Decision ID: 4a8984fa-b1e6-4bc3-984a-1362a4d6993e
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit dem 1. Dezember 2014 Ergänzungsleistungen nach dem
Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELG, SR 831.30, nachfolgend: ordentliche
Ergänzungsleistungen) und (infolge Anrechnung eines erhöhten Mietzinsanteils) nach
dem kantonalen Ergänzungsleistungsgesetz (ELG/SG, sGS 351.5, nachfolgend:
ausserordentliche Ergänzungsleistungen) zu einer Altersrente der AHV (EL-act. 92). Der
Mietzins inklusive Nebenkosten betrug Fr. 1'520.-- monatlich (exklusive
Parkplatzkosten von Fr. 120.--). Die EL-Durchführungsstelle zog davon als Kosten für
den TV-/Radioanschluss pauschal Fr. 20.-- ab und berücksichtigte den (kombinierten)
Maximalbetrag von Fr. 17'600.-- (Fr. 13'200.-- + Fr. 4'400.--, vgl. Art. 10 Abs. 1 lit. b
Ziff. 1 ELG in der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung in Verbindung mit
Art. 6 ELG/SG in der bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung). Als Ertrag aus
Sparguthaben berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle einen Betrag von Fr. 13.--.
Die EL-Bezügerin erzielte als C._ ein Erwerbseinkommen von Fr. 6'240.-- pro Jahr.
A.a.
Mit einer Verfügung vom 6. Dezember 2017 passte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen ab 1. November 2017 infolge Ausscheidung von
Unterhaltsbeiträgen des Ex-Ehemannes der EL-Bezügerin an (EL-act. 80). Der in der
EL-Anspruchsberechnung berücksichtigte Mietzins betrug unverändert Fr. 17'600.--
und der Ertrag aus Sparguthaben betrug unverändert Fr. 13.--.
A.b.
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Im Dezember 2018 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische
Überprüfung der Ergänzungsleistungen ein (EL-act. 72). Die EL-Bezügerin gab am
10. März 2019 an (EL-act. 67, 68), der Mietzins inklusive Nebenkosten betrage
Fr. 1'380.--. Aus einer Beilage zur Steuererklärung 2016 war ersichtlich, dass die EL-
Bezügerin (neben dem Erwerbseinkommen als C._) ein Erwerbseinkommen als
Selbstständigerwerbende erzielt hatte (EL-act. 66-12). Die EL-Durchführungsstelle bat
die EL-Bezügerin am 17. Januar 2020 um Angaben und Unterlagen betreffend den
Mietzins und das Erwerbseinkommen als Selbstständigerwerbende (EL-act. 59). Am
25. Februar 2020 erinnerte sie die EL-Bezügerin an die Anfrage und drohte unter
Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) an, bei Nichteinreichung der notwendigen
Unterlagen die Ergänzungsleistungen per 31. März 2020 einzustellen (EL-act. 54). Mit
einer Verfügung vom 19. März 2020 stellte sie die Ergänzungsleistungen per 31. März
2020 ein (EL-act. 53). Am 6. April 2020 gingen bei der EL-Durchführungsstelle
(Steuer-)Unterlagen ein (EL-act. 51). Die EL-Bezügerin gab an, dass der Mietzins seit
dem 1. Oktober 2017 Fr. 1'500.-- (inklusive Nebenkosten und Parkplatzkosten)
betrage.
A.c.
Mit einer Verfügung vom 10. April 2020 berechnete die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. November 2017 neu (EL-act. 44). Sie
berücksichtigte ab 1. November 2017 als Betrag für den Mietzins (aufgrund des
gesunkenen Mietzinses) Fr. 16'320.-- (Fr. 13'200.-- + Fr. 3'120.--) und als Ertrag aus
Sparguthaben Fr. 7.--. Ab 1. Januar 2018 berücksichtigte sie ein Einkommen aus einer
Erwerbstätigkeit als Selbstständigerwerbende von Fr. 4'754.--, einen Betrag für den
Mietzins von Fr. 14'216.-- (Fr. 13'200.-- + Fr. 1'016.--) und einen Ertrag aus
Sparguthaben von Fr. 1.--. Den Ertrag aus Sparguthaben übernahm die EL-
Durchführungsstelle aus der Veranlagungsberechnung zur Kantons- und
Gemeindesteuer 2016 und 2017 (vgl. die Steuerauskünfte vom 17. Januar 2020, EL-
act. 57, 58). Das Einkommen als Selbstständigerwerbende für das Jahr 2018 übernahm
sie aus der Veranlagungsberechnung zur Kantons- und Gemeindesteuer 2018 (EL-
act. 51-5). Da das Steueramt als Gewinnungskosten für die Erzielung dieses
Einkommens einen Mietzinsanteil von Fr. 2'104.-- akzeptiert hatte (EL-act. 51-6), zog
die EL-Durchführungsstelle diesen Betrag vom Mietzins ab. Den Betrag von Fr. 4'754.--
A.d.
