Decision ID: d59ed8e7-66a2-5912-8514-efb1cadd8576
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

gerfamilie aus nachvollziehbaren Gründen erst nach Abschluss des  Verfahrens geltend machen können. Die anderslautende Begründung des BFM beziehungsweise der blosse Verweis auf entsprechende Entscheide in den bisherigen Verfahren vermöge nicht zu überzeugen. Nach dem Gesagten sei der Sachverhalt durch die Vorinstanz unvollständig festgestellt worden. Der Wegweisungsvollzug würde im aktuellen Zeitpunkt faktisch einen Abbruch der Therapie bedeuten. Eine allfällige blosse Mitgabe von Medikamenten aus der Schweiz ändere nichts an dieser Einschätzung. In Georgien würde die Beschwerdeführerin in eine existenzbedrohende Situation geraten. Überdies wäre bei einer zwangsweisen Rückführung mit suizidalen Handlungen zu rechnen. Entsprechend erweise sich der  als unzumutbar. Der Eingabe lagen unter anderem ein ärztlicher Bericht vom 4. Dezember 2008 und eine Kostennote bei (für die vollständige Auflistung der [bereits zuvor eingereichten]  vgl. die Zusammenstellung in der Rekurseingabe).
O. Am 24. Dezember 2008 setzte das Bundesverwaltungsgericht den Wegweisungsvollzug provisorisch aus.
P. Mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2009 hiess das  das Gesuch um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs gut. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet. Das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde gutgeheissen.
Q. Mit Vernehmlassung vom 13. Januar 2009 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Die Stellungnahme des BFM wurde der Beschwerdeführerin am 15. Januar 2009 zur Kenntnis gebracht.
Seite 10
D-8291/2008

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine  des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der  Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Die  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen  vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten  ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung  (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn sich der  Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (feh-
Seite 11
D-8291/2008
lerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Sodann können auch Revisionsgründe  Anspruch auf Wiedererwägung begründen, sofern sie sich auf eine in materielle Rechtskraft erwachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil abgeschlosssen worden ist. Ein  als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu  Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des  zu behandeln (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen).
4.
4.1 Nachdem das Bundesamt den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Behandlung ihres Wiedererwägungsgesuchs nicht in Abrede  hat und darauf eingetreten ist, prüft das  die Rechtmässigkeit der Gesuchsabweisung durch die Vorinstanz. Für die Beurteilung der Frage eines allfälligen Vollzugs der  beziehungsweise der Anordnung der vorläufigen Aufnahme ist praxisgemäss der sich präsentierende Sachverhalt im Urteilszeitpunkt massgebend.
5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der  nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG, Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2006 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
5.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in seinen Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann  nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine  Gefährdung darstellt (Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG).
Seite 12
D-8291/2008
5.3 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den  der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere  in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die  Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2). Gegen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahme steht wiederum die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 44 Abs. 2 AsylG), wobei in jenem Verfahren sämtliche Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der dannzumal herrschenden Verhältnisse von Neuem zu prüfen sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f., EMARK 1997 Nr. 27 S. 205 ff.).
6.
6.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen angewendet, das heisst bei ausländischen Personen, die mangels persönlicher  weder die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft noch jene des völkerrechtlichen Non-Refoulement-Prinzips erfüllen, jedoch  der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation  Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im  findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer  ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder - aus objektiver Sicht - wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut  würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften  ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (EMARK 1995 Nr. 5 E. 6e S. 47, EMARK 1994 Nr. 20 S. 155 ff., EMARK 1994 Nr. 19 S. 145 ff., EMARK 1994 Nr. 18 S. 139 ff.).
7.
7.1 Zunächst ist festzustellen, dass sich gemäss konstanter Praxis der schweizerischen Asylbehörden aus der allgemeinen Lage in Georgien kein Wegweisungshindernis ableiten lässt, da heute nicht von einer dort herrschenden Situation allgemeiner Gewalt oder Bürgerkrieg  werden kann. Dies trifft auch für _, den Herkunftsort
Seite 13
D-8291/2008
der Beschwerdeführerin, zu. Die _ seit einiger Zeit anhaltenden Proteste der Opposition haben bisher zu keiner Eskalation geführt. Auch die Zugehörigkeit der Beschwerdeführerin zur Minderheit der  rechtfertigt – unbesehen der Tatsache, dass darüber schon im ordentlichen Verfahren rechtskräftig befunden wurde – praxisgemäss für sich allein besehen nicht die Bejahung der Unzumutbarkeit des Vollzugs.
7.2 In den eingereichten medizinischen Unterlagen wird wiederholt eine durch die Todesumstände des Ehemannes und daraufhin erfolgte  durch dessen Angehörige bedingte Traumatisierung der Beschwerdeführerin thematisiert. Mit einem ärztlichen Gutachten kann aber die Ursache einer geltend gemachten psychischen Krankheit nur bedingt bewiesen werden. Der behandelnde Arzt bzw. Gutachter wird in der Regel eine einigermassen zuverlässige Diagnose des  Krankheitsbildes stellen können. Bezüglich der Ursachen der Krankheit ist er indessen zu einem grossen Teil auf die Aussagen  Patienten angewiesen, da er nicht aus eigener Wahrnehmung  kann, dass der Patient das Geschilderte tatsächlich erlebt hat; er wird somit einzig die Auffassung vertreten bzw. den Schluss ziehen können, er halte die vom Patienten vorgebrachten Gründe, die zur  Erkrankung geführt hätten, als glaubhaft. Ob sich zum  eine Gewalterfahrung jedoch genau so und zu diesem Zeitpunkt zugetragen hat, kann nicht von einer ärztlichen Fachperson beurteilt werden. Insgesamt kann ein ärztliches Gutachten zwar Hinweise  geben, dass die von der asylsuchenden Person geltend  Ursachen einer psychischen Erkrankung (und somit deren ) glaubhaft sind; das Gutachten oder der Arztbericht ist indes  nur als ein Element in der gesamten Aktenlage anzusehen und kann deshalb in der Regel nicht Beweis für die Glaubhaftigkeit der Aussagen einer asylsuchenden Person bilden. Die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen eines Beschwerdeführers ist ohnehin eine Rechtsfrage, deren Beantwortung - wie im Übrigen auch die  - Aufgabe des Richters respektive der Richterin ist (vgl. die immer noch zu beachtende Rechtsprechung in EMARK 1996 Nr. 16 E. 3/e/bb S. 144).
7.3 Die Vorinstanz und auch das Bundesverwaltungsgericht im ersten Wiedererwägsungsverfahren gingen davon aus, dass die drohende Blutrache beziehungsweise die geltend gemachten Todesumstände
Seite 14
D-8291/2008
des Gatten der Beschwerdeführerin nicht glaubhaft seien und  nicht als Ursache für ihr psychisches Leiden angesehen werden könnten. An dieser Einschätzung muss aufgrund der  nach wie vor festgehalten werden. Auch die  räumt im dritten Wiedererwägungsgesuch ein, aus grundsätzlich nachvollziehbaren Gründen beziehungsweise aufgrund bisher zum Teil nur unvollständiger Arztberichte seien die Todesdrohungen der Schwiegerfamilie in den bisherigen Verfahren für unglaubhaft erachtet worden. Allfällige Anhaltspunkte sowohl in den Akten der genannten Verfahren wie auch dem aktuell zu beurteilenden dafür, dass die  unter Umständen gleichwohl durch die erwähnten Gründe traumatisiert worden sein könnte, müssen entgegen der  der Beschwerdeführerin vorliegend aber schon insofern  bleiben, als sie durch ihren mandatierten Rechtsvertreter sowohl in der Eingabe vom 11. November 2008 wie auch derjenigen vom 23. Dezember 2008 von einer nachträglich veränderten Sachlage ausging (vgl. Ziff. 6 auf S. 6 der Eingabe vom 23. Dezember 2008) und insbesondere nicht die revisionsmässige Aufhebung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. Juni 2007 beantragte. Demnach ist eine Prüfung von Gründen gemäss Art. 66 VwVG im zu  Verfahren ausgeschlossen.
7.4 Hingegen erscheinen die im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. Juni 2007 noch geäusserten Zweifel an der diagnostizierten PTBS in Anbetracht der mittlerweile offenkundig zu Tage getretenen psychischen Leiden der Beschwerdeführerin als nicht mehr . Erstmals wurde bei der Beschwerdeführerin im ärztlichen Bericht vom 13. November 2006 eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Auch wenn die damalige Diagnose des ambulant  Arztes im Sinne der ausführlichen Erwägungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts noch nicht als gesichert angesehen werden konnte, entstand zweifellos das Bild einer sich entwickelnden und ernst zu nehmenden Erkrankung verbunden mit stationärem Klinikaufenthalt. Die im Arztbericht der Klinik vom 7. September 2007 gestellte Diagnose einer PTBS erscheint sodann aufgrund der  Symptome als nachvollziehbar begründet. Erwähnt wird darin auch eine ernstzunehmende Suizidalität. Im ärztlichen  vom 26. Februar 2008 werden eine rezidivierende depressive Störung, eine gegenwärtig schwere depressive Episode mit suizidalem Syndrom, eine chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung  eine generalisierte Angststörung diagnostiziert. Der Zustand der
Seite 15
D-8291/2008
Beschwerdeführerin schien sich mithin nach Abschluss des zweiten Wiedererwägungsverfahrens erneut verschlechtert zu haben. So  sie in einem ärztlichen Kurzbericht vom 13. März 2008 für weder hafterstehungs- noch reisefähig erachtet. Gemäss Arztbericht des  Arztes vom 9. September 2008 leidet die  an einer postraumatischen Belastungsstörung, einer  depressiven Störung, einer gegenwärtig schweren depressiven Episode mit suizidalem Syndrom bei psychosozialer  und einer generalisierten Angststörung sowie chronischen . Die aktuellen Diagnosen ergäben sich durch das klinische Bild während des Krankheitsverlaufs. Die Patientin benötige eine  posttraumatische Therapie. Seit Anfang Mai 2008 sei sie in  desolatem psychischen Zustand. Schliesslich wird im Kurzbericht des behandelnden Arztes vom 4. Dezember 2008 festgehalten, die  der Patientin habe sich zwischenzeitlich nicht verändert.
