Decision ID: e1d4450d-9871-59c2-bd70-bd9cb33499dc
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 19_, meldete sich am 14. Juni 2010 wegen psychischer
Dekompensation zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 4.1). Am 29. Juni 2010 teilte
die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich (act. G 4.12). Der behandelnde Dr. med. B._
berichtete am 2. Juli 2010, die Versicherte leide seit 2001 an einer Depression mit
psychosozialer Dekompensation und Integrationsproblematik (act. G 4.13).
A.b Am 9. Februar 2011 führte die IV-Stelle im Haushalt der Versicherten eine
Abklärung durch. Im Bericht vom 28. Februar 2011 gab die Abklärungsperson an, die
Versicherte sei für den Gesundheitsfall als Hausfrau zu qualifizieren. Die von ihr
"gelebten Einschränkungen" würden 80% betragen und seien noch medizinisch zu
objektivieren (act. G 4.22).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 15. November, 19. und
21. Dezember 2011 in der BEGAZ GmbH polydisziplinär (allgemeininternistisch,
rheumatologisch und psychiatrisch) begutachtet. Im Gutachten vom 12. Januar 2012
diagnostizierten die Experten mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte
depressive Fehlentwicklung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. chronische Kreuzschmerzen
mit Schmerzausweitung über den ganzen Körper sowie ein Status nach
symptomatischer Diskushernie LWK5/S1 rechts 5/2007 mit radikulärer Reiz- und
sensibler Ausfallssymptomatik L5 und S1 rechts. Gesamtmedizinisch kamen die
Gutachter zum Schluss, dass die Versicherte aus psychischen Gründen im Haushalt zu
ca. 30% arbeitsunfähig sei. Die übrigen rheumatologischen und internistischen
Diagnosen könnten im Haushalt keine höhere Arbeitsunfähigkeit begründen (act.
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G 4.29). Der RAD hielt das BEGAZ-Gutachten für beweiskräftig (Stellungnahme vom
12. März 2012, act. G 4.30). In der internen Stellungnahme vom 13. Februar 2012
(richtig: 13. März 2012) vertrat der Rechtsdienst der IV-Stelle den Standpunkt, als
einzige im BEGAZ-Gutachten vom 12. Januar 2012 die Arbeitsfähigkeit tangierende
Diagnose sei eine leichte depressive Episode aufgeführt. Gemäss der Rechtsprechung
des Bundesgerichts entspreche eine solche Diagnose von vornherein nicht einer
psychischen Komorbidität im notwendigen Schweregrad. Demnach sei von einer vollen
Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Haushalt und im Erwerb auszugehen (act. G 4.31).
A.d Mit Vorbescheid vom 2. April 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen, da sie im Haushaltsbereich nicht
eingeschränkt sei (act. G 4.34). Dagegen erhob diese am 10. Mai 2012 Einwand und
beantragte die Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50%. Ferner sei eine neurologische Begutachtung in Auftrag zu geben. Sie
machte geltend, angesichts der schlechten gesundheitlichen Situation ihres Ehegatten
hätte sie im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit aufnehmen müssen. Deshalb sei sie
höchstens zu 50% als Hausfrau zu qualifizieren. Die gutachterliche Bescheinigung
einer "lediglich" 30%igen Einschränkung in der Haushaltstätigkeit sei nicht
nachvollziehbar. Des Weiteren hätte hinsichtlich des Zitterns der rechten Hand nicht
auf eine fachneurologische Begutachtung verzichtet werden dürfen (act. G 4.38). Der
RAD führte diesbezüglich aus, der paroxysmale leichte Tremor der rechten Hand stelle
überwiegend wahrscheinlich keinen Gesundheitsschaden dar, der zu zusätzlichen
relevanten Funktionseinschränkungen bei Haushaltstätigkeiten führe. Die Ätiologie
dieses Tremors zu bestimmen sei zwar von medizinischem Interesse, aber derzeit eher
ohne versicherungsmedizinische Relevanz (Stellungnahme vom 25. Mai 2012, act.
G 4.41). Am 4. Juni 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (act.
G 4.43).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 4. Juni 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 5. Juli 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%. Die Beschwerdegegnerin
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sei zu verpflichten, eine neurologische Begutachtung in Auftrag zu geben. Die
Begründung lautet im Wesentlichen ähnlich wie diejenige des Einwands. Eine
Einschränkung in der Haushaltstätigkeit von 80% müsse als angemessen bezeichnet
werden (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2012
die Abweisung der Beschwerde. Die Statusfrage könne offen gelassen werden, da die
Beschwerdeführerin aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht an keinem
leistungseinschränkenden Gesundheitsschaden leide. Gestützt auf das BEGAZ-
Gutachten handle es sich beim Tremor um eine Schmerzfehlverarbeitung. Es gebe
keine Hinweise für eine neurologische Ursache, weshalb der Verzicht auf eine
fachneurologische Untersuchung keinen Mangel an der gutachterlichen Beurteilung zu
begründen vermöge (act. G 4).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 20. September 2012 wird dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 8).
