Decision ID: 02b9d8b1-1aa1-41ed-a036-eaefe582bea2
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Vernachlässigung von Unterhaltspflichten etc.
Berufung gegen eine Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht, vom 21. März 2022 (GG210042)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 19. Oktober 2021
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 31).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 79 S. 90 ff.)
"Das Einzelgericht verfügt und erkennt:
1. Der Beweisantrag des Beschuldigten betreffend die Edition des B._-Kontos CH1 der
Privatklägerin 2 im Zeitraum vom Dezember 2017 bis Dezember 2019 wird abgewiesen.
2. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
- der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten im Sinne von Art. 217 StGB und
- des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen einer Sozialversicherung oder der
Sozialhilfe im Sinne von Art. 148a StGB.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festge-
setzt.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 19. Oktober 2021 beschlag-
nahmten Dokumente werden bei den Akten belassen:
- Ausgedruckte Mail Sozialamt (Asservaten-Nr.: A013'920'462)
- Kontoauszug B._ CH2
(Asservaten-Nr.: A013'920'495)
- Kontobewegungen C._ Privatkonto CH3
(Asservaten-Nr.: A013'920'508)
6. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Privatklägerinnen 1 bis 4 keine Zivilansprüche
geltend gemacht haben.
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7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
CHF 2'400.– ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 2'300.– Gebühren für das Vorverfahren
CHF 14'400.– amtliche Verteidigung
CHF 19'100.– Total
8. Rechtsanwalt lic. iur. X._, [...] (Kanzlei), wird für seine Bemühungen und Auslagen als
amtlicher Verteidiger von A._ in der Zeit vom 25. Januar 2022 bis am 21. März 2022
mit total CHF 14'400.– (inkl. 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an Rechtsanwalt
lic. iur. X._ auszubezahlen.
9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-
men. Eine Rückzahlungspflicht der Kosten für die amtliche Verteidigung gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
10. Die Kosten und Auslagen des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfahrens – mit Aus-
nahme derjenigen der amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auferlegt, je-
doch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
11. [Mitteilungen]
12. [Rechtsmittel]"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 97):
" Der Beschuldigte A._ sei vollumfänglich von Schuld und Strafe freizu-
sprechen.
Eventualiter sei der Beschuldigte des unrechtmässigen Betrugs von Leis-
tungen einer Sozialversicherung oder der Sozialhilfe im Sinne von Art. 148a
StGB schuldig zu sprechen, wobei von einer Strafe abzusehen sei.
Die Kosten des Verfahrens inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung
seien auf die Staatskasse zu nehmen."
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b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 86):
(schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
21. März 2022 wurde der Beschuldigte A._ anklagegemäss schuldig gespro-
chen und mit 10 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, wobei ihm der bedingte Straf-
vollzug gewährt wurde (Urk. 79 S. 90). Gegen diesen Entscheid liess der Be-
schuldigte durch seine amtliche Verteidigung noch vor Schranken der Vorinstanz
und somit innert gesetzlicher Frist Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO;
Prot. I S. 42; Urk. 76). Die Berufungserklärung der Verteidigung ging ebenfalls in-
nert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO;
Urk. 81). Die Anklagebehörde hat mit Eingabe vom 30. Mai 2022 innert Frist mit-
geteilt, dass auf Anschlussberufung verzichtet wird (Urk. 86; Art. 400 Abs. 2 f. und
Art. 401 StPO). Dem durch die Verteidigung im Berufungsverfahren gestellten
Beweisergänzungsantrag wurde mit Verfügung vom 14. Juli 2022 entsprochen
(Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 81, 88 und 90 f.). Die Verteidigung hat die Berufung in
ihrer Berufungserklärung ausdrücklich teilweise beschränkt (Urk. 81; Art. 399
Abs. 4 StPO). Die Anklagebehörde beantragt die Bestätigung des angefochtenen
Entscheides (Urk. 86).
2. Demnach sind im Berufungsverfahren nicht angefochten
− die vorinstanzliche Regelung betreffend in der Untersuchung be-
schlagnahmte Dokumente (Urteilsdispositiv-Ziffer 5),
− die vorinstanzliche Vormerknahme, dass die Privatklägerinnen keine
Zivilansprüche gestellt haben (Urteilsdispositiv-Ziffer 6) sowie
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− die vorinstanzliche Kostenfestsetzung und die Entschädigung der
amtlichen Verteidigung (Urteilsdispositiv-Ziffern 7 und 8).
Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen
(Art. 404 StPO).
3.1. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2022 übermittelte die Verteidigung dem Ge-
richt eine Kopie der gleichentags unterzeichneten Vereinbarung zwischen dem
Beschuldigten und der Privatklägerin 1 (D._), worin diese den Rückzug ihres
Strafantrages betreffend die Vernachlässigung von Unterhaltspflichten im Sinne
von Art. 217 StGB erklärte (Urk. 95). Anlässlich der Berufungsverhandlung vom
31. Oktober 2022 forderte das Gericht den Beschuldigten auf, die Vereinbarung
im Original nachzureichen (Prot. II. S. 5 und S. 8), welcher Aufforderung er glei-
chentags nachkam (Urk. 98).
3.2. Die Privatklägerin 1 (D._) hat ihren Strafantrag vor Eröffnung des zweit-
instanzlichen Urteils zurückgezogen (Art. 33 Abs. 1 StGB). Das Verfahren hin-
sichtlich des Tatvorwurfs der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten ist demzu-
folge einzustellen (Art. 329 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 4 StPO).
II. Schuldpunkt
1.1. In Anklageziffer 2 wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen,
was folgt:
Er habe zwischen dem 27. September 2019 und dem 30. November 2020 von der
Gemeinde E._ insgesamt Fr. 47'266.25 Sozialhilfe bezogen. Dabei habe er
gegenüber der zuständigen Behörde verschwiegen, dass er bei vier Firmen "Posi-
tionen" innegehabt habe sowie dass zwischen dem 9. Dezember 2019 und dem
19. Oktober 2020 auf zweien seiner Konten Gutschriften über insgesamt
Fr. 93'968.– erfolgt seien. Dies habe er getan, um sich an unberechtigt bezoge-
nen Sozialleistungen zu bereichern (Urk. 31 S. 7-9).
Vorab: Der Anklagevorwurf, der Beschuldigte habe bei diversen Firmen diverse
"Positionen" innegehabt und nicht deklariert (Urk. 31 S. 7), ist genauso wenig ziel-
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führend wie die entsprechende ausführliche Auseinandersetzung der Vorinstanz
dazu (Urk. 79 S. 66 f.). Der Beschuldigte wurde in den Sozial-Hilfe-
Antragsformularen nicht nach "Positionen" in Firmen gefragt und solche sind auch
nicht relevant. Entscheidend ist einzig (und danach wurde der Beschuldige auch
gefragt), ob er ein selb- oder unselbständiges Erwerbseinkommen oder Einkünfte
respektive Zuwendungen anderer Art erzielte.
1.2. Der Beschuldigte bestreitet ein strafbares Verhalten namentlich mit der
Argumentation, er habe gedacht, bei den Sozialleistungen handle es sich um ei-
nen zurückzuzahlenden behördlichen Kredit (Prot. I S. 26-28). Die Verteidigung
macht im Berufungsverfahren geltend, der Sachverhalt sei sowohl objektiv wie
subjektiv nicht zweifelsfrei erstellt (Urk. 81 S. 3; Urk. 97 S. 4). Im Hauptverfahren
wurde noch geltend gemacht, der inkriminierte Deliktsbetrag sei nicht nachvoll-
ziehbar: Der Klientenkontenauszug der Sozialbehörde stimme nicht mit dem Be-
trag gemäss Anklage überein (Urk. 64 S. 11). Der Einwand ist unbehelflich: Die
Anklage stützt sich auf die Angabe der Gemeinde E._, wonach dem Be-
schuldigten Fr. 47'266.25 ausbezahlt worden seien und zwar vom 1. Dezember
2019 bis zum 30. November 2020 (Urk. D2 3/12 S. 2). Der von der Verteidigung
zitierte Klientenkontenauszug bezieht sich auf einen anderen Zeitraum, nämlich
auf den 1. Oktober 2019 bis 30. November 2020 (Urk. D2 5/5). Dem Beschuldig-
ten konnte ein allfälliger Leistungsbezug ab Anfang Oktober 2019 aber gar nicht
vorgeworfen werden, da sein Erstantragsformular durch die Gemeinde erst am
2. Oktober 2019 eingangsgestempelt (Urk. D2 3/2 letzte Seite) und wohl noch ei-
niges später geprüft wurde.
1.3. In der Anklage werden dem Beschuldigten konkret 12 Zahlungseingänge auf
zwei auf ihn lautenden F._-Konten zur Last gelegt (Urk. 31 S. 8). Seitens des
Beschuldigten ist nicht bestritten, dass er diese Zahlungen erhalten hat und sie -
ebenso wie die Konten, auf welchen sie eingingen - beim schriftlichen Erstantrag
sowie den beiden Fortsetzungsanträgen unerwähnt liess. Im Übrigen hat der Be-
schuldigte diese beiden Konten nicht nur im Erst- und im ersten Folgeantrag
wahrheitswidrig verleugnet (Urk. D2 3/2 und 3/3), sondern in Beantwortung der
behördlichen Anfrage, nachdem er im zweiten Folgeantrag diese Rubrik einfach
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leer liess (Urk. D2 3/4), ausdrücklich schriftlich - und wiederum wahrheitswidrig -
verneint (Urk. D2 3/5). Die Behauptung der Verteidigung, der Beschuldigte habe
gar keine falschen Aussagen gemacht, ist somit einerseits durch die Akten wider-
legt. Ferner argumentiert die Verteidigung schon eigentlich rabulistisch, der
Beschuldigte habe ja im Erst- und im ersten Folgeantrag bei der Rubrik "weitere
Einkommen/private Zuwendungen" weder "ja" noch "nein" angekreuzt (Urk. 64
S. 12). Wohl hat er kein entsprechendes Kreuzchen gesetzt, jedoch im Erstantrag
in der danebenstehenden Spalte den Betrag "0" eingesetzt und im ersten Folge-
antrag einfach über die gesamte "Einkünfte"-Spalte einen Diagonalstrich gezo-
gen, womit er die Frage jeweils ebenso unmissverständlich wie wahrheitswidrig
beantwortet hat.
Die Verteidigung machte im Hauptverfahren namens des Beschuldigten folglich
denn auch geltend, die fraglichen 12 Zahlungseingänge hätten kein zu deklarie-
rendes Einkommen des Beschuldigten dargestellt (Urk. 64 S. 14 f.).
1.4. Die Vorinstanz hat 11 der 12 Zahlungseingänge im Gesamtbetrag von
Fr. 88'968.– als deklarationspflichtig und deren Verschweigen somit als deliktisch
taxiert (Urk. 79 S. 65-68). Den Eingang der Zahlung vom 10. September 2020 von
Fr. 5'000.– auf dem Privatkonto des Beschuldigten hat sie zurecht nicht zum
Deliktsbetrag addiert, allerdings ohne Begründung (Urk. 79 S. 67 f.). Diese ist
hingegen denkbar einfach: Mit der Verteidigung (Urk. 64 S. 14) handelte es sich
dabei um eine reine Umbuchung und zwar vom anderen F._-Konto des
Beschuldigten selbst (Urk. D2 3/6 S. 3).
Mit der Qualifikation der fraglichen Zahlungseingänge hat die Vorinstanz sich nur
pauschal und mit der entsprechenden Argumentation der Verteidigung auch nur
unzureichend auseinandergesetzt. Dies ist vorliegend nachzuholen:
− Zur Zahlung "G._", Fr. 4'866.–, vom 9. Dezember 2019 haben sich weder
Vorinstanz noch Verteidigung ausdrücklich geäussert. Hier ist der Beschuldigte
auf seiner Aussage zu behaften, das Geld sei ihm "von Familie und Freunden, zur
Unterstützung, zum Leben in der Schweiz" gesandt worden (Urk. 3/4 S. 32). Es
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handelte sich somit klar um eine private Zuwendung, die gegenüber der Sozial-
behörde als unterstützungsrelevant zu deklarieren gewesen wäre.
− H._ überwies dem Beschuldigten am 9. Januar 2020 Fr. 25'000.–. Zwi-
schen H._ und dem Beschuldigten bestand eine schriftliche Vereinbarung
hinsichtlich eines Immobilienprojekts in I._ [Staat in Afrika] (Urk. D2 2/5).
Gemäss Bankauszug überwies der Beschuldigte diese Summe am Folgetag fast
vollumfänglich nach J._ [Stadt in I._] unter dem Titel "Transfer Builders"
(Urk. D2 3/6 S. 8). Somit hat der Beschuldigte vermutungsweise H._s Ein-
zahlung gemäss Abrede in I._ investiert. Es kann ihm somit nicht vorgewor-
fen werden, diese Zahlung habe ihm als private Zuwendung zur eigenen Verfü-
gung gestanden und hätte deklariert werden müssen (vgl. Urk. 64 S. 14). Ledig-
lich nebenbei: Aus dem Vertrag zwischen H._ und dem Beschuldigten geht
hervor, dass dem Beschuldigten aus dem Immobilienprojekt in I._ durchaus
geldwerte Anwartschaften zustanden. Diese hätte er wohl gegenüber der Sozial-
behörde deklarieren müssen. Das entsprechende Versäumnis wird ihm in der An-
klage jedoch nicht vorgeworfen.
− Mit der Verteidigung ist die Einzahlung von K._ von Fr. 20'000.– am
3. Februar 2020 gleich zu beurteilen, wie die vorstehend abgehandelte Zahlung
von H._. Zwischen dem Beschuldigten und K._ bestand ein Darlehens-
vertrag hinsichtlich eines Bauprojekts (Urk. D2 2/6; Urk. 64 S. 14) und der Be-
schuldigte hat die eingegangene Summe K._s schon am Folgetag - vermu-
tungsweise - abredegemäss in I._ investiert; jedenfalls ist ihm nichts Gegen-
teiliges zu beweisen (Urk. D2 3/6 S. 7 f.). Sie stand ihm nicht als private Zuwen-
dung zur Verfügung.
− Entgegen der Verteidigung (Urk. 64 S. 14) verhält es sich jedoch mit der zwei-
ten Zahlung H._s von Fr. 7'000.– vom 12. März 2020 anders: Diese wurde
vom Beschuldigten gemäss Bankauszug in der Folge nicht investiert. Vielmehr
wurde ein Betrag in der Höhe des Erhaltenen zwei Monate später an H._ re-
tourniert (Urk. D2 3/6 S. 5-7). Die Zahlung H._s stand ihm somit zumindest
für eine beschränkte Zeit zur Verfügung (ob mit oder ohne Erlaubnis H._s sei
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dahingestellt). Diesen Betrag hätte der Beschuldigte in seinem ersten Folgeantrag
vom 29. März 2020 deklarieren müssen.
− Die Zahlung vom 6. April 2020 von Fr. 210.– konnte nichts anderes als ein
Entgelt, eine Spesenvergütung oder eine andere, jedenfalls zu deklarierende
Zuwendung gewesen sein.
− Die chronologisch folgenden vier Einzahlungen können pauschal beurteilt
werden: Der Beschuldigte behauptet und lässt behaupten, die Zahlung der
L._ (Fr. 5'992.–) und die drei Zahlungen der M._ AG (Fr. 15'000.–,
Fr. 1'000.– und Fr. 5'000.–) seien Zahlungen für die M._ AG gewesen, bei
ihm eingegangen, da diese Firma keine Kreditkarte gehabt habe (Urk. 64 S. 14 f.
mit Verweisen). Die Behauptung ist angesichts des Konto-Verlaufs unglaubhaft:
Wohl einen Teil der Zahlung der L._ hat der Beschuldigte einige Tage später
auf eine Prepaidkarte überwiesen. Diese Prepaidkarte nannte er zwischenzeitlich
verwirrlich "Prepaidkarte des Geschäfts" (Ur. 3/4 S. 41). Das trifft jedoch mit Si-
cherheit nicht zu, wurde diese Karte doch regelmässig ohne einen Zusammen-
hang zu Eingängen, die der Beschuldigte als der M._ zugehörig bezeichnet,
gespiesen; so am 31. März 2020 und am 22. Juni 2020 (Urk. D2 3/6 S. 4 und
S. 6). Hätte der Beschuldigte das L._-Geld tatsächlich der M._ zukom-
men lassen wollen, hätte er sodann einfach auf deren Namen ein Konto oder eine
Prepaidkarte eröffnen können; dies hätte er zudem wohl umgehend und vor allem
auch im vollen Betrag der Einzahlung getan. Auch die drei Zahlungen der
M._ wurden in keiner Weise nachvollziehbar für die Interessen dieser Firma
verwendet: So wurde damit die Rückzahlung an H._ von Fr. 7'000.– alimen-
tiert, es erfolgten Barbezüge, mit fast zweimonatiger Verzögerung eine der zitier-
ten Einzahlungen auf die Prepaidkarte, Ausgaben zum laufenden Unterhalt des
Beschuldigten und schliesslich der Transfer von Fr. 5'000.– auf das zweite, unde-
klarierte F._-konto des Beschuldigten (Urk. D2 3/6 S. 3-6). Ob diese Zahlun-
gen bei ihrer Überweisung als Einkommen/Zuwendungen für den Beschuldigten
gedacht waren (was der Beschuldigte vehement bestreitet), kann offenbleiben.
Entscheidend ist, dass der Beschuldigte die Gelder offensichtlich dazu gemacht
hat.
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− Zur Gutschrift von Fr. 3'000.– am 23. September 2020 äussert sich die Vertei-
digung nicht (Urk. 64 S. 14 f.). Das Geld wurde in der Folge kontinuierlich durch
die gewöhnlichen Lebenshaltungskosten des Beschuldigten verzehrt (Urk. D2 3/6
S. 1 f.). Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, inwiefern diese Summe kein/e zu
deklarierende/s Einkommen/Einkunft oder private Zuwendung gewesen sein soll.
− Gleiches gilt für die Zahlung von Fr. 1'900.– vom 19. Oktober 2020 (Urk. D2 3/6
S. 1). Hiezu wird allerdings - pauschal - geltend gemacht, es habe sich wieder um
eine schlichte Umbuchung gehandelt (Urk. 64 S. 14). Im Gegensatz zur Um-
buchung von Fr. 5'000.– vom 10. September 2020 von einem auf das andere
F._-konto des Beschuldigten ist hier hingegen schleierhaft, woher das Geld
gekommen sein soll. Sodann hat der Beschuldigte ja freimütig zugegeben, dass
er - auch - in den Jahren 2019 und 2020 finanzielle Unterstützung von seiner Fa-
milie in I._ erhalten habe (Urk. D2 3/4 S. 40).
1.5. Zusammenfassend hat der Beschuldigte in der massgeblichen Zeitspanne in
Abweichung von Anklage und Vorinstanz mutmasslich einen Gesamtbetrag von
Fr. 43'968.– an Einnahmen und Zuwendungen, die er - ob dazu berechtigt oder
nicht - für seine eigenen Bedürfnisse verwendete, der Sozialbehörde in seinen
drei Unterstützungsanträgen verschwiegen. Da nicht vollständig ausgeschlossen
werden kann, dass gewisse, eher kleine Auslagen tatsächlich für den Aufbau der
M._ geleistet wurden (obwohl die entsprechende Behauptung des Beschul-
digten komplett unsubstantiiert geblieben ist; Urk. 64 S. 14 f.), ist der massgebli-
che Betrag wohlwollend auf rund Fr. 40'000.– abzurunden.
Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass die tatsächlich ausbezahlten
Leistungen um diesen Betrag tiefer ausgefallen wären, wenn die Sozialbehörde
von den weiteren Einkünften und Zuwendungen des Beschuldigten gewusst hätte.
1.6. Zu ergänzen bleibt an dieser Stelle, dass die eingeklagte Deliktssumme von
Fr. 47'266.– mit der unterzeichneten Schuldanerkennung vom 11. Oktober 2022
(Urk. 95 und 99) vom Beschuldigten grundsätzlich anerkannt wurde, wobei er
durch seine Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung ausführen liess,
dass die Deliktssumme unklar sei und diese korrekt eruiert werden müsse
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(Urk. 97 S. 4). Indem diese Anerkennung mutmasslich mit Blick auf die Anwen-
dung des Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) erfolgte (vgl. Urk. 97 S. 5) und nach
den oben aufgeführten Erwägungen - welche die Deliktssumme auf Fr. 40'000.–
festlegen - kann dieser Umstand zugunsten des Beschuldigten hier vernachlässig
werden.
1.7. In subjektiver Hinsicht sind die Ausflüchte des Beschuldigten, er habe
gemeint, nur Lohn-Einkommen sei zu deklarieren und Sozialhilfe sei ein ohnehin
zurückzuzahlender Überbrückungskredit (Prot. I S. 26-28), offensichtlich unglaub-
hafte Schutzbehauptungen: Der Beschuldigte bekleidete in seiner letzten Anstel-
lung die Position eines Finanzdirektors (Prot. I S. 14). Wenn er Naivität in finanzi-
ellen Angelegenheiten behaupten will, überzeugt dies selbstredend nicht. Er
konnte mit dem Verheimlichen seines F._ Mitglieder Privatkontos und den
darauf eingehenden Einkünften und Zuwendungen einzig bezwecken, dass ihm
durch die Sozialbehörde Leistungen ausgerichtet werden in einer Höhe, die ihm
nicht zustand.
1.8. Jeder der drei inhaltlich unwahren Anträge (Erst- und zwei Folgeanträge)
führten zu ungerechtfertigten Leistungen respektive Bezügen. Somit wäre in der
Tat auf mehrfachen unrechtmässigen Bezug von Sozialleistungen im Sinne von
Art. 148a StGB zu erkennen gewesen, wie die Vorinstanz dies in ihren Erwägun-
gen postuliert hat (Urk. 79 S. 76). Im Urteilsdispositiv erfolgte dann - jedoch ohne
Begründung davon abweichend - lediglich eine Verurteilung der einfachen Tatbe-
gehung (Urk. 79 S. 90), was infolge des Verschlechterungsverbots zu überneh-
men ist (Art. 391 Abs. 1 StPO).
2.1 Anlässlich der Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte zusammenge-
fasst als Eventualstandpunkt ausführen, er habe dem Sozialamt eine Anzahlung
von Fr. 10'000.– geleistet und sich für weitere Ratenzahlungen verpflichtet, es
komme vorliegend keine Freiheitstrafe von über einem Jahr in Betracht, sodann
sei das Interesse des Sozialamtes an einer Rückzahlung des gesamten Delikts-
betrags grösser als das Interesse der Öffentlichkeit an seiner Bestrafung und
schliesslich habe er den objektiven Sachverhalt im Grundsatz anerkannt, womit
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die Voraussetzungen zu einer Strafbefreiung im Sinne von Art. 53 StGB gegeben
seien (Urk. 97 S. 5 f.).
2.2. Vorliegend hat der Beschuldigte den Schaden zwar teilweise gedeckt. Er hat
es jedoch verpasst darzutun, inwiefern er alle zumutbaren Anstrengungen unter-
nommen hat, um das verursachte Unrecht auszugleichen. So wurden zwar ge-
wisse Bemühungen für eine Stellensuche von ihm vorgebracht (Urk. 96 S. 3). In-
dem er lediglich - und ohne entsprechende Unterlagen zur Stellensuche beizu-
bringen - erklärte, es sei nicht einfach eine Arbeit zu finden, weil er als ehemaliger
CFO keine "tiefere" Arbeit annehmen könne und die Betreibungen ein Bewerben
schwierig machen würden (Urk. 96 S. 4), sind seine diesbezüglichen Anstrengun-
gen als unzureichend einzustufen. Dem Beschuldigen ist es in seiner Situation
fraglos zuzumuten, eine Anstellung anzunehmen, wofür weniger Qualifikationen
als bisher benötigt werden.
Die Vermögenssituation des Beschuldigten bleibt sodann weiterhin unklar. Er gibt
an, Geld von Freunden und der Familie zu erhalten (Urk. 96 S. 3), womit offen-
bleibt, ob er jemals in der Lage sein wird, die Restschulden zu begleichen.
Ein öffentliches Interesse daran, dass Fr. 37'000.– zurückbezahlt werden, mag
durchaus vorhanden sein. Die widerrechtliche Verminderung staatlichen Vermö-
gens führt jedoch regelmässig nicht zu einem Entfallen des öffentlichen Interes-
sens an der Strafverfolgung. Bei der vorliegenden Tat überwiegen klar general-
präventive Überlegungen, womit auch gesagt ist, dass eine Strafbefreiung unter
diesem Gesichtspunkt unerwünscht ist.
Was das Geständnis des Beschuldigten betrifft, so ist dieses ein diffuses. Der
Beschuldigte bringt weiterhin vor, dass er einen dummen Fehler begangen habe
und die Privatklägerin an seiner Situation schuldig sei (Urk. 96 S. 3). Ersteres
mag zutreffen, Letzteres nicht: Der Beschuldigten hat seine gut entlöhnte Anstel-
lung aus freien Stücken und ohne Not aufgegeben, was ihn veranlasste, Sozialhil-
fe zu beantragen (Urk. 79 S. 24 und S. 39). Damit und indem der Beschuldigte
nach wie vor einzelne Punkte der Anklage bestreitet (vgl. Urk. 97), liegt alles an-
dere als ein glasklares Geständnis vor.
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2.3. Entgegen der Verteidigung sind nach diesen Ausführungen die Vorausset-
zungen für eine Strafbefreiung aufgrund Wiedergutmachung in Sinne von Art. 53
StGB nicht gegeben.
III. Sanktion
1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 10 Mona-
ten bestraft (Urk. 79 S. 90). Damit ist sie weitgehend dem Antrag der Anklagebe-
hörde gefolgt (Urk. 79 S. 3). Im Berufungsverfahren erfolgt eine Einstellung des
Verfahrens bezüglich des Vorwurfs der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten
(Art. 217 StGB) zufolge Rückzugs des Strafantrags. Es bleibt deshalb lediglich ei-
ne Sanktion betreffend den unrechtmässigen Bezug von Leistungen der Sozialhil-
fe (Art. 148a StGB) auszufällen.
1.2. In Abänderung der Ausführungen der Vorinstanz zu den theoretischen
Grundsätzen der richterlichen Strafzumessung entfällt vorliegend die Anwendung
des Asperationsprinzips, da nur noch für ein Delikt die Strafe festzusetzen ist. Die
verbleibenden vorinstanzlichen Ausführungen zur Zumessung sowie zum anzu-
wendenden Strafrahmen betreffend den unrechtmässigen Bezug von Leistungen
einer Sozialversicherung sind zutreffend, weshalb darauf verwiesen werden kann
(Urk. 79 S. 77-80).
2.1. Zum verheimlichten Einkommen des mehrfachen unrechtmässigen Bezugs
von Sozialleistungen folgte die Vorinstanz weitgehend der Anklagebehörde (rund
Fr. 89'000.– statt Fr. 94'000.–; Urk. 79 S. 75). Gemäss vorstehenden Erwägungen
resultieren heute rund Fr. 40'000.–. Der Unterschied in den errechneten Delikts-
beträgen ist hier allerdings kleiner, da betreffend die Summe der zu Unrecht
ausbezahlten Sozialhilfebeträge (insgesamt rund Fr. 47'000.–) eine Differenz von
lediglich Fr. 7'000.– resultiert.
2.2. Der Beschuldigte hat zwischen September 2019 und November 2020 durch
dreimaliges schriftliches, wahrheitswidriges Verheimlichen von Vermögenswerten
verursacht, dass ihm von der Sozialbehörde Sozialhilfe im Gesamtbetrag von
rund Fr. 40'000.– ungerechtfertigt ausgerichtet wurden. Die Vorinstanz hat dafür
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ausgehend von einem noch leichten Verschulden eine "hypothetische Freiheits-
strafe von 2 Monaten" bemessen (Urk. 79 S. 81-83). Eine Bestrafung des mehrfa-
chen unrechtmässigen Bezugs von Sozialleistungen müsste gemessen am kon-
kreten Verschulden des Beschuldigten jedoch strenger bestraft werden als mit le-
diglich 2 Monaten Freiheits- respektive 60 Tagessätzen Geldstrafe. Vorliegend
erscheint eine Einsatzstrafe um 90 Tagessätze Geldstrafe angemessen.
2.3. Die Vorinstanz hat zur Täterkomponente die persönlichen Verhältnisse des
Beschuldigten angeführt (Urk. 79 S. 84). Die persönlichen Verhältnisse des
Beschuldigten wiegen ebenso strafzumessungsneutral wie seine Vorstrafenlosig-
keit (Urk. 83). Eine besondere Strafempfindlichkeit weist er nicht auf. Die
Vorinstanz hat dem Beschuldigten als Folge seines Nachtatverhaltens eine
Strafreduktion gewährt (Urk. 79 S. 85 f.). Dazu besteht auch weiterhin Anlass: Der
Beschuldigte hat im bisherigen Verfahren stets lediglich zugegen, was aufgrund
der Untersuchungsakten ohnehin erstellt war (Prot. I S. 22 ff.). Im Berufungsver-
fahren zeigte er hingegen teilweise Einsicht und gar Reue betreffend seinem de-
liktischen Verhalten. Ausserdem verpflichtete er sich zu einer Rückzahlung
(Urk. 96 S. 4 f.). Die Täterkomponente wirkt sich somit im Umfang von einem Drit-
tel senkend auf die bemessene Einsatzstrafe aus.
2.4 Der Beschuldigte ist damit mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu
bestrafen. Es gibt keinen Anlass, für den Beschuldigten als Ersttäter auf eine
andere Strafart zu erkennen (vgl. Art. 41 StGB).
2.5. Nach eigenen Angaben befindet sich der Beschuldigte derzeit auf Stellen-
suche. Seine Wohnkosten inklusive Versicherung würden Fr. 6'000.– betragen.
Ausserdem bezahle er die Unterhaltsbeiträge für seine Kinder. Mit einem Darle-
hen eines Freundes habe er eine erste Rückzahlungsrate an die Sozialdienste im
Umfang von Fr. 10'000.– leisten können und er wolle innert fünf Monaten die
Restschulden begleichen (Urk. 96 S. 1 ff.; Urk. 99). Zusätzlich will er - gemäss
einer Vereinbarung mit der Privatklägerin - ihr monatlich Fr. 1'000.– abbezahlen
(Urk. 98). Damit bleibt die Vermögenssituation des Beschuldigten - wie sie sich an
der Berufungsverhandlung präsentiert - unklar, wobei er offenbar aber über
Einkommensquellen verfügt. Anders ist diese Ausgangslage nicht erklärbar. Unter
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diesen Umständen erscheint eine Tagessatzhöhe von Fr. 50.– gerechtfertigt
(Art. 34 Abs. 2 StGB).
3. Der vorinstanzlichen Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter An-
setzung der gesetzlich minimalen Probezeit ist schon aus prozessualen Gründen
zwingend zu folgen (Urk. 79 S. 90; Art. 391 Abs. 2 StPO).
IV. Kosten
1.1. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten die Kosten vollumfänglich auferlegt
(Urk. 79 S. 91). Die Verurteilung betreffend den Tatvorwurf der Vernachlässigung
von Unterhaltspflichten fällt zufolge Einstellung weg. Daher sind dem Beschuldig-
ten die Kosten des Vorverfahrens und des Hauptverfahrens (exklusive Kosten der
amtlichen Verteidigung) zu 1⁄2 aufzuerlegen und im verbleibenden 1⁄2 auf die
Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 StPO).
1.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Vor- und Hauptverfahren sind im
Umfang von 1⁄2 einstweilen und im Umfang von 1⁄2 definitiv auf die Gerichtskasse
zu nehmen. Ein staatlicher Rückzahlungsanspruch über 1⁄2 der Kosten ist vorzu-
behalten (Art. 135 Abs. 4 StPO).
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
3.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-
terliegt im Berufungsverfahren mit seinem Hauptantrag. Es erfolgt ein Schuld-
spruch betreffend unrechtmässigem Bezug von Leistungen einer Sozialversiche-
rung, wie dies vom Beschuldigten eventualiter beantragt worden ist. Es rechtfertig
sich deshalb, die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive Kosten der amtli-
chen Verteidigung) dem Beschuldigten zu 1⁄2 aufzuerlegen und im verbleibenden
1⁄2 auf die Gerichtskasse zu nehmen.
3.2. Die amtliche Verteidigung macht für ihre Aufwendungen und Barauslagen im
Berufungsverfahren Fr. 5'918.– - inkl. Berufungsverhandlung und MwSt. - geltend
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(Urk. 101). Das geltend gemachte Honorar steht im Einklang mit den Ansätzen
der Anwaltsgebührenverordnung und erweist sich grundsätzlich als angemessen.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren sind im Umfang
von 1⁄2 einstweilen und im Umfang von 1⁄2 definitiv auf die Gerichtskasse zu neh-
men. Ein staatlicher Rückzahlungsanspruch über 1⁄2 der Kosten ist vorzubehalten
(Art. 135 Abs. 4 StPO).