Decision ID: e9d48216-cf7e-4ba8-8014-dc14a89d27b4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
, Sanitärzeichner mit Fähigkeitsausweis und zuletzt als CAD-Zeichner bei
Z._
in Zürich tätig (Urk. 7/7), meldete sich am 10. März 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(Berufsberatung, Umschulung)
an (Urk. 7/2).
Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Kostengutsprache für einen
Kurs in de
r Erwachsenenausbildung gewährt hatte
(Urk. 7/21), wurde die Arbeitsvermittlung am 13. Oktober 2014 abgeschlossen,
da die Betreuung durch das Regionale Arbeit
svermittlungszentrum gewährleistet sei
(Urk. 7/25).
Am 25. Februar 2015 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversi
cherung
zwecks Arbeitsvermittlung
an (Urk. 7/29). Die IV-Stelle nahm erwerbli
che und medizinische Abklärungen vor und gewährte dem Versicherten am 24. März 2015
für die
Zeit vom 20. März bis 19. September 2015
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch eine ihrer Eingliederungsfachpersonen (Urk. 7/31) respektive am 1
6.
April 2015 Kostengutsprache für den Kurs Sachbe
arbeiter Administration
in
der
A._
vom 1. Mai bis 25. Sep
tember 2015 (Urk. 7/34).
Am 6. August 2015 und 12. Januar 2016 informierte die IV-Stelle den Versicherten über die Gewährung von Beratung und Unterstützung bei Arbeitsplatzerhalt und bei der Stellensuche respektive der Aufgleisung einer weiterführenden l
ä
ngerdauernden therapeutischen
Begleitung
durch
die
B._
vom 27. Juli 2015 bis 26. Januar
2016 und vom 27. Januar bis 26.
April 2016 (Urk. 7/38, Urk. 7/52).
Am 9. Mai 2015 meldete sich der Versicherte zwecks Berufliche
r
Integration/Rente
bei der Invali
denversicherung
an (Urk. 7/82), worauf
ihn
die IV-Stelle über den Abschluss der Arbeitsvermittlung informierte, da
er sich
nicht in der Lage
fühle
, eine Tätigkeit in einem Angestelltenverhältnis anzutreten (Urk. 7/92).
In der Folge
zog
die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeldversicherers
bei
und
veranlasste eine psychi
atrische Begutachtung durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Expertise vom 16. Oktober 2018, Urk. 7/109)
.
Mit Vorbe
scheid vom 21. Dezember 2018 (Urk. 7/113) stellte die IV-Stelle die Zusprache einer befristeten ganzen Invalidenrente vom 1. Juni 2017 bis 31. Oktober 2018
und einer
befristeten halben Invalidenrente vom 1. November 2018 bis 31. Januar 2019 in Aussicht, wogegen der Versicherte am 1. Februar 2019 Einwand (Urk. 7/119, Urk. 7/123) erhob. Am 7. Februar 2020 sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten vom 1. Juni 2017 bis 31. Oktober 2018 eine befristete ganze Rente und vom 1. November 2018 bis 31. Januar 2019 eine befristete halbe Rente zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 7. April 2020 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, es sei die Verfügung vom 7. Februar 2020 aufzuheben und ihm
weiterhin eine
Rente zuzusprechen, eventuell seien weitere medizinische Abklärungen in die Wege zu leiten. In formeller Hinsicht stellte er das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (S. 2). Mit B
eschwerdeantwort vom 19. Mai 202
0 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerde
führer am 2. Juni 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete di
e Ausrichtung einer befristeten ganzen r
espektive halben Invalidenr
ente
damit, dass
der Beschwerdeführer
gemäss dem beweiskräftigen psychiatrischen Gutachten
ab Juni 2016 in seiner Arbeitsfähig
keit
eingeschränkt gewesen sei und
ihm bis Juli 2018 weder die bisherige noch
eine angepasste Tätigkeit
zumutbar gewesen sei. Danach habe sich sein Gesund
heitszustand verbessert und ab August 2018
habe
eine
50%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden
. Nach Durchführung des Gutachtens respektive seit November 2018 liege eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vor, wobei dies a
uch für angepasste Tätigkei
ten
gelte.
Der
im Nachgan
g an die Expertise eingereichte
Bericht de
r
behandeln
den
Ärztin
habe keine namhaften neuen medizinischen Daten hervorgebracht respektive es
handle
sich dabei um eine andere Beurteilung eines unverände
rten medizinischen Sachverhalts
. Betreffend Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass das Belastungs
profil das Spektrum der in Frage kommenden erwerblichen Tätigkeiten nicht massgeblich einschränke. Im Weiteren dränge sich kein leidensbedingter Abzug auf, da die Einschränkungen des
Belastungsprofils bereits bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden seien
(Urk. 7/113
, Urk. 2
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), dass die vom
Experten
postulierte Arbeitsfähigkeit
nicht nachvollziehbar sei. Es sei nicht verständlich, weshalb retrospektiv eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und ab Begutachtun
g lediglich eine solche von 50
respektive 30 % postuliert werde. Widersprüchlich sei sodann die gutachterliche Feststellung, wonach
der Hinweis
,
die angestammte Tätigkeit
könne
wegen einer Traumatisierung auf
grund von Auseinandersetzungen mit den Vorgesetzten nicht mehr ausgeübt werden,
unzutreffend sei,
da
auch
der Experte von einer 100, 50 respektive 30%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehe. Im Weiteren sei die Beurteilung des Gut
achters fragwürdig, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner krankheitsbe
dingten ineffektiven Arbeitsweise
als Sanitärzeichner
ein Leistungspensum von 100 % nicht schaffe,
in
einer leidensangepassten Tätigkeit hingegen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde und die ineffektive Arbeitsweise keine Rolle mehr spiele. Schliesslich sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwer
deführer gemäss Gutachter sowohl in der angestammt
en als auch in angepasster Täti
gkeit exakt dasselbe positive Leistungsbild
realisieren könne
(S
.
10 f. Ziff. 4 ff.). Betreffend
die Ermittlung des Invaliditätsgrades
wies der Beschwerde
führer darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin namentlich die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs
und
die effektive Verwertbarkeit der Restarbeitsfähig
keit
i
m ersten Arbeitsmarkt nicht geprüft habe (S. 11 f. Ziff. 8 ff.).
3.
Dr.
C._
stellte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 16. Oktober 2018 (Urk. 7/109) folgende Diagnosen
(S.
17
, S. 22
):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit impulsiv-narzisstischen Anteilen (ICD-10 F61)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach posttraumatischer Belastun
gsstörung (
PTBS,
ICD-10 F
43.1)
-
niedriges Einkommen (ICD-10 Z59)
-
allein
lebende Person (ICD-10 Z60)
-
Status nach Herauslösen aus
dem Elternhaus in der Kindheit,
angsterre
gend
en Ereignissen in der Kindheit und nach
Veränderung der Struktur der Familienbeziehungen in der Kindheit (ICD-10 Z61)
-
Status nach Problemen
in der Beziehung zu den Eltern und
ungenügender familiärer Unterstützung
ICD-10
Z63)
Dr.
C._
führte aus,
dass die gutachterliche Konsistenzprüfung Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtig
ungen
ergeben habe. Die Diskrepanzen
zwischen
der
Eigen
wahrnehmung
und der Akten
lage/Fremdwahrnehmung seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein Wunschdenken des Beschwerdeführers zurückzuführen. Die Diskrepanzen zwi
schen
der
subjekt
iven
Beeinträchtigung im Berufsleben und dem weitgehend intak
ten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung sei dadurch zu erklären, dass die
Einschränkungen
in einem weitgehend selbstbestimm
t
en Alltag geringer ausfielen. Mangelnde Leistungsbereitschaft und Selbstlimitierung seien nicht anzunehmen. Die Diskrepanzen zwischen dem Ausmass der geschil
derten Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutische
r
Hilfe lasse sich durch eine überwiegend nicht krankheitsbedingte fehlende Therapieadhärenz erklären
. Die allgemeine Ablehnung von Autoritäts
personen (hier Ablehnung von ärztlicher Autorität) könne nicht als krankheits
bedingte Therapieverweigerung gewertet werden
(S. 25
f.
).
Die bisherige psychi
atrische Therapie sei nicht leitliniengerecht, wobei eine konsequente psychiatri
sche Behandlung inklusive eine
r serumspiegelgesteuerten
psychopharmakologi
sche
n
Therapie erfolgversprechend und medizinisch zumutbar sei. Auch wenn die Persönlichkeitszüge gleichblieben, könne sich die Intensität einzelner Symp
tome –
namentlich
die Impulsivität – im Verlauf unter psychopharmakologischer Therapie verändern (S. 24
, S. 30
).
Im Weiteren wurde festgehalten, dass d
ie Tatsache, d
a
ss der
Beschwerdeführer bis 2013 ein signifikantes Einkommen
habe erzielen können,
kein Argument gegen die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
sei
. Der Beschwerdeführer habe in den Jahren 1996 bis 2016 in 20 verschiedenen Jobs als Sanitärze
ichner/CAD-Zeichner/Koordinator
gearbeitet. Die Wechsel seien immer häufiger geworden, weil sich die Erschöpfung immer schneller eingestellt habe. Bei Persönlichkeitsstörungen könne sich die Intensität einzelner Symptome, des Leidens und der Konflikte im Verlauf verändern, insofern sei hier immer auch die psychosoziale Interaktion mit dem Umfeld in Betracht zu ziehen (S. 26).
Der Experte hielt ferner fest, dass sich klinisch Hinweise auf eine Persönlichkeits
störung mit impulsiv-narzisstischen Anteilen fänden, wobei die Kooperationsbe
reitschaft und Zuvorkommenheit eingeschränkt seien und Reizbarkeit sowie Unbeständigkeit dominierten. Das Vorstellungsvermögen und die Suche nach neuen Erfahrungen seien vorhanden, die Selbstsicherheit und das Durchsetzungs
vermögen seien indessen
reduziert. Die psychische Energie
und
Motivation seien teilweise vermindert, ebenso seien die situationsangemessenen Emotionen und die Schwingungsfähigkeit eingeschränkt.
Das zielgerichtete und logische Denken sei
zeitweise
eingeschränkt, die Planungsfähigkeit und mentale Flexibilität seien limitiert. Die Flexibilität und
die
Umstellungs-, Durchhalte
-
und Kontaktfähigkeit zu Dritten/Selbstbehauptungsfähigkeit seien mittelgradig eingeschränkt. Die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln/Routinen sowie die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben seien mittel- bis hochgradig beeinträchtigt. Die wirtschaftliche Situation (Unterstützung durch Sozialhilfe) und
die
psycho
soziale Belastung
(Status nach PTBS; Status nach Ereignissen, die den Verlust des Selbstwertgefühls
in der Ki
ndheit zur Folge hätt
en;
Status nach Herauslösen aus
dem Elternhaus in der Kindheit;
Status nach angsterregen
den Ereignissen in der Kindheit; Status nach Veränderung der Struktur der Familienbeziehungen in der Kindheit; Status nach Problemen in der Beziehung zu den Eltern; ungenü
gende familiäre Unterstützung; niedriges Einkommen; alleinlebende Person) seien invaliditätsfremde Faktoren,
welche per se nicht zur Krank
hei
t
/
Arbeitsunfähigkeit führten, diese aber auslösen und aufrecht erhalten könn
ten. Die Fäh
igkeit
zur
Ausübung ausserberuflicher
Aktivitäten und die Wegefä
higkeit seien nicht beeinträchtigt und stellten
-
ebenso wie das Ausbildungsni
veau, die Motivation für berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung zu einer angepassten Tätigkeit und zur beruflichen Leistungserbringung
sowie
die Bereitschaft zur Veränderung
-
mobi
lisierbare Ressourcen dar (S. 26 f.
).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
führte
Dr.
C._
aus, dass die
Arbeit
als Sanitärzeichner
zwar nicht dem Wunschberuf entspro
chen habe, die Konklusion, dass wegen der Traumatisierung keine Beschäftigung in diesem Beruf erfolgen sollte
,
sei so jedoch nicht nachvollziehbar. Die Prob
leme/Traumatisierung habe der Beschwerdeführer wegen Auseinandersetzungen mit seinen Vorgesetzten gehabt und nicht wegen der Arbeit als Sanitärzeichner per se.
In der angestammten Täti
gkeit bestehe von
Juni 2016 bis Juli 2018 ei
ne Arbeitsfähigkeit von 0 %, von
August 2018 bis zum Untersuchu
ngszeitpunkt am 16. Oktober 2018 (Urk. 7/109 S. 1
)
eine solche von 50 % und ab 16. Oktober 2018 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer könne ein Leistungspensum von 100 % nicht schaffen, weil er aufgrund seiner
krankheitsbedingten
ineffek
tiven Arbeitsweise mehr Zeit für die Arbeit brauche. Das Leistungspensum von 70 % entspreche dem Rendement,
das Zeitpensum entspreche 100 %.
Der Beschwerdeführer könne 8-9 Stunden/Tag in der zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit anwesend sein
. Dabei solle folgendes positives Leistungsbild realisiert werden: Arbeiten ohne grosse Entscheidungskompetenz mit konstanten Arbeitsabläufen, mit
möglichst eigenem Aufgabenbereich,
mit
konstante
n
Arbeitszeiten ohne Nach
tarbeit, ohne
Zeit- und Leistungsdruck,
mit der Möglichkeit zu zusätzlichen betriebsunüblichen Pausen und
zur
Rückmeldung durch den Arbeitgeber, mit verlängerter Einarbeitungszeit, mit konstanter sozialer Umgebung, ohne konflikt
trächtige soziale Interaktionen, mit wohlwollendem auf
den Beschwerdeführer eingehendem
Umfeld, mit flexiblem Leistungspensum und ohne Verantwortung für Mensch und Maschine.
In angepasster Tätigkeit postulierte der Gutachter e
ine 100%ige Arbeitsfähigkeit von
Juni 2016 bis zum Untersuchungszeitpunkt respektive ab Untersuchungszeitpunkt bis auf Weiteres
und wiederholt
e
das im Zusammenhang mit
der angestammten Tätigkeit erwähnte positive Leistungsbild.
Im Übrigen hielt der Experte fest, dass, s
ofern das Leistungsbild im ersten Arbeitsmarkt an einem Nischenarbeitsplatz realisiert werden könne, die Einglie
derung dort erfolgen
könne
, ansonsten ein geschützter Arbeitsplatz
verbleibe
(S. 28 ff.).
4.
4.1
4.1.1
Gutachter Dr.
C._
postulierte in angestammter Tätigkeit
als Sanitärzeichner
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %
vom Juni 2016 bis Juli 2018 respektive eine
solche von 50 %
vom August 2018 bis
16. Oktober 2018
und ging
für die Zeit danach
von einer
70%igen Arbeitsfähigkeit aus (
Urk. 7/109
S.
28). Im Zusam
menhang mit der retrospektiven Arbeitsfähigkeit
verwies
er
im Wesentlichen
auf
die von den behandelnden Ärzten
damals
attestierte Arbeitsfähigkeit
(S. 27 f.)
. Eine
darüber
hinausgehende
Begründung
für
die
Arbeits
fähigkeit
vom Juni 2016 bis 16. Oktober 2018
fehlt, wobei der Experte namentlich
keine Angaben darüber machte
, inwiefern sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers nach Juli 2018 und
16. Oktober 2018 verbessert
habe
.
Die von Dr.
C._
retrospektiv
statuierte
Arbeitsunfähigkeit entspricht
sodann
auch nur teilweise den Einschätzungen der behandelnden
Fachä
rzte,
insbesondere der seit 14. Juni 2016 behandelnden Psychi
aterin Dr.
med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie (Urk. 7/76
/6-12
S. 1 Ziff. 1.2),
da letztere
im Juli 2018 nach wie vor von einer
andauernden
100%igen Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit aus
gin
g (Urk. 7/95/4-8 S. 2 Ziff. 2.1
). Dr.
D._
erwähnte zwar
-
am
25.
Oktober 2016
-
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, aber lediglich
im Zusammenhang mit einer
allfälligen
Steigerung in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 7/76
/6-12 S. 4 Ziff. 1.7).
Im Weiteren überzeugt der vom Gutachter gemachte Hinweis,
wonach
die
bisherige Tätigkeit
weiter
ausgeübt werden könne, da die Traumatisierung des
Beschwerdeführers nicht aufgrund der
Arbeit
als
Sanitärzeichner
, sondern
wegen
seiner
Probleme mit de
n Vorgesetzten beste
he
, nicht. Dies vor dem Hintergrund, dass
der Experte
in der angestammten
Tätigkeit
von einer vollständig
respektive teilweise eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus
ging
(Urk. 7/109 S. 28). Nicht nachvollziehbar ist sodann die
von Dr.
C._
ab Untersuchungszeitpunkt statuierte 70%ige Arbeitsfähigkeit,
weil der Beschwerdeführer aufgrund seiner krankheitsbedingten ineffektiven Arbeitsweise mehr Zeit für die Arbeit benötige (S. 29).
Wie sich diese ineffektive Arbeitsweise bei der Ausübung der Tätigkeit als Sanitärzeichne
r
konkret auswirkt, wird
vom Experten
nicht ausgeführt.
Es stellt sich schliesslich die Frage, ob das vom Gutachter erwähnte positive Leis
tungsbil
d (S. 29)
noch
unter die angestammte Tätigkeit subsumiert werden kann.
Was die
von Dr.
C._
postulierte
Arbeitsfähigkeit von 100% in angepasster Tätigkeit ab Juni 2016 (S. 29) angeht, ist Folgendes zu bemerken
: Eine
diesbe
zügliche
Begrü
ndung fehlt in der Expertise, wobei
Dr.
C._
in
diesem Zusammenhang
lediglich das positive Leistungsbild
auf
führte
.
Letzteres
ist iden
tisch mit jenem, welches der Gutachter betreffend die angestammte Tätigkeit erwähnte (S. 28)
.
Dies ist deshalb nicht
schlüssig
, weil der
Experte
bei gleichem Anforderungsprofil für die angestammte und angepasste Tätigkeit von einer unterschiedlichen Arbeitsfähigkeit ausging.
Ebenso wenig ist
es
nachvollziehbar und wird nicht begründet, weshalb die
von Dr.
C._
erwähnte krankheitsbe
dingte ineffektive Arbeitsweise den Beschwerdeführer lediglich bei der Ausübung der angestammten Tätigkeit
(S. 29)
, nicht aber einer angepassten Verrichtung ein
schränkt, dies umso mehr vor dem Hintergrund der identischen Anforderungs
profile. Es ist schliesslich darauf hinzuweisen,
dass die
vom Gutachter
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seit Juni 2016 durch die Beric
hte der behandelnden Psychiater
nicht gestützt wird
, gingen diese – sofern sie sich
dazu
überhaupt äusserten
-
von einer möglichen Steigerung der Arbeits
fähigkeit auf höchstens 50 %
respektive
von
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
aus (Urk. 7/76
/6-12
S. 4 Ziff. 1.7
, Urk. 7/98/12-15 S. 3
).
4.1.2
Zusammenfassend erweist sich das
psychiatrische
Gutachten von Dr.
C._
als nicht schlüssig, weshalb mangels Beweiswert (E. 1.4 hievor) nicht darauf abgestellt werden kann.
4.2
In den Akten finden sich sodann auch keine anderen fachärztlichen Beur
tei
lun
gen, die ein abschliessendes Bild betreffend die Arbeitsfähigkeit erlauben.
Die Berichte der
B._
(
Urk. 7/8
,
Urk. 7/72/12-13
)
und
des
E._
(Urk. 7/9)
stammen
aus dem Jahr 2010/2011
und/oder die entsprechenden Fach
ärzte
äusserten sich nicht
zur Arbeitsfähigkeit. Für die
in den Arztzeugnissen der
B._
wie auch von Dr.
D._
attestierte
Arbeits
un
fähigkeit fehlt sodann
jegliche
Begründung (Urk.
7/66, Urk. 7/72
/1-11, Urk. 7/98/2-11, Urk. 7/98/16-21,
Urk. 7/98/2
6—27, Urk. 7/98/29-39, Urk. 7/98
/42, Urk. 7/99/26-35, Urk. 7/99/40-
45, Urk. 7/99/50—51, Urk. 7/99/53-63
). Gleiches gilt mit Bezug auf die von Dr. med.
F._
, FMH Psychiatrie/Psycho
therapie,
im Bericht vom 17. Mai 201
4
und
in den
ärztlichen Zeugnisse
n
vom
22. Mai
2014 und 10. Februar 2015
(Urk. 7/15-16, Urk. 7/
28) erwähnte Arbeitsunfähigkeit.
Im Zusammenhang mit den
Berichten von Dr.
D._
vom 25. Oktober 2016, 30. Mai 2017, 1. Juli 2018 und 31. Januar 2019
(Urk. 7/76/6-15, Urk. 7/95/4-7, Urk. 7/98/12-15, Urk. 7/122) ist festzu
halten, dass namentlich betreffend die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit unt
erschiedliche Angaben gemacht wu
rden. Während die behandelnde Psychia
terin in ihren Berichten vom 1. Juli 2018 (Urk. 7/95/4-7 S. 2 Ziff. 2.1) und 31. Januar 2019 (Urk. 7/122 S. 2) eine entsprechende Arbeitsfähig
keit
für mög
lich erachtete
,
schloss sie
am 30. Mai 2017
auch einen teilweisen beruflichen Wieder
einstieg
in andere/angepasste
Betätigungssparten auf dem freien Arbeitsmarkt
aus
(Urk. 7/98/12-15 S. 3), wobei
sie
eine
(nachvollziehbare) Begründung
für diese unterschiedliche Einschätzung
schuldig blieb
.
Im Übrigen ist
die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte und Ärz
tinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Was schliesslich die
Stellungnahmen des Arzt
es
des Regionalen Ärztlichen Diens
tes
(RAD)
PD Dr. med. univ.
G._
, Facharzt Neurologie,
vom 26. November 2018 und 5. April 2019 (Urk. 7/111/5-6, Urk. 7/125/3)
betrifft,
ist festzuhalten, dass
der RAD-Arzt
über keinen Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie ver
fügt.
4.3
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in wesentlichen Teilen ungeklärt, weshalb es weiterer Abklärungen bedarf. Entsprechend ist die Verfü
gung vom 7. Februar 2020 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Be
schwer
degegnerin zurückzuweisen, damit diese ergänzende medizinische Ab
klärungen veranlasse und über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwal
tung zur neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens d
er unterliegenden Beschwerdegeg
nerin aufzuerlegen.
Damit erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 2) als gegen
standslos.