Decision ID: 6e61e22a-b7de-493a-808c-abba13ea165b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974
,
ist
studierter Diplom-Informatiker
. Er schloss im Jahr 2006
ein Doktora
t
sstudium
an
der
Y._
zum Dr.
Sc
Techn
ab
und arbeitete a
b
1.
September
2007
als
Principal
Consultant
bei der
Z._
(
Urk. 7/7 S. 5
,
Urk. 7/
47/1-8 S. 1 f.)
.
Auf
den 1. November 2014
hin
reduzierte er sein Arbeits
pensum auf 80 % (Urk. 3/7).
Im
Februar
2017 begab sich der Versicherte wegen starker Kopfschmerzen in die Behandlung beim
Z
e
ntrum
A._
. Aufgrund eines
Burnout-
Symptoms
wurde er von deren Ärzte für einen stationä
ren Aufenthalt
in die
Klinik
B._
überwie
sen, wo er v
om 12.
April bis 19. Juni 2017 hospitalisiert war
(Urk. 3/4, Urk. 7/3/1-5)
.
D
em
Versicherten wurde
ab
28. März 2017
von den behandelnden
Fachpersonen
zuerst
eine
100%
ige
und
in der Folge
durchgehend
eine teilweise Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(vgl. Urk. 7/
1/1-8,
Urk. 7/22, Urk. 7/34, Urk. 7/43)
.
Unter
Hinweis auf eine
chronische Depression, eine Migräne und ein Asperger-Syndrom
meldete sich der Versicherte
bei
der Invalidenversicherung
am
15.
September
201
7
(Urk. 7/2)
zuerst für eine Früherfassung und
am
18
.
Oktober
2017
(Urk. 7/7)
zum Leistungsbezug an.
Di
e Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte die medizinische
sowie
erwerbliche Situation ab und zog die Akten
der
Krankentaggeldversiche
r
ung
(Urk. 7/
1
5,
Urk. 7/
17
, Urk. 7/
2
7
)
und der beruflichen Vorsorge-Stiftung (Urk. 7/46) bei
.
Erstere
enthielten
ein
Gutachten von
Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FM
H, vom 31. Mai 2018 (Urk. 7/27/2
-25)
. Am
23
.
August 2018
(Urk. 7/
25
) teilte die IV
Stelle dem Versicherten mit,
die
Arbeits
platzerhaltung werde abgeschlossen.
Ab
dem 1. Januar 2019 arbeitet
e
der Versicherte bei der
Z._
neu
40 %
als Unternehmensarchitekt im Rang eines Sachbearbeiters (Urk. 7/38/1
-2
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/
40
, Urk. 7/
44
) verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
18. April 2019 (Urk.
2
)
einen
Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
Der Versicherte erhob am
27
.
Mai
2019 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Verfügung vom
18
.
April
201
9
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwer
degegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen
nach IVG
auszurich
ten.
Zudem sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3
.
Juli
2019
(Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom
4
.
Juli
201
9
(Urk. 8) wurde dies dem Beschwerdeführer
zur Kenntnis gebracht
und mitgeteilt, dass das Gericht die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels als nicht erforderlich erachte.
Am
20
.
Januar 2020
(Urk. 1
0
) reichte die
Beschwerde
gegnerin ein Schreiben des Beschwerdeführers vom 13. Januar 2020
(Urk. 1
1
)
ein
, in welchem
dieser
angab,
seit
1.
Januar 2020
nur noch 50 % arbeitsunfähig zu sein und dementsprechend zu 50 % zu arbeiten
. Die Eingabe wurde
dem
Beschwerde
führer
mit Schreiben vom 21. Januar 2020
(Urk. 1
2
) zur Kenntnis zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
] Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben
eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversi
cherungs
prozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von A
mtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Ge
richt bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweis
wür
digung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere
Beweis
massnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Ver
zicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.
mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen
noch neue
wesentliche
Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_
662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer
rentenabweisenden
Verfügung vom
18
.
April
2019
(Urk. 2) aus,
während der
ganzen
Eingliederungsphase habe der Beschwerdeführer ausdrücklich den Kontakt mit seinem Arbeitgeber gegenüber der Invalidenversicherung verneint und weitere Möglichkeiten
(Arbeitsvermitt
lung in einer andere
n
Tätigkeit)
abgelehnt
.
Prognostisch
wäre
eine höhere Arbeitsfähigkeit
in
einer angepassten Tätigkeit möglich gewesen, jedoch seien
von ihm
die beruflichen Massnahmen nicht optimal genutzt worden
. Es sei
des
halb
anzunehmen, dass bereits Anfang 2018 von einem rentenausschliessenden Einkommen ausgegangen werden könne. Da der Beschwerdeführer die Eingliede
rungsmassnahmen nicht optimal genutzt habe, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Aus medizinischer Sicht sei eine angepasste Tätigkeit zu 80 % zumutbar. Dabei könn
t
e ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielt werden. Da der Beschwerdeführer die Möglichkeit auf eine seinen gesundheitli
chen Einschränkungen besser liegende Tätigkeit abgelehnt und an der bisherigen Tätigkeit festgehalten habe, hätten die beruflichen Massnahmen abge
b
rochen werden müssen (S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom
27
.
