Decision ID: cb27af8a-577e-5aa0-a6d0-d8a9cd2068a4
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
gegen
UNIA Arbeitslosenkasse, Sektion St. Gallen, Teufenerstrasse 8, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Meldepflicht)
Sachverhalt:
A.
D._ stellte am 14. August 2006 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung und bezog in
der Folge Arbeitslosentaggelder (act. G 3.1). Am 28. Juni 2007 wurde der Versicherten
vom RAV eine stundenweise Ferienvertretung beim Coiffeur A._ ab 27. Juli 2007 bis
10. August 2007 zugewiesen (act. G 1.4). Mit Verfügung vom 29. August 2007 stellte
die UNIA Arbeitslosenkasse (Kasse) die Versicherte wegen Verletzung der Meldepflicht
ab dem 20. Juli 2007 für 25 Tage in der Bezugsberechtigung ein. Die Versicherte gebe
auf dem monatlichen Formular Juli 2007, welches sie am 20. Juli datiert und
unterzeichnet habe, an, dass sie in jenem Monat keine Erwerbstätigkeit ausgeführt
habe. Am 3. August 2007 sei die AM-Bescheinigung eingegangen, woraufhin sie
festgestellt hätte, dass die Versicherte am 20. und 27. Juli gearbeitet habe. Die
Versicherte habe die Frage nach der Erwerbstätigkeit verneint, obwohl sie bei Abgabe
des Formulars gewusst habe, dass sie eine Erwerbstätigkeit ausübe (act. G 1.2).
B.
Die Einsprache vom 3. September 2007 wies die Kasse mit Entscheid vom 5.
September 2007 ab. Bei der Kasse sei durch das RAV bislang kein Schnuppereinsatz
gemeldet oder bewilligt worden. Es liege nur die Bestätigung des
Beschäftigungsprogramms vor, aus welcher ersichtlich sei, dass die Versicherte sich
dort mit der Angabe eines Zwischenverdienstes am 20. und 27. Juli abgemeldet habe.
Es stimme auch nicht, dass sie den Verdienst im August 2007 habe deklarieren wollen.
Im August 2007 habe sie nur den 3. August deklariert, obwohl sie bereits "die
Abrechnung der Arbeitslosenkasse für den Monat Juli 2007 auf ihrem Konto gehabt"
und demzufolge gewusst habe, dass sie zuviel Arbeitslosentaggelder erhalten hatte.
Auch da habe sie sich nicht gemeldet. Ihr Verschulden sei als mittelschwer zu
beurteilen (act. G 3.9 und 3.10).
C.
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C.a Am 10. September 2007 (Postaufgabe: 12. September 2007) erhebt D._
Beschwerde und beantragt, die Einstellung in der Anspruchsberechtigung sei auf das
Minimum herabzusetzen. Das Formular "Angaben der versicherten Person" habe sie
am 20. Juli 2007 bereits früh am Morgen abgeschickt, da sie um 9.30 Uhr einen
Vorstellungstermin beim Coiffeur A._ gehabt habe. Daher habe sie die Tätigkeit vom
27. Juli 2007 nicht mehr im Formular nachführen können. Sie habe dies im Formular für
August 2007 nachholen wollen, aber dann vergessen. Anlässlich des
Vorstellungsgespräches habe auch ihre Arbeitsweise geprüft werden sollen. Da der
Leiter sich verspätet habe, sei sie von Frau B._ gebeten worden, bis zu dessen
Eintreffen ihre Kundschaft zu bedienen. Schliesslich sei sie um 11.30 Uhr entlassen
und gebeten worden, die Ferienvertretung am 27. Juli 2007 und 3. August 2007 zu
übernehmen. Anschliessend sei sie zur Arbeit im E._ (Beschäftigungsprogramm)
gefahren. Dort habe Frau C._ sie missverstanden und das Schnuppern in der AM-
Bescheinigung als Zwischenverdienst angegeben. Das Formular " Bescheinigung über
Zwischenverdienst" habe sie am 3. August erhalten. Frau B._ sei aber erst ab dem
10. August 2007 wieder erreichbar gewesen. Am 9. August 2007 sei für den Monat Juli
eine Rückforderung von Fr. 233.80 verfügt worden. Ohnehin sei ihr von der
Arbeitslosenkasse nicht der ganze Juli entschädigt worden. Sie habe daher nicht
wissen können, dass sie wegen des Zwischenverdienstes von total Fr. 100.-- zuviel
Taggeld erhalten habe (act. G1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 24. September 2007 die Abweisung der
Beschwerde. Die Versicherte habe mit keinem Wort erwähnt, dass sie bereits am 20.
Juli 2007 gearbeitet habe. Spätestens am 27. Juli 2007 hätte sich die
Beschwerdeführerin mit ihr in Verbindung setzen können, um mitzuteilen, dass sie eine
Erwerbstätigkeit ausübe. Sie habe davon erst durch das am 3. August 2007
eingegangene Formular bezüglich Beschäftigungsprogramm im Monat Juli 2007
erfahren. Am 26. Juli 2007 habe die Beschwerdeführerin das Taggeld Juli 2007 bereits
auf ihrem Bankkonto gehabt, sich aber nicht gemeldet. Mit dem Formular "Angaben
der versicherten Person August 2007" habe sie nur den Zwischenverdienst des
betreffenden Monats angegeben. Die Versicherte sei am 20. Juli 2007 für den 27. Juli
und den 3. August 2007 als Vertretung angefragt worden. Es wäre der
Beschwerdeführerin zumutbar gewesen, der Beschwerdegegnerin umgehend
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mitzuteilen, dass sie eine Arbeit aufgenommen habe, wenn auch nur im
Zwischenverdienst (act. G 3).

Erwägungen:
1.
Nach Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG ist eine versicherte Person in der
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie unwahre oder unvollständige Angaben
gemacht oder in anderer Weise die Auskunfts- oder Meldepflicht verletzt hat. Der
Einstellungstatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG ist stets erfüllt, wenn eine
versicherte Person, die der Kasse, dem RAV oder der kantonalen Behörde
einzureichenden Formulare nicht wahrheitsgetreu oder unvollständig ausfüllt. Der
Einstellungsgrund von Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG umfasst somit jede Verletzung der
Pflicht der versicherten Person zu wahrheitsgemässer und vollständiger Auskunft sowie
zur Meldung aller leistungsrelevanten Tatsachen. Die Beschwerdegegnerin wirft der
Beschwerdeführerin vor, am 20. Juli und 27. Juli 2007 einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen zu sein und dies im Formular Angaben der versicherten Person der
Beschwerdegegnerin nicht gemeldet zu haben. Wie den Akten zu entnehmen ist,
handelte es sich beim Termin vom 20. Juli 2007 um ein Vorstellungsgespräch bzw. ein
Schnuppern, weshalb hier nicht von einer nicht gemeldeten Erwerbstätigkeit
auszugehen ist (act. G 1.6, 1.7,1.4). Hingegen hat es die Beschwerdeführerin
unterlassen, den am 27. Juli 2007 ausgeübten Zwischenverdienst der
Beschwerdegegnerin zu melden. Diese Meldepflichtverletzung, welche von der
Beschwerdeführerin nicht bestritten wird, erfüllt den Einstellungstatbestand von Art. 30
Abs. 1 lit. a AVIG. Einer näheren Prüfung bedarf sodann die Dauer der Einstellung der
Beschwerdeführerin in der Anspruchsberechtigung. Die Beschwerdegegnerin hat die
Beschwerdeführerin für 25 Tage eingestellt. Die Beschwerdeführerin beantragt eine
Einstellung von max. 1 Tag.
2.
2.1 Die Dauer der Einstellung richtet sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse der versicherten
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Person. Die Einstellung dauert 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV).
2.2 Die Beschwerdegegnerin ist von einem mittelschweren Verschulden ausgegangen
und hat die Beschwerdeführerin für 25 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt.
Diese Einstellungsdauer erweist sich als zu hoch. Zum Vergleich hat das Bundesgericht
eine Einstelldauer von 15 Tagen für zulässig erachtet bei einer versicherten Person, die
den für eine einzelne Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst nicht absichtlich
verheimlicht, sondern den Personalberater darüber informiert hatte, wobei sie bereits
zuvor in der gleichen Rahmenfrist wegen einer wahrheitswidrigen Angabe auf dem
Formular "Angaben der versicherten Person" zu 10 Tagen Einstellung sanktioniert
worden war (ARV 2007, S. 210-212). Im vorliegenden Fall ist zu berücksichtigen, dass
die Beschwerdeführerin glaubhaft ausgeführt hat, der Beschwerdegegnerin ihren
Zwischenverdienst nicht absichtlich verheimlicht zu haben, zumal dies keinen Sinn
machen würde, da ihr die Stelle am 28. Juni 2007 vom RAV zugewiesen worden war
und man somit dort ebenso wie im Einsatzprogramm "E._" bereits über ihre Tätigkeit
Bescheid wusste. Ausserdem hat sie im Monat August 2007 den Zwischenverdienst
korrekt angegeben. Es handelt sich einzig um eine Meldepflichtverletzung betreffend
27. Juli 2007. Da sie das Formular bereits am 20. Juli versandt hatte, die Arbeit aber
erst am 27. Juli 2007 angefallen war, hat sie im Formular vom Juli auch keine unwahre
Angabe gemacht. Des weiteren handelt es sich um einen Zwischenverdienst von 2
Stunden, der mit Fr. 50.-- entschädigt worden ist. In Berücksichtigung all dieser
Umstände muss von einem leichten Verschulden im untersten Bereich ausgegangen
werden. Eine Sanktion von zwei Einstelltagen erscheint angemessen.
2.3 Im Sinne dieser Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die
Beschwerdeführerin für zwei Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen. Der
Wirkungsbeginn ist frühestens auf den 28. Juli 2007 festzusetzen, nachdem die
umstrittene Tätigkeit am 27. Juli 2007 ausgeführt worden ist (Art. 45 Abs. 1 lit. c AVIV).
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
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