Decision ID: 709c01d5-4781-45da-879e-3c7f118e0998
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972,
war zuletzt
selbständig als Autohändler
tätig
und meldete sich am 2
8.
September 2016 unter Hinweis auf die Folgen eines Unfalls vom 2
7.
Februar 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
14/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zog das Polizeiprotokoll des Unfalls
bei
(
Urk.
14/24)
, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und teilte dem Versicherten am 2
6.
Januar 2017 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
14/32). In der Folge holte die IV-Stelle insbesondere ein
bidisziplinäres
Gutachten beim Begutachtungsinstitut
Y._
ein, welches am
4.
Dezember 2017 erstattet wurde (
Urk.
14/58/2-25).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
14/61,
Urk.
14/66,
Urk.
14/72) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
2 =
Urk.
14/76).
2.
Der Versicherte erhob am 1
8.
Juni 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Mai 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei eine Evaluation der effektiven Leistungsfähigkeit anzuordnen und subeventuell sei er durch einen unabhängi
gen Facharzt in psychiatrischer und rheumatologischer Hinsicht zu begutachten (
Urk.
1 S. 2). Mit Eingaben vom 2
7.
Juni 2018 (
Urk.
7) und
1
2.
Juli 2018 (
Urk.
10)
reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische Akten
(
Urk.
8,
Urk.
11)
ein.
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom
8.
August 2018 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
13)
.
D
er Beschwerdeführer
reichte
a
m 1
3.
September 2018 einen weiteren Bericht
(
Urk.
19)
ein (
Urk.
18).
Mit Schreiben von
1
6.
Oktober 2018
verzichtete die Beschwerdegegnerin
ausdrücklich
auf das Einreichen einer Stellungnahme
dazu
(
Urk.
22), was dem
Beschwerdeführer am 1
7.
Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
23).
Mit Gerichtsverfügung vom
1
7.
September 2018
wurde antragsgemäss
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (
Urk.
20).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1
.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus (Urk.
2), dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Autohändler nicht mehr zugemutet werden könne,
dass ihm aber
eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit weiterhin in einem Vollzeit-Pensum möglich
sei
, weshalb sich keine Erwerbseinbusse infolge der gesundheitlichen Einschränkun
gen ergebe
(S. 1 f.)
.
Mit de
n
vom Beschwerdeführer zusätzlich eingereichten ärztlichen Berichten seien keine
neuen medizinischen Tatsachen vorgebracht worden. In den gut
achterlichen Untersuchungen seien zudem zahlreiche Inkongruenzen aufgezeigt worden und es sei ausführlich zu der chronischen Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren Stellung genommen worden. Zusammenfassend lägen keine neuen medizinischen Tatsachen vor, die einen Einfluss auf den bis
herigen Entscheid hätten (S. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe entgegen zahlreicher anderer Facharztberichte aus
schliesslich auf das Gutachten des
Y._
abgestellt und habe damit den Grundsatz der objektiven Überprüfung aller Beweismittel und das Willkürverbot
verletzt
(S.
12 f.
Ziff.
21-
22).
Das Gutachten des
Y._
sei aus näher genannten Gründen man
gelhaft (S.
12
Ziff.
21, S. 14
Ziff.
24, S.
18
Ziff.
31).
Auch wenn die aus dem Schleudertrauma der Halswirbelsäule folgenden Funkti
onsausfälle nicht organisch nachweisbar seien, würden diese zu einer Beeinträch
tigung der Arbeitsfähigkeit führen (S. 13 f.
Ziff.
23-24).
Ebenso sei aus
psychiat
rischer Sicht aufgrund de
r einschlägigen Indikatoren auf
eine Arbeitsunfähigkeit zu schliessen (S. 15 f.
Ziff.
28).
Des Weiteren sei die im
Zusammenhang mit dem
Gutachten
erfolgte
punktuelle Untersuchung des Serumspiegels
aus näher genannten Gründen
fehlerhaft
(S. 17
Ziff.
30) und er leide an einer Medikamen
tensucht, die auf die Folgen des Unfalls zurück zu führen sei (S. 18 f.
Ziff.
32). Insgesamt sei eine vollständige Erwerbsunfähigkeit ausgewiesen, wes
halb ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente bestehe (S. 19
Ziff.
19).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde und ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Invali
denrente hat.
3.
3.1
Dr.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, Spital
A._
, berichtete am 2
7.
Februar 2016 (
Urk.
14/33/12-13) über die gleichentags erfolgte
notfallmässige
Behandlung
nach einem Auffahrunfall und nannte als Diagnose eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der Lendenwirbelsäu
l
e (LWS) nach einem
Dezelerationstrauma
(S. 1 unten). Vo
m
27.
Februar bis
2.
März 2016 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1 unten).
3.2
Im Bericht über
das MR des Beckens und die
MR-
Arthrographie
der
rechten Hüfte vom 2
8.
April 2016
(
Urk.
14/21/8)
nannten
die Ärzte des
Instituts B._
eine wenig ausgeprägte dorsal und
dorsokranial
betonte
Coxarth
rose
mit Knorpelausdünnung vor allem im lateralen
Acetabulumdach
mit sub
kortikaler Geröllzyste. Aufgrund des weit nach lateral ausladenden
Acetabulum
dachs
rechts beziehungsweise der vermehrten Überdachung
des
Femurkopfs
sei die Different
ialdiagnose
(DD)
der Dysplasie zu stellen. Ansonsten sei das MRI des Beckens und des rechten Hüftgelenks normal, insbesondere bestehe kein Nach
weis eines Labrumrisses (S. 1 unten).
3.3
Dr.
C._
,
Fachärztin für Physikalische Medizin
, berichtete am 23.
Juni 2016 (
Urk.
14/21/11-13 =
Urk.
14/33/9-11) über die gleichentags erfolgte Untersuchung und nannte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Zervikalgie
mit/bei
-
Status nach Auffahrunfall vom 2
7.
Februar 2016
-
mediane Diskushernie C4/5, ohne Nervenwurzelkontakt
-
rechtsbetonte
Uncovertebralarthrose
und
Bulging
C5/6, diskrete Spi
nalkanalstenose
-
lokales paraspinales Weichteilödem im Verlauf der Lig
amenta
interspi
nales und
nuchae
, DD Zerrung
-
muskuläre Dysbalance
-
Lumbalgie mit/bei
-
rechtslaterale
intraforaminale
Diskushernie L3/4 mit Tangierung der Nervenwurzel L3 rechts
-
muskuläre Dysbalance
-
Hüftschmerzen rechts mit/bei
-
diskrete
Coxarthrose
-
diskrete Dysplasie
Ein grosser Teil der Beschwerden sei auch auf eine ausgeprägte muskuläre Dys
balance aufgrund einer Dekonditionierung zurückzuführen. Der Beschwerdefüh
rer sei durch seinen Hausarzt 100
%
arbeitsfähig (richtig wohl:
arbeitsunfähig
)
geschrieben worden (S. 3).
3.4
Dr.
D._
, Facharzt für Neurologie, führte in seinem Bericht vom 4.
Oktober 2016 (
Urk.
14/21/6-7 =
Urk.
14/33/6-7
) über die gleichentags erfolgte klinisch-neurologische und neurophysiologische Abklärung aus, klinisch-neuro
logisch und myographisch bestünden keine Hinweise für eine zervikale oder lum
bale Radikulopathie oder
für
eine spinale Impulsleistungsstörung als mögliche Ursache der Beschwerden
.
Somit bestehe für die geklagten Schmerzen kein neu
rologisches Substrat (S. 2 Mitte).
3.5
Dr.
E._
, Fachärzt
in
für Neurologie, und
Dr.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie
,
Klinik G._
, führten in ihrem am 2
1.
Oktober 2016 bei der Beschwerdegegnerin einge
gangen Bericht (
Urk.
14/15/2-6) aus, dass sie den Beschwerdeführer seit
2.
August 2016 ambulant behandelt hätten
(
Ziff.
1.2). Sie nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (
ICD-10
F32.10)
-
Differentialdiagnose (DD)
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach einem Autounfall (HWS-Schleudertrauma) und psychoso
zialer Belastungssituation (
ICD-10
F43.21)
Die Prognose sei derzeit nicht beurteilbar (
Ziff.
1.4). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Autohändler sei
d
er
Patient
seit 2
7.
Februar 2016 100
%
arbeitsun
fähig (
Ziff.
1.6) und diese sei ihm aus medizinsicher Sicht nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7) Es bestünden körperliche und geistige Minderbelastbarkeit, Tagesmü
digkeit, ein reduziertes Durchhaltevermögen sowie Nacken- und Rückenschmer
zen (
Ziff.
1.7). Ob mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne, sei aus psychiatrischer Sicht nicht beurteilbar (
Ziff.
1.9). Da die Einschränkungen vor allem somatischer Natur seien, solle die Beurteilung über Art und Umfang von möglichen Eingliederungsmassnahmen von orthopädischer Seite beurteilt werden (
Ziff.
1.8).
3.6
H._
führte in seinem Bericht vom 1
0.
November 2016 (
Urk.
14/21/1-5) aus, der Beschwerdeführer sei seit dem Unfall vom 2
7.
Februar 2016 100
%
arbeitsunfähig. Zwischenzeitlich sei er vo
m
2.
Mai
bis
3
1.
Mai 2016 50
%
arbeitsfähig gewesen. Zudem sei er aufgrund einer Depression in Behand
lung (
Ziff.
1.1).
3.7
Dr.
I._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, und
J._
, Assistenzärztin,
Klinik K._
, nannten in ihrem Bericht vom 2
9.
November 2016 (
Urk.
14/33/4-5) über die gleichentags erfolgte Konsultation als Diagnose eine traumatische Labrumlä
sion der rechten Hüfte bei einem Status nach einem Auffahrunfall im Februar 2016 (S. 1).
Zweimalige Mischinfiltrationen der rechten Hüfte hätten jeweils eine kurzfristige Beschwerdefreiheit gezeigt. Zur längerfristigen Verbesserung könne dem Beschwerdeführer eine Hüftgelenksarthroskopie mit
Labrumrefixation
, gegebe
nenfalls Teilresektion, angeboten werden. Der Beschwerdeführer stehe einem ope
rativen Prozedere ablehnend gegenüber. Konservativ könne die Infiltrationsthe
rapie sowie die physiotherapeutische Beübung mit einer flankierenden Schmerztherapie fortgeführt werden. Diesbezüglich bef
i
nde sich der Beschwerde
führer bereits in schmerztherapeutischer Behandlung (S. 2).
3
.8
Dr.
L._
, Facharzt für
Anästhesiologie
, nannte in seinem Bericht vom 1
1.
Januar 2017 (
Urk.
14/29 =
Urk.
14/33/1-3) über die am
9.
Januar 2017 erfolgte Behandlung die folgenden Diagnosen (S. 2):
-
Verdacht auf
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom, DD Occipitalis-Neuralgie, respektive Neuralgie des
Arnold’schen
Nerv bei Zustand nach
Whiplash
-Verletzung im Februar 2016
-
Verdacht auf
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L3 rechts bei foramina
ler Enge
3.9
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3
) führte in ihrem Bericht vom 1
6.
Februar 2017 (
Urk.
14/44/2-6) aus, dass sie den Beschwerdeführer vo
m
2
0.
April bis 2
8.
November 2016 ambulant behandelt habe (
Ziff.
1.2)
,
und nannte dieselben Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wie in ihrem Berich
t vom Juni 2016 (vorstehend E. 3.3
). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Aus medizini
s
cher Sicht sei die bisherige Tätigkeit als
«
reduzierte Automechaniker Tätigkeit
»
zumutbar (
Ziff.
1.7). Die Ein
schränkung liessen sich durch Physiotherapie vermindern und es
könne mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.10
Dr.
M._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, nannte in seinem Bericht vom 1
5.
Mai 2017
(
Urk.
14/58/26-27) über die
Untersuchung
vom
1
2.
Mai 2017
als Diagnose eine eingeschlagene Aussenmeniskuskorbhenkelläsion des linken Kniegelenks
(
S. 1 Mitte). Aus seiner Sicht sei unbedingt eine Operationsindikation zu stellen, da ansonsten kaum eine Schmerzfreiheit erreicht werden könne (S. 1 unten).
3
.11
Dr.
L._
(vorstehend E. 3.8
) führte in seinem Verlaufsbericht vom 2
0.
Juni 2017 (
Urk.
14/47/4-5) aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers verschlechtert habe
,
und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 oben):
-
Zustand nach Verkehrsunfall, direkt anschliessendes Auftreten von Schmerzen im Nacken sowie frontal beidseits
-
D
ig
.
I bis
D
ig
.
V an beiden oberen Extremitäten: Par-/Dysästhesien
-
Schmerzen im Hüftbereich rechts (Diagnostik andernorts)
-
for
a
minale Enge L3/4 rechts
-
fachpsychiatrische Begleitung, muttersprachlich
Aus somatischer Sicht könne eine
vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Mög
lichkeit zu häufigen Positionswechseln erprobt werden. Dabei sei
darauf zu ach
ten, dass nicht schwerpunktmässig Bildschirmarbeit zu leisten sei. Grundsätzlich sei in diesen Fällen eine Evaluierung der funktionellen Leistungsfähigkeit zu empfehlen. Aufgrund psychischer und sozialer Einschränkungen bestünden ein
geschränkt
e Ressourcen, wobei hier mit dem behandelnden Psychiater
Kontakt aufzunehmen sei
(S. 1 Mitte).
Die lumbale foraminale Enge sei infiltrativ insbesondere mit wasserlöslichem Ste
roid adressiert worden, wobei es zu keiner Besserung der Schmerzen im rechten Hüftbereich gekommen sei. Hier stehe zwingend eine Re-Evaluierung eventueller
coxogener
Ursachen an (S. 1 unten).
Aktuell könne keine z
eitliche Prognose abgegeben wer
den. Es bestehe aktuell sei
nes Erachtens keine Arbeitsfähigkeit
(S. 2 oben).
3.12
Dr.
N._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte in seinem Bericht vom 3
0.
Juni 2017 (
Urk.
14/48) aus, dass er den Beschwerdeführer seit 2
2.
Februar 2017 ambulant behandle (
Ziff.
1.2)
,
und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
langanhaltende Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle (Sorge, Ärger, depressive Anteile
;
ICD-10 F43.23)
-
Schmerzstörung
Aus psychiatrischer Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6).
Aus psychiatrischer
Sicht könne die berufliche Tätigkeit ab sofort in einem 100%-Pensum wiederaufgenommen werden (
Ziff.
1.9)
.
4.
4
.1
Dr.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
P._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
Y._
,
erstatteten im Auftrag der Beschwerdegegnerin am
4.
Dezember 2017 ein
bidisziplinäres
Gutachten (
Urk.
14/58/2-25)
und stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 5 ff.) und ihre am
6.
November 2017 erhobenen psychiatrischen (S. 5 ff.) und rheuma
tologischen (S. 11 ff.) Befunde. Sie nannten die folgenden Diagnosen
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 22):
-
mediale Gonarthrose sowie laterale Meniskusläsion des linken Kniege
lenks
-
chronisches
zervikal und lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyn
drom
-
anamnestisch Status nach HWS- und LWS-Beschleunigungstrauma bei Auffahrunfall vom 2
7.
Februar 2016
-
radiologisch im MRT
der HWS und LWS vom
7.
November
2017 im Vergleich zur Voraufnahme vom
8.
März
2016 etwas progrediente links
mediolaterale
, flache
Diskushernierung
im Segment HWK3/4 bei freien
Neuroforamen
. Unverändert rechts
mediolaterale
betonte
Di
s
kusprotrusion
im Segment HWK 5/
6.
Moderate Facettengelenksarthro
sen der oberen HWS-Segmente sowie im Bereich des
zervikothorakalen
Übergangs ohne Zeichen einer aktivie
rten Arthropathie. Im Vergleich zur Voraufnahme vom
8.
März
2016 nur noch diskrete residuale Ver
änderungen der rechtslateralen Diskushernie im Segment LWK3/4, aktuell frei laufende Nervenwurzeln. Moderate degenerative Band
scheibenveränderungen der Segmente LWK 4 bis SWK 1 ohne lokale Hernie. Keine radikulär
e Kompression. Nur geringe Face
ttenarthrose im Segment LWK 4/5 ohne aktivierte Komponente
-
Wirbelsäulen
fehlhaltung bei betonter Lendenlordose, thorakaler Kyphose
-
Abschwächung der abdominellen und rückenstabilisierenden Muskel
gruppen
-
klinisch-rheumatologisch keine Hinweise auf lumbale oder zervikale sensomotorische Defizite
-
beginnende
Coxarthrose
rechts
-
r
eaktive
Periar
thropathia
coxae
-
radiomorphologisch im
Arthro
-MRT
rechts
vom
8.
November 2017 u
nauffällige Darstellung des rechten Hüftgelenkes, keine Zeiche
n einer manifesten Arthrose, all
enfalls minimale degenerative Veränderungen im Bereich des peripheren,
posterioren
Acetabulumerkers
. Keine Labrumläsion, kein Knochenmarksödem, reizlose Sehneninsertionen. Unspezifisches, diffuses Muskelödem des Gluteus maximus dorsolateral des Hüftgelenkes
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
,
insbesondere ein chronisches unspezifisches Schmerzsyndrom und eine
unspezifische intermittierende
Epikondylopathie
radialis
rechts (S. 22 unten).
4
.
2
Aus psychiatrischer Sicht bestehe diagnostisch
eine leichte depressive Episode
gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen, erhöhte Ermüdbarkei
t, Schlaf
störungen, verminderter
Appetit mit anamne
stisch Gewichtsabnahme und leicht
negative
n
Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen
und beruflichen Situation. Der
Selbstwert
des Beschwerdeführers
sei durchaus erhalten, er wisse, was er wolle und auch sein Antrieb sei nicht deutlich gestört, so habe er nach wie vor Kontakte zu Landsleuten und einer Partnerin angegeben
(S. 8
oben).
Diagnostisch bestehe ausserdem
eine chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren, gekennzeichnet durch ausgeweitete Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Ausmass mit der Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, durch somatische Befunde nicht hinreichend erklärt werden könne und welche nicht nur auf eine Somatisierung im Rahmen der Depression zurück
geführt werden könne
(S. 8 Mitte)
.
Ebenso bestünden psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren, die eine Rolle spielten, mit einer chronischen Schmerzproblematik nach einem Unfaller
eignis, die sich bis heute trotz Behandlungen nicht gebessert habe. Dadurch komme es psychisch zu Verunsicherung und Enttäuschung und es könnten auch lebensgeschichtliche Enttäuschungen reaktiviert werden
(S. 8
Mitte).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) genannt
. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für seine Fähigkeiten entsprechende und aus somati
scher Sicht angepasste Tätigkeiten. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht könne nicht begründet werden (S. 8 unten).
Bezüglich des Komplexes des Gesundheitsschadens wurde im psychiatrischen Teilgutachten insbesondere aufgeführt, es bestehe eine ausgebaute
Opio
i
danalge
tikamedikation
. Die Medikamentenspiegel lägen aber deutlich unter den thera
peutischen Bereichen, weshalb die Angabe des Beschwerdeführers bezüglich der Einnahme kaum zutreffen könne. Eine Entzugssymptomatik sei nicht erwiesen. Ob eine Abhängigkeit bestehe, könne erst unter einer Abstinenz beurteilt werden (S. 10 oben).
Opioidanalgetika
sollten bei psychisch überlagerten Schmerzen nicht verordnet werden. Wenn eine ambulante Dosisreduktion nicht möglich sei, könne eine stationäre Behandlung zur medikamentösen Neueinstellung sinnvoll sein. Sonst sei die
Analgetikaeinnahme
zu kontrollieren (S. 11 oben).
Bezüglich des Gesichtspunkts der Konsistenz wurde insbesondere aufgeführt, der Beschwerdeführer fahre nach wie vor selber Auto und
sei
mit dem Auto alleine zur Untersuchung
gekommen
, was auch gegen das Vorliegen von deutlichen Konzentrationsstörungen spreche. Ausserdem fahre er Auto, obwohl er eine aus
gebaute
Opioidanalgetikamedikation
verordnet erhalte. Er habe angegeben, nicht ruhig sitzen bleiben zu können, habe aber während des ganzen Untersuchungs
gesprächs keine Zeichen einer Beschwerdewahrnehmung gezeigt (S. 11 Mitte).
4
.3
Aus rheumatologischer Sicht
wurde als Diagnose
mit Auswirkun
g auf die Arbeitsfähigkeit
eine mediale Gonarthrose sowie laterale Meniskusläsion des lin
ken Kniegelenks, ein chronisches zervikal und lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom, eine beginnende
Coxarthrose
rechts und eine reaktive
Peri
arthropathia
coxae
diagnostiziert. Keine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit hät
ten
eine unspezifische intermittierende
Epikondylopathie
radialis
rechts sowie ein chronisches unspezifisches Schmerzsyndrom
(S. 17 f.)
.
Weder verschiedenste fachärztlich-
anästhesiologisch durchgeführte schmerzin
terventionelle
Massnahmen am Achsenskelett, Schultergürtel und am rechten Arm, noch eine Hochdosis-Schmerztherapie hätten eine anhaltend relevante Reduktion des beklagten chronifizierten Schmerzsyndroms
herbeigeführt (S. 18 oben).
Während der Anamneseerhebung sei festgestellt worden, dass der Beschwerde
führer sehr oft und ohne jegliche Schmerzartikulation eine spontane maximale Rotation der HWS nach links zum Dolmetscher durchführte. Des Weiteren sei das gesamte Ausmass der nun seit Monaten komplett therapieresiste
nten,
g
eklagten
Zervikalgien
durch die pathoanatomischen Befunde in keiner Art und Weise somatisch orientiert erklärt (S. 24 unten).
Im rheumatologischen Teilgutachten wurden diverse Inkonsistenzen bezüglich des Beschwerdevortrags und der Befunde während der Untersuchung festgestellt (S. 18 f.). Das in Ergänzung zur Untersuchung extern durchgeführte
Arthro
-MRT der rechten Hüfte habe weder relevante degenerative Veränderungen noch eine manifeste Labrumläsion gezeigt. Dementsprechend erscheine retrospektiv die Ein
schätzung der
Klinik K._
vom November 2016 nicht nachvollziehbar. Unter Berücksichtigung der zwei, posttraumatisch durchgeführten
Ar
t
hro
-MRT der rechten Hüfte und den klinischen Evaluationen des
Y._
, bestünden keine Hinweise für eine relevante
coxogene
Pathologie (S. 19 unten).
Bezüglich des Kniegelenkstatus links habe das MRT die klaren pathoanatomischen Befunde ergeben, so dass diesbezüglich ein klares somatisches, pathologisches Zustands
bild vorliege (S. 19 unten).
Insgesamt präsentiere sich ein
multilokulär
anmutendes Schmerzproblem, wel
ches durch die klinischen und bildgebenden Befunde nur partiell erklärt werden könne, so dass von einer wegweisenden deutlichen psychosozialen Überlagerung des Schmerzgeschehens auszugehen sei (S. 20 oben).
Grundsätzlich könn
t
e
n
zum Gutachtenzeitpunkt aufgrund der klar objektivierba
ren Kniegelenkspathologie links,
k
eine körperlich regelmässig mittel- bis schwer belastende beru
fliche Tätigkeit, sowie keine
Tätigkeiten, welche anhaltend im Ste
hen oder mit häufigem Gehen verbunden seien,
ausgeübt werden. Für körperlich leichte, bis nur selten mittelschwere, wechselbelastende beruflichen Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit mit einer um 20
%
reduzierten Leistungs
fähigkeit, um regelmässige Arbeitspausen zu gewähren. Diese Tätigkeit solle vor allem sitzend durchgeführt werden können
, an einem ergonomisch gut einge
stellten Arbeitsplatz.
F
ür manuell verarbeitende Tätigkeiten
bestünden keinerlei Einschränkungen. Ebenso wenig sei die Schulterbewegungsfähigkeit einge
schränkt.
Vermieden werden sollten
hingegen
stereotype re
petitive Rotationsbe
wegungen der
HWS oder LWS oder Arbeiten in anhaltender Oberkörpervorneige- oder -
rückhalteposition
. In diesem Kon
text seien beispielsweise
administrative Tätigkeiten an einem Computer, an einem ergonomisch gut eingestellten Ar
beits
platz möglich. Ebenso seien
kürzere Gehstrecken in der Ebene auf ebenem Unter
grund für Kontrollgänge
und Ü
berwachungsfunktionen
möglich. D
as Gehen auf unebenen Böden
sei zu vermeiden
. Das
Tragen und Heben von Lasten dürfe
bis zur Taille 15 kg, über Taille bis 10 kg betragen
. Diese Einschränkungen gälten spätestens, primär begründet durch die Kniegelenkspathologie links, ab Mai 2017 (S. 20 Mitte)
.
Aus rein somatisch orientierter Sicht erscheine es sehr schwierig nachvollziehbar zu sein, dass bei insgesamt wenig fassbaren pathoanatomischen Befunden ver
schiedenste schmerzinterventionelle Massnahmen und insbesondere eine Hoch
dosis von zentral wirkenden Opioiden zu keiner anhaltenden und relevanten Schmerzreduktion geführt hätten, so dass von einer wegweisenden psychosozia
len Überlagerung des ganzen Schmerzbildes auszugehen sei (S. 21 unten).
Aus klinisch rheumatologischer Sicht unter Berücksichtigung der aktuell, in Ergänzung zur klinischen Untersuchung durchgeführten Bildgebung am Ach
senskelett und der rechten Hüfte, bestehe absolut keine Indikation für eine hoch
dosierte Opioidtherapie (S. 21 unten).
4
.4
In der zusammenfassenden
bidisziplinären
Beurteilung wurde festgehalten, dass die mediale Gonarthrose sowie die latera
le Meniskusläsion im Kniegelenk
links im Vordergrund stünden.
Im Weiteren
sei
das chronische zervikal und lumbal betonte panvertebrale Schmerzsyndrom zur Ken
ntnis zu nehmen, mit mä
ssigen bildgebend darstellbaren degenerat
iven Veränderungen, Fehlhaltung und
ohne Hinweise auf eine radikul
äre Symptomatik. Im Weiteren sei
die beginnende
Coxarthrose
rechts zu erwähnen sowie die reaktive
Periarthropathia
coxa
e
. Dar
über hinaus bestünden
unspezifische multiple Beschwerden, welche als unspezi
fisches S
chmerzsyndrom zu bezeichnen seien
.
Der Beschwerdeführer sei vor allem aufgrund
der Kniegelenkspathologie eingeschränkt, so dass keine körperlich schweren, mittelschweren sowie stehenden und länger gehenden Tätigkeiten
mehr geeignet seien
. In körperlich leichten bis selten mittelschweren, wechselbe
lastenden
Tätigkeiten bestehe
hingegen eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit erhöhtem Pausenbedarf im Sinne einer Leistungseinbusse von 20
%
(S. 23 oben)
.
Aus psychiatrischer Sicht
könne
kein gravierender Befund erhoben w
erden. Auf affektiver Ebene könne
eine leichte depressive Episode zur Kenntnis
genommen werden. Das Ausmass sei
nicht derart, dass langfristig eine verminderte Belast
barkeit mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit begründbar wäre. Die somatisch nicht ausreichend erklärbaren Befunde für die subjektiv angegebenen Beschwer
den u
nd Schmerzen, bei nicht ursächli
ch vorliegender psychosozialer Belastungs
situation, könn
t
en formal einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zugeordnet werden. Gemäss Prüfung der Indikatoren un
d
Inkonsistenzprüfung
resultiere
daraus keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus psychiatrischer Sicht
(S. 23 Mitte)
.
Zusammenfassend bestehe
aus
bidisziplinärer
Sicht in nicht adaptierten mittel
schweren und schweren Tätigkeiten
eine Arbeitsunfähigkeit
. In leichten, adap
tierten
Tätigkeiten bestehe
hingegen eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, vollschichtig reali
sierbar. Diese Einschätzung könne
ab Mai 2017 be
stätigt wer
den. Vorangehend könne
für leichte bis mittelschwere, wechselbe
l
astende Tätig
keiten keine länger dauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit zugeordnet wer
den
(S. 23 unten)
.
Für eine hochdosierte Schmerztherapie bestehe keine Indikation. Der Medikamen
tenspiegel habe ausserdem gezeigt, dass der Beschwerdeführer die betreffenden Medikamente gar nicht einnehme (S. 23 unten).
Zu der
von der Beschwerdegegnerin gestellten Frage, ob der Unfall vom 2
7.
Feb
ruar
2016
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die einzige oder allenfalls eine Mitursache der gesundheitlichen Beeinträchtigungen darstelle, äusserten sich die Gutachter dahingehend
, dass der Einfluss der insbesondere zervikalen Wirbelsäu
lenbeschwerden hinsichtlich der Einschränkung nur marginal sei. Im Vorder
grund stehe die Einschränkung durch die Knieproblematik, welche ohne jeglichen Zusammenhang mit diesem Unfallereignis stehe. Somit wäre ein möglicher Zusammenhang der HWS-Beschwerden herstellbar, jedoch kein sicherer Anteil zuzuordnen, so dass die Gesamtkausalität bezüglich der Folgen des Unfallereig
nisses am aktuellen Beschwerdebild und vor allem an den heutigen Einschrän
kungen marginal und vernachlässigbar sei (S. 24 oben).
5.
5
.1
Die Ärzte des
Zentrums Q._
nannten in ihrem Bericht vom 1
4.
Dezember 2017 (
Urk.
14/74/2-7) über die Untersuchung
vom
5.
Dezember 2017
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Verdacht auf o
piatinduzierte multilokale Schmerzen als unerwünschte Nebenwirkung eines Arzneimittels
-
Paracetamol induzierter Kopfschmerz
-
Verstauchung und Zerrung der Halswirbelsäule
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
nichtorganische Insomnie (ICD-10 F.51.0)
-
anamnestisch Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
-
Problematik: ausländischer Mitbürger, Vereinsamung und Arbeitslosigkeit
Eine multimodale Schmerztherapie sei aufgrund der schweren Schlafstörung aktuell nicht möglich. Sie empfahlen dem Beschwerdeführer daher als erstes einen
Benzodiazepinentzug
in einem stationären psychosomatischen Setting. Weiter
führend
seien die Opiate zu reduzieren beziehungsweise zu entziehen. Im weiteren Verlauf sei dann eine heimatortnahe ambulante oder gegebenenfalls stationäre multimodale Schmerztherapie vorst
e
llbar (S. 2 Mitte).
Zur
Arbeitsfähigkeit wurde im Bericht keine Stellung genommen.
5.2
Die Ärzte des Spital
s
R._
nannten in ihrem Austrittsbericht vom 1
2.
Januar 2018 (
Urk.
3/13) als Diagnosen einen Verdacht auf eine Pneumonie im linken Unterlappen, eine bekannte schwere Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) sowie eine bekannte
Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10 F13.2).
5.
3
Dr.
S._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
, führte
in seiner Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2018 (
Urk.
14/75 S. 4 f.) zum Einwand des Beschwerdeführers vom 2
7.
April 2018 (
Urk.
14/72) aus, es sei aus medizinischer Sicht unstrittig und sinnvoll, auf Dauer die Opioide/Opiate und Benzodiazepine abzusetzen. Im Rahmen des
Y._
-Gutachtens habe
allerdings
keine Entzugssymptomatik nachgewiesen werden können (S. 4).
Eine arthroskopische
Teilmenis
k
ektomie
bei bekanntem Aussenmeniskuskorb
henkelriss würde zu einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik im Bereich des linken Kniegelenks führen, jedoch insgesamt zu keiner Verbesserung der media
len Gonarthrose. Insgesamt hätten sich im Rahmen der gutachterlichen Untersu
chung zahlreiche Inkongruenzen gezeigt und es sei gutachterlich ausführlich
zu der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren Stellung genommen
worden
(S. 4 unten).
6.
6.
1
Zur Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers stel
lte die Beschwerdegegnerin - den
Stellungnahme
n
des RAD (
Urk.
14/60 S. 6 ff. und
Urk.
14/75 S. 4 f.)
folgend
- auf das
bidisziplinäre
Y._
-Gutachten vo
m Dezember 2017 (vorstehend E. 3.13
)
ab
. Vorab ist
festzuhalten
, dass das
Y._
-Gutachten auf den notwendigen psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchungen des Beschwerdeführers beruht und in Kenntnis der
Vorakten
erging. Die Gutachter berücksichtigten die
g
eklag
t
en Beschwerden und setzten sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. Die medizinischen Zusam
menhänge und Schlussfolgerungen sind in einer Weise begründet, dass sie prü
fend nachvollzogen werden können. Das
Y._
-Gutachten erfüllt daher die praxis
gemässen Anforderungen an den Beweiswert ein
es Arztberichts (vorstehend
E.
1.6
) vollumfänglich.
6.
2
Im
Y._
-Gutachten vom Dezember 2017
(vorstehend E. 3.13
)
wurde
n
als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine mediale Gonarthrose sowie laterale Meniskusläsion des linken Kniegelenks, ein chronisches zervikal und lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom, eine beginnende
Coxarthrose
rechts sowie eine reaktive
Periarthropathia
coxae
genannt.
Die vom Beschwerdeführer
g
eklagten Beschwerden im Bereich des Knies konnten im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung durchweg
s
bildgebend objek
tiviert werden, so dass diesbezüglich ein klares somatisches, pathologisc
hes Zustandsbild vorliegt
. Im Weiteren sei das chronische zervikal und lumbal betonte panvertebrale Schmerzsyndrom zur Kenntnis zu nehmen mit mässigen bildgebend darstellbaren degenerativen Veränderungen, Fehlhaltung und ohne Hinweise auf eine radikuläre Symptomatik. Des Weiteren sei
en
die beginnende
Coxarthrose
rechts sowie die reaktive
Periarthropathia
coxae
zu erwähnen. Dar
über hinaus bestünden unspezifische multiple Beschwerden, welche als unspezi
fisches Schmerzsyndrom zu bezeichnen seien. Die Einschränkung bestehe vor allem aufgrund der Kniegelenkspathologie, so dass keine körperlich schweren, mittelschweren sowie stehenden und länger gehenden Tätigkeiten mehr geeignet seien
. Bei Vorliegen von näher genannten Arbeitsplatzbedingungen bestehe für körperlich leichte bis nur selten mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit erhöhtem Pausenbedarf im Sinne einer Leistungseinbusse von 20
%
.
Das im
Y._
-Gutachten genannte zumutbare Belastungsprofil erscheint unter Berücksichtigung der relevanten Befunde als umfassend dargelegt und nachvoll
zie
hbar begründet. Es kann davon ausgegangen werden, dass die
bisherige
Tätig
keit
als Autohändler
vorwiegend stehend und länger gehend
ausgeübt wird, wes
halb für
diese
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist.
6.
3
Der Beschwerdeführer machte geltend, die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht ausschliesslich auf das
Y._
-Gutachten abgestellt, welches den anderen medizini
schen Berichten widerspreche (
Urk.
1 S. 12 f.).
D
em ist entgegenzuhalten, dass sich die Ärzte des
Y._
- entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - vertieft mit den medizinischen
Vorakten
auseinandergesetzt
und sich eingehend zu den strittigen Punkten geäussert haben
.
So haben die Gut
achter
insbesondere nachvollziehbar auf
gezeigt
,
weshalb sie
bezüglich der von den
Ärzte
n
der
Klinik K._
genannten
Labrumläsion (vorstehend E. 3.7
)
zu einer anderen Einschätzung g
elangten. I
n den Berichten
betreffend das
MRT der rechten Hüfte
vom April 2016 (vorstehend E. 3.2
)
und in
j
enem vom November 2017 (
Urk.
14/58 S. 16 unten) wurde
denn auch
explizit aufgeführt, dass kein Lab
rumriss nachgewiesen worden sei
.
Des Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens alleine für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ent
scheidend ist, sondern es ist vielmehr zu prüfen, wie stark die versicherte Person in beruflichen und anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beeinträchtigt ist.
Diesbezüglich wurden im
Y._
-Gutac
hten detailliert
diverse Diskrepanzen und
ein
zum Teil inkonsistentes Verhalten des Beschwerdeführers beschrieben
, wel
che
s
rein somatisch
nicht begründet werden k
onnte
.
Da die
g
eklagten Schmerzen klinisch und bildgebend nur partiell erklärt werden konnten, wurde i
n nachvoll
ziehbarer Weise von einer wegweisenden psychosozialen Überlagerung der Schmerzsym
ptomatik ausgegangen.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen.
6.
4
Der Beschwerdeführer wandte ein, auch gemäss Prüfung der Standardindikatoren sei aus psychiatrischer Sicht auf eine Arbeitsunfähigkeit zu schliessen
. Äusserun
gen zum Schweregrad, zu den Persönlichkeitsaspekten und Therapieoptionen suche man im Gutachten vergebens
(
Urk.
1 S. 15 f.
Ziff.
28).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardi
ndikatoren (vgl. vorstehend E. 1.4
) schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind.
Entgegen des Einwands des Beschwerdeführers, wurde
im
Y._
-Gutachten
einge
hend
zu den
einschlägigen Indikatoren
Stellun
g genommen
(vgl.
Urk.
14/
58 S. 5 ff.)
.
In Bezug auf die Kategorie
«funktioneller Schweregrad» haben die
Gutachter die
Diagnose und
Ausprägung der leichten depressiven Episode - in Abgrenzung zu der vom behandelnden Psychiater attestierten lang anhaltenden Anpassungs
störung - sowie der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren, ausführlich begründet.
Eben
so wurden
diverse psychosoziale und emotiona
le Belastungsfaktoren
, die
entscheidenden
Einfluss
auf das Befinden des Beschwerdeführers
hätten
,
sowie diverse Inkonsistenzen auch anlässlich der rheu
matologischen Untersuchung
aufgeführt
.
Z
u den medizinischen Massnahmen
führte der Gutachter
aus, dass die psychiat
risch-psychotherapeutische Behandlung weitergeführt werden solle sowie allen
falls eine stationäre Behandlung zur medikamentösen Neueinstellung zu erfolgen habe.
Eingliederungsmassnahmen seien zwar zumutbar, aber aufgrund einer deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung nicht zu emp
fehlen.
Unter dem Gesichtspunkt der «Persönlichkeit»
ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer durchaus über persönliche Ressourcen verfügt. Er war lange selbständig als Au
tohändler tätig, was gemäss eigener Aussage
gut gelaufen sei. Er verbringt viel Zeit mit seiner Partnerin, hat eine Ehefrau und drei Kinder, zu denen er regelmässig telefonische Kontakte pflegt und
hat
Kontakte zu Freunden aus dem Libanon, die in der Schweiz leben.
Ausserdem geht er oft spazieren und kauft leichtere Sachen selbständig ein.
Dies spricht bei Betrachtung des Gesichts
punkts der «Konsistenz» gegen die gleichmässige Einschränkung des Aktivitäten
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen.
In Anbetracht der im
Y._
-Gutachten geprüften Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung ist mit Blick auf den funktionellen Schweregrad,
die vorhan
den
en Ressourcen,
Inkonsistenzen
und das
Aktivitätenniveau eine Arbeitsunfä
higkeit nicht ausgewiesen.
Schliesslich kann festgehalten werden, dass auch
der
behandelnde
Psychiater
Dr.
N._
keine A
rbeitsunfähigkeit attestierte
(vorstehend E. 3.12)
.
Weshalb aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliegen solle, ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich.
6.
5
Weiter wandte der Beschwerdeführer ein, es bestehe eine Medikamentenabhän
gigkeit, welche ebenfalls die vollständige Erwerbsunfähigkeit belege
(
Urk.
1
S. 17 f.)
.
Im
Y._
-Gutachten wurde ausführlich auf die Problematik der
Opioidanalgetika
-M
edikation
eingegangen.
Dabei diagnostizierten die involvierten Gutachter keine Suchtproblematik. Vielmehr wiesen sie darauf hin, dass a
us rheumatologischer und psychiatrischer Sicht absolut keine Indikation für eine hochdosierte Opioid
therapie
bestehe
. Die Untersuchung habe allerdings gezeigt, dass die
Medikamen
tenspiegel deutlich unter den therapeutischen Bereichen
lägen
.
Die Serumspiegel zeigten somit, dass der Beschwerdeführer das hochdosiert (nicht indiziert) ver
ordnete Morphinderivat gar nicht einnehme. Der Beschwerdeführer habe offenbar selber die von seinem Schmerztherapeuten in nicht adäquater Weise verordnete Schmerztherapie nicht eingenommen. Dementsprechend könne auch die Verord
nung sistiert werden.
(vorstehend E. 3.14
;
Urk.
14/58/23 unten
).
Angesichts
der von den
Y._
-Gutachtern festgestellten Nichteinnahme des Mor
phinderivats und der
entsprechenden
bidisziplinären
Schlussfolgerung
der Gut
achter
(
Urk.
14/58/23 unten)
ist nicht von einem relevanten
Abhängigkeitssyn
drom
auszugehen, zumal die Gutachter ein
solches
auch nicht diagnostizierten. Damit kann daraus auch keine Arbeitsunfähigkeit resultieren und es erübrigen sich weitere Ausführungen im Lichte des
BGE 145 V 215.
6.
6
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass die aus psychiatrischer und rheumatologischer Sicht festgestellten Einschränkungen im Rahmen der Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich berücksichtigt wurden. Auf die Beurtei
lung
durch die
Y._
-Gutachte
r
kann daher abgestellt werden, weshalb keine wei
tere Begutachtung notwendig ist.
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass für die bisherige Tätigkeit als Autohändler eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für eine näher umschrie
bene adaptierte Tätigkeit eine 8
0%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist.
7
.
7
.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
7
.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7
.3
Aus dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) sind in den Jahren vor der Anmeldung im September 2016 keine Einträge ersichtlich (
Urk.
14/1,
Urk.
14/2,
Urk.
14/3), so dass
es
für die Bestimmung des
Valideneinkommens
sachgerecht erscheint, die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich deshalb für die Berechnung des
Validenein
kommens
auf die Tabellenlöhne und ging von einem Einkommen für Mitarbeiter im Handel, der Instandhaltung und R
eparatur von Motorfahrzeugen, Kompetenz
niveau
1
,
aus
(
Urk.
14/59), was vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurde.
7
.4
Das von Männern im Jahr 2016 durchschnittlich erzielte monatliche Einkommen gemäss LSE 2016, Tabelle TA1,
Ziff.
45-47 (Handel, Instandhaltung und Repara
tur von Motorfahrzeugen), Kompetenzniveau 1
,
beträgt
Fr.
5'016.--. Unter Berücksichtigung der durchsc
hnittlichen Arbeitszeit von 41.9
Wochenstunden (
www.bfs.admin.ch
, dort: Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen, T 03.02), der Nominallohnentwicklung vom Indexstand (Männer)
2'239 im Jahr 2016 auf 2'249 im Jahr 2017 (
www.bfs.admin.ch
, dort: Entwicklung der Nominallöhne, T 39) und aufgerechnet auf ein Jahr resultiert ein
Valideneinkom
men
von
Fr.
63'333.-- (
Fr.
5'016.-- x 12 : 40.0 x 41.9 :2'239 x 2'249)
.
7
.5
Für die Berechnung des Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit aus. Da es dem Beschwerdeführer
nur
noch möglich ist, einer an seiner
Leis
tungseinschränkung angepassten Tätigkeit
in einem 80%-Pensum
nachzugehen
(vorstehend E.
6
.6
)
, wird für die Ermittlung des
Invalideneinkommens die LSE 2016
, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1
,
he
rangezogen, was einem von Männern im Jahr 2016
für Hilfsarbeiten
durchschnittlich
erzielten Lohn von
Fr.
5'340.--
entspricht. Dies ergibt nach Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenar
beitszeit
von 41.7 Stunden
und der Nominallohnentwicklung bei der attestierten Arbeitsfähig
keit von 80
%
ein Invalideneinkommen v
on rund
Fr.
53
'
681
.
- (
Fr.
5’340
.-- x
12 : 40.0 x 41.7 : 2'239 x 2'249
: 100 x 80).
7
.6
Die Einkommenseinbusse bei e
inem
Valideneinkommen
von
Fr.
63'333
.-- und ein
em Invalideneinkommen von
Fr.
53'681.-- beträgt
Fr.
9’652
.--, woraus
ei
n
Invaliditätsgrad von 15
%
resultiert
. Der Invaliditätsgrad erreicht damit
bei Wei
tem
nicht die
Erheblichkeitsgrenze
von 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2
), weshalb der Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist
.
8
.
Zusammenfassend ist ein Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 15
%
zu verneinen.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9
.
9
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse z
u neh
men. Der Beschwerdeführer
ist auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialver
sicherun
gsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen.
9
.2
Für das Beschwerdeverfahren wurde
die
unentgeltliche Recht
svertretung mit Ver
fügung vom 1
7.
September 2018
bewilligt
(
Urk.
20
).
Mit Honorarnote vom 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
24
) machte die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschw
erdeführers
einen Aufwand von 22.25 Stunden
sowie Barauslagen von
Fr.
146.85
und gestützt darauf eine Entschäd
igung von insgesamt
Fr.
5'430.05
(inkl.
MWSt
) geltend.
Gemäss
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
wird für unnötigen Aufwand k
eine Entschädigung
zugesprochen
.
Ein Aufwand von 18
Stunden für die Beschwerdeschrift
erscheint angesichts des Umfangs von 20 Seiten
sowie des nicht aussergewöhnlichen Schwierigkeitsgrades als überhöht
. Namentlich u
nter Berücks
ichtigung des Umfangs der Akten, des Aufwands für das Abfassen
der Rechtsschrift
en
und der Komplexität
erscheint ein
zu
entschädigende
r Aufwand von 12.6
Stunden
angemessen. Beim gerichts
üblichen Stundensatz
von
Fr.
220.-- sowie einer A
uslagenpauschale von 3
%
auf den
entschädigten Aufwand ergibt die
s
Fr.
2'855.20
zuzügli
ch 7.7
%
Mehrwert
steuer,
womit die Entschädigung auf
Fr.
3'075
.10
festzusetzen ist.