Decision ID: da6058e8-5b84-4aaa-a52a-bc91e6880937
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1980 geborene
X._
war
seit
dem 1.
Februar 2014 als Lo
gopädin bei der Stiftung
Y._
angestellt und bei der
Swica
Versicherungen AG (nachfolgend:
Swica
) gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch versichert, als sie am
12.
Januar 2017 stolperte und auf das linke Knie fiel (Unfallmeldung vom 13.
Januar 2017, Urk.
8/
1).
Die Erstkonsultation erfolgte am 12. Januar 2017 in der
Z._
, wo eine Arbeits
unfähigkeit bis 13. Januar 2017 attestiert wurde.
Die
Swica
erbrachte die gesetz
lichen Leistungen.
Am 18. August 2017 meldete die
Versicherte
eine neu ent
deckte Innenmeniskusverletzung sowie Partialruptur des
Patellabandes
(Urk. 8/6). Die
Swica
holte
Aktenbeurteilungen
ihres beratenden Arztes ein
.
Gestützt darauf stellte sie die Leistungen
m
it Verfügung vom
2.
März 2018 per Mitte März 2017
ein (Urk.
8/
59
).
Die dagegen erhobene Einspra
che
(
Urk.
8/60)
wies sie mit Ent
scheid vom 1.
November 2018
ab (Urk.
8/70
= Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
5.
Dezember 2018
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Leistungen
seien auch nach Mitte März 2017 zu erbringen. Eventualiter sei ein Gutachten
zu veranlassen zur Frage, ob die
vorliegenden
Listendiagnosen vorwiegend auf Ab
nützung oder Erkrankung zurückzuführen seien
(Urk. 1 S.
2)
. Mit Beschwerdean
twort vom 24.
Januar 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was der Beschwerd
eführerin mit Verfügung vom 25.
Ja
n
uar 2019 mitgeteilt wurde (Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachf
olgenden Erwägungen einzuge
h
en.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
), in der vor
liegend anwendbaren seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung,
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Kno
chenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Gemäss zur Publikation vorgesehenem Urteil
des Bundesgerichts
8C_22/2019 vom 24. September 2019 hat der Unfallversicherer nach Meldung einer Listen
verletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG
in der seit 1.
Januar 2017 geltenden Fas
sung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein U
nfallereignis im Sinne von Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
zurückzuführen, so ist der Unfallversiche
rer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adä
quate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliess
lich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriteri
en des Unfallbegriffs nach Art.
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für
eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs.
2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Ab
nützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (E. 9.1). Der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers ist erbracht, wenn die Listendiagnose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (E. 8.2.2.1, E. 8.6).
1.3
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers
(BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die be
wusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Einem reinen Aktengutachten kommt voller Beweiswert zu, sofern ein lückenlo
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärzt
liche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2016 vom 24. März 2017 E. 6.1 mit Hinweisen). Ak
ten
gutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr
fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Aus
mass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deut
lich gemacht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008 E. 3.2).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit
schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Streitig
und zu prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Leistungs
anspruch der Beschwerdeführerin über Mitte März 2017 hinaus verneinte
.
2.2
Im
angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
gestützt auf die Ak
tenbeurteilungen von
Dr.
A._
, welche den Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert eines Gutachtens vollumfänglich entsprächen, sei vorliegend mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, dass betreffend die durch den Unfall vom 12. Januar 20
1
7 verursachte Prellung der Status quo sine acht Wochen nach dem Unfall wieder erreicht ge
wesen sei und somit per Mitte März 2017 keine natürliche Kausalität
der verblie
benen Beschwerden und dem Unfall
mehr bestehe. Bezüglich der Listendiagnosen lägen nach den vorliegenden Befunden eindeutige degenerative Veränderungen vor und seien die Schädigungen somit im gesamten Ursachenspektrum vorwie
gend (über 50
%
) auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen, womit die gesetzliche Vermutung widerlegt sei
und
keine Leistungspflicht aus UVG bestehe. Weitere medizinische Abklärungen liessen keinen verlässlichen neuen Aufschluss erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung davon abzusehen sei (Urk. 2 S. 7).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
sämtli
che mit dem Fall befassten orthopädisch-chirurgischen Fachärzte beurteilten so
wohl die Meniskusläsion als auch die Partialruptur der Patellarseh
n
en als klar unfallbedingt; ein
degeneratives Geschehen werde verneint. Dies werde vor allem durch
Dr.
I._
auch nachvollziehbar begründet. Die fachärztlichen Stellungnah
men vermöchten zu überzeugen und weckten begründete Zweifel an den Ausfüh
rungen von
Dr.
A._
. Die Beschwerdegegnerin vermöge durch den Verweis auf die Stellungnahmen von
Dr.
A._
keinen
rechtsgenüglichen
Nachweis zu lie
fern, wonach es sich bei den sogenannten Listendiagnosen vorwiegend um Ab
nützungserscheinungen handeln solle (Urk. 1 S. 7 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Fachä
rzt
in
Allgemeine Innere Medizin,
s
tellte
in ihrem
Be
richt vom 10. Oktober 2017 betreffend die Erstkonsultation vom 12. Januar 2017 die Diagnose einer Kniekontusion links. In Bezug auf den Unfallhergang hielt
sie
einen
Sturz auf das linke Knie
fest. Als Befund
e
n
annte sie
einen deutlichen Er
guss, ein ersichtliches Hämatom und eine Schwellung. Die Beweglichkeit sei nur endgradig eingeschränkt gewesen. Das Röntgen habe keine Hinweise auf eine ossäre Läsion ergeben (Urk. 3/3).
3.2
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
C._
, Facharzt
Allgemeine Innere Me
dizin, nannte in seinem Krankengeschichtseintrag vom 24. Februar 2017 einen Status nach Kniekontusion links. In Bezug auf den Unfallhergang hielt er fest, die Schnürstiefel der Beschwerdeführerin hätten sich verhakt und sie sei in der Bahnhofshalle
nach vorne auf beide Knie gestürzt
. Objektiv bestehe kein Erguss, eine leichte
Druckdolenz
an der Kniescheibe kaudal/Spitzenbereich, keine Instabilität, kein
Me
n
i
skuszeichen und keine Kreuzbandläsion
(
Urk.
3/4
)
.
3.3
Am 15. August 2017 wurde ein MRI des linken Knies durchgeführt. Dieses ergab eine mediale
Meniskopathie
mit deutlicher interstitieller Aufsplitterung
basisnah
betont im ansatzfernen Hinterhorn bis ins mittlere
Korpusdrittel
mit kurzer schräg horizontal punktuell fraglich knapp bis a
n die
fe
morale
Oberfläche reichender Risskomponente am Überg
ang Hin
terhorn/
Pars intermedia. Weiter zeigte es eine
Insertionstendinopathie
des Ligamentum patellae mit interstitieller kleinflächig bis knapp an die dorsale Sehnenbegre
nzung reichender Aufsplitterung/
leichter Partialruptur ursprungsnah auf einer Länge von 8-9 mm, begleitet von einem mässigen reaktiven Knochenmarksödem am
Patellaunterpol
sowie eine leichte ödematöse Reizreaktion des Hoffa-Fettkörpers
zentro
-
ventro
-kranial und eine kleine Baker-Zyste. Das übrige
genuale
Kernspintomogramm
sei regulär (Urk. 8/14).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, hielt in seinem Bericht vom 1. September 2017 betreffend die Konsultation
en
vom 14.
und 15.
August 2017 fest, die Beschwerdeführerin habe im Januar einen
Sturz mit Kniedistorsion links
erlitten. Initial hätten starke Schmerzen und eine Schwellung bestanden. Die Beschwerden seien sukzessive zurückgegangen. Aktuell zeige sich aber eine persistierende
bewegungs- und be
lastungsabhängige Beschwerde-Symptomatik. Die Schmerzen würden bei jegli
chen sportlichen Betätigungen und bei bestimmten Gelenkstellungen angegeben. Es bestehe keine Besserungstendenz. Nach dem MRI vom 15. August 2017 nannte
Dr.
D._
die Diagnosen eines Status nach Kniedistorsion links mit erhebl
icher
medialer basisnaher Menisk
usläsion, einer Partialruptur der proximalen Patellar
sehne im mittleren Drittel und einer Signal-Anhebung im proximalen Hoffa-Fett
körper. Prinzipiell müsse der Beschwerdeführerin ein operati
ves Vorgehen mit medialer Menisk
usnaht und Naht der Patellarsehne empfohlen werden (Urk. 8/16).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie d
es Bewegungsapparates
, führte in seinem Bericht vom 23. August 2017 aus, die Be
schwerdeführer
i
n habe ihre Wanderschuhe beim Antritt zum Rennen verhakt. Dabei seien
eine Zerrung und ein Sturz gefolgt
. Primär seien starke Schmerzen aufgetreten. Die Erstkonsultation sei in der
Z._
erfolgt und es sei ein Röntgenbild angefertigt worden und die übliche NSAR Medikation sei abgegeben worden. Bei Persistenz der Beschwerden habe die Beschwerdeführerin den Haus
arzt konsultiert. Es sei ein konservativer Weg mit Aufbau eingeschlagen worden. Es sei dann recht gut gegangen inkl. Joggen und Wandern. Vor ca. zwei Wochen hätten dann die Beschwerden zugenommen. Es sei ein MRI durchgeführt und operative Massnahmen andiskutiert worden. Das MR
I zeige einen P
artialris
s im mittleren Anteil des
Ligamentum
p
atellae Ansatzes
. Daneben bestehe ein kom
plexer Meniskusriss
intrameniskal
bis an die Basis gehend (Urk. 8/15).
3.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt Orthopädie und Traumatologie
des Bewegungs
apparates
, na
n
nte in seinem
Bericht
vom 30. August 2017
die folgenden Diagno
sen:
-
S80.0 St. n. Prellung und Distorsion des Kniegelenkes links (Diagnose: klinisch)
-
S83.2 Innenmeniskusverletzung links, akut (Diagnose: MRI)
-
S83.6 Partialruptur des
Patellabandes
links (Diagnose: MRI)
Er hielt fest, die Diagnose beruhe auf Anamnese, klinischem Befund plus MRI-Bildgebung. Es handle sich um einen komplexen Riss im Hinterhorn des Innen
meniskus sowie eine Partialruptur des
Patellabandes
am unteren
Patellapol
. Da diese Stelle nicht druckdolent sei, sehe er keine OP-Indikation am
Patellaband
. Aufgrund der Schmerzsymptomatik nunmehr seit acht Monaten, auch wenn der Schmerz zwischenzeitlich reduziert gewesen sei, sehe er eine OP-Indikation für den medialen Meniskus
. Zum Unfallhergang führte er aus, die Beschwerdeführe
rin sei am 12. Januar 2017 am Hauptbahnhof Zürich mit Wanderschuhen ge
lau
fen. Die Schuhe hätten sich
ineinander verhakt und sie sei
nach vorne auf die Kniegelenke gefallen.
Es hätten sofort Abklärungen in der
Z._
stattgefunden. Im Röntgenbild sei nichts Krankhaftes erkannt worden. Drei Tage nach dem Unfall sei sie wieder arbeiten gegangen, habe aber immer noch starke Schmerzen gehabt. Nach drei Monaten habe es gebessert, sei aber noch nicht gut gewesen. Sie sei beim Hausarzt
gewesen, habe aber noch abwarten sollen. Es sei relativ gut gegangen mit Joggen und Wandern. Schmerzen seien dann erst
am Abend aufgetreten. Ab dem 4.
August
2017
habe wieder ein anhal
tender Schmerz im Knie bestanden. Es sei ein MRI angefertigt worden, das eine komplexe Meniskusläsion zeige
(Urk. 8/8).
3.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 13. September 2017
zuhanden der Beschwerdegegnerin
betreffend die Konsultation vom 7. September 2017 die Diagnosen einer medialen
Meniskushinterhornläsion
und einer
Ansatztendinopa
thie
des
Ligamentum
patellae links. Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe im Januar 2017 einen
Sturz auf das linke Kniegelenk mit Distorsion
erlitten. Seit
dem persistierten medial betonte Knieschmerzen. Nach vermehrter Belastung seien nun auch seit ca. vier Wochen anteriore Knieschme
rzen hinzugekommen (Urk. 8/23).
3.8
Dr.
med.
A._
, Facharzt Chirurgie, führte in seiner Aktenbeurteilung vom 29. September 2017 aus, der Unfall vom 12. Januar 2017 sei nicht die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung und a
u
ch nicht einer even
tuell notwendigen Operation. Die Beschwerdeführerin habe ein direktes Anprall
trauma auf ihr Knie angegeben, dies zeige auch die Veränderung an der Patella
r
sehne. Dieser Unfallhergang sei aber nicht geeignet, einen Meniskus zu zerreissen.
Der Bandapparat zeige sich im MRI völlig unauffällig, was gegen eine Distorsion des Kniegelen
kes spreche. Der
Unfall vom 12.
Januar
2017
könne für acht Wo
chen als Mitursache der festgestellten gesundheitlichen Störung gesehen werden, nicht jedoch als Mitursache für eine eventu
ell notwendige Meniskusteilrese
ktion. Der
status
quo sine sei acht Wochen nach dem Unfall wieder erreicht, da mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit die Beschwerden im heutigen Ausmass auch ohne den Unfall aufgetreten wären. Die anhaltenden Beschwerden seien den
degenerativen Veränderungen (Horizontalriss, Baker-Zyste)
geschuldet (Urk. 8/26).
3.9
In seiner Aktenbeurteilung vom 5. Oktober 2017 hielt
Dr.
A._
fest,
es liege eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. c UVG (Meniskusrisse) vor. Die Schädigung sei in ihrem gesamten Ursachenspektrum vorwiegend (> 50 %) auf Abnützung zurückzuführen. Im MRI werde eine mediale
Meniskopathie
mit einer interstitiellen und horizontalen Risskomponente gesehen.
Diese
Rissform
sei überwiegend degenerativ bedingt.
Ebenfalls spreche die Baker-Zyste für ein de
generatives Geschehen.
Um einen M
eniskus zu verletz
en
,
bedürfe es eines Rota
tionstraumas bei fixiertem Unterschenkel. Ein Anschlagtrauma wie hier sei si
cherlich nicht geeignet, einen Meniskus zu verletzen (Urk. 8/30).
3.10
Dr.
G._
führte in seiner Stellungnahme vom 16. November 2017 zuhanden der Beschwerdeführerin aus, das Unfallereignis vom 12. Januar 2017 werde von der Beschwerdeführerin wie folgt geschildert: «Mein linker Schuh ist mit dem Schnür
senkel-Haken (gibt es vor allem bei Wanderschuhen) im Schnürsenkel des rechten Schuhes hängen geblieben, als ich losrennen wollte. Dabei riss ich mein linkes Bein ruckartig mit voller Kraft seitlich weg
, wobei
ich jedoch auf grossen Wider
stand durch die verkeilten Schuhe stiess (Rotation mit fixiertem Unterschenkel!). Durch diese Kraft der Bewegung riss sogar der sehr robuste
Schuhbendel
teilweise. Meine Schuhe verkeilten dabei ineinander, was dazu führte, dass ich im hohen Bogen auf den harten Steinboden des Zürcher Hauptbahnhofes knallte.»
Sowohl die Verletzung des Ligamentum patellae als auch die Meniskusverletzung seien per definitionem
traumatologische
Listendiagn
osen. Die In
terpretation der kern
spintomographischen Operationsbefunde durch den beurteilenden Versiche
rungsarzt
der Unfallversicherung erlaube allenfalls eine mögliche degenerative Ursache der Besch
w
erden, keinesfalls jedoch den erforderlichen Beweis, dass die Befunde nicht
auf das Unfallereignis vom 12.
Januar 2017 zurückzuführen seien. Aus seiner Sicht seien die festgestellten Befunde am Ligamentum patellae und am medialen Meniskus ursächlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 12. Januar 2017 zurückzuführen (Urk. 8/53).
3.11
Dr.
A._
hielt in seiner erneuten Aktenbeurteilung vom 18. November 2017 fest, es bestehe weiterhin eine
Tendinopathie
am Ansatz der Patellasehne. Dies sei mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine Überlastung zurückzuführen und nicht auf das Anpralltrauma. Interstitielle Läsionen
,
wie sie hier vorlägen, seien typisch für Überlas
t
ungen. Ein traumatisch bedingter Patel
larseh
ne
nriss könne ausgeschlossen werden, hierzu fehle ein adäquates Knochen
marksignal sowie adäquate sichtbare Verl
etzungen im Bereich der Patel
la/Tuberositas
tibiae
/
über der Patellarsehne. Es habe auch kein Distorsionstrauma stattgefunden
,
wie
die Orthopädie
H._
behaupte
. Hierfür fehlten die adä
quaten Zeichen an den Kollateralbändern und an den Kreuzbändern.
Spätestens nach acht Wochen könne der traumatisch bedingte Schädigungsanteil an der Pa
tellarsehne (Prellung mit eventuell interstitieller Rissbildung) als abgeheilt ange
sehen werden.
Es dürfe daran erinnert werden, dass Sehnen nach einem komplet
ten Riss nach dieser Zeit wieder abheilten (Urk. 8/42).
3.12
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin präzisierte
Dr.
A._
in seinem E-Mail-Schreiben vom 18. November 2017, mit der Verletzung des Bandapparates seien die Kollateralbänder sowie die Kreuzbänder gemeint. Eine Veränderung der Pa
tellasehne, sofern es sich nicht um einen Abriss handle, beeinträchtige die Stabi
lität
des Kniegelenkes nicht. Die beschriebene
Ansatztendinopathie
, die auch häu
fig bei Überlastung (zum Beispiel bei Hochspringen) auftrete, könne nach sechs bis acht Wochen als abgeheilt angesehen werden, sofern es sich um eine unfall
gedingte (Prellung)
Tendinopathie
handle (Urk. 8/44)
.
In seinem E-Mail-Schreiben vom 26. November 2017 ergänzte
Dr.
A._
, in sei
ner Beurteilung vom 18. November 2017 habe er dokumentiert, dass es sich um eine Überlastung handle. Die typischen Sehnenveränderungen (Gelenkstrukturen) sowie das belastungsbedingte Knochenmarksignal am
Patellaunterpol
seien nicht auf die Traumatisierung zurückzuführen, sondern überlastungsbedingt verur
sacht. Es könne also lediglich eine Veränderung im Bereich der Patella
r
sehne so
wie am
Patellaunterpol
gesehen werden, es handle sich jedoch nicht um eine traumatisch bedingte Verletzung. Die Veränderungen seien nicht mit dem gefor
derten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit unfallkausal (Urk. 8/45).
3.13
In seiner Stellungnahme vom 3. Februar 2018
zu
den Ausführungen des behan
delnden Orthopäden
Dr.
G._
hielt
Dr.
A._
fest
,
wen
n
jemand in hohem Bogen auf den harten Steinboden des Zürcher Hauptbahnhofs knalle, dann ziehe er sich bestimmt nicht primär einen Riss im Bereich des medialen Meniskus zu. Er ver
letze sich hierbei zuerst
im
Bereich der Hände, womit der Sturz abg
efangen werde, und eventuell am
Kopf. Beim Losrennen, wenn sich die Schuhe ineinander ver
hakt hätten, finde kein ruckartiges seitliches Wegreissen des Beins statt. Diese Version scheine konstruiert, um ein Rotationstrauma zu begründen. Das MRI zeige eine erhebliche mediale
Meniskopathie
mit basisnaher
Ganglionformation
und horizontaler Risskomponente. Hier zeige sich deutlich die degenerative Ver
änderung des Meniskus. Vom Orthopäden selbst und von der Orthopädie in St. Galle
n
würden ein stabiler Bandapparat diagnostiziert. Das MRI zeige ebenfalls keine verletzten Bänder, was gegen ein adäquates Rotationstrauma spreche. Zu
mindest müsste eine Zerrung am Bandapparat, insbesondere an den Kollateral
bändern
, zu sehen sein.
Im MRI zeige sich ein
subchondrales
Knochenmarksödem am
Patellaunterpol
. Dies sei das typische Zeichen einer Überlastung (zum Beispiel
jumpers
knee
). Es zeige sich weder am Tibiakopf noch im Bereich der Patella ein für ein starkes Anpralltrauma adäquates Knochenmarksignal. Lediglich im
Ansatzbereich der Patellarsehne
am unter
e
n
Patellapol
sei dies als Zeichen einer Überlastung zu sehen. Der Radiologe der kernspintomographischen Untersuchung vom 15. Au
gust 2017 habe eindeutig eine
Tendinopathie
am Ansatz der Patellasehne mit interstitiellen Läsionen beschrieben, welche typisch für eine chronische
Überlas
tung seien. Der Orthopäd
e müsste hier erklären, wie ein solitärer Riss der Patel
larsehne durch einen Sturz und
,
wie er behaupte
,
ein Distorsionstrauma auftreten könne, der übrige
,
insbe
so
ndere der Kollateralbandapparat
,
dabei jedoch völlig unverl
etzt bleibe. Die
s
sei aus chirur
g
i
scher/
traumatologischer
Sicht nicht wahr
scheinlich
. Bezüglich der Listendiagnosen lägen hier eindeutige degenerative Ver
änderungen vor und die Frage, ob eine Schädigung vorliege, die im gesamten Ursachenspektrum vorwiegend (über 50 %) auf Abnutzung oder Erkrankung zu
rückzuführen sei, müsse nach den vorliegenden Befunden eindeutig bejaht wer
den (Urk. 8/56).
3.14
N
ach dem am 18. O
kt
ober 2017 durchgeführten operativen Eingriff (arthrosko
pisch mediale
Teilmeniskektomie
und Me
niskusnaht) wurde wegen persis
tieren
den anterioren Knieschmerzen am
21. März 2018 ein MRI des linken Knies durch
geführt. Dieses ergab eine minimale
Auftreibung
und Hyperintensität der Patel
larsehne im Ursprungsbereich ohne aber abgrenzbaren Einriss und noch abgrenz
bare postoperative Veränderungen im Bereich des medialen und lateralen Zugan
ges am Rand der Patellarsehne und im
Hoffafettkörper
, eine
Sklerosierungslinie
in der Patella (ohne pathologische Wertigkeit) und einen Status nach medialer
Teilmeniskektomie
mit anamnestisch zusätzlicher Meniskusnaht mit linearer Hy
perintensität in der Unterfläche des Überganges vom Corpus zum Hinterhorn, welche
vereinbar sei mit einer Naht, wobei ein kleiner Einriss nicht sicher ausge
schlossen werden könne (Urk. 3/10).
3.15
Dr.
med.
I._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 21. März 2018 folgende Di
agnosen:
Persis
tierende anteriore Knieschmer
zen mit leicht persistierender Partial
ruptur proximale Patellarsehne Knie links
-
St. n. Sturz aufs linke Knie 12.01.17 (beim Versuch unter einer Abschran
kung beim Schalter am Bahnhof hindurchzugehen mit Schuhbändel hän
gengeblieben und nach vorne direkt aufs Knie gestürzt) mit
-
artikulärseitiger
zentraler Partialruptur proximale Patellarsehne
-
mediale
Men
i
skushinterhornläsion
-
St. n. arthroskopischer medialer
Teilmeniskektomie
und Meniskusnaht Übergang Hinterhorn/Korpus medialer Meniskus Knie links am 18.10.17 (
Dr.
G._
, Orthopädie
H._
)
MR-tomographisch zeigten sich noch
residuelle
Befunde im schmerzhaften Be
reich der proximalen Patellarseh
n
e, welche im Rahmen des Traumas vor 13 Mo
naten eine Partialruptur
erlitte
n
habe. Im MRI vom 15.
August 2017 sei diese Partialruptur klar ersichtlich gewesen und gut mit dem Unfallmechanismus mit direktem Aufpralltrauma aufs linke Knie vereinbar.
Der Befund damals und auch heute sei klar
auf das gut nachvollziehbare Ereignis vom 1
2.
Januar 2017 zu
rückzuführen (Urk. 3/9).
3.16
Dr.
I._
führte in seinem E-Mail-Schreiben an die Rechtsvertreterin der Be
schwerdeführerin vom 14. April 2018 aus, ein Bänderriss verheile im Falle des Innenbandes üblicherweise innert drei bis vier Monaten. Bei normaler Heilung sei dieser nach sieben Monaten üblicherweise nicht mehr zu sehen. Er gehe klar von einer Schädigung der Patellarsehne direkt unterhalb der Kniescheibe (=Patella) durch den Unfall mit direktem Anpralltrauma dieses Bereiches aus. Dies könne ohne Verletzung des übrigen Bandapparates geschehen. Die nachvollziehbare Er
klärung sei das direkte Anpralltrauma am Boden oder eine starke Zugbelastung auf die Patellarsehne durch abruptes, starkes Beugen des Knies beim Hängenblei
ben.
Beim Jumpers
knee
könne ein Knochenödem in der Patella vorkommen. Ge
nauso könne dies jedoch auch durch einen Unfall wie bei der Beschwerdeführerin durch starke Zugbelastung an der Patellarsehne oder durch einen Sturz mit di
rektem Schlag auf Patellarsehne und Patella geschehen. Eine Sehne benötige un
ter idealen Bedingungen z.B. nach einer Operation oder mit korrekter Ruhigstel
lung drei Monate, bis sie verheilt sei. Bei Verletzungen an der Patellarsehne, wel
che ständig beim Gehen hohen Belastungen ausgesetzt
sei
, seien jedoch sehr häu
fig viel länger Beschwerden vorhanden (Urk. 3/11).
4.
4.1
Unbestritten ist, dass
ein
Unfall
im Sinne von Art.
4 ATSG vorliegt
.
Unklar
ist hingegen, ob
beim Unfallereignis
vom 12.
Januar 2017
eine Distorsion des
linken Knies stattgefunden hat.
4.2
Konsistent ist das Aussageverhalten der Beschwerdeführerin in Bezug auf den Sturz auf das linke Knie. So
wird
bereits anlässlich
der medizinischen
Erstkon
sultation vom 12.
Januar 2017
berichtet
, dass
sie
auf das linke Knie
gestürzt sei (vgl. vorne E.
3.1).
Ebenso ist
der Unfallmeldung vom 13.
Januar 2017 zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin gestolpert und
auf das linke Knie gefallen sei
(Urk
. 8
/1).
Im
Krankengeschichtseintrag vom 24. Februar 2017
wird
ausser
dem
neu
festgehalten, dass sich die Schnürstiefel der Beschwerdeführeri
n verhakt hätten (vgl. vorne E.
3.2)
, was auch in den nachfolgenden medizinischen Berich
ten
mehrmals
erwähnt wird
.
Erst nach Durchführung des MRI
- und damit
nach
Feststellung
der
Meniskus
läsion
– ist ärztlicherseits teilweise plötzlich von einer
Distorsion
des linken Knies
die Rede.
Der behandelnde Orthopäde
Dr.
G._
be
schreibt
so
dann
in seiner Stellungnahme vom 16.
November 2017
einen detail
lierten Unfallhergang
und
konstruiert
dabei
eine Rotation mit fixiertem Unter
schenkel
(vgl. vorne E.
3.10
)
,
welche
Dr.
A._
in seiner Beurteilung vom 5. Ok
tober 2017
für eine Meniskusverletzung
als erforderlich
erachtet hat
(vgl. vorne E. 3.9)
. Diese Schilderung
des Unfallherganges
hat die Beschwerdeführerin
auch in
ihre
Beschwerde
schrift
übernommen.
Wie
Dr.
A._
festhält
(vgl. vorne E. 3.13)
erscheint diese
Sachdarstellung
jedoch
konst
r
u
iert
.
Sie ist realitätsfremd und überzeugt nicht.
Es
entsteht der Eindruck, dass sie von
nachträglichen Über
legungen versicherungsrechtlicher
Art beeinflusst ist.
4.3
Nach dem Gesagten gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, gestützt auf die vor
liegenden Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen
, dass sie am 12. Januar 2017 eine Distorsion des linken Knies erlitten hat.
Vielmehr ist mit den Aussagen der ersten Stunde von einem Sturz auf das Knie und damit von einem Anschlagtrauma auszugehen.
5.
5.1
Zu klären bleibt
, ob
d
ie
nach
Mitte März 2017
bestehende
n
Kniebeschwerden
in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 12. Janua
r 2017 steh
en
o
der nur noch auf unfallfremden Ursachen beru
hen
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
bei der Leistungseinstellung
in medizini
scher Hinsicht
im Wesentlichen
auf die Aktenbeurteilung
en
ihres beratenden Arz
tes
Dr.
A._
.
5.2.1
Bezüglich der Meniskusläsion kommt
Dr.
A._
in seinen
Aktenb
eurteilungen unter Würdigung der medizinischen Berichte sowie des Bildmaterials zum Schluss
,
dass
der
Unfallhergang (direktes Anpralltrauma) nicht geeignet sei, einen Meniskus zu zerreissen.
Das MRI zeige eine mediale
Meniskopathie
mit einer in
terstitiellen und horizontalen Risskomponente.
Diese
Rissform
sei überwiegend degenerativ bedingt
.
Ebenfalls spreche die Baker-Zyste für ein degeneratives Ge
schehen.
Der Bandapparat zeige sich im MRI völlig unauffällig, was gegen eine Distorsion des Kniegelenkes spreche.
Der Unfall vom 12. Januar 2017 könne für acht Wochen als Mitursache der festgestellten gesundheitlichen Störung gesehen werden, nicht jedoch als Mitursache für eine Meniskusteilresektion. Der
status
quo sine sei acht Wochen n
ach dem Unfall wieder erreicht.
Die behandelnden Orthopäden gehen hingegen von einer unfallkausalen Menis
kusläsion aus. Diejenigen Ärzte, welche die Kausalität explizit bejahen oder zu
mindest implizit zu bejahen scheinen, gehen jedoch durchwegs davon aus, dass die
Beschwerdeführerin beim Unfallereignis vom 12. Januar 2017 eine Distorsion des linken Knies erlitten hat.
Wie oben in E. 4 dargelegt wurde, ist im vorliegen
den Fall gestützt auf die Aktenlage jedoch nicht von einer Distorsion auszugehen, sondern lediglich von einem Anpralltrauma. Die genannten Arztberichte sind demzufolge insoweit als Beweismittel nicht von Nutzen, als sie von einer nicht erstellten Distorsion des linken Knies ausgehen.
Angesichts dessen, dass die Sache – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – oh
nehin an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, wird es Aufgabe des me
dizinischen Experten sein zu beurteilen, ob die streitgegenständlich
e
Verletzung überhaupt durch das stattgehabte Trauma hervorgerufen werden kann.
5.2.2
In Bezug auf die
Tendinopathie
am Ansatz der Patellarsehne mit interstitiellen Läsionen
führt
Dr.
A._
aus
, dass i
nterstitielle Läsionen typisch für Überlastun
gen
seien
.
Im MRI zeige sich ein
subchondrales
Knochenmarksödem am
Pa
tellaunterpol
. Dies sei das typische Zeichen einer Überlastung (zum Beispiel
jum
pers
knee
). Es zeige sich weder am Tibiakopf noch im Bereich der Patella ein für ein starkes Anpralltrauma adäquates Knochenmarksignal.
Spätestens nach acht Wochen könne der traumatisch bedingte Schädigungsanteil an der Patellarsehne (Prellung mit eventuell interstitieller Rissbildung) als abgeheilt angesehen wer
den
.
Der
behandelnde Orthopäde
Dr.
I._
stellt sich auf den Standpunkt
, dass die
Partialruptur der proximalen Patellarsehne gut mit dem Unfallmechanismus mit direktem Aufpralltrauma auf das linke Knie vereinbar sei
(vgl. vorne E.
3.15)
.
Auch
Dr.
A._
hielt
in seiner Aktenbeurteilung vom
29. September 2017
fest
,
dass die Veränderung an der Patellarsehne zeige, dass ein direktes Anpralltraum
a
st
attgefunden habe (vgl. vorne E.
3
.8
).
Im Widerspruch dazu
führte
er in seiner Beurteilung vom
18.
November 2017
jedoch aus
,
die
Tendinopathie
am Ansatz der Patellarsehne sei auf eine Überlastung zurückzuführen und nicht auf das An
pralltrauma. Ein traumatisch bedingter Patellarsehnenriss könne ausgeschlossen werden (vgl. vorne E. 3.11).
In seinem E-Mail-Schreiben vom 26. November 2017
w
eist
er
erneut auf typische Zeichen einer Üb
erlastung hin (vgl. vorne E. 3.
12).
Dr.
I._
hält
in seinem Bericht vom 21. März 2018 hingegen
fest
, das
s
im
glei
chentags durchgeführten
MRI keine Hinweise für Degenerationen bestünden (
vgl.
Urk. 3/9). In Bezug auf das von
Dr.
A._
erwähnte Jumpers
knee
, führt
Dr.
I._
aus, dass ein Knochenödem in der Patella zwar beim Jumpers
knee
vorkommen könne, dies jedoch auch durch einen Unfall (Sturz mit direktem Schlag auf Pa
tellarsehne und Patella oder starke Zugbelastung an der Patellarsehne) verursacht werden könne
(vgl. Urk. 3/11)
.
Dr.
I._
geht des Weiteren davon aus, dass
die
Patellarsehne
mindestens drei Monate benötige, bis sie verheilt sei (vgl. E. 3.16).
Eine Stellungnahme von
Dr.
A._
zu den Ausführungen von
Dr.
I._
liegt ni
cht vor.
Damit liegen sich widersprechende
medizinische Einschätzungen vor und es be
stehen Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
A._
.
Aufgrund der aktuellen Akten
lage kann nicht g
esagt
werden, ob die Schädigungen
an
der Patellarsehne
über
lastungs
- bzw.
degener
ativ
bedingt oder unfallbedingt sind. Unklar ist ausserdem, wann eine allfällige
traumabedingte
Schädigung bzw.
ein
traumabedingte
r
Schä
digungsanteil
an der Patellarsehne
abgeheilt wäre
und welche Heilungsmassnah
men h
i
erauf zielten
.
Wie bereits erwähnt (vgl. vorne E. 5.2.1), ist ausserdem ab
zuklären, ob die bei der Beschwerdeführerin im August 2017 diagnostizierte Me
niskusläsion
auf
das
im Januar 2017
vorgefallene Anpralltrauma
zurückzuführen ist
oder nicht
.
Angesichts der Umstände erscheint es angezeigt, ein versicherungs
una
bhängiges Gutachten einzuholen. Ein Akten
gutachten
genügt, da die relevan
ten
Befunde erhoben worden sind,
ein postoperativer Zustand besteht und ledig
lich die Frage der Kausalität zu beurteilen
ist.
5.3
Nach dem Gesagten
erweist sich die vorliegende Aktenlage für die Beurteilung der strittigen Frage als ungenügend, weshalb der
Einspracheentscheid
vom 1. No
vember 2018 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen ist, damit sie die erforderlichen Abklärungen veranlasse und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.
6.
Da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2)
, ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der vertretenen Beschwerdeführerin eine angemessene Parteient
schädigung zu bezahlen (Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und
3
GSVGer
). Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1’800
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Bar
auslagen) festzusetzen.