Decision ID: 8a3416af-abae-4fe0-a31b-4711bd126050
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Am 12. Juli 2011 meldete die Krankentaggeldversicherung A._ (nachfolgend:
Versicherte) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) wegen
einer seit dem _ April 2011 anhaltenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit zur
Früherfassung an (IV-act. 1). Am 12. August 2011 reichte die Versicherte ihre
Anmeldung zum Bezug von Leistungen bei der IV-Stelle ein. Sie gab an, sie leide seit
dem _ Februar 2011 an einer Occipitalneuralgie in der rechten Kopfhälfte (IV-act. 4).
Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
bestätigte am 24. August 2011, dass die Versicherte seit dem _ Februar 2011 an einer
plötzlich aufgetretenen, akuten Neuralgie im Versorgungsgebiet des Nervus occipitalis
maior et minor rechts leide. In der Tätigkeit als Schulhausabwartin, die sie in einem
Pensum von 40 % ausgeübt habe, sei sie seit dem _ April 2011 zu 100 %
arbeitsunfähig (IV-act. 19 i.V.m. 12). Anlässlich eines Assessmentgesprächs berichtete
die Versicherte, dass sie am _ Februar 2011 mit der Familie Skifahren gegangen sei
und am Abend beim Essen plötzlich starke Kopfschmerzen rechts verspürt habe.
Zunächst habe der Hausarzt eine Therapie mit Spritzen und Cortison durchgeführt, was
jedoch keine Wirkung gezeigt habe. Danach sei sie einem Neurologen zugewiesen
worden. Sie habe diverse Medikamente ausprobiert und es sei eine Okzipitalneuralgie
festgestellt worden. Im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) habe sie eine Schmerztherapie
durchgeführt. Ihr sei auch schwindelig geworden und sie leide unter Lärmemissionen
und Konzentrationsproblemen. Sie habe nach dem Ereignis vom _ Februar 2011
immer wieder zu arbeiten versucht, sei jedoch oft von Treppen und Leitern gestürzt
und am _ April 2011 habe sie einen Zusammenbruch erlitten. Seither sei sie zu 100 %
arbeitsunfähig. Durch die Medikamente und eine Radiofrequenztherapie gehe es ihr
nun aber langsam besser; sie könne nun wenigstens wieder duschen (IV-act. 27; vgl.
A.a.
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auch IV-act. 14). Am 11. Dezember 2011 berichtete Dr. B._ über einen wechselhaften
Gesundheitsverlauf mit einer deutlichen Besserung seit der Konsultation vom 30.
November 2011, weshalb er die Versicherte ermuntert habe, die Arbeit am _ 2011
aufzunehmen (IV-act. 26). Am 30. Januar 2012 teilte die Versicherte der IV-Stelle
telefonisch mit, dass sie ihr Pensum als Hauswartin wieder voll wahrnehmen könne. Es
gehe ganz gut. Die grösste Herausforderung sei noch das Bücken, jedoch sei der
Schwindel nicht mehr vorhanden. Am 18. November 2011 habe sie noch einen
Bandscheibenvorfall erlitten. Die Schmerzen seien jedoch um einiges erträglicher als
diejenigen am Kopf (IV-act. 27 S. 3). Am 27. Februar 2012 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, dass sie keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen habe, da die Abklärungen ergeben hätten, dass sie ihre bisherige
Tätigkeit im ursprünglichen Rahmen wieder habe aufnehmen können (IV-act. 30).
Am _ Juli 2013 wurde bei der Versicherten aufgrund erneut aufgetretener
Schmerzen in der Neurochirurgie des KSSG eine operative Einlage einer S4-
Plattenelektrode rechts okzipital zur Stimulation des Nervus occipitalis durchgeführt.
Angesichts der erfreulichen Schmerzreduktion während der Testphase wurde am _
Juli 2013 ein Impulsgeber angeschlossen und im rechten Unterbauch der Versicherten
implantiert. Am _ Juli 2013 wurde die Versicherte nach Hause entlassen (IV-act. 47
S. 1 ff.). Am _ August 2013 trat die Versicherte wegen neu aufgetretener
neuralgiformer Beschwerden erneut stationär in die Neurochirurgie des KSSG ein. Am
28. August 2013 wurde eine operative Revision des gesamten Systems durchgeführt.
Intraoperativ wurde sichtbar, dass die S4-Plattenelektrode defekt war, weshalb sie
ausgetauscht wurde. Postoperativ zeigten sich gute Impedanzen in der Messung der
Funktionsfähigkeit des Gerätes, jedoch sprach die Versicherte initial nicht sehr deutlich
auf die Stimulation an. Daher wurde die Stimulation in den Tagen nach der Operation
modifiziert; auch die Schmerzmedikation wurde angepasst. Im gebesserten Zustand
wurde die Versicherte am _. September 2013 nach Hause entlassen (IV-act. 47 S. 10
ff.).
A.b.
Am 2. Dezember 2013 meldete die Krankentaggeldversicherung die Versicherte
erneut bei der IV-Stelle zur Früherfassung an (IV-act. 31). Am 17. Dezember 2013 füllte
die Versicherte das Anmeldeformular der IV-Stelle aus. Sie gab an, sie leide an einer
Occipitalneuralgie im Hinterkopf rechts und seit zweieinhalb Monaten auch links. Sie
A.c.
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habe starke, elektrisierende, brennende und stechende Nervenschmerzen vom
Austrittspunkt des Occipitalis major aus bis hin zur Stirn und zum Auge. Sie sei noch
immer in einem Pensum von 40 % als Schulhauswartin angestellt, jedoch sei sie vom
5. Juli bis zum 3. November 2013 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 4.
November sei sie zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 35). Ab dem 19.
Dezember 2013 war die Versicherte erneut zu 100 % krankgeschrieben (IV-act. 47). Am
_ Januar 2014 erfolgte die Implantation einer zweiten Elektrode im Bereich des Nervus
occipitalis major links, nachdem die vorangegangene Therapie zu keiner Besserung der
linksseitigen Symptomatik geführt hatte. Nach der komplikationslosen Implantation
wurde die Versicherte auf der neurochirurgischen Allgemeinstation des KSSG
weiterbetreut. Mit der Fortführung der gewohnten Medikation und mit der neuen
Stimulationssequenz konnte eine Schmerzreduktion erzielt werden. Am _. Januar
2014 wurde die Versicherte in einem guten Allgemeinzustand nach Hause entlassen
(IV-act. 47).
Am 10. Februar 2014 berichteten Dr. med. C._ und Dr. med. D._ vom
Palliativzentrum des KSSG dem Hausarzt Dr. B._, dass die Versicherte eine gute
Kandidatin für ein _ Wochen dauerndes Schmerzprogramm wäre mit dem Ziel, das
Schmerzverständnis und Schmerzmanagement zu stärken. Bei der Versicherten zeige
sich nämlich ein chronifizierendes neuropathisches Schmerzsyndrom im Bereich des
Nervus occipitalis major beidseits, entsprechend Gebershagen Stadium II. Yellow Flags
liessen sich derzeit bis auf eine eventuelle leichte depressive Verstimmung kaum
evaluieren. An Ressourcen der Versicherten seien ihre Familie und ihr _ sowie die
Schmerzakzeptanz auszumachen. Im Gespräch habe die Versicherte einen bereits gut
strukturierten Alltag gezeigt und sie könne auch Ziele formulieren. Ein Ziel sei
beispielsweise, die Haushaltstätigkeiten wieder selbständig zu übernehmen und auch
wieder vermehrt als Hausabwartin tätig zu sein sowie der Leidenschaft Gesang
nachzugehen (IV-act. 56). Am _ März 2014 wurde Dr. B._ mitgeteilt, das
Therapeutenteam sei zum Schluss gekommen, dass die Versicherte eine geeignete
Kandidatin für das Schmerzprogramm sei, weshalb sie in einem Kurs mit Beginn im _
2014 teilnehmen könne (IV-act. 56). Im März 2014 arbeitete die Versicherte im Rahmen
von Arbeitsversuchen wieder in ihrer Tätigkeit als Hauswartin, wobei die attestierten
Arbeitsunfähigkeiten schwankten (vgl. IV-act. 61, 63 und 64).
A.d.
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Am 5. Juni 2014 berichtete die Versicherte, dass sie ab dem _ März 2014 einen
Arbeitsversuch in einem Pensum von 20 % gestartet habe, jedoch sei die Aufnahme
der Hauswartstätigkeit nicht möglich gewesen. Die Einsätze hätten sich als
schwankend und schwierig erwiesen (IV-act. 75). Am 6. Oktober 2014 berichtete Dr.
B._, dass die Versicherte ihre Arbeitstätigkeit am _ April 2014 auf 20 % habe
reduzieren und ab dem 1. Juni 2014 vollständig habe sistieren müssen. In der
ausgeübten Tätigkeit als Hauswartin bestehe seit dem 1. Juni 2014 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Wiederholte Arbeitsversuche hätten diese Tatsache bestätigt.
Mehrmals täglich träten Schmerzattacken auf, welche die Versicherte zwängen, sich
hinzulegen. Der Versicherten seien auch keine anderen Tätigkeiten zumutbar, da sie
ohne Schmerzexazerbationen eine Tätigkeit nicht länger als 15-20 Minuten ausführen
könne (IV-act. 86).
A.e.
Am 4. und 5. September 2014 wurde die Versicherte im Auftrag einer privaten
Versicherung vom Zentrum E._ im Rahmen einer funktionsorientierten medizinischen
Abklärung untersucht. Im Abklärungsbericht vom 23. Dezember 2014 wurde der
Versicherten in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % attestiert.
Bei einem Pensum von 40 % bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (gleiche
Leistungseinbusse, geringere notwendige Pause). Eine angepasste Tätigkeit sei der
Versicherten im Rahmen einer Vollzeittätigkeit mit vermehrten Pausen von zwei
Stunden pro Tag sowie einer Leistungsminderung von 10 % zumutbar, was einer
Arbeitsfähigkeit von 65 % bzw. einer Arbeitsunfähigkeit von 35 % entspreche. Im
Haushalt bestehe eine Haushaltsunfähigkeit von 19.1 % bei Ausübung einer
ausserhäuslichen Arbeitstätigkeit von maximal 49 %. Bei einem 50%igen oder höheren
Pensum einer ausserhäuslichen Arbeitstätigkeit erhöhe sich die Einschränkung um
5-10 % aufgrund eines höheren Erholungsbedarfes, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit
von 26.6 % resultiere (Fremdakten, act. 3 S. 40 ff.).
A.f.
Am 23. Dezember 2014 fand eine Abklärung bei der Versicherten zu Hause statt,
bei welcher diese zu ihren verschiedenen Aufgaben und den diesbezüglichen
Einschränkungen befragt wurde (IV-act. 91 und 94). Die Versicherte gab an, dass sie im
Gesundheitsfall wie bisher in einem Pensum von 40 % als Schulhauswartin arbeiten
würde und zu 60 % als Hausfrau und Mutter tätig wäre (IV-act. 94 S. 5). Allerdings
habe sie nach Ablauf der Krankentaggelder die Kündigung per _ 2014 erhalten (IV-
A.g.
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act. 94 S. 4). Die Versicherte beschrieb ihre gesundheitlichen Einschränkungen im
Haushalt (IV-act. 94 S. 7 ff.). Gestützt auf die Abklärung vor Ort ermittelte die
Haushaltsabklärungsperson der IV unter Berücksichtigung der Schadenminderung
durch Familienangehörige eine Einschränkung von 39.14 % im Haushaltsbereich.
Gewichtet auf die 60%ige Tätigkeit im Haushalt errechnete die Abklärungsperson einen
Invaliditätsgrad im Haushaltsbereich von 23.48 % (IV-act. 94 S. 13 ff.).
Dr. med. F._ vom Schmerzzentrum des KSSG berichtete am 16. Januar 2015,
dass eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus schmerztherapeutischer Sicht nicht
möglich sei. Die Versicherte werde jedoch engmaschig betreut. Nach einer
anfänglichen Stabilisation unter Tegretol und Saroten habe das Opiat ausgeschlichen
werden können. Insbesondere das interdisziplinäre Schmerzprogramm stabilisiere die
Situation. Bei jeglicher Belastungssituation sowie durch Stress sei es jedoch immer
wieder zu einer Verschlechterung gekommen. Im Haushalt sei die Versicherte auf Hilfe
angewiesen. Im Bereich der Occipitalisneuralgie zeige sich neben den
Schmerzattacken jeweils eine Rötung des rechten Auges mit Tränen. Aktuell müssten
wieder Opiate eingesetzt werden. Daher sei sie der Ansicht, dass eine Invalidität
gegeben sei (IV-act. 96).
A.h.
Im Zeitraum vom 21. Juli bis zum 30. Juli 2015 untersuchte die asim Begutachtung
des Z._ die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle polydisziplinär (IV-act. 117 und 123
S. 2). Der neurologische Gutachter hielt in seinem Fachgutachten vom 21. Juli 2015 als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Neuralgie des Nervus occipitalis
major beidseits, eine Trigeminus-Neuralgie im Versorgungsgebiet V2 rechts mit
Erstsymptomatik Februar 2011, ein chronisches lumbovertebrales intermittierendes
Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung ins Versorgungsgebiet S1 rechts sowie einen
Status nach einem Sulcus-ulnaris-Syndrom rechts fest (IV-act. 123 S. 18). Weiter führte
der neurologische Gutachter aus, dass der Versicherten in einer angepassten,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne erforderliches Heben von Gewichten über 5 Kg mit
täglichem Einlegen von Pausen sowie wenig kognitiver Forderung eine Tätigkeit von
60-70 % zumutbar sei. Diese Einschränkung resultiere primär aus dem subjektiven
Dauerschmerz bei der klinisch bestehenden Diagnose einer Okzipitalis-Neuralgie sowie
den zur Schmerztherapie erforderlichen Medikamenten und deren Nebenwirkungen. In
der angestammten Tätigkeit als Hauswartin sei die Versicherte nur in vereinzelten und
A.i.
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einen erhöhten Pausenbedarf bedingenden, mittelschweren Tätigkeiten zu 30 bis 40 %
arbeitsfähig. Für körperlich überwiegend schwere Tätigkeiten sei die Versicherte aus
neurologischer Sicht nicht geeignet. Die aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von
60-70 % decke sich mit der Beurteilung des rheumatologischen Gutachtens vom 23.
Dezember 2014 (IV-act. 123 S. 19). Die internistische und die psychiatrische Abklärung
lieferten keine arbeitsfähigkeitsrelevanten Gesundheitsbeeinträchtigungen. In ihrer
Gesamtbeurteilung hielten die asim-Gutachter fest, dass sich in der gutachterlichen
Untersuchung aus isoliert internistischer Sicht keine die Arbeitsfähigkeit relevant
einschränkenden Erkrankungen hätten nachweisen lassen. Aus isoliert psychiatrischer
Sicht hätten sie ebenfalls keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
festgestellt. Aus neurologischer Sicht seien relevante Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit festgestellt worden (IV-act. 123 S. 22). Für die angestammte Tätigkeit
als Hauswartin sei die Versicherte für mittelschwere körperliche Aktivitäten nur
vereinzelt und unter Gewährung eines erhöhten Pausenbedarfs einsatzfähig. Für
körperlich schwere Tätigkeiten sei sie aus neurologischer und gesamtgutachterlicher
Sicht nicht geeignet. Leichte Tätigkeiten wären in einem Pensum von 70 % mit darin
60%iger Leistungsfähigkeit (bezogen auf ein Vollzeitpensum) möglich. Die
Leistungsreduktion resultiere aus der chronischen Schmerzbelastung und den
Schmerzspitzen während den Attacken. Die effektive Einschränkung sei entscheidend
vom konkreten Anforderungsprofil abhängig. In einer angepassten,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne erforderliches Heben von Gewichten über 5 Kg, mit
einem täglichen Einlegen von Pausen sowie wenig kognitiver Forderung sei die
Versicherte aus neurologischer und gesamtgutachterlicher Sicht in einem Pensum von
70 % mit darin 60%iger Leistungsfähigkeit (bezogen auf ein Vollzeitpensum)
arbeitsfähig. Der Beginn der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne auf den
Zeitraum der Entwicklung der Okzipitalisneuralgie rechtsseitig im Februar 2011
zurückdatiert werden. Von April 2011 bis November 2011 habe sich eine attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 100 % ergeben. Danach seien diverse Arbeitsversuche mit
unterschiedlichen Arbeitsunfähigkeiten erfolgt, wobei die Versicherte letztlich die
erforderliche Leistung als Hauswartin nicht mehr habe erbringen können. Retrospektiv
könne wegen des flukturierenden Verlaufs der Erkrankung die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nur bedingt beurteilt werden. Gestützt auf die Aussagen der
Versicherten könne jedoch davon ausgegangen werden, dass nach der Implantation
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des Neurostimulators eine deutliche Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten
sei. Die in der aktuellen Beurteilung festgelegte Restarbeitsfähigkeit bestehe somit
wahrscheinlich seit der Implantation der Neurostimulatoren. Im Zeitraum vom Auftreten
der Beschwerden im Februar 2011 bis zum Sommer 2013 sei das Mass der
Arbeitsfähigkeit sicher deutlich niedriger gewesen (IV-act. 123 S. 22 f.).
In einer Stellungnahme vom 30. Dezember 2015 bezeichnete der regionale
ärztliche Dienst (RAD) dieses polydisziplinäre Gutachten als umfassend, konsistent und
widerspruchsfrei. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei vom
Arbeitsprofil abhängig. Verrichte die Versicherte in ihrer Tätigkeit als Hauswartin eine
mittelschwere körperliche Aktivität, was denkbar sei, dann verfüge sie bezogen auf ein
Vollzeitpensum und unter Zubilligung zusätzlicher Pausen über eine Arbeitsfähigkeit
von 40 % (60%ige Leistungsfähigkeit im Rahmen eines 70%-Pensums). Für eine
körperlich schwere Tätigkeit sei die Versicherte nicht mehr geeignet. In einer optimal
adaptierten Tätigkeit verfüge die Versicherte bei einer 60%igen Leistungsfähigkeit im
Rahmen eines Pensums von 70 % über dieselbe Arbeitsfähigkeit wie in der
angestammten Tätigkeit, nämlich ca. 40 %. Von Februar 2011 bis Juli 2013 sei die
Arbeitsfähigkeit bei 0 % gelegen. Seit August 2013 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
ca. 40 % (IV-act. 124).
A.j.
Mit einem Vorbescheid vom 17. Mai 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 23 % in Aussicht. Zur
Begründung führte sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte ohne
den Gesundheitsschaden weiterhin einem Arbeitspensum von 40 % nachgehen würde
und zu 60 % im Haushalt tätig wäre. Ohne Gesundheitsschaden könnte sie unter
Berücksichtigung der Einkommensentwicklung ein Jahreseinkommen von Fr. 28'341.--
erzielen. Aus ärztlicher Sicht sei ihr die Ausübung einer ideal adaptierten Tätigkeit zu
40 % zumutbar. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hauswartin sei optimal adaptiert,
weshalb im Erwerbsbereich keine Erwerbseinbusse resultiere. Unter Berücksichtigung
der Schadenminderungspflicht, welche die anderen Familienmitglieder treffe, betrage
die Einschränkung im Haushalt 39 %. Bei einer Gewichtung des Haushaltsbereichs von
60 % ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 23 % (IV-act. 133).
A.k.
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Am 18. Mai 2016 (IV-act. 135) bzw. am 7. Juli 2016 (IV-act. 138) liess die
Versicherte einwenden, dem Vorbescheid lägen entscheidende Fehlüberlegungen zu
Grunde. Entgegen dem Gutachten habe die IV-Stelle die Arbeitsfähigkeit auf die
Hauswartstätigkeit und nicht auf eine leidensadaptierte leichte Tätigkeit bezogen.
Weiter sei im Rahmen der Anwendung der gemischten Methode übersehen worden,
dass sich die Arbeitsfähigkeit als Invalide nur auf das Teilzeitarbeitspensum beziehen
könne. Daneben müsse die bis anhin vorgesehene 60%ige Zeit für die Haushalt- und
Muttertätigkeit bestehen bleiben. Jene sei durch einen neuen Tätigkeitsvergleich
separat auf ihre Invaliditätsrelevanz hin zu prüfen. Beachte man all dies, so ergebe sich
mindestens eine 50%ige Invalidität, was mindestens zu einer halben Rente führen
müsse. Weiter liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter anmerken, dass die
gemischte Methode im Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in
Sachen Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 als EMRK-widrig erklärt
worden sei. In der Konsequenz dürfe diese Methode nicht mehr angewendet werden,
womit der IV-Grad bezogen auf den Erwerbsteil noch grössere Bedeutung bekomme.
Weiter reichte die Versicherte einen Bericht von Dr. F._ vom 29. Juni 2016 ein
(vgl. IV-act. 138 S. 7) und führte dazu aus, dass Dr. F._ sie schon über Jahre hinweg
betreue und am besten einen Überblick über die ganze Situation geben könne. Diese
habe festgehalten, dass die Leistungsfähigkeit auch bei Haushaltsaufgaben massiv
reduziert sei. Auch bei einer leichten Tätigkeit sei keine 60 bis 70%ige Arbeitsfähigkeit
vorstellbar. Die Versicherte stellte sich die Frage, ob das Gutachten allenfalls
wiederholt werden müsse. Aufgrund der damit zusammenhängenden Belastung wollte
sie diesen Antrag aber vorerst nicht stellen. Sollte die IV-Stelle allerdings ihre Fehler
erkennen und eine halbe IV-Rente zusprechen, könne auf eine erneute Abklärung
verzichtet werden (IV-act. 138).
A.l.
Am 12. September 2016 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid, mit dem
sie der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 45 % die Zusprache einer
Viertelsrente ab dem 1. Juni 2014 in Aussicht stellte. Die IV-Stelle merkte an, dass sie
den Einkommensvergleich aufgrund der Ausführungen im Einwand vom 7. Juli 2016
abgeändert habe, wobei sie für die Bemessung des Invalideneinkommens nicht mehr
auf das in der bisherigen Tätigkeit erzielte Einkommen abstelle. Neu stelle sie auf den
Durchschnittsverdienst der Arbeitnehmerinnen im Kompetenzniveau 1 in der Schweiz
A.m.
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gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik ab. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 24 % (Pensum 40 % mit Leistung 60 %) resultiere über den
Einkommensvergleich im Erwerb eine wirtschaftliche Einschränkung von 54 %. Selbst
bei einer Anerkennung eines Tabellenlohnabzugs von 10 % würde sich keine relevante
Änderung des Invaliditätsgrades ergeben. An der Bemessung der Arbeitsfähigkeit im
Haushalt halte sie fest. Gewichtet nach den Anteilen Haushalt und Erwerb resultiere im
Beruf bei einer Einschränkung von 54 % ein Teilinvaliditätsgrad von 22 % und im
Haushalt bei einer Einschränkung von 39 % ein Teilinvaliditätsgrad von 23 %.
Gesamthaft ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 45 % (IV-act. 141).
Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am
21. September 2016 insbesondere einwenden, die IV-Stelle habe den
Arbeitsfähigkeitsgrad falsch festgelegt. Die Arbeitsfähigkeit betrage 42 %. Zudem
beziehe die IV-Stelle diese Arbeitsfähigkeit fälschlicherweise auf ein 100 % Pensum.
Richtigerweise wäre die Arbeitsfähigkeit auf ein Pensum von 40 % anzurechnen.
Überdies sei eine Beschränkung des Tabellenlohnabzugs auf 10 % nicht akzeptabel.
Auch sei nicht nachvollziehbar, auf welche Basis der LSE-Tabelle sich die IV-Stelle
stütze. Zusammenfassend liess die Versicherte beantragen, es sei festzustellen, dass
ihr IV-Grad mindestens 55 % betrage und dass sie Anspruch auf eine halbe IV-Rente
habe; eventualiter sei die Angelegenheit weiter abzuklären; insbesondere seien ein
neues Gutachten einzuholen und ein neuer Betätigungsvergleich für die
Haushaltstätigkeit unter Befragung und Miteinbezug der Familie durchzuführen (IV-
act. 143).
A.n.
Nach Rücksprache mit dem Rechtsdienst (vgl. IV-act. 149) kündigte die IV-Stelle
der Versicherten mit einem neuen Vorbescheid vom 9. Dezember 2016 die Abweisung
des Rentenbegehrens an. Zur Begründung führte die IV-Stelle im Wesentlichen aus,
aus dem beweiskräftigen asim-Gutachten ergebe sich mit aller Deutlichkeit, dass aus
gesamtgutachterlicher Sicht bei der Versicherten eine Restarbeitsfähigkeit von 60 %
bestehe (eine 60%ige Leistungsfähigkeit bezogen auf ein Vollzeitpensum). Die
Invalidität bemesse sich nach der gemischten Methode. Für die Bestimmung des
Valideneinkommens sei auf das im Jahr 2012 als Hauswartin in einem 40 % Pensum
erzielte Einkommen, angepasst an die Nominallohnentwicklung für Frauen bis zum Jahr
2014, von Fr. 30'843.-- abzustellen. Für das Invalideneinkommen sei vom Totalwert der
A.o.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/25
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Tabelle TA 1 der LSE 2012 für die im Kompetenzniveau 4 beschäftigen Frauen, also
von Fr. 49'344.-- auszugehen. Unter Berücksichtigung der Normalarbeitszeit von 41.7
Stunden und der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2014 resultiere vor dem
Hintergrund einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 60 % bei einem Pensum von
40 % ein Jahresverdienst von rund Fr. 20'913.-- (Fr. 49'344.-- x 41.7: 40 x 2673: 2630
x 0.4). Ein Tabellenlohnabzug sei nicht zu gewähren, da für einen Abzug nur Umstände
berücksichtigt werden könnten, die auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
ausserordentlich zu bezeichnen seien. Aus dem Einkommensvergleich im Teilbereich
Erwerb resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 9'930.--, was einem Teilinvaliditätsgrad
von 32.2 % entspreche. Die gewichtete Invalidität im Erwerb betrage somit 13 % (0.4 x
32.2 %). Gemäss dem beweiskräftigen Abklärungsbericht Haushalt resultiere im
Aufgabenbereich eine Einschränkung von 39.14 %. Bei einem 60%igen Anteil betrage
die gewichtete Invalidität im Aufgabenbereich gerundet 23 % (0.6 x 39.14 %).
Gesamthaft resultiere somit ein Invaliditätsgrad von 36 %, weshalb kein Anspruch auf
eine Rentenleistung bestehe (IV-act. 150).
Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 4. Januar 2017 durch ihren
Rechtsvertreter einwenden, die IV-Stelle klammere noch immer aus, dass sie, die
Versicherte, zu 60 % als Hausfrau gearbeitet habe und zu 40 % einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen sei. Wenn der Zeiteinsatz bei einer Erwerbstätigkeit auf 70 % reduziert
werden müsse und sie zu 60 % als Hausfrau arbeite, sei es logisch, dass der
Erwerbsanteil von 40 % auf 70 % dieser 40 % reduziert werden müsse. Zudem sei ihre
Leistungsfähigkeit gemäss dem Gutachten im Rahmen des ihr verbleibenden
Restpensums von 70 % auf 60 % eingeschränkt. Die Gutachter hätten ihre
Leistungsfähigkeit nämlich als in zweierlei Hinsicht reduziert betrachtet. Erstes könne
sie kein Vollpensum mehr erbringen, sondern lediglich in einem Pensum von 70 %
arbeiten. Zweitens sei ihre Leistungsfähigkeit auf 60 % reduziert. Folglich liege ihre
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bei ca. 40 %, wie der RAD am 30.
Dezember 2015 korrekt festgehalten habe. Die IV-Stelle könne nicht auf eine eigene,
abweichende Auslegung des Gutachtens abstellen, die im Widerspruch zur Meinung
des RAD stehe. Ausgehend vom Zentralwert der LSE bezogen auf das Jahr 2014
resultiere bei einem Erwerbsanteil von 40 % und einer Arbeitsfähigkeit von 42 % ein
Invalideneinkommen von Fr. 8'783.40 (Fr. 52'282.15 x 40 % x 42 %). Anschliessend sei
A.p.
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B.
noch ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen. Dieser sei das normative Korrektiv zur
Verwendung der LSE-Tabellenlöhne. Sie, die Versicherte, sei aufgrund ihrer
Schmerzattacken auch in einer adaptierten Tätigkeit nur eingeschränkt einsetzbar, was
sie in der Konkurrenz zu Arbeitnehmern ohne Einschränkung benachteilige und sich auf
das Lohnniveau auswirke. Dazu komme noch, dass sie neben der Haushaltsarbeit nicht
mehr gleich flexibel und spontan arbeiten könne. Ein Tabellenlohnabzug von 25 % sei
angezeigt. Unter Berücksichtigung dieses Tabellenlohnabzugs ergebe sich für den
Erwerbsteil ein IV-Grad von 78.65 %, unter Berücksichtigung des in der
Haushaltsabklärung angegebenen IV-Grades von 23 % ergebe sich unter korrekter
Gewichtung der Anteile ein Gesamt-IV-Grad von 54.94 %. Überdies sei erneut auf das
EGMR-Urteil Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 zu verweisen. Die
gemischte Methode könne nicht mehr angewendet werden. Die Versicherte beantragte,
es sei festzustellen, dass der IV-Grad mindestens 55 % betrage und sie Anspruch auf
eine halbe IV-Rente habe. Eventualiter sei die Angelegenheit im Sinne der
Begründungen vom 7. Juli 2016 und 21. September 2016 weiter abzuklären;
insbesondere seien ein neues Gutachten einzuholen und ein neuer
Betätigungsvergleich für die Haushaltstätigkeit durchzuführen (IV-act. 152).
Am 10. Februar 2017 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens
bei einem Invaliditätsgrad von 36 %. Zur Begründung führte sie die gleiche
Berechnung wie im Vorbescheid vom 9. Dezember 2016 an (IV-act. 154).
A.q.
Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
durch ihren Rechtsvertreter am 20. Februar 2017 mit folgenden Anträgen Beschwerde
erheben: Die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 10.
Februar 2017 sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass ihr IV-Grad mindestens 55 %
betrage und es sei ihr rückwirkend ab dem 18. Dezember 2013 mindestens eine halbe
IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese sei anzuweisen insbesondere eine
Ergänzung des asim-Gutachtens einzuholen, wonach sich die Gutachter ausdrücklich
erläuternd zur Frage der effektiven Arbeitsfähigkeit bei einer angepassten Tätigkeit zu
äussern hätten, eine nochmalige Auskunft des RAD über dessen aktuelle Einschätzung
B.a.
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der effektiven Arbeitsfähigkeit bei angepasster Tätigkeit einzuholen sowie einen neuen
Betätigungsvergleich für die Haushaltstätigkeit unter Befragung und Miteinbezug der
Familie durchzuführen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2). Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen das Gleiche wie in ihren Einwänden gegen die verschiedenen
Vorbescheide an. Ergänzend führte sie zur Haushaltstätigkeit aus, dass selbst unter
Berücksichtigung der Mitwirkung von Familienmitgliedern die von der
Beschwerdegegnerin angenommene Einschränkung im Haushalt nicht der Realität
entspreche, weshalb die ihr zumutbaren Leistungen als Hausfrau und Mutter noch
einmal unter Einbezug ihrer Familie ermittelt werden sollten, damit die realistischen
Verhältnisse festgestellt werden könnten (act. G 1).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, die
gemischte Methode zur Bemessung der Invalidität sei in Konstellationen wie der
vorliegenden gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung weiterhin anwendbar.
Das beweiskräftige Gutachten attestiere der Beschwerdeführerin entgegen ihrer
Ansicht eine Restarbeitsfähigkeit von 60 %. Zur Bemessung der Invalidität wiederholte
sie im Weiteren im Wesentlichen die in der Verfügung enthaltenen Ausführungen.
Hinsichtlich der Haushaltsabklärung merkte die Beschwerdegegnerin an, dass der
Bericht von einer qualifizierten und erfahrenen Mitarbeiterin verfasst und plausibel
begründet worden sei. Der Bericht genüge den rechtlichen Anforderungen (act. G 4).
B.b.
In ihrer Replik vom 16. Mai 2017 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Anträgen fest (act. G 6).
B.c.
Am 30. Mai 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung einer
Duplik, hielt aber an ihrem Antrag gemäss der Beschwerdeantwort fest (act. G 8).
B.d.
Am 20. September 2018 reichte die Beschwerdeführerin einen Abklärungsbericht
der Klinik G._ vom 14. September 2018 und zwei Berichte des Psychiatrie-Zentrums
H._ über eine psychiatrische Demenzabklärung sowie eine neuropsychologische
Untersuchung vom 6. August 2018 ein (act. G 14).
B.e.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/25
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Erwägungen
1.
Mit ihrer Wiederanmeldung vom 18. Dezember 2013 (IV-act. 35) und den danach
eingereichten medizinischen Unterlagen (vgl. IV-act. 45 ff.) hat die Beschwerdeführerin
eine wesentliche Veränderung ihres Gesundheitszustandes seit dem 27. Februar 2012
(vgl. IV-act. 30) glaubhaft gemacht, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht auf
diese Neuanmeldung eingetreten ist (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
2.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente gestützt auf ihre Wiederanmeldung vom 18. Dezember 2013. Anspruch
auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 %
invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG;
SR 831.20]). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Wenn
eine versicherte Person auch ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll
erwerbstätig gewesen wäre, ist der Invaliditätsgrad gemäss der langjährigen Praxis des
Bundesgerichts nicht anhand eines reinen Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG)
zu berechnen, sondern anhand der gemischten Methode. Hierbei ist der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; BGE 141 V
21 E. 3.2). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder
als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. April 2019, 8C_820/2018, E. 3.2). Vorliegend hat die
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Beschwerdeführerin deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie im Gesundheitsfall
weiterhin in einem Pensum von 40 % als Hauswartin gearbeitet hätte, während sie zu
60 % als Hausfrau und Mutter tätig gewesen wäre (vgl. IV-act. 94 S. 5 und 68 S. 1).
Folglich ist der Invaliditätsgrad gemäss der ständigen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (die das in Art. 8 Abs. 3 ATSG vorgesehene, nur im IV-Bereich
relevante Kriterium der objektiven Zumutbarkeit ignoriert) nach der sogenannten
gemischten Methode zu bemessen.
3.
Hinsichtlich des Erwerbsteils (Gewichtung 40 %) stützt sich die
Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
erster Linie auf das asim-Gutachten. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass dieses
Gutachten der Beschwerdeführerin eine 60%ige Leistungsfähigkeit in einer optimal
adaptierten Tätigkeit attestiert habe (vgl. act. G 1.2 und 4). Demgegenüber interpretiert
die Beschwerdeführerin die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berufung
auf eine RAD-Stellungnahme vom 30. Dezember 2015 (vgl. IV-act. 124) derart, dass ihr
nur eine ca. 40%ige Leistungsfähigkeit (60 % von 70 %) in einer adaptierten Tätigkeit
zuerkannt worden sei (vgl. act. G 1). Unter ausschliesslicher Berücksichtigung der in
der polydisziplinären Gesamtbeurteilung des asim-Gutachtens verwendeten
Formulierung wäre die von der Beschwerdeführerin vertretene Interpretation denkbar.
In ihrer Konsensbeurteilung haben die asim-Gutachter nämlich ausgeführt, dass die
Versicherte in einer optimal adaptierten Tätigkeit "aus neurologischer und
gesamtgutachterlicher Sicht in einem Pensum von 70 % mit darin 60%iger
Leistungsfähigkeit (bezogen auf ein Vollpensum)" arbeitsfähig sei (IV-act. 123 S. 23).
Diese Formulierung kann so verstanden werden, dass die effektive Leistungsfähigkeit
60 % von 70 %, also 42 % betrage. Sie kann aber auch so interpretiert werden, dass
die effektive Leistungsfähigkeit 60 % betrage, wenn in einem Pensum von 70 %
gearbeitet werde. Berücksichtigt man allerdings die Ausführungen im neurologischen
Einzelgutachten, so wird klar, dass der neurologische Gutachter der
Beschwerdeführerin nicht eine Leistungsfähigkeit von 42 %, sondern eine
Leistungsfähigkeit von 60-70 % attestiert hat. Er hat nämlich in seinem Fachgutachten
explizit erwähnt, dass der Beschwerdeführerin eine optimal angepasste Tätigkeit zu
60-70 % zumutbar sei (vgl. IV-act. 123 S. 19). Im Weiteren hat er angegeben, seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung stimme praktisch mit derjenigen im Bericht über die
Abklärung vom 23. Dezember 2014 überein (vgl. IV-act. 123 S. 19 und Fremdakten,
act. 3 S. 40 ff.). Anhaltspunkte dafür, dass neben den neurologischen Einschränkungen
noch anderen Fachgebieten zuzuordnende Beeinträchtigungen bestanden hätten,
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/25
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welche im Gesamtgutachten zu einer Abweichung von der neurologischen
Arbeitsfähigkeitsschätzung geführt hätten, liegen nicht vor. Vielmehr haben die
Gutachter in ihrer Gesamtbeurteilung ausdrücklich festgehalten, dass sich aus isoliert
internistischer Sicht keine die Arbeitsfähigkeit relevant einschränkenden Erkrankungen
hätten nachweisen lassen und dass aus isoliert psychiatrischer Sicht keine Diagnosen
mit oder ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden seien (IV-act. 123 S. 21).
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beruht somit auf den neurologischen
Diagnosen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Verfügungszeitpunkt gestützt
auf das schlüssige asim-Gutachten von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit (bezogen auf
ein fiktives Vollzeitpensum) in einer optimal adaptierten Tätigkeit auszugehen ist. Sollte
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach dem Verfügungszeitpunkt
verschlechtert haben, steht es der Beschwerdeführerin frei, sich erneut an die IV-Stelle
zu wenden (vgl. act. G 14).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Hinsichtlich
der Berechnung des Teilinvaliditätsgrades im Erwerbsbereich im Rahmen der
gemischten Methode ist am 1. Januar 2018 mit Art. 27 Abs. 3 lit. a IVV eine neue
Bestimmung in Kraft getreten. Diese hält fest, dass das Erwerbseinkommen, das eine
versicherte Person durch eine Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, auf eine
Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet werden muss. Das Bundesgericht hat die
Anwendung der neuen Berechnungsmethode auf Fälle, die unter altrechtlicher Lage
rechtshängig geworden sind, bisher allerdings verneint (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 13. Juni 2019, 9C_883/2018, E. 3.3 und vom 30. Januar 2018, 8C_462/2017,
E. 5.3). Die vom Bundesgericht auch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes
für Menschenrechte in Sachen Di Trizio vom 2. Februar 2016 (7186/09) für die meisten
der teilerwerbstätigen und gleichzeitig im Aufgabenbereich (Haushalt) tätigen
Versicherten beibehaltene Rechtsprechung zur Anwendung der gemischten Methode
(vgl. BGE 143 I 60 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017,
9C_553/2017, E. 4 f.) beruht implizit auf der Annahme, dass der Art. 16 ATSG zwar
nach dem Willen des Gesetzgebers der zweigübergreifenden Vereinheitlichung von
Begriffen und Instituten des materiellen Sozialversicherungsrechts diene (vgl. Bericht
und Entwurf zu einem Allgemeinen Teil der Sozialversicherung, Beitrag einer
Arbeitsgruppe der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungsrecht zur
3.2.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/25
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Verbesserung der Koordination in der Sozialversicherung, Bern 1984, S. 27 ff.), aber
trotzdem einer zweigspezifischen Interpretation zugänglich sei, im einen
Sozialversicherungszweig also anders ausgelegt werden könne als in den anderen
Sozialversicherungszweigen. Das Bundesgericht geht nämlich sinngemäss davon aus,
dass der Art. 16 ATSG im IV-Bereich zwei divergierende Auslegungen zulasse. Das soll
einerseits die auch für die anderen Sozialversicherungszweige massgebende Definition
des Valideneinkommens als Erwerbseinkommen sein, das eine versicherte Person im
fiktiven "Gesundheitsfall" bei einer Vollzeiterwerbstätigkeit erzielen könnte.
Andererseits soll in der IV für eine versicherte Person, die im fiktiven "Gesundheitsfall"
teilerwerbstätig wäre, jenes Erwerbseinkommen das Valideneinkommen sein, das im
Rahmen dieser Teilerwerbstätigkeit erzielt werden könnte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017, 9C_553/2017 E. 2.2 i.V.m. 4.3 und 5). Im
Bereich der Unfallversicherung (UV) ist diese abweichende Definition des Art. 16 ATSG
für im fiktiven "Gesundheitsfall" teilerwerbstätige Personen nicht zulässig; das
Valideneinkommen einer teilerwerbstätigen versicherten Person ist anhand einer
Vollzeiterwerbstätigkeit zu ermitteln (vgl. etwa Philipp Geertsen, Das
Komplementärrentensystem der Unfallversicherung zur Koordination von UVG-
Invalidenrenten mit Rentenleistungen der 1. Säule, Diss. Zürich/St. Gallen 2011,
S. 106 f. unter Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2009,
8C_638/08, E. 4.3). Diese IV-spezifische alternative Interpretation des Art. 16 ATSG
lässt einen Invaliditätsbegriff entstehen, der in den Art. 7 f. ATSG nicht vorgesehen ist.
Die Invalidität ist hier nicht wie im Rahmen der Art. 7 f. ATSG der Verlust an
Erwerbsfähigkeit, sondern der Verlust an "Teilerwerbsfähigkeit". Das lässt sich anhand
eines Beispiels verdeutlichen: Wäre eine versicherte Person im fiktiven
"Gesundheitsfall" nur zu 50 % erwerbstätig und wäre sie nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung aller in Frage kommenden
medizinischen und beruflichen Eingliederungsmassnahmen noch zu 50 % arbeitsfähig,
läge kein Verlust an "Teilerwerbsfähigkeit" und damit keine Invalidität vor, weil die
versicherte Person ja immer noch in der Lage wäre, jenes Erwerbseinkommen zu
erzielen, das sie im fiktiven "Gesundheitsfall" im Rahmen ihrer 50%igen
Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Kommt auf diese versicherte Person die
sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung zur Anwendung, kann sie
nach der IV-rechtlichen bundesgerichtlichen Rechtsprechung also nur dann invalid
sein, wenn der Betätigungsvergleich im Haushalt eine Einschränkung und damit eine
aufgabenbereichsspezifische Invalidität ergibt. Bei einer den Art. 7 f. ATSG
entsprechenden Interpretation des Art. 16 ATSG, wie sie in der UV gilt, ist die
versicherte Person in ihrer Erwerbsfähigkeit um 50 % reduziert, also zu 50 % invalid,
weil sie nur noch die Hälfte des Erwerbseinkommens erzielen kann, das sie im fiktiven
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/25
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"Gesundheitsfall" bei einem Vollzeiterwerb verdienen würde. Das Bundesgericht hat die
Notwendigkeit dieser "alternativen", rein IV-spezifischen Auslegung des Art. 16 ATSG
bzw. den durch diese Auslegung geschaffenen "alternativen" Invaliditätsbegriff nie
überzeugend begründet. Der Verordnungsgeber muss der Auffassung gewesen sein,
dass es keine IV-spezifische "alternative" Auslegung des Art. 16 ATSG und damit auch
keinen IV-spezifischen "alternativen" Invaliditätsbegriff geben könne, hat er doch die
am 1. Januar 2018 in Kraft getretene Ergänzung des Art. 27 IVV um die Absätze 2 bis
4 vorgenommen. In Art. 27 Abs. 3 lit. a IVV wird, wie bereits erwähnt, angeordnet,
dass auch bei im fiktiven "Gesundheitsfall" teilerwerbstätigen Versicherten von einem
Valideneinkommen auszugehen sei, das ausgehend von einer Vollerwerbstätigkeit zu
ermitteln sei. Damit erreicht der Verordnungsgeber, dass die mit dem Art. 16 ATSG
angestrebte zweigübergreifende Vereinheitlichung des Invaliditätsbegriffs bei voll- und
teilerwerbstätigen Versicherten erreicht wird, dass die Interpretation des Wortlauts des
Art. 16 ATSG nicht zwei verschiedene Ergebnisse liefert und insbesondere, dass es
keinen IV-spezifischen speziellen Invaliditätsbegriff für teilerwerbstätige Versicherte
gibt. Die Erwerbsfähigkeit, deren Beeinträchtigung eine Invalidität entstehen lässt, ist
also diejenige einer im fiktiven "Gesundheitsfall" vollerwerbstätigen versicherten
Person. Die im Rahmen der sogenannten gemischten Methode der
Invaliditätsbemessung notwendige Zusammenführung der Ergebnisse der
Invaliditätsbemessung im Erwerb (Einkommensvergleich) und im Haushalt
(Betätigungsvergleich) geschieht dadurch, dass gemäss Art. 27 Abs. 3 lit. b IVV der
Invaliditätsgrad im Erwerb anhand des (Teil-) Beschäftigungsgrades, den die
versicherte Person im fiktiven "Gesundheitsfall" hätte, gewichtet (d.h. reduziert) wird.
Im oben angeführten Beispiel jener versicherten Person, die im fiktiven
"Gesundheitsfall" zu 50 % erwerbstätig wäre (und die daneben im Aufgabenbereich
Haushalt tätig wäre) und die nun im Erwerb zu 50 % invalid ist, ist somit ein
gewichteter Invaliditätsgrad von 25 % massgebend. Der ermittelte Invaliditätsgrad im
Aufgabenbereich (Haushalt) wird dann zu diesen 25 % hinzugefügt, woraus sich der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebende Invaliditätsgrad ergibt. Mit der am 1.
Januar 2018 in Kraft getretenen Ergänzung des Art. 27 IVV hat der Verordnungsgeber
also die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung korrigiert. Das Bundesgericht
hat die Gesetzmässigkeit der aktuellen Fassung des Art. 27 IVV in seinen Urteilen
vom 18. Dezember 2017 (9C_553/2017), vom 30. Januar 2018 (8C_462/2017) und vom
13. Juni 2019 (9C_883/2018) ohne weiteres akzeptiert.
bis
bis
bis
bis
bis
Da die Regelung der aktuellen Fassung des Art. 27 IVV der nach wie vor
angewendeten bundesgerichtlichen Rechtsprechung widerspricht, kann die
Anerkennung der Gesetzmässigkeit des Art. 27 IVV durch das Bundesgericht nur so
3.3. bis
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interpretiert werden, dass dieses seine Rechtsprechung zur sogenannten gemischten
Methode der Invaliditätsbemessung selber als unrichtig erkannt hat. Die weitere
Anwendung der bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung könnte sich deshalb
nur intertemporalrechtlich erklären lassen. Zu prüfen bleibt somit, ob der Art. 27 IVV
in seiner seit dem 1. Januar 2018 geltenden (und damit die weitere Anwendung der
bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich ausschliessenden)
Fassung auf den hier zu beurteilenden Sachverhalt anzuwenden ist. Das Bundesgericht
hat in seinem bereits genannten Urteil vom 13. Juni 2019 (9C_883/2018) sinngemäss
daran festgehalten, dass für alle Fälle, in denen ein Rentenanspruch zu prüfen sei, der
vor dem 1. Januar 2018 entstanden wäre, seine bisherige Praxis und nicht die aktuelle
Fassung des Art. 27 IVV anzuwenden sei. Es hat dies in seinem ebenfalls bereits
genannten Urteil vom 18. Dezember 2017 (9C_553/2017) mit der Pflicht zu einer
einheitlichen und rechtsgleichen Behandlung aller Versicherten begründet (E. 5.2).
Wenn gemäss der Ziff. 1 der Übergangsbestimmungen zur aktuellen Fassung des Art.
27 IVV eine Anpassung einer laufenden, d.h. vor dem 1. Januar 2018 rechtskräftig
zugesprochenen Invalidenrente an die aktuelle Fassung des Art. 27 IVV immer erst
mit Wirkung ab 1. Januar 2018 erfolgen könne, dann müsse das auch für jene Fälle
gelten, in denen ein Rentenanspruch ab einem vor dem 1. Januar 2018 liegenden
Zeitpunkt zu prüfen sei und die am 1. Januar 2018 noch nicht rechtskräftig entschieden
seien (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2019, 9C_883/2018, E. 3.3;
vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017, 9C_553/2017, E. 5.2).
Fälle wie der vorliegende unterscheiden sich jedoch grundlegend von den unter die
Ziff. 1 der Übergangsbestimmungen zu subsumierenden Fällen; denn es fehlt hier
natürlich an einer formell rechtskräftigen Rentenzusprache, die revidiert werden
müsste, um so die aktuelle Fassung des Art. 27 IVV zur Anwendung bringen zu
können. Die unter die Ziff. 1 der Übergangsbestimmungen zu subsumierenden Bezüger
und Bezügerinnen einer laufenden Rente haben kein schutzwürdiges Interesse an einer
Gleichbehandlung mit den Versicherten, bei denen - wie bei der Beschwerdeführerin -
erstmals nach dem Inkrafttreten des Art. 27 IVV ein Rentenanspruch geprüft bzw.
rechtskräftig zugesprochen wird, da eine solche Gleichbehandlung für sie keine
Leistungsverbesserung bringen würde, für die andere Gruppe der Versicherten, zu
denen auch die Beschwerdeführerin gehört, aber einen Nachteil zur Folge hätte. Die
vom Bundesgericht angerufene Gleichbehandlung hätte also für keine der betroffenen
versicherten Personen eine Verbesserung zur Folge und ist deshalb rein formaler Natur.
Sie muss deshalb vor dem dringenden Sinn und Zweck der Änderung des Art. 27 IVV
zurückweichen, der darin besteht, eine sich als unrichtig erwiesene Gerichtspraxis
durch eine gesetzmässige Verordnungsbestimmung abzulösen. Da mit der aktuellen
Fassung des Art. 27 IVV eine bundesgerichtliche Rechtsprechung korrigiert wird, die
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auf einer falschen Interpretation der massgebenden Gesetzesbestimmungen beruht
hat, kann es – anders als bei einer Gesetzesänderung – hier kein Verbot der
Rückwirkung der in der aktuellen Fassung des Art. 27 IVV kodifizierten richtigen
Auslegung der massgebenden Gesetzesbestimmungen geben, zumal die Versicherten
kein schutzwürdiges Vertrauen in den Weiterbestand der bisherigen
Berechnungsmethode haben. Die richtige Auslegung des Übergangsrechts bzw.
Ausfüllung einer Lücke des Übergangsrechts kann deshalb nur in einer unbeschränkten
Anwendung der aktuellen Fassung des Art. 27 IVV auf alle am 1. Januar 2018
hängigen Verfahren – und damit auch auf das vorliegende Beschwerdeverfahren –
gesehen werden. Zudem wäre es auch verfahrensökonomisch unsinnig, vorliegend die
alte Berechnungsmethode anzuwenden, nur um von der Beschwerdeführerin kurze Zeit
danach zu verlangen, sich neu anzumelden, um ihren Rentenanspruch neu berechnen
zu lassen. Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ist deshalb integral, d.h. ab
dem frühestmöglichen Beginn, in Anwendung der aktuellen Fassung des Art. 27 IVV
zu beurteilen. Damit ist im Ergebnis auch den von der Beschwerdeführerin gegen die
Gewichtung der einzelnen Teilbereiche vorgebrachten Einwände Rechnung getragen
(vgl. act. G 1). Massgebend für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die
Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Die
Anmeldung der Beschwerdeführerin ist bei der IV-Stelle am 18. Dezember 2013
eingegangen (vgl. IV-act. 35 S. 1). Der früheste Beginn eines allfälligen
Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG wäre somit der 1. Juni 2014.
Auch ist davon auszugehen, dass das Wartejahr in diesem Zeitpunkt schon verstrichen
ist, da der Beginn der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gemäss dem asim-Gutachten
bereits im Februar 2011 eingetreten ist (vgl. IV-act. 123 S. 23). Für den
Einkommensvergleich massgebend ist somit das Jahr 2014.
bis
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Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns hätte verdienen können, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16
ATSG; BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Ausgehend vom
Bruttolohn als Hauswartin gemäss dem Kumulativjournal des Jahres 2012 (vgl. IV-
act. 54 S. 8) ergibt sich hochindexiert auf Jahr 2014 ein Valideneinkommen von
Fr. 30'843.-- (Fr. 30'347.-- / 2630 x 2673; vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
1976-2016). Hochgerechnet auf ein Pensum von 100 % (vgl. Art. 27 Abs. 3 lit. a IVV)
entspricht das einem Valideneinkommen von Fr. 77'108.--.
3.4.
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Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist auf die Tabelle TA 1 der vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014
abzustellen. Die asim-Gutachter haben in ihrer Konsensbeurteilung nämlich
festgehalten, dass die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit als Hauswartin nur
für vereinzelt notwendige mittelschwere körperliche Tätigkeiten unter jeweiliger
Gewährung eines erhöhten Pausenbedarfs einsatzfähig sei, während sie für körperlich
schwere Tätigkeiten überhaupt nicht mehr geeignet sei (vgl. IV-act. 123 S. 22).
Angesichts dieser Umschreibung muss davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin nicht mehr als Hauswartin tätig sein kann, denn nach der
allgemeinen Lebenserfahrung beinhaltet jede Hauswartstätigkeit in einem erheblichen
Umfang zumindest mittelschwere Arbeiten. Möglicherweise kann die
Beschwerdeführerin eine behinderungsadaptierte Hilfstätigkeit finden, die der
Hauswartstätigkeit ähnlich ist. Auf jeden Fall kann sie aber eine behinderungsadaptierte
Hilfsarbeit ausüben. Daher hat die Beschwerdegegnerin für die Festsetzung des
Invalideneinkommens zu Recht auf die entsprechende Position in der Tabelle TA1 der
LSE abgestellt. Für die im Kompetenzniveau 1 beschäftigten Frauen ergibt sich unter
Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden
ein Jahreslohn von Fr. 53'793.-- bezogen auf ein 100 % Pensum (vgl. Anhang 2 der
IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Entsprechend
der bei der Beschwerdeführerin lediglich 60 % betragenden Arbeitsfähigkeit ergibt sich
ein Invalideneinkommen von Fr. 32'275.80. Weiter erweist sich ein Tabellenlohnabzug
von 10 % als notwendig. Der diesem Betrag zugrunde liegende Zentralwert trägt
nämlich offensichtlich dem Umstand keine Rechnung, dass die Beschwerdeführerin
trotz eines dringenden betrieblichen Bedarfs keine Überstunden leisten bzw. nicht
vorübergehend mit einem über dem Arbeitsfähigkeitsgrad liegenden
Beschäftigungsgrad arbeiten kann, dass sie nicht vorübergehend (z.B. bei einem
krankheitsbedingten Ausfall einer anderen Arbeitnehmerin) an einem nicht-adaptierten
Arbeitsplatz eingesetzt werden kann, dass mit ihrer Anstellung notwendigerweise das
Risiko überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen eingegangen wird und dass von
Seiten der anderen Arbeitnehmer(innen) und der Vorgesetzten besondere
Rücksichtnahme angebracht ist. Für einen betriebswirtschaftlich-ökonomisch
vorgehenden, also nicht zur Ausrichtung eines Teilsoziallohns bereiten Arbeitgeber
stellen diese Einschränkungen in der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitskraft der
Beschwerdeführerin erhebliche betriebswirtschaftliche Nachteile gegenüber gesunden
Arbeitnehmerinnen mit dem gleichen Beschäftigungsgrad dar, die zwingend als
zusätzliche Lohnkosten einkommensmindernd berücksichtigt werden müssen.
Andernfalls läuft der Arbeitgeber das Risiko, im Umfang dieser zusätzlichen
Lohnkosten einen Soziallohn auszurichten. Der ökonomische Invaliditätsbegriff zwingt
3.5.
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4.
also dazu, von dem aus dem Zentralwert abgeleiteten Betrag zusätzlich einen Abzug zu
machen, der hier praxisgemäss auf 10 % festzusetzen ist. Damit resultiert ein
massgebendes Invalideneinkommen von (gerundet) Fr. 29'048.--. Gründe, die einen
maximalen Tabellenlohnabzug von 25 %, wie von der Beschwerdeführerin gefordert
(act. G 1 S. 8 f.), rechtfertigen könnten, liegen nicht vor.
Stellt man dem Valideneinkommen von Fr. 77'108.-- das Invalideneinkommen von
Fr. 29'048.-- gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 48'060.-- und damit
ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von (abgerundet) 62 % (48'060 x 100 / 77'108).
3.6.
Hinsichtlich der Einschränkungen im Haushaltsbereich stützt sich die
Beschwerdegegnerin auf das Ergebnis der von ihr in Auftrag gegebenen
Haushaltsabklärung vom 23. Dezember 2014, nämlich auf einen Invaliditätsgrad im
Haushalt von (ungewichtet) 39,14 % (act. G 4 S. 6 i.V.m. IV-act. 94 S. 1 ff.).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass selbst
unter Berücksichtigung der Mitwirkung von Familienmitgliedern die von der
Beschwerdegegnerin angenommene Einschränkung im Haushalt nicht der Realität
entspreche, weshalb die Abklärung unter Befragung ihrer Familienangehörigen zu
wiederholen sei (vgl. act. G 1 S. 10).
4.1.
Die Haushaltsabklärung beruht im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin. Die von dieser geltend gemachten Einschränkungen hat die
Abklärungsperson - mit Ausnahme der Angaben im Bereich "Haushaltsführung" und im
Bereich "Verschiedenes" – als überzeugend qualifiziert und deshalb übernommen.
Allerdings hat die Abklärungsperson aufgrund der sogenannten
Schadenminderungspflicht weitere Abzüge vorgenommen in der Annahme, die
weiteren Familiengehörigen könnten von der Beschwerdeführerin durch sozialen Druck
ohne weiteres dazu gebracht werden, die der Beschwerdeführerin
behinderungsbedingt nicht mehr möglichen Arbeiten im Haushalt zu übernehmen
(vgl. IV-act. 94 S. 13 ff.). Aufgrund dieser Mithilfe durch die Familienangehörigen hat die
Abklärungsperson im Bereich "Ernährung" nur eine Einschränkung von 17.53 % statt
der geltend gemachten 50 %, im Bereich "Einkauf und weitere Besorgungen" nur
17.95 % statt der geltend gemachten 60 % und im Bereich "Wäsche und
Kleiderpflege" nur 8.75 % statt der geltend gemachten 50 % berücksichtigt. Wie die
Abklärungsperson das jeweilige Mass der möglichen und zumutbaren Hilfe der
Familienangehörigen ermittelt hat und ob sie dabei die konkrete Situation der
einbezogenen Familienangehörigen berücksichtigt hat, lässt sich dem
4.2.
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5.
Die beiden für die Teilbereiche errechneten Invaliditätsgrade sind abschliessend
entsprechend der hypothetischen Teilerwerbstätigkeit zu gewichten. Bei einer
Abklärungsbericht nicht entnehmen. Das schadet aber nicht, da die unvollständige
oder z.T. sogar vollständig fehlende Protokollierung der Befragung der versicherten
Person bzw. der Familienangehörigen und des Augenscheins gemäss der
Bundesgerichtspraxis ohne weiteres dadurch vollständig kompensiert wird, dass es
sich bei den Abklärungspersonen durchwegs um ausgewiesene Fachleute handelt (vgl.
etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 2. April 2015, 9C_497/2014, E. 4.1.1). Mit der
Schadenminderungspflicht hat die Abklärungsperson einen Teilinvaliditätsgrad im
Haushalt von 39.14 % errechnet. Würde man auf eine Kürzung infolge der
Schadenminderungspflicht verzichten, ergäbe sich ein Teilinvaliditätsgrad im Haushalt
von (abgerundet) 54 % (5.06 % x 30 % + 23.35 % x 50 % + 9.27 % x 80 % + 5.9 % x
60 % + 12.14 % x 50 % + 7.59 % x 50 % + 36.7 % x 55 %). Insofern zielt die Kritik der
Beschwerdeführerin sinngemäss gleichwohl auf die ihr im Rahmen der sogenannten
Schadenminderungspflicht angerechnete Mitwirkung der Familienangehörigen. In der
Tat erscheint es fraglich, ob einer versicherten Person gestützt auf das Verhalten ihrer
Familienangehörigen und damit eines nicht in ihrem Einflussbereich liegenden
Umstandes (Ausübung einer Mithilfe im Aufgabenbereich) eine Leistung verweigert
oder aufgehoben werden kann (vgl. BGE 142 V 442 E. 6.2 S. 447 und Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Dezember 2016, IV 2014/350,
E. 2.2.1). Die Invalidität besteht in der behinderungsbedingten Einbusse an
persönlicher Leistungsfähigkeit der versicherten Person im Haushalt. Andernfalls wäre
selbst eine im Koma oder im Sterben liegende versicherte Person als nicht invalid zu
betrachten, wenn deren Familienangehörige den Haushalt ohne sie uneingeschränkt
besorgen könnten. Die Invalidität einer versicherten Person, die anhand eines
Betätigungsvergleichs im Haushalt zu ermitteln ist, müsste somit an sich unabhängig
von der Verfügbarkeit von mithelfenden Familienangehörigen bemessen werden, wenn
man dem Invaliditätsbegriff gerecht werden will (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 30. November 2018, IV 2016/362, E. 2.4). Allerdings
entspricht es aber der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts, dass bei der
Bemessung der Einschränkung im Haushalt die Mitwirkung der Angehörigen
berücksichtigt werden muss (vgl. BGE 133 V 509 E. 4.2). Da davon auszugehen ist,
dass das Bundesgericht eine diesbezügliche Abweichung von seiner ständigen
Rechtsprechung nicht gelten lässt, wird vorliegend auf den Abklärungsbericht
abgestellt und somit von einer Einschränkung im Haushalt von (abgerundet) 39 %
ausgegangen.
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Gewichtung des erwerblichen Teils von 40 % und einem Teilinvaliditätsgrad von 62 %
ergibt sich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von (aufgerundet) 25 % (62 x 40 / 100)
für den Erwerbsbereich. Bei einer Gewichtung des Haushaltsbereichs von 60 % und
einem Teilinvaliditätsgrad von 39 % ergibt sich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von
(abgerundet) 23 % (39 x 60 / 100). Bei der Anwendung der gemischten Methode
resultiert demnach zusammenfassend ein Invaliditätsgrad von 48 % (25 % + 23 %) und
somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Bliebe die Mitwirkung der
Familienangehörigen bei der Haushaltsbesorgung unberücksichtigt, beliefe sich der
gewichtete Teilinvaliditätsgrad im Haushalt auf (abgerundet) 32 % (54 x 60 / 100), der
Gesamtinvaliditätsgrad also auf 57 % (25 % + 32 %). Damit hätte die
Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
6.
Die Neuanmeldung ist am 2. bzw. 17. Dezember 2013 erfolgt. Gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten seit der
Anmeldung. Der Anspruch auf die Viertelsrente besteht demnach ab dem 1. Juni 2014
(vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG).
7.
Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 10. Februar 2017 aufzuheben und
der Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab dem 1. Juni 2014 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenbeträge an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.1.
Dieser Verfahrensausgang ist praxisgemäss als ein vollständiges Obsiegen der
Beschwerdeführerin zu werten, weshalb die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen sind. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen.
7.2.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl.
Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar
7.3.
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