Decision ID: 86ca7052-6471-44ce-9a2e-ecd435b9efdb
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene X._ meldete sich am 30. Januar 1979 unter Hinweis auf eine Friedreich’sche Ataxie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Nachdem die IV
Stelle einen Bericht des behandelnden Arztes eingeholt hatte (Urk. 7/3), teilte sie dem Versicherten mit Verfügung vom 12. Februar 1979 mit, sie übernehme die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebrechens (Urk. 7/4).
1.2
Am 15. Juni 1992 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Klumpfüsse, Augenschäden, Asthma und Ekzeme erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/12). Diese tätigte medizinische sowie berufliche Abklärungen (Urk. 7/16-17) und verneinte mit Verfügung vom 2. Dezember 1992 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/26).
1.3
Am 10. September 2004 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/27). Nachdem diese einen Arbeit
ge
berbericht (Urk. 7/32) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 7/31, 7/33
34) eingeholt hatte, teilte sie dem Versicherten mit Verfügung vom 23. Dezember 2004 mit, sie übernehme die Kosten für orthopädische Schuhe (Urk. 7/37). Nach dem Beizug weiterer Arztberichte (Urk. 7/38-39, 7/41), ver
neinte sie mit Ver
fü
gung vom 4. Juli 2005 einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenver
sicherung (Urk. 7/46).
1.4
Am 21. Mai 2015 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Panikattacken, Atemnot sowie eine Stimmlippenparese erneut bei der IV
Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/51). Nachdem diese den Versicherten aufgefordert hatte, Beweismittel für die Verschlechterung seines Gesundheits
zu
standes beizubringen (Urk. 7/56), wurde ein Bericht des behandelnden Arztes ein
gereicht (Urk. 7/57). In der Folge holte die IV-Stelle weitere Arztberichte sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers ein (Urk. 7/60, 7/87, 7/89, 7/91, 7/99). Mit Vorbescheid vom 29. Februar 2016 stellte sie dem Versicherten in Aussicht, sie werde einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneinen (Urk. 7/105). Dage
gen erhob dieser unter Beilage diverser Arztberichte Einwand (Urk. 7/112). In der Folge veranlasste die IV-Stelle die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens bei der Begutachtungsstelle A._, welches am 17. September 2016 erstattet wurde (Urk. 7/148). Nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren, in dessen Rahmen eine Stellungnahme des behandelnden Psychiaters eingereicht wurde (Urk. 7/152 S. 1-6), sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 15. März 2017 mit Wirkung ab 1. November 2015 eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung zu (Urk. 2 [= 7/176 und 169).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 5. April 2017 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ein Obergutach
ten erstellen zu lassen. Eventualiter sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzuspre
chen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. Mai 2017 angezeigt wurde (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien ist – soweit erforderlich – im Rahmen nach
stehender Erwägungen einzugehen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktio
nellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Velokurier nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer angepassten, überwiegend im Sitzen ausgeübten Tätigkeit sei er jedoch zu 30 % arbeitsfähig. Damit bestehe ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung (Urk. 2/2).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Beschwerdegegnerin stelle zu Unrecht auf das psychiatrische Teilgutachten des A._ ab. Er leide unter einer Persönlichkeitsstörung, was aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters hervorgehe. Dr. med. B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, habe sich intensiv mit dem A._-Gutachten auseinandergesetzt und darge
legt, weshalb die Einschätzung des A._-Gutachters nicht überzeuge. Zudem sei die IV-Stelle von einem zu hohen Invalideneinkommen ausgegangen. Unter Berücksichtigung eines angemessenen leidensbedingten Abzugs von 15 % resul
tiere ein Invaliditätsgrad von über 70 %, weshalb ihm eine ganze Rente zustehe (Urk. 1).
3.
