Decision ID: b4bb4c68-eb88-4853-8b23-5d68e2a76d19
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956,
gelernter Elektromonteur,
arbeitete seit Juli 2011
in Ergänzung zu seiner selbständigen Erwerbstätigkeit als Musiker und Musikproduzent
auf Abruf bei der
Y._
GmbH
(
Urk.
6/17
)
.
Unter Hinweis auf
Knie
beschwerden
meldete er sich am 1
9.
November 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/6). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische
und erwerb
liche Situation ab
und
zog Akten der
Schweizerischen
Unfallversicherungsan
stalt
(SUVA)
sowie der Kollektivkrankenversicherung
bei (
Urk.
6/9,
Urk.
6/16
;
Urk.
6/21)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/37;
Urk.
6/41) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
1.
Januar 2014 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/43 =
Urk.
2)
2.
Der Versicherte erhob am
1
7.
Februar 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
1.
Januar 2014 (
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und
es sei
ihm
ein halbe Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
eine umfassende me
dizinische Abklärung
anzuordnen
, subeventuell das Verfahren zu ergänzenden Abklärungen zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
März 2014
(
Urk.
5
) die
Abweisung der Beschwerde.
Am 1
6.
Juni 2014 wurde dies dem Beschwerdefüh
rer
zur Kenntnis gebracht
und die Swiss Life AG zum Prozess beigeladen
(
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
bemes
sungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Wil
lensentschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsachen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfah
rung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
1.4
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemes
sen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschrän
kung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf
das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers, etc.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung ka
nn die Aufnahme einer unselbst
ändigen Erwerbs
tätig
keit als zumutbar erscheinen, wenn
davon
eine bessere erwerbliche Ver
wertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E.
3.1 mit Hinweisen auf Urteile I
116/03 vom 10.
November 2003 E.
3.1 und I
145/01 vom 12.
September 2001 E.
2b).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
gestützt auf die medizinischen
Abklärungen davon aus, dass dem
Beschwerdeführer eine
lei
dens
angepasste
Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei, und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1)
den von
der
Beschwer
de
gegnerin
verneinten
Rentena
nspruch und machte geltend,
die Berechnung der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse im Tätigkeitsbereich als Techni
ker/Elek
tri
ker sei gänzlich unrichtig (S. 3). Er habe bei der
Y._
GmbH nicht als Hilfsarbeiter im Bühnenbau sondern als Techniker gearbeitet (S.
4).
Unter Berücksichtigung des nach Einarbeitungszeit vereinbarten Stun
denlohnes von
Fr.
35.-- ergebe sich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘000.--. Aufgrund der gesundheitlichen Behinderung könne er keine vollzeitliche Berufs
tätigkeit ausüben, weshalb das von der IV-Stelle angenommene
Invaliden
einkommen
nicht nachvollziehbar sei (S. 4). Umgerechnet auf ein Pensum von 74
%
könne ein Invalideneinkommen von maximal
Fr.
30‘000.-- angenommen werden, woraus sich ein Invaliditätsgrad von über 50
%
ergebe und Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe. Auch aus Sicht der behan
delnden Ärzte sei das angenommene Invalideneinkommen völlig utopisch
(S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers, wobei
ins
besondere der Einkommensvergleich in der unselbständigen Tätigkeit
umstritten ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, nannte im Bericht der
kreis
ärzt
lichen
Untersuchung vom 1
1.
Dezember 2012 (
Urk.
6/14/14-19)
folgen
den Diagnosen (S. 18):
posteromediale
Meniskusruptur des rechten Knies
bei chronischer Meniskusschädigung
bei Knorpelschaden Grad II medialer
Femurcondylus
sowie
Status nach
transarthroskopischer
medialer
Teilmeniskektomie
und
Knorpeldébridement
medialer
Femurcondylus
am
6.
Juni 2012
Dazu hielt er fest, bei der Untersuchung habe sich ein weitgehend reizloses rech
tes Kniegelenk gezeigt. An der medialen
Femurkondyle
sei ein deutlicher Druckschmerz auslösbar. Das Kniegelenk sei stabil, die Meniskuszeichen nach Steinmann seien negativ. Wechselbelastende mittelschwere Tätigkeiten, ohne das Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, ohne repetitives Gehen auf un
ebenem Gelände, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne kniende, hockende und kauernde Arbeiten und ohne repetitives Treppengehen seien dem Beschwerdeführer ab Untersuchungsdatum vollzeitig zumutbar (S. 1
8 unten).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom
4.
Januar 2013 (
Urk.
6/14/1-13) als Diagnose eine chronische Meniskusschädigung
posterome
dial
rechts mit Ruptur und einen Knorpelschaden Grad II medial. Prognostisch müsse mit einer progredienten
Gonarthroseentwicklung
gerechnet werden, wel
che grössere körperliche Belastungen erschwere
n
beziehungsweise verunmögli
che
n würden
(S. 6). Einschränkungen würden im Bereich von Kraft und Aus
dauer im Zusammenhang mit körperlich stren
gen Tätigkeiten bestehen. Somit sei die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht vollumfänglich nicht mehr zumutbar. In Übereinstimmung mit dem angepassten Belastungsprofil der
kreis
ärztlichen
Untersuchung (vorstehend E. 3.1) seien wechselbelastende mittel
schwere Tätigkeiten vollzeitig zumutbar (S. 7).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom
7.
März 2013 (
Urk.
6/21/7-8) folgende Diagnosen:
d
ilatative
Kardiomypathie
unklarer
Aetiologie
c
hronische Herzinsuffizienz NYHA II
schwer eingeschränkte LV-Funktion (EF 20-30
%
)
Status nach medialer
Teilmeniskektomie
,
Knorpeldébridement
medial
Juni 2012
bei
Meniskusschädigung und Knorpelschäden
Dazu führte er aus, die Dauer der medizinisch bedingten Arbeitsunfähigkeit könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorausge
sa
gt werden und sei vom Verlauf abhängig. Ein körperlich belastender Beruf sei für den Beschwerdefüh
rer sicher nicht mehr möglich.
3.
4
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.
3
) nannte in seinem Bericht vom
6.
Mai 2013 (
Urk.
6/26/1-6)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
d
ilatative
Kardiomyopathie
unklarer
Aetiologie
Differenzialdiagnose
:
hypertensiv
, infektiös (Postmyokarditis), toxisch
chronische Herzinsuffizienz mit Dyspnoe NYHA II
mittelschwer eingeschränkte LV-Funktion (EF 41
%
) März 2013
koronarangiographie
mit leichter
Atherosklerose
medial betonte Gonarthrose rechts
Status nach medialer
Teilmenisk
ektomie
und
Gelenkdébridement
Juni 2012 bei Meniskusruptur nach Sturz
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
arterielle Hypertonie (Erstdiagnose 2013)
Diabetes mellitus (Erstdiagnose 2013, diätetisch eingestellt)
Adipositas I
kombinierte
Hyperlipidämie
Verdacht auf obstruktives
Schlafapnoe
-Syndrom
Refluxoesophagitis
chronische Rhinitis mit
Septumperforation
Dazu führte er aus, dass die bisherige Tätigkeit aufgrund der reduzierten körper
lichen Belastbarkeit bei chronischer Herzinsuffizienz und belastungsabhängigen Kniebeschwerden rechts seit Mai 2012 nicht mehr zumutbar sei. Eine rein sitzen
de oder wechselbelastende Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer hingegen zu 100
%
zumutbar (S. 2).
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 1
3.
Mai 2013 (
Urk.
6/36/3) aus, aufgrund der Herzinsuffizienz sei
hinzukommend
zum
Belas
tungsprofil
der kreisärztlichen Untersuchung (vorstehend E. 3.1)
eine sehr leichte meist sitzende Tätigkeit zwingen
d.
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer insbesondere an chronischer Herzinsuffizienz und
belas
tungs
abhängigen
Kniebeschwerden rechts leidet und entsprechend körperlich nur noch reduziert belastbar ist.
4.2
Die involvierten Ärzte attestierten übereinstimmend eine dauernd verminderte Leistungsfähigkeit und erachteten die bisherige Tätigkeit sowie körperlich an
strengende Tätigkeiten als nicht mehr zumutbar
.
Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit folgten die Ärzte der Einschätzung der kreisärztlichen Untersuchung (vorstehend E. 3.1) und gingen entsprechend von einer vollständigen adaptierten Arbeitsfähigkeit aus. Der RAD, welcher sich ebenfalls auf dieses Belastungsprofil abstützte, erachtete schliesslich
unter Berücksichtigung der
Herzinsuffizienz eine sehr leichte, meist sitzende Tätigkeit als zwingend
(vorstehend E. 3.5)
.
Diese
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit ist aufgrund der gestellten Diagnosen nachvollziehbar,
so dass darauf ab
ge
stell
t werd
en
kann
.
Es
ist nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwerdeführer geforderte Anordnung eines Gutachtens neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE
122 V 157 E. 1d).
4.
3
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt somit dahingehen
d
erstellt, dass dem Beschwerdeführer
eine sehr leichte, meist sitzende Tätigkeit,
ohne das Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, ohne repetitives Gehen auf unebe
nem Gelände, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne kniende, hockende und kauernde Arbeiten und ohne repetitives Treppengehen
, zu 100
%
zumutbar ist.
5.
5.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) qualifizierte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer als zu 74 % unselbständig und zu 26 % selbständig erwerbend. Für die Tätigkeit als selbständiger Musiker und Musikproduzent ging sie von einer behinderungsbedingten Einschränkung von 73 % aus, während sie für den Anteil in unselbständiger Erwerbstätigkeit eine Erwerbseinbusse von 25,43 % errechnete. Aufgrund dieser Grössen ergab sich unter Einbezug der Gewichtung der Tätigkeitsbereiche ein Gesamtinvaliditätsgrad von 37,8 %.
Die Gewichtung der unselbständigen und selbständigen Erwerbstätigkeit sowie der Teilinvaliditätsgrad im selbständigen Bereich wird seitens des Beschwerde
führers nicht beanstandet (Urk. 1 S. 3). Die Beschwerdegegnerin wies hingegen in der Vernehmlassung (Urk. 5) darauf hin, dem Beschwerdeführer wäre im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar, die selbständige Erwerbstä
tig
keit zugunsten einer angepassten Tätigkeit im Anstellungsverhältnis aufzu
geben. Entsprechend wäre der Invaliditätsgrad ausschliesslich nach der ordentli
chen Methode des Einkommensvergleichs zu berechnen.
Es gilt daher zunächst zu beurteilen, ob dem Beschwerdeführer die Aufgabe seiner selbständigen Erwerbstätigkeit als Musiker und Musikproduzent zuguns
ten einer vollzeitigen angepassten Erwerbstätigkeit zuzumuten ist.
5.2
Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allge
mein der Grundsatz, dass die versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Als Richtschnur bei der Interessenabwägung kann gel
ten, dass die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht zulässigerweise dort strenger sind, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn der Verzicht auf
schadenmin
dernde
Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des Bundesgerichts I 365/03 vom 8. Juli 2004 E. 4.2 mit Hinweisen; BGE 113 V 32). Ein Rentenan
spruch ist dann zu verneinen, wenn die versicherte Person selbst ohne
Einglie
derungsmassnahmen
, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 22. September 2011 E. 2 mit Hinweisen).
Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständi
gen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objek
tiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen
bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurze
lung am Wohnort usw. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer
mass
geblich
(Urteile des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 22. September 2011 E. 2 und I 365/03 vom 8. Juli 2004 E. 4.2, beide mit Hinweisen).
Rechtsprechungs
gemäss
ist eine Betriebsaufgabe nur unter strenger Voraussetzung unzumutbar und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung
aufrecht erhalten
werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil des Bundesgerichts 9C_834/2011 vom 2. April 2012 E. 4).
5.3
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar so
wohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
set
zungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Ge
sichts
punkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglich
keit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
renten
ausschlies
sendes
Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E.
4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E.
3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des
Invali
ditätsgrades
gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarktverhält
nissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5.
Mai 2004, I 285/99
vom
1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bun
desgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und
9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1
, je mit Hinweisen).
5.4
Hinsichtlich
der Zumutbarkeit der
Aufgabe der selbständigen Tätigkeit trotz fortgeschrittenem
Alter
, ist vorab auf die neuere Rechtsprechung des Bundesge
richts zum generellen Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verblie
bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hinzuweisen. In
BGE 138 V 457 hat das Bundesgericht
in Präzisierung seiner bisherigen Rechtsprechung festgehalten, dass für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest
)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen ist (
E. 3.3
).
Der Beschwerdeführer war i
m Zeitpunkt der
Anmeldung
56,7 Jahre alt
und gestützt auf die medizinische Aktenlage
in
einer
leidensangepassten Tätigkeit
voll a
rbeitsfähig. Damit war die kritische Altersgrenze (vgl.
die Kasuistik in den
Urteil
en
des Bundesgerichts 8C_482/2010 vom 27. September 2010 E. 4.2 sowie
I 819/04 vom 27. Mai 2005 E. 2.2
) für eine altersbedingte Unzumutbarkeit, das verbliebene Leistungsver
mögen wirtschaftlich zu verwerten, noch nicht erreicht.
5.5
Trotz des fortgeschrittenen Alters
bestehen für den Beschwerdeführer mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt Möglichkeiten, eine Stelle zu finden. Einerseits werden Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig nachge
fragt (Urteil des Bundesgerichts I 39/04 vom 20. Juli 2004). Andererseits ist der Beschwerdeführer entgegen seiner Ansicht nach wie vor im Rahmen eines
Voll
pensums
arbeitsfähig und die ihm zumutbare Tätigkeit unterliegt nicht derart vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre
(vgl. vorstehend E. 4 und E. 5.3)
.
Tätigkeiten mit einem solchen, nicht allzu eingeschränkten Anforderungsprofil, sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausreichend vorhanden,
wobei an leichte Montagetätigkeiten oder Kontroll- und Überwachungs
tätigkeiten zu denken ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Industrie und Gewerbe Arbei
ten, welche physische Kraft verlangen, seit vielen Jahren und in ständig zunehmendem
Ausmass
durch Maschinen verrichtet werden, während den Überwachungsfunktionen wie auch im Dienstleistungsbereich
grosse
und wachsende Bedeutung zukommt. Insgesamt besteht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus die entsprechende Nachfrage für
den
gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasste Tätigkeiten. Wie bereits ausgeführt, gab der Beschwerdeführer seine selbständige Tätigkeit als Musiker und Musikproduzent zum
grössten
Teil auf und wechselte in ein
Anstellungs
verhältnis
als Techniker/Elektriker, wo er auf seine ursprüngliche Berufsausbil
dung als Elektrotechniker (vgl.
Urk.
6/5) zurückgreifen konnte.
Aufgrund der vielseitig einsetzbaren beruflichen Fähigkeiten und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits bewiesen hat, dass er sich nach langer selb
ständiger Tätigkeit auch in einem Anstellungsverhältnis zurecht findet, ist ihm ein (weiterer)
Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand noch zumutbar. Eine psychische Erkrankung die dem Entgegenstehen würde, ist ebenfalls nicht aus
gewiesen.
Für die Zumutbarkeit der Aufgabe der selbständigen
(Teilzeit-)Tätigkeit
spricht,
dass der Beschwerdeführer bereits
vor Jahren den überwiegenden
Teil seiner selbständigen Tätigkeit aufgab
, um seinen Lebensunterhalt decken zu können
und seitdem
in einem durchschnittlichen Pensum von 74
%
unselbständig und
entsprechend
nur
noch im Umfang von 26
%
als Musiker und Musikproduzent
selbständig erwerbs
tätig ist
(vgl. 6/34/7 unten)
.
Hinzu kommt, dass die
behin
derungsbedingte
Erwerbseinbusse
in seiner selbständigen Tätigkeit 73 % beträgt, der Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit
hingegen
vollzeit
lich
arbeitsfähig
ist.
Dem Beschwerdeführer wäre es – wie die nachfolgenden Ausführungen zum Einkommensvergleich zeigen – möglich, mit einer
vollzeit
lich
ausgeübten adaptierten Tätigkeit ein
rentenausschliessendes
Einkommen zu erzielen.
5.
6
Nach dem Gesagten
ist die Zumutbarkeit der Aufgabe der selbständigen (Teil
)Erwerbstätigkeit zu bejahen. Zumindest muss sich der Beschwerdeführer im Rahmen der ihm zumutbaren Schadenminderungspflicht anrechnen lassen, was er in einer angepassten Tätigkeit auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu
erzielen noch in der Lage wäre. Zudem ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen er die ihm verbleibende (Rest
)Ar
beitsfähigkeit noch verwerten kann und
ihm
die Verwertung gestützt auf die Selbsteingliederungslast zumutbar ist.
6.
6.1
Damit
bleibt die Prüfung
der erwerblichen Auswirkungen d
er Einschränkungen vorzunehmen. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 201
3
, abzustellen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art.
16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 mit Hinweisen).
Für die Ermittlung de
s
Valideneinkommens
von selbst
ändig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art.
16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Indi
viduellen Konto (IK) ersichtl
ichen Löhne herangezogen werden
.
Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und
verhältnismässig
kurz
fristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011
vom 29. März 2012 E. 3,
E. 4.1
f.).
Bei selbst
ändig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall s
eine nicht einträgliche selbst
ändige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
ent
löhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheitsbee
inträchtigung ausgeübte selbst
ändige Tätigkeit wegen ihrer kur
zen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkom
mens
darstellt, zumal in den ersten J
ahren nach Aufnahme der selbst
ändigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe
Abschrei
bungs
quote
auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beein
trächtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bes
cheidenen Einkommen aus selbst
ändiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend
, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmög
lichkeiten bestanden hätten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Paralle
lisi
erung der Einkommen bei selbst
ändig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinwei
sen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6
-7).
6.3
Der Beschwerdeführer
war von Juli 2011 bis Juni 2012 stundenweise bei der
Y._
GmbH angestellt (vgl.
Urk.
6/17), wobei sein
erzieltes
Einkom
men je nach Arbeitsvolumen grossen Schwankungen unterlag (vgl.
Urk.
6/40/3-10).
Weiter liegen zu den im Rahmen seiner selbständigen (Teil
)Er
werbs
tätig
keit erzielten Einkommen nur lückenhafte Buchhaltungszahlen vor
(vgl.
Urk.
6/34/7 oben). Aus der beruflichen Situation des Beschwerdeführers vor Eintritt des Gesundheitsschadens lassen
sich -
entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers -
keine zuverlässigen Schlüsse hinsichtlich der im
Gesund
heitsfall
ausgeübten Tätigkeit ziehen.
Aus diesen Gründen rechtfertigt es sich, bei der Bestimmung des
Validenein
kommens
auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen.
Da
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen ist, dass der Beschwer
de
führer
ohne Invalidität weiterhin einer
ähnlichen
(Hilfs-)Arbeit
nachginge, ist auf die entsprechenden Zahlen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
und aufgrund seiner abgeschlossenen Berufslehre auf das Anforderungsniveau 3
abzustellen.
6.4
Der
Totalwert für
Männer
gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 20
10
, Anforderungsniveau
3
,
betrug im Jahr
2010 im privaten Sektor Fr.
5‘915
.--
(LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Anforderungsniveau
3
)
, was unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2013 (Die Volkswirtschaft 3/4 – 2015, S. 88, Tabelle B 9.2, Total) sowie der
massgebenden
Nominallohnerhöhung von 1,0
%
im Jahre 2011, 0,8
%
im Jahre 2012 und 0,7
%
im Jahre 2013 (Die
Volkswirtschaft 3/4 – 2015, S. 89
, Tabelle B 10.2, Nominal Total
), ein hypothetisches
Validen
einkommen
von rund Fr.
75‘
785
.
-- für das Jahr 2013
ergibt (
Fr 5‘9
09
.
--
: 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.008 x 1.007
).
6.
5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrun
de liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.
6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Ar
beits
fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei
ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6.
7
Soweit der Beschwerdeführer einwendet,
dass er
die Höhe des
Invalideneinkom
mens
aufgrund seiner gesundheitlichen Behinderungen nicht erreichen könne
, ist zu bemerken, dass
die Invalidität stets auf der Grundlage desjenigen Ein
kommens zu bemessen
ist
, das der Versicherte durch eine ihm zumutbare Tätig
keit erzielen könnte.
Vorliegend ist medizinisch-theo
retisch von einer vollstän
digen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen (vorstehend E. 4.4), weshalb auf die
übrigen
Vorbringen hinsichtlich der Ermittlung des Invalideneinkommens
nicht
weiter
einzugehen ist.
Da die Zumutbarkeit
der
Aufgabe der selbständigen Tätigkeit vorliegend zu beja
hen ist (vorstehend E. 5.4)
,
sind a
uch bei der Ermittlung des
Invalidenein
kommens
die Tabellenlöhne gemäss LSE heranzuziehen und
vom Zentralwert für einfache und repetitive Tätigkeiten im privaten Sektor auszugehen.
Dieser
betrug im Jahr
2010 im privaten Sektor Fr.
4‘901
.--
(LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Anforderungsniveau
4
)
, was unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2013 (Die Volkswirtschaft 3/4 – 2015, S. 88, Tabelle B 9.2, Total) sowie der
massgebenden
Nominallohnerhöhung von 1,0
%
im Jahre 2011, 0,8
%
im Jahre 2012 und 0,7
%
im Jahre 2013 (Die
Volkswirtschaft 3/4 – 2015, S. 89, Tabelle B 10.2, Nominal Total), ein hypothetisches
Invalideneinkommen
von rund Fr.
62
‘
857
.
-- für das Jahr 2013 ergibt (
Fr
4
‘9
01
.
--
: 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.008 x 1.007
).
Hinsichtlich des von der Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
gekürzten Invalideneinkommens ist zu bemerken, dass unter Berücksichtigung
der behind
erungsbedingten Einschränkungen
ein Abzug von 10
% als zu knapp bemessen
erscheint. Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer nur noch sehr leichte
und
meist sitzende Tätigkeiten ausführen kann, erscheint ein Abzug von 20
%
als
angemessen
.
Das Invalideneinkommen beträgt damit
Fr.
50‘286.-- (= 0,80 x
Fr.
62‘857.--).
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine
Ein
kommensbusse
von
Fr.
25‘499.-- und damit einen Invaliditätsgrad von gerundet 34
%
.
Bei diesem Ergebnis steht dem Beschwerdeführer somit keine Rente der Invalidenversicherung zu.
7.
Nach dem Gesagten steht fest, dass in einer adaptierten Tätigkeit eine zeitlich uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht, wobei dem Beschwerdeführer ein Berufswechsel in eine solche Tätigkeit zumutbar ist und er bei Ausschöpfung seines beruflichen Leistungsvermögens keine rentenbegründende
Erwerbsein
busse
erleidet. Damit erweist sich die einen Rentenanspruch verneinende Verfü
gung vom 2
1.
Januar 2014 als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erho
benen Beschwerde führt.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und a
uf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.