Decision ID: 7060b612-7b60-5f0c-a175-a08cb4b8776e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B. C., geboren am 13. Oktober 1900, von Serbien und Montenegro, geboren und
aufgewachsen in T., Kosovo, reiste am 4. Februar 1991 in die Schweiz ein und erhielt
im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung "zum Verbleib bei den
Eltern". Gemäss Angaben im angefochtenen Entscheid ist er seit dem 17. August 2000
mit der Schweizer Staatsangehörigen G. L., geboren am 9. April 1979 im Kosovo,
verheiratet. Am xx. Dezember 1998 wurde X. geboren, am xx. Februar 2002 Y.. Beide
Kinder sind Schweizer Staatsangehörige.
B. C. ist in den Jahren 1995 bis 2009 wie folgt verurteilt worden:
- mit Bussenverfügung des Untersuchungsrichteramtes St. Gallen vom
18. Januar 1995 wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ankauf,
Besitz und Konsum von Haschisch) zu einer Busse von Fr. 300.--;
- mit Strafbescheid des Untersuchungsrichteramtes St. Gallen vom 3. Februar
1997 wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln (Nichtanpassen der
Geschwindigkeit an die gegebenen Verhältnisse) zu einer Gefängnisstrafe von sechs
Wochen und einer Busse von Fr. 500.--. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde bedingt
aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren;
- mit Strafbescheid des Untersuchungsrichteramtes St. Gallen vom 23. Juni 1998
wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsum von
Haschisch, Marihuana und Kokain) zu einer Busse von Fr. 100.--;
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- mit Strafverfügung des Bezirksamtes Kreuzlingen vom 29. Januar 1999 wegen
Widerhandlung gegen die Verordnung über das Waffentragen und den Waffenbesitz
(Mitführen
eines Schlagringes) zu einer Busse von Fr. 90.--;
- mit Entscheid des Bezirksgerichtes St. Gallen vom 3./5. Mai 2000 wegen
mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen
Hausfriedensbruchs und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer
Gefängnisstrafe von neun Monaten sowie zu einer Landesverweisung von drei Jahren.
Die Gefängnisstrafe und die Landesverweisung wurden bedingt aufgeschoben unter
Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren. Die vom Untersuchungsrichteramt St.
Gallen am 3. Februar 1997 ausgefällte Gefängnisstrafe von sechs Wochen wurde
vollziehbar erklärt;
- mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Uster vom 29. Oktober 2001 wegen
grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 1'200.--;
- mit Entscheid des Einzelrichters des Kreisgerichtes St. Gallen vom 14. Oktober
2004 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln, mehrfacher Übertretung der
Chauffeurverordnung ARV 1 sowie mehrfacher Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Die mit Urteil
des Bezirksgerichtes St. Gallen vom 3./5. Mai 2000 angeordnete Probezeit von drei
Jahren wurde um ein halbes Jahr verlängert;
- mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 31. Mai 2005
wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einer Busse von Fr. 300.--;
- mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 2. August 2006
wegen Hehlerei zu drei Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 100.--. Für die
Freiheitsstrafe wurde der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von
zwei Jahren gewährt;
- mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Altstätten vom 30. Oktober
2007 wegen Übertretung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
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Ausländer (Ausüben einer bewilligungspflichtigen Nebentätigkeit und Erfüllen von
Bewachungsaufträgen ohne Bewilligung) zu einer Busse von Fr. 400.--;
- mit Urteil und Beschluss des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 22. Januar 2009
wegen Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von
vierzehn Monaten. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben unter
Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren. Auf den Widerruf der mit Strafbescheid vom
2. August 2006 ausgesprochenen Gefängnisstrafe von drei Tagen wurde verzichtet.
Am 27. Juli 2009 lehnte es das Ausländeramt ab, die Aufenthaltsbewilligung von B. C.
zu verlängern. Er wurde angewiesen, die Schweiz bis 5. Oktober 2009 zu verlassen.
Der Entscheid wurde im Wesentlichen damit begründet, der Gesuchsteller habe
Widerrufsgründe im Sinn von Art. 62 lit. lit. b, c und d sowie Art. 63 lit. a des
Ausländergesetzes (SR 142.20, abgekürzt AuG) gesetzt. Sodann überwiege das
öffentliche Interesse an der Fernhaltung von B. C. gegenüber seinem privaten
Interesse, in der Schweiz bleiben zu können.
B./ Am 13. August 2009 erhob B. C., vertreten durch Rechtsanwalt D. E., St. Gallen,
gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 27. Juli 2009 Rekurs beim Sicherheits-
und Justizdepartement. Er stellte die Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Während der Dauer des
Rekursverfahrens erging eine Strafverfügung des Bezirksamtes Weinfelden wegen
Nichtsicherns der Ladung eines Lastwagens. Am 10. Juni 2010 wies das Sicherheits-
und Justizdepartement den Rekurs ab und lud das Ausländeramt ein, B. C. eine neue
Frist zur Ausreise zu setzen. Die Rekursinstanz gelangte ebenfalls zum Ergebnis, die
Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei statthaft und die
Rückkehr in den Kosovo sei B. C. möglich und zumutbar.
C./ Am 5. Juli 2010 erhob B. C., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt D. E., St.
Gallen, gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 18. Juni
2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er stellte die Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid und die Verfügung des Ausländeramtes vom 27. Juli 2009
seien aufzuheben und das Ausländeramt sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung
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des Beschwerdeführers zu verlängern (Ziff. 1 und 2). Eventuell sei der
Beschwerdeführer zu verwarnen (Ziff. 3).
Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 14. Juli 2010 auf eine
Stellungnahme und beantragte, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
ist B. C. zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Weiter erfüllt die Beschwerdeeingabe vom 5. Juli 2010 die
gesetzlichen Anforderungen in zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht (Art.
64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben gestützt auf Art.
42 Abs. 1 AuG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung,
wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach einem ordnungsgemässen und
ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren haben die Ehegatten Anspruch auf
Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 3 AuG).
Die Ansprüche nach Art. 42 AuG erlöschen nach Art. 51 Abs. 1 AuG, wenn sie
rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften dieses
Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zulassung und den
Aufenthalt zu umgehen (lit. a); wenn Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG vorliegen (lit. b).
2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG kann eine Bewilligung widerrufen werden, wenn die
Voraussetzungen nach Artikel 62 Buchstabe a und b erfüllt sind, d.h. wenn die
Ausländerin oder der Ausländer oder ihr oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren
falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (Art. 62 lit. a
AuG), oder wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen
Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinn
von Artikel 64 oder Artikel 61 des Strafgesetzbuches angeordnet wurde (Art. 62 lit. b
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AuG). Ein Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG liegt vor, wenn gegen eine
ausländische Person eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ausgesprochen
wurde. Eine Nichtverlängerung der Bewilligung rechtfertigt sich indessen nur, wenn die
jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die entsprechende
Massnahme auch als verhältnismässig erscheinen lässt. Dabei sind namentlich die
Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen
Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu
berücksichtigen (BGE 135 II 381 E. 4.2 und 4.3).
2.2. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG kann eine Bewilligung widerrufen werden, wenn die
Ausländerin oder der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese
gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Erforderlich ist somit
ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Ordnung bzw. eine
schwerwiegende Gefährdung. Nach Art. 80 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt
und Erwerbstätigkeit (SR 142.201) liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit
und Ordnung unter anderem bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und
behördlichen Verfügungen vor.
3. Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt
EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) garantieren den Schutz des Familienlebens, soweit die familiäre Beziehung
tatsächlich gelebt wird und intakt ist (vgl. BGE 131 II 350 E. 5, 130 II 281 E. 3.1, BGE
126 II 382; Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, 2. Aufl., Zürich 2009, N 12 in
Nr. 18 mit Hinweisen).
Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten weder ein Recht auf Einreise
und Aufenthalt noch auf Wahl des für das Familienleben am geeignetsten
erscheinenden Ortes (B. Ehrenzeller, in: St. Galler Kommentar zur Schweizerischen
Bundesverfassung, Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 23 und 25 zu Art. 13 BV; BGE 130 II
285 E. 3.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 126 II 335 E. 3a). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein
Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich
vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale
oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur
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Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der
Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer. Die
Konvention verlangt eine Abwägung zwischen den widerstreitenden Interessen an der
Erteilung der Bewilligung einerseits und an deren Verweigerung andererseits, wobei
letztere in dem Sinn überwiegen müssen, als sich der Eingriff als notwendig erweist
(BGE 135 I 156 E. 2.2.1). Bei der Interessenabwägung sind die gesamten persönlichen
Verhältnisse des Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer des Aufenthalts, die
Integration in der Schweiz, die verbleibende Beziehung zum Heimatstaat und straf- und
fremdenpolizeilich verpöntes Verhalten
(Haefliger/Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz,
2. Aufl., Bern 1999, S. 263; vgl. auch VerwGE vom 9. Juli 2009 i.S. D.O. mit Hinweis auf
VerwGE vom 30. November 2006 i.S. U.K., in: www.gerichte.sg.ch).
4. Der Beschwerdeführer räumt ein, dass dadurch, dass er mit Urteil des
Bezirksgerichts Dielsdorf vom 22. Januar 2009 wegen qualifizierter Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von vierzehn Monaten
verurteilt worden ist, eine längerfristige Gefängnisstrafe im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. b
AuG vorliege. Er argumentiert indessen, eine Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung rechtfertige sich nur, wenn die im konkreten Fall
vorzunehmende Interessenabwägung ergebe, dass die Massnahme verhältnismässig
sei, was im vorliegenden Fall nicht zutreffe.
4.1. Der Beschwerdeführer begründet seinen Standpunkt vorab damit, von ihm gehe
keine besonders grosse kriminelle Energie aus, weshalb er die öffentliche Ordnung und
Sicherheit "gegenwärtig" nicht gefährde. Es bestehe deshalb kein oder nur ein geringes
öffentliches Interesse an seiner Wegweisung aus der Schweiz, weshalb sein privates
Interesse, weiterhin hier zu bleiben, überwiege. Gegebenenfalls genüge eine
Verwarnung.
4.1.1. Unbestritten geblieben ist die Feststellung im angefochtenen Entscheid, wonach
der Beschwerdeführer wegen mehrfachen Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz, mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung,
mehrfachen Hausfriedensbruchs und mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln
und Hehlerei insgesamt zu 26 1⁄2 Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Hinzu
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kommt, dass ihm immer wieder Bussen auferlegt werden mussten. Wie die Vorinstanz
mit Recht ausführt, lässt die grosse Zahl der zum Teil schwerwiegenden Delikte, die
der Beschwerdeführer im Verlauf der Jahre begangen hat, ohne weiteres darauf
schliessen, dass ihn ein erhebliches Verschulden trifft. Sodann hat er mit seinem
strafrechtlich relevanten Verhalten eine ausgeprägte Geringschätzung und
Gleichgültigkeit gegenüber der hier geltenden Rechtsordnung zum Ausdruck gebracht.
Der Beschwerdeführer hat sich offensichtlich weder von gegen ihn verhängten Strafen
noch von den Verwarnungen, die das Ausländeramt am 19. Januar 2001 und am
16. November 2004 (act. 204/205 bzw. act. 305/306) gegen ihn ausgesprochen hat,
davon abhalten lassen, weiterhin straffällig zu werden. Es ist deshalb nicht
anzunehmen, dass ihn eine neuerliche Verwarnung davon abhalten würde, weiterhin
gegen die hier geltende Rechtsordnung zu verstossen. Er erscheint unverbesserlich,
zumal er das schwerwiegendste Delikt, das die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von
14 Monaten zur Folge hatte - Kokainhandel in Mittäterschaft - in der Zeit von Februar
2008 bis zu seiner Verhaftung am 8. Mai 2008, somit vor noch nicht langer Zeit,
begangen hat. Zudem fällt sein Verschulden in diesem Zusammenhang in
ausländerrechtlicher Hinsicht besonders schwer ins Gewicht, weil das Bundesgericht
bei derartigen Straftaten - insbesondere auch bei Drogenhandel - eine strenge Praxis
verfolgt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss ausländerrechtlich, wo
dem Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Schweiz besonderes
Gewicht beigemessen wird, selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht
hingenommen werden (Urteil vom 20. Oktober 2009 2C_36/2009 E. 3.3 mit Hinweisen,
in: www.admin.ch).
4.1.2. Es ergibt sich somit, dass sowohl der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. l lit. a in
Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG als auch derjenige nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt
sind. Dem Beschwerdeführer kann deshalb nicht gefolgt werden, soweit er geltend
macht, die Vorinstanz gehe in willkürlicher Weise davon aus, er stelle auch künftig eine
schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dar und es
bestehe deshalb ein erhebliches öffentliches Interesse, ihn aus der Schweiz
wegzuweisen. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass sich der Beschwerdeführer
darauf beruft, lediglich die Freiheitsstrafe von vierzehn Monaten, die das Bezirksgericht
Dielsdorf am 22. Januar 2009 verhängt habe, stelle im Sinn von Art. 62 lit. b AuG einen
Grund dar, die Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlängern bzw. die anderen Strafen
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würden dies "für sich alleine" nicht rechtfertigen. Bei einer Gefängnisstrafe von weniger
als einem Jahr kann die Nichtverlängerung der Bewilligung gestützt auf den subsidiär
anzuwendenden Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfolgen, wenn der
Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
der Schweiz verstossen hat (BGE 135 II 381 E. 4.2). Von letzterem ist im vorliegenden
Fall auszugehen, zumal aktenkundig ist, dass sich der Beschwerdeführer seit dem Jahr
1995 immer wieder strafbar gemacht hat und dass er am 3. Februar 1997 zu einer
Gefängnisstrafe von sechs Wochen, am 3./5. Mai 2000 zu einer Gefängnisstrafe von
neun Monaten, am 14. Oktober 2004 zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten, am
2. August 2006 zu einer Gefängnisstrafe von drei Tagen und am 22. Januar 2009 zu
einer solchen von vierzehn Monaten verurteilt worden ist. Ebenfalls nicht stichhaltig ist
das Argument, die letzte Verurteilung wegen Verkehrsdelikten sei am 14. Oktober 2004
erfolgt, weshalb bezüglich derartiger Delikte von einer Läuterung des
Beschwerdeführers ausgegangen werden könne. Abgesehen davon, dass der
Beschwerdeführer am 1. April 2010 vom Bezirksamt Weinfelden wegen Nichtsicherns
der Ladung mit Gartenplatten auf der Ladefläche eines Lastwagens mit einer Busse
von Fr. 30.-- bestraft worden ist, ist er, wie ausgeführt, insbesondere auch nach dem
14. Oktober 2004 in erheblichem Mass strafrechtlich in Erscheinung getreten. In
Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwerdeführer immer wieder strafbares
Verhalten an den Tag gelegt hat, kann ihm auch nicht gefolgt werden, wenn er den
Standpunkt vertritt, bezüglich seines zukünftigen Verhaltens könne ihm eine gute
Prognose gestellt werden, weil dem Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 22. Januar
2009 eine "einmalige Tat" zugrunde liege. Hinzu kommt, dass aktenkundig ist, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2008 während mehreren Monaten, bis zu seiner Verhaftung,
als Kokaindealer tätig war. Im weiteren ist er am 18. Januar 1995, am 23. Juni 1998,
am 14. Oktober 2004 und 31. Mai 2005 wegen Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden. In Anbetracht dieser beträchtlichen
kriminellen Energie erscheint auch nicht glaubhaft, wenn der Beschwerdeführer
behauptet, die Tatsache, dass er in Untersuchungshaft genommen worden sei, habe
zu einer Verhaltensänderung geführt bzw. er sei sich der Konsequenzen seines Tuns
bewusst geworden. Schliesslich kann der Beschwerdeführer aus dem Vorgehen des
Ausländeramtes nicht ableiten, es bestehe kein erhebliches öffentliches Interesse an
seiner Wegweisung aus der Schweiz. Es ist nicht zu beanstanden, dass sein
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Fehlverhalten, das in den Jahren 2001 und 2004 zu Verwarnungen geführt hatte, nun
zur Beurteilung der Frage, ob die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern sei,
miteinbezogen wurde.
4.2. Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe
sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz willkürlich gewichtet bzw. es
überwiege gegenüber einem allfälligen öffentlichen Interesse an seiner Wegweisung. Er
begründet dies damit, er sei seit 19 Jahren hier wohnhaft und könnte seine familiäre
Beziehung zu seiner Ehefrau und seinen Söhnen mit Schweizer Bürgerrecht im Fall
einer Wegweisung aus der Schweiz nicht mehr leben.
4.2.1. Unbestritten geblieben sind die Feststellungen der Vorinstanz, wonach der
Beschwerdeführer im Jahr 1991, im Alter von gut vierzehn Jahren, mit der Mutter und
Geschwistern von T. zum Vater nach St. Gallen übergesiedelt ist. In der Schweiz
besuchte er eine Deutschklasse und für ein Jahr die Realschule, konnte aber wegen
ungenügender Deutschkenntnisse keinen Beruf erlernen (vgl. dazu auch act. 456).
Obschon der Beschwerdeführer seit nunmehr neunzehn Jahren in der Schweiz lebt, ist
es ihm offensichtlich auch im Lauf der Jahre nicht gelungen, sich an die hier geltende
Rechtsordnung zu halten. Sein in strafrechtlicher Hinsicht unverbesserliches Verhalten
ab dem Jahr 1995 lässt nicht darauf schliessen, er sei hier gut integriert, zumal er sich
gemäss Urteil des Bezirksgerichts St. Gallen vom 3./5. Mai 2000 zusammen mit I. D.
und A. P. strafbar gemacht und den Kokainhandel in Mittäterschaft im Jahr 2008 mit R.
R. und I. A. begangen hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
mit Kultur und Sprache in der Heimat nach wie vor vertraut ist. Er hat im Kosovo eine
von dort stammende Schweizer Bürgerin geheiratet (act. 462), und er bestreitet nicht,
dass er regelmässig ferienhalber in die Heimat reist. So stellt er nicht in Abrede, dass er
am 16. Juli 2009 beim Ausländeramt ein Rückreisevisum beantragt hat, um in T. Ferien
zu verbringen. Die Behauptung, er verfüge dort über kein Beziehungsnetz, erscheint
deshalb unglaubwürdig. Selbst wenn sich der Beschwerdeführer in der Heimat sozial
integrieren müsste, würde dies nicht gegen seine Wegweisung aus der Schweiz
sprechen, zumal er das ihm hier gewährte Gastrecht im Verlauf der Jahre immer wieder
missbraucht und Widerrufsgründe gesetzt hat. Auch die Tatsache, dass der Aufbau
einer wirtschaftlichen Existenz im Kosovo mit Schwierigkeiten verbunden sein dürfte,
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lässt die Rückkehr des Beschwerdeführer in die Heimat nicht als unzumutbar
erscheinen, zumal er sie selber zu verantworten hat.
4.2.2. Der Beschwerdeführer beruft sich auch darauf, die Wegweisung aus der Schweiz
würde zu einer Trennung von seiner Ehefrau und den Kindern X. und Y. führen bzw. die
Familie würde auseinandergerissen. Er macht geltend, seine Söhne hätten eine enge
Beziehung zu ihm und X. befinde sich in einer Lebensphase, in der er besonders auf
eine männliche Führung, einen starken Halt und auf eine männliche Bezugsperson
angewiesen sei.
Gemäss Angaben im angefochtenen Entscheid und gemäss Aktennotiz vom 28. Mai
2009 (act. 340 und 462) heiratete der Beschwerdeführer am 17. August 2000 im
Kosovo die dort geborene Schweizer Bürgerin G. L. und die Kinder X. und Y. sind zur
Zeit rund zwölf bzw. acht Jahre alt. In Anbetracht der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer im Verlauf der Jahre zu insgesamt 26 1⁄2 Monaten Freiheitsstrafe und
zahlreichen Bussen verurteilt worden ist und dass die längste Freiheitsstrafe, diejenige
von vierzehn Monaten, erst im Jahr 2009 verhängt worden ist, überwiegt das
öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz
gegenüber den familiären Nachteilen, die diese Massnahme zur Folge hat. Es ist dem
Beschwerdeführer, seiner Ehefrau und den Kindern zumutbar, familiäre Beziehungen
mittels Telefonaten, Briefen und Besuchen zu pflegen.
