Decision ID: 52c82dde-52b2-464a-8720-81081079c827
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967 geborene
X._
,
absolvierte die Primar- und Real
schule und anschliessend in den Jahren 1985 und 1986 je ein Praktikum im Spital
Y._
und in der
Z._
Klinik. Nach der Geburt ihrer Kinder (1986 und 1988) ging sie zunächst keiner (regelmässigen) Tätigkeit nach. Ab 1997 versah sie diverse Stellen, namentlich auch als Verkäuferin/(stellvertretende) Filial- oder Abteilungsleiterin, bei verschiedenen Firmen (
Urk.
8/3,
Urk.
8/5, Urk
.
8/11 und Urk. 8/15). Ab Mai 2008 war sie mit einem Beschäftigungsumfang von 100 % bei der
A._
als Customer Consultant angestellt (
Urk.
8/15/1 und Urk. 8/17/4). Am 19. August 2009 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf ein Burnout bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/5). Die IV-Stelle holte Berichte der behandelnden Ärzte und Ärztinnen (
Urk.
8/12,
Urk.
8/16,
Urk.
8/21,
Urk.
8/23) sowie Arbeit
geberbe
richte (
Urk.
8/10, 8/14 und
Urk.
8/17) ein und führte ein Standortgespräch durch (
Urk.
8/15). Ab dem 2
0.
November 2009 fand bei der
A._
ein bis Februar 2010 befristeter Arbeitsversuch in
B._
statt. Anschliessend arbeitete die Versi
cherte mit einem 60%igen Pensum
an ihrem «alten»
Arbeitsplatz als
Costumer
Consultant (Urk. 8/18 und Urk. 8/20/4).
Am 6.
September 2010 löste die
A._
das Arbeitsverhältnis per Ende November 2010 auf (
Urk.
8/25). Nach Beizug eines Verlaufsberichtes der Haus
ärztin (Urk.
8/31) sowie einer Stellung
nahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD [
Urk.
8/34/6; vgl. bereits Urk. 8/34/4-5]) stellte die IV-Stelle, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 40
%
, mit Vorbescheid vom 10. Dezember 2010 die Zusprache einer
Viertelsrente
ab 1. März 2010 in Aussicht (
Urk.
8/36). Am 21. Januar 2011 teilte die Versi
cherte der IV-Stelle mit, dass sie via die Regionale Arbeitsvermittlungsstelle (RAV) per 1. Februar 2011 eine Stelle bei
C._
als Verkäuferin gefunden habe (
Urk.
8/39-40; vgl. auch
Urk.
8/41). Mit Verfügung vom 14. April
2011
sprach ihr die IV-Stelle – wie vorbeschieden – eine
Viertels
rente
zu (Urk. 8/44; vgl. Urk. 8/42 [Verfügungsteil 2]
und
Urk.
8/46 [Verfügung vom 7.
Juni 2011 betreffend Rentenanspruch für die zurückliegende Zeit]).
1.2
Die Versicherte war in der Folge bis Ende April 2011 als Verkäuferin und ab 1. Mai 2011 als stellvertretende Leiterin im Tankstellenshop
C._
tätig, kündigte jedoch die Stelle per Ende August 2011 (
Urk.
8/54/2-3). Am 31. Oktober 2011 (Eingangsdatum) reichte die Hausärztin der Versicherten, Dr. med.
D._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, ein von der Versicherten mitunterzeichnetes Gesuch um (temporäre) Erhöhung der Rente ein (
Urk.
8/50). Anlässlich des von der IV-Stelle am 29. November 2011 durchgeführten Ressour
cengesprächs erklärte die Versicherte, sie habe im Tankstellenshop
C._
schon am ersten Tag zwölf Stunden und in der Folge regelmässig zu viel gearbeitet. Zudem sei das Pensum per
1.
Mai 2011 auf 80
%
erhöht worden. Der Arbeitgeber habe dabei absolut keine Rücksicht genommen und den vermehrten Einsatz erwartet. Sie habe die Stelle selbst auf Ende August 2011 gekündigt und sich anschliessend für ca. einen Monat in der Wohnung zurückgezogen. Im August 2011 habe sie zusammen mit ihrer Tochter eine Diplomausbildung in psycholo
gisch-spiritueller Medialität PSM3 begonnen. Der Abschluss sei im Jahr 2013 vorgesehen. In der Zwischenzeit erhoffe sie sich Unterstützung durch die IV bei der Suche nach einer geeigneten Teilzeitstelle (Urk. 8/54/2-3 und
Urk.
8/56). Die IV-Stelle holte die Berichte von
Dr.
D._
vom 14. Dezember 2011 (Urk. 8/59) sowie den Bericht des Psychiatriezentrums
E._
vom 1
0.
Mai 2012 (
Urk.
8/64) ein und führte ab Ende Juli 2012 eine Eingliederungsberatung durch. Per 1
0.
September 2012 nahm die Versicherte eine Tätigkeit als Teilzeitreini
gungskraft auf (Pensum ca. 30
%
,
Urk.
8/66 und
Urk.
8/68). Am 3. Februar 2014 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Urk. 8/67). Am
5.
Juni 2015 fand eine psychiatrische Untersuchung durch den RAD statt (Urk. 8/80).
Mit Schreiben vom 31. August 2015 forderte die IV-Stelle die Versicherte zur Absolvierung einer regelmässigen (wöchentlichen) ambulanten psychiatrischen Behandlung inklusive antidepress
iver Medikation auf (Urk. 8/84
).
Am 3
0.
März 2013 berich
tete
lic
.
phil
.
F._
, Eidg. anerkannter Psychotherapeut FSP, über die seit dem 2
4.
Juni 2015 durchg
eführte psychotherapeutische
Behandlung (
Urk.
8/97). Mit Schreiben vom
5.
April 2016 wies die IV-Stelle die Versicherte darauf hin, dass die bisherige Behandlung nicht der am 3
1.
August 2015 aufer
legten wöchentlichen psychiatrischen Behandlung entspreche (
Urk.
8/99). Daraufhin wurde die Behandlung ab September 2016 durch Klaus
F._
im Rahmen einer von
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, delegierten Psychotherapie in wöchentlicher Sitzungs
frequenz durchgeführt (Urk. 8/117/1; vgl. auch Urk. 8/109 und
Urk.
8/129/7-8). Nach weiteren medizinischen Abklärungen (
Urk.
8/117, Urk. 8/127 und
Urk.
8/129/9) sowie nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 26. Juni 2017
,
Urk. 8/130
; Ein
wand
vom 24. August 2017, Urk. 8/136) hob die IV-Stelle die Rente
mit Verfügung vom 1. September 2017
auf Ende Oktober 2017 auf (Urk. 2 = Urk. 8/140).
2
.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Even
tua
liter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin
weiterhin mindestens eine Viertels-Invali
denrente zu gewähren.
Subeventualiter
sei eine fachmedizinische Abklärung durchführen zu lassen, worauf neu zu entscheiden sei (Urk. 1). Mit Beschwerde
antwort vom 10. November 2017 schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abwei
sung
der Beschwerde (Urk. 7), was der
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom 15. November 2017 angezeigt wurde (Urk. 9).
Mit Beschluss vom 17. Mai 2019 setzte das hiesige Gericht
der
Beschwerdeführe
rin
Frist an, um zu einer allfälligen Substitution der
Entscheidmotive
Stellung zu nehmen
(Urk. 10)
. Mit Eingabe vom 12. Juni 2019 erstattete die
Beschwerde
führerin
ihre diesbezügliche Stellungnahme und hielt
vollumfänglich
an
den
gestellten
Rechtsbegehren
fest
(Urk. 12).
3
.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
1.2.2
Die Annahme einer rentenbegründenden Invalidität setzt eine psychiatrische, lege artis gestellte Diagnose voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Es braucht in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein medizinisches Substrat, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich einschränkt (so schon BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_725/2018 vom 6. März 2019 E. 5.3.1). Für die Beurteilung, ob ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vorliegt, kommt es zwar nicht in erster Linie auf die Diagnose, sondern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat (BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Massgebend sind in erster Linie der lege artis erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen (so schon BGE 127 V 294 E. 4c). Dies entbindet jedoch nicht vom Erfordernis, dass über
haupt eine psychiatrische Diagnose gestellt werden kann, zu deren Nach
voll
zieh
barkeit für die rechtsanwendenden Behörden die sachverständige Person we
nigstens kurz darzulegen hat, welche der charakterisierenden Kriterien inwiefern und wie ausgeprägt gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_725/2018 vom
6.
März 2019 E. 5.3.1 mit weiteren Hinweisen).
1.2.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe
lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.2.5
Unverändert gilt, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychoso
zialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. In diesem Sinne verselbständigte Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 127 V 294 E. 5a; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom 5. März 2018 E. 4.3.1 mit Hinweis und 9C_648/2017 vom 20. November 2017 E. 2.3.1.).
1.3
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindes
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.4
1.4
.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4.2
Der Revisionsordnung nach
Art.
17 ATSG geht der Grundsatz vor, dass die Ver
waltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf formell rechtskräftige Verfü
gungen oder
Einspracheentscheide
, welche nicht Gegenstand materieller richter
licher Beurteilung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos unrich
tig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung; Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 144 I 103 E. 2.2, 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf Art. 17 ATSG gestützte Revisionsverfügung mit dieser substituierten Begründung schützen (vgl. BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom
5.
Juli 2018 E. 8.2).
Zweifellos
unrichtig
im wiedererwägungsrechtlichen Sinn
ist eine Verfügung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2017 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen).
Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungs
rechtli
chen Sinne (
Urteil 9C_621/2018 vom
2
7.
Nove
mber 2018 E. 4.1 mit Hin
weis).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrü
ndet sind (BGE
134 V 231 E. 5.1
; 125 V 351 E. 3a
mit Hinweis).
1.7
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist mit jenem externer medizinischer Sachver
ständi
gen
gutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Aller
dings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklä
rungen
zu denen die RAD-Berichte gehören
-
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hin
weisen auf
BGE
139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
erwog in der angefochtenen Verfügung im
Wesentli
chen, dass sich unter der von ihr auferlegten intensiven Therapie der Gesund
heits
zustand der Beschwerdeführerin verbessert habe. Die Einschätzung von RAD-Arzt Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
sei aus rechtlicher Sicht geprüft worden. Eine Diagnose, die die Arbeitsun
fähigk
eit längerdauernd und erheblich
einschränke, bestehe nicht mehr. Die Depression sei in Remission und eine Verdachtsdiagnose könne keine Arbeitsun
fähigkeit begründen (
Urk.
2).
2.2
Dahingegen vertritt die
Beschwerdeführerin
den Standpunkt, es liege noch dieselbe medizinische Situation wie vor der Berentung vor. Allerdings bestehe neu der Verdacht auf eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD
10 F 62.0) als Folge der schwer traumatisch erlebten Erfahrung im Kindes- und Jugendalter und Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z 61.2) mit der Folge der Ausbildung einer ängstlich-unsicheren Persönlichkeits
struktur. Dieser Verdacht sei vor einer Renteneinstellung abzuklären. Auch RAD
Arzt
Dr.
H._
gehe in seiner Stellungnahme vom 14. Juni 2017 unmiss
verständlich von einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes mit einer weiterbestehenden 40%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Die Basiserkrankung bestehe weiterhin. Konkret lasse jede Erwerbstätigkeit die
Beschwerdeführerin
in eine Stresssituation gleiten, was eine depressive Reaktion (Überlastung und Burnout) zur Folge habe, weshalb sie augenscheinlich nicht arbeitsfähig sei. An der Stressintoleranz, welche bereits vor der Berentung als Hauptproblem gegolten hat, habe sich nichts geändert (Urk. 1 S. 4-5).
3.
3.1
3.1.1
Im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
(April 2011) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.1.2
Gemäss Bericht von med.
pract
.
I._
, Oberärztin
m.e.V
. an der Privat
klinik
J._
, und
lic.
phil.
K._
, Psychologin, an die Beschwerde
gegnerin vom 1. Dezember 2009 hatte sich die Beschwerdeführerin vom
9.
März bis 24. April 2009 einer stationären Behandlung in der Privatklinik
J._
unterzogen. Oberärztin med.
pract
.
I._
und Psychologin
K._
führten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2), bestehend seit
ca.
2,75 Jahren, an und attestierten ihr für ihre Tätigkeit als Sachbearbeiterin vom 2
9.
(gemeint wohl: 9.) März bis 2
9.
April 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bei Klinikaustritt habe die Beschwerdeführerin noch unter einem erhöhten Angsterleben und depressiven Symptomen gelitten. Anforderungssituationen im beruflichen Umfeld hätten zum damaligen Zeitpunkt zu erneuten Einbrüchen, einhergehend mit erhöhtem Angst
erleben, führen können. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit könne von ihnen aufgrund fehlender Angaben zum Verlauf nicht beurteilt werden (Urk. 8/16).
3.1.3
Dr.
D._
führte in ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 8. Sep
tember 2009 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) an. In der zuletzt ausgeübten Tätig
keit bei der
A._
sei sie seit dem
9.
März 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer weniger belastenden Aufgabe könne die Beschwerdeführerin voll eingesetzt werden (
Urk.
8/12).
3.1.4
L._
, Psychotherapeutin SPV, hielt in ihrem Bericht an die Beschwer
degegnerin vom 2
2.
Juli 2010 fest, die Beschwerdeführerin sei von Juni bis November 2009 bei ihr in Behandlung gewesen. Die Beschwerdeführerin sei damals krankgeschrieben gewesen. Sie habe sich deswegen unter Druck gefühlt und immer wieder Panikgefühle gehabt. Nachdem ihr seitens der
A._
angeboten worden sei, sich zu bewähren, habe die Beschwerdeführerin die Behandlung abgebrochen. Ihr Problem scheine ihr gelöst gewesen zu sein (Urk. 8/23).
3.1.5
In ihrem Verlaufsbericht vom 1
3.
Juli 2010 hielt
Dr.
D._
fest, dass aktuell in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
bestehe. Diese könne voraussichtlich im August auf 70
%
erhöht werden. Die Beschwerdeführe
rin habe wieder an ihren alten Arbeitsplatz (bei der
A._
) zurückkehren können, stosse aber immer noch rasch an ihre Grenzen und sei rasch überfordert (
Urk.
8/21).
3.1.6
RAD-Arzt
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, hielt in seiner Stellungnahme vom 2
6.
August 2010 fest, aus den vorliegenden Berichten gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin seit März 2010 an ihrem alten Arbeitsplatz wieder in einem 60%-Pensum arbeiten könne. Dies sei offenbar mit interner Unterstützung und Weiterbildung möglich. Eine weitere Steigerung der Arbeits
fähigkeit werde laut den Berichten angestrebt. Zusammenfassend könne festge
halten werden, dass vom
9.
März 2009 bis 2
3.
November 2009 eine 100%ige und vom 2
4.
November 2009 bis 1
9.
März 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger wie angepasster Tätigkeit bestanden habe. Seither sei die Beschwerde
führerin zu 40
%
arbeitsunfähig (
Urk.
8/34/5-6; vgl. auch Urk. 8/34/4).
3.1.7
Laut dem Verlaufsbericht von
Dr.
D._
vom 3
0.
November 2010 ist die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem 2
0.
März 2010 zu 40
%
arbeitsunfähig. Jeglicher Druck am Arbeitsplatz löse bei der Beschwer
deführerin Panik und psychosomatische Symptome aus. Im Moment könne die Beschwerdeführerin ein Pensum von 60
%
bewältigen. Eine Steigerung an einem anderen Arbeitsplatz sei durchaus denkbar (
Urk.
8/31).
3.1.8
RAD-Arzt
Dr.
M._
stellte in seiner Stellungnahme vom
7.
Dezember 2010 fest, dass nach wie vor seit dem 2
0.
März 2010 in bisheriger und angepasster Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für eine angepasste Tätigkeit sei die Angabe einer gewissen Stressintoleranz zu berücksichtigen. Aufgrund des Berich
tes von
Dr.
D._
(vom 30. November 2010) sei eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit möglich, sodass eine medizinische Neubeurteilung in ca. einem Jahr vorgeschlagen werde (Urk. 8/34/6).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des – aufgrund des Gesuchs der Beschwerdeführerin vom 3
1.
Oktober 2011 (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2) – eingeleiteten Revisionsverfahrens wurden im Wesentlichen die folgenden Arztberichte erstattet:
3.2.2
Dr.
D._
führte in ihrem Verlaufsbericht vom 1
4.
Dezember 2011 (Urk. 8/59) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2), eine Stressintoleranz und eine Unfähigkeit sich abzugrenzen an. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäu
ferin sei sie ab 1. November 2001 (richtig: 2011) zu 60
%
arbeitsunfähig. Zu 40
%
mit tageweisen Unterbrüchen zur Erholung sei ihr die bisherige Tätigkeit zumut
bar.
3.2.3
Med.
pract
.
N._
, Oberärztin am Psychiatriezentrum
E._
, und
lic.
phil.
O._
stellten in ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
0.
Mai 2012
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/64
/2
):
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 32.1) bei einer Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen (ICD-10 Z 73.1), gegenwärtig remittiert
-
Differentialdiagnose
: rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F 33)
-
Anamnestisch Angst und depressive Reaktion gemischt
Die Arbeitsfähigkeit belaufe sich aktuell, seit dem 2. Mai 2012, und mittelfristig auf 60 % in angestammter und angepasster Tätigkeit. Es werde ein beruflicher Wiedereinstieg in einem Umfang von ca. 4-5 Stunden pro Tag empfohlen. Für die künftige Arbeitstätigkeit werde es für die Leistungsfähigkeit der
Beschwerde
führerin
wichtig sein, einen adäquaten Umgang mit den eigenen Grenzen und Bedürfnissen zu erlernen und das erhöhte Pflicht- und Verantwortungs
bewusst
sein im Arbeitskontext zu relativieren.
Während der ambulanten Behandlung sei es zu einer Remission der depressiven Symptomatik gekommen, auch da die
Beschwerdeführerin
unter keiner Arbeitsbelastung gestanden habe. Aufgrund der noch fehlenden Bewältigungsstrategien bestehe noch eine hohe Rückfallgefahr bei einem zu raschen und unbegleiteten Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. Es bestehe ein stark erhöhtes Risiko für erneut
e depressive Stimmungseinbrüche
bzw. erneute Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes und konsekutiv erneuter voller Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 8/64/4-5)
.
3.2.4
Lic. phil.
P._
, Psychologin FSP, nannte in ihrem Bericht an die Beschwer
degegnerin vom 1
1.
Februar 2014 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine Depression. Die Beschwerdeführer
in
habe vom 1
7.
Oktober bis 1
9.
Dezember 2012 bei ihr in Behandlung gestanden. Trotz bester Quali
fi
kation habe ihr damals die Energie für eine anspruchsvolle Tätigkeit gefehlt. Sie habe damals stundenweise als Putzfrau gearbeitet (
Urk.
8/69).
3.2.5
Ab dem 2
9.
März 2014 stand die Beschwerdeführerin in Behandlung bei
Dr.
med.
Q._
, FMH Kinder- und Jugendpsychiatrie. In seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 29. September 2014 hielt er – unter dem Titel «Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit» – fest, dass die Beschwer
de
führerin 2009 durch ihre Hausärztin wegen eines Burnouts in eine Klinik ein
gewiesen worden sei. In der bisherigen Tätigkeit sei sie seit 2009 zu 50 % arbeits
unfähig. Sie verfüge trotz Leistungswillens über eine begrenzte Kraft. Die Konzentration sei abhängig von der Tagesform. Sie könne die Leistung nicht über längere Zeit aufrechterhalten. Er empfehle ein Arbeitstraining mit dem Ziel, eine (gleichmässige) 50%ige Arbeitsfähigkeit zu erreichen
(
Urk.
8
/76).
3.2.6
In ihrem Verlaufsbericht
vom 23. April 2014 diagnostizierte Dr.
D._
Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10
F 41.2).
D
er Zustand der
Beschwerdeführerin
habe sich
verbessert. Sie hoffe, in der laufenden Psycho
the
rapie
bei Dr.
Q._
ihre Defizite aufarbeiten und in einer ihr angepassten Tätigkeit auf eigenen Beinen stehen zu können. Aktuell bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 50 %. Als Perfektionistin sei die
Beschwerdeführerin
in Gefahr, sich leicht überfordern zu lassen und sich Auf
gaben von allen Seiten aufbürden zu lassen. Sie sollte deshalb in einer möglichst stressfreien Umgebung arbeiten können (
Urk. 8/73
/1-2
).
3.2.7
RAD-Arzt
Dr.
H._
führte in seinem psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 2
9.
Juni 2015 unter dem Titel «Versicherungspsychiatrische Beurteilung» als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradig, mit somatischem Syndrom (ICD
10 F 33.11) und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Per
sönlichkeitsakzentuierung (ängstlich, unsicher, ICD-10 Z73.1) an (Urk. 8/80/15).
Aufgrund der anamnestischen Angaben in der Untersuchung habe die
Beschwer
deführerin
bereits im Kindesalter unter depressiven Symptomen gelitten. Ein stattgehabter schwerer Suizidversuch bereits mit 14 Jahren könne im Rahmen einer depressiven Störung eingeordnet werden.
Aufgrund bereits früher trauma
tischer Erfahrungen im Sinne einer
brokenhome
-Situation sei eine Akzentuierung der Persönlichkeit, ängstlich-unsicher, festzustellen. Ob eine Persönlichkeitsstö
rung vorliege, könne im Rahmen dieser Untersuchung nicht beurteilt werden
. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit könne von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ab Februar 2012 ausgegangen werden
.
Als Tätigkeit geeignet seien
z
eitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termin
druck, ohne Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen, in einer wohlwollenden und konflikt
armen Umgebung. Medizinisch sei eine wöchentliche ambulante
psychiatrische Behandlung inklusive
antidepressiver Medikation angezeigt. Mit dieser Mass
nahme sei medizinisch-theoretisch der
Gesundheitszustand
zu verbessern mit Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/80/
14
-
16).
3.2.8
Mit
Bericht
vom 3
0.
März 2016
nahm
lic.
phil.
F._
erstmalig
zur
psycho
therapeutische
n
Behandlung der Beschwerdeführerin
Stellung
.
Die
Psycho
thera
pie
habe am 24. Juni
2015
begonnen und
seither
hätten
12
Gespräche
stattge
funden
. Im Mittelpunkt stehe die Verarbeitung der schwer traumatisch erlebten Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter.
Es könne davon ausgegangen werden, dass die damalige chronische psychische Belastung die Persönlichkeit und das Erleben der Beschwerdeführerin nachhaltig geprägt habe, auch wenn sich dies nicht als Vollbild einer Diagnose im Sinne einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) beschreiben lasse. Wirksam würden diese bio
graphischen Erfahrungen bis
heute vor allem im Zusammenhang mit Stress
situationen, in den die
Beschwerdeführerin
unsicher und ängstlich reagiere, starke Ängste erlebe,
die sich
insbesondere als körperliche Reaktionen (moto
ri
sche Unruhe, erhöhter Puls, Schw
eissausbrüche etc.), manifestier
t
en. Die
Beschwerdeführerin
sei (unbewusst) konstant darum bemüht, funktionstüchtig und belastbar zu erscheinen, ein Bild von Stärke und Unantastbarkeit in solchen Kontexten zu vermitteln, um sich keinen Angriffen und Kritiken auszusetzen. Der damit verbundene Perfektionismus und hohe Leistun
gsanspruch führe in der Folge unter
a
nderem
dazu, dass sie gefährdet sei, in ihrer Stabilität und Leistungsfähigkeit überschätzt zu werden sowie sich selbst zu überschätzen. Im Sinne eines
circulus
vitiosus
könne dies dann zu chronischer Überlastung bis zu
r Dekompensation in Form eines B
urnouts führen. Zudem habe dann dieses Erleben der eigenen eingeschränkten Funktionsfähigkeit und Hilflosigkeit bei der
Beschwerdeführerin
anamnestisch mehrfach z
u depressiven Reaktionen geführt
. Eine verlässliche, wertschätzende und längerfristige therapeutische Beziehung sei eine der wichtigsten Voraussetzung für einen nachhaltigen Gesundungs- un
d Heilungs
prozess.
Angesichts der geschilderten Situation wirke sich Druck kontra
produktiv und gesundheitsgefährdend aus, da die Gefahr bestehe, dass die ungünstigen Verhaltensmuster aufrechterhalten
blieben
. Begleitende entlastende Massnahmen würden sich günstig auswirken. Die attestierte
Arbeitsfähigkeit
von 60
% bewege sich an der obersten Grenze der aktuellen Belastungsfähigkeit, über die sie phasenweise verfüge, welche sie aber nicht konstant gewährleisten könne
(Urk. 8/97
).
3.2.9
Am 31. August 2016
berichtete
lic.
phil.
F._
erneut
über die psycho
thera
peutische
Behandlung.
Die Psychotherapie werde ab September 2016
–
im Rahmen einer durch Dr.
G._
ärztlich delegierten Psychotherapie
–
neu in wöchentlicher Sitzungsfrequenz weitergeführt. Lic. phil.
F._
stellte fol
gende Diagnosen
(Urk. 8/117)
:
-
Rezidivierende depressive Stör
ung, leicht- bis mittelgradig F
33.0 – F
33.1, gegenwärtig weitgehend remittiert
-
Verdacht auf Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F 62.0) als Folge der schwer traumatisch erlebten Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (Z 61.2) mit der Folge der Ausbildung einer ängstlich-unsicheren Persönlichkeitsstrukt
ur
Eine Veränderung habe sich seit dem Bericht vom 3
0.
März 2016 insofern erge
ben, als die
Beschwerdeführerin
vorsichtig zu beginnen versuche, ihre Grenzen klarer wahrzunehmen und diese dem Umfeld gegenüber zu deklarieren. Trotz einer beobachtbaren gewissen psychischen Stabilisierung bestehe aktuell in der Abgrenzungsproblematik der
Beschwerdeführerin
unverändert ein erheblicher Risikofaktor in Bezug auf Überlastung und Burn-out-Gefahr. Diese sei insbeson
dere in Stresssituationen erklärbar durch das Bemühen, sich über Leistung und Perfektionismus unangreifbar zu machen und zu schützen. Für den Berichtszeit
raum seit April 2016 sei daher nach wie vor zu konstatieren, dass die
Beschwer
deführerin
insbesondere im beruflichen Kontext gefährdet sei, in ihrer Stabilität und Leistungsfähigkeit überschätzt zu werden sowie sich selbst zu überschätzen und im bekannten Kreislauf aus Überlastung und Depressivität zu «landen».
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
bedeute dies, dass sie bis auf weiteres auf ein Arbeitsumfeld mit wenig Stress und Druck angewiesen sei.
Die aktuelle
Arbeitsfähigkeit
werde weiterhin auf 60
% einge
schätzt; eine vor
sichtige stufenweise Steigerung sei langfristig vorstellbar unter den obengenann
ten Bedingungen, die an ein Arbeitsumfeld zu stellen wären. Druck könne sich kontraproduktiv und gesundheitsgefährdend aus
wirken, da
die ungünstigen Ver
haltensmuster aufrecht erhalten blieben (
Urk.
8/117).
3.2.10
Im von Dr.
G._
und
lic.
phil.
F._
erstatteten Bericht vom 15. Mai 2017 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(Urk. 8/12
7/1)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, leich
t- bis mittelgradig (F 33.0 – F
33.1),
gegenwärtig remittiert
-
Verdacht auf Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F 62.0) als Folge der schwer traumatisch erlebten Erfahru
ngen im Kindes- und Jugendalter
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (Z61.2) mit der Folge der Ausbildung einer ängstlich-uns
icheren Persönlichkeitsstruktur
Die
Beschwerdeführerin
habe sich seit
dem letzten Bericht vom 31.
August 2016
weiterhin stabilisiert, es bestehe keine depressive Symptomatik mehr, sodass von einer aktue
ll vollständigen Remission der d
epressiven Störung gesprochen werden könne.
Weiterhin bestehend sei jedoch die eingeschränkte Belastbarkeit der
Beschwerdeführerin
, welche insbesondere in Stresssituationen verunsichert und
ängstlich reagiere, was sich unter anderem
in körperlichen Reaktionen (motorische Unruhe, erhöhter Puls etc.) ausdrücke. Obwohl die
Beschwerde
führe
rin
intensiv an ihrer Abgrenzungsproblematik arbeite und darin mittlerweile sichtbar Fortschritte erziele, bleibe aufgrund dieser Dynamik unverändert ein erheblicher Risikofaktor in Bezug auf Überlastung und Burn-out-Gefahr. Insbe
sondere im beruflichen Kontext sei sie gefährdet, in ihrer Stabilität und Leistungsfähigkeit überschätzt zu werden. Bei sorgfältiger Belastungssteuerung sei die schrittweise Erhöhung der beruflichen Belastung und Steigerung der Leistungsfähigkeit denkbar.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin, Sachbearbeiterin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Urk.
8/127
/2-4
).
3.2.11
In seiner Stellungnahme vom 1
4.
Juni 2017 führte RAD-Arzt
Dr.
H._
aus, aufgrund der Berichte des Psychologen vom 3
0.
März 2016, 31. August 2016 und 1
5.
Mai 2017 könne eine leichte Verbesserung des psychischen Gesund
heits
zu
standes angenommen werden.
Der Gesundheitsschaden sei aber weiterhin vor
handen, die rezidivierende depressive Störung sei zurzeit zwar remittiert, das Risiko einer weiteren depressiven Episode bestehe aber weiterhin. Überwiegend wahrscheinlich bestehe seit dem Bericht von
lic.
phil.
F._
vom 30. März 2016 eine leichte Verbesserung des Gesundheitsschadens mit 40%iger Arbeitsun
fähigkeit in bisheriger sowie in angepasster Tätigkeit (Urk. 8/129/9).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die im April 2011 zuge
sprochene
Viertelsrente
zu Recht revisionsweise aufgehoben hat. Umstritten ist dabei in erster Linie, ob die Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen Sachver
halt hinreichend abgeklärt hat (
Urk.
1 S. 2).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach sich der Gesundheits
zu
stand seit der
Rentenzusprache
verbessert habe, in medizinischer Hinsicht auf den psychiatrischen Untersuchungsbericht von RAD-Arzt
Dr.
H._
vom 2
9.
Juni 2015 (vgl. E. 3.2.7) sowie dessen Stellungnahme vom 1
4.
Juni 2017 (vgl.
E. 3.2.11).
4.2.2
Der psychiatrische Untersuchungsbericht von
Dr.
H._
vom 2
9.
Juni 2015 basiert auf einer fachärztlichen Untersuchung und wurde in Kenntnis der Vorak
ten erstattet. RAD-Arzt
Dr.
H._
machte detaillierte Angaben zur Anamnese und zu den von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden, erhob einen vollständigen Psychostatus und äusserte sich auch zu den Parametern der funk
tionellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in Anlehnung an das Mini-ICD-APP. Zudem legte er die medizinischen Zusammenhänge und die medizini
sche Situation grundsätzlich einleuchtend dar.
4.2.3
In diagnostischer Hinsicht gelangte RAD-Arzt
Dr.
H._
zum – nachvoll
ziehba
ren – Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.0/F33.1) sowie eine Persönlichkeits
akzen
tuierung (ängst
lich-unsicher, Z73.1) bestünden (vgl. auch die Differential
diagnose im Bericht des Psychiatriezentrums
E._
vom 1
0.
Mai 2012, Urk.
8/64/2).
Inwiefern sich – wie die Beschwerdeführerin geltend macht (
Urk.
1 S. 4) – aus dem Untersuchungsbericht ergeben soll, dass bereits RAD-Arzt
Dr.
H._
den Verdacht auf das Bestehen einer Persönlichkeitsänderung/Persönlichkeitsstörung hegte, ist nicht ersichtlich. Er bemerkte darin zwar, dass die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin ängstlich-unsicher sei, ihr Denken inhaltlich eingeengt sei im Rahmen einer ausgeprägten Selbstwertproblematik und der erlebten Trauma
tisierung in der Kindheit und sie aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur dazu neige, einerseits ihre Ressourcen zu überschätzen und andererseits ihre Ein
schränkungen geringer einzuschätzen (
Urk.
8/80/12-14). Er hielt aber ausdrück
lich fest, dass sich anlässlich der klinischen Untersuchung keine Ich-Störungen gezeigt hätten (
Urk.
8/80/12).
Auch in den
Vorakten
finden sich keine Hinweise auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung/Persönlichkeitsänderung. So führten med.
pract
.
N._
und
lic.
phil.
O._
vom Psychiatriezentrum
E._
in ihrem Bericht vom 1
0.
Mai 2012 zwar aus, dass bei der Beschwerdeführerin eine ausgeprägte Selbstwert
prob
lematik aufgrund eines fragilen Selbstwertsystems zu beobachten sei, welches sie durch eine erhöhte Leistungsbereitschaft und Pflichtbewusstsein zu kompensieren versuche und welches sich der Beziehungsgestaltung durch eine Dominanz- oder Unterordnungstendenz äussere. Das Vorliegen von Ich-Störungen wurde von ihnen aber ebenfalls ausdrücklich verneint (
Urk.
8/64/4; vgl. auch Bericht der Privatklinik
J._
vom
1.
Dezember 2009, wonach die Beschwerdeführerin vor dem Hintergrund einer durch Gewalt und Entwertung geprägten Familiendyna
mik schon als Kind ein erhöhtes Angsterleben entwickelt habe, dem sie jedoch durch Beweisen von Anforderungssituationen konsequent entgegenzuwirken ver
sucht habe; hinsichtlich der schulischen Entwicklung seien keine Auffälligkeiten bekannt [
Urk.
8/16/1]).
Lic. phil.
F._
räumte denn in seinem Bericht vom 3
0.
März 2016 auch ein, dass sich bei der Beschwerdeführerin nicht das Vollbild einer Persönlichkeits
ver
änderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62) beschreiben lasse
(E. 3.2.8)
. Das Bestehen einer anderen Störung aus dem Formenkreis der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen wurde von ihm weder darin noch in den Berichten vom 31. August 2016 und 1
5.
Mai 2017 in Betracht gezogen. Diesen Berichten ist sodann zu entnehmen, dass sich auch im Verlauf der weiteren Behandlung keine sichere Diagnose gemäss ICD-10 F62.0 stellen liess
(E. 3.2.8-10)
.
Unter diesen Umständen bestand im Zeitpunkt der Rentenaufhebung – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – kein Anlass für ergänzende diagno
sti
sche Abklärungen, zumal solche auch von
Dr.
G._
und
lic.
phil.
F._
nicht
postuliert
wurden.
Demnach ist davon auszugehen, dass bei der
Beschwer
deführerin
keine Persönlichkeitsstörung/-änderung besteht.
4.3
4.3.1
Streitig und zu prüfen ist im Weiteren, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG (vgl. E. 1.4.1)
gegeben ist
.
4.3.2
Für die Prüfung, ob sich der Sachverhalt für die Vornahme einer Revision im Sinne von
Art.
17 ATSG verändert hat (vgl. E. 1.4.1), werden bei einer erstmaligen Rentenrevision einerseits die Verhältnisse im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
und andererseits diejenigen, wie sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Revisions
verfügung entwickelt haben, verglichen (Urteil des Bundesgerichts 8C_612/2017 vom 1
3.
April 2018 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
4.3.3
Die
Rentenzusprache
basierte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf der – im Rahmen einer reinen Aktenbeurteilung vorgenommenen – Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
M._
vom
7.
Dezember 2010, wonach seit März 2010 (Ablauf des Wartejahres) in bisheriger und angepasster Tätigkeit
eine 40%ige Arbeitsun
fähig
keit
bestehe (vgl. E. 3.1.6 und E. 3.1.8).
4.3.4
RAD-Arzt
Dr.
H._
hielt in seinem Untersuchungsbericht vom 2
9.
Juni 2015 zu den
Vorakten
zutreffend fest,
dass
die
– einzige vor der
Rentenzusprache
akten
kundige – Diagnose Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) nur gegeben sein könne, wenn das Ausmass der Angst und der depressiven Störung nicht das Ausmass für die entsprechenden Einzeldiagnosen erreiche
(Urk.
8/80/2). Im Weiteren legte er überzeugend dar
, dass diese Diagnose im Bericht der Privat
k
linik
J._
vom
1.
Dezember 2009 (vgl. E. 3.1.2) knapp nachvollziehbar, im Bericht von
Dr.
D._
vom
8.
September 2009 (vgl. E. 3.1.3) aufgrund des angegebenen Befundes aber nicht (mehr) nachvollzogen wer
den könne. Ausser
dem sei deren Beurteilung wie auch diejenige von RAD-Arzt
Dr.
M._
fachfremd erfolgt. Z
ur Diagnostik verwertbar sei einzig der – nach der
Renten
zusprache
erstattete – Bericht von med.
pract
.
N._
vom Psychiatrie
zentrum
E._
vom 1
0.
Mai 2012 (vgl. E. 3.2.3;
Urk.
8/80/
2-6 und Urk.
8/80/15).
4.3.5
In ihrem letzten vor der
Rentenzusprache
erstattet
en Bericht vom 30. November 2010
hatte
Dr.
D._
zwar
– wie im besagten Bericht vom
8.
September 2009 – als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit weiterhin
Angst und depressive Störung gemischt angeführt. Befunde nannte sie jedoch nicht. Zur Frage der Beschwerdegegnerin, welche Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (in der bisherigen Tätigkeit) bestünden, führte sie sodann lediglich eine Stressintole
ranz an
(vgl. E. 3.1.3 und E. 3.1.7)
. RAD-Arzt Dr.
M._
hielt
in seiner Stellung
nahme vom 7.
Dezember 2010 dementsprechend fest, dass das Hauptproblem in der Stressintoleranz am Arbeitsplatz bestehe
(vgl. E. 3.1.8)
.
Gemäss
dem – von RAD-Arzt
Dr.
H._
diagnostisch als nachvollziehbar erach
te
ten –
Bericht
von med.
pract
.
N._
vom
Psychiatriezentrum
E._
vom 10
.
Mai 2012
konnte im Oktober 2011 (Behandlungsbeginn im Psychiatrie
zentrum
E._
) eine mittelgradige depressive Symptoma
tik objektiviert werden; d
iese
sei am 2. Mai 2012 remittiert gewesen (
Urk.
8/64/2)
.
Im Zeitpu
nkt der von RAD-Arzt
Dr.
H._
am
5.
Juni 2015
durchgeführten Untersuchung bestand gemäss
seiner Beurteilung
eine leicht- bis mittelgradig ausgeprägte depre
ssive
Symptomatik. Diese war gemäss den
von ihm insoweit nicht in Frage gestellten
Angaben in den Berichten von
lic.
phil.
F._
und/oder Dr.
G._
vom 3
1.
August 2016
resp.
1
5.
Mai 2017 im August 2016 weitgehend und im Mai 2017 vollstän
dig remittiert (vgl. E. 3.2.9 und E. 3.2.10).
Im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
war demnach keine aktuell bestehende depressive Symptomatik (mehr) dokumentiert. Danach kam es zwar zweimalig zu einer depressiven Episode. Spätestens ab Mai 2017 bestand aber wiederum keine depressive Symptomatik mehr. Ausserdem attestierte RAD-Arzt
Dr.
H._
der Beschwerdeführerin in seiner Stellungnahme vom 1
4.
Juni 2017 (
Urk.
8
/129/9) aktuell die gleiche Arbeitsunfähigkeit (von 40
%
in bisheriger und
angepasster Tätigkeit) wie RAD-Arzt Dr.
M._
damals in seiner Stellungnahme vom 7. Dezem
ber 201
0.
4.3.6
Bei diesen Gegebenheiten ist die Remission der depressiven Symptomatik revisi
onsrechtlich nur dann beachtlich, wenn diese (neu aufgetretene) Sympto
matik den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin berührte, mithin (vor
übergehend) einen Anspruch auf eine höhere Rente (als die ausgerichtete
Viertelsrente
) begründete. War dies – wie die Beschwerdegegnerin offenbar annimmt – nicht der Fall, stellt die Remission der depressiven Symptomatik hingegen keine anspruchsrelevante Verbesserung dar und bleibt für eine Renten
aufhebung gestützt auf
Art.
17 ATSG aus diesem Grunde kein Raum (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_405/2017 vom
7.
November 2017 E. 4.3 mit Hinweis).
5.
5.1
Es stellt sich indessen die Frage, ob sich die angefochtene Verfügung mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG schützen lässt (vgl. 1.4.2).
5.2
5.2.1
Gemäss den zutreffenden Feststellungen von RAD-Arzt
Dr.
H._
lag im Zeit
punkt der
Rentenzusprache
keine resp. keine hinreichend aktuelle (nach
vollzieh
bare) fachärztliche Stellungnahme zum psychischen Gesundheits
zustand sowie zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in bisheriger und angepasster Tätig
keit vor (vgl. E. 4.3.4). Eine solche war aber für die Annahme einer rentenbegrün
denden Invalidität bereits damals erforderlich (vgl. E. 1.2.2).
Ausserdem stand die damalige
–
nicht auf einer eigenen Untersuchung beruhende und im Übrigen nicht näher begründete
–
Einschätzung von
RAD-Arzt
Dr.
M._
, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine gleich hohe Arbeitsunfähigkeit bestehe wie in der bisherigen Tätigkeit bei der
A._
,
in Widerspruch zur damaligen Beurteilung von
Dr.
D._
. Diese Ärztin
hatte nämlich in ihrem Bericht an die
A._
vom 2
3.
Februar 2010 (
Urk.
8/20/11; vgl. bereits ihren Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
8.
September 2009
, E. 3.1.3
) aus
geführt, dass die Beschwerdeführerin zunehmend durch die technischen Seiten ihrer dortigen Tätigkeit als Telefonistin gefordert und überfordert sei. Wegen sehr hohen Pflichtgefühls bewältige sie ihre Arbeit mit hohem Einsatz, was letztlich zum nervlichen Zusammenbruch führe. In einer weniger belastenden und auf sie eher zugeschnittenen Beschäftigung könne die Arbeit
sunfähigkeit rasch wieder auf 0
%
vermindert
werden. Die Stelle anlässlich ihres
Arbeitsversuches in
B._
(vgl.
Sachverhalt Ziffer 1.1) habe ihr sehr gefallen und sie habe sich dort auch nicht überfordert gefühlt. Leider stehe diese Stelle aber nicht mehr zur Verfügung. Auch i
n ihrem letzten vor der
Rentenzusprache
erstatteten Bericht vom 30. No
vember 2010 hatte
Dr.
D._
bemerkt, dass in einer anderen (als der bisherigen Tätigkeit bei der
A._
oder einer Tätigkeit als Verkäuferin) eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit durchaus denkbar sei (
vgl. E. 3.1.7). Über diese Feststellungen von
Dr.
D._
hätte RAD-Arzt
Dr.
M._
nicht einfach hinwegsehen dürfen.
Die
Rentenzusprache
basierte demnach auf keiner rechtsgenüglichen fachärztli
chen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Insbesondere fehlte es auch an einer nach
vollziehbaren (fachärztlichen) Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin in angepasster Tätigkeit.
5.2.2
Im Übrigen war das Arbeitsverhältnis mit der
A._
im Zeitpunkt der Ren
tenverfügung längst aufgelöst und arbeitete die Beschwerdeführerin seit dem
1.
Februar 2011 als Verkäuferin bei der
C._
(vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2). Nach
vollziehbare Angaben zum dort versehenen Pensum resp. zum Einkommen aus dieser Tätigkeit lagen im Zeitpunkt der Rentenverfügung nicht vor (
Urk.
8/40 und
Urk.
8/41). Die
Rentenzusprache
beruhte somit auch in erwerblicher Hinsicht auf einer unzulänglichen Beurteilungsgrundlage.
5.2.3
Damit fehlte es im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
an den mit der notwendigen Sorgfalt durchgeführten Abklärungen, was als klare Verletzung des Unter
su
chungs
grundsatzes eine zweifellose Unrichtigkeit der Rentenverfügung begrün
det (vgl. E. 1.4.2; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2018 vom
3.
September 2018 E. 4.2 mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Eine Aufhebung oder Herabsetzung des bisherigen Rentenanspruchs auf dem Weg einer Wiedererwägung setzt voraus, dass bis dahin keine Invalidität eingetreten ist (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_515/2
017 vom 2
0.
Dezember 2017 E. 6.2
).
5.3.2
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
H._
davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge vorliegen.
Dr.
H._
attestierte der Beschwerdeführerin wegen der rezidivierenden depressiven Störung vom 1
7.
Oktober 2011 bis 3
0.
November 2011 eine 100%ige, vom
1.
Dezember 2011
bis
1.
Januar 2012 eine 80%ige, vom
2.
Januar bis 31. Januar 2012 eine 60%ige, ab Februar 2015 eine
50%ige
und ab März 2016 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit (Urk. 8/80/15 und
Urk.
8/129/9). Damit übernahm er weitgehend die Ein
schät
zungen der behandelnden Fachärzte und Fachärztinnen, wobei aber med.
pract
.
N._
der Beschwerdeführerin am 1
0.
Mai 2012 (ab dem
2.
Mai 2012) eine 40%ige (statt 50%ige) und
Dr.
G._
sowie
lic.
phil.
F._
am 15. Mai 2017 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit bescheinigt hatten (
Urk.
8/64,
Urk.
8/76,
Urk.
8/97, Urk. 8/117 un
d Urk.
8/127).
5.3.3
Rechtsprechungsgemäss liegt es nicht allein in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu ent
schei
den, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorüber
gehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 E. 3.1). Deshalb kann aus rechtlicher Sicht von einer medizinischen Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert
verliert (BGE 144 V 50 E. 4.3
S. 53 f.; Urteil des Bundesgerichts 9C_611/2018 vom 2
8.
März 2019 E. 4.3.1).
5.3.4
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von RAD-Arzt
Dr.
H._
aufgrund der bestehenden normativen Vorgaben auch als rechtlich massgebend übernommen werden kann
(vgl. E. 1.2). RAD-Arzt
Dr.
H._
hat sich bei seiner Beurteilung zwar nicht an den – nunmehr auch für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit bei leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen beachtli
chen – Standardindikatore
n gemäss BGE 141 V 281 (vgl.
E.
1.2.4) orientiert. Seine Darlegungen bilden aber zusammen mit den weiteren aktenkundigen fach
ärztlichen Feststellungen eine ausreichende Grundlage zur Vornahme einer
Indi
katorenprüfung
(vgl. E. 5.5).
5.4
5.4.1
Vorwegzunehmen ist, dass RAD-Arzt
Dr.
H._
– wie bereits RAD-Arzt
Dr.
M._
(vgl. E. 5.2.1) – keine nachvollziehbare Erklärung dafür geliefert hat, weshalb in einer angepassten Tätigkeit eine gleich hohe Einschränkung bestehen soll wie in den von der Beschwerdeführerin zuletzt ausgeübten Tätigkeiten bei der
A._
und bei der
C._
.
Dies wäre aber erforderlich gewesen, zumal die
Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich des Ressourcengesprächs vom 2
9.
November 2011 darauf schliessen lassen, dass die Stelle bei der
C._
keineswegs dem von ihm formulierten Belastungsprofil entsprochen hatte (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2 und Urk. 8/80/15).
Ebenso verhält
es sich
bei der Tätigkeit als
Costumer
Consultant bei der
A._
, wobei diese Tätigkeit allerdings ohnehin weder den Neigungen noch den Fähigkeiten der Beschwerdeführerin ent
sprochen zu haben scheint (vgl.
Protokoll betreffend das Standortgespräch vom 1
0.
November 2009, wonach die Beschwerdeführerin angegeben habe, dass die Materie des
A._
-Ange
botes wie Telefonie, Technik, Internet, PC sie überhaupt nicht interessierten, ihr sogar Angst mache [
Urk.
8/15/2]
; vgl. auch E. 5.2.1
).
Weiterungen in diesem Punkt können indessen unterbleiben, würden sie doch aufgrund der nach
folgen
den Erwägungen am Ergebnis nichts ändern.
5.4.2
Soweit RAD-Arzt
Dr.
H._
der Beschwerdeführerin in seiner Stellungnahme vom 1
4.
Juni 2017 (vgl. auch
Urk.
8/80/15) bei remittierter Depression aus
schliesslich wegen des Risikos einer weiteren depressiven Episode eine Arbeits
unfähigkeit attestierte, kann ihm sodann aus rechtlicher Sicht schon deshalb nicht gefolgt werden, weil – bei fehlendem Nachweis eines komorbiden Leidens mit
Krankheitswert (vgl. E. 5.5.2) –
mit dem Hinweis auf die (blosse) Möglichkeit eines weiteren depressiven Einbruchs allein
eine fachärztlich einwandfrei diagno
sti
zierte Gesundheitsbeeinträchtigung mit anspruchs
erhebli
cher Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen
ist
(vgl.
E. 1.2.2 und
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_43/201
7 vom 2
9.
Januar 2018 E. 3.2.1).
5.5
5.5.1
Zur Kategorie «funktioneller Schweregrad», Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass die depressive Symptomatik gemäss Aktenlage in ihrer Aus
prägung zwischen mittelgradig (1
7.
Oktober 2011) und vollständig remittiert (
2.
Mai 2012 und Ende Mai 2017) schwankte, wobei die
im Oktober 2011 objek
tivierte
mittelgradige
depressive Symptomatik – wie teilweise auch die Angst- und depre
ssive Symptomatik anfangs 2009
–
durch eine Überforderung am Arbeitsplatz ausgelöst worden und – nach Wegfall der Arbeitsbelastung – unter der
Behandlung im Psychiatriezentrum
E._
bereits innerhalb eines Jahres
voll
ständig remittiert war.
Die im Psychiatriezentrum
E._
ab dem 1
7.
Oktober 2011
durchgeführte ambu
lante Behandlung bestand laut dem betreffenden Bericht in einer Gesprächs
therapie; eine medikamentöse Behandlung habe die Beschwerde
führerin abge
lehnt (
Urk.
8/64/4). Sodann fanden dort gemäss ihren eigenen Angaben nur 5 bis 7 Sitzungen statt (
Urk.
8/80/10). Zwischen Mai 2012 und März 2014 ist nebst der hausärztlichen Betreuung durch
Dr.
D._
nur eine zweimona
tige Gesprächsther
apie bei
lic.
phil.
P._
dokumentiert (vgl.
E.
3.2.4). Ab März 2014 wurde die Beschwerdeführerin von Dr.
Q._
behandelt (Gesprächstherapie [einmal pro Monat], keine psychopharmako
logische Medika
tion [
Urk.
8/76/2]), und ab dem 24. Juni 2015 von
lic.
phil.
F._
(psycholo
gische Psychotherapie, bis August 2016 maximal zwei
wöchentlich, seither in der Re
gel wöchentlich [vgl. aber Urk.
8/93]; eine medikamentöse Behandlung wurde
von
lic.
phil.
F._
und Dr.
G._
als nicht indiziert erachtet [
Urk.
8/97,
Urk.
8/117 und
Urk.
8/127]). Dabei kam es – trotz Verzichts auf eine medikamen
töse Behandlung – auch unter der Therapie bei
lic.
phil.
F._
zu einer voll
ständigen Remission der depressiven Symptomatik. Von einer Therapieresistenz kann demnach nicht die Rede sein.
Was den Aspekt «Ko
morbiditäten
»
betrifft, so fällt d
ie von RAD-Arzt
Dr.
H._
gestellte Z-Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8C_300/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 5.3 und 8C_200/2018 vom
7.
August 2018 E. 5.1, je mit Hinweisen).
Sie stellt daher keine relevante psychi
sche Komorbidität dar. Es ist ihr aber im Rahmen des Aspektes «Persönlichkeit» ressourcenhemmende Wirkung beizumessen
(vgl. E. 3.2.3
;
vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 8
C_592/2018 vom 2. April 2019 E. 4.3
)
.
Eine Persönlichkeitsstörung oder Persönlichkeitsänderung ist aber nach dem Gesagten nicht anzunehme
n
(vgl.
E.
4.2.3)
.
Der soziale Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3) weist betreffend Familien
ver
hältnisse
beträchtli
che Ressourcen aus: Die Beschwerdeführerin ist gemäss ihren Angaben gegenüber RAD-Arzt
Dr.
H._
seit 2010 glücklich verheiratet, lebt mit ihrem Ehemann in einer Eigentumswohnung und hat eine gute Beziehung zu ihren Kindern. Ausserdem hat sie gemäss ihren Angaben einen kleinen, stabilen Freundeskreis (
Urk.
8/80/6-7). Sodann absolvierte sie ab August 2011 (zusammen mit ihrer Tochter) eine Ausbildung (Abschluss offenbar im August 2014, Urk.
8/68/4) und versah ab 2012 zudem eine Teilzeitstelle als Reinigungs
mitar
beiterin, was ebenfalls auf mobilisierbare Ressourcen schliessen lässt. Belastend scheint die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin zu sein, offenbar aber erst seit ca. 2013 (vgl. die Angabe der Beschwerdeführerin gegen
über der Ein
gliederungsberatung vom 3
1.
Juli 2012, wonach sie keine psycho
sozialen Probleme habe [Urk. 8/68/2], resp. vom 1
6.
Oktober 2013, wonach sie jetzt Steuer
schulden habe [
Urk.
8/68/4], sowie gegenüber RAD-Arzt
Dr.
H._
vom
5.
Juni 2015, wonach die finanzielle Situation «aktuell schrecklich» sei; der Ehe
mann sei seit Dezember 2014 arbeitslos (
Urk.
8/80/6-7).
5.
5.2
Hinsichtlich der Kategorie «Konsistenz»
, Aspekt
der «
gleichmässigen Ein
schrän
kung des Aktivitätenniveaus in allen
vergleichbaren Lebensbereichen»
ist ent
scheidend
, ob die in Frage stehende Einschränkung in Beruf un
d Erwerb
einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. in der Freizeitgestaltung) etwa gleich ausgepr
ägt ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1). Dabei ist zu beachten, dass gemäss Rechtsprechung eine ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit mit 40
%
oder 50
%
ein bestimmtes Mass an Freizeitaktivitäten zulässt
(Urteil des Bundesge
richts 8C_592/2018 vom 2. April 2019 E. 4.6.2 mit Hinweisen)
. Vorliegend lässt sich jedenfalls feststellen, dass der Beginn der Ausbildung im August 2011 in (klarem) Widerspruch zur von
Dr.
H._
(und med.
pract
.
N._
) vorgenommenen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit (mit zwischen 100
%
und 60
%
) in der Zeit zwischen dem 1
7.
Oktober 2011 und Ende Januar 2012 steht und sich in den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür finden, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1
7.
Oktober 2011 im Alltag oder Freizeitverhalten je erheblich einge
schränkt gewesen sein könnte (vgl. etwa
Urk.
8/76/6).
Zum Aspekt «behandlungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck» ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage sowohl die Behand
lung im Psychiatriezentrum
E._
als auch diejenige bei
lic.
phil.
F._
erst auf Anstoss resp. auf Auflage der Beschwerdegegnerin aufge
nommen hat (Urk.
8/64/3 und
Urk.
8/80/10; vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2); gleiches gilt hinsicht
lich der Intensivierung der Therapie bei
lic.
phil.
F._
. Auch den Ersttermin mit
Dr.
Q._
vom 1
9.
resp. 29 März 2014 scheint sie erst vereinbart zu haben, nachdem sich die Beschwerdegegnerin bei ihr am 25. Februar 2014 nach den aktuell behandelnden Ärzten resp. Ärztinnen erkundigt hatte (
Urk.
8/71 und
Urk.
8/76). Mit Blick darauf sowie angesichts der Tatsache, dass die Beschwerde
führerin bislang auf eine medikamentöse Behandlung verzichtete, lassen die bis
herigen Behandlungsbemühungen nicht auf einen erheblichen psychischen Leidensdruck schliessen. Ein eingliederungs
anamnestisch ausgewiesener Leidens
druck ist jedenfalls ab Oktober 2013 zu verneinen (Urk. 8/68/4).
5.5.3
Insgesamt können die laut RAD-Arzt
Dr.
H._
und den behandelnden Ärzten bestehenden funktionellen Einschränkungen der Beschwerdeführerin – ange
sichts der schwankenden, maximal mittelgradig ausgeprägten Symptomatik, des gänzlichen Verzichts der Beschwerdeführerin auf eine medikamentöse Behand
lung, fehlender Komorbiditäten im Sinne eines invalidisierenden Gesund
heits
schadens, beträchtlicher Ressourcen sowie angesichts ihres nicht in allen Teilen konsistent erscheinenden Verhaltens –
nicht als überwiegend wahr
scheinlich erstellt erachtet werden. Insbeson
dere lässt die Beurteilung anhand der Standard
indikatoren nicht darauf schliessen, dass
in e
iner
den Neigungen und Fähigkeiten der Beschwerdeführerin (besser) entsprechende
n Tätigkeit (als der
jenige
n
bei der
A._
) und in einem rücksichtsvoll(er)en Arbeitsumfeld (als demjenigen bei der
C._
)
je eine massgebliche
(dauerhafte und erhebliche) Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
bestand
.
5.6
Demnach ist das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen Leidens zu ver
neinen. Dies gilt aufgrund des Gesagten insbesondere auch für die Zeit ab Mai 2017 (vgl. E. 5.4.2).
5.7
Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführerin von anfangs März 2010 bis Ende Oktober 2017 eine
Viertelsrente
ausgerichtet wurde. Dass die Beschwerdeführerin in diese
m
Zeit
raum vorübergehend
einen Anspruch auf eine höhere Rente gehabt haben könnte, kann aufgrund der vorstehenden Erwägungen ausgeschlossen werden.
6.
Aufgrund des Gesagten ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.