Decision ID: 469d5e9d-f669-4d40-acfb-b58dbb119454
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957,
war
bis Ende Mai 1996 teilzeitlich
in einem 30
%
-Pensum
als Schwesternhilfe in einem Altersheim
angestellt
(
Urk.
8/4). Am
27.
April 1997
meldete sie sich
unter Hinweis auf ein chronisches Bronchial
asthma
erstmals
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2
Ziff.
7.2). Nach
medizinischen und beruflichen
Abklärungen
(Urk.
8/3
4,
Urk.
8/9)
wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, das Leistungsbegehren
, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 6
%
(gemischte Methode),
am
14.
Januar 199
8
ab
(
Urk.
8/11
)
.
1.2
Am 3
1.
Dezember 1999 meldete sich die Versicherte unter Hinweis
auf
ein chro
nisches Bronchialasthma, eine reaktive Depression sowie ein
en
Tumor in der Luftröhre erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/12 Ziff.
7.2)
.
Mit Vorbescheid vom
1.
Februar 2000 (
Urk.
8/15) stellte die IV-Stelle einen
Nichteintretensentscheid
in Aussicht, wogegen die Versicherte
am 24.
März 2000
Einwände erhob (
Urk.
8/16).
Die IV-Stelle holte daraufhin Arztberichte (
Urk.
8/20-21,
Urk.
8/28) ein und liess ein Gutachten
beim
Y._
erstellen (
Expertise
vom
4.
September 2001
;
Urk.
8/36/1
13).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/66) sprach die IV-Stelle der Versicherten
verfügungsweise am
1
7.
Januar 2003 (
Urk.
8/79) mit Wirkung
ab 1. Januar 1999 eine bis 30. November 2001 befristete ganze Invalidenrente
zu.
Auf die gegen die Verfügung vom 17. Januar 2003 gerichtete Beschwerde vom 18. Februar 2003 (Urk. 8/82) trat das hiesige Gericht mit Beschluss vom 25. Februar 2003 (
Prozess-Nr.
IV.2003.00081;
Urk. 8/
85
) nicht ein, und es überwies die Akten zur Durchführung des
Einspracheverfahrens
im Sinne von Art. 52 des am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) an die IV
Stelle, worauf diese am 14. August 2003 einen
Einspracheentscheid
erliess und die
Renten
verfügung
vom 17. Januar 2003 bestätigte
(
Urk.
8/94). Dagegen erhob die Ver
sicherte am 1
5.
September 2003
wiederum
Beschwerde (
Urk.
8/101/3-
82
).
Mit
Urteil vom 3
0.
November 2004
(
Prozess-Nr.
IV.2003.00309;
Urk.
8/123
) hob
das hiesige Gericht
den
Einspracheentscheid
vom 1
4.
August 2003 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese, nach erfolgten
medizinischen
Ab
klärungen, über
den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge
.
1.3
Im Rahmen der Neubeurteilung
holte die IV-Stelle diverse Arztberichte ein (
Urk.
8/134,
Urk.
8/146),
lies
s
die Verhältnisse vor Ort im Haushalt der Versi
cherten abklären
(
Haushaltsabklärungsbericht vom 2
5.
Januar 2006;
Urk.
8/162)
und veranlasste deren psychiatrische Begutachtung
durch
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Psychiatrie (Gutachten vom 1
0.
April 2006,
Urk.
8/153).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/178,
Urk.
8/181) sprach
ihr
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
1
1.
März 2010
(erneut)
mit Wirkung
ab 1. Januar 1999 eine bis 30. November 2001 befristete ganze Invalidenrente
zu (
Urk.
8/183-184)
.
1.4
Am 1
8.
Juni 2010
forderte
die Versicherte die IV-Stelle
auf
,
ebenso
über
ihren
Leistungsanspruch ab Dezember 2001 zu entscheiden (
Urk.
8/186).
Nach weite
ren medizinischen Abklärungen (
Urk.
8/197,
Urk.
8/201/5-6,
Urk.
8/202/6,
Urk.
8/207
/5
,
Urk.
8/210/5-6,
Urk.
8/213
)
sowie
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
8/218-219,
Urk.
8/222) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 2
0.
Dezember
2012 ab
1.
Oktober 2002 bis Ende November 2004 eine befristete halbe Invalidenrente
zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
1.
Februar 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die
Verfügung
der IV-Stelle
vom 2
0.
Dezember 2012 (
Urk.
2) sei teilweise aufzuheben und
ihr sei ab
1.
Dezember 2004 eine unbefristete halbe Rente zuzusprechen (
Ziff.
1).
Zudem
sei ein neues Gutachten betreffend
die
Arbeitsfähigkeit
im
Erwerb und Haushalt einzuholen (
Ziff.
2).
Weiter
sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und ein unentgeltlicher Rechtsver
treter zu bestellen (
Ziff.
3).
In der Beschwerdeantwort vom 1
2.
März 2013 (
Urk.
7) stellte die IV-Stelle den Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 2
2.
April 2013 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zurück (
Urk.
9). Am 23. April 2013 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten
Betreuungs
aufwandes
oder Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Art.
29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
6
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Abklärungsperson nur
ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im
Beschwerde
fall
zustän
dige Gericht (BGE 128 V 93 f. E
. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid vom 2
0.
Dezember 2012
(
Urk.
2 Verfügungsteil 2)
damit, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ab Dezember 2001 bis
am
7.
April 2002
weiterhin
in einem
70
%
-
Pensum als Schwesternhilfe gearbeitet hätte. Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in
lei
densangepasster
Tätigkeit ergebe dies eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 38.58
%
. Da im genannten Zeitraum keine Einschränkung im
Haushaltsbe
reich
bestanden
habe, ermittle sich
ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad
von 27
%
(gemischte Methode).
Ab
8.
April 2002 sei die Beschwerdeführerin
als
zu 80
%
erwerbstätig
zu qualifizieren
. Die
Einschränkung
im Erwerbsbereich
betrage 46.26
%
.
I
m Haushaltsbereich
sei sie nicht eingeschränkt gewesen.
Der
I
nvaliditätsgrad
betrage
demnach
rentenausschliessende
37
%
(gemischte Methode)
. Bei
gleichgebliebener
Einschränkung
im
Erwerbsbereich
(46.26
%
)
sei
die Versicherte
ab
dem 1
8.
Juli 2002 bis Ende August 2004
im Haushaltsbereich
zu 76.50
%
eingeschränkt gewesen
, weshalb der Invaliditätsgrad 52
%
(
Teilin
validitätsgrad
Erwerbsbereich: 37.01
%
, Teilinvaliditätsgrad Haushaltsbereich 15.30
%
) betrage.
Per 1
8.
Oktober 2002
(1
8.
Juli 2002 plus drei Monate dau
ernde Verschlechterung)
erreiche
dieser
erstmals
ein Renten auslösendes Ausmass.
Ab September 2004
sei
im Haushaltsbereich
lediglich
noch eine Ein
schränkung von 3
%
beziehungsweise 0.60
%
anzunehmen. Bei einer Ein
schränkung im Erwerbsbereich von 46.26
%
beziehungsweise
einem
Teilinvali
ditätsgrad
von 37.01
%
betrage der
Invaliditätsgrad
schliesslich noch
38
%
.
Ab Dezember 2004 (September 2004 plus drei Monate)
bestehe
deshalb
kein Anspruch mehr auf eine Rente.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) im Wesentli
chen auf den Standpunkt, dass
ihr ab Dezember 2004
weiterhin
eine halbe Rente zustehe und
das
Valideneinkommen
zu tief veranschlagt worden sei
.
Zu
dessen
Ermittlung sei
nicht
auf das Einkommen
ihres
siebenmonatigen
Arbeits
versuchs
im Jahr 2002
abzustellen
. Vielmehr seien die Einkommenszahlen aus dem Jahr 1996
heranzuziehen
, wonach sie
im Gesundheitsfall im Jahr 2004
im a
ngestammten Beruf in einem 80
%
-
Pensum ein Einkommen von
Fr.
64‘220.-- hätte erzielen können
. Mindestens seien
aber zur Ermittlung des
Validenein
kommens
die Tabellenlöhne
heranzuziehen
.
Es sei dann
– bei einer Arbeitsfä
higkeit von 50
%
–
immer noch
ein
Gesamtinvaliditätsgrad
von
mindestens 40
%
anzunehmen
.
D
er Beschwerdegegnerin
sei
bei der Ermittlung des
Teilin
validitätsgrads
im Haushaltsbereich
ohnehin
ein Rechenfehler unterlaufen
, wes
halb
der
Gesamtinvaliditätsgrad
mindestens 40
%
betrage.
Überdies sei im
Haushalt
eine Einschränkung
von mindestens
25
%
anzunehmen
, da sie nicht mehr als fünf Kilo
gramm
heben
und staubsaugen könne.
Diese Umstände seien auch
dafür verantwortlich, dass
s
ie
seit
2009 keine neue
Anstellung
gefunde
n habe
. Die Einschränkung bei der Hausarbeit sei
daher
durch ein aktuelles ärztli
ches Gutachten zu klären.
3.
3.1
Im Zuge
der Neubeurteilung wurde die Beschwerdeführerin am
5.
April 2006 durch
Dr.
Z._
psychiatrisch
untersucht
.
Im
entsprechenden Gutachten vom 1
0.
April 2006 (
Urk.
8/153)
stellte der Fach
arzt die Diagnose
n
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.4), genera
lisierte Angststörung (F41.1), Panikstörung (F
41.0
), soziale Phobien
(F40.1)
sowie diverse spezifische Phobien (Klaustrophobie, Höhenangst, Flugangst, Autofahrangst etc.
, F40.2
; S. 11
)
.
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin die ganze typische Palette von Angstsymptomen und begleitenden vegetativen Symptomen der Angst sowie ausgeprägte Panikattacken zeige, die sie jeweils vollkommen beherrschten und ihrer Lebensak
tivitäten beraubten
. Vor der
Tumor
operation
seien die Ängste durch Atembehinderungen ausgelöst worden. Letztere seien dabei durch den wachsenden Tumor, der eine fast vollständige Obstruktion der Atemwege bewirk
t habe und
durch die vielen, diesen
Krank
heitsprozess
begleitenden bronchialen und pulmonalen Infekte, welche die Atemnot verstärkten und zu Erstickungsgefühlen und Erstickungsängsten
führ
t
en
, bewirkt worden
. Im Laufe der Jahre sei es so zu einem
circulus
vitiosus
zwischen somatischer Ursache und zunehmend angstbetonter Reaktion, die zu einer Fixierung und
Chronifi
z
ierung
der Angst- und Panikstörung geführt habe, gekommen.
Diese sei durch die operative Entfernung des Tumors nicht behoben worden, sondern immer noch anhaltend
(S. 9)
. Die posttraumatische
Belas
tungsstörung
sei
auf
die Erstickungsängste unmittelbar vor der Operat
ion im Jahr 1998 zurückzuführen
. Diese Situation sei von ständiger Todesangst und Erstickungsgefühlen begleitet gewesen und der Beschwerdeführerin noch heute präsent. Es gebe viel
e Lebenssituationen (wie Spitalbesuche
), welche die Bilder an die damalige Notfallsituation und
die begleitenden Erstickungsä
ngste reak
tivier
t
en
. Es bestehe ein echter Leidensdruck
(S. 20)
.
Dr.
Z._
bescheinigte der Beschwerdeführerin eine seit Dezember 2001 bestehende und relativ konstant anhaltende Arbeitsfähigkeit von 50
%
in
angestammte
r
wie auch
in
jede
r
andere
n
Tätigkeit
(S. 13).
3.2
Am 2
5.
Januar 2006 wurde bei der Beschwerdeführerin eine
Haushaltsabklä
rung
vor Ort durchgeführt. Mit Bericht vom 2
5.
Januar 2006 (
Urk.
8/162) führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerdeführerin, welche am 1
8.
April 2002 geheiratet habe (
2.
Ehe), habe am
8.
April 2002 eine 80
%
Anstellung in einem Alters- und Pflegeheim
angetreten
.
Diese Tätigkeit habe sie, bevor eine auf
grund von Nacken- und Schulterbeschwerden 100%ige Arbeitsunfähigkeit ein
getreten sei, bis am 1
8.
Juli 2002 ausüben können. Im Juni 2004 habe sie sich einer Schulteroperation unterziehen müsse
n
. Die Nacken- und
Schulterbe
schwerden
hätten sich nach der Operation wieder stark gebessert (
Ziff.
1). Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwerdeführerin
bis
am
7.
April 2002 als zu 70
%
im Erwerbsbereich und zu
30
%
im Haushaltsbereich und ab
dem
8.
April
2002
als zu 80
%
im Erwerbsbereich und zu 20
%
im Haushaltsbereich tätig
(
Ziff.
2.5).
Betreffend die Wohnungspflege
hielt
die Abklärungsperson
fest
, dass die Beschwerdeführerin eigener Angaben zufolge
den Wohnbereich (Parkett)
staub
saugen könne
. Lediglich im Schlafzimmer müsse dies der Ehemann über
nehmen.
Hinsichtlich des Bereichs Einkauf und weitere Besorgungen vermerkte sie, dass die Beschwerdeführerin selten alleine einkaufen gehe und zudem ihr Mann das Tragen schwerer Sachen übernehme. Ebenso helfe er ihr beim Wäsche
wasche
n
, indem er de
n
Wäschekorb in den oberen Stock trage.
Die
Mit
wirkungspflicht
des Ehemannes
wurde in den einzelnen Aufgabebereichen
berücksichtigt.
4.
4.1
Seitens der Parteien ist
unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin
zumindest bis 2009 (vgl.
Urk.
1 S. 4)
eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
bestand
.
Dem ist nichts entgegenzuhalten
, da auf
das überzeugende und sorg
fältige Gutachten vom 1
0.
April 2006 des
Dr.
Z._
, welches den
massgeblichen
Kriterien an den Beweiswert einer Expertise entspricht (vgl. E.
1.
5
hievor
), abzustellen
ist
.
Nachvollziehbar legte der Gutachter dar, dass die
Angststörun
gen
durch die operative Entfernung des Tumors nicht behoben w
u
rde und die
posttraumatische Belastungsstörung, ausgelöst durch die Todesangst und
die
Erstickungsgefühle
infolge
der fast vollständigen Obstruktion der Atemwege, noch heute präsent s
ei
und durch Flashbacks reaktiviert werden könne.
Auf
grund des bestehenden Leidensdrucks sei die Beschwerdeführerin s
eit Dezember 2001 aus psychiatrischer Sicht
in angestammter sowie in jeder anderen Tätig
keit zu 50
%
arbeits
(
un
)
fähig.
Dass ab dem Jahr 2009
– wie die Beschwerdeführerin
nicht
näher
begründet
geltend machte
und auch nicht durch medizinische Berichte belegte
(vgl.
Urk.
1 S. 3) –
eine Verschlechterung der Leistungsfähigkeit
im Erwerbsbereich einge
treten ist, ist den medizinischen Akten zufolge nicht ausgewiesen
und somit nicht davon auszugehen
.
Betreffend
die psychischen Störungen
ging
Dr.
Z._
davon aus, dass diese mittels adäquater Therapie
- im Sinne einer
Psychotrau
matologie-Therapie
oder einer Verhaltenstherapie -
behandelbar und besse
rungs
fähig
seien (
Urk.
8/153/
10-15
).
Dass sich die Beschwerdeführerin jedoch in einer solchen
(symptomspezifischen)
Therapie befindet, geht nicht aus den Akten hervor.
Im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Z._
war dies jeden
falls nicht der Fall (
Urk.
8/135/10-13).
Es ist demnach – gestützt auf die Expertise
von
Dr.
Z._
– davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit Dezember 2001 aus psychiatrischer Sicht in
der
angestammte
n
sowie in jeder anderen Tätigkeit zu 50
%
arbeits
(
un
)fähig ist. Der medizinische Sachverhalt ist in dem Sinne als erstellt zu betrachten. Von weiteren medizinischen Abklärungen betreffend die Leistungsfähigkeit im Erwerbsbereich, wie in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1
Ziff.
2) beantragt wurde, sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d). So wur
den die organischen Befunde vollständig erhoben und es ist nicht ersichtlich, welche abweichenden Resultate eine weitere Begutachtung ergeben könnte.
4.2
U
nstrittig und
nicht zu beanstanden
sind
zudem
die von der Abklärungsperson vorgenommene
n
(Status-)
Qualifikation
en
der Beschwerdeführerin
(
Urk.
8/162
Ziff.
2.5)
. Die Annahme, dass
die
se
i
m Gesundheitsfall ab
8.
April 2002 zu 80
%
im Erwerbsbereich und 20
%
im Haushaltsbereich tätig wäre, ist plausibel
:
sie
hat
per
8.
April 2002
auch
tatsächlich eine 80
%
-Anstellung an
getreten
(vgl.
Urk.
8/45/1).
4.3
4.3.1
Gemäss dem Abklärungsbericht vom 2
5.
Januar 2006 (
Urk.
8/162) war die Beschwerdeführerin bis
am
1
7.
Juli
2002 im Haushalt
nicht
eingeschränkt. Ab
dem
1
8.
Juli
200
2
(bis September 2004) wurde
aufgrund von Nacken- und Schulterbeschwerden
von der Abklärungsperson ein
e
Einschränkung
von 76.50
%
ermittelt. Ab September 2004 betrug die Einschränkung im
Haushalts
bereich
noch insgesamt
3
%
(
Urk.
8/162/9).
Vorwegzuschicken ist, dass
der
entsprechende Bericht von einer Fachperson in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse abgefasst
wurde
und die Abklärung mit der Beschwerdeführerin statt
fand
. Der Bericht berücksichtig
t
die medizinischen Beeinträchtigungen, ist detailliert und in sich schlüssig. Die Ge
wichtung der einzelnen anfallenden Bereiche im Haushalt ist nachvollziehbar
und angemessen
,
die entsprechenden Einschränkungen sind einlässlich begrün
det.
Offenkundige Fehleinschätzungen sind nicht ersichtlich
(vgl. E. 1.7
hievor
)
.
Ebenso wurden die Schadensminderungspflicht der Beschwerdeführerin und die zumutbare Mithilfe ihres Ehemannes berücksichtigt
(vgl. ZAK 1984 S. 135)
.
Unstrittig und nicht zu beanstanden ist
,
das
s bis am 1
7.
Juli 2002 keine
Ein
schränkung im Haushalt
bestand
.
E
benso
ist d
ie
von
der
Abklärungsperson auf
grund von Nacken- und Schulterbeschwerden ab 1
8.
Juli 2002 (bis September 2004) ermittelte
Einschränkung
von 76.5
%
zu Recht unbestritten
.
In medizini
scher Hinsicht ist
in diesem Zusammenhang
auf den Bericht des
Hausarzt
es
der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemein
e
Medizin FMH,
vom 2
1.
November 2005 (
Urk.
8/146) hinzuweisen. Darin
hielt er fest
, die Beschwerdeführerin leide – als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit – nebst andere
n Beschwerden
an
einem chronischen intermittierenden
Zer
vikobrachialsyndrom
bei degenerativer
Spondylarthrose
vorwiegend C5/
6.
Zudem
geht aus dem Arbeitgeberbericht des Alterspflegeheim
s
B._
vom
8.
März 2006 (
Urk.
8/149) hervor, dass die Beschwerdeführer
in
ab
1
8.
Juli 2002 zu 100
%
krankgeschrieben
worden
und
sie aufgrund ihrer Nacken- und Schulterschmerzen nicht mehr in der Lage gewesen sei, die pflegerischen Ver
richtungen durchzuführen (
Ziff.
13).
Dass
die Beschwerdeführerin
demnach
infolge ihrer Nacken- und Schulter
beschwerden
ab 1
8.
Juli 2002
auch
im Haus
halt
erheblich bzw. zu 76.5
%
eingeschränkt war, ist
somit
offensichtlich
.
4.3.2
Weiter nahm d
ie Abklärungsperson an, dass
ab
September 2004
, mithin drei Monate nach der
wegen der Nacken- und Schulterbeschwerden vorwendig gewordenen
Schulteroperation
lediglich noch in
der Wohnungspflege (Gewich
tung des Bereichs mit
20
%
) eine Einschränkung
von 15
%
bestanden habe
, was einer gewichteten
Einschränkung
von 3
%
und einer
Behinderung
von insge
samt 0.6
%
entspr
e
ch
e
(
Urk.
8/162/9
).
Zunächst ist
festzustellen
, dass ein
Rechenfehler
– wie die Beschwerdeführerin
vorbrachte
(
Urk.
1 S. 2) –
nicht
vor
liegt
.
Unabhängig davon machte
sie
aber
geltend, es
sei
eine Einschränkung von
mindestens 25
%
anzunehmen
, da sie keine schweren Lasten über
fünf Kilogramm
mehr tragen könne.
So könne sie beispielsweise nicht staubsaugen (
Urk.
1 S. 3).
In diesem Zusammenhang ist
vorab
festzustellen, dass aus den medizinischen Akten nicht hervorgeht, dass ihr ein Tragen von Lasten über
fünf
Kilogramm
nicht zumutbar ist
(
siehe
Bericht des Hausarztes, wonach ihr das Tragen von schweren Gewichten über 25
Kilogramm
nicht zumutbar ist;
Urk.
8/146/3)
.
Ein
Tragen von Lasten
über
fünf Kilogramm
fällt in den Bereichen
Wohnungs
pflege
, Einkauf und weitere Besorgungen sowie Wäsche und Kleiderpflege an.
D
em Abklärung
sbericht betreffend die einzelnen Bereiche
ist zu entnehmen
, dass
sie mit dem
Ehemann das Bett beziehe, da die Matratze zu schwer sei
, um sie alleine hochzuheben
(
Urk.
8/162
Ziff.
6.3
),
grosse Einkäufe
mit ihm zusam
men
erledige, und
er jeweils die schweren Sachen trage
,
(
Ziff.
6.4)
,
und
er
auch
den Wäschekorb in den oberen Stock, wo sich die Waschmaschine befinde
, trage
(
Ziff.
6.5).
Hinsichtlich des Staubsaugens teilte die Beschwerdeführerin der Abklärungsperson mit, dass
es ihr möglich sei, d
as
Parkett in den Wohnräumen zu staubsaugen. Das
Staubsaugen
im Schlafzimmer bereite ihr Mühe,
daher
übernehme dies ihr Mann
(
Ziff.
6.3)
.
Im Rahmen der Schadenminderungspflicht muss die Beschwerdeführerin
praxisgemäss
i
m
übliche
n
Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Da vorliegend die im
Haus
haltsbericht
festgehaltene Mithilfe des Ehemannes in den genannten Bereichen im Rahmen der zumutbaren Schaden
s
minderungspflicht liegt, lässt si
ch
die Abklärung vor Ort unter diesem Gesichtspunkt
ebenfalls
nicht beanstanden.
Die Annahme, dass
sich die Situation im Haushalt
ab September 2004
verbessert
hat
,
ist auch deshalb nicht zu beanstanden,
da die Beschwerdeführerin
selber angab,
ihr Zustand
habe sich
nach der
Schulteroperation im Juni
2004
ver
bes
sert
(
Urk.
8/162/2
)
.
In Anbetracht des Dargelegten
erübrigt sich
demzufolge
der
Beizu
g
eines neuen Haushaltsberichts, wobei für die Abklärung der Leistungsfähigkeit im
Haus
haltsbereich
ohnehin kein ärztliches Gutachten zu erstellen
wäre
(vgl.
Urk.
1 S.
3; E. 1.
6
hievor
)
. Zu prüfen bleiben
damit
die erwerblichen Auswirkungen.
5.
5.1
5.1.1
Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versi
cherte Person aufgrund ihrer be
rufliche
n
Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, a
ber sonst bei unveränderten Ver
hältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweisen).
Da nach
empirischer Feststellung in der Rege
l die bisherige Tätigkeit im Ge
sundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungsp
unkt für die Be
stimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich
der zuletzt erzielte, der Teue
rung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993¬ Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende, ZAK
1990 S. 519 S. 3c). Für die Vor
nahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlic
h auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des potentiellen Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin als
Schwesternhilfe [richtig:
Pflegehelferin
]
tätig wäre (
Urk.
2
Verfügungsteil 2).
So stützte sie sich zur
Ermittlung des
Validen
einkommens
auf die Einkommenszahlen gemäss Anstellungsvertrag vom
3.
April 2002 (
Urk.
8/45
; siehe
ebenso
Erläuterungen
der Beschwerdegegnerin
zum
Valideneinkommen
in
Urk.
8/165
)
und errechnete für den
Einkommensver
gleich
bis
7.
April 2002 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
38‘999.20
(70
%
-Pen
sum) und für den
jenigen
ab
8.
April
2002
ein solches von
Fr.
44‘570.50
(80
%
-Pen
sum;
Urk.
2 Verfügungsteil 2
)
.
Die Beschwerdeführerin
wandte ein
, dass zur Ermittlung des
Valideneinkom
mens
nicht auf die Einkommenszahlen
ihres
siebenmonatigen Arbeitsversuch
s
abzustellen sei
en
. Vielmehr seien die Einkommenszahlen aus dem Jahr 1996 zu berücksichtigen (
Urk.
1 S. 2).
5.
1.
2
Zunächst ist festzustellen, dass d
ie Beschwerde
führerin das von der
Beschwerde
gegnerin
festgesetzte
Valideneinkommen
zu Recht beanstandete
, da für
dessen
Ermittlung nicht auf die Einkommenszahlen eines Arbeitsversuchs abgestellt werden kann
.
Dem
Arbeitgeberbericht
des Alterspflegeheims
B._
vom
9.
März 2006 (
Urk.
8/149) zufolge dauerte das Anstellungsverhältnis vom
8.
April bis Ende November 2002, wobei die Beschwerdeführerin bereits rund drei Monate nach
dem
Stellenantritt krankheitshalber der Arbeit fernblieb (
Urk.
8/149/6
,
Urk.
8/149/8
).
Ein Abstellen auf d
as
dabei erzielte Einkommen ist nicht sachgerecht.
Zudem ist aufgrund der Verdienstunterschiede zwischen Pflegehelferin und
Schwesternhilfe (vgl.
Urk.
8/149 und
Urk.
8/4) nicht anzu
nehmen, dass die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall
lediglich
als Pflegehelferin tätig wäre.
Andererseits ist – wie die Beschwerdeführerin forderte –
auch nicht
auf die
Lohn
verhältnisse
im
Jahr 1996
abzustellen
.
Denn l
aut Arbeitgeberbericht des Altersheim
s
C._
vom 2
3.
Juni 1997 (
Urk.
8/4) arbeitete sie in einer Band
breite zwischen 20
%
und 40
%
(
Ziff.
10)
. Zudem war sie
während der ganzen Anstellungszeit im Stundenlohn angestellt (
Ziff.
28).
Dass die Beschwerdeführe
rin somit
im
Jahr
1996
tatsächlich
Fr.
23‘089.95 (30
%
-Pensum) erzielte, ist
überdies
auch in Anbetracht
des individuellen Kontoauszugs, wonach sie in den Jahren 1989 bis 1995 Einkommen zwischen
Fr.
893
.--
(1991)
und
Fr.
16‘268.--
(1995)
erzielte
(
Urk.
8/7)
,
äusserst
fraglich.
Bei dieser Ausgangslage ist ein Abstellen auf die Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) gerecht
fertigt.
Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2002 (S. 43, Wirtschaftszweig 85) beträgt der
Durchschnittswert
im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen
für im privaten Sektor arbeitende Frauen, welche über Berufs- und Fachkenntnisse verfügen (Anforderungsniveau 3
in Anbe
tracht der Ausbildung und Berufs
er
fahrung der Beschwerdeführerin
gerechtfer
tigt
)
,
bei einer wöchentlichen Ar
beits
zeit von 40
Stunden
Fr.
5‘282.-- monatlich oder
Fr.
63‘384.-- jährlich.
Aufgerechnet auf die im Jahr 2002 in diesem Sektor betriebsübliche
Wochen
arbeitszeit
von 41.6
Stun
den (
Die Volkwirtschaft 6-2012 S. 94, Tabelle B 9.2
)
beläuft sich das
Validen
einkommen
bei einem 70
%
-Pensum auf
Fr.
46‘143.55 (
Fr.
63‘384.-- : 40 x 41.6 x 0.7
;
Einkommensvergleich bis
7.
April 2002) und bei einem 80
%
-Pensum auf
Fr.
5
2
‘735.50 (
Fr.
63‘384.-- : 40 x 41.6 x 0.8
;
Einkommensvergleich ab
8.
April 2002
sowie ab 1
8.
Juli 2002
)
.
Das
Valideneinkommen
für den
Ein
kommensvergleich
ab September 2004
ist
, unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnentwicklung
bis ins Jahr 2004 (Indexstand
2296 [2002] auf 2360 [2004]
)
,
mit
Fr.
54‘205.50 (
Fr.
52‘735.50 : 2296 x 2360)
zu veranschlagen
.
5.2
Be
i der Ermittlung des Invalideneinkommens darf rechtsprechungsgemäss auf die Ergebnisse der standardisierten monatlichen Bruttolöhne gemäss der LSE zurückgegriffen werden (vgl. BGE 126 V 76 f. E. 3b/
bb
mit Hinweisen).
Das von der Beschwerdegegnerin dadurch ermittelte Invalideneinkommen
(LSE TA 1
Ziff.
1-93 Anforderungsniveau 4, Frauen)
in der Höhe von
Fr.
23‘951.40 (zumutbares 50
%
-Pensum)
für das Jahr 2002 beziehungsweise
Fr.
24‘626.50 für das Jahr 2004
ist
nicht zu beanstanden und blieb im Übrigen von der Beschwerdeführerin unbestritten.
Vom Invalideneinkommen kann ein Abzug vor
genommen werden, wobei dieser für sämtliche in Betracht fallenden Umstände (leidensbeding
te Einschränkung, Alter, Dienst
jahre, Nationalität bzw. Aufent
haltskategorie und Beschäftigungs
grad) gesamthaft zu schätzen und unter Einfluss sämtlicher Merkmale auf höchstens 25
%
zu beschränken ist (BGE 129 V 481 E. 4.2.
3.
mit Hinweisen).
Vorliegend
gewährte
die Beschwerdegegnerin keinen
leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn
, was von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht beanstandet wurde.
A
ufgrund des Erlebten und
einer möglichen
Reaktivierung der posttrau
matischen Belastungsstörung
ist
für die Beschwerdeführerin eine Tätigkeit in Pflege
zwar
eher ungünstig (vgl.
Urk.
8/153/13)
, doch steht ihr –
und wurde für die Ermittlung des Invalideneinkommens auch so berücksichtigt
–
eine breite Palette an zumutbaren Tätigkeiten zur Verfügung, weshalb sie auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit gesundheitlich nicht beeinträchtigten Bewerbe
rinnen und Bewerbern nicht benachteiligt ist.
Sollte sich dieser Umstand den
noch negativ auf das Lohnniveau auswirken, wirken sich
die
weiteren zu berücksichtigen
den
Merkmale wie Alter und Nationalität
der Beschwerdeführe
rin
demgegenüber tendenziell positiv auf die Löhne a
us (vgl.
Bundesgerichtsur
teil
U 11/07 vom 27. Februar 2008 E. 8.4). Zudem
ist zu berücksichtigen, dass
eine teilzeitlich tätige Frau statistisch gesehen eher höhere Löhne
erzielt
, was sich ebenfalls positiv auswirkt (LSE 2002, S. 28, Tabelle T8*). Die vorliegenden Umstände vermögen sich somit mindestens zu kompensieren und fallen nicht
nachteilig
ins
Gewicht.
5.3
Aufgrund des
Ausgeführten
sind folgende Einkommensvergleiche zu veran
schauli
chen:
Einkommensvergleich ab Dezember 2001 bis
7.
April 2002
Valideneinkommen
Fr.
46‘143.55
Invalideneinkommen
Fr.
23‘951.40
Erwerbseinbusse
Fr.
22‘192.15 = Einschränkung von 48.09
%
Tätigkeit
Anteil
Einschränkung
Teilinvaliditätsgrad
Erwerbsbereich
70
%
48.09
%
33.66
%
Haushaltsbereich
30
%
0
%
0
%
Der Invaliditätsgrad beträgt rentenausschliessende
(aufgerundete)
34
%
.
Einkommensvergleich ab
8.
April 2002
Valideneinkommen
Fr.
52‘735.50
Invalideneinkommen
Fr.
23‘951.40
Erwerbseinbusse
Fr.
28‘784.10
= Einschränkung von
54.58
%
Tätigkeit
Anteil
Einschränkung
Teilinvaliditätsgrad
Erwerbsbereich
8
0
%
54.58
%
43.66
%
Haushaltsbereich
2
0
%
0
%
0
%
Der Invaliditätsgrad beträgt
(aufgerundete)
44
%
.
Die Beschwerdeführerin hat ab
1
.
Juli 2002 (
8.
April 2002 plus drei Monate;
vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV
) Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
Einkommensvergleich ab 1
8.
Juli 2002
Valideneinkommen
Fr.
52‘735.50
Invalideneinkommen
Fr.
23‘951.40
Erwerbseinbusse
Fr.
28‘784.10 = Einschränkung von 54.58
%
Tätigkeit
Anteil
Einschränkung
Teilinvaliditätsgrad
Erwerbsbereich
80
%
54.58
%
43.66
%
Haushaltsbereich
20
%
76.50
%
15.30
%
Der Invaliditätsgrad beträgt
(aufgerundete)
59
%
. Die Beschwerdeführerin hat ab 1
.
Oktober 2002 (
1
8.
Juli 2002 plus drei Monate;
vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV) Anspruch auf eine halbe Rente.
Einkommensvergleich ab September 2004
Valideneinkommen
Fr.
54‘205.50
Invalideneinkommen
Fr.
24‘626.50
Erwerbseinbusse
Fr.
29‘579.--
= Einschränkung von 54.5
6
%
Tätigkeit
Anteil
Einschränkung
Teilinvaliditätsgrad
Erwerbsbereich
80
%
54.5
6
%
43.6
5
%
Haushaltsbereich
20
%
3
%
0.60
%
Der Invaliditätsgrad beträgt
(abgerundet)
44
%
.
A
b
1.
Dezember 2004
(
Septem
ber 2004 plus drei Monate;
vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV)
besteht ein
Anspruch auf eine
(
unbefristete
)
Viertelsrente
.
6.
Nach dem
G
esagten hat die Beschwerdeführerin ab
1
.
Juli 2002
Anspruch auf
eine
Viertelsrente
. Ab 1
.
Oktober 2002
besteht
sodann Anspruch auf eine halbe Rente
und ab
Dezember
2004
wiederum
auf eine
Viertelsrente
. In diesem Sinne ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen und die Verfügung vom 2
0.
Dezember 2012 (
Urk.
2)
insoweit abzuändern
.
7.
Abweichend von
Art.
61
lit
. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilli
gung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Gericht kostenpflichtet. Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und
ausgangsge
mäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Zudem ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
1
‘
5
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) zuzusprechen (
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
Das Gericht erkennt
:
1.
In
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 2
0.
Dezember 2012
insoweit
abgeändert
als
festgestellt
wird
, dass die Beschwer
deführerin ab
1
.
Juli 2002 Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, ab 1
.
Oktober 2002 Anspruch auf eine halbe Rente
und ab Dezember
20
04
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine
Prozessent
schä
digung
von
Fr.
1‘500.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Georg
Engeli
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.