B.d In der Replik vom 18. Oktober 2012 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
ihrer Beschwerde fest (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
1.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
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zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die
betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im
Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich
erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den
Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
bis
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eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. SVR 2001 IV
Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
1.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb). Allerdings ist dem Umstand, dass ein nach altem, nicht den
Anforderungen gemäss BGE 137 V 210 entsprechenden Standard in Auftrag
gegebenes Gutachten eine massgebende Entscheidungsgrundlage bildet, unter
Umständen bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. In dieser speziellen
Übergangssituation lässt sich die beweisrechtliche Situation der versicherten Person
mit derjenigen bei versicherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen
vergleichen. In solchen Fällen genügen schon relativ geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine (neue)
Begutachtung anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012,
9C_148/2012, E. 1.3 f. mit Hinweisen).
2.
In einem ersten Schritt ist die Frage zu beantworten, ob der Sachverhalt hinsichtlich
der Beurteilung der Invalidität der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt
worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom
4. Juni 2012 auf das BEGAZ-Gutachten (act. G 4.43).
2.1 Die Beschwerdeführerin rügt am BEGAZ-Gutachten, dass keine
fachneurologische Untersuchung stattgefunden habe, die aufgrund des aktenkundigen
Tremors erforderlich gewesen wäre (act. G 1, S. 8).
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2.2 Der rheumatologische Gutachter traf in diesem Zusammenhang folgende
Feststellungen: Während der Anamneseerhebung und auch während der klinischen
Untersuchung habe zeitweise ein Zittern der rechten Hand beobachtet werden können.
Es habe aber auch immer wieder längere Phasen gegeben, während derer die
Beschwerdeführerin überhaupt nicht gezittert habe (act. G 4.29-25). Die Hand- und
Fingergelenke hätten sich im Rahmen der Gelenkstatuserhebung "frei und indolent
beweglich" gezeigt; entsprechend den beobachteten Spontanbewegungen. Der
Faustschluss sei beidseitig vollständig; die Greifkraft ohne Sicht auf die Messskala
rechts 0,35 bar, danach mit Sicht auf die Messskala 0,15 bar mit abruptem Abbruch
des Druckes. Auf der linken Seite mit Sicht auf die Messskala 0,10 bar (act. G 4.29-27).
Die rheumatologische Untersuchung sei durch eine erhebliche funktionelle
Überlagerung geprägt gewesen (act. G 4.29-33; zu den "ausgeprägten
pseudoneurologischen Beschwerden" siehe act. G 4.29-36). Die Diagnose chronische
Kreuzschmerzen wurde ergänzt mit der Bemerkung "über den ganzen Körper mit
pseudoneurologischen Ausfällen und funktionellen Bewegungseinschränkungen der
peripheren Gelenke" (act. G 4.29-30).
2.3 Gestützt auf diese gutachterliche Würdigung ist mit dem RAD (Stellungnahme
vom 25. Mai 2012, act. G 4.41-2) davon auszugehen, dass der Tremor der rechten
Hand keinen eigenständigen, die Leistungsfähigkeit beschränkenden
Gesundheitsschaden darstellt, sondern pseudoneurologischen Charakters ist bzw. im
Rahmen der erheblichen funktionellen Überlagerung seine Erklärung findet. Der
rheumatologische Gutachter war deshalb fachlich geeignet, die Auswirkungen des
klinisch erhobenen Tremors auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen; der vorherige
Ausschluss oder Nachweis einer neurologischen Ursache war hierfür nicht
vorausgesetzt (vgl. zur Würdigung des Beweiskraft in einem vergleichbar gelagerten
Fall: Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2011, 9C_101/2011, E. 6.1). Ergänzend ist
zu bemerken, dass Dr. B._ im Bericht vom 2. Juli 2010 kein Zittern erwähnte (act.
G 4.13-1 ff.).
2.4 Die gutachterliche Beurteilung wird auch durch die im Abklärungsbericht vom
28. Februar 2011 festgehaltene 80%ige Einschränkung nicht in Frage gestellt. Denn die
Abklärungsperson erklärte in diesem Kontext ausdrücklich, dass es sich hierbei um die
"von der Versicherten gelebten Einschränkungen" handle, welche medizinisch noch zu
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überprüfen ("objektivieren") seien (act. G 4.22-10). Entscheidend ist weiter, dass bei
Vorliegen psychischer Störungen der ärztlichen Beurteilung zu den Einschränkungen im
Haushalt grössere Bedeutung zu kommt. In Fällen wie vorliegend, wo die
Abklärungsperson einen Vorbehalt an der von der Beschwerdeführerin geltend
gemachten Einschränkung anbringt, kommt ihr sogar Vorrang gegenüber den an Ort
und Stelle erhobenen Abklärungsergebnissen zu (Urteil des Bundesgerichts vom
28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 mit Hinweis).
2.5 Bei der Würdigung des BEGAZ-Gutachtens fällt schliesslich ins Gewicht, dass die
Beschwerdeführerin weder im Einwand vom 10. Mai 2012 (act. G 4.38) noch in der
Beschwerde vom 5. Juli 2012 (act. G 1) weitere Mängel vorbringt und solche auch nicht
ersichtlich sind. Es beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen
Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die aus
psychischen Gründen attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit im Haushalt - die wegen
der rheumatologischen und internistischen Diagnosen nicht höher ausfällt (act.
G 4.29-34) - leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation ein, zumal auch Dr. B._ einzig dem
psychischen Leiden (Depression mit psychosozialer Dekompensation und
Integrationsproblematik) eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumass (act.
G 4.13-2). Die Gutachter äusserten sich nicht ausdrücklich zur Restarbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten. Da die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im
Haushaltsbereich aufgrund des depressiven Leidens beeinträchtigt ist (act. G 4.29-30)
und Dr. B._ abgesehen von Einschränkungen im Konzentrationsvermögen
("verlangsamt"), Auffassungsvermögen ("reduziert"), Anpassungsfähigkeit sowie in der
Belastbarkeit ("zeitl. Umfang") rein "sitzende" Tätigkeiten sowie wechselbelastende
Tätigkeiten der Beschwerdeführerin ohne Angabe einer quantitativen
Leistungsminderung für ganztags zumutbar hielt (act. G 4.13-5), kann mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die
Arbeitsunfähigkeit bezogen auf leichte körperliche leidensangepasste Tätigkeiten nicht
höher als die für den Haushaltsbereich bescheinigte liegt.
3.
Umstritten ist weiter der Status der Beschwerdeführerin.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, die Beschwerdeführerin wäre im
Gesundheitsfall zu 100% im Haushaltsbereich tätig (act. G 4 und G 4.43). Die
Beschwerdeführerin hält dieser Sichtweise entgegen, da ihr Ehegatte verunfallt und
davon ausgegangen sei, dass er eine IV-Rente erhalten würde, habe sie keine
Veranlassung dafür gehabt, umgehend Arbeitsbemühungen einzuleiten. Da sich nun
allerdings herausgestellt habe, dass der Ehegatte allenfalls keine IV-Rente erhalten
könnte - das entsprechende Verfahren sei noch hängig - sei es nun allerdings so, dass
sie zweifelsohne eine Arbeitstätigkeit von "ca. 50%" aufgenommen hätte, wenn sie
gesund wäre (act. G 1, S. 3 f. lit. b und lit. e).
3.2 Die Frage nach dem Status kann indessen offen bleiben. Denn selbst wenn mit
der Beschwerdeführerin von einer 50%igen Erwerbstätigkeit für den Gesundheitsfall
ausgegangen würde, müsste bei Anwendung der vom Bundesgericht angewandten
Praxis zur gemischten Methode (BGE 131 V 51; bei der das Valideneinkommen nicht
auf ein 100% Pensum aufgerechnet, sondern entsprechend dem im Gesundheitsfall
ausgeübten Erwerbspensum festgesetzt wird [i.c. 50%]) selbst bei Gewährung des
höchstzulässigen 25%igen Tabellenlohnabzugs eine deutlich über 50% liegende
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ausgewiesen sein, um unter
Berücksichtigung des - allerdings ohne zumutbare Mithilfe (siehe hierzu BGE 133 V
509 f. E. 4.2 mit Hinweisen) ermittelten - Teilinvaliditätsgrads im Haushaltsbereich von
15% (30% Einschränkung x 50% Pensum im Haushalt) einen rentenbegründenden
Gesamtinvaliditätsgrad von mindestens 40% zu erreichen. Vorliegend ist indessen
bereits eine - zumindest erheblich - über 30% liegende Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten als unwahrscheinlich zu bezeichnen (vgl. vorstehende
E. 2.5 am Schluss). Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht einen Anspruch auf
Rentenleistungen verneint und es kann offen bleiben, ob - wie von der
Beschwerdegegnerin geltend gemacht (act. G 4) - dem diagnostizierten Leiden eine
invalidisierende Wirkung beizumessen ist.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
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4.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 20. September
2012 bewilligt (act. 8). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann sie
jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).
4.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
4.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist
um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP