Decision ID: 0e5690b9-6f92-4b86-a403-ad1341b59e03
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 26. Januar 2016 für berufliche
Massnahmen und Rentenleistungen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) an (IV-act. 1). Die ursprünglich gelernte Z._, welche sich zur
Y._ weitergebildet hatte (vgl. IV-act. 2-2), war in diesem Zeitpunkt noch bei der B._
AG in einem Pensum von 100 % als Sachbearbeiterin angestellt gewesen, jedoch war
seitens der Arbeitgeberin "leistungsbedingt" bereits die Kündigung per ._
ausgesprochen worden (vgl. IV-act. 23-2 ff. und 23-21). Seit dem 15. Juli 2015 war die
Versicherte von Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, von einer kurzen Phase
mit 50%iger Arbeitsfähigkeit abgesehen, zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden
(vgl. IV-act. 23-12 ff.). Vom 22. Oktober bis 20. November 2015 hatte sich die
Versicherte für eine stationäre Behandlung in der Klinik D._ aufgehalten, wo die
Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode,
Arteriosklerose der hirnzuführenden Gefässe, Petit-Mal-Epilepsie in Vorgeschichte,
Migräne, Status nach einer Handoperation 1999, Status nach einer Varizenoperation
vor Jahren sowie rezidivierende Harnwegsinfekte gestellt worden waren und bis zum 4.
Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war. Im
entsprechenden Austrittsbericht war überdies festgehalten worden, dass die
Versicherte davon berichtet habe, seit ca. einem Jahr häufig schlaflose Nächte zu
haben. Aufgrund der Schlafstörung wäre sie tagsüber müde und hätte eine verminderte
Konzentration, was bei der Arbeit zu einer höheren Fehlerquote geführt hätte. Sie wäre
zudem vergesslich geworden. Wenn sie einmal eine Arbeit begonnen habe, würde sie
vergessen, diese zu Ende zu führen, ohne es zu bemerken. Gleichzeitig hätten die ihr
A.a.
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bekannten Migräneattacken an Frequenz zugenommen. Die Vergesslichkeit,
Konzentrationsstörungen und erhöhte Fehlerquote hätten dazu geführt, dass auch die
Arbeitgeberin auf eine Abklärung bestanden habe. Zudem war im Austrittsbericht
angemerkt worden, dass eine Schlafabklärung im KSSG eine Durchschlafstörung mit
unbefriedigender Tagesform, wahrscheinlich psychogen, ergeben habe. Eine
Schlafapnoe sei ausgeschlossen und eine psychosomatische Rehabilitation empfohlen
worden (IV-act. 24 und 54-26 ff.). Zwischen dem 11. Januar und 5. Februar 2016 hatte
die Versicherte an einer integrativen tagesklinischen Behandlung in der Tagesklinik
E._ teilgenommen (vgl. IV-act. 37-2, unten, und 37-7 ff.). Eine am 30. März 2016
durchgeführte MRT-Untersuchung des Neurokraniums ergab verglichen mit einer
Voruntersuchung vom 9. Juli 2015 eine grössen- und formkonstante Darstellung der
bilateralen Signalstörungen in der weissen Substanz, vereinbar mit kleinen narbigen
Strukturalterationen weiterhin frontal betont, und eine grössen- und formkonstante
Darstellung einer wahrscheinlich eingebluteten Corpus spinalis-Zyste. Es fand sich kein
Hinweis auf ein pathologisches Kontrastmittelenhancement und es zeigte sich ein
normales und symmetrisches Ventrikelsystem (IV-act. 54-7).
Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 6. April 2016 hielt der IV-Einglie
derungsverantwortliche fest, dass sich die Versicherte bereits 2007 aufgrund einer
lange andauernden Arbeitslosigkeit in schlechter psychischer Verfassung befunden
habe. Mit dem Antritt der neuen Stelle im Jahr 20_ habe sich die Situation verbessert,
jedoch hätten weiterhin Schwankungen bestanden. Gegen Ende des Jahres 20_ habe
die Versicherte eine neue Vorgesetzte bekommen. Dadurch habe sich bei der Arbeit
viel verändert. Die Versicherte habe sich nicht mehr wohl gefühlt und sei gemobbt
worden. Die Situation habe sich immer mehr verschlechtert, sodass es zu
Schlafstörungen und Migräneattacken gekommen sei. Im Sommer 2015 sei der
Versicherten alles zu viel geworden und es seien erstmals Suizidgedanken aufgetreten,
weshalb sie ihren Hausarzt aufgesucht habe. Sodann sei sie für einen stationären
Aufenthalt an die Klinik D._ überwiesen worden. Nach dem stationären Aufenthalt sei
sie in der Tagesklinik E._ behandelt worden. Seit dem Austritt fände die Therapie
noch wöchentlich im Ambulatorium der Klinik E._ statt. Vom Hausarzt sei sie
überdies noch im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) zu einer neuropsychologischen
Untersuchung angemeldet worden. Sie fühle sich antriebslos, freudlos und lustlos. Der
A.b.
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Gesundheitszustand sei sehr schwankend, wobei sie sich etwa zweimal wöchentlich
sehr schlecht fühle. Suizidgedanken würden noch immer etwa einmal monatlich
auftreten. Sie fühle sich rasch müde, erschöpft und die Konzentrationsfähigkeit sei
eingeschränkt. Seit etwa drei Jahren bestünden auch Kniebeschwerden links und
rechts, die zugenommen hätten. Es seien Meniskusrisse und eine Arthrose festgestellt
worden. Es werde eine Operation erfolgen (IV-act. 20).
Am 25. April 2016 wurden bei den Diagnosen einer Femoropatellaarthrose Knie
links und einer degenerativen medialen Meniskusläsion Knie links eine
Kniearthroskopie links und eine mediale Teilmeniskektomie links durchgeführt (IV-act.
54-17 ff.). Mit Mitteilung vom 27. April 2016 informierte die IV-Stelle die Versicherte
darüber, dass aufgrund des Gesundheitszustandes aktuell keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Der Anspruch auf eine Rentenleistung
werde mit der Einleitung von weiteren Abklärungen im Juni 2016 geprüft werden. Ein
Rentenanspruch könne erst nach einem Jahr Wartezeit entstehen (IV-act. 22). Am 17.
Juni 2016 fanden bei der Diagnose einer Meniskusläsion am medialen Hinterhorn Knie
rechts eine Kniearthroskopie und eine mediale Teilmeniskektomie Knie rechts statt (IV-
act. 54-21 ff.).
A.c.
Nach einer telefonischen Besprechung mit der zuständigen Therapeutin der Klinik
E._ im August 2016 (vgl. IV-act. 26 und 27-2) hielt der regionale ärztliche Dienst
(RAD) am 1. September 2016 fest, dass aktuell eine berufliche Wiedereingliederung in
einem Pensum von 50 % zu befürworten sei, anfänglich jedoch mit einer
Leistungsminderung während der Präsenzzeiten zu rechnen sei. Die Empfehlung der
behandelnden Psychotherapeutin, wonach die Eingliederung in einem geschützten
Rahmen stattfinden sollte, sei plausibel. Es bestehe die Aussicht, dass innerhalb von
sechs bis zwölf Monaten eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % im ersten
Arbeitsmarkt erreicht werden könne (IV-act. 27-1). Anlässlich eines
Assessmentgesprächs mit der Versicherten vom 23. September 2016 protokollierte der
IV-Eingliederungsverantwortliche, dass sich der Zustand nach der letzten Operation
gebessert habe, jedoch weiterhin Beschwerden im linken Knie bestünden. Die
Schmerzen seien ständig vorhanden und das Knie schwelle oft an. Seit etwa zwei
Monaten bestünden wieder Schlafstörungen. Die psychische Verfassung sei weiterhin
schwankend und werde auch von der Schmerzsituation beeinflusst. Am Morgen
A.d.
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komme die Versicherte teilweise kaum aus dem Bett und müsse sich stark überwinden.
Die Konzentrationsfähigkeit sei vermindert. Auch sei sie vergesslicher geworden. Im
Spital F._ seien keine Termine mehr vorgesehen. Bei Dr. C._ fänden monatliche
Kontrollen statt und die Versicherte sei weiterhin in der Klinik E._ in Behandlung (IV-
act. 33). In einer Notiz vom 29. September 2016 hielt der RAD fest, dass er seine
versicherungsmedizinische Bewertung anpassen müsse. Die zuständige Therapeutin
der Klinik E._ habe sich am Tag zuvor mit der zuständigen Psychiaterin sowie Dr.
C._ zusammengesetzt. Die bereits vom IV-Eingliederungsberater als kritisch
eingestufte psychische Instabilität habe sich nun auch in der Behandlung deutlicher
gezeigt. Die Therapeutin bitte daher in nachvollziehbarer Weise darum, den Beginn der
Eingliederungsmassnahmen zu verschieben. Zunächst sei eine Änderung der
Psychopharmaka vorgesehen, gleichzeitig sollte eine Lymphdrainage der Beine
stattfinden. Die Klinik E._ wolle sich ausserdem mit Dr. C._ hinsichtlich der
somatischen Behandlung bzw. des Eingliederungspotentials im geschützten Rahmen
absprechen. Die Therapeutin hoffe, bis Anfang nächsten Jahres eine entsprechende
Stabilisierung erreichen zu können. Falls sich nichts Grundlegendes ändere, rechne der
RAD damit, dass Anfang 2017 ein Eingliederungsversuch im geschützten Rahmen mit
einer Präsenzzeit von 50 % befürwortet werden könne (IV-act. 34).
In einem Bericht vom 3. Januar 2017 nannten die Behandler der Klinik E._ als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach einer
rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige depressive Episode (IV-act. 37-2).
Weiter hielten sie fest, bei der Versicherten bestünden eine Selbstwertproblematik, eine
teilweise Verbitterung, eine körperliche Dekonditionierung, eine verringerte emotionale
Belastbarkeit, eine eingeschränkte Selbstbehauptungsfähigkeit und eine
eingeschränkte Leistungsfähigkeit bei einer depressiven Residualsymptomatik. Die
bisherige Tätigkeit sei ihr im Rahmen eines Wiedereinstiegs mit ansteigendem Pensum
zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit anfänglich reduziert sei. In wohlwollender
Arbeitsumgebung sei die volle Leistungsfähigkeit bald wieder erreichbar (IV-act. 37-4).
Aus psychiatrischer Sicht wäre eine behinderungsangepasste Tätigkeit ab Januar 2017
im Umfang von rund vier Stunden pro Tag möglich, ab ca. Februar 2017 wäre eine
Tätigkeit in einem Pensum von 50 % denkbar (IV-act. 37-5).
A.e.
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Am 31. Januar 2017 gelangte die Versicherte mit einer E-Mail an die IV-Stelle. Sie
erklärte, dass eine grössere Zahnsanierung geplant sei, die in etwa bis Ende März 2017
dauern werde. Anschliessend würde sie gerne mit dem zuständigen Psychologen und
der IV-Stelle zusammensitzen, um ihre Möglichkeiten für einen beruflichen
Wiedereinstieg zu evaluieren. Sie bat um einen Termin für Anfang April 2017 (IV-act.
39). Anlässlich einer Besprechung vom 3. März 2017 verblieben der IV-
Eingliederungsverantwortliche und die Versicherte dahingehend, dass die
Arbeitsfähigkeit mit der Klinik E._ abzustimmen sei. Sobald eine Teilarbeitsfähigkeit
vorliege, solle sich die Versicherte beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
anmelden und erneut Kontakt zum Eingliederungsverantwortlichen aufnehmen (IV-act.
55-2). In einer E-Mail vom 14. Juni 2017 informierte eine Personalberaterin des RAV die
IV-Stelle darüber, dass die Versicherte an diesem Tag zum Erstgespräch erschienen sei
und ein gemeinsames Gespräch auch mit dem Eingliederungsverantwortlichen der IV-
Stelle in die Wege geleitet werden sollte (IV-act. 42).
A.f.
Aufgrund im Verlauf des Frühlings aufgetretener Schwindelbeschwerden und
Sehstörungen (vgl. dazu IV-act. 55-3) wurde die Versicherte am 3. Juli 2017 auf
Zuweisung von Dr. C._ bei Dr. med. G._, Neurologie FMH, Psychiatrie und
Psychotherapie, Schlafmedizin, vorstellig. Dieser nannte im entsprechenden
Untersuchungsbericht als Diagnose "klinisch zumindest mittelschwere kognitive
Defizite und beginnende funikuläre Myelose bei Vitamin B12-Mangel". Weiter hielt er
fest, dass eine intensive Vitamin B12-Substitution eingeleitet worden sei, eine
Wiedervorstellung in ca. drei Monaten geplant sei und wahrscheinlich eine
Überweisung ans KSSG für eine neuropsychologische Abklärung erfolgen werde (IV-
act. 54-6). Am ._ Juli 2017 fand eine Besprechung auf dem RAV statt, anlässlich
welcher der IV-Eingliederungsverantwortliche protokollierte, dass sich der
Gesundheitszustand der Versicherten im Frühling 2017 verschlechtert habe. Die
Therapie des festgestellten Vitamin B12-Mangels werde drei Monate dauern.
Anschliessend seien weitere neurologische Untersuchungen geplant. Bis dahin bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 20 %. In diesem Rahmen suche die Versicherte aktuell nach
Arbeitsstellen (IV-act. 55-3; zur Arbeitsfähigkeit vgl. IV-act. 46 f.).
A.g.
Am 15. Juli 2017 unterzeichnete die Versicherte einen Eingliederungsplan der IV-
Stelle zur Arbeitsvermittlung (IV-act. 48). Mit Mitteilung vom 18. Juli 2017 gewährte die
A.h.
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IV-Stelle Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die
Eingliederungsberatung (IV-act. 49).
Eine MRT-Kontrolluntersuchung des Neurokraniums vom 17. August 2017 ergab
gegenüber der Voruntersuchung vom März 2016 stationäre unspezifische
Marklagergliosen frontoparietal beidseits ohne neue Läsionen (IV-act. 54-11). Am 28.
August 2017 berichtete Dr. G._, dass die Versicherte anlässlich der Vorstellung vom
3. Juli 2017 Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, eine ausgeprägte
Müdigkeit, eine schnelle Erschöpfung, eine mässig ausgeprägte Gangstörung sowie
erhebliche Nacken- und Rückenschmerzen beklagt habe. Bei beginnender funikulärer
Myelose und einer wahrscheinlich vitaminbedingten Zunahme der kognitiven Defizite
sei eine intensive Substitutionstherapie mit Vitamin B12 eingeleitet worden. Am 14.
August 2017 habe sich die Versicherte erneut vorgestellt, da es tendenziell zu einer
Verschlechterung ihrer Befindlichkeit mit einer Zunahme der Gedächtnisstörungen,
Missempfindungen in den Extremitäten und der Nacken- und Rückenschmerzen
gekommen sei. Es sei eine MRT-Kontrolluntersuchung des Schädels durchgeführt
worden, welche bezüglich der zerebralen gliotischen Läsionen (am ehesten
mikroangiopathischer Genese) im Vergleich zu den Voruntersuchungen vom 30. März
2016 und 9. Juli 2015 unveränderte Befunde gezeigt habe. Im Rahmen ausgedehnter
elektroneurographischer Untersuchungen seien in Bezug auf die Extremitäten keine
Auffälligkeiten festgestellt worden. Eine MRT-Untersuchung der LWS habe
Diskushernien auf der Höhe LWK4/5 und LWK5/SWK1 mit L5-Neuroforamina-
Einengung rechts und S1-Neuroforamina-Einengung beidseits zum Vorschein
gebracht. Eine HWS-MRT-Untersuchung habe Diskushernien auf der Höhe HWK5/6
und HWK6/7 zur Darstellung gebracht. Die Versicherte habe berichtet, die
antidepressive Therapie aufgrund fehlender Wirksamkeit abgesetzt zu haben, wobei es
zu erheblichen Stimmungsschwankungen gekommen sei. Am 17. August 2017 habe
die Versicherte im HAMD21 einen Punktewert von 24 erreicht, was für eine
mittelschwere Depression spreche. Bei der aktuellen Ausprägung der depressiven
Symptomatik sei die Durchführung einer neuropsychologischen Untersuchung zur
Erfassung der kognitiven Ausfälle wenig ergiebig. Eine engmaschige psychiatrisch-
psychotherapeutische Betreuung sei zwingend erforderlich (IV-act. 65-6 ff.).
A.i.
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Anlässlich einer Besprechung auf dem RAV vom ._ September 2017 hielt der IV-
Eingliederungsverantwortliche fest, dass sich die gesundheitliche Situation der
Versicherten weiter verschlechtert habe, zumal Bandscheibenvorfälle festgestellt
worden seien. Aktuell bestehe seit September 2017 wieder eine volle
Arbeitsunfähigkeit, weshalb die Eingliederungsbemühungen abgeschlossen würden
(vgl. IV-act. 55-3 f.).
A.j.
Auf eine entsprechende Anfrage der IV-Stelle, bei wem sie in psychiatrischer
Behandlung stehe (vgl. IV-act. 70; zur entsprechenden Empfehlung des RAD vgl. IV-
act. 67-2), teilte die Versicherte in einer Mail vom 4. Dezember 2017 mit, dass sie,
solange sie Krankentaggelder erhalten habe, bei der Klinik E._ in Behandlung
gewesen sei. Nachher habe die Krankenversicherung wegen Prämienausständen ihre
Arztrechnungen nicht mehr bezahlen wollen. Aus diesem Grund und weil es sich bei
der Klinik E._ um eine Privatklinik handle, habe man beabsichtigt, sie an die Klinik
H._ zu überweisen, sobald die Probleme mit der Krankenversicherung behoben
seien. Die Sperrung durch die Krankenversicherung sei erst kürzlich aufgehoben
worden. Eine Anmeldung bei einem Psychiater sei nun geplant (vgl. IV-act. 71). In
einem Bericht vom 7. Dezember 2017 teilten die Behandler der Klinik E._ mit, dass
die letzte ärztliche Konsultation am 6. Juni 2017 stattgefunden habe. Da die
Krankentaggeldversicherung ihre Leistungen per Ende Juli 2017 eingestellt habe, seien
bei der Versicherten Ängste aufgekommen, sich beim RAV anzumelden. In der Folge
hätten die soziale und die psychotherapeutische Betreuung überdacht werden müssen,
wobei am 6. Juni 2017 der Behandlungsabschluss an der Klinik E._ und die
Überweisung ans Ambulatorium in H._ beschlossen worden seien. Die Situation habe
sich blockiert gezeigt und therapeutische Fortschritte seien unter den gegebenen
Umständen kaum möglich gewesen. Eine sozialpsychiatrische Betreuung sei
notwendig geworden (IV-act. 73-2 f.). In einem Bericht der Psychiatrie I._ vom 23.
Mai 2018 hielten die Behandelnden fest, dass sie die Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht auf ca. 50-60 % schätzten. Zur
Überprüfung der Arbeitsfähigkeit empfahlen sie Abklärungsmassnahmen bzw. eine
Eingliederung im geschützten Rahmen (IV-act. 84). Nach einer entsprechenden
Kontaktaufnahme der IV-Eingliederungsverantwortlichen teilte die Versicherte dieser in
A.k.
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St.Galler Gerichte
einer Mail vom 27. Juli 2018 mit, dass aus ihrer Sicht die Vereinbarung eines
Besprechungstermins aktuell nicht sinnvoll sei (vgl. IV-act. 93).
Am 20. Dezember 2018 berichtete Dr. C._ davon, dass die Versicherte an
mittelschweren kognitiven Störungen sowie an Depressionen leide und zu 100 %
arbeitsunfähig sei (vgl. IV-act. 99-1 ff.). Er reichte der IV-Stelle neben anderen
medizinischen Unterlagen (vgl. IV-act. 99) einen Bericht der Klinik für Neurologie des
KSSG über einen tagesklinischen Aufenthalt in der Memory Clinic vom ._ Juli 2018
sowie dessen Nachbesprechung vom ._ Juli 2018 ein, in dem als Diagnose
mittelschwere kognitive Störungen sowie als Differentialdiagnose eine Lewy-Körper-
Demenz oder kognitive Störungen im Rahmen einer Depression festgehalten worden
waren (vgl. IV-act. 99-19 ff.; zur Untersuchung vgl. auch IV-act. 113). Weiter legte Dr.
C._ eine seinerseits verfasste Rückfrage an die Klinik (vgl. IV-act. 99-17) sowie deren
Stellungnahme vom ._ Oktober bzw. ._ November 2018 bei, in welcher das Vorliegen
einer Demenz verneint und die kognitiven Störungen am ehesten im Rahmen einer
psychiatrischen Erkrankung interpretiert worden waren (vgl. IV-act. 99-15 f.). In einer
ebenfalls beigelegten weiteren Stellungnahme vom 10. November 2018 hatte Dr. C._
gewisse Zweifel daran geäussert, dass die kognitiven Einschränkungen wirklich
psychiatrischer Natur seien, und festgehalten, sie stellten jedenfalls das Leitsymptom
dar und die Versicherte sei unabhängig von deren Ursache seit 2015 nicht mehr
arbeitsfähig (vgl. IV-act. 99-14).
A.l.
Mit Mitteilung vom 16. Januar 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um
weitere berufliche Massnahmen ab, da solche aufgrund des Gesundheitszustandes
aktuell nicht möglich seien (IV-act. 106).
A.m.