Hinzu kommt, dass fraglich ist, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
des Beschwerdeführers tatsächlich dazu führt, dass das familiäre Zusammenleben der
Eheleute C.-L. mit ihren Kindern in einer Wohnung in St. Gallen beeinträchtigt wird. Wie
ausgeführt, besteht gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AuG ein Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung eines ausländischen Ehegatten einer Schweizerin nur, wenn die
Eheleute zusammenwohnen. Sodann garantieren Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1
BV den Schutz des Familienlebens nur, wenn eine familiäre Beziehung tatsächlich
gelebt wird und intakt ist. Abgesehen davon, dass zumindest fraglich ist, ob der
Beschwerdeführer aufgrund seiner einschlägigen strafrechtlichen Vergangenheit in der
Lage ist, seinen Söhnen ein positives männliches Vorbild zu sein, bestehen zumindest
Zweifel, ob er sich mit Recht auf diese rechtlichen Vorgaben beruft. Im Zusammenhang
mit der Strafuntersuchung betreffend grober Verletzung der Verkehrsregeln gab der
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Beschwerdeführer am 28. Juli 2003 zu Protokoll, er sei ledig bzw. er sei mit G. L., die
ihm zwei Söhne geboren habe, verlobt. Weil sie seit längerer Zeit Probleme hätten,
hätten sie sich zu einer Trennung entschlossen, weshalb G. L. im April 2003 zu ihren
Eltern nach S. gezogen sei. Sie werde aber voraussichtlich wieder zu ihm nach St.
Gallen ziehen (act. 456 und 457). Aktenkundig ist weiter, dass der Beschwerdeführer,
der als Wohnadresse "L-strasse 00, 9000 St. Gallen" angibt, von der L-strasse 00 in St.
Gallen nach R. gezogen ist (act. 439 und 454). Aus dem Urteil des Bezirksgerichts
Dielsdorf vom 22. Januar 2009 betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz geht dementsprechend hervor, dass der Beschwerdeführer an
der B-strasse 0 in R. wohne (act. 449). Auch der Kopie der bis zum 25. April 2009
gültigen Aufenthaltsbewilligung kann entnommen werden, der Beschwerdeführer
wohne an der B-strasse 0 in R. (act. 440). Weiter ergibt sich aus einem Bericht der
Kantonspolizei St. Gallen im Zusammenhang mit Abklärungen betreffend Diebstahl,
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Waffengesetz, dass G.
L., "neue Adresse 0000 S., H-strasse 32" ihren ehemaligen Lebenspartner am 17. April
2003 beim Fahndungsdienst deliktischer Handlungen beschuldigt habe. Aus den
Ausführungen geht hervor, dass der Beschwerdeführer vermutet hat, G. L. sei zur
Polizei gegangen und habe ihn in ungerechtfertigter Weise angeschuldigt, weil sie die
Trennung von ihm nicht akzeptieren könne (act. 266). Gemäss Befragungsprotokoll
vom 9. Mai 2003 in derselben Angelegenheit ist der Beschwerdeführer ledig. Er hat
damals ausgesagt, er wohne zusammen mit Vater, Mutter und Bruder an der R-strasse
210 (act. 261) und er habe mit G. L., mit der er zwei Kinder habe, seit längerer Zeit
Probleme bzw. er habe sich endgültig von ihr getrennt (act. 209). Auch hat sich der
Beschwerdeführer auf dem Gesuchsformular betreffend Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung am 15. Januar 2002 in der Rubrik "Zivilstand" als ledig
bezeichnet bzw. er hat die Rubrik "Ehegatte" nicht ausgefüllt (act. 225). Weiter ist er
gemäss Protokoll betreffend Geschwindigkeitsüberschreitung der Kantonspolizei
Zürich vom 28. Mai 2001 "ledig" bzw. die Rubrik "Ehegatte" ist mit einem Strich
versehen (act. 217).
5. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz davon ausgehen durfte,
dass die öffentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
des Beschwerdeführers gegenüber privaten Interessen an seinem Verbleib in der
Schweiz überwiegen. Es ist dem Beschwerdeführer, seiner Ehefrau und den Kindern in
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Anbetracht aller Umstände zumutbar, persönliche Kontakte mittels Telefonaten, Briefen
und Besuchen aufrechtzuerhalten. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf eingetreten werden kann.
Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
verrechnet.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht