Decision ID: 638562d4-d10d-4c96-a588-992307d53c93
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

ergebende wirtschaftliche Interesse. Der Sachverhalt sei unzureichend
festgestellt worden.
Das Erschliessungskonzept sehe auch andernorts enge Kurven und
einspurig geführte Abschnitte vor. Dies sei auch hier möglich. Allenfalls
wäre die Steuerung des Verkehrsflusses mittels Lichtsignalanlagen oder
Ähnlichem zu regulieren. Auch diesbezüglich sei der Sachverhalt
unvollständig festgestellt worden. Eventuell komme auch ein Teilabbruch
des Gebäudes 3416 in Frage. Auch der teilweise Abbau des Hügels
könnte einiges kosten.
Der Beschwerdeführer stelle die Notwendigkeit einer neuen
Erschliessung nicht grundsätzlich in Frage. Er halte aber dafür, dass eine
Erschliessung in diesem Bereich nicht zwingend gerade und doppelspurig
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gebaut werden müsse. Das gewichtige öffentliche Interesse an der
Schonung der Landschaft sei hier willkürlich unberücksichtigt geblieben.
Den Interessen des Landschaftsschutzes sei nur unzureichend Rechnung
getragen worden (Verstoss gegen Art. 3 Abs. 1 lit. c RPV). Die Nachteile
einer allenfalls einspurig geführten Kurve wären nur sehr geringfügig
(Zeitverlust pro Fahrt von wenigen Sekunden). Der Gewinn für die
Landschaft wäre aber enorm. Das öffentliche Interesse an der Schonung
der Landschaft überwiege das private Interesse der B._ AG an der
sehr geringfügigen Verkürzung der Fahrzeiten.
Es spiele keine entscheidende Rolle, ob das Gebiet im KRIP 2000 und im
Zonenplan der Gemeinde als Schutzobjekt aufgeführt sei oder nicht. Die
entsprechenden Abgrenzungen seien willkürlich und nicht begründet. Im
Landschaftsschutzinventar sei der gesamte Hügel als Landschaft von
regionaler Bedeutung eingetragen. Zudem hätten sich Bauten und
Anlagen in die Landschaft einzuordnen, unabhängig von ihrer
Schutzwürdigkeit (Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG). Bei der Erfüllung von
Bundesaufgaben (hier Art. 2 Abs. 1 lit. b NHG) hätten Bund und Kantone
für die Schonung des Landschaftsbildes zu sorgen und, wo das
allgemeine Interesse daran überwiege, diese ungeschmälert zu erhalten.
Gemäss BGE 115 Ib 311 E. 5e könne ein Schutzobjekt auch durch
Anlagen, die an seiner Grenze realisiert würden, erheblichen Schaden
erleiden.
Art. 5 WaG stehe der Rodung entgegen. Eine einspurige Umfahrung des
Hügels genügte. Die Strasse sei nicht standortgebunden.
Zwar möchten für die Regelung der Hauptzufahrt an sich wichtige Gründe
bestehen, wie die Verkehrssicherheit. Für die doppelspurige
Linienführung im fraglichen Bereich bestünden keine wichtigen Gründe
gemäss Art. 5 WaG. Es handle sich nur um finanzielle Interessen.
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16. Am 15. Oktober 2013 beantragte die Gemeinde X._
(Beschwerdegegnerin 2) die Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie
eingetreten werden könne. Sie verzichtete auf eine detaillierte
Stellungnahme und verwies auf die Erwägungen der Regierung im
angefochtenen Entscheid und auf die Stellungnahme der B._ AG.
Die Gemeinde wünsche eine Interessenabwägung zu Gunsten einer
zukunftsweisenden optimalen Erschliessung des Industrieareals.
17. Am 22. November 2013 beantragte die B._ AG (Bauherrin/Bei-
geladene) die Abweisung der Beschwerde.
Bei der fraglichen Rodungsfläche handle es sich um I._
Bergsturzmaterial, welches im ganzen Gebiet sehr weitflächig verteilt und
nicht präzise abgegrenzt sei. Von der vorgesehenen Rodung seien keine
regionalen Naturobjekte betroffen. Das Gebiet befinde sich nicht in der
Landschaftsschutzzone. Der Rodungsbereich werde seit Jahrzehnten für
verschiedene Zwecke genutzt (Hochspannungsleitung mit Masten,
Werksumzäunung, Luftsauganlage für die Stickstoffproduktion).
Die geringfügige Rodung sei weder einsehbar noch beeinträchtige sie den
Anblick der D._.
Es seien Varianten geprüft worden.
Die Kurve bedeutete den Abbruch von Gebäude 3416, auch eine
einspurige Verkehrsführung mit Lichtsignalanlage und Einbahnregime sei
hier nicht möglich. Jährlich ergäben sich über 19'000 Lkw-Fahrten, täglich
rund 80 Fahrten, stündlich rund zehn. In der Regel verkehrten grosse
Lastwagen, Sattelschlepper, teilweise mit Anhängen. Dies führte zu
Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses und Immissionen. Am Westrand
des Firmengeländes sei eine einspurige Strasse nur deswegen
vorgesehen, weil von der Abzweigung der Zufahrt zur C._ AG eine
Ring-erschliessung für die Rückfahrt entlang dem Westrand des
Industrieareals erfolge. Eine Linienführung durch das Werkareal selbst sei
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ebenfalls keine Alternative (viele verlegte Leitungen, bestehende
Gebäude etc. als Hindernisse). Der Werkbetrieb würde beeinträchtigt.
Im Vorprüfungsbericht des ARE vom 5. März 2012 sei ein diesbezüglicher
Vorbehalt unter dem Titel "Wald" nicht mehr enthalten.
Die Interessenabwägung führe klarerweise dazu, dass die Realisierung
des Industrieerschliessungskonzepts die Interessen an der Walderhaltung
für diese Rodung überwiege. Die Rodung liege innerhalb des
Werkhofareals und sei von aussen kaum einsehbar. Der Rodungsersatz
erfolge auf einer Fläche von rund 10'000 m2 als Aufwertung.
Die Rodungsfläche befinde sich im Werkareal, sei nicht naturnah und von
aussen kaum einsehbar. Sie vermöge nicht als Erholungsraum zu dienen.
Der Wald könne hier seine Funktionen erfüllen, auch unter
Berücksichtigung der Ersatzmassnahmen. Auch bei der
Landschaftsschonung sei zu berücksichtigen, dass den
betriebswirtschaftlichen Bedürfnissen genügt werden könne und dafür das
Landschaftsbild möglichst wenig beeinträchtigt werde.
Es handle sich um einen marginalen Eingriff im Werkareal, welcher durch
das Industrieerschliessungskonzept gerechtfertigt sei und nach aussen
nicht in Erscheinung trete.
Im Regierungsentscheid seien Varianten geprüft und als schlechter
qualifiziert worden. Es gehe hier nicht primär um einen zu erwartenden
Zeitverlust pro Fahrt respektive wirtschaftliche Interessen, sondern um
den Betriebsablauf, den Verkehrsfluss, die Verkehrssicherheit und
Immissionen, welche bei Ausstellplätzen, Lichtsignalanlagen und
Einbahnregime entstünden. Die betrieblichen und betriebswirtschaftlichen
Bedürfnisse des Industriegebiets vermöchten eine kaum wahrnehmbare
Einschränkung des Landschaftsbildes bei weitem aufzuwiegen. Es gehe
um eine marginale Rodung am Hangfuss, grösstenteils bereits im flach
auslaufenden Teil des Hügels.
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Ein Teilabbruch des Gebäudes 3416 komme aus technischen Gründen
nicht in Frage.
Die Zonengrenzen der Wald- und Wildschonzone und der
Landschaftsschutzzone verliefen deutlich weiter entfernt in südlicher
Richtung und ungefähr entlang der Werksumzäunung. Der Abschnitt
ordne sich auch nach der Rodung gut ins Landschaftsbild ein.
Bei BGE 115 Ib 322 sei es um 47 Tragmasten in der Waldzone und am
Rande eines Schutzobjekts von nationaler Bedeutung gegangen.
Art. 5 WaG sei nicht verletzt.
18. Am 2. Dezember 2013 beantragte auch die Regierung
(Beschwerdegegnerin 1) die Abweisung der Beschwerde.
Zur Begründung verwies sie zunächst auf den angefochtenen Entscheid.
Der Beschwerdeführer unterliege einem Rechtsirrtum. Zwar sei der Hügel
gemäss kantonalem Natur- und Heimatschutzinventar in der Landschaft
L-110 H._ von regionaler Bedeutung. Im Zuge der Umsetzung dieses
Inventars im kantonalen Richtplan sei der Hügel aber nicht vollumfänglich
in ein Landschaftsschutzgebiet aufgenommen worden, sondern ein
Abschnitt im Norden mit einer Tiefe von rund 160 m sei von der
richtplanerischen Festsetzung ausgenommen worden, dies gerade mit
Rücksicht auf allfällige künftige Bedürfnisse der B._ AG zur
Weiterentwicklung ihres Industrieareals. Dies habe man im kommunalen
Ortsplan umgesetzt, zunächst im ZP/GGP 1:2000 G._ vom 24.
November 2002 und jetzt im Rahmen der aktuellen OP-Revision im
ZP/GGP 1:2000 G._ vom 17. Juni 2012. Zudem habe man im KRIP
2000 in Kapitel 3.6 ausdrücklich und behördenverbindlich festgehalten,
dass diese Abgrenzungen für die Interessenabwägung verbindlich seien;
dies gerade deshalb, damit nicht bei jedem Vorhaben die einmal
vorgenommene Interessenabwägung immer wieder von neuem aufgerollt
werden könne (Rechtssicherheit). Landschaftsschützerischen Interessen,
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soweit diese im Zusammenhang mit dem kantonalen Natur- und
Heimatschutzesinventar stünden, könnten bei der Beurteilung dieser
Umzonung nicht ins Gewicht fallen. Deshalb könne der Regierung nicht
vorgeworfen werden, sie habe sich hier zu wenig mit Varianten für die
Verkehrserschliessung auseinandergesetzt.
Was die Interessenabwägung mit den waldrechtlichen Interessen betreffe,
werde auf die Stellungnahme des BAFU vom 6. Februar 2013 verwiesen.
Der dort vorgenommenen Interessenabwägung habe sich die Regierung
anschliessen können, auch wenn zuvor kantonale Amtsstellen eher
kritische Positionen eingenommen hätten. Die Zuständigkeit für
Gesamtinteressenabwägungen obliege nämlich der Regierung. Dabei
könne sie sich über gegenteilige Auffassungen der kantonalen
Amtsstellen hinwegsetz-en, wenn sachliche Gründe dafür sprächen, was
hier der Fall sei.
19. In seiner Replik vom 31. Januar 2014 hielt der Beschwerdeführer an
seinen Anträgen fest und ergänzte sie wie folgt:
"Es sei akzessorisch die Rechtmässigkeit der richtplanerischen
Umsetzung des kantonalen Natur- und Landschaftsschutzinventars im
Bereich der nördlichen Spitze des Hügels D._ zu prüfen und
festzustellen, dass auch dieser Bereich der Bergsturzmasse in das
Landschaftsschutzgebiet gemäss kantonalem Richtplan aufgenommen
werden muss. Es sei ein Gutachten der ENHK oder der kantonalen Natur-
und Heimatschutzkommission einzuholen“ (zur Frage, inwieweit im
vorliegenden Fall die Schonung oder ungeschmälerte Erhaltung der
D._ geboten sei). Die Bergsturzlandschaft H._ inklusive des
gesamten Hügels D._ sei ein Geotop von nationaler Bedeutung. Es
sei willkürlich, im KRIP 2000 und in der kommunalen Ortsplanung die
besagte Abgrenzung vorzunehmen. Das Landschaftsschutzgebiet
gemäss KRIP 2000 und kommunaler Ortsplanung müsse um den
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entsprechenden Bereich (nördliche Spitze des Hügels) erweitert werden.
Die Rechtmässigkeit der richtplanerischen Umsetzung müsse
akzessorisch geprüft werden. Die Grenzziehung müsse in allererster Linie
den Schutzanliegen genügen und sich an den im Gelände deutlich
erkennbaren Grenzen orientieren. Die Regierung habe ihren
Beurteilungsspielraum überschritten, wenn sie mit Rücksicht auf die
betrieblichen Bedürfnisse und die wirtschaftlichen Interessen der B._
AG den Abschnitt der D._ von rund 160 m Tiefe von der
richtplanerischen Festsetzung ausgenommen habe. Die gemachten
Überlegungen seien sachfremd. Die betrieblichen Bedürfnisse der
B._ AG könnten auch erfüllt werden, ohne in die Substanz der
D._ einzugreifen.
Bei der jetzt geplanten Verkehrsführung im Bereich des nördlichen
Ausläufers des Hügels D._ handle es sich um einen stärkeren
Eingriff als es die bereits bestehenden Eingriffe darstellten.
Der störende Eingriff wäre von innerhalb des Areals und von der Luft aus
betrachtet sofort sichtbar.
Würde alle 6 Minuten ein Lastwagen die Stelle passieren, könne eine
einspurige Verkehrsführung kein Problem sein. Pro Fahrtrichtung würde
ja nur alle 12 Minuten ein Lastwagen passieren.
Weil die Vorinstanz nur auf das Schreiben der B._ AG vom 14.
Dezember 2012 abgestellt habe, habe sie den rechtserheblichen
Sachverhalt unrichtig festgestellt. Bei einer Fahrt pro Richtung alle 12
Minuten könne nicht von einer Beeinträchtigung des Verkehrsflusses
durch eine einspurige Linienführung gesprochen werden.
Sei der Hügel ein Geotop von nationaler Bedeutung, seien Kanton und
Gemeinden gestützt auf Art. 3 KNHG verpflichtet, für die Erhaltung der
Landschaft zu sorgen.
Es handle sich nicht um einen marginalen Eingriff. Das Gelände steige im
Bereich des strittigen Strassenabschnittes sofort steil an.
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Bei der Genehmigung von Nutzungsplänen sei von Bundesrechts wegen
eine Interessenabwägung vorzunehmen (Art. 1 in Verbindung mit Art. 3
RPV). Dies könne nicht abstrakt und vorgängig geschehen. Auch gemäss
Art. 3 KNHG sei eine Interessenabwägung hier unverzichtbar.
Das BAFU sei wohl von falschen Voraussetzungen hinsichtlich des zu
erwartenden Verkehrsaufkommens ausgegangen.
Der Beizug einer Fachkommission sei absolut begründet.
20. Am 7. März 2014 hielt die Beigeladene (B._ AG) an ihren Anträgen
fest. Zudem sei der Antrag auf akzessorische Prüfung der
Rechtmässigkeit des kantonalen Richtplans bezüglich nördlicher Spitze der
D._ abzuweisen, ebenso der Antrag auf Einholung eines
Gutachtens.
Der KRIP 2000 sei rechtmässig erlassen worden. Die
Gesetzeskonformität sei in den betreffenden Verfahren berücksichtigt
worden. Der Beschwerdeführer hätte auch Gelegenheit gehabt, damals
auf rechtswidrige oder sogar willkürliche Festlegungen hinzuweisen (Art.
7 KRVO).
Weil der Geländeteil nicht in einem Bundesinventar gemäss Art. 5 NHG
figuriere und bereits im Rahmen der Richtplanung eine
Interessenabwägung vorgenommen worden sei, sei ein
Kommissionsgutachten entbehrlich.
Das BAFU sei nicht von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Es
liege kein nationales amtliches Geotopinventar vor. Eine Arbeitsgruppe
habe eine Liste möglicher Geotope zusammengestellt, welche als
Grundlage für ein nationales Geotopinventar dienen solle. Dieses sei aber
erst in Erarbeitung. Zudem sei das Bergsturzgebiet sehr ausgedehnt.
Der Hügel liege nicht im BLN, dieses liege weiter östlich (L-1911). Das
Ermessen sei nicht überschritten worden. Die Industrieerschliessung des
Werkhofareals könne nicht anders erfolgen.
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Es handle sich um die Entfernung weniger Kubikmeter und nicht um einen
bedeutenden Eingriff.
Zu den Lastwagen komme der gesamte betriebsinterne Werkverkehr und
kleinere Holzzulieferer. Massierungen beim Verkehr ergäben sich zu
verschiedenen Zeiten, beispielsweise um 10:00 Uhr oder um 15:00 Uhr.
21. Am 12. März 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin 1 duplicando,
auch die erst in der Replik gestellten Anträge seien abzuweisen.
Es bestehe kein Anlass für eine akzessorische Prüfung. Der KRIP 2000
sei ordnungsgemäss erarbeitet und vom Bundesrat jedenfalls im hier
umstrittenen Punkt genehmigt worden. Für eine akzessorische Prüfung
bestünde nur dann eine Veranlassung, wenn der Hügel Gegenstand
eines Bundesinventars nach Art. 5 NHG bildete, so dass seinerzeit gar
keine Interessenabwägung zulässig gewesen wäre. Diesfalls dürfte das
Gericht den Richtplan trotz bundesrätlicher Genehmigung überprüfen
(VGU R 00 81). Der Hügel liege aber nicht in einem Bundesinventar,
weder in einem BLN-Gebiet noch in einem Geotop. Er gehöre nicht zum
BLN-Gebiet L-1911. Deswegen sei auch eine Stellungnahme der ENHK
rechtlich nicht zwingend.
Die Regierung gewichte die von der Gemeinde und der B._ AG ins
Feld geführten Entwicklungs- und Erschliessungsinteressen auch nach
Einsicht in die vorliegende Replik nach wie vor höher als das nicht
sonderlich hohe Interesse an einem Verzicht auf den vorliegend
ermöglichten Hügelabtrag, in Bezug auf dessen Umfang der
Beschwerdeführer masslos übertreibe.
22. Am 18. und am 19. März 2014 reichten die Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers und der beigeladenen B._ AG dem Gericht ihre
Kostennoten ein. Der Beschwerdeführer beanstandete am 21. März 2014
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die Honorarnote der Beigeladenen. Diese nahm dazu am 28. Oktober
2014 Stellung.
23. Am 1. September 2014 reichte die Beschwerdegegnerin 1 dem Gericht
noch die Regierungsbeschlüsse Nr. 1131 vom 12. August 2003 und Nr.
299 vom 9. April 2013 in Kopie nach.
24. Am 27. Oktober 2014 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen
Augenschein durch, an welchem der Berater des Beschwerdeführers und
dessen Rechtsvertreter (RA lic. iur. Reto Nigg) anwesend waren. Die
Beschwerdegegnerin 1 war durch ihren Juristen für Raumplanung (lic.
iur. Carlo Decurtins) vertreten. Die Beschwerdegegnerin 2 war durch ein
Mitglied des Gemeindevorstandes und den Leiter des Bauamtes
zugegen. Von Seiten der Beigeladenen (Bauherrin/B._ AG) waren
der Betriebsleiter und ein weiterer Werksverantwortlicher in Begleitung
ihres Rechtsvertreters (RA Dr. iur. Andrea Brüesch) präsent. Die
Bürgergemeinde X._ liess sich am Augenschein nicht vertreten.
Allen Anwesenden wurde dabei an mehreren Standorten die Möglichkeit
geboten, sich auch noch mündlich zur Angelegenheit zu äussern (vgl.
Protokoll zum Augenschein). Von Seiten des Gerichts wurden zudem
noch insgesamt 16 Fotos von den örtlichen Raum- und
Erschliessungsverhältnissen, dem geplanten Verkehrsregime mit
geradliniger Strassenführung bzw. eben leicht gekrümmter Linienführung
sowie der in Frage stehenden bewaldeten Hügelzunge im Bereich des
bestehenden Produktionsgebäudes 3416 (Luftzerlegungsanlage) erstellt
und zu den Akten genommen.
25. Gleichentags reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem
Verwaltungsgericht noch seine um den Aufwand für den gerichtlichen
Augenschein ergänzte Honorarnote nach. Einen Tag später reichte auch
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der Rechtsvertreter der beigeladenen B._ AG noch seine
entsprechend ergänzte Honorarnote beim Verwaltungsgericht ein.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen noch näher eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist der Genehmigungsbeschluss der Bündner
Regierung vom 27./28. August 2013 (RB Prot.-Nr. 791) betreffend
Rodungsbewilligung im Hügelgebiet D._ in der Gemeinde X._,
insbesondere betreffend das verkehrsmässige Erschliessungskonzept auf
dem Industrie- und Werkareal der B._ AG im Bereich des nördlichen
Ausläufers des Hügels D._ mit einer geradlinigen Strassenführung –
anstatt wie vom Beschwerdeführer beantragt einer gekrümmten
Linienführung um die Hügelspitze herum ohne Beeinträchtigung
derselben bzw. ohne Anschneidens der nördlichsten Hügelspitze mit
Baumbestand – auf der Ost-/Westachse des betreffenden Werkareals.
Strittig und zu klären ist, ob die im angefochtenen Regierungsbeschluss
enthaltenen Erwägungen und Auflagen bezüglich Rodungsgesuch,
Landschaftsgestaltung und Strassenraster „D._“ vor den geltenden
Bestimmungen des Natur- und Heimatschutzes (Landschaftsschutz)
sowie der Waldgesetzgebung (Rodung und Ersatzmassnahmen)
standhalten und damit rechtlich vertretbar sind, oder ob die dagegen
erhobene Beschwerde vom 30. September 2013 betreffend Abänderung
des Zonenplans und Generellen Gestaltungsplans 1:2000 G._ (vgl.
RB Prot-Nr. 1131 vom 12./ 18. August 2003 und RB Prot.-Nr. 299 vom
9./10. April 2013) bzw. betreffend Verweigerung der Rodungsbewilligung
D._ (RB Prot-Nr. 781 vom 27./28. August 2013) hätte gutgeheissen
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und somit eine gekrümmte Strassenführung im Bereich der nördlichsten
Hügelspitze aus landschafts-schützerischen Gründen auf dem Industrie-
und Werkareal der B._ AG hätte genehmigt werden dürfen. Auf die
Beschwerde ist folglich materiell einzutreten, soweit sie sich gegen die
Rodung bzw. Umzonung (vgl. dazu „rot markierten Landstreifen/halbe
Ellipse“ gemäss Beilage 4 der Regierung im Übersichtsplan 1:2000
Werkzufahrt/Rodung und Ersatzmassnahmen samt zugehörigem
Situationsplan 1:500 mit Detailangaben) im fraglichen Geländeabschnitt
wendet.
2. a) Nach Art. 19 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) treffen die Gemeinden insbesondere bei
Einzonungen und Umzonungen die erforderlichen Massnahmen zur
Gewährleistung der Verfügbarkeit des Bodens für den festgelegten
Zonenzweck. Laut Art. 22 Abs. 1 KRG erlassen die Gemeinden die
Grundordnung. Sie bestimmen die Nutzung sowie die Grundzüge der
Gestaltung und Erschliessung des Gemeindegebietes, die für jedermann
verbindlich sind. Gemäss Art. 22 Abs. 2 KRG besteht die Grundordnung
aus dem Baugesetz, dem Zonenplan (ZP), dem Generellen
Gestaltungsplan (GGP) und dem Generellen Erschliessungsplan (GEP).
Für Teilgebiete kann ein Arealplan erlassen werden. Laut Art. 22 Abs. 3
KRG hat die Grundordnung die Vorgaben und Vorschriften des
übergeordneten Rechts zu berücksichtigen. Laut Art. 26 Abs. 1 KRG
unterteilt der Zonenplan das Gemeindegebiet in verschiedene
Nutzungszonen. Die Zonen der Grundnutzung bestimmen allgemein die
zulässige Nutzung des Bodens. Nach Art. 33 Abs. 1 KRG umfassen
Naturschutzzonen naturnahe Lebensräume (Biotope) oder
Lebensgemeinschaften und weitere naturnahe Standorte, die sich durch
[...] wertvolle geologische oder erdgeschichtliche Bildungen (Geotope)
auszeichnen. Laut Art. 34 Abs. 1 KRG umfassen Landschaftsschutzzonen
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Landschaften von besonderer Schönheit und Eigenart oder mit
ökologischer Funktion. In Art. 49 KRG wird generell noch bestimmt:
Baugesetze und Pläne der Grundordnung wie auch Änderungen dieser
Erlasse bedürfen der Genehmigung durch die Regierung und treten mit
dem Genehmigungsbeschluss in Kraft (Abs. 1 Satz 1). Die Genehmigung
wird erteilt, wenn keine Vorschriften verletzt sind (Abs. 2). Die
Genehmigungsbehörde kann im Genehmigungsverfahren nach Anhören
des Gemeindevorstands und Betroffener rechtswidrige Vorschriften
ändern und formelle Mängel beheben (Abs. 3). Entscheide der Regierung
über den Erlass von kantonalen Nutzungsplänen [...] und über die
Genehmigung von kommunalen Grundordnungen sowie
Planungsbeschwerden können mit Beschwerde an das
Verwaltungsgericht angefochten werden (Art. 102 Abs. 1 KRG). Im
Kantonalen Waldgesetz (KWaG; BR 920.100) wird in Art. 5 Abs. 1 unter
dem Titel Rodungen festgehalten: Eine Rodung ist die Beanspruchung
von Waldboden für nichtforstliche Zwecke. Laut Art. 6 Abs. 2 KWaG
können Ausnahmebewilligungen für Rodungen erteilt werden, wenn das
Gesamtinteresse an einem Vorhaben das Interesse an der Walderhaltung
übertrifft. In Art. 17 Abs. 1 KWaG wird noch bestimmt: Die Zuweisung von
Wald zu einer Nutzungszone bedarf einer Rodungsbewilligung. Im
Kantonalen Natur- und Heimatschutzgesetz (KNHG; BR 496.000) wird in
Art. 3 Abs. 1 unter dem Marginale Erfüllung öffentlicher Aufgaben noch
festgehalten: Der Kanton und die Gemeinden sorgen bei der Erfüllung
ihrer Aufgaben dafür, dass schutzwürdige Landschaften, [...], wertvolle
Ortsbilder, [...] sowie archäologische Fundstellen geschont und (wo das
öffentliche Interesse an ihrer Erhaltung überwiegt) soweit als möglich
erhalten werden. In Art. 4 Abs. 1 KNHG wird unter dem Marginale
Kantonale Inventare weiter bestimmt: Der Kanton erstellt und führt nach
Anzeige an die betroffenen Körperschaften kantonale Inventare der
schutzwürdigen Objekte (Schutzobjekte). Die Inventare werden periodisch
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nachgeführt und den veränderten Verhältnissen angepasst. Bezüglich der
Rechtswirkungen eines solchen Inventars wird in Art. 6 KNHG stipuliert:
Die Inventare bilden Grundlagen im Sinne der
Raumplanungsgesetzgebung und entfalten ausschliesslich amtsinterne
Wirkung (Abs. 1). Solange über die Aufnahme des inventarisierten
Objektes in der Grundordnung nicht rechtsverbindlich entschieden ist,
entfalten die entsprechenden Inventare im Baubewilligungsverfahren
keine Wirkung (Abs. 2). Im Lichte dieser gesetzlichen Vorgaben gilt es im
konkreten Fall zu entscheiden, ob die angefochtene Rodungsbewilligung
und Umzonung für die geplante geradlinige Strassenführung auf der Ost-
/Westachse zu Recht erfolgte oder eben doch noch eine
landschaftsverträglichere bzw. schonendere Erschliessungsvariante
entlang der Hügelzunge gewählt hätte werden müssen.
b) Die Rodung/Umzonung betrifft hier eine Fläche von höchstens 18 m
Breite und maximal 85 m Länge am nördlichsten Punkt der bewaldeten
Hügelzunge D._, die geotopisch ursprünglich auf das sog. „I._
Bergsturzgebiet“ zurückgeht. Die erwähnte Fläche von rund 1‘530 m2 (18
m x 85 m) liegt raumplanerisch nachweislich innerhalb des Werkareals
der B._ AG und ist unbestritten nur aus der Luft und von innerhalb
des Werkhofareals überhaupt sichtbar. Wie der gerichtliche Augenschein
vom 27. Oktober 2014 gezeigt hat, kann dabei objektiv auch eher von
einem unbedeutenden denn einem bereits gravierenden Eingriff die Rede
sein, zumal die Hangneigung im geplanten Strassenabschnitt noch nicht
sofort steil ansteigt und somit letztlich bloss eine relativ geringe Menge an
Erdreich und eine noch überschaubare Anzahl an Bäumen für die
Erstellung der geplanten Strasse abgetragen bzw. gefällt werden müsste
(vgl. Gerichtsfotos Nrn. 8, 10-12, 14-15; sowie die Beilage 8 der B._
AG mit dem Übersichtsplan 1:1000 und rot markierter [projektierter]
Erschliessungsstrasse im Plan selbst inkl. Fotos 1-3 am linken Rand
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dieses Übersichtsplanes mit Aussteckung der geplanten Strasse).
Abgesehen davon, dass der zu rodende und umzuzonende Teil der
nördlichsten Hügelzunge D._ von aussen gar nicht einsehbar ist, gilt
es auch davon Kenntnis zu nehmen, dass das betreffende Teilgebiet
sowohl beim Hangfuss als auch dem daran anschliessenden Werkareal
durch die bereits bestehenden waldfremden Nutzungen erheblich
vorbelastet ist und damit sein ursprüngliches Erscheinungsbild einer völlig
intakten Hügellandschaft schon seit langem verloren hat (vgl.
Gerichtsfotos Nrn. 5-7, 9, 13 und 16). Richtig ist dazu einzig, dass die in
diesem Zusammenhang erstellten Infrastrukturanlagen für die Lagerung
und Produktion der benötigen Werkstoffe (wie z.B. das
Produktionsgebäude 3416 betreffend Luftzerlegung sowie insbesondere
die schon existierenden Masten und Träger, Stromleitungen,
oberirdischen Ab- und Zuflussröhren, Gasometer usw.) allesamt
reversibel sind, d.h. allenfalls wieder zurückgebaut oder abgebrochen
werden können, während der umstrittene Natureingriff in die Hügelzunge
mit Abtragung von Fels und Erdreich für die Erstellung der geradlinig
geplanten Erschliessungsstrasse auf der Ost-/Westachse irreversibel sein
dürfte.
c) Unbestritten liegt die Hügelformation D._ im kantonalen
(Landschaftsschutz-) Inventar L-110. Laut Art. 6 Abs. 1 und 2 KNHG
besteht grundsätzlich amtsintern ein rechtlich verbindlicher Schutz für
inventarisierte Objekte, die Abwägung mit entgegenstehenden Interessen
und der individuelle Rechtsschutz der unmittelbar betroffenen
Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer haben dagegen im
Rahmen der raumplanerischen Verfahren zu erfolgen. In Bezug auf den
konkreten Fall hatte die Abgrenzung einer Landschaftsschutzzone also im
Ortsplanungsverfahren 2002 und aktuell neu nochmals und unverändert
in der Ortsplanung 2012 zu erfolgen (vgl. dazu auch die Planbeilagen 1
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und 2 der Regierung). Am Erlass der Nutzungsplanung konnten sich –
wie hier exemplarisch vorgeführt – auch die Umweltschutzorganisationen
beteiligen. An der Ortsplanungsrevision 2002 haben sich diese aber
offenbar noch nicht beteiligt. Von diesem planerischen (Einsprache-
/Mitbestimmungs-) Recht machte der Verein A._ (Beschwerdeführer)
aber nachweislich im Zuge der aktualisierten Gesamtrevision Ortsplanung
2008-2012 Gebrauch.
d) Von Bedeutung und ebenfalls unbestritten ist hier, dass der nördlichste
Teil der Hügelzunge D._ aber gerade nicht in einem Inventar des
Bundes von Objekten mit nationaler Bedeutung liegt (vgl. Beilage 6 der
B._ AG, worin die Abgrenzungen zwischen der Industriezone [violett
koloriert], Waldzone [grün], Landschaftsschutzone [dunkel schraffiert]
sowie Wald- und Wildschutzzone [braun gestrichelt] visuell dargestellt
sind). Eine erneute Interessensabwägung anlässlich der
Ortsplanungsrevision 2002 mit Festlegung der Landschaftsschutzzone
wäre für den nördlichsten Teil des Hügels D._ folglich nur dann
zulässig gewesen, wenn einer ungeschmälerten Erhaltung der besagten
Hügelformation gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls
nationaler Bedeutung entgegengestanden hätten. Dasselbe gilt natürlich
auch für die aktuell angefochtene Zonenplanung 2012, worin die
Landschaftsschutzzone [hellgrün markiert] formell neu – materiell aber
unverändert - festgesetzt wurde. Nachdem diesbezüglich bereits im
Kantonalen Richtplan [KRIP] 2000 und anlässlich der
Ortsplanungsrevision 2002 entschieden wurde, die
Landschaftsschutzzone ca. 160 m hinter der nördlichsten Hügelspitze
D._ beginnen zu lassen und nicht die ganze Hügelformation D._
darin einzubeziehen, ist rückblickend davon auszugehen, dass die
Abwägung dieser Festsetzung mit entgegenstehenden Interessen nach
Art. 3 Abs. 1 KNHG anlässlich der Ortsplanungsrevision 2002 erfolgt ist.
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Diese Ortsplanungsrevision ist von der Regierung 2003 genehmigt
worden. Zwar wurde die Landschaftsschutzzone am 17. Juni 2012 formell
neu beschlossen und wäre daher einer Anfechtung zugänglich gewesen.
Die fragliche Landschaftsschutzzone wurde von der Regierung jedoch
bereits am 9./10. April 2013 genehmigt, wogegen keine Beschwerde
erhoben wurde. Die Festsetzung der Landschaftsschutzzone ist daher
hier unangefochten in Rechtskraft erwachsen und somit auch für alle
Parteien und Beteiligten dieses Verfahrens rechtsverbindlich geworden.
e) Hervorzuheben ist noch, dass die Landschaftsschutzzone bei der
Ortsplanungsrevision 2012 gegenüber 2002 unverändert geblieben ist
und sich die Verhältnisse diesbezüglich seit 2002 nicht geändert haben,
weswegen die Interessensabwägung gleich ausfallen müsste wie 2002;
diese Frage kann hier aber letztlich offen bleiben, weil auf den Antrag des
Beschwerdeführers in der Replik vom 31. Januar 2014 betreffend
akzessorische Überprüfung der Rechtmässigkeit der richtplanerischen
Umsetzung und das Begehren um Feststellung, dass auch dieser
vorderste Teilbereich der Hügelformation (nördliche Hügelzunge) in das
Landschaftsschutzgebiet gemäss kantonalem Richtplan (KRIP)
aufgenommen werden müsse, gar nicht eingetreten werden kann. Erstens
wurde dieses Zusatz-/Ergänzungsbegehren vom Januar 2014 nicht innert
der gesetzlich vorgeschriebenen Anfechtungsfrist von 30 Tagen seit
Erlass der dafür massgebenden kantonalen Nutzungspläne vom August
2003 (RB Prot.-Nr. 1131) und April 2013 (RB Prot.-Nr. 299) gestellt und
damit nach Art. 102 Abs. 1 KRG in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) eindeutig
zu spät geltend gemacht. Zweitens würde dieses Zusatzbegehren auf
akzessorische Planüberprüfung eine Ausdehnung des Rechtsbegehrens
vom 30. September 2013 bedeuten, was nach Art. 51 Abs. 2 VRG
ausdrücklich nicht erlaubt ist (vgl. dazu vorne im Sachverhalt Ziff. 15 und
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Ziff. 19 betreffend Rechtsbegehren). Drittens würde dieser Zusatzantrag
materiell ein Widerrufsgesuch im Sinne von Art. 25 VRG oder ein
Revisionsgesuch nach Art. 67 VRG darstellen, weil er im Ergebnis die
Aufhebung der Festlegung der Landschaftsschutzzone laut
Ortsplanungsrevision 2002 verlangen würde. Hinzu kommt (viertens),
dass mit jenem Antrag nicht ein Leistungsbegehren gestellt, sondern
bloss die Feststellung beantragt wurde, dass auch dieser vorderste
Teilbereich der Bergsturzmasse D._ ins Landschaftsschutzgebiet
aufgenommen werden sollte. Kann aber prozessual ein
Leistungsbegehren gestellt werden, ist ein Feststellungsbegehren
grundsätzlich nicht zulässig (Primat/Vorrangstellung Leistungsbegehren).
f) Aus dem soeben Gesagten ergibt sich, dass es vorliegend eben gerade
nicht (mehr) um die Abwägung der Interessen darüber geht, ob die
gesamte Hügelformation D._ der Landschaftsschutzzone
zuzuweisen ist oder nicht. Diese Unterstellungsfrage wurde bereits 2002
und 2012 vom Emser Stimmvolk respektive 2003 und 2013 von der
Regierung als Genehmigungsbehörde (rechtskräftig) beantwortet und
seither haben sich die Verhältnisse nicht geändert; jedenfalls nicht im
Zeitraum zwischen April 2013 (RB Prot.-Nr. 299 - letzte
Plangenehmigung) und August 2013 (RB Prot.-Nr. 791 - Erteilung
Rodungsbewilligung). Auf den entsprechenden Zusatzantrag bezüglich
akzessorischer Überprüfung der früheren Plangenehmigungen 2003 und
2013 betreffend Abgrenzung Landschaftsschutzzone kann aus den
bereits vorne in E.2e) erwähnten (vier) Gründen nicht eingetreten werden.
Die hier vorzunehmende Interessensabwägung hat sich auf die konkrete
Rodung/Umzonung am Standort 1 (vgl. erneut Beilage 4 der Regierung
im Übersichtsplan 1:2000 Werkzufahrt/Rodung und Ersatzmassnahmen
samt zugehörigem Situationsplan 1:500 mit Detailangaben) - welcher sich
distanzmässig mindestens rund 140 m von der südlich davon gelegenen
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Landschaftsschutzzone und der Wald-/Wildschutzzone entfernt befindet -
zu beschränken. Dabei und für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der
Rodung hat sich die Regierung diesbezüglich zu Recht auf die
Ausführungen des fachkundigen Bundesamtes für Umwelt (vgl. BAFU-
Stellungnahme S. 3 Ziff. 1.1.3 und S. 4 Ziff. 1.4.3, Ziff. 1.5 sowie Ziff.
1.6.3; Beilage 5 der Regierung) abgestützt und diese, wo nötig, noch
ergänzt, obwohl die Faktenlage bezüglich Verkehr nicht besonders dicht
war. Das BAFU stützte sich – neben den anlässlich des Augenscheins
vom 7. Dezember 2012 vor Ort gewonnenen Erkenntnissen – dabei
insbesondere auf die Ausführungen der B._ AG vom 14. Dezember
2012. Diesem Schreiben der Bauherrschaft lag die Variantenstudie mit
Situationsplan des Ingenieurbüros Z._ im Massstab 1:500 bei. Das
BAFU verfügte also auch über diese Variantenstudie als
Entscheidungshilfe, was in den Prozessunterlagen – zu Unrecht -
nirgends prominent erwähnt wurde. Im Rechtsmittelverfahren lieferte die
B._ AG noch konkrete und plausible Zahlen über das
Verkehrsaufkommen auf der geplanten Erschliessungsstrasse sowie die
darauf beförderten Gewichtstonnagen nach (vgl. Beilage 19 der
beigeladenen Bauherrin). Eine allfällige Verletzung des rechtlichen
Gehörs durch die Beschwerdegegnerinnen wäre in dieser Hinsicht
ebenfalls geheilt worden, da sich der Beschwerdeführer in einem
doppelten Schriftenwechsel sowie anlässlich des gerichtlichen
Augenscheins vom 27. Oktober 2014 noch ausführlich zu diesem
Zahlenmaterial äussern konnte und seine Gegenargumente auch hierzu
darlegen konnte. Die vorgelegten Zahlen wurden vom Beschwerdeführer
aber mengenmässig (ca. 19‘000 LkW-Fahrten pro Jahr auf dem
Betriebsareal [6‘000] inkl. Belieferung C._ AG im Westen [13‘022])
niemals bestritten. Der Beschwerdeführer brachte in diesem
Zusammenhang lediglich vor, das Verkehrsaufkommen auf der neu
geplanten Erschliessungsstrasse auf der Ost-/Westachse wäre auch mit
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einer einspurigen Strassenkurve, eventuell mit Lichtsignalanlage, zu
bewältigen. Dass dem nicht so ist, erscheint dem Gericht einleuchtend,
gibt es doch unwidersprochen durch das unregelmässige Eintreffen und
Abfahren der Lastwagen und anderen Transportfahrzeugen zeitliche
Massierungen, die den gesamten Verkehrsfluss auf dem Werkareal bei
künstlich geschaffenen Verkehrshindernissen (nur einspurige
Befahrbarkeit ohne Kreuzungsmöglichkeiten mangels Ausweich- und
Manövrierflächen; Signalanlagen mit Stoppwirkung und zusätzlichen
Wartezeiten etc.) zumindest erheblich beeinträchtigen würden und sowohl
umweltrechtlich als auch sicherheitstechnisch keine bessere Lösung als
ein zweispuriges Fahrregime bringen würde. Den Umstand, dass das
Produktionsgebäude 3416 (bei einer Kurvenvariante) allenfalls teilweise
oder gar vollständig abgebrochen werden müsste, erachtet das Gericht
indes nicht als stichhaltig, weil in nächster Umgebung genügend
freistehende Plätze existieren, um allenfalls dort eine neue
Betriebsanlage zu den gleichen Industriezwecken (mit
Stickstoffherstellung; Luftansauganlage usw.) wieder aufzubauen und so
auch in vernünftiger Frist ebenfalls in Betrieb zu nehmen. Das Argument
der Standortgebundenheit sowohl des bestehenden
Produktionsgebäudes 3416 als auch der beiden weiter im Osten
geplanten Produktionsstätten ist hier daher nicht ausschlaggebend; ganz
im Gegensatz zum berechtigten Interesse an einem möglichst
reibungslosen, unfallfreien und effizienten Verkehrsablauf innerhalb des
Werkareals mit geradlinigen Strassenkörpern aufgrund der häufig sehr
langen Lastwagenkompositionen für den An- und Abtransport grösserer
Warengüter.
g) Was den darüber hinaus gestellten Antrag auf Beizug einer
Fachkommission respektive Einholung eines Gutachtens betrifft, so ist
dieser ebenfalls abzuweisen, weil es vorliegend nicht um die Frage der
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Schonung bzw. der ungeschmälerten Erhaltung der nördlichsten
Hügelzunge D._ geht, sondern nur um die Beurteilung der
Rechtmässigkeit des konkret geplanten Eingriffs (Rodung/Umzonung).
Als Zwischenergebnis lässt sich demnach hier festhalten, dass die
Beschwerde vom 30. September 2013 gegen den
Genehmigungsbeschluss der Bündner Regierung vom 27./28. August
2013 (RB Prot.-Nr. 791) betreffend Rodungsbewilligung im Hügelgebiet
D._ – besonders wegen des angestrebten Erschliessungskonzepts
für das gesamte Industrieareal mit geradlinigen Strassenkörpern auf der
Ost-/Westachse innerhalb eines in sich geschlossenen Verkehrsnetzes im
Rasterformat (vgl. dazu Beilage 2 der Beschwerdeführer) - unbegründet
und daher abzuweisen ist, soweit darauf überhaupt eingetreten werden
kann. Die Genehmigungsbeschlüsse vom 12./18. August 2003 (RB Prot-
Nr. 1131) und 9./10. April 2013 (RB Prot.-Nr. 299) stellen nämlich kein
gültiges Anfechtungsobjekt dar, weil beide unangefochten in Rechtskraft
erwachsen sind und damit heute nicht mehr abgeändert werden können.
h) Der Vollständigkeit halber sei hier aber nochmals betont, dass sowohl das
BAFU als auch die Regierung im angefochtenen
Genehmigungsbeschluss vom 27./28. August 2013 eine strikte noch im
Baubewilligungsverfahren zu beachtende (Umweltschutz-) Auflage zur
Rodungsbewilligung statuiert haben, indem in Ziff. 2g) auf Seite 10 des
angefochtenen Beschlusses bestimmt wurde: „Im Rahmen der weiteren
Planung und Realisierung der Werkzufahrt sind die mit der Zufahrt
verbundenen Bauten und Anlagen unter Einbezug des Amtes für Natur
und Umwelt sowie einer Fachperson aus dem Bereich
Landschaftsgestaltung bestmöglich in die Landschaft zu integrieren.“
Dieser Auflage gilt es hier an der Hügelzunge D._ Rechnung zu
tragen. Die Berücksichtigung der Auflage könnte allenfalls dazu führen,
dass die geplante (geradlinige) Streckenführung – im Rahmen einer noch
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vorzunehmenden Güterabwägung zwischen den privaten Interessen der
B._ AG an einer unveränderten Beibehaltung ihrer bisherigen
Infrastrukturanlagen und ihres bestehenden Produktionsgebäudes 3416
einerseits und dem öffentlichen Interesse an einer möglichst schonenden
Umsetzung des Strassenprojekts in die unbestritten bereits seit
Jahrtausenden bestehenden Hügelzunge D._ andererseits –
gegebenenfalls noch angepasst werden könnte. Letztlich könnte so
allenfalls doch noch eine leicht veränderte Linienführung - also mit leichter
Kurvenkrümmung; etwas weg von der Hügelzunge nach Norden
verschoben, wobei die beiden dort neu geplanten Industriegebäude statt
längs (Nord-/Südausrichtung) gleich wie der geplante Strassenkörper
quer (Ost-/Westausrichtung) – ausgeführt werden, wobei der durch die
gewählte Kurvenform verlorene Baugrund durch eine Neuausrichtung der
zwei neu geplanten Werkgebäude im Osten des Produktionsgebäudes
3416 wieder kompensiert bzw. ausgeglichen werden könnte (vgl. dazu
abermals Beilage 8 der B._ AG, woraus eine rot gestrichelte
Kurvenlinie im südlichen Bereich der zwei geplanten „Infra Energie“-
Gebäude ersichtlich ist). Eine denkbare, im Baubewilligungsverfahren
noch vertieft zu prüfende Lösungsvariante wäre also, die zitierte
Landschaftsschutzauflage extensiv auszulegen. Denkbar wären sodann
auch nur ein teilweiser Anschnitt der Hügelzunge sowie ein Wegdrücken
des geradlinig geplanten Strassenkörpers vom Hügel in Richtung Norden,
um so dem „Schonungsgebot“ bzw. einem möglichst milden Eingriff in die
bestehende Landschaft in der Realisationsphase doch noch angemessen
zum Durchbruch zu verhelfen. Die Frage der Verhältnismässigkeit eines
noch vertretbaren Eingriffs wird nochmals Gegenstand einer eingehenden
Interessensabwägung der wechselseitig auf dem Spiel stehenden
Rechtsgüter sein, wobei aber seitens des Gerichtes klarzustellen ist, dass
einem praktikablen Verkehrsregime oberste Priorität zukommt. Eine
erneute Interessensabwägung im Rahmen der noch erforderlichen
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Baubewilligungs-erteilung für den Bau der werkinternen
Erschliessungstrasse auf der Ost-/Westachse wird deshalb unerlässlich
sein, um letztlich alle Interessen für oder gegen die Erstellung eines
effektiv geradlinigen Strassenkörpers gegeneinander abwägen zu
können. Aufgrund dieser Überlegungen ist das Gericht zur Überzeugung
gelangt, dass die Beschwerde vom 30. September 2013 in einer
gesamtheitlichen Schlussbeurteilung lediglich „im Sinne der Erwägungen“
(nach E.2h) abzuweisen ist, was es bei den Gerichtskosten und
Parteientschädigungen noch entsprechend zu berücksichtigen gilt.
3. a) Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten
gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zu 2/3 dem Beschwerdeführer und zu
jeweils 1/6 der Beschwerdegegnerin 2 (Gemeinde/Planungsträgerin) und
der B._ AG (Bauherrin/Beigeladene) aufzuerlegen. Die
Gerichtskosten werden dabei praxisgemäss nach dem freien Ermessen
des Gerichts festgelegt.
b) Der Beschwerdeführer hat die anwaltlich vertretene B._ AG zudem
noch aussergerichtlich gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG angemessen zu
entschädigen, wobei das streitberufene Gericht ermessensweise eine
reduzierte Pauschalentschädigung von Fr. 4‘000.-- inkl. Mehrwertsteuer
und Zusatzaufwand für den gerichtlichen Augenschein (2/3 von bei
vollständigem Obsiegen vom Gericht unter Berücksichtigung der dazu
angeführten Argumente der beteiligten Rechtsvertreter vom 21. März und
vom 28. Oktober 2014 als angemessen betrachteten Fr. 6'000.--) für
gerechtfertigt erachtet. Umgekehrt haben die Beschwerdegegnerin 2 und
die beigeladene B._ AG ihrerseits ebenfalls noch den anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführer zu entschädigen, wobei das Gericht eine
herabgesetzte Parteientschädigung von jeweils Fr. 650.-- (inkl. MWST
und Augenschein), zusammen also total Fr. 1‘300.--, für angemessen
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hält. Den Beschwerdegegnerinnen steht demgegenüber gemäss Art. 78
Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu, ebenso wenig der nicht
anwaltlich vertretenen beigeladenen Bürgergemeinde X._, welcher
vorliegend kein Aufwand entstanden ist.