Decision ID: a1680df4-9c2d-5e44-9f99-a43aaf063be2
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 2. Juli 2019 am Flughafen B._
um Asyl nach. Mit Verfügung desselben Datums wurde ihm die Einreise in
die Schweiz verweigert und der Transitbereich des Flughafens als vorläu-
figer Aufenthaltsort zugewiesen. Am 16. Juli 2019 wurde er zu seiner Per-
son, befragt. Das SEM hörte ihn am 25. Juli 2019 ausführlich zu seinen
Asylgründen an. Tags darauf bewilligte es ihm die Einreise in die Schweiz.
B.
Zu seinem persönlichen Hintergrund und zur Begründung seines Asylge-
suchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei türkischer
Staatsangehöriger kurdischer Ethnie sowie alevitischen Glaubens und
stamme aus C._, Provinz D._. Er sei Mitglied der Gewerk-
schaft (...) und sei von 2014 bis 2016 in E._ als Lehrer tätig gewe-
sen.
Ende 2015 habe in E._ eine Militäraktion stattgefunden, woraufhin
er die Stadt habe verlassen müssen. Nachdem er wieder in seine Wohnung
zurückgekehrt sei, habe er bemerkt, dass sich in seiner Abwesenheit je-
mand dort aufgehalten habe. Die Behörden hätten die Wohnung später
durchsucht und Material von Aktivisten sichergestellt, welches die Hausbe-
setzer zurückgelassen hätten. Am 29. Oktober 2016 sei er ohne Begrün-
dung von seiner Lehrtätigkeit suspendiert worden. Seine gegen diesen
Entscheid erhobene Beschwerde sei bislang erfolglos geblieben. Nach der
Suspendierung sei er nach C._ zurückgekehrt, wo er von monatli-
chen Hilfeleistungen der (...) gelebt habe. Am 1. November 2018 habe ihn
die türkische Gendarmerie vorgeladen und zu der Hausbesetzung von
2015 befragt. Nachdem ihm sein Anwalt im Juni 2019 schliesslich mitgeteilt
habe, dass er «einer Sache» beschuldigt werde, sei er aus Angst festge-
nommen zu werden am 30. Juni 2019 aus der Türkei ausgereist und mit
einer gefälschten deutschen Identitätskarte auf dem Luftweg in die
Schweiz gelangt.
Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer unter anderem Kopien ei-
ner Liste seiner früheren Arbeitsstellen, ein Dekret des Nationalen Sicher-
heitsrates vom 29. Oktober 2016, eine Liste weiterer suspendierter Lehr-
kräfte und ein Protokoll der Gendarmerie vom 1. November 2018 (inklusive
deutscher Übersetzung) ein.
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C.
Mit Verfügung vom 4. August 2020 – eröffnet am 6. August 2020 – stellte
das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug an.
D.
Mit Schreiben vom 25. August 2020 an das Bundesverwaltungsgericht
teilte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin mit, er beabsich-
tige, gegen die Verfügung vom 4. August 2020 Beschwerde zu erheben,
bislang sei seiner Rechtsvertreterin jedoch keine Akteneinsicht gewährt
worden.
E.
Am 7. September 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen die vorinstanz-
liche Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-
tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Asylgewäh-
rung. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sube-
ventualiter sei er vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte
er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die unentgeltliche Verbei-
ständung durch die rubrizierte Rechtsvertreterin.
Der Beschwerde lagen unter anderem ein Ausdruck einer Internetseite in
türkischer Sprache unbekannten Datums, zwei Internetartikel vom 17. Ja-
nuar 2019 respektive unbekannten Datums, ein USB-Stick sowie ein Aus-
druck einer türkischen Internetseite vom 3. September 2020 mit hand-
schriftlichen Anmerkungen bei.
F.
Am 18. September 2020 reichte der Beschwerdeführer durch seine
Rechtsvertreterin ein Protokoll einer Hausdurchsuchung vom 27. Januar
2016 sowie eine Liste beschlagnahmter Gegenstände (beides in Kopie und
inklusive deutscher Übersetzung) zu den Akten.
G.
Der Beschwerdeführer erkundigte sich mit Schreiben vom 16. November
2020 an das Bundesverwaltungsgericht nach dem Verfahrensstand.
H.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2020 hiess der Instruktionsrich-
ter die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
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der unentgeltlichen Verbeiständung gut und bestellte die rubrizierte
Rechtsvertreterin zur amtlichen Rechtsbeiständin.
I.
Am 16. Dezember 2020 liess sich die Vorinstanz zur Beschwerde verneh-
men. Dazu nahm die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Ein-
gabe vom 15. Januar 2021 Stellung und reichte ein Dokument des Melde-
und Kriminalitätsbüros in türkischer Sprache vom 11. Januar 2021 (inklu-
sive handschriftlicher Übersetzung) zu den Akten.
J.
Mit Eingabe vom 17. Januar 2021 gab der Beschwerdeführer ein Schrei-
ben seines türkischen Anwalts F._ vom 15. Januar 2021 in Kopie
zu den Akten.
K.
Die erneute Verfahrensstandsanfrage des Beschwerdeführers vom 20. Ap-
ril 2021 beantwortete der Instruktionsrichter am 5. Mai 2021 unter Hinweis
darauf, dass weitere gleichartige Anfragen unbeantwortet zu den Akten ge-
nommen würden.
L.
Am 9. November 2021 erkundigte sich die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers ein drittes Mal nach dem Stand des Verfahrens und er-
suchte um einen baldigen Entscheid, da das Verfahren ihren Mandanten
psychisch belaste. Dem Schreiben lag ein Bericht von lic. phil. G._,
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, vom 9. November 2021 bei.
M.
Mit Schreiben vom 14. Februar 2022 ersuchte der Beschwerdeführer unter
Hinweis auf seine weiterhin schlechte psychische Verfassung abermals um
ein baldiges Urteil.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem
Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist
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als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG).
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten
(Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG, Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2015/186 E. 5).
3.
3.1 In der Beschwerde wird die Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie
eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung gerügt; diese Rügen sind vorab zu
beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vor-
instanzlichen Verfügung zu bewirken. So rügt der Beschwerdeführer, die
Vorinstanz habe seine Vorbringen bezüglich des Ermittlungsverfahrens in
der Türkei nicht umfassend geprüft und die Ausführungen seines türki-
schen Anwalts unberücksichtigt gelassen. Zudem sei ihm das Ergebnis der
Botschaftsanfrage nicht offengelegt worden.
3.1.1 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-
hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-
digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-
klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10
E. 3.2 m.w.H.). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts bildet somit einen Beschwerdegrund (Art. 106
Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist sie, wenn der Verfügung ein falscher und
aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch ge-
würdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid
rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/
HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des
Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043; statt vieler: Urteil des BVGer E-3615/2020
vom 18. Mai 2021 E. 3.2.3).
3.1.2 Vorliegend erweist sich die Rüge der unvollständigen Sachverhalts-
feststellung als unbegründet. Den Akten sind keinerlei Hinweise darauf zu
entnehmen, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers
nicht sorgfältig und ernsthaft geprüft und in der Entscheidfindung berück-
sichtigt hätte. So hat sie in der angefochtenen Verfügung denn auch nach-
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vollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, dass sie sich mit sämt-
lichen seiner zentralen Vorbringen – insbesondere auch den (angeblichen)
Ermittlungen der türkischen Behörden – und den eingereichten Beweismit-
teln auseinandergesetzt hat (vgl. S. 4, Ziff. 2). Dabei durfte sich das SEM
auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Der blosse Umstand,
dass der Beschwerdeführer die Beurteilung durch die Vorinstanz nicht teilt,
stellt keine Gehörsverletzung dar, sondern beschlägt die Frage der materi-
ellen Würdigung.
3.2
3.2.1 Aus überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen kann die
Einsicht in Akten teilweise oder ganz verweigert werden (Art. 27 VwVG),
doch folgt aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV) auch,
dass der Anspruch auf Akteneinsicht nur so weit als nötig beschränkt wer-
den darf (vgl. BVGE 2015/44 E. 5.1).
3.2.2 Das mit „Rücksendung Botschaftsanfrage“ bezeichnete und vom
SEM nicht offengelegte Aktenstück 1047166-8/1 wurde zu Recht nicht zur
Akteneinsicht gegeben, zumal die öffentlichen Interessen an der Geheim-
haltung im vorliegenden Fall klar überwiegen. Die Vorinstanz stützt denn
die angefochtene Verfügung auch in keiner Weise auf das vorgenannte Ak-
tenstück, welchem ohnehin das Potenzial zur Entscheidbeeinflussung ab-
zusprechen ist. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist durch die Ein-
sichtsverweigerung demnach nicht gegeben.
3.3 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet und es
besteht keine Veranlassung, die Verfügung aus formellen Gründen aufzu-
heben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als
ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-
bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-
chischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
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4.2 Eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG liegt
vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, Letztere hätte sich –
aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger
Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirk-
lichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete
Bedrohung vorhanden sein, die bei einem durchschnittlichen Menschen in
vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur
Flucht hervorrufen würden. Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrecht-
lichen Schutzes setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausser-
dem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimat- oder Herkunfts-
staat keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 6,
2008/4 E. 5.2).
5.
5.1 Ihren ablehnenden Entscheid begründet die Vorinstanz im Wesentli-
chen damit, dass die allgemeine Situation der kurdischen Bevölkerung in
der Türkei für sich alleine nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft
führe. So sei es allgemein bekannt, dass Angehörige dieser Bevölkerungs-
gruppe durch die türkischen Behörden schikaniert und benachteiligt wür-
den. Dabei handle es sich aber nicht um ernsthafte Nachteile im Sinne des
Asylgesetzes, die einen Verbleib im Heimatland verunmöglichten oder un-
zumutbar erschwerten. Die geltend gemachte Suspendierung des Be-
schwerdeführers vom Dienst gehe in ihrer Intensität denn auch nicht über
die Nachteile hinaus, die weite Teile der kurdischen Bevölkerung treffen
könnten. Zudem könne das Ereignis nicht als für die Ausreise ausschlag-
gebend betrachtet werden. Auch bezüglich seiner Mitgliedschaft bei der
(...) habe der Beschwerdeführer keine konkreten Nachteile vorgebracht.
Gleiches gelte für die Befragung durch die Gendarmerie vom 1. November
2018, bei welcher es sich ohnehin um eine legitime Massnahme der türki-
schen Behörden und nicht um eine Verfolgungsmassnahme gehandelt
habe. Es sei denn auch davon auszugehen, dass sofern ein Verfolgungs-
interesse der türkischen Behörden bestehe, sie bereits zu einem früheren
Zeitpunkt ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet hätten. Bis heute sei dies
jedoch nicht der Fall. Darüber hinaus sei seinen Vorbringen nicht zu ent-
nehmen, dass zu seiner Person ein Datenblatt bestehe und er aus diesem
Grund ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein
könnte. Demnach bestehe kein Grund zur Annahme, dass der Beschwer-
deführer im Zusammenhang mit seiner Suspendierung, seiner Mitglied-
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schaft in der (...) oder der Befragung durch die Gendarmerie mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von asylrelevanter Ver-
folgung betroffen sein könnte.
5.2 Der Beschwerdeführer hält dem in der Rechtsmitteleingabe im Wesent-
lichen entgegen, da er über ein politisches Profil verfüge, müsse er durch-
aus befürchten, verhaftet zu werden. Als aktives Gewerkschaftsmitglied
der (...) sei er unlängst als Oppositioneller in den Fokus der türkischen
Behörden geraten und aus den eingereichten Ermittlungsakten gehe klar
hervor, dass er nun verdächtigt werde, Mitglieder der PKK unterstützt zu
haben. Es treffe zwar zu, dass die diesbezüglichen Ermittlungen weiter an-
dauerten, doch sei die Eröffnung des Strafverfahrens absehbar. Ein faires
Verfahren werde er diesfalls nicht erwarten können. Da er per Dekret aus
dem Dienst entlassen worden sei, müsse auch davon ausgegangen wer-
den, dass er im zentralen System als Terrorunterstützer registriert sei und
ein Datenblatt zu seiner Person vorliege.
5.3 In der Vernehmlassung hält die Vorinstanz an ihren Erwägungen fest
und führt ergänzend aus, die auf Beschwerdeebene eingereichten Berichte
von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen hätten keinen Beweiswert,
denn ihnen mangle es an einem direkten Bezug zum Beschwerdeführer.
Es erscheine zwar naheliegend, dass die türkischen Behörden Ermittlun-
gen bezüglich der Fremdnutzung der Wohnung des Beschwerdeführers
respektive ein Verfahren eingeleitet hätten und er dazu befragt worden sei,
inwiefern er dadurch jedoch flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile zu be-
fürchten habe, sei nicht ersichtlich.
5.4 Der Beschwerdeführer repliziert dazu, die Vorinstanz gehe zu Unrecht
davon aus, der auf Beschwerdeebene eingereichte UYAP-Auszug beziehe
sich nicht auf ihn, da darin lediglich auf ein Ermittlungsdossier verwiesen
werde. Während eines Ermittlungsverfahrens könne nicht mittels Perso-
nennamen nach Akten gesucht werden, diese Möglichkeit bestehe erst
nachdem ein Gerichtsverfahren eröffnet worden sei. Zudem sei es ihm
durch seinen türkischen Anwalt mittlerweile auch möglich gewesen, einen
Auszug aus dem Anmelde- und Kriminalitätsbüro der Staatsanwaltschaft
E._ zu erhalten, in welchem er als verdächtige Person namentlich
genannt werde.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen zutreffend festgehalten
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hat, die Vorbringen des Beschwerdeführers genügten den Anforderungen
an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Auf die be-
treffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und der
Vernehmlassung (vgl. E. 5.1 und 5.3 hiervor) kann mit den nachfolgenden
Ergänzungen verwiesen werden. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene
und die eingereichten Beweismittel führen zu keiner anderen
Betrachtungsweise.
6.2 Zu Recht stellt die Vorinstanz fest, dass die vom Beschwerdeführer gel-
tend gemachten Schikanen der türkischen Behörden keine asylrelevanten
Nachteile darstellen. So mangelt es seinen Vorbringen bereits an der für
die Flüchtlingseigenschaft vorausgesetzten Intensität. Seine Argumenta-
tion, bei der Entlassung aus dem Schuldienst handle es sich (faktisch) um
ein Berufsverbot, vermag nicht zu überzeugen, geht doch aus der Überset-
zung des diesbezüglichen Dekrets durch das SEM hervor, die suspendier-
ten Personen seien lediglich von «öffentlichen Ämtern» ausgeschlossen
(vgl. BM6). Hinweise darauf, die Tätigkeit als Lehrer könnte ihm auch in
privaten Institutionen verunmöglicht worden sein, finden sich in den Akten
nicht. Vielmehr ist fraglich, ob er sich nach seiner Entlassung überhaupt
um eine neue Anstellung bemüht hat. Nichtsdestotrotz stellt auch ein allge-
meines Berufsverbot keine asylbeachtliche Verfolgung dar. Wenig wahr-
scheinlich erscheint auch seine Vermutung, er sei aufgrund seiner Gewerk-
schaftszugehörigkeit entlassen worden. Dass er diesbezüglich in den Fo-
kus der heimatlichen Behörden geraten und als Regimegegner identifiziert
worden sein könnte, ist aufgrund der Akten nicht anzunehmen. Zwar gab
er an, «sehr aktiv [...] an allen Aktivitäten in erster Reihe teilgenommen»
zu haben, verzichtete jedoch darauf, dies näher auszuführen oder zu bele-
gen, und räumte ein, er habe «keine leitende Funktion» innegehabt
(vgl. A17/11 F34 ff.). Bezüglich der geltend gemachten Hausdurchsuchung
und Beschlagnahme ist sodann festzuhalten, dass nicht nachvollziehbar
erscheint, dass der Beschwerdeführer die «Ende 2015/Anfang 2016» in
seiner Wohnung vorgefundenen Gegenstände der Hausbesetzer
(vgl. A13/20 F7.01) bis zur Hausdurchsuchung Ende Januar 2016 aufbe-
wahrt haben soll, musste er doch davon ausgehen, dass ihn diese allenfalls
belasten könnten. Dass die türkischen Behörden dann wiederrum fast drei
Jahre zugewartet und ihn erst im November 2018 zur Beschlagnahme vom
Januar 2016 befragten, um ihn anschliessend nicht weiter zu behelligen
(vgl. A17/11 F65 f.), lässt ebenso wenig auf eine konkrete Bedrohungslage
im Zeitpunkt der Ausreise schliessen.
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6.3 Zutreffend weist die Vorinstanz darauf hin, dass Befürchtungen, künftig
staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, nur dann asylre-
levant sind, wenn begründeter Anlass zur Annahme besteht, dass sich die
Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft
verwirklicht. So wird auf Beschwerdeebene denn auch eingeräumt, dass
die geltend gemachten Ermittlungen noch andauern und seit der Ausreise
des Beschwerdeführers im Juni 2019 kein Strafverfahren eröffnet wurde
(vgl. Beschwerde, S. 16). Alleine die wiederholt geäusserte Befürchtung,
es liege in seinem Fall möglicherweise ein Datenblatt vor und bei seiner
Wiedereinreise in die Türkei bestehe das Risiko einer Verhaftung, vermag
keinen begründeten Anlass zur Annahme zu geben, dass sich eine allfäl-
lige Verfolgung durch die türkischen Behörden in absehbarer Zukunft ver-
wirklichen werde. Daran vermag auch das in der Beschwerdeschrift be-
hauptete, aber nicht weiter substantiierte Nachfragen der Behörden bei sei-
ner Familie und dem Dorfvorsteher in der Türkei nichts zu ändern, zumal
er doch während des erstinstanzlichen Verfahrens zu Protokoll gab, seine
Familie habe keine Probleme (vgl. A17/11 F18).
An dieser Einschätzung vermögen auch die eingereichten Beweismittel
nichts zu ändern, zumal es sich ausschliesslich um Fotokopien handelt, die
beliebige Änderungen zulassen. Die Erklärungen in der Beschwerdeschrift,
die Originale der Ermittlungsakten könnten nicht beschafft werden, denn
gemäss den türkischen Behörden sei eine weitere Bestätigung nicht not-
wendig, ist ausweichend und kaum logisch nachvollziehbar. Zwar äusserte
der türkische Anwalt F._ in seinem Schreiben vom 15. Januar 2021
ebenfalls Bedenken, dass gegen den Beschwerdeführer ein Strafverfahren
eröffnet werden könnte, doch handelt es sich dabei wohl lediglich um eine
Vermutung. Da das Schreiben als blosses Gefälligkeitsschreiben zu würdi-
gen ist, kommt ihm ohnehin keine hohe Beweiskraft zu. Es besteht somit
auch diesbezüglich kein Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer
könnte – wie behauptet – im Zusammenhang mit seiner Suspendierung,
seiner Mitgliedschaft bei der (...) oder der Beschlagnahme mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanter Verfolgung
ausgesetzt sein.
6.4 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen,
eine bestehende oder drohende, asylrechtlich relevante Gefährdung nach-
zuweisen oder glaubhaft zu machen. Folglich hat die Vorinstanz seine
Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig
abgelehnt.
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7.
7.1 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung
aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht ein-
tritt.
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Weg-
weisung wurde demnach zu Recht angeordnet.
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
8.3 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist –
wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche
Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5
AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich viel-
mehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestim-
mungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten er-
geben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in
den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3
EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt
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Seite 12
wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-
rechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der
Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-
menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-
gen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127
m.w.H.). Auch lässt die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei
nicht auf das Bestehen eines "real risk" einer völkerrechtswidrigen Behand-
lung schliessen (vgl. Urteil des BVGer E-125/2021 vom 4. Februar 2021
E. 8.3). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
8.4.1 Auch unter Berücksichtigung des Wiederaufflammens des türkisch-
kurdischen Konfliktes sowie der bewaffneten Auseinandersetzungen
zwischen der PKK und staatlichen Sicherheitskräften seit Juli 2015 in
verschiedenen Provinzen im Südosten des Landes (im Einzelnen: Batman,
Diyarbakir, Mardin, Siirt, Urfa und Van, anders als die Provinzen Hakkari
und Sirnak, zu den Letzteren BVGE 2013/2 E. 9.6) sowie der Ent-
wicklungen nach dem Militärputschversuch im Juli 2016 ist gemäss
konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nicht von einer Situation
allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen in der Türkei
– auch nicht für Angehörige der kurdischen Ethnie – auszugehen (vgl. Urteil
des BVGer E-4607/2021 vom 12. Januar 2022 E. 9.3 m.w.H.).
8.4.2 Darüber hinaus sind keine individuellen Gründe ersichtlich, die gegen
einen Wegweisungsvollzug sprechen. Der junge Beschwerdeführer ist
Lehrer und verfügt über reichlich Arbeitserfahrung (vgl. A13/20
F1.17.04 ff.), was ihm beim Aufbau einer neuen wirtschaftlichen Existenz
entgegenkommen wird. In der Beschwerdeschrift wird denn auch einge-
räumt, dass es zahlreichen ebenfalls per Dekret entlassenen Lehrkräften
möglich war, in den Dienst zurückzukehren (vgl. Beschwerde vom 7. Sep-
tember 2020, S. 13). Sollte der Beschwerdeführer wiedererwarten nicht
wieder in seinem angestammten Beruf tätig werden können, ist dennoch
davon auszugehen, dass er aufgrund seines vergleichsweise hohen Bil-
dungsstands eine anderweitige Anstellung finden und, sofern dies notwen-
dig sein sollte, erneut auf die finanzielle Unterstützung seiner Gewerkschaft
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Seite 13
zurückgreifen kann. Zudem leben zahlreiche seiner Verwandten, unter an-
derem seine Mutter und Geschwister, in der Türkei, die seine Reisekosten
finanzierten und zu welchen er weiterhin den Kontakt pflegt (vgl. A13/20
F1.16.04, F5.02 und A17/11 F12 ff.). Sofern notwendig steht ihm wohl auch
die Möglichkeit offen, im Haushalt seiner verwitweten Mutter – mit welcher
er bereits vor seiner Ausreise zusammenlebte – erneut unterzukommen
(vgl. A13/20 F2.01). Demnach kann er im Heimatstaat auf ein familiäres
Beziehungsnetz und allenfalls finanzielle Unterstützung zurückgreifen.
8.4.3 Weiter ist festzuhalten, dass auch die medizinischen Beeinträchti-
gungen des Beschwerdeführers der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs nicht entgegenstehen. Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs aus medizinischen Gründen ist nach Lehre und konstanter Praxis nur
dann zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im
Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen
und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der
betroffenen Person führen würde (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2
E. 9.3.2 je m.w.H.). Gemäss dem Bericht von lic. phil. G._, Fach-
psychologin für Psychotherapie FSP, vom 9. November 2021 leidet der Be-
schwerdeführer an einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung
sowie einer rezidivierenden depressiven Störung und befindet sich seit
Juni 2020 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Bei dieser
Sachlage ist jedoch nicht von einer medizinischen Notlage im Sinne der
vorstehend dargelegten Rechtsprechung auszugehen. Sofern der Be-
schwerdeführer weiterhin einer Behandlung seiner psychischen Beschwer-
den bedarf, ist gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts anzuneh-
men, dass diese in der Türkei möglich ist (vgl. Urteil des BVGer
E-3590/2020 vom 24. August 2020 E. 9.4.1 m.w.H.). Allfälligen spezifi-
schen Bedürfnissen des Beschwerdeführers kann im Rahmen der medizi-
nischen Rückkehrhilfe und einer möglichen vorübergehenden Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes durch entsprechende Ausgestaltung
der Vollzugsmodalitäten Rechnung getragen werden (vgl. dazu etwa Urteil
des BVGer E-4643/2020 vom 23. Oktober 2020 E. 8.5.5). Es ist deshalb
nicht anzunehmen, seine Rückkehr in die Türkei würde zu einer raschen
und lebensgefährdenden Beeinträchtigung seines Gesundheitszustandes
führen.
8.4.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass weder seinen Aussa-
gen im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens noch den Beschwerde-
vorbringen konkrete Gründe entnommen werden können, welche es als
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wahrscheinlich erscheinen liessen, dass der Beschwerdeführer im Falle ei-
ner Rückkehr in sein Heimatland in eine existenzielle Notlage geraten
würde. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
8.5 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über einen gültigen Identi-
tätsausweis und obliegt es ihm, sich bei der zuständigen Vertretung des
Herkunftsstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu
beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12),
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist
(Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da jedoch mit Zwi-
schenverfügung vom 4. Dezember 2020 die unentgeltliche Prozessführung
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und sich seine Verhältnisse
zwischenzeitlich nicht wesentlich verändert haben, sind keine Verfahrens-
kosten zu erheben.
10.2 Mit derselben Verfügung wurde ausserdem das Gesuch um amtliche
Verbeiständung gutgeheissen und dem Beschwerdeführer seine Rechts-
vertreterin als Rechtsbeistand bestellt. Demnach ist dieser ein amtliches
Honorar für ihre notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren
auszurichten.
Die Festsetzung des amtlichen Honorars erfolgt in Anwendung der Art. 8-
11 sowie Art. 12 VGKE (Reglement vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]), wobei das Bundesverwaltungsgericht bei amtlicher Vertre-
tung in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für
nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter ausgeht (Art. 12 i.V.m.
Art. 10 Abs. 2 VGKE). Die Rechtsvertreterin weist in ihrer Kostennote vom
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7. September 2020 einen zeitlichen Aufwand von 24.33 Stunden bei einem
Stundenansatz von Fr. 185.– aus und beziffert ihre Auslagen auf Fr. 12.60.
Der ausgewiesene Zeitaufwand erscheint auch unter Berücksichtigung der
in der Kostennote nicht aufgeführten Replik vom 15. Januar 2021 respek-
tive der ergänzenden Replik vom 17. Januar 2021 überhöht und ist auf
18 Stunden zu kürzen. Bei dem für nicht-anwaltliche Vertreterinnen
massgebenden maximalen Stundenansatz von Fr. 150.– ist demnach das
Honorar auf Fr. 2’713.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag)
festzulegen.
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