Decision ID: 0b464713-6530-4525-8301-de841b7e7b4a
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 02.03.2015 Art. 52 ATSG. Streitgegenstand der Einsprache.Die Auffassung, im Einspracheentscheid sei auch der Sachverhaltsentwicklung zwischen dem Erlass der angefochtenen Verfügung und dem Erlass des Einspracheentscheides Rechnung zu tragen, trifft nicht zu, da sich damit der Streitgegenstand des Einspracheverfahrens während des Verfahrens dauernd vergrössern würde und da der Teil des (erweiterten) Streitgegenstandes, der sich mit dem Verfügungsgegenstand nicht decken würde, direkt, d.h. ohne vorausgehende Verfügung, im Einspracheentscheid beurteilt würde. Damit würde für diesen Teil des Streitgegenstandes de facto das Rechtsmittel der Einsprache verweigert, weil nur die Beschwerde als Rechtsmittel zur Verfügung stünde. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. März 2015, EL 2012/37.)Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug undKarin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Tobias BoltEntscheid vom 2. März 2015in SachenA._,Beschwerdeführer, gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur IVSachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Januar 2009 zum Bezug einer Ergänzungsleistung zur
Invalidenrente an (EL-act. 68). Die Invalidenversicherung hatte ihm rückwirkend ab 1.
Oktober 2007 eine Viertelsrente und eine entsprechende Kinderrente für die Tochter
B._ (Jg. 19_) zugesprochen. Bei der Anspruchsberechnung rückwirkend ab 1.
Oktober 2007 berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle auf der Ausgabenseite die
Krankenkassenprämienpauschalen für den Versicherten, für dessen Ehefrau und für die
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Tochter B._ (als Kind), drei Achtel des Mietzinses, weil acht Personen in der
Wohnung lebten, von denen aber nur drei in die Anspruchsberechnung einbezogen
waren, und den Lebensbedarf für ein Ehepaar mit einem Kind. Auf der Einnahmenseite
wies die Anspruchsberechnung das Erwerbseinkommen der Ehefrau, das
hypothetische Erwerbseinkommen des Versicherten und dessen Rente (nebst
Kinderrente für die Tochter B._) aus (EL-act. 58-62). Die entsprechende Verfügung
erging am 3. September 2009 (EL-act. 56). Am 3. August 2010 notierte die zuständige
Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle, die Tochter B._ werde im September
20_ achtzehn Jahre alt (EL-act. 52). Ebenfalls am 3. August 2010 erkundigte sie sich
nach einem allfälligen Erwerbseinkommen der Tochter B._ (EL- act. 51-1). Am 25.
August 2010 erhielt die EL-Durchführungsstelle einen Arbeitsvertrag, laut dem die
Tochter B._ von März 2010 bis Juli 2011 ein Praktikum absolvierte und dabei ein
Jahreseinkommen von Fr. 11'000.-- erzielte (EL-act. 51-3). Bei der
Anspruchsberechnung ab 1. Januar 2011 berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle
dieses Erwerbseinkommen (EL-act. 48).
A.b Die Verfügung, mit der die IV-Stelle dem EL-Bezüger eine IV-Viertelsrente und eine
entsprechende Kinderrente für die Tochter B._ zugesprochen hatte, war nicht in
formelle Rechtskraft erwachsen. Der EL-Bezüger hatte nämlich Beschwerde gegen
diese Verfügung erhoben. Das Bundesgericht bestätigte zwar am 30. März 2011 den
Anspruch auf eine Viertelsrente nebst Kinderrente, allerdings nicht rückwirkend ab 1.
Oktober 2007, sondern rückwirkend ab 1. Oktober 2006. Diese Vorverlegung des
Rentenbeginns hatte zur Folge, dass die monatlichen Rentenbeträge tiefer ausfielen.
Die entsprechende Verfügung der IV-Stelle erging am 12. Juli 2011. Die EL-
Durchführungsstelle forderte den EL-Bezüger am 17. Juli 2011 auf, verschiedene
Unterlagen einzureichen, damit sie eine Anspruchsberechnung ab 1. Oktober 2006
vornehmen könne (EL-act. 41). Gestützt auf die ihr daraufhin eingereichten Belege
ermittelte die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch rückwirkend ab 1. Oktober
2006 neu. Der Ausgabenüberschuss lag durchwegs unter der sogenannten
Minimalgarantie, d.h. unter der Summe aus den Krankenkassenprämienpauschalen für
zwei Erwachsene und ein Kind bzw. ab 1. Januar 2011 für zwei Erwachsene und eine
Person in Ausbildung. Die monatliche Ergänzungsleistung entsprach deshalb für die
Periode 1. Oktober 2006 bis 30. November 2011 dieser Minimalgarantie (EL-act.
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26-35). Am 27. Oktober 2011 verfügte die EL-Durchführungsstelle entsprechend (EL-
act. 25). Diese Verfügung betraf aber nur die Zeit bis 31. Juli 2011.
A.c Am 17. November 2011 liess der EL-Bezüger einen Arbeitsvertrag einreichen, den
seine Tochter B._ abgeschlossen hatte. Dieser Vertrag betraf ein Praktikum, das von
August 2011 bis Juli 2012 dauern sollte (EL-act. 22). In der Folge hob die IV-Stelle die
Ausrichtung der Kinderrente für die Tochter B._ rückwirkend per 31. Juli 2011 auf.
Sie forderte vom EL-Bezüger die von August bis Dezember 2011 ausgerichtete
Kinderrente für die Tochter B._ zurück. Begründet wurde dies damit, dass sich die
Tochter B._ während des zweiten Praktikums nicht mehr in Ausbildung befunden
habe. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bestätigte diese Verfügung der
IV-Stelle am 19. November 2013 (IV 2012/49). Bereits am 3. November 2011 hatte die
EL-Durchführungsstelle eine Verfügung erlassen, mit der sie die Ausrichtung der
Ergänzungsleistung per 31. Juli 2011 aufgehoben und die zwischen August und
November 2011 ausgerichtete Ergänzungsleistung zurückgefordert hatte (EL- act. 23).
Sie hatte die Tochter B._ nicht mehr in die Anspruchsberechnung einbezogen, d.h.
sie hatte auf der Ausgabenseite nur noch die Krankenkassenprämienpauschalen für
zwei Erwachsene, nur noch zwei Achtel des Mietzinses und nur noch den Betrag für
den Lebensbedarf eines Ehepaares berücksichtigt. Auf der Einnahmenseite fehlte die
Kinderrente. Da sich das Ausgabentotal dadurch erheblich, das Einnahmentotal aber
nur geringfügig vermindert hatte, hatte neu ein Einnahmenüberschuss resultiert (EL-
act. 24).
A.d Der Versicherte liess am 17. November 2011 Einsprache gegen die Aufhebungs-
und Rückforderungsverfügung vom 3. November 2011 erheben (EL-act. 19). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung dieser Verfügung und die Ausrichtung einer
Ergänzungsleistung von mindestens Fr. 1'886.60. Zur Begründung führte er aus, die
Tochter B._ sei weiterhin in Ausbildung. Deshalb sei sie bei der
Anspruchsberechnung zu berücksichtigen. Für die Ehefrau sei ausgehend von der
Lohnabrechnung für August 2011 ein Erwerbseinkommen von Fr. 38'485.35
anzurechnen. Dem Einsprecher selbst dürfe kein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werden, da es schlechterdings ausgeschlossen sei, dass dieser eine
Arbeitsstelle finden könnte. Für die Tochter B._ sei ein Erwerbseinkommen von Fr.
8'856.-- zu berücksichtigen. Der Ausgabenüberschuss betrage Fr. 38'260.90. Für das
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Einspracheverfahren sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die EL-
Durchführungsstelle ersuchte am 1. Februar 2012 um die Einreichung des
Lohnausweises 2011 der Ehefrau und der Tochter B._ sowie um die
Steuerveranlagung 2010. Ausserdem fragte sie nach einem allfälligen Rentenrevi
sionsbegehren des Einsprechers und nach Unterlagen betreffend allfällige
Arbeitsbemühungen (EL-act. 11). Der Einsprecher liess am 9. Februar 2012 ein
Rentenrevisionsgesuch stellen (EL-act. 9-6). Gemäss dem Lohnausweis für 2011 hatte
die Tochter B._ von Januar bis Juli 2011 ein Einkommen von Fr. 6'416.55 erzielt (EL-
act. 9-3). Der Lohnausweis 2011 belegte ein Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr
52'949.40 (EL-act. 9-2). Am 6. März 2012 ersuchte die EL-Durchführungsstelle um ein
aktuelles Arztzeugnis. Sie fragte, wann das Rentenrevisionsgesuch zurückgezogen
worden sei. Ausserdem ersuchte sie um Belege betreffend allfällige
Arbeitsbemühungen (EL-act. 8-1). Der Rechtsvertreter des Einsprechers teilte am 8.
März 2012 mit, er habe keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft
machen können; deshalb habe er das Rentenrevisionsgesuch zurückgezogen (EL-act.
7). Im Juni 2012 erhielt die EL-Durchführungsstelle verschiedene Unterlagen betreffend
Arbeitsbemühungen in den Monaten April und Mai 2012 (EL-act. 2). Am 16. August
2012 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab (act. G 1.1). Sie machte
geltend, die Tochter B._ sei wegen der Einstellung der Kinderrente aus der
Berechnung gefallen. Daraus habe ein Einnahmenüberschuss resultiert. Sollte die
Beschwerde gegen die Aufhebung der Kinderrente gutgeheissen werden, müsste der
EL-Anspruch ab 1. August 2011 unter Einbezug der Tochter B._ neu berechnet
werden. In Bezug auf das Bruttoerwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 59'480.-- und
das hypothetische Erwerbseinkommen des Einsprechers von Fr. 25'400.-- habe die
einspracheweise angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2011 im Vergleich zur
Anspruchsberechnung ab Januar 2011 keine Änderung vorgenommen. Deshalb sei auf
das Begehren um eine Korrektur des angerechneten Erwerbseinkommens der Ehefrau
und um eine Ausscheidung des hypothetischen Erwerbseinkommens des Einsprechers
nicht einzutreten, denn diese Positionen seien nur im Rahmen der jährlichen
Überprüfung relevant.
B.
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B.a A._ liess am 31. August 2012 Beschwerde gegen diesen Einspracheentscheid
erheben (act. G 1). Das Begehren lautete: Es seien dem Beschwerdeführer monatliche
Ergänzungsleistungen in der Höhe von mindestens Fr. 1'471.60 bis Ende Juli 2012 und
ab August 2012 in der Höhe von Fr. 2'004.95 zuzusprechen und zu entrichten.
Ausserdem sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Eventualiter sei das
Beschwerdeverfahren zu sistieren, bis in Bezug auf die Kinderrente für die Tochter
B._ ein rechtskräftiger Entscheid vorliege. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers aus, die Tochter B._ sei in der Anspruchsberechnung zu
berücksichtigen, da sie einen Anspruch auf eine Kinderrente begründe. Deshalb
betrage das Ausgabentotal statt Fr. 43'791.-- korrekt Fr. 60'900.--. Das
Erwerbseinkommen der Ehefrau betrage Fr. 45'955.20. Es sei kein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen, da der Beschwerdeführer keine Arbeitsstelle finden
könne. Da der Beschwerdeführer dies erst ab April 2012 nachweisen könne, sei ihm
zumindest ab diesen Zeitpunkt kein hypothetisches Erwerbseinkommen mehr
anzurechnen. Ausserdem sei ein Einkommen der Tochter B._ von Fr. 8'856.--
anzurechnen. Dieses entfalle allerdings per Ende Juli 2012. Daraus resultiere ein
gesamtes Erwerbseinkommen von Fr. 54'811.20. Davon seien Fr. 35'540.80
anzurechnen.
B.b Das Beschwerdeverfahren wurde am 12. September 2012 bis zum rechtskräftigen
Abschluss der Verfahrens betreffend die Kinderrentenberechtigung für die Tochter
B._ sistiert (act. G 2). Am 19. November 2013 bestätigte das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen die Aufhebung der Kinderrente per 31. Juli 2011 (IV 2012/49).
Die Sistierung des Beschwerdeverfahrens wurde am 17. Februar 2014 beendet (act. G
5). Am 7. März 2014 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, dass sein
Mandat erloschen sei (act. G 6). Der Beschwerdeführer machte am 18. März 2014
geltend (act. G 8), seine Arbeitsbemühungen seien erfolglos geblieben. Seine Ehefrau
sei seit April 2013 arbeitslos.
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. März 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 10).
B.d Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 31. März 2014 fest (act. G 12),
er nehme zur Kenntnis, dass er keinen Anspruch auf eine Kinderrente für seine Tochter
B._ mehr habe. Er habe alle Forderungen der IV-Stelle eingehalten.
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B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 22. April 2014 auf eine Duplik (act. G 14).
B.f Das Gericht forderte die Beschwerdegegnerin am 24. September 2014 auf, die
nach dem Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides produzierten Akten
einzureichen (act. G 16). Dieser Aufforderung kam die Beschwerdegegnerin am 26.
September 2014 nach (act. G 17). Der Beschwerdeführer nahm am 8. Oktober 2014
Einblick in diese Akten (act. G 20). Er gab zu Protokoll (act. G 21), dass seine Ehefrau
eine Arbeitslosenentschädigung von Fr. 2'900.-- monatlich erhalte. Davon seien Fr.
700.-- gepfändet. Bei ihrer letzten Anstellung habe sie Fr. 3'500.-- monatlich verdient
und dies mit Überstunden noch aufgebessert. Er selbst finde trotz der Bewerbungen
keine Arbeitsstelle. Der Rechtsvertreter habe bereits darauf hingewiesen, dass die
Ehefrau nur Fr. 38'485.35 verdient habe. Sein Gesundheitszustand habe sich in den
letzten Jahren verschlechtert. Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu nicht
vernehmen. Das Gericht ersuchte den Beschwerdeführer am 30. Dezember 2014, das
Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" auszufüllen (act. G 23). Dieser
Aufforderung kam der Beschwerdeführer am 6. Januar 2015 nach (act. G 24). Dabei
gab er u.a. an, er habe am 1. Oktober 2005 eine Rechtsschutzversicherung
abgeschlossen. Die Kostenvorschüsse an den (früheren) Rechtsvertreter beliefen sich
auf ca. Fr. 8'000.--.

Erwägungen:
1. Die Verfügung, mit der die IV-Stelle dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1.
Oktober 2007 eine Viertelsrente und eine entsprechende Kinderrente für die Tochter
B._ zugesprochen hatte, ist nicht in formelle Rechtskraft erwachsen, da der
Beschwerdeführer sie beschwerdeweise angefochten hat. Das bedeutet, dass sich die
Verfügung vom 3. September 2009, mit der die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. Oktober 2007 eine Ergänzungsleistung
zugesprochen hat, in Bezug auf den Rentenbeginn und die Höhe der Viertels- und der
Kinderrente auf einen Sachverhalt abgestützt hat, der nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestanden hat. Dasselbe gilt notwendigerweise
für die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. Dezember 2010, mit der die
Ergänzungsleistung per 1. Januar 2011 an verschiedene Veränderungen angepasst
worden ist. Nachdem das Bundesgericht am 30. März 2011 den Rentenbeginn auf den
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1. Oktober 2006 vorverlegt und die IV-Stelle mit einer Verfügung vom 12. Juli 2011 die
Beträge der Viertels- und der Kinderrente entsprechend herabgesetzt hat, hat die
Beschwerdegegnerin am 13. Juli 2011 ein gegen ihre Verfügung vom 3. September
2009 gerichtetes Wiedererwägungsverfahren (Art. 53 Abs. 2 ATSG) eröffnet. Mit der
Verfügung vom 27. Oktober 2011 hat sie die Verfügung vom 3. September 2009 (und
damit auch diejenige vom 29. Dezember 2010) wiedererwägungsweise aufgehoben
und durch eine auf den 1. Oktober 2006 rückwirkende, abgestufte erstmalige
Leistungszusprache auf der Grundlage der tieferen Rentenbeträge ersetzt. Da damit
die Verfügung vom 3. September 2009 (bzw. diejenige vom 29. Dezember 2010) als
Verfügungsgrundlage der Leistungsausrichtung im Jahr 2011 weggefallen ist, hat die
Wiedererwägung nicht nur darin bestehen können, die Ergänzungsleistung für eine
beschränkte Zeit in der Vergangenheit (Oktober 2006 bis Juli 2011) neu festzusetzen.
Sie hat vielmehr auch für die Zeit ab August 2011 und über den Erlass der neuen
Verfügung hinaus die Ergänzungsleistung neu festsetzen müssen. Trotzdem hat die
Beschwerdegegnerin, wohl aufgrund der Situation im Zusammenhang mit der
Kinderrentenberechtigung für die Tochter B._ (Ende des ersten Praktikums am 31.
Juli 2011), für die Periode 1. Oktober 2006 bis 31. Juli 2011 am 27. Oktober 2011 eine
Wiedererwägungsverfügung erlassen. Die Wiedererwägungsverfügung für die Zeit ab 1.
August 2011 und für die Zukunft ist hingegen erst am 3. November 2011 ergangen.
Diese beiden Verfügungen bilden aber Teil ein und derselben Wiedererwägung.
Deshalb hätte nur eine einzige Verfügung ergehen dürfen, denn die Aufteilung auf zwei
selbständige rechtskraftfähige Verfügungen provozierte die Gefahr sich
widersprechender Entscheide. Obwohl der Beschwerdeführer nur die Verfügung vom
3. November 2011 angefochten hat, muss aufgrund der Einheit der Wiedererwägung
und in analoger Anwendung der Praxis zur Bindung an eine falsche Auskunft davon
ausgegangen werden, dass auch die Verfügung vom 27. Oktober 2011
einspracheweise angefochten worden ist. Streitgegenstand des Einspracheverfahrens
hat demnach die gesamte Wiedererwägung gebildet. Auch das Beschwerdebegehren
muss so interpretiert werden, dass der Einspracheentscheid vollumfänglich
angefochten worden ist. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet deshalb der
EL-Anspruch des Beschwerdeführers ab 1. Oktober 2006 und über den 31. Juli 2011
hinaus.
2.
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2.1 Die Verfügung vom 27. Oktober/3. November 2011 ist eine Wiedererwägungsver
fügung, d.h. sie hat die Verfügung vom 3. September 2009, mit der die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. Oktober 2007 eine
Ergänzungsleistung zugesprochen hatte, durch die Zusprache einer (auch betraglich
veränderten) Ergänzungsleistung ab 1. Oktober 2006 ersetzt. Die Wirkung der
Wiedererwägungsverfügung vom 27. Oktober/3. November 2011 ist nicht auf die
Periode 1. Oktober 2006 (korrigierter Anspruchsbeginn) bis 3. September 2009 (Erlass
der ursprünglichen Verfügung) beschränkt gewesen, denn mit der Aufhebung der
Verfügung vom 3. September 2009 hat wieder ein nicht behandeltes
Leistungsbegehren vom Juli 2009 vorgelegen. Die Wiedererwägungsverfügung vom 27.
Oktober/3. November 2011 ist somit die erstmalige Beurteilung dieses
Leistungsgesuchs vom Juli 2009 gewesen. Sie hat eine rechtliche Würdigung der
Sachverhaltsentwicklung ab 1. Oktober 2006 bis zum Tag ihres Erlasses beinhaltet. Die
Auswirkung des Wegfalles der Kinderrentenberechtigung für die Tochter B._ per 31.
Juli 2011 hat deshalb berücksichtigt werden müssen. Das gilt nicht für die
Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers in den Monaten April und Mai 2012, denn
dabei hat es sich um eine Sachverhaltsentwicklung gehandelt, die nach dem Erlass der
Wiedererwägungsverfügung vom 27. Oktober/3. November 2011 eingetreten ist. Wäre
der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. August 2012 seinem Wesen nach nur
eine "Korrekturverfügung" gewesen, welche die Wiedererwägungsverfügung vom 27.
Oktober/3. November 2011 ersetzt hätte, wären die Auswirkungen der
Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers auf das anrechenbare Erwerbseinkommen
in die Beurteilung einzubeziehen gewesen, denn diese "Korrekturverfügung" in der
Form eines Einspracheentscheides wäre an die Stelle der ersten Wiedererwägung
getreten und hätte deshalb der Sachverhaltsentwicklung bis zu ihrem Erlass am 16.
August 2012 Rechnung tragen müssen. Nun ist der Einspracheentscheid aber keine
"Korrekturverfügung", sondern ein Entscheid über ein formelles Rechtsmittel. Das
Einspracheverfahren als Rechtsmittelverfahren weist deshalb, anders als das
Verwaltungsverfahren, das mit dem Erlass einer einsprachefähigen Verfügung endet,
Züge eines kontradiktorischen Verfahrens auf. In einem solchen Verfahren tragen zwei
Parteien einen "Streit" aus, über den dann schliesslich im Einspracheentscheid
entschieden wird. Daran ändert der Umstand nichts, dass die verfügende Behörde
gleichzeitig Partei und Entscheidinstanz ist, denn sie ist dem Rechtmässigkeitsprinzip,
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dem Gleichbehandlungsgrundsatz, dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz, dem
Fairnessprinzip usw. verpflichtet, so dass sie durchaus fähig ist, objektiv über den
"Streit" zu entscheiden. Da es sich beim Einspracheverfahren also wesensmässig um
ein "streitiges" Verfahren handelt, muss es einen zum Vornherein klar definierten
Streitgegenstand haben. Darin unterscheidet sich das Einspracheverfahren nicht von
einem Beschwerdeverfahren. Eindeutig bestimmt ist der Streitgegenstand des
Einspracheverfahrens nur, wenn er nicht weiter als der Gegenstand der angefochtenen
Verfügung ist. Würde der Streitgegenstand des Einspracheverfahrens nicht nur die
Sachverhaltsentwicklung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung, sondern auch
die weitere Sachverhaltsentwicklung bis zum Tag des Erlasses des
Einspracheentscheides umfassen, könnte er sich im Laufe des Verfahrens ständig
verändern bzw. vergrössern. Im Umfang dieser nachträglichen Vergrösserung wäre der
Einspracheentscheid zudem nicht mehr Rechtsmittelentscheid, sondern wesensmässig
Verfügung, denn diesem Teil des Streitgegenstandes läge weder eine formelle
Verfügung noch eine Einsprache zugrunde. Der Einspracheentscheid bestünde also
wesensmässig aus zwei Teilen: Für die Sachverhaltsentwicklung bis zum Erlass der
einspracheweise angefochtenen Verfügung aus einem Rechtsmittelteil, für die spätere
Sachverhaltsermittlung aus einem Verfügungsteil (gegen den es - systemwidrig - keine
Einsprachemöglichkeit, sondern nur noch das Rechtsmittel der Beschwerde an das
kantonale Versicherungsgericht gäbe).
2.2 Die höchstrichterliche Rechtsprechung, welche die Sachverhaltsentwicklung bis
zum Erlass des Einspracheentscheides in die Beurteilung einbeziehen und deshalb eine
Ausdehnung des Streitgegenstandes zulassen will, scheint sich dieser Problematik
durchaus bewusst gewesen zu sein, denn sie macht zur Begründung nicht geltend, der
Einspracheentscheid sei nichts anderes als eine "Korrekturverfügung", d.h. sie
qualifiziert den Einspracheentscheid durchaus als Rechtsmittelentscheid. Sie
begründet die Zulässigkeit der Ausdehnung des Gegenstandes des
Einspracheverfahrens auf die Sachverhaltsentwicklung nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung nämlich nicht damit, dass der Einspracheentscheid ja von
der verfügenden Behörde erlassen werde, sondern ausschliesslich mit der durch die
Ausdehnung des Gegenstandes auf die Sachverhaltsentwicklung nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung erreichten Verfahrensbeschleunigung. Sie unterstellt also,
dass der Verfügungsadressat/Einsprecher immer ein überwiegendes Interesse an einer
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Beurteilung auch der späteren Sachverhaltsentwicklung im Einspracheentscheid habe
und deshalb für diesen Teil des Sachverhalts gern auf das Rechtsmittel der Einsprache
verzichte, d.h. ohne weiteres in Kauf nehme, dass er gegen den "Verfügungsteil" des
Einspracheentscheides nur noch über das Rechtsmittel der Beschwerde an das
Versicherungsgericht verfüge. Diese Fiktion ist unhaltbar, weil sie im Ergebnis das
Rechtsmittel der Einsprache als unnötige Verzögerung und damit als praktisch
überflüssig qualifiziert. Da das Argument der Verfahrensbeschleunigung diese Fiktion
also nicht zu rechtfertigen vermag, muss es dabei bleiben, dass der Gegenstand des
Einspracheverfahrens nicht weiter sein kann als der Gegenstand der angefochtenen
Verfügung. Damit fehlt der Behörde auch die Möglichkeit, den Gegenstand des
Einspracheverfahrens dadurch zu manipulieren, dass sie den Entscheidzeitpunkt ihrem
subjektiven Interesse entsprechend wählt. Ein seiner Natur nach streitiges Verfahren
kann auch deshalb nicht über einen sich immer wieder verändernden Gegenstand
geführt werden, weil jede Veränderung im Zeitablauf neue Sachverhalts- und
Rechtsfragen stellt, die jeweils wieder zum Gegenstand der Auseinandersetzung
gemacht werden müssten, bevor der Einspracheentscheid ergehen könnte. So erhielte
beispielsweise eine gegen die erstmalige Zusprache einer Ergänzungsleistung
gerichtete Einsprache eine völlig neue sachverhaltliche und rechtliche Qualität, wenn
sich der Sachverhalt - und damit der Gegenstand des Einspracheverfahrens - während
der Dauer dieses Einspracheverfahrens so verändern würde, dass der
Einspracheentscheid nicht nur die erstmalige Zusprache einer Ergänzungsleistung,
sondern auch eine spätere Anpassung (Art. 17 ATSG) dieser Ergänzungsleistung
beinhalten würde. Die dazu notwendigen Abklärungsmassnahmen wären natürlich
nicht weniger aufwendig als im Verfügungsverfahren. Bei einem länger dauernden
Einspracheverfahren könnten sogar mehrere Anpassungen erforderlich sein. In einer
solchen Situation wäre eine Verfahrensbeschleunigung durch den - in Bezug auf die
Anpassung "verfügungslosen" - Einspracheentscheid für den Verfügungsadressaten/
Einsprecher teuer erkauft, denn diesbezüglich könnte er nur noch direkt das kantonale
Versicherungsgericht anrufen. Zusammenfassend steht fest, dass sich der Gegenstand
des mit dem angefochtenen Entscheid abgeschlossenen Einspracheverfahrens auf die
Sachverhaltsentwicklung bis zum 27. Oktober/3. November 2011 beschränken muss.
3.
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3.1 Gemäss Art. 9 Abs. 2 ELG sind die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren
Einnahmen von Personen mit Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der
Invalidenversicherung begründen, zusammenzurechnen. Der Einbezug eines Kindes in
die Anspruchsberechnung setzt also voraus, dass für dieses Kind eine Kinderrente
bezogen wird. Aufgrund des (formell rechtskräftigen) Urteils des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 19. November 2013 steht fest, dass der Beschwerdeführer
für seine Tochter B._ ab 1. August 2011 keinen Anspruch auf eine Kinderrente der
Invalidenversicherung mehr gehabt hat. Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen der Tochter B._ haben deshalb ab diesem Zeitpunkt nicht
mehr in die Anspruchsberechnung einbezogen werden dürfen. Der Einwand des
Beschwerdeführers, seine Tochter B._ habe über den 31. Juli 2011 hinaus eine
Ausbildung absolviert, kann nicht gehört werden, da er ausschliesslich die
Anspruchsvoraussetzungen einer Kinderrente betrifft. Bei der Anwendung des Art. 9
Abs. 2 ELG ist einzig massgebend, ob ein Kinderrentenanspruch besteht. Das ist im
genannten Urteil abschliessend und für die Parteien verbindlich verneint worden. Es
steht deshalb fest, dass die Tochter B._ ab 1. August 2011 nicht mehr in die
Anspruchsberechnung einbezogen werden darf. Das bedeutet, dass die
Anspruchsberechnung ab diesem Zeitpunkt ohne die anerkannten Ausgaben und ohne
die anrechenbaren Einnahmen der Tochter B._ erfolgen muss. In Bezug auf die
anerkannten Ausgaben der Tochter B._ (Krankenkassenprämienpauschale, Anteil
Lebensbedarf, Anteil Mietzins) erweist sich die Anspruchsberechnung ab 1. August
2011 als korrekt. Auf der Einnahmenseite hingegen hat die Beschwerdegegnerin zwar
die Kinderrente für die Tochter B._ nicht mehr berücksichtigt, aber das
Jahreseinkommen von Fr. 11'000.-- bildet als Teil des der Ehefrau zugeschriebenen
Erwerbseinkommens von Fr. 59'480.-- immer noch Teil der Berechnung. Dieser Betrag
besteht nämlich aus dem Bruttoerwerbseinkommen der Ehefrau 2009 von Fr. 48'480.--
(vgl. EL-act. 68-4) und dem Bruttoerwerbseinkommen der Tochter B. während des
ersten Praktikums von Fr. 11'000.--. Das ist zwar für die Zeit bis 31. Juli 2011 korrekt,
aber ab 1. August 2011 darf nur noch das Erwerbseinkommen der Ehefrau
Berücksichtigung finden. Das Bruttoerwerbseinkommen reduziert sich somit auf Fr.
48'480.-- und die Sozialversicherungsabzüge sinken auf Fr. 2'982.--. Die
Berufsauslagen blieben unverändert bei Fr. 1'152.--, da sie der Ehefrau entstehen. Das
anrechenbare Nettoeinkommen der Ehefrau beträgt somit Fr. 44'346.--. Zusammen mit
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dem hypothetischen (Netto-) Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers von Fr.
25'400.-- und nach Abzug des gesetzlichen Freibetrages von Fr. 1'500.-- resultiert ein
Betrag von Fr. 68'246.--. Davon sind zwei Drittel, also Fr. 45'497.--, anzurechnen. Das
Total der anrechenbaren Einnahmen beträgt somit Fr. 49'997.--. Da sich das Total der
anerkannten Ausgaben nur auf Fr. 43'791.-- beläuft, bliebe es bei dem einen
Leistungsanspruch ausschliessenden Einnahmenüberschuss, falls dem
Beschwerdeführer ein hypothetisches (Netto-) Erwerbseinkommen von Fr. 25'400.--
und der Ehefrau ein (Brutto-) Erwerbseinkommen von Fr. 48'480.-- anzurechnen wären
(was im Folgenden zu klären sein wird).
3.2 Art. 23 Abs. 1 ELV sieht vor, dass jeweils das während des vorausgegangenen
Kalenderjahres erzielte Erwerbseinkommen massgebend sei. Für die
Anspruchsberechnung ab August 2011 ist deshalb das von der Ehefrau im Jahr 2010
erzielte Einkommen massgebend. Das in der Einsprache (vgl. EL-act. 19-3) behauptete
Einkommen 2011 von Fr. 38'485.35 wäre deshalb selbst dann nicht anzurechnen, wenn
es nachgewiesen wäre (was nicht der Fall ist, weil die Berechnung auf der
Lohnabrechnung für August 2011, also für einen Kalendermonat beruht, in dem im
Stundenlohn angestellte Arbeitnehmer erfahrungsgemäss deutlich weniger als in den
anderen Kalendermonaten verdienen). Gemäss der Steuerveranlagung 2010 (vgl. EL-
act. 9-4) hat die Ehefrau des Beschwerdeführers im Jahr 2010 ein
Nettoerwerbseinkommen von Fr. 48'811.-- erzielt. Nach Abzug der Berufsauslagen von
Fr. 1'152.-- verbleibt ein Betrag von Fr. 47'659.--. Zusammen mit dem hypothetischen
Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers von Fr. 25'400.-- und nach Abzug des
Freibetrages von Fr. 1'500.-- resultiert ein Total der Erwerbseinkommen von Fr.
71'559.--, wovon zwei Drittel, also Fr. 47'706.-- anzurechnen wären. Zusammen mit
den Einnahmen aus der Invalidenrente von Fr. 4'500.-- würde also ein Einnahmentotal
von Fr. 52'206.-- resultieren. Damit bliebe es bei einem einen EL-Anspruch
ausschliessenden Einnahmenüberschuss.
3.3 Der Beschwerdeführer hat sein Rentenrevisionsgesuch zurückgezogen, weil er
gemäss seinen eigenen Angaben keine Aussicht darauf gehabt hat, eine Erhöhung
seines Invaliditätsgrades zu belegen. Da er eine Viertelsrente bezieht, muss er noch in
einem beträchtlichen Umfang erwerbsfähig sein. Die Beschwerdegegnerin hat ihm von
Anfang an ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Er hat also auf jeden
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Fall ab Herbst 2009 wissen müssen, dass er sich, um die Vermutung der
Verwertbarkeit seiner Resterwerbsfähigkeit auf dem realen, aktuellen Arbeitsmarkt zu
widerlegen, um eine geeignete Arbeitsstelle hat bemühen müssen. Die ersten Belege
für (erfolglose) Arbeitsbemühungen stammen aber erst aus dem Frühjahr 2012. Damit
lässt sich nicht belegen, dass entsprechende Bemühungen im Jahr 2011 oder früher
erfolglos gewesen wären, denn der Nachweis einer unverschuldeten Arbeitslosigkeit
lässt sich nur aktuell führen. Da der Beschwerdeführer also die Vermutung des Art. 14a
Abs. 2 lit. a ELV bis zum 31. Juli 2011 nicht widerlegt hat, ist ihm zu Recht ein
hypothetisches Erwerbseinkommen in der vorgeschriebenen Höhe angerechnet
worden. Das gilt auch für die Zeit ab 2006, denn es gehört zur selbstverständlichen, für
jeden Bezüger einer Teilrente offenkundigen Schadenminderungspflicht zu versuchen,
die Resterwerbsfähigkeit zu verwerten, um so den Existenzbedarf selbständig, d.h.
ohne einen Bedarf nach einer Ergänzungsleistung, bestreiten zu können. Da der
Beschwerdeführer sich bis 2012 nie um eine Arbeitsstelle beworben hat, ist ihm zu
Recht durchgehend ein hypothetisches Erwerbseinkommen in der in Art. 14a Abs. 2 lit.
a ELV vorgesehenen Höhe angerechnet worden.
3.4 Zusammenfassend erweist sich die (wiedererwägungsweise)
Anspruchsberechnung ab 2006 als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen
ist.
3.5 Das ihn der Einsprache vom 17. November 2011 gestellte Begehren um die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren ist von
der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid nicht beurteilt
worden. Deshalb ist es dem Gericht verwehrt, über einen entsprechenden Anspruch zu
befinden. Die Beschwerdegegnerin wird dieses Gesuch noch zu beurteilen haben.
4. Damit ist die Beschwerde abzuweisen. Der unterliegende Beschwerdeführer hat
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Da der Beschwerdeführer über eine
Rechtsschutzversicherung verfügt, die auch die Kosten des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens abdeckt, besteht auch kein Anspruch auf eine unentgeltliche
Rechtsverbeiständung. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Gerichtskosten
erhoben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP