Decision ID: 36ea984d-8128-4179-b8db-5d6d8db8878c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1961, war zuletzt
von Januar 1999
bis Juli
2009 als Marktsteller/Marktfahrer
selbständig
erwerbstätig (Urk. 7/2 Ziff. 5.4). Am
1. März 2010 meldete er sich wegen eines
zerviko
-brachialen Syndroms, einer
Diskusprotrusion
C7, Nackenschmerzen sowie Rückenschmerzen bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
medizinische Berichte (Urk. 7/7, Urk. 7/19), ein orthopädisches Gutachten (Urk. 7/24) sowie Auszüge aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszüge; Urk. 7/10, Urk. 7/28) ein und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 7/8-9, Urk. 7/17-18).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/
31-78) holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte (Urk. 7/41, Urk. 7/44, Urk. 7/46, Urk. 7/49, Urk. 7/51-52) sowie ein polydisziplinäres Gutachten (Urk. 7/63) ein.
Mit Verfügung vom 19. August 2013 (Urk. 7/103 = Urk. 2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversiche
rung.
2.
Gegen die Verfügung vom 19. August 2013 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 13. September 2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei aufzuheben, und es seien ihm ausgehend von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mit Wirkung ab dem 1. Juli 2010 die gesetzlichen Leistungen zu er
bringen. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzu
weisen (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2013 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
3
.
Dezember 2013
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann ab
zusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 116 V 182 E. 3c und d; Urteil des Bundesgerichts I 30/00 vom 19. April 2000 E. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
gestützt auf ihre Abklärungen davon aus,
da
ss
kein psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, der eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöge
und deshalb in psychischer Hinsicht
nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden
könne
.
Es lägen psychosoziale Faktoren vor, welche zu einer Verstärkung der psychischen Symptomatik geführt hätten, jedoch unberück
sichtigt bleiben müssten. Die diagnostizierte mitte
lgradige depressive Episode sei bei der Begutachtung bereits teilweise remittiert gewesen. Ausserdem handle es sich lediglich um ein vorübergehendes Leiden, womit keine selbständige psy
chische
Komorbidität
vorliege. Es lägen ausserdem weder ein mehrjähriger Krankheitsverlauf, noch ein ausgewiesener sozialer Rückzug oder ein primärer Krankheitsgewinn vor. Die chronische Schmerzstörung sowie die daraus resul
tierende depressive Symptomatik könnten keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit bewirken.
Die
Opioidabhängigkeit
habe keinen verselbständigten
Ge
sundheitsschaden
bewirkt.
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem beschw
erdeweise (Urk. 1) entgegen, die Gutach
ter hätten aufgrund der v
erabreichten Medikamente
keine verlässliche Einschät
zung des Gesundheitszustandes und damit auch der Arbeitsfähigkeit vornehmen können.
Die Arbeitsfähigkeit könne erst nach der Anpassung der Medikation zuverlässig eingeschätzt werden, die Beschwerdegegnerin habe ihm ja daher eine Schadenminderungspflicht auferlegt. Die Medikation sei nunmehr umge
stellt, weshalb nun allenfalls eine ergänzende Begutachtung zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nötig sei.
Aus fachärztlicher Sicht gehe klar hervor, dass eine chronische Depression von mittelgradiger Schwere vorliege. Zusammenfassend sei auf das Gutachten, wonach ihm eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, abzustellen, ansonsten sei es zu ergänzen oder eine neue Begut
achtung vorzunehmen.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit dem Gesundheitszustand und der Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers verhält
,
und
auf welche
Berichte zur Be
antwortung dieser Fragen ab
zustellen ist.
3.
3.1
Die Ärzte
der
Y._
berichteten mit Austrittsbericht vom
24. Mai 2010 (Urk. 7/19/8-10) über
die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers
vom 24.
Mai 20
10 bis
zum
21.
Juni 20
10
.
Als Hauptdiagnose nannten sie ein
chro
nisches
zervik
o
cephales
und
thorak
o
brachiales
Schmerzsyndrom beidseits
und
führten aus
,
im Rahmen der interdisziplinären Therapien habe der Beschwerde
führer
deutlich
profitiert. Insgesamt habe sich der Beschwerdeführer sehr gut gefühlt. Die
A
rbeitsfähigkeit werde
mit 50
%
beziffert
, hälftig am Morgen und hälftig am Nachmittag.
Überkopfarbeiten
,
PC-Arbeiten
und
das
Heben von Las
ten über 5 kg
seien ihm nicht mehr zumutbar.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Innere
Medizin FMH, berichtete am 10. August 2010 (Urk. 7/19/5-7) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
chronisches
zerviko-cephales
und
thorako
-brachiales Schmerzsyndrom beidseits
Diskusprotrusionen
und
ossäre
Foraminalstenose
C3/4 rechts mit
zer
viko-radikulärem
Irritationssyndrom C3 rechts
Wirbelkörperblockierungen und muskuläre
Dysbalance
im Nacken-Schultergürtelbereich
Sie
führte aus, durch den
Therapieaufenthalt in der
Y._
seien die
Schmerzen des Beschwerdeführers
leichtgradig
rückläufig
gewesen.
Insge
samt sei jedoch mit einem chronischen Schmerzverlauf zu rechnen
(S. 2
Ziff.
1.4)
. Der Beschwerdeführer sei vom 17. Juli 2009 bis zum 1
2.
Dezember 2009 zu 100
%
, vom 13. Dezember 2009 bis zum 28. Februar 2010 zu 50
%
, vom 1. März 2010 bis zum 30. April 2010 zu 100
%
, vom 1. Mai 2010 bis zum 24. Mai 2010 zu 70
%
, hernach bis zum 21. Juni 2010 zu 100
%
und seit dem 2
2.
Juni 2010 bis aktuell zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen
(S. 2
Ziff.
1.6)
. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer noch zu 50
%
zumutbar. Er dürfe jedoch keine Lasten über 10 kg heben und vor allem keine Überkopfarbeiten tä
tigen. Eine angepasste Tätigkeit ohne das Heben von Lasten und ohne
Über
kopfarbeiten
sei dem Beschwerdeführer wahrscheinlich ebenfalls zu 50
%
mög
lich
(S. 2 f.
Ziff.
1.7)
.
3.3
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, erstattete ihr orthopädisches Gutachten am 6. Dezember 2010 (Urk. 7/24) gestützt auf die Akten, die Aussagen des Beschwerdeführers sowie die klinische und röntgenologische Untersuchung
vom 30. November 2010
. Sie nannte folgende Diagnose (S. 12 unten):
zervikales
vertebragenes
Schmerzsyndrom, zur Zeit ohne Hinweis auf
Wur
zelreizsyndrom
bei nachgewiesenem kleinen Bandscheibenvorfall C3/4 und C6/7
Sie führte aus,
die
Tätigkeit als Marktfahrer
sei dem Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar wegen
der
Überkopfarbeiten und
dem
Heben
von schweren
Lasten
(S. 13 oben). I
n
einer
angepassten Tätigk
eit sei der Beschwerdeführer zu
100
%
arbeitsfähig. Er zeige zurzeit keinen Hinweis auf ein Wurzelreizsyndrom. Die Beschwerden in der Halswirbelsäule seien glaubhaft. Es fänden sich jedoch
keine schweren Muskelfunktionsstörungen,
so dass ihm
seit
der
Entlassung aus
der
Y._
im Juni 2010
eine ganztägige Tätigkeit durchaus zumut
bar sei (S. 13 Mitte).
3.4
Dr.
med.
B._
, Praktischer
Arzt FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 27. Dezember 2010 Stellung (Urk. 7/30/4) und führte aus, es sei auf das
Gutachten von
Dr.
A._
abzustel
len
. F
ür
die
bisherige Tätigkeit bestehe ab Juli 2009 eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit.
Eine
angepasste Tätigkeit sei
dem Beschwerdeführer seit
Juli
20
10 zu 100
%
zumutbar
. V
orher
habe
auch diesbezüglich
eine
100%
ige Arbeitsunfä
higkeit bestanden.
3.5
Dr
.
Z._
berichtete
am 10. April 2011 (Urk. 7/41/6-7)
. Sie
nannte die be
kannten Diagnosen (vgl. vorstehend E. 3.2) und diagnostizierte neu zusätzlich eine schwere depressive Episode seit November 2010 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1). Sie führte aus,
seit ihrem letzten Bericht seien
die Schmerzen im Nacken-und
Schulterbereich zunehmend
(S. 1
Ziff.
1.4). Im Weiteren bestehe eine depressive Symptomatik mit
Chronifizierungstendenz
(S. 2
Ziff.
1.4). A
ls Marktfahrer
sei der Beschwerdeführer
seit
dem
2
2.
Juni 20
10 bis
zum
31.
Januar 20
11
zu
50
%
arbeitsunfähig gewesen
, seit
dem
1.
Februar 20
11 bis aktuell
bestehe eine
100%
ige Arbeitsunfähigkeit. Eine
angepasste Tätigkeit
sei ihm
auch
zu
max
imal
50
%
zumutbar (S. 2
Ziff.
1.7).
3.6
Dr.
med.
C._
,
Orthopädische Chirurgie FMH, erstattete sein orthopä
disches Gutachten am 27. April 2011 (Urk. 7/44) gestützt auf
die Akten, die Befunde, die Befragung und Untersuchung des Beschwerdeführers sowie die Untersuchungsbefunde. Er nannte folgende Diagnosen
(S. 5):
chronifizierte
Zervikobrachialgie
beidseits
im MRI nachgewiesene kleine Bandscheibenvorfälle C3/4 und C6/7
Er führte aus, die
vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden könnten bei
der Untersuchung bestätigt
und objektiviert
werden. Ausserdem bestünden ein
Lumbalsyndrom und
eine
ausgesprochene
langgezogene Hyperkyphose
.
Aktuell
bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Marktfahrer
eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit. Hingegen bestehe in einer bestmöglich adaptierten Tätigkeit
seit Mitte 2010
eine
80%
ige Arbeitsfähigkeit (S. 5 unten).
Dem Beschwerdefüh
rer sei eine leichte- bis mittelschwere Tätigkeit, vornehmlich in
Wechselbelas
tung
, ohne Überkopfarbeiten und ohne Vibrationen, ohne längeres Verharren in
vornübergeneigter
Haltung und ohne asymmetrische Lasteinwirkung, mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 5 kg pro Seite zumutbar (S. 5 f.).
Die
20%
ige Arbeitsunfähigkeit sei so gedacht, dass der Beschwerdeführer
vormit
tags und nachmittags
zusätzliche Pausen machen könne
(S. 6)
.
3.7
Die Ärzte der
D._
berichteten
am 1. Juni 2011 (Urk. 7/46) und
nannten folgende Diagnosen (S. 1):
chronifizierte
Zervikobrachialgie
beidseits
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
mit Anpassungsstörung (ICD-10 F43.28), sonstigen vorherrschenden Symptomen
: Gedankenkreisen,
katastrophi
si
erende
Ängste,
Alexithymie
, Schlafstörungen, verminderter Appetit, psychomotorische Unruhe
Differentialdiagnose: depressive Episode
Sie führten aus
, der Beschwerdeführer sei
durch die
Hausärztin
Dr.
Z._
zur Abklärung
zugewiesen worden (S. 2 oben).
Der Beschwerdeführer sei bereits im Mai 2009 ambulant an der Poliklinik des
D._
psychiatrisch untersucht
wor
den, wobei eine leichte depressive Episode diagnostiziert worden sei (S. 2 un
ten).
3.8
Dr.
med.
E._
, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 17. August 2011 (Urk. 7/51/1-2) und nannte folgende Diagnose (S. 1
Ziff.
1.1):
schweres depressives Syndrom, Schmerzstörung, seit 2009
Er führte aus, er
behand
le den Beschwerdeführer
seit Juni
20
11
(S. 1
Ziff.
1.2). Die
Prognose
sei
unklar
. Z
ur
z
eit
bestehe eine
100%
ige
Arbeitsunfähigkeit
so
wohl im freien als auch im geschützten Rahmen. Es sei eine mögliche Verbes
serung durch die aktuell aggressiv optimierte antidepressive Therapie denkbar. In vier Monaten sollte klarer sein, ob eine partielle
Wiedereingliederung
mög
lich sei (S. 2
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.7).
3.9
Dr
.
E._
berichtete
am 9. November 2011 (Urk. 7/52) und
nannte folgende Diagnose (S.1):
mittelschwere Depression, Schmerzstörung, seit 2009
Er führte aus, es sei eine Diagnoseänderung im Verlauf eingetreten. S
eit
No
-
vem
ber
20
11
sei
eine Verbesserung dahingehend
eingetreten
, dass
nunmehr
eine
mittelschwere Depression
und eine
Schmerzstörung
vorlägen. Der Be
schwerdeführer präsentiere sich gelassener als im August, habe jedoch immer noch ein starkes Gedankenkreisen und starke Gefühle von Sinn- und Wertlosig
keit (S. 1). Der
psych
ische
Befund sei
-
so wie er sei
-
stationär,
eine weitere Verbesserung sei nicht zu erwarten. A
us psych
iatrischer
Sicht
sei der Beschwer
deführer zu
50
%
arbeitsunfähig,
auch in somatisch angepassten Tätigkeiten
(S. 2).
3.10
Die Ärzte der MEDAS erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 6. Dezember 2012 (Urk. 7/63
/1-27
) gestützt auf
die Akten sowie die eigene Befragung und Untersuchung des Beschwerdeführers
vom 30. bis 31. Juli und
2.
August 201
2.
Sie nannten folgende Diagnosen mit Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit (S. 24
Ziff.
4.1):
unerwünschte Arzneimittelwirkungen von verschiedenen Medikamenten bei Verdacht auf Arzneimittelinteraktionen
sekundäre
Opioidabhängigkeit
, ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F11.25)
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10)
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
chronifizierte
bilaterale
Zervikobrachialgien
bei
ossärer
Einengung des
Fo
ramens
C3/4
rechts mit möglicher Nervenwurzelbeeinträchtigung C4
rechts und
intraforaminale
Diskusprotrusion
C6/7 rechts mit leichter Nervenwurzelkompression C7 rechts,
Intervertebralgelenksarthrosen
der unteren Halswirbelsäule
hochsitzende thorakale Hyperkyphose, Status nach thorakalem Morbus Scheuermann und verstärkte lumbale
Lordosierung
L4 bis S1
Sie führten aus, der Beschwerdeführer habe betreffend seinen Aufenthalt in der
Y._
angegeben
, der zuständige Arzt habe ihn eigentlich zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben. Er sei daraufhin erschrocken und habe die
sem mitgeteilt, er wolle es zumindest zu 50
%
probieren (S. 13 Mitte).
Der Be
schwerdeführer gebe weiter an, in letzter Zeit sei es mit seiner Depression tat
sächlich viel besser (S. 15 unten).
Aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Marktfahrer zu 50
%
arbeitsfähig. In einer körperlich leichten bis mittelschweren manuellen Berufstätigkeit, die in Wechselstellungen durchge
führt werden könne, welche nicht mit häufig vorkommender vorübergeneigter Körperhaltung ausgeführt werden müsse und bei der nicht regelmässig oder häufig schwere Gewichte über 10 kg ohne Hilfsmittel gehoben werden müssten, sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig (S. 19 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht könne im
Moment nicht
eindeutig
geklärt werden, welche Symptome zur zugrundeliegenden depressiven Störung und welche zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Interaktionen gehörten, daher sei
eine
verlässliche Einschätzung des anhaltenden Gesundheitsschadens und der
Arbeitsfähigkeit aus
psych
ischer
Sicht
kaum
möglich
. Die Arbeitsfähigkeit
könne erst nach einer Anpassung der Medikation zuverlässig
ein
geschätzt wer
den
(
Urk.
7/63/38-46 S. 7)
. E
s sei
aktuell
nicht sicher, welche Medikamente der B
eschwerdeführer
tatsächlich einnehme
. U
nter der Annahme, dass die messba
ren Spiegel bedeuteten, dass
der
B
eschwerdeführer
bereits
eine angepasste Me
dikation einnehme, könnte davon ausgegangen werden, dass sich
der Gesund
heitszustand
auch bei einer weiteren Optimierung der Medikation nur noch ge
ringfügig ändern würde
. U
nter diesem Vorbehalt könnte
die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten auf 60
%
eingeschätzt werden
.
Zusammenfassend
befanden
die Ärzte
, sie seien
bei der Beurteilung der gesund
heitlichen Situation
vor allem wegen
der
Fehlmedikation
des Beschwerdeführers
vor gros
se
Herausforderung
en
gestellt
. E
s bestehe
einerseits
eine
Opioidabhän
gigkeit
,
welche umso einschneidender sei, als überhaupt
keine
Langzeitindika
tion
für ein Opioid gegeben sei
. S
odann
komme die
Kombination mit
den
Anti
depressiva
/Neuroleptika hinzu, welche
sehr gefährlich
sei und nur bei schwer
wiegenden und klar indizierten Fällen vorgenommen werden dürfe. G
emäss
psychiatrischem
Gutachter
sei diese Medikation absurd und nicht vertretbar
(S. 20)
.
Die
Serumspiegelmessungen
der Antidepressiva
hätten ergeben, dass
der
B
eschwerdeführer die
Antidepressiva
allenfalls
nic
ht oder nur sporadisch ein
nehme.
Theoretisch könnte es jedoch auch sein, dass der Beschwerdeführer aber auch
bei Normaldosen keinen Spiegel aufbauen
könne. Es könne jedoch
gesagt
werden
,
dass
der
Beschwerdeführer
nicht unter einer wirksamen antidepressiven Pharmakotherapie stehe resp
ektive
keinen wirksamen Spiegel erzeuge
. Das
Ne
benwirkungspotential
sei dennoch vorhanden
(S. 21 oben)
.
Der Beschwerdeführer sei als reiner
Markt
verkäufer ohne schwere Lade- und Aufstellarbeiten und mit gelegentlichem Heben einer schweren Last aktuell zu 60
%
arbeitsfähig.
I
n
einer körperlich leichten bis mittelschweren
Tätigkeit
sei der Beschwerdeführer
auch
zu
60
%
arbeitsfähig
(S. 25 unten)
.
Es sei de
nkbar
, dass die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit über 60
%
hinaus ge
steigert werden könne. Aktuell sei es wegen der
Komplexität
der Situation
schwierig,
die Arbeitsfähigkeit überhaupt genau
einschätzen
zu können. E
s könne nicht festgelegt werden,
ob
der jetzt vorliegende Gesundheitssc
haden von dauerhafter Natur sei.
E
s scheine, dass
der Beschwerdeführer
die Medikam
ente nicht regelmässig einnehme. I
n einer solchen Situation
sei
meist
ein
völliger Stopp aller Psychopharmaka notwendig
. Dies benötige jedoch wegen
Abset
zungserscheinungen
und zur Überwachung
eine sorgfältige Planung und eine längere Zeit, so dass das Absetzen oft stationär vorgenommen werden müsse. D
ie
eigenommenen
Antidepressiva
seien an sich eine gute Therapie, die
Se
rumspiegel
seien
vorliegend
jedoch
unwirksam tief,
so dass man die Dosis stei
gern müsse (S. 26).
Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 6
0
%
gelte seit
dem Jahre
2011
(S. 26 unten)
.
3.11
RAD-Arzt
Dr
.
B._
nahm am 2
7.
Dezember 2012 Stellung (
Urk.
7/75/5) und führte aus, dem Beschwerdeführer sei als medizinische Massnahme die Ein
nahme der verordneten Medikation aufzuerlegen. Weiter solle in einem halben Jahr eine medizinische Neubeurteilung erfolgen. Eine Steigerung der Arbeitsfä
higkeit um 20
%
erscheine medizinisch-theoretisch denkbar.
3.12
Dr.
E._
führte am 2
3.
Mai 2013 (
Urk.
7/83) aus, seit November 2013 (recte: 2011) sei eine kontinuierliche Verschlechterung eingetreten. Aktuell liege ein schweres depressives Syndrom vor mit schwerstem Gedankenkreisen, schwerster
Oppressions
-Symptomatik und schwersten Schlafstörungen. Der Beschwerde
führer sei hoch suizidal. Das MEDAS-Gutachten sei grundsätzlich sorgfältig verfasst worden, enthalte jedoch kleine Missverständnisse im psychiatrischen Bereich.
Er beantrage die
Lektüre des Gutachtens.
3.13
Dr.
E._
berichtete
sodann
am 1
0.
Juni 2013 (
Urk.
7/92) und
nannte als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronifizierte
Depres
sion,
mittelschweres bis schweres Zustandsbild (ICD-10 F32.2).
Betreffend der Substanzen
Clozapin
und Lithium
habe er dem Beschwerdeführer
nur zum P
ro
bieren
kleinst
er Dosierungen geraten. Bei sehr kleinen Dosierungen seien selbst
verständlich
kein
e
Spiegel messbar gewesen
(S. 1 oben).
Er
führte aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit
Nov
ember
20
11 trotz guter Compliance
kontinuierlich verschlechtert habe.
Von seinem im Herbst 2011 be
richteten
kleine
n
Zwischen-Hoch
s
e
i
nichts mehr übrig, der Zustand sei konti
nuierlich schlechter geworden.
Ausserdem seien im Verlauf weitere Probleme
wie
eine
zunehmende Isolation,
die
finanzielle Knappheit
sowie die
Kampf
scheidung
dazugekommen. Dies habe dem Beschwerdeführer so zugesetzt, dass das
pathologische Gedankenkreisen
mittlerweile
chronifiziert
sei
(S. 1)
.
Die
Me
dikation sei
mittlerweile umgestellt worden. Das Absetzen der
durch die
Haus
ärztin
verordneten
Tramal
tropfen
sei versucht worden, jedoch leider nicht ge
lungen. Der Beschwerdeführer sei
hoch suizidal
. I
m Moment
bestehe eine
100%
ige
A
rbeitsunfähigkeit. Nach einer
Stabilisierung
dürfte längerfristig eine
75%
ige
A
rbeitsunfähigkeit das Resultat der
chronifizierten
Symptome sein. Der Beschwerdeführer werde stationär
in
die
F._
eintreten
und sich dort behandeln lassen (S. 2).
3.14
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt Anästhesiologie FMH,
nahm am
3
1.
Juli 20
13
Stellung (
Urk.
7/102/2) und führte aus
,
Dr
.
E._
äussere sich nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Die
Angabe einer hohen Suizidalität ohne
den Beschwerdeführer
stationär einzuweisen, sei nicht
plausibel und nicht
nachvollziehbar
. Sein Bericht enthalte die Diagnose einer mittelschweren bis schweren
chronifizierten
Depression, werde von ihm als Facharzt jedoch als
de
pressive Episode
codiert
,
welche
vorübergehend sei
. Auch fehle dem Bericht ein nachvollziehbarer Psychostatus, so dass nicht darauf abgestellt werden könne.
Dr
.
E._
nahm
sodann am
4.
September 2013 Stellung (
Urk.
7/109) und führte zum Zustandsbild beziehungsweise zum Psychostatus aus, der Beschwer
deführer sei allseits orientiert und erscheine in mehr oder weniger gepflegtem Zustand. Er klage nachvollziehbar über Gedankenkreisen. Auch objektiv sei ein Kreisen um die Gedankengänge feststellbar. Anders als vor zwei Jahren sei der Beschwerdeführer nun zunehmend einsam
(S. 1)
.
Es sei in der ICD-10 nicht möglich, ein statisch-depressives Zustandsbild zu codieren. E
s
bestehe
jedoch
ein
chronifiziertes
depressives Zustandsbild
, dessen Zuordnung aber weder zu den rezidivierenden depressiven Störungen noch als andere Form der depressi
ven Problematik ohne weiteres möglich sei, dessen Krankheitswert aber ohne Weiteres gegeben sei
(S. 2 oben)
.
Unter Umständen könne der Aufenthalt in ei
ner psychiatrischen Klinik – wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen würden – nicht so viel helfen oder sogar schaden. Vor einem Klinikaufenthalt
habe es finanzielle und sprachliche Hemmungen wie auch irrationale Ängste gegeben (S. 2).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das MEDAS-Gutachten vom
6.
Dezember 2012 (
Urk.
7/63
/1-27
) in somatischer Hinsicht für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfas
send ist. Es beruht auf für die strittigen Belange umfassen
den und allseitigen Untersuchungen des Beschwerdeführers sowie auf einer ausführlichen Anamnese und berücksichtigt die von ihm ge
klagten Beschwerden sowie sämtliche Befunde in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkre
ten medizinischen Situation Rechnung.
Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszu
stand und Arbeitsfähigkeit werden - soweit sie den somatischen Gesundheits
zustand betreffen - nachvollziehbar begründet. So
begründeten
die Gutachter
einlässlich und sorgfältig, dass dem Beschwerdeführer aus
somatischer
Sicht
le
diglich noch körperlich leichte bis mittelschwere manuelle Berufstätigkeiten, die in Wechselstellungen durchgeführt werden könnten, welche nicht mit häufig vorkommender vorübergeneigter Körperhaltung ausgeführt werden müssten und bei der nicht regelmässig oder häufig schwere Gewichte über 10 kg ohne Hilfs
mittel gehoben werden müssten, zu 100
%
zumutbar seien
.
Die bisher ausgeübte Tätigkeit als Markt
fahrer sei i
hm
noch zu 50
%
zumutbar (vgl. vorstehend
E. 3.10).
Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Berichts (vgl. vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
in Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand
darauf
abge
stellt werden kann.
4.2
Hingegen lassen sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und insbesondere dessen diesbezügliche Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nur ungenügend beurteilen.
So liegen einerseits kontroverse Beurtei
lungen der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht vor, anderseits bleibt auch die Diagnosestellung unklar.
Aufgrund der in den medizinischen Berichten genannten codierten Diagnosen müsste grundsätzlich von einem vorübergehenden Leiden beziehungsweise ei
nem Leiden ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. So hielt die
Allgemeinmedizinerin und Hausärztin des Beschwerdeführers,
Dr.
Z._
,
im April 2011 eine schwere depressive Epi
s
ode
seit November 2010 fest (vgl. vorstehend E. 3.5). Diese Diagnose wurde
so von den Ärzten des
D._
jedoch weder gestellt noch bestätigt (vgl. vorstehend E. 3.7).
Vielmehr be
richteten diese im Juni 2011 von einer chronischen Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) mit einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.28). Angaben zur Arbeitsfähigkeit wurden von den Ärzten des
D._
keine gemacht. Hierzu gilt es zu sagen, dass eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
nach ICD-10 F45.4 keine eigenständige psychische
Komorbi
dität
zu begründen vermag
. Ausserdem sind
Anpassungsstörungen nach ICD-10
F43.2 zeitlich eng limitiert
und die Symptome
halten
in der Regel nicht länger als sechs Monate an. Die vorliegend
e
nach ICD-10 F43.28
codierte
Anpas
sungsstörung
bedeutet eine vorwiegende Störung des Sozialverhaltens.
Die
bis
her genannten
Diagnosen sprechen
demnach
nicht für einen invalidisierenden Gesundheitsschaden.
Aus dem Bericht
des
D._
geht weiter hervor, dass der Be
schwerdeführer offenbar bereits im Mai 2009 wegen einer leichten depressiven Episode behandelt wurde.
Der behandelnde Psychiater,
Dr.
E._
, diagnostizierte sodann im August 2011 ein schweres depressives Syndrom und eine Schmerzstörung
bestehend
seit 2009
, ohne jedoch eine Codierung anzugeben
(vgl. vorstehend E. 3.8).
Er berichtete ausserdem, durch die aktuell aggressiv optimierte antidepressive Therapie sei eine mögliche Verbesserung der momentanen 100%igen Arbeits
unfähigkeit denkbar. In vier Monate
n
sollte klarer sein, ob eine partielle Wie
dereingliederung möglich sei.
Rund drei Monate später
stellte
Dr.
E._
so
dann
tatsächlich
eine seit November 2011 eingetretene Verbesserung
dahinge
hend
fest
, als nunmehr noch eine mittelschwere Depression und eine
Schmerz
störung
vorlägen (vgl. vorstehend E. 3.9).
Dr.
E._
gab
zwar
wiederum keine Codierung
an
, attestierte dem Beschwerdeführer jedoch eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit.
Der MEDAS-Gutachter
diagnostizierte unerwünschte Arzneimittelwirkungen von verschiedenen Medikamenten bei Verdacht auf Arzneimittelinteraktionen, eine
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10)
sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
und
berichtete, er habe Mühe, di
e Arbeitsfähig
keit zu
bestimmen
(
vgl. vorstehend E. 3.10)
. Es könne im Moment nicht eindeu
tig geklärt werden, welche Symptome zur zugrundeliegenden depressiven Stö
rung und welche zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Interaktio
nen gehörten.
Ihm sei nicht klar, welche Medikamente der Beschwerdeführer tatsächlich einnehme und ob diese angepasst seien. Die Bestimmung der Ar
beitsfähigkeit durch den MEDAS-Gutachter, wonach eine 60%ige Arbeitsfähig
keit bestehe, erfolgte sodann unter dem Vorbehalt, dass die Medikation des Be
schwerdeführers eingestellt sei.
Dr
.
E._
berichtete
jedoch im Mai und Juni 2013 (vgl. vorstehend 3.12 und
E. 3.13), dass der Beschwerdeführer keine angepasste Medikation erhalten habe, sondern die Substanzen lediglich in kleinsten Dosierungen probiert habe. Die Medikation sei mittlerweile umgestellt worden. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei seit November 2011 kontinuierlich schlechter geworden. Aktuell liege beim Beschwerdeführer eine
chronifizierte
Depression
mit einem
mittelschwere
n
bis schwere
n
Zustandsbild
(ICD-10 F32.2)
vor.
Im Moment be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Nach einer Stabilisierung dürfte jedoch längerfristig eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit das Resultat der
chronifizierten
Symptome sein.
Anzufügen bleibt, dass die
von
Dr.
E._
genannte Codierung
einer schweren depressiven Episode ohne psychotisch
e
Symptome entspricht und eine Episode rechtsprechungsgemäss grundsätzlich vorübergehender Natur und damit nicht invalidisierend ist.
Der von
Dr.
E._
im
September 2013 zum Zustandsbild und zur Kodierung
abgegebenen
Stellung
nahme (vgl. vorstehend E. 3.15) ist diesbezüglich zu entnehmen, dass es in der ICD-10 nicht möglich sei, ein statisch-depressives Zustandsbild zu codieren. Es liege jedoch ein
chro
nifiziertes
depressives Zustandsbild vor.
4.3
Die genannte, sich teilweise widersprechende medizinische Aktenlage lässt eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit nicht zu.
S
oweit im MEDAS-Gutachten
vom Dezember 2012
unter dem Vorbehalt, dass die Medikation des Beschwerdeführer optimal eingestellt sei, aus psychiatrischer Sich
t
eine Arbeitsunfähigkeit
von 40
%
attestiert wurde,
kann
nicht ohne weiteres darauf abgestellt werden
, zumal der behandelnde Psy
chiater
Dr.
E._
darauf hinwies, dass die Medikation eben gerade nicht ein
gestellt gewesen sei
.
Indem
der behandelnde Psychiater
Dr.
E._
entgegen der angegebenen ICD-Kodierung
unentwegt
daran festhält, dass ein
chronifi
ziertes
Leiden vorliege und auf die Schwierigkeiten bezüglich der Codierung hinweist, ist zumindest fraglich, o
b nun einfach von einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden kann, wie
dies die Beschwerdegegnerin tat.
Immerhin wurde die Medikation
des Beschwerdefüh
rers nun
offenbar geändert und
trotzdem sei gemäss Angaben von
Dr.
E._
keine Verbesserung eingetreten.
N
ach
Aussage des MEDAS-Gutachters wäre
hingegen
eine
höhere
Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise allenfalls gar keine Einschränkung anzunehmen, sollten die Symptome
des Beschwerdeführers
zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen
gehören
.
Und selbst wenn die Symptome auf die depressive Störung zurückzuführen wären, könnte
gemäss MEDAS-Gutachter
unter Umständen von einer höheren Arbeitsfähigkeit ausge
gangen werden, da die Medikation im Begutachtungszeitpunkt weder angepasst noch eingestellt war.
Erforderlich ist somit eine psychiatrische Gesamtbetrachtung, welche sowohl in Bezug auf die Diagnose als auch auf die Arbeitsfähigkeit nach nunmehr einge
stellter Medikation
Aufschluss gibt.
4.4
Da sich die vorliegenden Abklärungen für die abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt als unzuläng
lich erweisen, ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach entsprechen
den Abklärungen zum
psychischen
Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerd
eführers eine Gesamtbeurteilung
vor
nehme
. Dabei soll insbesondere die nunmehr eingestellte Medikation und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Berücksichtigung finden.
Anschliessend wird die IV-Stelle
über den Rentenanspruch neu verfüge
n
.
Weitere Ausführungen zu den Einwänden des Beschwerdeführers, insbesondere zur Invaliditätsbemessung, erübrigen sich somit.
4.5
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange
fochtene Verfügung vom 1
9.
August 2013 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
5
.
5
.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG sind ermessensweise auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5
.2
Praxisgemäss wird die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zusteht, die beim praxisgemässen Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde (zuzüglich Mehr
wert
steuer) ermessensweise auf Fr. 2'200.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzuset
zen ist.