Decision ID: 92be61ac-09df-414d-a39c-1f4ccbb4a5de
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, war seit dem 1
7.
Juni 2013 als Betriebsmit
arbeiter bei der
Y._
AG angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Am
1.
November 2015 rutschte er im Treppenhaus aus und stürzte (Schadenmeldung UVG vom
5.
November 2015
,
Urk.
8/1
). Die Erstbehandlung erfol
gte i
m Spital
Z._
am
2.
November 201
5.
Die Ärzte diagnostizierten eine Distorsion des oberen Sprunggelenkes links, legten einen Acrylastverband an und verordneten Stockentlastung und Throm
boseprophylaxe (
Urk.
8/21).
Im Verlauf zeigte sich eine traumatische
Peroneal
sehnenluxation
mit unklarem
synovialem
Tumor, differentialdiagnostisch eine
Synovialitis
links mit Rückfussdistorsion vom
2.
November 2015, welche am
8.
Februar 2016 operativ versorgt wurde (Austrittsbericht Spital
Z._
vom 1
2.
Februar 2016,
Urk.
8/25). Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 2
2.
April 2016 stellte die Suva ihre Leistungen per
8.
Februar 2016 ein mit der Begründung, dass sich der Status quo sine spätestens 2 Wochen nach dem Unfall eingestellt habe (
Urk.
8/36). Nach
dem der Versicherte hiergegen Einsprache erhoben hatte (
Urk.
8/48), tätigte die Suva weitere Abklärungen (vgl. hierzu Mail vom 2
8.
November 2016,
Urk.
8/72)
und zog mit Schreiben vom 1
9.
April 2017 die Verfügung vom 2
2.
April 2016 zurück
und erbrachte weiterhin die gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
8/102).
Die Suva tätigte daraufhin weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Mit Unfallmeldung vom 3
1.
Juli 2019 wurde der Suva angezeigt, dass der Versi
cherte am 1
1.
Juli 2019 beim Joggen gestolpert sei und sich den Zahn dabei gestossen habe, so dass dieser abgebrochen sei (
Urk.
8/323/18).
Mit Verfügung vom 3
0.
September 2019 führte die Suva aus, aufgrund des neuen gemeldeten Ereignisses vom 1
1.
Juli 2019
sei davon auszugehen, dass spätestens ab diesem Datum eine Arbeitsunfähigkeit nicht mehr ausgewiesen gewesen sei, weshalb sich
das Auszahlen von Taggeldern über den 1
1.
Juli 2019 hinaus als falsch herausgestellt habe und diese in Höhe von
Fr.
6'669.-- demnach zurück
zuerstatten seien (
Urk.
8/317).
Hiergegen erhob der Versicherte am
1.
Oktober 2019
Einsprache
(
Urk.
8/320)
.
Mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2019 kam die Suva auf ihre Verfügung vom 3
0.
September 2019
zurück und
konstatierte
, dass
von weiteren Behandlungs
massnahmen keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes am linken Fuss mehr zu erwarten und
dem
Versicherte
n
aufgrund des körperlich einge
schränkten Belastungsprofils die angestammte Arbeit nicht mehr zumutbar sei,
es ihm aber möglich sei, in einer angepassten Tätigkeit ein gleich hohes Einkom
men zu erzielen. Entsprechend liege keine unfallbedingt
e
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor. Die psychogenen Störungen seien nicht adäquat kausal zu den obgenannten Ereignissen, so dass die Suva dafür nicht einzustehen habe. Eine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität liege nicht vor, womit die
Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung nicht gegeben seien (
Urk.
8/327). Der Versicherte erhob hiergegen am
5.
November 2019 Einsprache (
Urk.
8/331, ergänzende
Einsprachebegründung
vom
5.
November 2019,
Urk.
8/332).
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
4.
April 2020 betreffend
die Verfügungen
vom 3
0.
September und 1
1.
Oktober 2019 wies die Suva die Einsprachen ab (
Urk.
2).
1.2
Am
1
8.
Juli 2016 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte
bei
der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/57
des
Verfahrens IV.2020.00601
).
Die IV-Stelle gewährte in der Folge
Arbeitsvermittlung durch Beratungsbuffet (Mitteilung vom
8.
Mai 2018,
Urk.
8/226; vgl. Zielvereinbarung vom 2
9.
Mai 2018,
Urk.
8/235) sowie
ein
Arbeitstrainin
g in der
A._
AG, welches vom
5.
November 2018 bis zum
4.
Mai 2019
dauern sollte, mit der Absicht einer
Pensumssteigerung
von 50 auf 100
%
(Mitteilung
vom
8.
November 2018,
Urk.
8/248;
vgl. auch Mail vom 3
0.
Oktober 2018,
Urk.
8/246
).
Aufgrund einer Verschlechterung des Gesund
heitszustandes mit einer attestierten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit ab dem
8.
Februar 2019 wurde die Arbeitsvermittlung
abgebrochen (Mitteilung vom 2
6.
März 2019,
Urk.
8/278
).
Die IV-Stelle holte daraufhin das polydiszipli
näre Gutachten des Zentrums
B._
vom 1
5.
Januar 2020 ein (
Urk.
8/206
des
Verfahrens IV.2020.00601
; vgl.
Urk.
8/301
) und
verneinte mit Verfügung vom 1
3.
August 2020 ein
en Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 im Verfahren IV.2020.00601
). Der
Versicherte erhob hiergegen Beschwerde am hiesigen Gericht, welche mit Urteil heutigen Datums abgewiesen
wurde
. Die Akten dieses Verfahrens werden von Amtes wegen beigezogen.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
1
4.
April 2020
erhob der Versicherte am 1
9.
Mai 2020 Beschwerde
am hiesigen Gericht
und beantragte, der
Einsprache
entscheid
sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzuspre
chen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung von
MLaw
C._
als unentgeltlicher Rechtsbeistand (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juni 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-350 und
Urk.
9/1-21). Mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2020 wurde der Beschwerdeführer
hierüber in Kenntnis gesetzt und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abge
wiesen, so
weit es nicht gegenstandslos war
(
Urk.
10)
. Der Beschwerdeführer nahm mit Schreiben vom 2
3.
Juni 2020 erneut Stellung (
Urk.
12 mit Beilagen,
Urk.
13/1-5), worüber die Suva am 2
9.
Juni 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
14).
Mit Schreiben vom
2.
November 2020 wurde dem Gericht zur Kenntnis gebracht, dass der Beschwerdeführer neu von Rechtsanwalt Fabian Meyer, Schlieren, vertreten werde (
Urk.
15 und
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Suva hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
dafür
(
Urk.
2)
,
aufgrund der medizinischen Aktenlage
sei
erstellt, dass der medizinische Endzustand spätestens Anfang Juli 2019 erreicht gewesen sei. Aufgrund des
zweiten
Unfalles vom 1
1.
Juli 2019 sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens ab diesem Zeitpun
kt in der Lage gewesen sei, zu j
oggen. Entsprechend lägen neue Tatsachen vor, welche einen Revisionsgrund darstellten. Zudem müsse der erst später erfolgte Fallabschluss auch als klar unzutreffend bezeichnet werden, so dass eine Wiedererwägung ebenfalls zulässig wäre. Die über den 1
0.
Juli 2019 hinaus erbrachten Taggelder seien entsprechend zu Recht zurückgefordert worden.
Aus medizinischer
S
icht sei die angestammte T
ä
t
igkeit als nicht mehr vollum
fänglich zumutbar erachtet worden, allerdings seien gestützt auf die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) mindestens leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, wobei eine Tätigkeit mit Wechselbelastung präferiert werden sollte. Stelle man das
Valideneinkommen
als Betriebsmitarbeiter dem gestützt auf den Tabellenlohn für Hilfsarbeiter
vom Bundesamt für Statistik her
ausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
gegenüber, resultiere keine Erwerbseinbusse. Entsprechend werde eine Invalidenrente zu Recht ver
neint.
Eine Integritätsentschädigung sei gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen ebenfalls nicht geschuldet, da die Voraussetzungen dafür weder funktionell noch bildgebend vorlägen.
1.2
Der Beschwerdeführer brachte im Wesentlichen vor
(
Urk.
1 und
Urk.
12)
, dass die Schadensmeldung
vom 2
8.
August 2019 und der erste Arztberich
t betreffend de
n
zweiten Unfall
von
der Ehefrau bzw.
Dr.
med.
dent
.
D._
ausgefüllt worden seien. Dementsprechend hätten die beiden zu Protokoll gegeben, dass sie fälsch
licherweise «Joggen» statt «Laufen» geschrieben hätten. Der Beschwerdeführer
sei allerdings nicht gejoggt, sondern sei lediglich so schnell, wie es ihm unter den gegebenen Umständen möglich gewesen sei, gegangen.
Da die Kreisärzte ihre Beurteilunge
n unter Annahme des Joggens abgege
ben
hätten
, seien diese nic
ht beweiskräftig. Vielmehr müss
e auf den Bericht des
Rehaz
entr
ums
E._
vom 2
4.
Juni 2019 abgestützt werden, woraus hervorgehe, dass die Gewichts- und Stand
belastungen im Arbeitsalltag sowie die Gehfähigkeit in ergonomischen Aus
mass deutlich eingeschränkt sei. Sie empfählen dabei eine leichte bis mittel
schwere Tätigkeit halbtags, wobei eine wechselbelastende Tätigkeit präferiert werden sollte. Danach könne eine graduelle Steigerung bis zum Erreichen der vollen Arbeitsfähigkeit erfolgen.
Gestützt auf die Arztberichte der behandelnden Ärzte sei erstellt, dass der Beschwer
deführer unter einem
Complex
Regional
Pain
Syndrome (CRPS) 1 im linken Fuss leide.
Bei der Integritätsentschädigung werde auf zu alte bildgebende Abklärungen abgestützt, so dass dies
e nicht beurteilt werden könne
.
1.3
Die Suva führte in der Beschwerdeantwort aus, dass «Joggen»
eine weltweit bekannte Bezeichnung sei und keiner besonderen Sprachkenntnisse bedürfe. Darüber hinaus sei nicht anzunehmen, dass sowohl sein
e
Ehefrau als auch
Dr.
D._
, welcher arabisch und deutsch spreche, den Beschwerdeführer miss
verstanden hätten. Des Weiteren seien die ärztlichen Einschätzungen auch bezüg
lich der Integritätsentschädigungen nachvollziehbar und schlüssig und es könne darauf abgestellt werden (
Urk.
7).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier
zu beurteilende Unfall hat sich am
1.
November 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2
.2
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) sind Versicherungsleistungen - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - bei Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1-2 mit Hinweisen).
2.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der
Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.5
F
ormell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
müssen in Revi
sion gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auf
findet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurück
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigun
g von erheb
licher Bedeutung ist.
Der Versicherungsträger kann eine Verfügung oder einen
Einspracheentscheid
, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange wieder
erwägen, bis er gegenüber der B
eschwerdebehörde Stellung nimmt
(
Art.
53
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Solche neue Tatsachen
oder Beweismittel sind innert 90 Tagen nach ihrer Ent
deckung geltend zu machen; zudem gilt eine absolute zehnjährige Frist, die mit der Eröffnung der Verfügung zu laufen beginnt (Art. 67 Abs. 1
VwVG
in Verbin
dung mit Art. 55 Abs. 1 ATSG; SVR 2012 IV Nr. 36 S. 140, 9C_896/2011 E. 4.2; 2012 UV Nr. 17 S. 63, 8C_434/2011 E. 3, je mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_549/2012 vom 12. Dezember 2012 E. 3).
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten,
wenn eine grosse Härte vorliegt (
Art.
25
Abs.
1 ATSG).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.1
Die
erstbehandelnden Ärzte des
Spital
s
Z._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom
9.
Dezember 2015 bezüglich der ambulanten Behandlung des Beschwer
de
führers vom
2.
November bis zum
8.
Dezember 2015
eine Distorsion des oberen Sprunggelenkes links
. Sie
legten einen Acrylastverband an und verord
neten Stockentlastung und Thromboseprophylaxe (
Urk.
8/21).
3.2
Da die
Schmerzen persistierten, wurden weitere Abklärungen getätigt (vgl. Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie vom 1
5.
Januar 2016,
Urk.
8/13). In der Folge bestätigte sich
eine traumatische
Peronealsehnenluxation
mit unklarem
synovialem
Tumor, differentialdiagnostisch eine
Synovialitis
links mit Rückfussdistorsion vom
2.
November 2015, welche am
8.
Februar 2016 operativ versorgt wurde (Austrittsbericht Spital
Z._
vom 1
2.
Februar 2016,
Urk.
8/25).
3.3
Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, konsta
tierte am 1
6.
März 2016, dass der MRI-Befund eindeutig gegen eine traumatische Verursachung der
Peronaeussehnenluxation
spreche. Der Status quo ante sei 2
Wochen nach dem Ereignis erreicht gewesen (
Urk.
8/29).
3.4
Dr.
F._
widersprach dieser Beurteilung mit Schreiben vom
5.
April 2016
u
nd führte aus, dass die
Peronaealsehnenluxation
aufgrund der klinisch eindeu
tigen Luxation und fehlenden Beschwerden im Vorfeld sowie fehlender Schwel
lung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sei (
Urk.
8/34).
3.5
Prof.
G._
hielt mit Beurteilung vom 1
4.
April 2016 an seiner Stellungnahme fest, da das Unfallereignis keine strukturelle traumatische Läsion zur Folge gehabt habe und
darüber hinaus aufgrund der Verdachtsdiagnose eines Riesenzelltumors mit
Histologiegewinnung
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von unfall
bedingten Beschwerden auszugehen sei
(
Urk.
8/35).
3.6
Im Bericht vom 2
2.
April 2016 berichtete
Dr.
F._
über eine
Schmerzexazer
bation
, welche unklar sei. Im MRI zeigten sich erfreulicherweise eine
orthograde
Lage der Sehnen und korrekte Verhältnisse, womit lediglich eine Erklärung durch einen
rupturierten
Narbenstrang gegeben sei. Allerdings laufe der Beschwerde
führer mittlerweile wieder ohne Stöcke. Ein morphologisches Korrelat gebe es nicht. Der Verdacht eines
Sudeck
liege nach wie vor nahe (
Urk.
8/39).
Die Ärzte der
Klinik H._
stellten im Bericht vom 1
2.
Mai 2016 ebenfalls die Verdachtsdiagnose auf CRPS Stadium 1 und konstatierten, dass kein mo
r
pho
logisches Korrelat sichtbar sei. Sie empfählen
,
die Therapie durch einen Rheuma
tologen optimieren zu lassen (
Urk.
8/47).
3.7
Die Ärzte der
Klinik H._
überwiesen den Beschwerdeführer infolge des per
sis
tierenden CRPS Stadium 1 ins Schmerzambulatorium des Universitätsspitals
I._
(vgl. Bericht vom 2
6.
Oktober 2016,
Urk.
8/67), wo
eine
perineurale
Infilt
ration sowie weitere diagnostische Abklärungen erfolgten (Bericht vom 1
5.
Feb
ruar 2017,
Urk.
8/84).
3.8
Am 1
3.
April 2017 nahm Kreisarzt PD
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Stellung. Er konstatierte, dass in Würdigung der vorlie
genden ärztlichen Dokumente ein Überwiegen der Wahrscheinlichkeit für oder gegen das Ereignis vom
1.
November 2015 als kausal für die Luxation der
Perone
alsehnen
nicht zu bestimmen sei.
Da allerdings mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine relevante Gewaltein
wirkung als ursächlich vorauszusehen sei
und diese vom
Beschwerdeführer
als sc
hmerzhaft erlebt worden sei,
könne die vorbestehende Beschwerdefreiheit als
ent
scheidende Information verstanden werden. Ob dies, einem
post
hoc, ergo
propter
hoc folgend, für die
Zusprache
von Leistungen ausreiche, sei der Ein
schätzung der Administration zu überlassen.
Sollte von einer vorbestehenden Instabilität der
Peronealsehnen
ausgegangen werden, so wären die nach dem Ereignis beklagten Beschwerden als Folge einer vor
über
gehenden Verschlimmerung zu werten. Ein Status quo sine wäre unter diesen Voraussetzungen mit Behandlungsabschluss Spital
Z._
zum
8.
Dezember 2015 überwiegend wahrscheinlich erreicht gewesen (
Urk.
8/85).
3.9
In der Folge wurden
diverse Schmerzinterventionen und
Untersuchungen zu weiteren Diagnosezwecken sowie Physiotherapie durchgeführt (vgl.
Urk.
8/101;
Urk.
8/139-140;
Urk.
8/142
). Im Abschlussbericht vom 2
1.
Juli 2017 der Schmerz
behandlung am
I._
wurde vermerkt, dass trotz medikamentöser und
interventioneller
Behandlung keine wesentlichen Verbesserungen erreicht worden seien. Der Beschwerdeführer äussere weiterhin Schmerzen im Bereich des oberen Sprunggelenkes (OSG) wie auch mittlerweile im Unterschenkelbereich. Im
aktuelle
n klinischen Status könnten abgesehen von einer diskreten Schwellung im Bereich des lateralen OSG keine eindeutig pathologischen Befunde erhoben werden. Im Schmerzgebiet gebe er eine
Hyp
- und Dysästhesie sowie
Brushalgesie
an. Bezüglich der Immobilität sei eine Muskelatrophie angedeutet. Es liege aus ihrer Sich
t
aktuell kein CRPS gemäss Budapester Kriterien vor. Auf seinen Wunsch werde die Medikation nicht erhöht, sondern Erhöhung der Eigenaktivität empfohlen. Die Behandlung werde abgeschlossen (
Urk.
8/150).
3.10
Der Beschwerdeführer begab sich in d
er Folge bei der K
linik
K._
in
Behandlung (
Urk.
8/
154).
Es
wurden verschiedene Interventionen durchge
führt, unter anderem
eine
ultraschall-gesteuerte therapeutische Infiltration de
s
N.
peroneus
distal der Bifurkation am Oberschenkel und (pro
medico
) gepulste Radiofrequenz (
Urk.
8/163)
, sowie ein Mapping der
Ischiadicuswurzeln
L5 und S1 sowie ein schmerzpsychologisches Assessment (
Urk.
8/205).
3.11
3.11.1
Vom 2
0.
März bis z
um 1
8.
April 2018 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Rehaklinik
L._
. In ihrem Austrittsbericht vom 2
0.
April 2018 hielten die Ärzte folgende Diagnosen fest (
Urk.
8/222):
-
Unfall vom
1.
November
2015:
Treppensturz
-
Distorsionstrauma OSG mit
Peronealsehnenluxation
links
-
Konservative Behandlung im Gips für 5 Wochen
-
8.
Februar
2016
:
Peronealsehnentenosynovektomie
links,
Histologie
gewinnung
Retinaculumrepair
und Fixation mit 4 Ankern sowie Ver
tiefung der
Peronealsehnenrinne
in der
posterioren
Fibula
-
Verdacht auf
CRPS im Verlauf. 1
5.
Februar
2017 diagnostischer peri
pherer Nervenblock des
N.
peroneus
links oberhalb des
Fibulaköpf
chens
-
1
6.
Mai
2017
,
Elektrodiagnostische Untersuchung:
«
Unter
Zusammen
schau der klinischen Bef
unde, der normalen neurographi
schen Befunde, ohne Hinweis für eine Kompressionsneuro
pathie oder
axonale
Schädigung des
N.
peroneus
superfidalis
,
N.
peroneus
profundus
und auch nicht des
N.
plantaris
medialis
und
lateralis
links, fi
nden sich auch
neurosonographisch
keine Hinweise für eine primäre Nerven
läsion als Ursache de
r linksseitigen ruhe- und belas
tungsabhäng
igen neuropathischen Schmerzen.
Diese we
rden im Rahmen des bereits diag
nostizierten CRPS gesehen, eine entsprechende Behandl
ung wird empfohlen.
Topische
Be
handlung empfohlen, Verordnung für DMSO-Salbe abgeg
eben. Von einem nervenchirurgisc
hen Eingriff, insbeson
dere auch am normal ableitbaren
N.
peroneus
superficialis
wird kei
ne Verbesserung der Symptome erwartet
»
-
2
5.
August
2017 Ultraschall-gesteuerte therapeutische Infiltratio
n des
N.
peroneus
distal der Bi
furkation am Oberschenkel und gepulste Radiofrequenz. NRS vor Intervention links 3 - 4 in Ruhe, links 4 - 5 unter Belastun
g. NRS nach Intervention links 1
- 2 in Ruhe, links 2 - 3 unter Belastung
-
1
0.
November
2017 MRI Knie links: unauffällige Darstellung des
N.
peroneus
im Bereich von circa 25 cm kranial des Kniegelenkspaltes bis etwa 15 cm distal. Kein Nachweis eines
Schwannoms
, keine sonstige neurale Patho
l
ogie. Sofern der Befund bei der distal im Bereich des Unterschenkels aufgefallen wäre, wäre ggf. einer ergänzenden Beurteilung der distalen Region zu erwägen. Unauffällige Darstellung des Kniegelenks
-
4.
April
2018 MRI OSG li
nks
nativ: MR Voruntersuchungen zum Ver
gleic
h vorliegend, zuletzt vom 1
9.
Juli
2016: Zu dieser unverändert Status nach
Retinaculumrepair
und Fixation mittels 4 Anker der
Peronealsehnen
links. Keine Hinweise auf Diskontinuitäten oder
Te
ndopathien
der
Peronealsehnen
, k
eine relevant
en
degenerativen Ver
änderungen
im oberen oder unteren Sprunggel
enk. Kein
Bonebruise
, kein Gelenkserguss.
-
Ereigni
s/Unfall vom 22.07.2017: Plötzliche Schmerzen im rechten Knie bei Turbulenzen während
Flug
-
2
1.
Februar
2018 MRI Knie rechts: Leichte
Insertionstendinopa
thie
der
Quadrizepssehne
am
Pa
tellaoberpol
. Knorpel-Fissur
retropatellär
medial bis an die
subchondrale
Lamelle ohne angrenzendes Knochen
marksödem. Keine
Femoropatellararthrose
. Kleiner Kniegelenkserguss.
-
Psyc
hiatrische Diagnosen (März
2018) Psychosomatisches Konsilium, Reha
klinik
L._
-
Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 32.0/1)
-
Schädlicher Gebrauch von Opiaten,
iatrogen induziert (ICD-10 F11.1
)
-
Anankastische
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73)
Als Probleme beim Austritt hielten die Ärzte (1) ein
chronifiziertes
Schmerz
syndrom im Bereich des linken Sprunggelenkes, (2) intermittierend auftretende belast
ungs
abhängige Schmerzen im rechten Kniegelenk sowie rechtem Fuss und (3) eine erhebliche Symptomausweitung fest.
Der
37-jährige
Beschwerdeführer
habe
bei einem
Treppensturz zu Hause am
1.
November
2015 eine traumatische Luxation der
Peronealsehnen
erlitten und klage
seither über bewegungsbedingte und im Stehen auft
retende Schmerzen im linken Fuss
. Zudem klag
e
der
Beschwerdeführer
über Schmerzen im rechten Knie
gelenk nach ruckartigen Bewegungen bei Turbulenzen während eines F
luges im Juli 201
7.
Hinzu kämen
seit ca. 5 Monaten bestehende erhebliche Ein- und Durch
schlafstörungen, ei
ne leichte bis mittelschwere de
primierte Verstimmung mit Freudlosigkeit, erhöhter Gereiztheit und re
duziertem Selbstwertgefühl ange
sichts seiner Arbeitslosigkeit und Gewichtszunahme. Die aktuelle depressive Symp
tomatik sei vor ca. 6 Monaten aufgrund von psychosozialen Mehrfach
belastungen (Verlust von nahen Verwandten und eines Freundes, sowie partner
schaftliche Probleme) bei bestehenden chron
ischen Schmerzen mit protrahier
tem Verlauf
exazerbiert
. Darüber hinaus hätten finanzielle Engpässe aufgrund von Komplikationen mit der Suva bezüglich der Spesendeckung von Medikamenten und Fahrkosten zu ärztlichen Terminen bestanden, welche in der Zwischenzeit mehrheitlich
hätten geregelt werden können
. Hinweise für eine depressive Erkran
kung vor seinem Unfall vom 2015 seien nicht aufgetreten. Diagnostisch
sei die
aktuelle psychische Symptomatik einer leichten bis mittelgradigen depres
siven Episode zu
zuordnen
. In den Gesprächen
wirke der Beschwerdeführer
zu Beginn ein wenig verschlossen, im Verlauf jedoch
zunehmend offen und zeig
e sich moti
viert und kooperativ. Er äusser
e wiederholt de
n Wunsch, wieder Teilzeit in ei
ner angepassten Tätigkeit arbeiten gehen zu wollen. Der Schwerpunkt der psyc
hotherapeutischen Behandlung habe
in der Förderung aktiver
Coping
stra
tegien
im Umgang mit dem Schmerz, einer Aktivierung, sowie in
der Vermittlung von schlafhygi
enischen Massnahmen und eines adäquateren Umgangs mit Sorgen, welche seine Einschlafbeschwerden aufrechterhalten
, gelegen
.
Er
ver-zichte
auf eine medikamentöse Stütze zum Schlaf, da er möglichst wenige Medikamente einnehmen möchte. Au
f der Persönlichkeitsebene wirke er sehr pflicht
be
wusst und leistungsorientiert mit einer Neigung zum Perfektionismus, erhöh
tem Kontrollbedürfnis und hohen eigenen und äusseren Erwartungen, was
im Spektrum von
anankastischen
Persönlichkeitszügen eingeordnet werden
k
ö
nn
e
. Aufgrund von vielen ambulanten Behandlungsmassnahmen mit diversen, teils sich widersprechenden ärztlichen Meinungen und Empfehlungen zu Schon
ver
halten
sei es
zu einem Auslieferungserleben
gekommen, welches die Schmerz
wahrn
ehmung vor dem Hintergrund eines erhöhte
n Kontrollbedürfnisses ver
stärke und aufrechterha
lt
e
. Durch hohe externe Erwartungen gegenüber Ärzten und Therapeuten, die auf seine Persönlichk
eitsstruktur zurückzuführen seien, begebe
er
sich unbewusst in ein permanent
es Frustrationserleben und eine
Opfer
rolle, welches seine depressive Symptomatik und seine Sc
hmerzen ebenfalls aufrechterhalte
. Nebst seinem Schonverhalten
sowie per
sönlichkeits-
und psychi
schen Faktoren trage
die über 2 Jahre bestehende regelmässige Einnahme von
Targin
und
Lyrica
über neurobiologische
Sensitivierungsprozesse
zu einem erhöh
ten Schmerz
erleben bei, sodass empfohlen we
rd
e,
Targin
und
Lyri
ca
bei fehlendem medizini
schem Befund längerfristig voll
ständig abzusetzen.
Aus somatischer Sicht stünden a
nhaltende Schmerzen im Bereich des linken OSG
im Vordergrund
; aufgrund der zeitlichen Komponente und dem Fehlen einer eindeutigen strukturellen Ursache m
ü
ss
e
man von einem
chronifizierten
Schmerz
sy
ndrom sprechen. Im Verlauf sei
der Verdacht auf ein CRPS geäussert
worden
und der
Beschwerdeführer
sei
auch entsprechend behandelt
worden ohne dass das Schmerzsyndrom
eindeutig
habe
gebessert werden k
önnen
. Bei
Austritt aus der Rehaklinik
L._
seien
die
Budapester Kriterien f
ür das Vorliegen eines CRPS ein
deutig nicht erfüllt.
Sie sähen
aufgrund des klinischen Befundes, der die Diagnosekriterien für das Vo
rliegen eines CRPS nicht erfülle
und der Beobach
tungen während der vierwöchigen Rehabilitation keine Indikation für einen Neu
ro
stimulator. Klar dagegen spreche
die auf der Verhaltensebene beobachtete erhebliche Symptomausweitung und das postulierte
chronifizierte
Schmerzge
schehen. Unter diesen Vorausse
tzungen versprä
chen
sie sich keine Besserung und rie
ten von einem solchen Eingriff aus
medizinisch-rehabilitativer
Sicht ein
deutig ab.
Der Beschwerdeführer habe
währen
d des stationären Aufenthalts mä
ssig akzentu
ierte Schmerzen
bekundet
. Im Rahmen der Diskussion
,
welche therapeutischen Optionen inklusive E
rhöhung/Verringerung der Medika
tion angeboten werden könn
t
en,
hätten sie ihm
die Entstehung eines chronischen Schmerzes und die potent
iell verringerte Wirksamkeit von
Schmerzmedikamenten, speziell Opioiden erklärt.
Er habe sich
für ein Ausschleichen des
Targin
entschieden
und so
hätten sie
während 4 Wochen die
Dosis von
30mg pro Tag auf 10mg,
verteilt auf zwei Einzeldosen à
5mg reduzieren
können. Ziel sei
es
,
Targin
schrittweise ganz abzu
setzen. In einem nächsten
Schritt würden sie
das Medikament
Pregabalin
aus
schleichen. Es gebe
gute und nachvollziehbare Gründe für die angestrebte Reduk
tion, ob dies mittelfristig
so umgesetzt werden kö
nn
e, bleibe
abzuwarten. Zumindest kurzfr
istig habe
er die
Einnahme von NSAR erhöht, mittel- und lang
fristig sei
das sicher keine gute Alternative.
Gesamthaft handle
es sich um einen sehr protrahierten Verlauf von zw
eieinhalb Jahren nach einer OSG-
Distorsion mit multiplen ärztlichen Konsultationen verschiedener Fachd
isziplinen und Behand
lungsversu
chen ohne das
s
eine signifikante Besserung des beklagten Schmerz
geschehens eingetreten wäre.
Ihres Erachtens seien
die Voraussetzungen für einen F
allabschluss gegeben; es handle
sich um einen Endzustand und von weit
eren medizinischen Massnahmen dü
rf
e
man sich keine Besserung mehr versprechen.
Das A
usmass der Einschränkungen lasse
sich mit den geringfügigen obj
ektivier
baren pathologischen Be
funden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur ungenügend
erklä
ren. Es sei
eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet
worden
. Die Beur
teilung der Zumutbarkeit erfolge
aufgrund der objektivierbaren Unfallfolgen. Der
Beschwerdeführer
mach
e beim Austrittsgespräch unmissverständlich klar, dass er mit der Beurteilung nicht einverstanden
sei. Er sehe
sich nicht in der Lage
,
eine Tätigkeit im Rahmen des formul
ierten Zumutbarkeitsprofils aufzunehmen. Man habe
den Eindruck
gewonnen
, dass
er sich
mit seiner beruflichen Zukunft n
och nicht auseinandergesetzt habe
und die Verantwor
tung den Institutionen über
lasse
. Unabhängig vom Unfall mit O
SG Distorsion von 2015 berichte
er
über einen Unfall vom
2
2.
Juli
2017 als plötzliche Schmerzen im rechten Knie bei Turbulenzen während eines Fluges aufgetreten seien. Diese Angaben z
um Unfall w
ichen von denen anlässl
ich einer Konsultation vom
2.
November
2017 bei
Dr.
med. M._
, Facharzt für Rheumatologie,
in der
Klinik H._
ab, wo er ein
en Sturz auf das Knie berichtet habe
. Diese diskrepanten Angaben sollten geklärt werden. Das MRI Kni
e rechts vom 21.02.2018 MR zeige
eine leichte
Inser
tionstendinopathie
der
Quadrizepssehne
am
Patellaoberpol
und eine Knorpel-Fissur
retropatellär
medial bis an die
subchondrale
Lamelle ohne
angrenzendes Knochenmarksödem, keine
Femoropatellararthrose
und einen kleinen
Kniege
lenk
serguss. Ob diese diagnostizierte Knorpe
lfissur traumatischer Genese sei, kö
nn
e
nicht beantwortet werden, Knorpelfissuren könn
t
en auch degenerativ ent
stehen.
Die beklagten Knieschmerzen seien
mit diesem MRI Befund
ihres
Erach
tens in dem Ausmaß nicht erklärbar.
3.11.2
Die festgestellte psychische Störung begründe
aktuell eine leichte arbeitsrelevante Leistungsminderung. Generell würden tagesstrukturierende Massnahmen sich sicher
lich günstig auf das Krankheitsbild auswirken.
Sie empfählen
eine schri
tt
weise Wiedereingliederung, zum Beispiel
beginnend mit einer Arbeitsdauer von
60
%
bis zu 100
%
innerhalb von 2 Monaten unter psychiatrischer ambulanter Mit
be
treuung, anschliessend eine psychiatrische
Reevaluation
.
Die unfallkausale
Zumutbarkeit für die berufliche T
ätigkeit als Elektromechaniker sei ganztags gegeben. (Aktuell) seien l
eichte bis mittelschwere Arbeit
en
, a
ktuell wechselbelastend
zumutbar
.
Diese Beurteilung sei nicht als abschliessend anzusehen, sie gingen u
nter Berück
sichtigung der objektivierbaren Unfallfolgen davon aus
,
das
s
mindestens die Kategorie mittelschwer ohne die Einschränkung wec
hselbelastend erreicht werden kö
nn
e
. Obige Zumutbarkeit g
e
lt
e
,
sofern bei der Kontrolluntersuchung bezüglich Knie nach Austritt keine neuen, richtungswe
isenden Befunde erhoben würden.
3.12
Die Ärzte der
Klinik H._
, Orthopädie untere Extremitäten, hielten in ihrem Bericht vom 3
0.
Mai 2018 fest, dass der Beschwerdeführer weiter über rechts
seitige Kniegelenksschmerzen klage. Die eigentliche Schmerzsymptomatik lokali
siere sich auf den linken Fuss. Eine Entlastung dessen könne jedoch bei rechts
seitigen Knieschmerzen nur insuffizient durchgeführt werden. Wie auch MR-tomographisch sichtbar
,
führten sie die bestehende Knorpelfissur auf das direkte Anpralltrauma vom 2
7.
Juni 2017 zurück (
Urk.
8/227).
3.13
Im Bericht vom 1
4.
Juni 2018 führten die Ärzte der Fusschirurgie der
Klinik H._
aus, dass das lange bestehende CRPS aktuell nicht mehr vorhanden sei. Aufgrund dessen könnten nun drei relativ lokalisierte Schmerzpunkte gefunden werden. Zum einen distale Fibula mit Verdacht auf Periostitis, zum anderen im Bereich des Sinus
tarsi
mit Verdacht auf Sinus
tarsi
-Syndrom und als Hauptpunkt im Bereich des Operationsgebietes, hier mit fraglich störendem
Osteosynthese
material
. Die
Peronealsehne
erscheine nach wie vor intakt. Es seien rein diag
nostisch verschied
e
ne Infiltrationen durchgeführt worden mit Lokal-Anästhetika. In drei Monaten würden die Infiltrationen mit Kortison wiederholt werden (
Urk.
8/229).
Die in der Folge am 2
0.
September 2018 durchgeführte Infiltration (
Urk.
8/242)
habe
dem Beschwerdeführer nur für kurze Zeit, ein bis zwei Wochen, eine Schmerzlinderung
gebracht
. Aktuell arbeite er zu 50
%
. Die Schmerzen seien im Moment relativ stark. Am 1
5.
November 2019 erfolgte eine zweite Infiltration (
Urk.
8/252), welche allerdings keine Besserung der Schmerzen erzielte (Bericht vom 2
0.
Dezember 2018,
Urk.
8/253). Die Ärzte gingen dabei von einer
Schmerz
exacerbation
evtl. durch Überlastung nach Wiederaufnahme einer Arbeitstätig
keit mit Tragen von Arbeitsschuhen aus.
3.14
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Rheumatologie, führte in seinem Bericht vom 3
1.
Januar 2019 aus, dass eigentlich unverändert über die Jahre die teilweise sehr ausgeprägten Schmerzen im Bereich des linken Fusses bestünden. In der letzten Zeit hätten die
Schmerzen subjektiv zugenommen,
m
öglicherweise auch im Zusam
menhang mit dem Absetzen des
Targin
und dem Beginn einer Arbeit im Pensum von 50
%
. Die Infiltrationen durch die Fusschirurgie hätten keinen posi
tiven Effekt gehabt. Rückblickend seien bereits mehrfach intensive Abklärungen aber auch Therapieversuche gemacht worden, eine Besserung hätte nie erzeugt werden können. Aus rheumatologischer Sicht ergäben sich aktuell keine neuen
therapeutischen Aspekte (
Urk.
8/257). Auf Rückfrage der Suva präzisierte
Dr.
M._
mit Mail vom 2
0.
Februar 2019, dass ein CRPS I in partieller Remission vorliege. Das heisse, es bestünden weiterhin starke Schmerzen, das Vollbild eines CRPS liege aber nicht mehr vor (
Urk.
8/263).
3.15
Kreisärztin med.
pract
.
N._
, Fachärztin für Anästhesiologie, konsta
tierte in ihrer Stellungnahme vom 2
2.
Februar 2019, dass aus medizinischer Sicht von einem Endzustand auszugehen sei und sie eine Evaluation der
f
unktionellen Leis
tungsfähigkeit (EFL) empfehle. N
ach aktueller Datenlage lägen darüber hinaus die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung weder funktionell noch bild
gebend vor (
Urk.
8/259).
3.16
3.16.1
Am 27./2
8.
Mai 2019 fand in der Reha
klinik
E._
eine
EFL
statt
(
Urk.
8/294)
. Im Bericht
vom 2
4.
Juni 2019
wurde festgehalten, dass i
nfolge beob
achteter erheblicher Symptomausw
eitung
die Resultate der physischen Leis
tungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise ver
wertbar
seien
. Das Ausmass der demonstrierten
physischen Einschränkungen lasse
sich mit den wenig relevanten objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beu
rteilung der Zumutbarkeit stütze
sich deshalb wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests. Eine weitergehende Einschränk
ung der Belastbarkeit lasse
sich medizinisch-theoretisch nicht begrün
den.
Die
Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter
sei aus unfallkausaler Sicht (mindestens) halbtags gegeben, da e
ine sitzende bzw. wechsel
belastende Tätigkeit ohne
Heben und Tragen von Gewichten von mehr als
15
kg aus medizinisch-theoretischer Sicht unter Berücksichtigung der Leis
tungstests mindestens möglich sein
sollte
.
Da gemäss Angaben des Beschwerdeführers
eine solche Tätigkeit aufgrund der Arbei
tsorganisation nicht möglich sei, kö
nn
e
keine Rückkehr in die angestammte
Tätigkeit im Unternehmen angestrebt werden.
Andere leichte bis mittelschwere
Tätigkeit
en
(Hantieren von
Lasten selten bis max. 15 kg) seien
(mindestens) halb
tags
zumutbar.
Medizinisch-theoretisch sollte eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit möglich sein, wobei eine Tätigkeit mit Wechselbelastung präferiert werden sollte.
Es werde empfohlen, w
enn möglich mit 50-60% Arbeitspensum
einzusteigen
mit anschliessender gradueller Steigerung bis zum Erreichen der vollen Arbeitsfähig
keit.
3.16.2
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte
O._
, EFL-Therapeut, im Mail vom
7.
August 2019 ergänzend aus, dass eine ganztägige Arbeitsfähigkeit im beschriebenen Belastbarkeitsniveau aus medizinisch-theoretischer Sicht nach gradueller Steigerung ausgehend von einem 50%-Pensum möglich sein sollte. Die Länge des zeitlichen Steigerungsintervalls richte sich nach der somatischen Beurteilung, welche jedoch durch die funktionelle Beurteilung nicht habe aufge
klärt werden können (
Urk.
8/306).
3.17
Am 2
7.
August 2019 nahm
die Kreisärztin med.
pract
.
N._
erneut Stellung. Sie hielt fest, dass an der Zumutbarkeit
sbeurteilung
der EFL weiterhin festge
halten werden könne. Insofern sei eine ganztätige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit aus rein somatischer Sicht zukünftig zumutbar. Wie in der EFL festgehalten, sei jedoch ein Einstieg mit einer zeitlichen Einschränkung indiziert und ein Einstieg in eine angepasste Tätigkeit mit 50-60
%
empfohlen. Der Beschwerdeführer sei arbeitslos, deswegen könne der Einstieg und die graduelle Steigerung nicht praktisch erfolgen und müsse theoretisch beurteilt werden. Prinzipiell sei zu erwarten, dass in einer angepassten Tätigkeit eine graduelle Steigerung des Pensums um 20
%
alle vier Wochen erfolgen könnte, sodass die volle Arbeitsfähigkeit anfangs Oktober 2019 erreicht werde (
Urk.
8/310).
3.18
Am 2
6.
September 2019 beantworteten die Kreisärzte
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, sowie med.
pract
.
N._
die Fragen der Beschwerdegegnerin. Sie führten aus, dass aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer ca. 2.5 Wochen nach der EFL beim
Joggen
gestürzt sei, von einer körperlichen Leistungsfähigkeit auszugehen sei, welche keine weitere Arbeitsunfähigkeit mehr begründe. Wenn das Joggen möglich sei, sei auch mindestens eine mittelschwere Arbeit ganztags zumutbar (
Urk.
8/316).
3.19
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
ergänzten
am
5.
Dezember 2019
(
Urk.
8/334) auf Rückfrage,
dass aufgrund des Unfalles vom 1
1.
Juli 2019, bei welchem der Beschwerdeführer beim Joggen gestürzt sei, festgehalten werden müsse, dass schon im Juli 2019 die körperliche Leistungsfähigkeit nicht mehr wesentlich
eingeschränkt gewesen sei. Rückblickend müsse festgehalten werden, dass schon 2018 von den Ärzten der Rehaklinik
L._
während der stationären Reha
bilitation eine erhebliche Symptomausweitung dokumentiert worden sei, welche auch während der EFL beobachtet worden sei. Unter vorliegenden Umstän
den sei davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand spätestens Anfang Juli 2019 erreicht worden sei.
In Bezug auf eine allfällige Integritätsentschädigung notierten sie, dass s
chon im Beri
cht der
Klinik H._
vom 1
5.
November 2018
eine gute Beweglichkeit der Rückfussgelenke dokumentiert
worden sei. Ausserdem sei
eine
erhebliche Symptomausweitung so
wohl während der stationären Rehabilitation in
L._
als auch während der EFL beobachtet
worden
. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen liess
e
sich mit den wenig relevante
n, objektivier
baren pathologisc
hen Befunden aus somatischer Sicht nur zum Te
il erklären. Des Weiteren spreche
der Fakt, dass der
Beschwerdeführer
beim Joggen
am 1
1.
Juli
2019
ei
nen anderen Schadenfall
erlitt
en habe
, für eine relativ gute körperliche Leistungs
fähigkeit. Zusammenfassend liege
im aktuellen Schadenfall keine integ
ritätspflichtige Funktionsstörung vor, so
dass die Tabelle 2 UVG, Integri
täts
schaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten, nicht angewendet werden
kö
nn
e
. Die vorlieg
enden radiologischen Befunde wie
sen noch kei
ne rele
vanten degenerativen Ver
änderungen auf, sodass die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung bei Arthrosen, Tabelle 5 UVG, ebenfalls nicht erf
üllt seien. Es mü
ss
e
fe
stgehalten werden, dass die vor
liegenden radiologischen Be
funde mehr als ein Jahr alt seien, aufgrund der Verletzung erscheine
die Ent
wicklung einer mindestens mittelmässigen Arthrose in diesem Zeitraum un
wahr
scheinlich. Daher we
rd
e
auf eine Wiederholung einer radiologischen Kontrolle verzichtet.
Die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung seien insofern weder funk
tionell noch bildgebend erfüllt. Bei einer deutlichen Verschlechterung, welche zum Beispiel weitere Interventionen wie eine
Arthrodese
erfordern würden, sollten die Voraussetzungen erneut geprüft werden.
4.
Vorab zu prüfen ist, ob der Fallabschluss auf Anfang Juli 2019 rechtens ist
(vgl. E.2.3)
.
Die Ärzte der
Klinik H._
, Orthopädie untere Extremitäten, hielten in ihrem Bericht vom 3
0.
Mai 2018 fest, dass der Beschwerdeführer weiter über rechts
seitige Kniegelenksschmerzen klage. Die eigentliche Schmerzsymptomatik lokali
siere sic
h auf den linken Fuss (E. 3.13). In den Berichten der
Klinik H._
von
Juni
bis Dezember
2018 führten
die Ärzte der Fusschirurgie
aus, dass das
lange bestehende CRPS aktuell nicht mehr vorhanden sei.
Alle durchge
führten Behandlungen
hätten
keine anhaltende Besseru
ng der Schmerzen erzielen können. Die Beweglichkeit der Rückfussgelenke sei gut ohne Schmerzangabe (E.
3
.13
,
Urk.
8/252
).
Auch
Dr.
M._
konstatierte
in seinem Bericht vom 3
1.
Januar 2019
, dass unverändert über die Jahre die teilweise sehr ausgeprägten Schmerzen im Bereich des linken Fusses bestünden. In der letzten Zeit hätten die Schmerzen subjektiv zugenommen.
Eine Besserung habe über die Jahre nicht erzeugt werden können (E. 3.14
).
Entsprechend ging
med.
pract
.
N._
in ihrer Stellungnahme vom 2
2.
Feb
ruar 2019 vom Erreichen des medizinischen Endzustandes aus (E. 3.15).
Unter Würdigung dieser Berichte der behandelnden Ärzte
ist davon auszugehen,
dass
spätestens
per Ende Juni 2019
von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden k
onnte.
Die durch die Invalidenversicherung gewährte Arbeitsvermittlung plus wurde mit
Verfügung vom 2
6.
März 2019 abgebrochen, womit die
Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung
per Ende Juni 2019 ebenfalls abgeschlossen waren.
Damit ist der Fallabschluss auf Anfang Juli 2019 nicht zu beanstanden.
5.
Die Beschwerdegegnerin forderte die über den 1
0.
Juli 2019 hinaus erbrachten Taggelder zurück mit der Begründung, dass aufgrund der Unfallmeldung vom
3
1.
Juli 2019
, dass der Beschwerdeführer
am 1
0.
Juli 2019 beim Joggen gestürzt sei, neue erhebliche Tatsachen entdeckt worden seien, welche einen Revisions
grund darstellten (
Urk.
2).
5.1
In der Unfallmeldung vom 3
1.
Juli 2019 wurde vermerkt
, dass der Beschwerde
führer am
1
0.
Juli 2019 beim Joggen gestolpert sei und sich dabei einen Zahn ausgeschlagen habe (
Urk.
9/1).
Dr.
med.
dent
.
D._
hielt in seinem Bericht vom 1
2.
Juli 2019 fest, dass der Beschwerdeführer beim Joggen gestolpert sei und sich
dabei den Zahn ausgeschlagen/abgebrochen habe und diagnostizierte eine Kantenfraktur (
Urk.
9/10/16).
5.
2
Der Beschwerdeführer brachte hiergegen vor,
dass aufgrund sprachlicher Schwie
rigkeiten fehlerhafterweise von «Joggen» anstatt Laufen bzw. Gehen ausgegangen wurde
.
Dr.
D._
führte zwar
i
m Schreiben vom
6.
November 2019
aus
, dass es sich um ein sprachliches Missverständnis gehandelt habe, da der Beschwerdeführer gesagt habe «ich war laufe
gsi
und bi
gstolperet
», womit nicht Joggen
,
sondern Gehen gemeint gewesen sei. Diesbezüglich ist
allerdings
festzuhalten, dass
Dr.
D._
gemäss seinen Angaben auf der Homepage Deutsch, Arabisch und Engli
sch spricht (
Urk.
3/5), womit ein solches sprachliches Miss
verständnis unwahr
scheinlich scheint
.
Gemäss Schreiben vom 1
5.
Mai 2020 wurde die Unfallmeldung durch die Ehefrau des Beschwerdeführers ausgefüllt (
Urk.
3/4).
Allerdings bestä
tigt die Ehefrau nur, dass sie d
ie
se
im Namen des Beschwerdeführers ausgefüllt habe - dass diese inhaltlich falsch oder unkorrekt sei, geht daraus nicht hervor.
Des Weiteren ist
ersichtlich
, dass der Beschwerdeführer sie eigenhändig unterzeichnete
,
weshalb davon auszugehen ist, dass er vom Inhalt Kenntnis hatte und damit einverstanden war.
5.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Entsprechend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge
hen, dass der Beschwerdeführer
Joggen und nicht nur
Spazieren
war.
5
.4
Zusammenfassend wurden
der Beschwerdegegnerin mit Unfallmeldung vom 3
1.
Juli 2019 neue
erhebliche
Tatsachen bekannt,
deren Beibr
ingung zuvor nicht möglich war, womit ein Revisionsgrund erstellt ist. Die
Rückforderung
mit Ver
fügung vom 3
0.
Septemb
er 2019 erfolgte innerhalb der 90-tägigen Frist.
Entspre
chend sind die formellen Voraussetzungen für die Rückforderung der nach dem 1
0.
Juli 2019 bezahlten Taggelder erfüllt. In materieller Hinsicht wird auf die nachfolgenden Erwägungen erwiesen, weshalb sich die Rückforderung als rechtens erweist.
6
.
Zu prüfen bleibt ein allfälliger Anspruch auf eine unfallversiche
rungsrechtliche Invalidenrente.
6.1
6.1.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
zur Beurteilung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit
auf di
e Stellung
n
a
hme von
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
vom
5.
Dezember 2019
(E. 3.19), worin diese festhielten, dass ab Juli 2019 von einer nicht mehr wesentlich eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit auszu
gehen sei, da der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt in der Lage gewe
sen sei, zu joggen.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor, dass gestützt auf die EFL von einer weiterdauernden Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei und
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
fälschlicherweise davon ausgegangen seien, dass er gejoggt sei,
so dass
nicht auf ihre Stellun
gnahme abgestellt werden könne (Urk. 1).
6.1.2
Wie bereits gezeigt (E. 5) ist überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerde
führer am 1
0.
Juli 2019 Joggen war.
Darüber hinaus wurde in der EFL von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit, ab sofort
steigerbar
auf 100
%
ausgegangen, wobei darauf hingewiesen wurde, dass eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt worden sei (E. 3.16), womit kein Wider
spruch zur Einschätzung von
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
besteht.
6.1.3
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, hielt in seinen Berichten vom 1
9.
Mai 2020 und 1
2.
Juni 2020 fest, dass der Beschwerde
führer gemäss eigenen Angaben nicht gejoggt sei und die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Seines Erachtens sei eine sitzende Tätigkeit mit Möglichkeit des Lagewechsels/Wechsel der Belastung, mit Möglichkeit von Pausen und ohne Heben von Gewichten über 15 kg angepasst. Eine solche wäre in einem Pensum von 50
%
zumutbar (
Urk.
13/1-2). Eine Begründung der abwei
chenden Einschätzung seinerseits oder neue objektive Befunde, welche
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
entgangen wären, fehlen in diesen Berichten. Damit vermögen sie keine Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung zu wecken.
Auch aus den Berichten der Ärzte der Fusschirurgie und Rheumatologie der
Klinik H._
vom 1
6.
und
1
8.
Juni 2020 gehen keine
Erkenntnisse hervor, welche den Kreisärzten nicht bereits bekannt gewesen sind. Die behandelnden Ärzte attestieren lediglich aufgrund der
vom Beschwerdeführer
geschilderten Schmerzen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - eine funktionelle Ein
schränkung oder erhebliche neue Befunde liegen nicht vor.
Darüber hinaus ist
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde
Arztpersonen mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
6.1.4
Zusammenfassend ist die Stellungnahme von
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
vom
5.
Dezember 2019
schlüssig, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei und Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen keine
. Darüber hinaus kamen auch die Gutachter des
B._
im invalidenversicherungs
rechtlichen Verfahren zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in einer ange
passten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei (vgl.
Urk.
8/206 im Verfahren IV.2020.00601).
6.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
6.3
Die Beschwerdegegnerin ermittelte im Rahmen des Einkommensvergleichs
per 2019
im
Einspracheentscheid
gestützt auf die Angaben der
Y._
AG (
Urk.
8/307 und
Urk.
8/311)
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
62’400
.--. Das Invalidenein
kommen setzte sie ausgehend von de
n Tabellenlöhnen gemäss LSE 2016
(Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer) unter Berücksicht
igung
der wöchentlichen Arbeitsstunden sowie der
Nomainallohnentwicklung
fest
.
Im
Einspracheentscheid
wurde - entgegen der vorhergegangenen Verfügung - ein Leidensabzug von 5
%
als nicht gerechtfertigt erachtet. Das so ermittelte Invalideneinkommen 2019 bezifferte die Beschwerdegegnerin auf
Fr.
67'743.--.
Es resultierte
entsprechend keine
Erwerbseinbusse (
Urk.
2 S. 8 f.).
Die Grundlagen dieses Einkommensvergleichs wurden vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen (vgl. Urk. 1). Für eine nähere Überprüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und E. 2c).
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass auch aus
dem
Einkommens
vergleich der Invalidenversicherung, welcher per 2016 durchgeführt wurde, kein Invaliditätsgrad resultiert (Verfahren IV.2020.00601, Urteil heutigen Datums).
7
.
Strittig ist des Weiteren der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
7
.1
Die Beschwerdegegnerin konstatierte, dass gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
vom
5.
Dezember 2019
keine Integri
tätsentschädigung geschuldet sei (
Urk.
2). Der Beschwerdeführer brachte dem
gegenüber vor, dass das Heranziehen von radiologischen Befunden, welche mehr als ein Jahr alt seien
, die Beurteilung eines Integritätsschadens nicht mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zulasse (
Urk.
1).
7.2
7.2.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
7.2.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teil
weiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
7.2.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV ver
einbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7.3
7.3.1
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
führten in ihrer Stellungnahme
vom
5.
Dezember 2019 aus, dass
schon im Bericht der
Klinik H._
vom 1
5.
November 2018 eine gute Beweglichkeit der Rückfussgelenke dokumentiert worden sei. Ausserdem sei eine erhebliche Symptomausweitung sowohl während der stationären Rehabilitation in
L._
als auch während der EFL beobachtet worden
und
d
er
Beschwerdeführer sei
im Juli 2019 beim Joggen gestürzt, womit
keine integritätspflichtige Funktionsstörung vor
liege
, sodass die Tabelle 2 UVG, Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten, nicht angewendet werden könne
(E. 3.19).
Wie bereits gezeigt ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer überwie
gend wahrscheinlich Joggen war, so dass die schlüssigen Ausführungen von
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
- entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers - nicht auf falschen Annahmen beruhten.
Damit
liegt
über
wiegend wahrscheinlich
keine
integritäts
entschädigungs
pflichtige Funktions
störung vor.
7.3.2
Dr.
P._
und med.
pract
.
N._
führten darüber hinaus aus, dass d
ie vorliegenden radiologischen Befunde noch keine relevanten degenerativen Ver
än
derungen auf
wiesen
, sodass die Voraussetzungen für eine Integritätsentschä
digung bei Arthrosen, Tabelle 5 UVG, ebenfalls nicht erfüllt seien. Es müsse festgehalten werden, dass die vorliegenden radiologischen Befunde mehr als ein
Jahr alt seien, aufgrund der Verletzung erscheine die Entwicklung einer mindes
tens mittelmässigen Arthrose in diesem Zeitraum unwahrscheinlich. Daher werde auf eine Wiederholung einer radio
logischen Kontrolle verzichtet (E. 3.19).
Die Verneinung eines Anspruches auf eine Integritätsentschädigung gestützt auf die älteren bildgebenden Abklärungen ist nicht zu beanstanden, da die Kreisärzte darlegten, dass eine Entwicklung einer zumindest mässigen Arthrose, welche not
wendig wäre um eine Integritätsentschädigung zu erhalten, nicht ü
berwiegend wahrscheinlich ist. E
ntgegen den Ausführungen ist damit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit genüge getan.
Hinzu kommt, dass auch aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten Berich
ten der behandelnden Ärzte keinerlei Hinweise hervorgehen, dass eine mittler
weile mindestens mässige Arthrose vorliegen würde (vgl.
Urk.
3/9 sowie
Urk.
13/1-4).
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte demnach
zu Recht einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
8
.
Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt als
rechtsgenüglich
abgeklärt und der angefochtene
Einspracheentscheid
als rech
tens, womit die Beschwerde voll
umfänglich abzuweisen ist.