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berücksichtigte sie als Einkommen aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit auch für
die Jahre 2019 und 2020. Zur Begründung gab sie an, die Neuberechnung sei aufgrund
der Anpassung des Mietzinses per November 2017 und der selbstständigen
Erwerbstätigkeit per Januar 2018 erfolgt. Sie habe das Einkommen gemäss der
Steuerveranlagung 2018 angerechnet. Die EL-Bezügerin ziehe bei dieser
Erwerbstätigkeit Mietkosten von ihrer Wohnung als Gewinnungskosten ab. Der
"gewährte" Mietzins von Fr. 2'104.-- sei vom Steueramt festgelegt worden. Somit
werde dieser Betrag ab Januar 2018 von den Mietausgaben in Abzug gebracht. Aus
der Neuberechnung der Ergänzungsleistung resultierte eine Rückforderung betreffend
den EL-Anspruch ab 1. November 2017 bis 31. März 2020 von Fr. 14'929.--
(Fr. 7'101.-- ordentliche Ergänzungsleistungen, Fr. 7'828.-- ausserordentliche
Ergänzungsleistungen, vgl. die Beträge der ursprünglich zugesprochenen ordentlichen
und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen mit den jeweiligen Beträgen in der
Verfügung vom 10. April 2020) und eine Nachzahlung betreffend den EL-Anspruch ab
1. April 2020 bis 30. April 2020 von Fr. 355.-- (Fr. 270.-- ordentliche
Ergänzungsleistungen, Fr. 85.-- ausserordentliche Ergänzungsleistungen), also eine
Rückforderung von Fr. 14'574.-- netto (Fr. 6'831.-- ordentliche Ergänzungsleistungen,
Fr. 7'743.-- ausserordentliche Ergänzungsleistungen).
In einer als "Einsprache auf Verfügung" bezeichneten Eingabe vom 1. Mai 2020
(Posteingang: 1. Mai 2020) führte die EL-Bezügerin aus (EL-act. 41), Bezug nehmend
auf die Verfügung vom 10. April 2020 bitte sie um Teilerlass und Stundung der
Rückforderung 2018 sowie um eine Neuberechnung der Jahre 2019 und 2020. Sie sei
aufgrund der Steuererklärung 2018 von einem Einkommen als
Selbstständigerwerbende von Fr. 618.05 ausgegangen. Die Veranlagungsberechnung
des Steueramts habe dann ein Einkommen von Fr. 4'754.-- ergeben. Die Auswirkung
dessen auf die Ergänzungsleistungen sei ihr nicht bewusst gewesen. Sie könne den
Betrag von Fr. 6'540.-- (Rückforderungsbetrag betreffend EL-Anspruch ab 1. Januar
2018 bis 31. Dezember 2018) nicht zurückzahlen. Sie bitte um einen Erlass von
Fr. 4'000.-- und um die Möglichkeit, den Restbetrag über eine monatliche
Ratenzahlung von Fr. 100.-- zu begleichen. In Absprache mit Frau B._ von der EL-
Durchführungsstelle werde sie im Mai eine Kopie der Steuererklärung 2019 einreichen
mit der Bitte, die Ergänzungsleistung neu zu berechnen und bis dahin die
A.e.
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Rückforderung betreffend den EL-Anspruch der Jahre 2019 und 2020 auszusetzen. Am
12. Mai 2020 teilte Frau B._ der EL-Bezügerin mit, sie bestätige den Eingang der
Einsprache und des Erlassgesuches (EL-act. 40). Sie bitte die EL-Bezügerin, bis
15. Juni 2020 weitere Unterlagen zur Neuberechnung einzureichen. Mit einer wiederum
als "Einsprache auf Verfügung" bezeichneten Eingabe vom 30. Mai 2020 reichte die
EL-Bezügerin weitere Unterlagen ein (EL-act. 39). Sie hielt fest, "wie im Schreiben vom
5. Mai vereinbart" stelle sie die Steuererklärung 2019 zu. Am 10. Juni 2020 bestätigte
Frau B._ der EL-Bezügerin die Einreichung der Unterlagen zur Neuberechnung des
Einkommens aus der Tätigkeit als Selbstständigerwerbende und hielt fest, sie werde
für die Neuberechnung die definitive Steuerveranlagung 2019 abwarten. Sobald diese
erstellt sei, werde die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen rückwirkend
ab Januar 2019 bis laufend anpassen (EL-act. 37). Am 19. Juli 2020 reichte die EL-
Bezügerin die Veranlagungsberechnung zur Kantons- und Gemeindesteuer 2019 sowie
Unterlagen betreffend die Beendigung der Tätigkeit als C._ per Ende Juni 2020 ein
(EL-act. 36). Das Einkommen aus der Tätigkeit als Selbstständigerwerbende im Jahr
2019 betrug Fr. 3'362.-- (EL-act. 36-5). Die EL-Bezügerin gab an, infolge der Corona-
Pandemie habe sie ab 16. März bis 26. April (gemeint: 2020) dem Nebenerwerb als
D._ nicht nachgehen können.
Mit einer Verfügung vom 19. August 2020 berechnete die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. Januar 2019 neu (EL-act. 28). Sie
berücksichtigte ab 1. Januar 2019 ein Einkommen aus der Tätigkeit als D._ von
Fr. 3'362.-- und ab 1. Januar 2020 von Fr. 2'801.-- (zehn Zwölftel von Fr. 3'362.--) pro
Jahr. Ab 1. März 2020 bis 30. April 2020 berücksichtigte sie kein Einkommen aus der
Tätigkeit als D._. Vom Betrag für den Mietzins zog sie ab 1. Januar 2019 Fr. 2'309.60
und ab 1. Januar 2020 Fr. 1'924.66 (zehn Zwölftel von Fr. 2'309.60) ab. Ab 1. März
2020 bis 30. April 2020 machte sie keinen Abzug vom Mietzins. Der Mietzins betrug
damit ab 1. Januar 2019 Fr. 14'011.-- (Fr. 13'200.-- + Fr. 811.--), ab 1. Januar 2020
Fr. 14'396.-- (Fr. 13'200.-- + Fr. 1'196.--), ab 1. März 2020 Fr. 16'320.-- (Fr. 13'200.-- +
Fr. 3'120.--) und ab 1. Mai 2020 Fr. 14'396.-- (Fr. 13'200.-- + Fr. 1'196.--). Ab 1. Juli
2020 berücksichtigte sie das Einkommen aus der Tätigkeit als C._ nicht mehr. Zur
Begründung gab sie an, die Neuberechnung sei aufgrund der Anpassung des
Erwerbseinkommens als Selbstständige per Januar 2019 und ohne das
A.f.
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Erwerbseinkommen als C._ per Juli 2020 erfolgt. Aufgrund des Corona-Virus habe
die EL-Bezügerin vom 16. März bis 26. April 2020 der Tätigkeit als D._ nicht
nachgehen können. Für die Monate März und April werde deshalb kein Einkommen aus
dieser Tätigkeit berücksichtigt. Da die EL-Bezügerin beim Einkommen Abzüge für die
Mietausgaben geltend gemacht habe, würden diese von den Mietausgaben in Abzug
gebracht. Das Einkommen und der Mietabzug für das Jahr 2020 seien anteilsmässig
mit dem Stand 2019 berechnet worden. Aus dieser Neuberechnung resultierte eine
Nachzahlung betreffend den EL-Anspruch ab 1. Januar 2019 bis 31. August 2020 von
Fr. 3'034.-- (Fr. 2'798.-- ordentliche Ergänzungsleistungen, Fr. 236.-- ausserordentliche
Ergänzungsleistungen, vgl. die Beträge der mit der Verfügung vom 10. April 2020
zugesprochenen ordentlichen und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen mit den
jeweiligen Beträgen in der Verfügung vom 19. August 2020). Mit einer Mitteilung vom
18. August 2020 hatte die EL-Durchführungsstelle der EL-Bezügerin die Verrechnung
der Nachzahlung mit der Rückforderung von Fr. 14'574.-- angezeigt (EL-act. 27). Der
Restbetrag der Rückforderung belief sich damit auf Fr. 11'540.-- (Fr. 4'033.--
ordentliche Ergänzungsleistungen, Fr. 7'507.-- ausserordentliche
Ergänzungsleistungen).
Die EL-Bezügerin erhob am 6. September 2020 eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 19. August 2020 (EL-act. 25). Sie bat um eine Überprüfung der
Berechnungen, da diese unverändert aus der "Veranlagung" vom 10. April 2020
übernommen worden seien. Sie habe alle geforderten Unterlagen eingereicht. Daraus
sei ersichtlich, wieviel sie aus ihrer Tätigkeit als D._ in den Jahren 2017, 2018 und
2019 erwirtschaftet habe. Diese Einnahmen deckten sich bei Weitem nicht mit der
Rückforderung. Die EL-Durchführungsstelle vermerkte auf dem Schreiben vom
6. September 2020, dass mit einem Schreiben vom 1. Mai 2020 eine Einsprache gegen
die Verfügung vom 10. April 2020 erhoben worden sei. Das Schreiben sei als
Anpassungsgesuch ab 1. Januar 2019 behandelt worden (vgl. auch die Notiz im
Feststellungsblatt: "Einsprache innerhalb Rechtsmittelfrist, daher als Mutation
bearbeitet", EL-act. 35).
A.g.
Am 15. Dezember 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die EL-Bezügerin im
Rahmen des Einspracheverfahrens auf eine mögliche Verschlechterung (reformatio in
peius) hin, da der Erwerbsausfall vom 16. März 2020 bis 26. April 2020 in der EL-
A.h.
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Berechnung "doppelt" berücksichtigt worden war (bei der Berechnung des Jahres
einkommens 2020 [zehn Zwölftel des Jahreseinkommens 2019] und des
Mietzinsabzugs als Gewinnungskosten [zehn Zwölftel des Mietzinsabzugs 2019] sowie
bei der Nichtanrechnung eines Einkommens aus der Tätigkeit als D._ und eines
Mietzinsabzugs in den Monaten März und April 2020, EL-act. 20). Die EL-Bezügerin
zog die Einsprache nicht zurück.
Mit einem Entscheid vom 18. Februar 2021 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache gegen die Verfügung vom 19. August 2020 ab, legte den EL-Anspruch ab
1. Januar 2020 neu fest und setzte den daraus resultierenden Rückforderungsbetrag
auf Fr. 319.-- fest (EL-act. 11). In den Ausführungen zum Sachverhalt hielt sie fest, die
Verfügung vom 10. April 2020 sei unangefochten in Rechtskraft erwachsen. In den
Erwägungen gab sie an, in der angefochtenen Verfügung vom 19. August 2020 habe
die EL-Durchführungsstelle das Erwerbseinkommen gemäss der Steuerveranlagung
2019 angepasst. Ebenso sei die Berechnung ohne das Erwerbseinkommen als C._
ab Juli 2020 vorgenommen worden. Richtig sei, dass für die Monate März und April
2020 kein Einkommen aus der Tätigkeit als D._ angerechnet und kein Mietzinsabzug
vorgenommen worden seien. Jedoch seien die Beträge für den restlichen Zeitraum des
Jahres 2020 nur für zehn (statt zwölf) Monate berechnet worden. Der EL-Bezügerin sei
deshalb zu viel Ergänzungsleistung ausbezahlt worden. Sie berechnete für die Zeit ab
1. Januar 2020 bis 31. Juli 2020 einen Rückforderungsbetrag von Fr. 319.-- (Fr. 159.--
ordentliche Ergänzungsleistungen, Fr. 160.-- ausserordentliche Ergänzungsleistungen,
vgl. die Beträge der mit der Verfügung vom 19. August 2020 zugesprochenen
ordentlichen und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen mit den jeweiligen
Beträgen in den Berechnungsblättern zum Einspracheentscheid vom 18. Februar
2021).
A.i.
Mit einer Verfügung vom 26. Februar 2021 setzte die EL-Durchführungsstelle den
Anspruch auf Ergänzungsleistung ab 1. März 2021 neu fest (EL-act. 7). Sie gab an,
aufgrund der Einsprache sei festgestellt worden, dass das Einkommen und der
Mietzins falsch angerechnet worden seien (vgl. Schreiben vom 15. Dezember 2020).
Damit nicht weiterhin zu viel Ergänzungsleistung ausgerichtet werde, würden die
Änderungen ab dem Folgemonat vorgenommen.
A.j.
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B.
Mit einem Entscheid vom 18. März 2021 ersetzte die EL-Durchführungsstelle den
Einspracheentscheid vom 18. Februar 2021 (EL-act. 5). Sie wies die Einsprache erneut
ab, legte den EL-Anspruch ab 1. Januar 2020 bis 28. Februar 2021 neu fest und setzte
den daraus resultierenden Rückforderungsbetrag auf Fr. 760.-- fest. In den
Ausführungen zum Sachverhalt gab sie an, nach dem Versand des
Einspracheentscheids vom 18. Februar 2021 sei festgestellt worden, dass unterlassen
worden sei, die Rückforderung vom August 2020 bis Februar 2021 in die Ziffer 3 des
Dispositivs aufzunehmen. Dies sei zu korrigieren. Sie berechnete für die Zeit ab
1. Januar 2020 bis 28. Februar 2021 einen Rückforderungsbetrag von Fr. 760.--
(Fr. 440.-- ordentliche Ergänzungsleistungen, Fr. 320.-- ausserordentliche
Ergänzungsleistungen, vgl. die Beträge der mit den Verfügungen vom 19. August 2020
und vom 18. Dezember 2020 zugesprochenen ordentlichen und ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen mit den jeweiligen Beträgen in den Berechnungsblättern zu den
Einspracheentscheiden vom 18. Februar 2021 und 18. März 2021).
A.k.
Die EL-Bezügerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 19. März 2021
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 18. Februar 2021 (act. G 1). Sie
beantragte sinngemäss die Überprüfung der Rechtmässigkeit der Rückforderung. Sie
führte aus, sie habe sich den Betrag der Rückforderung von Fr. 14'574.-- in der
Verfügung vom 10. April 2020 nicht erklären können, weshalb sie und später auch ihr
Sohn sich an Frau B._ gewandt hätten. Es habe sich herausgestellt, dass die
Rückforderung auf einer Einschätzung (gemeint wohl: des Einkommens aus der
selbstständigen Erwerbstätigkeit) basiert habe, sodass sie am 1. Mai 2020 eine
Einsprache erhoben und die geforderten Dokumente mit Schreiben vom 30. Mai 2020
und 19. Juli 2020 nachgereicht habe. In der "überarbeiteten" Verfügung vom
19. August 2020 mit den Anpassungen der Jahre 2019 und 2020 sei die Rückforderung
von Fr. 14'574.-- unverändert übernommen worden. Sie habe deshalb am
6. September 2020 erneut eine Einsprache erhoben. Im Einspracheentscheid vom
18. Februar 2021 sei ebenfalls nicht auf die Überprüfung eingegangen worden. Ihre
Einsprache sei ohne eine für sie nachvollziehbare Begründung abgewiesen worden. Es
gehe ihr um eine korrekte Beurteilung der Rückforderung. Sie bitte das Gericht, ihren
Fall zu prüfen. Am 7. April 2021 erhob die Beschwerdeführerin eine Beschwerde gegen
B.a.
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den Einspracheentscheid vom 18. März 2021 (act. G 3). Sie gab an, sie sei sich nicht
sicher, ob dieser Entscheid ihre Einsprache (recte: Beschwerde) auf den Entscheid vom
18. Februar 2021 ausser Kraft setze. Sie halte an den Ausführungen in der Beschwerde
vom 19. März 2021 fest. Zur Änderung gegenüber dem Einspracheentscheid vom
18. Februar 2021 habe sie keine Beanstandungen. Beim nochmaligen Durchlesen sei
ihr bei Ziffer 2 zum Sachverhalt eine Aussage aufgefallen, die ihrer Ansicht nach nicht
korrekt sei. Es sei dargelegt worden, dass die Verfügung vom 10. April 2020
unangefochten in Rechtskraft erwachsen sei. Sie und auch ihr Sohn hätten sich
telefonisch bei der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
erkundigt und eine Einsprache gegen die Verfügung eingereicht (Schreiben vom 1. Mai
2020). Sie habe darum gebeten, den Betrag neu zu berechnen, da dieser auf einer
Einschätzung beruht habe. Dies sei ihr bis jetzt verweigert worden.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Mai 2021, auf die Beschwerde sei
nicht einzutreten; eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen (act. G 5). In den
Ausführungen zum Sachverhalt hielt die Beschwerdegegnerin fest, mit Eingabe vom
1. Mai 2020 habe die Beschwerdeführerin um einen Teilerlass und Stundung der
Rückforderung des Jahres 2018 gebeten und ein Anpassungsgesuch für die Jahre
2019 und 2020 gestellt. Da die Jahre 2017 und 2018 unangefochten geblieben seien
und die Beschwerdeführerin bloss eine Anpassung aufgrund der definitiven
Steuerveranlagungszahlen verlangt habe, sei mit ihr vereinbart worden, dies als
Anpassungsgesuch zu behandeln, sobald die in Aussicht gestellten Dokumente
vorlägen (EL-act. 39-1, 37, 35-1). Die Verfügung vom 10. April 2020 sei daher in
Rechtskraft erwachsen. Zur Begründung gab sie in Bezug auf die Beschwerde gegen
den Einspracheentscheid vom 18. Februar 2021 an, der Einspracheentscheid vom
18. Februar 2021 sei durch den Einspracheentscheid vom 18. März 2021 ersetzt
worden. Mangels eines Anfechtungsobjekts sei auf die Beschwerde nicht einzutreten.
In Bezug auf die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 18. März 2021
machte sie im Wesentlichen geltend, mit der Verfügung vom 19. August 2020 sei
"grundsätzlich" die Rückforderungsverfügung vom 10. April 2020 angepasst worden.
Dies sei jedoch nicht erfolgt, indem die Verfügung vom 10. April 2020 aufgehoben
worden sei, sondern in der Form einer Anpassungsverfügung, welche eine
Nachzahlung zur Folge gehabt habe. Die Verfügung vom 10. April 2020 sei bestehen
B.b.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom
18. Februar 2021 und eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 18. März
2021 erhoben. In beiden Einspracheentscheiden hat die Beschwerdegegnerin die
Verfügung vom 19. August 2020 betreffend den EL-Anspruch ab 1. Januar 2019 bis
zum Verfügungszeitpunkt (und im Einspracheentscheid vom 18. März 2021 darüber
hinaus bis zum 28. Februar 2021) auf deren Rechtmässigkeit überprüft. Aufgrund des
engen sachlichen Zusammenhangs der beiden Beschwerden ist es gerechtfertigt,
diese in einem Verfahren zu behandeln. Dem Umstand, dass es sich um zwei
geblieben und unangefochten in Rechtskraft erwachsen, weil das Anliegen der
Beschwerdeführerin als Anpassungsgesuch behandelt worden sei (das
Teilerlassgesuch sei noch pendent). Die Beschwerdeführerin beklage eine
Intransparenz der Rückforderungssumme und rüge, dass die Rückforderung höher sei
als ihre erzielten Einnahmen. Sie lasse dabei jedoch unberücksichtigt, dass der
Hauptteil der Rückforderung durch die nicht gemeldete Mietzinsreduktion verursacht
worden sei. Da die Verfügung vom 10. April 2020 rechtskräftig sei, könne die darin
festgesetzte Rückforderung gerichtlich nicht mehr überprüft werden.
Anfechtungsgegenstand bilde der Einspracheentscheid vom 18. März 2021. Zur
Berechnung und den Umständen verweise sie auf die Ausführungen im
Einspracheentscheid und beantrage die Abweisung der Beschwerde.
Mit einer Replik vom 13. Juni 2021 machte die Beschwerdeführerin geltend (act.
G 7), die Beschwerdegegnerin wehre sich "mit Händen und Füssen" gegen eine
Überprüfung der Rückforderung von Fr. 14'574.--. Sie habe dargestellt, dass die
Rückforderung rechtskräftig sei und nicht mehr angefochten werden könne. Sollte das
Vorgehen mit der Einsprache vom 1. Mai 2020 so falsch gewesen sein, würde das
bedeuten, dass ein einfacher Bürger nur noch mit anwaltlicher Hilfe Aussicht auf Gehör
erhalte.
B.c.
Mit einer Duplik vom 13. August 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an den
Anträgen und Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest (act. G 9).
B.d.
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Beschwerden handelt, wird mit einer entsprechenden Trennung in den Erwägungen
und im Dispositiv Rechnung getragen.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat den Einspracheentscheid vom 18. Februar 2021 mit dem
Einspracheentscheid vom 18. März 2021 integral ersetzt. Das Beschwerdeverfahren
und das Rekursverfahren (vgl. E. 3) gegen den Einspracheentscheid vom 18. Februar
2021 sind damit mangels eines Anfechtungsobjekts gegenstandslos geworden. Sie
sind deshalb abzuschreiben.
3.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. März 2020 setzt sich
notwendigerweise aus zwei Entscheiden zusammen, nämlich aus einer Überprüfung
des Anspruchs auf ordentliche, bundesrechtliche Ergänzungsleistungen und auf
ausserordentliche, kantonalrechtliche Ergänzungsleistung ab 1. Januar 2019, deren
Neufestsetzung ab 1. Januar 2020 und den daraus resultierenden Nachzahlungen bzw.
Rückforderungen. Die Beschwerde vom 7. April 2021 richtet sich sowohl gegen den
Einspracheentscheid betreffend die ordentlichen Ergänzungsleistungen als auch gegen
den Einspracheentscheid betreffend die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen. Sie
ist bei genauer Betrachtung also eine Kombination aus einer Beschwerde im Sinne der
Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinten Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) betreffend die ordentlichen
Ergänzungsleistungen und aus einem kantonalrechtlichen Rekurs im Sinne der
Art. 40 ff. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP/SG, sGS 951.1)
betreffend die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen. Die gemeinsame Behandlung
im Einsprache- und im Beschwerdeverfahren hat nur verfahrensökonomische Gründe
gehabt; die beiden Streitgegenstände können dadurch nicht zu einem Streitgegenstand
"verschmolzen" sein. Den Parteien steht es deshalb frei, nur den Beschwerdeentscheid
betreffend die ordentlichen Ergänzungsleistungen beim Bundesgericht oder nur den
Rekursentscheid betreffend die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen beim
Verwaltungsgericht anzufechten. Diesem Umstand wird mit einer entsprechenden
Aufteilung des Dispositivs Rechnung getragen.
4.
Die Beschwerdegegnerin hat nach der Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens nach Art. 43 Abs. 3 ATSG mit einer Verfügung vom 19. März
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2020 die Ergänzungsleistungen per 31. März 2020 eingestellt. Nachdem die
Beschwerdeführerin im April 2020 die für die periodische Überprüfung der
Ergänzungsleistungen notwendigen Unterlagen eingereicht hat, hat die
Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 10. April 2020 erlassen, mit der sie den EL-
Anspruch rückwirkend ab 1. November 2017 neu festgesetzt hat. Dieses Vorgehen der
Beschwerdegegnerin ist korrekt gewesen, denn das Mahn- und Bedenkzeitverfahrens
hat zum Zweck, auf die versicherte Person Druck auszuüben, damit sie ihrer
Mitwirkungspflicht nachkommt und das Verfahren ordnungsgemäss weitergeführt
werden kann. Kommt sie ihrer Mitwirkungspflicht nach und reicht sie die für die
Weiterführung oder den Abschluss des Verfahrens notwendigen Unterlagen ein, ist der
Zweck erreicht, weshalb die Einstellungsverfügung (als verfahrensleitende Verfügung)
dahinfällt (vgl. Tobias Bolt, Folgen einer Mitwirkungspflichtverletzung, in: JaSo 2016,
S. 176 ff.). Die Verfügung vom 19. März 2020 ist mit dem Eingang der Unterlagen am
6. April 2020 also dahingefallen, weshalb die Beschwerdegegnerin das Verfahren zur
periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen mit dem Erlass der Verfügung
vom 10. April 2020 hat abschliessen können.
5.
Die Beschwerdegegnerin hat geltend gemacht, die Verfügung vom 10. April 2020
sei unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen; die Eingabe der
Beschwerdeführerin vom 1. Mai 2020 sei ein Anpassungsgesuch gewesen. Die
Beschwerdeführerin hat demgegenüber vorgebracht, sie habe am 1. Mai 2020 eine
Einsprache gegen die Verfügung vom 10. April 2020 erhoben. Im Folgenden ist zu
prüfen, wie die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 1. Mai 2020 zu qualifizieren ist.
5.1.
Gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG kann gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei
der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden. Laut Art. 10 Abs. 1 der Verordnung
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 930.11) müssen
Einsprachen ein Rechtsbegehren und eine Begründung enthalten. Eine schriftlich
erhobene Einsprache muss die Unterschrift der Einsprache führenden Person oder
ihres Rechtsbeistands enthalten (Abs. 4). Genügt die Einsprache den Anforderungen
nach Abs. 1 nicht oder fehlt die Unterschrift, so setzt der Versicherer eine
angemessene Frist zur Behebung der Mängel an und verbindet damit die Androhung,
dass sonst auf die Einsprache nicht eingetreten werde (Abs. 5). Eine Einsprache setzt
voraus, dass die versicherte Person eine Einsprache hat erheben wollen
(Anfechtungswille). Dieser Wille manifestiert sich insbesondere durch die Verwendung
des Begriffs Einsprache und durch die Erfüllung der Einsprachevoraussetzungen. Fehlt
es an diesen Voraussetzungen, ist – auch mit Blick auf die Eruierung des
5.2.
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Einsprachewillens – gegebenenfalls eine Nachfrist zur Verbesserung der Mängel
anzusetzen (Ueli Kieser, Kommentar ATSG, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 52
N 38).
Die Beschwerdeführerin hat das Schreiben vom 1. Mai 2020 als "Einsprache auf
Verfügung" bezeichnet. Allein schon daraus geht ihr Anfechtungswille hervor. Sie hat
das Schreiben innert der Einsprachefrist von 30 Tagen an die Beschwerdegegnerin als
verfügende Behörde adressiert und sie hat dieses unterzeichnet. Aus dem Schreiben
geht klar hervor, dass die Beschwerdeführerin mit der Verfügung vom 10. April 2020
insofern nicht einverstanden gewesen ist, als diese die EL-Anspruchsberechnung für
die Jahre 2019 und 2020 betroffen hat. Die Beschwerdeführerin hat nämlich um eine
Neuberechnung des EL-Anspruchs und um eine "Aussetzung" der Rückforderung für
diese Zeitperioden gebeten (hinsichtlich der Rückforderung betreffend den EL-
Anspruch für das Jahr 2018 hat sie hingegen um einen Teilerlass und eine
Ratenzahlung ersucht). Sie hat dies damit begründet, dass für sie schwer
nachvollziehbar sei, dass sie mehr zurückzahlen müsse, als sie erwirtschaftet habe. Sie
hat (in Absprache mit Frau B._) in Aussicht gestellt, im Mai 2020 eine Kopie der
Steuererklärung 2019 einzureichen. Offenkundig ist sie der Auffassung gewesen, das
von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte Erwerbseinkommen für die Jahre 2019
und 2020 aus der Tätigkeit als D._ sei zu hoch. Die Eingabe vom 1. Mai 2020 enthält
somit ein Rechtsbegehren und eine Begründung. Damit sind die Voraussetzungen für
das Erheben einer Einsprache erfüllt gewesen. Die Eingabe vom 1. Mai 2020 ist daher
als Einsprache zu qualifizieren. Die Beschwerdegegnerin ist zunächst offenbar
ebenfalls der Auffassung gewesen, dass die Eingabe vom 1. Mai 2020 eine Einsprache
sei, denn sie hat am 12. Mai 2020 den Eingang der Einsprache (und des Erlassgesuchs)
bestätigt. Am 30. Mai 2020 hat die Beschwerdeführerin mit einer erneut als Einsprache
bezeichneten Eingabe die Steuererklärung 2019 eingereicht. Sie hat darin auf ein
Schreiben vom 5. Mai 2020 Bezug genommen, worin vereinbart worden sei, dass sie
die Steuererklärung 2019 einreichen werde. Die Beschwerdeführerin kann damit nur
das Schreiben vom 1. Mai 2020 gemeint haben, denn sie hat in diesem Schreiben in
Aussicht gestellt, im Mai 2020 die Steuererklärung 2019 einzureichen. Aus den
weiteren Akten ergeben sich zudem keine Anhaltspunkte für die Existenz eines
Schreibens vom 5. Mai 2020. Die von der Beschwerdegegnerin vertretene Auffassung,
sie habe mit der Beschwerdeführerin vereinbart, das Begehren um Neuberechnung des
EL-Anspruchs für die Jahre 2019 und 2020 als Anpassungsgesuch zu behandeln, ist in
den Akten nicht dokumentiert (vgl. insbesondere die von der Beschwerdegegnerin
zitierten EL-act. 39-1, 37, 35-1). Deshalb muss davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdegegnerin die Einsprache der Beschwerdeführerin nachträglich und einseitig
5.3.
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in ein Anpassungsgesuch umgedeutet hat. Die Qualifikation der Eingabe vom 1. Mai
2020 als Anpassungsgesuch wäre im Übrigen gar nicht zulässig gewesen, weil bei
einem Anpassungsgesuch, das zu einer Erhöhung des Ausgabenüberschusses führt,
die Ergänzungsleistung nicht rückwirkend, sondern auf den Beginn des Monats, in dem
die Änderung gemeldet wurde, neu festgesetzt wird (Art. 25 Abs. 2 lit. b der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELV, SR 831.301). Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin mit
der Verfügung vom 19. August 2020 den EL-Anspruch aber rückwirkend ab 1. Januar
2019 neu festgesetzt (Erhöhung der Ergänzungsleistung). Ein Einspracheentscheid, mit
der die Verfügung vom 10. April 2020 auf ihre Rechtmässigkeit überprüft worden wäre,
ist bislang nicht ergangen. Die Verfügung vom 10. April 2020 ist daher – entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin – nicht in formelle Rechtskraft erwachsen. Die
Beschwerdegegnerin hat also statt einen Einspracheentscheid die Verfügung vom
19. August 2020 erlassen, mit der sie den EL-Anspruch ab 1. Januar 2019 neu
festgesetzt hat. Der Widerruf einer Verfügung und der Erlass einer Korrekturverfügung
"pendente lite", also während eines Einspracheverfahrens, ist in lückenfüllender,
analoger Anwendung von Art. 53 Abs. 3 ATSG grundsätzlich zulässig, setzt jedoch
definitionsgemäss voraus, dass die Korrekturverfügung die angefochtene, widerrufene
Verfügung integral ersetzt, denn ein teilweiser Widerruf ist nicht zulässig (vgl. Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juli 2020, EL 2018/53,
E. 1.2). Diese Voraussetzung ist nicht erfüllt gewesen, da mit der einspracheweise
angefochtenen Verfügung vom 10. April 2020 der EL-Anspruch ab 1. November 2017,
mit der Verfügung "pendente lite" vom 19. August 2020 aber der EL-Anspruch ab
1. Januar 2019 neu festgesetzt worden ist. Hätte die Verfügung vom 19. August 2020
die Verfügung vom 10. April 2020 integral ersetzt, würden für den EL-Anspruch ab
1. November 2017 bis 31. Dezember 2018 noch die ursprünglichen Verfügungen gelten
(Verfügung vom 6. Dezember 2017 betreffend EL-Anspruch ab 1. November 2017 und
Verfügung vom 18. Dezember 2017 betreffend EL-Anspruch ab 1. Januar 2018) und die
Beschwerdeführerin hätte weiterhin Anspruch auf möglicherweise zu hohe
Ergänzungsleistungen. Die Verfügung vom 19. August 2020 kann deshalb nicht als
"pendente lite" erlassene, die Verfügung vom 10. April 2020 ersetzende Verfügung
interpretiert werden, zumal die Beschwerdegegnerin ja selbst von einer
Anpassungsverfügung ausgegangen ist. Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird eine formell
rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung auf Gesuch hin erhöht, wenn sich der ihr zu
Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Da die Verfügung
vom 10. April 2020 nicht formell rechtskräftig geworden ist, haben die
Ergänzungsleistungen gar nicht mit einer Revisionsverfügung angepasst werden
können. Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung vom 19. August 2020 somit in
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6.
Die Beschwerde und der Rekurs gegen den Einspracheentscheid vom 18. März 2018
sind demnach gutzuheissen und der Einspracheentscheid ist ersatzlos aufzuheben. Die
Beschwerdegegnerin wird die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 1. Mai 2020
gegen die Verfügung vom 10. April 2020 zu behandeln haben. Eine Überprüfung der
Rechtmässigkeit der Rückforderung gemäss der Verfügung vom 10. April 2020 ist dem
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mangels Vorliegen eines anfechtbaren,
diese Verfügung betreffenden Einspracheentscheids verwehrt. Das
Versicherungsgericht weist in diesem Zusammenhang im Sinne eines obiter dictum
darauf hin, dass der EL-Anspruch ab 1. November 2017 mit einer formell
rechtskräftigen Revisionsverfügung vom 6. Dezember 2017 angepasst worden ist. Im
Rahmen der Überprüfung der Rechtmässigkeit der Verfügung vom 10. April 2020, mit
der der EL-Anspruch ab 1. November 2017 neu festgesetzt worden ist, wird daher zu
prüfen sein, ob die Verfügung vom 6. Dezember 2017 hat wiedererwägungsweise
(Art. 53 Abs. 2 ATSG) aufgehoben und mit der Verfügung vom 10. April 2020 ersetzt
werden dürfen. Im Weiteren weist das Versicherungsgericht darauf hin, dass auch zu
prüfen sein wird, ob die Neuberechnung nicht bereits ab 1. Oktober 2017 hätte
erfolgen müssen, da der Mietzins per 1. Oktober 2017 reduziert worden ist.
7.
Für das Beschwerdeverfahren betreffend die ordentlichen Ergänzungsleistungen
werden keine Gerichtskosten erhoben (vgl. Art. 61 lit. f ATSG). Auch für das
Rekursverfahren betreffend die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen werden
praxisgemäss keine Gerichtskosten erhoben (Art. 97 VRP/SG).