Decision ID: 3e6cb3ff-ff8f-4f79-9801-5082119f44b9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976, war seit dem 1
2.
Juli 2010
temporär
als Stras
senbauer bei der
Y._
AG angestellt und dadurch
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als er
am
5.
August 2010
bei einem
Ar
beitseinsatz
mit
einem Bagger an der Schulter
links verletzt wurde (Schadenmeldung UVG vom 1
7.
September
2010,
Urk.
9/1).
Dr.
med
.
Z._
, FMH Allgemeine Medizin, diag
nos
ti
zierte im ärztlichen Zwischenbericht vom 1
6.
Oktober 2010 eine Schul
ter
in
stabilität links nach rezidivierenden Schulterluxationen (
Urk.
9/16).
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Am 1
6.
August 2011 wurde
wegen einer
persistierenden Schulterinstabilität
links
in der Uni
ver
si
tätsklinik
A._
eine Arthroskopie (vordere und hintere Bankart-Ope
ration
mit Kapselraffung)
vorgenommen
(vgl. Operationsbericht vom 29.
August 2011
,
Urk.
9/92).
Nachdem die Heilbehandlungs- und Taggeld
leistungen
per 3
0.
Juni 2012
eingestellt worden waren (
Urk.
9/140), ver
neinte die Suva m
it
Verfügung
vom 1
0.
Juli 2012
bei einem ermittelten In
validitätsgrad von 0
%
bis maximal 4,7
%
einen Rentenanspruch des Versi
cherten und sprach ihm
aufgrund
einer
Integritätseinbusse
von 10 % eine Integritätsentschädigung zu
(
Urk.
9/144). Dagegen erhob der Versicherte am
3.
August
2012 Ein
sprache (
Urk.
9/148), welche die Suva mit Entscheid
vom
7.
November 2012
in dem Sinne
teilweise
gut
hiess
, dass
sie ihm
mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2012
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 11 % eine Inva
lidenrente
zu
sprach. Im Übrigen wurde die Einsprache abgewiesen (
Urk.
9/154; vgl.
auch
Ver
fügung der S
uva vom 2
6.
November 2012, Urk.
9/171).
Am
1
2.
Dezember
2012 (Eingangsdatum)
stellte der
Versicherte
ein Gesuch um
Auskauf
der Rente
(
Urk.
9/172).
Mit Verfügung vom 2
0.
Dezember
2012 teilte
die Suva dem Versicherten mit, dass diesem Gesuch nicht entsprochen werden
könne (
Urk.
9/174). Die dagegen vom Versicherten am
4.
Februar 2013 (Ein
gangsdatum) erhobene Einsprache (
Urk.
9/1
77) wies die Suva mit E
ntscheid vom 1
8.
März 2013 ab (
Urk.
9/181).
1.2
Am
2.
Juli 2013
meldete der Versicherte einen Rückfall (
Urk.
9/188)
.
In
der Folge richtete d
ie Suva erneut Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen aus.
Am
4.
November 2013 führte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Ortho
pädie, eine
kreisärztliche Untersuchung
durch (
Urk.
9/215).
Mit Verfügung
vom
7.
Januar 2014
sprach die Suva dem Versicherten
aufgrund einer zusätz
li
chen Integritätseinbusse von 5
%
eine Integritätsentschädigung zu (
Urk.
9/224).
Am 1
6.
Juni
und am 2
6.
November 2014
führte
n
Dr.
med.
C._
, FMH Chirurgie,
und
Dr.
med.
D._
,
Fach
arzt für Orthopädie, je
kreisärztliche Untersuchung
en
durch (
Urk.
9/243 und
Urk.
9/270). Am 1
2.
März 2015 wurde in der Universitätsklinik
A._
wegen einer beginnenden
Omarthrose
und einer Instabilitätssymptomatik
eine weitere A
rthroskopie
an der linken Schulter
(
posteriorer
Bankart
Re
r
e
pair
sowie Kapselraffung
) vorgenommen (vgl.
Operationsbericht vom 12.
März
2015,
Urk.
9/293).
Am
1
4.
September 2015 folgte
die Abschlussuntersuchung bei Kreisarzt
Dr.
D._
(
Urk.
9/320). Mit Verfügung vom 2
0.
Oktober 2015 hielt die Suva fest, dass
die Rente des Versicherten per
1.
Oktober 2015 er
höht werde, da der In
validitätsgrad neu 18
%
statt 11
% betrage. Zudem sprach
sie
dem Versicherten aufgrund einer
wei
teren
zusätzlichen Integri
tätseinbusse von 10
%
eine Integritätsentschädigung zu (
Urk.
9/329). Die da
gegen vom Versicherten am 1
9.
November 2015 erhobene Einsprache (
Urk.
9/344; vgl. auch ergänzende
Einsprachebegrün
d
ung
vom 1
8.
Dezember 2015,
Urk.
9/350) wies die Suva mit Entscheid vom 2
7.
April 2016 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 3
0.
Mai 2016 Beschwerde und beantragte,
es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben
,
und es sei ihm eine monat
liche Rente der Unfallversicherung bei einem Inv
aliditätsgrad von 39
% aus
zurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juli 2016 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
8), was dem Be
schwerdeführer am 1
9.
Juli 2016 angezeigt wurde (Urk.
10).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, hat mit Verfü
gung vom 18. November 2015 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint. Über die dagegen vom Be
schwerdeführer am 4. Januar 2016 erhobene Beschwerde wird mit heutigem Urteil ebenfalls entschieden (vgl. Prozess Nr. IV. 2016.00014).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am
5.
August 2010
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) sind Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem ver
sicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1-2 mit Hin
weisen).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
inva
lid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts,
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(sog. Invalideneinkommen)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
sog.
Validenein
kommen
;
Art. 16 ATSG).
1.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
tu
r
erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzel
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bun
des
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
1.5
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhält
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeits
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozial
lohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss
LSE
oder die
Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva
herangezoge
n werden (BGE 139 V 592 E. 2.3
mit Hinweisen).
1.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu
kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt
, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei
chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskate
gorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben
können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Per
son wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höh
e des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.7
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeig
net ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Zeitlicher Aus
gangspunkt für die Beurteilung einer anspruchser
heb
lichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfü
gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hi
nweisen; BGE 133 V 108 E. 5.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im an
gefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) davon aus, dass der
Beschwerdeführer in Beachtung des kreisärzt
lichen Zu
mutbarkeitsprofils
für
leichte
Arbeiten
100
%
arbeitsfähig sei
.
Im Rahmen
des neu
vorzunehmenden
Einkommensvergleichs resultiere – unter Berück
sichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15
%
- ein Invaliditätsgrad von abgerundet 18
%
. Die bisherige gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 11
%
ausgerichtete Rente des Beschwerdeführers sei daher per
1.
Oktober 2015 entsprechend zu erhöhen (
Urk.
2
S. 7 ff.
).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er neben einer Malerlehre auch eine Lehre als
Strassenbauer
absolviert habe. In der Folge sei er in den Jahren vor dem Unfall als
Strassenbauer
sowie auch als Vorarbeiter tätig gewesen. Unter diesen Umständen sei das von der Beschwerdegegnerin
im Rahmen des
Einkommensvergleichs
aufseiten des
Valideneinkommens
angenommene Kom
petenzni
veau 2
gemäss
LSE 2012
zu tief, und es müsse das Kompe
tenz
niveau 3
zur Anwendung g
elangen. Da es ihm aufgrund d
er körperlichen Ein
schrän
kungen nicht mehr möglich sei, seine Berufs- und Fachkenntnisse
zum Einsatz zu bringen, sei aufseiten des Invalideneinkommens sodann nicht
vom Kompetenzniveau 2, sondern vom Kompetenzniveau 1 auszuge
hen. Da
mit ergebe sich unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Ab
zugs von 15
%
ein Invaliditätsgrad von 39
%
. Sollte entgegen diesen Aus
führungen
beim Invalideneinkommen
das
Kompetenzniveau 2 zur Anwen
dung gelangen
, sei
im Übrigen
der maximal
mögliche l
eidensbedingte Abzug von 25
%
zu
gewähren
(
Urk.
1
S.
4 ff.
).
2.3
Die Beschwerdegegnerin macht in der Beschwerdeantwort
ergänzend
gel
te
nd,
dass der Beschwerdeführer zwar gewisse Berufs- und Fachkenntnisse für die Tätigkeiten als
Strassenbauer
und Maler mitbringe. Entgegen dessen Vor
bringen rechtfertige es sich aber nicht, aufseiten des
Valideneinkommens
vom Kompetenzniveau 3 auszugehen. Bei der Ermittlung des Invalidenein
kommens sei zu berücksichtigen, dass
er
neben den Fach- und Berufskennt
nissen in der Malerei und im
Strassenbau
auch über Berufserfahrungen in anderen Bereichen
verfüge
, etwa im Autohande
l als Verkäufer und Berater und
als Geschäftsführer einer Disco. Diverse Dienstleistungsberufe, Tätig
keiten im Verkauf wie auch das Bedienen von Anlagen seien ihm aufgrund seiner Erfahrung sowie des Zumutbarkeitsprofils noch
möglich, weshalb
auf
seiten des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne des Kompetenzniveaus 2 heranzuziehen
seien
. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbe
dingte Abzug von 15
%
sei
schliesslich
angemessen respektive sogar
gross
zügig
(
Urk.
8
S.
4 ff.
).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht liegt dem angefochtenen
Einspr
acheentscheid
(Urk.
2)
die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
D._
vom 1
6.
September 2015 (
Urk.
9/320) zugrunde.
3.2
Kreisarzt
Dr.
D._
führte darin als (Haupt-)Diagnosen (1) eine Schulter
luxa
tion links mit ventraler und dorsaler Instabilität, (2) einen Status nach
Schulterarthroskopie und vorderer und hinterer Bankart-Operation mit Kapsel
raffung im August 2011, (3) eine beginnende
Omarthrose
links, (4) eine per
sistierende Subluxation bei
posteriorer
traumatischer Rezidiv-Schul
terinsta
bilität sowie (5) eine Schulterarthros
kopie,
posteriorer
Bankart-Re
re
pair
sowie Kapselraffung links März 2015 an.
Dr.
D._
kam
gestützt auf eine
eingehende klinische Untersuchung zum Schluss, dass bei
m
Beschwer
defüh
rer
un
ter
Berücksichtigung
des Zumutbarkeitsprofils (kein Ü
berkopfa
r
beiten, keine Rotationsbewegun
gen des linken Schultergelenkes, kein Heben und Tragen von schweren Gegen
ständen von mehr als
5 kg, kein körperfer
nes
Tragen vo
n Gegenständen, die mehr als 3 bis
5 kg wiegen,
Arbeiten nur in Höhe des Brustkorbes, kein Arbeiten in der Höhe wie
auf
Leitern, Dächern, Hebebühnen etc., da eine reflexartige Bewegung seitens des linken Schulter
gelenkes zur Abwehr von
Gefahren nicht gewährleistet sei
, keine vibrations
ähnliche
n
Tätigkeiten, die sich auf die linke Schulter negativ auswirken würden, kein Arbeiten in der Kälte, keine Aussenrotationsbewegungen des linken Schultergelenkes)
für leichte Arbeiten
eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit
gegeben sei (
Urk.
9/320/7).
3.3
Diese Einschätzung von
Kreisarzt
Dr.
D._
, die er in Kenntnis der
Vorakten
abgab,
ist unbe
stritten und angesichts der genannten Be
funde und der dazu
gehörigen Erläuterungen
nachvollziehbar. Es kann deshalb darauf abgestellt werden.
Die angestammten Tätigkeite
n als Maler und
Strassenbauer
sind dem Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar.
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist nun der von der Beschwerdegegnerin vo
rgenom
mene Einkommensvergleich.
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 27. April
2016 (
Urk.
2) sowohl das Validen- als auch das Invalidenein
kommen neu berechnet. Dies wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bean
standet, bestand doch aufgrund der seitherigen Zunahme der unfallbe
dingten Limitierungen in angepasster Tätigkeit keine Bindung an die im
Ein
sprache
entscheid
vom
7.
November 2012 (
Urk.
9/154) vorgenommene Inva
lidi
täts
bemessung (vgl. BGE 141 V 9).
4.2
4.2.1
Gemäss Auskunft der
Y._
AG vom 2
1.
November 2012 habe der Beschwerdeführer ab dem 1
2.
Juli 2010 eine dreimonatige Ferienvertre
tung als Strassenbauer übernommen. Eine Weiterbeschäftigung sei nicht vorgesehen gewesen (
Urk.
9/164 und
Urk.
9/166; vgl. auch Urk. 9/163). Auf den Lohn, den der Beschwerdeführer während dieser drei Monate verdiente, kann daher bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
nicht abgestellt werden. Unbestrittenermassen sind deshalb die Tabellenlöhne gemäss LSE heranzuziehen, wobei vorliegend von den monatlichen Durchschnittslöhnen von Männern im Baugewerbe (LSE 2012, privater Sektor, Tabelle TA1, Posi
tion 41-43) auszugehen ist.
4.2.2
Dem Lebenslauf des Beschwerdeführers ist zu entnehmen, dass dieser nach der Primar- und Realschule von 1992 bis 1995 eine Malerlehre bei
E._
und von 1995 bis 1997 eine Lehre als
Strassenbauer
bei
F._
absolviert habe. Von 1997 bis 2000 sei er beim Bauunter
nehmen
G._
tätig gewesen, von 2000 bis 2002 als Geschäftsführer einer Disco in
H._
, von 2002 bis 2003 bei
I._
in
H._
, von 2003 bis 2007 im Autohandel in
J._
im Ver
kauf/in der Beratung, 2008 bei der
K._
AG als Vorarbeiter Erd
bau/
Abbruch, 2009 bei
L._
und 2010 bei der
M._
(
Urk.
9/58; vgl. auch den Auszug aus dem individuellen Konto [IK-Aus
zug] vom
2.
März 2012,
Urk.
9/127).
4.2.3
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend bemerkte (
Urk.
8 S. 4), verfügt der Beschwerdeführer somit über gewisse Berufs- und Fachkenntnisse, insbeson
dere im Beruf als
Strassenbauer
. Im Weiteren war er bei der
K._
AG im Jahr 2008 offenbar kurzzeitig auch als Vorarbeiter tätig, wobei er aber über keine entsprechende Ausbildung verfügt (
Urk.
9/119/2). Das von ihm
gemäss
IK-Auszug (Urk. 9/127) in den Jahren 2008 und 2009 im Baugewerbe (vgl. Urk. 9/58) erzielte Einkommen (2008: Fr. 31‘559.-- [Mai bis Dezember] resp. Fr. 47‘338.50 [: 8 x 12] aufgerechnet auf ein Jahr; 2009: 32‘652.-- [April bis Oktober] resp.
Fr.
55‘974.90 [: 7 x 12] aufgerechnet auf ein Jahr) lag dabei sogar unter dem Tabellenlohn für im Baugewerbe im Kompetenz
niveau 2 tätige Männer (vgl. E.
4.2.4).
Rechtsprechungsgemäss
setzt das Kompetenzniveau 3 (das dem früheren Anforderungsniveau 2 entspricht; vgl.
IV-Rundschreiben Nr.
328 vom 22. Oktober
2014 des Bundesamtes für Sozial
versicherungen) gegenüber dem Kompetenzniveau 2 (das dem früheren Anforderungsniveau 3 entspricht) indes
regelmässig
entsprechende Weiter
bildungen voraus (vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesge
richts
zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 58 zu
Art.
28a). An
gesichts der vielen Wechsel zwischen den Berufsbranchen ist beim Be
schwerdeführer sodann auch keine besondere berufliche Entwicklung gege
ben. Mit Blick auf die Ausbildungen als Maler und
Strassenbauer
sowie die Erwerbsbiographie ist der Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin daher zu Recht im Kompetenzniveau 2 eingestuft worden. Eine Einstufung im Kompetenzniveau 3, bei dem komplexe praktische Tätigkeiten mit einem
grossen
Wissen in einem Spezialgebiet vorausgesetzt werden, ist nicht ge
rechtfertigt.
4.2.4
Mit der Beschwerdegegnerin ist demnach auf den monatlichen Durch
schnitt
s
lohn von Männern im Baugewerbe des Kompetenzniveaus 2 von
Fr.
5‘874.-- (LSE 2012, privater Sektor, Tabelle TA1, Position 41-43) ab
zustellen. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,4 Stunden im Bauge
werbe (Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, T 03.02.03.01.04.01) sowie unter Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung im Baugewerbe bis ins Jahr 2015 (von 101,7 Punkten im Jahr 2012 auf 102,5 Punkte im Jahr 2015; vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Männer, 2011 bis 2015, T.1.1.10) resultiert so
mit ein hypothetischer Jahresverdienst von Fr. 73‘529.-- (= Fr. 5‘874.-- : 40 x 41,4 x 12 : 101,7 x 102,5).
4.
3
4.3.1
Für die
Bestimmung des Invalideneinkommens
sind
unbestrittenermassen
ebenfalls
die Tabellenlöhne
gemäss
LSE 2012
heranzuziehen.
Die
Beschwer
degegnerin ging dabei
vom
monatlichen
Durchschnittslohn
von Männern
des
Kompetenzniveau
s
2
(
LSE 2012,
privater Sektor,
Tabelle
TA1,
Total
)
aus
(
Urk.
2 S. 8).
4.3.2
Dem kann mit Blick auf vergleichbare Fälle
indes
nicht gefolgt werden. Das Bundesgericht hat diesbezüglich zunächst jeweils berücksichtigt, ob trotz der invaliditätsbedingten Einschränkungen von Erwerbsmöglichkeiten in einer bestimmten Branche auszugehen war (vg
l. etwa Urteile I 170/00 vom 5.
September 2000 E. 2c [kaufmännisch-administrative Tätigkeiten]; I 382/00 vom
9.
Oktober
2001 E.
3b [Tätigkeit als Aussendienstmitarbei
ter/Kunden
be
rater]). Dies trifft hier nicht zu, ist doch auch die
Beschwerde
gegnerin
vom Durchschnittslohn aller Wirtschaftszweige (Total) ausgegan
gen. Konnte die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität jedoch nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen, rechtfertigte sich die Anw
en
dung von Anforderungsniveau 3 (
Total
; heute: Kompetenzniveau 2
) nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügte (so im Fall des ehe
maligen Spitzensportlers, der eine Maturaprüfung vorweisen konnte und zum Zeitpunkt des Unfalls erst 30-jährig gewes
en war, Urteil I 779/03 vom 22.
Juni 2004 E. 4.3.4; beim Versicherten, der bereits verschie
dene Berufe [Lastwagen- und Buschauffeur, Inserate-Akquisiteur, selbststän
diger Heraus
geber einer Zeitschrift] ausgeübt hatte, Urteil I 822/04 vom 2
1.
April 2005 E.
5.2; beim früheren Spengler-/Sanitärinstallateur mit über
durchschnitt
li
chen handwerklichen Fähigkeiten, Urteil 8C_192/2013 vom 1
6.
August 2013 E. 7.3.2). Ansonsten zog das Bundesgericht den Durch
schnittslohn von Anfor
derungsniveau 4 (Total
;
heute: Kompetenzniveau 1
) heran (so nament
lich im Fall des gelernten Heizungsmonteurs, SVR 2010 IV Nr.
52
S.
160, 9C_125/1009 E.
4.4.3; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesge
richts
8C_386/2013 vom 1
5.
Oktober
2013
E. 6.2).
4.3.3
Der Beschwerdeführer
war zum Zeitpunkt des Unfalls
vom
5.
August 2010
34
-jährig
.
Aus dem
Verlaufsprotokoll der IV-Stelle vom 2
3.
Januar
2012 geht hervor
, dass er ursprünglich im Bauunternehmen seines Vaters als Leiter hätte einsteigen sollen. Deshalb habe er auch noch eine Zweitausbil
dung als Strassenbauer gemacht. Nach dem Tod des Vaters sei dies aber nicht mehr möglich gewesen (
Urk.
9/119/2).
In der Folge sammelte
der Beschwerdeführer
zwar
auch in anderen
Branchen
(Disco, Autohandel) einige
Erfahrungen
(vgl. Lebenslauf,
Urk.
9/58
), wobei er aus
seiner Zeit in
N._
von 2003 bis 2007
offenbar
erhebliche Schulden hatte (Urk.
9/119/2
; die Einkünfte aus der Tätigkeit im Autohandel in
N._
fehlen im IK-Auszug; vgl.
Urk.
9/127
)
.
Ab
Mai 2008
war der Beschwerde
führer
so
dann
wieder in de
r Baubranche tätig
(
Urk.
9/127
).
Im Weiteren ist aktenkundig, dass
er
im
Jahr 2013 in
O._
noch eine Disco betrieben hat. Dieser
Betrieb
musste
aber bereits
nach ca. drei Monat
en geschlossen werden
(
Urk.
9/297).
Schliesslich
plante
er
im Jahr 2015, ein Unternehmen im Bereich Sportfischerei zu gründen
(
Urk.
9/299)
.
Dieses Vorhaben konnte jedoch nicht realisiert
werden
(vgl. www.zefix.ch).
Konkrete Erwerbsmög
lichkeiten in einer bestimmten Branche sind unter diesen Umständen nicht ersichtlich.
Überdies kann vorliegend auch nicht von besonderen Fertigkeiten und Kenntnissen gesprochen werden, welche eine Einstufung im Kompe
tenz
niveau 2 rechtfertigen würden.
4.3.4
Das Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 war daher nicht angezeigt. Es ist vielmehr vom Durchschnittslohn gemäss Kompetenzniveau 1 auszugehen. Dieser belief sich gemäss LSE 2012 (privater Sektor, Tabelle TA1, Total) für Männer auf
Fr.
5‘210.--. Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41,7 Stunden (
Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbe
its
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.01.04.01)
und angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015; vgl.
Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne, Männer, Total,
T39) ergibt sich ein hypothetischer Jahreslohn von
Fr.
66‘309.-- (
Fr.
5‘210.-- :
40 x 41,7 x 12 : 2‘188 x 2‘226).
4
.3.5
Gemäss
kreisärztlichem Zumutbarkeitsprofil bestehen auch in einer körper
lich leichten Tätigkeit Limitierungen (vgl. E. 3.2), was sich in einer gewissen
Verdiensteinbusse
auswirken kann. Es ist deshalb – auch – vom herangezo
genen Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 1 ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen, wobei dieser mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4 mit weiteren Hin
weisen, namentlich auch auf das von der Beschwerdegegnerin zitierte Urteil des Bundesgerichts U 392/00 vom 1
0.
Oktober 2003 E. 5.3.2) auf 10
%
fest
zusetzen ist.
Andere Gründe, die einen höheren Abzug rechtfertigen würden, wie das Alter, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, die Nationalität oder Aufenthaltskategorie oder der Beschäftigungsgrad (vgl. E. 1.6), sind nicht ersicht
lich.
Bei einer Reduktion des Tabellenlohns um 10
%
resultiert demnach ein Inva
li
deneinkommen von
Fr.
59‘678.-- (
Fr.
66‘309.-- x 0,9).
4.4
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 73‘529.-- und einem Invalidenein
kommen von
Fr.
59‘678.--
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr. 13‘851.--
und damit
ein Invaliditätsgrad von 18,84 %
(
Fr.
13‘851.-- : Fr. 73‘529.--) resp
. von gerundet 19 %.
4.5
Der Beschwerdeführer hat demnach ab dem
1.
Oktober 2015 Anspruch auf eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 19
%
(anstatt von 18
%
). Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
5.
Infolge des teilweisen Obsiegens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses auf Fr. 1‘400.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.
Diese ist nicht zu reduzieren, da das Begehren in der Beschwerde, soweit über eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 19
%
hinausgehend („Über
klagen“), den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst hat (vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 9C_846/2015 vom
2.
März 2016 E. 3 mit Hinweisen).