Mai 2019
(Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt,
der regionale ärztliche Dienst (RAD) habe sich nur ungenügend mit den medizinischen Akten auseinandergesetzt
.
Es sei daher auf die Berichte der behandelnden Ärzte abzustellen oder die Sache zur weiteren Abklärung (Gutachten) zurückzuweisen
(S. 9-15 Ziff. 23-35)
. Zudem
habe
die Beschwerdegegnerin
den Sachverhalt fehlerhaft wiedergegeben
. Entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin habe er die ihm angebotenen beruflichen Massnahmen wahrgenommen
(
S. 15-18 Ziff. 36-42).
Zudem bestehe eine opti
male berufliche Eingliederung mit der 40%-Stelle bei seinem bisherigen Arbeit
geber
. Eine Weigerung zu weiteren beruflichen Massnahmen ergebe sich aus den Akten nicht
(S. 18 Ziff. 43).
D
ie Beschwerdegegnerin
habe
keine Berechnung des Invaliditätsgrades vorgenommen, sondern willkürlich behauptet, er könne ein rentenausschliessendes Einkommen generieren (S
. 18 f. Ziff. 44-46).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
einerseits, ob die Beschwerdegegnerin
-
mit Verweis auf das ihrer Meinung nach ungenügende Wahrnehmen von Eingliederungsmassnah
men
-
zu Recht den Rentenanspruch
ablehnte
und andererseits,
ob der Sachver
halt
genügend abgeklärt worden ist
und
somit
ein Entscheid über den Rentenan
spruch ergehen konnte
und bejahendenfalls, ob ein Rentenanspruch besteht
.
3.
3.1
Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurologie FMH,
und Assistenzarzt
dipl.
Arzt
E._
vom
Z
entrum
A._
, wo
der Beschwerdeführer
wegen seiner Kopfschmerzen
ab dem 27. Februar 2017 in Behandlung stand, nannten in ihrem Bericht vom gleichen Tag (Urk. 3/4/2-4)
als
Kopfweh-
Diagnosen
eine
Migräne
ohne
und eine
mit Aura
sowie episodisches Spannungskopfweh
(
S. 1
)
.
In ihrem Bericht über eine Nachkontrolle am 27. März 2017 (Urk. 3/4/
7
-
8
)
hielten sie fest
,
es
sei von einem Burnout-Symptom auszugehen. Die Kopfschmerzen stünden momentan überhaupt nicht im Vordergrund, da sie mit der Akutmedikation gut unter Kontrolle gehalten würden (S. 1 unten
)
.
Dies bestätigten sie mit Bericht
vom 10. April 2017 (Urk. 3/4/
9
) und
überwiesen den Beschwerdeführer
zur
Reha in die
Klinik
B._
(vgl. E. 3.2).
Sie
attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
28.
März bis zum 2.
Mai 2017 (Urk. 7/1/1-2).
3.
2
Oberärztin
Dr. med. et Dr. sc. nat.
F._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
die leitende Psychologin
Dr. phil.
G._
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, und
MSc
H._
, klinische Psychologin, von der
Klinik
B._
, wo der Beschwerdeführer
auf freiwilligen Eintritt
hin
vom 12. April bis 19. Juni 2017
stationär behandelt wurde
, stellten in ihrem Aus
trittsbericht vom
27
. Juni 2017 (Urk. 7/3/1-5
; vgl.
auch
Urk. 7/15/8-10
) folgende psychiatrische
Diagnosen (S. 1):
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73)
-
Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5)
Daneben stellten
sie
als somatische Diagnose unter anderem Migräne ohne Aura (S. 1).
Während des Aufenthalts sowie bis zum 10. Juli 2017 sei der Beschwerde
führer zu 100 % arbeitsunfähig (S. 5
; vgl. auch Urk. 7/1/3-5
)
.
3.
3
Am 27. Oktober 2017 (Urk. 7/15/6-7;
vgl. auch den Bericht
vom 11. Januar 2018 [Urk. 7/17/2-3
]
) berichtete
Psychologin
Dr. phil.
I._
,
bei welcher der Beschwer
deführer seit 26. Juni 2017 in Behandlung stand (Urk. 7/22 Ziff. 1.1),
die Symp
tome und die Arbeitsfähigkeit hätten sich leicht gebessert. Der Beschwerdeführer sei aktuell zu 40 % arbeitsfähig. Sie rechne in den nächsten Monaten mit einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit, wobei eine genaue Prognose über
konkrete Daten und U
mfang nicht gegeben werden könn
e. Voraussichtlich in 10-20 %-Schritten alle 1-2 Monate (S. 1).
Mit undatiertem Bericht b
ei
letzter Kontrolle am 23. April 2018
(Urk. 7/22
)
führte Dr. phil.
I._
aus,
a
ls Informatiker sei
der Beschwerdeführer
vom 11. Juli bis 9. August 2017 zu 75 %, vom 10. August bis 2
7. Oktober 2017 zu 50 %, vom 1.
bis 30. November
2017
zu 40 % und vom 1.
