Decision ID: 286a3e35-9476-5adb-addf-77593fb4874f
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Eheleute W. und C. B. sind in G. wohnhaft. W.B. führt einen landwirtschaftlichen
Betrieb und ist daneben auch unselbständig erwerbstätig. Die Ehefrau übt ebenfalls
eine unselbständige Erwerbstätigkeit aus. Die Steuerpflichtigen reichten für die
Veranlagung 2001 der Einkommens- und Vermögenssteuern keine Steuererklärung ein.
Nachdem sie erfolglos aufgefordert worden waren, die Steuererklärung samt Beilagen
einzureichen, holte die Veranlagungsbehörde bei den Arbeitgebern die Lohnausweise
selber ein und ermittelte die für den Landwirtschaftsbetrieb ausgerichteten
Direktzahlungen sowie die Daten über die landwirtschaftliche Betriebsstruktur. In der
Folge wurde eine Ermessensveranlagung durchgeführt. W. und C. B. wurden für 2001
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 103'500.-- und ohne steuerbares Vermögen
veranlagt. Gegen diese Veranlagung erhoben die Steuerpflichtigen Einsprache. Sie
beanstandeten insbesondere die ermessensweise Festlegung eines Einkommens von
Fr. 31'000.-- aus dem Landwirtschaftsbetrieb. Mit Einspracheentscheid vom 19.
August 2004 hiess das kantonale Steueramt die Einsprache teilweise gut und
reduzierte das steuerbare Einkommen unter Berücksichtigung der nachgewiesenen
Beiträge an die gebundene Selbstvorsorge auf Fr. 97'600.--. Im übrigen wies es die
Einsprache ab.
B./ Gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts erhoben W. und C. B.
Rekurs, der von der Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 25. Mai 2005
abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe vom 19. Juli 2005 (Postaufgabe 21. Juli 2005) erhoben W. und C. B.
gegen den Rekursentscheid Beschwerde. Sie beantragten, das Einkommen aus der
Landwirtschaft um zwei Drittel zu reduzieren und auf Fr. 10'000.-- festzusetzen. Zur
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Begründung machten sie im wesentlichen geltend, das von der Veranlagungsbehörde
festgelegte Einkommen sei nie zu erreichen. Auf die weiteren Vorbringen in der
Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Verwaltungsrekurskommission beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 27.
September 2005 unter Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die
Abweisung der Beschwerde.
Auch das kantonale Steueramt schliesst in seiner Vernehmlassung vom 12. Oktober
2005 unter Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung
der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeführer sind zur
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert, und die Beschwerdeeingabe wurde rechtzeitig
innerhalb der gesetzlichen Frist eingereicht (Art. 196 Abs. 1 StG). Dass die Eingabe
versehentlich der Vorinstanz eingereicht wurde, gereicht den Beschwerdeführern nicht
zum Nachteil. Sie wurde gestützt auf Art. 72 Abs. 1 des Gerichtsgesetzes (sGS 941.1)
dem Verwaltungsgericht überwiesen. Die Beschwerdeeingabe enthält sodann einen
Antrag und eine Begründung. Insoweit sind die Eintretensvoraussetzungen erfüllt (Art.
161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
2./ Nach Art. 177 StG nimmt die Veranlagungsbehörde die Veranlagung nach
pflichtgemässem Ermessen vor, wenn Steuerfaktoren oder Steuersubstrat mangels
zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können oder der
Steuerpflichtige seine Verfahrenspflichten trotz Mahnung nicht erfüllt hat. Nach Art. 180
Abs. 2 StG kann eine Ermessensveranlagung vom Steuerpflichtigen nur wegen
offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden.
a) Die Steuerpflichtigen haben im Veranlagungsverfahren weder eine Steuererklärung
eingereicht noch Unterlagen über die Einkünfte aus dem Landwirtschaftsbetrieb oder
den unselbständigen Erwerbstätigkeiten beigebracht. Die Veranlagungsbehörde
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ermittelte die Betriebsdaten des landwirtschaftlichen Heimwesens selber und legte das
Einkommen aufgrund der einschlägigen Erfahrungszahlen der Schweizerischen
Steuerkonferenz fest. Im Rekursentscheid wird ausführlich dargelegt, aus welchen
tatsächlichen und rechtlichen Faktoren sich das ermessensweise festgelegte
Einkommen von Fr. 31'000.-- aus der Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs
zusammensetzt.
Die Beschwerdeführer haben sich in ihrer Beschwerdeschrift mit dem angefochtenen
Entscheid bzw. dessen Begründung nur oberflächlich auseinandergesetzt. Sie machen
geltend, der übergrosse Mehraufwand bei der Bewirtschaftung ihres Heimwesens
werde von der Rekursinstanz wiederum nicht berücksichtigt. Sie würden die
berechneten Steuern ohne Murren bezahlen, wenn sie das errechnete Einkommen
erreichen würden, was aber bei ihren Gegebenheiten nie zu erreichen sei. Ausserdem
sei noch anzufügen, dass ihnen der Steuerkommissiär abgeraten habe, die
Steuererklärung nachzureichen. Es sei auch kein Termin für ein Gespräch eingeräumt
worden.
Die Verwaltungsrekurskommission hat im angefochtenen Entscheid ausführlich
begründet, inwiefern die Betriebsstruktur mit den zum Teil weit entfernt liegenden
Pachtlandparzellen bei der Anwendung der Erfahrungszahlen berücksichtigt wurde. Die
Beschwerdeführer legen nicht konkret dar, inwiefern das Einkommen von Fr. 31'000.--
aus der selbständigen Erwerbstätigkeit unrichtig ermittelt wurde. Von einem Nachweis
einer offensichtlichen Unrichtigkeit der ermessensweise festgelegten Einkünfte kann
nicht gesprochen werden. In diesem Punkt ist die Beschwerde unbegründet.
Die Beschwerdeführer behaupten, der Steuerkommissär habe ihnen abgeraten, die
Steuererklärung nachzureichen (Kosten, Ungenauigkeiten!). In seiner
Beschwerdevernehmlassung bestreitet das kantonale Steueramt, dass der
Steuerkommissär eine solche Aeusserung gemacht habe. Auch aus den Akten sind
keine Indizien ersichtlich, dass die Behauptung der Beschwerdeführer zutrifft. Die
Behauptung wurde übrigens in der Beschwerde erstmals geäussert. Weder im
Einsprache- noch im Rekursverfahren erhoben die Beschwerdeführer einen
entsprechenden Einwand. Dasselbe gilt für die Behauptung, es sei ihnen kein Termin
für ein Gespräch eingeräumt worden. Ein förmlicher Antrag für eine mündliche
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Begründung der Einsprache gemäss Art. 181 Abs. 2 StG ist jedenfalls nicht
nachgewiesen.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführer eine offentlichtliche Unrichtigkeit
der Ermessensveranlagung weder in formeller noch in materieller Hinsicht darzutun
vermögen. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdeführer sind
unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat keinen Anspruch auf
Kostenersatz (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).