Decision ID: 6e28abef-38ac-40f1-ad85-235459714962
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war vom 8. September bis 1. Oktober 1998 in der Psychiatrischen Klinik
B._ wegen einer mittelgradigen depressiven Störung hospitalisiert. Die dort
behandelnden Ärzte bescheinigten ihm beim Austritt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(Austrittsbericht vom 6. Oktober 1998, IV-act. 8). Am 1. März 2000 meldete sich der
Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 2). Der seit März 1998
behandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 23.
Mai 2000, der Versicherte leide an einer depressiven Störung und sei für die
angestammte Hilfsarbeitertätigkeit (Gipser) sei 15. März 1998 zu 100% arbeitsunfähig
(IV-act. 8). Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 29. November 2000 von
Dr. med. D._, Oberärztin an der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
E._, begutachtet. Sie diagnostizierte eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung (ICD-10: F62.0; Kriegs- und Gefangenschaftserlebnisse), eine
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) und eine
generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1). Aufgrund der psychischen Störungen sei
der Versicherte nicht in der Lage, mehr als 20 bis 30% in einer geeigneten Nische zu
arbeiten (Gutachten vom 1. Dezember 2000, IV-act. 16). Mit Verfügung vom 23. August
2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. März 1999 eine ganze
Rente (samt Zusatzrenten) zu (IV-act. 24).
A.b Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens gab der
Versicherte an, er sei am 1. August 2002 "in einer Art Schlafwandlung in eine Glastüre
gelaufen" und habe Verletzungen am rechten Arm und an der rechten Hand erlitten. Die
rechte Hand sei nicht mehr einsetzbar (Schreiben vom 2. Mai 2003, IV-act. 40-3). Der
seit 1993 behandelnde Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte im Verlaufsbericht vom 3. Februar 2003 hinsichtlich der Zeit ab März 2001 aus,
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dass der Gesundheitszustand des Versicherten seither stationär gewesen sei, sich
zeitweise sogar verschlechtert hatte. Der Versicherte sei nicht in der Lage eine Tätigkeit
auszuüben (IV-act. 48). Am 27. Februar 2004 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
er habe weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente (IV-act. 49).
A.c Im Rahmen eines neuerlichen von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens
(vgl. IV-act. 59 f.) hielt die RAD-Ärztin Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, eine Begutachtung für angezeigt (Stellungnahme vom 29. November
2007, IV-act. 72). Am 18. Januar 2008 wurde der Versicherte von Dr. med. H._,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Dieser diagnostizierte eine
leichte bis mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10:
F32.11), eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10:
F62.0), eine generalisierte Angststörung, aktuell seltene unregelmässige Attacken
(ICD-10: F41.1), und eine posttraumatische Belastungsstörung (aktenmässig; ICD-10:
F43.1). Gegenwärtig scheine sich der psychische Zustand etwas geändert zu haben.
Die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung kämen nur vereinzelt zum
Ausdruck, meist in den Albträumen. Die schwere Angststörung scheine sich
zurückgebildet zu haben. Sie trete nicht häufig in Erscheinung. Deutlich ausgeprägt sei
eine Persönlichkeitsänderung mit auffälliger Verschlossenheit, massiv reduzierter
Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit, emotionaler Abstumpfung und
Äusserungsfähigkeit, depressiv resignatorischem Verhalten ohne Ziel bzw. ohne
Wunsch und mit Unfähigkeit daran etwas zu ändern. Der Gesundheitszustand seit dem
Gutachten vom 1. Dezember 2000 habe sich verändert, was aber nicht gleich bedeute,
dass der Zustand sich wesentlich gebessert habe. Gegenwärtig sei der Versicherte
zumindest 70% arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit würde sich bei günstigen
Umständen mit guter Entwicklung allmählich bessern, kurz- bis mittelfristig bis 50%
und längerfristig bis 100% (Gutachten vom 19. Januar 2008, IV-act. 76; zu den
ergänzenden Ausführungen vom 4. Februar 2008 bezüglich der Arbeitsfähigkeit in
einem geschützten Rahmen siehe IV-act. 79). Am 30. Juni 2008 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, er habe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente
(Invaliditätsgrad: 100%; IV-act. 84). Auch nach einem weiteren von Amtes wegen
eingeleiteten Revisionsverfahren gelangte die IV-Stelle zum Schluss, dass der
Versicherte unverändert einen Anspruch auf eine ganze Rente habe (Mitteilung vom 28.
August 2013, IV-act. 93).
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A.d Gestützt auf ein internes Controlling (siehe hierzu die Aktennotiz vom 2. Juli 2014,
IV-act. 94) eröffnete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren von Amtes wegen
(vgl. IV-act. 95). Dr. F._ berichtete am 3. Oktober 2014, der Gesundheitszustand des
Versicherten sei stationär (IV-act. 102). I._, Sachbearbeiterin der IV-Stelle, meldete
am 23. Februar 2015 den Fall der Abteilung Bekämpfung Versicherungsmissbrauch
("BVM"; IV-act. 103). Am 26. Februar 2015 nahm sie einen Auszug aus dem Facebook-
Profil des Versicherten zu den Akten (IV-act. 105). Dr. med. J._, Fachärztin für
Neurologie, Mitarbeiterin IV-Stelle, vertrat in der Stellungnahme vom 27. Februar 2015
die Auffassung, die heutige Situation des Versicherten sei insgesamt unklar. Die
Rentenrevisionen seien trotz der aktenkundigen Inkonsistenzen jeweils unverändert
abgeschlossen worden, obschon sich immer wieder die Frage nach der
Wiedererlangung einer mindestens teilweisen Arbeitsfähigkeit gestellt habe. Aus
medizinischer Sicht sei in Anbetracht der Inkonsistenzen zur Klärung des tatsächlichen
Leistungsniveaus, das möglicherweise deutlich über dem geltend gemachten liege,
eine Beobachtung des Versicherten in seinem Alltag sinnvoll. Primär weiterführende
medizinische Abklärungen durchzuführen, erscheine in dieser Situation wenig
zielführend. Die geltend gemachten Einschränkungen seien einer Observation gut
zugänglich (IV-act. 106).
A.e Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte im Zeitraum vom 22. Mai bis 29.
Juni 2015 an mehreren Tagen durch die K._ observiert (zum Observationsbericht
vom 4. Juli 2015 siehe IV-act. 110 sowie zu den Bewegtbildaufnahmen die separaten
drei DVDs). Nach der Durchsicht der Observationsergebnisse empfahl Dr. J._ ein
psychiatrisch-rheumatologisches Verlaufsgutachten (Stellungnahme vom 14. Juli 2015,
IV-act. 112). Am 24. August 2015 führte die IV-Stelle ein Standortgespräch mit dem
Versicherten durch. Sie befragte ihn zu seinen Lebensumständen und konfrontierte ihn
mit den Ergebnissen der Observation (IV-act. 118). Dres. med. L._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, und M._, Facharzt für Rheumatologie, erstatteten
am 17. März 2016 ein bidisziplinäres Gutachten. Der psychiatrische Gutachter gelangte
zum Schluss, der klinische Untersuchungsbefund zusammen mit der Beurteilung der
Observationsergebnisse habe keine Hinweise auf eine krankheitswertige Störung
ergeben. Es bestünden keine Störungen oder Funktionsdefizite. Die Leistungsfähigkeit
sei nicht beeinträchtigt. Seitens des rheumatologischen Fachgebiets bestehe für eine
angestammte Tätigkeit als Hilfsgipser und -maler wegen der geringen Radialisparese
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rechts eine 50%ige Einschränkung in Bezug auf das Pensum. Für eine
leidensangepasste Tätigkeit, die dieser Einschränkung Rechnung trage, sei eine
100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 133; zum rheumatologischen Teilgutachten
vom 23. Januar 2016 siehe IV-act. 134). In der ergänzenden Stellungnahme vom 29.
Juni 2016 hielt Dr. L._ fest, das Verhalten des Versicherten in der
Untersuchungssituation, welches nahezu einem stuporösen Zustand entsprochen
habe, stehe in gravierendem Gegensatz zum beobachteten Verhalten im
Observationsmaterial. Während der Versicherte in der Untersuchungssituation seinen
Zustand so dargestellt habe, dass er praktisch kaum auf Fragen reagieren könne und
nicht über Erinnerungen an frühere Zustände verfüge und sich im Übrigen sehr
zurückhaltend und psychomotorisch fast "gesperrt" verhalten habe, seien im
Observationsmaterial lockere, fliessende Bewegungsabläufe in verschiedenen
Situationen sowie ein insgesamt auch emotional vital wirkendes Verhalten
nachgewiesen worden. Es lägen aktuell andere Befunde vor als zum Zeitpunkt der
Erstbegutachtung (IV-act. 138; zu den Zusatzfragen der IV-Stelle siehe IV-act. 136).
A.f Dr. J._ hielt in der Stellungnahme vom 15. Juli 2016 fest, der psychiatrische
Gutachter widerlege schlüssig und nachvollziehbar die Diagnosen, die im Gutachten
vom 1. Dezember 2000 gestellt und im Gutachten von Dr. H._ vom 19. Januar 2008
bestätigt worden seien. Grundsätzlich lasse sich aber festhalten, dass sich in Bezug
auf die Diagnose die Situation insofern verändert habe, dass zum aktuellen Zeitpunkt
keine Diagnose mit Begründung einer Arbeitsunfähigkeit mehr gestellt werden könne.
Aufgrund des zur Verfügung stehenden Observationsmaterials könne auch von einer
Veränderung der Befunde ausgegangen werden. Aufgrund der Aggravationstendenzen
sei eine eindeutige Verlaufsbeurteilung retrospektiv aber problematisch, da den
Vorgutachtern nur die Befunde aus den jeweiligen Untersuchungen, aber nicht
ausserhalb der Untersuchungssituation zur Verfügung gestanden hätten. In dieser
Hinsicht seien die früheren gutachterlichen Einschätzungen auch nicht unbedingt als
falsch zu beurteilen (IV-act. 139).
