Decision ID: 306b03dc-e0b3-4431-b4bf-27d753e0cd03
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1957, arbeitete seit dem Jahre 1980 als
Bauhilfsarbei
ter
, als er sich am 1
3.
September 2004
wegen Knie- und Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und einer Depression
bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
(Rente)
anmeldete (
Urk.
7/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (
Urk.
7/
7,
Urk.
7/11),
ein interdisziplinäres Gutachten (
Urk.
7/25),
einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
7/
5) sowie einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/6) ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/28-29) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 3
1.
Mai 2007 (
Urk.
7/30) einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Die vom Versicherten am
2.
Juli 2007 dagegen erhobene Beschwerde (Urk.
7/31/3-6) wies das hiesige Gericht im Verfahren
IV.2007.00955 mit Urteil vom 2
2.
Januar 2009 (
Urk.
7/41) ab.
1.2
Am 1
5.
Dezember 2010 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
versi
ch
erung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/46) und machte eine Verschlech
terung seines Gesundheitszustandes geltend (
Ziff.
6.2).
Die IV-Stelle holte wiederum medizinische Berichte (
Urk.
7/
54,
Urk.
7/57, Urk.
7/63)
sowie ein interdisziplinäres Gutachten (
Urk.
7/69) ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/71
-81) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
7/82 =
Urk.
2) einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 21.
Juni 2012 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese sei aufzuheben (S. 2 Ziff.
1) und es seien weitere gutachtliche Abklärungen bezüglich der effektiven Invalidität zu treffen (S. 2
Ziff.
2)
;
gestützt darauf sei ihm
sodann
eine seiner Invalidität effektiv entsprechende Ren
te zuzusprechen (S. 2
Ziff.
3). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
August 2012 beantragte die IV-Stelle die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Replik vom 1
8.
September 2012 (Urk.
9) hielt der Beschwerdeführer an der Beschwerde und den gestellten Anträgen vollum
fänglich fest. Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2012 (
Urk.
12) wurde sodann sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung bewilligt. Mit Eingabe vom 2
2.
Oktober
2012 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
13), was dem Beschwerdeführer am 2
9.
Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des
invaliditätsbeding
ten
Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinwei
sen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der
Invaliditätsgrad oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der frühe
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materi
elle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angef
ochtenen Verfügung gestützt auf ihre Abklärungen davon aus,
dass
i
m Vergleich zum letzten rechtskräftigen Ent
scheid
der objektive Psychostatus und die subjektiv beklagten Beschwerden heute identisch aus
fallen würden
. Eine eigenständige, losgelöste, erhebliche psychiatrische
Komorbidität
sei nicht erkennbar. Schon im Jahr 2005 sei von einer
chronifizierten
Schmerzproblematik berichtet worden.
Versicherungsmedi
zinisch
gehöre die vorliegende Diagnose zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grund
lage
(
Urk.
2
S. 1).
In der Beschwerdeantwort führte sie aus, es sei keine wesent
liche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen und dem Beschwerdeführer sei weiterhin in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit zumutbar
. Ausserdem begründe eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom rechtsprechungsgemäss grundsätzlich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden
, sondern gelte als überwindbar
(
Urk.
6 S. 1
f.
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Besch
werdeführer auf den Standpunkt, die Beur
tei
lung der Beschwerdegegnerin sei wie beim letzten Mal eine rein psychi
atrische. Demgegenüber bestünden heute schwere, durch jahrelange harte Arbeit effektiv beeinträchtigte physische Zustände, die sich eindeutig verschlimmert hätten.
Im Vordergrund stünden heute diese offensichtlich stärker gewordenen somatischen Einschränkungen. Die psychischen Probleme hätten möglicher
weise mitgeholfen, im Wesentlichen aber seien sie auf die harten Arbeitsleis
tungen im Baugewerbe zurückzuführen (
Urk.
1 S. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente, wobei insbesondere um
stritten ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit de
s Be
schwerdeführers
verhält und auf wel
che medizinischen Berichte diesbezüglich abzustellen ist.
3.
3.1
Der ursprünglichen, rechtskräftigen Verfügung vom 3
1.
Mai 2007 (
Urk.
7/30)
sowie dem Urteil vom 2
2.
Januar 2009 (
Urk.
7/41)
lagen
im Wesentlichen
die nachfolgenden medizinischen Berichte zu Grunde.
3.2
Die
Ärzte des
Y._
erstatteten
ihr inter
diszip
linäres Gutachten am 2
1.
März 2007 (
Urk.
7/25) gestützt auf die Anam
nese, die Befunde, die Untersuchungen des Beschwerdeführers sowie die Akten. Sie nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
13
Ziff.
4):
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
leichten
Chondrosen
,
Spondylarthrosen
und Spondylosen, akzentuiert im Segment L4/5 ohne
neurokompressive
Pathologie
leichte mediale und
femoropatelläre
Gonarthrose
linksbetont, aktuell nicht aktiviert
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein metaboli
sches Syndrom sowie eine beginnende Prostatahyperplasie (S. 13 Ziff.
4).
Sie führten aus,
zusammenfassend und bei Beurteilung aller Gegebenheiten und Befunde bestehe beim Beschwerdeführer aufgrund der rheumatologischen 2
Etagen
problematik
seit
Oktober
2003
eine volle Arbeitsunfähigkeit in seinem angestammten Beruf als Bauarbeiter. In einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit könne dem Beschwerdeführer
jedoch
keine Arbeitsunfähigkei
t attestiert werden (S. 15 f.
).
3.
3
Die Ärzte des
Z._
berichteten am
7.
August 2007 (
Urk.
7/36/17-21) und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
akuter
posterolateraler
Myokardinfarkt am 1
7.
Juni 2007
arterielle Hypertonie
hyperglykäme
Stoffwechsellage
Sie führten aus,
der Beschwerdeführer sei ab dem 1
7.
Juni bis zum 2
3.
Juni 2007 zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2 unten).
3.4
Dr
.
med.
A._
,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 1
7.
September 2007 (
Urk.
7/36/10-11) sowie am 1
3.
März 2008 (Urk.
7/36/3-4) und nannte folgende Diagnosen (S. 2):
mittel- bis
schwergradige
depressive Störung mit somatischem Sympto
men (ICD-10 F32.11, ICD-10 F32.2)
Anpassungsstörung nach einem Herzinfarkt am 1
7.
Juni 2007
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannter
Gonarthrose
beidseits, mehr rechts
Er führte aus, er habe während der Therapie die ganze Zeit auch depressive und Angstsymptome beobachten können. Der Beschwerdeführer sei innerlich sehr verspannt und in seinem Antrieb vermindert gewesen und habe über innere Unruhe sowie intensive Schmerzen geklagt. Zudem sei er lust- und interesselos gewesen. Beim Beschwerdeführer sei sodann im Juni 2007 ein Herzinfarkt fest
gestellt worden (S. 1). Beim Beschwerdeführer sei es zu einer Verschlechterung des psychischen Zustandes gekommen. Die schon früher bestehende Depression habe sich intensiviert und auch seine Angstsymptome hätten sich verstärkt. Er sei seit Juni 2007 zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2 unten).
3.5
Im Urteil vom 2
2.
Januar 2009 wurden die genannten Beurteilungen dahinge
hend gewürdigt, dass gestützt auf
das
Y._
-
Gutachten von einer vollen Arbeitsfähigkeit i
n
angepasster Tätigkeit ausgegangen wurde (
Urk.
7/41 S. 8 E. 4.5).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom Mai 2007 finden sich in den Akten die folgenden medizinischen Berichte:
4.2
Die Ärzte
des
Z._
berichteten
am
3.
Februar 2009 (
Urk.
7/57) über die
Hospi
tali
sation
des Beschwerdeführers vom 1
2.
bis 1
6.
Januar 2009 und nann
ten
als
Diagnose
eine
Inguinalhernie
links
(S. 1)
.
Sie führten aus,
es liege ein kompli
kationsloser postoperativer Verlauf vor (S. 1 unten).
4.3
Dr
.
A._
berichtete am 1
3.
Februar 2011 (
Urk.
7/54) und
nannte folgende Diag
nosen (S. 1
unten):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit zeit
weise psychischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Zustand nach Herzinfarkt am 1
7.
Juni 2007
chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannter
Gonarthrose
Er führte aus, trotz der durchgeführten Therapie sei es zu keiner Besserung gekommen.
Der Beschwerdeführer sei nie mehr im Stande gewesen, seine im September 2003 aufgegebene Arbeit wieder aufzunehmen.
Nach dem am 17.
Juni 2007 erlittenen Herzinfarkt habe sich sein Zustand erheblich ver
schlechtert und seit Herbst
2010
sei es zu einer weiteren Verschlechterung gekommen.
Der Beschwerdeführer sei noch niedergeschlagener, im Antrieb vermindert, unsicher, lustlos, zweitweise völlig erschöpft. Er habe sehr oft
Panik
attacken
bekommen, bei denen er neben Herzklopfen, Schweissausbrüchen und einem
Engegefühl
in der Brust unter intensiven Todesängsten gelitten habe
.
(S. 1). Wegen der Schwere des psychischen Leidens sei eine stationäre Behand
lung notwendig. Die ambulante psychotherapeutische Behandlung sowie die medikamentöse Therapie hätten sich als ungenügend gezeigt (S. 2 oben).
4.4
Die Ärzte des
B._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, berichteten am 2
3.
Mai 2011 (
Urk.
7/63) über die stationäre Behand
lung des Beschwerdeführers vom 2
4.
Februar bis 2
4.
März 201
1.
Sie nannten folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
1 Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Status nach Herzinfarkt am 1
7.
Juni 2007
Gonarthrose
beidseits
chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannter
Gonarthrose
beidseits
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die Fol
genden (S. 1
Ziff.
1.1):
anamnestisch Status nach Hirninfarkt 2003
Diabetes mellitus Typ II
essentielle Hypertonie
Hypercholesterinämie
Sie führten aus,
der Beschwerdeführer sei während der
Hospitalisation
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Bei beidseitiger
Gonarthrose
sowie im Rahmen des somatischen Syndroms bei depressiver Störung sei von einer Rückführung in die normale Arbeitstätigkeit mittelfristig eher abzusehen (S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7).
4.5
Die
Ärzte des
C._
erstatte
ten
ihr interdisziplinäres Gutachten am 1
5.
März 2012 (
Urk.
7/69) gestützt auf die Akten, die persönliche Befragung sowie die klinische Untersuchung des Beschwerdeführeris in den Fachgebieten
Orthopädie, Kardiologie sowie Psychi
atrie. Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18
lit
. E):
belastungsabhängiges
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
belastungsabhängige beginnende
Gonarthrosen
beidseits
mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Als Diagnosen ohne Auswirkung au
f die Arbeitsfähigkeit nannten s
ie eine koro
nare Herzkrankheit
, einen Status nach erfolgter operativer Behandlung einer Leistenhernie links
im Januar 2009
sowie einen Status nach erfolgreicher ope
rativer Beseitigung von Beugesehnenscheidenstenosen der Finger 3,4 und 5 der rechte Hand 2009 (S. 18
lit
. E).
Sie führten aus,
beim Beschwerdeführer sei im Jahre 2006 neurologisch eine Instabilität L4/5 beschrieben worden. Darüber hinaus bestehe eine
mehrseg
mentale
Bandscheibendegeneration ohne Hinweise für eine Neurokompression oder relevante Spinalkanalstenose. Ausserdem sei eine beidseitige
Gonarthrose
dokumentiert (S. 15 Mitte). Die am 2
2.
September 2011 vorliegenden
Röntgen
befunde
im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), des Beckens sowie beider Kniegelenke gälten allesamt als
geringgradig
und somit als altersentsprechend. Zusammenfassend sprächen der muskelkräftige Gesamtstatus, die uneinge
schränkte Wirbelsäulen- und Gelenkfunktionen sowie die altersadäquate
Rönt
gen
anatomie
für eine uneingeschränkte – allenfalls nur marginal einge
schränkte – Belastbarkeit des Bewegungsapparates (S. 16 Mitte).
Geeignet seien alle, einem 54-jährigen Mann altersadäquaten mittelschweren und wechselbelastenden Tätigkeiten. Zu meiden seien Tätigkeiten, welche besonders rücken- und kniegelenkbelastend seien. Somit seien Arbeiten in Zwangshaltungen wie längerfristig vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend oder kauernd nicht zumutbar. Derartige qualitative Arbeitsplatzmerkmale gehörten erfahrungsgemäss zum alltäglichen Repertoire eines Arbeiters im Tief
bau. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 20 kg limitiert.
Die bis 2003 ausgeübte Tätigkeit als Tiefbauarbeiter gelte zweifellos als rücken- und gelenkbelastend und sei dem Beschwerdeführer somit seit dem 2
6.
November 2003 und auf Dauer nicht mehr
zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit bestehe rückblickend seit dem Jahre 2003 rein orthopädisch somatisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 16).
Aus internistisch-kardiologischer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit und auch in alternativen Verweistätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 17 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht resultiere nur noch eine maximale Restarbeitsfähigkeit von 60
%
sowohl in der bisherigen als Tiefbauarbeiter als auch in allen vor
stellbaren alternativen Verweistätigkeiten. Der Beginn dieser psychiatrisch rele
vanten Beeinträchtigungen sei auf das Jahr 2007 festgelegt worden (S. 17 unten).
Zusammenfassend begründeten die psychiatrischen Befunde und Diagnosen eine nur noch 60%ige Restarbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten, welche mit dem vorbeschriebenen orthopädisch somatischen Restzumutbarkeitsprofil in Einklang stünden (S. 20 oben
, S. 21 oben
).
5.
5.1
Hinsichtlich der gestellten Diagnosen ist zwischen den Beurteilungen, welche der Verfügung vom Mai 2007 zugrunde lagen, und den neueren, im massgebli
chen Zeitpunkt des Verfügungserlasses im März 2012 vorliegenden Beurteilun
gen als einziger Unterschied die mittelgradige depressive Störung mit somati
schem Syndrom sowie die Panikstörung ersichtlich. Ansonsten waren und sind zudem in somatischer Hinsicht namentlich das seit Jahren bestehende
belas
tungsabhängige
lumbovertebrale
Schmerzsyndrom sowie die beidseitigen
Gon
arthrosen
von Bedeutung. Entscheiden
d
ist indes, wie sich die diagnostizierten Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken.
5.2
Es ist unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen, dass der Beschwerde
füh
rer aufgrund seiner rheumatologischen Leiden
in
seiner angestammten Tätig
keit bereits in den vor 200
7
ergangenen Beurteilung
en
als zu
1
0
0
% arbeitsunfä
hig beurteilt wurde (vgl. Urk.
7
/
25 S. 15
).
Angesichts der fehl
enden
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
war die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bereits 200
7
zu beurtei
len.
Der medizinische Sachverhalt wurde vom hiesigen Gericht dahingehend als ge
klärt und erstellt betrachtet, dass der Beschwerdeführer aufgrund
seines rheumatolo
gischen Leidens auf eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit verwiesen ist und dass dafür eine volle Arbeitsfähigkeit besteht (vgl.
Urk.
7/25 S.
41 S. 6 E.
4.1).
Im Jahre
2011 führte
Dr.
A._
aus, der Beschwerdeführer sei nie mehr im Stande gewesen, seine im September 2003 aufgegebene Arbeit wieder aufzunehmen (vgl. vorstehend E. 4.3). Die Ärzte des
B._
attestierten dem Beschwerdeführer für die Zeit der stationären Behandlung vom
2
4.
Februar bis 2
4.
März 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehend E. 4.4).
Die
C._
-
Gutachter erachteten den Beschwerdeführer sodann in einer angepass
ten, mittelschweren
und wechselbelastenden Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil als zu 60
%
arbeitsfähig (vgl. vorstehend E.
4.5).
5.3
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt,
dass das
C._
-
Gutachten
vom 1
5.
März 2012 (
Urk.
7/69)
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfas
send ist.
Es beruht auf für die strittigen Belange umfassen
den und allseitigen Untersuchungen de
s Beschwerdeführers
sowie auf einer ausführlichen Anam
nese und berücksichtigt die von ih
m
geklagten Beschwerden sowie sämtliche Befunde in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkre
ten medizini
schen Situation Rechnung. So machte
n die Gutachter
ausdrücklich darauf auf
merksam, dass im Rahmen der internistisch-kardiologischen Abklärung keine beeinträchtigenden pathologischen Befunde beschrieben worden seien und regelmässige hausärztliche sowie periodische kardiologische Verlaufskontrollen empfohlen würden (S. 19 Mitte). Weiter
zeigten
sie
in nachvollziehbarer Weise auf, dass keine Hinweise auf das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung bestünden, insbesondere da keine Hinweise auf einen intrapsychischen Konflikt oder eine psychosoziale Belastungssituation vorlägen, die ausgeprägt genug erschienen, der Entstehung der Schmerzproblematik ursächlich zu Grunde zu liegen (S. 44 oben). Die Gutachter bezogen aus
serdem ausdrücklich Stellung zur abweichenden psychiatrischen
Befundung
im Rahmen der psychiatrischen
Teil
begutachtung
durch die
MEDAS
im Jahre 2007, die das Vorliegen eines psy
chischen Leidens von Krankhei
tswert verneint hatte
(S. 44 unten).
Die Ausführungen in den
Beur
teilungen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die ge
zo
genen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit wer
den nachvollziehbar begründet.
So begründeten die Gut
achter einlässlich und sorgfältig, dass
die durch die codierten Diagnosen bedingten Einschränkungen, insbesondere der Antriebslage, der Flexibilität, der Konzentrationsspanne und der Stressbelastbarkeit so genereller Natur seien, dass keine Verweistätigkeit genannt werden könne, in der eine höhere Arbeits
fähigkeit als die attestierten 60
%
zumutbar wären (S. 45).
Überdies machten sie darauf aufmerksam, dass seit dem Jahre 2003 rein orthopädisch somatische und seit dem Jahre 2007 zusätzlich die beschriebene Psychopathologie überwiegen würden und somit ein psychisches Leiden mit Krankheitswert bestehe (S. 22
Ziff.
3).
Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Berich
tes (vgl. vorstehend E. 1.6
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
5.4
D
e
n
Beg
ründungen der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung sowie in der Beschwerdeantwort, wonach die vorliegende Diagnose zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nach
weisbare organische Grundlage gehöre und keine Anhaltspunkte für eine psy
chiatrische
Komorbidität
vorlägen
(
Urk.
2) beziehungsweise wonach
eine mittel
gradige depressive Störung mit somatischem Syndrom rechtsprechungsgemäss grundsätzlich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden begründe und aus objektiver Sicht als überwindbar gelte (
Urk.
6),
kann
nicht gefolgt werden.
Unter Berücksichtigung sämtlicher medizinischen
Akten
ist
nicht
nachvollzieh
bar, aus welchem Grund die Beschwerdegegnerin von dem von ihr veranlassten Gutachten abweicht und sodann auf die Diagnosen die
Überwindbarkeitsrecht
sprechung
anwendet.
So wurde von der Beschwerdegegnerin in keiner Weise dargelegt, weshalb aufgrund des zu erhebenden psychopathologischen Befundes die Diagnose einer klassischen
somatoformen
Schmerzstörung zu stellen sei (vgl.
Urk.
7/70 S. 4). Abgesehen davon legte
der
C._
-
Gutachter in Auseinan
dersetzung mit
den früheren ärztlichen Berichten in nachvollziehbarer und schlüssig begründeter Weise dar, dass
die chronische Schmerzsymptomatik
des Beschwerdeführers aufgrund des Fehlens von Hinweisen auf einen
intrapsychi
schen
Konflikt oder eine psychosoziale Belastungssituation nicht als psychische Erkrankung im Sinne einer
somatoformen
Schmerzstörung zu klassifizieren sei
(
Urk.
7/69 S. 44 oben)
und die mittelgradige depressive Störung mit somati
schem Syndrom als eigenständiges psychischen Leiden mit Krankheitswert bestehe (S. 22 unten).
Das
von der Beschwerdegegnerin
als Beleg angeführte Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012
ist vorliegend nicht einschlägig, sondern betrifft die Frage, ob eine leicht- bis mittelgradige Depression als psychische
Komorbidität
im Rahmen der Überwindbarkeitsrechtsprechung
- wenn also zur Hauptsache eine Schmerzkrankheit diagnostiziert wurde – gelte, was sie in der Regel tatsächlich nicht tut.
Darum geht es vorliegend jedoch
nicht.
5.5
Die Rechtsprechung zur
Auswirkung einer
mittelgradigen
Depression auf die Arbeitsfähigkeit ist
facettenreich
. So findet man etwa im Urteil des Bundesge
richts 9C_980/2010 vom 2
0.
Juni 2011
die
Unterscheidung zwischen
einer depressiven
Episode und
einer depressiven
Störung
(E. 5.3). Gemäss Urteil des Bundesgerichts 8C_953/2010 vom 2
9.
April 2011
r
eicht
sodann eine leichte depressive Episode zur Anerkennung eines dauerhaften invalidisierenden Gesundheitsschadens nicht aus (E. 5.3)
, wobei i
m Urteil des Bundesgerichts 8C_
808/2009 vom
4.
Januar 2011
festgehalten
wurde
, dass auch eine leichte depressive Episode im Einzelfall die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen
könne, wenn sie zusammen mit anderen Befunden – wie etwa eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung –
auftrete
(E. 4.3).
Gemäss
Urteil des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 3
0.
März 2011
erscheint es allerdings
nicht bundesrechtswidrig,
eine
relevante
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen einer leichten bis mittelgradigen
depressiven
Episode anzunehmen (E. 5.2).
Auch im Urteil 9C_210/2012 vom
9.
Juli 2012 äusserte sich das Bundesgericht
dahingehend,
eine invalidisierende Wirkung einer mit
telschweren depressiven Störung
sei
, sofern sie nicht bloss eine Begleiterschei
nung einer Schmerzkrankheit
darstelle
, nicht
von vornherein auszuschliessen
(E.
4.2).
5.6
Nach dem Gesagten steht jedenfalls fest, dass die Rechtsprechung in Bezug auf die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung, wie sie beim Beschwer
deführer vorliegt, Raum lässt, um eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in relevantem Ausmass
zu
berücksichtigen
.
Auch v
or diesem Hintergrund
fehlt für
das Abweichen der Beschwerdeführerin vom
C._
-Gutachten
ein
plausible
r
Grund, weshalb ihre
Begründung nicht zu überzeugen
und das
C._
-Gutachten
nicht zu entkräften
vermag.
5.7
Der medizinische Sachverhalt ist zusammenfassend als dahingehend erstellt zu betrachten, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist,
und
für eine leidensangepasste, mittelschwere und wechselbe
lastende Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil
aufgrund der psy
chischen Einschränkungen lediglich
eine 60%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
Eine für die Invaliditätsbemessung relevante wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist demnach ausgewiesen.
6.
6.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
Gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG entsteht der Renten
an
spruch frühes
tens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens zu 40 Prozent arbeitsun
fähig gewesen ist, wenn sie nach Ablauf dieses Jah
res zu mindestens 40
%
invalid im Sinne von
Art.
8 ATSG ist.
6.2
Zusätzlich wird in
Art.
29
Abs.
1 IVG bestimmt, dass der
Rentenanspruch frü
hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
der
Geltendmachung des
Leis
tungsanspruchs
entsteht.
Vorlie
gend meldete sich der Beschwerdeführer
am 1
5.
Dezember 2010 erneut zum Bezug einer Rente an (vgl.
Urk.
7/46), weshalb in
Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG von einer Entstehung des Renten
anspruchs frühestens im Juni 2011 auszugehen ist,
weshalb
für die
Invaliditäts
bemessung
und insbesondere den
Einkommens
vergleich
die Verhältnisse im Jahre 20
11
massgebend sind.
7.
7.1
Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne den
Gesund
heitsschaden
, aber bei sonst unveränderten Verhältnissen verdienen würde
(R
KUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E
. 3b
).
Die Einkommensermittlung hat so konkret wie mög
lich zu erfolgen.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst ange
knüpft, da erfahrungs
gemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 59 E. 3.1).
7.2
Der Beschwerdeführer war letztmals bis September 2003 als Bauarbeiter im Tief
bau erwerbstätig (vgl.
Urk.
7/6). Der von ihm vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
erzielte Verdienst stellt vorliegend eine taugliche Grundlage zur Bemessung des
Valideneinkommens
dar.
Gestützt auf die Akten ist
ausgehend vom zuletzt erzielten Lohn als Bauarbeiter im Tiefbau
von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
59‘930.-- für das Jahr 200
4
auszugehen (vgl.
Urk.
7/6,
Urk.
7/26,
Urk.
7/30,
Urk.
7/41)
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhungen (1
%
für das Jahr 2005, 1.2
%
für das Jahr 2006, 1.6
%
für das Jahr 2007, 2
%
für das Jahr 2008, 2.1
%
für das Jahr 2009, 0.8
%
für das Jahr 2010, 1
%
für das Jahr 2011; Die Volks
wirtschaft 9-2011 und 7/8-2013, Tabelle B10.2 Total) resultiert ein
Validenein
kommen
in der Höhe von
rund
Fr.
65‘986.--
im Jahr 201
1.
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7.4
Angesi
chts der Zumutbarkeit einer 60
%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht dem Beschwerdeführer auch bei Beachtung der in den Gutachten genann
ten Einschränkungen eine breite Palette von Tätigkeiten offen.
Es recht
fertigt sich daher, für die Bemessung des
Invaliden
einkommens
auf den stan
dardisier
ten Durchschnittslohn für einfache und repe
titive Tätigkeiten in sämtli
chen Wirtschaftszweigen des private
n Sektors abzu
stellen (LSE 2010
, S. 2
6,
Tabellen
gruppe
TA1, Rubrik „Total
“, Niveau 4).
7
.
5
Das im Jahr 20
10
von Männern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug
pro Monat
Fr. 4'
901
.-- (LSE 20
10
, S. 26, Tab
elle
TA1, Rubrik „Total“, Niveau 4), mithin Fr. 5
8
'
812
.
im Jahr
(Fr. 4'
901
.
x 12).
Der
durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2010 von 41.6 Stun
den angepasst, ergibt dies den Betrag von Fr. 61’164.
50
(Fr. 58'812.
-- :
40 x 41.6).
Unter Berücksichtigung der allgeme
inen Lohnentwicklung im Jahr 2011
in Höhe von 1 %
(Die
Volkswirtschaft
7/8
201
3
S. 9
5
Tabell
e B10.2 Rubrik „Nomi
nal Total“)
resultiert ein hypothetisch
es Invalideneinkommen von Fr. 61
'
776.--
. Auf das dem Beschwerdeführer zumutbare Pensum von 60
%
umgerechnet, resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr.
37‘066.--.
7.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
7.7
Der Beschwerdeführer ist aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen
lediglich noch in altersadäquaten, mittelschweren und wechselbelastenden Tätigkeiten ohne besondere Rücken- und Kniebelastung sowie ohne
Zwangs
haltungen
einsatzfähig. Weiter ist der Beschwerdeführer, welchem nur die Aus
übung von
behinderungsangepassten Tätigkeiten im Umfang eines Beschäfti
gungsgrades von 60
%
zuzumuten ist, auf Teilzeitarbeit angewiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
teilzeitbeschäftigte
Männer
im Vergleich zu
Vollz
eit
angestellten
erfahrungsgemäss
überproportional tiefer
entlöhnt
w
erden (BGE 126 V 472 E. 4.2.3).
Dabei handelt es sich um einen einkommensmindernden Umstand,
welcher zu berücksichtigen ist.
In Würdigung sämt
licher Umstände erscheint
ein
Abzug von
20
% im Lichte der Rechtsprechu
ng als angemessen.
Es ist demnach von einem Invalideneinkommen per 2011 in der Höhe von rund Fr.
29
‘
653
.-- (Fr.
37‘066
x 0.8
0
) auszugehen. Be
i der Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
in der Höhe von rund Fr.
65‘986
.-- re
sul
tiert ein
Inva
liditätsgrad
von
55
%.
Bei diesem Ergebnis steht dem Beschwerdeführer somit eine halbe Rente der Invalidenversiche
rung zu
, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von V
ersicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
8.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Gemäss Kostennote vom 2
9.
Oktober 2013 (
Urk.
16) machte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zeitliche Aufwendungen von 8 Stunden und 20 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von
Fr.
64.50 geltend, was im Hinblick auf die dar
gelegten Kriterien als angemessen erscheint.
Beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist d
ie
Parteient
schädigung
vorliegen
d
auf
Fr.
1‘869.60
(inkl. Mehrwertsteu
er und Barauslagen) zu bemessen
und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.