Decision ID: b131745e-50f8-484d-abca-7580d555015d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Erbteilung (Erbenvertretung etc.)
Berufungen gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 24. September 2018 (CP170003-D)
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Beschluss des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 24. September 2018: (Urk. 3 S. 16 ff.)
1. Es wird für den Nachlass von E._, geboren am tt. Februar 1925,  am tt.mm.2014, bis zu dessen rechtskräftigen Teilung ein (Spezial-)Erbenvertreter im Sinne von Art. 602 Abs. 3 ZGB bestellt.
2. Der Erbenvertreter hat ausschliesslich die folgenden Befugnisse: a) Sicherstellung der ordnungs- und zweckmässigen Verwaltung der
Nachlassliegenschaften, insbesondere Abwicklung/Betreuung der Mietverhältnisse inkl. Einzug der Mietzinse, Sicherstellung des  Unterhalts der Räumlichkeiten und der Umgebung, für allfällige Neuvermietungen besorgt zu sein, die im Zusammenhang mit den  anfallende[n] Kosten (Unterhalt und Reparaturen, Heiz- und Betriebskosten, Gebühren, Abgaben, Versicherungen etc.) zu , Führung der Liegenschaftsabrechnung.
b) Gegenüber den Mietern und allenfalls weiteren Drittpersonen die die Nachlassliegenschaften betreffenden Vermieterrechte und -pflichten wahrzunehmen.
Dabei hat der Erbenvertreter seine Tätigkeit den Erben gegenüber in einer ausführlichen Schlussabrechnung auszuweisen. Sodann hat er dem  Gericht einen jährlichen Rechenschaftsbericht über seine  einzureichen.
3. Im übrigen wird das vorsorgliche Massnahmebegehren der Klägerin .
4. Den Parteien wird eine Frist von 10 Tagen ab Zustellung dieser Verfügung angesetzt, um zu den Personen der aus Sicht des Gerichts geeigneten 
- F._, F._ Immobilien & Treuhand AG, ... [Adresse], oder - G._, H._ Immobilien-Treuhand GmbH, ... [Adresse], schriftlich in vierfacher Ausfertigung Stellung zu nehmen und allfällige Ein-
wendungen gegen die Vorgeschlagenen zu erheben und zu begründen. Bei Säumnis wird Verzicht auf Stellungnahme angenommen und gestützt auf die Akten entschieden.
5. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3‘600.– festgesetzt. 6. Die Gerichtskosten werden der Klägerin zur Hälfte (Fr. 1‘800.–) und den Be-
klagten je zu einem Sechstel (Fr. 600.–) auferlegt und mit dem von der  geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
Die Beklagten 1 bis 3 werden je verpflichtet, der Klägerin den Betrag von je Fr. 600.– zu ersetzen.
7. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 8. [Schriftliche Mitteilung] 9. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, ohne Stillstand]
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Berufungsanträge der Beklagten 1 und 3:
Hinsichtlich der Erbenvertretung (Urk. 1 S. 2): "Es sei der im summarischen Verfahren ergangene Beschluss des  Dielsdorf vom 24. September 2018 aufzuheben und das Gesuch um Einsetzung eines Generalerbenvertreters vom 18. August 2017 sei vollumfänglich abzuweisen. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der  bzw. der Gesuchstellerin des vorsorglichen ."
Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 2 S. 2): "1. Es seien die Gerichtskosten gemäss Dispositiv-Ziffer 5. des Be-
schlusses vom 24. September 2018 in Anwendung von § 8 Abs. 3 GebV OG mit CHF 600.00 festzusetzen.
2. Es sei Dispositiv-Ziffer 6. des Beschlusses aufzuheben und es seien die Gerichtskosten nicht mit dem von der Klägerin  Kostenvorschuss für die Erbteilungsklage zu verrechnen. Ebenso fällt die Verpflichtung der Beklagten, der Klägerin den  je zu einem Drittel zu ersetzen in Anbetracht der  – die Beklagten bilden gemäss Verfügung vom 22. August 2017 eine einfache Streitgenossenschaft – dahin.
3. Die Gerichtskosten sind von der Verursacherin zu tragen. Gestützt auf Art. 107 Abs. 2 ZPO seien für das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erheben."
Berufungsanträge der Beklagten 2:
Hinsichtlich der Erbenvertretung (Urk. 13/1 S. 2): "1. Der Beschluss des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 24. September
2018 in Sachen Bestellung eines (Spezial-)Erbenvertreters für den Nachlass des E._ im Sinne von Art. 602 Abs. 3 ZGB bis zu dessen rechtskräftiger Teilung sei aufzuheben.
2. Es sei festzustellen, dass das Bezirksgericht Dielsdorf den  der Berufungsklägerin auf rechtliches Gehör verletzt hat, da die Stellungnahme nicht berücksichtigt wurde und mir ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (Art. 261 ZPO).
Dies unter Kosten- und eventualiter Entschädigungsfolge zulasten des Bezirksgerichtes Dielsdorf."
Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 13/2 S. 2):
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"1. Es seien die Gerichtskosten auf CHF 600.– festzusetzen. 2. Keine Verrechnung der Kosten mit dem von der Klägerin geleiste-
ten Kostenvorschuss. Die Verrechnung erübrigt sich, da das Hauptverfahren noch nicht eröffnet wurde.
3. Abweisung der Kostenverteilung. Für das Beschwerdeverfahren seien keine Kosten zu erheben (Art. 107 Abs. 2 ZPO)."

Erwägungen:
1. a) Die Parteien des vorinstanzlichen Verfahrens sind die Erbinnen des am
tt.mm.2014 verstorbenen E._ (die Klägerin als zweite Ehefrau und die drei
Beklagten als Töchter des Erblassers; Vi-Urk. 5/2). Gemäss Steuererklärung per
Todestag betrug das eheliche Vermögen des Erblassers und der Klägerin insge-
samt rund Fr. 2.5 Mio. (Vi-Urk. 5/5). Zum Nachlass gehört das Grundstück Kat.-
Nr. 1 in I._, umfassend ein Einfamilienhaus samt Nebengebäuden und ein
Mehrfamilienhaus, dessen Wohnungen vermietet sind (Vi-Urk. 5/6). Ein vom Erb-
lasser eingesetzter Willensvollstrecker legte sein Amt wegen unüberwindbarer
Spannungen mit einem Teil der Erbinnen am 12. Dezember 2014 nieder (Vi-
Urk. 5/8). Hinsichtlich der vom Erblasser vorgesehenen Ersatzwillensvollstrecke-
rin stellte das Bundesgericht mit Urteil vom 6. April 2017 fest, dass diese ihr Amt
nicht rechtswirksam angenommen habe (Vi-Urk. 5/14). Am 18. August 2017 reich-
te die Klägerin beim Bezirksgericht Dielsdorf (Vorinstanz) gegen die drei Beklag-
ten die Erbteilungsklage ein und stellte das Gesuch um Einsetzung eines Gene-
ralerbenvertreters (Vi-Urk. 1). Mit Beschluss vom 24. September 2018 bestellte
die Vorinstanz für den Nachlass einen Spezial-Erbenvertreter im Sinne von
Art. 602 Abs. 3 ZGB (Vi-Urk. 36 = Urk. 3; Entscheiddispositiv eingangs wiederge-
geben).
b) Gegen diesen Beschluss haben die Beklagten 1 und 3 am 13. Oktober
2018 fristgerecht einerseits eine Berufung (Urk. 1 = Urk. 12/1) und andererseits
eine Kostenbeschwerde (Urk. 2 = Urk. 12/2) eingereicht und die eingangs aufge-
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führten Rechtsmittelanträge gestellt. Auch die Beklagte 2 hat am 15. Oktober
2018 rechtzeitig eine Berufung (Urk. 13/1) und eine Kostenbeschwerde
(Urk. 13/2) eingereicht und die eingangs aufgeführten Rechtsmittelanträge ge-
stellt.
c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Rechtsmit-
tel sogleich als unbegründet erweisen, kann auf weitere Prozesshandlungen ver-
zichtet werden (vgl. Art. 312 Abs. 1, Art. 322 Abs. 1 ZPO).
