Decision ID: 0789f29a-e58c-49cc-b7e1-e6d643fc0b6a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1981 geborene
X._
absolvierte keine Ausbildung un
d arbei
tete als Hilfselektriker (
Urk.
7/2). Am
9.
Juni
2008
(Eingangsdatum)
meldete er sich unter Hinweis auf eine Diskushernie, Schmerzen im Gesäss und Rü
cken
sowie
eine
Lähmung am linken Bein bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
7/2). Nach Ab
klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse und dem
Beizug
eines Ausz
ugs aus dem individuellen Konto
(
Urk.
7/9)
sprach
sie dem Versi
cherten mit
Mitteilung
vom
2
3.
Dezember 2008
Frühinterventionsmass
nah
men
in Form eines Ausbildungskurses zu (Urk. 7/32). Mit Vorbescheid vom
8.
Juli 2009 stellte sie die Ablehnung des Anspruchs auf weitere Leistungen der Invalidenversicherung in Aussicht (
Urk.
7/
51).
1.2
Dagegen erhob der Versicherte am 2
7.
Juli
2009 unter Beilage eines
Arztbe
richts
Einwand (
Urk.
7/55). In der Folge holte die IV-Stelle medizinische Un
ter
lagen der behandelnden Ärzte
ein
(
Urk.
7/61, 7/66, 7/69-78)
,
und veran
lasste bei
der Rheumaklinik des
Z._
die Erstellung eines Gut
achtens, welches am 1
5.
Oktober
2012 erstattet wurde (
Urk.
7/89). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung
en
vom
3.
Juni 2013
und
8.
August
2013
rückwirkend ab dem
1.
August
2009
eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu (
Urk.
7/104, 7/106).
1.3
Im April
2013 eröffnete die IV-Stelle ein ordentliches Revisionsverfahren (Urk. 7/108).
In dessen Rahmen teilte der Versicherte mit, sein Gesundheits
zustand habe sich verschlechtert. Er beantrage deshalb die Prüfung seines Anspruchs auf Ausrichtung einer höheren Rente
. Als Beleg für die Ver
schlech
terung seines Gesundheitszustandes reichte er
einen
aktuellen Befund des medizinisch radiologischen
Institutes ein (Urk. 7/108 S.
4-
6
).
In der Folge zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten sowie Berichte der behandelnden Ärzte
bei (Urk.
7/110, 7/113-114).
Am
1
2.
Juni 2014 teilte sie dem Versicherten mit,
es bestehe
weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversich
erung (Urk.
7/116).
1.4
Mit Schreiben vom
6.
Januar 2016 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle mit dem Ersuchen um Prüfung einer Erhöhung seiner Invali
den
rente und brachte
weitere
medizinische Unterlagen bei (Urk. 7/120-121). Nach durchgeführtem
Vorbeschei
dverfahren
(Vorbescheid vom 25.
Januar
2016
[
Urk.
7/124], Einwand vom
2
5.
Februar
2016 [
Urk.
7/127]) trat die IV-Stelle auf das Begehren mit Verfügung vom 1
4.
April
2016 nicht ein (Urk. 7/129 [=
Urk.
2]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
7.
Mai
2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV
-S
telle sei zu ver
pflich
ten, auf das Revisionsgesuch einzutreten, unter Kosten- und
Entschädi
gungs
folge
zzgl. Mehrwertsteuer zulasten der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
7.
Juni
2016 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
0.
Juni 2016 angezeigt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Ren
tenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invalidi
täts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes,
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit verändert hat
(Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Nach Eingang
eines Revisionsbegehrens
ist die Verwaltung zunächst zur Prü
fung verpflichtet,
ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaub
haft sind; verneint sie dies,
so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Ab
klä
rungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berück
sichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur
kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser
Beurtei
lungs
spielraum
zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwal
tung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswe
gen Beschwerde führt (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2
der Verordnung über die Invali
denversicherung (
IVV
)
soll verhindert werden,
dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen
kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend aus
ge
legt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes
An
spruchs
element
betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genü
gen,
wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen
Tatsachenspekt
rum
glaubwürdig dartut.
Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das
neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbst
ver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a
und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor, weshalb auf das Gesuch nicht ein
getreten werde.
Zu den im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Einwänden führte die IV-Stelle aus, medizinische Unterlagen, welche auf eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes schliessen lassen würden, lägen nicht vor. Deshalb werde am Entscheid festgehalten (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
geltend, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Er leide nun zusätzlich unter einem
Diskushernienrezidiv
L4/L5 und L5/S1 mit Wurzelirritation, Verdacht auf Lipom
Sulcus
ulnaris
, einer deutlichen
Retropatellar
th
rose
links mehr als rechts, einer
Epicondylitis
radialis
und einem Bandscheibenvorfall L5/S1 rechts mit Wurzelirritation S
1.
