Decision ID: 1b7f34e4-7de4-53c9-b2d9-82d0d7f1f7a0
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X.Y. lenkte am Mittwoch, dem 15. November 2006, um ca. 11.15 Uhr, seinen
Personenwagen "Mercedes" in T. im Fürstentum Liechtenstein auf der H-strasse in
Richtung L-strasse. Bei der Einmündung der nicht vortrittsberechtigten H-strasse hielt
er sein Fahrzeug bei der Wartelinie mit der Absicht, nach links in die L-strasse
einzubiegen, an. Nachdem sich von rechts kein Fahrzeug näherte und ein von links
kommender Personenwagen nach Angaben von X.Y. den rechten Richtungsblinker
eingeschaltet hatte, fuhr er in die Verzweigung ein. Trotz Ausweichmanövers
kollidierten der von links kommende, geradeaus fahrende Personenwagen und das
Fahrzeug von X.Y. mit den vorderen Karrosserieecken. An beiden Fahrzeugen entstand
Sachschaden. Die Lenker blieben unverletzt. Eine Kopie des Rapports der
Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein vom 13. Dezember 2006 wurde von der
Motorfahrzeugkontrolle des Fürstentums Liechtenstein am 15. Dezember 2006 zwecks
Prüfung von Administrativmassnahmen an das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
des Kantons St. Gallen übersandt.
B.- Mit rechtskräftiger Strafverfügung des Fürstlichen Landgerichts vom 11. Januar
2007 wurde X.Y. wegen Missachtens des Vortritts eines Fahrzeugs auf einer
gekennzeichneten Hauptstrasse und des Signals "Kein Vortritt" mit Fr. 300.-- gebüsst.
C.- Mit Verfügung vom 11. Oktober 2007 entzog das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen, Abteilung Personenzulassung, X.Y. wegen
Missachtens des Signals "Kein Vortritt" den Führerausweis in Anwendung des
Notenaustausches vom 15. Dezember 1977 zwischen der Schweiz und dem
Fürstentum Liechtenstein über die gegenseitige Anerkennung der Führer- und
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Fahrzeugausweise und die Verwaltungsmassnahmen sowie gestützt auf Art. 27 in
Verbindung mit Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG für die Dauer von einem Monat.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X.Y. durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 22.
Oktober 2007 und Ergänzung vom 15. November 2007 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung aufzuheben.
Mit Vernehmlassung vom 10. Dezember 2007 beantragte die Vorinstanz, die am 29.
Oktober 2007 angesichts des hängigen Rechtsmittels auf die Behandlung eines
Wiedererwägungsgesuchs vom 12. Oktober 2007 verzichtet hatte, die Abweisung des
Rekurses.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,
soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 22. Oktober 2007 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 15. November 2007 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 , 45, 47
und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist angesichts der rechtskräftigen Strafverfügung des Fürstlichen
Landgerichts vom 11. Januar 2007 in tatsächlicher Hinsicht zurecht unbestritten, dass
der Rekurrent am 15. November 2006 in T. im Fürstentum Liechtenstein beim
Einbiegen von der nicht vortrittsberechtigten H-strasse in die L-strasse das Signal
"Kein Vortritt" missachtet, einen Verkehrsunfall verursacht und damit Art. 25 Abs. 1 des
liechtensteinischen Strassenverkehrsgesetzes vom 30. Juni 1978 (LR 741.01,
abgekürzt: SVG-FL) in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 der liechtensteinischen
Verkehrsregelnverordnung vom 1. August 1978 (LR 741.11, abgekürzt: VRV-FL) und
Art. 36 Abs. 2 der liechtensteinischen Signalisationsverordnung vom 27. Dezember
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1979 (LR 741.21, abgekürzt: SSV-FL) sowie Art. 34 Abs. 2 SVG-FL schuldhaft verletzt
hat (zur Bindung an die in ausländischen Strafurteilen festgestellten Tatsachen vgl.
BGE 129 II 168; BGE vom 7. Februar 2003, 5A.78/2002, E. 2.1; BGE vom 21. Juni
2002, 6A.32/2002, E. 2.2). Angesichts der inhaltlichen Übereinstimmung der
liechtensteinischen Strassenverkehrsordnung mit der schweizerischen (vgl. Art. 27 Abs.
1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG; Art. 14 Abs. 2 der
Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, abgekürzt: VRV; Art. 36 Abs. 2 der
Signalisationsverordnung, SR 741.21, abgekürzt. SSV; Art. 36 Abs. 2 SVG) ist zurecht
unbestritten, dass der Rekurrent, hätte er sich in der Schweiz entsprechend verhalten,
auch nach schweizerischem Recht eine Verkehrsregelverletzung begangen hätte.
3.- Im Rekurs ist umstritten, ob die schweizerische Behörde wegen der im Fürstentum
Liechtenstein begangenen Verkehrsregelverletzung gegenüber dem im Kanton St.
Gallen wohnhaften Rekurrenten, der im Besitz eines schweizerischen Führerausweises
ist, einen Warnungsentzug verfügen darf.
a) Im Rekurs wird geltend gemacht, das Bundesgericht sei im Entscheid vom 14. Juni
2007 (6A.106/2006, BGE 133 II 331) zum Schluss gekommen, weder das
schweizerische Strassenverkehrsgesetz noch die schweizerische Verordnung über die
Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr enthielten eine
hinreichende Grundlage für Warnungsentzüge wegen Auslandtaten. Mit dem Beitritt
zum Europäischen Übereinkommen über die internationale Wirkung des Entzugs des
Führerausweises vom 3. Juni 1976 (SR 0.741.16, nachfolgend: Europäisches
Übereinkommen) am 28. April 1983, dem im Übrigen gleichentags auch das
Fürstentum Liechtenstein beigetreten sei, sei die Schweiz keine völkerrechtliche
Verpflichtung eingegangen, weshalb dieses Übereinkommen keine hinreichende
Grundlage für die Anordnung von Warnungsentzügen wegen Auslandtaten bilde. Sollte
der Notenaustausch vom 15. Dezember 1977 zwischen dem Eidgenössischen
Politischen Departement und der Botschaft des Fürstentums Liechtenstein über die
gegenseitige Anerkennung der Führer- und Fahrzeugausweise und die
Verwaltungsmassnahmen (SR 0.741.531.951.4, nachfolgend: Notenaustausch) damit
nicht hinfällig geworden sein, sei offensichtlich, dass er keine hinreichende Grundlage
für die Anordnung eines Warnungsentzugs sein könne. Was für das Europäische
Übereinkommen, immerhin ein völkerrechtlicher Vertrag, gelte, müsse vielmehr für
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diesen äusserst fraglichen Notenaustausch, der nicht zwischen den beiden
Regierungen stattgefunden habe, gelten.
Dem hält die Vorinstanz entgegen, die Verwaltungsmassnahme stütze sich nicht auf
Art. 34 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV), sondern auf Ziff. 321 des
Notenaustausches. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2006 habe die
Motorfahrzeugkontrolle des Fürstentums Liechtenstein sinngemäss die Anordnung von
Administrativmassnahmen gegenüber dem fehlbaren Lenker beantragt. Das
Verwaltungsverfahren sei nach Vorliegen der rechtskräftigen Strafverfügung eröffnet
und mit Verfügung vom 11. Oktober 2007 mit einer einmonatigen Entzugsmassnahme
abgeschlossen worden.
b) aa) In BGE 133 II 331 ist das Bundesgericht in Änderung seiner langjährigen
Rechtsprechung zum Schluss gekommen, ein Warnungsentzug des schweizerischen
Führerausweises wegen Widerhandlung gegen Strassenverkehrsvorschriften im
Ausland sei mangels der hiefür erforderlichen gesetzlichen Grundlage unzulässig. Er
könne weder auf das Territorialitäts- noch auf das Auswirkungsprinzip gestützt werden
und das formelle Gesetz enthalte weder nach seinem Wortlaut noch gemäss seinem
Sinn und Zweck eine ausreichend klare Grundlage. Art. 34 VZV, wonach die
Entzugsbehörde prüfe, ob ergänzend der Entzug des Lernfahr- oder des
Führerausweises zu verfügen sei, wenn im Ausland die Fahrberechtigung aberkannt
wurde, reiche aus verfassungsrechtlichen Gründen als Grundlage nicht aus. Das
Europäische Übereinkommen über die internationalen Wirkungen des Entzugs des
Führerausweises für Motorfahrzeuge bilde ohne eine entsprechende ausreichende
Grundlage im nationalen Recht keine hinreichende Grundlage für die Anordnung eines
Warnungsentzugs wegen einer Auslandtat, die im Hoheitsgebiet einer Vertragspartei
begangen wurde. Es trete nicht gleichsam an die Stelle des allein massgebenden
innerstaatlichen Rechts.
bb) Damit fragt sich einzig, ob der Notenaustausch vom 15. Dezember 1977 zwischen
der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein über die gegenseitige Anerkennung
der Führer- und Fahrzeugausweise und die Verwaltungsmassnahmen, der am 1. März
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1978 in Kraft trat, eine ausreichende Grundlage für die von der Vorinstanz verfügte
Administrativmassnahme bildet.
cc) Als völkerrechtlicher Vertrag gilt eine ausdrückliche oder durch konkludente
Handlungen zustande gekommene, vom Völkerrecht bestimmte Willenseinigung
zwischen zwei oder mehreren Staaten oder anderen Völkerrechtssubjekten, in denen
sich diese zu bestimmten einseitigen oder korrespondierenden, gleichen oder
verschiedenen, einmaligen oder wiederholten Leistungen, Unterlassungen oder
Duldungen verpflichten. Sie können nicht nur als "Staatsverträge", "Abkommen" oder
"Übereinkommen", sondern auch als "Abmachungen", "Notenwechsel",
"Briefwechsel", "Memoranden" usw. bezeichnet werden. Diese Verschiedenheit in der
Nomenklatur ist als solche ohne völkerrechtliche Bedeutung (vgl. Verdross/Simma,
Universelles Völkerrecht, 3. Aufl. 1984, §§ 534 und 536). Die Namen kennzeichnen nur
die Entstehung oder die politische bzw. sachliche Bedeutung dieser Verträge.
Völkerrechtliche Unterschiede begründen sie nicht. Sie sind allesamt völkerrechtliche
Verträge (vgl. K. Ipsen, Völkerrecht, 4. Aufl. 1999, S. 98). Mithin schadet die
Bezeichnung der Vereinbarung vom 15. Dezember 1977 zwischen der Schweiz und
dem Fürstentum Liechtenstein als "Notenaustausch" nicht ihrer Wirkung als
völkerrechtlicher Vertrag.
Da das Fürstentum Liechtenstein das materielle schweizerische Strassenverkehrsrecht
weitgehend übernommen hat, hat der schweizerische Gesetzgeber den Bundesrat
nicht nur in Art. 106 Abs. 1 SVG in allgemeiner Weise mit dem Erlass der zum Vollzug
des Strassenverkehrsgesetzes notwendigen Vorschriften beauftragt, sondern
insbesondere im Bereich der Führung des vom Bundesamt für Strassen in
Zusammenarbeit mit den Kantonen geführten automatisierten
Administrativmassnahmenregisters (ADMAS) und des Fahrberechtigungsregisters
(FABER) auch ermächtigt, den zuständigen Behörden des Fürstentums Liechtenstein
die Beteiligung an Führung und Nutzung dieser Register zu bewilligen (vgl. Art. 104b
Abs. 7 und Art. 104c Abs. 7 SVG). Aufgrund dieser Zusammenarbeit kommt den
Strassenverkehrsbehörden des Fürstentums Liechtenstein bei Anordnung und Vollzug
der Administrativmassnahmen rechtlich eine den zuständigen kantonalen Behörden
vergleichbare Stellung zu. Die Umsetzung dieser Zusammenarbeit setzt damit voraus,
dass eine Art. 104 Abs. 1 SVG und Art. 123 VZV entsprechende Regelung, welche die
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(kantonalen) Polizei- und Strafbehörden verpflichten, der zuständigen Behörde von
allen Widerhandlungen, die eine im Strassenverkehrsgesetz vorgesehene Massnahme
nach sich ziehen könnten, Kenntnis zu geben, auch im Verhältnis zum Fürstentum
Liechtenstein zum Tragen kommt. Gemäss Art. 166 Abs. 2 Satz 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (SR
101, abgekürzt: BV) und des bis 30. November 2003 gültig gewesenen Art. 47 b Abs.
2 und 3 des Bundesgesetzes über den Geschäftsverkehr der Bundesversammlung
sowie über die Form, die Bekanntmachung und das Inkrafttreten ihrer Erlasse
(Geschäftsverkehrsgesetz, Änderung vom 8. Oktober 1999, AS 2000 S. 273 und AS
2003 S. 3593, abgekürzt: GVG; abgelöst durch Art. 24 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die Bundesversammlung, Parlamentsgesetz, SR 171.10, abgekürzt: ParlG, und
Art. 7a des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes, SR 172.010,
abgekürzt: RVOG), welche die frühere im Zeitpunkt des Notenaustausches gültig
gewesene Verfassungspraxis inhaltlich übernehmen, ist der Bundesrat in Ausnahme
von der Pflicht zur Genehmigung durch die Bundesversammlung im sogenannten
vereinfachten Verfahren zum selbständigen Abschluss völkerrechtlicher Verträge
befugt, die Gegenstände betreffen, die in den Zuständigkeitsbereich des Bundesrates
fallen und für die eine Regelung in Form eines völkerrechtlichen Vertrags angezeigt ist
(vgl. D. Thürer, in: Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, Zürich/Basel/
Genf/Lachen 2002, N 36 und 37 zu Art. 166 BV; vgl. Parlamentarische Initiative
Geschäftsverkehrsgesetz Anpassung an die neue BV, Bericht der Staatspolitischen
Kommission des Nationalrates vom 7. Mai 1999, in: BBl 1999 S. 4809 ff., S. 4824 ff.).
Schliesslich war die mittlerweile in Art. 48a Abs. 1 RVOG (früher Art. 47 b Abs. 4 GVG)
ausdrücklich vorgesehene Subdelegation der dem Bundesrat zustehenden
Vertragsabschlusskompetenz an ein Departement nach Lehre und Rechtsprechung
bereits im Zeitpunkt des Notenaustausches zulässig (vgl. D. Schindler, in: Kommentar
zur Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874,
Basel/Zürich/Bern 1989, N 48 zu Art. 85 Ziff. 5 aBV; AS 1875 S. 1; vgl. Bericht der
Staatspolitischen Kommission des Nationalrates vom 7. Mai 1999, a.a.O., S. 4829 f.).
Dementsprechend ergibt sich, dass der vom Eidgenössischen Politischen Departement
für die Schweiz mit Notenaustausch vom 15. Dezember 1977 abgeschlossene
völkerrechtliche Vertrag mit dem Fürstentum Liechtenstein über die gegenseitige
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Anerkennung der Führer- und Fahrzeugausweise und die Verwaltungsmassnahmen aus
Sicht des schweizerischen Rechts gültig zustande gekommen ist.
dd) Gemäss Ziff. 321 des Notenaustausches beantragt die zuständige Behörde des
einen Staates, die Kenntnis erhält von einem Grund zur Verweigerung oder zum Entzug
des Lernfahr- oder Führerausweises oder zu einem Fahrverbot gegenüber einem
Fahrzeuglenker des anderen Staates, der zuständigen Behörde dieses andern Staates
die Anordnung der Massnahme. Dementsprechend entfällt die Aberkennung der
Ausweise durch den einen Staat gegenüber Fahrzeuglenkern des anderen Staates.
In Anwendung dieser Bestimmung hat die Motorfahrzeugkontrolle als zuständige
Behörde des Fürstentums Liechtenstein gemäss Art. 34 VZV-FL die am st. gallischen
Wohnsitz des Rekurrenten gemäss Art. 22 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1
und Art. 2 Abs. 1 lit. c der Einführungsverordnung zum eidgenössischen
Strassenverkehrsgesetz (sGS 711.1) zum Entzug des Führerausweises zuständige
Vorinstanz eine Kopie des Polizeirapports vom 13. Dezember 2006 zwecks Prüfung
von Administrativmassnahmen gegenüber dem Rekurrenten übersandt. Entsprechend
der mit einem schweizerischen Kanton vergleichbaren Stellung des Fürstentums
Liechtenstein in Belangen der Administrativmassnahmen im Strassenverkehrsrecht hat
die Vorinstanz dementsprechend zu Recht geprüft, ob gegenüber dem Rekurrenten
eine Administrativmassnahme zu verfügen ist.
4.- Wie bereits festgestellt, stimmen das schweizerische und das liechtensteinische
Strassenverkehrsrecht hinsichtlich der vom Rekurrenten verletzten Verkehrsregel
inhaltlich überein (vgl. E. 2). Die Vorinstanz hat sodann den Entzug des
Führerausweises auf das schweizerische Recht gestützt. Dies ist nicht zu beanstanden,
da die Anwendung des liechtensteinischen Rechts keine mildere Massnahme
verlangen würde. Die beiden Rechtsordnungen sind bezüglich der Festlegung der
Administrativmassnahmen im Bereich des Warnungsentzugs und der einmonatigen
Mindestentzugsdauer bei Verkehrsregelverletzungen, bei denen sowohl das
Verschulden als auch die verursachte Gefährdung nicht mehr leicht wiegen, sowie bei
den für die Dauer der Bemessung massgebenden Kriterien im Wesentlichen
vergleichbar (vgl. Art. 16, 16a, 16b und 16c SVG und Art. 15 und 16 SVG-FL).
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Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit.
a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG).
5.- Zu prüfen ist, ob die Verkehrsregelverletzung als eine mittelschwere Widerhandlung
im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG oder als eine leichte Widerhandlung im Sinn von
Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG zu behandeln ist.
a) Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG entzogen. Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung dazu
ausgeführt, das Verschulden sei im vorliegenden Fall mittelschwer und die Gefährdung
habe sich durch den Verkehrsunfall konkretisiert. Diese Beurteilung wird im Rekurs
nicht beanstandet.
b) Gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch
Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft.
aa) Nach dem bis zum 31. Dezember 2004 geltenden Recht war ein leichter, zu einer
Verwarnung führender Fall anzunehmen, wenn die Voraussetzungen für den
fakultativen Entzug des Führerausweises erfüllt waren, der Fall aber unter
Berücksichtigung des Verschuldens und des Leumundes als Motorfahrzeugführer als
leicht erschien (vgl. Art. 16 Abs. 2 Satz 2 in der bis 31. Dezember 2004 geltenden
Fassung des Strassenverkehrsgesetzes, AS 1959 S. 679, abgekürzt: aSVG; Art. 31
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Abs. 2 Satz 2 in der bis 31. Dezember 2004 geltenden Fassung der Verordnung über
die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, AS 1976 S. 2423,
abgekürzt: aVZV). Das Bundesgericht hat zum früheren Recht die wiederholt bestätigte
Rechtsprechung, wonach bei der Beurteilung des leichten Falles unter anderem auch
die Schwere der Verkehrsgefährdung zu berücksichtigen sei, geändert und ist gestützt
auf den Wortlaut von Art. 31 Abs. 2 aVZV und den Grundsatz der Verhältnismässigkeit
zum Schluss gekommen, selbst bei einer schweren Verkehrsgefährdung, die durch
eine bloss geringfügige Unachtsamkeit und entsprechend geringem Verschulden
hervorgerufen werde, könne ein leichter Fall gegeben sein. Es hat festgehalten, beim
Warnungsentzug dürfe die Sanktion das Mass des Verschuldens nicht übersteigen. Bei
der Beurteilung, ob ein leichter Fall vorliege, dürften und müssten die objektiven
Umstände des Einzelfalles herangezogen werden, doch könnten diese nur zu einer
härteren Massnahme führen, soweit sie auch verschuldensmässig von Bedeutung
seien (vgl. BGE 125 II 561 E. 2a und b).
Mit der am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Änderung des Strassenverkehrsgesetzes
ist der Gesetzgeber im Bereich der Administrativmassnahmen von diesem Ansatz der
zentralen Bedeutung des Verschuldens abgekommen, indem er einerseits das geringe
Ausmass der Gefährdung ausdrücklich als Kriterium für die Annahme einer leichten
Widerhandlung eingeführt hat (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG) und anderseits die
Gefährdung der Verkehrssicherheit noch vor dem Verschulden als erstes Kriterium für
die Bemessung der Dauer des Warnungsentzugs nennt (Art. 16 Abs. 3 SVG). Damit
räumt Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG der Schwere der Verkehrsgefährdung eine
eigenständige Stellung ein, die über deren Bedeutung für das Verschulden im Sinn der
dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung hinausgeht.
bb) Im Recht der Administrativmassnahmen liegen der gesetzlichen Kategorisierung
der Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften verschiedene
Gefährdungsstufen zugrunde. Von der konkreten Gefährdung der körperlichen
Integrität anderer Personen ist deren abstrakte Gefährdung zu unterscheiden, die
"einfach" oder "erhöht" sein kann. Die einfache abstrakte Gefährdung zieht kein
Administrativmassnahmeverfahren nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Bei der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist zwischen dem besonders leichten (vgl. Art. 16a Abs. 4 SVG;
Verzicht auf jegliche Massnahme), dem leichten (vgl. Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG; je nach
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automobilistischer Vorgeschichte Verwarnung oder Entzug des Führerausweises), dem
mittelschweren (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG; Entzug des Führerausweises) und dem
schweren Fall (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG; Entzug des Führerausweises) zu
unterscheiden (vgl. dazu R. Schaffhauser, Die neuen Administrativmassnahmen des
Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen
2003, S. 180 ff.).
Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG umschreibt die leicht erhöhte abstrakte Gefährdung als
"geringe Gefahr für die Sicherheit anderer". In der Botschaft wird auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts verwiesen, wonach darunter z.B.
Geschwindigkeitsüberschreitungen fallen, die nur leicht über den Widerhandlungen
nach Anhang 1 der Ordnungsbussenverordnung (SR 741.031, abgekürzt: OBV) liegen,
sofern nicht erschwerende Umstände hinzukommen (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S.
4462 ff.). Eine weitere Konkretisierung des Begriffs der "geringen Gefahr" ist der
Botschaft nicht zu entnehmen. Immerhin deutet der Verweis auf die aktuelle
Rechtsprechung des Bundesgerichts aber darauf hin, dass sich die Abgrenzungen
zwischen den einzelnen Stufen der abstrakten Gefährdung weiterhin an der zum
früheren Recht entwickelten Praxis und Rechtsprechung ausrichten sollen.
Wenn im Strassenverkehrsgesetz von der "Sicherheit anderer" die Rede ist, ist damit
das Schutzgut der körperlichen Integrität ("Leib und Leben") und Gesundheit anderer
Personen, seien sie Verkehrsteilnehmer oder sonstwie mögliche Gefährdete, gemeint.
Die Verkehrsregeln sind als abstrakte Gefährdungsdelikte ausgestaltet, so dass deren
Verletzung den Tatbestand der Gefahr selbst nicht als Deliktsmerkmal enthält. Der
Gesetzgeber knüpft vielmehr Sanktionen oder Massnahmen an ein Verhalten, das
generell geeignet ist, das geschützte Rechtsgut zu gefährden oder zu verletzen.
Abstrakte Gefährdungstatbestände bedrohen mithin ein Verhalten wegen seiner
typischen Gefährlichkeit allgemein mit Strafe oder Massnahme. Es kommt nicht darauf
an, ob im Einzelfall tatsächlich ein Rechtsgut gefährdet wurde. Eine abstrakte
Gefährdung genügt (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen
Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz.
2255-2257; Trechsel/Noll, Schweizerisches Strafrecht Allgemeiner Teil I: Allgemeine
Voraussetzungen der Strafbarkeit, 5. Aufl. 1998, S. 77).
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"Gefährdung" ist ein unbestimmter Rechtsbegriff und in besonderem Mass der
Auslegung bedürftig (vgl. Schaffhauser, Grundriss, a.a.O., Rz. 2258). Eine allgemeine
abstrakte Gefährdung ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann
anzunehmen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten des
Rekurrenten hätten betroffen werden können. Für die Abstufung innerhalb der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe die Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je
näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso
schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefährdung (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Der
Überhang der Typik bei den Gefährdungsdelikten über den Einzelfall verlangt zudem
die Berücksichtigung des Ausmasses der üblicherweise entstehenden Schädigung bei
Eintritt der Rechtsgutverletzung.
c) aa) Jedermann muss sich im Verkehr so verhalten, dass er andere in der
ordnungsgemässen Benützung der
Strasse weder behindert noch gefährdet (Art. 26 Abs. 1 SVG). Das Signal "Kein Vortritt"
nach Art. 36 Abs. 2 SSV verpflichtet den Führer, den Fahrzeugen auf der Strasse, der
er sich nähert, den Vortritt zu gewähren. Diese Vortrittsregel wird durch Art. 14 Abs. 1
VRV konkretisiert, wonach der Vortrittsbelastete den Vortrittsberechtigten in seiner
Fahrt nicht behindern darf und wenn nötig zu halten hat. Eine Behinderung des
Berechtigten liegt schon dann vor, wenn dieser gezwungen wird, seine Fahrtrichtung
oder seine Geschwindigkeit brüsk zu ändern, gleichgültig, ob eine Kollision erfolgt oder
nicht. Das Vortrittsrecht erstreckt sich dabei grundsätzlich auf die ganze Breite der
vortrittsberechtigten Strasse und bleibt auch bestehen, wenn sich der Berechtigte
pflichtwidrig verhält. Der Vortrittsbelastete muss deshalb darauf achten, sein
Einbiegemanöver ohne Behinderung des Vortrittsberechtigten auszuführen (vgl. BGE
vom 3. Juni 2004, 6S.102/2004, E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 114 IV 146 und 99 IV 173
E. 3a).
bb) Bei den Regeln über den Vortritt handelt es sich um Grundregeln des
Strassenverkehrs, deren strikte Beachtung eine unabdingbare Voraussetzung für einen
geordneten Verkehrsablauf ist. Die Missachtung eines für den Vortrittsbelasteten als
"Kein Vortritt" signalisierten und markierten Vortrittsrechts stellt einen Verstoss gegen
eine elementare Verkehrsvorschrift dar und führt, weil sich der vortrittsberechtigte
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Verkehrsteilnehmer in der Regel darauf verlässt, dass sein Vortrittsrecht respektiert
wird, erfahrungsgemäss immer wieder zu Unfällen (vgl. VRKE IV vom 1. März 2006 in
Sachen J. M., S. 7).
Dies bestätigt der vorliegende Fall. Indem der Rekurrent die dem Signal "Kein Vortritt"
angemessene Vorsicht nicht obwalten liess und in der Folge den Vortritt des auf der
Hauptstrasse von links kommenden Fahrzeuges missachtet hat, hat er die Gefahr einer
Kollision mit diesem Fahrzeug geschaffen, die sich dann auch konkretisiert hat. Der
verursachte Unfall zog zwar nur Sachschaden nach sich, zeigt aber, dass im Fall einer
Realisation der Gefährdung mit Unfällen zu rechnen ist, die durchaus geeignet sind,
nebst erheblichem Sach- auch Personenschaden nach sich zu ziehen. Der an beiden
Fahrzeugen durch die Kollision verursachte Schaden macht das erhebliche
Gefahrenpotential erkennbar. Dass von der Kollision nicht ein schwächerer
Verkehrsteilnehmer, beispielsweise ein Motorradfahrer, betroffen war, und dieser keine
schwerwiegenderen Folgen zeitigte, ist glücklichen Umständen zu verdanken.
cc) Ist die vom Rekurrenten verursachte Gefahr nicht mehr als gering einzustufen, kann
nicht mehr von einer leichten Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG
ausgegangen werden. Der Grad des Verschuldens kann unter diesen Umständen an
sich offen bleiben.
Immerhin sei zum Verschulden bemerkt, dass sich die Behauptung des Rekurrenten,
der von links herannahende Lenker habe den rechten Richtungsblinker betätigt,
anhand der polizeilich sichergestellten Glühbirne nicht bestätigen liess. Dass der
Rekurrent sein Abbiegemanöver einleitete, ohne sich vorher nochmals zu vergewissern,
dass sich ein vortrittsberechtigter Fahrzeuglenker der Unfallstelle näherte, kann nicht
mehr als leichtes Verschulden beurteilt werden.
d) Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einer mittelschweren
Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen ist.
Auch die im Strafverfahren wegen des Vorfalls ausgefällte relativ tiefe Busse von
Fr. 300.-- verlangt keine davon abweichende Beurteilung, da die strafrechtliche
Bestimmung von Art. 90 Ziff. 1 SVG die in Art. 16a und 16b SVG für den Bereich der
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Administrativmassnahmen getroffene Unterscheidung zwischen der leichten und der
mittelschweren Widerhandlung nicht kennt und die Verwaltungsbehörde abgesehen
davon an die rechtliche Würdigung im Strafverfahren nur gebunden ist, wenn diese
sehr stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt, die der Strafrichter besser kennt
als die Verwaltungsbehörde, was etwa dann der Fall ist, wenn der Beschuldigte
persönlich einvernommen wurde (vgl. BGE 119 Ib 158 E. 3c/bb). Vorliegend erging die
Strafverfügung vom 11. Januar 2007 allein gestützt auf den Polizeirapport, so dass die
Verwaltungsbehörde an die aus der Sicht des Rekurrenten in der geringen Höhe der
Busse zum Ausdruck kommende rechtliche Würdigung des Verschuldens als gering
ohnehin nicht gebunden wäre.
6.- Schliesslich bleibt die Dauer des Entzugs des Führerausweises zu überprüfen.
a) Die Vorinstanz hat die Mindestentzugsdauer von einem Monat gemäss Art. 16b Abs.
2 lit. a SVG verfügt. Die verfügte Entzugsdauer wird im Rekurs nicht beanstandet.
b) Bei der Festsetzung der Entzugsdauer sind gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf
jedoch nicht unterschritten werden. Gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG wird der
Führerausweis nach einer mittelschweren Widerhandlung für mindestens einen Monat
entzogen.
Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten in der angefochtenen Verfügung den
Führerausweis für die gesetzlich vorgeschriebene minimale Dauer von einem Monat
entzogen. Da das Gesetz in Art. 16 Abs. 3 SVG eine Unterschreitung dieser
Mindestentzugsdauer ausdrücklich ausschliesst, erübrigt es sich,
massnahmemindernde Umstände wie insbesondere den ungetrübten
automobilistischen Leumund und eine allfällige berufliche Angewiesenheit des
Rekurrenten auf das Führen eines Motorfahrzeugs zu prüfen (vgl. zum früheren Recht
SJZ 97/2001 S. 524 f.). Angesichts der zwingenden Natur der gesetzlichen
Mindestentzugsdauer verbleibt der rechtsanwendenden Behörde auch kein
Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der
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Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur Besserung des Betroffenen anstellen
könnte (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4462 ff., wo auf die mit BGE 120 Ib 504
eingeführte, die Unterschreitung der Mindestentzugsdauer wegen überlanger
Verfahrensdauer betreffende Rechtsprechung hingewiesen wird). Daraus folgt, dass die
Mindestentzugsdauer selbst in Ausnahmesituationen im Sinn der bisherigen
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 120 Ib 504 ff., 115 Ib 159 ff., 118 Ib 233
f.) nicht unterschritten werden kann (vgl. bezüglich eines selbständig erwerbenden
Taxichauffeurs BGE 132 II 234 E. 2.3 mit Hinweisen auf die parlamentarischen
Beratungen).
Dies mag insbesondere in Fällen unbefriedigend sein, in denen der automobilistische
Leumund des Betroffenen ungetrübt ist und ihn nur ein leichtes Verschulden trifft, der
Führerausweis aber entzogen werden muss, weil die Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsordnung mehr als eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorrief. Indessen ergibt sich die dargelegte Abkehr vom verschuldensorientierten
Ansatz bei der Umschreibung des leichten Falls aus dem klaren Wortlaut der neuen
gesetzlichen Ordnung in Art. 16a SVG.
Im vorliegenden Fall besteht schliesslich auch kein Anlass, Gefährdung und
Verschulden des Rekurrenten schwerer zu gewichten, als dies die Vorinstanz getan hat,
und die Dauer des Entzugs entsprechend zu erhöhen. Die Bewertung der Gefährdung
wirkt auf die Bemessung der Dauer in erster Linie über die mit der Qualifikation der
Widerhandlung verbundene gesetzliche Mindestdauer. Dafür, dass dem Verschulden
des Rekurrenten mit einer einmonatigen Entzugsdauer nicht ausreichend Rechnung
getragen würde, bestehen keine Anhaltspunkte.
7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist.
8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist an
gemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvor
schuss von Fr. 1'000.-- ist zu verrechnen.