Decision ID: 0646a0c0-eb1b-4e79-8be9-e5534a7ff411
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Haupt-
strasse 11a, 8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 30. September 2010 aufgrund von Rückenbeschwerden
(degenerative Abnützung) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 4).
A.b Aus dem Bericht von Dr. med. B._, Rheumatologie FMH, vom 23. Juni 2008
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin an einer Arthralgie MCP I rechts
(Differentialdiagnose: symptomatische MCP I Arthrose, Tenovaginitis [stenosans] MCP
I rechts) nach einer Carpaltunnelsyndromoperation rechts (Januar 2008) sowie an
einem Carpaltunnelsyndrom links leide (IV-act. 39 S. 6 f.).
A.c Am 28. Oktober 2010 reichte der Ehemann der Versicherten den Fragebogen für
Arbeitgebende ein (IV-act. 11). Er hatte darin angegeben, dass die Versicherte seit dem
1. Februar 2005 für die C._ GmbH (kleines Speiserestaurant) arbeite. Vor Eintritt des
Gesundheitsschadens habe die Versicherte im Service, als Küchenhilfe und in der
Wäscherei gearbeitet sowie die Betriebsführung gemacht. Seit Eintritt des
Gesundheitsschadens, d.h. seit dem 2. Februar 2009, könne sie nur noch die letzteren
beiden Arbeiten erledigen. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens habe sie 45 Stunden
pro Woche gearbeitet. Seit Eintritt des Gesundheitsschadens arbeite sie noch 10-15
Stunden pro Woche. Sie verdiene aber immer noch gleich viel wie vor Eintritt der
Invalidität, nämlich Fr. 36'000.--. Seit Eintritt der Invalidität sei ihre Arbeitsleistung aber
nur noch Fr. 12'000.-- pro Jahr wert. Der Ehemann der Versicherten hielt im
Fragebogen zudem fest, dass die von der Versicherten vor ihrer Erkrankung erbrachten
Leistungen höher hätten entlöhnt werden müssen. Dies sei vom Betriebsergebnis her
jedoch nicht möglich gewesen. Ohne Gesundheitsschaden müsste die Versicherte
heute Fr. 48'000.-- verdienen. Schliesslich ist dem Fragebogen noch zu entnehmen,
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dass die Versicherte vom 6. Januar bis am 1. Februar 2009, vom 13. April bis am 20.
Juni 2010 sowie vom 12. Juli bis am 31. Oktober 2010 zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen sei.
A.d Am 29. Oktober 2010 führte der RAD-Arzt D._ ein Gespräch mit dem Hausarzt
der Versicherten, Dr. med. E._ (IV-act. 9). Dem von Dr. E._ am 16. November 2010
unterzeichneten Gesprächsprotokoll ist zu entnehmen, dass die Versicherte aufgrund
einer Osteoporose mit Frakturen des BWK 8 und des LWK 1, Status nach der
Operation einer Spinalkanalstenose am 14. April 2010, in ihrer Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt sei. Die Versicherte sei seit dem 1. November 2010 50 % arbeitsunfähig
(IV-act. 12).
A.e Am 7. Januar 2011 reichte die Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen einen
Bericht vom 20. Dezember 2010 ein (IV-act. 17). Darin hatte sie folgende Diagnosen
angegeben: Therapieresistente Lumboischialgie rechts, Status nach positiver
Facettengelenksinfiltration L4/5 beidseits am 23. September 2010, Osteochondrose
L4/5 (Modic Typ II), Status nach transpedikulärer Verschraubung L2/3 und
Laminotomie L2 am 14. April 2010 und Status nach Deckenplattenimpressionsfraktur
L1 und Th9 bei bekannter Osteoporose. Weiter wurde in diesem Bericht ausgeführt, die
Versicherte habe vom Eingriff am 14. April 2010 nur kurzfristig profitiert. Die Infiltration
der Facettengelenke am 23. September 2010 habe einen guten Erfolg hinsichtlich der
Bein- und Rückenschmerzsymptomatik gebracht. Die Versicherte leide dennoch an
einer funktionellen Leistungsminderung aufgrund der degenerativen Veränderungen der
LWS sowie der Deckplattenimpressionsfraktur L1 und Th9. Sie sei vom 31. Mai bis zum
11. Oktober 2010 im angestammten Beruf 100 % arbeitsunfähig gewesen.
Insbesondere langes Stehen und das Heben von Lasten über 5 kg bereiteten der
Versicherten grösste Probleme. Die bisherige Tätigkeit sei ihr aus medizinischer Sicht
nicht mehr zumutbar. Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische
Massnahmen nicht vermindern. Schliesslich merkten die behandelnden Ärzte noch an,
dass eine objektive Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) der
Versicherten angezeigt sei.
A.f Am 7. Juni 2011 wurde die Versicherte von Dr. B._ konsiliarisch im Auftrag der
SWICA untersucht (IV-.act. 39). Er diagnostizierte ein chronisches rechtsbetontes
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lumbospondylogenes Syndrom, ein Carpaltunnelsyndrom, eine Ringbandspaltung A1
rechts im Januar 2009 wegen einer Tendovaginitis stenosans sowie einen Status nach
einer Hallux Operation beidseits. Dr. B._ fand anlässlich der Untersuchung keine
Hinweise für eine lumboradikuläre Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik. Er
führte weiter aus, dass die ausgeprägte muskuläre Dysbalance im Vordergrund stehe.
Die körperliche Leistungsfähigkeit sei bei rückenbelastenden Arbeiten beeinträchtigt.
Das Heben und Tragen von Lasten über 7.5 bis 10 kg, längere Arbeiten in ergonomisch
ungünstigen Wirbelsäulenpositionen sowie Tätigkeiten mit repetitiven
Wirbelsäulenflexionen und -extensionen müssten vermieden werden.
A.g Am 12. Juli 2011 wurde die Versicherte vom RAD-Gutachter Dr. med. G._,
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation,
rheumatologisch untersucht (Bericht vom 1. September 2011, IV-act. 44). Als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er ein chronisches lumbo-spondylogenes
Syndrom (rechts mehr als links) an. Er führte zudem aus, die Rhizarthrose, die STT-
Arthrose und die Arthrose des MCP I (Hand rechts mehr als links), die Osteoporose, die
Hallux-valgus-Operation beidseits, der Status nach Karpaltunnelsyndrom-Operation
rechts (Januar 2008) und die Ringbandspaltung Dig. I der rechten Hand hätten keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Anlässlich der Untersuchung berichtete die
Versicherte, von 1966 bis 1968 eine Ausbildung als kaufmännische Angestellte
absolviert, diese jedoch nicht abgeschlossen zu haben. Von 1996 bis 2001 habe sie ein
Hotel-Restaurant in H._ geführt. Seit Februar 2005 arbeite sie für die C._ GmbH.
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens habe sie in den Bereichen Service, Küche,
Wäscherei und Betriebsführung gearbeitet. Seit Februar 2009 könne sie nur noch die
Betriebsführung (20 %) und die Wäscherei-Aufgaben (5 %) erledigen. Die Versicherte
führte weiter aus, dass sie heute noch eine Gehstrecke von ein bis zwei Stunden
bewältigen könne. Sitzende Tätigkeiten (wie Büroarbeit) könne sie vier Stunden täglich
ausüben, wobei sie danach ziehende Schmerzen im rechten Bein verspüre. Stehen
könne sie nicht mehr gut, nur noch ca. zwei Stunden am Stück. Sie könne nur noch
leichte Lasten (bis 5 kg) tragen, dies jedoch nicht mehr repetitiv. Dr. G._ erklärte, im
Brennpunkt stünden zwei gesundheitliche Hauptprobleme, nämlich der
Gesundheitsschaden an der Lendenwirbelsäule und die Arthrosen an der Hand im
Bereich des ersten Strahls (rechts mehr als links). Das Hauptproblem sei die
eingeschränkte Fähigkeit zu stehen und die verminderte Belastbarkeit durch Gewichte.
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Die Beschwerden seien belastungsabhängig. Die aktuell erhobenen Befunde könnten
die persistierende Symptomatik erklären. Insgesamt resultiere eine verminderte
Belastbarkeit im Bereich der Lendenwirbelsäule für statische und dynamische
Belastungen. Die beschriebenen arthrotischen Veränderungen des ersten Strahles der
Hände (rechts mehr als links) hätten eine verminderte Belastbarkeit zur Folge,
beispielsweise beim kraftvollen Zupacken im Küchenbereich, bei Belastungen bei der
Service-Tätigkeit oder beim Öffnen von Flaschen. Von solchen Tätigkeiten müsse
abgeraten werden. Durch die verminderte Belastbarkeit und die eingeschränkte
Funktionsfähigkeit sei die angestammte Tätigkeit in der Gastronomie nicht mehr
zumutbar. Für eine Reduktion der Leistungsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
sprächen die mässigen degenerativen Veränderungen L4 bis S1, die vorhandene
Fehlstatik und der nur partielle Operationserfolg. Für eine nur leichte Reduktion der
Leistungsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit spreche die Tatsache, dass die
Versicherte anlässlich der RAD-Untersuchung in den Alltagsfunktionen kaum
eingeschränkt gewesen sei: Sie habe problemlos verschiedene Gangarten ausgeführt,
die Socken im Stehen ausgezogen und gute Funktionen beim Bücken gezeigt. Zudem
nehme sie das Analgetikum Dafalgan nur in ganz geringer Menge ein. Daraus lasse sich
schliessen, dass die Leistungsfähigkeit der Versicherten in adapatierten Tätigkeiten um
25 % reduziert sei. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit gelte spätestens ab April 2010
(Rückenoperation). Die Arthrose der Hände wirke sich bei adaptierten Tätigkeiten und
adäquater, nur leichter Kraftanwendung nicht reduzierend auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Zu empfehlen sei eine leichte Wechselbelastung bis 5 kg, ohne Stehen, ohne
Zwangspositionen, ohne Rotationen und ohne repetitive Tätigkeiten im Bereich des
Achsenskelettes. Kraftanwendungen der Hände und Kälte- und Nässeexpositionen
seien zu vermeiden. Die attestierte Arbeitsfähigkeit könne ca. während 6 Stunden mit
voller Leistung erbracht werden.
A.h Bereits am 6. Juli 2011 hatte die IV-Stelle eine Abklärung an Ort und Stelle
durchgeführt (IV-act. 48). Bei der Abklärung gab die Versicherte an, dass sie vor Eintritt
der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 65 Stunden pro Woche gearbeitet und Fr.
39'240.-- pro Jahr verdient habe. Ihr Ehemann habe ebenfalls 65 Stunden pro Woche
gearbeitet und sich einen Lohn von Fr. 27'070.-- ausbezahlt. Ihre Tochter habe 45
Stunden pro Woche gearbeitet und einen Jahreslohn von Fr. 54'600.-- erzielt. Heute
arbeite sie noch 8 Stunden pro Woche, beziehe aber denselben Lohn wie früher. Ihr
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Ehemann arbeite heute 35 Stunden pro Woche und beziehe einen Lohn von Fr.
12'000.--. Der Betrieb habe zudem zwei Angestellte: Eine Angestellte arbeite 60 % (27
Stunden pro Woche) und verdiene jährlich Fr. 33'120.--. Die zweite Angestellte arbeite
50 % (22.5 Stunden pro Woche) und verdiene Fr. 27'600.--. Der Ehemann habe seine
Tätigkeit im Betrieb im Jahr 2009 aus gesundheitlichen Gründen reduzieren müssen
(Herzoperation). Früher sei das Restaurant jeweils dienstags bis samstags von 10 bis
23 Uhr geöffnet gewesen. Heute sei es jeweils von 14:30 bis 17:30 Uhr geschlossen.
Dem Betätigungsvergleich ist zu entnehmen, dass die Betriebsführung 20 %, die
Tätigkeit als Küchenhilfe 45 %, der Service 30 % und die Tätigkeit in der Wäscherei 5
% der angestammten Tätigkeit ausmache. Neben der Betriebsführung und der
Küchenwäsche könne die Versicherte noch die Gästebetreuung und -beratung selber
erledigen. Der Betätigungsvergleich ergab einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 28 %. Die
Versicherte bestätigte die Angaben im Abklärungsprotokoll am 17. Juli 2011. Dabei
merkte sie noch an, dass die Tochter den Betrieb erst im Februar 2011 verlassen habe.
Seit Februar 2005 habe sie während den Zeiten, während denen die Tochter nicht
anwesend gewesen sei, den Service gemacht. Sie habe also von Februar 2005 bis April
2008 20 Stunden pro Woche im Service gearbeitet. Ab Mai 2008 habe eine Angestellte
im Stundenlohn die Arbeit der Versicherten übernommen. Seit Anfang 2011 arbeite
diese Angestellte zu 60 % im Betrieb. Die zuständige Abklärungsperson nahm wie folgt
Stellung: Er sei von der Versicherten und ihrem Ehemann freundlich empfangen und es
sei ein offenes und gutes Gespräch geführt worden. Die Versicherte habe ihre
Einschränkungen glaubwürdig geschildert. Die Familie habe sich mit dem Restaurant
einen sehr guten Ruf erarbeitet und bereits mehrere Auszeichnungen erhalten. Das
Restaurant lebe allerdings eindeutig von der Anwesenheit des Ehemannes und von
seinen Kochkünsten. Der Ehemann sei bereits im Pensionsalter. Sobald er sich
zurückziehe oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erwerbstätig sein könne,
müsse sich die Versicherte beruflich neu orientieren.
A.i Am 7. Oktober 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die Abweisung
des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 49). Als Begründung führte sie an, dass die
Versicherte ohne Behinderung in ihrer angestammten Tätigkeit als selbständig
Erwerbende ein Jahreseinkommen von Fr. 39'240.-- hätte erzielen können. Mit
Behinderung sei ihr eine adaptierte Tätigkeit von 75 % zumutbar. Weiter sei es ihr aus
IV-rechtlicher Sicht zumutbar, in eine Angestelltentätigkeit zu wechseln, die den
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Kriterien einer adaptierten Tätigkeit entspreche. Gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik (LSE) könnte sie ein Jahreseinkommen von Fr. 34'673.--
erzielen; in diesem Betrag sei bereits ein Tabellenlohnabzug von 10 % berücksichtigt.
Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 12 %, weshalb die Versicherte keinen
Rentenanspruch habe.
A.j Dagegen liess die Versicherte am 24. November 2011 einen Einwand erheben (IV-
act. 55). Ihr Vertreter beantragte, es sei der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. April
2011 eine Rente zuzusprechen. Eventualiter sei im Sinne ergänzender Abklärungen
eine EFL durchzuführen. Zusammenfassend brachte der Vertreter vor, als
Valideneinkommen müsse mindestens das Einkommen der Tochter, d.h. Fr. 54'600.--,
herangezogen werden. Die Versicherte sei aufgrund des wirtschaftlichen Drucks
unterbezahlt worden und habe deshalb nur ein Jahreseinkommen von Fr. 39'240.--
erzielt. Ausserdem schreibe die Rechtsprechung grundsätzlich eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen vor. Weiter gehe aus dem Fragebogen des Arbeitgebers hervor,
dass die Versicherte auch im Sitzen nicht voll arbeitsfähig sei. Dies sei aufgrund der
deutlichen funktionellen Einschränkungen der lumbalen Wirbelsäule nachvollziehbar.
Dr. G._ habe in seinem Gutachten ausgeführt, dass die arthrotischen Veränderungen
der Hände eine verminderte Belastbarkeit zur Folge hätten. Es sei deshalb davon
auszugehen, dass die Versicherte auch in einer adaptierten Tätigkeit, namentlich bei
repetitiven Tätigkeiten und Tätigkeiten vorwiegend manueller Art, zusätzlich
eingeschränkt sei. Solche Arbeiten seien in vielen Hilfsarbeiterinnen-Tätigkeiten nicht
zu vermeiden. Weiter sei aktenkundig, dass die gesundheitlichen Einschränkungen
belastungsabhängig seien. Es sei deshalb nicht aussergewöhnlich, dass die
Versicherte anlässlich der RAD-Untersuchung eine bessere Funktionsfähigkeit gezeigt
habe, als dies unter der täglichen beruflichen Belastung der Fall sei. Zur schlüssigen
Ermittlung der zumutbaren Arbeitstätigkeit sei die Durchführung einer EFL
unverzichtbar. Dr. G._ habe seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht genügend
begründet. Die Versicherte sei auch in adaptierten Tätigkeiten im Sitzen und in der
Handarbeit eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit dürfte somit deutlich unter 75 % liegen.
Weiter habe die Versicherte im Betrieb 45 Stunden pro Woche gearbeitet. Gemäss
Dr. G._ sei sie ca. 6 Stunden pro Tag voll leistungsfähig. Die Arbeitsfähigkeit betrage
somit nicht 75%, sondern lediglich 66.7 % (6 x 5 = 30 Stunden). Angesichts der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen, des fortgeschrittenen Alters und der langen
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Ausübung einer selbständigen Tätigkeit sei ein Tabellenlohnabzug von 20 %
vorzunehmen. Der Rechtsvertreter brachte schliesslich noch vor, dass die Versicherte
aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen auch in einer adaptierten Tätigkeit
keine Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt habe. Sie komme ihrer
Schadenminderungspflicht mit ihrer verbleibenden Teilzeittätigkeit im Betrieb daher
hinreichend nach. Da der Betätigungsvergleich einen Invaliditätsgrad von 72 %
ergeben habe, bestehe ein Rentenanspruch.
A.k Am 19. Dezember 2011 nahm Dr. G._ auf eine interne Anfrage Stellung zu den
Einwänden (IV-act. 57). Er erklärte, dass die Versicherte die Sitzfähigkeit selber mit vier
Stunden angegeben habe und er diese Angabe habe verifizieren können. Die
Sitzfunktion sei bei einer leichten Wechselbelastung kein limitierendes
Gesundheitsproblem. Die Durchführung einer EFL sei nicht indiziert gewesen. Im
Übrigen liege die Wahl der Abklärungsmethode gemäss Art. 49 IVV beim Gutachter.
A.l Mit Verfügung vom 9. Februar 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren aus
den im Vorbescheid genannten Gründen ab (IV-act. 58). Zu den Einwänden führte sie
aus, dass die Versicherte weiterhin den gleichen Lohn beziehe, obwohl sie ihre
Tätigkeit im Betrieb stark reduziert habe. Sie erleide somit keinen realen
Einkommensverlust. Weiter sei es ihr zumutbar, in eine unselbständige Tätigkeit zu
wechseln, da der Erfolg des Restaurants durch ihre Abwesenheit nicht beeinflusst
werde. Der Erfolg des Restaurants werde ausschliesslich durch ihren Ehemann
beeinflusst. Sobald dieser nicht mehr im Restaurant tätig sein könne, müsse die
Versicherte einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Im Rahmen der
Schadenminderungspflicht sei es ihr deshalb zumutbar, bereits früher eine solche
Arbeitsstelle anzutreten. Schliesslich verwies die IV-Stelle noch auf die Stellungnahme
von Dr. G._ vom 19. Dezember 2011.
B.
B.a Am 12. März 2012 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
Beschwerde gegen diese Verfügung erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte,
die Verfügung sei aufzuheben und der Versicherten sei mit Wirkung ab dem 1. April
2011 eine Rente zuzusprechen. Eventualiter seien ergänzende Abklärungen zu
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veranlassen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Der Rechtsvertreter argumentierte, die
Beschwerdegegnerin habe es versäumt, das Valideneinkommen anhand der konkreten
Gegebenheiten rechtsgenügend zu ermitteln. Der Wert der Leistung der
Beschwerdeführerin als Gesunde betrage mindestens Fr. 54'600.-- pro Jahr. Der Wert
ihrer Arbeitsleistung als Invalide betrage Fr. 12'000.-- pro Jahr. Ausserdem gehe aus
dem Abklärungsbericht hervor, dass die Öffnungszeiten des Betriebs aufgrund der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin reduziert worden seien;
dies habe sich empfindlich auf die Erfolgsrechnung ausgewirkt. Die
Beschwerdegegnerin habe nicht begründet, weshalb sie keine Parallelisierung der
Einkommen vorgenommen habe. Auch die Anmerkung, der Erfolg des Restaurants
werde ausschliesslich durch die Präsenz des Ehemannes aufrecht erhalten, sei nicht
nachvollziehbar. Gerade seit der Pensionierung des Ehemannes per 1. Oktober 2009
sei die Präsenz der Beschwerdeführerin im Familienbetrieb noch notwendiger
gewesen. Ein Berufswechsel sei ihr nicht zumutbar. Der Familienbetrieb habe sich über
lange Jahre eine Stammkundschaft und einen guten Ruf erworben. Durch eine
vorzeitige Aufgabe des Betriebs würden unnötige Folgekosten entstehen und die
Beschwerdeführerin würde arbeitslos werden, da sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
keine Chance habe. Schliesslich machte der Rechtsvertreter noch geltend, die
Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie sich mit den in der
Stellungnahme zum Einwand vorgebrachten Argumenten betreffend die Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit und die Festsetzung des Valideneinkommens nicht
auseinandergesetzt habe.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2012 (act. G 4) hielt die
Beschwerdegegnerin fest, dass dahingestellt bleiben könne, ob sie das
Valideneinkommen korrekt ermittelt habe. Denn bei korrekter Betrachtung resultiere
selbst ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 54'600.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 35'633.-- ein rentenausschliessender IV-Grad von 35 %.
Sie halte daran fest, dass der Beschwerdeführerin ein Berufswechsel zumutbar sei. Es
könne nicht sein, dass sämtlichen Selbständigerwerbenden, denen das Geschäft
bisher einigermassen gut gelaufen sei, die Aufgabe der Tätigkeit nicht zugemutet
werden könne. Das Ehepaar habe in den Jahren 2005 bis 2010 gesamthaft einen
betriebswirtschaftlichen Verlust erzielt. Da ihr ‒ gesundheitlich angeschlagener ‒
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Ehemann allem Anschein nach pensioniert sei, sei ohnehin nicht einzusehen, weshalb
der Restaurantionsbetrieb noch aufrechterhalten werde. Die Einschränkungen der
Beschwerdeführerin seien nicht derart gravierend, dass von Anfang an davon
ausgegangen werden müsste, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten
könnte.
B.c In der Replik vom 28. Juni 2012 (act. G 7) wandte der Rechtsvertreter ein, dass die
Beschwerdeführerin neben ihrer bisherigen Aufgabe auch die Tätigkeit der Tochter
übernommen habe. Es sei also auf der Basis des Einkommens der Tochter zu
ermitteln, wie hoch die übrigen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin zu gewichten seien.
Weiter sei erstellt, dass der Betrieb nicht auf die Tätigkeit der Beschwerdeführerin habe
verzichten können, ohne massive Verluste hinzunehmen. Durch die ‒ wenn auch
gesundheitlich bedingt stark reduzierte ‒ Präsenz und Tätigkeit der
Beschwerdeführerin habe das Restaurant bis heute fortgeführt werden können.
Aufgrund des fortgeschrittenen Alters und ihrer langjährigen Tätigkeit im
Restaurationsbereich könne sie ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten. Es liege daher eine vollständige Erwerbsunfähigkeit
vor. Weiter sei Dr. G._ in seiner Stellungnahme nicht auf die Einwände und
Beschwerdeargumente eingegangen. Er habe sich nicht mit den Vorakten,
insbesondere nicht mit der Empfehlung des Kantonsspitals St. Gallen, eine EFL
durchzuführen, auseinandergesetzt. Dr. G._ habe bei seiner
Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht berücksichtigt, dass sich die Beschwerdeführerin
massiv schone und bei Belastung sofort mit massiver Beschwerdezunahme reagiere.
Ausserdem merkte der Rechtsvertreter an, dass die Beschwerdeführerin bereits
anlässlich der Begutachtung als Hauptsymptome Schmerzen im Kreuz sowie im
Bereich der alten Fraktur in der Brustwirbelsäule angegeben habe. In der Folge habe
Dr. G._ nur noch von der LWS und den Händen gesprochen. Dr. G._ habe den
Befund der Brustwirbelsäule nicht hinreichend gewichtet. Die Degeneration der BWS
schreite fort. Der Rechtsvertreter verwies hierzu auf einen Bericht des Instituts für
Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 30. März 2012 (act. G 7.1). Dem Bericht
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an einer Hyperkyphose der BWS mit
keilförmiger Deformation der BWK 7 und BWK 9 leide.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).
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Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin liess geltend machen, die Beschwerdegegnerin habe ihre
Begründungspflicht verletzt, indem sie sich nicht mit den in der Stellungnahme zum
Einwand vorgebrachten Argumenten betreffend die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit und die Festsetzung des Valideneinkommens auseinandergesetzt
habe. Vorab ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin verletzt hat.
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Die Begründungspflicht ist ein
wesentlicher Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 BV verfassungsrechtlich verankerten
Anspruchs auf rechtliches Gehör. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
soll die Begründungspflicht zum einen verhindern, dass sich die Verwaltungsbehörde
von unsachlichen Motiven leiten lässt. Zum anderen soll sie es der betroffenen Person
ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. In der
Entscheidbegründung müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von
denen sich die Verwaltungsbehörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre
Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (BGE 124 V 180, E. 1a, mit Hinweisen).
1.3 Der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2012 ist zu entnehmen, dass sich
die Beschwerdegegnerin bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung vollumfänglich auf das
RAD-Gutachten gestützt hat, wie sich das Invaliden- und Valideneinkommen
zusammensetzt und weshalb die Beschwerdegegnerin die Aufgabe der
unselbständigen Erwerbstätigkeit als zumutbar erachtet. Nicht begründet hat die
Beschwerdegegnerin dagegen, weshalb sie von der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ausgeht. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um eine
Schlüsselfrage dieses Entscheides und die sachgerechte Anfechtung der Verfügung
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wird dadurch nicht gefährdet. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör in der Form einer ausreichenden
Verfügungsbegründung daher nicht verletzt.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung einen Anspruch
der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente verneint. Streitgegenstand des
vorliegenden Verfahrens ist somit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat oder nicht.
2.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach
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Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119).
Wird eine Schätzung vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer
ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch
eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE
114 V 310 E. 3a)
2.4 Der Beschwerdeführerin ist vom 6. Januar bis am 1. Februar 2009, vom 13. April
bis am 20. Juni 2010 sowie vom 12. Juli bis am 31. Oktober 2010 in der angestammten
Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert worden. Ab 1. November 2010 ist
sie in der angestammten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben worden. Der
RAD-Gutachter hat angegeben, die Beschwerdeführerin sei spätestens seit April 2010
in den nicht-adaptierten Arbeiten ihrer angestammten Tätigkeit arbeitsunfähig. Gemäss
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29 IVV wird das Wartejahr unterbrochen, sobald die
versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig ist.
Die Beschwerdeführerin ist Anfang 2009 für rund einen Monat arbeitsunfähig
geschrieben worden. Danach ist ihr erst wieder ab dem 13. April 2010, das heisst über
ein Jahr später, eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Aufgrund dieses langen
Unterbruchs könnte das Wartejahr daher erst am 1. April 2010 zu laufen begonnen
haben. Der potentielle Rentenbeginn ist somit, wie der Rechtsvertreter richtig erkannt
hat, auf den 1. April 2011 festzulegen.
3.
3.1 Der RAD-Gutachter hat bei der Beschwerdeführerin ein chronisches lumbo-
spondylogenes Syndrom, Arthrose in beiden Händen und eine Osteoporose mit Status
nach Fraktur von BWK 9 und LWK1 diagnostiziert. Seine Diagnosen decken sich im
Wesentlichen mit den Diagnosen von Dr. B._ und der Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen. Es kann daher auf diese, von der Beschwerdeführerin nicht
bestrittenen Diagnosen abgestellt werden. Umstritten und zu prüfen ist, ob der RAD-
Gutachter die Auswirkungen dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die
Arbeitsfähigkeit richtig eingeschätzt hat.
3.2 Als Erstes hat der Rechtsvertreter vorgebracht, der RAD-Gutachter habe die
arthrotischen Veränderungen der Hände zu Unrecht als nicht-arbeitsfähigkeitsrelevant
ter
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qualifiziert. Der RAD-Gutachter hat in seinem Gutachten ausgeführt, dass die
arthrotischen Veränderungen eine verminderte Belastbarkeit zur Folge hätten. Die
Beschwerdeführerin müsse beispielsweise kraftvolles Zupacken mit den Händen und
das Öffnen von Flaschen vermeiden. Bei leichter Kraftanwendung wirkten sich die
Arthrosen in den Händen nicht reduzierend auf die Arbeitsfähigkeit aus, weshalb sie in
einer adaptierten Tätigkeit keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Diese
Ausführungen des RAD-Gutachters sind stringent und nachvollziehbar. Wie
nachfolgend unter den Ziffern 4.3 und 6 dargelegt wird, ist bei der Validenkarriere von
einer Tätigkeit im kaufmännischen Bereich auszugehen. Bei solchen Bürotätigkeiten
werden keine grossen Kraftanwendungen der Hände gefordert. Die arthrotischen
Veränderungen haben somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten
Tätigkeit.
3.3 Der Rechtsvertreter hat als Zweites geltend gemacht, dass der RAD-Gutachter
dem Befund der Brustwirbelsäule (Osteoporose mit Status nach Fraktur von BWK 9)
bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung kein hinreichendes Gewicht beigemessen habe. Der
Gutachter hat bei der Beschwerdeführerin eine fixierte Hyperkyphose festgestellt (IV-
act. 44 S. 4). Er ist jedoch zum Schluss gekommen, dass die Osteoporose mit
Wirbelfrakturen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit habe. Unter einer adaptierten Tätigkeit hat er eine leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne Stehen, ohne Zwangspositionen, ohne Rotationen und ohne repetitive
Tätigkeiten im Bereich des Achsenskeletts verstanden. Dr. B._ hat die
Beschwerdeführerin rund einen Monat vor der RAD-Begutachtung untersucht. Er ist
zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin rückenbelastende Tätigkeiten
vermeiden sollte. Dr. B._ hat die Wirbelfrakturen bzw. die Hyperkyphose der BWS
somit ebenfalls nicht als leistungsvermindernd beurteilt. Die Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen hat in ihrem Bericht vom Januar 2011 angegeben, dass die
Wirbelfrakturen die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigten. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezieht sich allerdings auf die zuletzt ausgeübte und nicht
auf eine adaptierte Tätigkeit. Hinzu kommt, dass es sich beim RAD-Gutachter und Dr.
B._ um Rheumatologen handelt, welche ‒ im Gegensatz zu Neurologen, die sich mit
Erkrankungen des Nervensystems beschäftigen ‒ auf Erkrankungen und
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates wie osteoporotische Veränderungen
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spezialisiert sind. Es ist somit davon auszugehen, dass die Hyperkyphose der BWS
bzw. die Osteoporose mit Status nach Fraktur von BWK 9 ‒ neben der durch die
Rückenschmerzen bedingte Leistungsverminderung ‒ mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit keine zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit hat. Daran vermag auch der mit der Replik eingereichte neue
bildgebende Befund des Instituts für Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen vom
30. März 2012 nichts zu ändern. Zwar ist neu ‒ neben der Fraktur von BWK9 - auch
eine keilförmige Deformation von BWK 7 nachweisbar. Dem Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen ist jedoch zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 3. März 2012 ein
Trauma erlitten hat und Schmerzen im Bereich der BWK 7 bis 9 hat (act. G 7.1). Die
zusätzlichen Beschwerden sind somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das
Trauma, welches die Beschwerdeführerin nach dem 9. Februar 2012, d.h. erst nach
Verfügungserlass erlitten hat, ausgelöst worden und nicht durch die Deformation von
BWK 7. Hinzu kommt, dass der RAD-Gutachter seine Arbeitsfähigkeitsschätzung in
Kenntnis der Hyperkyphose der BWS, und damit in Kenntnis der Deformation von
Brustwirbelkörpern, abgegeben hat.
3.4 Drittens hat der Rechtsvertreter kritisiert, der RAD-Gutachter habe sich bei der
Erstellung seines Gutachtens nicht genügend mit den Vorakten auseinandergesetzt. Er
habe insbesondere nicht dargelegt, weshalb er ‒ trotz der Empfehlung der Neurologie
des Kantonsspitals St. Gallen ‒ auf die Durchführung einer EFL verzichtet habe. Diese
Kritik ist nicht stichhaltig. Unter der Ziffer 2 (Ergebnisse aus Aktenstudium) des
Gutachtens ist nämlich ersichtlich, dass sich der Sachverständige mit dem Bericht der
Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. Dezember 2010, welcher die
Empfehlung zur Durchführung einer EFL beinhaltet, auseinandergesetzt und die
Empfehlung somit zur Kenntnis genommen hat. Dass er sich im Gutachten nicht
explizit zur Indikation einer EFL geäussert hat, schmälert die Beweiskraft des
Gutachtens nicht. Denn es kann von einem Sachverständigen nicht erwartet werden,
dass er zu jedem Standpunkt bzw. zu jeder divergierenden, medizinischen
Einschätzung in den Vorakten ausdrücklich Stellung nimmt. Aus der Tatsache, dass er
keine EFL angeordnet hat, kann der Schluss gezogen werden, dass er eine EFL als
nicht indiziert erachtet hat. Dies hat der Sachverständige denn auch auf Anfrage der
Beschwerdegegnerin am 19. Dezember 2011 geantwortet. Er hat dabei zutreffend auch
auf Art. 49 Abs. 1 IVV verwiesen, wonach der RAD die geeigneten Prüfmethoden im
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Rahmen seiner medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen
Weisungen des Bundesamts frei wählen kann. Der Sachverständige hat detailliert
umschrieben, welche adaptierten Tätigkeiten die Beschwerdeführerin noch ausüben
kann und welche nicht. Angesichts der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin erscheint die Umschreibung der adaptierten Tätigkeit
nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass das Kantonsspital St. Gallen die Durchführung
einer EFL empfohlen hat, bevor die Beschwerdeführerin vom RAD untersucht worden
ist. Es kann daher nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass das
Kantonsspital St. Gallen eine EFL noch als indiziert betrachtet hätte, wenn ihm das
RAD-Gutachten vorgelegen hätte. Möglicherweise hat es mit der Empfehlung einer EFL
einfach darauf hinweisen wollen, dass die medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeitsschätzung durch eine Fachperson erfolgen muss. Es ist daher davon
auszugehen, dass der RAD-Gutachter die Arbeitsfähigkeit gestützt auf die Vorakten
und seine Untersuchungsergebnisse rechtsgenüglich hat feststellen können.
3.5 Der Rechtsvertreter hat viertens vorgebracht, dass der RAD-Gutachter bei seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt habe, dass die Beschwerdeführerin
auch im Sitzen nicht voll arbeitsfähig sei. Die Beschwerdegegnerin hat den Gutachter
mit diesem Vorwurf konfrontiert. Dieser hat erklärt, dass die Beschwerdeführerin selbst
angegeben habe, vier Stunden am Stück sitzend tätig sein zu können. Er habe diese
Angaben verifizieren können. Die Sitzfunktion sei bei einer leichten Wechselbelastung
kein limitierendes Gesundheitsproblem. Auch diese Ausführungen des Gutachters sind
schlüssig. So hat er angegeben, die Beschwerdeführerin sei täglich während ca. 6
Stunden voll leistungsfähig. Bei einer wechselbelastenden Tätigkeit sitzt die
Beschwerdeführerin nicht vier Stunden am Stück, sondern übt zwischendurch gehende
Tätigkeiten aus. Insofern hat die eingeschränkte Sitzfunktion der Beschwerdeführerin
bei der Ausübung einer adaptierten Tätigkeit somit keine Relevanz.
3.6 Fünftens hat der Rechtsvertreter geltend gemacht, dass der RAD-Gutachter
erklärt habe, die Beschwerdeführerin sei ca. 6 Stunden pro Tag voll leistungsfähig. Ihre
Arbeitsfähigkeit betrage deshalb nicht 75 %, sondern 66.7 %, da sie 45 Stunden pro
Woche gearbeitet habe. Gemäss dem Gutachten hat der Sachverständige die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 75 % geschätzt. Er hat zudem
angegeben, dass sie somit ca. 6 Stunden pro Tag voll leistungsfähig sei. Der
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Sachverständige ist daher offensichtlich davon ausgegangen, dass ein Arbeitstag in
einer adaptierten Tätigkeit 8 Stunden dauere (0.75 x 8 Stunden = 6 Stunden). Wie viele
Stunden die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit gearbeitet hat, spielt
deshalb keine Rolle. Der vom Sachverständigen geschätzte Arbeitsfähigkeitsgrad liegt
somit bei 75 %.
3.7 Sechstens hat der Rechtsvertreter noch eingewendet, der RAD-Gutachter habe
die Arbeitsunfähigkeit zu tief eingeschätzt, da er der Belastungsabhängigkeit der
Beschwerden nicht Rechnung getragen habe. Der Gutachter habe nicht berücksichtigt,
dass sich die Beschwerdeführerin massiv schone und bei Belastung sofort mit
massiver Beschwerdezunahme reagiere. Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass der
Sachverständige die Beschwerden als belastungsabhängig qualifiziert hat. Der
Sachverständige hat auch erklärt, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr im Service
und als Küchenhilfe arbeiten könne. Gerade weil die Beschwerden belastungsabhängig
sind, hat er als adaptierte Tätigkeit eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit
empfohlen. Es ist daher nicht ersichtlich, inwieweit er die Belastungsabhängigkeit der
Beschwerden bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht genügend berücksichtigt haben
sollte. Im Übrigen ist unklar, was der Rechtsvertreter unter "massiver Schonung"
versteht. Sollte er darunter verstehen, dass die Beschwerdeführerin im Betrieb nur
noch die adaptierten Tätigkeiten ausübt, geht diese Argumentation ohnehin an der
Sache vorbei.
4.
4.1 Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, dass die Restarbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ihrer
langjährigen selbständigen Tätigkeit im Restaurationsbereich sowie aufgrund ihres
fortgeschrittenen Alters nicht verwertbar sei.
4.2 Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es
sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
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bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI
1998 S. 291).
4.3 Die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit ist mit
25 % nur leicht reduziert. Die Argumentation, die Restarbeitsfähigkeit sei nicht
verwertbar, ist somit nicht stichhaltig. Bezüglich der langjährigen Tätigkeit im
Restaurationsbereich ist folgendes festzuhalten: Die Beschwerdeführerin hat die
Sekundarschule besucht und eine (nicht abgeschlossene) kaufmännische
Grundausbildung absolviert. Von 1971-1987 und 1993-1995 hat sie diverse
unselbständige Tätigkeiten, u.a. auch im kaufmännischen Bereich, ausgeübt (vgl. IK-
Auszug; act. G 10). Zudem hat die Beschwerdeführerin im Anmeldeformular
angegeben, über spezielle Kenntnisse in der Liegenschaftsverwaltung zu verfügen. Und
schliesslich hat sie im Betrieb die Buchhaltung gemacht. Die Beschwerdeführerin
bringt somit die Qualifikationen und intellektuellen Fähigkeiten für eine Anstellung als
kaufmännische Angestellte mit. Da eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich zudem
die vom Gutachter festgelegten Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit erfüllt, kann
der Argumentation des Rechtsvertreters, die Restarbeitsfähigkeit sei wegen der
langjährigen Tätigkeit im Restaurationsbereich nicht verwertbar, nicht gefolgt werden.
Mit Bezug auf das Alter ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin zum
Zeitpunkt des (unbestrittenen) hypothetischen Rentenbeginns am 1. April 2011 61-
jährig gewesen ist. Ihre Rückenbeschwerden sind erstmals im Sommer 2008 und somit
rund drei Jahre vor dem hypothetischen Rentenbeginn eingetreten. Bereits im
September 2008 ist bei ihr ein rezidivierendes lumbalbetontes Schmerzsyndrom und
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eine LWK-1-Fraktur diagnostiziert und die Differentialdiagnose osteoporotische
Kompressionsfraktur angegeben worden. Aufgrund dieser Diagnose muss der
Beschwerdeführerin schon im Jahr 2008, d.h. als 58-Jährige, bewusst gewesen sein,
dass sie nicht mehr vollständig genesen würde. Gestützt auf die
Schadenminderungspflicht hätte sich die Beschwerdeführerin daher bereits zu diesem
Zeitpunkt, d.h. sechs Jahre vor Erreichen des Pensionsalters, nach einer
unselbständigen, weniger rückenbelastenden Tätigkeit umsehen müssen. Ihr
fortgeschrittenes Alter hätte die Stellensuche sicherlich erschwert, jedoch nicht
verunmöglicht.
5.
5.1 Der Rechtsvertreter hat weiter geltend gemacht, dass der Beschwerdeführerin ein
Berufswechsel nicht zugemutet werden könne. Gerade seit der Pensionierung ihres
Ehemannes sei ihre Präsenz im Familienbetrieb umso notwendiger. Der Betrieb habe
über lange Jahre eine Stammkundschaft und einen guten Ruf erworben. Zudem
würden durch eine vorzeitige Aufgabe des Betriebs unnötige Folgekosten entstehen.
5.2 Nach dem auf dem Gebiet der Invalidenversicherung allgemein geltenden
Grundsatz der Schadenminderungspflicht hat eine versicherte Person alles ihr
Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern.
Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn die versicherte Person ‒ nötigenfalls mit
einem Berufswechsel ‒ zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes
bzw. rentenreduzierendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des
unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit sind die gesamten subjektiven
und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund
stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die
weiteren persönlichen Verhältnisse wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am
Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene
Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Februar 2013, 8C_654/2012).
5.3 Die Beschwerdeführerin hat im Betrieb die Betriebsführung gemacht, als Küchen
hilfe und im Service gearbeitet und die Tätigkeiten in der Wäscherei erledigt. Der Ruf
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eines Restaurantbetriebs hängt im Wesentlichen von der Küche und damit von den
Kochkünsten des Kochs ab. Diese Aufgabe hat im vorliegenden Fall der Ehemann der
Beschwerdeführerin übernommen. Die Tätigkeiten, die die Beschwerdeführerin im
Betrieb ausgeübt hat, setzen ‒ bis auf die Betriebsführung ‒ keine besonderen
Qualifikationen voraus. Es müsste damit ohne grössere Umstände möglich gewesen
sein, einen gleichwertigen Ersatz für sie zu finden, ohne den guten Ruf des Betriebs zu
gefährden oder Stammkundschaft zu verlieren. Zudem ist, wie unter Ziffer 5.2 erläutert,
die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt verwertbar. Unter Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten ist
ihr ein Berufswechsel somit zumutbar.
6.
Schliesslich ist noch der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Wie in Ziffer 4.3 erläutert, hat die
Beschwerdeführerin eine kaufmännische Grundausbildung absolviert und scheinbar
auch mehrere Jahre lang auf diesem Beruf gearbeitet. Da es sich bei dieser Tätigkeit
um eine vom Gutachter umschriebene adaptierte Tätigkeit handelt, entspricht die
Invalidenkarriere der Validenkarriere. Der Invaliditätsgrad kann vorliegend somit anhand
eines Prozentvergleichs berechnet werden. Die Beschwerdeführerin ist in einer
adaptierten Tätigkeit 25 % arbeitsunfähig. Des Weiteren erscheint ein Abzug von 10 %
wegen der Einkommenseinbusse aufgrund der verlorenen Dienstjahre als angemessen.
Der Invaliditätsgrad beträgt somit 32.5 %.
7.
7.1 Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird angerechnet. Bei
bis
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diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerdeführerin keinen Anspruch
auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP