Decision ID: 8b161e55-4c06-4aac-adcd-d7c0e9050af6
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, meldete sich am 2
4.
Juli 2017 unter Hinweise auf eine Diskushernie und
eine
P
udendusneuralgie
bei der Eidgenössischen Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/11).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und stellte mit Vorbescheid vom
7.
November 2018 die Ablehnung des Leistungs
begehrens in Aussicht (
Urk.
8/
43).
Auf
Einwand
des Versicherten hin
(
Urk.
8/
44;
Urk.
8/
50)
holte
die IV-Stelle be
im Y._
ein
bidis
ziplinä
res
Gutachten ein, das am
8.
Oktober 2019
erstattet wurde (
Urk.
8/
65
)
,
sowie ein ergänzendes polydisziplinäres Gutachten, das am 2
0.
Oktober 2020 erstattet wurde (
Urk.
8/77)
. Nach
durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/84
;
Urk.
8/
88) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 1
9.
April 2021 basierend auf einem IV-Grad von 48
%
ab
1.
Oktober 2019
eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
0.
Mai 2021 Beschwerde mit folgenden Anträgen
(
Urk.
1
S. 2
)
:
1.
Die Verfügung vom 1
9.
Ap
ril 2021 sei aufzuheben und die
Beschwerde
-
gegnerin
sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen
Leistungen zu gewähren, insbesondere eine ganze Rente zu
gewähren.
2.
Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine
Dreiviertelsrente
zu gewähren.
3.
Subeventualiter
sei dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zu gewähren.
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Die IV-Stelle ersuchte am
5.
August 2021 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem
Beschwerdeführer
am 1
3.
August 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihrer Verfügung aus,
dass der Beschwerdeführer ab dem 1
4.
November 2016 in seiner Tätigkeit eingeschränkt sei. Nach Ablauf des gesetzlichen Wartejahres sei ihm eine angepasste Tätigkeit zu 80
%
zumutbar. Er könne somit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich
ab Oktober 2019
insoweit verändert, dass von diesem Zeitpunkt an
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
eine
angepasste Tätigkeit
zu 60
% möglich
sei
.
Der Einkom
mensvergleich ergebe
einen Invaliditätsgrad von 48
%, weshalb ab 1.
Oktober 2019 Anspruch auf eine
Viertelsrente
bestehe
(
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dagegen, es liege angesichts
seines
Leistungsprofils und
seines
Alters keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr vor
, weswegen er Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe
(
Urk.
1 S. 8)
.
Subeventualiter
wurde vorgebracht,
de
r
Beruf als Techniker
als Grundlage für die Berechnung des Invalideneinkommen
s sowi
e die angewendete LSE T
17 seien
nicht korrekt (Urk.
1 S. 11)
. Zudem sei kein Tabellenlohnabzug
gewährt
worden. Insgesamt resultiere bei einem Invaliditätsgrad von 68
%
ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(Urk.
1 S. 12)
beziehungsweise
nur schon bei der Gewährung des Tabellenlohn
abzuges ein Anspruch auf eine höhere Rente
(
Urk.
1 S. 14).
3.
Die Parteien sind sich einig, dass der Beschwerdeführer in einer leidensange
passten Tätigkeit
ab
1.
Oktober 2019
im Umfang von 60
% arbeitsfähig ist. Dies ist aufgrund der Akten denn auch ausgewiesen.
Im
neurologischen Teilgutachten von
Dr.
med. Z._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom
Y._
,
vom 1
5.
September 2019
(
Urk.
8/66)
,
wurde als Diag
nose mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit
ein
p
elvines
Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie
aufgeführt
(S. 19). Wegen
des
postoper
a
tive
n
Fallfuss
es
rechts
kann der Beschwerdeführer seit der Operation vom 1
4.
November 2016 keine Baustellen mehr begehen, was zu einer partiellen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt
(S. 23). Aus rein neurologischer Sicht kann in der angestammten Tätigkeit eine Leistungseinschränkung von 30
%
abgeleitet werden. Eine angepasste Tätigkeit sollte wechselbelastend sein, mit Ermöglichung von intermittierenden Positions
wechsel
n
, sie sollte besondere Anforderungen der Gleichgewichtsfunktionen vermeiden (kein Gehen auf unebenem Gelände). Unter rein
neurologischen
Gesichtspunkten
kann
ein
e Leistungseinschränkung von 20
% bei vollschichtiger Arbeitsfähigkeit begründet werden (S. 24).
Dem neuropsychologischem Teilgutachten von
lic
.
phil. A._
, Neuropsychologe und Psychotherapeut FSP
,
vom
Y._
,
vom
1
2.
Oktober 2020 (
Urk.
8/78)
,
können
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eine
minimale bis leichte neuropsychologische Störung mit einzelnen
attentionalen
und exekutiven Funktionsdefiziten sowie einer einzelnen mnestischen Funktionsschwäche ent
nommen werden
(S. 11)
.
Der Beschwerdeführer kann in seiner kognitiv anspruchsvollen, angestammten Tätigkeit als Architekt usw. den damit verbun
denen hohen Anforderungen nur zeitbegrenzt und auch nicht vollumfänglich genügen. In einer beschwerdeadaptierten, durchschnittlich fehlersensiblen und aufmerksamkeitsintensiven, vornehmlich termin- und zeitdruckfreien Tätigkeit ist bei erhöhtem und vermehrtem Pausenbedarf und bei leicht verminderter Leistung aber ein etwa zwei
-
bis
dreistündiger
Arbeitseinsatz vormittags wie nachmittags zumutbar (S. 15).
Im
psychiatrischen
Teilgutachten diagnostizierte
Dr.
med. B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vom
Y._
,
vom 2
5.
September 2020 (
Urk.
8/79)
eine leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F.32.0
,
S. 12)
.
Beim
Beschwerdeführer wäre in einer möglichen angepassten Tätigkeit, das heisst in einer Tätigkeit, bei
der er
kognitiv anspruchslosere, repetitive Tätigkeiten leisten könnte und bei Bedarf längere Pausen einlegen, respekti
ve sich hinlegen könnte, theore
tisch von einer 30%
igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 15).
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung
(Konsensbeurteilung) des polydis
ziplinären Gutachten
s
der
Y._
vom 2
0.
Oktober 2020 (
Urk.
8/
77) wurde
n folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt
(S. 12)
:
-
Pelvines
Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie
-
Minimale bis leichte neuropsychologische Störung mit einzelnen
attentionalen
und exekutiven Funktionsdefiziten sowie einer einzelnen mnestischen Funktionsschwäche
-
Leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Eine angepasste Tätigkeit sollte wechselbelastend sein, mit Ermöglichung von inte
rmittierenden Positionswechseln. S
ie sollte besondere Anforderungen der
Gleichgewichtsfunktionen vermeiden (kein Gehen auf unebenen Grund
,
S. 17). Als eine angepasste Tätigkeit wurde eine Tätigkeit beschrieben, bei welcher der
Beschwerdeführer
kognitiv anspruchslosere, repetitive Tätigkeiten leisten und bei Bedarf längere Pausen einlegen, respektive sich hinlegen könnte. In
einer ideal adaptier
ten Tätigkei
t
w
u
rd
e
gesamtmedizinisch eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit
a
ttest
iert (S. 18)
.
In der angestammten Tätigkeit besteh
e
mit grosser Wahrschein
lichkeit ab Oktober 2019 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit (S
.
17).
4.
4.1
Uneinigkeit besteht darüber
, ob die Restarbeitsfähigkeit verwertbar ist. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass
ihm
aufgrund seines fort
geschrittenen Alters ein Berufswechsel nicht mehr zugemutet werden könne und keine wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit mehr vorliege
(
Urk.
1 S. 6
ff.
)
.
4.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9.
Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeits
struktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine
berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer
(Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5
.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
4.3
Der massgebende Zeitpunkt
für die Beantwortung der Frage nach der Verwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist somit jener, ab welchem die medizinische Aktenlage eine schlüssige Einschätzung der Arbeits
fähigkeit zulässt. Das polydisziplinäre Gutachten der
Y._
vom 20. Oktober 2020 (
Urk.
8/77) ging am 2
6.
Oktober 2020 bei der Beschwerdegegnerin ein und der medizinische Sachverhalt stand
spätestens
ab diesem Zeitpunkt fest. Der am 1
0.
November 1958 geborene Beschwerdeführer war zu diesem Zeitpunkt 61 Jahre und
elf
Monate alt und es verblieben ihm noch drei Jahre und
ein
Monat bis zum Erreichen des Rentenalters per
1.
Dezember 202
3.
Diese Aktivitätsdauer reicht grundsätzlich – auch bei
einer Restarbeitsfähigkeit von 6
0
%
- aus, um eine neue Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben.
4.4
Bejaht hat das Bundesgericht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einem 61-jährigen Versicherten, dem eine angepasste (körperlich leichtere, wechselbel
astende) Verweistätigkeit zu 80
%
(Vollpensum mit um 20
%
reduzierter Leistung) zumutbar war und der über keine Berufsausbildung verfügte. Dabei wurde berücksichtigt, dass der Versicherte in leichten wechsel
belastenden Verweistätigkeiten nicht zusätzlich eingeschränkt war und über eine gewisse Erfahrung mit beruflichen Umstellungen verfügte (Urteil 8C_910/2015 v
om 1
9.
Mai 2016 E. 4.3.2 und E.
4.3.4). Das Bundesgericht erachtete auch die 80%ige Restarbeitsfähigkeit bei einem 62 Jahre alten Barpianisten als verwertbar, der – unter Beachtung geregelter Arbeitszeiten und unter Ausschluss von Nacht
arbeit und längerer Engagements – weiterhin als Pianist arbeiten oder einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit nachgehen konnte. Damit stehe ihm ein breites Spektrum an Verweistätigkeiten offen (Urteil 8C_892/2017 vom 2
3.
August 2018 E. 5).
Ebenfalls bei einem
61 Jahre und vier Monate altem
Versicherte
n
mit Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 75
%
wurde vom Bundes
gericht eine Verwertbarkeit bejaht (Urteil des Bundesgerichts 8C_535/2021 vom 2
5.
November 2021 E. 5.4).
4.5
Verneint wurde dagegen
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Urteil des Bundesgerichts I 392/02 vom 2
3.
Oktober 2003 bei einem über 61-jährigen Versicherten, der über keine Berufserfahrung verfügte und bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50
%
zumutbaren feinmotorischen Tätigkei
ten keinerlei Vorkenntnisse besass. Die Teilarbeitsfähigkeit des Versicherten unterlag dabei weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen in Form von Atemnot und Hustenanfällen, derentwegen die von der Vorinstanz als zumutbar bezeichneten Arbeiten (Portier- und Kurierdienste) wegen der damit verbundenen Anstrengungen praktisch ausser Betracht fielen. Das Bundesgericht bezweifelte anhand der Akten, dass der Versicherte noch über die für einen entsprechenden Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit verfügte (E. 3.3). Ebenfalls verneint hat das Bundesgericht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einem 60-jährigen Versicherten, der in einer leichten wechselbelastenden Tätig
keit
medizinisch-theoretisch zu 100
% arbeitsfähig war, keine Berufsausbildung abgeschlossen hatte und über 20 Jahre als Hotelportier gearbeitet hatte. Dabei berücksichtigte das Bundesgericht insbesondere, dass der Versicherte selbst bei leichten Tätigkeiten noch eingeschränkt war, da ihm schmerzbedingt nur einge
schränktes Ziehen oder Stossen und die Vornahme von Verrichtungen mit den Händen möglich war, er in seiner Tätigkeit als Hotelportier aber meist mittel
schwere bis schwere Arbeiten ausgeführt und sich hierbei keine feinmotorischen Fähigkeiten hatte aneignen können. Darüber hinaus wurde auf eine geringe Anpassungsfähigkeit und die Tatsache, dass behindertengerechte Arbeitsplätze mit der Möglichkeit, teils stehend, teils sitzend zu arbeiten, von Behinderten in jungem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt würden, hingewie
sen (Urteil 9C_954/2012 vom 10.
Mai 2013 E. 3.2.1 und E. 3.2.2). Ebenso entschied das Bundesgericht bei einem 61,5-jährigen Versicherten, dem es medizinisch-theoretisch zumutbar war, ganztags in einer adaptierten leichten, nicht schulter
belastenden Arbeit mit Wechselbelastung tätig zu sein. Das Bundesgericht begründete diesen Entscheid insbesondere damit, dass das fortgeschrittene Alter in Verbindung mit dem Herzleiden und der damit verknüpften Verzögerung einer allfälligen Schulteroperation eine Situation mit vielen Unwägbarkeiten schaffe. Es müsse damit gerechnet werden, dass eine Anstellung durch krankheitsbedingte Unterbrüche geprägt und eine halbwegs ungestörte Tätigkeit gar nicht möglich sei. Dies halte potentielle Arbeitgeber davon ab, das Risiko einer mit solchen
Komplikationen behafteten Anstellung einzuge
hen (Urteil 9C_734/2013 vom 13.
März 2014 E. 3.4).
4.6
Der Beschwerdeführer ist
diplomierter
A
rchitekt.
Er
arbeitete
nach seinem Studium
über Jahrzehnte bei verschiedenen Arbeitgebern als angestellter Archi
tekt beziehungsweise als Projektleiter (
Urk.
8/66 S. 13). Zuletzt war er bis August 2015
als Projektleiter
bei der C._
AG angestellt (
Urk.
8/15;
Urk.
8/40 S
.
2).
Als ihm dort im Januar 2015 aus betrieblichen Gründen gekündigt wurde (
Urk.
8/40 S. 1), gründete er seine eigene
D._
GmbH,
bei der
er bis heute angestellt ist
(
Urk.
8/15).
Laut eigenen Angaben im Fragebogen für
A
rbe
i
t
gebende
der
D._
GmbH arbeite
t
e
er seit Eintritt des Gesund
heitsschadens maximal zu 30
%
(
Urk.
8/28 S. 2). Anlässlich der Begutachtung gab der Beschwerdeführer
zudem
an, dass er die GmbH nach wie
vor führ
e
und einen Lohn von 30
%
erziel
e
für administrative Verrichtungen
(
Urk.
8/
66 S.
14
;
Urk.
8/77 S. 14
)
.
Damit weist er
für eine angepasste Tätigkeit
neben einem
hohe
n
Bildungsniveau
auch
eine grosse berufliche Erfahrung
in der Baubranche
auf
. So wurde
von seiner
letzten Arbeitgeber
in
im Fragebogen angegeben, dass
d
er
Beschwerdeführer
Beratungen bezüglich bauspezifischen Aufgaben tätigen sowie kleinere Aufträge in Architektur/Bauprojekte durchführen könnte (
Urk.
8/40
S. 4).
Das entspricht ebenfalls dem Belastungsprofil, wonach eine ideal adaptierte Tätigkeit eine teils sitzende, teils stehende Tätigkeit, bei welcher der Beschwerde
führer kognitiv anspruchslosere, repetitive Tätigkeiten leisten könnte und bei Bedarf längere Pausen einlegen
respektive sich hinlegen könnte, darstellt
(
Urk.
8/77 S. 18).
Insofern ist es dem Beschwerdeführer möglich, weiterhin in seiner angestammten Branche erwerbstätig zu sein
, womit eine lange Einarbei
tungszeit entfällt
.
Das Bundesgericht hat sodann festgehalten, dass der (theoretisch) ausgeglichene Arbeitsmarkt gerade im kaufmännischen Bereich diverse Arbeitsstellen vorsieht, welche grossmehrheitlich auch von zu Hause aus ausgeführt werden können, da sie nicht an einen bestimmten Arbeitsort gebun
den sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2020 vom 1
0.
Dezember 2020 E. 6.2.3)
,
welche Tätigkeiten
dem erhöhten Pausenbedarf und der Möglichkeit
,
sich hinzu
legen
,
Rechnung tr
a
g
en
.
D
er Umstand, dass der Beschwerdeführer trotz mehrjäh
riger Anstellung im September 2015 eine eigene GmbH gründete und seither führt, zeigt
sodann
auf, dass
er
über
weitere
Ressourcen in Form
von
Anpassungsfähigkeit
verfügt.
Zwar erzielt
der Beschwerdeführer damit seit
2017 lediglich ein bescheidenes Einkommen (vgl. IK-Auszug
Urk.
8/
89 S.
3)
. Das lässt
sich aber darauf zurückführen
, dass er
nur
zu 30
%
erwerbstätig ist und
somit
keine vollständige Verwertung der
verbleibenden
Arbeitsfähigkeit vorliegt,
konnte er doch zuvor
nach der Gründung
im Jahr 2016 ein Einkommen von
CHF 122'200.
--
erzielen (
Urk.
8/89 S. 3).
Zusammenfassend rechtfertigt es sich vor diesem Hintergrund und im Lichte der erwähnten relativ hohen Hürden, welche die Rechtsprechung für die Verwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen aufgestellt hat (vorstehend
E. 4.4-4.5)
,
nicht, beim Beschwerdeführer auf eine Unverwertbarkeit der Rest
arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 60
%
zu schliessen.
5.
5.1
Es bleib
en die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
zu prüfen
. Die Parteien sind sich in Bezug auf die Höhe des
Valideneinkommens
einig. Die Beschwerde
gegnerin berechnete
dieses aus
gehend vom Jahresein
kommen 2016 von
Fr.
122'200
.
--
gemäss IK-Auszug
(
Urk.
8/89/3)
.
Aktenkundig ist, dass
der Beschwerdeführer
nach dem durchgeführten Eingriff vom 1
4.
November 2016
eingeschränkt war und somit
zu diesem Zeitpunkt
das gesetzliche Wartejahr
(
Art.
28
Abs.
1
lit
.
b
IVG)
begann
(
Urk.
8/77 S. 18)
.
Zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns am
1.
Februar 2018 (verspätete IV-Anmeldung
vom
2.
August 2017
[Eingangsdatum;
Urk.
8/11] zuzüglich sechs Monate [
Art.
29
Abs.
1 IVG]) ergibt das unter Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
123'346.--
(122'200
.--
/ 2239 [Nominallohnindex 2016
, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumenten
preise und der Reallöhne 2010-2020, Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39
] x 2260 [Nominallohnindex 2018]).
Z
um Zeitpunkt
der Verschlechterung des Gesundheitszustands
im Oktober 2019 ergibt
sich
ein
Valideneinkommen
von
F
r. 124
'
383
.
--
(
122'200
.--
/ 2239 [Nominallohnindex 2016] x 22
79
[Nominal
lohnindex 201
9
])
.
5.2
5.2.1
Uneinigkeit besteht in Bezug auf das Invalideneinkommen. Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass ein falscher Tabellenlohn (
Urk.
1
S. 10) sowie ein falsches Leistungsprofil als Techniker berücksichtigt wurde
n
(S. 11). Der Lohn gemäss LSE T
17,
Ziff.
3 bei Männern über 50 Jahre
betra
g
e
Fr.
8'227.00 und nicht
wie von der Beschwerdegegnerin angenommen
Fr.
8'537.0
0.
Bereits daraus resultier
e
ein IV-Grad von 50
%
, was einer halben Invalidenrente entspr
e
ch
e
(S. 10). Zudem
sei
die von der Beschwerdegegnerin verwendete LSE T17
vorliegend nicht geeignet
,
um das Invalideneinkommen zu bestimmen. Vielmehr
sei
auf
die LSE
TA1_triage_skill_level 2018 abzustellen
(S. 11). Darüber hinaus bestehe
Anspruch auf einen Tabellenlohnabzug von 25
%
(S. 13-14).
5.
2
.
2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Rechtsprechung wendet dabei in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile
«
Total Privater Sektor
»
, an. Nur ausnahmsweise hat das Bundesgericht bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, auf das statistische Durchschnittseinkommen einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähig
keit Rechnung zu tragen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2017 vom
6.
August 2018 E. 6.2.3
mit Hinweisen
)
.
Auch kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, anstatt auf die Tabelle TA1 («Privater Sektor») auf die Tabelle T17 (früher TA7; «Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen») abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalidenein
kommens erlaubt und dem Versicherten der entsprechende Sektor offensteht und zumutbar ist (in BGE 133 V 545 nicht publizierte E. 5.1 des Urteils 9C_237/2007 vom 2
4.
August 2007).
5.2
.
3
Nach Eintritt des Gesundheitsschadens
war
es
dem Beschwerdeführer
gemäss beweiskräftigem
Y._
-
Gutachten möglich, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Umfang von
80
%
und nach der Verschlechterung in psychischer Hinsicht ab Oktober 2019 von
60
%
zu arbeiten (vgl. E. 3
;
Urk.
8/77
). Da er die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit nicht umsetzt, sind zur Bestimmung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) heranzuziehen
. Gemäss der Konsensbeurteilung
der
Y._
-
Gutachter
, w
onach
eine angepasste Tätigkeit als wechselbelastend, mit Ermög
lichung von intermittierenden Positionswechseln,
ohne
besondere Anforderun
gen der Gleichgewichtsfunktionen (kein Gehen auf unebenen Grund) (
Urk.
8/77
S. 17)
,
beschrieben wurde, bei welcher der Beschwerdeführer kognitiv anspruchs
losere, repetitive Tätigkeiten leisten könnte und bei Bedarf längere Pausen einlegen respektive sich hinlegen könnte
,
ist
dem Beschwerdeführer
eine 60%ige Arbeitsfähigkeit
zumutbar
(
Urk.
8/77 S. 17-18
)
.
Da der Beschwerdeführer in den vergangenen Jahrzehnten ausschliesslich in der Baubranche (als Architekt / Projektleiter) tätig war und er aufgrund seiner Erfahrung
und seiner Ausbildung
über ein grosses
Fachw
issen in diesem Bereich
verfügt, erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in dieser Branche
entsprechend dem vorerwähnten Zumutbarkeitsprofil
seine verbleibende Erwerbsfähigkeit
optimal verwerten kann, so beispielsweise
in einer entsprechenden
,
kognitiv weniger anspruchsvollen
Bürotätigkeit
, bei der er sein Fachwissen aufgrund seiner jahre
langen Berufserfahrung einsetzten kann
und somit keiner grosse
n
Umstellungs
zeit bedarf
.
Dies auch
vor
dem H
intergrund, dass er
gemäss gutachtlicher Einschätzung in seiner angestammten Tätigkeit als Architekt / Projektleiter immerhin noch
zu
40
%
arbeitsfähig
ist
(
Urk.
8/77 S. 17).
Die angestammte Tätigkeit war insofern günstig, weil sie wechselbelastend war, mit wiederkehren
de
n
kurzen Strecken
, was ebenfalls vom Beschwerdeführer so angegeben wurde
(
Urk.
8/66 S. 23).
Deshalb erlaubt die Verwendung der Tabelle
«LSE 2018, Tabelle T17, monatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht» eine genauere Festsetzung
des Invalideneinkommens
als jene
der TA1_triage_skill_level. Bei letztere
r
Tabelle sind
lediglich
die Wirtschaftszweige enthalten, nicht aber die Berufsgruppen. Der Beschwerdeführer
ist zwar seit Jahr
zehnten in der Baubranche tätig, würde man sich aber auf die
LSE
TA1_triage_skill_level stützen
und
den Lohn gemäss
Ziff.
41-43 «Baugewerbe» heranziehen, so wären darin nicht nur
wechselbelastende
Bürotätigkeiten im Baugewerbe enthalten, sondern auch
körperlich anstrengende
Tätigkeiten, die nicht dem Zumutbarkeitsprofil des Beschwerdeführers entsprechen. Insofern bildet die Tabelle T17 das Invaliditätseinkommen des Beschwerdeführers besser
ab
als die
Tabelle
TA1
, weswegen vorliegend die Tabelle T17 zur Anwendung gelangt.
Auch hat er ausgewiesene Fachkenntnisse in der Baubranche, weshalb ein Abstellen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt seinen Fähigkeiten nicht angemessen Rechnung trägt.
Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen gestützt auf
die
LSE T17, m
onatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter, Geschlecht»
Ziff.
3 «Techniker/innen und gleichrangige nichttechnische Berufe»
, >= 50 Jahre,
Männer,
berechnet
(Urk. 8/81)
. Diese
Berufshauptgruppe
ist
an sich
mit dem Zumutbarkeitsprofil des Beschwerdeführers kompatibel.
Passender erscheint
aber
die
konkrete Berufs
(unter)
gruppe
Ziff.
31 «Ingenieurtechnische und vergleichbare Fachkräfte».
Dies insbesondere, weil diese
Tätigkeit
der
bisherigen Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Architekt / Projektleiter am nächsten kommt und seinen kognitiven Einschränkungen (vgl.
Urk.
8/78 S. 15) am besten Rechnung trägt.
Das Abstellen auf die Spalte «Total» statt auf die Löhne für über
50-jährige
, wie vom Beschwerdeführer verlangt wird (
Urk.
1
S. 13)
, rechtfertigt sich nicht, weil
d
er
Beschwerdeführer
bereits auf
eine
grosse Branchenerfahrung
zurückgreifen kann (E. 5.2.3)
.
5.2.4
Für den Zeitpunkt
des frühestmöglichen Rentenbeginns ab
1.
Februar 2018
(
vgl. E. 5.1)
ergibt sich nach dem Gesagten
ausgehend vom Lohn
für Männer, >= 50 Jahre von Fr. 7'883.
--
pro Monat (LSE 2018
, Tabelle T17, monatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht
,
Ziff.
31 «Ingenieurtechnische und vergleichbare Fachkräfte»
) umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Ziff.
71, Tabelle
T 03.02.03.01.04.01
)
bei dem noch möglichen 80
%-Pensum ein Invalidenein
kommen von
Fr.
78
'
893
.-
-
im Jahr 2018
(
Fr.
7'88
3
.-- :
40 x 41.7 x 12
x 0.8)
.
Für die Zeit ab
1.
Oktober 2019
attestierten die Gutachter nur noch eine Arbeits
fähigkeit von 60
% (
Urk.
8/77 S. 18).
Ausgehend vom Lohn für Männer, >= 50 Jahre von
Fr.
7'883.
--
pro Monat (LSE 2018, Tabelle T
17, monatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht
,
Ziff.
31
«
Ingenieurtechnische und vergleichbare Fachkräfte
»
) ergibt sich umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
bei dem noch möglichen 60
%-Pensum ein Invaliden
einkommen von
Fr.
59'667
.--
im Jahr 2019
(
Fr.
7'883.-- : 40 x 41.7 x 12
/ 2260 [Nominallohnindex 2018] x 2279 [Nominallohnindex 2019]
x 0.6).
5.2.
5
Es bleibt zu prüfen, ob ein Abzug vom Tabellenlohn angezeigt ist.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf
die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automa
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen ges
amthaft zu schätzen und darf 25
% nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsf
ähigkeit eingeschränkt ist (BGE
126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und 8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2). [siehe auch IV192050 zu den Abzugskriterien im Einzelnen]
Der Beschwerdeführer macht geltend, ihm sei ein Tabellenlohnabzug von 25
% zu gewähren aufgrund
seiner
verminderten Leistung,
seines
fortgeschrittenen Alters und
seines
zusätzlichen Pausenbedarfs (
Urk.
1 S. 14). Die Beschwerdefüh
rerin gewährte keinen leidensbedingten Abzug, da Einschränkungen des
Anfor
derungs
- und Belastungsprofils bereits bei der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt wurden
(
Urk.
2)
.
Dies ist nicht zu beanstanden
. Was den vermehrten Pausenbedarf betrifft, ist zu berücksichtigen, dass dieser praxisgemäss nicht zu gewähren ist, wenn
er bereits
im Pensum der Restarbeitsfähigkeit berücksichtigt ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_134/2016 vom 1
2.
April 2016 E. 3.2). Dies
er
zusätzliche
Pausenbedarf ist
vorliegend
in der Beurteilung
de
s
Y._
-
Gutachten
s
über die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
bereits enthalten (
Urk.
8/77 S.
18)
. Das vorgerückte Alter
des Beschwerdeführers lässt ebenfalls keinen Tabellenlohn
abzug zu
(E. 4.6)
.
Sofern der Beschwerdeführer in seinem Alter von 61 Jahren einen weiteren Faktor für einen Abzug sieht, ist darauf hinzuweisen, dass sich ein
fortgeschrittenes Alter auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht zwingend lohnsenkend auswirkt. So zeigt die bei
gezogene LSE
Tabelle T17, dass sich das Alter bei Männern im Bereich
«I
ngenieurtechnische und vergleichbare Fachkräfte
»
lohnerhöhend auswirkt (vgl. LSE 2018, T17,
Ziff.
31, Männer
:
bis
29 Jahre
Fr.
5'738.--
, 30-49 Jahre:
Fr.
7'219.--, ab 50 Jahre 7'883.--)
.
Auch die
vom Beschwerdeführer vorgebrachte
besondere Rücksichtnahme
des Arbeitgebers
kommt
vorliegend für
einen Tabellenlohnabzug
nicht in Frage
(
Urteil
des Bundesgerichts 8C_393/2020 vom 2
1.
September
2020 E. 3.1
).
Schliesslich fällt auch der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_296/2020 vom 25. November 2020 E. 6.3.2 mit Hinweisen).
5.3
Bei
m Einkommensvergleich für den frühestmöglichen Rentenbeginn ab 1. Februar 2018 resultiert bei der
Gegenüberstellung
de
s
Valideneinkommen
von
Fr.
123'346.--
und des
Invalideneinkommens von
Fr.
78
'
893
.
--
ein
e
E
rwerbsein
busse von
Fr.
44
'
453
.
--
und somit ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 3
6
%.
Für die Zeit ab
1.
Oktober 2019 ergibt sich bei eine
m
Valideneinkommen
von Fr.
124'383
.
--
und einem
Invalideneinkommen von Fr. 59'667
.
--
ein
e Erwerbs
einbusse von Fr.
64'71
6
.
--
und somit ein
Invaliditätsgrad von 52
%.
Demzufolge hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente
ab 1.
Oktober 201
9.
Die Beschwerde ist demnach teilweise
gutzuheissen.
6.
6.1
Die Gerichtskosten
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
8
00.--
anzusetzen
und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.
6.2
Sodann steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nach
Art.
61
lit
. g ATSG eine Prozessentschädigung zu, welche u
nter Berücksichtigung der massge
benden Kriterien
(Bedeutung der Streitsache, Schwierigkeit des Prozesses)
auf
Fr.
2’300.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen ist
.