Decision ID: 9dfacaf5-c2c1-47d9-9308-65a210b41318
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X erwarb den Führerausweis für Personenwagen am 12. September 1980. Seit
2002 leidet er als Folge einer Bauchspeicheldrüsenentzündung an Diabetes mellitus.
Mit Verfügung des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes, Abteilung
Administrativmassnahmen (nachfolgend: Strassenverkehrsamt), vom 26. März 2007
wurde X der Führerausweis vorsorglich entzogen, nachdem eine Meldung des Spitals Y
eingegangen war, wonach aufgrund einer fortgeschrittenen Alkoholproblematik Zweifel
an seiner Fahreignung bestünden. Nach Durchführung einer Alkoholabstinenz- sowie
Verkehrstherapie wurde X der Führerausweis am 27. August 2008 unter
Abstinenzauflagen wieder ausgehändigt. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2009 wurden
die Auflagen aufgehoben. Wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs zufolge
ungenügender Aufmerksamkeit wurde X der Führerausweis mit Verfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 18. Januar 2012 für einen Monat entzogen.
B.- Am Dienstag, 18. Februar 2014, war X mit einem Personenwagen auf der Autobahn
A1 von Zürich in Richtung Bern unterwegs. Aufgrund einer Unterzuckerung verlor er die
Herrschaft über das Fahrzeug und kollidierte mit der Wand des Bareggtunnels. Ein
durchgeführter Atemlufttest verlief negativ. Der Führerausweis wurde ihm von der
Polizei auf der Stelle vorläufig abgenommen. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft
Baden vom 3. April 2014 wurde das Strafverfahren gegen X wegen Fahrens in
fahrunfähigem Zustand eingestellt, was einem Freispruch gleichkommt.
C.- Am 27. März 2014 verfügte das Strassenverkehrsamt einen vorsorglichen
Führerausweisentzug und eröffnete gleichzeitig ein Verfahren zur Abklärung der
Fahreignung mit Einholung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens. Die am 17. April
2014 angeordnete verkehrsmedizinische Untersuchung wurde am 16. Mai 2014 vom
Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen, Fachbereich Verkehrsmedizin
(nachfolgend: IRM), durchgeführt. Im Gutachten vom 18. Juni 2014 wurde die
Fahreignung von X wegen eines instabilen Diabetes mellitus mit Hypoglykämiegefahr
bei zudem bestehendem Alkoholüberkonsum nicht befürwortet. Es wurde eine
regelmässige hausärztliche und diabetologisch-fachärztliche Behandlung mit striktem
Einhalten der ärztlichen Weisungen sowie eine kontrollierte und fachlich betreute
Alkoholabstinenz für die Dauer von sechs Monaten empfohlen; ferner sei ein aktueller
augenärztlicher Bericht einzureichen.
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Gestützt auf dieses Gutachten entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis
wegen mangelnder Fahreignung aus medizinischen Gründen mit Verfügung vom 7.
August 2014 auf unbestimmte Zeit. Als Bedingung für die Aufhebung des Entzugs
wurden die vom IRM empfohlenen Auflagen und Massnahmen genannt. Einem
allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
25. August 2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Führerausweis auszuhändigen;
eventualiter sei der Führerausweis unter Auflagen auszuhändigen; dem Rekurs sei die
aufschiebende Wirkung zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit
Schreiben vom 22. September 2014 verzichtete die Vorinstanz auf eine
Vernehmlassung. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2014 wies der Präsident das Gesuch
um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab.
Am 5. Dezember 2014 ersuchte der Rekurrent die Vorinstanz um Wiedererwägung der
angefochtenen Verfügung. Auf das Gesuch wurde mit Verfügung vom 10. Dezember
2014 nicht eingetreten. Im Rekursverfahren wurden zusätzliche Akten eingeholt und
den Parteien zur Kenntnis gebracht. Der Rekurrent nahm dazu mit Eingabe vom 6.
Januar 2015 Stellung.
Auf die Ausführungen in der Rekursbegründung wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 25. August 2014 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten
bis
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2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz die Fahreignung des Rekurrenten
gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten des IRM vom 18. Juni 2014 zu Recht
verneinte.
a) Zur Begründung seiner Beschwerde macht der Rekurrent im Wesentlichen geltend,
die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Abklärung setze konkrete Anhaltspunkte
dafür voraus, dass der fragliche Lenker mehr als jede andere Person der Gefahr
ausgesetzt sei, sich in einem Zustand ans Steuer zu setzen, der das sichere Führen
nicht mehr gewährleiste. Bei ihm hätten keine verdichteten Hinweise auf eine fehlende
Fahrfähigkeit bestanden. Er habe die Anweisung für Diabetiker befolgt. Auslöser des
Kontrollverlusts über das Fahrzeug sei eine Unterzuckerung gewesen. Der
Atemalkoholtest sei negativ ausgefallen. Abklärungen zum Alkoholkonsum seien daher
nicht angezeigt gewesen. Entgegen der Aussage im Bericht von Dr. A sei der Rekurrent
dem Termin im März 2014 nicht unentschuldigt ferngeblieben, sondern von seiner
Tochter krankheitshalber abgemeldet worden. Die zum Unfall führende Unterzuckerung
habe nachweislich im Zusammenhang mit einem kurz zuvor neu verordneten
langwirksamen Insulinpräparat gestanden. Mittlerweile sei eine anderweitige
Insulintherapie angeordnet worden. Diese werde vom Rekurrenten eingehalten, was
durch deutlich bessere Werte nachgewiesen werden könne. Die Ausführungen von Dr.
A zum Alkoholkonsum des Rekurrenten seien im Konjunktiv formuliert und stellten reine
Annahmen dar. Die im Gutachten angeführten Werte, welche angeblich auf einen
Alkoholkonsum hinwiesen, könnten auch anderweitig, z.B. durch
Medikamenteneinnahme, begründet sein. Aus dem Nachweis, dass der Rekurrent vor
der Begutachtung Alkohol konsumiert habe, dürfe nicht auf einen Alkoholüberkonsum
geschlossen werden. Indem die Vorinstanz trotz dieser Einwände ohne Weiteres von
der Richtigkeit und Vollständigkeit des Gutachtens ausgegangen sei, habe sie den
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Dem Rekurrenten könne keine Unfähigkeit der
Trennung zwischen Alkoholkonsum und Strassenverkehr unterstellt werden. Bei beiden
Unfällen sei er ohne Alkohol unterwegs gewesen. Wenn die übrigen Laborwerte keine
Erhöhung zeigten, reiche ein pathologischer CDT-Wert allein für die Annahme einer
Alkoholabhängigkeit nicht aus. Der erhöhte GGT-Wert könne auch durch die
Medikamenteneinnahme bedingt sein. Die persönlichen Verhältnisse seien sodann
nicht gründlich überprüft worden. Die Einholung verschiedener Arztberichte reiche dazu
nicht aus. Das Gutachten sei daher falsch bzw. zumindest unvollständig. Vorliegend
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könne auch nicht von einem Zusammenspiel medizinischer Beeinträchtigungen
ausgegangen werden. Seit 2. August 2014 halte der Rekurrent nachweislich und
freiwillig eine Alkoholabstinenz ein. Er halte sich an die verfügten Auflagen und sei
kooperativ. Da kein Suchtproblem bestehe, seien Alkoholabstinenz wie auch
Suchtberatung fehl am Platz. Ebenso sei kein Bericht über eine zentrale
Gesichtsfelduntersuchung nötig. Es beständen keine nicht kompensierbaren Ausfälle.
Die im Rekursverfahren eingeholten Unterlagen hätten der Vorinstanz bei ihrem
Entscheid nicht zur Verfügung gestanden und dürften daher nicht berücksichtigt
werden. Die Blutzucker-Langzeitwerte bewegten sich in den Monaten Oktober bis
Dezember 2014 genau im angestrebten Bereich.
b) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die Fahreignung.
Dieser Begriff umschreibt die körperlichen und geistigen Voraussetzungen, um ein
Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss
grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Der Führerausweis ist zu
entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung
nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes,
SR 741.01, abgekürzt: SVG). In diesen Fällen dient der Entzug des Ausweises der
Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten Fahrzeugführern (Sicherungsentzug). Es soll
die zu befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen ungeeigneten
Fahrzeugführer in der Zukunft verhindert werden; es geht nicht darum, den Betroffenen
wegen einer begangenen Verkehrsregelverletzung zu bestrafen. Der Entzug setzt keine
schuldhafte Widerhandlung im Strassenverkehr voraus (Urteil des Bundesgerichts
[BGer] 1C_74/2011 vom 17. Mai 2011 E. 2.2).
Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen, namentlich bei Meldung eines Arztes, dass
eine Person wegen einer körperlichen oder psychischen Krankheit, wegen eines
Gebrechens oder wegen einer Sucht Motorfahrzeuge nicht sicher führen könne
(Art. 15d Abs. 1 lit. e SVG). Die Aufzählung der Gründe in Art. 15d Abs. 1 SVG, in
welchen Fällen die Fahreignung abzuklären ist, ist nicht abschliessend (vgl. Botschaft
des Bundesrates zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in:
BBl 2010 S. 8500). Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung bei
zweifelhafter Fahreignung ist sodann in Art. 11b Abs. 1 lit. a VZV ausdrücklich geregelt.
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Sie dient der Abklärung, ob die medizinischen Mindestanforderungen gemäss Art. 7
Abs. 1 VZV erfüllt sind. Die blosse Anordnung einer verkehrsmedizinischen Abklärung
der Fahreignung (im Hinblick auf die Prüfung eines allfälligen Sicherungsentzuges) setzt
konkrete Anhaltspunkte dafür voraus, dass der fragliche Inhaber des Führerausweises
mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans
Steuer eines Fahrzeuges zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet
(vgl. BGE 127 II 122 E. 3c; 124 II 559 E. 3d, je mit Hinweisen). Ein
verkehrsmedizinisches Gutachten drängt sich immer dann auf, wenn die konkreten
Umstände hinreichend verdichtete Hinweise darauf liefern, dass die betroffene Person
die medizinischen Mindestanforderungen nicht mehr erfüllt.
Nicht geeignet, ein Fahrzeug zu führen, ist namentlich, wer nicht oder nicht mehr über
die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, um ein Motorfahrzeug sicher zu
führen (Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG), wer an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung
ausschliesst (lit. b), oder wer aufgrund seines bisherigen Verhaltens nicht Gewähr
bietet, dass er künftig beim Führen eines Motorfahrzeugs die Vorschriften beachten
und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird (lit. c). Unter Art. 16d Abs. 1 lit. a
SVG fallen alle physischen und psychischen Gründe, welche die Fahreignung
ausschliessen. Grundsätzlich müssen die medizinischen Mindestanforderungen –
bezogen auf die jeweilige Fahrkategorie – gemäss Anhang 1 der
Verkehrszulassungsverordnung (SR 741.51, abgekürzt: VZV) erfüllt sein (Art. 25 Abs. 3
lit. a SVG, Art. 7 Abs. 1 VZV). Die Fahreignung ausschliessende Gründe sind unter
anderem ein eingeschränktes Seh- und Hörvermögen, Störungen des Gleichgewichts,
Bewegungsbehinderungen, Herz- und Gefässkrankheiten, Zuckerkrankheit, Hirn- und
Rückenmarksstörungen sowie Lungen- und Bronchialerkrankungen (R. Schaffhauser,
Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I, 2. Aufl. 2002, Rz. 323).
Diabetiker sind in der Regel nur für die Fahrzeuge der 3. medizinischen Gruppe
fahrgeeignet. Es muss eine stabile Blutzuckereinstellung ohne schwere Hypoglykämien
(Unterzuckerung) und ohne wesentliche Hyperglykämien (überhöhter Blutzucker)
bestehen. Bei einer Unterzuckerung wird die Fahrfähigkeit aufgrund einer plötzlich und
oft unvorhersehbaren Bewusstseinsbeeinträchtigung innert sehr kurzer Zeit massiv
gestört oder gänzlich aufgehoben, sodass sich bei einem solchen Ereignis eine
erhebliche Verkehrsgefährdung ergibt. Personen mit stark überhöhtem Blutzucker
zeigen oftmals Symptome wie Schwäche, Übelkeit, Verlangsamung, gestörte
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Wahrnehmung und Schläfrigkeit, welche die Fahrfähigkeit ebenfalls deutlich
beeinträchtigen. Zuckerkranke Fahrzeuglenker, die unter einer Therapie mit Insulin
stehen oder blutzuckersenkende und damit potentiell eine Hypoglykämie auslösende
Tabletten (Sulfonylharnstoffe, Glinide) einnehmen, müssen in der Lage sein, eine
Unterzuckerung während des Fahrens zuverlässig zu vermeiden. Dazu gehört die
strikte Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln, wie sie im Merkblatt für Fahrzeuglenker
mit Diabetes mellitus festgehalten sind (vgl. R. Seeger, Diabetes Mellitus und
Fahreignung, in: Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, Bern 2005, S. 67
f. und S. 148).
Im Bereich der eigentlichen Alkoholsuchterkrankung rechtfertigt sich die Ablehnung der
Fahreignung bereits bei Vorliegen eines verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs.
Letzterer liegt vor, wenn das Führen von Motorfahrzeugen und ein die Fahreignung
beeinträchtigender Alkoholkonsum nicht hinreichend sicher getrennt werden können
oder zu erwarten ist, dass die untersuchte Person zukünftig ein Motorfahrzeug unter
Alkoholeinfluss lenken wird, oder als Folge eines unkontrollierten Alkoholkonsums
Beeinträchtigungen vorliegen, die das sichere Führen eines Motorfahrzeuges in Frage
stellen. Die Beurteilung der Fahreignung bei Alkoholproblemen beruht folglich nicht
ausschliesslich auf einem Suchtnachweis, sondern berücksichtigt auch die übrigen
gesetzlich festgelegten Anforderungen (Urteil der Verwaltungsrekurskommission
IV-2012/99 vom 10. Januar 2013 E. 2b/aa, in: www.gerichte.sg.ch).
Von Bedeutung kann zudem das Zusammenwirken von medizinischen
Beeinträchtigungen sein, auch wenn die einzelnen Faktoren für sich genommen keine
fehlende Fahreignung zu begründen vermöchten. Eine fehlende Fahreignung kann sich
demnach auch aus der Verbindung von Umständen ergeben, die einzeln die
Fahreignung nicht ausschliessen (BGer 6A.5/2004 vom 17. Mai 2004 E. 3.3).
Der Sicherungsentzug wird grundsätzlich auf unbestimmte Dauer ausgesprochen
(Art. 16d Abs. 1 Ingress SVG). Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis
kann bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche
oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist, und die betroffene Person die Behebung des
Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Da
ein Sicherungsentzug stark in den Persönlichkeitsbereich eingreift, ist eine genaue
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Abklärung der persönlichen Verhältnisse des Betroffenen in jedem Fall und von Amtes
wegen vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen
richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen
Ermessen der Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II 82 E. 2.2). Die Beweismittel unterliegen
der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 58
Abs. 1 VRP).
c) Nach dem von der Expertengruppe Verkehrssicherheit für die Administrativ-, Justiz-
und Polizeibehörden herausgegebenen Leitfaden vom 26. April 2000 liegt im
Zusammenhang mit einer Bewusstseinsstörung ein Verdachtsgrund für fehlende
Fahreignung vor, wenn eine Person gemäss Mitteilung der Polizei im Verkehr auffällig
geworden ist, ohne dass Anzeichen von Alkohol- oder Betäubungs- oder Arzneimitteln
festzustellen waren. Mögliche Ursachen für eine kurze Bewusstseinsstörung, eine
Absenz oder ein ähnliches Vorkommnis können Krankheiten wie Epilepsie oder
Diabetes sein.
Dem Rapport der Kantonspolizei Aargau vom 10. März 2014 ist zu entnehmen, dass
die Bewusstseinsstörung des Rekurrenten, die zum Verkehrsunfall vom 18. Februar
2014 führte, auf eine Unterzuckerung zurückzuführen war. Zudem gab der Rekurrent
damals an, er habe erst wenige Tage zuvor (am 14. Februar 2014) eine neue tägliche
Insulindosis verschrieben bekommen (act. 11/51 ff.). Obschon der Rekurrent sich
gemäss eigenen Angaben zwei Stunden vor Fahrbeginn sechs Einheiten Insulin
gespritzt hatte, wies er im Zeitpunkt des Unfalls nur noch einen Wert von 2.2 mmol/l
auf. Offenbar war die bei ihm bestehende Diabetes mellitus-Erkrankung damals nicht
adäquat behandelt. Dass die Vorinstanz unter diesen Umständen eine
verkehrsmedizinische Untersuchung anordnete, ist daher nicht zu beanstanden. Hinzu
kommt, dass der Rekurrent mit E-Mail vom 16. April 2014 einer solchen Untersuchung
ausdrücklich zustimmte (act. 11/40) und die entsprechende Verfügung nicht anfocht,
weshalb darauf im heutigen Zeitpunkt nicht mehr zurückzukommen ist.
d) Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten den Führerausweis gestützt auf das
verkehrsmedizinische Gutachten des IRM vom 18. Juni 2014 aus medizinischen
Gründen auf unbestimmte Zeit entzogen. Es liegt somit kein Sicherungsentzug wegen
Alkoholabhängigkeit vor, weshalb die entsprechenden Rügen des Rekurrenten dazu
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nicht verfangen. Das Gutachten erweist sich daher insbesondere hinsichtlich der
Abklärung der persönlichen Verhältnisse nicht als unvollständig (vgl. BGE 129 II 82 E.
6.2.2.). Da es nicht darum ging, ob der Rekurrent an einer Trunksucht im Sinn des
Strassenverkehrs leidet, mussten seine Trinkgewohnheiten etc. auch nicht abgeklärt
werden.
aa) Die Gutachterin stützte ihre Beurteilung auf die Vorgeschichte, die Angaben des
Rekurrenten, die Befunde der körperlichen Untersuchung, die Resultate der
Laboruntersuchungen sowie auf diverse Fremdauskünfte. Die Blutuntersuchung ergab
mit 147 U/l (<65 U/l) für die Gamma-Glutamyltranspeptidase (GGT) und 3.7% (<2.6%,
HPLC-Methode) für das Carbohydrat-Deficient Transferrin (CDT) erhöhte Werte. Der
mittlere Blutzuckerwert betrug 8.4 mmol/l. Die Urinprobe war positiv auf das
Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (EtG). Der Rekurrent habe berichtet, dass er seit
einer wahrscheinlich alkoholbedingten Bauchspeicheldrüsenentzündung im Jahr 2001
unter Diabetes mellitus leide, der von Anfang an mit Insulin behandelt worden sei.
Folgeerkrankungen würden vom Rekurrenten verneint. Anfang 2014 sei es zu einer
Lungenentzündung gekommen, die mit Cortison behandelt worden sei. Dadurch sei die
Blutzuckereinstellung sehr schwierig geworden. Alle 14 Tage habe er ein neues
Schema erhalten. In jener Zeit sei es zunächst zu Hyperglykämien, danach auch fünf-
bis sechsmal monatlich zu Hypoglykämien gekommen. Üblicherweise würden
Hypoglykämien maximal einmal pro Monat vorkommen. Er bemerke dies durch
Übelkeit, Schwitzen und Zittern. Glukose habe er immer bei sich. Er wisse, dass er bei
Autofahrten im Rhythmus von einer Stunde essen müsse. Wenn es ihm nicht gut gehe,
halte er an, esse einen Zucker und warte eine halbe Stunde. Vor Fahrantritt messe er
den Blutzucker stets, frühestens zwei Stunden vorher. Wenn er einen Wert von unter 7
mmol/l gemessen habe, fahre er nie los. Wegen Gliederschmerzen nehme er die
Schmerzmittel Lyrica und Okycontin ein. Bezüglich Alkohols habe der Rekurrent
berichtet, dass er früher extrem getrunken habe. Nachdem er eine Zeit lang abstinent
gelebt habe, trinke er seit 2009 etwa alle 14 Tage ein Glas Wein oder ein Bier.
Belastungstrinken komme nicht vor. Er habe den Konsum jetzt im Griff. Der letzte
Konsum sei zehn Tage vor dem Untersuch gewesen. Es sei ihm bewusst, dass Alkohol
den Blutzucker beeinflusse. In der körperlichen Untersuchung fielen
Hautveränderungen an den Unterschenkeln und am Rücken auf. Zudem wurde ein
deutlich erhöhter arterieller Blutdruck von 180/90 mmHg festgestellt. Beim Strichgang
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und beim Romberg-Stehversuch sei der Rekurrent ins Schwanken geraten. Der
Blindgang sei unsicher gewesen und es habe sich ein leichtes, feinschlägiges Zittern
der Hände gezeigt.
In der Beurteilung führt die Gutachterin aus, entgegen den Angaben des Rekurrenten,
wonach die Hypoglykämie am Unfalltag eine Ausnahmeerscheinung im Rahmen der
Cortisonbehandlung der Lungenentzündung gewesen sei, könne dem Bericht der
behandelnden Diabetologin Dr.med. A vom 11. Juni 2014 eine langjährige Problematik
mit schwankenden Blutzuckerwerten entnommen werden. Immer wieder sei es zu
Behandlungsunterbrüchen gekommen und es habe wiederholt Phasen mit
unzureichender Blutzuckereinstellung gegeben. Nach wie vor seien die "nicht korrekte"
Umsetzung der Basis-Bolus-Insulintherapie und insbesondere die schlecht darauf
abgestimmte Ernährung aus endokrinologischer Sicht problematisch. Der letzte
Blutzuckerlangzeitwert sei angesichts der schweren Hypoglykämie eher zu tief. Es
bestehe nach wie vor eine sehr instabile Blutzuckereinstellung, weshalb von einem
deutlichen Hypoglykämierisiko ausgegangen werden müsse. Die Verkehrsmedizinerin
hält weiter fest, dieses Risiko sei vom Rekurrenten bagatellisiert worden. Die
Trinkangaben zu seinem aktuellen Alkoholkonsum stimmten zudem nicht mit dem
gemessenen erhöhten CDT-Wert überein, der konkret für einen Alkoholüberkonsum
spreche. Auch die GGT-Erhöhung könne darauf zurückzuführen sein, sei alternativ aber
auch aufgrund der Medikamenteneinnahme möglich. Ferner könne die Erhöhung des
mittleren korpuskulären Erythozytenvolumens (MCV) in den Monaten Oktober und
November 2013 in Ermangelung einer anderweitigen medizinischen Erklärung mit
einem Alkoholüberkonsum in Einklang gebracht werden. Dazu passe auch der Eindruck
der betreuenden Diabetologin, wonach im Rahmen der Sprechstunde mehrfach ein
Alkoholmundgeruch vermutet worden sei. Ein solches Verhalten weise auf einen
erheblichen Kontrollverlust hin. Die im Rahmen der verkehrsmedizinischen
Untersuchung festgestellten Auffälligkeiten (Schwanken beim Strichgang und
Romberg-Stehversuch, unsicherer Blindgang, Zittern der Hände) könnten mit einem
Alkoholüberkonsum im Zusammenhang stehen; eine Polyneuropathie könne aber auch
eine andere Ursache haben oder situationsbedingt auftreten. Der positive EtG-Befund
im Urin am Tag des Untersuchs spreche für einen Alkoholkonsum innerhalb der letzten
drei Tage vor dem Untersuch, wohingegen der Rekurrent von einem letzten
Alkoholkonsum vor zehn Tagen berichtet habe. Es würden sich somit konkrete
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Hinweise auf ein Bagatellisieren der Trinkgewohnheiten ergeben. In der
Zusammenschau mit der noch instabilen Diabetes-Einstellung stelle der
Alkoholkonsum, insbesondere ein vermehrter Konsum, einen erheblichen Risikofaktor
für weitere Hypoglykämien dar und könne die instabile Situation zumindest mit
erklären. Die Gutachterin kam zum Schluss, dass die Fahreignung aus
verkehrsmedizinischer Sicht wegen eines instabilen Diabetes mellitus mit
Hypoglykämiegefahr bei zudem laborchemisch festgestelltem Alkoholüberkonsum
nicht befürwortet werden könne.
bb) Der Schluss der Verkehrsmedizinerin, wonach der Rekurrent im Zeitpunkt der
Gutachtenserstellung an einem instabilen Diabetes mellitus mit Hypoglykämiegefahr
litt, deckt sich mit den erhobenen Befunden sowie den eingeholten Fremdauskünften.
Bei der Unterzuckerung vom 18. Februar 2014 handelte es sich nicht um ein einmaliges
Ereignis, das durch die Medikamentenumstellung auf ein langzeitwirksames
Insulinpräparat einige Tage zuvor ausgelöst wurde. Im Rekursverfahren wurde der im
Gutachten auszugeweise erwähnte Bericht der behandelnden Diabetologin Dr.med. A
vom 11. Juni 2014 (act. 20) beigezogen. Da die Gutachterin darauf abstellte, erweist
sich die Verwendung dieses Berichts im Rekursverfahren ohne Weiteres als zulässig.
Dr.med. A führt darin aus, dass der Rekurrent in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 die
diabetologische Sprechstunde nicht mehr aufgesucht hatte. Erst im Januar 2014 wurde
er vom Pneumologen erneut zugewiesen, als er an einer Lungenentzündung litt.
Aufgrund einer Steroid-Behandlung waren die Blutzuckerwerte damals entgleist. Es
zeigte sich eine inkonsequente Umsetzung der Insulinbehandlung. Auch bei der
Konsultation vom 14. Februar 2014 wurden stark schwankende Blutzuckerwerte mit
wiederholten Hypoglykämien bis minimal 2.5 mmol/l festgestellt. Der Rekurrent selbst
berichtete anlässlich der Begutachtung ebenfalls von vermehrten Unterzuckerungen
anfangs 2014 im Zusammenhang mit der Behandlung der Lungenentzündung. Gemäss
Angaben der Diabetologin seien die Blutzuckerwerte auch bei der nächsten Kontrolle
im April 2014 weiterhin sehr schwankend gewesen. Es folgten weitere medikamentöse
Umstellungen, die jedoch nicht den gewünschten Erfolg brachten. Die Fachärztin
erachtete die nicht korrekte Umsetzung der Basis-Bolus-Insulintherapie und die darauf
nicht abgestimmte Ernährung des Rekurrenten unverändert als problematisch. Eine
Strukturierung scheine für ihn sehr schwierig zu sein. Die Blutzuckereinstellung sei
daher nach wie vor sehr instabil mit stark schwankenden Blutzuckerwerten. Die
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Therapie-Compliance sei optimierungsbedürftig. Insgesamt müsse von einem
deutlichen Hypoglykämierisiko ausgegangen werden. Allein aufgrund der nicht gut
eingestellten Zuckererkrankung, verbunden mit der nicht optimalen Therapieadhärenz
und Essensstruktur bestand damit im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung die
erhöhte Gefahr einer erneut auftretenden Hypoglykämie, weshalb die Fahreignung
nicht gegeben war.
Als erschwerender Umstand kommt beim Rekurrenten der Alkoholkonsum hinzu. Ein
vermehrter Alkoholkonsum stellt einen zusätzlichen erheblichen Risikofaktor für eine
Hypoglykämie dar und trägt nicht zu einer stabilen Situation der Blutzuckerwerte bei.
Da beim Rekurrenten in einem früheren verkehrsmedizinischen Gutachten eine
Trunksucht im Sinn des Strassenverkehrsgesetzes festgestellt worden war und er
mehrere Jahre lang eine Alkoholabstinenz einhalten musste, erwiesen sich
entsprechende Abklärungen bei der aktuellen Untersuchung ohne Weiteres als
zulässig; dies unabhängig davon, dass sich der aktuelle Vorfall ohne Alkoholeinfluss
ereignet hatte. Gemäss eigenen Angaben konsumiert der Rekurrent alle zwei Wochen
ein Glas Wein oder Bier, was im Zusammenhang mit dem Diabetes mellitus noch nicht
als problematisch bezeichnet werden könnte. Diese Trinkangaben stehen jedoch im
Widerspruch zum beim Untersuch vom 16. Mai 2014 deutlich erhöhten CDT-Wert von
3.7% (<2.6%). Im Gegensatz zum ebenfalls erhöhten GGT-Wert, der auch
medikamentös bedingt sein kann, haben weder die Insulintherapie noch die
Schmerzmittel einen Einfluss auf die Höhe des CDT-Werts. Um einen pathologischen
CDT-Wert zu induzieren, reicht eine mehrwöchige Alkoholbelastung mit 60g Alkohol
pro Tag (entspricht etwa vier alkoholischen Getränken pro Tag) in der Regel nicht aus
(M. Soyka, Alkoholismusdiagnose in psychiatrischer und laborchemischer Sicht, in: R.
Aderjan, Marker missbräuchlichen Alkoholismus, Stuttgart 2000, S. 40). Es ist daher
nachvollziehbar, wenn die Gutachterin von einem Alkoholüberkonsum des Rekurrenten
ausging. Auch beim Untersuch durch den Hausarzt am 18. August 2014 lag der CDT-
Wert mit 3.0% noch über der Toleranzgrenze. Erst am 15. September 2014 sank er auf
1.5%. Dies würde mit der angeblich spätestens ab Anfang August 2014 eingehaltenen
Alkoholabstinenz übereinstimmen. Wie vom Rekurrenten zutreffend ausgeführt wird,
stellt die Tatsache, dass er wenige Tage vor der verkehrsmedizinischen Untersuchung
Alkohol konsumiert hatte, kein Indiz für einen Alkoholüberkonsum dar. Auffällig ist
jedoch, dass er diesbezüglich unzutreffende Angaben machte. Auf entsprechende
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Befragung der Gutachterin gab er an, letztmals vor zehn Tagen Alkohol konsumiert zu
haben, was angesichts des festgestellten EtG im Urin nicht zutreffen kann. Die
Angaben von Dr.med. A, wonach sie in der Sprechstunde mehrfach den Eindruck
hatte, der Rekurrent habe einen Alkoholmundgeruch, wurden im Gutachten zutreffend
wiedergegeben und weisen ebenfalls auf eine Alkoholproblematik hin. Da der
festgestellte Alkoholüberkonsum zu einer erhöhten Hypoglykämiegefahr führt, lag im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung ein instabiler Diabetes mellitus vor, aufgrund
dessen die Fahreignung des Rekurrenten zu verneinen war. Ob sich der
Gesundheitszustand in der Zwischenzeit gebessert hat, ist nicht in diesem Verfahren zu
prüfen, sondern von der Vorinstanz auf Einreichung eines Gesuchs um Wiedererteilung
des Führerausweises hin.
Die Vorinstanz hat daher zu Recht auf das nachvollziehbare und schlüssige
verkehrsmedizinische Gutachten abgestellt und einen Sicherungsentzug aus
medizinischen Gründen ausgesprochen, weshalb keine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör vorliegt und der Rekurs im Hauptantrag abzuweisen ist. Nachdem
die Fahreignung beim Rekurrenten aus medizinischen Gründen nicht gegeben ist,
kommt auch eine Herausgabe des Führerausweises unter Auflagen nicht in Frage. Die
Tatsache, dass Dr.med. A dem Rekurrenten Ende August und Mitte November 2014
eine deutliche verbesserte Therapieadhärenz und das Ausbleiben von schweren
Hypoglykämien bescheinigte (vgl. act. 6), vermag daran nichts zu ändern. Massgebend
für das Vorliegen des Fahreignungsmangels ist stets der Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung. Wenn danach eine Besserung bzw. eine Behebung des Mangels eintritt, so
ist dies erst im Rahmen der Wiedererteilung zu berücksichtigen. In der Stellungnahme
vom 31. Juli 2014 zum verkehrsmedizinischen Gutachten war noch nicht geltend
gemacht worden, der Rekurrent halte freiwillig eine Alkoholabstinenz ein. Dies war
denn auch erst seit 2. August 2014 der Fall. Von einer Verletzung des rechtlichen
Gehörs kann daher nicht die Rede sein.
3.- a) Die Vorinstanz hat die Wiedererteilung des Führerausweises einerseits von einer
regelmässigen hausärztlichen und diabetologisch-fachärztlichen Behandlung nach
ärztlicher Massgabe abhängig gemacht. Diese Bedingung erscheint im Hinblick auf die
Behebung des Eignungsmangels, namentlich die stabile Einstellung des Diabetes
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mellitus, wie auch aufgrund der Hypertonie und der Schmerzbehandlung unbedingt als
angezeigt.
b) Ferner verlangt die Vorinstanz für die Wiedererteilung den Nachweis einer Alkoholab
stinenz (gemäss Info-Blatt) mittels einer Haaranalyse in sechs Monaten sowie eine
Fachtherapie durch die Suchtberatungsstelle. Auch diese Massnahmen stimmen mit
den Empfehlungen im Gutachten überein und erweisen sich angesichts des Einflusses
des Alkoholkonsums auf den Blutzuckerspiegel als zur Überwindung des Mangels
grundsätzlich geeignet. Nachdem beim Rekurrenten jedoch weder eine Abhängigkeit
noch eine erhöhte Suchtgefährdung nachgewiesen wurden, ist die Anordnung einer
Fachtherapie durch die Suchtberatungsstelle nicht gerechtfertigt. Diesbezüglich ist die
angefochtene Verfügung entsprechend abzuändern.
c) Schliesslich muss der Rekurrent für die Aufhebung des Entzugs einen
augenärztlichen Bericht über eine Gesichtsfelduntersuchung einreichen. Da das
Gesichtsfeld des Rekurrenten gemäss Angaben seiner Augenärztin durch die
herunterhängenden Oberlider eingeschränkt ist, erweist sich diese Anordnung im
Hinblick auf eine weitere Verlaufskontrolle entgegen der Ansicht des Rekurrenten als
angemessen und gerechtfertigt.
d) Der Rekurrent beanstandet zu Recht das in Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung
angeführte Datum des 27. März 2014, ab welchem ihm das Recht aberkannt sei,
Motorfahrzeuge aller Kategorien zu lenken. Nachdem ihm der Führerausweis
unmittelbar nach dem Unfall vom 18. Februar 2014 polizeilich abgenommen wurde,
müsste in Ziff. 2 richtigerweise jenes Datum stehen. Da diese zeitliche Angabe jedoch
für eine allfällige Aufhebung des Sicherungsentzugs keine Bedeutung hat und es sich
dabei um einen offensichtlichen Verschrieb handelt, wird auf eine förmliche Korrektur
verzichtet.
4.- Die Massnahme des Sicherungsentzugs soll sicherstellen, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während eines
Rechtsmittelverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
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würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend – der Rekurs ist mehrheitlich abzuweisen –
sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu fünf Sechsteln und dem Staat zu einem
Sechstel aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'800.–,
worunter Fr. 300.– für die Zwischenverfügung vom 21. Oktober 2014, erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 121 und Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist zu verrechnen.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).