Decision ID: 38cea159-bd23-468b-b870-fb07af47394a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene, über ein ausländisches Wirtschaftsdiplom verf
ügende
X._
arbeitete
zunächst
bei
der
Y._
als Gastro
nomie-Mitarbeiterin, danach
beim
Z._
zu einem Pensum von 50 bis 60 % im Bereich der
Degustation
von Speisen
. Daneben war sie
für die
A._
zu 30 bis 40 % als Putzfrau und
nebenberuflich
für die
B._
als Hauswartin
tätig (Urk. 8/2 S. 7)
. Als sie am 18. Mai 2009 zusammen mit ihrem Ehemann einen Fussgängerstreifen überquerte, wurde sie von einem Personenwagen erfasst. Nebst einem Schädelhirntrauma mit Commotio cerebri erlitt sie Verletzungen im Bereich der rechten Schulter, des Thorax und des Beckens, nämlich eine subkapitale dislozierte
Humerus
fraktur
,
undislozierte
Rippenfrakturen 5 und 8 rechts, eine Lungenkontusion rechts, eine laterale Kompressionsfraktur des oberen und unteren
Schambeinas
tes
rechts sowi
e der Massa
lateralis
mit
trans
foraminaler
Beteiligung rechts, ferner ein
Abdominaltrauma
mit einer peripheren Leberlazer
ation und einem
retroperitonalen
Hämatom der rechten Nebenniere
(Urk. 8/8 S. 5, 8/14, 8/18
S. 3)
. Die Schulterfraktur wurde
gleichentags
im
C._
mittels Plattenosteosynthese
repositioniert
(Urk. 3/3)
.
Vom 2
8.
Mai bis am 22. Juli 2009 weilte
X._
in der
Klinik
D._
zur stationären Rehabilitation
(Urk. 8/8 S. 5)
.
Das
Osteosynthesematerial
wurde schliesslich am 20. Juli 2010 entfernt (Urk. 8/22
S.
8).
X._
fühlte sich in der Folge ausserstande, weiterhin als Putzfrau und Hauswartin zu arbeiten. Ihre Tätigkeit bei
m
Z._
konnte sie
im Herbst 2009 wieder in reduziertem Umfang aufnehmen und
schliesslich nach einer erneuten gesundheitlichen Verschlechterung im Sommer 2010
ab dem 30. August 2011 wieder zum ursprünglichen Arbeitspensum von 60 % versehen (Urk. 1 S. 4, Urk. 8/18
S.
33,
Urk.
8/49).
2.
X._
meldete sich am 30. Mai 2010 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, an (Urk. 8/2). Diese zog die Berichte der Arbeitgeber (Urk. 8/7, 8/11, 8/15, 8/19) und der behandelnden Ärzte (Urk. 8/8-9, 8/20, 8/24, 8/34, 8/40) sowie die Unfallakten bei (Urk. 8/14, 8/18, 8/22, 8/32). Sie teilte der Versicherten am 23. Juli 2010 mit, dass aus gesundheitlichen Gründen zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 8/21). Nach Eingang des vom zuständigen Unfallversicherer veranlassten polydisziplinären Gutachtens der Ärzte der Klinik
D._
vom 11. August 2011 (Urk. 8/43) und nach der vom Unfallversicherer am 28. November 2011 per 31. Oktober bezie
hungsweise 31. Dezember 2011 verfügten Leistungseinstellung (Urk. 8/45) sprach die IV-Stelle der Versicherten am
4.
September 2012 im Einklang mit dem Vorbescheid vom 12. April 2012 (Urk. 8/52) eine vom 1. November 2010
bis am 30. April 2011 befristete ganze Invalidenrente zu (Urk. 2).
Dagegen liess die Versicherte durch ihren Rechtsanwalt am 8. Oktober 2012 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren erheben (Urk. 1 S. 2):
1.
Die Verfügung sei teilweise aufzuheben, indem der Beschwerdeführe
rin auch über den 3
0.
4.2011 hinaus die Leistungen aus der Invalidenversicherung, mithin mindestens eine halbe, even
tuell eine
Viertelsrente
, zu entrichten seien.
2.
Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten in den Fachdisziplinen Psychiatrie, Orthopädie und Neurologie anzuordnen.
3.