2. a) Der Kostenentscheid allein kann zwar mit einer Beschwerde an-
gefochten werden (Art. 110 ZPO). Wenn jedoch (auch) gegen den übrigen Ent-
scheid Berufung erhoben wird, ist die Regelung der Kosten- und Entschädigungs-
folgen zusammen mit der Berufung anzufechten. Für die von den Beklagten ange-
fochtene Kostenregelung sind daher keine separaten Beschwerdeverfahren anzu-
legen, sondern sind die entsprechenden Rechtsmittelanträge im Berufungsverfah-
ren zu behandeln (was für die Beklagten keinen Nachteil bedeutet).
b) Dagegen war für die drei Beklagten je ein eigenes Berufungsverfahren
anzulegen, da sie zwar eine notwendige Streitgenossenschaft bilden, jedoch zur
selbständigen Erhebung von Rechtsmitteln berechtigt sind (vgl. BGE 130 III 550
E. 2.1.1 und 2.1.2). Dabei wurde das Berufungsverfahren der Beklagten 1 unter
der vorliegenden Geschäfts-Nummer angelegt, dasjenige der Beklagten 3 unter
der Nummer LB180051-O und dasjenige der Beklagten 2 unter der Nummer
LB180052-O.
c) Die Beklagte 3 hat zur Vereinfachung des Verfahrens die Vereinigung
der beiden erstgenannten Berufungsverfahren beantragt (Urk. 11), die Beklagte 2
die Vereinigung der drei Kostenbeschwerden (Urk. 13/10). Mit Blick auf das Er-
gebnis des Rechtsmittelverfahrens sind die drei Berufungsverfahren zu vereinigen
(Art. 125 lit. c ZPO). Die Berufungsverfahren LB180051-O und LB180052-O sind
als dadurch erledigt abzuschreiben (Art. 242 ZPO) und deren Akten zu den Akten
des vorliegenden Berufungsverfahrens zu nehmen.
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d) Die Erbteilungsklage (Art. 604 ZGB) hat die Teilung des Nachlasses
zum Gegenstand. Sie muss gegen alle Miterben erhoben werden (notwendige
Streitgenossen i.S.v. Art. 70 Abs. 1 ZPO), weil das Urteil gegen alle Erben wirkt
und weil sie das Schicksal von Vermögensgegenständen regelt, die allen Erben
als Gesamteigentümer gehören (BGE 130 III 550 E. 2.1.1; BGer 5A_809/2011
vom 15. März 2012, E. 2.1). Zwar kann jeder der Miterben selbständig ein
Rechtsmittel erheben, er muss dieses jedoch gegen alle übrigen Miterben richten,
d.h. alle übrigen Miterben als Rechtsmittelgegner ins Recht fassen, und dies auch
dann, wenn einzelne davon im erstinstanzlichen Verfahren an seiner Seite pro-
zessiert haben (vgl. BGer 5A_809/2011 vom 15. März 2012, E. 2.2 und 2.3, mit
Hinweis auf BGE 130 III 550 E. 2.1.2 und 2.1.3). Vorliegend haben sowohl die
Beklagten 1 und 3 wie auch die Beklagte 2 einzig die Vorinstanz als Berufungs-
beklagte (bzw. Beschwerdegegnerin) ins Recht gefasst. Dies ist nach dem Ge-
sagten an sich ungenügend. Nachdem jedoch die Beklagten nicht anwaltlich ver-
treten sind und mit Blick auf das Ergebnis des Rechtsmittelverfahrens konnte über
diese prozessuale Unzulänglichkeit hinweggesehen werden, wurden die ur-
sprünglichen Berufungsverfahren je mit der Klägerin als Berufungsbeklagter an-
gelegt und wird das vereinigte Berufungsverfahren mit allen drei Beklagten auf
berufungsklägerischer Seite und der Klägerin auf berufungsbeklagter Seite ge-
führt, womit alle Miterben beteiligt sind.
3. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fung ist begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Zu dieser Begründungsan-
forderung gehört, dass in der Berufungsschrift dargelegt werden muss, weshalb
der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten unrichtig sein soll.
Das Berufungsverfahren ist nicht einfach eine Fortsetzung oder gar Wiederholung
des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern es geht darin um die Überprüfung des
von der Vorinstanz getroffenen Entscheids aufgrund von erhobenen Beanstan-
dungen. Die Berufungsschrift muss sich dementsprechend mit den Entscheid-
gründen der Vorinstanz konkret und im Einzelnen auseinandersetzen; pauschale
Verweisungen auf bei der Vorinstanz eingereichte Rechtsschriften oder eine blos-
se neuerliche Darstellung der Sach- und Rechtslage genügen nicht (vgl. BGE 138
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III 374 E. 4.3.1). Das Obergericht hat sich – abgesehen von offensichtlichen Män-
geln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die
in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben werden (vgl. BGE
142 III 413 E. 2.2.4 m.w.H.; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger, ZPO-Komm., Art. 311 N 36). In diesem Rahmen ist nur insoweit auf die
Berufungsvorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist
(BGE 141 III 28 E. 3.2.4 m.w.H.).
4. a) Zur Einsetzung eines Erbenvertreters erwog die Vorinstanz im
Wesentlichen, die Klägerin begründe das Erfordernis der Einsetzung eines sol-
chen mit einer tiefgreifenden Zerstrittenheit der Erben und einer daraus resultie-
renden vollständigen Handlungsunfähigkeit der Erbengemeinschaft. Die Beklag-
te 1 habe zwar das Vorliegen einer vollständigen Blockade bestritten, jedoch gel-
tend gemacht, dass die Blockade durch die Gesprächsverweigerung des Bei-
stands der Klägerin verursacht werde, womit sie anerkannt habe, dass die Partei-
en zur Zeit nicht imstande seien, die anstehenden Entscheidungen gemeinsam zu
fällen. Die Beklagten 2 und 3 hätten ihre Stellungnahme zum Massnahmegesuch
verspätet eingereicht, weshalb von ihrer Seite die klägerischen Vorbringen als
unbestritten zu gelten hätten. Aus dem Prozess CP160001-D gehe sodann deut-
lich hervor, wie gross das Misstrauen der Beklagten 1 und 3 gegenüber der Klä-
gerin sei; die gegenseitigen Vorhaltungen würden deutlich aufzeigen, dass die
Parteien heillos zerstritten seien und die rationelle Verwaltung der Erbschaft we-
gen der Unfähigkeit der Erben, innert nützlicher Frist zu einem einstimmigen Ent-
scheid zu gelangen, erheblich erschwert oder sogar verunmöglicht werde. Dies
werde noch erhärtet durch die Weigerung aller drei Beklagten, an der Instrukti-
onsverhandlung vom 28. September 2017 teilzunehmen, an der die drängendsten
Punkte hätten ausdiskutiert werden sollen. Auch das Schreiben der Beklagten 3
an eine Mieterschaft und deren Interventionen in der Umgebung der Nachlasslie-
genschaften würden bestätigen, dass die Parteien nicht in der Lage seien, insbe-
sondere die im Zusammenhang mit dem Mehrfamilienhaus und den Mietverhält-
nissen erforderlichen Entscheide gemeinsam zu fällen (Urk. 3 S. 8 f.). Die Partei-
en würden eine Erbengemeinschaft bilden und hätten grundsätzlich gemeinsam
zu entscheiden; jedes Rechtsgeschäft, das Nachlassgegenstände betreffe, erfor-
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dere die Einstimmigkeit sämtlicher Erben, was auch für Verwaltungshandlungen
gelte. Dies könne zur Handlungsunfähigkeit führen, wenn auch nur einer der Er-
ben zur Mitwirkung nicht bereit sei. Vorliegend schliesse die glaubhaft gemachte
hochgradige Zerstrittenheit der Parteien eine ordnungsgemässe Verwaltung des
Nachlasses, insbesondere der darin enthaltenen Liegenschaften, nahezu aus und
rechtfertige die Einsetzung eines Erbenvertreters, denn die Verwaltung und der
Unterhalt der Liegenschaften müssten sichergestellt sein, ansonsten diesbezüg-
lich die Substanz wie auch die Erhaltung der ordentlichen Erträge stark gefährdet
wären (Urk. 3 S. 10 f.).
b) Dagegen bringen die Beklagten 1 und 3 im Wesentlichen vor, die Vo-
raussetzungen zum Erlass der vorsorglichen Massnahme der Einsetzung eines
Erbenvertreters seien nicht erfüllt. Die Klägerin habe die Gefährdung der Sub-
stanz und der ordentlichen Erträge nicht glaubhaft gemacht, und es drohe ihr aus
der Verletzung auch kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil. Da die
Rendite der Jahre 2014 bis 2017 nicht bekannt sei, könne eine Gefährdung einer
zukünftigen Rendite nicht glaubhaft gemacht werden und eine Gefährdung der
Substanz des immer noch nicht vollständig bekannten Nachlasses sei von vorn-
herein unglaubhaft. Dieselben Meinungsverschiedenheiten wie heute hätten
schon während der rund dreijährigen Willensvollstreckung bestanden, sodass
nicht von einer erneuten Handlungsunfähigkeit gesprochen werden könne. Die
Erbengemeinschaft sei auch heute nicht handlungsunfähig; der Unterschied zu
früher sei einzig, dass die Klägerin keine Unterstützung mehr von einem Willens-
vollstrecker habe, der ihre Sonderinteressen fördere, und dass deren Beistand
hinter dem Rücken der Beklagten mit diesem keine Informationen mehr austau-
schen oder Absprachen treffen könne. Die Beklagten seien sehr wohl willens, die
erforderlichen Entscheide gemeinsam zu treffen, nur die Klägerin und deren Bei-
stand seien zu keinem Gespräch bereit (Urk. 1 S. 3 ff.).
Die Beklagte 2 bringt im Wesentlichen vor, die Erbengemeinschaft sei weder
handlungsunfähig noch sei die Substanz oder die Ertragslage des Nachlasses ge-
fährdet. Eine beschränkte Handlungsfähigkeit liege nur vor, weil die Klägerin sich
weigere, Auskünfte zu erteilen, und deren Gesprächsbereitschaft fehle. Die Er-
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binnen seien fähig, die Verwaltung zu besorgen; Meinungsunterschiede gehörten
zu erbrechtlichen Auseinandersetzungen. Die rationelle Erhaltung und Verwaltung
der Liegenschaften sei wegen der Klägerin erschwert, doch habe dies durch die
Beklagten gewährleistet werden können. Der Ist-Zustand der Liegenschaften sei
nie ermittelt worden, weshalb ein Substanzverlust nicht glaubhaft dargelegt und
ausgewiesen werden könne; mangels Vorliegen von Liegenschaftenabrechnun-
gen könne auch ein Renditeverlauf nicht glaubhaft dargelegt werden. Notwendige
Unterhaltsarbeiten seien entgegen dem Wunsch der Klägerin von den Beklagten
ausgeführt worden, was zeige, dass die Erbengemeinschaft handlungsfähig sei
(Urk. 13/1 S. 3 ff.).
c) Die Beklagten machen somit in ihren Berufungen zur Hauptsache gel-
tend, die Voraussetzungen für die Einsetzung eines Erbenvertreters seien des-
halb nicht erfüllt, weil einerseits die Erbengemeinschaft nicht handlungsunfähig
sei und andererseits eine Gefährdung der Substanz und der ordentlichen Erträge
nicht glaubhaft gemacht sei. Beide Beanstandungen sind, wie nachfolgend zu
zeigen ist, unbegründet.
c1) Die Beklagten machen zwar geltend, die Erbengemeinschaft sei nicht
heillos zerstritten und damit nicht handlungsunfähig, bringen aber gleichzeitig vor,
die Klägerin bzw. deren Beistand beantworte keine Schreiben der Beklagten, las-
se sich nicht vernehmen, verweigere Gespräche, Auskünfte und Informationen,
sei nicht zu Lösungen bereit und habe die Blockade selbst verursacht, was nicht
mit einem Erbenvertreter belohnt werden solle (Urk. 1 Rz. 11, 12 und 14.5;
Urk. 13/1 Rz. 5, 7, 11 und 14 f.). Damit zeigen die Beklagten selbst in aller Deut-
lichkeit auf, dass – wie schon die Vorinstanz erwogen hat (Urk. 3 S. 8) – die Par-
teien zur Zeit nicht imstande sind, die anstehenden Entscheidungen gemeinsam
zu fällen. Die Parteien bilden eine Erbengemeinschaft. Damit haben sie alle Ent-
scheide, auch solche, welche Verwaltungshandlungen betreffen, grundsätzlich
gemeinsam und einstimmig zu fällen. Da sie, wie gesehen und von den Beklagten
selbst vorgetragen, nicht zu gemeinsamen Entscheiden imstande sind, ist die Er-
bengemeinschaft handlungsunfähig. Wenn einzelne Erbinnen – sei es nun auf
Seite der Beklagten oder der Klägerin – bis anhin gewisse Handlungen selber
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(ohne gemeinsamen Entscheid) vorgenommen haben, ändert das nichts daran,
dass die Erbengemeinschaft als solche infolge des Unvermögens, gemeinsame
(von allen Erbinnen getragene) Entscheide zu fällen, handlungsunfähig ist.
c2) Dass bei nicht ordnungsgemässer Verwaltung einer Liegenschaft de-
ren Substanz (infolge vernachlässigten Unterhalts) und deren ordentliche Erträge
gefährdet sind, ist als allgemeinbekannte Tatsache ohne weiteres glaubhaft ge-
macht und nicht abhängig davon, ob frühere Abrechnungen vorhanden sind bzw.
allen Erbinnen bekannt gemacht wurden.
c3) Demgemäss sind die Voraussetzungen für die Einsetzung eines Er-
benvertreters erfüllt.
d) Die übrigen Berufungsvorbringen der Beklagten ändern an diesem Re-
sultat nichts.
d1) Die Beklagte 2 macht geltend, ihre am 25. September 2017 eingereich-
te Stellungnahme zum Massnahmegesuch sei zu Unrecht als verspätet gewertet
worden, da der Beklagten 1 eine Fristerstreckung bis zum 25. September 2017
gewährt worden sei und diese Fristerstreckung auch für sie als Streitgenossin gel-
te, nachdem im Beschluss der Vorinstanz vom 22. August 2017 von einer Streit-
genossenschaft mit solidarischer Haftung gesprochen worden sei (Urk. 13/1 S. 3).
Dem ist entgegenzuhalten, dass nur die Beklagte 1 (für sich allein) eine Frister-
streckung beantragt hatte und diese auch nur ihr gewährt wurde (Vi-Urk. 9). Die
Beklagten 2 und 3 haben dagegen keine Fristerstreckung beantragt und erhalten.
Ihre Stellungnahmen (Vi-Urk. 22 und 25) wurden daher verspätet eingereicht. Al-
lerdings wirkt die von der Beklagten 1 innert der erstreckten Frist eingereichte
Stellungnahme (Vi-Urk. 19) zufolge der notwendigen Streitgenossenschaft (oben
Erw. 2.d) auch für die Beklagten 2 und 3 (Art. 70 Abs. 2 ZPO).
d2) Auf die Berufungsvorbringen der Beklagten hinsichtlich deren Fernblei-
ben von der Instruktionsverhandlung vom 28. September 2017 (Urk. 1 S. 3, Urk. 2
S. 5; Urk. 13/1 S. 4 f., Urk. 13/2 S. 3 f.) ist nicht einzugehen, da diese Thematik
bereits mit den Urteilen der Kammer vom 26. Juni 2018 in den jeweiligen Be-
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schwerdeverfahren der drei Beklagten (RB170041-O bis RB170043-O) beurteilt
wurden (Vi-Urk. 33/1-3; vgl. auch Vi-Urk. 33B).
d3) Soweit die Beklagten 1 und 3 geltend machen, es habe nach der In-
struktionsverhandlung fast ein Jahr bis zum Erlass der vorsorglichen Massnahme
gedauert, was die Vorinstanz fadenscheinig damit begründet habe, dass die Ak-
ten am 16. Oktober 2017 dem Obergericht zugestellt und erst am 10. August
2018 retourniert worden seien (Urk. 1 S. 3), reicht die Feststellung, dass die Ak-
tenabwesenheit (zufolge Rechtsmittelerhebung durch die Beklagten) in der ge-
nannten Zeit hinreichend Grund bildet, dass und weshalb die Vorinstanz keinen
früheren Massnahmeentscheid fällen konnte; von Fadenscheinigkeit kann keine
Rede sein.
d4) Soweit die Beklagten 1 und 3 geltend machen, die Vorinstanz habe
Art. 56 ZPO verletzt, indem sie trotz widersprüchlicher Vorbringen der Klägerin
keine entsprechenden Fragen gestellt habe (Urk. 1 S. 4), ist darin vorab keine
rechtsgenügende Beanstandung der vorinstanzlichen Erwägungen zu sehen
(oben Erw. 3). Sodann belegen die von den Beklagten 1 und 3 aufgeführten Fra-
gen (vgl. Urk. 1 S. 4) einmal mehr deren grosses Misstrauen gegenüber der Klä-
gerin.
d5) Soweit die Beklagten geltend machen, entgegen den vorinstanzlichen
Erwägungen habe die Beklagte 3 nicht eigenmächtig gegen eine günstige Nach-
steuerverfügung Beschwerde geführt (Urk. 1 S. 7, Urk. 13/1 S. 5), ist ihnen zwar
darin zuzustimmen, dass es sämtlichen Erbinnen unbenommen war (und ist), eine
korrekte Besteuerung zu erreichen, wenn ihres Erachtens ansonsten eine zu tiefe
Veranlagung erfolgt wäre. Das allein ändert allerdings nichts daran, dass die Vo-
raussetzungen für die Einsetzung eines Erbenvertreters zu bejahen sind.
d6) Soweit sich die Beklagten darüber auslassen, was die Willens- und Er-
satzwillensvollstrecker getan oder nicht getan haben (Urk. 1 S. 5 f., S. 7, Urk. 13/1
S. 4, S. 5 f.), ist dies nicht Thema des angefochtenen Beschlusses und dement-
sprechend auch hierauf nicht einzugehen.
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d7) Entgegen den Vorbringen der Beklagten 1 und 3 (Urk. 2 S. 3 f.) ist das
Gesuch um Einsetzung eines Erbenvertreters im Rahmen einer Erbteilungsklage
keine unzulässige Klagenhäufung i.S.v. Art. 90 ZPO, sondern ein Gesuch um eine
vorsorgliche Massnahme i.S.v. Art. 261 ff. ZPO. Das Massnahmegesuch ist so-
dann – unabhängig von der Verfahrensart des Hauptverfahrens – im summari-
schen Verfahren zu behandeln (Art. 248 lit. d ZPO).
5. a) Zu den Kosten- und Entschädigungsfolgen erwog die Vorinstanz
im Wesentlichen, es werde endgültig über die Einsetzung des Willensvollstreckers
entschieden, und dies sei unabhängig vom Ausgang des Hauptprozesses, wes-
halb nicht erst mit dem Endentscheid, sondern bereits jetzt über die Kosten zu be-
finden sei. Gemäss Steuererklärung per Todestag betrage der Streitwert der
Hauptklage Fr. 2'580'282.-- und würden die Verkehrswerte des Ein- und Mehrfa-
milienhauses zusammen Fr. 1'199'000.-- sowie der Ertragswert des Kulturlandes
Fr. 3'600.-- betragen. Gemäss § 8 Abs. 3 GebV OG betrage der Rahmen für die
Gebühr in der Regel Fr. 100.-- bis Fr. 7'000.--. Der Entscheid ergehe im Summar-
verfahren, jedoch als Kollegialentscheid. Es rechtfertige sich, die Entscheidgebühr
auf Fr. 3'600.-- festzusetzen. Die Klägerin sei mit ihrem Gesuch um Einsetzung
eines Generalerbenvertreters nur teilweise durchgedrungen. Ausgangsgemäss
sei daher der Klägerin die Hälfte und den drei Beklagten je ein Sechstel der Ge-
richtskosten aufzuerlegen. Die Gerichtskosten seien mit dem von der Klägerin ge-
leisteten Vorschuss zu verrechnen. Die Beklagten hätten der Klägerin daher je
Fr. 600.-- zu ersetzen. Ausgangsgemäss seien den Parteien sodann keine Partei-
entschädigungen zuzusprechen (Urk. 3 S. 14 f.).
b) Dagegen machen die Beklagten im Berufungsverfahren im Wesentli-
chen geltend, der Kostenvorschuss für die Hauptklage könne nicht für die Kosten
des angefochtenen Entscheids verwendet werden. Die Vorinstanz sei zu Unrecht
von einem Streitwert der Hauptklage von Fr. 2'580'282.-- ausgegangen; gemäss
Aktenlage betrage die Streitsumme lediglich Fr. 37'500.--. Die lange Dauer, wel-
che die Vorinstanz für die Behandlung des Massnahmegesuchs benötigt habe,
rechtfertige eine Reduktion der Gerichtsgebühr. Im angefochtenen Entscheid feh-
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le eine Begründung für die konkrete Gebühr von Fr. 3'600.-- und für die je hälftige
Kostenauflage (Urk. 2 S. 4 f., Urk. 13/2 S. 3 f.).
c) Die Vorinstanz war befugt, für den angefochtenen Massnahmeent-
scheid Kosten zu erheben (Art. 104 Abs. 3 ZPO e contrario). Als Grundlage für
die Höhe der Entscheidgebühr hat die Vorinstanz § 8 Abs. 3 GebV OG angege-
ben, welcher für normale Fälle einen Rahmen von Fr. 100.-- bis Fr. 7'000.-- vor-
sieht. Diese Grundlage wird von den Beklagten nicht beanstandet und ist ein-
schlägig. Innerhalb dieses Rahmens hat die Vorinstanz sodann zutreffend den
hohen Streitwert berücksichtigt (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Dabei ist sie zu Recht
vom Wert des Gesamtnachlasses gemäss Steuererklärung per Todestag von
Fr. 2'580'282.-- ausgegangen. Wie die Beklagte 2 zu einer Streitsumme von
Fr. 37'500.-- gelangt, legt sie nicht dar und ist nicht ersichtlich. Angesichts des
hohen Streitwerts ist eine Entscheidgebühr, welche nur gut der Hälfte der maxi-
malen Gebühr für den Regelfall entspricht, nicht zu beanstanden.
Die Vorinstanz ist sodann unangefochten und zu Recht von einem Obsiegen
der Klägerin betreffend die Liegenschaften, d.h. im Umfang von Fr. 1'202'600.--
und mithin rund der Hälfte, ausgegangen. Dies rechtfertigt die hälftige Kostenauf-
lage (Art. 106 Abs. 2 ZPO).
Der von der Klägerin geleistete Vorschuss von Fr. 46'500.-- (Vi-Urk. 8) ist für
die gesamten Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens bestimmt und soll,
soweit ausreichend, neben der Entscheidgebühr für den Endentscheid (Art. 95
Abs. 2 lit. b ZPO) auch die Kosten für allfällige vorsorgliche Massnahmen und
weitere Entscheide abdecken, unabhängig davon, ob diese Kosten erst mit dem
Endentscheid oder schon zuvor mit den jeweiligen Entscheiden erhoben werden
(vgl. Art. 104 Abs. 3 ZPO e contrario, § 9 Abs. 1 GebV OG). Die Vorinstanz hat
daher zu Recht die Kosten aus dem von der Klägerin geleisteten Vorschuss be-
zogen und die Beklagten zum Ersatz der auf sie entfallenden Anteile (vgl. Art. 106
Abs. 3 ZPO) verpflichtet (Art. 111 Abs. 1 und 2 ZPO).
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6. Nach dem Gesagten erweisen sich die Berufungen der Beklagten als
unbegründet. Demgemäss sind die Berufungen abzuweisen und ist der angefoch-
tene Entscheid zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO).
7. a) Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 2
Abs. 1 lit. c, § 8 Abs. 3 i.V.m. § 12 GebV OG auf Fr. 2'400.-- festzusetzen.
b) Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss
den Beklagten zu je einem Drittel aufzuerlegen, zufolge der Gesamthandsge-
meinschaft unter solidarischer Haftbarkeit jeder Beklagten für den ganzen Betrag
(Art. 106 Abs. 1 und 3 ZPO).
c) Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-
sprechen, den Beklagten zufolge ihres Unterliegens, der Klägerin mangels rele-
vanter Umtriebe (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 ZPO).