Decision ID: 81fe63ba-47af-59c6-aa08-42349c8508fa
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
X._ wurde im Jahr (...) an die ETH Zürich (nachfolgend: ETHZ) be-
rufen. Ab (...) leitete er als Angestellter der ETHZ die Abteilung «...» an der
Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa am
Standort (...). Im Zuge seiner Berufung wurde seine Lebenspartnerin,
A._, per (...) als (...) an der Empa in der Abteilung «...» angestellt.
Am (...) wechselte sie in derselben Funktion in die Abteilung von
X._.
B.
Ende (...) wollte X._ die Funktion des Abteilungsleiters abgeben.
Nach einer ordentlichen Ausschreibung übertrug die Empa die Leitung der
mittlerweile umbenannten Abteilung «...» per (...) an A._. Zu die-
sem Zweck schlossen A._ und die Empa am (...) einen unbefriste-
ten Arbeitsvertrag. X._ blieb an der Empa als akademischer Gast
tätig und betreute weiterhin dort angestellte Studierende.
C.
Am (...) wandte sich eine ehemalige Studentin der Arbeitsgruppe von
X._ und A._ an die ETHZ. Sie erhob den Vorwurf, im (...)
unter Druck von X._ auf ihre Autorenschaft bei Publikationen ver-
zichtet zu haben, welche auf Resultaten ihrer Doktorarbeit beruht hätten.
Bezüglich einer veröffentlichten Publikation sei es in der Folge zu einer un-
statthaften Nichtnennung von ihr als Autorin/Ko-Autorin gekommen. Die
ETHZ leitete die Angelegenheit Ende (...) an die Empa weiter.
D.
Aufgrund des Verdachts auf Verletzung der wissenschaftlichen Integrität
sowohl durch A._ als auch durch X._ entschlossen sich die
ETHZ und die Empa mit der Einwilligung der Betroffenen zur Einsetzung
einer gemeinsamen Untersuchungskommission. Mit Beschlüssen vom (...)
und (...) setzte die Schulleitung der ETHZ eine solche ein.
E.
Per (...) erfolgte von Seiten der Empa eine Neubesetzung der Abteilungs-
leitung des «...».
A-2479/2020
Seite 3
F.
Am (...) erliess die Empa einen an A._ gerichteten Verfügungsent-
wurf betreffend Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Die Empa warf ihr da-
rin im Wesentlichen vor, (...).
G.
Nach erfolgter Gehörsgewährung verzichtete die Empa auf die Aussprache
der Kündigung. Stattdessen wandelten sie und A._ den Arbeitsver-
trag vom (...) mit Vereinbarung vom (...) in ein bis (...) befristetes Arbeits-
verhältnis um. Dabei einigten sie sich in Ziff. 8 auf folgenden Kommunika-
tionswortlaut, welcher intern und extern nur auf Anfrage mitgeteilt würde:
Infolge unterschiedlicher Auffassung bezüglich Personalführung, haben
A._ und die Empa einvernehmlich vereinbart, dass A._ als (...)
bis längstens Ende (...) für die Empa tätig sein wird. In dieser Funktion wird
sie verschiedene laufende Projekte leiten und Dissertationen betreuen.
Dadurch wird sichergestellt, dass die laufenden Dissertationen abgeschlossen
werden können.
Darüber hinaus vereinbarten sie unter anderem, dass die Empa die Tren-
nung der gemeinsamen Untersuchungskommission ETHZ/Empa beantra-
gen und eine eigene, separate Untersuchungskommission einsetzen wird,
um die Frage der Autorenschaft im Fall der ehemaligen Studentin zu un-
tersuchen.
H.
In der Folge hob die Schulleitung der ETHZ am (...) die Beschlüsse vom
(...) und (...) betreffend Einsetzung einer gemeinsamen Untersuchungs-
kommission auf.
I.
Mit E-Mail vom 20. Februar 2019 stellten Journalisten des Tages-Anzeigers
der Empa einen Fragenkatalog mit spezifischen Fragen zu Vorwürfen über
Mobbing, wissenschaftlichem Fehlverhalten und Plagiate gegenüber
A._ und X._ zur kurzfristigen Beantwortung innert Tagesfrist
zu.
J.
Im Antwortmail vom 21. Februar 2019 machte die Empa den Tages-Anzei-
ger darauf aufmerksam, dass laufende Untersuchungen der Vertraulichkeit
unterstehen würden und sie dazu keine Aussagen machen könne. Ebenso
wenig würden disziplinarische Massnahmen gegenüber Mitarbeitenden
A-2479/2020
Seite 4
kommuniziert. Es gelte die Unschuldsvermutung und sie würde davon aus-
gehen, dass der Tages-Anzeiger die Persönlichkeitsrechte von Personen
wahre. Zu den einzelnen Fragen nahm die Empa nur in genereller Weise
Stellung.
K.
Am 22. Februar 2019 erschien ein Artikel im Tages-Anzeiger mit dem Titel:
«Plagiat und Mobbing: Neue Vorwürfe erschüttern die ETH». Darin abge-
bildet war ein Foto des Wasserkanals, welcher X._ konzipiert hatte.
Im Artikel wurde im Wesentlichen über die Vorwürfe an A._ und
X._, wonach diese jahrelang gemeinsam gemobbt und wissen-
schaftliche Fehlleistungen produziert haben sollen, berichtet. Die ETHZ
und die Empa hätten auf Anfrage bestätigt, dass gegen die Professoren
eine Untersuchung wegen Fehlverhaltens in der Forschung eingeleitet
worden sei. Er dürfe seine Professur an der ETHZ vorläufig behalten, sie
sei zurzeit krankgeschrieben, soll im März aber an die Empa zurückkehren.
Weiter berichtete ein ehemaliger Doktorand von regelmässigen, nicht
nachvollziehbaren Kündigungen, Redeverboten sowie wahnwitzigem Re-
sultate-Druck. Zudem wurde auf die Plagiatsvorwürfe der ehemaligen Stu-
dentin, die sich auf andere Personen nachteilig auswirkende Rolle von
A._ und X._ als «eingespieltes Team» sowie auf zerrüttete
Arbeitsverhältnisse zwischen X._ und ehemaligen Empa-Forschern
eingegangen. Obwohl das Fehlverhalten von Anfang an bekannt gewesen
sei, sei nichts dagegen getan worden. Im letzten Februar hätten sich meh-
rere Doktoranden in einem gemeinsamen Statement an die ETHZ ge-
wandt. Darin sei berichtet worden, dass das «Professorenpaar» kaum
führe, wissenschaftlich nicht qualifiziert sei, ausländische Studierende nur
kurzfristig vor Ablauf ihres Vertrags über ihren Weiterverbleib an der Empa
informiere, temporäre Doktorandenverträge an der Tagesordnung seien,
die Kündigungsquoten bei fast 50% liegen würden und es wissenschaftli-
che Fehler aufgrund von Resultatedruck gebe. Die ETHZ habe darauf
kaum reagiert. In der Folge hätten mehrere Doktoranden persönliche Re-
ports eingereicht, in denen die beiden des Fehlverhaltens bezichtigt wor-
den seien. Darauf sei wiederum nichts passiert. Stattdessen hätte das Paar
die Doktoranden aufgefordert, Unterstützungsbriefe für sie zu schreiben.
Andernfalls habe man als Feind gegolten. Ein Direktionsmitglied habe das
Vorgehen des Paars nicht nur gebilligt, sondern aktiv gefördert. Mit der ak-
tuellen Untersuchung würden die ETHZ und die Empa die wissenschaftli-
che Korrektheit in der Arbeit des Paares prüfen. Auf eine Disziplinarunter-
suchung bezüglich den Mobbingvorwürfen sei verzichtet worden, da die
aktuellen Anschuldigungen dafür nicht ausreichen würden.
A-2479/2020
Seite 5
L.
Aufgrund der medialen Berichterstattung sandte der Direktor der Empa am
gleichen Tag per E-Mail eine «Interne Mitteilung» an seine Belegschaft mit
folgendem Wortlaut:
Artikel im Tagesanzeiger von heute, 22.02.2019
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitarbeitende
Vermutlich haben Sie alle den Artikel im heutigen Tagesanzeiger gelesen. Die-
sen möchte ich Ihnen gegenüber nicht unkommentiert lassen.
Die Empa wurde Ende (...) von der ETHZ informiert, dass Beschwerden be-
treffend möglicher Verletzung der Integrität in der Forschung und Mängel in
der Betreuung von Doktorierenden eingegangen sind, welche möglichweise
auch die Empa betreffen könnten. Wenige Wochen später erging eine kon-
krete Beschwerde einer ehemaligen Doktorandin an die Empa, die Fragen der
Verletzung der Integrität in der Forschung und personalrechtliche Aspekte be-
inhaltete. Daraufhin hat die Empa verschiedene Massnahmen eingeleitet, die
im Übrigen zum jetzigen Zeitpunkt unabhängig von allfälligen Verfahren und
Prozessen an der ETHZ verlaufen.
So hat die Empa u.a. eine Voruntersuchung eingeleitet und mehrere Gesprä-
che mit den Betroffenen geführt. Zudem wurden, gemeinsam mit den entspre-
chenden Stellen der ETHZ, alle Doktorierende sowie die Mitarbeitenden der
betroffenen Empa-Abteilung mehrfach über die Entwicklungen informiert, und
es wurde den Doktorierenden angeboten, dass sie den Doktorvater wechseln
können. Zudem hat die Empa-Direktion per (...) die entsprechende Abtei-
lungsleitung neu besetzt.
Infolge unterschiedlicher Auffassung bezüglich Personalführung haben die be-
treffende Mitarbeiterin und die Empa inzwischen einvernehmlich vereinbart,
dass die betreffende Mitarbeiterin noch bis längstens Ende (...) als (...) für die
Empa tätig sein wird. In dieser Funktion wird sie verschiedene laufende Pro-
jekte und Dissertationen auf ausdrücklichen Wunsch der betroffenen Dokto-
rierenden weiter betreuen. Es ist nämlich anzumerken, dass mehrere Dokto-
rierende die Betroffene als Vorgesetzte und Betreuerin sehr schätzen und ihre
Projekte bzw. Dissertationen gerne mit ihr als Betreuerin abschliessen möch-
ten. Mit dieser getroffenen Regelung wird diesem Umstand Rechnung getra-
gen. Die Mitarbeiterin wird ihre Arbeit nach krankheitsbedingter Abwesenheit
voraussichtlich am 1. März 2019 wiederaufnehmen.
Unabhängig von diesen organisatorischen Massnahmen hat die Empa, wie
bereits erwähnt, zudem ein Verfahren wegen Verdachts auf wissenschaftli-
ches Fehlverhalten eingeleitet. Selbstverständlich können wir zu laufenden
Untersuchungen keinerlei Aussagen machen; es gilt die Unschuldsvermutung.
Die geäusserten Plagiatsvorwürfe, aber auch jeder andere Verstoss gegen die
Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, werden an der Empa sehr ernst ge-
nommen und bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten untersucht.
A-2479/2020
Seite 6
Das entsprechende Verfahren richtet sich nach der Verfahrensordnung bei
vermuteter Verletzung der Integrität in der Forschung an der Empa. Gemäss
unseren Richtlinien liegt ein Fehlverhalten beispielsweise vor, wenn vorsätz-
lich Falschangaben gemacht werden, Autorenrechte verletzt wurden, vorsätz-
lich oder fahrlässig geistiges Eigentum anderer verletzt oder deren For-
schungstätigkeit beeinträchtigt wird oder wenn die Aufsichtspflicht grobfahr-
lässig verletzt wurde.
Auch für andere Personalanliegen wie Mobbing und andere inakzeptable Ver-
haltensweisen hat die Empa entsprechende Regularien, die auf Antrag von
Mitarbeitenden zur Anwendung kommen. Hierfür hat die Empa verschiedene
unabhängige Ombudsstellen eingerichtet, etwa dezidiert für PhD Studierende,
für Mobbing, sexuelle Belästigung, an die sich Betroffene wenden können.
Ganz allgemein ist es mir wichtig anzumerken, dass die Empa als international
anerkannte Forschungsinstitution im Bereich Materialwissenschaften und
Technologie in einzelnen Forschungsbereichen periodisch strategische An-
passungen, Portfoliobereinigungen und Neuausrichtungen vornehmen muss.
Im Rahmen derartiger Prozesse sind personelle Fluktuationen oft nicht zu ver-
meiden, da die Entscheide zu neuen strategischen Ausrichtungen nicht immer
von allen Mitarbeitenden mitgetragen werden. Die Empa ist bemüht, derartige
Veränderungen so mitarbeiterfreundlich wie möglich zu gestalten. Sie bietet
betroffenen Mitarbeitenden, bei welchen eine Trennung im Raum steht, jeweils
verschiedene Unterstützungsmassnahmen und genügend Zeit an. Dies er-
möglicht es den betroffenen Personen, sich intern an der Empa bzw. im ETH-
Bereich oder extern neu zu orientieren.
Freundliche Grüsse
Prof. Dr. Gian-Luca Bona
M.
Ebenfalls am 22. Februar 2019 verschickten A._ und X._
eine an die Presse gerichtete Gegendarstellung. Diese liessen sie am
nächsten Tag auch den Mitarbeitenden der Empa zukommen.
N.
Am Abend des 22. Februar 2019 veröffentlichte die NZZ online einen Arti-
kel mit dem Titel «ETH und EMPA untersuchen Vorwürfe gegen Forscher-
paar». Darin war unter anderem Folgendes zu lesen:
[...]
Empa dementiert zögerliche Reaktion
Die ETH Zürich könne weiter nur gegen Personen, die bei ihr angestellt seien,
Untersuchungen einleiten oder personalrechtliche Massnahmen treffen. Die
A-2479/2020
Seite 7
Kommunikationsabteilung der Hochschule weist zudem darauf hin, dass es
seit Juni 2013 an der ETH Zürich nicht mehr möglich sei, dass Lebenspartner
oder Ehegatten einander unmittelbar unter- oder übergeordnet seien. Weiter
sei die Empa grundsätzlich eine eigenständige Organisation.
Die Empa hat derweil ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet – wegen Ver-
dachts auf Verletzung der Integrität in der Forschung und gegen die Partnerin
des Professors. Es handle sich dabei um getrennte Verfahren, schreibt die
Forschungsanstalt auf Anfrage. Die Empa sei Ende Mai 2018 über Beschwer-
den gegen die betreffenden Personen informiert worden. Sie dementiert, zö-
gerlich reagiert zu haben. Sie habe nicht nur eine Untersuchung eingeleitet,
sondern auch organisatorische und personelle Massnahmen getroffen.
Die betroffene Mitarbeiterin sei zunächst provisorisch, kurz darauf definitiv von
ihrer Position als Abteilungsleiterin entbunden worden. Sie sei derzeit krank-
geschrieben und werde ihre Arbeit in neuer Funktion voraussichtlich per 1.
März wieder aufnehmen. Man habe inzwischen einvernehmlich vereinbart,
dass sie noch bis längstens Ende 2020 als Senior Scientist für die Empa tätig
sein werde. Ihre bisherige Stelle sei bereits im Herbst neu besetzt worden.
«Opfer rachsüchtiger Studenten»
Zur Situation der betreuten Doktoranden schreibt die Empa weiter, sie habe
sich bemüht, sowohl die von ihr angestellten Doktoranden wie auch die Empa-
Gast-Doktoranden der ETH bestmöglich zu schützen und die Situation durch
geeignete Massnahmen zu beruhigen. Sie seien mehrfach über die Entwick-
lungen informiert worden, und es sei ihnen angeboten worden, den Doktorva-
ter zu wechseln. In einer offiziellen Stellungnahme merkt sie an, dass mehrere
Doktorierende die Betroffene als Vorgesetzte und Betreuerin sehr schätzten
und ihre Projekte oder Dissertationen gerne mit ihr als Betreuerin abschliessen
möchten.
Am Freitagabend hat auch das Paar selbst erstmals zu den Vorwürfen Stel-
lung genommen. Über seinen Anwalt lässt es mitteilen, dass die Berichterstat-
tung im «Tages-Anzeiger» einseitig sei und falsche Darstellungen enthalte. Es
sei überdies nie mit den Anschuldigungen konfrontiert worden. Das Paar sieht
sich als «Opfer einiger weniger rachsüchtiger Studenten» die einen Fall «auf-
zubauschen» versuchten, wo keiner sei. Der «Tages-Anzeiger» hält fest, man
habe über die ETH-Kommunikationsstelle versucht, mit dem Paar in Kontakt
zu treten.
O.
Wie vereinbart, setzte die Empa am (...) eine separate Untersuchungskom-
mission betreffend Untersuchung eines möglichen wissenschaftlichen
Fehlverhaltens von A._ ein.
P.
Mit Schreiben vom 22. März 2019 warf A._ der Empa vor, mit den
A-2479/2020
Seite 8
externen und internen Mitteilungen die Vereinbarung vom (...) und ihre Per-
sönlichkeit verletzt zu haben. Sie verlange deshalb die Zahlung einer Ge-
nugtuung von Fr. 50'000.--. Die Empa wies diese Forderung mit Schreiben
vom 8. April 2019 zurück.
Q.
Vor diesem Hintergrund beantragte A._ beim Eidgenössischen Fi-
nanzdepartement EFD mit Schreiben vom 17. Januar 2020 eine Genugtu-
ung in der Höhe von Fr. 30'000.-- sowie einen noch nicht bezifferbaren
Schadenersatz, mindestens aber Fr. 20'000.--, beides nebst Zins zu 5%
seit dem 22. Februar 2019. Mit Schreiben vom 27. Januar 2020 überwies
das EFD das Gesuch zuständigkeitshalber an die Empa.
R.
Mit Verfügung vom 9. März 2020 wies die Empa sowohl den Antrag auf
Zusprechung von Schadenersatz als auch jenen auf Zusprechung einer
Genugtuung ab. Im Wesentlichen kam sie zum Schluss, dass keine wider-
rechtliche Handlung vorliege. Auch sei weder ein Schaden noch ein Kau-
salzusammenhang zwischen den ihr angelasteten Informationen und dem
angeführten Reputationsschaden gegeben. Im Übrigen würden die Vo-
raussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung fehlen.
S.
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) lässt mit Schreiben vom
11. Mai 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Ver-
fügung der Empa (nachfolgend: Vorinstanz) vom 9. März 2020 führen. Die
Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei zu verpflichten, ihr eine
Genugtuung in der Höhe von Fr. 30'000.-- sowie einen Ersatz des Scha-
dens in der Höhe von Fr. 20'000.--, beides nebst Zins zu 5% seit dem
22. Februar 2019, zu bezahlen. Im Wesentlichen macht sie geltend, dass
die Vorinstanz mit der internen Mitteilung an deren Belegschaft und den
Auskünften an die NZZ ihre Persönlichkeit verletzt habe.
T.
Mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2020 beantragt die Vorinstanz die Abwei-
sung der Beschwerde.
U.
Die Beschwerdeführerin hält in ihren Schlussbemerkungen vom 5. Oktober
2020 an ihren Anträgen fest.
A-2479/2020
Seite 9
V.
Mit unaufgefordertem Schreiben vom 19. Oktober 2020 lässt die Vorinstanz
dem Bundesverwaltungsgericht eine Stellungnahme zu den Schlussbe-
merkungen der Beschwerdeführerin zukommen.
W.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den
Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gegen Verfügungen der ETH und der Forschungsanstalten kann bei der
ETH-Beschwerdekommission Beschwerde geführt werden. Ausgenom-
men sind Verfügungen, die sich auf das Verantwortlichkeitsgesetz (VG,
SR 170.32) stützen (Art. 37 Abs. 3 Bundesgesetz über die Eidgenössi-
schen Technischen Hochschulen [ETH-Gesetz, SR 414.110]). In diesem
Fall ist das Bundesverwaltungsgericht für die Behandlung der Beschwerde
zuständig (vgl. Art. 37 Abs. 1 ETH-Gesetz i.V.m. Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes [VGG, SR 173.32]; ferner Botschaft zur Änderung des
Forschungsgesetzes [Innovationsförderung] vom 5. Dezember 2008, BBl
2009 469, 493).
Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung i.S.v.
Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021), welche
sich auf das VG stützt und von einer Forschungsanstalt i.S.v. Art. 37 Abs. 3
ETH-Gesetz erlassen wurde (Art. 1 Abs. 1 Bst. c ETH-Gesetz i.V.m. Art. 1
Bst. b Ziff. 3 der Verordnung über den Bereich der Eidgenössischen Tech-
nischen Hochschulen [Verordnung ETH-Bereich, SR 414.110.3]). Demzu-
folge ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-
ligt und ist als Adressatin des angefochtenen Entscheids sowohl formell als
A-2479/2020
Seite 10
auch materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl.
Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist einzutreten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid
auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der
Ermessensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 VwVG).
Es hat sich dabei nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem
rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen. Vielmehr kann sich das Bun-
desverwaltungsgericht auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-
punkte beschränken (vgl. statt vieler BGE 133 I 270 E. 3.1).
3.
Die Beschwerdeführerin beantragt, dass ihr gestützt auf die Handlungen
der Vorinstanz unter anderem ein Schadenersatz von Fr. 20'000.-- nebst
Zins zu 5% seit dem 22. Februar 2019 zuzusprechen sei.
3.1 Für den Schaden, den ein Angestellter der Vorinstanz in Ausübung sei-
ner amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich zufügt, haftet die Vorinstanz
ohne Rücksicht auf das Verschulden des Angestellten (Art. 3 Abs. 1 i.V.m.
Art. 19 Abs. 1 Bst. a VG; Art. 21 Abs. 1 ETH-Gesetz i.V.m. Art. 1 Bst. b
Ziff. 3 Verordnung ETH-Bereich; betreffend Angestellten der ETHZ bereits
Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_936/2012 vom 14. Januar 2013
E. 2.1). Dabei müssen folgende, kumulativ zu erfüllenden Voraussetzun-
gen für eine Schadenersatzpflicht gegeben sein: ein (quantifizierter) Scha-
den, das Verhalten (Tun oder Unterlassen) eines Bundesbeamten in Aus-
übung einer amtlichen Tätigkeit, ein adäquater Kausalzusammenhang zwi-
schen diesem Verhalten und dem Schaden sowie die Widerrechtlichkeit
des Verhaltens (BGE 139 IV 137 E. 4.1; Urteile BGer 2C_46/2020 vom
2. Juli 2020 E. 3 und 2C_1059/2014 vom 25. Mai 2016 E. 4; Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts [BVGer] A-6886/2019 vom 27. August 2020
E. 4.1).
3.2 Unbestritten ist, dass der mutmassliche Schaden auf das Verhalten ei-
nes Bundesbeamten in Ausübung einer amtlichen Tätigkeit zurückzuführen
wäre. Für den Begriff "Beamter" ist die Personenliste von Art. 1 Abs. 1 VG,
die alle Personen umfasst, denen die Ausübung eines öffentlichen Amtes
A-2479/2020
Seite 11
des Bundes übertragen ist, massgebend (Urteil BGer 2C_1059/2014 vom
25. Mai 2016 E. 4.1; Urteil BVGer A-6886/2019 vom 27. August 2020
E. 4.2). Als schädigende Handlungen kommen in erster Linie Realakte in
Frage, mithin verfügungsfreie Verwaltungs- oder Staatshandlungen
(TOBIAS JAAG, Staats- und Beamtenhaftung, 3. Aufl. 2017, Rz. 76; WEBER-
DÜRLER/KUNZ-NOTTER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver-
waltungsverfahren [VwVG], 2019 [nachfolgend: Kommentar VwVG], Rz. 7
zu Art. 25a VwVG).
Die Beschwerdeführerin bezeichnet in diesem Sinne die interne Mitteilung
vom 22. Februar 2019 und die Auskünfte, welche die Vorinstanz der NZZ
auf deren Anfrage hin gegeben haben soll, als schädigende Handlungen.
Die Auskünfte an die NZZ liegen dem Bundesverwaltungsgericht nicht vor.
Jedoch bestätigt die Vorinstanz implizit, solche an die NZZ getätigt zu ha-
ben (vgl. unten E. 4.2). Es ist daher davon auszugehen, dass die im Artikel
der NZZ vom 22. Februar 2019 («ETH und EMPA untersuchen Vorwürfe
gegen Forscherpaar») «auf Anfrage» zitierten Aussagen der Vorinstanz
von letzterer tatsächlich gegenüber der NZZ gemacht worden sind.
Die interne Mitteilung und die Auskünfte an die NZZ sind Realakte (vgl.
Urteil BVGer A-3155/2019 vom 15. Oktober 2019 E. 2.2; WEBER-
DÜRLER/KUNZ-NOTTER, in: Kommentar VwVG, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 25a
VwVG; ISABELLE HÄNER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskom-
mentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 7 zu Art. 25a VwVG). Sie gingen von der
Vorinstanz in ihrer Rolle als staatlich beauftragte Forschungsanstalt und
öffentlich-rechtliche Arbeitgeberin aus. Es liegen somit Handlungen vor,
welche einem «Beamten» i.S.v. Art. 3 VG zugerechnet werden können (vgl.
Art. 1 Abs. 1 Bst. f VG). Deren Vorliegen ist somit zu Recht unbestritten.
Nicht Streitgegenstand ist dagegen der Artikel der NZZ als solcher, nach-
dem die Vorinstanz nicht dessen Urheberin ist.
4.
Näher zu prüfen ist, ob die erwähnten Handlungen der Vorinstanz die Per-
sönlichkeit der Beschwerdeführerin widerrechtlich verletzten.
4.1 Diesbezüglich wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor, deren
Mitarbeitende aktiv und die NZZ auf Anfrage über ihre Krankschreibung,
eine gegen sie in die Wege geleitete Untersuchung, organisatorische und
personelle Massnahmen sowie ihre vorerst provisorische und dann defini-
tive Absetzung als Abteilungsleiterin orientiert zu haben. Dabei habe die
Vorinstanz auch falsche Informationen verbreitet. So treffe es nicht zu,
A-2479/2020
Seite 12
dass am 22. Februar 2019 eine Untersuchung gegen sie im Gange gewe-
sen sei. Die ETHZ und nicht die Vorinstanz habe mit Beschluss vom (...)
ein Verfahren gegen sie und ihren Partner eingeleitet. Dieser Beschluss sei
durch die ETHZ am (...) wieder aufgehoben worden. Erst am (...) habe die
Vorinstanz eine eigene Untersuchungskommission eingesetzt. Weiter
seien gleichzeitig mit der internen Mitteilung über das gegen sie eingelei-
tete Verfahren «geäusserte Plagiatsvorwürfe» erwähnt worden mit der Er-
klärung, wann ein solches Fehlverhalten vorliege. Zudem habe die Vo-
rinstanz darauf hingewiesen, dass sie für andere Personalanliegen wie
Mobbing und andere inakzeptable Verhaltensweisen entsprechende Regu-
larien habe, die auf Antrag von Mitarbeitenden zur Anwendung kommen
würden. Im Verbund mit der Mitteilung über die angebotene Möglichkeit,
den Doktorvater zu wechseln, sowie über die Neubesetzung der Abtei-
lungsleitung per (...) müsse jeder Leser davon ausgehen, dass ein Fehl-
verhalten ihrerseits bereits feststehe und sie die Studenten nicht gut be-
handelt habe.
Im Ergebnis habe die Vorinstanz ihren Ruf als hervorragend geltende Wis-
senschaftlerin zerstört und sie in ihrer Geltung als ehrbaren Menschen her-
abgesetzt. Insbesondere sei mit der Mitteilung über ihre Absetzung als Ab-
teilungsleiterin Dritten gegenüber insinuiert worden, dass sie sich einer
schweren, bis heute nicht erstellten Pflichtverletzung schuldig gemacht
habe, was äusserst reputationsschädigend sei. Die Grundannahme wis-
senschaftlicher Seriosität durch Kollegen und Journale sei unabdingbare
Voraussetzung für die wissenschaftliche Publikationstätigkeit. Das Verhal-
ten der Vorinstanz sei widerrechtlich gewesen, da diese dadurch die Ver-
einbarung vom 12. Februar 2019 betreffend interner und externer Kommu-
nikation sowie Art. 328 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR, SR 220) ver-
letzt habe. In Bezug auf die Nennung ihrer krankheitsbedingten Abwesen-
heit liege ferner ein Verstoss gegen das Bundesgesetz über den Daten-
schutz (DSG, SR 235.1) vor.
4.2 Die Vorinstanz erwidert, dass sie in Medienanfragen mit der von der
ETHZ zuvor bekannt gegebenen Einleitung eines gemeinsamen Untersu-
chungsverfahrens konfrontiert worden sei. Dessen Existenz habe daher
schwerlich dementiert werden können. Es seien von ihr jedoch keinerlei
Details dazu bekannt gegeben worden. Im Übrigen würden die Vorbringen
der Beschwerdeführerin zum konkreten Datum nichts daran ändern, dass
es sich um ein fortlaufendes Verfahren gehandelt habe und die separate
Untersuchung tatsächlich in die Wege geleitet worden sei. In der internen
Mitteilung sei die Belegschaft über die organisatorischen und personellen
A-2479/2020
Seite 13
Massnahmen informiert worden. Der Artikel im Tages-Anzeiger habe zu ei-
nem Informationsbedürfnis und entsprechenden Fragen der Belegschaft
geführt. Auf diese habe sie angemessen reagieren müssen. Die Entgeg-
nung auf den Vorwurf, sie sei trotz bekannten Problemen untätig geblieben,
sei dabei sachlich und objektiv erfolgt. Es sei die in der Organisation längst
bekannte und im Alltag schlicht nicht geheim zu haltende Tatsache des
Wechsels in der Abteilungsleitung kommuniziert und nicht etwa von einer
«Absetzung» gesprochen worden. Sie habe dabei den anonymisierten Text
gemäss Ziff. 8 der Vergleichsvereinbarung übernommen. Ebenso habe die
Fragen aufwerfende Absenz der Beschwerdeführerin vom Arbeitsplatz er-
klärt werden müssen. Diese sei wahrheitsgemäss und mit dem Hinweis auf
die baldige Wiederaufnahme ihrer Arbeit erläutert worden. Die sachlich for-
mulierten und wahrheitsgemässen Informationen seien mit dem Zweck er-
folgt, die Sachlage korrekt darzustellen und die Belegschaft mit der nötigen
Transparenz vertrauensbildend zu informieren. Sie habe als Arbeitgeberin
eine Pflicht, ihre Mitarbeitende über Ereignisse, welche sowohl intern wie
auch medial grosse Wellen schlagen, angemessen und vertrauensför-
dernd zu informieren, mit dem Ziel ausufernden Gerüchte nicht noch Vor-
schub zu leisten. Auch hieraus könne ihr kein widerrechtliches Handeln im
Sinne des VG vorgeworfen werden. Sodann seien die Vorwürfe des Mob-
bings und des Plagiats von anderen Quellen in der Presse erhoben worden
und nicht ihr anzulasten. Sie habe nie solche Vorwürfe gegenüber der Be-
schwerdeführerin erhoben.
4.3
4.3.1 Die Haftung des Bundes ist grundsätzlich auf widerrechtliche Scha-
denszufügung beschränkt. Der Begriff der Widerrechtlichkeit nach Art. 3
Abs. 1 VG deckt sich mit demjenigen von Art. 41 OR (BGE 123 II 577 E. 4
d/bb). In diesem Sinne gilt eine Schadenszufügung als widerrechtlich,
wenn die amtliche Tätigkeit des Staatsangestellten gegen Gebote oder
Verbote verstösst, die dem Schutz des verletzten Rechtsguts dienen
(vgl. BGE 132 II 449 E. 3.2 und 123 II 577 E. 4d/aa). Liegt eine Verletzung
absoluter Rechte vor (Erfolgsunrecht), so ergibt sich die Rechtswidrigkeit
der schädigenden Handlung grundsätzlich direkt aus diesem Erfolg, ohne
dass es zusätzlich eines verpönten Verhaltens im dargestellten Sinne be-
dürfte (sog. Handlungsunrecht; vgl. BGE 132 II 449 E. 3.3 und 123 II 577
E. 4d/bb; Urteil BGer 2C_936/2012 vom 14. Januar 2013 E. 2.2; JAAG,
a.a.O., Rz. 96 f.). Eine blosse Vermögensschädigung ohne gleichzeitigen
Eingriff in ein absolutes Recht ist demgegenüber nur widerrechtlich, wenn
sie auf der Verletzung einer Amtspflicht beruht, die dem Schutz vor solchen
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2018&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+3+Abs.+1+VG%22+Kausalzusammenhang&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-449%3Ade&number_of_ranks=0#page449 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2018&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+3+Abs.+1+VG%22+Kausalzusammenhang&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-577%3Ade&number_of_ranks=0#page577 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2018&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+3+Abs.+1+VG%22+Kausalzusammenhang&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-449%3Ade&number_of_ranks=0#page449 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2018&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+3+Abs.+1+VG%22+Kausalzusammenhang&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-577%3Ade&number_of_ranks=0#page577
A-2479/2020
Seite 14
Schädigungen dient (vgl. BGE 144 I 318 E. 5.5 und 132 II 449 E. 3.3). Beim
Vorliegen von Rechtfertigungsgründen entfällt die Widerrechtlichkeit und
demnach auch die Haftung des Bundes (JAAG, a.a.O., Rz. 129; Urteil BGer
2C_1059/2014 vom 25. Mai 2016 E. 6.2).
4.3.2 Die Beschwerdeführerin war bei der Vorinstanz angestellt. Die Ar-
beitsverhältnisse des Personals der Vorinstanz richten sich, soweit das
ETH-Gesetz nichts Abweichendes bestimmt, nach dem Bundespersonal-
gesetz (BPG, SR 172.220.1; vgl. Art. 17 Abs. 2 i.V.m. Art. 23 ETH-Gesetz).
Soweit das BPG und andere Bundesgesetze nichts Abweichendes vorse-
hen, gelten für das Arbeitsverhältnis sinngemäss die einschlägigen Best-
immungen des OR (Art. 6 Abs. 2 BPG), unter anderem Art. 328 Abs. 1 OR
(vgl. Urteile BVGer A-6750/2018 vom 16. Dezember 2019 E. 4.3 und
A-6509/2010 vom 22. März 2011 E. 4.2). Danach hat der Arbeitgeber im
Arbeitsverhältnis die Persönlichkeit der Arbeitnehmenden zu achten und
zu schützen, auf deren Gesundheit gebührend Rücksicht zu nehmen und
für die Wahrung der Sittlichkeit zu sorgen. Art. 328 OR konkretisiert dabei
den Persönlichkeitsschutz von Art. 28 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB,
SR 210; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, Das Personenrecht des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches, 5. Aufl. 2020, Rz. 768; STREIFF/VON KAENEL/RU-
DOLPH, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319 - 362 OR, 7. Aufl.
2012, Rz. 2 zu Art. 328 OR; Urteil BGer 8C_539/2015 vom 13. November
2015 E. 2.1). Konkret hat der Arbeitgeber im Zusammenhang mit der Or-
ganisation des Arbeitsverhältnisses und anlässlich der Erfüllung der Ar-
beitspflicht Eingriffe in die Persönlichkeit des Arbeitnehmers seinerseits zu
unterlassen. Andererseits muss er seine Mitarbeiter vor Eingriffen Dritter
und anderer Arbeitnehmer sowie weiteren Gefahren am Arbeitsplatz aktiv
schützen (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., Rz. 768; STREIFF/VON KA-
ENEL/RUDOLPH, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 328 OR). Soweit Informationen über
den Arbeitnehmer zur Diskussion stehen, ist auch Art. 328b OR von Be-
deutung. Dieser lässt eine Bearbeitung von Daten über den Arbeitnehmer
nur zu, sofern es sich um Daten zur Eignung des Arbeitnehmers für das
Arbeitsverhältnis handelt (Angaben über beruflicher Werdegang, Sprach-
kenntnisse, Verhalten des Arbeitgebers, etc.) oder diese für die Durchfüh-
rung des Arbeitsverhältnisses erforderlich ist (Angaben über Zivilstand, ge-
leistete Arbeitsstunden, bezogene Ferien, etc.). Andernfalls handelt es sich
um eine unerlaubte Datenbearbeitung und mithin um eine Persönlichkeits-
verletzung (RIEMER/RIEMER-KAFKA, Persönlichkeitsschutz des Arbeitneh-
mers bei Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber mit
Informationen von Drittpersonen oder der Öffentlichkeit, in: Festschrift für
Wolfgang Portmann, 2020, S. 627, 629; PORTMANN/RUDOLPH, in: Widmer
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2018&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+3+Abs.+1+VG%22+Kausalzusammenhang&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-318%3Ade&number_of_ranks=0#page318 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2018&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+3+Abs.+1+VG%22+Kausalzusammenhang&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-449%3Ade&number_of_ranks=0#page449
A-2479/2020
Seite 15
Lüchinger/Oser [Hrsg.], Obligationenrecht I, Basler Kommentar, 7. Aufl.
2020 [nachfolgend: BK-OR I], Rz. 7 ff. zu Art. 328b OR; zur Geltung von
Art. 328b OR im BPG vgl. Urteile BVGer A-5326/2015 vom 24. August
2016 E. 4.2.2 und A-5748/2008 vom 9. November 2009 E. 4.3). Im Übrigen
gelten die Bestimmungen des DSG (Art. 328b Satz 2 OR; vgl. auch Art. 2
Abs. 1 Bst. b DSG), welche ebenfalls den Schutz der Persönlichkeit und
der Grundrechte von Personen, über die Daten bearbeitet werden, bezwe-
cken (Art. 1 DSG). Das Bearbeiten von Daten ist unter anderem mit deren
Bekanntgeben gleichzusetzen (vgl. Art. 3 Bst. e DSG).
4.3.3 Die Persönlichkeit umfasst alles, was zur Individualisierung einer Per-
son dient und im Hinblick auf die Beziehung zwischen den einzelnen Indi-
viduen und im Rahmen der guten Sitten als schutzwürdig erscheint (BGE
143 III 297 E. 6.4.1). Es handelt sich um ein absolutes Rechtsgut (statt vie-
ler BGE 144 III 1 E. 4.4). Von den verschiedenen Gütern, die Gegenstand
des Persönlichkeitsrechts sind, stehen vorliegend das Recht auf Achtung
der Privatsphäre (zu den verschiedenen Lebensbereichen vgl. BGE 97 II
97 E. 3) und das Recht auf Achtung des gesellschaftlichen und beruflichen
Ansehens, also der Ehre (vgl. BGE 127 III 481 E. 2b/aa), in Frage. Der
Angriff muss sich gegen eine zumindest bestimmbare Person richten; Vo-
raussetzung jeder Persönlichkeitsverletzung ist, dass der Betroffene auf-
grund der Verletzungshandlung individualisierbar ist (HAUSHEER/AEBI-MÜL-
LER, a.a.O., RZ. 687; ANDREAS MEILI, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Zivil-
gesetzbuch I, Basler Kommentar, 6. Aufl. 2018 [nachfolgend: BK ZGB]
Rz. 39 zu Art. 28 ZGB). Ausserdem darf nicht jede noch so geringfügige
Beeinträchtigung der Persönlichkeit als rechtlich relevante Verletzung ver-
standen werden. Letztere muss vielmehr eine gewisse Intensität erreichen,
um als unzumutbares und deshalb verpöntes Eindringen in die Persönlich-
keitssphäre des andern zu erscheinen (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O.,
RZ. 547). Ob eine Persönlichkeitsverletzung vorliegt, beurteilt sich nach ei-
nem objektiven Massstab. Es ist zu prüfen, ob das Ansehen vom Stand-
punkt des Durchschnittslesers aus gesehen als beeinträchtigt erscheint,
wobei der Rahmen der Äusserung eine bedeutende Rolle spielt (BGE 135
III 145 E. 5.2 und 132 III 641 E. 3.1; Urteil BGer 5A_456/2013 vom 7. März
2014 E. 2; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., Rz. 548; MEILI, in: BK ZGB,
a.a.O., Rz. 42 f.).
A-2479/2020
Seite 16
4.4
4.4.1 Vorab stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der
Auskünfte der Vorinstanz an die NZZ und deren internen Mitteilung indivi-
dualisierbar war. Sowohl die NZZ als auch die Vorinstanz nahmen Bezug
auf den Artikel des Tages-Anzeigers. Dieser war Gegenstand eines von der
Beschwerdeführerin und X._ angestrengten Verfahrens vor dem
Presserat. Letzterer kam zum Schluss, dass es für Aussenstehende an-
hand des Artikels und des abgebildeten Wasserkanals mit einer etwas aus-
führlicheren Suche im Internet möglich sei, X._, nicht aber die Be-
schwerdeführerin zu identifizieren. Letztere könne wohl nur indirekt durch
die Mitarbeitenden der Vorinstanz erkannt werden (vgl. E. 2 der Stellung-
nahme Nr. 3/2020 des Presserats [abrufbar unter: https://presse-
rat.ch/complaints/03_2020/]). Das Bundesverwaltungsgericht schliesst
sich dieser Beurteilung an. Es ist nachvollziehbar, dass gewisse Mitarbei-
tende von der Beziehung zwischen X._ und der Beschwerdeführe-
rin gewusst haben dürften bzw. mit der Organisation derer Abteilung ver-
traut waren und dementsprechend die Informationen in der internen Mittei-
lung der Beschwerdeführerin zuordnen konnten. Hingegen bestehen we-
der Anhaltspunkte noch legt die Beschwerdeführerin dar, inwiefern die
Journalisten der NZZ die Beschwerdeführerin aufgrund der Auskünfte der
Vorinstanz hätten identifizieren können. Mangels Individualisierbarkeit der
Beschwerdeführerin waren die vorinstanzlichen Auskünfte an die NZZ des-
halb nicht persönlichkeitsverletzend. Zu prüfen ist einzig die Rechtmässig-
keit der in der internen Mitteilung enthaltenen Aussagen.
4.4.2 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass sich die Widerrechtlichkeit der
strittigen Informationen nicht aus einem Verstoss gegen Ziff. 8 der Verein-
barung vom (...) bezüglich interner und externer Kommunikation herleiten
lässt. Zwar stellt eine Verletzung vertraglicher Pflichten eine Widerrecht-
lichkeit dar. In diesem Fall handelt es sich jedoch um eine vertragliche Haf-
tung, bei welcher mangels besonderer Bestimmung im öffentlichen Recht
die Regelungen des OR analog angewendet werden; das Verantwortlich-
keitsgesetz findet auf sie keine Anwendung (JAAG, a.a.O., Rz. 107; zu
Art. 41 OR Urteil BGer 4C.193/2001 vom 14. Mai 2002 E. 2.3; ROLAND
BREHM, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Die Entstehung durch unerlaubte
Handlungen, Art. 41 - 61 OR, BK - Berner Kommentar, 4. Aufl. 2013, Rz. 38
zu Art. 41 OR). Ob die Vorinstanz mit der internen Mitteilung tatsächlich
einen Vertragsbruch beging, ist vorliegend daher irrelevant und kann offen
bleiben.
A-2479/2020
Seite 17
4.4.3 Die Bekanntgabe der krankheitsbedingten Abwesenheit, der Neube-
setzung der Abteilungsleitung sowie des gegen die Beschwerdeführerin
eingeleiteten Untersuchungsverfahrens gegenüber den ca. 1'000 Mitarbei-
tenden der Vorinstanz (vgl. dazu www.empa.ch > Forschung > Zahlen &
Fakten > Empa Jahresberichte und Finanzbericht > Jahresbericht 2018,
S. 65) ist ohne weiteres geeignet, ihr berufliches Ansehen (Verlust der Ab-
teilungsleitung, Existenz eines Untersuchungsverfahren) sowie – wenn
auch in untergeordneter Weise – ihre Privatsphäre (Krankheit als Abwe-
senheitsgrund) zu beeinträchtigen. Bei der Bekanntgabe handelt sich zu-
dem um eine Datenbearbeitung, welche weder für die Durchführung des
Arbeitsverhältnisses erforderlich war noch die Eignung der Beschwerde-
führerin für das Arbeitsverhältnis betraf. Insofern verletzten die strittigen
Aussagen der Vorinstanz Art. 6 Abs. 2 BPG i.V.m. Art. 328 Abs. 1 OR sowie
Art. 328b OR und damit die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin.
Keine ehrverletzende Äusserung ist hingegen in den Erklärungen zur all-
gemeinen Handhabung von Plagiats- und Mobbingvorwürfen sowie im Hin-
weis bezüglich der den Doktorierenden angebotenen Möglichkeit des Dok-
torvaterwechsels zu sehen, selbst wenn man diese im Verbund mit dem
bekannt gegebenen Wechsel in der Abteilungsleitung liest. Die Vorinstanz
wies – wie im Übrigen auch die Beschwerdeführerin selbst in ihrer Gegen-
darstellung – darauf hin, dass ein Verfahren wegen Verdachts auf wissen-
schaftliches Fehlverhalten eingeleitet worden sei, sie dazu keinerlei Aus-
sagen machen könne und die Unschuldsvermutung gelte. Die nachfol-
gende Darlegung des allgemeinen Prozederes bei Plagiatsvorwürfen än-
dert nichts am neutralen Aussagegehalt dieser Orientierung. Weiter lässt
sich dem Artikel des Tages-Anzeigers entnehmen, dass in Bezug auf die
Mobbingvorwürfe auf eine Disziplinaruntersuchung verzichtet wurde, weil
die Anschuldigungen dafür nicht ausreichten. Dass die Vorinstanz die Be-
schwerdeführerin trotzdem des Mobbings bezichtigt, ergibt sich für den
Durchschnittsleser durch den allgemeinen Hinweis auf die entsprechenden
Regularien und Ombudsstellen nicht. Vielmehr dienten die Hinweise zu
Plagiaten und Mobbing reinen Informationszwecken, nachdem die beiden
Themen medial aufgebracht worden sind. Auch im Hinweis auf die ange-
botene Möglichkeit, den Doktorvater zu wechseln, ist nichts Ehrverletzen-
des zu erkennen, zumal auch gleichzeitig darauf hingewiesen wurde, dass
mehrere Doktorierende ausdrücklich den Wunsch geäussert hätten, durch
die von ihnen sehr geschätzte Beschwerdeführerin weiterhin betreut zu
werden. Im Ergebnis vermittelten die betreffenden Passagen nicht den Ein-
druck, dass ein Fehlverhalten der Beschwerdeführerin bereits feststehen
würde und sie die Studierenden nicht gut behandelt hätte.
A-2479/2020
Seite 18
4.4.4 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die interne Mitteilung der Vor-
instanz, soweit diese die Bekanntgabe der krankheitsbedingten Abwesen-
heit, das eingeleitete Untersuchungsverfahren sowie den Wechsel in der
Abteilungsleitung betrifft, die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin ver-
letzte. Zu prüfen bleibt, ob die vorinstanzliche Informationstätigkeit gerecht-
fertigt war.
4.5
4.5.1 Als Rechtfertigungsgründe kommen gesetzliche Ausnahmen zu Ver-
haltensvorschriften oder allgemeine Verhaltensvorschriften in Frage (JAAG,
a.a.O., Rz. 129). Bei aktiven Informationstätigkeiten können sich Bundes-
organe auf Art. 19 Abs. 1bis DSG berufen (RIEMER/RIEMER-KAFKA, a.a.O.,
S. 635; JENNIFER EHRENSPERGER, in: Maurer-Lambrou/Blechta [Hrsg.],
Basler Kommentar zum Datenschutzgesetz und Öffentlichkeitsgesetz,
2014 [nachfolgend: BSK DSG], Rz. 32 ff. zu Art. 19 DSG; ROSENT-
HAL/JÖHRI, Handkommentar zum Datenschutzgesetz, 2008, Rz. 50 zu
Art. 19 DSG). Als Bundesorgane gelten Behörden und Dienststellen des
Bundes sowie Personen, soweit sie mit öffentlichen Aufgaben des Bundes
betraut sind (Art. 3 Bst. h DSG). Diese dürfen im Rahmen der behördlichen
Information der Öffentlichkeit mitunter von Amtes wegen Personendaten
bekannt geben, wenn diese im Zusammenhang mit der Erfüllung öffentli-
cher Aufgaben stehen (Art. 19 Abs. 1bis Bst. a DSG) und an deren Be-
kanntgabe ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht (Bst. b). Die
zweite Voraussetzung verlangt nach einer Abwägung der sich entgegen-
stehenden privaten Interessen der betroffenen Personen am Schutz ihrer
Personendaten und dem öffentlichen Interesse am Zugang zu amtlichen
Informationen (vgl. BGE 144 II 91 E. 4.4 und 142 II 340 E. 4.2; Urteil BGer
1C_74/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 4.1; BVGE 2014/42 E. 7.1). Das
öffentliche Interesse ist jenes der Allgemeinheit oder einer Mehrzahl von
Personen. Handelt es sich bei den fraglichen Daten um besonders schüt-
zenswerte Personendaten oder Persönlichkeitsprofile, fällt die Güterabwä-
gung tendenziell eher zugunsten der Privatsphäre Dritter aus. Ausnahms-
weise kann das öffentliche Interesse überwiegen, namentlich bei Vorliegen
eines besonderen Informationsinteresses der Öffentlichkeit oder eines
spezifischen öffentlichen Interesses (EHRENSPERGER, in: BSK DSG,
a.a.O., Rz. 46 zu Art. 19 DSG; AMÉDÉO WERMELINGER, Datenschutzgesetz
[DSG], SHK - Stämpflis Handkommentar, 2015, Rz. 13 zu Art. 13 DSG;
ROSENTHAL/JÖHRI, a.a.O., Rz. 22 zu Art. 13 DSG; BGE 138 II 346 E. 10.6
und 132 III 644 E. 3.1; generell: BGE 93 I 67 E. 4; Urteil BVGer A-
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/313710be-beae-4ed1-b71e-fc4b69fe6673/citeddoc/c085276a-22dd-4fb4-a8b6-66e0706cd4ac/source/document-link
A-2479/2020
Seite 19
1793/2006 vom 13. Mai 2008 E. 3.4.2). Die Bekanntgabe hat verhältnis-
mässig und insbesondere zumutbar zu sein. Zumutbar ist eine Informati-
onsmassnahme, wenn es aufgrund der Rahmenbedingungen im konkreten
Fall unwahrscheinlich ist, dass die betroffene Person aufgrund der Veröf-
fentlichung einen Nachteil erleidet, der schwerer wiegt als eine bloss ge-
ringfügige Beeinträchtigung (Urteil BGer 1C_50/2015 vom 2. Dezember
2015 E. 6.1; STEPHAN C. BRUNNER, Persönlichkeitsschutz bei der behörd-
lichen Information der Öffentlichkeit von Amtes wegen: Ein Leitfaden,
Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl]
111/2010 S. 595, 616 ff.). Eine aktive behördliche Veröffentlichung von Per-
sonendaten wird unter anderem bei "mediennotorischen" Fällen als zuläs-
sig erachtet. Dies um etwa auf in den Medien erhobene Vorwürfe zu rea-
gieren oder um in den Medien kursierende Fehlmeldungen zu berichtigen.
Als erlaubt werden auch Informationen angesehen, welche im Interesse
der betroffenen Person liegen, z.B. Informationen zur Vermeidung falscher
Meldungen oder von Gerüchten (BRUNNER, a.a.O., S. 629 f. m.w.H.).
4.5.2 Das Bundesgericht hatte über ein Genugtuungsbegehren im Zusam-
menhang mit einer ins Internet gestellten Pressemitteilung der Schweizeri-
schen Nationalbank SNB betreffend die Entlassung einer Nationalbankdi-
rektorin zu entscheiden. Es verwies diesbezüglich auf die bisher ergan-
gene Rechtsprechung zu Persönlichkeitsverletzungen durch Veröffentli-
chungen der Presse und erklärte diese Grundsätze auch für die SNB für
anwendbar, wenn sie über ihre Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter in
der Öffentlichkeit berichtet (vgl. Urteil BGer 2A.312/2004 vom 22. April
2005 E. 4.3). Danach muss eine Pressemitteilung nicht nur wahr sein, son-
dern sie darf auch nicht unnötig verletzend sein (BGE 129 III 529 E. 3.1).
Eine Rechtfertigung für den Eingriff in die Persönlichkeit kann stets nur so-
weit reichen, als ein Informationsbedürfnis besteht bzw. sich rechtfertigen
lässt (BGE 129 III 529 E. 3.1 und 126 III 209 E. 3a). Eine Presseäusserung
oder -mitteilung kann auch dann persönlichkeitsverletzend sein, wenn sie
in wesentlichen Punkten unzutreffend ist und die Person in einem falschen
Licht zeigt, das sie in ihrem Ansehen empfindlich herabsetzt (BGE 129 III
529 E. 3.1 und 126 III 305 E. 4b/aa; zum Ganzen Urteil BGer 2A.312/2004
vom 22. April 2005 E. 4.3). Bei kleineren Ungenauigkeiten handelt es sich
demgegenüber nicht um eigentliche Verletzungen der Persönlichkeit
(HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., Rz. 655; BGE 129 III 49 E. 22 und 126 III
305 E. 4 b/aa; Urteil BGer 5A_445/2010 vom 30. November 2010 E. 3.1).
4.5.3 Die Grundzüge der dargelegten Rechtsprechung lassen sich auf die
interne Mitteilung der Vorinstanz übertragen, nachdem diese über 1'000
A-2479/2020
Seite 20
Personen und damit eine breitere Öffentlichkeit erreichte. Daneben ist dem
Umstand Rechnung zu tragen, dass sich die Vorinstanz in ihrer Funktion
als Arbeitgeberin an ihre Mitarbeitenden richtete. Die arbeitsrechtliche Pra-
xis erachtet es aus arbeitsorganisatorischen Gründen als zulässig, wenn
der Arbeitgeber Personalmutationen – selbst via Massen-E-Mail – nicht ge-
heim hält, sondern die Belegschaft sachlich darüber informiert, um den in-
ternen Ablauf nicht unnötig zu verkomplizieren und um dem Ansehen der
Organisation gegen aussen nicht zu schaden (vgl. STREIFF/VON KA-
ENEL/RUDOLPH, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 328 OR m.H.). Auch wenn diese
Rechtsprechung privatrechtliche Arbeitgeber betraf, lässt sie sich auf die
aktive Informationstätigkeit eines öffentlich-rechtlichen Arbeitgebers an-
wenden, nachdem an der Funktionsfähigkeit der staatlichen Institutionen,
an deren Vertrauenswürdigkeit sowie an der Transparenz der Verwaltungs-
tätigkeit ebenfalls ein öffentliches Interesse bestehen kann (vgl. BGE 142
II 340 E. 4.5; Urteile BVGer A-6755/2016 vom 23. Oktober 2017 E. 8.4.4
und A-3829/2015 vom 26. November 2015 E. 3.1; NINA TINNER-AMBÜHL,
Handbuch öffentliches Personalrecht, 2017, S. 655; BRUNNER, a.a.O.,
Rz. 616). Zu weit geht es hingegen, wenn der Arbeitgeber neben dem Aus-
scheiden des Arbeitnehmers auch Verstösse gegen den «Code of Ethics»,
fehlende Loyalität, wiederholt schlechtes Benehmen und mögliche straf-
rechtliche Konsequenzen erwähnt, in herabsetzender Weise über die so-
fortige Freistellung eines Angestellten öffentlich informiert oder dem Arbeit-
nehmer öffentlich vorwirft, den Anforderungen des Amtes nicht gewachsen
gewesen zu sein (STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 328
OR m.H.; Entscheid des Regierungsrats des Kantons Zug vom 19. Oktober
2010, Gerichts- und Verwaltungspraxis des Kantons Zug [GVP] 2010,
S. 298; Urteil BGer 2A.312/2004 vom 22. April 2004 E. 4). Generell kriti-
scher zu beurteilen sind Informationen, welche an betriebsfremde Dritte
gehen (STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 328 OR mit
Verweis auf Urteil BGer 4A_28/2009 vom 26. März 2009 E. 3.2 f.).
4.6
Die Vorinstanz ist eine Bundesbehörde i.S.v. Art. 2 Abs. 1 Bst. b DSG (vgl.
oben E. 3.2). Sie informierte ihre Belegschaft nach der medialen Berichter-
stattung aus eigenem Antrieb. Ihre interne Mitteilung ist demzufolge als ak-
tive Information zu qualifizieren, dessen Zulässigkeit sich nach Art. 19
Abs. 1bis DSG beurteilt (vgl. oben E. 4.5.1).
4.6.1 Öffentliche Aufgabe der Vorinstanz ist die Forschung in ihrem Aufga-
benbereich und die Erbringung wissenschaftlicher und technischer Dienst-
A-2479/2020
Seite 21
leistungen (Art. 21 Abs. 2 ETH-Gesetz). Die interne Mitteilung über die Be-
schwerdeführerin stand im Zusammenhang mit deren Anstellung als Abtei-
lungsleiterin und deren wissenschaftlichen Tätigkeit bei der Vorinstanz.
Folglich ist die erste Voraussetzung gemäss Art. 19 Abs. 1bis Bst. a DSG
erfüllt (vgl. oben E. 4.5.1).
4.6.2 Im Oktober 2017 veröffentlichte die NZZ am Sonntag einen Artikel mit
dem Titel «Eklat an der ETH: Professorin mobbt Studenten». Dieser han-
delte ebenfalls von einem «Professorenpaar», welches am Institut für Ast-
ronomie der ETHZ tätig war. Darin wurde auf das jahrelange Verhalten der
Professorin eingegangen, welches diverse Doktoranden als Mobbing ein-
stuften. Der Artikel generierte ein grosses Medienecho. In den Monaten
danach erschienen immer wieder Berichterstattungen dazu (z.B. Tages-
Anzeiger vom 22. Oktober 2017 «ETH-Professorin mobbt jahrelang Dok-
toranden»; Tages-Anzeiger vom 6. November 2017 «Aufstand gegen Zür-
cher ETH-Professoren»; Tages-Anzeiger vom 11. Mai 2018 «Neue Mob-
bingfälle setzen ETH unter Druck»; Zürcher Unterländer vom 31. Oktober
2018 «ETH Zürich möchte Astronomie-Professorin entlassen»). In diese
Phase fiel denn auch die Veröffentlichung des Artikels des Tages-Anzei-
gers vom 22. Februar 2019, in welchem schwerwiegende Vorwürfe gegen
die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz erhoben wurden (vgl. oben
Bst. K). Das bereits vorhandene öffentliche Informationsinteresse an den
speziellen Vorkommnissen an der ETHZ wurde dadurch auf die Vorinstanz
gelenkt und dürfte im besonderen Umfang bei deren Belegschaft bestan-
den haben. Bezeichnenderweise erachteten sowohl die Vorinstanz als
auch die Beschwerdeführerin die Berichterstattung als derart undifferen-
ziert, dass sich beide gezwungen sahen, sich mittels der internen Mitteilung
und der Gegendarstellung an die Belegschaft zu wenden. Das Bestehen
eines Informationsinteresses auf Seiten der Belegschaft war daher zu be-
jahen. Angesichts der Schwere der Vorwürfe, welche objektiv geeignet
sind, die Mitarbeitenden zu verunsichern und deren Vertrauen in die Vor-
instanz zu erschüttern, überwog das Informationsinteresse grundsätzlich
das Geheimhaltungsinteresse der Beschwerdeführerin. Ob die strittigen
Aussagen über die Beschwerdeführerin in der internen Mitteilung dabei im
Einzelnen gerechtfertigt waren, ist nachfolgend zu prüfen.
4.6.3 Dem E-Mail vom 20. Februar 2019 des Tages-Anzeigers an die Vor-
instanz lässt sich entnehmen, dass die Journalisten bereits über die Bil-
dung einer Kommission durch die ETHZ bezüglich einer wissenschaftli-
chen Untersuchung gegen X._ und die Beschwerdeführerin infor-
A-2479/2020
Seite 22
miert waren. Die Vorinstanz wollte dies in ihrem Antwortmail vom 21. Feb-
ruar 2019 nicht bestätigen. Im Artikel war demgegenüber zu lesen, dass
die ETHZ und die Vorinstanz auf Anfrage bestätigt hätten, dass gegen die
Professoren eine Untersuchung wegen Fehlverhaltens in der Forschung
eingeleitet worden sei. Ob diese Information von einem Angestellten der
Vorinstanz stammte, lässt sich nicht erstellen und die Beschwerdeführerin
behauptet dies auch nicht. Tatsache war jedenfalls, dass die Untersuchung
bereits publik war, als sich die Vorinstanz an ihre Belegschaft wandte. Vor
diesem Hintergrund konnte die Vorinstanz nicht in Abrede stellen, dass
eine solche im Gange war. Dies wäre ihrer Vertrauenswürdigkeit abträglich
gewesen und hätte Gerüchten Vorschub geleistet. Ihre Mitteilung be-
schränkte sich ferner darauf, die Existenz der Untersuchung zu bejahen,
verbunden mit dem Hinweis, dass sie dazu keinerlei Aussagen machen
könne und die Unschuldsvermutung gelte. Damit war die Information sach-
lich gehalten und begrenzte sich inhaltlich auf das absolut Nötigste. Deren
Verhältnismässigkeit ist deshalb zu bejahen. Überdies war die Information
der Beschwerdeführerin zuzumuten, nachdem nicht ersichtlich ist, inwie-
fern sie durch die blosse Bestätigung der bereits durch den Tages-Anzeiger
bekannt gemachten Untersuchung noch eine zusätzliche schwerwiegende
Beeinträchtigung erfahren haben soll. An der Rechtmässigkeit der Informa-
tion vermag auch der Umstand, dass im Zeitpunkt der internen Mitteilung
am 22. Februar 2020 rein formell gesehen keine Untersuchung gegen die
Beschwerdeführerin lief, nichts zu ändern. Denn faktisch befand sich die
Beschwerdeführerin immer noch in dem durch die ETHZ und die Vo-
rinstanz gemeinsam angestossenen Untersuchungsprozess, welcher
bloss durch die vertraglich vereinbarte Auftrennung des ursprünglichen
Verfahrens unterbrochen worden war. Die Mitteilung, wonach die
Vorinstanz ebenfalls eine Untersuchung gegen die Beschwerdeführerin
eingeleitet habe, ist demnach nicht wahrheitswidrig und vermag keine nicht
zu rechtfertigende Persönlichkeitsverletzung zu begründen (vgl. oben
E. 4.5.2).
4.6.4 Im Artikel des Tages-Anzeigers wurde auch die krankheitsbedingte
Abwesenheit der Beschwerdeführerin erwähnt, obwohl diese nicht Be-
standteil des vorinstanzlichen Antwortmails war. Der Urheber dieser Infor-
mation ist nicht bekannt. Jedenfalls war der Grund der Abwesenheit im
Zeitpunkt der internen Mitteilung publik; die Vorinstanz bestätigte darin
abermals eine bereits bekannte Tatsache. Unbesehen davon ist es üblich,
das engere Arbeitsumfeld über eine krankheitsbedingte Abwesenheit eines
Mitarbeitenden in Kenntnis zu setzen. Vorliegend ging die Information zwar
an die ganze Belegschaft. Jedoch ist dabei zu berücksichtigen, dass bei
A-2479/2020
Seite 23
einer mehrjährigen Tätigkeit in einem Betrieb auch Arbeitsbeziehungen so-
wie Bekanntschaften zu Personen aus anderen Abteilungen bestehen und
diese aufgrund eines derartigen Ereignis geneigt sein könnten, die be-
troffene Person persönlich zu kontaktieren. Der betreffende Hinweis er-
weist sich daher aus arbeitsorganisatorischen Gründen als gerechtfertigt.
Dies gilt umso mehr, als dass die blosse Nennung des Abwesenheitsgrun-
des ohne Spezifikation der Krankheit – wenn überhaupt – als äusserst ge-
ringfügige Persönlichkeitsverletzung erscheint. Insbesondere da es sich
gerade einmal um eine einwöchige Absenz handelte (angekündigter vo-
raussichtlicher Arbeitsbeginn: 1. März 2020). Die Verhältnismässigkeit der
Information war daher gegeben. Sie war auch für die Beschwerdeführerin
zumutbar, zumal auch nicht ersichtlich ist, inwiefern sie dadurch einen
Nachteil erlitten haben soll, welcher über eine bloss geringfügige Beein-
trächtigung hinausgeht.
4.6.5 Über den Wechsel in der Abteilungsleitung berichtete der Tages-An-
zeiger nicht. Die (erweiterte) Belegschaft erfuhr direkt von der Vorinstanz
davon. Aufgrund der Medienberichterstattung dürfte auf Seiten der Beleg-
schaft ein erhöhtes Informationsinteresse an den getroffenen Massnah-
men innerhalb der Abteilung bestanden haben, zu welchen die vor mehre-
ren Monaten erfolgte Neubesetzung der Abteilungsleitungsposition zählte.
Angesichts dieser Umstände konnte von der Vorinstanz nicht verlangt wer-
den, den Leitungswechsel zu verheimlichen. Zumal es sich auch um eine
Personalmutation handelte, deren interne Bekanntgabe aus betrieblichen
Gründen als eher unproblematisch erscheint (vgl. oben E. 4.5.3). Im Übri-
gen erfolgte die Mitteilung mit dem Hinweis auf die einvernehmliche Ver-
einbarung über die weitere Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin.
Ein Eindruck einer «aktiven» Absetzung entstand deshalb nicht. Die sach-
lich gehaltene Information erwies sich vielmehr als verhältnismässig und
für die Beschwerdeführerin als zumutbar. Insbesondere nachdem das nä-
here Arbeitsumfeld bereits davon gewusst haben muss und die Neubeset-
zung im öffentlich einsehbaren Organigramm der Vorinstanz, welches die
jeweiligen Abteilungsleitungen aufführt (vgl. www.empa.ch > Empa > Or-
ganigramm), ohnehin bereits für jedermann ersichtlich war.
4.6.6 Im Ergebnis überwog in allen drei Fällen das öffentliche Interesse an
der Bekanntgabe der strittigen Informationen jenes der Beschwerdeführe-
rin an deren Geheimhaltung. Die Informationen erwiesen sich im Einzelnen
als wahr, sachlich und als nicht unnötig verletzend. Darüber hinaus wurde
dem Gebot der Verhältnismässigkeit und Zumutbarkeit jeweils ausreichend
Rechnung getragen.
A-2479/2020
Seite 24
4.7 Zusammengefasst waren die streitgegenständlichen Aussagen der
Vorinstanz gerechtfertigt. Mangels deren Widerrechtlichkeit fehlt es an ei-
ner Voraussetzung für die Zusprechung des beantragten Schadenersatzes
von Fr. 20'000.-- nebst Zins zu 5% seit dem 22. Februar 2019 (vgl. oben
E. 3.1). Der betreffende Antrag ist daher abzuweisen.
5.
Neben dem Schadenersatz verlangt die Beschwerdeführerin die Zuspre-
chung einer Genugtuung. Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich ver-
letzt wird, hat bei Verschulden des Beamten Anspruch auf Leistung einer
Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es recht-
fertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 6 Abs. 2
VG). Die Beschwerdeführerin wurde nicht widerrechtlich in ihrer Persön-
lichkeit verletzt (vgl. oben E. 4.7). Die Voraussetzungen für die Zuspre-
chung einer Genugtuung von Fr. 30'000.-- nebst Zins zu 5% seit dem
22. Februar 2019 sind deshalb nicht gegeben. Der betreffende Antrag ist
ebenfalls abzuweisen.
6.
Zusammengefasst ist den Anträgen der Beschwerdeführerin auf Zuspre-
chung von Schadenersatz und Genugtuung nicht zu entsprechen. Die Be-
schwerde ist deshalb vollumfänglich abzuweisen.
7.
Es bleibt, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beschwerdever-
fahrens zu entscheiden.
7.1 Die Verfahrenskosten sind der unterliegenden Beschwerdeführerin auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 4'250.-- festzusetzen
und dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu entneh-
men.
7.2 Die Beschwerdeführerin unterliegt, weshalb ihr keine Parteientschädi-
gung zugesprochen wird (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reg-
lements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ebenso wenig hat die obsiegende
Vorinstanz einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3
VGKE).
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
A-2479/2020
Seite 25