Decision ID: 6d9198a5-6248-467c-a188-7cecc70851fc
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser, Marktstrasse 2, Postfach,
8853 Lachen SZ,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1978 geborene K._ war als Rundschleifer bei der A._ tätig und dadurch
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
versichert. Dr. med. B._, Facharzt Pneumologie FMH, diagnostizierte im Bericht vom
8. Januar 2003 eine progrediente Lungenfibrose unklarer Ätiologie (Suva-act. 4). Dr.
med. C._, Facharzt FMH Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, Abteilung
Arbeitsmedizin Suva, hielt im Bericht vom 8. Januar 2003 (Suva-act. 5) fest, dass sich
nach erfolgter Arbeitsplatzüberprüfung keine genügenden Hinweise für eine berufliche
Auslösung der beginnenden Fibrose ergeben würden. Gegen eine berufliche Ursache
spreche auch die kurze Expositionszeit von weniger als zwei Jahren. Am 28. Januar
2003 erfolgte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eine offene Lungenbiopsie (Suva-act.
6). Es sei zu vermuten, dass die festgestellten Veränderungen in Zusammenhang mit
der Exposition am Arbeitsplatz stehen könnten. Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Pathologie, UniversitätsSpital Zürich, konnte den Befund der durchgeführten
Lungenbiopsie nicht einer bekannten Entität zuschreiben. Die Vermutung, dass eine
exogene Noxe mit Angriff am Alveolarepithel vorliegen könnte, scheine plausibel (Suva-
act. 12). Zur genaueren Abklärung veranlasste Dr. D._ eine Lungenstaubanalyse
(Suva-act. 37). Eine durch lösliche Substanzen beziehungsweise organische Stoffe
ausgelöste Fibrose könne zwar nicht ausgeschlossen werden. Histologisch seien aber
keine für eine exogen allergische Alveolitis typischen Merkmale vorhanden.
A.b Mit Schreiben vom 27. März 2003 (Suva-act. 52) wurde dem Versicherten der
Arbeitsvertrag per 31. Mai 2003 gekündigt.
A.c Am 17. Juli 2003 wurde der Versicherte im UniversitätsSpital Zürich, Abteilung
Pneumologie, untersucht. Im Gutachten vom 21. August 2003 (Suva-act. 42) hielt
Prof. Dr. E._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Pneumologie, fest, dass,
nachdem andere Ursachen für eine interstitielle Lungenkrankheit ausgeschlossen
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worden seien (Systemerkrankung mit Lungenbeteiligung, pneumotoxische
Medikamente, exogen allergische Alveolitis, Sarkoidose, Raucher-assoziierte
Bronchiolitis/desquamative Pneumopathie oder Histiozytosis-X), trotz fehlenden
Aspekten für eine eigentliche Pneumokoniose oder eine akute bis subakute
Hypersensitivitätreaktion gegen Substanzen am Arbeitsplatz, doch davon ausgegangen
werden müsse, dass die Lungenerkrankung durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst
worden sei.
A.d Am 13. Oktober 2003 erliess die Suva eine Nichteignungsverfügung für alle
Arbeiten mit Exposition zu Schleifaerosolen von mineralölhaltigen und synthetischen
Kühlschmieremulsionen (Suva-act. 47). Mit Schreiben vom 4. Dezember 2003 teilte die
Suva dem Versicherten mit, dass die Beschwerden als Berufskrankheit anerkannt
würden und die gesetzlichen Versicherungsleistungen erbracht werden könnten (Suva-
act 57). Am 25. März 2004 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass ein Anspruch auf
eine Übergangsentschädigung bestehe (Suva-act. 67).
A.e Im Schreiben vom 12. November 2003 (Suva-act. 51) teilte Dr. B._ mit, dass er
die Behandlung beim Versicherten am 11. November 2003 fürs erste abgeschlossen
habe. Die Lungen seien wieder so gut wie gesund. Die interstitiellen Veränderungen
hätten sich markant zurückgebildet und ergospirometrisch sei keine
Belastungshypoxämie mehr nachweisbar. Ab August 2005 erfolgten weitere
Untersuchungen bei Dr. B._, welche grundsätzlich die Heilung der Lungenkrankheit
bestätigten (vgl. Suva-act. 91 und 110).
