Decision ID: 7a6e4673-b016-4d3d-9f47-7f76268f82b6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Nachtragsverfügung vom 22. August 2014 setzte die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, die persönlichen
Beiträge (inkl. Verwaltungskosten) von
X._
,
Inhaber der Einzelfirma
Y._
,
aus selbständiger Erwerbstätigkeit für das Beitragsjahr 2012 auf
grund des im selben Jahr erzielten Einkommens von Fr. 128‘840.-- und eines in den Betrieb investierten Eigenkapitals von Fr. 763‘000.-- auf Fr. 13‘455.60 fest (Urk. 7/37). Hierbei stützte sich die Ausgleichskasse auf die Steuermeldung des
Kantonalen Steueramtes Zürich vom 14.
August
2014 (Urk. 7/38
). Gegen die
Na
ch
tragsverfügung
vom
22. August
2014
erhob der Beitragspflichtige am
25. August
2014 Einsprache
und führte aus, er habe lediglich ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 53‘612.-- erzielt. Bei den restlichen Fr. 75‘228.-- handle es sich um Ertrag aus der Liegenschaft
Z._
, welcher nicht zu berücksichtigen sei
(Urk.
7/35
). Die
Ausgleichs
kasse
holte daraufhin Auskünfte des Steueramtes des Kantons Zürich ein. Am
24. Oktober
2014 teilte dieses mit, die Steuereinschätzung sei rechtskräftig ge
worden
, nachdem der Steuerpflichtige dem Vorschlag der
Steuerkommissärin
vom 5. März 2014
am 10. März 2014
zugestimmt habe (Urk. 7/29
/1-2
; vgl. die Zustimmungserklärung
des
Beitragspflichtigen
vom 10. März 2014
[Urk. 7/29/3
] sowie die Berechnungsmitteilung und die Details zu Liegenschaften und selb
stän
digem Erwerb vom 5. März 2014 [
Urk.
7/29/
4-
5
]
).
Am 6. März 2015 ver
langte die Ausgleichskasse vom Beitragspflichtigen
Unterlagen
zur Prüfung
einer im Jahr 2012 im individuellen Konto getätigten Buchung von Fr. 70‘000.--
(Urk. 7/23).
Der Beitragspflichtige reichte
mit Eingabe vom 10. März
2015 diverse Unterlagen ein
und beantragte, es sei ihm eine Gutschrift für die
im Jahr 2012
zu viel bezahlten Sozialleistungen auf einem Betrag von Fr. 16‘387.--(Fr. 70‘000.-- minus Fr. 53‘613.--)
auszurichten
(Urk. 7/16 und Urk. 17-21).
D
ie Ausgleichskasse
ersuchte
das Steueramt des Kantons Zürich am 20. März 2015
um nochmalige Auskunftserteilung
(Urk. 7/15).
Dieses verwies erneut auf die Zustimmungserklärung des Steuerpflichtigen vom 10. März 2014
, wobei ihm die in der Meldung aufgeführten Werte angezeigt worden seien, sowie die Rechts
kraft der Steuereinschätzung
(Urk. 7/14).
In der Folge wies die Ausgleichskasse die Einsprache
des Beitragspflichtigen vom 25. August 2014
m
it Entscheid vom
7. Mai 2015
ab
(Urk. 2
[= Urk. 7
/
12
]).
2.
Dagegen erhob der Beitragspflichtige am
10. Juni 2015
Beschwerde und bean
tragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben;
Bei
träge sei
en einzig auf dem
im Jahr 2012 erzielten Ertrag
aus der Einzelfirma
von Fr. 53‘613.40
zu erheben
,
der
Ertrag von Fr. 75‘227.53 aus der
sich
im Privatvermögen
befind
lichen Liegenschaft sei nicht zu berücksichtigen
(Urk. 1). Mit
Beschwerde
ant
wort
vom
17. August 2015
schloss die Beschwer
degegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. August 2015 angezeigt wurde (Urk. 9
).
