Decision ID: be4af73f-9a2e-4f35-8277-3a557fda8f44
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, meldete sich erstmals
im Mai 2016 und dann erneut
am 2
6.
April 2017 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zum Leistungsbezug an und stellte sich der Arbeitsvermittlung zur Ver
fügung (
Urk.
6/
89 S. 5,
Urk.
6/
92-93).
Aufgrund
des
Stellenantritts am
1.
Juni 2016 respektive
1.
November 2017
wurde
der
Versicherte
jeweils innert kurzer Zeit wieder
von der Arbeitsvermittlung abgemeldet (
Urk.
6/89 S. 5,
Urk.
6/
95
).
1.2
Am
4.
Dezember 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an und stellte sich der Arbeitsvermittlung zur Verfügung (
Urk.
6/90-91,
Urk.
6/94,
vgl. auch
Urk.
6/89 S. 1 f.).
Mit Verfügung vom
9.
April 2019 stellte
das
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) den Versicherten wegen Nichtbefolgen der Weisungen des RAV für die Dauer von 26 Tagen
mit Beginn ab 1
6.
März 2019
in der Anspruchsberechtigung ein (
Urk.
6/2).
Dagegen erhob der Versicherte am 2
7.
April sowie am 1
3.
Mai 2019 Einsprache (
Urk.
6/3-4), welche das AWA mit
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Juli 2019 (
Urk.
6/9 =
Urk.
2) abwies.
2.
Der Versicherte erhob am
9.
September 2019 gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Juli 2019 (
Urk.
2) Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei
von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung abzusehen. Eventuell sei die Einstellung der Anspruchsberechtigung wegen leich
ten Verschuldens auf maximal fünf Tage zu bemessen (
Urk.
1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2019 (
Urk.
5) beantragte das AWA die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
8.
Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
, in der bis 31. Mai 2020 gültig gewese
nen Fassung).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
3 Satz 1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslo
senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die arbeitslose Person eine ver
mittelte zumutbare Arbeit annehmen.
In
Art.
16
Abs.
2 AVIG werden die Kriterien aufgezählt, die eine Arbeit unzumut
bar machen. Unzumutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen ist eine Arbeit nach Art. 16 Abs. 2
lit
. i AVIG unter anderem dann, wenn sie der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 Prozent des ver
sicherten Verdienstes, es sei denn, die versicherte Person erhalte Kompensations
leistungen nach
Art.
24 AVIG (Zwischenverdienst). Eine unzumutbare Arbeit darf die arbeitslose Person ohne versicherungsrechtlich nachteilige Folgen ablehnen.
Gemäss
Art.
30 Abs. 1
lit
.
d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe
rechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt. Neben der Nichtannahme einer amtlich zugewiesenen zumutbaren Arbeit erfasst
Art.
30
Abs.
1
lit
. d AVIG in der seit dem
1.
Juli 2003 geltenden Fassung auch die Nichtannahme einer selbst gefundenen zumutbaren Arbeit oder einer von Dritten vermittelten oder angebotenen zumutbaren Stelle (Urteil des Bundesgerichts C 17/07 vom 2
2.
Februar 2007 E. 2.2).
1.3
Die versicherte Person hat bei den Verhand
lungen mit künftigen Arbeitgebern klar und eindeutig die Bereit
schaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden. Eine Ablehnung zumutbarer Arbeit liegt nicht nur dann vor, wenn die versicherte Person eine Stelle aus
drück
lich zurückweist, sondern auch dann, wenn sie bei Vertragsverhandlungen eine nach den Umständen gebotene ausdrückliche Annahmeerklärung unter
lässt oder durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird, oder wenn sie sich trotz Zuweisung einer Stelle durch das Ar
beitsamt gar nicht ernst
haft um die Aufnahme von Ver
trags
verhandlungen bemüht (BGE 122 V 34 E. 3b; ARV 1986 Nr. 5 S. 22 E. 1a, 1984 Nr.
14 S. 167).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete den
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Juli 2019 (
Urk.
2) damit,
der Beschwerdeführer sei vom RAV als möglicher Kandidat für die Stelle als «Barista» bei der Firma
Y._
AG vorgeschlagen und die Unterlagen seien an diese Firma weitergeleitet worden. Es hätte sich dabei um eine Stelle zu einem Pensum zwischen 80 und 100
%
gehandelt, die per sofort in Zürich hätte ange
treten werden können und nach Massgabe von
Art.
16
Abs.
2 AVIG als zumutbar zu beurteilen gewesen sei. Gemäss Rückmeldung der potentiellen Arbeitgeberin vom 2
2.
März 2019 habe man versucht, den Beschwerdeführer am 1
3.
März und am 1
5.
März 2019 zu erreichen. Der Beschwerdeführer sei jedoch nicht erreichbar gewesen und hätte auch nicht zurückgerufen
(S. 2 oben)
.
Dass das Handy ausge
rechnet in diesem Zeitraum der Kontaktaufnahmen «nicht auf Anrufe reagiert habe» bzw. funktioniert habe, später aber ohne Reparatur wieder alles in Ordnung gewesen sei, erscheine wenig glaubwürdig und sei als Schutzbehauptung zu wer
ten. Es sei nicht ersichtlich, weshalb das Problem dem Beschwerdeführer nicht hätte bewusst sein sollen, wenn wie behauptet weder der Ton funktioniert habe, noch Licht auf dem Display erschienen sei. Sollte das Mobiltelefon tatsächlich nicht funktioniert haben, dann wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerde
führer dies umgehend hätte reparieren lassen (S. 2 unten f.). Es sei grundsätzlich sicherzustellen, dass die versicherte Person innert Tagesfrist von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden könne. Es sei vorliegend davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mehrmals vom potentiellen Arbeitgeber kontaktiert worden sei, dieser aber seine Erreichbarkeit nicht sichergestellt habe. Es wäre vom Beschwerdeführer zu erwarten gewesen, dass er den potentiellen Arbeitgeber nach den Kontaktaufnahmen zumindest zurückrufen würde, was insbesondere auch im Interesse als Stellensuchender gewesen wäre. Da der Beschwerdeführer aber seine Erreichbarkeit nicht sichergestellt und auf die Anrufe des Arbeitgebers reagiert habe, habe er mit seinem Verhalten eine mögliche Anstellung von vorn
herein verhindert und in Kauf genommen, dass er weiterhin arbeitslos bleibe. Dies sei gleich zu qualifizieren, wie eine Ablehnung zumutbarer Arbeit (S. 3 Mitte). Im Zeitpunkt der Kontaktaufnahmen der Firma
Y._
Mitte März 2019 sei dem Beschwerdeführer keine Stelle rechtsverbindlich zuges
ichert gewesen und er habe sich erst Mitte Mai 2019 von der Arbeitsvermittlung abmelden können. Der Beschwerdeführer sei für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wor
den. Da der Beschwerdeführer bei Ablehnung einer Zwischenverdienstarbeit jedoch nur soweit eingestellt werden könne, als der Anspruch auf Arbeitslo
senentschädigung den Anspruch auf Kompensationszahlungen gemäss
Art.
24
AVIG übersteige, entspreche dies wertmässig vorliegen
d
26 Taggeldern. Die Ein
stellung in der Anspruchsberechtigung liege im Bereich des mittelschweren Ver
schuldens und trage dem
zugrundeliegenden
Verschulden sowie den konkreten Umständen angemessen Rechnung (S. 3 unten).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, es sei unbestritten, dass er für einige wenige Tage telefonisch weder für den prä
sumtiven Arbeitgeber
noch
für den Beschwerdegegner zu erreichen gewesen sei
, wofür er sich schriftlich entschuldigt habe (S. 1).
E
r
habe
mit den zuständigen
Behörden einen guten Kontakt gepflegt und
sei
seinen Verpflichtungen mit ins
gesamt 70 Nachweisen für eine Anstellung nachgekommen. Die Einstellung sei vordergründig nur auf den Umstand zurückzuführen, dass er im Verlauf des März 2019 telefonisch zweimal kurzfristig nicht zu erreichen gewesen sei (S. 2 Mitte). Eine Stelle bei
Y._
wäre zudem wohl auch besser gewesen, wie die vorüberge
hende Beschäftigung bei
Z._
. Dies würde auch zeigen, dass er gezielt nach einer geeigneten Arbeit gesucht habe, die ihm Stabilität gebe und auf Dauer angelegt sei, damit er seinen obliegenden Zahlungsverpflichtungen genügen könne (S. 2 unten).
Es rechtfertige sich - wenn überhaupt - eine Einstellung für fünf Tage.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob d
er
Beschwerdeführer zu Recht für die Dauer von
26
Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
wurde vom RAV als möglicher Kandidat für die
unbefris
tete
Stelle als Barista bei der Firma
Y._
AG vorgeschlagen
(vgl.
Urk.
6/66 S. 1 oben
,
Urk.
6/70 S. 1 unten
)
,
und seine Unterlagen
wurden
entsprechend weiter
geleitet.
Die Firma
Y._
AG versuchte daraufhin den Beschwerdeführer
erfolglos
am 1
3.
und am 1
5.
März telefonisch für die Vereinbarung eines Vorstellungsge
sprächs zu erreichen
(vgl.
Urk.
6/66 S. 1 unten
,
Urk.
6/70 S. 2). Auch ein Rückruf des Beschwerdeführers erfolgte danach nicht (
Urk.
6/69 S. 2
).
Erfolglos blieben nach Rückmeldung der Firma
Y._
AG auch die telefonischen Kontaktaufnahmen des zuständigen RAV-Berater am
2
1.
und am 2
2.
März 2019
(vgl. prozessorien
tiertes Beratungsprotokoll,
Urk.
6/89 S
.
1 unten f.).
Mit Schreiben vom 2
2.
März 2019 forderte der Beschwerdegegner den Beschwer
deführer auf, zur erfolglosen Kontaktaufnahme der Firma
Y._
AG Stellung zu nehmen (
Urk.
6/67). Mit Stellungnahme vom
4.
April 2019 (Eingangsdatum,
Urk.
6/71 S. 2)
entschuldig
t
e sich
der Beschwerdeführer
dafür und führte
unter anderem
aus,
dass er ein Problem mit seinem Handy gehabt habe, was er nicht gewusst habe. Das Handy habe gar nicht reagiert auf Anrufe, keinen Ton von sich
gegeben und kein Licht auf dem Display
angezeigt
. Erst als der Brief vom RAV gekommen sei
,
habe er dies bemerkt und das Problem gelöst, so dass jetzt alles wieder funktion
iere.
3.2
Im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen Schadenminderungspflicht muss eine versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unter
stützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (vgl.
Art.
17
Abs.
1 AVIG). Eine Nichtannahme zumutbarer Arbeit liegt nicht nur dann vor, wenn die versicherte Person eine Stelle ausdrücklich zurückweist oder eine nach den Umständen gebotene ausdrückliche Annahmeerklärung unterlässt, sondern dieser Einstel
lungstatbestand erfasst grundsätzlich jedes Verhalten, welches das Zustandekom
men eines Arbeitsvertrags scheitern lässt
(vgl. Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatori
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 179).
Der Einstellungstatbestand des
Art.
30
Abs.
1
lit
. d AVIG ist nach dem Gesagten auch dann erfüllt, wenn eine versicherte Person die Arbeit zwar nicht ausdrück
lich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anders besetzt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts C 30/06 vom
8.
Januar 2007 E. 3.1 mit Hinweis).
Eine mehrere Tage dauernde Unabkömmlichkeit tangiert die mit Blick auf die Kontrollvorschriften verlangte kurzfristige Verfügbarkeit innert Tagesfrist für
arbeitsmarktliche
Massnahmen sowie für Gesprächs- und Vorstel
lungstermine
.
Ebenfalls bildet die kurzfristige Verfügbarkeit einen wesentlichen Bestandteil der Vermittlungsfähigkeit. Die arbeitslose Person muss jederzeit erreichbar und täglich zum Antritt einer Beschäftigung oder
arbeitsmarktlichen
Massnahme in der Lage sein
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_322/2017
vom
8.
August 2017 E. 7
)
.
3.3
Der Beschwerdeführer war unbestrittenermassen am 1
3.
und am 1
5.
März 2019 für die Vereinbarung eines Vorstellungstermins bei der Firma
Y._
AG nicht erreichbar und hat diese in der Folge auch nicht zurückgerufen, wodurch er eine mögliche Anstellung respektive das Zustandekommen
eines Arbeitsvertrags
von vornherein verhinderte und damit eine Verlängerung der Arbeitslosigkeit in Kauf nahm.
Der Beschwerdeführer muss sich entgegenhalten lassen, dass er im Rahmen der Schadenminderungspflicht hätte sicherstellen müssen, dass er innerhalb Tages
frist von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden und auch auf eine Auffor
derung reagieren kann (
Art.
21
Abs.
1 letzter Satz der
Verordnung über die obli
gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
,
AVIV)
.
Indem der Beschwerdeführer unbestrittenermassen für mehrere Tage weder für den potentiellen Arbeitgeber
noch
für den RAV-Berater telefonisch
erreichbar war, hat er den Tatbestand des
Art.
30
Abs.
1
lit
. d AVIG erfüllt, weshalb der Beschwerdegegnerin ihn zu Recht in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung, insbesondere der Grad des dafür mass
gebenden Verschuldens.
4.2
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel
schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 4
5 Abs.
3 AVIV).
Ein schwe
res Verschulden liegt nach Art. 45 Abs.
4 AVIV vor, wenn die versi
cherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben (
lit
. a) oder eine zumutbare Arbeit abgel
ehnt hat (
lit
.
b). Bei Vorliegen eines entschuldbaren Grundes kann der Sanktionsrahmen des schweren Verschuldens rechtsprechungsgemäss unter
schritten werden. Unter einem entschu
ldbaren Grund im Sinne von Art. 45 Abs.
4 AVIV ist demnach ein Grund zu verstehen, der das Verschulden leichter als schwer ers
cheinen lässt (BGE 130 V 125 E.
3.5).
Gemäss Einstellraster für KAST/RAV des Staatsekretariats für Wirtschaft (
Seco
) ist die Ablehnung einer zugewiesenen oder selbstgefundenen zumutbaren, unbe
fristeten Stelle bei der ersten Ablehnung als schweres Verschulden zu qualifizie
ren und die Einstelldauer sollte zwischen 31 und 45 Tagen liegen (AVIG-Praxis ALE
Rz
. D79).
4.
3
Die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von
26
Ta
-
gen
wegen
Nichtbefolgen von Weisungen des RAV
(vgl.
Urk.
2) liegt
u
nterhalb der durch
Art.
45
Abs.
4
lit
. b AVIV vorgesehene
n
Mindestsanktion von 31 Tagen.
Bei der Bemessung der Einstelldauer berücksichtigte d
er Beschwerdegegner schliesslich, dass bei der Ablehnung einer Zwischenverdienstarbeit die An
-
spruchsberechtigung
nur soweit eingestellt werden kann, als der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung den Anspruch auf Kompensationszahlung gemäss
Art.
24 AVIG übersteigt (vgl. dazu auch AVIG-Praxis ALE
Rz
. D66 ff.) und redu
zierte die Einstellung in der Anspruchsberechtigung entsprechend von 36 auf
26
Tage
,
was
nicht zu beanstanden ist und vom Beschwerdefüh
rer auch nicht bestritten wurde
.
Wie oben dargelegt
,
bildet die kurzfristige Verfügbarkeit einen wesentlichen Bestandteil der Vermittlungsfähigkeit
.
E
ine versicherte Person ist dazu verpflich
tet, jederzeit erreichbar zu sein und täglich
zum Antritt einer Beschäftigung oder
arbeitsmarktlichen
Massnahme in der Lage
zu
sein
. Der Beschwerdegegner führte zu Recht aus, dass dem Beschwerdeführer, der nicht zum ersten Mal beim RAV angemeldet ist, die Vorgaben bezüglich Erreichbarkeit hätte
n
bewusst sein müs
sen
,
und
er
jederzeit mit telefonischen Kontaktaufnahmen von Arbeitgebern
habe
rechnen müsse
n
(vgl.
Urk.
2 S. 3 Mitte). Dass das Telefon des Beschwerdeführers in der genannten Zeit während mehr als einer Woche, d.h. vom 1
3.
bis und mit 2
2.
März 2019
(vgl. vorstehend E. 3.1)
nicht richtig funktionierte, und dies vom Beschwerdeführer erst noch während einer relativ langen Zeit nicht bemerkt wurde, erscheint wenig glaubhaft, zumal der Beschwerdeführer das Problem offenbar ohne grossen Aufwand wieder beheben konnte (vgl.
Urk.
6/71 S. 2). Der Beschwerdeführer, der in früheren Monaten teilweise auch telefonische Arbeits
bemühungen aufführte und auch auf seinen Bewerbungsunterlagen neben seiner Email-Adresse auch seine Telefonnummer aufführt, hätte darum besorgt sein müssen, dass er sowohl für Amtsstellen als auch für potentielle Arbeitgeber erreichbar ist.
Vor diesem Hintergrund erscheint
die vom Beschwerdegegner vor
genommene
Einstellung in der Anspruchsberechtigung
als
angemessen
.
In Anbetracht dessen, dass der in den Verwaltungsweisungen des SECO als Richt
linie enthaltene Einstellraster (Einstellraster für KAST/RAV, AVIG-Praxis ALE,
Rz
D
79
) für
erstmalige Ablehnung einer zugewiesenen oder selbstgefundenen zumutbaren unbefristeten Stelle bzw. eines Zwischenverdienstes
31 bis 45
Ein
stelltage vorsieht (
2.B/1
), den Bestrebungen der Verwaltung beziehungsweise der Versicherer, die darauf abzielen, durch interne Weisungen, Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. eine rechtsgleiche Behandlung der Versicherten zu gewährleisten, Rechnung zu tragen ist (Urteil des Bundesgerichts C 351/01 vom 2
1.
Mai 2002
E.
2b/
aa
)
,
und
das Sozialversicherungsgericht
schliesslich sein
Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (BGE 114
V
315 E. 5a mit Hinweisen), ist die vom Beschwerdegegner verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von
26
Tagen
ebenfalls
nicht zu
bean
-
standen und erscheint als angemessen.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
2
3.
Juli 2019
(
Urk.
2) ist daher nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.