Decision ID: bb1b862e-75bf-4ad9-9662-892514bcf5c9
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten führt gegen A. eine Strafuntersu-
chung wegen einer Serie von Sachbeschädigungen, die im Zeitraum 20.
April - 16. Mai 2022 in Wohlen (AG) stattfand.
1.2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau versetzte A. auf An-
trag der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 18. Mai 2022 mit Verfü-
gung vom 19. Mai 2022 einstweilen bis zum 16. Juli 2022 in Untersu-
chungshaft. Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Entscheid vom
15. Juni 2022 (SBK.2022.177) durch die Beschwerdekammer in Strafsa-
chen des Obergerichts des Kantons Aargau abgewiesen.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 1. Juli 2022 ver-
längerte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau die Unter-
suchungshaft mit Verfügung vom 15. Juli 2022 bis zum 16. Oktober 2022.
Eine durch A. hiergegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekam-
mer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit Entscheid
vom 16. August 2022 (SBK.2022.257) ab.
2.
Mit Verfügung vom 19. Mai 2022 ordnete die Staatsanwaltschaft Muri-
Bremgarten die Erstellung eines DNA-Profils von A. an.
3.
3.1.
Mit Eingabe vom 1. Juni 2022 erhob A. (fortan: Beschwerdeführer) Be-
schwerde gegen die ihm am 23. Mai 2022 zugestellte Verfügung vom
19. Mai 2022 und beantragte:
" 1.
Die Verfügung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom
19.05.2022 betreffend Anordnung zur erkennungsdienstlichen Erfas-
sung und Erstellung eines DNA-Profils sei aufzuheben und die Staats-
anwaltschaft Muri-Bremgarten sei anzuweisen, den Beschwerdeführer
weder erkennungsdienstlich zu erfassen noch ein DNA-Profil zu erstel-
len.
2.
Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."
- 3 -
3.2.
Mit Verfügung vom 13. Juni 2022 wies der Verfahrensleiter das Gesuch um
Gewährung der aufschiebenden Wirkung ab.
3.3.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2022 beantragte die Staatsanwalt-
schaft Muri-Bremgarten die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfol-
gen.
3.4.
Am 6. Juli 2022 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur Beschwerdeant-
wort der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten und hielt an den Beschwer-
deanträgen (mit Ausnahme des Antrags um Gewährung der aufschieben-
den Wirkung) fest.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft sind mit
Beschwerde anfechtbar (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Beschwerdeaus-
schlussgründe gemäss Art. 394 StPO liegen nicht vor. Damit ist die Be-
schwerde zulässig.
Soweit der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vom 1. Juni 2022 die
erkennungsdienstliche Erfassung moniert (vgl. Antrag Ziff. 1), ist darauf
nicht einzutreten, da die erkennungsdienstliche Erfassung nicht Gegen-
stand der angefochtenen Verfügung vom 19. Mai 2022 bildet und folglich
vorliegend nicht Prozessthema ist. Im Übrigen sind die Eintretensvoraus-
setzungen erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten, soweit sie
sich gegen die Anordnung zur Erstellung eines DNA-Profils richtet.
2.
2.1.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten führt zur Begründung der ange-
fochtenen Verfügung an, dass ein hinreichender Tatverdacht bestehe, dass
der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 20. April 2022 bis zum 16. Mai
2022 diverse Schaufenster- und Autoscheiben in Wohlen beschädigt habe.
Dabei sei ein Sachschaden von über Fr. 100'000.00 entstanden. Der Be-
schwerdeführer sei in flagranti beobachtet worden, wie er ein Auto beschä-
digt habe. Es seien diverse Tatwerkzeuge, insbesondere Steine, sicherge-
stellt worden. Zur Überprüfung des Tatverdachts und der Tatzusammen-
hänge sei das DNA-Profil des Beschwerdeführers mit den Tatspuren zu
vergleichen. Der Grundrechtseingriff sei gering, wobei es sich bei den zu
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untersuchenden Delikten um erhebliche Straftaten handle und keine milde-
ren Massnahmen zur Klärung der Sachlage vorhanden seien. Soweit sich
der Tatverdacht entkräfte, seien die Erfassungsdaten und das DNA-Profil
entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu löschen.
2.2.
Der Beschwerdeführer macht dagegen im Wesentlich geltend, dass sich
aus dem Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei vom 17. Mai 2022 ledig-
lich ergebe, dass B. und C. einen lauten Knall gehört hätten. Danach hätten
sie den Beschwerdeführer angesprochen und diesen wenig später in der
BP-Tankstelle wiedererkannt. Diese Aussagen seien reine Behauptungen,
welche weder durch weitere Beweise untermauert würden noch in einer
strafprozessualen Zeugenbefragung mit Rechtsbelehrung und Teilnahme-
recht gemacht worden seien. Die fehlende Rechtsbelehrung führe dazu,
dass den Aussagen kein hoher Wahrheitsgehalt zugemessen werden
könne. Weder die Fotografien der Überwachungskamera noch die im Poli-
zeibericht zusammengefassten Angaben der Auskunftspersonen seien da-
her geeignet, einen dringenden Tatverdacht zu begründen, dass der Be-
schwerdeführer eine Vielzahl von Sachbeschädigungen begangen haben
soll. Aus den Überwachungsfotos ergebe sich weder, dass die andere Per-
son ein Zeuge einer Sachbeschädigung sei, noch, dass der Beschwerde-
führer sich der Beschädigung zweier Autos strafbar gemacht habe und
schon gar nicht, dass er auch für zahlreiche weitere Sachbeschädigungen
als Täter in Frage komme, zumal deren Zeitpunkte oder Ortschaften nicht
einmal bekannt seien oder dem Beschwerdeführer zumindest nicht vorge-
halten worden seien. Es stimme somit nicht, dass der Beschwerdeführer in
flagranti erwischt worden sei. Die Auskunftspersonen hätten nicht ausge-
führt, den Beschwerdeführer bei der Sachbeschädigung gesehen zu ha-
ben. Sie hätten einfach behauptet, einen Knall gehört und später den Be-
schwerdeführer angetroffen zu haben. Nachdem nicht einmal dem Sach-
verhaltsbericht entnommen werden könne, dass der Beschwerdeführer in
flagranti erwischt worden sei, sei der Tatverdacht zu verneinen.
2.3.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten verweist in ihrer Beschwerdeant-
wort vom 28. Juni 2022 auf das Beschwerdeverfahren SBK.2022.177, in
welchem die Beschwerde des Beschwerdeführers gegen den Haftent-
scheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 19. Mai
2022 behandelt worden sei. Nachdem das Obergericht des Kantons Aar-
gau mit Entscheid vom 15. Juni 2022 den dringenden Tatverdacht gegen
den Beschwerdeführer bestätigt habe, sei auch vorliegend der hinrei-
chende Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer im Zusammenhang mit
der DNA-Profilerstellung zu bejahen.
- 5 -
2.4.
Mit Stellungnahme vom 6. Juli 2022 macht der Beschwerdeführer geltend,
dass der dringende Tatverdacht im Haftbeschwerdeverfahren
SBK.2022.177 hauptsächlich aufgrund der bereits vorgenommenen DNA-
Auswertung bejaht worden sei. Der erforderliche Tatverdacht für die Anord-
nung eines DNA-Profils könne sicherlich nicht mit der bereits vorgenomme-
nen DNA-Auswertung begründet werden. Wenn dies zulässig wäre, so
würde das Beschwerdeverfahren komplett ausgehöhlt und hätte schlicht
keine Funktion mehr. Zudem sei nicht erstellt, dass es sich um den Be-
schwerdeführer gehandelt haben soll, welcher durch die beiden Personen
neben dem Auto bemerkt worden sei. Dies werde lediglich aus der Tatsa-
che abgeleitet, dass der Beschwerdeführer von einer der Personen zu ei-
nem späteren Zeitpunkt an der BP-Tankstelle wiedererkannt worden sei.
Diese Beweiskette sei äusserst wackelig und unpräzise.
3.
3.1.
Gemäss Art. 197 Abs. 1 StPO können Zwangsmassnahmen (Art. 196 - 298
StPO) nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind, ein hin-
reichender Tatverdacht vorliegt, die damit angestrebten Ziele nicht durch
mildere Massnahmen erreicht werden können und die Bedeutung der Straf-
tat die Zwangsmassnahme rechtfertigt. Hinweise auf eine strafbare Hand-
lung müssen erheblich und konkreter Natur sein, um einen hinreichenden
Tatverdacht begründen zu können (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1).
Zur Aufklärung eines Verbrechens oder eines Vergehens kann von der be-
schuldigten Person eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt wer-
den (Art. 255 Abs. 1 lit. a StPO). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung kommen die Probenahme und Erstellung eines DNA-Profils gemäss
Art. 255 Abs. 1 StPO nicht nur in Betracht zur Aufklärung jenes Delikts,
welches dazu Anlass gegeben hat, oder zur Zuordnung von bereits began-
genen und den Strafverfolgungsbehörden bekannten Delikten. Wie aus
Art. 259 StPO i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. a DNA-Profil-Gesetz (SR 363) hervor-
geht, muss die Erstellung eines DNA-Profils es auch erlauben, den Täter
von Delikten zu identifizieren, die den Strafverfolgungsbehörden noch un-
bekannt sind. Dabei kann es sich um vergangene oder künftige Delikte han-
deln. Das DNA-Profil kann so Irrtümer bei der Identifikation einer Person
und die Verdächtigung Unschuldiger verhindern. Es kann auch präventiv
wirken und damit zum Schutz Dritter beitragen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 1B_387/2021 vom 19. Mai 2022 E. 3.2).
Die Aufklärung vergangener und die Verhinderung zukünftiger Straftaten
mittels erkennungsdienstlicher Massnahmen liegen im öffentlichen Inte-
resse. Sowohl die erkennungsdienstliche Erfassung als auch die DNA-Pro-
filerstellung sind zudem grundsätzlich geeignet, zur Aufklärung von bereits
begangenen oder künftigen Delikten beizutragen, sofern DNA-Spuren bzw.
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Fingerabdrücke sichergestellt werden können, anhand welcher der Täter
identifiziert werden könnte. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt je-
doch weiter, dass eine behördliche Massnahme für das Erreichen des im
öffentlichen oder im privaten Interesse liegenden Zieles nicht nur geeignet,
sondern auch erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der
Schwere der Grundrechtseinschränkung als zumutbar erweist. Es muss
eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation vorliegen. Überdies ist nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Erstellung eines DNA-Profils, das
nicht der Aufklärung der Anlass dazu gebenden Straftaten eines laufenden
Strafverfahrens dient, nur dann verhältnismässig, wenn erhebliche und
konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschuldigte in andere
- auch künftige - Delikte verwickelt sein könnte. Dabei muss es sich um
Delikte von einer gewissen Schwere handeln (vgl. BGE 147 I 372 E. 4.2).
3.2.
Entgegen dem Beschwerdeführer stellte die Beschwerdekammer in Straf-
sachen des Obergerichts des Kantons Aargau für die Beurteilung des Tat-
verdachts im Entscheid vom 15. Juni 2022 (SBK.2022.177) betreffend die
Anordnung der Untersuchungshaft nicht nur auf die DNA-Spuren ab, son-
dern berücksichtigte ebenso die Schilderungen von B. und C. (E. 3.5.4.).
Ein Analogieschluss zum Haftbeschwerdeverfahren greift aber ohnehin nur
beschränkt, da im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein hinreichender
Tatverdacht zu genügen vermag, wobei für die Haftanordnung ein dringen-
der Tatverdacht vorausgesetzt wird. Die Anforderungen an die Intensität
des Tatverdachts sind im vorliegenden Beschwerdeverfahren folglich we-
niger hoch als im Haftbeschwerdeverfahren.
B. und C. (fortan: Auskunftspersonen) begaben sich gemäss ihren Schilde-
rungen gegenüber der Polizei unmittelbar nach "zwei lauten Knallen" vom
Gartensitzplatz zum Fahrzeug und seien auf eine ihnen unbekannte - ne-
ben dem beschädigten Fahrzeug stehende -Person getroffen. Auf das Ge-
schehene angesprochen habe sich die Person vom Tatort entfernt, worauf
ihr die Auskunftspersonen gefolgt seien. Als die Person dies bemerkt habe,
habe sie zu einem Stein gegriffen und diesen gegen eine Lärmschutzwand
der SBB geworfen (vgl. Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei Aargau
vom 17. Mai 2022, S. 3). Auch wenn die Auskunftspersonen den Täter nicht
"in flagranti" erwischten, spricht die Sachverhaltslage stark für eine Täter-
schaft der neben dem beschädigten Fahrzeug angetroffenen Person, zu-
mal die Auskunftspersonen aufgrund der geringen Distanz von ca. 5m zwi-
schen dem Gartensitzplatz und dem beschädigten Fahrzeug schnell am
Tatort gewesen sein dürften. Es ist zudem wenig plausibel, dass eine an
der Tat nicht beteiligte Person unmittelbar nach einer erfolgten Sachbe-
schädigung neben das beschädigte Fahrzeug steht, sich beim Eintreffen
der Auskunftspersonen entfernt, einen Stein aufnimmt und diesen gegen
eine Lärmschutzwand wirft.
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Kurze Zeit nach diesem Vorfall trafen die Auskunftspersonen gemäss ihren
Schilderungen gegenüber der Polizei um ca. 13:25 Uhr bei einer Tankstelle
(zufälligerweise) erneut auf die Person und unterhielten sich mit ihr über
die vorangegangene Sachbeschädigung, wobei dieses Zusammentreffen
teilweise durch die Überwachungskamera des Tankstellenshops aufge-
zeichnet wurde. Die Person habe den Auskunftspersonen anlässlich dieses
Gesprächs mitgeteilt, dass sie [...] wohnen würde, falls noch etwas sei (vgl.
Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei Aargau vom 17. Mai 2022, S. 3 und
Rapport Videoüberwachung vom 17. Mai 2022, S. 1). Aufgrund der aktuel-
len Sachverhaltslage muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei
dieser Person, welche die Auskunftspersonen bei der Tankstelle antrafen
und umgehend wiedererkannten, um die gleiche Person handelt, welche
kurz zuvor die beiden Fahrzeuge an der [...] in Wohlen mutmasslich be-
schädigte sowie einen Stein gegen die Lärmschutzwand der SBB warf. Fol-
gerichtig ist die mutmassliche Täterschaft auf den aktenkundigen Bildern
der Überwachungskamera des Tankstellenshops zu sehen (vgl. Rapport
Videoüberwachung vom 17. Mai 2022, S. 1). Die glaubhaften und plausib-
len Schilderungen der Auskunftspersonen erfolgten gegenüber der Polizei
und wurden durch diese entsprechend rapportiert. Es bestehen keinerlei
Anhaltspunkte, dass die Schilderungen der Auskunftspersonen nicht wahr-
heitsgemäss erfolgt sein sollen, zumal sich die Auskunftspersonen und der
Beschwerdeführer gar nicht kannten. Insofern vermag der Umstand, dass
die Aussagen der Auskunftspersonen gegenüber der Polizei nicht anläss-
lich einer strafprozessualen Befragung mit Rechtsbelehrung erfolgten, an
deren Glaubhaftigkeit und Verwertbarkeit nichts zu ändern. Der Polizei ist
die Befugnis zuzugestehen, im Rahmen ihrer Ermittlungen und besonders
im Vorfeld vor Aufnahme eigentlicher Einvernahmen informelle Gespräche
zur Klärung eines allenfalls deliktsrelevanten Sachverhalts zu pflegen, die
nicht wörtlich zu protokollieren, sondern allenfalls im Polizeirapport zu er-
wähnen sind. Bei solchen Befragungen kann auf die Belehrung nach Art.
143 Abs. 1 StPO verzichtet werden (vgl. NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH,
Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N.
7 zu Art. 142).
Am 16. Mai 2022 und somit zwei Tage nach dem hier massgeblichen Vor-
fall, alarmierte der Bruder des Beschwerdeführers die Polizei, da sich Letz-
terer in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben soll. Die
hierfür ausgerückten Polizisten stellten anlässlich ihrer Intervention eine
starke Ähnlichkeit zwischen dem Beschwerdeführer und der Person auf
den - polizeiintern verbreiteten - Bildern der Videoüberwachung des Tank-
stellenshops vom 14. Mai 2022 und somit dem mutmasslichen Täter fest.
Ferner trug der Beschwerdeführer bei seiner Verhaftung die gleichen
Schuhe wie die Person auf den Bildern der Videoüberwachung der Tank-
stelle (vgl. Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei Aargau vom 17. Mai
2022, S. 3). Schliesslich wurde der Beschwerdeführer an seinem Aufent-
haltsort [...] festgenommen, was der mutmassliche Täter gegenüber den
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Auskunftspersonen anlässlich ihres Gesprächs am 14. Mai 2022 als seinen
Wohnort bezeichnete (vgl. Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei Aargau
vom 17. Mai 2022, S. 1 und S. 3). Bei dieser Sach- und Faktenlage beste-
hen erhebliche und konkrete Hinweise, welche für die Täterschaft des Be-
schwerdeführers bezüglich des Vorfalls vom 14. Mai 2022 sprechen, womit
der hinreichende Tatverdacht zu bejahen ist.
Schliesslich legt die Sachverhaltslage nahe, dass der Beschwerdeführer
auch für die weiteren Sachbeschädigungen im Zeitraum vom 20. April 2022
bis am 16. Mai 2022 verantwortlich sein könnte, da der modus operandi der
jeweiligen Taten für die gleiche Täterschaft spricht. So sollen die meisten
Delikte in einem geringen Radius an [...] und somit in unmittelbarer Nähe
zum Aufenthaltsort des Beschwerdeführers begangen worden sein. Als
Tatwerkzeug habe die Täterschaft jeweils Steine benutzt, wobei primär
Fahrzeugscheiben und Schaufenster beschädigt worden seien. Auffällig ist
zudem der Umstand, dass sämtliche Sachbeschädigungen ohne Bereiche-
rungsabsicht erfolgt sein sollen, da - soweit bekannt - keinerlei Gegen-
stände entwendet worden sind (vgl. Sachverhaltsbericht der Kantonspolizei
Aargau vom 17. Mai 2022, S. 2). Im Ergebnis ist auch betreffend die weite-
ren Delikte im Zeitraum vom 20. April 2022 bis 16. Mai 2022 von einem
hinreichenden Tatverdacht auszugehen.
3.3.
Für die Klärung der Täterschaft ist u.a. die Auswertung von DNA-Spuren
auf den sichergestellten Gegenständen dienlich. Die Erstellung des DNA-
Profils ist daher für die Klärung der Täterschaft geeignet und erforderlich.
Auch für die weiteren Delikte im Zeitraum vom 20. April 2022 bis 16. Mai
2022 ist nicht ersichtlich, welche gleichermassen erfolgsversprechenden
Untersuchungsmassnahmen zur Verfügung stünden, insbesondere da zur-
zeit keine Zeugen bekannt sind. Die Zwangsmassnahmen sind angesichts
der dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Vorwürfe bzw. der möglichen
Anzahl an Geschädigten und des hohen Sachschadens durchaus verhält-
nismässig. Die übrigen Voraussetzungen für deren Anordnung sind damit
ebenfalls erfüllt.
3.4.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Staatsanwaltschaft
Muri-Bremgarten vom 19. Mai 2022 somit nicht zu beanstanden. Die Be-
schwerde ist deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. E. 1
hiervor).
4.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem mit sei-
ner Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428
Abs. 1 StPO). Die Entschädigung seiner amtlichen Verteidigerin für dieses
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Beschwerdeverfahren ist am Ende des Strafverfahrens von der dannzumal
zuständigen Instanz festzulegen (Art. 135 Abs. 2 StPO).