Am 1. November 2016 wurde der
Beizug
der
Steu
erakten
des Beschwerdeführers betreffend die Steuerperioden 2006-2012 ver
fügt (Urk. 11), woraufhin
das
Steueramt des Kantons Zürich
diese
am 21. November 2016 zu den Akten
reichte
(Urk. 12 und Urk. 13/1-8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2
.1
Gemäss Art. 22 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversiche
rung
(AHVV) werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als
Beitrags
jahr
gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb investierten Eigenkapitals.
2
.2
Gemäss Art. 17 AHVV gelten als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
se
nenversicherung
(AHVG) alle in selbständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18
Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG. Nicht unter den Begriff der selbständi
gen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des eigenen Vermögens; der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht der Beitragspflicht. Gleiches gilt in Bezug auf Gewinne aus privatem Vermögen, welche in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erzielt worden sind. Anderseits stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Verwertung von Gegenständen des Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, auch bei nicht buchführungspflichtigen (Einzel)Betrieben, Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen (BGE 134 V 250 E. 3.1 mit Hinweisen).
Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob Einkünfte oder Vermögens
zuwächse (Erträge, Gewinne) aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 AHVG herrühren, bildet praxisgemäss die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Abgrenzung zwischen Privat- und
Ge
schäftsvermögen bei der Besteuerung von Kapitalgewinnen nach Art. 16 f. DBG.
Danach besteht das entscheidende Kriterium für die Zuteilung eines
Vermö
gens
wertes
zum Geschäftsvermögen darin, dass er für Geschäftszwecke erwor
ben wor
den ist (Erwerbsmotiv) oder dem Geschäft tatsächlich dient (Zweckbe
stim
mung
).
Wo sich die Zugehörigkeit nicht ohne Weiteres aus der äusseren Beschaf
fenheit des Vermögenswertes ergibt, wie dies häufig bei
Alternativ
gütern
der Fall ist, die sowohl mit dem Geschäft im Zusammenhang stehen als auch ausschliesslich für eine private Verwendung geeignet sein können, ist dar
über aufgrund einer Würdigung aller für die Bestimmung der technisch-wirt
schaftlichen Funktion des betreffenden Gegenstandes bedeutsamen Umstände zu entscheiden (BGE 125 V 383 E. 2b). Gemäss Art. 18 Abs. 2 Satz 3 DBG gelten
als Geschäftsvermögen alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selb
ständigen Erwerbstätigkeit dienen.
2
.3
Nach der Rechtsprechung stellt die Vermietung von Wohnungen eines so ge
nannten Renditehauses Vermögensverwaltung dar, wenn und soweit diese Tä
tig
keit sich auf die Erzielung der Erträgnisse des Vermögensobjekts an sich be
schränkt
und nicht betrieblichen Charakter hat. Gleich verhält es sich mit der Vermietung von Geschäftsräumlichkeiten. Dagegen erhält die Vermietertätigkeit dann betrieblichen Charakter, wenn sie die blosse Gebäudeverwaltung über
steigt. Für die beitragsrechtliche Abgrenzung von blosser (privater) Vermögens
verwaltung und betrieblicher (gewerbsmässiger) Nutzung ist das in einer Lie
gen
schaft investierte Fremdkapital grundsätzlich nur massgebend, wenn der Versi
cherte eine Tätigkeit ausübt, die auch Kapitalinvestitionen verlangt, wie der Kauf
und Verkauf von Grundstücken. Dagegen kommt diesem Kriterium keine ent
scheidende Bedeutung zu, wenn die Tätigkeit sich darauf beschränkt, aus einer eigenen Liegenschaft Mietzinseinnahmen zu erzielen. In einem sol
chen Fall ist die Herkunft der Mittel für den Erwerb des Vermögensobjektes – Darlehen oder eigene Gelder – von untergeordneter Bedeutung, wenn auch der Umstand, dass jemand ohne anlagebedürftiges eigenes Vermögen bzw. unter Inanspruchnahme fremder Gelder Häuser besitzt und bedeutendes Einkommen aus Vermietungen
erzielt, gelegentlich doch ein Indiz gegen blosse Vermögens
verwaltung sein kann
. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn diese
Einkom
mensquelle
in einem wirt
schaftlichen Zusammenhang mit einer haupt- oder ne
benberuflich ausgeübten erwerblichen Tätigkeit, wie beispielsweise
Liegen
schaftshandel
, steht und dem Besitz von Liegenschaften sowie deren Vermie
tung nicht eindeutig eine davon unabhäng
ige Funktion zukommt. Unter sol
chen
Umständen erscheint die
Ver
mietertätigkeit
als wirtschaftliche Folge der haupt- oder nebenberuflich ge
werbs
mässig ausgeübten Tätigkeit in der Bau- oder
Im
mobilienbranche
und nicht als blosse Kapitalanlage in Immobilien. Nach der Rechtsprechung gehören
beim gewerbsmässigen
Liegenschaftenhandel
nicht nur die erzielten
Grund
stück
gewinne
, sondern notwendigerweise auch der während der
Besitzesdauer
an
fal
lende Mietertrag zum Einkommen aus ge
werbsmässiger Tätigkeit. Denn es kann nicht allein die Kaufs- und Verkaufstätigkeit als ge
werbsmässig, der Ertrag aus dem
Liegenschaftenbesitz
aber als Ergebnis blosser Vermögensverwaltung betrachtet werden. Dabei ist zu beachten, dass der Grundsatz der parallelen
Verabgabung
von Vermögensgewinn und
Vermögens
ertrag
bei Annahme von Ge
schäftsvermögen zwingend ist und dem Grundsatz vorgeht, dass der Bei
trags
pflichtige sich entgegenhalten lassen muss, was er steuerrechtlich vorge
kehrt hat
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_803/2011 vom 23. August 2012 E. 3.4
m.w.H
.
)
.
2
.4
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende
Erwerbsein
kommen
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer
und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkantonalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die nur
mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit entspre
che
. Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung auf ihre Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechtskräfti
gen Steuertaxationen bloss dann abweichen, wenn diese klar ausgewiesene Irr
tümer
enthalten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sach
lic
he Umstände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos,
sozialver
siche
rungsrechtlich
aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Rich
tigkeit einer Steuertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche
Einkom
menser
mit
t
lung
obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das
Sozial
versiche
rungsgericht
nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzugreifen hat. Die
selbständigerwerbenden
Versicherten haben demnach ihre Rechte, auch im Hin
blick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im
Steuerjus
tizver
fahren
zu wahren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E. 1, 102 V 27 E. 3a;
AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
2
.5
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Aus
gleichs
kassen
und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversiche
rungsgerichts
an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemessung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation des Ein
kommens beziehungsweise Einkommensbezügers und beschlägt daher die Frage nicht, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenenfalls solches aus selb
ständiger oder aus unselbständiger Tätigkeit vorliegt und ob der
Einkommens
bezüger
beitragspflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung aufgrund des AHV-Rechts zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c, 114 V 72 E. 2, 110 V 83 E. 4 und 370 E. 2a, 102 V 27 E. 3b mit Hin
wei
sen).
Das gilt namentlich auch für die Qualifikation eines
Vermögensbestand
teils
als Privat- oder Geschäftsvermögen, zumal diese Unterscheidung steuer
rechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsvermögen steuerbar ist. Die Steuermeldung ist daher mit Bezug auf den Vermögensertrag keine zuverlässige Grundlage für die AHV-Beitragsfestsetzung, weshalb die Qualifikation als beitragsfreier Kapitaler
trag auf Privatvermögen oder beitragspflichtiges Einkommen aus Geschäftsver
mö
gen im Beitragsfestsetzungsverfahren erfolgen muss. In Bezug auf den
Ver
mö
gensgewinn
ist demgegenüber auch steuerrechtlich die Unterscheidung von
Geschäfts- und Privatvermögen von Bedeutung, weshalb sich die AHV-Behör
den
in der Regel auf die Steuermeldungen verlassen können und eigene nähere
Abklä
rungen nur dann vornehmen müssen, wenn sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (
Urteil 9C_551/2008 des Bundesgerichts vom 16. Januar 2009 E. 2.3 mit Hinweisen
).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid (Urk. 2),
die Anga
ben der kantonalen Steuerbehörden seien für sie verbindlich.
3
.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom
10. Juni 2015
im Wesentlichen
geltend (Urk. 1),
die Verbindlichkeit der Angaben sei auf die Bemessung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen
Eigen
kapi
tals
beschränkt. Diese Bindung betreffe aber nicht die beitragsrechtliche Qua
lifikation eines Vermögensbestandteils als Privat- oder Geschäftsvermögen, zu
mal diese Unterscheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang sei, da steuer
rechtlich der Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsvermögen steuer
bar sei. Für die Beitragsfestsetzung sei nur der Ertrag aus der Geschäftstätigkeit von Fr. 53‘613.40 zu berücksichtigen, nicht hingegen der Kapitalertrag auf dem Privatvermögen von Fr. 75‘227.5
3.
4
.
4
.1
Die Einzelfirma
Y._
wurde am 1. November 2000 im Handels
register eingetragen mit dem Zweck „Verwaltungen, Bewirtschaftungen, Schät
zungen, Vermittlung, Kauf und Verkauf von Immobilien sowie Erbringen von weiteren Dienstleistungen auf diesem Gebiet“ (Urk.
8
). Damit ist der Beschwer
deführer
–
als Inhaber der Einzelfirma
–
als gewerbsmässiger
Liegenschaften
händler
zu qualifizieren, der seine Kenntnisse im Bereich der
Liegenschaften
verwaltung
nutzen und von seinen Beziehungen im Bereich des
Liegenschaf
ten
handels
profitieren kann. Es ist daher grundsätzlich zu vermuten, dass es sich bei der Vermietertätigkeit um eine wirtschaftliche Folge der hauptberuflich gewerbsmässig ausgeübten Tätigkeit als
Liegenschaftenhändler
handelt. Damit ist grundsätzlich auch davon auszugehen, dass sowohl Besitz als auch Vermie
tung von Liegenschaften dem Geschäft dienlich sind (E. 1.2), zielgerichtet er
werblichen Charakter haben und keine blosse Verwaltung privaten Vermögens darstellen.
4
.2
Aus den
Steuer
akten
ergibt sich sodann, dass
der Beschwerdeführer
die Liegen
schaft
Z._
von der
Erbengemeinschaft A._
, bestehend aus dem Beschwerdeführer sowie seinen beiden Schwestern, im Zuge der Erb
tei
lung
per 1. Januar 2007
ins Alleineigentum übernahm
.
Die Verwaltung der Liege
n
schaft erfolgte bereits im Jahr 2006 durch die Einzelfirma des Be
schwer
de
führers, in deren
Erfolgsrechnung
ein Betriebsertrag aus der
Z._
ausgewiesen wurde (Urk. 13/8,
Erfolgsrechnung
2006
S. 3). Auch nach Übernahme der Liegenschaft ins Alleineigentum des Beschwerdeführers per 1. Januar 2007 wurde diese durch das Einzelunternehmen des Beschwerde
führers verwaltet. Die Hauswartung übernahm wie bisher
ein Angestellter des
Einzelunternehmen
s
(Urk. 13/7,
Liegenschafts
abrech
nung
2007 S. 1). Diese
Auf
gaben
teilung
wurde auch in den folgenden Jahren beibehalten, zumindest bis ins Jahr 2012 (Urk. 13/1).
4.3
Betreffend die Jahre
2007 bis 2009 meldete die Steuerbehörde der
Beschwerde
gegnerin
jeweils die Einkünfte
des Beschwerdeführers
aus
seiner
Tätigkeit
als Einzelunternehmer
(Geschäftsgewinn)
, ohne den
Gewinn
aus der Liegenschaft
Z._
gemäss separat geführter
Liegenschaftenabrechnung
aufzu
rechnen
(für 2007 gemeldetes Einkommen:
Fr. 122‘034.-- exkl.
Liegenschafts
er
trag
von Fr. 53‘731.-- [
Urk.
7/82 und Urk. 13/7];
für
2008 gemeldetes Ein
kom
men von Fr. 67‘292.-- exkl.
Liegen
schafts
ertrag
von Fr. 69‘730.-- [Urk. 7/81 und Urk. 13/6];
für
2009 gemeldetes Einkommen von Fr. 86‘426.--
exkl.
Liegen
schafts
ertrag
von Fr. 71‘
914.--
[Urk. 7/75
und Urk. 13/4-5
]).
Im Jahr 2010
akzeptierte
die Steuerbehörde
die Deklaration des Beschwerde
füh
rers
allerdings
nicht mehr und rechnete zu den als Einkünften aus selbstän
di
gem Haupterwerb deklarierten Fr. 55‘504.-- auch den
Liegenschafts
ertrag von Fr. 75‘771.
--
hinzu, sodass ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
insgesamt
Fr. 131‘275.
--
veranlagt wurde
(Einschätzungsentscheid,
Berech
nungsmitteilung
, Details zu Liegenschaften und selbständigem Erwerb
sowie Veranlagungsverfügung vom
15. Mai 2012
[Urk. 13/3]). In der Berechnungs
mit
teilung vom 15. Mai 2012 wurde die Hinzurechnung des Nettoertrages aus der Liegenschaft
Z._
mit der
en
Zuordnung zum
Geschäftsver
mögen begründet
. Die Steuerbehörde meldete der Beschwerdegegnerin in der Folge am 20. März
2013 ein Einkommen des Beschwerdeführers aus selbständi
ger Er
werbs
täti
gkeit von Fr. 131‘275.-- (Urk. 7
/54), woraufhin diese die Beiträge für das Jahr 2010 mit Nachtragsverfügung vom 22. März 2013 gestützt auf die
besagte
Steuermeldung festsetzte (Urk. 7
/53). Dagegen erhob der Beschwerde
führer keine Einsprache.
In der Steuererklärung des Jahres 2011 deklarierte der Beschwerdeführer
wie
derum einzig den Gewinn aus der Einzelfirma als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
, woraufhin
ihm die Steuerbehörde den Einschätzungsvorschlag
vom 21. März
2013 unterbreitete. Der Beschwerdeführer wurde ersucht, den Vor
schlag zu prüfen, wobei die Details den Beilagen zu entnehmen seien.
Aus der
beigelegten
Berechnungsmitteilung vom 21. März 2013 ging
hervor, dass die Steuerbehörde die Liegenschaft
Z._
erneut
dem
Geschäfts
ver
mö
gen
zuordnete
und deshalb den Gewinn der
Einzelfirma (Fr. 52‘843.--) mit dem
Verlust
der Liegenschaft
(Fr. 12‘418.--) verrechnete. Der Beschwerde
führer unter
zeichnete in der Folge am 26. März 2013 die ihm mitgesandte
Zu
stim
mungs
erklärung
(Urk. 13/2). Die Steuerbehörde meldete der
Beschwerde
gegnerin
am 21. August 2013 somit ein Einkommen aus selbständiger Er
werbstätigkei
t von Fr. 40‘425.-- (Urk. 7/51), woraufhin diese die Beiträge für das Jahr 2011 mit
Nachtragsverfügung vom 23. August 2013 gestützt auf die besagte
Steuer
meldung
festsetzte (Urk. 7/47).
Dagegen erhob der Beschwerde
führer keine Ein
spra
che.
Betreffend das Jahr 2012 deklarierte der Beschwerdeführer erneut einzig den Gewinn aus der Einzelfirma als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit, woraufhin ihm die Steuerbehörde
wiederum einen
Einschätzungsvorschlag
(
vom
5. März
2014)
unterbreitete. Der Beschwerdeführer wurde ersucht, den Vor
schlag
zu prüfen, wobei die Details den Beilagen zu entnehmen seien. Aus der
Berech
nungsmitteilung
vom
5. März 2014
ging hervor, dass die Steuerbehörde
erneut
sowohl den Gewinn aus der Einzelfirma (Fr. 53‘613.--) als auch
den
Lie
gen
schaft
s
ertrag
(Fr. 75‘228.--) bei der Berechnung des Einkommens aus selb
stän
diger Erwerbstätigkeit (Fr. 128‘840.--) berücksichtigte
. Der Beschwerdefüh
rer unterzeichnete in der Folge am
10. März
2014
die ihm mitgesandte
Zustim
mungs
erklärung
(Urk. 13/1
). Die Steuerbehörde meldete der
Beschwerdegegne
rin
am
14. August 2014
somit ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätig
keit von
Fr. 128‘840.--
(
Urk. 7
/38
).
Erst dagegen
erhob
der Beschwerdeführer
am
25. August 2014
Einsprache
und wandte ein, der
Liegenschaft
s
ertrag
sei nicht
zu berücksichtigen, da er die Liegenschaft
im Privateigentum
bloss verwalte
(Urk. 7/35).
4
.4
Läge einzig die
vom Beschwerdeführer am 10. März
2014 unterzeichnete
Zu
stim
mungserklärung
zuhanden der Steuerbehörde
vor
(Urk. 7/29/3 und Urk. 13/1)
,
könnte aus dieser
alleine
nicht abgeleitet werden, der
Beschwerde
führer hätte die Zuordnung
der Liegenschaft
Z._
zum Geschäfts
vermögen akzeptiert.
In diesem Sinne ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf die fehlende Bindungswirkung der Steuermeldung in Bezug auf die
beitrags
rechtliche
Qualifikation eines Vermögensbestandteils als Privat- oder Geschäfts
vermögen durchaus berechtigt
(vgl. E. 2.5)
.
In Anbetracht der
G
egebenheiten
betreffend die Steuerjahre
2010
und
2011
(E.
4.3
)
ist der Hinweis jedoch nicht zielführend.
Betreffend
das Jahr 2010 wies die Steuerbehörde klar darauf hin, dass die Liegenschaft
Z._
als Geschäftsvermögen
(um)
qualifiziert werde.
Dies hatte denn auch
konkrete
Auswirkungen auf die Höhe der von der Beschwerdegegnerin erhobenen persönlichen Beiträge, welche nicht
bloss aus
gehend von
einem
Einkommen von Fr. 55‘504.--, sondern
von einem
solchen
von Fr. 131‘275.-- festgesetzt wurden.
Die Beiträge fielen damit
2-3 Mal höher aus. Dies musste dem Beschwerdeführer aufgefallen sein. Dennoch unterliess er es, dagegen juristisch vorzugehen. Auch im Jahr 2011 hatte die
steuerrechtliche Qualifikation
der Liegenschaft
Z._
als Geschäftsvermögen
bei
trags
rechtliche
Aus
wirkungen
,
indem ein erfolgswirksamer Verlust zum Abzug gelangte
. Der Beschwerdeführer hätte also zweimal Gelegenheit gehabt, sich gegen die
Zuordnung
der Liegenschaft
Z._
zum
Geschäfts
ver
mö
gen zu wehren. Stattdessen war er je
doch auch betreffend das Jahr 2012 mit
den Einschätzungsfaktoren der Steuer
behörde einverstanden, welche
den
Liegen
schaftsertrag
in der Berechnungsmit
teilung vom 5. März 2014
erneut als Ein
kommen aus selbständiger Erwerbstä
tigkeit
veranschlagte
.
Wenn
der Be
schwerde
führer
erst
gegen die
Nachtrags
verfügung
der Beschwerdegegnerin
vom
25. August 2014
Einsprache erhebt und einwendet, der Ertrag aus der Liegen
schaft
Z._
sei nicht als Einkommen zu berücksichtigen
, verhält er sich
damit
widersprüchlich
. Dieses Verhalten ist
grundsätzlich
nicht
zu schützen.
4.5
Abgesehen davon
ist ein
Wechsel der
Qualifikation
nur mit Zurückhaltung vorzunehmen (vgl. Urteil H 127/97 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. April 1998 E. 7.a). Nebst dem Umstand, dass die Liegenschaft
Z._
dem Geschäft des Beschwerdeführers vermutlich dienlich ist (E. 4.1)
,
stellt auch die Tatsache, dass
die
Hauswartung
der Liegenschaft
durch eine von der Einzelfirma angestellte
und bezahlte
Drittperson
erledigt
(
und als Betriebsertrag in den Büchern
der Einzelfirma verbucht
)
wird
(E. 4.2)
,
ein weite
res
gewichtiges
Indiz für die Ann
ahme von Geschäftsvermögen dar, denn der
Beschwerdeführer
unterschied
buchmässig
offensichtlich
nicht zwischen Ge
schäfts
- und Privat
vermögen
(vgl. Urteil H
238/88 des Eidgenössischen
Versi
cherungsgerichts
vom 3. Juli 1989 E. 3.a)
.
Nachdem der Beschwerdeführer die steuerrechtliche Zuord
nung der Liegenschaft
Z._
zum Geschäfts
vermögen unwider
sprochen akzeptiert hatte, ist
von dieser
in Beachtung des Grundsatzes
der steuer- und AHV-rechtlichen Parallelität
(Art. 18 Abs. 1 AHVV; vgl. auch BGE
134 V 250
E. 5.2 und
BGE 140 V 241
E. 3.4) nicht ohne Not ab
zu
weichen
.
4.6
In diesem Punkt
erweist sich
d
ie Beschwerde
somit als unbegründet.
5.
5.1
Die Einkünfte
des Beschwerdeführers
aus selbständiger Erwerbstätigkeit
im Jahr
2012 betrugen gemäss der Steuermeldung des Kantonalen Steueramtes Zürich vom
14. August 2014 Fr. 128‘840
.--
. Hinzu kam
ein im Betrieb in
vestiertes
Eigen
kapital
von Fr. 763‘000.-- (Urk.
7/
38
).
Wie bereits erwähnt, besteht kein Anlass, um von diesen Werten abzuweichen (E. 4).
Von Amtes wegen zu be
rück
sichtigen ist
allerdings
, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der Festsetzung der persönlichen Beiträge von
Selbständigerwerbenden
vom gemeldeten Einkommen jeweils zuerst der Zins auf dem im Betrieb investierten Eigenkapital abzuziehen ist. Auf diesem Einkommen nach Zinsabzug sind dann die AHV/IV/EO-Beiträge aufzurechnen (BGE 141 V 433 E.
4). Mit
Nachtragsver
fügung
vom
22. August 2014
(Urk.
7/37) hat die Beschwerdegegnerin –
noch
der bisherigen Praxis folgend –
zum gemeldeten Einkommen die persönlichen Beiträge aufgerechnet und erst danach den Zinsabzug vorgenommen, was nach dem Gesagten zu korrigieren ist.
5.2
Das in
casu
gemeldete Einkommen von Fr. 128‘840.-- ist somit zunächst um Fr. 7‘630.-- (= 1
% Zins
vom Eigenkapital von Fr. 763‘000.--) zu kürzen. Als
dann berechnet sich das beitragspflichtige Einkommen anhand folgender Formel
(vgl. Wegleitung über die Beiträge der
Selbstständigerwerbenden
und Nicht
erwerbstätigen in der AHV, IV und EO [WSN],
Rz
. 1170): bereinigtes
Nettoein
kommen
x
100 :
(100 -
in Abhängigkeit des bereinigten Einkommens anwend
bare Beitragssätze AHV/IV/EO
). Das beitragspflichtige Einkommen beträgt somit Fr. 134‘230.35
(Fr. 121‘210.-- x
100 :
[100 – 9.7
])
und ist auf Fr. 134‘000.-- zu runden
.
Bei einem Beitragssatz von 9.7 resultieren Beiträge von Fr.
12
‘
998
.--. Da
rauf sind zusätzlich Verwaltungskosten von Fr. 357.45 (2.75 % von Fr. 12‘998.--) zu erheben (vgl. das Merkblatt der SVA Zürich:
Verwaltungs
kostenbeiträge
ab 2011; Beitragssatz in Prozent der Beitragssumme, Abrech
nung ohne E-Business). Es resultieren somit Beiträge für
Selbständigerwerbende
(inkl. Verwaltungskosten) von Fr.
13
‘
355.45
.
5.3
Entsprechend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die persönli
chen Beiträge des Beschwerdeführers für das Beitragsjahr 2012 auf einem Netto-Erwerbseinkommen von Fr. 128‘840
.--
und unter Berücksichtigung eines im Betrieb investierten
Einkapitals
von Fr. 763‘000.-- in Anwendung von BGE
141 V 433 E. 4
neu auf Fr. 13‘355.45 festzusetzen sind.