Decision ID: ca0386f3-3ae1-4c9e-aa1a-aa081976315f
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 10.03.2017 Art. 28 IVG. Art. 18 IVG. Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens bejaht. Verneinung des Rentenanspruchs. Anspruch auf Arbeitsvermittlung bejaht, da der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Hilfsarbeiter gesundheitlich eingeschränkt ist und seinen Eingliederungswillen geltend gemacht hat. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. März 2017, IV 2016/345). Entscheid vom 10. März 2017 Besetzung Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber und Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Katja Meili Geschäftsnr. IV 2016/345 Parteien A._, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente / berufliche Massnahmen Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 14. Juni 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an, nachdem er am 29. April 2009 einen Unfall erlitten hatte (IV-
act. 1). Die erstbehandelnde Dr. med. B._, Ärztin für allgemeine Medizin FMH, hatte
eine Distorsion des rechten Fusses diagnostiziert und den Versicherten als zu 100%
arbeitsunfähig erachtet (Bericht vom 27. Juli 2009; IV-act. 29-62). Aufgrund anhaltender
Beschwerden hatte der Versicherte Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, aufgesucht,
welcher ihn an die Klinik für Orthopädische Chirurgie, Kantonsspital St.Gallen,
verwiesen hatte. Dort war am 7. Dezember 2009 ein Status nach Vorfussdistorsion
rechts mit dorsal randständiger Fraktur des Os naviculare und Verdacht auf ein CRPS
festgestellt worden (Bericht vom 9. Dezember 2009; IV-act. 29-45). Am 16. April 2010
hatte der dort tätige Dr. med. D._ sodann über einen Verdacht auf eine mediale
Meniskusläsion des rechten Knies berichtet (IV-act. 29-11, der ebenfalls geäusserte
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Verdacht auf eine Talusnekrose wurde später als unwahrscheinlich bezeichnet; vgl. IV-
act. 29-27).
A.b Am 4. November 2010 führte Dr. med. E._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie
FMH, beim Versicherten eine Arthroskopie und Plicaresektion mit Shaving, eine laterale
Teilmeniskektomie sowie eine offene Zystenexcision am rechten Knie durch (IV-act.
45). Dr. E._ berichtete am 23. Mai 2011, der Versicherte leide neu auch an noch nicht
adäquat abgeklärten Beschwerden am linken Knie (IV-act. 40). Im Juni 2012 führte er
ein arthroskopisches Shaving sowie eine mediale und laterale Teilmeniskektomie am
linken Knie durch (IV-act. 134-16). Am 31. Oktober 2012 berichtete Dr. E._, der
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Trotz der operativen Eingriffe bestünden
weiterhin beidseits ventrale Knieschmerzen. Des Weiteren bestünden seit Monaten
lumbale Schmerzen und mehr oder weniger unveränderte Schmerzen im linken oberen
Sprunggelenk. Vorwiegend stehende und gehende Tätigkeiten mit häufigem Knien und
Treppenlaufen seien nicht mehr vollumfänglich möglich. Weitere Einschränkungen
müssten gutachterlich beurteilt werden (IV-act. 78).
A.c Vom 19. März bis 15. Juni 2012 war eine berufliche Abklärung in einer
Eingliederungsstätte erfolgt (IV-act. 61; IV-act. 67-3 ff.). Da der Versicherte nicht in den
Arbeitsmarkt hatte eingegliedert werden können und die IV-Stelle eine weitere
Unterstützung als nicht erfolgsversprechend erachtet hatte, war der Anspruch auf
berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 1. Oktober 2012 abgelehnt worden (IV-act.
76).
A.d RAD-Arzt Dr. F._ beurteilte am 8. Februar 2013 basierend auf den medizinischen
Akten, für die angestammte Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0%. Für eine
bein- und gegebenenfalls rückenadaptierte Tätigkeit sei derzeit von einer
Arbeitsfähigkeit von 100% auszugehen, es seien aber ergänzende medizinische
Abklärungen angezeigt (IV-act. 86). Dr. E._ berichtete am 5. März 2013 über eine
hochgradige Osteodystrophie der distalen Tibia und des medialen Malleolus sowie
weniger des Talus mit deutlicher Reizsynovialitis des oberen Sprunggelenks links (IV-
act. 93-2). Nach zusätzlicher Einsicht in ein MRI des linken oberen Sprunggelenks vom
25. Januar 2013 (vgl. IV-act. 100) hielt RAD-Arzt Dr. F._ am 16. Mai 2013 an seiner
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten fest (IV-act. 102).
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A.e Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem IV-Grad von 0% die Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act.
108). Dagegen erhob der Versicherte am 27. August 2013 Einwand und kündigte die
Einreichung weiterer medizinischer Berichte an (IV-act. 112). Da der Versicherte trotz
Fristerstreckung (IV-act. 114) die erwähnten Unterlagen nicht einreichte, verfügte die
IV-Stelle am 15. Oktober 2013 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 115). Der
Versicherte reichte der IV-Stelle darauf Berichte von Dr. G._, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Psychotherapie (Bericht vom 5. August 2013; IV-act. 117), sowie von
Dr. med. H._, FMH Radiologie, (Bericht vom 13. August 2013; IV-act. 118), ein. Nach
Einholung einer Stellungnahme durch RAD-Arzt Dr. F._ (vgl. IV-act. 119) hielt die IV-
Stelle mit Schreiben vom 4. November 2013 an ihrer Verfügung fest (IV-act. 120).
Dagegen erhob der Versicherte am 14. November 2013 Beschwerde an das
Versicherungsgericht (IV-act. 121-2). Dieses hiess die Beschwerde dahingehend gut,
als dass sie die Verfügung vom 15. Oktober 2013 aufhob und die Sache zur weiteren
Abklärung und zur neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies (Entscheid vom 29.
Oktober 2015; IV-act. 129).
A.f Auf Veranlassung der IV-Stelle (vgl. IV-act. 136, IV-act. 142) wurde der Versicherte
am 15. Juni 2016 durch Ärzte der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI)
polydisziplinär abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 4. Juli 2016 diagnostizierten sie mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont (ICD-10: M54.5) sowie belastungabhängige Gonalgien
beidseits (ICD-10: M25.56). In schweren, anhaltend mittelschweren und nicht
adaptierten Tätigkeiten, so auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schweisser,
bestehe eine bleibende Arbeitsunfähigkeit. Hingegen attestierten sie ihm in leichten bis
intermittierend mittelschweren adaptierten Tätigkeiten eine Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 100% (IV-act. 145-29, IV-act. 145-33 f.).
A.g Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD (IV-act. 146) stellte die IV-Stelle
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 23. August 2016 bei einem Invaliditätsgrad von
0% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 149). Dagegen erhob
der Versicherte am 20. September 2016 Einwand und beantragte unter anderem eine
Evaluation der Leistungsfähigkeit, die Erstellung eines neuen psychiatrischen
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Gutachtens sowie die Gewährung beruflicher Massnahmen (IV-act. 153). Am 6.
Oktober 2016 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 154).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 6. Oktober 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 14. Oktober 2016. Der Beschwerdeführer beantragt darin
sinngemäss deren Aufhebung, die erneute Abklärung seines Gesundheitszustandes
und der Arbeitsfähigkeit, die Zusprache einer Rente, die Gewährung beruflicher
Massnahmen sowie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Er bringt vor, die
Beschwerdegegnerin habe seinen Leistungsanspruch ohne fundierte Abklärungen
abgelehnt. Das Gutachten nehme zu wenig genau Stellung zum komplexen
Zusammenwirken seiner Beschwerden, halte die Adaptionskriterien relativ offen und
gebe zu wenig Aufschluss über seine effektive Arbeitsfähigkeit. Das psychiatrische
Gutachten weise zudem Mängel auf. Zwischenzeitlich habe er eine Psychiaterin
gefunden und müsse sich zudem am 17. Oktober 2016 für eine Operation ins Spital
begeben. Er sei bei der Stellensuche auf die Unterstützung der Beschwerdegegnerin
angewiesen, weshalb er berufliche Massnahmen beantrage und Willens sei,
mitzuwirken. Für die von April 2009 bis Juni 2010 anhaltende Arbeitsunfähigkeit von
100% sei ihm eine Rente auszurichten und über den Anspruch ab 1. Juli 2010 nach
Abschluss aller Abklärungen erneut zu befinden (act. G1). Der Beschwerde legt er ein
Aufgebot für eine ambulante Behandlung in der Klinik I._, sowie für eine
psychiatrische Untersuchung bei (act. G1.1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 29. November
2016 die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, die ABI-Gutachter hätten ihre
jeweiligen Abklärungsergebnisse im interdisziplinären Konsensus zusammengeführt
und hinsichtlich der Auswirkungen auf die Arbeitsunfähigkeit beurteilt. Weder aus dem
allgemein internistischen noch aus dem neurologischen Fachgebiet seien Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden, was plausibel begründet worden
sei. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Adaptionskriterien seien relativ offen
gehalten worden, sei haltlos. Die Gutachter hätten die Arbeitsfähigkeit hinreichend
genau eingeschätzt, weshalb keine Evaluation der Leistungsfähigkeit in Betracht zu
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ziehen sei. Die Vorbringen des Beschwerdeführers begründeten auch keine Zweifel am
psychiatrischen Abklärungsergebnis (act. G5).
B.c Am 6. Dezember 2016 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, act. G6).
B.d Der mit Schreiben vom 7. Dezember 2016 (act. G7) zur Einreichung einer Replik
aufgeforderte Beschwerdeführer liess sich darauf nicht mehr vernehmen (vgl. act. G8).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung (Rente und berufliche Massnahmen) hat. Neben
einer Rente beantragt der Beschwerdeführer auch berufliche Massnahmen (act. G1).
Solche sind im Dispositiv der angefochtenen Verfügung vom 6. Oktober 2016 nicht
erwähnt. In der Begründung führte die Beschwerdegegnerin jedoch aus, auch die
Anspruchsvoraussetzungen für berufliche Massnahmen seien nicht erfüllt. Zudem sei
im ABI-Gutachten erwähnt worden, dass berufliche Massnahmen wegen der
Krankheits- und Invaliditätsüberzeugung des Beschwerdeführers nicht angezeigt seien
(vgl. IV-act. 154-2). Damit ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen ebenfalls
Gegenstand der angefochtenen Verfügung. Der Beschwerdeführer hat sich am 14. Juni
2010 zum Bezug einer Invalidenrente angemeldet (IV-act. 1). Gemäss Art. 29 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Es ist somit ein Rentenanspruch ab Januar
2011 zu prüfen. Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Anspruch auf eine
befristete Rente für den Zeitpunkt von April 2009 bis Juni 2010 (vgl. act. G1) fällt damit
offensichtlich nicht in Betracht.
1.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine
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Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das
die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
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Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation rechtsgenüglich abgeklärt
wurde.
2.1 Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer
Hinsicht vorwiegend auf das polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 4. Juli 2016 (IV-act.
145-10 ff.). Der Beschwerdeführer spricht diesem die Beweiskraft ab (vgl. act. G 1, IV-
act. 153).
2.1.1 Die ABI-Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom links betont und
belastungsabhängige Gonalgien beidseits. Zusammenfassend resultiere aus
polydisziplinärer Sicht eine bleibende Arbeitsunfähigkeit in schweren, anhaltend
mittelschweren und nicht adaptierten Tätigkeiten, so auch in der zuletzt in der freien
Wirtschaft ausgeübten Tätigkeit als Schweisser. In adaptierten Tätigkeiten bestehe eine
Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% (IV-act. 145-33 f.). Entgegen den Vorbringen
des Beschwerdeführers (vgl. act. G1) haben die Gutachter die Gesamtbeurteilung
durch einen interdisziplinären Konsensus aus den durchgeführten Untersuchungen in
den Fachgebieten Allgemeine und Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie sowie
Neurologie erarbeitet und die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung aller geltend
gemachter Beschwerden und Diagnosen beurteilt (vgl. IV-act. 145-33 f.). Dem im
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 29. Oktober 2015 (Entscheid IV 2013/570 E.
2.2.4; IV-act. 129) erwähnten komplexen Zusammenwirken von Einschränkungen der
unteren Extremitäten und im Bereich der Lendenwirbelsäule wurde damit genügend
Rechnung getragen.
2.1.2 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Adaptionskriterien seien relativ offen
gehalten und erwähnten weder die benötigten Entlastungspausen (im Liegen), noch
gäben sie Auskunft darüber, wie lange Stehen, Sitzen oder Gehen möglich seien. Auch
unter Einhaltung entsprechender Pausen sei es ihm aufgrund der Schmerzzunahme
nicht möglich den ganzen Tag an einer Arbeitsstelle präsent zu sein. Hinzu komme die
abfallende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit mit zunehmenden Schmerzen (act.
G1). Die Gutachter beurteilten nachvollziehbar, aufgrund der verminderten
Belastbarkeit des Achsenskelettes und einem Status nach beidseitiger
Meniskusoperation bestehe eine bleibende Arbeitsunfähigkeit in schweren, anhaltend
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mittelschweren und nicht adaptierten Tätigkeiten, so auch in der zuletzt in der freien
Wirtschaft ausgeübten als Schweisser. In leichten bis intermittierend mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeiten ohne länger dauernde Einnahme von Wirbelsäulen-
belastenden Zwangshaltungen, ohne ausschliessliche Geh- und Stehbelastung, ohne
regelmässige Tätigkeit in kniender oder hockender Haltung liege jedoch eine Arbeits-
und Leistungsfähigkeit von 100% vor. Die Gutachter haben die Adaptionskriterien
damit ausreichend konkret umschrieben. Sie geben zwar nicht detailliert Auskunft, über
welchen Zeitraum welche Position zumutbar ist, halten aber die Notwendigkeit einer
wechselbelastenden Tätigkeit fest. Zudem ergeben sich aus den vorhandenen
medizinischen Akten keine Hinweise auf die vom Beschwerdeführer subjektiv geltend
gemachte, über die üblichen Arbeitspausen hinausgehende Notwendigkeit von
Entlastungspausen und die abfallende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Im
psychiatrischen Teilgutachten ist im Gegenteil vermerkt, der Beschwerdeführer habe
die Konzentration und Aufmerksamkeit während der gesamten Untersuchungsdauer
ohne Nachlassen bereitstellen können (IV-act. 145-22). Damit liegt eine hinreichend
genaue Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vor, und die beantragte
Evaluation der Leistungsfähigkeit zur Beurteilung der effektiven Arbeitsfähigkeit erübrigt
sich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2014, 9C_730/2014 E. 2.3 mit
Hinweis).
2.1.3 Der psychiatrische Teilgutachter Dr. med. J._ diagnostizierte einzig
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit Impulskontrollstörung (ICD-10: Z73.1), welche
sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten (IV-act. 145-23). Der Beschwerdeführer
bringt vor, gemäss Gutachten sei er während nahezu 30 Jahren arbeitstätig gewesen
und habe sich dabei integrieren können. Dies entspreche jedoch nicht der Realität, er
habe immer wieder Arbeitsstellen verloren wegen Problemen im Team. Entsprechend
wäre kritisch zu hinterfragen, ob es sich um Persönlichkeitszüge oder bereits um eine
Persönlichkeitsstörung handle. Es sei keine entsprechende Testung vorgenommen
worden, und der Gutachter habe sich nicht damit auseinandergesetzt. Auf seine sehr
einschneidende familiäre Vergangenheit sei der Gutachter zudem kaum eingegangen
(act. G1). Das Gutachten enthält zwar die vom Beschwerdeführer zitierte Formulierung
als eine Art Zusammenfassung (vgl. IV-act. 145-25), der Gutachter listete jedoch auch
die verschiedenen Arbeitsstellen des Beschwerdeführers auf und hielt fest, aufgrund
der Impulskontrollstörung sei er für die Eingliederung in eine ausgesprochene
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Teamarbeit nicht geeignet. Ein ruhiger Einzelarbeitsplatz wäre jedoch möglich (IV-act.
145-21, IV-act. 145-24). Gewisse Integrationsschwierigkeiten in ein Team ergaben sich
auch anlässlich der im Jahr 2012 erfolgten beruflichen Abklärung (vgl. IV-act. 67-3 ff.).
Gegenüber dem Gutachter gab der Beschwerdeführer zudem an, er habe seine letzte
Arbeitsstelle im März 2009 wegen Produktionsmangels verloren (vgl. IV-act. 145-22),
Kündigungen wegen mangelnder Teamfähigkeit sind nicht aktenkundig, im Gegenteil
wurde er als stets höflich und korrekt in seinem Verhalten gegenüber Arbeitskollegen
und der Betriebsleitung beschrieben (IV-act. 53-8, vgl. IV-act. 14-8). Im Gutachten
findet sich eine ausführliche Anamnese inklusive der vom Beschwerdeführer erwähnten
schwierigen familiären Vergangenheit (vgl. IV-act. 145-21 f., vgl. auch Anamnese des
fallführenden Gutachters; IV-act. 145-18 f., IV-act. 3). Dr. J._ führte aus, die
Impulskontrolle scheine gemäss anamnetischer Angaben doch etwas vermindert zu
sein. Psychomotorisch imponiere der Beschwerdeführer weder agitiert noch gehemmt.
Er wirke nur leicht angespannt, ohne Impulskontrollverlust. Im Affekt zeige er sich
ausgeglichen und gefasst, euthym, Hinweise für eine bedrückte Stimmungslage seien
nicht vorhanden. Das Gespräch gestalte sich flüssig, es träten weder
Stimmungseinbrüche noch affektive Blockierungen auf (IV-act. 145-22 f.). Er
diagnostizierte daher nachvollziehbar akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
Impulskontrollstörung (IV-act. 145-25). Für die vom Beschwerdeführer erwähnte
Persönlichkeitsstörung (act. G1) finden sich sodann keine hinreichend konkreten
Hinweise in den Akten. Bei der in psychiatrischer Hinsicht einzigen weiteren
aktenkundigen Beurteilung handelt es sich um einen Bericht vom 5. August 2013 von
Dr. G._, welcher beim Beschwerdeführer nach einem einmaligen Gespräch eine
Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik im Rahmen einer belastenden
psychosozialen Situation diagnostizierte (IV-act. 117). Dr. J._ führte dazu aus, er
könne sich dieser Diagnose nicht ohne weiteres anschliessen, da keine weiteren
Befunde für eine depressive Störung zu eruieren seien. Vielmehr interpretiere er die
erhöhte Reizbarkeit im Rahmen von akzentuierten Persönlichkeitszügen, wobei die
chronischen Schmerzen durchaus als fördernder Auslöser gesehen werden könnten
(IV-act. 145-25).
2.2 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
ABI-Gutachten vom 4. Juli 2016 auf umfassender Aktenkenntnis sowie
interdisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild des
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Beschwerdeführers berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar sind. Aus den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwänden
ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche im ABI-Gutachten
ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich wurden auch keine zwischen dem
ABI-Gutachten vom 4. Juli 2016 und der umstrittenen Verfügung der IV-Stelle vom 6.
Oktober 2016 (IV-act. 154) eingetretenen massgeblichen Veränderungen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geltend gemacht und solche ergeben sich auch
nicht aus den Akten. Dass sich der Beschwerdeführer nun von einer Psychiaterin
behandeln lassen will (vgl. act. G1, act. G1.1), spricht nicht für eine Verschlechterung,
zumal er mit Einwand vom 20. September 2016 (vgl. IV-act. 153) geltend gemacht
hatte, er bezweifle, dass sich durch eine psychiatrische Behandlung sein
Gesundheitszustand verbessere, er erhoffe sich aber etwas Erleichterung im Alltag. In
seiner Beschwerde brachte der Beschwerdeführer zwar vor, sich am 17. Oktober 2016
einer Operation unterziehen zu müssen, führte aber nicht aus weshalb. Gemäss
eingereichten Eintrittsformular der Klinik I._ handelt es sich um eine ambulante
Behandlung (vgl. act. G1.1). Daraus lässt sich keine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ersehen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden
Verfahren grundsätzlich der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung zugetragen hat, die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfung bildet und
die eingereichten Aufgebote (vgl. act. G1.1) die Zeit danach betreffen.
3.
Ein zentrales Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens - und
damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist der Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Der
Beschwerdeführer hat keinen Beruf erlernt, sodass er als Hilfsarbeiter einzustufen ist.
Es ist ihm deshalb ohne weiteres zumutbar, im Ausmass seiner verbliebenen
Arbeitsfähigkeit einer Hilfsarbeit nachzugehen. Es muss sich um eine der Behinderung
optimal gerecht werdende Hilfsarbeit handeln, damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit -
der allgemeinen Schadenminderungspflicht Rechnung tragend - bestmöglich verwertet
werden kann. Wenn in Art. 6 Satz 1 ATSG von der durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten Einschränkung bei der Fähigkeit, im bisherigen
Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, die Rede ist, so kann damit im Zusammenhang mit
der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens des Beschwerdeführers also
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nur die Arbeitsunfähigkeit in einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit gemeint sein
(vgl. Urteil des Versicherungsgerichts vom 17. August 2012, IV 2010/400 E. 1.1,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen, Rechtsprechung,
Versicherungsgericht). Ausgehend von einer 100%igen Arbeitstätigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Validenfall und einer Arbeitsfähigkeit von
100% in einer adaptierten Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Invalidenfall erübrigen sich die
Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung
eines Tabellenlohnabzugs, da offensichtlich kein rentenbegründender
Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert, dies in Berücksichtigung dessen, dass der
Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens kein überdurchschnittliches
Einkommen erzielt hat (vgl. IV-act. 8).
4.
Weiter zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen
in Form von Arbeitsvermittlung.
4.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG haben arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, die
eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines
geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und begleitende Beratung im Hinblick auf die
Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). Durch die mit der 5. IV-Revision erfolgte
Änderung des die Arbeitsvermittlung betreffenden Art. 18 IVG wurde der
anspruchsberechtigte Personenkreis von "eingliederungsfähigen invaliden
Versicherten" auf "arbeitsunfähige Versicherte, die eingliederungsfähig sind"
ausgeweitet. Die Botschaft zur 5. IV-Revision führt dazu aus, die
Anspruchsvoraussetzungen würden gegenüber dem bisherigen Art. 18 Abs. 1 IVG
offener gefasst, sodass neu jede arbeitsunfähige eingliederungsfähige Person von der
Arbeitsvermittlung profitieren könne. Neu hätten somit alle in ihrer bisherigen Tätigkeit
ganz oder teilweise arbeitsunfähigen Versicherten, die eingliederungsfähig seien,
Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die IV, somit auch Hilfsarbeiterinnen und
Hilfsarbeiter, die in einer angepassten Hilfstätigkeit noch voll arbeitsfähig seien (BBl
2005 4459, S. 4524). Der Bundesrat bezeichnete in der Botschaft das frühere System
in Bezug auf Arbeitsvermittlung als unzureichend. Ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung
sei nur gegeben gewesen, wenn die versicherte Person bei der Suche einer geeigneten
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Arbeitsstelle wegen ihres Gesundheitszustands Schwierigkeiten gehabt oder
invaliditätsbedingt spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz oder den Arbeitgeber
gestellt habe. Die IV sei bisher nicht für andere Gründe der erschwerten Stellensuche,
wie Stellenmangel auf dem Arbeitsmarkt, eingetreten. Angesichts des angespannten
Arbeitsmarktes fänden jedoch gesundheitlich eingeschränkte Hilfskräfte nur schwer
eine neue, der Behinderung angepasste Stelle, was oft zur Aussteuerung bei der
Arbeitslosenversicherung und durch die lange Arbeitslosigkeit zu einer Verstärkung der
ursprünglichen gesundheitlichen Probleme bzw. zu zusätzlichen psychischen
Schwierigkeiten führe (vgl. BBl 2005 4459, S. 4522). Durch die Ausweitung des
Anspruchs auf Arbeitsvermittlung der IV, welche auf die Vermittlung von gesundheitlich
eingeschränkten Personen spezialisiert ist, sollten daher die Eingliederungsinstrumente
für unqualifizierte Versicherte verbessert werden. Dazu war eine enge Zusammenarbeit
mit dem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum der Arbeitslosenversicherung (RAV)
vorgesehen (BBl 2005 4459, S. 4524 und 4565).
4.2 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, der Beschwerdeführer sei bei der
Stellensuche gesundheitlich nicht beeinträchtigt (IV-act. 154). Wie bereits ausgeführt,
kamen die ABI-Gutachter jedoch zum Schluss, die angestammte Tätigkeit als
Schweisser sei ihm nicht mehr zumutbar. Eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe für leichte
bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne länger dauernde
Einnahme von Wirbelsäulen-belastenden Zwangshaltungen, ohne ausschliessliche
Geh- und Stehbelastung, ohne regelmässige Tätigkeit in kniender oder hockender
Haltung (IV-act. 1454-34). Zudem hielt Dr. J._ fest, eine ausgesprochene Teamarbeit
sei für den Beschwerdeführer nicht geeignet, ein ruhiger Einzelarbeitsplatz wäre jedoch
möglich (IV-act. 145-24). Damit ist das Spektrum möglicher Arbeitstätigkeiten
vorliegend gesundheitsbedingt erheblich eingeschränkt.
4.3 Die ABI-Gutachter beurteilten, berufliche Massnahmen könnten angesichts der
fixierten Krankheits- und Invaliditätsüberzeugung des Beschwerdeführers nicht sinnvoll
durchgeführt werden (IV-act. 145-35). Der Beschwerdeführer gab gegenüber dem
fallführenden Gutachter an, wenn er seine Wohnung verlasse und etwas herumgehe,
habe er danach zwei bis drei Tage massive Schmerzen in der Nacht, die Knie würden
dann massiv brennen. Wenn er das Haus verlasse und unter Menschen sein müsse,
werde er aggressiv, deshalb nehme er vor Verlassen des Hauses jeweils eine Tablette
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Lexotanil ein (IV-act. 145-18). Gegenüber Dr. J._ gab er an, er reagiere insbesondere
unter Menschen gereizt und aggressiv. Er könne dabei schon handgreiflich werden und
dreinschlagen. Er sehe sich aufgrund der Schmerzen im Bewegungsapparat nicht in
der Lage, einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können (IV-act. 145-21, IV-act.
145-25). Dr. J._ befand jedoch, bei geringen Anforderungen an die Teamfähigkeit sei
die Zumutbarkeit für Eingliederungsmassnahmen aus psychiatrischer Sicht gegeben
(IV-act. 145-24).
4.4 Die Beschwerdegegnerin kündigte im August 2011 Abklärungen bezüglich der
Möglichkeiten einer beruflichen Eingliederung an (IV-act. 49). Anlässlich des Gesprächs
vom 19. Oktober 2011 gab der Beschwerdeführer an, es wäre gut wieder zu arbeiten,
und der Arbeitsweg wäre für ihn kein Thema (IV-act. 68-2). Auch im weiteren Verlauf
der Eingliederungsberatung verhielt er sich kooperativ (vgl. IV-act. 68-2 f.). Vom 19.
März bis 15. Juni 2012 wurde sodann eine berufliche Abklärung in der
Recyclingabteilung des Projekts K._ durchgeführt (IV-act. 61). Gemäss
Abklärungsbericht konnte und wollte der Beschwerdeführer den Beschäftigungsgrad
von 50% nicht erhöhen. Seine fachlichen und methodischen Kompetenzen wurden
grösstenteils als mittelmässig eingestuft. Bei der sozialen Kompetenz war die
Bewertung nur knapp genügend, er könne sich nur schwer in einem Team integrieren,
vertrage keine Kritik und könne aggressiv reagieren. Am besten geeignet sei die
Betrauung mit Einzelaufgaben und die Einrichtung eines Einzelarbeitsplatzes (IV-act.
67-3 ff.). Ende März 2012 hatte der Beschwerdeführer sodann eine Infektion im linken
Knie und war gemäss Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen deshalb zu
50% arbeitsunfähig (IV-act. 68-4). Der Einsatz wurde aufgrund der Operation am linken
Knie am 12. Juni 2012 beendet (vgl. IV-act. 67-5, IV-act. 134-16). Die
Beschwerdegegnerin wies das Begehren um berufliche Massnahmen mit Verfügung
vom 1. Oktober 2012 ab, da der Beschwerdeführer trotz Eingliederungsberatung nicht
habe in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden können. Da er sich subjektiv zu maximal
50% arbeitsfähig fühle, sei eine weitere Unterstützung nicht erfolgsversprechend (IV-
act. 76). Diese Begründung erscheint vor dem Hintergrund der damaligen
nachgewiesenen Beschwerden am linken Knie und des Abbruchs der beruflichen
Abklärung infolge der Knieoperation fragwürdig. Auch die ABI-Gutachter hielten eine
volle Arbeitsunfähigkeit während acht Wochen ab Juni 2012 fest (vgl. IV-act. 145-34),
so dass davon ausgegangen werden kann, dass der nur 50%ige Beschäftigungsgrad
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des Beschwerdeführers mindestens teilweise objektiv gesundheitsbedingt war und
nicht nur auf seiner subjektiven Einschätzung einer verminderten Leistungsfähigkeit
beruhte.
4.5 Aus der im Jahre 2012 gescheiterten Eingliederung kann damit nicht ohne weiteres
geschlossen werden, von weiteren Bemühungen sei keinerlei Erfolg mehr zu erwarten.
Dies, zumal die damalige Eingliederung zumindest teilweise aufgrund der Beschwerden
am linken Knie scheiterte, welche unterdessen gebessert sind, und sich der
Beschwerdeführer während der Eingliederung weitestgehend kooperativ verhielt.
Zudem hat er nach dem ABI-Gutachten mehrmals berufliche Massnahmen beantragt
und glaubhaft gemacht, er sei bei der Stellensuche auf Unterstützung angewiesen
sowie bereit und willens, daran mitzuwirken (IV-act. 153, act. G1). Somit ist nicht von
einer fehlenden Eingliederungsbereitschaft oder von fehlender Mitwirkung auszugehen,
weshalb eine Verweigerung der Arbeitsvermittlung aktuell nicht zu begründen wäre.
Berufliche Massnahmen im engeren Sinn, insbesondere eine Umschulung bzw.
Ausbildung, hat der Beschwerdeführer nicht beantragt. Dafür erfüllt er denn auch die
Voraussetzungen nicht, insbesondere fehlt es an der erforderlichen
gesundheitsbedingten Erwerbseinbusse, an der Verhältnismässigkeit sowie an
realistischen Erfolgsaussichten.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 6. Oktober 2016 dahingehend
aufzuheben, dass die Sache zur Durchführung von Arbeitsvermittlungsmassnahmen an
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
erscheint als angemessen. Den Parteien sind je Fr. 300.- aufzuerlegen, wobei der
Beschwerdeführer aufgrund der bereits bewilligten unentgeltlichen Prozessführung von
der Bezahlung seines Anteils zu befreien ist.
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5.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).