Decision ID: a18753f4-4dbe-5735-bf72-75e3cbbd22fe
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war seit dem 23. März 1995 bei der B._ als Autolackierer tätig und
dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 4. Dezember 1996
klemmte er sich beim Abdecken eines Fahrzeugs an der Schiebetüre die rechte Hand
ein und erlitt dabei eine schwere Kontusion (Quetschtrauma) der Finger III und IV rechts
(act. G 3.1/1-3). Dem Versicherten wurde bis 19. Januar 1997 eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab 20. Januar 1997 betrug die Arbeitsfähigkeit 50%, ab 6.
März 1997 75% und ab 1. April 1997 konnte der Versicherte bei leichten
Restbeschwerden die Arbeit wieder zu 100% aufnehmen (act. G 3.1/2, 4, 6 und 10).
A.b Nachdem ihm das Arbeitsverhältnis bei der B._ gekündigt worden war,
arbeitete der Versicherte ab 5. Januar 1998 bei der C._ als Industrie-Lackierer und
war dadurch ebenfalls bei der Suva obligatorisch unfallversichert. Am 27. Dezember
1998 stürzte der Versicherte beim Skifahren auf den Rücken und zog sich dabei eine
Kompressionsfraktur Th12 zu (act. G 3.2/1-3). Nach einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit konnte er ab 2. Februar 1999 die Arbeit wieder zu 50% aufnehmen
und ab 10. Mai 1999 wurde dem Versicherten eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (act.
G 3.2/5 und 7).
A.c Aufgrund anhaltender Beschwerden im Bereich der rechten Hand erfolgte am 9.
April 2001 eine operative Entfernung des Os pisiforme sowie eine Karpaltunnelspaltung
(act. G 3.1/25). Der postoperative Verlauf wurde durch eine Plexusreizung/Plexusläsion
als Folge der Plexusanästhesie negativ beeinflusst (act. G 3.1/26, 30, 31, 32, 33 und
39). Ab 1. Juli 2001 wurde dem Versicherten wieder eine 60%ige, ab 4. Januar 2002
eine 75%ige und ab 9. April 2002 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (act.
G 3.1/31, 40 und 42). Eine neurologische und elektrophysiologische Untersuchung am
18. Februar 2003 ergab neuropathische Schmerzen am rechten Vorderarm und an der
rechten Hand bei einer Plexus brachialis Läsion rechts (act. G 3.1/48 und 49). Ab 1.
März 2003 setzte die Suva die Arbeitsfähigkeit auf 70% fest (act. G 3.1/54). Ab 30.
September 2003 war der Versicherte in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. D._.
Dieser diagnostizierte im Bericht vom 23. März 2004 eine Anpassungsstörung mit
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Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) und eine
Persönlichkeitsstruktur mit ängstlichen und abhängigen Zügen (act. G 3.1/62a). Dr.
med. E._, Handchirurgie FMH, bestätigte am 4. Oktober 2004 eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit (act G 3.1/76). Am 20. Dezember 2004 erfolgte eine kreisärztliche
Untersuchung bei Dr. med. F._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und
Unfallchirurgie. Als bleibende Unfallfolgen hielt dieser eine Keilimpressionsfraktur Th12
und einen Zustand nach Os pisiforme-Exstirpation rechts bei pisotriquetraler Arthrose
und wahrscheinlich iatrogener Plexusläsion fest. Der Integritätsschaden betrage
insgesamt 10%. Ausser Eigentherapie und Rückenhygiene zum Erhalt des muskulären
Funktionszustands des Rückens und der rechten Hand bestehe keine
Behandlungsbedürftigkeit. Das Einnehmen von wiederholten Zwangshaltungen und
das Heben von mittelschweren Gewichten sowie das Aussetzen an vibrierenden und
schlagenden Einflüssen, sowohl bezogen auf die rechte Hand als auch auf den
Rücken, seien zu vermeiden (act. G 3.1/86 und 87). Dr. med. G._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, diagnostizierte am 8. Oktober 2005 eine somatoforme
Schmerzstörung des rechten Armes nach Quetschtrauma und Plexusläsion, einen
Status nach Anpassungsstörung und längerer leichter depressiver Reaktion infolge
Funktionseinschränkung und einen Übergang in Dysthymie bei Problemen durch
negative Kindheitserlebnisse (act. G 3.1/97).
A.d Mit Verfügung vom 31. Mai 2007 wurde dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von insgesamt 10% (7.5%
aufgrund des Unfalls vom 4. Dezember 1996 und 2.5% aufgrund des Unfalls vom 27.
Dezember 1998) zugesprochen. Gemäss Beurteilung des Arbeitgebers sei es gelungen,
das Tätigkeitsgebiet so umzustellen, dass den körperlichen Beeinträchtigungen optimal
Rechnung getragen werde und gleichzeitig für die Firma eine vollwertige Leistung
resultiere. Es liege somit keine Erwerbseinbusse vor (act. G 3.1/121). Die Verfügung ist
unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die Taggeldleistungen für eine teilweise
Arbeitsunfähigkeit wurden rückwirkend bis 31. Dezember 2006 erbracht (act. G
3.1/122).
A.e Ab 21. Januar 2009 attestierte Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Medizin
FMH, dem Versicherten eine 50%ige und ab 1. April 2009 eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 3.1/139 und 144). Dem Bericht des Kantonsspitals St. Gallen,
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Klinik für Neurologie, vom 24. März 2009 ist zu entnehmen, dass es zwischen
Dezember 2008 und Januar 2009 am Arbeitsplatz zu drei synkopalen Ereignissen
gekommen sei (act. G 3.2/22). Dr. G._ stellte im Bericht vom 26. Mai 2009 die
Diagnosen einer depressiven Störung mit geschlechtspezifisch atypischem Verlauf bei
chronischen Schmerzen und einen Status nach psychovegetativen Entgleisungen am
Arbeitsplatz infolge von Überlastung und konsekutiv drei vasovagalen Synkopen (act.
G 3.1/145). Am 26. Mai 2009 erfolgte eine weitere kreisärztliche Untersuchung. Prof.
Dr. med. I._, FMH Orthopädische Chirurgie, hielt im entsprechenden Bericht vom
2. Juni 2009 fest, dass die objektivierbaren Befunde im Vergleich zur kreisärztlichen
Untersuchung im Jahr 2004 gleich geblieben seien (act. G 3.1/147).
A.f Mit Verfügung vom 16. November 2009 eröffnete die Suva dem Versicherten,
dass aufgrund der Abklärungen das jetzige Beschwerdebild nicht hinreichend mit
Folgen der Unfälle vom 4. Dezember 1996 bzw. 27. Dezember 1998 erklärt werden
könne. Die aktuell erhobenen Befunde seien, soweit die vorgenannten Unfälle
betreffend, weitgehend mit denjenigen vor fünf Jahren identisch. Da psychische
Gründe für die teilweise Arbeitsunfähigkeit verantwortlich sein dürften, sei die
Adäquanz zu prüfen. Nach Prüfung der massgebenden Kriterien sei diese zu verneinen,
weshalb keine Taggeldleistungen für die bestehende Arbeitsunfähigkeit und die
psychiatrische Behandlung ausgerichtet werden könnten. Mangels Vorliegens
adäquater Unfallfolgen, welche die verstärkten Beschwerden erklären könnten, bestehe
auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der Suva in Form einer Invalidenrente
bzw. einer erhöhten Integritätsentschädigung (act. G 3.1/155).
A.g Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 13. Dezember 2009
(ergänzende Einsprachebegründung vom 22. Februar 2010) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 6. Juli 2010 ab (act. G 3.1/156, 160 und 171).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur.
Peter Sutter, Heiden, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 1.
September 2010 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 6. Juli 2010 sei
aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen aus UVG
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weiterhin zu erbringen, eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer
Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuführen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Es sei der Beschwerdegegnerin nicht gelungen nachzuweisen,
dass die Unfälle ohne jegliche kausale Bedeutung für die heutige Teilarbeitsfähigkeit
seien. Die Beschwerdegegnerin vermöge sich auch nicht mit der Behauptung zu
entlasten, der Zustand sei gleich wie im Jahr 2007. Immerhin sei der Zustand damals –
wie heute – bei einem vollen Arbeitseinsatz nicht stabil gewesen und habe zu
Dekompensationen geführt. Die beiden Unfälle würden zusammen die Anforderungen
an einen mittelschweren Unfall an der Grenze zu einem schweren Unfall erfüllen.
Verschiedene Adäquanzkriterien seien erfüllt. Der Beschwerdeführer sei seit mehr als
einem Jahrzehnt in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. In dieser Zeit sei er mehr oder
weniger intensiv in ärztlicher Behandlung gestanden, so dass auch das Kriterium der
ungewöhnlich langen ärztlichen Behandlung erfüllt sei. Weiter leide der
Beschwerdeführer seit rund 14 Jahren an zum Teil barbarischen Dauerschmerzen. Die
Behandlung des Quetschtraumas habe zu einer Nervenläsion geführt, welche die
ursprünglichen Unfallfolgen bleibend verschlimmert habe. Die Beschwerdegegnerin
anerkenne, dass es sich beim Plexusschaden um einen ärztlichen Kunstfehler
gehandelt habe. Tatsache sei jedenfalls, dass die Operation zu Komplikationen mit
bleibender Gesundheitsschädigung geführt habe (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 17. September 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Vorliegend sei der Sachverhalt im
Zeitpunkt der rechtskräftigen rentenausschliessenden Verfügung vom 31. Mai 2007 mit
demjenigen im Zeitpunkt des rentenausschliessenden Einspracheentscheids vom 6.
Juli 2010 zu vergleichen. Aus dem kreisärztlichen Bericht vom 2. Juni 2009 ergebe sich
überzeugend, dass sich in physischer Hinsicht in Bezug auf die objektivierbaren
Unfallfolgen keine Änderung eingestellt habe, weshalb weder ein Rentenanspruch noch
Ansprüche auf anderweitige Unfallversicherungsleistungen jeglicher Art bestehen
würden. Die psychischen Probleme hätten bereits vor Erlass der rechtskräftigen
Verfügung vom 31. Mai 2007 bestanden. Diesbezüglich seien mangels natürlicher und
adäquater Unfallkausalität keine Leistungen zugesprochen worden. Die Rechtskraft der
damaligen Verfügung gelte es auch heute noch zu respektieren. Die lange Latenzzeit
zwischen den beiden Unfällen und dem Eintritt der psychischen Beschwerden spreche
gegen eine natürliche Unfallkausalität. Die Zuspitzung der psychischen Beschwerden
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nach Erlass der Verfügung vom 31. Mai 2007 sei ausschliesslich auf psychosoziale
Probleme am Arbeitsplatz und somit auf unfallfremde Aspekte zurückzuführen. Die
Adäquanzkriterien seien für beide Unfälle offensichtlich nicht erfüllt. Ausserdem wäre
auch die Leistungsvoraussetzung der Unüberwindbarkeit der Erwerbsunfähigkeit nicht
gegeben (act. G 3).
B.c Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 5).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
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Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes ist es
dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht
obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG
1984 Nr. 82, 174).
1.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei
Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände darstellen (vgl.
BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss handelt es sich bei einem
Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw.
vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es erneut zu ärztlicher Behandlung,
möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen
dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit
organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein in
der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an. Dementsprechend können sie eine
Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen
den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c). Hinsichtlich Rückfällen und
Spätfolgen ist anzufügen, dass es sich bei der hier zu erfüllenden
Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen Kausalzusammenhangs um eine
anspruchsbegründende Tatfrage handelt. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern
bei der versicherten Person, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren
Lasten ausfällt (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
1.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
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Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte
kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
2.
2.1 Mit Verfügung vom 31. Mai 2007 hat die Beschwerdegegnerin den Fall bezüglich
der Unfälle vom 4. Dezember 1996 und 27. Dezember 1998 abgeschlossen. Die
unfallbedingten Restfolgen würden die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich
beeinträchtigen, weshalb die Voraussetzungen für einen Rentenanspruch nicht erfüllt
seien. Im Zeitpunkt der Verfügung bestand eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Ab 21.
Januar 2009 attestierte Dr. H._ dem Beschwerdeführer wieder eine 50%ige,
respektive ab 1. April 2009 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit. Streitig und zu prüfen ist
somit, ob die ab Januar 2009 als Rückfall zu den Unfallereignissen vom 4. Dezember
1996 und 27. Dezember 1998 geltend gemachten Beschwerden – mit teilweiser
Arbeitsunfähigkeit – in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zu
diesen stehen und entsprechend eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
begründen.
2.2 Dr. H._ führte im Arztbericht vom 26. Februar 2009 aus, dass sich bezüglich der
medizinischen Tatsachen wenig verändert habe. Die Symptomatik am Arm sei
unverändert, es würden sich bei längeren Arbeiten starke Schmerzen einstellen. In den
letzten Monaten hätten die lumbalen Rückenschmerzen, welche der Beschwerdeführer
auf die Keilwirbelbildung zurückführe, deutlich zugenommen. Dies müsse medizinisch
neu beurteilt werden. Stark verschlechtert habe sich die psychische Situation mit
Selbstwertproblematik und Missstimmung am Arbeitsplatz, wobei sich der
Beschwerdeführer immer wieder unverstanden und schlecht behandelt fühle (act. G
3.1/135). Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen, Klinik für Neurologie, vom 24. März
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2009 wurde festgehalten, dass die jeweils schmerzassoziierten synkopalen Ereignisse
beim Beschwerdeführer anamnestisch primär nicht verdächtig für ein epileptisches
Geschehen seien. Klinisch-neurologisch ergebe sich bis auf die angegebenen
Gefühlsstörungen und die chronischen Schmerzen ein unauffälliges Bild. Dr. G._
diagnostizierte am 26. Mai 2009 eine depressive Störung mit geschlechtsspezifisch
atypischem Verlauf bei chronischen Schmerzen und einen Status nach
psychovegetativen Entgleisungen am Arbeitsplatz infolge von Überlastung und
konsekutiv drei vasovagalen Synkopen. Der Beschwerdeführer arbeite angesichts
seiner Schmerzen bereits seit längerem über seine Kraftreserven hinaus. Die infolge der
chronischen Schmerzen einsetzende depressive Entwicklung schwäche die vitale
innere Abwehr des Beschwerdeführers gegenüber der dauerhaft belastenden
Schmerzempfindung und habe zuletzt in die psychovegetative synkopale
Dekompensation gemündet. Die aktuelle gesundheitliche Situation sei inzwischen
prekär. Wenn die Überlastung im Grauzonenbereich des berufspraktischen Alltags sich
fortsetze, werde der Beschwerdeführer die Schmerzen gar nicht mehr kanalisieren
können und er drohe genauso vollends depressiv zu dekompensieren wie bei einem
Verlust seines Arbeitsplatzes. Prof. I._ hielt im Anschluss an die kreisärztliche
Untersuchung im Bericht vom 2. Juni 2009 fest, dass die Synkopen kardial und
neurologisch abgeklärt worden seien. In den entsprechenden Berichten werde zwar ein
schmerzassoziierter Zusammenhang angenommen, gleichwohl würden die Neurologen
von einem psychogenen Triggermechanismus ausgehen. Sofern sich die Anfälle in
verdächtiger Weise häufen würden, wäre eine erweiterte kardiologische Untersuchung
notwendig. Die gesamte Wirbelsäule sei klopfdolent, teilweise schon
berührungsschmerzhaft im Sinn einer Hyperpathie. Ausser einer vielleicht diskret
akzentuierten Kyphosierung des thoracolumbalen Übergangs und eines leichten
Linksüberhangs von 3cm würden sich keine pathologischen Veränderungen an der
Wirbelsäule erkennen lassen und die Funktionsuntersuchung habe Normalwerte
ergeben. Gleichwohl sei die Reklination tief lumbal schmerzhaft gewesen.
Neurologische Ausfälle, die auf eine radikuläre Symptomatik im LWS-Bereich
hinweisen könnten, seien nicht identifiziert worden. Die aktuellen Röntgenbilder sowie
die Kernspintomographie aus dem Jahr 2009 würden den stabil verheilten 12. BWK mit
spondylophytärer Brückenbildung zu den benachbarten Wirbeln zeigen. Eine
erhebliche kyphotische Formveränderung etwa im Sinn eines Gibbus oder eine
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skoliotische Abknickung auf Höhe des ehemals frakturierten Wirbels seien nicht zu
erkennen. Kernspintomographisch zeige sich das übliche Bild eines Berstungsbruchs
mit in den Wirbelkörper eingetriebenem Bandscheibenmaterial. Die äussere Form des
Wirbels, nicht zuletzt auch die spondylophytäre Abstützung weise auf eine stabile
Situation hin. Die Symptomatik am rechten Arm bzw. die pathologischen Befunde
hätten sich gegenüber der Untersuchung im Jahr 2004 nicht verändert. Auffallend sei
die nicht zu übersehende Desintegrierung des rechten Arms zumindest anlässlich der
Untersuchung. Die intensiven Gebrauchsspuren mit symmetrischer Verschmutzung
beider Hände würden allerdings darauf hinweisen, dass der rechte Arm durchaus
eingesetzt werde. Bezüglich der von Dr. G._ im Bericht vom 26. Mai 2009
geäusserten Schmerzsymptomatik führte der Kreisarzt aus, dass der stabil ausgeheilte
Bruch des 12. BWK nach orthopädisch-traumatologischer Erfahrung nicht in der Lage
sei, grössere Schmerzen hervorzurufen. Die Form der Wirbelsäule insgesamt sei nicht
grob gestört, es liege keine muskuläre Dekompensation vor, der Bewegungsumfang sei
ausreichend, neurologische Störungen könnten nicht identifiziert werden und es liege
keine Instabilität vor. Auch die Protrusion/breitbasige Diskushernie auf dem Niveau L5/
S1 bzw. L4/L5 sei kaum in der Lage solche Schmerzen hervorzurufen. Die von Dr.
G._ erwähnten auffallenden Befunde und Symptome könnten nicht als unfallkausal
angesehen werden, sondern seien Ausdruck des Liveskripts des Beschwerdeführers
bzw. einer biographisch vermutlich unbefriedigenden Situation. Die von Dr. H._
vorgenommene Reduktion der Arbeitsfähigkeit könne ihre Begründung somit nicht
durch posttraumatische Elemente erfahren.
2.3 Der kreisärztliche Bericht vom 2. Juni 2009 begründet hinreichend, dass die
objektivierbaren Befunde im Vergleich zur Untersuchung im Jahr 2004 gleich geblieben
sind. Die Schlussfolgerung, wonach die ab Januar 2009 attestierte teilweise
Arbeitsunfähigkeit nicht auf die objektivierbaren Restfolgen der Unfälle vom 4.
Dezember 1996 und 27. Dezember 1998 zurückzuführen sei, ist nachvollziehbar. Die
Aussage gründet auf eigenständigen Untersuchungen und wurde unter
Berücksichtigung der vorhandenen Vorakten gemacht. Insbesondere setzte sich
Kreisarzt Prof. I._ ausführlich mit dem Bericht von Dr. G._ vom 26. Mai 2009
auseinander und legte nachvollziehbar seine Einschätzung aus orthopädischer Sicht
dar, wonach die unfallbedingten Restfolgen für die geltend gemachte
Schmerzsymptomatik nicht verantwortlich sein können. Es gilt somit festzuhalten, dass
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ab Januar 2009 keine Beschwerden mit klar ausgewiesenen organischen Befunden im
Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen vorlagen, welche für die geklagte
Schmerzsymptomatik und insbesondere für die attestierte teilweise Arbeitsunfähigkeit
verantwortlich waren. Die zweifellos vorhandenen somatischen unfallbedingten
Restfolgen vermögen die in einer solchen Intensität geklagten Beschwerden nicht zu
begründen. Vielmehr sind die zu einer Arbeitsunfähigkeit führenden Beschwerden auf
psychische Komponenten zurückzuführen. Dieser Ansicht war offensichtlich auch Dr.
H._, der am 21. Januar 2009 der Beschwerdegegnerin telefonisch mitteilte, dem
Beschwerdeführer vorläufig aufgrund der psychischen Situation eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (act. G 3.1/133). Für die Beschwerdegegnerin könnte
sich somit lediglich eine erneute Leistungspflicht ergeben, wenn zwischen den
psychischen Beschwerden und den Unfallereignissen ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang bestehen würde.
2.4 Dem Eventualantrag des Beschwerdeführers, es seien weitere Abklärungen
durchzuführen, ist nicht stattzugeben. Der vorliegend massgebende Zeitraum ist
ausreichend mit medizinischen Berichten dokumentiert. Da nicht anzunehmen ist, dass
weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten
Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211).
3.
3.1 Zu prüfen gilt es somit, ob die als Rückfall geltend gemachten Beschwerden mit
psychischer Komponente in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang
zu den Unfallereignissen stehen. Bezüglich der natürlichen Kausalität der psychischen
Beschwerden ist die medizinische Aktenlage nicht hinreichend abgeklärt. Allerdings
kann sich rechtsprechungsgemäss eine Prüfung der natürlichen Unfallkausalität des
Gesundheitsschadens erübrigen, wenn sich – wie vorliegend der Fall – zeigt, dass
dessen Adäquanz zum versicherten Unfallereignis bzw. den versicherten
Unfallereignissen nicht gegeben und damit eine für die Leistungspflicht des
Unfallversicherers nebst der natürlichen Kausalität kumulativ erforderlichen
Voraussetzung nicht erfüllt ist (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009,
8C_951/2008, E. 3.4.2). Tritt im Anschluss an zwei oder mehrere Unfälle eine
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psychische Fehlentwicklung ein, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs
grundsätzlich für jeden Unfall gesondert zu beurteilen. Dies gilt insbesondere dann,
wenn die Unfälle – wie vorliegend der Fall – verschiedene Körperteile betreffen und zu
unterschiedlichen Verletzungen geführt haben (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 4. April 2002, U 12/01, E. 4a).
3.2 Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall
und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung
der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. E. 6,
bestätigt u.a. in BGE 134 V 126 E. 10.1) vom Unfallereignis auszugehen. Dabei besteht
ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfall,
wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden
zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen
Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das
Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf
– zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und
schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während
der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche
unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2,
2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder
in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die
Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 115 V
140 E. 6c/aa): besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
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erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
und Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
3.3 Eine detaillierte Beschreibung, wie sich die Unfälle vom 4. Dezember 1996 und
27. Dezember 1998 zugetragen haben, ist den Akten nicht zu entnehmen. Aufgrund der
Unfallmeldungen und der ärztlichen Berichte kann allerdings auch ohne weitere
Abklärungen in beiden Fällen höchstens von mittelschweren Unfallereignissen
ausgegangen werden. Anhaltspunkte dafür, dass sie im Grenzbereich zu den schweren
Unfällen anzusiedeln wären, sind nicht auszumachen.
3.4 Der adäquate Kausalzusammenhang wäre dementsprechend zu bejahen, wenn
ein einzelnes der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter
oder auffallender Weise gegeben wären. Das ist nach neuster bundesgerichtlicher
Rechtsprechung der Fall, wenn drei Kriterien erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts
vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5).
3.4.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der
besonderen Eindrücklichkeit ist vorliegend für beide Unfälle offensichtlich nicht erfüllt
und wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
3.4.2 Die körperlichen Verletzungen, die sich der Beschwerdeführer bei den zwei
Unfällen zugezogen hat, können nicht als besonders schwer eingestuft werden.
Insbesondere sind das Quetschtrauma an der Hand und die erlittene
Kompressionsfraktur Th12 in aller Regel nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen. Dies gilt auch für die im postoperativen Verlauf aufgetretenen
Komplikationen, welche den erforderlichen Schweregrad zur Bejahung des Kriteriums
nicht erreichen. Die Kompressionsfraktur Th12 ist bei konservativer Behandlung gut
verheilt. Bereits im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen, Klinik für Orthopädische
Chirurgie, vom 7. Mai 1999 wurde eine ossäre Konsolidierung der Keilwirbeldeformität
festgehalten (act. G 3.2/7). In der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Dezember
2004 wurden lediglich geringe bis mässige Beanspruchungsschmerzen und eine
minime Funktionseinschränkung festgestellt. Das Kriterium Schwere oder besondere
Art der erlittenen Verletzungen ist vorliegend nicht erfüllt.
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3.4.3 Für das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
Behandlung ist die Art und Intensität der Behandlung von Bedeutung sowie die Frage,
inwieweit davon noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten war.
Vorausgesetzt wird eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die
Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung von
ungewöhnlich langer Dauer (Urteil des EVG vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3).
Bezüglich der Handverletzung wurde dem Beschwerdeführer eine Physiotherapie
verordnet (act. G 3.1/2), welche im Anschluss an eine kreisärztliche Untersuchung vom
5. März 1997 allerdings bereits wieder abgesetzt wurde (act. G 3.1/4). Bis zum
operativen Eingriff vom 9. April 2001 erfolgten keine weiteren Behandlungen. Die
physiotherapeutische Behandlung wurde im Anschluss an die Operation wieder
aufgenommen (act. G 3.1/27). Im ärztlichen Zwischenbericht vom 25. März 2002 teilte
Dr. E._ mit, dass ausser regelmässigen Kontrollen keine Behandlung stattfinde (act.
G 3.1/40). Im Anschluss an eine neurologische Begutachtung im Ambulatorium der
Rheinburg Klinik in St. Gallen wurde eine medikamentöse Therapie vorgeschlagen (act.
G 3.1/49). Kreisarzt Dr. F._ hielt im Bericht vom 20. Dezember 2004 fest, dass ausser
Eigentherapie und Rückenhygiene zum Erhalt des muskulären Funktionszustands des
Rückens und der rechten Hand keine Behandlungsbedürftigkeit bestehe. Abgesehen
von psychiatrischen Behandlungen – welche bei der Prüfung der Adäquanzkriterien
nicht zu berücksichtigten sind – ergeben sich in der Folge aus den vorliegenden Akten
keine weiteren Behandlungen bezüglich der erlittenen Handverletzung. Die
Behandlungen der Kompressionsfraktur Th12 beschränkten sich ebenfalls auf
physiotherapeutische Massnahmen und eine medikamentöse Behandlung (act. G
3.2/3-7). Dem ärztlichen Zwischenbericht vom 5. November 1999 ist zu entnehmen,
dass bereits in diesem Zeitpunkt keine Behandlung mehr durchgeführt wurde (act. G
3.2/11). Weitere Behandlungen sind den Akten ebenfalls nicht zu entnehmen. Aufgrund
dieser medizinischen Aktenlage ergibt sich klar, dass für die Unfallfolgen beider Unfälle
nicht von einer intensiven ärztlichen Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer
ausgegangen werden kann, weshalb das Kriterium zu verneinen ist.
3.4.4 Der Beschwerdeführer klagt seit den Unfällen über persistierende
Schmerzen. Die Schmerzen sind nachvollziehbar und im Heilungsverlauf auch
medizinisch ausgewiesen. Dr. F._ hielt im Bericht vom 20. Dezember 2004 fest, dass
bezüglich der Keilimpressionsfraktur Th12 geringe bis mässige
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Beanspruchungsschmerzen bestehen würden. In Ruhe würden keine Schmerzen
persistieren. Am rechten Vorderarm sei von neuropathischen Residualschmerzen
auszugehen. Im Handwurzelbereich würden belastungsabhängige Beschwerden mit
geringer Funktionseinschränkung bestehen. Ab September 2003 begab sich der
Beschwerdeführer erstmals in psychiatrische Behandlung. Dr. D._ führte im Bericht
vom 23. März 2004 u.a. aus, dass die seit langem bestehenden neuropathischen
Schmerzen durch eine Symptomatik überlagert würden, die nicht allein durch den
Unfall zu erklären sei. Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist davon auszugehen,
dass im Verlauf der Zeit nach den Unfällen die Beschwerden psychisch unterhalten
wurden oder sich nur noch bei grösserer Belastung zeigten, weshalb auch das
Kriterium der Dauerschmerzen nicht mit der erforderlichen Intensität als erfüllt gelten
kann.
3.4.5 Von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen ist
vorliegend nicht auszugehen. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und
der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf
geschlossen werden. Hierzu bedarf es besonderer Gründe, welche die Heilung
beeinträchtigt haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06,
E. 4.3.2 und vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Wie bereits erwähnt ist die
Kompressionsfraktur Th12 gut und komplikationslos verheilt. Die postoperativen
Komplikationen an der rechten Hand können nicht als derart erheblich angesehen
werden, damit das Kriterium erfüllt wäre. Zudem gilt es auch hier zu berücksichtigen,
dass die psychischen Komponenten im Bezug auf den Heilungsverlauf und die
Komplikationen auszuklammern sind, weshalb das Kriterium ebenfalls zu verneinen ist.
3.4.6 Nach dem Unfallereignis vom 4. Dezember 1996 wurde dem
Beschwerdeführer bis 19. Januar 1997 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab 20.
Januar 1997 betrug die Arbeitsfähigkeit 50%, ab 6. März 1997 75% und ab 1. April
1997 konnte der Versicherte bei leichten Restbeschwerden die Arbeit wieder zu 100%
aufnehmen. Nach dem operativen Eingriff am 9. April 2001 bestand erneut eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Ab 1. Juli 2001 wurde dem Beschwerdeführer wieder eine 60%ige,
ab 4. Januar 2002 eine 75%ige und ab 9. April 2002 wieder eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert. In der Folge konnte die attestierte volle Arbeitsfähigkeit
jedoch nicht vollständig realisiert werden, weshalb die Beschwerdegegnerin ab April
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2003 wieder von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit von 70% ausging (act. G 3.1/51). Dr.
E._ bestätigte im Bericht vom 4. Oktober 2004 diese 30%ige Arbeitsunfähigkeit (act.
G 3.1/76). Entsprechend erbrachte die Beschwerdegegnerin bis 30. Juni 2006
Taggeldleistungen aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 30%, respektive vom 1. Juli
bis 31. Dezember 2006 aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 20% (act. G 3.1/122). Im
Nachgang zum Unfallereignis vom 27. Dezember 1998 bestand ebenfalls eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Ab 2. Februar 1999 konnte der Beschwerdeführer die Arbeit wieder
zu 50% aufnehmen und ab 10. Mai 1999 wurde ihm eine volle Arbeitsfähigkeit
attestiert. Die medizinischen Akten belegen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
Handverletzung während mehreren Jahren zumindest teilweise arbeitsunfähig war und
über drei Monate eine volle Arbeitsunfähigkeit bestand. Das Kriterium Grad und Dauer
der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kann daher, wenn auch nicht in besonders
ausgeprägter Weise, als erfüllt gelten.
3.4.7 Die Frage, ob die aufgrund der Plexus brachialis Schädigung entstandene
Neuropathie allenfalls auf einen ärztlichen Fehler bei der Plexusanästhesie am 9. April
2001 zurückzuführen ist, kann offen gelassen werden, da selbst bei Bejahung dieses
Kriteriums höchstens zwei erfüllt wären.
3.5 Da somit höchstens zwei der zu berücksichtigenden Kriterien als erfüllt gelten
können, allerdings keines in besonders ausgeprägter Weise, muss der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen vom 4. Dezember 1996 und 27.
Dezember 1998 und den als Rückfall geklagten Beschwerden verneint werden. Die
Beschwerdegegnerin hat einen Leistungsanspruch daher zu Recht verneint.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 6. Juli 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
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