Decision ID: 16e68b9b-d6bf-5d1c-983a-cfefb8880edf
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer – ein syrischer Staatsangehöriger kurdischer
Ethnie aus B._ (arabisch; kurdisch: C._) mit letztem Wohn-
sitz in D._ (arabisch; kurdisch: E._) (beides Provinz
F._) – suchte am 17. September 2018 im Empfangs- und Verfah-
renszentrum (EVZ) des SEM in G._ um Asyl nach. Dort wurde er
am 25. September 2018 zu seiner Person, zu seinem Reiseweg und sum-
marisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am
5. September 2019 hörte ihn das SEM ausführlich zu seinen Asylgründen
an (Anhörung).
A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er im Wesentlichen vor,
seinen Heimatstaat aufgrund des dort herrschenden Bürgerkrieges und
des drohenden Einzuges in den Militärdienst durch die YPG (Yekîneyên
Parastina Gel; Volksverteidigungseinheiten) verlassen zu haben. Im Jahr
2014 seien Angehörige der YPG bei seiner Familie zu Hause vorbeigekom-
men und hätten ihn – im Alter von (...) Jahren – für den Militärdienst rekru-
tieren wollen. Auf das Flehen seiner (...) hin hätten sie zwar davon abge-
sehen, ihn sofort mitzunehmen, sie hätten ihr jedoch versichert, in zwei
oder drei Monaten erneut vorbeikommen. Seine (...) habe daraufhin inten-
siv gearbeitet, um Geld für die Flucht zu sparen. Nachdem die Angehörigen
der YPG ihn zwei Monate später erneut bei seiner Familie zu Hause auf-
gesucht und ihm eine letzte Frist von ein paar Tagen bis zum definitiven
Einzug in den Militärdienst eingeräumt hätten, sei seine (...) mit ihm tags
darauf nach D._ geflohen. Dort hätten sie ungefähr dreieinhalb Mo-
nate gelebt, bis sie im selben Jahr illegal aus Syrien ausgereist seien. In
der Folge habe er mit seiner (...) zusammen mehrere Jahre illegal in
H._ gelebt, bis er im Jahr 2017 alleine in die Schweiz weitergereist
sei. Aufgrund dessen, dass er mittlerweile (...) Jahre alt geworden sei, be-
fürchte er sodann, bei einer Rückkehr nach Syrien nicht nur in den Militär-
dienst der YPG, sondern auch in denjenigen des syrischen Regimes ein-
gezogen zu werden.
A.c Er reichte keine Identitätsdokumente oder Beweismittel zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 26. Februar 2020 – eröffnet am 28. Februar 2020 –
stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg.
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Seite 3
Den Vollzug der Wegweisung erachtete es jedoch als unzumutbar, weshalb
es die vorläufige Aufnahme anordnete.
C.
Mit Eingabe vom 30. März 2020 (Datum des Poststempels) erhob der Be-
schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und ihm unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren.
Eventualiter sei er als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
Der Beschwerde beigelegt waren – nebst einer Kopie der angefochtenen
Verfügung sowie einer Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung vom 17. März
2020 – verschiedene Dokumente in arabischer Sprache, die seine Identität
und die Suche nach seiner Person als registriertem Wehrdienstverweigerer
durch die syrischen Behörden belegen sollen.
D.
Mit Schreiben vom 1. April 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998
(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-
ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem
Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfü-
gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108
Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
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Seite 4
2.
2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Frage nach der
Flüchtlingseigenschaft, der Asylpunkt sowie die Wegweisung. Der Weg-
weisungsvollzug ist nicht zu prüfen, nachdem die Vorinstanz den Be-
schwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufgenommen hat.
2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer
Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu
beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer wirft der
Vorinstanz sinngemäss eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen und
richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes, der Begrün-
dungspflicht (respektive allgemein des Anspruchs auf rechtliches Gehör)
und des Willkürverbots vor.
4.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen
des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dabei muss die
Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen be-
schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ord-
nungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung
dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter
belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn
die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes
wegen abgeklärt oder nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachum-
stände berücksichtigt hat (vgl. dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BIN-
DER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
[VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 N 16).
4.3 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
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Seite 5
2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der
Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in
ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich
ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-
einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
4.4 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe ihren Entscheid auf
Mutmassungen und Spekulationen statt auf konkrete Tatsachen gestützt.
Folglich seien ihre Vorstellungen «total falsch», womit sie ihre Sorgfalts-
pflicht verletzt habe. Zudem lasse sie asylrelevante Tatsachen ausser Acht.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass in der Rechtsmittelschrift nicht näher
ausgeführt wird, inwieweit die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachver-
halt unrichtig oder unvollständig abgeklärt haben soll. Auch inwiefern sich
zusätzliche Sachverhaltsabklärungen aufgedrängt hätten, ist nicht ersicht-
lich. Vielmehr werden in allgemeiner Art und Weise die Erwägungen der
Vorinstanz beanstandet. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer
die Beurteilung seiner Ausführungen durch die Vorinstanz nicht teilt, stellt
indessen keine unvollständige beziehungsweise unrichtige Sachverhalts-
feststellung dar. Dessen ungeachtet ist festzustellen, dass das Bundesver-
waltungsgericht den Akten auch sonst keinerlei Hinweise entnehmen kann,
dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht ausreichend erstellt hätte, womit
das Gericht folglich in der Sache zu entscheiden hat (vgl. Art. 61
Abs. 1 VwVG).
4.5 Seitens des Beschwerdeführers wird ferner gerügt, die Vorinstanz hätte
ihren Entscheid ausführlicher und fallbezogen begründen sollen. Diese
Rüge ist unbegründet. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid alle
wesentlichen Vorbringen berücksichtigt und diese sodann einer Würdigung
unterzogen (vgl. Verfügung des SEM vom 26. Februar 2020, Ziff. II). In die-
sem Zusammenhang ist festzuhalten, dass sich die verfügende Behörde
nicht ausdrücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem recht-
lichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich auf die wesentli-
chen Gesichtspunkte beschränken darf (BGE 143 III 65 E. 5.2). Alleine der
Umstand, dass die Vorinstanz nach Würdigung der Parteivorbringen res-
pektive der aktuellen Situation in der Heimat des Beschwerdeführers zu
einem anderen Schluss als dieser kommt, stellt keine Verletzung der Be-
gründungspflicht respektive des Anspruches auf rechtliches Gehör dar,
sondern beschlägt die Frage der materiellen Würdigung.
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
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4.6 Schliesslich wird die Rüge der Verletzung des Willkürverbots in der Be-
schwerde nicht substantiiert. Willkür liegt nicht schon dann vor, wenn eine
andere Lösung in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre, son-
dern nur, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächli-
chen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unum-
strittenen Rechtsgrundsatz klar verletzt oder in stossender Weise dem Ge-
rechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. MÜLLER/SCHEFER, Grundrechte in
der Schweiz, 4. Aufl., 2008, S.11; BGE 133 I 149 E. 3.1, m.w.H.). Auch aus
den Akten ist nicht ersichtlich, dass und inwiefern die Erwägungen der Vo-
rinstanz darunter zu subsumieren wären.
4.7 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-
det. Es besteht deshalb keine Veranlassung, die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung
oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete
Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhal-
tung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG).
5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
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Seite 7
6.
6.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.
Die Furcht des Beschwerdeführers, zukünftig in den Dienst der kurdischen
Streitkräfte eingezogen zu werden, vermöge keine Asylrelevanz zu entfal-
ten. Nach Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts bestehe zwar in
jenem Gebiet in Nordsyrien, das seit geraumer Zeit von der syrisch-kurdi-
schen Partei PYD (Partiya Yekitîya Demokrat) und deren bewaffneten Or-
ganisation YPG kontrolliert werde, seit Juli 2014 eine obligatorische Dienst-
pflicht in den lokalen Selbstverteidigungseinheiten, die grundsätzlich für
alle männlichen Bürger zwischen achtzehn und dreissig Jahren gelte. Die-
ser Umstand als solcher sei aber aus asylrechtlicher Sicht nicht als grund-
sätzlich problematisch zu erachten (vgl. Referenzurteil des BVGer
D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 E. 5.3). Darüber hinaus sei nicht davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer asylrelevante Nachteile zu erlei-
den hätte, weil er sich bereits einer Rekrutierung durch die YPG entzogen
habe. So habe das Bundesverwaltungsgericht im bereits zitierten Refe-
renzurteil festgehalten, dass auch im heutigen Kontext nach wie vor davon
auszugehen sei, dass in den von der YPG kontrollierten Gebieten eine
Missachtung von Aufforderungen zur Wahrnehmung der Dienstpflicht le-
diglich disziplinarische, nicht jedoch flüchtlingsrechtlich relevante Sanktio-
nen nach sich ziehe. In Ermangelung eines asylrelevanten Verfolgungsmo-
tivs wäre eine allenfalls drohende Bestrafung aufgrund seiner Dienstver-
weigerung bei der YPG somit lediglich unter dem Aspekt der Unzulässigkeit
respektive Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs relevant (vgl. Urteil
des BVGer D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 E. 5.3).
Bezüglich der Befürchtung des Beschwerdeführers, bei einer Rückkehr
nach Syrien in den obligatorischen Militärdienst des syrischen Regimes
eingezogen zu werden, sei festzuhalten, dass eine asylrelevante Verfol-
gungsmotivation im Sinne von Art. 3 AsylG nicht vorliege, wenn staatliche
Massnahmen der Durchsetzung staatsbürgerlicher Pflichten dienten. Allein
der Umstand, dass er sich vor dem zukünftigen Einzug in den staatlichen
Militärdienst fürchte, vermöge gemäss ständiger Praxis keine Furcht vor
asylrelevanter Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen.
Schliesslich vermöge auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, Syrien
aufgrund des Bürgerkrieges verlassen zu haben, keine Asylrelevanz zu
entfalten. Es sei unbestritten, dass die Situation in Syrien angesichts des
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Bürgerkrieges ausgesprochen schwierig sei. Die schlechte Sicherheitslage
und die schwierigen Lebensbedingungen würden aber keiner gezielten
persönlichen Verfolgung entsprechen, von welcher der Beschwerdeführer
als Individuum im Speziellen betroffen gewesen wäre. Folglich handle es
sich dabei nicht um eine konkrete Bedrohung seiner Person, sondern um
eine allgemeine Benachteiligung ganzer Bevölkerungsteile.
6.2 Der Beschwerdeführer entgegnet in der Rechtsmittelschrift im Wesent-
lichen, bei einer Rückkehr nach Syrien drohe ihm eine asylbeachtliche Ver-
folgung seitens der kurdischen sowie der staatlich-syrischen Behörden.
Er habe sich nur durch Flucht ins Ausland der bevorstehenden Rekrutie-
rung respektive Zwangsrekrutierung, der behördlichen Suche, der Verhaf-
tung und der Gewalt seitens der kurdischen Behörden entziehen können,
zumal Zwangsrekrutierungen von Minderjährigen nicht bestritten werden
könnten. Er habe aufgezeigt, inwiefern er unmittelbar, ernsthaft und konk-
ret an Leib und Leben gefährdet gewesen sei. Denn er habe es willentlich
und bewusst unterlassen, sich bei den kurdischen Behörden zu melden
beziehungsweise mitzugehen. Dadurch habe er ein politisches Zeichen
setzen und sich von deren Kampfhandlungen fernhalten wollen. Die kurdi-
schen Behörden unterstellten Personen wie ihm grundsätzlich eine feindli-
che Haltung und würden sie bei einer Rückkehr nach Syrien streng bestra-
fen, wobei sich die Strafmassnahmen durch ein hohes Mass an Brutalität
auszeichneten. Damit habe er begründete Furcht, bei einer Rückkehr nach
Syrien ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu wer-
den.
Sodann sei er inzwischen volljährig geworden und gelte auch in den Augen
des syrischen Regimes als Dienstverweigerer, weil er sich nicht selbstän-
dig für die militärische Rekrutierung gemeldet habe. Wer sich nicht melde,
werde auf die Liste der Wehrdienstverweigerer gesetzt. Folglich sei auch
er als Wehrdienstverweigerer registriert worden und werde von den syri-
schen Behörden gesucht, was er mittels der der Beschwerde beiliegenden
Dokumente in arabischer Sprache belegen könne, bezüglich derer aus
Zeitgründen eine deutsche Übersetzung nachgereicht werde. Die behörd-
liche Verfolgung von Dienstverweigerern werde in Syrien als politisch mo-
tiviert eingestuft und unverhältnismässig streng bestraft. Es sei deshalb da-
von auszugehen, dass ihn die syrischen Sicherheitskräfte bei einer allfälli-
gen Rückkehr unverzüglich verhaften, unverhältnismässig hoch bestrafen
sowie foltern oder anderweitig misshandeln würden. Demzufolge sei er in
seinem Heimatstaat an Leib und Leben bedroht.
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Des Weiteren müsse die Situation nach dem Angriff der Türkei mit Hilfe von
bewaffneten syrischen Gruppierungen neu beurteilt werden. Dieser Angriff
habe dafür gesorgt, dass das syrische Regime mit den kurdischen Behör-
den, welche die Herkunftsgebiete des Beschwerdeführers kontrolliert hät-
ten, Vereinbarungen getroffen und in diese Gebiete zurückgekehrt seien.
Es würden gemeinsame Patrouillen durchgeführt, wobei Männer im wehr-
pflichtigen Alter, die sich dem Militärdienst entzogen hätten, besonders ge-
fährdet seien, weil sie strafrechtlich und militärisch verfolgt würden.
Ferner sei die Situation in Syrien anhaltend instabil und in ständiger Ver-
änderung begriffen. Anzeichen für eine baldige substantielle Verbesserung
der Lage seien derzeit keine erkennbar. Zudem sei zu beobachten, dass
auch gegen die Zivilbevölkerung in willkürlicher Weise, mit massiver Ge-
walt und unter Einsatz von Kriegswaffen vorgegangen werde.
Schliesslich sei auf Entscheide der Vorinstanz zu verweisen, in denen die
vorläufige Aufnahme als Flüchtling gewährt worden sei. Die Vorinstanz
habe in diesen Entscheiden die Flüchtlingseigenschaft lediglich wegen der
illegalen Ausreise aus Syrien und wegen des Verstosses gegen die be-
hördlichen Ausreisebestimmungen anerkannt. Auch habe sie Syrer im
dienst- und reservepflichtigen Alter vorläufig als Flüchtlinge aufgenommen.
Somit gebiete der Grundsatz der Rechtsgleichheit, dass er ebenfalls als
Flüchtling aufzunehmen sei, da seine Umstände und die persönlichen Ver-
hältnisse identisch seien.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen zutreffend festgehalten
hat, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen
von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügen.
Auf die betreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung (vgl.
oben E. 6.1) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen werden.
Die Entgegnungen des Beschwerdeführers auf Beschwerdeebene und die
angerufenen Beweismittel vermögen zu keiner anderen Betrachtungs-
weise zu führen.
7.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von
bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr ge-
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zielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-
matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-
hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Auf-
grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Aner-
kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-
troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden
kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2).
7.3 Hinsichtlich der Behelligungen durch die Angehörigen der YPG ist zu-
nächst festzuhalten, dass aus den Schilderungen des Beschwerdeführers
nicht hervorgeht, weshalb deren Rekrutierungsbemühungen eine flücht-
lingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnahme darstellten. Insbesondere
drohten die Angehörigen der YPG dem Beschwerdeführer – entgegen den
Ausführungen in der Beschwerde – keine konkreten Nachteile an respek-
tive ergriffen sie keine Massnahmen. Der Beschwerdeführer wurde ledig-
lich mehrmals aufgefordert, sich ihnen anzuschliessen (vgl. SEM-Akten
A15/14 F51, F61-62, F75-76, F78, F81-82, F84). Die Behelligungen durch
die Angehörigen der YPG erreichen demnach die Intensität ernsthafter
Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG nicht.
7.4 Bezüglich der geltend gemachten Furcht des Beschwerdeführers vor
einer Zwangsrekrutierung respektive einer politisch motivierten Bestrafung
infolge Wehrdienstverweigerung durch die YPG ist sodann auf die zutref-
fenden Erwägungen der Vorinstanz und das dort erwähnte Referenzurteil
des Bundesverwaltungsgerichts D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 hinzuwei-
sen. Mangels ernsthafter anderweitiger Anhaltspunkte ist danach davon
auszugehen, dass auch im heutigen Kontext zwar Aufforderungen zur
Wahrnehmung der Dienstpflicht ergehen, eine Weigerung aber keine
flüchtlingsrechtlich relevanten Sanktionen nach sich ziehen würde (zuletzt
bestätigt im Urteil des BVGer E-2304/2020 vom 15. Mai 2020). Hinzu
kommt, dass selbst unter der Annahme, es komme zu Bestrafungen er-
heblicher Schwere, deren zugrundeliegende Motivation wohl flüchtlings-
rechtlich nicht relevant wäre, zumal die Quellenlage – entgegen der Be-
schwerde – nicht darauf hindeutet, Refraktäre im Zusammenhang mit den
YPG würden als "Staatsfeinde" betrachtet und daher einer politisch moti-
vierten drakonischen Bestrafung zugeführt (vgl. Urteil des BVGer
D-23/2018 vom 20. Juli 2018 E. 6.9). Die obligatorische Dienstpflicht
knüpft in der Heimatregion des Beschwerdeführers lediglich an den Woh-
nort, das Alter und das Geschlecht der betroffenen Person und nicht an
eine der in Art. 3 AsylG genannten Eigenschaften an. Angesichts dessen,
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dass selbst wehrpflichtige männliche Bürger zwischen achtzehn und dreis-
sig Jahren keine asylrelevanten Nachteile bei einer Dienstverweigerung zu
befürchten haben, ist nicht ersichtlich, weshalb es sich bei nicht wehrpflich-
tigen minderjährigen Personen, welche zu Unrecht oder irrtümlich rekrutiert
werden sollten, anders verhalten soll. In Ermangelung eines asylrelevanten
Verfolgungsmotivs wäre eine allenfalls drohende Bestrafung somit lediglich
unter dem Aspekt der Unzulässigkeit respektive Unzumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs relevant, welcher aufgrund der in der vorinstanzlichen
Verfügung angeordneten vorläufigen Aufnahme hier allerdings nicht Pro-
zessgegenstand ist (vgl. Urteil des BVGer D-5329/2014 vom 23. Juni 2015
E. 5.3, vgl. auch vorne E. 2.1).
7.5 In Bezug auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, ihm drohe bei
einer Rückkehr nach Syrien flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung, weil
er sich nicht für den obligatorischen Militärdienst gemeldet habe, ist im Wei-
teren auf den Grundsatzentscheid des Bundesverwaltungsgerichts BVGE
2015/3 zu verweisen, wonach eine Wehrdienstverweigerung oder Deser-
tion die Flüchtlingseigenschaft nicht per se zu begründen vermag. Solches
ist nur dann der Fall, wenn damit eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1
AsylG verbunden ist, mithin die betroffene Person aus den in dieser Norm
genannten Gründen wegen ihrer Wehrdienstverweigerung oder Desertion
eine Behandlung zu gewärtigen hat, die ernsthaften Nachteilen gemäss
Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkommt (vgl. BVGE 2015/3 E. 5.9). In Bezug auf
die spezifische Situation in Syrien erwog das Gericht im besagten Ent-
scheid, die genannten Voraussetzungen seien bei einem syrischen Refrak-
tär erfüllt, welcher der kurdischen Ethnie angehöre, einer oppositionell ak-
tiven Familie entstamme und bereits in der Vergangenheit die Aufmerk-
samkeit der staatlichen syrischen Sicherheitskräfte auf sich gezogen habe
(vgl. BVGE 2015/3 E. 6.7.3).
Aus den in der Folge ergangenen Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts
geht hervor, dass bei Wehrdienstverweigerung und Desertion im syrischen
Kontext nur dann eine asylrelevante Strafe zu befürchten ist, wenn zusätz-
liche exponierende Faktoren gegeben sind. Hingegen ist nicht davon aus-
zugehen, dass herkömmlichen Wehrdienstverweigerern oder Deserteuren,
das heisst solchen, die nicht zusätzlich politisch exponiert sind, mit genü-
gender Wahrscheinlichkeit eine die Schwelle der Asylrelevanz erreichende
Strafe droht (vgl. statt vieler Urteile des BVGer E-4308/2018 vom 11. Mai
2020 E. 6.1.2, D-4482/2019 vom 7. Mai 2020 E. 7.2, D-2357/2018 vom
25. März 2020 E. 6.1 und E-194/2020 vom 4. Februar 2020 E. 8.2).
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Im vorliegenden Fall liegt indessen keine Konstellation vor, die mit jener im
Urteil BVGE 2015/3 vergleichbar wäre. Zwar gehört der Beschwerdeführer
der kurdischen Ethnie an; er entstammt aber weder einer oppositionell ak-
tiven Familie noch hatte er vor der Ausreise persönliche Probleme mit den
syrischen Behörden. Auch nach seiner Ausreise und dem Erreichen der
Volljährigkeit hat er gemäss eigenen Angaben kein Aufgebot zur Leistung
des Militärdienstes erhalten und auch bei seiner Familie ist diesbezüglich
nicht nach ihm verlangt worden (vgl. SEM-Akten A7/15 Ziff. 7.02; A15/14
F49-50, F52-54). Hinsichtlich des Vorbringens auf Beschwerdeebene, in Zu-
sammenhang mit dem noch nicht absolvierten Militärdienst als registrierter
Wehrdienstverweigerer behördlich gesucht zu werden, was mittels von Do-
kumenten in arabischer Sprache belegt werden könne, ist zunächst festzu-
halten, dass an der Echtheit dieser Beweismittel erhebliche Zweifel beste-
hen. Aufgrund der grassierenden Korruption sind in Syrien nicht nur Fäl-
schungen unterschiedlichster Qualität erhältlich, sondern es können gegen
Bezahlung auch formell echte amtliche Dokumente beschafft werden (vgl.
Urteil des BVGer D-5750/2017 vom 13. Mai 2019 E. 4.3). Daher ist selbst
einem formell echten amtlichen Dokument nur dann eine relevante Beweis-
kraft beizumessen, wenn dieses im Kontext eines hinreichend schlüssigen
Sachverhaltsvortrages eingereicht wird. Abgesehen davon, dass die ein-
gereichten Beweismittel keine fälschungssicheren Merkmale enthalten, hat
der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe nicht ansatzweise dar-
gelegt, wie er in den Besitz der beigebrachten Dokumente gekommen sein
soll (vgl. daselbst S. 9). Gestützt auf diese Feststellungen kann dem Be-
schwerdeführer die geltend gemachte behördliche Suche als registrierter
Wehrdienstverweigerer in seinem Heimatstaat nicht geglaubt und auf das
Abwarten einer Übersetzung der beigebrachten Dokumente verzichtet wer-
den. Im Übrigen ist festzuhalten, dass er nach eigenen Angaben noch gar
nicht ausgehoben wurde. Der Beschwerdeführer hat sich folglich mit seiner
Ausreise aus Syrien höchstens der wehrdienstlichen Musterung, nicht je-
doch der eigentlichen Einberufung in die staatliche syrische Armee entzo-
gen. Demnach steht im heutigen Zeitpunkt noch gar nicht fest, ob der Be-
schwerdeführer überhaupt als diensttauglich erachtet und dementspre-
chend der Wehrpflicht unterstehen würde. Entgegen den Ausführungen in
der Beschwerde kann er daher auch nicht als Dienstverweigerer betrachtet
werden. Nach dem zuvor Dargelegten besteht keine überwiegende Wahr-
scheinlichkeit, dass das Nichterscheinen beim Rekrutierungsbüro durch
die syrischen Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst
wird. Eine ihm allenfalls drohende Strafe würde also allein der Sicherstel-
lung der Wehrpflicht dienen, was nach bestätigter Praxis grundsätzlich als
legitim zu erachten wäre (vgl. BVGE 2015/3 E. 5). Es ist somit nicht davon
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auszugehen, dass er im Falle einer Festnahme durch die syrischen Behör-
den mit einer politisch motivierten Bestrafung oder Behandlung rechnen
müsste, die einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von
Art. 3 AsylG gleichzusetzen wäre (vgl. auch Urteile des BVGer D-783/2018
vom 14. März 2018 E. 5.1 und D-3185/2016 vom 30. November 2017
E. 4.1.4).
7.6 Auf die allgemeinen Ausführungen in der Beschwerde zur Dienstpflicht
und der Rekrutierung in die syrische Armee und deren Zusammenarbeit
mit den YPG ist nach dem Gesagten nicht weiter einzugehen.
7.7 Was den Hinweis in der Beschwerde auf die Sicherheitslage in Syrien
anbelangt, trifft es zwar zu, dass diese als in jeglicher Hinsicht volatil zu
bezeichnen ist. Unter flüchtlingsrechtlichen Aspekten ist daraus – in Über-
einstimmung mit der Vorinstanz – indes nichts zu Gunsten des Beschwer-
deführers abzuleiten. Einer allfälligen Gefährdung des Beschwerdeführers
im heutigen Zeitpunkt aufgrund der aktuellen Situation in Syrien ist mit der
Anordnung der vorläufigen Aufnahme bereits Rechnung getragen worden.
7.8 Soweit der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene vorbringt, die Vo-
rinstanz habe in anderen Fällen asylsuchende syrische Staatsangehörige
bereits aufgrund der illegalen Ausreise aus ihrem Heimatstaat oder auf-
grund des Umstandes, dass sie sich im dienst- und reservedienstpflichti-
gen Alter befinden, als Flüchtlinge anerkannt, weshalb ihm aus Gründen
der Rechtsgleichheit ebenfalls die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen
sei, ist schliesslich festzuhalten, dass die Verwaltungsbehörde stets Ein-
zelfälle zu beurteilen hat. Der angebliche Umstand, dass in Fällen mit ähn-
lich erscheinenden Eckdaten unterschiedliche Entscheide getroffen wor-
den seien, lässt noch nicht auf eine Ungleichbehandlung schliessen. Die
angeblich vergleichbaren tatsächlichen Verhältnisse in den aufgeführten
Vergleichsfällen werden in der Rechtsmittelschrift zudem auch nicht in aus-
reichendem Masse spezifiziert. Schliesslich existiert keine allgemeine Pra-
xis, wonach bei einer geltend gemachten illegalen Ausreise die Flüchtlings-
eigenschaft zu bejahen wäre. Die illegale Ausreise aus Syrien kann per se
praxisgemäss keine flüchtlingsrechtliche Relevanz entfalten, sofern keine
Verfolgungssituation im Sinne von Art. 3 AsylG und keine besondere indi-
viduelle Vorbelastung vorliegen (vgl. zur Praxis des BVGer betreffend die
illegale Ausreise aus Syrien u.a. die Urteile D-901/2020 vom 26. Februar
2020 E. 6.3 und D-4666/2019 vom 26. November 2019 E. 7.5).
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7.9 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nichts
vorgebracht hat, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzu-
weisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asyl-
gesuch daher zu Recht abgelehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden
Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten
haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht
gegeben, weshalb das Gesuch ungeachtet der ausgewiesenen Mittellosig-
keit abzuweisen ist.
10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstandslos
geworden.
(Dispositiv nächste Seite)
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