Decision ID: 6bac9516-0a74-4989-a9e1-a60fb8227dd9
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 14. November 2011 erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Berufliche Integration/Rente [act. G 6.1/82]). Sie machte eine
Verschlechterung des psychischen und physischen Gesundheitszustands geltend.
Zuvor wies das Bundesgericht mit Entscheid vom 2. Februar 2011 einen
Rentenanspruch ab (act. G 6.1/78; vgl. zum Sachverhalt des ersten Verfahrens:
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 7. Juli 2010 [IV 2008/464], act. G 6.1/72). Mit
Vorbescheid vom 10. Januar 2012 teilte die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten mit,
auf das Gesuch werde nicht eingetreten, da eine Veränderung in den tatsächlichen
Verhältnissen seit der letzten Verfügung vom 14. Oktober 2008 nicht glaubhaft
dargelegt sei (act. G 6.1/89). Auf Einwand des Rechtsvertreters der Versicherten vom
9. Februar 2012, wonach sich nicht nur der Gesundheitszustand verschlechtert habe,
sondern auch die älteren beiden Kinder keiner Betreuung mehr bedürften und sich
somit eine Änderung in der Qualifikation (Erwerbstätigkeit /Aufgabenbereich) ergebe,
beschied die IV-Stelle der Versicherten am 5. April 2012, die geltend gemachten
Vorbringen weiter abzuklären (act. G 6.1/92).
A.b In der Folge holte die IV-Stelle aktuelle Arztberichte der behandelnden Ärzte ein.
In ihrem Bericht vom 7. Mai 2012 diagnostizierte Dr. med. B._, eidg. Fachärztin
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Psychiatrie und Psychotherapie, eine rezidivierende depressive Episode, seit einem
Jahr deutliche Verschlechterung: schwere und mittelgradige Episoden mit somatischen
Symptomen (F33.11), eine Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01), eine dissoziale
Störung mit möglichem Traumahintergrund sowie eine schwere psychosoziale
Belastung, bestehend seit Jahren, mit Verschlechterung seit ca. Anfang 2011. Der
versicherten Person seien keine beruflichen Tätigkeiten zumutbar, sie sei zu 100 %
arbeitsunfähig (act. G 6.1/98). Mit Bericht vom 21. Juni 2012 nannte sodann der
Hausarzt der Versicherten, Dr. med. C._, die Diagnosen einer rezidivierenden
depressiven Episode, bestehend seit Jahren, chronische Schmerzen im Bereich
Nacken-Schultergürtel und Becken-Beinregion bei Fibromyalgie, belastungsabhängige
Schmerzen im linken Fuss bei Tendinitis tibialis posterior, Reizung
Peronealsehnenscheiden, Dystrophie Sesamoid MTP 1, Periarthropathia
humeroscapularis und Asthma bronchiale. Seiner Beurteilung nach sei die Versicherte
nicht im Stande eine berufliche Tätigkeit auszuüben (act. G 6.1/101.1 ff.). Mit
Stellungnahme vom 20. August 2012 ging die RAD-Ärztin auf Grund dieser Unterlagen
davon aus, dass ab Januar 2011 eine Verschlechterung vorwiegend des psychischen
Gesundheitszustands mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten sei (act.
G 6.1/107).
A.c Am 12. Juli 2012 reichte die Versicherte den Fragebogen betreffend Haushalt ein
(ausgefüllt am 7. Februar 2012). Darin gab sie an, als Gesunde würde sie heute eine
100 %-Tätigkeit als kaufmännische Angestellte ausüben. Sie habe sich nicht um eine
Stelle beworben, da sie Depressionen und Mühe mit Menschen habe (act. G 6.1/105).
Am 15. November 2012 fand eine Haushaltsabklärung durch die IV statt. Dabei
ermittelte die Abklärungsperson eine Einschränkung von 0 %. Im Weiteren ging sie
davon aus, dass die Versicherte auch heute noch zu je 50 % im Haushalt und im
Erwerb tätig zu qualifizieren sei. Dies begründete sie im Wesentlichen damit, dass die
drei Kinder ihrerseits psychische Probleme hätten und bei der IV bekannt seien. Eine
Fremdbetreuung wäre dadurch erschwert. Die Versicherte habe seit 2008 keine Stellen
mehr gesucht, obwohl die IV-Stelle mit der abweisenden Verfügung vom 14. Oktober
2008 von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei. Zudem sei auch aus
finanzieller Sicht keine Arbeitstätigkeit über 50 % notwendig. Schliesslich habe die
Versicherte einen grossen Hund, der nicht ganztägig allein zu Hause gelassen werden
könne (act. G 6.1/113.8 f.).
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A.d Auf Antrag des RAD holte die IV-Stelle bei Dr. med. D._, Facharzt FMH
Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med. E._, Facharzt FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, ein bidisziplinäres Verlaufsgutachten ein. Im entsprechenden Bericht
vom 13. April 2013 diagnostizierten die Experten (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)
anamnestisch ein chronisches Schulterimpingementsyndrom bilateral, derzeit nur leicht
rechtsbetont (M75.0), sowie ein unspezifisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
(M54.5), einen Status nach Irritation der Tibialis posterior Sehne und der
Peronealsehnenscheiden und leichter Osteodystrophie des medialen Sesamoides am
Grosszehengrundgelenk links, einen Verdacht auf eine chronische Schmerzstörung,
früher diagnostizierte Fibromyalgie nicht mehr nachweisbar, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (F35.4 [richtig wohl F45.4]) sowie eine chronisch
depressive Störung, hauptsächlich agitiert, gegenwärtig leicht bis mittelgradig (F33.0/
F33.1). Sowohl in der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte als auch
in anderen leidensadaptierten Tätigkeiten ergebe sich eine 50 %ige
Restarbeitsfähigkeit, rein somatisch sei die Versicherte zu 90 % arbeitsfähig an einem
ergonomischen Arbeitsplatz, teils sitzend, teils stehend und gehend, in
Wechselhaltung, ohne Tätigkeit über Schulterhöhe, nicht vorwiegend gebückt oder
ständig vorgebeugt, mit Lasthebegrenze Boden/Tisch repetitiv 7 bis 8 kg und einmalig
bis 10 kg, Tisch/Schulterhöhe repetitiv 3 bis 4 kg, einmalig 5 kg beidhändig, mit
Gewährung 10 % vermehrter Kurzpausen bei voller Arbeitspräsenz (act.
G 6.1/123.10 ff.).
A.e Mit Vorbescheid vom 29. Mai 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten erneut die
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Dabei ging sie von einer Qualifikation
von 50 % Erwerbstätigkeit und 50 % Haushaltstätigkeit sowie einer Einschränkung von
0 % in beiden Bereichen aus (act. G 6.1/127). Mit Einwand vom 4. Juli 2013 liess die
Versicherte geltend machen, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig (act.
G 6.1/128). Mit Verfügung vom 31. Juli 2013 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch bei
einem festgestellten Invaliditätsgrad von 0 % ankündigungsgemäss ab. Zum Einwand
wird im Wesentlichen ausgeführt, dass sich die Versicherte beim RAV ab November
2006 nur zu 50 %, ab Mai 2007 noch zu 30 % vermittlungsfähig gemeldet habe. Seit
2008 habe sie trotz der Arbeitsfähigkeit von 50 % keine Stelle mehr gesucht. Da sich
die Qualifikation auch wirtschaftlich begründe, seien allfällige Änderungen in Bezug auf
die Kinder unerheblich (act. G 6.1/131).
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B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 28. August
2013 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der
Beschwerdeführerin sei sodann mindestens eine halbe IV-Rente zu gewähren.
Ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Die Beschwerdegegnerin könne nichts aus dem
Umstand ableiten, dass die Beschwerdeführerin nie mehr als für 50 % Arbeit gesucht
habe, da sie ihr gesuchtes Arbeitspensum natürlich den gesundheitlichen
Möglichkeiten habe anpassen müssen. Auch die Argumentation, die wegfallende
Kinderbetreuung rechtfertige nicht die Annahme einer vollen Erwerbstätigkeit, ziele ins
Leere, sei doch die Beschwerdegegnerin selber davon ausgegangen, jene stehe einer
vollen Erwerbsfähigkeit im Weg. Auch das wirtschaftliche Argument treffe nicht zu. Die
Beschwerdeführerin erhalte nur Fr. 1‘386.-- Alimente für sich und für die jüngste
Tochter I._, nicht Fr. 2‘159.--, wie die Beschwerdegegnerin behaupte (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2013 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Die Frage der Qualifikation könne offen bleiben, da die
Beschwerdeführerin auch bei einem fiktiven 100 %igen Arbeitserwerb keinen Anspruch
auf Rentenleistungen hätte. Die Beschwerdeführerin sei aus somatischer Sicht zu 90 %
arbeitsfähig. Bei somatoformen Schmerzstörungen oder ihren Folgen bestehe die
Vermutung, dass diese mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien.
Eine leichte bis mittelgradige depressive Störung stelle keine schwere Komorbidität
dar, was auch die Gutachter selbst erwähnt hätten. Es müssten also weitere Kriterien
erfüllt sein, was nicht der Fall sei. So gehöre bei einer Schmerzverarbeitungsstörung
die medizinische Dauerbehandlung zur Symptomatik. Selbst wenn ein selbstständiges,
vom Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden vorliegen würde, wäre im
konkreten Fall nicht von einer sozialversicherungsrechtlich relevanten Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische
Störungen gälten nämlich als therapeutisch angehbar, was auch bei der
Beschwerdeführerin zutreffe. Die psychisch bedingten Befunde begründeten daher
keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit, weshalb sich die Invaliditätsbemessung
nach den organisch bedingten Beeinträchtigungen richte. Zudem finde die
rezidivierende depressive Störung ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen
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Umständen und subjektiven Auffassungen, weshalb sie nicht zu berücksichtigen sei.
Schliesslich werde auch an der Qualifikation festgehalten. Es sei unglaubwürdig, dass
die Beschwerdeführerin ohne Beschwerden zu 100 % erwerbstätig wäre (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 21. Oktober 2013 führt die Beschwerdeführerin aus, dass die
Beschwerdegegnerin eine Kehrtwende vornehme, wenn sie die Rentenablehnung
bisher mit der Qualifikation begründet habe und diese nun plötzlich irrelevant sein soll.
Die Beschwerdegegnerin negiere, dass bei der Beschwerdeführerin neben der
somatoformen Schmerzstörung zusätzlich die Diagnose eines chronischen Schulter-
Impingementsyndroms bilateral linksbetont (M75.0) vorliege und aus
rheumatologischer Sicht die Erwerbstätigkeit einschränke. Die Behauptung, eine leichte
bis mittelgradige depressive Störung stelle keine schwere Komorbidität im Sinn der
Rechtsprechung dar, könne so nicht stehen gelassen werden. Vielmehr seien die
Einschränkungen im Einzelfall zu prüfen. Ausserdem sei eher von einer mittelgradigen
depressiven Störung (F32.1) auszugehen (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin
verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen
1.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden. Volljährige, die vor der
Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht
erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann,
gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen
Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 ATSG). Letzteres gilt sinngemäss auch für die Unfähigkeit, sich
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im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für
diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit danach bemessen, in
welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 2
und 3 IVG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
Anspruch auf eine Viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
auf eine halbe Rente. Ein Invaliditätsgrad von mindestens 60 % berechtigt zu einer
Dreiviertelsrente und ein solcher von mindestens 70 % zu einer ganzen Rente.
1.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nach Art. 87 Abs. 4 IVV nur geprüft, wenn die Voraussetzungen
gemäss Abs. 3 erfüllt sind. Danach ist von der versicherten Person im Gesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Die Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung
in den für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten sein könnte, beurteilt
sich durch den Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ersten
Ablehnungsverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen
Verfügung (BGE 130 V 73 E. 3.1). Tritt die Verwaltung (nach erfolgter
Glaubhaftmachung) auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell
abzuklären und zu prüfen, ob nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu
bejahen sei.
2.
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2.1 Vorliegend ist im Wesentlichen die Qualifikation der Beschwerdeführerin als
Erwerbstätige bzw. im Aufgabenbereich Tätige umstritten. Die in der
Haushaltsabklärung ermittelte Einschränkung von 0 % wird von der
Beschwerdeführerin nicht bestritten, stellt sie sich doch auf den Standpunkt, ohne
Gesundheitsschaden zu 100 % erwerbstätig zu sein. Sie macht auch keine Einwände
gegen die medizinische Abklärung geltend. Demgegenüber bringt die
Beschwerdegegnerin erstmals im Beschwerdeverfahren vor, die vom psychiatrischen
Gutachter ermittelte Einschränkung von 50 % sei unbeachtlich, da es sich bei der
diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung um ein sogenanntes pathogenetisch-
ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische
Grundlage („PÄUSBONOG“) wie auch ohne nachweisbare psychiatrische Komorbidität
oder Vorhandensein weiterer Kriterien (Foerster-Kriterien) handle. Die
Beschwerdeführerin sei demzufolge in einer adaptierten Tätigkeit im somatisch
begründeten Umfang von 90 % arbeitsfähig (Vollzeit bei um 10 % verlängerten
Pausen).
2.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht das bisherige Regel-/Ausnahmemodell
durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges
von Indikatoren erfolgt nunmehr eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des -
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - tatsächlich erreichbaren
Leistungsvermögens (E. 3.6). Die geänderte Rechtsprechung bedeutet indes nicht,
dass während der Geltungsdauer der Rechtsprechung von BGE 130 V 352 eingeholte
Gutachten ihren Beweiswert per se verlieren würden. Vielmehr ist im Rahmen einer
gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den
erhobenen Rügen entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen
Beweisgrundlagen im angefochtenen Entscheid vor Bundesrecht standhält (Entscheid
des Bundesgerichts vom 30. November 2015 (9C_739/2014) E. 2.2 mit Hinweis auf
BGE 137 V 210 E. 6 S. 266).
2.3 Wie bereits erwähnt, werden von Seiten der Beschwerdeführerin keine Einwände
gegen das bidisziplinäre Gutachten vorgebracht, während die Beschwerdegegnerin
lediglich vorbringt, die vom psychiatrischen Experten genannte Einschränkung sei - mit
aus heutiger Sicht obsoleten Gründen - unbeachtlich (vgl. vorstehende E. 2.1). Der
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rheumatologische Gutachter Dr. D._ ging im Gutachten vom 13. April 2013 von
einem derzeit wenig ausgeprägten Schulterimpingementsyndrom bilateral aus, wobei
rechts radiologisch keine Veränderungen mehr feststellbar seien und sich die
Verkalkung aufgelöst habe. Bei der Begutachtung seien beide Schultern frei beweglich
gewesen mit erhaltener Rotatorenkraft, nur rechts geringer Endphasenschmerz beim
nicht eingeschränkten Hoch- und Seitheben, geringe Druckdolenz des Tuberkulum
majus. Eine Fibromyalgie konnte er nicht mehr bestätigen. Neurologisch seien weder
radikuläre Reizungen noch Ausfälle feststellbar. Die früher als Fibromylagie
interpretierten Tenderpoints seien trotz der von der Beschwerdeführerin angegebenen
Ganzkörperschmerzen nicht mehr vorhanden und der Gelenkstatus sei bis auf das
genannte leichte Schulterimpingementsyndrom rechts unauffällig. Die Schmerzen
interpretierte und diagnostizierte er als unspezifisches lumbovertrebrales
Schmerzsyndrom (M54.5). Weiter diagnostizierte er unter anderem einen Status nach
Irritation Tibialis posterior Sehne und Peronealsehnenscheiden sowie einen Verdacht
auf eine chronische Schmerzstörung (alle mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit). Aus
rein rheumatologischer Sicht erachtete Dr. D._ die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte und für andere leichtere
Tätigkeiten vollzeitig mit 10 % (zusätzlichem) Pausenabzug zu mindestens 90 %
arbeitsfähig. Die Arbeit solle an einem ergonomischen Arbeitsplatz teils sitzend,
stehend und gehend, in Wechselhaltung verrichtbar sein, nicht vorwiegend vorgebeugt
oder stark gebückt oder kauernd. Lastenheben repetitiv 8 kg, einmalig 10 kg bis
Tischhöhe, repetitiv 3 bis 4 kg, einmalig 5 kg bis Schulterhöhe, ohne Arbeit über
Schulterhöhe wegen der Neigung zu Impingementsyndrom. Die früher ausgeübte
Tätigkeit als Zeitungsverträgerin sei nicht mehr zumutbar. Im Haushalt bestehe bei frei
einteilbarer Tätigkeit und Mithilfe der Kinder - übereinstimmend mit der
Haushaltsabklärung - keine relevante Einschränkung.
2.4 Der psychiatrische Gutachter Dr. E._ diagnostizierte (mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) sowie eine
chronische depressive Störung, hauptsächlich agitiert, gegenwärtig leicht bis
mittelgradig (F33.0/33.1). Die chronische depressive Störung leicht bis mittelgradig
entspreche einem psychischen Leiden mit Krankheitswert, grundsätzlich geeignet, die
Arbeitsfähigkeit langfristig einzuschränken. Auch in Bezug auf die
Schmerzsymptomatik sei es der Beschwerdeführerin nur vermindert zumutbar, die
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Schmerzen willentlich zu überwinden, weshalb jene ebenfalls als ein die
Arbeitsfähigkeit vermindernder Faktor angesehen werden könne. Insgesamt sei bei im
Wesentlichen unverändertem Befund im Vergleich zum ABI-Gutachten von 2008
weiterhin von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit für ausserhäusliche Tätigkeiten
auszugehen. Eine relevante Einschränkung in der Haushalttätigkeit sei dagegen aus
psychiatrischer Sicht nicht auszumachen, so dass die Haushaltsabklärung plausibel
erscheine (act. G 6.1/120.10).
2.5 Die Experten nehmen die medizinische Begutachtung lege artis vor und äussern
sich zu allen rheumatologisch und psychiatrisch relevanten Fragestellungen. Sie setzen
sich ferner einlässlich mit der Vorgeschichte und der persönlichen, beruflich-
erwerblichen sowie der sozialen Situation der Beschwerdeführerin auseinander und
anerkennen schliesslich eine durch die Depression und die Schmerzkrankheit auf 50 %
reduzierte Arbeitsfähigkeit für die bisherige wie auch für andere angepasste
Tätigkeiten. Damit trägt die Expertise dem in BGE 141 V 281 in den Vordergrund
gerückten Aspekt der funktionellen Auswirkungen der diagnostizierten
Gesundheitsbeeinträchtigung gebührend Rechnung. Im Vergleich zur ABI-
Begutachtung, die vom hiesigen Versicherungsgericht wie auch vom Bundesgericht
bereits als beweistauglich anerkannt worden ist, ist von einem im Wesentlichen
unveränderten Gesundheitszustand auszugehen. Es leuchtet deshalb auch ein, dass
die Experten zu einer praktisch identischen Arbeitsfähigkeitsschätzung gelangen, wenn
sie auch von einem zusätzlichen Pausenbedarf von 10 % ausgehen. Nachdem aber
auch die ABI-Gutachter von einer 50 %igen Leistung bei einem vollen Pensum
ausgingen, dürfte dieser Unterschied keine praktische Relevanz haben. Insgesamt ist
somit festzustellen, dass das Administrativgutachten für die medizinischen Belange
beweistauglich ist, was von den Parteien denn auch gar nicht bestritten wird. Es ist
mithin darauf abzustellen.
2.6 Bei dieser Ausgangslage ist die Statusfrage entscheidwesentlich. Diesbezüglich ist
zunächst festzustellen, dass der Sachverhalt, und damit auch die Qualifikation (soweit
sie auf einer Würdigung konkreter Umstände beruht [vgl. Entscheid des
Bundesgerichts 8C_731/2010 vom 2. Februar 2011 E. 3.2, act. G 6.1/78.4]), wie er sich
bis zur Verfügung vom 14. Oktober 2008 entwickelt hat, durch den genannten
Entscheid des Bundesgerichts rechtskräftig festgelegt ist. Damals stellte das
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Bundesgericht im Wesentlichen fest, die Kinder der Beschwerdeführerin seien im
Verfügungszeitpunkt 11-, 13- und 15-jährig gewesen, weshalb eine ganztägige
ausserhäusliche Tätigkeit - auch in Anbetracht der gegenüber der Abklärungsperson
gemachten Äusserungen - unwahrscheinlich sei. Vielmehr wäre die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich einer
kaufmännischen Erwerbstätigkeit in einem 50 %-Pensum nachgegangen. Mit der
Neuanmeldung vom November 2011 macht die Beschwerdeführerin nebst einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands auch geltend, die Kinder seien mittlerweile
in einem Alter, das einer vollen Erwerbstätigkeit nicht mehr entgegen stehe. Im
Einwand vom Februar 2012 (vgl. act. G 6.1/90) wurde ausgeführt, dass die älteren
beiden Kinder F._ und G._ keiner Betreuung mehr bedürften. F._ sei in der
Rekrutenschule und G._ arbeite mit 17 Jahren als Haushalthilfe in H._. Im Einwand
vom Juli 2013 (act. G 6.1/128) wurde weiter dargelegt, dass I._ und G._ seit Jahren
nicht mehr in Behandlung seien. Sie hätten sich gut entwickelt und hätten keinerlei
schulische Probleme. I._ schliesse in diesem Jahr die dritte Oberstufe ab und gehe
ab August 2013 an die Kantonsschule St. Gallen, d.h. sie sei dann praktisch ganztags
weg. G._ sei im Juni 2013 ausgezogen und lebe seither bei ihrem Vater. F._ sei
ebenfalls den ganzen Tag ausser Haus (act. G 1 S. 3 f.). Demgegenüber stellt sich die
Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin habe trotz einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % seit 2008 keine Stellen mehr gesucht. Da sich die
Qualifikation auch wirtschaftlich begründe, sei eine allfällige Änderung in Bezug auf die
Kinder unerheblich (act. G 6.1/131.2). In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. September
2013 betont die Beschwerdegegnerin nochmals, dass die Beschwerdeführerin
überhaupt nicht arbeite und demzufolge die „ihrer Meinung nach“ verbleibende
Restarbeitsfähigkeit von 50 % nicht ausschöpfe.
2.7 Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass nicht ohne Weiteres von der Tatsache,
dass die Beschwerdeführerin im Krankheitsfall ihre objektiv zumutbare
Resterwerbsfähigkeit nicht ausschöpft, geschlossen werden kann, sie würde auch im
Gesundheitsfall nicht oder nicht voll arbeiten. Zwar äusserte sie gegenüber Dr. E._
keine direkte subjektive Arbeitsunfähigkeit mehr wie noch gegenüber dem ABI-
Gutachter Dr. J_ (vgl. act. G 6.1/38.10). Indessen geht aus ihrer Schilderung der
Beschwerden zumindest implizit hervor, dass sie sich nach wie vor subjektiv nicht
arbeitsfähig fühlt. So schilderte sie bei Dr. E._ ihre anhaltende Müdigkeit, ihre
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Schmerzen, den schlechten Schlaf, die Energiearmut sowie diverse Ängste – Mühe mit
vielen Leuten, in engen Räumen, Angst vor Zecken und Bremsen, fremden Leuten,
unbekannten Orten und Befürchtungen, es gehe gar nichts mehr (act. G 6.1/120.6).
Ausserdem erfolgte die Wiederanmeldung unter anderem auf Grund einer geltend
gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustands (act. G 6.1/82.6 und 113.7).
Auch bei der Haushaltsabklärung gab sie an, sie habe keine Stellen mehr gesucht, weil
sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage dazu sei (act. G 6.1/113.7). Es ist somit nicht
zulässig, allein auf Grund des fehlenden „Tatbeweises“ der Verwertung der objektiven
Resterwerbsfähigkeit auf einen Status als Teilerwerbstätige zu schliessen.
2.8 Vielmehr ist zu prüfen, ob sich die äusseren Umstände seit Oktober 2008
dahingehend verändert haben, dass nunmehr von einem Status als Erwerbstätige
ausgehen ist. Das Bundesgericht stellte in seinem Entscheid vom 2. Februar 2011 im
Wesentlichen auf die Angaben der Beschwerdeführerin ab, wonach sie sich im
Gesundheitsfall wegen der durchgemachten schwierigen Zeit und möglichweise
vorhandenen psychischen Probleme der Kinder nicht vorstellen könne, ganztags zu
arbeiten. Dabei käme es nicht auf den objektiven Gesundheitszustand der Kinder an,
sondern allein darauf, welchen zeitlichen Aufwand die Beschwerdeführerin unter der
Annahme, sie sei vollständig gesund, für die eigene Betreuung der Kinder und die
Führung des Vier-Personen-Haushaltes als notwendig erachte. Die Kinder der
Beschwerdeführerin waren zum Verfügungszeitpunkt (14. Oktober 2008) 11-, 13- und
15-jährig (act. G 6.1/78.7). Im heutigen Verfügungszeitpunkt (31. Juli 2013) waren sie
knapp 16, 18 und 20 Jahre alt, somit knapp 5 Jahre älter als im letzten
Referenzzeitpunkt. Dabei lebt das mittlere Kind (G._) nach eigenen Angaben der
Beschwerdeführerin mittlerweile beim Vater. In Bezug auf das Alter der Kinder kann
nun ohne weiteres angenommen werden, dass ein allfälliger Betreuungsaufwand einer
vollen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr
entgegensteht. Auch gibt es keine Hinweise darauf, die Beschwerdeführerin würde im
Validenfall für die Betreuung der Kinder und ihres 3-Personen-Haushaltes (auch) heute
einen höheren als durchschnittlichen Aufwand veranschlagen. So ist nicht ersichtlich,
inwiefern die Kinder heute noch einer überdurchschnittlichen Betreuung bedürften.
Namentlich kann nichts aus dem Umstand abgeleitet werden, dass die Kinder nach
Angaben der Abklärungsperson in psychotherapeutischer Behandlung stehen (vgl. act.
G 6.1/113.8). Anlässlich der Haushaltsabklärung stellte die Beschwerdegegnerin
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sodann keine Einschränkungen fest, da die Beschwerdeführerin einen eher
unterdurchschnittlichen Aufwand betreibt und diverse Arbeiten weglässt, aber auch,
weil die Kinder gewisse Arbeiten übernehmen. Dieses Modell würde wohl auch im
Validenfall Anwendung finden. Schliesslich ist zu bedenken, dass die
Beschwerdeführerin von Armut bedroht ist, teilweise von der Fürsorge lebt, und im
Gesundheitsfall von der Behörde wohl angehalten würde, möglichst viel zu arbeiten.
Nachdem sich der Staat nicht widersprüchlich verhalten darf, kann ihr im Krankheitsfall
nicht entgegen gehalten werden, sie würde als Gesunde mangels Notwendigkeit
ohnehin nicht voll arbeiten. Mit der Beschwerdeführerin ist sodann festzustellen, dass
die Einnahmen durch die Frauenalimente von Fr. 569.--/Monat sowie die
Kinderalimente in gleicher Höhe und die Ausbildungszulagen, die zudem in absehbarer
Zeit wohl ganz wegfallen dürften, einen Verzicht auf eine volle Erwerbstätigkeit
zumindest nicht als naheliegend erscheinen lassen. Die entsprechende Annahme der
Beschwerdegegnerin lässt sich daher nicht halten. Insgesamt ist davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin als Gesunde in finanziell und familiär gleicher Situation
heute einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde.
2.9 Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ist demnach durch einen
Einkommensvergleich festzusetzen. Wie bereits im Urteil IV 2008/464 vom 7. Juli 2010
dargelegt, ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde heute eine
Tätigkeit als kaufmännische Angestellte ausüben würde. Davon geht im Grundsatz
auch das Bundesgericht aus (Entscheid vom 2. Februar 2011 E. 4.2.3). Nachdem sie
eine solche Tätigkeit auch mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen noch ausüben
könnte, ging das hiesige Gericht von einem Prozentvergleich aus, sodass von einem
Invaliditätsgrad von 50 % auszugehen war. Zum Ausgleich des Nachteils der
ganztägigen Verwertung gewährte das Gericht der Beschwerdeführerin einen
zusätzlichen Abzug bei der Leistungsfähigkeit von 5 %, sodass ein Invaliditätsgrad von
55 % resultierte (E. 5.2 ff.). Nachdem heute wiederum von einer 100 %igen
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auszugehen ist, sich die medizinischen Prämissen
nicht grundlegend geändert haben und Eingliederungsmassnahmen nicht notwendig
sind (vgl. act. G 6.1/123.17 Pkt. 5), trifft diese Berechnung auch auf die heutigen
Verhältnisse zu. Die Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf eine halbe Rente.
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2.10 Es bleibt zu prüfen, ab wann dieser Anspruch besteht. Die Beschwerdeführerin
begründete ihre Neuanmeldung vom 14. November 2011 zunächst mit einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands (act. G 6.1/82.6). Im Einwand vom
9. Februar 2012 brachte der Rechtsvertreter erstmals vor, dass die beiden Kinder F._
und G._ keiner Betreuung mehr bedürften. F._ sei bereits volljährig und befinde
sich in der Rekrutenschule, G._ arbeite mit ihren 17 Jahren als Haushalthilfe in H._
(act. G 6.1/90). Nach der höchstrichterlichen Praxis im Scheidungsrecht wird der
Mutter von mehreren Kindern in der Regel eine volle Erwerbstätigkeit zugemutet, wenn
das jüngste Kind 16 Jahre alt ist (z.B. BGE 115 II 6 E. 3c). Dies war vorliegend am 22.
August 2013 der Fall (I._). Zu diesem Zeitpunkt waren die älteren beiden Kinder
G._ und F._ bereits volljährig, wobei G._ nicht mehr zu Hause wohnte. Im August
2013 erfolgte sodann der Übertritt des jüngsten Kindes I._ in die Mittelschule in St.
Gallen (vgl. act. G 6.1/128), womit tagsüber kaum noch Betreuungsaufwand bestand.
Es erscheint damit überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin
spätestens ab August 2013 einer ganztägigen Arbeit nachgegangen wäre. Mangels
wahrscheinlicherer Alternativen rechtfertigt es sich daher, den Statuswechsel auf
diesen Zeitpunkt vorzunehmen. Nachdem die Beschwerdeführerin das Gesuch um
Neuanmeldung bereits im November 2011 gestellt hat, ist die Rente per 1. August 2013
auszurichten (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV).
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene
Verfügung vom 31. Juli 2013 aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine halbe
Rente, beginnend am 1. August 2013, zuzusprechen. Die Sache ist sodann zur
Rentenberechnung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist
infolge Unterliegens vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
bis
bis
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3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine
Honorarnote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen. Die am 25. September 2013 bewilligte unentgeltliche Rechtspflege (act.
G 8) wird damit gegenstandslos.