Decision ID: ddd6ecbf-8f00-4475-9d42-8ad77e97a8d3
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955,
bezieht seit
1.
Oktober 2004 eine ganze Inva
lidenrente und eine Kinderrente für ihr
e
1997 geborene Tochter
Y._
(
Urk.
9/29, 9/41, 9/57).
Nachdem
Y._
im Juni 2016 die Matura erlangt hatte, absolvierte sie vom 1
8.
August 2016 bis
3.
Februar 2017
das
Propädeutikum
an der
Hochschule
Z._
mit anschliessendem Portfoliok
urs (vgl. Bestätigungen der
Z._
vom 2
2.
Juni und
9.
August 2016, 1
2.
Dezem
ber
2016 und
3.
Februar 2017
,
in:
Beilagen zu
Urk.
9/75
)
.
Vom
6.
Februar bis
4.
Mai 2017
folgte ein Italienisch-Intensivsprachkurs an der
Schule
A._
.
Anschliessend besuchte die Tochter der Versicherten bis 3
0.
Juni
2017 eine Sprachschule in
Florenz (vgl. Bestätigungen der
Schule
A._
vom
4.
Mai
2017 und des
Istituto
B._
vom 3
0.
Juni
2017
,
in: Beilagen zu
Urk.
9/7
5). Bis zu diesem
Zeitpunkt war
der An
spruch auf eine Kinderrente unbestritten (
Urk.
9/75).
Vom 1
1.
bis 2
1.
Juli 2017 besuchte
Y._
einen
Fotografiekurs
in Berlin (
Urk.
1, E-Mail der
University
C._
, Berlin, vom 2
8.
April 2017, in: Bei
lage zu
Urk.
9/75) und vom 2
4.
Juli bis 1
8.
August 2017 eine
n
Spanischkurs
,
ebenfalls in Berlin (Anmeldung zum Kursbesuch vom
2.
Juli 2017, in: Beilage z
u
Urk.
9/75). Darauf
trat sie
den Bachelorstudiengang
Kunst & Medien an der
Z._
an (vgl.
Urk.
3/4).
Mit Verfügung vom
8.
September 2017
bestätigte
die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
dass die Versicherte ab
1.
September 2017 wiederum Anspruch auf die Kinderrente für
Y._
habe
; für die Monate Juli und August 2017 verneinte sie dagegen einen Anspruch auf
eine
Kinderrente (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
6.
September 2017 Beschwerde und be
antragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Zus
prache
ein
er Kinderrente für ihre
Tochter
Y._
für die Monate Juli und August 2017 von
Fr.
940.-- monatlich (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehm
lassung vom 1
2.
Dezember 2017 unter Hinweis auf eine Stellungnah
me der Aus
gleichskasse für das S
chweizerische Bankgewerbe
(im Folgenden: Ausgleichs
kasse)
vom 2
8.
November 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8, 9/75), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitgegenstand bildet der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Kinder
rente für ihre erwachsene Tochter
Y._
für
die Monate
J
uli und
August 2017 in der Höhe von insgesamt
Fr.
1
'
880.-- (
Urk.
1
S. 1).
Da der Streitwert Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zu
ständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
1.2.1
Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben in Anwendung von
Art.
35
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente.
Anspruch auf eine Waisenrente nach
Art.
25
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
haben
Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist. Der Anspruch auf die Waisenrente entsteht gemäss
Art.
25
Abs.
4 AHVG am ersten Tag des dem Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats. Er erlischt mit der Vollendung des 1
8.
Altersjahres oder mit dem Tod der Waise. Für Kinder, die noch in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch nach Art. 25
Abs.
5 AHVG bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr.
1
.2.2
Art.
25
Abs.
5 Satz 2 AHVG
ermächtig
t den Bundesrat, den Begriff der Ausbil
dung zu regeln, was dieser mit den auf den
1.
Januar 2011 in Kraft getretenen
Art.
49
bis
und 49
ter
der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversiche
rung
(AHVV)
getan hat.
Gemäss
Art.
49
bis
Abs.
1 AHVV ist ein Kind nunmehr in Ausbildung, wenn es sich auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten Bildungsganges systematisch und zeitlich überwiegend entweder auf einen Berufsabschluss vorbereitet oder sich eine Allgemeinausbildung er
wirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb verschiedener Berufe (Abs. 1). Als in Ausbildung gilt ein Kind auch, wenn es Brückenangebote wahrnimmt wie Moti
vationssemester und Vorlehren sowie Au-pair- und Sprachaufenthalte, sofern sie einen Anteil Schulunterricht enthalten (
Abs.
2). Nicht als in Ausbildung gilt ein Kind, wenn es ein durchschnittliches monatliches Erwerbseinkommen erzielt, das höher ist als die maximale volle Altersrente der AHV (Abs. 3).
Unter
den Begriff der Ausbildung fallen danach ordentliche Lehrverhältnisse so
wie Tätigkeiten zum Erwerb von Vorkenntnissen für ein Lehrverhältnis, aber auch Kurs- und Schulbesuche, wenn sie der berufsbezogenen Vorbereitung auf eine
Ausbildung oder späteren Berufsausübung dienen. Bei Kurs- und Schulbesuchen sind Art der Lehranstalt und Ausbildungsziel unerheblich, soweit diese im Rah
men eines ordnungsgemässen, (faktisch oder rechtlich) anerkannten Lehrganges eine systematische Vorbereitung auf das jeweilige Ziel bieten. Danach gilt nur als Bestandteil der Ausbildung, wenn zwischen diesem und dem Berufsziel ein Zu
sammenhang besteht (BGE 140 V 314 E. 3.2).
1.2.3
Das Bundesgericht hat in BGE
138 V 286 E. 4.2.2
bezüglich des Begriffs der Aus
bildung
zudem
auf die Gerichts- und Verwaltungspraxis sowie namentlich die Weisungen des
Bundesamtes für Sozialversicherungen (
BSV
)
verwiesen
(vgl. auch: BGE 141 V 473 E. 3)
.
Das BSV hat in den Weisungen
zum Begriff Ausbildung unter anderem
festge
halten, eine Ausbildung müsse mindestens 4 Wochen dauern und systematisch auf ein Ziel ausgerichtet sein; das angestrebte Bildungsziel führe entweder zu einem bestimmten Berufsabschluss oder ermögliche eine berufliche Tätigkeit ohne Berufsabschluss oder müsse eine allgemeine Grundlage für eine
Mehrzahl von Berufen bilden beziehungsweise
eine Allgemeinausbildung beinhalten; die Ausbildung müsse auf einem strukturierten Bildungsgang beruhen, welcher rechtlich oder zumindest faktisch anerkannt sei, wobei es keine Rolle spiele, ob es eine erstmalige, eine Zusatz- oder Zweitausbildung sei (Wegleitung des BSV über die Renten [RWL] in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlass
enen- und I
nva
lidenversicherung, Stand
1.
Januar
2017,
Rz
3358).
Die systematische Vorbereitung auf ein Ausbildungsziel im Sinne von
Art.
49
bis
AHVV erfordert gemäss der Wegleitung des BSV, dass das Kind die Ausbildung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlicher Frist ab
schliessen zu können. Während der Ausbildung muss sich das Kind zeitlich über
wiegend dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt nur dann als erfüllt, wenn der gesamte Ausbildungsaufwand (Lehre im Betrieb, Schulunterricht, Vorlesungen, Kurse, Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung, Selbststudium, Verfassen einer Diplomarbeit, Fernstudium etc.) mindestens 20 Stunden pro Woche aus
macht
(
Rz
3359 RWL)
.
Gemäss Randziffer 3364 der RWL befinden sich Kinder, die sich in einem fremd
sprachigen Gebiet als Au Pair betätigen oder in einem fremdsprachigen Gebiet einen Sprachaufenthalt machen, in Ausbildung
, sofe
rn mindestens 4 Schullekti
onen
à 45 bis 6
0 Minuten pro Woche Bestandteil
sind.
1.2.4
Nach
Art.
49
ter
AHVV ist mit einem Berufs- oder Schulabschluss die Ausbildung beendet (
Abs.
1). Die Ausbildung gilt auch als beendet, wenn sie abgebrochen oder unterbrochen wird oder wenn ein Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht (
Abs.
2).
Nicht als Unterbrechung im Sinne von Abs. 2 gelten die folgenden Zeiten, sofern die Ausbildung unmittelbar danach fortgesetzt wird:
a.
übliche unterrichtsfreie Zeiten und Ferien von längstens 4 Monaten;
b.
Militär- oder Zivildienst von längstens 5 Monaten;
c.
gesundheits- oder schwangerschaftsbedingte Unterbrüche von längstens
12 Monaten.
1.2.5
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 140 V 314 E. 3.3, 139 V 122 E. 3.3.4, je mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete den angefochtenen Entscheid im Wesentli
chen damit, dass die Sprachschulung (italienisch) von Februar bis Juni 2017 nicht als Vorausset
zung für das Studium an der
Z._
angesehen werden könne, wes
halb der "Ausbildungsunterbruch" beziehun
gsweise die Dauer der üblichen u
nterrichtsfreien Zeit zwische
n Ende des Vorkurses an der
Z._
und Beginn des Studiums länger als 4
Monate gedauert habe. Für die Monate Juli und August
2017 bestehe daher kein Anspruch auf Kinderrenten der Invaliden
versicherung. Ab Studienbeginn bes
t
ehe dieser Anspruch wieder. Gemäss Semesterplan begän
nen die Vorlesungen im Herbstsemester 2017 am 1
8.
S
eptem
ber 2017, was zu einem Ansp
ruchsbeginn ab
1.
September 2017 führe (
Urk.
2).
3.2
Dagegen bring
t
die Beschwerdeführerin zur Hauptsache vor, dass ungeachtet des absolvierten
Pro
p
ädeutikums
und des Portfoliokurses
keine Garantie bestanden habe, in das an
schliessende Studium an der
Z._
aufgenommen zu werden. Die Entscheidung bezüglich Zulassung sei erst am 1
0.
April 2017 gefallen. Auf Rat der
Dozenten der
Z._
habe sich ihre Tochter entschlossen, zweigleisig zu fahren. Sie habe den Italienisch-Intensivkurs besucht, um bei einem allfälligen neg
ativen Bescheid seitens der
Z._
das Studium der Architektur an der Universität in
D._
/TI in Angriff nehmen zu können, welches ohne fundierte Italienisch
kenntnisse
kaum zu bewältigen gewesen wäre. Selbst wenn also die Monate Juli und August 2017 als unterrichtsfreie Zeit zu betrachten wären, sei
Y._
seit der
Matur
a
bis 3
0.
Juni 2017 ununterbrochen in Ausbildung gestanden, weshalb kein Unterbruch von mehr als vier Monaten im Sinne von
Art.
49
ter
Abs.
3
lit
. a
AHVV vorliege (
Urk.
1)
4.
4.1
Was zunächst den zweiwöchigen
Fotografiekurs
vom 1
1.
bis 2
1.
Juli
2017 in Berlin anbelangt, erfüllt
derselbe den Ausbildungsbegriff gemäss Rand
ziffer 3358 RWL a
ngesichts der bloss
elfttägigen
Dauer
des Kurses
un
be
stritte
nermassen nicht (vgl.
Urk.
1 S. 3).
4.2
Der anschliessende Spanischkurs in Berlin vom 2
4.
Juli bis 1
8.
August 2017
beinhaltete gemäss der von der Tochter der Versicherten ausgefüllten Anmeldung vom
2.
Juli 2017 (Beilage zu
Urk.
9/75) zwar 5 Stunden Sprachunterricht pro Woche, kann aber, da er in Deutschland stattfand, klarerweise nicht als Sprach
aufenthalt in einem fremdsprachigen Gebiet im Sinne von Randziffer 3364 RWL qualifiziert werden (vgl. dazu auch: Ausführungen in der Stellungnahme der Aus
gl
eichskasse vom 2
8.
November 2017
,
Urk.
9/75). Dass die Reduktion der übli
cherweise
geforderten
mindestens 20 Stunden Ausbildungsaufwand pro Woche für die Anerkennung als Ausbildung im Sinne von
Art.
49
bis
AHVV (vgl.
Rz
3359 RWL) auf lediglich 4 Schullektionen
pro Woche
im Falle eines Auslandaufenthal
tes gemäss Randziffer 3364 RWL mit der Vora
ussetzung einhergeht
, dass der Aus
landaufenthalt im jeweiligen Sprachgebiet stattfindet,
ist
logisch und selbsterklä
rend. Aus dem Umstand, d
ass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin dies im Mail vom
8.
November 2016
nicht ausführlich erläutert hat
(in:
Urk.
3/2)
,
vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten
(vgl. diesbe
zügliche Ausführungen der Beschwerdeführerin, in:
Urk.
1 S. 3)
. Insbesondere
bietet
der fehlende Hinweis auf den konkreten Wortlaut von Randziffer 3364
kei
nen Anlass
,
auf eine allfällige Verletzung der Aufklärungs- und Beratungspflicht gemäss
Art.
27 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherun
gsrechts (ATSG) zu schliessen,
erging das
Mail
vom
8.
November 2016 doch
nicht im
Zusammenhang mit dem Sprachkurs
in Berlin, sondern mit dem
Italienisch
intensivkurs in Zürich
und dem nachfolgenden Spra
chaufenthalt in Florenz, welch letzterer
die "Auslandsvoraussetzung" klarerwe
ise erfüllte. Über den Spanischkurs in Berlin informierte die Beschwerdeführerin die Beschwerde
gegnerin gemäss Aktenlage
erstmals mit Mail
3.
Juli 2017
,
worauf
die Verwal
tung
der Beschwerdeführerin respektive ihrem Ehemann
mit Mail vom 1
1.
Juli 2017
denn auch
innert nützlicher
Frist
mitteilte, dass nicht nur der Fotografie-, sondern auch der Spanischkurs nicht als Ausbi
ldungen anerkannt
würden
(in:
Urk.
3/2 und 3/3). Dass sich die Beschwerdeführerin bezüglich der Voraussetzung, dass
der Auslandsprachaufenthalt im jeweiligen Sprachgebiet stattzufinden hat, in einem Irrtum befand, hat sie sich selber zu
zuschreiben; e
ine diesbezügliche Rücksprache mit der Beschwerdegegnerin vor der Anmeldung zum Spanischkurs in Berlin hätte das Missverständnis auf Seiten der Beschwerdeführerin
klären können
.
Entsprechend anerkannte
die Beschwerdegegnerin
auch den
Spanischkurs
in Ber
lin zu Recht nicht als Ausbildung
im Sinn von
Art.
49
bis
AHVV
.
4.3
4.3.1
Zu klären ist
im
Folgenden die zwischen den Parteien insbesonder
e strittige Frage,
ob es sich bei der Unterbrechung der Ausbildung von Anfang Juli 2017 bis zum
Beginn des Studiums an der
Z._
um einen Unterbruch der Ausbildung im Sinne von
Art.
49
ter
Abs.
2
AHVV handelt
e
, welcher die Ausbildung als beendet gelten lässt, oder ob
lediglich
eine übliche unterrichtsfreie Zeit oder Ferien
im Sinne von
Art.
49
ter
Abs.
3
lit
. a AHVV vorlag
, welche
die Ausbildung nicht unterbrach und
dem Anspruch auf Kinderzulagen
demzufolge
nicht entgegenstand.
4.3.2
In den Erläuterungen des Verordnungsgebers zu dem per
1.
Januar 2011 in Kraft gesetzten
Art.
49
t
er
AHVV (Beendigung und Unterbrech
ung der Ausbildung)
wird
in Bezug auf
Abs.
3
unter anderem
Folgendes ausgeführt
(abrufbar unter www.bsv.admin.ch)
:
„Wie bisher sollen gewisse Unterbrechungen in der Ausbildung kein Grund sein, die Waisen- und Kinderrenten einzustellen. Nebst den Unterbrüchen als Folge eines Unfalls, einer Krankheit oder Schwangerschaft, sollen auch gewisse „schulfreie bzw. vorlesungs
freie“ Zeiten
darunter fallen
, jedoch nur die im Ausbildungsablauf vorgesehenen regu
lären bzw. üblichen Zeiten und nur unter der Voraussetzung, dass die Ausbildung an
schliessend unmittelbar daran fortgesetzt wird. Für Absolventinnen und Absolventen der gymnasialen Matura gilt die Zeit bis zum Vorlesungsbeginn an der Universität oder einer anderen Institution als Ausbildungszeit, jedoch nur dann, wenn der Unterbruch bis zur Fortsetzung der Ausbildung nicht länger als 4 Monate dauert (Bsp. Matura im Juni, Vor
lesungsbeginn Mitte September). Wer sich beispielsweise für ein „Zwischenjahr“ (Ferien, Job, Militärdienst) entscheidet, befindet sich nach der Matura vorderhand nicht mehr in Ausbildung, ebenso wenig wer sich für ein „Urlaubssemester“ an der Uni einschreibt. Im Sinne einer Gleichbehandlung wird auch den Absolventinnen und Absolventen der
Berufsmatura
eine maximale Unterbrechung von 4 Monaten (bis zur Fortsetzung der Aus
bildung) als übliche unterrichtsfreie Zeit zugestanden. Vorbehalten bleibt auch in dieser Zeit die noch zulässige
Einkomme
nslimite
von
Art.
49
bis
Abs.
3.
Mit dieser Bestimmung sollen die „bezahlten“ Ausbildungsunterbrüche klar auf die ob
jektiv notwendigen eingegrenzt werden, was grundsätzlich bereits der heutigen gängigen Praxis entspricht.“
Für die hier vorzunehmende Abgrenzung zwischen einem Unterbruch einer (kon
tinuierlichen) Ausbildung einerseits und der Beendigung einer Ausbildu
ng und (Wieder-)
a
ufnahme
einer neuen
respekt
ive bereits früher angetretenen, aber vo
rübergehend beendeten
Ausbildung andererseits ist unbeachtlich, ob die Ausbil
dung nach der Matura mit einem (Fach-)
hochschulstudium
oder einem anderen Lehrgang fortgesetzt wird. Massgebend ist aber, dass es sich insgesamt um eine kontinuierliche Ausbildung handel
t (BGE 138 V 286 E. 4.5 mit Hinweis).
4.3.3
Primäres Ausbildungsziel der Tochter der Beschwerdeführerin in Anschluss an die Matur
a
im
Sommer 2016
war
der Bachelorstudiengang Kuns
t & Medien an der
Z._
. Wie
der Chef Leistungen der Ausgleichskasse dem Ehemann der Beschwerdeführerin mit Mail vom 1
3.
September 2017 zutreffend dar
legte (in: Bei
lage zu
Urk.
9/75
)
,
spiegelte sich dies unter anderem im von
Y._
bis
3.
Februar 2017 absolvierten
Propädeutikum
mit anschliessendem Portfoliokurs an der
Z._
. Dieser
Lehrgang
wurde denn auch von der Beschwerdegegnerin zu Recht als Teil der kontinuierlichen Ausbildung anerkannt, unabhängig davon,
ob der Vorkurs oder der
Por
t
folio
kurs
formell zwinge
nde Aufnahmevoraussetzung
en
für das Studium an der
Z._
bilde
te
n oder nicht
, ist
doch allgemein bekannt, dass zumindest das
Propädeutikum
eine faktische Notwendigkeit
für das Studium
dar
stellt (vgl. zur Anerkennung faktisch notwendiger Praktika: BGE 139 V 209, Urteil des Bundesgericht 8C_90/203 vom 1
0.
April 2013 E. 5).
Unbestritten weder eine formelle noch eine faktische Voraussetzung für das von der Tochter der Beschwerdeführerin sodann im Sommer 2017
angetretene Stu
dium an der
Z._
bildeten
dagegen
der Italienisch
intensiv
kurs
in Zürich
und der Auslandaufenthalt in Florenz
mit Sprachschule
. Zwar ist
auch in diesem Zusam
menhang
unbestritten, dass
die Italienischschulung den Begriff der Ausbildung erfüllte und entsprechend den Anspruch auf Kinderzulagen während ihrer Dauer nach sich zog. Jedoch bildeten die Italienischkurse und der Florenzaufenthalt nicht Teil des Ausbi
ldungsziels "Studium an der
Z._
". Vielmehr absolvierte die Tochter der Beschwerdeführerin diese Ausbildung im Hinblick auf ein Architek
turstudium im Tessin, welches sie im Falle eines Scheiterns ihres ursprünglichen Ausbildungsplans gedachte anzutreten (
Urk.
1 S. 1 f.).
Auch wenn sich dieses Vorgehen als durchaus nachvollziehbar und auch sinnvoll erweist, so bildet
e
es doch zweifellos nicht Teil der systematischen Ausbildung mit d
em Ziel des Stu
diums an der
Z._
, sondern
Stand im Dienst
einer
Alternative zur ursprünglich geplanten
Ausbildung
. Die Ausbildung im Hinb
lick auf das Studium an der
Z._
hat d
ie Tochter der Beschwerdeführerin
am
3.
Februar 2017 unterbrochen un
d erst mit Studienbeginn wieder
aufgenommen.
Wird eine Ausbildung
aber
unterbr
ochen, gilt sie
abgesehen von den Unterbre
chungen gemäss
Art.
49
ter
Abs.
3 AHVV als beendet, auch wenn erst ein
Zwi
schenziel erreicht ist (
Rz
33
69 RWL).
Der
Unterbruch der Aus
bildung zum Bache
lor an der
Z._
nach Abschluss des
Propädeutikums
dauerte
vom
4.
Febru
ar
2
017 bis
zum Beginn des Studiums. Den Beginn desselben datierte
die Beschwer
degegnerin
in Nachachtung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu Recht auf den Beginn der Vorlesungen
per Mitte September 2017 und nicht auf den for
mellen Beginn
des Semesters am
1.
August
2017
(vgl. dazu: BGE 141 V 473 E. 7
und Aus
füh
rungen der Beschwerdeführerin in
Urk.
1
S. 2
). Der Unterbruch der Ausbildung an der
Z._
erstreckte sich folglich über mehr als sechs Monate.
Auch wenn dieser Unterbruch angesichts der faktischen Notwendigkeit des
Pro
pädeutikums
nahezu unumgänglich
war
, anerkannte
ihn
die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht als übliche unterrichtsfreie Zeit im Sinne von
Art.
49
ter
Abs.
3
lit
.
a AHVV
, schloss der Verordnungsgeber doch Unterbrüche von mehr als vier Mona
ten ausdrücklich von der Anspruchsberechtigung aus.
Die Ausbildung mit dem
Ziel eines Studiums an der
Z._
galt damit per
3.
Februar 2017 als vorerst been
det beziehungsweise unterbrochen im Sinne von
Art.
49t
er
Abs.
2 AHVV. Hieran ändert nichts, dass bis Ende Juni 2017 ein Anspruch auf Kinderzulagen aufgrund der Italienischausbildung bestand, war diese nach dem oben Gesagten doch nicht Teil einer kontinuierlichen Ausbildung.
4.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Kinderrenten für die Tochter
Y._
für die Monate Juli und August zu Recht ver
neint hat. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahre
ns
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.