Decision ID: 71b8c783-a21a-58d4-9ccf-660d52bd8bbc
Year: 2017
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Mit Schreiben vom 17. März 2016 reichten die von Amtes wegen am Verfahren
Beteiligten eine Lärmklage bei der Gemeinde Lengnau ein. Die Klage richtete sich gegen
eine Wärmepumpe der Beschwerdeführerin. Das Amt für Berner Wirtschaft (beco),
Immissionsschutz, nahm am 25. Mai 2016 im Auftrag der Gemeinde Lengnau eine
Lärmmessung vor Ort vor und erstellte gestützt auf diese Messungen einen Fachbericht
vom 2. Juni 2016. Gestützt auf diesen Fachbericht des beco stellte die Gemeinde Lengnau
mit Verfügung vom 11. Oktober 2016 fest, dass die Wärmepumpe den gesetzlichen
Anforderungen der Lärmschutzverordnung (LSV)1 entspreche. Gleichzeitig auferlegte die
Gemeinde die Kosten in der Höhe von Fr. 680.--, bestehend aus den Kosten für den
Fachbericht des beco inklusive der Lärmmessung vor Ort von Fr. 540.-- und der
Aufwandgebühr der Gemeinde Lengnau von 140.--, der Beschwerdeführerin.
2. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 10. November 2016
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
stellt folgende Rechtsbegehren: "1. Die Verfügung der Einwohnergemeinde Lengnau vom 11. Oktober 2016 in Sachen
Lärmklage betreffend die Luft-Wasser-Wärmepumpe, Dahlienweg, Lengnau sei
aufzuheben.
2. Die Kosten für die Lärmmessung des beco und die Aufwandgebühr der Vorinstanz
sei den Beschwerdegegnern zur Bezahlung aufzuerlegen, sofern sie zum
vorliegenden Verfahren beigeladen werden.
3. Eventualiter: Die Kosten für die Lärmmessung des beco und die Aufwandgebühr
der Vorinstanz sei der Vorinstanz zur Bezahlung aufzuerlegen.
(...)"
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das Rechtsamt beteiligte die beiden
Anzeigenden, welche die Lärmklage eingereicht hatten, von Amtes wegen am Verfahren.
Die Gemeinde Lengnau in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. November 2016 und die von
1 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) 2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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Amtes wegen am Verfahren Beteiligten in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Dezember
2016 beantragen die Abweisung der Beschwerde. Auf die Rechtsschriften und Vorakten
wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

II. Erwägungen
1. Eintreten
a) Angefochten ist eine Verfügung bzw. der Kostenpunkt einer Verfügung der Gemeinde
Lengnau, mit welcher diese ein baupolizeiliches Verfahren mit der Feststellung
abgeschlossen hat, dass die fragliche Wärmepumpe den gesetzlichen Anforderungen
entspreche. Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG3 können baupolizeiliche Verfügungen nach
Art. 45 bis 48 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE
angefochten werden. Mit dem gegen die Verfügung offen stehenden Rechtsmittel kann
auch die Kostenregelung angefochten werden.4 Die BVE ist somit zur Beurteilung der
Beschwerden zuständig.
b) Die Beschwerdeführerin, der die vorinstanzlichen Kosten auferlegt wurden, ist im
Kostenpunkt durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher insoweit zur
Beschwerde legitimiert (Art. 65 Abs. 1 VRPG5). Insoweit wird auf die form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde eingetreten.
c) In Ziff. 1 der Rechtsbegehren der Beschwerde verlangt die Beschwerdeführerin
pauschal die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Damit wird auch die Aufhebung
des eigentlichen Verfügungsinhalts mit der Feststellung, dass die Wärmepumpe den
gesetzlichen Anforderungen entspreche, gefordert. Durch diese Feststellung ist die
Beschwerdeführerin jedoch nicht beschwert und insoweit nicht zur Beschwerde legitimiert.
Insoweit kann daher nicht auf die Beschwerde eingetreten werden.
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 107 N. 9 5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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2. Rechtliches Gehör
a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch
die Vorinstanz verletzt worden. Sie habe weder zur Lärmklage noch zum Bericht des beco
Stellung nehmen können. Insbesondere habe sie sich vor Erlass der angefochtenen
Verfügung nicht zur angefochtenen Kostenverlegung äussern können. Auch wenn diese
Verletzung des rechtlichen Gehörs im Beschwerdeverfahren geheilt werden könne, so sei
dies bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
b) Die Beschwerdeführerin bzw. deren Verwalterin wurde mit Schreiben vom 22. März
2016 über den Eingang der Lärmklage vom 17. März 2016 in Kenntnis gesetzt. Zugleich
wurde sie darüber informiert, dass die Angelegenheit dem beco weitergeleitet worden sei.
In der Folge wendete sich das beco per E-Mail an die Verwalterin der Beschwerdeführerin.6
Somit hatte die Beschwerdeführerin Kenntnis von der Lärmklage und den bevorstehenden
Abklärungen durch das beco und sie hätte sich, auch ohne ausdrücklich Gelegenheit
erhalten zu haben, dazu äussern können. Nach erfolgter Abklärung durch das beco, die
ergeben hat, dass die umstrittene Wärmepumpe nicht zu beanstanden ist, bestand in der
Hauptsache keine Notwendigkeit mehr, der Beschwerdeführerin vor Erlass der
abschliessenden Verfügung Gelegenheit zu geben, sich zum Ergebnis des
Beweisverfahrens zu äussern: Der obsiegenden Partei muss das rechtliche Gehör nicht
gewährt werden (vgl. Art. 21 Abs. 2 Bst. c VRPG). Soweit die Beschwerdeführerin eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs in der Hauptsache geltend macht, ist sie diesbezüglich
im Übrigen ohnehin nicht beschwert (siehe oben Erwägung 1.c).
c) Bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit Blick auf die
Kostenverlegung vorgängig hätte anhören müssen. Da es bei einer Kostenverlegung nach
den üblichen Grundsätzen für die verfügende Behörde keine Begründungspflicht gibt,7 ist
fraglich, ob die Parteien in diesem Rahmen einen Anspruch haben, vorgängig angehört zu
werden. Diese Frage kann hier jedoch offen bleiben. Im vorliegenden Fall hatte das beco
der Beschwerdeführerin eine Kopie seines Fachberichts vom 2. Juni 2016 zugestellt. Somit
hatte die Beschwerdeführerin Kenntnis von den Kosten, welche das beco in Rechnung
gestellt hat. Zudem ergibt sich aus dem Fachbericht, dass diese Kosten durch den
6 Siehe dazu die Beilagen zur Beschwerdeantwort der Gemeinde Lengnau vom 24. November 2016 7 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 107 N. 3
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Anlagebetreiber zu bezahlen seien. Die Beschwerdeführerin musste somit mit einer
Kostenauflage rechnen. Hätte sie sich dazu äussern wollen, hätte sie dies tun können,
auch ohne ausdrücklich Gelegenheit erhalten zu haben. Sie hätte dazu bis zum Erlass der
Verfügung genügend Zeit gehabt. Da somit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch
die Vorinstanz vorliegt, gibt es diesbezüglich im Kostenpunkt des Beschwerdeverfahrens
nichts zu berücksichtigen.
3. Notwendigkeit der Abklärungen
a) Die Beschwerdeführerin führt aus, sie habe die Lärmklage der Beschwerdegegner
ernst genommen. Bereits vor Einleitung des baupolizeilichen Verfahrens habe sie die
umstrittene Wärmepumpe selber überprüfen lassen. Ob die Beschwerdeführerin damit
geltend machen will, es habe kein Anlass für ein baupolizeiliches Verfahren und die
Einholung eines Fachberichts des beco bestanden, wird aus der Beschwerde nicht klar.
b) Gemäss Art. 36 Abs. 1 LSV ermittelt die Vollzugsbehörde die
Aussenlärmimmissionen ortsfester Anlagen oder ordnet deren Ermittlung an, wenn sie
Grund zur Annahme hat, dass die massgebenden Belastungsgrenzwerte überschritten sind
oder ihre Überschreitung zu erwarten ist. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist die
Behörde zur Durchführung eines Beweis- und Ermittlungsverfahrens nach den Art. 36 ff.
LSV und den Anhängen 2-7 LSV verpflichtet, ohne dass ihr insoweit noch ein
Ermessensspielraum zustünde. Ob die Behörde eine solche Pflicht trifft, ist aufgrund einer
vorweggenommenen Würdigung der Lärmsituation zu beurteilen. Dabei dürfen keine
hohen Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung der Planungswerte
gestellt werden. Weitere Ermittlungen sind schon dann geboten, wenn eine Überschreitung
der Planungswerte möglich erscheint, d.h. beim aktuellen Kenntnisstand nicht
ausgeschlossen werden kann.8
c) Vorliegend hat die Beschwerdeführerin ihre Anlage zwar von der F._ GmbH
mit einem Lärmschutznachweis überprüfen lassen. Dieser Nachweis basiert aber nur auf
einer rechnerischen Prognose, tatsächliche Messungen wurden dafür keine vorgenommen.
Dementsprechend schreibt die F._ GmbH in ihrem E-Mail vom 15. Dezember
8 BGE 137 II 30 E. 3.4; VGE 2011/333 vom 3. April 2012, E. 3.4
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2015, rechnerisch sei der Vorsorgewert eingehalten. Die tatsächlichen Auswirkungen der
realisierten Lärmschutzmassnahmen könnten nur mit einer professionellen
Schallpegelmessung festgestellt werden. Es sei jedoch an der Gegenpartei, mit einer
Messung nachzuweisen, dass allenfalls weitere Schalldämm-Massnahmen vorgenommen
werden müssten.9
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde Lengnau das beco
als kantonale Fachbehörde mit der Abklärung der Lärmklage beauftragt hat und das beco
im Rahmen dieses Auftrags eine Lärmmessung vorgenommen hat. Aufgrund des
damaligen Kenntnisstands konnte eine Überschreitung der Planungs- bzw. Vorsorgewerte
nicht ausgeschlossen werden. Da die umstrittene Wärmepumpe bereits in Betrieb war, war
dabei eine auf einer Messung basierende Beurteilung einer bloss rechnerischen Prognose
vorzuziehen. Aufgrund ihres Verhaltens ist davon auszugehen, dass auch die
Beschwerdeführerin mit diesem Vorgehen einverstanden war. Sie hat sich im Vorfeld der
Messung, die ihr bereits mit Schreiben der Gemeinde Lengnau vom 22. März 2016
angekündigt wurde, mit dem beco per E-Mail ausgetauscht. Dabei hat sie weder
gegenüber dem beco noch gegenüber der Gemeinde geltend gemacht, die Messung sei
aufgrund ihrer eigenen Abklärungen nicht notwendig.10
Sofern die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde geltend machen möchte, es habe
kein Anlass für ein baupolizeiliches Verfahren und die Einholung eines Fachberichts des
beco bestanden, wäre diese Rüge somit unbegründet.
4. Kostenpflicht
a) Die Beschwerdeführerin ist nicht damit einverstanden, dass ihr die vorinstanzlichen
Gebühren zur Bezahlung auferlegt wurden. Die von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten
hätten den Aufwand mit der unrechtmässigen Behauptung, die umstrittene Wärmepumpe
sei zu laut, verursacht. Daher seien die Kosten gestützt auf das Verursacherprinzip ihnen
zu auferlegen. Sei dies nicht möglich, habe die Vorinstanz als Auftraggeberin des
Lärmgutachtens die Kosten zu tragen.
9 Siehe dazu die Beilagen zum Schreiben der Beschwerdeführerin vom 7. Dezember 2016 10 Siehe dazu die Beilagen zur Beschwerdeantwort der Gemeinde Lengnau vom 24. November 2016
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Die Vorinstanz habe sich bei der Kostenverlegung auf Art. 11 LSV und Art. 2 USG11
abgestützt. Art. 11 LSV sei vorliegend aber nicht einschlägig, da keine
emissionsbegrenzenden Massnahmen oder dergleichen hätten getroffen werden müssen.
Da die Beschwerdeführenden keine Massnahmen nach dem Umweltschutzgesetz
verursacht hätten, könnten ihnen die Kosten auch nicht gestützt auf Art. 2 USG auferlegt
werden. Die Höhe der in Rechnung gestellten Gebühren wird von der Beschwerdeführerin
nicht bestritten.
b) Im vorliegenden Fall traf die Gemeinde Lengnau aufgrund von Art. 36 LSV eine
Ermittlungspflicht hinsichtlich der durch die umstrittenen Wärmepumpe verursachten
Lärmimmissionen (siehe oben Erwägung 3). Bei der Lärmschutzverordnung handelt es
sich um eine gestützt auf das Umweltschutzgesetz erlassene Verordnung. Bei der von der
Gemeinde Lengnau in Zusammenarbeit mit dem beco vorgenommenen Ermittlung handelt
es sich somit um eine Massnahme nach dem Umweltschutzgesetz.12 Wer Massnahmen
nach dem Umweltschutzgesetz verursacht, trägt die Kosten dafür (Art. 2 USG). Damit ist
das Verursacherprinzip angesprochen. Der Begriff der "Massnahme" ist weit gefasst und
erstreckt sich auch auf Kontroll- und Aufsichtsmassnahmen.13
Für diese Kostenverlegung gestützt auf das Verursacherprinzip besteht auch eine
gesetzliche Grundlage im kantonalen und kommunalen Recht. Gemäss Art. 51 BewD14
bestehen die Verfahrenskosten (amtliche Kosten), welche die Gemeinde für ihre
baupolizeilichen Verrichtungen erheben kann, aus den Gebühren und den Auslagen
(Abs. 1); Auslagen sind namentlich Kosten für technische Untersuchungen (Abs. 2); die
Gemeinden haben einen Gebührentarif zu erlassen (Abs. 3). Die Gemeinde Lengnau
erhebt Gebühren für die im vorliegenden Reglement aufgeführten Dienstleistungen. Sie
verrechnet zusätzlich die notwendigen Auslagen wie Expertenhonorare (Art. 1 Abs. 1 und 2
Gebührenreglement15). Gebühren und Auslagen schuldet, wer eine Dienstleistung nach
diesem Reglement veranlasst oder verursacht (Art. 6 Gebührenreglement). Für die
Verfahrensinstruktion und Verfügungen (z.B. Wiederherstellung) im Rahmen
baupolizeilicher Massnahmen kommt die Aufwandgebühr II zur Anwendung (Art. 38
11 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) 12 Vgl. dazu Seiler, in Kommentar USG, 1999, Art. 2 N. 55 13 Seiler, in Kommentar USG, 1999, Art. 2 N. 49 14 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 15 Gebührenreglement der Einwohnergemeinde Lengnau vom 5. Dezember 2013
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Gebührenregelement). Gemäss dem Gebührentarif16 beträgt die Aufwandgebühr II
Fr. 140.00 pro Stunde.
c) Demnach sind die umstrittenen Kosten für das baupolizeiliche Verfahren inklusive
den Untersuchungsmassnahmen nach dem Verursacherprinzip zu verlegen. Dies wird von
der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Sie bestreitet jedoch, dass sie die Verursacherin
dieser Abklärungen ist. Die Abklärungen seien durch die Lärmklage verursacht worden.
Die Pflicht der Gemeinde Lengnau, die umstrittene Wärmepumpe lärmrechtlich abzuklären,
ergab sich vorliegend jedoch nicht aus der Anzeige, sondern aus Art. 36 LSV. Ursache für
die Abklärungen war, dass für die Baupolizeibehörde Grund zur Annahme bestand, dass
die massgebenden Belastungsgrenzwerte durch die Wärmepumpe überschritten werden.
Die Anzeige sorgte lediglich dafür, dass die Baupolizeibehörde Kenntnis vom Sachverhalt
erhielt. Hätte kein Grund zur Annahme einer Überschreitung der Belastungsgrenzwerte
bestanden, hätten trotz Anzeige keine weiteren Abklärungen vorgenommen werden
müssen. Verursacht wurden die lärmrechtlichen Abklärungen somit durch den Betrieb der
Wärmepumpe und nicht durch die Anzeige. Dass sich aufgrund der Abklärungen
herausgestellt hat, dass die Wärmepumpe lärmrechtlich nicht zu beanstanden ist, ändert
daran nichts. Als Anlagebetreiberin gilt daher die Beschwerdeführerin als Verursacherin
des Baupolizeiverfahrens inklusive den Abklärungen durch das beco, womit sie auch die
entsprechenden Kosten zu bezahlen hat.
d) Demnach erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie wird abgewiesen, soweit
darauf eingetreten werden kann. Die angefochtene Verfügung wird bestätigt.
5. Kosten
a) Die Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr (Art. 103 Abs. 1 VRPG).
Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.--
bis Fr. 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV17). In
Anwendung dieser Bestimmungen wird die Pauschale auf Fr. 600.-- festgelegt.
16 Gebührentarif der Einwohnergemeinde Lengnau vom 11. März 2014 17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei
diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat somit die
Verfahrenskosten zu tragen.
b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder die Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen
als gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die unterliegende Beschwerdeführerin
hat den von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten somit deren Parteikosten zu ersetzen.
Die Kostennote der Parteivertreterin der von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten
beläuft sich auf Fr. 2'163.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) und gibt zu keinen
Bemerkungen Anlass.