Decision ID: d82a1a35-14a9-4865-87d3-4fd4571e970b
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 2. August 2021 in der Schweiz um Asyl
nach. Anlässlich der Personalienaufnahme vom 6. August 2021, des Dub-
lin-Gesprächs vom 12. August 2021 und der Anhörung vom 21. Dezember
2021 führte er im Wesentlichen aus, er sei ethnischer B._, sei in
C._ in der Region D._ geboren worden und habe dort die
Schule besucht. Aufgrund von Unruhen sei seine Familie im Jahr 2000
nach E._ (vermutlich F._/Region D._) umgezogen.
Nach dem Abitur im Jahr 2007 habe er in G._ Naturwissenschaften
studiert. Sein Vater sei im Jahr 2009 verstorben. Zwei Cousins von ihm
hätten aufgrund ihrer Ethnie Probleme mit Anhängern der H._ ge-
habt. Der eine sei kurzzeitig verhaftet und geschlagen, der andere ange-
schossen worden. Seinen Familienmitgliedern, welche Händler seien, sei
von Anhängern der H._ mehrfach ihre Waren abgenommen wor-
den. Im Jahr 2014 habe er ein Stipendium erhalten und an der Universität
I._ in Frankreich Erziehungswissenschaften studiert. Da er ein
Praktikum habe absolvieren müssen, sei er im Jahr 2016 nach Senegal
zurückgekehrt. Er habe jedoch weder eine Praktikumstelle noch eine Er-
laubnis, als Lehrer zu arbeiten, erhalten. Da seine Aufenthaltsbewilligung
in Frankreich noch bis August 2017 gültig gewesen sei, sei er im Februar
2017 nach Frankreich zurückgekehrt. Im August 2017 habe er ohne seine
Anwesenheit in Senegal seine jetzige Ehefrau traditionell geheiratet. Seine
Aufenthaltsbewilligung in Frankreich sei im August 2017 nicht verlängert
worden. Seither habe er sich dort illegal aufgehalten und in der Gastrono-
mie und im Baugewebe gearbeitet. Seit dem Jahr 2019 sei seine Ehefrau
ebenfalls in Frankreich und lebe seither bei ihrer Schwester in J._.
Die Schweiz sei schon lange seine Wunschdestination gewesen, weshalb
er am 23. Juli 2021 illegal in die Schweiz eingereist sei. Er wolle hier eine
Ausbildung machen und arbeiten. Nach Senegal könne er nicht zurückkeh-
ren, da er als ethnischer B._ benachteiligt werde.
Der Beschwerdeführer reichte einen senegalesischen Reisepass, eine
Identitätskarte aus K._, eine Anlaufbescheinigung der Bundespoli-
zeidirektion L._ vom 23. Juli 2021 (alle im Original), Gesundheits-
karten aus Frankreich (alle in Kopie) sowie zwei Arztberichte – Rückmel-
dungen an Medic-Help vom 21. September 2021 und vom 16. November
2021 – ein.
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B.
Mit Schreiben vom 27. Dezember 2021 nahm der Beschwerdeführer zum
Entscheidentwurf der Vorinstanz Stellung.
C.
Mit Verfügung vom 29. Dezember 2021 verneinte die Vorinstanz die Flücht-
lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.
D.
Mit Eingabe vom 24. Januar 2022 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung der Vor-
instanz vom 29. Dezember 2021 sei betreffend die Ablehnung des Asylge-
suchs und die Wegweisung aufzuheben. Seine Flüchtlingseigenschaft sei
anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei seine vor-
läufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur
Neubeurteilung und vertieften Abklärung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Die unentgeltliche Prozessführung sei ihm zu gewähren, ein amtlicher
Rechtsbeistand einzusetzen und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses zu verzichten. Weiter ersuchte er darum, von der Vorinstanz seien ihm
die Arztberichte vom 24. August 2021, vom 21. September 2021 und vom
16. November 2021 zu edieren.
E.
Mit Verfügung vom 18. Februar 2022 stellte die Instruktionsrichterin fest,
der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz
abwarten, hiess das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung – unter
Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse
des Beschwerdeführers und unter Vorbehalt der Bezeichnung einer
Rechtsvertretung innert Frist – um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, stellte ihm
zwei Arztberichte zu und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehm-
lassung ein.
F.
Der Beschwerdeführer teilte mit Schreiben seiner neu mandatierten
Rechtsvertreterin vom 23. Februar 2022 innert Frist eine Rechtsvertretung
zur Wahrung seiner Interessen mit, ersuchte um Akteneinsicht sowie um
Ansetzung einer angemessenen Frist zur Eingabe einer Beschwerdeer-
gänzung.
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Seite 4
G.
Mit Verfügung vom 1. März 2022 setzte die Instruktionsrichterin Rechtsan-
wältin Sonja Comte als amtliche Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers
ein, gewährte ihm Einsicht in die Akten des Beschwerdeverfahrens
E-342/2022, wies die Vorinstanz an, ihm Einsicht in die Akten N 735 657
zu gewähren, und setzte ihm eine Frist zur Einreichung einer Beschwerde-
ergänzung. Gleichzeitig wurde der Vorinstanz die Frist zur Einreichung ei-
ner Vernehmlassung aufgehoben.
H.
Am 30. März 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Beschwerdeergän-
zung ein. Dem Schreiben war ein Urteil des römischen Appellationsgerichts
vom 21. September 2021 in Kopie beigelegt.
I.
Mit Verfügung vom 6. April 2022 lud die Instruktionsrichterin die Vorinstanz
zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.
J.
Am 19. April 2022 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein.
K.
Mit Replik vom 19. Mai 2022 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehmlas-
sung Stellung. Dem Schreiben lagen ein Medienbericht der Pressafrik vom
8. Mai 2012 in Kopie sowie eine Honorarnote bei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG
[SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist als Ver-
fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1
AsylG i.V.m. Art. 10 COVID-19-Verordnung [SR 142.318] und Art. 52
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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Seite 5
2.
Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht (ein-
schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-
richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Kognition im Bereich des
Ausländerrechts richtet sich nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt eine unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts, eine Verletzung der Untersuchungspflicht
sowie eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Dabei handelt es sich um
formelle Rügen, welche vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet
wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
3.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet
einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-
den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-
SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ergibt
sich für die Behörden die Pflicht, ihren Entscheid ausreichend und nach-
vollziehbar zu begründen (Art. 35 Abs. 1 VwVG; BGE 145 IV 99 E. 3.1).
Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Ent-
scheid in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen
kann. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistand-
punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus-
drücklich widerlegt (BGE 143 III 65 E. 5.2).
3.3 Der Beschwerdeführer begründet die Rüge der Verletzung der Pflicht
der vollständigen und richtigen Abklärung des Sachverhalts sowie die Ver-
letzung der Untersuchungspflicht damit, er habe nicht erst im Beschwerde-
verfahren, sondern bereits im Rahmen des Asylverfahrens Angaben zu ei-
ner persönlichen Benachteiligung aufgrund seiner ethnischen Herkunft ge-
macht. Es hätte der Vorinstanz offen gestanden, die von ihm dargelegte
Verfolgung im Detail nachzufragen. Er sei durch die mittelbar miterlebten
Übergriffe traumatisiert und habe Mühe, darüber zu sprechen. Die
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Vorinstanz habe zudem nicht abgeklärt, ob seine Familie ihn in Senegal
unterstützen könne und ob eine Behandlung seiner Zähne in Senegal mög-
lich sei.
Der Beschwerdeführer wurde ausführlich zu seinen Vorbringen befragt und
es wurde ihm durch Nachfragen die Möglichkeit gegeben, detaillierte Aus-
führungen zu machen. Im Übrigen erklärte er am Ende der Anhörung, er
habe alles sagen können, was für sein Asylgesuch wichtig sei. Während
der Befragungen gab es zudem keine Hinweise auf eine traumabedingte
Beeinträchtigung. Auch im Anschluss an die Befragung wurden keinerlei
Eingaben gemacht, die auf psychische Probleme des Beschwerdeführers
hätten schliessen lassen. Der Ablauf der Befragungen ist somit nicht zu
beanstanden. Es gab überdies keinen Anlass, weitere Abklärungen betref-
fend die Behandelbarkeit der Zahnprobleme oder die finanzielle Tragfähig-
keit der Familienangehörigen zu tätigen. Letzteres steht konkret bei Min-
derjährigen oder in anderen besonderen Konstellationen (beispielsweise
existenzbedrohende gesundheitliche Beeinträchtigung) zur Diskussion.
Ersteres war angesichts der beiden damals vorliegenden ärztlichen Be-
richte vom 21. September und 16. November 2021 nicht nötig, ist diesen
doch keine existenzbedrohende Diagnose zu entnehmen, sondern im Ge-
genteil, dass die als möglich erachteten Behandlungen vorgenommen wur-
den, weshalb keine Behandelbarkeit weiterer Beeinträchtigungen in Sene-
gal abzuklären war. Die Vorinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt
somit richtig und vollständig festgestellt und die Untersuchungspflicht nicht
verletzt.
3.4 Der Beschwerdeführer moniert eine Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs, indem die Vorinstanz nicht auf die von ihm vorgebrachten Verfol-
gungsmotive eingegangen, sondern stattdessen pauschal auf die Regel-
vermutung verwiesen habe, dass Senegal als "Safe Country" gelte. Zudem
sei der Gesundheitszustand seiner Zähne in der angefochtenen Verfügung
nicht thematisiert worden.
Die Vorinstanz legte dar, von welchen Überlegungen sie sich hat leiten las-
sen und hat sich dabei in ihrem Entscheid mit den wesentlichen Vorbringen
des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Sie hat seine Vorbringen zu
den Vorfällen seiner Verwandten mit den Anhängern der H._ als
nicht asylrelevant eingestuft, hielt fest, er habe selber keine Probleme mit
der H._ geltend gemacht und sei keinen Benachteiligungen ausge-
setzt gewesen. Damit nahm sie sehr wohl eine Prüfung der Frage vor, ob
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die Regelvermutung im vorliegenden Einzelfall umzustossen sei. Die Be-
gründung des Wegweisungsvollzugs ist zwar kurz ausgefallen, die Vo-
rinstanz hat sich aber zu allen wesentlichen Punkten geäussert. Dass sie
sich zu den Zahnproblemen nicht äusserte, ist angesichts der vorgelege-
nen Arztberichte nachvollziehbar (vgl. dazu auch E. 3.3). In der Vernehm-
lassung führte sie zu seinen Zahnproblemen aus, diese seien ärztlich do-
kumentiert. Mit dem Hinweis auf entsprechende medizinische Versor-
gungsmöglichkeiten seien seine Zahnprobleme sowie die weiteren von ihm
geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden in Senegal zudem be-
handelbar. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.
3.5 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un-
begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen
Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbe-
züglichen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als
ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-
bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-
chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von
bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, sofern ihr
die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG auf-
gezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, respektive zugefügt zu
werden drohen. Die erlittene Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich
kausal für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grund-
sätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein.
4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, der Beschwerdeführer
mache selber keine Probleme mit der H._ geltend und habe insbe-
sondere angegeben, dass ihm nie mitgeteilt worden sei, er habe aufgrund
seiner ethnischen Herkunft keine Anstellung gefunden. Da er trotz seiner
ethnischen Zugehörigkeit in G._ ein Studium habe absolvieren kön-
nen und darüber hinaus ein Stipendium an einer französischen Universität
erhalten habe, sei nicht davon auszugehen, dass er Benachteiligungen
ausgesetzt worden sei. Die Probleme hinsichtlich seiner beiden Cousins
hätten keinen Zusammenhang mit ihm. Es sei ihm somit nicht gelungen,
eine flüchtlingsrelevante Verfolgung geltend zu machen. Er halte sich seit
Februar 2017 in Frankreich auf und seine Ehefrau lebe ebenfalls dort. Ein
Asylgesuch habe er dort nie gestellt. Erst dreieinhalb Jahre nach Ablauf
der Aufenthaltsbewilligung in Frankreich habe er in der Schweiz ein Asyl-
gesuch gestellt. Dies deute darauf hin, dass er nicht auf den Schutz eines
Drittstaates angewiesen sei.
5.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, er wolle in der Schweiz eine Ausbil-
dung absolvieren und arbeiten. In D._ würde die Ethnie der
B._ einer Minderheit angehören, weshalb er bei einer Rückkehr in
den Senegal Nachteile befürchte. In G._ würde man ihn aufgrund
seiner Herkunft als Rebellen bezeichnen. Es sei nicht auszuschliessen,
dass ihm etwas Ähnliches widerfahren würde, wie seinen beiden Cousins.
Mehrere Mitglieder seiner Familie seien durch die H._ zu Tode ge-
prügelt und deren Geschäfte ausgeraubt oder zerstört worden. Er unter-
stütze einen Oppositionspolitiker, welcher im Jahr 2019 für die Präsident-
schaftswahlen kandidiert habe. Das Stipendium habe er nur erhalten, weil
er den Antrag dafür online habe ausfüllen können. Trotz zahlreicher Bemü-
hungen habe er keine Praktikumsstelle und keine Bewilligung, als Lehrer
zu arbeiten, erhalten.
5.3 In der Vernehmlassung erwidert die Vorinstanz, der Beschwerdeführer
habe im Rahmen des Asylverfahrens kaum Angaben gemacht, welche auf
eine persönliche Benachteiligung aufgrund seiner ethnischen Herkunft
schliessen liessen. Sein Vorbringen, Mitgliedern seiner Familie sei durch
die H._ Gewalt angewendet worden, habe er erst auf Beschwerde-
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ebene geltend gemacht, ohne dabei weitere Angaben zu machen. Ihm ge-
linge es nicht, die Regelvermutung von Senegal als "Safe Country" umzu-
stossen.
5.4 In der Replik führt der Beschwerdeführer aus, er habe im Rahmen des
Asylverfahrens Angaben zu seiner persönlichen Benachteiligung und zur
erfolgten Verfolgung seiner Familienmitglieder gemacht. Dem eingereich-
ten Medienbericht sei zu entnehmen, dass sein Onkel M._ und des-
sen Bruder im Jahr 2012 in ihrem Laden im Dorf N._ von Mitglie-
dern der H._ angeschossen und verletzt worden seien. Ebenfalls
seien Dorfbewohner geschlagen und zehn Personen mitgenommen wor-
den. Das Risiko, dass auch ihm im Falle einer Rückkehr in sein Heimatland
das gleiche geschehen könne, sei aufgrund des gehäuften Vorkommens
solcher Vorfälle und der zielgerichteten Verfolgung der B._ evident.
In seiner Familie seien insgesamt bereits drei Personen angegriffen und
schwer verletzt worden. In Senegal seien gravierende Menschenrechtsver-
letzungen an der Tagesordnung, besonders in der Region D._.
6.
6.1 Der Bundesrat hat Senegal als verfolgungssicheren Staat im Sinne von
Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet (vgl. dazu Anhang 2 der Asylverord-
nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Von dieser Einschät-
zung ist er im Rahmen der periodischen Prüfung (Art. 6a Abs. 3 AsylG)
bisher nicht abgewichen. Die Hinweise in der Beschwerdeergänzung auf
die Praxis Frankreichs beziehungsweise in der Replik auf einen Bericht der
US-amerikanischen Regierung sind dabei unbehelflich. Es liegt nicht in der
Kompetenz des Bundesverwaltungsgerichts, sich zur Bezeichnung von
Senegal als sicheren Staat zu äussern. Die Bezeichnung eines Staates als
"Safe Country" beinhaltet die Regelvermutung, dass eine flüchtlingsrecht-
lich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht stattfindet und der behördliche
Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Es handelt sich da-
bei um eine relative Verfolgungssicherheit. Im Einzelfall kann die besagte
Regelvermutung somit aufgrund konkreter und substanziierter Hinweise
umgestossen werden, wobei die Beweislast des Gegenteils der asylsu-
chenden Person obliegt (vgl. BVGE 2013/10 E. 7.4.3).
6.2 Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zur zutreffenden Erkenntnis ge-
langt, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an
die Asylrelevanz nicht genügen. Eine Benachteiligung aufgrund seiner Eth-
nie B._ ist nicht erkennbar. Anlässlich der Anhörung gab er an, in
seinem Identitätsausweis sei seine Herkunft aus D._ aufgeführt,
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dies führe zu Benachteiligungen. Trotzdem hatte er die Möglichkeit, in
G._ zu studieren und sich jahrelang unbehelligt dort aufzuhalten.
Gemäss eigenen Angaben in der Anhörung erklärte er, es habe ihm nie
jemand gesagt, dass er aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit keine
Anstellung finden würde. Personen aus D._ würden zuletzt einge-
stellt (vgl. elektronische SEM-Akten 1104597-35/13 F70, F72 [nachfolgend
SEM-Akten 35]). Er ist in den insgesamt 17 Jahren in Senegal nie bedroht
oder behelligt worden. Sofern er allfällige Nachteile erlitten haben sollte,
beruhen diese nicht auf einem asylrelevanten Motiv nach Art. 3 AsylG. Hin-
sichtlich des in der Replik geltend gemachten Vorfalls im Jahr 2012 betref-
fend seinen Onkel und dessen Bruder ist kein sachlicher Zusammenhang
zum Beschwerdeführer ersichtlich. Insbesondere fehlt es auch am zeitli-
chen Kausalzusammenhang zu seiner erst im Jahr 2017 erfolgten Ausreise
aus seinem Heimatland. In der Beschwerde erklärte er des Weiteren, die
Vorfälle mit seinen Cousins hätten keinen direkten Zusammenhang mit
ihm. Die blosse Befürchtung, es könnte irgendwann etwas passieren, ge-
nügt nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor künftiger asylrele-
vanter Verfolgung. In der Beschwerde machte er erstmals geltend, er un-
terstütze einen Oppositionspolitiker, sei aber noch nicht politisch aktiv ge-
wesen, was sich mit seinen Angaben anlässlich der Anhörung deckt (vgl.
SEM-Akte 35 F81). Seine allfälligen zukünftigen politischen Aktivitäten sind
indes nicht relevant. Somit ist davon auszugehen, dass er nicht in den Fo-
kus der H._ gelangt ist. Dazu ist im Übrigen zu bemerken, dass der
Beschwerdeführer betreffend seine Schwester, die in G._ wohnt,
keine ethnisch oder herkunftsbedingten Nachteile dargelegt hat, weshalb
er wohl in G._ eine Aufenthaltsalternative finden könnte, zumal er
selber jahrelang dort unbehelligt wohnte. Zudem ist auch keine mangelnde
Schutzwilligkeit oder -fähigkeit der senegalesischen Behörden erkennbar.
Darüber hinaus hat er sich seit Februar 2017, zuletzt illegal, in Frankreich
aufgehalten und wartete bis zum 2. August 2021, bis er in der Schweiz ein
Asylgesuch einreichte. Seine Ehefrau hält sich weiterhin in Frankreich auf.
Diese Vorgehensweise lässt sich nicht damit vereinbaren, dass er auf den
Schutz eines Drittstaates angewiesen ist. An dieser Einschätzung vermö-
gen auch die beschwerdeweise vorgebrachten Erklärungen nichts zu än-
dern, zumal er sich dazu nicht geäussert hat.
6.3 Angesichts dieser Sachlage ergibt sich, dass die Vorbringen des Be-
schwerdeführers nicht asylrelevant sind. Es gelingt ihm somit nicht, die Re-
gelvermutung der Verfolgungssicherheit in Senegal umzustossen. Die
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Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht
verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.
7.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet.
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
8.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings-
eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von
Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend-
bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-
meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3
BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und
andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der
Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung nach Senegal dort mit
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Die in der Beschwer-
deergänzung erwähnte italienische Rechtsprechung zu D._ ist in
diesem Zusammenhang nicht behelflich, kann der Beschwerdeführer sich
doch in einen anderen Landesteil in Senegal begeben, zumal er bereits
vorher jahrelang in G._ wohnhaft war. Auch die allgemeine Men-
schenrechtssituation in Senegal lässt den Wegweisungsvollzug zum heu-
tigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der Wegwei-
sung ist zulässig.
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Seite 12
8.3
8.3.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
Die allgemeine Lage in Senegal lässt nicht auf eine konkrete Gefährdung
im Falle einer Rückkehr schliessen (vgl. Urteil des BVGer D-558/2021 vom
18. Februar 2021), zumal der Senegal als «Safe Country» gilt.
8.3.2 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, es seien
keine individuellen Gründe ersichtlich, die den Wegweisungsvollzug des
Beschwerdeführers als unzumutbar erscheinen liessen. Er sei jung, ge-
sund und arbeitsfähig. Er verfüge über eine universitäre Bildung und über
Arbeitserfahrung in der Gastronomie und im Baugewerbe. In Frankreich
habe er über einen längeren Zeitraum selbständig seinen Lebensunterhalt
bestreiten können. Im Heimatland verfüge er über ein familiäres Bezie-
hungsnetz und eine Wohnmöglichkeit. Seine in Frankreich ansässigen Fa-
milienmitglieder würden ihn im Bedarfsfall finanziell unterstützen können.
8.3.3 In der Beschwerde und der Beschwerdeergänzung wandte der Be-
schwerdeführer dagegen ein, er leide an Angststörungen sowie Bluthoch-
druck und habe Probleme mit seinen Zähnen. Aufgrund der gesundheitli-
chen Notsituation in Senegal und der fehlenden staatlichen Unterstützung
für die Behandlung gesundheitlicher Beschwerden, gekoppelt mit seiner
Bedürftigkeit, müsse bei einer Wegweisung damit gerechnet werden, dass
er keinen Zugang zu den benötigten Behandlungen erhalten würde. Sein
soziales Netz sei nicht in Senegal, sondern in Frankreich, wo er seit knapp
fünf Jahren gelebt habe. Seine Ehefrau und ein Halbbruder würden auch
dort leben. Seine Familie in Senegal würde ihn nicht unterstützen können.
Er und sein Bruder kommen seit dem Tod ihres Vaters im Jahr 2009 für die
Familie auf. Da er sein Studium nicht abgeschlossen habe, könne er in
Senegal nicht als Lehrer tätig sein. Der Wegweisungsvollzug sei unzumut-
bar.
8.3.4 In der Vernehmlassung erwidert die Vorinstanz, die vom Beschwer-
deführer geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden seien in Se-
negal behandelbar. Insbesondere dürfe die medizinische Versorgungslage
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in der Hauptstadt G._ als gut bezeichnet werden. In der Replik wird
dem nichts entgegengehalten.
8.3.5 Insgesamt bestehen keine individuellen Gründe, welche den Weg-
weisungsvollzug des Beschwerdeführers als unzumutbar erscheinen las-
sen. Er ist jung und verfügt über eine universitäre Ausbildung. Er hielt sich
mehrere Jahre in Frankreich auf, arbeitete dort in der Gastronomie sowie
im Baugewerbe und konnte dadurch seine Grundbedürfnisse abdecken.
Mit seiner Mutter und seinen Geschwistern verfügt er über ein tragfähiges
familiäres Beziehungsnetz in Senegal und in Frankreich, das in der Lage
sein sollte, ihn bei der Wiedereingliederung zu unterstützen. Das Haus,
welches seine Mutter in D._ bewohnt, gehört ihr. Damit ist davon
auszugehen, dass bei der Rückkehr auch seine Wohnsituation geregelt ist.
Sollte er sich nicht in diese Gegend begeben wollen, kann er sicher an-
fangs auf sein Beziehungsnetz in G._ zurückgreifen, wo seine
Schwester lebt und aus seiner Studienzeit wohl weitere Personen noch
wohnhaft sein dürften. Schliesslich vermögen auch seine gesundheitlichen
Probleme nicht zur Annahme einer existenziellen Notlage zu führen. Seine
Zahnprobleme – gemäss den eingereichten Arztberichten ist eine Wurzel-
behandlung angezeigt –, seinen Bluthochdruck sowie seine Angst- und
Schlafstörungen sind in Senegal behandelbar. Insbesondere in der Haupt-
stadt G._ kann die medizinische Versorgungslage als gut bezeich-
net werden
(<https://dakar.diplo.de/blob/2319760/7979bdba200e2099832ca9c716eec
69f/aerzte-liste-bot-schaft-G._--2--data.pdf>, abgerufen am
20. Juni 2022). Psychiatrische Probleme werden im öffentlichen Centre
Hospitalier Universitaire de O._ in G._ behandelt.
Senegal hat im September 2013 mit der Einführung einer Krankenversi-
cherung (Couverture maladie univserselle [CMU]) begonnen (vgl. Radio
France Internationale (RFI), Sénégal: le président Macky Sall lance son
programme de Couverture maladie universelle, 20. September 2013, ab-
rufbar unter <http://www.rfi.fr/afrique/20130920-senegal-president-macky-
sall-programme-couverture-maladie-universelle-cmu-sante-medecine>,
abgerufen am 20. Juni 2022; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
E-3165/2015 vom 11. Mai 2016). Die Umsetzung verläuft nach neuesten
Berichten noch nicht zufriedenstellend. Im Jahr 2020 waren einem Medi-
enbericht zufolge 53,2% der Einwohner Senegals durch die CMU abge-
deckt (vgl. Agence de Presse Sénégalaise (APS), L'ACMU disposée à ren-
forcer et repositionner les mutuelles de santé, 15. März 2022, abrufbar un-
https://dakar.diplo.de/blob/2319760/7979bdba200e2099832ca9c716eec69f/aerzte-liste-botschaft-G._--2--data.pdf https://dakar.diplo.de/blob/2319760/7979bdba200e2099832ca9c716eec69f/aerzte-liste-botschaft-G._--2--data.pdf
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ter <http://APS - L’ACMU disposée à renforcer et repositionner les mu-
tuelles de santé (directeur)>, abgerufen am 20. Juni 2022). Zur Überbrü-
ckung der ersten Zeit nach der Rückkehr ist auf die Möglichkeit, bei der
Vorinstanz bei Bedarf einen Antrag auf Gewährung medizinischer Rück-
kehrhilfe zu stellen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG), hinzuweisen. Der Vollzug
erweist sich deshalb auch in individueller Hinsicht als zumutbar.
8.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeichnen,
da es dem Beschwerdeführer obliegt, sich bei der zuständigen Vertretung
seines Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedokumente
zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AslyG; BVGE 2008/34 E. 12).
8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Angesichts der
Tatsache, dass mit Instruktionsverfügungen vom 18. Februar 2022 die Ge-
suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgelt-
liche Rechtsverbeiständung gutgeheissen wurde und aufgrund der Akten-
lage nach wie vor von einer prozessualen Bedürftigkeit auszugehen ist, ist
von der Kostenauferlegung abzusehen.
10.2 Die amtliche Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers reichte eine
Honorarnote in der Höhe von Fr. 1'396.50 (inkl. Auslagen), ausgehend von
einem zeitlichen Aufwand von 6.21 Stunden zu einem Stundenansatz von
Fr. 220.– ein. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand für die Beschwer-
deergänzung, Gespräche und Replik erscheint indessen den Verfahrens-
umständen entsprechend als überhöht und ist zu kürzen. Die Kosten für
http://aps.sn/spip.php?article1995&lang=fr http://aps.sn/spip.php?article1995&lang=fr
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die ausgewiesenen Auslagen sind zu ersetzen. Der rubrizierten Rechtsver-
treterin ist somit zu Lasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von
Fr. 700.– (inkl. Auslagen) auszurichten.