Decision ID: 21d59ffb-0c79-4c93-9924-b8ee405b96b8
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
69
, ist
als Taxifahrer tätig
. Diese Tätigkeit übte er ab 2007 als
Selbständigerwerbender
mit der eigenen Einzelfirma
Y._
aus (vgl.
Urk.
11/3/1,
Urk.
11/44/2
,
Urk.
12/1
).
S
eit dem 1
0.
Sep
tember 2020
ist er
als Inhaber und Geschäftsführer der
Z._
GmbH im Han
dels
register des Kantons Zürich eingetragen (
Urk.
7/1
,
Urk.
12/2
).
Die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich,
Ausgleichskasse
,
erfasste die
Z._
GmbH
(rückwirkend)
ab
1.
September 2020
als beitrags
pflichtige Arbeitgeberin (
Urk.
7/4
).
A
m 25.
August 2021
(Ein
gangsdatum) meldete sich
X._
bei der Ausgleichs
kasse für den Bezug einer Erwerbs
aus
fallent
schä
di
gung
für die Monate Januar bis März 2021
gestützt auf die Ver
ordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zu
sam
menhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung Er
werbs
aus
fall) an (
Urk.
7/35,
Urk.
7/37,
Urk.
7/39
)
, nachdem er (als
Selbständigerwerbender
) bereits früher, von März bis September 2020 und im Dezember 2020, Corona-Erwerbsausfall
entschädigung bezogen hatte (
Urk.
11/49-50,
Urk.
11/55
-57,
Urk.
11/63,
Urk.
11/87)
.
Im Anmeldeformular gab er an, dass die
Z._
GmbH in der Zeitperiode vom
1.
Januar bis 31. März 2021 aufgrund der Schliessung sämtlicher Restaurants und Bars viel weniger Arbeit habe. Ausserdem würden weniger ältere Leute ins Zentrum fahren, sondern aus Angst zu Hause bleiben
(
Urk.
7/35,
Urk.
7/37,
Urk.
7/39
).
Mit Ver
fügung vom 2
8.
September 2021
wies die Ausgleichskasse den Anspruch von
X._
auf Ausrichtung einer Erwerbsausfallentschädigung für die Monate
Januar
und
März
202
1
ab (
Urk.
7/45
). Zu
r
Begründung führte sie aus, dass gemäss Kreisschreiben des Bun
desamtes für Sozialversicherungen (BSV)
über die Ent
schä
digung bei Massnah
men zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Er
werbs
ersatz (KS CE)
Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung nur für
Arbeitnehmende
bestehe, die im Jahr 2020 zwischen 10'000.-- und 90'000.-- Fran
ken Jahreseinkommen bei der Ausgleichskasse abgerechnet haben
. Er habe im Jahr 2020 jedoch kein
en
AHV-pflichtige
n
Lohn abgerechnet, weshalb die An
spruchs
voraussetzungen für den Leistungsbezug nicht erfüllt seien.
Die da
gegen von
X._
mit Eingabe vom
2
6.
Oktober
2021 erhobene Ein
sprache (Urk.
7/47
) wies die Ausgleichskas
se mit
Einspracheentscheid
vom 28. Ok
tober
2021 ab (
Urk.
7/49 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Oktober 2021 erhob
X._
am 30. No
vember 2021
Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefoch
te
nen Entscheids und die
Zusprache
einer Corona-Erwerbsaus
f
all
ent
schädigung für die Zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2021 (Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort
vom
2
1.
Januar 2022
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6
, unter
Beilage der Kassenakten [
Urk.
7/1-54
]), was
dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
4.
Januar
202
2
zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
8
).
Mit Verfügung vom
8.
März 2022 ersuchte das hie
sige Gericht die Beschwerdegegnerin um Einreichung der Akten aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers betreffend die Jahre seit 2019 (
Urk.
9), welche mit Schreiben vom
4.
April 20
22 eingereicht wurden (Urk. 10,
Urk. 11/1-110).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
185
Abs.
3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Ver
ord
nun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schwe
ren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicher
heit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl.
Art.
7d
Abs.
2
lit
. a des Regierungs- und Ver
wal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten - am 2
0.
März 2020 die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt (
Art.
11
Abs.
1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall vom 2
0.
März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grund
lagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom 2
5.
September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 17. Sep
tem
ber 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall geschaffen (
Art.
15 in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem Inkrafttreten per 1
7.
März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Er
werbs
ausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
1.2
1.2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
1.2.2
Ausschlaggebend ist hier, dass sich
der
Beschwerdeführer am
2
5.
August
2021 für die Ausrichtung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung angemeldet hat (
Urk.
7/35,
Urk.
7/37,
Urk.
7/39
) und
der
angefochtene
Einspracheentscheid
die Erwerbsausfallentschädigung für die Monate Januar
bis
März
2021
betrifft (Urk.
2). Vorliegend sind somit die vom Bundesrat am
4.
November 2020 rück
wirkend per 1
7.
September 2020 in Kraft gesetzten
Art.
2
Abs.
3
bis
und
Abs.
3
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall anwendbar, und zwar nach den in den Monaten Januar
bis März
2021 gültig gewesenen Vorschriften. Soweit nicht anders vermerkt, werden sie nachfolgend in dieser Fassung zitiert.
1.3
1.3.1
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind
Selb
stän
dig
erwerbende
im Sinne von
Art.
12
des Bundesgesetzes über den Allge
mei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
und Pe
rsonen nach
Art.
31 Abs. 3
lit
.
b und
lit
. c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versiche
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG
;
d.h. Personen in arbeitgeber
ähn
li
cher Stellung sowie ihre mitarbeitenden Ehe
gatten bzw. die Ehegatten des Arbeit
ge
bers
), welche im Sinne des Bundes
gesetzes über die Alters- und
Hinterlassen
en
versicherung
(AHVG) obligatorisch versichert sind, anspruchsberechtigt, wenn:
a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b. sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c. sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens
Fr.
10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinnge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraus
setzung proportional zu deren Dauer.
1.3.2
Die Erwerbstätigkeit gilt als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 40 Prozent (in der
vorliegend anwendbaren vom
19.
Dezember 2020 bis 3
1.
März 2021 gü
ltig gewesenen Fassung; von 17.
Sep
tember bis 1
8.
Dezember 2020 waren es 55 Prozent und ab
1.
April 2021 sind es 30 Prozent) im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015-2019 vorliegt. Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen haben, müssen nach
weisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 40 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindestens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen (
Art.
2
Abs.
3
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall).
1.4
1.4.1
Das Kreisschreiben über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE), gültig ab 1
7.
September 2020, in der ab 2
9.
Januar 2021 geltenden Fassung, sieht (unter «Anspruch infolge er
heb
licher Einschränkung der Erwerbstätigkeit») in Randziffer (
Rz
) 1041.5a vor, dass im Falle einer Änderung der Rechtsform (Änderung von Einzelunternehmen, Per
so
nen
gesellschaften oder juristischen Personen) für die Prüfung der Umsatz
ein
busse, des Anspruchs und für die Berechnung des Anspruchs einzig auf die neue Rechtsform abgestellt wird. Die Randziffern 1041.5 und 1041.6 sind sinngemäss anwendbar.
1.4.2
Gemäss
Rz
1041.6 in der ab
4.
November 2020 geltenden Fassung des KS CE ist die E
inkommensgrenze von
Fr.
10'000.--
entsprechend herabzusetzen respektive das Einkommen auf ein ganzes Jahr hochzurechnen, sofern die Erwerbstätigkeit vor weniger als einem Jahr, nach 2019 aufgenommen, wurde, wobei auf
Rz
1067 verwiesen wird. Diese Randziffer sieht zur Berechnung des durchschnittlichen Jahreseinkommens vor, dass bei Einkommen, die in weniger als einem Jahr er
wirt
schaftet wurden, die Umrechnung des Einkommens auf den Tag entsprechend dieser Erwerbsdauer zu erfolgen hat, und verweist auf BGE 133 V 43
1.
Diese Erwerbsdauer muss belegt werden (bspw. Status als selbständig Erwerbende, Beleg aus der Buchhaltung).
1.4.3
Bei Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung wird gemäss
Rz
1069.1 KS CE (in der ab
4.
November 2020 geltenden Fassung) für die Ermittlung des massgeben
den durchschnittlichen Einkommens (vor Beginn des ersten Entschädigungsan
spruchs) auf das für das Jahr 2019 deklarierte AHV-pflichtige Einkommen ab
ge
stellt. Wurde das Einkommen in weniger als einem Jahr erzielt, so gilt
Rz
1067 KS CE sinngemäss. Wurde die Erwerbstätigkeit im Jahr 2020 aufgenommen, so wird für die Bemessung der Entschädigung auf das durchschnittliche Einkommen
des Jahres 2020 gemäss den Lohnabrechnungen abgestützt, bei einer Aufnahme der Erwerbstätigkeit im Jahr 2021 auf das Jahr 202
1.
Wurde das Einkommen in weniger als einem Jahr erzielt, so gilt
Rz
1067 KS CE sinngemäss (
Rz
1069.2 KS CE).
Bei
Selbständigerwerbenden
bildet grundsätzlich das Erwerbseinkommen, wel
ches im Jahr 2019 erzielt wurde, Grundlage für die Bemessung der Entschä
di
gung. Als Basis ist das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Beitragsrechnungen für das Jahr 2019 (
Akontorechnungen
) herangezogen wurde (
Rz
1065 KS CE).
1.5
Verwaltungsweisungen, wie etwa Wegleitungen oder Kreisschreiben, richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwend
baren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestre
ben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwen
dung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 146 V 224 E. 4.4.2, 141 V 365 E. 2.4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf Corona-Erwerbsausfall
ent
schädigung mit der Begründung,
dass das vom Beschwerdeführer im Zeitpunkt der ersten Anmeldung für das Jahr 2020 deklarierte Einkommen Fr. 0.-- betragen habe. Eine nachträgliche Änderung der Lohndeklaration bewirke keine Anpas
sung in der Entschädigung
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber machte
der
Beschwerdeführer in
seiner
Beschwerde vom
30. No
vem
ber
2021 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
er habe in all seinen Jahren der Selbständigkeit immer ein Einkommen von mehr als Fr. 10'000.-- pro Jahr abge
rechnet und verdiene als Inhaber und Geschäftsführer der
Z._
GmbH
seit Januar 2021 monatlich Fr. 6'000.--, womit auch die Ein
kommens
grenze von Fr. 90'000.-- nicht überschritten werde.
Gemäss dem Wort
laut des Kreisschreibens sei der Lohn für das Jahr 2021 als Basis für die Ent
schä
digung heranzuziehen. Aufgrund des Umsatzausfalls für die Monate Januar bis März 2021 bestehe ein Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfall
entschädigung.
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob
der
Beschwerdeführer die Einkommens
grenze von
Fr.
10'000.-- gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
lit
. c der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall erreicht hat.
3.2
3.2.1
Gestützt auf die
Steuermeldungen (Urk. 11/20, Urk. 11/100) setzte d
ie Beschwer
degegnerin die
definitiven
Beiträge des Be
schwer
deführers
für die Jahre 2017 und 2018 aufgrund der in diesen Jahren erzielten Einkommen a
us selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 33'303.-- im Jahr 2017 resp. Fr. 60'022.-- im Jahr 2018
und eines im Betrieb investierten Eigen
kapitals von jeweils Fr. 0.-- auf Fr. 2'769.65 (2017) resp. Fr. 7'429.10 (2018; ein
schliesslich der Verwaltungskos
ten) fest (Urk. 11/22, Urk. 11/101).
Bezüglich der selbständige
n Erwerbstätigkeit
in den Jahren 2019 und 2020 liegen
no
ch keine definitiven Beitragsverfügungen vor.
Die
Akontobeiträge
des Beschwerdeführers für das Jahr 2019 setzte die Beschwer
degegnerin
am 2
8.
Januar 2019
auf Basis der Vorjahresperiode gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von
Fr.
73'400.-- fest (
Urk.
11/3), die
Akontobei
träge
für das Jahr 20
20
am 2
9.
Januar 2020
gestützt auf ein beitragspflichtiges
Einkommen von
Fr.
73'700.--
(
Urk.
11/38). Die quartalsweise in Rechnung gestellten
Akontobeiträge
begli
ch der Beschwerdeführer jeweils
(
Urk.
11/46,
Urk.
11/67,
Urk.
11/72
).
3.2.2
Bereits die Einzelfirma
Y._
beschäftigte Arbeitnehmer
(vgl. dazu die Lohndeklarationen 2018 und 2019;
Urk.
11/2,
Urk.
11/3
7
). Die Erhebung der
Akontobeiträ
ge
erfolgte für die Arbeitnehmer
und den Beschwer
deführer als
Selbständigerwerbender
separat (vgl. etwa
Urk.
11/8,
Urk.
11/9,
Urk.
11/40,
Urk.
11/41).
Dies wurde auch nach der Gründung der
Z._
GmbH am 1
0.
September 2020 (
Urk.
12/2
)
respektive nach ihrer
rück
wirkenden
Anmeldun
g bei der Beschwerdegegnerin per
1.
September 2020
(
Urk.
7/3) so gehandhabt.
Im
Formular «AHV-Beitrag
s
pflicht: Fragebogen für juris
tische Personen»
gab die
Z._
GmbH
vom 2
0.
September 2020
an, dass sie
ab Oktober 2020 AHV-
pflichtige Löhne in der Höhe von
total
Fr.
10'000.-- (monatlich) ausrichten werde (
Urk.
7/3/1). Gestützt darauf erhob die Beschwe
rdegegnerin
von der
Z._
GmbH
in der Folge
Akonto
beiträge
für das
4.
Quartal 2020 und das
1.
Quartal 2021
(
Urk.
7/5,
Urk.
7/9).
Gleichzeitig erhob sie vom Be
schwerdeführer als
Selbständig
erwerbender
Akonto
beiträge
für die nämlichen Quartale
, welche er bezahlte
(
Urk.
11/67,
Urk.
11/72,
Urk.
11/78
vgl
. a
uch
Urk.
11/81
).
Mit
ausgefüllter
Lohndeklaration 2020
vom
4.
M
ärz 2021 informierte
die
Z._
GmbH
die
Beschwer
d
egegnerin
, d
ass sie zwei Mit
a
rbeitenden - der Ehefrau des Be
schwer
deführers sowie einem Dritten - im
4.
Quartal des B
eitragsjahrs 2020 Löhne von ins
gesamt
Fr.
8'045.30 ausgerichtet
habe. Die voraussichtliche Lohn
summe
für das Jahr 2021 bezifferte sie
mit
Fr.
1
00'000.-- (
Urk.
7/10/2). Dement
sprechend passte die Besch
werde
gegnerin die
Akontobeiträge
für das Jahr 2021 an (vgl.
Urk.
7/28,
Urk.
7/43,
Urk.
7/52).
Der Beschwerdeführer seinerseits teilte der Beschwerdegegnerin am 1
0.
März 2021 mit, dass er sich per
1.
Januar 2021 als
Selbständigerwerbender
abmelde. Er sei bei der
Z._
GmbH angestellt
(
Urk.
11/81). Die Beschwerdegegnerin bestätigte in der Folge die Abmeldung als
Selbständigerwerbender
per 3
1.
Dezember 2020
(
Urk.
11/83).
3.2.3
Aus den Akten ergibt sich mithin, dass d
er Beschwerdeführer
in der vorliegend interessierenden Zeitspanne stets
die
Akontobeiträge
(die sich an der letzten definitiven Beitragsverfügung orientierten)
geleistet hatte
: im Jahr 2019 gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von
Fr.
73'400.--, im Jahr 2020 gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von
Fr.
73'700.-- und im
1.
Quartal des Jahres 2021 ebenso. Es bestehen keine Anzeichen für ein rechtsmissbräuchliches Verhalten des Beschwerdeführers
. Andernfalls hätte es an der Beschwerdege
gne
rin
gelegen, den Beschwerdeführer aufzufordern, die Lohnbezüge genauer zu plausibilisieren (vgl. BGE 147 V 278 E. 5.3.2). Soweit die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
ausführt, der Beschwerdeführer habe für das Jahr 2020 ein Einkommen von
Fr.
0.-- deklariert (
Urk.
2), übersieht sie, dass sie in dieser Zeit sein
Einkommen
aus selbständiger Erwerbstätigkeit
verabgabte
. Es ist also nicht so, dass der Beschwerdeführer nach der Gründung der
Z._
GmbH am 1
0.
September 2020 bis zum 3
1.
Dezember 2020 kein Ein
kommen mehr generiert hätte.
Zwar war er in der Lohndeklaration 2020 der
Z._
GmbH vom
4.
Januar 2021 (
Urk.
11/79) nicht aufgeführt, was jedoch darauf zurückzuführen war, dass auf seinem Einkommen separat Beiträge erhoben wurden.
Dass der Beschwerdeführer nach der Gründung der
Z._
GmbH die
Akontobeiträge
zunächst (weiterhin) als
Selbständigerwerbender
bezahlte und erst
am
1
0.
M
ärz 2021
darum ersuchte, die auf seinem Lohn zu
leistenden
Akonto
beiträge
rückwirkend per
1.
Januar 20
21 über die
Z._
GmbH
abzurechnen, kann
angesichts der ausgewiesenen Einkommenserzielung
nicht zum Verlust des Anspruchs auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung füh
ren
.
Massgebend
für die Anspruchsprüfung sind die Verhältnisse
nach Gründung der
Z._
GmbH
im Jahr 2020
(vgl
. 1.4 hiervor).
F
ür die Ermitt
lung des massgeblichen Einkommens
sind mangels V
orliegen einer einschlägigen
definitiven Beitragsverfügung die
Akontorechnungen
heranzuziehen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_442/20
21 vom 1
7.
März 2022 E. 6.2.3). Dieses
beträgt mithin
hochgerechnet auf das Jahr
Fr.
73'700.--.
Damit ist die Einkom
mensgrenze gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
lit
. c der Covid-19-Verordnung Erwerbsaus
fall erreicht. Daher hätte die Beschwerdegegnerin auch die übrigen Anspruchs
voraussetzungen prüfen müssen.
3.3
Demnach ist die Beschwerde betreffend Corona-Erwerbsausfallentschädigung für die Monate Januar bis März 2021 in dem S
inne gutzuheissen, dass der
Ein
sprache
entscheid
vom 2
8.
Oktober 2021 auf
gehoben und die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Sie
hat den Anspruch des Beschwer
de
führers auf Corona-Erwerbsausfallentschädigung für die Monate Januar bis März 2021 im Sinne der Erwägungen zu prüfen und darüber neu zu entscheiden.