Decision ID: dd32ecec-7414-5d52-be21-313ccb63cd20
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._, geboren am (...) 1954 (nachfolgend: Versicherte oder Be-
schwerdeführerin), ist französische Staatsangehörige und wohnt in
Z._, Frankreich. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter (geb. 1972)
und einen Sohn (geb. 1993). Sie arbeitete seit 1978 als Grenzgängerin in
der Schweiz, zuletzt seit Januar 1989 in einem Altersheim in Y._ im
Hausdienst und leistete Beiträge an die Schweizerische Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung. Bis 31. August 1995 war sie in Vollzeit
tätig und reduzierte ihr Pensum zuerst per 1. September 1995 auf 90 %
und per 1. November 1996 auf 80 %. Ab 1. August 1998 wurde das Pen-
sum aus gesundheitlichen Gründen auf 60 % reduziert. Das Arbeitsverhält-
nis wurde per 30. Juni 2004 aufgelöst (Akten der IV-Stelle X._ [IV]
1, 6, 9, 24; Beilage 5 zur Beschwerde).
B.
B.a Die Versicherte meldete sich am 10. März 2005 bei der IV-Stelle
X._ (nachfolgend: IV X.) für den Bezug von Leistungen an und
machte lumbale Schmerzen seit dem Jahr 1999 und zervikale Probleme –
insbesondere seit einem Arbeitsunfall am 1. Mai 2003 – geltend (IV 1, 4,
10.5 ff.).
B.b Die IV X. prüfte den Leistungsanspruch der Versicherten und holte eine
medizinische Begutachtung in rheumatologischer- und psychiatrischer Hin-
sicht ein (IV 17-19). Ausserdem stellte sie fest, dass die Versicherte als
Gesunde zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushalt tätig wäre und
ermittelte im Haushalt eine Invalidität von 11 % (IV 22, 23).
B.c Mit Verfügung vom 30. Oktober 2006 wies die IV-Stelle für Versicherte
im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) das Leistungsbegehren
mit der Begründung ab, es sei ein IV-Grad von 16 % ermittelt worden, was
keinen Anspruch auf eine IV-Rente ergebe (IV 37).
B.d Die Beschwerdeführerin erhob – vertreten durch Advokat Guido Ehrler
– bei der Rekurskommission AHV/IV für Versicherte im Ausland (nachfol-
gend: REKO AHV/IV) am 30. November 2006 Beschwerde und beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Anweisung an die Vorinstanz, ihr ab
1. März 2004 eine Invaliditätsrente basierend auf einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % zuzusprechen sowie ein gerichtlich bestelltes rheu-
matologisches Gutachten einzuholen (IV 38.2 ff.).
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B.e Nachdem die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eine rheu-
matologische Beurteilung von Dr. B._, FMH für Innere Medizin und
Rheumatologie, vom 10. Januar 2007 (IV 41 f.) eingereicht hatte, bean-
tragte die IVSTA gestützt auf die Stellungnahme der IV X. die Gutheissung
der Beschwerde, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Rückweisung der Sache im Sinne der erwähnten Stellungnahme an die
Verwaltung (IV 44, Vorakten der IVSTA 12, 14).
Mit Urteil vom 21. Juni 2007 im Verfahren C-3108/2006 hob das Bundes-
verwaltungsgericht, welches das Beschwerdeverfahren per 1. Januar 2007
von der REKO AHV/IV übernommen hatte, die Verfügung vom 30. Oktober
2006 auf und wies die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurück (IV 45.2 ff.).
C.
C.a Die IV X. holte bei Dr. C._, FMH Innere Medizin und Rheuma-
tologie, ein rheumatologisches Verlaufsgutachten vom 10. Januar 2008
(mit Ergänzung vom 31. Januar 2008) ein, in welchem Dr. C._ auch
Stellung zur Beurteilung von Dr. B._ nahm (IV 52, 54).
C.b Mit Verfügung vom 30. Juli 2008 wies die IVSTA das Leistungsbegeh-
ren – wiederum in Berechnung des IV-Grads anhand der gemischten Me-
thode im Verhältnis 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt – ab und be-
gründete dies im Wesentlichen damit, dass trotz festgestellter Verschlech-
terung ab November 2006 ein IV-Grad von 24 % ermittelt worden sei, was
nicht zu einem Rentenanspruch berechtige (IV 64).
C.c Die Beschwerdeführerin focht diese Verfügung – wiederum vertreten
durch Advokat Guido Ehrler – am 15. September 2008 beim Bundesver-
waltungsgericht an und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom
30. Juli 2008, die Anweisung an die IV-Stelle, ihr ab 1. November 2006 eine
Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von mindestens 67 % zuzu-
sprechen sowie ein gerichtlich bestelltes rheumatologisches Obergutach-
ten einzuholen (IV 65).
C.d Mit Urteil vom 30. August 2010 hob das Bundesverwaltungsgericht im
Verfahren C-5874/2008 die angefochtene Verfügung auf und wies die An-
gelegenheit an die Vorinstanz zurück, damit diese nach erfolgter Abklärung
im Sinne der Erwägungen neu über den Rentenanspruch der Beschwer-
deführerin verfüge. In den Erwägungen ermittelte es einerseits die verblei-
bende zumutbare Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin (E. 4). Weiter
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äusserte es sich ausführlich zur Berechnung des IV-Grads und zu den Re-
geln der Statusfestlegung und stellte fest, dass anhand der vorhandenen
Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden
könne, ob die Beschwerdeführerin als Gesunde ihr Arbeitspensum nach
2004 wieder auf eine volle Arbeitstätigkeit ausgedehnt hätte (E. 5; IV 71).
D.
D.a Die IV X. holte in der Folge Stellungnahmen der früheren Arbeitgeberin
der Beschwerdeführerin sowie der behandelnden Ärzte und Unterlagen zur
Entwicklung der finanziellen Situation der Familie ein (IV 80 f.) ein. Ausser-
dem holte sie ein (Verlaufs-) Gutachten bei Dr. D._, FMH für Rheu-
matologie, FMH für Innere Medizin und Manuelle Medizin SAMM, ein
(IV 97). Anschliessend liess sie die Statusfrage durch ihren Abklärungs-
dienst beantworten. Dieser hielt daran fest, dass der Status der Beschwer-
deführerin im Gesundheitsfall nicht geändert hätte und von einem Verhält-
nis 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt auszugehen sei (IV 84, 116).
D.b Mit Verfügung vom 2. Dezember 2013 wies die IVSTA das Rentenbe-
gehren mit der Begründung, es bestehe kein IV-Grad von 40 % oder höher,
ab. Sie ermittelte für den Zeitraum von Mai 2004 bis Oktober 2006 einen
IV-Grad von 23.22 % und ab November 2006 einen IV-Grad von 30.58 %.
(IV 119, Beilage 1 zur Beschwerde).
E.
E.a Die Beschwerdeführerin – weiterhin vertreten durch Advokat Guido
Ehrler – erhob gegen diesen Bescheid am 20. Januar 2014 (Poststempel)
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhe-
bung der Verfügung vom 2. Dezember 2013 und die Anweisung der Vor-
instanz, der Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2007 eine IV-Rente basierend
auf einem IV-Grad von 47 % zuzusprechen, alles unter o/e-Kostenfolge zu
Lasten der Vorinstanz. Gleichzeitig stellte sie sinngemäss einen Antrag auf
unentgeltliche Prozessführung mit unentgeltlicher Verbeiständung. Sie
rügte im Wesentlichen, die Vorinstanz habe ihren Status – entgegen den
Anordnungen des Bundesverwaltungsgerichts – nicht sachgerecht abge-
klärt. Entgegen der Ansicht der IV-Stelle hätte sie – bei guter Gesundheit –
wegen den knappen finanziellen Verhältnissen spätestens ab 1. Februar
2007 wiederum ein Vollzeitpensum übernommen (Beschwerdeakte [B-act.]
1, 3).
E.b In ihrer Vernehmlassung vom 20. März 2014 verwies die Vorinstanz
auf die von der IV-Stelle X. eingeholte Stellungnahme vom 17. März 2014
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und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene
Verfügung sei zu bestätigen (B-act. 5).
E.c Mit Zwischenverfügung vom 9. Mai 2014 wies das Bundesverwaltungs-
gericht die Gesuche vom 20. Januar und vom 24. Februar 2014 um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege ab und forderte die Beschwer-
deführerin unter Androhung des Nichteintretens auf, bis am 10. Juni 2014
einen Kostenvorschuss von Fr. 400.– zu leisten. Gleichzeitig lud es die Be-
schwerdeführerin ein, eine Replik zur Vernehmlassung der Vorinstanz ein-
zureichen (B-act. 6).
Der auferlegte Kostenvorschuss ging am 3. Juni 2014 ein (B-act. 8).
E.d In ihrer Replik vom 14. Juli 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Beschwerdeanträgen fest und beantragte eine Viertelsrente (B-act. 11).
E.e Duplikweise hielt die Vorinstanz am 8. September 2014 nach Einholen
einer Stellungnahme der IV X. vom 2. September 2014 an ihren Anträgen
in der Vernehmlassung fest (B-act. 13).
E.f In ihrer Triplik hielt die Beschwerdeführerin am 14. November 2014 an
ihren Beschwerdeanträgen fest (B-act. 17).
E.g Mit Verfügung vom 18. November 2014 übermittelte das Bundesver-
waltungsgericht die Triplik an die Vorinstanz zur Kenntnis und schloss den
Schriftenwechsel ab (B-act. 18).
E.h Am 25. November 2014 reichte der Vertreter der Beschwerdeführerin
dem Bundesverwaltungsgericht die an seine Klientin gerichtete Honorar-
note ein (B-act. 19).
F.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie auf die eingereichten
Unterlagen wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69
Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesver-
waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-
gen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-
dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwend-
bar ist.
1.3 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men; sie ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). Sie ist daher zur
Beschwerde legitimiert. Sie hat Advokat Guido Ehrler am 23. August 2006
mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt (IV X. 29). Die von Advokat
Guido Ehrler am 20. Januar 2014 unterzeichnete Beschwerde ist somit
rechtsgültig.
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen in Berücksichtigung der Gerichtsferien
frist- und formgerecht eingereicht und der Kostenvorschuss fristgerecht ge-
leistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten (Art. 60 i.V.m. Art. 38
Abs. 4 Bst. c ATSG, Art. 52 VwVG und Art. 63 Abs. 4 VwVG).
2.
2.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängerinnen und
Grenzgängern die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbs-
tätigkeit ausüben, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zu-
ständig. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgängerinnen, sofern sie bei der
Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenz-
zone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als
Grenzgängerin zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlas-
sen.
2.2 Da die Beschwerdeführerin bei Eintritt des geltend gemachten Gesund-
heitsschadens als Grenzgängerin mit Wohnsitz in Frankreich im Kanton
X._ einer Arbeit nachging und zum Anmeldungszeitpunkt am
10. März 2005 in W._, Frankreich, Wohnsitz hatte (IV 1.7), war die
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IV X. für die Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig und
wurde die angefochtene Verfügung vom 2. Dezember 2013 zu Recht von
der IVSTA erlassen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin ist französische Staatsangehörige mit Wohn-
sitz in Frankreich, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkom-
men Freizügigkeitsabkommen (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist.
3.1.1 Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbei-
teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II
("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbin-
dung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien unter-
einander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom
14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Ar-
beitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die in-
nerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; nach-
folgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung (EWG) Nr. 574/72
des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung
(EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicher-
heit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehö-
rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern
(SR 0.831.109.268.11; nachfolgend: Verordnung Nr. 574/72), oder gleich-
wertige Vorschriften an. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz
als "Mitgliedstaat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu be-
trachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). Die Verordnungen (EWG)
Nr. 1408/71 und (EWG) Nr. 574/72 sind am 1. April 2012 durch die Verord-
nungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit
sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchfüh-
rung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Sys-
teme der sozialen Sicherheit abgelöst worden. Vorliegend ist grundsätzlich
materiellrechtlich auf die bis Ende März 2012 gültige Fassung abzustellen
(siehe hiernach E. 3.2).
3.1.2 Nach Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom Träger
eines Staates getroffene Entscheidung über die Invalidität eines Antrag-
stellers für den Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann ver-
bindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten
Tatbestandsmerkmale der Invalidität in Anhang V dieser Verordnung als
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übereinstimmend anerkannt sind. Eine solche anerkannte Übereinstim-
mung besteht für das Verhältnis zwischen einzelnen EU-Mitgliedstaaten
und der Schweiz nicht. Der Invaliditätsgrad bestimmt sich daher auch im
Geltungsbereich des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253
E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vorliegend der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung ausschliesslich
nach dem innerstaatlichen schweizerischen Recht, insbesondere nach
dem IVG, der IVV (SR 831.201), dem ATSG sowie der ATSV (SR 830.11).
3.2 In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtli-
cher Regelungen – grundsätzlich diejenigen materiellrechtlichen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder
zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215
E. 3.1.1, 131 V 9 E. 1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert
haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfü-
gung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vorschriften
Anwendung, die bei Eintritt des am 10. März 2005 geltend gemachten Ver-
sicherungsfalls, spätestens jedoch bei Erlass der Verfügung vom 2. De-
zember 2013 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die im
Dezember 2013 bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beur-
teilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind.
Vorliegend sind dies insbesondere das IVG in der Fassung vom 6. Oktober
2006 (5. IV-Revision; AS 2007 5129), die IVV (SR 831.201; in der entspre-
chenden Fassung der 5. IV-Revision) sowie das ATSG und die ATSV
(SR 830.11). Soweit ein Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2012 zu prüfen
ist, sind weiter die mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV-Revision zu
diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Gesetzesänderungen zu beachten
(IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fas-
sung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]). Nachfolgend wird auf die
ab 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen verwiesen, ausser diese hätten
mit der IV-Revision 6a eine Änderung erfahren.
4.
Im Folgenden werden die für die Beurteilung der Streitsache wesentlichen
Bestimmungen und von der Rechtsprechung dazu entwickelten Grund-
sätze dargestellt.
4.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
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oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-
messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
4.2 Die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes hat nach dem
Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen zu erfolgen (Art. 12 VwVG).
Auch das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl.
BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht
unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Par-
teien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinwei-
sen).
4.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungs-
rechtspflege, 2. Aufl., 1983, S. 212).
4.4 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-
fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht.
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es
von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste wür-
digt (BGE 126 V 360 E. 5b; 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). Führen die
von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das
Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein be-
stimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Er-
gebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu
verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das Verwaltungs-
verfahren in der Sozialversicherung, 1999, S. 212, Rz. 450; vgl. auch
BGE 122 V 157 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b).
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193 http://links.weblaw.ch/BGE-122-V-157 http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-464 http://links.weblaw.ch/BGE-120-IB-224
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4.5 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde,
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich im bis-
herigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). Nach
Art. 4 IVG kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begrün-
dung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und
Schwere erreicht hat (Abs. 2). Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht
nach medizinischen Kriterien definiert, sondern nach der Unfähigkeit, Er-
werbseinkommen zu erzielen oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu
betätigen (vgl. BGE 110 V 273 E. 4a; BGE 102 V 165). Der Invaliditätsgrad
ist also grundsätzlich nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen
Grundsätzen zu ermitteln. Bei der Bemessung der Invalidität kommt es so-
mit einzig auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen einer funktionellen Be-
hinderung an, und nicht allein auf den ärztlich festgelegten Grad der funk-
tionellen Einschränkung (vgl. BGE 110 V 273; ZAK 1985 S. 459).
4.6 Die Bemessung des Invaliditätsgrades erfolgt nach unterschiedlichen
Methoden, je nachdem, ob die versicherte Person als erwerbstätig, nicht-
erwerbstätig oder teilweise erwerbstätig eingestuft wird.
4.6.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades von erwerbstätigen Per-
sonen wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs;
Art. 16 ATSG und Art. 28a Abs. 1 IVG). Dabei sind die Erwerbs- bezie-
hungsweise Arbeitsmöglichkeiten nicht nur im angestammten Beruf bezie-
hungsweise der bisherigen Tätigkeit, sondern – wenn erforderlich – auch
in zumutbaren anderen, sogenannten Verweisungstätigkeiten zu prüfen
(vgl. BGE 110 V 273). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be-
stimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkom-
mensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Be-
ginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invaliden-
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
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wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser-
lass respektive bis zum Einspracheentscheid zu berücksichtigen sind
(BGE 129 V 222 E. 4).
Für die Ermittlung des Einkommens, welches ein Versicherter ohne Invali-
dität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im frag-
lichen Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein gültigen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360
E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen) als Gesunder tatsächlich ver-
dient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst
angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tä-
tigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
von diesem Grundsatz müssen ebenfalls mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit erwiesen sein, damit sie berücksichtigt werden können.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht. Ist – wie hier – kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
nach Eintritt der Invalidität mehr gegeben, namentlich weil die versicherte
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder zumindest keine
zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind nach der Recht-
sprechung die gesamtschweizerischen Tabellenlöhne gemäss den vom
BFS periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran-
zuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Massgebend sind dabei die mo-
natlichen Bruttolöhne (Zentralwerte) im jeweiligen Wirtschaftssektor. Für
die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen bei
Versicherten, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich noch
leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist
in der Regel vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn für Männer
oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsni-
veau 4 des Arbeitsplatzes gemäss LSE) auszugehen. Dabei sind in erster
Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massgebend (SVR 2002 UV
Nr. 15 E. 3c cc). Da den Tabellenlöhnen generell eine Arbeitszeit von
40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Umrechnung auf eine be-
triebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit erforderlich (BGE 126 V
75 E. 3b bb). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträch-
tigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitstätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Ar-
beitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand
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ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 124 V
321 E. 3b bb; SVR 2007 IV Nr. 11 S. 41 E. 3.2; RKUV 2003 U 494 S. 390
E. 4.2.3). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-
setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-
den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad).
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 472 E. 4.2.3;
126 V 75 E. 5b bb und cc; AHI 2002 S. 69 ff. E. 4b).
4.6.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig
sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet wer-
den kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16
ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Auf-
gabenbereich zu betätigen (spezifische Methode des Betätigungsver-
gleichs; Art. 28a Abs. 2 IVG). Nach der Rechtsprechung hat die versicherte
Person Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen der Be-
hinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihr eine mög-
lichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsarbeiten er-
möglichen. Der Umstand, dass diese Arbeiten nur mühsam und mit höhe-
rem Zeitaufwand bewältigt werden können, begründet nicht ohne Weiteres
eine Invalidität. Zudem wird eine Unterstützung durch Familienangehörige
vorausgesetzt, welche weiter geht als im Gesundheitsfall (BGE 130 V 101
E. 3.3.3).
4.6.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen
Teil die Invalidität nach Artikel 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben
auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit
nach Art. 28a Abs. 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs-
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Me-
thode; Art. 28a Abs. 3 IVG).
4.7 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt wer-
den, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichterwerbstätig
einzustufen ist (Statusfrage), was entsprechenden Einfluss auf die anzu-
wendende Methode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine Me-
thode des Einkommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische Me-
thode des Betätigungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit
C-300/2014
Seite 13
Art. 28a IVG). Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen un-
veränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti-
gung bestünde (BGE 97 V 241; 125 V 146 E. 2c). Diese hypothetische Be-
urteilung muss auch hypothetische Willensentscheidungen der versicher-
ten Person berücksichtigen, welche indessen als innere Tatsachen einer
direkten Beweisführung nicht zugänglich sind und in aller Regel aus äusse-
ren Indizien erschlossen werden müssen (Urteil 9C_559/2009 vom 18. De-
zember 2009 E. 3). Dabei ist insbesondere der finanziellen Situation des
Haushalts, der Erziehung der Kinder, dem Alter der versicherten Person,
ihren beruflichen Qualifikationen, ihrer Ausbildung sowie ihren persönli-
chen Neigungen und Fähigkeiten Rechnung zu tragen (BGE 137 V 334
E. 3.2). Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnis-
sen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt ha-
ben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall aus-
geübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht (BGE 141 V
15 E. 3.1; 137 V 334 E. 3.2 m.w.H.; siehe zum Ganzen auch Urteil des
BGer 8C_685/2014 vom 22. Mai 2015 E. 3.2 ff. m.w.H. und UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 8 Rz. 35 ff., 39, m.w.H.).
4.8 Laut Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine
Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die zu-
sätzlich während eines Jahres (Wartezeit) ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich zu mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (oben
E. 4.5) sind (Bst. b und c). Nach dem vorliegend anwendbaren Recht ent-
stand der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 aIVG [in der vom 1. Ja-
nuar 1988 bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung [AS 1987 447 455])
frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40 %
bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden war (Bst. a) oder wäh-
rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Bst. b).
4.9 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Inva-
liditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente und bei
einem solchen von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Ren-
ten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, werden
C-300/2014
Seite 14
jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die Wohnsitz und gewöhnlichen
Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben (vgl. Art. 29 Abs. 4 IVG),
was laut Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar-
stellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine – vorliegend zutreffende – Aus-
nahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger
und Staatsangehörige der Europäischen Gemeinschaft (EU), denen be-
reits ab einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird,
wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben.
