Decision ID: 6da48b32-bcce-4b77-a06b-30f0503d7e27
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. Die C._ geborene A._ wird seit dem 1. Februar 2019 auf der
Basis eines Einpersonenhaushalts von der Gemeinde B._ öffentlich
unterstützt. Sie wohnt an der D._ in einer Zweizimmerwohnung. Der
monatliche Mietzins liegt bei brutto CHF 1'154.--.
2. Da dieser Betrag über der anrechenbaren Maximalmiete von monatlich
CHF 750.-- für einen Einpersonenhaushalt gemäss den stadträtlichen
Richtlinien für Wohnungskosten der Sozialen Dienste der Gemeinde
B._ vom 2. Februar 2009 liegt, entschieden Letztere (nachfolgend:
Soziale Dienste) mit Leistungsentscheid vom 12. Februar 2019, dass die
Wohnkosten einzig bis zum nächsten Kündigungstermin, mithin bis zum
30. Juni 2019, übernommen würden und ab dem 1. Juli 2019 die
Mehrmiete von CHF 404.-- pro Monat vom Grundbedarf abgezogen
werde. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
3. Mit Schreiben vom 23. Juli 2019 bewilligten die Sozialen Dienste im
Rahmen eines Härtefallgesuchs die Übernahme der Mehrmiete für weitere
sechs Monate bis zum 31. Dezember 2019. Zudem wurde A._
aufgefordert, nach einer günstigeren Wohnung zu suchen und die jeweils
monatlich getätigten Suchbemühungen nachzuweisen.
4. Am 31. März 2020 verlängerten die Sozialen Dienste die Übernahme der
Mehrmiete erneut um weitere sechs Monate bis zum 30. September 2020,
wobei A._ mittels Auflage wiederum verpflichtet wurde, sich intensiv
um eine günstigere und den städtischen Richtlinien entsprechende
Wohnung zu bemühen sowie monatlich mindestens fünf
Suchbemühungen darzutun. Dabei wurde sie darauf aufmerksam
gemacht, dass ihr ab dem 1. Oktober 2020 lediglich noch der
Maximalmietzins-Anteil von CHF 750.-- angerechnet werde, sofern sie
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nicht den Nachweis erbringen könne, dass sie innert der ihr gesetzten Frist
keine den Richtlinien entsprechende Wohnung gefunden habe. Zudem
könnten die Umzugskosten bei Bedarf finanziert werden. Hingegen
anerkannten die Sozialen Dienste die von ihr geltend gemachten
Anforderungen an eine Wohnung nicht. Die gegen den Leistungsentscheid
vom 31. März 2020 von A._ beim Gemeinderat von B._
(nachfolgend: Gemeinderat) erhobene Beschwerde wies dieser mit
Entscheid vom 2. Juni 2020 ab. Letzterer blieb unangefochten.
5. In der Folge verfügten die Sozialen Dienste am 17. September 2020 die
Reduktion der anrechenbaren Wohnkosten von A._ ab dem
1. Oktober 2020 auf CHF 750.--, da der Nachweis, sich intensiv und
konkret um eine günstigere Wohnmöglichkeit bemüht zu haben, nicht
erbracht worden sei. Dagegen gelangte A._ mit Eingabe vom 24.
September 2020 an den Gemeinderat, wobei sie namentlich geltend
machte, ihr sei vorgängig zum Entscheid vom 17. September 2020 das
rechtliche Gehör nicht gewährt worden. Daraufhin hoben die Sozialen
Dienste mit Verfügung vom 29. September 2020 diejenige vom 17.
September 2020 auf und räumten A._ das rechtliche Gehör ein. Auch
dagegen erhob A._ am 5. Oktober 2020 Beschwerde beim
Gemeinderat. Dieser vereinigte die beiden Beschwerdeverfahren und
erteilte ihnen die aufschiebende Wirkung.
6. Mit Entscheid vom 17. November 2020 hiess der Gemeinderat in
Aufhebung der Verfügung vom 29. September 2020 die Beschwerde vom
5. Oktober 2020 gut (Dispositiv-Ziffer 1), zumal mit der
Rechtshängigmachung der Streitsache die Verfahrensherrschaft infolge
Devolutiveffekts auf den Gemeinderat übergegangen sei, weshalb es den
Sozialen Diensten nicht zugestanden habe, die (angefochtene) Verfügung
vom 17. September 2020 in Eigenregie materiell aufzuheben. Der
Gemeinderat wies hingegen die Beschwerde von A._ vom 24.
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September 2020 gegen die Verfügung der Sozialen Dienste vom 17.
September 2020 ab und befand, dass die Mehrmiete von CHF 404.-- pro
Monat ab dem 1. April 2021 vom Grundbedarf abzuziehen und die
anrechenbaren Wohnkosten auf CHF 750.-- pro Monat festzulegen seien
(Dispositiv-Ziffer 2).
7. Mit dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden am
14. Januar 2021 erhobener Beschwerde beantragte A._
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2
des Entscheids vom 17. November 2020. In prozessualer Hinsicht
ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Prozessführung und Rechtsverbeiständung). Zudem sei ihr allenfalls eine
Parteientschädigung zuzusprechen. Im Sinne einer vorsorglichen
Massnahme beantragte sie, dass der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung zu erteilen sei. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus,
der Gemeinderat sei dem Prinzip der Individualisierung und der
Untersuchungspflicht nicht genügend nachgekommen. Zudem lägen
diverse Arztzeugnisse vor, aus welchen die medizinischen, genauer
orthopädischen, Anforderungen an eine ihr zumutbare Wohnung
hervorgingen. Diese dürften weder als Parteibehauptung abgetan noch
von beschwerdegegnerischer Seite her angezweifelt werden. Ausserdem
sei sie sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht der Auflage
nachgekommen, ihre monatlich getätigten Suchbemühungen hinsichtlich
einer günstigeren Wohnung nachzuweisen bzw. durfte sie sich auf die
entsprechende Bestätigung des Regionalen Sozialamts verlassen.
Überdies bezweifle sie, ob tatsächlich genügend Wohnungen im
Preissegment der städtischen Mietzinsrichtlinien auf dem Wohnungsmarkt
vorhanden seien. Schliesslich hätte sie bei der Wohnungssuche durch die
zuständige Behörde unterstützt werden müssen.
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8. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Februar 2021 schloss die Gemeinde
B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Begründend führte
sie im Wesentlichen aus, dass weder das Individualisierungsprinzip noch
der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden sei. Zudem sei die Frage, ob
die mehrfach verfügte Auflage, die Beschwerdeführerin müsse sich
ernsthaft um eine günstigere und den städtischen Richtlinien
entsprechende Wohnung bemühen, rechtmässig und verhältnismässig
sei, bereits im Entscheid des Gemeinderates vom 2. Juni 2020
rechtskräftig beurteilt worden. Die Auflage zur Wohnungssuche sei somit
rechtmässig erfolgt. In quantitativer Hinsicht habe die Beschwerdeführerin
die Auflage zur Wohnungssuche mehr oder weniger erfüllt. Im Übrigen
genüge das Abschicken von Bewerbungen für Wohnungen bzw. das
Ausfüllen von Onlineformularen allein nicht, um der verfügten Auflage
nachzukommen. Die von der Beschwerdeführerin verlangten Vorgaben an
eine Wohnung seien derart unrealistisch hoch, dass dadurch für sie immer
ein Grund bestehe, sich für eine Wohnung zu bewerben, diese nach einer
Rückfrage/Besichtigung jedoch gleich wieder abzulehnen. Die zahlreichen
Bewerbungen seien daher zumindest überwiegend vorgeschoben, um den
Anschein zu erwecken, sie bemühe sich ernsthaft um eine günstigere
Wohnung. Sodann seien die Ausführungen des Regionalen
Sozialdienstes für die Beschwerdegegnerin nicht verbindlich. Jedenfalls
sei es ausgeschlossen, daraus irgendwelche Ansprüche gestützt auf den
Grundsatz von Treu und Glauben abzuleiten. Ferner entsprächen die
städtischen Richtlinien zu den Mietzinslimiten der Ortsüblichkeit bzw. der
gelebten Realität, weshalb sie nicht zu beanstanden seien. Einzelzimmer
sowie Ein- und Eineinhalbzimmerwohnungen für maximal CHF 750.-- pro
Monat seien in B._ in genügender Anzahl vorhanden. Schliesslich
übersehe die Beschwerdeführerin, dass die Aufgabe, Sozialhilfebezüger
bei der Wohnungssuche zu unterstützen, von den Regionalen
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Sozialdiensten und nicht von den Gemeinden wahrzunehmen sei. Die
Beschwerdeführerin sei denn auch bei der Wohnungssuche aktiv von
einem Mitarbeiter des Regionalen Sozialdienstes B._ begleitet
worden.
9. Am 2. März 2021 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest und vertiefte ihren Standpunkt.
10. Mit prozessleitender Verfügung vom 10. März 2021 wurde der
Beschwerde ab dem 1. April 2021 die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
11. Am 11. März 2021 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
seine Honorarnote im Betrag von CHF 2'730.60 (inkl. Auslagen) ein.
12. Am 30. März 2021 hielt auch die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren
Anträgen fest und vertiefte ihre Argumentation.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
auf den angefochtenen Entscheid vom 17. November 2020 wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der
vorliegend angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 17.
November 2020 ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen
Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
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Kantons Graubünden dar. Als formelle und materielle Adressatin des
angefochtenen Entscheids ist die Beschwerdeführerin davon überdies
berührt und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
bzw. Änderung auf (Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 38 Abs. 1 und 2, Art. 39 Abs.
1 lit. c und Art. 52 Abs. 1 VRG) ist somit einzutreten.
1.2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG)
vorgeschrieben ist. Streitwert bildet hier die Nichtanrechnung des
Wohnungskostenanteils im Umfang von CHF 404.-- pro Monat. Es ist
davon auszugehen, dass eine Verfügung in der Soziallhilfe nach ca. einem
Jahr erneuert oder auf höchstens ein Jahr befristet wird (vgl. dazu z.B.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 19 128
vom 4. März 2020 E.1.3). Der Streitwert ist daher auf 12 Monate
hochzurechnen, was den Betrag von CHF 4'848.-- (12 x CHF 404.--) pro
Jahr ergibt. Damit wird die massgebliche Streitwertgrenze für die
Entscheidungskompetenz der Einzelrichterin nicht überschritten, weshalb
das vorliegende Urteil in dieser Besetzung ergeht.
2.1. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die
Reduktion der anrechenbaren Wohnkosten der Beschwerdeführerin
infolge Verletzung der Auflage, einen Nachweis über die
Suchbemühungen für eine günstigere Wohnmöglichkeit zu erbringen, zu
Recht geschützt hat.
Die Beschwerdeführerin beantragt im vorliegenden Verfahren
insbesondere, dass Ziffer 2 des Entscheids vom 17. November 2020
aufzuheben sei (vgl. Rechtsbegehren Ziffer 2). Darin beschied die
Beschwerdegegnerin in Abweisung der Beschwerde vom 24. September
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2020, dass die Mehrmiete von CHF 404.-- pro Monat ab dem 1. April 2021
vom Grundbedarf abzuziehen und die anrechenbaren Wohnkosten auf
CHF 750.-- pro Monat festzulegen seien (Dispositiv-Ziffer 2). Das
vorerwähnte Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin ist folglich gemäss
dem Grundsatz a maiore minus in dem Sinne auszulegen, als dass die
Mehrmiete von monatlichen CHF 404.-- auch nach dem 1. April 2021 nicht
vom Grundbedarf abzuziehen ist, sondern ihr der bisherige Mietzins von
brutto CHF 1'154.-- angerechnet wird. Am Streitgegenstand vorbei zielen
indes die IV-rechtlichen Überlegungen und Vorbringen der
Beschwerdeführerin.
2.2. Im vorliegenden Verfahren sind sich die Parteien im Wesentlichen
hinsichtlich folgender Punkte uneins: Gesundheitlich bedingte
Anforderungen an eine Wohnung (vgl. Erwägung 4 hernach); Nachweis
über konkrete und intensive Suchbemühungen für eine günstigere
Wohnmöglichkeit (vgl. nachfolgende Erwägung 5); sowie Vorhandensein
eines genügenden Angebots an Wohnungen, welche den städtischen
Mietzinsrichtlinien entsprechen, bzw. Hilfestellung bei der
Wohnungssuche (vgl. Erwägung 6 hernach).
3.1. Art. 12 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV; SR 101) gibt demjenigen, der in Not gerät und nicht in der Lage ist,
für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel,
die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Dieses
Grundrecht auf Hilfe in Notlagen beschränkt sich auf ein Minimum im
Sinne einer Überlebenshilfe (BGE 130 I 71 E.4.1 mit Hinweisen). Die sich
in einer Notlage befindende und Sozialhilfe beanspruchende Person hat
unmittelbar gestützt auf das so verstandene Grundrecht keinen Anspruch
auf Übernahme der Mietkosten einer beliebigen Wohnung durch das
Gemeinwesen. Vielmehr darf dieses, immerhin unter Berücksichtigung
ausserordentlicher persönlicher Verhältnisse des Einzelfalles, seinen
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Beitrag an die Wohnungskosten auf das beschränken, was für eine den
elementaren Unterkunftsbedürfnissen genügende Wohnung aufgewendet
werden muss. Für die Festlegung dieses Betrags ist grundsätzlich das
kantonale Recht massgeblich. Überhöhte Wohnkosten sind nur so lange
zu übernehmen, bis eine zumutbare günstigere Lösung zur Verfügung
steht, wobei die Sozialhilfeorgane die Aufgabe haben, die
Sozialhilfebezüger bei der Suche nach günstigem Wohnraum aktiv zu
unterstützen (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2014 vom 27. Februar
2015 E.4.1 mit Hinweisen)
3.2. Die Konkretisierung des grundrechtlichen Anspruchs sowie Art und
Umfang der wirtschaftlichen Hilfe für bedürftige Personen richten sich
nach dem Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe im Kanton Graubünden
(Sozialhilfegesetz; BR 546.100) bzw. nach den Bestimmungen des
Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger (kantonales
Unterstützungsgesetz; BR 546.250). Die Sozialhilfe umfasst die
persönliche und materielle Hilfe und basiert im Rahmen der Subsidiarität
auf dem Grundsatz der Förderung der Eigenverantwortung (vgl. Art. 1 Abs.
2 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Sozialhilfegesetz; PVG 2009 Nr. 18 E.3c). Ihr Umfang
richtet sich nach den individuellen Besonderheiten und Bedürfnissen
sowie nach den örtlichen und persönlichen Verhältnissen (Art. 3 Abs. 1
Sozialhilfegesetz und Art. 2 kantonales Unterstützungsgesetz). Für die
Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe im Bereich der
existenzsichernden Leistungen kommt dabei den SKOS-Richtlinien eine
wesentliche Bedeutung zu (vgl. VGU U 19 85 vom 13. Januar 2020 E.2, U
18 32 vom 21. August 2018 E.2.1; AMSTUTZ, Das Grundrecht auf
Existenzsicherung, Diss. Bern 2002, S. 51 ff.). Danach umfasst das
Unterstützungsbudget die materielle Grundsicherung, bestehend u.a. aus
den Wohnkosten, aus situationsbedingten Leistungen sowie aus
Integrationszulagen bzw. aus Einkommens-Freibeträgen (SKOS-
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Richtlinien, Ziff. A.6). Dabei sind die Wohnkosten nach den örtlichen
Verhältnissen anzurechnen. Angesichts des regional oder kommunal
unterschiedlichen Mietzinsniveaus wird empfohlen, nach Haushaltsgrösse
abgestufte Obergrenzen für die Wohnkosten festzulegen (SKOS-
Richtlinien, Ziff. B.3-1). Die Gemeinde B._ hat diese in den
stadträtlichen Richtlinien für Wohnungskosten der Sozialen Dienste vom
2. Februar 2009 (Gemeinderatsbeschluss Nr. 62) festgelegt, wobei die
ortsüblichen anrechenbaren Mietkosten für einen Einpersonenhaushalt
monatlich CHF 750.-- betragen. Gemäss den SKOS-Richtlinien sind
überhöhte Wohnkosten so lange zu übernehmen, bis eine zumutbare
günstigere Lösung zur Verfügung steht, wobei übliche
Kündigungsbedingungen in der Regel zu berücksichtigen sind. Weigern
sich unterstützte Personen, eine günstigere Wohnung zu suchen oder in
eine effektiv verfügbare und zumutbare günstigere Wohnung umzuziehen,
dann können die anrechenbaren Wohnkosten auf jenen Betrag reduziert
werden, der durch den Bezug einer günstigeren Wohnung entstanden
wäre (SKOS-Richtlinien, Ziff. B.3-2 f.; vgl. Art. 4 des kantonalen
Unterstützungsgesetzes).
3.3. Die Umsetzung der SKOS-Richtlinien für die Gemeinden im Kanton
Graubünden wird in den Ausführungsbestimmungen zum kantonalen
Unterstützungsgesetz (ABzUG; BR 546.270) präzisiert. Nach dessen Art.
8 Abs. 1 Satz 2 sind überhöhte Wohnkosten nur bis zum nächsten
Kündigungstermin zu übernehmen.
4.1. Zunächst ist zu prüfen, welche Anforderungen aus gesundheitlichen
Gründen an eine Wohnung der Beschwerdeführerin zu stellen sind.
4.2. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die Beschwerdegegnerin habe
übersehen, dass die vertrauensärztliche Untersuchung zwar
stattgefunden habe, sich der Vertrauensarzt allerdings nicht zu den
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Anforderungen an eine zumutbare Wohnung geäussert habe, kann ihr
nicht gefolgt werden. Vielmehr geht aus dem Entscheid der
Beschwerdegegnerin vom 17. November 2020 (E.8) ausdrücklich hervor,
dass ihr bewusst war, dass eine vertrauensärztliche Beurteilung der
Wohnsituation durch Dr. med. E._ in seiner Stellungnahme vom 7.
Juli 2020 fehlte (vgl. dazu beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 13). Dies
bedeutete nach Ansicht der Beschwerdegegnerin aber nicht, dass es in
B._ keine anderen Wohnungen im Rahmen der städtischen
Richtlinien gebe, die es der Beschwerdeführerin ermöglichten, mit ihren
Beschwerden selbstständig zu leben. Ihrer Beurteilung der
gesundheitsbedingten Anforderungen an eine Wohnung legte die
Beschwerdegegnerin letztlich die Arbeitszeugnisse der Dres. med.
F._ zugrunde, wonach die bestehende Wohnung alle
Voraussetzungen erfülle, damit sich die Beschwerdeführerin barrierefrei
bewegen könne (vgl. insbesondere Stellungnahme von Dr. med. G._
vom 15. April 2020 [Bf-act. 15]). Zugleich führte sie dazu relativierend aus,
es bleibe nach wie vor zweifelhaft, ob tatsächlich alle von der
Beschwerdeführerin genannten Anforderungen aus medizinischer Sicht
zwingend notwendig seien. Insbesondere bei den von ihr geltend
gemachten grosszügigen Platzverhältnissen, der Lage der Wohnung in
einem Obergeschoss und dem Balkon sei kein zwingender medizinischer
Bedarf ersichtlich. Des Weiteren seien alle Stadtteile sehr gut mit den
öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Schliesslich könne die
Beschwerdeführerin überall in der Öffentlichkeit auf einen Hund treffen
und auch an ihrem jetzigen Wohnort könne vielleicht ein Nachbar ein
solches Haustier anschaffen. Im Zusammenhang mit ihrer
gesundheitlichen Situation nachvollziehbar bleibe mithin einzig der
Anspruch, die Wohnung müsse mit einem Lift erschlossen sein und eine
schwellenlose Dusche aufweisen. Wohnungen mit diesen beiden
Kriterien, deren Mietzins sich gleichzeitig im finanziellen Rahmen der
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stadträtlichen Richtlinien bewege, würden auf dem Immobilienmarkt in der
Gemeinde B._ auch tatsächlich angeboten (vgl. Entscheid der
Beschwerdegegnerin vom 17. November 2020 E.8).
4.3. Angesichts dieser detaillierten und eingehenden Ausführungen der
Beschwerdegegnerin zu den aus ihrer Sicht notwendigen,
gesundheitsbedingten Anforderungen an eine der Beschwerdeführerin
zumutbare Wohnung kann ihr eine Verletzung des Prinzips der
Individualisierung nicht vorgeworfen werden (vgl. zu diesem Grundsatz:
VGU U 16 37 vom 20. Juli 2016 E.2c). Der Einwand der
Beschwerdeführerin, wonach die Beschwerdegegnerin mit praktisch
keinem Wort auf ihre individuelle, insbesondere gesundheitliche Situation
eingehe, verfängt somit von vornherein nicht. Ebenso wenig wären in
Nachachtung der Untersuchungsmaxime mangels vertrauensärztlicher
Beurteilung der Anforderungen an eine zumutbare Wohnung weitere
Abklärungen zu veranlassen gewesen. Denn wie aus dem angefochtenen
Entscheid vom 17. November 2020 erhellt, ging die Beschwerdegegnerin
letztlich von den von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten
Arztzeugnissen der Dres. med. F._ aus, um die medizinischen
Anforderungen an eine geeignete Wohnung zu beurteilen. Dass sie diese
in der Folge relativierte und nur die Erschliessung der Wohnung mittels Lift
sowie das Vorhandensein einer schwellenlosen Dusche für gesundheitlich
ausgewiesen erachtete, ist entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin angesichts der Erfahrungstatsache, dass die
behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 351 E.3b/cc), nicht zu beanstanden.
4.4. Auch die im vorliegenden Verfahren geltend gemachten zahlreichen
Anforderungen an eine aus gesundheitlichen Gründen zumutbare
Wohnung vermögen angesichts des ärztlich ausgewiesenen
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Beschwerdebildes nicht zu überzeugen. Die Beschwerdeführerin leidet
gemäss Beurteilung ihrer behandelnden Ärzte an einem chronischen
panvertebralen, cervikal und lumbal betonten Schmerzsyndrom, an
Schulterschmerzen beidseits, an einem chronifizierten femoropatellaren
Schmerzsyndrom beidseits, an chronisch rezidivierenden Sprunggelenks-
und Fussschmerzen beidseits, an einer Hypermobilität der Gelenke, an
chronischen Leistenschmerzen bei Leistenbruch bzw. Rezidive rechts
sowie an Adipositas (vgl. Arztbericht der Dres. med. H._ vom 18.
Dezember 2020 [Bf-act. 16], Stellungnahmen von Dr. med. G._ vom
15. April 2020 [Bf-act. 15] und vom 29. Dezember 2020 [Bf-act. 17], vgl.
ferner vertrauensärztliche Stellungnahme von Dr. med. E._ vom 7.
Juli 2020 [Bf-act. 13]).
4.5. Dabei stellt die Beschwerdeführerin gestützt auf die Beurteilungen der
behandelnden Ärztinnen und Ärzte folgende Anforderungen an eine
zumutbare Wohnung (vgl. Beschwerde S. 8 ff.): Die Wohnung müsse in
der Nähe einer Busstation liegen, über einen Lift bis zur Wohnung bzw. in
die Waschküche verfügen, mit einer Duschkabine bzw. einer ebenerdigen
Dusche ausgerüstet sein, ein genügend grosses Schlafzimmer für ein Bett
der Grösse XL aufweisen, einen Balkon zum Trocknen der Wäsche bzw.
wegen der Erstickungsgefühle haben sowie über grosszügige
Räumlichkeiten zum freien Bewegen verfügen (vgl. ärztliches Zeugnis von
Dr. med. I._ vom 3. April 2020 [Bf-act. 14], Stellungnahmen von Dr.
med. G._ vom 15. April 2020 [Bf-act. 15] und vom 29. Dezember 2020
[Bf-act. 17] sowie ärztliches Zeugnis von Dr. med. H._ vom 8.
Dezember 2020 [Bf-act. 18]). Soweit pauschal darauf hingewiesen wird,
die Beschwerdeführerin sei auf die aktuelle Wohnung angewiesen, weil
diese momentan noch (fast) alle Voraussetzungen aus gesundheitlichen
Gründen erfülle (vgl. Stellungnahmen von Dr. med. G._ vom 15. April
2020 [Bf-act. 15] und vom 29. Dezember 2020 [Bf-act. 17]), kann den
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behandelnden Ärzten bzw. der sich darauf abstützenden
Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden. Denn nur weil die aktuelle
Zweizimmerwohnung an der D._ den vorerwähnten Anforderungen
weitgehend entsprechen soll, bedeutet dies nicht, dass nur diese
Wohnung aus medizinischen Gründen in Frage kommt bzw. es keine
anderen Wohnungen gibt, die der Beschwerdeführerin eine selbstständige
Lebensführung ermöglichen würden.
4.6. Dass sich die Wohnung gemäss ärztlicher Einschätzung in der Nähe einer
Busstation befinden müsse (vgl. ärztliches Zeugnis von Dr. med. I._
vom 3. April 2020 [Bf-act. 14]), erscheint aufgrund der Rücken-, Leisten-,
Knie- und Fussbeschwerden der Beschwerdeführerin, welche sich auch
auf die Gangsicherheit und die Gehstrecke leistungsmindernd auswirken
können (vgl. Stellungnahme von Dr. med. G._ vom 15. April 2020 [Bf-
act. 15]), als nachvollziehbar. Dieser Anforderung kann indes insoweit
Rechnung getragen werden, als die Aussage der Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Entscheid, wonach alle Stadtteile sehr gut mit den
öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen seien (vgl. Entscheid der
Beschwerdegegnerin vom 17. November 2020 E.8), zu Recht von der
Beschwerdeführerin nicht in Abrede gestellt worden ist. Nicht plausibel
erscheint hingegen die Forderung der Beschwerdeführerin, eine ihr
zumutbare Wohnung müsse ein genügend grosses Schlafzimmer für ein
Bett der Grösse XL aufweisen bzw. im Allgemeinen über grosszügige
Räumlichkeiten verfügen. Die Dres. med. G._ und H._
begründen diese Anforderungen in ihren Stellungnahmen vom 8. und 29.
Dezember 2020 damit, dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund der
Schmerzen leichter seitlich drehen können müsse; sie müsse von beiden
Seiten vom Bett, welches mindestens 140 cm breit zu sein habe,
aufstehen können. Zudem sollte die Wohnung grosszügige
Räumlichkeiten aufweisen, damit sie sich frei bewegen könne (Bf-act. 17
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und 18). Abgesehen davon, dass nicht einzusehen ist, weshalb es für ein
freistehendes, 140 cm breites Bett eines speziell grossen Schlafzimmers
bedürfte, kann sich die Beschwerdeführerin auch in einer Wohnung von
normaler Grösse frei bewegen. Dass sie aufgrund ihrer
muskuloskelletalen Beschwerden auf besonders grosszügige
Räumlichkeiten angewiesen wäre, ist denn auch nicht ersichtlich, liegt
doch wegen den gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Bewegungs-
und Stützapparats viel eher auf der Hand, dass die Beschwerdeführerin in
ihrer Mobilität und entsprechend auch bei der Wohnungsreinigung
eingeschränkt ist. Ebenfalls als nicht überzeugend erweist sich die
Anforderung der Beschwerdeführerin, die Wohnung müsse zum Trocknen
der Wäsche und wegen ihrer Erstickungsgefühle über einen grosszügigen
Balkon verfügen (vgl. dazu wiederum Stellungnahme von Dr. med.
G._ vom 29. Dezember 2020 [Bf-act. 17]). Zum einen leuchtet nicht
ein, weshalb die Beschwerdeführerin ihre Wäsche nicht in der (per Lift
erschlossenen) Waschküche, in einem allenfalls vorhandenen Tumbler
oder jedenfalls in ihrer Wohnung auf einem Wäscheständer trocknen
lassen können soll. Zum anderen lässt sich den angeblichen
Erstickungsgefühlen, welche durch keine entsprechende (psychiatrische)
Diagnose begründet werden, auch dadurch zuverlässig entgegenwirken,
indem die Beschwerdeführerin ein Fenster öffnet, so dass sie die
notwendige frische Luft bekommt.
4.7. Mithin ist davon auszugehen, dass einzig die Erschliessung der Wohnung
bzw. der Waschküche mittels Lift und die Ausstattung des Badezimmers
mit einer Duschkabine resp. einer ebenerdigen Dusche neben der Lage
der Wohnung in der Nähe einer Busstation aus medizinischer Sicht
ausgewiesen sind. Dies wird denn auch von den behandelnden Ärztinnen
und Ärzte übereinstimmend aufgeführt (vgl. Stellungnahmen von Dr. med.
G._ vom 15. April 2020 [Bf-act. 15] und vom 29. Dezember 2020 [Bf-
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act. 17], ärztliches Zeugnis von Dr. med. I._ vom 3. April 2020 [Bf-act.
14]). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Umzugskosten
unbestrittenermassen bei Bedarf von öffentlicher Seite finanziert werden
könnten (vgl. Leistungsentscheid vom 31. März 2020 [Bf-act. 4]). Insofern
zielt das Vorbringen, der Beschwerdeführerin sei ein Wechsel in eine
andere Wohnung nicht zumutbar (vgl. Stellungnahmen von Dr. med.
G._ vom 15. April 2020 [Bf-act. 15] und vom 29. Dezember 2020 [Bf-
act. 17] sowie ärztliches Zeugnis von Dr. med. H._ vom 8. Dezember
2020 [Bf-act. 18]), ins Leere.
5.1. Des Weiteren ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin der ihr auferlegten
Pflicht, sich nachweislich intensiv und konkret um eine günstigere
Wohnmöglichkeit zu bemühen, hinlänglich nachgekommen ist.
5.2. Die Beschwerdegegnerin sah diese Auflage als verletzt an. Denn
einerseits genüge ein Vermerk der Beschwerdeführerin, wonach sie ohne
Rückmeldung der Behörden davon ausgegangen sei, sie habe ihre Pflicht
getan, offensichtlich nicht. Andererseits sei zwar ausgewiesen, dass die
Beschwerdeführerin laufend direkt bei den Sozialen Diensten oder über
den Regionalen Sozialdienst ihre Wohnungsbemühungen eingereicht
habe. Darunter befänden sich jedoch keine konkreten Schritte, die ihr
ernsthaftes Interesse am Abschluss eines neuen Mietverhältnisses
bekunden würden. Lediglich das Ausfüllen eines automatisierten
Kontaktformulars auf Wohnungsplattformen mit der Mitteilung "Ich
interessiere mich für diese Wohnung" sowie die Angabe der
Kontaktadresse sei ungenügend (vgl. angefochtener Entscheid vom 17.
November 2020 E.7).
5.3. Dem hält die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde entgegen, die
Auflage vom 31. März 2020 sei in qualitativer Hinsicht wenig konkret
formuliert, weshalb es ihr positiv angerechnet werden müsse, wenn sie bei
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der monatlichen Einreichung der Suchbemühungen jeweils sinngemäss
vermerkt habe, dass sie ohne anderslautende Rückmeldung des
Empfängers davon ausgehe, die Auflage pflichtgemäss erfüllt zu haben.
Zudem sei ihr vom Regionalen Sozialdienst am 25. August 2020 bestätigt
worden, dass sie der Auflage der Gemeinde B._ korrekt
nachgekommen sei. Somit habe sie davon ausgehen dürfen und müssen,
dass ihre Suchbemühungen sowohl in quantitativer als auch in qualitativer
Hinsicht den Anforderungen entsprächen. Folglich habe es auch keinen
Grund gegeben, die Suchbemühungen anzupassen. Es widerspreche
dem Grundsatz von Treu und Glauben, wenn ihr jetzt vorgeworfen werde,
dass ihre Suchbemühungen ungenügend gewesen seien und sie keine
konkreten Schritte unternommen habe, um ihr ernsthaftes Interesse am
Abschluss eines neuen Mietverhältnisses zu bekunden und umzusetzen.
Die eingereichten Suchbemühungen zeigten, dass sie sich ernsthaft um
den Abschluss eines Mietverhältnisses bemüht habe. Es sei auch nicht
korrekt, das Ausfüllen eines automatisierten Kontaktformulars als
ungenügend zu bezeichnen. Sie habe auf ihre Internetkontaktaufnahmen
sehr wohl Rückmeldungen von den jeweiligen Vermietern erhalten. Auch
sei falsch zu behaupten, ihre Bemühungen hätten sich lediglich auf das
Ausfüllen von automatisierten Kontaktformularen beschränkt. Wie aus den
eingereichten Suchbemühungen hervorgehe, habe sie sich auch direkt an
die jeweiligen Vermieter gewandt.
5.4. Die von der Beschwerdeführerin im Sinne einer Auflage verlangten
Suchbemühungen wurden im Leistungsentscheid vom 31. März 2020
festgesetzt. Darin wurde die Weiterausrichtung der ungekürzten
Wohnungskosten davon abhängig gemacht, dass sich die
Beschwerdeführerin intensiv um eine günstigere und den Richtlinien
entsprechende Wohnung bemüht und monatlich mindestens fünf
Nachweise zur Suche einer neuen Wohnung einreicht. Akzeptiert würden
- 18 -
dabei nur schriftliche Suchnachweise. Ebenfalls wurde sie angewiesen,
bis spätestens zum 1. Oktober 2020 in eine günstigere, den Richtlinien
entsprechende Wohnung umzuziehen. Zugleich drohten ihr die Sozialen
Dienste an, dass ab dem 1. Oktober 2020 nur noch der Maximalmietzins-
Anteil von CHF 750.-- pro Monat angerechnet wird, sofern sie nicht den
Nachweis erbringen kann, dass sie innert der ihr gesetzten Frist keine der
Richtlinien entsprechende Wohnung gefunden hat (vgl. Bf-act. 4 S. 3).
5.5. Die von der Beschwerdegegnerin mit der Vernehmlassung vom 4. Februar
2021 zur aufschiebenden Wirkung eingereichten Unterlagen belegen nach
Ansicht der Einzelrichterin keine genügenden Suchbemühungen im
Zeitraum zwischen dem 1. April 2020 und dem 31. September 2020. So
finden sich zu den Suchbemühungen für die Monate April, Mai, Juli und
September 2020 keine Nachweise in den Unterlagen. Solche werden denn
auch vorliegend von der Beschwerdeführerin in Konkretisierung ihrer
Mitwirkungspflicht (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2018
vom 3. Oktober 2018 E.5.2) nicht beigebracht. Die Suchbemühungen für
den Monat Juni 2020 werden zwar von der Beschwerdeführerin in einer E-
Mail an das kantonale Sozialamt aufgeführt, aber nicht hinreichend belegt
(vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 8.4). Ausserdem ist den
(unvollständigen, angeblich sechs) Suchbemühungen für den Monat
August 2020 mehrheitlich zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
einzig kundgetan hat, dass sie sich für die entsprechende Wohnung
interessiere (vgl. Bg-act. 8.5). Der Einzelrichterin scheint entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin plausibel, dass lediglich das Ausfüllen
eines automatisierten Kontaktformulars auf Wohnungsplattformen
ungenügend ist, da – wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Entscheid nachvollziehbar ausführt – günstiger Wohnraum allgemein
gesucht und daher ein aktives Vorgehen seitens der Mieterschaft
erforderlich ist. Insofern belegen die eingereichten Suchbemühungen der
- 19 -
Beschwerdeführerin nicht, dass sie sich ernsthaft und genügend intensiv
um den Abschluss eines günstigeren Mietverhältnisses bemüht hätte.
Daran vermögen auch die im vorliegenden Beschwerdeverfahren ins
Recht gelegten Suchnachweise nichts zu ändern (vgl. Bf-act. 25 ff.),
beziehen sie sich doch nachweislich auf einen Zeitraum nach dem hier
massgeblichen 1. Oktober 2020.
5.6. Auch kann die Beschwerdeführerin aus dem anlässlich ihrer monatlichen
Eingaben sinngemäss angebrachten Vermerk, dass sie ohne
anderslautende Rückmeldung der Behörden davon ausgehe, ihre Pflicht
getan zu haben (vgl. Bf-act. 22), nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn
die behördliche Unterlassung einer Rückmeldung zu den
Suchbemühungen vermag vorliegend mangels entsprechender
Aufklärungs- bzw. Beratungspflicht seitens der Behörden bzw. der
Sozialen Dienste keine Vertrauensgrundlage zu begründen. Ebenso
wenig war eine entsprechende Auskunft unter den gegebenen Umständen
geboten (vgl. BGE 143 V 341 E.5.2.1, 131 V 472 E.5;
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 671), war die Beschwerdeführerin doch nach
dem eindeutigen Wortlaut der Auflage gehalten, innert der ihr gesetzten
Frist (hier: bis 1. Oktober 2020) nachzuweisen, dass sie eine den
Richtlinien entsprechende Wohnung gefunden hat (vgl. Bf-act. 4 S. 3).
Somit musste der Beschwerdeführerin hinreichend klar sein, dass gegen
Ende der um sechs Monate verlängerten Ausrichtung der Mehrmiete bis
zum 30. September 2020 eine Evaluation ihrer Suchbemühungen seitens
der Sozialen Dienste stattfinden wird und sie mit dem vorerwähnten
Vermerk keine behördliche Zusicherung erwirken konnte. Dasselbe gilt
auch mit Blick auf die Schreiben des kantonalen Sozialamtes vom 25.
August 2020, in welchen namentlich ausgeführt wurde, dass die
Beschwerdeführerin den Auflagen der Gemeinde B._ korrekt
- 20 -
nachgekommen sei (vgl. Bf-act. 23 f.). Zum einen handelt es sich dabei
offensichtlich nicht um die zur Auskunftserteilung befugte Behörde.
Ebenso wenig durfte die Beschwerdeführerin das kantonale Sozialamt als
zuständig betrachten (vgl. BGE 143 V 341 E.5.2.1, 131 V 472 E.5). Denn
aus der ihr mit Leistungsentscheid vom 31. März 2020 auferlegten Pflicht,
monatlich mindestens fünf Nachweise zur Suche einer günstigeren und
den Richtlinien entsprechenden Wohnung einzureichen, geht hinreichend
klar hervor, dass die Sozialen Dienste der Gemeinde B._ als
verfügende Instanz die Kompetenz zum Entscheid und somit zur
Beurteilung der Suchbemühungen innehatte (vgl. Bf-act. 4). Dies war ihr
denn auch schon aufgrund des Schreibens der Sozialen Dienste vom 23.
Juli 2019 hinlänglich bekannt, da sie bereits darin aufgefordert wurde,
jeweils monatlich die getätigten Suchbemühungen nachweislich bei den
Sozialen Diensten einzureichen (Bf-act. 3, vgl. ferner Leistungsentscheid
vom 18. Februar 2020 [Bf-act. 5]). Nichts anderes ergibt sich aus der
Aussage der Beschwerdeführerin in der Beschwerde (vgl. S. 10 unten),
wonach die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten habe, dass sie
"laufend direkt bei den Sozialen Diensten der Gemeinde B._ oder
über den Regionalen Sozialdienst ihre Wohnungsbemühungen
eingereicht" habe, lässt dies doch ebenfalls darauf schliessen, dass sie
die Sozialen Dienste der Gemeinde B._ als die zuständige Behörde
betrachtet. Zum anderen brachten diese in ihrem Leistungsentscheid vom
31. März 2020 mit der Auflage klar zum Ausdruck, dass der
Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2020 nur noch ein Mietzins von
CHF 750.-- angerechnet wird, sofern sie bis dahin nicht nachweisen kann,
dass sie keine den Richtlinien entsprechende günstigere Wohnung
gefunden hat (vgl. Bf-act. 4 S. 3). Mithin konnte sich die
Beschwerdeführerin nicht auf die während der verlängerten,
sechsmonatigen Ausrichtung der Mehrmiete abgegebenen Auskünfte
einer unzuständigen Behörde zu ihren Suchbemühungen verlassen,
- 21 -
sondern war der Entscheid darüber den Sozialen Diensten im Hinblick auf
die konkrete Regelung von Rechten und Pflichten ab dem 1. Oktober 2020
vorbehalten. Insofern bringt denn auch die Beschwerdeführerin zu Recht
nicht vor, sie hätte im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft nachteilige
Dispositionen getroffen.
5.7. Insgesamt kann die Beschwerdeführerin somit aus dem von ihr
angerufenen Vertrauensschutz keine von der Auflage abweichende
Behandlung für sich beanspruchen. Zudem vermag auch der Umstand,
dass das kantonale Sozialamt die der Beschwerdeführerin auferlegte
Auflage als erfüllt erachtete, keine Bindungswirkung für die
Beschwerdegegnerin bzw. den Sozialen Dienst der Gemeinde B._ zu
begründen. Vielmehr war die entscheidkompetente Behörde nicht an
diese Einschätzung gebunden, sondern durfte die Sachlage unabhängig
davon würdigen und rechtlich beurteilen. Da die Sozialen Dienste dies
genauso wie die Beschwerdegegnerin nachweislich getan haben, kann
ihnen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch kein
Verstoss gegen ihre Abklärungspflicht vorgeworfen werden.
6.1. Des Weiteren zweifelt die Beschwerdeführerin daran, dass die gemäss der
stadträtlichen Richtlinie als ortüblich anrechenbaren Mietkosten für einen
Einpersonenhaushalt von monatlich CHF 750.-- noch aktuell sind. Die von
ihr durchgeführte Stichprobe zeige, dass das Angebot an innerhalb der
städtischen Mietzinsrichtlinien verfügbaren Wohnungen in absoluten
Zahlen äusserst knapp sei. Daher müsse bezweifelt werden, dass ein so
knappes Angebot noch als genügend bezeichnet werden könne.
6.2. Im angefochtenen Entscheid vom 17. November 2020 hielt die
Beschwerdegegnerin fest, dass mit Lift erschlossene und über eine
schwellenlose Dusche verfügende Wohnungen, deren Mietzins sich
gleichzeitig im finanziellen Rahmen der stadträtlichen Richtlinien bewege,
- 22 -
auf dem Wohnungsmarkt in der Gemeinde B._ tatsächlich angeboten
würden (vgl. Bg-act. 11 E.8). Einen konkreten Nachweis für diese Aussage
kann den vorliegenden Akten jedoch nicht entnommen werden. Auch
legen die stadträtlichen Mietzinsrichtlinien den Maximalbetrag für die
anrechenbaren Wohnungskosten für einen Einpersonenhaushalt in
genereller Weise fest, weshalb daraus nicht geschlossen werden kann,
dass eine der Beschwerdeführerin zumutbare Wohnung aufgrund der
speziellen gesundheitsbedingten Anforderungen an diese (mittels Lift
erschlossen, Vorhandensein einer Duschkabine bzw. ebenerdigen
Dusche und einer nahegelegenen Busstation) ebenfalls maximal CHF
750.-- kostet. In diesem Sinne führte die Beschwerdegegnerin im
Entscheid vom 2. Juni 2020 noch relativierend aus, solche Wohnungen
dürften auf dem Immobilienmarkt in der Gemeinde B._ tatsächlich
angeboten werden (vgl. Bg-act. 7 E.5). Die im Rahmen des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens auf einschlägigen Mietwohnungsportalen
(www.alle-immobilien.ch, www.comparis.ch, www.flatfox.ch,
www.homegate.ch, www.newhome.ch, www.immoscout24.ch) getätigten
Recherchen des Gerichts zeigen indes, dass sich auf dem
Immobilienmarkt der Gemeinde B._ nur sehr wenige Wohnungen für
maximal CHF 750.-- pro Monat finden lassen, die mittels Lift erschlossen
sind, eine Duschkabine bzw. ebenerdige Dusche aufweisen und sich in
der Nähe einer Busstation befinden. Auch ergibt sich aus der
Zusammenstellung der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (vgl. S.
15 f.), dass das Angebot an Wohnungen, welche den stadträtlichen
Mietzinsrichtlinien entsprechen und gleichzeitig die dargelegten
gesundheitsbedingten Kriterien erfüllen, in B._ äusserst knapp ist.
Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, dass der anrechenbare
Maximalmietzins von monatlich CHF 750.-- für einen Einpersonenhaushalt
gemäss den stadträtlichen Richtlinien für Wohnungskosten im konkreten
Fall für eine mit Lift erschlossene, über eine Duschkabine bzw. ebenerdige
http://www.alle-immobilien.ch http://www.comparis.ch http://www.flatfox.ch http://www.homegate.ch http://www.newhome.ch
- 23 -
Dusche verfügende und in der Nähe einer Busstation befindliche
Wohnung als ortsüblich angesehen werden kann. Die Sache ist daher in
Gutheissung der Beschwerde an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie die Beschwerdeführerin bei der Suche nach
einer Wohnung, welche den erwähnten gesundheitsbedingten
Anforderungen entspricht, unterstützt (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_805/2014 vom 27. Februar 2015 E.4.1, 2P.207/2004 vom 7.
September 2004 E.3.2, 8C_95/2007 vom 13. August 2007 E.3.3; siehe
auch Urteil des Bundesgerichts 8D_1/2015 vom 31. August 2015 E.5.3.4).
Zwar ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin, welche sich auf
verschiedenen Wohnungssuchportalen auszukennen und auszudrücken
weiss, bei der Wohnungssuche Schwierigkeiten bekundet hat. Da
allerdings – wie bereits ausgeführt – das Mietwohnungsangebot im
konkreten Fall sehr bescheiden ist und die Mehrmiete von CHF 404.-- pro
Monat nun bereits seit mehr als zwei Jahren übernommen wird, erscheint
eine Unterstützung notwendig. Stellt sich dabei heraus, dass sich keine
zumutbare Wohnung für maximal CHF 750.-- pro Monat finden lässt, die
der Beschwerdeführerin eine selbstständige Lebensführung ermöglichen
würde, wäre der maximal anrechenbaren Mietzins entsprechend
anzupassen bzw. zu erhöhen. Sollte sich die Beschwerdeführerin alsdann
weigern, in eine effektiv verfügbare und zumutbare günstigere Wohnung
umzuziehen, können die anrechenbaren Wohnkosten unter Beachtung
der üblichen Kündigungsbedingungen – wie bereits dargelegt – auf jenen
Betrag reduziert werden, der durch den Bezug der günstigeren Wohnung
entstanden wäre (vgl. Erwägung 3.2 hiervor).
7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die
Einzelrichterin erachtet eine Staatsgebühr von CHF 500.-- (zzgl.
Kanzleiauslagen) als angemessen (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG). Zudem hat
- 24 -
die Beschwerdegegnerin die obsiegende, anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin nach Art. 78 Abs. 1 VRG aussergerichtlich
angemessen zu entschädigen. Es kann dabei auf die vom Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin eingereichte Honorarnote in der Höhe von
insgesamt CHF 2'730.60 (bestehend aus einem Honorar von CHF 2'700.--
[= 13.5 h à CHF 200.--] plus Portospesen von CHF 10.60 und Fotokopien
bzw. Telefonspesen von pauschal CHF 20.--) abgestellt und diese
Kostennote unverändert übernommen werden. Somit hat die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin in diesem Umfang eine
Parteientschädigung zu bezahlen.
7.2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Prozessführung und Rechtsverbeiständung) wird nach dem
Gesagten gegenstandslos.