Decision ID: 5506ec64-cd46-460a-8fc2-2ba982fc2843
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, arbeitete als Mitarbeiter eines Restaurants, als er sich am 8. Dezember 2010 (Eingangsdatum
) bei der Sozialversicherungsan
stalt des
Kann
tons
Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
6
/3). Mit Zusatz
gesuch vom 6. April 2011 (Ei
ngangsdatum) ersuchte er um Kos
tengutsprache für orthopädische Massschuhe (Urk.
6
/19), welche die IV-Stelle mit Schreiben vom 10. Mai 2011 erteilte (Urk.
6
/25). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medi
zinische Abklärungen,
zog
das von der zuständigen Pensionskasse eingeholte Gut
achten von
Dr. med. Y._
, Facharzt für Innere Medizin, spezialisiert Herz-, Kreislaufkrankheiten, vom 27. April 2011 (Urk.
6
/28)
bei
und stellte mit Vorbescheid vom 26. August 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk.
6
/32). Nachdem der Versicherte am 26. September 2011 Einwand erhoben hatte (Urk.
6
/37), tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und holte insbesondere das
bidiszip
linäre
Gutachten von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, und Dr. med. A._
, Facharzt für Rheumato
logie, vom 13. Juni 2012 (Urk.
6
/63/12
; vgl. auch
Urk.
6/63 und
Urk.
6/64
) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 18. September 2012, Urk.
6
/72; Einwand vom 28. September 2012, Urk.
6
/77; Rückzug Einwand vom 10. Dezember 2012, Urk.
6
/84) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 28. Januar 2013 (vgl. Urk.
6
/95-110; Verfügungsteil 2, Urk.
6
/86) ab dem 1. November 2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 52 % eine halbe und ab dem 1. April 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 44 % eine
Viertelsrente
zu.
1.2
Nachdem die zuständige Pensionskasse der IV-Stelle das Gutachten von Dr.
Y._
vom 18. November 2013 (Urk.
6
/115; vgl. Urk.
6
/116) eingereicht hatte, forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, bei einer allfälligen Ver
schlech
terung ein Revisionsgesuch einzureichen (Schreiben vom 18. Dezember 2013, Urk.
6
/117). Dieser Aufforderung kam der Versicherte mit Schreiben vom 3. Feb
ruar 2014 nach (Urk.
6
/121). Die IV-Stelle tätigte erneut medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere das polydisziplinäre Gutachten (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Rheumatologie und
Neurologie) des
B._
vom 19. Mai 2015 ein (Urk.
6
/166). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1. Oktober 2015, Urk.
6
/173; Einwand vom 7. Oktober 2015, Urk.
6
/178; ergän
zende
Einwandbegründung
vom 27. November 2015, Urk.
6
/181) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 die Verfügung vom 28. Januar 2013 wiedererwägungsweise
auf und hielt fest, dass die Rente auf Ende des der Zustellung folgenden Monats aufgehoben werde (Urk.
6/184
).
Hiergegen erhob der Versicherte am 26. Januar 2016 Beschwerde
am hiesigen Gericht
(
Urk.
6/185/3 ff.)
, welche mit Urteil IV.2016.00122 vom
8.
März 2017 dahingehend gutgeheissen wurde, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und festgestellt wurde, dass der Versicherte weiterhin Anspruch auf eine Rente entsprechend der Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 habe, d
a
diese nicht zweifellos unrichtig und die wiedererwägungsweise Aufhebung damit nicht gerechtfertigt sei (
Urk.
6/190).
Entsprechend richtete die IV-Stelle weiterhin eine
Viertelsrente
aus (vgl. Verfügungen vom
9.
Juni 2017,
Urk.
6/197-202).
1.3
Mit Schreiben vom 2
7.
August 2019 ersuchte der Versicherte um eine vorzei
tige
Rentenrevision infolge Verschlechterung seines psychischen Zustandes (
Urk.
6/203). Die IV-Stelle prüfte daraufhin das
Revisionsgesuch
(vgl.
Urk.
6/213)
und wies nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
3.
Feb
ruar 2020,
Urk.
6/222, Einwand vom
6.
März 2020,
Urk.
6/225, ergänzende
Ein
wandbegründungen
vom 9./13.
/1
7.
März 2020,
Urk.
6/231
und
Urk.
6/236-237) das Erhöhungsgesuch mit Verfügung vom
2.
Juni 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 3
0.
Juni 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mindestens eine halbe Rente zu gewähren. Eventualiter sei eine aktuelle psychiatrische Abklärung unter Berücksichtigung der Standardindikatoren in Auftrag zu geben und neu zu entscheiden (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
August 2020 schloss die Beschwer
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
6/1-245), worüber der Beschwerdeführer am 1
7.
August 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
In der angefochtenen Verfügung hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) nach Sichtung der aktuellen medizinischen Akten zum Schluss gekommen sei, dass keine eindeutige Verschlechterung vor
liege. In den Unterlagen werde beschrieben, dass der Beschwerdeführer in deut
lich gebessertem Zustand aus der Therapie habe entlassen werden können.
Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der behandelnden Ärzte sei nur eine andere Beur
teilung eines im Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhaltes (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor, dass sich die psychische Prob
lematik nachhaltig
chronifiziert
habe. Das fünf Jahre alte Gutachten
des
B._
sei entsprechend nicht mehr aktuell. Darüber hinaus habe sich das damalige Gutach
ten nicht mit den aktuell geltenden Standardindikatoren auseinandergesetzt, so dass ohnehin eine neue Begutachtung thematisiert werden müsste (
Urk.
1).
2.
2.1
2.1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den All
gemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich
gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.1.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer mater
iellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3.
3.1
Die letzte
rechtskräftige Verfügung mit
materielle
r Prüfung des Rentenanspruchs bzw.
rechtskonformer Sachver
haltsabklärung,
Beweiswürdigung
und Einkom
mensvergleich
erfolgte im Rahmen der
Erstanmeldung, welche mit Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 abgeschlossen wurde (vgl. Sachverhalt E. 1). Im Rahmen der im Jahr 2014
eingeleiteten Revision
wurde der Sachverhalt zwar umfassend abgeklärt,
woraufhin die Beschwerdegegnerin die
Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015
erliess
, mit welcher die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 wiedererwägungs
weise aufgehoben wurde
(
Urk.
6/184;
vgl. Feststellungsblatt vom
1.
Oktober 2015
, Urk.
6/171; Einkommensvergleich vom
1.
Oktober 2015,
Urk.
6/170
).
Diese Verfügung wurde seitens des hiesigen Gerichts mit Urteil IV.2016.00122 vom
8.
März 201
7
allerdings
aufgehoben. Massgeblicher Vergleichszeitpunkt bildet damit die Verfügung vom 2
8.
Januar 2013
(vgl. E. 2.1.2)
.
3.1.1
Die Verfügung vom 28. Januar 2013 basierte aus medizinischer Sicht auf dem
bidisziplinären
Gutachten von Dr.
Z._
und Dr.
A._
(Feststellungsblatt vom 19. September 2012, Urk. 6/70/6 f.).
3.1.2
Dr.
Z._
diagnostizierte im psychiatrischen Teilgutachten vom 13. Juni 2012 (Urk.
6
/63) eine längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) und akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Beim Beschwerdeführer bestehe
eine lang
wierige somatische Krankheitsgeschichte,
welche
in den Akten ausführlich geschil
dert
werde
.
Er habe einen deformierten linken Fuss und Beschwerden im Knie. Es habe
sich unterdessen eine erhebliche Schme
rzproblematik entwickelt. Er habe
Mühe, die stehende Arbeit in einer Küche auszuüben, jedenfalls - wie er a
ngebe
- nicht in einem höheren Ausmass als 30
%
. Eventuell könn
t
en berufliche Massnahmen rheumatologisch begründet werden. T
rotz chronischen Schmerzen zeige
der Beschwerdeführer kaum Hinweise für eine psychosomatische Überla
gerung: Er sei
auf die Schmerzen w
enig fixiert, äussere kaum hypo
chondrische Befürchtungen und z
eige
keine Schmerzausdehnung. Jedenfalls
sei
die Sympto
matik einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht vorhanden.
Beim Beschwerdeführer
seien
in den letzten Jahren psychische Probleme aufgetre
ten. Manifest
seien
diese im Herbst 2011
geworden
, als zunehmend Symp
tome einer Depression erkennbar
geworden seien
(reduzierter Antrieb m
ä
s
sige Schwingungs
fähigkeit, deprimierte Affektlage, Resignation, Rückzugs
verhalten). Ausschlag
gebend
seien
bis heute die beruflichen Probleme und
die anhaltenden Schmerzen. Es kö
nn
e
somit eine depressive Reaktion diag
nostiziert w
erden. Nicht nachvoll
ziehbar sei
aber die Diagnose einer depres
siven Episode, wie dies d
er behandelnde Psychiater angebe. Offensichtlich seien es be
stimmte Umstände
gewesen
, wel
che zur Depressivität geführt hät
t
en. Unter der ambulanten psychiatrischen Behand
lung bzw. der Einnahme von antidepressiv wirkenden Medi
kamenten habe
sich das depressive Zustandsbild ab Anfang 2012 gebessert. Bei der heutigen
Unter
suchung (31.05.2012) wirke
er
teilweise im affektiven Rapport gehemmt,
im Antrieb vermindert und zeige
gefühlsmässig wenig Schwingungsfä
higkeit. Die Tages
gestaltung sei
aber regelmässig
.
Der Beschwerdeführer fahre
Auto
und sei
fähig, Reisen nach Kroatien zu unternehmen.
Die geschilderte Symptomatik lasse
auf eine leichte bis mittelgradige Depressivität schliessen. Die durchge
f
ührte Behandlung sei
geeignet, den Zustand zu verbessern.
Es gebe
ungüns
tige krank
heitsfremde Faktoren: längere Phase von partieller Arbeitsuntätig
keit, vermutete fehlende Motivation zur vollen beruflichen Leistung, Unzu
friedenheit mit den Ärzten. Eine P
ersönlichkeitsstörung sei nicht nachweis
bar. Der Beschwerdeführer
sei
allerdings seit jeher eher zurückge
zogen und schweigsam, es handle
sich um eine Norm-Variante des Charakters im Rah
men von akzentuierten
Persönlich
keitszügen. Dadurch we
rd
e
keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit herbeigeführt. Die depressive Reaktion führ
e
zu einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von knapp 30
% (Urk. 8
6
/63/6 f.)
.
Es sei vom September 2011 bis Ende 2011 von einer ca. 40%igen, ab dem 1. Januar 2012 von einer knapp 30%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk.
6
/63/8).
3.
1.
3
Dr.
A._
hielt folgende somatischen Diagnosen fest (Urk.
6
/64/12):
-
Fortgeschrittene linksseitige
Femoropatellar
-Arthrose
-
o
steosynthetisch versorgte
Patellafraktur
1993
-
Pes
equino-varus
links mit ausgeprägter Arthrose des oberen Sprungge
lenkes
(OSG)
-
Fussmissbildung zumindest seit früher Kindheit
-
m
uskuläre Atrophie des gesamten linken Beines
-
Fussunfall, eventuell
Fraktur 1984 - konservativ behandelt
-
Chronis
ch rezidivierendes lumbales, eventuell
lumbospondylogenes
Syn
drom (erstmals 2003)
-
m
ässiggradige
Bewegungseinschränkung der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
-
das al
tersübliche Ausmass nur wenig überschreitende degenerative Veränderungen der unteren
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
, keine belegte Neurokompression
-
diffuse
Dolenz
von Th11
bis S2
Aus somatischer Sicht st
ünden beim Beschwerdeführer
ein
Pes
equino-varus
mit fortgeschrittener OSG
-
Arthrose links, eine fortgeschrittene
Femoropatel
lar-Arth
rose
und eine Atrophie des ganzen linken Beines im Vordergrund. Die Arbeits
fähigkeit für eine ste
hend-gehende Tätigkeit we
rd
e
dadurch der
zeit um 50
%
reduziert, während mittelfristig noch mit einer zusätzlichen E
inschränkung gerechnet werden mü
ss
e. Die therapeutisc
hen Optionen beschränk
t
en sich auf
grössere orthopädische Eingriffe mit unsicherem
Aus
gang und unsicherer Aus
wirkung auf
die
Arbe
itsfähigkeit. Zusätzlich bestehe
noch eine extrasomatische Komponente, denn mit den org
anischen Verän
derungen allein la
ss
e
sich das gleichzeitige Auftreten von invalidisierenden Bein-, Rücken- und Nacken
schmer
zen nicht erklären. Die objek
tivierbare lumbale Pathologie ha
lt
e
sich beim
Beschwerdeführer
in Grenzen. Aus rheu
matolog
ischer Sicht sei
der
Beschwerde
führer
für eine geeignete Arbeit ohne nennenswerte Beinbelastung arbeitsfähig
(Urk.
6
/63/12)
.
3.2
Die aktuelle medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.2.1
Der Beschwerdeführer befand sich vom
4.
Juni bis zum 1
2.
Juli 2018 in statio
närer Behandlung in der
C._
. Im Austrittsbericht vom 1
3.
September 2018 hielten die behandelnden Ärzte und Therapeuten folgende Diagnosen fest (
Urk.
6/208):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), differentialdiagnos
tisch rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
-
Aktenanamnestisch jahrelang kompensierte ängstlich-abhängige Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
-
Aktenanamnestisch Fussmissbildung, Muskelatrophie Bein links
-
Pes
equinovarus
mit ausgeprägter Arthrose des oberen Sprunggelenkes (OSG) links
-
Arterielle Hypertonie
-
Verdacht auf leichtgradige
Spondylarthropathie
-
Degenerative Wirbelsäulenerkrankung im
Lumbosacralbereich
-
Nikotinabusus
Im Verlauf des Aufenthalts habe sich lediglich ein Verdacht auf eine leichte Ver
besserung des psychophysischen Zustandsbildes gezeigt. Neben weiterhin fort
bestehenden Einsamkeitsgefühlen, Traurigkeit und
Zukunfsängsten
sei beim Beschwer
deführer vor allem eine starke Beschäftigung mit Themen wie Gerech
tigkeit, ethisch-moralischen Grundsätzen und allgemeiner Weltansch
a
uung auf
gefallen. Gegen Ende des stationären Aufenthalts habe er Suizidgedanken geäus
sert, jedoch ohne konkrete Absichten oder Handlungsimpulse. Er habe sich bei Austritt klar und glaubhaft von akuter Suizidalität distanzieren können. Er werde einen Termin bei
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, am 1
9.
Juli 2018 wahrnehmen.
3.2.2
Vom 2
5.
Februar bis zum 1
3.
Juni 2019 befand sich der Beschwerdeführer in teil
stationärer Behandlung in der
E._
zum Aufbau und Erhalt der Tagesstruktur (
Urk.
6/207). Die behandelnden Ärzte diagnostizierten (1) eine kombinierte und andere Persönlichkeitss
törungen: kom
pensiert ängstlich-
abhängig (ICD-10 F61) und (2) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2).
Ziel der Behandlung sei der Aufbau und Erhalt
einer Tagesstruktur
bis zum möglichen Wiedereintritt am alten Arbeitsplatz gewesen. Der Beschwerdeführer habe sich sehr verbindlich gezeigt. Der Aufenthalt sei lediglich von einer ent
schuldigten Abwesenheit wegen einer Handoperation und dreiwöchigen Ferien
gegen Ende der Behandlung unterbrochen worden. Er habe jeweils sehr motiviert teilgenommen und die sozialen Kontakte zu Mitmenschen habe er scheinbar genossen. Der Austritt sei in erfreulich gebessertem Zustand und ohne Anhalts
punkte für akute Eigen- oder Fremdgefährdung erfolgt.
3.2.3
Im Bericht vom 2
3.
September 2019 führte
Dr.
D._
aus, dass der Beschwerde
führer seit dem
9.
September 2011 bei ihm in regelmässiger ambulanter psychi
atrisch-psychotherapeutischer Behandlung stehe (
Urk.
6/205). Die psychische Verfassung des Beschwerdeführers habe sich seit anfangs 2018 zunehmend ver
schlechtert, was eine stationäre psychiatrische Behandlung in der
C._
sowie eine tagesklinische Behandlung in der
E._
zur Folge gehabt habe. Trotz der depressiv bedingten psychokognitiven Einschränkungen und strukturellen Persönlichkeitsdefizite
n
(zurzeit kompensiert) habe er nach dem Abschluss der tagesklinischen Behandlung seine berufliche Tätigkeit wieder zu 30
%
aufgenom
men, was grösstenteils auf
eine
sehr unterstützende Teamkultur am Arbeits
platz zurückzuführen sei. Er leide störungsbedingt unter einer deutlich einge
schränkten allgemeinen Durchhaltefähigkeit mit rascher geistiger und körperlicher Ermü
dung, Konzentrationsabfällen sowie eingeschränkter geistiger Flexibilität mit konsequentem und vermehrtem Erholungsbedarf. Störungsbedingt leide er unter erheblich
em
sozialem Rückzug und die zwischenmenschlichen Kontakte seien über die letzten zwei Jahre nur auf den engsten Familienkreis eingeschränkt gewesen. Beim Beschwerdeführer könne leider bereits von einem erheblich
chronifizierten
und grösstenteils therapieresistenten Krankheitsverlauf ausge
gangen werden, weshalb ihm im Längsschnitt künftig eine höchstens 30%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Die Erhaltung der gegenwärtigen Arbeitsstelle sei für die Erhaltung der Lebensqualität im Sinne der Erhaltung der sinnvollen Tagesstruktur sehr wichtig und er sei stets bemüht, trotz seiner Beschwerden zu 30
%
zu arbeiten, wobei ihm die Arbeitszeit von Seiten des Arbeitgebers grosszügig ideal angepasst worden sei.
3.2.4
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht von
Dr.
D._
vom 2
2.
Ok
tober 2019 (
Urk.
6/215) hielt dieser
eine
rezidivierende depressive Störung, seit mindestens einem Jahr anhaltend mittelgradig bis schwere depressive Episode (ICD-10 F33.11/2), bestehend seit mindestens 2011 als Diagnose mit Auswir
kungen au
f
die Arbeitsfähigkeit fest.
Es sei seit Anfang 2018 zur anhaltenden Verschlechterung der depressiven Symp
tomatik und mittlerweile erheblicher
Krankheitschronifizierung
gekommen. Aus seiner Sicht könne von grenzwertigen akzentuierten ängstlich-abhängigen Persön
lichkeitszügen und einer
seit der Jugendzeit vorhandenen
Selbstwertprob
lematik ausgegangen werden, die zur Ausschöpfung seiner psychischen Ressour
cen massgebend beigetragen hätten. Anfangs 2018 seien eine deutlich einge
schränkte Konzentrationsdauer, eingeschränkte geistige Flexibilität aufgrund der formalen Denkstörungen, eingeschränkte Arbeitseffizienz, eingeschränkte allge
meine psychophysische Ausdauer sowie erheblicher sozialer Rückzug festzu
stellen
gewesen
.
Andererseits verfüge er über sehr viele intellektuelle Ressourcen, eine ersichtliche Arbeitsmotivation (seine tägliche Arbeitspräsenz sei für ihn überlebenswichtig, sonst wäre er nicht mehr am Leben) und ein sehr
unterstüt
zendes Familiennetz
.
Der Beschwerdeführer sei zu 30
%
arbeitsfähig, wobei die Arbeitszeit und die Arbeitsaufgaben weitgehend selbständig gestaltet werden könnten. Die jetzige Tätigkeit sei als ideal adaptiert zu betrachten, sowohl in Bezug auf die Defizite des Beschwerdeführers als auch die Unterstützung des Arbeitgebers.
Eine Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erwarten.
Es finde zweimal im Monat Gesprächstherapie statt, des Weiteren erfolge eine Psychopharmakotherapie mit
Cipralex
,
Wellbutrin
XR 300mg sowie
Zoldorm
10mg.
3.2.5
Im Bericht vom
9.
März 2020 führte
Dr.
D._
aus (
Urk.
6/228), dass im Aus
trittsbericht der
E._
zwar von einem erfreulich gebesserten Zustand bei Austritt aus der tagesklinischen Behandlung gesprochen werde. Der «erfreulich gebesserte Zustand» habe sich aber auf die beim Eintritt in die tagesklinische Behandlung schwere depressive Episode und
dekompensierte
ängstlich-abhängige kombi
nierte Persönlichkeitsstörung mit latenter Suizidalität bezogen. Es sei im gleichen Bericht explizit festgestellt
worden, dass die Mini-ICF
-APP-Beurteilung nicht auf die Arbeitsfähigkeit, sondern nur auf die Teilnahme der Therapien vorgenommen worden sei. Der Beschwerdeführer habe nach dem Austritt aus der tagesklinischen Behandlung seine berufliche Tätigkeit zu 25
%
wieder aufgenommen und nach dem Wegfall des «geschützten therapeutischen Rahmens» sei es bereits zur erneu
ten Zunahme der depressiven Symptomatik gekommen, wobei er sich grosse Mühe gebe, teilweise auch im Sinne der soziotherapeutischen Massnahmen und Erhaltung einer sinnvollen Tagesstruktur am Arbeitsplatz regelmässig präsent zu sein. Nur die 25%ige berufliche Tätigkeit führe aber krankheitsbedingt zur psycho
physischen Erschöpfung mit konsequentem längeren Erholungsbedarf. Wie in den vorhergehenden Berichten festgestellt, müsse von
einem weitgehend
chronifizierten
und grösstenteils therapieresistenten Krankheitsverlauf mit erheb
lichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, der Gestaltung der Freizeitaktivi
täten und der sozialen Kontakte ausgegangen werden, weshalb ihm im Längs
schnitt höchstens eine verwertbare 25%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne.
4.
Vorab z
u prüfen ist, ob sich der psychische Gesundheitszustand
seit Erlass der Verfügung vom
2
8.
Januar 2013
wesentlich verändert hat, so dass ein Revisions
grund zu bejahen ist. Aufgrund der Aktenlage bestehen keine Hinweise auf eine wesentliche Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes, was auch seitens der Parteien unbestritten blieb (vgl.
Urk.
6/237;
Urk.
6/241).
4.1
4.1.1
Dr.
Z._
ging in seinem Gutachten
vom 1
3.
Juni 20
12
davon aus, dass eine depressive Reaktion auf Arbeitsplatzprobleme sowie chronische Schmerzen vor
liege.
Dr.
Z._
erhob einen leicht verminderten Antrieb und eine generell etwas reduzierte Psychomotorik. Die Stimmungslage sei ver
stimmt, der Rapport gehem
mt. Der Beschwerdeführer sei aber nicht suizidal und schwermütig gedrückt. Er sei wenig auf die Schmerzen fixiert und äussere kaum hypochond
rische Befürchtungen. Er sei kaum motiviert, in höherem Masse zu arbeiten und mache im Rahmen von akzentuierten Persönlichkeitszügen eine
n
zurückgezo
genen Eindruck (
Urk.
6/63/5). Darüber hinaus erhob er unauffällige Befunde.
4.
1.
2
Dr.
D._
seinerseits attestierte im Bericht vom 1
0.
Oktober 2011 eine mittel
gradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11), wobei es anlässlich der Sprechstunde vom
8.
Oktober 2011 zur leichten Rückbildung der depressiven Symptome gekommen sei. Beim Beschwerdeführer sei bei mangeln
der genetischer Vulnerabilität und fehlenden Persönlichkeitsfaktoren für die Ent
wicklung von psychiatrischen Erkrankungen sowie sehr stabilem psychosozialen Netz von einer günstigen Prognose auszugehen. Er könne eine vorübergehende ca. 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1
0.
Sep
tember 2011 attestiert werden
. Es sei von einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszugehen (
Urk.
6/39).
Im Bericht vom 2
7.
Dezember 2011 konstatierte
Dr.
D._
ergänzend, dass der Beschwerdeführer noch unter mindestens mittelgradigen depressiven Symptomen mit Einschränkungen der Konzentration, der Ausdauer, psychischer Belastbarkeit und geistiger Flexibilität leide. Damit sei er weiterhin aus rein psychiatrischer Sicht für jegliche Tätigkeit höchstens 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/45).
4.2
Aufgrund des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers waren in den Jahren 2018 sowie 2019 stationäre bzw. tagesklinische Aufenthalte angezeigt, wobei die
behandelnden Ärzte jeweils von einer
rezidivierende
n
depressive
n Störung, mit mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode ausgingen (E. 3.2).
Dr.
D._
attestierte darüber hinaus eine maximale Arbeitsfähigkeit von 30 bzw. 25
%
(vgl. E. 3.2.3-4).
Dr.
D._
führte im Bericht vom 2
2.
Oktober 2019
(Eingangsdatum)
aus, dass Anfangs 2018
eine deutlich eingeschränkte Konzentrationsdauer, eingeschränkte geistige Flexibilität aufgrund der formalen Denkstörungen, eingeschränkte Arbeitseffizienz, eingeschränkte allgemeine psychophysische Ausdauer sowie
ein
erheblicher sozialer Rückzug festzustellen
seien
.
Andererseits verfüge der Beschwer
deführer
über sehr viele
intellektuelle Ressourcen, eine ersichtliche
Arbeitsmotivation und ein sehr unterstützendes Familiennetz.
4.3
Zusammenfassend bestehen aufgrund des Vergleichs der
aktuellen
Befunde
mit denen aus dem Jahr 2013
sowie der fachärztlich gestellten Diagnosen als auch unter Berücksichtigung der Notwendigkeit einer stationären und tagesklinischen Behandlung
in den Jahren 2018/2019
erhebliche Anhaltspunkte dafür,
dass sich der Gesundheitszustand wesentlich verändert haben könnte.
4.4
Allerdings erweist sich
die vorliegende Aktenlage
als ungenügend, um eine abschliessende Beurteilung vornehmen zu können:
Im Bericht der
C._
wird eine Arbeitsunfähigkeit bei Ausritt von 100
%
vom
4.
Juni bis zum 1
9.
Juli 2018 festgehalten (
Urk.
6/208/3). Im Bericht der
E._
wurde
konstatiert
, dass der Beschwerdeführer nach Austritt aus der Tagesklinik seine Arbeit wieder aufneh
men könne (
Urk.
6/207/4). Aus den Berichten gehen allerdings die funktionellen Einschränkungen, welche die Arbeitsunfähigkeit begründen, bzw. ob eine allen
falls höhere Arbeitsfähigkeit möglich wäre, nicht hervor.
Auf die Berichte von
Dr.
D._
kann unter Hinweis auf
die Erfahrungstatsache, dass
behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, nicht ohne weitere Abklä
rungen abgestellt werden.
Med.
pract
.
F._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, des Regionalen Ärztli
chen Dienstes, konstatierte am
8.
Februar 2020, dass letztlich eine andere Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit/funktionellen Leistungsfähigkeit zwischen Behandler und Gutachter vorliege (
Urk.
6/220/5 f.). In der Stellungnahme vom
2.
Juni 2020 hielt er daran fest (
Urk.
6/242/3 f.). Allerdings verglich er dabei die medizinische Aktenlage, welcher der vom hiesigen Gericht aufgehobenen Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015 zugrunde lag
mit der aktuellen medizinischen Aktenlage
. Ent
sprechend sind seine Ausführungen für die Beurteilung, ob seit der Verfügung
vom
2
8.
Januar 2013 bis heute eine wesentliche andauernde Verschlechterung vorliegt, nicht einschlägig.
4.5
Zusammenfassend bestehen
Anhaltspunkte für eine wesentliche andauernde Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes, allerdings reicht die vorliegende Akten
lage nicht aus, um das Vorliegen eines Revisionsgrundes
abschliessend
beurteilen zu können
.
Die Sache ist demnach an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (E. 2.4), dami
t sie den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
in geeigneter Form abklärt. Hernach hat die Beschwerdegegnerin neu über
den Rentenanspruch
zu entscheiden. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Invalidenversicherung, IVG
) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (B
GE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) unter Berücksich
ti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr
.
1’4
00.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.