Decision ID: b164a8ca-2782-50c4-a0ea-dbea1ead4341
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1963 geborene und als medizinische Praxisassistentin tätig gewe
sene
X._
meldete sich unter Hinweis von Kopf- und
Nackenbe
schwerden
, Schwindel, Brechreiz und Tinnitus (Schleudertrauma-Beschwerden) am
8.
August 2006 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen (insbesondere Berufsbe
ratung, Umschulung, Wiedereinschulung und Rente) an (
Urk.
6/2). Nach berufli
chen und erwerblichen Massnahmen verfügte die IV-Stelle am 1
7.
November 2009 eine ganze Rente vom
1.
August 2006 bis zum 3
1.
März 2007 und eine
Viertelsrente
vom
1.
April 2007 bis zum
3
1.
Mai 2008 (Verfügung
en
vom 1
7.
November 2009,
Urk.
6/46 und 6/47; Mitteilung des Beschlusses vom
8.
September 2009 mit Verfügungsteil 2,
Urk.
6/44 und
Urk.
6/45).
Am
6.
September 2011 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf eine
seit September 2010 bes
t
ehende
psychische Erkrankung erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/48). Ab dem
1.
Juni 2012 trat sie
bei
einem Pensum von 30
%
als medizinische Praxisassistentin eine Stelle an, welche sie allerdings noch während der Probezeit im ersten Monat wieder kündigte (Protokoll Eingliederungsberatung vom
3.
September 2012,
Urk.
6/89 S. 4 f.; Kostengutsprache Einarbeitungszuschuss vom 1
4.
August 2012,
Urk.
6/84). Die Versicherte konnte dennoch weiterhin während zwei Monaten jeweils wöchentlich einen ganzen Tag in der
fraglichen
Arztpraxis arbei
ten (Gutachten
von
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für
Psyc
hiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 2
4.
November 2012,
Urk.
6/114 S. 8; Gutachten
von
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 15. August 2013,
Urk.
6/138 S. 24). Ab dem
7.
Januar 2013 absolvierte sie ein
Belastbarkeitstrai
ning
bei
m
Zentrum A._
, welches aufgrund der gesundheitlichen Situation und der geringen Belastbarkeit frühzeitig am
8.
März 2013 abgebrochen wurde (Abschlussbericht
de
s
Zentrums A._
vom
8.
März 2013,
Urk.
6/115). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbesondere das psychiatrische Gut
achten von
Dr.
Z._
ein (
Urk.
6/138). Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom 2
6.
September 2013,
Urk.
6/146; Einwand vom 3
0.
Oktober 2013,
Urk.
6/151) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
9.
Dezember 2013 (
Urk.
2) einen
Renten
anspruch der Versicherten.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
7.
Januar 2014 Beschwerde und liess bean
tragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe IV-Rente, eventualiter eine
Viertel
s
rente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Mit
Beschwerdeantwort vom 2
4.
Februar 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
6/1-160), was der Beschwerdeführerin am 2
5.
Februar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung einen
Leis
tungsanspruch
, da kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesund
heits
schaden
ausgewiesen sei (
Urk.
2), da die
somatoforme
Schmerzstörung, die
leicht
gradige
depressive Störung und die Angststörung aus
versicherungsmedi
zinischer
Sicht überwindbar seien.
Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Beschwerde im Wesentlichen dafür, dass die medizinischen Unterlagen bestätigen würden, dass seit Jahren eine rezidi
vierende depressive Störung (meist
mittelgradigem
Ausmasses) vorliege, die kurzfristig nicht heilbar sei. Die Diagnose erfülle das Kriterium der Dauerhaf
tigkeit. Zusammen mit der generalisierten Angststörung und den übrigen fest
gestellten somatischen Beschwerden liege somit eindeutig ein invalidisierendes Krankheitsbild vor (
Urk.
1 S. 5).
Mit Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus, dass in Anbetracht des hohen Aktivitätsniveaus und der guten Ressourcen der Beschwerdeführerin von einer Überwindbarkeit der Leiden auszugehen sei (
Urk.
5).
2.
2.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wir
d nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in
analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versi
cherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem
Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinwei
sen).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die unangefochten in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 1
7.
November 2009 (
Urk.
6/46;
Urk.
6/44;
Urk.
6/45) stützte sich in medizinischer Hinsicht auf das zusammen mit dem Unfallversicherer (Schweizerische Mobiliar Versiche
rungsgesellschaft) in Auftrag gegebene Gutachten der
Gutachterstelle B._
vom 1
6.
Januar 2008 (
Urk.
6/23 S. 3 ff.; vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss vom 2
5.
Juni 2009,
Urk.
6/40 S. 4 ff.).
Die begutachtenden Ärzte
der Fachrichtungen Innere Medizin und Rheumatolo
gie, Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie,
hielten folgende Diagnosen fest (
Urk.
6/23 S. 31):
Auffahrunfall mit Heckkollision am
1.
August 2005
Halswirbelsäulendistorsionstauma
QTF Grad II (ICD-10 S13.4) folgen
los abgeheilt
Abflachung der thorakalen
Kyphosierung
(ICD-10 M40.3) mit sekun
därem, chronischem
myofaszialem
Syndrom thorakal und zervikal
Chronisches,
zervikozephales
Syndrom als Grund von Kopfschmerzen
Neurovegetative Dystonie (ICD-10 G90.8) (Schwindel, vermehrtes Schwitzen, Brechreiz,
hypotonone
Blutdruckwerte und
orthostatische
Dysregulation)
Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, notierte, dass
sich
aus neuropsychiatrischer Sicht weder aufgrund der anamnes
tischen Angaben der Patientin, noch basierend auf dem Psychostatus, noch gestützt auf das Ergebnis der testpsychologischen Evaluation Hinweise auf rele
vante psychische Beeinträchtigungen fänden. Es könne somit zum
Untersu
chungs
zeitpunkt
keine psychopathologische Diagnose gestellt werden
. Diese Tatsache stimme auch mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin überein, die angebe, sich gegenwärtig in einem psychisch stabilen Zustand zu befinden (
Urk.
6/23 S. 30).
Die Ärzte hielten fest, dass keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähig
keit, weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit, bestehe. In der ersten Zeit nach dem Unfall vom
1.
August 2005 sei die Patientin vorübergehend arbeitsunfähig gewesen. Eine genauere zeitliche Rekonstruktion des Heilverlaufes sei auf Grund der Akten nicht möglich, weshalb die Frage nach dem Zeitpunkt
der Zumutbarkeit
der Aufnahme einer angepassten Tätig
keit nicht beantwortet werden könne (
Urk.
6/23 S. 37).
3.
2
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich wie folgt:
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Kardiologie und Innere Medizin, stellte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 3
0.
Septem
ber
2011 (Eingangsdatum,
Urk.
6/58
) folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Verdacht auf Angststörung
Palpitationen
während Sinusrhythmus (SR)
Normale Koronararterien
Mitralklappen-Prolaps mit
Mitralinsuffizienz
(MI) Grad I
Idiopathische ventrikuläre
Extrasystolie
(VES)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er einen Eisenman
gel mit
tiefem
Ferritin
. Die Beschwerdegegnerin sei vom 2
4.
März bis zum
1.
April 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
3.3
Die Ärzte des Psychiatriezentrum
E._
diagnostizierten in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 1
7.
Februar 2012 1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) sowie 2) eine generalisierte
Angststö
rung
(ICD-10 F41.1) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/68). Die Beschwerdeführerin sei sehr gepflegt, offen und freundlich im Kontakt. Sie sei wach und orientiert, das Gedächtnis sei ungestört, ebenso die Aufmerksamkeit und Auffassung. Die Konzentration sei leicht reduziert. Sie habe keine inhaltli
chen Denkstörungen, Halluzinationen und Sinnestäuschungen verneine sie. Sie sei im Affekt stabiler als im Vorbericht (vgl.
Urk.
6/61), aber immer noch schwankend zwischen hoffnungsvoll und gedrückt, teilweise immer noch inner
lich angespannt und unsicher, dabei sehr bemüht und angepasst. Inzwischen gelänge es ihr jedoch schon deutlich besser, eigene Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu kommunizieren. Sie habe Ängste, vor allem vor wichti
gen Gesprächen und sei ambivalent bezüglich Entscheidungen
.
Der Schlaf sei deutlich geregelter. Sie habe Schmerzen bei zunehmendem psychischem Druck. Die Insuffizienzgefühle seien noch vorhanden, träten jedoch im Zuge aufkom
mender Hoffnung bezüglich Zukunftsperspektiven und Motivation zum berufli
chen Wiedereinstieg in den Hintergrund. Die körperliche und emotionale Belastbarkeit sei noch vermindert, sie sei schnell ermüdbar. Von Suizidalität habe sie sich distanziert. Sie sei aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig, ein Arbeits
versuch zu 30
%
sollte baldmöglichst gestartet werden und könne beginnen, sobald ein geeigneter Arbeitsplatz gefunden worden sei. Die Erhöhung der Ein
satzfähigkeit und der Einstieg ins Berufsleben seien abhängig vom weiteren Verlauf eines Arbeitsversuches (
Urk.
6/68).
3.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Fach
arzt FMH für Pharmazeutische Medizin, stellte in seinem
versicherungsmedizi
nischen
psychiatrischen Konsilium zuhanden der CSS Ver
sicherung vom 2
1.
April 2012 (
Urk.
6/76 S. 4 ff.) aufgrund der Vorgeschichte,
Beschwer
de
schil
derung
, bisherigem Verlauf und aktuellem Befund die Diagnose einer mittelgra
digen depressiven Episode (ICD-10 F32.1). Das Krankheitsbild sei mittlerweile weitgehend remittiert. Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit
episodenarti
gem
Verlauf einer Depression beziehungsweise einer bipolaren Störung fänden sich in der weiteren Vorgeschichte ansonsten nicht. Das jetzige
Krankheitsge
schehen
weise deutlich erlebnisreaktive Züge mit Blick auf einen Konflikt am letzten Arbeitsplatz sowie familiäre Belastungen beziehungsweise Schicksals
schläge auf. Ausserdem liege diagnostisch eine generalisierte
Angst
störung
vor (
Urk.
6/76 S. 7).
Der psychopathologische Befund sei durch eine weitgehend wieder ausgegli
chene Stimmungslage gekennzeichnet. Die affektive Auslenkbarkeit sei eben
falls intakt. Im Affekt wirke sie leicht ängstlich, vor allem aber nach wie vor gekränkt über die Umstände ihres Ausscheidens an der letzten Arbeitsstelle. Psychomotorisch sei sie wieder ausgeglichen, auch wenn sie subjektiv noch über Müdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit klage. Die kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration, Auffassung, Merkfähigkeit, Erinnerung und
Umstellungsfä
higkeit
im Gespräch seien im Rahmen der klinischen Prüfung während der Evaluation intakt, obschon sie auch hier über Konzentrationseinbussen geklagt habe. Ein flüssiger Gesprächsverlauf sei durchgehend möglich. Im äusseren Erscheinen wirke sie gepflegt. Im formalen Denken sei sie in allen Qualitäten strukturiert und geordnet. Das inhaltliche Denken sei im Rahmen der Evaluation situationsentsprechend auf die Schilderung von Biographie und
Krankheitsent
wicklung
gerichtet. Im inhaltlichen Denken dominiere eine Beschäftigung mit der raschen körperlichen Erschöpfbarkeit, ausserdem mit der momentan unge
klärten weiteren beruflichen Situation. Insgesamt sei sie gedanklich erst zum Teil wieder auf ihre Zukunft ausgerichtet und äussere immer noch Zweifel, ob sie den Ansprüchen der nächsten Tätigkeit genüge. Sie schätze ihre Arbeits
fä
higkeit auf derzeit unter 50 %. Sie könne sich nicht vorstellen, über diesen
Pro
zent
satz hinaus eine Arbeit anzunehmen. Wahrnehmungsstörungen, Zwänge, Ich-Störungen oder psychotische Denkinhalte seien nicht
eruierbar
. Es lägen auch keine Hinweise auf aktuelle Eigen- oder Fremdgefährdung vor (
Urk.
6/76 S. 6).
Aus psychiatrischer Sicht sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bislang angemes
sen gewesen. Der aktuellen Befundlage entsprechend sei allerdings davon aus
zu
gehen, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1
7.
April 2012 (
Untersuchungs
datum
) wieder voll arbeitsfähig sei. Das letzte Arbeitsverhältnis sei vergangenes Jahr aufgelöst worden und sie befinde sich auf Stellensuche. Es sei der persönli
che Entscheid der Beschwerdeführerin, künftig nur im Teilzeitpensum arbeiten zu wollen „und man sollte dies so respektieren“. Eine medizinische Begründung dafür gebe es jedoch nicht. Er habe dies der Beschwerdeführerin zu erläutern versucht. Weder eine abgeklungene Depression noch eine generalisierte
Angst
störung
würden die Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit über einen Zeitraum von wenigen Wochen bis Monaten hinaus rechtfertigen (
Urk.
6/76 S. 7).
3.5
Dr.
Y._
stellte in ihrem von der
Krankentaggeldversicherung CSS
in Auftrag gegebenen
(
Urk.
6/127)
Gutachten vom 2
4.
November 2012 folgende Diagnosen (
Urk.
6/126 S. 14):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Persönlichkeitsakzentuierung mit abhängigen Persönlichkeitsanteilen (Z73.1)
Die Beschwerdeführerin sei sehr gepflegt, ordentlich gekleidet und schlank. Wäh
rend des 120-minütigen Untersuchungsgespräches sei es zu keinen Ver
ständigungsschwierigkeiten gekommen. Sie sei bewusstseinsklar, allseits orien
tiert und es seien keine Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen
eruierbar
. Die Aufmerksamkeit habe nach einer Stunde etwas nachgelassen, sie habe zu
nehmend erschöpft und müde gewirkt. Sie sei im formalen Gedankengang geordnet und bemüht, mitzumachen. Ihre Gedanken würden immer wieder um ihre Ängste und die anderen Beschwerden, welche dazu führen, dass sie sich nicht leistungsfähig fühle, kreisen. Zwänge seien keine
eruierbar
. Sie berichte über Existenzängste, Angst vor dem Alleinsein, Angst am Abend mit zum Teil Panik, und Ängste und Sorgen in Bezug auf ihre Mutter. Es gäbe keine Anhaltspunkte für wahn
h
aftes Erleben, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Der affektive Rapport sei gut herstellbar, die Stimmung der Beschwerdeführerin sei insgesamt ins Depressive verschoben, die affektive Schwingungsfähigkeit sei eingeschränkt, aber nicht aufgehoben. Bei schwierigen Themen habe sie immer wieder Tränen in den Augen und sie habe auch einmal kurz weinen müssen, wobei sie bemüht sei, dies - im Sinne einer Fassade - möglichst zu verstecken. Ein vermindertes Selbstwertgefühl sei feststellbar.
Sie wirke
ä
ngstlich, innerlich unruhig und verunsichert. Psychomotorisch sitze die Beschwerdeführerin über das gesamte Untersuchungsgespräch ohne Schmerzäusserungen, jedoch etwas unruhig im Sessel, so dass sie mit zunehmender Gesprächsdauer etwas herum
rutsche und angespannt wirke. Es liege ein teilweiser sozialer Rückzug vor, aber keine Suizidalität. Sie leide an Durchschlafstörungen und wache bis zu fünfmal pro Nacht auf mit frühmorgendlichem Erwachen zwischen 4.00 und 5.00 Uhr ohne nochmaliges Einschlafen. In der Folge leide sie an Tagesmüdigkeit und erhöhter Erschöpfbarkeit. Sie habe einen verminderten Appetit und habe in den letzten zwei bis drei Wochen ein Kilo verloren. Sie leide auch an Schwindel, seit einem Monat an Tinnitus, vermehrtem Schwitzen in der Nacht und Herzklopfen. Auf der Hamilton-Depressions-Skala erreiche sie 21 Punkte (mittelgradige Depression 20 bis 26 Punkte,
Urk.
6/114 S. 11).
Sie beurteilte die Arbeitsfähigkeit dahingehend, dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2012 zu mindestens 20
%
arbeitsfähig sei, bezogen auf ein 100%-Pen
sum. In allen von den behandelnden Ärzten vorliegenden Berichten werde von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen, die Arbeitsfähigkeit für einen
Arbeitsversuch werde je nach Bericht auf 30 - 40
%
geschätzt. Die Berichte seien jedoch vor dem Arbeitsversuch im Juni 2012 geschrieben wor
den, bei dem deutlich geworden sei, dass sie einer Arbeitstätigkeit von 50
%
nicht gewachsen
gewesen sei, allerdings im Juli und August 2012 ein 20%iges Arbeitspensum habe bewältigen können und sich darunter psychisch wieder stabiler gefühlt habe. Leider sei es anscheinend nicht möglich gewesen, das Arbeitspensum dort langsam zu steigern. Im Längsschnitt bis zum
Gutachtens
zeitpunkt
schätze sie die Arbeitsfähigkeit auf 20 - 25
%
(maximal 2h pro Tag) ein (
Urk.
6/126 S. 14 f.).
3.6
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, notierte folgende Diagnosen in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 1
4.
März 2013 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/116):
Rezidivierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbe
itsfähigkeit hielt sie folgende
fest:
Status nach unklarem Infekt 2010
Mitralklappenprolaps
mit
Mitralinsuffizienz
Grad I
Anamnestisch paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie
Idiopathische ventrikuläre
Extrasystolie
Status nach Distorsionstrauma 3/2000, 8/2005
Status nach chronischem Eisenmangel
Die Beschwerdeführerin breche während des Gespräches immer wieder in Trä
nen aus. Sie sei im Bewusstsein wach und die Orientierung sei in allen vier Ebenen erhalten. Die Müdigkeit sei ausgeprägt mit rascher Erschöpfbarkeit, kognitive Störungen wie Konzentrations-, Merkfähigkeits- und
Auffassungs
stö
rungen
lägen vor. Das formale Denken sei eingeengt auf die aktuelle Situa
tion, sie grüble stark. Hinweise auf Befürchtungen und Zwänge, Wahn, Sinnes
täu
schungen und Ich-Störungen lägen keine vor. Sie sei stark ängstlich, unruhig und
klagsam
und weise ein gestörtes Selbstwertgefühl und Insuffizienzgefühl vor.
Sie
sei stark affektlabil. Ihr Antrieb sei vermindert - die täglichen Spazier
gänge, welche sie früher sehr gerne gemacht habe, seien derze
it nicht mehr möglich. Zirkadiane
Besonderheiten und Suizidalität lägen nicht vor, allerdings ein sozialer Rückzug, starke Einschlafstörungen sowie der Verlust des Appetits mit Gewichtsverlust.
In der aktuellen Tätigkeit sei sie durch die rasche Ermüdbarkeit und
Überforde
rungstendenz
sowie Konzentrationsstörungen, ausgeprägte Ängstlichkeit bei neuen Aufgaben und Anforderungen sowie Abgeschlagenheit, Merkfähigkeits
störungen und Auffassungsstörungen mit rascher Erschöpfbarkeit einge
schränkt. Dies führe zu raschen Überforderungstendenzen mit Erschöpfbarkeit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Sie sei ab Juli 2012 zu 80
%
und ab Februar 2013 zu 100
%
bis auf
Weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.7
Die Ärzte der Klinik
H._
stellten im Austrittsbericht vom 2
7.
Juni 2013 fol
gende Diagnosen (
Urk.
6/135;
Urk.
6/138):
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelschwere Episode (ICD
10 F33.11)
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Halswirbelsäulen-Distorsion (HWS) 2000 und 2005
Mitralklappeninsuffizienz
Grad I bei
Mitralklappenprolaps
Eisenmangel
Für die Dauer des Aufenthaltes (
2.
Mai 2013 bis
8.
Juni 2013) und vorerst weiter
hin bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Empfohlen werde die Auf
nahme eines möglichst IV-gestützten Arbeitsversuchs in einem
leidensange
pass
ten
, auf den bisherigen Beruf bezogenen Arbeitsplatz mit einem Pensum von zunächst 20-30
%
.
3.
8
3.8
.1
Dr.
Z._
stellte in ihrem im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstellten Gut
achten vom 1
5.
August 2013 folgende Diagnosen (
Urk.
6/138
, S. 34 f.
):
Generalisierte Angststörung, teilremittiert, gegenwärtig leicht- bis mittel
gra
diger Ausprägung mit vor allem somatischen
Angstäquivalen
ten
(ICD-10 F41.1)
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradige
Episode (ICD-10 F33.0)
Multiple
somatoforme
Störungen
Somatoforme
autonome Fu
nktionsstörungen vor allem Herz/
kardio
vas
kuläres System und oberer
Gastrointestinaltrakt
(ICD-10 F45.30/F45.31)
Somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Tinnitus (ICD-10 F54/H93.1)
Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
Als
psychosoziale
Belastungsfaktoren
hielt sie
fest:
Wiederkehrende Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit (Status nach Mobbing am Arbeitsplatz, ICD-10 Z56)
Anhaltende Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z56)
Jahrelange Pflege des Vaters (ICD-10 Z63.6)
3.8
.2
Die Beschwerdeführerin sei gepflegt, attraktiv, geschmackvoll gekleidet und schlank (175 cm, 55 kg, BMI 18, Grenzwert Untergewicht). Sie sei mit dem PKW pünktlich zum Termin erschienen. Die Begrüssung sei freundlich und spontan gewesen, sie habe sich kooperativ auf die Exploration eingelassen. Sie berichte ruhig, nachvollziehbar und differenziert, ohne Dramatisierung oder
Aggravie
rung
. Sie äussere als zentrales subjektives Leiden den ständigen Kampf gegen existenzielle Ängste, rasche Überforderungsgefühle und Erschöpfung, erscheine dabei einerseits verunsichert aber doch auch realitätsbezogen. Sie scheine auch in der Lage, die psychosomatischen Erscheinungsformen ihrer Angststörung und die Begleitsymptome (Schwindel, H
erzrasen, Neurasthenie) rationa
l einzu
ordnen. Eine jahrelange Therapieerfahrung sei spürbar, die Beschwerdeführerin verfüge über eine sehr gute Refle
x
ions- und Introspektionsfähigkeit sowie eine sicher durchschnittliche Intelligenz. Sie erscheine auch in der Persönlichkeit offen, differenziert, ehrlich und integer. Sie beweise anlässlich der Begutach
tung auch sehr gute, korrekte soziale Umgangsformen (
Urk.
6/138 S. 29).
Die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Es bestün
den keine Intoxikationszeichen. Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit sowie Konzentration erschienen ungestört. Anamnestisch werde von subjektiver Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit berichtet, sie beschreibe quälende Erschöpfungsgefühle (auch) nach geringer geistiger Anstrengung, bzw. beim Bewältigungsversuch alltäglicher Aufgaben, die keine ungewöhnlichen geisti
gen Anstrengungen erfordern würden. Das formale Denken sei geordnet, lo
gisch
/
ko
härent. Es lägen
leichtgradige
depressive Kognitionen, mit Scham- und Insuffizienzgefühlen vor. Ich-Störungen oder Zwänge seien nicht
eruierbar
. Anamnestisch lägen frei flottierende Ängste vor, die gegenwärtig „kommen und gehen“ und denen sie sich auch „stelle“. Bei Überforderung oder Unvorhergese
henem gerate sie rasch „aus dem Konzept“ und bekomme Herzrasen, Schwindel - bei andauerndem Stress auch Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit, Brech
reiz, Appetitlosigkeit, Asthenie und
Tinnitusexacerbationen
. Sie habe eine hohe ängstliche Grundanspannung, Angst vor dem Leben und Angst vor dem Tod. Anamnestisch habe sie von 2011
bis
2012 an schweren Ängsten gelitten, sich phasenweise den basalen Anforderungen des Lebens nicht gewachsen gefühlt, was hingegen gegenwärtig weitgehend remittiert sei. Im Vordergrund stünden existenzielle bedrängende Ängste, die eine reelle Grundlage hätten (sei lebe von
Erspartem, auch der Partner erziele keine Einkünfte). Eine Sozio- oder Agora
phobie im engeren Sinne sei nicht feststellbar, sie habe aber doch eine Neigung zu Vermeidung von Expositionen in der Öffentlichkeit und ein hohes Bedürfnis nach Schutz und Deckung im Rahmen der hohen ängstlichen Grundspannung. Es lägen keinerlei Hinweise für Wahn oder Sinnestäuschungen vor.
Dr.
Z._
führte in Bezug auf die Affektpathologie aus, dass die Beschwer
deführerin im Gespräch
leichtgradig
deprimiert-niedergedrückt, abtastend, zurückhaltend,
leichtgradig
vermindert schwingungsfähig sei. Sie sei aber hin
reichend fähig zu affektiver Anteilnahme und themenadäquater
Affektmodula
tion
. Sie zeige Trauer bei Berichten über den bevorstehenden Tod der Freundin. Sie wirke nicht fassadenhaft und gut spürbar. Die ängstliche Verunsicherung insbesondere
die
Angst vor existenzieller Demontage stelle sie nachvollziehbar dar. Es liege weder Dysphorie noch Impulsivität vor. Die Vitalgefühle seien mittelschwer gestört, die Beschwerdeführerin sei schnell erschöpft. Sie leide an einer leicht- bis mittelgradigen Antriebsschwäche. Alltägliche Aufgaben im Haushalt meistere sie. Eine allgemeine Lustlosigkeit oder Interessensverlust sei nicht feststellbar. Hingegen bestünden eindeutige
Appetenzstörungen
, Appetit
losigkeit mit Körpergewichtsverlust (5 kg seit Januar 2013), sowie
Libidoverlust
- sexuell sei sie inaktiv. Psychomotorisch sei sie unauffällig und es bestünden keine circadianen Besonderheiten. Mit der Medikation schlafe sie gut ein, habe aber eine erhebliche Durchschlafstörung und Früherwachen, weiterhin
angst
korreliert
, anamnestisch 201
1-2012 nächtliche
Palpitationen
. Psychovegetativ leide sie stets bei Stress an rasch
exacerbacierendem
Herzrasen mit „Herzklop
fen bis in den Hals hoch“, Nausea, Erbrechen, Anorexie, Schlaflosigkeit, Kopf-, Nacken-, Rückenschmerzen und Schwindel. Sie leide Tag und Nacht an einem Dauer-Tinnitus mit hoher Lärmunverträglichkeit und Rückzugsbedürfnis, bezie
hungsweise präferentiell eins zu eins Interaktion. Sie sei bei
Gruppeninteraktio
nen
durch die Reizüberflutung überfordert. Sozial sei sie gegenwärtig wieder
aktiv, pflege Beziehungen zu wichtigen Bezugspersonen, habe gleichzeitig Angst vor Überforderung, von den Forder
ungen des Gegenübers absorbiert
/ver
ein
nahmt zu werden und Mühe mit der Abg
r
enzung. Sie definiere ein „Helfer
syndrom“ bei sich, was ein psychotherapeutischer Problemfokus sei. Suizidalität sei nicht feststellbar und werde auch für die Vorgeschichte verneint (
Urk.
6/138 S. 30).
3.8.3
Die Beschwerdeführerin leide an einer protrahiert-schwankend verlaufenden Angststörung mit begleitender fluktuierender leicht- bis mittelgradiger depressi
ver Komponente sowie
komorbiden
somatoformen
Störungen. Diese komplexe psychische Störung beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit in ihrem angestammten Bereich als Arztgehilfin seit dem 1
6.
März 201
1.
Rückblickend habe im Zeit
raum vom 1
6.
März 2011 bis zum 3
1.
Mai 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit vorgelegen. Vom
1.
Juni 2012 bis zum 2
8.
Februar 2013 sei sie zu
2
0
%
(vgl.
Urk.
6/138 S. 40) arbeitsfähig gewesen. Der Arbeitsversuch ab dem
1.
Juni 2012 in der
chiropraktischen
Praxis mit Zusprechung eines
Einarbeitungszu
schusses
sei
am
Nichteinhalten des Eingliederungspensums gescheitert. Sie habe den zweimonatigen Einsatz in der gleichen Praxis in einem Pensum von 20
%
von Juli bis August 2012 mit Erfolg gemeistert (sie
habe
einen ganzen Wochentag
gearbeitet
). Der Einsatz sei durch Anstellung einer neuen Mitarbei
terin beendet worden. Während des Belastbarkeitstrainings Januar bis Februar 2013 sei vor allem eine auf Reizüberflutung und ungenügende Zielidentifikation fundierte Überforderung mit psychischen Dekompensationszeichen aufgetreten, die eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vom
1.
März 2013 bis zum
8.
Juni 2013 (inkl. Klinikaufenthalt vom
2.
Mai 2013 bis zum
8.
Juni 2013) rechtfertige. Aufgrund der intensivierten, stationären Behandlung sei es zu einer Zustands
verbesserung gekommen, gegenwärtig erscheine sie seit dem
9.
Juni 2013 zumindest zu 40
%
arbeitsfähig. Es sei ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass die Fluktuation des Zustandsbildes und der Arbeitsfähigkeit auch jeweils mit psychosozialen Belastungen korreliere, wenngleich
sie
nicht ausschliesslich darauf zurückzuführen sei. Insbesondere finanzielle Faktoren bzw. die reelle existenzi
elle Bedrohung (April 2012 durch Sistieren der Krankentaggelder, Ende 2012 durch Arbeitsplatzverlust des Partners, der gegenwärtig keine Existenzgrund
lage habe) seien unmittelbar in Korrelation mit nachfolgenden Einbrüchen auf
getreten - dies weil die existenziellen Ängste einen für die Beschwerdeführerin
unbewältigbaren
Druck, schliesslich
Symptomexacerbation
und Blockaden, auslösten (
Urk.
6/138 S. 36).
3.
8
.4
Sie sei durch ihre psychische Störung gesamthaft gegenwärtig noch mittelgra
dig eingeschränkt. In ihrer Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sei sie leicht- bis mittelgradig, in ihrer Belastungsfähigkeit und
ihrem
Durchhalte
vermögen mittelgradig eingeschränkt. Sie sei aufgrund der angst- und
depressi
onsverbundenen
kognitiven und exekutorischen Hemmung und Sperrung sowie der ängstlichen Verunsicherung mit Gefühl der Schutzlosigkeit mittelschwer in ihrer Flexibilität und Umstellungsfähigkeit eingeschränkt. Ihre Urteilsfähigkeit sei uneingeschränkt, ihre Entscheidungsfähigkeit sei durch Verunsicherung und Ambivalenz
leichtgradig
beeinträchtigt. Ihre sozialen Ressourcen seien gegen
wär
tig
leichtgradig
reduziert, sie sei in ihrer Kontaktfähigkeit und
Kontaktqua
lität
in einer eins zu eins Interaktion nicht beeinträchtigt, in ihrer
Gruppen
fähigkeit
aber (auch durch den Tinnitus / Lärmempfindlichkeit) erheblich eingeschränkt. In einem kleinen übersichtlichen Team sei sie gegenwärtig nur
leichtgradig
eingeschränkt, die Versicherte sei auf einen kleinen familiären Teamkreis angewiesen. Die Wegefähigkeit erscheine, was die Benützung des
öffentlichen Verkehrs betreffe, wohl streckenweise durch das Rückzugs- und Abschottungsbedürfnis in der Öffentlichkeit eingeschränkt. In ihrer
Selbst
behauptungsfähigkeit
sei die Beschwerdeführerin durch die generalisierte Angststörung und Verunsicherung mittelschwer eingeschränkt. Aufgrund des bisherigen Verlaufs mit langer
Rekonvaleszenzzeit
unter intensiver psychiatri
scher Behandlung und wiederholten Dekompensationen bzw.
Zustandsver
schlechterungen
sei von einer doch auch mittelfristig, gegebenenfalls langfristig eingeschränkten Belastbarkeit auszugehen. Daher sei aus psychiatrischer Sicht vorläufig an die Feststellung einer wohl mindestens für die nächsten zwei Jahre geltenden 60%igen Arbeitsunfähigkeit festzuhalten. Eine Revision bzw. erneute Beurteilung des Gesundheitszustandes und der arbeitsmedizinischen Situation sei nach Ablauf von zwei weiteren Jahren zu empfehlen. Grundsätzlich sei die Prognose aber, da sie eine hohe Arbeitsmotivation, gute Intelligenz, gute
Reflektionsfähigkeit
, Verbindlichkeit und soziales (Selbst-)Verantwortungsge
fühl aufweise, als positiv zu beurteilen (
Urk.
6/138 S 36 f.).
4.
4.1
Dr.
C._
konnte anlässlich seiner Untersuchung vom
9.
August 2007 keine
Hinweise auf relevante psychische Beeinträchtigungen
finden und hielt entspre
chend fest, dass
keine psychopatholog
ische Diagnose gestellt werden könne. Aus den aktuellen medizinischen Akten gehen dagegen zahlreiche psychiatri
sche Befunde hervor und es werden jeweils - nebst weiteren Diagnosen - eine depressive Störung
sowie
eine generalisierte Angststörung diagnostiziert (vgl. E.
3.3, E. 3.5, E. 3.6, E. 3.7, E. 3.8).
Es ist somit eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin eingetreten, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen. Entsprechend
ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend (“allseitig“) zu prüfen.
4.2
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung recht
mässig eingeholten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon
krete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
). Bei der Würdigung eines Gutachtens gilt es jedoch zu beachten, dass ein Gut
achten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hat und diese Ausführun
gen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeits
leistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ver
einbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der
medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 f. mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 2
0.
Mai 2015 und 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.3
Dr.
Z._
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
6.
März 2011 bis zum 3
1.
Mai 201
2.
Ab dem
1.
Juni 2012 bis zum 2
8.
Februar 2013 habe eine 20%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Ab dem
1.
März bis zum
8.
Juni 2013 sei erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (vgl.
Urk.
6/138 S. 36, S.
40).
Die Beschwerdeführerin war vom
5.
A
pril
bis zum
2.
Juli 2011
in
stationär
er
Behandlung in
der K
linik
I._
(
Urk.
6/53 S. 1 f.). Direkt im An
schluss daran besuchte sie die Tagesklinik des Psychiatriezentrums
E._
an jeweils fünf Halbtagen die Woche (
Urk.
6/61) und wurde durch
Dr.
G._
ambulant betreut (
Urk.
6/53).
Dr.
G._
diagnostizierte im von der
Beschwerde
gegnerin
eingeholten Arztbericht vom
8.
Februar 2012 in psychiatrischer Hin
sicht eine generalisierte Angststörung, Status nach mittelgradiger depressiver Episode seit ca. 2010 und hielt fest (
Urk.
6/67), dass eine psychische Einschrän
kung durch Konzentrationsstörungen, rasche Überforderungstendenz, erhöhte und stark ausgeprägte Ängstlichkeit bei neuen Anforderungen und Aufgaben und vermehrte Müdigkeit und Abgeschlagenheit bestehe. Die Beschwerdeführe
rin sei dadurch in der Belastbarkeit eingeschränkt, das Arbeitstempo und die Effizienz seien verlangsamt, sie leide an Konzentrations- und Merkfähigkeits
störungen. Auch sei ihre Leistungs- und Aufnahmefähigkeit vermindert. Bei lang
samer Steigerung des Arbeitspensums und eines Arbeitsversuches sei durch
aus mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Urk.
6/67 S. 4). Auch die Ärzte des Psychiatriezentrums
E._
hielten in ihrem Arztbericht vom 1
7.
Februar 2012 (
Urk.
6/68) fest, dass die Beschwerdeführerin eine ver
minderte körperliche und psychische Belastbarkeit aufweise und schnell ermüde. Sie weise leichte Konzentrationsstörungen, Angst und Insuffizienzgefühle auf. Ein Arbeitsversuch könne beginnen, sobald ein geeigneter Arbeitsplatz gefun
den worden sei. Die Erhöhung der Einsatzfähigkeit und der Einstieg ins Berufs
leben seien abhängig vom weiteren Verlauf eines
Arbeitsversuchs (
Urk.
6/68 S.
2 f.
).
Am
1.
Juni 2012 trat die Beschwerdeführerin eine Stelle in einem Pensum von 30
%
an, kündigte diese allerdings im ersten Monat noch während der Probe
zeit.
Dr.
G._
führte diesbezüglich aus, dass die Beschwerdeführerin - hätte sie nicht gekündigt - wieder „stationär in der Tagesklinik“ wäre (Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 1
7.
Juli 2012,
Urk.
6/82 S. 5). Die Beschwerdefüh
rerin konnte
(
trotz Kündigung
)
noch während zwei Monaten in einem Pensum
von 20
%
weiterarbeiten (ein voller Tag pro Woche), danach wurde die Arbeits
stelle anderweitig besetzt (
Urk.
6/114 S. 8;
Urk.
6/136 S. 36).
Am
7.
Januar 2013 trat die Beschwerdeführerin ein Belastbarkeitstraining bei
m
Zentrum A._
an. Im ersten Monat war
sie
jeweils 2 Stunden täglich präsent, wobei sie ab Mitte Januar jeweils donnerstags frei hatte. Die Steigerung der
Präsenz
zeit
auf drei Stunden täglich an fünf Tagen war nicht möglich (Abschlussbericht
Zentrum A._
vom
8.
März 2013,
Urk.
6/115). Im Abschlussbericht vo
m
Zentrum A._
wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass sich die Beschwerdeführerin während der zwei Monate sehr belastet und durch ihre Ängste blockiert gefühlt habe. Mit steigender Stundenzahl hätten die körperlichen Symptome stark zugenommen und sie habe die Teilnahme an den Modulen kaum aushalten können. Aufgrund der damaligen geringen Belastbarkeit wurde das Belastbarkeitstraining frühzei
tig am
8.
März 2013 abgebrochen (
Urk.
6/115 S. 2, S. 4).
Dr.
G._
hielt in ihrem Arztbericht vom 1
4.
März 2013
(
Urk.
6/116)
fest, die Beschwerdeführerin breche während des Gespräches immer wieder in Tränen aus. Die Müdigkeit sei ausge
prägt mit rascher Erschöpfbarkeit, kognitive Störungen wie Konzentrations-, Merkfähigkeits- und Auffassungsstörungen lägen vor. Das formale Denken sei eingeengt auf die aktuelle Situation, sie grüble stark. Sie sei stark ängstlich, hoffnungslos und habe Zukunfts- und Existenzängste. Sie sei innerlich unruhig und
klagsam
und weise ein gestörtes Selbstwertgefüh
l und Insuffizienzgefühl vor. S
i
e
sei stark affektlabil. Ihr Antrieb sei vermindert - die täglichen Spazier
gänge, welche sie früher sehr gerne gemacht habe, seien derzeit nicht mehr möglich. Ein sozialer Rückzug, starke Einschlafstörungen sowie der Verlust des Appetits mit Gewichtsverlust lägen vor.
Zusammenfassend ist aufgrund der Aktenlage - so insbesondere den im Recht liegenden Arztberichte (vgl. E. 3.2 - 3.6) , dem Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
5.
August 2013 (
Urk.
6/138) und den ausgewiesenen
Eingliederungsbemühun
gen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1
6.
März 2011 bis zum 3
1.
Mai 2012 zu 100
%
, ab dem
1.
Juni 2012 bis zum 2
8.
Februar 2013 zu 80
%
und ab dem
1.
März bis zum
8.
Juni 2013 erneut zu 100
%
arbeitsunfähig war (vgl.
Urk.
6/138 S. 36, S.
40).
4.4
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin nach dem stationären Aufenthalt in der Klinik
H._
weiterhin in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war bzw. ist.
4.4
.1
Die Beschwerdeführerin war vom
2.
Mai 2013 bis zum
8.
Juni 2013 stationär in der Klinik
H._
. Auf symptomatischer Ebene sei eine Besserung eingetreten, auf Funktionsebene sei sie nur eingeschränkt belastbar. Die Ärzte attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Dauer des Aufenthaltes, wobei die Auf
nahme eines möglichst IV-gestützten Arbeitsversuchs in einem
leidensange
passten
, auf den bisherigen Beruf bezogenen Arbeitsplatz in einem Pensum von zunächst 20 - 30
%
empfohlen werde. Leidensangepasst sei ein
Tätigkeitsum
feld
, wo weiterhin Kundenkontakt stattfinde, nur wenige
Multitaskinganforde
rungen
bestünden, ein zunächst klar definiertes Tätigkeitsfeld beschrieben werde und der Beschwerdeführerin entsprechende Möglichkeiten zur Abgren
zung eingeräumt werden könnten (
Urk.
6/138 S. 46).
Dr.
Z._
attestierte der Beschwerdeführerin ab dem
9.
Juni 2013 eine zumin
dest 40%ige Arbeitsfähigkeit, da es aufgrund der intensivierten, stationä
ren Behandlung zu einer Zustandsverbesserung gekommen sei (vgl.
Urk.
6/138 S. 36, S. 40).
4.
4
.2
Dr.
Z._
diagnostizierte eine generalisierte Angststörung, teilremittiert, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Ausprägung mit vor allem somatischen Angstäquivalenten (ICD-10 F41.1). In den Klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Gesundheitsstörungen der Weltge
sund
heitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F),
Dilling
/
Mombour
/Schmidt (Her
aus
geber),
9.
Auflage, Bern 2014, S. 169 f., werden generalisierte Angststörung fol
gen
dermassen umschrieben: Die betroffene Person muss primäre Symptome von Angst an den meisten Tagen, mindestens mehrere Wochen lang, meist mehrere Monate aufweisen. In der Regel sind
dies
1) Befürchtungen (Sorge über zukünf
tiges Unglück, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeit etc.), 2) motori
sche Spannung (körperliche Unruhe, Spannungskopfschmerz, Zittern, Unfähig
keit, sich zu entspannen) und 3) vegetative Übererregbarkeit (Benommenheit, Schwit
zen, Tachykardie oder Tachypnoe, Oberbauchbeschwerden, Mundtro
cken
heit etc.). Das wesentliche Symptom ist eine generalisierte und anhaltende Angst, die aber nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt oder darin nur besonders betont ist, d.h. sie ist frei flottierend. Die
Angstsymp
tomatik
sei -
Dr.
Z._
folgend - als teilremittiert zu bezeichnen, sie mani
fes
tiere sich vor allem noch
attackenweise
und belastungskorreliert, sei aber nicht mehr alltagsbestimmend und wirke sich auch nicht mehr dauerhaft läh
mend aus.
Dr.
Z._
notierte des Weiteren eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig
leichtgradige
Episode
(ICD-10 F33.0).
Nach der Rechtsprechung stellt eine diagnostizierte
rezidivierende
depressive
Störung als solche keinen psychischen Gesundheitszustand dar, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu begründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. Novem
ber 2014 E. 4.2). Zudem gelten mittelschwere psychische Störungen
aus dem
depressive
n Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Ur
teil des Bundesgerichts 8C_759/2013 vom 4. März 2014 E. 3.6.1 mit Hin
weisen).
Dr.
Z._
diagnostizierte multiple
somatoforme
Störungen, so
somatofo
rme
autonome Funktionsstörungen
(
vor allem Herz/kardiovaskuläres System und
oberer
Gastrointestinaltrakt
)
,
eine
somatoforme
Schmerzstörung,
einen
Tinnitus und
eine
Neurasthenie. Die Ärzte der Klinik
H._
, welche die Beschwerdeführe
rin während des einmonatigen stationären Aufenthalts betreuten, stellten aller
dings keine
somatoformen
Störungen fest (
Urk.
6/138). Auch
Dr.
G._
diagnos
tizierte am 1
4.
März 2013 keine selbständigen
somatoformen
Störungen, sondern eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (
Urk.
6/116). Ob die
somatoformen
Störun
gen als eigenständiges Krankheitsbild oder als somatische Symptome der gene
ralisierten Angst- oder depressiven Störung zu werten sind, kann offen bleiben.
Auch ob die psychischen Störungen von genügend ausgeprägtem
Krankheits
wert
sind, um trotz der festgehaltenen psychosozialen Belastungsfaktoren (wie
der
kehrende Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit, Anhaltende Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen, jahrelange Pflege des Vaters) invalidisierend zu wirken (vgl. E. 2.4) und ob die zur Diagnosestellung jeweils relevanten Befunde nach der erfolgreichen Behandlung in der Klinik
H._
überhaupt noch genügend ausgeprägt vorliegen um weiterhin eine Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
zu haben, kann - wie folgend
gezeigt wird - offen gelassen werden.
4.4
.3
Die behandelnden Ärzte der Klinik
H._
stellten fest, dass auf symptomatischer Ebene eine Besserung eingetreten sei.
Dr.
Z._
erhob die Befunde anhand der Untersuchung der Beschwerdeführerin sowie der Anamnese sowie der Angaben der Beschwerdeführerin und stellte entsprechend lediglich leicht- bis mittelgradige Einschränkungen der Beschwerdeführerin fest (vgl. E. 3.7.5).
Der erhobene Psychostatus zeigt gute Ressourcen der Beschwerdeführerin auf. So führte
Dr.
Z._
aus, die Beschwerdeführerin weise eine sehr gute
Refle
x
ions
- und Introspektionsfähigkeit und eine sicher durchschnittliche Intelligenz auf. Sie erscheine in der Persönlichkeit sehr offen, differenziert, integer und ehrlich und beweise sehr gute, korrekte soziale Umgangsformen. Das Gedächt
nis, die Aufmerksam- und Merkfähigkeit sowie die Konzentration seien unge
stört. Es sei zwar auch eine mittelschwere Störung der Vitalgefühle feststellbar und die Beschwerdeführerin sei schnell erschöpft und leide an einer leicht- bis mittelgradigen Antriebsschwäche, alltägliche Aufgaben im Haushalt meistere sie aber wieder (
Urk.
6/138).
Bezüglich der erhobenen Erschöpfbarkeit und Antriebsschwäche ist festzuhal
ten, dass die Beschwerdeführerin einem geregelten Alltag nachgeht. Sie stehe ca. 7.30 bis 8.00 Uhr auf, gehe mit dem Velo einkaufen, bereite ein Mittagessen vor. Nachmittags lege sie sich vor allem wegen der Erschöpfung aufgrund ihrer Rückenschmerzen hin, gehe spazieren oder lese - je nach Wetter. Nachmittags habe sie manchmal auch Therapietermine, wöchentlich bei einer Psychiaterin und Akupunktur, alle drei Wochen
Shiatsu
. Auch treffe sie Freundinnen oder Kolleginnen. Das Abendessen nehme sie zusammen mit dem Freund ein, danach würden sie oft ein Gesellschaftsspiel spielen, Nachrichten oder einen Fernseh
film schauen. Dies zeigt deutlich, dass die Beschwerdeführerin einen ausgefüll
ten Alltag mit guten sozialen Kontakten pflegt und die Aufgaben des Haushalts selbständig meistert (
Urk.
6/138 S. 27).
A
uch aus dem Abschlussbericht des
Zentrums A._
gehen zahlreiche soziale Kompe
tenzen der Beschwerdeführerin hervor: Sie sei immer zuverlässig gewesen und habe sich verbindlich an Abmachungen gehalten. Sie sei ehrlich, zuverlässig und gewissenhaft (
Urk.
6/115 S. 2 f.). Die Ausführungen von
Dr.
Z._
, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routi
nen leicht - bis mittelgradig eingeschränkt sei, sind entsprechend nicht nach
vollziehbar (vgl.
Urk.
6/138 S. 36).
Die Beschwerdeführerin selbst führte anlässlich der Untersuchung aus, dass sie eine Arbeitsstelle finde. Allerdings wünsche sie sich in den ersten Wochen bei der Arbeit eine intensive Begleitung, „weil sie sonst schnell in ein falsches Muster komme, dass ich alles perfekt machen will und mich überfordere, mich nicht wehre“. Sie wünsche sich ein aktives Jobcoaching, sie fühle sich schon in der Lage, eine Stelle zu finden, „aber ich brauche es, dass man mich dann, wenn ich eine Stelle habe, begleitet, dass ich diese schwierige Anfangsphase schaffe und auch bleiben kann. Dass ich mich mit einem
Jobcoach
austauschen kann und dass er mit mir an Gesprächen mit dem Arbeitgeber mitkommt“ (
Urk.
6/138 S. 29). Die Beschwerdeführerin fand bereits im Sommer 2012 trotz damaliger grosser gesundheitlicher Einschränkung eine Arbeitsstelle als medizinische
Pra
xisassistentin
, was nebst ihren sozialen Kompetenzen auch auf ihre gute Berufs
ausbildung und die langjährige Berufserfahrung zurückzuführen ist.
Dr.
Z._
notierte, dass die Beschwerdeführerin auf ein kleines übersicht
liches und familiäres Team angewiesen sei. In einem entsprechenden Team sei sie nur
leichtgradig
eingeschränkt (
Urk.
6/138 S. 37). Notorisch ist, dass ein kleines familiäres Team in Arztpraxen die Regel ist und die Beschwerdeführerin somit -
insbesondere
unter Berücksichtigung ihrer langjährigen Berufserfahrung
und ihrer guten Ressourcen
- ohne
weiteres
eine auf ihre Bedürfnisse ange
passte
Arbeitsstelle finden kann. Bei einer
leichtgradigen
Einschränkung ist davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin zumindest möglich ist, in einem 70 %-Pensum einer Erwerbstätigkeit als medizinische Praxisassistentin nachzugehen.
4.4
.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin insbesondere unter Berücksichtigung ihrer nur leicht- bis mittelgradigen Einschränkungen, ihrer guten Ressourcen und dem Grundsatz der Schadenminderungs- und Selbsteingliederungspflicht seit dem
9.
Juni 2013 objektiv zumutbar ist, ihre gesundheitliche Einschränkung soweit zu überwinden, dass sie einer 70%igen Arbeitstätigkeit als medizinische Praxisassistentin nachgehen kann. Ob die weitgehend remittierten diagnostizierten gesundheitlichen Einschränkungen ab dem
9.
Juni 2013 überhaupt noch eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen, kann entsprechend offen gelassen werden.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte
, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
5.3
Die Anmeldung der Beschwerdeführerin erfolgte am
6.
September 2011 (Ein
gangsdatum,
Urk.
6/48). Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs, wobei die Rente vom Beginn des Monats ausbezahlt wird, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG). Im März 2012 war die Versicherte seit rund einem Jahr zu mehr als 40
%
arbeitsunfähig und seit sechs Monaten angemel
det. Der Rentenanspruch entstand somit frühestens ab dem
1.
März 201
2.
5.4
Die Beschwerdeführerin arbeitete vor dem Unfall im Jahr 2005 in einem Pen
sum von 70
%
als medizinische Praxisassistentin. Anlässlich der
Haushaltsab
klärung
vom 2
0.
April 2009 führte sie aus, dass sie auch ohne gesundheitliche Einschränkung dieses Pensum leisten würde (
Urk.
6/39 S. 3, vgl. auch
Urk.
6/138 S. 14 f.). Dies ist aufgrund der Aktenlage plausibel und es ist
somit
von einer 70%igen Arbeitstätigkeit und einer 30%igen Tätigkeit im Haushalt auszugehen.
5.5
5.5.1
Das
Valideneinkommen
entspricht dem Einkommen einer medizinischen
Praxis
assistentin
für ein Pensum von 70
%
. Da die angestammte Tätigkeit gleichzeitig auch die angepasste Tätigkeit ist, kann ein sogenannter Prozentvergleich vorge
nommen werden.
Vom 1
6.
März 2011 bis zum 3
1.
Mai 2012 war die Beschwerdefü
hrerin zu 100 % (vgl. E 4.3
) arbeitsunfähig im Erwerbsbereich. Dies führt zu einem
Inva
liditätsgrad
von mindestens 70
%
. Es kann entsprechend offengelassen werden, in wie weit die Beschwerdeführerin allenfalls im Haushaltsbereich eingeschränkt war, da bei einem Invaliditätsgrad von 70
%
Anspruch auf eine ganze Rente besteht (vgl. E. 2.2).
Ab dem
1.
Juni 2012 trat eine Verbesserung ein und die Beschwerdeführerin war ab diesem Zeitpunkt zu 20
%
arbeitsfähig. Eine Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit oder der Fähigkeit sich im Aufgabenbereich zu betätigen ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt zu berücksichti
gen, indem sie in jedem Fall ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge
dauert hat und voraussichtlich andauern wird (vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV). Eine Verschlechterung ist
ebenfalls
zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV). Die Ver
besserung ist demnach nach drei Monaten zu berücksichtigen, so dass die Beschwerdeführerin vom
1.
März (Anspruchsbeginn, vgl. E 5.3) bis zum 3
1.
August 2012 einen Anspruch auf eine ganze Rente hat.
5.5.2
Ab dem
1.
Juni 2012 bis zum 2
8.
Februar 2013 bestand eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
. Die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse beträgt somit
5
/
7
(70
%
- 20 %), was bei einer Gewichtung des Erwerbsbereichs von 70
%
einem
Teili
n
validitätsgrad
von 50
%
(
5
/
7
x 7
0
%
) entspricht. Die Einschränkung im
Haus
haltsbereich
betrug gemäss Haushaltsabklärungsbericht vom 2
0.
April 2009 (
Urk.
6/39) 16.25
%
. Gemäss
Dr.
Z._
bewältigt die Beschwerdeführerin die alltäglichen Aufgaben im Haushalt (
Urk.
6/138 S. 30). Um Anspruch auf eine
Dreivie
r
telsr
ente
zu haben, müsste die Beschwerdeführerin zusammen mit dem Haushaltsbereich einen Invaliditätsgrad von 60
%
aufweisen (bzw. 59.5
%
). Die Beschwerdeführerin müsste dabei
im Haushaltsbereich
mindestens zu
1
/
3
einge
schränkt sein, so dass bei einer Gewichtung von 30
%
eine 10%ige Einschrän
kung resultieren würde
(
1
/
3
x 30
%
)
.
U
nter Berücksichtigung des
Haushalts
ab
klärungs
berichtes
und den Ausführungen von
Dr.
Z._
, ist
in
antizipierter Beweiswürdigung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass keine derart hohe Einschränkung vorliegt. Ein neuer Haushaltsabklärungsbericht erübrigt sich entsprechend. Die Beschwerdeführerin hat
demnach
Anspruch auf eine halbe Rente vom
1.
September 2012 bis zum 3
1.
Mai 2013 (vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV).
5.5.3
Ab dem
1.
März bis zum
8.
Juni 2013 ist von einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit auszugehen, so dass die Beschwerdeführerin
vom
1.
Juni bis zum 3
0.
September 2013
Anspruch auf eine ganze Rente hat (vgl.
Art.
88a IVV).
5.5.4
Danach ist es der Beschwerdeführerin objektiv zumutbar, zumindest im Umfang von 70
%
ihrer Tätigkeit als medizinische Praxisassistentin nachzugehen, womit sie im Erwerbsbereich
nicht
mehr e
in
ge
schränk
t is
t.
A
b dem
1.
Oktober 2013
hat die Beschwerdeführerin demnach keinen
Anspruch a
uf eine Invalidenrente mehr
(vgl.
Art.
88a IVV).
6
.
6
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a
ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sic
h eine Kostenpauschale von
Fr.
8
0
1
.-- als angemessen. Da die Beschwerdeführerin nur zu einem kleineren Teil obsiegt, sind ihr die Kosten zu zwei Dritteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel aufzuerlegen.
6
.2
Die vertretene Beschwerdeführerin hat sodann gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des
Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
)
Anspruch auf eine entsprechend reduzierte
Prozessent
schädigung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
600.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.