A.f Im Bericht vom 15. Januar 2008 (Suva-act. 147) stellte Dr. B._ ein schweres
Rezidiv einer im Januar 2003 diagnostizierten mutmasslich berufsbedingten diffus
parenchymatösen Lungenerkrankung fest. In der Stellungnahme vom 1. Februar 2008
(Suva-act. 149) teilte Dr. C._ mit, dass sich das Rezidiv nicht mehr mit einer
beruflichen Exposition erklären lasse, da der Versicherte seit mehr als vier Jahren nicht
mehr beruflichen Noxen ausgesetzt gewesen sei.
A.g Mit Verfügung vom 17. März 2008 (Suva-act. 155) eröffnete die Suva dem
Versicherten, dass sich das Wiederauftreten der Lungenprobleme nicht mehr mit einer
beruflichen Exposition erklären lasse. Da ein rechtsgenüglicher Zusammenhang
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zwischen der Erkrankung und der beruflichen Tätigkeit nicht angenommen werden
könne, könnten keine weiteren Leistungen mehr erbracht werden.
A.h Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 25. Juni 2008 (Suva-act. 164) ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic.iur.
Kaspar Noser, Lachen SZ, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom
27. August 2008 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 25. Juni 2008 sei
aufzuheben und die Beschwerdesache sei an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung
des Sachverhalts und zur Neuentscheidung zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Dem Beschwerdeführer seien für das
Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Der Rechtsvertreter ersuchte in der Beschwerde
zudem um Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Zur Begründung wird im
Wesentlichen ausgeführt, dass sich Dr. C._ bei seiner Einschätzung nicht vertieft mit
dem Arztbericht von
Dr. B._ vom 15. Januar 2008 auseinandergesetzt habe. Dr. C._ sei zudem kein
Lungenspezialist, weshalb seine Einschätzung nicht das gleiche Gewicht haben könne,
wie die Feststellungen von Dr. B._. Es sei durchaus möglich, dass ein ursprünglich
diagnostiziertes Lungenleiden, das nach einiger Zeit als geheilt oder mindestens als
zum Stillstand gekommen angesehen werde, wieder akut werde. Der
Kausalzusammenhang könne nicht ohne vertiefte fachmedizinische Abklärungen
verneint werden. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Pflicht verletzt, den
rechtserheblichen Sachverhalt umfassend abzuklären. Dem Bericht von Dr. B._
müsse ein gesteigerter Beweiswert beigemessen werden, da er die Problematik gut
kenne und den Beschwerdeführer schon länger behandle. Die Einschätzung von Dr.
C._ beschäftige sich nicht umfassend mit der aktuellen Lungenproblematik und
beruhe nicht auf eigenen Untersuchungen. Auch wenn der Zeitablauf in Rezidivfällen
eine wichtige Rolle spiele, könne er nicht ohne weitere Abklärungen als Umstand gegen
das Bestehen eines Rezidivs angeführt werden. Dies gelte besonders für Krankheiten
im Lungenbereich, welche zum Stillstand kommen und wieder ausbrechen könnten.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 11. November 2008 beantragt Rechtsanwalt
Dr. iur. Urs Glaus, St. Gallen, im Namen der Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde. Dr. C._ habe sich hinreichend mit dem Bericht von Dr. B._ vom
15. Januar 2008 auseinandergesetzt. Es sei nicht einzusehen, wieso der Beurteilung
von Dr. B._ mehr Gewicht beizumessen sei als derjenigen von Dr. C._ als
ausgewiesenem Spezialisten in arbeitsmedizinischen Angelegenheiten. Zudem habe
Dr. B._ seine Behauptung, es liege ein Rezidiv der DLPD (Diffuse Lungenparenchym
erkrankung) vor, mit keinem Wort begründet. Sodann gehe Dr. B._ selber nicht von
einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang aus. Es sei unzutreffend,
dass aus der Annahme einer Berufskrankheit im Jahr 2003 auch die heutigen Probleme
auf die damals angenommene Ursache zurückzuführen seien.
B.c In der Replik vom 15. Dezember 2008 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an den gestellten Anträgen fest.
B.d Mit Duplik vom 22. Dezember 2008 liess auch die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalten.
B.e Mit Schreiben vom 21. Januar und 3. März 2009 legte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers drei Berichte des Kantonsspitals St. Gallen, Departement Innere
Medizin und Kardiologie, vom 15. Januar und 6. Februar 2009 ins Recht.
C.
An der mündlichen Verhandlung vom 17. Juni 2009 hielten die Parteien an den
gestellten Anträgen und Rechtsbegehren fest. Auf die einzelnen Vorbringen wird,
soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die ab Dezember 2007 erneut
geklagten Lungenprobleme im Zusammenhang mit der im Dezember 2003 anerkannten
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Berufskrankheit stehen oder ob die Beschwerdegegnerin zu Recht keine
Versicherungsleistungen mehr erbracht hat.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Berufskrankheiten sind, soweit nichts anderes bestimmt ist, von ihrem
Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt (Art. 9 Abs. 3 UVG). Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen
im Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der
gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die
Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall
die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene
gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine
Tatfrage, worüber die Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, BGE 119 V 337 f. E. 1).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe
des Arztes ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während
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es dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die
Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
2.2 Die gesetzlichen und verordnungsmässigen Grundlagen bezüglich
Berufskrankheiten sowie bei Rückfällen und Spätfolgen versicherter Ereignisse hat die
Beschwerdegegnerin zutreffend dargelegt. Zu ergänzen ist, dass die Beweislast für das
Bestehen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den erneut geltend
gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim Unfall - respektive vorliegend bei der
Berufskrankheit - erlittenen Gesundheitsschädigung der Leistungsansprecher trägt.
Beweislosigkeit wirkt sich zu seinen Ungunsten aus (Urteil U 557/06 des
Bundesgerichts vom 4. Oktober 2007 E. 2). Ebenfalls korrekt sind die Ausführungen
über die massgeblichen Beweisgrundsätze samt den Verweisen auf die jeweils
einschlägige Rechtsprechung. Darauf kann verwiesen werden.
3.
Mit Schreiben vom 4. Dezember 2003 anerkannte die Beschwerdegegnerin die
geklagten Beschwerden als Berufskrankheit und erbrachte die entsprechenden
Versicherungsleistungen. Dabei stützte sie sich insbesondere auf das Gutachten von
Dr. E._ vom 21. August 2003. Gemäss Dr. E._ ist davon auszugehen, dass trotz
fehlenden Aspekten für eine eigentliche Pneumokoniose oder eine akute bis subakute
Hypersensitivitätreaktion gegen Substanzen am Arbeitsplatz die Lungenerkrankung
durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst wurde, nachdem andere Ursachen für eine
interstitielle Lungenkrankheit ausgeschlossen wurden. Die Beschwerdegegnerin macht
im Beschwerdeverfahren geltend, dass sich die Anerkennung als Berufskrankheit im
Jahr 2003 im Nachhinein als falsch erwiesen habe. Die Berufskrankheit konnte gemäss
Aktenlage nicht mittels eindeutigen medizinischen Befunden nachgewiesen werden,
sondern basiert vielmehr auf dem Ausschlussprinzip anderer Ursachen. Dr. C._ hat
bereits im Schreiben vom 8. Januar 2003 mitgeteilt, dass sich keine genügenden
Hinweise für eine berufliche Auslösung der beginnenden Fibrose ergeben würden und
sodann die kurze Expositionszeit von weniger als zwei Jahren gegen eine berufliche
Ursache spreche. Insgesamt sind den vorliegenden Akten einige Anhaltspunkte zu
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entnehmen, die Zweifel an einer berufsbedingten Erkrankung begründen. Allerdings
braucht die Frage, ob es sich bei den damals geklagten Beschwerden um eine
Berufskrankheit gehandelt hat, vorliegend nicht abschliessend beurteilt zu werden, da
die folgenden Erwägungen zeigen werden, dass ein Kausalzusammenhang zu den
Ende 2007 neu geltend gemachten Beschwerden ohnehin nicht gegeben ist.
4.
4.1 Nachdem Dr. B._ im Schreiben vom 12. November 2003 den Fall bei gutem
Gesundheitszustand für abgeschlossen erklärte, erfolgten ab September 2005 weitere
Konsultationen des Beschwerdeführers. Im Bericht vom 27. September 2005 (Suva-
act. 91) wird festgehalten, dass bei dieser berufsassoziierten, nicht näher
spezifizierbaren interstitiellen Lungenkrankheit von einer (funktionell kaum ins Gewicht
fallenden) Defektheilung gesprochen werden müsse. Die Lungenfunktionen seien bei
zwar suboptimaler Kooperation nicht sicher zu verwerten. Ergospirometrisch und
belastungsoxymetrisch sehe man aber doch eine pathologisch zu wertende diskrete
Belastungshypoxämie. Es sei davon auszugehen, dass diese Lungenkrankheit seit
längerem zum Stillstand gekommen sei. Im Bericht vom 5. Oktober 2006 (Suva-act.
110) beurteilt Dr. B._ die Situation dahingehend, dass die Lungen und Bronchien des
Versicherten wieder gesund seien. Die ergospirometrische Verschlechterung
gegenüber dem Vorjahr sei nicht Ausdruck einer pulmonalen oder
kardiozirkulatorischen Erkrankung, sondern rein "peripher" bedingt durch
Dekonditionierung, kein Stehvermögen und fehlende Motivation. Der Versicherte habe
seine Berufskrankheit anscheinend psychisch nicht überwunden. Entsprechend müsse
der therapeutische Hebel nicht bei der Lunge, sondern in der Psyche, respektive im
psychosozialen Bereich angesetzt werden. Aus pneumologischer Optik könne,
respektive müsse der Fall jetzt abgeschlossen werden. Dr. med. D._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, stellte im Schreiben vom 22. November 2006 (Suva-act. 119) die
Diagnose einer Anpassungsstörung. Der Beschwerdeführer habe jegliches Vertrauen in
seinen Körper verloren. Er erlebe die Lungenerkrankung völlig traumatisierend und
könne nicht annehmen, dass die Lunge wieder gesund sei, da er sich krank fühle.
Im Bericht vom 15. Januar 2008 (Suva-act. 147) stellte Dr. B._ ein schweres Rezidiv
einer im Januar 2003 diagnostizierten mutmasslich berufsbedingten diffus
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parenchymatösen Lungenerkrankung fest. Obwohl in der aktuellen HRCT (High
Resolution Computertomographie) keine wesentliche Lungenfibrose vorhanden sei,
müsse jetzt von einer Entwicklung ähnlich der idiopathisch pulmonalen Fibrose (IPF)
ausgegangen werden. Dafür spreche nicht zuletzt der Nachweis einer signifikanten
Eosinophilie in der durchgeführten bronchoalveolären Lavage.
4.2 Diesbezüglich teilt Dr. C._ in der Stellungnahme vom 1. Februar 2008 mit, dass
sich bei der Untersuchung im Dezember 2007 keine Progredienz der Fibrose gefunden
habe. Hingegen zeige die Lungenfunktion eine deutliche Schrumpfungstendenz der
Lungen. Der Beschwerdeführer sei seit mehr als vier Jahren nicht mehr den beruflichen
Noxen ausgesetzt gewesen. Bei der Untersuchung von Dr. B._ im September 2006
seien die Lungenfunktionswerte normal gewesen. Das Rezidiv lasse sich nicht mehr mit
einer beruflichen Exposition erklären. Im Nachhinein spreche auch nichts für die
Verursachung des ersten Schubes im Jahr 2003 durch die berufliche Tätigkeit.
Mit Schreiben vom 13. März 2008 (Suva-act. 156/2) nimmt Dr. B._ zur Argumentation
der Beschwerdegegnerin Stellung. Sicher könne man wie die Beschwerdegegnerin
argumentieren, nur sei es dann unlogisch, dass die Lungenkrankheit vor vier Jahren (es
handle sich wohl um dieselbe wie heute) nicht damals schon als Berufskrankheit
aberkannt worden sei. Tatsächlich habe sich die Lungenkrankheit beim
Beschwerdeführer erstmals im Januar 2003 im Kontakt mit beruflicher Exposition zu
Schleifaerosolen und mineralölhaltigen synthetischen Kühlemulsionen manifestiert. Die
Familienanamnese sei nicht durch Lungenkrankheiten belastet. Eine familiäre
Erkrankung, z.B. im Sinn der Lungenfibrose, sei also sehr unwahrscheinlich. Andere
exogene Faktoren seien im Umfeld des Beschwerdeführers ebenfalls nicht eruierbar.
Man müsse sich also die Frage stellen, ob diese Lungenerkrankung auch ohne die
frühere berufliche Exposition aufgetreten wäre. Diese Frage müsse differenziert
nochmals diskutiert werden. Die Beschwerdegegnerin könne sich da nicht einfach
herausreden.
4.3 Dr. B._ stellt im Januar 2008 ein Rezidiv einer mutmasslich berufsbedingten
Lungenerkrankung fest. Zu Recht macht die Beschwerdegegnerin diesbezüglich
geltend, dass Dr. B._ im Schreiben vom 15. Januar 2008 einen Zusammenhang zur
ursprünglich festgestellten Berufskrankheit nicht begründet. Gemäss Dr. B._ müsse
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von einer Entwicklung ähnlich der idiopathisch pulmonalen Fibrose ausgegangen
werden. Aufgrund dieser Ausführungen ist eher davon auszugehen, dass Dr. B._ die
Ursachen der Erkrankung medizinisch nicht eindeutig nachweisen kann. Zumindest ist
aufgrund des Berichts nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit dargelegt, dass die Lungenerkrankung auf die ursprünglich
attestierte Berufskrankheit aus dem Jahr 2003 zurückzuführen ist.
4.4 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im angefochtenen Einspracheentscheid
hauptsächlich auf die Stellungnahme von Dr. C._ vom 1. Februar 2008. Sie führt zu
Recht aus, dass den Berichten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zukommen
kann, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Diese
rechtssprechungsgemässen Voraussetzungen an einen Bericht eines
versicherungsinternen Arztes sind vorliegend erfüllt. Die - wenn auch etwas knapp
ausgefallene - Begründung von Dr. C._ erscheint schlüssig und ist nachvollziehbar.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat sich Dr. C._ hinreichend mit
den Berichten von Dr. B._ auseinandergesetzt. Sodann ist einem ausgewiesenen
Arbeitsmediziner zumutbar, die verschiedenen, teils fachspezifischen Berichte
rechtsgenüglich zu würdigen. Der medizinischen Aktenlage ist eindeutig zu entnehmen,
dass sich nach dem Behandlungsabschluss im November 2003 die vom
Beschwerdeführer noch geklagten Lungenprobleme nicht mehr mit den objektiven
Befunden deckten. Die Berichte von Dr. B._ in den Jahren 2005 und 2006 belegen
eindeutig, dass die Lungenerkrankung zum Stillstand gekommen war und die Lungen
und Bronchien wieder gesund waren. Sodann stellt Dr. D._ im Bericht vom 22.
November 2006 fest, dass während dieser Zeit beim Beschwerdeführer eine
Anpassungsstörung vorgelegen hatte und offenbar die Lungenprobleme durch die
psychischen Beschwerden unterhalten wurden. Die ursprünglich als Berufskrankheit
taxierte Lungenerkrankung war somit spätestens im Jahr 2006 vollständig ausgeheilt.
Der Beschwerdeführer ist seit seiner Kündigung per 31. Mai 2003 keiner beruflichen
Tätigkeit mehr nachgegangen und war somit bis Ende 2007 keinen Stoffen mehr
ausgesetzt, die eine Berufskrankheit wie möglicherweise im Jahr 2003 hätte auslösen
können. Aufgrund dieser Umstände erscheint ein Kausalzusammenhang zwischen der
Berufskrankheit und den erneut geklagten Beschwerden nicht rechtsgenüglich
nachgewiesen. Dies umso weniger, als rechtsprechungsgemäss zu beachten ist, dass
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je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall - vorliegend Berufskrankheit -
und dem Auftreten der neuen gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere
Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen sind (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c mit
Hinweisen).
Zur Beurteilung von Dr. C._ teilte Dr. B._ mit, dass man sicher so argumentieren
könne. Es bleibe allerdings eine Tatsache, dass sich die Lungenkrankheit erstmals im
Kontakt mit beruflicher Exposition zu Schleifaerosolen und mineralölhaltigen
synthetischen Kühlemulsionen manifestiert habe. Damit widerspricht er der
Argumentationsweise von Dr. C._ nicht direkt, sondern bringt einfach andere
mögliche Ursachen für die Auslösung der Lungenprobleme ins Spiel. Sodann führt Dr.
B._ aus, dass man sich aber die Frage stellen müsse, ob die Lungenkrankheit auch
ohne die frühere berufliche Exposition aufgetreten wäre. Diese Frage dürfte allerdings
aufgrund der bisherigen medizinischen Akten nicht eindeutig beantwortet werden
können. Nur so ist es erklärbar, dass Dr. B._ als Pneumologe selber keine
medizinische Begründung für die Ursachen der Lungenprobleme vorbringt, sondern
ebenfalls lediglich verschiedene mögliche Ursachen erwähnt.
Die vom Beschwerdeführer nachträglich eingereichten Berichte vom 15. Januar und
6. Februar 2009 ergeben bezüglich des massgebenden Sachverhalts keine ent
4.5 Zusammenfassend ist aufgrund der Aktenlage der Beurteilung von Dr. C._ und
somit der Beschwerdegegnerin zu folgen, dass aufgrund der vollständigen
zwischenzeitlichen Heilung der Berufskrankheit und der fehlenden (Neu-)Exposition
gegenüber den gefährdenden Stoffen ein Zusammenhang zwischen der
Berufskrankheit und den neu geklagten Beschwerden unwahrscheinlich ist. Somit kann
der Nachweis des Kausalzusammenhangs nicht als mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erbracht angesehen werden, weshalb die Beschwerdegegnerin zu
Recht für den als Rückfall gemeldeten Gesundheitsschaden keine Leistungen erbracht
hat.
4.6 Dem Begehren des Beschwerdeführers, es sei die Sache zur weiteren Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ist mit Blick auf die obigen Erwägungen
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nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen
für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen,
kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 124 V 90 E. 4b
S.94; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 S. 211 ff. E. 3).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.
6.1 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt.
Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er
jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der
vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG
i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG). Der Staat ist zufolge unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem
unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zusteht (vgl.
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
6.2 Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 17. Juni 2006 reichte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Honorarnote über Fr. 5'300.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein.
6.3 Die vorliegend anwendbare st. gallische Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten (sGS 963.75) sieht für die Verwaltungsrechtspflege das
Pauschalhonorar als Regelfall vor. Vorliegend sind keine Gründe für ein Abweichen von
dieser Regel ersichtlich und werden vom Rechtsvertreter auch nicht geltend gemacht.
In unfallversicherungsrechtlichen Verfahren spricht das Versicherungsgericht für eine
unentgeltliche Rechtsverbeiständung regelmässig eine pauschale Entschädigung von
Fr. 3'200.-- zu. Die umfangreichen Akten rechtfertigen im vorliegenden Fall, die
Pauschale um einen Viertel (Fr. 800.--) anzuheben. Für die mündliche Verhandlung wird
praxisgemäss eine zusätzliche Pauschale von Fr. 750.-- zugesprochen. Insgesamt
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ergibt sich daraus eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'750.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht