Decision ID: 3f397079-90d4-4248-a629-018c99780def
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
B.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit Oktober 1989 bei der B._ AG tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert (Suva-act. 3-83). Am 11. Juli 1991 stürzte der Versicherte aus
einem Hotelfenster aus ca. 8.5 Metern Höhe (Suva-act. 50-86). Dabei erlitt er
Rippenserienfrakturen 8 bis 10 rechts, einen Pneumothorax mit Totalatelektase rechts,
eine Lungenkontusion rechts, eine instabile Beckenfraktur mit Symphysensprengung,
eine Fraktur des unteren Schambeinastes rechts, eine Sprengung des ISG rechts und
eine Fraktur durch die Massa lateralis sacri links, eine Nierenruptur links mit
Nephroktomie, Leberrupturen, einen Mesenteriumeinriss und eine Commotio cerebri
(Suva-act. 3-80). Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen und
sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 20. November 1996 ab 1. Januar 1996
eine Rente von 10% sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer
Integritätseinbusse von 30% zu (Suva-act. 2-26 ff., 3-50).
A.a.
Mit Verfügung vom 21. August 2010 sprach die Suva dem Versicherten bei
verschlechterter Beckensituation und beginnender posttraumatischer Coxarthrose
rechts ab 1. Juni 2010 eine erhöhte Rente von 15% zu. Des Weiteren wurde die
Integritätsentschädigung um 7.5% erhöht (Suva-act. 1-1 ff., 1-7 ff.).
A.b.
Bereits am 4. November 2008 hatte sich der Versicherte bei Dr. C._, Facharzt für
Lungenkrankheiten, untersuchen lassen. Dieser hatte eine mittelgradige obstruktive
B.a.
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Ventilationsstörung diagnostiziert (Suva-act. 1-63). Anlässlich einer Untersuchung vom
8. März 2017 ermittelte Dr. C._ beim Versicherten eine chronische obstruktive
Lungenerkrankung (COPD) im Stadium III mit deutlich verschlechterter Lungenfunktion
gegenüber einem Vorbefund aus dem Jahr 2011 (Suva-act. 76-4 f.).
Am 30. März 2017 leitete die Suva ein Rentenrevisionsverfahren ein (Suva-act. 68).
Anlässlich eines Gesprächs mit einem Aussendienstmitarbeiter der Suva machte der
Versicherte geltend, am Gesundheitszustand habe sich nicht viel verändert. Seines
Erachtens verschlechtere sich der Zustand aber kontinuierlich und er habe mit diversen
körperlichen Beschwerden zu kämpfen. Er sei nicht abgeneigt, wieder einmal von
einem Suva-Arzt zur Prüfung einer allfälligen höheren Rente untersucht zu werden
(Suva-act. 73).
B.b.
In der Folge tätigte die Suva diverse Abklärungen und forderte Unterlagen ein
(Suva-act. 74 ff.).
B.c.
Am 19. April 2018 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sich gestützt auf die
Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. D._, Facharzt Chirurgie, speziell Unfallchirurgie,
vom 18. April 2018 (Suva-act. 95), der Gesundheitszustand zwar verschlechtert habe,
dies aber unfallunabhängig durch die Verschlimmerung der Krankheit COPD, was sich
sozialversicherungsrechtlich auf die Gesamtbehinderung auswirke. Rein unfallkausal
habe bei der fachärztlichen Untersuchung und Begutachtung keine wesentliche
Verschlimmerung im Vergleich zur letzten Beurteilung und Anpassung festgestellt
werden können (Suva-act. 96).
B.d.
Mit Schreiben vom 29. August 2018 machte die Rechtsvertreterin des
Versicherten, Mag. Claudia Bogensberger, Ruggell (FL), geltend, dass beim Unfall auch
die Lungen geschädigt und beeinträchtigt worden seien, so dass diese zunächst an
einer mittleren und aktuell an einer höhergradigen obstruktiven Ventilationsstörung bei
bekannter COPD Stadium 3 erkrankt seien. Diese Erkrankung stehe mit der
Schwächung in kausalem Zusammenhang. Die massive Lungenschädigung und
nachfolgende Erkrankung sei unmittelbare Folge des Unfallereignisses vom 11. Juli
1991. Zur weiteren Abklärung, zur Verschlimmerung der Unfallfolgen im Bereich der
B.e.
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Knie und im Becken seien ebenfalls weitere Abklärungen erforderlich (Suva-act. 97-2
f.).
Mit E-Mail vom 30. August 2018 wurde die Rechtsvertreterin von der Suva
aufgefordert mitzuteilen, wann der Versicherte sich seit dem letzten Bericht der
Hausärztin Dr. med. E._ vom 14. April 2017, bei wem in Behandlung begeben habe.
Danach könnten die Akten erneut dem kreisärztlichen Dienst zur Beurteilung
übergeben werden. Sollte am vorangegangen Entscheid vom 19. April 2018
festgehalten werden, werde eine Verfügung erlassen (Suva-act. 98).
B.f.
Am 23. November 2018 reichte die Rechtsvertreterin des Versicherten Berichte
von Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie (Geriatrie), ein (Suva-act. 101).
B.g.
Am 26. November 2018 ersuchte die Suva beim Kantonsspital St. Gallen (KSSG),
Lungenzentrum, um eine pneumologische Beurteilung mit Beantwortung der Frage, ob
ein kausaler Zusammenhang der COPD zum Thoraxtrauma vom 11. Juli 1991 mit der
geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit vorliege (Suva-act. 104). Mit
Aktenkonsil vom 15. Januar 2019 kam Dr. med. G._, Leitender Arzt Pneumologie/
Schlafmedizin, zum Schluss, dass sich kein kausaler Zusammenhang ergebe. Die
Schädigung der Lunge habe sich der Versicherte in erster Linie durch den
jahrzehntelangen Tabakabusus selbst zugeführt. Bei einer posttraumatischen
Lungenschädigung würde man eher eine restriktive Ventilationsstörung, allenfalls
gemischte obstruktive und restriktive Ventilationsstörung, sei es im Rahmen eines
stattgehabten ARDS oder einer Zwerchfellparese bzw. Thoraxdeformität, erwarten
(Suva-act. 108).
B.h.
Mit Verfügung vom 15. Januar 2019 verneinte die Suva eine Leistungspflicht
aufgrund der Lungenkrankheit mangels Unfallkausalität. Sollte bezüglich der Knie und
des Beckens eine Behandlung bzw. Untersuchung stattgefunden haben oder
stattfinden und werde diesbezüglich eine Beurteilung durch den kreisärztlichen Dienst
gewünscht, so werde um entsprechende Aktenzustellung gebeten (Suva-act. 110).
B.i.
Gegen die Verfügung 15. Januar 2019 liess der Versicherte am 13. Februar 2019
durch seine Rechtsvertreterin Einsprache erheben. Sie beantragte darin, dass die
Verfügung aufzuheben und eine ergänzende Verfügung zu erlassen sei, welche die
B.j.
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C.
Mit Entscheid vom 9. Mai 2019 wies die Suva die Einsprache ab. Es bestehe gestützt
auf die Beurteilungen von Dr. G._ und Dr. D._ kein Zusammenhang zwischen der
diagnostizierten COPD und dem Unfall vom 11. Juli 1991. Abweichende ärztliche
Beurteilungen seien nicht vorhanden. Was die Ausführungen zu anderweitigen
Beschwerden und gestützt darauf die sinngemässe Geltendmachung weiterer
Versicherungsleistungen anbelange, sei dies nicht Gegenstand der angefochtenen
Verfügung gewesen, so dass im vorliegenden Verfahren darauf nicht eingetreten
werden könne (Suva-act. 118).
D.
vollständige Erhebung aller Beschwerden umfasse, insbesondere auch die
psychischen Beschwerden sowie das chronische Schmerzsyndrom (Suva-act. 113).
Der Fall wurde nochmals Dr. D._ vorgelegt. Dieser kam mit Beurteilung vom 15.
Februar 2019 zum Schluss, dass die Kausalität der psychischen Beschwerden nicht
durch ihn zu beurteilen sei bzw. die Adäquanzprüfung der Administration obliege.
Bezüglich Beurteilung der weiteren Beschwerden liege das externe Gutachten vom 18.
Januar 2018 ausführlich und detailliert vor (Suva-act. 114).
B.k.
Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seine Rechtsvertreterin am 3. Juni 2019 Beschwerde
erheben. Dem Beschwerdeführer sei eine "Integrationsentschädigung" von 100%
zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache einer neuerlichen Untersuchung hinsichtlich
des gesamten Gesundheitszustands zu unterziehen (act. G 1).
D.a.
In der Beschwerdeantwort vom 13. August 2019 beantragte die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei, und die Bestätigung des Einspracheentscheids. Soweit über die
Lungenproblematik hinausgehende Gesundheitsprobleme als Folge des Unfalls vom
11. Juli 1991 reklamiert würden, könne darauf nicht eingetreten werden, weil solches
nicht Gegenstand des Einspracheentscheids gewesen sei und somit auch nicht zum
Streitgegenstand des vorliegenden Prozesses gemacht werden könne (act. G 3).
D.b.
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Erwägungen
1.
Mit Replik vom 9. September 2019 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin behaupte zu Unrecht, dass im
Verwaltungsverfahren ausschliesslich die Frage der Lungenkrankheit Thema gewesen
sei (act. G 5).
D.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und reichte am
9. Oktober 2019 eine Stellungnahme ein. Gegenstand der Verfügung sei nur die
Leistungspflicht für die Lungenproblematik (bzw. die Frage ihrer Unfallkausalität)
gewesen. In Bezug auf die übrigen Beschwerden im Bereich der Knie und des Beckens
sei der Beschwerdeführer lediglich um entsprechende Aktenzustellung ersucht worden,
falls effektiv eine Behandlung bzw. Untersuchung stattgefunden habe und eine
kreisärztliche Beurteilung gewünscht werde. In dieser Hinsicht sei noch nicht
verfügungsweise über die unfallversicherungsrechtliche Leistungspflicht befunden
worden (act. G 7).
D.d.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
D.e.
Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass Gegenstand der Verfügung nur die
Leistungspflicht für die Lungenproblematik (bzw. die Frage ihrer Unfallkausalität)
gewesen sei. Im Weiteren sei noch nicht verfügungsweise über die
unfallversicherungsrechtliche Leistungspflicht befunden worden, weshalb im
Einspracheentscheid darauf nicht eingetreten worden sei. Dementsprechend könnten
auch im Beschwerdeverfahren nebst der Lungenproblematik keine weiteren
gesundheitlichen Beschwerden zum Streitgegenstand gemacht werden. Dem lässt der
Beschwerdeführer entgegenhalten, dass bereits im Verwaltungsverfahren sämtliche
Beschwerden Thema gewesen seien und dementsprechend eine Verfügung hinsichtlich
des gesamten Gesundheitszustands hätte ergehen müssen.
1.1.
Der Beschwerdeführer machte im Verwaltungsverfahren letztlich geltend, es seien
Versicherungsleistungen aufgrund der Lungen-, der Knie- und Becken- sowie der
psychischen Problematik zu prüfen. In der Verfügung vom 15. Januar 2019 hat die
1.2.
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Beschwerdegegnerin vorerst lediglich über die Lungenproblematik befunden (Suva-act.
110). Dies ist grundsätzlich zulässig (vgl. dazu Ueli Kieser/Miriam Lendfers, Jahrbuch
zum Sozialversicherungsrecht [JaSo] 2020, Anmerkungen zum Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Juli 2018, 8C_210/2018, S. 99). Die vorausgesetzte (vgl. dazu
nebst vielen BGE 129 V 181 E. 3.1) Unfallkausalität der Lungenproblematik (namentlich
der COPD im Sinne einer Spätfolge) lässt sich unabhängig vom übrigen
Gesundheitszustand beurteilen. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die Kausalität von
der Beschwerdegegnerin – wie sich zeigen wird – zu Recht verneint wurde (vgl.
nachfolgende E. 2).
Ein Verstoss gegen Treu und Glauben ist auch nicht ersichtlich. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer nie verbindlich mitgeteilt, dass
sämtliche geltend gemachten Beschwerden mit einer Verfügung abgehandelt würden.
Gegenteils geht aus der Aktenlage hervor, dass sie den Sachverhalt in Bezug auf die
übrigen Beschwerden für noch nicht spruchreif erachtete. So wurde der
Beschwerdeführer am 30. August 2018 gebeten mitzuteilen, bei wem er sich bezüglich
der übrigen somatischen Beschwerden (Knie und Becken) in Behandlung befinde
(Suva-act. 98). Diesbezüglich reichte der Beschwerdeführer bis Verfügungserlass am
15. Januar 2019 keine weiteren Unterlagen ein. Er liess am 23. November 2018
lediglich Berichte von Dr. F._ vom 12. Juli und 19. Dezember 2018 übermitteln (Suva-
act. 101), womit erstmals implizit auch psychische unfallkausale Beschwerden geltend
gemacht wurden. In der Verfügung vom 15. Januar 2019 wurde der Beschwerdeführer
nochmals explizit darauf hingewiesen, dass um Aktenzustellung in Bezug auf die Knie-
und Beckenproblematik ersucht werde (Suva-act. 110). Entsprechend konnte der
Beschwerdeführer nicht davon ausgehen, dass in einer einzigen Verfügung über
sämtliche geltend gemachten Beschwerden befunden wird, selbst wenn – wie der
Beschwerdeführer richtig ausführen lässt – im Verwaltungsverfahren nicht
ausschliesslich die Frage der Lungenkrankheit Thema gewesen ist. Deshalb wird die
Beschwerdegegnerin, was sie nicht in Frage stellt (act. G 7, 7.1), über die übrigen
Beschwerden (auch die psychischen) bzw. einen daraus allenfalls resultierenden
Leistungsanspruch noch zu befinden haben.
1.3.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass es der Beschwerdegegnerin offenstand,
in der Verfügung vom 15. Januar 2019 vorerst nur über die Lungenproblematik zu
befinden. Entsprechend ist sie im Einspracheentscheid vom 9. Mai 2019 (Suva-act.
118) zu Recht auf die übrigen Beschwerden, welche in der Einsprache vom 13. Februar
2019 geltend gemacht wurden (Suva-act. 113), nicht eingetreten. Die Beschwerde ist
damit in diesem Punkt abzuweisen.
1.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/10
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2.
Zur Beurteilung steht damit einzig die Frage, ob zwischen der aktuellen
Lungenproblematik (COPD) und dem Unfall vom 11. Juli 1991 ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist. Ist dies überwiegend wahrscheinlich der Fall,
stehen auch Versicherungsleistungen zur Diskussion. Ansonsten nicht (vgl.
vorstehende E. 1.2). Zur Klärung dieser Frage ersuchte die Beschwerdegegnerin um
eine externe Beurteilung durch das Lungenzentrum des KSSG, namentlich durch Dr.
G._ (vgl. vorstehend im Sachverhalt lit. B.h).
2.1.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E.
3a mit Hinweisen). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als zulässig,
wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen
Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser
Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund
der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).
2.2.
Mit Aktenkonsil vom 15. Januar 2019 führte Dr. G._ zur Beurteilung der
Kausalität der Lungenproblematik aus, dass frühere Diagnosen, welche für eine
posttraumatische Lungenschädigung sprechen könnten (ARDS oder Zwerchfellparese
bzw. Thoraxdeformität), nicht dokumentiert seien und falls doch solche Diagnosen
vorgelegen hätten, in der aktuellen Situation eher eine restriktive, allenfalls eine
gemischte obstruktive und restriktive Ventilationsstörung zu erwarten gewesen wäre.
Die Schädigung der Lunge mit zuletzt dokumentierter schwerer obstruktiver
Ventilationsstörung habe sich der Beschwerdeführer in erster Linie durch den
jahrzehntelangen Tabakabusus selbst zugefügt. Es bestehe kein Kausalzusammenhang
2.3.
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3.