Decision ID: ea5a4656-985d-5115-9afe-8b68d1a82835
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 17. Juli 2018 als
Produktionsmitarbeiter für die B._, C._, tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act.
1).
A.a.
Am 21. September 2018 meldete die Arbeitgeberin, der Versicherte sei am 28.
August 2018 als Fussgänger von einem LKW angefahren worden, habe eine
Thoraxprellung links erlitten und sei seit dem 29. August 2018 arbeitsunfähig (Suva-act.
1). Eine Erstbehandlung hatte am Unfalltag in der Klinik D._ stattgefunden, wo die
Ärzte nach einer röntgenologischen Untersuchung des Thorax und Hemithorax eine
Fraktur der 8. Rippe diagnostiziert hatten (Suva-act. 15).
A.b.
Mit Schreiben vom 28. September bzw. 11. Oktober 2018 sprach die Suva dem
Versicherten für die Folgen des Nichtberufsunfalls vom 28. August 2018 die
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. 7, 20).
A.c.
Mit Schreiben vom 19. Oktober 2018 reichte der Versicherte der Suva ein fach
orthopädisches Attest des nachbehandelnden Arztes Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädie, D._, vom 12. Oktober 2018 über die Unfallfolgen vom 28. August 2018
ein. Dr. E._ stellte die bereits bekannte Diagnose einer Fraktur der 8. Rippe links und
die neue Diagnose eines Strecksehnenabrisses am 5. Finger rechts (Suva-act. 31).
A.d.
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Dem Versicherten wurde von seinem Hausarzt Dr. med. F._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, D._, bis 1. Februar 2019 eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(Suva-act. 40, 42, 44 ff.).
Am 15. Januar 2019 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med.
G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, zu einer Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vor. Dr. G._ hielt am 16.
Januar 2019 fest, dass die beim Unfall erlittene Thoraxkontusion mit Rippenfraktur 8
spätestens nach drei Monaten "wieder körperlich voll belastbar" sei. Der später
dazugekommene Strecksehnenabriss komme im Dossier erst zwei Monate später zur
Erwähnung und werde auch erst seit November 2018 behandelt, so dass ein
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 28. August 2018 nicht überwiegend
wahrscheinlich bestehe. Unfallbedingt sei dementsprechend seit Anfang Dezember
2018 eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben (Suva-act. 50-1).
A.e.
Am 22. Januar 2019 erklärte der Versicherte der Suva telefonisch, dass auf der
Notfallstation der Klinik D._ ein "grosser Trubel" geherrscht habe. Aus zeitlichen
Gründen hätten nur die grösseren Verletzungen behandelt werden können. In Bezug
auf den Finger habe man ihm geraten, den Heilverlauf abzuwarten. Er habe die rechte
Hand eingebunden, gekühlt und mit Salbe behandelt. Erst als keine Besserung
eingetreten sei, sei der Finger richtig untersucht worden (Suva-act. 51). Am selben Tag
empfahl Dr. G._ der Suva aufgrund der neuen Erkenntnisse aus dem
Telefongespräch die Anerkennung des Strecksehnenabrisses als Unfallfolge. Eine
Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet, da die Erheblichkeitsgrenze nicht
erreicht werde (Suva-act. 50).
A.f.
In einem fachärztlichen Attest vom 25. Januar 2019 zur Vorlage bei der
Versicherung nannte Dr. E._ folgende Diagnosen: Rippenfraktur 8. Rippe links,
Prellung linker Hemithorax, Strecksehnenruptur 5. Finger rechts bei Unfallereignis vom
28. August 2018. Im Weiteren bestätigte er eine letzte Untersuchung am 18. Januar
2019 und hielt fest, dass weiterhin Restbeschwerden im Bereich der Verletzungen,
nämlich im Bereich des 5. Fingers rechts und der 8. Rippe links, bestehen würden. Die
Einschränkungen würden Bewegungs- und Belastungsschmerzen sowie
Wetterfühligkeit betreffen. Zudem sei der 5. Finger rechts formverändert. Die
A.g.
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Unfallfolgen würden voraussichtlich bis zum 15. Februar 2019 abgeheilt sein (Suva-act.
57-1, vgl. auch Suva-act. 58).
Mit Schreiben vom 8. März 2019 verlangte der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Dr. rer. pol. F.M. Teichmann, St. Gallen, unter Hinweis auf das
fachärztliche Attest von Dr. E._ vom 25. Januar 2019 ergänzende Abklärungen
hinsichtlich Taggelder bis 15. Februar 2019 und eines Anspruchs auf eine
Integritätsentschädigung (Suva-act. 68).
A.h.
Nachdem die Suva das Schreiben von Rechtsanwalt Dr. Teichmann am 13. März
2019 Dr. G._ vorgelegt hatte, der am selben Tag erklärt hatte, dass er bei seiner
Beurteilung bleibe, dass keine Integritätsentschädigung geschuldet sei (Suva-act. 69),
teilte sie dem Versicherten mit Schreiben vom 14. März 2019 mit, dass Taggelder
entgegenkommenderweise bis zum 31. Januar 2019 bezahlt würden und die
Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung nicht erfüllt seien (Suva-act. 71).
A.i.
Mit Schreiben vom 22. März 2019 machte Rechtsanwalt Dr. Teichmann gegenüber
der Suva geltend, dass die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bis 15. Februar 2019
gedauert habe und ihm entsprechend bis dann Taggelder auszurichten seien. Auch
habe der Versicherte aufgrund seiner Unfallverletzungen immer noch Schmerzen und
insbesondere die verletzte Hand sei weiter eingeschränkt. Ein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung könne daher nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Er wiederholte, dass ergänzende
Abklärungen vorgenommen werden müssten (Suva-act. 72).
A.j.
Nachdem Dr. G._ am 27. März 2019 nochmals festgestellt hatte, dass die
knöchern konsolidierte Rippenfraktur ebensowenig wie ein Strecksehnenabriss am
Endglied einen Integritätsschaden in entschädigungspflichtigem Ausmass begründe
und diesbezügliche weitere Abklärungen nicht notwendig seien (Suva-act. 73), nahm er
am selben Tag gestützt auf die sogenannten Feinrastertabellen der medizinischen
Abteilung der Suva eine Integritätsschadensbeurteilung vor. Er kam zum Schluss, dass
in Bezug auf den linken Hemithorax die Bemessungsgrenze zur Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung nicht erreicht werde und selbst der Verlust eines
A.k.
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B.
C.
Kleinfingerendgliedes nicht mit einem ausgleichspflichtigen Integritätsschaden
bewertet würde (Suva-act. 75).
Gestützt auf die kreisärztliche Integritätsschadensbeurteilung verneinte die Suva
mit Verfügung vom 12. April 2019 einen Anspruch des Versicherten auf eine
Integritätsentschädigung. Im Weiteren sicherte die Suva die Ausrichtung eines
Taggeldes bis zum 15. Februar 2019 zu (Suva-act. 77).
A.l.
Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Dr. Teichmann für den Versicherten
mit Eingabe vom 18. April 2019 Einsprache mit den Anträgen, die Verfügung vom 12.
April 2019 sei dahingehend aufzuheben, dass dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung zugesprochen werde; eventualiter sei der Sachverhalt zwecks
weiterer Abklärungen zurückzuweisen und alsdann sei dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(zzgl. MwSt) zu Lasten der Suva (Suva-act. 79). Mit Schreiben vom 11. Mai 2019
reichte der Rechtsvertreter des Versicherten ein fachärztliches Attest von Dr. E._ vom
3. Mai 2019 ein (Suva-act. 82).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 26. Juli 2019 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab (Suva-act. 84).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 26. Juli 2019 erhob Rechtsanwalt Dr.
Teichmann für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 31.
Juli 2019 Beschwerde und wiederholte seine Anträge aus dem Einspracheverfahren
(act. G 1). Mit Schreiben vom 29. Oktober 2019 reichte er ein ärztliches Attest von Dr.
E._ vom 15. Oktober 2019 ein (act. G 7.1.1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2019 beantragte die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 26. Juli 2019 (act. G 9).
C.b.
In der Replik vom 6. Januar 2019 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
unverändert an den Beschwerdeanträgen fest (act. G 11).
C.c.
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Erwägungen
1.
Mit Schreiben vom 11. Februar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer umfassenden Duplik. Sie verwies auf ihre Ausführungen in der
Beschwerdeantwort und erneuerte ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde (act. G
13).
C.d.
Mit Schreiben vom 12. Februar 2020 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ein fachärztliches Abschluss-Attest von Dr. E._ vom 3. Februar
2020 ein (act. G 14, G 14.1.1).
C.e.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung hat. Während die Beschwerdegegnerin einen solchen
insbesondere gestützt auf die Integritätsschadensbeurteilung von Dr. G._ vom 28.
März 2019 (Suva-act. 75) verneint, geht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
von einem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung aus und beruft sich dabei auf
die fachärztlichen Atteste von Dr. E._ (vgl. insbesondere Suva-act. 57-1, 58, 82, act.
G 7.1.1, G 14.1.1).
1.1.
Der Beschwerdeführer hat sich beim Unfall vom 28. August 2018
unbestrittenermassen eine Fraktur der 8. Rippe links sowie einen Strecksehnenabriss
des 5. Fingers rechts zugezogen (Suva-act. 16, 31, 50). Dr. G._ erhob in der
Integritätsschadensbeurteilung vom 28. März 2019 (Suva-act. 75) als Befunde
residuelle Bewegungs- und Belastungsschmerzen im Bereich des linken Hemithorax
bei Zustand nach knöchern konsolidierter Rippenfraktur 8 links sowie eine
Strecksehnenruptur D5 rechts mit Streckhemmung bzw. Beugekontraktur/
Deformierung im DIP-Gelenk. Dr. E._ hielt in seinen fachärztlichen
(Abschluss-)Attesten vom 3. Mai 2019 (Suva-act. 82), 15. Oktober 2019 (act. G 7.1.1)
und 3. Februar 2020 (act. G 14.1.1) fest, es würden weiterhin unfallbedingte
Folgebeschwerden bzw. Restbeschwerden im Bereich der Verletzungen, nämlich am 5.
Finger rechts und im Bereich des Hemithorax 8. Rippe bestehen; im Bereich des linken
Thorax Belastungsschmerzen und Bewegungsschmerzen und im Bereich des 5.
Fingers rechts eine Formveränderung des DIP-Gelenks sowie ein Bewegungsdefizit.
Die von Dr. G._ und Dr. E._ erhobenen Befunde betreffend Hemithorax und 5.
Finger stimmen inhaltlich überein, wobei Dr. E._ in seinem fachärztlichen Attest vom
25. Januar 2019 zusätzlich als Einschränkung eine Wetterfühligkeit nennt (Suva-act.
1.2.
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2.
57-1, 58). Diese sowie die Bewegungs- und Belastungsschmerzen bezieht er zudem
offenbar auf die weiterhin bestehenden Restbeschwerden im Bereich der Verletzungen
des 5. Fingers rechts sowie der 8. Rippe links.
Laut Auffassung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 15.
November 2019 (act. G 9, Ziff. 4.1) mache der Beschwerdeführer geltend, dass ihm
eine Integritätsentschädigung für die verbleibenden Unfallfolgen am Kleinfinger der
rechten Hand zustehe, bestreite hingegen nicht, dass keine Integritätsentschädigung
für die Folgen am linken Thorax geschuldet sei. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers räumt zwar in der Einsprache vom 18. April 2019 (Suva-act. 79)
und in der Beschwerde vom 31. Juli 2019 (act. G 1) ein, dass der Beschwerdeführer
durch den Unfall insbesondere Restbeschwerden im Bereich des 5. Fingers rechts -
Bewegungseinschränkungen in Form eines Streckdefizits - habe, spricht zusätzlich
aber auch - ohne hier nur auf den Kleinfinger Bezug zu nehmen - von Bewegungs- und
Belastungsschmerzen sowie einer Wetterfühligkeit, welche näher eruiert und abgeklärt
werden müssten, weil deren Auswirkungen wohl bleibend seien und in erheblicher Art
und Weise einschränken könnten. In der Replik vom 6. Januar 2019 (act. G 11) erwähnt
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers andererseits, die Beschwerdegegnerin
habe festgehalten, dass hinsichtlich der Verletzung des linken Thorax die
Voraussetzungen der dauerhaften Schädigung nicht erfüllt seien. In seiner Eingabe vom
12. Februar 2020 (act. G 14) macht er sodann ausdrücklich geltend, dass der
Dauerschaden betreffend die 8. Rippe links in der Integritätsschadensschätzung nicht
mitberücksichtigt sei. Angesichts dessen, dass sowohl Dr. E._ als auch Dr. G._
unfallbedingte Befunde nicht nur im Bereich des 5. Fingers rechts, sondern auch im
Bereich des Hemithorax erhoben haben, und Dr. E._ explizit von einem
Dauerschaden in Form von Belastungs- und Bewegungsschmerzen im Bereich des
linken Thorax spricht (act. G 7.1.1), ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
zumindest mit Blick auf seine Ausführungen in der Einsprache und Beschwerde auch in
Bezug auf den Hemithorax einen Integritätsschaden geltend macht.
1.3.
Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Ein
Integritätsschaden gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen
Lebens mindestens im gleichen Umfang besteht (Art. 36 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung
über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Er ist erheblich, wenn die körperliche,
2.1.
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geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig
oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 Satz 2 UVV). Gemäss Art. 36 Abs. 2 UVV
gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren
Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten
Beeinträchtigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 UVV).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische
Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten
Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen
Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem
Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die
gemäss der Skala 5% nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff.
1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust
gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der
Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz
entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5% des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
2.2.
Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster)
erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine
Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von
Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des
Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach
unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit
denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit
dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2.3.
Trotz des Feinrasters der Suva-Tabellen gibt es Integritätsschäden, die sich nicht
direkt einer Position der Skala von Anhang 3 zur UVV oder der Suva-Tabellen zuordnen
lassen. In diesen Fällen ist in direkter oder analoger Anwendung von Ziff. 1 Abs. 2 von
Anhang 3 zur UVV der Grad der Schwere für spezielle oder nicht aufgeführte
Integritätsschäden vom Skalenwert bzw. von Positionen der Suva-Tabellen abzuleiten.
Zuerst ist mithin zu prüfen, ob ein Integritätsschaden in der Skala von Anhang 3 zur
UVV figuriert. Falls dies nicht zutrifft, ist in den Suva-Tabellen eine passende Position
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
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3.
zu suchen. Bei negativem Ausgang der Suche ist schliesslich die Schwere des
Integritätsschadens mittels Vergleichs zu den Werten in der Skala von Anhang 3 zur
UVV oder der Suva-Tabellen abzuleiten (KOSS-Thomas Frei, N 17 f. zu Art. 25 UVG).
Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich einzig nach dem medizinischen
Befund, womit die Beurteilung des Integritätsschadens eine ärztliche Aufgabe darstellt
(Koss-Frei, N 5 zu Art. 25 UVG; BSK UVG-Max B. Berger, Basel 2019, N 13 zu Art. 25
UVG; Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren
Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern
sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen,
beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3; BGE 125 V 352 E. 3;
RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311ff.).
2.5.
Insbesondere die Einordnung von Nichtlisten- und kombinierten Fällen öffnet dem
Arzt oder der Ärztin einen grossen Ermessensspielraum, in welchen die Verwaltung
bzw. das Sozialversicherungsgericht nicht ohne Not bzw. nur dann eingreifen soll,
wenn die unfallmedizinische Beurteilung im Hinblick auf die Liste im Anhang 3 UVV
sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu stossenden Ungleichheiten führen würde (Urteil
des Bundesgerichts vom 14. August 2008, 8C_660/2007, E. 4.2).
2.6.
Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.1), kann ein Integritätsschaden nur
ausgeglichen werden, wenn er erheblich ist, d.h. (im konkreten Fall) die körperliche
Integrität augenfällig oder stark beeinträchtigt (Art. 36 Abs. 1 Satz 2 UVV), was dann
der Fall ist, wenn er die Schwelle der Erheblichkeit von mindestens 5% erreicht bzw.
überschreitet (Erwägung 2.2; Ziff. 1 Abs. 3 des Anhangs 3 zur UVV). Dr. G._ schätzt
3.1.
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jedoch den Integritätsschaden in Bezug auf den linken Hemithorax auf 0% (Suva-act.
75). Die vom Beschwerdeführer beim Unfall erlittene Rippenfraktur ist weder in der
Skala in Anhang 3 zur UVV noch in den Suva-Tabellen aufgelistet, doch erscheint
einzig eine Zuordnung zu den Wirbelsäulenaffektionen in der Feinrastertabelle 7
naheliegend und passend. Die Tabelle 7 bemisst den Grad des Integritätsschadens auf
Basis der Funktionseinschränkung. Diese bestimmt sich in dieser Tabelle zum einen
nach der erlittenen Schädigung (z.B. einer Fraktur, einer Diskushernie oder einer
Skoliose) und zum anderen nach dem Ausmass der empfundenen Schmerzen, welche
wieder in vier Stufen bemessen werden. Die Schmerzfunktionsskala der Tabelle 7
ermöglicht also, wie auch die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 15.
November 2019 (act. G 9) einräumt, die Berücksichtigung von Schmerzen nach Dauer
und Intensität (BSK UVG-Berger, a.a.O., N 22 zu Art. 25 UVG). Wetterfühligkeit zeigt
sich in der Regel ebenfalls in Form von Schmerzen und ist damit unter die
Schmerzskala zu subsumieren. Für sehr starke schmerzhafte
Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule ist gemäss Anhang 3 zur UVV eine
Integritätseinbusse von 50% vorgesehen. Gemäss Suva-Tabelle 7 kann höchstens eine
Fraktur der LWS, BWS und HSW inklusive Spondylodese, Kyphose oder Skoliose mit
mässigen Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder keine, gute und rasche
Erholung (1 - 2 Tage) eine Integritätseinbusse von mindestens 5 % erreichen, wobei
der Rahmenwert bei 0% beginnt (= niedrigste Schmerzskala: +). Bei keinen
nennenswerten Schmerzen, einer geringen, seltenen Funktionsstörung v.a. bei starker
Belastung, sieht die Suva-Tabelle 7 keine Integritätsentschädigung vor. Für geringe
Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt, auch in Ruhe, ist sodann eine
Integritätseinbusse von 5 bis 10 % vorgesehen (= mittlere Schmerzskala: ++). Wie
bereits erwähnt, haben sowohl Dr. G._ als auch Dr. E._ beim Beschwerdeführer
residuelle Bewegungs- und Belastungsschmerzen als Befund erhoben, doch geht Dr.
G._ davon aus, dass höchstens der untere Rahmenwert der niedrigsten
Schmerzskala erfüllt ist. Nach Lage der Akten ist keine rechtsfehlerhafte Handhabung
des Ermessens ersichtlich. Hinsichtlich der Schmerzintensität und Schmerzdauer
finden sich jedenfalls in den medizinischen Akten keinerlei Angaben, auch keine
Hinweise zu Therapiebemühungen oder Schmerzmedikation. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beschränkt sich in der Beschwerde einzig auf die Nennung von
Bewegung- und Belastungsschmerzen sowie einer Wetterfühligkeit (act. G 1, Ziff. 12).
In der Replik vom 6. Januar 2019 (act. G 9) äussert er sich sodann überhaupt nur zur
Bemessung des Integritätsschadens bezüglich des 5. Fingers rechts. Schliesslich ist
auch den fachärztlichen Attesten von Dr. E._ nicht zu entnehmen, dass er den
Belastungs- und Bewegungsschmerzen im linken Thorax eine Integritätseinbusse
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4.
beimessen würde. Vielmehr hält Dr. E._ fest, dass die Fraktur der 8. Rippe nicht
messbar sei (act. G 7.1.1, G 14.1.1).
Angesichts der vorangehenden Erwägungen ist die Verneinung einer
Integritätsentschädigung für die verbleibenden Hemithoraxbeschwerden links durch die
Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Inwiefern hier weitere Abklärungen
erforderlich oder gerechtfertigt sein sollten, wird weder vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers dargelegt noch ergeben sich diesbezügliche Anhaltspunkte aus
den Akten.
3.2.
Zu beurteilen bleibt, ob der Integritätsschaden im Bereich des Kleinfingers rechts
in Form einer Streckhemmung bzw. Beugekontraktion/Deformierung im DIP-Gelenk
einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung begründet.
4.1.
Auch die Beeinträchtigung einer Streckhemmung bzw. Beugekontraktur/Defor
mierung im DIP-Gelenk des 5. Fingers ist weder in der Skala in Anhang 3 zur UVV noch
in den Tabellen der Suva enthalten. Dr. G._ hat deshalb gemäss Ziff. 1 Abs. 2
Anhang 3 eine Integritätsschadenschätzung im Vergleich zu anderen Schäden
vorgenommen, welche in den Suva-Tabellen 1 ("Funktionsstörungen oberer
Extremitäten"), 3 ("Einfacher oder kombinierter Finger-, Hand- und Armverlust") und 5
("Arthrosen") enthalten sind. Die analoge Anwendung dieser Vergleichswerte erscheint
passend und überzeugend und vor allem auch umfassend. Dr. G._ stellt in seiner
Beurteilung vom 28. März 2019 fest (Suva-act. 75), dass die im vorliegenden Fall
verifizierte Verletzung mit residuellen Beschwerden gemäss Tabelle 1 und 5 die
Erheblichkeitsgrenze zur Ausrichtung einer Integritätsentschädigung nicht erreiche.
Selbst der Verlust eines Kleinfingerendgliedes würde gemäss Tabelle 3 nicht mit einem
ausgleichpflichtigen Integritätsschaden bewertet.
4.2.
4.3.
Die Beschwerdegegnerin weist in der Beschwerdeantwort vom 15. November
2019 (act. G 9) zutreffend darauf hin, dass in der Tabelle 1 für Funktionsstörungen an
den oberen Extremitäten Bewegungseinschränkungen aufgeführt sind. Der 5. Finger
des Beschwerdeführers weist insbesondere diese gesundheitliche Einschränkung als
Dauerschaden auf, doch braucht es - wie die Beschwerdegegnerin ebenfalls richtig
festhält - für eine Integritätsentschädigung eine Bewegungseinschränkung mindestens
4.3.1.
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der ganzen Hand, welche beim Beschwerdeführer unstreitig nicht gegeben ist. Dr.
G._ hat demnach zu Recht keine Entschädigungspflicht aus der Tabelle 1 abgeleitet.
Tabelle 5 betrifft Arthrosen. Eine entsprechende Diagnose ist nicht aktenkundig,
doch bilden gerade die Symptome einer Arthrose Belastungs- und Dauerschmerzen,
eine Steifheit und Einschränkung der Beweglichkeit sowie Fehlstellungen bzw.
Deformitäten (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl.
Bern 2005, S. 579 ff., 764 ff.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/
Boston 2017, S. 152 f.; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 134). Bei
den vorliegenden Beeinträchtigungen im Bereich des rechten Kleinfingers - einer
Streckhemmung bzw. einer Beugekontraktur/Deformierung im DIP-Gelenk - erweist
sich damit die Bestimmung des Integritätsschadens anhand der Arthrosen-Tabelle
besonders passend. Doch auch in Anwendung der Suva-Tabelle 5 ist die Einschätzung
von Dr. G._, wonach die Erheblichkeitsgrenze zur Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung nicht erreicht sei, nicht zu beanstanden. Wie die
Beschwerdegegnerin richtig feststellt, beträgt der Integritätsschaden bei einer
Fingergelenk-Arthrose - mässigen und schweren Grades, mit Gelenksresektion oder
Arthrodese und mit einer Endoprothese mit gutem oder schlechtem Erfolg - 0%. Auch
im Rahmen der Suva-Tabelle 5 müsste die Arthrose für eine Integritätsentschädigung
die Hand betreffen. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers insbesondere im
Zusammenhang mit dem Kleinfinger vorgebrachten Schmerzen und beschriebene
Wetterfühligkeit sind bei Anwendung der Suva-Tabelle 5 insofern bereits
berücksichtigt, als der Schmerz - wie gesagt - ein Symptom der Arthrose bildet und
dieser wiederum auch zu Bewegungseinschränkungen führt. Besagte Symptome
bilden mithin den Inhalt des Integritätsschadens bei Arthrosen und können nicht
zusätzlich veranschlagt werden. Mit der Integritätsentschädigung werden konkrete,
objektivierbare gesundheitliche Schäden und nicht die im Einzelfall subjektiv als
störend empfundenen Einschränkungen oder individuelle Besonderheiten
berücksichtigt. Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich allein nach dem
medizinischen Befund (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 221 E. 4b mit Hinweisen; Koss-Frei,
N 3 f. zu Art. 25 UVG). Schmerzen und Wetterfühligkeit sind einer objektiven Prüfung
nicht zugänglich. Die Suva-Tabelle 7 ("Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen")
bildet die einzige Ausnahme, bei der sich die Funktionseinschränkung auch nach dem
Ausmass der empfundenen Schmerzen bestimmt (vgl. Erwägung 3.1). Die vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers angeführten Punkte rechtfertigen mithin keine
Erhöhung der in der Suva-Tabelle 5 festgelegten Werte. Eine Formveränderung, wie sie
beim Beschwerdeführer unstreitig vorliegt, ist schliesslich - wie bereits erwähnt -
4.3.2.
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ebenso ein bei einer Arthrose auftretendes Symptom, womit auch sie nicht zusätzlich
veranschlagt werden kann.
Die Suva-Tabelle 3 betrifft Fingerverluste. Allgemein ist festzuhalten, dass eine
Funktionseinschränkung, wie im vorliegenden Fall, in der Regel weniger schwer wiegt
als der Verlust eines Körperteils bzw. Organs. Nur die völlige Gebrauchsunfähigkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt. Bei teilweisem Verlust und bei teilweiser
Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer (vgl. Ziff. 2
von Anhang 3 zur UVV). Der Beschwerdeführer weist keinen Verlust, sondern lediglich
ein Bewegungsdefizit und eine Formveränderung des rechten Kleinfingers auf. Dr.
G._ hält jedoch zutreffend fest, dass selbst der Verlust eines Kleinfingerendglieds
gemäss Suva-Tabelle 3 nicht mit einem ausgleichspflichtigen Integritätsschaden
bewertet sei. Gemäss Suva-Tabelle 3 müssten sogar bei einem Verlust nach den
Abbildungen 14 ff. zwei Gelenke eines Kleinfingers betroffen sein, damit ein
entschädigungspflichtiger Integritätsschaden bejaht werden könnte. Die Höhe des
Integritätsschadens ist sodann von der Bedeutung des Fingers bzw. Fingergliedes für
die Funktion der ganzen Hand abhängig. Gemäss der Skala in Anhang 3 zur UVV
beträgt der Integritätsschaden beim Verlust von mindestens zwei Gliedern eines
Langfingers oder eines Gliedes des Daumens 5%, während er beim Verlust eines
Daumens 20% beträgt (Anhang 3 zur UVV). Der Verlust eines Daumens wiegt mithin
schwerer als derjenige eines Langfingers. Gesamthaft betrachtet fällt damit in Bezug
auf den konkreten Fall eine Integritätsentschädigung augenscheinlich ausser Betracht.
Auch der objektivierte strukturelle Befund der Deformierung als solcher wiegt sodann
nicht schwerer als der Verlust eines Fingerendgliedes und ist somit bei der analogen
Anwendung der Werte der Suva-Tabelle 3 als mitenthalten zu betrachten. Ästhetische
Aspekte stellen schliesslich - wie Schmerzen - persönliche Umstände des Einzelfalls
dar, von denen die Bemessung des Integritätsschadens nicht abhängt (vgl. dazu
Erwägung 4.3.2). Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 15.
November 2019 zutreffend festhält, werden sie einzig in der Suva-Tabelle 18
("Integritätsschaden bei Schädigung der Haut") berücksichtigt. Jedoch ist auch dort
der Verlust eines kompletten Fingers Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein
entschädigungspflichtiger Integritätsschaden besteht.
4.3.3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit Bezug auf die kreisärztliche
Beurteilung von Dr. G._ vom 28. März 2019 keine konkreten sachlichen Fehler
erkennbar sind, welche die Einschätzung der Höhe des Integritätsschadens in Bezug
auf die Beeinträchtigung des rechten Kleinfingers in Frage stellen und ein Abweichen
davon rechtfertigen würden. Auch die sorgfältig vorgenommene Überprüfung der
4.4.
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5.
Da die Beurteilung der Rechtsbegehren gestützt auf die Akten vorgenommen werden
konnten, erübrigen sich weitere Abklärungen. Der entsprechende Antrag des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist folglich abzuweisen.
6.