Decision ID: 5bd6a45e-afa6-4bcb-b9a4-fedd811bf9c6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war gemäss Arbeitsvertrag mit der Inhaberin des Ein
zelunternehmens
Y._
,
Z._
, ab dem 1. Juni 201
8
als Geschäftsführer dieses Einzelunternehmens tätig (Urk. 6/140-141). Am 25. September 2019 kündigte
Z._
das Arbeits
ver
hältnis aus wirt
schaftlichen Gründen per 31. Oktober 2019 (Urk. 6/130).
X._
meldete sich
daraufhin
am 2. Oktober 2019 beim Regionalen Arbeitsver
mittlungs
zentrum
(RAV)
zur Arbeitsvermittlung (Urk. 6/135). Als
dann beantragte er am 6. Oktober 2019 die Ausrichtung von Arbeitslosen
ent
schädigung ab dem 1. No
vember 2019 (Urk. 6/136-139).
Mit Verfügung vom 22. Oktober 2019 verneinte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich einen Anspruch von
X._
auf Arbeitslosenentschädigung. Zur Begründung führte sie aus, dass Ehegatten von Arbeitgebern keinen An
spruch auf Arbeitslosentschädigung hätten. Dies treffe auch auf
X._
zu, weil seine Ehegattin Inhaberin des Ein
zelunternehmens
Y._
sei (Urk. 6/106-107). Dagegen erhob
X._
am 5. Februar 2019 Ein
sprache, mit welcher er vorbrachte, dass er und
Z._
seit Februar 2016 geschieden seien (Urk. 6/92). Mit Einspracheentscheid vom 24. Februar 2020 gelangte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich zum Schluss, dass trotz der Eheschei
dung vom 24. Februar 2016 eine Missbrauchsgefahr zu bejahen sei, und wies die Einsprache von
X._
mit dieser Begründung ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 22. März 2020 Beschwerde und beantragte sinn
gemäss, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides vom 24. Februar 2020 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm ab 1. November 2019 eine Arbeitslosenentschädigung auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 14. April 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-
1
4
2
), was dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8, Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG
)
haben Personen, die
in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidun
gen des Arbeit
gebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeiten
den Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung findet sich zwar in Art. 8 ff. AVIG keine Regelung, die dieser Norm zur Kurzarbeit entsprechen würde. Nach der Rechtsprechung gilt diese Regelung jedoch grundsätzlich auch für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (BGE 123 V 234 E. 7b/
bb
).
Die Frage, ob eine
arbeitnehmende
Person einem obersten betrieblichen Entschei
dungsgremium angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen nehmen kann, ist aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu beantworten. Keine Prüfung des Einzelfalles ist erfor
derlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt (BGE 123 V 234 E. 7a).
Damit eine versicherte Person in arbeitgeberähnlicher Stellung oder deren mitar
beitender Ehegatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, muss sie mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb definitiv auch die arbeitgeberähnliche Stellung verlieren. Behält sie nach der Entlassung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch die Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, verfügt sie nach wie vor über die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen. Ein solches Vorgehen läuft auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung der Regelung des
Art.
31
Abs.
3 lit. c AVIG hinaus, welche ihrem Sinn nach der Missbrauchsverhütung dient und in diesem Rahmen insbesondere dem Umstand Rechnung tragen will, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Personen praktisch unkontrollierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder massgeblich beeinflussen können. Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem ausgewiesenen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits dem Risiko eines solchen, welches der Aus
richtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhä
rent ist (Urteile des Bundesgerichts C 255/05 vom 2
5.
Januar 2006 und C 92/02 vom 14. April 2003; vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung,
5
.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 18
ff. mit Hinweisen zur Rechtsprechung).
1.2
1.2.1
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeits
losenent
schädigung besteht darin, dass die ver
si
cherte Person die Beitragszeit erfüllt hat
(Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der Rahmen
frist nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitrags
pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach
Art.
8
Abs.
1 lit. e in Verbindung mit
Art.
13
Abs.
1 AVIG ist grundsätzlich einzig die Ausübung einer beitrags
pflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von zwölf Beitragsmo
naten. Diese Tätigkeit muss genügend überprüfbar sein. Dem Nachweis tatsäch
licher Lohnzahlung kommt dabei nach dem Gesagten nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Aus
übung einer beitragspflichtigen Beschäftigung. Soweit eine solche Beschäftigung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2013 vom 2
5.
Juni 2013 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 444 E. 3.2.3).
1.2.2
Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit
hiefür
effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzah
lung sollen und können Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwi
schen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert werden. Als Beweis für den tat
sächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein auf den Namen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin lautendes Post- oder Bankkonto. Bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquit
tungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugenaussagen) in Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohnzahlung bilden Arbeitgeberbe
scheinigungen, vom Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin unterzeichnete Lohn
abrechnungen und Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto (BGE 131 V 444 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 24. Februar 2020 führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass die Ex-Ehefrau des Beschwerde
führers,
Z._
, seit dem 5. Juni 2018 als Inhaberin der (ehe
ma
ligen) Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (
Y._
) im Handels
register des Kantons Zürich eingetragen sei. Der Beschwerdeführer sei ge
mäss Arbeitsvertrag vom 1. Juni
2018 ab demselben Tag als Geschäftsführer der
Y._
tätig gewesen. Am 25. September 2019 habe die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer aus wirtschaft
li
chen Gründen per 31. Oktober 2019 aufgelöst. Laut IK-Auszug sei der Beschwer
deführer sei
t
dem Jahr 2015 und bis Oktober 2019 entweder selbständig erwerbs
tätig oder bei der Firm
a
seiner
(ehemaligen)
Ehefrau tätig gewesen. Die Zwecke der Unternehmen seien jeweils recht ähnlich gewesen. Deshalb sei davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer und
Z._
die Geschäfte gemeinsam ge
führt
hätten
, auch wenn jeweils nur eine Person im Handelsregister eingetragen gewesen sei. Weil der Beschwerdeführer und seine Ex-Ehefrau auch nach der Scheidung vom 24. Februar 2016 noch ges
chäftlich miteinander ver
bunden
seien, sei eine Missbrauchsgefahr
weiterhin
zu bejahen (Urk. 2 S. 3). Zudem habe der Beschwerdeführer bei der Arbeitslosenkasse als Zustelladresse «
...
,
A._
» angegeben, welches die Firmen- und Wohn
adresse der Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers sei. Dies spreche ebenfalls dafür, dass zwischen
dem
Beschwerdeführer und seine
r
Ex-Ehefrau noch eine enge Ver
bindung bestehe. Auch deshalb sei immer noch ein Miss
brauchspotential vorhan
den. Aufgrund der festgestellten Tatsachen könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer von seiner Ex-Ehefrau Ge
fälligkeitsbescheinigungen erhalten habe. In analoger Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG sei daher ein An
spruch des Beschwerdeführers auf Arbeits
losenentschädigung ab 1. November 2019 zu verneinen (Urk. 2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass er - wie viele andere auch - jahrelang in der Firma seiner Ex-Frau gearbeitet habe. Dabei sei er natürlich auch in Kontakt mit seiner Ex-Frau gestanden. Er
habe
bei der Firma jedoch nichts mitbestimmen können und mit deren Finanzen nichts zu tun ge
habt. Er habe einen Lohn erhalten, von welchem er in Absprache mit seiner Ex-Frau die Alimente habe abziehen können. Zu seiner Ex-Frau bestehe auch heute noch eine freundschaftliche Beziehung. Wie bei allen bisherigen Mitar
bei
tern ihrer Unternehmen mit wenig Deutschkenntnis
sen habe sie auch ihm beim Ausfüllen von Formularen oder Ähnlichem geholfen. Dies würden sie und seine Kinder bis heute so machen. Zur Postadresse «
...
,
A._
» sei sodann festzuhalten, dass
er
sich am 3
0.
November 2016 bei der Einwohner
kontrolle der Gemeinde
A._
abgemeldet habe (
Urk.
3/2). Danach habe er in
B._
gewohnt (
Urk.
1 S.
1). In der Folge sei er ab dem 1. September 2019 für eine kurze Zeit bei seiner Freundin in Zürich gemeldet gewesen sei (Urk. 1 S. 1,
Urk.
3/1). Weil es daraufhin aber wegen Privatan
gelegenheiten zu Proble
men gekommen sei, habe er seine Ex-Frau angefragt, ob er ihre Adresse in
A._
als Zustelladresse angeben dürfe (Urk. 1 S. 1).
3.
3.1
Personen, die mit einer arbeitgeberähnlichen Person verheiratet sind und in deren Betrieb mitarbeiten, sind bereits aufgrund dieser Tatsache vom Anspruch auf Arbeitslosentschädigung ausgeschlossen (BGE 142 V 263 E. 4.1; E. 1 vorstehend). Dies trifft auf den Beschwerdeführer nicht zu, weil seine Ehe mit
Z._
, welche formell als Inhaberin des Einzelunternehmens
Y._
im Handelsregister eingetragen ist (Internet-Auszug Handelsre
gis
ter des Kantons Zürich), mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 2
4.
Februar 2016 geschieden wurde (
Urk.
6/93-99).
Zu prüfen ist jedoch, ob
der Beschwerdeführer selbst bei der
Y._
eine arbeitgeberähnliche Stellung innehat.
3.2
3.2.1
Gemäss Handelsregister des Kantons Zürich war der Beschwerdeführer Inhaber des Einzelunternehmens
C
._
.
Diesbezüglich
ist dem Handelsregister
weiter
zu entnehmen, dass das Einzelunternehmen am 1
8.
Dezember 2003 ein
getragen wurde und «Hausreparaturen jeder Art, Möbel Montagen, Umzüge, Platten
Legen, Reinigungen, Garten Arbeit
,
Kurier Dienst»
bezweckte
(Internet-Auszug Handelsregister des Kantons Zürich). Als
dann wurde am 3
0.
Juli 2014
die
D._
GmbH
im Handelsregister
eingetragen. Der Beschwerdeführer war deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer. Der Zweck der Gesellschaft war «Renovationen, Umbauten, Elektroarbeiten und Reparaturen aller Art sowie Erbringung damit zusammenhängender Dienst
leis
tungen».
Des Weiteren ist im Handelsregister auf
geführt, dass
der Konkursrichter des Bezirks
gerichts Bülach mit Urteil
vom
17. Januar 2017 den Konkurs über die Ge
sellschaft
eröffnete. Das Konkursverfahren wurde mit Urteil des Konkursrich
ters vom 15. Mai 2017 mangels Aktiven eingestellt. In der Folge wurde der Handels
registereintrag der
D._
GmbH am 23. August 2017 von Amtes wegen gelöscht (Internet- Auszug Handelsregister des Kantons Zürich). Ü
ber den Beschwerdeführer
wurde
mit Urteil des Konkurs
richters des Bezirksge
richts Bülach
vo
m 3
1.
J
anuar
2
017 der Konkurs eröffnet. Auch dieses
Konkurs
verfahren
wurde
in der Folge mit Urteil des Konkursrichters vom 2
3.
Juni 2017 mangels Aktiven
eingestellt. Der Geschäftsbetrieb des Einzelunternehmens
C
._
hörte auf, weswegen sein Handelsregistereintrag am 1
1.
August 2017 gelöscht wurde (Internet-
Auszug
Handelsregister
des Kantons Zürich).
3.2
.2
Nach der Einstellung des Konkursverfahrens betreffend
D._
GmbH
mangels Aktiven am 15. Mai 2017 wurde am 1
2.
Juni 2017 die
E._
GmbH im Handelsregister eingetragen.
Die neugegründete Gesellschaft verfolgte den
gleichen
Zweck wie die
konkursite
D._
GmbH
(Inter
net-Auszug Handels
register
des Kantons Zürich).
Für den Beschwerdeführer besteht kein Unterschied
zwischen der
D._
GmbH und der
E._
GmbH. Er führte in seinem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom
6.
Oktober 2019 aus, dass er von
1.
Mai 2016 bis 3
0.
Mai 2018 bei der
E._
GmbH
tätig gewesen sei (
Urk.
6/138)
. Am
1.
Mai 2016 gab es diese Gesellschaft aber noch nicht.
Weil bezüglich
Gesell
schaftzweck
und Tätig
keit des Beschwerdeführers kein Unterschied zur
D._
GmbH erkennbar ist,
muss
auch die Führung der
E._
GmbH Sache des Beschwerdeführers
gewesen
.
Soweit ersichtlich bestand der einzige Unter
schied darin, dass nunmehr
Z._
Eigentümerin der Stamm
an
teile der GmbH und deren Geschäftsführerin wurde (Internet-Auszug Handels
register des Kantons Zürich). Es kann jedoch nicht darüber hinweg gesehen wer
den, dass
nach Eröffnung des Konkurses gegen den Beschwerdeführer
Z._
sowie nach deren Ausscheiden
am
9.
Oktober 2017 eine
weitere
Person
bei der
E._
GmbH
offensichtlich
als
Stroh
leute
im Handelsregister eingetragen
wurden
.
Auch über die
E._
GmbH wurde in der Folge der Konkurs eröffnet. Mit Ur
teil vom
7.
Januar 2019 hat das Handelsgericht des Kantons Zürich die Gesell
schaft aufgelöst und ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs gemäss
Art.
819 in Verbin
dung mit
Art.
731b
Abs.
1
Ziff.
3 des Obligationenrechts (OR) angeordnet. Das Konkursverfahren wurde
mit Urteil des Konkursrichters vom 3. April 2019 man
gels Aktiven eingestellt (Internet-Auszug Handelsregister des Kantons Zürich).
3.
2
.3
Im Zeitpunkt der Konkurseröffnung arbeitete der Beschwerdeführer aber bereits nicht mehr
für die
E._
GmbH.
Der Beschwerdeführer gab
diese
Tätigkeit
gemäss seinen Angaben
per 30. Mai 2018 auf (Urk. 6/138). Laut dem mit
Z._
am 1. Juni 2018 abgeschlossenen Arbeits
ver
trag wurde er ab demselben Tag bei der
Y._
als Geschäfts
führer eingestellt (
Urk.
6/140-141).
Dieses Einzelunternehmen wurde am
5.
Juni 2018 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen. Sein Zweck
bestand
in Umbauten und Renovationen aller Art, insbesondere Elektro-, Gipser- und Malerarbeiten sowie Montagen und Re
paraturen und Dienstleistungen im Bereich Reinigungen und Hauswartungen
(Internet-Auszug Handels
register des Kantons Zürich)
.
Dieser Zweck ist mit denjenigen der vorgenannten Unternehmen vergleichbar. Wie bei der
E._
GmbH wurde nicht der Beschwer
deführer selbst, sondern
Z._
a
ls
Inhaberin
dieses Handwer
kerunternehmens im Handelsregister
eingetragen
(Internet-Auszug Han
delsregis
ter des Kantons Zürich).
Zu beachten ist aber, dass
Z._
gemäss Scheidungsurteil vom 2
4.
Februar 2016 Klein
kinderer
zieherin von Beruf ist (
Urk.
6/93). Demgegenüber arbeitete der
Beschwerdeführer
gemäss Handelsre
gister seit mindestens 2003 als Handwerker (E. 3.2.1 vor
stehend).
Es kommt hinzu, dass der
Beschwerdeführer
von Beginn weg als Geschäftsführer der
Y._
tätig war
. Faktisch hat
Z._
das neu gegründete Handwerkerunternehmen daher nicht führen müssen. Es war mit
hin
d
er Beschwerdeführer und nicht die wiederum nur als Strohfrau im Handels
re
gister eingetragene
Z._
, welcher die Geschicke des Hand
wer
kerbetriebes
lenkte.
Weil
Z._
nur als Strohfrau des Beschwer
de
führers anzusehen ist, ist der Beschwerdeführer an die von ihr ausgesprochene Kündigung per 3
1.
Oktober 2019 nicht gebunden. (vgl.
Urk.
6/130). Er könnte wieder für
die
Y._
arbeiten, sollte diese in Zukunft wieder
genügend
Aufträge erhalten
, um Mitarbeiter zu beschäftigen
(
vgl.
Urk.
6/130).
Damit ist eine nach wie vor bestehende arbeitgeberähnliche Stellung des Beschwerdeführers bei der
Y._
zu bejahen. Aus diesem Grund besteht kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
(E. 1 vorstehend)
.
3.3
S
elbst
wenn davon ausgegangen werden könnte, dass der Beschwerdeführer per 3
1.
Oktober 2019 seine arbeitgeberähnliche Stellung bei der
Y._
definitiv
aufgegeben hat, müsste sein Anspruch auf Arbeits
losen
entschä
digung
diesfalls
mit der Begründung abgewiesen werden, dass der Lohn
fluss nicht belegt ist
(E. 1.2 vorstehend)
. Dazu führte der Beschwerdeführer im vor
lie
genden Verfahren aus, dass er bis vor Kurzem über kein Bankkonto verfügt habe. Deshalb habe
Z._
ihm
den Lohn jeweils in bar ausbezahlt. Dafür gebe es keine Zeugen (Urk. 1 S. 1). Es wäre somit
so oder anders
nicht möglich gewe
sen,
bezüglich des geltend gemachten Lohns von der
Y._
den Lohnfluss mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wie
genden
Wahr
scheinlichkeit
zu bel
egen. Diese Beweislosigkeit hätte sich zum Nachteil des Beschwerdeführers ausgewirkt, da er aus de
n
unbewiesen gebliebenen Lohn
zah
lung
en
bezüg
lich seines Anspruchs auf Arbeitslosent
schä
digung Rechte ableiten wollte.
Wären die Anspruchsvoraussetzungen - wie vom Beschwerdeführer geltend ge
macht - vorliegend bereits am
1.
November 2019 erfüllt gewesen, hätte die Rah
menfrist für die Beitragszeit vom
1.
November 2017 bis 3
1.
Oktober 2019 ge
dau
ert (
Art.
9
Abs.
3 AVIG). Im
individuellen Konto (
IK
)
des Beschwerdeführers waren gemäss IK-Aus
zug vom
5.
Februar 2020
für
diese
n
Zeitraum nicht nur vom Beschwerde
führer
bei der
E._
GmbH beziehungsweise bei
Z._
erzielte Einkommen eingetragen. Laut IK-Auszug erzielte er von
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2018 sowie zuvor von
1.
Januar bis 3
1.
Dezem
ber 201
7
noch bei einer weiteren Person Einkommen (
Urk.
6/39). Bezüglich des Einkommens aus dem Jahr 2018 ist aber festzuhalten, dass der Beschwerdeführer dieses in seiner bei
der
Gemeinde
B._
eingereichten Steuerklärung 2018
nicht deklariert hat
(Urk.
6/20,
Urk.
6/
22-33). Auch diesbe
züglich wäre der Lohnfluss aufgrund der vorliegenden Unterlagen somit nicht mit
dem
erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
4.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
bei
seiner ehemaligen Arbeitgeberin, der
Y._
,
eine
arbeitgeberähn
liche Stellung
inne hatte
und diese vor dem
1.
November 2019 nicht
definitiv au
f
ge
geben hat. Und selbst wenn von
einer definitiven Aufgabe
ausgegangen wer
den könnte, wäre ein Lohnfluss in der Rahmenfrist für die Beitragszeit nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nach
ge
wiesen.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.