Decision ID: e8287f9b-16f0-4350-b54d-2bb00cbe3376
Year: 2015
Language: de
Court: VS_TC
Chamber: VS_TC_001
Canton: VS
Region: Région lémanique
Law Area: 

in Sachen
X_, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt M_
gegen
Y_ AG, Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwältin N_
(Zession/Sachlegitimation)
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Verfahren
A. Der Rechtsöffnungsrichter von A_ erkannte am 5. April 2011:
1. In der Betreibung Nr. xxx1 des Betreibungs- und Konkursamtes A_ wird für Fr. 31‘828.85
nebst Zins zu 5% seit dem 30.04.1991 und Fr. 100.00 Kosten des Zahlungsbefehls provisorische
Rechtsöffnung gewährt.
2. Die Spruchgebühr von Fr. 340.00 trägt die Schuldnerpartei und wird mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss der Gläubigerpartei verrechnet.
3. Die Schuldnerpartei bezahlt der Gläubigerpartei eine Parteientschädigung von Fr. 540.00.
4. Die Schuldnerpartei kann binnen 20 Tagen ab Zustellung dieses Entscheides beim zuständigen Rich-
ter auf Aberkennung der Forderung klagen, andernfalls die provisorisch erteilte Rechtsöffnung definitiv
wird.
B. Am 29. April 2011 reichte X_ gegen die Y_ AG beim Bezirksge-
richt A_ eine Aberkennungsklage mit nachfolgenden Rechtsbegehren ein:
1. Es wird festgestellt, dass die Forderung in der Betreibung Nr. xxx1 des Betreibungs- und Konkursam-
tes A_ vom 4. Februar 2011 von CHF 31‘828.85 nicht besteht.
2. Die Beklagte zahlt dem Kläger eine angemessene Parteientschädigung.
3. Die Kosten von Verfahren und Entscheid werden vollumfänglich der Beklagten auferlegt.
C. Die Y_ antwortete am 24. Juni 2011 und stellte nachfolgende Rechtsbe-
gehren:
1. Die Aberkennungsklage vom 29.04.2011 ist abzuweisen.
2. Herr X_ bezahlt an die Y_ AG CHF 31‘828.85, nebst 5% Zins seit 30.04.1991
sowie die Betreibungskosten von CHF 100.-- und die Rechtöffnungskosten von CHF 340.-- mit der
entsprechenden Parteientschädigung von CHF 540.--.
3. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. xxx1 des BA A_ wird aufgehoben.
4. Der Kläger X_ hat die Kosten von Verfahren und Entscheid zu tragen.
5. Der Kläger X_ hat der Beklagten eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen.
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D. In einem weiteren Schriftenwechsel und nach Durchführung des Beweisverfahrens
hielten die Parteien in ihren Schlussdenkschriften ihre bisherigen Rechtsbegehren auf-
recht.
E. Das Bezirksgericht A_ erkannte mit Urteil vom 9. April 2013, welches den
Parteien in begründeter Form am 16. April 2013 zugestellt wurde, was folgt:
1. Die Aberkennungsklage von X_ vom 29. April 2011 wird abgewiesen.
2. a) X_ bezahlt der Y_ AG den Betrag von Fr. 31‘828.85 nebst Zins zu 5% seit dem
23. Juli 1997, den Betreibungskosten von Fr. 100.00, den Rechtsöffnungskosten von Fr. 340.00 und
der Parteientschädigung für das Rechtsöffnungsverfahren von Fr. 540.00.
b) In der Betreibung Nr. xxx1 des Betreibungs- und Konkursamtes A_ wird für diese Beträge
die definitive Rechtsöffnung gewährt.
3. Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von Fr. 3‘200.00 (umfassend die Gerichtsgebühr von
Fr. 3‘000.00 und Auslagen von pauschal Fr. 200.00) werden X_ auferlegt und mit den von
ihm geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. Die Überschüsse werden den Parteien zurückerstattet.
4. X_ bezahlt der Y_ AG eine Parteientschädigung von Fr. 5‘000.00.
F. X_ focht das Urteil mit Berufung vom 16. Mai 2013 beim Kantonsgericht
Wallis an und stellte die nachfolgenden Rechtsbegehren:
1. Die Berufung wird gutgeheissen und das Urteil des Bezirksgerichts A_ vom 8. April 2013
wird aufgehoben.
2. Es wird festgestellt, dass die Forderung in der Betreibung Nr. xxx1 des Betreibungs- und Konkursam-
tes A_ vom 4. Februar 2011 von CHF 31‘828.85 plus Zinsen von 5% seit dem 15.02.1991
gegen X_ nicht besteht.
3. Die Beklagte zahlt dem Kläger für das Haupt- und das Berufungsverfahren eine angemessene Partei-
entschädigung gemäss GTar.
4. Die Kosten von Verfahren und Entscheid für das Haupt- sowie das Berufungsverfahren werden vollum-
fänglich der Beklagten auferlegt.
G. Nachdem der Berufungskläger den Kostenvorschuss geleistet hatte, räumte das
Kantonsgericht der Gegenpartei mit Verfügung vom 10. Juni 2013 eine Frist von dreis-
sig Tagen zur Einreichung einer Berufungsantwort und zur Erhebung einer Anschluss-
berufung ein; gleichzeitig wurde den Parteien angezeigt, dass das Kantonsgericht über
die Berufung ohne Verhandlungen entscheiden werde.
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H. Die mit Berufungsantwort vom 6. Juli 2013 eingereichten Rechtsbegehren lauteten
wie folgt:
1. Die Berufung ist abzuweisen.
2. Der Berufungskläger hat die Kosten von Verfahren und Entscheid zu tragen.
3. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagten eine angemessene Parteientschädigung zu
bezahlen.
I. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2013 hinterlegte der Berufungskläger einen Bank-
kontoauszug der B_ AG vom 30. Juni 1993, woraus ersichtlich ist, dass diese
am 16. Juni 1993 dem Y_ einen Betrag von Fr. 30‘000.-- überwiesen hat. Der
Berufungskläger machte geltend, die in diesem Verfahren strittige Forderung sei durch
die B_ AG im Umfang von Fr. 30‘000.-- bezahlt worden. Die B_
habe zum Zeitpunkt der Zahlung der Fr. 30‘000.-- kein Mandat an die Y_
erteilt gehabt, so dass die Zahlung die strittige Forderung betreffen müsse. Vom nun
vorliegenden Auszug habe er erst jetzt Kenntnis erhalten und er hätte ihn sofort ins
Recht gelegt, weshalb die Voraussetzungen gemäss Artikel 317 ZPO erfüllt seien und
dieses Beweismittel als Novum berücksichtigt werden müsse.
J. Diese Eingabe vom 4. Dezember 2013 samt dem Kontoauszug wurde der Beru-
fungsbeklagten zugestellt und ihr wurde eine zehntägige Frist zur Einreichung einer
Stellungnahme angesetzt. Die Berufungsbeklagte liess sich jedoch hiezu nicht ver-
nehmen.
K. Am 19. November 2014 teilte die Y_ dem Gerichte mit, dass sie die ge-
samte Forderung an C_ abgetreten habe. Zusammen mit dieser Eingabe
liess die Berufungsbeklagte dem Gericht eine Forderungsabtretung der Y_
an C_ mit folgendem Inhalt zukommen:
Die Parteien vereinbaren folgende Forderungsabtretung:
1. Gemäss Urteil des Bezirksgericht A_ vom 09.09.2013 [recte: 9. April 2013] steht der
Y_ AG gegenüber Herrn X_ eine Forderung im Betrag von CHF 31'828.85 nebst
5% Zins seit dem 23.07.1997 sowie die Kosten zu. Dieses Urteil wurde vom Schuldner ans
Kantonsgericht Wallis weitergezogen und ist dort noch hängig.
2. Die Forderung wurde bereits im November 2009 an Herrn C_ für seine Guthaben gegenüber
der Y_ abgetreten und ist dann am 11.01.2001 rückzediert worden.
3. Hiermit tritt die Y_ AG diese Forderung im Betrag von CHF 21'828.85 nebst 5 % Zins sowie
die zugesprochenen Kosten gemäss Urteil des Berzirksgericht A_ vom 09.09.2013 erneut an
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Herrn C_ ab zur Verrechnung mit der von ihm geltend gemachten Forderungen gegenüber
der Y_ AG.
Diese Eingabe samt Abtretung wurde dem Berufungskläger am 20. November 2014
zugestellt. Dieser nahm dazu nicht Stellung.

Sachverhalt und Erwägungen
1.
1.1 Vorliegend war für das erstinstanzliche Verfahren bereits die Schweizerische Zivil-
prozessordnung anwendbar. Diese gilt auch für das Berufungsverfahren. Gemäss
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZPO sind erstinstanzliche Endentscheide mit Berufung anfecht-
bar, wenn der Streitwert in vermögensrechtlichen Angelegenheiten Fr. 10'000.-- be-
trägt. Massgebend sind die im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils noch streitigen
Rechtsbegehren. Im zu beurteilenden Fall sind dies Fr. 31‘828.85, womit das Urteil des
Bezirksgerichts A_ mit Berufung anfechtbar ist (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die
Berufung wurde innert 30 Tagen frist- und formgerecht beim Kantonsgericht als der
zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht (Art. 5 Abs. 1 lit. b EG ZPO; Art. 3, 4
ZPO). Der angefochtene Entscheid lag bei (Art. 311 ZPO), weshalb vorbehältlich einer
gehörigen Begründung darauf einzutreten ist.
1.2 Mit der Berufung kann die Verletzung des gesamten kantonalen und Bundesprivat-
rechts sowie öffentlichen kantonalen und Bundesrechts geltend gemacht werden. Die
Rechtsmittelinstanz hat den angefochtenen Entscheid im Rahmen der vorgetragenen
Berufungsgründe mit voller Kognition in allen Rechts- und Sachfragen neu zu beurtei-
len (Art. 310 ZPO). Nach Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO dürfen neue Tatsachen und
Beweismittel dann in den Prozess eingeführt werden, wenn sie kumulativ ohne Verzug
vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor-
gebracht werden konnten. Bei Gutheissung der Berufung steht es im Ermessen der
Berufungsinstanz, ob sie selbst einen Entscheid fällt oder das angefochtene Urteil auf-
hebt und den Prozess ganz oder teilweise zur Ergänzung an die Vorinstanz zurück-
weist, wobei eine Rückweisung an die untere Instanz nur dann in Frage kommt, wenn
ein wesentlicher Teil der Klage nicht beurteilt wurde oder der Sachverhalt in wesentli-
chen Teilen zu vervollständigen ist (Art. 318 ZPO).
1.3 Art. 311 Abs. 1 ZPO verlangt, dass der Berufungskläger der Rechtsmittelinstanz
im Einzelnen darlegt, aus welchen Gründen der angefochtene vorinstanzliche Ent-
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scheid falsch ist und abgeändert werden soll (Begründungslast). Begründen in diesem
Sinne bedeutet aufzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet
wird. Dieser Anforderung genügt der Berufungskläger nicht, wenn er lediglich auf die
vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist, sich mit Hinweisen auf frühere
Prozesshandlungen zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner
Weise kritisiert. Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von
der Rechtsmittelinstanz mühelos verstanden werden zu können. Dies setzt voraus,
dass der Berufungskläger im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet,
die er anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik beruht. In der Begrün-
dung ist nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen sollte, wie der Beru-
fungskläger dies will. Es ist auch aufzuzeigen, weshalb der vorinstanzliche Entscheid
fehlerhaft ist. Die Berufungsinstanz muss nicht nach allen denkbaren möglichen Feh-
lern eigenständig forschen (vgl. Bundesgerichtsurteile 5A_209/2014 vom 2. September
20124 E. 4.2.1, 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 3, je mit Hinweisen; Hunger-
bühler, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung
[ZPO], Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 27 ff. zu Art. 311 ZPO; Reetz/Theiler, in:
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2013, N. 36 zu Art. 311 ZPO).
Vorliegend macht der Berufungskläger geltend, die Vorinstanz habe lediglich die Leis-
tungspflicht von X_ bestätigt und da sie die Gegenleistung der Y_,
nämlich die Abtretung der bestehenden Forderung gegenüber der Gemeinde
H_ an die neue Gesellschaft ausklammere, gehe sie von einem aktenwidri-
gen Sachverhalt aus. Die Y_ habe zudem den Bestand ihrer Forderung ge-
genüber der Gemeinde H_ nicht rechtsgenüglich nachgewiesen.
Der Berufungskläger habe zudem die Vorleistung, nämlich die Bezahlung der
Fr. 31‘828.85 zu Recht verweigert, da die Berufungsbeklagte ihre Gegenleistung, die
Abtretung der Forderung gegenüber der Gemeinde H_ nicht erbringen kön-
ne, da diese Forderung nicht bestehe, was der Bezirksrichter nicht überprüft habe. Die
Forderungen der Y_ gegenüber der Gemeinde seien zudem verjährt, wes-
halb die Y_ ihrer vertraglichen Gegenleistungspflicht auch aus dieser Optik
nicht nachkommen könne.
Der Bezirksrichter habe auch aktenwidrig festgestellt, dass X_ den 8%-Anteil
an der B_, den die Y_ besass, zwingend benötigte. Keine einzige
Aussage stütze diese Annahme.
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Im Weiteren vertritt der Berufungskläger die Meinung, dass die Vereinbarung vom
15. Februar 1991 contra stipulatorem auszulegen sei, mithin contra die Berufungsbe-
klagte.
Als Letztes macht der Berufungskläger zudem geltend, dass die Vorinstanz die Kosten
einerseits zu hoch berechnet und zum anderen überhaupt nicht begründet habe.
Damit haben die Berufungskläger ihre Berufung genügend begründet, so dass darauf
einzutreten ist.
1.4 Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel im Beru-
fungsverfahren nur noch beschränkt berücksichtigt. Echte Noven sind Tatsachen oder
Beweismittel, welche (erst) nach dem Zeitpunkt entstanden sind, in welchem die jewei-
lige Partei sich vor der Urteilsfällung letztmals äussern konnte. Sie sind im Berufungs-
verfahren zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorgebracht werden.
Demgegenüber sind unechte Noven Tatsachen und Beweismittel, welche bereits im
Zeitpunkt der letztmaligen Äusserungsmöglichkeit bestanden, die jedoch aus irgend-
welchen Gründen damals nicht geltend gemacht worden sind. Die Zulassung unechter
Noven wird im Berufungsverfahren beschränkt. Sie sind ausgeschlossen, wenn sie
nicht ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor
erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO). Dabei hat
der Berufungskläger darzulegen, weshalb er diese erst jetzt und nicht schon früher ins
Verfahren eingeführt hat.
1.4.1 Der Berufungskläger hat nach dem Schriftenwechsel im Berufungsverfahren
einen Kontoauszug der Schweizerischen Kreditanstalt vom 30. Juni 1993 der
B_ AG hinterlegt, woraus eine Zahlung von Fr. 30‘000.-- vom 16. Juni 1993
an das Y_ ersichtlich ist.
Der Berufungskläger behauptet, die Zahlung betreffe die von der Y_ AG in
Betreibung gesetzte Forderung gegenüber X_, da im Zeitpunkt der Zahlung
des Betrages von Fr. 30‘000.-- zwischen der Y_ und der B_ AG
kein Auftragsverhältnis bestanden habe. Den Vergütungsauftrag habe er zudem erst
jetzt erhalten, nachdem er die B_ AG über seine Rückgriffsabsichten infor-
miert habe. Erst daraufhin habe die Gesellschaft intensive Abklärungen getroffen, die
den nun ins Recht gelegten Vergütungsauftrag zu Tage gebracht hätten. Die Vergü-
tung sei vom damaligen Verwaltungsrat ausgelöst worden. Der jetzige Verwaltungsrat
habe von der Zahlung keine Kenntnis gehabt und er habe auch keine Veranlassung
gehabt, diesbezüglich Untersuchungen vorzunehmen. Dem Beschwerdeführer seien
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keinerlei Belege und Anzeigen betreffend diese Zahlung zugestellt worden, weshalb er
keine Kenntnis der Zahlung an die Y_ gehabt habe, die rund 18 Jahre vor
Prozesseinleitung erfolgt sei.
Er habe auch nicht davon ausgehen müssen, dass die B_ AG den Betrag an
die Y_ bezahle, da in der Vereinbarung vorgesehen war, dass er vorerst die
Forderung der Y_ gegenüber der Gemeinde H_ bezahle und die
Y_ alsdann die Forderung an die B_ abtrete.
1.4.2 Der Berufungskläger hat den Vergütungsauftrag - seinen Angaben nach - unver-
züglich ins Recht gelegt. Dem Dossier lassen sich keine Elemente entnehmen, die auf
Gegenteiliges schliessen liessen. X_ war nie Verwaltungsrat der
B_ AG, weshalb er nicht um die Zahlung wissen musste. Es ist zudem
durchaus nachvollziehbar, dass eine Gesellschaft Nachforschungen anstellt, sobald sie
davon Kenntnis erhält, dass jemand auf sie Rückgriff nehmen will, falls dieser einen
Prozess verliert. Früher hätte dies X_ der Gesellschaft auch nicht mittteilen
müssen und die Gesellschaft musste sich nicht mit einem allfälligen Rückgriff befas-
sen, bevor sie von einem solchen Kenntnis erhielt. Die Ausführungen des Berufungs-
klägers, weshalb er den Vergütungsauftrag erst jetzt und nicht schon früher ins Verfah-
ren eingeführt hat, sind glaubwürdig und verständlich, weshalb der Vergütungsauftrag
vom 30. Juni 1993 der Schweizerischen Kreditanstalt als Novum zu den Akten ge-
nommen wird.
1.5 Wer eine Vergütung aus Vertrag beansprucht, hat das Zustandekommen des Ver-
trages sowie den Anspruch und die Höhe der aus Vertrag geforderten Vergütung zu
behaupten und zu beweisen. Die Behauptungslast verlangt von der Partei, dass sie
Tatsachen angibt, auf die sie ihre Begehren stützt (Art. 55 abs. 1 ZPO). Zudem hat sie
den Sachverhalt so zu konkretisieren, dass ein substanziiertes Bestreiten möglich ist
oder der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 136 III 322, 328 E. 3.4.2). Die
jeweiligen Anforderungen ergeben sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der
angerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei
(BGE 127 III 365, 368 E. 2b). Ob der Kläger genügend behauptet und substanziiert hat,
ist von entscheidender Bedeutung. Man spricht von der Behauptungs- und Substanzi-
ierungslast. Eine Last wird im Prozess bekanntlich nicht erzwungen. Wenn eine Partei
ihr aber nicht nachkommt, erleidet sie Nachteile: Wenn die Behauptungen des Klägers
nicht genügend und nicht genügend detailliert sind, riskiert er, dass die Klage im betref-
fenden Punkt mangels Behauptung oder Substanziierung abgewiesen wird und eine
zweite Klage über dieselbe Forderung zufolge Rechtskraft nicht mehr möglich ist.
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Die beklagte Partei hat die Behauptungen des Klägers zu bestreiten. Dies ist ebenfalls
von erheblicher Bedeutung. Man spricht von Bestreitungslast. Wenn die beklagte Par-
tei eine Behauptung nicht bestreitet, gilt diese als unbestritten, was zur Folge hat, dass
die betreffende Tatsache dem Entscheid ohne weiteres zugrunde gelegt werden kann,
denn über nicht bestrittene Tatsachen braucht nicht Beweis geführt zu werden (Leuen-
berger, SVRH Schweizer Verband der Richter in Handelssachen, Behaupten, Bestrei-
ten und Beweis, Ziffer 2, Tagung vom 8. November 2007 in Aarau, publiziert unter
http://www.handelsrichter.ch/download/Referat_Christoph_Leuenberger.pdf, zuletzt be-
sucht am 26. Juni 2015).
Vorliegend wurde die Eingabe des Berufungsklägers samt der Beilage am 5. Dezem-
ber 2013 per Einschreiben an die Berufungsbeklagte versandt. Sie hat sich zu dieser
Eingabe nicht geäussert. Daher gelten die in der Eingabe des Berufungsklägers ge-
machten Tatsachenbehauptungen als nicht bestritten und aufgrund des Vorliegens
eines Vergütungsauftrages von Fr. 30‘000.-- auch als bewiesen. Mithin wurde von der
Forderung von Fr. 31‘828.85 am 30. Juni 1993 Fr. 30‘000.-- durch die B_ AG
bereits bezahlt, womit sich die in Betreibung gesetzte Forderung auf Fr. 1‘828.85 redu-
ziert.
2.
2.1 Am 15. Februar 1991 unterzeichneten D_ für die Y_ AG,
E_ und X_ eine Vereinbarung. Gemäss dieser von der
Y_ vorbereiteten Vereinbarung wurden 8% Beteiligungsrechte an der
B_ mit Sitz in F_ von der Y_ zum Preise von
Fr. 380‘000.-- an X_ verkauft. Dieser Teil der Vereinbarung ist heute nicht
strittig.
Zusätzlich wurde auch noch Nachfolgendes vereinbart:
Art. 8
Der Käufer, X_, verpflichtet sich, bei der Gemeinde dahingehend zu wirken, dass der
Verkäuferin, Y_, die Ingenieurarbeiten für die Quellfassung, Zuleitung zu Reservoir,
Hauptstrang Wasser vom Reservoir zum Anschluss G_ (Strang A - D), Hauptstrang
Kanalisation Rand Quartierplan bis zum öffentlichen Anschluss der Gemeinde H_ in
G_ (Strang ABC), übertragen werden.
Das Honorar wird zur durchschnittlichen, ordentlichen Konkurrenzofferte verrechnet. Falls die
Arbeitsvergabe nicht in dieser Form erfolgt, schuldet der Käufer der Y_ eine Entschädigung
von Fr. 40‘000.--, welche 30 Tage nach dem Gemeinderatsbeschluss zu bezahlen ist.
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Art. 9
Herr X_ verpflichtet sich zur Uebernahme der ausstehenden Rechnungen die der
Y_ von der Gemeinde heute noch geschuldet sind. Fr. 31‘828.85 sind bis zum 30.4. 1991 an
die Y_ zu überweisen. Die Y_ tritt diese Forderung gegenüber der Gemeinde nach
Bezahlung der neuen Gesellschaft ab.
X_ wollte die Anteile der B_ kaufen, damit er und andere Investo-
ren gleichentags die B_ AG gründen konnten, was der Y_ bekannt
war. Die B_ AG wurde denn auch am 15. Februar 1991 gegründet. Diese
übernahm mit Sacheinlagevertrag diverse Liegenschaften von X_. Die Artikel
8 und 9 der vorgenannten Vereinbarung vom 15. Februar 1991 zwischen der
Y_ und X_ wurden zu einem integrierenden Bestandteil des Sach-
übernahmevertrages erklärt und die B_ AG übernahm diesbezüglich alle
Rechte und Pflichten von X_.
2.2. Die Entschädigung von Fr. 40‘000.-- gemäss Artikel 8 der Vereinbarung ist nicht
Prozessgegenstand.
3. Strittig ist vorliegend Art. 9 der oben zitierten Vereinbarung, gestützt auf welche die
Berufungsbeklagte gegenüber dem Berufungskläger eine Forderung von Fr. 31‘828.85
aus Vertrag geltend macht. Dafür und samt Zinsen und Kosten wurde Rechtöffnung
erteilt. Dagegen richtet sich die Aberkennungsklage.
3.1 Im Laufe des vorliegenden Verfahrens wurde von Seiten der Berufungsbeklagten
wiederholt ausgeführt, dass die Forderung von Fr. 31‘828.85 im Rahmen des ersten
Prozesses zwischen der Y_ und der Gemeinde H_ nicht Prozess-
gegenstand war. Der Berufungskläger bestritt dies.
Das Kantonsgericht hat in seinem Urteil vom 1. Februar 2010 Nachfolgendes ausge-
führt:
Am 23. Dezember 1985 erstellte die Y_ die Abrechnung für die Wasserver-
sorgung B_: Projekt und Bauleitung, I. + II. Etappe, die sich auf die Schluss-
abrechnung vom 26. Juli 1983 mit einem Gesamtrechnungsbetrag von Fr. 26'985.80
bezog (Beleg 53, Aktenordner 2) und wonach für diese Position ein Restguthaben von
Fr. 7'567.45 ausstehend war (Beleg 21, Aktenordner 1). Im gleichen Schreiben verwies
die Y_ auf die ausstehenden Honorarforderungen für das Allgemeine Bau-
projekt der Kanalisation innerorts, zusätzlich die diesbezüglichen Nebenleistungen, im
Gesamtbetrag von Fr. 37'190.70 (Fr. 36'550.-- + Fr. 640.70), welche sie am 31. Mai
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1985 in Rechnung gestellt hatte (Beleg 21, Aktenordner 1). Die Gemeinde bezahlte am
2. Juli 1986 Fr. 25'000.-- und verlangte den Rest mit der B_ abzuklären (Be-
leg 21/III, Aktenordner 1). Die Y_ rechnete die Zahlung auf den Restbetrag
der Wasserversorgung von Fr. 7'567.45, die Nebenkosten von Fr. 640.70 und
Fr. 16'791.85 auf die Kanalisation an (Beleg 21/III, Aktenordner 1). Im Weiteren stellte
die Y_ gleichentags Rechnung für das Erstellen des Ausführungsprojektes
und die Submissionsunterlagen im Betrag von Fr. 11'430.-- (Beleg 20, 21, Aktenordner
1). (...) Der Betrag von Fr. 31'828.85 setzt sich aus dem Restbetrag von Fr. 19'758.15
für die Honorarforderung Allgemeines Bauprojekt Kanalisation innerorts und dem Be-
trag von Fr. 11'430.-- für das Erstellen des Ausführungsprojektes und der Submissi-
onsunterlagen sowie irrtümlicherweise, da bereits bezahlt, für die Nebenleistungen der
Kanalisation innerorts von Fr. 640.70 zusammen (S. 23f).
Verwiesen sei zudem auf Tatsachenbehauptung Nr. 15 der Klage vom 4. März 1999,
wo u.a. genau die obgenannten Forderungen geltend gemacht wurden (C1 07 192, S.
7). Mithin steht fest, dass der Betrag von Fr. 31‘828.85 nicht nur eingeklagt worden
war, sondern dass davon bereits Fr. 640.70 (Nebenkosten) durch die Gemeinde
H_ mit dem Betrag von Fr. 25‘000.-- bezahlt worden waren, da von diesem
Betrag von der Y_ selber Fr. 640.70 auf die Nebenkosten (Fr. 640.70) ange-
rechnet worden waren (vgl. auch S. 17, 61,62).
3.2 Da der Betrag von Fr. 640.70 ebenfalls bereits bezahlt wurde, reduziert sich die
Forderung um diesen Betrag auf somit noch Fr. 1‘188.15 (Fr. 31‘828.85 - [Fr. 30‘000.--
+ Fr. 640.70]).
4.
4.1 Mit Eingabe vom 19. November 2014 teilte die Y_ dem Gerichte mit,
dass sie die gesamte Forderung, mithin Fr. 31‘828.85, bezüglich des vorliegenden
Prozessverfahrens an C_ abgetreten habe. Dieser Eingabe lag die Forde-
rungsabtretung vom 12. November 2014 bei, woraus ersichtlich ist, dass die
Y_ die Forderung im Betrage von Fr. 21‘828.85 samt Zins und zugesproche-
nen Kosten an Herrn C_ abgetreten habe (vgl. lit. K. hievor). Aufgrund der
Tatsache, dass die Y_ in ihrer Eingabe vom 19. November 2014 von der
Abtretung der gesamten Forderung spricht und aufgrund der Tatsache, dass in Ziffer 1
der hinterlegten Abtretung vom erstinstanzlichen Urteil des Bezirksgerichts
A_ die Rede ist, gemäss dem der Y_ gegenüber X_ eine
Forderung von Fr. 31‘828.85 nebst Zins zu 5% seit dem 23.07.1997 sowie die Kosten
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zustehen und der Tatsache, dass die Y_ seinerzeit die gesamte Forderung
aus der Vereinbarung vom 15. Februar 1991 an C_ zediert hatte und dieser
die gesamte Forderung, insbesondere den Betrag von Fr. 31‘828.85 an die
Y_ am 11. Januar 2011 wieder zurück zedierte, worauf in Ziffer 2 der hinter-
legten Abtretung Bezug genommen wird, steht für das Gericht fest, dass es sich beim
Betrag von Fr. 21‘828.85, von dem in Ziffer 3 der Abtretung die Rede ist, um einen
Verschrieb handelt und es richtigerweise Fr. 31‘828.85 heissen sollte. Das Gericht wird
in seiner Auffassung bestärkt, weil in Ziffer 3 von dieser Forderung die Rede ist, welche
sich auf Ziffer 1 und 2 der Abtretung bezieht und zudem die zugesprochenen Kosten
gemäss Urteil des Bezirksgerichts umfassen, was bei einer Teilabtretung ja nicht der
Fall sein müsste. Für das Gericht steht somit fest, dass die Y_ den gesamten
Betrag von Fr. 31‘828.85 an C_ abgetreten hat.
4.2. Wird das Streitobjekt während des Prozesses veräussert, so kann die Erwerberin
oder der Erwerber an Stelle der veräussernden Partei in den Prozess eintreten (Art. 83
Abs. 1 ZPO).
Als Streitobjekt werden Sachen oder Rechte bezeichnet, bei denen in einem Prozess
die Sachlegitimation der Parteien durch Beziehung zu ihnen bestimmt wird. Darunter
fallen bspw. eine eingeklagte Forderung, eine Sache, an welcher Eigentum, Besitz, ein
beschränktes dingliches Recht oder ein rein obligatorischer Anspruch (sei es durch
Leistungs- oder Feststellungsklage) geltend gemacht wird oder Immaterialgüterrechte.
Der Begriff der Veräusserung ist sehr weit gefasst. Damit ist jede Übertragung eines
Rechts oder des Besitzes einer Sache unter Lebenden gemeint. Es spielt keine Rolle,
ob die Übertragung durch Rechtsgeschäft (Kauf, Tausch, Schenkung, Zession), mittels
insolvenzrechtlicher Zwangsverwertung oder kraft Gesetz (wie namentlich bei der Le-
galzession) erfolgt ist (Graber/Frei, Basler Kommentar ZPO, 2. A., N.5f. zu Art. 83 ZPO
mit Hinweisen).
Die Y_ trat ihre Forderungen im Betrages von Fr. 31‘828.85 samt 5% Zins
und Kosten gegenüber X_ an C_ ab. Diese Forderung ist Gegen-
stand des vorliegenden Aberkennungsklageverfahrens, weshalb eine Veräusserung
des Streitgegenstandes vorliegt.
Artikel 83 ZPO sieht vor, dass der Erwerber anstelle der veräussernden Partei in den
Prozess eintreten kann; er muss aber nicht. Es steht dem Erwerber somit frei, ob er
das Verfahren anstelle der veräussernden Partei weiterführen will oder nicht. Mit einem
Parteiwechsel muss grundsätzlich auch die veräussernde Partei einverstanden sein
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(Botschaft ZPO, 7286). Sie wird aber kaum ein Interesse haben, einen Parteiwechsel
zu verhindern, da ihr nach der Veräusserung die Aktivlegitimation bzw. die Passivlegi-
timation fehlt (Graber/Frei, a.a.O., N. 8 zu Art. 83 ZPO).
Der Gesetzgeber hat keine Vorschriften darüber aufgestellt, wie die Mitteilung des Par-
teiwechsels an das Gericht zu erfolgen hat. Da der Erwerber dem Prozess beitreten
kann, jedoch nicht muss, bedarf es hier einer ausdrücklichen Erklärung des Erwerbers;
das Gericht darf nicht ohne weiteres annehmen, dass ein Parteiwechsel stattfindet
(Guldener, ZPR, 293). Es empfiehlt sich daher, dass die veräussernde Partei den Par-
teiwechsel im Verfahren gegenüber dem Gericht schriftlich bekannt gibt und gleichzei-
tig eine schriftliche Bestätigung des Erwerbers einreicht, dass er bereit ist, das Verfah-
ren anstelle der bisherigen Partei weiterzuführen. Das Gesetz sagt auch nicht, bis zu
welchem Zeitpunkt ein Parteiwechsel spätestens stattfinden muss. Ein Parteiwechsel
kann damit jederzeit bis zum Urteilszeitpunkt und auch noch in einem allfälligen
Rechtsmittelverfahren erfolgen (Graber/Frei, a.a.O., N.19f. zu Art. 83 ZPO mit Hinwei-
sen).
Vorliegend teilte die Y_ dem Gerichte am 19. November 2014 lediglich mit,
dass sie ihre gesamte Forderung gegenüber X_ an C_ abgetreten
habe und legte dieser Eingabe eine Forderungsabtretung bei. Weder in der Eingabe
noch in der Forderungsabtretung wurde jedoch ein Parteiwechsel in diesem Verfahren
erwähnt. Aufgrund der unterbliebenen Mitteilung und da das Gericht nicht ohne weite-
res einen Parteiwechsel annehmen kann, bleibt es dabei, dass die Y_ wei-
terhin Partei in vorliegendem Verfahren ist und kein Parteiwechsel zu C_
stattgefunden hat.
4.3 Veräussert der Kläger das Streitobjekt während eines laufenden Zivilverfahrens,
und tritt der Erwerber nicht in den Prozess ein, verliert der Kläger grundsätzlich die
Aktivlegitimation und die Klage ist abzuweisen (Schwander in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., N. 26 zu Art. 83 ZPO, Gross/Zuber, Berner
Kommentar ZPO, N. 18 zu Art. 83 ZPO).
Das Gesetz berechtigt die veräussernde Partei nicht zur Weiterführung des Verfahrens
als Prozessstandschafterin, welche den Prozess an Stelle des Erwerbers, aber im ei-
genen Namen als Partei, führen könnte. Der Veräusserer kann den Prozess einzig
weiterführen, wenn er (sofern dies im entsprechenden Verfahrensstadium überhaupt
noch möglich ist) seine Rechtsbegehren in dem Sinne abändert, als er die Leistung an
den Erwerber verlangt (Graber/Frei, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 83 ZPO mit Hinweisen).
- 14 -
5.
5.1 Die Aberkennungsklage (Art. 83 Abs. 2 SchKG) ist eine negative Feststellungskla-
ge (Jaeger/Walder/Kull/Kottmann, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs,
4. A., Zürich 1997, Bd. I, N. 17 zu Art. 83 SchKG; Staehelin, Kommentar zum Bundes-
gesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, N. 14 zu Art. 83 SchKG), mit der die Fest-
stellung der Nichtexistenz der betriebenen Forderung verlangt werden kann, nicht aber
die Aufhebung der provisorischen Rechtsöffnung (BGE 128 III 46 E. 4a). Es ist eine
materielle Klage, die sich mit Ausnahme der Verteilung der Parteirollen und des Ge-
richtstandes grundsätzlich nicht von einer ordentlichen Feststellungsklage unterschei-
det (BGE 128 III 47, 124 III 208ff., 95 II 620; ZWR 1991 S. 382ff.). Das Urteil erlangt
volle Rechtskraft (Amonn/Walther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkurs-
rechts, 7. A., Bern 2003, § 19 N. 95 und 104). Der Aberkennungsprozess steht aller-
dings immer notwendig mit einer Betreibung im Zusammenhang. Seine Eröffnung setzt
die Einleitung einer gültigen Betreibung voraus. Ist der Aberkennungsprozess einmal
eingeleitet, unterscheidet er sich nicht wesentlich von einem ausserhalb des Betrei-
bungsverfahrens durchgeführten Prozess. Insbesondere ist, trotz vertauschter Partei-
rollen, die Verteilung der Beweislast die gleiche, und es stehen dem klagenden
Schuldner auch alle materiellrechtlichen Einreden zu. Der Aberkennungsbeklagte
(Gläubiger) hat also grundsätzlich sein Rechtsverhältnis zum Schuldner und seine For-
derung zu beweisen. Anderseits kann der Betriebene in diesem Verfahren alle Einre-
den gegen die Forderung vorbringen, sowohl diejenigen, die er bereits bei der Rechts-
öffnung geltend gemacht hat und dort als begründet erklärt wurden, als auch alle an-
dern, selbst wenn sie erst nach Zustellung des Zahlungsbefehls oder gar nach Einlei-
tung des Prozesses entstanden sind (BGE 128 III 44, 95 II 242/254, 620; Fritz-
sche/Walder, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, 3. A., Zü-
rich 1993, Bd. I, S. 268).
5.2 Die Frage der Aktiv- und Passivlegitimation ist nicht eine Frage der Prozessvor-
aussetzungen, sondern eine solche der Sachlegitimation, die vom Richter in jedem
Stadium des Verfahrens zu prüfen ist (BGE 126 III 63 E. 1a, 114 II 345 E. 3d, Vo-
gel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 7. A., Bern 2001, 7. Kap. N. 89 f.). Die
Sachlegitimation fehlt, wenn der Anspruch nicht dem Kläger zusteht oder nicht dem
Beklagten gegenüber besteht. Der Entscheid über die fehlende Sachlegitimation erfolgt
durch Sachurteil und lautet auf Abweisung der Klage. Aufgrund der vertauschten Par-
teirollen im Aberkennungsprozess fehlt es an der Sachlegitimation der Berufungsbe-
klagten, wenn der Anspruch nicht der Aberkennungsbeklagten zusteht.
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Durch die Zession ihrer Forderungen gegenüber X_ an C_ ging
dieser Anspruch auch auf diesen über. Da C_ nicht in dieses Verfahren ein-
getreten ist und die Y_ ihren Anspruch gegenüber X_ an
C_ abgetreten hat, fehlt es der Y_ in vorliegendem Verfahren an
der Legitimation, um gegenüber X_ die abgetretene Forderung geltend zu
machen. Der Y_ fehlt es daher vorliegend an der Sachlegitimation. Es gilt
daher das Nichtbestehen der betriebenen Forderung festzustellen und die Berufung ist
in diesem Sinne gutzuheissen.
Da die Berufung gutgeheissen wird und mithin der Berufungskläger obsiegt, hat die
Berufungsbeklagte sowohl die erstinstanzlichen Prozesskosten wie auch jene des Be-
rufungsverfahrens zu tragen.
6. Da die Berufung infolge fehlender Sachlegitimation der Y_ gutgeheissen
werden muss, erübrigt es sich, die weiteren Rügen der Berufung, mit Ausnahme der
Kosten, zu behandeln.
7. Der Berufungskläger kritisiert in seiner Berufung zu Recht, dass der Bezirksrichter
nicht begründet habe, wie er die Gerichtskosten und die Parteientschädigung festge-
legt habe. Zudem wird insbesondere auch die Höhe der Gerichtsgebühr beanstandet,
da das Verfahren in einem normalen, wenig umfangreichen Schriftenverkehr, einzig mit
einer Parteieinvernahme und ohne Schlussverhandlung, sondern bloss mit Schluss-
denkschriften bestanden habe.
7.1. Das Gericht hat in seinem Urteil die Prozesskosten, welche sowohl die Gerichts-
kosten als auch die Parteientschädigung umfassen (Art. 95 ZPO), von Amtes wegen
festzulegen (Art. 104 f. ZPO). Die Höhe der Prozesskosten richtet sich dabei nach kan-
tonalem Recht (Art. 96 ZPO); für den Kanton Wallis nach dem Gesetz betreffend den
Tarif der Kosten und Entschädigungen vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden (GTar)
vom 11. Februar 2009.
7.2 Die Entscheidgebühr (Art. 95 Abs. 2 lit. b ZPO) wird aufgrund des Streitwertes, des
Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der Art der Prozessführung der Parteien so-
wie ihrer finanziellen Situation und nach dem Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip
festgesetzt (Art. 13 Abs. 1 und 2 GTar). Der Streitwert beträgt Fr. 31‘828.85, so dass
die Entscheidgebühr zwischen Fr. 1'800.-- und Fr. 5'000.-- (Art. 16 Abs. 1 GTar in der
damals gültigen Fassung) festzulegen ist. Im Berufungsverfahren liegt die Entscheid-
gebühr zwischen Fr. 1‘800 und Fr. 6‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 GTar in der heute gültigen
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Fassung), wobei im Berufungsverfahren ein Reduktions-Koeffizient von 60 % berück-
sichtigt werden kann (Art. 19 GTar).
Das Dossier ist nicht sehr umfangreich, auch wenn die Unterlagen des Verfahrens C1
07 192 beigezogen wurden. Das Verfahren bestand in einem doppelten Schriften-
wechsel, der Durchführung einer Instruktionssitzung, der Anhörung beider Parteien und
der Hinterlage der Schlussdenkschriften. Rechtlich bot das Dossier nicht allzu grosse
Schwierigkeiten. Der Bezirksrichter hat die Gerichtsgebühr erstinstanzlich auf
Fr. 3‘000.-- im Rahmen des Tarifes festgesetzt, was einem Verfahren zwischen einem
leichten und normalen Schwierigkeitsgrad entspricht. Die Höhe der Gerichtsgebühr ist
mithin nicht zu beanstanden. Allerdings kann das Gericht nur seine effektiven Auslagen
berücksichtigen und diese keinesfalls pauschal verrechnen. Im vorliegenden Verfahren
sind seitens des Gerichts keine Auslagen aktenkundig, so dass auch keine hätten ver-
rechnet werden können. Die gesamten erstinstanzlichen Gerichtskosten belaufen sich
somit auf Fr. 3‘000.--. Da der Bezirksrichter Fr. 3‘200.-- an Gerichtskosten mit den Vor-
schüssen von X_ verrechnete aber lediglich Fr. 3‘000.-- hätte verrechnen
können, hat das Bezirksgericht A_ X_ Fr. 200.-- zurückzuerstatten.
Da die erstinstanzlichen Gerichtskosten von X_ bezahlt wurden, schuldet die
Y_ X_ Fr. 3‘000.-- für geleistete Vorschüsse.
7.3 Die Parteientschädigung umfasst den Ersatz notwendiger Auslagen, die Kosten
der berufsmässigen Vertretung und, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist,
in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung (Art. 95 Abs. 3 lit. a,
b und c ZPO). Das Honorar des Rechtsbeistands richtet sich in der Regel nach dem
Streitwert (Art. 27 Abs. 2 und 28 Abs. 1 GTar). Bei einem noch strittigen Betrag von
Fr. 31‘828.85 beträgt der ordentliche Rahmen, Mehrwertsteuer inklusive (Art. 27 Abs. 5
GTar), Fr. 4‘700.-- bis Fr. 6‘800.-- (Art. 32 Abs. 1 GTar). Der Bezirksrichter hat die Par-
teientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren auf Fr. 5‘000.-- festgelegt. In An-
wendung des Rahmentarifs und in Berücksichtigung, dass das Dossier nicht besonders
umfangreich ist und rechtlich keine allzu grossen Schwierigkeiten bot, die Rechtsver-
treter drei Schriftsätze hinterlegten und an zwei Sitzungen teilgenommen haben, wobei
die Beweisaufnahmesitzung lediglich im Parteiverhör bestand, hat das Kantonsgericht
keine Veranlassung, diesen Betrag abzuändern, zumal er im Rahmen des Tarifs fest-
gelegt wurde und einem Dossier mit einem Schwierigkeitsgrad zwischen leicht und
normal entspricht. Sowohl für die Gerichtskosten wie auch für die Parteientschädigung
ging der Bezirksrichter vom gleichen Schwierigkeitsgrad aus. Mithin bleibt es bei einer
Parteientschädigung von Fr. 5‘000.-- für das erstinstanzliche Verfahren. Aufgrund des
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Verfahrensausgangs schuldet die Y_ X_ eine Parteientschädigung
von Fr. 5‘000.-- für das erstinstanzliche Verfahren.
7.4 Aufgrund derselben Kriterien wie bei erster Instanz sind auch die Gerichtskosten
des Berufungsverfahrens festzulegen. Bei einem Streitwert von Fr. 31‘828.85 liegt die
Entscheidgebühr zwischen Fr. 1‘800 und Fr. 6‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 GTar), wobei im
Berufungsverfahren ein Reduktions-Koeffizient von 60 % berücksichtigt werden kann
(Art. 19 GTar). Vorliegend rechtfertigt sich daher nach richterlichem Ermessen die Ge-
bühr auf Fr. 2‘000.-- festzusetzen. Auslagen sind dem Gericht keine entstanden, so
dass sich die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren auf total Fr. 2‘000.-- belaufen.
Diese werden mit dem von X_ geleisteten Vorschuss von Fr. 1‘200.-- ver-
rechnet, so dass die Y_, welche auch die Gerichtskosten des Berufungsver-
fahrens zu bezahlen hat, X_ für geleistete Vorschüsse im Berufungsverfah-
ren Fr. 1‘200.-- und dem Kantonsgericht Fr. 800.-- zu bezahlen hat.
7.5 Die Parteientschädigung wird pauschal gemäss dem Gesetz betreffend den Tarif
und die Kosten und Entschädigungen festgelegt (Art. 260 Abs. 2 ZPO). Sie umfasst
den Ersatz notwendiger Auslagen und die Kosten der berufsmässigen Vertretung, wo-
bei sich das Honorar des Rechtsbeistands in der Regel nach dem Streitwert richtet
(Art. 27 Abs. 2 und 28 Abs. 1 GTar). Bei einem noch strittigen Betrag von Fr. 31‘828.85
beträgt der ordentliche Rahmen, Mehrwertsteuer inklusive (Art. 27 Abs. 5 GTar),
Fr. 4‘700.-- bis Fr. 6‘800.-- (Art. 32 Abs. 1 GTar). In Anwendung des Rahmentarifs und
in Berücksichtigung der Bedeutung sowie der Natur des Falls, der Prozessführung der
Parteien, des Umfangs der Akten, der Schwierigkeit und der vom Anwalt nützlich auf-
gewandten Zeit (Art. 27 Abs. 1 GTar) und in Berücksichtigung eines Reduktionskoeffi-
zienten von 60% für das Berufungsverfahren vor Kantonsgericht, beträgt das Honorar
im Prinzip minimal Fr. 1‘880.-- und maximal Fr. 2‘720.-- (Art. 35 Abs. 1 lit. a GTar). In-
nerhalb des vorgegebenen Rahmens bemisst das Gericht das Honorar anhand der
gleichen Kriterien wie oben betreffend die Gerichtskosten festgehalten. Vorliegend
rechtfertigt sich daher nach richterlichem Ermessen die Parteientschädigung auf
Fr. 2‘000.-- (Auslagen inklusive) festzusetzen.
Die Y_ schuldet demnach X_ für das Berufungsverfahren eine Par-
teientschädigung von Fr. 2‘000.--.
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