Decision ID: 17b0c607-d5c2-40a9-bb68-d6e6d75832a1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1957 geborene
X._
, ausgebildeter Koch und ab 1995 als Hauswart tätig, meldete sich am 5. Juli 2013 wegen
Herzbeschwerden und Apnoe
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invaliden
versicherung an
(Urk. 6/1 und Urk. 6/2).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizini
schen Verhältnisse ab und verneinte nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom 9. Oktober 2013; Urk. 6/17) mit Verfügung vom
20. November
2013
einen Anspruch auf eine In
validenrente
(Urk. 2 [= Urk. 6/24])
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 11. Dezember 2013
Beschwer
de
und beantragte sinnge
mäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei ihm eine
Invalidenrente
zuzusprechen
(Urk. 1). Mit
Beschwerde
antwort
vom
28. Januar 2014
(Urk. 5
) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be
schwerde. Am
29. Januar 2014
wurde dem Beschwerdeführer das Doppel d
ieser Eingabe zugestellt (Urk. 7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die IV-Stelle hielt im angefochtenen Entscheid fest, die in den medizinischen Berichten aufgeführten Diagnosen und Befunde
ergäben
keine Hinweise für einen IV-relevanten G
esundheitsschaden
. Eine
Dekonditionierung
sowie
Leis
tungsintoleranz
funktioneller Natur und Adipositas seien per se nicht IV-rele
vant. Es bestehe somit kein Gesundheitsschaden mit langdauerndem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen
im Wesentlichen
ein, es werde in der Verfügung nicht auf seine Herzbeschwerden eingegangen. Diese seien der Grund für seinen schlechten Gesundheitszustand. Die verordneten Medikamente würden zu Müdigkeit und Kopfschmerzen fü
hren. Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern habe er trotz der Medikamente
(Urk. 1/1)
.
3.
3.
1
Im Bericht vom 15. August 2012 an die Krankentaggeldversicherung hielt der Hausarzt
,
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medi
zin,
fest,
beim Beschwerdeführer habe vom
23. Februar bis zum 31. Mai 201
2 eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % und vom 1. Juni bis zum 31. Juli 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % bestanden wegen rascher
Erschöpfbarkeit und Leistungseinbusse bei chronischem Vorhofflimmern und Anämie bei Epistaxis. Im Juni 2012 sei es zu einer Elektrokonversion gekommen mit gutem Verlauf.
Geplant sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % ab dem 1. August 2012
(Urk. 6/5/4 f.)
.
3.
2
Im Bericht
des Stadtspitals
Z._
, Klinik für Kardiologie,
vom 26. Oktober 2012 wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt
(Urk. 6/13/5)
:
Status nach persistierendem Vorhofflimmern (ED 07/2011)
e
rfolgreiche EKV am 12.06.2012
Dauer-OAK seit 07/2011
CHADS-VASC-Score: 1 Punkt (Hypertonie)
Arterielle Hypertonie
Ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Leistungsintoleranz unklarer Ätiologie
DD:
Dg
4, medikamentös (
Concor
)
Obstruktives, teils gemischtes Schlafapnoe/
Hypopnoe
-Syndrom mittel
schweren Grades, ED 10/2012
Im Bericht wurde festgehalten, aufgrund der Untersuchung bestünden nach wie vor keine Hinweise für eine kardiale
Aetiologie
der belastungsabhängigen Dys
pnoe. Trotz der sehr suggestiven Anamnese für eine Koronarischämie werde eine solche bei negativem Stressecho 2005 und aktueller aussagekräftiger
Ergometrie
mit supranormaler Leistungsfähigkeit (114 % des Solls) als unwahr
scheinlich erachtet. Die Beschwerden würden daher am ehesten als
Dekonditio
nierung
interpretiert oder seien funktioneller Natur. Weiter könnte
für
die starke Tagesmüdigkeit
auch ein obstruktives
Schlafapnoesyndrom
ursächlich sein. Es sei daher auf das Ansprechen der CPAP-Therapie zu wart
en (Urk. 6/13/6
).
3.
3
Im Bericht
des Stadtspitals
Z._
, Abteilung für Pneumologie, vom 22. November 2012
wurde
darauf hingewiesen, dass sich unter der begonnenen CPAP-Therapie bereits nach kurzer Zeit sowohl eine subjektive als auch eine objektive deutliche Verbesserung mit Normalisierung der
Desaturationen
und der Apnoen und
Hypopnoen
zeige
(Urk. 6/13/8)
.
3.4
Im Bericht vom 1
7.
August 2013
führte
der Hausarzt
Dr.
Y._
aus, beim Be
schwer
deführer bestehe
eine unklare Asthenie/Erschöpfbarkeit bei rezidivie
ren
dem Vorhofflimmern und Status nach Elektrokonversion sowie einem Schlaf-
Ap
noe-Syndrom.
Dr.
Y._
führte aus, es bestünden seit 2009 zunehmende Herz
rhythmusstörungen mit etabliertem Vorhofflimmern (2011). Im Sommer 2013 sei es zu einem Rezidiv gekommen. Weiter
e Rezidive seien möglich. Dr.
Y._
attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % vom 23. Februar bis am 31. Mai 2012 und eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % vom 1. Juni
2012
bis 8. August 201
3.
Er kam
zum Schluss, die bisherige Tätig
keit sei noch zumutbar im Rahmen von leichten Arbeiten. Nicht mehr zumutbar seien dem Beschwerdeführer
seit 2012
Tätigkeiten, welche vorwiegend im Gehen ausgeübt würden sowie das Steigen auf Lei
tern und Gerüste
. Bei den Tätigke
iten Bücken, Kauern und Treppen
steigen bestehe eine vermin
derte Leis
tungsfähigkeit von 50 %
. Beim Heben und Tragen bestehe eine
Gewichtslimite
von 10 kg
(
Urk.
6/13).
4.
Aufgrund der ärztlichen
Berichte lässt sich kein Gesundheitsschaden erkennen, welcher
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen würde. Der Kardio
loge stellte die ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Leistungsintoleranz am ehesten in Zusammenhang mit einer
Dekonditionierung
. Weiter könne auch ein ob
struk
tives Schlafapnoesyndrom ursächlich sein.
Er führte die Beschwerden jedoch nicht auf
eine
kardiologische
Ursache
zurück.
Unter der CPAP-Therapie kam es schliesslich z
u einer deutlichen Verbesserung
der Beschwerden
. Die
Pneumologin
hielt fest, die Therapie habe zu einem raschen und subjektiven
Benefit
geführt, es bestehe deutlich weniger Müdigkeit bei verbesserter körperli
cher Leistungsfähigkeit und deutlich besserer Motivation (Urk. 6/13/7).
Der Hausarzt
stellte sodann
die
Diagnose einer unklaren Asthenie/Erschöpfbarkeit bei einem rezidivierenden Vorhofflimmern und einem Schlaf-Apnoe-Syndrom, womit er
ebenfalls
zum Ausdruck brachte, dass sich das Beschwerdebild
auf
grund der somatischen Befunde
nicht objektiveren beziehungsweise nachvoll
ziehen l
asse
.
Der Hausarzt attestierte dem Beschwerdeführer dann aber offen
sichtlich aufgrund der subjektiven Beschwerden eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. Darauf ist
mangels objektiver Nachvollziehbarkeit
nicht abzu
stellen.
In diesem
Sinne ist somit nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle auf
grund der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 26. September 2013 (Urk. 6/16/3) das Leistungsbegehren abwies. Die Beschwer
de ist damit abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind
auf Fr. 5
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).