Decision ID: 7d7c8888-59f7-5b0b-a86d-4493540c8a38
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M., SwissLegal asg.advocati,
Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision (wiedererwägungsweise Einstellung)
Sachverhalt:
1.
1.1 A._ meldete sich am 10. Dezember 1996 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Der
Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, gab in seinem
Bericht vom 19. August 1997 folgende Diagnosen an: ein chronisches
Zervikovertebralsyndrom mit Brachialgien beidseits, mediolateraler Diskushernie C5/C6
rechts ohne Neuro- oder Myelokompression, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom
sowie den Verdacht auf eine seronegative ISG-Arthritis. Dr. B._ attestierte eine seit 9.
Dezember 1996 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in den Tätigkeiten als
Heimarbeiterin und Hausfrau (IV-act. 7). Gemäss einem Bericht der Klinik Valens vom
27. März 1997 war die Versicherte vom 20. Februar bis 12. März 1997 in stationärer
Behandlung gewesen. Der behandelnde Arzt hatte festgehalten, dass aus
therapeutischer Sicht ein 50%iger Arbeitsversuch gestartet werden sollte, wobei in den
nächsten Wochen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sicher erreicht werden könne. Somit
bestehe ab dem 17. März 1997 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Für den weiteren Verlauf
der Arbeitsfähigkeit hatte der behandelnde Arzt auf die Angaben des Hausarztes
verwiesen (IV-act. 7-4 ff.). Die Haushaltabklärung vor Ort vom 22. Oktober 1997 ergab,
dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 60% einer Erwerbstätigkeit nachgehen
würde und zu 40% als Hausfrau tätig wäre. Im Bereich Haushalt wurde eine
Einschränkung von 37,67% ermittelt (IV-act. 10). Mit den Verfügungen vom 6. bzw. 9.
März 1998 sprach die IV-Stelle der Versicherten Rentenleistungen zu. In der
Begründung führte sie aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte seit
April 1996 in rentenbegründendem Ausmass von 20% arbeits- und erwerbsunfähig sei.
Seit Dezember 1996 betrage der Invaliditätsgrad 75%. Somit bestehe aufgrund der
Durchschnittsberechnung ab 1. April 1997 Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 1. Juni
1997 Anspruch auf eine halbe Rente und ab 1. Juli 1997 Anspruch auf eine ganze
Rente (IV-act. 13 -15).
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1.2 Die von der IV-Stelle in den Jahren 1999 und 2006 durchgeführten
Rentenrevisionsverfahren ergaben keine Änderung des Gesundheitszustandes bzw.
des Invaliditätsgrades der Versicherten (IV-act. 19 - 33).
1.3 Im Juli 2010 fand eine weitere Rentenrevision von Amtes wegen statt. In seinem
Verlaufsbericht vom 30. November 2010 gab Dr. B._ einen verschlechterten
Gesundheitszustand der Versicherten an und nannte als zusätzliche Diagnose eine
schwere Migrain accompagne ohne Aura. Er hielt fest, dass neben den stets im
Vordergrund stehenden panvertebralen Schmerzen mit Spannungskopfschmerzen, den
chronischen Zervikobrachialgien und den chronischen Lumboischialgien beidseits,
chronische Kopfschmerzen bestünden, welche sich in letzter Zeit verstärkt hätten.
Betreffend die Haushaltstätigkeit sei die Versicherte vollständig auf die Hilfe von
Drittpersonen angewiesen (IV-act. 42).
1.4 Auf Veranlassung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle (IV-act.
45) wurde die Versicherte am 24. und 25. Januar 2012 in der MEDAS Zentralschweiz
polydisziplinär untersucht und begutachtet. Im entsprechenden Gutachten vom 15.
März 2012 wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt:
chronisches zerviko-spondylogenes Syndrom und leichtgradige Impingement-
Symptomatik beider Schultern vom Supraspinatustyp. In der Beurteilung hielten die
Gutachter fest, dass die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte und gelegentlich
mittelschwere Tätigkeiten in Wechselpositionen sowie für den Haushalt 80% der Norm
betrage. Dabei wirkten ausschliesslich die rheumatologischen Befunde limitierend. Zum
Verlauf der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, dass sich die Gesamtsituation
seit der hausärztlich attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab Dezember 1996
weder in guter noch in schlechter Richtung wesentlich verändert habe. Es handle sich
somit um eine andere, strengere Einschätzung des gleichen Sachverhaltes (IV-act. 49).
In einem internen Triage-Protokoll vom 26. Oktober 2012 wurde festgehalten, dass der
Fall unter dem Gesichtspunkt der Wiedererwägung bearbeitet werde (IV-act. 51).
1.5 Im Rahmen der Abklärungen betreffend Massnahmen zur beruflichen
Eingliederung kam die Eingliederungsverantwortliche am 22. März 2013 zum Schluss,
dass aufgrund der fehlenden Motivation seitens der Versicherten keine Eingliederung
möglich sei (IV-act. 63, 64). Der Rechtsvertreter der Versicherten teilte am 22. März
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2013 mit, dass die Versicherte zurzeit nicht in der Lage sei, einen
Eingliederungsversuch anzutreten, da sie wegen eines Unfalls arbeitsunfähig sei. Sie
habe eine Sakrumquerfraktur erlitten und habe hospitalisiert werden müssen. Der
Heilungsverlauf werde noch vier bis acht Wochen dauern (IV-act. 65). Dr. B._
bestätigte in seinem Bericht vom 18. Juni 2013, dass die Versicherte am 18. Februar
2013 eine Sakrumquerfraktur erlitten habe. Im Vordergrund stünden aber die
chronischen Schmerzen aus dem Achsenorgan, primär ein Zervikalsyndrom mit
zervikozephaler Ausstrahlung, tageweise anhaltend und auf die bisherigen
Medikamente therapierefraktär. Es stehe ein stationärer Aufenthalt in der Klinik Valens
bevor (IV-act. 67). Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik Valens vom 13. September
2013 befand sich die Versicherte vom 30. Juli bis 18. August 2013 in stationärer
Behandlung. Als für den Rehabilitationsverlauf relevante Diagnosen wurden ein
chronisches zervikobrachiales und -zephales Syndrom sowie eine Migräne mit Aura
angegeben. Die behandelnden Ärzte hielten fest, dass die von der Versicherten
geschilderte Schmerzsymptomatik im Verlauf unverändert geblieben sei (IV-act. 69).
Am 7. Januar 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen bestehe, da die Versicherte sich nicht habe entscheiden
können, ob sie an Eingliederungsmassnahmen teilnehme (IV-act. 75).
1.6 Vom 6. bis 8. Mai 2014 wurde in der MEDAS-Zentralschweiz eine
Verlaufsbegutachtung durchgeführt. Im Gutachten vom 10. September 2014 wurden
als arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnosen rezidivierende, einige Stunden bis Tage
dauernde depressive Episoden, ein chronisches zervikospondylogenes Syndrom sowie
chronifizierte, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen beider Schultergelenke
angegeben. Die psychiatrische Gutachterin hielt fest, die Beschwerdeschilderung und
die Präsentation der Schmerzsymptomatik im Abklärungsgespräch seien so, dass die
Kriterien für eine psychiatrische Schmerzdiagnose, namentlich ein chronisches
Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Ursachen, erfüllt seien. Weiter sei
nun – auch unter dem Druck der Unsicherheiten bezüglich der IV-Rentenzusprache und
der Entscheidungen einer beruflichen Abklärung sowie in der Folge der somatischen
Probleme nach der Sakrumfraktur – eine reaktive depressive Entwicklung zu
diagnostizieren. Gegenüber dem Gutachten von 2012 sei es zu einer Verschlechterung
aus psychiatrischer Sicht gekommen. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als Monteurin von Elektronikteilen sowie in adaptierten Tätigkeiten
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betrage 40% aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit und Verlangsamung. Im Bereich
Haushalt sei die Versicherte nicht eingeschränkt. Der rheumatologische Gutachter hielt
in seiner Beurteilung fest, dass er keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
am Bewegungsapparat habe objektivieren können, womit seine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit im Vorgutachten vom 25. Januar 2012 weiterhin Gültigkeit habe.
Aufgrund der hauptsächlich vorliegenden Minderbelastbarkeit der Halswirbelsäule
seien für die Versicherte körperlich schwere Tätigkeiten, Arbeiten in einer zervikalen
Zwangshaltung, Über-Kopf-Tätigkeiten mit reklinierter Halswirbelsäule, Tätigkeiten auf
vibrierenden Maschinen sowie Arbeiten mit Kälte- und Witterungsexposition nicht
geeignet. Hingegen könnten der Versicherten jegliche körperlich leichte, gelegentlich
mittelschwere Tätigkeiten in wechselbelastenden Arbeitspositionen unter Beachtung
der leidensbedingten Einschränkungen ganztags zugemutet werden. Dabei bestehe
eine Leistungseinbusse von 20% aufgrund der schmerzbedingt vermehrten Pausen
und dem langsameren Arbeitstempo. Somit liege aus rheumatologischer Sicht in einer
leidensadaptierten Tätigkeit wie auch im Haushalt eine Arbeitsfähigkeit von 80% vor. In
neurologischer, internistischer und endokrinologischer Sicht konnten die Gutachter
keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Diagnosen erheben. In der
Gesamtbeurteilung wurde die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in leidensadaptierten
ausserhäuslichen Tätigkeiten auf 60% festgelegt, wobei die psychiatrischen Befunde
etwas mehr als die rheumatologischen limitierend wirkten. Die Arbeitsfähigkeit im
Haushalt betrage 80%, wobei dort lediglich die rheumatologische Situation Grenzen
setze (IV-act. 84). Gemäss seiner Stellungnahme vom 16. September 2014 erachtete
der RAD das MEDAS-Verlaufsgutachten als umfassend, in sich schlüssig und
widerspruchsfrei (IV-act. 86).
1.7 Mit einem Vorbescheid vom 2. Oktober 2014 stellte die IV-Stelle der
Versicherten die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 6. März 1998
in Aussicht. Zur Begründung führte sie an, dass gemäss den ihnen zur Verfügung
stehenden Unterlagen der Erstentscheid, welcher zur ganzen Rente geführt habe,
zweifellos unrichtig sei. Es habe unterschiedliche Beurteilungen zur Arbeitsfähigkeit
gegeben. Ohne weiter abzuklären, sei auf die volle Arbeitsunfähigkeit abgestützt
worden, womit der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden sei. Im Verlaufsgutachten
sei festgehalten worden, dass aus rheumatologischer Sicht eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit bestehe. Die psychiatrischen Diagnosen seien aus IV-rechtlicher Sicht
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nicht einschränkend und könnten nicht berücksichtigt werden. Im Haushalt werde
ebenfalls eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestätigt. Damit bestehe kein Anspruch mehr
auf Rentenleistungen. Die bisherige ganze Rente werde eingestellt (IV-act. 89). Gegen
diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 3. November 2014 einwenden, sie sei
nicht arbeitsfähig und ihr sei die bisherige IV-Rente weiterhin auszurichten (IV-act. 90).
In einem Schreiben vom 8. Dezember 2014 liess die Versicherte ergänzend vorbringen,
dass seit dem MEDAS-Gutachten von 2012 eine Verschlechterung der
Gesamtsituation, insbesondere aus psychiatrischer Sicht, feststellbar gewesen sei.
Zudem leide sie an einer Vielzahl von Krankheiten, welche unter Beachtung der
Gesamtsituation als arbeitsfähigkeitsrelevant zu bewerten seien. Weiter sei die
vorgesehene Korrektur der seit dem 1. April 1997 ausgerichteten Rente auf dem Weg
der Revision oder Wiedererwägung nicht zulässig (IV-act. 93). Mit einer Verfügung vom
10. Dezember 2014 hob die IV-Stelle die Verfügung vom 6. März 1998
wiedererwägungsweise auf und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende
Wirkung (IV-act. 94).
2.
2.1 Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der
Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt Bruno Bauer, vom 23. Januar 2015. Die
Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 10. Dezember 2014
und die Weiterausrichtung der bisherigen Invalidenrente. Weiter sei der Beschwerde
die aufschiebende Wirkung wieder zu erteilen. Der Rechtsvertreter macht zunächst
geltend, die Beschwerdeführerin habe die falsche Verfügung aufgehoben. Statt der
Verfügung vom 6. März 1998 wäre die Verfügung vom 9. März 1998 aufzuheben
gewesen. In materieller Hinsicht führt der Rechtsvertreter aus, dass die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung nicht gegeben seien. Angesichts der Sach-
und Rechtslage zum Verfügungszeitpunkt könne nicht von einer zweifellosen
Unrichtigkeit ausgegangen werden. Die Beschwerdegegnerin berufe sich auf den
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 27. März 1997, worin der Beschwerdeführerin
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit anschliessender Steigerungsmöglichkeit attestiert
worden sei. Die Klinik Valens habe jedoch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit auch in der
angestammten Tätigkeit für möglich gehalten, wohingegen die Beschwerdegegnerin
rückwirkend betrachtet nun selbst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der
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angestammten Tätigkeit seit dem 9. Dezember 1996 anerkenne. Die Einschätzung von
Dr. B._ vom 19. August 1997, welcher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten und in leidensadaptierten Tätigkeiten seit dem 9. Dezember 1996
attestiert habe, sei mit dem Abklärungsbericht Haushalt gestützt worden. Damit hätten
zwei sich widersprechende Arztberichte sowie ein im Sinne der anschliessenden
Verfügung ausgefallener Abklärungsbericht Haushalt vorgelegen. Es habe nach dem
Abklärungsbericht Haushalt keinen vernünftigen Grund gegeben, nicht auf den Bericht
von Dr. B._ zu vertrauen. Hinzu komme, dass die Verfügung vom 9. März 1998
mehrere Rentenrevisionen überstanden habe, womit sie schon aus diesem Grund nicht
offensichtlich unrichtig gewesen sein könne. Auch eine revisionsweise
Rentenaufhebung wäre nicht zulässig gewesen, da es sich im Gutachten von 2012
lediglich um eine andere Beurteilung des im Wesentlichen gleichen Sachverhalts seit
dem Verfügungszeitpunkt gehandelt habe. Im Gutachten von 2014 habe die
psychiatrische Gutachterin eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Versicherten mit neuen Diagnosen und einer sich daraus ergebenden
Arbeitsunfähigkeit von 40% attestiert. Diese Einschränkung werde von der
Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht anerkannt. Bei Zweifeln wäre eine erneute
psychiatrische Begutachtung angezeigt gewesen (act. G 1).
2.2 Am 9. März 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin in der Hauptsache die
Abweisung der Beschwerde. Sie anerkennt die Rüge der Beschwerdeführerin, dass die
falsche Verfügung widerrufen worden sei, und erklärt, es handle sich um einen
Schreibfehler. Dieser sei jedoch nicht so schwer, dass die angefochtene Verfügung
deshalb aufgehoben werden müsse. Aus dem Kontext ergebe sich, dass auch die
Verfügungen vom 9. März 1998 gemeint seien. Weiter hält die Beschwerdegegnerin
fest, dass sie mit der Beschwerdeführerin einig gehe, dass die Voraussetzungen für
eine Revision gemäss Art. 17 oder Art. 53 Abs. 1 ATSG nicht gegeben seien. Einzig
strittig sei somit, ob die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht
wiedererwägungsweise aufgehoben habe. Der Verfügung vom 9. März 1998 hätten der
Bericht von Dr. B._ sowie der Bericht der Klinik Valens zu Grunde gelegen. Bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die IV-Abklärungsperson im Abklärungsbericht
Haushalt handle es sich nicht um eine ärztliche Einschätzung, weshalb sie nicht
massgebend sei. Dr. B._ habe in seinem Bericht die subjektiven Beschwerden der
Beschwerdeführerin wiedergegeben. Die angegebene 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
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der bisherigen Tätigkeit habe er nicht begründet und sich zur Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit nicht geäussert. Indem die Beschwerdegegnerin auf diese
Einschätzung abgestellt habe, habe die Invaliditätsbemessung auf keiner
nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit basiert.
Die andere vorliegende Einschätzung der Klinik Valens sei nicht ausreichend gewürdigt
worden. Allerdings habe es sich auch dabei nicht um eine abschliessende
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gehandelt. Andere medizinische Berichte, welche die
Festlegung eines IV-Grades von 75% als vertretbar erscheinen liessen, hätten im
Zeitpunkt der Verfügung nicht vorgelegen. Die Beschwerdegegnerin habe den
Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie von weiteren medizinischen Abklärungen
abgesehen habe. Im aktuellen Verfahren stütze sich die Beschwerdegegnerin auf das
MEDAS-Gutachten vom 10. September 2014. Die von der psychiatrischen Gutachterin
attestierte Einschränkung von 40% aufgrund der Diagnosen chronisches
Schmerzsyndrom und rezidivierende kurze depressive Episoden sei aus
versicherungsrechtlicher Sicht nicht zu berücksichtigen. Gemäss dem Gutachten seien
die Förster-Kriterien zum grossen Teil nicht erfüllt, womit die Voraussetzungen für die
Annahme einer zumutbaren Willensanstrengung zur Schmerzüberwindung gegeben
seien. Massgebend sei lediglich die Einschränkung aus somatischer Sicht in Höhe von
20% für leidensadaptierte Tätigkeiten. Die Beschwerdeführerin sei mit einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit weder in der 40%igen Tätigkeit als Hausfrau noch in der 60%igen
Erwerbstätigkeit eingeschränkt (act. G 4).
