Decision ID: c78c46b1-3113-5646-aa2e-d355077470bd
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
In einem bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
am
1. August 2016
(
vgl.
Urk. 6/
93 S. 1 oben
)
eingeleiteten Revisionsverfahren
be
treffend Invalidenrente
ersuchte
die
196
8
geborene
B._
am
23
.
Januar
2018
(Urk. 6/
107
S.
2
und S.
11
f.) um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
im Verwaltungsverfahren.
Die IV-Stelle, welche
am 20
.
Juni 2018
(Urk. 6/131-132)
die
ursprünglich
e
ganze Rente per 1.
August 20
18 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40 % auf eine
Viertelsrente
herab
ge
setzt hatte,
ernannte mit Verfügung vom
3
.
Juli
201
8
(Urk. 2
) Rechtsanwalt
X._
für die Zeit vom
10
.
November 2017
(Datum des Vorbescheids; Urk. 6/
94
) bis zum Erlass der materiellen Verwaltungsverfügung zum unentgeltlichen Rechtsbeistand de
r
Versicherten und sprach ihm für seine Bemühungen eine Ent
schädigung in Höhe von Fr.
2'211.95
(inklusive Auslagenersatz und Mehrwert
steuer) zu.
1.
2
B._
, vertreten durch Rechtsanwalt
X._
, hatte mit
Ein
gabe vom
23. August 2018
(Urk. 6/
142
/3-
20
) Beschwerde gegen die
rentenkür
zende
Verfügung der IV-Stelle vom
20. Juni 2018
(Urk. 6/
13
1
-132
) erhoben.
Hierüber
wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
heutigen Datum
(Verfahren
"..."
)
entschieden
.
2.
Gegen die Verfügung vom
3. Juli 2018 (Urk. 2)
betreff
end Entschädigung des unentgelt
lichen Rechtsvertreters im Verwaltungsverfahren erhob Rechtsanwalt
X._
am
30
.
August
201
8
Beschwerde (Urk. 1) mit dem Rechtsbe
gehren,
die angefochtene Verfügung sei in
Ziff.
2 des Dispositives insofern abzu
ändern, als dass ihm eine Entschädigung als unentgeltlicher Rechtsvertreter in Höhe von Fr. 3'442.80
(inklusive
Auslagenersatz
und
MWST
) zuzusprechen sei
.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
8
.
Oktober
2018 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
9
.
Oktober
2018 (Urk. 7) zur Kenntnis gebracht wurde.
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
1.2
Der
Beschwerdeführer
ist zur Anfechtung der
ihm
mit Verfügung vom
3. Juli 2018
in
seiner
Funktion als unentgeltliche
r
Rechtsvertreter zugesprochenen Ent
schädigung legitimiert (
vgl.
Urteil des Bun
desgerichts 9C_337/2011 vom 24.
Juni 2011 E. 3 mit Hinweisen).
1.3
Der Beschwerdeführer brachte unter anderem vor, die Beschwerdegegnerin habe sein rechtliches Gehör
verletzt,
indem
sie die von ihm für das Verwaltungsver
fahren eingereichte Honorarnote ohne vorherige Rücksprache gekürzt habe (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 3,
S. 5 Ziff. 7, S. 11 Ziff. 21
,
S.
15
Ziff. 29).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt dessen Ver
letzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich
zur Aufhebung des angefochten
en Entscheids (BGE 132 V 387 E.
5.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer stellte jedoch keinen Antrag auf Rückweisung,
sondern beantragte, dass
das Gericht direkt die Höhe seiner Ent
schädigung im Verwaltungsverfahren festlegt, sofern
dieses zur Ansicht gelang
en sollte, die vorhanden Unterlagen liessen eine abschliessende Beurteilung zu
(Urk. 1 S. 15 Ziff. 28)
.
Dies ist der Fall
(vgl. E. 4),
weshalb sich Weiterungen
zur Verletzung des rechtlichen Gehörs
erübrigen
.
Im Übrigen ist nicht ersichtlich, dass
dem Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen nach Eingabe seiner Kostennote nochmals Frist zur Stellung
nahme anzusetzen gewesen wäre. Dies
lässt sich
Art.
61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
nicht entnehmen, und er legt
e
auch nicht dar
,
inwiefern sich ein solches Ge
bot aus Art. 29 Abs. 2 und 3 BV oder Art. 6 Ziff.
1
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EMRK ergeben sollte
(Urteil des Bundesgerichts 8C_727/2019 E. 5 in
fine
)
.
2.
2.1
Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird im Sozialversicherungsverfahren, wo die Ver
hältnisse es erfordern, der gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbei
stand bewilligt. Laut Art. 12a der Verordnung ü
ber den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts (ATSV) sind die Artikel 8-13 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal
tungsgericht (VGKE) sinngemäss auf die Anwaltskosten einer Partei anwendbar, welche die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
geniesst. Die Kosten der Vertre
tung umfassen gemäss Art. 9 Abs. 1 VGKE das Anwaltshonorar oder die Entschä
digung für eine nicht
anwaltliche berufsmässige Vertretung (
lit
. a), den Ersatz von Auslagen, nament
lich der Kosten für das Kopieren von Schriftstücken, der Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten, der Porti und Telefonspesen (
lit
. b) sowie den Ersatz der Mehrwertsteuer (
lit
. c). Das Anwaltshonorar wird nach dem notwendigen Zeit
aufwand des Vertreters oder der Vertreterin bemessen (Art. 10 Abs. 1 VGKE). Der Stundenansatz beträgt für Anwälte und Anwältinnen mindes
tens 200 und höchstens 400 Franken (Art. 10 Abs. 2 VGKE).
2.2
Die Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Verwal
tungsverfahren betrifft eine Ermessensfrage (Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2010 vom 11. Februar 2011 E. 3).
Gemäss § 18a Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
können mit der Beschwerde alle Mängel des Verfahrens und der angefochtenen Anord
nung geltend gemacht werden. Es kann nicht nur die unrichtige Anwendung des Rechts, sondern auch die Unange
messenheit gerügt werden. Das Sozialver
siche
rungsgericht verfügt demnach über volle Kognition (Hurst, in: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 3 zu §18a). Bei der Unangemessenheit geht es um die Frage, ob der zu prüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehen
den Ermessen im Einklang mit den allgemei
nen Rechtsprinzipien in einem kon
kreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässi
gerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungs
gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen. Das Gericht muss sich somit auf Gege
benheiten abstützen können, die seine abweichende Ermes
sensausübung als naheliegender erscheinen lassen (Hurst, a.a.O., N 4 zu § 18a
GSVGer
).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer machte mit
Honorarnote
vom
26
.
Juni 2018
(Urk. 6/
13
6) für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsvertreter im Verwal
tungsverfah
ren
einen
Zeitaufwand von
12
Stunden und
45
Minuten
bei einem Stundenansatz von Fr.
220
.-- sowie Spesen von Fr.
391.70 zu
züglich der Mehrwertsteuer von
7.7
% geltend, was insgesamt Fr.
3'442.80
ergibt.
3.2
Mit Verfügung vom
3
.
Juli
2018
(Urk. 2) kürzte die IV-Stelle den Vertretungs
auf
wand und sprach dem Beschwerdeführer bei einem anerkannten Zeita
ufwand von 8.76 Stunden à Fr. 22
0.--, zuzüglich Auslagenersatz für Spesen und Kopien von Fr.
125.70
und der Mehrwertsteuer
(2017: 8 %; 2018:
7.7
%
), eine Entschädigung von insge
samt Fr.
2'211.95
zu. Zur Begründung führte sie an,
der Brief vom 6. Dezember 2017 an seine Klientin sei nicht erforderlich gewesen, habe am Tag zuvor eine Besprechung mit ihr stattgefunden. 164 Kopien seien nicht nachvoll
ziehbar, habe die Klientin die IV-Akten am 24. November 2017 direkt bei ihr abgeholt und es sei ihr das Dossier am 13. Dezember 2017 nochmals zugestellt worden (S. 1 unten).
Zudem sei die Häufigkeit der Telefonate mit der Klientin nicht nachvollziehbar, weshalb die Telefonate vom 8. Januar, 2. Februar, 14., 21., 2
6.
und 27. März sowie 16. Mai 2018 nicht übernommen würden. Der Anspru
ch auf unentgeltliche
Rechtsver
beiständung
umfasse nur die in einem kausalen Zu
sammenhang mit der Wahrung der Rechte im
Vorbescheidverfahren
stehenden, notwendigen und verhältnismässigen Aufwendungen. Orientierungskopien seien auf das Erforderliche zu beschränken, somit seien die Positionen vom
9.
und
10. Januar, 8.
Februar,
6.
und
20
. März, 5. April sowie 23.
Mai 2018 nicht zu ent
schädigen.
Die Orientierungskopie des Einwandes
könne
hinsichtlich seines Um
fanges von 12 Seiten übernommen werden. Der Kontakt mit den behandelnden Ärzten sei auf das Erforderliche zu beschränken. 140 Minuten dafür erschi
e
nen überhöht. Ein Aufwand von 30 Minuten dafür sei gerechtfertigt. Ein zusätzlicher Kostenaufwand für 232 Kopien sei nicht nachvollziehbar. Unterlagen könnten bei ihr gratis angefordert werden. Es sei nicht ersichtlich, weshalb es notwendig
gewesen sei
, ein Paket an das Amt für Zusatzleistungen zu verschicken, zumal zuvor bereits ein Brief an dieses geschickt worden
sei
. Für das Einreichen der vom Be
schwerdeführ
er eingereichten Unter
l
a
gen seien 35 statt 75
Minuten
zu veran
schlagen, zumal es ihre Aufgabe sei, diese Un
terlagen einzuholen und es ausrei
che, die Namen der Behandler bekannt zu geben
.
Die Kürzung erfolge daher mit 240 Minuten, sodass ein Gesamtaufwand von 8.75 Stunden resultiere. Für die Barauslagen resultiere eine Kürzung von Fr. 266.-- (S. 2 f.).
3.3
Der Beschwerdeführer brachte im Wesentlichen vor (Urk. 1),
a
ngesicht
s des Um
fanges der Akten
und
der erheblichen Komplexität der Angelegenheit
sowie
auf
grund der Tatsache, dass es sich wegen
ihrer
Erkrankung
um eine besonders betreuungsintensive Klientin gehandelt habe, erachte er einen Aufwand von 12 Stunden als nicht überhöht
(S.
4-6
).
Es sei nötig gewesen, die anlässlich der von seiner Klientin
an
der Erstkonsultation mitgebrachten Unterlagen zu kopieren (164 Kopien) und
ihr
diese wieder mi
t eingeschriebenem Brief zurück
zusenden (S. 6 f.
Ziff. 11). Die Beschwerdegegnerin habe nicht begründet, warum die Tele
fonate vom 8.
Januar, 2. Februar, 14., 21., 2
6.
und 27. März sowie 16. Mai 2018 unnötig gewesen sein sollten.
Offenbar habe sie willkürlich ein paar Telefonge
spräche aus der Honorarnote herausgepickt und gestrichen. Die Telefonate seien wegen des erhöhten Kommunikationsbedarfes aufgrund der psychischen Erkran
kung der Klientin notwendig gewesen (S. 7
Ziff.
12). Die Kürzung wegen der Zustellung von Orientierungskopien sei nicht nachvollziehbar, die anwaltliche Sorg
faltspflicht verlange
, dass
ein Anwalt seinem Klienten jeweils eine Orientierungs
kopie zustelle (S. 7 f. Ziff. 13). Den 12 Seiten umfassende
n
Einwand habe
er
drei
fach für sich, die Klientin und die Beschwerdegegnerin ausgefertigt, was 36 Kopien ergebe. Vier weitere Kopien könne er nicht mehr genau rekonstruieren (
S. 8 Ziff. 14
)
. Die Sorgfaltspflicht gebiete es, dass ein Anwalt Kontakt zu den behandelnden Ärzten aufnehme. Erst wenn er deren Berichte kenne, könne
er
die Prozesschance
n
abwägen. Eine Korrespondenz von 45 Minuten mit jedem Arzt sei nicht überrieben, da Arztberichte die zentralen Beweismittel im IV-Verfahren darstellten. Die 232 Kopien seien dadurch entstanden, dass er den behandelnden Ärzten die wichtigsten IV-Akten, insbesondere das Gutachten, zur Stellungnahme habe zustellen müssen. Es wäre nicht günstiger gekommen, hätte er die Sätze bei der Beschwerdegegnerin bestellt und danach zugestellt
. Zudem sei
der im Zusam
menhang mit der
Einreichung der
Stellung
n
ahmen mit 75 Minuten
geltend ge
machte Aufwand
nicht übertrieben gewesen
(
S. 8-10
Ziff. 15-17
, Ziff. 19
)
. Der
Beizug
der Akten des Amtes für Zusatzleitungen und die Retournierung
derselben
sei kein übertriebener Aufwand (S. 9 f. Ziff. 18)
. Würde er wie vorgesehen mit lediglich Fr. 2
’
211.95 für einen zeitlichen Aufwand von 12 Stunden 45 Minuten entschädigt, dann würde dies eine
m Stundenansatz von ca. Fr 151.-
– pro Stunden entsprechen, was willkürlich
tief sei
(S.
12 Ziff. 24
).
3.4
In
der
Beschwerdeantwort (Urk. 5)
ergänzte
die Beschwerdegegnerin
,
die Klientin eines Rechtsanwaltes sei selbstverständlich über das laufende Verfahren zu in
formieren, jedoch nur über die wesentlichen Verfahrensschritte. Inwiefern es sich um wesentliche Verfahrensschritte bei den gekürzten Orientierungskopien handle, habe der Beschwerdeführer nicht dargelegt.
Auch bei schwierig zu füh
renden Klienten sei ein
e
zeitliche Begrenzung
des Gesprächs zumutbar, selbst
wenn dies das Vertrauensverhältnis zum Klienten schmälern sollte.
Der Beschwerdeführer
behaupte nicht
, dass es ihm nicht möglich gewesen wäre, die Akten bei ihr einzuholen. Aus seiner Sicht
sei
dies lediglich impraktikabel. Dies führe jedoch nicht zur Notwendigkeit der angefertigten Kopien. Nicht nachvoll
ziehbar sei der Vorwurf bezüglich des Stundenansatzes, so sei klar ersichtlich, dass sie von einem Ansatz von
Fr. 220.-- pro Stunde ausgegangen sei. Triftige Gründe für das Eingreifen in ihr Ermessen bei der Festlegung der Entschädigung
seien
keine vorhanden.
4
.
4.1
Im
Verwaltungsverfahren
besteht
grundsätzlich
nur in Ausnahmefällen
ein An
spruch auf anwaltliche
Verbeiständung
, in denen schwierige rechtliche oder tat
sächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine
Verbeiständung
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- oder Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt
. Dabei ist hinsichtlich der sachlichen Gebotenheit einer rechtsanwaltlichen
Verbeiständung
ein strenger Massstab anzulegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 7.1-2)
.
Die Beschwerdegegnerin erachtete die Vorau
ssetzungen dafür als gegeben
, was es in Anbetracht ihres Ermessens zu respektieren gilt
.
Jedoch sind auch
bei der Festle
gung der Höhe der Entschädigung für die Aufwendungen im Verwaltungsverfah
ren die konkreten Umstände
– vor dem Hintergrund dieses strengen Massstabes -
zu beachten.
Zu entschädigen ist nicht der geltend gemachte, sondern nur der notwendige Aufwand (Urteil des Bun
desgerichts 8C_833/2015 vom 10.
März 2016 E. 5.2).
Ein verfassungsrechtlicher Anspruch besteht nur, soweit der Auf
wand zur Wahrung der Rechte tatsächlich notwendig ist, jedoch nicht schon, so
weit er bloss vertretbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2019 vom 1
1.
November 2019 E. 2.1).
