Decision ID: 7f5066ba-1cc8-4a37-a17c-b3304050d1d4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976, absolvierte in Griechenland eine Verkaufslehre in einer Bäckerei
und
eine Ausbildung als
Coiffeuse
. In der Schweiz arbeitete sie als Küchenhilfe und Reinigungsangestellte (
Urk.
11/93/45). Zuletzt war sie ab September 2000 im Postdienst der
Y._
tätig (
Urk.
11/6/6 und 11/5). Wegen eines Wirbelsäulenleidens meldete sie sich im November 2005 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Rentenbe
zug an (
Urk.
11/1). Diese holte
diverse medizinische
Berichte (
Urk.
11/4, 11/8, 11/9, 11/12 und 11/18), einen Auszug aus dem individuellen Konto (
IK,
Urk.
11/5) sowie Auskünfte bei der Arbeitgeberin (
Urk.
11/14) ein. Ferner zog sie die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
11/7) und veranlasste eine
n
Abklä
rung
sbericht zur
beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
, der vom
9.
Dezember 2006
datiert
(
Urk.
11/19). Gestützt auf
eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
11/20/3)
sprach
sie der Versicherten
am 1
0.
April 2007 rückwirkend ab
1.
September 2005 eine ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 81
%
zu
(
Urk.
11/25 und 11/28-29).
Inzwischen
hatte
die Versicherte ihr zweites Kind zur Welt
gebracht
(
Urk.
11/27).
1.2
Im Herbst 2007 liess
die IV-Stelle
die Versicherte einen
Revisionsfragebogen ausfüllen (
Urk.
11/31) und
holte erneut Auskünfte bei der
Y._
(
Urk.
11/33)
sowie
dem behandelnden Facharzt für Rheumatologie, Prof.
Dr.
med.
Z._
, ein (
Urk.
11/34).
Mit formloser Mitteilung vom 1
9.
November 2007
bestätigte sie die bisherige ganze Rente (
Urk.
11/38). In der Folge reichte Prof.
Z._
das Formular für die Abklärung von Rentenansprüchen in den Europäischen Gemein
schaften (
Urk.
11/41) unter Beilage weiterer Arztberichte (
Urk.
11/40) ein.
Die zweite Rentenrevision
endete mit
formloser Mitteilung vom 17. Dezember 2008
, worin die I
V-Stelle
einen unveränderten Invaliditätsgrad fest
stellte
(
Urk.
11/54)
. Dabei stützte sie sich
auf
einen
von der Versicherten ausgefüllten Fragebogen (
Urk.
11/46), einen
aktuelle
n
IK-
Auszug (
Urk.
11/48)
und
einen Verlaufsbericht von Prof.
Z._
(
Urk.
11/49, ergänzend
Urk.
11/52).
Nach der Geburt des dritten Kindes im
Februar 2010
(
Urk.
11/56)
l
eitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein. Sie
liess die Versicherte abermals einen Fragebogen ausfüllen
(Urk.11/57)
und verlangte
einen aktuellen
IK-
Auszug (
Urk.
11/58) sowie einen Verlaufs
-
(
Urk.
11/62) und einen
weiteren Bericht
(
Urk.
11/61) von
Prof.
Z._
ein. Zudem holte sie einen
neuen
Bericht zur Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, datiert vom 2
8.
September 2010, ein (
Urk.
11/65). Wie zuvor bestätigte sie mit formloser Mitteilung vom 2
9.
Dezember 2010
den bisherigen
Invaliditätsgrad
(Urk.11/69)
,
verneinte indes
sen
mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2011 den Anspruch auf eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit (
Urk.
11/70). Im September 2012 reichte Prof.
Z._
auf Verlangen
erneut
einen
Bericht
ein (
Urk.
11/80).
1.3
Im aktuellen Revisionsverfahren liess
die IV-Stelle die Versicherte
wiederum
einen Fr
agebogen ausfüllen (
Urk.
11/82) und
holte einen Verlaufsbericht bei Prof.
Z._
ein (
Urk.
11/86)
.
Hernach
gab
sie
ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag. Das psychiatrische Teilgutachten wurde am
4.
Februar 2016 von Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothera
pie, erstattet (
Urk.
11/92), das rheuma
tologische Teilgutachten am 19.
Februar 2016 von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie (
Urk.
11/93). Die
gemeinsame
bidisziplinäre
Zusammenfassung datiert vom 1
9.
Februar 2016 (
Urk.
11/94). Das Gutachten wurde dem RAD zur Stellung
nahme vorgelegt (
Urk.
11/95 f.).
Anschliessend
kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
5.
März 2016 die Einstellung
ihrer
Rente an (
Urk.
11/97).
Zum von der Versicherten dagegen erhobenen
Einwa
nd (
Urk.
11/98; Begründung Urk.
11/103)
,
unter Beilage einer Stellungnahme von Prof.
Z._
(
Urk.
11/102) sowie einer E-Mail ihres Hausarztes (
Urk.
11/104)
,
holte die IV-Stelle eine
Stellungnahme der Gutachter ein (
Urk.
11/106-109)
. Dazu reichte
die Versicherte
erneut eine
Stellungnahme von
Prof
.
Z._
ein (
Urk.
11/115-116).
Die IV-Stelle liess sich
dabei wiederholt
vom
RAD
beraten
(
Urk.
11/3-5). Mit Verfügung vom 1
7.
November 2016 hob sie d
ie Rente der Ver
sicherten
auf das Ende des Folgemonats
von
deren
Zustellung
auf
und entzog einer
allfälligen
Beschwerde hiergegen die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
Ende Dezember 2016 stellte sie alsdann die Rentenzahlungen
ein
(
Urk.
11/121).
2.
2.1
Gegen den Entscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
2.
Dezember 2016 Beschwerde. Darin beantragte sie,
ihr
sei
weiterhin eine ganze
R
ente auszurich
ten; e
ventualiter sei ein rheumatologisches Obergutachten zu erstellen (
Urk.
1). Mit Eingabe vom 2
7.
Januar 2017 (
Urk.
5) reichte sie einen Bericht von Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
nach
(
Urk.
6)
. Nach Einsicht in beide Eingabe
n
schloss die IV-Stelle in der Beschwerdeantwort vom
3.
März 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Mit Eingabe vom 8.
September 2017 (
Urk.
13)
reichte die Versicherte
eine aktuelle Knochendichtemessung (
Urk.
14)
nach
, wozu
sich die
IV-Stelle am 2
5.
September 2017
äusserte
(
Urk.
16).
Die
se
Stellungnahme
wurde der
Versicherten
am 2
6.
September 2017
zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
17). Mit Verfügung vom 1
5.
August 2018 er
suchte das Gericht Prof.
C._
,
in Ergänzung seines Berichts
,
zur Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit der
von ihm
vorgeschlagenen medizinischen Massnahmen
Stellung zu nehmen
(
Urk.
19 und
20). Zu seinem Bericht vom 31.
August 2018 (
Urk.
24) äusserten sich die
Parteien
am
2
0.
September 2018 (
Urk.
26)
respektive
am
1.
Oktober 2018 (
Urk.
28).
2.2
Mit Beschluss vom 2
4.
Oktober 2018 ordnete das
G
ericht ein rheumatologisches
G
utachten an
und gab den Parteien Gelegenheit, sich zum in Aussicht genomme
nen Gutachter, PD
Dr.
med.
D._
, und dem vorgesehenen Fragenkatalog zu äussern (
Urk.
30). Es folgt
en mehrere Eingaben der Parteien im
Zusammenhang mit
Ausstandsgründen
gegen den Gutachter
(
Urk.
3
2-34, 36 und 38).
Mit
Beschluss vom
7.
Januar 2019 ernannte das
G
ericht
Dr.
D._
zum Gutachter und bestätigte den Fragenkatalog (
Urk.
40).
Der Gutachtensauftrag wurde am 1
8.
März 2019 erteilt (
Urk.
43). Sein Gutachten erstattet
e
Dr.
D._
am 2
6.
November 2019 (
Urk.
53). Die Versicherte nahm hierzu
am
5.
und 1
3.
Dezem
ber 2019 (
Urk.
57 und 58; Beilagen
Urk.
59), die Be
schwerdegegneri
n
am
7.
Januar 2020 (
Urk.
60)
Stellung
.
Die Eingaben wurden der jeweiligen Gegen
partei am
8.
Januar 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
61). In der Folge lud das Gericht mit Verfügung vom 1
6.
Januar 2020 die Pensionskasse der
Y._
zum Prozess bei (
Urk.
62). Deren Stellungnahme vom
9.
März 2020 (
Urk.
66) wurde den Parteien mit Verfügung vom 1
1.
März 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
67).
Die von der Versicherten dazu eingereichte Stellungnahme vom 18. März 2020 (
Urk.
69) wurde den übrigen Beteiligten a
m 2
4.
März 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
70).
Mit Eingabe vom 1
5.
April 2020 (
Urk.
72) reichte die Beschwerdegegnerin zwei in ihrem Dossier fehlende Unter
lagen (
Urk.
11/102,
Urk.
11/109) auf Ersuchen des Gerichts nach (
Urk.
73/1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG
).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar.
Eine revi
sionsbegründende Änderung kann
aber
auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen). Ferner kann ein Revi
sionsgrund unter Umständen in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog,
Dr.
D._
habe
über eine nicht zuverlässige Leistungsbereitschaft sowie Selbstlimitierung
berichtet
, weshalb er die Arbeits
fähigkeit medizinisch-theoretisch ein
ge
schätz
t habe
. Im Verlauf
sei
von einer Verbesserung berichtet
worden
, womit ein Revisionsgrund ausgewiesen und insbesondere von einer Verbesserung im Haushalt ausgegangen werden müsse (
Urk.
60).
Das geklagte Ausmass der Beschwerden mit Bezug auf eine
leichte körperliche
Arbeitstätigkeit ausser Haus sei mit Blick auf die Geburt von drei Kindern und die Bewältigung des Alltags nicht vollends schlüssig (
Urk.
28).
Die Knochendichtemessung vom September 2017 belege
zudem
keine Veränderung zwischen de
r
Messung von
Dr.
B._
und
dem
Erlass der angefochtenen Ver
fügung (
Urk.
16).
2.2
Die Beigelade
argumentierte
,
das
Gerichtsgutachten
sei beweiskräftig
.
Dr.
D._
gehe von einer Anpassung an die reduzierte Belastbarkeit
sowie
einer Stabilisierung durch die medikamentöse Behandlung
spätestens seit
Juni 2012 aus. Dies zeige sich
im
Zumutbarkeitsprofil. Zuvor sei der Beschwerdefüh
rerin eine angepasste Tätigkeit nicht zumutbar gewesen
(
Urk.
66
Ziff.
8-12)
.
Im
Haushalt bestünden
ebenfalls höchstens
noch geringe Einschränkungen. Nach
e
igenen Angaben hätten die Alltagsbeschwerden nachgelassen, sei
t
die Kinder älter seien. Die Beschwerdeführerin könne
diese
uneingeschränkt betreuen, Mahl
zeiten zubereiten, Gymnastikübungen machen und nach Griechenland reisen. Früher habe sie nicht kochen oder länger als
fünf
Minuten stehen und kaum ausserhäuslichen Aktivitäten nachgehen können (
Urk.
66
Ziff.
13 f.).
Damit bestehe kein Rentenanspruch mehr. Ab.
1.
Januar 2018 dürfte aufgrund von
Art.
27
bis
der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
wieder ein solcher bestehen (
Urk.
66
Ziff.
15 f.).
2.3
Die Beschwerdeführerin hielt
indessen
dafür, ihr Gesundheitszustand habe sich
,
wenn überhaupt
,
verschlechtert, zumal die Knochendichte gemäss der Messung vom September 2017 um
zirka
3
%
abgenommen habe (
Urk.
69 S. 3
;
Urk.
22;
Urk.
13
)
respektive die Deformität vorangeschritten sei (
Urk.
5)
.
Unabhängig davon, ob die Werte im Bereich der Osteopenie oder Osteoporose gelegen hätten, habe
sie
zu Beginn mehrere Knochenbrüche erlitten (
Urk.
1
Ziff.
5.6).
Dass nun
mehr mit
Lasten
von 7,5 statt
5 kg
selten und körpernah hantiert werden könne,
stelle keine wesentliche
gesundheitliche
Besserung dar (
Urk.
69 S. 5). Gemäss
Dr.
D._
gebe es
ausdrücklich
keine Hinweise, dass sich die Beschwerden, Befunde und Belastbarkeit namhaft verändert hätten. Damit fehle es an einem Revisionsgrund (
Urk.
69 S. 3 f.
;
Urk.
57
)
.
B
eim Invaliditätsgrad von 81
%
sei bereits
eine Restarbeitsfähigkeit berücksichtigt worden (
Urk.
69 S. 5).
Im Übrigen sei auch
im Alltag keine Anpassung erfolgt, vielmehr müsse ihr Ehemann von zuhause aus arbeiten
und zusammen m
it
der Putzfrau
den Haushalt
besorgen
. Dies habe
Dr.
D._
unterschlagen
. Auch miete sie auf der Fähre nach Griechenland eine Kabine, um sich hinzulegen
(
Urk.
69 S. 4 und 6
;
Urk.
58
).
Schliesslich sei d
ie Invaliditätsbemessung nach der neuen gemischten Methode
vorzunehmen
,
da
das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz vor Erlass der angefochtenen Verfügung
in Rechtskraft erwachsen
sei (
Urk.
6 S. 6 f.).
3.
3.1
Ein invalidisierendes psychisches Leiden wurde zu keinem Zeitpunkt dokumen
tiert (vgl.
Urk.
11/20/3 unten;
Urk.
11/92, insbesondere S. 19 und 21) und seitens der Beschwerdeführerin auch nicht behauptet
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
5.25)
. Zur Beur
teilung des medizinischen Sachverhalts aus rheumatologischer Sicht gab das Sozialversicherungsgericht eine Begutachtung bei
Dr.
D._
in Auftrag.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Gutachtens
ist entscheidend, ob e
s
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
2
Dr.
D._
hielt im Gutachten vom 2
6.
November 2019 z
usammenfassend fest
, es bestehe ein dominierendes chronisches
thorako-spondylogenes
Syndrom mit zumindest intermittierend
einer
Tendenz zur Schmerzgeneralisierung, wobei in struktureller Hinsicht eine reduzierte Knochendichte, eine bioptisch verifizierte Osteoporose, mehrere inzwischen konsolidierte Brustwirbelkörper- und Rippen
frakturen ohne adäquates Trauma und als Folge davon eine weitgehend fixierte thorakale Hyperkyphose mit
Kopfprotraktion
und
Flèche
von aktuell 9 cm aufge
treten sei
en
.
Ferner
lasse sich e
ine Tendenz zur Hyperlaxität bestätigen
, wodurch e
ine
Verschlechterung der Prognose der Osteoporose-Behandlung möglich,
aber
nicht sich
er
beweisbar
sei
. Die beschriebenen Beschwerden wie auch die objekti
ven Befunde würden im Wesentlichen den
bei
der Rentenzuspr
e
ch
ung
erhobenen entsprechen; neue Frakturen seien seither nicht beschrieben worden, wofür auch die gleichbleibende
Körpergrösse spreche.
Ein «Fibromyalgie-ähnliches» Schmerzsyndrom sei bereits initial beschrieben worden und entspreche
einem
heut
igen
unspezifischen Beschwerdeanteil. Es sei
anzunehmen
, dass
die beobach
te
t
e
Selbstlimitierung das Korrelat
hier
zu
darstelle und einem weitgehend unwill
kürlich
en Verhalten zur Schmerzvermeidung
entspreche.
Bezüglich
der Alltags
aktivitäten
wie auch
des Beschwerdeausmasses bestünden keine
Hinweise
, dass
sich die Situation gegenüber dem Jahr 2007 namhaft verändert habe
(
Urk.
53
S. 25).
3.
3
Ausgewiesen seien
das Vorhandensein einer fixierten Wirbelsäulenfehlform, die hinsichtlich der rein strukturellen Situation als mässig zu bezeichnen sei, eine erheblich reduzierte Belastbarkeit gegenüber mehr als leichten axialen und mehr als sehr leichten Achsen abweichenden Belastungen
sowie
die Notwendigkeit von Wechselpositionen und die weitere Behandlungsbedürftigkeit der Grunddiagnose. Erschwert werde die Einschätzung
aufgrund
der Überlagerung durch ein schmerz
vermeidendes Verhalten, das zu einer ausgeprägten Selbstlimitierung im Rahmen der Belastbarkeitstests führe. Die Konsistenz
im
Verhalten stehe aber in Überein
stimmung mit der Beschreibung von Alltagsaktivitäten wie auch einer geringen
Trophik
im Bereich der Hände als Hinweis auf geringe körperliche Aktivitäten.
Dies
ergebe doch einen erheblichen Schweregrad und begründe eine Einschrän
kung der Ar
beitsfähigkeit (
Urk.
53 S. 25). Die Beschwerden seien
unter Berück
sichtigung der objektiven Befunde hinsichtlich der Wirbelsäulenfehlform,
der
Haltungsinsuffizienz,
der
Tendenz zur Hyperlaxität und
der
reduzierten Belast
barkeit der Knochenstrukturen grundsätzlich plausibel, allerdings ergäben sich bezüglich des gezeigten und beschriebenen Ausmasses der Einschränkungen gewisse Vorbehalte.
Das beschriebene Ausmass
lasse sich
indessen
nicht allein durch objektive und strukturelle Veränderungen begründen (
Urk.
53 S. 27).
3.
4
Zumutbar sei der Beschwerdeführerin eine wechselbelastende Tätigkeit im Sinne des Gehens, Stehens und Sitzens mit weitgehend freier Einteilung. Das Hantieren von seltenen Lasten sei möglich
,
achsennah bis 7,5 kg, achsenabweichend bis
5 kg ab Boden und horizontal und über Kopf bis 5 kg. Zudem sollte die Beschwer
deführerin nur selten in vorgeneigter Position, über Kopf und in stark rotierten Positionen mit der Brustwirbelsäule arbeiten. Zu vermeiden seien Ganzkörper
vibrationen und nicht voraussehbare plötzliche Krafteinwirkungen auf die Wirbelsäule, zum Beispiel stehend in bewegten Verkehrsmitteln (
Urk.
53 S. 27). In einer solchen Tätigkeit
sei
eine Präsenz von fünf Stunden pro Tag bei einem Pausenbedarf von einer Stunde zumutbar. So erhöhe sich der Pausenbedarf nach einem halben Tag überproportional. Leistungseinschränkungen bestünden dabei keine. Es resultiere eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50
%
bezogen auf ein Vollzeitpensum (
Urk.
53 S. 29).
Unter Berücksichtigung der Einschätzung der körperlichen Belastung durch die ehemalige Arbeitgeberin sowie der Beschreibung durch die Beschwerdeführerin sei davon auszugehen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im grösseren Mass im Sitzen erfolgt sei, teilweise in Wechselpositionierung, im Laufe des Tages wenig variiert
habe und dabei selten auch bis
mit bis zu
mittelschwere
n
Gewichte
n
hantiert worden sei. Daraus ergebe sich eine zeitliche wie auch leistungsmässige Einschränkung, die im Vergleich zu einer optimal angepassten Tätigkeit etwas stärker sei. Die angestammte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus heutiger Sicht halbtags zumutbar, wobei zu den üblichen Pausen zusätzliche 30 Minuten zu berücksichtigen seien. Für das Zumutbarkeitsprofil übersteigende Gewichte benötige sie Hilfe. Dies entspreche einer Leistungsminderung von 10
%
. Bezogen auf ein Vollzeitpensum betrage die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
somit 35
%
(
Urk.
53 S. 28).
Diese Beurteilung gelte ab August 201
2.
Ab diesem Zeitpunkt sei als Folge der medizinischen Behand
lung und angesichts der Anpassung an die reduzierte Belastbarkeit von einem stabilisierten
Z
ustand auszugehen (
Urk.
52 S. 28 u. S. 30).
3.5
Insgesamt
erfüllt d
as Gerichtsgutachten
somit
die vom Bundesgericht formulier
ten
allgemeinen
beweisrechtlichen Anforderungen
an medizinische
Entscheid
grundlagen
. Neben den
in der Untersuchung vom 2
4.
u
nd 2
5.
Juni 2019 erhobe
nen klinischen Befunden, den Bildbefunden und den Angaben der Beschwerde
führerin würdigte
Dr.
D._
auch das Ergebnis der von ihm veranlassten Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) sowie die
Vorakten
(
Urk.
53, insbesondere S. 24 ff. und 31 f.).
Dabei wies er auch auf erschwerte Umstände bei der Beurteilung in Form einer ausgeprägten Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin
hin
. Aufgrund der Konsistenz in allen Zeiten und Lebens
bereichen sah er darin jedoch keine bewusste Aggravation, sondern ein «Angst-Vermeidens-Verhalten» als Ausdruck eines gewissen Leidensdrucks (
Urk.
53
S. 32).
Die
von ihm
letztlich
festgestellten strukturellen Veränderungen sowie die damit einhergehende verminderte Belastbarkeit der Brustwirbelsäule stehen
im Wesentlichen
im Einklang mit den übrigen medizinischen Akten
. Eine Ausnahme bildet die von
Dr.
B._
ohne nähere Begründung
postulierte
Gewichtslimite
von 12,5 kg (
Urk.
11/93/46), welche von
Dr.
D._
unter Hinweis auf die anhaltend reduzierte Stabilität des Knochens nachvollziehbar als willkürlich b
eurteilt wurde
(
Urk.
53 S. 32)
.
Diskrepanzen zeigen sich vor allem in der
medizinische
n
Folgenabschätzung
, welche
indessen
notwendigerweise eine hohe Variabilität auf
weist und unaus
weichlich Ermessenzüge trägt.
Denn zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit besteht bei somatisch
wie auch
bei psychisch dominierten Leiden keine Korrelation
(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1)
.
D
as zumutbare Arbeitspen
sum bezogen auf ein Vollzeitpensum
wurde
von
Pr
of.
C._
mit 25
%
(vgl.
Urk.
6 und 24),
von
Prof.
Z._
mit
0
%
(vgl.
Urk.
11/86/2)
und
von
Dr.
B._
mit
100
%
(
Urk.
11/93/43
f. und 9/93/45 f.
)
veranschlagt
.
Schlüssig führte
Dr.
D._
hierzu aus,
mit der Beurteilung einer vollen Arbeitsfähigkeit stelle
Dr.
B._
den Gesundheitszustand und die Belastbarkeit der Beschwer
deführerin grundsätzlich derjenigen eines gesunden Mitarbeiters am gleichen Arbeitsplatz gleich. Dies scheine unter Berücksichtigung des diskutierten Schweregrades
[des Leidens]
auch bei strenger Haltung eines Gutachters nicht wirklich glaubwürdig. Dies gelte umso mehr, als
Dr.
B._
die zur
Rentenzu
spr
e
ch
ung
im Jahr 2007 führenden Einschätzungen als zutreffend bezeichnet habe
; es überzeuge nicht und beruhe auf rein selektiven Argumenten,
eine folg
lich
massive
Verbesserung des Gesundheitszustandes
, die zur vollen Arbeits
fähigkeit
führe
, unter Berücksichtigung rein struktureller Elemente zu begründen. Nachvollziehbar sei hingegen eine vorübergehende Verschlechterung der Gesundheitssituation durch zwei zusätzliche Wirbelkörperfrakturen mit konseku
tiv etwas vergrössertem
Kyphosewinkel
, wie sie von Prof.
Z._
postuliert worden sei. Die von
diesem
als klinisch relevant eingestuf
te Messung der
Kopf
protraktion
sei allerdings nicht über
die Zeit dokumentiert und auch wenn die Knochenqualität durch die klinisch postulierte Bindegewebeschwäche weniger gut beeinflussbar sei, schliesse dies eine gewisse Adaption hinsichtlich der Funk
tion im Laufe der Zeit nicht aus
(
Urk.
53 S. 32).
Ergänzend ist
in Bezug auf die Berichte der behandelnden Arztpersonen auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
3.6
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis
letztlich
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt.
Eine a
bweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
; Urteil des Bundesgerichts
8C_776/2018 vom
9.
Mai 2019 E. 3).
Nach dem vorstehend Ausgeführten
ist
kein zwingender Grund
ersichtlich
, der es rechtfertigen würde,
vorliegend
vom Gerichtgutachten
abzuweichen.
Demnach muss davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin
in einer
Tätigkeit, die
dem
von Dr.
D._
definierten Zumutbarkeitsprofil entspricht, seit Sommer
2012
medizinisch-theoretisch
zu 50
%
arbeitsfähig ist.
