Decision ID: 6b62a38f-520a-457a-88b0-75c9750f0068
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980
, Mutter von zwei
Kindern (Jahrgang
2000 und 2003
), war
seit Februar 2002
bei
m Sanatorium
Y._
als Angestellte Reinigung und Hauswart tätig und trug
zudem
jeden Sonntag
für zweieinhalb Stunden
Zeitungen aus
(
Urk.
11/2 S. 6
Ziff.
5.4
). Unter Hinweis auf
Nieren
be
schwerden
(Dialyse)
meldete sich die Versicherte am
1
5.
Mai 2018
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/2
). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
und
veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähig
keit in Beruf und Haushalt, über welche am 1
2.
Dezember 2018 berichtet wurde (
Urk.
11/18).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/21-29
) verneinte
die
IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
September 2019 einen Rentenanspruch (
Urk.
11/30
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
8.
Oktober 2019
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Ver
fügung vom 1
8.
September 2019
(
Urk.
2) und beantrag
te, diese sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
2
) und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere sei ihr ab Dezember 2018 eine
Viertels
rente
zuzusprechen (S. 2
Ziff.
2).
Im Weiteren sei eine öffentliche Schlussver
handlung durchzuführen (S. 2
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
0.
Januar 2020
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
4.
Ja
nuar 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12
).
Mit Eingabe vom 2
5.
Februar 2020 (
Urk.
13) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht sowie eine Fotografie zu den Akten (
Urk.
14/1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als
ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
g
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für
die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tä
tigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28
E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V
334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
ben
be
reich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheb
licher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu ent
wickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaft
li
chen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhän
gige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch neh
men. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Per
sonen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt wer
den können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch
Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Er
werbs
einbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Fami
lienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familien
gemein
schaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminde
rungs
pflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funk
tionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt wer
den müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde lie
genden, in Art. 159 Abs. 2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in Art. 272
ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittel
bar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haus
halt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbs
be
reich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem aus
geglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haus
haltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosig
keit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für
gewöhnlich die geeignete und ge
nügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haus
halt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2,
in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumut
barkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaub
würdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit wei
teren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
si
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnis
sen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchti
gungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstim
mung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in
BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733
/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 be
treffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilf
losigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklä
rungs
bericht
enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der
den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
si
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann,
wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137
E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizi
ni
schen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Auf
gaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklä
rung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psy
chischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügun
g (Urk. 2) davon aus, dass seit Dezember 2017 eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen und der Beschwerdeführerin aufgrund der medizinischen Beurteilung die bisherige
sowie auch eine angepasste Tätigkeit
zu 50
%
zumutbar sei.
Demzufolge ergebe dies eine Einschränkung von 50
%
im Erwerbsbereich. Die Beschwerdeführerin sei 50
%
im Erwerbsbereich tätig gewesen, die restlichen 50
%
würden in den Haus
haltsbereich fallen. Gemäss Aussendienst liege im Haushalt eine Einschränkung von 24.20
%
vor. Mit Berücksichtigung beider Teilbereiche führe dies zu einem Invaliditätsgrad von 37
%
, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber a
uf den Standpunkt (Urk. 1), sie sei seit mindestens 2010 gesundheitlich eingeschränkt. Damals seien die Kin
der 7 und 10 Jahre alt gewesen. Heute seien die Kinder 16 und 19 Jahre alt, womit die Betreuungsaufgabe nur noch in sehr geringem Umfang anstehe.
Entgegen den Angaben im Abklärungsbericht
beliefen
sich die Schulden des Ehepaares auf
Fr.
59'413.--, und nicht auf
Fr.
30'000.--. Auch dies sei ein klares Indiz, dass die
Verständigung in der deutschen Sprache nicht einwandfrei funktioniere (S. 8).
Die bestehenden Schulden seien auch der Grund gewesen, dass sie ab 2001 begonnen habe, im Sanatorium
Y._
in einem Teilzeitpensum von 25
%
zu arbeiten, obwohl sie zwei Kinder zu betreuen gehabt habe. Im Verlauf des Jahres 2003 sei die Hauswarttätigkeit dazugekommen, womit sie vor der Erkrankung im Jahr 2008 ein Pensum von 43
%
ausgeübt habe. Der Grund, wieso sie nicht bereits vor 2008 ihr Arbeitspensum noch mehr gesteigert habe, sei das Alter der Kinder gewesen. Zudem habe sie 2012 versucht, ihr Arbeitspensum trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme weiter zu steigern, da die Kinder weniger Betreuung benötigt hätten und die Schulden wieder höher geworden seien.
In Anbetracht dessen habe sie bei
Z._
mit dem Austragen von Zeitungen (jeweils am Sonntag) angefangen
(S. 9)
.
Zusammenfassend sei daher festzuhalten, dass sie aufgrund des
zwischenzeitlich erreichten
Alters der Kinder sowie de
r
bestehenden Schulden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihr Arbeitspensum bei guter Gesundheit bereits vor der Anmeldung bei der Invalidenversicherung auf mindestens 80
%
gesteigert hätte. Bei guter Gesundheit würde sie daneben noch 20
%
im Haushalt tätig sein. Im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenan
spruchs im Dezember 2018 sei daher eine Qualifikation von 80
%
Erwerbstätig
keit und 20
%
Haushalt zu berücksichtigen (S. 10).
Der Ehemann arbeite zirka 120
%
. Da sie ihre Arbeiten als Reinigungskraft, Hauswart und
Zeitungsverträge
rin
aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alleine bewältigen könne, verrichte der Ehemann zusammen mit dem Sohn den grössten Teil der Hauswarttätigkeiten und begleite sie beim Verteilen der Zeitungen oder übernehme dies vollumfäng
lich. Demnach bewältige der Ehemann zurzeit ein Arbeitspensum von insgesamt 145
%
. Bei diesem Arbeitspensum könne die Mithilfe des Ehemannes im Haus
halt, wenn überhaupt, nur noch im geringen Masse im Rahmen der Schadenmin
derung einbezogen werden.
Mit Blick auf das zu bewältigende Arbeitspensum des Ehemannes sowie
die
in Ausbildung befindenden Kinder sei die Berücksichtigung der Mithilfe
bei der Wohnungspflege
der Familienangehörigen im Umfang von 70
%
überstrapaziert. Vielmehr rechtfertige es sich hier, eine Mithilfe von 40
%
zu berücksichtigen. Damit sei in diesem Bereich eine Behinderung von 17.4
%
heranzuziehen (S. 11 f.).
Beim Bereich Einkauf sowie weitere Besorgungen sei eine Einschränkung von 45
%
zu berücksichtigen, womit in diesem Bereich eine Behinderung von 4.5
%
resultiere (S. 12). Beim Bereich Wäsche und Kleiderpflege sei eine Einschränkung von 38
%
zu berücksichtigen. Demnach resultiere hier eine Behinderung von 7.6
%
(S. 13). Insgesamt resultiere demnach, unter Berück
sichtigung einer verhältnismässigen Zusatzbelastung der Familienangehörigen
,
eine Behinderung von 38.5
%
. In Bezug auf ein Pensum im Haushaltbereich von 20
%
ergebe dies ein
en
Teili
nvaliditätsgrad von 7.7
%
im Haushalt (S. 13).
Im
Juni 2018 habe sie die bisherigen Tätigkeiten
wieder aufgenommen
, allerdings unter beträchtlicher Mithilfe des Ehemannes und teilweise des Sohnes.
Die Arbeitsfähigkeit
von 50
%
im Erwerbsbereich werde daher nicht beanstande
t (S.
13). Zurzeit resultiere im Erwerb bei einem Pensum von 80
%
ein IV-Grad von 40
%
und somit ein Gesamtinvaliditätsgrad von 48
%
, womit sie ab Dezember 2018 Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe (S. 14).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere
d
eren
sozialversicherungsrechtliche Qualifi
kation sowie die
zu berücksichtigenden
Einschränkungen im Haushaltsbereich.
3.
3.1
Die Ärzte des Spitals
A._
berichteten am 1
0.
Juni 2010 (
Urk.
11/10/1-5) über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 1
5.
bis 2
2.
Mai 201
0.
Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Niereninsuffizienz CKD Stadium IV
-
arterielle Hypertonie
-
Hypokaliämie
-
Mikrozyste und
Hypochromasie
-
subklinische Hypothyreose
Sie führten aus, es sei eine notfallmässige Zuweisung auf die Chirurgie nach Synkope mit Kontusionen
frontoparietal
und am Oberarm rechts erfolgt.
Die Beschwerdeführerin habe eine schwere
hypertensive
Entgleisung gezeigt. Ursäch
lich liege eine schwere chronische Niereninsuffizienz vor, die bereits 2008 erst
mals aufgefallen sei, dann aber vermutlich auch aufgrund der sprachlichen Barriere nicht weiter abgeklärt worden sei (S. 1 f.). Die veranlasste Nierenbiopsie habe das Bild einer schweren vaskulären akuten und chronisch thrombotischen
Mikroangiopathie
im Sinne einer vaskulär-
hypoxischen
Ursache wahrscheinlich bei Hypertonie gezeigt
(S. 2).
3.2
Die Ärzte des Universitätsspitals
B._
berichteten am
1.
November 2017 (
Urk.
11/10/
1
9-
2
0) über die Vorstellung der Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehemann sowie in Begleitung einer Dolmetscherin zu einem Informations
gespräch über eine Nierentransplantation. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
2.
September 2014 aktiv auf der Warteliste. Es sei ihr erklärt worden, dass mit der Blutgruppe B leider eine sehr lange Wartezeit einhergehe. Ausserdem sei sie signifikant immunisiert, was bedeute, dass nur 15
%
aller
Donornieren
in der
Schweiz für sie in Frage kämen. Insgesamt sei die Chance auf eine Transplanta
tion als gut einzuschätzen, so dass sie in den nächsten 1-2
J
ahren erfolgen sollte (S. 1).
3.3
Die Ärzte des Stadtspitals
C._
berichteten am 2
0.
April 2018 über den statio
nären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 2
2.
März bis 2
0.
April 2018 (
Urk.
11/8/8-11).
Sie führten aus, es sei eine notfallmässige Zuweisung durch den behandelnden
Nephrologen
erfolgt aufgrund einer
brachiocephalen
Shunt-Thrombose links. Die Beschwerdeführerin mit dialysepflichtiger Niereninsuffizi
enz habe am Vortag eine rasch progrediente Schwellung und Funktionsein
schränkung des linken Armes bemerkt. Nach chirurgischer stationärer Aufnahme sei am 2
5.
März 2018 die
Thrombektomie
erfolgt, wobei es
periinterventionell
zu einer
Asystolie
mit 30
sekündiger
Reanimationspflichtigkeit
gekommen sei.
Im weiteren Verlauf der
Hospitalisation
sei es zu Unterbauchschmerzen gekommen, welche einer grossen Ovarialzyste hätten zugeordnet werden können.
Aufgrund der Schmerzpersistenz sei eine vaginale Inzision und Drainage erfolgt, bei persis
tierender postoperativer Schmerzdekompensation sei eine Verlegung auf die Intensivstation nötig geworden.
Bei Persistenz von Fieber, Schmerzen und Entzündungszeichen sowie neu Blutdruckabfall sei am
8.
April 2018 eine
laparo
tomische
Revision notwendig geworden. In der erneuten Verlaufscomputertomo
graphie habe sich eine aktive Blutung im OP-gebiet gezeigt, sodass eine Re-Laparotomie nötig geworden sei zwecks Blutstillung und abdomineller Revision
(S. 2)
.
3.
4
Med.
pract
.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie, berichtete
am 2
9.
Juni 2018 (
Urk.
11/8
/2-5
) und nannte
als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine dialysepflichtige Niereninsuf
fizienz (Biopsie 2010; S. 2
Ziff.
2.5). Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
eine
hypertensive
Herzkrankheit sowie eine Laktosein
toleran
z (S. 2
Ziff.
2.6). Er führte
aus, dass die Beschwerdeführerin
seit dem 2
3.
Juni 2010
von
ihm
behandelt
werde
. Dreimal in der Woche (Dienstag, Donnerstag, Samstag) finde eine
Hämodialyse
à dreieinhalb Stunden statt (S. 1
Ziff.
1.1 und 1.2). Vom 1
0.
März 2018 bis 3
1.
Mai 2018 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 1
Ziff.
1.3).
Es bestehe weiterhin mindestens eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bei chronischer
Dialysepflichtigkeit
. Nur bei einer Nierentransplantation könne von einer verbesserten Prognose im Verlauf ausge
gangen werden (S. 2
Ziff.
2.7).
Die Beschwerdeführerin arbeite aktuell 45
%
als Reinigungskraft. Die körperliche Belastbarkeit sei eingeschränkt (S. 3
Ziff.
3.2-3.4).
3.
5
Med.
pract
.
D._
berichtete am 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
11/16) und führte aus, es bestehe neu ein Status nach Shunt-Thrombose mit Herzstillstand (S. 1
Ziff.
1.3). Die Beschwerdeführerin sei maximal zu 50
%
arbeitsfähig (S. 1
Ziff.
2.1).
Die Prognose sei sich verschlechternd unter chronischer
Hämodialysetherapie
. Die Beschwerdeführerin sei auf der Nierentransplantationsliste (S. 2
Ziff.
3.3).
3.6
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
4.
Oktober 2018 Stellung (
Urk.
11/20/4-5) und führte aus, gemäss dem
nephrologischen
Arztbericht von med.
pract
.
D._
liege bei der Beschwerdeführerin eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz bei einer Schrumpfniere vor.
Dem Verlaufsbericht sei zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin zur Nierentransplantation gelistet und noch zu 50
%
arbeitsfähig sei. Die Arztberichte seien plausibel und nachvollzieh
bar, weswegen darauf abgestellt werden könne.
3.7
Die zuständige Abklärungsperson führte am 11. Dezember 2018 bei der Beschwerde
führerin zu Hause eine Haushaltabklärung an Ort und Stelle durch, qualifizierte sie als zu 50 % im Er
werbsbereich und zu 50 % im Haushalt tätig und ermittelte eine Einschrän
kung von 24.20 % im Haushalt (Urk. 11/18).
Die Abklärungsperson führte aus, d
ie
Leistungseinschränkungen und
der
Zeitauf
wand für die Dialyse seien
in jeder Tätigkeit vorhanden, weswegen
eine ange
passte Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit
nicht steigern könnte
.
Die
Beschwerdeführe
rin
müsse dreimal pro Woche zur Dialyse, diese sei jeweils am Dienstag, D
onnerstag und Samstag und dauere
jeweils zwischen 3
-4 Stunden. Danach sei die Beschwerdeführerin
immer sehr müde und müsse sich erholen. Sie habe oft auch Kopfschmerzen nach der Dialyse. Man warte nun seit 3 1/2 Jahren auf eine Niere und der Shunt am linken Arm mache immer wieder
Probleme. Die Beschwerdeführerin habe
schon 5 Operationen
gehabt. Der Arm sei
gesch
wollen und vernarbt. Vor Ort sei
dies gut ersichtlich. Sie habe Schmerzen und gebrauche den Arm nur eingeschränkt
(S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin arbeite
nach wie vor bei beiden Arbeitgebern. Der Ehe
mann erklär
e
jedoch, dass er und der Sohn den grössten Teil der
Hauswartarbeiten übernommen
hätt
en
, was für die Familie eine grosse Belastung sei.
D
ie Kundin sei immer erschöpfter und es
habe
auch schon Gespräche mit dem Arbeitgeber
gegeben
. Da die
Beschwerdeführerin
bereits seit
17 Jahren im
Y._
arbeite
und er als Gruppenleiter schon seit bald 30
Jahren am gleichen Ort tätig sei, werde man die Beschwerdeführerin
vorerst behalten. Wie lange dies aber noch geh
e, wisse man nicht. Die Beschwerdeführerin versuche
,
alle vorhandenen Res
sourcen in der Arbeit einzusetzen,
damit sie den Job nicht verliere
.
Auch beim Aust
ragen
der Zeitungen am Sonntag gehe er nun immer mit. Er möchte sie nicht mehr alleine lassen.
Der Ehemann arbeite 100
%
als Gruppenleiter der Reinigung im Sanatorium
Y._
und dies seit bald 30 Jahren.
Zudem arbeite er
ebenfalls bei
Z._
und vertrage
von Montag bis
Samstag
jeden Morgen
die Zeitungen.
Hinzu kom
me
nun auch noch die Arbeit der
Beschwerdeführerin
, welcher sie alleine nicht mehr gewachsen
sei
, was eine grosse Belastung für die Familie
sei
. Der Sohn
sei
im
2.
Lehrjahr eine
r
KV-Ausbildung mit Profil B. Er habe die Sekundarschule B absolviert.
Die Tochter besuche die
2.
Sekundarklasse B (S. 3).
Der Ehemann erklär
e
, dass man in den letzten Jahren immer wieder auf die Hilfe von Kollegen und Angehörigen angewiesen
gewesen sei
. Dies habe ihn zuneh
mend belastetet und darum habe er einen Privatkredit b
ei einer Kreditbank auf
genommen
. So
habe
er alle Schulden abbezahlen
können
und habe nun nur noch an einem Ort eine Schuld.
Sie
hätten
das Geld für die Zähne der Tochter
gebraucht
, dann sei
en
seine Schwester und die Mutter der
Beschwerdeführerin
in Sri Lanka verstorben und man
habe
hinreisen
müssen
. Man habe einfach zu
viel Geld gebraucht
.
Die
Beschwerdeführerin habe
keine Veränderung geplant
gehabt, sie arbeite
heute noch in gleichem Pensum wie vor dem Gesundheitsschaden,
nur
dass ein Teil der Arbeit vom E
hemann oder Sohn übernommen werde
. Sie würde bei guter
Gesundheit in gleichem Pensum arbeiten, aber all
es wieder selber übernehmen
(S.
4).
Zum Bereich
Ernährung
wird ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin
für die Zubereitung der Speisen zum grössten Teil zuständig
sei
. Sie bereite meistens das Frühstück für alle vor und am Mittag koche sie eine warme Mahlzeit
,
aber meist etwas Kleineres, weil die Hauptmahlzeit am Abend stattfinde. Der Ehemann habe die Kundin am Abend schon immer unterstützt und dies sei auch heute so. Nun helfe aber auch die Tochter immer mehr mit und koche gemeinsam mit der Mutter (zumutbar).
Die
Beschwerdeführerin
sei am Abend oft müde und alleine für alle zu kochen wäre zu
viel für sie. Die oberflächlichen Küchenreinigungen über
nehme vorwiegend die
Beschwerdeführerin
. Dies sei ihr alles möglich. Die gründ
lichen Reinigungen habe der Ehemann übernommen. Früher habe die
Beschwer
deführerin
zu Hause alles gemacht, heute benötig
e
sie die Ressourcen für die
externe Arbeit und die Dialyse. Die Mitwirkung mü
ss
e berücksichtigt werden. Es sei
zumutbar, dass die Familie die
Beschwerdeführerin
am Abend beim Kochen unterstütz
e
, so wie dies schon immer
gewesen sei
. Die gründlichen Arbeiten könn
t
en anteilsmässig
mit 25
%
angerechnet werden
(S. 6)
.
Zum Bereich Wohnungs- und Hauspflege wurde angemerkt, d
ie
Beschwerdefüh
rerin
könne
die oberflächlichen Arbeiten mehr oder weniger erfüllen. Das Prob
lem sei, dass sie am Montag mithelfe bei den Hauswartarbeiten, am Diens
tag/Donnerstag und Samstag Dialyse habe und an den anderen Tagen extern arbeite. Sie habe dann kaum mehr die Energie, sich auch noch um den eigenen Haushal
t zu kümmern. Für die Familie sei
die Erwerbstätigkeit der
Beschwerde
führerin
aber existentiell und darum behalte man derzeit auch alle Tätigkeiten. Dies
auch wenn man sie übernehmen müsse
. Man habe immer noch die Hoffnung, dass eine Transpla
ntation durchgeführt werden könne
und die
Beschwerdeführe
rin
danach wieder einsteigen könnte.
Der Ehemann reinige
das Bad einmal pro Woche gründlich, der Sohn oder der Ehemann
würden
staubsaugen und den Boden feucht auf
nehmen
, auch dies einmal pro Woche. Die Fenster w
ü
rden eben
falls vom Ehemann 2-4
-mal
jährlich ge
reinigt. Beim Betten beziehen helfe
die Kundin mit, alleine sei es ihr aber nicht mehr möglich, wegen den Einschränkun
gen des l
inken Armes.
Die Abfallentsorgung mach
e
der Ehemann oder der Sohn (zumutbar).
Auch in diesem Bereich we
rd
e
die Mitwirkungspflicht der Familien
mitglieder berücksichtigt.
Es sei eine Einschränkung von 30
%
in diesem Bereich zu berücksichtigen (S. 7).
Zum Bereich Einkauf sowie weitere Besorgungen wird ausgeführt, d
ie
Beschwer
deführerin
habe früher kleine Einkäufe selber getätigt. Sie sei i
n den Coop am Bahnhof gelaufen
. Heute sei ihr dies zu streng und sie begleite den Ehemann auch am Wochenende kaum mehr
zu den Grosseinkäufen. Sie sage
dann meistens, dass sie müde sei und sich ausruhen möchte. Sie könne auch nicht vi
el tragen. Kleine Einkäufe seien
ihr aber möglich, wenn sie na
ch der Dialyse nicht zu müde sei. Sie fahre
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Dialyse, danach sei sie aber froh, nur noch nach Hause gehen zu können. Das Administrative habe schon immer der Ehemann aus sprachlichen und somit IV-fremden Gründen gemacht.
Die Mit
w
irkung der Familienmitglieder sei zumutbar. Aus diesem Grund werde nur ein geringer Anteil von 15
%
angerechnet werden können (S. 7 f.).
Zum Bereich Wäsche
und Kleider
pflege wird ausgeführt, d
ie Familie habe immer am Samstag den Waschtag, weil dann der Ehemann zu Hause
sei.
Das Sortieren sei der
Beschwerdeführerin
möglich, dann übernehme der Ehemann oder der Sohn den Transport der Wäsche (zumutbar). Das Befüllen der Maschine wäre für die
Beschwerdeführerin möglich und das mache
sie teilweise auch. Das Aufhän
gen müsse der Ehemann übernehmen, weil sie den linken Arm nicht einsetzen
könne
.
Das Zusammenlegen sei
der
Beschwerdeführerin
wiederum möglich. Gebügelt werde nur noch selten. Einzelne Stücke oder in Etappen könne sie bügeln, man übergebe die Kleider der Kinder aber ihnen und sie müss
t
en selber bügeln (zumutbar). Sie habe keine Nähmaschine und
noch nie geflickt oder
gekürzt. Auch in diesem Bereich mü
ss
e
die Mitwirkung berücksichtigt werden. Zudem wäre es zumutbar, einen grösseren Teil der Wäsche zu
tumbl
ern
. Das Arbeiten in Etappen sei
zumutbar.
Es werde eine Einschränkung von 25
%
in diesem Bereich angerechnet (S. 8).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Einschätzung von RAD-Ärztin
Dr.
E._
vom Oktober 2018 (vorstehend E. 3.6) davon aus, dass nach Ablauf der einjäh
rigen Wartezeit im
Dezember 2018 eine 50%ige
Arbeits
unfähigkeit
in angestammter und auch angepasster Tätigkeit bestanden habe.
Auf die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit durch
RAD-Ärztin
Dr.
E._
vom Oktober 2018
kann abgestellt werden.
Sie erging gestützt auf die Beurteilungen des behandelnden Facharztes
med.
pract
.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.4-5) und steht in Übereinstimmung mit der übrigen medizinischen Aktenlage. Auch die Beschwerdeführerin selbst
bestätigte in der Beschwerde (
Urk.
1 S. 13 f.) eine Einschränkung von 50
%
im Erwerbsbereich.
4.
2
Aufgrund des Gesagten ist gestützt auf die Einschätzung von
RAD-Ärztin
Dr.
E._
sowie med.
pract
.
D._
davon auszugehen, dass
seit Ablauf der Warte
frist im Dezember 2018 durchgehend eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, dies sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit.
5.
5.1
Weiter
ist
die Statusfrage zu
beurteilen
.
Massgebend für die Qualifikation einer versicherten Person als Vollzeit-, Teil- oder Nichterwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätig
keit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
li
chen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die per
sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vorstehend E. 1.3).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5
.2
Die Beschwerdeführerin bestritt die von der Abklärungsperson in ihrem Bericht festgehaltene Qualifikation von 50 % im Erwerbsbereich und 50 % im Haus
halts
bereich Tätige und machte geltend, sie würde im Gesundheitsfall in einem 80%-Pensum arbeiten und daneben 20
%
im Haushalt tätig sein (vorstehend E. 2.2).
Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
im Jahr 2001 – und somit ein Jahr nach der Geburt des ersten Kindes - angefangen hat,
beim Sanatorium
Y._
zu arbeiten
(vgl.
Urk.
11/13
,
Urk.
11/7
).
Aus dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
11/13) geht
weiter
hervor, dass sie
i
m Verlauf des Jahres 2003
, in welchem ihr zweites Kind
geboren wurde
, ihr Pensum
bereits
erstmals und in den folgenden Jahren
zudem
kontinuierlich
stei
gerte.
Im Jahre 2012, also nach Ausbruch der Erkrankung
im Jahr 2008 (vgl. vorstehend E. 3.1)
, steigerte die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum erneut, indem sie eine zweite Anstellung annahm und
seither zusätzlich
jeweils am Sonn
tag Zeitungen verträgt.
Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie habe ihr Pensum vor der Erkrankung im Jahre 2008 aufgrund des Alters der Kinder nich
t weiter gesteigert
.
Im Jahre 2012 habe sie trotz der Beschwerden ein höheres Pen
sum angestrebt, da die Kinder weniger Betreuung benötigten und die Schulden wieder höher geworden seien (
Urk.
1 S. 9).
Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin vor ihrer Erkrankung nie versucht habe
,
ihr Arbeitspensum zu steigern
, erscheinen
nach dem Gesagten nicht
nachvollziehbar. Vielmehr
sprechen
die Umstä
nd
e
, dass die Beschwerdeführerin
ihre Arbeit
bereits
kurz nach der Geburt de
s
ersten
Kinde
s
aufnahm
,
sie
ihr Pensum
zudem
erstmals bereits
im Jahre 2003 steigerte und im Jahre 2012
(trotz ernsthafter Erkrankung seit 2008) eine weitere Anstellung
nebst der Erziehungs- und Aufgaben im Haushalt annahm
,
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit für die von der Beschwer
deführerin geltend gemachte
8
0%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall.
Für die
sen Umstand spricht ausserdem das aktuelle Alter der Kinder (16 und 19 Jahre alt), womit die Betreuungsaufgabe lediglich noch in einem geringen Umfang ansteht sowie die von der Beschwer
deführerin geltend gemachte finanzielle Situation
(
Urk.
1 S. 8)
.
So geht aus dem Schuldenverzeichnis hervor, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann Ende 2018 Schulden in Höhe von
Fr.
59'413.-- hatten (
Urk.
3).
Dass anlässlich der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
Sprach
schwierigkeiten bestanden haben
und die Frage nach der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall nicht korrekt verstanden wurde
,
erscheint aufgrund der Angaben in den Akten
nachvollziehbar
.
So kann entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin nicht per se von der Arbeitstätigkeit des Ehemannes als Gruppenleiter auf gute Sprachkenntnisse geschlossen werden. Den Akten lassen sich diesbezüglich zu wenig Informationen entnehmen,
insbesondere nicht
wie sich das Arbeitsp
rofil des Ehemannes sowie seine
Aufgaben zusammensetzen.
Hingegen
geht aus dem
medizinischen Bericht des
B._
vom
1.
November 2017 (
Urk.
11/10/19-20
, vgl. vorstehend E. 3.2
)
hervor
,
dass die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehemann sowie unter Begleitung einer Dolmetscherin zum Gespräch
bezüglich Nierentransplantation
erschienen sei.
Dieser Umstand legt nahe, dass die Beschwerdeführerin sowie ihr Ehemann
bei wichtigen Gesprächen
auf eine Übersetzung i
n ihre Muttersprache vertrauen, weil sie der deutschen Sprache eben gerade nicht genügend mächtig sind.
5.3
In Anbetracht der vorliegenden Erwerbsbiographie sowie der Bemühungen der Beschwerdeführerin,
bereits kurz nach der Geburt des zweiten Kindes sowie auch nach
Ausbruch ihrer ernsthaften
Erkrankung ihr Arbeitspensum zu steigern,
das Alter der Kinder
im Zeitpunkt der Verfügung
(16 und 19 Jahre alt)
,
die
prekäre
finanzielle Situation sowie die vorhandene Sprachbarriere anlässlich des Gesprächs vor Ort,
rechtfertigt es sich, sie als zu
8
0 % Erwerbstätige zu qualifi
zieren
. D
ie restlichen
2
0 % entfallen auf den Haushaltsbereich.
6.
6.1
Strittig und zu prüfen sind weiter die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich.
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf den
Haus
haltab
klärungsbericht vom
Dezember 2018 (
Urk.
11
/
18
) davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin
gemäss
der Beurteilung der einzelnen Tätigkeiten im Haus
halts
bereich eine Einschränkung von
24.20
% bestehe (vgl. vorstehend E. 2.1).
6.2
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle eingeholte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versicherten dar.
Massgebend
für die Feststellung der Behinderung Nichterwerbstätiger im aner
kannten Aufgabenbereich
ist
nicht die medizinisch-theoretische Arbeits
fähig
keit
, sondern wie sich der Gesundheitszustand in der nichterwerblichen Betäti
gung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der versicherten Person erhoben wird.
Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist analog auf die Recht
spre
chung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 1
25 V 352 E. 3a und b, BGE 122 V
160 E.
1c) zurückzugreifen. Sind die entsprechen
den Kriterien
(vorste
hend E.
1.
5
) erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig
. Das Gericht greift
diesfalls
in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar fest
stellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Ab
klärungsre
sultate (zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklä
rungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
6.3
Die zuständi
ge Abklärungsperson führte am
1
1.
Dezember 2018
die Haushaltab
klärung an Ort und Stelle durch. Sie hat dabei unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden und Behinderungen sowie der
Fami
li
en
grösse
, der Wohnverhältnisse, der technischen Einrichtungen und der örtli
chen Lage eine Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalts
bereich von
24.20
% festgestellt.
Der von der Abklärung
sperson verfasste Bericht vom
1
2.
Dezember 2018
be
fasst sich
zwar
umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozen
tu
aler Gewichtung
. Zudem werden darin
die zu verrichtenden Tätigkeiten
sowie die erwartete
Schadenminderung
umschrieben
.
Indes ergibt sich aus dem Bericht weder
schlüssig noch nachvollziehbar
, ob und inwieweit die
Dialyse
pflichtigkeit
der Beschwerdeführerin
bei den Einschränkun
gen berücksichtigt worden ist.
Aufgrund der medizinischen Akten steht fest, dass sich die Beschwerdeführerin an drei Tagen pro Woche während rund dreieinhalb Stunden einer Dialysebehandlung unterziehen muss und in der Folge auch für den restlichen Tag
glaubhaft
ermüdet ist
(vgl. vorstehend E. 3.4-3.5
und
Urk.
11/18 S. 2 oben
)
. Diesbezüglich bleibt anzumerken, dass sich die Beschwer
deführerin während dieser Zeit von rund zwölf Stunden pro Woche
ausser
Haus befindet
und keine Arbeiten im Haushalt erledigen kann, auch nicht wie von der Beschwerdegegnerin ausgeführt
in Etappen,
in einem
langsamer
en Tempo
oder mit Pausen. Es erscheint glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin nach der Rück
kehr von der Dialyse sehr ermüdet ist und ihr nicht zugemutet werden kann,
nachher
sämtliche
n
Arbeiten
im Haushalt
(in einem zufolge der krankheitsbe
dingten Abwesenheit erhöhten Tempo)
nachzukommen,
welche sie ansonsten an einem Nachmittag
erledigt hätte.
Der Haushaltabklärungsbericht ist diesbezüglich somit weder nachvollziehbar noch überzeugend und damit nicht beweiskräftig.
Auch bezüglich der Mitwirkungspflicht der übrigen Familienangehörigen erscheint der Abklärungsbericht
als
nicht schlüssig. Die Abklärungsperson hält
einerseits
fest, dass die Beschwerdeführerin derzeit noch die gleichen Arbeitsver
träge habe, die Familie jedoch zirka 25
%
ihres Pensums auffange, wobei der Ehemann derzeit selber ein sehr
grosses
Pensum erfülle, da er auch noch jeden Morgen Zeitungen austrage (
Urk.
11/18 S. 9
Ziff.
8).
Andererseits wird dem Ehe
mann
bei einem
eigenen
Arbeitspensum von insgesamt zirka 145
%
(100
%
Tätigkeit als Gruppenleiter im Sanatorium
Y._
, 20
%
Zeitungen vertragen, 25
%
Übernahme der Hauswarttätigkeit sowie Zeitungen vertragen der Beschwer
deführerin)
gemäss
Abklärungsbericht doch eine erhebliche Mithilfe im Haushalt als zumutbar erklärt.
Dies erscheint widersprüchlich und
ist auch unter Beachtung der Schadenminderungspflicht nicht haltbar. So geht die
schadenmindernd zu berücksichtigende Unters
tützung von Familienmitgliedern zwar
weiter als der ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Support
.
Kann die ver
sicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehö
rigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall
muss
bei im Haus
halt tätigen Personen
hingegen i
nsoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch
nachgewiesenermassen
eine
Erwerbseinbusse
oder doch eine
unverhäl
tnismässige
Belastung entsteht
.
Dab
ei darf nach der Rechtsprechung
unter dem Titel der Schadenminderungs
pflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt wer
den müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt
(
BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
Dies gilt auch für den Sohn, der eine anspruchs
volle Berufslehre macht und
danebst
bei der Erledigung de
r
Erwerbsarbeit der Beschwerdeführerin hilft.
Nach dem Gesagten sind
durchaus
besondere
Umstände gegeben, welche den Abklärungsbericht als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen l
a
ssen
. Die von der Familie der Beschwerdeführerin verlangte Mithilfe erscheint
selbst bei B
eachtung der Schadenminderungspflicht als
unverhältnismässige
Belastung
, weshalb vor
liegend
die
einzelnen Einschränkungen im Haushalt
zu würdigen sind.
6.4
Beim Bereich Ernährung kann auf den Abklärungsbericht abgestellt werden. So geht aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin sowie des Ehemannes hervor, dass der Ehemann sie bereits vor der Erkrankung beim Kochen am Abend unter
stützt habe und dies auch heute noch so sei. Die angerechnete 25%ige Einschrän
kung bei einer Gewichtung des Bereichs von 36
%
(Behinderung von 9
%)
erscheint nachvollziehbar.
Beim Bereich Wohnungs- und Hauspflege wurde eine Einschränkung von 30
%
berücksichtigt.
Es wird ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin am Montag ihre Hauswarttätigkeit mithelfe auszuüben, am Dienstag, Donnerstag und Samstag
Dialyse habe und an den restlichen Tagen extern arbeite. Sie habe daher kaum mehr Energie, sich auch noch um den eigenen Haushalt zu kümmern.
Aus den Ausführungen im Abklärungsbericht geht hervor, dass der Ehemann sowie der Sohn der Beschwerdeführerin eigentlich sämtliche Reinigungsarbeiten überneh
men und die Beschwerdeführerin lediglich beim Betten beziehen mithelfe (
Urk.
11/18 S. 7
Ziff.
6.2).
Mit Blick auf das zu bewältigende Arbeitspensum des Ehemannes sowie des sich in Ausbildung befindenden Sohnes, welcher zusätzlich zu seiner Ausbildung sowie seiner Mithilfe im Haushalt auch noch bei der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin mithilft,
erscheint die
berücksichtigte
Mithilfe
der Familienangehörigen in diesem Bereich von 70
%
als zu hoch. Auf
grund der genannten Umstände rechtfertigt es sich vielmehr, eine Einschränkung der Beschwerdeführe
rin von 60
%
zu berücksichtigen, womit in diesem Bereich mit einer Gewichtung von 29
%
eine Behinderung von 17.40
%
resultiert.
Zum Bereich Einkauf sowie weitere Besorgungen bleibt anzumerken, dass die angerechnete Einschränkung der Beschwerdeführerin von 15
%
ebe
nfalls als zu niedrig erscheint. Es wirkt
unverhältnismässig
, wenn dem Ehemann an den Wochenenden, an welchen er bei seinem 145%-Pensum jeweils ein bis eineinhalb Stunden Zeitungen verträgt, noch
Grosseinkäufe
sowie die Haushaltführung zu einem so
grossen
Teil
zugemutet wird
, zumal sich die Beschwerdeführerin
s
ams
tags einer Dialysebehandlung unterziehen muss
. Es erscheint
vielmehr
gerecht
fertigt, die Mithilfe des Ehemannes weniger zu berücksichtigen und die geltend gemachte Einschränkung der Beschwerdeführerin von 45
%
(bei einer Gewich
tung von 10
%
) zu anerkennen. Es resultiert
somit
eine Behinderung von 4.5
%
.
Auch die Wäsche und Kleiderpflege wird
gemäss
Abklärungsbericht jeweils am Samstag erledigt, da der Ehemann zu Hause sei. Somit wird von ihm nebst dem Haushalt
und
dem
Grosseinkauf
erwartet, dass er in erheblichem
Ausmass
bei der Wäsche und Kleiderpflege
mitarbeitet. Auch in diesem Bereich erscheint mit Blick auf das Arbeitspensum des Ehemannes die Berücksichtigung einer höheren Einschränkung der Beschwerdeführerin als gerechtfertigt
, zumal auch hier daran zu erinnern ist, dass sich die Beschwerdeführerin
s
amstags einer Dialysebehand
lung unterziehen muss
.
So muss der Ehemann nicht nur den Transport der Wäsche übernehmen, sondern auch das Aufhängen und Bügeln der Wäsche. Die Beschwerdeführerin ist diesbezüglich
(nebst der Abwesenheit zufolge der Dialyse und der Müdigkeit) auch
aufgrund der Beschwerden am Arm
ausgewiesenermas
sen
eingeschränkt.
Es sind somit
die geltend gemachten
38
%
als Einschränkung zu berücksichtigen, womit bei einer Gewichtung von 20
%
eine Behinderung von 7.6
%
resultiert.
6.5
Zusammenfassend resultiert unter Berücksichtigung einer
verhältnismässigen
Zusatzbelastung der Familie der Beschwerdeführerin eine
Behinderung
von 38.5
%
(9
%
+ 17.4
%
+ 4.5
%
+ 7.6
%
= 38.5
%
)
im Haushaltsbereich.
Bezogen auf die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation, wonach die Beschwerdefüh
rerin als zu 20
%
im Haushalt Tätige gilt (vgl. vorstehend E. 5.3), resultiert ein Teil-Invaliditätsgrad von
7.7
%
im Haushaltsbereich.
Im Erwerbsbereich resultiert bei einem Pensum von 80
%
sowie einer Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
ein Teilinvaliditätsgrad von 40
%
(vgl. vorstehend E. 4.2 und E. 5.3)
, womit ein Gesamtinvaliditätsgrad von rund 48
%
ausgewiesen ist und die Beschwerdeführerin
ab
November
2018
(Anmeldung im Mai 2018
zuzüglich
6
Monate
gemäss
Art.
2
9. Abs.
1 IVG
i.V.m
.
Art.
29
Abs.
1 ATSG)
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
In diesem Sinn
e
ist die gegen die Verfügung
vom 1
8.
September 2019
erhobene Beschwerde gut
zuheissen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens
ist auf die bean
tragte Durchführung einer
öffentliche
n
Schlussverhandlung
zu verzichten (BGE 136 I 279 E. 1)
.
7
.
7
.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 900.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuer
le
gen
.
7
.2
Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht eine Pro
zessentschädigung zu, die
beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.
(zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2'
100
.
--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.