Decision ID: d78fb58e-4efd-4c17-9b1f-bc30d208a05a
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964
, verheiratet
und Mutter dreier inzwi
schen erwachsener Kinder, absolvierte in ihrem Heimatstaat (
Y._
) eine Lehre als Verkäuferin (Urk. 7/16). In der Schweiz war sie
seit
November
1999 bei der
Z._
als Produktionsmitarbeiterin auf Abruf tätig
, lehnte jedoch seit Juni 200
9 Arbeitseinsätze aus gesundheitlichen Gründen ab (Urk.
7
/18).
Unter Hinweis auf eine Bandscheibenproblematik, welche im September 2009 zu einem
chirurgischen
Eingriff geführt hatte, meldete sich die Versicherte am 28. Juli 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/16). Die IV-Stelle tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher (Urk.
7
/18-19) und medizinischer Hinsicht (Urk.
7
/20-21 sowie Urk.
7
/24) und führte am 18. November 2010 eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch (Urk.
7
/35). Gestützt auf die getätigten Abklärungen
stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 21.
März 2011 die Abweisung des Leistungsbege
hrens (Rente) in Aussicht (Urk.
7
/39). Nachdem die Versicherte dagegen hatte Einwand erheben lassen (Urk.
7
/45)
,
holte die IV-Stelle bei der
Z._
ergänzende Angaben ein (Urk.
7
/47-48).
D
ie Versich
erte
liess
mit Eingaben vom 24. August 2011 (Urk.
7
/53) und vom 15. November 2011 (Urk.
7
/55) ergänzende ärzt
liche Berichte einreichen (Urk.
7
/52 und Urk.
7
/54). Gestützt auf die so ergänzten Akten verfügte die IV-Stelle
am 23.
Januar 2012 die Abweisung des Leistungsbegehrens
,
was sie
im Wesentlichen
damit begrün
dete, dass
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
bestehe
(Urk.
2
).
2.
Dagegen
liess die Versicherte mit Eingabe vom 22. Februar 2012 (Urk. 1) Be
schwerde erheben mit den Rechtsbegehren, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 23. Januar 2012 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, zusätzliche medizinische Abklärungen durchzuführen (1.) und es sei im Rahmen des Beschwerdeverfahrens ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen (2.;
Urk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom
13. April 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit
Gerichts
ver
fügung
vom 16. April 2012 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 8). Mit Eingabe vom 18. Juni 2012 liess die Versicherte Replik erstatten und im Wesentlichen an Anträgen und Vorbringen festhalten (Urk. 11). Die Verwaltung verzichtete am 2. August 2012 auf Duplik (Urk. 14), was der Versi
cherten am 6. August 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
de
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352
Erw
. 3a, 122 V 160 f.
Erw
. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Verwaltung hatte die angefochtene Verfügung zur Hauptsache damit be
gründet
, die
Beschwerdeführerin
sei
seit
dem
11.
Juni 2009
in ihrer Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Doch sei ihr eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Aufgrund der Abklärungen sei davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden weiterhin einer erwerblichen Tätigkeit im Umfang von 65
% nachgehen würde und die restlichen 35
% auf den Aufgabenbereich entfiel
en.
Der errechnete
Invaliditätsgrad
betrage
7.
41% was kein
en
Anspruch auf eine Rente begründe (
Urk.
2; vgl. auch Urk. 6).
2.2
Dagegen lässt die
Beschwerdeführerin
vorbringen, in medizinischer Hinsicht sei der Sachverhalt ungenügend abgeklärt
.
N
amentlich
würden
sich
die vorliegen
den
A
kten
widersprechen und
den Schluss auf eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht zulassen.
Aufgrund der Angaben der Arbeitgeberin
sowie der persönlichen Verhältnisse
sei sodann davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
bei voller Gesundheit vollzeitlich erwerbstätig wäre
.
Ent
sprechend sei beim Einkommensvergleich von einem
Valideneinkommen
von Fr. 51‘090.
--
(
Jahr 2007
)
auszugehen, vom
Invalideneinkommen
sei der
leidens
bedingte
Abzug alsdann
auf mindestens 15 % festzulegen
. Aufgrund der massi
ven Rückenschmerzen sei schliesslich auch die im Haushalt ermittelte Ein
schränkung von 16.5 % in keiner Weise nachvollziehbar (
Urk.
1; Urk. 11).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht
liegen
dem angefochtenen Entscheid
die
folgende
n
ärztliche
n
Berichte
zugrunde
:
3.
1.1
Im Bericht der
A._
vom 13. August 2010 diagnostizierte der zu
stän
dige Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie ein chronisches
lumbo-radikuläres
Schmerzsyndrom mit persi
stierenden Beinschmerzen bei Status nach
De
kompression und
Foraminotomie
mit
Sequ
estrektomie
L5/S1 rechts vom 3.
September 200
9.
Er gab an, aufgrund des Verdachtes
auf eine kleine Rezidiv-
Hernie mit möglichem Kontakt zur Nervenwurzel S1 sowie einem chronischen
lumbo
-
radikulären
Schmerzsyndrom bei bereits Status nach operativer Therapie sei von schweren körperlichen Arbeiten abzuraten. Möglicherweise sei eine Umschulung notwendig auf einen Beruf mit Wechselbelastungen (sitzend, gehend, stehend). Auf das Heben von schweren Lasten sollte aufgrund der
D
iag
nose verzichtet werden (Urk.
7
/20 S. 6 f).
3.1.2
Dr.
med.
B._
, praktische Ärz
tin für Allgemeine Medizin und Hausärztin der
Beschwerdeführerin
,
diagnostizierte in ihrem Bericht vom
20. August 2010 zu
handen der IV-Stelle ein chronisches
lumbo-ra
dikuläres
Schmerzsyndrom bei Status
nach Dekompression und
Foraminotomie
L5/S1
rechts.
Sie führte aus, trotz der Rückenoperation bestünden stetige Schmerzen. Gemäss MRI liege eine
Rezidivhernie
vor. Die
Beschwerdeführerin
habe Rückenschmerzen und könne sich kaum bewegen. In
der bisherigen Tätigkeit
könne sie nicht mehr arbeiten, leidensangepasste
(wechselbelastende)
Tätigkeiten seien bis
zu
3
Stunden pro Tag zumutbar (Urk.
7
/21).
3
.1
.3
Dr.
med.
F._
,
Facharzt
F
MH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vom Zentrum für Wirbelsäulenleiden am Spital
G._
,
wo die
Beschwerdeführerin
operiert worden war,
stellte
in seinem B
ericht an die IV-Stelle vom 30.
August 2010 folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit: Status nach Diskektomie L5/S1 rechts und
Fora
minotomie
rechts,
d
ekompensiert
rechts
(
3.
September 2009)
,
Rezidivhernie
L5/S1 rechts mit
caudalem
Luxat
gemäss MRI
vom
13. Januar 2010 sowie
Reiz
syndrom
L5/S
1.
Er führte aus, aufgrund des Zusatzbefundes (
Rezidivhernie
) sei eine Verschlechterung eingetreten
, Sitzen und G
ehen seien eingeschränkt. In der angepassten
(richtig wohl: angestammten)
Tätigkeit (Fabrikarbeiterin) sei die Patientin zu 100 % arbeitsunfähig. Die prozentuale Arbeitsfähigkeit für ange
passte Tätigkeiten müsse in einem Leistungstest ermittelt werden (Urk.
7
/24).
3.1.4
Am 4.
Mai 2011 wurde die
Beschwerdeführerin
auf Zuweisung der Hausärztin in der
E._
, Zürich,
durch Prof.
Dr.
me
d.
C._
, Facharzt für Neuro
chirurgie FMH
,
und
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Rheumatologie
FMH
,
konsiliarisch untersucht und beraten. In ihrem Bericht an die Hausärzt
in
vom 1
2.
Mai 2011
stellten
diese Ärzte
folgende Diagnosen (
Urk.
7
/54 S. 1):
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
betont mit/bei
Schwere
r
distale
n
LWS Degeneration
Status nach Standard-Diskektomie L5/S1 rechts am
3.
September
2009
Diskusprotrusion
L4/5 links, nicht
kompressiv
Angedeutete
r
foraminale
r
Stenose L5/S1 beidseits, nicht
kompressiv
Myofasciale
r
Komponente
Femoropatellares
Schmerzsyndrom beidseits
Allgemeine muskuläre
Dekonditionierung
In ihrer Beurteilung führten sie aus, bei der
Beschwerdeführerin
sei am 3. September 2009 aufgrund einer
symptomatischen
sehr grossen Diskushernie mit
langstreckiger
S1 Kompression rechts eine Standard-Diskektomie L5/S1 rechts durchgeführt wor
den. Nach
initial
sehr
günstigem
postoperativem Ver
lauf
bestehe zurzeit lediglich ein gebesserter Zustand mit einem Befund einer anhaltenden ausgeprägten
Lumboischialgie
be
i
dseits re
c
hts betont. In der zuletzt durchgeführten MRI Untersuchung vom
1
2.
Juli 2010 zeige sich ein re
gu
lärer Zustand nach Diskektomie L5/S1 mit einer leichten postoperativen Höhenminderung dieser Bandscheibe bei aber einer allgemeinen schweren dis
talen LWS Degeneration. Es finde sich zudem eine radiologisch stationäre
Dis
kusprotrusion
L4/5 links sowie eine angedeutete
foraminale
Stenose L5/S1 beidseits, wobei klinisch wie bildgebend keine Hinweise für eine
Neurokom
pression
bestünden. So
fände
sich auch in der klinischen Untersuchung abgese
hen von einer Hypästhesie im rechten Bein ein regelrechter neurologischer Sta
tus bei aber doch deutlich
myofascialer
Begleitkomponente und insbesondere ausgeprägt
er muskulärer
Dekonditionierung
. Aufgrund der objektivierbaren Befunde klinisch wie radiologisch bestehe bei der
Beschwerdeführerin
keine In
dikation
für ein chirurgisches Vorgehen
. Zu empfehlen sei eine gezielte
Trigger
punktbehandlung
manuell physiotherapeutisch oder mittels Infiltrationen mit aber unb
edingt notwendiger muskulärer
R
ekonditionierung
. Bezüglich Arbeits
fähigkeit qualifiziere die Patientin zurzeit für die mittelschwere Tätigkeit in der Verpackung einer Metallverarbeitungsfabrik nicht. Hingegen bestehe formal
medizinisch-
theoretisch
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leichten körperlich wechsel
belastenden Tätigkeit (Urk. 7
/54
).
3.1.5
In ihrem Schreiben vom 16. August 2011 an die Rechtsvertreterin der
Beschwer
deführerin
führte
Dr.
B._
aus, trotz operativen Vorgehens habe die Problematik der Rückenbeschwerden nicht behoben werden können. Die Pati
entin sei seit der Operation nie ohne Schmerzmittel gewesen
. I
m Gegenteil sei
aufdosiert
worden.
Bereits nach maximal zwei Stunden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten klage die Patientin über s
tärkste Beschwerden. Diese zwei Stunden könnten nur mit mehreren kurzen Pausen durchgehalten werden;
es bestehe si
cherlich keine Möglichkeit, zwei Stunden am Stück irgendwelche
n Tätigkeiten nachzugehen (Urk.
7
/52).
3.2
Bezüglich der Einschränkung im Haushalt ermittelte die
Abklärungsperson de
r Beschwerdegegnerin
am 18.
November 2010 eine Be
hinde
rung im
Aufgaben
gebiet
(Haushalt) von insgesamt
16.5
%
.
Zur Statusfrage führte die
Abklärungs
person
aus, es sei länger über diesen Punkt diskutiert worden. Die
Beschwerde
führerin
sei immer wieder zum Schluss gekommen, dass sie unverändert bei ihrem Arbeitgeber hätte bleiben wollen. Sie hätte gerne die Möglichkeit gehabt, dort wieder zu 100
% erwerbstätig zu sein, was aus be
trieb
lichen Gründen nicht möglich gewesen sei. Zum Zeitpunkt des
Krank
heits
eintrittes
sei die
Beschwer
deführerin
60-70
% im Erwerb tätig gewesen, je nach Bedarf des Arbeitgebers
(Urk.
7/35
).
3.3
In
erwerblicher Hinsicht führte die zuständige Sachbearbeiterin der Arbeitgebe
rin
Z._
in der
schriftlichen Auskunft vom 2
5.
Mai 2011
an
, die
Beschwerdeführerin
habe auf Abruf gearbe
itet, wenn immer möglich zu
100
%. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage sei die
Z._
jedoch
gezwungen gewesen
,
ab Februar 2009 Kurzarbeit einzuführen. Von dieser Mass
nahme sei auch die
Beschwerdeführerin
betroffen gewesen
.
S
ie
habe
ab Februar 2009
im Umfang von
ca.
60
% gearbeitet
,
ab Juni 2009
jedoch
alle Einsätze aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. Die
Beschwerdeführerin
könnte bei voller Gesundheit wieder im Abrufverhältnis arbeiten und wenn dies von der
Arbeits
auslastung
möglich sei auch zu einem Pensum von 100
% (
Urk.
7/
48)
.
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist nicht streitig, dass die
Beschwerdeführerin
in ihrer zuletzt ausgeübten (mittelschweren) Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin in einer Metallverarbeitungsfabrik nicht mehr arbeitsfähig ist.
Im Streite liegt
die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit.
4.2
Die Verwaltung hatte d
ie
Feststellung,
wonach
die
Beschwerdeführerin
in
einer Verweisungstätigkeit
vollständig arbeitsfähig sei,
auf
den
-
von der Beschwer
deführerin
im Verwaltungsverfahren
selber
eingereichten
(Urk. 7
/55) -
Bericht der
Dr
es
.
C._
und
D._
von der
E._
(Urk. 7
/54 S. 1 f.)
sowie
die Angaben der Ärzte der
A._
(Urk. 7
/20 S. 6 f
.
)
gestützt
(vgl. Feststellungsblatt für den Besc
hluss vom 23.
Januar 2012, Urk.
7
/57, S. 3)
.
Dies ist
nicht zu beanstanden
.
Denn n
amentlich der
Bericht
der
Dr
es
.
C._
und
D._
genügt
den materiellen bundesrechtlichen Anforderungen an die Beweiskraft
(
BGE 134 V 231
E. 5.1
;
125 V 351
E. 3a mit Hinweis):
Nicht nur ist e
r
–
nachdem
die
Beschwerdeführerin
entgegen den Ausführungen in der Replik
(
Urk.
11 S. 2)
sowohl
neurochirurgisch (
Dr.
C._
)
wie
auch rheumatol
o
gisch (
Dr.
D._
) beurteilt
worden war
– für
d
ie streitigen Belange umfassend. Er
beruht
auch
auf eigener Untersuchung de
r
Beschwerdeführer
in
(Urk. 7
/54 S. 3)
, berücksichtigt die geklagten Beschwe
rden
(Urk. 7
/54 S. 3)
, wurde in Kenntnis
der im Zeitpunkt
d
er Einschätzung bei der Verwaltung vorhandenen medizini
schen Unterlagen
abgegeben
(Urk. 7
/54 S.
1)
und die
Schlussfolgerung
– welche sich auf die objektivierbaren Befunde klinisch wie radiologisch stützt
(Urk. 7
/54 S. 2)
-
ist
nachvollziehbar
.
D
ie
gestellten
Diagnosen
stehen zudem
mit den
in den
Vorakten
erhobenen Befunden
im Einklang
und
ebenso ist
die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
mit den Ei
nschätzungen
in den
Vorakten
vereinbar
.
N
a
ment
lich
benannten
auch
die
Ärzte der
A._
lediglich Ein
schrän
kungen
in Bezug auf schwere
körperliche Tätigkeiten
;
e
ine
(
leidensange
passte
) Tätigkeit
mit Wechselbelastungen (sitzend, gehend, stehend)
ohne Heben von schweren Lasten
bezeichneten sie
(implizit)
ebenfalls
als zumutbar,
ohne dass diesbezüglich
zusätzliche -
namentlich zeitliche
-
Einschränkungen
,
auf
geführt
worden wären
(Urk. 7
/20 S. 6 f
.
).
E
ntgegen der Auffassung der
Beschwerdefüh
rerin
ist daher nicht ersichtlich, inwiefern
widersprüchliche Ein
schätzungen
der Leistungsfähigkeit
vorliegen sollten
. Daran
ändert nichts, dass
sich
Dr.
F._
nicht
konkret
zur Arbeitsfähigkeit
in
einer Verweistätigkeit
äusserte
,
sondern
zur prozentualen Festlegung der Arbeitsfähigkeit
die Durch
führung
eine
r
EFL empfahl
;
allein
daraus
lässt sich
nämlich
- e
ntgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 7, Urk.
11 S
.
3) -
nicht
zwingend auf eine prozentu
ale Einschränkung auch in angepasster Tätigkeit schliessen
.
Soweit die
Be
schwerdeführerin
weitere Abklärungen beantragt, ist
alsdann
a
nzumerken
, dass
namentlich e
in EFL-Testverfahren
nicht in jedem Fall durchzuführen
ist
.
Eine medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit genügt als Grundlage für die Bemessung der Invalidität; liegt eine solche vor, darf auf eine Begut
achtung durch eine berufliche Abklärungsstelle verzichtet werden (
vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
9C_768/2011 vom 8.
Februar 2012 E.
2.4 mit Hin
weisen auf die Rechtsprechung)
.
S
chliesslich
kann
aber
auch
die Einschät
zung der
Hausärztin
Dr.
B._
, wonach
die
Beschwerdeführerin
in einer wechsel
belastenden Tätigkeit
höchstens drei (Urk. 7/21) beziehungsweise
nicht einmal mehr im Umfang von 2 Stunden arbeitsfähig
sei
(Urk. 7/52)
,
vorliegend
nicht ausschlaggebend sein
und ebenso wenig
Anlass für weite
re Abklärungen geben.
So verfügt
Dr.
B._
hinsichtlich
der vorliegenden medizinischen Pr
o
blematik
n
icht über eine vergleichbare Spezialisierung wie di
e
Dr
es
.
C._
und
D._
oder
die Ärzte der
A._
und
begründete sie diese massive Ein
schränkung nicht weiter. Sodann
gilt es in diesem Zusammen
hang der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte aufgrund ihrer
auftrags
rechtlichen
Vertrauensstellung im
F._
eher zu Gunsten ihrer Pati
enten aus
sagen (
BGE 125 V 351
E. 3b/cc
).
4.3
N
ach dem Gesagten
erlaubt die vorliegende
medizinische Aktenlage eine hinrei
chend zuverlässige medizinisch-theoretische Beurteilung des Leistungsvermö
gens
. Es ist daher
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
auf
wie
tere
Abklärungen verzichtet und
gestützt auf
die Berichte
der
Dr
es
.
C._
und
D._
sowie die Angaben der Ärzte der
A._
von einer voll
stän
d
igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten (leichten
wechse
lbelasten
den
Tätig
keit) ausgeg
angen
ist
.
5.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdef
ü
hrerin
als zu 65
% im Erwerbsbereich tä
tig und zu 35
% im Haushaltbereich. In erwerblicher Hinsicht ging sie von
einem
Valideneinkommen
von Fr.
48
‘
419.90 und e
inem
Invaliden
einkommen
von Fr.
47
‘
201.80 aus und errechnete eine Einschr
ä
nkung von 2.
52 % und gew
ichtet zu 65 % von 1.
64
%. Die Einschr
ä
nkung im
Hau
s
halts
be
reich
von 16
.
5
% ergab gewichtet zu 35
% einen Teilinvalidit
ä
tsgrad von 5.
78
%. Gesamthaft
resultierte damit ein Invaliditä
tsgrad von 7.
41
%.
Die Beschwerdefü
hrerin schloss auf eine Qualifik
ation als vollzeitlich Erwerbs
tä
tige. Wie es sich damit genau verh
ält, kann aus nachfolgenden Grü
nden offen bleiben.
5
.2
Bei einer Qualifik
ation als vollzeitlich Erwerbstä
tig
e und der Annahme eines vollumfä
nglichen Ei
nsatzes bei der
bisherigen
Arbeitgeberin könnte die Be
schwerdefü
hrerin als Gesunde
per 2010 ein Einkommen von Fr.
4
5‘448.
er
zielen
(Fr.
24.70 x 40 x 46 Wochen [da Ferien- und Feiertagsentsch
ä
digung im Stundenlohn inbegriffen ist,
Urk.
7/18
Ziff.
2.10]). Dieser Wert liegt
ü
ber 5
% unter dem D
u
r
chschnittseinkommen gem
äss der LSE 2010 fü
r Frauen in einfa
chen und repetitiven T
ä
ti
gkeiten, welcher Fr.
52
‘
728.-- betr
ä
gt (Fr.
4
‘
225
.
--
:
40 x 41
.
6 x 12). Ist das
Valideneinkommen
damit zu parallelisieren, ist es bis auf 95
%
des Tabellenlohnwertes anzuheben (B
GE 135 V 297 E
. 6.1.3).
Da der Beschwerdeführerin sämtliche leichten Tä
tigkeiten noch zumutbar sind, ist zur Bemessung des Invalideneinkommens ebenfalls auf den identischen Tabellenlohnwert abzustellen, wobei angesichts der bloss noch eingeschr
änkten Einsatzmö
glichkeit ein Abzug von 10
% zu gew
ä
hren ist. Damit entspricht das Invali
deneinkommen 90
% des Tabellenwertes. Dies f
ührt zu einem
Invaliditä
ts
grad
von 5
.
3
%
(100 -
100 :
95 x 90).
5.3
S
elbst unter der – sich zugunsten der
Beschwerdeführerin
auswirkenden –
An
nahme einer Qualifikation
als vollzeitlich Erwerbstätige
errechnete
sich somit kein
Invaliditätsgrad
von 40 %
, was im Übrigen selbst bei Vornahme eines rechtsprechungsgemäss maximal möglichen leidensbedingten Abzuges von 25 %
(
BGE 135 V 297
E. 5.2 S. 301
) gelten würde (100 – 100
: 95 x 75 = 21
%
).
Damit
hat die Beschwerdefü
hrerin kei
ne
n
Anspruch
auf eine Rente der Invali
denversicherung, weshalb sich die angefochtene
Verfü
gung als rechtens erweist und die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
)
. Sie sind
vorliegend
auf Fr. 7
00.
--
festzusetzen
und e
ntsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.