Decision ID: 4728654d-432a-565e-9f83-57c84ab0fbc9
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 5. Februar 2007 wegen Angst und Depression bei der IV-
Stelle zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Ihre behandelnden Ärzte der Psychiatrischen
Klinik Wil diagnostizierten im Arztbericht vom 16. März 2007 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), Erbrechen
bei psychischen Störungen (ICD-10: F50-5) sowie multifaktoriell bedingte
Kopfschmerzen bei chronischem Spannungskopfschmerz, Migräne ohne Aura und
Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz; sämtliche Diagnosen bestehend seit
einigen Jahren. Sie attestierten eine volle Arbeitsunfähigkeit seit Mai 2006 bis
gegenwärtig (IV-act. 19). Dr. med. B._, Psychiatrisches Zentrum Z._,
diagnostizierte zudem im Arztbericht vom 27. April 2007 eine rezidivierende depressive
Störung (ICD-10: F33.2), derzeit schwere Episode mit Suizidalität (IV-act. 21).
A.a.
Am 29. Juni 2008 fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt (IV-
act. 35). Gemäss dem Abklärungsbericht vom 23. Juni 2008 (korrekt: 29. Juni 2008)
wurde die Versicherte im Gesundheitsfall als zu 100% Erwerbstätige eingestuft (IV-act.
36).
A.b.
Mit Vorbescheid vom 19. August 2008 (IV-act. 42) bzw. Verfügung vom 7.
November 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze Rente ab 1. März
2007 zu (IV-act. 54).
A.c.
Im Rahmen der Rentenrevisionen in den Jahren 2009 (IV-act. 63) und 2011 (IV-act.
74) bestätigte die IV-Stelle einen unveränderten Anspruch auf eine ganze IV-Rente.
A.d.
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In einem anonymen Schreiben von November 2008 war der IV-Stelle mitgeteilt
worden, dass die Versicherte simuliere und nicht unter gesundheitlichen Beschwerden
leide (IV-act. 55). Zudem erhielt die IV-Stelle am 14. September 2016 erneut einen
anonymen Hinweis per Telefon, wonach die Versicherte unter keiner psychischen
Erkrankung leide. Sie bewege sich völlig normal unter Menschen und sei völlig
unauffällig. Da ihre beiden Söhne manchmal Probleme machen würden, habe sie
damals aufgehört zu arbeiten. Es sei ihr einfach alles zuviel geworden. Heute lebe sie
aber gut mit der Situation (IV-act. 78).
A.e.
Mit Stellungnahme vom 16. September 2016 befand die IV-Ärztin Dr. med. C._,
zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, dass eine Begutachtung der Versicherten
unerlässlich sei, da eine Änderung bzw. Verbesserung des Gesundheitszustands durch
Veränderung der psychosozialen Belastung durchaus möglich sei (IV-act. 84).
A.f.
Am 19. September 2016 erfolgte durch die IV-Stelle ein Überwachungsauftrag, der
vorerst ohne Bildmaterial durchgeführt werden sollte (IV-act. 85). Gestützt auf die
getätigten Vorermittlungen wurde der Auftrag am 28. September 2016 auf das
Festhalten von videographischen Beobachtungen ausgedehnt (IV-act. 90). Im
Ermittlungsbericht vom 16. Dezember 2016 wurde festgehalten, dass die Versicherte in
der Zeit vom 21. September bis 3. Dezember 2016 an verschiedenen Tagen überwacht
worden sei. Während sie zu Beginn der Observationsphase regelmässig bei
ausserhäuslichen Haushaltsaktivitäten (Wäscheaufhängen, Teppich ausklopfen)
gesehen worden sei und sie am 29. September 2016 zusammen mit dem Ehemann
unter anderem ein Gartenrestaurant besucht habe, habe sie danach lediglich noch
einmal ausserhäuslich gesehen werden können. Daher sei nicht auszuschliessen, dass
die Aktivitäten des Observanten entdeckt worden seien (IV-act. 91). Am 5. Januar 2017
ging erneut ein anonymer schriftlicher Hinweis bei der IV-Stelle ein, wonach die
Versicherte gelogen habe, um eine IV-Rente zu erhalten (IV-act. 94). Dr. C._ empfahl
wiederum die Vornahme einer Begutachtung (vgl. Stellungnahme vom 11. Januar 2017,
IV-act. 95-4).
A.g.
Im Fragebogen zur Rentenrevision vom 3. Februar 2017 gab die Versicherte an,
dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe (IV-act. 96-1). Demgegenüber
hielt ihr Hausarzt Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH, im Verlaufsbericht vom 29.
A.h.
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März 2017 einen stationären Gesundheitszustand fest. Gemäss Befund vom 8. März
2017 leide sie unter chronischen Kopfschmerzen, Angstgefühlen und Depression (IV-
act. 101).
Im Verlaufsbericht vom 24. Mai 2017 hielt Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie, fest, dass der Versicherten angesichts des komplexen
polymorbiden Störungsbildes mit sehr tiefem Funktionsniveau keine Tätigkeit mehr
zumutbar sei (IV-act. 104).
A.i.
Im Rahmen der Befragung durch die IV-Stelle am 7. Juli 2017 gab die Versicherte
an, ihre Schwestern würden den Haushalt erledigen. Sie könne selber viele Dinge nicht
mehr erledigen. Gemäss dem Besprechungs-Protokoll wurde ihr darauf das
Bildmaterial aus der Observation gezeigt, welches sie fit und vital zeige, wogegen sie
bei der IV-Stelle einen deprimierten und schmerzgeplagten Eindruck gemacht habe (IV-
act. 107).
A.j.
Mit Schreiben vom 7. November 2017 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter der
Versicherten mit, dass eine monodisziplinäre medizinische Untersuchung durch Dr.
med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, geplant sei. Triftige
Einwendungen gegen die begutachtende Person seien der IV-Stelle bis zum 17.
November 2017 einzureichen (IV-act. 124). Nachdem keine Einwendungen eingingen,
beauftragte die IV-Stelle den Gutachter mit Schreiben vom 22. November 2017 (IV-act.
127). Da die Versicherte dem ersten von drei Begutachtungsterminen jedoch
unentschuldigt ferngeblieben war, forderte die IV-Stelle sie mit Brief vom 1. Februar
2018 im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auf, den nächsten Termin
wahrzunehmen (IV-act. 133). Ihr Rechtsvertreter teilte darauf der IV-Stelle mit E-Mail
vom 9. Februar 2018 mit, die Versicherte werde den Termin bei Dr. F._ nicht
wahrnehmen und ersuche um eine Begutachtung durch Dr. med. G._ (IV-act. 134).
A.k.
Mit Zwischenverfügung vom 13. Februar 2018 hielt die IV-Stelle an der
Abklärungsstelle fest (IV-act. 135). Gleichzeitig eröffnete sie dem Rechtsvertreter der
Versicherten eine Frist, um sich zur Frage einer vorsorglichen Renteneinstellung zu
äussern (IV-act. 136).
A.l.
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Mit Schreiben vom 21. Februar 2018 teilte der Rechtsvertreter mit, die Versicherte
sei nun doch bereit, sich durch Dr. F._ begutachten zu lassen (IV-act. 140). Jedoch
blieb sie auch der folgenden Untersuchung fern (IV-act. 145), worauf der
Rechtsvertreter der IV-Stelle mitteilte, dass es sich um ein Missverständnis bezüglich
der Termine gehandelt habe (IV-act. 147).
A.m.
Im Schreiben vom 12. April 2018 informierte die IV-Stelle den Rechtsvertreter,
dass sie eine vorübergehende Einstellung der Rente für zwei Monate prüfe (IV-act.
150). Dazu nahm jener am 3. Mai 2018 Stellung (IV-act. 160). Am 1. Juni 2018 verfügte
die IV-Stelle die Einstellung der Rente der Versicherten für zwei Monate (IV-act. 163).
A.n.
