Decision ID: dae73034-806b-4905-854a-19c1a4f6f296
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend versuchte Erpressung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 27. Juni 2017 (GG170057)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 9. März 2017
(act. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 31 S. 18 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der versuchten Erpressung im Sinne von
Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu
Fr. 30.– als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des
Kantons Zürich vom 8. Februar 2016 ausgefällten Strafe.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei
Jahre festgesetzt.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'800.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 4'000.– Gebühr Anklagebehörde
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das gesamte Ver-
fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 6'767.10 zzgl. 8 % MwSt. zu be-
zahlen.
7. (Mitteilungen)
8. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Des Beschuldigten:
(Urk. 32, sinngemäss)
1. Das Urteil der Vorinstanz sei vollumfänglich aufzuheben
2. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
3. Die Zivilansprüche der Privatklägerin seien abzuweisen,
4. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 38, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 31 S. 3; Art. 82
Abs. 4 StPO).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung – Einzelgericht, vom
27. Juni 2017 wurde der Beschuldigte A._ im Sinne des eingangs wiederge-
gebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil
meldete er mit Schreiben vom 30. Juni 2017 fristgerecht Berufung an (Urk. 26).
Das begründete Urteil wurde dem Beschuldigten in der Folge am 31. Juli 2017
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zugestellt (Urk. 32/2), woraufhin er mit Eingabe vom 8. August 2017 fristgerecht
die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht einreichte (Urk. 32).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 16. August 2017 wurde der Anklagebehörde
sowie der Privatklägerin Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder
begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde
dem Beschuldigten Frist zur Einreichung des Datenerfassungsblattes angesetzt
(Urk. 36). Daraufhin teilte die Staatsanwaltschaft I mit Eingabe vom 21. August
2017 mit, sie verzichte auf die Erhebung einer Anschlussberufung und beantrage
die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 38), während sich die Privat-
klägerin innert Frist nicht vernehmen liess.
1.4. Der Beschuldigte reichte sodann mit Eingabe vom 4. September 2017 die
Pfändungsurkunde des Betreibungsamtes Wallisellen-Dietlikon vom 10. August
2017 ein und teilte gleichzeitig mit, an seinen vor Vorinstanz gestellten Beweis-
anträgen vom 18. April 2017 ausdrücklich festzuhalten (Urk. 40 und 42). Diese
Beweisanträge wurden daraufhin mit Präsidialverfügung vom 15. September 2017
abgewiesen (Urk. 43).
1.5. Am 13. November 2017 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit
des Beschuldigten statt (Prot. II S. 5).
2. Umfang der Berufung
In seiner Berufungserklärung vom 8. August 2017 erklärte der Beschuldigte, das
Urteil der Vorinstanz vollumfänglich anzufechten und an seinen Anträgen vor Vor-
instanz festzuhalten. Dementsprechend steht das ganze vorinstanzliche Urteil
zwecks Überprüfung zur Disposition.
3. Beweisanträge
3.1. Der Beschuldigte wiederholte anlässlich der Berufungsverhandlung seinen
Beweisantrag, wonach B._, ehemaliger Gerichtsscheiber am Bezirksgericht
Horgen, als Zeuge einzuvernehmen sei (Prot. II S. 6).
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3.2. Dieser Beweisantrag ist mit Verweis auf die völlig zutreffende Begründung
durch die Vorinstanz abzulehnen (Urk. 20; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ist für das vor-
liegende Strafverfahren irrelevant, ob die Mandatsführung der Privatklägerin im
Eheschutzverfahren mangelhaft war oder ihr bei der Ausarbeitung der Eheschutz-
vereinbarung ein Fehler unterlaufen ist, weshalb sich eine Einvernahme von
B._ als Zeuge erübrigt.
II. Sachverhalt
1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, er habe
am 6. November 2014 als Angestellter der C._.ch AG zuhanden der geschä-
digten Rechtsanwältin lic. iur. D._ einen Brief verfasst, mit welchem er die
Vereinbarung zwischen der Geschädigten und E._, mit welcher sich Letzte-
rer verpflichtet habe, bis spätestens 7. November 2014 den Betrag von
Fr. 10'847.80 zu bezahlen, wegen Übervorteilung angefochten habe. Der Be-
schuldigte teilte der Geschädigten weiter mit, er sei der Auffassung, sie habe sei-
nen Mandaten E._ genug ausgenommen, weshalb sie freiwillig auf die er-
wähnte Forderung verzichten solle. Im Gegenzug sei E._ bereit, darauf zu
verzichten, das Geschäftsgebaren der Geschädigten bei der Aufsichtskommission
über die Anwältinnen und Anwälte anzuzeigen sowie deren Verhalten in der Pres-
se publik zu machen, um andere unerfahrene Mandanten vor ihr zu schützen.
