Decision ID: 059d1ec7-5563-4783-a33b-7d04520e5fd9
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 23. April 2009 unter Hinweis auf
einen Bandscheibenvorfall (Rücken) zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an (IV-act. 2).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz (nachfolgend: MEDAS Ostschweiz) am 28. Januar 2011 ein
polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter stellten folgende Hauptdiagnosen, denen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurden: ein cervicolumbales
Schmerzsyndrom bei deutlichen degenerativen Veränderungen im Bereich des
Achsenskeletts (ausstrahlend in den rechten Arm und ins rechte Bein ohne radikuläre
Symptomatik), Schulterbeschwerden rechts (subacromiale Impingement-Symptomatik)
anamnestisch August 2009, aktuell beschwerdefrei, aber mit radiologisch
nachweisbaren Verschleisserscheinungen, Kniegelenksbeschwerden bei leichten
degenerativen Veränderungen rechtsseitig anamnestisch (Juni 2009), aktuell
beschwerdefrei, sowie psychische Überlagerung von orthopädischen Beschwerden.
Die Gutachter führten an, aus orthopädischer Sicht sei dem Versicherten eine
leidensadaptierte Tätigkeit unter leichter Einschränkung der Leistung (von bis zu
maximal 20 %) vollschichtig zuzumuten. Aus psychiatrischer Sicht könne keine
Arbeits¬unfähigkeit attestiert werden (IV-act. 57).
A.c Mit Verfügung vom 15. Juni 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 32% ab (IV-act. 72).
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A.d Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 14. Juli 2011 beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde erheben (IV-act. 80). Mit
Entscheid vom 12. April 2013 (IV 2011/227) wurde die Beschwerde dahingehend
gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 15. Juni 2011 aufgehoben und
dem Versicherten vom 1. April 2010 bis 31. März 2011 eine Dreiviertelsrente und ab 1.
April 2011 eine Viertelsrente zugesprochen wurde (IV-act. 91). Das
Versicherungsgericht folgte der Einschätzung im MEDAS Ostschweiz-Gutachten (IV-
act. 91-16 f.), errechnete aber im Gegensatz zur IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von
42% ab 1. April 2011 (IV-act. 91-17 ff.). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
B.
B.a Bereits während des vorgenannten Gerichtsverfahrens hatte der Versicherte am
18. Juli 2011 zufolge Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein
Revisionsgesuch gestellt (IV-act. 79). In diesem Zusammenhang reichten die
behandelnden Ärzte mehrere medizinische Berichte ein (IV-act. 94, 97, 98, 114, 118).
Nach Eingang der Unterlagen kam der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) zum Schluss,
dass keine relevante und dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes
nachvollziehbar dokumentiert sei (IV-act. 119).
B.b Mit Vorbescheid vom 17. Januar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass auf das Revisionsbegehren nicht eingetreten werde (IV-act. 122).
Dagegen liess der Versicherte am 22. Januar 2014 Einwand erheben (IV-act. 123). Auf
Anraten des RAD (IV-act. 129) ordnete die IV-Stelle daraufhin eine polydisziplinäre
(internistische, psychiatrische, neurologische, rheumatologische) Begutachtung bei der
Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Bern (nachfolgend: MEDAS Bern) an (IV-act.
131). Das Gutachten wurde am 15. Oktober 2014 erstellt (IV-act. 140). Die Gutachter
diagnostizierten ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndorm (Fehlhaltung
der Wirbelsäule, degenerative Veränderungen der LWS [Osteochondrose/
Spondarthrose L2-S1], Diskushernie L3/4, L4/5 und L5/S1 ohne Neurokompression,
muskuläre Dysbalance, leicht- bis mässiggradige Funktionseinschränkung der LWS,
keine radikuläre Symptomatik) und ein leichtes Zervikobrachialsyndrom rechts
(Osteochondrose C5/6 und C6/7 mit Unkovertebralarthrose, leichte
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Funktionseinschränkung, keine radikuläre Symptomatik). Diesen Gesundheitsschäden
massen sie Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit zu. Weiter
diagnostizierten die Ärzte eine leichte funktionelle Einschränkung der rechten Schulter
(leichte degenerative Veränderungen, Status nach Impingementsymptomatik der
rechten Schulter), aktenkundige Kniebeschwerden (aktuell keine Beschwerdeangaben,
klinisch unauffälliger Befund), ein infrarenales Bauchaortenaneurysma (Durchmesser
3.5 x 4 x 1 cm), eine vergrösserte Prostata (anamnestisch) und eine leichtgradige
Steatosis hepatis (anamnestisch). Diesen Befunden massen sie keine Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit zu. Der Versicherte könne eine Verweistätigkeit, die den genannten
Einschränkungen bezüglich Arbeitsprofil entspreche, medizinisch-theoretisch mit
vollem Pensum ausüben. Schmerzbedingt (chronifizierter Schmerz) bestehe eine
Leistungsminderung von 30%. Die Arbeitsfähigkeit betrage beispielsweise zwei mal
drei Stunden pro Tag (IV-act. 140-29). Die geklagten Beschwerden an der
Halswirbelsäule seien aktuell sehr gering ausgeprägt und in angepasster Tätigkeit nicht
relevant. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Seiten der
Lendenwirbelsäule könne klinisch vergleichend zu den Angaben der Rehaklinik Valens
von Juni 2009, dem MEDAS Ostschweiz-Gutachten vom 28. Januar 2011 und dem
Bericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen vom 24. Mai 2012 nicht
abgeleitet werden (IV-act. 140-30).
B.c Der RAD hielt mit Stellungnahme vom 23. Oktober 2014 das MEDAS Bern-
Gutachten für verwertbar (IV-act. 142), woraufhin die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 8.
Dezember 2014 mangels ausgewiesener Verschlechterung des Gesundheitszustandes
die Abweisung des Revisionsgesuches in Aussicht stellte (IV-act. 144). Trotz
Einwandes des Versicherten vom 24. Dezember 2014 (IV-act. 147) verfügte die IV-
Stelle am 16. April 2015 im Sinne des Vorbescheides (IV-act. 153).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. Mai 2015.
Der Rechtsvertreter des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer), lic. iur. Daniel
Küng, Fürsprecher, St. Gallen, beantragt die vollumfängliche Aufhebung der
angefochtenen Verfügung. Es sei dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente ab
wann rechtens, spätestens ab Oktober 2011, zuzusprechen und zu entrichten.
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Allenfalls sei dem Beschwerdeführer eine halbe Invalidenrente von Oktober 2011 bis
März 2013 und anschliessend eine ganze Invalidenrente zuzusprechen und zu
entrichten. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Der
Beschwerdeführer lässt im Wesentlichen ausführen, dass offenbar nicht derselbe
Sachverhalt vorliege, ansonsten die MEDAS Bern-Gutachter nicht von einer
Arbeitsfähigkeit von 70% statt 80% ausgingen. Damit bestehe bei Gegenüberstellung
der massgebenden Vergleichseinkommen grundsätzlich ein Anspruch auf eine halbe
Rente. In Würdigung sämtlicher Umstände, insbesondere aufgrund seines
fortgeschrittenen Alters, könne aber nicht von einer Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen werden, weshalb ihm eine
ganze Rente zustehe (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juni 2015 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus,
dass der Fall vor der Rentenzusprache gründlich abgeklärt worden sei und
umfangreiche medizinische Akten vorliegen würden. Der Beschwerdeführer leide nach
wie vor an Rücken- und Schulterschmerzen. Der RAD habe in seiner Stellungnahme
dargetan, dass der in beiden Gutachten wiedergegebene Gesundheitszustand derselbe
sei, es sich aber bei der abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung um eine andere
Einschätzung desselben Sachverhaltes handle. Dem sei beizupflichten. Das Gutachten
der MEDAS Ostschweiz sei für verwertbar erklärt und dessen
Arbeitsfähigkeitsschätzung als Basis für die Rentenprüfung verwendet worden.
Nachdem die Gutachter der MEDAS Bern ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung sogar
retrospektiv bis zum Begutachtungszeitpunkt der MEDAS Ostschweiz ausdehnten,
handle es sich definitiv lediglich um eine andere Einschätzung desselben
Sachverhaltes. Allein die Tatsache, dass der Beschwerdeführer älter geworden sei,
stelle keinen Revisionsgrund dar (act. G 4).
C.c Mit Eingabe vom 28. Juli 2015 lässt der Beschwerdeführer vollumfänglich an
seinen Ausführungen festhalten. Auf eine begründete Replik verzichtet er (act. G 6).

Erwägungen
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 16. April
2015 zu Recht das Revisionsgesuch vom 18. Juli 2011 um Erhöhung der Invalidenrente
abgewiesen hat.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrades ist bei der Prüfung eines Gesuches um Erhöhung der
Rente die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; Urteil des
Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 2.1). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung
der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu
beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Dagegen stellt die unterschiedliche
Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im Sinne von Art.
17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2008, 9C_552/2007, E.
3.1.2, mit weiteren Hinweisen). Die Beantwortung der Frage, ob eine massgebende
Änderung eingetreten ist, setzt einen Vergleich zweier Sachverhalte voraus (UELI
KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 17 N 25).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
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Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.3 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360
E. 5b mit Hinweisen).
3.
3.1 Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen beurteilt
sich – wie in E. 2.1 erwähnt – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt
der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat (bzw. der letzten rechtskräftigen
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
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Revisionsverfügung. Die ursprüngliche Verfügung der Beschwerdegegnerin, welche auf
einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin beruht, datiert
vom 15. Juni 2011 (IV-act. 72), die streitige Revisionsverfügung wurde am 16. April
2015 erlassen (IV-act. 153). Zu prüfen ist damit, ob eine wie in E. 2.1 beschriebene
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen zwischen Juni 2011 und April
2015 vorliegt, womit ein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG gegeben wäre.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der ursprünglichen Rentenzusprache in
Bezug auf den Gesundheitszustand und deren Auswirkungen auf das MEDAS
Ostschweiz-Gutachten vom 28. Januar 2011 (IV-act. 57). Die damals gestellten
Diagnosen sind unter vorstehender lit. A.b aufgeführt. Im Mittelpunkt standen die
orthopädischen Beschwerden (Beschwerden der Hals- und Lendenwirbelsäule und des
Schultergürtels), aufgrund dessen eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20%
wegen vermehrter Pausen in adaptierter Tätigkeit bescheinigt wurde (IV-act. 57-21).
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hielt in der Urteilsbegründung des in
Rechtskraft erwachsenen Entscheides vom 12. April 2013 (IV 2011/227) fest, dass das
MEDAS Ostschweiz-Gutachten den höchstrichterlich geltenden Anforderungen genüge
und keine konkreten Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit und Beweiswert ersichtlich
seien, womit darauf abzustellen sei und ab dem Begutachtungszeitpunkt im Dezember
2010 von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit
auszugehen sei. Diese Ausführungen gelten nach wie vor.
3.3 Die im MEDAS Bern-Gutachten vom 15. Oktober 2014 gestellten Diagnosen sind
unter vorstehender lit. B.b aufgeführt. Zu Recht nicht bestritten wird dessen
Beweiswert. Das neue Gutachten entspricht ebenfalls den aktuellen praxisgemässen
Anforderungen einer Expertise vollumfänglich. Streitig ist der vom Beschwerdeführer
daraus gezogene Schluss, dass damit eine erhebliche Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes ausgewiesen sei. Er sieht die Verschlechterung insbesondere
darin begründet, dass ihm aufgrund seiner Beschwerden nur noch eine Arbeitsfähigkeit
von 70% in einer adaptierten Tätigkeit bescheinigt werde. Die Beschwerdegegnerin
sieht in der Beurteilung lediglich eine andere Einschätzung desselben Sachverhaltes.
3.4 Zur Diskussion steht zentral die Frage, ob in rheumatologischer/orthopädischer
Hinsicht in Bezug auf die Beschwerden der Lenden- und Halswirbelsäule sowie der
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Schulter von einer wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen bzw. des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit Juni 2011 auszugehen ist.
Internistische und psychiatrische Beeinträchtigungen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit werden nach wie vor nicht geltend gemacht und sind aufgrund der
Gutachten auch nicht ersichtlich. Ferner ergibt sich neurologisch keine relevante
Einschränkung (IV-act. 140-28). Sowohl im ersten (IV-act. 57-18) als auch im zweiten
(IV-act. 140-19) Gutachten wird eine radikuläre Symptomatik verneint.
3.5 In beiden MEDAS-Gutachten steht der lumbale Gesundheitsschaden des
Beschwerdeführers im Vordergrund. Auch die zervikalen Beschwerden und
entsprechende Diagnosen werden übereinstimmend in den Gutachten aufgeführt,
wobei diesen bei geringer Ausprägung keine Relevanz in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
in adaptierter Tätigkeit zugeschrieben werden (IV-act. 57-20, 140-30). Allein daraus
lässt sich kein verschlechterter Gesundheitszustand begründen. Die Einschätzungen
der MEDAS Bern-Gutachter erfolgten in Berücksichtigung der seit der ersten
Begutachtung vom Januar 2011 erstellten medizinischen Berichte und Unterlagen.
Dazu zählen auch die MRI-Bilder vom 2. August 2012, welche im Vergleich zu den
Vorbildern vom 27. Mai 2010 (IV-act. 57-11) persistierende flachbogige, nicht
komprimierende Diskushernien LWK3 bis SWK1 sowie vorbestehende multisegmentale
Facettengelenksarthrosen der unteren LWS hervorbrachten (IV-act. 140-12). Eine
relevante Verschlechterung des Gesundheits¬zustandes sahen die MEDAS Bern-
Gutachter darin aber nicht, führten sie doch ausdrücklich aus, dass klinisch-
vergleichend zu den Angaben im MEDAS Ostschweiz-Gutachten von Seiten der
Lendenwirbelsäule keine Verschlechterung abgeleitet werden könne (IV-act. 140-30).
Ein relevant veränderter Gesundheitszustand ergibt sich auch damit nicht. Weiter
bescheinigt das aktuelle Gutachten dem Beschwerdeführer in adaptierter Tätigkeit bei
vollem Pensum und schmerzbedingter Leistungsminderung von 30% zwar nur noch
eine Arbeitsfähigkeit von 70% (IV-act. 140-31), während gestützt auf das MEDAS
Ostschweiz-Gutachten (IV-57-21) bei der ursprünglichen Rentenzusprache von einer
verminderten Leistungsfähigkeit von lediglich 20% ausgegangen wurde; diese um 10%
differierende Einschätzung ist aber nicht derart, als dass zwangsläufig von einem
verschlechterten Gesundheitszustand seit der ursprünglichen Rentenzusprache
auszugehen wäre, zumal die ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von der Natur
der Sache her unausweichlich Ermessenszüge aufweist (BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3 mit
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weiteren Hinweisen.; vgl. ferner u.a. Urteil des Bundesgerichts vom 29. November
2016, 9C_585/2016, E. 3.3 und vom 6. August 2015, 9C_397/2015, E. 5.3). Nachdem
die MEDAS Bern-Gutachter ihre Bewertung zudem retrospektiv (überwiegend
wahrscheinlich) bereits für die Zeit ab dem MEDAS Ostschweiz-Gutachten (IV-act.
140-31) abgeben, ist ohne weiteres zu folgern, dass sowohl die MEDAS Ostschweiz-
Gutachter als auch die MEDAS Bern-Gutachter von demselben Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers ausgingen und lediglich deren Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit unterschiedlich einschätzten. Ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1
ATSG ist gestützt auf diese Ausführungen mangels wesentlicher Änderung des
Gesundheitszustandes nicht gegeben. Damit bleibt es bei der Arbeitsfähigkeit von 80%
in adaptierten Tätigkeiten und beim Invaliditätsgrad von 42% seit 1. April 2011 gemäss
Entscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 12. April 2013 (vgl.
vorstehende lit. A.d). Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit stand bei jener
Beurteilung nicht zur Diskussion; hierbei muss es sein Bewenden haben, nachdem –
abgesehen vom Zeitablauf bzw. dem fortgeschritteneren Alter, was in der Regel keinen
Revisionsgrund darstellt (vgl. ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich 2014, S. 428) – keine
rechtserheblichen Änderungen ausgewiesen sind.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.