Decision ID: aad050cb-f8d6-5d05-9c2e-c62f70b1499c
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 27.09.2012 Art. 66 Abs. 2 BVG. Geltendmachung von Beitragsausständen einer konkursiten GmbH bei der Inhaberin einer Einzelunternehmung, welche zugleich Gesellschafterin und Geschäftsführerin der GmbH war (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. September 2012, BV 2011/16).Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Walter SchmidEntscheid vom 27. September 2012in SachenPensionskasse A._,Klägerin,gegenB._,Beklagte,betreffendForderung ()Sachverhalt:
A.
B._ schloss sich als Inhaberin der Einzelfirma C._, (nachfolgend: Arbeitgeberin), mit
Anschlussvertrag vom 29. Juni/5. Juli 2005 der Pensionskasse A._, (nachfolgend:
Pensionskasse), ab 1. Juli 2005 zur Durchführung der beruflichen Vorsorge an (act. G 1
Beilage 1). Mit Schreiben vom 21. Juni 2011 kündigte die Pensionskasse den
Anschlussvertrag auf den 31. Dezember 2011 mit der Begründung, dass die
Mitgliedfirma ihren Zahlungspflichten trotz Inkassobemühungen nicht nachgekommen
sei (act. G 1 Beilage 3). Am 16. August 2011 leitete sie für eine Forderungssumme von
Fr. 12'708.05 die Betreibung gegen die Arbeitgeberin ein (act. G 1 Beilage 7). Gegen
den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Wittenbach vom 18. August 2011 erhob die
Arbeitgeberin Rechtsvorschlag (act. G 1 Beilage 12).
B.
B.a Mit Eingabe vom 20. Dezember 2011 erhob die Pensionskasse Klage gegen die
Arbeitgeberin mit den Anträgen, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr Fr. 12'811.05 zu
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bezahlen; es sei der Rechtsvorschlag vom 22. August 2011 in der Betreibung
Nr. 111'695 des Betreibungsamtes Wittenbach aufzuheben und der Klägerin definitive
Rechtsöffnung zu erteilen. Zur Begründung führte die Klägerin unter anderem aus, auf
die jährliche Aufforderung, die Jahreslöhne der Angestellten jeweils per 1. Januar zu
deklarieren, habe die Beklagte nicht reagiert. Sie habe seit 3. März 2008 keine einzige
Mutations- oder Lohnmeldung von der Beklagten erhalten, weshalb der bisher
gemeldete AHV-Lohn weiterhin seine Gültigkeit behalten habe. Die Beklagte habe ihre
Pflichten aus dem Anschlussvertrag ab dem 3. März 2008 völlig vernachlässigt. Sie
habe bis 30. Juni 2010 sämtliche Rechnungen akzeptiert, die an die Einzelfirma
adressiert gewesen seien. Die Einzelfirma sei im Handelsregister immer noch
eingetragen. Die Beklagte habe die Höhe der in Rechnung gestellten Prämien
gesamthaft, aber auch jene für Tod und Invalidität bis heute nicht bestritten. Die
Klägerin habe den Versicherten die Sparbeiträge bis heute vollumfänglich
gutgeschrieben.
B.b In der Klageantwort vom 2. Februar 2012 beantragte die Beklagte sinngemäss
Abweisung der Klage. Von 2006 bis Juni 2008 habe sie eine Einzelfirma gehabt und
habe die BVG-Beiträge mit der Klägerin abgerechnet. Danach hätten sie die C._
GmbH gegründet, und die Arbeitsverhältnisse der Einzelfirma seien auf die GmbH
übergegangen. Diesen Umstand hätten sie der SVA sowie der Klägerin telefonisch
sowie per E-Mail auch mitgeteilt. Die Einzelfirma sei seither nicht mehr aktiv. Sie sei
zwar im Handelsregister noch eingetragen, erziele jedoch keinerlei Einkünfte. Wieso sie
als Privatperson für die Ausstände der GmbH betrieben werde, könne sie nicht
nachvollziehen. Die Klägerin sei aufzufordern, die ungerechtfertigte Betreibung
zurückzuziehen.
B.c Mit Replik vom 9. Februar 2012 bestätigte die Klägerin ihren Standpunkt.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 7 Abs. 1 BVG in Verbindung mit Art. 5 der Verordnung über die beruf
liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 18. April 1984 (BVV 2,
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SR 831.441.1; in der jeweils gültigen Fassung) unterstehen Arbeitnehmer, die bei einem
Arbeitgeber einen Jahreslohn von mehr als Fr. 20'520.-- (2010) erzielen, ab 1. Januar
nach Vollendung des 17. Altersjahrs für die Risiken Tod und Invalidität sowie ab
1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahrs auch für das Risiko Alter der
obligatorischen Versicherung. Diese beginnt mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses
und endet unter anderem mit dessen Auflösung (Art. 10 Abs. 1 und 2 BVG). Der
Arbeitgeber, der obligatorisch zu versichernde Arbeitnehmer beschäftigt, muss gemäss
Art. 11 Abs. 1 BVG eine in das Register für die berufliche Vorsorge eingetragene
Vorsorgeeinrichtung errichten oder sich einer solchen anschliessen. Schliesst er sich
einer registrierten Vorsorgeeinrichtung an, so sind alle dem Gesetz unterstellten
Arbeitnehmer bei dieser Vorsorgeeinrichtung versichert (Art. 7 Abs. 1 BVV 2). Die
Vorsorgeeinrichtung legt die Höhe der Beiträge des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer
in den reglementarischen Bestimmungen fest (Art. 66 Abs. 1 BVG). Der Arbeitgeber
schuldet der Vorsorgeeinrichtung die gesamten Beiträge (Art. 66 Abs. 2 erster Satz
BVG).
1.2 Bei der Klägerin handelt es sich um eine registrierte Vorsorgeeinrichtung im Sinn
von Art. 48 BVG. Die Beklagte schloss sich ihr mit Anschlussvertrag vom 29. Juni/5.
Juli 2005 rückwirkend auf den 1. Juli 2005 an. Die Klägerin war somit berechtigt und
verpflichtet, die bei der Beklagten beschäftigten und dem BVG unterstellten
Arbeitnehmer zu versichern und im Rahmen der Anschlussbedingungen die durch
Reglement festgelegten Beiträge zu erheben. Die Beklagte anerkannte mit der
Vertragsunterzeichnung, die nach Gesetz (Art. 66 BVG), Kassen-Reglement,
Vorsorgeplänen und Anschlussvertrag samt Anhängen bestimmten, auf den
Versichertenverzeichnissen aufgeführten Beiträge (Altersgutschriften, Risikoprämien,
Verwaltungskostenbeiträge und Beiträge für den Sicherheitsfonds) der Klägerin zu
schulden (act. G 1 Beilage 2 Ziff. 6). Gemäss Ziff. 2 des Anhangs 2 des
Anschlussvertrags ist für die Erhebung von Verwaltungskosten laut Art. 14.1 des
Kassen-Reglements das Kosten-Reglement massgebend. Die jährlichen Grundkosten
beinhalten Fr. 300.-- Basiskosten pro Vertrag zulasten der Mitgliedfirma und Fr. 180.--
personengebundene Kosten pro Vorsorgeplan/Versicherungsverhältnis. Für zusätzliche
Aufwendungen, insbesondere für das Beitragsinkasso, gelten die Ansätze gemäss
Kosten-Reglement (act. G 1 Beilage 2). Gemäss Art. 9 des Kostenreglements der
Klägerin, gültig ab 1. Januar 2008, wird ab Fälligkeit der Beitragsrechnung ein
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Verzugszins von 5% erhoben. Die Belastung der Verzugszinsen erfolgt mit der
nächstfolgenden Quartalsrechnung an die Mitgliedfirma. Nach Art. 10 des
Kostenreglements werden für eine 2. Mahnung Fr. 100.--, für eine eingeschriebene
Mahnung Fr. 150.--, für ein Betreibungsbegehren Fr. 300.--, für eine Rechtsöffnung
mindestens Fr. 500.-- und für eine Klage bei Gericht mindestens Fr. 1'000.-- erhoben
(act. G 1 Beilage 13).
1.3 Die Dauer des Anschlussvertrags wurde gemäss Ziff. 8 Abs. 1 des
Anschlussvertrags von den Vertragsparteien mit 5 Jahren vereinbart. Nach Ziff. 8 Abs.
2 verlängert sich die Dauer stillschweigend um je ein weiteres Jahr mit Kündigungsfrist
von sechs Monaten, wenn spätestens sechs Monate vor Ablauf der festen
Vertragsdauer keine Kündigung erfolgt. Gemäss Art. 11 des Kostenreglements liegt
eine Auflösung des Anschlussvertrags vor, wenn die Mitgliedfirma den
Anschlussvertrag kündigt (lit. a), bei Auflösung des Anschlussvertrages durch die
Klägerin bei vertragswidrigem Verhalten einer Mitgliedfirma (lit. b) oder bei Liquidation
oder Konkurs einer Mitgliedfirma (lit. c).
2.
2.1 Gemäss Art. 14 des Kassenreglements setzen sich die jährlichen Beiträge aus
den Altersgutschriften, den individuell errechneten Prämien zur Deckung der Risiken
Tod und Invalidität sowie weiteren Kosten zusammen. Die prozentuale Höhe ergibt sich
aus Ziff. 1 des Anhangs zum Kassenreglement. Für die Höhe der Risikobeiträge wird
auf das Versichertenverzeichnis verwiesen. Die Risikobeiträge sind im Reglement nicht
prozentual fixiert, sondern richten sich nach den jeweils gültigen Tarifen der Klägerin. -
Die eingeklagte Forderung von Fr. 12'811.05 enthält die für die Zeit von Juli 2010 bis
Juni 2011 in Rechnung gestellten Prämien im Betrag von Fr. 12'339.--, Basiskosten
von Fr. 200.--, Verzugszinsen von Fr. 169.05 (gemäss Kostenreglement; act. G 1
Beilage 13 und 14) sowie Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 103.--.
2.2 Die Zusammensetzung der Beitragsforderung sowie die Beiträge der versicherten
Personen sind im Einzelnen aus den Zusammenstellungen vom 15. Dezember 2011 für
den Zeitraum von Juli 2010 bis Juni 2011 ersichtlich (act. G 1 Beilage 15-20). Die
Beklagte liess sich gegenüber der Klägerin nach Lage der Akten nie schriftlich
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vernehmen und beanstandete die zugestellten Kontoauszüge nicht. Auch in diesem
Verfahren äusserte sich die Beklagte nicht zu Zusammensetzung und Höhe der geltend
gemachten Forderungen der Klägerin. Nachdem die eingeklagten Prämien nicht im
Widerspruch zu den Akten stehen, können sie in ihrer Zusammensetzung und Höhe als
ausgewiesen gelten. Die Belastung der Basiskosten und Verzugszinsen basiert auf dem
Kostenreglement. Die Betreibungskosten für das laufende Betreibungsverfahren,
worunter die durch das Betreibungsamt belasteten Kosten des Zahlungsbefehls von Fr.
103.-- (act. G 1 Beilage 12) zu verstehen sind, könnten nicht in die Rechtsöffnung mit
einbezogen werden, da diese von der Gläubigerin vorzuschiessen sind (Art. 68 Abs. 1
zweiter Satz SchKG) und die endgültige Belastung des Schuldners mit
Betreibungskosten vom Ausgang des Betreibungsverfahrens abhängt (vgl. Pr 73,
Nr. 195).
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beklagte überhaupt Schuldnerin der eingeklagten
Forderung ist. Gemäss Handelsregister besteht das am 9. Mai 2005 eingetragene
Einzelunternehmen C._ mit Sitz in D._ nach wie vor. Als
einzelzeichnungsberechtigte Inhaberin ist die Beklagte eingetragen. Über eine
Einzelunterschrift verfügt sodann E._.
Die C._ GmbH mit Sitz in F._ wurde am 24. Juni 2008 im Handelsregister
eingetragen und nach Konkurseröffnung über die Gesellschaft (14. Juli 2011) und
Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven (15. August 2011) am 29.
November 2011 gelöscht. Als einzelzeichnungsberechtigte GmbH-Gesellschafter
waren B._ und E._ eingetragen.
3.2 Am 3. März 2008 hatte die Beklagte (mit Adresse und Stempel des in D._
domizilierten Einzelunternehmens) der Klägerin die Jahreslöhne von drei Versicherten
per 1. Januar 2008 gemeldet. Gleichzeitig meldete sie den Mitarbeiter G._
rückwirkend per 1. Oktober 2007 an (act. G 1 Beilagen 4 und 5). In der Folge wurden
für Beiträge, welche der Beklagten (nicht der Mitte 2008 gegründeten GmbH) in
Rechnung gestellt wurden, bis und mit 30. Juni 2010 regelmässig Zahlungen geleistet.
Die letzte Zahlung erfolgte am 3. September 2010 (act. G 1 Beilage 6). Unbezahlt
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blieben Beitragsforderungen ab 1. Juli 2010. Am 16. August 2011 leitete die Klägerin
für eine Forderungssumme von Fr. 12'708.05 die Betreibung gegen die Beklagte ein
(act. G 1 Beilage 7). Die Betreibungsforderung beruht auf den Beitragsrechnungen für
das 3. und 4. Quartal 2010 und das 1. und 2. Quartal 2011, welche allesamt der
Einzelunternehmung der Beklagten zugestellt worden waren (act. 1/Beilage 8-11).
Gegen den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes H._ vom 18. August 2011 erhob
die Beklagte Rechtsvorschlag mit der Begründung, ihre Einzelunternehmung sei seit
30. Juni 2008 nicht mehr aktiv, was der Klägerin auch mitgeteilt worden sei. Sämtliche
Angestellten hätten ab 1. Juli 2008 einen neuen Arbeitsvertrag bei der GmbH erhalten
und seien ab diesem Datum dort angestellt. Sie schulde keine Prämien (act. G 1
Beilage 12). Auf das Schreiben der Klägerin vom 24. August 2011 (act. G 1 Beilage 22)
liess die Beklagte durch I._ im Wesentlichen mitteilen, dass die Einzelunternehmung
der Beklagten bis 30. Juni 2008 Lohnzahlungen erbracht und dies der SVA so mitgeteilt
habe. Auf 1. Juli 2008 habe die GmbH die Angestellten übernommen und entlöhnt.
Wenn die GmbH mit Prämienzahlungen im Rückstand sei, so habe dies mit der
Beklagten keinen Zusammenhang. Am 4. Oktober 2011 liess die Beklagte der Klägerin
die Jahresabrechnungen 2008-2010 zuhanden der SVA (nicht der Klägerin) nach
reichen (act. G 1 Beilagen 24, 26 und 27).
3.3 Fest steht, dass die Beklagte die an die Einzelunternehmung adressierten
Beitragsrechnungen betreffend den Zeitraum bis 30. Juni 2010 kommentarlos
entgegennahm und somit akzeptierte. Auch die Beitragszahlungen bis und mit
3. September 2010 (act. G 1 Beilage 6) erfolgten von Seiten der - nach wie vor im
Handelsregister eingetragenen - Beklagten unbestrittenermassen ohne jeden Hinweis
darauf, dass nunmehr die GmbH Beitragsschuldnerin und mit ihr der Anschlussvertrag
(neu) abzuschliessen sei. Ausgehend davon, dass die Angestellten seit 1. Juli 2008 in
einem neuen Arbeitsverhältnis mit der - im Juli 2011 in Konkurs gegangenen - GmbH
standen, hätte die Beklagte der Klägerin die Austrittsmeldungen der Angestellten sowie
eine entsprechende Vertragskündigung auf Ende Juni 2008 zukommen lassen müssen.
Sodann hätte die GmbH mit der Klägerin einen neuen Anschlussvertrag abschliessen
müssen. All dies war jedoch nicht geschehen. Die Beklagte reagierte
unbestrittenermassen auch auf die jährliche Aufforderung der Klägerin nicht, die
Jahreslöhne der Angestellten jeweils per 1. Januar zu deklarieren. Unbestritten blieb
auch die Feststellung der Klägerin, dass seit 3. März 2008 keine einzige Lohn- oder
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Mutationsmeldung der Beklagten bei ihr eingegangen sei (vgl. act. G 1 S. 5). Dies hatte
zur Folge, dass der bisher gemeldete AHV-Lohn weiterhin Gültigkeit behielt (vgl. Art. 16
Ziff. 2 Kassenreglement).
3.4 Vom Stellvertretungsrecht bzw. organschaftlichen Handeln her ist es nicht
ausgeschlossen, dass eine an einem Vertrag beteiligte Privatperson einmal sich selbst
und ein zweites Mal die juristische Person berechtigt und verpflichtet. In einem solchen
Fall muss sie allerdings zweimal, nämlich einerseits für sich selbst und anderseits unter
dem Firmenstempel der Gesellschaft als deren Organ unterzeichnen. Unterbleibt
letzteres, wird nur die Privatperson Vertragspartei. Ein Rückdurchgriff von der
Privatperson auf die juristische Person findet nur statt, wenn die Gesellschaft als
Instrument benützt worden wäre, um in missbräuchlicher Weise bestimmte Vorschriften
zu umgehen (Pra 2004 Nr. 27, 129). Vertragspartei des Anschlussvertrags vom Juni/Juli
2005 war konkret auschliesslich die Beklagte. Dementsprechend wurde nur sie (und
nicht die GmbH) aus dem Vertrag berechtigt und verpflichtet. Ein Rückdurchgriff auf
die GmbH im erwähnten Sinn fällt damit ausser Betracht, zumal keine konkreten
Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Umgehung von Vorschriften durch die
Etablierung der GmbH ersichtlich sind (vgl. dazu auch Sachverhalt in nachstehender E.
3.5). Mangels Anschlussvertrags konnte die GmbH gegenüber der Klägerin gar keine
Beitragsschulden haben, welche von der Klägerin bei der GmbH hätten in Betreibung
gesetzt werden können. Hierbei ist zu beachten, dass die Beklagte (als natürliche
Person) im Handelsregister bis zum 1. März 2011 als einzelzeichnungsberechtigte
Gesellschafterin und Geschäftsführerin der GmbH im Handelsregister eingetragen war.
Nachdem sie für die hier streitige Beitragsperiode (Juli 2010 bis Juni 2011) nach wie
vor Vertragspartei des Anschlussvertrags war, stellt sich die Frage, ob sie auch
Beitragsausstände für einen Zeitraum schuldet, in welchem die Lohnzahlungen nicht
mehr durch sie (als Inhaberin einer Einzelunternehmung), sondern durch die GmbH
getätigt wurden.
3.5 Eine Meldung an die SVA (Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen)
vermag für sich allein eine Kündigung des Anschlussvertrages mit der Klägerin sowie
den anschliessenden Neuabschluss (mit der GmbH) nicht zu ersetzen. E._, der - wie
die Beklagte - einzelzeichnungsberechtigter Gesellschafter der GmbH war,
unterschrieb die Jahresabrechnungen zuhanden der SVA betreffend die GmbH mit
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dem Vermerk, dass die Arbeitnehmer bei der Klägerin versichert seien, obwohl
zwischen der Klägerin und der GmbH gar kein Anschlussvertrag bestand (act. G 1
Beilage 27). Dem von der Beklagten eingereichten E-Mail-Verkehr lässt sich jedoch
entnehmen, dass I._ (als Vertreter der GmbH) der SVA am 16. Oktober 2009, 13.27
Uhr, eine Bestätigung des Anschlusses der GmbH bei der Klägerin in Aussicht stellte
(act. G 3.1 Beilage 1) und er diese zuvor bei der Klägerin auch tatsächlich verlangt
hatte (E-Mail vom 16. Oktober 2009, 13.20 Uhr; act. G 3.1 Beilage 2). Die Bestätigung
der Klägerin war in der Folge offenbar bei der SVA nicht eingegangen, denn diese
ersuchte I._ mit E-Mail vom 29. Oktober 2009 um Einreichung der Bestätigung (act.
G 3.1 Beilage 1). Mit Blick auf das E-Mail vom 16. Oktober 2009 an sie (act. G 3.1
Beilage 2) wäre es Sache der Klägerin gewesen, diese Angelegenheit weiter zu
verfolgen und den Vertreter der Beklagten darauf hinzuweisen, dass der
Anschlussvertrag mit der GmbH erst noch abzuschliessen sei, damit die verlangte
Bestätigung an die SVA erfolgen könne. Nachdem sich die Beklagte dazu in der Replik
nicht äusserte (act. G 5), ist davon auszugehen, dass ein solcher Hinweis nicht erfolgt
war. Wäre der Hinweis erfolgt, hätte der Anschlussvertrag mit der GmbH
abgeschlossen werden können, und die Beiträge wären in der Folge auch der GmbH
(und nicht der Beklagten) in Rechnung gestellt worden. Die Einzelunternehmung der
Beklagten erbrachte seit Ende Juni 2008 unbestrittenermassen keine Lohnzahlungen
mehr. So hatte die GmbH der SVA in der Jahresabrechnung 2008 die Löhne der zuvor
bei der Einzelunternehmung tätig gewesenen Arbeitnehmer ab Juli 2008 als Löhne der
GmbH gemeldet (act. G 1 Beilage 27). Bei der in der Jahresabrechnung 2008 der
Einzelunternehmung angegebenen Zeitperiode (1. Januar bis 30. Juni 2009; act. G 1
Beilage 26) handelt es sich offensichtlich um einen Verschrieb (richtig: 1. Januar bis 30.
Juni 2008). Die Beklagte kann in Anbetracht der vorstehenden Darlegungen nicht für
Beitragsschulden, welche bei korrekter Kündigung bzw. Anpassung des
Anschlussvertrags an sich bei der GmbH entstanden wären, verpflichtet werden. Allein
durch das Weiterbestehen des Anschlussvertrags der ebenfalls weiterbestehenden
Einzelunternehmung wurde die Beklagte als Gesellschafterin und Geschäftsführerin der
GmbH nicht für Beiträge auf Lohnzahlungen der GmbH verpflichtet. Der durch die
Beklagte erhobene Rechtsvorschlag war daher diesbezüglich zu Recht erfolgt.
3.6 Ungeachtet dessen schuldet die Beklagte die am 10. März 2011 gestützt auf Art.
3 des Kostenreglements (act. G 1 Beilage 13) in Rechnung gestellten Basiskosten für
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den Anschlussvertrag von Fr. 200.-- mit Valuta-Datum vom 19. April 2011 (vgl. act. G 1
Beilagen 10 und 14), denn der Anschlussvertrag war im Juli 2005 abgeschlossen und
bis zur Fälligkeit des erwähnten Betrags nicht gekündigt worden (vgl. dazu act. G 1
Beilage 2 Ziff. 8). Gemäss Art. 66 Abs. 2 BVG kann die Vorsorgeeinrichtung für nicht
rechtzeitig bezahlte Beiträge Verzugszinsen verlangen. Die Regelung von Art. 104 Abs.
1 OR (Zinssatz von 5 %) wurde in Art. 9 des Kostenreglements übernommen. Die im
(vertraglichen) Kostenreglement vorgesehenen Inkasso- und Verzugszinskosten (5 %)
beziehen sich jedoch nicht nur (wie die Regelung von Art. 66 Abs. 2 BVG) auf die
ausstehenden Beiträge, sondern auf die gesamten Kontoausstand. Auf den hier zur
Diskussion stehenden Basis-Verwaltungskosten von Fr. 200.-- ist damit ein Zins zu 5%
geschuldet. Der Beginn der Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (BGE 119 V
133 Erw. 4 = Pra 83 (1994) Nr. 67), wonach ein Schuldner, der mit der Begleichung
einer Forderung im Verzug ist, erst vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der
gerichtlichen Klage an Verzugszinsen zu bezahlen hat. Im vorliegenden Fall hat die
Klägerin am 20. Dezember 2011 die Klage eingeleitet; somit schuldet ihr die Beklagte
ab diesem Zeitpunkt Verzugszins zu 5% auf dem Ausstand.
4.
4.1 Die Klage ist in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass die Beklagte verpflichtet
wird, der Klägerin Basiskosten für den Anschlussvertrag von Fr. 200.-- zuzüglich Zins
zu 5% seit 20. Dezember 2011 zu bezahlen. Der in der Betreibung Nr. 111'695 des
Betreibungsamtes H._ erhobene Rechtsvorschlag wird in diesem Umfang beseitigt.
Im Übrigen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73
Abs. 2 BVG).
4.2 Die Klägerin beantragt Kosten- und Entschädigungsfolgen. Als
Vorsorgeeinrichtung hat sie jedoch praxisgemäss keinen diesbezüglichen Anspruch,
soweit – wie vorliegend – die Prozessführung der Gegenpartei nicht als mutwillig oder
leichtsinnig zu bezeichnen ist (BGE 112 V 356; SZS 1995, 114; BGE 128 V 323; 126 V
143). Im Übrigen hat sie keinen Rechtsanwalt beigezogen. Der Antrag auf Ausrichtung
einer Parteientschädigung ist abzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP