Decision ID: b0d6358a-1591-530a-afa8-520a9c943c7e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15./20. August 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er gab an, er habe von 1986 bis 1989 in seiner Heimat den
Beruf des E._ gelernt, sei seit 2001 in der Schweiz und sei von Juli 2001 bis Oktober
2002 und seit August 2003 (dazwischen arbeitslos gewesen) als Mitarbeiter in der
Warenlogistik angestellt. Er habe im Jahr 1995 eine traumatische Bulbusverletzung
erlitten und seit drei bis vier Jahren leide er an rezidivierenden Lungenentzündungen
bei Bronchiektasien und an einer depressiven Verstimmung.
A.b Gemäss einem FI-Gesprächsprotokoll des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
der Invalidenversicherung vom 26. August 2008 (act. 10; vgl. act. 14) gab Dr. med.
B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, unter anderem an, es seien
Alternativen zum bisherigen Arbeitsumfeld zu suchen. Es sei fraglich, ob das arbeits
hygienische Umfeld der Logistik der gesundheitlichen Situation des Versicherten ange
messen sei. Der Versicherte sei im November 2007 zu 100 %, von November 2007 bis
Februar 2008 zu 50 %, von Februar bis März 2008 zu 25 % und von März bis April
2008 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit April 2008 sei er zu 50 % arbeitsunfähig.
A.c In der Arbeitgeberbescheinigung vom 11. September 2008 (act. 19) wurde ange
geben, der Versicherte sei seit Mai 2002 vollzeitlich als F._ tätig. Die Temperatur bei
der Arbeit betrage 14 bis 15° Celsius. Seit Juli 2008 erziele er einen Monatslohn von
Fr. 4'100.-- (mal 13). Diesen Lohn würde er auch ohne Gesundheitsschaden erzielen.
A.d Am 19. September 2008 (act. 21, 23) wurde Arbeitsvermittlung vorgesehen. - Im
FI-Assessmentprotokoll vom 20. Oktober 2008 (act. 27) wurde festgehalten, der Ver
sicherte habe angegeben, in seiner Heimat mit einem Invaliditätsgrad von 60 % einge
schätzt zu sein und wegen der Kriegsverletzung eine Rente zu erhalten. In der Schweiz
habe er früher an einem Kältearbeitsplatz bei 0 bis 2° gearbeitet, was nun nicht mehr
möglich sei. Nun arbeite er bei einer Temperatur von 12° und sei froh um diese Arbeit.
Ab 1. Dezember 2008 werde er einen neuen Arbeitsvertrag für ein Pensum von 50 %
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erhalten. Er wolle nach Möglichkeit bei seinem Arbeitgeber bleiben. Er wisse nicht, was
die Invalidenversicherung für ihn tun könnte. Die IV-Eingliederungsberaterin sah vor,
den Lungenspezialisten des RAD wegen des Arbeitsplatzes des Versicherten zu
befragen.
A.e Am 4. November 2008 (act. 28) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, zurzeit seien keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen möglich. Sie werde seinen Anspruch auf berufliche Mass
nahmen oder Rentenleistungen prüfen und weitere Abklärungen einleiten.
A.f Dr. med. C._, Augenarzt FMH, gab in seinem Arztbericht vom 17. November
2008 (act. 34) an, es liege eine G._-verletzung des rechten Auges (Perforation) vor.
Das Auge sei stets gereizt und der Versicherte leide oft an Kopfschmerzen. Er sei aus
augenärztlicher Sicht nicht arbeitsunfähig.
A.g Dr. med. D._, Facharzt Pneumologie FMH, bezeichnete in seinem Arztbericht
vom 26. November 2008 (act. 36) als Diagnosen ein leichtes bis moderates Bron
chiektaseleiden und eine depressive Entwicklung. Der Versicherte sei vom 13. Februar
bis 11. März 2007 und vom 1. bis 6. April 2008 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Aus
pneumologischer Optik bestehe keine Einschränkung bezüglich der bisherigen
Tätigkeit. Diese sei noch zu ungefähr 70 % (wegen rezidivierender Infekte) zumutbar.
Die Belastbarkeit sei aufgrund der Chronifizierung der rezidivierenden Infekte
eingeschränkt. Wie den beigelegten Berichten zu entnehmen sei, seien wegen Infekten
der unteren Atemwege stationäre Behandlungen im Departement Innere Medizin am
Kantonsspital St. Gallen erfolgt.
A.h In seinem Arztbericht vom 8. Dezember 2008 (act. 39) gab Dr. B._ bekannt,
als Diagnosen lägen vor eine Amaurose rechts nach traumatischer Bulbusverletzung,
Siccasyndrom links (seit 1995), rezidivierende Pneumonien, Bronchiektasen? (seit
2005), Zervikobrachialgien, chronische Cephalea, eine depressive Episode und funk
tionelle Abdominalbeschwerden. Vom 27. März 2008 bis 22. April 2008 sei der Ver
sicherte voll arbeitsunfähig gewesen, seither sei er es zu 50 % (halbtags). Andere Tätig
keiten in einem ähnlichen Umfeld (und nach seinen Möglichkeiten) wären ihm ebenfalls
zumutbar. -Beigelegt waren diverse Arztberichte.
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A.i In einer Gesprächsnotiz vom 13. Februar 2009 (act. 44; über ein Gespräch der IV-
Eingliederungsberaterin, des Sozialdienstes des Arbeitgebers und des Versicherten)
wurde festgehalten, es sei ein Arbeitsversuch in einer anderen Abteilung mit normaler
Raumtemperatur beim bisherigen Arbeitgeber anzustreben. Die RAD-Ärzte würden von
mindestens 80 % Arbeitsfähigkeit ausgehen, die Berichte stünden allerdings noch aus.
A.j Am 23. Februar 2009 (act. 48) erstattete der RAD Bericht über eine
interdisziplinäre Beurteilung nach Untersuchungen vom 11. Dezember 2008 und vom
13. Januar 2009. Internistisch wurden als Diagnosen angegeben: (erstens) 04/05 und
09/06 Pneumonien rechts basal, 01/07 computertomographischer Nachweis von
Bronchiektasen im Bereich beider Lungenunterlappen, und (zweitens) eine Phthisis des
Augapfels rechts nach Trauma. Psychiatrisch wurde eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung erhoben. Interdisziplinär wurde die
Arbeitsfähigkeit auf etwa 55 % geschätzt, und zwar für leichte bis mittelschwere
körperliche Arbeit in geschlossenen und ausreichend temperierten Räumlichkeiten,
ohne Tätigkeiten, die räumliches Sehen und ein volles Gesichtsfeld erfordern, ohne
Höhenarbeiten und ohne Notwendigkeit, regelmässig Leitern oder Gerüste zu
besteigen. Nachtarbeit und Tätigkeiten unter Zeitdruck und mit Stressexposition seien
ungünstig. Die Leistungseinbusse resultiere aus Schäden verschiedener
Organbereiche, ohne dass sich die Funktionseinbussen überschneiden würden. Die
zuletzt (wohl: gegenwärtig) ausgeübte Tätigkeit mit Führen von Fahrzeugen unter
Kälteexposition sollte nicht mehr weitergeführt werden. Körperliche Schwerarbeit
komme nicht in Frage. - Am 4. März 2009 (act. 50) hielt der RAD (ein an der
Untersuchung nicht beteiligter Arzt) unter anderem fest, nach interner Diskussion
ergebe die RAD-Untersuchung, dass die Arbeitsunfähigkeit sich aus 25 % somatisch
und 20 % psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit zusammensetze. Die Eingliederungs
beratung sollte sich beim Arbeitgeber um eine innerbetriebliche Umplatzierung des
Versicherten bemühen. Zu bedenken sei, dass der Versicherte mit seiner somatischen
wie psychischen Gesundheitsstörung in die Schweiz eingereist sei.
A.k Gemäss einer Telefonnotiz vom 12. März 2009 (act. 54) teilte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle, nachdem die Taggeldversicherung die Leistungen
eingestellt hatte, dem Sozialdienst des Arbeitgebers mit, der Versicherte habe nur
Anspruch auf Frühinterventionsmassnahmen gehabt. Diese Phase sei abgeschlossen
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worden, weil der Gesundheitszustand nicht stabil gewesen sei. Da er mit seinen
gesundheitlichen Störungen eingereist sei, erfülle er die versicherungsmässigen
Voraussetzungen nicht. Die Vertreterin des Sozialdienstes kündigte an, sie werde
klären, ob der Versicherte beim Arbeitgeber werde bleiben können. Andernfalls werde
er sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum melden können. - Der Versicherte
stellte sich bei einem Telefongespräch vom selben Tag (act. 55), in welchem ihm unter
anderem mitgeteilt wurde, dass er die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht
erfülle, auf den Standpunkt, sein Gesundheitszustand habe sich in der Schweiz
verschlechtert. Er habe einen Arbeitsvertrag seit 1. März 2009 (später eingereicht, vgl.
act. 62), doch die Arbeit sei ja nicht gut, weil es dort kühl sei. Er dürfe jetzt einfach nicht
mehr krank werden, weil niemand mehr bezahle. - Gemäss einer Stellungnahme vom
26. März 2009 (act. 58) hielt die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle fest, eine
Arbeitsunfähigkeit von rund 20 % (Augenverletzung) habe schon bei der Einreise
bestanden, weshalb die versicherungsmässigen Voraussetzungen für berufliche
Massnahmen nicht erfüllt seien. Von Mai 2002 bis Dezember 2006 habe der Versicherte
jedoch in einem Vollpensum gearbeitet. Eine mindestens 40-prozentige Invalidität habe
somit bei der Einreise nicht bestanden, weshalb eine Rentenprüfung zu erfolgen habe.
A.l Die Klinik für Augenkrankheiten am Kantonsspital St. Gallen gab in ihrem Arzt
bericht vom 6. August 2009 (act. 67) bekannt, rechts bestehe ein St. n. Enukleation am
x. Juni 2009. Seither habe der Versicherte nur noch selten Schmerzen. Er sei vom
4. Juni bis 3. Juli 2009 arbeitsunfähig gewesen. Er besitze nur eine monokulare Seh
fähigkeit. Das räumliche Sehen sei nicht vorhanden und es bestehe eine Gesichtsfeld
einschränkung. Nicht zumutbar seien das Steigen auf Leitern und Gerüste, das
Arbeiten in grosser Höhe und visuelle Feinarbeit (bzw. das Erfordernis hoher visueller
Leistungsfähigkeit). - In einem Kurzaustrittsbericht vom 26. März 2009 (act. 70) hatte
das Departement Innere Medizin am Kantonsspital St. Gallen über eine Hospitalisation
des Versicherten vom 18. bis 26. März 2009 berichtet.
A.mDie Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle erhob mit einem Einkommensvergleich
zwischen Fr. 58'468.-- Validen- und Fr. 33'765.-- Invalideneinkommen eine
invaliditätsbedingte Einbusse von 42.25 % (act. 74).
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A.n Mit Vorbescheid vom 23. November 2009 (act. 76 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten die Ausrichtung einer
Viertelsrente ab 1. März 2009 in Aussicht.
A.o Mit Einwand vom 2. Dezember 2009 (act. 78) liess der Versicherte die Ausrichtung
einer vollen (wohl: ganzen) Rente beantragen. In der ergänzenden Begründung vom
7. Januar 2010 (act. 83) liess er die Zusprechung einer halben Rente beantragen. Dass
die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle keinen sogenannten leidensbedingten Abzug
gewährt habe, sei angesichts der erheblichen, im RAD-Gutachten erwähnten Ein
schränkungen nicht nachvollziehbar. Da der Versicherte die leichten und
mittelschweren Arbeiten nicht ohne einschränkende Auflagen verrichten könne, und
ferner aufgrund von Alter, Nationalität und Beschäftigungsgrad (von 50 %) sei ein
Abzug von 25 % am Platz.
A.p Mit Verfügung vom 2. März 2010 (act. 91; dem Versicherten eröffnet) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten ab 1. März 2009 eine Viertels
rente bei einem Invaliditätsgrad von 42 % zu.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Fürsprecher Marco Büchel für den Be
troffenen am 24. März 2010 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des Be
schwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab 1. März 2009 eine halbe Rente auszurichten. Es sei ein
Teilzeit- und Leidensabzug von 25 % vorzunehmen, womit sich der Invaliditätsgrad auf
57 % stelle. - In der Beschwerdeergänzung vom 4. Mai 2010 legt er dar, teilzeitlich
arbeitende Männer würden bei einem Pensum zwischen 50 und 74 % rund 9 %
weniger verdienen als vollzeitlich erwerbstätige. Ferner sei zu berücksichtigen, dass die
Statistik auf gesunde Arbeitskräfte abstelle. Zudem lasse sich dem RAD-Gutachten
entnehmen, dass der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Hilfsarbeiter zahlreichen
Einschränkungen unterworfen sei (keine Nachtarbeit, keine Tätigkeiten unter Zeitdruck
und mit Stressexposition, keine Tätigkeit mit Führen von Fahrzeugen, keine körperliche
Schwerarbeit, keine Tätigkeit unter Exposition gegenüber Kälte, Nässe, starken Tem
peraturwechseln und Zugluft). Es müsse ausserdem aufgrund der bronchopulmonalen
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Grunderkrankung mit dem Anfall vermehrter Arbeitsunfähigkeitszeiten gerechnet
werden, was die Chancen auf dem Arbeitsmarkt massiv reduziere. Sodann sei dem
Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale wie
Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben könnten. Bei der Be
messung des Leidensabzugs könnten auch invaliditätsfremde Faktoren berücksichtigt
werden. Auch die Verneinung eines solchen Abzugs halte einer Ermessensprüfung
nicht stand. Die gesundheitliche Prognose sei schlecht. Der Beschwerdeführer spreche
kaum Deutsch, er halte sich erst seit 2001 in der Schweiz auf und von einer Integration
könne nicht gesprochen werden. Auch innerhalb der Tätigkeiten mit
Anforderungsniveau 4 stehe ihm nur noch ein kleiner Beschäftigungsbereich im unteren
Lohnsegment offen. Das zeige auch die Tatsache, dass er nach wie vor zu 50 %
arbeite und seine Gesundheit gefährden müsse. Hätte er Chancen auf dem freien
Arbeitsmarkt, hätte er die Stelle längst gewechselt. Sein Einkommen sei mit Fr. 2'110.--
weit unterdurchschnittlich. Ein Abzug von mindestens 15 % erscheine den Umständen
angemessen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 58'468.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 28'700.25 betrage die Erwerbseinbusse 51 %.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde und die Feststellung, dass der Beschwerdeführer keinen
Rentenanspruch habe. Somatisch gesehen sei im RAD-Untersuchungsbericht davon
ausgegangen worden, dass die Arbeitsfähigkeit für eine dem nicht schwerwiegenden
pulmonalen Grundleiden angepasste, d.h. körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit
ohne Kälte und Zugluft nicht beeinträchtigt sei. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem
Kühllager sei wegen teilweiser Exposition gegenüber Minustemperaturen nicht ideal.
Der Lungenspezialist habe aber dann eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 25 %
wegen des Funktionsverlusts des rechten Auges attestiert, obwohl der behandelnde
Augenarzt und die Augenklinik angenommen hätten, die Arbeitsfähigkeit für eine
gewöhnliche Erwerbsarbeit (ohne Arbeiten in grosser Höhe, ohne visuelle Feinarbeit)
sei durch den Verlust des Sehvermögens nicht beeinträchtigt. Die nach der RAD-
Untersuchung erfolgte Enukleation habe ausserdem zu einer Verringerung der
Schmerzen am rechten Auge geführt. Die Auffassung der ophthalmologischen Fach
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ärzte erscheine plausibel, denn es sei nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer
aufgrund der Einäugigkeit in der Ausübung einer gewöhnlichen Hilfsarbeit in der
Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sein sollte. Der Hinweis des RAD-Pulmologen auf die
einschlägige Gutachterliteratur liefere keine plausible Erklärung für die Annahme einer
Arbeitsunfähigkeit. Die somatischen Leiden des Beschwerdeführers bewirkten somit
nur qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der nachvollziehbaren
Beurteilung des psychiatrischen RAD-Experten sei davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer aufgrund des psychischen Leidens zu 20 % in der Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt sei. Dies entspreche in Abweichung von der interdisziplinären Beurteilung
der gesamten Arbeitsunfähigkeit. Die derzeit ausgeübte Tätigkeit sei wegen der Kälte
exposition und des entsprechenden Risikos eines pulmonalen Infekts nicht optimal
adaptiert. Der Lohn könne deshalb nicht als Grundlage für die Bemessung des
Invalideneinkommens dienen. Stattdessen seien die Tabellenlöhne gemäss der Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen. Das Durchschnittsein
kommen 2008 habe Fr. 59'979.-- ausgemacht; bei 80 % Arbeitsfähigkeit ergäben sich
Fr. 47'983.--. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer
zumutbar. Die Restarbeitsfähigkeit könne ganztägig verwertet werden. Auch ein
angeblich höheres Risiko, aus krankheitsbedingten Gründen der Arbeit fernbleiben zu
müssen, könne nicht als Abzugsgrund anerkannt werden. Die schlechten
Sprachkenntnisse seien für Hilfsarbeiten schliesslich ebenfalls nicht als
einkommensmindernder Faktor zu betrachten. Das Invalideneinkommen mache somit
Fr. 47'983.-- aus. Ohne Gesundheitsschaden hätte der Beschwerdeführer nach
Angaben des Arbeitgebers im Jahr 2008 ein Einkommen von Fr. 53'300.-- erzielt. Da
die im IK verbuchten Einkommen der Jahre 2004 bis 2006 aber durchwegs höher
gewesen seien und ungefähr den jeweiligen statistischen Durchschnittslöhnen von
Hilfsarbeitern entsprochen hätten, sei das Valideneinkommen auf diese Höhe von im
Jahr 2008 Fr. 59'979.-- anzuheben. Es resultiere ein rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 20 %.
D.
Mit Replik vom 13. Juli 2010 wendet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein,
es sei kein Grund ersichtlich, von der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des RAD
abzuweichen. Die Beurteilung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit sei nach einer
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Konsensbesprechung erfolgt. Beide Gutachter, ein Facharzt für Innere Medizin/
Pneumologie/Arbeitsmedizin und ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
seien der Ansicht, die Restarbeitsfähigkeit sei auf etwa 55 % einzuschätzen. Die
Enukleation des Auges habe lediglich zu einer Verringerung der Schmerzen, nicht zu
einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit geführt. Der Pneumologe habe gemäss
Telefonnotiz vom 9. März 2009 erklärt, das Auge sei zu wenig berücksichtigt worden;
es müsse eine Arbeitsfähigkeit von 55 % prognostiziert werden. Das münde vermutlich
in eine Teilrente. Der Beschwerdeführer sei gerade bei Hilfsarbeiten erheblich
eingeschränkt. Räumliches Sehen sei nämlich nicht mehr möglich, das Gesichtsfeld sei
eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sollte daher keine Leitern, Treppen oder Gerüste
besteigen und keine Maschinen bedienen müssen. Auch Staplerfahren berge Risiken.
Die Einschränkung betrage wie gutachterlich festgehalten 55 % (recte wohl: 45 %).
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 16. Juli 2010 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.
F.
Am 2. März 2012 bot die Gerichtsleitung dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
in Nachachtung der Rechtsprechung gemäss BGE 137 V 314 unter Hinweis auf die
Möglichkeit, dass das Gericht die angefochtene Verfügung aufhebe und die Sache zu
ergänzenden medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückweise,
Gelegenheit zur Stellungnahme und zum Rückzug der Beschwerde. Die angesetzte
Frist verstrich unbenützt.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 2. März 2010, also unter der
Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er
sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
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Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Für den
Rentenbeginn anwendbar ist eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen
lückenfüllend geschaffene (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007),
vom Gericht als rechtmässig erkannte (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S F. vom 25. März 2011, IV 2009/425) übergangsrechtliche Norm,
wonach altes Recht für Fälle gilt, in denen der Versicherungsfall - definiert nach dem
alten, ausser Kraft getretenen Recht - spätestens im Jahr 2008 eintritt (d.h. das
Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen beginnt und im Jahr 2008 erfüllt wird) und
die Anmeldung spätestens im Jahr 2008 erfolgte. Bezüglich des allfälligen
Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts der IV-Anmeldung vom August
2008 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im November 2007 die bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt)
anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich materiell keine Änderung der
Rechtslage ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer ab 1. März 2009 eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 42 % zuge
sprochen. Sie hatte das Verwaltungsverfahren auf die Ansprüche auf berufliche Mass
nahmen und auf Rente bezogen (vgl. Mitteilung act. 28, wo eine Abklärung in Aussicht
gestellt wurde). Was den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Massnahmen betrifft, ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin einen
solchen ablehnt, weil die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien
(vgl. act. 58). Eine Verfügung hierüber erliess sie nicht. In der Beschwerdeantwort
beantragt sie die Feststellung, dass auch kein Rentenanspruch bestehe, also eine
reformatio in peius. Der Beschwerdeführer lässt in diesem Verfahren (höhere)
Rentenleistungen (aber keine beruflichen Massnahmen) beantragen. Zum
Streitgegenstand gehört aber angesichts des verfügten Rentenanspruchs
notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen
korrekt in Anspruch genommen habe. Denn wie sich aus Art. 16 ATSG ergibt, ist der
Einkommensvergleich zur Bemessung des Invaliditätsgrades erst nach Durchführung
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
vorzunehmen und hat die versicherte Person, wenn ohne berufliche Massnahmen ein
Rentenanspruch droht, die Pflicht, sich geeigneten und zumutbaren
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Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen. Die Verwaltung ihrerseits hat die Pflicht,
vor dem Entscheid über die Rentenfrage von Amtes wegen alle
Eingliederungsmöglichkeiten zu prüfen und hierüber zu entscheiden.
2.
2.1 Nach Art. 2 des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni
1962 (in Kraft seit 1. März 1964) sind die Angehörigen der Vertragsstaaten in ihren
Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, zu welchen die
schweizerische Bundesgesetzgebung über die Invalidenversicherung gehört, einander
gleichgestellt, soweit nichts anderes bestimmt ist. Dieses Abkommen ist weiterhin
gültig (BGE 126 V 203 E. 2b) und auch auf Angehörige von Nachfolgestaaten der
Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, welche mit der Schweiz (noch) kein
Abkommen abgeschlossen haben, anwendbar (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i.S. I. vom 18. März 2005, I 275/02, E. 1.1).
2.2 Schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose haben
(unter Vorbehalt von Art. 39 IVG) Anspruch auf Leistungen gemäss den nachstehenden
Bestimmungen (vgl. Art. 6 Abs. 1 IVG). Nach Art. 6 Abs. 2 IVG sind ausländische
Staatsangehörige, vorbehältlich des hier nicht in Frage stehenden Art. 9 Abs. 3, nur
anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13
ATSG) in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während
mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während
zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben.
2.3 Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des
Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4
Abs. 2 IVG).
2.4 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar
bedrohte versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Die
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Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und
Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). - Bei beruflichen
Eingliederungsmassnahmen tritt der Versicherungsfall ein, wenn der
Gesundheitsschaden sich so schwerwiegend auf die gegenwärtige erwerbliche
Situation auswirkt, dass die versicherte Person ohne die in Frage stehende berufliche
Vorkehr nicht mehr als hinreichend eingegliedert erscheint. Die gesundheitliche
Beeinträchtigung muss ein solches Ausmass angenommen haben, dass sie die
Ausübung der fraglichen Tätigkeit längerfristig verunmöglicht und unzumutbar
erscheinen lässt und damit eine solche berufliche Massnahme objektiv angezeigt ist
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 16. August 2006,
I 834/05; BGE 121 V 186 E. 2c).
2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % be
steht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. - Im Hinblick auf einen Rentenanspruch gilt die
Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 29 Abs. 1
IVG entsteht, d.h. (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem
Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
war (lit. b; BGE 129 V 418 E. 2.1). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % besteht (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein
wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an
mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV;
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004,
I 19/04). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu
berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum IVG, 1. A. 1997, S. 238; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99). - Gemäss
Art. 36 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) besteht Anspruch auf
eine ordentliche Rente, wenn die Versicherten bei Eintritt der Invalidität während
mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben.
ter
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3.
Der Beschwerdeführer, der die Sehkraft des einen Auges bereits früher in seiner
Heimat verloren hatte, war in der Schweiz während einiger Jahre vollzeitlich
erwerbstätig. Gemäss IK-Auszug (act. 13) hat er von Oktober 2001 bis Oktober 2002
und ab August 2003 bei der Arbeitgeberin Lohn erzielt. Im Jahr 2004, dem ersten vollen
abgerechneten Jahr, betrug der Lohn Fr. 60'008.--, in den beiden folgenden Jahren
ging er auf Fr. 58'193.-- und auf Fr. 56'419.-- zurück. Es gibt nach der Aktenlage
keinen Hinweis darauf, dass sich die Einschränkung der Seh- oder der psychischen
Leistungsfähigkeit auf diese Einkommen ausgewirkt hätte. Das Lungenleiden ist
unbestrittenermassen erst in der Schweiz dazugekommen. Gemäss Dr. B._ traten die
rezidivierenden Pneumonien im Jahr 2005 auf, so dass es sich rechtfertigt, das
Einkommen von 2004 als Anhaltspunkt zur Bestimmung des Valideneinkommens zu
nehmen.
4.
4.1 Nach der medizinischen Aktenlage ist davon auszugehen, dass die bisher ausge
übten Tätigkeiten (in mehr oder weniger kalter Umgebung) aufgrund des Lungenleidens
für den Beschwerdeführer nicht mehr geeignet sind.
4.2 Für eine (detailliert umschriebene) angepasste Tätigkeit bescheinigt der RAD dem
Beschwerdeführer nach einer internistischen (pneumologischen) und psychiatrischen
Exploration interdisziplinär eine Arbeitsunfähigkeit von 45 %. Die Leistungseinbusse
resultiere aus Schäden verschiedener Organbereiche, die sich nicht überschneiden
würden (act. 48-24). Ein weiterer RAD-Arzt schreibt diese Arbeitsunfähigkeit, das inter
disziplinäre Ergebnis deutend, zu 20 % psychiatrischen und zu 25 % somatischen
Gründen zu. Im Einzelnen hatte der RAD-Psychiater die Arbeitsunfähigkeit auf 20 %
festgesetzt. Der untersuchende RAD-Internist hatte festgehalten, die allgemeine
Arbeitsfähigkeit sei durch ein Bronchiektasie-Leiden und eine rechtsseitige Erblindung
eingeschränkt. Gemäss der Lungenfunktionsprüfung und der spiroergometrischen
Belastungsuntersuchung dürfte für eine leidensangepasste, körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeit ausserhalb von Infektexazerbationen der Grundkrankheit
allerdings nahezu volle Leistungsfähigkeit bestehen. Aufgrund der funktionellen
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Einäugigkeit würden diverse Tätigkeiten ausscheiden. Die Leistungseinbusse durch
diesen Funktionsverlust dürfte gemäss der einschlägigen Gutachtenliteratur etwa 25 %
betragen.
4.3 Der Internist hat die Bewertung mit einer Einschränkung von 25 % zwar nicht
allein mit dem ophthalmologischen Aspekt gestützt, sondern darauf hingewiesen, dass
aufgrund der bronchopulmonalen Grunderkrankung mit dem Anfallen vermehrter
Arbeitsunfähigkeitszeiten zu rechnen sei. Dass er aber auch dem Funktionsverlust des
einen Auges für sich allein eine Arbeitsunfähigkeit von etwa 25 % zuschreibt, deutet
darauf hin, dass er hierauf weitreichendes Gewicht gelegt hat. Wenn die somatischen
Einschränkungen in einer adaptierten Tätigkeit überwiegend in diesem Ausfall des
binokulären Sehens gesehen werden, überzeugt das allerdings, wie die Beschwerde
gegnerin zu Recht ausführt, angesichts der fachärztlichen ophthalmologischen Berichte
und ausserdem des Umstands, dass der Beschwerdeführer mit dieser
Beeinträchtigung jahrelang voll gearbeitet hat, nicht. Die pulmologische Situation wird
anderseits wie erwähnt so geschildert, dass eine Einschränkung bei Auftreten von
Infekten besteht, während ansonsten eine nahezu volle Arbeitsfähigkeit vorliege. In
dieser Hinsicht ist nun zu berücksichtigen, dass Dr. D._ zwar einerseits (maschinell,
kleingedruckt) angab, aus pneumologischer Optik bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, anderseits aber handschriftlich hinzufügte,
diese Tätigkeit sei wegen der rezidivierenden Infekte als nur zu ungefähr 70 %
zumutbar zu betrachten. Ausserdem vermerkte er, die Belastbarkeit des
Beschwerdeführers sei aufgrund der Chronifizierung der rezidivierenden Infekte
eingeschränkt. Eine internistisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 25 %
erscheint bei der gegebenen Aktenlage insgesamt - allerdings weit eher im Hinblick auf
die Beeinträchtigung der Lungen- als der Augenfunktion - nicht als unplausibel.
Angesichts der dargelegten Unklarheiten lässt sich das jedoch ohne ergänzende
medizinische Abklärungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen.
4.4 Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ergibt sich gemäss der RAD-Be
urteilung daraus, dass der Beschwerdeführer im Selbsterleben, der psychophysischen
Belastbarkeit und der sozialen Kompetenz (mit eingeschränkter Flexibilität und Be
setzung mit ausgeprägt negativen Kognitionen) eingeschränkt und dysphorisch gereizt
sei. Es sei davon auszugehen, dass das Störungsbild schon im Jahr 2001 bestanden
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habe und die Ereignisse um die Lungenerkrankung vom Herbst 2006 zur Manifestation
der Persönlichkeitsänderung geführt hätten.
4.5 Beide untersuchenden RAD-Ärzte haben die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde
führers schliesslich interdisziplinär wie erwähnt auf 45 % festgelegt und dabei auf sich
nicht überschneidende Einflüsse von Schädigungen verschiedener Organbereiche hin
gewiesen. Weshalb auch die psychiatrisch bedingte Einschränkung offenbar ohne
Überlappung neben die somatisch bedingte gesetzt wurde, liegt indessen nicht auf der
Hand. Vielfach fallen die psychisch und die somatisch bedingten Leistungseinbussen
zu einem Teil oder gänzlich (z.B. in Form von beidseits erforderlichen Pausenzeiten
bzw. längeren Erholungsphasen) zusammen.
4.6 Auch wenn es sich bei der Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 45 % um eine im
Konsens gefundene medizinische Gesamtwürdigung von Spezialärzten handelt, lässt
sich der Sachverhalt nach dem Dargelegten doch ohne weitere, erläuternde Ab
klärungen nicht zuverlässig genug feststellen. Zu bedenken ist in diesem Zusammen
hang auch, dass der Beschwerdeführer sogar die offenkundig nicht adaptierte kälte
exponierte bisherige Tätigkeit - die allerdings als solche für die Invaliditätsbemessung
nicht von Bedeutung ist - offenbar doch seit längerem zu 50 % ausübt. Ob er damit
über das Zumutbare hinaus arbeitet, ist nicht bekannt.
4.7 Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die
Unklarheiten im medizinischen Sachverhalt bereinige. Ein gerichtlich veranlasstes Gut
achten erscheint bei diesen Gegebenheiten nicht erforderlich (vgl. BGE 137 V 210
E. 4.4.1.4). Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin über die Ansprüche des
Beschwerdeführers neu zu verfügen haben. - Angemerkt werden kann, dass eine im
Sinn von Art. 29 Abs. 1 IVG ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit nach den gegenwärtig
vorliegenden Akten bereits seit November 2007 vorliegt, so dass der Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns im November 2008 liegt. Die gegenwärtig ausgeübten
Tätigkeiten sind im Übrigen medizinisch betrachtet ungünstig, weshalb diese eine der
Voraussetzungen eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen als erfüllt zu betrachten
ist. Es ist demnach zu erwarten, dass der Beschwerdeführer zumindest Anspruch auf
Arbeitsvermittlung hat.
5.
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5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 2. März 2010 teilweise gutzuheissen und die Sache ist
zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu ent
sprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin
sind ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
5.3 Der Beschwerdeführer hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP