Decision ID: c51c02df-7841-5ba3-afdf-a210390d711c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1982, wurde
am
4.
März 1990
von seinen Eltern
im Hinblick auf
die
Diagnose eines
kongenitalen hirndiffusen
p
sychoorganischen Syndroms (POS) im Sinne des Ge
burtsgebrechens
Ziff.
404 (
Verordnung über Geburtsgebrechen,
GgV
, Liste der Geburtsgebrechen
;
Urk.
7/2
Ziff.
3) bei der Invalidenversicherung angemeldet (
Urk.
7/1). Dem Versicherten wurden
medi
zinische
Massnahmen
und eine Sonderschulung
zugesprochen (
Urk.
7/5
-6
, Urk.
7/11
,
Urk.
7/19).
Nach einer weiteren Anmeldung
bei der Invalidenver
siche
rung
vo
m
2.
Mai 1996
(
Urk.
7/24)
sprach
ihm
die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
weiterhin
Sonderschulmassnahmen
zu
(
Urk.
7/27-28,
Urk.
7/31).
Der Versicherte begann i
m August 1999 eine vierjährige Lehre zum Bauzeichner
(
Urk.
7/32
Ziff.
2).
Am 3
0.
August 2000 meldete
er
sich
nochmals
bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/35). Mit Verf
ügung vom
9.
Februar 2001
sprach ihm die
IV-Stelle
für die Zeit
vom 1
0.
August 1999 bis 1
0.
August 2001
Leistungen im Zusammenhang mit
eine
r
erstmalige
n
berufliche
n
Ausbildung zu
(
Urk.
7/49).
1.2
A
m
2.
Juli 2014
meldete sich der Versicherte
erneut bei der Invalidenver
sicherung an (
Urk.
7/59).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte ihm am 2
1.
November 2014 mit, dass kein Anspruch auf beruf
liche Massnahmen bestehe (
Urk.
7/73).
In der Folge holte sie
ein psychiatrisches Gutachten ein
, das am 1
1.
Januar 2016 (
Urk.
7/102) erstattet wurde.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/111-114) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
7/115 =
Urk.
2) einen Anspruch auf IV-Leistungen.
2.
Die behandelnden Ärzte der
Y._
brachten
am 1
3.
Oktober 2016 (
Urk.
7/120 =
Urk.
1/1) Einwände gegen den Vorbescheid vor.
Der Versicherte erklärte sich a
m 2
2.
November 2016 (
Urk.
1/2) mi
t der Weiterleitung der Eingabe vom 1
3.
Oktober 2016
als Beschwerde einverstanden. Die IV-Stelle
leitete die Eingabe
am 2
8.
November 2016
an das
h
iesige
Gericht
weiter
(
Urk.
3).
Mit der Eingabe vom 1
3.
Oktober 2016 wurd
e sinngemäss die
Zusprache
von IV-Leistungen beantragt
(
Urk.
1/1 S. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Januar 2017 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
9.
Februar 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. No
vember 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte
sich
auf den Standpunkt
, dass die vorhandenen Einschränkungen
des Beschwerdeführers
therapierbar seien.
Zumindest an einem Nischenarbeitsplatz
sei ihm
eine Arbeitstätigkeit von 100
%
zumutbar (
Urk.
2 S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte vor
, er leide an einer paranoiden Schizophrenie
. Dabei handle es sich um
eine chronisch verlaufende Erkrankung. Er sei daher mindestens seit dem Jahr 2014 für den angestammten Bereich zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
1/1 S. 1).
2.3
Berufliche Massnahmen wu
rden beschwerdeweise
nicht beantragt. Strittig und zu prüfen ist daher, ob
der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
diagno
stizierte beim Beschwerdeführer im Kindesalter ein kongenitales hirndiffuses
p
sycho
organisches Syndrom
(POS) im Sinne des Geburtsgebrechens
Ziff.
404
GgV
(
Urk.
7
/2
Ziff.
3).
Der Beschwerdeführer
konnte
eine Ausbildung zum Bauzeichner
und
anschliessend eine Berufslehre
zum Strassenbauer erfolgreich ab
schliessen
(
Urk.
7/66/6-7).
3.2
Die Ärzte der
Y._
berichteten am
4.
September 2014 (
Urk.
7/69/3-9) über einen stationären Aufenthalt de
s Beschwerdeführers in der
Y._
, der vom
4.
Juni bis 2
2.
Juli 2014
gedauert hatte
(S. 1).
Der Ärzte der
Y._
nannten
im Austrittsbericht
als Diagnosen einen Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie und
Parkinsonoid
mit
Akathisie
durch Depot
medikation mit
Haldol
50 mg
intramuskulär (
i.m
.
)
bedingt (S. 1 Mitte).
Der Eintritt in die Klinik sei freiwillig auf Eigeninitiative
des Beschwerdeführers
erfolgt
bei
einer starken extrapyramidalen
Symptomatik vor
dem Hintergrund einer bekannten
Schizophrenie. Der Beschwerdeführer sei zuvor in einer psychiatrischen Klinik in Kroatien mit 50 mg
Haldol
i.m
. behandelt worden und habe dort nach dem Austritt mit starken extrapyram
id
alen Nebenwirkungen reagiert. In Kroatien habe er sich von seinem sozialen Umfeld falsch behandelt gefühlt. Aufgrund
einer
inneren Unruhe habe er angefangen,
sich selbst zu beissen und
seine Kleidung
zu
zer
rei
s
sen, worauf
hin
er zur Behandlung in
die
Klinik in Kroatien eingetreten sei.
Der Beschwerdeführer habe erstmals im Jahr 2009 psychotische Symptome
nach einer Belastungssituation
gezeigt. Erste Symptome seien Selbstgespräche und Ticks
gewesen.
Anamnestisch sei es 2009
aufgrund einer Depression zu einem stationären Aufenthalt in der
A._
gekommen. Der Beschwerdeführer habe nicht mehr alleine wohnen können und immer wieder
unter
Kontroll
verlusten gelitten
. Fremdaggressiv sei er nie gewesen, er habe aber ein selbst
verletzendes Verhalten gezeigt
(S. 1 f.).
Er
habe eine Ausbildung zum Tiefbau
zeichner abgeschlossen. Den Beruf habe er aber nie ausgeübt. Ausserdem habe er eine Zusatzlehre zum Strassenbauer absolviert. In diesem Beruf habe er bis No
vember 2013 diverse
Temporäreinsätze
ausgeübt
(S. 2 oben).
Im Verlauf
der stationären Behandlung
habe sich weiterhin eine extra
pyramidale Störung gezeigt, welche
am ehesten im Rahmen der
Haldol
-
Verab
reichung i
n
Kroatien
zu interpretieren sei
. Nach Rücksprache mit einem Neurologen sei eine Medikation mit
Akineton
und
Temesta
etabliert worden,
worunter subjektiv und objektiv eine Besserung der Symptomatik sichtbar geworden sei. Der Beschwerdeführer sei sodann medikamentös auf
Seroquel
ein
gestellt worden,
das
er gut vertragen habe
(S. 3 oben).
3.3
Med.
pract
.
B._
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
C._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin,
Y._
, gaben in einem Bericht vom 1
4.
Januar 2015 (
Urk.
7/90) an, aktuell sei von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 1
lit
. a). Sofern beurteilbar erscheine auf längere Sicht bei kontinuierlicher psychiatrischer Behandlung und engma
schiger sozialtherapeutischer Unterstützung eine schrittweise
Steigerung
der Arbeits
fähigkeit im Sinne einer Verbesserung als realistisch. Genaue pro
gnostische Angaben
seien
zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht
möglich
(S. 1
lit
. b).
Die Ärzte der
Y._
nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine paranoide Schizophrenie, die vermutlich seit 2009 bestehe. Die Erstdiagnose sei 2014 gestellt worden (S. 2
Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführer sei seit dem
5.
Se
ptember 2014 bis auf Weiteres in der
Y._
in ambulanter Behand
lung (S. 2
Ziff.
1.2).
Anamnestisch habe der Beschwerdeführer nach einer familiären Belastungs
situation im Jahr 2009
erstmals
psychotische Symptome gezeigt.
E
r
habe
sich jeweils selbst gebissen und seine Kleider zerrissen. Er sei sehr misstrauisch, auch gegenüber seiner Familie gewesen und habe das Gefühl gehabt, alle seien böse (S. 3
Ziff.
1.4 oben). Derzeit finde eine ambulante psychiatrische Behandlung in Abständen von vier Wochen im Ambulatorium der
Y._
statt. Seit dem ambu
lanten Ersttermin
vo
m 2
4.
Juli 2014 werde der Patient in einem psycho
pathologisch stabilen Zustand ohne psychotische Symptome erlebt (S. 3
Ziff.
1.4 Mitte).
Die Konzentration sei leicht gemindert. Die Auffassungsfähigkeit und das Gedächtnis seien im Gespräch unauffällig. Es komme gelegentlich zu Selbstge
sprächen, jedoch nicht im Sinne einer Halluzination. Als Befund bestünden weiter eine mittelgradige psychomotorische Unruhe mit kontinuier
licher Bewe
gung der Beine und eine innere Unruhe. Der Patient habe zudem von einer leichten Reizbarkeit und einer inneren Wut berichtet. Ängste bestünden nicht (S. 3
Ziff.
1.4 unten).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit habe vom 2
4.
Juli bis
5.
September 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Vom
6.
September 2014 bis voraussichtlich 2
8.
Februar 2015 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(S. 4
Ziff.
1.6). Körperlich bestünden keine Einschränkungen. Aufgrund der obigen psychiatrischen Grunddiagnose bestehe eine Minderung der kognitiven
Leistungs
fähigkeit mit reduzierter Anpa
ssungsfähigkeit und vermindertem
Durch
haltevermögen (S. 4
Ziff.
1.7). Aufgrund der psychischen Einschränkung bestehe eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit
von mindestens 50
%
. Gegen
wärtig sei der Einstieg in eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Sinne eines Belastbarkeit
strainings vorstellbar. Genaue
Angaben zum Pensum und zum Belastungsprofil seien
aber
nicht möglich
(S. 5
Ziff.
1
.
7 Mitte).
Der Patient habe gemäss seiner Aussage bis November 2013 als Strassenbauer gearbeitet. In diesem Bereich seien ihm einfache, klar strukturierte handwerkliche und möglichst repetitive Arbeiten zumutbar. Dies sei hauptsächlich aufgrund der guten Motivation und des Durchhaltewillens des Patienten möglich. Gegeben
enfalls könne im Verlauf und bei Entwicklung einer grösseren Routine für diese Tätigkeiten eine Steigerung der Belastung versucht werden (S. 6 Ziff.
1.8).
Die Berufs
beraterin der Beschwerdegegnerin habe nach zwei Gesprächen erklärt, dass der Beschwerdeführer für Integrationsmassnahmen noch zu wenig stabil sei. Dennoch sei ein Belastbarkeitstraining aus medizi
nischer Sicht sinnvoll
, um den Patienten in den Arbeitsprozess zu integrieren. Die Belastbarkeit solle jedoch im Verlauf
reevaluiert
werden (S. 6
Ziff.
