Decision ID: d9dab39b-ab2e-4fe7-93c4-7bb650cf4746
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, Mutter zweier Kinder (Jahrgang 2004 und 2007)
, war zuletzt von
Juni bis Deze
mber 2011
als Büroangestellte
in einem 50%-Pen
sum
tätig
(Urk. 7/16
, Urk. 7/16
)
. Am
20. Februar 2012 meldete sie sich erstmals unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und teilte der Ver
sicherten am
17. Dezember 2012 mit, dass keine beruflichen
Eingliederungs
mass
nahmen mehr notwendig
seien (Urk. 7/21).
Mit Verfügung vom 17. März 2014 verneinte die IV-Stelle die Kostengutsprache für Leistungen (Urk. 7/59)
, da die Versicherte mitteilte, dass sie seit 29. Januar 2014 wieder 100%ig arbeitsfähig sei (Urk. 7/54).
1.2
Am 11. April 2016 meldete sich
die Versicherte erneut
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/67).
In der Folge tätigte die IV-Stelle
erwerbliche und medizinische Abklä
rungen und holte insbesondere ein polydis
ziplinäres Gutachten ein, welches von den Ärzten des
Y._
am 28. Februar
2017 erstattet wurde (Urk. 7/103
).
Ausserdem veranlasste sie eine Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und H
aushalt, über welche am 1. Dezember
2017 berichtet wurde (Urk.
7/
106
).
Mit Vorbescheid vom 23. Februar 2018
wurde ab Dezember 2016 die
Zusprache
einer halben Rente und ab Januar 2018 die
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
in Aussicht gestellt (Urk. 7/111). Die Versicherte erhob am 2.
März 2018 Einwände gegen den Vorbescheid (Urk. 7/113).
Mit Ver
fügung vom 4. Juli 2018 sprach die IV-Stelle der Versicherten
ab Dezember 2016
eine halbe Rente
und ab Januar 2018
eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk. 7/137 = Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 5
. September 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. Juli 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei dahingehend abzuändern, dass ihr ab 1. Dezember 2016 eine ganze Rente zugesprochen werde
. Eventuell
sei
ihr ab 1. Dezember 2016 eine
Dreiviertelsrente
und ab 1. Januar 2018 ein
e ganze Rente zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2018 (Urk. 6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 17. Oktober 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
the
tisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V
334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefoc
htene Verfügung ist am 4. Juli 2018
und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauer
leis
tung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entspre
chend
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 31. Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V
146; vgl. Art. 27 und 27
bis
IVV in der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung
und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017, in Kra
ft seit 1. Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität be
stimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Er
werbs
bereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamt
inva
lidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht
in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Be
schäfti
gungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozen
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im
Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre
, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.7
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für
gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von
Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen de
tailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstim
mung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
sicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
1.8
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
die Beschwerdeführerin sei seit 1. Dezember 2015 in ihrer bisherigen Tätig
keit als Hauswartin und in jeder anderen Tätigkeit zu 80 % eingeschränkt. Eine ihrem Leiden angepasste Tätigkeit sei ihr noch zu 20 % möglich (S. 3 Mitte).
Die
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin gemäss eigener Aussage bei guter Gesund
heit zu 70 % arbeitstätig wäre. Die restlichen 30 % würden in den Haushalts
be
reich fallen. Die Einschränkung im Haushalt sei durch den Abklärungsdienst fest
gelegt worden und betrage 10.40 % (S. 3 Mitte).
Gemäss eigener Aussage würde die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit weiterhin im kaufmännischen Bereich tätig sein, weshalb für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf die statistischen Durchschnittslöhne
für Bürokräfte
und verwandte Berufe abgestellt worden sei. Für die Berechnung des Invalidenein
kommens
habe
sich die Beschwerdegegnerin
auf die statistischen Durchschnitts
löhne für Hilfsarbeiten
gestützt
. Daraus resultiere eine Einschränkung im Er
werbs
bereich von 78.66
% (S. 3 unten). Zusammen mit der Einschränkung im Haushalt ergebe sich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 58 %. Somit bestehe ab 1.
Dezember 2016 Anspruch auf eine halbe Rente (S. 4 oben).
Gestützt auf die neuen Bemessungsgrundlagen bei Teilerwerbstätigen seit Januar 2018 sei der Rentenanspruch nochmals neu geprüft worden. Neuerdings b
estehe
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 63 %, ab Inkrafttreten der Verordnungsänderung per 1. Januar 2018.
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (Urk. 1), sie würde im Gesundheitsfall mindestens einem 80%-Pensum nachgehen (Ziff.
15 und Ziff.
19). Ausserdem weise der Haushaltsbericht diverse Mängel auf (Ziff. 21). Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die
Y._
-Gutachter und den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) sei widersprüchlich (Ziff. 23). Spätestens seit November 2011 sei sie in ihrer Arbeitsfähigkeit vollständig beeinträchtigt (Ziff. 24). Beim Einkommensvergleich sei zu Unrecht ein Invalideneinkommen für ein Pensum von 20 % angerechnet worden, da sie zumindest in absehbarer Zeit keine Tätigkeit in der freien Wirtschaft ausüben könne (Ziff. 25 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine ganze Rente
hat.
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, erstattete am 24. November 2015 (Urk. 7/80/4
-5
) einen Bericht über die am 20. November 2015 erfolgte Untersuchung. Als Diagnose nannte er ein lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
bei fortgeschrittener Segmentdegeneration L5/S1, konstitutioneller
Bandlaxizität
und muskulärer Insuffizienz
(S. 1)
3
.2
Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil.
B._
, Klinischer Psychologe und Psychotherapeut,
C._
, nannten in ihrem Bericht vom 17. Mai 2016 (Urk. 7/74) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F33.1)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F90.0)
-
Borderline
-Störung (F60.31)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein
lum
bovertebrales
Syndrom (S. 1). Seit 1. Dezember 2015
bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit. Die Prognose sei schlecht (S. 2 Mitte).
3
.3
Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 4. Juni 2016 im Auftrag der Krankentaggeldversicherung der Beschwerdefüh
rerin ein versicherungspsychiatrisches Gutachten über die am Vortag erfolgte Untersuchung (Urk. 7/76
/3-16
) und nannte die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 1
4
):
-
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
(ICD-10 F90.0)
-
mit gedanklicher Hyperaktivität, motorischer Unruhe, flüchtiger Auf
merk
samkeit, chaotischer Selbstorganisation, emotionaler Instabilität und Stimmungsschwankungen
-
emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31)
-
Spannungsregulation durch lautes Streiten, selbstverletzendes und ge
walt
tätiges Verhalten gegen Bezugspersonen
-
mit zusätzlich dysfunktionalem Beziehungsverhalten im Rahmen einer
histrionischen
Akzentuierung
In der Untersuchung seien zwei Syndrome (
ADHS
,
histrionische
Akzentuierung) direkt beobachtbar, das dritte Syndrom (emotionale Instabilität) sei hinreichend durch die Akten und konsistente Angaben belegt. Bezüglich ADHS falle eine
ober
flächliche und flüchtige Konzentration auf, mit gedanklicher Hyperaktivität, motorischer Unruhe und chaotischer Selbstorganisation. Die
histrionische
Akzen
tuierung mit nicht-authentischem Verhalten und vielen wechselnden aufmerk
samkeitssuchenden Interaktionen mache die Kommunikation sehr anstrengen
d
. Gemäss Akten und Anamnese sei die Hauptdiagnose aber eine ausgeprägte emotionale Instabilität mit stark dysfunktionaler Spannungsregulation durch Selbstverletzungen, Streiten und Gewalt gegen Bezugspersonen und Sachen. Die direkt beobachtbare und in den Akten dokumentierte
Dysfunktionalität
sei so aus
geprägt, dass das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung sicher erreicht sei (S.
1
2
). Insgesamt seien die Kriterien einer
e
motional-instabilen Persönlichkeits
störung vom
Borderline
-Typ erfüllt. Dazu komme noch zur Charakterisierung des Beziehungsverhaltens die
histrionische
Akz
entuierung. Eine eigenständige
h
istri
o
nische
Persönlichkeitsstörung liege
seiner Meinung nach aber nicht vor
(S. 1
4
).
Für eine depressive Störung bestehe kein
Anhaltspunkt
. Nach ICD-10 müssten zwei der drei Hauptsymptome (depressive Stimmung, Antriebsstörung, Verlust an Freude/Interessen) vorliegen, welche
sich
aber nicht feststellen liessen. Die Be
schwer
deführerin sei nicht antriebsarm, sondern habe viel Energie, könne diese aber nicht kanalisieren. Ihre Stimmung sei nicht starr depressiv, sondern instabil und dabei situativ ausgelenkt, vorwiegend ins Negative, entsprechend der insge
samt schwierigen und persönlich unbefriedigenden Lebenssituation. Sie gebe zwa
r an, keine Interessen zu haben und sich nicht richtig freuen zu können, ihre Be
schreibung von Aktivitäten mit Partner, Kindern, Familie etc. passe aber nicht zu dieser Angabe (S.
2 Ziff. 5
).
Aktuell bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei emotional instabil, psychisch nicht belastbar, sie verhalte sich sozial inadäquat, ihre Selbstorganisation sei chaotisch, sie reagiere schon auf kleine Konflikte und Probleme mit erhöhter innerer Anspannung, die si
e
vorwiegend dysfunktional
reguliere, durch Streit und aggressives Verhalten gegen sich und andere. Sie könne
Arbeitstätigkeiten beginnen, aber nicht mittel-/langfristig durchhalten. Trotz Entlastung von der Kinderbetreuung unter der Woche und von einer beruflichen Tätigkeit sei sie weiterhin mit sich, ihrem Partner und üblichen Alltagsan
forde
rungen überfordert. Sie sei weiterhin aggressiv und tätlich, auch
ihrem Sohn ge
gen
über
. Insgesamt sei sie den Anforderungen einer regelmässigen Arbeitstätig
keit nicht gewachsen
(S.
2
f.
Ziff. 9
)
.
Wenn man medizinische Massnahmen konsequent durchführe, könne wahr
schein
lich innerhalb eines halben Jahres eine deutliche Besserung der Arbeits
fähigkeit erreicht werden
. Nach medizinischen Massnahmen sei aus psychia
tri
scher Sicht die angestammte Tätigkeit als
Hausabwart
wieder zumutbar. Generell
seien Tätigkeiten zumutbar, die bezüglich Fehlerquote und Sorgfalt sowie zwi
schenmenschlich wenig Anforderungen stellen
würden
und die psychisch nicht oder nur wenig belastend seien (S.
3 Ziff. 10a
).
3.4
Dr.
A._
und Dr.
B._
(vorstehend E.
3.2
) nannten in ihrem Bericht vom 27.
Juli 2016 (Urk. 7/80) dieselben Diagnosen wie im Bericht vom Mai 2016 (vorstehend E.
3.2
).
Die Beschwerdeführerin habe ihren Gesundheitszustand (100 % Arbeitsfähigkeit) 2014 überschätzt, deshalb habe das damals geplante Gutachten durch die Be
schwerdegegnerin nicht stattgefunden. Es habe sich aber schon bald gezeigt, dass sie auch mit der Arbeit vollständig überfordert gewesen sei (S. 2 oben)
.
Unbestritten seien
die beiden Diagnosen
ADHS
und
B
orderline
.
Zusätzlich sei
eine rezidivierende depressive Entwicklung diagnostiziert
worden
, ebenfalls mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 Mitte).
Die Prognose von Dr.
D._
(vorstehend E.
3.3
),
wonach
die Beschwerdeführerin nach der stationären Behandlung wieder 100 %
oder teilweise arbeiten könne, sei zu optimistisch und unrealistisch. Wenn ein solches Ziel überhaupt wieder in Frage komme, müsse sie zuerst stabil und in der Lage sein, ihre Partnerschaft und Aufgaben als Mutter zu bewältigen. Dies sei nicht der Fall und weitere Belas
tungen durch Arbeitsverhältnisse würden auch nach der Behandlung die Situa
tion verschlimmern. Die Beschwerdeführerin sei mit Sicherheit auch langfristig 100 % arbeitsunfähig, auch für angepasste Tätigkeiten
(
S. 3).
3.5
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt, und med.
pract
.
F._
, Stationsärztin,
G._
,
führten in ihrem Bericht vom 27. September 2016 (Urk. 7/82) aus, dass sie die Beschwerdeführerin
vom 20. Juni bis 25. August 2016 stationär behandelt hätten (Ziff.
1.3)
, und
nannten
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung:
Borderline
-Typ (ICD-10 F60
.31)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nach der stationären The
rapie eine Weiterführung der Therapie und eine Unterstützung im häuslichen Setting zur weiteren Stabilisierung ihres Zustandsbildes benötige, um einem Rückfall nicht unnötig Vorschub zu leisten. Wann und in welchem Umfang mit einer möglichen schrittweisen Wiedereingliederung zu rechnen sei, könne zum aktuellen Behandlungszeitpunkt nicht beantwortet werden (Ziff. 1.7). Während
des Zeitpunkts des stationären Aufenthaltes
habe
eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit
bestanden
(Ziff. 1.6).
3.6
Dr.
A._
und Dr.
B._
(vorstehend E.
3.2
) nannten in ihrem Bericht vom 13.
Dezember 2016 (Urk. 7/88/6-8) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F33.1)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
-Störung (ICD-10 F60.31)
Seit 1. Dezember 2015 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine Verbesse
rung sei trotz Medikation nicht in Sicht
(S. 1).
3.7
Die Ärzte des
Y._
erstatteten im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 28. Februar 2017 ein polydisziplinäres Gutachten (Urk. 7/103). Sie stützten sich auf die i
hnen überlassenen Akten (S. 3 ff.
), die Angaben der Beschwerdeführerin (S.
6
ff.) und ihre am 22. März 2017 erhobenen
allgemein
internistischen (S.
6
ff.), psychia
tri
schen (S.
8
ff.) und orthopädischen (S.
15
ff.) Befunde. Sie nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderlinetypus
(ICD-10 F60.31)
-
Aufmerksamkeitsdefizit-
/
Hyperaktivitätsstörung
, ADHS (ICD-10 F90.0)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine anam
nestisch rezidivierende depressive
,
gegenwärtig remittierte
,
Störung (ICD-10 F33.4)
, ein chronisches, lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
ohne
radikuläre
Symptomatik
, eine konstitutionell vermehrte
Bandlaxizität
, ein
en
fortgesetzte
n
Nikotinkonsum und schädlicher Gebrauch
(S. 20)
.
Aus allgemeininternistischer Sicht bestünden aufgrund der Anamnese und Unter
suchungsbefunde keine Hinweise für eine frühere,
höhergradige
, länger andau
ern
de Arbeitsunfähigkeit durch ein internistisches Leiden (S. 8 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht wurde festgehalte
n, dass die
in den Vorberichten ge
stellten Diagnosen
weitgehend übereinstimmend seien, einzig
hinsichtlich der Angaben über depressive Schwankungen
seien Diskrepanzen ersichtlich
(S. 9 unten).
Das Verhalten der Beschwerdeführerin mit auto- und fremdaggressiven Impulsdurchbrüchen, einer ständigen Unruhe und Anspannung, einer Frustra
tions
intoleranz und einer sofortigen Überforderung bei Unfähigkeit zur Selbstor
ganisation, eine Rastlosigkeit, eine hyperaktive
promiskuöse
Libido und eine In
sta
bilität in den Beziehungen würden die in den Vorberichten gestellte
n
Diagno
sen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderlinetyp
sowie
eine
r
ADHS
-Symptomatik bestätigen. Hingegen könne anlässlich der aktuellen psychiatrischen Untersuchung die Diagnose einer depressiven Störung nicht ge
stellt werden. Die chaotische Lebensführung
mit gehäuften Misserfolgen mache es jedoch wahrscheinlich, dass episodisch auch depressive Schwankungen auf
getreten seien (S. 11 f.
).
Die Beschwerdeführerin weise eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung auf, in Kombination mit einem ADHS. Beide Störungen würden sich ungünstig verstär
ken, indem sie zur Unruhe, Unkonzentriertheit und impulshaften Handlungen führ
t
en. Die Emotionsregulation sei beeinträchtigt, woraus sich funktionelle Aus
wirkungen in fast allen Lebensbereichen ergeben würden, so an den Arbeits
stellen, in den partnerschaftlichen Beziehungen, in der Kindererziehung, in der Unfähigkeit, sich einem Hobby zu widmen, im Durchhaltevermögen und in der Kontinuität längerfristiger Planung
sowie
im Alltag (S. 12 oben).
Angesichts der aktuellen psychiatrischen Begutachtung
wie
auch unter Berück
sichtigung des Krankheitsverlaufs in den vergangenen Jahren bestehe für den kaufmännischen Bereich respektive als Hauswartin zurzeit lediglich eine 20%ige Arbeitsfähigkeit, entsprechend der Konzentration, welche die Beschwerdeführerin aufzubringen vermöge. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe spätestens seit Dezember 2015. In einer angepassten, einfachen handwerklichen Tätigkeit ohne hohe Ver
ant
wortung und Effizienz mit der Möglichkeit zu Pausen seien vier Arbeits
stun
den pro Tag zumutbar (S. 12 Mitte).
In ihrer Selbsteinschätzung fühle sich die Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer psychischen Störung und der Frustrationstoleranz
zu keiner Tätigkeit mehr in der Lage
. Die objektiven Befunde wiesen ebenfalls auf eine schwere Störung der Persönlichkeit hin, sodass die Selbsteinschätzung grundsätzlich durch die vorlie
genden psychopathologischen Befunde zu bestätigen sei. Eine Restarbeits
fähig
keit sei aber nicht auszuschliessen (S. 12). Die Beeinträchtigung erg
e
be sich in einem verminderten Durchhaltevermögen mit Inkonstanz und launenhaftem Ver
hal
ten. Invaliditätsfremde Faktoren sowie Aggravation lägen nicht vor (S. 13).
Die bisherige Therapie könne als lege
artis
bezeichnet werden. Sie sei durch eine schnelle Abfolge von ambulanten und stationären Behandlungen gekennzeich
net, oft mit vorzeitigem Behandlungsabbruch. Die Pharmakotherapie verlaufe suffizient. Die von der Beschwerdeführerin geschilderte Anamnese
wie
auch die Beschwerdedarstellung entspreche dem beobachtbaren Verhalten
und
der Akten
lage
.
Diskrepanzen seien zu verneinen
und die gesundheitliche
n
Beeinträch
ti
gungen
würden
symmetrisch alle Lebensbereiche
betreffen
(S. 14 unten).
Aus orthopädischer Sicht könne festgehalten werden, dass sich die recht diffus beklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde keines
falls vollständig begründen liessen. Auf radiologischer Ebene seien mit Aus
nahme der fortgeschrittenen Osteochondrose des
lumbosakralen
Übergangs keine
höhergradigen
Veränderungen an der lumbalen und thorakalen Wirbelsäule ge
funden worden
.
Durchaus nachvollziehbar sei ein gewisser Leidensdruck bei
lum
bo
sakraler
Degeneration, kaum aber die auf der gesamten Länge angegebenen Rückenbeschwerden, sodass eine klare nicht-organische Beschwerdekomponente angenommen werden könne
(S. 19)
.
Für körperlich leichte bis selten mittelschwere Verrichtungen unter Wechsel
be
lastung bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähig
keit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 10 kg bis selten 15 kg sowie die Einnahme von Zwangshaltungen solle dabei vermieden werden
. Auf
grund der an der
lumbosakralen
Wirbelsäule dokumentierten Veränderungen seien
körperlich schwere Verrichtungen ungeeignet, und es bestehe dafür eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte bis selten mittelschwere Ver
richtungen einschliesslich jener im angestammten Bereich könne keine
länger
andauernde
Arbeitsunfähigkeit im Sinne einer invalidisierenden Erkrankung attestiert werden (S. 19 Mitte).
Zusammengefasst sei die Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht für die angestammten Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich oder als Hauswartin zu 80 % arbeitsunfähig. Körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechselbe
las
tende handwerkliche Tätigkeiten ohne Leistungsdruck seien mit einem Pensum von vier Stunden täglich möglich, dies im geschützten Rahmen (S. 21 unten).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten werde davon ausgegangen, dass die festgestellte Arbeitsunfähigkeit ab Dezember 2015 bestehe. Damals sei eine Verschlechterung des psychischen Leidens festgestellt worden. Für die frühere Zeit könne auf die Angaben der behandelnden
Ärzte abgestell
t werden
(S. 29 f.).
3.8
Im
Bericht vom
1. Dezember 2017 (Urk. 7/106)
über die am 16. November 2017 erfolgte
Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf und Haushalt wurde ausgeführt, die
Beschwerdeführerin wohne
seit vier Jahren
zusammen
mit ihrem Partner in einem Reiheneinfamilienhaus
.
Die Tochter (Jahrgang 200
4) lebe
nun wieder bei ihr und der Sohn (Jahrgang 2007) sei weiterhin fremdplatziert (Ziff. 2.3.1 und Ziff. 4.1).
Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Abklärung angegeben, dass es ihr Traum wäre, bei Gesundheit aus finanziellen Gründen 4
Tage pro Woche zu arbeiten. Die Kinder würden bei Gesundheit wieder bei ihr
wohnen und könnten an den Mittagstisch und Hort gehen. Für die Betreuung während der Schulferien würde sicher eine Lösung gefunden werden, auf ihre Familie und den Vater der Kinder könne sie allerdings nicht zählen. Wahr
schein
lich würde sie in Anbetracht der Kinderbetreuung und vor allem mit der auf
wändigen Erziehung von ihrem Sohn mit einem 70%igen Pensum voll ausgelastet sein (Ziff. 2.5).
In Anbetracht der gesamten Situation könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin heute mit grösster Wahrscheinlichkeit maximal 70 % erwerbstätig sein würde. Bei Gesundheit würden beide Kinder zu Hause wohnen. Die Erziehung des Sohnes mit ADHS erfordere eine engmaschige Betreuung, seine Unterstützung und Betreuung sei aufwendig und erfordere viel Energie. Bei Gesundheit würde die Beschwerdeführerin weiterhin im kaufmännischen Bereich tätig sein
(Ziff. 2.6.1).
Im Ergebnis
wurde
die Beschwerdeführerin zu 7
0 % erwerbstätig u
nd zu 3
0 % im Haushalt tätig qualifiziert
. D
ie Abklärungsperson
erkannte
Einschränkungen bei der Wohnungspflege
(Ziff. 6.3)
und bei der Betreuung der Kinder
(Ziff. 6.6)
, was eine Einschränkung im Haushalt im Umfang von insgesamt 10.4
%
bewirke, woraus ein In
validitätsgrad von 3.12 % im Haushaltsbereich resultier
t
e
(Ziff. 7
).
3.9
Die Fachexpertin Rusch des Abklärungsdienstes nahm in ihrem Bericht vom 1. Dezember 2017 (Urk. 7/109 S
.
5) eine Ressourcenprüfung vor. Sie führte
aus, dass ihres Erachtens zurzeit wenig Ressourcen bestünden. Es sei zu mehreren
Hospi
talisationen
gekommen und die Kindheit sei von Gewalt geprägt gewesen. Die Beschwerdeführerin sei mit der Erziehung der Kinder total überfordert, weswegen beide freiwillig in ein
em
Heim untergebracht worden seien. Sie habe ständig aggressive Impulsdurchbrüche, sei die meiste Zeit angespannt und unruhig und habe deswegen auch einige Arbeitsstellen verloren. Die Auswirkungen zeigten sich in fast allen Lebensbereichen. Als Fazit führte die Fachexpertin Rusch auf, die Beschwerdeführerin sei seit Jahren in psychiatrischer Behandlung und habe auch mehrere stationäre
Hospitalisationen
hinter sich. Das psychische Leiden sei ausgewiesen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien aufgrund ihres Gesundheitszustands keine Erwerbstätigkeiten zumutbar.
3.10
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stellte die Beschwerdegegnerin - der Stel
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) folgend (Urk. 7/109/ S. 4 f.) - auf das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten vom Februar 2017 (vorstehend E.
3.7
) ab.
Die Beschwerdeführerin sei aus medizinischer Sicht seit 1. Dezember 2015 in ihrer bisherigen Tätigkeit als Hauswartin und in jeder anderen Tätigkeit zu 80 % eingeschränkt. Eine ihrem Leiden angepasste Tätigkeit sei ihr zu 20 % zumutbar. Die Einschränkung im Haushalt sei durch den Abklärungsdienst festgelegt
worden und betrage 10.40 %, bei einer Qualifikation von 70 % im Arbeits- und 30 % im Haushaltsbereich (Urk. 1 S.
3).
Den Invaliditätsgrad ermittelte die Beschwerdegegnerin anhand eines Einkom
mens
vergleichs. Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
stützte sie sich auf die
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik und stellte auf die
Durchschnittslöhne für Bürokräfte und verwandte Berufe
ab
. Das Invalidenein
kommen
ermittelte
sie anhand der Durchschnittslöhne
der LSE
für Hilfsarbeiten. Aus der Differenz des Einkommens vor und nach Eintritt des Gesundheits
scha
dens resultierte eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 78.66 %. Unter Be
rück
sichtigung der Einschränkung im Haushalt errechnete sie einen Gesamtin
validitätsgrad von 58 % und sprach der Beschwerdeführerin auf Grundlage des alten Berechnungsmodells
vom
1. Dezember 2016
bis 31. Dezember 2017
eine halbe Rente zu. Die ab 1. Dezember 2018 angewandte neue Berechnungsmethode des Invaliditätsgrades bei Teilerwerbstätigen ergab eine Einschränkung im Er
werbs
bereich von 85.06 % und unter Berücksichtigung der Einschränkung im Haushaltsbereich ein
en
Gesamtinvaliditätsgrad von 63 %, woraus seit 1. Dezem
ber 2018 ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
resultierte (Urk. 2 S. 5).
4.
4.1
Im polydisziplinären
Y._
-Gutachten vom Februar 2017 (vorstehend E.
3.7
) wur
den
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional insta
bile Persönlichkeitsstörung vom
Borderlinetypus
(ICD-10 F60.31) und eine Auf
merk
samkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
(ICD-10 F90.0)
genannt.
A
ls Diag
no
sen
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte des
Y._
eine
anam
nes
tisch rezidivierende depressive
,
gegenwärtig remittierte
,
Störung (ICD-10 F33.4), ein chronisches, lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
ohne
radikuläre
Sympto
matik, eine konstitu
tionell vermehrte
Bandlaxizität
und
ein
en
fortge
setz
te
n
Niko
tinkonsum und schädlicher Gebrauch.
Es bestehe aus psychiatrischer Sicht für die frühere Tätigkeit als kaufmännische Angestellte
wie
auch für diejenige als Hauswartin eine 80%ige Arbeitsun
fähig
keit. Eine angepasste, einfache, vorwiegend handwerkliche Tätigkeit sei mit einem Pensum von 4 Stunden täglich möglich, könne aber praktisch nur im ge
schützten Rahmen verwertet werden.
4.2
Vorab ist festzustellen, dass d
as
Gutachten
in jeder Hinsicht den praxisgemässen
An
forderungen an den Beweiswert eines Arztberichts (vorstehend E.
1.
9
)
ent
spricht
. Es basiert auf den notwendigen
allgemein
internistischen, ps
ychiatrischen und orthopädischen
Untersuchungen der Beschwerdeführerin und erging in
Kenntnis der
Vorakten
. Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwer
den und setzten sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Die medizinischen Zusammenhänge und Schlussfolgerungen sind in einer Weise begründet, dass sie prüfend nachvollzogen werden können.
4.
3
Aus psychiatrischer Sicht kann festgehalten werden, dass sich sowohl
die emo
tional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderlinetyp
als auch d
ie ADHS-Symptomatik
anhand der psychiatris
chen Untersuchung durch das
Y._
und an
gesichts des
langjährigen
Krankheitsverlaufs mit zahlreich
en
Hospitalisationen
bestätigen
liessen
.
Bezüglich dieser Diagnosen besteht auch in den psychia
tri
schen Vorberichten weitgehend
Übereinstimmung
.
Im psychiatrischen Teilgut
ach
ten wurde
sodann
nachvollziehbar ausgeführt, es bestehe aktuell kein aus
reichender Anhalt für eine depressive
Störung
, was auch
im Vorfeld
von
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.3
)
festgehalten
wurde
.
So sei
en
weder eine bedrückte Stimmungslage noch Hinweise für schwer depressive Symptome wie vitale Trau
rigkeit, Antriebsstörung oder Suizidalität
anlässlich der Begutachtung
ersichtlich gewesen.
Die chaotische Lebensführung und gehäuften Misserfolge würden es je
doch wahrscheinlich erscheinen lassen, dass episodisch auch depressive Schwan
kungen auftreten könnten, weshalb anamnestisch eine rezidivierende de
pres
sive Störung
, gegenwärtig remittiert, und ohne Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit
diagnostiziert wurde
.
Aus
psychiatrischer Sicht wurde im psychiatrischen Teilgutachten des
Y._
ent
sprechend des verbleibenden Konzentrationsvermögens eine 20%ige Arbeits
fähig
keit
spätestens seit Dezember 2015
für den kaufmännischen Bereich respek
tive als Hauswartin
attestiert
,
was in Anbetracht der Anamnese, des Krankheits
ver
laufs und der Würdigung der unterschiedlichen Befunde
als
schlüssig er
scheint.
Eine angepasste, einfache, vorwiegend handwerkliche Tätigkeit sei in einem Pen
sum von vier Stunden täglich möglich, könne aber praktisch nur in geschütztem Rahmen verwertet werden.
Des Weiteren wurde im
Y._
-Gutachten nachvollziehbar aufgezeigt, dass die
g
e
klagten Beschwerden aus somatische
r
Sicht durch die klinischen und radiolo
gi
schen Befunde
nicht gänzlich begründet werden könn
t
en, sodass neben dem Lei
densdruck bei
lumbosakraler
Degener
ation eine klare nicht-organisch
e Beschwer
de
komponente angenommen werden könne.
Aufgrund der an der
lumbosakralen
Wirbelsäule dokumentierten Veränderungen seien körperlich schwere Verrich
tungen ungeeignet und dafür bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Für kör
perlich leichte bis selten mittelschwere Verrichtungen unter Wechselbelastung
bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, das
wiederholte Heben und Tragen
von Lasten über 10 kg bis selten 15 kg sowie die Einnahme von Zwangshaltungen solle dabei vermieden werden.
Da die Tätigkeit im angestammten Bereich bloss körperlich leichte bis selten mittelschwere Verrichtungen beinhaltet, ist um
fassend dargelegt, dass
aus soma
tischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
besteht
.
4.
4
Die Beschwerdeführerin machte geltend, es könne nicht auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter des
Y._
abgestellt werden. Sie sei
spätestens
seit
November 2011 in ihrer Arbeitsfähig
keit vollständig beeinträchtigt. Ausser
dem habe auch die Fachexpertin
der Beschwerdegegnerin
(vorstehend E.
3.9
) in der Ressourcenprüfung ausgeführt, dass ihr
zum jetzigen Zeitpunkt
aufgrund ihres Gesundheitszustandes ke
ine Erwerbstätigkeit
zu
mutbar
sei
.
Dem ist entgegenzuhalten, dass das
Y._
-Gutachten im Gegensatz zur knapp ge
hal
tenen
sogenannten
Ressourcenprüfung
durch die Beschwerdegegnerin
auf um
fangreichen allgemeininternistischen, psychiatrischen und orthopädischen Unter
suchungen
durch Fachpersonen
beruht, eine Gesamtwürdigung der gesund
heitlichen Beeinträchtigung und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beinhaltet
,
in Kenntnis und unte
r Würdigung der
Vorakten
erging und in seinen Schlussfolgerungen überzeugt.
Zudem
setzte
n
sich
die Gutachter auch
mit den Standardindikatoren
auseinander
. Ihre Beurteilung umfasste das ganze Leistungs
profil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. Die psychiatrische Gutachterin ist bei der Beantwortung der Frage, wie sie das Leis
tungsvermögen einschätzte, den einschlägigen Indikatoren gefolgt, sie hat
aus
schliesslich
funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheit
lichen Beeinträchtigung sind, und ihre versicherungsmedizinische Zumutbar
keits
beurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwen
dung zu prüfende Frage, ob er sich an die
massgebenden
normativen Rahmen
bedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der ein
schlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachwei
sen, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist.
Soweit die behandelnden Ärzte eine volle Arbeitsunfähigkeit attestier
t
en, vermag dies
ebenfalls nicht
die
umfassende und schlüssige
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit im
Y._
-Gutachten in Zweifel zu ziehen. In Bezug auf Berichte von
Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeu
tisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be
stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
4.5
Insgesamt sind die
allgemein
internistisc
hen, psychiatrischen und orthopädischen
Teilgutachten sowie die polydisziplinäre Würdigung
des
Y._
-Gutachtens
nach
voll
ziehbar und plausibel begründet, in ihren Schlussfolgerungen überzeugend und erfüllen die praxisgem
ässen Kriterien (vorstehend E.
1.9
und E.
4.1
), sodass darauf abgestellt werden kann.
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass für die
früheren Tätigkeiten als kaufmännische Angestellte und als Hauswartin eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist.
5.
5.1
Im Folgenden ist zu prüfen
, in welchem Pensum die Beschwerdeführerin im Ge
s
undheitsfall
erwerbstätig wäre.
Massgebend für die Qualifikation einer versicherten Person als Vollzeit-, Teil
-
oder Nichterwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbs
tä
tigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse
,
insbesondere die Erziehungs- und Betreuungsaufgaben ge
gen
über Kindern
, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen
. (
vorstehend E.
1.7
).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be
stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen
nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehens
abläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5.2
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin gestützt auf den Haushaltsabklärungsbericht (vorstehend E.
3.8
) als zu 70 % erwerbstätig und zu 30 % im Haushaltsbereich tätig
.
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie wäre im Gesundheitsfall minde
stens 80 % und irgendwann
100 % erwerbstätig.
Dazu ist festzuhalten, dass die
Erhebung
der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
detailliert und in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse
erfolgte
.
Die Gewichtung der Kinderbetreuung mit 20 % anstatt der von der Beschwerdeführerin geforderten maximalen 30 % erscheint angemessen, zumal die Betreuung von Kindern im schulpflichtigen Alter nicht mehr den maxi
mal möglichen Betreuungsaufwand erfordert.
Ebenso ist nicht zu beanstanden, dass bei de
r
zu 5 % gewichteten Haushalts
führung
keine Einschränkung aufge
führt wurde, da sich die
Beschwerdeführerin selbständig
um den
relativ grossen Wohnbereich
kümmert
und dieser sich in einem tadellosen Zustand befindet
.
Die Aussage der Beschwerdeführerin
, dass es ihr Traum wäre
,
an 4 Tagen pro Woche zu arbeiten, genügt alleine nicht
,
um eine andere Qualifikation
zu begrün
den und müsste
für die
direkte
Beweisführung auch aus äusseren Indizien erschliessbar sein (vorstehend E.
1.7
).
Ausserdem ha
t
die Beschwerdeführerin erwähnt, dass sie in Anbetracht der Kinderbetreuung und vor allem mit der aufwändigen Erziehung des Sohnes wahrscheinlich mit einem Pensum von 70 % voll ausgelastet wäre. In Anbetracht der Betreuung der beiden Kinder mit Jahr
gang 2004 und 2007 erscheint die im Haushaltsabklärungsbericht vorgenommene Qualifikation durchaus plausibel.
Entgegen des Einwands der Beschwerdeführerin kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass ihr Sohn auch im Gesundheitsfall fremdplatziert wäre, weshalb die Betreu
ung beider Kinder bei der Beurteilung des Umfangs der Erwerbstätigkeit berück
sichtigt werden muss.
Aus dem Auszug des
individuellen Konto
s (Urk. 7/14)
vor d
er beruflichen Pause aufgrund der Kinderbetreuung
sind
erheb
liche Einkommensschwankungen er
sicht
lich
. So
ist beispielsweise im Jahr 2000 ein Einkommen von Fr. 21'00
0.--
und im Jahr 2001 ein Einkommen von Fr. 49'470.-- aufgeführt, weshalb auch die in vergangenen Jahren erzielten Einkommen keine andere Beurteilung nahelegen
.
Im Ergebnis sind die
von der Abklärungsperson aufgrund der Ausführungen der Beschwerdeführerin ermittelten Einschränkungen bei der Wohnungspflege und bei der Betreuung der Kinder
,
sowie die Gewichtung der einzelnen Bereiche
in
Anbetracht der festgestellten gesundheitlichen Einschränkung
en plausibel und nachvollziehbar
und erfüllen
die Bewe
isanforderungen (vorstehend E. 1.7
),
wes
halb darauf abgestellt werden kann.
5.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin somit mit dem im Sozialver
siche
rungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiege
nden Wahrscheinlichkeit als zu 7
0 %
als
erwerbstätig und
als
zu 3
0 % im Haushalt tätig
zu qualifizieren. Die Einschränkung im Haushaltsber
eich beträgt
10.40 %.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin machte gelten
d
, es sei ihr kein hypothetisches Invali
deneinkommen anzurechnen, da sie in absehbarer Zeit keine Tätigkeit in der freien Wirtschaft ausüben könne.
Richtigerweise
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die im
Y._
-Gut
achten attestierte 50%ige Arbei
tsfähigkeit, welche praktisch nur im geschützten Rahmen verwertbar sei,
der Beschwerdeführerin im Einkommensvergleich nicht
angerechnet werden könne.
Im
Y._
-Gutachten wurde sodann nachvollziehbar b
e
gründet, dass in der bisherigen Tätigkeit im kaufmännischen Bereich respektive als
Hauswartin eine 20%ige Arbeitsfähigkeit
ausgewiesen ist (vorstehend E. 4.1 ff.
). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ein Invali
den
einkommen in
diesem Umfang berücksichtigte
.
Allerdings stützte sie sich
für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die
tieferen
Durchsc
hnittslöhne für Hilfs
arbeiten
und nicht wie bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf jene im kaufmännischen Bereich
, was sich
im Ergebnis zu Gunsten der Beschwer
de
führerin auswirkt.
6.2
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
Die Beschwerdeführerin ist in ihren bis
herigen Tätigkeiten 20 % arbeitsfähig. Das tiefe Pensum
schränkt die Stellensuche nicht derart ein, dass das Finden einer entsprechenden Stelle von vornherein als ausgeschlossen erscheint, zumal sich
das Belastungsprofil nicht zusätzlich ein
schränkend auswirkt.
Die Anrechnung eines hypothetischen Invalidenein
kommens
durch die Beschwerdegegnerin ist nicht zu beanstanden.
6.3
Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 7/108) ist somit im Erwerbsbereich bis Ende 2017
(vgl. vorstehend E. 1.5)
von einem
Valideneinkommen
von rund Fr.
51'063.-- und
einem Invalideneinkommen von rund Fr. 10'899.-- auszugehen, was eine Ein
kommensein
busse von Fr. 40'164.--, entsprechend 79 %, und damit einen Teilinvaliditätsgrad von 55.3
% (79 % x 0.7) ergibt. Zusammen mit der Einschränkung von 10.4 % im Hau
s
halt
(vorstehend E. 5.3)
, entsprechend einem Teilinvaliditätsgrad von 3.12 % (10.4 % x 0.3), resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 58 %, womit Anspruch auf eine halbe Rente besteht.
In Anwendung des seit 1. Januar 2018 massgebenden Berechnungsmodells ist das
Valideneinkommen
mit rund Fr. 72'947.-- (entsprechend 100 %) einzusetzen, womit die Einkommenseinbusse Fr. 62'048.--, entsprechend 85.03 %, und der Teil
invaliditätsgrad im Erwerbsbereich 59.52 % beträgt. Zusammen mit der Ein
schränkung von 10.4 % im Haushalt (vorstehend E. 5.3), entsprechend einem Teilinvaliditätsgrad von 3.12 % (10.4 % x 0.3), resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 63 %, womit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
besteht.
6.4
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuer
legen.