Decision ID: 7b43881c-4ff8-4a7e-b2a6-44782c724e7d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
meldete sich am
4.
Oktober 1988
unter Hinweis auf eine traumatische
Armplexusparese
links
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(Umschulung, Arbeitsvermittlung)
an (
Urk.
6/2). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm
mit Verfügung
en
vom
1
7.
Juli 1989 (
Urk.
6/7), vom 2
5.
April 1990 (
Urk.
6/14) und vom 1
9.
April 1991 (
Urk.
6/20)
berufliche Massnahmen im Sinne
eine
r
Umschulung zum tech
nischen Kaufmann zu.
Mit
Verfügung
vom
1
6.
Juni 1992 (
Urk.
6/35)
teilte die IV-Stelle dem Versicher
ten
die Aufhebung der Umschulung mit sofortiger Wirkung
mit
.
Mit Verfügung vom 1
5.
März 1995 (
Urk.
6/57) sprach die IV-Stelle dem Versi
cherten eine ganze Rente mit Wirkung ab dem
1.
April 1993 bei einem
Invali
ditätsgrad
von 80
%
zu.
Mit
Mitteilungen
vom
6.
Mai 1999 (
Urk.
6/71), vom 2
0.
September 2004 (
Urk.
6/81) und vom
7.
April 2005 (
Urk.
6/90) teilte die IV-Stelle dem Versi
cherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert.
1.2
Nach Eingang ein
es am 3
1.
Juli 2009
ausgefüllt
en Revisionsfragebogens (
Urk.
6/91
) holte d
ie IV-Stelle unter anderem beim
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
1.
Februar 2011
erstattet wurde (Urk.
6/114,
Urk.
6/117). Nach
durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(
Urk.
6/125-135)
hob die
IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
März 2012
die bisher ausgeric
htete Rente auf (
Urk.
6/136
).
Die am
4.
Mai 2012 dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
6/139/3-13) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
8.
Juli 2012 mit der Feststellung gut, dass der
Versicherte
weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ha
be
(
Urk.
6/142/1-8).
In den Erwägungen hielt es fest, dass die Renteneinstellung so lange nicht gerechtfertigt
sei
, als die IV-Stelle die Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert und den Versicherten nicht hinreichend auf die berufliche Eingliede
rung vorbereitet habe (E. 3.2).
1.3
Mit Vorbescheid vom
9.
August 2013 (
Urk.
6/175) teilte die IV-Stelle dem Versi
cherten
erneut
die Aufhebung der Rente mit.
Mit Mitteilung vom 2
9.
August 2013 (
Urk.
6/170)
gab
die IV-Stelle dem Versi
cherten
bekannt
, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde.
Mit Eingabe vom 1
6.
September 2013 (
Urk.
6/178) erhob der Versicherte Ein
wände gegen den Vorbescheid vom
9.
August 201
3.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/175-189) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
1.
Februar 2014 die bisher ausgerichtete Rente auf (
Urk.
6/190 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am 2
6.
März 2013
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 2
1.
Februar 2014
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben
und es sei
festzustellen, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (U
rk. 1
S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
Mai 2014
(
Urk.
5
) die
teilweise Gutheissung
der Beschwerde
im Sinne einer Rückweisung zur Abklä
rung der Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers
.
Mit Eingabe vom 1
4.
Juli 2014 zog der Beschwerdeführer sein Gesuch um Bewil
li
gung der unentgeltlichen Rechtspflege zurück (
Urk.
9).
Mit Replik vom
8.
September 2014 (
Urk.
12 =
Urk.
15) hielt der Beschwerdefüh
rer an seinem Antrag fest.
Mit Eingabe vom
9.
Oktober 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
17). Dies wurde dem Beschwerdeführer
am
2
8.
November 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
18
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom
28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
ons
grund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
entscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Gemäss Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die
an
spruchs
beeinflussende
Änderung für
die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss
ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr.
27 S. 69).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann ab
zusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 116 V 182 E. 3c und d; Urteil des Bundesgerichts I 30/00 vom 1
9.
April 2000 E. 3).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin hielt
in der
a
n
gefochtenen Verfügung
vom 2
1.
Februar 2014 (
Urk.
2)
fest
,
dass a
ufgrund der medizinischen Abklärungen
an der Verfü
gung vom 1
9.
März 2012 festgehalten
werde
. Demnach sei es dem Beschwer
deführer zumutbar, einer somatisch und psychisch angepassten, körperlich leichten Tätigkeit ohne höhere Anforderungen im Bereich des zwischenmensch
lichen Kontaktes zu einem Pensum von 100
%
nachzugehen.