Die
Leistungsfähigkeit in der
bisherige
n
Tätigkeit bei der
Y._
beträgt
abzüglich des erhöhten Pausenbedarfs und des Hantierens mit Gewichten, die über das Zumutbare hinaus
gehen, noch 35
%
.
Da
die ganze Rente
mit Verfügungen vom 1
0.
April 2007 (
Urk.
11/28-29) auf der Grundlage einer vollen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
zugesprochen wurde
(
Urk.
11/25),
ist daher im Weiteren zu klären, ob ein mate
rieller Revisionsgrund nach
Art.
17 ATSG gegeben ist oder eine aus rechtliche
r
Sicht
nicht relevante
abweichende Beurteilung eines unveränderten Sachverhalts vorliegt.
4.
4.1
Wie eingangs bereits dargelegt, schliessen i
dentisch gebliebene Diagnosen eine revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) grundsätzlich nicht aus
(vgl.
E. 1.2)
. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad eines Leidens sich verringert hat oder
aber
es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen. Ob eine derartige tatsächliche Änderung vorliegt oder
stattdessen
eine revisionsrechtlich unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustands, bedarf auch mit Blick auf die mitunter ein
schneidenden Folgen für die versicherte Person einer sorgfältigen Prüfung. Dabei gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglich
keit einer Verbesserung
tatsächlicher Art genügt nicht
(vgl. Urteil des Bundesge
richts
8C_493/2011 vom 2
3.
November 2011 E. 2.1.3).
4.2
In diesem Sinne hängt der
Beweiswert
des
zwecks Rentenrevision erstellten
Gerichtsgutachtens von
Dr.
D._
auch
wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung
des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beur
teilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es
nämlich
in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung
der tatsächlichen Verhältnisse
stattgefun
den hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesund
heitlichen Verhältnisse sich verändert haben (
vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichts 9C_710/2014 vom 2
6.
März 2015 E. 2 mit weiteren Hinweisen
).
4.
3
Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen beurteilt sich
vorliegend
unbestrittenermassen durch Vergleich des Sachverhalts, wie er
bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung am 1
0.
April 2007 bestanden hat
, mit
demjenigen zur Zeit der streitigen Revisions
verfügung (BGE 134 V 131 E. 3).
Dem ist nichts hinzuzufügen, zumal der medizinische Sachverhalt in den bishe
rigen Revisionsverfahren
allein
anhand der Angaben der Beschwerdeführerin und ihres behandelnden Arztes geprüft wurde (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.
2
), weshalb die gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV ergangenen formlosen
Mitteilungen betreffend
den
unveränderten Invaliditätsgrad von 81 %
nicht als Vergleichsbasis herange
zogen werden können (vgl. im Detail: Urteile des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 und
8C_185/2017 vom
6.
Juli 2017 E. 5.2).
4.4
Dr.
D._
führte hierzu aus, es gäbe
keine Gründe, weshalb sich die Gesund
heitssituation seit dem Jahr 2007 namhaft verändert haben sollte. Dies entspreche im Wesentlichen auch der subjektiven Einschätzung. Verändert hätten sich mög
licherweise die Anforderungen im Haushalt, wobei
die Familie bei der ursprüng
lichen Erhebung noch kleiner, aber die Kinder noch jünger gewesen seien. Da keine Erwerbstätigkeit ausge
übt
werde, bestehe diesbezüglich auch keine Refe
renz. Objektive Verlaufsparameter würden zumindest im Referenzzeitraum
in den Jahren
2007 bis 2016
respektive
-
unter Einbezug der Bildgebung vom 2
8.
Dezember 2017
-
auch später keine messbare Veränderung zeigen. Die Argu
mentation
von Dr.
B._
und
auch
die
von
Prof.
Z._
gingen
an der eigentlichen Problemstellung vorbei.
Die zentrale Frage der Besserung oder Verschlechterung des Gesun
d
heitszustandes seit 2007 werde durch deren Darle
gungen nicht beantwortet. Ein gebesserter
Gesundheitszustand
liege nicht vor
, zumindest was die Beschwerden, die klinischen Befunde und die radiologische Situation anbelange. Dies schliesse indessen nicht aus, dass sich
im Laufe der Zeit
eine gewisse Anpassung an die Beschwerden und die Einschränkungen im Alltag ergeben habe. Dies begründe eine im Verlauf anzunehmende etwas höhere Belastbarkeit,
di
e dem aus heutiger medizinischer Sicht Zumutbaren entspreche
. Ob dies reiche, eine früher zugesprochene Rente aufzuheben, könne nicht beur
teilt werden
(
Urk.
53 S. 26).
Dem fügte
Dr.
D._
hinzu, dies sei kein Wider
spruch, zumal bekanntlich keine lineare Verknüpfung zwischen Gesundheitszu
stand und Funktionsfähigkeit bestehe. Eine Verbesserung der Funktionsfähigkeit sei, unabhängig von der Entwicklung der Knochendichte, aber mit dem Argument fehlender frischer Frakturen, gegeben (vgl.
Urk.
53 S.
31
).
Der zeitliche Verlauf der Arbeitsfähigkeit
, so
Dr.
D._
ferner,
lasse sich nur bedingt aufzeigen, da die Dokumentation im Referenzzeitraum sehr dürftig sei und der Effekt der Behandlung
respektive der
Anpassungen an die Erfordernisse des Alltags durch die nochmalige Schwangerschaft und Stillperiode wahrschein
lich beeinfluss
t
worden sei. Letztlich bestehe eine Progredienz nach
dem Jahr
2006, wann genau eine stabile Situation eingetreten sei, lasse sich jedoch nicht sicher eruieren
. Rein empirisch sei von einem stabilen Zustand spätestens zwei Jahre
nach Abschluss der
Stillperiode
der letzten Schwangerschaft, d
as heisst
ab August 2012, auszugehen. Die in den Jahren 2014 und 2018 durchgeführten Ope
rationen hätten jeweils kurzfristig eine volle Arbeitsunfähigkeit im Rahmen von eine
m
Monat bewirkt
(
Urk.
53 S. 30). Unter der Annahme, dass sich im Laufe der Zeit einerseits eine gewisse Anpassung an die reduzierte Belastbarkeit sowie eine gewisse Stabilisierung durch die medikamentöse Behandlung mit fehlenden neuen Frakturen ergeben habe, anderseits keine objektiven Hinweise auf eine Veränderung der Beschwerden und Befunde begründbar sei, dürfte der heutige Zustand weitgehend demjenigen
ab Juni [richtig: August]
2012
entsprechen (
Urk.
53 S. 28).
4
.
5
Damit erfüllt das Gerichtsgutachten auch
sämtliche
beweisrechtlichen
Anforde
rungen
,
welchen bei der Beurteilung eines
medizinischen Sachverhalts in Revi
sionsfällen zusätzlich Beachtung zu schenken ist
.
Unerheblich ist,
dass Dr.
D._
nur bedingt Aussagen betreffend den konkreten
Verlauf des Grades der Arbeitsfähigkeit zu machen
vermochte
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesge
richt
s
9C_347
/2017
vom 25. April 2018 E. 6.2.1). So legte er die damit verbun
denen Probleme
(dürftige Dokumentation, weitere Schwangerschaft und Stillzeit, Selbstlimitierung)
offen und beantwortete die Frage, wie auch diejenige der aktuellen Arbeitsfähigkeit, notgedrungen medizinisch-theoretisch.
Hervorzuheben ist
, dass
P
rof.
Z._
in
seiner Stellungnahme vom 14.
Oktober 2016
ebenfalls
ausdrücklich fest
hielt
, dass eine gewisse Gewöhnung der Beschwerdeführerin an die Situation des Zustandes mit Frakturen und konsekutiver Kyphose der Brustwirbelsäule mit chronischer Überlastung der gesamten Rückenmuskulatur sicher stattgefunden habe. Die Beschwerdeführerin habe sich an diese Situation adaptieren müssen (vgl.
Urk.
11/115/2).
Ebenso gab diese
in der Begutachtung
gegenüber
Dr.
D._
an, dass sich keine wesentliche Änderung ergeben habe, sondern sie sich mit der Zeit an die Probleme angepasst habe und versuche, trotzdem ein einigermassen normales Leben zu führen (
Urk.
53 S. 16
; vgl. ferner auch die Angaben in der psychiatrischen Exploration,
Urk.
11/92/11
).
Zudem sind seit mehreren Jahren
keine neuen Knochenfrakturen mehr
belegt
. Das Auftreten solcher wurde von den behandelnden Arztpersonen höchstens vermutet (vgl.
Urk.
11/104,
11/11
5/1
). Darüber hinaus hatte Prof.
Z._
noch am 1
4.
Juni 2015 berichtet, die Beschwerdeführerin nehme täglich
unter anderem
3
g Dafalgan ein (vgl.
Urk.
11/86/3)
, wobei die Beschwer
deführerin selbst in der ersten Begutachtung vom
8.
Februar 2016 die Einnahme von zwei Tabletten Dafalgan pro Tag, die letzte am selbigen Morgen, bestätigt hatte (vgl.
Urk.
11/93/33). In der gleichentags erfolgten Blutuntersuchung liess sich dieses Medikament indessen nicht nachweisen
(vgl.
Urk.
11/
93/
47).
4.
6
Schliesslich ist der Beigeladenen beizupflichten, dass sich auch
im Privatleben der Beschwerdeführerin
zahlreiche
Hinweise auf einen besseren Umgang mit ihre
m
Leiden
und einer daraus folgenden
höheren
Leistungsfähigkeit
ergeben
. Bei der ersten Haushaltsabklärung
am 1
8.
Dezember 2006 wurde eine Einschränkung von knapp 63
%
festgestellt. Damals
gab die Beschwerdeführerin an, sie könne nicht mehr kochen, sondern nur noch
Essen
aufwärmen, weil sie nicht länger als fünf Minuten stehen könne
. Die Reinigung von Küche und Bad sowie die Wohnungspflege, inklusive Abstauben, müsse ihr Ehemann übernehmen. Sie selbst könne nur leichte Aufräumarbeiten erledigen, im Notfall etwas mit dem Lappen vom Boden aufwischen, maximal ein Lavabo oberflächlich reinigen, das Duvet etwas aufschütteln
oder kleine Wäschestücke im Sitzen zusammenlegen
(vgl.
Urk.
11/19/4
f.). Um die Körperpflege des Kindes kümmere sich grösstenteils der Ehem
ann. Sie könne es nicht mehr baden, seit es sechs Monate alt sei.
Ausserhäusliche Tätigkeiten seien ihr praktisch nicht möglich
und
si
e
vermöge nur kurze Spaziergänge zu machen (vgl.
Urk.
11/19/5 f.)
.
Im Rahmen der zweiten Haushaltsabklärung vom 2
7.
September 2010
erklärte die Beschwerdeführerin
, sie könne nicht länger als
zehn
Minuten sitzen, sie liege praktisch den ganzen Tag. Der neu hinzugekommene Schwindel verunmögliche es ihr unter ander
e
m auch im Haushalt
mitzuhelfen
.
Da ihr Ehemann im Home
office arbeite, benötige sie keine Dritthilfe für den Haushalt und die Kinderbe
treuung (vgl.
Urk.
11/65/2).
Ihre übrigen Angaben entsprachen weitestgehend denjenigen im Jahr 2006, weshalb im
Aufgabenbereich
eine
annähernd unverän
derte
Einschränkung von 62
%
resultierte (vgl.
Urk.
11/65/3-6).
Gemäss Einschätzung von Prof.
Z._
vom 1
4.
Juni 2015 ist die Beschwer
deführerin heute indessen - nach Abzug der Ruhepausen von insgesamt vier Stunden – täglich 9 Stunden als Hausfrau und Mutter dreier Kinder tätig, wobei er ihr
e
Leistungsfähigkeit als um 50
%
vermindert beurteilte (vgl.
Urk.
11/86/2). Sie selbst gab in der Begutachtung
vom
8.
Februar 2016
an, regelmässig
20 Minuten gymnastische Übungen und
einen Spaziergang von 30
Minuten mit Pausen nach jeweils 10 Minuten zu machen. Sie schwimme gerne und gehe mit ihrer Familie ins Hallenbad. Ihr Ehemann gehe zwischen 10 und 11 Uhr aus dem Haus und komme erst gegen 20 oder 21 Uhr nach Hause.
Sie betreibe zudem eine eigene Seite bei Facebook, die Bilder und Texte lade sie mit ihrem Tablet
hoch
. Sie verfüg
e
über ein Auto und fahre kurze Strecken selbst. Die Sommerferien 2015 habe sie bei ihren Eltern in Athen verbracht. Die Familie sei mit dem Auto dorthin gefahren und von Ancona bis nach Griechenland mit der Autofähre gereist (vgl.
Urk.
11/93/31 f.).
Schliesslich äusserte sich die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
D._
im Juni 2017
dahingehend
, sich hauptsächlich um die Kinderbetreuung, einschliesslich
Hausaufgaben, zu kümmern und
die
Mahlzeiten zuzubereiten. Kurzzeitig helfe sie im Haushalt mit, wobei sie jederzeit die Möglichkeit habe, sich 10 Minuten hinzulegen. Sie gehe regelmässig mit dem Ehemann und den Kindern spazieren. Die Ferien im Sommer würden sie jeweils in Griechenland verbringen. Manchmal würden sie fliegen, manchmal mit dem Auto und der Fähre fahren, wobei sie hinten im Auto und in der Kabine auf der Fähre liegen könne (vgl.
Urk.
53 S. 17 f.).
4.
7
Zusammenfassend
ist ges
t
ützt auf die Feststellungen der
Mediziner
und
die
Angaben der
Beschwerdeführerin
von
ein
e
m
inzwischen wesentlich
bessere
n
Umgang mit den Beschwerden
auszugehen
, der sich
sichtlich in der
Bewältigung des Alltags und
der
Gestaltung der Freizeit
manifestiert
.
D
ie Beschwerdeführerin
ist
nunmehr fähig, wesentlich länger als 5 oder 10 Minuten zu sitzen
oder
zu stehen, andernfalls weder ein Flug, noch eine siebenstündige Autofahrt
, noch kurze Strecken am Lenkrad eines Autos
oder netto 9
Stunden Haushaltsarbeit
mit
Kinderbetreuung pro Tag möglich wären. Auch die Aktivitäten
der Beschwerde
führerin
zusammen mit
ihrer
gewachsenen
Familie haben deutlich zugenommen.
Sodann ist davon auszugehen
, dass sie die Einnahme von Schmerzmitteln redu
ziert hat
.
Eine tatsächliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit durch eine bessere
Leidadaption
ist
daher
nach
sorgfältiger Prüfung überwiegend wahrscheinlich, weshalb ei
n Revi
sionsgrund im Sinne von Art. 17
ATSG zu bejahen
ist
.
D
ies
rechtfertig
t
eine allseitige Neuprüfung des Rentenanspruchs
unter Berücksichti
gung der im Gerichtsgutachten festgelegten Arbeitsfähigkeiten.
5.
5.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b). Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränder
ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin
wie bereits bei der Zusprechung der Rente (vgl.
Urk.
11/25)
als zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Aufgaben
bereich (Haushalt, Kinderbetreuung) tätig zu qualifizieren ist.
Dies ist mit Blick auf
ihre
konsistenten Angaben in den Haushaltsabklärungen (vgl.
Urk.
11/19
/2 und 11/65/1) sowie das Alter
ihres
jüngsten Kindes, geboren
im
Februar 2010
(
Urk.
11/65/1)
, nicht zu beanstanden
.
5.
2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die zwischen den Beteiligten
umstrittene
Frage
, welches Berechnungsmodell der gemischten Methode vorliegend Anwendung findet,
hat das Bundesgericht bereit
s
entschieden. Die Bestimmungen der IVV vom 1. Dezember 2017 sind am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berech
nungsmodell eingeführt. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung indessen jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 1
7.
November 2016 und somit vor dem Inkrafttreten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwen
dung gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2018 E. 5.3 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Met
hode (grundlegend BGE 125 V 146
) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbe
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der
Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinva
liditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
5
.3
Zur Ermittlung der Einschränkung im
erwerblichen
Bereich
ist ein Einkommens
vergleich durch
zu
führen.
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin heute als gesunde Person mit einem Arbeitspensum von 50 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der
Y._
tätig wäre. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen besteht in dieser Tätigkeit indes nur noch eine Leistungs
fähigkeit von 35
%
. Daraus ergibt sich
eine Erwerbseinbusse von 30
%
und
folglich – gewichtet mit 50
%
–
ein Teilinvaliditätsgrad
für den Erwerbsanteil von 1
5
%
.
Im Übrigen legen d
ie
Angaben der
Y._
im Fragebogen vom 1
9.
Januar 2006
nahe
, dass die
Höhe der jährlich ausbezahlten Boni von höchsten
s
Fr.
2'500.--
nicht vom Pensum abhing (vgl.
Urk.
11/6/
7
)
,
was den Invaliditätsgrad jedoch nur minim beeinflusst
.
Es stellt sich
d
ie Frage, ob die Beschwerdeführerin in einer an ihr Leiden angepassten Tätigkeit einen höheren Verdienst erzielen und so im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht ihre Erw
erbseinbusse verringern könnte.
5.4
Gemäss den Angaben der
Y._
hätte die Beschwerdeführerin mit einem Arbeits
pensum
von 80
%
im Jahr 2007
jährlich
Fr.
42'050.
--
verdient (
Urk.
11/33/4 und 11/33/8)
.
Wie erwähnt
wurde ihr gemäss den
IK-Einträgen (vgl.
Urk.
11/5) und Angaben der
Y._
(vgl.
Urk.
11/6/
7
)
zusätzlich
ein variierender Bonus ausbezahlt, der
im Jahr 2003
Fr.
1'500
.--
und in den beiden Folgejahren jeweils
Fr.
2'500.-
-
, durchschnittlich also
Fr.
2’166
.-- betrug.
Damit hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 im Rahmen des hypothetisch von ihr im Gesundheitsfall ausgeübten 50%-Pensums einen Verdienst von Fr.
28’447
.-- (= [42
'050
: 8 x 5] +
2’166
)
erzielt
.
Unter Berücksichtigung der
n
ominal
en E
ntwicklung
der Frauenlöhne
(Stand
2’454
im Jahr 2007, Stand
2’709
im Jahr 2016; Tabelle
T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018
und
1976-2009)
resultiert für das Jahr 2016
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
31’403
.-- (
=
2
8’447
:
2
’
454
x
2
’
709
)
.
Hinsichtlich des Invalideneinkommens ergibt sich a
nhand der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) für das Jahr 2014 (Tabelle
TA1_tirage_skill_level
, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1 [Zentralwert für Hilfsarbeiten])
ein
Monatslohn
für
Frauen
von
Fr.
4’300
.--; angepasst an die Nominallohnentwicklung
(Stand
2
’
673
im Jahr 2014
und 2'709 im Jahr 2016
)
,
an
die betriebsüblic
he Arbeitszeit von 41.7 Stunden und
an
das in einer angepassten Tätigkeit zumutbare Arbeitspensum von 50
%
errechnet sich ein
Einkommen
von
Fr.
27’259
.-- (
=
4
’
300
x 12
:
2
’
673
x
2
’
709
: 40 x 41.7
x 0.5
) im Jahr 201
6
.
Auf das
auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelte Invalideneinkommen gewährt d
ie Rechtsprechung insbesondere dann einen Abzug
,
wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfs
arbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014
vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Zumutbar
sind
der Beschwerdefüh
rerin g
emäss
Dr.
D._
wechselbelastende Tätigkeiten
mit
seltenem Hantieren
von
Lasten bis 5 (achsennah auch bis 7,5) kg
. Nur selten sollte sie in
vorgeneigter Position, über Kopf
oder
in
«
stark
»
rotierten Positionen mit der Brustwirbelsäule arbeiten.
Ganz zu vermeiden
hat sie
Ganzkörpervibrationen und nicht vorausseh
bare plötzliche Kraft
einwirkungen auf die Wirbelsäule
(vgl. E. 3.4).
Damit besteh
t
für die Beschwerdeführerin noch
ein genügend grosses Spektrum an Verweistä
tigkeiten
, so dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Lohneinbusse zu erwarten ist
(vgl.
dazu
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen
und
8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Dem
erhöhte
n
Pausenbedarf
trug
Dr.
D._
bereits
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
Rechnung.
Im Übrigen weisen die Statistiken bei Frauen im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) für Teilzeitarbeit zwischen 50 % und 89 % höhere Löhne
als für
eine
Vollbeschäftigung aus, weshalb sich auch unter dem Aspekt
Teilzeitarbeit
kein Abzug rechtfertigt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3).
Wird dem
Valideneinkommen
von Fr.
31’403
.-- das Invalideneinkommen in einer
leid
ens
adaptierten
Tätigkeit von
Fr.
27’259.-- gegenübergestellt, resultiert
eine Einkommenseinbusse von
13,2
%
.
Gewichtet mit
50 %
resultiert ein massgeben
der T
eilinvaliditätsgrad
für den erwerblichen Bereich
vo
n
6,6
%
.
5.
5
Die
Einschränkung im Aufgabenbereich
wurde
im Abstand von drei Jahren
bereits
von zwei verschiedenen Abklärungspersonen untersucht und übereinstim
mend mit 62
,8
respektive 62
%
beurteilt
(
Urk.
11/19
/7
und 11/65
/6
). Inzwischen sind die drei Kinder älter geworden, was für die Beschwerdeführerin mit einer geringeren körperlichen Belastung bei der Kinderbetreuung
verbunden ist
. Durch die Mithilfe der Kinder erfährt sie mittlerweile
sogar
eine gewiss
e Entlastung im Haushalt (etwa beim Abwaschen, vgl.
Urk.
11/92/12
). Aus medizinischer Sicht besteht gemäss Gerichtsgutachten ein stationärer Befund bei verbessertem Umgang mit den Beschwerden (vgl. E. 4). Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass
eine erneute
Abklärung eine höhere Einschränkung im Aufgabenbereich für das Jahr 2016
ergäbe
. Es resultiert
somit
ein
gewichteter
Teilinvaliditätsgrad von maximal 31,4
%
.
Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin inzwischen eine
Reinigungskraft
angestellt
hat
(vgl.
Urk.
58 und 59/1-2)
, zumal von einem weitgehend unveränderten medizinischen Sachverha
l
t, aber deutlich gebesserten finanziellen Verhältnissen der Beschwerdeführerin (
Bezug einer Eigentums
wohnung und
Anschaffung zweier Fahrzeug
e
;
vgl.
Urk.
11/65/3 unten und 11/92/8
)
auszugehen ist.
5.6
Addiert man die Teilinvaliditätsgrade für den Erwerbsanteil (6,6
%
) und den Aufgabenbereich (31,4
%
), resultiert eine Gesamtinvaliditätsgrad von 38
%
, der keinen Anspruch auf eine Invalidenrente gibt.
6
.
6.1
Zusammenfassend
ist
nach
Einsicht in das Gerichtsgutachten
nicht zu be
an
stan
den, dass die Beschwerdegegnerin die Rente mit dem angefochtenen Entscheid
aufgehoben hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.
6.2
Wurde eine Rente
– wie vorliegend mit Verfügung vom 1
7.
November 2016 –
vor dem 1. Januar 2018 wegen eines zu geringen Invaliditätsgrads einer teilerwerb
stätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich betätigte, verweigert, so wird n
ach Absatz 2 der
Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017 eine neue Anmeldung geprüft, wenn die Berechnung des Invaliditätsgrads nach Artikel 27
bis
Absätze 2–4 IVV voraussichtlich zu einem Rentenanspruch führt
.
Gemäss dem neuen Berechnungsmodell wird das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, neu auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und
anschliessend
die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den
sie
hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berech
nung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbe
reich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Aufgrund der
ermittelten Einkommen und
der
bislang angenommenen Einschränkung im Aufgabenbereich
(vgl. E. 5.4 und 5.5)
sind vorliegend die Voraussetzungen für eine Neuanmeldung erfüllt, wobei die Beschwerdeführerin
bereits
die Anwendung des neuen Berechnungsmodells verlangte (vgl.
Urk.
69
S. 7
Rz
4.9).
Da rechtsprechungsgemäss der Verfügungszeitpunkt d
ie Grenze der ger
ichtlichen Überprüfungsbefugnis
bildet
(vgl. etwa BGE 131 V 407 E. 2
.1.2.1 und BGE 129 V 354 E. 1), ist die Sache
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent
scheids an
die Beschwerdegegnerin
zu überweisen
, damit diese
prüf
t
, ob
unter der geänderten Verordnung
ein neuer Rentenanspruch entstanden ist.
7.
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.– bis Fr. 1‘000.– festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind vorliegend auf
Fr.
1’0
00
.– anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.