A.g Mit Vorbescheid vom 27. September 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die revisionsweise Einstellung der Rentenleistung in Aussicht (IV-act. 141). Dagegen
erhob der Versicherte am 5. Oktober 2016 Einwand (IV-act. 142). Im Bericht vom 27.
Oktober 2016 gab Prof. Dr. med. N._, Chefarzt an der Klinik für Hand-, Plastische-
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und Wiederherstellungschirurgie, an, der Versicherte leide an einem Zustand nach
Nervus radialis-Parese rechts. Von handchirurgischer Seite aus sei der Versicherte
sicherlich zu 100% zeitlich arbeitsfähig mit eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit.
Tätigkeiten, welche die Hand für längere Zeit repetitiv zum Einsatz brächten, seien für
ihn nicht geeignet. Er sei sicherlich aus medizinischen Gründen arbeitsfähig (IV-act.
148). In der ergänzenden Eingabe vom 27. Oktober 2016 beantragte der Versicherte
die Gewährung von beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen (IV-act. 149). Mit
Verfügung vom 22. November 2016 stellte die IV-Stelle die Rentenleistungen
revisionsweise per 31. Dezember 2016 ein. Der Gesundheitszustand des Versicherten
habe sich verbessert. Er verfüge über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten. Sie bejahte ausserdem die Rechtmässigkeit und
Verwertbarkeit des Observationsmaterials. Es sei ferner nicht nötig, den Versicherten
mit beruflichen Massnahmen zur Teilnahme am Arbeitsmarkt zu befähigen, da ihm ein
breites Angebot an Verweistätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt offenstehe.
Deshalb habe er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen. Einer allfälligen
Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung (IV-act. 153).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 22. November 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 5. Januar 2017. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren
Aufhebung. Es seien ihm die gesetzlichen Leistungen aus der Invalidenversicherung
auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Des Weiteren ersucht er um
Entfernung des gesetzwidrig beschafften Datenmaterials, namentlich des
Observationsmaterials. Alsdann sei die Sache unter Vorlage einer ausschliesslich
gesetzeskonform zustande gekommenen Voraktenlage zur erneuten Begutachtung
zurückzuweisen. Im Sinn einer vorsorglichen Massnahme sei der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung wieder zu erteilen. Im Wesentlichen bringt der
Beschwerdeführer vor, die Observationsmaterialien seien rechtswidrig eingeholt
worden und nicht verwertbar (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar
2017 die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, dass die
Observationsergebnisse rechtmässig erhoben worden seien. Selbst bei fehlender
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Rechtmässigkeit seien sie verwertbar. Der Beschwerdeführer verfüge über eine
100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 6; zu den
Ergebnissen einer weiteren Facebook-Recherche siehe die Aktennotiz vom 13. Februar
2017, IV-act. 163).
B.c Das Versicherungsgericht stellte mit Zwischenentscheid vom 22. Februar 2017, IV
2017/5 Z, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder her (act. G 8).
B.d Mit Zwischenentscheid vom 12. Mai 2017 wurde dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Anrechnung
des bereits an den Rechtsvertreter geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- für
das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G 29).
B.e Das Bundesgericht hiess die von der Beschwerdegegnerin gegen den
Zwischenentscheid des Versicherungsgerichts vom 22. Februar 2017, IV 2017/5 Z,
erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 29. März 2017
mit Urteil vom 14. Juni 2017, 9C_241/2017, gut und hob ihn auf (act. G 19 und act. G
34).
B.f In der Replik vom 22. November 2017 hält der Beschwerdeführer unverändert an
den Beschwerdeanträgen fest. Gemäss Rechtsprechung sowohl des
Versicherungsgerichts als auch des Bundesgerichts bestehe keine ausreichende
gesetzliche Grundlage für Observationen im Bereich der Invalidenversicherung.
Demnach sei die Observation klar rechtswidrig erfolgt. Zudem werde bestritten, dass
die mit der Observation beauftragte K._ über eine Bewilligung für die Ausübung ihrer
Tätigkeit als Privatdetektiv verfüge. Ausserdem seien die rechtswidrig erhobenen
Observationsergebnisse nicht verwertbar. Das Standortgespräch sei absolut
unverwertbar, da es durch Täuschung im Sinn von Art. 140 Abs. 1 StPO zustande
gekommen sei. Die Beschwerdegegnerin habe ihn unter dem Vorwand, mit ihm (dem
Beschwerdeführer) ein sogenanntes Standortgespräch durchzuführen, in die
Räumlichkeit der Sozialversicherungsanstalt gelockt. Nachdem ein Gespräch über den
Gesundheitszustand geführt worden sei, sei ihm aus heiterem Himmel eröffnet worden,
dass er observiert worden sei, um ihn dann im Folgenden mit den
Observationsergebnissen zu konfrontieren. Die Beschwerdegegnerin habe ihn damit
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über ihre wahren Absichten getäuscht und ihn damit zu Aussagen verleitet, die er in
Kenntnis der Vorwürfe nicht (so) gemacht hätte. Das bidisziplinäre Gutachten sei nicht
verwertbar, da es einerseits auf den unverwertbaren Observationsergebnissen beruhe.
Zum anderen sei insbesondere das psychiatrische Teilgutachten von Dr. L._ nicht
verwertbar, da er laut Medizinalberuferegister keine für eine Gutachtertätigkeit
erforderliche Berufsausübungsbewilligung besitze. Deshalb werde ein
Gerichtsgutachten beantragt (act. G 45).
B.g Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 10. Januar 2018 unverändert an
der beantragten Beschwerdeabweisung fest. Sie führt aus, die Gesellschafter der K._
würden über die Bewilligung zur Tätigkeit als Privatdetektive verfügen. Hinsichtlich der
Verwertbarkeit des Standortgesprächs macht sie geltend, es sei nicht ersichtlich, worin
der Beschwerdeführer getäuscht worden sei. Eine Befragung zum Gesundheitszustand
und zu den Lebensumständen sei nicht hinterlistig. Das bei der Observation
beobachtete Verhalten sei dem Beschwerdeführer zwangsläufig bekannt gewesen.
Dessen Unkenntnis habe sich nur auf den Umstand beschränkt, dass sie (die
Beschwerdegegnerin) Informationen über den Alltag besessen habe und damit die
zuvor bestehende Informationsasymmetrie entfallen gewesen sei. Dr. L._ verfüge
über die erforderlichen psychiatrischen Fachkenntnisse, woran die fehlende kantonale
Berufsausübungsbewilligung nichts ändere. Das Gutachten sei auch materiell
überzeugend (act. G 47).
B.h Auf Ersuchen des Gerichts (siehe Schreiben vom 11. September 2018, act. G 49)
wurden ihm die jeweilige Bewilligung zur Tätigkeit als Privatdetektiv/Privatdetektivin der
mit der Observation beauftragten Personen (act. G 50) und bezüglich Dr. L._ u.a. die
Bewilligung zur selbstständigen Berufsausübung als Arzt im Kanton Zürich eingereicht
(act. G 51).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der verfügten Renteneinstellung.
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1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
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Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1).
2.
Zunächst ist der Antrag des Beschwerdeführers zu prüfen, dass das gesetzwidrig
beschaffte Datenmaterial, namentlich das Observationsmaterial, sowie die damit
zusammenhängenden Folgedokumente aus den Akten zu entfernen seien (act. G 1,
Verfahrensantrag 1).
2.1 Für die von der Beschwerdegegnerin veranlasste Observation fehlt die gesetzliche
Grundlage, womit allein schon deshalb die Observationsergebnisse unrechtmässig
erhoben worden sind (siehe bezüglich der Konventionswidrigkeit das Urteil des
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Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Sachen Vukota-Bojic gegen
Schweiz, Urteil no. 61838/10, vom 18. Oktober 2016, und zur Verfassungswidrigkeit
den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 6. Dezember 2016, IV 2016/145, E. 3,
insoweit bestätigt im Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2017, 8C_69/2017, E.
5).
2.2 Was die Verwertbarkeit illegal beschaffter Beweismittel anbelangt, so ist das
Bundesgericht in BGE 143 I 377 im Wesentlichen zur Auffassung gelangt, dass von der
IV-Stelle in Auftrag gegebenes, illegal beschafftes Observationsmaterial grundsätzlich
verwertbar sei, sofern die Überwachung im öffentlich einsehbaren Raum erfolgt sei (E.
5.1 ff.; bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2017,
9C_328/2017). Das Versicherungsgericht hat die Frage der Verwertbarkeit in seiner
bisherigen Rechtsprechung differenziert beurteilt. Das Bundesgericht räumt dem
Interesse des Sozialversicherers und der Versichertengemeinschaft an der
Verhinderung unrechtmässiger Leistungsbezüge eine vorrangige Stellung in der
Interessenabwägung ein (BGE 143 I 386 E. 5.1.2; THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E.
MEIER, Rechtswidrige Observationen in der IV - Verwertbarkeit der
Observationserkenntnisse, Bemerkungen zum Leitentscheid 9C_806/2016 vom 14. Juli
2017, in: Jusletter vom 14. August 2017, Rz 104). Diese Rechtsprechung wird in der
Lehre mit überzeugenden Argumenten in Frage gestellt (GÄCHTER/MEIER, a.a.O.,
insbesondere Rz 96 ff.).
2.3 Wie in der Lehre für die Prüfung der Verwertbarkeit illegal beschafften
Beweismaterials gefordert, ist im Rahmen einer ergebnisoffenen, umfassenden
Interessenabwägung auch den Schutzinteressen der verletzten Rechtsgüter gebührend
Rechnung zu tragen. Die verletzten Rechtsgüter sind einerseits die Privatsphäre der
versicherten Person (Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft [BV; SR 101]; Art. 8 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]) und andererseits auch das
Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV) als solches (GÄCHTER/MEIER, a.a.O., Rz 104).
2.4 Der "Facebook"-Auftritt des Beschwerdeführers (siehe hierzu IV-act. 105)
begründete hinreichende Zweifel an dem von ihm weiterhin beklagten sozialen
Rückzug und an der von ihm präsentierten schweren, zu gänzlicher Arbeitsunfähigkeit
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führenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung. Im Gutachten von Dr. D._ aus
dem Jahr 2000 wurde u.a. eine feindliche oder misstrauische Haltung der Welt
gegenüber sowie ein sozialer Rückzug bejaht. Der Beschwerdeführer habe kaum
gewagt, Blickkontakt aufzunehmen. In seinen Angaben werde deutlich, dass er am
liebsten allein sei, nicht einmal die Gegenwart seiner Kinder, seiner Frau oder der Eltern
über längere Zeit aushalte. Er lebe "sehr zurückgezogen" (IV-act. 16-5). Anlässlich der
Begutachtung durch Dr. H._ am 18. Januar 2008 gab der Beschwerdeführer an, sein
Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert (IV-act. 76-3). Dr. H._ stellte eine
auffällige Verschlossenheit, eine massiv reduzierte Kommunikations- und
Beziehungsfähigkeit, eine emotionale Abstumpfung und Äusserungsfähigkeit, ein
depressiv resignatorisches Verhalten ohne Ziel bzw. ohne Wunsch und mit Unfähigkeit,
daran etwas zu ändern, fest (IV-act. 76-5). Am 8. Mai 2013 gab der Beschwerdeführer
im Fragebogen "Revision der Invalidenrente" an, sein Gesundheitszustand sei
gleichgeblieben. Er habe nur mit seiner Familie Kontakte. Auf die Frage, ob er sich
vorstellen könne, mit Unterstützung der IV wieder eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen
und wenn ja, in welchem Umfang, antwortete er: "Nein. Mein gesundheitlicher Zustand
ist schlecht" (IV-act. 85). Dr. F._ führte im Verlaufsbericht vom 19. August 2013 u.a.
aus, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär, zeitweise
verschlechtert gewesen. Dieser lebe sehr zurückgezogen und sei "sozial ganz isoliert".
Er habe stets mit leiser, wenig modulierter Stimme gesprochen und sei in der Mimik
"sehr erstarrt". Er sei wegen der psychischen Beschwerden im Alltag stark
beeinträchtigt (IV-act. 91). Am 16. Juli 2014 wiederholte der Beschwerdeführer u.a., er
fühle sich unter Leuten sehr unwohl. Er lebe sehr zurückgezogen und habe keine
engeren Freunde. Er habe am Kontakt mit Mitmenschen mehr Angst als Freude (IV-act.
95). Insoweit hatte die Beschwerdegegnerin aufgrund des mit diesen
Leidensdarstellungen nicht zu vereinbarenden Facebook-Auftritts des
Beschwerdeführers begründeten Anlass zu einer objektiven Abklärung von dessen
gegenwärtigem sozialem Aktivitätsniveau und seinen Ressourcen im Rahmen der
Alltagsbewältigung. Nach dem Gesagten war die Beschwerdegegnerin namentlich zur
Bestimmung der objektiven Ressourcen und einer allfälligen gesundheitlichen
Verbesserung auf eine Abklärung des Alltagsverhaltens des Beschwerdeführers, und
zwar in Momenten, in denen er sich frei vom versicherungsrechtlichen Kontext und
unbeobachtet fühlte, angewiesen (siehe auch die Ausführungen von Dr. J._ in der
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Stellungnahme vom 27. Februar 2015, IV-act. 106). Im Übrigen zeigte sich auch
anlässlich des späteren Standortgesprächs vom 24. August 2015, dass vom
Beschwerdeführer keine aussagekräftigen objektiven Angaben zu seinem tatsächlichen
Alltagsverhalten und seinen bestehenden Ressourcen erhältlich waren (IV-act. 118; zu
dessen Verwertbarkeit bei der Beweiswürdigung siehe nachfolgende E. 3). Dass eine
objektive Abklärung des Leistungsniveaus im Alltagsverhalten notwendig war und keine
aussagekräftigen Informationen vom Beschwerdeführer zu gewinnen waren, wird auch
durch dessen Verhalten bei der bidisziplinären Begutachtung bestätigt. Dr. L._ hielt in
der ergänzenden Stellungnahme vom 29. Juni 2016 fest, das Verhalten des
Beschwerdeführers in der Untersuchungssituation habe nahezu einem stuporösen
Zustand entsprochen. Der Beschwerdeführer habe während der
Untersuchungssituation seinen Zustand so dargestellt, dass er praktisch kaum auf
Fragen reagieren könne. Psychomotorisch habe er sich fast "gesperrt" verhalten (IV-
act. 138-3).
2.5 Vorliegend ist des Weiteren von Bedeutung, dass die heimliche und gezielte Foto-
Videoüberwachung ausschliesslich das Verhalten des Beschwerdeführers in der
Öffentlichkeit betraf. Das Observationsmaterial enthält nur Aufnahmen und
Aufzeichnungen über das Verhalten des Beschwerdeführers im Freien, das vom
öffentlichen Grund aus von jedermann hätte wahrgenommen werden können (IV-act.
110 und separate DVD). Nicht Gegenstand bildete das Verhalten des
Beschwerdeführers im - auch nicht im aus dem öffentlichen Raum einsehbaren -
privaten Raum (wie etwa in Restaurants oder in Einkaufsläden). Der Beschwerdeführer
wurde auch nicht bei der Ausübung einer dem Geheimbereich zuzurechnenden
Tätigkeit (wie etwa einem Geldtransfer an einem Bankomaten) überwacht. Die
Überwachung fand ausserdem an lediglich fünf Tagen in einem Zeitraum vom 22. Mai
bis 29. Juni 2015 statt (IV-act. 110). Dabei wurde der Beschwerdeführer lediglich an
drei Tagen (28. Mai, 29. Mai und 29. Juni 2015, IV-act. 110-3 f.) effektiv observiert.
Insgesamt erscheint die Observation als leichter Eingriff in die Privatsphäre des
Beschwerdeführers. Zudem wurde die Observation nur von Personen ausgeführt, die
über die kantonale Bewilligung zur Tätigkeit als Privatdetektiv/-in verfügen (act. G 50.1
f.).
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2.6 Nach dem Gesagten war die vergleichsweise nicht schwerwiegend in die
Grundrechte des Beschwerdeführers eingreifende Observation ein erforderliches Mittel
für eine objektive Abklärung, weshalb das Observationsmaterial und die sich darauf
stützenden medizinischen Einschätzungen - insbesondere das bidisziplinäre
Administrativgutachten der Dres. L._ und M._ vom 17. März 2016 -
ausnahmsweise für die Beurteilung der sozialversicherungsrechtlichen
Leistungsansprüche verwertbar sind. Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob
das inkonsistente Verhalten des Beschwerdeführers zu einer Umkehr der
Beweislastverteilung im Revisionsverfahren führen könnte.
3.
Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, das am 14. August 2015 geführte
Standortgespräch sei absolut unverwertbar, da es durch eine Täuschung im Sinn von
Art. 140 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) zustande
gekommen sei (act. G 45, Rz 13).
3.1 Gemäss Art. 140 Abs. 1 StPO sind Zwangsmittel, Gewaltanwendung, Drohungen,
Versprechungen, Täuschungen und Mittel, welche die Denkfähigkeit oder die
Willensfreiheit einer Person beeinträchtigen können, bei der Beweiserhebung
untersagt.
3.2 Es kann offenbleiben, ob diese strafprozessuale Bestimmung im
Sozialversicherungsrecht Geltung beanspruchen kann, da dessen Tatbestand
vorliegend nicht erfüllt ist. Anlässlich des protokollierten Gesprächs vom 24. August
2015 (IV-act. 118) nahm die Beschwerdegegnerin in Kenntnis der
Überwachungsergebnisse zunächst eine Befragung des Beschwerdeführers betreffend
seinen Gesundheitszustand und seines Alltagsverhaltens vor. Im Verlauf des
Gesprächs orientierte sie ihn zudem über die Observation und bot ihm Gelegenheit zu
einer Stellungnahme. Sämtliche Fragen sind sachlich gestellt. Hinweise für ein
suggestives oder sonst wie sachfremdes Vorgehen sind weder ersichtlich noch vom
Beschwerdeführer konkret dargetan. Die Beschwerdegegnerin verleitete ihn
insbesondere nicht zu bewusst falschen Aussagen über seine Selbsteinschätzung oder
seine Alltagsgestaltung. Vielmehr verschaffte sie sich anlässlich des Standortgesprächs
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ein aktuelles Bild bezüglich der Selbsteinschätzung, um eine - angesichts der
bestehenden Zweifel (vgl. vorstehende E. 2.4) - legitime Konsistenzprüfung mit den
Observationsergebnissen vornehmen, Informationen über den bisherigen
Gesundheitsverlauf erhalten und die Aussagekraft der Angaben des
Beschwerdeführers beurteilen zu können. Sodann wurde der Beschwerdeführer
anlässlich des Gesprächs - auch nach der Aufklärung über die Observation und dessen
Inhalt - nicht in eine Situation versetzt, in der es ihm nicht mehr möglich gewesen wäre,
nach freiem Willen zu antworten. Dem Beschwerdeführer war das im Rahmen der
Observation festgestellte Verhalten im öffentlich einsehbaren Raum zwangsläufig
bekannt. Das Observationsmaterial enthielt demnach keine ihm nicht bekannten
Informationen. Die Unkenntnis des Beschwerdeführers beschränkte sich auf den
Umstand, dass nun auch die Beschwerdegegnerin direkte Informationen betreffend
sein tatsächliches Alltagsverhalten besass und damit die diesbezügliche, zulasten der
Beschwerdegegnerin zuvor bestehende Informationsasymmetrie zumindest teilweise
entfallen war. Dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer anlässlich des
Standortgesprächs darüber informierte und zudem Gelegenheit bot, sich hierzu zu
äussern, ist namentlich mit Blick auf dessen Anspruch auf rechtliches Gehör nicht zu
beanstanden. Keine Täuschung vermag der Umstand zu begründen, dass die
Beschwerdegegnerin in der Einladung am 4. August 2015 noch nicht über den
aktuellen Stand der Aktenlage und insbesondere über die Observation orientierte.
Gemäss Einladung sollte Gegenstand des Gesprächs eine Standortbestimmung bilden,
um gemeinsam die nächsten Schritte zu planen und die notwendigen Massnahmen
einzuleiten. Der Einladung lassen sich insbesondere keine Anhaltspunkte entnehmen,
dass die Beschwerdegegnerin gewillt gewesen wäre, unbesehen bzw. unter Verzicht
auf eine eigene kritische Überprüfung bloss auf die Leidensangaben des
Beschwerdeführers für das weitere Vorgehen abzustellen oder dass sie nicht gewillt
gewesen wäre, die - allenfalls davon abweichenden - tatsächlichen Verhältnisse
abzuklären (IV-act. 113). Zu ergänzen bleibt, dass der Beschwerdeführer verpflichtet
war, die zur Abklärung seines Anspruchs erforderlichen Auskünfte betreffend die aus
seiner Sicht bestehenden gesundheitlichen Leiden und Beeinträchtigungen zu erteilen
(Art. 28 Abs. 2 ATSG), woran die vorgängige Durchführung einer Überwachung und die
Kenntnisnahme der daraus resultierenden Informationen durch die
Beschwerdegegnerin für sich allein nichts ändern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
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3. September 2014, 9C_258/2014, E. 4.4). Schliesslich legt der Beschwerdeführer auch
nicht konkret dar, zu welchen Aussagen er durch die Beschwerdegegnerin "verleitet"
wurde, "die er in Kenntnis der Vorwürfe nicht (so) gemacht hätte" (act. G 45, Rz 13).
Vor diesem Hintergrund ist eine unrechtmässige Beweismittelbeschaffung im Rahmen
des protokollierten Gesprächs nicht erkennbar. Das Protokoll über das
Standortgespräch stellt ein rechtmässig beschafftes Beweismittel dar (vgl. zum Ganzen
den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 25. August 2015, IV 2013/432 und IV
2014/11, E. 1.2.1).
4.
Zu prüfen bleibt die vom Beschwerdeführer beantragte neuerliche medizinische
Begutachtung (act. G 1, Verfahrensantrag 2; zum beantragten Gerichtsgutachten siehe
act. G 45).
4.1 Der Beschwerdeführer bringt keine konkreten Mängel gegen die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung und Verlaufsbeurteilung der Dres. L._ und M._ vom 17.
März 2016 vor, sondern beantragt deren Entfernung, da sie einerseits gesetzwidrig
beschafftes Observationsmaterial enthalten (act. G 1, Rz 9 f.) und andererseits Dr.
L._, der das psychiatrische Teilgutachten erstattet habe, über keine für eine
Gutachtertätigkeit erforderliche Berufsausübungsbewilligung verfüge (act. G 45, Rz 15).
Wie sich aus vorstehenden Ausführungen ergibt (E. 2.6), sind das Observationsmaterial
und die sich darauf abstützenden medizinischen Beurteilungen verwertbar. Aus der am
2. Oktober 2018 eingereichten Berufsausübungsbewilligung des Kantons Zürich geht
hervor, dass Dr. L._ seit dem 3. August 2015 über die Bewilligung zur
selbstständigen Berufsausübung als Arzt verfügt, weshalb die Rüge des
Beschwerdeführers unbegründet ist (act. G 51).
4.2 Bei der Würdigung der Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens der Dres. L._
und M._ (einschliesslich der ergänzenden Stellungnahme vom 29. Juni 2016, IV-act.
138) fällt ins Gewicht, dass es auf einer umfassenden Abklärung und einer
Auseinandersetzung mit den Vorakten beruht, darin nachvollziehbar die inkonsistente
Leidenspräsentation berücksichtigt wird und die gestützt darauf gezogenen Schlüsse
auf die aus objektiver Sicht bestehende Arbeitsfähigkeit einleuchten. Aufgrund dieser
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gutachterlichen Beurteilung ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und die
früheren Untersuchungsbefunde (siehe hierzu vorstehende E. 2.4) spätestens im
Zeitpunkt der Untersuchung (17. Dezember 2015, IV-act. 133-2) verbessert haben (IV-
act. 138-6; vgl. auch die Stellungnahme von Dr. J._ vom 15. Juli 2016, IV-act. 139-3)
und er seither bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten wieder über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt (IV-act. 133-52). Ein Anlass für die vom Beschwerdeführer
beantragten Abklärungen besteht nicht.
5.
Die Beschwerdegegnerin geht hinsichtlich der 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten von der Möglichkeit der unmittelbaren
Selbsteingliederung aus (IV-act. 153-7 oben).
5.1 Nach der Rechtsprechung können indessen nach langjährigem Rentenbezug
ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarkts der sofortigen Anrechnung einer
medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen
Leistungsentfaltung entgegenstehen. Dies ist dann der Fall, wenn aus den Akten
einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials
ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels
Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist
allerdings auf Fälle beschränkt worden, in denen die (revisions- oder
wiedererwägungsweise) Rentenherabsetzung bzw. -aufhebung eine versicherte Person
betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren
bezogen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juli 2015, 8C_90/2015, E. 4 mit
Hinweisen). Massgebender Zeitpunkt ist das Datum der rentenaufhebenden Verfügung
(BGE 141 V 5).
5.2 Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (22. November 2016, IV-act. 153)
bezog der Beschwerdeführer bereits seit mehr als 15 Jahren eine ganze Rente
(Rentenbeginn am 1. März 1999; siehe Verfügung vom 23. August 2001, IV-act. 24). Im
Regelfall bedeutet dies, dass die Rentenaufhebung erst nach einer erwerbsbezogenen
Abklärung und/oder Durchführung von Eingliederungsmassnahmen Platz greifen kann.
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Wie das Bundesgericht allerdings wiederholt entschieden hat, kann ausnahmsweise
auch bei einer solchen Konstellation eine (sofortige) Selbsteingliederung zumutbar sein
(Urteil des Bundesgerichts vom 12. November 2014, 9C_25/2014, E. 6.2.1 mit
Hinweisen).
5.3 Aus den Observationsergebnissen erhellt, dass der Beschwerdeführer im
gesellschaftlichen Leben integriert ist, im Alltag hinreichend agil und gewandt erscheint
(siehe etwa zu den Garten- und Reinigungsarbeiten IV-act. 110; siehe auch zu den
gesellschaftlichen bzw. geselligen Aktivitäten die Aktennotiz betreffend Feststellungen
auf Facebook IV-act. 163), so dass beim gegebenen medizinischen Zumutbarkeitsprofil
der Verwertbarkeit der 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Hilfsarbeitertätigkeiten ausnahmsweise trotz der langjährigen Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt auch ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen nichts
entgegensteht, zumal der 1971 geborene Beschwerdeführer (IV-act. 2) noch nicht in
einem fortgeschrittenen Alter steht. Der Verwertung der Leistungsfähigkeit scheint
denn auch vor allem die subjektive Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers
entgegen zu stehen. Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin die
Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers angezweifelt (IV-act. 153-6 f.), was
im Beschwerdeverfahren unwidersprochen blieb.
6.
Hinsichtlich der Bestimmung des Invaliditätsgrads im Rahmen eines
Einkommensvergleichs ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter
zu qualifizieren ist (IV-act. 2-4) und gestützt auf die schwankenden Einkommen der
Jahre 1995 bis 1998 (siehe den Auszug aus dem individuellen Konto, IV-act. 6) nicht
davon ausgegangen werden kann, er hätte im Gesundheitsfall erheblich
überdurchschnittliche Einkommen erzielen können. Ausgehend von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten besteht deshalb im
Rahmen des von der Beschwerdegegnerin zu Recht vorgenommenen
Prozentvergleichs (IV-act. 153-5; siehe zum Prozentvergleich etwa das Urteil des
Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen) offensichtlich
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr, woran selbst der nach der
Rechtsprechung höchstzulässige Tabellenlohnabzug von 25% (siehe hierzu BGE 126 V
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75) nichts ändern könnte. Die Beschwerdegegnerin ist damit zu Recht davon
ausgegangen, dass der Beschwerdeführer nicht mehr an einer rentenbegründenden
Invalidität leidet. Sie hat den Rentenanspruch gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) auf den 31. Dezember
2016 aufgehoben ("auf Ende des [der Verfügung] folgenden Monats"). Dieser
Aufhebungszeitpunkt an sich blieb vom Beschwerdeführer zu Recht unbestritten.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 29) ist er von der Bezahlung zu
befreien.
7.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Der Beschwerdeführer hat dem
Rechtsvertreter bereits einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- geleistet (act. G 29).
Der Restbetrag von Fr. 2'500.-- ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes; sGS 963.70; vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24.
Oktober 2018, IV 2016/372, E. 7.2). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
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Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
7.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).