Decision ID: adda1cc1-ee00-4ab5-a799-db2c4af881bc
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
72
,
ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern, geboren 1991 und 1993 (Urk. 11/2/2, Urk. 11/3/2-7).
Sie
arbeitete
ab Dezember 2007 als
Y._
Pflegehelferin
(Ur
k. 1
1
/
1/7
)
, ab dem
1.
August 2009 in einem 80%igen Pensum,
und nach ihrer
Weiter
bildung
zur
Fachangestellte
n
Gesundheit (Urk. 11/1/13)
ab dem 3
1.
Januar 2011
in dieser Funktion für das Alters- und Pflegeheim des
Z._
(
Urk.
11/2/4, Urk. 11/
15/1-2
, Urk. 11/25/1
).
Sie leidet seit
ihrer Kindheit und insbesondere seit
2008 an lum
balen Rückenbeschwerden (Urk. 11/
11/4, Urk. 11/12/15-16, Urk. 11/20/3
, Urk.
11/44/28-29
).
Ab Anfang November 2014 trat eine erhebliche Beschwerde
zunahme auf (Urk. 11/44/29).
Am 24.
November 2014
wurde sie an der
Lenden
wirbelsäule
auf Höhe
L5/S1 operiert (
Urk.
11/12/6-7).
Am 19.
März
201
5
meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversiche
rung wegen
Rückenbeschwerden zum Leistungsbezug
an (Urk.
11/2
). Die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab
.
Die Anstellung beim
Z._
wurde per 1
3.
Mai 2015 gekündigt (
Urk.
11/44/27). Am 7.
September 2015 erfolgte wegen persistierender Beschwerden im Rücken und am linken Bein eine weitere Opera
tion der Versicherten an der Lendenwirbelsäule
auf Höhe L5/S1
(
Urk.
11/20/5-6).
Die IV-Stelle
holte in der Folge das
bidisziplinäre
Gutachten von Prof.
Dr.
A._
, Facharzt für Neurologie
und für Psychiatrie sowie Psychotherapie
, und von Dr. med. B._
, Facharzt für orthopädische
Chirurgie & Traumatologie des Bewegungsapparates, für Orthopädie und für Unfallchirurgie
vom
3
1.
März 2017
ein (
Urk.
11/44). Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
2.
April 2017 die
Zusprache
einer vom 1.
November
2015 bis 30
.
November
2016 befristeten ganzen Rente an (Urk.
11/48
). Dagegen erhob die Versicherte mit
E-Mail
vom
2
0.
April 2017
Ein
wände (Urk.
11/49
). Mit Verfügung vom 1
6
.
August
2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten wie angekündigt eine vom
1. November 2015 bis 30. November 2016
befristete ganze Rente zu (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte
m
it Eingabe vom
1
8.
September
2017
Beschwerde und beantragte,
die Verfügung vom 1
6.
August 2017 sei bezüglich der Abweisung des Rentenanspruchs ab
1.
Dezember 2016 aufzuheben und es sei ihr eine volle
(richtig: ganze)
Invalidenrente ab dem
1.
Dezember
2016
zuzuspre
chen; es sei ein Obergutachten darüber anzuordnen, ob eine akute S1 Wurzelkom
pression ab September 2016 trotz S1-
Radikulopathie nicht mehr vorliege und inwiefern neurop
athische Schmerzen gegeben seien
, welche ihre Erwerbsfähigkeit bei leichten Arbeitstätigkeiten einschränke; darüber hinaus sei ein arbeitsagogi
sches Gutachten anzuordnen, welches Auskunft darüber gebe, ob auf dem Pflege
bereich Arbeitstätigkeiten rückenadaptiert und stehend, gehend und sitzend intermittierend auf dem Arbeitsmarkt vorhanden seien und ob sie aufgrund ihrer Aus
bildung sowie der bisherigen Arbeitstätigkeit eine Chance habe, auf diesem ersten Arbeitsmarkt einen Job zu finden, und mit welchem Jahreseinkommen sie bei einer derartigen Arbeitstätigkeit rechnen könnte. In prozessualer Hinsicht stellte die
Beschwerdeführerin
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
füh
rung und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Carlo Häfeli sowie um Befreiung von der Leistung eines Kostenvor
schusses
(Urk. 1 S. 2).
Mit der Beschwerde reichte die
Beschwerde
führerin
unter anderem die Berichte von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom
2.
August 2017 (Urk. 3/3)
und von
Assoc
. Prof.
PD
D
r.
med.
Dr.
phil.
D._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 5. September 2017 (Urk. 3/2) ein.
Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
23. Oktober 2017
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
10
).
Mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2018 wurde das Gesuch der
Beschwer
deführerin
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Bestellung einer
unentgeltlichen Rechtsvertretung abgewiesen (
Urk.
19 S.
5
).
Mit Eingabe vom 1
1.
März 2019 reichte die
Beschwerdeführerin
den Bericht von PD
Dr.
D._
vom 2
5.
Februar 2019 ein (Urk.
22). Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete mit Eingabe vom 1
0.
April 2019 auf eine Stellungnahme (
Urk.
26).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen
einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Mit
BGE 143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpas
sungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärun
gen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
er
heblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
1.3
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 40
Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invalidi
täts
grad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
1
.4.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.4.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind
mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung
und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017, in Kraft
seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens
-
und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im
Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvali
di
tät ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
Verordnung über
die Invaliden
versicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der
tatsächlichen Verhältnisse ein
getreten und damit der für die Abstufung oder
Befristung erforderliche Revisi
onsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetz
enden – Zeitpunkt der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,
der
Beschwerdeführerin
sei die bisherige
,
in einem 80%igen Pensum ausge
übte Tätigkeit seit November 2014 nicht
mehr zumutbar.
Nach Ablauf der ein
jährigen Wartezeit im November 2015 habe auch in einer leidensangepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit bestanden. Ab September 2016 habe sich ihr Gesundheitszustand verbessert und es sei ihr ab dann in einer leidensangepassten, körperlich leichten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar.
Eine Abklärung im 20%igen Haushaltsbereich erübrige sich, da
das Resultat
jedenfalls nicht rententangierend wäre. Im 80%igen Erwerbsbereich ergebe der Einkom
mensvergleich einen Invaliditätsgrad von 29
%
. Nach anteilsmässiger Gewich
tung resultiere ein Invaliditätsgrad von 23
%
, weshalb - nach einer Frist von drei Monaten nach der gesundheitlichen Veränderung - kein Rentenanspruch ab dem
1.
Dezember 2016 mehr gegeben sei
(Urk. 2 S.
3 f.
).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein
,
die
Beschwerdegegnerin
habe das rechtliche Gehör verletzt, da sie, die
Beschwerdeführerin
keine Stellungnahme
zum
bidisziplinären
Gutachten
habe abgeben können
. Auch habe die
Beschwer
degegnerin
in der angefochtenen Verfügung nicht begründet, inwiefern sich der
Gesundheitszustand per September 2016 verbessert habe
. Hierzu habe sie auch bei den Gutachtern nicht nachgefragt
.
Das
bidisziplinäre
Gutachten
vom 31.
März
2017 sei
zudem
nicht nachvollziehbar, falsch und im Interesse der
Beschwerde
gegnerin
ver
fasst worden. Namentlich hätten die Gutachter nicht begründet, was sich bei
ihr
von November 2015 bis September 2016 verbessert habe.
Sowohl der Hausarzt Dr.
C._
als auch Prof. PD
Dr. Dr.
D._
seien zu einer anderen Diagnose und zu anderen Resultaten bezüglich der Gesundheitseinschränkungen gelangt.
Diese hätten die Beschwerden
auf die Veränderungen des Nervensystems zurückgeführt und
auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in körperlich leich
ten Tätigkeiten geschlossen.
Ausserdem sei nach Ansicht der Gutachter noch eine psychiatrische Abklärung vorzunehmen, was die
Beschwerdegegnerin
unterlas
sen habe und deren Notwendigkeit von den behandelnden Ärzten verneint werde.
Ferner sei unklar, welche Arbeitstätigkeit tatsächlich ausgeübt werden könnte. Eine leichte intermittierende Tätigkeit sei rein theoretischer Natur und aufgrund der bisherigen Arbeitstätigkeiten, des sozialen Hintergrundes und ihrer Ausbil
dung unmöglich, auf dem Arbeitsmarkt einen passenden Job zu finden. Sie könne wegen des nötigen Hebens von Gewichten weder in den Pflegebereich noch in die Produktion zurück und eine Tätigkeit im Büro sei wegen des vielen Sitzens sowie wegen ihrer mangelnden schriftlichen Deutsch- und PC-Kenntnisse nicht möglich. Folgerichtig sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig in jeglicher Tätigkeit
und der Invaliditätsgrad betrage 100 %
.
Im Übrigen sei der von der
Beschwerdegeg
nerin
vorgenommene Einkommensvergleich, insbesondere das zu hoch ange
setzte Invalideneinkommen
aufgrund falscher Zahlen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung
(LSE)
und ohne leidensbedingten Abzug
falsch
. Dabei sei von einer 100%igen Erwerbstätigkeit und nicht von einem 80%igen Pensum wie im Pflegheim auszugehen, da sie finanziell gezwungen sein werde, Vollzeit zu arbei
ten und die Haushaltstätigkeit dem Ehemann zu übertragen
(Urk.
1
S. 2
ff.
, Urk. 21
).
2.3
Unstrittig
ist, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf
eine ganze Invaliden
rente vom 1.
November
2015 bis 3
0
.
November
2016 hat
.
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ab September 2016 angenommen und den Rentenan
spruch
der Beschwerdeführerin
(in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV)
ab dem 1.
Dezember
2016 verneint
hat
. Dabei bildet die angefochtene Verfügung vom 1
6
.
August
2017 (Urk. 2)
rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze
der richter
lichen Überprü
fungsbefugnis in diesem Verfahren (vgl. BGE 143 V 409 E. 2.1; 129 V 167
E.
1; je mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts
8C_454/2018 vom 16. November 2018 E. 5
).
3.
In Bezug
auf die gerügte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (
Art. 42 ATSG, Art. 57a Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung, BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a,
132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen
) ist
massgeblich
, dass sich die Beschwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
sowie im nachfolgenden
(vorlie
genden)
Beschwerdeverfahren uneingeschränkt zum
bidisziplinären
Gutachten
vom
3
1.
März
2017 (
Urk.
11/44)
äussern konnte, wovon sie
zumindest in diesem Verfahren auch
Gebrauch machte (
Urk.
1
). Der Umstand, dass sie vor Erlass des Vorbescheides keine Gelegenheit zur Stellungnahme erhielt, führt nicht zur Auf
hebung des angefochtenen Entscheides (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_339/2016 vom 8. August 2016 E. 3.1 mit Hinweis
).
Dasselbe gilt in Bezug auf die
formelle Rüge,
im angefochtenen Entscheid
fehle eine
Begründung zur Verbesserung des Gesundheitszustandes.
Selbst wenn darin eine Verletzung des Rechts auf eine Begründung eines Entscheides als Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu sehen wäre, was hier
offen bleiben
kann, führt dies jedenfalls nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides
bereits schon
aus
formellen Gründen
. Denn es
handelte sich dabei jedenfalls nicht um eine besonders schwerwiegende Verletzung
, die nicht als geheilt gelten könnte
.
D
ie
Beschwerdeführerin
vermochte den Entscheid auch in dieser Frage sachge
recht anzufechten und konnte sein Anliegen mit seiner Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
6.
August
2017 (Urk. 2) vor einer Beschwerde
instanz vortragen, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüft
(vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
), weshalb eine allfällige leichte
Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu gelten hätte.
4.
4.1
In medizinischer Hinsicht ist
mit vorliegender Aktenlage
unstrittig
belegt, dass
die
Beschwerdeführerin
seit vielen Jahren an lumbalen Rückenbeschwerden litt, welche insbesondere im Jahr 2008
zeitweise
(Urk. 11/12/15-17, Urk.11/20/3, Urk. 11/44/28-29) und ab Anfang November 2014 (Urk. 11/12/6-7) erheblich
zunahmen
und
zu
Arbeitsunfähigkeit
en
führten.
Nach Angaben der
Beschwerde
führerin
gegenüber dem neurologischen Gutachter Prof.
Dr.
A._
habe sie sich im weiteren Verlauf mit Krafttraining stabilisiert. Dennoch seien immer wie
der Medikamente und Spritzen
durch den Hausarzt notwendig gewesen, damit
sie
habe arbeiten können. Schleichend sei es dann mit ihren Beschwerden immer schlechter geworden.
Am
3.
November
2014
sei es schliesslich zur
Zunahme
der Schmerzen ohne spezifischen Auslöser gekommen (Urk. 11/44/29). Gemäss dem Austrittsbericht von Prof. PD
Dr. Dr.
D._
vom 2
8.
November
2014
war
die
Beschwerdeführerin
vom 5. bis
8.
und vom 23.
bis 2
8.
November 2014 in der
E._
hospitalisiert
, am
24.
November 2014
wurde
die Operation mit Entfernung eines grossen
mediolateralen
Bands
cheibensequesters L5/S1 links und S1-N
ervenwurzel-Dekompression links durchgeführt
(Urk.
11/12/6)
.
Vom 6. bis 11. September 2015 erfolgte
gemäss dem Austritts
bericht von Prof. PD Dr. Dr.
D._
vom 11. September
2015
eine weitere
Hospi
talisation
in der
E._
und am 7.
September 2015 ein opera
tiver Revisionseingriff mit dorsoventraler Aufrichtung L4/5 und L5/S1 sowie
Spondylodese
L5/S1
und S1-Nervenwurzel-Re-Dekompression links,
rezessal
, und S1-Nervenwurzel-Dekompression rechts (
Urk.
11/20/5).
Gemäss dem Bericht von Prof. PD Dr. Dr.
D._
vom 31.
Oktober 2016 persistierten die starken Schmerzen im Rücken und in den Beinen
linksbetont
nach Angaben der
Beschwerdeführerin
seit zwei Jahren. Trotz zwei
er Operationen, intensiver konservativer Therapien und mehreren postoperativen Infiltrationen sei es bis anhin zu keiner signifikanten Besserung der Beschwerden, höchstens wenig, gekommen. Sie sei weiterhin zu 100
%
a
rbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
11/38/2).
Dieser Sachverhalt bildet die Vergleichsbasis zur s
trittigen Frage, ob bis zur ver
fügten Rentenaufhebung per Ende
November 2016
eine anspruchsrelevante Besserung des Gesund
heitszustandes eingetreten sei, wovon die
Beschwerdegeg
nerin
gestützt auf das
bidisziplinäre
neurologisch-orthopädische Gutachten von Prof.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom 3
1.
März 2017 (
Urk.
11/44) ausgeht.
4
.2
4
.2.1
Die
Beschwerdeführerin
gab
gemäss dem Gutachten vom 31. März 2017
gegen
über den Gutachtern an
,
die Rückenbeschwerden im LWS-Bereich seien
konstant vorhanden
mit derselben Ausstrahlung der Schmerzen in das linke Bein und einem Taubheitsgefühl entlang des Ober- und Unterschenkels. Es habe sich durch die Operation nur eine minime Besserung eingestellt. Hinzugetreten seine Krämpfe im linken Bein. Nach zirka drei Monaten nach der ersten Operation habe sich zudem ein Schmerz an der Schulter eingestellt
(gemäss Prof.
Dr.
A._
an der linken, gemäss Dr.
B._
an der rechten Schulter, wo auch eine nativradio
logische
Abklärung
erfolgte, Urk. 11/44/101)
.
Sie könne den Arm schmerzbedingt nicht mehr richtig heben, ausserdem habe sie Sensib
ilitätsstörungen und
Kribbel
dys
ästhesien
in der
Hand
(links?)
mit Taubheitsgefühl an der
ulnaren
Handkante. Des Weitere
n
leide sie an Knieschmerzen und zirka einmal im Monat an Kopf
schmerzen mit Übelkeit (
Urk.
11/44/29-30, Urk. 11/44/74-75).
Gemäss der
bidisziplinären
Zusammenfassung schlossen die Gutachter
nach den Untersuchungen vom 17.
März 2016
auf die
folgenden Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
:
Chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom
nach zweimaliger operativer Intervention mit erfolgter
Spondylodese
L4 auf S1
(ICD-10 M54.97)
mit
/bei
regelrecht einliegender
Pedikelschrauben
ohne Anhalt auf Lockerung oder
Lyse
, mit moderater Höhenminder
ung der Segmente L4/5 und L5/S1
und
Radikulopathie
S1 links
mit
dermatombezogenem
sensiblem Defizit und
Achillessehnenreflex
-(
ASR-
)
Ausfall ohne motorische Defizite bei Status nach Bandscheibenvorfall L5/S1 links mit Wurzelkompression und Status nach Dekompressions-OP L5/S1 links vom 24. November 2014 sowie dorsaler
Spon
dylodese
L4-S1 und Re-Dekompression S1 links uns L5 beidseits am 7. September 2015; Diskrepanz zwischen subjektive
n
und objektiven Beschwerden; Hinweise auf Schmerzverarbeitungsstörung. Als Diagnosen ohn
e Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter eine altersentsprechende medial betonte Gonarthrose beider Kniegelenke mit einer
Chondropathie
Grad
Kellgren
I (ICD-10 M17.9) und eine beginnende AC-Gelenksarthrose rechts auf
(Urk.
11/44/115
).
Prof.
Dr.
A._
führte
aus neurologischer Sicht
aus
,
er stimme nicht mit der Ansicht von
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Neurologie, überein (vgl. Bericht vom 2
4.
Januar 2017, Urk. 11/42), wonach
die S1-
Radikulopathie
die Beschwerden erklären könnten.
Denn g
emäss der Bildgebung liege keine akute S1-Wurzelkompression nach den entlastenden Operationen mehr vor.
Es sei
von einer Wurzelschädigung S1 links mit sensiblen Defiziten und ASR-Ausfall/Abschwächung auszugehen, jedoch ohne motorischen Funktionsaus
fällen.
Der klinische Befund ergebe
auch
keine Hinweise auf einen neuropathi
schen Schmerz
respektive auf
ein neuropathisches Schmerzsyndrom gemäss den Budapester Kriterien
. Das Störungsbild zeige klinisch Divergenzen zwischen der subjektiv beklagten Schmerzstärke und den objektiven Befunden
.
Es bestehe eine Symptomausweitung in Lokalisation und Stärke der Schmerzen.
Es sei aus neurologischer Sicht von einer Schmerzverarbeitungsstörung auszugehen
. Die
Beschwerdeführerin
habe anlässlich der Untersuchung von einem seit über 15 Jahren anhaltendem Überforderungserleben im Berufs- und privaten Alltag berichtet.
Es werde eine psychiatrische Vorstellung zur
Abklärung und die Einleitung einer multimodalen Schmerztherapie empfohlen.
(
Urk.
11/44/43-45
, Urk. 11/44/48
).
Dr.
B._
empfahl
gemäss seinem Gutachten vom 3
0.
März 2017
aus orthopä
disch-
traumatologischer
Sicht
ebenfalls
die Einleitung einer adäquaten Schmerztherapie gemäss dem WHO-Stufenschema, um die unter vermehrter Belastung anhaltende Schmerzsymptomatik zu lindern. Auch
Dr.
B._
kam sodann zum Schluss, die von der
Beschwerdeführerin
geklagten Schmerzen wür
den nicht in Einklang mit dem im Rahmen der Begutachtung gezeigten spontanen Verhalten stehen. So
habe
sie eine aktuelle Schmerzintensität im Bereich ihrer LWS von sechs
und im Bereich ihres linken Fusses von fünf
auf der
Visuelle
n
Analogskala (VAS)
angegeben. Im Gespräch und im Untersuch habe sie indessen keine nennenswerte Schmerzaffektion gezeigt. Sie sei heiter und entspannt gewesen und habe von ihren Söhnen berichtet. Die subjektive Selbsteinschätzung und das spontane Verhalten der
Beschwerdeführer
könne seitens des Bericht
erstatters nicht in Einklang gebracht werden. Es sollte in diesem speziellen Fall daher eine Zusatzbegutachtung auf psychiatrischem Fachgebiet i
n Erwägung gezogen werden (Urk.
11/44/107
, Urk. 11/44/111-112
).
Zur
Arbeitsfähigkeit
erklärten
die Gutachter, die
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Fachangestellte Gesundheit (FAGE), welche mit schweren körperlichen Tätigkei
ten einhergehe
, sei der
Beschwerdeführerin
aufgrund des negativen Leistungsbil
des (
aus neurologischer Sicht:
Heben und Tragen mittelschwerer bis schwerer Gegenstände sowie Arbeiten, welche Bücke
n
oder vornüber
geneigte Haltungen
; aus orthopädischer Sicht: siehe nachfolgend
)
seit dem 1
9.
März 2015
nicht mehr zumutbar. Die Tätigkeit als FAGE mit ausschliesslich
administrativen Aufgaben wie das Richten von Medikamenten und Dokumentationsarbeiten seien leistbar, wenn ein Schreibpult zur Verfügung gestellt werde, um die Anforderung einer wechselbelastenden Tätigkeit einzuhalten. In allen leichten bis nicht ständig
mittelschweren,
wechselbelastenden
Tätigkeiten, welche die folgenden Kriterien erfüllen würden, sei
spätestens nach erfolgter postoperativer Rekonvaleszenz ab Mai 2016 eine 50%ige und spätestens ab September 2016
eine 100%ige Arbeits
fähigkeit gegeben: Tätigkeiten
ohne Heben und Tragen von Lasten körperfern von über fünf Kilogramm und körpernah von über
10
Kilogramm
(je ohne tech
nische Hilfsmittel),
ohne repetitive stereotype Bewegungsabläufe
, ohne repetitives Bücken, Kauern und Hocken, ohne mehr als gelegentliches Arbeiten in Zwangs
haltungen respektive länger
währender Einnahme nur einer Körperposition, ohne Heben von Lasten über der Horizontalen, ohne Arbeiten mit vermehrter Vibra
tionsbelastung, Pressen oder Stemmen, welche zu einer
intraspinalen Druckerhö
hung führen würden, ohne Arbeiten im Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe oder auf regen- und eisglattem Untergrund sowie ohne Arbeiten un
ter Zeit
druck und Akkordarbeit
(
Urk.
11/44/116-118).
Dr.
B._
hielt in seinem Teilgut
achten
unter dem Titel "Hinweis zur beruflichen Wiedereingliederung"
ausserdem fest, aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht
sei eine sukzessive Integration in das Arbeitsleben in eine leidensangepasste Tätigkeit mit einem schrittweisen Ausbau des Arbeitspensums zu empfehlen. Unter Hilfestellung und Unterstützung der
Beschwerdeführerin
sollte mittelfristig ein Arbeitspensum von 100
%
realisierbar sein (Urk. 11/44/111).
4
.2.2
Der Hausarzt
der
Beschwerdeführerin
Dr.
C._
befand gemäss seinen
B
erich
ten vom 2
8.
April und
2.
August 2017 dagegen, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit selbst in einer leichten Tätigkeit sei realitätsfremd und nicht akzeptabel.
Es erscheine als irrelevant, ob eine lokale Kompression der Wurzel oder eine Wur
zelschädigung von S1 vorliege. Die attestierte chronische
Radikulopathie
S1 links als Folge des Vorfalls, aber auch der Operationen sei ein riesiges Handicap und belaste die
Beschwerdeführerin
und ihren Alltag, geschweige denn ihre Arbeits
fähigkeit.
Es sei fraglich, wie die (von den Gutachtern ausgeführte) Diskrepanz zwischen den objektiven Befunden und der subjektiven Schmerzstärke überhaupt zu erfassen sei. Objektive liege eine chronische
Radikulopathie
mit sensiblen Defiziten, Reflexausfall und zwar ohn
e motorischen Funktionsausfälle
, aber doch immerhin mit
polyphasischem
Umbau im
Musculus
Gastrocnemius
vor. Dass es bei einem solchen schmerzhaften Trauma der Nervensubstanz zu einer Umstruk
turierung und Neuausrichtung des Nervensystems komme, sei schade, aber physiologisch und in diesem Sinne nicht aus suggerierten psychischen Gründen bedingt. Durch die
Chronifizierung
des Schmerzes komme es zur
Dekonditionie
rung
der Muskeln, die wiederum seinerseits die Schmerzen/Beschwerden nähren würden; dazu komme noch die paradoxe Wirkung der Opiate.
Bei den
chronifi
zierten
Schmerzen komme es unbestrittenermassen zu einer Interaktion zwischen den körperlichen Beschwerden und der Psyche. Der Modebegriff "Schmerzverar
beitungsstörung" werde dem Phänomen nicht gerecht, das auc
h Tagesschwan
kungen unterliege, bedingt etwa durch die Schlafqualität und die Wetterlage. Die Schmerzen der
Beschwerdeführerin
im Kreuz mit Ausstrahlung in den linken Fuss würden ohn
e ständige Wechselbelastung und mehrmalige Liegephasen täglich intolerabel (Schmerzgrad von andauernd 4-5, gegen Abend bei 7).
Dazu kämen schmerzhafte Krämpfe im gesamten linken Bein mit nachfolgenden lokalen Schmerzen und ausserdem oft Kopfschmerzen sowie pulsierende Ohrschmerzen links.
Eine ideal auf sie zugeschnittene Arbeit, bei der nebst der Wechselbelastung und Vermeidung belastender Körperstellungen mit Einhalten von Pausen, in denen sie sich hinle
gen könne, werde es nicht geben. Die
Beschwerdeführerin
sei selbst unter Opiaten weder im angestammten Beruf noch in einer leidensange
passten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Eine theoretische Arbeitsfähigkeit könne ein 50%iges Pensum nicht übersteigen (
Urk.
3/3-4).
4.2.3
Die weiteren von der
Beschwerdeführerin
in diesem Verfahren eingereichten Berichte von Prof.
PD
Dr. Dr.
D._
datieren vom
5.
September 2017 (
Urk.
3/2) und vom 2
5.
Februar 2019 (Urk. 22) und wurden somit nach Erlass der angefoch
tenen Verfügung vom 16. August 2017 (Urk. 2) erstellt. Da diese Verfügung die
zeitliche Grenze der richterlichen Überprü
fungsbefugnis in diesem Verfahren bildet (vgl. BGE 143 V 409 E. 2.1; 129 V 167 E.
1; je mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts
8C_454/2018 vom 16. November 2018 E. 5), sind die
se
Berichte
hier
nur insoweit zu berücksichtigen, als daraus Rückschlüsse auf die Zeit bis Mitte August 2017 gezogen werden können.
Der Bericht vom 5.
September 2017
ist
aufgrund seiner zeitlichen Nähe zur angefochtenen Verfügung
beachtlich, zumal sich daraus keine
ab Mitte August 2017 eingetretenen
Neuerungen
ergeben.
So
führte
Prof. PD
Dr. Dr.
D._
im Bericht vom
5.
September 2017
die bekannte Diagnose eines persistierenden Schmerzsyndroms im Rücken und vor allem im linken Bein mit
elektrophysiolo
gisch durch Dr.
F._
im Januar 2017 nachgewiesener
Radikulopathie
(Reizleitungsstörung) der Nervenwurzel S1 links und die bekannten trotz der
zweimaligen Operation persistierenden
Beschwerden
(Schmerzen und Parästhe
sien im Bereich des Rückens/
Sakrums
und im linken Bein)
auf
. Wegen dieser Beschwerden sei es der
Beschwerdeführerin
trotz Einnahme von hochdosierten Schmerzmitteln, insbesondere
Morphine
und Neuromodulatoren, nicht möglich, ihren Haushalt
respektive die Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen. Auch leichte Tätigkeiten im Haushalt würden ihr die beschriebenen Beschwerden bereiten. Die Schmerzen seien therapieresistent. Mit überwiegende
r
Wahrschein
lichkeit leide die
Beschwerdeführerin
an einer chronischen
Radikulopathie
links wegen einer Nervenschädigung. Diese Nervenschädigung sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits früh, im Verlauf der Nerveneinklemmung aufgetreten, welche sich nun in chronischen Schmerzen manifestiere. Aufgrund dessen sei sie weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben, insbesondere auch in körperlich leichten Tätigkeiten
(
Urk.
3/2).
Auch im Bericht vom 2
5.
Februar 2019 attestierte Prof. PD
Dr. Dr.
D._
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit selbst in körperlich leichten
und sitzenden
Tätigkeiten
. Die Nervenwurzeln S1 und L5
seien
weiterhin stark empfindlich auf mechanische Stimulation wie gehen, sitzen und stehen und an eine Arbeit respektive Reintegration
sei
im Moment nicht zu denken
(Urk. 22)
. Soweit
Prof. PD
Dr. Dr.
D._
in diesem Bericht
indes
Hinweise auf eine Besserung der Beschwerden seit Mitte August 2017
beschrieb
, da die
Beschwerdeführerin
nun
mehr
nebst Tagen mit wieder schlimmeren Schmerzen
auch Tage praktisch ohne Rückenschmerzen erlebe und sie das Morphin in den letzten Wochen und Monate zunehmend habe ausschleichen können, ist dies
im Rahmen
des hier massgeb
lichen Überprüfungszeitraumes
unbeachtlich.
4
.3
4
.3.1
Die Gutachter und die behandelnden Ärzte sind sich in diagnostischer
Hinsicht
bezüglich der Beschwerden am lumbalen Rücken
somit
darin einig, dass bei der
Beschwerdeführerin
eine
Radikulopathie
S1 links mit Nervenwurzelschädigung
mit sensiblen Defiziten und ASR-Ausfall/Abschwächung
vorliegt, welche
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fachangestellte Gesundheit anhaltend, mithin weiterhin auch ab September 2016 verunmöglicht
. Davon ist unstrittig auszu
gehen
.
Uneinigkeit besteht lediglich
darin,
ob diese organisch ausgewiesene Gesund
heitsschädigung die geklagten Beschwer
d
en
am
lumbalen Rücken mit Ausstrah
lung in die Beine
vollumfänglich zu erklären vermögen
und aus somatischer Sicht daher auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 100%ige oder zumindest eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei
, so die Ansicht der behandeln
den Ärzte,
oder ob
- so die gutachterliche Einschätzung -
eine psychische Über
lagerung im Sinne einer Schmerz
verarbeitungsstörung mit
Symptomausweitung
vorliegt, so dass
in Abgrenzung dazu
aufgrund der rein neurologisch-orthopä
disch objektivierbaren Beschwerden auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Mai 2016 und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab September 2016 zu schliessen sei.
4
.3.2
Der
Einsc
hätzung der Gutachter Prof. Dr.
A._
und Dr.
B._
(Urk. 11/44/110)
kann insofern gefolgt werden
,
als sie davon ausgehen, dass
spätestens ab Mai 2016, mithin rund acht Monate nach der
zweiten Rückenope
ration vom 7.
September 2015 (Urk. 11/20/5-6)
,
eine gewisse Besserung des Gesundheitszustandes aufgrund der
postoperative Rekonvaleszenz
eingetreten ist, welche
spätestens ein Jahr postoperativ ab September 201
6 vollständig abge
schlossen war.
Des Weiteren
ist mit Blick auf die
Alltagsaktivitäten der
Beschwer
deführerin
mit Führung des Haushaltes ohne die rückenbelastenden Tätigkeiten wie Staubsaugen, Bettenabziehen etc. und
mit
Pausen im Sitzen oder Liegen
(Urk.
11/44/31)
grundsätzlich
nachvollziehbar, dass
die Gutachter aus soma
tischer Sicht
auch im erwerblichen Bereich
auf eine verbleibende Leistungsfähig
keit in rückenschonenden Tätigkeiten schlossen.
Dazu erklärte Prof.
Dr.
A._
, die
Beschwerdeführerin
könne im Haushalt keine schweren Aufgaben mehr über
nehmen. Sie erhalte Hilfe vom Ehemann. Hingegen sei ihr die restliche Hausarbeit zumutbar. Ihr dortiges Verhalten entspreche dem Leistungsprofil aus neurolo
gischer Sicht (Urk. 11/44/45).
Ob daraus bereits nachvollziehbar auf eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit geschlossen werden kann, obschon eine Nervenwurzelschädigung S1 vorliegt, kann
hier
zunächst
offen bleiben
.
Denn
die
Beschwerdeführerin
wendet
zu Recht
ein
(Urk. 1 S. 3)
,
dass
es die
Beschwerdegegnerin
(ohne Begründung) u
nterlas
sen
hat
, eine
fachärztlich-psy
chiatrische Abklärung vorzunehmen, obschon eine solche von
beiden
Gutachtern empfohlen wurde
und diese auf eine psychische Komponente der Beschwerden schlossen
(Urk.
11/44/44, Urk. 11/44/107, Urk. 11/44/112
)
.
Auch bestätigten beide Gutachter, dass bei der
Beschwerdeführerin
keine Verdeutlichungstenden
zen oder Hinweis
e
auf Aggravation oder Simulation habe festgestellt werden können
(Urk. 11/44/43,
Urk.
11/44/107).
Es kann daher auch nicht aufgrund eines Ausschlussgrundes (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 2.2) abschliessend ausgeschlos
sen werden, das die Leistungsfähigkeit in der Gesamtbetrachtung zusätzlich durch psychis
che Leiden beeinträchtigt wird.
Hierzu bedarf es einer
ergänzenden
fach
ärztlich
-psychiatrischen Stellungnahme, zumal auch der Hausarzt
Dr.
C._
im Bericht vom
8.
Mai 2015 einen reaktiv depressiven Zustand aufgeführt hatte (Urk. 11/12).
Z
war ist Prof.
Dr.
A._
nicht nur Facharzt der Neurologie, sondern auch der Psychiatrie und P
s
ychotherapie. Jedoch geht aus seinem Gutachten hervor, dass er die
Beschwerdeführerin
- dem Auftrag entsprechend - allein aus neurologischer Sicht begutachtet hat
, auch wenn im Inhaltsverzeichnis des Gutachtens der Titel "F Arbeitsfähigkeit/Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht" aufgeführt wurde
(
Urk.
11/44/2)
und bei den allgemeinen Grundlagen festgehalten wurde, dass "die psychiatrische Exploration" durch Prof.
Dr.
A._
durchgeführt worden sei (
Urk.
11/44/3).
Dies ist auf eine ungenaue Redaktion zurückzuführen, welche letztlich ohne Bedeutung ist
. Denn
im weiteren Gutachten
wurden
jeweils
alle
Feststellungen als aus neurologischer Sicht e
rfolgt
deklariert
(
Urk.
11/44/33-
48
).
4.3.3
Es kann vor diesem Hintergrund somit entgegen der Ansicht der
Beschwerdegeg
nerin
nicht bereits gestützt auf das somatische Gutachten
abschliesssend
auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab September 2016
geschlossen werden.
Es sind
ergänzende Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer
und interdisziplinärer Sicht
vorzu
nehmen
.
Von einer
interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der
somatischen und allfälligen psychischen
Beschwerdebilder kann
mit Blick auf die bundes
gericht
liche Rechtsprechung (vgl. BGE 141 V 281, 143 V 409 und 418) nicht abgesehen werden,
da
bei psychischen Leiden ein strukturiertes Beweisverfahren durchzu
führen ist, bei dem die Standardindikatoren in ihrer Gesamtheit unter Berück
sichtigung sämtlicher (psychischer und somatischer) B
eschwerden nach ihrer Gesamtwir
kung auf den Funktionsstatus zu würdigen sind.
4.4
4.4.1
An der Notwendigkeit von ergänzenden Abklärungen
vermögen auch die Vor
bringen der
Beschwerdeführerin
nichts zu ändern. Namentlich kann nicht bereits aufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte
Dr.
C._
und Prof. PD
Dr. Dr.
D._
auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglich
er Tätigkeit geschlos
sen werden, zumal es sich auch hierbei
ebenfalls
um somatische
und nicht psychiatrische
Fachärzte handelt.
Zudem verneinte
Dr.
C._
im Bericht vom
2.
August 2017
eine Arbeitsfähig
keit
insbesondere
im Hinblick auf die
angebliche
(wirtschaftliche) Unm
öglichkeit,
realistischerweise
eine ideal leidensangepasste Tätigkeit
auf dem Arbeitsmarkt
zu finden
; aus medizinisch-theoretischer Sicht räumte er dagegen
eine
mögliche
Restarbeitsfähigkeit
ein
, wenn auch von maximal 50
%
(
Urk.
3/3 S. 1).
Dement
sprechend
bringt die
Beschwerdeführerin
vor
,
eine leichte intermittierende Tätig
keit sei rein theoretischer Natur
(Urk. 1 S. 7).
Diesbezüglich ist jedoch zu beach
ten, dass die
Frage
,
welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der ärzt
lichen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der
Beschwerdeführerin
in Frage kommen, zur Hauptsache Aufgabe des Berufsbe
raters der Invalidenversicherung und jedenfalls nicht des Arztes
ist
. Die Aufgabe des Arztes ist primär darauf beschränkt, zu sagen, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden einge
schränkt ist, wobei es als selbstverständlich gilt, dass sich der Arzt vor allem zu jenen Funktionen äussert, welche für die nach seiner Lebenserfahrung im Vor
dergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person wesentlich sind (so etwa, ob der Versicherte sitzend oder stehend, im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob er Lasten heben und tragen kann, ob er komplexe oder nur einfache Arbeitsabläufe erfassen kann, usw.;
Urteil des
Bundesgerichts 8C_119/2008 vom 2
2.
September 2008 E. 6.2
).
Im Übrigen gilt es die
medizinisch ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit
und die V
erwertbarkeit des verbliebenen Leistungsvermögens auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
zu bestimmen (vgl.
Art.
16
Abs.
1 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1;
Urteil
des Bundes
gerichts
9C_192/2014
vom 2
3.
September 2014 E. 3.1
)
.
Ebenfalls nicht gefolgt werden kann der
Ansicht der
Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 7), dass
selbst bei Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidens
bedingten Tätigkeit auf einen Invaliditätsgrad von 70
%
und damit
bereits
auf eine ganze Rente zu schliessen
sei
, da beim Einkommensvergleich von einem Invalideneinkommen von lediglich
Fr.
18'000.-- ausgehen
sei
.
Denn die hierzu
von der
Beschwerdeführerin
verwendete, vom Bundesamt für Statistik (BFS) mittels Lohnstrukturerhebung (LSE) erstellte Tabelle T2.11, Bruttoerwerbseinkom
m
en pro Jahr der Erwerbtätigen nach Erwerbsstatus, Berufsgruppen ISCO 88 (COM), Beschäftigungsgrad und Geschlecht nach dem Zentralwert (Median
; Urk. 3/6
),
ist rechtsprechungsgemäss nicht massgeblich. Nach der bundesgericht
lichen Rechtsprechung ist
beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommens
vergleich
vielmehr
von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
, Urteil des Bundesgericht 8C_704/2009 vom 27.1.2010 E. 4.2.1.1).
So ist
namentlich
aufgrund der
üblicherweise
und auch von der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2 S. 3, Urk. 11/45)
verwendeten Tabelle TA1
der LSE von einem deutlich höheren durchschnittlichen Bruttoeinkommen
bei Frauen, und zwar im Jahr 2016 von Fr.
4'363.-- pro Monat respektive Fr. 52'356.--
auszugehen
(LSE 2016,
TA1_tirage_skill_level
,
Monatlicher Brutto
lohn [Zent
ralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor
, Kompetenzniveau
1, Frauen, Total).
Das daraus
zu ermittelnde
Invaliden
einkommen (
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit)
kann
im Fall einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit gemessen
an dem von der
Beschwerdegegnerin
bestimmten
(
Urk.
2 S. 3)
und nicht strittigen
(Urk. 1 S. 7)
Valideneinkommen
von
Fr.
60'011.-- im Jahr 2016 jedenfalls nicht einen Invaliditätsgrad von
mindestens
70
%
ergeben
, so dass nicht bereits ohne weitere Abklärungen auf eine ganze Rente
geschlossen werden könnte
(
Art.
28
Abs.
2 IVG)
.
4.4.2
Bezüglich der
Statusfrage (vgl. E. 1.4.1) macht die Beschwerdeführerin
des Wei
teren
sinngemäss
geltend, es sei von einer 100%igen Tätigkeit im Erwerbsbereich auszugehen
(Urk. 1 S. 7)
.
Die
Beschwerdegegnerin
nahm
ohne weitere Begrün
dung
eine
80%ige Tätigkeit im Erwerbsbereich und eine
20%ige
Tätigkeit im Aufgabenbereich (Haushalt)
an (
Urk.
2 S. 3 f.).
Die
Begründung
der
Beschwerdeführerin
, dass sie finanziell gezwungen sein werde, Vollzeit zu arbeiten und die Haushaltstätigkeit dem Ehemann zu übertra
gen (Urk. 1 S. 7), ist in Bezug auf die Statusfrage nicht massgeblich. Denn entscheidend ist nicht, welches Arbeitspensum sie im Fall der tatsächlichen Aus
übung einer leidensangepassten Tätigkeit in Zukunft ausüben wird, sondern in welchem Arbeitspensum sie bei ansonsten unveränderten Umständen abgeleitet aus äusseren Indizien hypothetisch arbeiten würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde; massgeblich ist mithin ihre hypothetische Erwerbs
tätigkeit im Gesundheitsfall (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.3-4 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin lebte zurzeit der Begutachtung von Mitte März 2017 (Urk. 11/44/3, Urk. 11/44/65) gemäss ihren Angaben mit ihrem Ehemann und ihrem jüngeren Sohn (geboren 1993), der sich noch in Ausbildung befinde
, in einer Viereinhalbzimmerwohnung. Der Ehemann arbeite als Maschinenbediener im Schichtdienst. Sein Salär betrage monatlich Fr. 4'500.--. Sie kämen knapp über die Runden (Urk. 11/44/25). Wie der Verfügung vom 10. Januar 2018 zum Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege zu entnehmen ist, erzielte der Ehemann im Jahr 2016 indes ein Nettoeinkommen von Fr. 5'696.-- pro Monat (Urk. 19 S. 3). Zum beruflichen Werdegang ist den Akten zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin
nach der obligatorischen Schulzeit keine Ausbildung absol
viert hat, sondern in der Schweiz ab dem Alter von 16 Jahren (1988) bis im Früh
jahr 2005 in der Produktion einer Stickerei arbeitete. Von August 2005 bis Juni 2006 liess sie sich vom
Y._
zur
Pflegeh
elferin ausbilden. Auf diesem Beruf arbeitete sie von Mai 2005 bis April 2007 und von November 2007 bis Januar 201
1.
Von Dezember 2008 bis Dezember 2010 absolvierte sie berufsbegleitend die Weiterbildung zur Fachangestellten Gesundheit
(Urk. 11/25, Urk. 11/44/27).
Ins Gewicht fällt bei dieser Sachlage, dass die
Beschwerdeführer
in - soweit aktenkundig mindestens - bereits seit Anfang August 2009 bis zum Eintritt der 100%igen Arbeitsunfähigkeit zufolge akuter lumbaler Rückenbeschwerden Anfang November 2014 (Urk. 11/1/1, Urk. 11/12/2, Urk. 11/12/6) in einem 80%igen Pensum erwerbstätig war; dies obschon die beiden Kinder (geboren 1991 und 1993) seit 2009 respektive 2011 volljährig waren und mithin seit längerem keine Betreuungsaufgaben mehr bestanden. Die berufsbegleitend durchgeführte Weiterbildung zur Fachangestellten Gesundheit war zudem im Dezember 2010 erfolgreich abgeschlossen
worden (Urk. 11/1/13, Urk. 11/25/1) und dennoch arbeitete die
Beschwerdeführerin
danach weiterhin in einem 80%igen Pensum in dieser Funktion (Urk. 11/
15/2
). Jedoch
ist in gesundheitlicher Hinsicht zu berück
sichtigen, dass die Rückenbeschwerden bereits im Jahr 2008 akut zugenommen hatten und daraus eine zeitweilige Arbeitsunfähigkeit
mit
Hospitalisation
resul
tierte (Urk.
11/12/8
, Urk. 11/44/28
). Anlässlich der Begutachtung durch Prof.
Dr.
A._
erklärte die
Beschwerdeführerin
dazu denn auch
,
im Jahr 2007 habe sie einen Tinnitus entwickelt und die Arbeit mit einem 100%igen Pensum sowie die Hausarbeit seien ihr seinerzeit zu viel geworden. Nach einem
Verhebetrauma
beim Dienst im Jahr 2008 hätten sich die Schmerzen im linken lumbalen Rücken verstärkt (Urk. 11/44/28).
Es kann vor diesem Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, dass die
Beschwer
deführerin
ohne die Rückenbeschwerden als Pflegehelferin und später als Fach
angestellte Gesundheit Vollzeit gearbeitet hätte.
Diese Annahme wäre vor allem dann gerechtfertigt, falls die
Beschwerdeführerin
vor 2007 trotz der vierköpfigen Familie mit erwerbstätigem Ehemann und Kinderbetreuung in einem 100%igen Pensum gearbeitet hatte. Den Akten ist dazu indes nichts Genaueres zu entneh
men, weshalb die
Beschwerdegegnerin
dies ebenfalls abzuklären hat. Gegebenen
falls ist zudem eine Haushaltsabklärung vorzunehmen.
4.5
4.5.1
Nach dem Gesagten kann bei gegebener Akten- und Rechtslage nicht abschlies
send über die Frage
des Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin
ab
September
2016
entschieden werden.
Da die Sache aus fachärztlich
psychiatrischer
und
interdisziplinärer Sicht sowie
insofern
mit Blick auf die neue Rechtsprechung zu sämtlichen psychischen Leiden (BGE 141 V 281, 143 V 409, 418) bisher ungeklärt i
st, bleibt es dem Gericht recht
sprechungsgemäss unbenommen, die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zur ergänzenden Abklärung zurückzuweisen (
B
GE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hin
wei
sen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 2
1.
Oktober 2013 E. 3.4, publi
zier
t in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3
). Dem
A
ntrag der
Beschwerdeführerin
, es sei ein
Obergutachten und ein arbeitsagogisches Gutachten
einzuholen (Urk. 1 S. 2), ist daher nicht zu entsprechen.
Die Beschwerdegegnerin hat zur Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
in einer leidensangepassten Tätigkeit
für die Zeit
ab
September
2016
eine
ergänzende
fachärztlich-psychiatrische
Abkl
ärung
vorzunehmen, welche
im interdisziplinä
ren Kontext
einer Gesamtbetrachtung der funktionellen Auswirkungen
sämtlicher somatischen und psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen
unter Berücksich
tigung der
neuesten
Rechtsprechung
(BGE 141 V 281, 143 V 409, 418)
Rechnung
trägt
.
Ausserdem hat die
Beschwerdegegnerin
in erwerblicher Hinsicht abzuklären, mit welchem Arbeitspensum die
Beschwerdeführerin
in den
Erwerbstätigkeiten
der
Jahre vor 2008 (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto,
Urk.
11/8) jeweils gearbeitet hatte. Gegebenenfalls ist zudem eine Haushaltsabklärung durchzufüh
ren.
Anschliessend
hat
die IV-Stelle neu über den Rentenanspruch der
Beschwerde
führerin
ab
dem 1. Dezember
2016
zu entscheiden.
4.5.2
Die angefochtene Verfügung vom
1
6.
August 2017
(Urk. 2) ist somit aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu
neuem
Entscheid über
den Renten
anspruch
der
Beschwerdeführerin
ab dem 1.
Dezember
2016
zurückzuweisen.
5
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen
(vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessens
weise auf F
r.
7
00.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand
und den Barauslagen auf Fr. 2'5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.