Decision ID: 53de88a4-df20-4a11-b819-f97fe78693df
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom 5. Oktober 2018 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
X._
, geboren 1969, eine mit Wirkung
von
Oktober 2016 bis Januar 2017 befristete halbe und mit Wirkung
von
Februar bis April 2017 befristet
e
Viertel
s
rente
zu (Urk. 2 = Urk. 8/74).
2.
Am 2. November 2018 erhob die Versicherte gegen die Verfügung vom 5. Oktober 2018 (Urk. 2) Beschwerde und beantragte deren Aufhebung und die
Zusprache
der gesetzlichen Leistungen, insbesondere unbefristet
e
Rentenleistungen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2018 ersuchte die IV-Stelle um teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache zu ergänzen
den Abklärungen (Urk. 7). Damit erklärte sich die Beschwerdeführerin mit
Replik
vom 21. Januar 2019 einverstanden (Urk. 10).
Die Beschwerdegegnerin verzich
tete am 18. Februar 2019 auf Duplik (Urk. 12)
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend (Urk. 1), die Beschwer
degegnerin sei fälschlicherweise davon ausgegangen, sie habe ihr Arbeitspensum freiwillig auf 80 % reduziert. Sie habe ihre Erwerbsarbeit in einem Pensum von 80 % ausgeübt, weil sie
Aus- und
Weiterbildungen
absolviert habe, dies keines
wegs freiwillig, sondern weil dies von der Arbeitgeberin verlangt worden sei. Deshalb sei sie als zu 100 % erwerbstätig zu qualifizieren (Ziff. 2.1 S. 3 f.). Sollte dennoch von einem Erwerbsbereich von 80 % ausgegangen werden, seien die verbleibenden 20 % als Aufgabenbereich
und die Einschränkungen im Haushalt zu berücksichtigen (Ziff. 3 S. 4 f.)
und
der Invaliditätsgrad mittels neuer Berech
nungsmethode zu berechnen (Ziff. 5 S. 6)
. Es sei korrekt, dass sich die Beschwer
degegnerin auf die medizinischen Berichte der behandelnden Ärzte
gestützt habe, allerdings sei der Bericht des Hausarztes fehlinterpretiert worden. Es bestehe auch nach dem 1. Februar 2017 weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 7 S. 7 f.).
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte aus
(Urk. 7)
,
bezüglich Qualifikation halte sie an ihrem Entscheid fest. Die per 1. Januar 2018 eingeführte Regelung für die An
wendung der gemischten Methode betreffe Teilerwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabengebiet betätigten, und nicht - wie vorliegend - für teilerwerbstätige Personen, die zugunsten ihrer Freizeit und somit freiwillig auf eine Vollzeiter
werbstätigkeit verzichtet hätten (S. 2). Es sei
jedoch
nicht nachvollziehbar, dass aus dem Bericht des Hausarztes auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit geschlossen worden sei
,
und es sei somit unklar, ob die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt sei oder nicht (S. 1).
Daher sei die Sache zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen und die Be
schwerde in diesem Sinne teilweise gutzuheissen.
2.3
Nachdem sich die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklärungen einverstanden erklärt hat (Urk. 10)
und dies
mit der Akten-
und Rechtslage im Einklang steht
, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 5. Oktober 2018 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und zu neuem Entscheid zurückzuweisen
ist
.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig
. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und auf Fr. 300.-- anzusetzen. E
ntsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat
,
die
ohne Rücksicht auf den Streitwert, nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin machte einen Aufwand von 12.3
Stunden und Barauslagen von Fr. 110.70 geltend (Urk. 10 S.
3
), was ange
messen erscheint. Beim praxisgemässen Stundensatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer,
MWSt
) ist die Prozessentschädigung auf Fr. 3'0
34
.-- (inklusive Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.