Eventualiter sei der Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung festzustellen und die Beschwerdegegnerin anzu
weisen, diese durchzuführen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwer
degegnerin
.
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. November 2012 auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7). Auf eine Stellung
nahme zu den am 5. Februar 2013 (
Urk.
10)
eingereichten Berichten der behandelnden Psycho
therapeutin
E._
vom 25. Januar 2013 (Urk. 11/1-2) verzichtete sie am 19. Februar 2013 (Urk. 14).
3.
Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch
entsteht frühest
ens nach Ablauf von sechs
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29
Abs.
1 IVG).
Die rückwirkend verfügte Befristung einer Invalidenrente setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hin
weis).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes
oder eines medizinischen Gut
achtens ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Sc
hlussfolge
rungen begründet sind
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Die Beschwerdeführerin klagte bei der Begutachtung in der Klinik
D._
im August 2011 über belastungsabhängige, sich gegen das Wochenende hin ver
stärkende Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, des Beckens und der Hüfte, ferner über chronische Nacken- und
Hinterkopfschmerzen
, rechtsseitige thorakale, entlang des Rippenbogens betonte Schmerzen und einen diffus verteilten „Brustdruck“
;
wegen des Zustandes nach den Rippenbrüchen
könne sie
manchmal nicht einatmen un
d habe
ohne
Ph
ysiotherapie ein Erkältungs- und
Engegefühl
. Die Schulterschmerzen stünden im Vordergrund;
sie
würden bei
ihr
er Tätigkeit in der
Degustationsküche
beim Gemüserüsten oder Zitronen
pressen betont; beim Tragen von Gegenständen strahlten sie bis zum Nacken aus. Auch bestünden Einschlafgefühle am Daumen und Zeigefinger rechts. Die Schmerzen im Beckenbereich strahlten nach zirka 30
-
minütigem Gehen bis zum Fuss aus und es trete ein Ameisenlaufen bis zur Grosszehe auf. Die
Gleichge
wichtstörungen
nach dem Unfall hätten inzwischen gebessert, sie sehe aber immer noch „Fliegen“ im Auge und leide seit dem Unfall des Öfteren unter Halbseiten-Kopfschmerzen rechts, zudem unter Müdigkeit und Ängsten, wieder von einem Auto angefahren zu werden, ihren Mann oder die Orientierung zu verlieren oder dem Unfallverursacher zu begegnen. Auch Berichte über Unfälle im Fernsehen oder in Zeitungen würden Ängste auslösen. Sie habe daher den Drang, alles zu kontrollieren
,
und ausgeprägte Albträume.
Diese
wie auch die Schmerzen und Ängste führten dazu, dass sie
nach zwei bis drei Stunden
Schlaf erwache
und grosse Schwierigkeiten
habe
,
wieder einzuschlafen. Seit Oktober 2009 stehe sie in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Sie arbeite nur am Vormittag jeweils 4 Stunden
in der
Degustationsküche
. Nachmittags gehe sie zur Physiotherapie oder Psychotherapie und müsse sich wegen der Schmerzen erholen (Urk. 8/43 S. 4 ff., 7, 9, 26 f., 49).
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte
bei der Beschwerdeführerin
im Rahmen der Begutachtung
bis auf einen etwas ver
stärkten Rededrang, der jedoch zu unterbrechen sei und inhaltlich die reale Ebene nicht verlasse, keine psy
cho
pathologischen Auffälligkeiten
, insbesondere keine depressive Symptomatik
,
fest
.
Anamnestisch würden glaubhaft Ängste beschri
e
ben, des Weiteren Albträume ohne Bezüge zu einer realen
Lebenssitua
tion
und Kontrollzwänge. Anhalte für eine Aggravation oder Bagatellisierung der psychischen Symptomatik ergäben sich nicht; die Beschwerdeschilderung sei glaubhaft, authentisch und nachvollziehbar (Urk. 8/43 S. 11 f.). Aufgrund
der von der behandelnden Psy
chot
he
rapeutin beschriebenen, von der Explorandin bestätigten und von ihm als glaubhaft beurteilten Symptome wie Flashbacks, Albträume, Vermeidungsverhalten, Zwangsvorstellungen,
Kon
zen
trationsschwierigkeiten
, Verlustängste und Rückzugstendenz diagnostizierte der Gutachter eine posttraumatische Belastungsstörung
(
ICD-10
F34.1
; richtig: F43.1
)
,
die sich
auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke
(Urk. 8/43 S. 12, 16).
