Decision ID: f7de843c-34c8-5371-9fb8-35c3a88bb594
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rechtsverweigerung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 25./29. September 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Umschulung und eine Rente. Sie
habe den Beruf einer Verkäuferin gelernt. Sie leide seit ca. 1989 an Weichteilrheuma,
das seit April 2006 akut geworden sei. Ihre letzte Anstellung habe sie bis Januar 2004
(recte: 2005) gehabt. Hernach sei sie beim Arbeitsamt (d.h. arbeitslos) gewesen. Seit
dem 13. Juli 2006 sei sie voll arbeitsunfähig.
A.b Gemäss Arbeitgeberbescheinigung vom 9. Oktober 2006 mit Beilage (act. 15) war
die Versicherte von August 2004 bis Januar 2005 als Geschäftsführerin angestellt
gewesen. Der Monatslohn habe Fr. 4'500.-- betragen. Die Anstellung war ihr wegen der
Schliessung der Filiale gekündigt worden. Gemäss IK-Auszug (act. 7-2 f.) war von
dieser Arbeitgeberin für August bis Dezember 2004 ein Einkommen von Fr. 26'004.--
abgerechnet worden. In allen sechs Monaten des Arbeitsverhältnisses hat die
Versicherte Fr. 32'039.-- (umgerechnet auf ein Jahr Fr. 64'078.--) Einkommen erzielt. -
Im vorletzten Arbeitsverhältnis hatte sie gemäss IK-Auszug in den 14 Monaten von Mai
2003 bis Juni 2004 insgesamt Fr. 76'124.-- (pro Jahr somit Fr. 65'249.--) verdient.
A.c Nachdem die Klinik B._ (act. 19) für adaptierte Tätigkeiten eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert und Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für
Allgemeinmedizin (act. 14), angegeben hatte, allenfalls wäre eine reduzierte Tätigkeit zu
50 bis 70 % anzustreben, wurde eine Begutachtung veranlasst.
A.d Im Gutachten vom 25. September 2007 (act. 33) stellte die MEDAS Ostschweiz
folgende Diagnosen: eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom, eine
leistungsorientierte Persönlichkeit und ein Ganzkörper-Schmerzsyndrom. Dieses
Schmerzsyndrom bestehe mit (hauptsächlich; erstens) einem Cervikocranialsyndrom
und Cervikobrachialsyndrom, (zweitens) einem myofaszialen Schmerzsyndrom linker
Schulter, (drittens) anamnestisch rezidivierendem lumbospondylogenem Syndrom mit
pseudoradikulären Ausstrahlungen links und (viertens) multiplen psychovegetativen
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Begleitsymptomen. Vom 13. Juli 2006 bis 5. Juli 2007 sei von einer vollen, danach bis
längstens zum Untersuchungstermin (also August 2007) von einer Arbeitsunfähigkeit
für (detailliert beschriebene) adaptierte Tätigkeiten von 50 % auszugehen. Eine
verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe in der erlernten und der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit nicht mehr. In einer adaptierten Tätigkeit mit regelmässigen Arbeitszeiten
ohne übermässige Verantwortung sei die Arbeitsfähigkeit nun zu 30 % (somatisch und
psychiatrisch bedingt) eingeschränkt. - Die Klinik B._ hatte im Austrittsbericht vom
16. Juli 2007 (act. 30) ein chronisches unspezifisches weichteilrheumatisches
Beschwerdebild, eine Neurasthenie und ein Lumbovertebralsyndrom links
diagnostiziert und die Arbeitsfähigkeit für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit
50 % beurteilt. - Der RAD hielt am 18. Januar 2008 (act. 35) dafür, bei Vorliegen einer
leichten depressiven Episode einer leistungsorientierten Persönlichkeit sei die volle
Arbeitsunfähigkeit als Geschäftsführerin nicht nachvollziehbar. Vom Aufenthalt in der
Klinik B._ an sei auch für die angestammte Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von
nur 30 % auszugehen.
A.e Der IV-Eingliederungsberater unterstützte mit Bericht vom 3. Juni 2008 (act. 39)
eine Umschulung der Versicherten zur Therapeutin, worauf die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen ihr am 11. Juni 2008
(act. 41) diese Umschulung für die Zeit vom 14. September 2007 bis 30. April 2009
zusprach. Die Ausbildungen und die jeweiligen einzelnen Kurstage wurden detailliert
aufgelistet. Es ergäben sich somit total bei mindestens 78 Eingliederungstagen (mit
33 Übernachtungen) Kosten von Fr. 18'720.--. Bereits bezahlte Kurskosten bzw.
andere Auslagen in Form von Reisespesen und Übernachtungskosten könnten gemäss
der Auflistung nachträglich geltend gemacht werden. Für das Taggeld an den
Eingliederungstagen werde eine separate Verfügung erlassen. Diese Taggeld-
Verfügungen über den Zeitraum vom 14. September 2007 bis 30. April 2009 ergingen
am 1. Oktober 2008 (act. 48 f.; vgl. act. 47). Der IV-Fachmitarbeiter war am 9. Juni
2008 (act. 42) davon ausgegangen, die Versicherte sei in der gewohnten
Erwerbstätigkeit nicht mindestens zu 50 % arbeitsunfähig.
A.f Am 8. April 2009 (act. 52) teilte die Versicherte zusammen mit ihrem Buchhalter
mit, sie habe die Umschulung abgeschlossen und übe eine selbständigerwerbende
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Tätigkeit während eines zeitlichen Pensums von 70 % aus. Sie werde voraussichtlich
einen Umsatz von Fr. 60'000.-- erreichen. Der Fall könne abgeschlossen werden.
A.g In einem weiteren Schreiben vom selben Tag (act. 56) legte sie dar, sie arbeite seit
Juli 2008. Den einen Kurs (10 bis 20 %) könne sie zurzeit nicht ausbauen. Der
diesbezügliche Kurs III sei dieses Jahr nicht im Angebot. Wie mitgeteilt, wolle sie die
Ausbildung mit der IV so abschliessen, wie sie jetzt sei. Was sie in Zukunft noch
dazusetzen könnte, könne sie selber übernehmen. Sie ersuchte um Prüfung der
offenen Schul- und Materialrechnung.
A.h Die Eingliederungsverantwortliche stellte in einem Schlussbericht der beruflichen
Eingliederung am 4. Mai 2009 (act. 53) fest, die zugestandene Umschulung sei
kursmässig organisiert. Nun hätten einige Kurse gar nicht stattgefunden und einige
seien von der Versicherten inhaltlich anders belegt worden. Die IV übernehme im
Rahmen der in der Mitteilung vom 11. Juni 2008 festgelegten Kosten die neu
dazugekommenen Kurse und das Kursmaterial. Die Versicherte betrachte die
Umschulung gemäss ihrem Schreiben als abgeschlossen.
A.i Mit einer E-Mail vom 4. Mai 2009 (act. 56-2) teilte die IV-
Eingliederungsverantwortliche der Versicherten mit, die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle werde (mit einer Ausnahme) alle Rechnungen (für Kurse und Material;
Fr. 9'762.10) übernehmen. Damit und mit den bereits geleisteten Zahlungen sei das
Total der Umschulungskosten gemäss der Mitteilung vom 11. Juni 2008 ausgeschöpft.
Betreffend die eingereichten Kopien im Zusammenhang mit dem Taggeld werde sie
von einem anderen Mitarbeiter informiert werden.
A.j Nachdem die Eingliederungsverantwortliche am 4. Mai 2009 (act. 53) von der
Erzielung eines rentenausschliessenden, wenn auch schwankenden Einkommens von
Fr. 60'000.-- bis Fr. 80'000.-- ausgegangen war, stellte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Mai 2009 (act. 57 f.) den Abschluss
der beruflichen Eingliederung in Aussicht.
A.k Mit Schreiben vom 19. Juni 2009 (act. 63) bestätigte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem (gemäss Schreiben vom 15. Juni 2009
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eingesetzten; vgl. act. 59) Rechtsvertreter der Versicherten, dass sie die Kosten für die
X._-Kurse (mit einer Ausnahme) übernehmen werde. Was die Taggelder für diese
Kurse betreffe, hätten die Kurse mit einer Ausnahme ausserhalb der Periode für die
Umschulung gemäss der Mitteilung vom 11. Juni 2008 (14. September 2007 bis
30. April 2009) stattgefunden. Die Kostenübernahme löse keinen Taggeldanspruch aus.
Anspruch auf ein Taggeld bestehe, wenn ein Versicherter innerhalb eines Monats an
mindestens drei nicht zusammenhängenden Tagen in der Eingliederung stehe. Von den
Rechnungsdaten lägen zwei im März, zwei im April, zwei im Juni, zwei im September
und eines im Dezember 2007. Die Versicherte habe für diese (X._-)Kurse keinen
Taggeldanspruch.
A.l Am 14. Juli 2009 (act. 64) liess die Versicherte gegen den Vorbescheid
einwenden, sie habe im vergangenen Jahr einen Umsatz von Fr. 31'268.45 und ein
Einkommen von Fr. 212.-- erzielt. Von einem rentenausschliessenden Einkommen
könne daher nicht die Rede sein. Der Verzicht auf weitere Leistungen sei irrtümlich, d.h.
in Unkenntnis der Sach- und Rechtslage, und aus einer gewissen Frustration über die
bisher als wenig hilfreich erlebte Zusammenarbeit mit der IV heraus abgegeben
worden. Er sei ausserdem an die Bedingung einer Übernahme der Kosten der X._-
Kurse geknüpft gewesen. Es sei unverständlich, dass die IV aufgrund einer
nachträglich festgelegten Periode für die Umschulung nicht bereit sei, für diese
Kurskosten aufzukommen und dafür Taggeldleistungen zu erbringen. Sie beantrage die
Ausrichtung einer Kapitalhilfe und allenfalls die Übernahme weiterer Kurskosten für
höherwertige Diplome, die ihr künftig ein rentenausschliessendes Einkommen
ermöglichen sollten. Sie habe nicht auf vorübergehende Leistungen einer
Krankentaggeldversicherung zurückgreifen können, weshalb sich beim Sozialamt
Schulden aufgehäuft hätten. Es stelle sich die Frage, ob nicht rückwirkend eine
vorübergehende Rente oder weitere Taggelder zuzusprechen wären. Die Fragen
könnten gemeinsam besprochen werden.
A.mMit Verfügung vom 28. Juli 2009 (act. 67) schloss die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab. Die Versicherte sei rentenausschliessend
eingegliedert. Die Kursrechnungen (im Betrag von Fr. 9'684.10) seien zur Zahlung
weitergeleitet worden; ein Taggeldanspruch für die Zeit dieser X._-Kurse bestehe
nicht. Weitere Kurskosten für höherwertige Diplome könnten nicht übernommen
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werden, denn es bestehe nur Anspruch auf eine dem bisherigen Beruf annähernd
gleichwertige Aus- oder Weiterbildung.
A.n Mit Schreiben vom 10. September 2009 (act. 68) entgegnete der Rechtsvertreter
der Versicherten dem Schreiben der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle vom 19. Juni
2009, ein Taggeldanspruch bestehe, wenn ein Versicherter in der gewohnten Tätigkeit
zu mindestens 50 % arbeitsunfähig sei. Die Versicherte sei als Verkäuferin/
Geschäftsführerin vollständig arbeitsunfähig, was offenbar bei der Taggeldprüfung vom
9. Juni 2008 übersehen worden sei. Sie habe daher auf jeden Fall Anspruch auf
Taggelder für den gesamten Zeitraum der Eingliederung. Eventualiter hätte die
Versicherte auch Anspruch auf weitere Taggelder, weil sie nicht nur die Kurse an den
im Schreiben vom 19. Juni 2009 genannten Daten (d.h. also X._-Kursdaten) besucht
habe, sondern während der gesamten Zeitspanne noch täglich Hausaufgaben zu
erledigen und praktische Übungen zu machen gehabt habe. Der Einführungskurs Y._
vom 22. Oktober 2007 bis Mai 2009 habe tägliches Üben während fünf Tagen pro
Woche vorausgesetzt. Auch die Z._-Ausbildung ab 14. September 2007 habe
tägliches Üben erfordert wie das Fach Anatomie vom 20. Oktober 2007 bis 8. Juni
2008 tägliches Lernen. Da die Versicherte wegen dieser Verpflichtungen keiner Arbeit
habe nachgehen können, würden diese Tage ebenfalls als Eingliederungstage gelten.
Der Entscheid der Verwaltung sei nochmals zu prüfen. Sofern der Hauptstandpunkt der
Versicherten nicht geteilt werde, sei umgehend eine Verfügung bzw. ein Vorbescheid
zur Taggeldfrage zu erlassen.
A.o Am 14. September 2009 (act. 70) liess die Versicherte gegen die Verfügung vom
28. Juli 2009 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die Verfügung aufzuheben und ihr
eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter weitere Eingliederungsmassnahmen
durchzuführen und eine Kapitalhilfe auszurichten. - In einer Stellungnahme des Fach
bereichs vom 5. Oktober 2009 (act. 72) wurde festgehalten, gemäss dem Gutachten sei
die Versicherte in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Die Verfügung
sei zu widerrufen. Am 6. Oktober 2009 (act. 74) widerrief die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Verfügung vom 28. Juli 2009 und stellte eine
Überprüfung des Entscheids in Aussicht, worauf das Beschwerdeverfahren am
27. Oktober 2009 (act. 82) abgeschrieben wurde. - Am 12. Oktober 2009 (act. 76)
wurde die Berufsberatung neu beauftragt.
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A.p Im Triage-Protokoll vom 2. Dezember 2009 (act. 84) wurde festgehalten, die
Versicherte sei im bisherigen Tätigkeitsbereich zu 70 % arbeitsfähig. "Betreffend
Taggeldforderung" vom 10. September 2009 sei "Nichteintreten auf dieses
Wiedererwägungsgesuch zur beruflichen Massnahme mit Mitteilung vom 11.06.2008"
vorzusehen, da diese nach Ablauf eines ganzen Kalenderjahres Rechtsgültigkeit erlangt
habe. Die berufliche Massnahme habe das Ziel einer Wiedereingliederung als
Arbeitnehmerin nicht erreicht. Der Versuch, die Tätigkeit als Selbständigerwerbende
auszuüben, sei als schwierig zu betrachten. Da die selbständigerwerbende Tätigkeit
nicht das Ziel gewesen sei, komme eine Kapitalhilfe nicht in Frage. Die Versicherte
werde sich beruflich neu orientieren müssen, sofern eine weitere anspruchsrelevante
Invalidität bestehe. - Mit Schreiben vom 2. Dezember 2009 (act. 86) wurde der
Rechtsvertreter der Versicherten entsprechend informiert. - Auf das
"Wiedererwägungsgesuch" betreffend die Verfügung vom 11. Juni 2008 trat die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit Mitteilung vom 2. Dezember 2009 (act. 87)
nicht ein.
A.q Mit Schreiben vom 9. Dezember 2009 (act. 89) hielt der Rechtsvertreter der
Versicherten fest, es sei kein Wiedererwägungsgesuch gestellt worden, sondern er
habe am 14. Juli 2009 um Erlass einer Verfügung ersucht. Eventualiter wäre davon
auszugehen, dass die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle auf das Begehren mit
Schreiben vom 19. Juni 2009 bereits eingetreten wäre. Subeventualiter wären auch die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung oder eine prozessuale Revision gegeben.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle werde ersucht, ihre Standpunkte zur
Taggeldfrage bis zum 31. Dezember 2009 in eine Verfügung zu kleiden, ansonsten
Beschwerde nach Art. 56 Abs. 2 ATSG erhoben werden müsse. - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle antwortete am 14. Dezember 2009 (act. 90), sie
habe bereits mit den Verfügungen vom 11. Juni und vom 1. Oktober 2008 rechtskräftig
entschieden und stehe im Wiedererwägungsverfahren. Eine Wiedererwägung stehe
aber im Ermessen der Verwaltung. Neue Tatsachen als Grund für eine prozessuale
Revision lägen nicht vor.
A.r Mit E-Mail vom 11. Mai 2010 (act. 100) stellte der Rechtsvertreter der Versicherten
dem IV-Berufsberater Unterlagen für eine Umschulung zu. - Am 2. Juni 2010 (act. 99)
sandte dieser ihm einen Eingliederungsplan und den vorgesehenen Antrag für die
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Umschulung (nicht aktenkundig). - Der Rechtsvertreter der Versicherten erklärte am
21. Juni 2010 (act. 101), es ergäben sich Gesamtkosten von Fr. 95'872.--. Die Sozial
versicherungsanstalt/IV-Stelle habe demgegenüber Kosten von Fr. 81'383.-- für eine
Umschulung zur technischen Kauffrau benannt. Die Versicherte müsste diesbezüglich
aber noch ein Vorbereitungssemester absolvieren und hätte Anspruch, das eidge
nössische Diplom zu erreichen. Als Kompromiss schlage er vor, die Differenz zu teilen
und das Kostendach für die Umschulung bei Fr. 88'627.-- anzusetzen. Die Versicherte
würde demnach auf Taggelder von Fr. 7'244.-- verzichten. - Mit Schreiben vom
13. September 2010 (act. 105) ersuchte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die
Versicherte, den Eingliederungsplan und die Zielvereinbarung bis zum 10. Oktober
2010 unterzeichnet zurückzusenden.
B.
Am 16. September 2010 hat Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl für die Versicherte
Beschwerde betreffend "Anspruch auf eine Verfügung/Anspruch auf Wiedererwägung/
Anspruch auf Taggeldleistungen" erhoben und beantragt, die Beschwerdegegnerin sei
anzuweisen, eine Verfügung zum Taggeldanspruch während der Umschulungszeit vom
14. September 2007 bis zum 30. April 2009 zu erlassen. Eventualiter sei die Be
schwerdegegnerin anzuweisen, das Begehren um Zusprache von weiteren Taggeldern
für die erwähnte Umschulungszeit im Rahmen eines Wiedererwägungsverfahrens zu
prüfen. Subeventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, der Beschwerde
führerin weitere Taggeldleistungen für die erwähnte Zeit auszurichten. Während die
Beschwerdeführerin im Sommer 2007 in der Klinik B._ gewesen sei, habe sie Einblick
in die Tätigkeit der Therapeuten gewonnen, die ihr als für sie optimal angepasste Arbeit
erschienen sei. Von Seiten der Klinik sei ihr mitgeteilt worden, dass man ihr nach
entsprechender Umschulung voraussichtlich eine entsprechende Teilzeitstelle werde
anbieten können. Im Oktober 2007 habe die Versicherte mit der Umschulung begonnen
und habe weitere Kurse belegt. Im Frühjahr 2008 hätten die Kliniken B._ und D._
aber mitgeteilt, die in Aussicht gestellte Teilzeit-Stelle werde intern besetzt. Da andere
entsprechende Stellen in der Ostschweiz nicht verfügbar gewesen seien, habe sich die
Beschwerdeführerin entschieden, sich nach der Ausbildung vollumfänglich selbständig
zu machen, was die Beschwerdegegnerin unterstützt habe. Als Eingliederungstage
seien bei der Kostengutsprache vom 11. Juni 2008 nur die Schul-, nicht aber die
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notwendigen Lern- bzw. Übungstage berücksichtigt worden. Schon bei der
Beantwortung der Frage, ob das kleine oder das grosse Taggeld zuzusprechen sei, sei
der Beschwerdegegnerin ein Fehler unterlaufen. Die Beschwerdeführerin, die sich in
rechtlichen Belangen nicht ausgekannt habe, sei damit während der Umschulung
weiterhin vom Sozialamt abhängig geblieben. Im Frühjahr 2009 habe die
Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdeführerin mitgeteilt, die inzwischen
aufgelaufenen Kurskosten und Taggelder könnten vergütet werden, sofern sie einen
voraussichtlichen Jahresumsatz von Fr. 60'000.-- schriftlich bestätige. Die
Beschwerdeführerin habe daraufhin wunschgemäss dieses Umsatzziel bestätigt. Unter
anderem mit Schreiben vom 19. Juli 2009 (recte wohl: 14. Juli 2009; act. 64) und vom
11. September 2009 (gemäss Beschwerdebeilage; gemäss act. 68 vom 10. September
2009) sei die Beschwerdegegnerin darum ersucht worden, rückwirkend weitere
Taggeldzahlungen zu erbringen bzw. eine Verfügung zu dieser Frage zu erlassen. Die
Beschwerdegegnerin habe diese Begehren als Wiedererwägungsgesuch behandelt, auf
das nicht eingetreten worden sei. Eine Verfügung habe sie nicht erlassen. Die
Beschwerdeführerin sei während der Eingliederungsmassnahme in der gewohnten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig und wegen des umschulungsbedingten täglichen
Lern- und Übungsaufwandes auch an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen
verhindert gewesen, einer Arbeit nachzugehen. Sie hätte daher für den ganzen
Zeitraum Anspruch auf das grosse Taggeld gehabt. Zumindest wären aber die Übungs-
und Lerntage als entschädigungsberechtigte Eingliederungstage anzurechnen
gewesen. Die Mitteilung vom 11. Juni 2008 (act. 41) sei daher nicht nur offensichtlich
unrichtig, sondern auch nicht sachgerecht gewesen. Da zwischen den Parteien eine
Uneinigkeit betreffend die Kosten der Umschulung und den Taggeldanspruch
bestanden habe, die als erheblich zu betrachten sei, habe die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Verfügung zum Taggeldanspruch. Die Beschwerdegegnerin habe
eine solche indessen verweigert und festgehalten, die Mitteilung vom 11. Juni 2008 sei
in Rechtskraft erwachsen. Die Beschwerdeführerin könne jedoch weder als
rechtskundig angesehen werden noch sei sie anwaltlich vertreten gewesen, so dass sie
ihren Anspruch auf Erlass einer Verfügung im Sommer 2009 noch nicht verwirkt habe.
Selbst wenn die Mitteilung in Rechtskraft erwachsen wäre und das Begehren als
Wiedererwägungsgesuch aufzufassen gewesen wäre, wären die Voraussetzungen für
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eine Wiedererwägung gegeben. Die Beschwerdegegnerin habe eine Wiedererwägung
willkürlich nicht in Betracht gezogen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. November 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Taggeldanspruch für die am
11. Juni 2008 in Form einer Mitteilung gewährte Umschulung sei mit Verfügungen vom
1. Oktober 2008 (act. 48 f.) festgelegt worden. Diese Verfügungen seien unangefochten
in Rechtskraft erwachsen. Es könne also keine Rede davon sein, dass über den
Taggeldanspruch für die Dauer der Eingliederungsmassnahme vom 14. September
2007 bis 30. April 2009 keine Verfügung ergangen sei. Es liege diesbezüglich somit
keine Rechtsverweigerung vor. Am 2. Dezember 2009 habe sie dem Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin mitgeteilt, auf sein Wiedererwägungsgesuch gegen die
Verfügung (recte: Mitteilung) vom 11. Juni 2008 werde nicht eingetreten. Daraufhin
habe er verlauten lassen, er habe kein solches Gesuch gestellt, sondern um eine
Verfügung ersucht. Er habe vorgebracht, die Beschwerdeführerin habe Anspruch auf
Taggelder für den gesamten Zeitraum der Eingliederung. Über den Taggeldanspruch
habe sie (die Beschwerdegegnerin) aber wie erwähnt am 1. Oktober 2008 rechtskräftig
verfügt. Die Mitteilung vom 2. Dezember 2009 habe zwar versehentlich die Verfügung
(recte: Mitteilung) vom 11. Juni 2008 bezeichnet, doch sei sie nach ihrem tatsächlichen
rechtlichen Gehalt zu verstehen. Aus dem Triageprotokoll gehe klar hervor, dass sie
das Wiedererwägungsgesuch dahingehend verstanden habe, dass eine materielle
Neubeurteilung der Taggeldfrage verlangt worden sei. Es bestehe kein gerichtlich
durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung. Auf eine Beschwerde gegen ein
Nichteintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch könne nicht eingetreten werden, denn
dieses liege im Ermessen des Versicherungsträgers. Das Bundesgericht habe offen
gelassen, ob über das Nichteintreten eine Verfügung zu erlassen sei. Dass sie es in die
Form einer Mitteilung gekleidet habe, könne aber ebenfalls keine Rechtsverweigerung
darstellen.
D.
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Mit Replik vom 1. Dezember 2010 bringt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
vor, auch die Ärzte der Klinik B._ hätten der Beschwerdeführerin eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit attestiert. Auf den Umstand, dass der
RAD diese Arbeitsunfähigkeit demgegenüber mit lediglich 30 % bemessen habe,
könne nicht abgestellt werden. Es sei fraglich, ob der RAD das Ergebnis der
Begutachtung in Eigenregie abändern könne. Er hätte der Gutachterstelle vielmehr
entsprechende Rückfragen unterbreiten müssen. Die Verfügungen vom 1. Oktober
2008 hätten nicht ein Taggeld "während der Ausbildungstage" beinhaltet, sondern
einen Taggeldanspruch für die "Umschulung zur Therapeutin" vom 14. September
2007 bis 31. Dezember 2007 und vom 1. Januar 2008 bis 30. April 2009. Die
Beschwerdeführerin habe nicht eine Wiedererwägung verlangt, sondern einen neuen
Entscheid bzw. eine Verfügung zur Taggeldfrage während der Umschulungszeit. Das
Schreiben vom 11. Juni 2008 stelle keine Verfügung dar. Die Verfügungen vom
1. Oktober 2008 hätten lediglich einen Taggeldanspruch für die Umschulungszeit dem
Grundsatz nach festgehalten. Die Beschwerdeführerin habe bis anhin noch keine
Verfügung zum weiteren Umschulungsanspruch erhalten. Die Beschwerdegegnerin
stütze ihren Standpunkt, sie habe über den Taggeldanspruch rechtskräftig verfügt,
inzwischen nicht mehr auf die Mitteilung vom 11. Juni 2008, sondern auf die
Verfügungen vom 1. Oktober 2008, welche zum Umfang des Anspruchs nichts
aussagten. Die Beschwerdeführerin habe eine materielle Neubeurteilung des
Taggeldanspruchs verlangt, jedoch nicht im Rahmen einer Wiedererwägung, sondern
in Form einer Verfügung. Die Eintretensvoraussetzungen der
Rechtsverweigerungsbeschwerde richteten sich nicht nach den zu
Wiedererwägungsgesuchen entwickelten Grundsätzen. Wiedererwägungsentscheide
seien als anfechtbare Verfügungen zu erlassen. Im Rahmen einer Beschwerde dagegen
könne geprüft werden, ob die Voraussetzungen gegeben gewesen seien oder nicht.
Wiedererwägungsgesuche seien willkürfrei zu behandeln. Der
Wiedererwägungsentscheid sei überhaupt nicht begründet gewesen. Eventualiter wäre
die Beschwerdegegnerin anzuweisen, das Wiedererwägungsgesuch mit einer
begründeten Verfügung abzuschliessen und der Beschwerdeführerin den Rechtsweg
zu eröffnen. Die Beschwerdeführerin sei in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als nicht
mehr arbeitsfähig betrachtet worden und es sei ihr deswegen eine Umschulung
bewilligt worden, die es ihr verunmöglicht habe, während der Umschulungszeit einer
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Erwerbstätigkeit nachzugehen. Nach der ratio legis hätte deshalb nicht das Sozialamt
bzw. die Beschwerdeführerin, sondern die Beschwerdegegnerin für ihren
Lebensunterhalt aufkommen müssen. Die rechtsunkundige Beschwerdeführerin nun
auf unklaren Mitteilungen, Verfügungen usw. behaften zu wollen, erscheine unbillig. Die
Beschwerdeführerin sei damals wohl auch nicht oder falsch beraten worden. Bei der
aktuellen Umschulungsmassnahme lägen andere Umstände vor.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 7./9. Dezember 2010 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerde ist im September 2010 erhoben worden. Massgebend ist daher die
damalige Rechtslage.
2.
Die Beschwerde richtet sich im Hauptstandpunkt nicht gegen eine Verfügung. Mit ihr
wird zunächst der Erlass einer Verfügung beantragt. Nach Art. 56 Abs. 2 ATSG kann
Beschwerde erhoben werden, wenn der Versicherungsträger entgegen dem Begehren
der betroffenen Person keine Verfügung (oder keinen Einspracheentscheid) erlässt. - In
der Beschwerde wird geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin habe eine Verfügung
(unter Hinweis auf die rechtskräftige Mitteilung vom 11. Juni 2008) verweigert (und das
Begehren stattdessen als Wiedererwägungsgesuch behandelt), während die
Beschwerdeführerin aber im Sommer 2009 durchaus noch Anspruch auf Erlass einer
Verfügung gehabt habe.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hatte der Beschwerdeführerin am 11. Juni 2008 in Form
einer Mitteilung berufliche Massnahmen für die Zeit vom 14. September 2007 bis
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30. April 2009 zugesprochen. Darin waren die Ausbildungskosten und die
Eingliederungstage detailliert aufgelistet gewesen. Es war vermerkt worden, dass eine
separate Verfügung über das Taggeld an den Eingliederungstagen ergehen werde. Die
Beschwerdeführerin könne schriftlich eine beschwerdefähige Verfügung verlangen (mit
kurzer Begründung). Die Beschwerdegegnerin hat für die beantragten Massnahmen
Kostengutsprache geleistet und durfte dies wohl im formlosen Verfahren tun (in der
Annahme, dem Antrag der Beschwerdeführerin vollumfänglich zu entsprechen; vgl.
Art. 58 IVG i.V.m. Art. 74 lit. b IVV). - Die Taggeld-Verfügungen (Anspruch pro Tag)
ergingen am 1. Oktober 2008.
3.2 In zwei Schreiben vom 8. April 2009 hat die Beschwerdeführerin unter anderem
berichtet, sie habe die Umschulung abgeschlossen (W._, Y._ I und II und Z._ II).
Y._ III sei dieses Jahr nicht im Angebot. Sie ersuchte um Prüfung der offenen Schul-
und Materialrechnung für die Kurse W._ (wohl: X._-Kurse).
3.3 Die Eingliederungsverantwortliche nahm gemäss ihrem Schlussbericht vom 4.
Mai 2009 zur Kenntnis, dass einige der bewilligten Kurse nicht stattgefunden hätten
und einige von der Beschwerdeführerin inhaltlich anders belegt worden seien. Die
Beschwerdegegnerin entschied in der Folge, im Rahmen der in der Mitteilung vom
11. Juni 2008 festgelegten Kosten die neu dazugekommenen Kurse und das
Kursmaterial zu übernehmen. In der E-Mail vom 4. Mai 2009 teilte sie der Beschwerde
führerin mit, es sei intern geklärt worden, welche Rechnungen übernommen werden
könnten. Es seien dies jene für alle Kurs- und Materialkosten mit Ausnahme der Kosten
für den Kurs "X._ Berater", insgesamt also Fr. 9'762.10. Zusammen mit den bereits
geleisteten Zahlungen sei damit das Total der Umschulungskosten gemäss der
Mitteilung vom 11. Juni 2008 ausgeschöpft.
3.4 Auch wenn sich die Beschwerdegegnerin auf den Rahmen der Mitteilung vom
11. Juni 2008 berief, ist festzuhalten, dass sie sich inhaltlich auf eine Prüfung der
nachträglich angezeigten Unterschiede (Wegfall des Kurses Y._ III, Dazukommen der
X._-Kurse) im Sachverhalt, der Gegenstand ihrer ursprünglichen Anordnung gebildet
hat, eingelassen hat. Sie hat die (wohl im Sinn einer Austauschbefugnis) neu als beruf
liche Vorkehren geltend gemachten Kurse gewertet und einen davon offenbar als unge
eignet oder unverhältnismässig, jedenfalls als nicht übernahmefähig, betrachtet. Sie hat
ter
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sich auch mit der Frage auseinandergesetzt, ob die neu beantragten Kurse einen
Taggeldanspruch auslösen könnten. Gemäss ihrem Schreiben vom 19. Juni 2009 hat
sie geprüft, wann die neu gemeldeten Kurse stattgefunden haben und ob bzw.
inwiefern es sich um zusammenhängende Tage gehandelt habe. Sie lehnte in diesem
Schreiben einen Taggeldanspruch für die X._-Kurstage ab. Es ist bei dieser Sachlage
davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin die offenbar im Rahmen eines
Gesprächs mit der Eingliederungsverantwortlichen von ca. Anfang April 2009 (vgl.
act. 56-1) vorgenommene nachträgliche Meldung der Beschwerdeführerin demnach als
Wiedererwägungsgesuch erkannt hat und im Sinn von Art. 53 Abs. 2 ATSG auf ihre
Mitteilung vom 11. Juni 2008 zurückgekommen ist, weil sich diese Anordnung
angesichts des tatsächlichen Sachverhalts nachträglich als (zweifellos) unrichtig erwies.
Sie hat entsprechende Sachverhaltsabklärungen getroffen und hat das
Wiedererwägungsverfahren damit an die Hand genommen (d.h. sie ist auf das Gesuch
eingetreten) und sie hat damit die Mitteilung vom 11. Juni 2008 widerrufen. Dass die
Verwaltung weder vom Betroffenen noch vom Gericht zu einer Wiedererwägung
verhalten werden kann, weil das Zurückkommen auf formell rechtskräftige Verfügungen
(oder Einspracheentscheide) beim Fehlen eigentlicher Revisionsgründe (d.h. aufgrund
einer blossen Wiedererwägung) nach Lehre und Rechtsprechung im Ermessen des
Versicherungsträgers liegt (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S N. vom 28. März 2011,
8C_610/10; BGE 133 V 50 E. 4.2.1), ist daher vorliegend nicht von Bedeutung.
3.5 In der Mitteilung vom 19. Juni 2009 hat die Beschwerdegegnerin in der Folge
erklärt, die Kurskosten mit Ausnahme der einen Rechnung zu übernehmen, aber keine
Taggelder auszurichten. Am 28. Juli 2009 verfügte sie schliesslich - nebst dem
Abschluss der beruflichen Massnahmen - entsprechend. Mit dieser Verfügung hat die
Beschwerdegegnerin nach der Aktenlage somit (unter stillschweigender Bejahung der
Voraussetzungen) eine Wiedererwägung ihrer Anordnung vom 11. Juni 2008
vorgenommen und (als integralen Ersatz dieser Mitteilung) einen neuen, von der
ursprünglichen Verfügung teilweise (namentlich in Bezug auf die Y._ III- und die
X._-Kurse und die damit zusammenhängenden Folgen) abweichenden
Sachentscheid getroffen.
3.6 Am 10. September 2009 liess die Beschwerdeführerin unter anderem beantragen,
dieser Entscheid sei nochmals zu prüfen. Sie liess demnach ein
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Wiedererwägungsgesuch betreffend die Verfügung vom 28. Juli 2009 stellen. - Auf
Beschwerde vom 14. September 2009 gegen diese Verfügung hin (unter anderem mit
dem Eventualantrag, weitere Eingliederungsmassnahmen durchzuführen), kam es
indessen zu einem (integralen) Widerruf der Verfügung vom 28. Juli 2009. - Auf das
Wiedererwägungsgesuch vom 10. September 2009 trat die Beschwerdegegnerin mit
Mitteilung vom 2. Dezember 2009 nicht ein, was angesichts der bereits erfolgten
gänzlichen Aufhebung der betroffenen Verfügung ohne Bedeutung war.
3.7 Nach dem Widerruf der Verfügung vom 28. Juli 2009 am 6. Oktober 2009 hat die
Beschwerdegegnerin intern einen Berufsberatungsauftrag erteilt, also das Verfahren
betreffend (weitere) berufliche Massnahmen fortgeführt. Über den weiteren
Gegenstand der Verfügung vom 28. Juli 2009, nämlich den Ersatz der Mitteilung vom
11. Juni 2008, hat sie nicht mehr neu verfügt. Damit fehlt eine die Mitteilung vom
11. Juni 2008 (berufliche Massnahmen vom 14. September 2007 bis 30. April 2009
samt Taggeld) unter Berücksichtigung des erfolgten Kurs-Austausches (Wegfall von
Kurstagen und Kurskosten; stattdessen andere Kurstage, andere Kurskosten)
ersetzende Verfügung.
3.8 Mit der vorliegenden Rechtsverweigerungsbeschwerde wird (einzig) beantragt,
die Beschwerdegegnerin anzuweisen, eine Verfügung zum Taggeldanspruch während
der Umschulungszeit vom 14. September 2007 bis zum 30. April 2009 zu erlassen. Da
eine solche Verfügung nach dem Dargelegten fehlt, wird die Beschwerdegegnerin über
den Taggeldanspruch während der gemäss den neuen Gegebenheiten betroffenen
Umschulungszeit (d.h. ab März 2007) noch verfügungsweise zu befinden haben. Auch
die (zunächst wie die Mitteilung vom 11. Juni 2008 formell rechtskräftig gewordenen)
Verfügungen vom 1. Oktober 2008 sind daher zu ersetzen, stehen sie doch, was den
Zeitraum des Taggeldanspruchs betrifft, in vollständiger Abhängigkeit von der
Mitteilung vom 11. Juni 2008 bzw. von der am Ende aufgehobenen
Wiedererwägungsverfügung vom 28. Juli 2009. Ihr Gegenstand bildete die
Taggeldhöhe; darüber hinaus (für den zeitlichen Aspekt) übernehmen sie ohne eigene
Rechtsgestaltung die Anordnung der Mitteilung vom 11. Juni 2008 über die
Umschulung (Ziff. 5 der Mitteilung). Die Verfügungen hingen diesbezüglich so eng mit
der Mitteilung vom 11. Juni 2008 bzw. der Wiedererwägung vom 28. Juli 2009
zusammen, dass von einer einheitlichen Anordnung auszugehen ist.
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4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde demnach insofern
gutzuheissen, als die Beschwerdegegnerin anzuweisen ist, über den Taggeldanspruch
der Beschwerdeführerin während der Eingliederungszeit im Sinn der Erwägungen zu
verfügen.
4.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der
Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
4.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint angesichts des beschränkten Gegenstands, (nach der
im früheren IV-Gerichtsverfahren erwirkten Aufhebung der Verfügung vom 28. Juli
2009) den Erlass einer Verfügung zu erwirken, eine leicht unterdurchschnittliche
Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht