Decision ID: bc028892-aafb-567b-92f9-9c76f0e7fd85
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) arbeitete seit dem 20. März 1988 als Angestellter
(Feldarbeiter) auf dem Gemüsebaubetrieb von B._ in C._ und war infolgedessen
bei der SOLIDA Versicherungen AG, Zürich (nachfolgend: Versicherung), gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als er am 31. Oktober 2004 als Beifahrer einen
Autounfall erlitt (act. G I 1.7 und G I 7.1 A1, M1, M2 [Akten des Verfahrens UV 2017/31;
G I 7.1 nachfolgend: Vers.-act.]). Der Versicherte wurde zur Erstbehandlung mit dem
Helikopter ins Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: KSSG) gebracht. Die Ärzte des
KSSG diagnostizierten insbesondere eine Fraktur des ersten Lendenwirbelkörpers
(LWK1-Deckplattenimpressionsfraktur). Die Verletzung wurde konservativ mit einem
Dreipunktekorsett (Tragezeit von drei Monaten) und Physiotherapien behandelt (vgl.
Vers.-act. M1ff., M16-14). Die Nachbehandlung übernahm Dr. med. D._, Facharzt für
Allgemeinmedizin (vgl. Vers.-act. A2). Ab dem Frühjahr 2005 klagte der Versicherte
zunehmend über anhaltende Rückenschmerzen (vgl. Vers.-act. M7f.). Ein stationärer
Reha-Aufenthalt in der Klinik Valens vom 2. bis 30. Juni 2005 brachte bezüglich
Schmerzen und Leistungsfähigkeit keine Verbesserung (vgl. Vers.-act. M10). Danach
A.a.
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nahm der Versicherte die Arbeit in einem 30%-Pensum wieder auf und versuchte
dieses sukzessive zu steigern, was sich jedoch schwierig gestaltete (vgl. Vers.-act.
M11f., A18, A20, A22, A26f.).
Am 4. November 2005 stellte der Versicherte bei der IV-Stelle ein Gesuch zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (Umschulung, Wiedereinschulung und
Rente).
A.b.
Im Bericht der Klinik für orthopädische Chirurgie des KSSG vom 16. August 2006
wurde hinsichtlich der diffusen Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule sowie im
Nacken- und Schulterbereich ausgeführt, dass diese klinisch nicht reproduziert werden
könnten und die MRI-Untersuchung vom 27. Juni 2006 kein morphologisches Korrelat
gezeigt habe, welches die Beschwerden erklären könnte (vgl. Vers.-act. M14).
A.c.
Da die erhoffte Einsatz- und Arbeitsfähigkeit (alle bisherigen Einsatzgebiete,
zumindest in einem 50%-Pensum) nicht erreicht werden konnte, kündigte der
Arbeitgeber am 28. August 2006 das Arbeitsverhältnis per 30. November 2006 (vgl.
Vers.-act. A33, A35).
A.d.
Die Versicherung beauftragte Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie, Allgemeine
Medizin FMH sowie Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. F._,
Fachärztin für Orthopädie, mit der Erstellung eines (psychiatrischen/orthopädischen)
Gutachtens. Im Gutachten vom 24. Oktober 2006 (Vers.-act. M16) wurden
diagnostiziert: psychische Faktoren bei einem körperlich bedingten chronischen
Schmerzsyndrom nach LWK1-Fraktur im Gefolge des Unfalls vom 31. Oktober 2004
sowie eine ängstlich-depressive Anpassungsstörung mit erheblicher
Chronifizierungstendenz vor allem aufgrund bisher fehlender beruflicher Perspektive
mit Intensivierungs- und Ausweitungstendenz durch ständige Interaktion im Sinne der
Bildung eines circulus vitiosus mit den körperlichen und psychosozialen Unfallfolgen.
Die reaktiv durch den Unfall ausgelöste ängstlich-depressive Entwicklung sei teils
unmittelbare Folge des Unfallerlebnisses (z.B. Angst beim Autofahren) und zum
überwiegenden Teil mittelbare Unfallfolge - einerseits in Form eines algogenen
Psychosyndroms bei körperlich bedingten chronischen Schmerzen, andererseits
infolge von erheblichen psychosozialen Folgekomplikationen des Unfalls (dauerhafte
A.e.
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Einschränkung der körperlichen Arbeitsfähigkeit, dadurch Verlust der Arbeitsstelle,
deswegen berufliche, finanzielle und familiäre Probleme; Vers.-act. M16-12f.). Die
Gutachter führten die thorako-lumbalen Beschwerden ausstrahlend in beide Beine
bzw. gelegentlich in den Nacken mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
Unfallereignis vom 31. Oktober 2004 zurück (Vers.-act. M16-15). Aus orthopädischer
Sicht lägen keine unfallfremden Ursachen vor und aus psychiatrischer Sicht sei es
unwahrscheinlich, dass die unfallfremden Ursachen auch ohne das Unfallereignis die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinträchtigt hätten. Das Vorliegen eines typischen
Beschwerdebildes nach einem HWS-Distorsionstrauma wurde verneint (vgl. Vers.-act.
M16-16f.). Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dass aus orthopädischer Sicht dem
Versicherten die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, dagegen eine leichte
bis mittelschwere Tätigkeit mit nur gelegentlichem Heben von bis zu 10 - 15 kg in
einem 80%-Pensum schon. Aus polydisziplinärer (orthopädischer und psychiatrischer)
Sicht sei in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen. Zumutbar seien 25 Arbeitsstunden pro Woche bei weitgehend voller
Leistung (vgl. Vers.-act. M17f., M20). Aus orthopädischer Sicht ermittelten die
Gutachter gestützt auf die Suva-Feinrastertabelle 7 einen Integritätsschaden von 20%
(vgl. Vers.-act. M16-18f.).
In den Jahren 2007 bis 2009 wurden verschiedene berufliche Abklärungen und
Arbeitsversuche durchgeführt, welche jedoch wegen der körperlichen und psychischen
Einschränkungen (u.a. wegen der Auswirkungen der Medikamente auf die
Fahrfähigkeit) scheiterten (vgl. Vers.-act. A41, A44 bis A46, A49, A53f., A62).
A.f.
Vom 10. August bis 19. September 2009 war der Versicherte in der Klinik G._
zur psychosomatischen Rehabilitation. Im Austrittsbericht vom 18. November 2009
wurden diagnostiziert eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), Angst und depressive Reaktion gemischt
(F41.2), Status nach LWS-1-Fraktur und Schädelhirntrauma sowie eine Hyperlipidämie.
Empfohlen wurde die Fortsetzung eines sport- und entspannungsorientierten
Trainingsprogrammes sowie eine intensive psychotherapeutische Behandlung (Vers.-
act. M19).
A.g.
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Gemäss dem Arztbericht des Psychiatrischen Zentrums H._ vom 23. November
2009 war der Versicherte seit dem 27. März 2009 dort in psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung. Der Versicherte leide nach wie vor unter starken
Rückenschmerzen und schneller Erschöpfbarkeit. Da er keine Zukunftsperspektiven
und keine Verbesserung seines Zustandes sehe, sei er in ein depressives Loch
hineingezogen worden. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte im bisherigen
Beruf 100% arbeitsunfähig. Im geschützten Rahmen sei eine Arbeitsfähigkeit von vier
Stunden pro Tag gegeben (Vers.-act. M20, vgl. Vers.-act. A68).
A.h.
Am 2. März 2010 beauftragte die IV-Stelle die Medas Ostschweiz mit der Erstellung
eines Gutachtens. Im Gutachten vom 2. Juli 2010 wurde die Arbeitsfähigkeit wie folgt
definiert: für rückenadaptierte, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten rein
somatisch keine wesentlichen Einschränkungen; aufgrund der psychischen Faktoren in
Analogie zu 2006 weiterhin eine Einschränkung von rund 50% (vgl. act. G I 1.5-7).
A.i.
Im Jahr 2010 wurde der Versicherte (erneut) an mehreren Tagen im Auftrag der
Fahrzeughaftpflichtversicherung, der Basler Versicherung AG, Basel, observiert (vgl.
Vers.-act. A78, act. G I 1.3-6, G I 1.5-18). Mit Schreiben vom 9. Dezember 2010 teilte
die Versicherung dem Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Simon
Kehl, Bühler/AR, mit, dass sie aufgrund der erhaltenen IV-Akten sämtliche
Versicherungsleistungen rückwirkend per 30. November 2010 einstelle (Vers.-act. A73).
