Decision ID: 736527e7-9caa-462e-bd19-3abeca9375cb
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich via Krankentaggeldversicherung am 2. Dezember 2008 zum
Bezug von Invalidenversicherungsleistungen an (IV-act. 4-1). Sein Hausarzt Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, hielt anlässlich der telefonischen Anfrage
durch RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt FMH Allgemeine Medizin, vom 15. Januar
2009, die Diagnosen eines Oesophagus-Carcinoms (Adeno-Ca) fest. Am 9. April 2008
habe sich der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen einer Oesophagus-Teilresektion
und proximaler Magenteilresektion unterzogen. Zurzeit bestehe noch eine allgemein
reduzierte Belastbarkeit. Dennoch habe der Versicherte ab 23. November 2008 wieder
ein volles Zeitpensum am angestammten Arbeitsplatz bei D._ aufgenommen, wobei
er vermehrt im Bereich der Kassen eingesetzt werde und weniger im körperlich
belastenderen Lagerbetrieb. Wenn er sich weiterhin stetig erholen werde, könne
vermutlich wieder mit einer vollen Leistungsfähigkeit im angestammten
Tätigkeitsbereich gerechnet werden (IV-act. 16-1).
A.b Vom 29. bis 31. März 2009 war der Versicherte wegen Verdachts auf Urolithiasis
rechts mit spontanem Steinabgang und einer Prostatahyperplasie im Spital E._
hospitalisiert (IV-act. 59-28).
A.c Am 18. Mai 2009 (Eingang bei der IV-Stelle) beantragte der Versicherte bei der IV-
Stelle ein Hörgerät (IV-act. 20). Mit Mitteilung vom 18. September 2009 erteilte die IV-
Stelle Kostengutsprache für zwei Hörgeräte (IV-act. 33).
A.d Infolge eines Unfalls mit dem Roller am 27. Mai 2009 und einer diagnostizierten
Maisonneuve-Fraktur mit kleinem Volkmann und Syndesmosensprengung links war
beim Versicherten am 3. Juni 2009 im Spital E._ eine Stellschraubenosteosynthese
durchgeführt worden (IV-act. 30-6f.).
A.e RAD-Arzt Dr. C._ hielt in einer Aktennotiz vom 14. August 2009 nach
telefonischer Rücksprache mit dem Hausarzt des Versicherten fest, es zeige sich nun
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klar, dass der Versicherte rein krankheitsbedingt (infolge des Speiseröhrenkrebses)
nicht mehr die körperliche Konstitution bzw. Leistungsfähigkeit erreichen werde wie vor
Eintritt des Gesundheitsschadens. In der angestammten Tätigkeit entstehe eine
Reduktion der Leistungsfähigkeit von sicher gegen 30%. In einer adaptierten (leichten
bis mittelschweren) Tätigkeit sei eine volle Leistungsfähigkeit zumutbar (IV-act. 40-2f.).
A.f Mit Datum vom 23. September und 14. Oktober 2009 vereinbarten der Versicherte
und die IV-Stelle einen Eingliederungsplan mit dem Ziel der Umorientierung mit
Bewerbungen in eine neue adaptierte Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt (IV-
act. 35). Laut dem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen vom
19. Oktober 2009 sei die aktuelle Stelle für den Versicherten längerfristig nicht mehr
zumutbar. Er sei bereit, sich mit Unterstützung der IV um eine neue Stelle zu bemühen
und erhalte dabei Unterstützung von F._ (IV-act. 37-6). Mit Schreiben vom 21.
Oktober 2009 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass er bei der Stellensuche
Beratung und Unterstützung durch F._ erhalte (IV-act. 38).
A.g Ende Oktober 2009 nahm der Versicherte seine Arbeit wieder zu 50% und ab Mitte
November 2009 zu 100% auf. Ab März 2010 wurde er jedoch wieder zu 50%
arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 48-1, 48-3).
A.h Per 1. August 2010 bot die Arbeitgeberin dem Versicherten einen neuen
Arbeitsvertrag für ein 50%-Pensum an (IV-act. 51). Gemäss dem Schlussbericht der
Personalberaterin von F._ nahm der Versicherte dieses Angebot an, weil ihm die
Arbeit gefalle und er sie sich zu 50% auch körperlich zutraue. In Zukunft werde er sich
weiter auf Stellen bewerben, wenn die Ausschreibungen gut auf seine Bedürfnisse
passen würden. Er werde aber vorerst nicht mehr sehr aktiv nach einer Vollzeitstelle
suchen; weil seine Ehefrau mehr arbeiten werde, sei auch für die finanzielle Seite
gesorgt. Er selber wolle vermehrt im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mithelfen
(IV-act. 50-1). Durch Mitteilung vom 24. August 2010 wies die IV-Stelle einen (weiteren)
Anspruch auf berufliche Massnahmen ab (IV-act. 53).
A.i Im Bericht vom 3. September 2010 hielt Hausarzt Dr. B._ eine Arbeitsfähigkeit
von 50% fest (IV-act. 59). RAD-Arzt Dr. C._ ging demgegenüber in der
Stellungnahme vom 9. März 2011 davon aus, dass die 50%-Anstellung bei der
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bisherigen Arbeitgeberin nur einer teiladaptierten Tätigkeit entspreche. Da der
Gesundheitszustand stabil sei, empfahl er eine polydisziplinäre Begutachtung bei einer
MEDAS-Stelle (IV-act. 60). Diese fand am 6. Juli 2011 im ABI Basel statt. Im Gutachten
vom 31. August 2011 diagnostizierten die Experten nach internistischer,
psychiatrischer und gastroenterologischer Untersuchung mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein Barett-Karzinom des distalen Oesophagus pT1, pNO (ICD-10
C15.9) und rezidivierende Inguinalhernien beidseits (ICD-10 K40.9). Dem Versicherten
sei zuzumuten, die notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um in einer
körperlich leichten Tätigkeit ein Arbeitspensum von 70% in die Realität umzusetzen (IV-
act. 70-12f.). RAD-Arzt Dr. C._ beurteilte das Gutachten mit Stellungnahme vom 5.
Dezember 2011 als ausführlich, sorgfältig erstellt und in den Schlussfolgerungen
vollständig nachvollziehbar (IV-act. 71).
A.j Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Rentenablehnung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 29% in Aussicht (IV-act. 76).
Entgegen dem am 23. Januar/24. Februar 2012 erhobenen Einwand (IV-act. 77, 80)
bestätigte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenanspruchs mit Verfügung vom 6.
März 2012 (IV-act. 82).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 23. April
2012 mit dem Rechtsbegehren, dem Beschwerdeführer sei rückwirkend ab 1. Mai 2009
eine halbe Rente zu gewähren. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer rückwirkend ab
1. Mai 2009 eine Viertelsrente zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Zur Begründung machte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers geltend, der
Beschwerdeführer sei durch das durch die eingeschränkte Nahrungsaufnahmefähigkeit
starke Untergewicht und die damit verbundenen Erschöpfungserscheinungen erheblich
eingeschränkt. Ebenfalls müsse Beachtung finden, dass er immer wieder auf Pausen
angewiesen sei, um die notwendigen Mengen an Nahrungsmitteln zu sich zu nehmen.
Die Auswirkungen dieser Beeinträchtigungen seien nur sehr bescheiden dokumentiert.
Zudem werde im Gutachten nicht weiter auf die abweichende Meinung des Hausarztes
eingegangen, welcher eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiere. Da dieser den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gut kenne, könne er am besten
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abschätzen, was jenem zumutbar sei. Werde auf die Arbeitsunfähigkeit von 50%
abgestellt und ein Leidensabzug von 5% gewährt, resultiere ein Invaliditätsgrad von
51.6% und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente. Selbst bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 30% und einem Leidensabzug von 20% ergebe sich immer
noch bei einem Invaliditätsgrad von 43% ein Anspruch auf eine Viertelsrente (act. G 1).
In der Beschwerdeergänzung vom 4. Juli 2012 machte die Rechtsvertreterin weiter
geltend, es koste den Beschwerdeführer bereits heute ein höchstes Mass an
Willensanstrengung, die effektiv geleisteten 50% umzusetzen. Hinsichtlich des
Leidensabzugs sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer mit seiner
Konstitution erheblich Mühe habe, überhaupt einen Arbeitgeber zu finden, der bereit
sei, ihn einzustellen. Hinzu komme, dass er keine Ausbildung abgeschlossen habe, was
das mögliche Berufsfeld im Alter von 50 Jahren weiter einschränke. Daher werde
darum ersucht, ihm einen Leidensabzug von 20% zu gewähren (act. G 8).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Diesen Antrag begründete sie damit, dass das ABI-
Gutachten mit seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar sei. Da der
Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfsarbeitertätigkeiten ausführen könne, sei
maximal ein Leidensabzug von 10% vorzunehmen, ein höherer Leidensabzug sei
demgegenüber nicht gerechtfertigt. Der daraus resultierende Invaliditätsgrad von 37%
führe nicht zu einem Anspruch auf eine Invalidenrente (act. G 10).
B.c In der Replik vom 10. Oktober 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest. Seine Rechtsvertreterin wies darauf hin, dass er gemäss der (neuen)
Berechnung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort bereits bei einem
Leidensabzug von 15% Anspruch auf eine Viertelsrente habe (act. G 14).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer ein Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung zusteht.
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1.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid
ist.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das
ABI-Gutachten ab und ging in körperlich adaptierten Tätigkeiten von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 30% aus, was einer Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 70% entspreche (IV-act. 82-1). Im ABI-Gutachten vom 31.
August 2011 hielt der Gastroenterologe Dr. med. G._ gestützt auf seine
Untersuchung vom 6. Juli 2011 als Diagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
ein Barett-Karzinom des distalen Oesophagus pT1, pNO (ICD-10 C15.9) bei Status
nach Dilatationen einer postoperativen Striktur, bei persistierender Dysphagie und bei
persistierender Anorexie sowie rezidivierende Inguinalhernien beidseits (ICD-10 K40.9)
mit aktuell erneutem Rezidiv in der linken Leiste fest. Das Barett-Karzinom sei früh
entdeckt und erfolgreich chirurgisch behandelt worden. Als Folge der OP persistiere
eine Dysphagie. Deswegen und wohl auch als Folge des Eingriffs selbst bleibe der
Beschwerdeführer untergewichtig, was sich auch in einer allgemeinen Kraftlosigkeit
nach längerer anstrengender Arbeit äussere. Ebenfalls bestehe eine Dyspnoe, deren
Ursache nicht klar sei. Es sei denkbar, dass hier eine restriktive Komponente bei Status
nach thorakalem Eingriff vorliege. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit befand der
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Gutachter, dass der Beschwerdeführer keine körperlich belastenden Arbeiten
durchführen und keine Lasten über 10kg heben sollte. Eine leichtere Arbeit ohne
körperliche Anstrengung sei ihm zumutbar mit einem 70%-Pensum (IV-act. 70-11).
Sowohl in internistischer/allgemeinmedizinischer als auch in psychiatrischer Hinsicht
ergaben sich keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. In der
Gesamtbeurteilung wurden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Herzpalpitation
unklarer Ätiologie nach kardiologischer Abklärung 2/11 ohne Befunde (Dr. H._), eine
benigne Prostatahyperplasie (ICD-10 M43), eine Presbyakusis (ICD-10 H91.1), ein
Rezidiv Inguinalhernie beidseits (ICD-10 K40.9) bei aktuell erneutem Rezidiv in der
linken Leiste sowie ein Status nach Maisonneuve-Fraktur links am 27.5.2009 mit Status
nach Stellschrauben-Osteosynthese am 3.6.2009, "folgenlos abgeklärt", festgehalten.
Aus polydisziplinärer Sicht sei dem Beschwerdeführer zuzumuten, die notwendige
Willensanstrengung aufzubringen, um in einer körperlich leichten Tätigkeit ein
Arbeitspensum von 70% in die Realität umzusetzen. Das Pensum könne vollschichtig
umgesetzt werden mit etwas erhöhtem Pausenbedarf von bis (zu) 15 Minuten pro
Stunde und einem leicht reduzierten Rendement (IV-act. 70-13).
2.2 Demgegenüber hielt der Hausarzt Dr. B._ im Bericht vom 3. September 2010
lediglich noch eine Arbeitstätigkeit im Rahmen von 50% für möglich (IV-act. 59-3). Der
Beschwerdeführer selbst gab anlässlich der Begutachtung an, sich in seiner aktuellen
Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig zu fühlen (IV-act. 70-13). Die Gutachter begründeten
diese Diskrepanz zwischen der Einschätzung des Beschwerdeführers und des
Hausarztes einerseits und der von ihnen geschätzten höheren Arbeitsfähigkeit
andererseits damit, dass es dem Beschwerdeführer bei Verzicht auf das Heben
schwerer Lasten durchaus zumutbar sei, ein ganztags verwertbares Arbeitspensum
von 70% in einer körperlich leichten Tätigkeit in die Realität umzusetzen (IV-act. 70-13).
Auch RAD-Arzt Dr. C._ führte hierzu aus, dass die ab 1. August 2010 bei der
Arbeitgeberin ausgeübte Tätigkeit vergleichend zur Tätigkeit bei der gleichen
Arbeitgeberin vor diesem Datum gemäss dem Tätigkeitsprofil vom 22. März 2011 (vgl.
IV-act. 63-6) abgeglichen mit der gutachterlichen Einschätzung eine lediglich
teiladaptierte Tätigkeit darstelle. Sie umfasse noch Tätigkeiten, die Heben und Tragen
mittelschwer (10 - 15kg) "manchmal" und Heben und Tragen schwer (>25kg) "selten"
enthalte. Diese seien dem Beschwerdeführer aus gutachterlicher Sicht nicht mehr
zumutbar. Wie sich die Arbeitsunfähigkeit in dieser teiladaptierten Tätigkeit nun
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prozentmässig präsentiere, werde von den Gutachtern (jedoch) nicht explizit
angegeben (IV-act. 71). Die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer
vollumfänglich adaptierten Tätigkeit erscheint grundsätzlich nachvollziehbar. So
bestreitet der Beschwerdeführer denn auch nicht, dass die von ihm ausgeübte
Tätigkeit nicht voll adaptiert ist. Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, dass er sein
Pensum bei der bisherigen Arbeitgeberin deshalb auf 50% reduzierte, weil er innert
angemessener Frist und trotz der Unterstützung durch Profil auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt keine besser adaptierte Tätigkeit fand. Zudem gab er als weiteren
Beweggrund an, dass ihm sowohl die Arbeit als auch das Arbeitsklima bei seiner
Arbeitgeberin gefielen, auch wenn nicht immer auf sein Pausenbedürfnis Rücksicht
genommen werde (vgl. IV-act. 48, 50).
2.3 Fraglich erscheint die nicht weiter begründete Gesamtbeurteilung, wonach der
Beschwerdeführer ein volles Zeitpensum erfüllen könne, mit um 30% reduzierter
Leistung wegen erhöhtem Pausenbedarf von bis zu 15 Minuten pro Stunde und einem
leicht reduzierten Rendement. Es steht unbestrittenermassen fest, dass die
gastroenterologischen Diagnosen für die Einschränkungen massgebend sind. Dr.
G._, der diese Diagnosen für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung stellte, hielt gerade
keine vollschichtige Tätigkeit für zumutbar. Vielmehr sei eine leichtere Arbeit ohne
körperliche Anstrengungen in einem 70%-Pensum zumutbar. Weiter hielt der Gutachter
fest, dass sich das Untergewicht auch in einer allgemeinen Kraftlosigkeit nach längerer
anstrengender Arbeit äussere (IV-act. 70-11). Der erst in der Gesamtbeurteilung des
Gutachtens ergänzte Zusatz, dieses Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit
etwas erhöhtem Pausenbedarf von bis zu 15 Minuten pro Stunde und einem leicht
reduzierten Rendement, bleibt demgegenüber unbegründet. Weder wird die vom
Gastroenterologen abweichende Beurteilung näher ausgeführt, noch ist sie
selbsterklärend oder nachvollziehbar. Vielmehr erscheint plausibel, dass das
beschriebene Leiden und die mit dem Untergewicht einhergehende Kraftlosigkeit eine
leichte Tätigkeit auch zeitlich auf ein 70%-Pensum beschränken.
3.
3.1 Gestützt auf die gutachterlich bestimmte Arbeitsfähigkeit von 70% adaptiert sind
folglich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu
bestimmen.
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3.2 Die zur Invalidität führenden Beschwerden nahmen ihren Anfang im April 2008 (IV-
act. 70-13, 16). Die Beschwerdegegnerin stellte daher in der Beschwerdeantwort beim
Valideneinkommen zu Recht auf das Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2007
ab. Gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IV-act. 7-1) erzielte der
Beschwerdeführer damals ein Jahreseinkommen von insgesamt Fr. 60'633.--
(Fr. 58'500.-- + Fr. 2'133.--). Unter der Annahme, dass sich Validen- und
Invalideneinkommen in etwa gleich entwickelten, kann von einer nominellen
Aufwertung bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses abgesehen werden, wenn beim
Invalideneinkommen ebenfalls auf die Zahlen des Jahres 2007 abgestellt wird (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. November 2010,
IV 2009/7, E. 4.3 mit Hinweis),
3.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen
hat, so ist rechtsprechungsgemäss auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt
für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen
(BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Vorliegend geht der Beschwerdeführer mit
seinem 50%-Pensum und körperlich teilweise mittelschweren bis schweren Arbeiten
keiner voll adaptierten Tätigkeit nach. Deshalb sind für das Invalideneinkommen unter
Berücksichtigung der Einschränkungen die Löhne für Hilfsarbeiter nach LSE
beizuziehen. Im Jahr 2007 betrug das Jahreseinkommen danach Fr. 60'167.--.
3.4 Wird zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellenlöhne ab
gestellt, so kann zusätzlich ein Abzug vom Invalideneinkommen von maximal 25%
(Leidensabzug oder auch Tabellenabzug genannt) vorgenommen werden (eingehend
hierzu BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Mit dem Tabellenabzug ist zu berücksichtigen, dass
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
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arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).
3.5 Die Beschwerdegegnerin anerkannte im Beschwerdeverfahren einen 10%igen
Abzug, weil der Beschwerdeführer nur noch körperlich leichte Hilfstätigkeiten
ausführen könne (act. G 10, S. 4). Diesem Teilabzug ist sicherlich zu folgen, weil die
Lohnstrukturerhebungen auch Löhne für körperlich schwere Tätigkeiten beinhalten, die
in der Regel besser entlöhnt werden und welche der Beschwerdeführer nicht mehr
ausüben kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010,
E. 6.2).
3.6 Hinzu kommt, dass dem Beschwerdeführer - wie obige Ausführungen zeigen (vgl.
Erwägung 2.3) - lediglich noch ein Teilzeitpensum möglich ist, was einen weiteren
Abzug rechtfertigt. Mit dem Teilzeitabzug soll dem Umstand Rechnung getragen
werden, dass teilzeitbeschäftigte Männer statistisch gesehen vergleichsweise weniger
verdienen als Vollzeitangestellte (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014,
9C_796/2013, E. 3.1.2, vgl. auch Urteile vom 4. April 2008, 9C_833/2007, E. 3.5 mit
Hinweisen, und vom 26. August 2011, 8C_379/2011, E. 4.2.2.1). Selbst wenn aber
auch von einer vollschichtigen Tätigkeit mit einem "erhöhten Pausenbedarf von bis zu
15 min pro Stunde und einem leicht reduzierten Rendement" ausgegangen würde,
wäre ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt. So zeigen die mit dem
grenzwertigen Untergewicht einhergehende Müdigkeit und das eingeschränkte
Tätigkeitsprofil des Beschwerdeführers deutlich, dass er bei einem Stellenwechsel
wiederum auf einen besonders rücksichtsvollen Arbeitgeber angewiesen wäre. Dass
ein solcher nicht so leicht zu finden ist, wurde bereits dadurch deutlich, dass der
Beschwerdeführer trotz Unterstützung durch die IV und intensiver Suche auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt keine entsprechende Stelle fand. Unter Berücksichtigung
dieser konkreten Verhältnisse erscheint daher insgesamt ein Abzug vom Tabellenlohn
von jedenfalls 15% angemessen.
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3.7 Damit ist das Invalideneinkommen ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
und einem Leidensabzug von 15% auf Fr. 35'799.-- (Fr. 60'167.-- x 0.7 x 0.85)
festzusetzen. Wird das Invalideneinkommen in Beziehung gesetzt zum
Valideneinkommen von Fr. 60'633.-- resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von
Fr. 24'834.--. Diese entspricht einem Invaliditätsgrad von 41% ([Fr. 24'834.--/
Fr. 60'633.--] x 100). Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf eine Viertelsrente
der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG).
4.
Hinsichtlich des Rentenbeginns ist auf Grund der plausiblen Stellungnahme von RAD-
Arzt Dr. C._ vom 5. Dezember 2011 davon auszugehen, dass der Beginn der
langandauernden Krankheit mit ununterbrochenem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf
den 8. April 2008 anzusetzen ist. Bis Ende 2008 besteht eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit; in einer leidensadaptierten Tätigkeit ist der
Beschwerdeführer seit Ende 2008 zu 30% arbeitsunfähig (IV-act. 71-2). Das Wartejahr
wurde somit im April 2008 eröffnet. Da die angestammte Tätigkeit zweifellos zu mehr
als 40% nicht mehr zumutbar ist, lief das Wartejahr im März 2009 ab. Nachdem die IV-
Anmeldung der IV-Stelle mit Begleitschreiben der I._ am 2. Dezember 2008
eingereicht wurde (IV-act. 4-1), entsteht der Rentenanspruch frühestens sechs Monate
ab Datum der Geltendmachung des Anspruchs (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), d.h. ab 1. Juni
2009.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. März 2012 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist ab
1. Juni 2009 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie
zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint bis
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als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote
verzichtet. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP