Decision ID: 53c371c7-dca9-5c02-a3b7-954631cb588d
Year: 2017
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der aus Senegal stammende A._ (geb. ... 1979) reiste am 6. Dezember 2004 in die Schweiz ein, wo er tags darauf – unter  einer falschen Identität (A._, aus Mauretanien stammend, geb. ... 1982) – ein Asylgesuch stellte. Mit Verfügung vom 20. Januar 2005 lehnte das damalige zuständige Bundesamt für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) das Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos. Die Rückführung konnte jedoch mangels gültiger Papiere nicht vollzogen werden. Nachdem A._ mit einer Schweizer Bürgerin, mit der er zeitweilig verheiratet war, zwei gemeinsame Kinder bekam (geb. ... 2008 und ... 2009), erhielt er am 31. August 2008 eine Aufenthaltsbewilligung mit dem Aufenthaltszweck «Verbleib bei Kind mit Schweizer Bürgerrecht». Später kamen zwei weitere Kinder mit einer niederlassungsberechtigten serbischen Staatsangehörigen zur Welt (geb. ... 2012 und ... 2013). Im Sommer 2015 verliess A._ die Schweiz und stellte in Norwegen ein Asylgesuch. Im Rahmen des Dublin-Verfahrens wurde er wieder in die Schweiz überstellt. Während seines hiesigen Aufenthalts bezog er Sozialhilfe, machte Schulden und wurde mehrmals strafrechtlich verurteilt. Am 11. Mai 2017 verlängerte die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF) die Aufenthaltsbewilligung nicht und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis zum 31. August 2017 aus der Schweiz weg. Ab dem 11. Juli 2017 befand sich A._ im Strafvollzug, aus dem er am 16. August 2017 entlassen wurde. Den vom Ausländer- und  (ABD) der Kantonspolizei Bern für diesen Tag gebuchten Flug nach Senegal trat er nicht an. Im Hinblick auf eine mögliche Abflugverweigerung ordnete die EG Bern bereits am 24. Juli 2017 die Ausschaffungshaft für drei Monate ab Haftentlassung an. Gleichentags beantragte sie beim  Zwangsmassnahmengericht (ZMG) deren Überprüfung.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.08.2017, Nr. 100.2017.233U, Seite 3
B.
Mit Entscheid vom 10. August 2017 bestätigte das ZMG nach mündlicher Verhandlung die Ausschaffungshaft bis zum 15. November 2017.
C.
Dagegen hat A._ am 12. August 2017 (Postaufgabe: 17.8.2017) in deutscher und in französischer Sprache Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er sei aus der Haft zu entlassen.
Mit Verfügung vom 18. August 2017 hat der Instruktionsrichter die  den übrigen Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis zugestellt. Gleichzeitig hat er ihnen Gelegenheit geboten, allfällige Bemerkungen zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde und zum Formular swissREPAT vom 19. Juli 2017 mit der Bestätigung der Abflugverweigerung vom 16. August 2017 einzureichen. Mit Beschwerdeantwort vom 21. August 2017 beantragt die EG Bern die Abweisung der Beschwerde. A._ hat sich nicht mehr vernehmen lassen.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 12 Abs. 2 des Einführungsgesetzes vom 20. Januar 2009 zum Ausländer- und zum Asylgesetz [EG AuG und AsylG; BSG 122.20]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen  teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.08.2017, Nr. 100.2017.233U, Seite 4
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG).
1.2 Gemäss Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG muss die  unter anderem einen Antrag und eine  enthalten. An die Begründung werden praxisgemäss – und  bei Laieneingaben – keine hohen Anforderungen gestellt (BVR 2006 S. 470 E. 2.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15). Auf dem Gebiet der  Zwangsmassnahmen ist auf Laieneingaben grosszügig  und der angefochtene Entscheid dahin gehend zu untersuchen, ob die Haftgenehmigung Bundesrecht verletzt (BGE 122 I 275 E. 3b).  wird verlangt, dass die betroffene ausländische Person in gedrängter Form darlegt, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Dies setzt voraus, dass sie sich wenigstens kurz mit den Erwägungen im  Entscheid auseinandersetzt (zum Ganzen statt vieler VGE 2015/104 vom 23.4.2015 E. 1.2). – Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, wegen seinen Kindern nicht nach Senegal ausreisen zu wollen. Gründe, die für seinen Verbleib in der Schweiz oder gegen seine Wegweisung nach Senegal sprechen, können jedoch im vorliegenden Haftprüfungsverfahren grundsätzlich nicht berücksichtigt werden (vgl. hierzu hinten E. 3.3). Mit dem angefochtenen Entscheid, in dem die  der Ausschaffungshaft geprüft und bejaht worden ist, setzt sich der Beschwerdeführer nur am Rand auseinander. Ob die Beschwerde damit den geschilderten minimalen Begründungsanforderungen genügt, kann mit Blick auf die folgenden Erwägungen indes offenbleiben.
1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).
1.4 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. e des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die  der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.08.2017, Nr. 100.2017.233U, Seite 5
2.
Wurde ein erstinstanzlicher (nicht notwendigerweise auch rechtskräftiger) Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet, kann die zuständige Behörde zur Sicherstellung des Vollzugs die ausländische Person in  nehmen, wenn die Voraussetzungen von Art. 76 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) erfüllt sind. Dabei muss einer der in Art. 76 Abs. 1 AuG genannten Haftgründe bestehen und der Vollzug der Wegweisung mit dem nötigen Nachdruck verfolgt werden (Beschleunigungsgebot; Art. 76 Abs. 4 AuG). Die Administrativhaft hat insgesamt den sich aus dem  ergebenden Erfordernissen zu genügen (Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 28 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]), es dürfen keine Haftbeendigungsgründe vorliegen (Art. 80 Abs. 6 AuG) und es ist die maximal zulässige Haftdauer zu beachten (Art. 79 AuG). Die Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft sind gemäss Art. 80 Abs. 2 AuG spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer befand sich bis am 16. August 2017 im  (Vollzugsauftrag/Einweisungsverfügung vom 12.7.2017 [Haftakten ZMG pag. 23 ff.]) und wurde auf dessen Ende hin in Ausschaffungshaft genommen (vgl. vorne Bst. A). Diese Massnahme ordneten die EMF  am 24. Juli 2017 an (Anordnung der Ausschaffungshaft vom 24.7.2017 [Haftakten ZMG pag. 5 f.]). Das ZMG bestätigte sie nach  Verhandlung vom 10. August 2017, 10.17 Uhr (Protokoll ZMG vom 10.8.2017 [nachfolgend: Protokoll ZMG; Haftakten ZMG pag. 54 ff.]), mithin noch vor Haftantritt. Die gesetzliche Frist von 96 Stunden gemäss Art. 80 Abs. 2 AuG ist damit eingehalten (vgl. Martin Businger, Ausländerrechtliche Haft, Die Haft nach Art. 75 ff. AuG, Diss. Zürich 2014, S. 232 f.; BGer 2C_635/2008 vom 19.9.2008 E. 2.2.1).
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