Dezember 2017 bis 30. Ap
ril 2018 zu 50 % arbeitsunfähig
(Ziff. 1.3). Wie viele Stunden pro Tag dem Beschwerde
führer eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei, könne sie leider nicht beantworten. Sollte es eine für den Beschwerdeführer stressfreie Stelle geben, könne die Arbeitsfähigkeit deutlich erhöht werden (Ziff. 4.2).
3.
4
Dr.
C._
führte
in seinem von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen
psychiatrischen
Gutachten vom 31. Mai 2018 (Urk. 7/27/3-25) aus,
in der bisherigen Tätigkeit als Senior Consultant sei zum aktuellen Zeitpunkt von einer
10%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Der Beschwerdeführer
habe angege
ben, mit Hilfe der Firma und des Job
C
oaches versucht zu haben, innerhalb der bestehenden Arbeitstätigkeit Nischentätigkeiten für sich selber zu ermöglichen. Innerhalb einer solchen Tätigkeit sei zurzeit eine 50%ige Arbeitstätigkeit
(wohl Arbeitsfähigkeit)
von 80 % anzunehmen (S. 11). Bei adäquater Therapie sei eine angepasste Tätigkeit mit einem gewissen Anteil der bisherigen Tätigkeit und einem hohen Anteil an nicht interaktionellen Tätigkeiten möglich. Eine regelmäs
sige Arbeitstätigkeit mit regelmässigen Arbeitszeiten, klaren Strukturen und auch einer klar geregelten Freizeit und Distanz zur Arbeitstätigkeit sowie eine rein technische Aufgabe ohne interaktionelle Anforderungen könne innerhalb der nächsten sechs Monate möglicherweise bis zu 80 % ausgedehnt werden. Bei fehlender Arbeitsfähigkeit von 80 % in sechs Monaten soll
t
e eine erneute Begut
achtung durchgeführt werden (S. 12).
Ob eine volle
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit für den Beschwerdeführer erreichbar sei, bleibe abzuwarten
(S. 15).
3.
5
In einem internen Formular der Beschwerdegegnerin
über Art. 18 IVG / AV [Arbeitsvermittlung]
vom 5. Juni 2018 (Urk. 7/24), welches
vom
Berufsberater
J._
und
von der
Eingliederungsberat
er
in
K._
(vgl.
Urk.
7/29 S. 5)
am 2. Mai 2018 sowie
vom
RAD am 8. Mai 2018 visiert wurde
, wurde festgehalten, die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei noch teilweise möglich und die angepasste
- noch näher beschriebene -
Tätigkeit sei
in einem höheren Masse möglich.
Mit Mail vom 9. Mai 2018 (Urk. 7/29 S. 9) hielt
L._
vom RAD fest,
er habe
das Dossier
bearbeitet und ein Belastungs
profil erstellt. Es reflektiere die depressive Symptomatik und ein allfälliges Asperger
-S
yndrom. Die psychosozia
len Faktoren
und/oder eine Konfliktthematik am Arbeitsplatz könne er leider nicht beurteilen. Hierzu gebe auch der neue Bericht von Dr.
phil.
I._
leider
keine
näh
e
ren Infos.
3.
6
Am 11. Oktober 2018 (Urk. 7/34) berichtete Dr. phil.
I._
, der Gesundheitszu
stand sei stationär (Ziff. 1.1). Die bisherige Tätigkeit sei maximal zu 30-40 % zumutbar. Bei einer angepassten Tätigkeit könne eine Erhöhung der Arbeitsfä
higkeit angenommen werden. Wie hoch das Pensum
sein
könne, müsse unter den Umständen getestet werden (Ziff. 2.1).
Am Arbeitsplatz bestehende Faktoren, wel
che die Krankheit aufrecht
erhielten
,
seien die wenige Konstanz der Arbeitsaus
lastung, mehrere zum Teil wechselnde Ansprechpartner und Vorgesetzte, die zum Te
il erforderliche Reisetätigkeit und
das sehr schnelle Entscheidungstempo (Ziff. 4.4).
3.
7
In ihrer auf die Akten gestützten Stellungnahme vom 14. November 2018 (Urk. 7/39 S. 4 f.)
nannte
Dr. med.
M._
, F
achärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
folgende Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Mittelgradige Depression (
ICD-10
F32.1
;
B._
27
.
Juni 20
17)
-
Asperger
Syndrom (ICD-10 F84.5; Erstdiagnose
B._
27. Juni 2017 /
Asperger
-Symptomatik (Dr.
C._
31. Mai 2018), seit Kindheit
Daneben nannte Dr.
M._
unter anderem
als Diagnose ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine Migräne (ICD-10 G
43.0;
B._
27. Juni 2017)
seit Kindheit
.
Sie
führte aus, Tätigkeiten ohne Zeit- und Leistungs
druck, wenige konstante Ansprechpartner, ruhige Umgebung, hohe Planbarkeit, wenig oder keine Reisetätigkeit seien in einer wohlwollenden Arbeitsatmosphäre zumutbar. In der bisherigen Tätigkeit als
Principal
Consultant IT
hätten vom 28. März bis 10. Juni 2017 eine 100%ige, vom 11. Juli bis 9. August 2017 eine 75%ige, vom 10. August bis 27. Oktober 2017 eine 50%ige, vom 1
. b
is 30. November 2017 eine 40%ige, vom 1. Dezember 2017 bis 30. April 2018 eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden
und seit dem 1. Mai 2018 bestehe
auf Dauer
eine 60%ige. An einem gut angepassten Arbeitsplatz sei ausgehend von einem 40 %-Pensum innerhalb der nächsten Monate ein Arbeitspensum von 80 % mög
lich (S. 4).
Weiter
hielt
Dr.
M._
fest,
der
Beschwerdeführer sei an einer depressiven Episode erkrankt, die durch Überlastung am Arbeitsplatz ausgelöst worden sei. Durch den nicht optimal angepassten Arbeitsplatz und eine
Asperger
-Symptoma
tik habe sich die Leistungsfähigkeit seit Erkrankungsbeginn nich
t wesentlich
bessern
können. Der
Beschwerdeführer sei
compliant
. Die vorliegenden Unterla
gen seien weitgehend konsistent (S. 5).
3.
8
In einer internen Notiz hielt die Beschwerdegegnerin am 17. Dezember 2018 (
vgl. Feststellungsblatt vom 3. Januar 2019 [
Urk. 7/39 S. 5 unten
]
) fest, gemäss der RAD-
Stellungnahme vom 8. Mai
2018 (E. 3.
5
) sei
eine höhere Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit möglich gewesen. Auch der
Eingliederungsberat
er
sei
der Meinung gewesen, berufliche Massnahmen hätten durchgeführt und
so die Arbeitsfähigkeit
gesteigert werden können. Da der Beschwerdeführer jedoch berufliche Massnahmen abgelehnt habe und keinen Kontakt mit dem Arbeitgeber
gewollte habe
,
hätten
sie keine beruflichen Massnahmen
durchführen können
. Der RAD habe eine Arbeitsfähigkeit angepasst von 80 % nach sechs Monaten bereits zu Beginn prognostiziert und so
wären
berufliche Massnahmen vom Beschwerdeführer optimal genutzt worden. Es hätte bereits Anfang 2018 wohl von einem rentenausschliessenden Einkommen ausgegangen werden können. Aufgrund des Bildungsstandes und der Berufserfahrung sei sicherlich nicht auf d
ie
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE)
für Hilfsarbeiter abzustützen, sondern auf eine Tätigkeit ent
sprechend
dem
Niveau des Beschwerdeführers. Hier
sei
abzuweisen mit Einglie
derung vor Rente, da der
Beschwerdeführer
dies ab
gelehnt habe
und diese
nicht durchführbar
gewesen seien
.
3.
9
Dr. med.
N._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, und Dr. phil.
I._
nannten in ihrem Bericht vom 10. Januar 2018 (
richtig: 10. Januar 2019
;
Urk. 7/43) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5)
-
Migräne ohne Aura (
I
CD-10 G43.0)
Die Fachpersonen hielten fest, vor dem Hintergrund des Asperger-Syndroms einerseits und der noch ausstehenden Lösung für die berufliche Zukunft anderer
seits seien
die Bewältigung der depressiven Symptome und der Umgang mit Stress massiv erschwert (S. 2 unten). Der Beschwerdeführer sei auf ein 80 %-Pensum bezogen zu 50 % arbeitsfähig. In den nächsten Monaten könne mit einer Erhö
hung der Arbeitsfähigkeit nicht gerechnet werden
. Die jetzige Arbeit werde bereits aktuell angepasst. Eine Änderung des Inhalts verlang
e
zudem eine Anpassungs
leistung, welche aktuell
womöglich
nicht
gegeben sei
(S. 3). Das Asperger-Syn
drom sei nicht heilbar. Die Migräne korreliere deutlich mit Stress, welcher zum Teil vom Beschwerdeführer beeinflussbar sein könne. Die Depression könne gebessert werden. Eine genauere Prognose könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht gegeben werden (S. 3 f.).
3.
10
Der die berufliche Vorsorge beratende Dr. med.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt in
s
einem Schreiben vom 23. Januar 2019 (Urk. 7/46/11-
12
)
fest, der Bericht von Dr.
N._
und Dr.
phil.
I._
vom 10. Januar 2019
(E. 3.
9
) sei insgesamt stimmig und nachvollziehbar. Die 50%ige Arbeitsunfähigkeit sei nachvollziehbar begründet worden. Die gegenwärtige Beschäftigung entspreche bereits einer angepassten Tätigkeit (S. 1). Eine Optimie
rung der psychopharmakologischen Behandlung könne sich positiv auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (S. 2).
3.
11
Nach Vorlage
des Einwandes des Beschwerdeführers (
U
rk. 7/44) und dem damit eingereichten Bericht von Dr.
N._
vom 10. Januar 2019
(E.
3.
9
)
hielt
RAD-Ärztin
Dr.
M._
am 16. April 2019 (Urk. 7/48 S. 3) fest,
die mit Hilfe des Arbeitgebers und Job-Coaches entsprechend geänderte aktuelle Tätigkeit werde von Dr.
C._
(E. 3.
4
) auf
50 % Arbeitsfähigkeit
(
der 80
%
-
Tätigkeit
)
gesehen. Eine optimal angepasste Tätigkeit werde von Dr.
C._
auf 80 % Arbeitsfä
higkeit innerhalb der nächsten sechs Monate eingeschätzt. Es handle sich beim aktuellen und angepassten Arbeitsplatz um keinen optimalen leidensgerechten Arbeitsplatz (Bericht von Dr.
phil.
I._
vom 11. Oktober 2018
[E. 3.
6
]: mehrere
krankheitsaufrechterhaltende Faktoren am Arbeitsplatz). Im Bericht von Dr.
N._
vom 10.
Januar 2019 (E. 3.
9
) werde
eine bisher nicht erfolgte Besse
rung
der Depression mit der noch unsicheren beruflichen Zukunft und der dadurch bestehenden Dauerbelastung begründet. Diese psychosozialen Belastun
gen wirkten sich ressourcenhemmend auf die Genesung aus.
Es lägen
folglich
keine neuen unberücksichtigten medizinischen Tatsachen vor, welche
am
14. November
2018 (E. 3.
7
)
nicht berücksichtigt worden seien.
3.
12
Der Beschwerdeführer reichte im vorliegenden Ver
fahren mit der Beschwerde eine Stellungnahme
von Dr.
N._
und Dr. phil.
I._
vom
2
3.
Mai 2019
(Urk. 3/5) zur Einschätzung der RAD-Ärztin Dr.
M._
vom 16. April
2019 (E. 3.
1
1)
ein. Darin
erklärten
diese
unter anderem
die fehlende Steigerung der Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers
auch damit, dass das von ihnen durchgeführte psychotherapeutische Verfahren namens CBASP zur Behandlung der Depression nicht den gewünschten Erfolg gezeigt habe. Relevante erschwerende Faktoren seien die bestehende Komorbidität (Autismus-Spektrum-Störung) und die psy
chosozialen Probleme (schwierige Beziehung, Stress am Arbeitsplatz und die Unsicherheit bzgl. der weiteren finanziellen Existenz). In Anbetracht dieser habe sich die zuerst optimistische Einschätzung als falsch erwiesen (S. 1-3).
Am 10. Januar 2019 und bis jetzt sei die berufliche Zukunft noch unsicher und stelle insofern einen bedeutenden Stressfaktor dar im Sinne der Unsicherheit, ob die jetzige Stelle aus der Sicht des Arbeitgebers eine längerfristige Anstellung sei
und
, in Anbetracht der offensichtlich maximalen erreichten aktuellen Arbeitsfähigkeit, wie der Beschwerdeführer mit der
Belastung durch die Arbeit und den finanziel
len Einbussen des 40%-Lohns werde leben können (S. 4 f.).
4.
4.1
Grundsätzlich gilt,
dass
Rentenleistungen erst dann auszurichten
sind
, wenn keine zumutbaren Eingliederungsmas
snahmen mehr in Betracht fallen.
Der in der Invalidenv
ersicherung geltende Grundsatz «
Eingliederung vor Rente
»
bewirkt, dass die Rente hinter einer Eingliederungsmassnahme bzw. dem damit verbunde
n
en Taggeld zurücktritt (so Art. 28 Abs.
1
lit
.
a IVG). Ein Rentenanspruch kann erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeit
punkt ist eine Invalidenrente, gegebenenfalls auch rückwirkend, nur zuzuspre
chen, wenn die versicherte Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
689
/2019 vom
20
.
Dezember 2019 E.
3.
1
mit Hin
weis
en
).
L
aufen keine beruflichen Massnahmen und sind solche auch nicht konkret angeordnet, so kann mithin auch dann ein (allenfalls befristeter) Renten
anspruch entstehen, wenn die Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung noch nicht ausgeschöpft sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_892/2011 vom 21. Sep
tember 2012 E. 3.3.1). Ein allfälliger Anspruch auf berufliche Massnahmen tan
giert eine frühere Rentenberechtigung ohnehin nicht, können solche doch keinen rückwirkenden Erfolg zeitigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_885/2008 vom 8. April 2009 E. 7).
4.
2
Entgege
n der Ansicht der Beschwerdegegneri
n (E. 2.1) ist nicht ersichtlich
und ergibt sich
auch
nicht aus den Akten, inwiefern dem
Beschwerdeführer
in Bezug auf
Einglie
derungsmassnahmen ein Fehlverhalten vorzuhalten
wäre
, welches zur Verneinung eines allfälligen Rentenanspruches
führen könn
t
e.
Es
trifft zu
, dass
der Beschwerdeführer
sich anlässlich seines Erstgespräches am 7. November 2017 mit dem Eingliederungsberater dahingehend äussert
e
, dass er keinen Kontakt des Eingliederungsberaters und des Job Coaches mit seinem Arbeitgeber wünsche und selbständig die Projekte mit dem Arbeitgeber überneh
men möchte
(Urk. 7/29 S. 3 oben)
. Die medizinische Situation und
die
mögliche gesundheitliche Entwicklung
waren
zu diesem Zeitpunkt noch offen
und eine lediglich vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorstellbar (E. 3.2
, E. 3.3
). Der Beschwerdeführer befand sich
zu dieser Zeit gänzlich
am Anfang des Frühinterventionsverfahrens
(Arbeitsplatzerhaltung)
und war selbst noch verwirrt bezüglich der Anmeldung
über die
Frühintervention und
zum Leis
tungsbezug, wie der Eingliederungsberater
selber
feststellte
(Urk. 7/
29 S.
2
unten
)
.
Es ist daher verständlich, dass er damals vorerst nicht wollte, dass sein Arbeitgeber
von der Beschwerdegegnerin kontaktiert würde.
In den dem Erstge
spräch vom 7. November 2017 folgenden Protokolleinträgen finden sich aber keine
weiteren
ähnlichen
Äusserungen und der Beschwerdeführer zeigte sich kooperativ
und initiativ
, was die Eingliederung angeht
(vgl.
Verlaufsprotokoll Job Coach
K._
vom 3. September 2018 [Urk. 7/28]
).
Der
Job Coach
führte aus, die Klärungen mit dem bisherigen Arbeitgeber habe sich
der Beschwerdeführer
selber zugetraut und sei darin
kompetent
gewesen (Urk. 7/28 S. 1
)
.
Das Job Coaching wurde
am 3
0.
August 2018
abgeschlossen, weil davon kein weiterer Nutzen zu erwarten war, nicht aber, da der Beschwerdeführer sich diesem verweigert hätte
.
Gemäss Job Coach arbeitete diese
r
im Pensum von 40% (50 von 80%) beim bisherigen Arbeitgeber in einer soweit es geht angepassten Tätigkeit ohne direkten Kundenkontakt und Reisetätigkeit. Der Arbeitgeber sei bereit, ihn längerfristig in angepasster Festanstellung zu beschäftigen (
Urk. 7/28 S. 1 Mitte).
Job Coach und Beschwerdeführer
kamen überein
, die Begleitung durch die Ein
gliederung abzuschliessen (S. 8 oben
)
.
Auch aus dem Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung (
J._
) vom 3. September 2018 (
Urk.
7/29) geht klar hervor, dass der Beschwerdeführer die Kontaktaufnahme mit seinem Arbeitgeber nicht wünschte, weil er selbstständig eine Lösung finden wollte unter Berücksichtigung der medizinisch zumutbaren Möglichkeiten (so explizit auf S. 12 unten). Sowohl aus diesem Verlaufsprotokoll wie auch aus dem Verlaufsprotokoll Job Coach sind zahlreiche Gespräche – sogar unter Teilnahme von
Dr.
phil.
I._
-, diverse Mails und Telefonate der zuständi
gen Fachpersonen der IV-Stelle mit dem Beschwerdeführer ersichtlich.
A
llfällige weiter
e
Eingliederungsmassnahmen
wurden dem Beschwerdeführer
nicht konkret angeboten
- so auch nicht
die von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vorgebrachte Bemängelung einer abgelehnten Arbeits
vermittlung in einer anderen Tätigkeit (E. 2.1) - (
vgl. Urk. 7/1-53)
bzw. es
finden sich in den Akten keine Hinweise, dass der Beschwerdeführer angebotene Ein
gliederungsmassnahmen
–
wie von der Beschwerdegegnerin in ihrer internen Notiz vom 17. Dezember 2018 (E. 3.
8
)
festgehalten -
abgelehnt hätte,
insbeson
dere solche,
welche
darauf
ausgerichtet
gewesen
wären
, sein
e
Erwerbsfähigkeit zu steigern.
Medizinisch
war
der Beschwerdeführer
comp
liant
(E. 3
.7
)
.
Überdies
zeigte er
Engagement
um eine andere
Arbeitsstelle
als bei der
Z._
zu
finden
, wenn er diesbezüglich auch
gewisse
Bedenken vorbrachte
(Urk. 7/28 S. 7 f.
, Urk. 7/29 S. 10
)
.
Ferner hätte es zur Verweigerung oder Kürzung von allfälligen Leistungen die Durchführung eines vorgängigen Mahnverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG bedurft. Ein solches ist
ebenfalls
nicht aktenkundig (vgl. Urk. 7/1-53).
4.3
Nach dem Gesagten
ist
entgegen der Ansicht der Beschwerde
gegnerin
nicht davon
auszugehen
, dass wegen des Verhaltens des Beschwerdeführers berufliche Massnahmen abgebrochen werden
mussten bzw. dass dieser die Eingliederungs
massnahmen nicht optimal genutzt hatte.
Es kann demnach
beziehungsweise
konnte rückwirkend
bei
Vorliegen
einer
invalidenversicherungsrechtlich relevan
ten gesundheitsbedingten Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit
unter
den
Voraussetzungen von Art. 28 IVG (vgl. E. 1.2) durchaus
ein Rentenan
spruch entstehen.
Im Folgenden ist daher zu prüfen, inwiefern der Beschwerde
führer in seiner Arbeitsfähigkeit ei
ngeschränkt ist respektive war und
ob
ein all
fälliger Rentenanspruch besteht beziehungsweise entstanden ist,
sofern die medizinische Aktenlage
ein
e
Beurteilung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
überhaupt
zulässt.
5.
5.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel
cher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
5.2
Als Grundlage
für
ihre Verfügung vom 18. April 2019 (Urk. 2) diente der Beschwerdegegnerin
die
Einschätzung
en
des RAD
(
E. 3.
7
, E. 3.11).
Wie bereits aufgezeigt
,
verfängt ihre Argumentation bezüglich der nicht genutzten berufli
chen Eingliederungsmassnahmen nicht
(vgl. E. 4)
.
Wie
sich aus der
internen
Notiz vom
17. Dezember 2018 (E. 3.
8
)
entnehmen lässt, ging die Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die vom RAD gestellte Prognose einer 80%igen Arbeitsfähigkeit davon aus, dass bereits Anfang 2018 «wohl» ein rentenausschliessendes Einkom
men
«
hätte
»
erzielt werden können
(so auch Urk. 2)
.
Für diese Annahme finden sich in den Akten
jedoch
keine genügenden Grundlagen
- sie bleibt nicht nach
vollziehbar.
Gemäss dem internen
Formular
vom 5. Juni 2018 (
E. 3.5) wurde vom RAD
am 8. Mai 2018
lediglich
festgehalten, die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei noch teilweise und
eine
angepasste Tätigkeit
in einem höheren Masse
möglich. Zudem wurde
ein allfälliges B
elastungs- und Ressourcenprofil
formuliert. Am nächsten Tag ergänzte
L._
vom RAD
ferner
,
gewisse Aspekte (psy
chosoziale Faktoren, Konfliktthematik
am Arbeitsplatz) aufgrund der vorliegen
den Akten nicht beurteilen zu können
.
Angaben darüber, in
welchem Umfang ein
e
angepasste
Tätigkeit
tatsächlich
zumutbar
war
,
finden sich keine
.
Der Ansicht, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als
Principal
Consultant nicht mehr zumutbar ist, ist wohl – angesichts des von ihr formulier
ten zumutbaren Tätigkeitsprofils - auch
Dr.
M._
vom RAD (vgl. ihre Stel
lungnahmen vom 1
4.
November 2018 und 1
6.
April 2019, E. 3.7 und E. 3.11, siehe auch Wortlaut von
Urk.
2). Umstritten ist aber das Ausmass der Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit. Die angefochtene Verfügung erwähnt, dass eine angepasste Tätigkeit zu 80
%
zumutbar sei. Dies
bezüglich ist jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer seit seinem krank
heitsbedingten Totalausfall als
Principal
Consultant dieser Tätigkeit nie mehr nachging, sondern lediglich formal noch als solcher bis Ende 2018 bei der
Z._
AG angestellt war. Sein Tätigkeitsfeld wurde vom Tag seiner Arbeitswie
deraufnahme im Juli 2017 an in gegenseitiger Absprache stark angepasst und später schrittweise nachjustiert bis zur formalen Stellenänderung auf Anfang 2019, wie die Arbeitgeberin im Schreiben vom 2
0.
Mai 2019 ausführlich darlegt (
Urk.
3/6). So führte der Beschwerdeführer zwischenzeitlich Arbeiten inhouse, an festen Arbeitstagen und ohne Kundenkontakt aus. Er übernahm inhaltliche Qua
litätsaufgaben und konnte sich auf eine Inhouse-Expertenrolle zu techni
schen und konzeptionellen Fragestellungen zurückziehen. Weiter betont die Arbeitge
berin, dass diese direkte Anpassung auch durch die offene Kommunika
tion des Beschwerdeführers ihr gegenüber ermöglicht worden sei. Sie hätten in gemeinsa
men Gesprächen stets die geeignetsten Lösungen gesucht und dement
sprechend kleinere Anpassungen vorgenommen, was letztendlich zur Formalisie
rung in der neu geschaffenen Stelle geführt habe (S. 2).
Dr. phil.
I._
ging
am 27.
Oktober 2017 von einer leichten Besserung
aus und rechnete mit einer allmählichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit und konnte bei letzter Kontrolle am 23. April 2018 (E. 3.3)
ebenfalls
nicht abschätzen, in wel
chem Umfang der Beschwerdefü
hrer in einer
leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig war.
In ihrer Einschätzung vom 10. Januar 2019 (E. 3.9) hielten Dr.
N._
und Dr. phil.
I._
den Beschwerdeführer zu 50 % auf
ein
80
%
-
Pen
sum als arbeitsfähig.
In den nächsten Monaten könne mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit nicht gerechnet werden. Die jetzige Arbeit werde bereits aktuell angepasst (E. 3.9). In der Stellungnahme vom 2
3.
Mai 2019 (E. 3.12) führten sie an, dass sich ihre zuerst optimistische Einschätzung als falsch erwiesen habe – was sie näher begründeten –, und sie hielten die aktuelle Arbeitsfähigkeit an der jetzigen Stelle für die offensichtlich maximal erreichbare.
Was die Einschätzung von Dr.
C._
vom 31. Mai 2018
angeht (E. 3.4),
hielt
dieser
den Beschwerdeführer in der damaligen Tätigkeit, welche er als Nischen
tätigkeit bei der
Z._
bezeichnete, in Anlehnung an Dr. phil.
I._
für 40 % arbeitsfähig. Dabei handelt es sich jedoch um eine Arbeit des Beschwerde
führers in der
angepassten
Position
(siehe oben)
.
Von einer idealen angepassten Tätigkeit
konnte
keine Rede sein. Dr.
C._
formul
ierte zwar ein Belastungs
profil;
über den Umfang der damaligen Arbeitsfähigkeit in einer optimal ange
passten Tätigkeit äusserte er sich
aber
nicht konkret, sondern hielt
nur
prognos
tisch eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit für ungewiss.
Ebenso wenig vermag die auf die Akten gestützte Beurteilung von
Dr.
O._
(E. 3.10)
in genügender Weise
zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit etwas herzugeben.
Er
hielt
die
von
Dr.
N._
und Dr. phil.
I._
bescheinigte 50%ige Arbeitsfähigkeit für nachvollziehbar.
Zwar hielt er die damalige Tätigkeit, wobei es sich dabei noch um
die
angepasste Arbeit handelte –
nicht jedoch
um
die Tätigkeit ab
1.
Januar 2019
als Unternehmensarchitekt
(Urk.
3/6)
, eine noch bes
ser angepasste Tätigkeit -
für eine bereits
angepasste Tätigkeit, was diese in gewissem Umfang schon war
. Ü
ber die Arbeitsfähigkeit in eine
r
optimal ange
passte
n
Tätigkeit äusserte er sich nicht.
So wies den
n auch
Dr.
M._
in ihrer Stellungnahme vom 16. April 2019 (E. 3.11) mit Verweis auf den Bericht von
Dr.
I._
vom 11.
Oktober 2018 (
E.
3.6
) darauf hin, dass es sich beim damaligen und angepassten Arbeitsplatz um keinen optimalen leidens
gerechten Arbeitsplatz handelte, da
da
von ausgegangen werden
konnte
, dass die
die
Krankheit
aufrecht
erhaltenden
Faktoren auch dort weiterhin
bestanden
.
5.3
Die vorliegenden medizinischen Unterlagen lassen
zusammen
gefasst
keine Beur
teilung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
mit dem Beweismass der überwie
genden Wahrscheinlichkeit
bezüglich
einer Arbeitsfähigkeit in einer
optimal
angepassten Tätigkeit
zu
. Einerseits mangelt es den medizinischen Grundlagen an einer Angabe über den zumutbaren Umfang einer solchen, anderseits ist auch ein allfälliges Belastungsprofil nicht präzise genug umschrieben
.
Dazu kommt der Umstand, dass nicht zwischen der Arbeitsfähigkeit bezogen auf die (laufend angepasste) zwischenzeitliche Tätigkeit (ab Arbeitswiederaufnahme im Juli 2019) und die letztendliche Ausgestaltung als Unternehmensarchitekt ab Anfang 2019 unterschieden wird.
Unklarheit besteht auch darüber, wie sich eine solche im Ver
lauf der Ze
it entwickelte
.
Eine Bestimmung des Invalidi
tätsgrades ist so
- gegen
wärtig und auch rückwirkend -
nicht möglich
.
Ebenso hätte
die Beschwerdegegnerin bei
ihrer
verfügte
n
Rentenverweigerung
und der einhelligen ärztlichen Meinung, es
bestünden
psychische Erkrankungen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit,
eine
Indikatorenprüfung
vornehmen
müs
sen. So sind gemäss BGE 143 V 418 vom 30. November 2017 grundsätzlich sämt
liche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren zu unterziehen.
Dies hat die Beschwerdegegnerin nicht getan.
Auch
haben sich die Ärzte bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähig
keit
weder
mit den Standar
d
indikatoren auseinandergesetzt
noch mit den
Hin
weise
n auf
invalidenversicherungsrechtlich irrelevante psychosoziale Faktoren
(z.B.
Unsicherheiten über die berufliche Zukunft
sowie bezüglich der weiteren finanziellen Existenz
).
Es rechtfertigt sich daher
nach dem Gesagten
, die Sache an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen, damit sie ein psychiatrisches Gutachten einhole, das die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
wie dargelegt rechtsgenüglich
erlaubt. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom
18. April 2019 (Urk. 2)
aufzuheben.
Darüber hinaus
bedarf es
, wie vom Beschwerdeführer zu Recht vorgebracht
wird
(E. 2.2),
bei einer Arbeitsunfähigkeit zur Bestimmung des Invaliditätsgrades
eine
s
Einkommensvergleich
s
(E. 1.4)
.
6
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des
Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ihm eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘
7
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.