Decision ID: 928399be-c06e-518f-8149-6dd3952d99b8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, Mutter von vier Kindern (geboren 1991, 1992, 1995 und
1997), arbeitete
seit dem 1. November 2007 als Be
diener
in Dreherei bei der
Y._
AG
(Urk. 6
/12). Am 13. Februar 2014 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf ein Burnout-Syndrom und eine
Histaminintoleranz
bei der Sozial
versiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stell
e, zum Leistungsbezug an (Urk. 6
/3). Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche un
d medizinische Abklä
rungen vor.
Vom 2
9.
April bis zum 2
3.
Mai 2014 wurde die Versicherte in der Klinik
Z._
und vom 1
8.
September bis zum 2
4.
Dezemb
er 2014 in der Tagesklinik der i
ntegrierten Psychiatrie
A._
behandelt (
Urk.
6/18/2-5 und
Urk.
6/98).
Per Ende Februar 2015 kündigte die
Y._
AG das Arbeitsverhältn
is
mit
der Versicherten (vgl. Urk. 6
/73/6).
Am
2
3.
März
2015 wurde die Versicherte
im Auftrag der
Kranken
taggeldversicherung
Swica
Krankenversicherung AG (nachfolgend:
Swica
)
von
Dr. med.
B._
,
Dignität Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
unter
sucht (
Urk.
6/34
).
Vom 8. Juni bis zum
5.
Dezember
2015 absolvierte sie
bei der Durchführungs
stelle
D._
ein Belastbarkeitstraining (Schlussberichte vom 14. September
und vom 8. Dezember 2015, Urk. 6/49 und Urk. 6
/60). Am 2. Dezember 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die Kosten für ein Aufbautraining vom 7. November 2015 bis zum 6. Ma
i 2016 übernommen würden (Urk. 6
/56). Im Weiteren nahm sie das von
D._
veranlasste psychiatrische Konsilium von
Dr. med.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. Dezem
ber 2015 zu den Akten (Urk. 6
/62). Am 22. Januar 2016 wurde das Aufbau
training abgebrochen (Schlussber
icht vom 28. Januar 2016, Urk. 6
/67). Am 9. Februar 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund ihres Gesundheits
zustands derzeit keine beruflichen Ein
gliederungs
massnahmen möglich seien (Urk. 6
/72).
Mit
Verfügung vom 26. April 2016
verneinte die IV-Stelle
einen An
spruch
auf eine Invalidenrente (Urk.
6/83
)
.
Die dagegen von der Versicherten
am 24. Mai 2016
erhobene
Beschwerde
(
Urk.
6/84
) hiess das Sozialversicherungs
gericht mit Urteil IV.2016.00601 vom 2
7.
September 2017
(
Urk.
6/91)
in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit dies
e
den medizinischen Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht gutachterlich abklären lasse
und
danach über einen Rentenanspruch der Versicherten neu verf
üge.
1.2
In der Folge holte d
ie
IV-Stelle
den Bericht
der
A._
vom 1
2.
Februar 2015 (Urk.
6/98) und den Bericht von
Dr.
med.
F._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
vom
2.
Februar 2018 (
Urk.
6/100) ein
und gab bei
der
G._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, das am
9.
November 2018
erstattet wurde
(
Urk.
6/118).
Mit
Vorbescheid vom
7.
De
zember 2018 stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/119
), wogegen diese am 2
1.
Januar 2019
Einwand
erhob (
Urk.
6/122
; vgl. auch Stel
lungnahme der Versicherten vom
7.
März 2019,
Urk.
6/129
)
. Am 2
9.
Mai und
3.
Juli 2019 nahm
en
die
Gutachter der
G._
zu von der IV-Stelle unterbre
i
teten Zusatzfragen Stellung (
Urk.
6/132 und
Urk.
6/134). Hierzu liess sich die Versicherte am
2.
September 2019 vernehmen (
Urk.