Es
stellte
n
sich
vorliegend
keine besonderen schwierigen Rechtsfragen
und
es
kann sachverhaltsmässig von einem durchschnittlichen Fall gesprochen werden, der einen im Sozialversicherungsrecht erfahrenen Anwalt nicht vor besondere Schwierigkeiten stellt. So hatte
er
in einem von Amtes wegen eingeleiteten Revi
sionsverfahren über die Herabsetzung einer ganzen Invalidenrente auf eine
Vier
telsrente
gestützt auf ein
bereits erstelltes
polydisziplinäre
s
MEDAS-
Gutachten
mit anderslautenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte die Position seiner Klientin zu vertreten
, wobei sich der medizinische Sachverhalt durch das Vorlie
gen einiger weniger aktueller Unterlagen als überschaubar darstellte
.
Die Abklärung des
medizinische
n
Sachverhalt
s
war mit dem Einhol
en von Berichten
bei den behandelnden
Dr. med.
Y._
und
Dr.
med.
Z._
(Urk. 6/73-76, Urk. 6/79
, Urk. 6/85
)
und insbesondere mit der Veranlassung eine
s
polydisziplinären MEDAS-Gutachten
(Gutachten vom 27. Juli 2017 [Urk. 6/91])
bereits vor
dem
am 5
.
Dezember 2017
(Urk. 6/100)
mittels vorsorglichem Ein
wand erfolgten
ersten
Eingreifen
durch den Beschwerdeführer
in die Wege gelei
tet.
Seine
Klientin
erhob
daneben am 7. Dezember 2017 (Urk. 6/105) unabhängig
von ihm
eigenständig auch Einwand gegen den Vorbescheid
vom 10.
November 2017 (Urk. 6/94)
. Ebenso war sie selbst auch um das
Erhältlichmachen
weiterer medizinischer Berichte der Behandler
sowie die Weiterleitung der vorhandenen Akten an ihre Behandler
besorgt (
Urk. 6/98, Urk. 6/101, Urk. 6/106, Urk. 6/109-110, Urk. 6/113
)
.
D
er Beitrag des Beschwerdeführers
erschöpfte sich
in der
im
Einwand geäusserten
Kritik
am
MEDAS-Gutachten und dem E
inbringen
weiterer
Unterlagen
der der U
ntersuchungsmaxime verpflichteten
Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen
bekannten Behandler
sowie der Beibringung der hinsichtlich der funktionellen Leistungsfähigkeit wenig aussagekräftigen Akten des Amtes für Zusatzleistungen
(Urk. 6/107
, Urk. 6/111-112, Urk. 6/115-117, Urk. 6/12
0
-123
)
.
4
.
2
4.
2
.1
Hinsichtlich
des Vorbringens, es habe sich
aufgrund ihrer Erkrankung
um eine betreuungsintensive Klientin gehandelt
(E. 3.3)
, ist vorweg zu bemerken, dass
für den Aufwand,
den
die
sc
hwierig zu führende Klient
e
n
z
usätzlich und unnötig verursach
t
, grundsätzlich nicht das Gemeinwesen einzustehen hat. E
ine zeitliche Begrenzung des Gesprächs
ist
zumutbar, selbst, wenn dies das Vertrauensverhält
nis zum Klienten schmälern sollte
(
Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV
.20
15
.0
1094
vom
8
.
März
2016 E. 3.5
)
.
Dies gilt
– unter Beachtung der gege
benen Umstände -
selbst dann, wenn die Ursache dafür
in einer
psychischen
Erkrankung liegen sollte.
Vorliegend ist zudem
nicht erstellt, dass das
angebliche
Kontrollbedürfnis, wel
ches sich in häufigen Anrufen beim Beschwerdeführer geäussert
haben soll
, im Leiden der Klientin gründet. Zwar
wurde
dies vom behandelnden Psychiater Dr.
Z._
in seiner E-Mail vom 27. August 2018 (Urk. 3/4) auf Rückfrage des Beschwerdeführers in einem Vierzeiler behauptet, in
seinen
medizinischen Berichten und Schreiben finden sich aber keine solche
n
Feststellungen
. Vielmehr
ging
er darin
aufgrund der depressiven Störung von einem stark reduzierten An
trieb
und einem Erschöpfungszustand aus
(vgl. Urk. 6/85
Ziff. 1.3
). Ebenso wenig finden sich Hinweise darauf im
MEDAS-
Gutachten
vom 27.
Juli 2017 (Urk. 6/91) oder in Berichten
der übrigen Behandler
(
vgl. Urk. 6/74, Urk. 6/116, Urk. 6/121, Urk. 6/123
)
.
4.
2
.
2
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers war es nicht notwendig
, die anläss
lich der Erstkonsultation
am 5. Dezember 2017
von der Klientin
mitgebrachten Unterlagen zu kopieren
(164 Kopien)
und
ihr diese
mi
t eingeschriebenem Brief zurück
zusenden (
Urk
1
S. 6 f. Ziff. 11).
Bei den Unterlagen dürfte es sich um
von
der
Klientin
kurz zuvor am 24. Novem
ber 2017 (vgl.
Urk. 6/
99
)
persönlich abgeholte IV-Akten
gehandelt haben
.
Ande
res
wird vom Beschwerdeführer nicht behauptet.
Diese Akten wurden dem Beschwerdeführer am 7.
Dezember
2017 (Urk. 6/104)
– somit zwei Tage nach dem Erstgespräch -
und ebenfalls seiner Klientin am 13. Dezember 2017 (Urk. 6/106) nochmals komplett zugestellt. Selbst wenn es sich aber dabei teilweise auch um Originalarztzeugnisse und –berichte gehandelt
hätte
,
wä
ren
diese in den IV-Akten enthalten gewesen und dem Beschwerdeführer mit Erhalt des IV-Dossiers durch die Beschwerdegegnerin bekannt
und somit die Anfertigung von Kopien unnötig
. Im
vom Beschwerdeführer anschliessend verfassten
Einwand vom 23. Januar 2018 (Urk. 6/107) finden sich
denn
nur Verweis
e
auf Aktoren der IV-Akten. Wei
tere ärztliche Berichte wurden keine
g
enannt oder
gar
beigelegt
und der Rechts
vertreter reichte auch im Prozess Nr.
"..."
ausser dem angefochtenen Entscheid und der Vollmacht beschwerdeweise keine Beilagen ein
.
Damit zeig
en
sich die Anfertigung der 164 Kopien
(Fr. 82.--)
und der Rückversand per Ein
schreiben als nicht
erforderlich
(zeitliche
r
Aufwand 10 Minuten und Spesen von Fr. 9.--)
.
Die Beschwerdegegnerin hat
diese
folgerichtig nicht entschädigt.
4.
2
.
3
Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin bezüglich der
zahlreichen
Telefonate
mit der Klientin
darauf hingewiesen,
dass sich die Kommunikation mit der Klientin auf das Erforderliche zu beschränken hat und ein darüber hinaus betriebener Auf
wand für die Festsetzung der Entschädigun
g nicht zu berücksichtigen ist
.
Es ist nicht notwendig, dass der Rechtsbeistand jeden einzelnen Verfahrensschritt mit der von ihm vertretenen versicherten Person bespricht.
Die Beschwerdegegnerin gestand dem Beschwerdeführer neben der am 5. Dezem
ber 2017 erfolgten einstündigen Instruktion
sowie de
m Brief an die Klientin vom 17.
April 2018
die Telefonate vom 19. Dezember 2017, 27. Februar 2018 und 21. Juni 2018 als notwendig für die Verfahrensführung zu. Inwiefern die
Telefo
nate
vom 8. Januar, 2. Februar, 14., 21., 2
6.
und 27. März sowie 16. Mai 2018
dafür unentbehrlich
gew
esen wären, legte er nicht dar
und ist auch nicht ersicht
lich.
Das MEDAS-Gutachten lag bereits zurzeit des Erstgespräches vor. Die Auf
gabe des Beschwerdeführers
erschöpfte sich
danach
darin
, das Gutachten zu kritisieren und
weitere
Unterlagen
ins Verfahren einzubringen
(vgl. E. 4.1)
. Damit dü
rfte die Verfahrensstrategie
spätestens nach
dem ihm die vollständigen
IV-
Akten vorgelegen
hatten
und
er diese
gesichtet
hatte
,
festgestanden
haben
.
Der Versand der IV-Akten an den Beschwerdeführer
erfolgte
am 7.
Dezember
2017 (Urk. 6/104). Das nächste Telefonat mit seiner Klientin vom 19. Dezember 2017 wurde von der Beschwerdegegnerin entschädigt.
Ebenso
entschädigt wurden
das Telefonat vom
27. Februar 2018 nach Erhalt eines Briefes der Beschwerdegegne
rin und
dasjenige vom 21.
Juni 2018 vor Abschluss des
Verwaltungsverfahrens
. Wie bereits aufgezeigt, ist der zusätzlich
e
und unnötige Aufwand bei
schwierig zu führende Klienten
nicht zu entschädigen (vgl. E. 4.3
.1
). Demnach
ist es nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin eine Kürzung um total 65 Minuten für
nicht notwendige
Telefonate vorgenommen
hat
.
4.
2
.
4
Dem Beschwerdeführer ist
jedoch
zuzustimmen, dass er unter Beachtung seiner anwaltlichen Sorgfaltspflicht
gehalten war, s
eine Klientin über die von ihm ge
führte Korrespondenz in Form von Orientierungskopien zu unterrichten.
Dies gilt
selbst bei Verfahrensschritten, die nicht unbedingt
als notwendig
zu betrachten sind
, solange die Drittkorrespondenz
quantitativ
im Rahmen
einer ordnungsge
mässen Mandatsführung liegt
. Bei insgesamt
elf
Orientierungskopien innerhalb
von
6,5 Monate
n
ist
dies
der Fall
.
Neben den von ihr anerkannten Orientierungs
kopien
sind daher auch die Orientierungskopien
(
mit
Porto) vom
9.
und 10. Januar, 8. Februar,
6.
und 20. März, 5. April sowie 23. Mai 2018 mit insge
samt zusätzlichen Fr. 10.50 (7 x Fr. 1.-- Porto und 7 x Fr. 0.50 für die Kopie
n
) zu entschädigen. Ebenso rechtfertigt sich
,
bei einer ordnungsgemässen Fallführung eines Anwaltes
die dreifache Ausfertigung des 12-seitigen Einwandes
zu
berück
sichtigen
, weshalb neben den bereits anerkannten 12 Kopien
24 weitere Kopien im Umfang von zusätzlichen Fr. 12.-- (24 x Fr. 0.50 für Kopien) zu entschädigen
sind.
Insoweit besteht Anlass, in die Ermessensausübung der Beschwerdegegnerin einzugreifen.
4.2
.
5
Der Beschwerdegegnerin hatte
vor der
Begutachtung bereits die Berichte der
bekannten
Behandler
(Dr.
Y._
und Dr.
Z._
)
eingeholt und diese den MEDAS-Gutachtern zur Verfügung gestellt, sodass diese sie bei ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Klientin des Beschwerdeführers berücksichtigen konnten (vgl. Urk. 6/73-74, Urk. 6/85-86).
Daneben war
die
Klientin des Beschwerdefüh
rers
– neben der Beschwerdegegnerin -
selbst um das
Erhältlichmachen
weiterer medizinischer Berichte sowie die Weiterleitung der vorhandenen IV-Akten an ihre Behandler
besorgt (vgl. E. 4.1).
Vor diesem Hintergrund und
angesichts der gel
tenden
Untersuchungspflicht im Verwaltungsverfahren ist
es
fraglich, ob
die Briefe
vom
9.
und 1
0.
Januar sowie 6.
März 2018 an Dr.
Z._
, Dr.
Y._
und Dr. med.
A._
zur Einholung der aktuellsten
Berichte und zur Stellungnahme zum MEDAS-Gutachten überhaupt erforderlich war
en, zumal der Beschwerde
führer mit knapper E-Mail vom 21. März 2018 (Urk. 6/122) – für welche er
10
Minuten
geltend macht
- einen ebensolchen Antrag für Dr.
A._
, von wel
chem noch keine aktuellen Berichte vorgelegen hatten,
stellte
.
Zumindest aber war der Kontakt mit den erwähnten Ärzten auf das Notwendige, das heisst eine kurze Nachfrage nach dem jeweils
aktuellen Bericht
beziehungsweise ein knappes Einholen einer Stellungnahme zum Gutachten
,
zu beschränken.
Es ist deshalb nichts daran auszusetzen, dass die Beschwerdegegnerin eine Kürzung der dafür geltend gemachten 140 auf 30 Minuten
vornahm
.
Gleiches gilt für das Einreichen der von ihm eingeholten
Unterlagen
. Auch dies
bezüglich ist
es
fraglich, ob
dies
unter den gegebenen Umständen
überhaupt not
wendig gewesen war. Es erscheint daher eher grosszügig
, dass die Beschwerde
gegnerin ih
n
für das Einreichen am 6. und
20. März sowie 5.
April 2018
– statt wie geltend gemacht
mit
75
Minuten
–
immerhin
mit 35
Minuten entschädigte, zumal als Begleittext
– wenn überhaupt – inhaltlich
nur
wiedergegeben
wurde
, was
in den
eingereichten Unterlagen
steht
(vgl. Urk. 6/115, Urk. 6/120, Urk. 6/123/
8-
9).
Ebenfalls unnötig erscheinen vor diesem Hintergrund die vom Beschwerdeführer angefertigten 232 Kopien der IV-Akten, welche er den Behandlern
als Grund
l
a
ge für eine Stellungnahme zukommen liess. Dies gilt umso mehr, als er die IV-Akten unentgeltlich von der Beschwerdegegnerin hätte zustellen lassen können, wenn dies
verständlich
erweise
auch etwas umständlich wirkt
.
4.
2
.
6
Zu Recht
strich
die Beschwerdegegnerin ebenfalls die im Zusammenhang mit der Rücksendung des Pakets an das Amt für Zusatzleistungen am 28. Februar 2018
geltend gemachten Entschädigungsansprüche im Umfang von 15 Minuten
und
für
Kosten von Fr. 33.-- (Fr. 9.-- Spesen und Fr. 0.50 x 48 Kopien; vgl. Urk. 6/137)
.
Der
Beschwerdeführer
hatte
zuvor mit Schreiben
vom 7. Februar 2018
(Urk. 6/112) explizit die Einholung dieser Akten bei der Beschwerdegegne
rin
erbeten, womit es deren Sache war die besagten Unterlagen erhältlich zu machen. Aus welchen Gründen der Beschwerdeführer sich dann entschlossen hatte, selbst die Unterlagen direkt beim Amt für Zusatzleistungen einzuholen, was den Rückversand erst verursachte, ist nicht erfindlich. Notwendig waren diese Aufwendung
en
damit keinesfalls, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer Entschädigung dafür absah.
4.2
.7
Zu Recht wies die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 5 S. 2 unten) daraufhin, dass sie bei der Bemessung der Entschädigung im Verwaltungs
verfahren auf einen Stundenansatz von Fr. 220.-- abstellte (vgl. Urk. 2 S. 3), weshalb die diesbezügliche Kritik des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12 Ziff. 24) nicht nachvollziehbar ist. Gekürzt hat sie nicht den Ansatz, sondern einzig die geltend gemachten Stunden sowie die Kosten.
4
.
3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
eine Kürzung des geltend gemachten Zeitaufwandes um insgesa
mt 240
Min.
auf 8
.75
Stunden
zulässig
er
scheint
. Gegen
die Anwendung des veranschlagten Stundenansatzes von Fr. 2
2
0.-- ist nichts einzuwenden
und ebenso wenig gegen die Verwendung des Mehrwert
steuersatzes von 8 % für die Aufwendungen und Spesen im Jahr 2017 sowie
von
7.7 % im Jahr 2018 (Urk. 2 S. 2)
.
Zu
berücksichtigen sind ferner die Auslagen von gesamthaft Fr.
148.20 (davon Fr. 10.80 im Jahr 2017 und Fr.
137.40 im Jahr 2018)
.
Der Beschwerdeführer ist folglich mit Fr.
2‘23
8
.
55
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
5
.
Da vorliegend nicht die Bewilligung oder Verweigerung vo
n Versicherungs
leis
tungen strittig ist, ist das Verfahren kostenlos (Art. 61
lit
. a ATSG in Verbin
dung mit Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]).
Angesichts des bloss geringen teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers recht
fertigt sich die
Zusprache
einer Prozessentschädigung nicht.