Den Forderungsverzicht erwarte er bis Dienstag, 25. November 2014.
Durch die Androhung mit einer Anzeige bei der Aufsichtskommission für Rechts-
anwältinnen und Rechtsanwälte einerseits und den Gang an die Presse und die
dadurch erwarteten negativen Folgen für Ruf, Ansehen und berufliche Integrität
der Geschädigten andererseits habe der Beschuldigte versucht, die Geschädigte
derart unter Druck zu setzen, dass sie auf eine ihr zustehende ausgewiesene und
rechtmässige Forderung verzichten würde. Er habe wissentlich und willentlich be-
absichtigt, durch eine willkürliche, sachlich nicht gerechtfertigte Verknüpfung von
angewendetem Mittel und verfolgten Zweck die Geschädigte gefügig zu machen,
was schliesslich nicht gelungen sei, da sich die Geschädigte auf dieses Vorgehen
nicht eingelassen habe (Urk. 18 S. 2 f.).
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2. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, bestreitet der Beschuldigte
nicht, das Schreiben vom 6. November 2014 mit dem in der Anklageschrift aufge-
führten Inhalt verfasst zu haben (Urk. 23 S. 3 und 6; Urk. 47 S. 4). Demgegenüber
macht er geltend, seine Ausführungen seien nicht von strafrechtlicher Relevanz
(vgl. Urk. 31 S. 4 f.; Prot. II S. 6 ff.), was im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu
überprüfen ist. Dementsprechend ist für die rechtliche Würdigung von dem in der
Anklageschrift enthaltenen Sachverhalt auszugehen ist.
III. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten in Übereinstim-
mung mit der Anklagebehörde als versuchte Erpressung im Sinne von Art. 156
Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. Sie zog zusammengefasst in Erwä-
gung, der Beschuldigte habe ein Schreiben an die Privatklägerin verfasst, worin er
diese aufgefordert habe, auf ihre Forderung gegenüber Herrn E._ in der Hö-
he von Fr. 10'847.80 freiwillig zu verzichten, wofür er im Gegenzug bereit sei, auf
eine Anzeige bei der Aufsichtskommission über Anwältinnen und Anwälte sowie
Information der Presse zu verzichten. Der angedrohte Nachteil, welcher einzig
vom Willen des Beschuldigten abhängig gewesen sei, sei als ernstlich einzustufen
und unverhältnismässig. Der Beschuldigte habe zwar in der Auffassung gehan-
delt, Herr E._ sei von der Privatklägerin abgezockt worden, jedoch habe er in
Kauf genommen, dass die Privatklägerin durch die Androhung veranlasst wird, ei-
nen Forderungsverzicht abzugeben und dadurch einen Vermögensschaden erlei-
det. Schliesslich sei auch eine unrechtmässige Bereicherungsabsicht gegeben,
zumal Herr E._ die Forderung in der Höhe von Fr. 10'847.80 ausdrücklich
anerkannt habe. Weil der Beschuldigte den subjektiven Tatbestand der Er-
pressung vollumfänglich erfüllt habe, die angestrebte Vermögensdisposition aber
nicht eingetreten sei, da die Privatklägerin keinen Forderungsverzicht abgegeben
habe, liege ein vollendeter Versuch vor (Urk. 31 S. 7 ff.).
2. Der Beschuldigte setzte sich anlässlich der Berufungsverhandlung nicht mit
der rechtlichen Würdigung der Vorinstanz auseinander (Prot. II S. 6 f.). Vor Vor-
instanz wehrte er sich gegen die rechtliche Qualifikation seines Schreibens als
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versuchte Erpressung. Er vertritt die Ansicht, alles was er darin angedroht habe,
sei legal. Er dürfe die Presse und die Honorar- bzw. Aufsichtskommission be-
nachrichtigen, zumal diese Instrumente eingerichtet worden seien, um das Ver-
halten der Anwälte zu prüfen. Überdies sei seine Forderung absolut berechtigt,
weil die Privatklägerin für das Eheschutzverfahren eine völlig überrissene Hono-
rarforderung gestellt habe. Er würde das Schreiben heute genau gleich schreiben
(Urk. 23 S. 5 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte er zudem vor, er
habe gedacht, es sei die schnellste Möglichkeit, der Privatklägerin einen Brief zu
schreiben und die zweite Vereinbarung wegen Übervorteilung anzufechten sowie
sie dazu zu bewegen, auf ihre Mehrforderung zu verzichten. Herr E._ habe
denn auch den Zivilweg beschritten und der Fall sei nach wie vor bei der Zivil-
kammer des Obergerichts hängig (Urk. Prot. II S. 6 ff.).
3. In Bezug auf die theoretischen Ausführungen zum Tatbestand der Er-
pressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB sowie zum Versuch (Art. 22 StGB)
kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO zur Vermeidung unnötiger Wieder-
holungen vollumfänglich auf die detaillierten und zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 31 S. 5 f.).
4.1. Der Beschuldigte verfasste am 6. November 2014 ein Schreiben an die Pri-
vatklägerin, worin er sie aufforderte, bis zum 25. November 2014 freiwillig auf ihre
Forderung im Umfang von Fr. 10'847.80 gegenüber Herrn E._ zu verzichten.
Im Gegenzug sei E._ bereit, darauf zu verzichten, die Privatklägerin bei der
Aufsichtskommission über Anwältinnen und Anwälte anzuzeigen sowie das Ver-
halten der Privatklägerin in der Presse publik zu machen, um andere unerfahrene
Mandanten zu schützen (Urk. 1/3).
4.2. Der Beschuldigte versuchte folglich, die Privatklägerin durch diese Andro-
hung zu einem Forderungsverzicht zu bewegen. Mit der Vorinstanz ist dieser an-
gedrohte Nachteil als ernstlich einzustufen. Eine Anzeige bei der Aufsichts-
kommission über Anwältinnen und Anwälte sowie insbesondere eine negative Be-
richterstattung in der Presse bergen die Gefahr eines Rufschadens für die be-
troffene Person und insbesondere deren berufliche Integrität, weshalb eine solche
Drohung ohne Weiteres geeignet ist, auch eine besonnene Person in der Lage
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der Privatklägerin gefügig zu machen. Die Verwirklichung der Drohung war
sodann allein vom Willen des Beschuldigten abhängig, wobei unerheblich ist, ob
er die Drohung tatsächlich wahrmachen wollte (Weissenberger, in: Niggli/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, [nach-
folgend zit. BSK StGB II-Autor], Art. 156 N 16; Trechsel/Crameri; in: Trechsel/
Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2013, Art. 156 N 4). Im Unterschied zur Nötigung ergibt sich die
Rechtswidrigkeit der Erpressung bereits aus dem Zweck der Nötigung, da die er-
presserische Handlung darauf gerichtet ist, das Opfer zu einer schädigenden
Vermögensdisposition zu motivieren bzw. dadurch einen rechtswidrigen Vermö-
gensvorteil zu erlangen. Erweist sich bereits die angestrebte Vermögensverschie-
bung als unrechtmässig, erübrigt es sich, die nötigenden Handlung weiter auf ihre
Rechtswidrigkeit zu prüfen. Dementsprechend kann eine Erpressung auch vorlie-
gen, wenn Mittel eingesetzt werden, die an und für sich rechtmässig sind
(BSK StGB II-Weissenberger, Art. 156 N 21). Die Privatklägerin vertrat E._,
welcher später durch den Beschuldigten vertreten wurde, in einem Eheschutz-
verfahren vor dem Bezirksgericht Horgen. Die Forderung der Privatklägerin ge-
genüber E._ beruht auf einer Vereinbarung zwischen diesen Parteien vom
7. Oktober 2014, wonach E._ anerkannte, der Privatklägerin für ausstehende
Honorarforderungen Fr. 10'847.80 zu schulden (Urk. 3/2/7). Zwar bestand zwi-
schen den Parteien keine schriftliche Honorarvereinbarung (Urk. 8/2 S. 4), jedoch
stellt sich die Privatklägerin auf den Standpunkt, es sei mündlich ein Honorar von
Fr. 400.– / Stunde vereinbart worden (Urk. 8/2 S. 3). E._ führte diesbezüglich
aus, ihm sei der Stundenansatz tatsächlich einmal klar geworden, aber er könne
nicht mehr sagen, wann genau er davon Kenntnis erhalten habe. Er habe die
Rechnungen teuer gefunden, aber er habe diese bezahlt (Urk. 8/2 S. 6). Mithin
hat er den Stundeansatz folglich immerhin konkludent anerkannt, indem er die
Rechnungen beglich, ohne diese zu beanstanden. Insbesondere unterzeichnete
er am 7. Oktober 2014 im Wissen um die vollständige Honorarforderung diese
Schuldanerkennung und anerkannte die Forderung damit ausdrücklich. Dem-
entsprechend verfügte die Privatklägerin am 6. November 2014 über eine Forde-
rung gegenüber E._ in der Höhe von Fr. 10'847.80. Indem der Beschuldigte
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die Privatklägerin zu einem Forderungsverzicht nötigen wollte, strebte er einen
unrechtmässigen Vermögensvorteil zugunsten von E._ an. Mithin ist die
Rechtswidrigkeit der Erpressung bereits gegeben, selbst wenn die eingesetzten
Mittel an und für sich rechtmässig wären.
Selbst wenn man aber zugunsten des Beschuldigten von einem allfälligen An-
spruch E._s gegenüber der Privatklägerin ausginge, wäre die Drohung
rechtswidrig. Rechtmässige Mittel müssen nämlich dazu dienen, liquide oder
allenfalls auch nur berechtigte Ansprüche durchzusetzen oder berechtigte Inte-
ressen zu verfolgen (BSK StGB II-Weissenberger, Art. 156 N 22). Mithin wäre der
Beschuldigte unter den gegeben Umständen zwar berechtigt gewesen, der Pri-
vatklägerin die Einreichung einer Zivilklage oder die Überprüfung der Honorar-
forderung durch die Honorarkommission des Zürcher Anwaltsverbandes in Aus-
sicht zu stellen. Demgegenüber steht die Drohung mit einer Anzeige bei der Auf-
sichtsbehörde über Anwältinnen und Anwälte oder dem Gang an die Presse in
keinem sachlichen Zusammenhang mit der Forderung des Beschuldigten, zumal
die Vereinbarung des Stundenansatzes der Autonomie der Parteien überlassen
und daher kein Verstoss der Privatklägerin gegen ihre Berufspflichten ersichtlich
ist, weshalb diese Drohung rechtswidrig ist (vgl. BSK StGB II-Weissenberger,
Art. 156 N 23). Im Übrigen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden, wonach die Drohung ohnehin auch unverhältnismässig
und damit rechtswidrig war (Urk. 31 S. 7 f.).
4.3. Weil es sich bei der Erpressung um ein Erfolgsdelikt handelt, ist in objektiver
Hinsicht schliesslich erforderlich, dass ein Vermögensschaden beim Betroffenen
oder einer Drittperson eintritt (Trechsel/Crameri, a.a.O., Art. 156 N 12). Dies ist
vorliegend nicht geschehen, da die Privatklägerin keinen Forderungsverzicht ab-
gegeben hat. Mithin ist der objektive Tatbestand der Erpressung im Sinne von
Art. 156 Ziff. 1 StGB nicht erfüllt. Allerdings liegt eine versuchte Erpressung vor,
wenn der Täter – wie vorliegend – alles nach seiner Vorstellung Erforderliche ge-
macht hat, um die Vermögensverschiebung zu erreichen und diese nur ausbleibt,
weil sich das Opfer nicht beeindrucken lässt (BSK StGB II-Weissenberger,
Art. 156 N 34).
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4.4. In subjektiver Hinsicht muss der Täter im Bewusstsein und mit dem Willen
handeln, einen anderen durch Gewalt oder Drohung zu einem vermögens-
schädigenden Verhalten zu nötigen, wodurch er oder ein anderer unrechtmässig
bereichert wird. Ferner wird die Absicht unrechtmässiger Bereicherung verlangt,
wobei die blosse Eventualabsicht der Bereicherung genügt (BSK StGB II-
Weissenberger, Art. 156 N 31 f.). Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte
vorsätzlich handelte. Er wollte, dass die Privatklägerin aus Angst vor einer Anzei-
ge bei der Aufsichtsbehörde über Anwältinnen und Anwälte oder vor einer Publi-
kation in den Medien auf ihre Forderung gegenüber E._ verzichtete. Aller-
dings ist der Beschuldigte der Ansicht, die Privatklägerin habe E._ mit ihren
überrissenen Honorarforderungen für das Eheschutzverfahren ausgenommen. Es
gebe keine schriftliche Honorarvereinbarung (Urk. 23 S. 4). Deshalb komme die
Anwaltsgebührenverordnung zur Anwendung, weshalb in diesem Fall maximal ein
Viertel der insgesamt geforderten Fr. 62'000.– als Honorar hätten verlangt werden
dürfen (Urk. 20A S. 2). Mithin macht der Beschuldigte geltend, es liege keine un-
gerechtfertigte Bereicherung E._s vor. Bereicherungsabsicht fehlt, wenn der
Täter einen Anspruch auf den erstrebten Vermögensvorteil hat oder zu haben
glaubt. Sie kann jedoch dennoch gegeben sein, wenn der Täter Zweifel hat, ob
der erhobene Anspruch begründet ist und insbesondere den Eintritt einer un-
rechtmässigen Bereicherung in Kauf nimmt (BSK StGB II-Weissenberger, Art. 156
N 32). Zwar ist zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass er daran
glaubt, dass E._ der Privatklägerin diese CHF 10'847.80 nicht schuldet, weil
diese ihn "abgezockt" habe. Jedoch wusste der Beschuldigte auch, dass die Pri-
vatklägerin für E._ Leistungen erbracht hatte sowie insbesondere, dass
E._ eine Schuldanerkennung gegenüber der Privatklägerin unterzeichnet
hatte, zumal er im Schreiben vom 6. November 2014 auch darauf Bezug nahm
und diese Vereinbarung anfocht (Urk. 1/3). Wie bereits die Vorinstanz zutreffend
festgehalten hatte, musste dem Beschuldigten als ausgebildeter Jurist bewusst
gewesen sein, dass diese unterzeichnete Schuldanerkennung gültig ist und die
Privatklägerin deshalb über eine entsprechende Forderung gegenüber E._
verfügte (vgl. Urk. 31 S. 9). Indem er die Privatklägerin zum Forderungsverzicht
zu nötigen versuchte, nahm er daher zumindest eine unrechtmässige Bereiche-
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rung E._s in Kauf. Somit ist der subjektive Tatbestand von Art. 156 Ziff. 1
StGB vollumfänglich erfüllt.
5. Schliesslich liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe
vor. Folglich hat sich der Beschuldigte der versuchten Erpressung im Sinne von
Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.
IV. Sanktion
1. Grundsätze der Strafzumessung
1.1. Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Strafzumessung einleitende Erwägun-
gen zum Strafrahmen sowie zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzu-
messung gemacht. Auf diese zutreffenden und mit der einschlägigen Lehre und
Rechtsprechung im Einklang stehenden Erwägungen kann zur Vermeidung un-
nötiger Wiederholungen vorab verwiesen werden (Urk. 31 S. 11 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO).
1.2. Vorliegend wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I
des Kantons Zürich vom 8. Februar 2016 wegen Betrug, begangen zwischen dem
1. Februar 2010 und 30. September 2013, sowie grober Verletzung der Ver-
kehrsregeln, begangen am 3. September 2014, zu einer Geldstrafe von
180 Tagessätzen zu Fr. 40.– sowie zu einer Busse von Fr. 1'000.– verurteilt. Die
Geldstrafe wurde bedingt aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre fest-
gesetzt (Urk. 35 S. 2). Das vorliegend zu beurteilende Delikt wurde vor dieser
Verurteilung verübt, weshalb sich die Frage nach einer Zusatzstrafe stellt.
1.2.1. Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor
er wegen einer anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe
in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren
Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Voraus-
setzung für die Bildung einer Zusatzstrafe bei der retrospektiven Konkurrenz ist,
dass mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden (BGE 142 IV 265
E. 2.3.2 m.w.H.). Die Bildung einer Gesamtstrafe ist daher bei ungleichartigen
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Strafen nicht möglich (vgl. BGE 137 IV 57). Liegen die Voraussetzungen für eine
Zusatzstrafe vor, so setzt das Gericht zunächst eine hypothetische Gesamtstrafe
fest. Es hat es sich zu fragen, welche Strafe es ausgesprochen hätte, wenn es
sämtliche Delikte gleichzeitig beurteilt hätte. Dabei hat es nach den Grundsätzen
von Art. 49 Abs. 1 StGB zu verfahren (BGE 142 IV 265 E. 2.3.3. m.w.H.). Dem
Zweitrichter ist es allerdings nicht erlaubt, im Rahmen der retrospektiven Konkur-
renz die Grundstrafe aufzuheben und eine (nachträgliche) Gesamtstrafe für alle
Taten auszusprechen. Die Rechtskraft und Unabänderlichkeit der Grundstrafe
umfasst deren Art, Dauer und Vollzugsform. Dementsprechend hat das Zweit-
gericht die gedanklich zu bildende hypothetische Gesamtstrafe aus der rechts-
kräftigen Grundstrafe und der nach seinem freien Ermessen festzusetzenden Ein-
zelstrafen für die neuen Taten zu bilden. Sein Ermessen beschränkt sich auf die
von ihm gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB vorzunehmende Asperation zwischen
rechtskräftiger Grundstrafe und der für die noch nicht beurteilten Taten aus-
zusprechenden Strafe (BGE 142 IV 265 E. 2.4.2.).
1.2.2. Wie nachfolgend noch zu zeigen sein wird, ist für das heute zu beurteilende
Delikte ebenfalls eine Geldstrafe auszusprechen, sodass mit der Vorinstanz eine
Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
8. Februar 2016 auszusprechen ist.
2. Strafzumessung
2.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von
90 Tagessätzen zu Fr. 30.– als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft I des Kantons Zürich vom 8. Februar 2016. Der Beschuldigte erhebt im Be-
rufungsverfahren keine Einwendungen gegen die Strafzumessung durch die Vor-
instanz (Urk. 32, Prot. II S. 6 f.).
2.2. Die Vorinstanz erachtete das Verschulden des Beschuldigten in objektiver
Hinsicht in Anbetracht der eher geringen Deliktssumme sowie unter Berücksich-
tigung der für die Privatklägerin drohenden Rufschädigung und Schädigung der
beruflichen Integrität als noch leicht. In subjektiver Hinsicht berücksichtigte die
Vorinstanz, dass der Beschuldigte nicht aus egoistischen Motiven handelte, was
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sich verschuldensmindernd auf die objektive Tatschwere auswirke. Insgesamt
wiege das Verschulden des Beschuldigten noch leicht, weshalb die Einsatzstrafe
auf vier Monate Freiheitsstrafe bzw. 120 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen sei
(Urk. 31 S. 12 f.). Diese Erwägungen überzeugen und auch die von der Vor-
instanz festgesetzte Einsatzstrafe ist nicht zu beanstanden.
2.3. Aufgrund des Versuchs reduzierte die Vorinstanz die Einsatzstrafe um vier
Monate auf 80 Tagessätze (Urk. 31 S. 13). Diese Reduktion von einem Drittel
scheint in Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte alles unternommen hatte,
was nach seinem Dafürhalten für die Herbeiführung des Erfolge nötig war, sehr
wohlwollend. Vielmehr erscheint eine Reduktion von lediglich 20 Tagessätzen auf
100 Tagessätze als diesem Umstand angemessen.
2.4. In Bezug auf die Täterkomponente hat die Vorinstanz die persönlichen
Verhältnisse des Beschuldigten und seinen Werdegang in den wesentlichen
Punkten korrekt zusammengefasst und wiedergegeben. Darauf ist vorab zu ver-
weisen (Urk. 31 S. 13 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsverhand-
lung ergänzte der Beschuldigte zudem, er lebe nach wie vor mit seiner Mutter zu-
sammen und teile sich die Wohnungskosten von Fr. 1'450.– mit ihr. Er bezahle
ca. Fr. 350.– für die Krankenkasse, wobei er eine Prämienverbilligung erhalte.
Sein Einkommen sei in der Pfändungsurkunde vom 10. August 2017 korrekt auf-
geführt. Derzeit würden ca. fünf Pfändungen laufen, weil er Schulden in der Höhe
von ca. Fr. 160'000.– habe. (Urk. 47 S. 2 ff.). Mit der Vorinstanz liegen keine
strafzumessungrelevanten Kriterien vor. Hingegen sind die Vorstrafen des Be-
schuldigten straferhöhend zu berücksichtigen, wobei aber auch zu berücksich-
tigen ist, dass eine dieser Vorstrafen beinahe 11 Jahre zurückliegt (Urk. 35). Eine
Erhöhung der Einsatzstrafe auf 120 Tagessätze erscheint daher angemessen.
2.5. Weil sich der Beschuldigte von Beginn der Untersuchung an geständig ge-
zeigt habe, das Schreiben vom 6. November 2014 verfasst zu haben, reduzierte
die Vorinstanz die Einsatzstrafe auf 100 Tage (Urk. 31 S. 14). Dies erscheint wie-
derum wohlwollend, zumal das vom Beschuldigten unterzeichnete Schreiben bei
den Akten liegt (Urk. 1/3) und ein Abstreiten somit sinnlos gewesen wäre. Über-
dies zeigte der Beschuldigte auch anlässlich der Berufungsverhandlung weder
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Reue noch Einsicht, sondern erklärte, er sehe nicht ein, weshalb der Zivilweg
sinnvoller sein sollte als sein Schreiben (Prot. II S. 6 f.). Dementsprechend wäre
eine Reduktion der Einsatzstrafe um lediglich 10 Tage an sich ausreichend. Eine
Erhöhung der Strafe im Berufungsverfahren fällt jedoch aufgrund des Verschlech-
terungsverbots ohnehin ausser Betracht.
2.6. Schliesslich wurde eine besondere Strafempfindlichkeit seitens des Be-
schuldigten weder geltend gemacht, noch ergeben sich für die Annahme einer
solchen irgendwelche Anhaltspunkte. Weiterungen hierzu erübrigen sich.
2.7. Wie bereits erwähnt, wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staats-
anwaltschaft I des Kantons Zürich vom 8. Februar 2016 wegen Betrug, begangen
zwischen dem 1. Februar 2010 und 30. September 2013, sowie grober Verletzung
der Verkehrsregeln, begangen am 3. September 2014, zu einer Geldstrafe von
180 Tagessätzen zu Fr. 40.– sowie zu einer Busse von Fr. 1'000.– verurteilt
(Urk. 35 S. 2). Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips rechtfertigt es
sich, die hypothetische Gesamtstrafe auf 270 Tagessätze Geldstrafe festzu-
setzen. Hiervon ist die Erststrafe von 180 Tagessätzen abzuziehen, womit eine
Zusatzstrafe von 90 Tagessätzen verbleibt. Mithin erscheint die von der Vor-
instanz festgesetzte Strafe angemessen.
2.8. Die Höhe eines Tagessatzes bei der Geldstrafe bemisst sich nach den
persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten zum Zeitpunkt
des Urteils. In die Bemessung miteinzubeziehen sind insbesondere seine
Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie sein Lebensaufwand, allfällige
Familien- und Unterstützungspflichten und das Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2
StGB). Der Tagessatz soll dem Teil des täglichen wirtschaftlichen Einkommens
des Beschuldigten entsprechen, auf den er nicht zwingend angewiesen ist. Der
Betrag ist nach pflichtgemässem Ermessen des Gerichts festzulegen.
Das Einkommen des Beschuldigten wird gemäss Pfändungsurkunde des Betrei-
bungsamtes Wallisellen-Dietlikon vom 10. August 2017 bis zum 8. Oktober 2018
gepfändet, so dass dem Beschuldigten nur das Existenzminimum verbleibt. Dem-
entsprechend ist die Tagessatzhöhe auf Fr. 20.– festzusetzen.
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2.9. Zusammengefasst ist der Beschuldigte als Zusatzstrafe zum Strafbefehl
der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 8. Februar 2016 zu einer Geld-
strafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 20.– zu verurteilen.
3. Vollzug
3.1. Die Vorinstanz hat den Vollzug der Strafe aufgeschoben und die Probezeit
unter Berücksichtigung der Vorstrafen auf drei Jahre festgesetzt (Urk. 31
S. 15 ff.).
3.2. Zwar ist die günstige Prognose mit der Vorinstanz vorliegend zu vermuten,
weil der Beschuldigte in den letzten fünf Jahren weder zu einer Freiheitsstrafe
noch zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt worden ist
(Urk. 35). Allerdings verfügt der Beschuldigte nicht nur über zwei Vorstrafen
(Urk. 35), sondern beging die vorliegend zu beurteilende Erpressung während
laufender Strafuntersuchung (vgl. Dossier 2014/335 der Staatsanwaltschaft I des
Kantons Zürich) und zeigt auch weder Einsicht noch Reue, was grundsätzlich ge-
gen eine günstige Prognose spricht (vgl. Trechsel/Pieth; a.a.O., Art. 42 N 12).
Aufgrund des Verbotes der reformatio in peius steht aber eine unbedingte Strafe
vorliegend ausser Diskussion, weshalb dem Beschuldigten der bedingte Strafvoll-
zug zu gewähren und die Probezeit in Anbetracht der verbleibenden Bedenken
auf drei Jahre festzusetzen ist (vgl. Urk. 31 S. 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
V. Kosten- und Entschädigung
1. Kosten der Vorinstanz
1.1. Die vorinstanzliche Kostenfestsetzung ist zu bestätigen (Urk. 31 S. 18).
1.2. Ausgangsgemäss ist auch vorinstanzliche Kostenauflage vollumfänglich zu
bestätigen (Urk. 31 S. 17.; Art. 426 Abs. 1 StPO).
1.3. Der Beschuldigte setzt sich im Berufungsverfahren nicht mit der von der
Vorinstanz der Privatklägerin zugesprochenen Entschädigung auseinander. Er
bringt diesbezüglich einzig vor, die Privatklägerin rechne wiederum mit einem
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Stundenansatz von Fr. 400.–, was eine bodenlose Frechheit sei (Urk. 23 S. 7).
Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte er sodann, er bestreite, dass die
Parteientschädigung von der Privatklägerin an ihren Vertreter bezahlt worden sei.
Er sei der Ansicht, es handle sich bloss um eine interne Abrechnung (Prot. II
S. 7).
1.4. Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch
auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren,
wenn sie obsiegt. Sie hat ihre Entschädigungsforderung bei der Strafbehörde zu
beantragen, zu beziffern und zu belegen (Art. 433. Abs. 1 und 2 StPO). Die Pri-
vatklägerin hat ihre Entschädigungsforderung durch die Honorarnoten vom
13. April 2016 (Urk. 12/3) und vom 6. März 2017 (Urk. 14/10) belegt. Die geltend
gemachten Aufwendungen von insgesamt Fr. 6'767.10 sind ausgewiesen und an-
gemessen. Wenn der Rechtsvertreter der Privatklägerin ein Stundenhonorar von
Fr. 300.– verrechnet, ist dies im Übrigen nicht zu beanstanden, zumal die Gebühr
nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren in der Regel Fr. 150.– bis
Fr. 350.– pro Stunde beträgt, wenn sie sich nach dem Zeitaufwand richtet (§ 3
AnwGebV ZH). Vorliegend sind sämtliche Aufwendungen des Rechtsvertreters
der Privatklägerin im Vorverfahren entstanden (vgl. Urk. 12/3 und Urk. 14/10), in
welchem sich die Gebühr nach dem notwendigen Zeitaufwand der Vertretung
bemisst (§ 16 Abs. 1 AnwGebV). Der Beschuldigte bestreitet schliesslich nicht,
dass diese Aufwendungen tatsächlich angefallen sind, sondern bloss, dass diese
Entschädigung nicht an den Rechtsvertreter bezahlt worden sei. Dabei handelt es
sich aber bloss um eine unsubstantiierte Behauptung des Beschuldigten. Die
Privatklägerin hat das Recht, sich anwaltlich vertreten zu lassen und daher auch
Anspruch auf eine entsprechende Entschädigung (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO).
Mithin ist die erstinstanzliche Entschädigungsregelung im Berufungsverfahren zu
bestätigen (vgl. Urk. 31 S. 18).
2. Kosten des Berufungsverfahrens
2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
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2.2. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenauflage nach Obsiegen und Un-
terliegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit ihrer Berufung
vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten dieses Verfahrens ausgangsgemäss auf-
zuerlegen sind.
2.3. Für das Berufungsverfahren ist der Privatklägerin mangels Umtrieben
schliesslich keine Entschädigung zuzusprechen.