7.5 In Anbetracht der insgesamt übereinstimmenden, sowohl vom  behandelnden Therapeuten wie auch der Klinik verfassten  hat das Bundesverwaltungsgericht keinen Anlass, die sich seit Erlass seines Urteils verschärft darstellenden psychischen Leiden, welche insgesamt ein gravierendes Krankheitsbild ausmachen, zu . Deren Ursache ist nach dem Gesagten nicht schlüssig , dürfte aber auf Vorkommnisse im Heimatland zurückzuführen sein. In der angefochtenen Verfügung wurde zwar zutreffend auf die grundsätzlich vorhandenen medizinischen Strukturen für psychisch Kranke in Georgien hingewiesen. Andererseits wird durch die  Beschwerdebeilagen die tatsächliche Erhältlichkeit der  Therapie im zu beurteilenden Einzelfall in nachvollziehbarer Weise in Frage gestellt. So deuten auch die fortgesetzten stationären Aufenthalte der Beschwerdeführerin auf die Schwere ihres Leidens hin. Jedenfalls ist aufgrund der eingereichten, von anerkannten  erstellten Arztberichte, deren Diagnosen nach dem Gesagten insgesamt keine Zweifel am zumindest sehr fragilen gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin offen lassen, in der Tat eine  des Krankheitsbilds auch nach dem zweiten  festzustellen. In diesem Zusammenhang ist aber auch festzuhalten, dass schon seit längerer Zeit auf gesundheitliche Schwierigkeiten hingewiesen wurde, die sich nun akzentuiert zu haben scheinen. Es handelt sich demnach offenbar nicht allein um – wie von der Vorinstanz vermutet – die Reaktion auf negative Asylentscheide der Behörden, sondern vielmehr um eine krankhafte allmähliche Ver-
Seite 16
D-8291/2008
änderung des psychischen Zustandes, die einer weiteren Behandlung bedarf. Sodann vermag das Gesundheitssystem in Georgien wie  allenfalls teilweise zu befriedigen; gewisse medizinische  sind in hohem Mass von den finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen abhängig, was sich insbesondere auf die  komplexer psychischer Probleme auswirken dürfte (vgl. dazu auch den eingereichten SFH-Bericht vom 16. Oktober 2008). Nach dem Gesagten erschiene eine ambulante Weiterbehandlung der psychischen Leiden der Beschwerdeführerin in Georgien zwar als fraglich, aber nicht als ausgeschlossen. Von der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist indes dann auszugehen, wenn die  ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157). Die von der Beschwerdeführerin konsultierten Ärzte begründen in  Weise die medizinische Notwendigkeit einer längerfristigen und im auch aus der Sicht der Patientin sicheren Rahmen fortgesetzten  und halten ausdrücklich fest, dass eine zwangsweise  ins Heimatland voraussichtlich zu akuter Suizidalität führen . Unter diesen Gesichtspunkten kommt eine Weiterbehandlung des psychischen Leidens der Beschwerdeführerin in Georgien aktuell nicht in Betracht. So dürfte aus der subjektiven Sicht der psychisch kranken Beschwerdeführerin unter Umständen bereits auch ein allfälliger  zu gewissen Verwandten zu einer drastischen und  Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen. Insgesamt kommt das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der obigen  und nach Auswertung aller aktenkundigen Berichte daher zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin eine Rückkehr in ihren  aktuell nicht zugemutet werden kann.
7.6 In Berücksichtigung der geschilderten Umstände ist von einer seit Abschluss der bisherigen Verfahren wesentlich veränderten Sachlage beziehungsweise einer Akzentuierung des Krankheitsbilds . Daher ist im vorliegenden Einzelfall der Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren; die Beschwerdeführerin ist entsprechend vorläufig , zumal keine Gründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG . Es erübrigt sich mithin, auf weitere Vorbringen der  und die Beilagen detailliert einzugehen.
Seite 17
D-8291/2008
8. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen; die Verfügung des Bundesamtes vom 21. November 2008 ist aufzuheben und dieses anzuweisen, in teilweiser Wiedererwägung der Verfügung vom 30. Juni 2004 den Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz nach den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln.
9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten  (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die vom BFM in der Höhe von Fr. 600.– erhobene Gebühr ist gegebenenfalls rückzuerstatten.
9.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine  für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]). Die am 23. Dezember 2008 eingereichte Kostennote erscheint angemessen, und die zu entrichtende  ist in Berücksichtigung der massgeblichen  antragsgemäss auf Fr. 2'342.10.-- (inkl. Spesen und ) festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 18
D-8291/2008