Decision ID: 6b6130d1-7c29-4332-ab61-b0549101dab0
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, Rämistrasse 5, Postfach 462,
8024 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente; berufliche Massnahmen; Hilflosenentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Juni 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Aufgrund eines Rückenleidens sei sie seit Juni 2006 zu
100% arbeitsunfähig. Bis zur Geburt von Zwillingen im Jahr 2002 hatte die Versicherte
als Näherin bei der Firma B._ für einen Bruttolohn von rund Fr. 2'480.- monatlich
gearbeitet. Danach war sie nicht mehr erwerbstätig gewesen. Von Mai 2005 bis
September 2006 war sie arbeitslos gewesen und hatte Taggelder der
Arbeitslosenversicherung bezogen (IV-act. 1-1/8 ff., 4-4/5).
A.b Auf Anfrage der IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
(SVA) erstattete der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Allgemeine Medizin, am 27. Juni 2007 Bericht und stellte folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: zweitgradige Diskopathie mit Diskushernie L5/S1
und Nervenwurzelkompression S1 links. Die Versicherte sei in ihrem angestammten
Beruf als Näherin seit 21. Mai 2005 und bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig. In
einer nicht rückenbelastenden leidensadaptierten Tätigkeit sei eine ganztägige
Berufstätigkeit mit reduzierter Leistung in einem Pensum von 50% denkbar. Primär
konservative Therapien mit Analgetika, NSAR und Physiotherapien hätten keine
Besserung gebracht. Die Abklärungen in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
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Kantonsspitals St. Gallen hätten die gestellten Diagnosen bestätigt. Es seien der
Versicherten eine Diskographie und ein operatives Vorgehen mit
Bandscheibenprothese und Dekompression der Nervenwurzel S1 vorgeschlagen
worden (IV-act. 12-6 f.). Die Versicherte wolle aus Angstgründen jedoch keine
Intervention durchführen lassen (IV-act. 12-5). Bei einer internen Anfrage an den
regionalärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD) schätzten die RAD-Ärzte die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit auf 80% ein und
bejahten die Anspruchsvoraussetzungen für berufliche Massnahmen im Sinn von
Arbeitsvermittlung (IV-act. 17-3/3). Im Rahmen der Eingliederungsberatung vom 18.
Dezember 2007 machte die Versicherte jedoch geltend, sie sei nicht in der Lage einer
Arbeit nachzugehen. In der Folge schloss die Eingliederungsberatung den Fall ab und
überwies ihn zur Rentenprüfung (IV-act. 21).
A.c Am 9. September 2008 erfolgte eine Abklärung vor Ort (IV-act. 41). In der
Stellungnahme zum Abklärungsbericht beantragte der Rechtsvertreter der
Versicherten, Rechtsanwalt lic.iur. Bernhard Zollinger, am 3. Oktober 2008 zudem die
Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung für eine schwere Hilflosigkeit (IV-act. 38-2/2).
Das entsprechende Anmeldeformular ging am 29. Oktober 2008 bei der IV-Stelle ein
(IV-act. 42-1 f.).
A.d Am 26. November 2008 gab die IV-Stelle beim ärztlichen Begutachtungsinstitut in
Basel (ABI) ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag. Im Gutachten vom 20. Mai 2009
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, derzeit ohne radikuläre Symptomatik
(ICD-10 M 54.5), mässiggradige Osteochondrose L5/S1 und Diskushernie L5/S1
paramedian links, MR-tomographisch mit möglicher Kompression der Nervenwurzel
S1, derzeit ohne diesbezügliche klinische Symptomatik. Ebenfalls liege eine
Schmerzverarbeitungsstörung resp. Symptomausweitung (ICD-10 F54) vor, diese habe
jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. In ihrer angestammten Tätigkeit als
Näherin sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit
könne der Versicherten aus polydisziplinärer Sicht eine 100%-ige Arbeits- bzw.
Leistungsfähigkeit zugemutet werden. Sodann liege bei der Versicherten weder eine
Fibromyalgie noch eine somatoforme Schmerzstörung vor. Ebenfalls seien die
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Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung zu verneinen (IV-act.
50-1 ff.).
A.e Bei einer Qualifikation als Vollerwerbstätige und ausgehend von einer
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 100% stellte die IV-Stelle der
Versicherten mit Vorbescheiden vom 24. Juni 2009 die Abweisung des Anspruchs auf
berufliche Massnahmen (IV-act. 56) und die Abweisung des Rentenanspruchs (IV-act.
58) sowie mit Vorbescheid vom 22. Juli 2009 die Abweisung des Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung (IV-act. 61) in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte am 16.
Juli 2009 und 18. August 2009 Einwände erheben (IV-act. 62, 66). Mit Verfügungen
vom 4. September 2009 und 19. September 2009 wies die IV-Stelle die Ansprüche der
Versicherten wie angekündigt ab (IV-act. 67, 68, 69).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die Beschwerde vom 28. September 2009.
Die Beschwerdeführerin lässt die Aufhebung der Verfügungen beantragen. Es sei ihr
eine ganze IV-Rente sowie eine angemessene Hilflosenentschädigung zuzusprechen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung zurückzuweisen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin bzw. unter
Gewährung von unentgeltlicher Rechtspflege in Form der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung und Prozessführung zu Lasten des Staates. Die
Beschwerdeführerin lässt sinngemäss geltend machen, körperlich leichtere Tätigkeiten
als jene einer Näherin gebe es nicht. Somit existiere auch keine ihrem Leiden
angepasste Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin habe konkret auch keine solchen
Tätigkeiten angeben können. Sodann würden bei der Beschwerdeführerin komorbide
Hinweise für einen sozialen Rückzug und Flucht in Krankheit bestehen. Sie sei
zweifelslos auf Dritthilfe angewiesen. Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin
aufgrund der bisher ungenügenden Abklärungen bzw. des ungenügenden Verfahrens
den Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. November 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Gemäss ABI-Gutachten sei die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Sodann seien
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auch die Voraussetzungen zum Bezug einer Hilflosenentschädigung im ABI-Gutachten
eindeutig verneint worden. Die geltend gemachte Dritthilfe des Ehemanns könne bei
der Ermittlung des Anspruchs auf Hilflosenentschädigung nicht berücksichtigt werden.
Da die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige qualifiziert worden sei, habe eine
Einschränkung im Haushalt zudem keinen Einfluss auf den IV-Grad. Berufliche
Massnahmen hätten verneint werden müssen, da sich die Beschwerdeführerin
vollständig arbeitsunfähig gefühlt habe. Nachdem in vorliegender Beschwerde eine
ganze Rente beantragt worden sei, könne davon ausgegangen werden, dass sich
daran nichts geändert habe (act. G 5).
B.c Mit Schreiben vom 23. November 2009 teilte die Gerichtsleitung dem Vertreter der
Beschwerdeführerin mit, dass dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung entsprochen werde (act. G 7).
B.d Mit Replik vom 10. Dezember 2009 liess die Beschwerdeführerin ergänzend
ausführen, erfolglose, intensive und langzeitliche Bemühungen, eine leichte Tätigkeit zu
finden, hätten gezeigt, dass es für sie keine geeignete Verweistätigkeit gebe. Das von
der IV-Stelle veranlasste Gutachten stehe dazu in einem stossenden Widerspruch und
sei zudem nicht nachvollziehbar. Die theoretische Einschätzung einer 100%-igen
Arbeitsfähigkeit könne vom Gericht nicht tel quel übernommen werden. Es zähle
lediglich die faktische Unmöglichkeit, auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch
eine verwertbare Leistung zu erbringen. Dies sei von der Beschwerdegegnerin nicht
berücksichtigt worden, vielmehr habe sie den Rentenanspruch allein gestützt auf das
ABI-Gutachten nicht näher geprüft. Dies stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
dar. Zudem würden betreffend ABI-Gutachten zweifellos mindestens erhebliche
Unsicherheiten bestehen. Es sei daher im Minimum eine ergänzende Begutachtung von
Seiten des die Beschwerdeführerin langfristig behandelnden Dr. C._ von Nöten.
Ärzte, welche Patienten über lange Zeit behandelten, würden deren Leistungsfähigkeit
viel besser einschätzen können. Im Licht des rechtlichen Gehörs und von BGE 132 V
387 sei dies durchaus beachtlich (act. G 8).
B.e Am 17. Dezember 2009 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik und
verwies auf ihre Beschwerdeantwort (act. G 10).

Erwägungen:
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1.
1.1 Streitig ist der Anspruch auf Rentenleistungen, Hilflosenentschädigung sowie
berufliche Massnahmen.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen ergingen
am 4. September 2009 bzw. 19. September 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen
ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1.
Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist
entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31.
Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf
die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V
445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, Erw. 1).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor,
so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.4 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
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gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Die Parteien stimmen darin überein, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit als Näherin zu 100% arbeitsunfähig ist. Umstritten ist
hingegen die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, es bestünden mindestens erhebliche
Unsicherheiten bezüglich des ABI-Gutachtens. Daher sei eine ergänzende
Begutachtung durch den behandelnden Arzt, Dr. C._, notwendig. Dieser stellte im
Bericht vom 26. Juni 2007 die Diagnose einer zweitgradigen Diskopathie mit
Diskushernie L5/S1 und Nervenwurzelkompression S1 links und schätzte die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit auf 50%
ein (IV-act. 12-5). Im polydisziplinären ABI-Gutachten vom 20. Mai 2009 wurde die
Diagnosen eines chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms, derzeit ohne
radikuläre Symptomakit (ICD-10 M54.4), einer mässiggradigen Osteochondrose L5/S1
und Diskushernie L5/S1 paramedian links, MR-tomographisch mit möglicher
Kompression der Nervenwurzel S1, derzeit ohne diesbezügliche klinische
Symptomatik, gestellt. Die Bilddokumente würden eine Osteochondrose L5/S1 und
eine deutliche Diskushernie L5/S1 paramedian links bestätigen. Es hätten jedoch
aktuell, übereinstimmend mit dem Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Mai 2008, keine Zeichen für die von Dr. C._
diagnostizierte Kompression der Nervenwurzel S1 gefunden werden können. Die
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geklagte Ausweitung der Beschwerdesymptomatik auf beide Beine und Arme sei
anatomisch kaum erklärbar. Es müsse postuliert werden, dass zu der ursprünglich
lokalisierten organischen Problematik mittlerweile nichtorganische Faktoren
hinzugekommen seien, die das aktuelle Beschwerdebild dominieren würden. Zwischen
den anamnestischen Beschwerdeschilderungen und den objektivierbaren Befunden
sowie den Schmerzäusserungen anlässlich der Untersuchung bestehe eine erhebliche
Diskrepanz. Es habe sich dabei mehrfach eine deutliche Selbstlimitierung der
Explorandin gezeigt. Aus orthopädischer Sicht bestehe für körperlich leichte
Tätigkeiten, bei denen eine Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht überschritten werde
und keine Zwangshaltungen des Rumpfes vorkommen würden, eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Derart angepasste Tätigkeiten
würden aufgrund allgemeiner Erfahrung bei den vorliegenden Befunden nicht zu einer
auf somatischer Ebene begründbaren, wesentlichen Schmerzprovokation führen. Die
Diskrepanz zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. C._ dürfte auch auf eine
Veränderung des objektivierbaren Befundes zurückzuführen zu sein. Im orthopädischen
Gutachten des ABI wurde festgehalten, dass (anders als noch im Bericht des
Kantonsspitals St. Gallen vom 21.September 2006, IV-act. 12-6 f.) eine relevante
Kompression neuronaler Strukturen im lumbosakralen Übergangsbereich mittlerweile
rein klinisch weitgehend ausgeschlossen werden könne (IV-acat. 52-13/18). Im
psychiatrischen Teil des polydisziplinären Gutachtens wurde keine Diagnose mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Es seien anlässlich der Begutachtung keine
psychopathologischen Symptome notiert worden. Die Beschwerdeführerin habe auch
keine psychischen Beschwerden geltend gemacht. Das subjektive Schmerzerleben der
Beschwerdeführerin lasse sich offenbar nur in geringem Ausmass organisch
begründen. Diagnostisch lasse sich dieses Schmerzerleben in der Diagnose einer
Schmerzverarbeitungsstörung bzw. Symptomausweitung (ICD-10 F54) fassen. Es
bestehe ein passives-regressives Schmerzerleben. Die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung oder Fibromyalgie sei jedoch auszuschliessen. Eine affektiv-
komorbide Komponente liege nicht vor. Es bestünden weder frühkindliche psychische
Stressfaktoren noch aktuelle psychosoziale Belastungsfaktoren. Die
Beschwerdeführerin lebe in soziofamiliär geordneten und harmonischen Verhältnissen.
Unbewusste Konflikte würden nicht vorliegen, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht
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erkennbar. Aus psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor
(IV-act. 50-5 ff.).
2.2 Das ABI-Gutachten stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, auf die
eigene persönliche Befragung der Beschwerdeführerin und die eigenen internistischen,
orthopädischen und psychiatrischen Untersuchungen vom 20. April 2009. Das
polydisziplinäre Gutachten erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der
Beweistauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der
Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und
beinhalten begründete Schlussfolgerungen. Schliesslich setzt sich das Gutachten auch
mit der abweichenden Einschätzung des behandelnden Arztes in Bezug auf die
Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit
auseinander. Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf dieses
Gutachten abgestellt werden sollte. Daran vermag auch das ärztliche Zeugnis von Dr.
C._ vom 11. August 2009 nichts zu ändern. Darin hielt der Hausarzt fest, dass sich
die Rückensituation seit mindestens Januar 2008 verschlechtert habe, sodass von
orthopädischer Seite eine operative Behandlung des lumbalen Bandscheibenleidens
empfohlen worden sei. Zudem klage die Beschwerdeführerin neu über cervicale
Schmerzen mit zeitweiser Ausstrahlung in den rechten Arm (IV act. 65-4/4). Die
Begutachtung durch das ABI fand im April 2009 und somit nach Eintritt der geltend
gemachten Verschlechterung statt. Die Gutachter hatten Kenntnis von den
Operationsempfehlungen der Orthopädischen Klinik des Kantonsspitals St. Gallen vom
September 2006 und Mai 2008 (IV-act. 12-7/7, 51-1/3). Mithin wurde im Gutachten
festgehalten, dass die in den früheren Berichten abgegebene Operationsindikation in
Anbetracht der Gesamtsituation grundsätzlich zu hinterfragen sei. Es bestehe bei der
Beschwerdeführerin aufgrund wesentlicher nichtorganischer Anteile der Problematik
ein erhebliches Risiko, dass nach einem invasiven Eingriff - selbst nach objektiv
absolut unauffälligem Verlauf - eine subjektive Schmerzverstärkung eintreten könnte
(IV-act. 50-13 f.). Diese Einschätzung erscheint plausibel, wurde im orthopädischen
Gutachten doch wiederholt darauf hingewiesen, dass die demonstrierten
Einschränkungen deutlich grösser waren als die unter Ablenkung beobachteten (IV-act.
52-9 ff.). Im Übrigen konnte Dr. C._ für die geltend gemachten cervicalen Schmerzen
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keinen objektivierbaren Befund nennen. Zu beachten gilt es zudem, dass die
Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der Begutachtung von Ausstrahlungen in den
rechten Arm berichtet hatte, sodass diese im Gutachten Berücksichtigung finden
konnten (IV-act 50-10 f.). Eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands ist
mit dem Arztzeugnis von Dr. C._ jedenfalls nicht nachgewiesen.
2.3 Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt als ausreichend abgeklärt zu betrachten.
Zu einer ergänzenden Begutachtung durch Dr. C._, wie dies beantragt wird, bzw.
einer Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen, besteht kein Anlass
(antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 124 V 90, Erw. 4b; Urteil 9C_108/2010 vom
15. Juni 2010, Erw. 4.2.2). Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der
Beschwerdegegnerin aufgrund des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 20. Mai
2009 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, wie sie im
Gutachten beschrieben wird, auszugehen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin rügt sinngemäss, dass die gutachterliche Beurteilung der
zumutbaren adaptierten Arbeitsfähigkeit rein theoretisch ohne jeglichen Bezug zur
Praxis und nicht umsetzbar sei. Eine leichtere Tätigkeit als jene einer Näherin existiere
nicht (act. G 1, S. 5 ff., G 3 S. 2 ff.). Dass die Beschwerdegegnerin stillschweigend von
der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auf dem
allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Art. 16 ATSG) ausgegangen ist, beruht
weder auf einer mangelhaften Feststellung des Sachverhalts noch verstösst es sonst
wie gegen Bundesrecht (ZAK 1991 S. 318, I 350/89 Erw. 3b; Urteile 8C_489/2007 vom
28. Dezember 2007 Erw. 4.1 und 9C_446/2008 vom 18. September 2008 Erw. 3.4). Das
Finden einer zumutbaren Stelle erscheint nicht zum Vornherein als ausgeschlossen,
zumal der ausgeglichene Arbeitsmarkt nebst schweren auch eine Vielzahl leichter
Tätigkeiten bereit hält (vgl. Urteile 8C_773/2009 vom 19. Februar 2010 Erw. 5.3;
9C_72/2009 vom 30. März 2009 Erw. 3.4 mit zahlreichen Hinweisen). Ausserdem sind
an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten
praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen (Urteile 9C_941/2008 vom
18. Februar 2009 Erw. 3.5; 9C_744/2008 vom 19. November 2008 Erw. 3.2 und
9C_236/2008 vom 4. August 2008 Erw. 4.2). Es trifft zwar zu, dass eine Näherin in der
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Regel nicht schwere Hebe- und Tragtätigkeiten zu verrichten hat. Entscheidend für die
attestierte volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ist jedoch vielmehr,
dass die Arbeit als Näherin mit einer chronischen Zwangs- und daher
rückenbelastenden Haltung verbunden ist. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin bietet der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch
wechselbelastendende, rückenschonende Einsatzmöglichkeiten. Die Argumentation
der Beschwerdeführerin, ihre Leistungsfähigkeit sei wirtschaftlich per se nicht
verwertbar, geht demnach eindeutig fehl.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat angenommen, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall weiterhin zu 100% erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin hat
weder während des Abklärungsverfahrens noch im Beschwerdeverfahren etwas
anderes behauptet. Die im Jahr 2002 geborenen Zwillinge hätte sie nach der Schule zur
Betreuung in den städtischen Kinderhort gegeben (IV-act. 29-3/5, 41-2/10). Sodann
erscheint die 100%-ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auch aufgrund der
Einkommenssituation der Familie plausibel (act. G 4.7). Die Invaliditätsbemessung
wurde dementsprechend zu Recht anhand eines reinen Einkommensvergleichs
vorgenommen. Weitere Ausführungen zum Haushaltsbericht erübrigen sich daher.
Ausgehend von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit liegt
unabhängig von der Berechnungsgrundlage keine rentenbegründende
Erwerbseinbusse vor. Sowohl ein Einkommensvergleich auf Grundlage des zuletzt
erzielten Einkommens und Herabsetzung des unter Verwendung von Tabellenlöhnen
ermittelten Invalideneinkommens auf das Niveau des unterdurchschnittlichen
Verdienstes bei der letzten Arbeitgeberin (vgl. dazu ZAK 1989 S. 456, AHI 1999 S. 237)
als auch die Verwendung von Tabellenlöhnen auf Seiten des Validen- und
Invalideneinkommens ergibt selbst unter allfälliger Berücksichtigung eines zusätzlichen
angemessenen Leidensabzugs (vgl. dazu BGE 126 V 78, Erw. 5a/bb mit Hinweisen)
einen IV-Grad unter der rentenbegründenden Schwelle von 40%. Somit hat die
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch im Ergebnis zu Recht verneint.
4.
4.1 Was die beruflichen Massnahmen anbelangt, so sind diese von Gesetzes wegen
nicht an einen bestimmten Invaliditätsgrad gebunden. Der Anspruch auf eine
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bestimmte Eingliederungsmassnahme der IV setzt voraus, dass sie sich zur Erreichung
des von ihr bezweckten Eingliederungsziels eignet; dies nicht nur objektiv mit Bezug
auf die Massnahme, sondern auch subjektiv mit Bezug auf die Person des
Versicherten. Denn eingliederungswirksam kann eine Massnahme nur sein, wenn der
Ansprecher selber wenigstens teilweise eingliederungsfähig ist (AHI 2002 S. 109,
m.w.H.).
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf berufliche Massnahmen mit der
Begründung abgelehnt, die Beschwerdeführerin sehe sich für trotz der gutachterlich
attestierten 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit als subjektiv
arbeitsunfähig. Aus diesem Grund seien auch berufliche Massnahmen in Form von
Arbeitsvermittlung nicht umsetzbar gewesen. Was die (fehlende) subjektive
Eingliederungsfähigkeit anbelangt, ist dem ABI-Gutachten zu entnehmen, dass
berufliche Massnahmen aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheits- und
Behinderungsüberzeugung kaum durchführbar seien und daher nicht empfohlen
werden könnten (IV-act. 52-16/18). Unter diesen Umständen ist die
Beschwerdegegnerin zu Recht von einer subjektiven Eingliederungsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin ausgegangen und hat den Anspruch auf berufliche Massnahmen
korrekterweise verneint. Selbst der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat die
Möglichkeit der Durchführung von beruflichen Massnahmen im Einwand als abstrus
bezeichnet (IV-act. 64-2). Sodann wurde die Anfechtung der Verfügung über berufliche
Massnahmen in der Beschwerde mit keinem Wort begründet, sodass offensichtlich ist,
dass die Beschwerdeführerin an beruflichen Massnahmen und Arbeitsvermittlung
keinerlei Interesse hat. Ebenso wenig hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Integrationsmassnahmen, können diese doch nur zugesprochen werden, wenn
dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art
geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Diese Bedingung kann jedoch infolge
der ausgeprägten Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin vorliegend nicht als
erfüllt betrachtet werden.
5.
Die Beschwerdeführerin lässt schliesslich die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung
beantragen. Beim Anspruch auf Hilflosenentschädigung wird unterschieden zwischen
schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 IVG).
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5.1 Eine leichte Hilflosigkeit liegt vor, wenn eine versicherte Person in mindestens
zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe
Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV), einer dauernden persönlichen
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) oder nur dank regelmässigen und
erheblichen Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37
Abs. 3 lit. d IVV). Als mittelschwer gilt die Hilflosigkeit, wenn die versicherte Person
trotz Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen in
erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen ist, in mindestens zwei
Lebensverrichtungen der Dritthilfe und überdies einer dauernden persönlichen
Überwachung oder dauernder lebenspraktischer Begleitung bedarf (Art. 37 Abs. 2 IVV).
Ist die versicherte Person vollständig hilflos, benötigt sie also in allen
Lebensverrichtungen regelmässig und in erheblicher Weise Dritthilfe und dauernde
Pflege oder persönliche Überwachung, so gilt die Hilflosigkeit als schwer (Art. 37
Abs. 1 IVV). Die Praxis kennt die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen:
An- und Auskleiden; Aufstehen, Absitzen und Abliegen; Essen; Körperpflege;
Notdurftverrichtung; Fortbewegung (vgl. Rz 8010 KSIH in der Fassung gültig ab 1.
Januar 2010).
5.2 Hinsichtlich des Begehrens der Beschwerdeführerin um Hilflosenentschädigung
kann auf die diesbezüglichen Ausführungen im ABI-Gutachten abgestellt werden. Die
Gutachter haben sämtliche Voraussetzungen für die Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung verneint (IV-act. 50-17 f.). Die Beschwerdeführerin ist demnach
bei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig nicht in erheblicher Weise auf die
Hilfe Dritter angewiesen. Sie benötigt auch keine dauernde persönliche Überwachung,
d.h. es muss nicht dauernd jemand bei ihr sein. Im Weiteren ist nicht ersichtlich,
weshalb die Beschwerdeführerin Begleitung für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb
der Wohnung benötigen sollte. Sie bedarf also auch keiner lebenspraktischen
Begleitung. Die Voraussetzungen zum Bezug von Hilflosenentschädigung sind
vorliegend klar nicht erfüllt, sodass die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung zu Recht verneint hat.
6.
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St.Galler Gerichte
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist festzuhalten, dass die Verfügungen vom
4. September 2009 betreffend die Abweisung eines Rentenanspruchs und von
beruflichen Massnahmen sowie die Abweisung eines Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung mit Verfügung vom 17. September 2009 nicht zu beanstanden
sind. Was den Vorwurf der Gehörsverletzung betrifft, ist festzuhalten, dass in keiner
Weise dargelegt wurde, worin die Gehörsverletzung liegen sollte (z.B. Verletzung der
Begründungspflicht, vorgängige Anhörung, Aktenzustellung etc.). Aus den Akten ist
denn auch nicht ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör
verletzt hat. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 7). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, ist sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten,
der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten
verpflichtet (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
7.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
7.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung aufzukommen. Angesichts der leicht
unterdurchschnittlichen Schwierigkeit des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
erscheint ein Honorar von pauschal Fr. 3'000.- inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer
dem notwendigen Aufwand als angemessen. Im Rahmen der unentgeltlichen
Prozessführung wird dieses Honorar um 20% reduziert (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist somit mit Fr. 2'400.-
zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
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