4.10 Gemäss Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV (in der seit 1. März 2004 geltenden
Fassung [AS 2004 743]) ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit
oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, (...) zu berück-
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedau-
ert hat.
5.
Angefochten ist eine Verfügung der IVSTA, in welcher das Gesuch um An-
rechnung einer IV-Rente aufgrund eines ermittelten, nicht zu einer Invali-
denrente berechtigenden IV-Grades von unter 40 % abgewiesen wurde.
Die Beschwerdeführerin anerkennt beschwerdeweise explizit die Feststel-
lungen des Bundesverwaltungsgerichts bezüglich ihres Gesundheitszu-
stands und ihrer verbleibenden Arbeitsfähigkeit (100 % Arbeitsunfähigkeit
als Hausdienstmitarbeiterin und 30 % Arbeitsunfähigkeit in einer leidens-
angepassten Tätigkeit ab November 2006), welche im Gutachten von
Dr. D._ vom 15. Oktober 2012 (IV 97) bestätigt worden sind und
weiterhin gelten. Sie beanstandet jedoch die Berechnung ihres IV-Grads
mittels der gemischten Methode. Sie begründet dies damit, dass sie ihr
Arbeitspensum per 1. Februar 2007 wieder auf 100 % aufgestockt hätte,
zumal die Reduktion des Pensums aus familiären Gründen nicht mehr not-
wendig gewesen sei. Ihr stehe deshalb ab 1. Mai 2007 – in Berechnung
des IV-Grads mittels der allgemeinen Methode (siehe oben E. 4.6.1) eine
Invalidenrente bei einem IV-Grad von 47 % zu (vgl. B-act. 1 Rz. 17 f., 26).
Demnach steht im Streit und bleibt vom Bundesverwaltungsgericht zu prü-
fen, ob die Vorinstanz den IV-Grad der Beschwerdeführerin ab 1. Februar
2007 richtig berechnet hat. Insbesondere ist zu prüfen, ob der Status der
Beschwerdeführerin massgeblich geändert hat.
5.1 In der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz den IV-Grad mittels
der gemischten Methode berechnet, indem sie unverändert von einem
C-300/2014
Seite 15
80 %-Pensum in der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Haus-
dienst und von einem 20 %-Pensum im Haushalt ausgegangen ist. Die Be-
rechnung ergab von Mai 2004 bis Oktober 2006 eine Erwerbseinbusse in
der bisherigen Tätigkeit von 26.27 % und im Haushalt von 11 %. Zusam-
men ergab dies einen IV-Grad von 23.22 %. Weiter berechnete die IV-
Stelle ab November 2006 in Berücksichtigung eines Leidensabzugs von
10 % eine Erwerbseinbusse von 35.48 % für die bisherige Tätigkeit und
von 11% im Haushalt. Im Ergebnis ermittelte sie einen IV-Grad von
30.58 % (IV 119).
5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz gehe nach wie
vor zu Unrecht davon aus, dass sie im Gesundheitsfall zu 80 % arbeitstätig
und zu 20% im Haushalt tätig wäre, wie dies bereits in der vom Bundes-
verwaltungsgericht aufgehobenen Verfügung vom 30. Juli 2008 bean-
standet worden sei. Sie hätte – wenn sie dazu gesundheitlich in der Lage
gewesen wäre – auf den 14. Geburtstag ihres Sohnes im Februar 2007
hin, ihr aus familiären Gründen auf 80 % reduziertes Arbeitspensum wie-
derum auf ein Vollzeitpensum aufgestockt, zumal die finanziellen Verhält-
nisse der Familie wegen des Unfalls ihres Ehemannes und der sich daraus
ergebenden Invalidität schwierig geworden seien (B-act. 1 Rz. 17 f., 22 ff.).
5.3 Das Bundesverwaltungsgericht führte zum Status der Beschwerdefüh-
rerin im Urteil C-5874/2008 aus, aufgrund der vorliegenden Akten lasse
sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen, ob bezie-
hungsweise in welchem Umfang die Beschwerdeführerin im Haushalt tätig
wäre. Bei der Haushaltabklärung vom 29. Juni 2006 habe sie angegeben,
ohne Gesundheitsschaden wäre sie "weiterhin" zu 80 % erwerbstätig, wo-
bei die Teilzeiterwerbstätigkeit aus familiären Gründen – zur Betreuung des
Sohnes – erfolgen würde (IV 23). Die Reduktion des Arbeitspensums im
Alters- und Pflegeheim auf 90 % ab September 1995 und auf 80 % ab No-
vember 1996 sei familiär, die Reduktion auf 60 % ab August 1998 hingegen
gesundheitlich begründet gewesen (IV 22.2). Allerdings könne aus einer
Gesprächsnotiz des Heimleiters vom 23. September 2002 (IV 24.2) auch
geschlossen werden, dass alle Arbeitszeitreduktionen aus gesundheitli-
chen Gründen erfolgt seien. Dem entgegenstehend sei gemäss Anamnese
im von der IV X. eingeholten Bericht von Dr. E._ auch die Reduktion
des Arbeitspensums auf 60 % aus familiären Gründen erfolgt (IV 19.3). Der
Fragebogen für Arbeitgeber sei nur unvollständig ausgefüllt worden. Insbe-
sondere fehle eine Begründung, weshalb die Beschwerdeführerin lediglich
zu 60 % angestellt gewesen sei, sowie Angaben zu krankheits- und unfall-
C-300/2014
Seite 16
bedingten Absenzen. Entsprechend könne nicht ohne Weiteres auf die An-
gabe der Versicherten, sie wäre "weiterhin" zu 80 % erwerbstätig, abge-
stellt werden. Das Bundesverwaltungsgericht verwies ausserdem auf ei-
nen weiteren Widerspruch in den Akten, wonach die Beschwerdeführerin
in der Anmeldung zum Leistungsbezug angeführt habe, seit der Beendi-
gung des Arbeitsverhältnisses erhalte sie keine Versicherungsleistungen
(Unfall- bzw. Krankentaggeld) mehr. Diese Situation sei für sie schwierig
(IV 1.6). Gemäss Haushaltabklärungsbericht lebe die Familie indessen "in
gesicherten finanziellen Verhältnissen". Der Ehemann der Versicherten be-
ziehe seit 1995 eine IV- und Suva-Rente (50 %). Die konkreten finanziellen
Verhältnisse seien jedoch nicht erhoben worden. Das Vorbringen der Be-
schwerdeführerin, sie wäre auch aus finanziellen Gründen gezwungen,
eine Vollzeiterwerbstätigkeit auszuüben, lasse sich demnach nicht beurtei-
len (vgl. C-5874/2008 E. 5.1.4 f.)
5.4 Unbestritten ist hingegen anhand der medizinisch festgestellten Abklä-
rungen, dass der Beschwerdeführerin seit November 2006 die bisherige
Tätigkeit im Hausdienst nicht mehr zumutbar ist. Zumutbar bleiben alterna-
tive, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten wie beispielsweise Kontroll-, Sor-
tier- oder Überwachungstätigkeiten sowie einfache Lager-, Reinigungs- o-
der Montagearbeiten im Umfang von 70 % (gerechnet auf ein 100 %-Pen-
sum; vgl. IV 97.28). Diese Einschränkung ist bei der Bemessung des IV-
Grads der Beschwerdeführerin für den Erwerbsteil (80 % oder 100 %) und
allenfalls auch für den Haushaltsteil (von 20 %) zu berücksichtigen.
Festzulegen bleibt demnach der Status der Beschwerdeführerin ab Feb-
ruar 2007 (E. 5.5 f.). Anschliessend ist der IV-Grad der Beschwerdeführerin
zu berechnen (E. 5.7).
5.5
5.5.1 Die IV X. führte im Nachgang zum Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts vom 30. August 2010 beim ehemaligen Arbeitgeber Nachfragen mit-
tels allgemeinen Auskunftsformularen für Arbeitgeber durch und erhielt am
26. Oktober 2011 sowie am 23. Mai 2013 die Antworten, die ehemalige
Arbeitnehmerin arbeite seit über sieben beziehungsweise zehn Jahren
nicht mehr bei diesem Arbeitgeber (IV 76, 110 f.). Auf telefonische Nach-
frage der IV-Stelle hin verwies die ehemalige Arbeitgeberin am 12. Juni
2013 auf die im April 2005 eingereichten Lohnunterlagen und die – soweit
aufgrund des Wechsels der Heimleitung noch möglich – neu ausgefüllten
Formulare. Daraus geht weiterhin hervor, dass die Angestellte zuletzt zu
60 % angestellt war (IV 114.4). Zur Lohnentwickelung wurde ausgeführt,
C-300/2014
Seite 17
dass es seit 2005 keine Lohnveränderung gegeben habe. Der aktuelle
Lohn einer Haushaltangestellten liege zur Zeit bei zirka Fr. 4'700.– / 4'800.–
pro Monat. Es sei indes nach so langer Zeit und mit neuer Leitung nicht
möglich, die Frage zu beantworten, welches Pensum die Arbeitnehmerin,
wäre sie nicht krank geworden, hätte arbeiten können (IV 114).
Bei den ergänzten Akten des Arbeitgebers findet sich die Bestätigung auf
der Personalkarte, dass der Arbeitseinsatz der Angestellten ursprünglich
zu 100 %, per 1. September 1995 zu 90 %, per 1. November 1996 zu 80 %,
und ab 1. August 1998 zu 60 % war (IV 114.9). Eine Begründung, aus wel-
chem Grund das Pensum jeweils reduziert wurde, wurde nicht nachge-
reicht, ebenfalls fehlt eine Auflistung der in der Gesprächsnotiz vom
23. September 2002 erwähnten 60 Krankheitstage im Jahr 2002 (IV 24.2).
5.5.2 Zur Abklärung der Frage, ob die Beschwerdeführerin ihr ursprüngli-
ches Pensum von 100 % auf zuletzt 60 % aus gesundheitlichen und/oder
familiären Gründen reduziert habe (siehe Ausführungen des Bundesver-
waltungsgerichts in C-5874/2008 E. 5.1.6), ist festzustellen, dass die IV X.
der ehemaligen Hausärztin Dr. F._ und dem behandelnden Fach-
arzt für Rehabilitationsmedizin Dr. G._ am 20. Oktober 2011 je ein
nicht unterzeichnetes Standardformular "Rapport médical: Réadaptation
professionelle/Rente" übermittelte und das (nicht übersetzte) Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 30. August 2010 beilegte. Dr. F._
teilte der IV-Stelle daraufhin mit, sie habe die Patientin im Jahr 2005 das
letzte Mal gesehen und könne die Fragen nicht beantworten (B-act. 78).
Dr. G._ übermittelte der IV-Stelle einen aktuellen medizinischen
Bericht vom 3. November 2011 mit aktueller Medikation. Es findet sich da-
rin seine Beurteilung, dass die Patientin – auch aufgrund ihres fortgeschrit-
tenen Alters – nicht mehr in der Lage sei, irgend eine berufliche Tätigkeit
aufzunehmen (IV 79). Zur zu prüfenden Frage, ob die Pensenreduktionen
ab 1995 aus familiären oder gesundheitlichen Gründen erfolgten, lässt sich
indes – wie die Beschwerdeführerin zu Recht beanstandet (B-act. 1 Rz. 20)
– aus den Stellungnahmen der beiden Ärzte nichts ableiten, zumal von der
IV-Stelle keine diesbezüglichen Fragen gestellt wurden.
5.5.3 Die IV X. erteilte ihrem Abklärungsdienst am 20. Oktober 2011 den
Auftrag, eine Haushaltabklärung durchzuführen und das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts vom 30. August 2010 zu beachten (IV 84.1). Ge-
mäss Abklärungsbericht vom 10. April 2012 wurde dieser unter Bezug-
nahme auf den Abklärungsbericht vom 29. Juni 2006 anhand der Akten
erstellt. Zum Status wird auf die Erklärung der Beschwerdeführerin vom
C-300/2014
Seite 18
29. Juni 2006 verwiesen, wonach sie aus familiären Gründen zur Betreu-
ung des Sohns Teilzeit arbeite (vgl. IV 23) sowie auf das Schreiben ihres
Rechtsvertreters vom 15. März 2012, wonach sie ab 1. September 1998
zu 80 % ihr Pensum wegen den Betreuungsaufgaben für den Sohn weiter-
geführt habe, verwiesen. Genauere Angaben zu den finanziellen Verhält-
nissen seien nicht erhoben worden, weil die Versicherte keine Angaben
über die genauen Beträge habe machen können. Sie gebe (recte: gab an-
lässlich der Abklärung am 29. Juni 2006) an, die Familie lebe in gesicherten
Verhältnissen. Es wird ausserdem ausgeführt, es müsse bezweifelt wer-
den, ob die Beschwerdeführerin vor 1995 ununterbrochen in einem vollen
Pensum gearbeitet habe. Begründet wird dies anhand der Einträge im IK-
Auszug der Beschwerdeführerin (vgl. IV 84.2, 77.3). Der Abklärungsdienst
prüfte weiter die finanziellen Verhältnisse des Ehepaars anhand der einge-
reichten Akten. Er kam zum Schluss, dass der Ehegatte seit dem Jahr 2000
unveränderte Renten der SUVA, der IV und der Pensionskasse im Rahmen
seiner 50 %-igen Invalidität beziehe und die finanzielle Situation seither
konstant sei. Offensichtlich hätten zusammen mit dem Einkommen der Ver-
sicherten aus ihrem 60 %-Erwerbspensum gesicherte finanzielle Verhält-
nisse bestanden. Wäre nämlich die finanzielle Situation angespannt gewe-
sen, könne man davon ausgehen, dass der Ehemann seine Restarbeitsfä-
higkeit von 50 % verwertet hätte, was nicht der Fall sei. Es könne deshalb
nicht davon ausgegangen werden, dass die Versicherte aus finanziellen
Gründen im Gesundheitsfall ein 100 %-Erwerbspensum hätte ausüben
müssen. Abschliessend wird festgestellt, dass die finanziellen Verhältnisse
sich wegen dem Wegfall des Einkommens der Beschwerdeführerin ver-
schärft hätten. Die Fachperson Abklärungsdienst führt weiter aus, dass der
Familie, wäre die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit geblieben und
hätte ihre Erwerbstätigkeit unverändert fortgeführt, wohl gar das 60 %-Pen-
sum ausgereicht hätte. Da die theoretische Aufteilung Haushalt/Erwerbs-
tätigkeit einer Person im Gesundheitsfall erhoben werden müsse, könne
nicht mit den finanziellen Verhältnissen nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens argumentiert werden. Aufgrund der Gesamtsituation müsse davon
ausgegangen werden, dass die Versicherte im Gesundheitsfall weiterhin
zu 80 % erwerbstätig wäre. Auf eine Abklärung an Ort und Stelle werde
verzichtet, da die Klärung der finanziellen Verhältnisse aufgrund der einge-
holten Akten vollumfänglich habe erfolgen können.
5.6
5.6.1 Gestützt auf diese Abklärungen der IV X. ist festzuhalten, dass die
vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil C-5874/2008 aufgeworfenen Fra-
C-300/2014
Seite 19
gen zum Status der Beschwerdeführerin (oben E. 5.3) nicht beziehungs-
weise kaum beantwortet wurden. Die Vorinstanz hat es unterlassen, ge-
mäss den Anforderungen des Untersuchungsgrundsatzes (oben E. 4.2)
mittels gezielten Fragen bei den angefragten Adressaten den offenen
Sachverhalt zu klären. Diese betrifft insbesondere die Abklärungen beim
ehemaligen Arbeitgeber und bei den (ehemals) behandelnden Ärzten.
Trotz Festhalten an der Aufteilung Erwerbstätigkeit/Haushalt und unbestrit-
tener gesundheitlicher Verschlechterung des Gesundheitszustands per
November 2006 hat sie es auch unterlassen, nochmals eine Haushaltab-
klärung durchzuführen, und stellt zur Bestimmung des Status im Wesentli-
chen auf die Abklärung vom 29. Juni 2006 ab. Es ist damit nicht geprüft
worden, ob die im Juni 2006 festgestellte Einschränkung von 11 % im
Haushalt ab November 2006 noch gegolten hatte. Diese Feststellungen
sind im Hinblick auf die Beweislastverteilung bei der Beantwortung der
Frage, ob die Beschwerdeführerin per Winter 2006/Frühling 2007 ihren
Status geändert und wieder ein volles Pensum aufgenommen hätte, zu be-
achten.
Aufgrund der sich mittlerweile veränderten Gegebenheiten (bspw. Wechsel
der Leitung beim ehemaligen Arbeitgeber der Beschwerdeführerin, zwei
Umzüge der Familie mit allfälligem Wechsel des Hausarztes/der Hausärz-
tin, Halbpensionat des Sohnes in den Jahren 2009/2010 [IV 81.25 ff.]) und
der vergangenen Zeitdauer seit dem geltend gemachten Leistungsantrag,
ist nunmehr anhand der vorliegenden Aktenlage gemäss den üblichen Ver-
fahrensregeln im Sozialversicherungsrecht (oben E. 4.4) über den Leis-
tungsanspruch der Beschwerdeführerin beziehungsweise über den gel-
tend gemachten Statuswechsel per 1. Februar 2007 (siehe oben E. 4.7) zu
entscheiden.
5.6.2 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin das Pensum aus fami-
liären Gründen ab 1. September 1995 auf 90 % und ab 1. November 1996
auf 80 % reduzierte. Ebenfalls unbestritten ist, dass die Beschwerdeführe-
rin am 29. Juni 2006 zu Handen der IV-Stelle schriftlich bestätigte, sie wäre
weiterhin aus familiären Gründen zu 80% arbeitstätig und zu 20 % im
Haushalt tätig (IV 23). Daraus kann die IV Stelle jedoch – wie das Bundes-
verwaltungsgericht bereits im August 2010 ausgeführt hatte – nichts im
Hinblick auf die spätere Entwicklung des Status ableiten (oben E. 5.3).
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin, vor ihrer Pen-
senreduktion auf 90 % und später auf 80 %, seit sie in der Schweiz tätig
C-300/2014
Seite 20
war, zu 100 % gearbeitet hatte, dies trotz ihrer Betreuungspflichten zu-
nächst einer Tochter (geboren 1972) und später eines Sohnes (geb. 1993;
siehe oben Bst. A). Die Vorinstanz bezweifelt zwar die Vollzeittätigkeit vor
1989 gestützt auf die IK-Einträge der Beschwerdeführerin (IV 84.2, oben
E. 5.5.3). Sie legt indes nicht dar, weshalb die geleisteten Beiträge nicht
einem vollen Pensum entsprechen sollten, zumal feststeht, dass die seit
1978 eingetragenen Einkommen unbestritten im Tieflohnsegment erwirt-
schaftet wurden (IV 77.3). Bei dieser Beweislage ist davon auszugehen,
dass die nicht belegte Vermutung der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin
habe vor ihrer Tätigkeit im Altersheim ab 1989 nicht voll gearbeitet, sich
nicht als überwiegend wahrscheinlich erweist. Es kann demnach festge-
halten werden, dass die Beschwerdeführerin während ihrer Tätigkeit in der
Schweiz vor der Reduktion ihres Pensums aus familiären Gründen per
Ende August 1995 vollzeitlich tätig war.
Aus den Akten geht weiter hervor, dass die Pensenreduktion auf 80 % im
Wesentlichen zur Betreuung des im Jahr 1993 geborenen Kindes erfolgte,
auch deshalb, weil die Betreuung durch die Beschwerdeführerin selbst
günstiger und weniger kompliziert war als eine externe Betreuung (vgl. B-
act. 1 Beilage 5) und später, weil die Beschwerdeführerin am freien Nach-
mittag des Kindes zuhause sein wollte (IV 22.2). Es ergeben sich indessen
keine Hinweise aus der Aktenlage, dass der ab Februar 2007 14-jährige
Sohn noch einer besonderen Betreuung und einer entsprechenden Prä-
senz der Mutter bedurft hätte. Entsprechend ist dem Abklärungsbericht
Haushalt vom 29. Juni 2006 betreffend die Kinderbetreuung zu entnehmen,
die Freizeitgestaltung sei in der Zwischenzeit weitgehend nicht mehr er-
wünscht (Ziff. 5.6). Es finden sich auch keine anderen Indizien dazu, dass
in der Familie eine besondere Präsenz der Beschwerdeführerin zuhause
notwendig gewesen wäre – wie allenfalls kurz nach dem Unfall des Ehe-
mannes und wegen dessen mit dem Unfall verbundenen medizinischen
Behandlung (vgl. B-act. 1 Beilage 5). Bei der Angabe der Beschwerdefüh-
rerin im Beschwerdeverfahren (ab April 2008), sie wäre seit dem 14. Al-
tersjahr ihres Sohnes wieder vollzeitig arbeitstätig, wäre sie gesundheitlich
dazu in der Lage, handelt es sich zwar auch (nur) um eine Parteibehaup-
tung. Wie das Bundesverwaltungsgericht indessen schon in seinem Urteil
vom 30. August 2010 ausführte, kann nicht ohne Weiteres auf die Angabe
der Versicherten, sie wäre aus familiären Gründen „weiterhin“ zu 80 % ar-
beitstätig, abgestellt werden. Der Aussage der Beschwerdeführerin vom
29. Juni 2006 kann nicht in klärendem Sinne entnommen werden, was un-
ter „weiterhin“ zu verstehen ist. Gemäss dem Haushaltprotokoll wollte die
Beschwerdeführerin im damaligen Zeitpunkt am freien Nachmittag des
C-300/2014
Seite 21
Sohnes zu Hause sein (vgl. IV 22.2 und 23). Eine entsprechende Frage
der Abklärungsperson danach, ob dieser Zustand in kürzerer oder mittlerer
Zukunft ändern könnte, findet sich in den entsprechenden Akten nicht. Ent-
sprechend dem Alter des Sohnes ist naheliegend, dass dieser mit 14 Jah-
ren in der Mittelstufe keinen freien Tag mehr hatte und die Mutter zu diesem
Zeitpunkt wieder hätte arbeiten können. Aus den Akten geht weiter hervor,
dass die Abklärungsperson bei ihrem Besuch im Jahr 2006 „gesicherte fi-
nanzielle Verhältnisse“ feststellte (5-Zimmer Einfamilienhaus auf zwei Eta-
gen in W._, nahe der Schweizer Grenze; vgl. IV 22 S. 3). Geprüft
wurden diese „gesicherten finanziellen Verhältnisse“ nachträglich aber
nicht, obwohl die Beschwerdeführerin vor Ort keine genauen Angaben ma-
chen konnte und da diese „gesicherten Verhältnisse“ von der Abklärungs-
person als „offensichtlich“ wahrgenommen wurden (vgl. IV 116 S. 2). Dem
widerspricht zudem die Angabe der Beschwerdeführerin in der IV-Anmel-
dung vom 17. März 2005, die finanzielle Situation sei nach Wegfall ihrer
Versicherungsleistungen schwierig (IV 1.6, siehe oben E. 5.3). Wie die fi-
nanzielle Lage im damaligen Zeitpunkt tatsächlich war, bleibt demnach un-
geprüft und unklar. Unbestritten ist, dass die Familie im Juni 2006 als Ein-
kommen die IV-Renten (50 %) des Ehemannes von IV, SUVA und Pensi-
onskasse (mit Kinderrenten) aufwies und die Beschwerdeführerin gestützt
auf die IV-Rente des Ehemannes eine Ehegattenrente bezog, welche aber
per Ende 2007 im Rahmen der Gesetzesänderung im IVG wegfiel. Hier
nicht zu berücksichtigen ist notabene eine bei der Beschwerdeführerin ein-
getretene gesundheitsbedingte finanzielle Einbusse.
Es erweist sich als naheliegend, dass die Beschwerdeführerin – wäre sie
bei guter Gesundheit gewesen – bei Wegfall der familiären Pflichten ihr
Pensum wieder auf 100 % aufgestockt hätte, zumal die finanzielle Lage
der Familie mit der definitiven Minderung eines Teils des Einkommens des
Ehemannes, welcher ursprünglich auch im Tieflohnsektor tätig war und vor
seinem Unfall im Jahr 1995 mit vollem Pensum etwa zur Hälfte des Fami-
lienbudgets beigetragen hatte (vgl. IV 84.4, act. IVSTA 16.1) angespannt
war. Vermutungen der Vorinstanz, dass die Finanzierung des Unterhalts
der Familie allenfalls auch in anderer Weise hätte organisiert werden kön-
nen, als dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum aufgestockt hätte (bei-
spielsweise dadurch, dass der Ehemann, welcher nach seinem Unfall im
Jahr 1995 nicht mehr im Arbeitsprozess war, wieder hätte arbeiten können;
IV 84.2), erweisen sich als weniger wahrscheinlich, zumal die Vorinstanz
auch keine Überlegungen zur Eingliederungsfähigkeit des Ehemannes
nach – zum Zeitpunkt der Abklärung 17 Jahren andauernder Abwesenheit
C-300/2014
Seite 22
vom Arbeitsmarkt – angestellt hat. Darauf ist deshalb nicht weiter einzuge-
hen. Unter diesen Umständen erweist es sich als überwiegend wahrschein-
lich, dass die Beschwerdeführerin, wäre sie dazu in der Lage gewesen, ihr
Arbeitspensum wieder auf 100 % aufgestockt hätte, um nach Wegfall der
familiären Gründe für die Pensenreduktion das seit Jahren tiefe Familien-
einkommen substanziell erhöhen zu können. Der geltend gemachte Zeit-
punkt der Statusänderung per Februar 2007 liegt zwar noch in einer gewis-
sen Nähe zum Abklärungszeitpunkt vom 29. Juni 2006, betrifft indessen
ein neues Jahr, und es kann – wie bereits dargelegt – aus den Akten nicht
geschlossen werden, dass bei der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
der Status 80 % Teilzeittätigkeit neben 20 % Haushalt zu diesem Zeitpunkt
noch bestanden hätte.
5.7 Es verbleibt demnach, die Berechnung des Rentenanspruchs der Be-
schwerdeführerin zu prüfen.
5.7.1 Die Vorinstanz berücksichtigte in ihrer IV-Grad-Berechnung (vgl.
IV 119 S. 3 ff.) gestützt auf die Einkommen der Beschwerdeführerin aus
den Jahren 2000 – 2002 ein Valideneinkommen von Fr. 35'001.–, entspre-
chend einem 60 %-Pensum, und ermittelte per Februar 2007 (drei Monate
nach Verschlechterung des Gesundheitszustands per November 2006 [vgl.
oben E. 4.6.1 und E. 4.10]) bei einem Pensum von 80 % zuzüglich Nomi-
nallohnentwicklung bis 2007 von 6.81 % einen Validenlohn von
Fr. 49'846.–. Gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin, wonach heute
eine Haushaltangestellte zwischen Fr. 4'700.– und Fr. 4'800.–. verdiene,
ermittelte sie – parallel dazu – unter Berücksichtigung des Durchschnitts
von Fr. 4'750.– x 13 x 80 % einen Validenlohn von 49'400.–. Sie legte in
der Folge dem Erwerbsvergleich den höheren Betrag von Fr. 49'846.– zu-
grunde. Die Beschwerdeführerin beanstandet die Höhe des errechneten
Validenlohnes nicht. Demnach kann auf die Berechnungsgrundlagen der
Vorinstanz abgestützt werden. Unter Berücksichtigung eines vollen Pen-
sums ergibt sich demzufolge, ausgehend von den Löhnen 2000 – 2002,
ein Validenlohn von Fr. 62'308.– ([35'001.– / 60 % x 100 % ] + 6.81 % =
62'307.61). Diese Berechnung erweist sich auch insofern als nachvollzieh-
bar, als dass bei Annahme des vom Arbeitgeber angegebenen Lohns sich
für eine Angestellte im Hausdienst ein maximales Einkommen von
Fr. 62'400.– (Basis: Fr. 4'800.– pro Monat) ergibt und zu berücksichtigen
ist, dass die Beschwerdeführerin bei diesem Arbeitgeber seit vielen Jahren
gearbeitet hatte.
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5.7.2 Den Invalidenlohn berechnete die Vorinstanz gestützt auf die medizi-
nische Beurteilung, ausgehend von einem Einkommen von 100 % (LSE
2006, Tabelle TA1, Total Frauen, Anforderungsniveau 4, Zentralwert:
Fr. 4'019.–, umgerechnet auf 41.7 Wochenstunden, zuzüglich Nominalloh-
nentwicklung bis 2007 von 1.53 %). Dies ergab bei einem Vollpensum ein
durchschnittliches Einkommen von Fr. 51'047.–. Bei der Berücksichtigung
der verbleibenden zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70 % und abzüglich ei-
nes Leidensabzugs von 10 % ergibt dies einen Invalidenlohn von
Fr. 32'160.– ([51'047.– x 70 %] – 10 % = 32'159.61). Die Berechnung
wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet und ist nachvollzieh-
bar. Darauf kann ebenfalls abgestellt werden. Gemäss der allgemeinen
Methode ergibt sich folgender Erwerbsvergleich: Wird das Valideneinkom-
men von Fr. 62'308.– einem Invalideneinkommen von Fr. 32'160.– gegen-
übergestellt, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 48 % ([62'308.- – 32'160.-]
x 100 / 62'308 = 48.39 %). Die Beschwerdeführerin hat demnach ab Feb-
ruar 2007 (unter Annahme einer Aufstockung ihres Pensums per 1. Feb-
ruar 2007) Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung, wie
sie zu Recht geltend machte. Damit erweist sich die Beschwerde als be-
gründet und ist gutzuheissen.
5.7.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich Ausführungen
zur neusten Rechtsentwicklung zu Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit
Art. 16 ATSG (gemischte Methode) gestützt auf die Rechtsprechung des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR, Arrêt di Trizio ge-
gen die Schweiz vom 2. Februar 2016 [7186/09], in Rechtskraft seit
4. Juli 2016 [vgl. http://hudoc.echr.coe.int/eng?i=001-160262#{"itemid":
["001-160262"]}; besucht am 27. Juli 2016]) sowie die darauf Bezug neh-
mende bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_912/2015 vom 18. April 2016 E. 2.1 ff. und 4.3), zumal sich im vorlie-
genden Fall ein Anspruch auf eine Viertelsrente aus dem Einkommensver-
gleich nach Art. 16 ATSG ergibt (E. 5.7.2) und eine Ermittlung des Invalidi-
tätsgrades nach der gemischten Methode zu keinem anderen Resultat füh-
ren würde (vgl. E. 5.7.4). Die angefochtene Verfügung vom 2. Dezember
2013 ist insoweit abzuändern, als dass der Beschwerdeführerin ab 1. Feb-
ruar 2007 eine Viertelsrente auszurichten ist. Die Akten werden an die
Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese die Renten berechne und die ent-
sprechenden Betreffnisse der Beschwerdeführerin auszahle. Die nachzu-
zahlenden Renten sind gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG zu verzinsen (vgl. Ur-
teile BVGer C-4897/2012 vom 20. Dezember 2013 E. 4.6 und C-6480/2008
vom 16. Mai 2011 E. 5.9).
http://hudoc.echr.coe.int/eng?i=001-160262#{"itemid":["001-160262"]} http://hudoc.echr.coe.int/eng?i=001-160262#{"itemid":["001-160262"]}
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5.7.4 Zu ergänzen bleibt, dass auch unter Berücksichtigung der gemisch-
ten Methode mit der Aufteilung 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt
und in Korrektur der vorinstanzlichen Berechnung ein Anspruch auf eine
Viertelsrente bestünde. Die Vorinstanz hat per November 2006 (IV 119.4)
im Erwerbsteil beim Valideneinkommen ein 80%-Pensum von Fr. 49'846.–
berücksichtigt. Dem stellte sie gestützt auf die medizinische Beurteilung ein
Invalideneinkommen von Fr. 32‘160.– gegenüber und ermittelte eine Er-
werbseinbusse von Fr. 37‘686.– beziehungsweise einen IV-Grad von
35.48 %. Wie oben in E. 5.7.2 dargelegt, bezieht sich das errechnete Inva-
lideneinkommen von Fr. 32‘160.– auf ein 100 %-Pensum. Reduziert auf ein
80 %-Pensum – das einem Valideneinkommen von 80 % gegenüberzustel-
len gewesen wäre –, ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 25‘728.–
([32‘160.– x 80 % = 25‘728.–). Mit den korrekt unterlegten Werten resultiert
für den Einkommensvergleich nach der gemischten Methode auch ein IV-
Grad für den Erwerbstätigkeitsteil von 48 % ([49‘846 – 25‘728] x 100 /
49‘846 = 48.01 %; vgl. oben E. 5.7.2). Für den Haushaltsteil von 20 % er-
mittelte die Vorinstanz eine gesundheitliche Einschränkung von 11 %, wel-
che unbestritten ist. Gemäss der gemischten Methode im Verhältnis 80 %
zu 20 % resultiert demnach ein IV-Grad von gerundet 41 % ([48.01 x 80 %
{IV-Grad gemäss Anteil Erwerbstätigkeit: 38.41 %}] + [11 x 20 % {IV-Grad
gemäss Anteil Haushalt: 2.2 %}] = 40.61 %) per November 2006 (seit der
gesundheitlichen Verschlechterung; siehe oben E. 5.4). Entsprechend
ergibt sich – in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV (oben E. 4.10) – auch
unter Berechnung des IV-Grades mittels der gemischten Methode ein An-
spruch auf eine Viertelsrente ab 1. Februar 2007.
6.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Der obsie-
genden Beschwerdeführerin sind demnach keine Verfahrenskosten aufzu-
erlegen. Der am 3. Juni 2014 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– ist
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihr anzugebendes
Konto zurückzuerstatten. Der unterliegenden Vorinstanz werden keine Ver-
fahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
6.2 Die obsiegende anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss
Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom
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21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteient-
schädigung. Ihr Rechtsvertreter, Advokat Guido Ehrler, hat dem Bundes-
verwaltungsgericht am 25. November 2014 eine Honorarnote über
Fr. 3'440.10, bestehend aus einem Honorar von 13 Std. à Fr. 250.– erge-
bend Fr. 3'250.–, zuzüglich Auslagen (122 Kopien à Fr. 1.–, Porti von
Fr. 66.40 und Telefonate von Fr. 1.70), ohne Mehrwertsteuer, eingereicht.
Der geltend gemachte Aufwand erweist sich für das vorliegende Verfahren
mit drei Eingaben (Beschwerde, Replik, Triplik) als angemessen. Der Auf-
wand für die geltend gemachten Kopien ist indessen gestützt auf Art. 11
Abs. 4 VGKE auf Fr. 61.– zu reduzieren. Demnach ist der Beschwerdefüh-
rerin eine Parteientschädigung von Fr. 3‘379.10 (ohne Mehrwertsteuer, vgl.
Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. a MWSTG, SR 641.20
i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG]) , zu Lasten der Vorinstanz auszurichten (vgl.
Art. 14 Abs. 2 VGKE).
(Dispositiv: siehe nächste Seite)
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