Decision ID: fc2f6497-303e-4903-ad97-6da8213d3bc6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, ist ausgebildeter Anästhesiepfleger
(Urk. 8/1/6). Zuletzt übte
er diese Tätigkeit seit dem 1. Januar 2012 (Urk. 8/56/1) im Y._ mit einem Arbeitspensum von 60 % aus. Ab 13. September 2012 war er zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 8/12/3). Zudem ging er seit dem 1. Oktober 2006 in einem Pensum von 20 % einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Bereich Massage und Beratung nach (Urk. 8/2/4).
Am 16. November 2012 meldete sich der Versicherte wegen des Verdachts auf eine beginnende Alzheimererkrankung bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2/4). Mit Verfügung vom 15. April 2013 (Urk. 8/27) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Mass
nahmen. Am 16. April 2013 ging bei der IV-Stelle das von Dr. med. Z._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, im Auftrag der
BVK Personalvor
sorge des Kantons Zürich
erstellte vertrauensärztliche Gutachten vom 11. April 2013 (Urk. 8/29) ein. Die vom Versicherten gegen die Verfügung vom 15. April 2013 erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 22. November 2013 (Prozess-Nummer IV.2013.00409, Urk. 8/40) in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und zum neuen Entscheid über den Anspruch auf berufliche Massnahmen an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde.
2.
In der Folge holte die IV-Stelle zusätzliche ärztliche Berichte (Urk. 8/50, 8/52, 8/72, 8/76, 8/79) und einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 8/69) ein. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 18. November 2014 (Urk. 8/57) mit, dass eine Umschulung alters- und gesundheitsbedingt nicht möglich sei, aber ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehe (Urk. 8/57). Am 20. Januar 2015 (Urk. 8/60) informierte sie ihn über den gesundheitsbedingten Abschluss der Arbeitsvermittlung. Weiter holte sie ein polydisziplinäres Gut
achten der Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychi
atrie und Neuropsychologie ein, das von den Fachärzten der A._, am 15. Juli 2016 erstattet wurde (Urk. 8/94). Wie sie mit Vorbescheid vom 15. August 2016 (Urk. 8/96) angekündigt hatte, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Oktober 2016 (Urk. 8/99 = Urk. 2) einen Rentenanspruch des Versicherten.
3.
Mit Beschwerde vom 4. November 2016 (Urk. 1) beantragte der Beschwerde
führer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 4. Oktober 2016 sowie die Zusprache der gesetzlichen Leistungen, insbesondere einer Invali
denrente. Eventualiter beantragte er die Rückweisung der Streitsache zu ergänzenden Abklärungen und neuer Entscheidung an die Beschwerde
gegnerin. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung sowie die Bestellung eines unentgeltlichen Rechts
vertreters in der Person
von Rechtsanwalt Schlatter. Als Beilage zur Beschwerde reichte er eine vom 29. Oktober 2016 (Urk. 3/6) datierende Stellungnahme von Dr. med. B._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie ein. Mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2016 (Urk. 7) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1. Februar 2017 (Urk. 12) wurde das Gesuch um unentgeltli
che Rechtsvertretung und unentgeltliche Prozessführung abgewiesen und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt. Mit Stellungnahme vom 13. März 2017 (Urk. 16) reichte der Beschwerdeführer das von Dr. med. Z._ zuhanden der
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
erstattete vertrauensärztliche Gutachten vom 11. April 2013 (Urk. 17/1) sowie den Rentenentscheid der BVK vom 26. Juli 2013 (Urk. 17/2) ein. Mit Schreiben vom 30. März 2017 (Urk. 19) erklärte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf eine Stellungnahme, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3. April 2017 (Urk. 20) mitgeteilt wurde.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
A
nspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vi
er
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bil
det
gegeben
enfalls neben standardisierten Tests
die klinische Unter
su
chung mit Anamnese
erhebung, Symptomerfassung und Verhaltens
beobach
tung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben eingeholt oder Zusatzunter
suchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiatrische Untersu
chung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beur
teilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesge
richts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
1.3
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (siehe Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensver
gleich in der Invaliditätsbemessung, Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 92 f.). Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständi
gen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (siehe Kopp/Willi/Klippstein, Im Graubereich zwischen Körper, Psyche und sozialen Schwierigkeiten, in: Schweizerische Medizinische Wochenschrift 1997, S.1434, mit Hinweis auf eine grundlegende Untersuchung von Winckler und Foerster; BGE 131 V 51).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verneinung eines Rentenanspruchs in ihrer Verfügung vom 4. Oktober 2016 (Urk. 2) damit, dass die Arbeitsfä
higkeit gemäss dem Gutachten der A._ vom 15. Juli 2016 aus medizini
scher Sicht nicht eingeschränkt sei. Aufgrund der arbeitsplatzspezifischen psychischen Belastung könne eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten nachvollzogen werden. Eine nachfol
gend weiter attestierte Arbeitsunfähigkeit werde durch Aggravation mitbe
stimmt, womit der rechtliche Anspruch auf Leistungen fehle (Urk. 2 S. 1).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vom 4. November 2016 (Urk. 1) geltend, das polydisziplinäre A._-Gutachten genüge den Anforderungen der Rechtsprechung nicht, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Unrecht darauf abgestellt habe. Das Gutachten sei weder vollständig noch in seinen Schlussfolgerungen überzeugend. Die Beschwerdegegnerin habe auf die nicht überzeugende Vermutung eines aggravatorischen Verhaltens abgestellt und deshalb die tatsächlichen Tester
gebnisse zu Unrecht unberücksichtigt gelassen. Auch habe sie übersehen, dass die im Gutachten formulierten Einschränkungen die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausschliessen oder stark einschränken würden. Die Feststellung, wonach keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, treffe somit nicht zu (Urk. 1 S. 17)
3.
3.1
Das Gericht hat im Rückweisungsentscheid vom 2
2.
November 2013 (
Urk.
8/40) festgestellt, die Berichte der
C._
des
D._
, welche für solche Fragestellungen als Fachklinik gelte, hätten ein
wandfrei eine Teilleistungsstörung der mnestischen Funktionen im visuellen Gedächtnis, insbesondere im Abrufen neu gelernter Informationen festge
stellt. Die Diagnose hätten die Ärzte der
C._
aufgrund einer Gesamtbeurteilung aus der Anamnese erhoben, bei welcher der Versicherte über Wortfindungsstörungen und Vergesslichkeit vor allem auch bei Stress berichtet habe. Ferner hätten sie sich auf die neuropsychologischen Befunde und die Bildgebung berufen. Das Gericht erwog zudem
,
der
C._
sei der MRI-Befund vom 2
1.
September 2012 bei der Diagnosestellung bekannt gewesen. Dieser Befund habe abgesehen von leichtgradigen Hirnatrophien keine Auffälligkeiten gezeigt und sei in die Beurteilung miteinbezogen wor
den. Ein leichter Widerspruch habe sich allerdings aus dem MRI-Bericht ergeben: In den Berichten der
C._
sei von einem Scheltens Grad 1 die Rede gewesen, welcher sich im MRI gezeigt habe, im MRI-Bericht vom 2
1.
September 2012 hingegen von einem Scheltens Grad 0
, das heisst einem in Bezug auf eine Demenzerkrankung unauffälligen Befund
. Das Gericht fügte bei, diese Ungenauigkeit sei jedoch nicht sehr
bedeutend
. Denn die getroffene Diagnose eines MCI basier
e
vor allem auf der klinischen Untersu
chung mittels einer Testbatterie mit den entsprechenden Resultaten und auf den anamnestischen Erhebungen und typischen Beobachtungen des Versi
cherten. Schliesslich verwies das Gericht auf die Ausführungen von Dr.
Z._
. Dieser habe weitgehend wiederholt, was den Berichten der
C._
zu entnehmen sei. Die Berichte stimmten bezüglich der Diagnosestellung und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit überein
.
und ihre Einschätzungen seien nachvollziehbar. Insbesondere hielt dies das Gericht für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit für gegeben: Der Beschwerdeführer habe als Anästhesiepfleger im Aufwachraum gearbeitet. Dies sei eine verantwortungsvolle Tätigkeit, bei der Anordnungen zuverlässig und pünktlich ausgeführt werden müssten. Aufgrund der Berichte der
C._
sei überzeugend, dass der Beschwerdeführer aufgrund der objektivierten kognitiven Defizite
seine Arbeit
als Anästhesiepfleger im Auf
wachraum nicht mehr ausführen könne. Diese objektivierten Befunde einer leichten kognitiven Leistungsschwäche seien geeigne
t
, einen Anspruch auf berufliche Massnahmen, insbesondere einen solchen auf Arbeitsvermittlung oder Berufsberatung auszulösen, auch wenn sich die Ätiologie dieser Störung im Moment nach Ansicht der Ärzte mit keinen Methoden weiter erhärten lasse. Sie führe auch dazu, dass sich der Versicherte gesundheitlich bedingt beruflich neu orientieren und eine seinen verbliebenen kognitiven Fähigkei
ten angepasste Arbeit finden müsse. Dies sei für die Leistungspflicht der Invalidenversicherung entscheidend und nicht die (noch) unklare Verdachts
diagnose. Welche Tätigkeiten dies sein könnten und in welchem Ausmass sie dem Versicherten zumutbar seien, das heisst die Fragen nach der behinde
rungsangepassten Restarbeitsfähigkeit, bedürfe zunächst näherer Abklärung in medizinischer Hinsicht. Die erwähnten Ausführungen der
C._
im Bericht vom 1
2.
Februar 2013 seien sowohl hinsichtlich des zumutbaren gesundheitlichen Profils als auch hinsichtlich des zumutbaren Pensums zu vage. Doch die bereits vorliegenden gesundheitlichen Einschränkungen sprächen durchaus für berufliche Massnahmen. Der Anspruch auf berufliche Massnahmen sei somit weiter abzuklären. In diesem Punkt hiess das Gericht die Beschwerde gut.
Hingegen folgte das Gericht der Auffassung der IV-Stelle insoweit, als diese den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hatte, weil im
massgeblichen
Zeitpunkt, als die Verfügung vom 1
5.
April 2013 ergangen war, das Warte
jahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG noch nicht abgelaufen gewesen sei. Das Gericht stellte dazu fest, ob der Anspruch auf eine Invalidenrente in einem späteren Zeitpunkt erfüllt sein werde, werde die Beschwerdegegnerin nach den erfolgten Eingliederungsabklärungen zu entscheiden haben.
