Decision ID: 57909008-95c5-4ea0-bca8-d99b5e7370ee
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2005 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Am 21. Juni 2006 wurde die Versicherte
durch Dr. med. B._, Psychiatrie/Psychotherapie FMH, begutachtet (Gutachten vom
27. August 2006, IV-act. 28). Dr. B._ attestierte der Versicherten aufgrund von
rezidivierenden depressiven Störungen mit gegenwärtig mittelgradiger Episode ohne
somatische Symptome (ICD-10: F33.10) sowie einer Neurasthenie
(Erschöpfungssyndrom mit verminderter geistiger, körperlicher und psychischer
Belastbarkeit, F48.0) eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Dr. med. C._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Klinik D._, berichtete der IV-Stelle am 31.
Oktober 2006 (IV-act. 37), dass die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11), leide.
Ihr Zustand habe sich durch einen stationären Klinikaufenthalt vom 10. August 2006 bis
6. September 2006 leicht verbessert. Seit dem 7. September 2006 sei die Versicherte
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin im Service noch zu 50 %
arbeitsunfähig. Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte der
IV-Stelle am 29. August 2007 mit, dass die Versicherte bereits aus psychiatrischer
Sicht weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 57). Am 7. und 8. Januar 2008
wurde die Versicherte durch das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene
AG (AEH) rheumatologisch/orthopädisch begutachtet (Gutachten vom 6. Mai 2008, IV-
act. 68). Die psychiatrische Untersuchung wurde am 20. März 2008 durch Dr. med.
F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Klinik G._, durchgeführt (psychiatrisches
Teilgutachten vom 20. März 2008, IV-act. 66). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gab er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige depressive Episode (F33.1) und akzentuierte Persönlichkeitszüge
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(abhängig, histrionisch, emotional instabil, Z73.1) an. Zusammenfassend erklärten die
Gutachter, dass aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht keine Gründe vorlägen,
welche gegen eine im Minimum leichte Tätigkeit sprächen. Einschränkungen ergäben
sich beim Arbeiten in statisch vorgeneigten Haltungen sowie bei Arbeiten über Kopf.
Aufgrund der internistischen Komorbiditäten und der Dekonditionierung seien auch bei
einer optimal adaptierten Tätigkeit vermehrte Pausen (2 Stunden pro Tag) zu gewähren.
Aus psychiatrischer Sicht sei eine Tätigkeit ohne besondere Anforderungen an die
sozialen Kompetenzen, an die Stress- und Frustrationstoleranz sowie an die
Umstellungs- und Anpassungsfähigkeit zu 50 % zumutbar. In polydisziplinärer Hinsicht
betrage die Arbeitsfähigkeit in einer ideal adaptierten Tätigkeit 50 %. Mit zwei
Verfügungen vom 3. Dezember 2008 (IV-act. 90 und 92) sprach die IV-Stelle der
Versicherten ab dem 1. August 2006 eine ganze und ab dem 1. Oktober 2006 eine
halbe IV-Rente zu.
A.b Im August 2011 gelangte der Hausarzt der Versicherten an die IV-Stelle und bat
darum, ein Revisionsverfahren durchzuführen, da sich der Gesundheitszustand der
Versicherten verschlechtert habe (IV-act. 95). Am 31. August 2011 reichte die
Versicherte unter Hinweis auf eine gesundheitliche Verschlechterung diverse
medizinische Berichte ein (IV-act. 97).
A.c Die Versicherte war vom 7. März bis 24. Juni 2011 in der Klinik H._ hospitalisiert
gewesen (Austrittsbericht vom 15. Juli 2011, IV-act. 102). Als psychiatrische Diagnose
hatten die Ärztinnen eine rezidivierende depressive Störung, ggw. schwere Episode
ohne psychotische Symptome (F33.2), angegeben. Die Ärztinnen hatten erklärt, dass
die Versicherte aufgrund von suizidalen Gedanken und der schweren depressiven
Symptomatik in die geschlossene Abteilung aufgenommen worden sei. Im klinischen
Setting habe die Versicherte ihren Alltag gut strukturieren können. In der
zwischenmenschlichen Kommunikation habe sie sich etwas stärker und belastbarer
gezeigt. Die depressive Symptomatik habe sich nur leicht verbessert. Die Versicherte
sei im weitesten Sinn in der Lage, ihre Stimmungen selber zu regulieren und eine
Zukunftsperspektive aufzubauen. Sie habe in einem stabilen bio-psychischen Zustand
entlassen werden können.
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A.d Dr. med. I._, Klinik G._, berichtete am 9. September 2011 (IV-act. 100), dass
sich die Versicherte am 30. Dezember 2010 erstmals in der Klinik vorgestellt habe.
Damals habe sie eine psychotische Symptomatik im Rahmen einer schweren
depressiven Episode, grenzwertig zu einer wahnhaften Störung, gezeigt. Durch die
engmaschige ambulante Betreuung habe das Medikament Seroquel aufdosiert werden
können, sodass die Versicherte nach drei Wochen von der psychotischen Symptomatik
befreit worden sei. Nach dem Austritt aus der Klinik H._ sei eine Reduktion der
depressiven Symptomatik beobachtet worden. Die Versicherte sei zugänglicher und
entspannter gewesen. Trotzdem sei sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig.
A.e RAD-Ärztin Dr. med. J._ notierte am 19. November 2011 (IV-act. 103), dass eine
Veränderung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht worden sei. Der aktuelle
Gesundheitszustand müsse weiter abgeklärt werden.
A.f Dr. I._ berichtete am 1. Dezember 2011 (IV-act. 107), dass die Versicherte an
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig bis schwere
Episode, leide. Als die Arbeitsfähigkeit einschränkende Faktoren nannte er
Konzentrationsstörungen, einen Antriebsmangel, eine rasche Ermüdbarkeit, eine
niedrige Stresstoleranz, eine niedrige psychische Belastbarkeit und eine reduzierte
Ausdauer. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar.
Prognostisch könne nach einem ca. dreimonatigen Arbeitstraining im geschützten
Rahmen in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
erreicht werden. Für eine definitive Prognose verwies Dr. I._ an den
nachbehandelnden Arzt Dr. E._. Bei einer adaptierten Tätigkeit würde es sich um
eine leichte repetitive Arbeit, ohne Nacht- oder Akkordarbeit, ohne Maschinenarbeit
und ohne Arbeiten mit scharfen Gegenständen und Werkzeugen handeln.
A.g RAD-Ärztin Dr. J._ erklärte am 6. Januar 2012 (IV-act. 109), es müsse davon
ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand im Zeitraum 30. Dezember
2010 bis 24. Juni 2011 vorübergehend verschlechtert habe; die Versicherte sei in
dieser Periode auch in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsunfähig gewesen. Ab dem
25. Juni 2011 sei wieder von einem im Vergleich zur medizinischen Referenzsachlage
(Gutachten vom März 2008) stationären Gesundheitszustand auszugehen. Ab dem 25.
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Juni 2011 sei die Versicherte somit in einer adaptierten Tätigkeit wieder zu 50 %
arbeitsfähig gewesen.
A.h Mit Vorbescheid vom 2. März 2012 (IV-act. 114) kündigte die IV-Stelle der
Versicherten die Ablehnung des Rentenerhöhungsgesuchs an. Zur Begründung hielt sie
fest, dass sich der Gesundheitszustand nur vorübergehend vom 30. Dezember 2010
bis 24. Juni 2011 verschlechtert habe. Ab dem 25. Juni 2011 habe wieder eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit bestanden. Da die Versicherte das Erhöhungsgesuch erst nach
Wiedererlangen der 50%igen Arbeitsfähigkeit eingereicht habe, werde das Gesuch
abgewiesen. Sie habe weiterhin Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Dagegen liess die
Versicherte am 17. April 2012 einwenden, dass zum Aufbau der 50%igen
Arbeitsfähigkeit gemäss dem Bericht der Klinik G._ mindestens ein dreimonatiges
Arbeitstraining erfolgen müsse. Daher könne nicht bereits ab dem Austritt aus der
Klinik H._ von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Die Versicherte
sei bereit, an einem Arbeitstraining aktiv mitzuwirken.
A.i Vom 7. bis 10. Januar 2013 wurde die Versicherte im Zentrum für Medizinische
Begutachtung (ZMB) polydisziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 11. April 2013, IV-act. 133). Als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden angegeben:
· Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradige Episode
mit psychotischen Symptomen;
· Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (Z31.8);
· chronisches lumbovertebrales Syndrom;
· Valgus-Gonarthrose beidseits.
Die Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
· Status nach laparoskopischer Adrenalektomie rechts bei endokrin inaktiver nodulärer
Rindenhyperplasie;
· Status nach Morbus Basedow mit nahezu vollständiger Thyreoidektomie 10/05;
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· Adipositas permagna;
· Hypercholesterinämie;
· COPD mit intermittierender Therapie mit Bronchodilatantien und Cortison;
· chronisches cervicovertebrales Syndrom;
· Senk-/Spreizfüsse beidseits, rechts-betont.
Dr. med. K._, Allgemeine Innere Medizin, kam zum Schluss, dass die
allgemeinmedizinischen und internistischen Diagnosen keine Arbeitsunfähigkeit
begründeten. Allenfalls müssten der Adipositas permagna und der COPD insoweit
Rechnung getragen werden, als körperlich sehr anstrengende Arbeiten und Tätigkeiten
in staubiger Umgebung vermieden werden sollten. Dr. med. L._, Rheumatologie, gab
in seiner Beurteilung an, dass das lumbovertebrale Schmerzgeschehen im Vordergrund
stehe. Dieses könne durch die degenerativen Veränderungen auf discogener Ebene
und auf Facettengelenksebene, kombiniert mit einer lumbalen Instabilität bei
Degeneration und Spondylolisthesis L5/S1, begründet werden. Eindeutige, von lumbal
ausgehende radikuläre Reiz- oder Ausfallphänomene fehlten. Die Versicherte sei für
körperlich schwere Tätigkeiten nicht einsetzbar. Aufgrund der Valgus-Gonarthrose
beidseits habe die Versicherte Schwierigkeiten beim Treppensteigen, bei längerem
Stehen und bei anhaltendem Gehen. In einer leichten Tätigkeit in Wechselhaltung sei
sie voll arbeitsfähig. Dr. med. M._, Psychiatrie und Psychotherapie, erklärte, dass die
Versicherte sozial isoliert sei. Im Psychostatus habe eine depressive, adyname,
niedergestimmte Frau mit wenig mimischer Modulation, mit einer Störung der
Vitalgefühle, mit Freudlosigkeit, mit gehemmtem, eingeengtem umständlichen Denken,
mit einer affektarmen Stimmung, mit psychomotorischer Antriebsarmut und mit
Ängsten, die psychotisch anmuteten, imponiert. Es bestehe eine chronische
Suizidalität. Bei der aktuellen Laboruntersuchung habe sich das CDT im Normbereich
befunden; hingegen hätten die Psychopharmaka unter dem therapeutischen Bereich
gelegen. Die Diagnose einer aktuell mittel- bis schwergradigen depressiven Episode
mit Hinweisen auf mögliche psychotische Symptome ergebe sich − vor dem
Hintergrund einer schweren Familienanamnese − aus der Feststellung von mindestens
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sechs Symptomen aus dem depressiven Formenkreis. Wegen der Symptomatologie
und des chronischen Verlaufs sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit voll
arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit wie Haushaltsarbeiten sei sie in
reduziertem Ausmass arbeitsfähig. Eine verminderte Flexibilität, ein vermindertes
Durchhaltevermögen und eine reduzierte Selbstbelastungsfähigkeit verunmöglichten
jedoch eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft. Im März 2008 sei die Arbeitsunfähigkeit
als Küchenhilfe auf 100 % und in einer adaptierten Tätigkeit auf 50 % geschätzt
worden. Dies entspreche auch der aktuellen Einschätzung. Die Gutachter gaben weiter
an, dass die Einschätzung des Hausarztes, wonach die Arbeitsunfähigkeit auch in einer
adaptierten Tätigkeit nach der Hospitalisation in der Klinik G._ (richtig: Klinik H._)
im Jahr 2011 100 % betragen habe, nicht nachvollziehbar sei. Aus psychiatrischer
Sicht seien der Versicherten Anstrengungen zuzumuten, sich in einer adaptierten
Tätigkeit (Haushalt) zu 50 % zu betätigen.
A.j RAD-Ärztin Dr. J._ erklärte am 24. April 2013, dass das ZMB-Gutachten
ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar sei, sodass auf es abgestellt werden könne
(IV-act. 134). Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei der Gesundheitszustand
stationär. Es bestehe weiterhin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit als Küchenhilfe und
eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit adaptiert. Bei einer adaptierten Tätigkeit handle es sich
um eine körperlich leichte, wechselbelastende und psychisch wenig belastende
Tätigkeit.
A.k Mit Vorbescheid vom 21. Juni 2013 (IV-act. 138) kündigte die IV-Stelle der
Versicherten erneut die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs an (IV-act. 138). Zur
Begründung führte sie an, dass die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit weiterhin
zu 50 % arbeitsfähig sei. Auf ein Arbeitstraining habe sie keinen Anspruch, da keine
Möglichkeit bestehe, die Arbeitsfähigkeit weiter zu steigern. Auch ein Anspruch auf
andere berufliche Eingliederungsmassnahmen müsse verneint werden. Die Versicherte
habe weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente. Dagegen liess die Versicherte am 26.
Juli 2013 einwenden (IV-act. 139), dass sie die mögliche Restarbeitsfähigkeit gemäss
der ZMB-Beurteilung aufgrund ihrer psychischen Erkrankung im ersten Arbeitsmarkt
nicht mehr verwerten könne. Haushaltstätigkeiten seien keine Tätigkeiten des ersten
Arbeitsmarkts. Das Gutachten sei daher so zu verstehen, dass sich seit der
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Begutachtung im Jahr 2008 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben
habe. Die Versicherte habe daher Anspruch auf eine ganze Rente.
A.l Mit Verfügung vom 7. August 2013 wies die IV-Stelle das Rentenerhöhungsgesuch
aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 140). Zum Einwand
erwiderte sie, dass die Versicherte gemäss dem RAD in einer adaptierten Tätigkeit zu
50 % arbeitsfähig sei.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
16. September 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente; eventualiter sei
die Angelegenheit zur Vornahme von beruflichen Massnahmen an die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zudem sei der
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu
gewähren. Zur Begründung machte der Rechtsvertreter geltend, aufgrund der
massiven gesundheitlichen Einschränkung seien selbst die ZMB-Gutachter zum
Schluss gekommen, dass die attestierte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit auf
dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr verwertet werden könne. Die Beschwerdegegnerin
sei in Widerspruch dazu trotzdem ohne weiteres von der Verwertbarkeit der 50%ige
Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Gemäss den Gutachtern könne die Restarbeitsfähigkeit
nämlich höchstens noch im Haushalt verwertet werden. Beim Invalideneinkommen
dürften daher höchstens die Verwertungsmöglichkeiten im zweiten Arbeitsmarkt
berücksichtigt werden. Sollten Zweifel an der Verwertbarkeit der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit bestehen, wäre ein Arbeitstraining durchzuführen. Am 1. Oktober 2013
zog der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege zurück (act. G 5).
B.b Am 23. Oktober 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie an, der RAD habe das ZMB-
Gutachten dahingehend interpretiert, dass im Vergleich zum Gutachten des AEH/der
Klinik G._ vom Mai/März 2008 weiterhin eine 50 %ige Restarbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit bestehe. Bezüglich der vom psychiatrischen Gutachter
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erwähnten chronifizierten Suizidalität falle auf, dass die von der Beschwerdeführerin bei
der psychiatrischen Untersuchung angegebenen psychischen Beschwerden keinen
Hinweis auf eine Suizidalität enthalten hätten. Dem Austrittsbericht der Klinik H._ sei
zu entnehmen, dass die Suizidalität nur gedanklich bestehe. Bei der
Kontrolluntersuchung in der Klinik G._ am 22. November 2011 hätten sich keine
Anzeichen einer Suizidalität gezeigt. Vor diesem Hintergrund könne bei der
Beschwerdeführerin keine Rede sein von einer „chronischen“ Suizidalität. Der
Krankheitsverlauf zeige vielmehr, dass die Ausprägung der depressiven Symptomatik
durch die Intensivierung der Therapie und durch die Erhöhung/Veränderung der
antidepressiven Medikation positiv habe beeinflusst werden können. Die
zwischenzeitlich festgestellten psychotischen Symptome seien verschwunden. Dem im
ZMB-Gutachten enthaltenen psychopathologischen Befund sei keine wesentliche
Verschlechterung der depressiven Symptomatik gegenüber dem Jahr 2008 zu
entnehmen. Der anlässlich der ZMB-Begutachtung gemessene Psychopharmaka-
Blutspiegel habe unter dem therapeutischen Bereich gelegen, was auf eine
unregelmässige Einnahme der verordneten antidepressiven Medikamente schliessen
lasse. Ausserdem hätten im Begutachtungszeitpunkt lediglich alle zwei Wochen
Therapiegespräche stattgefunden. Die Beschwerdeführerin erlebe die depressive
Störung demnach nicht als besonders schwer. Bei objektiver Betrachtung habe daher
− im Vergleich zum Dezember 2008 − im Zeitpunkt des Erlasses der
Revisionsverfügung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine dauerhafte
wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorgelegen. Mangels einer
anspruchserheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes müsse unverändert von
einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit von 50% in adaptierten Tätigkeiten
ausgegangen werden. Die anders lautende Beurteilung im ZMB-Gutachten sei als
andere Einschätzung eines im Wesentlichen unveränderten medizinischen
Sachverhaltes zu interpretieren und stelle daher keinen Revisionsgrund dar.
B.c In seiner Replik vom 8. Januar 2014 (act. G 11) machte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ergänzend geltend, die RAD-Ärztin habe mit keinem Wort die
Diskrepanz zwischen ihrer eigenen Beurteilung und derjenigen der ZMB-Gutachter
begründet. Die Interpretation des RAD, wonach die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei, sei somit widersprüchlich und rechtlich
nicht nachvollziehbar. Im Übrigen handle es sich bei Dr. J._ um eine Fachärztin für
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physikalische Medizin und Rehabilitation. Sie besitze daher nicht die fachliche
Qualifikation, die psychiatrische Beurteilung des ZMB in Zweifel zu ziehen. Zudem
habe der RAD das ZMB-Gutachten als ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar
bezeichnet. Des Weiteren gingen die Ausführungen der Beschwerdegegnerin bezüglich
der Suizidalität fehl, da sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Facharzt
nicht auf die Suizidalität bezogen habe, sondern auf die verminderte Flexibilität, das
verminderte Durchhaltevermögen und die reduzierte Selbstbelastungsfähigkeit. Zudem
unterscheide sich die heutige Diagnosestellung wesentlich von derjenigen im Jahr
2008. Die Behauptung, der Gesundheitszustand könne mit einer Erhöhung/
Veränderung der antidepressiven Medikation positiv beeinflusst werden, stamme von
einem Juristen und nicht von einem spezialisierten Arzt. Dies wäre im Übrigen auch
kein Anlass, eine Verschlechterung nicht anzuerkennen; vielmehr handle es sich hierbei
um einen Fall der Schadenminderungspflicht.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 13).
B.e Am 13. November 2015 teilte die zuständige Gerichtsschreiberin dem ZMB mit,
dass das Gutachten nach Ansicht des Gerichts einen Widerspruch enthalte. Einerseits
sei erklärt worden, dass der Beschwerdeführerin eine adaptierte Tätigkeit zu 50 %
zumutbar sei. Andererseits sei festgehalten worden, dass eine Tätigkeit in der freien
Wirtschaft durch die verminderte Flexibilität, das verminderte Durchhaltevermögen und
die reduzierte Selbstbelastungsfähigkeit verunmöglicht werde. Das Gericht bat das
ZMB, aufzuzeigen, welche adaptierten Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin in Frage
kämen und ob sie die 50 %ige Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt umsetzen
könne. Das ZMB antwortete am 16. Dezember 2015 (act. G 17), dass die
Beschwerdeführerin die 50 %ige Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung auf
dem ersten Arbeitsmarkt nicht habe umsetzen können. Der Beschwerdeführerin sei
lediglich die Erledigung von Haushaltsarbeiten zu 50 % zumutbar gewesen.
B.f Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erklärte am 5. Januar 2016 (act. G 19),
die Stellungnahme des ZMB habe klar zum Ausdruck gebracht, dass die
Beschwerdeführerin auf dem freien Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig sei.
B.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (vgl. act. G 21).
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Erwägungen
1.
Vorab ist zu klären, ob die Beschwerdeführerin rechtzeitig Beschwerde erhoben hat.
Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der Verfügung
einzureichen. Die Artikel 38-41 sind sinngemäss anwendbar (Art. 60 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR
830.1). Die angefochtene Verfügung vom 7. August 2013 ist am 8. August 2013 beim
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eingegangen (siehe act. G 1.1). Am 16.
September 2013 hat dieser Beschwerde erhoben. Da gesetzliche und behördliche
Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, vom 15. Juli bis und mit dem
15. August still stehen, hat die Beschwerdefrist erst am 16. August 2013 zu laufen
begonnen (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG). Die Frist wäre somit am Samstag, 14. September
2013 abgelaufen. Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, so endet sie allerdings erst
am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 2 ATSG). Im vorliegenden Fall ist der letzte
Tag der Frist somit der Montag, 16. September 2013 gewesen. Die Beschwerde ist
daher rechtzeitig erhoben worden, weshalb auf sie einzutreten ist.
2.
Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich
der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art.
87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Die
Beschwerdeführerin hat zur Glaubhaftmachung der Verschlechterung ihres
psychischen Zustandsbildes den Austrittsbericht der Klinik H._ vom 15. Juli 2011
und einen Bericht von Dr. I._ vom 9. September 2011 eingereicht. In beiden
Berichten ist erklärt worden, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig an einer
schweren Episode der rezidivierenden depressiven Störung leide; Dr. I._ hat sogar
von psychotischen Symptomen berichtet und den Verdacht auf eine wahnhafte
Störung angegeben. Die Ärztinnen der Klinik H._ wie auch Dr. I._ haben der
Beschwerdeführerin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Gemäss diesen von
der Beschwerdeführerin eingereichten Berichten hat sich die Depression somit von
mittelgradig zu schwergradig verschlechtert und die Arbeitsunfähigkeit von 50 auf 100
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% erhöht. Damit hat die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht
auf das Revisionsgesuch eingetreten ist.
3.
3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten
rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen).
3.2 Gegenstand dieses Verfahrens ist, ob die Beschwerdegegnerin das
Erhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin vom August 2011 zu Recht abgewiesen hat.
Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ist seit der erstmaligen Rentenzusprache
im Dezember 2008 nicht mehr überprüft worden. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob
sich der Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
zwischen dem 3. Dezember 2008 (erstmalige Rentenzusprache) und dem 7. August
2013 (Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) derart verändert hat, dass
daraus eine Änderung des Invaliditätsgrades resultiert, die eine Erhöhung des
Rentenanspruchs zur Folge hat.
3.3 Zunächst ist zu prüfen, ob sich der psychische Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin bzw. ihre psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zwischenzeitlich
verschlechtert hat. Bei der erstmaligen Rentenzusprache ist in psychiatrischer Hinsicht
auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ von der Klinik G._ abgestellt
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worden. Dieser hatte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 20. März 2008 als
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (F33.1) und akzentuierte
Persönlichkeitszüge (abhängig, histrionisch, emotional instabil, Z73.1) angegeben. Die
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenhilfe wie auch in einer
adaptierten Tätigkeit hatte er auf ca. 50 % geschätzt. Aus medizinisch-theoretischer
Sicht seien adaptierte Tätigkeiten in der freien Wirtschaft realisierbar; ein geschützter
Rahmen sei nicht erforderlich. Grundsätzlich unbestritten ist, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Dezember 2010 verschlechtert hat
und sie ab diesem Zeitpunkt auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. RAD-Stellungnahme vom 6. Januar 2012, IV-act. 109).
Diese Einschätzung leuchtet aus den folgenden Gründen ein: Dr. I._ von der Klinik
G._ hat in seinem Bericht vom 9. September 2011 erklärt, dass die
Beschwerdeführerin bei ihrer ersten Vorstellung am 30. Dezember 2010 eine
psychotische Symptomatik im Rahmen einer schweren depressiven Episode,
grenzwertig zu einer wahnhaften Störung, gezeigt habe. In der Folge hat Dr. I._ die
Beschwerdeführerin der Klinik H._ zur stationären Behandlung zugewiesen, wo die
Beschwerdeführerin vom 7. März 2011 bis 26. Juni 2011 (zumindest zunächst in der
geschlossenen Abteilung) hospitalisiert gewesen ist. Die 100 %ige, psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten vom 30. Dezember 2010 bis 26. Juni 2011 ist
somit ausgewiesen.
3.4 Umstritten und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin im Rahmen des stationären Aufenthalts insoweit verbessert hat,
dass die Beschwerdeführerin beim Austritt aus der Klinik H._ wieder zu 50 %
arbeitsfähig gewesen ist. Der psychiatrische Gutachter des ZMB hat die
Beschwerdeführerin im Januar 2013 untersucht. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit hat er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis
schwergradige Episode mit psychotischen Symptomen und Probleme durch negative
Kindheitserlebnisse (Z31.8) angegeben. Aufgrund der Symptomatologie und des
chronischen Verlaufs sei die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit voll
arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit wie Haushaltsarbeiten sei die
Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsfähig. Eine verminderte Flexibilität, ein
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vermindertes Durchhaltevermögen und eine reduzierte Selbstbelastungsfähigkeit
verunmöglichten eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft.
3.5 Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung.
Danach haben Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht die Beweise
frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten. Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die
Sozialversicherungsträger eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V
351 E. 3a und 3b mit Hinweisen). In formeller Hinsicht erfüllt das Gutachten des ZMB
die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien an ein voll beweiskräftiges
Gutachten. Das Gutachten ist in Kenntnis der relevanten Vorakten verfasst worden (Ziff.
2 des Gutachtens), enthält eine ausführliche Anamnese (Ziff. 3 und insbesondere auch
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Ziff. 4.3.1.) und berücksichtigt die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu
ihren Beschwerden (Ziff. 3, 3.6, 4.2.2 und 4.3.2). Es gibt die erhobenen objektiven
Befunde (Ziff. 4.1.1, 4.2.3 und 4.3.3), die Diagnosen (Ziff. 7), die Beurteilungen der
einzelnen Fachärzte (Ziff. 4.1.3, 4.2.5 und 4.3.5) sowie eine abschliessende
Gesamtbeurteilung wieder. Auch haben sich die Gutachter mit divergierenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt (Ziff. 14).
3.6 Als Nächstes ist zu prüfen, ob das Gutachten auch in materieller Hinsicht
überzeugt, d.h. ob die Beurteilung der medizinischen Situation und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung einleuchten bzw. ob der Bericht von Dr. I._ vom 1.
Dezember 2011, die RAD-Stellungnahme vom 24. April 2013 oder die Einwendungen
der Beschwerdegegnerin ernsthafte Zweifel an der Beurteilung der ZMB-Gutachter zu
wecken vermögen.
3.6.1 RAD-Ärztin Dr. J._ hat das ZMB-Gutachten am 24. April 2013 als ausführlich,
schlüssig und nachvollziehbar bezeichnet und erklärt, dass darauf abgestellt werden
könne. In Widerspruch dazu hat sie angegeben, dass die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Diese vom Gutachten abweichende
Einschätzung kann nur so begründet werden, dass die RAD-Ärztin die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung falsch interpretiert hat. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des
psychiatrischen Gutachters ist denn auf den ersten Blick tatsächlich nicht ganz
eindeutig. Eine Nachfrage durch das Gericht hat jedoch bestätigt, dass die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von den Gutachtern auf 0 % geschätzt
worden ist; der psychiatrische Gutachter hat nämlich erklärt, dass die
Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit
aus medizinisch-psychiatrischer Sicht auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht verwerten
könne. Auf die Einschätzung von RAD-Ärztin Dr. J._ kann daher nicht abgestellt
werden, da sie sich über die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter in einem Irrtum
befunden hat.
3.6.2 Die Beschwerdegegnerin hat geltend gemacht, dass entgegen der Behauptung
des psychiatrischen ZMB-Gutachters keine Hinweise auf eine Suizidalität bestünden.
Dem ist entgegen zu halten, dass die Beschwerdeführerin am 7. März 2011 u.a. wegen
suizidalen Gedanken in die geschlossene Abteilung der psychiatrischen Frauenklinik
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aufgenommen worden ist (IV-act. 102-4). Zwar hat die Suizidalität nur gedanklich
bestanden, d.h. die Beschwerdeführerin hat Planungsimpulse verneint. Dies bedeutet
jedoch nicht, dass das Vorliegen einer chronischen Suizidalität ohne weiteres verneint
werden könnte. Denn beim Begriff Suizidalität handelt es sich um einen Oberbegriff für
alle Formen suizidalen Erlebens und Verhaltens, der Suizididee, Suizidversuch und
Suizid als Konsequenz der Suizidalität umfasst (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch
[1015], 266. Auflage, S. 2052). Bereits im Gutachten von Dr. F._ vom 20. März 2008
ist die Rede von Todeswünschen und Suizidhandlungen gewesen (IV-act. 66-8). Zwar
hat Dr. I._ in seinen Berichten keine Suizidalität angegeben. Den Schweregrad der
Depression hat er in seinem letzten Bericht vom Dezember 2011 aber gleich
eingeschätzt wie der ZMB-Gutachter. Daraus kann geschlossen werden, dass die vom
psychiatrischen Gutachter angegebene Suizidalität gar keinen wesentlichen Einfluss
auf Diagnose gehabt hat. Dies ist auch insofern nachvollziehbar, als Suizidideen als
solche die Arbeitsfähigkeit wohl nicht einschränken. Die Argumentation der
Beschwerdegegnerin geht somit fehl.
3.6.3 Die Beschwerdegegnerin hat weiter vorgebracht, dass dem im ZMB-Gutachten
enthaltenen psychopathologischen Befund keine wesentliche Verschlechterung der
depressiven Symptomatik gegenüber dem Jahr 2008 zu entnehmen sei. Dr. I._ hat
die gegenwärtige Episode im September 2011 als schwer und im Dezember 2011 als
mittelgradig bis schwer eingeschätzt. Der psychiatrische ZMB-Gutachter hat im Januar
2013 ebenfalls eine mittel- bis schwergradige Episode im Rahmen der rezidivierenden
depressiven Störung diagnostiziert. Demgegenüber hat Dr. F._ in seinem Gutachten
vom März 2008 angegeben, dass die rezidivierende depressive Störung gegenwärtig
mittelgradig ausgeprägt sei. Der behandelnde Arzt wie auch der Gutachter sind somit
übereinstimmend von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit März
2008 ausgegangen. Diese Einschätzung erscheint vor dem Hintergrund der
Hospitalisation in der Klinik H._ vom 7. März bis 24. Juni 2011, wo ebenfalls eine
schwere depressive Episode diagnostiziert worden war, als schlüssig und
einleuchtend, weshalb darauf abzustellen ist.
3.6.4 Die Beschwerdegegnerin hat ausserdem argumentiert, dass die
Beschwerdeführerin die depressive Störung nicht als besonders schwer erleben könne,
da der Psychopharmaka-Blutspiegel unter dem therapeutischen Bereich gelegen habe
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und nur alle zwei Wochen Therapiegespräche stattfänden. Zunächst ist darauf
hinzuweisen, dass eine unregelmässige Psychopharmaka-Einnahme auch zum
Krankheitsbild einer psychischen Erkrankung gehören kann; dies wäre zunächst
abzuklären, bevor die Beschwerdeführerin allenfalls gestützt auf ihre
Schadenminderungspflicht zur regelmässigen Einnahme der Medikamente angehalten
werden könnte. Für den vorliegenden Entscheid hätte dies jedoch ohnehin keinen
Einfluss, da die Leistungen der Beschwerdeführerin nicht rückwirkend gestützt auf die
Schadenminderungspflicht gekürzt oder verweigert werden können. Des Weiteren liegt
eine Therapiefrequenz von zwei Wochen im Normbereich, zumal ein chronischer
Verlauf und ein therapiefraktärer Zustand bestehen (vgl. IV-act. 133-37).
3.7 Dr. I._ hat in seinem Bericht vom 1. Dezember 2011 erklärt, dass prognostisch
nach einem ca. dreimonatigen Arbeitstraining im geschützten Rahmen in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden
könnte. Für die definitive Prognose hat er an den nachbehandelnden Arzt verwiesen.
Zum einen hat Dr. I._ die Beschwerdeführerin also im Untersuchungszeitpunkt nicht
als zu 50 % arbeitsfähig erachtet. Zum anderen hat er keine definitive
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben wollen, da er wohl selber nicht sicher gewesen ist,
ob durch ein dreimonatiges Arbeitstraining tatsächlich eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
erreicht werden könnte. Seine Einschätzung widerspricht derjenigen der ZMB-
Gutachter daher nur insoweit, als er davon ausgeht, dass durch ein Arbeitstraining eine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit erreicht werden könnte.
Dr. I._ hat allerdings nicht erklärt, weshalb ein Arbeitstraining eine Verbesserung der
Depression und damit der Arbeitsfähigkeit bewirken könnte, d.h. welche
arbeitsfähigkeitsrelevanten Symptome der psychiatrischen Erkrankung durch das
Arbeitstraining reduziert oder sogar überwunden werden könnten. Die ZMB-Gutachter
haben demgegenüber erklärt, dass sie keine Möglichkeiten zur Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz oder in einer adaptierten Tätigkeit sähen
(IV-act. 133-42). Diese Einschätzung überzeugt angesichts des chronifizierten,
therapiefraktären Verlaufs der Depression: Die Beschwerdeführerin leidet seit ca. 2004
an einer mindestens mittelgradigen Depression, wobei der Verlauf undulierend ist
(siehe IV-act. 133-44). Die schwerwiegenden Auswirkungen der Depression sind bei
der Begutachtung auf eindrückliche Weise ersichtlich gewesen. So ist dem
psychiatrischen Gutachter aufgefallen, dass die Beschwerdeführerin ihre gesamte
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Energie hat aufbieten müssen, um dem Gespräch folgen zu können (IV-act. 133-33).
Und dem allgemein-internistischen Gutachter ist die Beschwerdeführerin im
Auffassungsvermögen und in einem deutlich geringeren Ausmass im sprachlichen
Verständnis verlangsamt erschienen; die Antworten der Beschwerdeführerin seien
einsilbig und unpräzise gewesen und er habe unablässig nachfragen müssen (IV-act.
133-22). Die im Recht liegenden medizinischen Berichte sowie die von der
Beschwerdegegnerin vorgebrachten Einwendungen vermögen somit keine ernsthaften
Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu wecken. Deshalb ist der Einschätzung
der ZMB-Gutachter zu folgen, wonach die Beschwerdeführerin aufgrund ihres
psychischen Gesundheitszustandes auf dem ersten Arbeitsmarkt mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist. Da bereits aus
psychiatrischer Sicht eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
besteht, kann offen gelassen werden, inwieweit auch aus somatischer Sicht eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt resp. ob sich die Arbeitsfähigkeit aus
somatischer Sicht ebenfalls verschlechtert hat.
3.8 Wie in Erw. 3.3 ausgeführt, ist die Verschlechterung des Gesundheitszustandes
bzw. die 100 %ige Arbeitsunfähigkeit im Dezember 2010 eingetreten. Sofern eine
versicherte Person eine Revision verlangt hat, erfolgt die Erhöhung der Rente von dem
Monat an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV). Da
die Beschwerdeführerin das Revisionsgesuch erst im August 2011 gestellt hat, erfolgt
die Rentenerhöhung erst auf den 1. August 2011.
4.
4.1 Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdeführerin ist mit
Wirkung ab 1. August 2011 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Festsetzung der Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
bis
bis
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Zudem hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für die Rückfrage des Gerichts bei der
Gutachterstelle in der Höhe von Fr. 531.70 zu tragen. Die Gerichtskosten belaufen sich
somit auf insgesamt Fr. 1‘131.70. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter hat keine Honorarnote eingereicht. In einem Fall mit mittlerem Aufwand
und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr.
3'500.-- ausgerichtet. Da es sich um einen solchen Fall handelt, hat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin entsprechend mit Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.