Decision ID: ef038dfa-c4a5-4a73-83e1-83d884ee61dc
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, GN Rechtsanwälte,
St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Am 26. November 2009 erlitt A._, einen Verkehrsunfall (Auffahrkollision) und zog
sich eine Stauchung der Wirbelsäule zu (vgl. undatierte Schadenmeldung UVG;
Fremdakten). Am 7. Juni 2010 (Datum Posteingang IV-Stelle) meldete sich der
Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1; siehe auch das nachträglich am
21. Juni 2010 unterzeichnete Anmeldungsexemplar, IV-act. 14). Anlässlich des FI-
Gesprächs gab der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin,
gegenüber RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen,
an, der Versicherte leide seit 2004 an einem lumbovertebralen Schmerzsyndrom, seit
2006 an einer Diskushernie C6/7 sowie an einer HWS-Distorsion nach Auffahrunfall
vom November 2009 mit neu festgestellter Diskushernie C7/Th1. Die Arbeitsfähigkeit in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsangestellter Reinigung (IV-act. 24-2) werde
durch die eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule beeinträchtigt (IV-act. 17).
A.b Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 26. Juli 2010, in welcher der Ver
sicherte vom 9. Juni bis 15. Juli 2010 behandelt wurde, diagnostizierten die
medizinischen Fachpersonen eine HWS-Distorsion QTF II (zervikales Syndrom und
leichte Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion [ICD-10: F43.2]), ein
degeneratives Wirbelsäulensyndrom (lumbovertebrales und zervikales Syndrom) sowie
multiple Allergien. Die festgestellte psychische Störung begründe keine
arbeitsrelevante Leistungsminderung. Die angestammte Tätigkeit, die mit häufigem
"Hantieren bis schwerer Lasten" und häufigen sowie längerdauernden Tätigkeiten über
Kopf verbunden sei, sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis
mittelschwere leidensangepasste Arbeit (wechselbelastende Tätigkeiten, ohne
wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und ohne längerdauernde Arbeiten über
Kopf) sei ganztags zumutbar (IV-act. 25). RAD-Arzt Dr. C._ schloss sich der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon an (Stellungnahme vom 16. August
2010, IV-act. 26).
A.c In der Mitteilung vom 10. Januar 2011 wies die IV-Stelle das Begehren um beruf
liche Massnahmen mit der Begründung ab, der Versicherte fühle sich aktuell lediglich in
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beschränktem Mass arbeitsfähig und gehe im Rahmen eines 50%igen Arbeitspensums
weiterhin der angestammten Tätigkeit als Betriebsangestellter Reinigung nach (IV-
act. 48).
A.d Mit Vorbescheid vom 18. Januar 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, sein Rentenbegehren abzuweisen (IV-act. 53). Dagegen erhob der Versicherte
am 16. Februar 2011 Einwand (IV-act. 56), den er am 11. März 2011 ergänzend
begründete und worin er um Einholung eines Berichts bei der im Palliativzentrum des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) behandelnden Oberärztin Dr. med. D._, Fachärztin
für Allgemeinmedizin, sowie eine rechtsgenügliche medizinische Abklärung der
Arbeitsfähigkeit ersuchte (IV-act. 59). Im von der IV-Stelle eingeholten Arztbericht vom
26. April 2011 diagnostizierte Dr. D._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches Schmerzsyndrom. Im Vergleich zu den "Untersuchungen/Beurteilungen"
der Rehaklinik Bellikon hätten sich zwischenzeitlich keine wesentlichen Veränderungen
ergeben. Die Fragen betreffend die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit liess sie
unbeantwortet (IV-act. 63 mit Berichten vom 23. September und 26. November 2010;
ferner verwies sie auf den Bericht der in der Abteilung Psychosomatik des KSSG
behandelnden Dr. med. E._ vom 30. März 2011, Fremdakten). RAD-Arzt Dr. C._
gelangte nach der Würdigung des Berichts von Dr. D._ zum Schluss, es könne
weiterhin für leidensangepasste Tätigkeiten von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden (Stellungnahme vom 9. Mai 2012, IV-act. 67). Ausgehend von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ermittelte die IV-
Stelle einen 6%igen Invaliditätsgrad und wies das Rentenbegehren in der Verfügung
vom 10. Mai 2012 ab (IV-act. 68).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 10. Mai 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 11. Juni 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Gewährung der gesetzlichen
Leistungen. Eventualiter sei die Streitsache zur Durchführung weiterer Abklärungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (act. G 1). In der ergänzenden Begründung
vom 20. August 2012 vertritt er im wesentlichen den Standpunkt, dass er über keine
100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge und für die
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Bestimmung des Invalideneinkommens auf das im Rahmen eines 50%igen
Beschäftigungsgrads in der angestammten Tätigkeit tatsächlich erzielte Einkommen
abzustellen sei. Ein Stellenwechsel sei unzumutbar. Ferner habe die
Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" missachtet.
Schliesslich sei der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 26. Juli 2010
hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht beweiskräftig (act. G 4).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. Oktober
2012 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
die medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon für beweiskräftig. Ein
Stellenwechsel sei dem Beschwerdeführer zumutbar. Der Anspruch auf berufliche
Massnahmen bilde nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung. Im Übrigen sei
versucht worden, berufliche Massnahmen umzusetzen (act. G 6).
B.c In der Replik vom 10. Dezember 2012 hält der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde fest. Ergänzend bringt er vor, dass im Bericht der Abteilung
Psychosomatik des KSSG vom 30. März 2011 eine depressive Episode, aktuell leicht-
bis mittelschwer, im Rahmen einer chronischen Depression, diagnostiziert worden sei.
Die Beschwerdegegnerin habe diesbezüglich keine weiteren Abklärungen getroffen
(act. G 11).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 13).

Erwägungen:
1.
In formeller Hinsicht ist vorab die Frage zu klären, ob auf das Begehren um berufliche
Massnahmen einzutreten ist.
1.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung
genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
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Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 414 E. 1a).
1.2 Was den Anspruch auf berufliche Massnahmen anbelangt, so bildete dieser nicht
Gegenstand der angefochtenen Rentenverfügung vom 10. Mai 2012 (IV-act. 68). Im
Hinblick darauf, dass darin ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 6%
ermittelt wurde, ist die Frage betreffend berufliche Massnahmen auch nicht
notwendigerweise deren Gegenstand. In der Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2012
lässt sich die Beschwerdegegnerin lediglich knapp materiell zum Anspruch auf
berufliche Massnahmen vernehmen, stellt sich aber primär auf den Standpunkt, dass
dieser nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung bilde (act. G 6). Unter diesen
Umständen ist auf das Begehren um berufliche Massnahmen nicht einzutreten (vgl.
Urteil des Versicherungsgerichts vom 18. Februar 2011, IV 2009/123, E. 1). Ergänzend
ist zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin bereits in der Mitteilung vom
10. Januar 2011 das Begehren des Beschwerdeführers um berufliche Massnahmen
abgewiesen hat (IV-act. 48), die Abweisung unangefochten blieb und in Rechtskraft
erwachsen ist (vgl. BGE 134 V 151 f. E. 5.3.1 f.). Eine Wiederanmeldung bei der IV,
soweit der Beschwerdeführer Unterstützung bei der Stellensuche benötigt, ist zudem
jederzeit möglich, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist (act. G 6, S. 5,
Ziff. 8).
2.
Zu prüfen bleibt damit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun
fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
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versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Nach der Rechtsprechung ist es dem
Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die
(versicherungsinterne) Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Diensts (RAD) zu
entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind. Ein Anspruch auf eine versicherungsexterne
Begutachtung besteht gemäss Rechtsprechung nicht (BGE 135 V 465).
3.
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Vorab gilt es die Frage zu beurteilen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich
abgeklärt worden ist. Die angefochtene Verfügung stützt sich in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. C._ vom 16. August
2010 (IV-act. 26), die in Würdigung des Austrittsberichts der Rehaklinik Bellikon vom
26. Juli 2010 erfolgte, und vom 9. Mai 2012 (IV-act. 67). Darin bescheinigte RAD-Arzt
C._ eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten. Der
Beschwerdeführer hält diese medizinische Einschätzung aus verschiedenen Gründen
nicht für beweiskräftig (act. G 4, Rz 30 ff.).
3.1 Gegen den den RAD-Stellungnahmen zugrunde liegenden Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon bringt der Beschwerdeführer vor, dieser beruhe auf unvollständigen
Abklärungen betreffend die Lendenwirbelsäule, könne sich nicht auf eine
fachrheumatologische Abklärung stützen und die darin enthaltene Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit sei weder begründet noch nachvollziehbar (act. G 4, Rz 31 ff.). Die
Rehaklinik Bellikon sei eine "SUVA-Klinik und entsprechend darauf fokussiert, die
Versicherten gesund zu schreiben und bei der SUVA Taggelder einsparen zu können"
und damit nicht unabhängig (act. G 11, Rz 5).
3.1.1 Die im Austrittsbericht vom 26. Juli 2010 vorgenommene
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung stützt sich auf die Wahrnehmung eines mehrwöchigen
Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon vom 9. Juni bis 15. Juli 2010. Es wurden
sämtliche relevanten Vorakten berücksichtigt und der Beschwerdeführer wurde
umfassend klinisch untersucht. Eine neurologische Konsiliar-Untersuchung fand am
6. Juli 2010 statt, anlässlich derer kein Nachweis für eine cervicale oder lumbale
Radikulopathie gefunden wurde. Es lägen generell keine Hinweise für eine zentrale oder
periphere neurogene Affektion vor, insbesondere seien keine Anhaltspunkte für eine
Myelopathie gefunden worden (IV-act. 25-11 f.; vgl. die damit übereinstimmenden
Erkenntnisse der im KSSG behandelnden Rheumatologen im Bericht vom 1. Februar
2010, Fremdakten). Aufgrund der ausführlichen Diagnostik während des stationären
Aufenthalts erachteten die medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon weitere
bildgebende Untersuchungen nicht für erforderlich (IV-act. 25-4). Deshalb und da
angesichts des "aktuell blanden neurologischen Untersuchungsbefundes" aus
medizinisch-rehabilitativer Sicht von einer passageren Traumatisierung der
vorbestehenden degenerativen Wirbelsäulenveränderungen durch die Distorsion vom
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26. November 2009 ausgegangen werden konnte, ist der Verzicht auf weitere
bildgebende Untersuchungen nicht zu beanstanden. Dies umso weniger, als sich auch
aus den späteren Berichten des Palliativzentrums des KSSG (vom 23. September 2010
und 26. November 2010, IV-act. 63-4 ff.) keine Hinweise für die
Erforderlichkeit von weiteren bildgebenden Untersuchungen ergibt. Hinzu kommt, dass
auch die behandelnden Rheumatologen des KSSG - deren Bericht vom 1. Februar
2010 von den in der Rehaklinik Bellikon behandelnden medizinischen Fachpersonen
berücksichtigt wurde (IV-act. 25-6) - keine nochmaligen bildgebenden Untersuchungen
der LWS für angezeigt hielten (Bericht vom 1. Februar 2010, Fremdakten).
3.1.2 Dem Vorwurf, der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon beruhe nicht auf
fachrheumatologischer Beurteilung, ist zunächst entgegenzuhalten, dass sich die
medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon bei ihrer Einschätzung auf den
rheumatologischen Bericht vom 1. Februar 2010 (Fremdakten) stützten (IV-act. 25-6).
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass der den Austrittsbericht verfassende Oberarzt Med.
pract. F._ gemäss FMH-Ärzteindex am 29. November 2008 das schriftliche und am
28. April 2009 das mündliche Facharztexamen "Physical and Rehabilitation Medicine,
European Board" abgeschlossen hatte. Die Fachdisziplin der Physikalischen Medizin
und Rehabilitation befasst sich mit der Förderung der körperlichen und kognitiven
Funktionen, der Aktivität (inklusive Verhalten), der Partizipation (inklusive
Lebensqualität) und der Verbesserung von persönlichen Faktoren und Umweltfaktoren.
Sie ist zuständig für die Prävention, die Diagnostik, die Behandlung und das
Rehabilitationsmanagement von Menschen jeden Alters mit behindernden
Gesundheitsschädigungen und Komorbiditäten. Fachärzte für Physikalische Medizin
und Rehabilitation verfolgen bei Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen
einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. Es kann sich dabei um muskuloskelettale
und neurologische Krankheiten, um Amputationen, um Funktionsstörungen der
Beckenorgane, um kardiopulmonale Krankheiten oder um Behinderungen infolge
chronischer Schmerzen oder Krebserkrankungen handeln. Fachärzte für Physikalische
Medizin und Rehabilitation decken grundsätzlich die Anforderungen der somatischen
Rehabilitation ab (Weiterbildungsprogramm der FMH vom 1. Januar 2008, Stand
7. März 2013, betreffend Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, S. 1;
Download unter:
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<http://www.fmh.ch/files/pdf9/physikalische_medizin_version_internet_ d.pdf>,
abgerufen am 3. Juli 2014). Im Licht dieser Umstände besteht kein Anlass, an der von
Med. pract. F._ - unter Einbezug der fachrheumatologischen und fachneurologischen
Beurteilung - erfolgten Würdigung der Wirbelsäulenproblematik einzig aufgrund von
dessen fehlenden fachrheumatologischen Ausbildung zu zweifeln.
3.1.3 Aus dem - von Dr. D._ bestätigten (vgl. nachstehende E. 3.1.4) -
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon ergeben sich keine Hinweise für ein
voreingenommenes oder sonstwie sachfremdes Verhalten der medizinischen
Fachpersonen (solche werden vom Beschwerdeführer denn auch nicht geltend
gemacht), weshalb sich Weiterungen zu der sich in einer allgemeinen Kritik an der
Rehaklinik Bellikon erschöpfenden Rüge des Beschwerdeführers erübrigen.
3.1.4 Bei der Beurteilung der somatischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass
Dr. D._ die "Untersuchungen/Beurteilungen" der Rehaklinik Bellikon (aus somatischer
Sicht; vgl. zu den von ihr in die Beurteilung einbezogenen Diagnosen IV-act. 63-1)
bestätigte (Bericht vom 26. April 2011, IV-act. 63-2).
3.1.5 Im Licht dieser Umstände bestehen daher keine Zweifel an der aus
somatischer Sicht von der Rehaklinik Bellikon bescheinigten, von RAD-Arzt Dr. C._
bestätigten, 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten, zumal bis
zum Erlass der angefochtenen Verfügung keine Hinweise für eine Verschlechterung des
somatischen Gesundheitszustands ersichtlich sind. Ein Anlass für weitere somatische
Abklärungen besteht zur Zeit nicht.
3.2 Was die psychischen Leiden anbelangt, so rügt der Beschwerdeführer das Fehlen
entsprechender fachpsychiatrischer Abklärungen (act. G 4, Rz 34, und act. G 11, Rz 5
und Rz 11).
3.2.1 In der Tat erfolgte während des Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon soweit
ersichtlich keine fachpsychiatrische, sondern lediglich eine von der Psychologin lic.
phil. G._ durchgeführte psychosomatische Beurteilung des Beschwerdeführers. Die
von ihr festgestellte psychische Störung (leichte Anpassungsstörung, längere
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depressive Reaktion [ICD-10: F43.2]) begründete aus ihrer Sicht keine arbeitsrelevante
Leistungsminderung (IV-act. 25-5).
3.2.2 Demgegenüber wird im von Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, visierten Bericht der Abteilung Psychosomatik des KSSG vom
30. März 2011 eine depressive Episode, aktuell leicht- bis mittelschwer, im Rahmen
einer chronischen Depression sowie ein chronisches Schmerzsyndrom diagnostiziert.
Im Bericht ist die Rede von mangelnder Impulskontrolle, verminderter Belastbarkeit
und überdurchschnittlicher Ermüdbarkeit als Ausdruck der Depression (Fremdakten).
Hingegen fehlt eine Beurteilung der Auswirkungen dieser Beeinträchtigungen auf die
Leistungsfähigkeit. Angesichts der in der Abteilung Psychosomatik des KSSG
festgestellten Folgen der Depression wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet
gewesen, eine fachpsychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers einzuholen. Indessen wurde diesbezüglich keine Abklärung
vorgenommen und auch RAD-Arzt Dr. C._, der nicht über eine fachpsychiatrische
Ausbildung verfügt, schenkte dem Bericht der Abteilung Psychosomatik vom 30. März
2011 in der Stellungnahme vom 9. Mai 2012 keine Beachtung (IV-act. 67). Vor diesem
Hintergrund erweist sich die Beurteilung des Rentenanspruchs als noch nicht
spruchreif. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme einer
psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner
Leistungsfähigkeit zurückzuweisen. Bei diesem Ergebnis kann die Frage nach der
korrekten Bestimmung der Vergleichseinkommen vorerst offen bleiben.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 10. Mai 2012 in teilweiser Gutheissung
der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur Durchführung einer psychiatrischen
Begutachtung und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis
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erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die
gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--.
4.3.1 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 24. Januar 2013 eine
Kostennote eingereicht, worin sie bei einem Aufwand von 19.29 Stunden ein Honorar
von Fr. 5'416.65 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend macht (act.
G 15).
4.3.2 Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass nicht der geltend gemachte, sondern
nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (Urteil des Bundesgerichts vom
25. Februar 2009, 8C_140/2008, E. 11.4 mit Hinweisen). Bei einer Rechtsvertretung im
gesamten Beschwerdeverfahren wird in vergleichbaren invalidenversicherungsrecht
lichen Fällen praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) gesprochen (vgl. etwa Entscheide
des Versicherungsgerichts vom 25. März 2013, IV 2011/89, E. 4.3, und vom
18. Februar 2014, IV 2012/72, E. 4.3).
4.3.3 Mit Blick auf den zu beurteilenden Sachverhalt und die sich stellenden
Fragen kann von einem durchschnittlichen Fall gesprochen werden, der eine erfahrene
Anwältin nicht vor besondere Schwierigkeiten stellt. Die Akten und die
Beschwerdeantwort (act. G 6) waren nicht umfangreich. Auf eine (begründete) Duplik
hat die Beschwerdegegnerin verzichtet (act. G 13). Der von der Rechtsvertreterin
geltend gemachte Aufwand von 19.29 Stunden erscheint damit als eindeutig zu hoch
und geht über das Notwendige hinaus.
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4.3.4 Der Bedeutung der Streitsache und dem notwendigen Aufwand angemessen
erscheint deshalb eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Ein weitergehender Aufwand kann nicht entschädigt
werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP