Decision ID: af064f29-3cf7-4644-b38c-fcf010749af6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957
in Tunesien
,
reiste im Jahr 198
5
oder 1989
in die Schweiz ein (
vgl.
Urk.
6/3/3
,
Urk.
6/1
51/16), wo sie
sie zunächst als Saisonniere in einer Pizzeria und danach als Kassierer
i
n für
die
Y._
tätig war
(
Urk. 6/3/1,
Urk.
6/109/10).
In der Folge erlangte sie das Schweizer Bürger
recht (
Urk.
6/4
).
Seit dem 2
4.
Oktober 2005 arbeitete
sie
als Mitarbeiterin Hotel
lerie im
Z._
,
A._
,
zuletzt
in einem 90 %-Pen
sum
(
Urk.
6/3/4,
Urk.
6/17/1,
Urk.
6/109/10).
Am 1
4.
Mai 2014 erlitt
X._
bei einem Verkehrsunfall eine Schädel
kontusion
, ein
Thoraxtrauma
und eine Rippenfraktur (
Urk.
6/19/19
)
. Sie
meldete sich am
1
1.
November 2014
unter Hin
weis auf
diese Unfall
folgen
sowie eine posttraumatische
Belastungs
störung
, Blut
hoch
druck und
eine
Schildrüsen
unter
funktion
bei der Sozial
versiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3,
Urk.
6/8). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hin
sicht
.
Im Zuge
dieser Abklärungen zog sie
namentlich
die Akten der Unfallversi
cherung Stadt Zürich (Urk. 6/19, Urk. 6/32, Urk. 6/81)
,
den
Bericht des behan
delnd
en Psychiaters med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH, vom 1
5.
Dezember 2014
(
Urk.
6/18)
sowie dessen Verlaufsbe
richt vom
2
8.
Juli 2015 (
Urk.
6/38)
bei
.
Danach kam
die IV-Stelle
für die Kosten eines Aufbautrainings ab 1
6.
November 2015 bei der
C._
,
D._
, auf (
Urk.
6/48,
Urk.
6/54
,
Urk.
6/67
). Die Versicherte brach das Aufbautraining am 2
6.
Februar 2016 aus gesundheitlichen Gründen
(Schmerzen)
ab (
Urk.
6/65/2).
Mit Schreiben vom 1. Juni 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten den Ab
schluss der Massnahmen zur Arbeitsplatzerhaltung mit; da sie keine weiteren Eingliederungsmassnahmen, sondern die Prüfung des Rentenanspruchs wünsche, werde auch die Eingliederungsberatung abgeschlossen (Urk. 6/77, Urk. 6/78).
In der Folge holte d
ie IV-Stelle
die
Gutachten von
Dr.
med.
E._
, Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2
4.
November 2016 (
Urk.
6/109) und von
PD
Dr.
med. F._
,
MSc
, FMH Physikalisc
he Medizin und Rehabili
tation
/Rheumatologie, vom 2
0.
April 2017 (
Urk.
6/117)
ein
.
Gestützt auf diese
Gutachten hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
der IV-Stelle
in
seiner
Stel
lung
nahme vom
4.
Mai 2017
fest, dass bei der
Versicherten
durch ein
Belastbar
keits
- und Arbeitstraining innerhalb eines halben Jahres eine 75%ige Arbeitsfä
higkeit in der bisherigen Tätigkeit und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der an
gestammten Tätigkeit
erreicht werden könne
(
Urk.
6/122/
8).
Davon ausgehend
kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
6.
August 2017 die Abweisung des Gesuchs um Ausrichtung einer Invalidenrente an (
Urk.
6/123).
Dagegen erhob
die Versicherte am 1
8
.
September 2017 Einwand (
Urk.
6/128
)
. Alsdann reichte die Versicherte mit
ihrer ergänzenden
Einwandbegründung
vom 1
6.
Oktober 2017 (
Urk.
6/134) die Stellungnahme von med.
pract
.
B._
vom
5.
Oktober 2017 (
Urk.
6/133) ein.
Die IV-Stelle holte da
raufhin
das psychiatrisch-neuropsychologische Gutachten von
Dr.
med. G._
, Facharzt FMH Psy
chiatrie und Psychotherapie
, H._
,
MSc
, Neuropsychologin DAS SVNP/FSP,
zertifizierte SIM Gutachterin,
und
dipl.
psych. I._
, Fach
psychologin Neuropsychologie FSP
,
vom
2.
August/
1
0.
Oktober 2018 ein (
Urk.
6/151).
RAD-Arzt
dipl.
med. J._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seiner Stellungnahme vom 2. November 2018 fest, dass
bei der Beschwerdeführerin
seit dem 15.
Novem
ber
2017 unver
ändert eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
gegeben sei
(Urk. 6/160/5).
Die Versicherte nahm am 1
2.
Februar 2019 zu
m
psy
chia
trischen
-neuropsychologischen
Gutach
ten Stellung
(
Urk.
6/157)
und reichte mit ihrer Eingabe
den Bericht
von med.
pract
.
B._ und
K._
,
eidg
. anerkannte
Psychothera
peutin
, vom
5.
Februar 2019 (
Urk.
6/158)
ein
.
