Decision ID: 814578c1-0e4b-4644-a58a-4e6cd4bc86ec
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Simone Schmucki, Marktgasse 3,
9004 St. Gallen,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG,Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Leistungspflicht
Sachverhalt:
A.
A._ ist bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Laut Schadenmeldung UVG vom 6. Juli 2012 vollzog
der Versicherte am 28. Juni 2012 als Teilnehmer einer BFE (Beweissicherungs- und
Festnahmeeinheit)-Ausbildung bei einer Zugriff-/Abwehrvariante mit dem linken Bein
einen gestreckten Vorwärtsfusstritt und rollte mit dem rechten Bein von der Ferse her
auf den Fussballen. Ohne Einwirkung von Dritten riss ihm dabei die Achillessehne
rechts, die am 2. Juli 2012 in der Klinik B._ durch Dr. med. C._ operativ versorgt
wurde (act. G 3.1/Z1, act. G 3.1/ZM1). Nach Einholung ergänzender Erkundigungen
beim Versicherten zum Ereignishergang (act. G 3.1/Z4) teilte ihm die Zürich mit
Schreiben vom 23. Juli 2012 mit, sie müsse einen Leistungsanspruch aus der
Unfallversicherung mit der Begründung ablehnen, dass weder ein Unfall noch eine
unfallähnliche Körperschädigung vorliege (act. G 3.1/Z6). Auf Ersuchen des
Versicherten vom 8. Juli (recte: August) 2012 (act. G 3.1/Z11) erliess die Zürich am 13.
August 2012 eine entsprechende formelle Verfügung (act. G 3.1/Z12).
B.
Die gegen diese Verfügung vom Versicherten am 22. August 2012 erhobene
Einsprache (act. G 3.1/Z14) wies die Zürich mit Einspracheentscheid vom 24.
September 2012 (act. G 3.1/Z18) ab.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur.
S. Schmucki, St. Gallen, für den Versicherten am 25. Oktober 2012 eingereichte
Beschwerde mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 24. September 2012 sei
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das Ereignis vom 28. Juni
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2012 als Unfall anzuerkennen und die gesetzlichen Leistungen aus UVG zu erbringen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 1. November 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 19. März 2012 (act. G 11) und Duplik vom 16. April 2013
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.
C.d Am 4. Juni 2013 legte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers Fotos der
Ausrüstung, wie sie während des Trainings getragen werde, ins Recht und brachte vor,
dass das Tragen einer schweren Ausrüstung ein weiteres äusseres Element darstelle,
welches im Sinn der Ungewöhnlichkeit für die Bewertung des Ereignisses als Unfall
spreche (act. G 15).
C.e Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen

Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer
Unfallversicherer für die Folgen des Ereignisses vom 28. Juni 2012 leistungspflichtig
ist.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Unfallbegriff (Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) sowie die
Rechtsprechung zum Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren
Faktors (vgl. dazu auch BGE 134 V 72, BGE 130 V 117) zutreffend dargelegt. Gleiches
gilt für den Begriff der unfallähnlichen Körperschädigungen (Art. 6 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] in Verbindung mit Art. 9
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Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Darauf wird
verwiesen. Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorausgesetzte
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen - wie im Einspracheentscheid festgehalten - nicht erforderlich.
Hingegen ist entgegen der Argumentation der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers - zusätzlich zum Vorliegen einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV
abschliessend (vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, BGE 116 V 147 E. 2b, je mit Hinweisen;
Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 202)
aufgezählten Körperschädigungen sei kein äusserer Faktor erforderlich - darauf
hinzuweisen, dass das Erfordernis des äusseren Faktors weiterhin gilt (BGE 129 V 466;
Urteile des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 3. Juli 2009, 8C_346/2009, E. 3, und vom 9. Juni
2008, 8C_532/2007, E. 5.1; vgl. Petra Fleischanderl, Unfallähnliche
Körperschädigungen - aktuelle Rechtslage, SZS 2009 S. 151; Alexandra Rumo-Jungo/
André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialver
sicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf
2012, S. 80 f.).
2.2 Das für die Bejahung eines Unfalls vorausgesetzte Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors kann auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999
Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Maurer, a.a.O.,
S. 176 f.). In einem solchen Fall ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein
in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung
gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn
die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder
wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt
oder auszuführen versucht (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 f. [U 322/02] E. 4.1; Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40 mit Hinweisen). Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt,
wird mithin nicht vorausgesetzt. Es gilt jedoch festzuhalten, dass der Nachweis eines
Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, insofern
strengen Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter
besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis
manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während
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bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine krankheitsbedingte Ursache
besteht (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).
2.3 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die Person, die
Leistungen verlangt, gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Kommt sie dieser
Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche
Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig
erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V
305 E. 5b). Wenn eine versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt,
kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grössere
Bedeutung zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers
(sogenannte Aussage der ersten Stunde; Maurer, a.a.O., S. 263; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 5; BGE 115 V 143 E. 8c mit Hinweisen). Das Gericht stellt auf jene
Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
wahrscheinlichste würdigt. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 117 V 360 E. 4a, je
mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast
insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese
Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 f. E. 5b).
3.
Gemäss Schadenmeldung vom 6. Juli 2012 erlitt der Beschwerdeführer am 28. Juni
2012 ohne Einwirkung von Dritten einen Achillessehnenriss rechts, als er als Teilnehmer
einer BFE-Ausbildung bei einer Zugriff-/Abwehrvariante mit dem linken Bein einen
gestreckten Vorwärtsfusstritt vollzog und mit dem rechten Bein von der Ferse her auf
den Fussballen rollte (act. G 3.1/Z1). Im Fragebogen zum Ereignishergang vom 13. Juli
2012 schilderte der Beschwerdeführer, sie hätten ein Eigensicherungstraining
durchgeführt, wobei bestimmte Abläufe für einen Zugriff auf gewaltbereite Fans
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eingeübt würden. Er habe im Zentrum und vier Angreifer (Arbeitskollegen) hätten um
ihn herum gestanden. Er habe sich Raum verschafft, indem er mit dem linken Bein zu
einem Vorwärtsfusstritt angesetzt habe. Dabei habe er auf dem rechten Fuss
gestanden und sei von der Ferse her auf den Fussballen gerollt. In der Folge habe er
einen grossen Schmerz in der unteren Hälfte des Wadenmuskels verspürt. Auf die
Frage, ob sich im Bewegungsablauf anlässlich des Ereignisses vom 28. Juni 2012
etwas Ungewöhnliches zugetragen habe, antwortete der Beschwerdeführer, dass
durch das Abrollen von der Ferse auf den Fussballen ein zu grosser Druck in der Sehne
entstanden und diese somit gerissen sei. Er habe durch den wahrgenommenen Druck
sofort gewusst, dass die Achillessehne gerissen sein müsse (act. G 3.1/Z4). Am 2. Juli
2012 wurde dem Beschwerdeführer die gerissene Achillessehne rechts durch Dr. C._
operativ behandelt (act. G 3.1/ZM1). In der Einsprache vom 22. August 2012 (act. G
3.1/Z14), und mithin nach der am 13. August 2012 durch die Beschwerdegegnerin
verfügten Ablehnung der Leistungspflicht für die entsprechenden Behandlungskosten
(act. G 3.1/Z12), führte der Beschwerdeführer aus, die Ausbildung sei eine
Eigensicherungs-/Selbstverteidigungslektion, wobei ein einzelner Teilnehmer von
mehreren Gegnern angegriffen werde. Dieser müsse sich mit Händen und Füssen
verteidigen. So habe er - der Beschwerdeführer - sich mittels eines abrupten,
gestreckten Vorwärtsfusstritts mit dem linken Fuss gegen vier rund um ihn stehende/
angreifende Gegner (Arbeitskollegen) verteidigt. Dabei sei er bei einer Abwehr mit dem
rechten Fuss, auf welchem nun das gesamte Körpergewicht gelegen habe, von der
Ferse her auf die Fussspitze gerollt. Dadurch habe er erstens die Distanz zum Gegner
verkürzen und zweitens das ganze Körpergewicht in den Vorwärtsfusstritt legen
können. Während dieser enormen Belastung auf dem rechten Fuss, habe die
Achillessehne gerissen. Es sei zu erwähnen, dass die Bewegungen reaktionsschnell
und abrupt durchgeführt werden müssten. Die Angreifer gingen dabei stetig auf den
Abwehrenden los.
4.
4.1 Zu prüfen ist vorerst, ob das in Erwägung 3 geschilderte Geschehen das Merkmal
der Ungewöhnlichkeit erfüllt und somit ein Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorliegt. Dies
wird von der Beschwerdegegnerin ausdrücklich bestritten, vom Beschwerdeführer
indessen geltend gemacht. Zunächst ist festzuhalten, dass grundsätzlich jedes
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Geschehen für sich, mit seinen ihm eigenen Sachverhaltskomponenten, in Bezug auf
das Merkmal der Ungewöhnlichkeit hin geprüft werden muss. Ebenso wie nicht
uneingeschränkt gesagt werden kann, dass das Erleiden einer Verletzung im Rahmen
einer sportlichen Betätigung als Unfall gilt, vermag auch die Argumentation der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 25. Oktober 2012
(act. G 1) - das Sicherheitstraining selbst stelle bereits eine im Vergleich zum Alltag
aussergewöhnliche Situation dar; von einer "blossen Lebensverrichtung" könne keine
Rede sein; im Gegenteil sei einem Sicherheitstraining (Abwehr von körperlichen
Angriffen) inhärent, dass dieses eine von alltäglichen Verrichtungen abweichende,
gefahrengeneigte Tätigkeit darstelle - nicht zum Vornherein eine Ungewöhnlichkeit
bzw. einen Unfall zu begründen. Gemäss Rechtsprechung des EVG ist auch bei einer
Sportverletzung ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und
damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118 E. 2.2 mit Hinweis).
Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung
verwirklicht, liegt kein Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu verneinen, wenn
die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der
Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 185 [U 322/02] E. 4.4). Die
Tatsache, dass gewisse Verrichtungen, Bewegungen oder Tätigkeiten - wie hier das
Sicherheitstraining - lediglich von einer Minderzahl von Personen ausgeübt werden,
vermag entsprechend des Gesagten ebenfalls keine Ungewöhnlichkeit zu begründen.
Dasselbe gilt für den Umstand, dass ein Bewegungsablauf geübt werden muss.
Gerade Bewegungsabläufe im Rahmen des Erlernens einer Sportart erfordern ein
Einüben und die dafür notwendigen Bewegungen werden in der Regel - insbesondere
auch bezüglich Tempo und Schnelligkeit - dem im konkreten Zeitpunkt erreichten
Übungsstand angepasst, womit auch eine entsprechende, die physiologischen Kräfte
eben nicht übersteigende körperliche Anstrengung einhergeht. Das schädigende
Moment bzw. die unmittelbar davor ausgeübte Bewegung ist differenziert im Hinblick
auf die dabei tatsächlich entstehenden körperlichen Belastungen und nicht unter dem
Gesichtspunkt des äusseren Rahmens - Sport, Haushalt, Sicherheitstraining,
Berufsausübung etc. - zu prüfen. Eine relevante Programmwidrigkeit ist bei sportlichen
Tätigkeiten allerdings dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als
geplant bzw. wenn der Sportunfall durch mechanische Einwirkung eines äusseren
Faktors auf den Körper (Sturz, Zusammenstossen, Ausgleiten etc.) zustande kommt
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(RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 ff. [U 322/02] E. 4 mit Hinweisen; SVR 1999 UV Nr. 9
S. 28 f. E. 3c/dd; RKUV 1992 Nr. U 156 S. 258; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40).
Dies muss analog beim hier zur Debatte stehenden BFE-Training gelten.
4.2 Im vorliegenden Fall wird vom Beschwerdeführer ein üblicher Bewegungsverlauf im
Rahmen eines Sicherheitstrainings der Kantonspolizei - ein Vorwärtsfusstritt mit dem
linken Fuss und das nachfolgende Abrollen mit dem rechten Fuss von der Ferse auf
den Fussballen - geschildert. Damit werden zwar äussere Faktoren im Sinn von
äusserlich sichtbaren Körperbewegungen beschrieben, doch ist darin nichts
Programmwidriges zu sehen und folglich keine Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors
zu erblicken. Die fragliche Übung im Rahmen des Sicherheitstrainings besteht gerade
in der Abfolge der beschriebenen Bewegungen (Vorwärtsfusstritt links, Abrollen des
rechten Fusses). Damit die körpereigene Bewegung das gemäss Art. 4 ATSG
erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie also
zusätzlich aus einer eindeutig programmwidrigen Bewegung hervorgegangen sein.
Inwiefern der vom Beschwerdeführer beschriebene Bewegungsablauf nicht im Rahmen
der üblichen Bewegung erfolgt bzw. etwas Aussergewöhnliches, Programmwidriges
passiert sein sollte, ist jedoch nicht ersichtlich. Eine gewisse Abruptheit und
Schnelligkeit darf in Bezug auf die Ausübung des Bewegungsablaufs im Rahmen der
fraglichen Trainingsübung ohne weiteres als in der Spannweite des Üblichen betrachtet
werden. Zwar hat als unbestritten zu gelten, dass mit dem vom Beschwerdeführer
ausgeführten Bewegungsablauf eine Verteidigungsstrategie geübt wurde, welche die
Abwehr von Angreifern zum Inhalt hat und im konkreten Fall von Arbeitskollegen eine
Ernstsituation nachgestellt worden ist. Dieser Umstand ist jedoch ebenfalls nicht für
sich ungewöhnlich. Entscheidend ist, dass vom Beschwerdeführer ausser dem
Bodenkontakt des rechten Fusses keine Berührungspunkte mit der Aussenwelt
beschrieben werden. So ist den Schilderungen in Erwägung 3 nicht zu entnehmen,
dass er mit einem Angreifer zusammengestossen oder dass er gestürzt wäre. Bei der
diesbezüglich massgebenden Frage im Fragenkatalog der Beschwerdegegnerin (act. G
3.1/Z4), nahm der Beschwerdeführer vielmehr Bezug auf den eingetretenen Umstand
der Achillessehnenverletzung, als auf ein Geschehen mit der Wirkungskraft eines
Sturzes (vgl. Erwägung 2.2). Dass ein äusserer Faktor allenfalls schwerwiegende,
unerwartete Folgen nach sich zog, ist ohne Belang für die Prüfung der
Ungewöhnlichkeit. Der aufgetretene Schmerz bzw. die aufgetretene
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Gesundheitsschädigung als solches, welche hinzugetreten sind, stellen keinen
ungewöhnlichen äusseren (schädigenden) Faktor dar. Hier ist von der Wirkung des
Vorgangs zu sprechen, auf die es bei der Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit des
äusseren Faktors gerade nicht ankommt (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 31; BGE
129 V 404 E. 2.1 und 469 f. E. 4.2.1, BGE 122 V 232 f. E. 1 = Pra 1997 Nr. 82 S. 415
E. 1, BGE 121 V 38 E. 1a).
4.3 Das Unfallmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinn einer
unkoordinierten Bewegung ist unter diesen Umständen nicht nachgewiesen. Das
Ereignis vom 28. Juni 2012 kann daher nicht als Unfall im Rechtssinn anerkannt
werden. Die Argumentation der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, es habe sich
um ein Abwehr-Training gehandelt, weshalb der Beschwerdeführer auch die volle
Ausrüstung mit gut 19 kg Gesamtgewicht getragen habe (vgl. act. G 15), vermag an
dieser Beurteilung nichts zu ändern. Das Tragen einer schweren Ausrüstung stellt für
sich ebenfalls keinen ungewöhnlichen, sondern im konkreten Fall eben üblichen Faktor
- dem letztlich auch das Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit abgeht - dar. Die
Ausrüstung wird gezielt angezogen und bezweckt eben gerade auch, den Körper zu
schützen.
5.
5.1 Somit bleibt die Frage zu beantworten, ob von einer unfallähnlichen
Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV auszugehen ist. Als unbestritten hat
zu gelten, dass die vom Beschwerdeführer am 28. Juni 2012 erlittene und am 2. Juli
2012 operativ behandelte Achillessehnenruptur links mit der in Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV
erwähnten Diagnose (Sehnenrisse) vereinbar ist und somit grundsätzlich
unfallähnlichen Charakter haben kann. Streitig ist jedoch, ob ein Geschehen
entsprechend einem unfallähnlichen Ereignis im Sinn der im angefochtenen
Einspracheentscheid und in den Rechtsschriften der Beschwerdegegnerin korrekt
dargelegten Praxis stattgefunden hat, d.h. ein Geschehen, dem ein gewisses
gesteigertes Gefährdungspotential innewohnt bzw. das mit einer plötzlich erhöhten
Krafteinwirkung auf den menschlichen Körper verbunden ist (BGE 129 V 467 E. 2.2).
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5.2 Der vom Beschwerdeführer im Rahmen des Sicherheitstrainings konkret geübten
Abwehrbewegung an sich bzw. dem dabei ausgeführten Bewegungsablauf haftet - im
Gegensatz zu einer Verdrehung des Fusses oder eines Misstritts - grundsätzlich nichts
Programmwidriges an. Insofern handelt es sich, wie beispielsweise auch beim Gehen,
Rennen, Schwimmen, Skifahren usw. um eine alltägliche, übliche Aktivität. Bei der
Frage, ob ein sinnfälliges bzw. unfallähnliches Ereignis stattgefunden hat, gilt es nun
aber zusätzlich zu prüfen, ob es beim fraglichen Bewegungsablauf der Abwehrübung
zu einer abgrenzbaren gesteigerten Belastungssituation speziell für die Achillessehne
des abrollenden rechten Fusses, im Sinn einer plötzlichen Einwirkung, ohne zusätzliche
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors, gekommen ist. Dies gilt es -
analog zur Situation bei Ballspielen - zu bejahen. Für Körperschädigungen gemäss Art.
9 Abs. 2 UVV, die im Rahmen von Ballspielen eingetreten sind, hat das Bundesgericht
das gesteigerte Gefährdungspotenzial verschiedentlich bejaht (Urteile 8C_532/2007
vom 9. Juni 2008, E. 5.2, U 469/06 vom 26. Juli 2007, E. 5.2, U 71/07 vom 15. Juni
2007, E. 6.2, U 611/06 vom 12. März 2007, E. 5.1; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 81). Wie in den angeführten Präjudizien ist auch im vorliegenden Fall der
Gesundheitsschaden auf eine Beanspruchung des Körpers zurückzuführen, welche
über die alltägliche Belastung einer physiologisch normalen (und psychologisch
beherrschten) Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen,
hinausgeht. Es ist davon auszugehen, dass der ganze Ablauf der Abwehrübung in
Sekundenschnelle geplant und ausgeführt werden musste, womit auch eine gewisse
Ruckartigkeit in der Bewegung verbunden ist, was die natürliche Beanspruchung des
Fusses beim gleichmässigen Gehen und Rennen mit einem bewussten Auftreten und
Abrollen bezüglich Schädigungspotenzial übersteigt. Während der Fokus auf den
Abwehrtritt mit dem linken Fuss gerichtet war, lag das ganze Körpergewicht auf dem
rechten (letztlich betroffenen) Fuss, wodurch das dort vorhandene
Schädigungspotenzial stark erhöht wurde. Sie trainierten zudem offensichtlich den
Ernstfall, was bedeutet, dass bezüglich des physiologisch Beherrschbaren auch
Grenzsituationen ausgelotet wurden. Durch das Tragen der schweren Kampfmontur
wurden der Körper und insbesondere auch die Füsse zusätzlich beansprucht. Der
Beschwerdeführer trug die Kampfmontur zwar nicht zum ersten Mal, doch findet das
fragliche Training nur zweimal jährlich statt.
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5.3 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass in dem vom Beschwerdeführer am
28. Juni 2012 ausgeführten Bewegungsablauf im Rahmen einer Abwehrübung ein
objektiv feststellbares, sinnfälliges - eben unfallähnliches - Ereignis gesehen werden
kann. Da auch die übrigen Tatbestandsmerkmale der unfallähnlichen
Körperschädigung (plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung auf den
menschlichen Körper) erfüllt sind, ist die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach ihre Leistungspflicht zu Unrecht abgelehnt.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 24. September 2012 gutzuheissen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Indessen hat der Beschwerdeführer bei diesem
Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATGS). Diese
ist wie in gleichartigen Verfahren ohne mündliche Verhandlung auf pauschal
Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39