6/136). Mit Verfügung vom 2
4.
Oktober 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
2.
November 2019 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Rente, zu gewähren; eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen, damit diese nach den notwendigen Abklärungen in der Sache neu entscheide (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
9.
Januar 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwer
deführerin am 1
0.
Januar 2020 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409,
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.6
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so
muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentver
gleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweis auf Urteil 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
ent
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichti
gung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentver
gleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundes
gerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
1.7
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
ge
mäss
den
Gutachtern
der
G._
, auf deren
Expertise
abgestellt werden könne,
keine
erhebliche und
langandauernde
psychiatrische
Erkrankung vorliege. Auf
grund der neurologischen und der rheumatologischen Befunde bestehe eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
bis 25
%
. Insgesamt
sei bei
der Beschwerdeführerin keine Einschränkung gegeben, welche eine Erwerbseinbusse von mindestens 40
%
zur Folge habe. Neue medizinische Beurteilungen oder Unterlagen lägen nicht vor (
Urk.
2).
Laut dem Titel der Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Invalidenversicherungsleistungen generell verneint. Wie sich aus der Begrün
dung ergibt, hat sie indessen lediglich den Rentenanspruch beurteilt.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
dass das Gutachten der
G._
– auch
nach Beantwortung der von der Beschwerd
egegnerin gestellten R
ü
ckfragen – nicht schlüssig sei. Es seien deshalb
weitere Abklärungen erforder
lich.
Selbst wenn man aber
mit der Beschwerdegegner
in auf die Beurteilung der Gutachter
der
G._
abstellen würde, müsste
ein Einkommensvergleich vor
genommen werden. Stelle man das
Valideneinkommen
von
Fr.
62'833.
--
dem
gestützt auf
die Tabellen
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
und
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs
von 10
%
zu ermittelnde
n
Invalideneinkommen von
Fr.
37
'
399
.
-- gegenüber, resultiere ein
Invaliditätsgrad von 40
%
. Es bestehe daher
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
Urk.
1 S. 11 ff.
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.
3.
3.1
Das Sozialversicherungsgericht
erwog im
Urteil IV.2016.00601 vom 27.
Septem
ber 2017
, dass
die von der
Swica
in Auftrag gegebene
Beurteilung
von
Dr.
B._
vom 1
3.
April 2015
, welche nicht unter Wahrung der Verfahrensrech
t
e nach
Art.
44
ATSG
und
nicht
in Kenntnis
sämtlicher relevanter
Vorakten
ergangen sei
,
nicht überzeuge
.
Nicht abgestellt
werden
könne
auch auf
die von der
Swica
ver
anlasste
, nicht fachärztliche
Kurzbeurteilung
von
Dr.
med.
H._
, FMH Praktische Ärztin,
vom 2. Juli 2014 und auf das
von
D._
veranlasste
psychiatrische Konsilium von Dr.
E._
vom 17. Dezem
ber 2015
, welches keine nachvollziehbare Beurteilung der Arbeitsfähigkeit enthalte
(
Urk.
6/91
).
3.2
Dr.
F._
stellte im Bericht vom
2.
Februa
r 2018 folgende Diagnosen (Urk.
6/100/7):
(1)
chronische depressive Störung
-
chronische Schlafstörung
(2)
Fibromyalgie
-
rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
bei Facettengelenksdysfunktion
(Facettengelenksarthrose) und Fehlhaltung
(3)
chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
(4)
Histaminintoleranz
(5)
Laktoseintoleranz (?)
(6)
Schilddrüsenunterfunktion, substituiert
(7)
leichtes Karpaltunnelsyndrom
beidseits (neurologische Untersuchung Juni 2017)
Dr.
F._
gab an, dass
sich die Beschwerdeführer
in um eine Teilzeitstelle bemüht habe. Seit dem
1.