Danach gelangte die
IV-Stelle
aufgrund einer Prüfung der bei der Versicherten vorhanden Ressourcen zum Schluss, dass kein
invalidenversicherungs
rechtlich
(iv)
-relevanter
Gesundheits
sc
haden vorliege
(
Urk.
6/160/8-
9
).
Gestützt darauf
wies sie
das
Renten
begehren
der Versicherten
mit Verfügung vom
7.
Mai 2019
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
8.
Mai 2019
Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom
7.
Mai 2019 seien ihr die gesetzlichen Leistungen, mindestens aber eine halbe Invalidenrente, zuzusprechen. Eventualiter sei ein ge
richtliches Obergutachten einzuholen, insbesondere zur Frage, welche Diagnosen neben einer Panikstörung ICD-10 F41.0 im heutigen Zeitpunkt vorliegen
würden
, ob
«
die von den IV-Rechtsanwendern geltend gemachte Verdeutlichungstendenz oder gar Aggravation berechtigt sei
»
und ob eine Therapieresistenz trotz ange
messener psychotherapeutischer Behandlung
und Medikation anzunehmen sei
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juni 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage der IV-Akten,
Urk.
6/1-164)
,
was der Beschwerdeführerin am
2.
Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom
7.
Mai 2019 führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass gemäss den
medizinischen Beurteilungen
keine Be
schwerden bestünden, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
höher
gradig
und dauernd
beein
träch
tigen
würden. Unter Weiterführung der bisherigen Behandlungen könne der
Gesundheitszustand stabilisiert werden. Eine ange
passte, körperlich leichte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht zu 100
%
zumutbar (
Urk.
2
S. 1
).
Nach dem Einwand der Beschwerdeführe
rin vom 1
6.
September 2017 gegen den Vorbescheid vom
16. August 2017
sei eine Verlaufsbegutachtung durchgeführt worden. Die Gutachter
innen
hätten keine neuropsychologische
n
Diagnose
n
gestellt. Aus somatischer Sicht liege für angepasste
Tätigkeiten eine volle Arbeits
fähigkeit vor. Die von der Beschwerde
führerin geltend gemachte Arbeitsfähigkeit von 50
%
(in psychischer Hinsicht)
sei aus rein medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar,
weil keine objektive
n
Be
funde bestünden.
Es sei sodann festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin
(
bei der
neuro
psychologischen Untersuchung vom
2
5.
Juli 2018
,
Urk.
6/151/38
) -
mehrfach auf das Nicht-Mitmachen und ihre deutliche Unlust angesprochen wor
den
sei
. Mit wiederkehrenden Seuf
z
ern,
S
töhnen und klagenden Äusserungen habe sie ihrer Unlust Ausdruck gegeben. Ihre formalen Leistungen seien stark schwankend
und
nicht nachvollziehbar
gewesen
sowie
in keinem Verhältnis zu den Beobachtungen und dem klinischen Eindruck im Gespräch
gestanden
. Die Beschwerdeführerin habe sich
appellativ
, demonstrativ und über
zeichnet präsen
tiert.
Es sei
deswegen
auf eine
Vortäuschung oder eine vor
getäuschte Verstärkung von Gesundheitsstörungen geschlossen
worden
. Bei der Beschwerde
führerin
liege sodann wenig Motivation vor, an der Lebenssituation etwas zu verändern zu wol
len. Sie verharre in ihren subjektiv erlebten
Einschrän
kungen
und einer erlittenen Kränkung.
Da keine länger andauernde
gesundheit
liche
Beeinträch
tigung
mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, bestehe kein Anspruch auf eine In
validenrente
(
Urk.
2 S. 2)
.
1.3
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber im Wesentlichen geltend,
dass der psychiatrische Gutachter
Dr.
G._
eine Panikstörung diagnostiziert und seine Einschätzung einer 50%igen
Restarbe
itsfähigkeit darauf abgestützt
habe
.
Der Psychiater
med.
pract
.
B._
und die behande
lnde Psychotherapeutin
K._
hätten im
Bericht vom
5.
Februar 2019
sodann
die
Diagnose
n anhal
tende
somato
forme Schmerzstörung
,
zunehmend depressive Entwicklung im Sinne einer depressiven Störung mit stark
somatisierten
A
nteilen ICD-10 F32.11 sowie
Panik
störung
ICD-10: F41.0
gestellt.
(
Urk.
1 S. 6)
. Der Bericht mit diesen Diagnosen sei dem RA
D-Psychiater
nicht mehr
vorgelegt worden, damit sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden (
Urk.
1 S. 6-7
, S. 9
).
Die Be
schwerdegegnerin
sei zudem auf die fundierte Kritik des behandelnden Psychia
ters und der
behandelnden
Psychotherapeutin
materiell in keiner Art und Weise eingegangen, sondern
habe dazu
einfach festgehalten, dass der Vorbescheid vom 1
6.
August 2017 korrekt sei (
Urk.
1 S.
9).
Festzuhalten sei weiter, dass d
er RAD-Psychiater
Dr.
J._
den
chronifizierten
Verlauf, die 50%ige
Restarbeits
fähig
keit
und die von
Dr.
G._
im Mini-ICF-APP erhobenen
Beeinträch
tigun
gen
habe
nachvollziehen können.
Nach Lage der Akten würden s
ämtliche Mediziner
von einer dauerhaft bestehenden 50%igen
Arbeits
fähig
keit
ausgehen
(
Urk.
1 S.
7
, S.
9
)
. Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin könne
sich nicht einfach über diese medizinischen Beurteilungen hinwegsetzen, indem er behaupte,
dass eine Einschränkung der
Arbeits
fähigkeit
aufgrund der
wenigen objektiven Befunde bezüglich der Panikstörung nicht nachvollzogen werden könne (
Urk.
1 S.
4, S.
7
, S.
9
).
Zwar habe
Dr.
J._
festgehalten
,
dass sie deutliche Zeichen der
Dekon
ditionierung
und Selbstlimitierung zeige. Aller
dings
habe er ihr deswegen keine Aggravation vorgeworfen, sondern im Gegenteil fest
gehalten, dass die psychi
schen Ressourcen bei ihrer einfachen Persönlich
keits
struktur
reduziert seien (
Urk.
1 S. 8).
Die Konsistenzprüfung der Beschwerde
gegnerin
stütze sich einzig auf die verunglückte neuropsychologische
Begutach
tung
und stehe im Wider
spruch zu sämtlichen medizinischen
Beurtei
lungen
inklusive derjenigen des RAD-Arztes
.
Aufgrund der medizinischen
Beurteilungen
sei eine 50%ige Arbeitsunfä
higkeit ausgewie
sen (
Urk.
1 S. 9). Dies führe dazu, dass sie mindestens Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (
Urk.
1 S. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
2
.3
2.3.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer In
validität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.
3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
2.3.3
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschränkun
gen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4.1).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggra
vatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Stö
rung zurückzuführen wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2; vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Konstellation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
führung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
2.3.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.4
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Ab
schätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch an
hand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und so
mit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich im
mer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwor
tet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang an
dauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu er
bringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
2.5
2.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des Experten begründet sind
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.5.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
2.5.
3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be
urteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin macht zunächst eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung) geltend. Sie bringt dies
bezüglich vor, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht auf den Bericht des behandelnden Psychiaters und der
behan
delnden
Psychotherapeutin vom 5. Feb
ruar 2019 (Urk. 6/158) eingegangen sei. Zudem habe die Beschwerdegegnerin diesen Bericht dem RAD-Psychiater nicht zur Stellung
nahme vorgelegt (E. 1.3).
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge
sichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann ge
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt wer
den, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheidenden Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen kön
nen und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1). Ge
mäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des rechtlichen Ge
hörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Verfahrens
mängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angehobe
nen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Heilungs
möglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Be
troffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Ge
währung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zugemutet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderli
chen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E.
2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin war die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet, die erneute Stellungnahme des behandelnden Psychiaters dem RAD vorzulegen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_286/2017 vom 19. Juni 2017 E. 5.2 und
9C_858/2014 vom 3.
September 2015 E. 3.3
). Dass in der angefochte
nen Verfügung nicht darauf eingegangen wird, trifft zwar zu. Aus der Begrün
dung der Verfügung und dem
-
der Beschwerdeführerin vorliegenden
-
Feststel
lungsblatt (Urk. 3) geht
jedoch
hervor, dass die Beschwerdegegnerin
den Bericht zur Kenntnis genommen und
zum Schluss gekommen ist,
dass der Bericht
an ihrer
Einschätzung nichts zu ändern vermöge.
Sodann war es der Beschwerde
führerin auch ohne weiteres möglich, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Sie stellt denn auch nicht den Antrag, die Verfügung sei aus formellen Gründen aufzuheben. Soweit dennoch eine Verletzung des Gehörsanspruchs zu bejahen wäre,
hätte
diese als im vorliegenden Verfahren
vor dem mit voller Kognition ausgestatten Sozialversicherungsgericht (Art. 61
lit
. c und d ATSG)
als
geheilt
zu
gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_420/2018 vom 13. März 2019 E.
5.2.2 f.).
4.
Aus somatischer Sicht wurden im
bidisziplinären
Gutachten von Dr.
F._
und Dr.
E._
vom 20. April 2017 (Urk. 6/117) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: (1)
Chronisches
zervikovertebrales
-
spondyloge
nes
und -
zephales
Syndrom,
myofaszial
betont, degenerative Veränderungen der unteren Halswirbelsäule,
chronifiziert
und verstärkt im Rahmen der psychiatri
schen Diagnosen; (2)
Periar
t
hropathia
humeroscapularis
tendopathica
links,
Im
pingementsymptomatik
, Status nach zweimaliger
subacromialer
Infiltration; (3) Ch
ronisches
lumbovertebrales
bis -
spon
d
ylogenes
Syndrom, Status nach
Dis
kushernienoperation
L4/L5 mit sensiblem Restsyndrom L4,
Spondylarthrosen
L3 bis S1,
St
.
n
. Aktivierungen links, Wirbelsäulenfehlform und
Dekonditionierung
. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe
-
neben dem von Dr.
E._
diagnostiziert
en schädlichen Alkoholgebrauch -
eine Adipositas II (BMI 36.2 kg/m2) sowie der Verdacht auf ein metabolisches Syndrom (Urk. 6/117/14 f.).
Im Zeitpunkt der Untersuchung sei gerade eine akute Schmerzepisode im Nacken-/Schulterbereich beschrieben worden. In Bezug auf auslösende Alltagsaktivitäten hätten keine differenzierten Angaben gemacht werden können, ausser dass häufig nächtliche Schmerzen im linken Arm bestünden. Im Bereich der Lendenwirbel
säule bestünden eher differenzierte Beschwerden mit Besserung durch Bewegen und Umhergehen. Die Beweglichkeit sei im Bereich der Halswirbelsäule wenig, im Bereich der Lendenwirbelsäule mässig eingeschränkt, ohne Hinweise auf ein
ra
dikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom. In radiologischer Hinsicht bestünden teil
weise aktivierte
Spondylarthrosen
von L3 bis S1 und eine
Diskopathie
vom
Modic
Typ 2 auf Höhe von L5/S1, jedoch keine Nervenwurzelkompression, enger Spi
nalkanal oder spezifische entzündliche Veränderungen. Im Bereich der Halswir
belsäule bestünden degenerative Veränderungen von C5 bis C
7.
Das Schädel-MRI habe als Zufallsbefund eine am ehesten als
Teleangiektasie
vermutete Verände
rung ergeben (Urk. 6/117/13).
Den Schlussfolgerungen aus der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) lässt sich entnehmen, dass in Bezug auf die angestammte Tätigkeit keine arbeitsrelevanten Probleme hätten objektiviert werden können. Gemäss der ge
zeigten Leistung erfülle die Klientin die Anforderungen bezüglich Gewichtsbelas
tungen sowie der vorkommenden Haltungen und Bewegungen. Das Arbeiten über Schulterhöhe könne aufgrund der Selbstlimitierung jedoch nicht abschliessend beurteilt werden. Bei der EFL habe die Klientin ein gewisses Schmerz- und Schon
verhalten gezeigt. Sie habe mehrere Tests unter Angabe von Schmerzen in der linken Schulter und in der Lendenwirbelsäule abgebrochen. Die Leistungsbereit
schaft werde als fraglich beurteilt; die Konsistenz bei den Tests sei mässig gewe
sen. Eine mindestens mittelschwere Arbeit (mit Gewichtsbelastungen bis 20 kg) sei ganztags zumutbar. Aufgrund der Selbstlimitierung und Inkonsistenzen bei mehreren Tests könne die Zumutbarkeit nicht abschliessend beurteilt werden; dies müsse medizinisch-theoretisch erfolgen (Urk. 6/117/15).
Dr.
F._
attestierte der Beschwerdeführerin aus rein rheumatologisch-ortho
pädischer Sicht
,
unter Berücksichtigung der objektivierbaren Befunde
und
eines vermehrten Pausenbedarfs,
eine Arbeitsfähigkeit von 75
% in der angestammten Tätigkeit
. In einer angepassten Tätigkeit (höchstens mittelschwer und unter Be
rücksichtigung der maximalen Belastungsgrenzen gemäss EFL sowie mit mögli
chem Wechsel zwischen Gehen/Stehen und Sitzen, nur seltenen mit der rechten Hand ausgeübten Überkopfarbeiten und leichtem Hantieren von Lasten über Schulterhöhe beidhändig) bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/117/16).
5.
5.1
Zur
Arbeitsfähigkei
t der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht sind den Akten die folgenden
entscheidrelevanten
Gutachten und Berichte zu entnehmen:
5
.2
Med.
pract
.
B._
hielt i
m Bericht vom 1
5.
Dezember 2014
zu den
psychiat
ri
schen
Diagnosen fest, dass anamnestisch eine durchgemachte posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) vorliegen würde. Aktuell sei das Zustandsbild durch eine unspezifische Symptomatik mit Angst, Verunsicherung, allgemeiner
Labilisierung
der Affekte und Stimmungsschwankungen geprägt und
manifes
tiere
sich daher differentialdiagnostisch eher als schwere Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt gemäss ICD-10: F43.22 (
Urk.
6/18/1).
Er attestierte der Beschwerdeführerin ab dem 2
4.
September 2014 (
Behandlungs
be
ginn) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als
Hotellerieangestellte
im
Z._
(
Urk.
6/18/3).
5
.3
Im Bericht vom 2
8.
Juli 2015 diagnostizierte med.
pract
.
B._
eine schwere An
passungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22),
zur
zeit
etwas gebessert, sowie einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerz
störung
(ICD-10: F45.4). Dazu hielt er fest, dass beide Diagnosen vermutlich seit dem Verkehrsunfall vom 1
4.
Mai 2014 bestehen würden.
Die Beschwerdeführerin ar
beite seit dem 1
1.
Mai 2015 zwei halbe Tage pro Woche im
Z._
(
Urk.
6/38/4)
. Aus psychiatrischer Sicht sei sie so wie bis anhin
, das heisse zwei halbe Tage pro Woc
he, arbeitsfähig (
Urk.
6/38/6).
5
.
4
Dr.
E._
stellte im Gutachten vom 2
4.
November 2016 die folgenden Diagno
sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/109/13):
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F 43.22)
-
Panikstörung (ICD-10: F41.0)
Dazu hielt
Dr.
E._
unter anderem
fest,
dass die aktenmässig dokumentier
t
en und von ihm anamnestisch erhobenen posttraumatischen Albträume sowie
die
angstbedingte
Ver
meidungshaltung
und Akzentuierung der allgemeinen
Ängst
lichkeit
als
ursäch
lich
für die Entwicklung einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt sowie einer Panikstörung anzunehmen seien.
Gleich
zeitig könne allerdings festgehalten werden, dass die familiäre Belastung der Beschwerdeführerin in Bezug auf Hirnschläge und Herzinfarkte den pro
tra
hierten
Verlauf der Anpassungsstörung und der Panikstörung zusätzlich beein
flusst habe (
Urk.
6/109/14). Anlässlich der Exploration vom 1
5.
November 2016 habe bei der Beschwerdeführerin in der Querschnittbeurteilung aufgrund der ob
jektiv fest
gestellten mittelschweren Beeinträchtigung der allgemeinen psychi
schen
Belast
barkeit
, der geistigen Flexibilität und der allgemeinen Durch
haltefä
higkeit
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden können. Bei der Beschwer
deführerin stehe allerdings gegenwärtig eine störungsbedingte
Ve
r
meidungshal
tung
im Vordergrund, weshalb zwecks Wiederherstellung einer verwertbaren
Ar
beits
fähigkeit
berufliche Massnahmen zu empfehlen
seien
. Bei erhaltenem Tag-Nacht-Rhythmus könne der Beschwerdeführerin ein Belastbar
keitstraining
mit anschliessendem Arbeitstraining für je drei Monate empfohlen werden. Unter die
sen vorgeschlagenen beruflichen Massnahmen, ergänzend mit einer konsequen
ten Weiterführung der bereits etablierten therapeutischen Mass
nahmen sei mit einer weiteren und nachhaltigen Verbesserung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin und Wiederherstellung einer vollen Arbeitsfähigkeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt zu rechnen (
Urk.
6/109/15).
Es sei von einer sehr guten Prognose bezüglich Wieder
herstel
lung
und Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
6/109/16).
5
.
5
Med.
pract
.
B._
führte in seiner Stellungnahme
vom 5. Oktober 2017
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerde
führerin
aus, dass er die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer ihrer Ausbildung und ihrer früheren beruflichen Er
fahrung angepassten Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nach wie vor mit 20 bis 30% beurteilen würde.
Aufgrund des bisherigen Verlaufs über die letzten dreiein
halb Jahre der Behandlung gesehen, sei es unrealistisch, dass die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten auf 75
%
oder gar 100
%
gesteigert werden könne
. Die erneute Verschlechterung des
Gesundheits
zustandes
der Be
schwerdeführerin in den letzten Monaten würde sodann eher
dafür sprec
hen
, dass sie
keine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreichen könne (
Urk.
6/133/2)
.
5
.6
5
.6
.1
Dr.
G._
hielt in seinem Gutachten vom 1
0.
Oktober 2018 fest, dass als Diag
nose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eine Pa
nikstörung (ICD-10: F41.0) vorliegen würde (
Urk.
6/151/26).
Diesbezüglich führte er aus, dass eine Panikstörung mehrfach dokumentiert wor
den sei
. Auch in der Beschreibung der Krankheitsentwicklung habe die Beschwer
deführerin von mehrfachen Angstattacken, aufgrund derer die Arbeitsversuche gescheitert seien, berichtet. Sie habe ihre Angst vor Panik
attacken
und Ohn
machtsanfälle
n
und Atemprobleme in diesem Zusammenhang
geschildert
. Es be
stehe eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass es bei der Beschwerdeführerin hierbei zu Hyperventilationsattacken komme (
Urk.
6/151/26).
Weiter nahm er zu
den früher gestellten Diagnosen Stellung. Eine posttraumatische Belastungsstö
rung sowie eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Symptomen könne nicht (mehr) diagnostiziert werden. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung könne nicht sicher ausgeschlossen werden; die Schmerzsymp
tome seien aber in dieser Untersuchung nicht als vorherrschende Beschwerden geschildert worden. Ebenso
wenig
könne ein schädlicher Alkoholkonsum ausge
schlossen werden. Allerdings fehlten dazu medizinische Akten, die eine tatsäch
liche
Schädigung nachweisen würden, und die Explorandin schildere einen un
regelmässigen (nicht täglichen) Alkoholkonsum (Urk. 6/151/26).
Die ursprüngliche, an eine posttraumatische Belastungsstörung erinnernde Symp
tomatik sei einer überdauernden Angstsymptomatik im Sinne von wiederholten
Panikattacken und einem ausgesprochenen Vermeidungsverhalten gewichen. Die restliche, heute geschilderte Symptomatik, bestehend aus depressiver Stimmungs
lage, Lebensüberdruss, Schlafstörungen, als auch die somatischen Schmerzsyn
drome, wirkten insgesamt unspezifisch und könnten, nebst der vorhandenen Panikstörung, keiner eigenständigen psychiatrischen Diagnose
zugerechnet werden. Mittlerweile habe sich eine ausgeprägte
Dekonditionierung
eingestellt. Die Ex
plorandin könne sich zwar vorstellen, 50 % im Verkauf oder im Service tätig zu sein; sie unternehme jedoch, abgesehen von unregelmässigen Therapiesitzungen, keine merklichen Fortschritte und zeige insgesamt wenig Motivation, an ihrer Lebenssituation etwas verändern zu wollen. Sie verharre vielmehr in ihren sub
jektiv erlebten Einschränkungen und der erlittenen Kränkung (Urk. 6/151/31 f.). Weiter
wies
der Gutachter mehrmals darauf hin, dass eine Aggravation nicht si
cher
habe ausgeschlossen werden können (vgl. Urk. 6/151/21, Urk. 6/151/31, Urk. 6/151/32).
Betreffend die im Psychostatus festgestellten kognitiven Ein
schränkungen (
Urk. 6/151/20)
verwies er
auf das neuropsychologische Gutachten (Urk. 6/151/30).
Aus fachärztlich-psychiatrischer Sicht sollte die Beschwerdeführerin medizi
nisch-theoretisch in der Lage sein, während fünf Stunden pro Tag eine Tätigkeit im bisherigen Einsatzbereich als
Hotellerieangestellte
auszuüben. Aufgrund des ausgeprägten Vermeidungsverhaltens, welches assoziiert sei mit der bestehenden Panikstörung, sei eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20
%
anzuneh
men. Es sei von einer 50%igen Gesamtarbeitsfähigkeit, bezogen auf ein 100%-Pensum, auszugehen (
Urk.
6/151/34). Auch für angepasste Tätigkeiten
(Arbeiten
ohne Zeit- und Leistungsdruck)
sei eine der Einschätzung der
bisheri
gen Tätigkeit analoge Arbeitsfähigkeit anzunehmen
(
Urk.
6/151/35).
Die Bemessung der Ar
beitsfähigkeit erfolge in Abstraktion von
nicht ursächlich am Krankheitsgesche
hen beteiligten psychosozialen Faktoren; dazu gehörten
namentlich
das Fehlen
einer eigentlichen Tagesstruktur respektive die Arbeitslosigkeit sowie die kon
flikthafte Beziehung zur einzigen Tochter (Urk. 6/151/33).
Anzumerken sei, dass die sehr optimistisch gefasste Prognose von
Dr.
E._
nicht eingetroffen sei und zum heutigen Zeitpunkt angesichts des mittlerweile
chronifizierten
Verlaufs sicherlich nicht mehr gestellt werden könne (
Urk.
6/151/36).
5
.6
.2
Die Neuropsychologinnen
H._
und
I._
führte
n
in ihrer Beurteilung vom
2.
August 2018
unter anderem
aus, dass die neuropsychologische Untersuchung ein deutlich überlagertes Bild ergeben habe. Die formalen Leistungen
seien stark schwankend und nicht nachvollziehbar
ge
wesen und hätten in keinem Verhältnis zu den Beobachtungen und dem
klini
schen
Eindruck im Gespräch gestanden. Die Beschwerdeführerin habe sich
appellativ
, demonstrativ und überzeichnet präsen
tiert
. Bereits von der Arbeitsintegration
C._
sowie von
Dr.
E._
sei festge
halten worden, dass die erhaltenen
Resultate des d2 Aufmerksamkeits- und Be
lastungstest
nicht hätten ausgewertet werden könne
n
. Auch das bei ihrer Unter
suchung vom 2
7.
Juli 2018 erhaltene Testresultat habe sich derart abweichend
gezeigt
zur Verhaltensbeobachtung mit regelrechter
inhaltlicher Aufrechterhal
tung der zu beklagenden Beschwerden, der dargestellten Wachheit und verbalem Spontan
antrieb, dass eine regelrechte Interpretation des Ergebnisses im Zusam
menhang mit dem Verhalten nicht möglich sei.
Auch die Verhaltensbeobachtung und das Testresultat beim Zahlenverbindungstest hätten sich derart auffällig prä
sentiert, dass dieses Resultat in Diskrepanz mit der Tatsache stehe, dass die Ver
sicherte selbständig und pünktlich mit dem Zug den Weg an den Untersuchungs
ort gefunden habe.
Diskrepan
zen
würden
sich auch aus dem Anamnesegespräch ergeben. Die Beschwerde
führerin
habe eine ausgeprägte Vergesslichkeit beklagt. Sie habe jedoch beim Thema Belastung, Schmerz und Einschränkungen differen
ziert und detailliert über
die im Verlauf zunehmenden Einschränkungen durch die körperlich bedingten Beschwerden berichtet. Sie habe sodann auch detailliert wiedergeben können, welche Untersuchungen im
L._
nach einem Ohnmachtsanfall durchgeführt worden seien. Die Beschwerdeführerin habe im Gespräch auch keine Satzabbrüche gezeigt und sei inhaltlich durchwegs ko
härent
gewesen
. Wäre eine Gedächtnisstörung in dem Ausmass, wie
von der
Be
schwerde
führerin
berichtet und in der Untersuchung präsentiert
,
vorhanden, wäre auch die Metakognition nicht mehr präsent und somit der Leidensdruck über das Unfall
geschehen und die körperlichen Beschwerden weniger reflektiert und be
lastend (in der Erfahrung)
und auch das Schmerzverhalten würde nicht in dem Masse dargestellt werden können
. Die durchgeführten Tests würden sodann Zwei
fel
an der Mitwirkung der Beschwerdeführerin begründen. Die Ergebnisse, die
erzielt worden seien
, würden mit Sicherheit eine eingeschränkte
Anstrengungs
bereitschaft
zeigen. D
aher
sei
eine Vortäuschung oder vorgetäuschte Verstärkung v
on Gesundheitsstörungen
zu einem wesentlichen Teil der Reflexion und der Steuerung der
Be
schwerdeführerin zugänglich
(
Urk.
6/151/49). Da jedoch auf
grund
der ausgeprägten negativen Antwortverzerrungen auf der Befundlage keine positive Aussage über tatsächliche, authentische Symptome gemacht
wer
den
könne, sei die Frage der Simulation im vorliegenden Fall nicht
entscheidbar
(
Urk.
6/151/49-50)
.
In Zusammenschau aller vorliegenden Informationen könne aufgrund der eingeschränkten Mitarbeit der Beschwerdeführerin
keine Aussage, in welchem Ausprägungsgrad eine kognitive Störung objektiv und valide vor
handen sei, gemacht
werden
(
Urk.
6/151/50).
5
.7
Der
RAD-
Psychiater
dipl.
med.
J._
hielt in seiner Stellungnahme vom
2.
No
vember 2018 zum Schweregrad des Gesundheitsschadens
der Beschwerde
führerin
fest, dass es sich um einen
chronifizierten
Verlauf handle. Die Beschwerde
führe
rin
sei eingeengt auf ihr aktuelles Leiden. Sie habe darüber hinaus zahlreiche somatische Beschwerden geschildert. Durch die bestehende Behandlung könne günstigenfalls die aktuelle Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben. Von einer relevanten Verbesserung könne nicht ausgegangen werden. Insofern bestehe hier eine un
günstige Prognose. Es sei hier anzumerken, dass die sehr optimistisch gefasste Prognose von
Dr.
E._
nicht eingetroffen sei und zum heutigen Zeitpunkt an
gesichts des mittlerweile
chronifizierten
Verlaufs sicherlich nicht mehr geteilt werden könne. Psychosoziale Belastungen würden das Fehlen einer eigentlichen Tagesstruktur, respektive die
Arbeits
losigkeit
selbst betreffen.
Weiter bestehe eine konflikthafte Beziehung zur einzigen Tochter. Dies sei bei der Ermittlung der me
dizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. Die Beschwerde
führerin zeige deutliche Zeichen der
Dekonditionierung
und Selbstlimitierung. Die psychischen Res
sourcen
würden bei einfacher Persönlich
keitsstruktur
redu
ziert erscheinen (
Urk.
6/160/6). Die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin Hotellerie entspreche einer optimal
ange
passten Tätigkeit. Seit dem 1
5.
November 2017 bestehe unverändert eine 50%ige Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin
(
Urk.
6/160/5).
5
.
8
Der Stellungnahme von med. prakt.
B._
und der behandelnden
Psychothera
peutin
K._
vom
5.
Februar 2019
sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen (
Urk.
6/158/2):
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
-
D
ifferentialdiagnostisch
: Zunehmend depressive Entwicklung im Sinne ei
ner depressiven Störung mit stark
somatisierten
Anteilen (ICD-10: F32.11)
-
Panikstörung (ICD-10:
F41.0)
Sie führten weiter aus, dass eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50
%
nach wie vor das höchste, nur bei «wohlwollenden
Rahmenbedingungen»
realistisch zu erwartende Mass darstellen würde
(
Urk.
6/158/2)
.
Zudem hielten sie fest, dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb überhaupt eine
neuro
psycho
logi
sche
Untersuchung und Begutachtung durchgeführt worden sei. Bei der Be
schwerdeführerin sei zu keinem Zeitpunkt eine über eine Mild
Traumatic
Brain
Injury
(MTBI) hinausgehende, traumatische Hirnverletzung in Betracht gezogen worden
.
Dass dann aufgrund einer Überforderung der Beschwerdeführerin
und einer offensichtlich verunglückten Testsituation sogleich eine «mangelnde Mit
wirkung» abgeleitet worden sei, sei nicht unbedingt Ausdruck einer
profes
sionel
len
Haltung der Neuropsychologin
nen
(
Urk.
6/158/3).
6
.
6.1
Bezüglich der Prüfung eines allfälligen
Rentena
nspruchs der Beschwerdeführerin ist zunächst festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
gemäss
dem Gutachter
PD Dr.
F._
aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht medizinisch-theo
retisch in der angestammten Tätigkeit zu 75 % und in einer
leidensange
pass
ten
Tätigkeit gemäss Belastungsprofil zu 100 % arbeitsfähig
ist
(
E. 4
). Dies blieb im vorliegenden Verfahren seitens der Beschwerdeführerin unbestritten.
6.2
Weiter ist unbestritten, dass das psychiatrische Gutachten von Dr.
G._
den
allgemeinen
Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (E. 2.5.1) entspricht. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht der Einschätzung des Gutachters
, wonach aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestehe,
nach Vornahme einer Ressourcenprüfung nicht gefolgt
ist.
6.2.1
Der psychiatrische Gutachter
hat
-
wie die Beschwerdeführerin gr
undsätzlich zu Recht vorbringt -
bei seiner Beurteilung die nach der Rechtsprechung massge
benden normativen Rahmenbedingungen (E. 2.3.4) berücksichtigt.
Allerdings ist gemäss BGE 145 V 361 von einer lege
artis
erfolgten medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit, welche den massgebenden normativen Rahmenbedingun
gen entspricht, aus triftigen Gründen abzuweichen. Solche triftigen Gründe liegen vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme einer Arbeitsunfähigkeit letztlich, im Ergebnis, unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von Konsistenz und materieller Beweislast der versicherten Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht überzeugt (BGE 145 V 361 E. 4.3).
