Decision ID: 328c5887-693d-5f19-a7e7-a2016461604f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, meldete sich
am
2.
März 2011 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Dekompensation, Konzentrationsstörung, Depression und ADHS zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
8/3).
Die IV-Stelle tätigte berufliche und medizinische Abklärungen und
sprach eine Arbeitsvermittlung zu, welche mit Verfügung vom
3.
Juli 2012
wieder
eingestellt wurde
(
Urk.
8/67
, vgl. auch
Urk. Urk.
8/63
).
Daraufhin holte die IV-Stelle
das Gutachten von
Dr.
med.
dip
l
.
-psych.
Y._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2
1.
Juni 2013 ein (
Urk.
8/82) und wies das Leistungsbegehren n
ach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 2
6.
Februar 2014,
Urk.
8/86; Einwand vom 2
7.
März 2014,
Urk.
8/88; ergänzende
Einwandbegründung
vom
1
6.
Mai 2014,
Urk.
8/92) mit Verfügung vom 2
7.
Mai 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
5.
Juni 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten, insbesondere eine Rente zu bezahlen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
1.
September 2014 (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-95) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
2.
September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Mit Be
schluss vom
3.
März 2016
wurde
die Anordnung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens in Aussicht gestellt
(Urk. 11
) und
- nachdem die Parteien diesbezüglich Stellung genommen hatten (
Urk.
13,
Urk.
14,
Urk.
16) -
mit Be
schluss vom
3.
August 2016
angeord
net
(Urk. 18), wozu sich die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 1
7.
August 2016 erneut äusserte (
Urk.
20).
Dr. med.
Z._
, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete das Gerichtsgutachten am
1
9.
November 2016 (Urk. 23
). Die Beschwerdeführerin nahm dazu am
2
2.
Dezember 2016 Stellung (Urk. 27
),
worauf
die Beschwerdegegnerin verzich
tete (Urk.
28),
worüber die
Parteien am 1
1.
Januar 2017
jeweils in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
29).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Dr.
Z._
diagnostizierte in ihrem Gutachten vom 1
9.
November 2016 (
Urk.
23
S. 9
)
1) eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (
ADHS,
ICD-10 F90.0)
,
2) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgra
dige
Episode (ICD-10 F33.0) und 3) Probleme durch negative
Kindheitserleb
nisse
: negativ veränderte Struktur der Familienbeziehungen (ICD-10 Z61.2) sowie Ereignisse
,
die den Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge habe
n,
(ICD-10 Z61.3)/akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1).
Dr.
Z._
konstatierte
(
Urk.
23
S.
9 ff.)
, dass Depression und ADHS
seit längerem bekannt
seien
und vom behandelnden Psychiater
Dr.
med. univ.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und v
om Vorgutachter
Dr.
Y._
ihres Erachtens
nachvollziehbar begründet
worden seien
. Aus Zeit
gründen w
ü
rden die Diagnosen deshalb nicht nochmals begründet. Obwohl keine neuropsychologis
che Untersuchung durchgeführt wo
rde
n sei, könne
die Diagnose ADHS anhand von Anamnese und klinischem Bild als nachvollziehbar erachtet werden. Eine
somatoforme
Schmerzstörung k
ö
nn
e
aufgrund der Beur
teilung vom April 2016 durch das Schmerzzentrum im
B._
ausgeschlossen werden. Zusätzlich und zum Verständnis von
Krankheitsentste
hung
un
d Krankheitsverlauf wichtig seien
die Probleme durch negative
Kind
heitserlebnisse
mit Ausprägung einer Persönlichkeitsakzentuierung. Einerseits
habe die Beschwerdeführerin Ü
berforderung zuhause durch die Erkrankung der Mutter und in der Schule durch Lernschwierigkeiten nicht zuletzt im Rahmen des ADHS
erlebt
. Zudem
hab
e sie mindestens zuhause starke Entwertungen und auch Vernachlässigung mit Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl
erlebt. Andererseits verfüge sie
über gute Ressourcen im Sinne von Streben nach Autonomie, Ehrgeiz und Einsatzbereitschaft sowie
Kämpfertum
. Die Belastun
gen in Kindheit und Jugend
hätten
in dieser spezifischen Kombination zu einer sogenannten und für die Konstellation typisch ausgeprägten
Persönlichkeitsak
zentuierung
mit einseitiger Leistungsorientierung bei verminderter
Selbstwahr
nehmungs
- und Selbstfürsorgefähigkeit
geführt
. Ressourcen und
Persönlich
keitsakzentuierung
könn
t
en gleichsam als zwei Seiten derselben Münze gesehen werden. Die insgesamt wenig erfolgreiche Beziehungsgestaltung k
ö
nn
e
ebenfalls im Rahmen dieser Problematik verstanden werden, wobei das ADHS
Bezie
hungsgestaltung
ebenfalls erschwer
e
. Durch die lange Zeit vorhandene Mög
lichkeit, die eine Seite der Münze unter Aufbietung aller Kräfte zu nutzen,
sei es ihr
als Realschülerin letztendlich
gelungen,
die Ausbildung zur
Pflegefachfrau DNI und bis 2008 etliche
Zusatzausbildungen
abzuschliessen
.
Von
2002 bis
2010
habe
sie eine Kaderstelle in einer privaten Pflegeeinrichtung inne
gehabt
. Die Defizite von Seiten des ADHS und der ab 2007 zunehmend in Erscheinung tretenden Erschöpfungsdepression
habe
sie mit Hilfe ihrer auf der Kindheit begründeten Persönlichkeitsakzentuierung mit weiterhin einseitiger
Leistungs
orientierung
bei verminderter Selbstwahrnehmungs- und
Selbstfürsorgefähig
keit
kompensiert
. Sie
habe
sämtliche Kräfte
mobilisiert
und alle Energiespeicher
entleert
. Die letzten Jahre ihrer Berufstätigkeit
hätten
auf der ausschliesslichen Bündelung aller Kräfte für die Arbeit und
auf dem
Verzicht auf ein Privatleben
basiert.
Sie habe gearbeitet, gegessen und geschlafen. Dadurch
sei
sie in einen Strudel von sich konstant verstärkender Depression und wahrscheinlich zuneh
mender Dekompensation des ADHS mit verstärkter Impu
l
sivität und kognitiven Störungen
geraten
, wodurch sich die Arbeitsbeziehungen bis zum Eklat mit Stellenverlust 2010
verschlechtert haben dürften
. Danach
sei
ein eindrück
l
icher und destruktiver sozialer Abstieg bis hin zur Abhängigkeit vom Sozialamt
erfolgt
.
Die Beschwerdeführerin lebe
mehrheitlich ausserhalb der Gesellschaft,
nehme
kaum an normalen gesellschaftlichen Aktivitä
ten teil. Ihr Bezugsnetz bestehe
v.a. aus professionellen Bezie
hungen im Helfernetz, privat habe
sie eher wenige Kontakte. In
der gesamten Zeit seit 2010 habe
sie sich
immer bemüht im Rahmen ihrer Möglichkeiten tätig zu sein.
Das
ADHS mit übersteigertem Antrieb und
der
Unmöglichkeit
,
untätig zu sein und
die
Depression mit
Antriebshemmung h
ätten
sich dabei fluktuierend
die Waage gehalten. Aktuell habe
sich
die Beschwerdeführerin
eigenverantwortlich und -initiativ eine adä
quat erscheinende persönliche Situation mit neuer Wohnung und
Freiwilligen
arbeit
im
C._
eingerichtet.
Das aktuelle Setting entspreche
wohl einer opti
mal angepassten Nische. Insbesondere die unbezahlte Tätigkeit
sei
deshalb möglich, weil
sie sich
dabei
komplett selber strukturieren kö
nn
e
- im
1.
Arbeitsmarkt wären derart günstige Bedingungen wohl kaum realisierbar. Wenn sich die Depression unter Behandlung und adäquater berufliche
r Anfor
derung auch gebessert habe
und a
ktuell
leichtgradig
vorhanden sei
, so
sei
doch in der Kombination mit dem ADHS langfristig von einem erhöhten
Rückfallri
siko
der
rezidivierenden depressiven Störung auszugehen, insbesondere unter inadäquater Belastung.
Das psychische Gleichgewicht sei
aktuell knapp kom
pensiert und unter der adäquaten Behandlung wohl in absehbarer Zeit besten
falls so stabil zu erhalten. Unter erhöhter Belastung sowie den für die
Beschwerdeführerin
mit dem ADHS erhöhten Anforderungen
,
sich
fremdbe
stimmen
zu lassen und s
ich einfügen zu müssen
,
erscheine
die Gefahr in einem normalen Angestelltenverhältnis im
1.
Arbeitsmarkt übermässig gross, dass sich der psychisc
he Zustand erneut verschlechtere
.
Wenn auch sowohl
eine
Depression als auch
ein
ADHS an und für sich gu
t behan
delbare Erkrankungen seien, so trä
ten sie bei
der Beschwerdeführerin in
Kombination und auf dem Boden einer durch negative Kindheitserlebnisse geprägten Persönlichkei
tsakzentuierung auf. Deshalb sei
insgesamt von einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung mit Polymorbidität auszug
ehen. Die Erkrankung präsentiere
sich mehrhei
tlich unveränderlich und bestehe
seit 2
010 dauerhaft. Dadurch entstünden
gravierende Auswirkungen auf Belastbarkeit und
Leistungsfähigkeit und
die Progno
se und die Arbeitsfähigkeit würden
massgeblich ungünstig beeinflusst. Relevante Funktionseinschränkungen erg
ä
ben sich aus der beschriebenen komplexen psychischen Erkrankung im Bereich von Stimmungsschwankungen mit entsprechend inkonstanter Leistungsfähig
keit, mit immer wieder auftretenden Erschöpfungszuständen bei
Selbstüberfor
derung
, mit verminderter Fähigkeit zur Selbststeuerung mit Impulsivität und Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung mit erhöhter Konfliktanfälligkeit und verminderter Lösungsfähigkeit. Durch die
durch das
ADHS bedingte Antriebserhöhung mit
der
Unfähigkeit
,
sich zu entspannen w
e
rd
e
die
depressi
onsbedingte
Antriebsminderung mehrheitlich überdeckt, insgesamt komm
e die Beschwerdeführerin
gerade in dieser Konstellation immer wieder in eine Erschöpfung
(
Urk.
23 S. 10 f.)
.
Dr.
Z._
hielt dafür, dass der Beschwerdeführerin sowohl eine Tätigkeit im Pflegebereich mit leitender Funktion als auch ohne leitende Funktion nicht zumutbar sei. Eine Tätigkeit in geschützter Umgebung sei der Beschwerdeführe
rin im Umfang von 30
%
zumutbar
(
Urk.
23 S. 12)
.
4.
4.1
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
9.
November 2016 beruht auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der relevan
ten
Vorakten
(Urk. 23 S. 2 ff.) abgegeben. Es würdigt die vorhandenen
Vorakten
(Urk. 23 S. 12). Es berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Grundsätzlich erfüllt es die rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.
3).
Bei der Würdigung eines Gutachtens gilt es allerdings zu beachten, dass d
ie Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson
im Rahmen der
Invaliditätsbe
messung
wie folgt verteilt
sind:
Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztli
cher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei der
Fol
genabschätzung
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juris
tische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zuge
mutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine medizinische, sondern eine rein juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizi
nischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichtes 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Das Bundesgericht hat wiederholt erkannt, dass leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (mit Hinweisen: Urteil des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.2). Damit eine mittelschwere depressive „Störung“ ausnahmsweise als invalidisierend bewertet wird, muss eine konsequente Depressionstherapie befolgt werden, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 und 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1).
Dass die depressive Störung der Beschwerdeführerin gut therapierbar ist, geht vorliegend deutlich aus den im Recht liegenden Akten hervor:
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom
3.
Februar 2012 noch eine schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2) nach sogenannten Kontaktanlässen mit Bezug auf das Berufsleben (ICD-10 Z56;
Urk.
8/53).
Dr.
Y._
konnte im von der Beschwerdegegnerin einge
holten
Gutachten vom 2
1.
Juni 2013 (
Urk.
8/82/11) nur noch eine mittelgradig ausgeprägte depressive Episode, anhaltend, im Rahmen einer rezidivierend depressiven Störung (ICD-10 F33.11) feststellen.
Dr.
Z._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig
leichtgradige
Episode (E. 3
)
.
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die depressive Störung in
casu
- wie vom Bundesgericht in der Regel angenommen -
gut
therapierbar
und entsprechend rückläufig
ist
.
D
amit
ist zumindest fraglich, ob die depressive Störung eine langfristige invalidisierende Einschränkung zu begründen vermag.
4.2.2
Vorliegend besteht nebst der
depressive
n
Störung
eine
einfache
Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung (IC
D-10 F90.0).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass
es der Beschwerdeführerin trotz des ADHS
-
und
den
von
Dr.
Z._
darauf zurückgeführte
n
Lernschwierigkeiten bereits
während der Schulzeit
(
Urk.
23
S.
10 oben)
-
möglich war, die Schule sowie die Ausbildung zur Krankenpflege
rin erfolgreich abzuschliessen. Des Weiteren bildete sie sich neben der Berufstä
tigkeit weiter (
Urk.
8/2/4 ff.) und war erfolgreich im Arbeitsleben, so dass sie zuletzt als stellvertretende Geschäftsleiterin für einen privaten Pflegedienst tätig war (Arbeitsvertrag vom
1.
Februar 2009,
Urk.
8/16). Dies zeigt, dass die Beschwerdeführerin während
vielen
Jahren trotz der einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung in der Lage war,
erfolgreich im ersten Arbeitsmarkt zu bestehen.
Hinzu kommt, dass die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung aktu
ell medikamentös mit 20 mg Ritalin SR behandelt wird, wodurch die Beschwer
deführerin besser fokussieren könne, die Belastbarkeit höher und sie innerlich wenig
er aggressiv sei (
Urk.
23 S. 5).
Demnach ist
davon auszugehen, dass die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung für sich allein genommen besser kompensiert ist, als dies während der jahrelangen erfolgreichen
Berufstä
tigkeit der Fall war,
da die Erkrankung erst im Jahr 2010 diagnostiziert und entsprechend früher auch nicht behandelt wurde (vgl.
Urk.
23 S. 5;
Urk.
8/12;
Urk.
8/13).
4.2.3
Die von
Dr.
Z._
angeführten Probleme durch negative
Kindheitserleb
nisse
(negativ veränderte Struktur der Familienbeziehungen [ICD-10 Z61.2], Ereignisse die den Verlaust des Selbstwertgefühls zur Folge haben
[ICD-10 Z61.3], akzentuierte Persönlichkeitszüge [ICD-10 Z73.1]; vgl.
E. 3) stellen als
Z-codierte Belastungsfaktoren nach der Rechtsprechung keine rechtserhebliche Beeinträchtigung dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_468/2015 vom 29. Januar 2016 E. 3.2).
4.2.4
Zusammenfassend ist
die von
Dr.
Z._
attestierte vollumfängliche Arbeits
unfähigkeit
- insbesondere unter Berücksichtigung der
rückläufigen depressiven Störung und der trotz der
einfachen Aktivitäts- und
Aufmerksam
keitsstörung
jahrelang erfolgreichen beruflichen Tätigkeit -
gestützt auf die
von ihr erhobenen Diagnosen nicht ohne Weiteres nachvollziehbar.
4.3
Aus dem Gutachten von
Dr.
Z._
gehen darüber hinaus gute
Ressourcen
hervor, welche es der Beschwerdeführerin
ermöglichen sollten, die psychischen Einschränkungen
zumindest so weit zu überwinden, als dass ihr
bei Aufbietung allen guten Willens
eine angepasste Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zumutbar ist (vgl. E.
2.1):
4.3.1
Dr.
Z._
hielt fest, d
ass die Beschwerdeführerin
gute Ressourcen im Sinne von Streben nach Autonomie, Ehrgeiz, Einsatzbereitschaft und
Kämpfer
tum
zeige (
Urk.
23 S. 11).
4.3.2
Auch der aktive Alltag der Beschwerdeführerin zeigt gute Ressourcen
, so leistet sie seit ca. September 2015
an ca. drei Tagen die Woche Freiwilligenarbeit in einer Fenstermontagefirma in
D._
(
Urk.
23 S. 7):
An den Tagen, an denen sie nach
D._
arbeiten gehe
,
stehe sie zwischen 6
:00
und 6:30 Uhr auf. Sie trinke Kaffee und füttere die Katzen und rauche ein paar Zigaretten. Nachdem sie sich
zurecht
gemacht habe
,
fahre sie mit dem Bus oder mit dem Velo ins Geschäft, wo sie um ca.
ca. 8:30 Uhr
ankomme
. Dort schaue sie zuerst einmal
,
was anstehe und erledige verschiedene Arbeiten. Manchmal gehe sie am Nachmittag einkaufen
,
wenn ein Auto frei sei
,
oder sie verbringe den Nachmittag im Lager. Das Mittagessen nehme sie je nachdem alleine oder mit den anderen ein
,
wenn diese nicht auf Montage seien. Zwischen 15
:00
und 20:00
Uhr gehe sie wieder nach Hause -
das sei abhängig davon
,
wer im Geschäft sei und was man noch zusammen mache. Sie mache in
D._
manchmal kleine Bastelarbeiten aus Holz, zum Beispiel Mobiles, das sei ihr lange nicht mehr möglich gewesen und sie habe das nun wieder entdecken können. Sie habe eine kleine Nähmaschine be
kommen und nähe selber Vorhänge.
S
ie habe auch wieder mit Stricken begonnen. Abends sichte sie die Post, versorge die Katzen und esse zu Abend. Manchmal koche sie nun wieder selber, manchmal wärme sie nur ein Fertigge
richt im Backofen. Je nachdem
,
ob ihr Handy funktioniere
,
schaue sie anschliessend etwas fern oder DVDs. Dabei habe sie Mühe still zu sitzen, sie müsse imm
er wieder aufstehen. Zwischen 1
0
:00
und 11:00 Uhr gehe sie schla
fen. Die Schlafqualität sei unterschiedlich, zurzeit etwas ruhiger, manch
mal erwache sie schweissgebadet.
M
anchmal wache sie morgens auf und merke, dass sie Stunden in derselben Position gelegen habe. Insgesamt schlafe sie bes
ser als 201
0.
An den Tagen, an denen sie nicht nach
D._
gehe, stehe sie um ca. 7:00 Uhr auf, trinke länger Kaffee, habe nun in der neuen Wohnung erstmals wieder eine Badewanne und geniesse es zu baden. Danach nehme sie Termine wahr und gehe einkaufen, koche sich ein Mittagessen und gönne sich seit kurzem danach einen Mittagsschlaf. Am
Nachmittag gehe sie laufen oder
nähe oder bastle etwas. Sie habe Mühe gar nichts zu tun, sie könne nicht einfach sein. Ihr Gehirn
sei immer am Laufen. Sie komme
schlecht zur Ruhe. Am Abend erledige sie Wäsche oder Sachen im Haushalt, aktuell sei sie daran
,
die Wohnung einzu
richten. Früher habe sie immer alles sofort machen wollen, jetzt versuche sie
,
die Arbeiten sukzessive zu erledigen. Sie dürfe sich nicht zu viel vornehmen, sie merke, dass sie länger brauche. Sie mache sich selber zu viel Druck. Wenn sie übertreibe
,
dann „
litze
es sie":
Sie
habe dann die Tränen zuv
o
rderst und sage nicht viel. Unter Schlafmangel gehe sie auf
Tauchstation.
4.3.3
Darüber hinaus verfügt die Beschwerdeführerin - nebst der professionellen Betreu
ung durch
Dr.
A._
, die
Casemanagerin
der
E._
und die
F._
- auch über Kontakte zur jüngeren Schwester und den Mitarb
eitern der
Fenster
montagefirma
(
Urk.
23 S. 7).
4.
4
Zusammenfassend ist
festzuhalten
, dass
die vorliegende depressive Störung unter Therapie rückläufig und damit therapierbar ist. Des Weiteren war es der Beschwerdeführerin trotz der einfachen Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstö
rung
möglich, jahrelang erfolgreich im Pflegebereich tätig zu sein. Auch wird das ADHS seit ca. 1 Jahr medikamentös behandelt, wodurch sich eine Besserung einstellte. Darüber hinaus verfügt sie über gute Ressourcen, was sich insbeson
dere im aktiven Tagesablauf und der
seit über einem Jahr
regelmässigen
Frei
willigenarbeit
ca. dreimal wöchentlich
zeigt.
Entsprechend ist der Beschwerdeführerin die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit sozial-praktisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumutbar (vgl. E. 2.
1
).
Aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen ist allerdings
zu verneinen
,
dass
sie den hohen Anforderungen im Pflegebereich gerecht werden könnte
.
E
ine Hilfsarbeitertätigkeit, in der sie ohne zu viel Druck
ihren Arbeitseinsatz
zu einem grossen Teil selbst
strukturieren kann, ist ihr allerdings überwiegend wahrscheinlich in einem vollen Pensum zumutbar.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Ein
schränkung.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypotheti
schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl
lige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum
Verfü
gungserlass
respektive bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Verwaltung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob allenfalls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzufüh
ren (BGE 129 V 222 E. 4.2 in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts I 156/02 vom 26. Mai 2003).
5.2
Gestützt auf d
ie Ausführungen von
Dr.
Z._
ist von
einer vollumfängli
chen Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit
seit Oktober 2010 aus
zugehen
(
Urk.
23 S. 12)
. Die Anmeldung erfolgte am
2.
März 201
1.
Massgebender Zeitpunkt für den Einkommensvergleich ist damit der
1.
Oktober 2011 (vgl. E. 2.2 und
Art.
29
Abs.
1 IVG).
5.3
Gestützt auf den Arbeitsvertrag vom
1.
Februar 2009 (
Urk.
8/16) ist das
Validen
einkommen
für das Jahr 2011 auf
Fr.
136‘500.-- jährlich festzusetzen (
Fr.
10‘500.-- x 13, vgl. auch Auszug aus dem individuellen Konto vom
5.
März 2012,
Urk.
8/54).
Das Invalideneinkommen ist gestützt auf die Lohnstrukturerhebung 2010 des Bundesamtes für Statistik (LSE 2010) für eine Hilfsarbeitertätigkeit
für eine Frau
in Höhe von
Fr.
4‘225.-- festzusetzen (TA1 Monatlicher Bruttolohn [
Zentral
wert
] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor, einfache und repetitive Tätigkeiten, Total, Frauen). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2011 (BFS,
T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011-2015
, Total, Basis 2010 = 100, 2011 = 101) sowie die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, T
03.02.03.01.04.01
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total, Jahr 2011 = 41.7) resultiert für das Jahr 2011 ein anrechenbares Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
53‘383.30 (
Fr.
4‘225.-- : 40 x 41.7 : 100 x 101 x 12).
5.4
Stellt man das
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
136‘
500.-- dem
Invalidenein
kommen
in Höhe von
Fr.
53‘383.30 gegenüber resultiert eine
Ein
kommenseinbusse
in Höhe von
Fr.
83‘116.70 (
Fr.
136‘500.-- -
Fr.
53‘383.30), was einem Invaliditätsgrad von rund 61
%
(
Fr.
83‘116.70 :
Fr.
136‘500.--) ent
spricht.
Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und festzuhalten, dass die Beschwerdefüh
rerin mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2011 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat
.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.
2
Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2‘
5
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.