Der
Einkommens
vergleich
ergebe – unter Berücksichtigung eines 15%igen
behinderungsbeding
ten
Abzugs -
einen Invaliditätsgrad von 5
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe
(S. 2).
Die beruflichen Massnahmen (Arbeitsvermittlung/Eingliede
rungs
mass
nahmen) seien mit Mitteilung vom 2
9.
August 2013 abgeschlossen worden, da
de
r
Beschwerdeführer
nicht bereit gewesen sei, eine seinen Einschränkungen angepasste Tätigkeit zu suchen und anzunehmen (S. 2 f.)
.
In der Beschwerdeantwort vom 1
9.
Mai 2014 (
Urk.
5)
hielt
die
Beschwerdegeg
nerin
sodann fest, die zuständige Eingliederungsberaterin habe aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers darauf geschlossen, dass seine Eingliederung wegen einer Erkrankung beziehungsweise kognitiver Einschränkungen nicht möglich sei. Dies könne aufgrund der bestehenden medizinischen Unterlagen nicht bestätigt werden, sei aber auch nicht weiter abgeklärt worden.
Sie bean
trage daher die Rückweisung der Angelegenheit zur Abklärung der
Eingliede
rungsfähigkeit
des Beschwerdeführers (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem beschw
erdeweise (
Urk.
1) entgegen, das
Y._
-Gutachten vermöge die angebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht darzulegen. Es handle sich um eine andere Einschätzung des gleich gebliebenen Sachverhalts. Zudem sei an der Begutachtung keine anerkannte neuropsychologische Fachperson beteiligt gewesen, obwohl die
Rentenzuspra
che
insbesondere aufgrund neuropsychologischer Defizite erfolgt sei. Auch dem
Gutachten des Neuropsychologen
lic
. phil.
Z._
sei zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand seit der erstmaligen
Rentenzusprache
und seit der Begutachtung durch Prof.
A._
nicht verändert habe (S. 6 ff.).
In der Replik vom
8.
September 2014 (
Urk.
12) führte der Beschwerdeführer aus, das
Y._
habe in einem anderen Verfahren zugeben müssen, dass der
Teilgut
achter
lic
. phil.
B._
weder über eine Ausbildung zum Neuropsychologen noch über die dafür erforderliche klinische Ausbildung verfüge
(S. 2 f.)
. Für eine Prüfung der Eingliederungsfähigkeit fehle es an der Voraussetzung der verbes
serten Gesundheit
(S. 5)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob die Aufhebung
der bisherigen
ganzen Rente
rech
tens ist. Insbesondere fragt sich, ob sich der für den Ren
tenanspruch relevante Sachverhalt im Zeitra
um vom Erlass der Verfügung vom
1
5.
März 1995 (
Urk.
6/57)
, im Rahmen derer die letzte materielle Prüfung des Rentenanspruchs vorgenommen worden war, bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Februar
201
4
(
Urk.
2) in einer revisionserheblichen Weise ver
ändert hat.
3.
3.1
Beim Erlass der Verfügung vom 1
5.
März 1995 (
Urk.
6/57) stützte sich die
Be
schwerdegegnerin
im Wesentlichen auf folgende Berichte:
3.2
Die Ärzte des
Spitals C._
berichteten am 1
9.
August 1988 (
Urk.
6/46/34-35) und nannten folgende Diagnosen:
posttraumatische, partielle
Armplexusläsion
links C6-8
Status nach Autounfall am
9.
April 1988 mit
Claviculafraktur
links
Rippenfraktur V/VI links
p
artielle
r
Armplexusparese
links
Hornersyndrom
links
Sie führten aus,
seit dem Unfall sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsun
fähig geschrieben als Kellner.
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, beri
chtete am
4.
Februar 1994 (
Urk.
6/42) und führte aus, er habe den Beschwerdeführer zwischen dem
2
2.
Dezember 1993 und dem 2
1.
Januar 1994 untersucht und abgeklärt. Be
kanntlich habe der Beschwerdeführer einen schweren Autounfall in
E._
erlitten, wobei Polyblessuren entstanden seien und der Beschwerdeführer
in der Folge
während mehreren Tagen im Koma gelegen habe (S. 1).
Aufgrund der ra
diologischen Untersuchungen hätten eine eingeschränkte Bewegung C0/2 sowie C6/5, ein Verdacht auf eine Fraktur
Processus
articularis
cranialis
C6, wahr
schein
lich links, unklare anatomische Verhältnisse C3/4 und C4/5 links sowie eine Aufhellungslinie im
Okzipitalbereich
auf der Schädelaufnahme von November 19
93 festgestellt werden können.
Die Kernspintomographie des Schädels in der Klinik
F._
vom 2
2.
November 1993 ha
be eine
Arachnoide
azyste
rechts frontal und unauffällige
vasculäre
Verhältnisse ergeben (S. 2 oben).
Anlässlich der aktuellen Untersuchung bestehe
ein Status nach Autounfall am
9.
April 1988 mit Schädel-Hirn-Trauma,
cerviko-cephalem
Syndrom, sehr wahrscheinlich bei Schleudertrauma, mit Läsion des Plexus
brachialis
links mit konsekutiver Atrophie der linken oberen Extremität proximal und distal, mit
Cerviko-Cephalea
, Konzentrationsstörungen,
Hyperosmie
,
Hornersyndrom
links und subjektiver
Hörstörung, welche ORL-mässig noch abgeklärt werden sollte (S. 4).
Die durchgeführten Untersuchungen hätten auf HWS-Ebene eine
rotato
rische
Fehlstellung von C1, eine ausgeprägte Hypomobilität von C2 sowie wahrscheinlich eine posttraumatische
Osteochondrose
C2/3 und eine diskrete
Osteochondrose
C6/7, ohne Hinweise auf Frakturen oder
Bandscheibenprotru
sionen
(S. 4 unten)
.
Sehr wahrscheinlich werde eine bleibende Anfälligkeit auf
Cerviko-Cephalea
bleiben. Zu berücksichtigen seien noch die Resultate der neuropsychologischen Untersuchung (S. 6).
3.4
Prof.
Dr.
phil.
A._
,
G._
, berichtete am 2
3.
Februar 1994 (
Urk.
6/43) und führte aus,
während der Untersuchung sei eine durchgehend genügende Konzentration
ein ebensolches
und Arbeitstempo, bis auf eine leichte Trägheit in der Inangriffnahme jeweils neuer Tätigkeiten, fest
zustellen gewesen. Im Anschluss seien keine übermässigen Ermüdungszeichen sichtlich gewesen. Es habe ein leicht geringer Anspruch an die eigene Leistung, mit baldiger Aufgabe bei (selten) selbst festgestellten Unsicherheiten und aufge
zeigten Fehlern bestanden. Es bestehe ein gerade durchschnittliches
Gesamt
leistungsniveau
für den Absolventen einer einfachen Schulbildung, einer kurzen beruflichen Erstausbildung und einer Handelsschule auf dem IV-Niveau für Behinderte (S. 2 f.).
Vor dem Hintergrund eines gerade durchschnittlichen Gesamtleistungsniveaus liessen sich Auffälligkeiten beim Beschwerdeführer a
uf eine schlechte Aufmerksamkeit, durch eine geringe denkerische Flexibilität und
ein entsprechendes
Anpassungsvermögen sowie durch schlechte und/oder unsystematische Beherrschung der Schulfächer Sprache und Rechnen
zurück
füh
ren
(S. 3 f.)
.
Grundsätzlich sei der Beschwerdeführer aus neuropsychologi
scher Sicht nicht voll arbeitsfähig. In der Tat erbringe er jedoch nach eigenen Angaben eine volle Arbeitsleistung (S. 4).
3.5
Prof.
A._
berichtete am
8.
April 1999
erneut
(
Urk.
6/68)
und nannte folgende Diagnose (S. 5):
ausgedehnte Hirnfunktionsschwäche mittelschweren Grades, in welcher die Hirnstrukturen von den Frontallappen bis zum Hirnstamm mitsamt ihren Verbindungen besonders betroffen sind, und welche als unmittel
bare Folge eines Unfalls im April 1988 an
zusehen sei
Er führte aus,
dass das Gesamtniveau
nun
tiefer liege als anlässlich der ersten Untersuchung, was deutlich auf eine Verschlechterung der Leistung in den mono
tonen und langdauernden Aufmerksamkeitsaufgaben zurückzuführen sei (S. 3 unten).
Vor dem Hintergrund eines tiefen Gesamtniveaus stünden
aktuell
in den Befunden beim Beschwerdeführer die durchgehend schlechte Aufmerk
samkeit, das ebenso durchgehend unbefriedigende Neugedächtnis, die krasse Mühe in der Lösung
mehrschrit
tiger
Aufgaben und die schlechte Beherrschung der schulischen Hauptfächer Sprache und Rechnen im Vordergrund
. Im Ver
gleich zur Untersuchung vor 5 Jahren habe sich das Gesamtniveau wegen der globalen Verschlechterung in der Aufmerksamkeit gesenkt, so dass sich nun die damals herausstehenden Schwächen im individuellen Durchschnittsbereich befänden
(S. 4 unten).
S
pätestens seit der ersten neuropsychologischen Unter
su
chung vom 1
6.
Februar 1994
sei
die verwertbare Arbeitsfähigkeit als zu 80
%
eingeschränkt zu betrachten
. Höchstwahrscheinlich sei dieser Wert bereits kurze Zeit nach dem Unfall im April 1988 erreicht und durch unangepasste Einglie
derungsmassnahmen
seitens der IV-Berufsberatung mit einer zwar glänzenden, aber schlechten Schicht
überdeckt
worden
, welche inzwischen völlig abgeblät
tert sei
. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass
die übrig bleibenden 20
% nicht erwerbsmässig umgesetzt werden könnten, sei hervorzuheben, dass der Beschwerdeführer bei obigen Befunden nicht als Versicherungsmitarbeiter einge
setzt werden sollte, zumal seine diesbezüglichen Leistungen einer übermässigen Fehlerhaftigkeit und Fe
hlerwahrscheinlichkeit unterworf
en seien
(S. 5).
4.
4.1
Beim Erlass
der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Februar 2014 (
Urk.
2)
stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf folgende Berichte:
4.2
Die Ärzte des
Y._
erstatteten ihr
poly
dis
ziplinäres
Gutachten am
1.
Februar 2011 (
Urk.
6/114/2-31) und
nannten fol
gende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26)
:
narzisstische Persönlichkeitsstörung (
ICD-10
F60.8)
residuell
e
untere
Armplexusläsion
Als
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie die Fol
genden
(S. 26)
:
Status nach Autounfall vom
9.
April
1988 mit Schultertrauma links
Neuropathie des
Nervus
cutanus
femoris
lateralis
rechts
f
unktionelle Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (
ICD-10
F06.7)
deutliche Symptomausweitung und Aggravation
anamnestisch Asthma bronchiale
anamnestisch
Dyslipidämie
kontrollbedürftiger arterieller Blutdruck mit unklaren
Visusphänomenen
chronisch rezidivierende Lumbalgie
Sie führten aus,
rein aus psychiatrischer Sicht und unter Auslassung einer all
fäl
ligen psychoorganischen Symptomatik hätten bei der heutigen Untersuchung auffällige Persönlichkeitsmerkmale mit deutlicher Überzeugung von der eigenen Wichtigkeit, wenig Einfühlungsvermögen, ausschweifendem Gedankengang und leicht wechselnder Stimmungslage bestanden (S. 15 Mitte).
Insofern sich die somatischen Beschwerden durch die somatischen Befunde und wegen der ge
klag
ten kognitiven Defizite allenfalls
durch
eine neuropsychologische Unter
su
chung nicht erklären liessen, müsse diagnostisch von einer
Symptomauswei
tung
nach dem Unfallereignis bei zugrunde liegender narzisstischer
Persönlich
keits
störung
ausgegangen werden (S. 15 unten).
Aus psychiatrischer Sicht be
stehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Beruf als Versicherungsberater von 50
%
. Dies sei durch die aufgrund der Persönlichkeitsstörung bedingten Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, wenn Verhandlungsgeschick gefordert sei, bedingt. In einer angepassten, einfachen, in Bezug auf
Publikums
kontakte
nicht zu anspruchsvollen Tätigkeit, die auch den körperlichen Einschränkungen angepasst sei, bestehe hingegen keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit (S. 16 oben).
Im Untersuchungsgespräch seien Inkonsistenzen aufgefallen. So habe sich der Beschwerdeführer durchaus konzentrieren können, wenn er sich zusammen genommen habe. Insbesondere hätten keine Zeitgitter
störungen bestanden (S. 16 unten).
Aus neurologischer Sicht
könne zusammengefasst festgestellt werden, dass auf
grund der aktuellen anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers sowie der
zeitnahen Berichte das Vorliegen eines relevanten Schädel-Hirntraumas im Zusammenhang mit dem Unfall von 1988 als unwahrscheinlich erscheine. Es sei möglich, dass der Beschwerdeführer eine milde traumatische Hirnverletzung erlitten habe. Falls tatsächlich posttraumatisch neuropsychologische Defizite vorhanden gewesen wären, müsste davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in den ersten Monaten nach dem Unfall ganz offensichtlich neuropsychologische Störungen gehabt habe. Dies gehe jedoch aus den zur Verfügung stehenden Berichten nicht hervor.
Die Beurteilung von Prof.
A._
in seinen Berichten aus den Jahren 1994 und 1999 sei aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar
. Bei der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung stehe eine Symptomverdeutlichung ganz eindeutig im Vordergrund
(S. 20
f.
).
Auf
grund der unteren
Armplexusläsion
links sei der Beschwerdeführer für sämtli
che Tätigkeiten, welche den Einsatz beider Arme insbesondere im
feinmotori
schen
Bereich erforderten, erheblich eingeschränkt. Für eine Bürotätigkeit oder anderweitige leichte körperliche Tätigkeiten, wo der Beschwerdeführer die linke Hand gelegentlich als Hilfshand einsetzen müsse, bestünden keine Einschrän
kungen.
Diese Einschränkungen aus neurologischer Sicht bestünden seit dem Unfall von 1988 (S. 21 Mitte).
In der neuropsychologischen Untersuchung arbeite der Beschwerdeführer lang
sam und bedächtig. Die Testdurchführung benötige sehr viel Zeit und ein Ver
fahren zur Symptomvalidierung könne nicht durchgeführt werden. Da sehr viele der geprüften Funktionen sehr deutlich unterdurchschnittliche Leistungen zeig
ten und das Verhalten eine Symptomakzentuierung zeige, sei eine eigentliche neuropsychologische Diagnose nicht möglich.
Die neuropsychologische Beur
teilung laute auf deutliche Symptomausweitung und Aggravation.
Die Arbeits
fähigkeit könne deshalb nicht beurteilt werden (S.
25
f.).
Aus multidisziplinärer Sicht bestehe eine
uneingeschränkte Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit für sämtliche körperlich leichte
n
bis gelegentlich mittelschwere
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeiten, ohne höhere Anforderungen an die
feinmoto
rischen
Fähigkeiten der
adominanten
linken oberen Extremität und ohne an
spruchs
volle Publikumskontakte
(S. 27)
.
Dem Beschwerdeführer seien jedoch aus somatischer Sicht körperlich schwere und regelmässig mittelschwere Tätig
keiten nicht zumutbar (S. 28 oben). A
ufgrund der Persönlichkeitsstörung
be
stehe e
ine Einschränkung der A
rbeitsfähigkeit von 50
%
für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit hoher Anforderung im zwischenmenschli
chen Bereich
. Für Tätigkeiten, welche in Bezug auf Publikumskontakt nicht allzu anspruchsvoll seien, bestehe jedoch keine Einschränkung (S. 28 Mitte). In der interdisziplinären Konsensbesprechung sei man zum Schluss gekommen, dass beim Beschwerdeführer für sämtliche körperlich leichten bis gelegentlich
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten, ohne höhere Anforderungen an die feinmotorischen Fähigkeiten der
adominanten
, linken oberen Extremität und ohne anspruchsvolle Publikumskontakte eine uneingeschränkte Arbeits-
und
Leistungsfähigkeit bestehe. Für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit hoher Anforderung im zwischenmenschlichen Bereich bestehe eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 28)
.
Die aktuell attestierte voll zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Verweistätigkeit ohne höhere Anforderungen an den zwis
chenmenschlichen Kontakt bestehe
mit Sicherheit ab Gutachtenszeitpunkt. In den letzten Jahren l
ä
gen keine validen Berichte
vor, sodass es gut möglich sei
, dass die aktuelle Einschätzung seit län
gerer Zeit Bestand ha
be
.
Die in den Jahren
1994 und 1999 beschriebene
n
,
höhergradige
n
neuropsycho
logische
n
Funktionsstörungen seien
heute nicht mehr feststellbar, sodass sich auch die Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit erheb
lich verändert habe
(S. 28
unten
)
.
4.3
Am
5.
April 2011 nahmen die
Y._
-Gutachter Stellung (
Urk.
6/117) zu nachträg
lich zur Verfügung gestellten Akten der Unfallversicherung des Beschwerde
führers. Sie führten aus, in diesen Akten befinde sich als wesentliches Element eine Begutachtung einer Rehabilitationsklinik von April 199
6.
Anlässlich der damaligen neuropsychologischen Abklärung sei man zum Schluss gekommen, dass beträchtliche neuropsychologische Störungen vorhanden seien, welche vorwiegend die Bereiche Aufmerksamkeit und Gedächtnis betreffen würden. Soweit die damaligen Testresultate mit den aktuellen vergleichbar seien, sei es zwischenzeitlich zu einer schweren Verschlechterung der Leistungsfähigkeit gekommen. Die vom damaligen Gutachter festgestellten Ergebnisse stünden offenbar in Übereinstimmung zu den Befunden von Prof.
A._
.
Die im aktuel
len Gutachten gemachten Feststellungen zur neuropsychologischen Untersu
chung durch Prof.
A._
gälten somit im Wesentlichen auch für die neu einge
troffenen Unterlagen. Der weitere Verlauf mit erneuter MRI-Bildgebung und erneuter neuropsychologischer Untersuchung im Rahmen der aktuellen Begut
achtung erlaube nun eine bessere Beurteilung der Situation. Die damalige Beurteilung habe ausserdem dem damaligen Wissensstand entsprochen.
Es sei jedoch schwierig nachvollziehbar, dass der damalige Gutachter die erhebliche Latenz zwischen dem Unfall und dem erstmaligen Auftreten von neuropsycho
logischen Defiziten nicht weiter diskutiert habe. Im Weiteren sei damals trotz erheblicher Probleme mit der Aufmerksamkeit die Fahrtauglichkeit nicht disku
tiert worden.
4.4
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
1
7.
Februar
2012
Stellung (
Urk.
6/1
35
) und führte aus,
die bisherige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei
weder aus heutiger noch aus damaliger Sicht nachvollziehbar, da sich diese durch die damaligen objektiven medizinischen Befunde und konkreten
Funkti
onseinschränkungen
auch zum damaligen Zeitpunkt unter Berücksichtigung der damaligen Aktenlage nicht begründen lasse (S. 2
oben
).
Es könne auf das
Y._
-Gutachten abgestellt werden (S. 4).
4.5
lic
. phil.
Z._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, berichtete am
6.
J
uni 2012 (
Urk.
6/142/15-35) über die neuropsychologische Untersu
chung des Beschwerdeführers vom 1
2.
und 2
5.
April 2012 und nannte als Diag
nose eine mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung (S. 1). Er führte aus,
in der Konzentrati
onsleistung bei selbstbestimmtem
Vorgehen in einer Aufgabe am Bildschirm sei der Beschwerdeführer quantitativ durchschnittlich, aber qualitativ schwach. Es bestünden Aufmerksamkeitslücken. Im Zeitverlauf sei ein Leistungsabfall zu beobachten.
In der Daueraufmerksamkeit bei von aussen vorgegebenem Arbeitsrhythmus bestünden bei den visuellen und auditi
ven Testverfahren erhöhte Aufmerksamkeitslücken, grosse Schwierigkeiten und erhöhte Fehlreaktionen. In der räumlichen Aufmerksamkeit bestünden insge
samt leicht verlangsamte Reaktionen, bei linksseitigen Stimuli sei der Beschwer
deführer ausserdem langsamer als bei rechtsseitigen
(S. 9)
.
Der Gesamtbeurteilung im
Y._
-Gutachten könne aus neuropsychologischer Sicht nicht gefolgt werden. Der neuropsychologische Bereich müsse in die Diagnose mit einbezogen und auch für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit mit
berücks
ichtigt werden, wie dies bei den früheren neuropsychologischen Beur
teilungen durch Prof.
A._
der Fall gewesen sei. In der aktuellen neuropsy
chologischen Untersuchung gehe es um eine Standortbestimmung aus anderer Perspektive sowie um einen Vergleich zu den Befunden der Voruntersuchungen bei Prof.
A._
.
Im
allgemeinen
Verhalten zeige der äusserlich unauffällige Beschwerdeführer eine freundliche und kooperative Mitarbeit. Die Auffassung der Testinstruktion sei teilweise schwerfällig und der Beschwerdeführer habe manchmal Mühe, sich eine Instruktion in Ruhe anzuhören und erst dann nachzufragen oder mit der Aufgabe zu beginnen.
Er arbeite teilweise langsam, teilweise gemessen an den eigenen Fähigkeiten aber auch zu rasch und dadurch fehleranfällig.
In der Beobachtung zeigten sich mit der Zeit Ermüdungszeichen, der Beschwerdeführer selber nehme diese aber offenbar nicht wahr, beklage sich nic
ht und
wünsche
von sich aus keine Unterbrechung. Bei länger dauernden monotonen Aufgaben frage er lediglich nach, wie lange es noch dauere. Es mache ihm Mühe, bei der Sache zu bleiben
(S. 13)
.
Die Validität der Befunde könne bejaht werden. So sei die Leistung im Symptomvalidierungstest normal. Die Leistungen bei sämtlichen
Aufgaben mit Antwortangaben lägen weit über dem Zufallsniveau. Innerhalb der defizitären klinischen Verfahren zu Lernen/Gedächtnis seien die Resultate homogen. Im Vergleich mit Patientendaten mit eindeutig dokumentierter
Hirn
schädigung
lägen die Resultate des Beschwerdeführers nur in einzelnen
Varia
beln
(Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit) in einem auffällig tiefen Bereich.
Die geringeren Leistungen in der Motorik linksseitig stünden in Zusammenhang mit der
Armplexusparese
. Der Beschwerdeführer zeige kein Muster, wie es bei instruierten experimentellen Simulanten zu beobachten sei
(S. 15 oben)
.
Insgesamt lägen die Befunde nach wie vor im Rahmen einer mit
telschweren neuropsychologischen Funktionsstörung (S. 16). Es könne davon ausgegangen werden,
dass die heutigen Befunde weitgehend mit jenen von 1994 übereinstimm
ten, nachdem sich 1999
auf dem Hintergrund einer zusätzli
chen psychosozialen Belastungssituation, die der
Beschwerdeführer
auch auf
grund seiner Behinderung nicht adäquat
habe
bewältigen k
ö
nne
n,
eine teilweise Verschlechterung gezeigt ha
be (S. 17 unten).
4.6
Die
Y._
-Gutachter nahmen am
2.
April 2013 Stellung
(
Urk.
6/164/1-3)
zum Bericht von
lic
. phil.
Z._
und führten aus,
dass sich aufgrund des neuropsy
chologischen Gutachtens keine neuen Aspekte ergäben (S. 2).
4.7
Am
2.
August 2013 nahm
lic
. phil.
Z._
sodann Stellung (
Urk.
6/181) zur Stellungahme der
Y._
-Gutachter vom
2.
April 2013 und führte aus,
ganz offensichtlich hätten Leistungsmängel und Verhaltensdefizite bestanden, welche in guter Übereinstimmung zu den damaligen neuropsychologischen Befunden stünden
(S. 1).
In der Stellungnahme der
Y._
-Gutachter würden keine neuen Fakten oder Überlegungen vorgebracht (S. 2).
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdefüh
rers
im relevanten Zeitraum (vgl. E. 2.3 hie
rvor)
verbessert und die sich daraus ergebende Arbeitsfähigkeit in der angestammten beziehungsweise einer ange
passten Tätigkeit erhöht hat.
Gestützt auf die angeführten ärztlichen Stellungnahmen
lassen sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers
und
insbesondere
seine Arbeits
fähigkeit in der angestammten sowie einer angepassten Tätigkeit nur ungenügend beurtei
len.
Der neuropsychologische
Y._
-Teilgutachter geht im Februar 2011 gemäss Akten davon aus, dass eine eigentliche neuropsychologische Diagnose nicht genannt wer
den könne, zumal sehr viele der geprüften Funktionen deutlich unterdurch
schnittliche Leistungen und das Verhalten eine Symptomakzentuierung zeigten. Aufgrund der beschriebenen Umstände könne auch die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden (
Urk.
6/114/2-31 S. 25 f.).
Der Neuropsychologe
lic
. phil.
Z._
führte hingegen
im Juni 2012
übereinstimmend mit
den früheren Be
richten von
lic
.
phil.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.4 und E.
3.5)
aus, dass die heu
ti
gen Befunde nach wie vor im Rahmen einer mittelschweren neuropsychologi
schen Funkti
onsstörung lägen und dass die Validität der Befunde bejaht werden könne. Die Leistung im Symptomvalidierungstest sei normal und bei sämtlichen Aufgaben lägen die Leistungen weit über dem Zufallsniveau (
Urk.
6/142/15-35 S. 15).
Bei ansonsten
vergleichbarer
Diagnosestellung
w
urde
somit
von den
Y._
-Gutach
tern nicht nachvollziehbar
dargelegt, inwiefern sich der Gesund
heits
zustand verbessert
beziehungsweise sich die Auswirk
ungen der
nach wie vor bestehen
den Leiden
verringert haben sollten
. Dass aus sämtlichen neu
ropsycho
logischen Tests der
Y._
-Begutachtung eine unterdurchschnittliche Leis
tung des Beschwer
deführers hervorgeht
,
wurde von den
Y._
-Gutachtern
sodann
ohne nähere Begründung
zum Anlass
genommen, keine eigentliche neu
ropsychologi
sche Diagnose zu stellen
. Auch dass die
Y._
-Gutachter eine Aggra
vation und Symptomausweitung postulierten, hingegen kein
en
Symptom
validierungstest
machten, erscheint vorliegend nicht nachvollziehbar (
vgl.
Urk.
6/
114/2-31 S.
25
f.)
.
In ihrer Stel
lungnahme vom April 2011 begründeten
die
Y._
-Gutach
ter
ihre im Vergleich zu den früheren Arztberichten
abwei
chende Einschätzung
lediglich mit dem Hinweis, dass die Beurteilung durch den Gutachter im Jahre 1996 dem damaligen Wissensstand entsprochen habe.
Es ist
deshalb
nicht aus
zuschliessen,
dass die
Y._
-Gutachter
lediglich
eine andere Be
urteilung des im Wesentlich
en
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes vorge
nommen haben.
Auch die von der Eingliederungsberaterin im Rahmen der durchgeführten
Ein
gliederungsberatung
festgehaltenen Anmerkungen, wonach das Verhalten des Beschwerdeführers darauf schliessen lasse, dass es ihm auf
grund seiner Erkran
kung und der über 20-jährigen Abwesenheit vom ersten Ar
beits
markt nicht möglich sei, realitätsbezogen zu denken und
es
zudem
scheine, als ob erhebliche kognitive Einschränkungen wie eine schlechte Konzentratio
ns- und Merkfähig
keit bestünden,
lassen erhebliche Zweifel a
n der
neuropsychologischen
Beurtei
lung i
m
Y._
-Gutachten aufkommen
(vgl.
Urk.
6/171 S. 2)
.
Diese Zweifel werden ausserdem durch das Verhalten des Beschwerdeführers an seinem früheren Arbeitsplatz bei der
I._
gestützt, wonach
der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sein soll, zielgerichtet Abläufe erledigen zu können. So habe er sich wie ein Kleinkind jederzeit ablenken oder aus dem Konzept bringen las
sen und
habe Sachen schnell durcheinander gebracht
(
Urk.
6/139/37-38).
In den Akten
sind somit
durchaus
Hinweise
vorhanden, welche
auf neuropsychologi
sche Defizite
beim Beschwerdeführer
sc
hliessen lassen
. A
usserdem lag die Ein
schätzung der
Y._
-Gutachter
bei Erlass der angefochtenen Verfügung bereits rund
drei
Jahre zurück. Auch aus diesem Grund kann zur Begründung einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise einer höheren Arbeits
fä
higkeit nicht ohne weiteres auf sie abgestellt werden.
5.2
Soweit der Beschwerdeführer hingegen einwendet, dem neuropsychologischen
Y._
-Gutachter fehle die für eine verlässliche Begutachtung erforderliche fach
spezifische Qualifikation, namentlich sei er nicht
auf der Mitgliederliste der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP) zu finden
(
Urk.
1 S. 6 f.)
, ist zu bemerken, dass das Bundesgericht in seinem Urteil 8
C_582/2010 vom
8.
Dezember 2010,
E. 4.2
, festgehalten hat, alleine
die fehlende Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsorganisation
genüge
in der Regel nicht für den Schluss auf mangelnde fachliche Qualifika
tion
(vgl.
auch
Urteil 9C_270/2008 vom 1
2.
August 2008
,
E. 3.3)
. Im Übrigen verlange die SVNP
von ihren ordentlichen Mitgliedern ledig
lich
ein abge
schlossenes Universitätsstudium der Psychologie aufzuweisen und die Neu
ropsychologie zu mindestens 50
%
im Bereiche der Forschung, der Diagnostik oder der Therapie als Haupttätigkeit auszuüben. Eine Zusatzausbildung zum Psychologiestudium - wie etwa die postgraduale Weiterbildung zum Fachtitel "Fachpsychologe/Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP" bilde somit nicht Aufnahmevoraussetzung (
v
gl. Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2010 vom
8.
Dezember 2010
,
E. 4.2).
5.3
Zusammenfassend lässt die zum Teil widersprüchliche medizinische Aktenlage eine abschliessende Beurteilung der relevanten Frage nach einer Verbesserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit de
s Beschwerdeführers
in der angestammten beziehu
ngsweise einer
leidensange
passten
Tätigkeit im relevanten Zeitraum nicht zu.
Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie entsprechende
medizinische, in erster Linie
neuropsychologische
Abklärungen zum Gesund
heitszustand und zur Arbeitsfähigkeit de
s Beschwer
deführers vornehme.
Nach Prüfung der objektiven und subjektiven Eingliederungsfähigkeit und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen
wird die IV-Stelle über den Rentenan
spruch neu verfügen.
5.4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass d
ie angefochtene Verfügung vom 21
.
Februar
201
4
aufzuheben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sin
ne der Erwägungen, neu ver
füge.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
6.2
Praxisgemäss wird die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zusteht, die beim praxisgemässen Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde (zuzüglich Mehr
wert
steuer) ermessensweise auf
Fr.
2‘400
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzuset
zen ist.