Zwischen dem 18. Mai und dem 16. August 2018 fanden verschiedene
psychologische Testungen durch H._, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP,
sowie eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. F._ statt. Im Gutachten vom 20.
August 2018 dokumentierte Dr. F._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit schweren, mittelschweren
und leichten Episoden, gegenwärtig leicht ausgeprägt, sowie einen schädlichen
Gebrauch von Benzodiazepinen, DD Abhängigkeit (IV-act. 171-42). Es sei noch
maximal eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit erklärbar. Diese Beurteilung gelte zumindest
seit dem Observationszeitpunkt im September 2016 (IV-act. 171-58). Dr. C._ befand
das Gutachten in ihrer Stellungnahme vom 12. November 2018 als absolut plausibel
und nachvollziehbar (IV-act. 179).
A.o.
Im Vorbescheid vom 7. Januar 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, die Rente gestützt auf einen IV-Grad von 21% nach Zustellung der Verfügung
auf Ende des folgenden Monats aufzuheben (IV-act. 180). Dagegen erhob der
Rechtsvertreter im Namen der Versicherten am 15. März 2019 Einwand und reichte die
Unterlagen der Schlichtungsstelle für Klagen nach dem Gleichstellungsgesetz
betreffend die sexuelle Belästigung ein, welche die Versicherte im Jahr 2006 erlitten
habe (IV-act. 196).
A.p.
Mit Verfügung vom 24. April 2019 hob die IV-Stelle die Rente auf das Ende des
der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Gleichzeitig entzog sie der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (IV-act. 208).
A.q.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde von Rechtsanwalt
lic. iur. B. Bauer, St. Gallen, für die Versicherte vom 27. Mai 2019. Der Rechtsvertreter
beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die weitere Ausrichtung
einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter beantragt er die Aufhebung der Verfügung
und die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Einholung
einer monodisziplinären psychiatrischen Zweitbegutachtung bei Dr. med. H._,
zertifizierter forensischer Psychiater SGFP. Zudem sei die der Beschwerde entzogene
aufschiebende Wirkung wiederherzustellen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Zur Begründung führt der Rechtsvertreter aus, dass das Gutachten von Dr. F._ zwar
keine formalen Mängel erkennen lasse, es jedoch mehrere inhaltliche Mängel enthalte.
Hinsichtlich des Gutachtens habe sich Dr. F._ zu stark auf das Observationsmaterial
bezogen und dieses falsch bewertet. Zudem sei die Chemie zwischen der
Beschwerdeführerin und dem Gutachter nicht gut gewesen. Dr. F._ habe kein
Verständnis dafür gehabt, dass die Beschwerdeführerin über die Ereignisse von 2002
bis 2006 betreffend die sexuelle Belästigung nicht habe sprechen wollen. Auch sei
aufgefallen, dass der Gutachter ebenfalls auf der von der IV-Stelle des Kantons Zürich
veröffentlichten Gutachter-Liste aufgeführt sei. Da wichtig sei, zu wissen in wie vielen
Gutachten er für die Beschwerdegegnerin tätig sei und wie hoch der Prozentanteil der
zu Ungunsten der versicherten Personen getätigten Gutachten sei, habe das Gericht
diesen Fragen nachzugehen. Weiter unterscheide sich auch die Beurteilung der die
Beschwerdeführerin behandelnden Dr. E._ von derjenigen des Gutachters, so dass
insgesamt nicht von einem beweiskräftigen Gutachten auszugehen sei (act. G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 3. September 2019 beantragt die
Beschwerdegegnerin eine Korrektur der angefochtenen Verfügung insoweit, als die
Rente per 30. September 2016 einzustellen sei. Im Übrigen sei die Beschwerde
abzuweisen (act. G 4).
B.b.
Die Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet, weshalb
der Schriftenwechsel mit Schreiben vom 21. Februar 2020 geschlossen wird (act.
G 15).
B.c.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin zu Recht aufgehoben hat.
Mit Entscheid vom 30. März 2020 weist die Einzelrichterin des
Versicherungsgerichts das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
ab (act. G 16).
B.d.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
1.3.
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2.
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08,
E. 2.1).
1.4.
Zunächst ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine abschliessende
Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin erlaubt, insbesondere
ob auf das monodisziplinäre Gutachten von Dr. F._ abgestellt werden kann.
Hinsichtlich des Beschwerdeantrags auf Einholung von Auskünften bei der
Beschwerdegegnerin zur Anzahl der zu ihren Handen erstellten Gutachten von Dr.
F._ in den Jahren 2017 und 2018 ist grundsätzlich darauf zu verweisen, dass der
regelmässige Beizug eines Gutachters (oder einer Gutachterstelle) durch eine IV-Stelle
2.1.
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für sich allein genommen nicht den Anschein von Befangenheit zu begründen vermag.
Selbst ein Anstellungsverhältnis eines Arztes zum Versicherungsträger liesse alleine
nicht auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Januar 2019, 9C_704/2018, E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Dasselbe muss für die vorliegend geltend gemachten, damit implizierten Zweifel an der
nötigen Seriosität gelten. Damit erübrigt sich eine Einholung sämtlicher
Gutachtenszahlen von Dr. F._ und ein auftragsmässiger Vergleich mit weiteren
Gutachtern. Im Übrigen ist dem Gericht jedoch bekannt, dass Dr. F._ im Jahr 2017
für die Beschwerdegegnerin 17 Gutachten und im Jahr 2018 acht Gutachten erstellte
(Auskunft des RAD Ostschweiz vom 14. November 2019), weshalb sich aus dieser
Menge sowieso keine Schlussfolgerungen ergeben würden, welche für eine allfällige
Befangenheit bzw. gegen eine generelle Beweiskraft seiner Gutachten sprechen
würden. Nachfolgend sind somit die inhaltlichen Einwendungen gegen das
psychiatrische Gutachten und natürlich die gesamten medizinischen Akten zu prüfen.
Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs bildet im
vorliegenden Revisionsverfahren die ursprüngliche Rentenzusprache vom 7. November
2008 (IV-act. 54). Diese Verfügung beruhte in medizinischer Hinsicht vorwiegend auf
dem Austrittsbericht zur Tagesklinikbehandlung des Psychiatrischen Zentrums Z._
vom 20. Juli 2007 sowie auf dessen Verlaufsbericht vom 4. Januar 2008 mit den
Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.2), einer
posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), einer vermutlich ängstlich
vermeidenden und selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6), von
Erbrechen bei psychischer Störung (ICD-10: F50.5; DD: bulimische Anorexia nervosa
[ICD-10: F50.01]), eines chronischen Schulter-Nacken-Schmerzes vermutlich i.S. einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), von Migräne,
polyzystischen Ovarien und asymptomatischer Cholezystolithiasis. Die behandelnden
Ärzte gingen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 25). Gestützt darauf
befand der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle mit Stellungnahmen vom 16.
und 22. Januar 2008, dass vorerst von einem stabilen Gesundheitszustand auszugehen
sei, wobei die Funktionseinschränkungen nachvollziehbar eine volle Arbeitsunfähigkeit
begründeten. Da jedoch bei der hier massgeblichen depressiven Störung grundsätzlich
davon ausgegangen werden müsse, dass es sich um eine zeitlich begrenzte
Erkrankung handle, werde ein verkürzter Revisionszeitraum empfohlen (IV-act. 29).
Sodann gingen jedoch die Verlaufsberichte des Psychiatrischen Zentrums Rorschach
vom 16. April 2009 (IV-act. 62) und 12. September 2011 (IV-act. 70) jeweils von einem
stationären Gesundheitszustand aus, weshalb auch der RAD auf eine weiterhin volle
Arbeitsunfähigkeit abstellte (vgl. IV-act. 71).
2.2.
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Demgegenüber kam Dr. F._ im Rahmen seiner Begutachtung zum Schluss, mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeige die Beschwerdeführerin an Hauptsymptomen
der Depression eine Stimmungsstörung in Form von Reizbarkeit, Gespanntheit und
Weinerlichkeit. Ein Interessenverlust oder eine Interessenlosigkeitssymptomatik seien
gegenüber dem prämorbiden Niveau nicht objektivierbar. Gesteigerte Ermüdbarkeit
und Überanstrengung seien vorhanden (Erschöpfbarkeit), womit zwei Hauptsymptome
einer rezidivierenden depressiven Störung dargestellt werden könnten und somit das
Kriterium für eine leichte depressive Episode erfüllt sei. Kriterien für ein somatisches
Syndrom seien nicht erfüllt, die Beschwerdeführerin könne emotional reagieren, habe
kein Morgentief, zeige keine psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit, habe
keinen Gewichts- und keinen Libidoverlust. In der Vergangenheit seien anhand
objektiver Befunde schwere und mittelschwere depressive Episoden plausibel
dargestellt worden. Zum Zeitpunkt der Begutachtung im August 2018 sei jedoch die
depressive Symptomatik remittiert bis leicht ausgeprägt (IV-act. 171-46). Zudem sei ein
schädlicher Gebrauch von Benzodiazepinen (DD: Abhängigkeit nach ICD-10: F12.24)
entsprechend der Aktenlage und den Angaben der Beschwerdeführerin ausgewiesen
(IV-act. 171-42f.). Dagegen würden sich die paranoid-negativistischen furchtsamen,
selbstunsicheren und emotional instabilen Persönlichkeitszüge auf die Arbeitsfähigkeit
nicht auswirken. Für eine Persönlichkeitsstörung würden keine ausreichenden Hinweise
vorliegen (IV-act. 171-43). Auch für die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung
finde sich keine ausreichende Schwere der Beschwerden (IV-act. 171-43). Zudem
seien die diagnostischen Kriterien für die Diagnose einer Posttraumatischen
Belastungsstörung (PTBS) nicht ausgewiesen und in Anbetracht der fehlenden
Anstrengungsbereitschaft im Validierungstest bei gesamthaft eingeschränkter
Konsistenz sei die Diagnose weder gemäss ICD-10 noch DSM 4 gerechtfertigt (IV-act.
171-44, 46). Der Gutachter weist zudem auf die wichtige Rolle verschiedener
psychosozialer Belastungsfaktoren hin, insbesondere die Erkrankung der beiden Söhne
und die wirtschaftliche Abhängigkeit des Ehemannes sowie fehlende Ausbildung und
Sprachkenntnis der Beschwerdeführerin (IV-act. 171-53, 59). Weiter beschreibt Dr.
F._ diverse Inkonsistenzen sowohl bezüglich verschiedener anamnestischer Angaben
und der Aktenlage als auch Diskrepanzen zwischen dem Verhalten und den Befunden
während der Begutachtung respektive den Beobachtungen während der Observation
und den geltend gemachten Einschränkungen (IV-act. 171-50ff., 171-60). Gutachterlich
werden die festgehaltenen Inkonsistenzen zu einem grossen Teil im Rahmen einer
Aggravation und Falschdarstellung gedeutet (IV-act. 171-50f.). Die nach der früheren
Aktenlage zu erwartenden schweren Beeinträchtigungen waren anlässlich der
Begutachtung nur in geringem Masse ausgeprägt. Auch die Alltagsaktivitäten seien
gemäss Schilderung des Tagesablaufs und nach Mini-ICF APP in keiner Weise
2.3.
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schwergradig beeinträchtigt (IV-act. 171-52f.). Weiter sei die Inanspruchnahme von
therapeutischen Optionen trotz geltend gemachter schwerer depressiver Episoden sehr
niederschwellig, und bezüglich der verordneten und anamnestisch täglich
eingenommenen Medikamente fänden sich Inkonsistenzen in Form von nicht
messbaren Spiegeln anlässlich der Begutachtung, so dass eine
Medikamentencompliance nicht nachweisbar sei (IV-act. 171-53, vgl. auch
Zusammenfassung von Dr. C._ vom 12. November 2018, IV-act. 179). Dr. F._
befand die Beschwerdeführerin seit dem Observationszeitpunkt sowohl in der zuletzt
ausgeübten als auch in adaptierten Tätigkeiten zu höchstens 25% in der
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (IV-act. 171-58f.). Auch Dr. C._ hielt die Beurteilungen
von Dr. F._ für nachvollziehbar. Die Aktenlage sei vollständig und sorgfältig
aufgearbeitet sowie durch fremdanamnestische Auskünfte und Laboruntersuchungen
ergänzt. Die Ableitung der Diagnosen sei leitliniengerecht erfolgt und die sich daraus
ergebenden Rückschlüsse auf die Arbeitsfähigkeit - auch im gesamten Verlauf - seien
widerspruchsfrei und nachvollziehbar begründet. Die Auseinandersetzung mit den
früheren ärztlichen Einschätzungen sei schlüssig. Erkenntnisse aus der gesamten
Aktenlage resp. allen Informationsquellen würden sorgfältig geprüft und in die
Beurteilung nachvollziehbar einbezogen. Auch sei die für die Rechtsanwendung
wichtige Auseinandersetzung mit den "Indikatoren" umfassend. Die in diesem Fall
besonders wichtige Konsistenzprüfung sei eingehend, sorgfältig und plausibel. Aus
Sicht von Dr. C._ könne vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden (IV-act.
179). Zudem stimmt das Gutachten auch mit dem im Rahmen der Observation
aufgezeigten Bildmaterial überein, worauf die Beschwerdeführerin immerhin bei einigen
Alltagstätigkeiten wie Wäsche aufhängen und beim Besuch eines Restaurants gesehen
werden konnte.
Lediglich die behandelnde Ärztin Dr. E._ argumentiert in der Stellungnahme vom
4. März 2019 dahingehend, dass die depressive Situation oft im Verlauf schwanke und
es schwer zu beurteilen sei, v.a. während einer Begutachtungssituation, ob aktuell eine
leichte oder eine mittelgradige Depression vorliege. Aus ihrer Sicht wäre entgegen der
Beurteilung von Dr. F._ die Diagnose einer "chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.41)" gerechtfertigt. Dennoch
räumt sie ein, dass die Abweichungen zwischen den Angaben der Beschwerdeführerin
und den Verhaltensbeobachtungen während der Begutachtung, während der beiden
Gespräche mit Dr. C._ bei der Beschwerdegegnerin sowie im Vergleich zum
Observationsmaterial vielfältig und schwer zu widerlegen seien. Ausserdem würden
auch die fehlenden Medikamentenspiegel während der zwei Blutentnahmen für eine
mangelhafte Therapieadhärenz trotz grossem Leidensdruck sprechen (act. G 1.10).
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
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Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sich Dr. F._ zu stark
auf das Observationsmaterial beziehe und dieses falsch und in nicht nachvollziehbarer
Art und Weise zu ihrem Nachteil bewerte. So halte er fest, dass sich deutliche Hinweise
auf Aggravation oder Verdeutlichung insbesondere im Zusammenhang mit dem
Standortgespräch bei Dr. C._ im Juli 2017 und mit der Exploration beim Gutachter
fänden. Diese Gewichtung sei jedoch stark geprägt von der starken Gewichtung des
Ergebnisses des Standortgesprächs bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit Dr.
C._ sowie des Ergebnisses der von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
Observation. Inwiefern jene Feststellungen jedoch nicht korrekt gewesen sein sollten,
kann der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht erklären. Wenn er geltend
macht, es sei für die Einschätzung der psychischen Erkrankung unwesentlich, ob die
Beschwerdeführerin die Abfallsäcke rausbringen oder Wäsche aufhängen könne,
übersieht er, dass Dr. F._ diese Tatsachen lediglich als Hinweise für eine Aggravation
oder Verdeutlichung aufführte (IV-act. 171-50), welche als solche nicht bestritten
werden können.
2.5.
Hinzu kommt laut dem Rechtsvertreter, dass die Chemie zwischen der
Beschwerdeführerin und dem Gutachter nicht gut gewesen sei. Dr. F._ habe kein
Verständnis dafür gehabt, dass sie über die Ereignisse von 2002 bis 2006 betreffend
die sexuellen Belästigungen durch einen Mitarbeiter der ehemaligen Arbeitgeberin nicht
habe sprechen wollen. Obwohl sie eine plausible Erklärung abgegeben habe, dass sie
nicht darüber sprechen wolle, weil sie überall dazu gedrängt werde und es lediglich ihre
Krankheit aufrecht erhalte. Auch mit ihrer Therapeutin spreche sie nicht über "das von
hinten" (act. G 1, III B. 6a). Dem ist entgegenzuhalten, dass Dr. F._ zur Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung festhält, ein Trauma sei nicht aktenkundig
und auch in der Exploration nicht abgrenzbar von den Sorgen und Ängsten um ihre
schwierigen Kinder und die Beschäftigungslosigkeit des Ehemannes. Gemäss den
ICD-10 Kriterien zeige die Beschwerdeführerin kein potentiell lebensbedrohliches
Ereignis mit Vernichtungsangst, welches objektivierbar sei. Auch ein Wiedererleben in
Form von Intrusion oder Flash Backs könne weder benannt noch abgegrenzt werden.
Ein Vermeidungsverhalten gegenüber der Firma, in welcher die Versicherte zuletzt tätig
war, sei nicht ausgewiesen. Dies begründet Dr. F._ zwar etwas weit hergeholt damit,
dass die eine Schwester der Beschwerdeführerin immer noch dort arbeite. Es scheint
jedoch tatsächlich keine Berührungsängste mit der ehemaligen Arbeitgeberin oder den
ehemaligen übrigen Mitarbeitern zu geben, ansonsten die Beschwerdeführerin kaum in
der Nähe wohnen geblieben wäre, wo sie vieles - u.a. auch ehemalige Mitarbeiter im
Alltag wie beispielsweise beim Einkaufen - an diese Zeit erinnern dürfte. Insgesamt
führt der Gutachter ausführlich und nachvollziehbar aus, auf Grund welcher fehlenden
2.6.
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3.
Elemente für ihn die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10:
F43.1) nicht in Frage kommen kann. Dagegen vermögen die Argumente des
Rechtsvertreters nicht zu überzeugen.
Auch was die testpsychologischen Testungen von H._ anbelangt, kann den
Schlussfolgerungen von Dr. F._ entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters
gefolgt werden. So führt Dr. F._ korrekt aus, es würden sich depressiv-
negativistische und paranoide Persönlichkeitszüge, eigenwillig-kritische und stille
Persönlichkeitszüge sowie Hinweise auf eine furchtsame, zwanghafte, selbstunsichere
und schizoide Persönlichkeitsstörung sowie eine depressive Persönlichkeitsstörung
zeigen. Die depressive Störung sei mit der rezidivierenden Störung schon
ausgewiesen, negativistisch-paranoide und zwanghafte Persönlichkeitszüge seien mit
dem Psychostatus klinisch vereinbar. Eine eigenständige Persönlichkeitsstörung könne
nach ICD-10 aber nicht kriterienkonform bestätigt werden. In dem auf
Selbstbeurteilung beruhenden Fragebogen der PTSD Testdiagnostik mit ETI und
PTSS-10 und PDS erfülle die Beschwerdeführerin die Kriterien für ein PTSD
(posttraumatic stress disorder) bzw. PTBS. Klinisch sei infolge fehlender ICD-10
Kriterien mit Hyperarousal, Vermeidungsverhalten und Flash Backs jedoch weder nach
ICD-10 noch nach DSM IV eine ausreichende Kriteriendichte vorhanden und das
Gesamtbild unzureichend für eine Diagnosestellung. Vor allem stelle der
Validierungstest MSVT mit einer nachweislich geringen Anstrengungsbereitschaft die
testpsychologischen Befunde zur PTSD in Frage (IV-act. 171-41f.). Damit erscheint die
Gesamtbeurteilung von Dr. F._ schlüssig.
2.7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das psychiatrische Gutachten von Dr.
F._ ausführlich und sorgfältig ausgearbeitet wurde und in seiner Beurteilung
insgesamt zu überzeugen vermag. Aus diesem Grund ist auf die vom Gutachter
attestierte Arbeitsfähigkeit von 75% zumindest ab dem Zeitpunkt der Observation im
September 2016 abzustellen (IV-act. 171-58).
2.8.
Damit ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen, wobei die anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin grundsätzlich keine Einwände gegen die Eckwerte des
Einkommensvergleichs vorgebracht hat. Die Beschwerdegegnerin ging beim früheren
Einkommen der Beschwerdeführerin von einem unterdurchschnittlichen Verdienst aus,
weshalb zur Berechnung des Valideneinkommens eine Parallelisierung bis zur Differenz
von 5% zum durchschnittlichen Hilfsarbeiterinneneinkommen erfolgte, und verzichtete
beim Invalideneinkommen auf die Gewährung eines Tabellenlohnabzugs (vgl. IV-
3.1.
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act. 208, vgl. zum Tabellenlohnabzug: BGE 126 V 75, vgl. auch BGE 134 V 327 E.
5.2).). Eine konkrete Berechnung kann vorliegend unterbleiben, da selbst wenn zu
Gunsten der Beschwerdeführerin ein Prozentvergleich vorgenommen und ihr trotz der
Tatsache, dass keine Adaptierungen zur angestammten Tätigkeit notwendig sind (vgl.
IV-act. 171-59 Ziff. 9.2), auch noch ein Leidensabzug von 5% gewährt würde, kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultierte (IV-Grad = 28.75% [25% + (75% x
5%)]). Dasselbe Ergebnis käme schliesslich selbst bei einem Leidensabzug von 15%
mit einem rentenausschliessenden IV-Grad von 36.25% (25% + [75% x 15%])
zustande.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort, die Rente sei nicht
erst mit der angefochtenen Verfügung, sondern bereits per 30. September 2016
einzustellen (act. G 4). Dazu hat sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht
geäussert.
3.2.
Stehen invalidenversicherungsrechtliche Aspekte zur Diskussion, gilt es
grundsätzlich, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonformen Zustand
herzustellen. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in diesem Bereich
daher in der Regel auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats.
Rückwirkend wird die Rente nur herabgesetzt oder aufgehoben, wenn die unrichtige
Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie
unrechtmässig erwirkt hat oder er der ihm gemäss Art. 77 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zumutbaren Meldepflicht nicht
nachgekommen ist (Art. 85 Abs. 2 i.V.m. Art. 88 Abs. 2 IVV). Gemäss Art. 77 IVV hat
die berechtigte Person, der die Leistung zukommt, jede für den Leistungsanspruch
wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits-
oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen
Verhältnisse der versicherten Person unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (vgl. auch
Art. 31 Abs. 1 ATSG). Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein
schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits
eine leichte Fahrlässigkeit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a S. 218; Urteil 9C_226/2011
vom 15. Juli 2011 E. 4.2.1, nicht publ. in: BGE 137 V 369, aber in: SVR 2012 IV Nr. 12
S. 61). Vorliegend ist auf Grund der andauernden erheblichen psychosozialen
Belastung der Beschwerdeführerin nicht davon auszugehen, dass ihr selbst bei
pflichtgemässer Aufmerksamkeit bewusst hätte sein müssen, dass sich ihre
gesundheitliche Situation in den für den Rentenanspruch entscheidenden Bereichen
verbessert hatte. Zwar war sie, wie bei der Observation festgestellt werden konnte, in
der Lage, zahlreiche ausserhäusliche Aktivitäten zu bewältigen. Auf Grund der
3.3.
bis
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4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Eine Gerichtsgebühr
von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen. Diese ist vollumfänglich der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran
anzurechnen. Ausgangsgemäss hat sie keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.