Decision ID: 409f9677-33ca-42d4-9b9e-2eb8c8b3ee7d
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. am 5. Januar und 11. Oktober 2016 im vereinfachten Verfahren und unter
Einhaltung des Spezialitätsgrundsatzes an Deutschland ausgeliefert wurde
(act. 2);
- das Hessische Ministerium der Justiz die Schweiz am 23. März 2017 nach-
träglich um Auslieferung von A. für die ihm im Haftbefehl des Landesgerichts
Darmstadt vom 15. Juni 2016 bzw. der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft
Darmstadt vom 6. Mai 2016 zur Last gelegten Steuerdelikte ersuchte (act. 2);
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) am 6. April 2017 die Ausliefe-
rung von A. für die Tatvorwürfe der Umsatzsteuerhinterziehung bzw.
–verkürzung bewilligte und für die restlichen Tatvorwürfe die Auslieferung
ablehnte (act. 2);
- A., vertreten durch den in Deutschland niedergelassenen Rechtsanwalt
Manfred Döring, gegen den Entscheid des BJ vom 6. April 2017, bei der
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am 26. Juni 2017 Beschwerde
erheben liess und die Aufhebung des Auslieferungsentscheids beantragte,
wobei er die Begründung der Beschwerde einem gesonderten Schriftsatz
vorbehielt (act. 1);
- der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. Juni 2017 durch die Beschwer-
dekammer aufgefordert wurde, bis zum 10. Juli 2017 ein Zustelldomizil in
der Schweiz zu bezeichnen (act. 4);
- Rechtsanwalt Döring mit Faxeingabe vom 11. Juli 2017 der Beschwerde-
kammer mitteilte, dass er für den Verfolgten „uneingeschränkt zustellungs-
bevollmächtig“ sei, jedoch kein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnete
(act. 5);
- die Beschwerdekammer den Beschwerdeführer demzufolge mit Schreiben
vom 18. Juli 2017 ad acta darauf hinwies, dass die Eingabe per Fax den
gesetzlichen Anforderungen nicht genüge und ihn zugleich aufforderte,
seine Beschwerde bis zum 31. Juli 2017 zu begründen, ansonsten auf seine
Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 6);
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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- eine Beschwerdeschrift unter anderem die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel zu enthalten hat (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 52
Abs. 1 VwVG);
- genügt die Beschwerde diesen Anforderung nicht, so räumt die Beschwer-
deinstanz dem Beschwerdeführer eine kurze Nachfrist zur Nachbesserung
ein und verbindet diese Nachfrist mit der Androhung, dass nach unbenutz-
tem Fristablauf bei fehlenden Begründung auf die Beschwerde nicht einge-
treten werde (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 52 Abs. 2 und 3 VwVG);
- die Beschwerdekammer dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. Juli
2017 eine Frist bis zum 31. Juli 2017 zur Nachbesserung seiner Beschwerde
ansetzte (act. 6);
- nachdem innert der angesetzten Frist der Beschwerdeführer seine Be-
schwerde vom 26. Juni 2017 nicht begründete, sie mithin die Minimalanfor-
derungen in formeller Hinsicht nicht erfüllt, ist auf die Beschwerde andro-
hungsgemäss nicht einzutreten (Art. 52 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1
IRSG);
- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens grundsätzlich die
Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 398 Abs. 1
lit. b StBOG); es sich vorliegend rechtfertigt, auf die Erhebung einer Gerichts-
gebühr zu verzichten (Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 Satz 3
VwVG);
- eine Partei, welche im Ausland ansässig ist, gemäss Art. 80m Abs. 1 lit. b
IRSG i.V.m. Art. 9 IRSG ein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnen muss,
ansonsten die Zustellung unterbleiben kann;
- die – im Übrigen verspätete – Faxeingabe vom 11. Juli 2017 den Anforde-
rungen von Art. 21 Abs. 1 VwVG nicht genügt und der Beschwerdeführer
damit der Aufforderung vom 28. Juli 2017 zur Bezeichnung eines Zustelldo-
mizils in der Schweiz nicht nachgekommen ist, weshalb die Zustellung des
vorliegenden Entscheids an den Beschwerdeführer ad acta erfolgt.
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