3.1
Im A._-Gutachten vom 30. Juni 2016 wurden folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 7/148 S. 35):
-
Asthma bronchiale, Erstdiagnose 1972 (ICD-10: J 45)
-
Stimmlippenparese beidseits, unklare Ätiologie (ICD-10: J 38)
-
Polyallergie (ICD-10: T 78)
-
spinale Ataxie mit peripherer Beteiligung (ICD-10: G 11.8)
-
atopische Dermatitis bei polyvalenten Typ I Sensibilisierungen (ICD-10: L 20.8)
-
chronische Metatarsalgie beidseits (ICD-10: M 77.4)
-
Fingergelenks-Polyarthrose Typ Heberden und Bouchard rechtsbetont sowie Rhizarthrose links (ICD-10: M 15.9, M 18.0)
-
diskret beginnende Varus-Gonarthrose beidseits (ICD-10: M 17.0)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 7/148 S. 35):
-
leichte depressive Episode (ICD-10: F 32.0)
-
akzentuierte narzisstische, passiv-aggressive Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z 73.1)
-
intermittierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M 54.5)
-
fetthaltige Raumforderung in der Fossa interpeduncularis (MRI
Zufalls
befund) (ICD-10: D 33.7)
3.2
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, der Explorand klage über Asthma, Neurodermitis, Klumpfüsse und einen Glutendefekt. In der Nacht schlafe er gut, am Tag lege er sich gerne hin. Aufgrund seiner Beschwerden sei er nicht so belastbar (Urk. 7/148 S. 17).
Der Explorand zeige während des Gesprächs keine Anzeichen von Schmerzen. Der affektive Kontakt sei gut herstellbar. Die Stimmung sei untergründig leicht traurig, der Explorand habe Insuffizienzgedanken. Vordergründig wirke er von sich überzeugt, zeige jedoch eher geringes Einfühlungsvermögen. Er sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Es seien leichte Konzentrationsstörungen erkennbar. Aufmerksamkeit, Auffassung und Gedächtnis seien hingegen nicht beeinträchtigt (Urk. 7/148 S. 19).
Die ICD-Kriterien für eine leichte depressive Episode seien erfüllt. Eine Persön
lich
keitsstörung liege hingegen entgegen der Ansicht des behandelnden Psychi
aters nicht vor. Dagegen spreche der Umstand, dass es dem Exploranden während Jahren möglich gewesen sei, ein lebenserhaltendes Einkommen zu erzielen (Urk. 7/148 S. 19-20).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus psychiatrischer Sicht sei der Versi
cherte für alle Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig (Urk. 7/148 S. 20).
3.3
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, beim Exploranden sei eine erhebliche Fehlstellung im Beckengürtel erkennbar. Die segmentale Bewe
gungsprüfung lumbal, thorakal und zervikal ergebe keine relevante Bewegungs
einschränkung. An den Händen würden sich deutliche Veränderungen im Sinne von Fingergelenkspolyarthrosen zeigen. Der Kniegelenkstatus sei unauffällig. An den Füssen bestünden erhebliche Pathologien. Die vom Exploranden beschriebe
nen Fussbeschwerden seien objektiv vollumfänglich nachvollziehbar (Urk. 7/148 S. 27).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dem Versicherten seien Tätigkeiten, wel
che regelmässig gehend oder stehend ausgeübt werden müssten, nicht zumutbar. In einer mehrheitlich sitzenden Tätigkeit sei er jedoch arbeitsfähig. Sowohl fein
motorische als auch intermittierend grobmanuell belastende Tätigkeiten, wie zum Beispiel industrielle Fertigungstätigkeiten, könne er ausführen (Urk. 7/148 S. 28).
3.4
Im neurologischen Teilgutachten wurde festgehalten, das klinische Bild des Exploranden sei geprägt von einer Ataxie sowie von Fussdeformitäten. Der Hirn
nervenstatus sei unauffällig, ohne Störungen der Okulomotorik und Dysarthrie. Die Arm- und Beinreflexe seien erhalten, die Atrophie eher distal- und beinbe
tont. Sensible Ausfälle lägen nicht vor. Dieser Komplex sei nur schwer mit einer typischen Friedreich’schen Ataxie zu erklären. Es lägen Hinweise vor für eine zusätzliche periphere Komponente (Urk. 7/148 S. 30 f.).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, alle Tätigkeiten, welche überwiegend im Stehen oder Gehen verrichtet würden, seien dem Versicherten nicht zumutbar. Sitzende Tätigkeiten ohne Anforderung an besondere Geschicklichkeit der Hände könnten hingegen verrichtet werden. Aufgrund des vermehrten Zeitbedarfs bestünde jedoch auch für solche lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (Urk. 7/148 S. 31).
3.5
Im dermatologischen Teilgutachten wurde dargelegt, beim Exploranden bestehe seit der frühesten Kindheit ein atopisches Ekzem, welches in regelmässigen Schüben auftrete. Aufgrund dessen sei der Versicherte für mittelschwere und schwere Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Leichte, adaptierte Tätigkeiten ohne Kontakt zu sensibilisierenden Stoffen, welche nicht im Freien ausgeführt werden müssten und keine Staubbelastung beinhalteten, seien ihm zu 80 % zumutbar (Urk. 7/148 S. 32).
3.6
Im pneumologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, der Explorand leide unter einem Asthma bronchiale mit deutlich zunehmender Symptomatik seit dem Jahr 2014. Im November 2014 habe sich erstmals eine Stimmlippenparese gezeigt. Im Dezember 2014 sei eine nicht reversible obstruktive Ventilationsstörung diagno
stiziert worden (Urk. 7/148 S. 34).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aufgrund der Stimmbandparese sowie des nicht kontrollierten Asthmas sei der Versicherte sowohl für körperlich schwere als auch für leichte Tätigkeiten zu 70 % arbeitsunfähig (Urk. 7/148 S. 34).
3.7
In der interdisziplinären Zusammenfassung führten die Gutachter aus, aus poly
disziplinärer Sicht sei der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit als Velo
kurier vollständig arbeitsunfähig. Für körperlich leichte, adaptierte und vorwie
gend sitzende Tätigkeiten bestehe seit dem Oktober 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 30 % (Urk. 7/148 S. 37).
4.
Das Gutachten vermag zu überzeugen. Es beruht
auf umfassenden und allseitigen Untersuchungen (
Urk. 7/148 S. 15-16, S. 17-19, S. 24-26, S. 29-30, S. 33-34
), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (
Urk. 7/148 S. 13-14, S. 16, S. 23-24, S. 29, S. 33
) und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden (
Urk. 7/148 S. 5-13
). Die Gutachter haben die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Daher erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche Entscheidungsgrundlagen.
Der Beschwerdeführer macht gegen die somatischen Teilgutachten keine Ein
wände geltend. Indessen bringt er vor, auf das psychiatrische Teilgutachten könne nicht abgestellt werden. Der begutachtende Psychiater habe zu Unrecht das Vor
liegen einer Persönlichkeitsstörung verneint (Urk. 1).
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, legte in seinem Gutachten ausführlich dar, weshalb er keine Persönlichkeitsstö
rung diagnostizierte (Urk. 7/148 S. 19-23). Dabei setzte er sich nicht nur mit der Beurteilung von Dr. B._, sondern auch mit derjenigen des ehemals behandelnden Psychiaters auseinander (Urk. 7/148 S. 21-22) und führte schlüssig aus, weshalb diesen nicht gefolgt werden könne. Es ist daher nicht nachvollzieh
bar, inwiefern seine Beurteilung willkürlich sein soll, wie das der Beschwerde
führer geltend macht (Urk. 1 S. 6). Zwar ist es gemäss den ICD-Kriterien in selte
nen Fällen möglich, dass sich eine Persönlichkeitsstörung erst im Erwachsenen
alter manifestiert. Typischerweise tritt diese jedoch bereits in deutlich jüngerem Alter in Erscheinung. Der Beschwerdeführer war während vieler Jahre bei der Schweizerischen Post angestellt. Entgegen der Darstellung von Dr. B._ (Urk. 3/4 S. 2) war er imstande, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, welches es ihm ermöglichte, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten (Urk. 7/62). Dieser Umstand spricht gegen das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung. Auch die weiter geäusserte Kritik am Gutachten (Urk. 3/4 S. 3) ist unbegründet. Dr. C._ erkannte sowohl die Vordergründigkeit der Unbekümmertheit als auch die unter
drückte Aggressivität des Beschwerdeführers. So führte er aus, untergründig sei die Stimmung traurig (Urk. 7/148 S. 19) und verwies auf die passiv-aggressiven Persönlichkeitszüge (Urk. 7/148 S. 21). Er erwähnte ferner, dass der Beschwerde
führer vordergründig von sich überzeugt wirke und sich dadurch rasch als Opfer sehe (Urk. 7/148 S. 19). Anders als der behandelnde Psychiater, Dr. B._, schloss Dr. C._ indes aus diesen Beobachtungen aufgrund der jahrelang bestehenden Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht auf eine Persönlich
keitsstörung, was in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung steht (Urteil des Bundesgerichts 8C_35/2017 vom 4. August 2017 E. 3.2) und nicht zu beanstanden ist. Nach dem Gesagten kann auf das A._
-Gutachten vom 3
0.
Juni 2016
abgestellt werden, weshalb keine weiteren medizinischen Abklärungen, so insbesondere die Erstellung eines Obergutachtens, notwendig sind.
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass für die Bemessung des Invaliditätsgrades nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheits
scha
dens, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungs
fä
higkeit entscheidend ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4).
5.
5.1
Wie bereits erläutert, sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. E. 1.3). Nachfolgend ist deshalb die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers anhand der vom Bundesgericht genannten Indi
katoren zu prüfen.
5.2
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erschei
nen. Der im Rahmen der Begutachtung erhobene Psychostatus war weitgehend unauffällig. Der affektive Rapport war gut herstellbar, Aufmerk
samkeit, Konzen
tration und Gedächtnis erschienen nicht beeinträchtigt (Urk. 7/148 S. 19). Es fielen lediglich eine untergründig leicht traurige Stimmung sowie Insuffizienzge
danken und leichte Konzentrationsstörungen auf (Urk. 7/148 S. 21). Zu berück
sichtigen ist ferner, dass die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft sind. Der Beschwerdeführer steht lediglich alle zwei Wochen bei seinem Psychiater in Behandlung (Urk. 7/148 S. 15). Psychopharmakologische Medikamente nimmt er nicht ein (Urk. 7/148 S. 23).
Hinsichtlich der Komorbiditäten sind die zahlreichen somatischen Beschwerden zu berücksichtigen (Urk. 7/148 S. 35).
5.3
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass zwar eine Persönlichkeits
akzentuierung, jedoch keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde (Urk. 7/148 S. 21). Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontext“ ist zu berück
sichtigen, dass wenige Ressourcen vorhanden sind. Der Beschwerdeführer pflegt einen guten Kontakt zu seiner Schwester (Urk. 7/148 S. 17). Alle zwei Wochen trifft er sich mit einem Kollegen um gemeinsam zu musizieren (Urk. 7/148 S. 14). Ansonsten lebt er zurückgezogen und geht kaum Freizeitaktivitäten nach (Urk. 7/148 S. 23).
5.4
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass angesichts der Alltagstätigkeiten des Versicherten von einer gewissen Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen gesprochen werden muss. Zwar zeigt er Interesse für Musik (Urk. 7/148 S. 14) sowie Literatur (Urk. 3/3 S. 4). Er lebt jedoch zurückgezogen und pflegt wenige Beziehungen. Die eher längeren Therapieintervalle – er sucht seinen Psychiater lediglich alle zwei Wochen auf (Urk. 7/148 S. 15) – sowie der Umstand, dass er keinerlei psychiatrische Medikation einnimmt (Urk. 7/148 S. 23) sprechen indes gegen einen erheblichen Leidensdruck.
5
.5
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung, dass der Beschwerdeführer bei Ausschöpfung der vorhande
nen Ressourcen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zwar
in der Lage ist, eine leidensangepasste Tätigkeit zu verrichten.
Aufgrund der vorhandenen Komorbi
ditäten sowie in Anbetracht des eingeschränkten Aktivitätsniveaus ist er in seiner Leistungsfähigkeit jedoch eingeschränkt, wobei diese Einschränkung nicht über die somatisch Bedingte hinausgeht. Damit ist von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Die IV-Stelle stützte sich zur Berechnung des Valideneinkommens auf das durch
schnittliche Einkommen der Monate Januar bis September im Jahr 2014 und ging von einem Valideneinkommen von Fr. 62'341.05 aus (Urk. 2/2). Dies wurde vom Beschwerdeführer im Vorbescheidverfahren beantragt (Urk. 7/162 S. 2).
Aus der Lohnabrechnung des Jahres 2014 geht hervor, dass der Beschwerdeführer in den Monaten Januar bis September durchschnittlich rund Fr. 5'020.-- (Urk. 7/161 S. 1, [Fr. 3'930.95 + Fr. 6'175.76 + Fr. 5'963.94 + Fr. 4'716.09 + Fr. 5'334.09 + Fr. 4'863.51 + Fr. 4'932.43 + Fr. 4'031.44 + Fr. 5'233.78] / 9) ver
diente, was einem Jahreseinkommen von rund Fr. 60'242.-- entspricht. Dem Aus
zug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers kann entnommen wer
den, dass er in seinem gesamten bisherigen Erwerbsleben nie ein Einkommen in dieser Höhe erzielt hatte (Urk. 7/64). Ist der zuletzt bezogene Lohn überdurch
schnittlich hoch, ist er nur dann als Valideneinkommen heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_85/2015 vom 28. Oktober 2015 E. 4.2). Vor
liegend ist angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer auf Stundenbasis ent
löhnt wurde und in den Jahren zuvor stets ein tieferes Einkommen erwirtschaftet hatte, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass er weiterhin ein Salär in dieser Höhe erzielt hätte. Daher rechtfertigt es sich, auf den Durch
schnittswert der letzten fünf Jahre abzustellen. Damit ist von einem Validenein
kommen von Fr. 53'029.-- (Urk. 7/64 S. 3, [Fr. 49’759.-- + Fr. 50'096.-- + Fr. 50'890.-- + Fr. 54'159.-- + Fr.
60'242.--
] / 5) auszugehen. Angepasst
an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2‘220 Punkten im Jahr 2014 auf 2‘2
26
Punkte im Jahr 201
5
(vgl. die auf der Website des Bun
desamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten“ publizierten Lohnentwicklungsdaten) ergibt sich ein Brutto
einkommen von rund
Fr. 53’173
.--
.
Damit ist dem Einkommensvergleich ein Valideneinkommen in dieser Höhe zugrunde zu legen.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE
zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE 143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (v
gl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.
4.1.1
und
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E.
5.2 und 126 V 75 E.
6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E.
3.2 und
8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.1.1 mit Hinweisen).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistisc
her Tabellenlohn heranzuziehen.
Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer nur noch
leichte, vorwiegend im Sitzen ausgeführte Tätigkeiten
ohne Kontakt zu sensibilisierenden Stoffen
und ohne
Staubbelastung zumutbar sind, ist auf den Lohn für praktische Tätigkeiten (Zentralwert), Kompetenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von
Fr.
5‘312.-- auszugehen (LSE 2014, S. 35, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenzniveau 1).
Entge
gen der Ansicht des Beschwerdeführers sind seine gesundheitlichen Beein
träch
tigungen mit einer Tätigkeit im Produktionsbereich durchaus vereinbar. So wur
den im Gutachten als Beispiel zumutbarer Arbeit explizit
industrielle Fertigungs
tätigkeiten
genannt
(
Urk.
7/148 S. 28)
. Gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung steht ferner der Umstand, dass der Beschwerdeführer bisher ein tieferes Einkommen erwirtschaftete, dem Abstellen auf die statistischen Tabellen
löhne nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_648/2009 vom 24. März 2010 E. 6.2).
Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit v
on 41,7 Stunden pro Woche (vgl.
Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2‘220 Punkten im Jahr 2014 auf 2‘2
26
Punkte im Jahr 201
5
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne, Erwerbs
einkommen und Arbeitskosten“ publizierten Lohnentwicklungsdaten) ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von
30
%, welcher dem Beschwerde
führer zumutbar ist, ein Bruttoeinkom
men von rund Fr. 19’990.-- (Fr.
5‘312.-- / 40 x 41,7 x 12 / 2‘220 x 2‘2
26
x 0,
3
).
Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner zahlreichen Ein
schränkungen kein breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten zur Ver
fügung steht, rechtfertigt sich die Gewährung eines behinderungsbedingten Abzugs von 15 %, womit ein Invalideneinkommen von Fr. 16'991.-- resultiert.
6.4
Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 16'991.-- resultiert im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr.
53’173.
-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 36'182.--, was einem Invaliditätsgrad von rund 68 % entspricht. Unter Berücksichtigung dessen, dass sich der Beschwerdeführer am 21. Mai 2015 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 7/51) und gemäss der gutachterlichen Ein
schätzung seit dem Oktober 2014 eine gesundheitliche Einschränkung besteht (Urk. 7/148 S. 37), sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer zu Recht ab dem November 2015 eine Dreiviertelsrente der Invaliden
ver
sicherung zu (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
6.5
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom
8.
August 2017 nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr. 8
00.
--
festzulegen
und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen.