Decision ID: 94f6560c-1081-4039-99fd-706fabbb7cf2
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Förderung der Prostitution etc. und Widerruf (Rückweisung der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts)
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 15. Mai 2018 (DG180054)
Urteil der I. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 14. Juni 2019 (SB180355)
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Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts vom 17. Februar 2021 (6B_1087/2019)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 19. Februar
2018 (Urk. D1/21) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz (Urk. 71 S. 72 ff., den Beschuldigten betreffend)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie
− der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB.
Vom Vorwurf der Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c StGB und der
versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB wird der Beschuldigte A._ freigesprochen.
2. (Schuldpunkt B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl des Ministerio pubblico des cantone Tici-
no vom 6. Februar 2017 ausgefällten Strafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 100.– gegen den
Beschuldigten A._ wird widerrufen.
4. Der Beschuldigte A._ wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit einer
Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu Fr. 100.– als Gesamtstrafe, 232 Tagessätze gelten als durch Haft geleistet.
5. Die Geldstrafe des Beschuldigten A._ wird vollzogen.
6. (Sanktion B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
7. (Vollzug B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
8. Der Antrag auf Landesverweisung des Beschuldigten A._ wird abgewiesen.
9. (Verzicht auf Landesverweisung B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
10. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 27. September 2017
beschlagnahmte Mobiltelefon der Marke Apple iPhone 7 Plus (IMEI Nr. 1) des Beschuldig-
ten A._ wird eingezogen und verwertet. Der Verwertungserlös wird zur
Verfahrenskostendeckung verwendet.
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Die Stadtpolizei Zürich wird angewiesen, die auf dem Mobiltelefon gespeicherten
Kontaktinformationen, Fotos und Videos unter Ausschluss der Datei zoophilen Inhalts auf
einen geeigneten Datenträger zu kopieren und diesen dem Beschuldigten auf erstes
Verlangen herauszugeben.
11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 26. Oktober 2017
beschlagnahmte Barschaft des Beschuldigten A._ von insgesamt Fr. 1'342.50 wird
eingezogen. Der beschlagnahmte Bargeldbetrag wird zur Verfahrenskostendeckung
verwendet.
12. Die Beschlagnahme gemäss Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
20. November 2017 des Facebook-Accounts (https://www.facebook.com/A._) und der
iCloud (Apple-ID) des Beschuldigten A._ wird aufgehoben.
13. (Entscheid betr. Mobiltelefon von B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
14. (Entscheid betr. beschlagnahmte Barschaft B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember
2018)
15. (Beschlagnahme Facebook-Accounts B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
16. (Schadenersatzpflicht B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
17. (Genugtuungspflicht B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 5'000.– Gebühr Vorverfahren Beschuldigter A._
Fr. 241.35 Auslagen (Gutachten) Beschuldigter A._
Fr. 11'148.35 Telefonkontrolle Beschuldigter A._
Fr. 1'120.– Auswertung Mobiltelefon Beschuldigter A._
Fr. 5'000.– Gebühr Vorverfahren Beschuldigte B._
Fr. 241.40 Auslagen (Gutachten) Beschuldigte B._
Fr. 840.– Auswertung Mobiltelefon Beschuldigte B._
Fr. 11'148.15 Telefonkontrolle Beschuldigte B._
Fr. 11'100.– Amtliche Verteidigung Beschuldigte B._
(bereits in der Untersuchung ausbezahlt)
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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19. Die den Beschuldigten A._ betreffenden Kosten, ausgenommen diejenigen seiner amt-
lichen Verteidigung, werden ihm zu einem Viertel auferlegt und im Übrigen auf die
Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung im reduzierten Umfang
für die amtliche Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
20. (Kosten betr. B._; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018))
21. (Separater Entscheid betr. Kosten der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen
Rechtsbeiständin; vgl. Beschluss vom 10. Dezember 2018)
22. Das Entschädigungs- und Genugtuungsgesuch des Beschuldigten A._ wird abgewie-
sen.
23. (Mitteilungen)
24. (Rechtsmittel) "
Berufungsanträge: (Prot. II S. 16 ff. [Protokoll im Berufungsverfahren SB180355])
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 103 S. 2)
1. Der Beschuldigte sei freizusprechen von den Vorwürfen
− der Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c StGB;
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 10 Tages-
sätzen zu Fr. 10.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe sei bedingt aufzuschieben und dem Be-
schuldigten eine Probezeit von 3 Jahren anzusetzen.
4. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl des ministero pubblico del cantone
Ticino vom 6. Februar 2017 sei zu verzichten.
Eventualiter sei die mit Strafbefehl des ministero pubblico del cantone
Ticino vom 6. Februar 2017 angesetzte Probezeit von 3 Jahren um
1 Jahr zu verlängern.
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5. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung einer Landesver-
weisung sei abzuweisen.
6. Die Kosten des Vor- und Hauptverfahrens (mit Ausnahme der Kosten
der amtlichen Verteidigung) seien dem Beschuldigten im Umfang von
Fr. 1'560.– aufzuerlegen.
7. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung von Fr. 28'000.– auszu-
richten für entgangenes Erwerbseinkommen.
8. Dem Beschuldigten sei für die unrechtmässig erlittene Haft eine Ge-
nugtuung von Fr. 46'600.– (entsprechend Fr. 200.– pro Tag) und für
die Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte durch die widerrechtliche
Beschlagnahme und Verwertung persönlicher Aufzeichnungen eine
solche von Fr. 1'000.– auszurichten.
9. Die Kosten des Berufungsverfahrens (inklusive Kosten für die amtliche
Verteidigung) seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 114 S. 2)
1. Der Beschuldigte A._ sei der Förderung der Prostitution im Sinne
von Art. 195 lit. c StGB schuldig zu sprechen.
2. Der Beschuldigte A._ sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten
zu bestrafen.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._ sei
aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren.
4. Der Beschuldigte A._ sei für die Dauer von 5 Jahren des Landes
zu verweisen.
5. Im Übrigen sei in Bezug auf den Beschuldigten A._ das Urteil des
Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 15. Mai 2018 zu bestätigen.
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c) Der Vertreterin der Privatklägerin C._:
(Urk. 117)
Verzicht auf das Stellen eigener Anträge und die Erstattung einer Beru-
fungsantwort.
Berufungsanträge nach Rückweisung: (Prot. III S. 6 ff.)
a) der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 163 S. 2)
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Förderung der Prostitution im
Sinne von Art. 195 lit. c StGB freizusprechen.
2. Von der Bestrafung des Beschuldigten sei gestützt auf Art. 52 StGB
abzusehen.
3. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl des ministerio pubblico del canto-
ne Ticino vom 6. Februar 2017 sei ersatzlos zu verzichten.
4. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung einer Landesver-
weisung sei abzuweisen.
5. Die Kosten des Vor- und Hauptverfahrens (mit Ausnahme der Kosten
der amtlichen Verteidigung) seien dem Beschuldigten im Umfang von
CHF 1'200.-- aufzuerlegen.
6. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung von mindestens
CHF 20'000.-- auszurichten.
7. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung von CHF 46'600.-- auszurich-
ten.
8. Die Kosten des Berufungsverfahrens (inklusive der Kosten der amtliche
Verteidigung) seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
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b) der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 160 i.V.m. Urk. 114 S. 2)
1. Der Beschuldigte A._ sei der Förderung der Prostitution im Sinne von
Art. 195 lit. c StGB schuldig zu sprechen.
2. Der Beschuldigte A._ sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu
bestrafen.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._ sei
aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren.
4. Der Beschuldigte A._ sei für die Dauer von 5 Jahren des Landes zu
verweisen.
5. Im Übrigen sei in Bezug auf den Beschuldigten A._ das Urteil des Be-
zirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 15. Mai 2018 zu bestätigen.
c) Der Vertreterin der Privatklägerin C._:
(Urk. 161)
Für den Fall eines Freispruchs des Beschuldigten vom Vorwurf der Förde-
rung der Prostitution seien die auf den Freispruch entfallenden Kosten auf
die Staatskasse zu nehmen und die Entschädigung des Beschuldigten zu
Lasten des Staates festzusetzen.

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit Urteil der Vorinstanz vom 15. Mai 2018 wurde der Beschuldigte A._
der versuchten Nötigung und der Pornografie schuldig gesprochen. Von den wei-
teren Vorwürfen der Förderung der Prostitution und der versuchten Erpressung
wurde er freigesprochen (Urk. 71 S. 73). Mit Beschluss vom 14. Juni 2019 stellte
die Kammer fest, dass die erstinstanzliche Verurteilung wegen Pornografie in
Rechtskraft erwachsen ist (Urk. 132 S. 49). Mit Urteil vom gleichen Tag wurde der
Beschuldigte vom Vorwurf der versuchten Nötigung frei-, dafür der Förderung der
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Prostitution schuldig gesprochen (Urk. 132 S. 51). Auf Beschwerde des Beschul-
digten hob das Bundesgericht mit Urteil vom 17. Februar 2021 das Urteil der
Kammer auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an die Kammer zurück
(Urk. 147 S. 9). Mit Präsidialverfügung vom 11. März 2021 wurde der Privatklä-
gervertretung und der Anklagebehörde Frist angesetzt, die aktuelle Adresse der
Privatklägerin mitzuteilen (Urk. 149). In der Folge konnte der Aufenthaltsort der
Privatklägerin trotz entsprechender behördlicher Bemühungen im In- und Ausland
nicht ausfindig gemacht werden (Urk. 151-157). Mit Präsidialverfügung vom 26.
April 2021 wurde der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._ sowie
der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um sich zur vorzunehmenden Strafzu-
messung, zu den Folgen der Nichtbewährung des Beschuldigten A._ innert
der mit Strafbefehl des Ministerio pubblico del cantone Ticino Bellinzona ange-
setzten Probezeit sowie zu einer allfälligen Landesverweisung zu äussern. Der
amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._, der Staatsanwaltschaft sowie
der Vertreterin der Privatklägerin wurde sodann Frist angesetzt, um sich zu den
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu äussern (Urk. 158 S. 4). Die entsprechen-
den Stellungnahmen der Parteien gingen unter den Urkunden 160, 161 und 163
ein und wurden mit Verfügung vom 25. Mai 2021 den jeweils anderen Parteien
zur Kenntnisnahme und Möglichkeit zur Vernehmlassung zugestellt (Urk. 168).
Die Anklagebehörde teilte darauf mit, dass auf Vernehmlassung verzichtet werde
(Urk. 170). Weitere Stellungnahmen erfolgten nicht. Das Verfahren ist spruchreif.
2. Der den Beschuldigten A._ betreffende Beschluss der Kammer vom
14. Juni 2019 betreffend Feststellung der in Rechtskraft erwachsenen Dispositiv-
Ziffern des vorinstanzlichen Entscheids wird durch das bundesgerichtliche Urteil
nicht berührt (Urk. 132 S. 49-51; Urk. 147 S. 9). Der Vollständigkeit halber ist da-
her hiervon vorab erneut Vormerk zu nehmen.
II. Schuldpunkt
1. Wie bereits in der begründeten Präsidialverfügung vom 26. April 2021
erwogen wurde, muss es im vorliegenden zweiten Berufungsverfahren schon aus
prozessualen Gründen beim Freispruch des Beschuldigten A._ vom Vorwurf
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der versuchten Nötigung bleiben (Urk. 158 S. 4). Dies deckt sich – sinngemäss –
mit den Anträgen der Anklagebehörde und der Verteidigung (Urk. 160 und 163).
Der Beschuldigte ist somit auch im zweiten Berufungsurteil ohne Weiteres vom
Vorwurf der versuchten Nötigung freizusprechen.
2. Wie – ebenfalls – bereits in der begründeten Präsidialverfügung vom 26. Ap-
ril 2021 erwogen wurde, wäre gemäss bundesgerichtlicher Vorgabe im Rück-
weisungsentscheid eine unmittelbare Einvernahme der Privatklägerin für eine
Verurteilung des Beschuldigten wegen Förderung der Prostitution unabdingbar
(Urk. 158 S. 3). Die Anklagebehörde erhebt in ihrer Stellungnahme zwar nachvoll-
ziehbare – um nicht rundweg zu sagen: zutreffende – Kritik an den bundesgericht-
lichen Erwägungen dahingehend, dass von den Einvernahmen der Privatklägerin
Videoaufzeichnungen vorliegen, welche einen (ausreichenden) Eindruck der
aussagenden Person zu vermitteln vermögen (Urk. 160 S. 1 f.). Die bundesge-
richtliche Vorgabe – in concreto: Die gerichtliche Einvernahme der Privatklägerin
vor Schranken (Urk. 147 S. 78 f.) – ist jedoch mit den Erwägungen in der zitierten
Präsidialverfügung bindend (Urk. 158 S. 3). Der Aufenthaltsort der Privatklägerin
ist wie vorstehend erwogen unbekannt und es ist auch nicht wahrscheinlich, dass
sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern würde. Davon geht auch die Ankla-
gebehörde aus (Urk. 160 S. 2).
Eine den Beschuldigten belastende gerichtliche Aussage der Privatklägerin liegt
somit nicht vor und ist auch nicht zu erwarten. Daher ist der Beschuldigte in
Nachachtung der bundesgerichtlichen Vorgabe vom Vorwurf der Förderung der
Prostitution ohne Weiteres freizusprechen.
III. Sanktion
1. Die Vorinstanz hat zur Abgeltung der durch den Beschuldigten begangenen
Pornographie – asperiert zu einer Einsatzstrafe – eine Geldstrafe von 30 Tages-
sätzen als angemessen gesehen. Dabei ging sie mit grundsätzlich zutreffenden
Erwägungen von einem noch leichten Verschulden aus (Urk. 71 S. 58). Im aufge-
hobenen Entscheid kam die Kammer qualitativ zum selben Ergebnis. Sie bemass
unter Berücksichtigung der Tat- und Täterkomponenten – wie bereits die
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Vorinstanz – eine Strafe von 30 Tagessätzen Geldstrafe (Urk. 132 S. 36). Auf die
entsprechenden Erwägungen wird vollumfänglich verwiesen.
2. Mit der zitierten Strafzumessung setzt sich die Verteidigung in ihrer ab-
schliessenden Berufungsbegründung in keiner Weise substantiiert auseinander.
Sie hält vielmehr dafür, es sei in Anwendung von Art. 52 StGB infolge mangeln-
den Strafbedürfnisses von einer Bestrafung abzusehen. Die Tathandlung des Be-
schuldigten habe sich darauf beschränkt, die inkriminierte pornografische Datei
nach deren Kenntnisnahme nicht gelöscht zu haben. Das Verschulden des Be-
schuldigten wiege in objektiver wie subjektiver Hinsicht noch äusserst leicht
(Urk. 163 S. 3). Dass das Verschulden des Beschuldigen leicht wiegt, haben wie
erwogen bereits die Vorinstanz wie die Kammer in ihrem ersten Entscheid festge-
stellt. Solches führt jedoch zu einer milden Sanktion und nicht einfach zu einer
Strafbefreiung. Eine solche ist nur dann angezeigt, wenn das Verhalten des Tä-
ters im Quervergleich zu typischen unter dieselbe Strafbestimmung fallenden Ta-
ten vom Verschulden wie von den Tatfolgen her als unerheblich erscheinen, so-
dann die Strafbedürftigkeit offensichtlich fehlt (BGE 135 IV 135ff.). Solches liegt
vorliegend in keiner Weise vor. Im Gegenteil entspricht das Verhalten des Be-
schuldigten demjenigen einer Vielzahl von Tätern in vergleichbaren Fällen, die im
Umgang mit harter Pornographie die notwendige Sorgfalt unterlassen. Die Vertei-
digung verlangt mit ihrem Antrag sinngemäss, dass Art. 197 Abs. 5 StGB für Por-
nographie-Delikte, betreffend welche das Verschulden des Täters noch leicht
wiegt, ausser Kraft gesetzt wird. Solches ist selbstredend zu verwerfen. Aus dem
noch leichten Verschulden folgt vielmehr wie bereits erwogen eine noch milde
Sanktion am unteren Ende des Strafrahmens, wie sie durch Vorinstanz und
Kammer im aufgehobenen Entscheid bemessen wurde.
Somit ist der Beschuldigte heute mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu
bestrafen. Diese hat als durch die erlittene Haft getilgt zu gelten.
3. Die Kammer hat im aufgehobenen Entscheid die gemäss höchstrichterlicher
Praxis minimale Tagessatzhöhe von Fr. 10.– festgesetzt. Dies ist heute ohne
Weiteres zu wiederholen.
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4. Der Beschuldigte beging die ihm vorgeworfene Pornografie-Handlung
während laufender Probezeit gemäss Strafbefehl vom 6. Februar 2017 des
Ministero pubblico del cantone Ticino Bellinzona (Urk. D1 21 S. 6). Die Kammer
hat im aufgehobenen Entscheid die in diesem Strafbefehl ausgesprochene be-
dingte Geldstrafe nicht vollstreckbar erklärt (Urk. 132 S. 51). Auch dies ist ohne
Weiteres zu wiederholen.
5. Die Kammer hat im aufgehobenen Entscheid die Probezeit gemäss Straf-
befehl des Ministero pubblico del cantone Ticino Bellinzona um die Hälfte
(1 1⁄2 Jahre) verlängert. Seit Ablauf der dreijährigen Probezeit sind – auch heute
noch – nicht drei Jahre vergangen (vgl. Art. 46 Abs. 5 StGB). Die Verteidigung
macht im Berufungsverfahren aber geltend, der Strafbefehl des Ministero pubblico
del cantone Ticino Bellinzona sei dem Beschuldigten nicht eröffnet worden
(Urk. 163 S. 4; Urk. 103 S. 16f.).
Gemäss Eintrag im Strafregisterauszug wurde der Tessiner Strafbefehl dem
Beschuldigten mit Datum der Ausfällung eröffnet (Urk. 148). Es gibt entgegen der
Verteidigung keinen Anlass davon auszugehen, dass dieser Eintrag zu Unrecht
erfolgt sei. Also hat der Beschuldigte während ihm bekanntermassen laufender
Probezeit erneut delinquiert. Somit ist die Verlängerung der Probezeit um 1 1⁄2
Jahre zu wiederholen (Art. 46 Abs. 2 StGB). Allerdings läuft auch die verlängerte
Probezeit am 6. August 2021 ab.
6. Die Kammer hat im aufgehobenen Entscheid dem Beschuldigten für die
aktuell auszufällende Geldstrafe den bedingten Vollzug gewährt (Urk. 132 S. 51).
Dies ist heute ohne Weiteres zu wiederholen. Da gemäss obiger Erwägung der
Beschuldigte wissentlich während laufender Probezeit erneut delinquierte, ist die
Probezeit nicht minimal (Art. 44 Abs. 1 StGB), sondern auf 3 Jahre anzusetzen.
7. Die Vorinstanz hat betreffend die Pornographie-Delinquenz des Beschuldig-
ten auf die Ausfällung einer fakultativen Landesverweisung verzichtet (Urk. 71
S. 67). Die Kammer hat im aufgehobenen Entscheid eine Landesverweisung an-
geordnet, allerdings als Folge der – heute nicht zu wiederholenden – Verurteilung
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wegen Förderung der Prostitution (Urk. 132 S. 41-43). Somit ist heute mit der
Vorinstanz von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen.
IV. Beschlagnahmung
Die Regelung gemäss Dispositiv-Ziffer 7 des aufgehobenen Urteils der Kammer
ist ohne Weiteres zu wiederholen. Es kann vollumfänglich auf die diesbezüglichen
Erwägungen im aufgehobenen Urteil verwiesen werden (Urk. 132 S. 43).
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1.1. Der Beschuldigte lässt durch seinen Verteidiger geltend machen, es seien
ihm für das gesamte Verfahren die Kosten in Höhe von Fr. 1'200.– aufzuerlegen
und diese im Mehrbetrag auf die Gerichtskasse zu nehmen (Urk. 163 S. 6).
In der Tat wird der Beschuldigte heute nur in einem marginalen Nebenpunkt der
Anklage verurteilt (Art. 426 StPO). Auch im Berufungsverfahren obsiegt er letztlich
mit seinen Anträgen überwiegend (Art. 428 StPO). Da der Beschuldigte keinen
Wohnsitz in der Schweiz hat, wäre sodann die Einbringlichkeit ihm auferlegter
Kosten äussert fraglich. Der Einfachheit halber ist daher dem Antrag des Be-
schuldigten zu folgen.
1.2. Dem Beschuldigten sind die ihn betreffenden Kosten der Untersuchung und
des Hauptverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und
der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, im Umfang von
Fr. 1'200.– aufzuerlegen und im Mehrbetrag definitiv auf die Gerichtskasse zu
nehmen. Die Gerichtsgebühren der beiden Berufungsverfahren haben ausser
Ansatz zu fallen.
1.3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten im gesamten
Verfahren sind definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Vorinstanz entschädigte den amtlichen Verteidiger für dessen Aufwendungen
und Auslagen im Untersuchungs- und Hauptverfahren gemäss Beschluss vom
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6. Juni 2018 (Urk. 60) mit Fr. 45'904.90 (inkl. MwSt.), was unangefochten blieb
und der Vollständigkeit halber erwähnt sei.
Im ersten Berufungsverfahren wurde der amtliche Verteidiger im aufgehobenen
Urteil der Kammer für seine Aufwendungen und Auslagen mit Fr. 11'135.15
(inkl. MwSt.) entschädigt (Urk. 132 S. 45). Diese Anordnung ist ohne Weiteres zu
wiederholen.
Für das zweite Berufungsverfahren macht der amtliche Verteidiger Aufwendungen
im Umfang von fast 11 Stunden und damit im Betrag von Fr. 2'398.– (exkl. MwSt.)
sowie Auslagen in Höhe von Fr. 30.– und gesamthaft somit Fr. 2'614.95
(inkl. MwSt.) geltend. Diese Aufwendungen und Auslagen sind ausgewiesen und
angemessen und die Entschädigung ist entsprechend festzusetzten.
1.4. Sodann sind die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privat-
klägerin des gesamten Verfahrens definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Vorinstanz entschädigte die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin für
deren Aufwendungen und Auslagen im Untersuchungs- und Hauptverfahren
gemäss Beschluss vom 6. Juni 2018 (Urk. 59) mit Fr. 13'571.– (inkl. MwSt.), was
unangefochten blieb und der Vollständigkeit halber erwähnt sei.
Im ersten Berufungsverfahren wurde die unentgeltliche Vertreterin der Privatklä-
gerin im aufgehobenen Urteil der Kammer für ihre Aufwendungen und Auslagen
mit Fr. 579.95 (inkl. MwSt.) entschädigt. Diese Anordnung ist ohne Weiteres zu
wiederholen.
Für das zweite Berufungsverfahren macht die unentgeltliche Vertreterin der Pri-
vatklägerin Aufwendungen im Umfang von 4,33 Stunden und damit im Betrag von
Fr. 952.60.– (exkl. MwSt.) sowie Auslagen in Höhe von Fr. 41.65 (exkl. MwSt.)
und damit gesamthaft einen Betrag von Fr. 1'070.80 (inkl. MwSt.) geltend
(Urk. 174). Diese Aufwendungen und Auslagen sind ausgewiesen und angemes-
sen und die Entschädigung ist entsprechend festzusetzen.
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2. Der Beschuldigte befand sich gemäss heutiger Verurteilung 202 Tage unge-
rechtfertigt in Haft (232 Tage erstandene Haft abzüglich 30 Tage, mittels welchen
er die Geldstrafe von 30 Tagessätzen abgegolten hat).
Dafür macht die Verteidigung Schadenersatz in der Höhe von Fr. 20'000.– für
entgangenen Arbeitserwerb geltend (Urk. 163 S. 2). Die Verteidigung behauptet
ein hypothetisches Einkommen von monatlich mindestens Fr. 3'500.– abzüglich
nicht angefallener Lebenshaltungskosten. Für das hypothetische Einkommen
verweist die Verteidigung auf eine entsprechende Erwägung der Vorinstanz
(Urk. 163 S. 6 f.).
In der Tat ging die Vorinstanz bei der Berechnung des Tagessatzes der Geldstra-
fe von diesem hypothetischen Einkommen aus (Urk. 71 S. 59). Dies ist jedoch
keinesfalls zu übernehmen: Ob der Beschuldigte in der Schweiz eine Anstellung
gefunden hätte, ist mehr als fraglich. So hielt er sich hier als Tourist auf und ver-
fügte über keine Arbeitsbewilligung. Die Verteidigung bringt vor, der Beschuldigte
habe nach seiner Haftentlassung in Frankreich gearbeitet und einen durchschnitt-
lichen Brutto-Monatslohn von rund 1'500 Euro erzielt (vgl. 164). Der fragliche, le-
diglich in Kopie vorliegende Arbeitsvertrag ist jedoch seitens des Beschuldigten
nicht einmal unterzeichnet. Dennoch ist dem Beschuldigten in Anlehnung an die-
sen Arbeitsvertrag für 202 Tage ein Erwerbsausfall in der Höhe von rund 10'500
Euro, entsprechend (gerundet) Fr. 11'500.– zuzugestehen. Die Verteidigung zieht
nach eigener Berechnung pro Monat davon Fr. 1'000.– für nicht angefallene Le-
benshaltungskosten ab (Urk. 163 S. 6f.: Hypothetisches Einkommen von
Fr. 3'500.–, entgangener Gewinn von Fr. 2'500.–). Darauf ist der Beschuldigte zu
behaften: Bei einem Erwerbsausfall von Fr. 11'500.– abzüglich rund Fr. 7'000.–
nicht angefallener Lebenshaltungskosten resultiert ein Schadenersatzanspruch
des Beschuldigten (gerundet) von Fr. 5'000.–.
3.1. Die Verteidigung macht für den Beschuldigten eine Genugtuung für zu
Unrecht erlittene Haft von Fr. 46'600.– geltend, ausgehend von 233 Tagen Haft
und einem Tagesansatz von Fr. 200.– (Urk. 163 S. 7).
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Gemäss höchstrichterlicher Praxis liegt der Tagesansatz der Haftentschädigung
bei Fr. 100.– bis Fr. 200.–; je länger die Haft dauert, desto tiefer liegt der Ansatz.
Das Gericht verfügt über einen grossen Ermessensspielraum (Art. 429 Abs. 1 lit. c
StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_196/2014 vom 5. Juni 2014 E.1.2. mit Ver-
weisen). Der Beschuldigte befand sich während 202 Tage ungerechtfertigt in Haft.
Rein von der Haftdauer wäre somit ein Tagesansatz von Fr. 100.– zu wählen. Der
Beschuldigte scheint heute in Frankreich zu leben: Die Verteidigung schildert
allerdings, der Beschuldigte habe in Frankreich gearbeitet (Vergangenheitsform;
Urk. 163 S. 6). Möglicherweise hält er sich somit auch wieder in seiner Heimat
Rumänien auf.
3.2. Die Genugtuung in Form einer geldwerten Entschädigung wird ausgerichtet,
weil Geld den Berechtigten in die Lage versetzt, sich ein Gefühl des Wohlbefin-
dens zu verschaffen bzw. sich etwas zu leisten, das am ehesten die erlittenen
Beeinträchtigungen wettmachen könnte (TERCIER, Die Genugtuung, in: Strassen-
verkehrsrechts-Tagung 1988, S. 2 f. mit Hinweis auf die Botschaft über die Ände-
rung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Persönlichkeitsschutz: Art. 28
ZGB und 49 OR] vom 5. Mai 1982, BBl 1982 II, S. 681). Vom Zweckgedanken
des Schmerzensgeldes nicht gedeckt wird jedoch die unverhoffte Herbeiführung
eines finanziellen Wohlstandes. Damit würde nicht der Ausgleich der immateriel-
len Unbill erzielt, sondern vielmehr eine eigentliche ungerechtfertigte Bereiche-
rung (HÜTTE/ DUCKSCH, Die Genugtuung, 3. Aufl. 1996, I/57; DONATSCH, Kommen-
tar zur Strafprozessordnung; BGE 123 III 10 E. 4c/bb mit Verweisen).
Die als Ausgleich erlittener Unbill festzulegende Summe lässt sich naturgemäss
nicht exakt errechnen, sondern nur schätzen. Sie ist eine Entscheidung nach Bil-
ligkeit. Es gibt mithin nicht nur eine richtige Entscheidung, sondern in einer gewis-
sen Bandbreite eine Mehrzahl von angemessenen, dem Gebot der Billigkeit ge-
horchenden Lösungen. Die Genugtuung darf daher nicht nach schematischen
Massstäben oder nach festen Tarifen festgesetzt werden, sondern muss sich an
den Besonderheiten des Einzelfalls orientieren. Dies schliesst indes den Rückgriff
auf Präjudizien im Sinne eines Richtwerts so wenig aus wie die Vornahme der
Bewertung der immateriellen Beeinträchtigung in zwei Phasen, nämlich der objek-
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tiven Festlegung eines Basisbetrages als Orientierungspunkt in einem ersten
Schritt und daran anschliessend der Anpassung dieses Betrages unter Berück-
sichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalles. Vergleiche mit anderen Fäl-
len können für sich allein noch nicht die Rechtswidrigkeit der zugesprochenen
Summe begründen (BGE 132 II 117 E. 2.2.2 und 2.2.3; 127 IV 215 E. 2a und
e; 25 III 412 E. 2c/cc; 123 III 10 E. 4c/bb, S. 15; 123 II 210 E. 2c; vgl. auch BREHM,
Berner Kommentar, 4. Aufl. 2013, Art. 47 N 62 ff.).
Die Festlegung der Höhe der Genugtuung beruht auf richterlichem Ermessen. Ob
der kantonale Richter sein Ermessen richtig ausgeübt hat, ist eine Rechtsfrage,
die das Bundesgericht auf Beschwerde hin frei überprüft. Das Bundesgericht übt
indes bei der Überprüfung von Ermessensentscheiden praxisgemäss Zurückhal-
tung und schreitet nur ein, wenn der Sachrichter grundlos von den in Lehre und
Rechtsprechung ermittelten Bemessungsgrundsätzen abweicht, wenn er Tatsa-
chen berücksichtigt, die für den Entscheid im Einzelfall keine Rolle spielen, oder
wenn er umgekehrt Umstände ausser Acht lässt, die er in ihren Entscheid hätte
miteinbeziehen müssen. Darüber hinaus greift es in Entscheide ein, wenn sich
diese als offensichtlich unbillig bzw. als in stossender Weise ungerecht erweisen
(BGE 137 III 303 E. 2.2.2; 128 IV 53 E. 7a; 127 IV 215 E. 2a; 125 III 269 E. 2a
und 412 E. 2a; 123 III 10 E. 4 c/aa je mit Hinweisen). Da es sich hierbei um eine
Frage der Billigkeit handelt und nicht um eine solche des Ermessens im eigentli-
chen Sinne, bei welcher die Überprüfungsbefugnis auf Missbrauch oder Über-
schreitung beschränkt ist, prüft das Bundesgericht frei, ob der zugesprochene Be-
trag der Schwere der Verletzung genügend Rechnung trägt oder ob er im Ver-
hältnis zur Intensität des dem Opfer zugefügten seelischen Leidens als unverhält-
nismässig erscheint (BGE 138 III 337 E. 6.3.1; 130 IV 699 E. 5.1; 129 IV 22
E. 7.2; 125 III 269 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_768/2014 vom 24. März
2015 E.3.3. mit Verweisen).
3.3. Entsprechend können bei der Bemessung der zuzusprechenden Summe
auch die individuellen Verhältnisse am ausländischen Wohnsitz des Ansprechers
berücksichtigt werden. Erzielt der Beschuldigte – wie behauptet – in Frankreich
ein monatliches Salär von rund 1500 Euro und behauptet weiter hypothetisch –
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wäre er in der Schweiz arbeitstätig – ein solches von mindestens Fr. 3'500.–,
kann davon ausgegangen werden, dass er mit einer für Schweizer Verhältnisse
angemessenen Summe an seinem aktuellen Wohnsitz mindestens die doppelte
Kaufkraft aufweisen würde. Wäre er wieder in seinem Heimatland in Rumänien,
würde sich diese sogar um ein Mehrfaches potenzieren.
Somit erscheint für die dem Beschuldigten zu leistende Haftentschädigung ein
Tagesansatz von Fr. 50.– angemessen. Damit ist ihm eine Genugtuung von
Fr. 10'100.– zuzusprechen.