Decision ID: 529c027c-9990-4763-a3dd-0efa9548e061
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Taggeld
Sachverhalt:
A.
A.a D._ (Jahrgang 1955) meldete sich am 2. April 2003 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (act. G 5.1.1). Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine
Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 23. Mai 2003, die
Versicherte leide seit dem Alter von 17 Jahren an Depressionen. Eine familiäre
Belastung sei ausgewiesen. Eine depressive Entwicklung mit psychosomatischen
Erscheinungen seit August 2000 habe zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit geführt.
Vom 7. August bis 22. Oktober 2000 sei die Versicherte zu 100% und danach bis am
31. März 2002 zu 60% arbeitsunfähig gewesen. Seit 1. April 2002 könne eine 40%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (act. G 5.1.12). Gemäss Bericht vom 18. Juni 2003
der ehemaligen Arbeitgeberin, der B._, hatte die Versicherte vom 23. August 1993 bis
28. Februar 2001 mit einem Pensum von 60% als Kindergärtnerin gearbeitet und
zuletzt monatlich Fr. 4'418.65 verdient (act. G 5.1.13). Am 1. September 2002 hatte die
Versicherte eine Stelle als Projektleiterin bei der C._ mit einem Pensum von 60%
angetreten und dabei monatlich Fr. 4'515.80 verdient (act. G 5.1.15). Mit Verfügungen
vom 23. November 2003 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 1. April 2002 eine
halbe Rente und ab 1. Juli 2002 eine Viertelsrente zu (act. G 5.1.19 und 24).
A.b Am 5. April 2005 reichte die Versicherte ein Gesuch um berufliche Massnahmen,
insbesondere Umschulung, ein (act. G 5.1.27, 29 und 35). Dazu reichte sie die Zusage
für einen Studienplatz im Bereich G._ ab Oktober 2005 ein (act. G 5.1.28). Der
Hausarzt berichtete der IV-Stelle am 24. April 2005, die Versicherte leide an
rezidivierenden depressiven Episoden bei einer endogenen Depression und sei seit
8. November 2002 zu 40% arbeitsunfähig (act. G 5.1.37). Die behandelnde Psychiaterin
Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bestätigte die
Diagnose und Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des Hausarztes am 3. Mai 2005 (act.
G 5.1.38).
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A.c Die C._ gab der IV-Stelle am 30. Mai 2005 an, die Anstellung habe auf Ende
August 2005 aufgelöst werden müssen, weil ein dreijähriges Projekt zu Ende gegangen
sei. Im Jahr 2005 habe die Versicherte Fr. 4'560.90 monatlich verdient (act. G 5.1.40).
A.d Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bestätigte in
seinem Gutachten vom 22. September 2005 die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne somatische Symptome
(ICD-10: F33.00). Die Arbeitsfähigkeit betrage seit Jahren 50% und das Arbeitspensum
müsse flexibel gehandhabt werden können. Die bisherige Tätigkeit als Kindergärtnerin
mit festen Arbeitszeiten sei nicht mehr zumutbar (act. G 5.1.48).
A.e Mit Verfügung vom 31. Januar 2006 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für
eine Umschulung in Form einer Teilzeitausbildung zur G._ und für ein Taggeld ab
26. Oktober 2005 bis 10. Oktober 2010. Die anfallenden Kosten wie Schulgelder,
Zehrgelder, Reisekosten etc. gingen zu Lasten der Versicherten. Über die Höhe des
Taggeldes werde die Versicherte eine separate Verfügung von der zuständigen
Ausgleichskasse erhalten (act. G 5.1.56). Am 9. Februar 2006 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, die Viertelsrente werde ab 1. Februar 2006 wegen beruflicher
Massnahmen aufgehoben (act. G 5.1.62). Mit Verfügungen vom 17. Februar 2006
wurde der Versicherten vom 26. Oktober 2005 bis 31. Dezember 2005 und vom
1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2006 ein Taggeld inklusive Kindergeld in der Höhe
von Fr. 148.40 zugesprochen. Bis zur Sistierung der Rente Ende Januar 2006 wurde
das Taggeld um den Rentenbetrag von Fr. 20.80 pro Tag gekürzt. Das Taggeld bemass
sich auf der Grundlage eines durchschnittlichen Tageseinkommens von Fr. 163.--
beziehungsweise eines Valideneinkommen als Projektleiterin bei der C._ von
Fr. 59'292.-- (act. G 5.1.63 und 57). Mit Verfügung vom 22. Dezember 2006 wurde das
Taggeld für die Zeitspanne von 1. Januar 2007 bis 5. Juli 2007 bei einem
durchschnittlichen Tageseinkommen von Fr. 165.-- auf Fr. 150.-- angehoben (inklusive
Kindergeld; act. G 5.1.66). Am 5. April 2007 wurde das Taggeld aufgrund eines
Praktikumslohns der Versicherten von 1. März 2007 bis 24. August 2007 auf Fr. 79.70
gekürzt (act. G 5.1.69-1/6). Gleichentags verfügte die IV-Stelle über den
Taggeldanspruch vom 25. August 2007 bis 31. Dezember 2007 in der Höhe von Fr.
150.-- (act. G 5.1.69-4/6). Mit Verfügung vom 25. Januar 2008 wurde der Versicherten
von 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2008 ein Taggeld ohne Kindergeld in der Höhe
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von Fr. 132.-- zugesprochen bei einem durchschnittlichen Tageseinkommen von Fr.
165.-- (act. G 5.1.70). Am 24. Dezember 2008 wurde das Taggeld von 1. Januar 2009
bis 31. Dezember 2009, bei einem durchschnittlichen Tageseinkommen von Fr. 171.--,
auf Fr. 136.80 angehoben (act. G 5.1.74). Mit Verfügung vom 15. Dezember 2009
wurde der Versicherten für den Zeitraum von 1. Januar 2010 bis 10. Oktober 2010 ein
unverändertes Taggeld in der Höhe von Fr. 136.80 zugesprochen (act. G 5.1.76).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 15. Dezember 2009 richtet sich die Beschwerde vom
28. Dezember 2009. Die Versicherte beantragt die Ausrichtung eines höheren
Taggeldes. Die Studiums-Nebenkosten seien gestiegen. Auch die krankheitsbedingten
Nebenkosten hätten sich erhöht. Ausserdem sei nie ein Teuerungsausgleich bei den
Taggeldern gewährt worden. Ihr Lohn als Kindergärtnerin hätte sich jedoch erhöht.
Diese Tatsachen seien zu berücksichtigen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 1. März 2010
die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Das Taggeld sei ab 1. Januar 2010 auf
Fr. 140.80 zu erhöhen. Sie führt aus, eine Lohnanpassung an den aktuell höheren Lohn
als Kindergärtnerin sei nicht möglich, da eine Korrektur nur für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit vorgenommen werden könne. Das IV-Taggeld basiere auf dem Lohn als
Projektleiterin bei der C._. Eine Anpassung sei im Rahmen einer Besoldungsklasse
möglich. Aufstiegsmöglichkeiten könnten nicht berücksichtigt werden. Gemäss den
Angaben des letzten Arbeitgebers sei die Beschwerdeführerin in der Lohnklasse 20,
Stufe 8 (höchste), eingestuft gewesen. Dies entspreche nach der Besoldungstabelle
des Kantons St. Gallen für das Jahr 2010 einer Jahresbesoldung von Fr. 106'758.60.
Die Beschwerdeführerin sei damals zu 60% angestellt gewesen. Somit ergebe sich
eine Lohnbasis von Fr. 64'055.10, was einem Taggeld in der Höhe von Fr. 140.80
entspreche. Derzeit werde ein Taggeld von Fr. 136.80 auf einer Lohnbasis von Fr.
62'167.40 ausgerichtet. Das Taggeld sei deshalb ab 1. Januar 2010 auf Fr. 140.80
festzusetzen. Die durch die Beschwerdeführerin geltend gemachten nicht gedeckten
Mehrkosten für die Ausbildung und die Krankheitskosten könnten nicht durch die IV
übernommen werden, weil die gewählte Ausbildung keine rententangierende
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Auswirkung haben werde. Der Beschwerdeführerin sei es jedoch unbenommen, sich
für den Bezug von Ergänzungsleistungen anzumelden (act. G 5).
B.c In der Replik vom 10. März 2010 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Ihre gesundheitliche Einschränkung habe bereits bei Stellenantritt bei der C._
bestanden, weshalb sie sich für eine 60%-Stelle habe bewerben müssen. Für die
Bemessung des Taggeldes sei jedoch auf das letzte ohne gesundheitliche
Einschränkung erzielte Einkommen abzustellen, weshalb das Taggeld ab 1. Januar
2010 auf der Grundlage einer Berufsausübung ohne gesundheitliche Einschränkung,
also auf 100% Arbeitstätigkeit errechnet, auszubezahlen sei (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 19. März 2010 auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat darauf verzichtet, pendente lite eine neue Verfügung zu
erlassen (Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Stattdessen hat sie dem Gericht einen
Antrag auf teilweise Gutheissung der Beschwerde und Erhöhung des Taggeldes auf
Fr. 140.80 ab 1. Januar 2010 gestellt. Dessen ungeachtet hat das Gericht die
Beschwerde materiell vollumfänglich zu prüfen, wobei es an die Begehren der Parteien
nicht gebunden ist (Art. 61 lit. d ATSG).
2.
2.1 Die angefochtene Verfügung vom 15. Dezember 2009 ist nach Art. 69 Abs. 1 lit. a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Abweichung
von Art. 52 ATSG direkt beim Versicherungsgericht anfechtbar. Das rechtliche Gehör
nach Art. 42 ATSG wird also nicht nachträglich im Rahmen des Einspracheverfahrens
gewährt, sondern Art. 57a Abs. 1 IVG sieht vor, dass die IV-Stellen den versicherten
Personen den vorgesehenen Endentscheid über das Leistungsbegehren mittels eines
Vorbescheides mitzuteilen haben. Die Beschwerdegegnerin hat vorgängig zur
Taggeldverfügung vom 15. Dezember 2009 keinen Vorbescheid erlassen.
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Grundsätzlich wäre sie dazu wohl verpflichtet gewesen (vgl. in diesem Sinn die
Entscheide IV 2007/90 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
4. Oktober 2007 und IV 2006/205 vom 12. Februar 2008; Franz Schlauri, Über das
Verhältnis von Vorbescheid und rechtlichem Gehör im Sozialversicherungsverfahren.
Bemerkungen zu BGE 134 V 97, in: Riemer-Kafka/Rumo-Jungo [Hrsg.], Soziale
Sicherheit – Soziale Unsicherheit. Festschrift für Erwin Murer zum 65. Geburtstag, Bern
2010, S. 729). Selbst wenn kein förmlicher Vorbescheid nötig gewesen wäre, so hätte
das rechtliche Gehör jedoch auf andere Weise gewährt werden müssen (vgl. BGE 134
V 97). Dies ist vorliegend nicht erfolgt, weshalb eine Gehörsverletzung vorliegt. Diese
Gehörsverletzung würde grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung
aus formellen Gründen und zur Rückweisung der Sache zur korrekten Durchführung
des verwaltungsinternen Verfahrens führen.
2.2 Nun stellt sich aber bei jeder Missachtung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
die Frage der sogenannten "Heilung". Gemeint ist damit, dass die formale, d.h.
verfahrensrechtliche Rechtswidrigkeit einer Verfügung im Rechtsmittelverfahren nicht
zum Anlass genommen wird, um das Rechtsmittel gutzuheissen und die angefochtene
Verfügung aufzuheben. Begründet wird die "Heilung" mit dem Grundsatz der
Verfahrensökonomie beziehungsweise aus der Sicht der versicherten Person mit dem
Grundsatz der Verfahrensbeschleunigung. Die Rechtswidrigkeit einer Verfügung als
Folge der Verletzung einer verfahrensrechtlichen Norm hat also offensichtlich eine
untergeordnete Bedeutung, da sie durch den Grundsatz der Verfahrensökonomie
beziehungsweise -beschleunigung aufgewogen werden kann. Seine Begründung findet
dieses Übergewicht der Verfahrensökonomie im Zweck des
Verwaltungsverfahrensrechts, das dazu dient, die korrekte Anwendung des materiellen
Rechts im Einzelfall sicherzustellen. Kann dieses Ziel erreicht werden, obwohl eine
Verfahrensrechtsverletzung vorliegt, so hat bei der Abwägung zwischen der durch die
"Heilung" erreichbaren Verfahrensbeschleunigung einerseits und dem auch für das
Verfahrensrecht massgebenden Legalitätsprinzip andererseits ersteres den Vorrang.
Der verfahrensrechtliche Fehler kann ignoriert beziehungsweise "geheilt" und die
materielle Richtigkeit der Verfügung oder des Einspracheentscheides beurteilt werden
(vgl. auch Hansjörg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen Gehörs,
SJZ 2004, S. 377 ff.).
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2.3 Die Beschwerdeführerin hat im Beschwerdeverfahren Gelegenheit erhalten,
Einblick in sämtliche massgebenden Akten zu nehmen und sich sowohl zum
massgebenden Sachverhalt als auch zu dessen Würdigung beziehungsweise zur
rechtmässigen Rechtsfolgeanordnung zu äussern. Die Beschwerdegegnerin hat in
Kenntnis der Einwände der Beschwerdeführerin angegeben, dass sie ein Taggeld von
Fr. 140.80 als rechtmässig betrachte. Die Beschwerdeführerin hat an ihrem
Beschwerdewillen festgehalten und die Beschwerde nicht zurückgezogen. Im Übrigen
hat sie die Gehörsverletzung nicht gerügt. Sie hat nur materielle Anträge gestellt und
nicht die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur korrekten Durchführung des
Verfahrens verlangt. Da die differierenden Standpunkte beider Parteien klar sind, würde
die Rückweisung zur korrekten Gehörsgewährung die Situation der
Beschwerdeführerin sehr wahrscheinlich nicht verbessern, es käme zu einem das
Beschleunigungsgebot verletzenden "Verfahrensleerlauf". Um dies zu verhindern, ist
die Missachtung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu "heilen", d.h. die
angefochtene Verfügung ist materiellrechtlich zu beurteilen.
3.
3.1 Angefochten ist eine Verfügung, mit welcher der Beschwerdeführerin für die
Periode vom 1. Januar 2010 bis 10. Oktober 2010 ein Taggeld in der Höhe von Fr.
136.80 auf der Basis eines durchschnittlichen Tageseinkommens von Fr. 171.--
zugesprochen worden ist. Die Beschwerdeführerin verlangt eine angemessene
Erhöhung des Taggeldes. Die Auslagen des Studiums seien gestiegen. Auch die
krankheitsbedingten Kosten hätten sich erhöht. Ausserdem sei nie ein
Teuerungsausgleich bei den Taggeldern gewährt worden. Ihr Taggeld sei auf der
Grundlage einer Berufsausübung ohne gesundheitliche Einschränkung, also auf 100%
Arbeitstätigkeit zu bemessen. Mit der angefochtenen Verfügung vom 15. Dezember
2009 wurde ein Revisionsverfahren abgeschlossen, in welchem die
Beschwerdegegnerin überprüft hat, ob die Höhe des Taggeldes an die Teuerung oder
an die Lohnentwicklung hätte angepasst werden müssen. Sie hat dazu keinen Grund
gesehen und ein gleich hohes Taggeld verfügt wie für das Jahr 2008. Soweit die
Beschwerdeführerin verlangt, dass das Taggeld auf der Grundlage einer
Berufsausübung ohne gesundheitliche Einschränkung zu bemessen sei, wird damit ein
Wiedererwägungsgesuch für die Zukunft verlangt. Denn sie verlangt, dass die
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Bemessungsgrundlage (hier das Einkommen als Projektleiterin bei der C._ zu 60%)
überprüft wird. Auf diese Bemessungsgrundlage wurde erstmals mit Verfügungen vom
17. Februar 2006 abgestellt. Damals setzte die Beschwerdegegnerin die konkrete Höhe
des Taggeldes im Rahmen der mit Verfügung vom 31. Januar 2006 zugesprochenen
Umschulung in Form einer Teilzeitausbildung zur G._ für den Zeitraum vom
26. Oktober 2005 bis 10. Oktober 2010 fest. Diese Verfügungen sind unangefochten in
Rechtskraft erwachsen.
3.2 Während der Eingliederung ist alle zwei Jahre von Amtes wegen durch die
Ausgleichskasse im Rahmen eines Revisionsverfahrens zu prüfen, ob sich das für die
Taggeldbemessung massgebende Einkommen (Bemessungsgrundlage) betreffend die
Höhe geändert hat. Trifft dies zu, ist das Taggeld für die Zukunft neu festzusetzen (vgl.
Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Taggelder der
Invalidenversicherung [KSTI], Rz 3046). Eine solche Überprüfung hat im Dezember
2009 stattgefunden. Man hat jedoch keinen Anlass für eine Erhöhung des Taggeldes
feststellen können. Erst aufgrund der Beschwerde ist die Beschwerdegegnerin zur
Auffassung gelangt, eine Anpassung und damit eine Erhöhung des Taggeldes auf
Fr. 140.80 seien erforderlich. Sie hat bei dieser Überprüfung während des
Beschwerdeverfahrens einzig das für die Berechnung des Taggeldansatzes
massgebende Erwerbseinkommen der Lohnentwicklung beziehungsweise der
Teuerung angepasst (act. G 5). Wie bereits bei der ursprünglichen Taggeldverfügung
vom 17. Februar 2006 hat sie wiederum auf das nach Eintritt der Invalidität erzielte
Einkommen als Projektleiterin bei der C._ (angepasst für das Jahr 2010) bei einem
Beschäftigungsgrad von 60% abgestellt. Diese Einkommensbasis ist bereits in den
Verfügungen vom 17. Februar 2006 verwendet worden, auch wenn dies aus den
Verfügungen selbst nicht ersichtlich ist, da die Bemessungsgrundlage dort nicht
begründet worden war. Diese Verfügungen sind rechtskräftig. Die Beschwerdegegnerin
hat diese Bemessungsgrundlage auch in der angefochtenen Verfügung nicht verändert.
Auch bei ihrem Antrag in der Beschwerdeantwort, das Taggeld sei an die
Lohnentwicklung gemäss den kantonalen Löhnen für das Jahr 2010 anzupassen, stellt
die Beschwerdegegnerin auf die gleiche Bemessungsgrundlage ab. Weder aus der
Verfügung vom 15. Dezember 2009 noch aus der Beschwerdeantwort vom 1. März
2010 ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass auch die Bemessungsgrundlage
Gegenstand der Abklärungen der Beschwerdegegnerin gewesen wäre. Ein
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Zurückkommen auf diese bereits früher für die gesamte Dauer der Umschulung
festgelegte Bemessungsgrundlage ist somit im vorliegenden Verfahren nicht möglich,
da einzig die Anpassung der Taggeldhöhe an die Teuerung beziehungsweise die
Lohnentwicklung Gegenstand des von der Beschwerdegegnerin durchgeführten
Revisionsverfahrens bildet. Wäre auch die Bemessungsgrundlage von der
Beschwerdegegnerin in ihr Abklärungsverfahren miteinbezogen worden, hätte sie ein
Wiedererwägungsverfahren durchgeführt. Dies hat die Beschwerdegegnerin jedoch
nicht getan, und sie war dazu auch nicht verpflichtet. Im vorliegenden
Beschwerdeverfahren kann deshalb die Wahl der Bemessungsgrundlage (Einkommen
als Projektleiterin oder als Kindergärtnerin beziehungsweise Vollzeitpensum oder
Teilzeitanstellung) nicht überprüft werden, weil die Rechtskraft der Verfügungen vom
17. Februar 2006 einer Überprüfung entgegensteht (vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 16. April 2010 i/S. G. [9C_782/2009]). Die Beschwerde ist
diesbezüglich abzuweisen.
3.3 Wie die Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt hat, hätte das Einkommen der
Beschwerdeführerin als Projektleiterin in einem 60%igen Pensum im Jahr 2010
Fr. 64'055.10 betragen. Das Taggeld ist somit ab 1. Januar bis 10. Oktober 2010 auf
Fr. 140.80 festzusetzen.
3.4 Soweit die Beschwerdeführerin ungedeckte Auslagen im Studium und
Krankheitskosten geltend macht, können diese nicht in die Taggeldbemessung
einfliessen. Der Taggeldanspruch bemisst sich unabhängig von den konkreten
Auslagen gemäss dem vor Eintritt des Gesundheitsschadens zuletzt erzielten
Einkommen. Der Beschwerdeführerin steht es frei, eine Kostenübernahme durch eine
Anmeldung für den Bezug auf Ergänzungsleistungen überprüfen zu lassen.
3.5 Im Sinn eines obiter dictums ist darauf hinzuweisen, dass nach Abschluss der
beruflichen Massnahmen der Arbeitsfähigkeits- beziehungsweise Invaliditätsgrad wohl
neu beurteilt werden muss. Aus den Akten ergibt sich der Hinweis, dass der
Invaliditätsgrad zumindest im Jahr 2005 höher gewesen sein könnte, als er der
Rentenbemessung zu Grunde gelegen ist (vgl. act. G 5.1.48).
4.
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4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde im Sinn der Erwägungen unter Aufhebung
der Verfügung vom 15. Dezember 2009 teilweise gutzuheissen. Der
Beschwerdeführerin ist ein Taggeld von 1. Januar bis 10. Oktober 2010 in der Höhe
von Fr. 140.80 zuzusprechen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführerin wird
der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG