Decision ID: f7ae01c8-58c3-5ee4-8adf-998c7cf5d664
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis für die Fahrzeugkategorien B und BE sowie die
Unterkategorien A1, D1 und D1E seit dem 3. Juni 1999. Am 26. Juli 2017 lenkte er in A
ein Fahrzeug mit einer minimalen Atemalkoholkonzentration von 0,38 mg/l, was einer
Blutalkoholkonzentration (BAK) von 0,76 Gewichtspromille entspricht.
B.- Anlässlich einer Verkehrskontrolle vom 30. August 2017, 6.20 Uhr, in B musste X
aufgrund des Verdachts auf Fahren in nicht fahrfähigem Zustand eine Blut- und
Urinprobe abgeben. Der Führerausweis wurde ihm durch die Polizei auf der Stelle
abgenommen. Gleichentags fand bei X eine Hausdurchsuchung statt, bei der zehn
illegal angebaute Hanfpflanzen sichergestellt wurden. Die Auswertung der Blut- und
Urinprobe durch das Institut für Rechtsmedizin (IRM) am Kantonsspital St. Gallen ergab
keinen Hinweis auf Alkoholkonsum. Hingegen wurden das Kokainabbauprodukt
Benzoylecgonin (56 μg/l) und THC (Tetrahydrocannabinol, Wirkstoff von Cannabis)
nachgewiesen, wobei die minimale THC-Konzentration 1,3 μg/l betrug und damit
unterhalb des Grenzwertes zur Fahrunfähigkeit von 1,5 μg/l lag.
Am 25. September 2017 stellte das Strassenverkehrsamt X die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung in Aussicht und gab ihm Gelegenheit zur
Stellungnahme. Gleichentags verbot es ihm das Führen von Motorfahrzeugen aller
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Kategorien sowie aller Unter- und Spezialkategorien (inkl. Mofa) vorsorglich ab sofort
und entzog einem allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung. Mit Verfügung vom 24.
Oktober 2017 ordnete es eine verkehrsmedizinische Untersuchung beim IRM am
Kantonsspital St. Gallen an. Weil sich X nicht zur verkehrsmedizinischen Untersuchung
angemeldet hatte, drohte das Strassenverkehrsamt am 3. Januar 2018 einen
Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit an. X holte die Anmeldung nach und wurde
am 4. Juni 2018 verkehrsmedizinisch begutachtet. Die forensisch-toxikologische
Haaranalyse auf das Trinkalkoholstoffwechselprodukt Ethylglucuronid (EtG) ergab eine
EtG-Konzentration von 100 pg/mg. Hinweise auf einen Konsum von Drogen oder
psychotropen Medikamenten fanden sich für den näheren Zeitraum vor der
Untersuchung keine. Die Verkehrsmediziner diagnostizierten im Gutachten vom 13.
August 2018 einen erheblichen Alkoholüberkonsum (Alkoholmissbrauch) sowie einen
zumindest phasenweisen Kokain- und Cannabismissbrauch und verneinten die
Fahreignung aus verkehrsmedizinischer Sicht. Am 14. August 2018 stellte das
Strassenverkehrsamt einen Sicherungsentzug in Aussicht und gab X Gelegenheit zur
Stellungnahme, welcher die Voraussetzungen für einen Sicherungsentzug sinngemäss
bestritt.
Das Untersuchungsamt Y stellte das Strafverfahren wegen Fahrens in fahrunfähigem
Zustand im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 30. August 2017 mit Verfügung vom
31. August 2018 ein.
Mit Verfügung vom 3. Oktober 2018 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis wegen fehlender Fahreignung auf unbestimmte Zeit. Als Bedingungen
für die Aufhebung des Führerausweisentzugs wurden eine kontrollierte und fachlich
betreute Alkohol- und Drogenabstinenz von mindestens sechs Monaten, ein
Hausarztbericht (mit Ergebnissen der Blutlabor-Werte, monatlichen Urinproben-
Resultaten auf Cannabis und einem Verlauf der Blutdruckwerte mit allfälliger
medikamentöser Therapie), ein Fachtherapie-Verlaufsbericht sowie eine positiv
verlaufene verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung vorgeschrieben. Einem
allfälligen Rekurs entzog es die aufschiebende Wirkung und setzte die
Verfahrenskosten auf Fr. 390.– fest.
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C.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 3. Oktober 2018 erhob X mit
Eingabe vom 16. Oktober 2018 (Datum der Postaufgabe: 18. Oktober 2018) Rekurs bei
der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Er beantragte, die
angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und dem Rekurs sei die
aufschiebende Wirkung zu erteilen. Das Strassenverkehrsamt verzichtete am 27.
November 2018 auf eine Vernehmlassung. Mit Verfügung vom 30. November 2018
wies der Verfahrensleiter das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab
(ZV-2018/87).
Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der
Rekurs vom 16. Oktober 2018 (Datum der Postaufgabe: 18. Oktober 2018) ist
rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) In formeller Hinsicht macht der Rekurrent sinngemäss eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs geltend, indem die Vorinstanz die Anträge in der Stellungnahme
vom 15. September 2018 nicht geprüft habe.
b) Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 der Bundesverfassung
(SR 101, abgekürzt: BV) leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung auch die
Pflicht der Behörde ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133
III 439 E. 3.3, 133 I 270 E. 3.1, 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b). Als
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persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz, dass die
Behörde die Vorbringen der vom Entscheid oder der Verfügung in ihrer Rechtsstellung
Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt und ihren Entscheid vor
diesem Hintergrund begründet (vgl. Steinmann, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/
Vallender, Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014,
Art. 29 N 49). Der von einem Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll wissen,
warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden oder verfügt hat; die
Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass er den Entscheid oder die
Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III 439 E. 3.3, 129 I
232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage
2016, N 1071). Dies ist nur möglich, wenn sowohl der Betroffene als auch die
Rechtsmittel-instanz sich über die Tragweite des Entscheids oder der Verfügung ein
Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid oder ihre Verfügung stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die
Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen
Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
oder die Verfügung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1;
Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 1071). Umfang und Dichte der Begründung richten
sich generell nach den Umständen (Steinmann, a.a.O., Art. 29 N 49). Ist die Sachlage
klar und sind die anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese
Rechtsnormen genügen, während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von
Ermessen oder unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht
fallenden Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia
110 E. 2b, 104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., Art. 29 N 49). Die Begründungspflicht,
welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV fliesst,
hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP
ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter anderem
die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen VerwGE B 2009/211 vom
18. März 2010 E. 2.1, im Internet abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
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c) Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, dass sie die
Stellungnahme vom 15. September 2018 erhalten und zur Kenntnis genommen habe.
Mit Zwischenverfügung vom 24. Oktober 2017 sei eine verkehrsmedizinische
Untersuchung angeordnet worden, welche am 4. Juni 2018 stattgefunden habe. Auf
rechtskräftige Verfügungen könne nicht mehr eingegangen werden. Dennoch sei zu
erwähnen, dass bei einem Mischkonsum (Kokain, Cannabis) der Führerausweis immer
vorsorglich entzogen und eine verkehrsmedizinische Untersuchung angeordnet werde.
Das Gutachten vom 13. August 2018, in dem von einem erheblichen
Alkoholüberkonsum beziehungsweise Alkoholmissbrauch ausgegangen werde, zeige
keine offenkundigen Mängel. Es erscheine schlüssig und sei nachvollziehbar
begründet, weshalb ein Sicherungsentzug ausgesprochen werden müsse. Private,
berufliche und wirtschaftliche Nachteile, die aus dem Entzug des Führerausweises
entstünden, seien ausser Betracht zu lassen, da das Schutzbedürfnis der Allgemeinheit
vor ungeeigneten Fahrzeugführern dem Besitz des Führerausweises übergeordnet sei.
Diese Ausführungen zeigen, dass sich die Vorinstanz mit den Vorbringen des
Rekurrenten auseinandergesetzt hat. Die angefochtene Verfügung ist zwar knapp, aber
jedenfalls noch so abgefasst, dass sich der Rekurrent über deren Tragweite ein Bild
machen und sie sachgerecht anfechten konnte. Die massgebenden Überlegungen und
Rechtsnormen wurden genannt. Insgesamt genügt die Begründungsdichte den
Anforderungen an das rechtliche Gehör.