Diese Verschlechterung sei
im MRI vom 23.
Juni
2015 ersichtlich. Aufgrund der Befunde schätze die behandelnde Fachärztin seine Arbeitsfähigkeit als Taxifahrer neu nur noch auf 25
%
sowie in einer leichten körperlichen Tätigkeit auf 50
%
ein. Die Verschlechterung wirke sich somit auf die Erwerbsfähigkeit aus, was mit den eingereichten Arztberichten glaubhaft gemacht worden sei.
Die Beschwerdegegnerin sei zu Unrecht nicht auf das Revisionsgesuch eingetreten (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Gutachten vom
1
5.
Oktober 2012, auf welches sich die IV-Stelle bei der
Zusprache
der
Viertelsrente
stützte, wurden folgende Diagnosen aufgeführt (
Urk.
7/
89 S. 20):
lumboradikuläres
Ausfallsyndro
m S1 links, sensomotorisch (ICD-
10-M
51.1)
S
t.
n
.
interlaminärer
Fensterung L5/S1 links mit Entfernung der
Dis
kushernie
, Wurzelabgangsanomalie am 15.9.2011 (
Balgrist
)
kleine
Rezidivhernie
L5/S1 medio-lateral links mit deutlich
regre
dienter
Kompression
der Nervenwurzel S1 links, weiterhin Kom
pression der Nervenwurzel S1 rechts (MRI 16.3.2012)
radiologisch starke Segmentdegeneration L5/S1 links
S
t. n.
Fazetteninfiltration
L5/S1
bds
. am 23.3.2012, ohne anhalten
den Effekt
Schmerzüberlagerung und diffuse Hyposensibilität des gesamten lin
ken Beins, nicht
dermatombezogen
leichtes
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M
53.0)
chronisch ve
nöse Insuffizienz links (ICD-10
I
87.2)
anamnestisch seit Operation vom 15.9.2011
mögliches postthrombotisches Syndrom
peri
-/postoperativ
Die Gutachter schilderten, a
us somatischer Sicht bestünden mindestens seit dem 2
3.
November
2006 chronische Rückenbeschwerden im Bereich der
Len
denwirbelsäule
mit einer
radikulären
Ausstrahlung zum linken Gesäss, in den dorsalen Ober- und Unterschenkel bis zum lateralen
Fussrand
und zur Ferse links. Da die konservativen Therapieversuche keine Besserung gebracht hät
ten, sei am 15. September
2011 ein operativer Eingriff erfolgt. Der postope
rative Verlauf habe sich ungünstig entwickelt mit Rückkehr der Beschwer
den, die einer Reizung der Nervenwurzel S1 mit dazu passenden Ausfaller
scheinungen entsprechen würden. Die Symptomatik lasse sich im klinischen Untersuch sowie in der MRI-Untersuchung vom 1
6.
März 2012 gut objekti
vieren.
Weiter führten die Gutachter aus, aufgrund dieser Befunde sei der Explorand in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfselektromonteur vollständig arbeits
unfähig.
Da er das Lastenheben bereits bei 7,5 kg aufgrund einer deutlichen Schmerzverschlimmerung mit Zunahme der Reizerscheinungen abbrechen müsse, sei er nur für sehr leichte Tätigkeiten einsetzbar. Als Taxifahrer sei er aufgrund der Belastbarkeitswerte nur teilweise arbeitsfähig, für maximal 4 Stunden am Tag, wobei er keine Lasten von mehr als 5 kg hantieren dürfe. In einer angepassten Tätigkeit mit Wechselbelastung, bei welcher er sich zwi
schendurch immer wieder hinlegen und Zusatzpausen einlegen könne, sei er zu 60
%
arbeitsfähig (
Urk.
H7/89
S. 20 f.).
3.2
3.2.1
Zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der
Rentenzusprache
legte der Beschwerdeführer
einen
Ver
laufsbericht
der behandelnden Ärztin,
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie (
Urk.
7/120 S. 1-6), ei
nen Bericht des
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie (
Urk.
7/120 S. 7-9), sowie einen MRI-Befund des medizinisch radiologischen Instituts (
Urk.
7/120 S. 10) auf.
3.2.2
Der MRI-Befund des medizinisch radiologischen Instituts datiert vom 23. Juni 201
5.
In diesem beurteilte
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Radiologie und
Nuklearmedizin, die Befunde wie folgt
(
Urk.
7/120 S. 10)
:
im Vergleich mit der letzten MR-Voruntersuchung vom 1
0.
März 2014 leicht progrediente
Protrusion
der Bandscheibe L5/S1 rechts
mediolateral
mit Verdacht auf Kompression der S1-Ner
v
enwurzel rechts
rezessal
unveränderte Verhältnisse im Segment L5/S1 links bei St. n.
Hemila
minektomie
links
unveränderte
Chondrose
der Bandscheibe L4/5 mit flacher
Protrusion
und vorbestehender,
recessaler
Tangierung der L5-Nervenwruzel beid
seits
kein Hinweis auf eine anderweitige bzw. neu aufgetretene Affektion von neuralen Strukturen
vorbestehende,
leichtgradige
zentrale Spinalkanalstenose L4/5 bis L5/S1 bei anlagebedingt engem
ossärem
Spinalkanal lumbal
3.2.3
Im Bericht des
Dr.
B._
wurden folgende Diagnosen aufgeführt
(
Urk.
7/120 S. 7)
:
Vd
. a.
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts
MRI LWS 23.6.2015: zunehmende Kompression der Nervenwurzel S1 rechts durch eine Diskushernie L5/S1
St. nach lokaler Infiltration 07/2015 mit gutem Ansprechen wäh
rend vier Wochen
lumboradikuläres
Reiz- und sensomotorisches Ausfallsyndrom S1 links
St. nach Diskushernien-Operation L5/S1 links 15.9.2011 (
Balgrist
)
bekannte
Rezidivhernie
L4/5 und L5/S1 links
Dr.
B._
führte aus,
bei
bildgeberischem
Nachweis einer Diskushernie L5/S1 mit Kompression der
Nervenwurzel S1 beidseits bestehe einerseits ein
resi
duelles
sensomotorisches Ausfall- und Reizsyndrom S1 links, andererseits bestehe der Verdacht auf ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts ohne motorische Beteiligung. Rechts sei
en
die EMG-Untersuchung unauffällig und der H-Reflex normal gewesen (
Urk.
7/120 S. 8).
3.2.4
Im Verlaufsbericht der b
ehandelnden Ärztin vom
9.
Dezember 2015 wurden
folgende Diagnosen aufgeführt (Urk.7/120 S. 1):
Bandscheibenvorfall L5/S1 links
St. nach Diskushernien Operation vom 15.9.2011 (
Balgrist
)
Diskushernienrezidiv
L4/5 und L5/S1 mit Wurzelirritation
Vd
. auf Lipom
Sulcus
ulnaris
beginnende Retropatellararthrose
bds
.
Epicondylitis
radialis
Bandscheibenvorfall L5/S1 rechts mit Wurzelirritation S1
Im Verlaufseintrag vom 1
8.
März 2014 führte
Dr.
A._
aus, aus dem MRI-Befund gehe hervor, dass ein schweres Rezidiv mit
D
iskus
h
ernie L4/5 und L5/S1 mit Wurzelkompression bestehe. Am 2
2.
Mai 2014
vermerkte sie, der Patient sei weiterhin zu 50
%
arbeitsunfähig.
Der letzte Verlaufseintrag da
tiert vom
2
6.
März 2015 (
Urk.
7/120 S. 5 f.).
4.
4.1
Der
Regionale Ärztliche Dienst (
RAD
)
nahm am 1
9.
Januar 2016 zu den medizi
nischen Unterlagen Stellung und führte aus, im MRI vom 2
3.
Juni 2015 sei im Vergleich zur Voruntersuchung eine leicht progrediente
Protru
sion
der Bandscheibe L5/S1 rechts
mediolateral
und Verdacht auf Kompres
sion der S1-Wurzel rechts
rezessal
ausgewiesen. Eine leichte Zunahme der
Diskusprotrusion
könne jedoch nicht als wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes gewertet werden. Ebenso wenig genüge der von Dr.
B._
diagnostizierte Verdacht auf ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom rechts, um eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen. Wei
tere Befunde oder fachärztliche
Berichte, die eine nachvollziehbare funktionelle Einschränkung bezogen auf eine angepasste Tätigkeit des Beschwerdeführers begründen könnten, würden nicht vorliegen, weshalb keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes gla
ubhaft gemacht worden sei (Urk.
7/123 S. 3).
4.2
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, es sei aktenkundig, dass er einerseits aktuell an einem zugenommenen Rezidiv mit Diskushernie L 4/5 und L5/S1 leide und andererseits neuerdings auch an einem Bandscheiben
vorfall L5/S1 rechts mit Wurzelirritation. Hinzu komme die
Retropatellar
arthrose
beidseits. Der progrediente Bandscheibenvorfall L5/S1 rechts mit Wurzelirritation S1 sei nicht nur durch das MRI vom 2
3.
Juni 2015 belegt, sondern
sei auch von
Dr.
B._
als veränderte Tatsache festgestellt worden. Neu seien zudem
auch
die Diagnosen des Verdachts auf Lipom
Sulcus
ulnaris
und
eine
Epicondylitis
radialis
hinzugekommen (
Urk.
1 S. 5-7).
4.3
Aus den Unterlagen geht hervor, dass bereits am 1
0.
März 2014 ein MRI am medizinisch radiologischen Institut erstellt
wurde
(
Urk.
7/108 S. 6), welches als Vorbefund zu demjenigen am 2
3.
Juni 2015 diente. PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Radiologie, führte darin aus, im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
6.
März 2012 bestünden nahezu stationäre
Verhält
nisse. Bei
L4/L5 sei eine unverändert flache
Protrusion
in deutlichem Kontakt z
u
beiden L5-Nervenwurzeln (linksbetont) mit angedeutet beginnender Kom
pression der L5-Nervenwurz
el links
rezessal
zu sehen. Bei
L5/S1 finde sich verglichen mit der Voruntersuchung der bekannte Zustand nach
Laminoto
mie
links. Es bestehe eine unverändert flache
residuelle
mediolateral
rechts bis knapp
mediolateral
linksseitige Diskushernie (Urk. 7/108 S. 6).
Unter Hinweis auf diese
n
MRI
-Befund
vermerkte die behandelnde Ärztin im
Ver
laufsbericht
am 1
8.
März 2014, es bestehe ein schweres Rezidiv mit
Dis
kushernie
L4/5 u
nd L5/S1 mit Wurzelkompression und passte die Diagnose entsprechend an (Urk. 7/113 S. 5 und 12,
Urk.
7/120 S. 1 und 5).
Der Be
schwerdeführer brachte vor, damit sei eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes ausgewiesen. Da PD Dr.
C._
indessen ausdrücklich darauf hinwies, dass nahezu stationäre Verhältnisse vorliegen würden,
ist
diese Schlussfolgerung nicht nachvollziehbar
. Aus
dem Befund
des
MRI vom 1
8.
März 2014
lässt sich
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ableiten.
4.4
Im MRI
-Befund
vom 2
3.
Juni 2015 hielt
Dr.
C._
fest, hinsichtlich L5/S1 sei die bekannte,
breitbasige
Protrusion
der Bandscheibe, bis beidseits nach
mediolateral
reichend
,
zu sehen. Im Vergleich mit der Untersuchung vom 10. Mär
z
2014
bestehe eine
geringgradige
Progredienz der
recessalen
Stenose rechts mit Verdacht auf zunehmende Kompression der S1-Nervenwurzel (Urk. 7/120 S. 10). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
kann
mit diesem Befund
keine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes dargetan werden
.
Dr.
C._
sprach lediglich von einer
geringgradigen
Pro
gredienz und einem Verdacht auf eine Kompression der S1-Nervenwurzel. Mit anderen Worten ist eine Kompression der Nervenwurzel anhand des MRI-Bildes nicht
ausgewiesen
. Daran
vermag auch der Bericht von Dr.
B._
nichts zu ändern, da dieser keine
entsprechenden klinischen
Be
funde
erheben konnte
.
Wenn die behandelnde Fachärztin nun bloss aufgrund der in der Bildgebung gezeigten
geringgradigen
Progredienz der degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule auf eine grössere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliesst,
ohne darzutun, weshalb und inwiefern die Arbeits
fähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zusätzlich beeinträchtigt sein sollte (vgl. Urk. 3, wonach leichte Tätigkeiten nur noch zu 50 % zumutbar sein sollten), vermag sie keine anspruchsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse darzutun, zumal sie vor der gutachterlichen Festlegung der Arbeitsfähigkeit gar dafürgehalten hatte, dass dem Beschwerdeführer jegliche Tätigkeiten bloss während zwei Stunden pro Tag zumutbar seien (Urk. 7/78). Derartige, nicht näher begründete Einschätzungen taugen von vornherein
nicht zur Glaubhaftmachung einer anspruchsrelevanten Änderung der tatsächlichen Verhältnisse.
4.5
Weiter brachte der Beschwerdeführer vor, es bestehe neu eine
Retropatellar
arthrose
beidseits, ein
e
Epicondylitis
radialis
sowie ein Verdacht auf einen Lipom
Sulcus
ulnaris
.
Zum einen ist unklar, basierend auf welchen Befunden und Untersuchungen diese Diagnosen erstellt wurden, da die behandelnde Ärztin die Diagnosen lediglich in ihren Einträgen vom 1
8.
März 2014 (
Vd
. auf Lipom im Bereich des
Sulcus
ulnaris
), 1
8.
November 2014 (beginnende Retropatellararthrose
bds
.) und 2
6.
März 2015 (
Epicondylitis
radialis
) kurz vermerkte. Zum anderen ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer durch
diese
Beschwerden in seiner Arbeitsfähigkeit
zusätzlich
eingeschränkt sein sollte, weshalb es auch diesbezüglich an einer Glaubhaftmachung einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes mangelt.
4.6
Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, wenn die
Beschwerdegegne
rin
mangels glaubhaft gemachter erheblicher Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auf das Revisionsbegehren nicht eingetreten ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 7
00.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).