Decision ID: 4c454297-7c89-5dc3-8aad-7c8ee668592e
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführer - srilankische Staatsangehörige  Ethnie aus C._ - im März 2007 bei der Schweizerischen Botschaft in Colombo ein schriftliches Asylgesuch stellten, das der Botschaft am 22. März 2007 zuging,
dass die Beschwerdeführer der Schweizerischen Botschaft am 12. Juni 2007 diverse Unterlagen zu ihren Asylvorbringen ( zahlreiche behördliche Dokumente betreffend das Tötungsdelikt am Ehemann der Beschwerdeführerin beziehungsweise am Bruder des Beschwerdeführers sowie dessen Mutter [beziehungsweise der Schwiegermutter der Beschwerdeführerin] vom 1. September 2006) zukommen liessen,
dass die Beschwerdeführer am 3. Juli 2007 durch einen Mitarbeiter der Schweizerischen Botschaft in Colombo zu ihren Asylgründen befragt wurden,
dass den Eingaben der Beschwerdeführer vom März und Juni 2007, den dabei eingereichten Dokumenten sowie ihren Angaben anlässlich der Anhörung durch die Schweizerische Botschaft vom 3. Juli 2007  zu entnehmen ist, dass sich die Sicherheitslage in ihrer  seit etwa Mai 2006 verschärft habe, wobei es vermehrt zu Personenkontrollen, Hausdurchsuchungen und Razzien gekommen sei,
dass in der Nacht des 1. September 2006 maskierte und bewaffnete Unbekannte vor ihrem Haus erschienen seien und den Vornamen des Bruders beziehungsweise Ehemannes der Beschwerdeführer - D._ - gerufen hätten,
dass jener Bruder (beziehungsweise Ehemann; E._) in der Folge vor das Haus getreten sei und die Unbekannten nach dem Grund ihres Erscheinens gefragt habe,
dass die maskierten Personen daraufhin wortlos die Waffen gegen ihn gerichtet hätten,
dass die Mutter von E._ beim Versuch, sich zwischen die Bewaffneten und ihren Sohn zu werfen, erschossen worden sei,
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dass die Unbekannten in der Folge auch auf E._ und die Beschwerdeführerin geschossen hätten, wobei Ersterer seinen Verletzungen erlegen sei, während die Beschwerdeführerin am Bein verletzt worden sei,
dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Angriff in Ohnmacht gefallen und daher unverletzt geblieben sei,
dass die Beschwerdeführer am nächsten Tag ins Spital eingewiesen worden seien,
dass sich nach jenem Vorfall Angehörige der srilankischen Armee zweimal bei Nachbarn nach ihrem Aufenthaltsort erkundigt hätten,
dass dieser Umstand sie dazu bewogen habe, am 26. September 2006 nach Colombo wegzuziehen, wo sie sich regulär polizeilich  und ein Haus gemietet hätten,
dass sie indessen nach wie vor um ihr Leben fürchten und deshalb den Wunsch hegen würden, ihr Land verlassen zu können,
dass das Bundesamt mit - durch die Schweizerische Botschaft in  an die Beschwerdeführer versandter und diesen am 6. Oktober 2007 zugegangener - Verfügung vom 20. September 2007 deren  abwies und ihnen die Einreise in die Schweiz verweigerte,
dass die Beschwerdeführer mit an das Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde vom 29. Oktober 2007 um Überprüfung der  des BFM vom 20. September 2007 ersuchten,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
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dass die Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde  sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf ihre frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),
dass das BFM ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen kann, wenn der Gesuchsteller keine Verfolgung glaubhaft macht oder ihm die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, 7, 52 Abs. 2 und 20 Abs. 2 AsylG),
dass restriktive Voraussetzungen für die Erteilung einer  gelten, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum , indem neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive  zur anderweitigen Schutzsuche, sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen sind (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 1997 Nr. 15 S. 126 ff.),
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgehalten hat, die eskalierenden Kampfhandlungen zwischen Kämpfern der LTTE ("Liberation Tigers of Tamil Eelam") und Regierungstruppen im Norden und Osten Sri Lankas hätten zu einer erheblichen  der dortigen Sicherheits- und Menschenrechtssituation geführt, worunter namentlich die Zivilbevölkerung zu leiden habe,
dass die Vorinstanz gleichzeitig festgestellt hat, den Akten sei nicht schlüssig zu entnehmen, weswegen und durch wen die  der Beschwerdeführer ums Leben gekommen seien,
dass diesbezüglich darauf hinzuweisen ist, dass die Beschwerdeführer selber in Abrede gestellt haben, jemals politisch tätig gewesen zu sein (vgl. act. A4 und A5 S. 7 Ziff. 6.2),
dass sich die Beschwerdeführer nach ihrem Umzug nach Colombo Ende September 2006 bei der örtlichen Polizei angemeldet haben (vgl. act. A4 und A5 S. 2 Ziff. 1.1),
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dass sie eigenen Angaben zufolge seither keinerlei Drohungen mehr ausgesetzt gewesen sind (vgl. act. A4 S. 9 Ziff. 6.3.3 und act. A5 S. 10 Ziff. 6.6) und insbesondere auch keine Probleme mit der dortigen  gehabt haben (vgl. act. A5 S. 10 Ziff. 4.1.1),
dass letzterer Umstand darauf hindeutet, dass sich die im Attentat vom 1. September 2006 manifestierende Verfolgung auf den Bruder  Ehemann der Beschwerdeführer konzentrierte und keine Folgen für die Beschwerdeführer hatte,
dass demzufolge keine konkreten Hinweise für eine aktuelle  der Beschwerdeführer bestehen,
dass die von den Beschwerdeführern geäusserten Ängste, auch in  Opfer eines gewaltsamen Übergriffs zu werden (vgl.  S. 2), vor dem Hintergrund ihrer leidvollen Erfahrungen zwar  nachvollziehbar sind, jedoch objektiv den Anforderungen einer für die Erteilung einer Einreisebewilligung unabdingbaren, mit  Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft drohenden  nicht zu genügen vermögen,
dass sich somit weder aus den Vorbringen in der Beschwerdeeingabe noch aus den Akten Hinweise darauf ergeben, dass die Vorinstanz ihr Ermessen nicht nach den dargelegten Kriterien ausgeübt hätte,
dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht demnach nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass auf die Erhebung von Verfahrenskosten aus  Gründen in Anwendung von Art. 6 Abs. 1 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu verzichten ist.
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