Decision ID: 63a16634-09a2-43c4-a68f-ac6fe2c3306f
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Gemeinde den Sachverhalt differenziert und vollständig abgeklärt, hätte sie
feststellen können, dass ihr Entscheid nicht auf dem vorliegenden
Sachverhalt basiere und somit willkürlich sei. Des Weiteren sei G._
wegen des fahrlässigen Vergehens gegen Art. 70 Abs. 2 GSchG von der
Staatsanwaltschaft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer
Busse von Fr. 500.-- bestraft worden. Die Gemeinde habe der
Bussverfügung gegen die Beschwerdeführer 1 und 2 eine andere
gesetzliche Grundlage zu Grunde gelegt, nämlich Art. 86 i.V.m. Art. 95
Abs. 1 KRG. Das KRG dürfe bei einem Eingriff in ein Gewässer keine
Anwendung finden, da es sich hier nicht um eine Baute handle. Weil hier
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das GSchG anstelle des KRG zur Anwendung komme, sei die
Bussverfügung wegen der fehlenden gesetzlichen Grundlage aufzuheben.
11. Mit Vernehmlassung vom 10. November 2017 (Poststempel) beantragte
die Gemeinde X._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung
der Beschwerde. Für die behauptete interne Organisation der D._
GmbH seien keine Beweise vorgelegt worden. Die interne Organisation
könne zudem keine Rolle spielen und wäre von der Gemeinde auch nicht
abzuklären gewesen, weil aufgrund der ausdrücklichen Erklärung der
Beschwerdeführer festgestanden habe, wer die Verantwortung im
vorliegenden Fall trage. Es könne offen bleiben, ob die Beschwerdeführer
in das konkrete Projekt von Anfang an involviert gewesen seien oder nicht.
Sie hätten die Pflicht gehabt, die Tätigkeit der Mitarbeiter zu überwachen.
Für den Eingriff in den Bach habe es zu keinem Zeitpunkt eine Bewilligung
gegeben und dass dieser baurechtswidrig war, habe spätestens mit der
rechtskräftigen Verfügung der Gemeinde vom 22. Februar 2016, mitgeteilt
am 30. Juni 2016, festgestanden. Es werde bestritten, dass die D._
GmbH ihren Angestellten genügend überwacht und kontrolliert habe, weil
es sonst aufgefallen wäre, dass der Bauleiter mit Bauarbeiten ohne
Bewilligung begonnen habe. Ein Verstoss gegen formelles und materielles
Baurecht liege vor. Darüber hinaus sei die Beschwerdegegnerin für die
Bestrafung zuständig. Sie könne eine Busse aussprechen, wenn das KRG
oder darauf beruhende Erlasse und Verfügungen verletzt würden (vgl. Art.
95 KRG). Hingegen sei die Gemeinde nicht zuständig für Widerhandlungen
gegen das Gewässerschutzgesetz. Die Gemeinde sei überzeugt,
vorliegend die korrekten gesetzlichen Grundlagen angewandt zu haben. Es
seien beide Uferseiten des C._ sowie die Bachsohle mit grossen
Steinblöcken und –platten befestigt und eine Art Kaskade geschaffen
worden. Dabei handle es sich um eine künstlich geschaffene und auf Dauer
angelegte Einrichtung, die in fester Beziehung zum Erdboden stehe und
sowohl den Raum äusserlich verändere als auch die Umwelt
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beeinträchtige. Bereits von Bundesrechts wegen unterstehe eine solche
Baute einer Bewilligungspflicht und könnte auch aufgrund kantonalen
Rechts nicht davon ausgenommen werden. Zudem sei die Verfügung der
Gemeinde vom 30. Juni 2018 unangefochten geblieben, weshalb
feststehe, dass die Bachverbauung materiell rechtswidrig gewesen sei.
Daran vermöge auch der Umstand, dass auch das GSchG alle ober- und
unterirdischen Gewässer vor nachteiligen Eingriffen schütze, nichts zu
ändern.
12. Mit Replik vom 11. Dezember 2017 hielten die Beschwerdeführer unter
Vertiefung ihrer Argumentation an ihren Anträgen fest. Dabei betonten sie
insbesondere, dass sie im Schreiben vom 21. Juli 2016 und auch sonst
nicht persönlich die strafrechtliche oder verwaltungsrechtliche
Verantwortung übernommen hätten. Vielmehr hätten sie ausschliesslich im
Namen der Gesellschaft gehandelt und nur diese hafte für die
Verpflichtungen.
13. Am 29. Januar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren
Anträgen fest und führte keine neuen, entscheidwesentlichen Vorbringen
an.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die im Recht liegenden Beweismittel und den angefochtenen
Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (vgl.
Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
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BR 370.100]), ebenso die funktionale Zuständigkeit des Einzelrichters (Art.
43 Abs. 3 lit. a VRG). Die Beschwerdeführer 1 und 2 sind als Adressaten
des Einspracheentscheids ohne Weiteres zur Ergreifung des Rechtsmittels
legitimiert (Art. 50 VRG). Die Beschwerdeeingabe vom 27. September
2017 (Poststempel) entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 52 Abs. 1 und Art. 38 VRG). Auf die
Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Bussverfügung vom 21., mitgeteilt am
25. August 2017, womit der Beschwerdeführer 1 als Betriebsleiter der
D._ GmbH bzw. der Beschwerdeführer 2 als Finanzchef derselben,
wegen fahrlässiger Baurechtsverletzung mit einer Busse von je Fr. 1'500.-
- bestraft wurden. Strittig und zu klären ist hier, ob dies zu Recht erfolgte.
3.1. Die Beschwerdeführer 1 und 2 machen zunächst geltend, dass die
Beschwerdegegnerin das Recht im angefochtenen Entscheid unrichtig
angewendet habe. Die Staatsanwaltschaft habe G._ mit Strafbefehl
vom 6. Januar 2017 gestützt auf Art. 70 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 70 Abs. 2
des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (GSchG; SR 814.20),
wegen des rechtswidrigen Eingriffs in den C._ im Bereich der Parzelle
628, rechtskräftig verurteilt. Es könne daher nicht sein, dass die
Beschwerdegegnerin ihrer Bussverfügung für die Bestrafung der
Beschwerdeführer 1 und 2 wegen des obgenannten rechtswidrigen
Eingriffs von G._ andere gesetzliche Grundlagen zugrunde lege,
namentlich Art. 86 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für
den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100). Das GSchG bezwecke die
Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen zu schützen und gelte sowohl für
ober- und unterirdische Gewässer (Art. 1 und 2 GSchG). Der C._ sei
keine Baute, sondern ein Gewässer, weshalb vorliegend das GSchG und
nicht das KRG zur Anwendung gelange. Aus diesem Grund sei die
Bussverfügung wegen fehlender gesetzlicher Grundlage aufzuheben.
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Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass Bauten und Anlagen –
abgesehen von bestimmten Ausnahmen – nur mit behördlicher Bewilligung
errichtet oder geändert werden können. Rechtsprechungsgemäss gälten
als Bauten und Anlagen "jene künstlich geschaffenen und auf Dauer
angelegten Einrichtungen, die in bestimmter fester Beziehung zum
Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstellungen über die
Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum äusserlich
erheblich verändern, die Erschliessung oder die Umwelt beeinträchtigen".
Vorliegend wurden beide Uferseiten des C._ sowie seine Bachsohle
mit grossen Steinblöcken und Steinplatten befestigt und eine Art Kaskade
geschaffen. Eine solche Baute unterstehe bereits von Bundesrechts wegen
eine Bewilligungspflicht und könnte auch aufgrund des kantonalen Rechts
nicht davon ausgenommen werden. Zudem stehe mit Verfügung vom
30. Juni 2016 unangefochten fest, dass die Bachverbauung materiell
rechtswidrig gewesen sei. Der Umstand, dass auch das
Gewässerschutzgesetz alle ober- und unterirdischen Gewässer vor
nachteiligen Eingriffen schütze, ändere daran nichts.
Die Beschwerdeführer replizieren, die Beschwerdegegnerin habe sogleich
selber anerkannt, dass es sich um einen Eingriff in eine Bachsohle und
somit in ein kleines Fliessgewässer gehandelt habe und nicht um eine
Baute. Daher käme das KRG nicht zur Anwendung.
3.2. Wie die Beschwerdeführer 1 und 2 richtig festhalten, bezweckt das GSchG
ober- und unterirdische Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen zu
schützen. Hingegen ermöglicht die Baubewilligungspflicht für Bauten und
Anlagen den Behörden, die Erstellung oder Änderungen derselben – mit
Blick auf die damit verbundenen räumlichen Folgen – vor der Ausführung
auf die Übereinstimmung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung und
der übrigen einschlägigen Gesetzgebungen zu überprüfen.
Dementsprechend sieht auf kantonaler Ebene Art. 86 Abs. 1 KRG vor,
dass Bauten und Anlagen (Bauvorhaben) – abgesehen von einigen
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Ausnahmen – nur mit schriftlicher Baubewilligung der kommunalen
Baubehörde errichtet, geändert, abgebrochen oder in ihrem Zweck
geändert werden dürfen. Es kann daher durchaus sein, dass eine Handlung
mehrere Tatbestände, in diesem Fall des KRG und des GSchG,
verwirklicht, die selbständig bestraft werden können. Nach Auffassung des
Gerichts konsumieren die Tatbestände gemäss GSchG aufgrund der
unterschiedlichen geschützten Rechtsgüter nämlich nicht die
Widerhandlungen gegen die Bau- und Planungsordnung (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts R 16 80 und R 16 81 vom 24. Oktober 2017 E.4f).
Zuständig für die Bestrafung von Verletzungen gegen das KRG oder darauf
beruhende Erlasse und Verfügungen des Kantons oder Gemeinden ist die
kommunale Baubehörde (Art. 95 Abs. 1 und 3 KRG). Somit können sowohl
der Staatsanwaltschaft bzw. dem Departement (vgl. Art. 37 des
Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer
[kantonales Gewässergesetz, KGSchG; BR 815.100]) als auch der
Gemeinde Strafkompetenzen zukommen. Mit Verfügung vom 30. Juni
2016 steht rechtskräftig fest, dass die Bachverbauung formell und materiell
rechtswidrig war und damit gegen das KRG verstösst. Die
Beschwerdegegnerin ist daher für die Ahndung der vorgeworfenen Taten
gestützt auf das KRG zuständig.
4.1. Den Beschwerdeführern wird die fahrlässige Begehung eines
Unterlassungsdelikts vorgeworfen. Sie hätten es pflicht- und sorgfaltswidrig
unterlassen, dafür besorgt zu sein, dass vor Baubeginn ein
entsprechendes Baugesuch eingereicht wird. Mit dem angefochtenen
Entscheid sprach sie die Beschwerdegegnerin schliesslich des
fahrlässigen Verstosses gegen formelles und materielles Baurecht
schuldig. Nachfolgend gilt es insbesondere die strafrechtliche
Verantwortlichkeit der Beschwerdeführer zu untersuchen.
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4.2.1. Gemäss Art. 357 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR
312.0) haben die zur Verfolgung und Beurteilung von Übertretungen
eingesetzten Verwaltungsbehörden die Befugnisse der Staatsanwaltschaft
(Abs. 1), wobei sich das Verfahren sinngemäss nach den Vorschriften über
das Strafbefehlsverfahren (Abs. 2) richtet. Gemäss Art. 4 und Art. 44 des
Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung
(EGzStPO; BR 350.100) richtet sich das Verfahren zur Verfolgung und
Beurteilung von kommunalen Straftatbeständen – wie vor Inkrafttreten der
StPO – nach dem VRG. Besondere Verfahrensvorschriften – wie hier
diejenigen des KRG – bleiben vorbehalten. Gleiches gilt, wenn die
Gemeinden wie im vorliegenden Fall durch Gesetz zur Verfolgung und
Beurteilung von kantonalen Straftatbeständen ermächtigt werden. Auf die
nach kantonalem Recht strafbaren Handlungen finden zudem gemäss
Art. 2 Abs. 1 EGzStPO die allgemeinen Bestimmungen des
schweizerischen Strafgesetzbuches sinngemäss Anwendung.
4.2.2 Die Bestrafung mit einer Baubusse setzt voraus, dass die beschuldigte
Person über die ihr gemachten Vorwürfe Kenntnis hat. Zwischen den
Parteien ist unbestritten, dass die formellen Voraussetzungen für die
Verhängung der Baubussen vorliegend gegeben sind. Obwohl nicht
aktenkundig, ist deshalb erstellt, dass die Beschwerdeführer über die
gegen sie erhobenen Vorwürfe sowie den Strafrahmen informiert wurden
und ihnen die Gelegenheit gegeben wurde, dazu im Sinne eines rechtlichen
Gehörs Stellung zu nehmen und aufgefordert wurden, ihre persönlichen
finanziellen Verhältnisse bekannt zu geben.
4.3. Nach Art. 93 Abs. 1 KRG sind Eigentümerinnen und Eigentümer, sonstige
Berechtigte sowie die mit der Projektierung und Ausführung von
Bauvorhaben beauftragten Personen für die Beachtung der gesetzlichen
Vorschriften, die Übereinstimmung der ausgeführten Bauten und Anlagen
mit den bewilligten Plänen und dem Baugespann sowie für die Einhaltung
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von Nebenbestimmungen verantwortlich. Gemäss Art. 95 Abs. 2 KRG sind
anstelle einer juristischen Person, einer Kollektiv- oder
Kommanditgesellschaft, einer Einzelfirma oder einer Personengesamtheit
ohne Rechtspersönlichkeit die natürlichen Personen strafbar, die für die
gehandelt haben oder hätten handeln sollen. Strafbar ist die vorsätzliche
oder fahrlässige Widerhandlung (Art. 95 Abs. 2 KRG, vgl. auch Art. 2
Abs. 2 EGzStPO).
4.4.1. Die Beschwerdeführer 1 und 2 rügen diesbezüglich eine unrichtige und
unvollständige Sachverhaltsdarstellung im angefochtenen Entscheid. Sie
bringen vor, die Beschwerdegegnerin habe sich mit dem vorliegenden
Sachverhalt nicht differenziert auseinandergesetzt, sondern einfach
gestützt auf Art. 93 Abs. 1 KRG geltend gemacht, der Beschwerdeführer 1
und der Beschwerdeführer 2 gehörten dem Personenkreis an, die den
eigenmächtigen Eingriff von G._ in den Bachverlauf des C._ im
Bereich von der Parzelle 628 zu verantworten hätten, da sie ihn als
Arbeitgeber nicht angemessen kontrolliert hätten. Das Organigramm der
D._ GmbH zeige jedoch auf, dass der Geschäftsführer dem
Betriebsleiter, dem Finanzchef und der Leiterin Kommunikation und
Marketing vorstehe. Der Finanzchef bzw. der Beschwerdeführer 2 sei für
die Buchhaltung, das Personal, Marketing und den Kundendienst
verantwortlich. Der Betriebsleiter bzw. Beschwerdeführer 1 ist hingegen
dafür verantwortlich, dass die Abläufe und die damit verbundenen
Prozesse zwischen den einzelnen Abteilungen funktionieren. Beide hätten
keinerlei Beaufsichtigungspflicht gegenüber den Bauleitern. Vor diesem
Hintergrund sei das Argument der Beschwerdegegnerin, dass die
Beschwerdeführer G._ hätten kontrollieren müssen, nicht stichhaltig
und abwegig. Würde die Sachverhaltsfeststellung der
Beschwerdegegnerin zutreffen, hätte dies zur Folge, dass dem
Geschäftsführer jeder grösseren Unternehmung das Wissen jedes ihm
unterstellten Mitarbeiters anzurechnen wäre. Dementsprechend würde er
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für jede Verfehlung eines Mitarbeiters, selbst solche, die nicht im Rahmen
der ihm übertragenen Aufgaben zu verrichten wären, bestraft werden, was
nicht sein könne.
Dieser Argumentation widersprechend, hielt die Beschwerdegegnerin in
ihrer Vernehmlassung fest, dass die D._ GmbH mit Schreiben vom
21. Juli 2016 eindeutig erklärt habe, die Verantwortung für die Handlungen
ihres Mitarbeiters zu tragen und mit den Unterschriften der
Beschwerdeführer habe sie zudem erklärt, wer die Verantwortung trägt. Die
Verantwortung für die Handlung liesse sich nicht trennen von der
Verantwortung für die Folgen. Sie habe den relevanten Sachverhalt daher
richtig festgestellt. Das Organigramm sage zudem nichts darüber aus, wie
die Verhältnisse innerhalb der D._ GmbH tatsächlich aussähen. Es
frage sich, weshalb die Beschwerdeführer sich mit obgenannten Schreiben
verantwortlich zeichneten, wenn sie angeblich nicht zuständig gewesen
seien. Dem Betriebsleiter bzw. Beschwerdeführer 1 obliege die Pflicht, die
Tätigkeit der Mitarbeiter zu überwachen, bereits aufgrund seiner Funktion.
Dies dürfte auch für den Finanzchef bzw. Beschwerdeführer 2 gelten. Der
Umstand, dass die beiden keine Tathandlungen vollzogen hätten, ändere
nichts daran, dass sie die Pflicht gehabt hätten, ihren Mitarbeiter zu
überwachen und seine Tätigkeit zu kontrollieren. Wie stark sie ihrem
Mitarbeiter dabei trauten oder trauen durften, sei grundsätzlich nicht
ausschlaggebend. Die interne Organisation der D._ GmbH sei
ohnehin nicht abzuklären gewesen, weil aufgrund der ausdrücklichen
Erklärung der Beschwerdeführer bereits festgestanden habe, wer die
Verantwortung im vorliegenden Fall trage.
Drauf erwiderten die Beschwerdeführer, die Geschäftsleitung der D._
GmbH habe entschieden, dass die D._ GmbH die finanzielle
Verantwortung für das gesetzeswidrige Vorgehen von G._ tragen
werde. Dies habe die D._ GmbH der Beschwerdegegnerin mit
Schreiben vom 21. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht. Die Beschwerdeführer
hätten mit keinem Wort persönlich weder die strafrechtliche noch die
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verwaltungsrechtliche Verantwortung übernommen. Die Übernahme von
finanziellen Verpflichtungen für die D._ GmbH gehöre für die beiden
zeichnungsberechtigten Beschwerdeführer zum Pflichtenheft. Beide hätten
daher ausschliesslich im Namen der Gesellschaft gehandelt. Indem die
Beschwerdegegnerin annehme, dass sich jeder im Handelsregister
eingetragene Entscheidungsträger persönlich verpflichte und die
Verantwortung persönlich übernehme, wenn er ein Schreiben für die
Gesellschaft unterzeichnet, missachte sie jegliche Grundsätze des
schweizerischen Aktienrechts und der Handelsregisterverordnung. Die
Übernahme der finanziellen Verantwortung der D._ GmbH gegenüber
der Bauherrschaft sei indes sehr scharf von der Übernahme der
persönlichen und strafrechtlichen Verantwortung der Beschwerdeführer zu
trennen. Letzteres werde von der Beschwerdegegnerin tatsachen- und
aktenwidrig behauptet. Zudem bleibe sie jeden Beweis schuldig, dass die
Beschwerdeführer überhaupt eine Kontroll- und Überwachungspflicht
gehabt hätten, was bestritten wird.
4.4.2. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ihren
Entscheid hauptsächlich damit begründet, dass die Beschwerdeführer mit
dem von ihnen unterzeichnetem Schreiben vom 21. Juli 2016 die
strafrechtliche Verantwortung für den widerrechtlichen Eingriff in den
C._ übernommen hätten. Insbesondere hätte sie die interne
Organisation und die Regelung der Verantwortlichkeit im Betrieb der
D._ GmbH nicht kennen und auch nicht abklären müssen, weil mit
obgenannten Schreiben klar gewesen sei, dass der Betriebsleiter und
Finanzchef, also die Beschwerdeführer, die strafrechtliche Verantwortung
im vorliegenden Fall trügen. Dieser Ansicht der Beschwerdegegnerin kann
nicht gefolgt werden. Wie die Beschwerdeführer in ihren Rechtsschriften
richtig festhalten, ergibt sich bereits aus besagtem Schreiben, dass die
D._ GmbH die Verantwortung für die Handlungen ihrer Mitarbeiter
übernehme. Als Zeichnungsberechtigte haben die Beschwerdeführer
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selbstredend ausschliesslich im Namen und für Rechnung der D._
GmbH gehandelt, weshalb sie nicht allein aufgrund ihrer Unterschrift
persönlich belangt werden können.
Selbst wenn die Beschwerdeführer mit der Unterzeichnung des Schreibens
vom 21. Juli 2016 an die Beschwerdegegnerin die strafrechtliche
Verantwortung für den widerrechtlichen Eingriff in den Bach übernommen
hätten – was wie dargelegt nicht zutrifft – ist dies bedeutungslos. Im
Verwaltungsverfahren gilt gestützt auf Art. 37 VRG die Offizialmaxime, d.h.
die Behörde muss den Sachverhalt von Amtes wegen ermitteln und ist
dabei ebenso wenig wie beim Entscheid in der Sache selber an die Anträge
der Parteien gebunden. Aufgrund dessen hätte die Beschwerdegegnerin
ohnehin eine Strafuntersuchung vornehmen müssen. Eine Bestrafung
kann nicht einfach per se erfolgen, weil jemand die Verantwortung
übernimmt. Dafür muss von der zuständigen Behörde eins strafbares
Verhalten nachgewiesen werden.
4.4.3. Des Weiteren begründet die Beschwerdegegnerin in keiner Weise,
weshalb die Beschwerdeführer die Pflicht gehabt hätten, ihren Mitarbeiter
zu überwachen und seine Tätigkeit zu kontrollieren. Vielmehr leitet sie
erneut aus der Unterzeichnung des Schreibens vom 21. Juli 2016 durch die
Beschwerdeführer ab, dass diese nicht die Verantwortung für etwas
übernommen hätten, das nicht ihren Aufgabenbereich betrifft. In jedem Fall
hätten die Beschwerdeführer durch ihr Vorgehen gezeigt, dass es
zumindest ihre Aufgabe gewesen sei, ihren Mitarbeiter von einer
rechtswidrigen Handlungsweise abzuhalten. Indem sie dem nicht
nachgekommen seien, hätten sie ihre Sorgfaltspflicht verletzt und sich
damit fahrlässig verhalten. Dazu entgegneten die Beschwerdeführer, dass
sie als Betriebsleiter bzw. Finanzchef keine Instruktionsberechtigung und
Überwachungspflicht gegenüber den Bauleitern in der Planung und/oder
Ausführung von Einzelprojekten hätten. Die D._ GmbH hätte mehrere
verbundene Unternehmungen in der Schweiz und nahestehende
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Gesellschaften in New York und Miami. Diese Unternehmungen würden
vom Betriebsleiter und vom Finanzchef koordiniert und geführt. Der
Betriebsleiter und der Finanzchef seien für die Strukturierung, die
Einführung und das Einhalten von Prozessen und Abläufen verantwortlich,
aber nicht für die einzelnen Gartenprojekte. Die zuständigen Personen bei
der D._ GmbH, insbesondere die Abteilungsleiter Planung und Bau,
hätten keine Veranlassung zu vermuten und zu unterstellen, dass G._
seine Kompetenzen eigenmächtig überschreiten und ohne Bewilligung den
C._ umbauen würde. Der Abteilungsleiter Bau habe G._ stets
ordnungsgemäss überwacht und kontrolliert. Es habe keinen Grund
gegeben daran zu zweifeln, dass G._, als bestens ausgebildeter, sehr
erfahrener und seit ca. siebeneinhalb Jahren tätiger Bauführer den Bau auf
der Parzelle 628 plan- und bewilligungsgemäss ausführen würde.
Die hier vorgeworfene Tathandlung ist unmittelbar auf das Handeln von
G._ und nicht direkt auf eine Handlung der Beschwerdeführer zurück
zu führen. Die Verantwortung der Beschwerdeführer kann sich aber aus
einer Garantenstellung ergeben. Lehre und Rechtsprechung unterscheiden
zwischen Obhutspflichten, d.h. Garantenstellungen zum Schutz eines
bestimmten Rechtsgutes gegen alle ihm drohende Gefahren, und
Überwachungspflichten, d.h. Garantenstellung zur Überwachung
bestimmter Gefahrenquellen zum Schutz unbestimmt vieler Rechtsgüter.
Eine Garantenstellung kann sich aus Gesetz, Vertrag, einer freiwillig
eingegangenen Gefahrengemeinschaft oder aus der Schaffung einer
Gefahr ergeben (vgl. BGE 141 IV 249 E.1.1; Urteil des Bundesgerichts
6B_908/2009 vom 3. November 2010 E.6; vgl. auch Art. 11 Abs. 2 des
Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]). Aus der
Bussverfügung geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin die
Überwachungspflicht der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass diese
das Schreiben vom 21. Juli 2016 unterzeichnet haben, ableitet. Die
Beschwerdeführer haben das Schreiben aber im Namen der D._
GmbH unterzeichnet. Inwiefern sie dennoch aufgrund ihrer damaligen
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Stellung im Betrieb Überwachungspflichten treffen, wird von der
Beschwerdegegnerin nicht dargelegt bzw. stützt sie sich auf blosse
Mutmassungen. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin den
Sachverhalt ungenügend abgeklärt.
Selbst wenn die Beschwerdeführer eine Überwachungspflicht treffen
würde, ist in analoger Anwendung der Rechtsprechung zur strafrechtlichen
Verantwortlichkeit eines Bauleiters zu beachten, dass sie nicht für
sämtliche Missachtungen von Vorschriften strafrechtlich zur Verantwortung
gezogen werden können. Der Verantwortungsbereich reicht nur soweit wie
der Aufgabenkreis, was in jedem Einzelfall abzuklären ist. Eine Pflicht zur
permanenten Überwachung erfahrener Mitarbeiter besteht nicht (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 1C_4/2012 vom 19. April 2012 E.5.3). Die
strafrechtliche Verantwortung der Beschwerdeführer hätte gemäss der im
Verwaltungsverfahren geltenden Untersuchungsmaxime (Art. VRG) von
der Baubehörde (Gemeindevorstand) als für die Bestrafung zuständige
Behörde untersucht werden müssen.
5.1 Sind wichtige, entscheidrelevante Elemente des Sachverhalts von den
Vorinstanzen nicht bzw. nicht hinreichend abgeklärt worden, kann das
Verwaltungsgericht eine Rückweisung vornehmen. Im vorliegenden Fall
rechtfertigt es sich, in Gutheissung der Beschwerde den angefochtenen
Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren
Sachverhaltsabklärung und zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten gestützt auf Art. 73
Abs. 1 VRG zu Lasten des unterliegenden Beschwerdegegners. Gemäss
Art. 78 Abs. 1 VRG hat der Beschwerdegegner als unterliegende Partei
den Beschwerdeführern zudem die durch den Rechtsstreit verursachten
notwendigen Kosten zu ersetzen. Da der Rechtsvertreter der
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Beschwerdeführer keine Honorarnote eingereicht hat, wird die
Parteientschädigung durch das Gericht ermessensweise auf Fr. 3'000.--
(inkl. Spesen und MWST) festgesetzt (Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 der
Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und
Rechtsanwälte [Honorarverordnung, HV; BR 310.250]).