Decision ID: 2910fce1-40e1-5bfb-946c-43eee57d8ac8
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, schmuckipartner, Neugasse 26,
Postfach, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde am 30. April 2009 durch seinen damaligen Arbeitgeber zur
Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen angemeldet (IV-act. 1). Am 10.
Juni 2009 bestätigte der Versicherte seine Anmeldung (IV-act. 6). Aufgrund von
Rückenschmerzen war er von seinem Hausarzt Dr. med B._, Facharzt Innere Medizin
FMH, ab dem 27. März 2009 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Zur
genaueren Abklärung war am 24. März 2009 eine lumbale-vertebrospinale
Kernspintomographie durchgeführt worden. Dr. med. C._, Facharzt für medizinische
Radiologie FMH, hatte im Wesentlichen (vgl. dazu IV-act. 9) folgenden Befund erhoben:
Discopathie L3/4 mit mittelgradiger links betonter Osteochondrose und erheblicher
mittel- bis grossvolumiger medio-links lateraler Diskushernie mit Kompromittierung der
Nervenwurzel L4 links und deutlicher Deformation des Duralschlauchs bzw.
exzentrischer Spinalkanalstenose bei gleichzeitig erheblich hypertropher
Spondylarthrose und Ligamenta Flava-Verdickungen.
A.b Nach Angaben seines Arbeitgebers versuchte der Versicherte im Mai 2009 drei
Tage lang 50% zu arbeiten, musste aber angesichts seiner starken Schmerzen die
Arbeit wieder abbrechen (IV-act. 22). Am 25. Mai 2009 wurde der Versicherte im
Kantonsspital St. Gallen untersucht, wobei ihm eine therapieresistente Lumboischialgie
und eine grosse Diskushernie im Segment L3/L4 links diagnostiziert wurden. Die Ärzte
rieten dem Versicherten zu einer Operation. Da er aber einer Operation skeptisch
gegenüber stand, empfahlen sie die Fortführung der Analgetika- und Physiotherapie
(IV-act. 16).
A.c Am 10. Juni 2009 traf sich die Eingliederungsberaterin zu einem Früherfassungs
gespräch mit dem Versicherten (IV-act. 2). Sie nahm ihn als ruhig und
niedergeschlagen wahr. Er habe deprimiert und freudlos gewirkt. Der Versicherte habe
keine Erwartungen an die IV, er wolle, sobald sich seine Rückenprobleme gebessert
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hätten, erneut bei seinem bisherigen Arbeitgeber weiterarbeiten und an seinen
Arbeitsplatz zurückkehren, obwohl er dort strenge Arbeit verrichten müsse (IV-act. 2).
A.d Am 29. Juni 2009 erfolgte eine erste Kontaktaufnahme durch den Regionalen
Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) mit dem Hausarzt des Versicherten. Dieser
bestätigte die 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der therapieresistenten
Lumboischialgie bei grosser Diskushernie LWK3/4 links. Die Prognose sei noch offen
(IV-act. 14). Am 15. September 2009 wurde der Versicherte von Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Innere Medizin spez. Rheumatologie, rheumatologisch untersucht. Er
bestätigte den durch Dr. C._ gestellten Befund und diagnostizierte zusätzlich einen
Status nach Morbus Scheuermann, eine muskuläre Dysbalance, eine arterielle
Hypertonie und äusserte den Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung. Seiner
Ansicht nach waren die Erfolgsaussichten einer operativen Behandlung einerseits
aufgrund der ablehnenden Haltung des Versicherten und andererseits aufgrund
beginnender Chronifizierung des Beschwerdebildes gefährdet. Daher regte er an,
raschmöglichst eine stationäre Rehabilitation zu veranlassen (IV-act. 26-5).
A.e In der Folge begab sich der Versicherte vom 9. November bis 5. Dezember 2009
zur Rehabilitation in die Klinik Valens. Die dortigen Ärzte stellten folgende Diagnose (IV-
act. 39):
"1. hochgradige sekundäre OSG- und USG-Arthrose rechts,
- Talusdeformität
- sekundär verändertes Gangbild mit Unterhaltung einer muskulären Dysbalance des
Rückens
- anamnestisch 4x gestürzt mit wiederholten Verletzungen des rechten Rückfusses vor
Jahren, keine Fraktur erinnerlich
2. chronisch lumbospondylogenes Syndrom links
- muskuläre Haltungsinsuffizienz und Dysbalance des Rückens, akzentuiert bei
Diagnose 1
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- Fehlhaltung und -statik der Wirbelsäule
- degenerative Veränderungen der LWS
- medio-linkslaterale Diskushernie L3/4 und rechtslateral L4/5 mit Affektion der
Nervenwurzel L4 links, bzw. exzentrische Spinalkanalstenose bei zusätzlich
hypertropher Spondylarthrose L3/4
- Status nach Morbus Scheuermann
3. arterielle Hypertonie"
Die Ärzte hielten weiter fest, dass im Verlauf der therapeutischen Massnahmen im
Rehabilitationszentrum bei einem "sehr motivierten und kooperativen Patienten"
sukzessive Verbesserungen der allgemeinen Kraft, Ausdauer, Muskelfunktion,
Rumpfstabilität sowie eine Schmerzreduktion hätten erreicht werden können.
Abschliessend erachteten die Ärzte eine Abklärung beim Orthopäden als sinnvoll. Für
seine zuletzt ausgeübte Arbeitstätigkeit schätzten sie den Versicherten als nicht mehr
einsetzbar ein. Für leichte Tätigkeiten überwiegend im Sitzen, teilweise im Stehen und
Gehen, attestierten sie ihm hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit.
A.f Am 17. Dezember 2009 traf sich die Eingliederungsverantwortliche mit dem Ver
sicherten zu einem Verlaufsgespräch. Da der Versicherte nach eigenen Angaben
grosse Schmerzen gehabt hätte und sich aufgrund dessen subjektiv nicht arbeitsfähig
fühlte, riet sie ihm, sich beim RAV und beim Sozialamt zu melden. Nachfolgend schloss
die Eingliederungsverantwortliche am 21. Dezember 2009 den Fall ab und übergab ihn
zur Rentenprüfung (IV-act. 35, 38). Nachdem sich herausgestellt hatte, dass der
Versicherte seine Erklärung – er fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig – falsch
verstanden hatte, wurde die Frühinterventionsphase am 18. März 2010 erneut eröffnet
(IV-act. 41 ff.). Einem internen Verlaufsprotokoll lässt sich entnehmen, dass der
Versicherte bereits am 19. Januar 2010 einen ersten Termin beim RAV wahrgenommen
hatte. Es folgten weitere Besprechungen, wobei ein Arbeitsversuch in der Stiftung
E._ (nachfolgend E._) geplant wurde (IV-act. 48).
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A.g Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, berichtete, dass der Versicherte bei seiner Untersuchung
am 15. Februar 2010 in den Röntgenbildern im Vergleich zu früheren Bildern eine
ausgeprägte OSG-Arthrose sowie eine beginnende USG-Arthrose zeige. Die
Beschwerdesymptomatik werde auch deutlich durch die chronische
lumbospondylogene Symptomatik überlagert. Zur weiteren Verifizierung sei daher eine
therapeutische OSG-Infiltration vereinbart worden (IV-act. 46-3). – Einem internen
Gesprächsprotokoll zwischen der Eingliederungsverantwortlichen und dem
Versicherten lässt sich entnehmen, dass ihm die Spritzen eine Linderung der
Schmerzen gebracht hätten (IV-act. 48).
A.h In einem Verlaufsbericht vom 17. März 2010 hielt der Hausarzt fest, er halte
den Versicherten aufgrund der ausgeprägten OSG-Arthrose und der beginnenden
USG-Arthrose für 100% arbeitsunfähig. Daneben sei das chronische Lumbovertebral-
Syndrom unverändert, wobei jedoch die Schmerzen in den Füssen im Vordergrund
stünden (IV-act. 46-5).
A.i Am 3. Mai 2010 begann der Versicherte seinen Arbeitseinsatz im E._. Er startete
mit einem 100%-Pensum, welches nach drei Wochen aufgrund andauernder
Schmerzen auf 60% reduziert werden musste. Da die Rückenschmerzen sich zu
nehmend verstärkten, wurde das Arbeitspensum ab 11. November 2010 auf 40% ver
ringert. Der Projektleiter G._ erstattete am 17. November 2010 einen Zwischen
bericht. Er beschrieb den Versicherten als ruhige, freundliche und zuvorkommende
Person. Er arbeite sehr motiviert, handwerklich geschickt, qualitativ gut und verant
wortungsbewusst. Trotz zunehmender Schmerzen versuche er zu arbeiten, gebe sein
Bestes und klage nicht. Anhand seines hinkenden Ganges und des Gesichtsausdrucks
sei die Stärke seiner Schmerzen von aussen beobachtbar. Er arbeite meistens sitzend
und lagere sein linkes Bein hoch. Während der Pausen und über Mittag lege er sich hin.
Die Leistungsfähigkeit habe mehr oder weniger konstant bei 50% gelegen (IV-act. 54).
A.j Am 15. Dezember 2010 führte der zuständige Berater des RAV ein Gespräch mit
dem Versicherten. Im Gesprächsprotokoll wurde festgehalten, eine Verlängerung des
Arbeitseinsatzes im E._ werde sowohl vom Versicherten als auch seitens E._ und
RAV befürwortet. Da der Versicherte vermehrt Schmerzspritzen benötigte, wurde sein
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Pensum bis Januar 2011 auf 40% reduziert. Der Sachbearbeiter hielt in seinem Bericht
fest, der Versicherte sei weiterhin motiviert und wolle arbeiten. Diese Motivation zeige
er deutlich, indem er sich bemühe, trotz der Schmerzen am Einsatzprogramm
teilzunehmen. Die Tagesstruktur helfe ihm, besser mit der Situation umzugehen. Der
RAV-Berater schätzte es als schwierig ein, für den Versicherten einen den
Gegebenheiten angepassten Arbeitsplatz zu finden. Seiner Ansicht nach wäre ein
solcher Arbeitsplatz eher auf dem 2. Arbeitsmarkt zu finden (IV-act. 59).
A.k In einem weiteren RAV-Beratungsgespräch am 24. Januar 2011 wurde vereinbart,
dass der Einsatz im E._ nochmals verlängert werde. Das Engagement des
Versicherten sei gross und er wolle trotz der Schmerzen regelmässig ins E._ kommen
und arbeiten (IV-act. 68). Am 25. Januar 2011 erhielt der Versicherte die Mitteilung der
IV-Stelle, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen, da es bis im Januar 2011 nicht
gelungen sei, ihn in den Arbeitsmarkt zu integrieren (IV-act. 67). Für die Prüfung des
Rentenanspruchs ordnete die IV-Stelle am 29. Juli 2011 eine medizinische Abklärung
an (IV-act. 78).
A.l Die medizinische Begutachtung erfolgte am 7. Oktober 2011 durch Dr. med. H._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH (IV-act. 82). In seinem orthopädischen Gutachten vom 18. Oktober 2011 stellte er
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beim Versicherten folgendes fest:
"OSG-Arthrose rechts (M 19.1), Diskushernie L3/4 (M 51.2), Osteochondrose L3-5 (M
42.1), Spondylose der LWS (M 47)"
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die Ansatztendinopathie Adduktoren
Becken (M 76.8). Weiter stellte er fest, der Versicherte habe beim Arbeitsversuch bei
deutlich reduzierter Belastbarkeit der Wirbelsäule trotz leichter Arbeit nur ein Pensum
von 40% realisieren können, woran auch die Arthrose im oberen Sprunggelenk rechts
einen gewissen Anteil gehabt habe. Die tatsächliche Leistung [Leistungsgrad von 50%
bei einem 40%-Pensum] stünde in deutlichem Widerspruch zu der in Valens
gemachten medizinischen Einschätzung. Dort sei dem Versicherten beim Austritt in
adaptierter Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Dies könne aufgrund
des kernspintomographisch dokumentierten Verlaufs, nicht ganz unterstützt werden.
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Die Diskushernie L3/4 sei zwar kleiner geworden, die degenerativen Veränderungen
dieser Bandscheibe hätten aber zugenommen. Alle übrigen Befunde seien stationär.
Aufgrund der beschriebenen Belastungsanforderungen beim Arbeitsversuch sei eine
höhere Leistungsfähigkeit in dieser adaptierten Tätigkeit zu erwarten gewesen. Daher
müsse, wie dies bereits Dr. D._ 2009 getan habe, der Verdacht auf eine
Schmerzverarbeitungsstörung geäussert werden. Man müsse dem Versicherten wohl
eine zeitliche Arbeitsunfähigkeit für eine adapierte Tätigkeit [vorwiegend sitzend,
Positionswechsel möglich, keine Lasten über 10 kg heben] im Umfang von 20%
zugestehen, bedingt durch vermehrte Pausen und teilweise sogar kurzes Hinlegen.
Diese Einschätzung beanspruche ab dem Austritt aus der Klink Valens Gültigkeit. Zum
Zeitpunkt der Begutachtung lasse bereits der Zustand am rechten OSG die zuletzt
stehend/gehende Tätigkeit als Maschineneinrichter nicht mehr zu. Retrospektiv sei
therapeutisch das konservative Vorgehen dem operativen ebenbürtig gewesen;
gegenwärtig könne er keine weiteren Massnahmen an der Wirbelsäule vorschlagen. Die
Arthrose am rechten OSG werde zunehmen, ohne aber zwingend die Schmerzen zu
verstärken (IV-act. 82).
A.m Nachdem die Ärztin des RAD das orthopädische Gutachten als schlüssig und
nachvollziehbar erachtete, kam sie zum Schluss, der Versicherte sei in einer
adaptierten Tätigkeit – körperlich leicht, Gewichtsbelastungen bis 10 kg, vorwiegend
sitzend mit Möglichkeit zu Positionswechseln und Pausen – zu 80% arbeitsfähig. Der
Gesundheitszustand sei aus versicherungsmedizinischer Sicht stabil, da durch allfällige
medizinische Massnahmen nicht mit einer für die Arbeitsfähigkeit relevanten
Verbesserung zu rechnen sei (IV-act. 83).
A.n Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2012 verneinte die IV bei einem Invaliditätsgrad
von 26% den Rentenanspruch (IV-act. 85). Dagegen liess der Versicherte durch
Rechtsanwalt lic. iur. A. Petrik am 23. Februar 2012 Einwand mit der Begründung
erheben, das orthopädische Gutachten sei nicht nachvollziehbar. Die
Leistungsfähigkeit des Versicherten ergäbe sich klar aus den Erkenntnissen des
Arbeitsversuchs im E._, wo er gemäss Bericht eine Leistung von 50% bei einem
40%-Pensum habe erbringen können. Daraus resultiere eine Arbeitsunfähigkeit von
80%. Da aus Sicht des RAV die Bedingungen im E._ eher jenen auf dem
2. Arbeitsmarkt entsprechen würden, sei davon auszugehen, dass die tatsächliche
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Arbeitsfähigkeit unter 20% liege (IV-act. 94). Von Dr. B._ werde dementsprechend
auch bei einer leidensangepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Das orthopädische Gutachten stehe nicht im Einklang mit den Anforderungen der
Rechtsprechung, da es sich nicht genügend mit den Erkenntnissen aus dem
Arbeitsversuch im E._ auseinandersetze. Der Gutachter habe es unterlassen, die
aufgezeigten Widersprüche aufzulösen und die unterschiedlichen Einschätzungen zu
erklären. Angesichts der gestellten Diagnose sei unter anderem nicht nachvollziehbar,
wie der Gutachter zur Einschätzung gelangen könne, das Heben von Lasten bis zu 10
kg sei dem Versicherten zumutbar. Das Invalideneinkommen könne zudem nicht durch
Einsetzen eines Tabellenlohnes bestimmt werden, da bei einem instabilen
Gesundheitszustand auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit abzustellen sei.
In dieser werde dem Versicherten in allen medizinischen Berichten eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert, weshalb er Anspruch auf eine ganze Rente habe. Hinzu
komme, dass es dem Versicherten nicht zumutbar sei, seine Restarbeitsfähigkeit zu
verwerten. Im Rahmen der Plicht, die Restarbeitsfähigkeit zu verwerten, dürften keine
realitätsfremden, unmöglichen oder unzumutbaren Vorkehren verlangt werden. Insofern
die IV von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgehe, habe sie darzulegen,
welche Stellen dem Versicherten zur Verfügung stehen würden. Gemäss
Rechtsprechung beschränke sich der ausgeglichene Arbeitsmarkt für männliche
Hilfsarbeiter oder gelernte Arbeiter in der Regel auf Handlangerstellen oder andere
körperliche Tätigkeiten. Es müsse beachtet werden, dass der Versicherte niemals eine
Ausbildung absolviert habe, er nur sehr schlecht Deutsch spreche, 30 Jahre an der
selben Arbeitsstelle verbracht habe und in der Zwischenzeit bereits 61 Jahre alt sei. Für
den Fall, dass es trotz der geschilderten Beeinträchtigungen einen solchen
Arbeitsmarkt gäbe, sei ein Abzug von 25% vorzunehmen. Abschliessend lässt der
Versicherte anführen, sowohl Dr. D._ als auch Dr. H._ sähen Anhaltspunkte für
eine Schmerzverarbeitungsstörung, weshalb der Sachverhalt mittels polydisziplinärer
Begutachtung weiter abzuklären sei (IV-act. 94).
A.o Mit Verfügung vom 1. März 2012 hielt die IV an ihrem Entscheid fest. Sie führte
aus, es seien keine neuen medizinischen Tatsachen bekannt geworden. Auf das
orthopädische Gutachten und die Stellungnahme des RAD könne abgestellt werden.
Die Verwertbarkeit auf dem 1. freien Arbeitsmarkt sei gegeben. IV-fremde Faktoren
könnten nicht berücksichtigt werden. Es sei dem Versicherten zumutbar, eine
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adaptierte Tätigkeit mit ganztägiger Anwesenheit mit einer 20%igen Einschränkung zu
leisten (IV-act. 97). Der RAD argumentierte, beim Arbeitsversuch sei auf die subjektive
Sicht des Versicherten abgestellt worden, der orthopädische Gutachter hingegen habe
die Arbeitsfähigkeit aufgrund objektivierbarer Befunde und unter Berücksichtigung der
medizinischen Vorakten beurteilt. Falls eine Schmerzverarbeitungsstörung vorliegen
sollte, hätte diese keinen invalidisierenden Charakter. In den Akten fänden sich
überdies keine Hinweise für eine psychiatrische Komorbidität von erheblicher Schwere,
Dauer und Ausprägung (IV-act. 98).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 30. März
2012 (act. G 1). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, diesem eine
ganze Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur
weiteren Abklärung zurückzuweisen. Zur Begründung führt er an, was er schon mit
seinem Einwand vom 23. Februar 2012 geltend gemacht hatte. Es kann daher auf die
Ausführungen oben unter Buchstabe A.n verwiesen werden.
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und stellt sich auf den Standpunkt, es seien keine
Widersprüche im orthopädischen Gutachten erkennbar. Damit sei bei einer adaptierten
Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 80% ganztags mit reduzierter Leistung
auszugehen. Es läge beim Beschwerdeführer kein instabiler Gesundheitszustand vor.
Überdies sei die Behauptung, es sei für die Rentenprüfung auf die Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit abzustellen, nicht korrekt. Ende 2009, als die Klinik Valens
ihm eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit attestiert hatte, habe der
Beschwerdeführer noch acht Arbeitsjahre vor sich gehabt. Die Bedingungen für die
adaptierte Tätigkeit seien keinesfalls ungewöhnlich und die Verwertung seiner
Restarbeitsfähigkeit könne ihm daher zugemutet werden (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 3. September 2012 lässt der Beschwerdeführer anführen, dass
sich weder der Vorbescheid, noch die Verfügung, noch die Beschwerdeantwort zum
offensichtlichen Widerspruch zwischen den Feststellungen im Gutachten und der
tatsächlichen Leistungsfähigkeit beim Arbeitsversuch äussern würden. Materiell sei von
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einer Arbeitsunfähigkeit auszugehen, ferner sei dies aber auch aus
verfahrensrechtlicher Sicht relevant, da ein Experte festzustellen hätte, wie sich das
Ergebnis des Arbeitsversuchs und die abweichende medizinische Einschätzung
zueinander verhalten. Die Beschwerdegegnerin hätte ausserdem für den
Beschwerdeführer nachvollziehbar darzulegen gehabt, weshalb die Erfahrungen im
Rahmen des Arbeitsversuchs in keiner Weise berücksichtigt worden seien. Am
orthopädischen Gutachten lässt der Beschwerdeführer beanstanden, dass es nicht
aufzeige, welche konkreten Tätigkeiten er noch ausführen könne. Weiter führt der
Rechtsvertreter aus, die von der RAD-Ärztin in ihrer Stellungnahme vorgebrachte
Begründung stehe in keinem Zusammenhang mit der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit. Indem sie einfach zwischen objektivierbaren Befunden und
subjektiven Angaben unterscheide und damit jegliche Widersprüche beseitigt sehen
wolle, greife sie viel zu kurz. Es gelte zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
während des Arbeitsversuches mit Cortisonspritzen behandelt worden sei und
zusätzlich beinahe täglich das Schmerzmittel Optifen 400 eingenommen habe. Der
Beschwerdeführer lässt weiter vorbringen, dass auf den Sachverhalt im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses abzustellen sei und nicht – wie von der Beschwerdegegnerin
behauptet – auf den Zeitpunkt, in welchem die Ärzte der Klinik Valens ihn in einer
adaptierten Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig erklärt hätten (act. G 8).
B.d Nachdem die Beschwerdegegnerin in der Folge an ihren Ausführungen festhielt
(act. G 10), wurde der Schriftenwechsel abgeschlossen (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist die einen Rentenanspruch verneinende Verfügung der Beschwerde
gegnerin vom 1. März 2012. Der Beschwerdeführer lässt beantragen, diese sei aufzu
heben und ihm sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Rente der Invalidenversicherung.
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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a);
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde und später
das Gericht auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende Unterlagen angewiesen.
Aufgabe des Arztes ist es denn auch, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der
Versicherte arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Im
Rahmen der freien Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und Gericht weder über
die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sind die ärztlichen
Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer sozialversicherungsrechtlichen
Tragweite zu übernehmen. Die rechtsanwendende Behörde hat sorgfältig zu prüfen, ob
die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt,
welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind
(BGE 130 V 356, E. 2.2.5).
3.
3.1 Zur Begründung seiner Beschwerde lässt der Beschwerdeführer vorbringen,
Dr. B._ attestiere ihm auch in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit. Das orthopädische Gutachten stehe nicht im Einklang mit den von der
Rechtsprechung entwickelten Anforderungen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie der
Gutachter zu einer Arbeitsfähigkeit von 80% habe gelangen können. Dies stehe im
Widerspruch zu den Erkenntnissen aus dem Arbeitsversuch im E._, die nur
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ungenügend berücksichtigt worden seien. Dort habe der Beschwerdeführer eine
Leistungsfähigkeit von 50% bei einem 40% Pensum gezeigt. Diese Beurteilung sei von
erheblicher Relevanz, da sie die Frage der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit
beantworte. Das Gutachten erkläre insbesondere nicht die verschiedenen
Einschätzungen der Leistungsfähigkeit. Da zwei Ärzte einen Verdacht auf eine
Schmerzverarbeitungsstörung geäussert hätten, sei die Gesundheit des
Beschwerdeführers in dieser Hinsicht weiter abzuklären.
3.2 Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsge
nügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.3 In seinem orthopädischen Gutachten vom 18. Oktober 2011 schätzt Dr. H._ den
Beschwerdeführer als grundsätzlich arbeitsfähig in einer adaptierten Tätigkeit ein.
Bedingt durch die Notwendigkeit vermehrter Pausen und teilweise kurzen Hinlegens sei
ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 20% zu attestieren (IV-act. 82-5). Zu einem ähnlichen
Schluss – einer 100%igen Arbeitsfähigkeit – waren auch bereits die Ärzte der Klinik
Valens gelangt, wo sich der Beschwerdeführer im Jahr 2009 immerhin zu einer
mehrwöchigen Rehabilitation aufgehalten hatte. Sie gingen davon aus, dass nach der
Entlassung aus der Klinik eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten überwiegend
im Sitzen, teilweise im Stehen und Gehen bestehe (IV-act. 39). Aus den Akten ist nicht
ersichtlich, dass in der Zwischenzeit eine wesentliche Verschlechterung der Gesundheit
eingetreten wäre und eine solche wird ferner auch nicht geltend gemacht. Dr. H._
machte jedoch eine teilweise Verschlechterung aus und hielt fest, er könne die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens nachträglich aufgrund des Verlaufs nicht
ganz unterstützen. Die Diskushernie L3/4 sei zwar kleiner geworden, gleichzeitig hätten
aber die degenerativen Veränderungen dieser Bandscheiben zugenommen. An der
verminderten Leistungsfähigkeit im E._ hätte auch die Arthrose im oberen
Sprunggelenk einen Anteil gehabt. Er formulierte daher die adaptierte Tätigkeit, im
Unterschied zur Klinik Valens, als vorwiegend sitzend. Mit einer sitzenden Tätigkeit
könne auch die eingeschränkte Stehbelastung des oberen Sprunggelenks
berücksichtigt werden. Die Hinweise Dr. H._s, dass die Arthrose am rechten OSG
und die degenerativen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule in der Zukunft
zunehmen würden, haben auf die Arbeitsfähigkeit in der formulierten adaptierten
Tätigkeit [vorwiegend sitzend] keinen Einfluss. Dies insbesondere, da er gleichzeitig
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darauf hinweist, die Schmerzen müssten sich dadurch nicht zwingend verstärken und
nicht unbedingt zu einer Beschwerdezunahme führen. Dr. H._ war sich – entgegen
den Annahmen des Beschwerdeführers – der Erkenntnisse aus dem Arbeitsversuch
bewusst und führte dementsprechend aus, dass eine höhere Leistungsfähigkeit in
dieser adaptierten Tätigkeit zu erwarten gewesen wäre. Die gutachterliche
Einschätzung ist daher – auch wenn sie nicht vollends mit den Erkenntnissen des
Arbeitsversuchs übereinstimmt – nicht zu beanstanden. Die dem Beschwerdeführer
gutachterlich attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit ist
daher nachvollziehbar und es bedarf keiner weiteren Abklärung.
4.
4.1 Nachdem festgestellt wurde, dass dem orthopädischen Gutachten zu folgen ist
und dem Beschwerdeführer damit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer vorwiegend
sitzenden Tätigkeit attestiert wird, bleibt zu prüfen, ob seine Restarbeitsfähigkeit auf
dem Arbeitsmarkt verwertbar ist.
4.2 Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, die Verwertung einer allfälligen Rest
arbeitsfähigkeit sei ihm nicht zumutbar. Rechtsprechungsgemäss müsse die Rest
arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt tatsächlich verwertbar sein.
Allfällige Erwerbsmöglichkeiten könnten nur berücksichtigt werden, wenn diese nach
den persönlichen Verhältnissen auch in Frage kämen. Die Frage der Zumutbarkeit sei
im Einzelfall zu prüfen, wobei keine unmöglichen oder unzumutbaren Vorkehren ver
langt werden dürften. In dieser Hinsicht habe die Beschwerdegegnerin ihre Begrün
dungspflicht verletzt, da sie nicht aufgezeigt habe, welche konkreten Tätigkeiten für
den Beschwerdeführer tatsächlich in Frage kommen würden. Es frage sich, wie der in
Betracht kommende Arbeitsmarkt aussehen solle, da sich nach der Rechtsprechung
der ausgeglichene Arbeitsmarkt für männliche Hilfsarbeiter oder gelernte Arbeiter in der
Regel auf Handlangerstellen oder andere körperliche Tätigkeiten beschränke. Dieser
Arbeitsmarkt stehe indes dem Beschwerdeführer nicht offen, da die Tätigkeiten
stehend ausgeübt werden müssten und das Tragen von Lasten von über 10 kg
verlangen würden. Der Arbeitsmarkt lasse folglich im vorliegenden Fall die Verwertung
einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bereits aus diesen
Gründen nicht zu. Ferner sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nur
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schlecht Deutsch spreche, niemals eine Ausbildung absolviert habe, seit 30 Jahren an
der gleichen Stelle gearbeitet habe und inzwischen 61 Jahre alt sei. Die
Beschwerdegegnerin hätte daher – insofern sie von einer vollständigen Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit ausgehe – ausführen müssen, welche Stellen dem
Beschwerdeführer zur Verfügung stehen würden, wenn dieser seiner
Schadenminderungspflicht nachzukommen bereit wäre.
4.3 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können verschiedene Faktoren zu
einer mangelnden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt führen. Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und insbesondere für einen
allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 460, E. 3.2).
4.4 Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere
kann von einer Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare
Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeits
markt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 2.2, Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Januar 2014, 8C_669/2013, E. 4.3.2). In jedem Einzelfall ist zu
bestimmen, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit
zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag
oder nicht. Dabei dürfen von der versicherten Person keine Vorkehren verlangt werden,
die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten
des Einzelfalls nicht zumutbar sind (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10.
März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).
4.5 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt das Alter einer Person keinen
Invaliditätsfremden Faktor dar, sondern es handelt sich dabei um eine die Invalidität
beeinflussende persönliche Eigenschaft, sofern die Beurteilung der Zumutbarkeit
weiterer Erwerbstätigkeit nach Massgabe der Selbsteingliederungspflicht in Frage steht
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(Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 5.1). Anders
formuliert wird das Alter als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren
beruflichen und persönlichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer Person
verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und ihr damit die Verwertung auch unter
Berücksichtigung der Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1).
4.6 Das Alter des Beschwerdeführers allein – er war im Zeitpunkt der orthopädischen
Begutachtung im Oktober 2011 knapp 60 Jahre alt – schliesst die Verwertbarkeit seiner
Restarbeitsfähigkeit wohl noch nicht aus. Vorliegend gilt es aber – im Sinne der oben
erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung – zu beachten, dass der
Beschwerdeführer über keine Berufsbildung verfügt und während 30 Jahren für den
gleichen Betrieb gearbeitet hat. Überdies kann er infolge des Gesundheitsschadens
(Rückenbeschwerden in Kombination mit den Beschwerden in den Sprunggelenken)
lediglich noch sitzend arbeiten und darf keine Lasten über 10 kg heben. Es kommen
daher wohl vor allem Tätigkeiten in Frage, die feinmotorische Fähigkeiten erfordern,
bezüglich welcher der Beschwerdeführer sich nie Vorkenntnisse und Fertigkeiten
erwerben konnte. Der Umschulungs- und Einarbeitungsaufwand muss daher als
erheblich betrachtet werden. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer teilweise Mühe mit der Sprache hat und seine intellektuellen
Ressourcen als eher gering zu beurteilen sind. Auch seine Anpassungsfähigkeit ist als
eher dürftig einzuschätzen. Für einen potentiellen Arbeitgeber ist dies bei einer
verbleibenden Erwerbsdauer von maximal fünf Jahren nicht mehr wirtschaftlich und
kaum mehr lohnend. Daher wird schon dieser Umstand einen durchschnittlichen
Arbeitgeber davon abhalten, die mit seiner Beschäftigung verbundenen Risiken wie
krankheitsbedingte Ausfälle, berufliche Unerfahrenheit und altersbedingt geringe
Anpassungsfähigkeit einzugehen, zumal solche Arbeitsplätze auch von Behinderten in
jungem und mittlerem Alter stark nachgefragt werden (vgl. dazu das Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.2.2). – In diesem
Zusammenhang ist auch auf die Stellungnahme des Eingliederungsberaters des RAV
zu verweisen, wonach er es als schwierig betrachtet, einen den Gegebenheiten
angepassten Arbeitsplatz für den Beschwerdeführer zu finden. Ein solcher wäre seiner
Ansicht nach eher auf dem 2. Arbeitsmarkt zu finden (IV-act. 59, 68). Die
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Schwierigkeiten des Beschwerdeführers, eine geeignete Arbeit zu finden, zeigen sich
gerade auch darin, dass er, obwohl er sich während seines Arbeitsversuches im E._
auf mehrere Stellen (auch für 100%-Stellen) beworben hatte, keine Gelegenheit für ein
Vorstellungsgespräch erhielt (IV-act. 55).
4.7 In Anbetracht dieser Umstände erscheint eine Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als nicht realistisch. Fehlt es an einer
wirtschaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit, liegt eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet
(BGE 138 V 460, E. 3.1).
5.
Gemäss Art. 28 IVG entsteht ein Rentenanspruch frühestens im Zeitpunkt, in welchem
der Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu mindestens
40% arbeitsunfähig gewesen ist. In der Anmeldung zur Früherfassung vom 30. April
2009 (IV-act. 1) gab seine damalige Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei seit
dem 27. März 2009 100% arbeitsunfähig (IV-act.1). Dementsprechend stützte sich
auch die Taggeldversicherung für die Erbringung ihrer Leistungen auf dieses Datum.
Aus dem RAD-Protokoll über das Gespräch mit dem Hausarzt ist ersichtlich, dass der
Hausarzt angab, der Beschwerdeführer sei bereits seit dem 19. März 2009
arbeitsunfähig (IV-act. 14 und 22). Am 24. März 2009 hatte sich der Beschwerdeführer
einer lumbal-vertebrospinalen Kernspintomographie zu unterziehen, bei welcher bereits
der massgebliche, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Befund gestellt wurde (IV-
act. 9). Ab diesem Zeitpunkt muss die 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten
Beruf als erstellt gelten. Unter Berücksichtigung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1
IVG und der sechs-monatigen Wartefrist nach der Anmeldung gemäss Art. 29
Abs. 1 IVG kann der Rentenbeginn damit auf März 2010 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG)
festgelegt werden.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem orthopädischen Gutachten gefolgt
werden kann. Demnach ist dem Beschwerdeführer eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in
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einer adaptierten Tätigkeit anzurechnen. Indes ist festzustellen, dass die
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, aus den in den Erwägungen genannten
Gründen, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwertbar ist und er folglich
Anspruch auf eine ganze Rente hat. Rentenbeginn ist der 1. März 2010.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend beurteilten Angelegenheit als angemessen und ist von der
unterliegenden Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
7.2 Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses festgesetzt. Die
Honorarpauschale beträgt in der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht
Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten; sGS 963.75). In einem Fall mit mittlerem Aufwand und
Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.--
ausgerichtet, was auch im vorliegenden Fall angemessen erscheint. Die
Beschwerdegegnerin hat somit dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der
Höhe von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP