Decision ID: 2255596e-6d0f-5c8f-8d63-bef48d3c45af
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juli 2015 wegen eines psychischen Leidens zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Er gab an, eine Lehre als
Betriebsangestellter bei der B._ absolviert zu haben. Seit 1996 arbeite er als
Verkäufer bei der C._ und verdiene ca. 4'230.-- monatlich. Dr. med. D._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, notierte auf dem Anmeldeformular, er behandle
den Versicherten seit Mai 2015. Als Leiden gab er "F32.1" an. Die C._ teilte am
10. August 2015 mit (IV-act. 9), der Versicherte sei seit 1997 angestellt und arbeite als
Verkäufer. Der Monatslohn betrage Fr. 4'320.-- bzw. der Jahreslohn Fr. 56'160.-- bei
einer Wochenarbeitszeit von 41 Stunden. Dr. med. E._ vom Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD) notierte am 31. August 2015 nach einem Telefonat mit Dr. D._ (IV-
act. 13), die depressive Störung, mittelgradige Episode, sei in beginnender Remission.
Ab dem 1. Oktober 2015 sei ein Arbeitsversuch am bisherigen Arbeitsplatz vorgesehen.
A.a.
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Am 22. November 2015 berichtete Dr. D._ (IV-act. 20), er habe beim
Versicherten folgende Diagnosen erhoben: Anpassungsstörung mit einer depressiven
Komponente bei Alleinleben und drohendem Arbeitsplatzverlust (ICD-10 F43.2),
spezifische Persönlichkeitsstörung mit passiv-aggressiven Zügen (ICD-10 F60.8),
Störungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger
Substanzgebrauch (ICD-10 F12.24). Vom 1. Juni 2015 bis 8. Oktober 2015 habe eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden; seit dem 9. Oktober 2015 bis auf Weiteres
betrage die Arbeitsunfähigkeit 50%. Derzeit laufe eine berufliche Wiedereingliederung
als Verkäufer bei der C._mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit.
A.b.
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchte
den Versicherten am 4. Januar 2016 im Auftrag des Krankentaggeldversicherers. Im
Gutachten vom 5. Januar 2016 (Fremdakten-act. 2) nannte er folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Störungen durch Cannabinoide,
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10 F12.24), Störungen
durch Cannabinoide, psychotische Störung, wahnhaft und depressive Symptome
gemischt (ICD-10 F12.56), anhaltende leichte Depression mit somatischem Syndrom
(ICD-10 F32.01), DD depressive Anpassungsstörung bei Alleinleben und drohendem
Arbeitsplatzverlust (ICD-10 F43.21), DD amotivationales Syndrom i.R. der og.
Cannabis-Sucht, kombinierte Persönlichkeitsstörung mit schizoiden und passiv-
aggressiven Zügen (ICD-10 F61), DD Persönlichkeits- und Verhaltensstörung nach
jahrzehntelangem THC-Konsum (ICD-10 F12.71), Residualsyndrom mit verzögert
aufgetretener psychotischer Störung (ICD-10 F12.75), Homosexualität mit einem
promisken Sexualverhalten. Dr. F._ hielt fest, der Versicherte betreibe seit seiner
frühen Jugend einen schweren chronischen Cannabiskonsum. Mit ca. 20 Jahren habe
er während viereinhalb Monaten mit einem Dauerkonsum von Cannabis auf K._
gelebt. Danach habe sich der Versicherte christlich bekehrt, wobei die Abstinenz nicht
von Dauer gewesen und er rückfällig geworden sei. Der Versicherte habe angegeben,
von ca. 1984 bis 1997 abstinent gewesen zu sein. 2008 sei er in den Ferien rückfällig
geworden. Seit 2011 konsumiere er auch wieder in der Schweiz, anfangs zumeist nur
am Wochenende; in den letzten eineinhalb Jahren vor der Krankschreibung im Mai
2015 habe der Konsum aber stetig zugenommen. Die Krankschreibung sei wegen
einem depressiven Zustandsbild sowie einem zunehmenden paranoiden Erleben der
A.c.
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Mitmenschen, einem sozialen Rückzug sowie privaten Konflikten und Konflikten am
Arbeitsplatz erfolgt. Retrospektiv müssten das Sozialverhalten und das Erleben des
Versicherten als zunehmendes, paranoid gefärbtes psychotisches Beziehungs- und
Bedeutungserleben gedeutet werden (THC-Paranoia). Neben diesem psychotischen
Erleben habe der Versicherte im letzten halben Jahr vor der Krankschreibung ein
depressives Zustandsbild, aktuell noch leichtgradig, gezeigt. Ein Teil dieser
depressiven Symptomatik sei ein typisches THC-bedingtes "amotivationales
Syndrom", ebenso die passiv-aggressiven Verhaltenszüge. Zur gleichen
diagnostischen Einschätzung sei auch Dr. D._ gelangt, der anlässlich eines
Telefonats die gestellten Diagnosen geteilt habe. Auch er sehe die einzige
Heilungschance darin, dass der Versicherte totalabstinent werde. Der Versicherte lehne
eine Medikation ab. Er wolle es mit eigener Willensanstrengung und der Hilfe Gottes
schaffen. Wenn ihm dies misslinge, wolle er nach eigener Angabe "wieder auf IV
machen". Zusammengefasst sei das einzige Problem die Cannabis-Sucht. Die
Depressionen, die Motivationslosigkeit und die Paranoia seien direkte Folge des THC-
Konsums. Diese würden sich nur im Rahmen einer Totalabstinenz zurückbilden. Ohne
eine Abstinenz drohe eine weitere Chronifizierung und Invalidisierung. Die
Arbeitsunfähigkeit sei eine Folge der Cannabis-Sucht. Aufgrund der anhaltenden,
drogeninduzierten, aktuell noch leichten depressiven sowie der paranoid-
psychotischen Symptomatik bestehe ab dem 1. Januar 2016 eine 40%ige
Arbeitsunfähigkeit. Unter einer Abstinenz könne diese in monatlichen Schritten à 10%
auf 100% gesteigert werden. Die Prognose hänge allein vom Einhalten der
Totalabstinenz ab. Gelinge es, eine Totalabstinenz zu erwirken, werde der Versicherte
wieder vollständig leistungs- und arbeitsfähig sein. Der Hausarzt des Versicherten, Dr.
med. G._, hatte dem Versicherten am 18. Mai 2015 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vom 19. Mai 2015 bis 31. Mai 2015 attestiert (Fremdakten-act. 1-3).
Am 8. Januar 2016 notierte der Eingliederungsverantwortliche (IV-act. 27), der
Versicherte habe telefonisch mitgeteilt, dass seit dem 4. Januar 2016 eine 60%ige
Arbeitsfähigkeit bestehe. Er sei durch den Vertrauensarzt des
Krankentaggeldversicherers untersucht worden. Aufgrund dessen sei eine schrittweise
Steigerung der Arbeitsfähigkeit um 10% pro Monat festgelegt worden. Am 22. Februar
2016 hielt der Eingliederungsverantwortliche fest, der Versicherte habe telefonisch
A.d.
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angegeben, der Arbeitgeber habe das Arbeitsverhältnis per 31. Mai 2016 aufgelöst. Ein
weiteres Telefonat mit dem Versicherten vom 29. Februar 2016 ergab, dass der
Versicherte seit dem 25. Februar 2016 vollständig arbeitsunfähig war (vgl. dazu das
Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. D._, Fremdakten-act. 3). Der RAD-Arzt Dr. E._
notierte am 7. März 2016 (IV-act. 29), mit Blick auf das Gutachten von Dr. F._ und auf
die Biographie des Versicherten (Persönlichkeitsstörung, gestörte
Persönlichkeitsentwicklung) sei ein reines Suchtgeschehen eher unwahrscheinlich. Bei
einem fortgesetzten Cannabiskonsum und einem verschlechterten Gesundheitszustand
lasse sich derzeit nicht sagen, ob unter einer Cannabisabstinenz noch ein
invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege. Am 4. Mai
2016 notierte der RAD-Arzt Dr. med. H._ (IV-act. 35), auf das Gutachten von
Dr. F._ sei abzustellen. Unter einer Abstinenz könne die Arbeitsfähigkeit auf 100%
gesteigert werden. Zu beachten sei, dass neben dem Substanzgebrauch eine
anhaltende leichte Depression mit einem somatischen Syndrom sowie eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit schizoiden und passiv-aggressiven Zügen vorlägen. Damit
bestehe eine relevante Einschränkung bei der Stellensuche. Aus medizinischer Sicht
seien die Voraussetzungen für eine Unterstützung bei der Stellensuche gegeben,
allerdings müsse der Versicherte vorgängig eine hinreichende Abstinenz erreichen. Die
IV-Stelle teilte dem Versicherten gleichentags mit (IV-act. 36), unter der Voraussetzung,
dass er eine Cannabis-Abstinenz einhalte, sei sie bereit, ihn bei der Stellensuche zu
unterstützen. Der Versicherte antwortete am 13. Mai 2016 (IV-act. 37), er sei bereit, auf
den Cannabis-Konsum zu verzichten und die Einhaltung ärztlich bestätigen zu lassen.
Dr. G._ berichtete am 5. August 2016 (IV-act. 48, 49), der erste Test vom 27. Mai
2016 sei positiv und die weiteren Tests seien negativ ausgefallen. Der RAD-Arzt
Dr. H._ notierte am 11. August 2016 (IV-act. 51), eine vierteljährliche Abstinenz sei
belegt. Der Versicherte sei offenbar bereit, an Eingliederungsmassnahmen
teilzunehmen. Der Versicherte teilte gleichentags telefonisch mit (IV-act. 52), er sei neu
in der L._ und nicht mehr bei Dr. D._ in Behandlung.
Dr. med. I._, Arzt in der L._, berichtete am 29. August 2016 (IV-act. 59), er
behandle den Versicherten seit Juni 2016. Seines Erachtens handle es sich beim
Versicherten um einen "Sonderling" mit eigenwilliger, teilweise eigenlogischer
Lebenseinstellung, der sich im bisherigen Lebenslauf aber einigermassen habe
A.e.
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durchschlagen können. Der Versicherte habe neben wenig spezifischen Symptomen im
Sinne einer Anpassungsstörung auch eine Reihe von auffälligeren Symptomen
angegeben wie ein Brennen am Kopf, weswegen er immer eine Kopfbedeckung tragen
müsse. Im Rahmen der Gespräche habe er wechselnd ausgeprägte, manirierte, leicht
bizarre Verhaltensweisen wie ein auffälliges Vermeiden des Blickkontakts, ein
parathymes Lachen sowie gespreizte, affektiert wirkende Körperhaltungen und
Bewegungen gezeigt. Bei der letzten Konsultation am 24. August 2016 habe er
eingeräumt, einige Tage lang wieder Cannabis konsumiert zu haben. Die von den
Vorbehandlern gestellten Diagnosen würde er (Dr. I._) vorderhand nicht ändern, als
Differentialdiagnose aber eine schizotype Störung (ICD-10 F21) in den Raum stellen. In
einer Nischentätigkeit mit reduzierten Anforderungen hinsichtlich Flexibilität, sozialer
Interaktion, Tempo und Komplexität sei der Versicherte 50% bis eventuell auch 100%
arbeitsfähig.
Am 27. Januar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 68), die
Voraussetzungen für eine Arbeitsvermittlung seien erfüllt. Der
Eingliederungsverantwortliche notierte am 28. März 2017/8. Juni 2017 (IV-act. 70), der
Versicherte habe an einem Einsatzprogramm des RAV teilgenommen. Das
Arbeitspensum habe 50% betragen. Es bestehe weiterhin eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte glaube nicht, dass er in Zukunft mehr arbeiten könne.
Er habe mit dem Versicherten besprochen, dass die berufliche Integration
abgeschlossen werde. Bei der Stellensuche werde der Versicherte durch das RAV
unterstützt. Mit einer Mitteilung vom 28. Juni 2017 schloss die IV-Stelle die beruflichen
Massnahmen ab (IV-act. 72).
A.f.
Dr. I._ berichtete am 29. November 2017 (IV-act. 76), der Gesundheitszustand
des Versicherten sei stationär. Nach einer nun mehr als einjährigen
Verlaufsbeobachtung stelle er die Diagnose einer schizotypen Störung (ICD-10 F21) in
den Vordergrund. Zusätzlich liege gegenwärtig ein mittelschweres bis phasenweise
schweres depressives Zustandsbild (ICD-10 F32.1/2) vor, das gekennzeichnet sei
durch Antriebslosigkeit, Resignation, Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Interessenverlust,
rasche Erschöpfbarkeit, sozialen Rückzug, soziales Desinteresse. Diese regressive
Entwicklung stehe vor allem im Zusammenhang mit der aktuellen Lebenssituation, die
sich nach dem Verlust des früheren langjährigen Arbeitsplatzes sehr eingeschränkt und
A.g.
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reduziert darstelle. Der Versicherte könne gut oberflächlich mit Zufallsbekanntschaften
in Kontakt kommen, engere Bindungen gehe er aber nicht ein. Dies habe in sozialen
Situationen oft zu Ablehnung und Missverständnissen geführt, die der Versicherte
teilweise projektiv verarbeite. Der Versicherte hänge eigenartigen Glaubensinhalten an,
berichte immer wieder über nur teilweise verständliche religiöse Zusammenhänge.
Über längere Zeit habe er den Versicherten als misstrauisch und leicht ablehnend
erlebt; inzwischen habe sich dies etwas gebessert, doch ein engerer emotionaler
Rapport habe nicht hergestellt werden können. Das Denken des Versicherten sei
eigenwillig und umständlich, aber auch originell und verschroben. Die dargestellte
Symptomatik zeige einen chronisch stabilen Verlauf. Eine Behandlung im engeren
Sinne sei bei dieser verfestigten und per se persönlichkeits-ich-syntonen Störung nicht
möglich. Die psychosoziale Stabilisierung könne aber zu einer Reduktion der
Symptomatik beitragen. Seit September 2016 bestehe eine mindestens 50%ige
Arbeitsunfähigkeit. Der RAD-Arzt Dr. H._ notierte am 23. April 2018 (IV-act. 85),
nachdem Dr. I._ zusätzlich zur schizotypen Störung auch ein mittelschweres bis
phasenweise schweres depressives Zustandsbild diagnostiziert habe, sei eine
psychiatrische Verlaufsbegutachtung notwendig.
Der Versicherte wurde am 4. Juni 2018 durch med. pract J._von der Neurologie
Toggenburg AG psychiatrisch untersucht. Im Gutachten vom 10. Juni 2018 gab med.
pract. J._ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an; er hielt fest, für
eine psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe kein
ausreichender Anhalt (IV-act. 91-19). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit nannte er eine Störung durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom
(ICD-10 F12.2). Med. pract. J._ hielt fest (IV-act. 91-15 ff.), im AMDP-konform
erhobenen psychiatrischen Befund hätten eine leicht verminderte Konzentration und
Aufmerksamkeit sowie ein weitschweifiger formaler Gedankengang imponiert. Der
Versicherte habe berichtet, er sei überzeugt, dass andere Menschen negativ über ihn
denken könnten, weil er kein Selbstbewusstsein habe, und dass er beobachtet werde.
Diesbezüglich sei er nicht korrigierbar gewesen, sodass von Wahnideen auszugehen
sei. Religiöse Wahnideen seien fraglich vorhanden gewesen. Affektiv sei der
Versicherte überwiegend situationsadäquat, selten gereizt-resignativ bei guter
Modulation und Auslenkbarkeit und anklingendem Insuffizienzerleben gewesen.
A.h.
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Psychomotorisch und von der Gestik und Mimik her sei er adäquat gewesen. Nach
einer Würdigung der anamnestischen Angaben und der Untersuchungsbefunde hätten
sich keine Anhaltspunkte für eine depressive Störung ergeben. Auch hätten sich keine
ausreichenden Anhaltspunkte für eine schizotype Störung ergeben. So habe der
Versicherte keine exzentrischen Verhaltensweisen oder Anomalien des Denkens und
der Stimmung gezeigt. Der Affekt habe nicht kalt gewirkt. Eine Tendenz zu einem
sozialen Rückzug sei nicht erkennbar gewesen. Anhaltspunkte für Halluzinationen
hätten sich nicht ergeben. Gegen eine derartige Störung spreche auch, dass der
Versicherte bis zur Kündigung des letzten Arbeitsplatzes in der Lage gewesen sei, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dabei habe es sich nicht um einen Nischenarbeitsplatz
gehandelt. Der Versicherte habe auch eine ausreichende Alltagsselbstständigkeit und
Tagesstrukturierung geschildert. Der Versicherte habe einen regelmässigen, namhaften
Cannabiskonsum erwähnt, welcher in der Laboruntersuchung habe bestätigt werden
können. Die leichte Minderung der Konzentration und Aufmerksamkeit, die vom
Versicherten aufgeführten Stimmungsschwankungen sowie die wahnhaft anmutenden
Ideen, dass andere ihn beobachteten und Negatives wollten sowie die teilweise
beschriebene Minderung des Antriebs und die erhöhte Reizbarkeit seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit dem Cannabiskonsum geschuldet. Die im Bericht
von Dr. D._ vom 22. November 2015 aufgeführten Symptome seien gut mit dem
Cannabisgebrauch zu erklären gewesen. Im Gutachten von Dr. F._ vom 5. Januar
2016 sei in der Zusammenfassung übereinstimmend mit den aktuellen gutachterlichen
Feststellungen die Cannabissucht als das zentrale Problem gesehen und die
Symptome seien als direkte Folge des Cannabiskonsums eingeschätzt worden. Somit
seien die anderen postulierten, durchaus möglichen, aber unwahrscheinlichen
Diagnosen indirekt als unwahrscheinlich erklärt worden. Auch sei aus dem Gutachten
die Intention des Versicherten bezüglich eines Versorgungsbegehrens transparent
geworden. In Bezug auf den Bericht von Dr. I._ vom 29. August 2016 sei
festzuhalten, dass der Versicherte anlässlich der aktuellen Untersuchung nicht bizarr
gewirkt habe. Er habe auch keine parathymen Verhaltensweisen gezeigt. Sämtliche im
Bericht beschriebenen Verhaltensweisen seien durch einen Cannabiskonsum erklärbar
gewesen. Das im Bericht von Dr. I._ vom 28. November 2017 postulierte depressive
Zustandsbild habe anhand der aktuellen Untersuchungsergebnisse und der
anamnestischen Angaben des Versicherten nicht nachvollzogen werden können.
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Dagegen spreche auch, dass der Versicherte ein Rezept über ein Antidepressivum
nicht eingelöst und eine psychiatrische Behandlung als eigentlich nicht notwendig
erachtet habe und dass in der Gegenübertragung kein namhafter Leidensdruck
aufspürbar gewesen sei. Die Einschränkungen des Versicherten seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit der relevanten Cannabisabhängigkeit geschuldet.
Entsprechend seien diese durch eine Abstinenz überwiegend wahrscheinlich reversibel.
Die bisherigen Behandlungen seien lege artis gewesen; sie seien allerdings an der
mangelnden Motivation des Versicherten gescheitert. Eine Abstinenz von Cannabis sei
zwingend erforderlich. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dürfte eine solche zum
Sistieren der insgesamt gering ausgeprägten Symptomatik führen. In Bezug auf die
Konsistenz gab med. pract. J._ an (IV-act. 91-20), Anhaltspunkte für eine
demonstrative, aggravierende oder simulierende Symptompräsentation hätten sich
nicht ergeben. Die aktuellen anamnestischen Angaben hätten mit den früheren
Angaben des Versicherte im Wesentlichen übereingestimmt. Auch bezüglich seiner
Intention sei der Versicherte ehrlich gewesen. Ein namhafter Leidensdruck sei nicht
aufspürbar gewesen. Zu den Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen hielt er fest (IV-
act. 91-21), unter den Voraussetzungen einer Abstinenz und einer ausreichenden
Motivation und Willensanstrengung sei der Versicherte ausreichend gut zur Anpassung
an Regeln und Routinen in der Lage, könne Aufgaben planen und strukturieren, sei
flexibel und umstellungsfähig. Er könne fachliche Kompetenzen entsprechend seines
Bildungs- und Ausbildungsstands anwenden und er sei mental durchhaltefähig. Der
Versicherte sei ausreichend selbstbehauptungsfähig, könne Kontakte zu Dritten
aufnehmen und sei in Gruppen integrierbar. Zu intimen Beziehungen sei er in der Lage,
zu längerfristigen Beziehungen aber vorwiegend vor dem Hintergrund seiner
paranoiden Beziehungssetzungen nicht. Der Versicherte sei zu ausserberuflichen
Aktivitäten gut in der Lage, könne sich selbst versorgen, sei wegefähig und mobil. Med.
pract. J._ attestierte unter der Voraussetzung einer Cannabisabstinenz eine mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehende vollständige Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 91-21 ff.). Retrospektiv sei von Juni 2015 bis Oktober 2015 vor dem Hintergrund
der damaligen Situation am Arbeitsplatz eine Anpassungsstörung mit depressiver
Reaktion möglich gewesen, sodass die damals attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
nachvollzogen werden könne. Allerdings resultierten die Schwierigkeiten wiederum mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit aus dem Cannabiskonsum, sodass die Problematik
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durch eine Abstinenz lösbar gewesen wäre. Demnach sei retrospektiv keine
Arbeitsunfähigkeit nachzuvollziehen. Aus gutachterlicher Sicht sei dringend eine
Cannabisabstinenz geboten, da unter dieser Voraussetzung die aktuell feststellbaren
Einschränkungen reversibel seien. Sollten nach einer mindestens sechsmonatigen
kontrollierten Abstinenz psychische Einschränkungen fortbestehen, sollte eine
Neuevaluation erwogen werden. Eine Abstinenz sei vor dem Hintergrund der beim
Versicherten hierfür nicht vorhandenen Motivation schwer erreichbar. Prinzipiell wäre
dies dem Versicherten unter der Voraussetzung einer entsprechenden
Willensanstrengung aber möglich.
Der RAD-Arzt Dr. H._ notierte am 24. Juli 2018 (IV-act. 92), die Ausführungen im
Gutachten könnten insbesondere im Hinblick auf die unterschiedlichen vorgängigen
Einschätzungen nachvollzogen werden. Auf das Gutachten sei abzustellen.
A.i.
Mit einem Vorbescheid vom 3. September 2018 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 0% die Abweisung des Begehrens um eine
Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 94). Zur Begründung gab sie an, die Abklärungen
hätten ergeben, dass bei einer Cannabisabstinenz in der angestammten und in jeder
adaptierten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus medizinischer
Sicht bestünden keine Gründe, welche eine Cannabisabstinenz als unzumutbar
erscheinen liessen. Bei einer Verwertung dieser Arbeitsfähigkeit sei es ihm möglich, ein
mindestens gleich hohes Einkommen zu erzielen wie bisher. Für das
Valideneinkommen sei auf das zuletzt erzielte Einkommen abzustellen. Bei einem
Validen- und einem Invalideneinkommen von Fr. 56'160.-- betrage der Invaliditätsgrad
0%. Der Versicherte erhob dagegen am 26. September 2018 einen Einwand (IV-
act. 96). Er machte geltend, er leide an gesundheitlichen Problemen aus dem
psychiatrischen Bereich, die eindeutig nicht die Folgen des Cannabiskonsums seien.
Dr. I._ habe eine schizotype Störung diagnostiziert. Die IV-Stelle habe sich damit
nicht auseinandergesetzt.
A.j.
Mit einer Verfügung vom 23. Oktober 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
ab (IV-act. 97). Zum Einwand hielt sie fest, dieser sei ohne vorherige Akteneinsicht und
somit ohne Kenntnis der vorhandenen medizinischen Unterlagen erfolgt. Der Gutachter
habe unter Kenntnis aller vorhandenen medizinischen Unterlagen, also auch der
A.k.
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B.
Berichte von Dr. I._, keine Diagnose stellen können, welche eine Arbeitsunfähigkeit
zur Folge hätte.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 22. November 2018
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. Oktober 2018 (act. G 1). Er beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache der gesetzlichen Leistungen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-
Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur Begründung machte er
geltend, die Beschwerdegegnerin habe sich auf das Gutachten von med. pract. J._
abgestützt. Sie habe dabei übersehen, dass med. pract. J._ seine Einschätzung
selbst relativiert habe, indem er ausgeführt habe, dass allenfalls eine Neuevaluation zu
erwägen sei, sollten nach einer mindestens sechsmonatigen kontrollierten Abstinenz
psychische Einschränkungen fortbestehen. Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
sei verletzt worden. Der RAD habe mehrmals festgehalten, dass eine relevante
Einschränkung bei der Stellensuche aus psychischen Gründen vorliege. Entsprechend
bestehe mindestens ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung und es müsste ein
Integrationsversuch stattfinden. Der Rentenentscheid sei verfrüht ergangen. Am
3. Januar 2019 reichte der Beschwerdeführer eine Beschwerdeergänzung ein (act.
G 3). An den gestellten Anträgen hielt er fest. Ergänzend machte er gestützt auf eine
Stellungnahme von Dr. I._ vom 27. November 2018 (vgl. act. G 3.1.3) geltend,
Dr. F._ habe als Hauptbefund ein Cannabisabhängigkeitssyndrom angegeben,
welches zu einer wahnhaft-psychotischen und depressiven Symptomatik geführt habe;
unter einer Cannabisabstinenz würde sich die Symptomatik zurückbilden. Abgesehen
von dieser Interpretation habe Dr. F._ ein sehr deutlich ausgeprägtes, paranoid
gefärbtes psychotisches Beziehungs- und Bedeutungserleben beschrieben, welches
das Sozialverhalten seit Jahren stark beeinflusse. Auf eine genauere Abgrenzung zu
einer Erkrankung aus dem psychotischen Formenkreis habe er verzichtet. Die
Möglichkeit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung habe er jedoch in den Raum
gestellt. Aus der Sicht von Dr. I._ lasse sich die Möglichkeit einer cannabisinduzierten
Psychose zwar nicht gänzlich ausschliessen, jedoch sei diese Beurteilung nicht wirklich
plausibel. Beispielsweise korreliere das zeitliche Auftreten der Symptome nicht mit dem
Cannabiskonsum. Die letzten Cannabisabstinenzphasen hätten keine spürbaren
B.a.
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Effekte auf die Symptomatik und die Leistungsfähigkeit gezeigt. Die Psychopathologie
sei nach der Ansicht von Dr. I._ nicht typisch für das Vorliegen einer
cannabisinduzierten Psychose. Vielmehr liege eine relativ stabile, überdauernde und
wenig fluktuierende Symptomatik auf einem psychotischen Niveau vor, deren Befunde
gut mit der Diagnose der schizotypen Störung in Einklang gebracht werden könnten.
Med. pract. J._ habe unbegründet auf das Einholen fremdanamnestischer Auskünfte
verzichtet. Er habe sich ausserdem nicht oder nur oberflächlich mit den Akten,
insbesondere den Berichten von Dr. I._ auseinandergesetzt. Die vorhandenen
Symptome habe er unterschätzt bzw. verharmlost. Auf das Gutachten von med. pract.
J._ könne nicht abgestellt werden. Gestützt auf die Berichte von Dr. I._ sei von
einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Sollte das Gericht wider
Erwarten nicht auf die Einschätzung von Dr. I._ abstellen, seien weitere Abklärungen
nur schon deswegen angezeigt, weil med. pract. J._ seine eigene Einschätzung
relativiert habe, indem er festgehalten habe, dass nach einer mindestens
sechsmonatigen kontrollierten Abstinenz eine Neuevaluation erwogen werden müsse,
sollten die psychischen Einschränkungen fortbestehen. Die Beschwerdegegnerin hätte
ihn also auf seine Schadenminderungspflicht hinweisen und ihm die erneute
Rentenprüfung nach einem sechsmonatigen kontrollierten Cannabisentzug in Aussicht
stellen müssen. Der medizinische Sachverhalt sei daher unzureichend abgeklärt
worden. Beim Valideneinkommen sei nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen
abzustellen, sondern dieses sei gestützt auf Art. 26 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) fiktiv festzusetzen, da seine berufliche Karriere
von Beginn weg durch die Gesundheitsbeeinträchtigungen beeinflusst gewesen sei.
Das durchschnittliche Einkommen betrage somit Fr. 82'000.-- (IV-Rundschreiben
Nr. 369 vom 10. Dezember 2017). Hinsichtlich des Invalideneinkommens sei umstritten,
ob die angestammte Tätigkeit als adaptiert zu qualifizieren sei, zumal es sich bei der
letzten Anstellung bei der C._ um einen Nischenarbeitsplatz gehandelt habe. Aus den
bisherigen Arbeitserfahrungen gehe klar hervor, dass lediglich eine Erwerbstätigkeit in
einem Nischenarbeitsplatz mit reduzierten Anforderungen hinsichtlich Flexibilität,
sozialer Interaktion, Tempo und Komplexität denkbar sei. Eine Tätigkeit im ersten
Arbeitsmarkt sei aufgrund der Einschränkungen hingegen nicht realistisch. Aufgrund
der um mindestens 50% eingeschränkten Arbeitsfähigkeit resultiere gestützt auf das
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bisherige Valideneinkommen ein Invaliditätsgrad von 65.75%. Folglich habe er einen
Anspruch auf mindestens eine Dreiviertelsrente.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. Februar 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung machte sie geltend, das einzige, was den
Beschwerdeführer von der Ergreifung einer Arbeit abhalte, sei sein hoher
Cannabiskonsum. Von einer Persönlichkeitsstörung könne keine Rede sein. Es liege im
Ermessen des Gutachters, fremdanamnestische Angaben einzuholen. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters sei konsistent und schlüssig.
B.b.
Der Beschwerdeführer machte in der Replik vom 4. Juni 2019 ergänzend geltend
(act. G 14), die Symptome und der Verlauf entsprächen nicht dem einer Cannabis-
induzierten Psychose, sondern dem einer schizotypen Störung. Aus dem
Personaldossier der früheren Arbeitgeberin gehe klar hervor, dass er seit Beginn des
Arbeitsverhältnisses immer wieder "angeeckt" sei. Er reichte zehn Ermahnungs- und
Verwarnungsschreiben der C._ ein, die aus den Jahren 2000 bis 2015 datierten (vgl.
act. G 14.1.1-14.1.10). Gestützt darauf machte er geltend, dass es aufgrund seiner
Verschrobenheit und seiner sozialen Inkompatibilität zu verschiedensten Problemen
gekommen sei. Die Arbeitsstelle bei der C._ sei als Nischenarbeitsplatz zu
betrachten, da ihm seitens der Arbeitgeberin sehr viel Geduld und Nachsicht
entgegengebracht worden sei. Eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt sei nicht
realistisch. Er sei daher auf Hilfe im Sinne von beruflichen Massnahmen angewiesen.
Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters stütze sich auf die Annahme, dass
sämtliche Verhaltensweisen durch den Cannabiskonsum erklärbar seien bzw. die
Einschränkungen durch eine Abstinenz reversibel sei. Diese Einschätzung sei
unrealistisch. So habe die letzte Cannabisabstinenzphase keine spürbaren Effekte auf
die Symptomatik und die Leistungsfähigkeit gezeigt. Zudem sei die Phänomenologie
der psychischen Symptome nicht typisch für eine Cannabis-Psychose und korreliere
zeitlich nicht mit der Einnahme von Cannabis. Vom 24. Februar 2019 bis 8. April 2019
sei er in der M._ hospitalisiert gewesen. Im Austrittsbericht vom 31. Mai 2019 (vgl.
act. G 14.1.11) seien die Diagnosen einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), einer andauernden Persönlichkeitsänderung
nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), einer Persönlichkeitsakzentuierung mit
schizoiden Zügen (ICD-10 Z72.8), einer schizotypen Störung (ICD-10 F21) und
B.c.
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psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom
(ICD-10 F12.2) angegeben worden. Obwohl die Behandlung der depressiven
Symptomatik im Vordergrund gestanden sei, habe der behandelnde Facharzt schnell
die allgemeine Verschrobenheit und die soziale Inkompatibilität bemerkt und diese
Diagnosen gestellt.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 16).B.d.
Der Beschwerdeführer reichte am 1. Oktober 2019 eine weitere Stellungnahme ein
(act. G 19). Er brachte vor, er habe seit Februar 2019 eine dokumentierte
Cannabisabstinenz eingehalten. Dr. G._ habe versichert, dass alle Urinproben unter
Sichtkontrolle abgenommen worden seien, sodass eine Verfälschung ausgeschlossen
sei. Dr. I._ habe ihn während der kontrollierten Cannabisabstinenz begleitet und
festgestellt, dass die gemäss ICD-10 geforderten Symptome für die Diagnose einer
schizotypen Störung (ICD-10 F21) weiterhin vorgelegen hätten. Der Beschwerdeführer
reichte ein Laborblatt vom 11. September 2019, laut dem von Anfang Mai 2019 bis
Ende August 2019 im Urin kein Cannabis hatte nachgewiesen werden können (act.
G 19.1), sowie einen Bericht von Dr. I._ vom 17. September 2019 (act. G 19.2) ein.
Dr. I._ hatte festgehalten, im Rahmen des stationären Aufenthalts in der M._ sei es
zu einer deutlichen Remission der depressiven Symptomatik gekommen, unter
anderem aufgrund der Einnahme eines Antidepressivums. Obwohl die depressive
Symptomatik aktuell nicht mehr vorhanden sei und der Beschwerdeführer seit Februar
2019 eine Cannabisabstinenz eingehalten habe, sei die verschrobene, bizarre
Symptomatik nicht abgeschwächt worden. Er nannte folgende Symptome: Eigenartig
maniriert, bizarr wirkende Körperhaltung, gestelzte Bewegungen, akzentuierte
Sprechweise mit speziellen Betonungen und selektiv sehr unterschiedlichem
Augenkontakt, eigenartige Glaubensinhalte mit religiösen Bezügen, die deutlich
verschrobener seien als in "durchschnittlichen" freikirchlichen Kreisen, eigenwillige
Körperfühlstörungen wie ein Brennen/Strahlen auf der Oberseite des Kopfes. Der
Beschwerdeführer ersuchte das Versicherungsgericht, den Bericht von Dr. I._ als
"Neuevaluation" heranzuziehen oder umgehend ein Verlaufsgutachten anzuordnen.
B.e.
Die Beschwerdegegnerin bat das Versicherungsgericht am 12. November 2019
darum (act. G 23), auf ein Verlaufsgutachten zu verzichten. Mit einer zeitnahen
Beurteilung sei dem Beschwerdeführer besser gedient.
B.f.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 23. Oktober 2018
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem Invaliditätsgrad von 0%
verneint. Strittig ist somit, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat.
2.
3.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.1.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der
verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu med.
pract. J._ von der Neurologie Toggenburg AG mit der Erstellung eines
3.1.
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psychiatrischen Gutachtens beauftragt. Med. pract. J._ hat im Gutachten vom
10. Juni 2018 angegeben, unter der Voraussetzung einer Cannabisabstinenz bestehe
überwiegend wahrscheinlich eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Strittig und im
Folgenden zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob
es die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt.
Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Sachverständige die
vom Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen
Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen,
anwendbar erklärten und seit einer Praxisänderung auch beim Vorliegen eines
Abhängigkeitssyndroms zu beachtenden Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl.
BGE 141 V 281; 143 V 409; 143 V 418; 145 V 215).
3.2.
Med. pract. J._ hat den Beschwerdeführer persönlich untersucht und die
subjektiven Klagen aufgenommen. Er hat die objektiven Befunde wiedergegeben,
umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt und diese ausführlich gewürdigt.
Insbesondere hat er festgehalten, dass die Konzentration und die Aufmerksamkeit des
Beschwerdeführers leicht vermindert und der formale Gedankengang weitschweifig
gewesen seien. Aufgrund der Angabe des Beschwerdeführers, er sei überzeugt, dass
andere Menschen negativ über ihn denken könnten und dass er beobachtet werde, sei
von Wahnideen auszugehen gewesen. Religiöse Wahnideen seien fraglich vorhanden
gewesen. Anhaltspunkte für eine depressive Störung haben nach med. pract. J._
nicht bestanden. Auch für eine schizotype Störung hat er keine ausreichenden
Anhaltspunkte feststellen können. Die Laboruntersuchung hat den vom
Beschwerdeführer angegebenen Cannabiskonsum bestätigt. Med. pract. J._ ist zum
Schluss gelangt, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien die beim
Beschwerdeführer bestehenden Einschränkungen auf den Cannabiskonsum
zurückzuführen. Entsprechend seien diese durch eine Cannabisabstinenz überwiegend
wahrscheinlich reversibel. Gestützt darauf hat er als Diagnose ohne eine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine Störung durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom
(ICD-10 F12.2), genannt und festgehalten, für eine psychische Erkrankung mit einer
3.3.
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Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe kein ausreichender Anhalt bestanden. Mit
letzterer Aussage kann med. pract. J._ nur gemeint haben, dass er nebst der
Diagnose einer Störung durch Cannabinoide keine weitere psychiatrische Diagnose hat
stellen können und nicht, dass mit einem Cannabiskonsum keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit besteht. Med. pract. J._ hat nämlich unter der Voraussetzung einer
Cannabisabstinenz eine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehende
vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert. Auch retrospektiv hat er mit der Begründung,
eine von Juni 2015 bis Oktober 2015 von den behandelnden Ärzten attestierte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit sei zwar nachvollziehbar, die damaligen Schwierigkeiten des
Beschwerdeführers hätten aber überwiegend wahrscheinlich aus dem
Cannabiskonsum resultiert und wären durch eine Abstinenz lösbar gewesen, eine
Arbeitsunfähigkeit verneint. Er hat also – möglicherweise in Berücksichtigung der
früheren Rechtsprechung, wonach Suchterkrankungen als solche nicht zu einer
Invalidität führen (vgl. BGE 145 V 220, E. 4.1) – fingiert, dass eine im
Untersuchungszeitpunkt allfällig bestandene Arbeitsunfähigkeit unter einer Cannabis
abstinenz vollständig reversibel sei. Dies bestätigt auch seine Aussage, dass eine Neu
evaluation erwogen werden sollte, falls nach einer mindestens sechsmonatigen
kontrollierten Cannabisabstinenz psychische Einschränkungen fortbestehen sollten.
Aus dieser Aussage wird des Weiteren ersichtlich, dass med. pract. J._ seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung gestützt auf eine Prognose abgegeben hat, was
naturgemäss mit Unsicherheiten verbunden ist. Was dies in Bezug auf die
Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung bedeutet, kann aber offengelassen
werden. Die Relevanz der Aussage von med. pract. J._ erschöpft sich nämlich nicht
nur darin. Vielmehr zeigt sich, dass med. pract. J._ seine eigene Diagnosestellung in
Frage gestellt hat, indem er eingeräumt hat, dass möglicherweise nebst der
diagnostizierten Störung durch Cannabinoide auch weitere psychiatrische Diagnosen
vorliegen könnten. Er hat sein Gutachten also gewissermassen unter eine resolutive
(also eine auflösende) Bedingung gestellt. Der Beschwerdeführer hat im Anschluss an
den stationären Aufenthalt in der M._ vom 24. Februar 2019 bis 8. April 2019 eine
Cannabisabstinenz eingehalten. Negative Testresultate sind für den Zeitraum von
Anfang Mai 2019 bis Ende August 2019, also für rund vier Monate, nachgewiesen
worden, (act. G 19.1). Der den Beschwerdeführer seit Juni 2016 behandelnde
Psychiater Dr. I._ hat am 17. September 2019 berichtet, die Symptome einer
schizotypen Störung hätten trotz der Cannabisabstinenz weiterhin vorgelegen (act.
G 19.2); Dr. I._ hatte bereits im November 2017 eine schizotype Störung als
Hauptdiagnose gestellt (IV-act. 76). Dieser Verlauf und der Bericht von Dr. I._ zeigen
auf, dass die von med. pract. J._ gestellte Prognose möglicherweise unzutreffend
gewesen ist. Sie wecken erhebliche Zweifel an der Diagnosestellung von med. pract.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/21
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J._. Auch die von ihm attestierte vollständige Arbeitsfähigkeit vermag nicht zu
überzeugen, da nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt ist, dass unter einer Cannabisabstinenz eine vollständige Arbeitsfähigkeit
besteht. Es ist daher angezeigt, das Gutachten durch med. pract. J._ ergänzen zu
lassen, indem er zum Verlauf und den seit der Begutachtung erstatteten
psychiatrischen Berichten Stellung nimmt, er also wie von ihm vorgeschlagen eine
Neuevaluation vornimmt. Nach der Auffassung des Bundesgerichts ist die
Rückweisung in diesem Fall zulässig (vgl. BGE 137 V 264, E. 4.4.1.4, wonach eine
Sache zurückgewiesen werden kann, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung
oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 15. November 2019, 8C_525/2019, E. 3.3). Dabei ist darauf
hinzuweisen, dass nach der geänderten bundesgerichtlichen Auffassung fachärztlich
einwandfrei diagnostizierten Abhängigkeitssyndromen bzw. Substanzkonsumstörungen
nicht zum vornherein jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen
werden kann; die Arbeitsfähigkeitsschätzung hat vielmehr – wie bei anderen
psychischen Erkrankungen – unter Berücksichtigung der Standardindikatoren zu
erfolgen (BGE 145 V 215). Med. pract. J._ wird die Standardindikatoren bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung also zu berücksichtigen haben. Nach dem Gesagten ist
offenkundig, dass eine Prüfung der Standardindikatoren in diesem
Beschwerdeverfahren nicht möglich ist, da nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die im Zeitpunkt der Begutachtung
erhobene Diagnose zutreffend gewesen ist; Art und Schwere einer gesundheitlichen
Beeinträchtigung stehen (noch) nicht fest.
Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, es sei auf die von Dr. I._ attestierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit abzustellen. Dazu ist festzuhalten, dass Dr. I._ zwar die
Diagnose einer schizotypen Störung als Hauptdiagnose gestellt hat, aus den von ihm
genannten Symptomen jedoch nicht ersichtlich ist, inwiefern diese das funktionelle
Leistungsvermögen des Beschwerdeführers objektiv einschränken könnten. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist im Weiteren auch nicht unter Berücksichtigung der
Standardindikatoren erfolgt, was aus der Sicht eines behandelnden Psychiaters
nachvollziehbar ist. Ausserdem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
die behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im
Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und dazu neigen, die
pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu
qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2). Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._ kann deshalb nicht überzeugen. Der
3.4.
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4.
Beschwerdeführer hat auch vorgebracht, der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" sei
verletzt worden. Der RAD habe mehrmals festgehalten, dass aus psychischen Gründen
eine relevante Einschränkung bei der Stellensuche vorliege. Entsprechend bestehe
mindestens ein Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung und es müsste ein
Integrationsversuch stattfinden. Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" betrifft aber
nur jene beruflichen Massnahmen, die zum Ziel haben, der versicherten Person die
Erzielung eines höheren Invalideneinkommens zu ermöglichen als jenes, welches sie
ohne berufliche Massnahmen erzielen würde (also z.B. eine Umschulung). Sowohl der
Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung als auch auf Integrationsmassnahmen bezwecken
dagegen, die versicherte Person wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern oder sie im
Arbeitsprozess zu halten (vgl. Art. 14a und 18 IVG). Anhaltspunkte dafür, dass der
Grundsatz "Eingliederung vor Rente" verletzt wäre, bestehen deshalb nicht. Der
Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die beruflichen
Eingliederungsmassnahmen nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom
23. Oktober 2018 gebildet haben; ausserhalb des Grundsatzes der "Eingliederung vor
Rente" können diese somit nicht zum Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens
gehören.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung
des psychiatrischen Sachverständigen med. pract. J._ noch auf jene von Dr. I._
abgestellt werden kann. Die dem Beschwerdeführer verbliebene Arbeitsfähigkeit steht
damit (noch) nicht fest. Die Sache ist deshalb zur ergänzenden Abklärung im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.5.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles
Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1).
Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Kostenvorschuss wird dem Beschwerdeführer
zurückerstattet.
4.1.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person
Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu betrachten ist. Die
4.2.
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