Decision ID: 72aefa77-3c4b-5bfe-867a-cd6d51cc6fa0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geboren
e
X._
war vom 1. Dezember 2003 bis 30. September 2005 bei der
Y._
und vom 1. Oktober 2005 bis 30. September 2006 bei der
Z._
als Sachbearbeiterin tätig (Urk.
7/9 und Ur. 7/10
).
Am 25. Oktober 2007 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2).
Mit Verfügung vom 5. September 2008 sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, a
b 1. Januar 2007 eine ganze Rente der Invalidenversicherung
zu
(Urk.
7/28-29
). Mit Verfü
gung vom 3. Januar 2011 hob
sie
die Rente
zufolge einer wesentlichen Verbes
serung des Gesundheitszustandes wieder
auf (Urk.
7/54
), was mit Urteil des
Sozi
alversicherungsgerichts des Kantons Zürich
vom
16. Februar 2012
b
estätigt wurde (Urk.
7/73
).
Auf ihr erneutes Leistungsbegehren vom
26. März 2012
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. Juli 2012 nicht ein
(Urk. 7/87)
, was mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom
13. Januar 2014
bestätigt wurde
(Urk. 7/117)
.
Auf das Leistungsbegehren vom
10. Oktober 2012
trat die IV Stelle ein und liess die Versicherte a
m 15. Januar 2014
bei der
A._
in Basel
polydisziplinär
a
bklären
(Allgemeine Innere Me
dizin/
Psy
chiatrie/
Orthopädische Chirur
gie
/
Neurologie
)
.
Gestützt auf das Gutachten vom 31. März 2014
(Urk. 7/121)
ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. Juli 2014 einen Leistungsanspruch der Versicherten (Urk. 7/125).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
In der Folge wurden
diverse
berufliche Massnahmen gewährt.
Seit Juli 2016 arbeitet
die Versicherte
in einem 30 %-Pensum bei der
B._
.
Am 11. November 2016 meldete
sie
sich erneut bei der IV-Stelle zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/192).
Am 26. Juni 2017 wurde die Versicherte
wiederum
bei der
Abklärungsstelle
A._
in
Basel polydisziplinär untersucht und begutachtet
(Allge
meine Innere Medizin/Rheumatologie/Neurologie/Psychiatrie)
. Das Gutachten
wurde am 10. Juli 2017 erstattet (Urk. 7/208).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. Februar 2018 einen Leis
tungsanspruch der Versicherten (Urk. 7/219
= Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 10. März 2018 Beschwerd
e und beantragte die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, damit diese den Rentenanspruch auf der Grundlage einer Erwerbsunfähigkeit von 50 % berechne. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den
A._
-Gutachtern ergänzende Fragen stelle (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 14. Mai 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Mit Eingabe vom 29. Mai 2018 reichte d
ie
Beschwerdeführer
in
eine Stellungnahme ein, welche der Beschwerde
gegnerin am 15. Juni 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die
Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der mass
geblichen Indikatoren erlauben oder nicht.
1.6
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.7
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert,
so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn di
e Vorausset
zungen gemäss
Abs.
2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Ver
waltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nun
mehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.8
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.)
.
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
aufgrund der weni
gen objektiven Befunde des psychischen Leidens sei eine dauerhafte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 50 % aus juristischer Sicht nicht nachvollziehbar. In einer Gesamtwürdigung könne kein stimmiges Gesamtbild einer Einschrän
kung in allen Lebensbereichen für die Bejahung der Arbeitsunfähigkeit aufgezeigt werden. Es liege kein invalidenversicherungs
rechtlich relevantes psychisches Lei
den vor
(Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
in psy
chischer Hinsicht habe sich
ihre
gesundheitliche Situation deutlich verschlechtert. Sie leide mittlerweile an einer mittelgradigen Depression sowie einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die depressive Stö
rung schränke sie in allen Lebensberei
chen ein und beeinträchtige sie
auch im Umgang mit ihren somatischen Beschwerden. Aus psychischer Sicht sei sie gemäss
A._
-Gutachten nur noch zu 50% arbeitsfähig.
Sie habe deshalb Anspruch auf eine Rente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 50 %
(Urk. 1 S. 3 ff.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 11. November 2016 (Urk. 7/192) eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse im massgebenden Zeitraum zwischen der Verfügung vom 15. Juli 2014, mit welcher ein Anspruch auf eine Invalidenrente verneint wurde (Urk. 7/125), und der angefochtenen Verfügung vom 7. Februar 2018 (Urk. 2), insofern verändert haben, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invali
denrente besteht.
3.2
Die rentenabweisende Verfügung vom 15. Juli 2014 basierte in medizinischer Hinsicht insbesondere auf dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten polydis
ziplinären
A._
-Gutachten vom
31. März 2014
(Urk. 7/
121
).
Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt:
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit intermittierender Ausstrahlung ins rechte Bein (ICD-10 M54.4)
-
Status nach
Sequestrektomie
bei Diskushernie LWK5/SWK1 rechts mit
lumboradikulärem
Reizsyndrom S1 rechts am 15.08.2012 und nach Re-Dekompression bei Diskushernien-Rezidiv LWK5/SWK1 mit
Lum
boischialgie
S1 rechts am 20.12.2012 (Z98.8)
-
Lumbosakrale
Übergangsanomalie mit unvollständiger
Hemilumbali
sation
von SWK1 rechts (Q76.4)
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F32.0)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden genannt:
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Verdacht auf Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2)
-
a
rterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
-
a
namnestisch Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 E11.9)
-
HbA1c-Wert 4.9 %
-
c
hronische Hepatitis B anamnestisch (ICD-10 B18.1)
Es wurde ausgeführt,
bei der orthopädischen Untersuchung habe die Detailunter
suchung des Rumpfes eine gute Beweglichkeit in sämtlichen Abschnitten mit Inkonsistenzen im Verlauf der Untersuchung ergeben. An den Extremitäten habe sich eine freie Beweglichkeit sämtlicher Gelenke bei guter Kraftentfaltung erge
ben. Eine MR-Tomographie der LWS habe weiterhin strukturelle Alterationen vor allem im Segment LWK5/SWK1 mit Verdacht auf persistierendes Diskusmaterial oder allenfalls Narbenmaterial im Spinalkanal gezeigt. Für die angestammte Tätigkeit im kaufmännischen Bereich sowie für andere körperlich leichte Tätig
keiten in wechselnder Position mit einer Hebe- und
Tragelimite
von 10 kg und ohne länger dauernde Zwangshaltung des Rumpfes bestehe aus orthopädischer Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit.
Für Tätigkeiten mit darüber
hinausgehendem Belastungsprofil bestehe hingegen pau
schal eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Bei der neurologischen Untersuchung habe sich ein Verlust des
Tibialis
pos
terior
- und des Achillessehnen-R
eflexes rechts als Ausdruck einer
residuellen
Läsion L5 und S1 rechts
finden lassen
. Bei der Mot
orik-Prüfung sei eine diskrete E
inschrän
kung des monopedalen Hüpfens rechts aufgefallen, was in Verbindung mit dem erwähnten
radikulären
Syndrom erklärbar sei. Im Übrigen sei der neurologische Status regelrecht
ausgefallen und es
seien
keine akuten Wurzelreizzeichen gefun
den
worden
. Aus neurologischer Sicht seien Tätigkeiten in Zwangshaltung oder mit schwerem Heben und Tragen nicht möglich, ebenso Tätigkeiten mit besonde
rer Beanspruchung
des Gleichgew
ichtsvermögens. Für alle übrigen körperlich leichten bis punktuell mittelschweren Arbeiten bestehe aus neurologischer Sicht eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Bei der psychiatrischen Untersuchung sei aufgefallen, dass das Ausmass der geklagten somatischen Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nur noch halbtags arbeiten zu können, durch die somatischen Befunde nicht hin
reichend habe objektiviert werde
n
können. Es müsse eine gewisse psychische Überlagerung angenommen werden. Dabei handle es sich um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Daneben könne auch eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert werden, die gegenwär
tig leichtgradig ausgeprägt sei. Aufgrund der depressiven Störung bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit von 20 %.
Aus allgemein internistischer Sicht könne keine Diagnose mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gestellt werden.
Aus polydisziplinärer Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin für körperlich mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten keine zumutbare Arbeitsfähigkeit. Für körperlich leichte
,
angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %. Das Pensum könne vollschichtig
mit leicht erhöhtem Pausenbedarf und leicht reduziertem Rendement
umgesetzt wer
den
(Urk. 7/121 S. 24 ff.)
3.3
Die angefochtene Verfügung vom
7. Februar 2018
stützte sich im Wesentlichen auf d
as p
olydisziplinäre
A._
-Gutachten vom
10. Juli 2017
(Urk. 7/
208
).
Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt
(Urk. 7/208 S. 34)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41
-
chronis
ch
es
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom /
residuelles
lumbo
radikuläres
Reizsyndrom L5 und S1 rechts (ICD-10 M53.1, M54.4)
-
Status nach
Sequestrektomie
bei Diskushernie LWK5/SWK1 rechts mit
lumboradikulärem
Reizsyndrom S1 rechts am 15.08.2012 und nach Re-
Dekompression bei
Diskushernienrezidiv
LWK5/SWK1 mit
Lumbo
ischialgie
S1 rechts am 20.12.2012
-
r
adiomorphologisch bekannte
Osteochondrose
im
lumbosakralen
Übergang mit Übergangsanomalie mit unvollständiger
Hemilumbali
sation
von SWK1 rechts
-
muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der abdominellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen
-
diskrete Wirbelsäulenfehlhaltung mit betonter thorakaler Kyphose
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden genannt
(Urk. 7/208 S. 34 f.)
:
-
Episodisches Spannungstyp-Kopfweh (ICD-10 G44.2)
-
a
namnestisch Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0)
-
metabolisches Syndrom
-
arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
-
Diabetes mellitus Typ II, aktuell HbA1c von 5,3 % unter medikamen
töser Behandlung (ICD-10 E11.9)
-
Hypercholesterinämie (ICD-10 E78.2)
-
c
hronische Hepatitis B anamnestisch (ICD-10 B18.1)
Es wurde ausgeführt,
die rheumatologische Untersuchung habe d
iagnostisch ein
chronisches
lumbosypondylogenes
Schmerzsyndrom bi
s
residuelles
lumboradi
kuläres
R
eizsyndrom L5/S1 rechts ergeben. Die klinische Untersuchung habe bei guter
Patientencompliance
durchgeführt werden können. Es habe eine Wirbel
säulenfehlhaltung/-
fehlform
und eine allgemeine muskuläre
Dekonditionierung
objektiviert werden können. Die Bewegungseinschränkung lumbal korreliere gut zum Status nach zwei
Diskushernienoperationen
im Jahr 2012 und der zuletzt im Dezember 2016 radiomorphologisch dokumentierten
Osteochondrose
im
lum
bosakralen
Übergang. Sonstige relevante
pathoanatomische
Befunde am Bewe
gungsapparat hätten nicht festgestellt werden können. In Bezug auf die früher ausgeübten kaufmännischen Tätigkeiten sowie für sonstige körperlich leichte wechselbelastende berufliche Tätigkeiten bestehe eine normale ganztägig ver
wertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Für sonstige körperlich mittel oder gar schwer belastende berufliche Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit.
Die allgemein internistischen Diagnosen hätten keinen negativen Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Aus klinisch-neurologischer Sicht habe die detaillierte Evaluation ebenfalls ein chronisches und
lumbovertebrales
Syndrom mit
residuellem
radikulärem
sensib
lem
Au
s
fallsyndrom der Wurzel S1 rechts mit intermittierenden Ausstrahlungen ins rechte Bein ergeben. Im Weiteren habe ein episodisches Spannungstyp-Kopf
weh mit anamnestisch Migräne ohne Aura objektiviert werden können. Aus neu
rologischer Sicht bestehe insgesamt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für alle in der freien Wirtschaft verwertbaren beruflichen Tätigkeiten von 20 %.
Die psychiatrische Evaluation habe die Diagnosen einer rezidivierenden depres
siven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ergeben. Die depres
sive Störung schränke die Beschwerdeführerin in allen Lebensbereichen ein und beeinträchtige sie auch im Umgang mit ihren somatischen Beschwerden. In der angestammten sowie für sonstige berufliche Tätigkeiten bestehe aus
psychiatri
scher Sicht eine 50 %
ige
Arbeitsunfähigkeit.
Zusammenfassend ergebe die polydisziplinäre Evaluation, dass wegweisend auf
grund der psychiatrischen Morbidität in der angestammten
sowie in sonstigen körperlich leicht
belastenden
beruflichen
Tätigkeiten eine 50 %
ige
Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Das Pensum könne über vier bis sechs Stunden pro Tag umgesetzt werden, je nach Möglichkeit, bei der Arbeit Pausen einzulegen oder stundenweise zu arbeiten. Die leichte Leistungseinbusse aus neurologischer Sicht wirke sich bei der psychiatrisch vorgegebenen Einschränkung nicht zusätz
lich aus, es könnten die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt werden
(Urk. 7/208 S. 35 f.).
Der psychiatrische Gutachter nahm sodann zum Fragenkatalog der Beschwerde
gegnerin Stellung
.
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung habe ein
mit
t
elgradiges depressives Zustandsbild vorgelegen. Die Beschwerdeführerin sei im Alltag durch die verminderte psychische Belastbarkeit, die erhöhte Ermüdb
a
rkeit, die depressiven Verstimmungen und den verminderten Antrieb in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Sie befinde sich in einer schwierigen wirt
schaftlichen Lage, weitere invaliditätsfremde Faktoren lägen jedoch nicht vor. Die depressive Störung
stehe
aber eindeutig im Vordergrund, invaliditätsfremde Fak
toren spielten keine wesentliche Rolle. Hinweise auf Aggravation bestünden nicht. Von ihrer Persönlichkeit her sei die
Beschwerdeführerin in ihrer
Arbeitsfä
higkeit
nicht beeinträchtigt. Sie sei im Alltag und in der Umsetzung ihrer Res
sourcen durch die depressive Störung beeinträchtigt. Im Rahmen des Arbeitstrai
nings sei es nicht gelungen, das Arbeitspensum über 5
0 % zu steigern. Dabei habe sie aber
auch qualitative Einbussen gezeigt. Weitere soziale Belastungen lägen nicht vor. Sie erfahre
eine gute Unterstützung durch ihre Kinder und durch ihre Familienangehörigen. Ansonsten lebe sie sozial sehr isoliert. Die Kommunikati
onsfähigkeit sei durch die Depression beeinträchtigt. Die bisherige Therapie werde lege
artis
durchgeführt. Die Kooperation bei den bisher erfolgten Therapien sei gegeben gewesen. Weitere Therapieoptionen bestünden nicht. Die Kooperation bei den Eingliederungsbemühungen sei vorhanden gewesen. Die festgestellte Leistungseinbusse s
ei durch die Depression bedingt
gewesen. Aufgrund der depressiven Störung sei die Eingliederungsfähigkeit beeinträchtigt. Es sei nicht zu erwarten, dass durch weitere Eingliederungsmassnahmen die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne. Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung seien keine Diskrepanzen aufgefallen. Die Beschwerdeführerin selbst sehe sich in d
er Lage
,
halbtags zu arbeiten. S
ie arbeite zurzeit in einem 30 %-Pensum und küm
mere sich um den Haushalt. Sie gehe praktisch keinen
Freizeitaktivitäten nach und lebe sehr zurückgezogen. Aufgrund der geschilderten Alltagsaktivitäten sei die geltend gemacht
e
Arb
eitsunfähigkeit nachvollziehba
r. Früher sei sie während Jahren in einem Ganztagespensum tätig gewesen. Die therapeutischen Optionen würden wahrgenommen (Urk. 7/208 S. 23 ff.).
4.
4.1
Das polydisziplinäre
Gutachten
vom
10. Juli 2017
erfüllt die rechtsprechungsge
mäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundla
gen (vgl. E.
1.6
). Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf
den erfor
derlichen
fachärztli
chen Untersuchungen
(
Allgemeine Innere Medi
zin/Rheumatologie/Neurologie/Psychiatrie
)
und
wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, berück
sichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen
Zusam
menhänge
ist einleuchtend und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nachvollzieh
bar und begründet
.
4.2
In somatischer Hinsicht
geht aus dem Gutachten hervor und wird auch nicht bestritten
,
dass in Bezug auf die früher ausgeübten kaufmännischen Tätigkeiten sowie für sonstige körperlich leichte wechselbelastende berufliche Tätigkeiten eine normale ganztägig verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht
.
Für sonstige
körperlich mittel oder gar schwer belastende berufliche Tätigkeiten besteht hingegen keine Arbeitsfähigkeit.
4.3
Aus psychiatrischer Sicht
ist
dem Gutachten
zu entnehmen
,
dass
die Beschwer
deführerin unter einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode, sowie einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren leidet. Gemäss Gutachten ist davon auszugehen, dass sich das psychiatrische Zustandsbild seit der letzten
Begutachtung vom 31. März 2014
verschlechtert hat.
Die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten sowie
in
sonstige
n
beruflich
en
Tätigkeiten
wird auf
50 %
geschätzt
.
Gemäss
BGE
143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Bew
eisverfahren unter Bezugnahme auf die Standardindi
katoren (vorstehend E. 1
.4
) zu beurteilen, die es erlauben, das tatsächlich erreich
bare Leistungsvermögen unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) ande
rerseits einzuschätzen (vorstehend E. 1
.3
). Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung stattfinden, sondern geprüft werden, ob
ausschliesslich
funk
tionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektiven Grundlage erfolgte. Dies ist dann der Fall, wenn die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 144 V 50 E. 3.4).
Das
A._
-Gutach
t
en
vom
10. Juli 2017
wurde zwar erstattet, bevor die bundesge
richtliche Rechtsprechung die Berücksichtigung der Standardindikatoren bei allen psychischen Leiden eingeführt hat. Das
G
utachten ist jedoch unter ausdrücklicher Bezugnahme auf
die
massgebenden
Standardindikatoren
gemäss
BGE
141 V 281 verfasst worden.
So hat sich
der Gutachter
mit den diagnoserelevanten Befunden und deren Ausprägung auseinandergesetzt,
wobei er insbesondere einen vermin
derten Antrieb sowie eine verminderte psychische Belastbarkeit erwähnte (Urk. 7/208 S. 23).
Hinsichtlich
Behandlungserfolg
gelangte
er zum Schluss, dass die therapeutischen Optionen wahrgenommen würden
und weitergeführt werden sollten, jedoch
keine weiteren Therapieoptionen
bestünden
(Urk. 7/208 S.
24 f.).
Die Kooperation der Beschwerdeführerin sei gegeben und Hinweise auf Aggrava
tion bestünden nicht (Urk. 7/208 S. 24).
Zum Aspekt der Persönlichkeit
wies
der Gutachter
darauf hin
, dass die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
von ihrer Persönlichkeit her nicht beeinträchtigt sei (Urk
. 7/208 S
. 24)
.
In Bezug auf die
persönlichen Ressourcen
hielt
er
fest
,
dass sie im Alltag in der Umsetzung ihrer Ressourcen
durch die depressive Störung
eingeschränkt
sei und
ausserdem
ihre
Kommunikationsfähigkeit
durch die Depression
beeinträchtigt sei
(Urk. 7/208 S. 24)
.
Den sozialen Kontext betreffend,
wies
er
namentlich darauf hin, dass die Beschwerdeführerin Unterstützung durch ihre Kinder und Familienangehörige
n erfahre
, jedoch ansonsten sozial isoliert lebe
(Urk. 7/208 S. 24
)
. Zur Konsistenz
äusserte
sich
der Gutachter
dahingehend, dass im Rahmen der Untersuchung keine Diskrepanzen aufgefallen seien. Die Beschwerdeführerin gehe praktisch kei
nen Freizeitaktivitäten nach und lebe sehr zurückgezogen
(Urk. 7/208 S
. 25). Die
depressive Störung schränke sie in allen Lebensbereichen ein und beeinträchtige sie auch im Umgang mit ihren somatischen Beschwerden (Urk. 7/208 S. 35).
Vor diesem Hintergrund vermag
die gutachterliche Einschätzung einer Restar
beitsfähigkeit von 50 % zu überzeugen.
Der
Gutachter
hat
in seiner Beurteilung
die einschlägigen Indikatoren berück
sichtigt und sich
damit
an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten
.
Das Gutachten erfüllt somit die Anforderungen des strukturierten Beweisverfahrens,
weshalb darauf abzustellen ist.
4.4
Nach dem Gesagten ist gestützt auf das Gutachten vom 10. Juli 2017 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerde
führerin seit
Februar 2015
in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50 % einge
schränkt ist
(Urk. 7/208 S. 36)
.
4.5
Es ist somit festzuhalten, dass
seit der letzten Rentenabweisung (Verfügung vom 15. Juli 2014)
eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
ein
getreten ist
, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen
.
4
.
6
Da die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit 50 % arbeitsfähig ist,
entspricht der Invaliditätsgrad
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit.
Demnach resul
tiert
ein Invaliditätsgrad von 50 %, womit
ein
Anspruch auf eine halbe Rente besteht. Da die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin am
11. November 2016
erfolgt ist, hat sie ab dem
1. Mai 2017
Ansp
ruch auf eine halbe Rente (Art. 29 Abs.
1 IVG).
5.
In
Gutheissung der Beschwerde
ist
die angefochtene Verfügung vom
7. Februar 2018
aufzuheben
,
und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1. Mai 2017
Ans
pruch auf eine halbe Rente hat.
6.
6.1
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung, die in Anwendung von
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
auf Fr.
2'300.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.