Decision ID: 6c490994-3af6-5ed0-800e-8c58a032df67
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn von
70 km/h um 49 km/h wurde X.Y., geb. 1967, der Führerausweis Kat. B mit Verfügung
des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes des Kantons St. Gallen vom 18. August
2012 für die Dauer von drei Monaten vom 18. November 2012 bis 17. Februar 2013
entzogen (act. G 8/10/50).
Am 31. Mai 2014 um 21.12 Uhr fuhr X.Y. mit seinem Personenwagen auf der A.-strasse
von B. in Fahrtrichtung C. Eine auf Höhe der Q. AG, D., durchgeführte
Geschwindigkeitsmessung ergab nach Abzug der Sicherheitsmarge von 3 km/h eine
Geschwindigkeit von 89 km/h bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/
h. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 6. Oktober 2014 wurde X.Y.
wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln (Überschreiten der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit) zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je
Fr. 150.-- und zu einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt. Eine frühere, bedingte Geldstrafe
wurde widerrufen (act. G 8/10/20). Dieser Strafbefehl wurde unangefochten
rechtskräftig.
b. Mit Verfügung vom 11. Dezember 2014 entzog das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt X.Y. den Führerausweis im Zusammenhang mit der
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Geschwindigkeitsüberschreitung vom 31. Mai 2014 wegen schwerer Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von zwölf Monaten (act. G
8/10/3). Dagegen erhob X.Y. mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 30. Dezember
2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (act. G 8/1).
Nach Durchführung eines Augenscheins am 2. April 2015 in Anwesenheit des
Rekurrenten und seines Vertreters auf der A.-strasse in D. (act. G 8/14) wies die
Verwaltungsrekurskommission den Rekurs mit Entscheid vom 2. April 2015 ab (act. G
2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, Engelburg, für
X.Y. mit Eingabe vom 24. April 2015 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid
sowie die Verfügung des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes vom 11. Dezember
2014 seien aufzuheben (Ziff. 1). Gegen den Beschwerdeführer sei ein
Führerausweisentzug für die Dauer von vier Monaten zu verfügen; eventuell sei die
Angelegenheit zum Erlass einer entsprechenden Verfügung an das Strassenverkehrs-
und Schifffahrtsamt, subeventuell an die Vorinstanz, zurückzuweisen (Ziff. 2), unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 3 und 4).
b. In der Vernehmlassung vom 8. Mai 2015 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 7). Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine Vernehmlassung
(act. G 10).
c. Auf die Vorbringen in der Beschwerde und in den weiteren Verfahrensakten wird,
soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 24. April 2015 wurde rechtzeitig eingereicht und
entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich
einzutreten. Nicht einzutreten ist auf das Begehren, die Verfügung des
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts vom 11. Dezember 2014 sei aufzuheben, da
der angefochtene Rekursentscheid an deren Stelle getreten ist (Devolutiveffekt; vgl.
BGE 129 II 438 E. 1).
2.
2.1. Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) wird nach
Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren
nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03) ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung liegt vor, wenn
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorgerufen oder in Kauf genommen wird (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG).
2.2. Aufgrund des in Rechtskraft erwachsenen Strafbefehls vom 6. Oktober 2014 (act.
G 8/10/20) hat vorliegend als erstellt zu gelten, dass der Beschwerdeführer am 31. Mai
2014 in D. auf der A.-strasse die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h nach
Abzug der Sicherheitsmarge um 29 km/h überschritt. Dies blieb auch unbestritten. -
Nach der Rechtsprechung ist bei Fahrten innerorts objektiv eine grobe
Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG bzw. eine schwere
Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben, wenn die
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Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 25 km/h oder mehr überschritten wurde; dies
ungeachtet der konkreten Umstände wie z.B. günstige Verkehrsverhältnisse oder ein
tadelloser automobilistischer Leumund (BGE 132 II 234 E. 3; 123 II 37 E. 1d; BGer
1C_144/2011 vom 26. Oktober 2011, E. 3.3). Dabei hat es das Bundesgericht
ausdrücklich abgelehnt, Innerortsstrecken, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von
60 km/h gilt, anders zu beurteilen als solche mit der üblichen Höchstgeschwindigkeit
von 50 km/h (BGer 6A.81/2006 vom 22. Dezember 2006, E. 4.3 mit Hinweisen). Der
Bereich "innerorts" beginnt gemäss Art. 1 Abs. 4 der Signalisationsverordnung
(SR 741.21, abgekürzt: SSV) beim Signal "Ortsbeginn auf Hauptstrassen" (4.27) oder
"Ortsbeginn auf Nebenstrassen" (4.29) und endet beim Signal "Ortsende auf
Hauptstrassen" (4.28) oder "Ortsende auf Nebenstrassen" (4.30). Bei der Beurteilung
von Geschwindigkeitsüberschreitungen darf auf diese Signalisation abgestellt werden
(BGer 6A.81/2006 a.a.O., E. 2.4). Es kommt ihr eigenständige Bedeutung zu. Gemäss
Art. 4a Abs. 1 lit. a der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, VRV) beträgt die
allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge in Ortschaften unter günstigen
Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen 50 km/h. Auf Strassen innerorts kann die
Höchstgeschwindigkeit stufenweise um jeweils 10 km/h bis maximal 80 km/h erhöht
oder - ohne zahlenmässige Beschränkung - gesenkt werden (vgl. Art. 108 Abs. 5 lit. d
SSV). Eine solche abweichende signalisierte Höchstgeschwindigkeit geht den
allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten vor (Art. 4a Abs. 5 VRV), ändert aber nichts am
Innerortsbereich (BGer 1C_144/2011, a.a.O., E. 3.1 m.H.).
Nach der Rechtsprechung kommt ein leichter Fall in Betracht, wenn der Lenker aus
nachvollziehbaren Gründen gemeint hat, er befinde sich noch nicht oder nicht mehr im
Innerortsbereich; unter Umständen entfällt sogar jeder Schuldvorwurf (BGE 126 II 202
E. 1a mit Hinweis auf BGE 124 II 97 E. 2c). Dabei ist zu beachten, dass der Übergang
vom Innerortsbereich zum Ausserortsbereich häufig fliessend ist und es sich bei einer
so genannten atypischen Innerortsstrecke - wie sie auch vorliegend zur Diskussion
steht - meist nur um kurze bis sehr kurze Strassenstücke handelt. Gerade auf solchen
Strecken würden Fahrzeuglenker aber häufig zu nachlassender Aufmerksamkeit bzw.
Disziplin neigen, weshalb die Einhaltung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit
besonders unerlässlich sei. Auch auf etwas atypischen Innerortsstrecken erfordert die
im Vergleich zu Strassen ausserhalb von Ortschaften grundsätzlich erhöhte
Gefahrenlage, eine grobe Verkehrsregelverletzung schon bei Überschreitungen der
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signalisierten Höchstgeschwindigkeit um 25 km/h ungeachtet der konkreten
Verhältnisse anzunehmen (BGer 6S.99/2004 vom 25. August 2004, E. 2.4).
2.3. Im Protokoll des Rekurs-Augenscheins vom 2. April 2015 wurde unter anderem
vermerkt, dass auf der A.-strasse in Fahrtrichtung C. eingangs A. auf der Höhe der
Einmündung K.-strasse der Ortsbeginn mit der Tafel 4.27 signalisiert ist. Sodann ist
gemäss den Feststellungen anlässlich des Augenscheins nach der
Eisenbahnunterführung auf der Höhe der Einmündung der Nebenstrasse L. sowie nach
dem Kreisverkehr auf der Höhe der Q. AG (Standort des mobilen Messgeräts) die
Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h signalisiert. Nach der Autobahnunterführung folgt
nochmals dasselbe Signal. Nach dem Lichtsignal ist das Ortsende mit dem Signal 4.28
markiert (act. G 8/14). Diese Feststellungen blieben im Beschwerdeverfahren
unbestritten.
2.4. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz fest, unabhängig davon, ob dem
Beschwerdeführer die (hinter dem Messpunkt liegende) Signalisation des Ortsendes,
bekannt gewesen sei, habe er sich bei der Messstelle auf Höhe der Q. AG im
Innerortsbereich befunden bzw. diesen auch beim Ortswechsel von B. nach D./A. nicht
verlassen. Die tatsächliche Feststellung in der Anzeige vom 31. Mai 2014, wonach die
Geschwindigkeit im Innerortsbereich überschritten sei, sei folglich zutreffend; davon sei
auch der Strafrichter ausgegangen, andernfalls er den Beschwerdeführer nicht wegen
grober Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Ziff. 2 SVG) verurteilt hätte. Es bestehe daher
kein Anlass, im Administrativverfahren davon abzuweichen. Nach eigenen Angaben sei
der Beschwerdeführer auf der ihm bekannten A.-strasse von B. in Richtung
Autobahnanschluss gefahren. Er habe die Ortstafel "A." (Art. 50 SSV, Tafel 4.27)
passiert, wo sich auch ein Signal "Höchstgeschwindigkeit 50 generell" (Art. 22 SSV,
Tafel 2.30.1) befinde. Die Strecke von dieser Signalisation bis zum Bereich der
Radarmessung betrage rund 600 Meter. Auf dieser Strecke stünden zwei Signale mit
"Höchstgeschwindigkeit 60" (Art. 22 SSV, Tafel 2.30). Die drei massgebenden, kurz
hintereinander folgenden Geschwindigkeitssignale (50 km/h - 60 km/h - 60 km/h) seien
nicht zu übersehen, weshalb davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer die
zulässige Höchstgeschwindigkeit gekannt und sich zumindest eventualvorsätzlich
darüber hinweggesetzt habe. Insbesondere sei es nicht so gewesen, dass er mangels
Signalisation unsicher über die zulässige Höchstgeschwindigkeit hätte sein können und
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deshalb die örtlichen Gegebenheiten in allfällige Überlegungen zur zulässigen
Höchstgeschwindigkeit hätte einbeziehen müssen. Ein Fahrzeuglenker, der die
zulässige Höchstgeschwindigkeit kenne und sich darüber hinwegsetze, könne im
Nachhinein nicht geltend machen, er habe sich im - für ihn aufgrund der drohenden
Sanktionen günstigeren - Ausserortsbereich befunden. Aber selbst wenn zu prüfen
wäre, ob eine Ausnahme vorliege, würde dies am Ergebnis nichts ändern. Die
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h werde erstmals vor dem Kreisel, nach der
Einmündung der als Gemeindestrasse 2. Klasse eingeteilten Nebenstrasse L., auf
60 km/h heraufgesetzt. Nach kurzer Entfernung folge ein Fussgängerstreifen, danach
der Kreisel sowie nach dem Kreisel in Richtung C. eine leichte Linkskurve. In jenem
Bereich sei das Messgerät positioniert gewesen. Danach verlaufe die A.-strasse wieder
geradeaus, verbreitere sich zunächst auf drei Spuren, verschmälere sich in der Folge
wieder auf zwei Spuren und unterquere die Autobahn. Die fragliche
Geschwindigkeitsmessung sei durchgeführt worden, als sich das von B. kommende
Fahrzeug des Beschwerdeführers im Bereich der Einmündung der Autobahnausfahrt
aus Richtung Y. nach B. befunden habe. Nach der erstmaligen Signalisierung der
Erhöhung auf 60 km/h stünden auf der rechten Seite der A.-strasse mehrere
gewerbliche Bauten, während sich auf der linken Seite ein grosser Parkplatz befinde.
Der auf den Kreisel folgende drei- und zweispurige Abschnitt sei charakterisiert durch
das Autobahnanschlusswerk B. Anschliessend befinde sich rechts der A.-strasse eine
unbebaute Wiese, während links davon mehrere gewerbliche Bauten stünden. 350
Meter nach der Autobahnausfahrt folge ein Lichtsignal. Nach weiteren rund 400 Metern
folge die Signalisation des Ortsendes sowie des Endes der Höchstgeschwindigkeit
60 km/h. Die A.-strasse weise damit auf dem Abschnitt zwischen der
Eisenbahnunterführung und der Unterquerung der Autobahn mehrere Elemente einer
Innerortsstrecke auf (Strasseneinmündungen, Überbauung, Fussgängerstreifen,
Kreisel, Abzweigungen). Auch der Einwand, aufgrund der Geschwindigkeitslimite von
60 km/h sei er davon ausgegangen, sich im Ausserortsbereich zu bewegen, helfe dem
Beschwerdeführer nicht weiter. Es müsse vorausgesetzt werden, dass dies sämtlichen
Fahrzeuglenkern ebenso bekannt sei wie die Abgrenzung des Inner- und
Ausserortsbereichs mit den Ortstafeln. Der Beschwerdeführer habe nicht annehmen
dürfen, sich im Bereich der Messstelle nicht mehr im Innerortsbereich befunden zu
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haben. Die Voraussetzungen einer schweren Widerhandlung seien deshalb auch in
subjektiver Hinsicht erfüllt (act. G 2 S. 5-8).
2.5. Der Beschwerdeführer legt in seiner Beschwerde dar, er sei am 31. Mai 2014 von
B. herkommend in Richtung Autobahnzufahrt und C. gefahren. Er habe auf die
Autobahn nach M. gewollt, es sich dann aber anders überlegt und von der rechten auf
die linke Fahrspur Richtung C. gewechselt und dabei die Geschwindigkeit um 29 km/h
überschritten. Dies sei zwischen dem Kreisel und der Autobahnzufahrt in Richtung M.
geschehen. Eine dichte Überbauung fehle an der Stelle ebenso wie ein Trottoir. Links
befinde sich das Areal der ehemaligen Discothek, welche im fraglichen Bereich keinen
Zugang zur A.-strasse habe. Letztere sei im fraglichen Bereich vierspurig. Aufgrund der
formalen Signalisation habe sich der Beschwerdeführer in einem Innerortsbereich mit
erhöhter Geschwindigkeit bewegt. Die Annahme der Vorinstanz, der Beschwerdeführer
habe die Geschwindigkeitstafeln (50 generell und dreimal 60) gesehen, sei zutreffend.
Subjektiv habe er jedoch angesichts der Signalisation (dreimal 60) und den
strassenbaulichen Verhältnissen (Autobahnzubringer) nachvollziehbar das Gefühl
gehabt, sich ausserorts zu bewegen. Sein Fahrzeug beschleunige bei einer Berührung
des Gaspedals vehement, habe aber auch adäquate Bremsen. Angesichts der
Fahrzeugdaten (Motorleistung: 440 PS, Vmax: 298 km/h) sei die von der
Rechtsprechung vorgenommene Abstufung zwischen leichten und schweren Fällen zu
einem guten Teil zufallsabhängig. Sodann seien die konkreten Umstände des
Einzelfalls (trockene Strasse, wenig Verkehr, gute Sicht) zu berücksichtigen. Es sei von
einer mittelschweren Verkehrsregelverletzung auszugehen (act. G 1).
2.6. Indem der Beschwerdeführer die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h innerorts um
29 km/h überschritt, erfüllte er den objektiven Tatbestand von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG
(vorstehende E. 2.2). Dabei muss er sich zumindest ein grobfahrlässiges Verhalten
anrechnen lassen. Sein Verschulden wird auch durch den Umstand, dass sein der
gehobenen Klasse angehörendes Fahrzeug auf die Betätigung des Gaspedals gut
anspricht, das Beschleunigungspotential beträchtlich ist und das Auto auch adäquat
bremst (vgl. act. G 1 S. 4), nicht gemindert. Das durch die
Geschwindigkeitsüberschreitung begründete Gefährdungspotential (vgl. BGer
1C_144/2011 vom 26. Oktober 2011, E. 3.3) erscheint m.a.W. nicht in einem anderen
Licht, wenn die erwähnten Gegebenheiten sowie das vom Beschwerdeführer geltend
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gemachte geringe Verkehrsaufkommen, die guten Sichtverhältnisse und trockenen
Strassenverhältnisse berücksichtigt werden. Als zutreffend erweist sich sodann der
Schluss der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer nicht mit zureichenden
Gründen annehmen durfte, sich nicht mehr im Innerortsbereich zu befinden. Wenn er
geltend macht, aufgrund der erhöhten Geschwindigkeit innerorts (60 km/h), des
fehlenden Trottoirs, der fehlenden Bauten mit Strassenanschluss und des
Autobahnzubringerbereichs von einem Ausserortsbereich ausgegangen zu sein (act. G
1 S. 7), so ist festzuhalten, dass unabhängig von der im Einzelfall bestehenden
Überbauungsdichte, der Strassenoptik sowie der geltenden Geschwindigkeitslimite die
Signale "Ortsbeginn" und "Ortsende" den Inner- und Ausserortsbereich abgrenzen
(BGer 6B_622/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 2.6). Schon aufgrund der klaren
Signalisation von Ortsbeginn und Ortsende (vgl. Augenscheinprotokoll, act. G 8/14,
und vorstehende E. 2.3) konnte der mit den örtlichen Verhältnissen vertraute
Beschwerdeführer (act. G 1 S. 5 oben) beim Befahren des Radar-Messpunktes somit
nicht aus zureichenden Gründen annehmen, sich im Ausserortsbereich zu befinden.
Aus seinem Vorbringen, anstelle des zuerst beabsichtigten Befahrens des
Autozubringers nach M. auf die linke Fahrspur (Richtung C.) gewechselt zu haben (act.
G 1 S. 3), lässt sich hinsichtlich der Geschwindigkeitsüberschreitung nichts zu seinen
Gunsten ableiten.
Dem Beschwerdeführer wurde der Führerausweis vom 18. November 2012 bis 17.
Februar 2013 bereits wegen einer schweren Widerhandlung
(Geschwindigkeitsüberschreitung) entzogen. Die Mindestentzugsdauer (Art. 16 Abs. 3
SVG) für die neuerliche schwere Widerhandlung beträgt daher zwölf Monate (Art. 16c
Abs. 2 lit. c SVG). Der vorinstanzliche Entscheid lässt sich somit nicht beanstanden.
3.
3.1. (...).
3.2. (...).