September 2016
arbeite sie 2 1⁄2 Stunden pro Tag wäh
rend sechs Tagen pro Woche als Reinigungskraft. Mit dieser Arbeitsleistung bewege sie sich wahrscheinlich oberhalb ihrer Leistungsfähigkeit (
Urk.
6/100/7)
.
3.3
Dr.
med.
I._
, Leitender Arzt der Multidisziplinären Schmerzklinik des Spitals
J._
, nannte im Bericht vom 2
6.
April 2018 im Wesentlichen dieselben Diagnosen wie
Dr.
F._
im Bericht vom
2.
Februar 2018 (vgl. E. 3.2).
Dr.
I._
hielt fest, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlichen Tätig
keit nicht arbeitsfähig sei (
Urk.
6/107/7-8).
3.4
Die Ärzte der
G._
stellten im Gutachten vom
9.
November 2018 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (letzte Tätigkeit; Urk.
6/118/8):
(1)
myofasziales
Schmerzsyndrom, wahrscheinlich i
m Rahmen einer muskulären
Dysbalance
; Differentialdiagnose:
Fibromyal
giesyndrom
(2)
c
hronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
ischialgiformer
Ausstrahlung in beide Beine
(3)
ch
ronische, vermutlich vestibuläre Migräne
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(letzte Tätigkeit)
nann
ten sie (
Urk.
6/118/8):
(1)
l
eichte depressive Episode (
ICD-10
F32.0)
(2)
Hypothyreose, substituiert
(3)
a
namnestisch Eisenmangel, aktuell
Ferritin
in der Grauzone, funktioneller
Eisenmangel möglich
(4)
Verdacht auf
Histami
ni
ntoleranz
(anamnestisch)
(5)
Laktosei
ntoleranz
(6)
f
remdanamnestisch leichtes Karpaltunnelsyndrom derzeit symptomlos
Die Gutachter
der
G._
erklärten
in der interdisziplinären Beurteilung
, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit zu 75
%
arbeitsfähig sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei sie zu 80
%
arbeitsfähig
. Die
aus
rheuma
tologischer und neurologischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit addiere sich nicht
(
Urk.
6/118/9
-10
).
Als leidensangepasst werden im neurologischen Teilgut
achten alle nicht schweren Tätigkeiten ohne besondere Stressoren bezeichnet (
Urk.
6/118/78). Aus rheumatologischer Sicht müsste die Tätigkeit gemäss den Prinzipien der Rückenergonomie durchgeführt werden können,
keine monotonen Zwangshaltungen erfordern und
W
echselpositionen ermöglichen
(
Urk.
6/118/51).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen Verfügung vom 24.
Oktober 2019
(
Urk.
2)
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf d
as Gutachten der
G._
vom
9.
November 2018 (
Urk.
6/118
).
4.2
Das Gutachten der
G._
basiert auf den erforderlichen allse
itigen Untersu
chungen (
internistisch,
rheumatologisch, neurologisch und
psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit d
en
Vorakten
abgegeben. Die Gutachter
der
G._
haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt. Das genannte Gutachten erfüllt demnach grundsätzlich die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Entsch
eidungsgrundlage (vgl. E. 1.8
).
Erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass die Gutachter der
G._
befangen gewesen sein
könnten, liegen – entgegen dem Vorbringen de
r Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S.
27) – nicht vor.
4.3
Was den Gesundheitszustand aus somatischer Sicht anbelangt,
erklärten die
Gut
achter
der
G._
, dass d
ie von der Beschwerdeführerin ge
klagten Schmerzen im Stütz- und Bewegungsapparat, insbesondere auch im Bereich der Lendenwir
belsäule mit
ischialgiformer
Ausstrahlung
,
aus rheumatologischer Sicht als Aus
druck eines
myofaszialen
Schmerzsyndroms
zu interpretieren seien
. Es sei eine muskuläre
Dysbalance
festzustellen und differentialdiagnostisch müsse ein
Fibromyalgiesyndrom
in Erwägung gezogen werden. Gegenwärtig seien die diagnostischen Kriterien für ein
Fibromyalgiesyndrom
aber nicht vollumfänglich erfüllt.
In neurologischer Hinsicht sei eine chronische, vermutlich vestibuläre
Migräne mit daraus resultierender Einschränkung des Leistungsvermögens
gege
ben
(
Urk.
6/118/7
).
Die Gutachter
der
G._
kamen
im Rahmen der interdisziplinären Beurtei
lung
zum Schluss,
dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei,
den bisherigen Tätigkeiten als Reinigungskraft und als
Drehereimitarbeiterin
während 8,5 Stunden täglich an fünf
Arbeitstagen pro Woche nachzugehen.
Ihr Leistungsver
mö
gen sei aus
somatischer Sicht
aber
zu
25
%
eingeschränkt
.
In optimal adap
tie
rten Tätigkeiten
lasse sich
das Leistungsvermögen
schmerz- und migräne
bedingt
mit 80
%
festlegen
. Dies gelte rückwirkend betrachtet seit
dem Zeitpunkt der
Begut
achtung durch
Dr.
B._
im März
2015
(
Urk.
6/118/8-
10
).
4.4
Diese Beurteilung
ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen
einleuchtend
.
Di
e Gutachter der
G._
legten
dabei
auch
in nachvollziehbarer Weise dar,
dass die
schmerzhaften
Tenderpoints
–
gemäss
dem
Bericht von
Dr.
I._
des
Spital
s
J._
vom
2
6.
April 2018
waren
damals
18 von 18 Tenderpoints positiv (
Urk.
6/107/7
-8
)
-
für die Diagnose einer Fibromyal
gie nicht entscheidend seien. Denn
gemäss
der aktualisierten Empfehlung der amerikanischen Rheumatologen-Gesellschaft
seien die Tenderpoints
nicht mehr hinzuziehen, sondern
es sei
auf die anamnestische
n
Angaben der betr
offenen Person abzustützen (
Urk.
6/132/3)
.
Alsdann
ist
zu bemerken
, dass
die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden im Lendenbereich
eingehend fachärztlich-rheumatologisch und
neurologisch
abgeklärt
wurden
(
Urk.
6/118/36-53 und
Urk.
6/118/68-80).
Der rheumatologische Gutachter der
G._
stellte
in diesem Zusammenhang
fest,
dass
die
regelmässige
Einnahme der verordneten Medikamente wahrschein
lich nicht gewährleistet sei (
Urk.
6/118/44).
Auf die Beurteilung der Gutachter der
G._
zum somatischen Gesundheits
zustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit kann daher abgestellt werden.
5.
5.1
Was den Gesundheitszustand in psychiatrischer
Hinsicht
betrifft,
erklärten
die Gutachter der
G._
, dass bei der Beschwerdeführerin,
welche Schmerzen im Stütz- und Bewegungsa
pparat in den Vordergrund stelle
, das Bild einer leichten depressiven Episode zu diagnostizieren
sei
. Von den Merkmalen
einer depressi
ven Störung würden
sich allenfalls die depressive Herabgestimmtheit in geringer Ausprägung sowie eine subjektiv angegebene gesteigerte Ermüdbarkeit, welche sich auf der Befundebene jedoch n
icht widerspiegle, finden. Des Weiteren zeige
sich eine
Minderung des Selbstwertgefühl
s. Die Beschwerdeführerin
klage
über
Konzentrationsminderung und berichte von Schlafstörungen.
Ein vollständiger Verlust, Freude zu empfinden, liege nicht vor. E
in ausgewiesener sozialer Rück
zug au
s allen Lebensbereichen bestehe
ebenfalls nicht
. Die in der
Vergangenheit attestierte mittelschwere depressive Episode
könne deshalb
als teilr
emittiert
beschrieben werden.
Die von der
Beschwerdeführerin
geklagten Schmerzen, hauptsächlich Kopfweh,
chronifizierte
lumbospondylogene
Schmerzen mit
ischialgiformer
Ausstrahlung in beide Beine sowie ein
myofaziales
Schmerzsyn
drom im gesamten Stütz- und Bewegungsappar
at
,
würden
sich
durch
die
rheu
matologische
n
und neurologische
n
Befunde erklären
lassen
. Die diagnostischen Algorithmen einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung lägen
nicht vor.
Eine schwerwiegende innerseelische Konfliktsituation, welche
unaufgelöst
bleibe und zu einem unangemessenen Schmerzsyndrom führe, bestehe
trotz der seit Jahren anhaltenden psychosozialen Belastungsfaktoren (konfliktreich erlebte Ehe, Belastung durch den nach Auskunft der Versicherten sehr eifersüchtigen und teilweise gewaltbereiten Ehemann, Verlust der letzten Tätigkeit in der Pro
duktion)
nicht. Vielmehr sei im Rahmen der depressiven Erkrankung eine ver
mehrt nach innen gerichtete Selbstwahrnehmung festzustellen, welche zu einer dysfunktionalen Schmerzwahrnehmung und
-
verarbeitung führe. Es komme
im Rahmen der Schmerzstörung
zu
einer
Selbstlimitierung und
einer
sekundären
Symptomausweitung (
Urk.
6/118/6-7).
Die Gutachter der
G._
kamen zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne
(
Urk.
6/118/9). Zudem erklärte
der psychiatrische Gutachter der
G._
, dass retrospektiv
ab dem Zeitpunkt der Begutachtung bei
Dr.
B._
von einer
Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszuge
hen sei
(
Urk.
6/118/33).
5.2
Auch diese Beurteilung ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazuge
hörigen Erläuterungen plausibel.
Das Gutachten der
G._
enthält dabei auch eine hinreichende Auseinander
setzung mit den normativen Vorgaben (Standardindikatoren) gemäss BGE 141 V
281 (vgl. E. 1.4).
Der psychiatrische Gutachter
der
G._
wies
diesbezüglich
insbesondere
auf
Inkonsistenzen bezüglich des Schmerzniveaus hin
(
Urk.
6/118/32)
. So schildere die Beschwerdeführerin starke bis stärkste Schmer
zen von quälen
d-plagendem Charakter. Sie sei allerdings
in der Lage, eine elfstündige Flugreise zu unternehmen (Aufenthalt in Argentinien
/Brasilien
mit
dem
Ehemann und
einem
Sohn im Januar/Februar 2018,
Urk.
6/118/26). Ebenso würden die Aktivitäten im Alltag
(Tätigkeit als Reinigungskraft von 7.00 bis 9.30 Uhr, Zubereitung des Mittagessens für die Mutter und gelegentlich für einen der Söhne, Hausarbeiten
ab 15.00 Uhr
, Stricken, Kirchenbesuche und
Yoga
;
Urk.
6/118/25-2
6)
, die Kontaktgestaltung zu ihren Kindern, Nachbarn und Bekannten gegen das subjektiv vorg
etragene Schmerzniveau sprechen.
Auch das Ergebnis der Laboruntersuchung, in
dem
die angegebene Medikation nicht bzw. nur in Spuren weit unter dem therapeutischen Spiegel nachgewiesen worden sei, erwecke Zweifel an der Intensität der geklagten Beschwerden (
Urk.
6/118/30).
Im Weiteren
ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdefü
hrerin offenbar bereits seit
Frühjahr 2016 nicht mehr in
fachärztlich-
psychiatrisch
er
Behandlung steht (vgl.
Urk.
6/71 und
Urk.
6/118/23), was
für
einen
geringen Leidens
druck
spricht
.
Der Umstand, dass der
Ehemann der Beschwerdeführerin gemäss deren Angaben
krankhaft eifersücht
ig sei
und ihr etwa verbiete, öffentliche
Verkehrsmit
teln zu benutzen
(
Urk.
6/118/22),
stellt verständlicherweise eine erhebliche Belastung dar. Hierbei handelt es sich jedoch um einen
psychosozialen, invaliditätsfremden Belastungsfaktor
(BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Soweit
die Beschwerdeführerin
die Zuverlässigkeit der Expertise mit dem Argu
ment
in Zweifel zieht, die Dauer des
Explorationsgesprächs
(9.00 Uhr bis 10.35 Uhr,
Urk.
6/118/17)
sei zu kurz gewesen
(
Urk.
1 S. 12), ist
zu bemerken
, dass es nicht
auf die Da
uer der Untersuchung ankommt.
M
a
ssgebend
ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil
8C_356/
2018 vom 1
4.
März 2019 E. 4.2
mit Hinweisen), was hier der Fall ist. Ferner
legten die Gutachter der
G._
unter Hinweis auf die im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung erhobenen (weitge
hend unauffälligen) Befunde
begründet dar, weshalb keine test- und neuropsychologische
n
Untersuchun
gen erforderlich waren (
Urk.
6/132/2
).
Auf die
Einschätzung
der Gutachter der
G._
zum
psychischen
Gesund
heitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit kann daher
ebenfalls
abgestellt werden.
5.3
Von den Gutachtern der
G._
nicht beurteilt worden ist jedoch der Zeitraum vor
März
201
5.
Diesbezüglich ist darauf
hinzuweisen, dass
der Beschwerde
führerin ab dem
2.
Ok
tober 2013 von
Dr.
F._
,
Dr.
H._
, Dr.
E._
und
Dr. med.
K._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
,
eine an
dauernde, mehrheitlich 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
wurde
(Urk.
6/22/7,
Urk.
6/62/4 und
Urk.
6/118/19
). Zudem fiel
en
in diese Zeit
der
stationäre Auf
enthalt in der Klinik
Z._
v
om
2
9.
April bis zum 2
3.
Mai 2014
(
Urk.
6/18) und die tagesklinische Behandlung in der
A._
vom 1
8.
September bis zum 2
4.
Dezember 2014 (
Urk.
6/98), im Rahmen
derer sich die depressive Symptoma
tik jeweils
lediglich
geringfügig besserte.
Bei
Austritt
bestand
jeweils
unverändert
eine mittelgradige depressive
Episode.
Nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit
ist
vor diesem Hin
tergrund davon
auszugehen
,
dass die Beschwerdeführerin vom
2.
Oktober 2013 bis (späteste
ns) März 2015, als sie von
Dr.
B._
untersucht wurde (
Urk.
6/34
)
,
aus psychischen Gründen in sämtlichen Tätigkeit
en zu 100
%
arbeitsunfähig war. Ab
März 2015 ist sodann
eine erhebliche Verbesserung des psychischen Gesund
heitszustands ausgewiesen.
Weitere medizinische Abklärungen sind
im Übrigen
nicht erforderlich.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirk
t.
Nachdem das am
2.
Oktober 2013 zu eröffnende Wartejahr am
1.
Oktober 2014 abgelaufen war,
bestand bei einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten eine Erwerbsunfähigkeit von 100
%
und damit
ein Invalid
itätsgrad von 100 % (vgl. E. 1.5 und E. 1.7
).
Demnach hat die Beschwerdeführerin
, die sich
mehr als sechs Monate vorher
(
am
13. Februar 2014
)
zum Leistungsbezug ange
meldet hatte (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG),
ab dem
1.
Oktober 2014 Anspruch auf eine ganze Rente.
6.2
Seit März 2015 ist die Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit noch zu 25 % und
in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 20 % eingeschränkt. Die
gesundhe
itliche Verbesserung
ist
gemäss
Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV)
ab Juli
2015
zu berücksichtigen
.
6.3
Ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
von der attestierten Arbeitsunfähigkeit auf den Invaliditätsgrad geschlossen
hat
, kann offengelassen werden, da auch bei einem Einkommensvergleich kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad resul
tiert.
6.3.1
Für das
Valideneinkommen
kann – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 1 S. 28)
– nicht auf den Eintrag im IK-Auszug für das Jahr 2012
von Fr.
59'967.--
(Urk. 6/11/1)
abgestellt werden, da
dieser Betrag
eine Sonderleis
tung für das Jahr 2011
sowie
ein Dienstaltersgeschenk
enthält
(vgl.
Urk.
6/12/10).
Den Angaben der Arbeitgeberin lässt sich
jedoch
entnehmen, dass die Beschwer
deführerin
im Jahr 2013
ohne krankheitsbedingte Ausfälle
ein Jahreseinkommen von Fr. 58
'630.--
erzielt hätte
(13 x Fr. 4
’
510.--; der nicht regelmässig ausge
richtete Weihnachtsbonus von Fr. 500.-- ist nicht zu berücksichtigen;
Urk.
6/12/12
und
Urk.
6/12/2
).
Angepasst an die
Nominallohnentwicklung
von Frauen
bis zum Jahr 2015
(vgl. Bundesamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1942 bis 2018) ergibt dies ein
Valideneinkommen
von Fr.
59‘471.35 (
Fr. 58'630.
-- :
2'648 x 2'686).
6.3.2
Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nur teilweise verwertet, ist
das Invalideneinkommen
gestützt auf
die Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
zu bestimmen
(vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b).
Der Zentralwert für die mit einfachen Tätigkeiten (Kompetenz
niveau 1) beschäftigten Frauen
betrug im Jahr
2014 im privaten Sektor Fr. 4’300.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2014, Tabelle T1_tirage_skill_level), was unter Berück
sichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (Bun
desamt für Statistik, Betriebsübli
che Arbeitszeit nach Wirtschafts
ab
teilun
gen) und angepasst an den Nominal
lohnindex ein Einkommen von Fr. 54'054.60 pro Jahr ergibt (
Fr. 4'300.-
-
x 12 : 40 x 41.7 : 2673 x 2686). Bei einer
Leistungs
fähigkeit von 80 % könnte die Beschwerdeführerin demnach ein Einkommen von Fr. 43'243.70 erzielen.
Den leidensbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin wurde im Gut
achten bereits Rechnung getragen, weshalb sich ein Abzug nicht rechtfertigt
(vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 E. 5.2.2,
9C_846/2014 vom 2
2.
Januar 2015 E. 4.1.1
,
8C_930/2014 vom 2
0.
April 2015 E. 5.3).
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 59‘471.35 mit dem
Invalideneinkommen von
Fr. 43'243.70 verglichen, resultiert eine Einkommenseinbusse von
16'227.65, was einen Invaliditätsgrad von (gerundet) 27 % ergibt.
S
elbst
wenn der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte leidensbedingte Abzug von 10 %
(vgl.
Urk. 1 S. 28)
vorzunehmen wäre,
ergäbe sich beim Einkommensvergleich ledig
lich eine Einbusse von
Fr. 20'552.05
(
Fr. 59‘471.35 -
Fr.
38
'
919.30
)
respektive
ein Invaliditätsgrad von (gerundet) 35
%
.
6.
4
Der ab dem 1. Oktober 2014 bestehende Rente
nanspruch ist daher bis zum 30.
Juni 2015
zu befristen.
7.
In teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung deshalb aufzuheben und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1. Oktober 2014 bis zum 3
0.
Juni
2015 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
8.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 6
00.-- anzu
setzen.
Ausgangsgemäss
sind sie
zu zwei Dritteln
(
Fr.
400.--) der Beschwerde
führerin
und
zu einem Drittel
(
Fr.
200.--)
der
B
eschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Ausgangsgemäss
ist die Beschwe
rdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerde
führer
in
eine reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streit
sache und der Schwierigkeit d
es Prozesses auf Fr. 900.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.