Decision ID: 6c8bc3df-11dc-54a1-816c-6704f6c1d143
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239,
9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilflosenentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war in den Jahren 1989 und 1994 in zwei Verkehrsunfälle involviert (IV-act.
4). Seither litt sie unter Rückenbeschwerden im Kreuzbereich und Beschwerden im
Halswirbelbereich (IV-act. 9 S. 1). Eingriffe an der Hals-und der Lendenwirbelsäule
(Spondylodesen) bewirkten langfristig keine Schmerzreduktion. Schliesslich wurden bei
der Versicherten eine Zervikobrachialgie links mit Verdacht auf ein Wurzelreiz-Syndrom
C8, ein lumboradikuläres Reizsyndrom rechts und eine sekundäre Fibromyalgie
diagnostiziert (IV-act. 5 S. 7 ff.). Mit Verfügung vom 8. Februar 1996 wurde der
Versicherten infolge langdauernder Krankheit eine ganze Rente der
Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Mai 1995 zugesprochen (IV-act. 23).
A.b Vom 5. Dezember 1995 bis am 9. Februar 1996 war die Versicherte im Schweizer
Paraplegiker-Zentrum Nottwil. Dort wurde ein schweres chronisches zervikales
Schmerzsyndrom diagnostiziert. Da eine ursächliche Therapie nicht möglich war,
implantierte man ihr zur Schmerzerleichterung eine Medtronic-Pumpe (IV-act. 39 S. 3).
A.c Im Jahr 1998 liess die Winterthur-Versicherung ein polydisziplinäres Gutachten
bei der Medizinischen Abklärungsstelle der Invalidenversicherung (MEDAS) in Auftrag
geben (IV-act. 58). Es wurden ein orthopädisches und ein psychiatrisches
Teilgutachten erstellt. Die Hauptdiagnosen waren ein cerviko-lumbales
Schmerzsyndrom, Knieschmerzen beidseits nach beidseitiger Versetzung der
Tuberositas tibiae 1996/1997, ein Instabilitätsgefühl am linken OSG (oberes
Sprunggelenk) nach beidseitiger Bandplastik 1996/1997 sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, kombiniert mit dissoziativen Bewegungsstörungen und
Sprachstörungen (IV-act. 58 S. 15 f.). Die Versicherte gab damals an, Schmerzen im
Nacken, ausstrahlend in den ganzen rechten Arm bis in die Finger IV und V sowie
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lumbale Schmerzen zu haben. Die Schmerzen würden in das rechte Bein bis in den
Knöchel ausstrahlen. Daneben fühle sie Parästhesien in beiden Armen, allen Fingern
und im Gesicht. Zusätzlich würden blitzartig "eigenartige Anfälle" auftreten. Während
solcher Ereignisse sei sie nicht ansprechbar und auch schon gestürzt. Die Dauer und
Häufigkeit dieser Anfälle sei unterschiedlich. Sowohl nach solchen Ereignissen als auch
infolge der Schmerzen müsse sie häufiger erbrechen. Gemäss dem Gutachten waren
die Beschwerden der LWS und HWS aus orthopädischer Sicht nicht nachvollziehbar.
Auch die Anfälle konnten trotz neurologischer Abklärungen aus medizinischer Sicht
nicht erklärt werden (IV-act. 58 S. 17).
A.d Ab 1. Februar 1997 wurde der Versicherten von der Invalidenversicherung eine
Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit ausgerichtet. Es wurde anerkannt, dass die
Versicherte beim An- und Auskleiden, beim Baden und bei der Fortbewegung täglich
und in erheblichem Ausmass auf die Hilfe Dritter angewiesen sei (IV-act. 70 und 72).
Infolge einer Revision wurde der Versicherten per 1. Januar 2002 eine Entschädigung
wegen Hilflosigkeit mittelschweren Grades zugesprochen. Die Versicherte benötigte
neu zusätzlich beim Essen regelmässige und erhebliche Dritthilfe, da ihr alle Mahlzeiten
ans Bett gebracht werden mussten (IV-act. 84 und 89 f.).
B.
B.a Im Fragebogen betreffend Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung (IV-
act. 103; nachfolgend: Revisionsformular) vom 7. August 2012 gab die Versicherte an,
dass ihr Gesundheitszustand unverändert sei. Mit Bezug auf die allgemeinen
Lebensverrichtungen führte sie an, sie benötige beim An- und Ausziehen von
Kleidungsstücken unterhalb der Gürtellinie Hilfe. Aufstehen und Absitzen könne sie nur,
wenn jemand sie aufziehe beziehungsweise festhalte. Die Beine, den Rücken und die
Haare könne sie nicht selbständig waschen. Zudem bedürfe sie zum Ein- und
Aussteigen in bzw. aus der Badewanne der Hilfe Dritter. Weiter benötige sie für das
Schieben des Rollstuhls und beim Ein- und Aussteigen in bzw. aus dem Auto und den
öffentlichen Verkehrsmitteln Unterstützung. Nicht hilflos sei sie im Bereich des Essens
und der Verrichtung der Notdurft. Während sie auf Seite 3 des Revisionsformulars
angab, nicht auf persönliche Überwachung angewiesen zu sein, gab sie auf Seite 7
desselben Formulars an, nachts persönlich überwacht werden zu müssen. Sie führte
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weiter aus, dass sie zum einen auf lebenspraktische Begleitung angewiesen sei, da sie
alleine nicht einkaufen und Kontakte pflegen könne. Zum anderen könne sie nicht
alleine in öffentliche Verkehrsmittel einsteigen und wieder aussteigen. Weiter benütze
sie das Tixi-Taxi. Je nach Tagesverfassung (Schmerzen) führe sie im Haushalt leichtere
Arbeiten aus. Manchmal erledige sie mit dem Rollstuhl auch kleinere Einkäufe in der
nahen Umgebung.
B.b Im Verlaufsbericht vom 20. August 2012 des Schmerzzentrums des Kantonsspitals
St. Gallen (IV-act. 106) hielt Dr. med. B._ fest, sie sehe die Versicherte im
Durchschnitt alle 35-36 Tage. Die Dosierung des Morphins liege seit längerer Zeit bei
ungefähr 42-45 mg pro Tag.
B.c Im Bericht vom 4. September 2012 gab der Hausarzt Dr. med. C._ (IV-act. 107
S. 1-4) an, dass der Gesundheitszustand der Versicherten unverändert sei. Ihr Bedarf
an Morphinen sei weiterhin hoch. Die Versicherte sei aber nur in speziellen Ver
richtungen, z.B. beim Duschen, auf regelmässige Hilfe von Drittpersonen angewiesen.
Meistens könne sie sich selber an- und auskleiden, zum Teil benötige sie dafür jedoch
Hilfe. Aufstehen, absitzen und abliegen könne sie selbständig. Für die Fortbewegung
benütze sie Krücken, für längere Strecken sei sie auf den Rollstuhl oder das Tixi-Taxi
angewiesen. Eine ergänzende medizinische Abklärung halte er nicht für angezeigt.
B.d Am 26. Oktober 2012 führte die zuständige Sachbearbeiterin der IV-Stelle eine
telefonische Abklärung betreffend die Hilflosenentschädigung mit dem Ehemann der
Versicherten durch (IV-act. 111). Der Ehemann erklärte, die Versicherte habe beim An-
und Ausziehen von Kleidungsstücken unterhalb der Gürtellinie Schwierigkeiten. Sie sei
dabei mehrheitlich auf Dritthilfe angewiesen, wobei dies stark von der Tages- und
Schmerzsituation abhängig sei. Nicht hilflos sei sie im Bereich des Aufstehens,
Absitzens und Abliegens. Mithilfe von Krücken und eines Stuhles könne sie selbständig
aufstehen. Beim zu Bett gehen benötige sie je nach Tagesform Hilfe, um die Beine über
den Bettrand zu legen. Tagsüber sei das Absitzen und Aufstehen auf bzw. von einem
Stuhl mit normaler Höhe möglich. Beim Essen sei sie nicht auf Hilfe angewiesen. Sie
nehme die Mahlzeiten am Tisch ein und könne diese mit Messer und Gabel selber
zerkleinern. Es komme jedoch vor, dass ihr das Glas aus der Hand rutsche. Für den
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Ein- und Ausstieg in bzw. aus der Badewanne benötige sie Hilfe. Sie verfüge über ein
Badewannenbrett, auf das sie sich setze und die Körperpflege selber vornehme. Es
müsse aber jemand in Rufweite anwesend sein, damit sie bei Bedarf Hilfe anfordern
könne. Die Notdurft verrichte sie selbständig. Die Fortbewegung mit Krücken sei nur
noch beschränkt möglich. Für weitere Strecken sei sie auf den Rollstuhl angewiesen.
Sie müsse nicht ständig persönlich überwacht werden, es bestehe keine Eigen- und
Fremdgefährdung; sie könne mehrere Stunden alleine gelassen werden. Auch sei sie
nicht pflegebedürftig. Der Ehemann unterzeichnete und bestätigte die gemachten
Angaben am 12. November 2012. Dr. C._ bestätigte am 16. Dezember 2012, dass
der protokollierte Zustand seiner Einschätzung entspreche (IV-act. 113 f.).
B.e Mit einem Vorbescheid vom 29. Januar 2013 (IV-act. 116) teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, dass eine Reduktion der Hilflosenentschädigung auf eine Entschädi
gung für eine Hilflosigkeit leichten Grades vorgesehen sei. Die IV-Stelle erläuterte, sie
anerkenne weiterhin die Hilflosigkeit der Versicherten in den Bereichen des An- und
Auskleidens und der Fortbewegung. Eine dauernde persönliche Überwachung und eine
lebenspraktische Begleitung seien aber nicht notwendig. Bei der Versicherten lägen
keine erheblichen psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen vor, die eine
selbständige Organisation des Haushaltes verunmöglichen würden. Je nach
Tagesverfassung benötige sie bei Teilverrichtungen in den Bereichen Aufstehen,
Absitzen und Abliegen, beim Essen, der Körperpflege und der Verrichtung der Notdurft
zwar Unterstützung. Es handle sich hierbei aber nicht um tägliche Hilfestellungen in
erheblichem Umfang. Zudem unterstütze der Einsatz entsprechender Hilfsmittel eine
selbständige Durchführung dieser Lebensverrichtungen.
B.f Dagegen liess die Versicherte am 6. März 2013 Einwand erheben und beantragen,
es sei ihr nach wie vor eine Hilflosenentschädigung mindestens mittleren Grades
auszurichten (IV-act. 118). Ihr Rechtsvertreter brachte zur Begründung des Antrags vor,
dass sich die Versicherte trotz der Morphinpumpe im Haus ausschliesslich mit zwei
Krücken oder teilweise sogar nur im Rollstuhl fortbewegen könne. Ausserhäusliche
Besorgungen könne sie nicht alleine erledigen. Die Kleider müssten ihr aus dem
Schrank geholt werden und sie benötige Hilfe beim Anziehen, insbesondere bei den
Kleidern bis zum Hüftbereich. Die Versicherte ernähre sich praktisch nur noch mit
Flüssignahrung. Für das Zerkleinern fester Nahrung sei sie auf die Hilfe von
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Drittpersonen angewiesen. Auch beim Baden und Duschen sei sie auf Hilfe
angewiesen, beispielsweise beim Abtrocknen. Weiter habe die Versicherte rund drei
Mal pro Monat keine Kontrolle über die Blase und den Darm. Die geistige und die
körperliche Konzentration (gemeint wohl: Verfassung) der Versicherten hätten sich
verschlechtert, insbesondere aufgrund eines Streifschlages. Weiter habe sie insgesamt
vier epileptische Anfälle erlitten, den letzten vor rund zweieinhalb Jahren. Daher sei die
Hilflosigkeit der Versicherten in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen
ausgewiesen. Daneben benötige sie auch eine lebenspraktische Begleitung. Mit
Schreiben vom 15. April 2013 (IV-act. 123) wies der Rechtsvertreter ergänzend darauf
hin, dass die Morphinpumpe aktuell Probleme bereite. Der Gehalt an Morphin habe
infolge einer Kristallbildung in der Pumpe von 4 % auf 2.5 % reduziert werden müssen.
Dies habe bei der Versicherten zu bedeutend grösseren Schmerzen und zu einer
zusätzlichen Bewegungseinschränkung geführt, weshalb sie nun tägliche Hilfe
benötige, um die Beine über den Bettrand zu legen und um das Bett zu verlassen.
Auch zum Aufstehen von einem Stuhl benötige sie vermehrt Dritthilfe. Dieser Zustand
drohe zu einem Dauerproblem zu werden und mache vermehrt Kontrollen der
Morphinpumpe im Kantonsspital St. Gallen notwendig. Bezüglich des Essens brachte
der Rechtsvertreter ergänzend vor, die Versicherte müsse wegen der sehr starken
Schmerzen und der Morphinpumpe sehr oft erbrechen. Deshalb ernähre sie sich fast
nur noch von flüssiger Nahrung oder püriertem Müesli. Erschwert werde die
Nahrungsaufnahme durch die (höchstwahrscheinlich epileptischen) Anfälle der
Versicherten. Weiter seien ihre Zähne durch das regelmässige Erbrechen sowie wegen
der Anfälle praktisch zerstört. Betreffend die Körperpflege brachte der Rechtsvertreter
vor, dass die Versicherte weder in die Badewanne hinein- noch hinaussteigen könne.
Ein Badelift könne in dem sehr engen Badezimmer nicht montiert werden. Wegen des
fehlenden Gleichgewichts müsse auch beim Duschvorgang selbst immer jemand
anwesend sein.
B.g Mit einer Verfügung vom 25. Juni 2013 (IV-act. 125 und 127) ordnete die IV-Stelle
per 1. August 2013 aus den im Vorbescheid dargelegten Gründen eine Reduktion auf
eine Entschädigung bei einer leichten Hilflosigkeit an. Zu den Einwänden nahm die IV-
Stelle wie folgt Stellung: Die Reduktion des Morphins habe nicht zu einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin geführt, sondern
es handle sich um eine momentane Situation. Gemäss dem Regionalen Ärztlichen
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Dienst (RAD) sei für die medikamentöse Schmerztherapie nicht die Konzentration des
Morphinpräparates, sondern einzig die jeweilige Morphindosis pro Tag entscheidend.
Diese habe offensichtlich reduziert werden können. Dass die durch die
Schmerzmittelreduktion entstandenen Bewegungseinschränkungen und Schmerzen
zum Dauerzustand werden könnten, sei aus ärztlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Mit
Bezug auf die Verrichtung des Aufstehens, Absitzen und Abliegens verwies die IV-
Stelle auf das Protokoll der telefonischen Abklärung (IV-act. 111). Bisher stünden auch
keine geeigneten Hilfsmittel wie beispielsweise ein Elektropflegebett oder Haltestangen
zur Verfügung. Betreffend die Bereiche des Essens, der Körperpflege und der
Verrichtung der Notdurft verwies die IV-Stelle auf die Angaben der Beschwerdeführerin
im Revisionsformular (IV-act. 103). Sie ergänzte, die Problematik des rezidivierenden
Erbrechens begründe keinen regelmässigen und erheblichen Unterstützungsbedarf.
Die Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen in bzw. aus der Badewanne könnten
durch geeignete Hilfsmittel wie einen Badelift, eine ebenerdige Dusche oder Haltegriffe
beseitigt werden. Zudem könnte ein Duschstuhl den Gleichgewichtsproblemen
entgegenwirken. Bezüglich des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung hielt sie fest,
dass die Hilfe bei der Fortbewegung und dem Pflegen gesellschaftlicher Kontakte
bereits bei der Lebensverrichtung der Fortbewegung angerechnet würde. Zudem
bestünden bei der Versicherten keine erheblichen kognitiven oder psychischen
Einschränkungen, die ihr eine selbständige Organisation verunmöglichen würden.
C.
C.a Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) liess am 29. August 2013
gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 25. Juni
2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter stellte den Antrag, die Ver
fügung sei dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin mindestens eine
Hilflosenentschädigung mittleren Grades ausgerichtet werde. In Ergänzung zu den
Ausführungen in der Stellungnahme zum Vorbescheid führte er betreffend den Bereich
des Essens an, dass die Beschwerdeführerin feste Nahrung nicht selber zerkleinern
könne. In Bezug auf den Bedarf nach einer lebenspraktischen Begleitung brachte er
vor, dass die Beschwerdeführerin ohne ihren Ehemann nicht selbständig leben könnte.
Im Übrigen kritisierte er, dass die telefonische Abklärung mit dem Ehemann
durchgeführt worden sei; es hätten mindestens eine persönliche Abklärung und ein
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Gespräch mit der Beschwerdeführerin durchgeführt werden müssen, soweit eine
weitere Abklärung überhaupt als notwendig habe erachtet werden müssen. Der
Ehemann helfe bei der Bewältigung von Alltagssituationen und überwache und
kontrolliere den Haushalt. Er sei auch für das Einkaufen, die Kontakte mit Amtsstellen
und Medizinalpersonen zuständig. Das Aufsuchen von Ärzten und des Spitals für das
regelmässige Auffüllen der Medtronic-Pumpe sei nur mit Hilfe des Ehemannes oder mit
dem (Tixi-)Taxi möglich. Ohne Dritthilfe sei die Beschwerdeführerin dauernd von der
Aussenwelt isoliert. Weiter begründe allein der Umstand, dass sich die
Beschwerdeführerin über kurze Distanz nur an Krücken und über längere Distanz nur
im Rollstuhl fortbewegen könne, die Notwendigkeit einer persönlichen Überwachung.
So könne die Beschwerdeführerin bei allfälligen Stürzen mit den Krücken oder dem
Rollstuhl nur durch Dritthilfe wieder aufstehen. Ohne persönliche Überwachung würde
die Beschwerdeführerin sowohl sich selbst als auch Dritte gefährden, denn bei Stürzen
im öffentlichen Bereich seien auch die sich in unmittelbarer Nähe befindenden
Personen gefährdet. Allein die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin seit 17.5 Jahren
ununterbrochen Morphin benötige, habe zu gewissen körperlichen sowie geistigen
Auflösungserscheinungen und Einschränkungen geführt. Weiter verwies der
Rechtsvertreter auf den Bericht von Dr. med. D._ vom Schmerzzentrum des
Kantonsspitals St. Gallen vom 19. August 2013 (act. G 1.1/6). Dem Bericht ist zu
entnehmen, dass aufgrund von Empfehlungen seitens der Herstellerfirma der Pumpen
die Morphin-Konzentration von 4 % auf 2.5 % vermindert worden war. Inwiefern sich
die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin bzw. die damit verbundene
Pflegebedürftigkeit in den letzten Jahren verändert hatte, konnte Dr. D._ aufgrund der
ihm vorliegenden Unterlagen und wegen der kurzen Konsultationen im Rahmen der
Medikamentenpumpe-Betreuung nicht beurteilen. Er gab an, es sei mit Sicherheit keine
Verbesserung der Situation eingetreten. Im vom Rechtsvertreter eingereichten
Arztbericht vom 31. August 2013 (act. G 3.1) erklärte Dr. C._, die Diagnosen hätten
sich nicht verändert. Aus medizinischer Sicht sei keine Besserung der Beschwerden
möglich. Insgesamt sei von einem stabilen bis sich leicht verschlechterndem Zustand
auszugehen.
C.b Die Beschwerdegegnerin verwies in ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Oktober
2013 (act. G 5) vollumfänglich auf die Stellungnahme ihres Fachbereichs vom 22. Okto
ber 2013 (act. G 5.1). Dort war ausgeführt worden, die Angaben, die im Jahr 2002 zur
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Erhöhung der Hilflosenentschädigung geführt hätten, seien aus aktueller medizinischer
Sicht nicht nachvollziehbar. Die IV-Stelle habe damals den Untersuchungsgrundsatz
verletzt, indem sie die Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin in den Bereichen
Essen und Körperpflege ungenügend abgeklärt habe. Der vorliegende Fall könne
deshalb in Wiedererwägung gezogen werden. Aufgrund der Angaben der
Beschwerdeführerin im Revisionsformular vom 25. Mai 2007 (IV-act. 96) sowie im
Revisionsformular vom 7. August 2012 (IV-act. 103) könne davon ausgegangen
werden, dass sich ihr Gesundheitszustand, welcher sich anscheinend ab September
2001 während kurzer Zeit verschlechtert habe, schnell wieder normalisiert habe. Die
geltend gemachte Hilfe beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen habe wegen der
Schadenminderungspflicht (Elektropflegebett) schon bis anhin nie berücksichtigt
werden können. Die Beschwerdegegnerin verwies weiter auf die Ausführungen des
Ehemannes im Protokoll der telefonischen Abklärung vom 26. Oktober 2012 (IV-act.
111) und die Ausführungen in der Verfügungsbegründung (IV-act. 125). Aus den
Sitzungsdaten im Kantonsspital St. Gallen zwecks Auffüllen der Morphinpumpe könne
lediglich abgeleitet werden, dass die Beschwerdeführerin Hilfe bei der Fortbewegung
benötige. Weiter sei die Abklärung der Hilflosigkeit nach der üblichen Vorgehensweise
erfolgt. Die telefonischen Abklärungen würden überwiegend mit denjenigen Personen
durchgeführt, welche die notwendige Hilfe leisteten und folglich auch darüber Auskunft
geben könnten. Weiter seien die Einschränkungen bei der Erledigung der
Haushaltsarbeiten bereits in der IV-Rente berücksichtigt. Im Übrigen habe die
Beschwerdeführerin bei der Abklärung vom 15. August 1995 (IV-act. 9) angegeben, sie
könne gewisse Tätigkeiten im Haushalt selber vornehmen (Planung, Organisation,
oberflächliche Reinigung im Haushalt, leichte körperliche Tätigkeiten, Aufwärmen von
Tiefkühlprodukten, Besorgungen kleiner Einkäufe). Da die IV-Rente seit damals nicht
erhöht worden sei, könne weiterhin auf diese Angaben abgestellt werden. Dies sei auch
nochmals ein Hinweis darauf, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit diesem Zeitpunkt nicht massgebend verändert habe. Mit
Verweis auf eine interne Stellungnahme des RAD vom 20. Juni 2013 (IV-act. 124) hielt
sie fest, dass aufgrund der medizinischen Diagnosen und der ärztlichen Befunde
keinerlei Anhaltspunkte für relevante kognitive Einschränkungen, die einen Bedarf an
lebenspraktischer Begleitung begründen würden, vorlägen. Es gebe keine
medizinischen Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin eine dauernde persönliche
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Überwachung benötige, weil sie sich selber oder Dritte gefährde. Zudem habe der
Ehemann im Rahmen der telefonischen Abklärung bestätigt, dass die
Beschwerdeführerin mehrere Stunden allein gelassen werden könne. Auch die
Beschwerdeführerin selbst habe im Revisionsformular die Notwendigkeit einer
persönlichen Überwachung verneint.
C.c Am 16. Dezember 2013 reichte der Rechtsvertreter die Replik ein (act. G 9). Er
bestritt, dass ein Wiedererwägungsgrund vorliege. Zudem sei nicht ersichtlich, ob die
Erhöhung der Hilflosigkeit von leicht auf mittelschwer im Jahr 2002 im Rahmen einer
Wiedererwägung oder einer Revision erfolgt sei. Vorliegend seien aber weder die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung noch für eine Revision gegeben. Der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich in den letzten Jahren nicht
massgeblich verändert, respektive wenn überhaupt, dann eher verschlechtert. Dies
hätten Dr. C._ und Dr. D._ auch bestätigt (G 3.1 und act. G 1.1/6). Es sei daher
immer noch von mindestens einer mittelschweren Hilflosigkeit auszugehen, wobei seit
Sommer 2013 sogar eine schwere Hilflosigkeit gegeben erscheine. Die Morphin-
Konzentration in der Pumpe sei nicht wegen einer Verbesserung des
Gesundheitszustandes, sondern als Folge der Kristallisierungsproblematik
herabgesetzt worden. Die Reduktion der Morphindosis bezwecke, die Schmerzen der
Beschwerdeführerin auch zukünftig wirksam mit demselben Medikament behandeln zu
können. Wegen der veränderten Konzentration des Morphins habe sich der
Gesamtzustand der Beschwerdeführerin kontinuierlich verschlechtert. Sie sei
phasenweise während zwei Wochen bettlägerig und habe auch einen Teil ihrer
bisherigen bereits massiv eingeschränkten Selbständigkeit in alltäglichen Verrichtungen
eingebüsst. Es handle sich dabei entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin nicht um eine momentane Situation. Die Verschlechterung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin sei der Beschwerdegegnerin bereits
bei Erlass der Verfügung bekannt gewesen. Trotzdem seien keine aktuellen
Abklärungen durchgeführt worden. Seit Sommer 2013 benötige die Beschwer
deführerin stets Hilfe beim Aufstehen. Bezüglich des Essens ergänzte der Rechtsver
treter, dass schlecht zerkleinerte Nahrung bei der Beschwerdeführerin zu vermehrtem
Erbrechen führe. Die Beschwerdeführerin erleide zudem auch bei der Aufnahme von
Nahrungsmitteln Anfälle (wahrscheinlich epileptischer Art), welche die Hilfsbedürftigkeit
beim Essen noch zusätzlich erhöhten (Erstickungsgefahr etc.). Bezüglich der
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Körperpflege sei festzuhalten, dass der Ehemann einen Stuhl für die Badewanne
angeschafft habe, damit die Beschwerdeführerin sich weitestgehend selbst in der
Badewanne waschen könne. Beim Ein- und Ausstieg sei jedoch Hilfe notwendig. Der
Ehemann der Beschwerdeführerin habe sich darüber informiert, ob es möglich sei, im
Bad einen Badelift zu montieren. Der Platzmangel lasse dies nicht zu. Bezüglich der
Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung habe die Beschwerdegegnerin keine
genügenden Abklärungen getroffen. Gemäss dem vom Rechtsvertreter nachgereichten
Bericht von Dr. C._ vom 23. Dezember 2013 (act. G 10.1) habe die Reduktion der
Morphin-Konzentration in der Pumpe zu einer gesundheitlichen Verschlechterung
geführt. Die Beschwerdeführerin habe seither mehr Schmerzen im Rückenbereich.
Durch die Verschlechterung sei auch die Pflegebedürftigkeit der Beschwerdeführerin
gestiegen. Er denke, dass sie ohne die tatkräftige Hilfe von Ehemann und Tochter nicht
mehr alleine wohnen könnte.
C.d Schliesslich reichte der Rechtsvertreter noch einen vom Ehemann der
Beschwerdeführerin bestätigten Bericht vom 10. Januar 2014 ein (act. G 11.1). In
Ergänzung zu den Ausführungen bei der telefonischen Abklärung wird im Bericht
dargelegt, dass die Beschwerdeführerin seit der Reduktion der Morphin-Konzentration
im Frühsommer 2013 auch den Oberkörper nicht mehr durchgehend selbständig
bekleiden könne. Für die Bekleidung unterhalb der Gürtellinie sei die
Beschwerdeführerin immer auf Hilfe angewiesen. Im Bereich des Aufstehens, Absitzens
und Abliegens benötige sie vor allem beim Aufstehen Hilfe. Mittels eines Heizkörpers
könne sie sich teilweise selbständig in eine aufrechte Position bringen und mittels eines
Holzbrettes (Sitzkonstruktion) ziehe sie sich danach aus dem Bett. Trotz dieser
Hilfsmittel schaffe sie es aber meistens nicht, ohne Dritthilfe aus dem Bett zu kommen.
Es bereite ihr vor allem Mühe, in eine aufrechte Position zu gelangen sowie die Beine
aus der liegenden Position zu bewegen. Beim Aufstehen stütze sie sich auf ihre
Krücken, wobei sie nur aus geeigneter Höhe aufstehen könne. Seit der Verschärfung
der Schmerzsituation im Frühsommer 2013 müsse sie beim Aufstehen täglich
unterstützt werden. Beim Abliegen müssten ihre Beine durch eine Drittperson über den
Bettrand gelegt werden. Bezüglich des Essens bestätigte der Ehemann, dass sich die
Beschwerdeführerin hauptsächlich von flüssiger Nahrung ernähre, welche sie auch mit
einem Strohhalm konsumieren könne. Feste Nahrung müsse ihr verkleinert werden, da
ihr das Halten von Besteck und Gläsern vermehrt schwer falle. Bei der Aufnahme fester
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Nahrung müsse wegen der vermehrt auftretenden Anfälle eine Drittperson anwesend
sein. Je nach Schmerzsituation benötige sie heute mehr Hilfe bei der Körperpflege,
beispielsweise beim Haare waschen. Dank eines Griffes neben der Toilette sei die
Beschwerdeführerin bei der Verrichtung der Notdurft selbständig. Ausserhalb der
Wohnung sei die Fortbewegung nur noch mit dem Rollstuhl möglich. Vor allem
während der Wintermonate, wenn die Strassen eisig oder verschneit seien, könne die
Beschwerdeführerin das Haus mit dem Rollstuhl nicht mehr verlassen. Die
Fortbewegung mit dem Rollstuhl in öffentlichen Verkehrsmitteln sei aufgrund der
notwendigen Voranmeldung und der Anstrengungen nicht mehr möglich. Daher sei sie
zur Wahrnehmung von Terminen jeweils auf Dritthilfe angewiesen, insbesondere wenn
diese kurzfristig anfielen. Ohne seine Hilfe und die Hilfe der Tochter könnte die
Beschwerdeführerin nicht in einem eigenen Haushalt leben und müsste in ein Heim.