1.11).
3.4
Med.
pract
.
B._
und
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin,
Y._
,
bezeichneten den Gesundheitszustand des Beschwerde
führers in einem Verlaufsbericht vom
1
0.
Juli 2015 (
Urk.
7/95) als stationär (
Ziff.
1.1).
Die Ärz
tinnen
führten weiter aus
, d
er Beschwerdeführer arbeite derzeit mit einem Pensum von 50
%
in der
Gärtnerei des E._
im Sinne einer angepassten, geschützten Tätigkeit (S. 2 Ziff.
2.1). Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit (
Ziff.
2.2). Die gegen
wärtige ambulante Behandlung finde
mit einem Rhythmus von
zwei bis vier Wochen statt (S. 3
Ziff.
3.1).
Der Patient sei in der jetzigen angepassten Tätigkeit mit einem Pensum von 50 % durchaus gefordert und ausgelastet. Im weiteren Verlauf könne die Belastbarkeit sukzessive gesteigert werden. Dies unter der Voraussetzung einer guten, engmaschigen fachpersonellen Unterstützung. Längerfristig sei für Massnahmen der Wiedereingliederung eine Belastbarkeit zum Beispiel im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag vorstellbar (
Ziff.
4). Die Ärzte
der
Y._
gaben die Motivation des Patienten auf einer Skala von 1-10 mit 7 an (
Ziff.
4.3).
3.5
F._
, Sozialpädagoge FH, Sozialdienst
E._
, erstattete am 1
2.
November 2015 (
Urk.
7/102/80-81)
einen
Standortbe
richt
über
die beruf
liche Situation des Beschwerdeführers.
Herr
F._
führte aus,
der Beschwerdeführer
könne im Gartenbau einfachere Arbeiten wie Wischen, Aufräumen, Rasenmähen oder Holzbeigen gut und selb
ständig ausführen. Bei anspruchsvolleren Hilfsarbeiten wie Jäten sei jedoch eine intensivere Begleitung notwendig.
Er
sei darauf angewiesen, dass ihm die Arbeiten schrittweise erklärt würden. Die Arbeitsergebnisse entsprächen meist nicht den gestellten Anforderungen,
so dass
eine erneute Anleitung nötig und ein zweiter Arbeitsdurchgang erforderlich sei.
Es
sei
dem Beschwerdeführer
aber sehr wichtig, die ihm zugetragenen Arbeiten zu erledigen
,
und er zeige stets einen grossen Einsatz. Wenn er in neue Arbeiten eingeführt werde, brauche es mehrere Einführungen, bis er die Arbeitsschritte routiniert habe und er diese selbständig ausführen könne. Es helfe ihm, wenn ihm Arbeiten geduldig erklärt würden und er nur wenige Aufgaben aufs Mal zugeteilt bekomme (S. 1 oben).
Die Konzentration des Beschwerdeführers lasse häufig rasch nach und die Arbeitsgeschwindigkeit sei eher langsam. Er könne seine berufliche Erfahrung im Gartenbau zeigen. Allerdings habe er Schwierigkeiten, sein berufliches Wissen abzurufen und in den praktischen Arbeiten
anwenden zu können
.
Die Qualität der Arbeiten und die Selbständigkeit des Beschwerdeführers würden mit seiner täglichen Verfassung zusammenhängen. Aufgrund von Schlaf
proble
men komme er mehrmals pro Woche sehr müde zur Arbeit, was sich dann auf seine Arbeitsleistung auswirke. Es sei schon vorgekommen, dass er beim Arbeiten fast eingeschlafen sei. Trotzdem erscheine er stets pünktlich zur Arbeit (S. 1 Mitte). Wenn ein hoher Arbeitsdruck oder eine angespannte Arbeits
atmo
s
phäre bestehe, ziehe sich der Beschwerdeführer zurück und das Weiter
arbeiten sei nur noch schwer möglich. Er könne den Gartenbau momentan nicht zu einem Lieferanten begleiten. Nach
den
Äusserungen
des Beschwerdeführers
fühle er sich dort sehr unwohl, weil er an diesem Ort mit negativen Erinne
rungen an einen früheren Arbeitgeber konfrontiert werde (S. 1 unten).
Aufgrund dieser Erfahrungen mit dem Beschwerdeführer sei es derzeit nur schwer vorstellbar, dass er selbständig im ersten Arbeitsmarkt arbeiten könne. Ein raues Arbeitsklima und ein hoher Zeitdruck, welche in der Bra
n
che üblich seien, würden ihm sehr zusetzen. Seine Arbeitsleistung sei eher langsam und er brauche häufige Anleitungen. Die Arbeitsergebnisse seien mit einer Anleitung, nach einer Kontrolle und einem zweiten Arbeitsdurchgang aber gut (S. 2).
3.6.
3.
6
.1
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 1
1.
Januar 2016 (
Urk.
7/102/1-59) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein psychiatrisches Gutachten.
Seine
Untersuchung
fand
am 1
3.
November 2015
statt
(S. 1).
Dr.
G._
führte aus, der Explorand habe angegeben, dass er an Müdigkeit und Niedergeschlagenheit leide. Wegen der Arbeitsplatzsituation bestehe auch ein Pessimismus
. Er sei für
mögliche
Arbeitgeber zu teuer und finde keinen Job (S.
21
lit
. C).
Zirka vor zwei Jahren habe er
Ärger mit einem Onkel in Kroatien gehabt
, der wohl Geld von ihm gewollt habe
. Er denke viel über die Situation mit dem Onkel nach, höre aber keine
Stimmen, die zu ihm reden würden. Es
sei
vielmehr so, dass er über Gespräche nachdenke und diese dann gedanklich wiederhole (S. 22 oben).
Nach dem Besuch des Internats
H._
in den Jahren 1996/1997, wobei es sich um eine stationäre Sonderschule gehandelt habe,
habe
der Beschwerdeführer
nach den Angaben des Hausarztes eine betreute Schreinerlehre mit psycho
therapeutischer Behandlung absolviert. Dies aufgrund von Verwirrtheit, Des
orientiertheit und psychosomatischen Symptomen.
Im
Sommer 1999 habe er eine Lehre als Bauzeichner begonnen. Für diese Tätigkeit sei über eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
berichtet worden (S. 23 oben). Erstmals im Alter von 27
Jahren seien psychotische Symptome mit Selbstgesprächen und Tics aufge
treten und es sei zu einem erstmaligen stationären Aufenthalt in der
A._
aufgrund einer Depression
nach einer Belastungssituation
gekommen (S. 23 Mitte).
3.
6
.2
Die Auffassung
sfähigkeit
des Beschwerdeführers
sei
in
der Untersuchung gut gewesen. Die Konzentration
sfähigkeit
sei gemäss
Zahlentest unauffällig erschienen. Störungen des Langzeitgedächtnisses hätten sich nicht ergeben (S.
26 f.). Sinnestäuschungen im Sinne von Illusionen, Stimmenhören oder anderen akustischen Halluzinationen, optischen Halluzinationen oder Körper-, Geruchs-
oder
Geschmackshalluzinationen seien nicht nachweisbar gewesen. Insbesondere seien keine imperativen Stimmen vorhanden. Der Explorand habe angegeben, dass, wenn er an manche Personen denke, er überlege, was diese einmal gesagt hätten (S. 28 oben).
Antriebs- oder psychomotorische Störungen hätten nicht vorgelegen. Lediglich eine leichte motorische Unruhe sei in der Untersuchungssituation zu verzeichnen gewesen (S. 28 unten).
Der Beschwerde
führer sehe sich als psychisch eingeschränkt und reduziert leistungsfähig (S. 29 oben).
3.
6
.3
Nach der gutachterlichen Beurteilung bestehe die Gesundheitsschädigung im Moment darin, dass es unter Anspannungszuständen oder auch ohne solche täglich bis zu dreimal zu einer Selbstverletzung durch Beissen in die Dorsalseite der Hände komm
e
. Diese Verhaltensweise sei sicherlich sozial einschränkend und bedeute im Gesamtkontext aus gutachterlicher Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ansonsten bestünden eine Tagesmüdigkeit und eine redu
zierte Belastbarkeit bei Tätigkeiten. Die Tagesmüdigkeit könne einer zu starken Dosierung der M
edikamente geschuldet sei (S. 30 f.
lit
. D.1.2).
Die
Aggravationsneigung
sei getestet worden, wobei diese
mit 16 Punkten im SFSS-Test als grenzwertig unter dem „
cut
off“ von
16 Punkten
zu bewerten sei
. Formal habe in der Untersuchung
jedoch
keine stark übertriebene Ver
deutlichungs
tendenz (Aggravation) vorgelegen (S. 32
lit
. D.1.4).
In der Vergangenheit sei diagnostisch in erster Linie eine kongenitale Hirn
funktionsstörung im Sinne des Geburtsgebrechens
(
GgV
)
Ziff.
404 erwähnt worden.
Ein direkter Nachweis einer organischen Störung sei
jedoch
bis heute nicht erbracht worden. Ein
im Kindesalter durchgeführtes
EEG sei unauffällig gewesen. Ein
e
im Jahr 2014 während eines stationären Aufenthaltes in der
Y._
erstellte Magnetresonanztomographie (MRT) zeige ebenfalls keine Auffällig
keiten (S. 33
lit
. D.1.7 oben). Der Explorand habe sich in der Kindheit vor allem im emotionalen Bereich auffällig verhalten
. Die dokumentierten Auffälligkeiten in der Kindheit liessen aus heutiger Sicht diagnostisch am ehesten eine hyper
kinetische Störung und/oder eine Störung des Sozialverhaltens vermuten
(S. 33
lit
. D.1.7 Mitte).
Eine Cluster-B-Persönlichkeitsstörung sei
beim Beschwerdeführer nicht nach
weis
bar
. Aus der Kindheit und Jugend hätten sich auch keine Hinweise für das Vorliegen einer Cluster-A-Persönlichkeitsstörung ergeben (S. 34 unten). Die psychische Symptomatik habe sich in der späteren Jugend und im frühen Erwachsenenalter augenscheinlich
weitgehend
remittiert, so dass der Explorand eine Lehre als Bauzeichner und später als Verkehrswegebauer
erfolgreich
habe abschliessen kö
nnen. Diese Tatsache schliess
e
aus gutachterlicher Sicht aus,
dass trotz der für den Exploranden als schwierig einzuschätzenden Kindheit im jungen Erwachsenenalter eine Persönlichkeitsstörung vorgelegen habe. Bei einer Persönlichkeitsstörung
schwerer Ausprägung
wäre
ein erfolgreicher beruflicher Werdegang mit überwiegender Wahrsch
einlichkeit
nicht
möglich
gewesen
(S. 35 oben).
Beim Exploranden seien durchaus persönliche Ressourcen erkennbar. Aus den verschiedenen ehemaligen Arbeitsverhältnissen lasse sich ableiten, dass er eine gewisse berufliche Flexibilität besitze. Auch
scheine er körperlich belastbar mit einer gewissen Ausdauerleistung zu sein
. Die Aufenthalte in der Schweiz
und in Kroatien
beinhalteten
auch die Möglichkeit einer gewissen Umstellungs
fähigkeit
und
bedeuteten
Interesse an Neuem
. Nicht zuletzt scheine der Beschwerde
führer fähig zu sein, in einem gewissen Masse „soziale Netz
werkaktivitäten“
zum Beispiel mit einem Verwandten in Kroatien
aufzubauen
oder sich in eine religiöse Gemeinschaft einzubringen. Intellektuell könne er mindestens die Erfahrung von zwei
Berufsl
ehren vorweisen (S. 35
lit
. D.1.8).
Der Beschwerdeführer arbeite aktuell mit einem Pensum von 50
%
im Garten
bau. Er sei damit „am Anschlag“. Aufgrund der Anstrengung müsse er morgens lange schlafen. Er könne sich auch vorstellen, im Strassenbau zu arbeiten.
Von den früheren
Arbeitgebern
habe er
gute Rückmeldungen erhalten. Er glaube, dass er im Strassenbau ein Pensum von 80
%
verrichten könne. Für ein
Pensum
von 100
%
reiche es ihm aufgrund der
eingeschränkten
Belastungsfähigkeit nicht mehr. Zudem sei der Strassenbau körperlich und vom Umgang her sehr har
t
. Bezüglich der Tätigkeit im Gartenbau bestehe das Problem, dass er das Arbeitsfeld und die Abläufe nicht so gut kenne, was ihm teil
s
Schwierigkeiten bereite (S. 39 oben).
Es liege ein Standortbericht des Verantwortlichen der sozialtherapeutischen Institution, in der der Beschwerdeführer arbeite
, vom 1
2.
November 2015 vor
. Darin werde beschrieben, dass
der Beschwerdeführer
gewisse Arbeitsorte bei Lieferanten nicht
aufsuchen könne
, weil ihn dies an negative Erfahrungen mit einem früheren Arbeitgeber erinnert habe. Dies scheine allerdings nur einmal vorgekommen zu sein. Nach Einschätzung
des Verantwortlichen
sei es nur
schwer vorstellbar, dass der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt selbständig arbeiten könne. Ein raues Arbeitsklima und hoher Zeitdruck würden ihm sehr zusetzen. Seine Arbeitsleitung sei auch eher langsam und er benötige häufige Anleitungen. Die Arbeitsergebnisse seien mit Anleitung, Kontrolle und eine
m zwe
iten Arbeitsdurchgang aber gut (S. 40
f.
lit
. D.2.3).
Dr.
G._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (S. 42
lit
. D.3.1).
Aus gutachterlicher Sicht seien die Kriterien für die Diagnose einer Schizophrenie beim Exploranden nicht nachweisbar (S. 43
lit
. D.3.3). Bezüglich der Situation in Kroatien,
als
der Beschwerdeführer in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden sei, habe es sich wahrscheinlich um eine akute vorübergehende psychotische Störung (ICD-10 F23) gehandelt. In der
aktuellen
Untersuchung habe sich eine zwanghafte Wiederholung von stattgehabten Gesprächen mit anderen Personen gezeigt. Aus gutachterlicher Sicht sei dies am ehesten vereinbar mit der genannten Zwangsstörung und nicht mit einer Schizophrenie
. Epidemiologisch
manifestiere sich
beim männlichen Geschlecht das Risiko für
eine Ersterkrankung an Schizophrenie im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Der Explorand sei bei der Erstdiagnose einer möglichen Schizophrenie 31 Jahre alt gewesen
,
was
leicht über dem zu erwartenden Alter gelegen habe
(S. 44 Mitte). Der Explorand habe sodann aufgrund der klassischen
Haloperidol
-Medikation, die er in Kroatien erhalten habe, starke extrapyramidale
Nebenw
irkungen erlitten. Zum Zeitpunkt der Untersuchung sei die Symptomatik jedoch remittiert gewesen. Die Diagnose könne daher aktuell nicht mehr gestellt werden (S. 45 unten).
3.
6
.4
Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien
dem Exploranden
Eingliederungs
massnahmen zumutbar. Dies gelte insbesondere für die Tätigkeit als Strassen
bauer. Für die Arbeit in der Gärtnerei bestehe wenig Berufserfahrung und augenscheinlich wenig Routine in den Abläufen. Für den Strassenbau
verhalte sich dies wohl anders
. Insofern könn
e ein Wiedereingliederungsplan mit einem Pensum von 50
%
angedacht werden.
Im optimalen Fall handle es sich um eine angepasste Tätigkeit, in
welcher
der Arbeitgeber über die Einschränkungen des Beschwerdeführers informiert sei und Freiräume für Erholungsphasen ermög
licht würden.
Insgesamt sei für eine Stelle im Strassenbau langfristig eine Arbeits
fähigkeit von 70
%
denkbar (S. 49 f.
lit
.
D.4.7).
Die Gesundheits
schädi
gung sei zeitlich dem Jahr 2013 zuzuordnen. Vorher
scheine
der Explorand zu 100
%
arbeitsfähig gewesen zu sein, wenngleich bei ihm eine gewisse Unzu
frieden
heit bezüglich der allgemeinen Lebenssi
tuation vorg
eherrscht haben müsse
(S. 53
lit
. D.5.3).
Nach
einer Arbeitsunfähigkeit im Rahmen eines Aufenthaltes in der
A._
im Jahr 2009 habe der Beschwerdeführer seine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
wieder aufgenommen
. 2013 habe er sich zu Verwandten in Kroatien begeben, wo die Einweisung in eine psychiatrische Klinik
erfolgt sei. Bis zur Behandlung in der
Y._
im Juni 2014 habe wohl eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorgelegen, wegen einer vorübergehenden psychotischen Sympto
matik mit anschliessenden schweren Nebenwirkungen der Medikation und einer schweren familiären Anpassungsproblematik (S. 54 f.
lit
. D.6.1). Aufgrund der ärztlichen Bescheinigungen sei nicht klar ableitbar, wie sich die Arbeitsfähigkeit seit 2013 in einer angepassten Tätigkeit verhalte
n habe
. Aus gutachterlicher Sicht
sei aktuell in einer angepassten Tätigkeit im Strassenbau initial eine Arbeitsfähigkeit von 50 % denkbar. Die angepasste Tätigkeit im Strassenbau sei aus gutachterlicher Sicht auf ein Pensum von 70
%
steigerbar
(S. 56
lit
. D.6.2).
Bezogen auf den Bericht der
Y._
vom 1
4.
Januar 2015 bestehe die Meinung, dass der Explorand in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Strassenbauer ab dem
6.
September 2014 zu 50
%
habe arbeiten können. Dies
lasse sich
au
f ein Pensum von 70
%
steigern
(S. 57
lit
. E.1). Möglicherweise könne durch eine medikamentöse Anpassung mit einem
für die
Behandlung einer Zwangsstörung zugelassenen Medikament eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erreicht werden. Zudem könne eine Psychotherapie durchgeführt werden. Die An
spannungs
zustände, die sich in Zwangshandlungen kanalisieren würden und die die Arbeitsfähigkeit einschränkten, könnten sich im optimalen Fall ver
bessern (S. 58
lit
. E.5).
3.7
PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin, RAD, führte in einer Stellungnahme vom 1
9.
Januar 2016 (
Urk.
7/110 S. 4) aus, das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
G._
vom 1
1.
Januar 2016 gehe detailliert auf die Aktenlage ein.
Weiter seien
umfassend und selbsttätig Befunde erhoben
worden
. Es werde die Diagnose einer Zwangs
störung mit vorwiegend Zwangshandlungen gestellt. Die in den Vorberichten genannte paranoide Schizophrenie werde nicht bestätigt. Weiter hätten sich Hin
weise für eine überstarke Verdeutlichungstendenz ergeben.
Gemäss dem Gut
achter habe in der zuletzt ausgeübten und angepassten Tätigkeit als Strassenbauer seit dem Jahr 2013 (psychotische Episode mit
Hospitalisation
in Kroatien) eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und seit dem
6.
September 2014 eine solche von 50
%
bestanden. Prognostisch sei allenfalls eine Steigerung auf ein Arbeitspensum von 70
%
möglich.
3.8
Nach
interne
r
Besprechung
des
Rechtsdienst
es
der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
August 2016 (
Urk.
7/110
S. 6
) wurde
festgehalten
, das Gutachten von
Dr.
G._
sei umfassend und nehme ausführlich Stellung zu allen gestellten Diagnosen.
Die objektiven Befunde seien unauffällig, ausser einer leichten motorischen Unruhe des Beschwerdeführers. Aus gutachterlicher Sicht seien die Kriterien für die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie nicht erfüllt. Eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
beziehungsweise 30
%
sei bei der Diagnose einer Zwangsstörung
aber
nicht
nachvollziehbar
. Die Erkrankung sei
zudem
noch nicht austherapiert.
Des Weiteren seien
Ressourcen vorhanden, da der Beschwer
deführer Fussball spiele und nach Kroatien reise. Sein persönliches Verhalten sowie sei
ne
Kompetenzen würden vom jetzigen Arbeitgeber als positiv beschrieben. Eine Tagesmüdigkeit sei zwar vorhanden. Diese könne jedoch durch eine Anpassung der Medikation reduziert werden. Ein invali
di
sierender Gesundheitsschaden sei daher nicht ausgewiesen. Aufgrund der gestellten Diagnose sei eine Arbeitsunfähigkeit von 30-50
%
nicht nach
vollziehbar. Der Beschwerdeführer sei zumindest an einem Nischen
arbeitsplatz voll arbeitsfähig.
3.9
Med.
pract
.
J._
, Assistenzärztin, und
Dr.
D._
,
Y._
führten in der
Beschwerde
vom 1
3.
Oktober 2016
(
Urk.
1/1)
aus, bei einer paranoiden Schizophrenie handle es sich um eine chronisch verlaufende Erkrankung, welche eine dauerhafte medikamentöse Therapie notwendig mache
. Sie gehe mit sämtlichen Funktionseinschränkungen vor allem im kognitiven und sozialen Bereich einher. Aufgrund dessen sei der Patient wahrscheinlich mindestens seit dem Jahr 2014 für den angestammten Bereich zu 100
%
arbeitsunfähig. Ferner sei er nicht dazu in der Lage, seinen Alltag selbständig zu strukturieren. Er benötige eine geschützte Wohn- und Arbeitsstruktur.
Aufgrund der
Chronifizierung
der Beschwerden sowie der kognitiven Ein
schränkungen, unter anderem bedingt durch die notwendige antipsycho
tische Medikation, sei selbst bei optimalem Be
handlungsverlauf und beruflichen
Massnahmen davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers im ersten Arbeitsmarkt dauerhaft und signifikant vermindert sein werde. Nach Einschätzung der Ärzte der
Y._
habe sich seit dem Jahr 2014 keine Verbe
sserung der Arbeitsfähigkeit ergeben. Der Beschwerdeführer sei in diesem Zeitraum im angestammten Bereich zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Für den gesch
ützten Bereich in der Tätigkeit im
E._
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Die Begründung im Vorbescheid der Beschwerde
gegnerin, wonach die objektiven Befunde unauffällig seien und somit keine
schwere langdauernde Erkrankung vorliege, sei darum nicht nachvollziehbar (S.
1).
Die Ärzt
innen
der
Y._
gaben zum
am
1
3.
Oktober 2016
erhobenen Befund
an, die Konzentration
des Beschwerdeführers
sei leicht bis mittelgradig ein
ge
schränkt gewesen. Im Gespräch habe eine reduzierte Aufmerksamkeit und eine Antriebsarmut und Antriebshemmung bestanden. Formalgedanklich sei er ver
langsamt, geordnet und kohärent. Weiter bestünden paranoide Ideen, wonach andere Personen schlechte Absichten hätten. Sinnestäuschungen bestünden nicht. Weiter
bestünden
ein mittelgradiger Verlust an Interessen und ein sozialer Rückzug (S. 2 oben).
Bei der Anpassung an Regeln und Routinen bestehe eine leichte Beein
trächti
gung. Der Beschwerdeführer habe in diesem Zusammenhang Arzttermine
ver
-
passt
. Sodann bestehe mindestens eine leichte Beeinträchtigung in der Planung und Strukturierung von Aufgaben.
Weiter sei er
auf die Struktur und Organisa
tion einer betreuten Wohnform angewiesen. Zum Beispiel falle es ihm schwer, selbständig Aktivitäten zu planen. Der Beschwerdeführer benötige ausserdem viel länger, bis er eine Aufgabe ausführen könne. Es bestünden eine leichte bis mittelgradige Beeinträchtigung der Flexibilität und
der
Umstellungsfähigkeit und ebenfalls eine leichte Einschränkung in der
Fähigkeit zur Anwendung
fachlicher Kompetenzen.
Er
scheine bei der Ausführung von neuen, ihm
unbe
-
kannten
Aufgaben schneller überfordert zu sein und benötige eine gute Betreuung.
Es
bestehe eine leichte Beeinträchtigung in der Entscheidungs
- und Urteilsfähigkeit sowie
mindestens eine mittelgradige Einschränkung der Durch
halte- und der Selbstbehauptungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer sei sodann durch
eine
Müdigkeit und Antriebslosigkeit in der Ausführung von Auf
gaben deut
lich beeinträchtigt. Weiter bestünden krankheitsbedingt mittelgradige Ein
schränkungen der Kontaktfähigkeit zu Dritten, was sich dadurch auszeichne, dass sich der Beschwerdeführer sozial zunehmend isoliere und er teilweise bedingt durch paranoide Ideen Kontakte vermeide. Er habe sodann Mühe, sich am Arbeitsplatz an Gruppentätigkeiten zu beteiligen, da er im Rahmen seiner Erkrankung häufig schlechte Absichten bei anderen interpretiere (S. 2).
4.
4.1
Beim Beschwerdeführer wurde im Kindesalter die Diagnose eines
POS
gestellt
(E. 3.1)
, worauf er
von der Invalidenversicherung
medizinische und Sonder
schul
massnahmen
zugesprochen
erhielt
(vgl.
Urk.
7/
5-6,
Urk.
7/11,
Urk.
7/19
,
Urk.
7/27-28,
Urk.
7/31
)
.
Nach
Abschluss
zweier
Berufslehren
war er
als Strassenbauer
im ersten
Arbeit
smarkt tätig (
Urk.
7/66/1-2).
Nach einem stationären Aufenthalt in der
Y._
im Sommer 2014 wurde im Austrittsbericht
der
Y._
vom
4.
September 2014
zunächst die
Verdachts
diagnose eine
r
paranoide
n
Schizophrenie
gestellt
.
Die Ärzte der
Y._
bestätigten in der Folge die Diagnose einer
paranoide
n
Schizophrenie (
E. 3.2 und 3.3 hiervor).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
G._
sah die
Diagnosekriterien
einer paranoiden Schizophrenie dagegen als nicht erfüllt an.
Stattdessen nannte er als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
eine Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (E. 3.6.3 hiervor). Nach Einschätzung des Gutachters handelt es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Strassenbau gleichzeitig um eine angepas
ste Tätigkeit.
In
dieser Tätigkeit
besteht gemäss
Dr.
G._
zunächst eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, die weiter auf 70
%
gesteigert werden
kann
(E. 3.6.4).
Der Beschwerdeführer arbeite
t aktuell seit dem 1
6.
März 2015
an einem geschützten Arbeitsplatz in der sozialtherapeutischen Institutio
n des
E._
s,
Zürich, wo
er ein Pensum von 50
%
verrichtet
(
Urk.
7/104).
Nach Einschätzung der Ärzte der
Y._
ist er in dieser Tätigkeit
ausgelastet
(E. 3.4 hiervor).
4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.3
Das Gutachten von
Dr.
G._
vom 1
1.
Januar 2016 erfüllt grundsätzlich die Anfor
derungen der Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gut
achtens.
Darin werden die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwer
de
führers dargelegt. Weiter beruht es auf den notwendigen Unter
suchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden i
n angemessener Weise.
Dr.
G._
legte unter Hinweis auf die Diagnosekriterien nach ICD-10
ausführlich
dar, dass die Voraussetzungen für die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie nicht erfüllt sind.
Weiter stellte er fest
, dass
während
eines Aufenthaltes in Kroatien,
als
der Beschwerdeführer in eine psychiatrische Klinik in Kroatien eingewiesen worden war, mutmasslich von einer akuten, aber vorübergehenden psychotischen Störung auszugehen sei
.
Dies
vermag die Klinikaufenthalte des Beschwerdeführers
in Kroatien und in der
Y._
im
Jahr
2014
zu erklären
.
Die damaligen
psychotischen Symptome sind
jedoch
aktuell remittiert
(E. 3.6.
3
).
Zur abweichenden medizinischen Beurteilung durch die Ärzte der
Y._
ist
weiter
zu sagen, dass diese im Bericht vom 1
4.
Januar 2015 als Befund etwa gelegentliche Selbstgespräche,
eine mittelgradige psychomotorische Unruhe mit kontinuierlicher Bewegung der Beine, eine innere Unruhe sowie eine leichte Reizbarkeit und
eine
innere Wut
angaben
.
Weiter wurde
beschrieben
, dass seit
Beginn der ambulanten Behandlung im
Juli 2014 ein psychopathologisch stabiler Zustand ohne psychotische Symptome bestehe (E. 3.3).
Ein
solcher eher leichter Be
fund
ist mit der schwerwiegenden Diagnose einer paranoiden Schizophrenie
kaum
zu vereinbaren. Hinweise
beispielsweise
für einen Wahn oder Halluzinationen werden in den Berichten der Ärzte der
Y._
nicht erwähnt
.
Auch in der Beschwerde vom 1
3.
Oktober 2016 wird von den behandelnden Ärzten hinsichtlich paranoider Idee
n
des Beschwerdeführers
einzig angegeben, dass andere Pers
onen
nach dessen Einschätzung
schlechte Absichten hätten (E.
3.9).
Dr.
G._
wies
weiter
darauf hin
, dass sich in der psychiatrischen Untersuchung eine zwanghafte Wiederholung stattgefundener Gespräche gezeigt habe
,
so dass
von einer Zwangsstörung auszugehen ist
(E. 3.6.3 hiervor).
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
G._
vermag
daher
auch
in der Beur
teilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu über
zeugen. Auf das Gutachten kann daher abgestellt werden.
Der Verantwortliche des
E._
s
bezweifelte im Standortbericht vom 1
2.
November 2015, dass der Beschwerdeführer wieder im ersten Arbeitsmarkt arbeiten könne.
Er
beschrieb, dass der Beschwerdeführer bei neuen Arbeits
schritten eine intensive Begleitung benötige
und Nachkontrollen mit einem erneuten Arbeitsdurchgang erforderlich seien
(E. 3.5).
Der psychiatrische Gutachter
stellte hierzu
fest
, dass hinsichtlich der bekannten, angestammten Tätigkeit im Strassenbau von einer höheren Arbeitsfäh
igkeit ausgegangen werden könne, da
dem Beschwerdeführer die diesbezüglichen Arbeitsabläufe bekannt
seien
. Für diese Einschätzung spricht auch, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Tätigkeit im Strassenbau
von früheren Arbeitgebern
offenbar gute Beurteilungen erhalten hat (E. 3.6.3).
Sodann wurde mit den Berichten der Ärzte der
Y._
nicht dargetan, dass der Beschwerdeführer ausschliesslich an einem geschützten Arbeitsplatz arbeiten kann.
Die abweichende
n
Ein
schätzungen
des Arbeitgebers
und der
Ärzte der
Y._
sind
demzufolge
nicht geeignet, die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters in Zweifel zu ziehen.
In diesem Zusammenhang ist auch auf den Grundsatz hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauens
stellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 253 E.
3b/cc). Die gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom 6.
April 2006 E. 5.5).
4.4
Der
medizinische Sachverhalt
ist gestützt auf das psychiatrische Gutachten vom 1
1.
Januar 2016 als dahingehend erstellt
zu erachten, dass dem Beschwerde
führer bei der Diagnose einer Zwangsstörung in der angestammten Tätigkeit im Strassen
bau
für den Wiedereinstieg eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
und anschliessend von 70
%
zugemutet werden kann. Nach einer
Einarbeitungszeit
von einigen Monaten kann daher
für den Strassenbau
langfristig
auf eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 70
%
abgestellt werden.
Nicht gefolgt werden kann dem Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin, wonach in einem Nischenarbeitsplatz eine Arbeitsfähigkei
t von 100
%
bestehen soll
(vor
stehend E. 3.8)
. D
iese
Einschätzung findet im psychiatrischen Gutachten von
Dr.
G._
keine
Grundlage
. Auch die Annahme, aufgrund der gestellten Diagnose sei die attestierte Arbeitsunfähigkeit „nicht nachvollziehbar“ (vor
stehend E. 3.8), erscheint, da fachfremd, einigermassen deplatziert.
5.
5.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Ein
kommens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffern
mässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypo
thetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozent
vergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
5.2
Nach Einschätzung durch
Dr.
G._
kann nach
der
Wiedereinarbeitung im Strassenbau von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
ausgegangen werden.
Der Beschwerdeführer hat bereits vor dem stationären Aufenthalt in der
Y._
im Strassenbau gearbeitet. Dies führt zu einer Einschränkung der Erwerbsfähigkeit von 30
%
und damit zu einem Invaliditätsgrad von 30
%
.
Da der Invaliditäts
grad deutlich unter 40
%
liegt (vgl. E. 1.3 hiervor),
ist ein Renten
anspruch zu verneinen.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch auf IV-Leistungen in der ange
fochtenen Verfügung vom 2
7.
September 2016 demzufolge zu Recht verneint. Dies führt zu
r
Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- festzusetzen und dem unter
liegen
den Beschwerdeführer aufzuerlegen.