Decision ID: 49f29fc1-cc6e-4cf6-aedf-9af80b7d6d1b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Nachdem die IV-Stelle Schwyz das
am 30. Januar 2003 gestellte B
egehren des 1964 geborenen
X._
um invalidenversicherungsrechtliche Leistun
gen zufolge einer die Arbeitsfähigkeit seit Februar 2002 einschränkenden Bandscheibenverletzung (vgl. Urk. 9/6)
mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Oktober 2005
(Urk. 9/35)
abgewiesen und ihren Entscheid im Zuge einer Beschwerde des
X._
beim kantonalen Verwaltungsgericht in
Wie
dererwägung
gezogen hatte (worauf dieses das Verfahren am
3.
März 2006 als gegenstandslos abschrieb), verneinte sie nach weiteren Abklärungen, nament
lich nach Eingang eines Gutachtens der MEDAS
Y._
vom 2
8.
Juli 2009
(Urk. 2/13
= Urk. 9/83
)
, den Rentenanspruch mit neuerlichem
Einspr
ache
entscheid
vom 5.
Juli 2010
unter Feststellung eines für einen Rentenanspruch ungenügenden
Invaliditätsgrades von 23 %
(Urk. 9/93)
. Das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz hob diesen Entscheid auf Beschwerde des
X._
hin am 19.
Januar 2011 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück
(Urk. 2/12
= Urk. 9/98
)
. Diese holte ein psychiatrisches Gutachten der med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 1
9.
Oktober 2011
(Urk. 2/5
= Urk. 9/118
)
, und eine Stellungnahme des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Medizin FMH), vom 2
5.
Oktober 2011
(Urk. 9/119)
ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
9.
Januar 2012
unter Bestätigung des für einen Rentenanspruch ungenügenden Invaliditätsgrades von 23 %
wiederum ab
(Urk. 9/128)
.
Die
hiergegen
erhobenen Beschwerde
n
des
X._
wies
en
das Verwal
tungsgericht des Kantons Schwyz mit Entscheid vom 1
6.
Mai 2012
(Urk. 2/11
= Urk
.
)
und das Bundesgericht mit
dem
Urteil
9C_556/2012
vom 25. Februar 2013 (Urk. 2/8
= Urk. 9/141
)
ab.
Im bundesgerichtlichen Verfahren hatte der Versicherte
eine "gutachterliche Äusserung mit fachneurologisch-neurochirur
gischer Stellungnahme" des
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie und Neurochirurgie, Klinik
C._
, vom
3.
Juli 2012, zu den Akten reichen
lassen
.
Diesen - auch im vorliegenden Verfahren als Urk. 2/6 zu den Akten gereichten - Arztbericht liess
das Bundesgericht als unzulässiges
Novum (
Art.
99
Abs.
1 BG
G; BGE 135 V 194 E. 2.2 S. 196) unberücksichtigt, da b
ereits aufgrund der Verfügung vom 9.
Januar 2012
klar gewesen sei
, dass sich die Leistungsablehnung auf die somatischen MEDAS-Teilgutachten und das psychi
atrische Guta
chten der med.
pract
.
Z._
stützte
. D
ie anders lautenden Vor
bringen in der Beschwerde
seien
offensichtlich unzutreffend
(
Bundesgerichtsur
teil
9C_556/2012 E. 2)
.
2.
2.1
Mit Schreiben vom 7. Oktober 2013
lehnte es die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
als Berufsvorsorgeversicherer des ehemaligen
Arbeitgebers
von
X._
ab, dem Versicher
ten entsprechend dessen Begehren vom 20. März und 25. September 2013 eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge auszurichten. Dies unter Hinweis auf die reglementarischen Bestimmungen, gemäss denen Rentenleistungen erst ab einem Invaliditätsgrad von 25 % ausgerichtet würden, und auf die im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren ergangenen Ent
scheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz und des Bundesgerichts, mit denen die einen Invaliditätsgrad von 23 % feststellende Verfügung
der IV-Stelle des Kantons Schwyz vom 9. Januar 2012 geschützt worden sei (Urk. 2/10).
2.2
Am 19. Dezember 2013 erhob
X._
Klage gegen die
BVG-Sam
mel
stif
tung
Swiss Life
mit dem Rechtsbegehren
(Urk. 1 S. 1 f):
„1.
Es sei die Beklagte
zu verpflichten, dem Kläger ab 15. Februar 2002 eine ganze BVG-Invalidenrente
zuzüglich K
inderrenten auszuzahlen, zuzüglich 5 % Zins seit 19. Dezember 2013
.
2.
E
ventualiter sei eine - von der Beklagten zu bezahlende - Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durchzuführen bz
w. anzuordnen
.
3.
U
nter Kosten- und Entschädigungsfolgen,
zuzügl
.
MWSt
, zu Lasten der Be
klagten.“
Dazu liess sich die Beklagte am 31. Januar 2014 mit dem Antrag auf Abweisung der Klage vernehmen (Urk. 5).
In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien
replicando
am 16. April 2014 (Urk. 13) und
duplicando
am 23. Mai 2014 (Urk. 17) an ihren Anträgen fest.
Die Duplik wurde dem Kläger am 27. Mai 2014 zur Kenntnis zugestellt (Urk. 18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Die
Invalidenleistun
gen
nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses an
ge
schlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt die
ser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeits
unfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen
Krank
heit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Ar
beits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
un
ter
standen hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hin
weisen).
1.2
Für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache im Sinne von Art. 23 BVG
zur Invalidität geführt hat, ist die Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen
im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich massgeblich (BGE 130 V 97 E. 3.2 S.
99
, 114 V 281 S. 286; vgl. auch BGE 130 V 35 E. 3.1 S. 36 mit Hinweisen).
Von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszu
ge
hen, wenn diese mindestens 20 % beträgt und sich auf das Ar
beitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat (Bundesgerichtsurteil 9C_127/2008
vom
11. Au
gust 2008 E. 2.3, publiziert in: SVR 2008 BVG Nr. 34, mit Hinweisen). Die
Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeits
unfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Ausle
gung steht in Einklang
mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjeni
gen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach eine
r
längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis aus
scheiden und erst später invalid
werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete
Invaliden
leistung
bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorge
ver
hältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Weg
fall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Inva
liden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge
und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die
Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Ab
klä
rungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lung
en der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE
132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum
Leistungs
bezug
bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüf
barkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vorsorgeein
richtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
aArt
. 73
bis
IVV; seit 1. Juli 2006: Art. 73
ter
IVV) ein
be
zogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bun
desgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-recht
liche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Be
trach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten las
sen, so
weit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
den
d war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die
In
validitäts
be
messung
der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270
E. 3.1).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Verfahren vor dem
Sozialversicherungsge
richt
bedeutet dies, dass
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
sind
und danach zu entscheiden
ist
, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf
das Gericht
bei einander widersprechenden medizi
nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Obwohl der rechtskundig vertretene Kläger in seinem
Rechtsbegehren ausdrück
lich eine gesetzliche Invalidenrente verlangt
(zu deren
Anspruchsvoraussetzun
gen
vgl. E. 1.1)
, macht
er in der Begründung geltend, dass die Beklagte auf
grund ihres Reglements bereits ab einem Invaliditätsgrad von 25 % leistungspflichtig sei
und dass sich
aus den Erwägungen des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz in seinem Urteil vom 16. Mai 2012 ableiten lasse, dass zumindest ein Invaliditätsgrad von 32 % vorliege (Urk. 1 S. 3). Tatsächlich sei
aufgrund der ärztlichen Beurteilungen
der
Dres
.
C._
(Urk. 2/1),
D._
(Urk. 2/2 und Urk. 2/3),
E._
(Urk.
2/4),
Z._
(Urk. 2/5) und
B._
(Urk. 2/6)
davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des Klägers
auch
in einer körper
lich
leichten Tätigkeit stark (zu 87,5 %) eingeschränkt sei (Urk. 1 S. 10) sowie dass - da bei der Restarbeitsfähigkeit von 12,5 % noch ein Leidensabzu
g von 25 % beim Tabellenlohn
berücksichtig
t werden müsse
- daraus ein
Invaliditäts
grad
von mindestens 91,8 % und ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenr
ente
aus der beruflichen Vorsorge
seit Februar 2002
resultiere (Urk. 1 S. 11
f.
). Fall
s das Gericht diesen Überlegungen nicht folgen sollte, sei ein Gutachten mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit einzuholen (Urk. 1 S. 12)
.
Nach Einsicht in die Klageantwort und deren Beilagen machte der Kläger gel
tend, die Beklagte habe ihre Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts verletzt, indem sie einen Rentenanspruch des Klägers gestützt einzig auf die im
invali
denversicherungsrechtlichen
Verfahren ergangenen Entscheide des Verwal
tungsgerichts des Kantons Schwyz und des Bundesgericht
s
verneinte.
Gemäss den
einschlägi
gen
reglementarischen Bestimmungen liege Invalidität nicht nur
bei Ausrichtung einer Rente der Invalidenversicherung vor, sondern auch dann, wenn die versicherte Person durch ärztlichen Befund objektiv nachweisbar wegen Krankheit (...) ihren Beruf oder eine andere (...) Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben k
ö
nn
e
(Urk. 13 S. 4 f.)
.
Mit
den der Beklagten zugesandten Gut
ach
ten/gu
tachterlichen Äusserungen
seien ärztliche Befunde vorgelegen, welche geeignet seien, objektiv nachzuweisen, dass eine Erwerbstätigkeit nicht mehr ausgeübt werden könne (Urk. 13 S. 2 f.).
Dies nicht nur zufolge der Erkrankung des Klägers, sondern auch, weil dessen körperliche Kräfte zerfallen seien (Urk. 13 S. 5).
Auch seien e
infache und repetitive Tätigkeiten gemäss
Anforde
rungsniveau
4 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) seinen Fähig
keiten und Kenntnissen a
ls ehemalige
r
Steinfräser
und gelernte
r
Elektriker
nicht
angemessen. Er habe Anspruch darauf, dass sein Invalideneinkommen auf G
rundlage des
Anforderungsniveau
s
3
(Berufs- und Fachkenntnisse vorausge
setzt) berechnet werde
(Urk. 13 S. 5)
.
Im Übrigen habe die Beklagte
in ihrem mit der Klageantwortschrift eingereichten Schreiben vom 31. März 2006
an die Arbeitgeberin des Klägers vorbehaltlos eine Invalidität von 100 % für die Zeit vom 12. Mai 2002 bis zum 31. Oktober 2005 sowie von 50 % für die Zeit vom 1. November 2005 bis zum 31. Dezember 2006 anerkannt. Darauf werde die Beklagte im Sinne einer Teilanerkennung der Klage behaftet. Sie sei zu ver
pflichten, die anerkannten Leistungen auszuzahlen (Urk. 13 S. 3).
2.2
Nach Auffassung der
Beklagten ergibt sich aus den im
invalidenversicherungs
rechtlichen
Verfahren getroffenen Sachverhaltsfeststellungen
, welche den Ent
scheiden des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz und des Bundesgericht
s
zugrunde lagen,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, dass
der Kläger
in dem Zeitraum, in welchem er bei
ihr vorsorgeversichert war,
nie zu mindestens 25 %
in seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkt war und demzufolge auch
zu keinem Zeitpunkt
Anspruch auf eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge
hatte
. Sie
verneint die Notwendigkeit weiterer Sachverhaltsabklärungen und bestreitet, je einen Rentenanspruch des Klägers anerkannt zu haben
(Urk.
6 und Urk. 17
).
3.
3
.1
Dem Kläger (Urk. 1 S. 9 und Urk. 13 S. 5) ist zwar darin beizupflichten, dass einem im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren festgestellten
Invalidi
tätsgrad
von weniger als 40 % keine berufsvorsorgerechtliche Bindungswirkung im Sinne von vorstehender Erwä
gung 1.3 zukommt.
Das Fehlen einer
Bin
dungswirkung
bedeutet jedoch nicht, dass sich die Beklagte nicht auf die im
in
vali
den
versicherungsrechtlichen
Abklärungsverfahren sowie in den daran an
schliessen
den Rechtsmittelverfahren erfolgten Sachverhaltsfeststellungen und
Beweiswürdi
gung
en
berufen und dass im vorliegenden Verfahren nicht auf die
se abgestellt
werden dürfte. Denn die Berücksichtigung
entscheidrelevanter
Sach
verhalte, welche von anderen Behörden oder Sozialversicherungsträgern in de
ren
Abklä
rungsverfahren
- unter Mitwirkung der gleichen versicherten Person – fest
ge
stellt
(und gerichtlich überprüft) wurden, ist
nicht nur
ohne Weiteres
zulässig (vgl. Art. 32 sowie Art. 47
ATSG
und - gleichlautend wie Art. 32 ATSG -
Art. 87 BVG)
. Die
Nichtbe
rücksichtigung
solcher Sachverhalte
durch das
Sozialversi
cherungsgericht
würde
dem Grundsatz der Sachverhaltsfeststellung von Amtes
wegen (vgl. § 23 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
,
GSVGer
)
widersprechen.
Auch der
Grundsatz der freien
Beweiswürdigung
steht der Berücksichtigung von Beweisergebnissen aus anderen Prozessen nicht entge
gen. Er
bedeutet nur, dass das Sozialversicherungsgericht - ab
ge
sehen
vom Fall der Rückweisung in gleicher Sache - nicht an die
Beweiswür
digung
des funkti
onal übergeordneten Bundesgerichts gebunden ist, nicht aber, dass es
einer ihm überzeugend erscheinenden Würdigung des gleichen Sachver
halts durch
ein anderes Gericht in
Sachen der versicherten Person gegen einen ande
ren
Sozial
versicherungs
träger
(hier: den Erwägungen des Bundesgerichts
und des Ver
waltungsgerichts des Kantons
Schwyz
in Sachen des
Kläger
s
gegen die IV-Stelle des Kantons
Schwyz
) nicht folgen dürfte.
3
.2
3.2
.1
Demzufolge ist -
de
m Verwaltungsgericht des Kantons
Schwyz
folgend - in beweisrechtlicher Hinsicht
zunächst
gestützt auf den somatischen Teil de
s MEDAS-Gutachtens
und
das psychiatrische Gutachten
Z._
davon auszu
ge
hen
, dass
der Kläger
ab Februar 2002
bis zum Ablauf d
er Versicherungsdeckung
bei der Beklagten
(d.h. per Ende November 2005, da sein damaliges
Arbeitsver
hältnisses
gemäss eigenen Angaben
per 31. Oktober 2005 aufgelöst
worden war, vgl. Urk. 13 S. 3 und Urk. 14/23) zwar in der angestammten Tätigkeit als
Stein
fräser
dauerhaft arbeitsunfähig, aber i
n einer dem somatischen
Zumutbarkeits
profil
angepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig war.
Dass das Verwaltungsgericht des Kantons
Schwyz
zur Feststellung des medizinischen Sachverhalts
trotz Vorliegen anderer ärztlicher
Beurteilungen
auf die vorge
nannten Gutachten abgestellt hatte, wurde vom Bundesgericht ebenso wenig als bundesrechtswidrig angesehen, wie der Verzicht auf die vom Kläger beantragte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
im
verwaltungsgerichtlichen Prozess
(
E. 5 des Urteils vom 25. Februar 2013
).
3.2
.2
Im vorliegenden Prozess
zusätzlich
z
u prüfen
ist
aber
die vom Bundesgericht aus verfahrensrechtlichen Gründen offen gelassene Frage
,
ob die vom Kläger im Prozess vor dem Bundesgericht nachgereichte „Gutachterliche Äusserung mit fachneurologisch-neurochirurgischer Stellungnahme“ des
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie und Neurochirurgie, vom 3. Juli 2012
(Urk. 2/6) geeignet ist, die im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren erfolgte Beweiswürdigung in Frage zu stellen.
Dr.
B._
hat gemäss eigenen Angaben (Urk. 2/6 S. 6) den Versicher
ten nicht persönlich unters
ucht und konnte demzufolge
keine eigenen
klini
schen
Befunde erheben.
Es fehlt auch eine Liste der für die Erstellung des Aktengutachtens vorgelegenen medizinischen
Vorakten
, weshalb nicht ersicht
lich ist, welche von V
oruntersuchern erhobenen Tatsachenfeststellungen
Dr.
B._
als für seine Beurteilung relevant angesehen hat
.
Insbeson
dere fehlt eine Stellungnahme zu den in Erwägung 5.2 des Entscheids vom 19. Januar 2011 festgehaltenen Tatsachenfeststellungen des Verwaltungsge
richts des Kantons Schwyz (welches eine öffentliche Verhandlung durchgeführt hat und dessen Spruchkörper beim Entscheid mit zwei Ärzten besetzt war,
vgl.
Urk. 2/12)
.
Unter Hinweis auf das arbeitsmedizinische Gutachten des
Dr.
C._
(Urk. 2/1)
kommt Dr.
B._
denn auch nur
zum Schluss, es bestehe „möglicherweise
auch für leichte Tätigkeiten eine Einschränkung des
Arbeits
pensums
und des Rendements“ sowie ein diesbezüglicher Abklärungsbedarf (Urk. 2/6).
Damit wird die Einschätzung der MEDAS-Gutachter, gemäss welcher dies nicht überwiegend wahrscheinlich war, nicht in Frage gestellt.
Hinsichtlich des hier interessierenden medizinischen Sachverhalts
ist vielmehr
festzuhalten, dass der
vo
n der Rechtsvertreterin des
Kläger
s
bestellte
Bericht Dr.
B._
diesbezüglich
keine neuen Tatsachen
enthält und
beurtei
lungsmässig
im Wesentlichen der
- ebenfalls von der Rechtsvertreterin des Klä
gers bestellten -
Einschätzung
Dr.
C._
folgt.
Letztere erlangt dadurch keinen höheren Beweiswert
(da die
Überzeugungskraft einer fachärztlichen Beurteilung nicht von der Anzahl der ihr folgenden Ärzte abhängt)
und vermag
auch
im Kontext mit der -
ohnehin
nicht den
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen
an eine
neurologisch-f
achärztliche
Beurteilung
(vgl. E. 1.4)
entsprechenden
–
Ein
schätzung
Dr.
B._
d
as Ergebnis der den
invalidenversiche
rungsrechtlichen
Gerichtsentscheiden zugrunde gelegenen
Administrativbegut
achtung
en
nicht
zu erschüttern
.
Es geht nicht an, ein Administrativgutachten stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte
(oder von den Versicherten bestellte Privatgutachter)
nachher
auf der gleichen
Befundgrundlage
zu
bloss
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäu
sserten Auffassungen festhalten
. Anders verhält es sich nur, wenn - was hier nicht der Fall ist - objektiv feststellbare Gesichtspunkte
(
repro
duzierbare Befunde und
über
prüfbare anamnestische Angaben
)
vorgebracht werden
, welche im Rahmen der Administrativbegutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2015 vom 24. November 2015 E. 4.1 unter Hinweis auf die Urteile 9C_4/2015 vom 5. Mai 2015 E. 3.2 und C_853/2015 vom 23. Juni 2014 E. 3.1.2).
3.2.3
E
s besteht
daher
auch kein Anlass,
die
medizinischen Akten
- wie vom Kläger beantragt - durch eine Evaluation der funktionellen Leistu
ngsfähigkeit zu ergänzen. N
achdem dies
e
zur
Abklärung des im
invalidenversicherungsrechtli
chen
Verfahren zu überprüfen gewesenen medizinischen Sachverhalts bis zum 5. Juli 2010 (Datum des überprüften
Einspracheentscheids
, Urk. 9/93) nicht
durchgeführt worden war (weil nicht erforderlich,
vgl. E. 5.4 des Urteils vom 25. Februar
2013), kann
zudem
in antizipierter Beweiswürdigung festgehalten werden, dass hinsichtlich des hier interessierenden medizinischen Sachverhalts bis (spätestens, denn die Beklagte hält dafür, dass die Versicherungsdeckung des Klägers bereits früher geendet habe, vgl. Urk. 17 S. 3) Ende November
2005 von weiteren Abklärungen des über zehn Jahr
e zurückliegenden
Sachverhalts
auch
keine beweismässig verwertbaren Erkenntnisse mehr zu erwarten sind.
3.3
3.3.1
Auf der Basis des vorstehend dargelegten medizinischen Sachverhalts hat
das Verwaltungsgericht
des Kantons Schwyz
in
seinem
E
n
tscheid
vom 16. Mai 2012
(E. 8)
erwogen,
dass der Kläger in den Jahren 2000 und 2001
einen durch
schnittlichen Jahreslohn von Fr. 58‘814.70 erzielt, welcher angepasst an die all
gemeine Lohnentwicklung ein
Valideneinkommen
von Fr. 66‘483.50 ergebe. Das Invalideneinkommen sei auf der Basis der Lohnstrukturerhebung 2008 des Bundesamtes für Statistik (LSE 2008, TA1, Männer, Anforderungsniveau 4) zu ermitteln und
führe
(angepasst an die Lohnentwicklung und unter Berücksichti
gung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden
)
zu einem
Jahreslohn von Fr. 61‘641.80, welcher zufolge der Benachteiligung, welche der Kläger aufgrund seiner qualitativ eingeschränkten Arbeitsfähigkeit (nur noch körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten) auf dem Arbeitsmarkt erleide, im Einkommensvergleich um 15 % zu reduzieren sei
. Daraus resultiere ein hypothetisches Invalideneinkommen
von Fr. 52‘395.55, welches im
Vergleich
mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 66‘483.50 einen Invaliditätsgrad von
auf
gerundet 22 % ergebe
(Urk. 2/11 S. 29 ff.).
3.3.2
Entgegen
der
anderslautenden
Vorbringen des Klägers (
Urk. 13 S. 4f.) wird in den Reglementen der Beklagten der gleiche
Invali
ditätsbe
griff
verwendet wie in der
Invalidenversicherung, aber - abweichend von Art. 28 IVG und Art. 24 BVG - ein Rentenanspruch bereits ab einem Invaliditätsgrad von 25 % gewährt. Soweit der Kläger unter Hinweis auf die alternative Umschreibung der Invalidi
tät in den von ihm zitierten Reglementen auf einen erweiterten
Invaliditätsbe
griff
schliesst, irrt er. S
owohl in den Reglementen der Beklagten als auch in der Invalidenversicherung (vgl.
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) ist die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit massgebend und auch in der Invalidenversicherung muss die Einschränkung - analog „Zerfall der geistigen oder körperlichen Kräfte“ - durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursacht (Art. 7
Abs.
1 ATSG) sowie - analog „durch ärztlichen Befund objek
tiv nachweisbar“ - aus objektiver Sicht nicht überwindbar sein (Art. 7
Abs.
2 ATSG). Weiter stellt der in der Invalidenversicherung verwendete
Zumutbar
keitsbegriff
(vgl.
Art.
6 ATSG) sicher, dass bei der Festlegung der für die Ermittlung des Invalideneinkommens massgeblichen Verweistätigkeiten einer versicherten Person deren Lebensstellung sowie Kenntnisse und Fähigkeiten berücksichtigt werden. Die sprachliche Konjunktion „oder“ zwischen der Invali
dität im Sinne der Invalidenversicherung und dem Rest der
Invaliditätsdefini
tion
in den Reglementen der Beklagten ist deshalb als
:
„mit anderen Worten“ oder „das heisst“ zu verstehen.
3.3.3
Insbesondere lässt sich
aus der alternativen Umschreibung der Invalidität nicht
ableiten, dass
das
Invalideneinkommen
des Klägers
au
sgehend von einem
höheren Tabellenlohn
zu berechnen sei
wie im
invalidenversicherungs
rechtli
chen
Verfahren
(
L
ohn gemäss
Anforderungsniveau 3 statt
gemäss
Anforde
rungs
niveau
4).
Diese
vom rechtskundig vertretenen Kläger
replicando
erhobene Forderung
(vgl. Urk. 13 S. 5) steht auch
in Widerspruch zur mit der Klageschrift erhobenen Forderung, beim Invalideneinkommen einen Leidensabzug von 25 % (statt 15 % wie beim invalidenversicherungsrechtlichen Einkommensvergleich) zu berücksichtigen (Urk. 1 S. 11).
Denn, wenn sowohl der massgebliche
Tabel
lenlohn
als auch der davon in Abzug zu bringende Leidensabzug erhöht wer
den, gleichen si
ch die
Effekte tendenziell aus
.
Da der Kläger
auch sonst
nichts vorbringt
, was ein
en anderen
Einkommensver
gleich
als den
vom Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
in seinem Ent
scheid vom 16. Mai 2012 vorgenommenen (vgl. E. 3.3.1) erheischen würde,
kann sich die Beklagte auch diesbezüglich auf d
ie entsprechenden Festlegungen im
invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren
bzw.
auf
den dort ermittelten Invaliditätsgrad berufen. Dies
ungeachtet der unterschiedlichen Tragweite bzw.
der unterschiedlichen Höhe des
einen Rentenanspruch begründenden
Invalidi
tätsgrades
in der Invalidenversicherung und in der beruflichen Vorsorge gemäss den Reglementen
der Beklagten
.
3.4
Soweit der Kläger in dem von der Beklagten mit der Klageantwort eingereichten Schreiben vom 31. März 2006 (Urk. 6/6) ein Teilanerkennung seiner Klage erblickt und die Beklagte dabei behaften will
(Urk. 13 S. 3)
, kann ihm nicht gefolgt werden.
Adre
ssat des besagten Schreibens war
nicht der Kläger, sondern seine damalige Arbeitgeberin
,
und die Beklagte sichert
dieser
- gestützt auf
deren Schadenme
ldung und zu
deren
Händen ausgestellte
Arbeitsunfähigkeits
atteste
(Urk. 4) -
lediglich zu, dass sie den Kläger ab dem 12. Mai 2002 entspre
chend der gemeldeten Erwerbsunfähigkeit
reglementsgemäss
im Rahmen des Kollektivversicherungsvertrags ohne (von der Arbeitgeberin zu leistende) Prä
mienzahlungen weiterversichern werde (Prämienbefreiung).
Von einer
Blanko
anerkennung
einer rentenanspruchsbegründenden Invalidität
gegenüber dem Kläger
kann keine Rede sein.
3.5.
Insgesamt vermag der Kläger nichts vorzubringen, was eine
Reevaluation
der im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren gründlich abgeklärten Sach
verhalts erforderlich machen würde
, beruft sich die Beklagte zu Recht auf den im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren festgestellten - auch für einen Rentenanspruch gegenüber der Beklagten ungenügenden - Invaliditätsgrad von 22 % und ist die Klage daher abzuweisen.