Decision ID: 240aca23-7af6-4acb-9e77-73c1c6b424f2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war von Februar 2002 bis Januar 2006 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 2
3.
Dezember 2005 war (
Urk.
5/15)
.
Unter Hinweis auf
eine Diskushernie mel
dete sich
der Versicherte
am
6.
Juni 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
5/7;
Urk.
5/34;
Urk.
5/45) und holte
nach wiedererwägungsweise
r
Aufhebung der rentenablehnenden Verfügung vom 1
2.
September 2007 (
Urk.
5/35) - ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 2
1.
Januar 2009 erstattet wurde (
Urk.
5/71).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/82;
Urk.
5/86, 5/89) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2010 bei einem Invaliditätsg
rad von 62
%
eine
Dreiviertelsr
ente
ab März 2009 zu (
Urk.
5/98).
1.2
Die dagegen am 2
6.
August 2010 erhobene Beschwerde (
Urk.
5/104/3-10) zog der Beschwerdeführer infolge
Inaussichtstellung
einer
reformatio
in
peius
am
3.
Febr
uar 2011 zurück (
Urk.
5/111/3).
Nach ergangenem Vorbescheid am 2
0.
Oktober 2011 (
Urk.
5/120) holte die IV
Stelle unter anderem ein
weiteres
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am
5.
Dezember 2013 erstattet wurde (Urk. 5/148)
,
und hob die rentenbegründende Verfügung vom 2
4.
Juni 2010 mit Verfügung vom 2
7.
August 2014
wiederer
wägungsweise
auf (
Urk.
5/158 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
2
9.
September 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
7.
August 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
weiterhin eine Rente auszurichten, eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Oktober 2014 (
Urk.
4) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
7.
November 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1).
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsan
wendung. Ein Zurückkommen auf eine rechtskräftige Verfügung unter diesem Rechtstitel setzt Unvertretbarkeit der darauf beruhenden Leistungszusprechung vor dem Hintergrund der damaligen Sach- und Rechtslage voraus. Es darf kein vernünftiger Zweifel daran möglich sein, dass die Verfügung unrichtig war; einzig dieser Schluss ist denkbar. Eine klare Verletzung des
Untersuchungs
grundsatzes
(
Art.
43
Abs.
1 ATSG) mit der Folge, dass die Leistungszusprechung auf einer offenkundig unvollständigen oder widersprüchlichen Aktenlage erfolgte, bei Renten etwa die Invaliditätsbemessung auf keiner nachvollziehba
ren ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruhte, kann ein
Wiedererwä
gungsgrund
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG sein. Als zweifellos unrichtig kann die betreffende Verfügung indessen erst gelten, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Sachverhalt erstellt werden kann, gestützt auf den ein umfangmässig geringerer oder sogar kein Leistungsanspruch resultierte (Urteil des Bundesgerichts 9C_816/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 1.1 mit Hinweisen).
1.3
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit - als Schranke für ein
wieder
erwä
gungsweises
Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige
Leistungs
zusprache
- ist
rechtsprechungsgemäss
so zu handhaben, dass die
Wiederer
wägung
nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauerleistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wiedererwägung ent
spricht, laufende Ansprüche zufolge nachträglicher besserer Einsicht der
Durch
führungs
organe
jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können (Urteil des Bundesgerichts I 276/04 vom 28. Juli 2005 E. 5.1).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn
massgebende
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung not
wendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (
Invaliditätsbe
messung
, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfra
gen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung
denkbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_837/2010 vom 30. August 2011 E. 2.5.1).
Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Eine auf kei
ner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der
massgeblichen
Arbeitsfähig
keit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entspre
chende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungs-rechtlichen Sinne (
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_173/2015 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1.2 sowie
9C_1014/2008 vom 1
4.
April 2009 E. 3.2.2
.
).
Nicht entscheidend ist, ob die frühere
Leistungszusprache
unter Berücksichti
gung sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007 E. 3.3).
1.4
Bei der Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung oder eines formell rechtskräftigen
Einspracheentscheides
, sei es im Rahmen der substi
tuierten Begründung bei Gelegenheit eines Revisionsverfahrens nach Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 87 ff. der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), sei es sonst von Amtes wegen oder auf Gesuch hin, gilt es, wenn spezi
fisch IV-rechtliche Aspekte zur Diskussion stehen, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen (Art. 85 Abs. 2, Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. c IVV; BGE 110 V 291 E. 3 S. 293 ff.; Urteil
des Bundesgerichts
9C_215/2007 vom 2. Juli 2007 E. 6.1). Um die Frage nach dem zukünftigen Rentenanspruch prüfen zu können, muss die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt sein. Ist dies der Fall und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung, was auf periodische Dauerleistungen
regelmässig
zutrifft (vgl. BGE 119 V 475 E. 1c S. 480 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts
9C_655/2007 vom 4. Januar 2008 E. 2), sind die
Anspruchsbe
rechtigung
und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro
futuro
zu prüfen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_215/2007 vom 2. Juli 2007 E. 6.1). Es kann somit nicht mit der Feststellung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung sein Bewenden haben. Vielmehr ist wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und voll
ständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfü
gung oder des
Einspracheentscheides
zu ermitteln (in diesem Sinne auch Urteil
des Bundesgerichts
I 859/05 vom 10. Mai 2006 E. 2.3), woraus sich die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Art. 28 Abs. 1 IVG; Urteil
des Bundesgerichts
9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2.1).
1.5
Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweck
te BGE 130 V 352 die Sicherstel
lung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Gemäss
BGE 141 V 281
ist die
Überwindbar
keitsp
raxis
in Änderung der Rechtspre
chung aufzugeben (E. 3.5). In
methodi
scher Hinsicht ergibt sich Folgendes: Die Frage, ob
eine
diagnostizierte Schmerzstörung zu einer ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit führe, stellt sich nicht mehr im Hinblick auf die Widerlegung einer Ausgangsvermutung. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch einen strukturierten, norma
tiven Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine
ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äu
sserer Belastungsfaktoren einer
seits und
Kompensations
potentialen
(Ressourc
en) anderseits – tatsächlich er
reichbaren Leistungsvermö
gens (E. 3.6). Betont wird, dass die Aufgabe der Überwindbarkeitsvermutung an den Regeln betreffend die Zumutbarkeit nichts ändert, namentlich nicht am
Erfordernis einer objektivierten Beurteilungsgrundlage. Nach Art.
7 Abs. 2 Satz
2
ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objekti
ver Sicht nicht überwindbar ist. Medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbstein
schätzungen und
limitierungen
, wie sie gerichtsnotorisch ärztlicher
seits sehr
oft unterstützt werden
wobei erst noch häufig gar keine konsequente Behandlung statt
findet
, sind auch künftig nicht als invalidisierende
Gesund
heits
beein
trächti
gung
anzuerkennen (E. 3.7.1).
1.6
Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach
verhalt ermittelt wird
(
BGE 141 V 281
E. 4.1.1 und E. 4.1.2).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern Indizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.
7
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betref
fend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachver
ständi
gen
gutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
davon aus,
die
Rentenzusprache
vom
2
4.
Juni 2010
erweise sich als offensichtlich falsch, da
die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den
somatoformen
Schmerzstörungen (BGE 130 V 352) nicht angewendet und der Sachverhalt nicht korrekt gewürdigt worden sei
(S. 1 unten)
.
Die depressiven Symptome hätten sich klar im Zusammenhang mit der Schmerzstörung entwickelt. Sie seien keine selbständige, vom Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbi
dität, die sich aufgrund des Schweregrades unbestreitbar von der
somatoformen
Schmerzstörung unterscheiden lasse (S. 2 oben). Die Foerster-Kriterien seien insgesamt nicht mit genügender Intensität und Konstanz erfüllt, als dass von einer ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit der Beschwerde
n
ausgegangen wer
den könnte. Aus psychischer Sicht bestehe daher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der rheumatologischen Befunde sei die bisherige Tätigkeit als Bauar
beiter nicht mehr zumutbar
gewesen
. Für eine leichte bis mittelschwere,
wech
selbelastende
Tätigkeit
habe
hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit
bestanden
(S.
2 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend
(
Urk.
1)
, dass die Verfügung vom 2
4.
Juni 2010 nicht wiedererwägungsweise aufgehoben werden könne. Im Zeitpunkt der Rentenzusprechung sei es erstellt oder zumin
dest vertretbar
gewesen
, dass sowohl eine psychische Komorbidität gegeben als auch die Foerster-Kriterien insgesamt mit genügender Intensität und Konstanz erfüllt
gewesen seien
. Der Schluss auf eine nicht mit zumutbarer
Willensan
strengung
überwindbare Schmerzstörung und somit auf eine invalidisierende Gesundheitsschädigung sei somit nicht offensichtlich unrichtig gewesen (S. 15
Mitte). Im Übrigen sei der vorgenommene Einkommensvergleich fehlerhaft und ein Leidensabzug von mindestens 15
%
zu gewähren (S. 15 unten f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und insbe
sondere, ob die ursprüngliche
Rentenzusprache
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG zweifellos unrichtig war.
3.
3.1
Bei Erlass der Rentenverfügung vom 2
4.
Juni 2010 (
Urk.
5/98) präsentierte sich der medizinische Sachverhalt im Wesentlichen wie folgt:
3.2
3.2.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
und für
Endokrinologie-
Diabetologie
,
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychi
atrie und für Psychotherapie,
sowie
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Rheuma
tologie
, nannten im
Gutachten der MEDAS
C._
vom
2
1.
Januar 2009
(
Urk.
5
/
71
/1-23
)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung bei leichter bis mittelgradiger depressiver Episode
chronisches linksbetontes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei klei
ner medianer Diskushernie L4/5 ohne sichere
Nervenwurzelkompres
sion
(MRI 2007) sowie Status nach Verhebe-/Sturz-Trauma am 1
7.
September 2005 mit seitheriger
Dekonditionierung
durch
Selbstlimi
tierung
3.2.2
Im rheumatologischen Teilgutachten (
Urk.
5/71/39-43) wurde unter anderem ausgeführt, der Beschwerdeführer klage über Schmerzen im ganzen Rücken und in beiden Beinen, links bis in die Fusssohle, rechts bis zur Kniekehle, mit einem ausserordentlich hohen subjektiven Schmerzniveau (S. 4 Mitte). Bei der Befra
gung wirke der Beschwerdeführer aber nicht derart schmerzgequält. Der Tages
ablauf sei trist und von Inaktivität und Herumliegen geprägt. Seiner Ehefrau helfe er angeblich gar nichts im Haushalt. Trotzdem sei er in der Lage, mit den von ihm geschilderten Beschwerden weiterhin aktiv am Strassenverkehr teilzu
nehmen und ein Fahrzeug selber zu steuern. Auffällig sei zudem, dass der Beschwerdeführer, der angeblich seit Monaten auch mit aktiver Physiotherapie behandelt werde, kaum eine einzige Gymnastikübung seriös vorzeigen könne. Das
ergebe
den hochgradigen Verdacht, dass hier eine starke Selbstlimitierung und
Malcompliance
im Spiel sei. Dies sei auch bei den funktionellen
Leistungs
tests
an der Rheumaklinik des
D._
aufgefallen, die im März 2007 durchgeführt worden sei. Nach wie vor würden bei der klinischen Untersuchung Hinweise auf eine
radikuläre
Kompression fehlen. Die multipel vorhandenen
Wadell
-Zeichen sprächen dafür, dass neben dem somatischen Kern eine wesentliche nicht somatisch erklärbare Ursache im Spiel sei. Erschwerend komme die Tatsache hinzu, dass der Beschwerdeführer der festen Überzeugung sei, er könne keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen mit dieser Beschwerdesymptomatik (S. 4 unten).
In Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwerdeführer erst 35-jährig sei und somit auf dem
Bau
noch weitere 25 Jahre zu arbeiten hätte, mache es wohl wenig Sinn, eine Wiedereingliederung in eine körperliche Schwerarbeit zu for
cieren, obwohl eine mediane kleine Diskushernie keine absolute Kontraindika
tion wäre. Auch wenn sich der Beschwerdeführer derzeit keinerlei Arbeit zutrau
e
, so müsse von somatischer Seite festgehalten werden, dass ihm eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit einer Belastungsgrenze bezüg
lich Heben und Tragen von etwa 15 kg ganztags zumutbar wäre. Wie bereits erwähnt, würde
n
sich starke Hinweise darauf ergeben, dass eine erhebliche Selbstlimitierung im Spiel sei (S. 5 oben).
3.2.
3
Im psychiatrischen Teilgutachte
n
(
Urk.
5/71/26-38)
wurde unter anderem ausge
führt
, bei der Schmerzexploration falle auf, dass der Beschwerdeführer bei der Frage nach den körperlichen Beschwerden zuerst über seine psychosozialen Stressoren spreche
und erst nach mehrmaligem Rückfragen darüber berichte, aktuell unter Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in das linke und rechte Bein, Kopfschmerzen und Schwellungen an beiden Händen und Füssen zu leiden (S. 9 oben). Hauptbefund im klinischen Untersuch sei die Diskrepanz zwischen der subjektiven Schmerzwahrnehmung und dem beobachtbaren Ver
halten.
Während des über
zweistündigen Interv
iews
erhebe
sich der
Beschwer
deführer
insgesamt sechsmal aus dem Stuhl und
gehe
während
zirka
zwei
bis
drei
Minuten kleinschrittig im Untersuchungszimmer auf und ab. In solchen Sequenzen grimassier
e
er jeweils leicht. Die andere Zeit verbring
e
er sit
zend im Stuh
l
.
Bis kurz vor Ende der Untersuchung
seien
im Sitzen keine
averbalen
Schmerzäusserungen beobachtbar. Während der Untersuchung mach
e
der
Beschwerdeführer
einen freundlich zugewandten Eindruck und wirk
e
entspannt. Er
wirke
nicht leidend, vielleicht leicht depressiv. Es
sei
eine leichte
M
erkfähig
keits
störung
objektivierbar, der
keine grosse Bedeutung
zukomme
, da sich in der weiteren Untersuchung keine weiteren Anhaltspunkte für Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten wie verminderte Konzentrationsfähigkeit,
Wortfin
dungsstörungen
, Zeitgitter-Störungen, Gedankenabbrechen
finden würden
. Affektiv
sei
der
Beschwerdeführer
schwingungsfähig. Er mach
e
einen zurück
haltenden Eindruck bei subdepressiver Grundstimmung
(S. 9 Mitte)
.
Es
sei
ein tiefes Tagesaktivitätsniveau mit Schon- und Rückzugsverhalten
explorierbar
. Der
Beschwerdeführer
schein
e
grosse Furcht vor
Schmerzexazerbationen
zu
haben. Es
fänden
sich auch deutliche Anhaltspunkte für Selbstlimitierungen. So trau
e
sich der
Beschwerdeführer nicht zu, sich
ohne Begleitung allzu weit von der Wohnung zu entfernen. Neben Selbstlimitierungen
scheine
der
Beschwer
deführer
in den letzten
zwei
bis
drei
Jahren ein neurotisches Verhaltensmuster entwickelt zu haben. Angeblich
würde
er sich zu Hause ver
mehrt die Hände
waschen
, was ihm eine gewisse Erleichterung
bringe
. Es
seien
auch vermehrte Kontrollgänge bei Verlassen der Wohnung
explorierbar
. Diese Kontrollgänge dürften den
Beschwerdeführer
im Gefühl, in der Konzentrations- und Merkfä
higkeit eingeschränkt zu sein, immer wieder bestätigen.
Aus Kindheit und Jugendzeit
seien
keine lang andauernden
Disstresssituationen
oder
psychotrau
matische
Ereignisse
explorierbar
, die pathognomonisch für die Genese von Schmerzverarbeitungsstörungen oder psychiatrischen Erkrankungen
seien
(S. 9 unten)
.
Beim
Beschwerdeführer
sei
ein dysfunktionales
Schmerzcoping
explorierbar
. Dieses
sei
hoch passiv und von der Erwartungshaltung geprägt, dass die Schmerzen einst gänzlich verschwinden werden. Weiter
versuche
der
Beschwer
deführer
über gedankliche Auseinandersetzungen mit dem Unfallereignis Kon
trolle über die aktuelle Situation zu gewinnen. Dieses rationale
Coping
sei
insofern hoch dysfunktional,
als
es immer wieder zu einer
Aufmerksamkeitsfo
kussierung
auf den Schmerz mit konsekutiver
Verstärkung der
Schmerzwahr
nehmung
und zu einer leichten Dissoziation mit Abnahme der Wahrnehmung der Umgebungsreize führ
e
. Aufgrund der leichten Dissoziation
sei
die Wahr
nehmung für Umgebungsreize leicht eingeschränkt, was den
Beschwerdeführer
im Gefühl bestätig
e
, in den kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt zu sein. Die leichte Dissoziation
habe
aber keinen Krankheitswert im Sinne einer
konver
sionsneurotischen
Störung. Es
fänden
sich keine Anhaltspunkte für Dissoziation des Verhaltens, der Affektivität oder der Motorik. Klinisch
fänden
sich keine dissoziativen Zeichen wie in die Ferne gerichteter Blick oder veränderte Stimmlage. Das dysfunktionale
Schmerzcoping
werde
durch psychosoziale Stressoren
akuisiert
, weil der
Beschwerdeführer
die Tendenz
habe
,
all seine all
täglichen Sorgen monokausal auf den Unfalltag zu fokussieren. Psychisch
sei
der
Beschwerdeführer
durch finanzielle Schulden und Abhängigkeit vom Sozialamt belastet. Die zerstörten Hoffnungen
,
in der Schweiz seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen
,
und die schwere Paarkrise
hätten
das psy
chische Gleichgewicht des Expl
oranden
labilisiert
. Im Alltag
zeige
der
Beschwerdeführer
ein Rückzugs-
und Schonverhalten, bei dem
Selbstlimitierun
gen
, das dysfunktionale
Schmerzcoping
und depressive Faktoren eine Rolle spielen
würden.
In den letzten Jahren
habe
beim
Beschwerdeführer
wahr
scheinlich eine depressive Entwicklung im Sinne einer ängstlich depressiven
Anpassungsstörung (ICD
-
10 F43.22) eingesetzt, deren Ausmass und Intensität zum Untersuchungszeitpunkt einer leichten bis mittleren depressiven Episode (ICD
-
10 F33.0-1)
entspreche
. Intensität und Ausprägungsgrad der depressiven Symptomatik sch
i
enen kontextabhängig zu sein. Abgestützt auf die Exploration und die klinische Beobachtung
scheine
sich der
Beschwerdeführer
in seiner vertrauten Umgebung anders (viel regressiver) als in der Untersuchungssituation zu verhalten, in
welcher er
nur leicht depressiv
erscheine (S. 10 Mitte)
.
Abgestützt auf die medizinischen Unterlagen
könne
das Schmerzsyndrom des
Beschwerdeführers
durch organische Ursachen nur ungenügend erklärt werden. Aus psychiatrischer Sicht
könne
die Frage, ob bei der Genese des
Schmerzsyn
droms
psychiatrische Er
k
r
a
nkungen
(
wie Major Depression, Erkrankung aus dem psychotischen Formenkreis, konversionsneurotische Störung oder post
traumatische Störung
)
eine Rolle spielen
würden
, verneint werden. Klinisch
fänden
sich keine Anhaltpunkte wie in die Ferne gerichteter Blick, veränderte Stimmlage,
parathyme
Affektlage, die pathognomonisch
seien
für eine dissozia
tive Erkrankung mit Krankheitswert
(S. 10 unten)
.
Da das
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom aus somatischer Sicht nur ungenü
gend erklärt werden könne, sei aus psychiatrischer Sicht zu überprüfen, ob bei de
ss
en Genese psychische Faktoren eine Rolle spielen
(S. 11 unten)
. Die depressive Entwicklung, die vor allem reaktiver Natur sei, erfülle die diagnosti
schen Kriterien einer Major Depression nicht. Der Beschwerdeführer erfülle knapp die diagnostischen Kriterien für eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
, obwohl
er
während des klinischen Interviews nicht schmerzerfüllt
gewirkt habe
. Da diese von keiner schweren psychiatrischen Komorbidi
tät begleitet sei,
sei abgestützt auf die Foerster-Kriterien die zumutbare Willensan
spannung zur Überwindung der
Schmerzen zu überprüfen
(S. 12 oben)
. Die Kriterien einer
a
uffällige
n
prämorbide
n
Persönlich
keitsstruktur bzw. -
entwick
lung
, einer psychiatrischen K
omorbidität (Persönlichkeitsstörungen,
Suchtprob
lematik
, hi
rn
organische Beei
nträchtigungen), einer
c
hronische
n
k
örperliche
n
Begleiterkrankung
sowie u
nbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konse
quent und lege
artis
durch
geführten Behandlungsmassnahmen (
insbesondere gescheiterte stationäre
Therapien) seien nicht erfüllt. Das Kriterium eines
Ver
lust
s
der sozialen Integration im Verlauf der psychischen Erkrankung (Eheschei
dung, Arbeitsplatzverlust, sozialer Rückzug, Verlust persönlicher
Interessen)
sei teilweise erfüllt, da der Beschwerdeführer den Arbeitsplatz verloren habe und sich vermehrt sozial zurückziehe, hingegen sei die familiäre Situation nach wie vor intakt.
Die
Kriteri
en
eines
h
ohe
n
primäre
n
und/oder sek
undäre
n
Krank
heitsgewinn
s
, eines primär
chronifizierende
n
Krankheitsverlauf
s
oh
ne länger dauernde Remissionen
sowie einer
m
ehrjährige
n
Krankheitsdauer mit stabiler
oder progredienter Symptomatik
seien erfüllt. Abgestützt auf diese Kriterien sei beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht die zumutbare Willensanspan
nung zur Überwindung der Schmerzen
eher zu bejahen (S. 12 Mitte).
D
as psychophysische Zustandsbild des
Beschwerdeführers habe sich
seit letzter Begutachtung Juni
2007
verbessert. Dabei
hätte
die aktuelle psychiatrisc
he Behandlung einen gewissen Einfluss gehabt haben
können
. Leider
liege
den Akten kein Bericht d
es behandelnden Psychiaters bei.
Es schein
e
, als ob sich die Prognose der Vorgutachter, dass durch eine funktionale medikamentöse und psychiatrische Behandlung die Arbeitsfähigkeit des Expl
oranden
verbessert werden
könne
, erfüllt ha
be
. Im klinischen Untersuch
sei
auch beobachtbar gewesen, dass der
Beschwerdeführer
ohne weiteres in der Lage gewesen
sei
,
über längere Zeit psychomotorisch unauffällig eine sitzende Körperhaltung aufrechtzuerhalten. Aufgrund der Verbesserung des psychophysischen
Zustand
bildes
und des klinischen Untersuchs
sei
davon aus
zugehen
, dass der
Beschwer
deführer
in einer seiner körperlichen Belastbarkeit angepassten Tätigkeit aktuell zu mindestens 50
%
arbeitsfähig
sei
. Im Rahmen einer funktionalen Behandlung
könne
auch zukünftig mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet wer
den. Zum jetzigen Untersuchungszeitpunkt
könne die Restarbeitsfähigkeit
nicht quantifiziert werden, da nicht beurteilt werden k
önne
,
inwieweit der Gene
sungsprozess schon abgeschlossen
sei
(S. 12 unten)
.
3.2.4
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Beschwerde
führer aus rheumatologischer Sicht für die angestammte körperlich schwere Tätigkeit im Gerüst-, Tunnel- und Hochbau nicht mehr arbeitsfähig
sei
(S. 22 unten). Für eine körperlich leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit ohne Heben und Tragen von mehr als 15 kg bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, wobei einzig die psychiatrischen Befunde limitierend wirken würden (S.
23 oben).
3.3
In der Folge ging die Beschwerdegegnerin -
d
e
r
Kurzbeurteilung durch den Regio
nalen
Ärztlichen Dienst (RAD) vom 1
7.
April 2009 (
Urk.
5/79 S. 2) fol
gend
- von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in leidens
angepasster Tätigkeit aus (Urk. 5/80 S. 2) und sprach dem Beschwerdeführer ab März 2009 eine
Dreivier
telsrente
zu (
Urk.
5/98).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom
2
4.
Juni 2010 (
Urk.
5/98)
finden sich in den Akten im Wesentlichen di
e folgenden Berichte:
4.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie, nannte im Bericht vom
7.
November 2013 (
Urk.
5/146) als Diagnose eine chro
nische depressive Erkrankung, im
Ausmass
einer mittelgradigen depressiven Episode entsprechend (Differentialdiagnose „
early
onset
depression
“), eine chro
nische latente Suizidalität sowie eine anhalt
ende
somatoforme
Schmerzstörung.
Dazu führte er unter anderem aus, im Vergleich zum Gutachten sei die gesund
heitliche Gesamtsituation gleich bis leicht schlechter (S. 1 unten). Die
verhal
tensorientierte
Psychotherapie habe stark stützenden und begleitenden Charak
ter und finde etwa monatlich statt (S. 2 Mitte). Bezüglich Arbeitsfähigkeit sei die Beurteilung
der MEDAS
bei wie geschildert wenig veränderter
Ausgangssi
tuation
des Gesundheitszustandes grundsätzlich weiter gültig, wobei eher eine Verschlechterung eingetreten sei. Angesicht der depressiven Verarbeitung von Konflikten und erschwerte
r
Gefühlsregulation mit Tendenz zu
impulshaftem
Verhalten sei eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
aus seiner Sicht
nicht denkbar (S. 3 unten).
4.
3
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
sowie
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin
,
H._
,
nannten i
n ihrem
Gutach
ten
v
om
5.
Dezember 2013
(
Urk.
5
/
148
)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 36):
rezidivierende (
chronifizierende
) depressive Störung,
gegenwärtig
mittel
gradig (ICD-10 F33.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
c
hronifizierte
belastungsabhängige tieflumbale,
lumbosakrale
und zeit
weise
z
ervikothorakale
Schmerzen ohne fortgeleitete Missempfindungen peripher bei
Status nach Diskushernie medial L4/5 mit
Duralsackkompression
ohne Beeinträchtigung der Nervenwurzeln, beginnende Arthrose L4/L5 beidseits (MRI
Lendenwirbelsäule
November 2007)
k
eine Hinweise für eine facettengelenksfortgeleitete oder
radikuläre
Reiz- /Ausfallssymptomatik
f
ixierte langgezogene Kyphose der
Brustwirbelsäule
mit konsekutiver
Ü
berlastung
z
ervikothorakaler
und vor allem
lumbosakraler
Übergang
n
icht näher spezifizierbare Bewegungs-, Belastungs-, weniger
Ruhebe
schwerden
im Bereiche des
Calcaneus
linksseitig mit diffuser Lokalisa
tion
o
hne somatisch-rheumatologisches oder radi
ologisch objektivierbares Korre
lat bei
a
nlagebedingt Hohlfuss- und Rückfuss-
Varusfehlstellung
In rheumatologischer Hinsicht
führten sie
unter anderem
aus
,
dass die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit derjenigen im Gutachten der MEDAS-
C._
entspreche und
sich die Situation seit dem Gutachten der
MEDAS
-
C._
nicht verändert habe, weder klinisch noch objektiv radiologisch
(S. 35 oben)
.
Aufgrund des
Verlaufs handle es sich um eine günstige Entwicklung der monosegmentären Veränderungen L4/5, ohne Hinweise für eine
Nervenwurzel
beteiligung
, so dass unter Einhalten der Schonkriterien
(vgl. S. 34 Mitte)
weiter
hin eine stabile und aus rheumatologisch-somatischer Sicht kompensierte Problematik bestehe. Die vom Beschwerdeführer geschilderten Limitierungen seien rheumatologisch-somatisch in diesem Ausmass nicht nachvollziehbar (S.
35 Mitte).
In psychiatrischer Hinsicht
wurde unter anderem ausgeführt, dass die Beurtei
lung im Wesentlichen mit der Beurteilung des behandelnden Psychiaters über
einstimme (S. 24 oben). Sie entspreche auch dem psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS-
C._
aus dem Jahr 2009, wobei gegenwärtig nicht mehr von einer leichten bis mittelschweren Ausprägung der depressiven Störung, sondern von einer eindeutig mittelschweren depressiven Störung ausgegangen werden müsse. Dies beruhe sowohl auf der festgestellten aktuellen Symptomatik als auch auf dem langjährigen und
chronifizierenden
Verlauf der Erkrankung ohne wesen
tliche Besserung (S. 24 Mitte).
Die Foerster-Kriterien einer psychi
schen Komorbidität, eines Verlustes der sozialen Integration, eines primären Krankheitsgewinns, des mehrjährigen Verlaufs mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik, der gescheiterten Rehabilitation und der unbefriedigenden Behandlungsergebnisse seien allesamt erfüllt (S. 22 Mitte).
Zusammenfassend bestehe a
us rheumatologischer Sicht für eine schwere kör
per
li
che Arbeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Unter Einhaltung von
Schon
kriterien
sei aber für eine Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit gegeben (S. 36 unten). Die definitive Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestehe allein aus psychiatrischer Sicht. Es bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit und für allfällige Verweistätigkeiten (S. 37 oben).
5.
5.1
Im Lichte der Sachlage im Zeitpunkt der Rentenzusprechung ist zu prüfen (vorste
hend E. 1.2
-4
), ob die damalige Annahme
einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit
und die daraus folgende
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente ab
Juni
200
7 respektive einer
Dreiviertelsrente
infolge 50%iger Arbeitsunfähigkeit ab März 2009
als zweife
llos unrichtig einzustufen ist.
Die Beschwerdegegnerin machte im Wesentlichen geltend,
die
Rentenzusprache
vom
2
4.
Juni 2010
erweise sich als offensichtlich falsch, da
die
bundesgerichtli
che
Rechtsprechung zu den
somatoformen
Schmerzstörungen (BGE 130 V 352) nicht angewendet und folglich der Sachverhalt nicht korrekt gewürdigt worden sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
Sie stützte sich damals
im Wesentlichen
auf
das Gutachten der MEDAS
C._
(vorstehend E.
3.2
) ab, wobei namentlich
die
psychiatrische
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zur damaligen, hier stritti
gen
Rentenzusprache
führte.
5.2
Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich mit Verweis auf Erwägung 2.2 des Urteils des Bundesgerichts 9C_768/2010 vom 1
0.
November 2010 vor, da
die Beschwerdegegnerin bei ihrem Entscheid auf das Gutachten abgestellt habe, welches sich seinerseits mit der
somatoformen
Störung, der mitwirkenden psy
chisch ausgewiesenen Komorbidität und dem Vorhandensein anderer qualifi
zierter Kriterien (Foerster-Kri
terien) auseinander
ge
setzt
habe
, könne sie nicht mehr behaupten, dass sie die Frage der Überwindbarkeit aus rechtlicher Sicht gar nicht geprüft habe und somit auch nicht für sich beanspruchen, dass sie eine massgebliche Bestimmung nicht angewendet habe (
Urk.
1
S. 9 Mitte). Im Übrigen ergebe sich aus dem genannten Urteil, dass die für eine
wiedererwä
gungsweise
Aufhebung einer rechtskräftigen Verfügung erforderliche zweifel
lose Unrichtigkeit nicht angenommen werden könne, wenn der
Wiedererwä
gungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liege, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente notwendigerweise Ermessenszüge aufweise
(
Urk.
1 S. 9 unten)
.
Die Beschwerdegegnerin habe in der Verfügung vom 2
4.
Juni 2010 in zumindest vertretbarer Weise die Anspruchsvoraussetzungen für eine Rentenleistung bei psychischen Beschwer
den anerkannt und habe die Aktenlage erst im Rahmen des
Beschwerdever
fahrens
anders beurteilt. Damit könne es für die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit zwangsläufig gar kein Raum mehr geben (S. 10 Mitte).
5.3
Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer verkennt, dass
die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den
rechts
anwendenden
Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E. 3.1 f., Urteil des Bundesge
richts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1). Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der
rechtsanwen
denden
Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche
ren
tenbegründender
Art
,
eingetreten ist.
Mit Blick auf die Diagnosen und Befunde im Gutachten der MEDAS
C._
(vorstehend E. 3.2), dessen Beweiswert
ausser
Frage steht, steht fest, dass bei der
Rentenzusprache
eine unter den Begriff
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
Beschwerdebild ohne organische Grundlage fallende Schmerzstörung vorlag. Sie vermochte daher aus rechtlicher Sicht für sich allein den Nachweis einer
gesundheitlichen Einschränkung mangels Objektivierbarkeit nicht zu erbringen, und die darauf gestützte fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit konnte nicht ohne weitere Grundlage der Ermittlung des
Invaliditätsgra
des
dienen
(
vgl. dazu
Urteil
des Bundesgerichts
8C
_654/2014 vom
6.
März 2015 E. 5.1).
Die im
Gutachten der MEDAS
C._
dargelegten Überlegungen tragen dem Umstand nicht Rechnung, dass die Prüfung der entsprechenden Kriterien - die zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt worden waren (BGE 139 V 547 E. 3.2.3) - Sache der Rechtsanwendung, nicht der medi
zinischen Begutachtung gewesen wäre.
5.4
Folglich hätte d
ie Beschwerdegegnerin
gemäss
der damaligen Praxis und
anhand der einschlägigen Kriterien prüfen müssen,
ob aus der Sicht der Rechts
anwendung die Prüfung der
massgeblichen
Kriterien zum gleichen Schluss führe wie im Gutachten, oder ob die Würdigung der Kriterien anders ausfalle
, was sie indessen nicht tat. Angesichts der Ausführungen im Gutachten der MEDAS
C._
, wonach
die
somatoforme
Schmerzstörung von keiner schweren psychiatrischen Komorbidität begleitet sei und abgestützt auf die
einschlägigen
Kriterien die zumutbare Willensanspannung zur Überwindung der Schmerzen eher zu bejahen sei (vgl. vorstehend E. 3.2.3),
hätte sich eine solche Prüfung mehr als aufgedrängt
.
Die
Rentenzusprache
beruhte somit auf einer rechtsfehlerhaften Invaliditätsbemessung und muss daher als zweifellos unrich
tig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne bezeichnet werden (
vorstehend E. 1.3)
.
Aufgrund des Gesagten ist die ursprüngliche
Rentenz
usprache
mit Verfügung vom
2
4.
Juni 2010
als z
weifellos unrichtig einzustufen
. Da die Berichtigung der Verfügung angesichts des geldwerten Charakters der Leistung von erheblicher Bedeutung ist, war die
Beschwerdegegnerin
unter dem Blickwinkel der
Wieder
erwägung
befugt, darauf zurückzukommen.
6.
6.1
Sind die Wiedererwägungsvoraussetzungen wie vorliegend erfüllt, so ist im Fol
genden die künftige Anspruchsberechtigung
im Zeitpunkt der
rentenaufheben
den
Verfügung
zu prüfen
(vgl. vorstehend E. 1.4
).
In somatischer Hinsicht ist vorliegend unbestritten und
gemäss
vorliegender Aktenlage ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer in einer sch
w
eren körperli
chen Tätigkeit
-
wie
der
angestammte
n
Tätigkeit als Bauarbeiter
-
nicht mehr a
rbeitsfähig ist.
In einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätig
keit (und unter Einhaltung gewisser Schonkriterien) besteht aus somatischer
Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Strittig ist folglich einzig die Arbeitsfähig
keit aus psychiatrischer Sicht.
6.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich
in der angefochtenen Verfügung
im Wesentli
chen
auf den Standpunkt, dass die Foerster-Kriterien insgesamt nicht mit genügender Intensität und Konstanz erfüllt seien, als dass von einer aus
nahmsweisen Unüberwindbarkeit der Beschwerden ausgegangen werden könnte (vgl. vorstehend E. 2.1).
Bemerkenswerter
weise setzt
e
sich die
Beschwerdegeg
nerin
in der angefochtenen Verfügung mit dem von ihr eingeholten
H._
-Gut
achten (vorstehend E. 4.3) mit keinem Wort auseinander, es wird nicht einmal namentlich erwähnt.
Den Schlussfolgerungen in der angefochtenen Verfügung lässt sich daher nicht entnehmen,
auf welc
he medizinische Beurteilung sich die Beschwerdegegnerin
abstützt
e
.
Dagegen machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend,
die
Gutachten aus den Jahren 2009 und 2013 sowie de
r
behandelnde Psychiater würden einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand dokumentieren
.
Zudem bejahe d
as
H._
-Gutachten
eine vom Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbidität und einen Teil der Foerster-Kri
terien
(
vgl.
Urk.
1
S. 13 Mitte f.)
.
6.
3
Das
H._
-Gutachten
(vorstehend E. 4.3)
kommt
zum Schluss, aus den psychi
schen Einschränkungen sei
(
aus psychiatrischer Sicht
)
eine 50%ige Arbeitsunfä
higkeit abzuleiten.
Die
Einschätzung gelte seit dem Gutachten der MEDAS
C._
, da sich der Gesundheitszustand seitdem nicht wesentlich verän
dert habe.
Im Zusammenhang mit der Diagnose einer anhaltenden
somatofor
men
Schmerzstörung
nahm
d
er
psychiatrische Gutachter
sodann
Bezug auf die
gemäss
der damaligen Praxis
massgebenden
Foerster-Kriterien und
hielt ohne
weiterführende
Auseinandersetzung fest, dass die Kriterien
einer psychischen Komorbidität, eines Verlustes der sozialen Integration, eines primären
Krank
heitsgewinns
, des mehrjährigen Verlaufs unveränderter oder progredienter Symptomatik, der gescheiterten Rehabilitation und der unbefriedigenden Behandlungsergebnisse allesamt erfüllt
seien (vorstehend E. 4.3)
.
All dies führte in der Gesamtbetrachtung zur Schlussfolgerung, es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%.
Aufgrund der dargelegten neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(vorste
hend E.
1.5
)
sind auf das im Wesentlichen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zuzuordnende Störungsbild
des
Beschwerdeführer
s
nicht mehr die
Massstäbe
der bisherigen Überwindbarkeits-Rechtsprechung anwendbar.
Im Zusammenhang mit der Klärung der (künftigen) Anspruchsberechtigung (vgl. vorstehend E. 6.1) kann folglich
offen bleiben, wie es mit den
massgeblichen
Kriterien (der bisherigen Überwindbarkeits-Rechtsprechung) verhält
. Somit
bedarf es auch keiner
näheren Auseinandersetzung
mit den diesbezüglich vor
gebrachten Rügen
.
Da
gemäss
altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren,
ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des vorliegen
den Einzelfalls zu prüfen, ob
vorliegend
das psychiatrische (Teil-)Gutachten
des
H._
- gegebenenfalls im Kontext mit den übrigen medizinischen Akten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der nunmehr
massgeblichen
Indikatoren erlaubt (
vgl. vorstehend E.
1.7
).
6.4
Vorliegend erlauben die medizinischen Unterlagen keine zuverlässige Beurtei
lung von Diagnosen und Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im Lichte der geänderten Rechtsprechung.
Namentlich sind die behandelten und zur Begründung herangezogenen Gesichtspunkte in einem Masse von der damali
gen Beurteilungspraxis geprägt, dass sie nicht aus sich heraus mit den nunmehr
massgebenden
Indikatoren in Beziehung gesetzt und gleichsam übersetzt wer
den
können.
So
lag
der Hauptfokus im
H._
-Gutachten
(vorstehend E. 4.3)
a
uf der psychi
schen Komorbidität, welcher in der bisherigen Rechtsprechung bekanntlich eine herausragende Bedeutung beigemessen wurde
,
und nahm (wenn auch nur mar
ginal) auf die heute nicht mehr
massgebenden
Foerster-Kriterien Bezug. Der psychiatrischen Beurteilung des
H._
-Gutachtens fehlt es an einer
Gesamtbe
trachtung
der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der
somatoformen
Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen.
Ins
besondere
geht daraus nicht hervor, inwieweit sich die attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung oder der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung ergibt
(vgl.
Urk.
5/148 S
.
24 oben).
Das
H._
-Gutachten
beurteilte
im Wesentlichen die vorhandenen Defizite, woge
gen in der neuen Beurteilungspraxis im Rahmen der Würdigung von Funktionseinschränkungen auch die Erhebung und Berücksichtigung von posi
tiven Anteilen des Leistungsbildes (Ressourcen) nötig
wären
.
Nachdem bereits im Gutachten der MEDAS
C._
von erheblicher Selbstlimitierung
(vorstehend E. 3.2.2)
und
deutlicher Diskrepanz zwischen
geschilderten Schmer
zen und dem gezeigten Verhalten
die Rede war
(vorstehend E. 3.2.3), fehlt es im
H._
-Gutachten auch an einer Bewertung dieser Umstände.
6.5
Eine Beurteilung und
Plausibilisierung
des Schweregrades wie auch der Kon
sistenz der funktionellen Auswirkungen der Schmerzstörung ist aufgrund dieser
(unklaren)
Feststellungen nicht möglich.
Weder das von der
Beschwerdegegne
rin
eingeholte
H.
_
-Gutachten
(vorstehend E. 4.3)
noch der Bericht des behan
delnden Psychiaters
(vorstehend E. 4.2)
ermöglichen eine schlüssige Beurtei
lung, insbesondere nicht eine solche nach
Massgabe
der relevanten Indikatoren (vorstehend E.
1.
5-7
).
Insgesamt erscheint es
daher
als angezeigt, die Sache
- dem Eventualantrag des Beschwerdeführers folgend -
zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegne
rin
zurückzuweisen, insbesondere da eine Anspruchsprüfung nach
Massgabe
von BG
E 141 V 281
nicht möglich ist.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen und, da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3),
ausgangsgemäss
von der
Beschwer
degegnerin
zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
7.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. De
r
teilweise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die beim
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für bis Ende 2014 angefallenen Aufwand ermessensweise auf
Fr.
2‘
9
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.