C.e In der Duplik vom 31. Januar 2014 (act. G 13) erklärte die Beschwerdegegnerin,
sie sei nach der Durchsicht der Replik zum Schluss gekommen, dass bei der
Beschwerdeführerin weiterhin eine Hilflosigkeit mittleren Grades bestehe. Die
Beschwerde sei somit dahingehend gutzuheissen, dass eine Hilflosigkeit mittleren
Grades auszurichten sei.
C.f Mit Schreiben vom 5. Februar 2014 reichte der Rechtsvertreter seine Honorarnote
über Fr. 5'242.55 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein.

Erwägungen:
1.
Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind,
haben Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). Als hilflos gilt
eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 9 ATSG). Eine leichte Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, einer dauernden
persönlichen Überwachung bedarf, einer durch das Gebrechen bedingten ständigen
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und besonders aufwendigen Pflege bedarf, wegen einer schweren Sinnesschädigung
oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher
Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann oder dauernd auf eine
lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV). Eine mittelschwere
Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in
den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die
Hilfe Dritter angewiesen ist, in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer
dauernden persönlichen Überwachung bedarf oder in mindestens zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und
überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 IVV).
Eine schwere Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist.
Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden
Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 IVV). Praxisgemäss
werden folgende sechs alltägliche Lebensverrichtungen unterschieden: An- und
Auskleiden, Aufstehen, Absitzen und Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichten der
Notdurft und Fortbewegung (vgl. Rz. 8010 des Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH). Ist eine versicherte Person nicht in der
Lage, eine von mehreren Teilfunktionen einer dieser sechs alltäglichen
Lebensverrichtungen selbständig auszuführen, gilt sie bezüglich der entsprechenden
alltäglichen Lebensverrichtung als hilflos (Rz. 8011 KSIH). Der Bedarf nach
Hilfeleistungen muss regelmässig und in erheblicher Weise bestehen. Regelmässig
werden Hilfeleistungen benötigt, wenn sie täglich oder eventuell täglich erbracht
werden müssen (vgl. Rz. 8025 KSIH). Erheblich sind Hilfeleistungen, wenn die
versicherte Person mindestens eine Teilfunktion einer alltäglichen Lebensverrichtung
nicht mehr, nur noch mit unzumutbarem Aufwand oder nur noch auf unübliche Art und
Weise selbst ausführen kann oder wegen ihres psychischen Zustandes ohne
besondere Aufforderung nicht vornehmen würde, oder wenn sie sie selbst mit Hilfe
Dritter nicht erfüllen kann, weil sie für sie keinen Sinn hat (vgl. Rz. 8026 KSIH).
2.
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2.1 Die Beschwerdeführerin benötigt keine dauernden medizinischen oder pflege
rischen Hilfeleistungen (vgl. Rz 8032 ff. KHIH). Sie ist auch nicht auf eine dauernde
persönliche Überwachung angewiesen (vgl. Rz 8035 ff. KSIH), denn sie kann durchaus
für längere Perioden allein gelassen werden, ohne in Gefahr zu geraten. Sollte sie bei
der Fortbewegung tatsächlich auf eine Begleitperson angewiesen sein, um nicht zu
stürzen oder nach einem Sturz wieder aufstehen zu können, so erfüllt das nicht den
Tatbestand des Bedarfs nach einer dauernden persönlichen Überwachung, sondern
allenfalls denjenigen der Hilflosigkeit bei der Fortbewegung. Damit kann kein Anspruch
auf eine Entschädigung bei einer schweren Hilflosigkeit bestehen, selbst wenn die
Beschwerdeführerin in allen sechs alltäglichen Lebensverrichtungen in einem
relevanten Ausmass hilflos sein sollte. Weiterhin mittelschwer hilflos ist sie, wenn sie in
wenigstens vier alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf
Hilfe angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV) oder wenn sie in zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist und
zudem einer lebenspraktischen Begleitung bedarf (Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV). Die dritte
Variante der mittelgradigen Hilflosigkeit (Art. 37 Abs. 2 lit. b IVV) kommt zum Vornherein
nicht in Frage, weil die Beschwerdeführerin nicht dauernd persönlich überwacht
werden muss. Sollte die Beschwerdeführerin auf eine lebenspraktische Begleitung
angewiesen sein, so genügt es demnach, wenn für zwei der sechs alltäglichen
Lebensverrichtungen mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die Beschwerdeführerin regelmässig in erheblicher
Weise auf Hilfe angewiesen ist. Ob das auch auf eine oder mehrere der restlichen vier
alltäglichen Lebensverrichtungen zutrifft, kann dann offen bleiben, denn es wäre
unverhältnismässig und würde den Grundsatz der Verfahrensbeschleunigung verletzen,
wenn die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts in Bezug auf die übrigen vier
alltäglichen Lebensverrichtungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen würde.
2.2 Einer lebenspraktischen Begleitung bedarf, wer ohne Begleitung einer Drittperson
nicht selbständig wohnen kann (Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV), wer für Verrichtungen und
Kontakte ausserhalb der Wohnung auf die Begleitung durch eine Drittperson ange
wiesen ist (Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV) oder wer ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von
der Aussenwelt zu isolieren (Art. 38 Abs. 1 lit. c IVV). Der Beschwerdeführerin droht
keine Gefahr einer sozialen Isolation, da sie trotz der Folgen ihrer gesundheitlichen Be
einträchtigung ohne weiteres in der Lage ist, soziale Kontakte zu pflegen, also bei
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spielsweise zu telefonieren, Besuche zu machen oder kulturelle Anlässe zu besuchen.
Anders als etwa eine schwer depressive Person benötigt sie keine Begleitung, um mit
einer anderen Person in einen sozialen Kontakt zu treten und diesen dann zu pflegen.
Der Tatbestand des Art. 38 Abs. 1 lit. c IVV ist im vorliegenden Fall also nicht erfüllt.
Dasselbe gilt für den Tatbestand des Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV, denn die
Beschwerdeführerin ist ohne eine Begleitung in der Lage, mit Behörden, Ärzten,
Banken usw. zu verkehren. Dass sie zur Pflege gesellschaftlicher Kontakte (Art. 38 Abs.
1 lit. c IVV) und für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung (Art. 38 Abs. 1
lit. b IVV) darauf angewiesen ist, ihre Wohnung verlassen und andere Orte aufzusuchen
zu können, erfüllt den Tatbestand des Bedarfs nach regelmässiger und erheblicher
Hilfe bei der alltäglichen Lebensverrichtung der Fortbewegung, ist also durch die in Art.
37 IVV geregelten Voraussetzungen eines Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung
vollumfänglich abgedeckt. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin auf eine
lebenspraktische Begleitung gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV angewiesen ist, ob sie also
ohne die Begleitung durch eine Drittperson nicht selbständig wohnen kann. Das
Versicherungsgericht des Kantons interpretiert diese Verordnungsbestimmung gestützt
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. BGE 133 V 450 E. 10.2; Urteil vom 1.
April 2010, 9C_410/2009, E. 5.4) so, dass nicht zwischen indirekter und direkter
Dritthilfe zu unterscheiden ist, weil es nicht von Belang ist, ob die Drittperson eine
bestimmte Arbeit bei der Haushaltsbesorgung nur überwacht oder gleich selbst
ausführt. Zur direkten Dritthilfe zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens gemäss
Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV gehören deshalb auch Haushaltsarbeiten wie das Kochen, die
Wäschebesorgung oder das Aufräumen (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 20. März 2012, IV 2011/260 E. 6.3). Auf eine
lebenspraktische Begleitung angewiesen - und damit hilflos - ist gemäss Art. 38 Abs. 1
lit. a IVV also jede Person, die als Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung bei der
Ausführung der im eigenen Haushalt anfallenden Arbeiten so stark eingeschränkt ist,
dass sie nicht mehr selbständig wohnen könnte, wenn nicht eine Drittperson diese
Haushaltsarbeiten für sie ausführen würde. Die Einschränkungen bei den einzelnen
Verrichtungen, aus denen sich die Besorgung des eigenen Haushalts zusammensetzt,
müssen insgesamt ein solches Ausmass erreichen, dass ein selbständiges Wohnen
nicht mehr möglich oder zumutbar ist. Im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV leichtgradig
hilflos sind also auch all jene Versicherten, die aufgrund einer
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Gesundheitsbeeinträchtigung bei der Besorgung ihres Haushaltes so stark
eingeschränkt sind, dass sie ohne Dritthilfe bei der Haushaltsbesorgung nicht mehr
selbständig wohnen könnten. Das gilt völlig unabhängig von ihrer - rein renten
spezifischen - Qualifikation als nur im Haushalt tätig, als teils im Erwerb und teils im
Haushalt tätig oder als vollerwerbstätig. Auf eine lebenspraktische Begleitung i.S. von
Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV angewiesen und damit wenigstens leichtgradig hilflos i.S. von
Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV kann also auch eine Person sein, die vor dem Eintritt der Ge
sundheitsbeeinträchtigung vollerwerbstätig gewesen ist und daneben den eigenen
Haushalt besorgt hat. Lässt die Gesundheitsbeeinträchtigung zwar noch die unein
geschränkte Ausübung der Erwerbstätigkeit zu, verunmöglicht aber die Besorgung des
eigenen Haushalts in einem so starken Mass, dass das selbständige Wohnen nicht
mehr möglich oder zumutbar ist, so besteht ein Bedarf nach einer lebenspraktischen
Begleitung und damit wenigstens eine leichtgradige Hilflosigkeit. Die Abklärung dieser
besonderen Form der Hilflosigkeit, die in weiten Teilen der rentenspezifischen
Invalidität der im Haushalt tätigen Personen gleicht, setzt in aller Regel die
Durchführung einer Haushaltabklärung voraus, da nur so mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erhoben werden kann, in welchem
Ausmass die versicherte Person bei der Haushaltsbesorgung krankheitsbedingt
eingeschränkt ist. Im vorliegenden Fall hat keine solche Haushaltsabklärung
stattgefunden. Aber die Art und die Schwere der Gesundheitsbeeinträchtigung und die
daraus resultierenden nachgewiesenen Einschränkungen bei den alltäglichen
Lebensverrichtungen lassen ohne weiteres die Schlussfolgerung zu, dass die
Beschwerdeführerin bei der Besorgung des eigenen Haushalts so stark eingeschränkt
ist, dass sie ohne eine Dritthilfe bei der Haushaltsbesorgung nicht mehr in der Lage
wäre, selbständig zu wohnen, d.h. dass sie gezwungen wäre, in ein Behindertenheim
einzutreten. Die Beschwerdeführerin ist also nachweislich auf eine lebenspraktische
Begleitung i.S. von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV angewiesen, so dass sie wenigstens
leichtgradig hilflos ist (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV).
2.3 Mittelgradig hilflos ist die Beschwerdeführerin gemäss Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV,
wenn sie zusätzlich in wenigstens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist. Die Beschwerdegegnerin hat die ange
fochtene revisionsweise Herabsetzung auf eine Entschädigung bei einer leichtgradigen
Hilflosigkeit gemäss Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV damit begründet, dass die
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Beschwerdeführerin in den beiden alltäglichen Lebensverrichtungen An- und
Auskleiden und Fortbewegung hilflos sei. Sollte diese Annahme richtig sein, erübrigt
sich die Prüfung einer allfälligen Hilflosigkeit bei den übrigen vier alltäglichen
Lebensverrichtungen. Die Beschwerdeführerin hat im Revisionsfragebogen (IV-act. 103)
am 7. August 2012 angegeben, sie sei beim An- und Ausziehen von Kleidungsstücken
unterhalb der Gürtellinie auf Hilfe angewiesen. Der Ehemann hat diese Angaben
anlässlich der telefonischen Abklärung vom 26. Oktober/12. November 2012 bestätigt
(IV-act. 111). In einer Eingabe an das Gericht vom 10. Januar 2014 (act. G 11.1) hat die
Beschwerdeführerin angegeben, sie könne sich am Oberkörper meist selbständig
anziehen, aber für die Hose, die Socken, die Schuhe usw. sei sie immer auf Hilfe
angewiesen Dr. C._ hat am 4. September 2012 (IV-act. 107) berichtet, die
Beschwerdeführerin könne sich meist selbst anziehen, teils brauche sie aber Hilfe.
Damit hat er die Angaben der Beschwerdeführerin und des Ehemannes bestätigt. Da
sich die Beschwerdeführerin vollständig ankleiden muss, ist die Hilfe beim An- und
Ausziehen unterhalb der Gürtellinie als erheblich zu qualifizieren. Diese Hilfe ist
jedesmal nötig, erfüllt also auch das Kriterium des dauernden Bedarfs. In Bezug auf die
alltägliche Lebensverrichtung des An- und Ausziehens ist die Beschwerdeführerin also
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hilflos. In Bezug auf die alltägliche
Lebensverrichtung der Fortbewegung hat die Beschwerdeführerin am 7. August 2012
(IV-act. 103) angegeben, sei erledige kleinere Einkäufe in der nahen Umgebung mit
dem Rollstuhl. Sie könne ihre Wohnung nur im Rollstuhl verlassen. Für weitere Reisen
benütze sie die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Tixi-Taxi oder aber sie werde von
ihrem Ehemann im Auto chauffiert. Sie benötige bei jedem dieser Transportmittel Hilfe
beim Ein- und Aussteigen. Dr. C._ hat am 4. September 2012 lediglich angegeben,
die Beschwerdeführerin sei auf Stöcke, bei längeren Strecken auf den Rollstuhl
angewiesen (IV-act. 107). Der Ehemann hat dies bestätigt (IV-act. 111). Für die
Fortbewegung in der Wohnung ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
dank der Stöcke, allenfalls auch dank des Rollstuhls nicht auf regelmässige und
erhebliche Hilfe angewiesen ist. Dasselbe gilt für die Fortbewegung im freien, soweit
damit die nahe Umgebung gemeint ist. Geht es aber über die nahe Umgebung hinaus
und wird die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels, des Tixi-Taxi oder des
Autos notwendig, so ist die Beschwerdeführerin auf eine erhebliche Hilfeleistung
angewiesen, da sie nicht selbständig ein- und aussteigen kann. Sie dürfte zwar nicht
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täglich, aber doch öfters über die nahe Umgebung hinausgehende Reisen
unternehmen. Das bedeutet, dass die Hilfe bei der Fortbewegung regelmässig nötig ist.
Die Beschwerdeführerin ist somit auch bei der Fortbewegung im Freien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit regelmässig auf erhebliche Hilfe angewiesen und
damit hilflos. Demnach liegt für mindestens zwei alltägliche Lebensverrichtungen eine
Hilflosigkeit vor, die zusammen mit dem Bedarf nach einer lebenspraktischen
Begleitung gestützt auf Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV eine mittelgradige Hilflosigkeit bewirken.
Dies erlaubt es, auf eine Abklärung in Bezug auf die übrigen vier alltäglichen
Lebensverrichtungen zu verzichten. Es steht fest, dass die Beschwerdeführerin
durchgehend mittelgradig hilflos gewesen ist, so dass sie durchgehend einen Anspruch
auf die entsprechende Hilflosenentschädigung gehabt hat. Die angefochtene
revisionsweise Herabsetzung der laufenden Entschädigung bei einer mittelgradigen
Hilflosigkeit erweist sich somit als rechtswidrig.
3. Entsprechend den vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom
25. Juni 2013 in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin
ist weiterhin eine Entschädigung bei einer mittelgradigen Hilflosigkeit zuzusprechen.
Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat für die Verfahrenskosten aufzukommen.
Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da das
Beschwerdeverfahren einen durchschnittlichen Aufwand verursacht hat, wird die
Gerichtsgebühr auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der
Beschwerdeführerin zurückerstattet. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote
über Fr. 5'242.55 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht. Er hat
einen Aufwand von 18.67 Stunden geltend gemacht. Das von der Beschwerdegegnerin
eingereichte Aktendossier hat zwar einen recht grossen Umfang gehabt, aber die Zahl
der entscheidrelevanten Akten ist eher geringer gewesen als in einem
durchschnittlichen Rentenfall, so dass der objektiv notwendige Zeitaufwand für das
Aktenstudium als kaum durchschnittlich zu qualifizieren ist. Da keine schwierigen
bis
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Rechtsfragen zu beantworten gewesen sind, hat auch die rechtliche Würdigung einen
eher unterdurchschnittlichen Zeitaufwand erfordert. Allerdings sind umfangreiche
Rechtsschriften erstellt worden. Gesamthaft betrachtet erscheint der geltend gemachte
Vertretungsaufwand aber doch als deutlich übersetzt. Bei einem durchschnittlichen
Rentenfall spricht das Versicherungsgericht praxisgemäss eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu. Unter den konkreten Umständen erweist sich eine pauschale Parteientschädigung
von 4'000.-- (ebenfalls einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht