Decision ID: 6d9d9e16-c912-43e6-906e-70dbc80d150a
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 21. Oktober 2003 unter Angabe eines Tennisarms und
zweier Operationen erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(IV-act. 86-70 ff.). Mit Verfügung vom 5. September 2005 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten für den Zeitraum vom 1. August bis 31. Dezember 2004 befristet eine
halbe Invalidenrente zu (IV-act. 86-8 ff.).
A.a.
Am 3. Mai 2012 meldete sich der Versicherte unter Angabe eines psychischen
Leidens und von Halswirbelproblemen erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 82). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit
Verfügung vom 14. August 2014 mit Wirkung ab 1. Februar 2013 eine halbe
Invalidenrente sowie entsprechende Kinderrenten zu (IV-act. 79 ff.).
A.b.
Infolge Scheidung des Versicherten per 27. Mai 2016 berechnete die IV-Stelle die
monatlichen Rentenleistungen neu und verfügte am 7. September 2016 darüber. Sie
wies den Versicherten dabei auf seine Meldepflicht hin (IV-act. 42 ff.).
A.c.
Mit einem an die IV-Stelle gerichteten Schreiben vom 15. Juni 2017
(handschriftlich korrigiertes Datum: 13. Juli 2017) teilte der Versicherte mit, er befinde
sich in Untersuchungshaft. Diese sei bis 14. Juli 2017 verlängert worden. Am 13. Juli
2017 leitete Sozialarbeiter B._, Amt für Justizvollzug, das erwähnte Schreiben der IV-
Stelle weiter und führte ergänzend aus, die Untersuchungshaft sei zwischenzeitlich bis
zum 5. Oktober 2017 verlängert worden (IV-act. 29). Auf telefonische Nachfrage der IV-
A.d.
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B.
Stelle präzisierte der Sozialarbeiter am 24. Juli 2017, der Versicherte befinde sich seit
9. März 2017 in Untersuchungshaft (IV-act. 28).
Mit Verfügung vom 2. August 2017 sistierte die IV-Stelle die Rentenleistung
rückwirkend per 1. April 2017 (IV-act. 27). Mit Verfügung vom 14. August 2017 forderte
sie vom Versicherten einen Betrag von insgesamt Fr. 1'475.-- für Rentenzahlungen im
Zeitraum vom 1. April bis 31. August 2017 zurück. Die Kinderrenten würden weiterhin
an die Kindsmutter ausgerichtet (IV-act. 24, vgl. IV-act. 22). Da der Versicherte die
Rückforderung nicht beglichen hatte, mahnte ihn die IV-Stelle am 7. November 2017
unter Auferlegung von Mahngebühren (IV-act. 20).
A.e.
Mit Schreiben vom 27. November 2017 bat der Sozialarbeiter die IV-Stelle namens
des Versicherten um Erlass sämtlicher Rückforderungen im Zusammenhang mit der
Sistierung der Invalidenrente und der Ergänzungsleistungen (IV-act. 19).
A.f.
Mit Verfügung vom 23. März 2018 wies die IV-Stelle das Gesuch um Erlass der
Invalidenrenten-Rückforderung infolge Verletzung der Meldepflicht ab. Die
Voraussetzung des guten Glaubens sei nicht erfüllt. Sie forderte den Versicherten auf,
die offene Forderung von Fr. 1'475.-- innert 30 Tagen zu überweisen (IV-act. 15).
A.g.
Mit Schreiben vom 5. April 2018 reichte der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch den Sozialarbeiter, bei der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) eine "Einsprache" ein. Er beantragte den Erlass der gesamten
Summe der Rückforderungen bezüglich Invalidenrente und Ergänzungsleistungen (act.
G1.1). Die Beschwerdegegnerin leitete das Schreiben zuständigkeitshalber als
Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. März 2018 betreffend die Abweisung des
Erlassgesuchs der Invalidenrenten-Rückforderung an das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen weiter. Eine Kopie der Eingabe habe sie als Einsprache gegen die
Verfügung vom 23. März 2018 betreffend Abweisung des Erlassgesuchs der
Rückforderung von Ergänzungsleistungen erfasst (act. G1, vgl. IV-act. 13). Nach
Aufforderung der Verfahrensleitung (vgl. act. G2) reichte der Sozialarbeiter am 26. April
2018 eine Vertretungsvollmacht ein (act. G3).
B.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf Erlass der Rückforderung von Fr. 1'475.-- für die im Zeitraum
vom 1. April bis 31. August 2017, als er sich in Untersuchungshaft befand, bezogenen
Rentenleistungen. Vorliegend nicht Streitgegenstand ist die Sistierung der Rente per 1.
April 2017 und die Rechtmässigkeit der Rückforderung an sich. Die diesbezüglichen
Verfügungen sind in Rechtskraft erwachsen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 30. Mai 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G5).
B.b.
Der Beschwerdeführer liess die Frist zur Einreichung einer Replik unbenützt
ablaufen (act. G7).
B.c.
Befindet sich die versicherte Person im Straf- oder Massnahmevollzug, so kann
während dieser Zeit die Auszahlung von Geldleistungen mit Erwerbsersatzcharakter
(Taggelder, Invalidenrente) ganz oder teilweise eingestellt werden (Art. 21 Abs. 5 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Art. 21 Abs. 5 ATSG ist als "Kann-Vorschrift" gefasst, was zulässt, den
besonderen Umständen Rechnung zu tragen. So ist eine Sistierung dort nicht
vorzunehmen, wo eine gesunde Person trotz Straf- oder Massnahmevollzugs einer
Erwerbstätigkeit nachgehen könnte. Mit der "Kann-Vorschrift" wird aber nur bezogen
auf diese Überlegung ein Entschliessungsermessen eingeräumt (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, N 169 zu Art. 21). Nach dem strikt
verstandenen Wortlaut von Art. 21 Abs. 5 ATSG zählt die Untersuchungs- und
Sicherheitshaft nicht zum Straf- oder Massnahmevollzug. Die Rechtsprechung legt Art.
21 Abs. 5 ATSG - entgegen dem Wortlaut - jedoch so aus, dass auch die
Untersuchungshaft Anlass für eine Sistierung der (Renten-)Leistungen ist, wenn
jedenfalls die Haft eine "gewisse Dauer" aufweist, was bei einer Zeitspanne von drei
Monaten angenommen wird (Kieser, a.a.O., N 153 f. zu Art. 21, mit weiteren Hinweisen
und Kritik an dieser Rechtsprechung).
1.1.
Jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen
ist von den Bezügerinnen und Bezügern, ihren Angehörigen oder Dritten, denen die
Leistung zukommt, dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen
Durchführungsorgan zu melden (Meldepflicht; Art. 31 Abs. 1 ATSG). Wie Art. 77 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) präzisiert, haben der
1.2.
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Berechtige oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die
Leistung zukommt, jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich
eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, des
Zustands der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder
Hilfsbedarfs, des für den Ansatz der Hilflosenentschädigung und des
Assistenzbeitrages massgebenden Aufenthaltsortes sowie der persönlichen und
gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-
Stelle anzuzeigen. Die Leistungen können ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren
gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person der Meldepflicht nach
Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer Leistungen in
gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse
Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG, vgl. auch Art. 4 Abs. 1 der Verordnung über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]). Die
Rückerstattung kann somit nur erlassen werden, wenn die beiden Voraussetzungen
des gutgläubigen Empfangs und der grossen Härte kumulativ erfüllt sind. Ein
gutgläubiger Leistungsbezug liegt vor, wenn das Bewusstsein über die
Unrechtmässigkeit des Bezugs fehlt, sofern dieses Fehlen in einer objektiven
Betrachtungsweise unter den konkret gegebenen Umständen entschuldbar ist. Der
gute Glaube, dessen Vorhandensein zu vermuten ist, besteht deshalb insbesondere
dann, wenn sich die empfangende Person keiner groben Nachlässigkeit schuldig
gemacht hat. Es ist insoweit zu unterscheiden zwischen dem guten Glauben als
fehlendem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den gegebenen
Umständen auf den guten Glauben berufen kann und ob er bei zumutbarer
Aufmerksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen können (Kieser,
a.a.O., N 65 zu Art. 25). Eine grobfahrlässige Verletzung der Meldepflicht liegt vor,
wenn die versicherte Person nicht das Mindestmass an Aufmerksamkeit aufgewendet
hat, welches von einem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter den
gleichen Umständen verlangt werden muss (Urteil des Bundesgerichts vom
26. November 2008, 8C_759/2008, E. 3.5). Die geforderte Sorgfalt beurteilt sich nach
einem objektiven Massstab, wobei jedoch das den Betroffenen in ihrer Subjektivität
Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.)
nicht ausgeblendet werden darf (Urteile des Bundesgerichts vom 9. April 2014,
9C_720/2013, E. 4.1 mit Hinweisen; vom 16. Dezember 2013, 9C_516/2013, E. 2.2;
vom 19. August 2009, 8C_888/2008, E. 3.2). Rechtsprechungsgemäss fehlt der gute
Glaube noch nicht, wenn in nur leicht schuldhafter Weise gegen Meldepflichten
1.3.
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2.
Der Beschwerdeführer befand sich unbestritten vom 9. März bis mindestens 5. Oktober
2017, mithin rund sieben Monate, in Untersuchungshaft (IV-act. 28 f.). Die
Beschwerdegegnerin sistierte die Rentenzahlungen für diesen Zeitraum und stellte eine
Rückforderung für die bereits bis und mit August 2017 entrichteten Zahlungen. Vorerst
ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Leistungen gutgläubig empfangen hat bzw.
ob ihm eine Meldepflichtverletzung vorzuwerfen ist.
verstossen wurde; eine leichte Fahrlässigkeit schliesst also die Berufung auf den guten
Glauben nicht aus (Kieser, a.a.O., N 66 zu Art. 25, BGE 112 V 97).
Das Vorliegen einer grossen Härte bestimmt sich unter Bezugnahme auf die
Gesetzgebung über die Ergänzungsleistungen (vgl. Art. 5 ATSV), und zwar in der
Weise, dass eine rückerstattungspflichtige Person, welche weiterhin
Ergänzungsleistungen bezieht, grundsätzlich die Erlassvoraussetzung der grossen
Härte erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2014, 9C_53/2014, E. 4.3; Rz.
4610.07 der Wegleitung des BSV über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL],
in der ab 1. Januar 2014 gültigen Fassung). Massgebend für die Beurteilung, ob eine
grosse Härte vorliegt, ist der Zeitpunkt, in welchem über die Rückforderung
rechtskräftig entschieden ist (Art. 4 Abs. 2 ATSV).
1.4.
Das Bundesgericht hat in BGE 133 V 1 bei einer über drei Monate dauernden
Untersuchungshaft die rückwirkende Einstellung der Rentenleistungen per Beginn der
Untersuchungshaft (bzw. dem Monatsersten nach Beginn) als rechtmässig erachtet (E.
4.4). Diese Praxis wird auch im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung (KSIH) explizit festgehalten. Demnach können die während der
Untersuchungshaft zu Unrecht bezogenen Rentenleistungen rückwirkend ab Beginn
der Inhaftierung zurückgefordert werden (Rz. 6007, in der ab 15. Dezember 2016
gültigen Fassung). Die Beschwerdegegnerin ist dieser Praxis vorliegend gefolgt und hat
die Rentenleistungen rückwirkend per 1. April 2017 zurückgefordert (IV-act. 24). Der
Beschwerdeführer hat dies insofern akzeptiert, als er die Rückforderungsverfügung
unangefochten in Rechtskraft erwachsen liess. Vor dem Hintergrund dieser Praxis
besteht die Meldepflicht betreffend den Eintritt in die Untersuchungshaft direkt ab
Beginn der Haft und nicht erst nach Ablauf von drei Monaten. Dies zumindest in den
Fällen, in denen von Anfang an mit einer längeren Haft als drei Monate zu rechnen ist.
Würde man eine Meldung erst nach Ablauf von drei Monaten genügen lassen, so käme
die Einstellung durch die IV-Stelle immer zu spät. Unter Berücksichtigung einer
angemessenen Bearbeitungsfrist würde sie die Rentenzahlungen vier oder fünf Monate
nach Beginn der Untersuchungshaft sistieren und die entsprechenden
2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/8
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Rückforderungen regelmässig erlassen müssen. Dies entspräche offensichtlich nicht
dem Sinn und Zweck des Gesetzes.
Im Recht liegt ein vom Beschwerdeführer unterzeichnetes, an die
Beschwerdegegnerin gerichtetes Schreiben, welches ursprünglich mit 15. Juni 2017
datiert war. In diesem teilte der Beschwerdeführer mit, er befinde sich in
Untersuchungshaft und diese sei gemäss der beiliegenden (nicht aktenkundigen)
Faxmitteilung vom 9. Juni 2017 bis zum 14. Juli 2017 verlängert worden. Insgesamt
befinde er sich somit über drei Monate in Untersuchungshaft. Das Datum des
Schreibens wurde nachträglich von Hand auf den 13. Juli 2017 korrigiert (IV-act. 29-2).
Gleichentags leitete der Sozialarbeiter das Schreiben an die Beschwerdegegnerin
weiter und teilte dieser ergänzend mit, die Untersuchungshaft sei zwischenzeitlich bis
zum 5. Oktober 2017 verlängert worden (IV-act. 29-1). Vorliegend kann offenbleiben, an
welchem Datum die Meldung bezüglich der Untersuchungshaft verfasst wurde, da dies
jedenfalls nicht zeitnah nach Beginn derselben geschah. Der Beschwerdeführer bringt
zwar vor, in den ersten Monaten der Inhaftierung sei noch nicht klar gewesen, dass die
Untersuchungshaft verlängert werden würde (act. G1.1). Da er sich schlussendlich
jedoch vom 9. März bis mindestens 5. Oktober 2017, mithin sieben Monate, in
Untersuchungshaft befunden hatte, musste er eine Verlängerung der
Untersuchungshaft auf über drei Monate bei Beginn der Haft zumindest in Betracht
ziehen. Die erhebliche Dauer der Untersuchungshaft deutet auf eine Straftat von einer
gewissen Schwere hin und bei einer solchen ist regelmässig mit einer längeren
Haftdauer zu rechnen. Der Sozialarbeiter bzw. das Amt für Justizvollzug hätten wissen
müssen, dass der Beschwerdeführer bei einer länger als drei Monate dauernden Haft
mit einer Sistierung der Rente rückwirkend ab dem Monat nach Haftbeginn rechnen
musste. Der Beschwerdeführer muss sich das Verhalten des ihn vertretenden
Sozialarbeiters anrechnen lassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2008,
8C_594/2007, E. 5.2). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer
letztmals mit der Verfügung vom 7. September 2016 auf seine Meldepflichten
aufmerksam gemacht wurde. Explizit aufgeführt wurde dabei die Meldepflicht für den
Fall der Untersuchungshaft sowie des Straf- oder Massnahmenvollzugs im In- und
Ausland (Suva-act. 42). Der Beschwerdeführer war folglich darüber informiert, dass
eine Meldepflicht unabhängig von der Dauer der Untersuchungshaft besteht.
2.2.
Da der Beschwerdeführer die Untersuchungshaft nicht bzw. verspätet meldete, ist
von einer grobfahrlässigen Verletzung der Meldepflicht auszugehen. Der
Beschwerdeführer bzw. der ihn vertretende Sozialarbeiter haben nicht das
Mindestmass an Aufmerksamkeit aufgewendet, welches von einem verständigen
2.3.
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3.
Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführer in Bezug auf die zu viel
ausgerichteten Rentenzahlungen angesichts der strengen diesbezüglichen Praxis des
Bundesgerichts nicht als gutgläubig betrachtet werden, weshalb sich die Prüfung der
grossen Härte erübrigt. Die Beschwerdegegnerin hat folglich den Erlass der
Rückforderung zu Recht abgelehnt.
4.