Decision ID: 14b76a1a-145b-4205-bb11-885e888d4712
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der am 21. August 1971 geborene A.M. ist Staatsangehöriger von Serbien. Am 17.
November 1995 reiste er im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner damaligen
Ehefrau und ebenfalls serbischen Staatsangehörigen S.K. in die Schweiz ein, worauf
ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Am 7. Januar 1997 wurde die
gemeinsame Tochter M. geboren und die Ehe am 24. November 1999 geschieden. S.K.
und M. leben heute wieder in Serbien.
Seit dem Jahr 2001 wohnt A.M. mit der am 10. April 1970 geborenen serbischen
Staatsangehörigen S.M. zusammen, die ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung besitzt.
S.M. ist Mutter dreier Kinder aus erster Ehe, von denen zwei unter der Obhut ihres
damaligen Ehemanns stehen und eines mit Jahrgang 1989 unter ihrer Obhut und im
gleichen Haushalt wohnhaft ist. A.M. und sie sind überdies Eltern der am 21. März
2003 geborenen Tochter A. Diese wurde von ihm anerkannt und besitzt ebenfalls eine
Aufenthaltsbewilligung.
Das Einwohneramt der Politischen Gemeinde R. wies A.M. mit Schreiben vom 12.
November 2001 auf dessen schlechte finanziellen Verhältnisse hin. Zu diesem
Zeitpunkt waren Betreibungen im Wert von über Fr. 50'000.-- offen, und er war seit
einem Jahr arbeitslos. Auch in den folgenden Jahren verlor er immer wieder seinen
Arbeitsplatz und konnte jeweils nur vorübergehend beschäftigt werden. Im Jahr 2002
musste er deshalb durch das örtliche Sozialamt mit insgesamt Fr. 6'170.80 unterstützt
werden.
Mit Verfügung vom 30. Januar 2003 verwarnte das Ausländeramt A.M. aufgrund von 16
offenen Betreibungen im Wert von Fr. 17'365.40, acht Verlustscheinen über
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Fr. 52'009.65 sowie der im Jahr 2002 bezogenen Fürsorgeleistungen und verlängerte
ihm die Aufenthaltsbewilligung nur noch auf Zusehen und Wohlverhalten hin. Er wurde
ausdrücklich zu einem künftig in jeglicher Beziehung klaglosen Verhalten und
insbesondere zu einem ordnungsgemässen Nachkommen der finanziellen
Verpflichtungen, zur Sanierung der Schulden und zu einer geregelten Erwerbstätigkeit
angehalten, ansonsten er mit einer Nichtverlängerung oder einem Widerruf seiner
Aufenthaltsbewilligung rechnen müsse. Auch am 20. Januar 2004 verlängerte das
Ausländeramt seine Aufenthaltsbewilligung nur unter jedem Vorbehalt und unter der
Bedingung des Nachweises der Schuldentilgung.
A.M. wurde vom Ausländeramt mit Verfügung vom 22. Dezember 2004 erneut
verwarnt, und die Aufenthaltsbewilligung wurde ihm wiederum nur auf Zusehen und
Wohlverhalten hin verlängert. Einmal mehr wurde er angehalten, sich künftig in jeder
Beziehung klaglos zu verhalten. Die Verwarnung erging aufgrund der Feststellung des
Ausländeramts, dass A.M. per 2. November 2004 mit sechs offenen Betreibungen über
Fr. 47'634.80 und 29 Verlustscheinen in der Höhe von Fr. 74'136.65 verzeichnet war.
Beim Sozialamt betrug der Saldo noch Fr. 5'938.10. Auch wurde A.M. durch das
Untersuchungsamt St. Gallen mit Bussenverfügung vom 19. Februar 2001 wegen
Übertretung des Transportgesetzes zu einer Busse von Fr. 60.-- und mit Strafbescheid
vom 3. November 2003 wegen Irreführung der Rechtspflege zu sieben Tagen Haft mit
einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt.
Per 13. November 2006 bestanden beim Betreibungsamt R. gegen A.M. zwölf offene
Betreibungen über Fr. 31'968.-- und 36 Verlustscheine von insgesamt Fr. 91'420.80.
Mit Verfügung vom 1. Mai 2007 sprach das Ausländeramt deshalb gegen A.M. erneut
eine schriftliche Verwarnung aus und verlängerte dessen Aufenthaltsbewilligung einmal
mehr nur auf Zusehen und Wohlverhalten hin um ein weiteres Jahr.
Beim Betreibungsamt R. bestanden gegen A.M. per 6. November 2007 41
Verlustscheine über Fr. 107'997.50 sowie per Januar 2009 50 offene Verlustscheine im
Wert von rund Fr. 120'000.--. Die Schulden gegenüber dem Sozialamt beliefen sich
weiterhin auf Fr. 5'938.10.
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Im weiteren musste die Kantonspolizei bei A.M. und S.M. am 28. November 2004, am
15. April 2006, am 2. März 2008 sowie am 30. August 2008 wegen
Auseinandersetzungen im häuslichen Bereich intervenieren. Mit Bussenverfügung des
Untersuchungsamts St. Gallen vom 25. September 2008 wurde A.M. der mehrfachen
Beschimpfung und der mehrfachen Drohung gegenüber S.M. schuldig erklärt und zu
einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 40.-- mit einer Probezeit von zwei Jahren
sowie einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Ausländeramt am 16. Oktober
2008 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.M. und wies diesen an,
die Schweiz bis spätestens 5. Januar 2009 zu verlassen. Zur Begründung führte es im
wesentlichen an, A.M. habe sich von den Verwarnungen des Ausländeramts nicht
beeindrucken und seinen Schuldenberg immer weiter ansteigen lassen. Auch hätten
keine Bemühungen zur Schuldensanierung festgestellt werden können, und er sei zur
Zeit wieder arbeitslos. Zudem habe die Kantonspolizei in den letzten Jahren immer
wieder wegen Streitigkeiten im häuslichen Bereich intervenieren müssen. Trotz mehr
als zwölf Jahren Aufenthalt in der Schweiz sei ihm eine Einordnung in die hiesige
Gesellschaft und Rechtsordnung offensichtlich nicht gelungen. Das öffentliche
Interesse an seiner Fernhaltung überwiege seine entgegenstehenden privaten
Interessen.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 5. November 2008 erhob A.M. Rekurs
beim Sicherheits- und Justizdepartement mit dem Begehren, die Verfügung des
Ausländeramts vom 16. Oktober 2008 sei aufzuheben, von einer Ausweisung sei
abzusehen, und die Sache sei zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Mit Entscheid vom 15. Januar 2009 wies das Sicherheits-
und Justizdepartement den Rekurs von A.M. ab. Es wies das Ausländeramt an, diesem
eine neue Frist zur Ausreise anzusetzen. Im wesentlichen erwog es, A.M. habe
erheblich und wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
verstossen. Er sei seinen öffentlich- und privatrechtlichen Verpflichtungen nicht
nachgekommen, sondern habe sich trotz Verwarnungen immer mehr verschuldet. Auch
seien seine strafrechtlichen Verfehlungen zu berücksichtigen, selbst wenn sie nicht von
grosser Schwere seien. All dies lasse darauf schliessen, dass er zur Einfügung in die in
der Schweiz geltende Ordnung nicht fähig oder gewillt sei. Unter diesen Umständen
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könne die Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert werden. Die Rückkehr von A.M.
ins Heimatland sei im öffentlichen Interesse, verhältnismässig und zumutbar.
C./ A.M. erhob mit Eingabe vom 2. Februar 2009 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
mit dem Begehren, der Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom
15. Januar 2009 sei aufzuheben und von einer Ausweisung abzusehen. Die Sache sei
zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung an das Ausländeramt zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte er im wesentlichen an,
die fremdenpolizeilichen Verwarnungen hätten ihn sehr wohl beeindruckt und zu einer
freiwilligen Schuldensanierung bewogen. Es bestehe nunmehr eine realistische
Schuldensanierungsmöglichkeit, da er den gemeinsamen Haushalt mit S.M. aufheben
und nur noch seine eigenen Kinder unterstützen werde. Seine strafrechtlichen
Verfehlungen und das Schuldenmachen wögen nicht derart schwer, dass die
öffentliche Ordnung gefährdet wäre. Die Voraussetzungen für die Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung seien somit nicht gegeben, weshalb die Ausweisung
angesichts seiner Integration unverhältnismässig wäre. Auf die weiteren Vorbringen in

der Beschwerde wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Mit Vernehmlassung vom 18. März 2009 beantragte das Sicherheits- und
Justizdepartement die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde und verwies zur
Begründung auf den angefochtenen Entscheid sowie die Akten.
Am 2. Juni 2009 legte das Ausländeramt eine Kopie des Informationsberichts der
Kantonspolizei vom 15. Mai 2009 betreffend Intervention im häuslichen Bereich vom
18. April 2009 zu den Akten.
A.M. erhielt Gelegenheit, sich zur Eingabe des Ausländeramts zu äussern, liess sich
jedoch nicht vernehmen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
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Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 2. Februar 2009
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Streitgegenstand ist die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers.
2.1. Gemäss Art. 33 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR
142.20, abgekürzt AuG) wird die Aufenthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dauer
von mehr als einem Jahr erteilt (Abs. 1). Die Erteilung erfolgt für einen bestimmten
Aufenthaltszweck und kann mit weiteren Bedingungen verbunden werden (Abs. 2). Die
Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine
Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen (Abs. 3). Die zuständige Behörde kann die
Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 62 AuG unter anderem widerrufen, wenn der
Ausländer erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
der Schweiz verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere und äussere
Sicherheit gefährdet (lit. c) sowie wenn er eine mit der Verfügung verbundene
Bedingung nicht einhält (lit. d). Die öffentliche Sicherheit bedeutet die Unverletzlichkeit
der objektiven Rechtsordnung, der Rechtsgüter der einzelnen Bürger wie unter
anderem Leben, Gesundheit, Freiheit und Eigentum sowie der Einrichtungen des
Staates. Der Begriff der öffentlichen Ordnung umfasst demgegenüber die Gesamtheit
der ungeschriebenen Ordnungsvorstellungen, deren Befolgung nach der herrschenden
sozialen und ethischen Anschauung als unerlässliche Voraussetzung eines geordneten
menschlichen Zusammenlebens anzusehen ist (Weisungen und Kreisschreiben des
Bundesamts für Migration, I. Ausländerbereich, Ziff. 8.2.1.2.1, Version 1.1.08, S. 6,
publiziert in: www.bfm.admin.ch).
2.2. Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62 lit.
c AuG liegt nach Art. 80 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit (SR 142.201, abgekürzt VZAE) unter anderem vor bei einer
Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen (lit. a) und
bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich- oder privatrechtlichen Verpflichtungen
(lit. b). Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist anzunehmen, wenn
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konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt des Ausländers in der
Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 VZAE). Die offene Formulierung von Art. 80
Abs. 1 lit. a VZAE bringt zum Ausdruck, dass auch die Summierung von Verstössen,
die für sich genommen einen Widerruf nicht rechtfertigen, Grund für die
Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung sein kann, wenn der Ausländer mit
seinem Verhalten zeigt, dass er sich aufgrund seiner fehlenden Integrationsfähigkeit
und –bereitschaft auch zukünftig nicht in die geltende Rechtsordnung einordnen wird.
Dies kann sich unter anderem durch gehäufte Verurteilungen zu geringfügigeren
Freiheits- oder Geldstrafen äussern. In solchen Fällen kann deshalb ein gewichtiges
öffentliches Interesse an der Entfernung und Fernhaltung des Ausländers bestehen
(Zünd/Arquint Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl.,
Basel 2009, Rz. 8.29; Weisungen und Kreisschreiben des Bundesamts für Migration,
a.a.O., S. 6; BGE 2C_793/2008 vom 27. März 2009 E. 2.1).
2.3.
2.3.1. Der Beschwerdeführer gesteht zunächst ein, dass seine Schulden in den letzten
Jahren gewachsen seien. Indes bestreitet er die vorinstanzliche Feststellung, er könne
oder wolle sie nicht zurückzahlen. Die fremdenpolizeilichen Verwarnungen hätten ihn
sehr wohl beeindruckt und ihn zu einer freiwilligen Schuldensanierung bewogen. So
überweise er seit dem 1. Januar 2006 trotz Lohnpfändung monatlich Fr. 200.-- direkt
dem Betreibungsamt, obwohl er sich auf das Existenzminimum berufen und jede
Zahlung ablehnen könnte. Ende November 2008 habe er gar Fr. 500.-- überwiesen. Er
verfüge über eine feste und gesicherte Arbeitsstelle. Zwar sei er derzeit während einer
dreimonatigen Übergangsphase nicht bei seinem Arbeitgeber tätig, doch werde er dort
ab März 2009 seine Arbeit wieder aufnehmen und zwecks Schuldenabbau zusätzlich
im Schnitzelhaus in R. im Service arbeiten. Trotz intensiven Bemühungen habe er
mangels Vermögens bis anhin keine Schuldensanierung erreichen können. Deshalb
werde er den gemeinsamen Haushalt mit seiner Lebenspartnerin aufheben und eine
Einzimmerwohnung beziehen, um monatlich mindestens Fr. 1'300.-- für die
Schuldensanierung einsetzen zu können. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz bestehe
nunmehr eine realistische Schuldensanierungsmöglichkeit, zumal er mit seiner
Aushilfsstelle im Schnitzelhaus einen zusätzlichen Monatslohn von mindestens
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Fr. 1'000.-- erzielen könne. Er habe keine schweren strafrechtlichen Verfehlungen
verschuldet, weshalb ihm einzig angelastet werden könne, dass er in der Schweiz
Schulden gemacht habe. Das Schuldenmachen stelle jedoch keine hinreichend
schwere und gegenwärtige Gefahr für die öffentliche Ordnung dar, da ihm kein
schuldhaftes und mutwilliges Verhalten vorgeworfen werden könne. Unter diesen
Umständen seien die Voraussetzungen von Art. 62 AuG offensichtlich nicht erfüllt.
Auch sei die Ausweisung unverhältnismässig, weil er seit dem Jahr 1995 legal in der
Schweiz lebe, über eine gefestigte Arbeitsstelle verfüge und hier integriert sei. Überdies
würde sie gegen Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) verstossen und ihm eine
Schuldensanierung komplett verunmöglichen.
2.3.2. Grundsätzlich ist anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer dem
Betreibungsamt seit dem 1. Januar 2006 monatlich Fr. 200.-- überwies. Dennoch
verkennt er, dass er aus dieser an sich freiwilligen Zahlung grundsätzlich keinen Vorteil
ziehen kann. Nach verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung darf von einem Ausländer
ein reibungsloses Einfügen in die geltende Rechtsordnung und ein klagloses Verhalten
ohne weiteres erwartet werden (VerwGE B 2005/124 vom 25. Oktober 2005 E. 2.c,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Dazu sind insbesondere auch die ernsthaften
Bemühungen um eine möglichst rasche und nachhaltige Schuldensanierung zu zählen.
Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seine Schuldenlast während
Jahren ansteigen liess, ohne dass er wirksame Massnahmen dagegen getroffen hätte.
So ergibt sich aus dem Registerauszug des Betreibungsamts R. vom 7. November
2002, dass bereits sieben Jahre nach seiner ersten Einreise in die Schweiz
Verlustscheine von über Fr. 50'000.-- gegen ihn bestanden, deren Höhe sich per 9.
Januar 2009 auf über Fr. 120'000.-- mehr als verdoppelte. Das Ausländeramt wies den
Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang mehrmals unmissverständlich darauf hin,
er habe sich künftig in jeder Hinsicht klaglos zu verhalten, seinen finanziellen
Verpflichtungen ordnungsgemäss nachzukommen, die Schulden zurückzuzahlen und
keine neuen Schulden mehr zu verursachen, ansonsten er damit rechnen müsse, dass
seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert oder widerrufen werde. Diese
Androhung blieb jedoch ohne Wirkung auf den Beschwerdeführer. Vor diesem
Hintergrund erscheint dessen Behauptung, die Verwarnungen hätten ihn sehr wohl
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beeindruckt und zu einer freiwilligen Schuldensanierung bewogen, als offensichtlich
unglaubwürdig.
Der Beschwerdeführer legt im Zusammenhang mit der im November 2008 geleisteten
Zahlung von Fr. 500.-- nicht dar, ob es sich dabei um eine einmalige oder regelmässige
Leistung zur Schuldensanierung handelt. Unter den gegebenen Umständen ist
grundsätzlich davon auszugehen, dass er diese Zahlung unter dem Druck des damals
hängigen Rekursverfahrens tätigte. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, ob er tatsächlich
über eine feste und gesicherte Arbeitsstelle verfügt. Der bisherige Arbeitgeber knüpfte
die voraussichtlich ab dem 1. März 2009 im gleichen Arbeitsumfang zu erfolgende
Wiederanstellung des Beschwerdeführers gemäss Bestätigung vom 4. November 2008
an die Bedingung, dass bis dahin wieder genügend Arbeit vorhanden sei. Ob dieser
mittlerweile tatsächlich wieder für den gleichen Arbeitgeber tätig ist, kann mangels
Einfluss auf den Verfahrensausgang offenbleiben. Auch legt der Beschwerdeführer
weder eine Anstellungsbestätigung noch einen schriftlichen Arbeitsvertrag für seine
ebenfalls im März 2009 anzutretende Stelle im Schnitzelhaus in R. ins Recht. Zudem
handelt es sich bei seinem Vorbringen, er werde den gemeinsamen Haushalt mit seiner
Lebenspartnerin aufheben, lediglich um eine Absichtserklärung, deren tatsächliche
Verwirklichung angesichts der am 18. April 2009 erfolgten Intervention der
Kantonspolizei wegen häuslicher Gewalt fraglich ist. Schliesslich bringt der
Beschwerdeführer auch für seine Behauptung, er könne durch den Bezug einer
Einzimmerwohnung monatlich mindestens Fr. 1'300.-- für die Schuldensanierung
einsetzen, keinerlei Beweise vor. Die Vorinstanz stellte deshalb zutreffend fest, dass
vorliegend von keiner realistischen Schuldensanierungsmöglichkeit ausgegangen
werden könne. Selbst wenn der Beschwerdeführer die von ihm genannten finanziellen
Mittel tatsächlich für die Schuldensanierung verwenden würde, wäre eine Bereinigung
seiner finanziellen Verpflichtungen angesichts der hohen Schulden kaum möglich. In
Übereinstimmung mit der Vorinstanz stellt sein Verhalten deshalb einen Verstoss gegen
die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 62 lit. c AuG und damit einen Widerrufsgrund
dar. Ein weiterer Widerrufsgrund ergibt sich überdies gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE
aus dem wiederholten Missachten behördlicher Verfügungen. Die Vorbringen des
Beschwerdeführers erweisen sich somit als unbegründet.
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2.3.3. Im weiteren wurde der Beschwerdeführer am 19. Februar 2001 wegen
Übertretung des Transportgesetzes, am 3. November 2003 wegen Irreführung der
Rechtspflege sowie am 25. September 2008 wegen mehrfacher Beschimpfung und
Drohung gegenüber seiner Lebenspartnerin strafrechtlich verurteilt. Auch musste die
Kantonspolizei zwischen 2004 und 2009 insgesamt fünfmal wegen häuslicher Gewalt
intervenieren, wobei eine solche Intervention letztmals während des hängigen
Beschwerdeverfahrens am 18. April 2009 erfolgte. Zwar macht der Beschwerdeführer
grundsätzlich zutreffend geltend, die ihm vorgeworfenen strafrechtlichen Verfehlungen
seien im einzelnen nicht als besonders schwerwiegend zu betrachten. Dennoch
verkennt er, dass auch mehrere Verstösse zusammen, die für sich alleine keine
einschneidenden fremdenpolizeilichen Massnahmen rechtfertigen, einen Widerruf oder
eine Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach sich ziehen können. Sein
Verhalten zeigt, dass er trotz mehrerer Verwarnungen zur Einfügung in die in der
Schweiz geltende Ordnung weder gewillt noch fähig ist. Vor diesem Hintergrund ist
sein Vorbringen deshalb nicht nachvollziehbar, ihm könnten nur die in der Schweiz
gemachten Schulden angelastet werden. Vielmehr stellen auch seine wiederholten
strafrechtlichen Verfehlungen eine hinreichend schwere gegenwärtige Gefahr für die
öffentliche Sicherheit und Ordnung dar, ist doch spätestens seit der Intervention durch
die Kantonspolizei vom 18. April 2009 damit zu rechnen, dass er sich auch weiterhin
nicht an die in der Schweiz geltenden Regeln halten wird. Der Beschwerdeführer hat
somit auch mit seinen strafrechtlichen Verfehlungen einen Widerrufsgrund gemäss Art.
62 lit. c AuG gesetzt, weshalb seinen Vorbringen wiederum nicht gefolgt werden kann.
2.3.4. Voraussetzung für die Berufung auf Art. 8 EMRK ist nach konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Bestehen einer tatsächlich gelebten und
intakten Beziehung zu nahen Verwandten, die über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht
in der Schweiz verfügen. Ein solches Anwesenheitsrecht vermitteln nur die
schweizerische Staatsbürgerschaft, die Niederlassungsbewilligung sowie die
Aufenthaltsbewilligung, sofern ein Rechtsanspruch auf ihre Erteilung oder Verlängerung
besteht (Achermann/Caroni, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.],
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 6.32; BGE 130 II 285 E. 3.1; 126 II 339 E. 2a).
Mit Ausnahme des Familiennachzugs durch Schweizer Bürger oder niedergelassene
Ausländer besteht jedoch grundsätzlich kein Rechtsanspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung (Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, Zürich
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2008, Rz. 7 zu Art. 33 AuG). Da der Beschwerdeführer keine nahen Verwandten in der
Schweiz hat, die hier über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen, ist eine
Berufung auf Art. 8 EMRK im konkreten Fall nicht statthaft.
Der Entscheid über die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung liegt im Ermessen
der zuständigen Behörde. Bei der Ermessensausübung hat diese gemäss Art. 96 Abs.
1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad
der Integration des Ausländers zu berücksichtigen. Das Ermessen lässt der
zuständigen Behörde einen gesetzlich eingeräumten Entscheidungsspielraum, der ihr
das Treffen einer sachgemässen Entscheidung im Einzelfall ermöglichen soll. Das
Verwaltungsgericht hat diesen Spielraum zu respektieren und sich nach Art. 61 Abs. 1
VRP auf die Rechtskontrolle zu beschränken. Im konkreten Fall prüft es deshalb allein,
ob die Vorinstanz ihr Ermessen allenfalls überschritten oder missbraucht haben könnte.
Eine Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde Ermessen walten lässt, wo
für dieses nach Gesetz kein Raum ist. Ein Ermessensmissbrauch wird demgegenüber
angenommen, wenn sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom Gesetz
eingeräumten Ermessens hält, dieses jedoch missbräuchlich anwendet (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 739 ff.).
Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers und den Akten ergeben sich keine
Hinweise, dass die Vorinstanz mit ihrem Entscheid die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Interessen des Beschwerdeführers sowie dessen Grad der Integration
nicht ausreichend berücksichtigt und damit ihr Ermessen überschritten oder gar
missbraucht haben sollte. Der Beschwerdeführer zeigte sich trotz mehrfachen
Verwarnungen des Ausländeramts weder in bezug auf seine Schuldenlast noch seine
strafrechtlichen Verfehlungen einsichtig. Zwar versprach er mehrmals Besserung, liess
seinen Versprechungen indes keine Taten folgen, so dass sein Schuldenberg auf
mittlerweile über Fr. 120'000.-- anwuchs. Aufgrund seines Verhaltens kann somit nicht
von einer gelungenen Integration gesprochen werden. Eine Rückkehr ins Heimatland,
wo der Beschwerdeführer seine gesamte Jugendzeit verbrachte und heute noch über
ein intaktes soziales Netz verfügt, ist ihm unter den gegebenen Umständen zumutbar.
Auch ist es ihm unbenommen, den Kontakt zu seiner in der Schweiz lebenden Tochter
mittels Besuchen von seinem Heimatland aus aufrechtzuerhalten. Der Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung erweist sich angesichts der überwiegenden öffentlichen
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Interessen gemäss Art. 96 AuG als verhältnismässig, so dass die Vorbringen des
Beschwerdeführers unbegründet sind. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
2.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Aufenthaltsbewilligung
des Beschwerdeführers zu Recht nicht verlängert hat. Indem sich dieser weder um eine
erfolgreiche Schuldensanierung noch um ein klagloses Einfügen in die geltende
Rechtsordnung bemühte, verstiess er gemäss Art. 62 lit. c AuG gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung erweist sich unter
den gegebenen Umständen als recht- und verhältnismässig, weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht