Decision ID: 630183cd-989b-525a-a7ef-86b5c4369edd
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, wurde im April 2009 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur
Früherfassung angemeldet (IV-act. 4). Im Anmeldeformular vom 5. Mai 2009 (IV-act. 5)
gab er an, seit 2001 an Panikattacken, Schwindel etc. zu leiden. Von Beruf sei er
Autolackierer.
A.b Am 17. August 2009 wurde der Versicherte durch Dr. phil. B._, Fachpsychologin
für Neuropsychologie FSP, Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG),
neuropsychologisch untersucht (Bericht vom 18. August 2009, IV-act. 32). Die
Psychologin erklärte, dass sich aus neuropsychologischer Sicht leichte bis
mittelschwere und schwerst gestörte Befunde gezeigt hätten. Insgesamt habe sich ein
diffuses Bild mit Auffälligkeiten in Antrieb, Aufmerksamkeit und Gedächtnis ergeben. Im
Vordergrund stehe eine psychiatrische Erkrankung mit Hinweisen für eine
Persönlichkeitsstörung, die schwerwiegende Auswirkungen auf den Leistungsbereich/
die beruflichen Kompetenzen habe. Dr. med. C._, Allgemeine Medizin, gab in ihrem
Bericht vom 14. Dezember 2009 zuhanden der IV-Stelle (IV-act. 45) als Diagnosen
einen Verdacht auf eine neurotische, narzisstische Persönlichkeitsstörung aufgrund
eines kindlichen psychoorganischen Syndroms (POS) und Angst-Panik-Attacken an.
Die Arbeitsfähigkeit schätzte sie infolge einer verminderten Leistungsfähigkeit auf
75-80 %.
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A.c Für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2010 übernahm die IV-Stelle die Kosten für
ein Coaching durch die X._ AG (Mitteilung vom 29. Januar 2010, IV-act. 51). Am 4.
August 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen Anspruch mehr
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen habe, da er sich seit März 2010 in einem
RAV-Einsatzprogramm befinde und durch das RAV optimal betreut werde. Mit
Verfügung vom 14. Januar 2011 wurde auch das Rentengesuch (IV-Grad von 20 %)
abgewiesen (IV-act. 70).
B.
B.a Am 5. September 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 75). Er gab an, wegen einer rezidivierenden
depressiven Episode und einer Panikstörung seit dem 1. August 2014 und bis auf
weiteres zu 100 % arbeitsunfähig zu sein. Zuletzt sei er zu 100 % als Automonteur/
Allrounder in einer Garage beschäftigt gewesen.
B.b Am 29. September 2014 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf (IV-act. 79),
eine wesentliche Veränderung des rechtserheblichen Sachverhalts seit der Verfügung
vom 14. Januar 2011 glaubhaft zu machen. Am 15. Oktober 2014 ging bei der IV-Stelle
ein Bericht von med. pract. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
16. September 2014, ein (IV-act. 81). Med. pract. D._ hatte darin die folgenden Diag-
nosen angegeben:
• Asperger-Syndrom (ICD-10: F84.5)
• DD oder zusätzlich narzisstische Persönlichkeitsstörung (F60.80)
• rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige depressive Episode
(F30.0)
• Panikstörung (F41.0).
Med. pract. D._ hatte erläutert, dass der Versicherte depressiv sei, seit er im Frühling
von seiner Freundin verlassen worden sei. Die depressiven Symptome seien seit dem
Erstgespräch am 26. August 2014 (IV-act. 82-1) geringer geworden. Der Behandler
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hatte zudem zwischenmenschliche Probleme an den früheren Arbeitsstellen und
daraus resultierende Panikattacken erwähnt. Die Arbeitsfähigkeit sei wegen des etwas
eingeschränkten Antriebs und der etwas abnehmenden Konzentration und
Aufmerksamkeit in einer angepassten Tätigkeit zu 20 % eingeschränkt.
B.c RAD-Arzt Dr. med. E._ notierte am 11. November 2014 (IV-act. 86), dass
weiterhin Schwierigkeiten im Umgang mit Autoritäten und Drucksituationen, die
Auswirkungen auf die Motivation und den Antrieb hätten, im Vordergrund stünden. Die
leichtgradige depressive Symptomatik wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Der
Gesundheitszustand sei unverändert. Der Versicherte sei in seinem angestammten
Beruf als Autolackierer an einem durchschnittlich wertschätzenden Arbeitsplatz zu
mindestens 80 % arbeitsfähig.
B.d Mit Verfügung vom 12. November 2014 (IV-act. 89) trat die IV-Stelle auf das
Leistungsbegehren nicht ein. Dagegen erhob der Versicherte am 27. November 2014
Beschwerde (IV 2014/554, vgl. IV-act. 93). Med. pract. D._ machte in einem Bericht
vom 27. November 2014 zuhanden des Versicherungsgerichts (IV-act. 112-22 ff.)
geltend, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem Jahr 2010/2011
wesentlich verschlechtert habe. Durch die vielen zwischenmenschlichen Probleme und
die vielen Enttäuschungen sei er immer depressiver geworden und habe immer
häufiger Panikattacken gehabt. Um die Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten, seien
berufliche Eingliederungsmassnahmen notwendig. Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit
wegen einer mittelgradigen depressiven Episode auch für angepasste Tätigkeiten
eingeschränkt. RAD-Arzt Dr. E._ hielt am 16. Januar 2015 (IV-act. 97) daran fest,
dass keine wesentliche, dauerhafte Veränderung der Arbeitsfähigkeit vorliege. Am 16.
Februar 2015 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 12. November 2014, weil sie
kein Vorbescheidsverfahren durchgeführt hatte (IV-act. 104). Das Beschwerdeverfahren
wurde in der Folge abgeschrieben (IV-act. 108).
B.e Mit Vorbescheid vom 6. März 2015 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten erneut
an, dass auf das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
nicht eingetreten werde (IV-act. 111). Med. pract. D._ erklärte am 16. März 2015,
dass er mit dem Vorbescheid nicht einverstanden sei. Die Diagnose eines Asperger-
Syndroms zog er zurück. Der Versicherte sehe das Nichteintreten auf seine neue
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Anmeldung wegen seiner narzisstischen Persönlichkeitsstörung als eine Kränkung an,
die dazu geführt habe, dass er noch depressiver geworden sei. Seit Anfang März 2015
arbeite der Versicherte unentgeltlich in einem Pensum von 50 % für einen früheren
Arbeitgeber. Gegen den Vorbescheid vom 6. März 2015 liess der Versicherte am 8.
April 2015 durch seinen Rechtsvertreter einwenden (IV-act. 114), dass aufgrund des
Berichts von med. pract. D._ vom 16. März 2015 von veränderten Verhältnissen
auszugehen sei. RAD-Arzt Dr. E._ notierte am 23. April 2015 (IV-act. 116), dass
aufgrund der mittelgradigen depressiven Reaktion auf die Ablehnung des
Leistungsgesuchs eine gewisse, jedoch reversible Veränderung des
Gesundheitszustandes vorliege. In der Folge trat die IV-Stelle auf die
Wieder¬anmeldung ein (vgl. IV-act. 117).
B.f Die K._ AG, berichtete der IV-Stelle am 29. Mai 2015 (IV-act. 123), dass sie den
Versicherten vom 1. September 2013 bis 31. August 2014 als Hilfsarbeiter beschäftigt
habe. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 2. Juni 2014 ge¬wesen. Die Kündigung
durch den Arbeitgeber sei wegen psychischer Probleme des Versicherten erfolgt
(Klinikeinweisung).
B.g Am 8. Juni 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 126), dass ihm
bei der Stellensuche Beratung und Unterstützung gewährt werde. Med. pract. D._
erklärte am 8. Juli 2015 (IV-act. 128), dass der Versicherte für angepasste Tätigkeiten
zurzeit ca. zu 50 % arbeitsfähig sei. Derselbe Arzt berichtete der IV-Stelle am 2.
September 2015 (IV-act. 130), dass der Gesundheitszustand des Versicherten
schwanke und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit deshalb nicht ganz einfach sei.
Seines Erachtens wäre es am sinnvollsten, über eine längere Zeit ein praktisches
Arbeitstraining durchzuführen, um die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Am 30. Oktober
2015 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Bewerbungscoaching durch die
Y._ AG für die Zeit vom 23. September 2015 bis 31. Juli 2016 (IV-act. 134). Am 26.
Januar 2016 teilte die IV-Stelle dem Ver¬sicherten mit (IV-act. 143), dass er Anspruch
auf einen Arbeitsversuch habe, der vom 18. Ja¬nuar bis 15. April 2016 bei der Z._
stattfinden werde. Gemäss dem Eingliederungsplan (IV-act. 139) sollte der Versicherte
mit einem Pensum von 50 % starten und dieses innerhalb von drei Monaten auf 80 %
steigern.
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B.h Am 23. Februar 2016 informierte der Leiter der Z._, den Coach der Y._ AG per
E-Mail darüber (IV-act. 146), dass der Versicherte bemüht sei, aber auf keinen grünen
Zweig komme. Der Versicherte sei handwerklich ungeschickt, kompliziert und einfach
speziell. Er sehe die Arbeit nicht. Es fehle ihm eine logische und strukturierte
Denkweise. Werde ihm eine Arbeit aufgetragen, sei man nicht sicher, ob er sie korrekt
ausgeführt oder überhaupt erledigt habe. Er müsse kontrolliert und betreut werden. Er
sei nicht auf dem Niveau, das man erwarten würde. Im Zweierteam sei er kaum länger
als zwei bis drei Stunden zu ertragen. Er sei sehr schwatzhaft und dadurch ablenkend.
Der Arbeitsversuch wurde am 26. Februar 2016 abgebrochen (IV-act. 147 und 150).
Der Eingliederungsberater teilte der zuständigen IV-Sachbearbeiterin am 15. März 2016
via E-Mail mit (IV-act. 148), dass der Versicherte gemäss dem Coach keinem
Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt zumutbar sei. Dies sei auch seine Meinung.
Eine Integration scheine schier aussichtslos. Der Coach der Y._ AG hielt in einem
Zwischenbericht vom 30. März 2016 fest (IV-act. 151), dass der Versicherte
kommunikativ sei und Bereitschaft zeige, bei der beruflichen Integration aktiv
mitzuwirken. Demgegenüber bestünden beim Versicherten aber Ängste und Sorgen,
welche den Eingliederungsprozess erschwerten. Die Sozialkompetenz und das
Teamverhalten des Versicherten seien gemäss den Aussagen des Arbeitsgebers
unausgereift und kaum tragbar. Der Versicherte zeige sich äusserst sensibel und neige
in der Tendenz dazu, unreflektiert und stets selbstbetroffen auf sein Umfeld zu
reagieren. Zudem seien ein grosses Mitteilungsbedürfnis sowie Anzeichen einer
Autoritätsproblematik beobachtet worden (vgl. auch Schlussbericht vom 12. April 2016,
IV-act. 159).
B.i Am 31. Mai 2016 wurde der Versicherte durch Dr. med. F._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, monodisziplinär begutachtet (Gutachten vom 22.
September 2016, IV-act. 167-1 ff.). Dieser veranlasste zudem eine
neuropsychologische Untersuchung, die am 11. August 2016 durch Dr. phil. G._,
Neuropsychologie, durchgeführt wurde (IV-act. 167-69 ff.). Dr. F._ gab im Gutachten
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnose ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig remittiert (F33.4). Dr. F._ erklärte, dass sich im Rahmen der
Untersuchung keinerlei Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich
einer symptomatischen psychischen Störung, einer Störung durch psychotrope
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Substanzen, eine Schizophrenie oder einer schizotypen oder wahnhaften Störung
gefunden hätten. Zum Zeitpunkt der Untersuchung sei die Grundstimmung des
Versicherten euthym, die affektive Modulationsfähigkeit jedoch nicht eingeschränkt
gewesen. Der Versicherte habe gelegentlich auftretende Insuffizienzgefühle,
Zukunftsängste und Panik bzw. Angst beschrieben. In der Hamilton Depressionsskala
habe er insgesamt sechs Punkte erreicht. Damit seien die Kriterien für das Vorliegen
einer depressiven Episode nicht erfüllt gewesen. Für die Vergangenheit erscheine die
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung jedoch als plausibel. Der
Versicherte habe nicht über mehrere schwere vegetative Angstanfälle innerhalb eines
Zeitraums von etwa einem Monat berichtet, sodass die Diagnose einer Panikstörung
nicht in Frage komme. Auch sonst fänden sich keine Hinweise für eine neurotische,
Belastungs- oder somatoforme Störung. Da der Versicherte eine Ausbildung
abgeschlossen und längere Zeit gearbeitet habe, könne eine relevante Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit nicht mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung begründet
werden. Zwar könne eine narzisstische Störung zu Problemen im
zwischenmenschlichen Bereich führen. Häufig litten aber eher engere Bezugspersonen
darunter, als der Betroffene selbst. Zudem sei eine narzisstische
Persönlichkeitsstörung keine logische Begründung für eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Die Untersuchung von Dr. phil. B._ vermöge wegen der
ungenügenden Anstrengungsbereitschaft des Versicherten nichts über die
neuropsychologische Leistungsfähigkeit auszusagen. Die Ausführungen von med.
pract. D._ seien sehr weitschweifig und in Bezug auf die Diagnosen eines Asperger-
Syndroms und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung seltsam vage und unklar
geblieben. Med. pract. D._ sei nicht klar, worunter der Versicherte genau leide,
weshalb er zur Arbeitsfähigkeit nicht habe Stellung nehmen können. Die
neuropsychologische Abklärung habe eine leichte bis mässige Hirnfunktionsstörung
ergeben. Allerdings sei unklar, weshalb diese Auffälligkeiten bestünden. Eine einfache
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sei von Dr. phil. G._ ausgeschlossen
worden. Der Neuropsychologe habe insgesamt keine sehr hohen Anforderungen an
eine ideal adaptierte Tätigkeit gestellt. Mit den neuropsychologischen Auffälligkeiten
liessen sich auch deshalb keine Einschränkungen begründen, weil diese nicht klar einer
psychischen Störung zugeordnet werden könnten. Dr. F._ schätzte die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie in adaptierten Tätigkeiten
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(neuropsychologische Adaptionskriterien siehe IV-act. 167-64) auf 100 %. Da die
anamnestischen Angaben unklar seien, lasse sich nicht mehr eruieren, von wann bis
wann die rezidivierende depressive Störung eine vorübergehende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründet habe. RAD-Arzt Dr. E._ erklärte am 29. September 2016
(IV-act. 168), dass auf das Gutachten von Dr. F._ abgestellt werden könne.
B.j Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2016 (IV-act. 171) stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, sein Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen
abzuweisen. Zur Begründung führte sie aus, dass keine medizinisch begründbaren
wesentlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestünden. Dagegen wendete der
Rechtsvertreter des Versicherten am 11. November 2016 ein (IV-act. 172), dass das
Gutachten von Dr. F._ fehlerhaft und nicht schlüssig sei. Der Arbeitsversuch bei der
Z._ habe gezeigt, dass der Versicherte nicht zu 80 % arbeitsfähig sei.
B.k Mit Verfügung vom 3. Januar 2017 (IV-act. 176) wies die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Eingliederungsmassnahmen wie angekündigt ab. Zum Einwand erwiderte
sie, dass keine neuen medizinisch objektivierbaren wesentlichen Änderungen der
Befunde oder der Symptome mitgeteilt worden seien. Am 12. Januar 2017 stellte die
IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 179).
Dieser Vorbescheid wurde am 9. März 2017 jedoch widerrufen (vgl. act. G 4.1).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 3. Januar 2017 liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 6. Februar 2017 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Gewährung weiterer
beruflicher Eingliederungsmassnahmen. Zur Begründung machte er geltend, dass es
sich beim Gutachten um eine Fehlbeurteilung handle. Dr. F._ habe die immer
wiederkehrenden Probleme des Beschwerdeführers bei verschiedenen Arbeitsstellen
und vor allem auch beim Arbeitsversuch bei der Z._, insbesondere die
zwischenmenschlichen Probleme, nicht berücksichtigt. Wegen der
neuropsychologischen Defizite und der eingeschränkten Krankheitseinsicht sei der
Beschwerdeführer in der Vergangenheit bei der Arbeit immer wieder überfordert
gewesen und deshalb kritisiert worden. Auf die Kritik habe er mit aggressiven,
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impulsiven und depressiven Symptomen sowie mit Angstsymptomen und
Panikattacken reagiert. Des Weiteren sei Dr. F._ nicht auf die von Dr. phil. G._
beschriebenen neuropsychologischen Defizite eingegangen. Eine Gesamtbeurteilung
der Arbeitsfähigkeit sei im vorliegenden Fall erst nach der Durchführung mehrerer
Arbeitsversuche möglich.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. April 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, dass die Arbeitsfähigkeit
ausschliesslich medizinisch-theoretisch zu bestimmen sei. Dass der Beschwerdeführer
beim Arbeitsversuch keine brauchbare Leistung gezeigt habe, sei nicht entscheidend.
Es sei nämlich nicht möglich, den Anteil allfälliger Motivationsmängel vom willentlich
nicht steuerbaren Unvermögen, eine volle Leistung zu erbringen, auszuscheiden. Auf
das Gutachten von Dr. F._ könne vollumfänglich abgestellt werden. Da der
Beschwerdeführer nicht invalid sei, habe er keinen Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen.
C.c Mit seiner Replik vom 15. Juni 2017 (act. G 13) reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers zwei weitere, an den Rechtsvertreter gerichtete Berichte von med.
pract. D._ ein. Im Bericht vom 8. November 2016 (act. G 13.3) hatte dieser die
folgenden Diagnosen angegeben:
• narzisstische Persönlichkeitsstörung
• rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
• nicht näher bezeichnete organische oder symptomatische psychische Störung,
verschiedene neuropsychologische Defizite.
Med. pract. D._ hatte das Gutachten von Dr. F._ aus verschiedenen Gründen als
mangelhaft bezeichnet. Welche Arbeiten der Beschwerdeführer noch durchführen
könne und wie hoch die Arbeitsfähigkeit sei, müsse anhand der Ergebnisse weiterer
Arbeitsversuche beurteilt werden. In seinem Bericht vom 5. Mai 2017 hatte med. pract.
D._ die Ausführungen in der Beschwerdeantwort kritisiert (act. G 13.1).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 14 f.).
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Erwägungen
1.
Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss Art. 60
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der
Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 3. Januar 2017. Sie
ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 6. Januar 2017 zugestellt worden
(act. G 1.1 S. 1). Die Frist hat also am 7. Januar 2017 zu laufen begonnen. Der 30. Tag
der Frist ist auf den Sonntag, 5. Februar 2017 gefallen. Ist der letzte Tag der Frist ein
Sonntag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Die Frist hat
also am Montag, 6. Februar 2017, geendet. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat an diesem Tag und somit rechtzeitig Beschwerde erhoben (act.
G 1 S. 1). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hatte sich erstmals im April 2009 zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet. Mit einer Mitteilung vom 4. August 2010 hatte die
Beschwerdegegnerin einen (weiteren) Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen verneint und mit einer Verfügung vom 14. Januar 2011 das
Rentengesuch abgewiesen. Bei der Anmeldung vom September 2014 handelt es sich
somit um eine sogenannte Wiederanmeldung.
2.2 Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Der behandelnde Psychiater des Beschwerdeführers, med. pract. D._, hat in
seinen Berichten vom 16. September 2014 und vom 16. März 2015 als neue Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung angegeben.
Damit ist eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers seit der Abweisung der Gesuche im August 2010/Januar 2011
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glaubhaft gemacht worden. Die Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die
Wiederanmeldung eingetreten.
3.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2017 hat die Beschwerdegegnerin
das Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen abgewiesen. Strittig ist somit,
ob der Beschwerdeführer Anspruch auf (weitere) berufliche
Eingliederungsmassnahmen hat. Der Anspruch auf eine Invalidenrente ist
demgegenüber nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
4.
4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR
831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte versicherte Personen
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind,
die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Die beruflichen
Eingliederungsmassnahmen umfassen die Berufsberatung, die erstmalige berufliche
Ausbildung, die Umschulung, die Arbeitsvermittlung und die Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3
lit. b IVG).
4.2 Ob der Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
hat, hängt unter anderem von seiner Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf als
Autolackierer ab.
4.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wie auch der behandelnde Psychiater
med. pract. D._ haben geltend gemacht, dass es zur Ermittlung der effektiven
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zwingend notwendig sei, Arbeitsversuche
durchzuführen. Die Beschwerdegegnerin hat hiergegen vorgebracht, dass die
Arbeitsfähigkeit ausschliesslich medizinisch-theoretisch zu bestimmen sei. Bei einem
Arbeitsversuch sei es nicht möglich, den Anteil allfälliger Motivationsmängel vom
willentlich nicht steuerbaren Unvermögen, eine volle Leistung zu erbringen,
auszuscheiden. Der Argumentation der Beschwerdegegnerin kann gefolgt werden: Bei
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der Arbeitsfähigkeitsschätzung ist entscheidend, welche Arbeitsleistung einer
versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist. Da die Leistung, die eine
versicherte Person anlässlich eines Arbeitsversuchs erbringt, wesentlich durch
subjektive Faktoren wie ihre Motivation und ihre Willenskraft mitbestimmt wird, sind
Arbeitsversuche in der Regel nicht geeignet, etwas über die zumutbare Arbeitsfähigkeit
auszusagen. Dies gilt besonders für Fälle wie den vorliegenden, in denen es um
psychische Gesundheitsschäden geht. Die Arbeitsfähigkeit ist im vorliegenden Fall
somit durch einen Facharzt für Psychiatrie − natürlich in Kenntnis der Ergebnisse des
Arbeitsversuchs bei der Z._ − festzulegen.
4.4 In medizinischer Hinsicht liegen einerseits ein psychiatrisches Gutachten von Dr.
F._ vom 22. September 2016 (inkl. neuropsychologischer Untersuchung) und
andererseits diverse Berichte des behandelnden Psychiaters med. pract. D._ im
Recht.
4.5 Vom behandelnden Psychiater liegen sechs mehrseitige, bis zu 16 Seiten lange
Berichte bei den Akten (Berichte vom 16. September 2014, 27. November 2014, 16.
März 2015, 8. Juli 2015, 8. November 2016 und 5. Mai 2017). Der behandelnde
Psychiater hat alle diese Berichte von sich aus, d.h. nicht auf Anfrage der
Beschwerdegegnerin oder des Gerichts, eingereicht. In den Berichten hat er unter
anderem Stellung zu den Vorbescheiden vom 6. März 2015 und 11. Oktober 2016
betreffend berufliche Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 111) sowie zur
Beschwerdeantwort genommen und dabei vehement die Interessen des
Beschwerdeführers vertreten. Da der behandelnde Psychiater derart Partei für den
Beschwerdeführer bezogen hat, muss seiner medizinischen Einschätzung des
Gesundheitszustandes und insbesondere der Arbeitsfähigkeit von Vornherein die
Objektivität abgesprochen werden. Die Berichte des behandelnden Psychiaters
vermögen aber auch inhaltlich nicht zu überzeugen: Die Ausführungen sind nämlich
sehr weitschweifig, teilweise vage und unklar und sich wiederholend (vgl. Gutachten
Dr. F._, IV-act. 167-52). Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden
Psychiaters kann folglich nicht abgestellt werden.
4.6 Somit bleibt zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen
Gutachters Dr. F._ überzeugt. Dieser hat als Diagnose lediglich eine gegenwärtig
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remittierte rezidivierende depressive Störung angegeben und die Arbeitsfähigkeit für
die angestammte Tätigkeit auf 100 % geschätzt. Der Beschwerdeführer hat anlässlich
der Begutachtung über einen extremen Kopfdruck und einen Ohrendruck geklagt (IV-
act. 167-30). Zudem hatte sein behandelnde Psychiater früher bereits eine somatische
Abklärung empfohlen (IV-act. 128-3). Trotzdem hat der psychiatrische Gutachter darauf
verzichtet, eine somatische Abklärung in die Wege zu leiten oder zumindest zu
empfehlen. Da er für die als somatisch geschilderten Symptome des
Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht keine Erklärung hat finden können,
erweist sich das Unterbleiben einer somatischen Abklärung als beweisrechtlich
problematisch. Im psychiatrischen Zusammenhang imponieren die Schilderungen des
Betreuers der Z._ über den Arbeitsversuch: Der Beschwerdeführer sei bemüht,
komme aber auf keinen grünen Zweig. Er sei handwerklich ungeschickt, kompliziert
und einfach speziell. Er sehe die Arbeit nicht. Es fehle ihm eine logische und
strukturierte Denkweise. Werde ihm eine Arbeit aufgetragen, sei man nicht sicher, ob er
sie korrekt ausführe oder überhaupt erledige. Der Beschwerdeführer müsse kontrolliert
und betreut werden. Er sei nicht auf dem Niveau, das man erwarten würde. Im
Zweierteam sei er kaum länger als zwei bis drei Stunden zu ertragen. Er sei sehr
schwatzhaft und dadurch ablenkend (IV-act. 146). Er schätze sich falsch ein und gebe
sich trotz der Unerfahrenheit als Besserwisser (IV-act. 159-2). Ein potentieller
Arbeitgeber hatte zudem eine Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer abgelehnt,
weil sich dieser bereits am Telefon zu kompliziert verhalten und die bestehenden
Prozesse noch vor Arbeitsbeginn hinterfragt habe (IV-act. 151-3). Der Coach der Y._
AG sowie auch der Eingliederungsberater der Beschwerdegegnerin sind schliesslich
der Meinung ge¬wesen, dass der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt
keinem Arbeitgeber zumutbar sei (IV-act. 148). Da der Beschwerdeführer im Rahmen
der beruflichen Eingliederungsmassnahmen einen motivierten Eindruck hinterlassen
hat, sind sein auffälliges Verhalten und die ungenügende Arbeitsleistung nicht durch
allfällige Motivationsmängel erklärbar. Auffallend ist auch die grosse Diskrepanz
zwischen der Fremdwahrnehmung und der Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers. So hat der Beschwerdeführer gegenüber dem psychiatrischen
Gutachter angegeben, dass er gerne perfekt arbeite und sehr pingelig sei; für ihn sei es
schwierig, zu pfuschen (IV-act. 167-38). Er habe ein gutes Gespür für Menschen und
eine gute Menschenkenntnis (IV-act. 167-70). Gemäss dem behandelnden Psychiater
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ist der Beschwerdeführer zudem der Meinung, dass er beim Arbeitsversuch alles richtig
gemacht habe und dass er an den aufgetretenen Problemen nicht schuld sei (act. G
13.3 S. 5). Der psychiatrische Gutachter hat sich kaum mit dem auffälligen Verhalten
und der schlechten Arbeitsleistung des Beschwerdeführers im Rahmen der beruflichen
Eingliederungsmassnahmen und mit der verzerrten Selbstwahrnehmung
auseinandergesetzt bzw. diese zu würdigen versucht. Er hat lediglich eine (soziale)
Auffälligkeit erwähnt (IV-act. 167-62). Ausserdem hat der Neuropsychologe in seiner
Untersuchung eine leichte bis mässige Hirnfunktionsstörung festgestellt (IV-act.
167-77). Der psychiatrische Gutachter hat nicht erklären können, weshalb diese
Auffälligkeiten bestehen. Die von ihm gestellte Diagnose und die daraus abgeleitete
Arbeitsfähigkeitsschätzung erreichen deshalb nicht den erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Unter Berücksichtigung aller Umstände erscheinen
eine somatische, insbesondere wohl neurologische (Kopf- und Ohrendruck, allfällige
weitere somatische Symptome) Abklärung und eine anschliessende erneute
psychiatrische Begutachtung als unerlässlich. Dabei wird sicherzustellen sein, dass
dem noch zu beauftragenden psychiatrischen Gutachter auch die Berichte über die
stationären Aufenthalte im Kriseninterventionszentrum (2. bis 6. Juni 2014 und 2. bis
31. Juli 2014) sowie über den Aufenthalt in der Tagesklinik des psychiatrischen
Zentrums vom 5. bis 21. August 2014 vorliegen werden. Sofern möglich wird zudem
die von Dr. med. H._ geführte Krankengeschichte betreffend die im Jahr 2003/2004
durchgeführte psychiatrische Behandlung beizuziehen sein.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin oder das Gericht die
Neubegutachtung in Auftrag geben muss, d.h. ob die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder ob ein Gerichtsgutachten zu veranlassen
ist. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung soll ein kantonales
Versicherungsgericht in der Regel dann ein Gerichtsgutachten einholen, wenn es im
Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener
medizinischer Sachverhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch
gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem
rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle soll
hingegen möglich bleiben, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten
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Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine
Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von
gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11.
Dezember 2014, 8C_633/2014 E. 3.2; BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Im vorliegenden Fall
liegt ein nicht beweiskräftiges monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten im Recht.
Ein Gerichtsgutachten fällt bereits deshalb ausser Betracht, weil allenfalls auch eine
somatische gutachterliche Untersuchung notwendig sein wird; eine solche ist bisher
nicht erfolgt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung vermag aber auch sonst nicht zu
überzeugen: Die IV-Stellen sind gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG verpflichtet, die
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Sie haben somit u.a. den
medizinischen Sachverhalt soweit abzuklären, dass die Arbeitsunfähigkeit der
versicherten Person mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststeht. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers steht nicht rechtsgenüglich fest.
Würde das Versicherungsgericht nun ein Gerichtsgutachten in Auftrag geben, würde es
die der Beschwerdegegnerin obliegende Aufgabe der Sachverhaltsermittlung
"übernehmen". Dies wäre gesetzwidrig, da der Gesetzgeber diese Aufgabe, d.h. die
rechtsgenügliche Ermittlung des Sachverhalts, der Beschwerdegegnerin zugewiesen
hat. Eine solche Rechtsverletzung kann durch die vom Bundesgericht angeführten
Vorteile von Gerichtsgutachten, die namentlich in einer Straffung des
Gesamtverfahrens und in einer Beschleunigung der Rechtsgewährung bestehen sollen
(siehe BGE 137 V 210 E. 4.4.1.2), nicht "geheilt" werden. Zu beachten ist auch, dass
einer versicherten Person durch die Einholung eines Gerichtsgutachtens die
Möglichkeit genommen wird, den Entscheid von zwei Instanzen überprüfen zu lassen.
Dies ist insbesondere auch deshalb problematisch, weil das Bundesgericht, die einzige
verbleibende Instanz, nur über eine eingeschränkte Kognition verfügt, d.h. es kann den
vom kantonalen Versicherungsgericht festgestellten Sachverhalt nur eingeschränkt
überprüfen (siehe Art. 97 des Bundesgerichtsgesetzes, SR 173.110). Die Einholung
eines Gerichtsgutachtens ist deshalb nur in jenen Fällen angezeigt, in denen die
Beschwerdegegnerin den Sachverhalt zwar rechtsgenüglich abgeklärt hat, für die
rechtliche Würdigung aber trotzdem die Einholung eines weiteren Gutachtens
notwendig ist, namentlich weil zwei (oder mehr) überzeugende, sich jedoch
widersprechende Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Recht liegen. Die psychiatrische
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(und allenfalls auch somatische) Neubegutachtung ist folglich durch die
Beschwerdegegnerin in Auftrag zu geben.
5.2 Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG aufzuheben und die Sache ist zur
somatischen (insbesondere neurologischen) und zur erneuten psychiatrischen
Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E.
6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe
wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat
keine Honorarnote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.