Decision ID: e3cb3b15-1a5c-4c45-864d-09604424e3d9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, gebore
n
1959, meldete sich
erstmals
im August 2008
unter Hinweis auf
Rückenschmerzen und eine Blutkrankheit zum Leistungs
bezug
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
an
(
Urk. 9/10 und Urk. 9
/16
)
.
Nach
ersten Abklärunge
n teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, es seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (Mi
tteilung 16. Januar 2009, Urk. 9
/25).
Des Weiteren
wies sie
sein
Rentenbegehren gestützt auf einen nach der gemischten Methode ermittelten Invaliditätsgrad von 7 %
mit Verfügung vom 4. Dezember 2009 ab (
Urk. 9
/49
). Die dagegen erhobene B
eschwerde (Urk. 9
/57/3 ff.)
hiess
das hie
sige Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.
2010.00066 vom 5. Mai 2011 in dem Sinne gut,
dass die angefochtene Verfügung vom 4. Dezember 2009 aufgehoben und die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die
IV-Stelle zurückgewiesen wurde
(Urk. 9
/67/1-15).
1.2
Nach weiteren Abklärungen
in Nachachtung
des vorgenannten Gerichtsent
scheides
(
vgl.
insbesondere die
polydisziplinäre
Expertise des
Y._
GmbH, vom 7. Mai 2012
,
Urk
. 9
/84/1-23), wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei einem nach der allgemeinen Methode ermittelten Invaliditätsgrad von 0 % mit unangefochten in Rechts
kraft erwachsener Verfügung vom 22. August 2012 ab (Urk
. 9
/94
).
1.3
Mit Datum vom 16. Juli 2014 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Rücken- und Alkoholprobleme erneut bei der IV-Stel
le zum Leistungsbezug an (Urk. 9
/96).
Zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung in seinen tatsächlichen Verhältnissen reichte er auf Aufforderung der IV-Stelle diver
se Arztberichte (Urk.
9
/101, Urk. 9/105, Urk. 9
/106/1-12)
ein
. Daraufhin nahm die IV-Stelle
weitere medizinische Abklärungen
vor
. Insbeson
dere ver
anlasste sie die polydiszi
plinäre (Allgemeine Innere Medi
zin/Orthopädie/
Psy
-
chiatrie
/Neurologie) Expertise des
Z._
AG vom 15. J
uli 2015 (Urk. 9
/124/1-65). Aus
serdem beauftragte die IV-Stelle ihren Abklärungsdienst (AD)
mit der Abklä
rung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Haus
halt (Abklärungs
-
ber
icht vom 28. Januar 2016, Urk. 9
/131/1-8).
Mit Vorbe
scheid vom 2
9.
Januar 2016
stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung seines Rentenanspruchs in Aussicht (
Urk.
9/133). Dagegen erhob
er
am 3
1.
März 2016 Einwand
(Urk.
9
/141 ff.
)
.
Ausserdem
ersuchte
er
am
2.
Mai 2016
um B
estellung von Rechtsanwä
lt
in
Christina Ammann
als unentgeltliche
Rechtsbeistä
nd
in
für das Verwaltungsverfahren
(
Urk.
9/156
)
. Mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2016
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
wie vorbeschieden
gestützt auf einen nach der gemischten Methode ermittelten Inva
liditätsgrad von 11 % ab (Urk. 9
/159).
Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk. 9
/160/3 ff.
)
hiess
das hiesige Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.
2016.00722
vom
27
.
Dezember 2016
ab
(vgl.
Urk.
10 im Verfahren IV.2016.00722)
.
Ausserdem
verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom
1.
November 2016
einen Anspruch
d
es Versicherten auf unentgeltliche
Rechtsvertretung
im Verwaltungsverfahren (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
7
.
November 2016
Beschwerde
mit dem Antrag, die angefochtene Verfügu
ng sei aufzuheben und Rechtsanwä
lt
in Christina Ammann im Verwaltungsverfahren zur
unentgeltlic
hen
Rechtsbei
stä
nd
in
zu bestellen. Fer
ner sei ihm
auch für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Verbeiständung
sowie die unentgeltl
iche Prozessführung zu gewähren
(Urk. 1
S. 2
)
.
Ausserdem legte der Beschwerdeführer die Unterstüt
zungs
bestätigung der Stadt
A._
sowie das Formular zur Abklärung der prozessualen
Bedürftigkeit samt Beilagen
auf (
Urk.
3/4
,
Urk.
5+6
).
Mit Beschwerdeantwort vom
9. Januar 2017 (Urk. 8
) schloss die Beschwerdegeg
nerin auf A
bweisung der Beschwerde, was dem
Beschwerdef
ührer am 12. Januar
2017
zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 10
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
Klage
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) räumt jeder Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, soweit es zur Wahrung ihrer Rechte not
wendig ist und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, einen Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand ein. Unter denselben Voraus
setzungen wird laut Art. 37 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) im Sozialversicherungsverfahren der gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (vgl. hierzu
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., 2015, N 27 ff. zu Art. 37).
1.3
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechtsvor
kehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kön
nen. Dagegen
gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winn
aussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
1.4
Beim Erfordernis der Notwendigkeit einer unentgeltlichen
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren ist ein strenger
Massstab
anzulegen, dies namentlich mit Blick darauf, dass der Untersuchungsgrundsatz gilt, die Versicherungs
träger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen also den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesge
bundenheit (BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG). Im Verwal
tungsverfahren besteht nur in Ausnahmefällen ein Anspruch auf anwaltliche
Verbeiständung
; es müssen sich schwierige rechtliche oder tatsächliche Fra
gen stellen und eine Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss
ausser
Betracht fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom
7.
Juli 2016 E. 7.1; BGE 132 V 200 E. 4.1 in
fine
). Zu berücksichtigen sind die Umstände des Einzelfalles, die Eigenheiten der anwendbaren Verfahrens
vorschriften sowie die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Dabei fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts 8C_557/2014 vom 1
8.
November 2014 E. 4.2 mit weite
ren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentli
chen,
der Beschwerdeführer habe im
Einwandverfahren
die Aus
richtung einer mindestens
Dreiviertelsrente
beantragt. Zur Begründung habe er ausgeführt, die IV-Stelle habe die notwendigen medizinischen Abklärun
gen nicht vorgenommen. Ausserdem sei aufgrund der Hausarztberichte aus
gewiesen, dass er (der Beschwerdeführer) im Gesundheitsfall einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachginge.
Entgegen dem Beschwerdeführer seien die vom hiesigen Gericht geforderten medizinischen Abklärungen in Auftrag gegeben worden. Ausserdem habe das hiesige Gericht festgehalten, soweit die weite
ren medizinischen Abklärungen keine andauernde Einschränkung vor 2007 ergäbe, sei der Beschwerdeführer nicht als vollerwerbstätig zu qualifizieren. De
r
Antrag auf die Ausrichtung einer
Dreiviertelsrente
ab August 2009 sei daher von Vornherein aussichtslos gewesen (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein,
die Argumenta
tion der Beschwerdegegnerin sei im
Einwandverfahren
widerlegt worden. Diesbezüglich werde auf das pendente Gerichtsverfahren (IV.2016.00722) verwiesen.
Es sei
die anzuwendende Methode streitig. Die Verfügung vom 2
2.
August 2012, womit die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch gestützt auf
einen nach
der gemischten Methode eruierten Invaliditätsgrad abgewiesen habe, sei offensichtlich falsch (
Urk.
1 S. 3)
.
Vielmehr sei auf
grund der vorliegenden Aktenlage ausgewiesen, dass er
(der Beschwerdefüh
rer)
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 100
%
erwerbstätig wäre (
Urk.
1 S. 4 f.).
2.3
Zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf unentgeltliche Rechts
vertretung im
Verwaltungsverfahren (
Einwandverfahren
).
Für
den Beschwer
deführer
ist dabei einzig
die Statusfrage streitentscheidend (vgl.
Urk.
1 S. 3)
. M
ithin
hat er im
Einwandverfahren
keine Einwendungen im Zusammenhang mit der medizinischen Sachverhaltswürdigung und
/oder
Arbeitsfähigkeitsbe
urteilung vor
gebracht
und
ver
blieben
diese folglich un
bestritten
.
3.
3.1
Der streitendscheidende Sachverhalt präsentiert sich demnach wie folgt:
3.2
Gemäss Haushaltsabklärung
sbericht vom 6. Mai 2009 (Urk. 9
/29/1-7) gab der Beschwerdeführer anlässlich der Abklärungen vor Ort am 28. April 2009 an, seit einem Unfall im Jahre 1986 leide er an progredienten Rückenbeschwer
den. Eine Zeit lang sei er im Messebau tätig gewesen, was ihm gesundheitlich nicht gut getan habe. In der Folge habe er zum Gastgewerbe gewechselt und je nach Bedarf des jeweiligen Arbeitsgebers sowie nach Massgabe dessen, was er sich habe zumuten können, gearbeitet (Urk. 8/29/2). Jedenfalls sei er seit längerer Zeit keiner vollen oder auch nur annähernd vollzeitigen Erwerbstätigkeit nach
gegangen. Bei guter Gesundheit hätte er seinen letzten Arbeitsplatz beibehalten und vielleicht auch mehr gearbeitet. Damals habe er durchschnittlich 16 Wochenstunden von 41 betriebsüblichen Wochenstunden gearbeitet. Zuvor sei er ebenfalls im Gastgewerbe tätig gewesen. Sein Arbeitspensum habe etwa zwei Wochentage betragen. Gestützt darauf kam die Abklärungsperson zum Schluss, der Beschwerdeführer sei als zu 40 % ausserhäuslich erwerb
stätig zu qualifizie
ren (Urk. 9
/29/3).
3.
3
Im
Urteil
IV.2010.0066
vom
5.
Mai 2011 hielt das hiesige Gericht im Zusam
menhang mit der fraglichen Qualifikation nach Lage der damaligen Akten fest, der Beschwerdeführer habe keine unterstützungs- bzw. pflege- oder erziehungsbedürftigen Angehörigen. Weiter
bestehe
bis dato
keine Aufga
benteilung mit einem Lebenspartner und sei der Beschwerdeführer
bisher
auch nicht gemeinnützig sozial oder kulturell
engagiert. Ein Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
28a
Abs.
2 IVG habe somit weder aktuell noch früher bestanden. Sollten die noch vorzunehmenden medizinischen Abklärungen keine andauernde, gesundheitsbedingte Einschränkung vor 2007 ergeben, müsste
folglich
davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer
habe
sein Arbeitspensum ab 1995 aus freien Stücken oder aus Gründen des Arbeits
marktes reduziert und
wäre
auch im Gesundheitsfall nicht vollzeitlich erwerbstätig gewesen (
Urteil IV.2010.0066 vom
5.
Mai 2011
, insbesondere
E.
4.4,
Urk.
9/67/13).
3.
4
Im
polydisziplinäre
n
Gutachten des
Y._
vom
7.
Mai 2012
kamen die beurtei
lenden Fachärzte im Rahmen der Konsensbeurteilung
aufgrund der anam
nestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Aktenlage
im Wesentlichen
zum Schluss,
erst mit dem Nachweis der Wirbelsäulenfrak
tur im Februar 2011 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten. Für körperlich angepasste Verweistätigkeiten könne demgegen
über keine früher eingetretene, länger andauernde Arbeitsunfähigkeit festge
stellt werden (
Urk.
9/84/18).
3.
5
Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 29. September 2015 (Ber
icht vom 28. Januar 2016, Urk. 9
/131/1-8) führte der Beschwerdeführer aus, die Rückenprobleme hätten Mitte der 80iger Jahre angefangen. Dennoch habe er immer „durchgebissen“ und bis 1995 zu 100 % gearbeitet. 1995 habe er sich als handwerklicher Allrounder selbständig machen wollen und in diesem Sinne bis 1997 vergeblich versucht, Aufträge zu bekommen. Ab 1999 habe er zufolge seiner schlechten wirtschaftlichen Situation sowie gesundheitlichen Beeinträchtigungen wirtschaftliche Sozialhilfe beansprucht. Bis 2007 habe er im Gastgewe
r
be (Service) noch Zwischenverdienste erzielen (ca. 40 %) können und
ergänzend wirtschaftliche Sozialhilfe bezogen. Ab diesem Zeitpunkt habe sich auch die Rückenproblematik verstärkt, weshalb er sich
2008 erst
mals bei der Invaliden
versicherung angemeldet habe. Seither fühle er sich subjektiv nicht mehr arbeitsfähig und habe er immer 100%ige Arbeitsunfä
higkeitszeugnisse beim Sozialamt vorlegen können, weshalb er seither keine Stellenbemühungen mehr vorlegen musste. Seit 2009 sei er als Nichterwerbs
tätiger geme
ldet und arbeite seither an 1-
2 Tagen im Monat (Integrations
projekt ca. 4 Stunden pro Tag) in der Küche vom
B._
in
A._
, einem sozialdiakonischen Mittagstisch für Menschen in besonderen Lebenslagen und/oder Notsituationen unter der Trä
gerschaft der Evangelisch-reformierte
n
Kirchgemeinde
A._
. Bei guter Gesundheit müsste er aus wirtschaftli
chen Gründen
100 % erwerbstätig sein (Urk. 9
/131/3 f.).
Die Abklärungsperson kam zum Schluss, die Angaben des Beschwerdefüh
rers, wonach er heute bei guter Gesundheit einer 100%igen ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachginge, seien unter Berücksichtigung dessen, dass er bereits vor 2009 seit vielen Jahren nicht mehr vollzeitlich erwerbstätig gewesen sei, nicht nachvollziehbar. Aufgrund seiner zuletz
t bis 2007 ausge
übten Erwerbstä
tigkeit im Umfang von 40 %, sei er vielmehr als
zu 40% erwerbstätig zu qualifi
zieren (Urk. 9
/131/4).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer stellte sich
zunächst
auf den Standpunkt,
die unange
fochten in Rechtskraft erwachsene, rentenabweisende Verfügung
vom 2
2.
August 2012
sei offe
nsichtlich falsch
, da
die Beschwer
d
eführerin zur Ermittlung de
s Invaliditätsgrades die gemischte Me
t
hode angewandt habe (
Urk.
1 S. 3).
4.2
Vorab ist
festzuhalten, dass
die Beschwerde
gegnerin
entgegen der irrigen Darstellung des Beschwerdeführers
in der Verfügung vom 2
2.
August 2012
nicht die gemischte, sondern die allgemeine Methode an
gewendet hat
te
(vgl.
Urk.
9/94/2). Sie
stützte
sich hierfür auf
die Begründung im
Urteil
IV.2010.0066
des hiesigen Gerichts vom
5.
Mai 2011
(vgl. E. 3.3
)
sowie
das
polydisziplinäre Gutachten des
Y._
vom
7.
Mai 2012
(
vgl. E. 3.4
,
vgl
. auch Feststellungsblatt Urk. 9
/87/
4
)
ab
.
4.2
Bei den
im
Einwandverfahren
vom Beschwerdeführer eingereichten Unterla
gen (
Urk.
9/144-155)
handelt
e
es sich nicht um erhebliche
,
neue Tatsachen, deren Beibringen nicht schon vorher möglich gewesen wäre. Ein Revisions
grund im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 ATSG ist damit nicht gegeben. Gleichzei
tig besteht kein gesetzlicher Anspruch auf eine Wiedererwägung nach
Art. 53 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1
IVG
.
Vor diesem Hintergrund
steht einem Zurückkommen auf die V
erfügung vom 2
2.
August 2012 d
ie
materielle Rechtskraft entgegen und erweist sich
das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer
Dreiviertels
rente
ab 2009 jedenfalls
für den Zeitraum
bis zum Erlass der rechtskräftigen, rentenabweisenden Verfügung vom 2
2.
August 2012 als von Vornherein aussichtslos.
5.
5.1
Bleibt
im Folgenden zu
prüfen, ob die vom Beschwerdeführer im
Einwandver
fahren
eingereichten Unterlagen
von V
ornherein ungeeignet waren, eine Qualifikation
als 100%-Erwerbstätiger
für den Zeitraum nach der Verfügung vom 2
2.
August 2009
auszuweisen.
5.2
5.2.
1
Das Schreiben der Suva vom
8.
April 1986 betreffend Anerkennung von Versi
cherungsleistungen im Zusa
mmenhang mit dem Nichtberufsu
nfall vom
8.
März 1986 (Beilage 1
,
Urk.
9/144
)
gibt keinerlei Aufschluss über die Arbeitsfähi
gkeit des Beschwerdeführers, geschweige denn
darüber, dass
es ihm
aus gesundheitlichen Gründen langfristig unmöglich gewesen sein soll
, einem Voll
zeit
pensum nachzugehen
.
5.2.2
Aus dem – undatierten - ärztlichen Zeugnis von
Dr.
C._
,
Chiroprak
tor
,
(Beilage 2,
Urk.
9/145)
erhellt
im Wesentlichen,
der Beschwer
deführer
habe zufolge eines unfallbedingten,
lumbovertebralen
Syndroms
schwere physische Belastungen (insbesondere Hebearbeiten und Lastentra
gen) bis auf Weiteres
zu vermeiden
.
Dass und weshalb es dem Beschwerde
führer aus
gesundheitlichen Gründen langfristig
nicht
möglich gewesen sein soll,
einer optimal
angepasste
n Verweistätigkeit
im Vollzeitpensum nachzu
gehen
,
ist dem Bericht
demgegenüber
nicht zu entnehmen.
5.2.3
Selbstredend ist
die im Dienstbüchlein
(Beilage 3,
Urk.
9/
146
) per Februar 1988 deklarierte D
ienstuntauglichkeit
nicht sachdienlich
zur Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit und damit der Statusfrage
.
5.2.4
Aus dem Beschluss Nr. 122 der
Stadt
A._
vom 2
9.
April 1997 erhellt sodann, der
als selbständig erwerbender Messebauer und Allrounder tätige
Beschwerdeführer benötige
zufolge
der knappen Auftragslage wirtschaftliche Unterstützung (Beilage 4,
Urk.
9/147/2).
Mithin gibt der Beschluss
lediglich Aufschluss über die wirtschaftliche Situation des Beschwerdeführers und erweist sich
damit
als
offensichtlich
untauglich, krankheitsbedingte Ein
schränkungen auszuweisen.
5.2.
5
Dass sich der Beschwerdeführer
im Jahre 1997 bei der Arbeitslosenkasse zur Arbeitsvermittlung im Pensum von 100 %
angemeldet
hat
(
Beilage 5, Urk.
9/148
)
vermag
an der Qualifikation als Teilerwerbstätigen nichts zu ändern, da daraus
offensichtlich
keine Rückschlüsse auf das Verhalten des Beschwerdeführers gezogen werden können, der aufgrund der im IK-Auszug ausgewiesenen Erwerbsbiographie kaum je vollerwerbstätig war und sich vielmehr mit geringen Einkünften begnügte.
5.2.6
Ob und inwiefern
der Beschwerdeführer aufgrund der im Jahre 2001 diagnosti
zierten Migräne
in
seine
r Arbeitsfähigkeit reduziert war
, ist aus dem Bericht vom
Dr.
med.
D._
, Facharzt
FMH für Innere Medizin, vom 8.
Januar 2007 (Beilage 6,
Urk.
9/149) nicht ersichtlich.
Im Gegenteil hielt Dr.
D._
fest, für den Beschwerdeführer sei der Rücken das Problem. D
er Beschwerdeführer sei seit einem Jahr
zu
100
%
arbeitsunfähig, wobei nicht klar wird, ob es sich dabei um dessen subjektive Angaben oder um die – gänzlich unbegründete - medizinische Einschätzung von
Dr.
D._
handelt. Jedenfalls war der Beschwerdeführer zu jenen Zeitpunkt offenbar wieder arbeitstätig in einer
/m
Confiserie
/Kiosk
.
5.2.7
Dass der Beschwerdeführer aufgrund einer im November 2005 erlittenen Bein
venenthrombose
zu
100
%
arbeitsunfähig gewesen sein soll
– so wie
einwandweise
vorgebracht (vgl. 9/156/3,
Ziff.
1.5)
-
, ist dem Bericht des Spitals
E._
vom 1
3.
November 2005 (Beilage 7,
Urk.
9/15
0
) in keiner Weise zu entnehmen.
5.2.8
Betreffend den nach Angaben des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
9/156)
beim Abladen von
Grüngut
bei der Sammelstelle im Oktober 2005 erlittenen Mus
kelriss hielt die Suva mit Schr
ei
ben
vom 2
7.
April 2006 fest, ab dem 12.
April 2006 sei der Beschwerdeführer wieder zu 100
%
arbeitsfähig
(Bei
lage 8,
Urk.
9/151)
.
Auch
diese
s Schreiben
ist
für den Nachweis einer
lang
fri
stigen,
gesundheitsbedingten Unmöglichkeit,
einem Vollpensum nachzu
gehen
,
untauglich
.
5.2.9
Das
im
Oktober 2007 diagnostizierte Hodgkin-Lymphom
war
nach
Lage der vorliegenden Akten sowohl
klinisch, labormässig als auch
radiologisch
im September
2008 komplett remittiert (
Urk. 9
/2
1/8
)
.
Die
einwandeweise
einge
reichte
n
Bericht
e
des Spitals
E._
(Beilagen 9-11,
Urk.
9/152-154) äussern sich
nicht
zur Arbeitsfähigkeit des Beschw
erdeführer
s. Insbesondere
ergibt sich daraus nicht
, dass es dem Beschwerdeführer
über den September 2008 hinaus
unmöglich
gewesen sein soll
, einem Vollpensum nachzugehen
.
5.3
Zusammenfassend
erweisen sich die eingereichten Unterlagen als offensicht
lich ungeeignet
, eine Qualifikation
des Beschwerdeführers
als 100%-Erwerbstätiger
für den mit rechtskräftiger Verfügung vom 22. August 2012 noch nicht beurteilten Zeitraum
auszuweisen.
D
ie angefochtene Verfügung
erweist
sich
damit
als richtig und die Beschwerde
ist
dem
entsprechend
abzuweisen.
6.
6
.1
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetz über die Invali
denversicherung, IVG, e
contrario
), weshalb sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 2) als obsolet erweist.
6
.2
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer vornehmlich seine Argumentation aus dem
Einwandverfahren
wiederholt und es darüber hinaus unterlassen, hinreichend darzutun, weshalb und inwiefern die Beschwerdeführerin zu Unrecht davon ausgegangen sei, seine Gewinnaus
sichten seien im
Einwandverfahren
beträchtlich geringer gewesen als die Verlustgefahr.
Vor diesem Hintergrund sowie unter Hinweis auf das unter
E.
5.2 f. Gesagte
ist
das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsver
treterin in der Person von Rechtsanwältin
Christina
Ammann
im vorliegen
den Beschwe
rdeverfahren (vgl. Urk. 1 S. 2)
zufolge Aussichts
-
losigkeit
abzu
weisen.