Decision ID: ff06e99d-f7d6-486a-b097-1177aaf51a35
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Oktober 2007 unter Hinweis auf einen Hirntumor und
Beschwerden nach einem Unfall zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).
A.b Am 29. September 2006 hatte die Versicherte einen Fahrradunfall erlitten, welcher
zu einem posttraumatischen Syndrom mit Angststörung sowie einem
posttraumatischen zervikozephalen und lumbosponylogenen Syndrom links geführt
hatte (vgl. IV-act. 11-7). Am 20. August 2007 war der Versicherten ein
Vestibularschwannom operativ entfernt worden (vgl. IV-act. 11-15).
A.c Im Mai 2008 wurde die Versicherte in der MEDAS Zentralschweiz untersucht. Bei
der Diagnose einer chronischen peripher-vestibulären Funktionsstörung rechts, zentral
bisher unvollständig kompensiert, einer Rhinophonia aperta, eines Verdachts auf
vestibuläre Migräne, einer dissoziativen Empfindungsstörung und einer
Anpassungsstörung mit Störungen im Sozialverhalten und mit ängstlich-depressiver
Symptomatik im Rahmen einer Fehlverarbeitung nach Unfall und Krankheit wurde ihr
eine Arbeitsfähigkeit von 0% in der bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin und von
50% in einer sitzenden Tätigkeit in ruhiger Umgebung, eventuell im geschützten
Rahmen sowie im Haushalt attestiert (IV-act. 46).
A.d Mit Schreiben vom 17. April 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
eine Arbeitsvermittlung nicht möglich sei, da sie sich subjektiv nicht in der Lage fühle,
einer geregelten Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 65).
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A.e Im Arztbericht vom 12. Oktober 2009 diagnostizierte Dr. med. B._, Psychiatrie
und Psychotherapie, eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom,
eine posttraumatische Belastungsstörung nach Fahrradunfall, einen Zustand nach
Operation eines Akustikusneurinoms rechts mit rechts Hypo-, links Hyperakusis,
Tinnitus beidseits rechtsbetont sowie einen Verdacht auf eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung mit der Differenzialdiagnose einer dissoziativen Empfindungsstörung
und attestierte der Versicherten vom 8. Oktober 2007 bis 30. Oktober 2009 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 70). Im Bericht des Psychiatrie-Zentrums C._
vom 30. März 2010 wurde der Versicherten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit attestiert (IV-act. 83).
A.f Mit Verfügung vom 3. Dezember 2010 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
Viertelsrente ab 1. Mai 2008 zu. Bei einer Einschränkung von 50% in der
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit wurde ein Invaliditätsgrad von
48% ermittelt (IV-act. 97 und 99).
A.g Mit Entscheid vom 13. Dezember 2012 hat das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen die dagegen erhobene Beschwerde (vgl. IV-act. 107) teilweise gutgeheissen,
die Verfügung vom 15. Dezember 2010 aufgehoben und die Sache zur weiteren
Abklärung und zur neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Die
neurootologische Abklärung erweise sich als unzureichend und müsse noch ergänzt
werden. Zudem vermöge keine der psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsschätzungen zu
überzeugen, weshalb sich der Sachverhalt auch diesbezüglich als unzureichend
abgeklärt erweise (IV-act. 124).
A.h Die Versicherte wurde vom 16. bis 18. Juli 2013 in der MEDAS Zentralschweiz
erneut polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch und otologisch)
untersucht. Im Gutachten vom 19. November 2013 (MEDAS-Gutachten 2013)
diagnostizierten die Ärzte einen cochleovestibulären Funktionsausfall rechts, eine
mittelgradige depressive Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Für die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als Reinigungsangestellte wurde die
Arbeitsfähigkeit auf 0% geschätzt. Für körperlich leichte Verweistätigkeiten, im Sitzen,
ohne vornübergeneigten Kopf oder ständige Rotation desselben, ohne Hantieren
kranial der Kopfebene, ohne Arbeiten mit Sturzgefährdung, ohne berufsmässiges
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Steuern eines Fahrzeugs und ohne Tätigkeiten an unruhigem Arbeitsplatz mit häufigen
Kunden- oder Mitarbeiterkontakten betrage die Arbeitsfähigkeit 50%, wobei die
psychiatrischen Befunde etwas stärker limitierend wirken würden als die
otoneurologischen (IV-act. 137).
A.i Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Die Rente werde nach Zustellung der
Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgehoben. Hinsichtlich der
bundesrichterlichen Rechtsprechung liege mit der diagnostizierten mittelgradigen
depressiven Episode keine psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher
Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vor. Schon vom Schweregrad der
Depression her könne dieser keine invalidisierende Beeinträchtigung beigemessen
werden. Zudem könne nicht von einer konsequenten Behandlung gesprochen werden.
Es wurde ein Invaliditätsgrad von 35% ermittelt (IV-act. 143).
A.j Mit Einwand vom 26. Februar 2014 beantragte die Versicherte die Zusprache
mindestens einer halben Invalidenrente. Die Gutachter hätten die Komorbidität nicht in
Zweifel gezogen. Zudem sei übersehen worden, dass sie von D._, dipl. psych.
Pflegefachfrau, zweimal wöchentlich während jeweils zwei Stunden betreut werde. Die
IV-Stelle habe daraus die falschen Schlüsse gezogen und dies als sporadische
psychiatrische Betreuung ausgelegt (IV-act. 144).
A.k Mit Verfügung vom 24. März 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten ab. Die Rente werde nach Zustellung der Verfügung auf Ende des
folgenden Monats aufgehoben. Bei Frau D._ handle es sich nicht um eine
Fachpsychiaterin. Eine solche Betreuung sei angesichts der unzureichenden
psychiatrischen Behandlung und der vorhandenen psychosozialen und soziokulturellen
Belastungsfaktoren nicht geeignet, eine erhebliche psychische Komorbidität zu
erwirken (IV-act. 146).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 1. Mai 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und
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Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung vom 24. März 2014 und die
Gewährung mindestens einer halben IV-Rente. Eventualiter sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die
medizinische Abklärung zu wiederholen. Der Sachverhalt sei zu wenig abgeklärt, da
sich die Beschwerdegegnerin geweigert habe, einen Bericht bei Frau D._ einzuholen.
Eine Wiederholung der psychiatrischen Begutachtung rechtfertige sich auch, weil die
Ablehnung der Rente auf der falschen Feststellung des MEDAS-Psychiaters beruhe,
dass die Versicherte nur einmal pro Monat in die psychiatrische Behandlung gehe. Die
im Gutachten festgelegten Einschränkungen an eine adaptierte Tätigkeit würden
zeigen, dass ein solcher Nischenarbeitsplatz auf dem freien Arbeitsmarkt wohl kaum
gefunden werden könne. Allein deshalb sei ihr maximal die Hälfte des
Valideneinkommens zumutbar. Weiter sei es nicht nachvollziehbar, dass die IV-Stelle
von der gutachterlich festgehaltenen Arbeitsunfähigkeit von 50% abweiche. Die
psychiatrische Problematik könne nicht losgelöst von den somatischen Diagnosen
betrachtet werden (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Einem Bericht von Frau D._ wäre mangels fachärztlicher
Qualifikation keine Beweiskraft beizumessen und zudem sei die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit der medizinischen Begutachtung vorbehalten. Weiter sei die
vorliegende Schmerzstörung überwindbar (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 18. August 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom
22. August 2014 auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Entgegen dem Wortlaut der Verfügung
handelt es sich vorliegend nicht um eine Rentenaufhebung, sondern mangels
rechtskräftiger Rentenzusprache ist originär über den Rentenanspruch zu entscheiden.
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Dass faktisch offenbar die am 3. Dezember 2010 zugesprochene Viertelsrente bereits
ausgerichtet wurde, ändert daran nichts.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar
2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen
führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit
Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 24. März 2014 ergangen (IV-act. 146),
wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (frühester Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit im Mai 2007, vgl. IV-act. 124-11). Daher ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5.
IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab 1. Januar 2012
geltenden Normen der IV-Revision 6a. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012
gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich
auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
1.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
1.5 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
1.6 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
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im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.
2.1 Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zulässt.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das MEDAS-
Gutachten 2013. Die Beschwerdeführerin bringt gegen das Gutachten vor, dass die
Gutachter falsch festgestellt hätten, sie gehe nur einmal pro Monat in psychiatrische
Behandlung, obwohl sie zweimal pro Woche von Frau D._ supportiert werde, welche
sie auch bei der Medikamenteneinnahme unterstützte (act. G 1, S. 3).
2.2 Im MEDAS-Gutachten 2013 wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin
monatlich zu Dr. B._ in die Konsultation gehe, welche für sie auch eine psychiatrisch
geschulte Betreuerin aus der psychiatrischen Klinik E._ organisiert habe, welche
einmal pro Woche zu ihr komme und etwas mit ihr spreche (IV-act. 137-16, vgl. auch
IV-act. 137-13 wo festgehalten wurde, dass Frau D._ teils von der Krankenkasse und
teils vom Sozialamt bezahlt wurde). Im psychiatrischen Konsilium wurde hingegen nur
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin einmal im Monat zur Psychiaterin gehe, eine
weitere Betreuung wurde nicht erwähnt (IV-act. 137-37). Auch wenn die Gutachter
nicht spezifisch auf die Betreuung durch Frau D._ Bezug genommen haben, geht
doch aus dem Gutachten wie erwähnt hervor, dass sie Kenntnis davon hatten. Zudem
ziehen die Gutachter bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung keine Rückschlüsse aus
dem festgehaltenen monatlichen Therapieintervall. Somit vermag der Einwand der
Beschwerdeführerin keine Zweifel am MEDAS-Gutachten 2013 zu wecken. Auch sonst
bestehen keine erheblichen Zweifel an dem auf umfassenden Untersuchungen
beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in Berücksichtigung des
gesamten Leidensbildes ergangenen, nachvollziehbaren Gutachten. Insbesondere
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wurden die im Entscheid vom 13. Dezember 2012 kritisierten Punkte berücksichtigt
und in diesem Gutachten abgehandelt.
2.3 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die psychiatrische Seite zu wenig
abgeklärt worden sei, da sich die Beschwerdegegnerin geweigert habe, einen Bericht
bei Frau D._ einzuholen. Bei Frau D._ handelt es sich um eine dipl. psych.
Pflegefachfrau und somit nicht um eine psychiatrische Fachärztin. Zudem wurde Frau
D._ von der behandelnden Psychiaterin Dr. B._ im Rahmen ihrer Behandlung
organisiert, weshalb allfällige relevante Rückmeldungen von dieser in ihren
Arztberichten zu berücksichtigen gewesen wären.
2.4 Zusammenfassend besteht kein Bedarf für die Vornahme weiterer medizinischer
Abklärungen. Es kann auf das MEDAS-Gutachten 2013 abgestellt werden.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
dass hinsichtlich der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode keine
psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität,
Ausprägung und Dauer vorliege. Schon vom Schweregrad der Depression her könne
dieser keine invalidisierende Beeinträchtigung beigemessen werden. Zudem könne
angesichts der Therapieintervalle (eine Sitzung pro Monat) und aufgrund des
Umstands, dass die Versicherte die verabreichte antidepressive Medikation
unregelmässig einzunehmen scheine, nicht von einer konsequenten Behandlung
gesprochen werden.
3.2 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode bzw. die dadurch
verursachten Befunde und Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit eine Invalidität
begründen können (Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E.
5.2, und vom 20. Juni 2011, 9C_980/2010, E. 5.3). Auch der Gesetzgeber hat anlässlich
der Beratungen im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich gemacht, dass depressive
Leiden invalidenversicherungsrechtlich relevant seien (eingehend hierzu Entscheid des
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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2013, IV 2011/111, E. 4.2
mit Hinweisen auf die Materialien).
3.3 Der psychiatrische Gutachter führt diesbezüglich aus, dass die vorliegende
mittelgradige depressive (chronische) Episode hauptsächlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Sie habe sich ab oder nach 2008 im Zusammenhang mit den
Eheproblemen und der Scheidung herausgebildet (IV-act. 137-46). Somit handelt es
sich bei der mittelgradigen depressiven Episode um ein eigenständiges Leiden und
nicht nur um eine Begleiterscheinung zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung.
3.4 Der Umstand allein, dass psychosoziale oder soziokulturelle Umstände bei der
Entstehung einer Gesundheitsschädigung eine wichtige Rolle spielten, tangiert deren
Anspruchserheblichkeit nicht. Keine invalidisierende Gesundheitsschädigung ist
indessen gegeben, wenn der medizinische Gutachter im Wesentlichen nur Befunde
erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Belastungen aufgehen.
Denn in einem solchen Fall stellen sich diese als direkte Ursache der Einschränkung im
Leistungsvermögen dar; sie sind nicht bloss pathogenetisch bedeutsam. Am rechtlich
vorausgesetzten Kausalzusammenhang mit einer selbständigen
Gesundheitsschädigung fehlt es daher, solange noch zu erwarten ist, dass mit einem
Wegfall der belastenden Lebensumstände unmittelbar auch die (somit nicht
verselbständigte) psychische Störung verschwinden werde (Urteil des Bundesgerichts
vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014 E. 3.3 mit Hinweisen).
3.5 Bei der Entstehung der mittelgradigen depressiven Episode – welche sich gemäss
med. pract. F._ ab oder nach 2008 herausgebildet hat – spielten mit den
Eheproblemen durchaus psychosoziale Belastungsfaktoren eine Rolle (vgl. IV-act.
137-46). Die Beschwerdeführerin liess sich im Jahr 2010 scheiden (vgl. IV-act. 137-12).
Die Eheprobleme als psychosozialer Belastungsfaktor fallen damit ab diesem Zeitpunkt
weg, was jedoch nicht zu einem Verschwinden der mittelgradigen depressiven Episode
führte, wie med. pract. F._ in seinem Gutachten vom 11. September 2013 erläuterte
(IV-act. 137-37 ff.). Vor dem Hintergrund dessen, dass zudem der Unfall vom
September 2006 und die Operation des Akustikneurinoms im August 2007 nach Lage
der Akten fehlverarbeitet wurden (vgl. dazu etwa das Gutachten von Dr. G._ vom 15.
Juli 2008, S. 6, IV-act. 46-37) und es schliesslich zu einer Chronifizierung kam, ist
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insgesamt von einer verselbständigten psychischen Störung und somit von einer
invalidisierenden Gesundheitsschädigung auszugehen. Die Auswirkungen der Störung
sind erheblich. Der psychiatrische MEDAS-Teilgutachter erhob mittelgradige
Beeinträchtigungen etwa von Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit,
Selbstbehauptungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit an Regeln und Routinen, Fähigkeit
zur Planung und Strukturierung von Aufgaben und eine mittel bis schwere
Beeinträchtigung von Flexibilität und Umstellungsfähigkeit (IV-act. 137-46 f.). Relevante
Ressourcen der Beschwerdeführerin, die ihr den Umgang mit ihren Einschränkungen
erleichtern könnten, erkannten weder der psychiatrische noch die übrigen Gutachter.
Solche ergeben sich auch nicht aus den übrigen Akten (zur weitgehen passiven
Tagesgestaltung und den wenigen sozialen Kontakten vgl. IV-act. 137-39 f., IV-act.
137-13 f. sowie ebenfalls dazu und zur Antriebslosigkeit bereits IV-act. 32-2, 46-34,
83-3 und 123-3; zur zunehmenden Interessenlosigkeit IV-act. 137-13). Unter expliziter
Berücksichtigung der festgestellten Verdeutlichungstendenz, die die Untersuchung
erschwert hatte (vgl. etwa IV-act. 137-19, 137-21), wurde der Beschwerdeführerin
letztlich von den Gutachtern auch für adaptierte Tätigkeiten nur eine Teilarbeitsfähigkeit
von 50% attestiert, wobei die psychiatrischen Befunde als etwas stärker limitierend
eingestuft wurden als die otoneurologischen. Auf dieses plausibel begründete Ergebnis
ist abzustellen.
3.6 Nichts an diesem Ergebnis zu ändern vermag auch das von der
Beschwerdegegnerin vorgebrachte Argument, aufgrund des Therapieintervalls (eine
Sitzung pro Monat) und des Umstands, dass die Beschwerdeführerin die verabreichte
antidepressive Medikation unregelmässig einzunehmen scheine, könne nicht von einer
konsequenten Behandlung gesprochen werden (IV-act. 146-2, act. G 4, S. 5). Dass die
Rechtsprechung des Bundesgerichtes, leichte bis mittelgradige depressive Störungen
rezidivierender oder episodischer Natur fielen praxisgemäss einzig dann als
invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent
seien, nicht gesetzeskonform ist, wurde im Urteil des Versicherungsgerichts vom 3.
November 2016, IV 2013/523 E. 2.4.5 ausführlich dargelegt. Darauf kann verwiesen
werden. Zudem führt der psychiatrische MEDAS-Teilgutachter med. pract. F._ aus,
dass eine Intensivierung und Neuausrichtung der psychiatrischen und
psychotherapeutischen Therapie angezeigt sei, eine Kontrolle dieser Therapie mache
jedoch frühestens in 12-18 Monaten Sinn. Er sehe die Anpassung der Therapie mehr
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im Vordergrund als Psychopharmaka (IV-act. 137-47). Med. pract. F._ hat zwar keine
Therapieresistenz festgestellt, er hat aber auch nicht dargelegt, dass sich die
Arbeitsfähigkeit unter der angepassten Therapie kurz- bis mittelfristig verbessern
würde. Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführerin nicht
entgegengehalten werden kann, sie habe keine konsequente Depressionstherapie
befolgt, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde, solange sie sich
nicht, nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren, einer entsprechenden
Behandlung widersetzt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2016,
9C_391/2016, E. 3.4).
4.
4.1 Bezüglich des Einkommensvergleichs kann auf den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 13. Dezember 2012 verwiesen werden (vgl. IV 2011/10 E.
4.1 f.), wonach bei der Validenkarriere der Beschwerdeführerin von einer
durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit auszugehen ist. Auch beim Invalideneinkommen
ist der gesamtschweizerische Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne heranzuziehen,
weshalb im Ergebnis ein Prozentvergleich vorgenommen werden kann.
4.2 Umstritten und zu prüfen ist die Frage, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe
sich vorliegend ein Tabellenlohnabzug rechtfertigt.
4.3 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
4.4 Bei einer adaptierten Tätigkeit muss es sich gemäss den Gutachtern um eine
körperlich leichte Tätigkeit, im Sitzen, ohne vornübergeneigten Kopf oder ständige
Rotationen desselben, ohne Hantieren kranial der Kopfebene, ohne Arbeiten mit
Sturzgefährdung, ohne berufsmässiges Steuern eines Fahrzeugs und ohne Tätigkeiten
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an unruhigem Arbeitsplatz mit häufigen Kunden- oder Mitarbeiterkontakten handeln
(vgl. IV-act. 137-23). Dies zeigt, dass bei der Beschwerdeführerin selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten wesentliche Einschränkungen bestehen. Dies rechtfertigt
vorliegend einen Tabellenlohnabzug von mindestens 10% (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a/bb).
4.5 Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
und unter Berücksichtigung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs resultiert ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von aufgerundet 55% (50% + [50% x 10%]).
4.6 Hinsichtlich des Rentenbeginns ist zu berücksichtigen, dass gemäss den
Gutachtern die reduzierten Arbeitsfähigkeit am 30. Mai 2007 eingetreten ist, womit die
einjährige Wartezeit gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007
gültigen Fassung) ausgelöst wurde. Nachdem die IV-Anmeldung am 1. Oktober 2007
(vgl. IV-act. 1) und damit nicht verspätet (vgl. aArt. 48 IVG [in der bis 31. Dezember
2007 gültigen Fassung]) erfolgt war, ist der Rentenanspruch mit Ablauf des Wartejahres
ab 1. Mai 2008 gegeben.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 24.
März 2014 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Mai 2008 eine
halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im hier zu
beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer als angemessen).