Decision ID: 1496cff3-2213-4546-803a-7b911a8d39cb
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Branchen Versicherung, Irisstrasse 9, Postfach, 8032 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a,
8907 Wettswil,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a K._ war als Produktionsmitarbeiter bei der A._ angestellt und bei den
Metzger-Versicherungen (seit 1. Januar 2007: Branchen-Versicherung) gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 6. September 2005 beim Fleischabfüllen
die rechte Hand im Abfüllrohr einklemmte und dabei offene gelenknahe
Endgliedfrakturen der Finger III und IV erlitt. Die Verletzung wurde am nachfolgenden
Tag in der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG; nachfolgend Klinik für Handchirurgie KSSG) operativ
behandelt (act. MV 1, act. M2 und M3). Bei der klinisch-radiologischen
Verlaufskontrolle vom 12. Oktober 2005 stellten die Ärzte der Klinik für Handchirurgie
KSSG reizlose Pincracke-Stellen, reizlose Narbenverhältnisse, eine mässiggradige
Schwellung des Handrückens sowie Schmerzen bei Bewegung im Grundgelenk und im
proximalen Interphalangealgelenk (PIP) fest (act. M6). Die Branchen-Versicherung
erbrachte für den Unfall vom 6. September 2005 die gesetzlichen Leistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen). Mit Verfügung vom 17. Juli 2006 gab sie dem
Rechtsvertreter des Versicherten die Leistungseinstellung per 31. Mai 2006 mit Hinweis
auf den fehlenden adäquaten Unfallkausalzusammenhang bekannt und sprach dem
Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integritätsschadens von
5% zu (act. MV48). Die hiergegen erhobene Einsprache wies die Branchen-
Versicherung mit Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2006 ab (act. MV62). Die
gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 18. September 2007 teilweise gut und wies die
Angelegenheit zur Durchführung ergänzender medizinischer Abklärungen im Sinn der

Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück (UV 2007/34).
Auf eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde der Branchen-Versicherung
trat das Bundesgericht mit Urteil vom 3. Juli 2008 (8C_643/2007) nicht ein.
A.b Gemäss Darlegungen des Versicherten gegenüber dem zuständigen
Unfallversicherer (Suva) ereignete sich am 26. September 2006 ein weiterer Unfall
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(Treppensturz). Sodann gab der Versicherte bekannt, dass er ab 1. Juni 2006
Taggelder der Arbeitslosenversicherung erhalten habe (act. M64). Gestützt auf ein
zuhanden der Invalidenversicherung erstelltes Gutachten der Ärztlichen
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, vom 29. April 2008 bestätigte die Branchen-
Versicherung mit Verfügung vom 1. September 2008 die Leistungseinstellung auf den
31. Mai 2006 sowie die Integritätsentschädigung auf der Basis eines
Integritätsschadens von 5% (act. MV95). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache (act. MV99) wies die Branchen-Versicherung mit Einspracheentscheid vom
13. Oktober 2008 (act. MV101) ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt lic.
iur. Werner Bodenmann, St. Gallen, Beschwerde erheben mit den Anträgen, der
Entscheid sei insofern aufzuheben, als die Leistungen per 31. Mai 2006 eingestellt und
eine Integritätsentschädigung von mehr als 5% abgewiesen worden sei. Ihm seien
auch ab dem 1. Juni 2006 Leistungen (Taggelder, Ersatz Heilungskosten) zu erbringen.
Zudem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Rentenanspruch zu prüfen.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, eine weitere Begutachtung durch
eine unabhängige Gutachterstelle in Auftrag zu geben. Zur Begründung führte der
Rechtsvertreter unter anderem aus, das ABI-Gutachten erfülle die klaren Vorgaben
hinsichtlich der noch abzuklärenden Fragen gemäss Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 18. September 2007 nicht und dürfe auch nicht als
Grundlage für eine Einstellung des Beschwerdeführers in seiner Leistungsberechtigung
herangezogen werden. Dem Beschwerdeführer sei nicht die Möglichkeit geboten
worden, Zusatzfragen zu stellen bzw. sicherzustellen, dass die Fragen gemäss
Entscheid des Versicherungsgerichts beantwortet würden. Damit sei das Gutachten
ohne Wahrung der Parteirechte des Beschwerdeführers erstellt worden. Sodann räume
die Beschwerdegegnerin selbst ein, dass die ABI-Gutachter nicht explizit zur Frage
eines möglichen CRPS bzw. einer Tendovaginitis stenosans Stellung genommen
hätten. Das psychiatrische Teilgutachten habe sich nicht weiter mit der Einschätzung
der behandelnden Psychiaterin Dr. med. B._, Fachärztin Psychiatrie und
Psychotherapie, auseinandergesetzt. Es lägen offensichtlich zwei sich diametral
gegenüberstehende Gutachten vor. Angesichts des Umstandes, dass Dr. B._ den
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Beschwerdeführer bereits seit Dezember 2007 betreue, könne ihre Einschätzung nicht
ohne weiteres unbeachtet bleiben. Es dürfe und müsse erwartet werden, dass
nachvollziehbar ausgeführt werde, weshalb auf das Gutachten des ABI abgestellt
worden sei und nicht auf die Einschätzung von Dr. B._. Indem sich die
Beschwerdegegnerin nicht mit dem Gutachten von Dr. B._ auseinandergesetzt und
nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar begründet habe, weshalb ihrer Einschätzung
nicht gefolgt werden könne, habe sie willkürlich gehandelt. Das ABI-Gutachten müsse
auch deshalb als unvollständig bezeichnet werden, weil auf die gemäss Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 18. September 2007 zu beantwortende Frage, ob ein
Morbus Sudeck bzw. ein CRPS vorliege, nicht näher und ausdrücklich eingegangen
werde. Für die Beantwortung der Frage, ob ein Morbus Sudeck bzw. CRPS vorliege,
wäre ein rheumatologisches Fachgutachten erforderlich gewesen. - Mit Eingabe vom
19. November 2008 reichte der Rechtsvertreter einen weiteren ärztlichen Bericht vom
30. Oktober 2008 ein (act. G 3).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 22. November 2008 beantragte Rechtsanwalt lic.
iur. Adelrich Friedli, Wettswil, in Bestätigung des Einspracheentscheids vom 13.
Oktober 2008 seien die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers abzuweisen. Der
Beschwerdeführer sei zu verpflichten, der Beschwerdegegnerin die ihm mit
Zwischenentscheid vom 18. September 2007 zugesprochene Parteientschädigung von
Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter
anderem dar, mit dem ABI-Gutachten seien die im Urteil vom 18. September 2007
geäusserten Zweifel an der Schlüssigkeit der medizinischen Aktenlage ausgeräumt
worden. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Verfahren der
Invalidenversicherung seine Mitwirkungsrechte habe wahren können. Im
Bestreitungsfall werde der Beizug der IV-Akten beantragt. Da der Beschwerdeführer
ausser der abgegoltenen Integritätseinbusse keine weitere Gesundheitsstörung zu
beklagen habe, erübrige sich die im Zwischenentscheid vom 18. September 2007
angeordnete Abklärung der Unfallkausalität einer solchen. Folglich sei auch nicht
ersichtlich, inwiefern dabei Mitwirkungsrechte des Beschwerdeführers hätten
beschnitten werden können.
B.c Mit Replik vom 15. Dezember 2008 und Duplik vom 15. Januar 2009 bestätigten
die Parteien ihre Standpunkte.
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Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen (Taggelder,
Heilungskosten) auf Ende Mai 2006 zu Recht einstellte und ob der Integritätsschaden
mit 5% richtig bemessen wurde. Die rechtlichen Grundlagen des natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhangs und der Ausrichtung von Taggeldern und
Heilungskosten sowie die Voraussetzungen der Leistungseinstellung wurden in dem in
Rechtskraft erwachsenen Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom
18. September 2007 (UV 2007/34, Erw. 1) dargelegt; hierauf ist zu verweisen.
1.2 Anlässlich der Nachkontrolle vom 18. Januar 2006 äusserten die Ärzte der Klinik
für Handchirurgie KSSG den Verdacht auf einen beginnenden Morbus Sudeck der
rechten Hand. Gleichzeitig bestätigten sie eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Maschinist, bei der der Versicherte ständig Gegenstände
um 30 kg heben und verschieben müsse. Hingegen spreche nichts mehr gegen
Arbeiten, bei denen die rechte Hand geschont werden könne (act. M12). Die
Nachkontrolle vom 14. Februar 2006 ergab sodann reizlose, sehr schön abgeheilte
Wundverhältnisse. Die aktive Flexion und Extension der Hand war hingegen deutlich
reduziert. Der Verdacht auf einen Morbus Sudeck liess sich aber nicht erhärten.
Vielmehr ging Dr. med. C._ von einer Inaktivitätsatrophie aus und erachtete eine
baldige Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess als am sinnvollsten (act. M13). Der
am 13. Februar 2006 gestartete Arbeitsversuch im angestammten Beruf misslang
infolge starker Schmerzen. Auch ein 25%iger Arbeitsversuch ab 4. April 2006 brach der
Beschwerdeführer infolge zu starker Schmerzen ab. Per Ende Mai 2006 kündigte die
Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis (act. M18). Am 5. Mai 2006 wurde der
Beschwerdeführer durch Prof. Dr. med. D._, Facharzt FMH Chirurgie, spez.
Handchirurgie, Handchirurgie Zentrum Aarau, untersucht. Die klinische Untersuchung
zeigte gemäss Gutachten vom 8. Mai 2006 einen Druckschmerz über dem A1-
Ringband an der Basis des 4. Fingers. Der Gutachter erhob daraus folgend den
somatischen Nebenbefund von Zeichen einer Tendovaginitis stenosans, die er als
"möglicherweise unfallunabhängig" beurteilte (act. M21).
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Prof. D._, FMH Chirurgie, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, spez.
Handchirurgie, äusserte sich in der Besprechung vom 23. Oktober 2006 im Sinn eines
ungenügenden Nachweises einer Unfallkausalität. Die Ursache einer allfälligen
Tendovaginitis stenosans könne dadurch erklärt werden, dass es durch die
Endgliedfraktur des Ringfingers zu einer Einblutung gekommen sei und sich in der
Folge eine Tendovaginitis entwickelt hätte. Dies sei jedoch lediglich eine mögliche
Erklärung. Eine unfallbedingte Tendovaginitis stenosans komme in der vorliegenden
Situation eher selten vor, weshalb ein Zusammenhang der gestellten
Verdachtsdiagnose zum Unfallereignis vom 7. September 2005 (richtig: 6. September
2005) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben sei. Seines Erachtens stehe
der fragliche Gesundheitsschaden nur möglicherweise mit dem Unfallereignis bzw. den
Unfallfolgen im Zusammenhang (act. M28). Dr. med. E._, Interdisziplinäre
medizinische Dienste, Palliativzentrum des KSSG, bestätigte im Bericht vom
31. Oktober 2006 auf die Frage, ob eine Fehlverarbeitung vorliege, eine Chronifizierung
der Schmerzen. Dadurch sei es zu einer Mitbeteiligung des Sympaticus gekommen,
was zu Schwellungszuständen, vermehrtem Schwitzen sowie zu Schmerzen, dies im
Sinn eines CRPS, und zu neuropathischen Schmerzen in den ulnaren drei Fingern
führe. Somit sei aus seiner Sicht nicht von einer Fehlverarbeitung, sondern von einer
Verselbständigung der Schmerzerkrankung zu sprechen. Die Kausalität sei für ihn klar
gegeben. Die Schmerzen hätten mit dem Unfall begonnen. Zwar hätten die Finger
gerettet werden können. Die Chronifizierung des Schmerzes habe damit jedoch nicht
verhindert werden können. Dass die neuropathischen Schmerzen erst nach dem Unfall
(mit Latenz) aufgetreten seien, sei geradezu charakteristisch für diese Art von
Schmerzen und spreche keineswegs gegen die Kausalität. Die immer wieder
zunehmenden Schmerzen im Bereich des gesamten Arms und der Schulter im Sinn
eines Schulter-Arm-Syndroms seien durch die Immobilität der rechten Hand bedingt
und stünden damit auch in Zusammenhang mit dem Unfall. An der Kausalität bestehe
für ihn keinerlei Zweifel. Es würden Medikamente zur Behandlung des neuropathischen
Schmerzes eingesetzt. Eine Physiotherapie wäre sinnvoll, damit sich der Schmerz nicht
zu einem Schulter-Arm-Syndrom ausweite. Ebenso wäre es sinnvoll, wenn der
Beschwerdeführer an einem Schmerzprogramm teilhaben könnte, bei welchem die
Chronifizierung und das Verständnis für den Schmerz erklärt und ihm psychologische
und physiotherapeutische Unterstützung gegeben werde (act. M30).
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1.3 Im Entscheid vom 18. September 2007 (UV 2007/34) hielt das
Versicherungsgericht fest, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom
6. September 2005 nicht den Zeigefinger, sondern den 3. und 4. Finger verletzt und
Prof. Dr. D._ in Übereinstimmung damit von einer Tendovaginits stenosans des 4.
Fingers gesprochen habe. Die Bejahung der Unfallkausalität durch die Ärzte der Klinik
für Handchirurgie KSSG erscheine damit nicht ohne weiteres schlüssig. Es erscheine
angezeigt, die Frage des Vorliegens einer Tendovaginitis stenosans und deren Ursache
sowie die Notwendigkeit diesbezüglicher weiterer Heilbehandlungen nochmals
umfassend medizinisch abzuklären (Entscheid, a.a.O., Erw. 3b). Unklar sei die
Aktenlage ausserdem hinsichtlich des Vorliegens eines komplexen regionalen
Schmerzsyndroms (CRPS). Synonym verwendete Bezeichnungen dieser
Gesundheitsstörung seien insbesondere Morbus Sudeck, sympathische
Reflexdystrophie sowie Algodystrophie. Das CRPS sei dadurch gekennzeichnet, dass
es nach äusserer Einwirkung (z.B. Traumen, Operationen und Entzündungen) über
längere Sicht zu einer Dystrophie und Atrophie von Gliedmassen komme. Als
Symptome würden Durchblutungsstörungen, Ödeme, Hautveränderungen, Schmerzen
und schliesslich Funktionseinschränkungen auftreten (vgl. Wikipedia - Komplexes
regionales Schmerzsyndrom; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. Aufl. Berlin
2002, S. 1421; MSD-Manual, Urban & Fischer, 2000, S. 1664). Obwohl die Ärzte der
Klinik für Handchirurgie KSSG im Bericht vom 14. Februar 2006 das Vorliegen eines
Morbus Sudeck letztlich verneint hätten (act. M13), sei verbunden mit dem früheren
Bericht vom 20. Januar 2006 (act. M12) doch zu vermerken, dass sie die Diagnose
eines Morbus Sudeck zunächst in Erwägungen gezogen und immerhin das Bestehen
einer
Atrophie - wenn auch verursacht durch eine Inaktivität und damit offensichtlich nicht
durch den Unfall - bestätigt hätten. Zur Diskussion stehe sodann das Bestehen eines
Morbus Sudeck bzw. eines CRPS eindeutig wieder mit dem Bericht von Dr. E._
(Entscheid, a.a.O., Erw. 3c). Dr. E._ spreche zwar in seinem Bericht von einer
starken, offensichtlich unfallfremden psychosozialen Belastungssituation. Eine
psychiatrische Abklärung sei jedoch bis heute nicht durchgeführt worden. Von Prof. Dr.
D._ werde ein Morbus Sudeck bzw. ein CRPS nicht mehr in Erwägung gezogen.
Dennoch enthalte sein Gutachten ungereimte Aussagen mit Blick auf ein Vorliegen
bzw. Nichtvorliegen eines Morbus Sudeck. So halte Prof. Dr. D._ zum einen fest, es
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liege eine erhebliche Tendenz zur Symptomausweitung vor, die vom Beschwerdeführer
als invalidisierendes Schmerzsyndrom wahrgenommen werde, für welches aber
klinisch kaum ein vernünftiges Korrelat zu finden sei. Diese Entwicklung sei voll im
Gange. Insgesamt sei die Quetschverletzung der Fingerendglieder ordentlich verheilt.
Die Ursache für die Schmerzen sei kaum objektivierbar (act. M21). Andererseits
spreche er von einer glaubhaften Schmerzhaftigkeit, die den kraftvollen Einsatz der
rechten Hand und den Einsatz der rechten Hand in Kälteexpositionen oder feuchtem
Arbeitsmilieu noch nicht anraten lasse. Insofern sei die Arbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt noch um einen Drittel eingeschränkt (act M21). Dass Prof.
D._ den Gesundheitsschaden eines Morbus Sudeck bzw. eines CRPS in seiner
Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 23. Oktober 2006 nicht thematisiert
habe, vermöge nicht als Hinweis gegen ein CRPS zu gelten, scheine er sich doch
einzig zu dem von Prof. Dr. D._ diskutierten Gesundheitsschaden der Tendovaginitis
stenosans zu äussern. Nachdem betreffend das Vorliegen eines CRPS bzw. Morbus
Sudeck die Aktenlage unklar sei, erscheine es gerechtfertigt, auch diesbezüglich
nochmals eine umfassende Beurteilung durchzuführen. Dies insbesondere auch mit
Blick auf die Adäquanzbeurteilung allfälliger psychischer Unfallfolgen. Würden in Folge
eines nachgewiesenen Morbus Sudeck bzw. eines CRPS sekundäre psychische
Störungen hinzutreten, sei zu beachten, dass die Eignung, eine psychische
Fehlentwicklung auszulösen, einem Morbus Sudeck grundsätzlich zugebilligt werden
müsse (Entscheid, a.a.O, Erw. 3c). Im Anschluss an die Prüfung der kausalen
Unfallrestfolgen werde die Beschwerdegegnerin auch deren Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und den Bedarf an weiteren zweckmässigen
Heilbehandlungen bzw. den Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeld zu prüfen
haben. Gestützt auf die Abklärungsergebnisse werde sich allenfalls auch eine neue
Taxierung der Integritätsentschädigung aufdrängen (Entscheid, a.a.O, Erw. 4).
1.4 Eine Abklärung des ABI zuhanden der Invalidenversicherung ergab gemäss
Gutachten vom 29. April 2008 die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eines
Status nach Quetschverletzung der rechten Hand mit offener Eingliedfraktur des
Mittelfingers sowie ein chronisches Schmerzsyndrom an der rechten Hand. Die
Gutachter kamen zum Schluss, aus somatisch-neurologischer Sicht bestehe für
Arbeiten, welche eine schwere Belastung der rechten Hand erfordern und Arbeiten,
welche sehr hohe Anforderungen an die Feinmotorik der rechten Hand stellen würden,
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keine zumutbare Arbeitsfähigkeit. Hingegen seien alle leichten bis kurzzeitig
mittelschweren Belastungen ohne erwähnte Einschränkung voll zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht könne für die geklagten Beschwerden kein organ-pathologisches
Substrat gefunden werden. Bei der psychiatrischen Untersuchung fänden sich keine
Anzeichen für eine krankheitswertige psychische Störung. Insgesamt seien dem
Beschwerdeführer leichte bis intermittierend schwer belastende, adaptierte Tätigkeiten
mit einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit (als Hilfsmetzger) bestehe seit dem Unfall vom 7.
September 2005 (richtig: 6. September 2005). Die Einschätzung der vollen
Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten bestehe seit dem 10. April 2006. Berufliche
Massnahmen seien aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung
und der hohen Selbstlimitierung nicht zu empfehlen (act. M34 S. 13-16). Dr. B._
stellte im Bericht vom 16. September 2008 die Diagnosen einer posttraumatischen
Belastungsstörung nach Arbeitsunfall am 6. September 2005 sowie von andauernden
Persönlichkeitsänderungen nach chronischem Schmerzsyndrom. Für die bisherige
Tätigkeit sei der Beschwerdeführer vollumfänglich arbeitsunfähig. Für adaptierte,
leichte bis intermittierend mittelschwer belastende Tätigkeiten sei er zu 50%
arbeitsfähig (act. MV99 Beilage).
2.
2.1 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es liegen sich widersprechende Einschätzungen vor.
Während die behandelnde Psychiaterin Dr. B._ von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
ausging (act. MV99), bescheinigten die ABI-Gutachter für eine adaptierte Tätigkeit eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Daraus kann nicht ohne weiteres auf die
Notwendigkeit weiterer Sachverhaltsabklärung geschlossen werden. Dies wäre nur
dann der Fall, wenn keine der Schätzungen zu überzeugen vermöchte.
2.2 Der Beschwerdeführer beanstandet in formeller Hinsicht, dass ihm von der
Beschwerdegegnerin - entgegen der entsprechenden Anordnung im Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 18. September 2007 - nicht die Möglichkeit geboten
worden sei, für die erneute Begutachtung Parteirechte wahrzunehmen. Hätte er davon
Kenntnis gehabt, dass das ABI-Gutachten als alleinige Entscheidgrundlage beigezogen
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würde, hätte er spezifische Zusatzfragen gestellt bzw. sichergestellt, dass die gemäss
Entscheid des Versicherungsgerichts zu klärenden Fragen beantwortet würden (act. G
1 S. 5).
In diesem Zusammenhang ist vorweg festzuhalten, dass das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin, unter Nichtbeachtung der Anweisungen im Gerichtsentscheid
vom 18. September 2007 auf ein von der IV in Auftrag gegebenes Gutachten
abzustellen, in formeller Hinsicht zwar nicht unproblematisch erscheint. Hingegen muss
das Abstellen auf ein Gutachten anderer Sozialversicherungsträger aus materieller
Sicht dennoch zulässig sein, wenn sich aus dem Gutachten eine überzeugende
Antwort auf die im Rückweisungsentscheid des Gerichts gestellten Fragen ableiten
lässt. Andernfalls käme es zu Mehrfachbegutachtungen, deren Aufwand sich im
Ergebnis nicht rechtfertigen liesse.
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten eines
unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei dessen Namen
bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen oder
Gegenvorschläge machen (Art. 44 ATSG). Die vorgängige Bekanntgabe von Namen
von Gutachtern stand vorliegend insofern nicht zur Diskussion, als die
Beschwerdegegnerin - was vom Grundsatz her wie erwähnt nicht zu beanstanden ist -
ein von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenes ABI-Gutachten zur
Entscheidfindung beizog. Zudem sind auch im vorliegenden Verfahren keine triftigen
Gründe für die Ablehnung der Gutachter vorgebracht worden (vgl. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, Zürich 2003, Rz 11 zu Art. 44 ATSG). Der Vorwurf des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt,
indem es ihm verwehrt geblieben sei, allfällige Zusatzfragen an die Gutachter zu
stellen, trifft insofern nicht zu, als nicht ersichtlich ist, inwiefern weitere Fragen hätten
beantwortet werden müssen, zumal das Versicherungsgericht im Entscheid vom 18.
September 2007 sich zu den offenen Problemen umfassend geäussert hatte. Aus
welchem Grund die Beantwortung der vom Versicherungsgericht gestellten Fragen
noch durch Ergänzungsfragen sicherzustellen gewesen wäre, erscheint nicht ohne
weiteres einleuchtend. Eine allfällige Gehörsverletzung wäre deshalb - soweit eine
solche bejaht würde - als nicht besonders gravierend und mithin als heilbar zu
bezeichnen. Da sich der Beschwerdeführer sowohl im Einsprache- als auch im
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Beschwerdeverfahren zum Ergebnis der ABI-Begutachtung äussern konnte, wäre ein
allfälliger Gehörsmangel vorliegend als geheilt zu betrachten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 20. Juli 2007 i/S [8C_240/2007], Erw. 3.3; BGE 132 V 390 Erw. 5.1
mit Hinweis).
2.3 Der Beschwerdeführer lässt sodann in materieller Sicht einwenden, die ABI-
Gutachter hätten nicht explizit zu der vom Versicherungsgericht im Entscheid vom
18. September 2007 aufgeworfenen Frage eines möglichen CRPS (Morbus Sudeck)
sowie einer Tendovaginitis stenosans des 4. Fingers Stellung genommen. Aus diesem
Grund dürfe das Gutachten des ABI nicht als Grundlage für den Entscheid
herangezogen werden (act. G 1 S. 5f). Dazu ist festzuhalten, dass den ABI-Gutachtern
unbestrittenermassen sämtliche ärztliche Berichte - insbesondere auch das Gutachten
von Prof. D._ vom 8. Mai 2006 mit dem somatischen Nebenbefund von
"möglicherweise unfallunabhängigen" Zeichen einer Tendovaginitis stenosans (act.
M21) - vorlagen. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass sich der
vorerwähnte Befund gemäss Gutachten vom 8. Mai 2006 nicht verifizieren liess,
weshalb Prof. D._ als weitere Therapiemassnahme die Klärung des Vorliegens einer
Tendovaginitis per Ultraschall und gegebenenfalls eine Ringbandspaltung vorschlug
(act. M21 S. 4). Der Arzt hielt sodann fest, es liege eine erhebliche Tendenz zur
Symptomausweitung vor, die vom Patienten als invalidisierendes Schmerzsyndrom
wahrgenommen werde, für welches aber klinisch kaum ein vernünftiges Korrelat zu
finden sei. Insgesamt entstehe der Eindruck, dass hier eine erhebliche Fehlentwicklung
drohe (act. M21). Die behandelnden Ärzte der Klinik für Handchirurgie KSSG führten
daraufhin im Bericht vom 16. August 2006 aus, der schnellende Finger (Tendovaginitis
stenosans am rechten Zeigefinger) habe sich im Verlauf entwickelt. Vor dem Unfall
habe dieser nicht bestanden. Es handle sich daher mit grösster Wahrscheinlichkeit um
eine Folge des Unfalls bzw. des Quetschtraumas. Wegen des schnellenden Fingers sei
vorerst eine Infiltration durchgeführt worden. Sollte diese nicht zu einer
Beschwerdelinderung führen, wäre eine operative Revision mit Ringbandspaltung
angezeigt (act. MV45). In der Folge hielten die Ärzte der Klinik für Handchirurgie am 26.
Oktober 2006 fest, die zwischenzeitlich durchgeführte Infiltration über dem A1-
Ringband am Ringfinger habe nichts gebracht. Der vermutete Infekt am DIP-Gelenk
habe sich nicht bestätigt. Aus handchirurgischer Sicht könnten keine weiteren
Therapien geboten werden (act. M29). Hinsichtlich Morbus Sudeck bzw. CRPS
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bestätigte Dr. E._ in der Folge am 31. Oktober 2006 Schwellungszustände,
vermehrtes Schwitzen, Schmerzen im Sinn eines CRPS sowie neuropathische
Schmerzen in den ulnaren drei Fingern. Letztere führte er ursächlich auf den streitigen
Unfall zurück (act. M30). Am 19. Dezember 2006 berichtete Dr. E._ unter anderem,
der Beschwerdeführer sei für ihn sehr schwer fassbar und die Untersuchungsresultate
schwierig interpretierbar. Die Prüfung der Sensibilität sei für ihn nicht sicher konklusiv.
Die Kooperation bei Extension bzw. Flexion der Zehen sei für ihn fraglich. Dass die
Symptomatik in der Hand nicht mehr wesentlich verbessert werden könne, habe er
dem Beschwerdeführer bereits früher mitgeteilt (act. M31). Dr. E._ legte sodann am
21. Mai 2007 unter anderem dar, der körperliche Schmerz des Beschwerdeführers
scheine aktuell recht gut im Griff zu sein. Der Gesundheitszustand sei vielmehr durch
die stark angespannte finanzielle und versicherungsrechtliche Situation angespannt.
Der Patient fühle sich überall "fallen gelassen" und nirgends unterstützt (act. M32). Im
Bericht vom 2. November 2007 bestätigte Dr. E._ eine unveränderte
Schmerzsituation der rechten Hand (act. M33).
Von dieser medizinischen Ausgangslage gingen unbestrittenermassen auch die
Gutachter des ABI aus. Sie kamen unter anderem zum Schluss, aus somatisch-
neurologischer Sicht hätten sich bei der Untersuchung keine Anhaltspunkte für ein
neuropathisches Schmerzsyndrom gefunden. Die vom Exploranden beklagte
Sensibilitätsstörung an der rechten Hand könne aus neurologischer Sicht nicht
nachvollzogen werden. Die neurophysiologische Untersuchung sei unauffällig. Auch die
vom Exploranden angegebene hochgradige Einschränkung der Motorik an der rechten
Hand könne bei unauffälliger Klinik nicht nachvollzogen werden, und es fänden sich bei
der Untersuchung diskrepante Beobachtungen. Die Angabe, dass der Explorand die
rechte Hand nur noch als Hilfshand einsetzen könne, decke sich nicht mit der
Tatsache, dass keine muskuläre Hypotrophie vorliege. Die angegebenen
Einschränkungen und Schmerzen der rechten Hand könnten somit aus somatisch-
neurologischer Sicht nicht genügend erklärt werden. Es sei jedoch nicht
ausgeschlossen, dass gewisse Restbeschwerden tatsächlich vorhanden seien. Eine
psychiatrische Morbidität als Grundlage für das geklagte, ausgeweitete
Schmerzsyndrom könne ausgeschlossen werden. Es entstehe bei der Untersuchung
vielmehr der Eindruck einer bewussten Schmerzausweitung. Auch die durchgeführten
Medikamentenspiegel im Blutserum würden zeigen, dass die angegebene Medikation
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vom Beschwerdeführer offenbar nicht eingenommen werde, obwohl er angebe, die
Medikamente regelmässig einzunehmen. Diese Beobachtung stütze die Annahme einer
bewusstseinsnahen Beschwerdeaggravation. Aus psychiatrischer Sicht bestehe wegen
fehlenden psychopathologischen Funktionseinschränkungen keine Einschränkung der
Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Aus internistischer Sicht bestünden keine Diagnosen
mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (act. M34 S. 13-16).
2.4 Nachdem Dr. E._ vorerst wie erwähnt eine Unfallkausalität von Schmerzen im
Sinn eines CRPS sowie von neuropathischen Schmerzen in den ulnaren drei Fingern
klar bestätigt hatte (act. M30), stellte er dies nachträglich im Ergebnis wieder zur
Diskussion, indem er die Interpretierbarkeit der Untersuchungsresultate und die
Kooperation des Beschwerdeführers in Frage stellte (act. M31) und den
Gesundheitszustand auch durch die angespannte finanzielle und
versicherungsmässige Situation beeinträchtigt sah (act. M32). Die von ihm
vorgeschlagene psychiatrische Abklärung erfolgte im Rahmen der ABI-Begutachtung
und ergab wie dargelegt ebenfalls Diskrepanzen zwischen den Angaben sowie dem
Verhalten des Beschwerdeführers und den Untersuchungsbefunden. Klinische
Symptome eines CRPS bzw. Sudecks (vgl. dazu debrunner, a.a.O., S. 695) wurden
anlässlich der ABI-Begutachtung, abgesehen von der Angabe eines Dauerschmerzes
durch den Beschwerdeführer, nicht vermerkt und psychische Störungen mit
Krankheitswert ausdrücklich verneint (vgl. act. M34 S. 7ff). Das ABI-Gutachten setzt
sich aus einem internistischen/allgemeinmedizinischen, einem neurologischen und
einem psychiatrischen Teil zusammen. Wenn der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers festhält, für die Beantwortung der Frage des Vorliegens eines
Morbus Sudeck bzw. eines CRPS wäre ein rheumatologisches Gutachten erforderlich
gewesen (act. G 1 S. 9), so ist festzuhalten, dass die Ätiologie und die Mechanismen
des CRPS im Einzelnen nicht bekannt sind. Neurogene, vegetative, vaskuläre,
humorale und auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. Es handelt sich somit um
ein multifaktorielles Geschehen (vgl. dazu Alfed m. debrunner, Orthopädische
Chirurgie, 4. A., S. 696f), welchem eine rein rheumatologische Abklärung nicht
Rechnung tragen würde.
Sodann finden sich die klinischen Symptome einer Tendovaginitis stenosans (vgl. dazu
debrunner, a.a.O., S. 768f) im ABI-Gutachten weder aufgrund der Angaben des
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Beschwerdeführers noch aufgrund des Befundes bestätigt (vgl. act. M34 S. 6, 8 und
10-12). Die Verständigung auf Deutsch war uneingeschränkt möglich, und der
Beschwerdeführer räumte ein, dass seine Beschwerden vollständig erfasst seien (act.
M34 S. 9 Ziffer 4.1.2). Im Bericht vom 30. Oktober 2008 hielt im Übrigen auch Dr. E._
ausdrücklich fest, dass er eine Problematik im Bereich der Sehnenscheide bzw. ein
Sehnenscheidenreiben (als Merkmal der Tendovaginitis stenosans; debrunner, a.a.O.,
S. 768 unten) nicht habe feststellen können. Dennoch erachtete er eine erneute
Vorstellung beim Handchirurgen als gerechtfertigt. Jedoch legte er in demselben
Bericht dar, dass er von weiteren operativen Massnahmen wenig halte und deshalb
auch keine weiteren Abklärungen durchgeführt werden müssten. Trotzdem wünsche
der Patient eine nochmalige Vorstellung beim Handchirurgen (act. G 3.1). Wenn somit
die Begründung von weiteren Abklärungen lediglich im diesbezüglichen Wunsch des
Beschwerdeführers liegt, so erscheint es gerechtfertigt, auf diese Abklärung zu
verzichten, zumal der erwähnte Bericht von Dr. E._ inhaltlich keine vom ABI-
Gutachten abweichende Feststellungen enthält. Im Übrigen stellten auch die ABI-
Gutachter die Schmerzsituation mit der Unmöglichkeit der Ausübung von Tätigkeiten
mit schwerer Belastung der rechten Hand nicht in Abrede. Trotz dieser
Einschränkungen erachteten sie jedoch die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit in
vollem Umfang als zumutbar. Bei dieser Aktenlage brachte das ABI-Gutachten im
Ergebnis eine Klärung der vom Versicherungsgericht im Entscheid vom 18. September
2007 angeführten klärungsbedürftigen Punkte, auch wenn die dort aufgeworfenen
Kausalitätsfragen den ABI-Gutachtern nicht bekannt waren und Fragen zur
Unfallkausalität den Gutachtern auch von Seiten der Beschwerdegegnerin nicht
vorgelegt wurden (vgl. dazu act. MV80, MV81).
2.5 Im Weiteren ist festzuhalten, dass die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 Erw.
4; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] I 783/05 vom 18. April 2006 und I
506/00 vom 13. Juni 2001) es nicht zulässt, ein medizinisches Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil
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die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (Urteile des EVG vom 27. November 2006 [I 663/05], Erw.
2.2.2, vom 2. August 2006 [U 58/06], Erw. 2.2 in fine, und vom 13. März 2006 [I
676/05], Erw. 2.4). Aus dem im Nachgang zum ABI-Gutachten erstellten Bericht von Dr.
B._ vom 16. September 2008 ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass die
Sachverständigen des ABI einen bestimmten Aspekt des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers allenfalls nicht oder nicht ausreichend gewürdigt haben könnten.
Die Gutachter verfügten über eine umfassendere Beurteilungsgrundlage (Akten,
interdisziplinäre Abklärung) als die behandelnde Ärztin. Der behandelnde Arzt, der
seinen Patienten vor allem dann sieht, wenn das Leiden gerade in einer akuten Phase
steht, gewinnt leicht einen anderen Eindruck vom Schweregrad des
Gesundheitsschadens als der nicht auf die momentane Behandlungsbedürftigkeit
fokussierte Gutachter. Was die von Dr. B._ gestellte Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung betrifft, so setzt diese eine Konfrontation mit
einem extremen traumatischen Ereignis voraus. Dieses beinhaltet das direkte Erleben
einer Situation, die mit dem Tod, seiner Androhung, einer schweren Verletzung oder
deren Androhung zu tun hat. Das Ereignis löst intensive Angst, Hilflosigkeit oder
Entsetzen aus. Charakteristische Symptome sind unter anderem das anhaltende
Wiedererleben des traumatischen Ereignisses und die andauernde Vermeidung von
Situationen, die mit dem Trauma assoziiert sind (Dorsch, Psychologisches Wörterbuch,
14. A., S. 722). Solche Symptome werden weder von Dr. B._ beschrieben noch sind
sie aus den Akten ersichtlich. Aus den dargelegten Gründen vermag die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI mehr zu überzeugen als diejenige der
behandelnden Ärztin. Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht von einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 100% für eine adaptierte Tätigkeit ausgegangen.
3.
Selbst wenn beim Beschwerdeführer von einem invalidisierenden psychischen
Gesundheitsschaden auszugehen wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein wird
- verneint werden, dass dieser in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem
Unfall vom 6. September 2005 steht. Die Rechtsprechung verlangt für eine Bejahung
der Adäquanz im Einzelfall, dass der Unfall objektiv eine gewisse Schwere aufweist
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bzw. ernsthaft ins Gewicht fällt. Bei banalen Unfällen, z.B. bei einem gewöhnlichen
Sturz oder geringfügigem Anschlagen des Kopfes, kann der adäquate
Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden. Ein leichter Unfall
kann nur dann adäquate Ursache einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit sein,
wenn die unmittelbaren Unfallfolgen geeignet waren, psychische Störungen
hervorzurufen, und wenn die bei Unfällen mittleren Grades herangezogenen Kriterien
kumuliert oder in besonderer Schwere auftreten (RKUV 1992, 249). Handelt es sich um
einen Unfall im mittleren Bereich, der dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zuzuordnen ist, müssen die Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein,
damit die Adäquanz bejaht werden kann (BGE 115 V 133 Erw. 6c bb). Der konkret in
Frage stehende Unfall vom 6. September 2005 - Einklemmen der Finger III und IV der
rechten Hand im Abfüllrohr einer Metzgereimaschine, welche zuerst als
Fleischschneidemaschine deklariert und später vom Beschwerdeführer als
Metalldetektor [dient der Aussonderung von Fremdkörpern] bezeichnet wurde (act.
MV1, M5, M21 S. 2 unten) - lässt sich auch mit Blick auf die unmittelbaren somatischen
Unfallfolgen den mittelschweren Ereignissen zuordnen. Damit müssen für die
Adäquanzprüfung weitere objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem
Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon
erscheinen, in eine Gesamtwürdigung miteinbezogen werden. Dabei sind von
Bedeutung das Vorliegen von besonders dramatischen Begleitumständen oder die
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche
Dauerschmerzen, eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert, ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie
der Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133
Erw. 6c aa). Beim streitigen Unfall handelte es sich soweit ersichtlich um kein
besonders eindrückliches Ereignis; auch von dramatischen Begleitumständen kann
nicht gesprochen werden. Die erlittenen Verletzungen waren nicht von besonderer
Schwere oder von der Art, die erfahrungsgemäss geeignet ist, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen. Die Unfallfolgen an der rechten Hand waren gemäss
Gutachten von Prof. D._ vom 8. Mai 2006 relativ schön abgeheilt. Der Arzt wies auf
die erhebliche Tendenz zur Symptomausweitung hin und schlug weitere Abklärungen,
jedoch keine somatischen Behandlungsmassnahmen vor (act. M21 S. 4). Die ABI-
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Gutachter gingen wie erwähnt von einer bewusstseinsnahen Beschwerdeaggravation
aus und empfahlen keine medizinischen Massnahmen (act. M34 S. 10 und 15). Eine
langdauernde Behandlung lässt sich vor diesem Hintergrund nicht bejahen. Auch das
Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kann nicht als
gegeben erachtet werden, indem die ABI-Gutachter wie erwähnt bereits ab 10. April
2006 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit als zumutbar erachteten.
Auch wenn im Weiteren das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen als gegeben
zu erachten wäre, so würde dies allein für die Bejahung des Kausalzusammenhangs
nicht genügen (vgl. BGE 115 V 133 Erw. 6c bb und Urteil des Bundesgerichts vom
4. April 2007 i/S S. [U 92/06], Erw. 4.5 am Schluss). Nach dem Gesagten ist davon
auszugehen, dass der in Frage stehende Unfall nicht geeignet war, eine psychische
Fehlreaktion adäquat kausal zu bewirken. Damit besteht für den Beschwerdeführer kein
Anspruch, von der Beschwerdegegnerin Leistungen (Heilbehandlungen, Taggelder,
Rente) über die verfügte Leistungseinstellung (31. Mai 2006) hinaus zu erhalten.
4.
4.1 Erleidet eine versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie gemäss Art. 24 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung. Deren Bemessung richtet sich laut Art. 25
Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Bei gleichem medizinischem
Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und
egalitär bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 Erw. 3c, 113 V 221 Erw. 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 Erw. 1). Die Integritätsentschädigung setzt einen
dauernden - voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem
Umfang bestehenden - Integritätsschaden voraus (vgl. Art. 36 Abs. 1 der Verordnung
zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202], BGE 124 V 36 ff.
Erw. 4). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die Integritätsentschädigung gemäss den
Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Die Medizinische Abteilung der SUVA
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hat in Weiterentwicklung der dort enthaltenen Skala zusätzliche
Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet.
Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten
gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32
Erw. 1c mit Hinweis). Insbesondere die Einordnung von Nichtlisten- und kombinierten
Fällen eröffnet dem Arzt oder der Ärztin einen grossen Ermessenspielraum, in welchen
die Verwaltung bzw. das Gericht nicht ohne Not bzw. nur dann eingreifen soll, wenn die
unfallmedizinische Beurteilung im Hinblick auf die Liste im Anhang 3 sachlich nicht
gerechtfertigt ist und zu stossenden Ungleichheiten führen würde.
4.2 Prof. D._ schätzte den unfallbedingten Integritätsschaden mit Beurteilung der
objektivierbaren Unfallfolgezustände an den Endgliedern der Finger III und IV rechts auf
höchstens 5% (act. M21 S. 5). Mit Blick auf die Tatsache, dass gemäss Anhang 3 zur
UVV der - hier nicht gegebene - Verlust von mindestens zwei Gliedern eines
Langfingers oder eines Gliedes des Daumens mit 5% Integritätsschaden taxiert wird
(vgl. dazu auch Suva-Tabelle 3), lässt sich die Integritätsschadenschätzung von Prof.
D._ und die gestützt darauf von der Beschwerdegegnerin zugesprochene
Integritätsentschädigung nicht beanstanden.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.2 Die Beschwerdegegnerin lässt beantragen, der Beschwerdeführer sei zu
verpflichten, ihr die ihm mit Zwischenentscheid vom 18. September 2007
zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten (act. G 5). Dazu
ist festzuhalten, dass es sich beim Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts
vom 18. September 2007 nach kantonalem Verfahrensrecht um einen
instanzabschliessenden Entscheid handelt, welcher Anspruch auf Parteientschädigung
zu begründen vermag. Vorliegend ergab sich dieser, weil die Rückweisung zu weiterer
Abklärung und Neuverfügung praxisgemäss (BGE 132 V 215) als Obsiegen betrachtet
wird. Daran ändert nichts, dass solche Rückweisungsentscheide in der Terminologie
des Bundesgerichts als Zwischenentscheide im Sinn von Art. 93 Abs. 1 BGG
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bezeichnet werden, denn das Bundesgerichtsgesetz ist für die kantonale
Verwaltungsrechtspflege nicht massgeblich. Eine Rückerstattung der
Parteientschädigung kommt damit nicht in Betracht. Soweit der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin festhält, der Beschwerdeführer habe den Entscheid vom 18.
September 2007 und damit die dort zugesprochene Parteientschädigung durch
bewusste Aggravation bewirkt (act. G 5 S. 3), ist anzumerken, dass die ABI-Gutachter
lediglich von einer bewusstseinsnahen Beschwerdeaggravation sprachen (vgl. act. M34
S. 14). Ein bewusstes Handeln (wider besseres Wissen), welches die Frage der
mutwilligen Prozessführung aufwerfen würde, kann damit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als belegt gelten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG