Decision ID: 54684060-7201-4420-8b4c-fcd07b621a3b
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war zuletzt arbeitslos bzw. im Zwischenverdienst bei B._ angestellt und
somit bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 16. August 2012 mit dem
Motorrad einen Unfall erlitt. Dabei zog er sich eine Flexionsdistraktionsverletzung Th12/
L1, eine Rippenserienfraktur 4.-9. Rippe links, eine Rippenfraktur rechts Costa 11 und
einen Hämatopneumothorax links zu. Er war vom 16. bis 29. August 2012 im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert (Suva-act. 2, 14). Die Suva anerkannte
ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(Heilbehandlungen und Taggelder).
A.b Vor der Arbeitslosigkeit war der Versicherte bei der C._ AG als ungelernter
Elektriker angestellt und an die D._ ausgeliehen gewesen (Suva-act. 12, 89 und 92).
A.c Gestützt auf einen Bericht des KSSG vom 14. Februar 2013 (Suva-act. 54) teilte
die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 28. Februar 2013 mit, dass er in der
Lage sei, eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
zu erreichen. Die Arbeitsfähigkeit würde ab 1. März 2013 entsprechend festgelegt und
die Taggeldleistungen auf diesen Zeitpunkt hin eingestellt (Suva-act. 55).
A.d Mit Schreiben vom 26. März 2013 liess der Versicherte den Erlass einer förmlichen
Verfügung über den Taggeldanspruch beantragen (Suva-act. 56).
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A.e Im Bericht vom 11. April 2014 zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 10.
April 2014 hielt Suva-Kreisärztin med. pract. E._, Fachärztin für Chirurgie FMH, fest,
es dürfe davon ausgegangen werden, dass weitere medizinische Behandlungen und
Therapien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer deutlichen
Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes beitragen würden. Somit sei
der Zeitpunkt für einen Fallabschluss gekommen. Dem Versicherten sei eine leichte bis
selten mittelschwere Tätigkeit ganztags zumutbar, sicherlich überwiegend sitzend,
insgesamt jedoch wechselbelastend mit frei wählbar einnehmender Körperposition
inklusive Stehen und Gehen. Zwangshaltungen für den Rücken, Kauern, regelmässig
vornübergebeugtes Arbeiten, repetitive Rotationsbewegungen des Oberkörpers,
Tragen von Lasten über 10kg dauerhaft, unerwartete asymmetrische Lasteinwirkungen
seien zu vermeiden (Suva-act. 83). Weiter schätzte med. pract. E._ den
Integritätsschaden auf 15% (Suva-act. 84).
A.f Mit Verfügung vom 17. Dezember 2014 wurde die Ausrichtung einer Invalidenrente
abgelehnt. Mit einer an die Unfallfolgen angepassten Tätigkeit sei auf dem allgemeinen,
ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein Einkommen von Fr. 60‘800.-- zu erzielen
(Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2012, Tabelle 1, Total, Kompetenzniveau
2, hochgerechnet auf 41.7 Stunden pro Woche mit einem leidensbedingten Abzug von
15% und zuzüglich der Teuerung für die Jahre 2013 und 2014). Aus dem Vergleich mit
dem Einkommen ohne Unfall von Fr. 62‘527.-- resultiere eine Erwerbseinbusse von
2.76%. Weiter wurde eine Integritätsentschädigung von Fr. 18‘900.-- bei einer
Integritätseinbusse von 15% zugesprochen (Suva-act. 99).
A.g Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Schreiben vom 29. Januar 2015
Einsprache. Darin bemängelt er insbesondere, dass keine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen vorgenommen worden sei. Zudem sei nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass für die Ermittlung des Invalideneinkommens noch das
Kompetenzniveau 2 angenommen werden könne (Suva-act. 106).
A.h Mit Einspracheentscheid vom 29. Mai 2015 wies die Suva die Einsprache ab. Da
das von der C._ AG angegebene Einkommen über den Vereinbarungen des
Gesamtarbeitsvertrages der Branche liege, bestehe kein Raum für eine Parallelisierung.
Es könne nicht auf die LSE abgestellt werden, da der Versicherte über ein
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Personalvermittlungsbüro angestellt gewesen sei. Gemäss Lebenslauf habe der
Versicherte viele Semester Physik studiert, eine Berufsausbildung als
Kommunikationselektriker/Informationstechniker absolviert und in verschiedenen
Bereichen gearbeitet. Demzufolge rechtfertige es sich, beim Invalideneinkommen auf
das Kompetenzniveau 2 abzustellen. Ein leidensbedingter Abzug von 15% sei
sachgerecht. Es wurde ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 8%
ermittelt (Suva-act. 109).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 1. Juli 2015.
Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die
Zusprache einer Rente. Es gehe nicht, dass für das Valideneinkommen der zuletzt in
der prekären Temporäranstellung erzielte Lohn eingesetzt werde, während für die
Bestimmung des Invalideneinkommens auf die intellektuellen Fähigkeiten abgestellt
werde und kein Raum für eine Parallelisierung bestehe, wenn er den Mindestlohn
gemäss GAV erreicht habe. Zudem würde den multiplen Einschränkungen, welche die
Lohnerwartungen drücken würden, mit einem Tabellenlohnabzug von 15%
ungenügend Rechnung getragen, zumal es sich beim Versicherten um einen Ausländer
handle (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die Annahme eines Validenlohnes in der Höhe des
Durchschnitts der Löhne des Kompetenzniveaus 2 und 3 gemäss LSE 2012, TA1,
Position 27 sei angesichts der tatsächlichen Gegebenheiten (keine Aussicht auf ein
Lohn als ausgelernter Elektriker, technische Kenntnisse auch in der Vergangenheit
beruflich nicht nachhaltig und lohnwirksam umgesetzt, Studien in Physik nie
abgeschlossen) völlig realitätsfremd und keinesfalls mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Für die Frage der Parallelisierung der
Vergleichseinkommen könne höchstens das Salär eines ungelernten Elektrikers als
Ausgangswert in Frage kommen, da er bei der D._ entsprechend eingesetzt worden
sei. Damit bestehe keinerlei Raum für eine Parallelisierung. Bei der Bestimmung des
Invalidenlohnes seien die intellektuellen Fähigkeiten sowie die technischen und
sprachlichen Kenntnisse des Beschwerdeführers mitzuberücksichtigen. Dass er diese
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Fähigkeiten bisher nicht lohnwirksam umgesetzt habe, schliesse deren
Berücksichtigung bei der Festsetzung des Invalidenlohnes nicht aus. Seine
unfallfremden, nicht invalidisierenden psychischen Störungen seien dabei ohne
Relevanz (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 9. Dezember 2015 führt der Beschwerdeführer aus, es sei belegt,
dass er gelernter Kommunikationselektroniker sei und dass dies dem schweizerischen
Telematiker EFZ entspreche. Der Personalverleiher C._ habe den GAV-Mindestlohn
nicht eingehalten. Zudem bilde der GAV-Mindestlohn nicht die durchschnittliche
Lohnerwartung der betreffenden Arbeitnehmenden ab, diese lasse sich hingegen der
LSE entnehmen (act. G 11).
B.d Mit Duplik vom 18. Januar 2016 hält die Beschwerdegegnerin fest, aufgrund des
beruflichen Werdegangs könne keinesfalls davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer ohne Unfall in der Schweiz als Kommunikationselektroniker
arbeitstätig gewesen wäre (act. G 13).

Erwägungen
1.
1.1 Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente. Unbestritten geblieben ist, dass spätestens per 1. März 2013 der
gesundheitliche Endzustand erreicht war und daher ein Renten- und
Integritätsentschädigungsanspruch ab bzw. in diesem Zeitpunkt zu prüfen ist. Damit ist
das Begehren um eine förmliche Verfügung über die Taggeldeinstellung obsolet.
Unbestritten ist sodann die Höhe der Integritätsentschädigung geblieben.
1.2 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den
Übergangsbestimmungen werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor
Inkrafttreten der Änderung ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher
die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
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1.3 Gemäss Art. 18 UVG hat der Versicherte einen Anspruch auf eine Invalidenrente,
wenn er zu mindestens 10% invalid ist. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im
Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes respektive der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die
vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
2.
2.1 Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts steht unbestrittenermassen fest, dass
dem Beschwerdeführer eine leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit ganztags
zumutbar sei, sicherlich überwiegend sitzend, insgesamt jedoch wechselbelastend mit
frei wählbar einzunehmender Körperposition inklusive Stehen und Gehen.
Zwangshaltungen für den Rücken, Kauern, regelmässig vornübergebeugtes Arbeiten,
repetitive Rotationsbewegungen des Oberkörpers, Tragen von Lasten über 10kg
dauerhaft, unerwartete asymmetrische Lasteinwirkungen seien zu vermeiden (Suva-act.
83, S. 5).
2.2 Weiter geht aus dem Bericht von Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie/
Psychotherapie und für Allgemeinmedizin, vom 2. August 2013 hervor, dass der
Beschwerdeführer seit 1995 an einer paranoiden Schizophrenie leide. Zusätzlich wird
eine Spielsucht und eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert (Suva-act. 71). Ob diese
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Leiden jedoch eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben, bzw. mitverantwortlich
sind, dass der Beschwerdeführer keine anspruchsvollere Tätigkeit ausüben konnte,
geht aus den Akten nicht hervor.
3.
3.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das
Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns – vorliegend im Jahr 2013 – nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich
verdient hätte. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme,
dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE
134 V 322 E. 4.1; BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
3.2.1 Die Beschwerdegegnerin stellte beim Valideneinkommen auf das zuletzt bei
der C._ AG erzielte Einkommen ab und ermittelte daraus ein Valideneinkommen von
62‘527.-- (Suva-act. 99, S. 2). Der Beschwerdeführer hätte entgegen seinen
Ausführungen keinesfalls in Aussicht gehabt, einen Lohn als ausgelernter Elektriker/
Elektromonteur zu erzielen, da er über keinen entsprechenden branchenspezifischen
Berufsabschluss verfügt habe. Weiter ergebe sich aus den Akten, dass er seine
technischen Kenntnisse in der Vergangenheit beruflich nicht nachhaltig und
lohnwirksam umgesetzt habe (act. G 3, E. 5.1).
3.2.2 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, dass er ausgebildeter
Kommunikationselektroniker sei und als solcher vor der Einreise in die Schweiz auch
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schon im Beruf gearbeitet habe. In der Schweiz sei er zunächst als ungelernter
Elektromonteur eingesetzt worden, es habe aber durchaus die Aussicht bestanden,
schon nach einem Jahr den Lohn einer Fachkraft mit Erfahrung zu erzielen. Es sei
richtig, dass er an sich das Potenzial gehabt hätte, eine anspruchsvollere Tätigkeit
auszuüben, er habe im Verlauf seines Lebens denn auch schon Verschiedenes
versucht. Dass er die Anstellung bei der C._ AG zum GAV-Mindestlohn für einen
Mitarbeiter ohne Berufsabschluss habe annehmen müssen, liege daran, dass er durch
eine psychische Erkrankung immer wieder zurückgeworfen worden sei. Dies sei mittels
Parallelisierung des Validenlohnes zu berücksichtigen (act. G 1). Als Bestätigung, dass
der Beruf des Kommunikationselektronikers dem Beruf des Telematikers EFZ
gleichzusetzen sei, reichte der Beschwerdeführer eine E-Mail des Fachsekretärs PLK-
Vollzug der Paritätischen Landeskommission (PLK) vom 8. Dezember 2015 ein, in
welchem dieser bestätigt, dass er diese beiden Berufe gleich setzen würde (act. G
11.2). Die Beschwerdegegnerin spricht dieser Bestätigung jegliche Beweistauglichkeit
ab (act. G 13).
3.2.3 Vorliegend erscheinen die Ausführungen der Beschwerdegegnerin plausibel.
Der Beschwerdeführer reiste am 1. Juli 2011 in die Schweiz ein und arbeitete bis am
31. März 2012 über die C._ AG bei der D._ als ungelernter Elektromonteur (Suva-
act. 12 und 92). Auch vor der Einreise in die Schweiz sind aus dem Lebenslauf des
Beschwerdeführers keine längerfristigen Tätigkeiten im Bereich als
Kommunikationselektroniker erkennbar. So arbeitete er von 2003 bis 2010 gemäss
eigenen Angaben selbständig als Kurier-/Taxifahrer mit „Elektro im Eigenverleih und
Handelsvertreter“ (act. G 11.4). Von Dezember 2010 bis Juni 2011 arbeitete er als
Elektriker in G._. Dieses Arbeitsverhältnis wurde aber (aus betriebsbedingten
Gründen) innerhalb der Probezeit beendet (act. G 1.3) Aus dieser Berufskarriere geht
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hervor, dass der Beschwerdeführer ohne
Unfall eine andere Tätigkeit als die zuletzt bei der C._ AG ausgeübt hätte. Somit ist
die Bestimmung des Valideneinkommens mit Fr. 62‘527.-- nicht zu beanstanden.
3.2.4 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist keine Parallelisierung
vorzunehmen, da kein unterdurchschnittliches Einkommen vorliegt. Das Heranziehen
der GAV-Mindestlöhne zur Bestimmung der Unterdurchschnittlichkeit entspricht der
höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Mai 2016,
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8C_141/2016, 8C_142/2016 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2017,
8C_549/2016 E. 5.2).
3.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der –
kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung entweder die LSE-Tabellenlöhne oder die sogenannten DAP-Zahlen
(DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen der Suva) herangezogen werden (BGE 135 V
297 E. 5.2 mit Hinweisen).
3.3.1 Die Beschwerdegegnerin stellt beim Invalideneinkommen auf die LSE 2012,
TA1, Kompetenzniveau 2, Männer ab und ermittelte hochgerechnet auf die
durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden sowie unter
Mitberücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2013 und eines leidensbedingten
Abzugs von 15% ein Invalideneinkommen von Fr. 60‘317.-- (Suva-act. 109, S. 8). Dazu
hält sie fest, dass bei der Bestimmung des Invalideneinkommens die intellektuellen
Fähigkeiten sowie die technischen und sprachlichen Kenntnisse des
Beschwerdeführers mitzuberücksichtigen seien. Dass der Beschwerdeführer diese
bislang beruflich nicht lohnwirksam umgesetzt habe, schliesse deren Berücksichtigung
bei der Festsetzung des Invalidenlohnes nicht aus. Aufgrund seiner
Schadenminderungspflicht sei er vielmehr gehalten, seine Fähigkeiten und Kenntnisse
zwecks Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens lohnwirksam
auszuschöpfen. Seine unfallfremden, nicht invalidisierenden psychischen Störungen
seien dabei ohne Relevanz (act. G 3, E. 5.4).
3.3.2 Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer offensichtlich
über keine relevante Berufserfahrung in seinem erlernten Beruf verfügt und zudem die
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Anerkennung dieser Ausbildung in der Schweiz zumindest umstritten ist. Aufgrund
dessen erscheint eine Qualifikation im Kompetenzniveau 2 fraglich. Auch wenn man die
unfallfremden psychischen Störungen ausblendet, kann deshalb nicht davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer trotz des Unfalls plötzlich eine
wesentlich qualifiziertere Tätigkeit ausüben würde.
3.3.3 In der LSE 2010 wurde das Anforderungsniveau 4 mit „einfache und repetitive
Tätigkeiten“, das Anforderungsniveau 3 mit „Berufs- und Fachkenntnisse
vorausgesetzt“ definiert. Aufgrund der vorgängigen Ausführungen könnte der
Beschwerdeführer hier lediglich dem Anforderungsniveau 4 mit einem monatlichen
Einkommen von Fr. 4‘901.-- zugeordnet werden. In der LSE 2012 handelt es sich beim
Kompetenzniveau 2 um „praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege Datenverarbeitung
und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/
Sicherheitsdienst/Fahrdienst“. Das Kompetenzniveau 1 wird mit „einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art“ definiert. Hier ist eine Zuordnung des
Beschwerdeführers wesentlich problematischer, da weder das Kompetenzniveau 1
noch das Kompetenzniveau 2 den Voraussetzungen des Beschwerdeführers
angemessen Rechnung tragen. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich,
vorliegend auf die LSE 2010 zurückzugreifen.
3.3.4 Ausgehend vom LSE 2010, TA1, Total, Anforderungsniveau 4, Männer, betrug
das durchschnittliche Einkommen Fr. 4‘901.--. Aufgerechnet auf die betriebsübliche
Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2013 resultiert ein Jahreseinkommen von Fr.
61‘312.-- (Fr. 4‘901.-- / 40 x 41.7 x 12). Angepasst an die Nominallohnentwicklung
(Index 2010: 2‘151; 2013: 2‘204) resultiert ein Jahreseinkommen für das Jahr 2013 von
Fr. 62‘823.--. Somit entspricht das Invalideneinkommen vor der Vornahme eines
Tabellenlohnabzugs praktisch dem Valideneinkommen (Fr. 62‘527.--).
4.
4.1 War die Leistungsfähigkeit des Versicherten aufgrund einer nicht versicherten
Gesundheitsschädigung vor dem Unfall dauernd herabgesetzt, so ist für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades der Lohn, den er aufgrund der vorbestehenden
verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen imstande wäre, dem Einkommen
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gegenüber zu stellen, das er trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden
Beeinträchtigung erzielen könnte (Art. 28 Abs. 3 UVV).
4.2 Der Beschwerdeführer leidet offensichtlich seit längerem unter einer paranoiden
Schizophrenie, sowie unter einer Spielsucht und einer Alkoholabhängigkeit (vgl. E. 2.2).
Ob diese Leiden bereits vor dem Unfall eine Auswirkung auf seine Leistungsfähigkeit
hatten in dem Sinne, dass er keine qualifiziertere Tätigkeit ausüben konnte, ist aus den
Akten nicht ersichtlich. Dr. F._ äusserte sich diesbezüglich nicht. Eine weitere
Abklärung dieser Frage ist vorliegend jedoch nicht notwendig. Wenn der
Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt
gewesen wäre, würde dies unter Berücksichtigung von Art. 28 Abs. 3 UVV die
Anwendung eines Prozentvergleiches rechtfertigen, da dem Beschwerdeführer in
diesem Fall sowohl vor als auch nach dem Unfall grundsätzlich die gleichen
Erwerbstätigkeiten zumutbar gewesen wären. Im Ergebnis würde dies zum gleichen
Resultat führen wie es bereits am Ende von Erwägung 3 mit praktisch gleich hohen
Vergleichseinkommen ermittelt wurde.
5.
5.1 Weiter zu prüfen ist, ob und in welcher Höhe sich vorliegend ein
Tabellenlohnabzug rechtfertigt.
5.1.1 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.1.2 Die Beschwerdegegnerin anerkannte einen leidensbedingten Abzug von 15%
(Suva-act. 99, S. 2). Im Einspracheentscheid wurde diesbezüglich begründet, dass
aufgrund der unfallbedingten Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug von 15%
sachgerecht sei (Suva-act. 109, S. 8).
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5.1.3 Der Beschwerdeführer argumentiert, dass den multiplen Einschränkungen,
welche die Lohnerwartungen drücken würden, mit einem Tabellenlohnabzug von 15%
ungenügend Rechnung getragen werde, zumal er Ausländer sei (act. G 1, S. 3).
5.1.4 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen Staatsbürger aus H._ (vgl.
Suva-act. 2). Inwiefern dies einen zusätzlichen Tabellenlohnabzug rechtfertigen sollte,
ist nicht ersichtlich. Bezüglich der leidensbedingten Beeinträchtigungen (vgl. E. 2.1) mit
Einschränkungen selbst bei leichten Tätigkeiten erscheint ein Tabellenlohnabzug als
angebracht. Dies wurde von der Beschwerdegegnerin bereits berücksichtigt. Weitere
Gründe für einen höheren Tabellenlohnabzug sind vorliegend nicht ersichtlich, weshalb
der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 15% nicht zu
beanstanden ist.
5.2 Zusammenfassend resultiert vorliegend bei beinahe identischen
Vergleichseinkommen bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
und einem Tabellenlohnabzug von 15% ein Invaliditätsgrad von 15%, womit der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde der angefochtene
Einspracheentscheid vom 29. Mai 2015 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit
Wirkung ab 1. März 2013 eine unbefristete Invalidenrente entsprechend einem
15%igen Invaliditätsgrad zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
unbefristeten Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g
ATSG). Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
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sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Mit Blick auf die eingeschränkte
Streitfrage erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3‘000.-- (einschliesslich
Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.