Decision ID: 6e84d9da-e3a1-55f9-8af2-a09fa67501e2
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im November 1999 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe nach dem Besuch der
Grundschule in seinem Herkunftsland keine weitere Ausbildung absolviert. Zuletzt habe
er als Gipser gearbeitet. Diese Tätigkeit könne er wegen Beschwerden im Rücken und
in den Beinen nicht mehr ausüben, weshalb er eine Umschulung benötige. Von Juni bis
September 2000 wurde eine berufliche Abklärung durchgeführt (vgl. IV-act. 32). Im
Anschluss daran fand ein dreimonatiger Eingliederungsversuch als
Elektrogerätemonteur statt (vgl. IV-act. 39). Angesichts des positiven Verlaufs wurde
der Versicherte dann von Januar bis Oktober 2001 in die wichtigsten Arbeiten im
Zusammenhang mit dem Bau von elektronischen und elektromechanischen Geräten
eingearbeitet. Auch diese Einarbeitung verlief zufriedenstellend, weshalb der
Berufsberater der IV-Stelle den Versicherten im Oktober 2001 als renteneinschliessend
eingegliedert qualifizierte (IV-act. 44). Die IV-Stelle unterstützte den Versicherten in der
Folge (allerdings erfolglos) bei der Stellensuche. Mit einer Verfügung vom 11. April 2003
wies sie das Begehren um weitere berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, der
Versicherte sei als Elektrogerätemonteur uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 82).
A.b Im Dezember 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(IV-act. 84). Er gab an, er habe seit dem Jahr 2003 als Taxichauffeur gearbeitet, könne
diese Tätigkeit aber wegen Rückenbeschwerden nun nicht mehr ausüben. Die IV-Stelle
forderte ihn auf, eine relevante Sachverhaltsveränderung seit dem 11. April 2003
glaubhaft zu machen (IV-act. 88). Der Allgemeinmediziner und Psychotherapeut Dr.
med. B._ berichtete am 12. Dezember 2008 (IV-act. 92–8 f.), der Versicherte leide an
einer Ruptur im Anulus fibrosus, an einer medio-links-lateralen Protrusion mit etwas
engeren Verhältnissen in den Neuroforamina mit einer möglichen Beeinträchtigung der
L5-Wurzeln sowie an einer Depression mit einer Neigung zur Somatisierung. Die
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bisherigen Behandlungsversuche (Physiotherapie, intraspinale Injektionen; vgl. IV-act.
92–1 ff.) seien erfolglos gewesen. Zur Zeit sei der Versicherte nicht in der Lage, Lasten
zu heben oder zu tragen, weshalb er als Taxichauffeur arbeitsunfähig sei. Die
voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit sei kaum abschätzbar. Die Erkrankung
sei organischer Natur, aber wohl erheblich psychisch überlagert. Im Februar 2009
notierte Dr. med. C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), „das
längere Handhaben von sehr schweren Koffern dürfte der Ausnahme entsprechen“;
ansonsten spreche nichts gegen eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit des
Versicherten für die Tätigkeit als Taxichauffeur (IV-act. 100). Mit einer Verfügung vom 6.
Juli 2009 trat die IV-Stelle nicht auf die Neuanmeldung ein (IV-act. 117).
A.c Im Dezember 2011 meldete sich der Versicherte zum dritten Mal zum
Leistungsbezug an (IV-act. 123). Die IV-Stelle forderte ihn in der Folge auf, eine
relevante Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des zweiten
Leistungsbegehrens glaubhaft zu machen (IV-act. 127–2 f.). Am 30. Dezember 2011
berichtete der Rheumatologe Dr. med. D._ (IV-act. 131), der Versicherte habe eine
Handgelenksdistorsion links erlitten. Diese habe nicht nur Schmerzen im linken
Handgelenk, sondern auch massive Schwellungen des linken Vorderarms und des
Handgelenks zur Folge gehabt. Im Verlauf hätten sich die Beschwerden in die linke
Schulter verlagert. Der Orthopäde Dr. med. E._ habe ein konservatives Vorgehen
empfohlen. Ein Arbeitsversuch in einem Pensum von 50 Prozent in der angestammten
Tätigkeit als Schlosser habe sofort zu vermehrten Schulterbeschwerden geführt.
Diagnostisch handle es sich um eine persistierende Impingement-Symptomatik der
linken Schulter (bei ausgeprägten Tendomyosen der Schultermuskulatur, einem Status
nach einer Handgelenks- und Schulterdistorsion am 7. September 2010 und einer in
einem MRI vom 13. Juli 2011 nachgewiesenen partiellen Ruptur der Subscapularis-
Sehne), an einem diskreten lumbo-spondylogenen Syndrom sowie an einem cervico-
cephalen Syndrom mit einer chronischen Migräne. Für die Zeit vom 23. Juni 2011 bis
Ende Januar 2012 sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. Mit einer Mitteilung
vom 6. Juni 2012 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine Arbeitsvermittlung zu (IV-
act. 154). Da sich dieser dann als vollständig arbeitsfähig beim regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum meldete, an Kursen und Einsatzprogrammen teilnahm,
einen Staplerkurs absolvierte und im Zwischenverdienst als Taxichauffeur arbeitete,
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schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung im September 2013 ab (IV-act. 166 und
169).
A.d Mit einem Vorbescheid vom 25. Oktober 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sein Rentenbegehren abgewiesen werde, weil er für leidensadaptierte
Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig und deshalb in der Lage sei, ein
rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (IV-act. 172). Dagegen liess
der Versicherte am 28. November 2013 einwenden (IV-act. 176), Dr. D._ habe eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Die
Annahme, dass er uneingeschränkt arbeitsfähig sei, erweise sich folglich als
aktenwidrig. Am 27. November 2013 habe Dr. D._ einen weiteren Bericht verfasst, in
dem er wiederum eine Arbeitsunfähigkeit selbst für leidensadaptierte Tätigkeiten
attestiert habe. Die medizinische Aktenlage erweise sich aber insgesamt als
unvollständig, weshalb die IV-Stelle weitere Abklärungen tätigen müsse. Die RAD-
Ärztin Dr. C._ notierte am 27. Januar 2014, die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
D._ sei nicht plausibel, weil diese sich nur auf die „sich ändernden subjektiven
Klagen des Versicherten“ stütze (IV-act. 177). Mit einer Verfügung vom 28. Januar 2014
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 178). Nachdem der
Versicherte eine Beschwerde erhoben hatte (vgl. IV-act. 185), widerrief die IV-Stelle die
angefochtene Verfügung, um weitere Abklärungen zu tätigen (IV-act. 195). Das
Beschwerdeverfahren wurde am 23. Juni 2014 abgeschrieben (Entscheid IV 2014/109
des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 23. Juni 2014; vgl. IV-act. 199).
A.e Am 27. Juni 2014 berichtete Dr. D._ der IV-Stelle (IV-act. 200), der Versicherte
leide im Wesentlichen an einer persistierenden Impingement-Symptomatik der linken
Schulter, an einem cervico-cephalen Syndrom mit einer chronischen Migräne, an
einem lumbo-spondylogenen Syndrom sowie an einer Periarthrosis coxae links. Die
frühere Tätigkeit in einer Werkstätte sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar.
Allgemein bestehe für rückenbelastende und manuelle Tätigkeiten eine deutliche
Einschränkung.Arbeiten über Kopf seien unmöglich. Wegen der neu aufgetretenen
Hüftproblematik sei auch die Geh- und Stehfähigkeit des Versicherten vermindert.
Schliesslich sei der Versicherte auch wegen einer „subakuten Depression“ deutlich
eingeschränkt. Körperlich „schonende“ Tätigkeiten ohne „psychischen Stress“ seien zu
mindestens 50 Prozent zumutbar. Der Versicherte sei allerdings auf eine berufliche
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Wiedereingliederung angewiesen. Die RAD-Ärztin Dr. C._ qualifizierte den
Versicherten nach wie vor als uneingeschränkt arbeitsfähig für leidensadaptierte
Tätigkeiten (IV-act. 202 und 205), weshalb die IV-Stelle diesem mit einem Vorbescheid
vom 27. Oktober 2014 mitteilte, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe
(IV-act. 208). Dagegen liess der Versicherte am 5. November 2014 einwenden (IV-act.
209), Dr. D._ erachte weitere medizinische Abklärungen respektive eine
polydisziplinäre Begutachtung als notwendig. Die IV-Stelle müsse angesichts der
widersprüchlichen Aktenlage entsprechende Abklärungen tätigen, bevor sie über das
Rentenbegehren befinden könne. Am 2. Februar 2015 berichtete die Universitätsklinik
Balgrist (IV-act. 214), die anamnestischen Schwellungen im Bereich des Unterarms
hätten bei der klinischen Untersuchung nicht objektiviert werden können. Hinsichtlich
der linken Schulter habe sich ultrasonographisch nebst einer beginnenden AC-
Gelenksarthrose keine wesentliche Pathologie gezeigt. Die Bewegungseinschränkung
könnte die Folge einer beginnenden Arthrofibrose sein. Der einzige auffällige Befund in
einem MRI der Halswirbelsäule vom Juni 2014 (Raumforderung im Bereich der
Weichteile) sei von den Radiologen der Klinik F._ als nicht weiter abklärungsbedürftig
qualifiziert worden. Am 25. Februar 2015 teilte die Klinik F._ der IV-Stelle mit (IV-act.
215), der Versicherte sei erst zweimal in der rheumatologischen Poliklinik untersucht
worden, weshalb keine abschliessende Prognose zum weiteren Krankheitsverlauf
abgegeben werden könne. Aktuell werde der Versicherte analgenetisch und
physiotherapeutisch behandelt. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis sei nicht ausgestellt
worden. Der linke Arm und die linke Hand seien vermindert belastbar. Überkopfarbeiten
seien wegen der Schultersymptomatik nicht geeignet. Von intensiven
physiotherapeutischen Massnahmen könne eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes und damit auch der Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Am 26.
April 2015 gab Dr. D._ an (IV-act. 218–2 f.), der Gesundheitszustand des Versicherten
sei seit der letzten Berichterstattung stationär geblieben. Aus rheumatologischer Sicht
sei der Versicherte deshalb für leidensadaptierte Tätigkeiten weiterhin zu 50 Prozent
arbeitsfähig. Der Versicherte selbst liess am 12. Mai 2015 mitteilen, dass er sich weder
wegen seiner Depression noch wegen der Migräne in einer Behandlung befinde (IV-act.
222). Auf eine Anfrage der IV-Stelle hin teilte die Klinik F._ am 9. Juni 2015 mit, dass
seit Ende Februar 2015 keine weiteren Untersuchungen des Versicherten mehr
durchgeführt worden seien (IV-act. 224). Die RAD-Ärztin Dr. C._ notierte am 29. Juni
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2015, dass die weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse geliefert
hätten, weshalb weiterhin von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen sei (IV-act. 228). Am 11. Juli 2015 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie noch immer vorsehe, das Rentenbegehren
abzuweisen (IV-act. 229). Der Versicherte liess am 14. August 2015 an seinen
Einwänden festhalten (IV-act. 230). Mit einer Verfügung vom 18. August 2015 wies die
IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 231).
B.
B.a Am 16. September 2015 liess der Versicherte (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 18. August 2015, die Einholung eines
orthopädisch-rheumatologischen und psychiatrischen Gutachtens und eventualiter die
Zusprache mindestens einer halben Rente. Zur Begründung führte er an, der Umstand,
dass der Beschwerdeführer an Einsatzprogrammen teilgenommen und Kurse absolviert
habe, belege keine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Während den
Einsatzprogrammen und den Kursen hätten die Schmerzen zugenommen und es sei zu
Absenzen gekommen. Einen Arbeitsversuch und die Zwischenverdiensttätigkeit habe
der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben müssen. Der
behandelnde Rheumatologe habe nie eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 Prozent für
leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Zudem habe er angegeben, dass er eine
psychiatrische Beurteilung als sinnvoll erachten würde. Die RAD-Ärztin Dr. C._ habe
ihre abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht überzeugend begründen können.
Bei dieser Sachlage sei eine Begutachtung unumgänglich.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 5. November
2015 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, die
Arbeitsfähigkeit müsse medizinisch und nicht anhand von Erfahrungen aus
tatsächlichen Arbeitsversuchen bestimmt werden. Die Klinik F._ habe keine
erheblichen Befunde erhoben. Der Rheumatologe Dr. D._ stütze seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung schwergewichtig auf die „dramatischen“ Schilderungen des
Beschwerdeführers und nicht auf objektive klinische Befunde ab. Die Befundlage
erweise sich insgesamt als „unproblematisch“, weshalb die RAD-Ärztin Dr. C._
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überzeugend eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten
attestiert habe. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 10. Dezember 2015 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 7 f.).

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 18. August 2015 hat die Beschwerdegegnerin
das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen. Da das
Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel hat,
muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken. Folglich
ist nur zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der
angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
gehabt hat.
2.
2.1 Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität
wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu
jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben
wäre.
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2.2 Der Beschwerdeführer hat keine berufliche Ausbildung absolviert und ist deshalb
als Hilfsarbeiter erwerbstätig gewesen. In den von ihm ausgeübten Tätigkeiten hat er
sich keine praktischen Fertigkeiten angeeignet, die es ihm erlaubt hätten, seine Arbeit
wie ein ausgebildeter Berufsmann zu verrichten. Auch die Einarbeitung in die Tätigkeit
als Elektrogerätemonteur auf Kosten der Invalidenversicherung hat es ihm nicht
erlaubt, im entsprechenden Tätigkeitsfeld als Berufsmann erwerbstätig zu sein, denn
es hat sich nur um eine Einarbeitung in eine Hilfstätigkeit und nicht um eine spezifische
berufliche Ausbildung gehandelt. Zudem ist der Beschwerdeführer dann gar nie in
jenem Gebiet erwerbstätig gewesen. Die Validenkarriere des Beschwerdeführers
besteht also in der Verrichtung von Hilfsarbeiten. Da die Akten keine Hinweise auf eine
(erheblich) über- oder unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers enthalten, entspricht das Valideneinkommen einem
durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn beziehungsweise dem statistischen Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne.
2.3 Auch die Invalidenkarriere besteht in der Verrichtung von Hilfsarbeiten, doch steht
dem Beschwerdeführer wegen seinen gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr
das ganze Spektrum der auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt
existierenden Hilfsarbeiten zur Verfügung. Aus den medizinischen Akten geht hervor,
dass die Belastbarkeit des linken Arms und der linken Hand, der linken Schulter und
des Rückens des Beschwerdeführers eingeschränkt ist, weshalb ihm körperlich schwer
belastende Tätigkeiten, Überkopfarbeiten, Tätigkeiten mit einer hohen Belastung des
linken Arms oder der linken Hand und ausschliesslich stehend oder gehend zu
verrichtende Arbeiten überwiegend wahrscheinlich nicht mehr zugemutet werden
können. Auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt existiert aber eine
Vielzahl von Hilfsarbeitsstellen, die nicht unzumutbar belastend, also ideal
leidensadaptiert sind. Bleibt die Frage zu beantworten, wie hoch die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers für solche ideal leidensadaptierte Hilfsarbeitstätigkeiten ist.
Aus den bei der zweiten Anmeldung zum Leistungsbezug zum Jahreswechsel
2008/2009 eingereichten medizinischen Berichten geht hervor, dass der
Beschwerdeführer damals an Rückenbeschwerden gelitten hat. Bildgebend haben
damals eine Ruptur im Anulus fibrosus und eine medio-links-laterale Protrusion mit
etwas engeren Verhältnissen in den Neuroforamina objektiviert werden können. Ein
consiliarisch beigezogener Orthopäde hat allerdings von einer Operation abgeraten.
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Der Hausarzt Dr. B._ ist davon ausgegangen, dass die bildgebenden Befunde die
Rückenbeschwerden nicht hinreichend erklärten, sondern dass hauptsächlich eine
psychische Komponente ursächlich für die vom Beschwerdeführer subjektiv
geschilderten Schmerzen sei. Er hat nämlich ein niederschwelliges Antidepressivum
verschrieben und in der Folge eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes
festgestellt. In seinem Bericht vom 12. Dezember 2008 hat er die Wiedererlangung
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für den damals vom Beschwerdeführer
ausgeübten Beruf eines Taxichauffeurs attestiert. Anschliessend ist der
Beschwerdeführer denn auch mehrere Jahre in der Lage gewesen, vollschichtig als
Hilfsschlosser zu arbeiten. Im Verwaltungsverfahren, das mit der angefochtenen
Verfügung abgeschlossen worden ist, hat Dr. D._ unter anderem über ein diskretes
lumbo-spondylogenes Syndrom berichtet. Seinen Berichten lassen sich jedoch keine
objektiven klinischen Befunde entnehmen, die eine wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für leidensadaptierte Tätigkeiten als Folge
dieses diskreten lumbospondylogenen Syndroms verursachen könnten.
Dementsprechend hat Dr. D._ auch nur darauf hingewiesen, dass „Rücksicht auf die
intermittierenden, vor allem beim längeren Sitzen auftretenden Rückenbeschwerden
genommen werden“ müsse (IV-act. 131–2). Laut dem Bericht von Dr. D._ vom 30.
Dezember 2011 hat der Beschwerdeführer damals aber neu auch an einem cervico-
cephalen Syndrom mit einer chronischen Migräne gelitten. In jenem Bericht hat Dr.
D._ diesem Syndrom allerdings keine wesentliche Bedeutung zugemessen, denn der
Bericht enthält ausser der Diagnose dieses Schmerzsyndroms keine Ausführungen
dazu. Bezüglich der Migräne haben offenbar weder der Beschwerdeführer noch Dr.
D._ je eine Veranlassung für eine spezifische Untersuchung oder Behandlung
gesehen. In den Berichten vom 30. Dezember 2011 und vom 27. November 2013 hat
Dr. D._ lediglich eine Verspannung der Nackenmuskulatur als klinischen Befund für
das cervico-cephale Schmerzsyndrom genannt. Im Bericht vom 27. Juni 2014 hat er
zwar zusätzlich noch eine Bewegungseinschränkung erwähnt, aber diese ist nicht
geeignet, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für leidensadaptierte Tätigkeiten
wesentlich einzuschränken. Ein MRI vom Juni 2014 hat zudem einen unauffälligen
Befund der Halswirbelsäule ergeben, wie sich dem Bericht der Klinik F._ vom 2.
Februar 2015 entnehmen lässt. In somatischer Hinsicht könnten also nur die
Handgelenks- und Schulterbeschwerden links die Arbeitsfähigkeit des
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Beschwerdeführers für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten relevant einschränken.
Bereits im Dezember 2011 haben die Schulterbeschwerden im Vordergrund gestanden;
Dr. D._ hat schon am 30. Dezember 2011 über eine „Verlagerung“ der Beschwerden
im Handgelenk und Unterarm nach einer Handgelenksdistorsion in den Schulterbereich
berichtet. Der objektive klinische Befund hat in muskulären Verspannungen und in einer
Einschränkung der aktiven Beweglichkeit bestanden. Ein consiliarisch beigezogener
Orthopäde hat keine Indikation für ein operatives Vorgehen gesehen. Ein MRI vom Juli
2011 hat eine Arthrose im AC-Gelenk mit einem geringen Impingement auf die
Supraspinatussehne und eine „offenbar ältere partielle Ruptur“ der Subscapularissehne
gezeigt (IV-act. 176–5). In seinem Bericht vom 27. November 2013 hat Dr. D._ eine
freie passive Beweglichkeit mit einer lediglich endphasigen subjektiven
Schmerzangabe des Beschwerdeführers angegeben. Aus den bildgebenden und
klinischen Befunden hat er lediglich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
körperlich die Schulter belastende Tätigkeiten abgeleitet. Sein Attest einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent hat sich nur auf die „bisherigen“ Tätigkeiten des
Beschwerdeführers als Taxichauffeur und Hilfsschlosser bezogen. Im Bericht vom 27.
Juni 2014 finden sich keine neuen objektiven klinischen Befunde. Auch die Klinik F._
hat weder bezüglich des linken Handgelenks noch hinsichtlich der linken Schulter
zusätzliche objektive klinische Befunde erheben können. Zusammenfassend ergibt sich
aus den medizinischen Berichten also übereinstimmend, dass der Beschwerdeführer
lediglich an muskulären Verspannungen und an einer geringfügigen
Bewegungseinschränkung im Bereich der linken Schulter gelitten hat. Die
Schlussfolgerung von Dr. D._, dem Beschwerdeführer seien deshalb
Überkopfarbeiten und Arbeiten, die das Heben oder Tragen schwerer Lasten
erforderten, nicht mehr zumutbar, ist überzeugend. Das Attest einer Arbeitsunfähigkeit
von 50 Prozent selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten lässt sich dagegen nicht
nachvollziehen. Die RAD-Ärztin Dr. C._ hat überzeugend begründet dargelegt, dass
weder die (im Vordergrund stehenden) Beschwerden im Bereich der linken Schulter
noch andere somatische Beschwerden die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für
ideal leidensadaptierte Tätigkeiten einschränkten. Die Akten enthalten aber auch
Hinweise auf eine mögliche psychische Gesundheitsbeeinträchtigung. Allerdings
verfügt nur Dr. B._ über eine entsprechende fachliche Ausbildung. Er hat – im Jahr
2008 – lediglich eine Somatisierungsstörung und eine depressive Verstimmung
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beschrieben. Die Verstimmung hat nach der Verschreibung eines niederschwellig
dosierten Antidepressivums rasch gebessert und bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung
keine relevante Rolle gespielt. Der später behandelnde Rheumatologe Dr. D._ hat nur
einmal eine „subakute“ Depression erwähnt. Er verfügt aber über keine fachliche
Ausbildung im Bereich der Psychiatrie und ist deshalb nicht in der Lage, eine
zuverlässige psychische Diagnose abzugeben. Seinen Ausführungen lässt sich
immerhin entnehmen, dass diese „subakute“ Depression in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (nach wie vor) keine wesentliche Rolle gespielt
hat. Die behandelnden Ärzte haben zudem keine Veranlassung für eine psychiatrische
Untersuchung oder für eine psychotherapeutische Behandlung gesehen. Auch der
Beschwerdeführer hat nie einen Psychiater oder einen Psychotherapeuten aufgesucht,
woraus geschlossen werden kann, dass er diesbezüglich keinen erheblichen
Leidensdruck verspürt. Vor diesem Hintergrund steht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung an keiner psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, die seine Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
hätte. Zusammenfassend steht unter Berücksichtigung der überzeugenden Würdigung
der Berichte der behandelnden Ärzte durch die RAD-Ärztin Dr. C._ mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. Folglich ist er
trotz seinen Gesundheitsbeeinträchtigungen in der Lage gewesen, einen
durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn zu erzielen. Das zumutbarerweise erzielbare
Invalideneinkommen entspricht also dem Valideneinkommen, weshalb der
Beschwerdeführer nicht invalid ist. Die angefochtene Verfügung erweist sich deshalb
im Ergebnis als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
3.
Die Gerichtskosten sind angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf
600 Franken festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie
sind durch den vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Der
unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.