Decision ID: 29658bd4-b5b1-4872-99e5-f1b74a420a43
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Im Rahmen der gegen die B. SA geführten Strafuntersuchung beschlag-
nahmte die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 5. Oktober 2016 u. a.
die auf die A. Corp. lautenden Vermögenswerte bei der Bank C. (act. 1.1).
B. Hiergegen gelangte die A. Corp. mit Beschwerde vom 17. Oktober 2016 an
die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragte in erster
Linie die vollumfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
Freigabe der betroffenen Konten. Daneben beantragte sie, es sei ihr eine
Prozessentschädigung von Fr. 7‘261.50 zuzusprechen (act. 1).
C. Mit Verfügung vom 21. November 2016 hob die Bundesanwaltschaft die Be-
schlagnahme der Vermögenswerte der A. Corp., Konto Nr. 1 bei der Bank
C. auf (act. 5.1). Mit Eingabe vom selben Tag beantragt sie der Beschwer-
dekammer, das Beschwerdeverfahren sei als gegenstandslos abzuschrei-
ben, die entstandenen Kosten seien der Bundesanwaltschaft aufzuerlegen
und über die Entschädigungsfolgen sei gerichtlich zu befinden (act. 5). Die
Eingabe der Bundesanwaltschaft wurde der A. Corp. am 22. November 2016
zur Kenntnis gebracht (act. 6).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Beschwerdeverfahren ist abzuschreiben, wenn die im Zeitpunkt der Be-
schwerdeeinreichung gegebene Beschwer im Verlauf des Beschwerdever-
fahrens dahinfällt und die Beschwerde gegenstandslos wird (GUIDON, Die
Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Berner Diss.,
Zürich/St. Gallen 2011, N. 554 m.w.H. in Fn 1959).
1.2 Das aktuelle Interesse der Beschwerdeführerin am Beschwerdeverfahren ist
nach der mittlerweile erfolgten Aufhebung der angefochtenen Beschlag-
nahme weggefallen, weshalb das Beschwerdeverfahren zufolge Gegen-
standslosigkeit als erledigt abzuschreiben ist.
- 3 -
2.
2.1 Bei Eintritt der Gegenstandslosigkeit eines Beschwerdeverfahrens wird die-
jenige Partei kosten- und entschädigungspflichtig, welche die Gegenstands-
losigkeit des Rechtsmittels verursachte (TPF 2011 31 m.w.H.; vgl. zuletzt
u. a. die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2016.284 vom 7. Septem-
ber 2016; BB.2016.274 vom 26. Juli 2016). Vorliegend hat die Beschwerde-
gegnerin die Gegenstandslosigkeit zu vertreten und wird damit grundsätzlich
kosten- und entschädigungspflichtig.
2.2 Die Gerichtskosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens auf die Staats-
kasse zu nehmen (Art. 423 Abs. 1 StPO).
2.3
2.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge Anspruch auf Entschädigung ihrer
Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte
(Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Diese richtet sich – unter
Vorbehalt der nachfolgenden Bemerkungen – nach dem von der Beschwer-
deführerin mittels Kostennote geltend gemachten Aufwand von 23,5 Stun-
den (act. 1.11; vgl. Art. 10 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 des Reglements des Bun-
desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-
schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
2.3.2 Aufgrund der Schwierigkeit des vorliegenden Verfahrens und des Aktenum-
fangs ist nicht ersichtlich, weshalb ein Rechtsvertreter bzw. eine Rechtsver-
treterin die Vertretung der Beschwerdeführerin nicht alleine hätte wahrneh-
men können. Die Notwendigkeit für den Einsatz zweier Rechtsanwälte hat
die Beschwerdeführerin nicht dargetan. Der mit dem Einsatz von zwei
Rechtsanwälten entstandene Mehraufwand (insbesondere mehrfache «in-
ternal meetings»; «review and revision of draft appeal» durch einen weiteren
Rechtsanwalt; «Finalization appeal» durch zwei Rechtsanwälte) ist nicht zu
entschädigen und führt zu einer entsprechenden Kürzung der geltend ge-
machten Parteientschädigung (vgl. hierzu bereits den Entscheid des Bun-
desstrafgerichts RR.2014.116 vom 13. Mai 2015, E. 5.9). Nicht ersichtlich ist
zudem der Zusammenhang der Telefax-Eingabe vom 12. Oktober 2016 an
die Bundesanwaltschaft mit dem vorliegenden Beschwerdeverfahren. Da die
einzelnen Positionen des geltend gemachten Stundenaufwandes teilweise
mehrere verschiedene Tätigkeiten beinhalten, kann nicht exakt bestimmt
werden, wie umfangreich der zu kürzende Mehraufwand ausgefallen ist. Die
Bestimmung des entschädigungsberechtigten Aufwandes hat damit ermes-
sensweise zu erfolgen; dieser ist zu kürzen auf 15 Stunden.
2.3.3 Der in Beschwerdeverfahren vor der Beschwerdekammer normalerweise an-
zuwendende Stundenansatz beläuft sich auf Fr. 230.–, nicht auf Fr. 300.–
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(vgl. hierzu den Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2012.8 vom 2. März
2012, E. 4.2). Der geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 300.– ist dem-
entsprechend praxisgemäss zu reduzieren.
2.3.4 Zudem liegen keine besonderen Verhältnisse vor, welche eine Vergütung
der geltend gemachten Auslagenpauschale rechtfertigen (Art. 13 Abs. 4
BStKR). Die auszurichtende Entschädigung beläuft sich daher auf
Fr. 3‘450.–.
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