Decision ID: 11106fe9-ea10-5703-b33d-a4fa35f2156a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
U._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. August Holenstein, Rorschacher Strasse 107,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
und
Rentenanstalt Swiss Life, General Guisan-Quai 40, Postfach,
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St.Galler Gerichte
8022 Zürich,
Beigeladene,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a U._, geboren 1956, stürzte am 26. Februar 2002 während der Arbeit aus
ungefähr vier Metern Höhe von einer Leiter und erlitt eine offene distale, stark
dislozierte intraarticuläre Radiusfraktur links sowie eine Nasenbeinfraktur (act. G
5.1/13.6). Mit Verfügung vom 15. Juli 2003 sprach der leistungspflichtige
Unfallversicherer dem Beschwerdeführer eine 15%ige Invalidenrente und gestützt auf
eine 15%ige Integritätseinbusse eine Integritätsentschädigung zu (act. G 5.2.48).
A.b Am 5. Oktober 2003 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an
(act. G 5.1/1.1 ff.). Der behandelnde Arzt, Dr. med. A._, berichtete im Arztbericht vom
29. Dezember 2003, dass der Versicherte seit 26. Februar 2002 infolge eines Status
nach offener distaler, stark dislozierter intraartikulärer Radiusfraktur links bis auf
weiteres zu 100% arbeitsunfähig sei in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
angelernter Elektromonteur. Für Arbeiten, bei denen er vor allem die rechte Hand
gebrauchen könne, bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (act. G 5.1/13.1). Mit Schreiben
vom 17. Januar 2005 an die IV-Stelle ergänzte Dr. med. A._ seine bisherige
Diagnose: aetiologisch unklare rezidivierend auftretende Attacken von grobschlägigem
Tremor, begleitet von ausgeprägten vegetativen Symptomen wie starkem
Schweissausbruch, hypertonen Blutdruckwerten und grosser innerer Unruhe sowie
zunehmend depressive Entwicklung bei psychosozialer und familiärer
Überforderungssituation (act. G 5.1/26.1).
B.
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B.a Mit Verfügung vom 23. Februar 2005 lehnte die IV-Stelle mangels
anspruchsbegründenden Invaliditätsgrades das Rentengesuch des Versicherten ab
(act. G 5.1/29). Dagegen erhob der Versicherte am 29. März 2005 Einsprache (act. G
5.1/33).
B.b Dr. med. B._, Neurologie FMH, diagnostizierte im Arztbericht vom 2. Februar
2005 rezidivierende wahrscheinlich psychovegetative Anfälle bei psychosozialen
Problemen sowie wahrscheinlicher Fehlverarbeitung von Unfallfolgen und bei
Hypertonie (act. G 5.1/41.3).
B.c Vom 22. August bis 2. September 2005 war der Versicherte im Kantonsspital
St. Gallen (KSSG), Departement Innere Medizin, hospitalisiert. Die behandelnden Ärzte
des KSSG stellten folgende Diagnosen: 1. Status nach traumatischer Radiusfraktur
links, 2. ein chronisches Schmerzsyndrom, 3. eine hypertensive Herzkrankheit und
4. anamnestisch rezidivierende Synkopen (act. G 5.1/45.2).
B.d In der Einsprachebegründung vom 30. Januar 2006 machte der Versicherte
geltend, dass bei ihm keine zumutbare Teilarbeitsfähigkeit (mehr) bestehe (act.
G 5.1/47). Am 15. September 2006 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Ostschweiz
mit einer interdisziplinären Begutachtung des Versicherten (act. G 5.1/61). Am
27. September 2006 widerrief sie die angefochtene Verfügung vom 23. Februar 2005
und stellte eine neue Verfügung in Aussicht (act. G 5.1/63).
B.e Vom 6. bis 8. November 2006 wurde der Versicherte in der MEDAS Ostschweiz
orthopädisch, internistisch und psychiatrisch untersucht. Mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter ein subacromiales
Impingment der linken Schulter, eine Handgelenksarthrodese links nach offener Fraktur
sowie eine Anpassungsstörung mit depressiven Verstimmungen, Angst- und
neurovegetativen Reaktionen bei einem chronischen Schmerzsyndrom infolge
Unfallverletzung (act. G 5.1/69.17). In ihrer Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter
zum Schluss, dass der Versicherte für eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 60%
arbeitsfähig sei (act. G 5.1/69.22).
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B.f Gestützt auf das MEDAS-Gutachten ermittelte die IV-Stelle einen 35%igen
Invaliditätsgrad und stellte mit Vorbescheid vom 30. Januar 2007 die Ablehnung eines
Rentenanspruchs in Aussicht (act. G 5.1/75).
C.
C.a Der Versicherte erhob dagegen am 6. Februar 2007 Einwand. Er machte geltend,
die Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens sei nicht korrekt vorgenommen
worden. Des Weiteren sei gestützt auf das MEDAS-Gutachten von einer 40%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen und nicht bloss von einer 35%igen. Ferner rügte er,
dass die IV-Stelle keine konkreten Verweisungstätigkeiten benannt habe (act. G
5.1/76).
C.b Die IV-Stelle verfügte am 28. März 2007 im Sinne des Vorbescheids vom 30.
Januar 2007 (act. G 5.1/77).
D.
D.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. Mai 2007. Der
Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer halben Rente,
eventualiter einer Viertelsrente. Der Beschwerdeführer rügt hauptsächlich den von der
Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einkommensvergleich; das Valideneinkommen
sei zu niedrig, das Invalideneinkommen zu hoch angesetzt worden. Zusätzlich
bemängelt er, dass die Auswirkungen der somatischen Beschwerden im MEDAS-
Gutachten nicht hinreichend berücksichtigt worden seien. Im Übrigen wiederholt er
seine bereits im Einwand erhobene Kritik (act. G 1).
D.b In der Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Sie macht geltend, dass ausgehend von
einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit und einem leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn
im Umfang von 10% ein Invaliditätsgrad von 46% und somit ein Anspruch auf eine
Viertelsrente ab März 2003 resultiere (act. G 5).
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D.c Mit Replik vom 12. Juli 2007 bringt der Beschwerdeführer vor, dass er trotz der von
der Beschwerdegegnerin beantragten teilweisen Gutheissung an seinem
Hauptbegehren – der Zusprache einer halben Rente – festhalte (act. G 7).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 9).
D.e Die Verfahrensleitung lud mit Schreiben vom 18. Juli 2008 die Rentenanstalt Swiss
Life dem Verfahren bei und eröffnete ihr eine Frist für eine Stellungnahme (act. G 11).
Die Beigeladene liess die Frist unbenützt verstreichen.
D.f Mit Schreiben vom 14. Oktober 2008 ersucht die Verfahrensleitung den
zuständigen Unfallversicherer um Einreichung seiner seit April 2006 ergangenen
medizinischen Akten (act. G 12). Am 27. Oktober 2008 stellt der Unfallversicherer die
eingeforderten Akten zu (act. G 13). In dem im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
eingeholten medizinischen Gutachten des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und
Hygiene AG (AEH) vom 26. März 2007 kam der neurologische Gutachter zum Schluss,
dass aus rein unfallversicherungsrechtlicher Sicht eine 15%ige Arbeitsunfähigkeit
bestehe. Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht erachtete er die von der MEDAS
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40% als schlüssig. Er könne sich dieser Beurteilung
anschliessen (act. G 13.154, S. 14). Den Parteien wurde Gelegenheit zur Einsichtnahme
in die Akten des Unfallversicherers und allfälligen Stellungnahme gegeben (act. G 14).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Akteneinsicht. Der Beschwerdeführer
nahm nach Einsicht in die Akten am 1. Dezember 2008 Stellung und machte im
Wesentlichen geltend, dass sich daraus eine Lohneinbusse von über 50% ergebe (act.
G 17).

Erwägungen:
1.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
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verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Die Rentenabstufungen in aArt. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20, in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung)
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.
2.1 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
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besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Was
Berichte von Hausärzten angeht, darf und soll die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt
werden, dass Hausärzte aufgrund des Auftrags- und teilweise persönlichen
Verhältnisses zu ihren Patienten in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten ihrer
Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des
Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen
allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht
vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich
einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung
durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen
Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ-
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai
2007 i.S. M., I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
2.2 Der Beschwerdeführer rügt, dass die von den Gutachtern ermittelte 60%ige
Arbeitsfähigkeit unzutreffend sei.
2.3 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Es wurden die Vorakten verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden berücksichtigt. Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin enthaltenen Schlussfolgerungen,
namentlich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, –
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entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – zu überzeugen. Das MEDAS-
Gutachten erfüllt mithin alle praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige Gutachten
(vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.
2.4 Der Beschwerdeführer vermag keine konkreten Mängel an der
Gutachtenserstellung zu benennen. Ebenso ist die fachärztliche Qualifikation der
Gutachter unbestritten geblieben. Seine Kritik am MEDAS-Gutachten beschränkt sich
darauf, dass die geringe Berücksichtigung der somatischen Beschwerden im Umfang
von 5% nicht nachvollziehbar sei.
2.4.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass bei Zusammentreffen verschiedener
Gesundheitsbeeinträchtigungen deren erwerblichen Auswirkungen sich in der Regel
überschneiden, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls aufgrund einer
sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen
ist. Eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen und
Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade ist nicht zulässig (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. März 2003 i.S. E., I 850/02, E. 6.4.1 mit
Hinweisen).
2.4.2 Ausgehend von der erhobenen Diagnose (Anpassungsstörung mit depressiven
Verstimmungen, Angst und neurovegetativen Reaktionen bei einem chronischen
Schmerzsyndrom infolge Unfallverletzung [ICD-10: F43.8]) und eigenen
Untersuchungen ermittelte der psychiatrische Teilgutachter eine Arbeitsunfähigkeit von
35% (act. G 5.1/69.29 f.), was vom Beschwerdeführer nicht kritisiert wird. Der
orthopädische Teilgutachter legte unter Berücksichtigung der körperlichen
Beschwerden nachvollziehbar dar, dass alle Arbeiten zumutbar seien, bei denen die
linke Hand als gute Zudienhand eingesetzt werden könne. Hingegen könnten
Überkopfarbeiten sowie schwere körperliche Arbeiten vom Beschwerdeführer nicht
mehr ausgeführt werden (act. G 5.1/69.34). Internistischerseits seien Tätigkeiten unter
Dauerstress zu vermeiden (act. G 5.1/69.22). Im Rahmen der isolierten Betrachtung
wird in den genannten medizinischen Beurteilungen lediglich die Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischen Gründen mit 35% bemessen, während in somatischer Hinsicht nur
vereinzelte Einschränkungen, aber keine prozentuale Arbeitsunfähigkeit angegeben
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wird. Die Gutachter gehen aber gestützt auf eine Gesamtbetrachtung davon aus, dass
die Arbeitsunfähigkeit zusätzlich um 5% höher liege. Nicht zuletzt im Hinblick auf die
Tatsache, dass Schätzungen der Arbeitsunfähigkeit notwendigerweise Ermessenszüge
aufweisen (Urteil des EVG vom 31. März 2006 i.S. G., I 561/05, E. 3.3 und 3.4 mit
Hinweisen), ist die im Rahmen einer sämtliche Behinderungen umfassenden
Gesamtbeurteilung der MEDAS-Gutachter ermittelte 40%ige Arbeitsunfähigkeit nicht
zu beanstanden. Dies gilt umso mehr, als im Gutachten des AEH die Einschätzung der
MEDAS als schlüssig bezeichnet wurde (act. G 13.154, S. 14).
3.
3.1 Mit der Beschwerdegegnerin ist nach dem Gesagten von einer 40%igen
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Nachfolgend sind deren
erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
3.2
3.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (RKUV 1993
Nr. U 168 S. 100 E. 3). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 224 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung ist für die Vornahme des Einkommensvergleichs
auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (vgl.
BGE 129 V 222). Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt die versicherte Person keine Erwerbstätigkeit mehr aus und ist somit
kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, so ist rechtsprechungsgemäss
auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische
Lohnstrukturerhebung abzustellen. Für den Einkommensvergleich ist dabei auf die im
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Anhang enthaltene Statistik der Lohnsätze, d.h. der standardisierten Bruttolöhne
(Tabellengruppe A) abzustellen (BGE 126 V 76 E. 3b).
3.2.2 Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Bestimmung des Valideneinkommens (Fr.
48'043.--) auf den vom Beschwerdeführer zuletzt erzielten Jahresverdienst 2001 ab
und passte diesen an die Nominallohnerhöhung bis 2003 an. Da das durchschnittliche
Bruttojahreseinkommen von Männern im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive
Tätigkeiten) von Fr. 57'745.-- erheblich über dem Valideneinkommen lag, ging die
Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer zuletzt unfreiwillig ein
unterdurchschnittliches Erwerbseinkommen erzielt hat. Sie legte daher der Ermittlung
des Invalideneinkommens das Valideneinkommen zu Grunde. Für die
Restarbeitsfähigkeit von 60% berechnete sie ein Invalideneinkommen von Fr. 28'826.--
(Fr. 48'043.-- x 0.6; act. G 5, S. 6). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden und
entspricht der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur Parallelisierung der
Vergleichseinkommen bei Minderverdienst (BGE 134 V 326 E. 4.1). Sind demnach
Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt
sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. SVR
2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4).
3.3 Zu beurteilen bleibt daher noch die Frage, in welchem Umfang ein sogenannter
Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Nach der
Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische
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Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass
allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche
invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht
nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 328 E. 5.2).
3.3.1 Die Beschwerdegegnerin anerkannte in der Beschwerdeantwort vom 13. Juni
2007 aufgrund der verminderten Belastbarkeit des Beschwerdeführers einen 10%igen
Abzug vom Invalideneinkommen. Diese Bemessung des Leidensabzugs hält einer
Ermessensprüfung nicht stand.
3.3.2 So berücksichtigte die Beschwerdegegnerin keinen Teilzeitabzug. Aus der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Jahres 2006 geht aus der Tabelle T2
(standardisierter monatlicher Bruttolohn in Franken nach Beschäftigungsgrad,
Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht) hervor, dass Männer mit
einem zwischen 50% und 74% liegenden Arbeitspensum im Durchschnitt einen
Lohnnachteil von 9% erleiden. Wie bereits in RKUV 1999 S. 412 ff. anerkannte das
Bundesgericht im Entscheid 9C_603/07 vom 8. Januar 2008, dass nicht nur
Teilzeitarbeit als solche, sondern auch ein ganztägiger Einsatz bei reduzierter
Leistungsfähigkeit die Vornahme eines Abzugs rechtfertige. Es hielt fest, ein rund
hälftiges Arbeitspensum, das lediglich über einen ganzen Arbeitstag verteilt erbracht
werden könne und nicht etwa nur vormittags oder nachmittags, sei aus
betriebswirtschaftlicher Sicht (Auslastung des Arbeitsplatzes) als lohnmässig relevante
Erschwernis für die erwerbliche Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
anzuerkennen (E. 4.2.3). Obwohl das Bundesgericht in einigen Entscheiden gegenteilig
argumentiert (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 2. November 2007 i.S. A,
I 69/07), erscheint es als gerechtfertigt, den sogenannten Teilzeitabzug auch bei
ganztägiger Anwesenheit mit reduzierter Leistungsfähigkeit anzuerkennen. Wird ein
Versicherter für Arbeit im Ausmass von z.B. 50% eines Vollpensums angestellt, so wird
er gewiss keinen höheren Lohn erwarten können, wenn er für diese 50% Leistung
100% der betriebsüblichen Arbeitszeit benötigt. Somit ist dem Bundesgericht in seiner
Argumentation gemäss dem Entscheid 9C_603/07 zu folgen. Im davon abweichenden
Entscheid I 69/07 nannte das Bundesgericht als Beispiel eines Faktors, der eine
Vollzeittätigkeit mit eingeschränktem Leistungsvermögen für einen Arbeitgeber
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attraktiver erscheinen lasse als eine Teilzeittätigkeit, grössere Flexibilität bei der
Einsatzplanung bei vollzeitlicher Anwesenheit (E. 5.2). Dieses Beispiel vermag insofern
nicht zu überzeugen, als dass gerade bei der Einsatzplanung stets darauf Rücksicht
genommen werden muss, dass der invalide Arbeitnehmer nur 50% Leistung erbringen
kann, auch wenn er physisch ganztags anwesend ist. Der reduzierten Leistung müsste
durch zusätzliches Personal oder durch Mehrarbeit der Mitarbeitenden Rechnung
getragen werden. Kein Arbeitgeber wird bereit sein, dem ganztägig anwesenden
Arbeitnehmer für eine Leistung von 80% einen höheren Lohn zu bezahlen als dem
zeitlich nur 80% Anwesenden ohne Leistungseinbusse; tendenziell dürfte eher das
Gegenteil der Fall sein. Da dies jedoch statistisch nicht untersucht wurde, erscheint es
als angezeigt, den statistisch ausgewiesenen Teilzeitnachteil sowohl bei teilzeitlich mit
voller Leistung als auch bei vollzeitlich mit eingeschränkter Leistung arbeitsfähigen
Versicherten anzuwenden (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 29. September 2008, IV 2007/242, E. 4.3.4). Dies gilt umso mehr, als ganztägig
anwesende Arbeitnehmer die Infrastruktur des Arbeitgebers im Vergleich zu
Teilzeitangestellten länger, ineffizienter und damit kostenintensiver beanspruchen und
abnutzen. Durch die ganztägige Präsenz an einem Arbeitsplatz wird im Vergleich zu
einer Teilzeitanstellung auch verhindert, dass der Arbeitgeber den Arbeitsplatz durch
eine weitere – im kontrastierenden Teilzeitpensum voll leistungsfähige –
arbeitnehmende Person nutzen kann. Der Teilzeitnachteil hat nach dem Gesagten auch
im Fall der ganztägigen Anwesenheit bei reduzierter Leistungsfähigkeit zum Tragen zu
kommen. Bei diesem Ergebnis kann die Frage offen gelassen werden, ob der
Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit ganztags oder lediglich noch in einer
Teilzeitanstellung verwerten kann.
3.3.3 Des Weiteren schmälert das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers
(Jahrgang 1956) – nicht zuletzt aufgrund der hohen Sozialkosten – den zu erwartenden
Lohn zusätzlich (vgl. zur Benachteiligung von Personen ab 50 Jahren auch Bundesamt
für Statistik, Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren, 2008, S. 12). Ferner besteht
selbst bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Anforderungsniveau 4 nur noch ein
erheblich eingeschränkter Bereich möglicher Arbeitsplätze (keine Fliessbandarbeit,
keine Arbeit unter Zeitdruck, keine feinmotorischen Tätigkeiten, keine häufigen
Rotationsbewegungen im Handgelenk, Einschränkungen bei Überkopfarbeiten; act.
G 5.1/69.22), was im Rahmen des Abzuges vom Tabellenlohn zu berücksichtigen ist.
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Aufgrund der skeptischen Prognose zum Verlauf des Gesundheitszustandes und der
bestehenden Leiden ist auch von einem erhöhten Krankheitsrisiko auszugehen, was
den Beschwerdeführer im Vergleich zu einer gesunden Person für einen ökonomisch
denkenden Arbeitgeber weniger attraktiv macht. Dieses Risiko, dessen Verwirklichung
die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, senkt den "Wert" des
Beschwerdeführers als Arbeitnehmer. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig
zu bleiben, müsste der Beschwerdeführer mit einem entsprechend tieferen Lohn
rechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. November 2008 i.S. Y., 9C_650/2008,
E. 5.4).
3.3.4 Insgesamt wirken sich mehrere persönliche und berufliche Merkmale zum Teil
einschneidend auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers und dadurch auf den
auf dem Arbeitsmarkt zu erwartenden Lohn aus. Gestützt auf den von der
Beschwerdegegnerin allein aufgrund der verminderten Belastbarkeit anerkannten
Leidensabzug von 10% ergibt sich unter Berücksichtigung eines Teilzeitabzuges, des
fortgeschrittenen Alters sowie des erhöhten Krankheitsrisikos des Beschwerdeführers
insgesamt ein Leidensabzug von mindestens 20%.
3.3.5 Unter Berücksichtigung eines 20%igen Leidensabzuges resultiert in Anwendung
eines Einkommensvergleichs gemäss vorstehender E. 3.2.2 (sogenannter
Prozentvergleich) ein Invaliditätsgrad von 52% und somit ein Anspruch auf eine halbe
Rente.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom
28. März 2007 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine halbe Rente auszurichten.
Die Sache ist zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die angefochtene Verfügung wird in Gutheissung der Beschwerde
bis
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aufgehoben. Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat deshalb die
Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Das Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG