Decision ID: 502ed62f-5498-59d6-b1ea-9ec07d41395d
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der 1981 geborene srilankische Staatsangehörige D._ (: Gesuchsteller) beantragte am 29. März 2007 bei der  Botschaft in Colombo ein Visum für einen sechswöchigen  bei P._ (nachfolgend: Gastgeber bzw. ) in Zürich. Nach formloser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch an das BFM (nachfolgend: ) zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber  Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 29. Mai 2007 ab. Dies mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine  und fristgerechte Wiederausreise nach einem .
C. Mit Eingabe vom 18. Juni 2007 reichte der Gastgeber Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. In seiner Eingabe beantragt er, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und das Visum für einen Besuchsaufenthalt sei zu erteilen. Zur Begründung rügt er , die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt wäre nicht gewährleistet. Der  stehe im Heimatland in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und er werde dieses nach seiner ordentlichen und fristgemässen Rückkehr weiterführen.
D. Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 24. August 2007 auf Abweisung der Beschwerde. Der Gesuchsteller sei jung und ledig und stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck stark sei. Für die Behauptung, der Gesuchsteller könne nach seine  wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, werde keinerlei Beweis erbracht.
E. Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik vom 19. September 2007 (Datum Poststempel) an seinem Antrag und dessen Begründung fest.
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Zum Beleg seiner Vorbringen reichte er gleichzeitig Fax-Kopien einer Bestätigung der Arbeitgeberin und eines Begleitschreibens der Eltern des Gesuchstellers zu den Akten.
F. Auf den weiteren Akteninhalt und die Vorbringen der Parteien wird,  rechtserheblich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Verweigerung der  unterliegen der Beschwerde an das  (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über  und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt.
1.3 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Sache endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
2. Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 20 Abs. 2 ANAG, Art. 48 ff. VwVG).
3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von  und Ausländern [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und
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Anwesenheit, in: Peter Uebersax / Peter Münch / Thomas Geiser / Martin Arnold (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel/Genf/München 2000, S. 24).
3.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 bis 5 VEA). Der Gesuchsteller kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen; er ist aufgrund seiner Staatsangehörigkeit visumspflichtig.
3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen.  Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA haben sie unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz  dem Gesuchsteller die Erteilung eines solchen Visums mit der , seine fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als  gesichert.
3.4
3.4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wiederausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
3.4.2 Die Wirtschaft Sri Lankas hat sich in den letzten Jahren  gesehen erfreulich entwickelt. Im Jahre 2005 war ein reales Wachstum von 5,3% zu verzeichnen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug fast 1200 US-Dollar, das Bruttoinlandprodukt (BIP) 23,6 Mrd. US-. Für 2006 wird erneut ein hohes Wirtschaftswachstum von über 6% erwartet. Durch die restriktive Geldpolitik der Zentralbank konnte die Inflationsrate - bei kurzfristigen Ausreissern - immer wieder einge-
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dämmt werden und soll 2006 unter 10% geblieben sein. Die  beträgt seit längerer Zeit ungefähr 8%. Die wirtschaftliche  Sri Lankas weist allerdings grosse regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Zudem können die grundsätzlich ermutigenden wirtschaftlichen Entwicklungen nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite  von vergleichsweise schwierigen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Die wichtigste  neben dem Tourismus sind die Transferzahlungen der im  lebenden Srilanker (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: November 2006 [besucht: 1. Oktober 2007]).
Weit weniger erfreulich präsentiert sich nun aber die Sicherheitslage im Lande: Nachdem seit Ende 2006 an verschiedenen Orten im  (Trincomalee, Batticaloa) und Osten (Jaffna) sowie in der Region der Hauptstadt Colombo erneut Kämpfe zwischen den staatlichen Streitkräften und der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)  sind, haben sich die zuvor bestandenen Hoffnungen auf einen dauerhaften Frieden wieder verflüchtigt. Experten befürchten, dass sich die neuerlichen gewalttätigen Auseinandersetzungen massiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken werden, zumal ein Grossteil der Devisen aus dem Tourismus resultieren. Der Migrationsdruck  in der jungen Bevölkerung präsentiert sich, wohl nicht zuletzt  der ungünstigen Entwicklung im Sicherheitsbereich, . Der Trend zur Auswanderung zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven  nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher .
3.5
3.5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem  bzw. einer Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und
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Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine der erwähnten  haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten , aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines  nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter  zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
3.5.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen knapp 26-jährigen, unverheirateten Mann, der im gemeinsamen Haushalt mit seinen  wohnt. Über seine persönliche und familiäre Situation ist  wenig bekannt. Im Begleitschreiben der Eltern, welches mit der Replik eingereicht wurde, machen die Eltern geltend, dass es sich beim Gesuchsteller um ihren einzigen Sohn handle und dass er für sie sorge und deshalb sicher zurückkehren werde. Worin diese von den Eltern angesprochene Unterstützung konkret besteht, ergibt sich aus den Akten nicht. Sollte sie finanzieller Natur sein, so wäre darin kein Umstand zu sehen, der besondere Gewähr für die Wiederausreise nach dem angestrebten Besuchsaufenthalt abzugeben vermöchte. Die Erfahrung zeigt ganz allgemein, dass zurückbleibende Angehörige  in Situationen angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht verlässlich davon abhalten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen. Im Gegenteil, der Entscheid kann dort von der Hoffnung  sein, die Angehörigen aus dem Ausland effizienter unterstützen zu können. Kommt hinzu, dass sich gerade in Zeiten herrschender Bürgerkriegswirren in Sri Lanka viele Eltern genötigt sehen, ihre  aus Sorge um deren Wohl und Sicherheit wegziehen zu lassen bzw. in ihrem Entscheid zur Emigration aktiv zu unterstützen.
3.5.3 Der Beschwerdeführer wendet ein, der Gesuchsteller befinde sich in geordneten beruflichen Verhältnissen und habe nicht vor, diese aufzugeben. Er sei bereits seit acht oder neun Jahren in einem  in Colombo angestellt. Gemäss der im  beigebrachten Bestätigung handelt es sich dabei eine  namens "Anusha Handicraft's", die den Gesuchsteller als "Assistant Sales Manager" beschäftigt. Er werde für seine Arbeit mit einem monatlichen Einkommen von 25'000.-- Sri-Lanka-Rupien . Das entspricht einem jährlichen Verdienst von ca. 2600 USD. Derselben Bestätigung lässt sich entnehmen, dass die Arbeitgeberin mit einem mehrwöchigen ("a few weeks") Urlaub des Gesuchstellers einverstanden ist. Ob mit dieser Formulierung die im  deklarierte sechswöchige oder allenfalls nur eine kürzere () Ferienabwesenheit abgesegnet wird, muss offenbleiben.
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Ebenso lässt sich der Bestätigung nicht entnehmen, ob und falls ja,  der Gesuchsteller zur Wiederaufnahme der Arbeit verpflichtet ist. Die Erfahrung zeigt aber ganz allgemein, dass aufgrund des grossen Lohngefälles zwischen der Schweiz und Sri Lanka selbst ein für einheimische Verhältnisse gutes Salär nicht nachhaltig davon  kann, das Heimatland dauerhaft zu verlassen. Jedenfalls kann aufgrund der konkreten Umständen nicht davon ausgegangen werden, das bestehende Arbeitsverhältnis könne verlässlich von einer  abhalten.
3.5.4 Alles in allem sind in den Verhältnissen des Gesuchstellers  Umstände auszumachen, die geeignet wären, von einer Emigration abzuhalten.
3.5.5 Der Beschwerdeführer hat sich dazu bereit erklärt, für die  des Gesuchstellers während seines geplanten Besuchsaufenthaltes aufzukommen. Weiter will er für seine  und fristgerechte Rückkehr ins Heimatland garantieren. Die  des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der  des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung oder Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber - mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit - für ein bestimmtes  des Gastes.
3.6 Gestützt auf vorstehende Erwägungen durfte die Vorinstanz davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). Zwar lässt sich  Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten, sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung - auf  wie bereits erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht - . Daraus folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und  festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende  pflichtgemäss und zutreffend ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die  ist daher abzuweisen.
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4. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem  die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).