Decision ID: d322ab54-5a7c-4dba-a409-cb95a0d882db
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1980 geborene
X._
meldete sich am 16. Februar 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2).
Die IV-Stelle tätigte daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen; unter anderem veranlasste sie eine
bidisziplinäre
(rheumatolo
gisch-orthopädische und psychiatrische) Begutachtung (Urk. 9/35 und
Urk.
9/40).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV
Stelle Zürich mit Verfügung vom 24. Oktober 2013 einen
A
nspruch der Versicherten
auf eine Invalidenrente
(Urk. 9/59 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 25. November 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In prozessua
ler Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 24. Januar 2014 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) ist für die Beurteilung von Beschwerden das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit
der Beschwerdeerhebung Wohnsitz
hat. In Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG entscheidet nach Art. 69 Abs.
1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
das Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle über Beschwerden gegen Verfü
gungen der kantonalen IV-Stellen
.
Die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden B
eschwerde ist gestützt auf Art. 69 Abs. 1
lit
.
a IVG zu bejahen, da eine von der IV-Stelle Zürich erlassene Verfügung angefochten ist (vgl. dazu etwa Urteil des B
undesgerichts 9C_65/2011 vom 5.
August 2011).
1.2
Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stellen bestimmt sich nach Art. 55 IVG. Danach ist in der Regel die IV-Stelle zuständig, in deren Kantonsgebiet die ver
sicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung ihren Wohnsitz ha
t. Aus Art. 40 Abs. 1
lit
.
a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ergibt sich, dass zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen die IV-Stelle zuständig
ist, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherten ihren Wohnsitz haben
. Gemäss Art. 40 Abs. 2
quater
IVV geht die Zuständigkeit auf die IV-Stelle für Versicherte im Ausland über, wenn eine versicherte Person, die
in der Schweiz wohnt
, während des Verfahrens ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt.
Die Beschwerdeführerin hatte ihren Wohnsitz im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug am 16. Februar 2012
(Urk. 9/2)
in
Y._
im Kanton Zürich, weshalb die IV-Stelle Zürich
zur
Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung
örtlich zuständig war.
Erste Hinweise, dass die Beschwerdeführerin die Schweiz verlassen haben könnte, erhielt die IV-Stelle Ende 2012 (vgl. Urk. 9/23-26)
, ohne dass
sie
in der Folge
weitere
Abklärungen
betreffend den Wohnsitz der Beschwerdeführerin
getätigt hätte
. Mit Eingabe vom 18. Februar 2014 teilte der Vertreter der Beschwerdeführerin dem hiesigen Gericht die aktuelle Adresse der Beschwerdeführerin in
Z._
mit (Urk. 10). Gemäss Auskunft der Einwohner
kontrolle
Y._
hatte sich die Beschwerdeführerin
indessen
bereits am 1. Juli 2012 nach
Z._
abgemeldet (Urk. 11). Somit hat die Beschwerde
führerin während des Verfahrens ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt, weshalb die IV-Stelle Zürich zur Beurteilung des Anspruches örtlich nicht mehr zustän
dig war.
Dementsprechend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheis
sen, dass die Verfü
gung vom 24. Oktober 2013 (Urk.
2) wegen örtlicher Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde aufzuheben ist und die Akten nach Eintritt der Rechts
kraft des vorliegenden Urteils an die zuständige IV-Stelle für Versicherte im Ausland zu überweisen sind, damit diese die Sache entscheide.
2.
2.
1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 200.-- fes
tzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird damit gegenstandslos.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 61
lit
. g A
TSG in Ver
bindung mit § 34 Abs.
1 und 3
GSVGer
). Diese ist unter Berücksichtigung der
Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 300.
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.