Eine auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruhende Leistungseinschränkung vermag praxisge
mäss keine anspruchsbegründende Invalidität zu begründen (vgl. E. 2.3.3).
6.2.2
Dr.
G._
wies in seinem Gutachten mehrfach darauf hin, dass eine Aggravation nicht sicher habe ausgeschlossen werden
können
. Er berichtete von einer auffällig hohen
Klagsamkeit
sowie einer wenig ausführlichen und insgesamt wenig spezi
fisch anmutenden Beschwerdeschilderung
der Beschwerdeführerin (Urk. 6/151/
32). Die Neuropsychologinnen stellten erhebliche Diskrepanzen zwi
schen den Testresultaten und dem beobachtbaren Verhalten
fest und formulierten den Verdacht auf eine bewusste Vortäuschung oder vorgetäuschte Verstärkung von Gesundheitsstörungen.
Da jedoch aufgrund der ausgeprägten negativen Ant
wortverzerrungen auf der Befundlage keine positive Aussage über tatsächliche, authentische Symptome gemacht werden könne, sei die Frage der Simulation im vorliegenden Fall nicht
entscheidbar
(E. 5.6.2).
Weiter hielt Dr.
E._
in seinem Gutachten fest, dass die Ergebnisse des d2-Tests (Aufmerksamkeits- und Belas
tungstest) nicht verwertbar seien, weil sie in einer extremen Diskrepanz zu den objektiven Befunden stünden und damit nicht auf ein psychisches Leiden zurück
zuführen seien. Auch durch die EFL ko
nnte aufgrund der Selbstlimitierung und Inkonsistenzen keine zuverlässige Beurteilung der Leistungsfähigkeit
erfolgen (E. 4).
Das Aufbautraining brach die Versicherte am 26. Februar 2016 unter Hinweis
auf
zunehmende
Schmerzen ab
; die Eingliederungsbemühungen wurden schliesslich auf Wunsch der Beschwerdeführerin abgeschlossen (vgl. Sachverhalt).
Dem Be
richt C._
vom 3. März 2016 (Urk. 6/67) lässt sich sodann entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in der ersten Zeit Mühe gehabt habe, sich an das neue Arbeitsumfeld zu gewöhnen und sich auf das Arbeitstrai
ning einzulassen. Ab Mitte Dezember sei ihr dies besser gelungen. Im neuen Jahr habe si
e
wieder vermehrt mit ihrer Situation und den Schmerzen gehadert. An der Standortbestimmung vom 14. Januar 2016 sei vereinbart worden, das Trai
ning weiterzuführen und gleichzeitig die Möglichkeit einer Schmerztherapie
oder eines Aufenthaltes in einer Schmerzklinik zu prüfen. Am 21. Januar 2016 habe sie den
Casemanager
informiert, dass sie sich entschlossen habe, die Massnahme abzubrechen. Als Gründe habe sie die vermehrten Schmerzen, die grössere An
triebslosigkeit und das Umfeld in den Trainingsarbeitsplätzen angegeben. Ihr sei zu diesem Zeitpunkt auch
bewusstgeworden
, dass ihre Arthrose-Schmerzen zu
künftig kaum verschwinden würden, sie damit leben müsse und sich vermehrt wieder sportlich betätigen müsse (
Urk. 6/67/3). Die beiden Tests (
Valpartest
Problemlösen, Aufmerksamkeits-Belastungstest-D2-R) hätten nicht ausgewertet werden können, da die Resultate in einem sehr tiefen Bereich gelegen hätten und die Gründe hierfür nicht hätten eruiert werden können (Urk. 6/67
/4). Der
Bericht
enthält keine Hinweise darauf
, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund einer Panikstörung an der Teilnahme am Arbeitstraining gehindert gewesen wäre.
6.3
A
us Akten
ergeben sich somit
erhebliche Hinweise
dafür
, dass die
von Dr.
G._
attestierte Leistungseinschränkung
nicht
primär
durch die diagnostizierte psychi
sche Störung
, sondern durch Aggravation,
begründet ist.
Eine Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 und Art. 7
ATSG ist
vor diesem Hinter
grund
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt
, was sich nach den
Regeln über die
materielle
Beweislast
zuun
gunsten
der Beschwerdeführerin auswirkt
.
6.4
Eine erneute Begutachtung ist nicht angezeigt, zumal
sich die Hinweise auf eine Aggravation entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht
lediglich aus der
«
verunglückte
n»
neuropsychologische
n
Begutachtung (Urk. 1 S.
9) erge
ben.
Daran vermag auch die
Stellungnahme des behandelnden Psychiaters und der behandelnden Psychotherapeutin vom 5. Februar 2019 (Urk. 6/158, vgl. E. 5.8) nichts zu ändern.
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stammten Tätigkeit zu 75 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit gemäss näher beschriebenem Belastungsprofil (E. 4) zu 100 % arbeitsfähig ist.
Die Be
schwerdegegnerin hat
das
Leistungsbegehren
der Beschwerdeführerin
daher zu Recht abgelehnt
, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig
. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
auf
wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Gerichts
kosten in der Höhe von
Fr.
800
.--
der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.