Decision ID: 86ce54aa-2199-4ece-a9c5-630e9d01028c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1943, deutsche Staatsangehörige
mit Aufenthalts
bewilligung B
,
trat am 3
0.
Januar 2010 der von
Philos
Caisse
Maladie
bezieh
ungs
weise
Philos
Assurance
Maladie
SA (
Philos
Krankenversicherung AG;
nach
stehend:
Philos
)
- einer Tochtergesellschaft der
Groupe
Mutuel
-
durchgeführten obligatorischen Krankenpflegeversicherung gemäss
dem
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG)
bei (
Urk.
9/1).
Am
3.
März 2009 wurde der Versiche
rungsbeginn neu auf den
1.
März 2009 festgelegt (
Urk.
9/5).
Am 2
2.
Februar 2016 stellte
die
Philos
der Versicherten Prämien von Januar bis Dezember 2016 im Betrag von
Fr.
3'467.70 (KVG) in Rechnung (
Urk.
9/63). Am 2
1.
Juni 2016 erging eine Mahnung (
Urk.
9/64)
und am 1
9.
Oktober 2016 eine Zahlungsaufforderung (
Urk.
9/65)
.
Am
9.
Oktober 2017 fertigte das Betreibungsamt
Y._
den Zahlungsbefehl in der Betreibung Nr.
«...»
aus (
Urk.
9/66/2), gegen den am 1
7.
Oktober Rechtsvorschlag erhoben wurde (S. 2 unten).
Am 1
8.
Oktober 2017 teilte die
Philos
der Versicherten mit, da sie eine Rente aus Deutschland beziehe (vgl.
Urk.
9/40/2) und kein Einkommen in der Schweiz erzielte (vgl.
Urk.
9/40/1), sei sie in Deutschland versicherungspflichtig. Um den Versicherungsvertrag auflösen zu können, benötige sie eine entsprechende Bestä
tigung der Gemeinsamen Einrichtung KVG (
Urk.
9/41).
Am 2
7.
November 2017 kündigte die Versicherte ihre Versicherung bei der
Philos
(
Urk.
9/45). Diese teilte ihr am 1
5.
Dezember 2017 mit, um die Kündigung an
neh
men zu können, benötige sie eine Versicherungsbestätigung des neuen Ver
sicherers, und es müssten alle Ausstände beglichen sein (
Urk.
9/46). Am
6.
April 2018 teilte sie der Versicherten ein weiteres Mal mit, sie könne die Kündi
gung nicht akzeptieren, da diese ihre Ausstände noch nicht beglichen habe (
Urk.
9/53).
Mit Verfügung vom 2
3.
Februar 2018 hob die
Philos
den Rechtsvorschlag gegen
den Zahlungsbefehl Nr.
«...»
im Betrag von
Fr.
3'693.60 auf (
Urk.
9/68). Die von
der Versicherten am 1
9.
März 2018 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
9/69-70) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 1
3.
Juli 2018 (
Urk.
9/71 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 3
1.
Juli 2018 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
1.
August 2018 Beschwerde und beantragte sinngemäss, dieser sei aufzuhe
ben, da sie 2016 keine Prämien zu bezahlen gehabt habe (
Urk.
1).
Die
Philos
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Oktober 2018 (
Urk.
8) die Ab
weisung der Beschwerde.
Am 1
2.
November 2018 erstattete die Beschwerdeführerin eine
Replik
(
Urk.
15) und
am
4.
Dezember 2018 erstattete die Beschwerdegegnerin eine Duplik (
Urk.
19), die der Beschwerdeführerin am
5.
Dezember 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
1
Abs.
1 des auf der Grundlage von
Art.
8 des Abkommens vom 2
1.
Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Frei
zügigkeit (FZA
) ausgearbeiteten und Bestandteil des Ab
kom
mens bildenden (
Art.
15
FZA) Anhangs II FZA (in der bis 3
1.
März 2012 gel
ten
de
n
Fassung) in Ver
bindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Ver
trags
par
teien unter
einander insbesondere die Verordnungen (EWG) Nr. 1408/
71 des Rates
vom 1
4.
Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arb
eit
nehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die inner
halb der Gemein
schaft
zu- und abwandern (
nachfolgend VO Nr. 1408/71), und (EWG) Nr.
574/72 des Rates vom 2
1.
März 1972 über die Durch
führung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 oder gleichwertige Vorschriften an.
Mit Wirkung auf
1.
April 2012 sind diese beiden Rechtsakte durch die Verord
nungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen
Sicherheit (
nach
stehend: VO Nr. 883/2004) sowie (EG) Nr. 987/2009 des Euro
päischen Parlaments und des Rates vom 1
6.
September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (nachstehend: VO Nr. 987/2009) abgelöst worden (BGE 144 V 127 E. 4.1)
.
1.3
Diese neuen Verordnungen - in der seit
1.
Januar 2015 geltenden Fassung (somit einschliesslich der Änderung gemäss Verordnung [EU] Nr. 465/2012 des Euro
päischen Parlaments und des Rates vom 2
2.
Mai 2012 zur Änderung der Verord
nung [EG] Nr. 883/2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit und der Verordnung [EG] Nr. 987/2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durch
führung der Verordnung
[EG] Nr. 883/2004
) - sind auf den hier zu beur
tei
lenden Fall in zeitlicher, persönlicher und sachlicher Hinsicht anwendbar (vgl. BGE 144 V 127 E. 4.2).
1.4
Titel II der VO Nr. 883/2004 (
Art.
11-16) enthält allgemeine Kollisionsregeln zur Bestimmung der anzuwenden Rechtsvorschriften. Dabei legt
Art.
11
Abs.
1 VO Nr. 883/2004 den kollisionsrechtlichen Grundsatz der Einheitlichkeit der anwend
baren Rechtsvorschriften in dem Sinne fest, dass für jede betroffene Person die Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats massgebend sind. Bei
Arbeitneh
men
den
und
Selbständigerwerbenden
gelten in der Regel die Rechtsvorschriften des
jenigen Mitgliedstaats, in dem sie ihre Tätigkeit ausüben (
Art.
11
Abs.
3 Bst. a VO Nr. 883/2004; Beschäftigungsland- oder Erwerbsortprinzip). Nichterwerbstätige sind sodann ebenfalls den Rechtsvorschriften (nur) eines Mitgliedstaats unter
stellt. Nach
Art.
11
Abs.
3 Bst. e VO Nr. 883/2004 unterliegen sie den Rechts
vorschriften des Wohnmitgliedstaats, sofern nichts
anderes
bestimmt ist. Dabei handelt es sich um einen eigenen Anspruch auf Grund des Wohnorts (BGE 144 V 127 E. 4.2.1.2).
1.5
Titel III VO Nr. 883/2004 beinhaltet Kollisionsnormen für besondere Situationen im jeweiligen Zweig des Systems der sozialen Sicherheit
. Dabei
handelt es sich i
m Unterschied zu Titel II bei diesen Bestimmungen regelmässig nur um punk
tuelle Regelungen bezüglich einzelner Zweige der sozialen Sicherheit oder einzel
ner Rechtsgebiete (
BGE 144 V 127 E. 4.2.2.1).
Art.
23 ff. VO Nr. 883/2004 regeln im Sinne
dieser
speziellen gemeins
chafts
recht
lichen Koordinationsbestimmungen den Sachleistungsanspruch der Rentner
und Rentnerinnen und
ihrer Familienangehörigen bei Krankheit. Danach erhält eine Person, die eine Rente nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats bezieht
und die keinen Anspruch auf Sachleistungen nach den Rechtsvorschriften des Woh
n
mitgliedstaats hat, dennoch Sachleistungen für sich und ihre Familienan
gehörigen, sofern nach den Rechtsvorschriften des für die Zahlung ihrer Rente zu
ständigen Mitgliedstaats Anspruch auf Sachleistungen bestünde, wenn sie in diesem Mitgliedstaat wohnte (
Art.
24
Abs.
1 VO Nr. 883/2004). Hat der Rentner
oder die Rentnerin
nur Anspruch auf Sachleistungen nach den Rechtsvorschriften eines einzigen Mitgliedstaats, so übernimmt der zuständige Träger dieses Mit
glied
staats die
Kosten für die Sachleistungen (
Art.
24
Abs.
2 Bst. a VO Nr.
883/2004).
Art.
24 VO Nr. 883/2004 umfasst den Fall, dass Rentner
innen oder Rentner
mangels hinreichender Beziehungen zum Rentensystem des Wohnort
staats keinen originären Anspruch auf Sachleistungen bei Krankheit im Wohnort
staat haben. Beim Bezug nur einer Rente ist der Träger für Leistungen bei Krank
heit desjenigen Staats kostenpflichtig, der die Rente leistet. Dem Rentner
oder der Rentnerin
wird ein Anspruch auf Sachleistungsaushilfe gegenüber dem Träger des Wohnortstaats gewährt (
BGE 144 V 127 E.
4.2.2.2
).
1.6
Die Anwendung der Kollisionsnormen der VO Nr. 883/2004, nach denen sich die anzuwendenden Rechtsvorschriften bestimmen, ist für die Mitgliedstaaten zwin
gend. Sie bilden ein geschlossenes System von Kollisionsnormen, das den natio
na
len Gesetzgebern die Befugnis nimmt, in diesem Bereich den Geltungsbereich
und die Anwendungsvoraussetzungen ihrer nationalen Rechtsvorschriften im Hin
blick darauf zu bestimmen, welche Personen ihnen unterliegen und in welchem Gebiet sie ihre Wirkung entfalten sollen (
BGE 144 V 127 E.
4.2.3.1
). Bei den
Art.
24 f. VO Nr. 883/2004 (vorstehend E. 1.5) handelt es sich um - von den Mit
gliedstaaten zu rezipierende - Bestimmungen, die abweichende Sonder
rege
lungen für die den
Rentnerinnen und
Rentnern bei Krankheit zustehenden Leis
tungen enthalten (BGE 144 V 127 E. 4.2.3.2).
1.7
Gemäss
Art.
3
Abs.
1
KVG
in Verbindung mit
Art.
1
Abs.
1
der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV)
muss sich grundsätzlich jede Person mit Wohn
sitz in der Schweiz innert drei Monaten nach der
Wohnsitznahme
oder der Geburt in der Schweiz für Krankenpflege versichern lassen, untersteht also dem
Kranken
versicherungsobligatorium
nach KVG. Gemäss
Abs.
2 der Bestimmung kann der
Bundesrat Ausnahmen von der Versicherungspflicht vorsehen. Er ist damit be
fug
t, bestimmte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz von der Versiche
rungs
pflicht auszunehmen (BGE
144 V 127 E.
4.2.4.1
).
1.8
Die Ausnahmen von der Versicherungspflicht wurden
unter anderem
in der Form der Nichtunterstellung geregelt, die nach Gesetz oder Verordnung automatisch eintritt. So sind in der Schweiz niedergelassene Personen, die zwar keinen An
spruch auf eine schweizerische, aber nach dem FZA sowie seinem Anhang II einen
Anspruch auf eine Rente eines Mitgliedstaats der Europäischen Gemeinschaft haben, von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreit (
Art.
2
Abs.
1
lit
. e K
VV).
1.9
Die Krankenpflegeversicherung nach KVG ist in der Schweiz zwar grundsätzlich obligatorisch. Dies gilt indessen nur für Personen, welche die im Gesetz und in
den Ausführungsverordnungen festgelegten Voraussetzungen erfüllen. Der Bun
de
s
rat kann gemäss
Art.
3
Abs.
2 KVG Ausnahmen vorsehen, was er mit
Art.
2 KVV getan hat. Gemäss dessen
Abs.
1
lit
. c-f KVV sind sämtliche Personen, die in der Schweiz wohnen, aber gestützt auf das europäische Koordinationsrecht der Versicherungspflicht eines anderen Mitgliedstaats unterstehen, automatisch von
der Versicherungspflicht in der Schweiz ausgenommen. Dazu gehören explizit auch
ausländische Rentenbezügerinnen und -bezüger und ihre Familienan
ge
hörigen (
lit
. e und f). Es wird dabei nicht unterschieden, ob im Ausland ein gesetz
licher oder ein privater Krankenversicherungsschutz besteht. In wenigen, ab
schliessend aufgeführten Spezialfällen besteht sodann die Möglichkeit eines frei
willigen Anschlusses an die Krankenpflegeversicherung, nämlich für
Grenzgän
ger und -
gängerinnen
(
Art.
3) KVV, entsandte Arbeitnehmer und -
nehmerinnen
(
Art.
4
Abs.
3 KVV) und Personen mit Vorrechten nach internationalem Recht (
Art.
6 KVV]). Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die eine ausländische Rente erhalten, fallen nicht darunter, sondern sind im Gegenteil gemäss
Art.
2
Abs.
1
lit
. e und f KVV gerade von der Versicherungspflicht (und -möglichkeit) ausge
nommen (BGE 144 V 127 E. 6.2.2).
1.10
Die Aufnahme einer Person
mit Wohnsitz in der Schweiz, die eine ausländische Rente bezieht, in die obligatorische Krankenpflegeversicherung ist unzulässig und damit auch zweifellos unrichtig (BGE 144 V 127 E. 6.3.2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit,
die Beschwerdeführerin habe am 3
0.
November 2017 die Kündigung für die obliga
torische Krankenpflegeversicherung eingereicht. Da per 3
1.
Dezember 2017 auf dem Konto der Beschwerdeführerin noch
Ausstände bestanden hätten, sei die
Kün
digung abgelehnt worden,
worüber die Beschwerdeführerin sowie der Nach
versicherer am
6.
April 2018 informiert worden seien.
Da die Beschwerdeführerin eine Rente aus Deutschland und keinerlei Einkommen aus der Schweiz beziehe, sei
sie
in Deutschland versicherungspflichtig. Es werde um eine Zustellung der Wohnsitzbestätigung gebeten, da der Wohnort der Be
schwerdeführerin nicht bekannt sei. Zudem sei eine Bestätigung der Gemein
sa
men Einrichtung KVG,
dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Schweiz
versicherungspflichtig
sei
(Formular E. 121)
,
erforderlich
(
S. 1).
Die Betreibung betreffe die unbezahlten Prämienrechnung Januar bis Dezember 201
6.
Die erste Mahnung habe die Beschwerdeführerin am 2
1.
Juni 2016 erhalten und die zweite und letzte Mahnung am 1
9.
Oktober 201
6.
Der Rechtsvorschlag sei unbegründet (S. 2).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, sie sei im Jahr 2016 weder in der Schweiz wohnhaft noch gemeldet gewesen und
habe über k
eine Aufenthaltsbewilligung
verfügt
.
Einen Nachweis über die endgültige Abmeldung habe sie insofern erbracht, als dass sie Ende 2016 eine Aufenthaltsbewilligung habe beantragen müssen, was bei einer existierenden Bewilligung nicht notwendig gewesen wäre. Sie habe sich
im Jahr 2016 ausschliesslich in Grossbritan
n
ien aufgehalten, wo weder eine Melde
- noch eine Krankenversicherungspflicht bestehe. So sei jeder Bürger in Grossbri
tan
n
ien über d
en National
Health
Service
(
NHS
)
automatisch versichert. Im Jahr 2016 habe keine Versicherungspflicht für sie bestanden und damit seien auch keine Beiträge für das Jahr 2016 offen.
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
9.
Oktober 2018 (
Urk.
8) machte die Beschwerde
geg
nerin geltend,
dass zwischen ihr und der Beschwerdeführerin seit Versiche
rungsbeginn per
1.
Januar 2010
(richtig: seit
1.
März 2009)
ununterbrochen zwei
fels
frei ein Versicherungsverhältnis bestehe. Aufgrund der Rente der Beschwerde
führerin in Deutschland unterliege sie nach
Art.
23 GVO in diesem Staat der Versicherungspflicht. Solange die Beschwerdeführerin nicht belege, dass sie dort über eine (deutsche) Krankenversicherung verfüge, dürfe sie nicht aus der
obliga
torischen Krankenpflegeversicherung
entlassen werden (
Art.
2
Abs.
6 KVV). Ein Wechsel sei aufgrund von Ausständen zu keiner Zeit möglich gewesen. Die Prä
mienrechnung sei unbestrittenermassen unbezahlt geblieben und sei damit zu Recht in Betreibung gesetzt worden
(S. 12
Ziff.
20)
.
In der Duplik (
Urk.
19) führte die Beschwerdegegnerin unter anderem aus, aus den
Angaben in der Anmeldung vom 3
1.
Januar 2009 sei ersichtlich gewesen, dass die Beschwerdeführerin eine Rente aus Deutschland beziehe. Richtigerweise
hätte sie deshalb die Beschwerdeführerin nicht in die obligatorische Krankenpfleg
e
ver
sicherung aufnehmen dürfen (S. 3
Ziff.
6).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin die
für das Jahr
2016
in Rechnung gestellten Prämien
bezahlen muss.
3.
3.1
Nach dem klaren Wortlaut von
Art.
2
Abs.
1
lit
. e KVV unterstehen unter anderem Personen, die keinen Anspruch auf eine schweizerische, aber einen solchen auf eine Rente eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union haben, nicht der Ver
sicherungspflicht.
3.2
Die Beschwerdeführerin ist Bezügerin einer deutschen Rente
(vgl.
Urk.
9/40/2)
, was sie bereits im Anmeldeformular vom 3
0.
Januar 2009 gegenüber der Be
schwerdegegnerin deklariert hat (
Urk.
9/2 S. 1 Mitte).
Auf sie ist
Art.
2
Abs.
1
lit
. e
KVV anwendbar, womit sie von der Versicherungspflicht (und -möglichkeit) aus
genommen ist (vgl. vorstehend E. 1.9).
Die Beschwerdegegnerin hätte sie somit gar nicht in die obligatorische Kran
ken
pflegeversicherung aufnehmen dürfen, wie sie in der Duplik selber einräumte (vorstehend E. 2.3 am Ende). Die Aufnahme war unzulässig und zweifellos un
richtig (vgl. vorstehend E. 1.10).
3.3
Bis Ende 2015 bestand zwischen den Parteien ein nach dem Gesagten
zwar
unzu
lässi
ges, infolge erfüllter Pflichten aber dennoch faktisches Vertragsverhältnis.
Für die Zeit ab
1.
Januar 2016 gilt dies so nicht mehr. Die Beschwerdeführerin hat - aus anderen, von ihr näher dargelegten Gründen - die Prämienzahlung
unter
lassen. Da sie ohnehin
unzulässigerweise
von der Beschwerdegegnerin in di
e Versicherung aufgenommen wurde, fehlt
es an einem
Rechtsgrund, um die unbe
zahlt gebliebenen Prämien einzufordern.
3.4
Die Prämienforderung für 2016 erweist sich ungerechtfertigt
, was dement
spre
chend auch für die eingeleitete Betreibung und die Beseitigung des Rechts
vor
schlags gilt.
Somit
ist der angefochtene Entscheid in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde mit der Feststellung aufzuheben, dass die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin keine Prämien für das Jahr 2016 schuldet.