermag (vgl. BGer 1A.129/2006 E. 3.3 mit vielen Hinweisen; bestätigt
durch BGer 1C_118/2010 vom 20. Oktober 2010 E. 5.2; BGer 1C_169/2013 vom
20. Juli 2013). Das AFU verwies in der Stellungnahme vom 15. Dezember 2016 in
Bezug auf das QS-System auf die Bemerkungen nach Ziff. 7 des Standortdatenblattes
(act. G 7/5/3). Nach letzteren erfüllt die vorliegend projektierte Anlage die
Anforderungen an die Qualitätssicherung gemäss Rundschreiben des Bundesamtes für
Umwelt vom 16. Januar 2006 (publiziert in: www.bafu.ch/elektrosmog). Das
Standortdatenblatt sei konform mit der NISV 2009 (act. G 7/5/1). Beim QS-System (vgl.
dazu BGer 1C_329/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 6.1) geht es vorab um die
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Einhaltung der bewilligten Sendeleistung und anderer NIS-relevanter Einstellungen.
Verlangt sind dabei die aktuellen und geplanten technischen und betrieblichen Daten
der Anlage, soweit sie für die Erzeugung von Strahlung massgebend sind (vgl. dazu
BGer 1C_661/2012 vom 5. September 2013, E. 2.3). Für eine Mangelhaftigkeit des
Standortdatenblattes fehlt es auch unter dem Gesichtswinkel der Qualitätssicherung an
begründeten Anhaltspunkten. Indes haben vorliegend, sobald ein konkretes Bauprojekt
für das Grundstück Nr. X._ vorliegt, an den entsprechenden OMEN
Abnahmemessungen zu erfolgen. Die aktuellen Betriebsdaten ergeben sich dabei aus
der entsprechenden BAKOM-Datenbank. Zur Überprüfung der massgebenden
Betriebsdaten hat das AFU Zugang zur BAKOM-Datenbank (vgl. act. G 7/5/3). Sollten
die Abnahmemessungen die Nichteinhaltung der bewilligten Parameter ergeben, wären
von Seiten der Beschwerdeführerin entsprechende Massnahmen zur Einhaltung der
bewilligten Werte vorzusehen. Dies gilt auch für den Fall der von den
Beschwerdeführerinnen angeführten Bebauungsart (Attikageschoss auf zwei
Vollgeschossen, Schrägdach), weshalb sich im vorliegenden Verfahren die Einholung
einer diesbezüglichen Expertise (vgl. act. G 1 S. 9) erübrigt.
4.6. Die Beschwerdeführerinnen bestätigen im Weiteren ihren Standpunkt, dass die
25 m hohe Anlage die Sicht vom Antennenstandort in westlicher Richtung auf das nur
840 m entfernte BLN-Schutzgebiet Nr. 1613 beeinträchtige. In östlicher Richtung und
ebenfalls in Sichtdistanz vom Antennenstandort befinde sich das Auengebiet Z._. Die
Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass sich der Antennenstandort auch in
Sichtdistanz zur Ruine S._ befinde, welche landschaftsgliedernd in Erscheinung trete
und dem "alten Rheintaler Dorf eine einmalige topographische Identität" verleihe und
eine "besondere Qualität/Bedeutung" habe. Diese Qualität werde durch die Antenne
massiv beeinträchtigt (act. G 1 S. 10 mit Hinweis auf Inventarblatt der schützenswerten
Ortsbilder [act. G 2/5]). Die Antenne habe im Weiteren aufgrund ihres Standorts in der
Ebene des Rheintals und ihrer Dimensionierung eine generell verunstaltende Wirkung.
Sie wirke sich negativ auf das Schutzobjekt "Ruine S._" und das Orts- und
Landschaftsbild aus (act. G 1 S. 11).
Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) hatte in seinem Bericht vom 22. Juni
2018 festgehalten, der Standort der Antenne liege östlich des Dorfes D._. Der
Perimeter des BLN-Gebiets Nr. 1613 ende jedoch westlich des Dorfes am Hangfuss.
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Die ganze Siedlung des Dorfes liege also noch zwischen dem Antennenstandort und
dem BLN-Gebiet. Von daher werde eine Beeinträchtigung des BLN-Gebiets durch den
Antennenstandort klar ausgeschlossen. Rund 900 m östlich des Antennenstandorts
liege der Lebensraum bedrohter Arten (Schongebiet) sowie der Lebensraum Gewässer/
Auen Z._. Hier sei aufgrund der Entfernung und der Abdeckung durch Baumhecken
ebenfalls keine Beeinträchtigung denkbar. Zudem prägten die intensive Landwirtschaft
und die grossflächigen landwirtschaftlichen Gebäude den Zwischenraum und würden
einen landschaftlichen/ökologischen Zusammenhang mit dem fraglichen Standort
unterbrechen (act. G 7/15). Wenn die Vorinstanz auf diese Ausführungen abstellte, so
besteht kein Anlass, dies zu beanstanden. Das BLN-Schutzgebiet liegt rund 840 m
vom Antennenstandort entfernt. Für ihre Sichtweise, wonach die landwirtschaftlich
genutzten Flächen den Zusammenhang der geschützten Lebensräume mit dem
geplanten Antennenstandort nicht unterbrechen würden (act. G 1 S. 10), führen die
Beschwerdeführerinnen keine Begründung an. Auch aufgrund der am
Rekursaugenschein erstellten Fotos (act. G 7/19 Beilage) besteht kein Anlass, den
vorinstanzlichen Schluss, dass aufgrund der erheblichen Distanz eine Beeinträchtigung
der Schutzgebiete durch den Antennenstandort auszuschliessen sei, in Frage zu
stellen. Die rund 500 m entfernt in einem Waldgebiet liegende Burgruine S._ wird
durch die geplante Antenne ebenfalls nicht in rechtlich bedeutsamer Art und Weise
tangiert.
4.7. Art. 99 Abs. 1 PBG verbietet die Erstellung von Bauten und Anlagen, die das Orts-
und Landschaftsbild verunstalten oder Baudenkmäler beeinträchtigen. Im Unterschied
zu positiven Bauästhetikvorschriften (Gestaltungs- oder Einfügungsvorschriften)
verbietet ein Verunstaltungsverbot nur erheblich störende Wirkungen auf das Orts- und
Landschaftsbild in dem Sinn, dass nur etwas qualifiziert Unschönes verhindert werden
soll (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Rz. 1025 [zum altrechtlichen,
inhaltlich mit Art. 99 PBG übereinstimmenden Art. 93 BauG]; B. Zumstein, Die
Anwendung der ästhetischen Generalklausel des kantonalen Rechts, St. Gallen 2001,
S. 29; vgl. im Weiteren auch VerwGE B 2012/238 vom 8. November 2013 E. 3 und 4
sowie VerwGE B 2013/252 vom 28. Mai 2015). Dabei ist nicht das Bauvorhaben isoliert
zu betrachten, sondern in Bezug zu seiner baulichen und landschaftlichen Umgebung
zu setzen (Zumstein, a.a.O., S. 105). Zu den konkreten Gegebenheiten ist festzuhalten,
dass die geplante Antennenanlage zwar keinen ästhetischen Gewinn für die Umgebung
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darstellt, anderseits jedoch auch keine Verunstaltung im Sinn von etwas "qualifiziert
Unschönem" bewirkt. Wie viele andere Infrastrukturanlagen beeinträchtigt sie das
Landschaftsbild zwar in einem gewissen Umfang, indes stört sie aber weder den
Schutzgegenstand Burg S._ in relevantem Ausmass noch lässt sich am vorgesehenen
Standort sonst eine unzulässige Unvereinbarkeit mit der Erhaltung der Schutzgebiete
finden. Die Vorinstanz hat daher das ihr zustehende Ermessen nicht überschritten,
indem sie das Vorliegen einer Verunstaltung oder einer Beeinträchtigung verneint hat.
5.
5.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des Verfahrens von den
Beschwerdeführerinnen zu gleichen Teilen zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 3'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von
CHF 4'500 ist anzurechnen und der verbleibende Betrag im Umfang von CHF 1'000 an
die Beschwerdeführerinnen zurückzuerstatten.
5.2. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung zulasten der Beschwerdeführerinnen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).
Im vorliegenden Fall ist eine Entschädigung von CHF 3'000, zuzüglich Barauslagen von
CHF 120 (4%), angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung, sGS 963.75).
Weil die zu entschädigende Beschwerdegegnerin selber mehrwertsteuerpflichtig ist,
kann sie die der Honorarrechnung ihres Anwalts belastete Mehrwertsteuer von ihrer
eigenen Steuerschuld abziehen, ohne dass ihr dadurch eine Mehrbelastung entsteht.
Die Mehrwertsteuer muss bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung
daher nicht zusätzlich berücksichtigt werden (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 194).
5.3. Im vorinstanzlichen Verfahren wurde den Beschwerdeführerinnen eine
Entscheidgebühr von CHF 3'500 sowie ausseramtliche Kosten von CHF 3'250
auferlegt. Sie machen geltend, die Rekursgegner hätten aus 14 unabhängigen Parteien
bestanden. Fünf Parteien hätten insbesondere am Augenschein vom 30. August 2018
teilgenommen und sich dabei gegen das Baugesuch der Bauherrschaft ausgesprochen
bis
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(act. G 7/21). Der Gemeinderat D._ habe Abweisung des Rekurses beantragt (act. G
7/5) und sich anlässlich des Augenscheins gegen das Bauvorhaben ausgesprochen.
Wenn die Vorinstanz den Rekurs gutheisse, hätte sie sämtliche Rekursgegner und auch
die vormalige Vorinstanz als unterliegende Beteiligte behandeln müssen. Die
Kostenverlegung des Rekursverfahrens sei willkürlich und verletze das
Verursacherprinzip und damit Art. 95 und 98 VRP (act. G 1 S. 12 f.).
Fest steht, dass am Rekursverfahren einzig die Beschwerdeführerinnen in schriftlicher
Form teilnahmen und Anträge stellten. Die weiteren Einsprecher äusserten sich im
Rekursverfahren nicht schriftlich bzw. stellten keine Anträge. Insoweit können sie auch
in die Kostenverlegung nicht einbezogen werden (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 767).
Die Einsprecher P._, L._ und N._ nahmen zwar am Rekursaugenschein teil und
gaben dort (protokollierte) mündliche Stellungnahmen ab (act. G 7/19). Diese
Äusserungen lassen sich jedoch noch nicht als Begehren im Sinn von Art. 95 VRP
interpretieren. Dementsprechend stellen sie auch noch keinen zureichenden Anlass
dar, die erwähnten Personen bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen. Ein
Einbezug der Gemeinde in die Rekurskostenverlegung fällt in der vorliegenden
Konstellation mit Beteiligung kostenpflichtiger Privater am Verfahren zum vornherein
ausser Betracht (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 789). Dementsprechend lässt sich die
Kostenverlegung im Rekursverfahren nicht beanstanden.