2.3 Mit einer Replik vom 31. März 2015 hält die Beschwerdeführerin an ihren
Beschwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter führt aus, dass die neben dem Bericht
von Dr. B._ vom 19. August 1997 noch vorliegenden Berichte von Spezialärzten zwar
keine Arbeitsfähigkeitsschätzungen enthielten, aber dennoch von Bedeutung seien, da
sie die von Dr. B._ gestellten Diagnosen stützten. Der Abklärungsbericht Haushalt sei
vorliegend als relevant zu berücksichtigen, da die Abklärung ergeben habe, dass keine
weiteren Abklärungen nötig seien, da sowieso keine leidensadaptierte Tätigkeit, welche
die Beschwerdeführerin ausüben könnte, bestehen würde. Dies entspreche einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten und decke sich somit
mit der Einschätzung von Dr. B._. Die damalige Rentenzusprache sei durchaus
vertretbar gewesen und könne deshalb nicht zweifellos unrichtig sein. Wie die
Beschwerdegegnerin richtig ausgeführt habe, habe die psychiatrische Gutachterin die
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Förster-Kriterien geprüft und habe unter Beachtung sämtlicher Kriterien eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% festgestellt. Dieser Beurteilung sei somit
zu folgen. Andernfalls seien weitere psychiatrische Abklärungen zu veranlassen (act. G
6).
2.4 Am 28. April 2015 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 8).
2.5 Mit einer Eingabe vom 6. Mai 2015 reicht der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin einen Austrittsbericht der Klinik C._ vom 20. März 2015 sowie
einen Bericht der Klinik Hirslanden, Kopfwehklinik, vom 26. März 2015 ein. Er hält fest,
dass diese Berichte erneut das Kopfwehleiden der Beschwerdeführerin bestätigten
(act. G 10).

Erwägungen:
1.
Der Rechtsvertreter macht zunächst geltend, die angefochtene Verfügung sei bereits
aus formeller Sicht unhaltbar, da die Beschwerdegegnerin lediglich die für einen
befristeten Zeitraum geltende Verfügung vom 6. März 1998 aufgehoben habe und nicht
jene vom 9. März 1998, mit welcher der Beschwerdeführerin unbefristet eine Rente
zugesprochen worden sei (vgl. IV-act. 15-1). Aus den Akten ergibt sich, dass im
Zeitpunkt der Rentenzusprache insgesamt drei Verfügungen erlassen wurden. Da die
Beschwerdeführerin während der Wartezeit vom 1. April bis 30. November 1996
lediglich zu 20% und erst ab 1. Dezember 1996 zu 100% arbeitsunfähig gewesen war
und die Stufe der zu gewährenden Rente neben der nach der Wartezeit verbleibenden
Erwerbsunfähigkeit auch nach dem Ausmass der während der Wartezeit bestehenden
Arbeitsunfähigkeit bestimmt wird, hatte die Beschwerdegegnerin eine
Durchschnittsberechnung vorgenommen. Auf Grundlage dieser Berechnung sprach die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit der Verfügung vom 6. März 1998
zunächst eine Viertelsrente für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Mai 1997 zu (vgl. IV-
act. 14). Mit der folgenden Verfügung vom 9. März 1998 wurde eine halbe Rente für
den Zeitraum vom 1. bis 30. Juni 1997 zugesprochen (vgl. IV-act. 15-3) und mit einer
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weiteren Verfügung vom 9. März 1998 erfolgte schliesslich die Zusprache einer ganzen
Rente ab 1. Juli 1997 (vgl. IV-
act. 15-1). Mit anderen Worten hatte die Beschwerdeführerin ab 1. April 1997 einen
unbefristeten Anspruch auf Rentenleistungen, wobei mit den beiden folgenden
Verfügungen lediglich noch die Rentenstufe angepasst wurde. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt materiell ein einziges Rechtsverhältnis vor,
wenn eine Leistung rückwirkend zugesprochen, diese aber gleichzeitig befristet herauf-
oder herabgesetzt wird. Es ist nicht zulässig, den Rentenanspruch für bestimmte
zeitliche Perioden je getrennt zu verfügen. Die Verfügungen vom 6. und 9. März 1998
bilden deshalb nur Teile ein und derselben Rentenverfügung. Keiner der drei
Verfügungsteile ist für sich allein rechtskräftig, nur zusammen bilden sie die
Rentenverfügung (vgl. BGE 131 V 164, E. 2.3; Urteile des Versicherungsgerichts St.
Gallen vom 22. April 2008, IV 2007/10, E. 1; vom 28. Juli 2009, IV 2008/88, E. 1).
Daraus ergibt sich, dass sich die von der Beschwerdegegnerin wiedererwägungsweise
erfolgte Aufhebung des Verfügungsteils vom 6. März 1998 auf die Rentenverfügung als
Ganzes bezieht und damit auch die Verfügungsteile vom 9. März 1998 erfasst. Dass die
Beschwerdegegnerin die unbefristet ausgerichtete ganze Rente hat aufheben wollen,
ergibt sich zudem ohne Weiteres aus dem Kontext und dem Inhalt der angefochtenen
Verfügung, worin von der Einstellung der bisherigen ganzen Rente die Rede ist. In
formeller Hinsicht erscheint die angefochtene Verfügung folglich als rechtmässig.
2.
2.1 In materieller Hinsicht ist umstritten und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin
die Rente der Beschwerdeführerin zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben hat.
2.2 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und
wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Zweifellos unrichtig ist ein
Entscheid nach der Rechtsprechung, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist,
dass er unrichtig ist; es ist ein einziger Schluss – eben derjenige auf eine Unrichtigkeit –
möglich (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 16. August 2005,
U 127/05; vgl. BGE 125 V 393; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A. 2009, Art. 53 N 31).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die
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gesetzwidrige Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender
Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder
unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf
gewisse Schritte und Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einschätzungen der
Arbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise
Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen
(einschliesslich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor
dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der
rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme
zweifelloser Unrichtigkeit aus (Bundesgerichtsentscheid vom 10. Februar 2010,
9C_845/09). Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann auch
bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts, darunter
insbesondere einer unvollständigen Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gegeben sein (Bundesgerichtsentscheid
vom 29. April 2008, 9C_19/08). Das Bundesgericht hat allerdings auch wiederholt
zusätzlich vorausgesetzt, dass, um eine zugesprochene Rente wiedererwägungsweise
aufheben zu können, erstellt sein müsse, dass eine – nach damaliger Sach- und
Rechtslage – korrekte Invaliditätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu
einem anderen Ergebnis geführt hätte (vgl. etwa die Bundesgerichtsentscheide vom
30. Juni 2014, 8C_151/14, vom 1. Februar 2010, 8C_768/09, vom 7. August 2008,
8C_483/07, und vom 18. Oktober 2007, 9C_575/07, mit Hinweisen, u.a. auf den
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 28. Juli 2005, I 276/04).
2.3 Die Beschwerdegegnerin macht eine klare Verletzung des Untersuchungsgrund
satzes bei Erlass der rentenbegründenden Verfügungen vom 6. und 9. März 1998 als
Grund für die Wiedererwägung geltend. Anlass für die Wiedererwägung hat das
MEDAS-Gutachten vom 15. März 2012 gegeben, mit welchem der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsfähigkeit von 80% attestiert worden ist. Die Gutachter haben festgehalten,
dass sich der Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache weder in guter noch in
schlechter Richtung wesentlich verändert habe und dass es sich bei ihrer Einschätzung
somit um eine andere, strengere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes handle (vgl.
IV-act. 49-22). Für die Beurteilung der Frage, ob die ursprüngliche rentenbegründende
Verfügung zweifellos unrichtig ist, ist eine von früheren Arztberichten abweichende
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Einschätzung – mag sie auch aktuell zutreffen – nicht ausschlaggebend. Massgebend
ist allein die Akten- und Rechtslage, wie sie sich der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt
der Rentenzusprache präsentiert hat. Die Beschwerdegegnerin stützte sich damals auf
den Bericht von Dr. B._ vom 19. August 1997 sowie den Abklärungsbericht Haushalt
vom 22. Oktober 1997 ab. Im Folgenden ist zu beurteilen, ob die Annahme einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit gestützt auf die damals vorliegende Akten- und
Rechtslage vertretbar gewesen ist.
2.4 In medizinischer Hinsicht liegen diverse Arztberichte vor, jedoch enthalten
lediglich der Bericht von Dr. B._ vom 19. August 1997 sowie der Bericht der Klinik
Valens vom 27. März 1997 eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Der behandelnde Arzt der Klinik Valens hat festgehalten, dass
nach dem Austritt ein 50%iger Arbeitsversuch gestartet werden sollte, wobei in den
nächsten Wochen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sicherlich erreicht werden könne. Er
hat ab 17. März 1997 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert mit weiterer
Steigerungsmöglichkeit nach Massgabe des Hausarztes Dr. B._ (vgl. IV-act. 7-5).
Dieser hat rund vier Monate später berichtet, dass die Versicherte seit dem 9.
Dezember 1996 und aktuell noch andauernd zu 100% arbeitsunfähig sei in der
bisherigen Tätigkeit als Heimarbeiterin und Hausfrau. Zu der Beurteilung der Klinik
Valens hat er festgehalten, die Versicherte habe angegeben, dass sie bereits vor der
Entlassung einen Rückfall mit Schmerzen gehabt habe, wodurch es ihr nicht möglich
gewesen sei, eine Arbeit aufzunehmen. Dies sei aus dem Bericht der Klinik Valens nicht
ersichtlich, obwohl sie den behandelnden Arzt anlässlich der Schlussuntersuchung
über die neu aufgetretenen Schmerzen informiert habe. Eine Arbeitsfähigkeit habe
seither nicht wieder erreicht werden können. Zur Beurteilung, ob die
Beschwerdeführerin in irgendeiner Tätigkeit noch einsetzbar sei, empfehle er eine
Abklärung in einer entsprechenden Werkstätte (vgl. IV-act. 7-1 ff.). Im Rahmen der
Haushaltabklärung vor Ort vom 22. Oktober 1997 hat der Abklärungsverantwortliche
am 5. November 1997 sinngemäss festgehalten, dass sich die von Dr. B._
empfohlene berufliche Abklärung erübrige. Wenn die Beschwerdeführerin für die
ausgesprochen leichte Heimarbeitstätigkeit, welche im Brechen und
Zusammenstecken von Kunststoffteilen bestanden habe, zu 100% arbeitsunfähig sei,
dann komme eine andere Tätigkeit kaum mehr in Frage. Die Beschwerdeführerin
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beklage in allen Extremitäten Beschwerden und Schmerzen. Es bestünden keine
Anhaltspunkte auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes (vgl. IV-act. 10-11).
2.5 Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Arztes der Klinik Valens
weicht von derjenigen des Hausarztes Dr. B._ ab. Zu berücksichtigen ist, dass es
sich bei der Einschätzung der Klinik Valens um eine Momentaufnahme basierend auf
dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Klinikaustrittes
gehandelt hat. Der behandelnde Arzt hat festgehalten, dass es im Verlauf des
stationären Aufenthaltes zu einer Verbesserung des Beschwerdebildes gekommen sei.
Bezüglich des chronischen Lumbovertebralsyndroms habe bei Austritt sogar
Beschwerdefreiheit bestanden (vgl. 7-5). Gemäss dem Bericht von Dr. B._ hat die
Beschwerdeführerin jedoch angegeben, dass sie noch vor dem Klinikaustritt wieder
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes erlitten und dies gegenüber dem
behandelnden Arzt auch geltend gemacht habe. Aus diesem Grund habe sie nach dem
Klinikaustritt keine Arbeit aufnehmen können (vgl. IV-act. 7-2). Dr. B._ hat
festgehalten, dass sich das Beschwerdebild sowie die Klagen über die Beschwerden
nie geändert hätten und von keiner der durchgeführten medizinischen Behandlungen
hätten beeinflusst werden können. Die Angaben der Beschwerdeführerin seien
glaubhaft (vgl. IV-act. 7-3). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der
behandelnde Arzt der Klinik Valens den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
und damit auch die Arbeitsfähigkeit sehr optimistisch beurteilt hat. Im Gegensatz zur
Einschätzung der Klinik Valens hat es sich bei der Beurteilung von Dr. B._ nicht nur
um eine Momentaufnahme gehandelt. Bereits seit dem Jahr 1994 hat die
Beschwerdeführerin in dessen Behandlung gestanden (vgl. IV-act. 7-2). Dr. B._ hat
die Entwicklung und den Verlauf des Beschwerdebildes der Beschwerdeführerin über
einen langen Zeitraum begleitet. Er hat sie zudem wiederholt an verschiedene
Spezialärzte zu weitergehenden Untersuchungen und Behandlungen überwiesen, was
jedoch zu keiner anhaltenden Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt hat
(vgl. IV-act. 7-9 - 7-24). Aus diesen Gründen ist es nachvollziehbar, dass die
Beschwerdegegnerin seiner Einschätzung einer andauernden 100%igen
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Heimarbeiterin und Hausfrau gefolgt
ist. Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass sich die Einschätzung von Dr. B._ nur
auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit beziehe und er sich nicht zu einer
allfällig möglichen leidensadaptierten Tätigkeit geäussert habe. Tatsächlich hat Dr.
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B._ in seinem Bericht eine Abklärung in einer Werkstätte empfohlen, um zu
beurteilen, ob die Beschwerdeführerin in irgendeiner Tätigkeit noch einsetzbar sei (vgl.
IV-act. 7-3). In diesem Zusammenhang ist jedoch zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdegegnerin noch die Stellungnahme des Abklärungsverantwortlichen
Haushalt vom 5. November 1997 vorlag. Dieser hat ausgeführt, dass für die
Beschwerdeführerin kaum mehr irgendeine Tätigkeit in Frage komme, wenn sie bereits
für die ausgesprochen leichte Heimarbeitstätigkeit, die im Brechen und
Zusammenstecken von Kunststoffteilen bestanden habe, zu 100% arbeitsunfähig sei.
Zwar handelt es sich beim Abklärungsverantwortlichen nicht um eine medizinische
Fachperson, jedoch erscheint dessen Schlussfolgerung durchaus plausibel. Bei der
erwähnten leichten Tätigkeit als Heimarbeiterin war es der Beschwerdeführerin wohl
möglich, diese wechselbelastend auszuführen und wenn nötig Pausen einzulegen. Eine
ihren Leiden besser angepasste Tätigkeit war kaum denkbar. Unter diesen Umständen
ist es vertretbar gewesen, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Bericht von
Dr. B._ sowie auf die Ausführungen des Abklärungsverantwortlichen im Sinne einer
antizipierten Beweiswürdigung auch in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist, ohne diesbezüglich weitere
Abklärungen vorzunehmen. Dass in medizinischer Hinsicht einzig ein ausführlicher
Bericht des Hausarztes vorgelegen hat, führt im Übrigen nicht zur Annahme einer
zweifellosen Unrichtigkeit der damaligen Rentenzusprache. Zu jener Zeit war es
durchaus noch praxiskonform, einem Hausarztbericht bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit massgebliches Gewicht zu geben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
21. Januar 2014, 9C_654/2013, E. 4).
2.6 Zusammengefasst zeigt sich, dass sich gestützt auf die Aktenlage zum Zeitpunkt
der Rentenzusprache die Annahme eines Arbeitsunfähigkeitsgrades der
Beschwerdeführerin von 100% (für den erwerblichen Bereich) durchaus vertreten liess.
Eine klare Verletzung der Untersuchungspflicht seitens der Beschwerdegegnerin im
Vorfeld der Rentenzusprache kann also nicht angenommen werden. Im Übrigen ist
auch nicht erstellt, dass es mit weiteren Abklärungen oder einem Gutachten bei der
damaligen Sach- und Rechtslage zu einem anderen Ergebnis als der Zusprache einer
ganzen Rente gekommen wäre. Folglich sind die Voraussetzungen für eine
Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht erfüllt.
3.
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3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung vom
10. Dezember 2014 aufzuheben. Der Beschwerdeführerin ist die bisherige ganze Rente
weiterhin auszurichten. Mit dem vorliegenden Urteil wird der Antrag der Beschwerde
führerin auf (Wieder-)Erteilung der aufschiebenden Wirkung hinfällig.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die unter
liegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der
von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzu
erstatten.
3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. UnterBerücksichtigung vergleichbarer Fälle erscheint vorliegend eine
Entschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP