Decision ID: bd4ec745-ad88-46fa-9a5f-b0b30d08b9a6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
war zuletzt von
Oktober 1989
bis März 1999 im Umfang von 50
% als Pflegemitarbeiterin in einem Altersheim tätig (vgl.
Urk. 7/7/1-5
). Am 11. März 1998 erlitt sie bei einem Verkehrsunfall eine Distorsion der Halswirbelsäule (
vgl. Urk.
7/4, Urk.
7/9
/1-2
Ziff. 3
) und mel
dete sich am 23. Februar 1999 unter Hinweis auf belastungsabhängige Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich, Kopfschmerzen, Übelkeit und Konzentrationsstörungen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5).
Mit Verfügung vom 6
. Oktober 2000 verneinte die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
, einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 7/33/4-6
)
.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 4. Januar 2002 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung vom 6. Oktober 2000 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgter Abklärung neu verfüge (
Prozess Nr.
IV.2000.00694
, Urk. 7/42
).
1.2
In Nachachtung dieses Urteils
klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerb
liche Situation erneut ab
und zog
ein neurologi
sches/neuro
psycholo
gisches Gutachten vom 4. Januar 2002 bei (U
rk. 7/41/3-18 = Urk. 7/43), das
im
Verfahren
bezüglich Leistungen der Unfallversiche
rung
erstellt worden war
(vgl.
Urk. 7/41/1 =
Urk. 7/44). M
it Verfügung vom 4. Oktober 2002
(Urk. 7/57, vgl. Urk. 7/52)
sprach sie der Versicherten
eine halbe (Härtefall-)Rente ab 1.
März 1999 bei einem Invaliditätsgrad von 41
%
und mit
Verfügung vom 20. April 2004
(Urk. 7/72, vgl. Urk. 7/68)
eine ganze Rente ab 1. November 2002
bei einem Invaliditätsgrad von 70 %
zu
.
Am 19. Februar 2007 (Urk. 7/82)
und am 27. August 2010
(Urk. 7/95) teilte die IV-Stelle
der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert.
1.3
Im Rahmen einer im Oktober 2012 eingeleiteten Rentenrevision (vgl. Urk. 7/103) teilte die IV-Stelle der Versicherten am 7. März 2013 mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung notwendig sei (Urk. 7/108)
.
Am 5. April 2013 teilte die IV
Stelle der Versicherten mit, die polydisziplinäre Begutachtung werde durch das
Y._
, durchgeführt werden. Gleichzeitig gab sie ihr die medizinischen Disziplinen sowie die Namen der Gutachter bekannt (Urk.
7
/117).
Mit Schreiben vom 8.
April 201
3
wandte sich die Versicherte ge
gen die vorgese
hene Begutachtung durch das
Y._
, wobei sie
insbesondere die Vertrauens
würdigkeit und Unabhängigkeit des Chefarztes in Frage stellte
(Urk. 7/119)
.
In der Folge erliess die IV-Stelle am 8. Mai 2013 eine Zwischenverfü
gung
, mit welcher sie an der Begutac
htung durch das
Y._
festhielt (Urk. 7/121). Das hiesige Gericht wies die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/125/3-8) mit Urteil vom 30. August 2013 ab (
Prozess Nr.
IV.2013.00553
, Urk. 7/127
). Das Bundesgericht trat
sodann
mit Urteil
8C_771/2013
vom 10. Dezember 2013
nicht
auf die dagegen erhobene Beschwerde
(Urk. 7/128/2-7)
ein (Urk. 7/129).
1.4
Das polydisziplinäre Gutachten des
Y._
wurde
am 1. August 2014 erstattet (Urk. 7/135
= Urk. 3/3
).
Mit Vorbescheid vom 11. November 2014 stellte die IV-Stelle
der Versicherten die Aufhebung der Rente gestützt auf die
Schluss
bestimmungen
der Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG) vom 18. März 2011 in Aussicht
(Urk. 7/140
= Urk. 3/4
),
woraufhin die Versicherte Einwä
nd
e
erhob (Urk. 7/144
). Am 22. September 2015 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid, wobei sie der Versicher
ten wiederum
die Aufhebung der Rente gestützt auf die
Schlussbestimmun
gen
der Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 18. März 2011 in Aussicht stellte
(Urk. 7/149
= Urk. 3/5
).
Dagegen erhob die Versiche
rte wiederum Einw
ä
nd
e
(Urk. 7/152
). M
it Verfügung vom 10. November 2015
hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest
und hob die bisherige ganze Rente auf
(Urk. 7/155
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 7. Dezember 2015 Beschwerde gegen die Verfü
gung vom
10. November 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2 Ziff. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 26. Februar 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am 1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbe
stimmungen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (6.
IV
Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6.
IV
Revision
) wer
den Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwer
debildern
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung über
prüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist
ver
fassungs
- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung beziehungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zuge
sprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweis
bare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur 6. IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis).
1.3
In
lit
. a Abs.
4
SchlB
IVG
6. IV-Revision
ist vorgesehen, dass die in
lit
. a Abs.
1
SchlB
IVG
6. IV-Revision
geregelte Rentenüberprüfung auf Personen keine Anwendung findet, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Über
prüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15
Jahren eine Rente der Invaliden
versicherung beziehen. Nach der Botschaft des Bundesrates werden mit einer solchen Besitzstandgarantie die Gesichtspunkte der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes berücksichtigt, weil eine Wiedereingliederung in diesen Fällen faktisch ausgeschlossen sein dürfte (
BBl
2010 1912).
1.4
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter entwi
ckelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte
somatoforme
Schmerzstörung und vergleichbare psychosomati
sche Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumut
bar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Ent
stehungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundes
gerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Aus
nahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen struk
turierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regel
fall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen
Stan
dardindikatoren
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungs
faktoren
wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE
141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargeleg
ten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn
Ausschluss
gründe
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ ausdrücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerde
bilder
ohne nachweisbare organische Grundlage“ in
invalidenversicherungs
rechtlicher
Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforde
rungen (Regel-Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unter
stellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3; bislang: Fibromyalgie: BGE 132 V 65 E. 4 [Urteil des Bundesge
richts I 336/04 vom 8. Februar 2006]; dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung: Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; dissoziative Bewegungsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4;
Chronic
Fatigue
Syndrome [CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom] und Neurasthenie: Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73; spezifische und
unfall
adäquate
HWS-Verletzungen [Schleudertrauma] ohne organisch nachweis
bare Funktionsausfälle: BGE 136 V 279 [Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010]; nichtorganische
Hypersomnie
: BGE 137 V 64 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts 9C_871/2010 vom 25. Februar 2011]; leichte Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom: Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E 5.2 und 6.1).
Gemäss
BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar
.
1.5
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
soma
to
formen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psycho
soma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensations
poten
zialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermö
gen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundes
gerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entschei
dend ist der Aspekt der Ko
nsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4).
1.6
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begut
ach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Ver
fahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Viel
mehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ
ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, dass die Diagnosen, welche zur
Rentenzusprache
geführt hätten, zu den ätiologisch-pathologisch unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nach
weisbare organische Grundlage gehör
ten
. Gemäss dem
Y._
Gutachten vom 1. August 2014 lägen keine für die Arbeitsfähigkeit relevanten Diagnosen vor (S. 2 oben). Die rheumatisch erhobenen Befunde könnten die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht erklären und es fehle durchwegs ein anatomisches Korrelat der Halswirbelsäulenbeschwerden, der
Lendenwir
belsäulenbeschwerden
und auch der Schulterbeschwerden. Dementsprechend sei die Beschwerdeführerin
auch
in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin zu 100 % arbeitsfähig (S. 2 unten).
2.2
Demgegenüber
vertrat die
Beschwerdeführer
in den Standpunkt (Urk. 1), ihre Aussagen seien im Gutachten nicht korrekt wiedergegeben
worden (S. 4
Rz
12). Sie leide
nachweislich an Schulterbeschwerden, die sie in sämtlichen Tätigkeiten einschränken würden, die den Gebrauch des Armes notwendig machen (S. 4 f.
Rz
14-18). Zudem sei offensichtlich, dass sie Einschränkun
gen der Halswirbelsäule aufweise (S. 5
Rz
19 f.). Sie leide somit nachweislich unter nach wie vor bestehenden Beschwerden aus ihren früheren Unfällen. Sie habe aber auch in ihrem Einwand vom 19. Oktober 2015 ihr Entgegen
kommen kommuniziert, worauf die Beschwerdegegnerin in keiner Art und Weise eingegangen sei. So wäre sie grundsätzlich bereit, an Eingliederungs
massnahmen im Rahmen eines Arbeitstrainings, welches die Leistungsfähig
keit kompetent feststellen könnte, mitzuwirken (S. 5
Rz
21).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Rentenaufhebung zu Recht
gestützt auf
die
Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision
erfolgt ist.
3.
3.1
Bevor der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 4. Oktober 2002 (
Urk. 7/57)
eine
halbe (Härtefall-)Rente
zugesprochen wurde,
hatte
die Beschwerdegegnerin im Jahr 2000 noch
einen Rentenanspruch
verneint
.
Die dieser rentenverneinenden Verfügung vom
6. Oktober 2000
(
Urk. 7/33/4-6
) zugrunde liegenden medizinischen Berichte sind für die vorliegende Beurtei
lung nicht
massgeblich
.
3.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der Verfügung vom 4. Oktober 2002
(
Urk. 7/57)
insbesondere auf das
neurologische/neuro
psy
cho
logische Gutachten vom 4. Januar 2002
von Dr. med.
Z._
,
Facharzt für Neurologie
(
Urk. 7/41/3-18 = Urk. 7/43)
,
das
im Verfahren bezüglich Leistungen der U
nfallversicherung erstellt worden war
(
vgl. Urk. 7/41/1 = Urk. 7/44
)
.
Der Gutachter
hielt fest,
dass
die Beschwerdeführerin
unter fast täglichen Kopf
schmerzen
leide
. Bei ausgeprägten Kopfschmerzen sei ihr auch übel, selten müsse sie sich auch übergeben. Weiter genannt wurden leicht
rechts
betonte
Genickschmerzen, vom Genick her einstrahlende Ohren
schmerzen, vermehrte Ermüdbarkeit, eine Durchschlafstörung und insbeson
dere in Pha
sen mit vermehrten Schmerzen Gedächtnis- und
Konzentrations
defizite
(
S. 3
oben
Ziff. 1
).
Er stellte folgende Diagnose
n
(S. 12 Ziff. 6):
Status nach Verke
hrsunfall vom 11. März
1998 mi
t
Halswirbelsäulen
ab
knickverlet
zung
mit heute noch bestehendem/n
zumindest mässig ausgeprägtem
mittleren und oberen
Cervical
syn
drom
leicht bis mässig ausgeprägten
cervicocephalen
Beschwerden
leicht ausgeprägten kognitiven Störu
ngen
Als Folge der Halswirbelsäulenabknickverletzung sei auch heute noch von ei
nem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzu
führenden zumindest mässig ausgeprägten mittleren und oberen
Cervical
syndrom
auszugehen.
Ausgelöst durch das obere
Cervicalsyndrom
bestünden auch
cervicocephale
Beschwerden mit insbesondere „
migraine
cervicale
“
. Die
Organizität
der erwähnten Beeinträchtigungen und Beschwerden sei belegt durch den erhobenen Befund mit schmerzhafter Verspannung und
Fehlba
lance
der Genick- und Schultergürtelmuskulatur sowie
myogelotisch
verän
derter (verklumpter) Muskulatur
(S. 13 Mitte
Ziff. 7
).
Die von der Beschwer
deführerin beklagte kog
nitive Störung sei nicht mit Si
cherheit als Folge einer milden traumatischen Gehirnverletzung anzunehmen, sie sei überwiegend wahrscheinlich Folge von Schmerzinterferenzen und sei
leicht ausgeprägt (S.
13 unten
Ziff. 7
).
Als Folge des mittleren und oberen
Cervicalsyndroms
sei auch heute noch von insbesondere belastungsabhängigen Genick- und Schulterarmschmerzen
sowie von Kopfschmerzen auszugehen, welche vor allem durch
mit
Schulter
gürtelbeanspruchung
sowie durch Tätigkeiten in ungünstigen Körper
haltungen ausgelöst würden (
S. 13 unten Ziff. 7). In derartigen Arbeiten sei heute eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben, was insbesondere auch auf die Tätigkeit als Krankenpflegerin zutreffe, welche für die Beschwerdeführe
rin nicht mehr zumutbar sei und sie ausgesprochen ungünstig körperlich belaste.
In einer angepassten Tätigkeit mit wechselnd sitzender
und
stehen
der Körperhaltung, ohne Kopfzwangshaltung und ohne arbeitsmässige Belastung der Oberarmmuskulatur sei von einer 50%igen Arbeitsfähigke
it auszugehen. Im Haushalt sei
eine Beeinträchtigung von 30 % (in etwa den schwereren A
rbeiten entsprechend) anzunehmen
. Mehr als drei Jahre nach dem Unfall sei von einem Residual
zustand auszugehen (
S.
14 oben
Ziff. 7).
3.3
Dr. med.
A._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme
vom
April 2002 aus, dass auf das Gutachten abgestellt werden könne (Urk. 7/45/3). Gestützt darauf sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 4. Oktober 2002 (
Urk. 7/57
) eine
halbe (Härtefall-)Rente ab 1. März 1999 bei einem Invaliditätsgrad von 41 % zu.
Dabei wurde die Beschwerdeführerin als zu 40 % im Haushalt Tätige und als zu 60 % Erwerbstätige qualifiziert.
4.
4.1
Nachdem die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin im November 2003
angegeben hatte
, sie würde aufgrund der Familienkonstellation (ihre Kinder seien nun älter) und der Tatsache, dass ihr Ehemann aufgrund seiner eigenen Invalidität ein ungenügendes Einkommen erziele, bei guter Gesund
heit zu 100 % arbeiten (Urk. 7/59), qualifizierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin
ab 1. August 2002
neu
als zu 100 % Erwerbstätige
. Die Neuberechnung der Invalidität ergab bei gleich gebliebener 50%iger Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit einen Invaliditätsgrad von 70 %
(vgl. Urk. 7
/67 S. 1
).
In der Folge sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfügu
ng vom 20. April 200
4
ab 1. November 2002
eine ganze Rente zu (Urk. 7/72, vgl. Urk. 7/68).
4.2
Nach einer im Jahr 2007 durchgeführten Rentenrevision kam die
Beschwerde
gegnerin
gestützt auf einen Bericht von
Dr. med. B._
, Facharz
t für Allgemeine Innere Medizin, vom 2
9.
Januar 2007 (Urk. 7/80/3-4)
zum Schluss, dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei, die sich auf die Rente auswirke (vgl.
Urk. 7/81). Am 19. Februar 2007 teilte die
Beschwerdegegnerin
der
Beschwerdeführerin
mit, dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente bei einem Invaliditätsgrad von 70 % habe (Urk. 7/82).
Im Rahmen einer erneuten Rentenrevision im Jahr 2010 (vgl. Urk. 7/86) holte die
Beschwerdegegnerin
die nachfolgenden Berichte ein:
4.3
Dr.
B._
führte in seinem Schreiben vom 2. Juli 2010 aus, dass sich an den Diagnosen der Beschwerdeführerin nichts verändert habe. Sie leide nach wie vor an einem chronischen
Cervicalsyndrom
und
cervicocephalen
Syndrom rechts
bei Status nach Distorsion der
Halswirbelsäule
(HWS)
anlässlich eines Verkehrsunfalles. Die Beschwerdeführerin klage weiterhin über Nacken- und Halsschmerzen rechts, zusätzlich leide sie an Kopfschmerzen und Schwindel. Es bestehe eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der
HWS
in allen Richtungen. Die Arbeitsfähigkeit sei unverändert eingeschränkt (Urk. 7/91/6).
4.4
Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 5. Juli 2010
(Urk. 7/92)
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
chronisches Schmerzsyndrom rechtsbetont seit zirka 2001
Zahnwurzel-Vereiterung rechts Oberkiefer
Die Beschwerdeführerin sei seit Behandlungsbeginn im Juli 2009
schmerz
bedingt
zu 100 % arbeitsunfähig in der angestammten Tätigkeit. Eine ange
passte Tätigkeit sei ihr nicht zumutbar (Ziff. 1.2, 1.6-1.7).
4.5
Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
RAD
, führt
e in seiner Stellung
nahme vom 26. August 2010 aus, dass nach medizinischer Aktenlage keine Veränderung beziehungsweise Verbesserung im Gesundheitszustand ausge
wiesen sei, weshalb weiterhin ein unveränderter Gesundheitsschaden mit der bisherigen 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die bisherige und 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten anzunehmen sei (Urk. 7/94/2-3).
4.6
Am 27. August 2010 teilte die
Beschwerdegegnerin
der
Beschwerdeführerin
mit,
dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 70 % habe (Urk. 7/95).
5
.
5
.1
Der
V
erfügung vom 10. November 2015 (Urk. 2) lagen im Wesentlichen die
nachfolgenden Berichte zugrunde:
5.2
Dr.
B._
führte in seinem Schreiben vom 29. Oktober 2012 aus, dass der Zustand der Beschwerdeführerin stationär sei. Sie benötige immer wieder Behandlungen ihrer chronischen Nacken- und Kopfschmerzen sowie Hals
schmerzen auf der rechten Seite. Die
HWS
selber sei nicht betroffen. Zusätz
lich klage die Beschwerdeführerin immer wieder über lumbale Rücken
schmerzen mit
Ausstrahlung in das rechte Bein, welche ebenfalls jeweils ambulante Physiotherapie erfordern würden.
In absehbarer Zeit sei mit keiner Änderung des Zustandes zu rechnen (Urk. 7/104/2).
5.3
Die Ärzte des
Y._
erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten am 1. August 2014 (Urk. 7/135
= Urk. 3/3
) gestützt auf di
e ihnen überlassenen Akten (S. 2
ff. Ziff. 1.2-1.3), die Angaben der Beschwerdeführerin
(S. 17 ff. Ziff. 3) und auf die
am 24./25.
und 26. März 2014
(S. 1 unten)
durchgeführten
internistischen
(S. 22 f. Ziff. 4.1)
,
rheumatologischen (S. 25 ff. Ziff. 5.1), neurologischen (S. 30 ff. Ziff. 5.2) und psychiatrischen (S. 3
3 ff. Ziff. 5.3) Untersuchungen
.
Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte die allgemeininternistische Untersuchung (S. 22 f. Ziff. 4.1), Dr. med.
F._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheu
matologie, die rheumatologische Untersuchung (S. 25 ff. Ziff. 5.1), Dr. med.
G._
, Facharzt für Neurologie, die neurologische Untersuchung (S. 30 ff.
Ziff. 5.2) und Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, die psychiatrische Untersuchung (S. 33 ff. Ziff. 5.3) durch.
Die
Gutachter
nannten keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 Ziff. 6.1). Sie nannten
hingegen die folgenden Diagnosen ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 Ziff. 6.2):
chronifiziert
es
cervikocephales
und
c
ervikobrachiales
Schmerz
syn
drom
rechtsbetont bei Status
nach zweimaliger
HWS
-Distorsions
ver
letzung
am 11. März 1998 und im November 2008
aktuell ohne pathologisch-strukturelle Veränderun
g im Bereich der HWS
ohne
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik
chr
onisches
Lumbovert
ebralsyndrom
ohne anatomisches und radiolo
gi
sches Korrelat
Periarthritis
humeroscapularis
tendinotica
rechts ohne anatomisches oder radiologisches Korrelat
Die
Gutachter
führten aus, dass die im Rahmen der interdisziplinären Begut
achtung durchgeführte allgeme
in-internistische Untersuchung einen unauf
fälligen Status, ohne Hinweise für eine kardiovaskuläre, pulmonale oder abdominale Pathologie gezeigt habe. Aus internistischer Sicht lasse sich keine Diagnose stellen, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätte, wes
halb die Beschwerdeführerin auch in ihrem letzten Beruf als
Pflegemit
arbeiterin
in einem Altersheim als zu 100 % arbeitsfähig zu beurteilen sei (S. 43 Mitte
Ziff. 7.3
).
Die im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung erhobenen Befunde
könnten die beklagten Beschwerden
der Beschwerde
führerin
nicht erklären und es fehle durchwegs ein anatomisches Korrelat bezüglich
HWS
- und Lendenwirbelsäulen
- (LWS) B
eschwerden und auch bezüglich Schulterbeschwerden. Dementsprechend sei die Beschwerdeführe
rin aus rheumatologischer Sicht in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin in einem Alters- und Pflegeheim 100%ig arbeitsfähig (S. 43 f.
Ziff. 7.3
).
Die neurologische Untersuchung habe keine sicher objektivierbaren fokalneurologischen Defizite hinweisend auf eine manifeste Läsion
nervaler
Strukturen ergeben. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht gegeben. Eine orga
nisch begründbare anhaltende Schmerzsymptomatik infolge eines
HWS
Sch
leuder
traumas
vor über zehn
Jahren
, ohne morphologisch greifbare Läsionen in der Kernspintomografie der
HWS
, sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auszuschliessen (S. 44 Mitte
Ziff. 7.3
). Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Exploration könne eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, welche bereits in den Akten vordiagnostiziert worden sei, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, da die Schmerzen nicht im Hauptfokus der Aufmerksamkeit der Beschwerdeführerin stünden und das Denken nicht auf das Schmerzerleben eingeschränkt sei (S. 44 Mitte
Ziff. 7.3
).
Aus versicherungspsychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, weshalb die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig sei (S. 45 oben
Ziff. 7.3
).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Beschwerdeführerin derzeit weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Aus interdis
ziplinärer Sicht sei ihr ab sofort wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für alle bisherigen Tätigkeitsbereiche zu attestieren (S. 45 Ziff. 7.4
, vgl. auch S. 46 Ziff. 7.6
).
Auch in einer sonstigen Verweistätigkeit sei die Beschwerdeführe
rin uneingeschränkt arbeitsfähig (S. 46 Ziff. 7.7).
Schliesslich hielten die Gut
achter fest, dass sich der objektive Gesundheitszustand seit der letzten
Ren
tenverfügung
vom 27. August 2010 nicht verändert habe. Damals wie heute seien nur sehr spärlich
e
Befunde am Bewegungsapparat beschrieben worden (S. 46 Ziff. 7.10.1).
5.4
RAD-Arzt
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 18. August 2014 aus, dass auf das Gutachten abgestellt werden könne, da es auf eigenen Untersuchungen beruhe, schlüssig erscheine, umfassend sei und die gesamte
Aktenlage sowie sämtliche Beschwerden und Symptome der Beschwerde
führerin berücksichtige. Folglich solle spätestens ab Datum der Begutachtun
g am 26. März 2014 nach heutigem
versicherungsmedizinischen
Sachver
ständnis
nicht mehr von einem die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
Gesund
heitsschaden
ausgegangen werden, sondern von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, d
ie
dem bisherigen Berufsbild als Pflegehelferin entspreche. Es bleibe anzumerken, dass es sich hier nicht um eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit der letzten
Renten
verfügung
vom 27. August 2010 handle. Es könne überwiegend wahrscheinlich von einem unspezifischen Leiden ohne schwere
Funktions
einschränkung
ausgegangen werden (Urk. 7/139/
5-
6).
5.5
Dr. med.
I._
, Fachärztin für
Dermatologie und Venerologie
, diagnosti
zierte in ihrem B
ericht vom 20. März 2015
(Urk. 7/147/2) ein
Nar
benkeloid
Ohr rechts dorsal, exzidiert am 18. Februar 2015, Radiotherapie postoperativ. Die Narbe sei völlig reizlos gewesen, die Beschwerdeführerin habe jedoch schon vor der Bestrahlung über Schmerzen an der Ohrmuschel, vor allem beim Bewegen, geklagt. Die Radiotherapie sei problemlos verlau
fen.
5.
6
Dr.
B._
bestätigte in seinem Schreiben vom 24. September 2015 (Urk. 7/151), dass die Beschwerdeführerin wegen ihres Unfalls vom 11. März 1998 nach wie vor nicht arbeitsfähig sei.
6.
6.1
Zunächst ist festzuhalten, dass keine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist, welche eine Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG rechtfertigen würde. So hielten die
Y._
-Gutachter fest, dass sich der objek
tive Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzten
Rentenver
fügung
vom 27. August 2010
– gemeint ist die Mitteilung vom 27. August 2010 bezüglich der unveränderten Rente
(vorstehend E. 4.6
) – nicht verän
dert hat (vorstehend
E. 5.3)
.
6.2
Aus den im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
vorliegenden Berichten ergibt sich, dass die Rente
ursprünglich
aufgrund
chronischer Beschwerden infolge eines Schleudertraumas ohne organisch-strukturell nachweisbare Verände
rungen am Bewegungsapparat oder am Nervensystem
zugesprochen wurde (vorstehend E. 3.2-3.3, vgl. Urk. 7/135
= Urk. 3/3
S. 45 Ziff. 7.5).
Die Bestätigung der b
isherigen Rente im Rahmen der in den
Jahr
en
2007 und
2010 erfolgten Revisionen erging nicht in Beachtung
der mit BGE 130 V 352
zur
somatoformen
Schmerzstörung begründeten Rechtsprechung, die auch auf spezifische und unfalladäquate
HWS
-Verletzungen (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle an
wendbar ist (vgl. vorste
hend E. 1.4
).
So wurden die Renten jeweils ungeachtet einer Prüfung der Foe
rster-Kriterien bestätigt (vorstehend E. 4.2, E. 4.6, vgl. auch Urk. 7/81, Urk. 7/94
)
.
Nach dem
Gesagten kann festgehalten werden, dass sich die
Zusprache
der
Rente der Beschwerdeführerin auf ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage im Sinne von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV
-
Revision stützte
. Im Übrigen hat
te
die
1963 geborene
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Schlussb
estimmungen der 6. IV-Revision am
1.
Januar 2012
weder das 55. Altersjahr zurückgelegt noch die Rente im Zeitpunkt der
Rentenüberprü
fung
seit mehr
als 15 Jahren bezogen (vgl.
lit
. a Abs. 4
SchlB
IVG 6. IV
Revision, vgl. vorstehend E. 1.3). Folglich ist
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision anwendbar und eine Herabsetzung oder Aufhebung der Rente ist grundsätzlich möglich, auch wenn die Revisionsvoraussetzungen nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind (vgl. vorstehend E. 1.2).
6.3
6.3.1
Zu prüfen bleibt, ob auch im Revisionszeitpunkt ein unklares Beschwerdebild vorlag.
6.3.2
Das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten
vom August 2014 umfasst die Fach
richtungen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie. Die Gutachter
Dr.
E._
, Dr.
F._
, Dr.
G._
und Dr.
H._
ver
fügen über den entsprechenden Facharzttitel und waren somit in ihren Fachgebieten grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin befähigt.
Die Gutachter berück
sichtigten die geklagten Beschwerden und das Verhalten de
r Beschwerde
führerin
und erstellten ihren jeweiligen Teil des Gutachtens in Kenntnis der
Vorakten
(
vorstehend E. 5.3)
.
D
ie gestellten Diagnosen als auch die Schluss
folgerungen zur Arbeitsfähigkeit werden im Gutachten ausführlich begründet und sind nachvollziehbar. Damit erfüllt das
Y._
-Gutachten die
bundesge
richtlichen
Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vorstehend E. 1.7) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
6.3.3
Gemäss dem
Y._
-Gutachten liegen keine für die Arbeitsfähigkeit
relevanten Diagnosen vor. Die Gutachter diagnostizierten
ein
chronifiziert
es
cervikoc
e
p
hales
und
c
ervikobrachiales
Schmerzsyndrom rechtsbetont bei Status nach zweimaliger
HWS
-Distorsionsverletzung am 11. März 1998 und im Novem
ber 2008
, ein
chr
onisches
Lumbovertebralsyndrom
ohne anatomisches und radiologisches Korrelat
und eine
Periarthritis
humeroscapularis
tendinotica
rechts ohne anatomisches oder radiologisches Korrelat
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 5.3).
Die Gutachter
kamen zum Schluss
, dass die
im Rahmen der rheumatologi
schen Untersuchung erhobenen Befunde die beklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht erklären
könnten und
durchwegs ein anatomisches Korrelat bezüglich HWS- und LWS
-
Beschwerden und auch bezüglich Schulterbeschwerden
fehle
(vorstehend E. 5.3).
So habe zwar die
HWS
anlässlich der rheumatologischen Untersuchung auch unter Ablenkungsma
növer nicht voll bewegt werden können, da die Beschwerdeführerin dauernd spanne; in unbeachteten Momenten hingegen, vor allem beim Entkleiden und beim Ankleiden sowie beim Ohrenuntersuch, sei jedoch eine freie und schmerzlose Beweglichkeit der
HWS
zu beobachten gewesen
.
Im Bereich der oberen Extremitäten seien weder
spondylogene
noch
radikuläre
Symptome auszumachen. Ausserdem legten die Gutachter dar, dass
,
wenn die Beschwerdeführerin, wie sie angegebenen habe, die rechte obere Extremität
kaum gebrauchen und nur schonen würde,
der Oberarm- und
Unterarmum
fang
rechts gegenüber links nicht um 1 cm grösser
wäre und
sich mit Sicher
heit nach sechs
Jahren eine Inaktivitätsatrophie zeigen
würde
. Zudem sei auch nicht nachvollziehbar,
dass bei
seit
über sechs
Jahren bestehenden Schmerzen mit funktioneller Einschränkung nach Angaben der Beschwerde
führerin nie eine Abklärung oder eine Behandlung der rechten Schulter durchgeführt worden sei. Somit würden die Schulterbeschwerden rechts nicht glaubwürdig erscheinen. Die schmerzlose Bewegungseinschränkung der
LWS
ohne radiologisches Korrelat und ohne
radikuläre
oder
spondylogene
Symp
tomatik sei nicht limitierend. Im Alltag spaziere die
Beschwerdeführerin problemlos eine Stunde, sitze zwischen einer Dreiviertelstunde und einer
Stunde und mache eigentlich auch den Haushalt ausser Staubsaug
en (Urk. 7/135
= Urk. 3/3
S. 43
Ziff. 7.3
, vgl. S. 26 f.
Ziff. 5.1
).
Die Ergebnisse der rheumatologischen Untersuchung stimmen auch mit denje
nigen der allgemein-internistischen
Untersuchung
überein, bei welcher d
ie Beschwerdeführerin anlässlich der Exploration insgesamt ein sehr demonstratives Schmerzverhalten mit ausgeprägter Selbstlimitation und positiven
Waddell
-Zeichen gezeigt
habe
. Die Wirbelsäule habe im Lot mit physiologischen Krümmungen gestanden.
Die Beschwerdeführerin
habe eine
diffuse
Druckdolenz
im Bereich der parazervikalen Muskulatur und im Bereich des recht
en Schulterblattes angegeben
. Beim Vornüberbeugen habe die Beschwerdeführerin eine harmonische Entfaltung der
LWS
und
HWS
gezeigt, dabei habe sie keinen Aufrichteschmerz verspürt oder ein
Kletter
phänomen
gezeigt. Bei der aktiven Beweglichkeitsprüfung der
HWS
habe die Beschwerdeführerin eine stark eingeschränkte Beweglichkeit demonstriert, die jedoch bei der passiven Untersuchung völlig frei gewesen sei. Zudem seien beide Schultergelenke frei beweglich gewesen, rechts allerdings mit Schmerzangabe in Endpositionen. Der Schürzen- und Nackengriff habe beidseits problemlos durchgeführt werden können und es habe keine Atro
phie im Bereich der oberen Extremitäten vorgelegen (Urk. 7/135
= Urk. 3/3
S. 23
Ziff. 4.1
).
Aus den obigen Ausführungen folgt, dass
zwischen den Aussagen der Beschwerdeführerin und den erhobenen rheumatologischen
Befunden eine Diskrepanz vorliegt
. Die Befunde haben gezeigt, dass ein anatomisches Korrelat der HWS-, der LWS- und auch
der Schulterbeschwerden fehlt.
Es ist demnach
nachvollziehbar, dass die Gutachter zum Schluss kamen, aus
rheu
matologische
r Sicht
liege
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (vor
stehend E. 5.3)
.
Auch aus neurologischer und psychiatrischer Sicht ergeben sich keine Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit. So ergab einerseits die
neurologische
Untersuchung
keine sicher objektivierbaren fokalneurologischen Defizite hinweisend auf eine manifeste Läsion
nervaler
Strukturen
(vorstehend E. 5.3, vgl. Urk. 7/135 = Urk. 3/3 S. 32 f. Ziff. 5.2)
. Andererseits wurde eine in den
Vorakten
diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
mit über
wiegender Wahrsche
inlichkeit ausgeschlossen
, da die Schmerzen nicht im Hauptfokus der Aufmerksamkeit der Beschwerdefü
hrerin stehen
und das Denken nicht auf das
Schmerzerleben eingeschränkt ist
(vorstehend E. 5.3, vgl. Urk. 7/135 = Urk. 3/3 S. 37 f. Ziff. 5.3)
.
6.3.4
Nachdem Gesagten ist
schlüssig begründet worden
, dass die Beschwerde
führe
rin
gemäss Gutachten
weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
ist
, weshalb ihr
ab
Begut
achtungs
zeitpunkt
, mithin ab 26. März 2014
,
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für alle bisherigen Tätigkeitsbereiche zu attestieren
war
(vorstehend E. 5.3).
6.4
Der Bericht von Dr.
I._
vom März 2015 (vorstehend E. 5.5) bezüglich des Narbenkeloids am rechten Ohr vermag die Beweiskraft de
s
Y._
-Gutachtens nicht zu entkräften, wurde darin doch weder eine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit dargelegt noch eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führerin attestiert.
Das Gleiche gilt für das Schreiben von Dr.
B._
vom September 2015 (vor
ste
hend E. 5.6).
6.5
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einwendungen
(vorste
hend E. 2.2,
vgl.
Urk. 1 S. 4 ff.
Rz
12-21) erschöpfen sich in
appellatorischer
Kritik und vermögen das
Y._
-Gutachten
ebenfalls
nicht zu entkräften.
6.
6
Spezifische und unfalladäquate
HWS
-Verletzungen (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle gehören
zu den vergleichbaren
psychosomatischen Leiden
, auf welche ebenfalls die neue
Schmerzrechtspre
chung
anwendbar ist (
vorstehend E. 1.4). Das polydisziplinäre Gutachten wurde jedoch noch vor der neuen Rechtsprechung und somit unter Anwen
dung der Überwindbarkeits-Rechtsprechung erstellt. In Nachachtung der jüngsten Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts ist nun zu prüfen, ob die medizinische Beurteilung den nunmehr zu beachtenden Indikatoren (vorstehend E. 1.5) im Ergebnis hinreichend Rechnung trägt (vorstehend E. 1.6).
Die Gutachter haben
sich –
wenn auch, da noch in Unkenntnis der
späteren
bundesgerichtliche
n Terminologie, nur sinngemäss –
mit dem funktionellen Schweregrad der Beeinträchtigung auseinandergesetzt:
So führten die Gut
achter aus, es bestehe aufgrund der Schmerzen der Beschwerdeführerin kein sozialer Rückzug und auch keine grosse Einschränkung in den
Alltagsakti
vitäten
, könne sie doch noch regelmässig Kolleginnen treffen,
mit ihrer Familie in die Ferien fliegen
, einmal in der Woche Schwimmen gehen, Spazieren gehen und leichte Haushaltstätigkeit
verrichten
(Urk. 7/135
= Urk. 3/3
S. 49 oben
Ziff. 7.10.4
, vgl.
S. 18 Ziff. 3.1.3-3.1.4
, S. 37 f.
Ziff. 5.3
).
Ein primär verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Ve
rlauf einer an sich missglückten
, psychisch aber entlastenden
Konfliktbe
wältigung
liege nicht vor. Denn die Beschwerdeführerin
lehne
einen psychi
schen Zusammenhang mit den Schmerzen ab und sei fest davon überzeugt, dass sie an einem Schleudertrauma leide, ausgelöst durch die Verkehrsunfälle (
Urk. 7/135
= Urk. 3/3
S
. 49 oben Ziff. 4.10.4, vgl. S.
19 Ziff. 3.3, S. 20 f. Ziff. 3.4
). Auch liege keine schwerwiegende psychische Störung vor, insbe
sondere könn
t
e
n
eine Depression und eine Angststörung ausgeschlossen werden. Die Beschwerdeführerin gebe selbst an, sie fühle sich psychisch nicht krank, sei nicht traurig oder deprimiert (Urk. 7/135
= Urk. 3/3
S. 48 unten Ziff. 4.10.4, vgl. S.
38 oben
Ziff. 5.3
). Zudem habe auch eine chronische kör
perliche Begleiterkrankung gutachterlich ausgeschlossen werden können (S.
48 unten Ziff. 4.10.4
).
Schliesslich sei keine konsequente Behandlung durchgeführt worden. Die letzte und einzige stationäre Behandlung habe 2002 in
der
J._
stattgefunden. Die von einem Rheuma
tologen im 2006 empfohlene medizinische Trainingstherapie sei von der Beschwerdeführerin
nie aufgenommen worden. Es sei bei physiotherapeuti
schen Behandlungen geblieben,
welche nach wie vor wirkungslos
geblieben und nach fünf Sitzungen auch abgebrochen worden seien. Zudem habe nie eine psychiatrische oder psychologische Behandlung stattgefunden (S. 49 Mitte Ziff. 4.10.4, vgl. S. 9-11
Ziff. 1.3
).
Aus dem Gutachten
ergibt sich demnach, dass auch – nachdem die Gutachter
ohnehin
keine
für die Arbeitsfähigkeit
relevanten Diagnosen
gestellt haben – den Befunden u
nter Berücksichtigung der zu beachtenden
Standardindika
toren
kein
invalidisierender Charakter zukommt.
6.7
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin seit März 2014 ihre angestammte Tätigkeit als Pflegerin
wieder
zu 100 % zumutbar
ist
, weshalb kein
invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen
ist
. Es sind alle Voraussetzungen erfüllt, welche von der Praxis an die Aufhebung einer Rente nach Massgabe der
SchlB
IVG
6.
IV-Revision gestellt werden. Die Rentenaufhebung erweist sich demnach grundsätzlich als rechtens.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Wiedereingliede
rungsmassnahmen
gemäss Art. 8a IVG und der damit akzessorische Anspruch auf Weiterausrichtung der bisherigen Invalidenrente wä
hrend maximal zwei Jahren (
lit
.
a Abs. 2 und 3
SchlB
IVG 6. IV-Revision).
7
.2
Laut Art. 8a Abs. 1 IVG haben Rentenbezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wieder
eingliederung sofern (a) die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich ver
bessert werden kann und (b) die Massnahmen geeignet sind, die Erwerbs
fähigkeit zu verbessern. Erst nach Beendigung dieses Versuchs einer (Re-)In
tegration in den Arbeitsmarkt wird abschliessend beurteilbar sein, ob der versicherten Person in Berücksichtigung sämtlicher subjektiven und objekti
ven Elemente der Schritt zurück in das Erwerbsleben zumutbar ist. Da es um den Sonderfall der Überprüfung eines bislang berechtigterweise erfolgten Rentenbezugs geht, sind die Wiedereingliederungschancen unter besonderem Aspekte des Alters der Betroffenen und der Dauer der Erwerbslosigkeit zu
prüfen (BGE 135 V 201 E. 7.2.2). Von besonderer Bedeutung ist, ob die frag
liche Massnahme eingliederungswirksam ist, was eine subjektive und objek
tive Eingliederungsfähigkeit der betroffenen Person voraussetzt (Urteile des Bundesgerichts 9
C_754/2014 vom 11. Juni 2015 E.
5.3, 9C_623/2014 vom 18. Februar 2015 E. 5.2 und 8
C_664/2013 vom 25. März 2014 E.
2).
7.3
Ist eine Rentenherabsetzung oder –
aufhebung
absehbar, so ist in jedem Fall ein persönliches Gespräch mit der versicherten Person zu führen. Allfällige Wiedereingliederungsmassnahmen sind ihr aufzuzeigen und im
Weiteren mit ihr zu planen (
Rz
1004.2 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialver
sicherungen, BSV, über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG, KSSB). Eine Aufhebung der R
ente kann demgemäss nicht ohne
W
eiteres
verfügt werden, sondern lediglich dann, wenn die IV
Stelle Eingliederungsmassnahmen an die Hand nimmt oder eine allfällige Verweigerung dokumentiert ist.
7.4
Nachdem sich nach der Einholung des
Y._
-Gutachtens eine
Rentenaufhe
bung
gestützt auf
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision abgezeichnet hatte, wurde die Beschwerdeführerin durch die Beschwerdegegnerin weisungsge
mäss in einem persönlichen Informationsgespräch am 28. Oktober 2014 aus
drücklich auf die Möglichkeiten von Massnahmen zur Wiedereingliederung und auf die Rechtsfolgen aufmerksam gemacht. Die Beschwerdeführerin konnte sich im Gespräch noch für keinen Weg entscheiden (Urk. 7/139 S. 8 oben).
Im Einwand vom 19. Oktober 2015 brachte die Beschwerdeführerin vor, dass sie sich eine Eingliederung im Rahmen eines Arbeitstrainings vor
stellen könnte. Das
K._
-Programm tauge aber diesbezüglich nichts, da dort kein Arbeitstraining d
urchgeführt werde (Urk. 7/152/1
-2
= Urk. 3/6
S. 2).
In der Beschwerde führte die Beschwerdeführerin
wiederum
aus, dass sie grundsätzlich bereit sei, an Eingliederungsmassnahmen im Rahmen eines Arbeitstraining
s
mitzuwirken, die bisher vorgeschlagenen Eingliederungs
mass
nahmen aber Eintrittshürden aufgewiesen hätten, die sie nicht erfüllen könne (
vorstehend E. 2.2,
Urk. 1 S. 5 f.
Rz
21 f.).
Eine vorgängige Prüfung ist demgemäss erfolgt, wobei sich die Beschwerdeführerin allerdings als nicht (gen
ü
g
end
) eingliederungswillig
gezeigt hat. Im Übrigen machte d
ie Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfü
gung darauf aufmerksam, dass sie sich bei ihr melden könne, sofern sie Ein
gliederungsmassnahmen wünsche (Urk. 2 S. 3 oben).
Insgesamt wurde den Eingliederungsvorgaben deshalb genüge getan
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach
auch unter diesem Gesichts
punkt
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.