S
eit Oktober 2009
stehe das psychische Beschwerdebild
im Vor
der
grund (Urk. 8/43 S. 18). Doch sei die Versicherte dank der Psychotherapie nun wieder in der Lage, während vier Stunden pro Tag zu arbeiten. Die von ihr
ge
wünschte
Pensumserhöhung
auf die vor dem Unfall innegehabten 60 % sei unter Weiter
führung der Psychotherapie per sofort möglich, weshalb von einer vollen Ar
beitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Qualitative oder quantitati
v
e Ein
schränkungen
seien aus seiner Sicht im Lichte des aktuellen Befunds nicht mehr mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit gegeben. Trotz der unbestrittenen
Rest
symptomatik
sei eine tägliche Arbeitsleistung von 8,5 Stunden in der bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer
Degustationsküche
beziehungsweise Re
i
nigungs
ange
stellte zumutbar. Die Zeiten zur Wahrnehmung der Psychothe
rapie und Physiotherapie sollten gewährleistet sein (Urk. 8/43 S. 13 f., 19).
Gutachter
Dr.
med.
G._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
erhob
im Schultergelenk ein persistierendes leichtes Aussenrotationsdefizit im
Schul
terbereich
beziehungsweise Beschwerden der in physiologisch anatomischer Stellung ausgeheilten
Humerusfraktur
und Restbeschwerden seiten
s des rechten
Sakrums
. Die über dem AC-Gelenk
bis in die Nackenregion respektive in den Vorderarm ausstrahlenden, mit diffusen
Parästhesien
verbundenen Beschwerden liessen sich mangels elektroneurographischer Hinweise für eine
Neurokompres
sion
am ehesten mit der länger andauernden postoperativen
glenohumeralen
Beweglichkeit
seinschränkung
und einer damit verbundenen kompensatorischen Überlastung des AC-G
e
lenkes erklären
. Sie
könnten
allenfalls
mittels I
nfiltration des AC-Ge
lenkes unter Röntgenkontrolle vermindert werden. Die Beschwerden im Bereich des vorderen Schultergelenks-Kompartimentes auf der Höhe des
Sulcus
respektive der Narbe liessen si
ch kernspintomografisch nicht ve
rifizieren. Vermutlich sei der Endzustand erreich
t, da durch den zweimaligen Ein
griff von Adhäsionen im Narbenbereich ausgegangen werden müsse, die sich durch me
di
zi
nische Massnahmen vermutlich nicht wesentlich verbessern liessen. Bezüg
lich der Beschwerden im rechten
Sakrum
könnte gegebenenfalls eine diagnos
tische und therapeutische Infiltration unter CT-Kontrolle erfolgen. Die geklagten Beschwerden seien jedoch als gering einzustufen und wirkten sich auf die Ar
beitsfähigkeit nicht aus (Urk. 8/43 S. 35 ff.).
Prof.
Dr.
med.
H._
,
Facharzt FMH für Neurologie, fand
bei seiner gutachter
lichen Abklärung
keinen Hinweis auf eine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem, der Wirbelsäule sowie der paraverte
bralen Strukturen
. Die Schmerzen im Bereich des rechten Schultergelenks und der rechten Hüft- und
Thorakalregion
seien nicht neurogen, sondern orthopädisch zu bewerten. Die vorgetragene
Kopfschmerz
symptomatik
sei unspezifisch und
klassifikatorisch
nicht sicher zuzuordnen; differentialdiagnostisch sei ein Span
nungskopfschmerz zu erwägen. Angesichts der Hinweise auf eine
bewusst
seinsnahe
Aggravation (deutliche Diskrepanz zwischen der anam
ne
stisch vor
getragenen aktuellen Schmerzstärke und dem unbeeinträchtigten klinischen Eindruck) und der Medikamentenanamnese,
die
differentialdiagnostisch auf ei
nen
Analgetik
akopfschmerz
hindeute, seien
Ausprägung und
Krankheitswertig
keit
der beklagten Schmerzsymptomatik zweifelhaft, weshalb keine behindernde Gesundheitsstörung attestiert werden könne. Zu empfehlen sei eine schrittweise Entgiftung, bei Fortbestehen von Beschwerden ein Behandlungsversuch mit einem
Trizyklikum
. Angesichts der anamnestischen Daten und der Akten sei eine unfallbedingte relevante Kopfverletzung beziehungsweise
ein
Schädelhirn
trauma
nicht wahrscheinlich.
Die ursprünglich diagnostizierte minimal
traumatic
brain
injury
se
i
bestenfalls spekulativ. Eine solche wäre jedenfalls als
leichtgradig
zu klassifizieren. Die epidemiologische Evidenzlage zu leichtgra
digen Schädelhirntraumen ergebe keine Belege für hieraus biologisch plausibel ableitbare dauerhafte zerebrale Störungen. Prospektive Studiendaten sprächen vielmehr gegen eine derartige Annahme.
Klinische Hinweise für eine kognitive Störung lägen nicht vor. Das Unfallereignis sei angesichts der fehlenden Hin
weise für ein relevantes Schädelhirntrauma, der seinerzeitigen zeitnahen
Erst
befunde
ohne Anhalt für eine relevante zerebrale Störung und des aktuellen klinischen Befundes nicht geeignet, eine dauerhafte zerebrale Störung biolo
gisch plausibel zu begründen.
Da neuropsychologische Untersuchungen durch unbewusste, vorbewusste und bewusste Faktoren (Depression, Angst,
Aggrava
tion,
Simulation, Täuschung) erheblich
störbar
seien und die hieraus resultie
renden Artefakte methodisch bislang unzureichend differentiell abgegrenzt
worden seien
, komme ihnen kein eigenständiger diagnostischer Wert zu und seien
die
Ergebnisse
nur
im Licht der klinischen Befunde sinnvoll
interpretier
bar. Da bei der Versi
cherten im Rahmen der psychiatrischen Vorbehandlungen depressive Störungssymptome erwogen worden seien, würden allfällige
testpsy
chologische
Daten in keinem Fall eine hirnorganische
Beeinträchtigung zu bele
gen vermö
gen
(Urk. 8/43 S. 63 ff.)
.
Die Gutachter kamen in der Konsensbeurteilung vom 11. Au
gust 2011 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei. Entsprechend den
Ausführungen im orthopädischen Gutachten bestehe lediglich eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/43 S. 2).
Danach
seien
der Be
schwerdeführerin angesichts der
Leichtgradigkeit
des noch zu erhebenden Defektsyndroms - eine leichte Einschränkung der globalen und
glenohumeralen
Beweglichkeit des Schultergelenkes - leichte und mittelschwere Tätigkeiten, ins
besondere unter der Horizontalebene des Schultergelenkes (90°
-
Abduktion), zu 100 % ganztägig möglich
.
Dabei sollten
Heben und Tragen von Gegenständen über 5 kg, insbesondere in der Armvorhalteposition und bei Arbeiten über der Horizontalebene (entsprechend über Brust-/Kopfhöhe)
,
eher vermieden werden. Das Hantieren sowie leichte und mittelschwere Tätigkeiten wie auch
feinmoto
rische
Arbeiten seien uneingeschränkt möglich, vor allem in Lendenhöhe. Auch grob manuelle Tätigkeiten seien möglich, jedoch unter Einhaltung der beschrie
benen
Gewichtslimiten
. Eine Einschränkung der Handrotation bestehe nicht. Die bisherige Arbeit in einer
Degustationsküche
könne somit ebenso wie jede andere Tätigkeit unter Beachtung der genannten Einschränkungen wieder zu 100 %, das heisst zu täglich 8,5 Stunden, ausgeübt werden. Denkbar seien aufgrund der Ausbildung Bürotätigkeiten, Telefondienste oder Überwachungsarbeiten.
Als
Reinigungsangestellte
sei die Versicherte
hingegen nur noch
zu
50
%
a
rbeits
fähig, da diese
Tätigkeit
teilweise mit Heben und Tragen schwerer Gegen
stände (Wassereimer, Staubsauger
), Arbeiten über der Horizontalebene (Fensterputzen,
Reinigen von
Oberschränke
n
) und Arbeiten mit erhöhtem Kraftaufwand (Bodenreinigung) verbunden sei. Gegebenenfalls könne durch weitere Physio
therapie eine gezielte Verbesserung der
glenohumeralen
Beweglichkeit erreicht werden und durch eine röntgengesteuerte Infiltration des
Akromioklavikularge
lenks
rechts eine zusätzliche Verbesserung der Symptomatik
erzielt werden
mit vermutlich positiver Auswirkung auf die Armvorhalteposition respektive
Über
kopfarbeiten
(Urk. 8/43 S. 40 ff.).
3.
3.1
Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen g
estützt auf dieses Gutachten
davon aus, dass die Versicherte nach Ablauf des
Warte
jahres
im Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG und der sechsmonatigen Frist seit der Anmeldung vom Mai 2010 in der Arbeitsfähigkeit als Küchenhilfe, die sie zu einem 60%igen Pensum versah, noch zu 50 % und als Hauswartin und Putzhilfe vollständig
eingeschränkt gewesen sei und
dass
der Invaliditätsgrad somit ins
gesamt 70 % betragen habe. Seit dem 20. Januar 2011 habe hinsichtlich der Tätigkeit in der
Degustationsküche
nur noch eine minimale beziehungsweise gar keine Einschränkung mehr bestanden und sei es der Versicherten zumutbar,
anstelle der 40%ige
n
Hauswart- und
Putzhilfentätigkeit
das Pensum bei der
Z._
zu erhöhen oder eine andere angepasste Tätigkeit anzunehmen (Urk. 2).
3.2
E
ine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
findet sich im genannten Gutachten jedoch nicht
. Namentlich der psychiatrische Gutachter hatte erst „per sofort“, mithin auf den Zeitpunkt der Begutachtung
,
eine Erhöhung der
80%igen
Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise des
20 Wochenstunden umfassenden Pensums
auf
das
ursprüngliche
60 %-Pensum bei der
Z._
als zumutbar er
achtet und daraus generell auf eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit geschlossen
(Urk. 8/43 S.
14, 19
)
. Das Gutachten der Ärzte der Klinik
D._
bil
det somit keine ausreichende Grundlage zur Annahme einer bereits vor dem August 2011 eingetretenen vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Dementsprechend ging denn auch der zuständige Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
diesbezüglich
erst ab
dem Gutachtenszeitpunkt von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 8/50 S. 8 f.).
Nicht nur
die Angaben des Unfallversicherers zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/49)
, sondern auch die
von Hausarzt
Dr.
med.
I._
am 14. Februar 2011 bescheinigte 20%ige Arbeitsunfähigkeit, auf die sich die IV-Stelle stützt,
beziehen
sich
- im Einklang mit den früheren Attesten dieses Arztes
(Urk. 8/9 S. 6, Urk. 8/18 S. 32
33) -
jedenfalls
nur auf die ein 60%iges Pensum umfassende Tätigkeit bei der
Z._
.
Selbst ohne Berücksichtigung der Nebenerwerbstätigkeit als Hauswartin
lassen
somit
die
anderen medizinischen
Unterlagen
per 20. Januar 2011
immer
hin
noch
auf
einen Anspruch auf eine halbe Rente begründenden
Invali
ditätsgrad
von
mindestens
52 %
schliessen
.
3.3
Das vom Unfallversicherer eingeholte Gutachten der Ärzte der Klinik
D._
überzeugt
bezüglich der Beurteilung der aktuellen gesundheitlichen
Situation
nicht
.
Dies gilt namentlich für
die Gesamtbeurteilung
, die
sich
a
uf die Bestäti
gung
d
er
von allen Teilgutachtern bescheinigten
vollen Arbeitsfähigkeit
be
schränkt
und auf das
aus orthopädischer Sicht bestehende
Anforderung
sprofil verweist
.
Die Zumutbarkeitsbeurteilungen der einzelnen Teilgutachter sind nämlich zum Teil in sich widersprüchlich und einzelne für die Beurte
ilung der Arbeitsfähigkeit mass
gebende Aspekte werden von ihnen unterschiedlich
oder nicht überzeugend
beurteilt.
So
steht
die
in psychiatrischer Hinsicht
attestierte vollumfängliche
Arbeitsfähig
keit bei einem täglichen Pensum von 8,5 Stunden
(Urk. 8/43 S. 19) in einem gewissen Widerspruch
zu
Dr.
F._
A
uss
a
gen
,
dass
aus seiner Sicht
nichts dagegen
spreche
, wenn die Versicherte ihren Arbeitseinsatz bei der
Z._
wieder auf das
angestammte Pensum von 60 %
erhöhe
(Urk. 8/43 S. 14)
, und
dass
bei einer vollen Arbeitsleistung von täglich 8,5 beziehungsweise wöchent
lich 42
Stunden
die
Wahrnehmung der Psycho- und Physiotherapie
zeitlich
ge
währleistet sein
sollte
.
Soweit
für
die vo
n
ihm
bis zum Explorationszeitpunkt
attestierte
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit unter anderem
massgebend war
, dass
Anhaltspunkte für eine Aggravation der psychischen Symptomatik
fehlten
und die Beschwerdeschilderung glaubhaft, authentisch und nachvollziehbar
war
(Urk. 8/43 S. 11 f.),
steht dies in einem gewissen Widerspruch
zum
neurologi
sche
n
Gutachte
n, in dem
von einer bewusstseinsnahen Aggravation
die Rede ist
und deshalb die Ausprägung und Krankheitswertigkeit der beklagten
Schmerz
symp
tomatik
bezweifelt
wird
(Urk.
8/43 S. 63
)
. Aus dem Gutachten geht nicht hervor
,
dass
dieser Widerspruch im Rahmen der Gesamtbeurteilung
ent
sprechend den Gepflogenheiten bei eine
r
polydisziplinären
Expertise
(vgl.
etwa
Urteil
des Bun
des
ge
richts
I 87/04
vom 1
3.
Juli 2004
E.
3
mit Hinweisen
)
diskutiert und geklärt worden wäre.
Was i
m Übrigen
d
ie
vom neurologischen Gutachter Prof.
Dr
.
H._
angeführte
deutliche Diskrepanz zwischen der anamnestisch vorgetragenen aktue
llen Schmerzstärke und dem unbeein
trächtigten klinischen Eindruck
anbelangt
(Urk. 8/43 S. 59, 63)
, so kann
aus dieser Feststellung entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S.
9
)
nicht auf Befangenheit geschlossen werden; gehört es doch
zur Aufgabe des Gutachters, den Befund anhand der Klinik zu überprüfen und dessen Auswirkungen bei der Untersuchung und im Alltag substantiiert darzulegen
, wozu
insbesondere auch Angaben zum beo
bachteten Verhalten, Feststellungen über die Konsistenz der gemachten Anga
ben
gehören
, wie auch Hinweise, welche zur Annahme von Aggravation führen
(vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
8C_282/2012
vom 1
1.
Mai 2012
E. 5
). Allerdings vermögen allein die von Prof.
H._
festgestellte Diskrepanz und
der vo
n
ihm
angenommene
Analgetikakopfschmerz
eine Aggravation
nicht zu be
legen,
schildert
e
doch
die
Versicherte die Schmerzen
vor allem
als
belastungs
abhängig
(Urk.
8/43 S. 26, 49
)
und legt der Gutachter nicht dar, inwiefern
sie
, abgesehen vom zügigen und geschickten An- und Auskleiden (Urk. 8/43 S. 59)
,
im Rahmen seiner
Untersuchungen
B
elast
ungen ausgesetzt war
.
B
ezüglich de
r
von ihm
bescheinigten vollen Arbeitsfähigkeit
bleiben daher gewisse Zweifel bestehen
. Gleiches gilt
für
sein
e
n
Verzicht auf eine neuropsychologische Ab
klärung
. Nicht nur wies der neurologische Gutachter allgemein darauf hin, dass die Zuverlässigkeit der
neuropsychologischen
Testresultate unter anderem bei Aggravation beeinträchtigt sei, sondern er begründete im Falle der Beschwer
deführerin den Verzicht auf eine derartige Abklärung damit, dass
die
Ergebnisse
angesichts der im Rahmen der Vorbehandlungen erwogenen psychiatrischen Diagnose mit depres
siven Störungssymptomen in keinem Fall als Beleg einer hirnorganischen Beeinträchtigung verwertbar wären (Urk. 8/43 S. 64 f.)
- dies
allerdings ohne nähere Angaben und ohne entsprechende Anhaltspunkte
in den
vorhandenen medizinischen Akten
.
Da
von abgesehen
erweist sich das
neurolo
gische Teilgutachten auch insofern als unzuverlässig, als
Prof.
H._
fest
hält
,
eine unfallassoziierte Bewusstlosigkeit werde negiert (Urk. 8/43 S. 51), und
die ursprünglich diagno
sti
zierte minimal
traumatic
brain
injury
„
als bestenfalls spekulativ
“
beurteilt
(Urk. 8/43 S. 64)
.
Diese Äusserungen stehen
nicht nur
im
Wi
d
erspruch
zu
r
Angabe des Gutachters
Dr.
F._
,
die Be
schwerdeführerin sei im Rahmen des Unfalls bewusstlos gewesen (Urk. 8/43 S. 13)
,
sondern auch
zu der von
den
erstbehandelnden Ärzte
n
des
C._
im Bericht vom 28. Mai 2009
bezüglich des Unfalls
festgehaltenen
Amnesie (Urk.
8/18 S. 27
)
und zu den Feststellungen von
Dr.
med.
J._
,
Fachärztin FMH für Neurologie,
i
m Be
richt vom 12. Januar 20
10
, die Beschwerdefüh
re
rin erinnere sich nicht mehr an den Zusammenprall mit dem Personenwagen, der Tag nach dem Unfall fehle in ihrem Gedächtnis und
sie
könne sich an die drei Tage auf der Intensivstation nur bruchstückhaft erinnern
(Urk. 8/18 S. 13)
.
Angesichts der echtzeitlich fest
gestellten
Amnesie, d
e
s
Unfallhergang
s
- die Beschwerdeführerin
war
durch die Kollision
mit dem Personenwagen
weggeschleudert beziehungs
weise durch die Luft geschleudert worden (Urk. 8/14 S. 8, 9, 10
)
- und d
e
s von
Dr.
J._
er
wähnte
n
, im Schädel-CT sichtbar gewesene
n
kleine
n
Galeahämatom
s
rechts
occipital
(vgl. Urk. 8/18 S. 13)
reichen die
eher
allgemein gehaltenen Überle
gungen
des neurologischen Gutachters
betreffend
Klassifikation
und
epidemio
logische Evidenzlage
von Schädelhirntraumen
(Urk. 8/43 S. 64
, 74
)
zum Aus
schluss weiterbestehende
r
Folgen
der ursprünglich diagnostizierten Commotio cerebri (
Urk. 8/8 S. 5,
Urk. 8/
18 S. 27
)
jedenfalls nicht aus
.
Das
orthopädische Teilgutachte
n
beschränkt
sich im Wesentlichen auf die im Bereich des rechten Schultergelenks bestehende und als nachvollziehbar be
zeichnete Rest
s
ymptomatik,
ohne dass
auf die von
Dr.
med.
K._
,
O
berarzt Unfallchirurgie des
C._
,
am 11. Juli 2011, mithin nur drei Wochen vor dem Begutachtungszeitpunkt,
diagnostizierte
Ansatztendinopathie
der Supra- und
Infraspinatussehne
rechts (Urk. 8/40 S. 5)
näher eingegangen wird. Auch setzt sich
Gutachter
Dr.
G._
m
it
den von der Versicherten im Becken
-
und
Thoraxbereich
geltend gemachten Beschwerden
ebenso wenig
auseinander
wie mit den
im Hüftgelenk erhobenen Befunden
und kommentiert die
geltend gemachten Behinderungen
nicht näher
(Urk. 8/43 S. 26
, 32
).
Insofern
ist denn
auch
die
aus orthopädischer Sicht bezüglich einer 100%igen Tätigkeit bei der
Z._
bescheinigte voll
e
Arbeitsfähigkeit nicht
nachvollziehbar
, zumal diese Tätigkeit, so wie sie von der Beschwerdeführerin bei der Begutachtung be
schrieben wurde (Urk. 8/43 S. 28), namentlich hinsichtlich
der anfallenden Überkopfarbeiten nicht
vollumfänglich
das
von Dr.
G._
vorgesehene
Anfor
de
rungs
profil
(Urk. 8/43 S. 40 f.)
e
rfüll
t
,
in der Beschwerde geltend gemacht wird, die Versicherte müsse auch mit
über 5 kg schweren Kochtöpfen hantieren (Urk. 1 S. 8)
, und der neurologischer Gutachter festhält, gelegentlich müssten Gewichte bis zu 5 oder 10 kg bewegt werden (Urk. 8/43 S. 51).
4
.
Angesichts d
ies
er inhaltlichen Mängel erweist sich das von der IV-Stelle
aus
dem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
beigezogene
polydisziplinäre Gutachten nicht als beweiskräftig.
D
ie Sache
ist daher
zur Einholung eines
be
weistauglichen interdisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Dieses Vorgehen und der damit verbundene ausnahmsweise Verzicht auf ein Gerichtsgutachten im Sinne von
BGE 137 V 210
E. 4.4.1.4
, wie es auch von der Beschwerdeführerin beantragt wird (Urk. 1 S. 2),
ist
vorliegend
deshalb geboten, weil im Hinblick auf einen allfälligen Einkommensvergleich
und
eine aussage
kräftige medizinische Beurteilung noch Abklärungen zur effektiven Berufstätig
keit der Beschwerdeführerin erforderlich sind.
Der Arbeitgeberbericht der
Y._
vom 8. Juni 2010
betrifft nämlich
nur die vom 1. Februar 2002 bis Ende Mai 2007 dauernde An
stellung der Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin des Restaurants
L._
(Urk. 8/15)
.
Folglich ist
auch
vom
Z._
,
bei dem die Versicherte seit September 2007 im Bereich der
Degustation
von
Speisepro
dukten
beziehungsweise als Leiterin der
Degustationsküche
angestellt ist (Urk. 8/2 S. 7, Urk. 8/6, Urk. 8/18 S. 3, Urk. 8/43 S. 8, 51, Urk. 8/50 S. 1), ein Arbeitgeberbericht mit einer Beschreibung der konkreten Tätigkeit einzuholen
, von der
Aufschluss zur Zumutbarkeit der nach dem Unfall wieder aufge
nommenen 60%igen Tätigkeit in der
Degustationsküche
zu erwarten ist
.
Des Weiteren
wird
vor
d
er erneuten Begutachtung zu klären
sein
,
in welchem
Um
fang
die Beschwerdeführerin
nebst der Arbeit beim
Z._
als Putzfrau und Hauswartin tätig war und ob sie im Gesundheitsfall diesen beiden Beschäftigungen weiter
hin im bisherigen
Ausmass
nach
gehen würde
. Denn
die von der
B._
und der
A._
in den
Bericht
en
vom
3.
und
23. Juni 2010
angegebene
n
Pens
en
von zirka 25
und 10
Stunden pro Woche (Urk.
8/7,
8/19
je
S. 2)
deuten darauf hin, dass mit diesen beiden Arbeitsverhältnissen nicht
bloss
ein Pensum von 30 bis 40 %,
mithin ein Gesamtpensum von 100 %, erreicht wurde,
wie
dies die
IV-Stelle aufgrund der Auskunft des Unfallversicherers vom
4. Januar 2012
ann
ah
m
(Urk. 8/49
, Urk. 8/50 S. 1
)
, sondern dass die Beschwerdeführerin
insgesamt zu wesentlich mehr als 100 % erwerbstätig war.
Sollte sich dies bei den vorzunehmenden
be
ruflichen
Abklärungen bestätigen, w
ird
dies
bei der allfälligen Ermittlung des
Valideneinkommens
zu berücksichtigen
sein
(vgl. etwa
Urteil
des Bundesge
richts
8
C_46/2013 vom 2
7.
August 2013 E. 2.3
)
und wird
sich
in medizinischer Hinsicht
auch
die
Frage
stellen
, ob
eine
angepasste Tätigkeit
auch in einem 100 % übersteigenden Arbeitspensum zumutbar wäre
.
5.
Bei diesem Verfahrensausgang, der einem vollständigen Obsiegen der Beschwer
deführerin gleichkommt
(BGE 137 V 57 E. 2.2), hat die Beschwerdegegnerin die gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG anfallenden
, mit Fr. 800.
zu bemessenden
Ge
richtskosten zu tragen
. Auch
hat die durch einen Anwalt vertretene Beschwer
deführer
in
laut Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
Anspruch auf eine
Pro
zessentschädigung
. Diese ist entsprechend der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeiten des Prozesses auf Fr.
2‘6
00.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.