3
.
2
In der Folge holte die IV-Stelle am 1
7.
April 2014 einen Verlaufsbericht der
C._
ein (
Urk.
8/50/5).
Am 15. Mai 2014 (Urk. 8/50/6-10) berichtete diese über die Behandlung des Beschwerdeführers. Anlässlich der Erstabklä
rung im Oktober 2012 sei die Diagnose eines Mild Cognitive Impairment bei hohem Verdacht auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung gestellt worden. Der Patient habe unter kognitiven Einbussen im Rahmen einer psychoso
zialen Belastung gelitten. Weder die zusätzlichen Abklärungen in Form einer Mikropunktion und einer SPECT-Untersuchung hätten jedoch einen Anhalts
punkt für einen entzündlichen Prozess oder eine beginnende neurodegenera
tive Erkrankung ergeben. Aktuell bestünden normale Hirn
funktionen und ein Vitamin B12-Mangel (Urk. 8/50/7).
3.3
Dr. E._ informierte die IV-Stelle am 26. Mai 2014 ebenfalls über die Behandlung des Beschwerdeführers (Urk. 8/52). Er gab die von der C._ gestellten Diagnosen wieder (Urk. 8/52/1) und attestierte dem Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegefachmann in der Anästhesie eine fortbestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 14. September 2012 (Urk. 8/52/2). In einer leidensangepassten Tätigkeit beur
teilte er eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit als möglich (Urk. 8/52/3).
Ferner wandte sich die IV-Stelle am 1
2.
Juni 2015 an das
F._.
Dieses reichte daraufhin die Aufzeichnung über das Erstgespräch mit dem Beschwerde
führer vom
3.
September 2014 betreffend eine allfällige psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung samt Beilagen ein (
Urk.
8/71 sowie 8/72/1-3). Die gesprächsführende Person stellte im Anschluss einen unauffälligen Psy
chostatus fest und ausser einer Verminderung von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen keine Symptome einer Depression. Als Diagnose hielt sie ein
zig einen Status nach rezidivierender depressiver Störung, aktuell stabil, fest, attestierte indessen dennoch eine Arbeitsunfähigkeit von 80 %.
Im
G._
der
H._
war der Beschwerdeführer ebenfalls nicht in Behandlung, sondern lediglich zu drei Abklärungsgesprächen. Dem Bericht darüber vom 1
9.
August 2015 (
Urk.
8/79) ist Folgendes zu entnehmen:
Affektiv hätten sich eine Verschiebung zum depressiven Pol und eine geringe Schwingungsfähigkeit gezeigt. Der Patient habe deprimiert, ratlos, gereizt und innerlich unruhig gewirkt. Die Vitalgefühle seien gestört und der Antrieb deutlich reduziert gewesen. Zudem habe ein sozialer Rückzug bestanden. Als Diagnose wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige depressive Episode (ICD-10: F33.1) gestellt.
3.4
Die Beschwerdegegnerin gab in der Folge zur Abklärung des Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers ein polydisziplinäres Gutachten der Fachge
biete Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsycho
logie in Auftrag. Dieses wurde durch die A._-Sachverständigen am 15. Juli 2016 (Urk. 8/94) erstattet.
Aus allgemein-internistischer Sicht stellte Dr. med. I._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Fachärztin für Rheumatologie, keine Diag
nosen (Urk. 8/94/41).
Im neurologischen Fachgebiet diagnostizierte Dr. med. J._, Facharzt für Neurologie, nicht authentische kognitive Minderleistungen in den Berei
chen Aufmerksamkeit, Neugedächtnis und Exekutivfunktionen, denen er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass. Er hielt fest, dass die Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht auch retrospektiv nicht einge
schränkt gewesen sei (Urk. 8/94/36).
Gegenüber der neuropsychologischen Gutachterin, lic. phil. K._, Fachpsy
chologin für Neuropsychologie und zertifizierte neuropsychologische Gut
achterin SIM, klagte der Beschwerdeführer über Gedächtnisprobleme, die seit Jahren unverändert bestehen würden (Urk. 8/94/46). Lic. phil. K._ berichtete darüber, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der neuropsycho
logischen Testung schwere verbale Lern- und Gedächtnisdefizite, teilweise deutlich unterdurchschnittliche Aufmerksamkeitsleistungen, exekutive Min
derleistungen sowie verminderte verbale Lernleistungen gezeigt habe (Urk. 8/94/49). Es gebe jedoch klare Hinweise darauf, dass diese Befunde verfälscht seien und die gezeigten Leistungen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit entsprächen. Ein gut standardisierter Performanzvalidierungstest (Schmand & Lindebloom, 2005) und Diskrepanzen zwischen den klinischen Beobachtungen und den Tester
gebnissen deuteten auf ein aggravatorisches Verhalten hin (Urk. 8/94/50). Die neuropsychologische Gutachterin diagnostizierte in ihrer Ausprägung nicht authentische kognitive Minderleistungen in den Bereichen Aufmerk
samkeit, Neugedächtnis und Exekutivfunktionen.
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter, Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, klagte der Beschwerdeführer über leichte kognitive Defizite und Zukunftsängste (Urk. 8/94/13). Dr. L._ berichtete davon, dass diagnostisch von einer primär bestehenden leichten depressiven Persönlichkeitsakzentuierung auszugehen sei, welche im Rahmen ungünsti
ger Arbeitsbedingungen im September 2012 zur Dekompensation und im Rahmen einer anfangs mittelgradigen ängstlich-depressiven Symptomatik zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Daher müsse von einer affektiven Störung in spezifischer Reaktion auf das arbeitsplatzbezogene Umfeld ausge
gangen werden, ohne dass die berufliche Tätigkeit an sich die Ursache dieser Störung darstelle. Die Kündigung habe zwar anfangs in Form einer nar
zisstischen Kränkung zu einer Verstärkung der Symptomatik geführt, zwischen
zeitlich sei jedoch offensichtlich eine sehr deutliche Besserung ein
getreten. Dies komme auch dadurch zum Ausdruck, dass sich der Beschwer
deführer nicht mehr depressiv fühle, jedoch weiterhin anfällig auf Stresssitu
ationen. Damit seien die in den vorbestehenden Akten diskutierten Diagno
sen einer allfälligen organischen Ursache der Leistungseinbusse bereits angesichts des weiteren Verlaufs weitestgehend widerlegt. Damals seien auch die Auswirkungen der psychischen Symptomatik nicht ausreichend berück
sichtigt worden. In der angestammten Tätigkeit als Anästhesiepfleger bestehe unter Berücksichtigung von Einschränkungen der geistigen und psychischen Belastbarkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dr. L._ diagnosti
zierte ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte Persönlich
keitszüge (ICD
10: Z73.1), Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten oder Arbeits
kollegen (ICD-10: Z56.4) sowie nicht authentische kognitive Minder
leistungen (Urk. 8/94/22 f.).
Im Rahmen der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass aufgrund der Ergebnisse der neuropsychologischen Begutachtung klar ein aggravato
risches Verhalten feststellbar gewesen sei, wobei dieses nicht durch krank
heitswertige psychische Ursachen begründet sei (Urk. 8/94/24). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Anästhesiepfleger mit der subjektiv als kränkend erlebten, selbstwertdestabilisierenden Arbeitsatmosphäre sei medizinisch-theoretisch nicht mehr zumutbar. Entspreche eine Tätigkeit dem an die geistige und psychische Belastbarkeit angepassten Fähigkeitsprofil, so bestehe jedoch auch in der Funktion als Anästhesiepfleger eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/94/25). Rückblickend könne in einer dem Belastungsprofil entsprechenden Tätigkeit allenfalls für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten von einer Teilarbeitsunfähigkeit im Umfang von maximal 50 % ausgegangen werden (Urk. 8/94/24).
4.
4.1
Das A._-Gutachten vom 15. Juli 2016 (Urk. 8/94) erweist sich für die stritti
gen Belange als umfassend. Es wurde in Zusammenarbeit von Fach
ärzten und einer Fachpsychologin unter Berücksichtigung und in Auseinan
dersetzung mit den Vorakten sowie der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auf der Grundlage allseitiger persönlicher Untersuchungen erstattet. Die medizinischen Beurteilungen der Gutachterpersonen wichen nur in Bezug auf die Diagnose einer Erkrankung aus dem depressiven Formen
kreis von den Einschätzungen der behandelnden Arztpersonen ab, wobei der Grund dafür vom psychiatrischen Gutachter, Dr. L._, überzeugend darge
legt wurde (Urk. 8/94/20). Die Sachverständigen stellten ferner ein aggrava
torisches Verhalten des Beschwerdeführers bei der neuropsychologischen Testung fest, das nicht durch krankheitswertige psychische Ursachen begrün
det sei (
Urk.
8
/9
4
/
24). Sie legten dar, weshalb die Ergebnisse nicht mit den vorbestehenden medizinischen Akten, den anlässlich der Begutachtung erho
benen Befunden sowie den anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers vereinbar sind (
Urk.
8
/9
4
/
20, 8/94/25, 8/94/50 f.). Im Rahmen der Konsens
beurtei
lung hielten die Gutachterpersonen fest, dass der Beschwerdeführer sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Anästhesiepfleger wie auch in angepassten Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig sei, sofern der einge
schränkten geistigen und psychischen Belastbarkeit Rechnung getragen werde (Urk. 8/94/21).
4.2
4.2.1
Zunächst ist auf die Kritik des Beschwerdeführers an der Durchführung der Begutachtung einzugehen. Er brachte dazu zunächst vor, es sei nicht bekannt, ob alle beteiligten Gutachter gleichzeitig an einem Konsensgespräch teilgenommen hätten (Urk. 1 S. 6). Wie er jedoch in der Beschwerde selber erwähnt hat, erfolgte auf der ersten Seite des Gutachtens ein ausdrücklicher Hinweis, dass die gutachterliche Beurteilung nach Durchführung eines Kon
sensgespräches entstanden sei (Urk. 8/94/1). Auch die interdisziplinäre Beantwortung der Fragen gibt zu keinen weiteren Ausführungen Anlass, da im Gutachten ausdrücklich erwähnt worden ist, die Beurteilung des objekti
vierbaren medizinischen Sachverhaltes, der Funktionen und der Arbeitsfä
higkeit sei aus der Sicht aller beteiligter Gutachter festgehalten worden (Urk. 8/94/24).
4.2.2
Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, es sei unklar, ob sämtliche Gutach
ter die gesamten Verfahrensakten gekannt hätten oder ob die Akten von einem einzelnen Gutachter aufbereitet worden seien und dieser
den weiteren Gutachtern
lediglich die von ihm als wesentlich erachteten Dokumente zur Verfügung gestellt habe (Urk. 1 S. 7). Dem Gutachten sind keine Anhalts
punkte zu entnehmen, wonach die Gutachter lediglich über selektive Akten
kenntnis verfügt haben. Gegen diese Annahme spricht insbesondere der Hinweis auf Seite 2 des Gutachtens, wonach der vollständige Umfang der ihnen vorliegenden Akten jedem Gutachter zur Verfügung gestellt worden sei (Urk. 8/94/2). Der Beschwerdeführer nannte denn auch keine konkreten Anhaltspunkte für fehlende Aktenkenntnis der Gutachter. Damit ist davon auszugehen, dass sämtlichen an der Gutachtenserstellung beteiligten Gut
achtern die vollständigen medizinischen Vorakten zur Verfügung gestanden haben.
4.2.3
Schliesslich machte der Beschwerdeführer geltend, dass die psychiatrische Anamneseerhebung mangelhaft sei, weil der Gutachter während dieser zugleich das Diktat für das Gutachten erstellt habe (Urk. 1 S. 12 f.). Die von der
Schweizerische
n
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie
heraus
gegebenen Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten (abrufbar im Internet unter:
www.ps
ychiatrie.ch, besucht am 2. Mai 2017)
enthalten keine Empfehlungen bezüglich Zeitpunkt und Form, welche bei der Dokumentation der Anamnese zu wählen sind. Die von Dr. L._ in Anwe
senheit und unter Einbezug des Beschwerdeführers diktierte Anamneseerhe
bung hat im Vergleich mit handschriftlichen Notizen, welche allenfalls erst später in die definitive Fassung umgeschrieben werden, den Vorteil, dass allfällige Missverständnisse sofort entdeckt und umgehend ausgeräumt wer
den können, was offenbar bei der Untersuchung des Versicherten auch mehrmals der Fall gewesen ist (Urk. 8/94/13). Weder macht der Beschwerde
führer geltend, noch ist ersichtlich, inwiefern sich diese Art der Anamneseer
hebung für ihn in entscheidender Weise nachteilig ausgewirkt haben soll.
4.2.4
Im Lauf des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer am 13. März 2017 das Gutachten von Dr. med. Z._ zuhanden der
BVK Personalvor
sorge des Kantons Zürich
vom 11. April 2013 eingereicht. Er wies dabei darauf hin, gemäss diesem Gutachten sei der Versicherte in der angestamm
ten Tätigkeit als Anästhesiepflegefachmann zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 16 und Urk. 17/1). Dieses Gutachten befand sich bereits in den Akten der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 8/29). Ausserdem hat das Gericht bereits in seinem Urteil vom 22. November 2013 (Prozess-Nummer IV.2013.00409, Urk. 8/40) darauf hingewiesen, Dr. Z._ habe weitgehend den Inhalt der Berichte der C._ wiederholt. Weiter ist zu berücksichtigen, dass Dr. Z._ Facharzt für Allgemeine Innere Medizin ist und damit über keine Spezialisierung betreffend die vorliegend interessierenden Krankheitsbilder verfügt. Damit ist es entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden, dass sich die an der polydisziplinären Begutachtung beteiligten Sachverständigen nicht mehr explizit mit diesem Gutachten auseinanderge
setzt haben, wobei dessen Inhalt in zusammengefasster Form bei der Aktenanalyse durchaus wiedergegeben worden ist (vgl. Urk. 8/94/8).
4.3
4.3.1
Was den Inhalt des polydisziplinären Gutachtens selber betrifft, so erhob
Dr.
L._
einzig Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
, nämlich
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen (ICD-10: Z56.4) sowie nicht authen
tische kognitive Minderleistungen (Urk. 8/94/22 f.).
Der Beschwerdeführer
bemängelte
in diesem Zusammenhang
, dass sich
der psychiatrische Gutach
ter nicht dazu geäussert hab
e, ob das demonstrierte Verhalten mit einer ver
minderten Leistungsbereitschaft als bewusstseinsnah oder bewusstseinsfern zu qualifizieren sei (Urk. 1 S. 11).
Tatsächlich hat indessen
Dr. L._
hiezu
aus
geführt
, dass sich das aggravatorische Verhalten nicht durch eine psy
chische Symptomatik erklären lasse (Urk. 8/94/20).
Demgemäss
ist von einer bewusstseinsnahen Aggravation auszugehen.
Ferner machte der Beschwer
deführer geltend, im psychiatri
schen Teilgutachten sei unklar geblieben, was mit der anamnestischen Angabe von kognitiven Defiziten gemeint sei (Urk. 1 S. 13). Dr. L._ hat jedoch dazu unter dem Titel „Medizinische Anamnese, Entwicklung der Gesundheitsleiden und Symptombeschreibung“ ausgeführt, dass die geklagte Vergesslichkeit unter Druck und Stress verstärkt werde und darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer sei nicht mehr in der Lage, mit sehr viel Druck und Stress zu leben. Er könne zudem auch nicht mehr auf mehrere Informationen zugleich eingehen und diese miteinander koordi
nieren, da er dies als ermüdend empfinde (Urk. 8/94/16).
4.3.2
Wenn dem psychiatrischen Gutachten keine genaueren Angaben über die geklagten gegenwärtigen Zukunftsängste zu entnehmen sind, hat dies entge
gen der Ansicht des Beschwerdeführers keinen Einfluss auf die Qualität des psychiatrischen Gutachtens. Denn diesbezüglich fehlt es an einer psychiatri
schen Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Es handelt sich bei den Zukunftsängsten um keine invalidenversiche
rungs
rechtlich bedeutsame Einschränkung, sondern um einen – wenn auch sicher belastenden - invali
denversicherungsrechtlich nicht zu berücksichtigenden psychosozialen Fak
tor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
4.3.3
Ebenfalls kein Anlass zu Zweifeln an der Zuverlässigkeit der Ausführungen von Dr. L._ bietet sich angesichts des
Bericht
es
d
e
s
M._
vom 19. August 2015 (Urk. 8/79)
. Darin wurde
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1, Urk. 8/79/1)
,
gestellt
und dem Beschwerdeführer
als Folge davon
eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(Urk. 8/79/2).
Die
Erstkon
sultation
des Beschwerdeführers war
am 29. Juli 2014
erfolgt
(Urk. 8/79/1)
.
Es blieb jedoch bei drei
Abklärungsgespräche
n, während der Beschwerde
führer wünschte, dass die
Weiterbehandlung beim
F._
erfolge
(Urk. 8/79/2).
Zu einer eigentlichen Behandlung beim G._
kam es also gar nicht. Aufgrund
der erfahrungsgemäss guten Therapierbarkeit leichter bis mittelschwerer Störungen aus dem depressiven Formenkreis
könnte jedoch angesichts dieser Diagnose nach der Recht
sprechung des Bun
desgerichts ohnehin
nicht von einer invalidenver
siche
rungs
rechtlich rele
vanten Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus
ge
g
ang
en
werden
(vgl. Urk. 8/94/17, 8/94/68;
Urteil des Bundesgerichts 8C_14/2017 vom 1
5.
März 2017 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 140 V 193 E. 3.3 und Urteil 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2). Die
gute Behandelbarkeit
der depressiven Symp
tomatik zeigt
e
sich
denn auch beim Versicherten tatsächlich konkret
darin, dass die vom
G._
am 29. Juli 2014 gestellte Diagnose einer Depression bereits am 3. September 2014 vom
F._
als nicht mehr
gegeben
beurteilt wurde (Urk. 8/72/2).
Zum gleichen Resultat
würde
auch der Umstand
führen
, dass eine psycho
soziale Belastungssituation
als
Ursache für die depressive Symptomatik
erkannt wurde
(Urk. 8/72/1, 8/94/20)
. Denn nach der
Rechtsprechung
des Bundesgerichts ist
kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben, wenn nur Befunde erhoben wurden, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Daraus folgt auch, dass
die im
A._
-Gutachten aufgrund einer arbeitsplatzspezifischen reaktiven affektiven Symptomatik rückwirkend fest
gestellte 50%ige Arbeitsunfähigkeit von drei bis sechs Monaten Dauer (Urk. 8/94/28) invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant und damit nicht zu berücksichtigen
ist
.
Zusammenfassend
ist
damit nicht zu beanstan
den, dass
Dr. L._
einzig psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt hat
(Urk. 8/94/22).
Folgerichtig ist
invalidenver
sicherungsrechtlich
von einer sowohl qualitativ als auch quantitativ
grund
sätzlich
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.4
4.4.1
Lic. phil.
N._
äusserte aufgrund der Testergebnisse den Verdacht, der Beschwerdeführer habe teilweise aggraviert. Sie
hielt im neuropsychologi
schen Teilgutachten ein ausserordentlich langsames Arbeitstempo des Beschwerdeführers bei einer einfachen Aufgabe fest, während die anderen Aufgaben mit einer unauffälligen bis zügigen Arbeitsgeschwindigkeit erle
digt w
o
rden
seien
. Auffälligkeiten in anderen Belangen konnte sie keine feststellen und verwies insbesondere darauf, dass der Beschwerdeführer allein und pünktlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist
sei
(
Urk.
8/94/49 f.).
Der Beschwerdeführer hielt gestützt auf die Stellungnahme von Dr. med. B._ vom 29. Oktober 2016 (Urk. 3/6) dafür, dass für eine Aggravation eine nachvollziehbare Begründung fehle (Urk. 1 S. 8). Lic. phil. N._ habe einen Widerspruch darin gesehen, dass d
er
Beschwerdeführer einerseits selbst
ändig
angereist sei, den Abfahrtszeitpunkt gekannt habe, sich
an einen Test vor drei Jahren e
rinnert und sich dahingehend geäussert habe
, es gehe
ihm eigentlich gut. Auf der andern Seite stünden indessen die Tester
gebnisse
, welche schwere verbale Gedächtnisdefizite aufgezeigt hätten. Hier
seien
Widersprü
c
he nicht zu erkennen, beziehu
ngsweise nicht nachvollzieh
bar. Ebenfalls sei kein Zusammenhang zwischen der Erinne
rung an den Abfahr
tszeitpunkt des Zuges bei der Fahrt zum Gutachter ersichtlich verbun
den mit der Anga
be, es gehe eigentlich ganz gut, und dem Testergebnis, wel
ches schwere verbale Gedächtnisdefizite aufgezeigt haben soll
e.
Welche Bereiche der Gedächtnisleistung betroffen
seien, ergebe
sich aus der Begrün
dung
von lic. phil. N._ nicht
. Offensichtlich
sei
auch nicht danach gefragt
worden
, in welchen anspruchsvollen Lebensbereichen Einschränkunge
n und in welcher Hinsicht diese bestünden, beispielsweise bei der
Erledigung
von
Banksachen,
der Steuererklärung, bei Vertragsabschl
üsse
n oder Ähnlichem
. Solche Einschränkungen
, so der Versicherte,
dürften zu den Testergebnissen kongruent sein. Unterschiedliche Resultate in ähnlichen Tests
seien
durchaus erklärbar
. Man müsste aber wissen
, von welchen Tests im neuropsychologi
schen Gutachten gesprochen w
e
rd
e
. Es
gebe
durchaus ähnliche Tests, welche
jedoch
unterschiedliche Aufmerksamkeitsdimensionen messen
würden
. Im Gutachten w
e
rd
e
ja beispielsweise gerade nicht behauptet, es seien Inkon
sistenzen in verschiedenen Tests aufgetaucht
, welche die gleiche Aufmerk
sam
keitsdimension gemessen hätten, sondern davon, es seien Diskrepanzen
, das heisst
unterschiedliche Resultate
,
zwische
n einzelnen Testverfahren auf
ge
taucht. Möglicherweise
seien
unterschiedliche Aufmerksamkeits
di
me
n
sionen ge
messen
worden
, was zu unterschiedlichen Testergebnissen
ge
führ
t haben kö
nn
te
, ohne dass dieser Umstand auf
Aggra
vation zurückgehe (Urk. 1 S. 9).
4.4.2
Eine erste, im Herbst 2012 durchgeführte neuropsychologische Untersuchung war noch im Zusammenhang mit der Diagnose eines MCI und einem hoch
gradigem Verdacht auf eine beginnende Alzheimerkrankheit gestellt worden (
vgl. Urk. 8/
6/1). Anschliessend erfolgte im Herbst 2013 eine Verlaufsunter
suchung. Diese ergab durchschnittliche Leistungen, wobei zwei auffällige Befunde als zufällig gewertet wurden
(vgl. Urk. 8/72/7).
Die neuropsycholo
gische Gutachterin führte dazu aus, dass die anlässlich der Begutachtung gezeigten Leistungen eine erhebliche Verschlechterung innerhalb von drei Jahren bedeuten würde. Dies sei im Rahmen einer demenziellen Entwicklung denkbar, eine solche liege jedoch aus neuropsychologischer Sicht nicht vor: Bei einer Alzheimer-Demenz hätten sich nicht nur die verbalen Gedächtnis
leistungen verschlechtert, sondern auch die nonverbalen. Diese seien jedoch praktisch unauffällig gewesen. Ein den Testergebnissen entsprechender Schweregrad der Gedächtnisdefizite hätte zudem gemäss l
ic. phil.
N._
auch zur Folge gehabt, dass in anderen Bereichen Defizite aufgetreten wären, zum Beispiel eine Benennstörung und visuokonstruktive Defizite, was nicht der Fall gewesen sei. Die Selbständigkeit des Beschwerdeführers im Alltag spre
che ebenfalls gegen eine Validität der Testergebnisse. Angesichts derselben hätte der Beschwerdeführer auch seine administrativen Angelegenheiten nicht mehr bewältigen können. Der Krankheitsverlauf und der MRT-Befund im Jahr 2012 wiesen ebenfalls nicht auf einen degenerativen Prozess im Sinne einer Alzheimer-Krankheit hin (Urk. 8/94/51).
4.4.3
In der Tat hatte das im Jahr 2012 durchgeführte MRI des Schädels zu unauf
fälligen Ergebnissen geführt
. Insbesondere war
dabei keine
Atrophie
des Hippocampus
als pathologisches Merkmal einer Alzheimer-Krankheit festge
stellt worden (Urbach, Flacke, Huppertz, Demenz: Was kann der Radiologe sagen? Neuroradiologie Scan, Heft 2, 2012, S. 136).
Während die neuropsy
chologische Erstuntersuchung im Jahr 2012 immerhin noch
kognitive
Ein
schränkungen ergeben hatte (Urk. 8/6/1), lieferte die neurologische Verlaufs
untersuchung im Jahr 2013 gänzlich unauffällige Ergebnisse (Urk. 8/72/7). Dieser Verlauf spricht somit auch für den medizinischen Laien nachvollzieh
bar gegen eine Alzheimer-Erkrankung, bei der es sich um eine Hirnerkran
kung mit progredienter Demenz und irreversibler Hirnschädigung handelt (zur Alzheimer-Krankheit:
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 26
6.
Auf
lage, Berlin 2014, S.
69
).
Erst der Vergleich der anlässlich der Verlaufsuntersuchung im Herbst 2013 erzielten Ergebnisse mit denjenigen bei der polydisziplinären Begutachtung im Juni 2016 zeigte nach knapp drei Jahren den Eintritt einer deutlichen Verschlechterung: Im Jahr 2013 erzielte der Beschwerdeführer im Abruf nonverbaler Informationen überdurchschnittliche Leistungen und in 24 weiteren Tests einen durchschnittlichen Wert. In drei Tests schnitt er unterdurchschnittlich ab.
Die
se
unterdurchschnittlichen Werte wurden als Zufallsergebnisse interpretiert (Urk. 8/72/7 f.).
Demgegenüber führte die anlässlich der Begutachtung durchgeführte neuro
psychologische Testung neben einer überdurchschnittlichen Leistung und 14 Ergebnissen im durchschnittlichen Bereich zu vier Ergebnissen im unter
durchschnittlichen und elf Ergebnissen gar im weit unterdurchschnittlichen Bereich. Während Leistungen im unterdurchschnittlichen Bereich lediglich auf eine mögliche Beeinträchtigung hinweisen, ist bei Leistungen im weit unterdurchschnittlichen Bereich von einer Beeinträchtigung auszugehen
(vgl. Leit
linien zur Klassifikation und Interpretation neuropsychologischer Testergebnisse der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen
SVNP, Version vom 8. November 2011, Ziffer 4.1, Tabelle 1, S. 4,
einsehbar im Internet auf
www.neuropsy.ch
, besucht am 8. Mai 2017). Von einer Testserie mit 30 Tests hatte die Hälfte auffällige Ergebnisse hervorgebracht. Insgesamt mehr als ein Drittel der Testergebnisse waren als nicht bloss mögliche, sondern tatsächlich bestehende Beeinträchti
gungen zu interpretieren. Damit ist es plausibel, dass die neuropsychologi
sche Gutachterin aufgrund der ausserhalb der formellen Tests unauffälligen klinischen Beobachtungen, der anamnestischen Angaben des Beschwerde
führers, seiner Selbständigkeit im Alltag sowie der Ergebnisse des Perfor
manzvalidierungstests davon ausging, dass die Ergebnisse der neuropsycho
logischen Testung nicht das tatsächliche Leistungsvermögen des Beschwerde
führers widerspiegelten. Dies spricht für den von lic. phil. N._ geäusserten Verdacht, dass diese schlechten Testergebnisse auf Aggravation beruhen, ohne dass dieses Verhalten auf eine verselbständigte, krankheits
wertige psychische Störung zurückzuführen wäre, würde eine invalidenversi
cherungs
rechtlich relevante Gesundheitsschädigung ausser Betracht fallen lassen und damit den Anspruch auf eine Rente ausschliessen (Urteil des Bun
desgerichts 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4.2.4 mit Hinweisen auf
BGE 127 V 294 E. 5a
und das Urteil
9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 2.2.2
).
4.4.4
Entgegen der Meinung des
Beschwerdeführer
s
ist
jedenfalls
die Einschätzung,
dass
die Ergebnisse der ersten neuropsychologischen Testung im Jahr 2012 auf eine depressive Erkrankung zurückzuführen
waren
und eine solche nicht mehr festgestellt werden
konnte
, nachvollziehbar (Urk. 1 S. 12).
Dies gilt umso mehr, als
diese Ansicht nach Durchführung der Verlaufsuntersuchung am 8. Oktober 2013 auch
die auf die Abklärung von Demenzerkrankungen
spezialisierte C._
eindeutig
vertreten
hat
(Urk. 8/72/6 f.).
Die Bestätigung des im Jahr 2012 geäusserten Verdachts auf eine Alzheimerer
krankung ist schliesslich nicht zuletzt deshalb ausgeblieben, weil die MRT
Untersuchung keine hippocampale Atrophie ergeben hatte, wie bereits oben ausgeführt worden ist.
5.
Gestützt auf das überzeugende polydisziplinäre Gutachten der A._ vom 15. Juli 2016 (Urk. 8/94) hat demnach die Beschwerdegegnerin einen Ren
tenanspruch zu Recht verneint, da der Beschwerdeführer
medizinisch-theore
tisch aus gesundheitlichen Gründen in der Lage ist, seine Arbeitsfähigkeit rentenausschliessend zu verwerten.
6.
Ob dem Beschwerdeführer die Verwertung der Arbeitsfähigkeit auch zuzumu
ten ist, bestimmt sich aufgrund der Verhältnisse zur Zeit des am 15. Juli 2016 erstatteten polydisziplinären Gutachtens der A._ (Urk. 8/94). Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer 59 Jahre alt, was unter dem Gesichtspunkt des Alters eine Verwertbarkeit nicht ausschliesst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2.1). Denn damit verblieb ihm eine Aktivitätsdauer von rund sechs Jahren. Er ist ausgebildeter Pflegefachmann und verfügt zudem über Ausbildungen als Werklehrer (keine Berufserfahrung) und Masseur (mehrjährige selbständige Nebentätigkeit). Im Pflegebereich verfügt er über eine langjährige Berufserfahrung, die er bei der Ausübung verschiedener Tätigkeiten erworben hat. In Würdigung dieser Umstände und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass keine Einschrän
kungen in Bezug auf die zumutbaren Tätigkeiten bestehen, kann es dem Beschwerdeführer zugemutet werden, seine Arbeitsfähigkeit auf dem alleine massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2.2) zu verwerten. Damit verneinte die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
sicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweist sic
h eine Kostenpauschale von Fr. 7
00.-- als angemessen.
Weil die Beschwerde abzuweisen ist,
sind die Kosten de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen
.