In einem Schreiben vom 17. Januar 2019 berichtete Dr. C._, dass bei der
Versicherten unbestrittenermassen eine deutliche kognitive Beeinträchtigung bestehe,
die aktuell zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit führe. Einigkeit bestehe mit dem
psychiatrischen Behandler auch darin, dass ein vierwöchiger stationärer Aufenthalt
sinnvoll wäre. Während der behandelnde Psychiater die Versicherte aber in einer
psychiatrischen Abteilung untersuchen lassen möchte, sei er der Ansicht, dass sie in
einer neurologisch ausgerichteten Abteilung untersucht werden sollte. Er gehe davon
aus, dass den Beschwerden der Versicherten keine psychische Erkrankung zu Grunde
A.n.
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liege, sondern es sich um eine neurologische Erkrankung handle, z.B. um eine
funikuläre Myelose oder ein Frontalhirn-Syndrom mit sekundär auftretenden
depressiven Verstimmungen. Die bisherigen antidepressiven Therapien hätten denn
auch keine Verbesserung gebracht (vgl. IV-act 108). Gleichentags informierte die
Versicherte die IV-Stelle darüber, dass die antidepressive Medikation mangels
Wirksamkeit eingestellt worden sei (vgl. IV-act. 109). In einem Bericht vom 15. Februar
2019 nannten die Behandler der Psychiatrie I._ als Diagnosen eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig remittiert, sowie den Verdacht auf eine
Persönlichkeitsveränderung. Die Frage der Arbeitsfähigkeit konnten sie nicht
beantworten. Schliesslich hielten sie fest, dass das Behandlungsangebot und die
Therapie von der Versicherten nicht weiter gewünscht würden. Die Medikation habe die
Versicherte Ende Dezember 2018 abgesetzt. Eine versicherungsmedizinische
Begutachtung erscheine sinnvoll (vgl. IV-act. 116). Am 29. April 2019 reichte Dr. C._
einen Untersuchungsbericht zu einer kontrastmittelunterstützten MRA der Halsarterien
vom 15. März 2019 ein (vgl. IV-act. 126).
Am 24. September 2019 erstattete das Begutachtungszentrum BL (BEGAZ) im
Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres (allgemeinmedizinisches, psychiatrisches,
orthopädisches, neurologisches und neuropsychologisches) Gutachten (vgl. IV-act. 146
ff.). In ihrer Konsensbeurteilung nannten die Sachverständigen als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kognitive Funktionsstörung (Verdacht auf
mikroangiopathisch bedingte Enzephalopathie; Leistungsminderung bei Schlafstörung
unklarer Ätiologie; IV-act. 146-9). Sodann kamen sie zum Schluss, dass der
Versicherten ab Juli 2018 in der angestammten sowie in einer vergleichbaren anderen
Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % und in einer optimal
leidensangepassten Tätigkeit von 30 % attestiert werden müsse (vgl. IV-act. 146-12 ff.).
A.o.
Am 8. Januar 2020 brachte die Versicherte gegenüber der IV-Stelle zum Ausdruck,
mit dem Gutachten nicht einverstanden zu sein. Sie wies darauf hin, dass sie am 24.
Januar 2015 einen Unfall mit einer Hirnerschütterung erlitten habe und ihr Arzt davon
ausgehe, dass alle ihre Beschwerden auf diesen Unfall zurückzuführen seien. Die
entsprechende Unfallmeldung vom ._ Februar 2015 reichte die Versicherte
gleichentags ein (vgl. IV-act. 158). In einem Bericht vom 14. Januar 2020 schilderte Dr.
C._, dass die Versicherte sich bei ihm im Juli 2015 erstmals auf Drängen der
A.p.
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B.
damaligen Arbeitgeberin vorgestellt habe, da sich ihre Arbeitsleistung und ihr Auftreten
zwei bis drei Monate zuvor deutlich verändert hätten. Die Symptome seien mit einem
Frontalhirn-Syndrom vereinbar gewesen. Zur weiteren Abklärung sei eine MRT-
Untersuchung durchgeführt worden. Da eine Ursache zum damaligen Zeitpunkt nicht
zu eruieren gewesen sei, sei der neurologische Befund nicht ernst genommen und die
Versicherte auf die psychische Schiene gelenkt worden. Zwar habe sie in der Zeit nach
ihrer Kündigung an einer depressiven Verstimmung, im häuslichen Bereich jedoch vor
allem unter den kognitiven Störungen gelitten. Nun habe sich die Versicherte an ihren
Unfall erinnert. Ein Schädel-Hirn-Traumata könne verschiedene Veränderungen
hervorrufen (vgl. IV-act. 160).
Mit Vorbescheid vom 28. Januar 2020 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Ausrichtung einer Viertelsrente ab dem 1. Juli 2019 in Aussicht (IV-act. 164).
A.q.
Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 26. Februar 2020 einen
Einwand (vgl. IV-act. 177).
A.r.
Am 24. April 2020 reichte die Versicherte Berichte von Dr. G._ ein (vgl. IV-act.
183 ff.). Der RAD kam in seiner Beurteilung vom 20. Mai 2020 zum Schluss, dass mit
den erhobenen Einwänden und eingereichten Unterlagen keine neuen Befunde oder
Erkenntnisse, welche die Einschätzung der funktionellen Einschränkungen betreffen
würden, vorgelegt worden seien (vgl. IV-act. 193).
A.s.
Mit Verfügung vom 29. Juni 2020 wurde der Versicherten ab dem 1. Juli 2019 eine
Viertelsrente zugesprochen (IV-act. 207 i.V.m. 197 f.).
A.t.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin),
vertreten durch Rechtsanwalt S. Meier Rhein, Procap St. Gallen-Appenzell, am 31.
August 2020 Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, die Verfügung der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 29. Juni 2020 sei aufzuheben und ihr sei eine
höhere Invalidenrente mit Beginn ab 1. August 2016 auszurichten. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
B.a.
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Beschwerdegegnerin. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die
Beschwerdeführerin die Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss der Abklärungen
durch die SWICA-Unfallversicherung (vgl. act. G 1. S. 2). Weiter beantragte sie die
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 1 S. 2 und G
5 f.).
Mit Schreiben vom 28. September 2020 legte die Beschwerdegegnerin dar,
weshalb aus ihrer Sicht eine Verfahrenssistierung nicht angezeigt sei (vgl. act. G 4).
B.b.
Am 6. Oktober 2020 entsprach der verfahrensleitende Richter dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 7). Mit gleichentags verfasstem Schreiben sah er von einer
Verfahrenssistierung einstweilen ab mit dem Hinweis, aufgrund der zu erwartenden
Verfahrensdauer könne ohnehin davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin auch ohne Sistierung Gelegenheit haben werde, die
Abklärungsergebnisse der Unfallversicherung nachzureichen (vgl. act. G 8).
B.c.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 10).
B.d.
In ihrer Replik vom 19. April 2021 hielt die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 16). Zusammen mit
ihrer Beschwerde reichte sie ein im Auftrag der SWICA-Unfallversicherung von der
SMAB AG St. Gallen am 29. Januar 2021 erstelltes Gutachten (act. G 16.2 f.) sowie
weitere Unterlagen ein (vgl. act. G 16.1 und 16.4 ff.).
B.e.
In ihrer Duplik vom 5. Mai 2021 hielt die Beschwerdegegnerin am in der
Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 18) und gab eine RAD-
Stellungnahme vom 29. April 2021 zu den Akten (act. G 18.1), die in der Folge der
Beschwerdeführerin zur allfälligen Stellungnahme zugestellt wurde (vgl. act. G 19).
B.f.
Mit Schreiben vom 21. Juli 2021 reichte die Beschwerdegegnerin eine ergänzende
Stellungnahme der SMAB AG vom 21. Juni 2021 sowie die Verfügung der SWICA-
B.g.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist die Höhe sowie der Beginn des Rentenanspruchs
der Beschwerdeführerin.
2.
Unfallversicherung vom 6. Juli 2021, mit welcher diese eine Leistungspflicht für die
aktuell von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden mangels
Kausalzusammenhangs abgelehnt hatte, ein (vgl. act. G 20 und 20.1). Die Eingaben
wurden der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht (act. G 21).
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
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3.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
2.2.
In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung.
Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V
352 E. 3a). Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen und 138 V 221 f. E. 6
mit Hinweisen). Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als
bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).
2.3.
Zunächst ist zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin
gestützt auf die Aktenlage überwiegend wahrscheinlich feststeht.
3.1.
Die Beschwerdegegnerin beruft sich in medizinischer Hinsicht in erster Linie auf
das von ihr eingeholte BEGAZ-Gutachten (vgl. act. G 10). Demgegenüber ist die
Beschwerdeführerin der Ansicht, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der BEGAZ-
3.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 15/25
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Sachverständigen mit Blick auf ihr gesamtes gesundheitliches Beschwerdebild nicht
nachvollziehbar sei. Ihr werde im Gutachten infolge der neuropsychologischen
Beeinträchtigung eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für optimal angepasste Tätigkeiten
attestiert. Die vorab bestehende Unkonzentriertheit und Vergesslichkeit sowie die
fehlende Fähigkeit, in mehreren Bereichen gleichzeitig zu arbeiten, bildeten jedoch nur
einen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Aspekt. Zu wenig gewichtet werde, dass
sie zusätzlich unter Schlafproblemen und Kopfschmerzen leide, weshalb sie tagsüber
reduziert sei. Hinzu kämen ein cervicales Syndrom sowie cervicogene und
lumbospondylogene Beschwerden, die ihre Möglichkeiten, mit den
neuropsychologischen Einschränkungen umzugehen, zusätzlich einschränkten. Das
gutachterlich festgelegte Zumutbarkeitsprofil und die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70
% trügen der Gesamtproblematik nicht genügend Rechnung (vgl. act. G 1 S. 4 f.).
In ihrem interdisziplinären Konsens haben die BEGAZ-Sachverständigen als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kognitive Funktionsstörung bei
Verdacht auf mikroangiopathisch bedingte Enzephalopathie und Leistungsminderung
bei Schlafstörung unklarer Ätiologie genannt (IV-act. 146-9). Dass die Tagesmüdigkeit
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat, haben die Sachverständigen somit
ausdrücklich anerkannt und auch bei der Schätzung der Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt. Dies ergibt sich auch aus der von ihnen angeführten Begründung der
Arbeitsfähigkeit. Sie haben unter anderem festgehalten, dass unter Berücksichtigung
der neuropsychologischen Evaluation infolge der Tagesmüdigkeit und der kognitiven
Funktionseinschränkung von einer 50%igen Leistungseinschränkung in der
angestammten sowie in einer vergleichbaren anderen Tätigkeit auszugehen sei (IV-act.
146-14). In einer angepassten Tätigkeit könne aus neuropsychologischer Sicht eine
leichte bis mittelgradige Einschränkung attestiert werden. Es sei von einer 30%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen (IV-
act. 146-14 f.). Auch den von der Beschwerdeführerin angesprochenen cervicogenen
und lumbospondylogenen Beschwerden haben die Sachverständigen im Rahmen der
BEGAZ-Begutachtung Beachtung geschenkt. Sie haben diesen jedoch in
nachvollziehbarer Weise keine eigenständige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
beigemessen (vgl. IV-act. 146-10). Die Sachverständigen haben ihre Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit sodann unter Berücksichtigung des von der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung vorgegebenen, Indikatoren geleiteten Beweisverfahrens abgegeben,
wobei auch den Ressourcen und Belastungsfaktoren der Beschwerdeführerin
Beachtung geschenkt worden ist. Anhaltspunkte dafür, dass die orthopädischen
Probleme bzw. die Schmerzproblematik oder sonstige wesentlichen Aspekte im
Rahmen der Begutachtung unberücksichtigt geblieben wären, liegen nicht vor.
3.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 16/25
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Vielmehr erscheint das Gutachten als umfassend. Es trägt den von der
Beschwerdeführerin geklagten Leiden ausreichend Rechnung. Auch beruht das
Gutachten auf eigenständigen Abklärungen (vgl. IV-act. 146 ff.). Sodann leuchtet die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, wonach (spätestens) ab Juli 2018 in der
angestammten Tätigkeit eine 50%ige und in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit
eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege (vgl. IV-act. 146-12 ff.), angesichts der
dargelegten medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen
Situation ein, zumal sie auch mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen
der SMAB AG übereinstimmt (vgl. act. G 16.2). Folglich kann darauf abgestellt werden.
Dass die Sachverständigen den Zeitpunkt für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit
auf Juli 2018 gelegt haben, leuchtet ein. Denn im Juli 2018 sind die kognitiven
Einschränkungen der Beschwerdeführerin erstmals durch eine neuropsychologische
Testung objektiviert worden (vgl. IV-act. 99-19 ff. und 113). Für die Zeit vor Juli 2018
enthält das BEGAZ-Gutachten jedoch keine explizite, konsensuale Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit. Aus der Sicht einzelner Fachdisziplinen sind gewisse Verläufe
festgehalten worden. Aus orthopädischer Sicht sind beispielsweise temporäre
Arbeitsunfähigkeiten von sechs bis acht Wochen nach den jeweiligen operativen
Arthroskopien attestiert worden. Aus psychiatrischer Sicht ist festgehalten worden, es
sei anzunehmen, dass in der Vergangenheit zwar teilweise Arbeitsunfähigkeiten
vorhanden gewesen seien, spätestens ab Mai 2018 jedoch wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Schliesslich haben die Sachverständigen ausgeführt,
dass anamnestisch Hinweise für kognitive Ursachen der eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit vorlägen. Das konkrete Ausmass der kognitiv bedingten
Einschränkung müsse massgeblich unter Berücksichtigung der neuropsychologischen
Abklärung beurteilt werden. Aus rein somatisch-neurologischen Gesichtspunkten
bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 146-13). Daraus ist zu schliessen, dass
die Gutachter, die der Beschwerdeführerin ab Juli 2018 die 30%ige Arbeitsunfähigkeit
in leidensangepassten Tätigkeiten im Wesentlichen gestützt auf die
neuropsychologischen Einschränkungen attestiert haben, nicht in der Lage gewesen
sind, die Ursache der kognitiven Defizite und damit auch deren Beginn exakt zu
eruieren. Über die genauen Ursachen der neuropsychologischen Einschränkungen sind
sich auch die behandelnden Ärzte nicht im Klaren (vgl. dazu insbesondere IV-act.
99-15 ff.). Im neuropsychologischen Fachgutachten der SMAB AG ist ebenfalls
festgehalten worden, dass aus neuropsychologischer Sicht keine Angaben über die
Ursächlichkeit der kognitiven Störungen gemacht werden könnten (vgl. act. G 16.3-14).
Retrospektiv könne aufgrund der neuropsychologischen Vorbefunde vom ._ Juli 2018
und ._ September 2019 davon ausgegangen werden, dass es seither zu keiner
3.4.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 17/25
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Veränderung gekommen sei. Angaben zum Zeitraum vor der ersten
neuropsychologischen Untersuchung könnten aus neuropsychologischer Sicht nicht
gemacht werden (vgl. act. G 16.3-15, unten).
Ob die kognitiven Einschränkungen der Beschwerdeführerin und die damit
einhergehende Arbeitsunfähigkeit bereits vor Juli 2018 vorhanden gewesen sind, lässt
sich also nicht mit Sicherheit sagen. Unbestritten ist allerdings, dass bereits vor Juli
2018 teilweise Arbeitsunfähigkeiten bestanden haben (vgl. dazu das BEGAZ-Gutachten
IV-act. 146-13). Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt (vgl. act. G 1 S. 5 f.), ist
die Invalidenversicherung eine finale Versicherung. Die exakten Ursachen einer
Arbeitsunfähigkeit sind für den Rentenanspruch grundsätzlich nicht relevant (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 5. August 2020, 8C_207/2020, E. 5.2.2 mit Hinweisen; BGE
127 V 299 E. 5a). Die Unklarheiten darüber, ob die Einschränkungen der
Beschwerdeführerin zunächst auf einer psychischen, namentlich einer depressiven
Symptomatik beruht haben oder ob schon seit Beginn der geltend gemachten
Beeinträchtigungen die neuropsychologischen Probleme, psychischen oder
somatischen Ursprungs, im Vordergrund gestanden haben, stehen einem
Rentenanspruch somit grundsätzlich nicht entgegen. In medizinischer Hinsicht
entscheidend für den Beginn des Rentenanspruchs ist, ab welchem Zeitpunkt mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %
vorgelegen hat und wie lange diese angedauert hat (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG).
3.5.
Die Beschwerdeführerin ist von Dr. C._ zwischen dem 15. und 25. Juli 2015 zu
100 % (IV-act. 23-12), vom 27. Juli bis 31. August 2015 zu 50 % (IV-act. 23-13 f.) und
ab dem 1. September 2015 wiederum zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden
(vgl. IV-act. 23-16 ff.). Zwischen dem 22. Oktober und 20. November 2015 hat sich die
Beschwerdeführerin stationär in der Klinik D._ aufgehalten (IV-act. 24), weshalb für
diesen Zeitraum naturgemäss von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Die
Behandelnden der Klinik D._ haben zwischen dem 22. Oktober und 4. Dezember
2015 auch explizit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (vgl. IV-act. 24-5).
Zwischen dem 11. Januar und 5. Februar 2016 hat die Beschwerdeführerin in
tagesklinischer Behandlung der Klinik E._ gestanden (vgl. IV-act. 37-2) und dort
anschliessend eine ambulante Therapie weitergeführt, wobei ihr weiterhin eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden ist (vgl. IV-act. 37-4). Am 25. April und 17.
Juni 2016 hat sich die Beschwerdeführerin zwei Kniearthroskopien unterziehen müssen
(vgl. IV-act. 54-17 ff. und 54-21 ff.), die gemäss Einschätzung des orthopädischen
BEGAZ-Gutachters jeweils sechs- bis achtwöchige Phasen von Arbeitsunfähigkeit
nach sich gezogen haben (vgl. IV-act. 146-13). Noch im September 2016 hat die
3.6.
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psychologische Behandlerin der Klinik E._ eine Arbeitsfähigkeit erst im geschützten
Rahmen in einem Pensum von 50 % für möglich gehalten (vgl. IV-act. 27-1 und 31),
wobei sie diese Einschätzung in Absprache mit der zuständigen Psychiaterin und Dr.
C._ noch im selben Monat revidiert hat. Eine Eingliederung ist aufgrund der
psychischen und somatischen Gesamtsituation noch für verführt erachtet worden (vgl.
IV-act. 32). Der RAD hat diese Einschätzung in einer Stellungnahme vom 29.
September 2016 geteilt und damit gerechnet, dass anfangs des Jahres 2017 ein
Eingliederungsversuch im geschützten Rahmen mit einer Präsenzzeit von 50 %
gestartet werden könne (vgl. IV-act. 32-1). In einem Bericht vom 3. Januar 2017 haben
die Behandler der Klinik E._ die bis zu diesem Zeitpunkt bestehende 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestätigt (vgl. IV-act. 37-4), ab Januar 2017 aber eine
leidensangepasste Tätigkeit für rund vier Stunden täglich und ab ca. Februar 2017 in
einem Pensum von 50 % für möglich gehalten. Von einem geschützten Rahmen haben
sie nicht mehr gesprochen (vgl. IV-act- 37-5) und als Diagnose einen Status nach einer
rezidivierenden depressiven Störung angegeben (vgl. IV-act. 37-2). Folglich ist
anzunehmen, dass mindestens bis Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden hat, ab anfangs des Jahres 2017 aber zumindest aus psychiatrischer Sicht
wieder eine Teilarbeitsfähigkeit vorgelegen hat.
Für die Zeit zwischen Januar 2017 und Juli 2018 ergibt sich aufgrund der
Aktenlage kein eindeutiges Bild bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
Einerseits existiert die soeben erwähnte Einschätzung der Behandelnden der Klinik
E._, wonach ab Januar bzw. Februar 2017 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen sei. Die Beschwerdeführerin ist denn auch im Juni 2017 zu einem
Erstgespräch im RAV erschienen (vgl. IV-act. 42) und die psychiatrische Behandlung ist
im Juni 2017 komplett eingestellt worden (vgl. IV-act. 73-2 f.), wobei die Gründe hierfür
nicht ganz klar sind (vgl. dazu IV-act. 71 und 73-2 f.). Andererseits scheint die
Beschwerdeführerin subjektiv bereits im Frühling 2017 wieder eine Verschlechterung
ihres Gesundheitszustandes bemerkt zu haben, wobei es nach ihren Angaben neu zu
Schwindelanfällen und Sehstörungen gekommen ist (vgl. IV-act. 55-3). Im Juli 2017 ist
ein Vitamin B12-Mangel festgestellt worden, der nach Einschätzung von Dr. G._
durchaus auch für eine Verschlechterung der kognitiven Situation verantwortlich
gewesen sein könnte. Er hat unter anderem die Diagnose einer funikulären Myelose in
den Raum gestellt (vgl. IV-act. 54-6 und 65-6 f.). Durch die Vitaminsubstitution scheint
es dann allerdings zu keiner wesentlichen Verbesserung gekommen zu sein. Im
Gegenteil hat die Beschwerdeführerin anlässlich einer Vorstellung bei Dr. G._ vom
14. August 2017 eine Verschlechterung bemerkt (vgl. IV-act. 65-6 f.), wobei die
anschliessend durchgeführte MRT-Untersuchung des Neurokraniums vom 17. August
3.7.
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2017 stationäre Marklagergliosen gezeigt hat (vgl. IV-act. 54-11 und 65-7). Dr. G._ ist
im August 2017 wiederum von einer depressiven Symptomatik ausgegangen. Aus
diesem Grund hat er eine neuropsychologische Abklärung zu diesem Zeitpunkt nicht
als zielführend erachtet (vgl. IV-act. 65-7). Ab Januar 2018 hat die Beschwerdeführerin
daher erneut eine psychiatrische bzw. psychologische Behandlung aufgenommen. Die
Behandler haben ihr ab dann aus psychiatrischer Sicht eine 50-60%ige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert. Zur Überprüfung der
Arbeitsfähigkeit haben sie Abklärungsmassnahmen im geschützten Rahmen empfohlen
(vgl. IV-act. 84). Im Mai 2018 ist die psychiatrische Behandlung bereits wieder
abgebrochen worden (vgl. IV-act. 116-4, unten), weshalb die BEGAZ-Gutachter davon
ausgehen, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt wieder eine volle Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht bestanden habe (vgl. IV-act. 146-13). Dies ist denkbar, geht aber
aus den Akten nicht schlüssig hervor, zumal sich die Ärzte über die psychische
Komponente der neuropsychologischen Störungen gerade nicht einig sind (vgl. dazu
namentlich IV-act. 99-14 ff., 108, 126, 160 und 183 ff.). Wie bereits erwähnt, scheint
auch den BEGAZ-Gutachtern die Ursache der neuropsychologischen
Einschränkungen, für die sie ab Juli 2018 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert haben, nicht
eindeutig klar zu sein, weshalb sie sich eben nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit vor Juli
2018 geäussert haben (vgl. IV-act. 146-12 ff.). Da die Beschwerdeführerin die
Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeitsprobleme aktenkundig bereits im Juli
2015 beklagt hatte (vgl. IV-act. 54-26 ff. und 160), sodass bereits anfangs 2016 eine
neuropsychologische Abklärung angedacht, aber wegen fehlender Kostengutsprache
durch die Krankenversicherung infolge von Prämienausständen nicht durchgeführt
worden war (vgl. IV-act. 19-1, 20-2 und 30-1), und insbesondere, weil Dr. G._ bereits
im Juli 2017 kognitive Störungen festgestellt hat (vgl. IV-act. 54-6 und 65-6 ff.), ist es
als überwiegend wahrscheinlich einzustufen, dass die erstmals im Juli 2018 im Rahmen
einer neuropsychologischen Abklärung festgestellten kognitiven Einschränkungen (vgl.
IV-act. 99-19 ff. und 113) im Januar 2017 bereits vorhanden gewesen sind. Daher
rechtfertigt es sich, die von den Gutachtern attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten bereits ab Januar 2017 anzunehmen (vgl. IV-act.
146-15). Ob darüber hinaus im Zeitraum von Januar 2017 bis Juli 2018 (z.B. wegen des
Vitamin B12-Mangels) noch eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat, dürfte sich
retrospektiv nicht mehr schlüssig feststellen lassen, wie auch die Begutachtung bei der
BEGAZ gezeigt hat (vgl. IV-act. 146 ff.), weshalb von weiteren diesbezüglichen
Abklärungen abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 236 ff. E. 5.3
und 5.5 mit weiteren Hinweisen). Ob im Zeitraum zwischen Januar 2017 und Juli 2018
noch eine höhere als die 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, bleibt somit
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4.
beweislos. Die Folgen der Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin zu tragen (vgl.
E. 2.3).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ab dem 15. Juli 2015 (abgesehen von
einem kurzen, nicht wesentlichen Unterbruch mit 50%iger Arbeitsunfähigkeit zwischen
Ende Juli und August 2015; vgl. IV-act. 23-13 f.) bis 31. Dezember 2016 von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit und ab Januar 2017 von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit
in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen ist.
3.8.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin den von der
Beschwerdegegnerin auf den 1. Juli 2019 festgesetzten Beginn des Rentenanspruchs
zu Recht kritisiert (vgl. act. G 1 S. 5 f.). Die IV-Anmeldung der Beschwerdeführerin ist
bei der Beschwerdegegnerin nämlich bereits am 26. Januar 2016 eingegangen (vgl. IV-
act. 1). Der frühestmögliche Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art.
29 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 IVG fällt somit auf den 1. Juli 2016. Da das Wartejahr i.S.v. Art.
28 Abs. 1 IVG nach obigen Feststellungen (vgl. E. 3.8) am 15. Juli 2015 seinen Lauf
genommen und am 15. Juli 2016 verstrichen ist, steht es einem Rentenbeginn am 1.
Juli 2016 nicht entgegen (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG). Der Rentenbeginn ist demnach auf
den 1. Juli 2016 festzusetzen.
3.9.
In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die ihr
verbliebene Restarbeitsfähigkeit von 70 % in leidensangepassten Tätigkeiten noch
sozialpraktisch verwerten kann. Sie macht in ihrer Replik nämlich geltend, bei allen
ihren Einschränkungen und den damit vorprogrammierten Fehlleistungen könne nicht
davon ausgegangen werden, dass ihre Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt noch
nachgefragt werde (vgl. act. G 16 S. 3 f.).
4.1.
Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter
Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und
abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134
V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem
Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen
Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE
110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E.
2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 3. Dezember 2003, I
4.2.
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349/01, mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem
sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden kann (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf
Urteil vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Von einer Arbeitsgelegenheit kann
allerdings nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so
eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch
nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden
Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts
vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E 3.3 mit weiteren Hinweisen).
Gemäss dem von den BEGAZ-Sachverständigen definierten Zumutbarkeitsprofil ist
ein kaufmännisches Anforderungsprofil im Back-Office zu empfehlen mit
Arbeitsabläufen, die nach vorgegebenem Muster exakt, aber ohne verstärkten
äusseren Zeitdruck abgearbeitet und kontrolliert werden können. Wo erforderlich,
könnten Hilfsmittel eingesetzt werden (z.B. Checklisten, schriftlich festgehaltene
Aufträge und To-do-Listen), die konsequent angewendet werden sollten. Komplexere
figural-räumliche Anforderungen, bei denen die Defizite der Beschwerdeführerin
hinderlich wären, sind gemäss den BEGAZ-Sachverständigen bei kaufmännischen
Tätigkeiten nicht zu erwarten (vgl. IV-act. 146-14). Weshalb eine solche Tätigkeit auf
dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der sogar Stellen mit sozialem
Entgegenkommen des Arbeitgebers umfasst (vgl. E. 4.2), nicht auffindbar sein sollte,
legt die Beschwerdeführerin nicht dar. Es ist anzunehmen, dass der ausgeglichene
Arbeitsmarkt gerade im kaufmännischen Bereich eine Vielzahl verschiedener Stellen
mit unterschiedlichen Arbeitsabläufen und Anforderungen bereithält. Folglich erscheint
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit jedenfalls nicht als ausgeschlossen. Etwas
anderes ergibt sich auch nicht aus dem im Beschwerdeverfahren eingereichten
Gutachten der SMAB AG, wonach Tätigkeiten zumutbar sind, welche keine hohen
Anforderungen an die verbale Lern- und Gedächtnisleistung für Einzelinformationen, an
die Aktvierungsbereitschaft (Reaktionsgeschwindigkeit), an die fokussierte
Aufmerksamkeit (Konzentrationsfähigkeit), an die geteilte Aufmerksamkeit, an die
verbale Ideenproduktion, an die visuelle Explorationsfähigkeit bzw. visuell-räumliche
Aufmerksamkeitsausrichtung, an die Handlungsplanung und an die Belastbarkeit
stellen (act. G 16.2-43). Trotz dieser als beachtlich imponierenden Einschränkungen
kann die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten der SMAB AG nämlich neue
sprachliche Informationen mit Kontext (Geschichten, Texte mit Zusammenhang)
aufnehmen und längerfristig behalten. Auch figurale Informationen könnten
4.3.
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5.
aufgenommen und längerfristig behalten werden. Weiter heisst es im Gutachten, die
Beschwerdeführerin könne mehrere Informationen temporär speichern, aktiv halten und
damit manipulieren. Auch könne die Beschwerdeführerin auf Gegebenheiten reagieren,
sei jedoch in den Reaktionen verlangsamt. Sie könne sich zwar auf eine Aufgabe oder
Tätigkeit konzentrieren, die Fehlerkontrolle sei unauffällig, jedoch benötige sie aufgrund
der Konzentrationsschwierigkeiten mehr Zeit. Sie könne Ideen generieren, verbale
Impulse unterdrücken und auch flexibel von einer Aufgabe zur anderen wechseln und
Aufgaben lösen, welche Anforderungen an das logische Denken stellten (vgl. act. G
16.2-10). Die Beschwerdeführerin verfügt somit auch nach der Einschätzung der
SMAB-Sachverständigen über beträchtliche Ressourcen. Weshalb deren
Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein sollte, ist
nicht ersichtlich.
Ausgehend von der ermittelten Arbeitsfähigkeit bleiben die erwerblichen
Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der Invaliditätsgrad
anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.1). Entscheidend für den
Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns
des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Massgebend ist somit das Jahr 2016 (vgl.
E. 3.9).
5.1.
Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG;
BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
hat sich zur Ermittlung des Valideneinkommens auf das von der Beschwerdeführerin im
Jahr 2014 gemäss Auszug aus dem individuellen Konto der Sozialversicherungsanstalt
(SVA) erzielte Einkommen gestützt und dieses der Nominallohnentwicklung bis zum
Jahr 2016 angepasst (vgl. IV-act. 163 und 7-1). Das so ermittelte Valideneinkommen
von Fr. 67'590.-- ist nicht zu beanstanden (vgl. IV-act. 163-1 und 197-1).
5.2.
Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf den statistischen
Jahresverdienst der im Kompetenzniveau 1 tätigen Frauen gemäss der
schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2016
abgestellt und diesen der 70%igen Arbeitsfähigkeit angepasst (vgl. IV-act. 163-1 und
197-1), was nicht zu beanstanden ist. Das gewählte Kompetenzniveau ist passend, da
die Beschwerdeführerin nur in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit eine
5.3.
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Arbeitsfähigkeit von 70 % erreichen kann (vgl. IV-act. 146-12 ff.). Ausgehend von der
Tabelle TA1 der LSE 2016 ergibt sich auf der Basis eines Arbeitspensums von 100 %
und angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ein
Jahresgehalt von gerundet Fr. 54'581.-- (Fr. 4'363.-- x 12 = Fr. 52'356.--; Fr. 52'365.-- /
40 x 41.7 = gerundet Fr. 54'581.--). Angepasst an die 70%ige Arbeitsfähigkeit, wie sie
ab Januar 2017 anzunehmen ist (vgl. E. 3.8), resultiert ein jährliches
Invalideneinkommen von gerundet Fr. 38'207.--. Weshalb die Beschwerdegegnerin auf
ein um wenige Franken abweichendes Invalideneinkommen von Fr. 38'203.--
gekommen ist (vgl. IV-act. 163-1 und 197-1), erschliesst sich dem Gericht nicht.
Gründe, die im konkreten Fall einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden, sind
vorliegend entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich und werden
von ihr auch nicht dargelegt. Der Hinweis auf allgemein gehaltene Studien ohne
Bezugnahme zum konkreten Fall vermag nichts Gegenteiliges aufzuzeigen (vgl. act. G
16 S. 4 f.). Der etwas verlangsamten Arbeitsweise der Beschwerdeführerin ist bereits
im Rahmen der attestierten 30%igen Arbeitsunfähigkeit Rechnung getragen worden
(vgl. IV-act. 146-14). Dem Umstand, dass sie in einer angepassten Tätigkeit arbeiten
muss, um eine Arbeitsfähigkeit von 70 % zu erreichen (vgl. IV-act. 146-12 ff.), ist
überdies durch das Heranziehen des LSE-Tabellenlohns für Tätigkeiten im
Kompetenzniveau 1 Beachtung geschenkt worden. Demnach ist für die Zeit ab Januar
2017 von einem Invalideneinkommen von Fr. 38'207.-- auszugehen. Für die Zeit
zwischen dem 15. Juli 2015 und 31. Dezember 2016 ist das Invalideneinkommen auf
Fr. 0.-- festzusetzen, da in diesem Zeitraum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
anzunehmen ist (vgl. E. 3.8).
Bei einer Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt sich für
den Zeitraum zwischen dem 15. Juli 2015 und dem 31. Dezember 2016 eine
Erwerbseinbusse von Fr. 67'590.-- und ein Invaliditätsgrad von 100 %. Ab Januar 2017
beträgt die Erwerbseinbusse Fr. 29'383.-- (Fr. 67'590.-- minus Fr. 38'207.--), sodass
ein Invaliditätsgrad von gerundet 43 % (Fr. 29'383.-- x 100 / Fr. 67'590.--) resultiert.
Folglich hat die Beschwerdeführerin von Juli bis Dezember 2016 Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente und ab Januar 2017 noch auf eine Viertelsrente (bzgl.
Arbeitsunfähigkeiten und Zeitpunkt Rentenbeginn vgl. E. 3.8 f.), wobei die ganze Rente
aufgrund der Übergangsfrist von Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) noch bis zum 31. März 2017 auszubezahlen
ist.
5.4.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 24/25
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6.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist
und die Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. Juli 2016 bis 31. März 2017 Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente und ab dem 1. April 2017 noch auf eine Viertelsrente hat.
Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die
Beschwerdeführerin mit ihrem Begehren bezüglich Rentenbeginn vollständig
durchgedrungen ist und ihrem Begehren um Ausrichtung einer höheren Invalidenrente
mindestens für einen begrenzten Zeitraum entsprochen wird, während sie mit ihrem
Antrag um generelle Erhöhung der Rente unterlegen ist (zu den Anträgen vgl. act. G 1
S. 2; bzgl. Rentenbeginn vgl. auch act. G 1 S. 6), rechtfertigt sich eine hälftige
Aufteilung der Gerichtskosten, wobei die Beschwerdeführerin aufgrund der gewährten
unentgeltlichen Rechtspflege von der Bezahlung ihres Anteils in der Höhe von Fr.
300.-- zu befreien ist.
6.2.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). Im hier zu beurteilenden Fall erschiene bei vollem Obsiegen eine
mittlere pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen. Entsprechend dem Ausmass des Obsiegens ist die
Parteientschädigung auf Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin somit mit Fr.
2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Die Differenz zur
Parteientschädigung, die bei vollem Obsiegen geschuldet wäre, bezahlt der Staat
zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung, jedoch ist der Differenzbetrag (Fr.
2'000.--) um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS
963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit
Fr. 1'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.3.
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Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).