Der Rechtsvertreter des Versicherten erhob am 14. Dezember 2010 dagegen
Einsprache (Vers.-act. A74f.). Am 11. Februar 2011 teilte die Versicherung dem
Ergotherapeuten des Versicherten mit, dass keine Kostengutsprache mehr erfolge (vgl.
Vers.-act. A81). Am 23. Februar 2011 informierte die Versicherung, dass sie die
Taggelder auch noch für den Monat Februar 2011 ausrichte (vgl. Vers.-act. A82).
A.j.
In der Stellungnahme vom 18. Februar 2011 erklärte Dr. med. I._, Facharzt für
manuelle Medizin FMH, gestützt auf die vorgelegten medizinischen Akten und die
Observationsberichte vom 12. Mai, 30. Juli und 26. August 2010, dass der Versicherte
aus orthopädischer Sicht in adaptierter Tätigkeit (wechselbelastende, nicht
überwiegend in Rückenfehlstellungen auszuführende, mittelschwere Arbeit mit
Hebeleistungen zwischen 15 und 25 kg) voll arbeitsfähig sei. Bezüglich des
strukturellen Restbefundes am Rücken erachtete Dr. I._ ausgehend von mässigen
A.k.
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B.
Beanspruchungsschmerzen gestützt auf die Suva-Tabelle 7.2 eine
Integritätsentschädigung von 5% als angemessen (vgl. Vers.-act. M23).
Am 29. Juli 2013 stellte die Versicherung Dr. I._, Facharzt für manuelle Medizin,
Fragen zum psychischen Beschwerdebild, welche er mit Stellungnahme vom 12.
August 2013 beantwortete (vgl. Vers.-act. M28).
A.l.
Mit Verfügung vom 11. Dezember 2013 eröffnete die Versicherung dem
Versicherten, dass die für die Folgen des Unfalls vom 31. Oktober 2004 erbrachten
Leistungen (Taggelder und Heilungskosten) per 31. Dezember 2013 eingestellt würden.
Begründet wurde dies insbesondere damit, dass hinsichtlich der somatischen
Unfallfolgen der medizinische Endzustand seit längerer Zeit erreicht und der
Versicherte in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Die psychiatrischen
Beschwerden seien nicht im erforderlichen Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Als unfallbedingte und somit die
Erwerbsfähigkeit beeinflussende objektivierbare Befunde seien einzig die Restfolgen
der Lendenwirbelfraktur zu berücksichtigen. Gestützt auf einen Einkommensvergleich
(Validenlohn Fr. 78'915.-, Invalidenlohn Fr. 69'287.-) wurde ein Invaliditätsgrad von
12% ermittelt. Dem Versicherten wurde eine monatliche Invalidenrente von Fr. 657.- ab
dem 1. Januar 2014 und auf Basis einer Integritätseinbusse von 5% eine
Integritätsentschädigung von Fr. 5'340.- zugesprochen (Vers.-act. A91).
A.m.
Am 28. Januar 2014 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter gegen die
Verfügung vom 11. Dezember 2013 Einsprache erheben. Beantragt wurden die
Aufhebung der Verfügung, die Ausrichtung einer höheren Integritätsentschädigung
sowie weiterhin die Ausrichtung von Taggeldern und die Übernahme der
Heilungskosten. Eventualiter sei die Invalidenrente auf Basis eines Invaliditätsgrades
von 100% und eine höhere Integritätsentschädigung auszurichten (Vers.-act. A96).
B.a.
Im Gutachten vom 4. Februar 2016 zuhanden der Invalidenversicherung erklärten
Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Prof. Dr. med.
K._, Ordinarius für Rheumatologie und klinische Immunologie, Inselspital Bern, dass
aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr
B.b.
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gegeben sei und in angepasster Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit etwa 80% betrage. Die
psychiatrischen Einschränkungen liessen nur noch eine Tätigkeit im geschützten
Rahmen mit einem Pensum von ca. 4 Stunden und reduzierter Leistungsfähigkeit um
ca. 30% zu (vgl. act. G I 1.5). In der Stellungnahme vom 17. März 2016 erachtete der
RAD das Gutachten als schlüssig und nachvollziehbar. Es sei konklusiv von einer
Arbeitsfähigkeit von 40% im geschützten Rahmen auszugehen (act. G I 1.6).
Mit Verfügung vom 16. August 2016 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend ab dem 1. Oktober 2005 eine Dreiviertelsrente und ab dem 1. Februar
2016 eine ganze Invalidenrente zu (vgl. act. G I 1.7: Verfügung Rentenleistung vom 22.
Dezember 2016).
B.c.
Mit Verfügung vom 8. Dezember 2016 eröffnete die Versicherung dem
Versicherten, dass sie gestützt auf die rückwirkende Rentenzusprache der
Invalidenversicherung ab dem 1. Oktober 2005 die Überentschädigung geprüft habe.
Im massgebenden Zeitraum vom 31. Oktober 2004 bis 31. Dezember 2013 betrage die
Überentschädigung Fr. 30'602.20. Dieser Betrag werde von der Nachzahlung der
Invalidenversicherung von Fr. 418'481.- in Abzug gebracht (Vers.-act. A109).
B.d.
Am 26. Januar 2017 liess der Versicherte gegen die Verfügung vom 8. Dezember
2016 Einsprache erheben. Beantragt wurde die Aufhebung der Verfügung und der
Verzicht auf den Überentschädigungsabzug von der IV-Nachzahlung zu Gunsten der
Versicherung von Fr. 30'602.- bzw. die Rückerstattung dieses Betrages an den
Versicherten. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass dem Versicherten in Zeitraum
31. Oktober 2004 bis 31. Dezember 2013 unfallbedingte Mehrkosten von mindestens
Fr. 30'602.- entstanden seien (Vers.-act. A111). In der Einspracheergänzung vom
2. März 2017 machte der Versicherte unfallbedingte Anwaltskosten in der Höhe von
Fr. 51'786.- geltend. Da die unfallbedingten Mehrkosten den
Überentschädigungsabzug übersteigen würden, sei es einstweilen obsolet, in diesem
Verfahren noch weitere Kostenpositionen für medizinische Behandlungen und
Fahrtkosten geltend zu machen (Vers.-act. A117).
B.e.
Mit Einspracheentscheid vom 20. März 2017 wies die Versicherung die Einsprache
vom 28. Januar 2014 betreffend Versicherungsleistungen ab (zu Grunde liegende
B.f.
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C.
Verfügung vom 11. Dezember 2013). Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt,
dass der medizinische Endzustand hinsichtlich der somatischen Unfallfolgen seit
längerem erreicht und der Versicherte aufgrund der somatischen Unfallfolgen in einer
angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Die psychischen Beschwerden stünden in
keinem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 31. Oktober 2004 und seien
folglich nicht relevant. Die Invalidenrente (Invaliditätsgrad von 12%) und die
Integritätsentschädigung (Integritätsschaden von 5%) wurden bestätigt (Vers.-act.
A119). Gleichentags wies die Versicherung in einem separaten Einspracheentscheid die
Einsprache vom 28. Januar 2017 betreffend Überentschädigungsabzug ab (zu Grunde
liegende Verfügung vom 8. Dezember 2016). Zur Begründung wurde insbesondere
ausgeführt, dass die vom Versicherten geltend gemachten Anwaltskosten bei der
Überentschädigungsberechnung nicht berücksichtigt werden könnten, da die
Honorarrechnung zu wenig detailliert sei (Vers.-act. A118).
Gegen den Einspracheentscheid vom 20. März 2017 betreffend
Versicherungsleistungen erhob Rechtsanwalt Kehl für den Versicherten (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 10. Mai 2017 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom
11. Dezember 2013 sowie der Einspracheentscheid vom 20. März 2017 seien
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine
höhere Rente und eine höhere Integritätsentschädigung auszurichten; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen (Verfahren UV 2017/31; act. G I 1). Gleichentags erhob der
Rechtsvertreter gegen den Einspracheentscheid vom 20. März 2017 betreffend
Überentschädigungsabzug Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom 8.
Dezember 2016 sowie der Einspracheentscheid vom 20. März 2017 seien aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer Fr. 30'602.- zu
bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Verfahren UV 2017/32; act. G II 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Bürkle, Zürich, im Verfahren
UV 2017/31 die teilweise Gutheissung der Beschwerde in dem Sinne, als dass sie
verpflichtet werde, dem Beschwerdeführer eine Rente auf der Basis eines IV-Grades
von 20% auszurichten. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen (act. G I 7).
C.b.
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Erwägungen
1.
Die beiden Beschwerden des Beschwerdeführers vom 10. Mai 2017 (Verfahren UV
2017/31 und UV 2017/32) richten sich gegen die beiden Einspracheentscheide der
Beschwerdegegnerin vom 20. März 2017. Beiden Beschwerdeverfahren liegt der
gleiche Ausgangssachverhalt zu Grunde. Während das Beschwerdeverfahren UV
2017/31 die geltend gemachten Ansprüche des Beschwerdeführers auf Leistungen aus
der Unfallversicherung (Rente, Integritätsentschädigung) zum Gegenstand hat, geht es
im Verfahren UV 2017/32 um die Frage der Überentschädigung. Da der Entscheid im
erstgenannten Verfahren Einfluss auf den Entscheid im zweitgenannten Verfahren
zeitigen kann, die beiden Verfahren sowie die gestellten Rechtsbegehren sich ergänzen
und von den Parteien auch kein Antrag für eine einstweilige Sistierung des
Gleichentags beantragte der Rechtsvertreter im Verfahren UV 2017/32 die Abweisung
der Beschwerde vom 10. Mai 2017 betreffend Überentschädigungsabzug (act. G II 7).
Mit Repliken vom 15. November 2017 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers in beiden Verfahren (UV 2017/31 und UV 2017/32) unverändert an
den gestellten Anträgen fest (act. G I 11, G II 11).
C.c.
Mit Duplik vom 13. Februar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin im Verfahren UV
2017/31 unverändert an den Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeantwort vom 25.
September 2017 fest (act. G I 15). Gleichentags beantragte die Beschwerdegegnerin im
Verfahren UV 2017/32 die Ergänzung des Rechtsbegehrens um den Zusatz "soweit
darauf einzutreten ist" (act. G II 15).
C.d.
Mit Schreiben vom 22. Februar 2018 nahm der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers kurz Stellung zu den Dupliken vom 13. Februar 2017 (act. G I 17, G
II 17). Dies bewegte den Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin am 5. März 2018
kurz Stellung zu den Ausführungen des Beschwerdeführers vom 22. Februar 2018 zur
Überentschädigungsberechnung zu nehmen (Zulässigkeit der Berücksichtigung der
geltend gemachten anwaltlichen Aufwendungen; act. G II 19). Dies wiederum
veranlasste den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu einer kurzen Eingabe am
21. März 2018 mit ergänzenden Ausführungen zu den geltend gemachten anwaltlichen
Aufwendungen (act. G II 21).
C.e.
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Überentschädigungsverfahren (UV 2017/32) gestellt wurde, sind die beiden Verfahren
zu vereinigen und in einem Urteil zu erledigen (vgl. BGE 128 V 126 E. 1 und 128 V 194
E. 1, je mit Hinweisen).
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall vom 31. Oktober 2004 zur
Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
3.
Nachfolgend ist zuerst der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine höhere
Invalidenrente und eine höhere Integritätsentschädigung zu prüfen.
3.1.
3.2.
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid
betreffend Versicherungsleistungen (Vers.-act. A119) im Wesentlichen, dass bei den
somatischen Unfallfolgen der medizinische Endzustand erreicht sei und von keiner
namhaften Besserung mehr ausgegangen werden könne. Die psychischen Leiden des
Beschwerdeführers, da nicht adäquat kausal zum Unfallereignis vom 31. Oktober 2004,
seien vorliegend ausser Acht zu lassen. Trotz der somatischen Unfallfolgen sei der
Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Der mittels
Einkommensvergleichs ermittelte Invaliditätsgrad betrage 12%. Die
Integritätsentschädigung setzte sie auf 5% an. In der Beschwerdeantwort (vgl. act. G I
7) anerkannte die Beschwerdegegnerin - in Folge des berücksichtigten geringeren
Invalidenlohnes - neu einen Invaliditätsgrad von 20% und anerkannte, die
entsprechenden Rentenleistungen zu schulden.
3.2.1.
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, dass die Adäquanz
der psychischen Beschwerden zum Unfallereignis gegeben sei, weshalb die
psychischen Leiden mitzuberücksichtigen seien. Die Resterwerbsfähigkeit im
geschützten Rahmen liege bei 40%. Hinsichtlich des ersten Arbeitsmarktes sei von
3.2.2.
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4.
einer vollständig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der Invaliditätsgrad
betrage folglich 100%. Falls die psychischen Beschwerden nicht berücksichtigt
würden, sei beim Valideneinkommen von Fr. 91'846.- und beim Invalideneinkommen -
in Folge des um 20% reduzierten Arbeitspensums und eines 15%igen Teilzeitabzugs -
von Fr. 40'836.- auszugehen. Der Invaliditätsgrad betrage dann 56%. In Bezug auf die
körperlichen bzw. somatischen Leiden wird eine Integritätsentschädigung von 20%
gefordert. Die Entschädigung für die psychischen Leiden sei noch durch ein Gutachten
zu bestimmen (vgl. act. G I 1).
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte
Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente
zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des
medizinischen Endzustands bildet demgemäss in Nachachtung des
Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der
Integritätsentschädigung.
4.1.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
4.2.
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entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je
mit Hinweisen).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V
456 E. 5a). Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die
adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität, weitgehend mit der natürlichen Kausalität;
die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1). Für die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen
Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die
Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende
Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere
aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264
S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist
an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen
Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale
beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich
der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V
109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
4.3.
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte,
mittelschwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen
massgebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/aa, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995
Nr. U 215 S. 91).
4.3.1.
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Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem
gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres
verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter
Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein
solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu
verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
4.3.2.
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall
und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles
allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände,
welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte
beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen: besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der
ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134
V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa). Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die
Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten
Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein
einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall
handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar
als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58).
Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn
es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen
Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien
herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich
beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den
leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien
in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden
4.3.3.
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kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur
Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach
andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte
Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch
BGE 120 V 352 E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr.
U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche
Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE
120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
4.3.4.
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4;
Thomas Locher/ Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2017,
8C_766/2016, E. 2.2). Allerdings greift die vorgenannte Beweisregel erst dann Platz,
wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 55; BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 1).
4.4.
Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfall ist in
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1; vgl. Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 55). Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30;
Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; vgl. Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 58).
4.5.
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5.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31.
Dezember 2013 noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren, welche
die fortdauernd geklagten Beschwerden erklären konnten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern
sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen,
beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3; BGE 125 V 352 E. 3;
RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311ff.).
4.6.
Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
5.1.
5.2.
Echtzeitlich radiologisch nachgewiesen ist, dass sich der Beschwerdeführer
beim Unfall vom 31. Oktober 2004 eine LWK1-Deckplattenimpressionsfraktur zuzog
(vgl. Vers.-act. M1ff., M16-14).
5.2.1.
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Im Gutachten vom 24. Oktober 2006 erklärte die Orthopädin Dr. F._, dass der
Beschwerdeführer in Folge der LWK1-Fraktur nur noch leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten mit gelegentlichem Heben bis zu 10 - 15 kg ausführen könne. In einer
entsprechenden leidensangepassten Tätigkeit bestehe aus orthopädischer Sicht eine
um 20% reduzierte Arbeitsfähigkeit. Als Behandlungsoption nannte die Gutachterin
eine Versteifungsoperation (LWK1), deren Erfolg hinsichtlich Schmerzsymptomatik und
Reintegration am Arbeitsplatz jedoch eher zweifelhaft sei (vgl. Vers.-act. M16-16ff.).
5.2.2.
In der Stellungnahme vom 18. Februar 2011 bejahte Dr. I._ die natürliche
Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 31. Oktober
2004, wobei er jedoch die durch die Fraktur des Wirbels bedingte Belastungsintoleranz
des Rückens aufgrund der ihm vorgelegten Observationsergebnisse des Jahres 2010
(insbesondere die Autofahrt vom 2. Juli 2010 von der Schweiz nach Kroatien; vgl.
Vers.-act. A78) gegenüber seiner früheren Einschätzung relativierte. So ging er aus
somatischer Sicht neu von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit (wechselbelastende, mittelschwere Arbeit mit
Hebeleistungen zwischen 15 und 25 kg und die nicht überwiegend in
Rückenfehlstellungen ausgeführt werden muss) aus. Der Endzustand sei
wahrscheinlich seit Jahren (mindestens jedoch seit 5. Juli 2008) erreicht (vgl. Vers.-act.
M23).
5.2.3.
Im Gutachten des Inselspitals Bern vom 4. Februar 2016 (act. G I 1.5) erhob der
Rheumatologe und Immunologe Prof. K._ in somatischer Hinsicht mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit belastungsabhängige lumbo-spondylogene Schmerzen nach
LWK1-Fraktur 2004. Im Weiteren erklärte er, dass als Spätfolge des Traumas
respektive der Fraktur Spondylophyten ausgehend vom frakturierten LWK radiologisch
hätten nachgewiesen werden können. Dass diese segmentale Wirbelsäulenproblematik
bei Verharren in vorübergeneigter Position zu Schmerzen führe, sei plausibel. Aus
rheumatologischer Sicht bestehe für körperliche Tätigkeiten im Gartenbau eine
anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Körperlich leichte und mittelschwere
Tätigkeiten ohne Beugen, Aufrichten und Verharren in flektierter Position seien bei
Gewährung von bedarfsgerechten Pausen im Gesamtumfang von 11⁄2 Stunden bis zu 8
Stunden pro Tag möglich. Die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit betrage etwa
80%.
5.2.4.
In der Stellungnahme vom 17. März 2016 erachtete RAD-Ärztin Dr. med. L._
das Gutachten des Inselspitals Bern vom 4. Februar 2016 als schlüssig und
nachvollziehbar sowie aus medizinischer Sicht als nicht anfechtbar (vgl. act. G I 1.6).
5.2.5.
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6.
Im Weiteren ist zu prüfen, ob die psychischen Leiden des Beschwerdeführers in einem
Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 31. Oktober 2004 stehen.
Damit steht fest, dass die LWK1-Fraktur vom 31. Oktober 2004 zum Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 31. Dezember 2013 zwar verheilt war, jedoch weiterhin
körperliche Folgen zeitigte - u.a. die (belastungsabhängigen) thorako-lumbalen
Beschwerden und die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich des Ausmasses der
bleibenden somatischen Einschränkungen bestehen unterschiedliche fachärztliche
Einschätzungen. Der Auffassung von Dr. I._, dass die vom Beschwerdeführer
geklagten Rückenbeschwerden nicht invalidisierend seien, kann insbesondere in
Anbetracht der Ausführungen im polydisziplinären Gutachten des Inselspitals Bern vom
4. Februar 2016 nicht gefolgt werden, zumal die Gutachter nachvollziehbar und
überzeugend ausführten, dass sich aus den Observationen keine neuen Erkenntnisse
ergeben hätten, respektive die Ergebnisse zu den Beschwerden und Befunden
kongruent seien (vgl. act. G I 1.5-18). Daher ist gestützt auf die Gutachten der Jahre
2006 und 2016 aus somatischer Sicht in Bezug auf eine optimal leidensangepasste
Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. act. G 1.5-14 Ziff. 8.2.6:
Zu empfehlen wäre ein Wiedereinstieg zu 50%, über 6 Monate zu steigern auf 80% bis
100%.). Ausserdem ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2006 nicht mehr mit einer namhaften
Besserung der somatischen Leiden zu rechnen war.
5.3.
Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 31. Oktober 2004
und den psychischen Störungen des Beschwerdeführers ist im Sinne einer
Teilkausalität zu bejahen, wurden doch bereits im psychiatrischen Teilgutachten vom
11. September 2006 (vgl. Vers.-act. M15) von Dr. E._ insbesondere eine ängstlich-
depressive Anpassungsstörung mit erheblicher Chronifizierungstendenz und im
psychiatrischen Teilgutachten vom 12. Januar 2016 (vgl. act. G I 1.5) von Dr. F. I._
eine chronifizierte rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode, mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) sowie eine sonstige andauernde
Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.8) diagnostiziert.
6.1.
Hinsichtlich des Vorliegens der Adäquanz vertreten die Parteien unterschiedliche
Ansichten. Die Beschwerdegegnerin geht bezüglich des Unfalls höchstens von einem
mittelschweren Ereignis im mittleren Bereich aus. Da keines der erforderlichen
Zusatzkriterien erfüllt sei, sei die Adäquanz zu verneinen und seien die psychischen
Beschwerden ausser Acht zu lassen (vgl. act. G 7-11f., G 15-4ff.). Der
6.2.
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Beschwerdeführer dagegen geht davon aus, dass die erforderliche Anzahl an
Zusatzkriterien erfüllt und damit die Adäquanz der psychischen Beschwerden zum
Unfallereignis gegeben sei, weshalb die psychischen Leiden mitzuberücksichtigen
seien (vgl. act. G 1-6ff., G 11-2f.).
6.3.
Die Adäquanzprüfung in Bezug auf die noch vorliegenden psychischen
Beschwerden ist grundsätzlich zu dem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem keine
behandlungsbedürftigen organischen Unfallfolgen mehr vorliegen. Bei den psychischen
Fehlentwicklungen nach Unfall (BGE 115 V 133) haben die psychischen Unfallfolgen
auf den Zeitpunkt der Adäquanzbeurteilung keine Auswirkung, weshalb die
Adäquanzprüfung zu dem Zeitpunkt vorzunehmen ist, in welchem von einer
Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 116 E. 6.1; SVR 2007 UV
Nr. 29 S. 99, E. 3.1, U 98/06).
6.3.1.
Wie vorstehend in Erwägung 5 dargelegt, ist die LWK1-
Deckplattenimpressionsfraktur seit längerem verheilt. Mit einer namhaften
Verbesserung der somatisch bedingten Leiden und Einschränkungen konnte zum
Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2013 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht mehr gerechnet werden. Deshalb ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin die Prüfung der Adäquanz zu diesem Zeitpunkt
vornahm.
6.3.2.
Ob die für den Kausalzusammenhang erforderliche Adäquanz gegeben ist,
beurteilt sich nach der - oben (vgl. Erwägung 4.4) zitierten - für psychische Störungen
nach Unfällen geltenden höchstrichterlichen Rechtspraxis.
6.4.
6.5.
Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem augenfälligen
Geschehensablauf (BGE 115 V 139 Ingress E. 6) mit den sich dabei entwickelnden
Kräften (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]).
6.5.1.
Der allein massgebliche augenfällige Geschehensablauf des Unfalls vom 31.
Oktober 2004 beschränkte sich darauf, dass der Beschwerdeführer als Beifahrer in
einem Personenwagen sass, der bei einem Überholvorgang auf gerader Strecke
ausserorts ins Schleudern geriet, das überholte Fahrzeug seitlich streifte und
infolgedessen über den linken Fahrbahnrand geriet. Dort hob das Fahrzeug ab und folg
6.5.2.
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über einen Bachgraben. Nach rund 21 Meter setzte es auf und kam nach rund 47
Metern auf dem Wiesland zu stehen (vgl. act. G I 1.4). Das Fahrzeug flog zwar durch
die Luft, stürzte jedoch weder erheblich in die Tiefe noch wurde es abrupt gestoppt. Es
überschlug sich nicht und kam folglich auch nicht auf dem Dach zum Stillstand. Trotz
den Beschädigungen am Fahrzeug konnten die Insassen es selbständig verlassen.
Auch ohne Unfallgutachten kann davon ausgegangen werden, dass die auf die
Insassen wirkenden Kräfte, da das Fahrzeug nicht schlagartig zum Stillstand kam,
deutlich geringer gewesen sein müssen, als bei einer Frontalkollision bspw. mit einem
entgegenkommenden schweren Motorfahrzeug oder einem ortsfesten Hindernis. In
Anbetracht des Gesagten und der Aktenlage sowie in Übereinstimmung mit der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vorliegend von einem mittelschweren
Unfallereignis im mittleren Bereich auszugehen.
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs müssen folglich
mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien sind nur die
organisch bedingten Beschwerden zu berücksichtigen, während die psychisch
begründeten Anteile, deren hinreichender Zusammenhang mit dem Unfall den
Gegenstand der Prüfung bildet, ausgeklammert bleiben (BGE 115 V 133 E. 6c/aa; Urteil
des Bundesgerichts vom 17. September 2007, U 442/06, E. 4.1 mit Hinweis).
6.6.
Bei der Beurteilung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumstände
oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe
anzuwenden. Nicht was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch
vorgeht, soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher
Begleitumstände, bei ihr psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S.
209 E. 3b/cc). Zu beachten ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses
Adäquanzkriteriums ausreichen kann (vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Vorliegend
bestehen keine Hinweise auf besonders dramatische Begleitumstände oder eine
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vom 31. Oktober 2004. Wie erwähnt, konnten
die Fahrzeuginsassen das Unfallfahrzeug sofort aus eigenen Kräften verlassen. Das
Fahrzeug geriet weder in Brand noch landete es im (tiefen) Wasser. Dass das Fahrzeug
rund 20 Meter weit flog, ist zwar eindrücklich, jedoch nicht im besonderen Grade,
zumal es sich nicht um einen unkontrollierten Sturz in die Tiefe handelte und das
Fahrzeug sich auch nicht überschlug. Die Fahrzeuginsassen erhielten in kürzester Zeit
professionelle Hilfe. Keiner der Fahrzeuginsassen war bewusstlos, lebensgefährlich
verletzt oder starb gar auf der Unfallstelle. So erlitt der Fahrer nur leichte Verletzungen
6.6.1.
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(Prellungen am linken Unterarm sowie Rücken- und Nackenschmerzen). Der
zehnjährige Sohn des Beschwerdeführers, welcher beim Unfall auf dem Rücksitz sass,
erlitt nur eine leichte Schürfung an der linken Kieferseite. Der andere jugendliche
Mitfahrer wurde ebenfalls nur leicht verletzt (Nasenbeinbruch). Lediglich der
Beschwerdeführer wurde erheblicher verletzt. Da er über Rückenschmerzen klagte,
wurde er wohl vorsorglich nicht mit dem Ambulanzfahrzeug, sondern mit dem
Helikopter ins KSSG überführt. Bei dieser Ausgangslage ist das Kriterium als nicht
erfüllt einzustufen (vgl. act. G I 1, G I 1.4).
Beim Unfall erlitt der Beschwerdeführer eine Fraktur des ersten
Lendenwirbelkörpers (LWK1-Deckplattenimpressionsfraktur). Diese wurde mittels eines
Dreipunktekorsetts (Tragezeit von drei Monaten) und Physiotherapien konservativ
behandelt (vgl. Vers.-act. M1ff., M16-14). Die Fraktur heilte nach kurzer Zeit ab. Eine
Operation war nicht erforderlich. Bei einer LWK1-Deckplattenimpressionsfraktur ist -
selbst bei anhaltenden Restschmerzen und bei den gegebenen Umständen - nicht mit
einer psychischen Fehlentwicklung zu rechnen. Das Kriterium der Schwere oder
besonderen Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist daher zu verneinen.
6.6.2.
Zur Beantwortung der Frage der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
Behandlung ist nicht allein der zeitliche Massstab massgeblich. Ebenfalls in die Prüfung
einzubeziehen sind die Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit
davon noch eine Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05 E.
3.2.3, BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Die körperlichen Verletzungen waren rasch ausgeheilt.
Die Behandlung der somatischen Unfallfolgen beschränkte sich insbesondere auf
Physiotherapien. Zurück blieb ein schmerzhafter Endzustand, welcher (lediglich) die
Abgabe von Schmerzmitteln über Jahre hinweg erforderte. Da sich die medizinische
Behandlung bereits zwei Jahre nach dem Unfall fast ausschliesslich auf die
psychischen Leiden, welche vorliegend unbeachtlich sind, beschränkte, ist das
Kriterium nicht erfüllt.
6.6.3.
Aus den Akten ergeben sich keinerlei Hinweise auf eine ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. Dass mit der
Physiotherapie nicht bereits während des Tragens des Korsetts, sondern erst danach
begonnen wurde, ist vertretbar. Eine Fehlbehandlung liegt somit nicht vor. Das
Kriterium ist deshalb nicht erfüllt.
6.6.4.
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7.
Im Folgenden gilt es zu prüfen, ob der Beschwerdeführer wegen seiner somatischen
Unfallrestfolgen Anspruch auf eine Invalidenrente im Sinn von Art. 18 ff. UVG hat.
Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden, welche
auf den Unfall zurückgeführt werden können, deuten auch nicht auf einen schwierigen
Heilungsverlauf hin (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E.
4.3.2, und vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7). Das Kriterium ist ebenfalls nicht erfüllt.
6.6.5.
Der Beschwerdeführer konnte bereits wenige Monate nach dem Unfall seine
körperlich nicht adaptierte Arbeit, wenn auch sehr eingeschränkt, wieder aufnehmen.
Aus somatischer Sicht bestand spätestens seit der Begutachtung im Jahr 2006 eine 80
- 100%ige Arbeitsfähigkeit in Bezug auf leidensangepasste Tätigkeiten (vgl. Vers.-act.
M16-17f.). Das Kriterium Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist
daher nicht erfüllt.
6.6.6.
Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen kann in Anbetracht der
geklagten Schmerzen und der verordneten Medikation als erfüllt erachtet werden,
jedoch nicht in ausgeprägter Weise.
6.6.7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass maximal eines der zu berücksichtigenden
Kriterien erfüllt ist, jedoch nicht in ausgeprägter Weise. Der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 31. Oktober 2004 und den geklagten
psychischen Beschwerden ist deshalb zu verneinen. Damit sind bei der Festlegung des
Invaliditätsgrades und der Integritätsentschädigung lediglich die unfallbedingten
körperlichen bzw. somatischen Einschränkungen zu berücksichtigen.
6.7.
7.1.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte ausgehend von einem Valideneinkommen
von Fr. 78'915.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 69'287.- (LSE 2010, TA1, Total
Lohn für Männer aller Berufe, Anforderungsprofil 3/4, angepasst an die
Nominallohnentwicklung) einen Invaliditätsgrad von 12% (vgl. Vers.-act. A91-3f.,
A119-6). In der Beschwerdeantwort (vgl. act. G I 7) reduzierte sie das zu
berücksichtigende Invalideneinkommen auf Fr. 62'825.-, da sie nun beim Tabellenlohn
vom Anspruchsniveau 4 ausging, und anerkannte infolgedessen eine Invalidenrente auf
der Basis eines Invaliditätsgrades von 20% (vgl. act. G I 7).
7.1.1.
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Der Beschwerdeführer ging im Fall der Nichtberücksichtigung der psychischen
Beschwerden beim Valideneinkommen von Fr. 91'846.- und beim Invalideneinkommen
(unter Berücksichtigung der 80%igen Arbeitsfähigkeit und eines 15%igen
Teilzeitabzugs) von Fr. 40'836.- und infolgedessen von einem Invaliditätsgrad von 56%
aus (vgl. act. G I 1).
7.1.2.
Der Beschwerdeführer ging vor dem Unfall einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
nach. Daher ist der Invaliditätsgrad nach Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Verglichen werden das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen) und das Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
7.2.
7.3.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224, E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Zusätzliche Einkommensbestandteile wie Überstundenentschädigungen sind bei der
Bemessung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, wenn es sich um Entgelt mit
Lohncharakter und nicht um Spesenentschädigungen handelt (RKUV 1989 Nr. U 69 S.
180 E. 2c; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 400 S. 383 E. 2c sowie AHI 2002 S. 157 E. 3b).
Da aber die Invaliditätsbemessung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden
Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss, bildet Voraussetzung für die Berücksichtigung
eines derartigen Zusatzeinkommens, dass die versicherte Person aller Voraussicht
nach damit hätte rechnen können. Massgebend ist nach dem im Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit, ob die versicherte Person aufgrund ihrer konkreten
erwerblichen Situation und des tatsächlichen Arbeitseinsatzes vor dem Unfall
wahrscheinlich weiterhin ein Zusatzeinkommen hätte erzielen können; die blosse
Möglichkeit dazu genügt nicht (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 180 f. E. 2c).
7.3.1.
Gemäss den Lohnabrechnungen (vgl. Vers.-act. A13) erzielte der
Beschwerdeführer in den zwölf Monaten vor dem Unfall das in der nachfolgenden
7.3.2.
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Monat
Relevante Einkommensbestandteile [Fr.]
Total [Fr.]
November 2003
4'883.30 + 406.78 + 406.78 + 161.15
5'857.91
Dezember 2003
3'384.00 + 281.89 + 281.89 + 111.65
4'059.43
Januar 2004
4'488.50 + 373.80 + 373.80 + 145.70
5'381.80
Februar 2004
4'935.00 + 411.09 + 411.09 + 162.85
Tabelle ausgewiesene Einkommen. Folgende Lohnabrechnungspositionen wurden
dabei berücksichtigt: Stundenlohn, Feriengeld, Anteil 13. Monatslohn und
Feiertagsentschädigung. Nicht berücksichtigt wurden die Abrechnungspositionen
Kinderzulage und Haushaltsgeld (Haushaltungszulage; vgl. Art. 1a - 4 des
Bundesgesetzes über die Familienzulagen in der Landwirtschaft [FLG; SR 836.1]; vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2010, 8C_58/2010, E. 3.2). Da die monatlich
vom Verdienst in Abzug gebrachte Kost & Logis in der Höhe von Fr. 730.- dem
effektiven Wert der erbrachten Leistungen entsprechen dürfte, ist keine
Einkommenskorrektur erforderlich (vgl. Art. 7ff. der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]).
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5'920.03
März 2004
5'600.05 + 466.48 + 466.48 + 184.80
6'717.81
April 2004
5'259.30 + 438.10 + 438.10 + 173.35
6'308.85
Mai 2004
5'846.80 + 487.05 + 487.05 + 192.95
7'013.85
Juni 2004
6'081.80 + 506.61 + 506.61 + 200.70
7'295.72
Juli 2004
4'053.75 + 337.68 + 337.68 + 133.75
4'862.86
August 2004
6'161.70 + 513.27 + 513.27 + 203.35
7'391.59
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September 2004
5'788.05 + 482.14 + 482.14 + 191.00
6'943.33
Oktober 2004
5'611.80 + 467.46 + 467.46 + 185.20
6'731.91
Total zwölf Monate
74'485.09
Da der Stundenlohnansatz im betrachteten Zeitraum (November 2003 bis Oktober
2004) konstant war, bedarf es keiner Anpassung der beiden Monatslöhne des Jahres
2003 an das Lohnniveau des Jahres 2004.
Das ermittelte Einkommen von Fr. 74'485.09 liegt damit im Rahmen der Einkünfte der
vorangegangenen Jahre (vgl. IK-Auszug, act. G I 1.3: Jahr 2003: Fr. 73'565.-, 2002: Fr.
77'360.-, 2001: Fr. 74'184.-). Folglich kann darauf abgestellt werden.
7.4. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik
[BfS], Nominallohnentwicklung, Tabelle T1.93, Total, Index Männer, 2004: 113.3 und
2014: 127.3) beträgt das Valideneinkommen im Jahr 2014 gerundet Fr. 83'689.-.
7.5.
7.5.1. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei
der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen
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ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
so können nach der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne oder die bis 2019 von der
Suva erhobenen sogenannten DAP-Zahlen [DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen]
herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen).
7.5.2. Der Beschwerdeführer ging zum Zeitpunkt der Rentenprüfung - insbesondere
bedingt durch das psychische Leiden - keiner Erwerbstätigkeit nach. Das
Invalideneinkommen kann folglich nicht auf individuell-konkreter Basis bemessen
werden. Deshalb ist bei der Bemessung des Invalideneinkommens auf die
Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des BfS
abzustellen. In der Beschwerdeantwort anerkannte die Beschwerdegegnerin die
Forderung des Beschwerdeführers, dass bei der Tabellenlohnbestimmung vom Niveau
4 auszugehen sei (vgl. act. G I 7-14). Aufgrund der noch in Frage kommenden
Tätigkeiten erscheint das Abstellen auf das geringste Anforderungsniveau korrekt. Da
zum Verfügungszeitpunkt vom 16. August 2016 die LSE 2014 bereits publiziert war
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2017, 9C_414/2017, E. 4.2), ist
nicht auf die Tabellenlöhne der LSE 2010, sondern auf diejenigen der LSE 2014
abzustellen. Ausgehend vom Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 1 für Männer und
aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden pro
Woche resultiert ein Einkommen von Fr. 66'453.- (Fr. 5'312.- x 12 / 40 x 41.7).
7.6. Strittig ist, ob vom ermittelten Einkommen Abzüge vorzunehmen sind.
7.6.1. Vorliegend ist in Würdigung der Arztberichte von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
hinsichtlich optimal an das Leiden angepasster Tätigkeiten auszugehen, ist doch die
LWK1-Fraktur operationslos und ohne erkennbare relevante Probleme verheilt. So ist
die Achsenfehlstellung nur minim und betreffend Biomechanik irrelevant. Schmerzen
treten zudem nur beim Verharren in vornüber geneigter Position auf (vgl. Vers.-act.
M16-17, act. G 1.5-7/12). Zum von Prof. K._ erwähnten Pausenbedarf im
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Gesamtumfang von 1.5 Stunden ist anzumerken, dass der Arzt diesen lediglich als
"sinnvoll" und "nach Bedarf" und nicht als zwingend einstufte. Zudem ging er von einer
Steigerung der Arbeitsfähigkeit innert 6 Monaten von 50% auf 80% bis 100% aus. Im
Übrigen sind dem Beschwerdeführer nicht nur leichte, sondern auch mittelschwere
Arbeiten zumutbar (act. G 1.5-14). Folglich ist vom einem 100%igen Arbeitspensum in
einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
7.6.2. Der Beschwerdeführer verlangt einen Tabellenlohnabzug bzw. einen
Teilzeitabzug von 15%, da er (unter Ausklammerung der psychischen Beschwerden)
nur noch leichte Tätigkeiten verrichten könne (vgl. act. G I 1-8f.). Die
Beschwerdegegnerin erachtet mit Verweis auf die volle Arbeitsfähigkeit einen Abzug als
nicht gerechtfertigt. Vorliegend sind keine besonderen Erschwernisse im Sinne der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ersichtlich, die einen Tabellenlohnabzug
rechtfertigen würden, zumal die psychisch bedingten Leiden bzw. Beeinträchtigungen -
da nicht unfallkausal - ausser Acht zu lassen sind. Das Invalideneinkommen bezogen
auf das Jahr 2014 beträgt somit Fr. 66'453.-.
7.7. Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 83'689.- und des
Invalideneinkommens von Fr. 66'453.- resultiert ein Invaliditätsgrad aus somatischen
Gründen von 20.6%.
7.8. Der Beschwerdeführer hat folglich einen Anspruch auf eine Invalidenrente aus der
Unfallversicherung auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 21% ab dem 1. Januar
2014.
8.
Im Weiteren ist die Höhe der Integritätsentschädigung umstritten.
8.1. Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer gestützt auf die
Einschätzung von Dr. I._ vom 18. Februar 2011 (vgl. Vers.-act. M23) eine
Integritätsentschädigung von 5 % zu. Eine Entschädigung für die psychischen
Beeinträchtigungen lehnte sie ab, da diese nicht unfallkausal seien (vgl. Vers.-act.
A91-4, A119-6f.; act. G I 7-16, G I 15-10). Der Beschwerdeführer beantragt eine
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Integritätsentschädigung aus orthopädischer Sicht von 20% und verweist dabei auf
das Gutachten vom 24. Oktober 2006 (vgl. Vers.-act. M16-19) und die Beurteilung des
beratenden Arztes der Versicherung vom 9. Februar 2007 (vgl. Vers.-act. M17: wonach
grundsätzlich weder am orthopädischen noch am psychiatrischen Gutachten etwas
Wesentliches auszusetzen sei). Im Weiteren fordert er eine Entschädigung für die
psychischen Folgen, deren Höhe durch die Gutachter des Inselspitals Bern noch zu
bestimmen sei (act. G I 1-2/9).
8.2.
8.2.1. Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht
übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft
(Art. 25 Abs. 1 UVG).
8.2.2. Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1
dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er
voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht.
Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der
Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für
die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen
mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren
Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten
Beeinträchtigung festgesetzt (Abs. 3).
8.2.3. Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische
Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten
Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen
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Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem
Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die
gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff.
1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust
gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der
Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz
entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
8.2.4. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog.
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen
zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz
des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen
nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten,
mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
8.3. Vorweg ist festzuhalten, dass für die nicht unfallkausalen psychischen Leiden (vgl.
Erwägung 6.7) eine Integritätsentschädigung ausser Betracht fällt. Dem Beweisantrag
für eine Ergänzung des psychiatrischen Gutachtens ist deshalb keine Folge zu geben
(vgl. act. G I 1-9).
8.4. Unbestritten ist, dass sich in somatischer bzw. orthopädischer Hinsicht der
Integritätsschaden grundsätzlich nach der Suva-Feinrastertabelle 7 richtet. Da sich der
Beschwerdeführer eine LWK1-Fraktur zugezogen hat, ist die Ziffer 1 "Frakturen: LWS/
BWS/HWS" dieser Tabelle anwendbar.
8.5. Im polydisziplinären Gutachten vom 24. Oktober 2006 wurde radiologisch eine in
20° kyphotischer Knickbildung konsolidierte LWK1-Fraktur erhoben (vgl. Vers.-act.
M16-16). Dr. I._ erhob dagegen eine Knickbildung von 12° (vgl. Vers.-act. M23-4). Da
beide erhobenen Werte im Bereich von 10° bis 20° liegen, ist nachfolgend von den
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mittleren Tabellenwerten auszugehen. Gemäss der Rechtsprechung richtet sich die
Beurteilung von körperlichen Dauerbeschwerden nach den glaubhaften Schmerzen
und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden
im Lebensalltag erfährt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2009,
8C_172/2009, E. 5.3.3). Gutachterin Dr. F._ ging bei der Einstufung der Schmerzen
von einem "++"-Fall aus ("geringe Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt, auch in
Ruhe"; vgl. Vers.-act. M16-19). Dr. I._ ging dagegen von einem "+"-Fall aus (mässige
Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder keine, gute und rasche Erholung [1-2
Tage]; vgl. Vers.-act. M23-4). Die Einstufung als "+" bzw. "++"-Fall rechtfertigt von
einem Integritätsschaden von 5% bis 10% bzw. 10% bis 20% auszugehen. Gestützt
auf die Aktenlage zu den Schmerzen des Beschwerdeführers und deren Auswirkungen
im Lebensalltag erscheint - auch in Berücksichtigung der Observationserkenntnisse
(vgl. act. G I 1.5-18) - ein Integritätsschaden von 10% als korrekt und angemessen.
8.6. Nach dem Gesagten ist aus somatischer bzw. rheumatologischer Hinsicht von
einem Integritätsschaden von 10% auszugehen. In diesem Umfang ist die Beschwerde
gutzuheissen.
9.
Im Weiteren ist strittig, ob eine Überentschädigung vorliegt und infolgedessen eine
Kürzung der Versicherungsleistungen (Rentennachzahlung der Invalidenversicherung)
gerechtfertigt ist.
9.1. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2016 (Vers.-act. A109; vgl. insbesondere auch die
Berechnungen im gleichen Aktorum), die mit Einspracheentscheid vom 20. Mai 2017
(Vers.-act. A118) bestätigt wurde, stellte die Beschwerdegegnerin fest, dass der
Beschwerdeführer in der Zeit zwischen 31. Oktober 2004 bis 31. Dezember 2013
Taggelder der Unfallversicherung in der Höhe von Fr. 491'519.35 und Rentenleistungen
der Eidgenössischen Invalidenversicherung von Fr. 344'130.-, mithin insgesamt Fr.
835'649.35 erhalten hatte. Für die genannte Zeit ging sie von einem mutmasslichen
Verdienstausfall von Fr. 805'047.15 aus und ermittelte infolgedessen eine
Überentschädigung in der Höhe von Fr. 30'602.20 (Fr. 835'649.35 abzüglich
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Fr. 805'047.15), welche sie mit Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung
verrechnete (vgl. Verfügung vom 8. Dezember 2016, Vers.-act. A109).
9.2. Der Beschwerdeführer zog die ziffernmässige Berechnung der Überentschädigung
beziehungsweise die Höhe der diversen Faktoren (Höhe der Taggelder, der
Invalidenrente und des mutmasslich entgangenen Verdienstes) nicht in Zweifel.
Nachfolgend ist deshalb von diesen Werten auszugehen. Gerügt wird dagegen vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, dass die Beschwerdegegnerin die
unfallbedingten Mehrkosten wie die "Netto"-Anwaltskosten von Fr. 40'537.-
(Anwaltskosten von Fr. 40'775.- [133 Std. 55 Min à Fr. 300.-], zuzüglich 8%-MwSt. von
Fr. 3'262.-, abzüglich die vom Versicherungsgericht im Verfahren IV 2012/29
zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 3'500.-), die selbstgetragenen
Behandlungskosten von Fr. 2'248.- und die Fahrkosten von Fr. 2'283.20, insgesamt
mindestens Fr. 45'068.20 bei der Berechnung der Überentschädigung nicht
berücksichtigt habe. Da bei Berücksichtigung der Mehrkosten keine
Überentschädigung vorliege, sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, dem
Beschwerdeführer Fr. 30'602.- zu bezahlen (vgl. act. G II 1, G II 1.3, G II 1.4, G II 1.5).
9.3. Gemäss Art. 68 ATSG werden Taggelder unter Vorbehalt der Überentschädigung
kumulativ zu Renten anderer Sozialversicherungen gewährt. Nach Art. 69 ATSG darf
das Zusammentreffen von Leistungen verschiedener Sozialversicherungen nicht zu
einer Überentschädigung der berechtigten Person führen. Bei der Berechnung der
Überentschädigung werden nur Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung
berücksichtigt, die der anspruchsberechtigten Person aufgrund des schädigenden
Ereignisses gewährt werden (Abs. 1). Eine Überentschädigung liegt in dem Masse vor,
als die gesetzlichen Sozialversicherungsleistungen den wegen des Versicherungsfalls
mutmasslich entgangenen Verdienst zuzüglich der durch den Versicherungsfall
verursachten Mehrkosten und allfälliger Einkommenseinbussen von Angehörigen
übersteigen (Abs. 2). Die Leistungen werden um den Betrag der Überentschädigung
gekürzt. Von einer Kürzung ausgeschlossen sind die Renten der AHV und der IV sowie
alle Hilflosen- und Integritätsentschädigungen. Bei Kapitalleistungen wird der
Rentenwert berücksichtigt (Abs. 3).
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9.4. Unter die Mehrkosten im Sinne von Art. 69 Abs. 2 ATSG sind grundsätzlich auch
die dem Versicherten entstandenen Anwaltskosten zu subsumieren; dies indes nur,
soweit sie durch den Versicherungsfall entstanden sind, mithin zur Erlangung der für
die Überentschädigungsberechnung massgebenden Sozialversicherungsleistungen
notwendig waren, nicht durch eine Parteientschädigung abgegolten worden sind und
nicht von einer Rechtsschutzversicherung übernommen werden (vgl. BGE 139 V 108 E.
6 mit Hinweis). Konkret sind dies die Aufwendungen, die zur Erlangung der für die
Überentschädigungsberechnung massgebenden Sozialversicherungsleistungen
notwendig waren.
9.5. Als Nachweis für die entstandenen Anwaltskosten reichte der Beschwerdeführer
im Einspracheverfahren eine Honorarnote vom 5. Januar 2017 für den Zeitraum von 19.
August 2010 bis 5. Januar 2017 über Fr. 47'950.- (159 Std. 50 Min. à Fr. 300.-/Std.)
zuzüglich Fr. 3'836.- Mehrwertsteuer ein (Vers.-act. A117). Wie sich die grösste
Aufwandposition von 154.55 Stunden, welche den Zeitraum 19. August 2010 bis 31.
August 2016 betrifft, zusammensetzt, ist aus der Honorarnote nicht ersichtlich. So kann
insbesondere nicht nachvollzogen werden, inwieweit es sich dabei um notwendige
Aufwendungen handelte. Die Beschwerdegegnerin machte denn auch geltend, dass
die Honorarnote nicht nachvollziehbar sei, und wies drauf hin, dass Aufwendungen im
Zusammenhang mit der Geltendmachung von Haftpflichtversicherungsansprüchen
nicht geltend gemacht werden dürften. Zudem sei aus der Honorarnote nicht
ersichtlich, ob die Anwaltskosten vom Haftpflichtversicherer zurückerstattet worden
seien (vgl. Vers.-act. A118-4). Aufgrund der geäusserten Kritik reichte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit der Beschwerde vom 10. Mai 2017 eine
neue detailliertere Honorarnote in geringerer Höhe ein (vgl. act. G II 1.5). Zur neuen
Honorarnote erklärte er, dass die Aufwendungen für die Geltendmachung von
Haftpflichtversicherungsansprüchen ausgesondert worden seien. Die neue
Honorarnote enthalte nur noch die Bemühungen zur Erlangung der für die
Überentschädigungsberechnung massgebenden Sozialversicherungsleistungen. Ferner
sei die vom Versicherungsgericht mit Entscheid vom 13. August 2014 (IV 2014/27)
zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 3'500.- in Abzug gebracht worden. Die
geltend gemachten Anwaltskosten beliefen sich nun auf Fr. 40'537.- (Fr. 40'775.- [135
Std. 55 Min. à Fr. 300.-/Std.], zuzüglich Fr. 3'262.- Mehrwertsteuer, abzüglich der
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-). In der Beschwerdeantwort vom 25. September
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2017 forderte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde hinsichtlich der
Überentschädigung, da sie nicht stichhaltig sei. Gerügt wurde insbesondere, dass sich
aus den eingereichten Rechnungen und den Honorarabrechnungen nicht ergebe, wofür
die geltend gemachten Aufwände stünden. Zudem bestehe Ungewissheit, ob der
Beschwerdeführer für die geltend gemachten Schadenspositionen noch keine
Vergütungen vom Haftpflichtversicherer erhalten habe (vgl. act. G II 7-16ff.). In der
Replik vom 15. November 2017 rügte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
insbesondere, dass die Beschwerdegegnerin die Anwaltskosten nicht substantiiert
bestritten bzw. konkrete Positionen im Zeitaufschrieb in Frage gestellt habe. Zur Frage,
ob der Beschwerdeführer vom Haftpflichtversicherer Entschädigungen erhalten habe,
führte der Rechtsvertreter aus, dass lediglich die Anwaltskosten, welche die Zeit vor
dem 19. August 2010 betreffen würden, vom Haftpflichtversicherer erstattet worden
seien (vgl. act. G II 11). In der Duplik vom 13. Februar 2018 machte die
Beschwerdegegnerin erneut geltend, dass die aufgeführten Mehraufwendungen zu
wenig substantiiert und deshalb nicht zu berücksichtigen seien (vgl. act. G II 15-10f.). In
der Eingabe vom 21. März 2018 erklärte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
hinsichtlich der Anmerkung der Beschwerdegegnerin zum Vorliegen einer
Rechtschutzversicherung, dass der Beschwerdeführer für den vorliegenden Fall über
keine Rechtschutzversicherung verfüge (act. G II 20).
9.6. Zuerst ist auf den formellen Antrag der Beschwerdegegnerin einzugehen. So
beantragte sie in der Duplik vom 13. Februar 2018, nicht auf die Rüge des
Beschwerdeführers bezüglich Überentschädigung einzutreten. Zur Begründung wurde
angeführt, dass aufgrund des im Beschwerdeverfahrens angepassten
Invaliditätsgrades die Überentschädigung ohnehin neu zu berechnen sei. Die
Überentschädigung aus dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. Mai 2017
sei somit hinfällig, weshalb dem Beschwerdeführer für die Rüge in Bezug die
Überentschädigung mangels Anfechtungsobjekts die Beschwerdelegitimität
abzusprechen sei (vgl. act. G II 15-10f.). Dazu ist festzustellen, dass durch den höheren
Invaliditätsgrad zwar eine höhere Invalidenrente aus der Unfallversicherung resultiert,
die Rente jedoch erst ab dem 1. Januar 2014 ausgerichtet wird. Die
Überentschädigungsprüfung betrifft dagegen den vorangegangenen Zeitraum vom 31.
Oktober 2004 bis 31. Dezember 2013. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern eine ab
dem 1. Januar 2014 zu entrichtende Invalidenrente aus der Unfallversicherung einen
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Einfluss auf die hier zu prüfende Überentschädigung haben soll. Der
Nichteintretensantrag der Beschwerdegegnerin ist daher abzuweisen.
9.7. In materieller Hinsicht ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit der
Beschwerde vom 10. Mai 2017 eine (überarbeitete) Honorarnote mit rund 180
Einzelpositionen eingereicht hat (act. G II 1.5). Die Einzelpositionen betreffen den
Zeitraum vom 19. August 2010 bis 5. Mai 2017. Bei jeder Position sind vermerkt das
Datum, die Tätigkeit und der Zeitaufwand. Der grösste Zeitaufwand einer Einzelposition
beträgt 9 Stunden. Der erforderliche Detaillierungsgrad ist damit vorliegend als erfüllt
zu betrachten. Vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wurde erklärt, dass der
Haftpflichtversicherer zwar Anwaltskosten vergütet habe, jedoch nur diejenigen, die vor
dem 19. August 2010 angefallen seien und selbst hinsichtlich dieser Vergütung bestehe
ein Rückforderungsvorbehalt. Diese Erklärung sowie die Aussage, dass der
Beschwerdeführer in dieser Sache über keine Rechtschutzversicherung verfüge,
vermag in Anbetracht der eingereichten Dokumente zu überzeugen (vgl. G II 11-7, G II
11.1f., G II 20). Während in der ersten Honorarnote noch ein Zeitaufwand von 159 Std.
50 Min ausgewiesen wurde, beläuft sich dieser nach Abzug der Aufwendungen für
Haftpflichtversicherungsbelange noch auf 135 Std. 55 Min. In Anbetracht der
Komplexität des Falles mit somatischen und psychischen sowie unfall- und nicht
unfallbedingten Leiden, mehreren involvierten Sozialversicherern, mehrfacher
Begutachtung und der sehr langen Verfahrensdauer erscheinen die geltend gemachten
Zeitaufwände für die genannten Tätigkeiten als angemessen und erforderlich, zumal
von der Beschwerdegegnerin auch keine konkreten Einwände zu einzelnen Positionen
der Honorarnote vorgebracht worden sind. Ein Vergleich der Aufwandpositionen mit
den vorliegenden Akten vermag zu bestätigen, dass nur Aufwandpositionen aufgeführt
sind, welche zum Erlangen von Leistungen der Sozialversicherungen erforderlich
waren. Zum Stundenansatz von Fr. 300.- ist festzustellen, dass dieser noch vertretbar
ist. Die geltend gemachten anwaltlichen Aufwendungen in der Höhe von Fr. 40'537.-
sind ausgewiesen und daher als Mehraufwendungen im Rahmen der
Überentschädigungsberechnung zuzulassen.
9.8. Die von der Beschwerdegegnerin ermittelte Überentschädigung beträgt Fr.
30'602.20 (vgl. Erwägung 9.1). Nach Abzug der Anwaltskosten von Fr. 40'537.- (vgl.
Erwägung 9.7) und in Berücksichtigung der in diesem Entscheid zugesprochenen
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Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (vgl. Erwägung 10.4) liegt keine
Überentschädigung mehr vor (Fr. 30'602.50 - Fr. 40'537.- + Fr. 3'500 = Fr. - 6'434.50).
Auf die anderen geltend gemachten Mehraufwendungen (vgl. G II 1.3f.) ist bei dieser
Ausganglage nicht mehr weiter einzugehen.
9.9. Aus dem Gesagten resultiert, dass der von der Beschwerdegegnerin von der
Rentennachzahlung der Invalidenversicherung in Abzug gebrachte Betrag von Fr.
30'602.20 nicht gerechtfertigt war und deshalb zu erstatten ist.
10.
10.1. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde betreffend
Versicherungsleistungen (Verfahren UV 2017/31) teilweise gutzuheissen, der
Einspracheentscheid vom 20. März 2017 aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1.
Januar 2014 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 21% sowie
eine Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integritätsschadens von 10%
zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung und der
Integritätsentschädigung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
10.2. Die Beschwerde betreffend Überentschädigung (Verfahren UV 2017/32) ist
gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 20. März 2017 aufzuheben. Der
Beschwerdeführer hat Anspruch Versicherungsleistungen ohne
Überentschädigungskürzung.
10.3. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
10.4. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der obsiegende Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteientschädigung
ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal
Fr. 1'500.- bis Fr. 15'000.-. In Anbetracht zweier dem Entscheid zugrundeliegender
Verfahren (UV 2017/31 und UV 2017/32) und mit Blick auf die Mehrzahl an Streitfragen
(Kausalität psychischer Beschwerden, Rente, Integritätsentschädigung,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 36/36
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Überentschädigung) ist im Vergleich zu anderen Verfahren von einem
überdurchschnittlichen Aufwand auszugehen. Daher erscheint in Berücksichtigung des
nur teilweisen Obsiegens eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.