3.- a) Der Rekurrent macht in materieller Hinsicht zunächst geltend, dass die mit
Verfügung vom 24. Oktober 2017 angeordnete verkehrsmedizinische Untersuchung zu
Unrecht angeordnet worden sei. Das Strafverfahren wegen Fahrens in fahrunfähigem
Zustand im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 30. August 2017 sei mit Verfügung
des Untersuchungsamtes Y vom 31. August 2018 eingestellt worden. Er sei also nicht
in fahrunfähigem Zustand gefahren. Und ein einmaliges Fahren in angetrunkenem
Zustand, wie am 26. Juli 2017 mit einer BAK von 0,76 Gewichtspromille geschehen,
reiche für die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung nicht aus. Mit der
Einstellung des Strafverfahrens hätte auch das Administrativmassnahmeverfahren
eingestellt werden müssen.
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b) Gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. c VRP kann gegen Verfügungen und Entscheide die
Wiederaufnahme des Verfahrens mit der Begründung verlangt werden, die Behörde
habe wesentliche Tatsachen oder Beweismittel, die zur Zeit des Erlasses der Verfügung
oder des Entscheids bestanden hätten, nicht gekannt. Die Vorinstanz hielt in der
Verfügung vom 24. Oktober 2017, womit sie die verkehrsmedizinische Untersuchung
anordnete, fest, der Rekurrent habe am 30. August 2017 in fahrunfähigem Zustand
einen Personenwagen gelenkt. Das Untersuchungsamt Y stellte das Strafverfahren
wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
30. August 2017 mit Verfügung vom 31. August 2018 allerdings ein, was einem
Freispruch gleichkommt. Dem Rekurrenten ist somit zuzustimmen, dass er am 30.
August 2017 nicht in fahrunfähigem Zustand ein Fahrzeug lenkte. Damit liegt zwar eine
neue Erkenntnis vor. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist diese aber nicht
wesentlich, das heisst nicht geeignet, einen für den Rekurrenten vorteilhaften Entscheid
herbeizuführen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2.
Aufl. 2003, Rz. 1193). Die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme wären bereits aus
diesem Grund nicht erfüllt. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die verkehrsmedizinische
Untersuchung zu Unrecht angeordnet wurde. Denn gemäss eigenen Angaben
konsumierte der Rekurrent im August 2017 während einer Waldparty Kokain und
zudem unregelmässig und anlassbezogen Cannabis (act. 10/88). Hinzu kommt die
Trunkenheitsfahrt vom 26. Juli 2017 mit einer minimalen BAK von 0,76
Gewichtspromille. Aber selbst wenn die verkehrsmedizinische Untersuchung zu
Unrecht angeordnet worden wäre, so dürfte das Ergebnis der Untersuchung
angesichts des überwiegenden öffentlichen Interesses am Schutz der
Verkehrsteilnehmer dennoch verwertet werden. Das Bundesgericht hielt fest, dass
selbst rechtswidrig erlangte Beweismittel, die im Rahmen nach den Art. 16a bis 16c
des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) nicht verwertet werden
dürfen, im Rahmen des Art. 15d Abs. 1 SVG als Grundlage für die Anordnung einer
Eignungsabklärung verwertet werden dürfen (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_201/2012 vom 12. Dezember 2012; Weissenberger, Kommentar SVG und OBG,
2. Aufl. 2015, Art. 15d N 20). Dasselbe muss für die Anordnung eines
Sicherungsentzugs gemäss Art. 16d Abs. 1 SVG gelten.
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4.- Im Rekurs ist sodann umstritten, ob die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Führerausweis gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten des IRM am
Kantonsspital St. Gallen vom 13. August 2018 zu Recht wegen mangelnder
Fahreignung auf unbestimmte Zeit entzog und die Wiedererteilung des
Führerausweises von einer Alkohol- und Drogenabstinenz sowie einer positiv
verlaufenen verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung abhängig machte.
a) Die Vorinstanz erwog in der angefochtenen Verfügung, die Haaranalyseergebnisse
(EtG-Konzentration von 100 pg/mg) und der blutlaborchemische CDT-Wert von 3,8 %
(Referenzwert < 1,3 %) würden einen regelmässigen, übermässigen Alkoholkonsum
belegen. Im Gutachten vom 13. August 2018 werde von einem zumindest
phasenweisen Kokain- und Cannabismissbrauch sowie einem bestehenden,
erheblichen Alkoholüberkonsum beziehungsweise Alkoholmissbrauch ausgegangen.
Es gäbe keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen
würden. Unter diesen Umständen sei ein Sicherungsentzug gestützt auf Art. 16d Abs. 1
lit. b SVG auszusprechen.
Der Rekurrent macht demgegenüber geltend, dass er nie bestritten habe, Alkohol zu
konsumieren. Er habe jedoch nie die Auflage einer Alkoholabstinenz erhalten.
Suchtmerkmale weise er trotz des Konsums keine auf. So trinke er nicht mehr als
abends ein bis zwei Feierabendbiere und gelegentlich ein Glas Wein unter Freunden.
Mit Ausnahme des Vorfalls vom 26. Juli 2017 setze er sich nach dem Konsum von
Alkohol nie ans Steuer. Er könne den Genuss von Alkohol und die Teilnahme am
Strassenverkehr trennen und stelle keine Gefahr im Strassenverkehr dar. Im Gutachten
werde weder der Bericht des Hausarztes vom 1. Juni 2018 beachtet, welcher einen
mässigen Alkoholkonsum bestätige, noch seien seine persönlichen Verhältnisse,
insbesondere die Trinkgewohnheit, abgeklärt worden. Ein einziger Laborwert genüge
nicht, um eine Suchtproblematik festzustellen. Die Abklärung einer Alkoholsucht sei
zudem nie Gegenstand der eigentlichen Ermittlungen aufgrund des Vorfalls vom 30.
August 2017 gewesen.
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b) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die Fahreignung.
Dieser Begriff umschreibt die körperlichen und geistigen Voraussetzungen, um ein
Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss
grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Unter anderem verfügt über
Fahreignung, wer frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen
beeinträchtigt (Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG). Wird nachträglich festgestellt, dass die
gesetzlichen Anforderungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der
Führerausweis zu entziehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG
wird der Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer
Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst. Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts
stimmt mit jenem der Medizin nicht überein. Das verkehrsrechtliche Verständnis der
Sucht erlaubt, auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein die
Verkehrssicherheit beeinträchtigender regelmässiger Alkohol- oder Drogenmissbrauch
vorliegt, vom Führen eines Motorfahrzeugs fernzuhalten. Gegenüber dem
medizinischen ist beim verkehrsrechtlichen Suchtbegriff der Bezug zum
Strassenverkehr von entscheidender Bedeutung. Eine Sucht oder Suchtgefährdung ist
strassenverkehrsrechtlich dann relevant, wenn sie so beschaffen ist, dass die Gefahr
besteht, dass sich die betroffene Person in nicht fahrfähigem Zustand ans Lenkrad
setzen wird. Das Bundesgericht bejaht das Vorliegen einer Alkoholsucht, wenn die
betroffene Person regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit
vermindert wird und sie diese Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den
eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag. Auf eine fehlende
Fahreignung darf geschlossen werden, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist,
Alkoholkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe
liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten
Strassenverkehr teilnimmt. Ähnliches gilt für die Drogensucht. Eine solche nimmt das
Bundesgericht an, wenn die Abhängigkeit von der Droge derart ist, dass der Betroffene
mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines
Fahrzeugs in einem – dauernden oder zeitweiligen – Zustand zu setzen, der das sichere
Führen nicht mehr gewährleistet (BGE 129 II 82 E. 4.1 und 127 II 122 E. 3;
Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 44 und 47).
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c) aa) Da ein Sicherungsentzug stark in den Persönlichkeitsbereich eingreift, sind die
persönlichen Verhältnisse des Betroffenen genau abzuklären. Das Ausmass der
notwendigen behördlichen Nachforschungen richtet sich nach den Umständen des
Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II
82 E. 2.2). Die Vorinstanz stützt den Sicherungsentzug des Führerausweises auf das
Gutachten vom 13. August 2018.
bb) Ärztlichen Gutachten kommt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(BGE 123 V 331 E. 1c). Das verkehrsmedizinische Gutachten unterliegt der freien
richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 und Art. 58 Abs. 1 VRP). In Sachfragen
weicht der Richter nur aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab. Er
prüft, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien
ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen
Punkten aufdrängen. In diesem Fall hat er nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung
der Zweifel zu erheben (BGE 133 II 384 E. 4.2.3 mit weiteren Hinweisen). Das
verkehrsmedizinische Gutachten soll in der Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde
hinsichtlich der Fragestellung würdigen und so gewichten, dass die
Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung auch für einen Laien
nachvollziehbar sind (Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens, Würdigung, Folgefragen aus
verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2009,
St. Gallen 2009, S. 58).
Das verkehrsmedizinische Gutachten vom 13. August 2018 stützt sich auf die
Vorgeschichte des Rekurrenten gemäss den Akten, die verkehrsmedizinische
Untersuchung vom 4. Juni 2018, Fremdauskünfte und die Resultate der
Laboruntersuchungen. Im Gutachten wird ausgeführt, dass die Urinprobe auf gängige
und weniger gängige Drogen (inkl. Cannabis) und psychotrope Medikamente ein
negatives Ergebnis gebracht habe. Die Haaranalyse auf Drogen sei ebenfalls negativ
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verlaufen, weshalb die Drogenabstinenzangaben des Rekurrenten zu bestätigen seien.
Die forensisch-toxikologische Haaranalyse auf EtG habe eine EtG-Konzentration von
100 pg/mg ergeben. Dieser Wert repräsentiere einen auf die untersuchte Haarlänge von
5 cm bezogenen Durchschnittswert und entspreche gängigen, wissenschaftlichen
Lehrmeinungen zufolge einem deutlich übermässigen Alkoholkonsum (der
Referenzwert für moderaten Alkoholkonsum liege bei < 30 pg/mg). Gestützt darauf und
auf den blutlaborchemischen CDT-Wert von 3,8 % (Referenzwert < 1,3 %) sei von
einem bestehenden, erheblichen Alkoholüberkonsum bzw. Alkoholmissbrauch
auszugehen, weshalb die Fahreignung nicht befürwortet werden könne. Hinweise auf
einen persistierenden Drogenkonsum hätten sich nicht ergeben.
cc) Anders als bei der Laboranalytik anhand der aus dem Blut ermittelten Parameter
CDT, GGT, GOT, GPT und MCV (vgl. BGE 129 II 82 E. 6.2.1), womit Alkoholkonsum
nicht direkt nachgewiesen werden kann, handelt es sich bei der forensisch-
toxikologischen Haaranalyse auf EtG um eine direkte, beweiskräftige Analysemethode,
deren Resultate objektive Rückschlüsse zum Alkoholkonsum eines Probanden
während einer bestimmten Zeit erlauben (vgl. zum Ganzen Schweizerische Gesellschaft
für Rechtsmedizin, Arbeitsgruppe Haaranalytik, Bestimmung von Ethylglucuronid [EtG]
in Haarproben, Version 2014, Ziff. 3.1). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung
anerkennt die Haaranalyse als geeignetes Mittel zum Nachweis sowohl eines
übermässigen Alkoholkonsums als auch der Einhaltung einer Abstinenzverpflichtung.
Die Haaranalyse gibt direkten Aufschluss über den Alkoholkonsum. Nach dem
Alkoholkonsum wird das Abbauprodukt EtG im Haar eingelagert. Weil EtG ein
Abbauprodukt von Alkohol ist, korreliert die festgestellte EtG-Konzentration mit der
aufgenommenen Menge an Trinkalkohol. Aufgrund des Kopfhaar-Längenwachstums
von rund einem Zentimeter pro Monat lassen sich Aussagen über den Alkoholkonsum
während der entsprechenden Zeit vor der Haarentnahme machen (vgl. BGer
1C_491/2017 vom 9. Mai 2018 E. 3.2, 1C_615/2014 vom 11. Mai 2015 E. 2.3.1; BGE
140 II 334 E. 3 mit Hinweisen).
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dd) Die dem Rekurrenten anlässlich der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 4.
Juni 2018 abgenommene Kopfhaarprobe wies einen EtG-Gehalt von 100 pg/mg auf.
Wie im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 13. August 2018 dazu ausgeführt wird,
weist diese hohe Konzentration auf einen regelmässigen und übermässigen
Alkoholkonsum in den rund fünf Monaten vor der Probeentnahme hin. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist dies bereits bei EtG-Werten von 45 und
66 pg/mg der Fall (vgl. BGer 1C_150/2010 vom 25. November 2010 E. 5.3). Ein EtG-
Wert von 94 pg/mg begründet nach der Praxis des Bundesgerichts ein
schwerwiegendes Indiz für einen verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch mit
Suchtgefährdung im Sinne von Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (vgl. BGer 1C_243/2010 vom
10. Dezember 2010 E. 2.7). Der vorliegend festgestellte EtG-Wert entspricht einem
Mehrfachen des Wertes von 30 pg/mg, wo die Mediziner die Grenze zum
übermässigen Alkoholkonsum lokalisieren (vgl. Schweizerische Gesellschaft für
Rechtsmedizin, a.a.O., Ziff. 6.2; vgl. BGE 140 II 334 E. 7). Bereits eine Konzentration
von 30 pg/mg EtG deutet auf einen massiven täglichen Alkoholkonsum von über
60 Gramm Ethanol hin (vgl. Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin, a.a.O.,
Ziff. 6.1 und 6.2; Consensus of the Society of Hair Testing on Hair Testing for Chronic
Excessive Alcohol Consumption 2009, in: Toxichem Krimtech 76/2009 S. 252,
www.gtfch.org). Der im Gutachten ausgewiesene EtG-Wert von 100 pg/mg belegt
damit einen durchschnittlichen Alkoholkonsum von weit mehr als 60 Gramm Ethanol
pro Tag, was einem massiven täglichen Alkoholüberkonsum in den rund fünf Monaten
vor der Entnahme der Haarprobe vom 4. Juni 2018 entspricht. Es ist nachvollziehbar,
dass die Gutachter von einem erheblichen Alkoholmissbrauch ausgingen.
ee) Der Rekurrent machte gegenüber den Gutachtern geltend, dass er zirka alle zwei
Tage, manchmal auch jeden Tag ein bis zwei Flaschen Bier à 5 dl trinke. Am Samstag
und Sonntag konsumiere er auch ein bis zwei Flaschen Bier à 5 dl, wobei es am
Sonntag eher weniger sei. Zu gutem Essen trinke er mit seiner Freundin zirka ein- bis
zweimal pro Woche ein Glas Rotwein. Morgens habe er noch nie Alkohol zu sich
genommen. Er habe kein Problem mit Alkohol. Beim Ereignis vom 26. Juli 2017 habe er
in einer Bar zwei Whiskey Cola und ein Bier getrunken und sei danach in eine
Polizeikontrolle geraten.
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Angesichts des hohen EtG-Wertes in der Haarprobe von 100 pg/mg ist erstellt, dass
die tatsächliche Trinkmenge im Zeitraum von rund fünf Monaten vor der Untersuchung
am 4. Juni 2018 wesentlich höher als 60 Gramm Ethanol pro Tag gewesen sein muss.
Es besteht damit ein klarer Widerspruch zwischen den Angaben des Rekurrenten und
dem Messwert, was ein Hinweis auf eine Bagatellisierung der Alkoholproblematik ist.
Der Rekurrent scheint nicht fähig oder willens, sich kritisch mit seinem Trinkverhalten
auseinanderzusetzen. Es fehlt ihm offensichtlich am entsprechenden
Problembewusstsein. Wenn jemand regelmässig so viel Alkohol trinkt, dass er die
genannten Grenzwerte überschreitet, wird der betroffenen Person die Fahreignung
abgesprochen werden müssen, weil dann die naheliegende Gefahr besteht, dass sie in
fahrunfähigem Zustand ein Fahrzeug lenkt. Bei einem regelmässigen, nach den
gesetzlichen Grenzwerten als übermässig geltenden Alkoholkonsum stellt ein
Sicherungsentzug die Regel dar. Ein solches Konsumverhalten erlaubt es kaum je,
ausreichend zwischen dem Suchtmittelkonsum und dem Strassenverkehr zu trennen
(Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 30). Unter den gegebenen Umständen muss beim
Rekurrenten von einem verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung
ausgegangen werden. Er ist damit mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt,
sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen
nicht mehr gewährleistet. Diese Gefahr hat sich am 26. Juli 2017 verwirklicht. Vor
diesem Hintergrund erweist sich die Schlussfolgerung der Gutachter, dass die
Fahreignung wegen erheblichen Alkoholüberkonsums nicht befürwortet werden könne,
als widerspruchsfrei, nachvollziehbar und schlüssig. Daran ändert nichts, dass die
Abklärung einer Alkoholproblematik nicht Gegenstand der eigentlichen Untersuchung
war. Ebenso wenig vermag das Zeugnis des Hausarztes des Rekurrenten vom 1. Juni
2018 am Ergebnis des Gutachtens etwas zu ändern. Einerseits kommt dem
Hausarztzeugnis nicht der gleich hohe Stellenwert wie einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung zu, und andererseits stützte sich der Hausarzt hinsichtlich des
Alkoholkonsums lediglich auf die Angaben des Rekurrenten.
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Dass die Gutachter unter den gegebenen Umständen nicht – wie vom Rekurrenten
geltend gemacht – weitere persönliche Verhältnisse abklärten und insbesondere nicht
im beruflichen und familiären Umfeld des Rekurrenten Auskünfte einholten, ist
angesichts des klaren Ergebnisses der Analyse der Haarprobe und des Fahrens in
angetrunkenem Zustand vom 26. Juli 2017 nicht zu beanstanden. Da sich der direkte
Nachweis des Alkoholkonsums durch die Haaranalyse durchgesetzt hat, erübrigen sich
weitergehende und teils durchaus heikle Abklärungen im Umfeld in der Regel, um zu
einem sicheren Befund zu gelangen (vgl. BGer 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.5).
d) Insgesamt ergibt sich damit, dass die Vorinstanz zu Recht auf das
verkehrsmedizinische Gutachten vom 13. August 2018 abgestellt und den
Führerausweis des Rekurrenten gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG entzogen hat.
Dass das Strafverfahren wegen Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand im
Zusammenhang mit dem Vorfall vom 26. Juli 2017 mit Verfügung vom 31. August 2018
eingestellt wurde, was einem Freispruch gleichkommt, ändert an diesem Ergebnis
nichts. Ein Sicherungsentzug setzt keine schuldhafte Widerhandlung im
Strassenverkehr voraus (BGer 6A.106/2006 vom 14. Juni 2007 E. 9.1). Er bezweckt, die
zu befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen ungeeigneten
Fahrzeugführer in der Zukunft zu verhindern und wird allein aus Gründen der
Verkehrssicherheit angeordnet (BGer 1C_147/2017 vom 22. Juni 2017 E. 3.6).
5.- a) Gemäss Art. 17 Abs. 3 SVG kann der auf unbestimmte Zeit entzogene
Führerausweis bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige
gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die
Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat. Eine
Wiedererteilung des Ausweises bei einem Sicherungsentzug wegen fehlender
Fahreignung kommt somit nur in Frage, wenn die Fahreignung wiederhergestellt ist. Die
vom Entzug betroffene Person hat ein Gesuch um Wiedererteilung des
Führerausweises zu stellen und mit den erforderlichen Beweismitteln zu belegen, dass
der Mangel, der die Fahreignung ausgeschlossen hat, behoben ist (BSK SVG-Rütsche/
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Weber, Basel 2014, Art. 17 N 22). Bei einer Alkohol- und/oder Drogenproblematik wird
der Führerausweisentzug aufgehoben, wenn eine erfolgreiche Behandlung des
Suchtleidens stattgefunden hat. Dies bedeutet, dass die betreffende Person eine
kontrollierte Abstinenz nachweisen muss und eine erneute verkehrsmedizinische
Begutachtung positiv verläuft. Die Einhaltung der Totalabstinenz wird durch den
Hausarzt, allenfalls den behandelnden Psychiater, ein Institut für Rechtsmedizin und/
oder eine Suchtberatungsstelle kontrolliert. Die Wiederbewerbung und somit auch die
damit verbundene verkehrsmedizinische Neubeurteilung ist erst dann sinnvoll, wenn
die vorliegende Problematik therapeutisch erfolgreich angegangen wurde und die
verlangte Totalabstinenz auch wirklich belegt werden kann (Seeger, Alkohol und
Fahreignung, in: Arbeitsgruppe Verkehrsmedizin [Hrsg.], Handbuch der
verkehrsmedizinischen Begutachtung, 1. Aufl. 2005, S. 27). Auch nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei Suchtleiden die Wiedererteilung des
Führerausweises an die Einhaltung einer kontrollierten Abstinenz zu knüpfen (BGer
1C_26/2011 vom 25. Juli 2011 E. 4.1).
b) Dass die Vorinstanz die Wiedererteilung des Führerausweises von einer kontrollierten
und fachlich betreuten Alkoholabstinenz und aufgrund des nachgewiesenen Kokain-
und Cannabiskonsums einer Drogenabstinenz (Arzt und Beratungsstelle, mit
entsprechenden Berichten) von mindestens sechs Monaten Dauer und einer die
Fahreignung befürwortenden verkehrsmedizinischen Untersuchung abhängig gemacht
hat, ist nicht zu beanstanden; dies entspricht der gängigen Praxis. Da die Änderung
des Alkoholtrinkverhaltens stabil gefestigt und eine allfällige den Alkoholmissbrauch
bedingende Persönlichkeitsproblematik erkannt und entscheidend korrigiert worden
sein muss, gehört zu den Minimalkriterien für den Nachweis der kontrollierten
Alkoholabstinenz das Aufsuchen einer Beratungs- oder Therapiestelle. Ohne
fachspezifische Therapie sind ein grundlegender Einstellungswandel und ein
entsprechendes Problembewusstsein nur schwer zu erreichen.
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6.- Der Rekurrent verlangt schliesslich, auf die von der Vorinstanz erhobene Gebühr sei
zu verzichten und es sei ihm für den Erwerbsausfall aufgrund des
Führerausweisentzugs eine Entschädigung auszurichten.
a) In Verfahren nach Art. 94 Abs. 1 VRP hat derjenige eine Gebühr zu entrichten, der
eine Amtshandlung zum eigenen Vorteil oder durch sein Verhalten veranlasst hat. Als
Verhaltensverursacher gilt, wer unmittelbar durch sein Verhalten eine Amtshandlung
bewirkt. Ein Verschulden ist nicht erforderlich (Hirt, Die Regelung der Kosten nach
st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 74). Gemäss
Ziff. 20.12 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5)
beträgt die Gebühr für Verfügungen in einem Verwaltungsverfahren, soweit keine
andere Gebühr festgelegt ist, zwischen Fr. 150.– und Fr. 2'300.–. Der mit der
angefochtenen Verfügung der Vorinstanz vom 3. Oktober 2018 angeordnete
Sicherungsentzug ist zu bestätigen, weshalb die Gebühr des vorinstanzlichen
Verfahrens zu Recht dem Rekurrenten auferlegt wurde. Die Höhe der Gebühr wurde
vom Rekurrenten nicht gerügt. Die Vorinstanz bezifferte die Verfahrenskosten auf
Fr. 390.– und bewegte sich damit in der für eine Verfügung in einem
Verwaltungsverfahren vorgesehenen Bandbreite, und zwar im untersten Bereich. Die
erhobene Gebühr ist deshalb zu bestätigen.
b) Auf den Antrag des Rekurrenten, es sei ihm für den Erwerbsausfall aufgrund des
Führerausweisentzugs eine Entschädigung auszurichten, wird mangels sachlicher
Zuständigkeit der VRK nicht eingetreten. Gemäss Art. 72 lit. a VRP und Art. 13 des
Verantwortlichkeitsgesetzes (sGS 161.1) beurteilt das Zivilgericht öffentlich-rechtliche
Entschädigungsansprüche gegenüber dem Staat, öffentlich-rechtlichen Körperschaften
oder Anstalten (vgl. auch Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 483).
7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das
verkehrsmedizinische Gutachten vom 13. August 2018 abgestellt, die Fahreignung des
bis
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Rekurrenten gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG verneint, den Führerausweis auf
unbestimmte Zeit entzogen und die Wiedererteilung des Führerausweises von einer
kontrollierten und fachlich betreuten Alkohol- und Drogenabstinenz (Arzt und
Beratungsstelle, mit entsprechenden Berichten) von mindestens sechs Monaten und
einer positiv lautenden verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung abhängig gemacht
hat. Der mit dem Sicherungsentzug verbundene Eingriff in die Persönlichkeitssphäre
des Rekurrenten ist angesichts der auf dem Spiel stehenden öffentlichen Interessen
der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer erforderlich und angemessen und liegt nicht
zuletzt auch in seinem eigenen, wohlverstandenen Interesse (vgl. BGer 6A.15/2000
vom 28. Juni 2000 E. 4). Eine berufliche Angewiesenheit des Rekurrenten auf den
Führerausweis kann nicht berücksichtigt werden, da dieses Kriterium
administrativrechtlich einzig für die Bemessung der Dauer eines Warnungsentzugs,
nicht aber für einen Sicherungsentzug relevant ist (vgl. Art. 16 Abs. 3 SVG; BGer 6A.
23/2004 vom 11. Juni 2004 E. 2.2). Der Rekurs ist dementsprechend abzuweisen,
soweit darauf einzutreten ist.
8.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während des
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die gesetzlich vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 und Art. 51 VRP).
9.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.–, worunter die
Kosten für die Zwischenverfügung zur aufschiebenden Wirkung vom 30. November
2018 (ZV-2018/87) von Fr. 200.–, erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 111 und 122
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist
damit zu verrechnen.
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