Decision ID: 6d505b8c-139f-4747-ac4a-84be287a6c5c
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz (Unterhaltsbeiträge, Benützung Ferienhaus)
Berufung gegen das Urteil und die Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 18. Januar 2012 (EE110123)
Urteil und Verfügung des Bezirksgerichts Meilen:
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien das  vereinbart haben und seit dem 19. Juni 2010 getrennt leben.
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2. Die Tochter C._, geboren am tt.mm.96, wird für die Dauer des  unter die Obhut der Gesuchstellerin gestellt.
3. Die Teilvereinbarung der Parteien vom 17. November 2011 (act. 31) wird – was die Kinderbelange betrifft – genehmigt.
4. Betreffend die restlichen in der Teilvereinbarung geregelten Anträge wird das Verfahren als durch Vergleich erledigt abgeschrieben.
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin rückwirkend ab 1. Januar 2011 an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung
a) der Tochter D._ bis zum tt. Oktober 2011 (pro rata temporis) monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 5'913.00 (zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen), sowie
b) der Tochter C._ monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 5'913.00 (zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche ),
zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, unter Anrechnung schon geleisteter Zahlungen.
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für sich  monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 20'474.00 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Monatsersten, erstmals ab 1. Januar 2011.
7. Die Gesuchstellerin wird für berechtigt erklärt, die Ferienliegenschaft in der E._ (Z._)
– von September bis Dezember in den Jahren mit ungerader 
– ferner von Januar bis August in den Jahren mit gerader Jahreszahl zu benutzen.
Weiter wird der Gesuchsgegner für berechtigt erklärt, die  in der E._ (Z._)
– von September bis Dezember in den Jahren mit gerader Jahreszahl – ferner von Januar bis August in den Jahren mit ungerader Jahres-
zahl zu benutzen.
Die jeweils übergebende Partei wird verpflichtet, die Ferienliegenschaft Z._ vor der Wohnungsübergabe von einem Spezialinstitut reinigen zu lassen.
8. Zwischen den Parteien wird mit Wirkung ab dem 22. September 2011 die Gütertrennung angeordnet.
9. Die übrigen bzw. darüber hinausgehenden Anträge der Parteien werden abgewiesen.
10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 20'000.00.
11. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
12. Die Gerichtskosten der Gesuchstellerin werden mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 10'000.00 verrechnet.
13. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
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14. [Schriftliche Mitteilung.]
15. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, bzw. gegen Kosten- und Entschädigungsregelung allein: Beschwerde, Frist 10 Tage; kein Fristenstillstand.]
Berufungsanträge:
"1. Es sei Ziffer 7 des Dispositivs des Urteils des Einzelgerichts des  Meilen vom 18. Januar 2012 (Geschäfts-Nr. EE110123-G) aufzuheben und die Ferienliegenschaft der Gesuchstellerin in E._ den Parteien für die Dauer des Getrenntlebens wie folgt zur alleinigen Benützung zuzuweisen.
– der Gesuchstellerin und Appellantin zusammen mit den Töchtern D._ und C._ während der Schulferienzeiten gemäss dem Schulferienplan der Gemeinde F._ und der ...schulen sowie an den Weihnachts- und Silvester- und Neujahrsfeiertagen sowie  dieser Zeiten an jedem ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats,
– dem Gesuchgegner und Appellat an Ostern und Pfingsten, jedem zweiten und vierten Wochenende eines Monats und einer der Dauer der Gesamtschulferien entsprechenden Anzahl an Wochen, dies  Ausschluss der der Gesuchstellerin und den Töchtern  Nutzungszeiten,
wobei die Parteien zu verpflichten sind, die Ferienliegenschaft nicht mit Hunden und Katzen zu bewohnen und jeweils in gereinigtem Zustand zurückzulassen.
2. Es sei Ziffer 6 des Dispositivs des Urteils des Einzelgerichts des  Meilen vom 18. Januar 2012 (Geschäfts-Nr. EE110123-G) insoweit aufzuheben, als dieses der Gesuchstellerin und Appellantin an persönlichen Unterhaltsbeiträgen nicht mehr als den Betrag von Fr. 20'474.00 zugesprochen hat, und es sei der Gesuchgegner und Appellat zu verpflichten, der Gesuchstellerin und Appellantin monatlich Fr. 5'000.00 zusätzlich zu den vorinstanzlich zugesprochenen Fr. 20'474.00, insgesamt monatlich Fr. 25'474.00 ab dem 1. Januar 2011 zu bezahlen.
3. Es sei Ziffer 6 des Dispositivs des Urteils des Einzelgerichts des  Meilen vom 18. Januar 2012 (Geschäfts-Nr. EE110123-G) insoweit aufzuheben, als dieses der Gesuchstellerin und Appellantin an persönlichen Unterhaltsbeiträgen nicht mehr als den Betrag von Fr. 20'474.00 zugesprochen hat, und es sei der Gesuchgegner und Appellat eventualiter zu verpflichten, der Gesuchstellerin und  monatlich Fr. 900.00 zusätzlich zu den vorinstanzlich  Fr. 20'474.00, und den weiteren Fr. 4'700.00 gemäss  2, insgesamt monatlich Fr. 26'074.00 ab dem 1. Januar 2011 zu bezahlen.
4. Es sei Ziffer 5.b) des Dispositivs des Urteils des Einzelgerichts des  Meilen vom 18. Januar 2012 (Geschäfts-Nr. EE110123-G)
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insoweit aufzuheben, als dieses der Gesuchstellerin und Appellantin für die Tochter C._ nicht mehr als den Betrag von Fr. 5'913.00  Unterhaltsbeiträge zugesprochen hat, und es sei der  und Appellat eventualiter zu verpflichten, der Gesuchstellerin und Appellantin für die Tochter C._ monatlich Fr. 500.00 zusätzlich zu den vorinstanzlich zugesprochenen Fr. 5'913.00, mithin insgesamt  Fr. 6'413.00 ab dem 1. Januar 2011 (zuzüglich allfällige  oder vertragliche Kinderzulagen) zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Gesuchgegners und Appellaten."

Erwägungen:
1. a) Die Parteien standen seit 2. August 2011 vor Vorinstanz im Ehe-
schutzverfahren (Urk. 1). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom
17. November 2011 schlossen die Parteien eine Teilvereinbarung betreffend das
Getrenntleben, die Kinderbelange (Obhut, Besuchsrecht), die Zuteilung der eheli-
chen Wohnung und die Gütertrennung (Urk. 31). Am 18. Januar 2011 fällte die
Vorinstanz sodann den eingangs wiedergegebenen Endentscheid (Urk. 46 = Urk.
50; versandt am 25. Mai 2012).
b) Hiergegen hat die Gesuchstellerin am 8. Juni 2012 fristgerecht (Urk.
47/1) Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen erhoben (Urk. 49).
c) Da sich die Berufung sogleich als unbegründet bzw. unzulässig er-
weist, kann auf die Einholung einer Berufungsantwort der Gegenpartei verzichtet
werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
2. a) Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Der Berufungsentscheid ist zu begründen (Art. 318 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit
Art. 112 BGG), wobei die Begründung kurz ausfallen darf, wenn der angefochtene
Entscheid bestätigt wird (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-
mentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, N. 54 zu Art. 318 ZPO); insbe-
sondere ist es zulässig, auf die Begründung des zu bestätigenden erstinstanzli-
chen Entscheides zu verweisen (BGE 126 III 353 Erw.1 m.Hinw.).
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b) Die summarische Natur des Eheschutzverfahrens und die sich daraus
ergebenden reduzierten Beweismittelanforderungen wurden bereits von der Vo-
rinstanz zutreffend dargelegt (Urk. 50 S. 7 f.).
c) Der Berufungsantrag 3 der Gesuchstellerin nennt "Fr. 4'700.00 gemäss
Berufungsantrag 2", mit dem Berufungsantrag 2 werden jedoch Fr. 5'000.-- zu-
sätzliche Unterhaltsbeiträge verlangt. Wie noch zu zeigen sein wird, hat dies je-
doch auf den Ausgang des Berufungsverfahrens keinen Einfluss.
d) Im Berufungsverfahren umstritten sind primär die Benützungsregelung
für das Ferienhaus der Parteien sowie die Höhe der vom Gesuchsgegner zu leis-
tenden Unterhaltsbeiträge.
3. Benützungsregelung für Ferienhaus
a) Die Vorinstanz erwog, das Eheschutzgericht müsse auf Begehren ei-
nes Ehegatten die Benützung der Wohnung regeln und eine Ferienwohnung kön-
ne zur wechselseitigen Benützung zugewiesen werden; demnach könne das
Eheschutzgericht die Benützung der Ferienwohnung regeln. Während des Zu-
sammenlebens hätten die Parteien das Ferienhaus während des ganzen Jahres
genutzt; im Sinne der Gleichbehandlung sei ein in zeitlicher Hinsicht gleiches Be-
nützungsrecht angemessen. Aufgrund der konkreten Umstände sei eine alternie-
rende jährliche Nutzung zweckmässig, jeweils von September bis August des
Folgejahres. Durch die Auflage, das Ferienhaus jeweils von einem Spezialinstitut
reinigen zu lassen, werde den Asthmaproblemen der Gesuchstellerin gebührend
Rechnung getragen (Urk. 50 S. 11-13).
b) Die Gesuchstellerin macht berufungsweise geltend, sie müsse sich
keine Veränderung der bisherigen Lebenshaltung gefallen lassen. Sie könne die
eheliche Liegenschaft allein (mit den Töchtern) weiterhin nutzen; dasselbe habe
auch für die Ferienliegenschaft "Z._" zu gelten. Bei dieser handle es sich um
ein herrliches, aufwändig ausgebautes Anwesen mit 260 m2 Wohnfläche und ei-
nem Pferdestall auf einem Grundstück von 24'000 m2 an absolut privilegierter La-
ge in E._. Die vorinstanzliche Anordnung missachte die bisherige Nutzungs-
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weise völlig. Die Gesuchstellerin sei Asthmatikerin und allergisch auf Staub und
Tierhaare. Der Gesuchsgegner könne sich mit seiner Geliebten und deren Hund
auch in deren Feriendomizil in G._ oder in die Ferienliegenschaft von dessen
Eltern in den H._ zurückziehen; wenn der Gesuchsgegner und seine Gelieb-
te das Ferienhaus in E._ benützen wollten – was mit etwas mehr Feingefühl
eigentlich nicht der Fall sein sollte –, könne der Hund der Geliebten auswärts be-
treut werden. Die vorinstanzlichen Anordnungen würden die Ansprüche der Ge-
suchstellerin und jene der Töchter verletzen (Urk. 49 S. 5-10).
c) Das Eheschutzgericht ist – anders als das Scheidungsgericht bei vor-
sorglichen Massnahmen – nicht berechtigt, alles vorzukehren, was ihm sinnvoll
oder notwendig erscheint; vielmehr muss es sich auf diejenigen Anordnungen be-
schränken, die im Gesetz eigens vorgesehen sind (Art. 172 Abs. 3 ZGB; BGE 114
II 18 Erw. 3.b; Schwander, BS-Kommentar, 4. Aufl. 2010, N 14 zu Art. 172 ZGB).
Eine Benützungsregelung für ein Ferienhaus gehört nicht in den Katalog der in
Art. 176 ZGB genannten Massnahmen. Die anders lautende Lehrmeinung von
Vetterli (FamKomm Scheidung, N 16 zu Art. 176 ZGB) stützt sich einzig auf BGE
119 II 193 Erw. 3.e; dieser Entscheid betrifft jedoch vorsorgliche Massnahmen im
Scheidungsverfahren (Art. 276 Abs. 1 ZPO, vgl. Art. 137 Abs. 2 aZGB), für welche
die genannten Einschränkungen nicht gelten. Die Benützungsregelung für das Fe-
rienhaus der Parteien wäre daher aufzuheben, wenn dies mit der Berufung ver-
langt worden wäre. Jedoch verlangt die Gesuchstellerin mit ihrer Berufung nicht
die Aufhebung, sondern eine andere Benützungsregelung. Da das Eheschutzge-
richt zum Erlass einer solchen – auch als Berufungsinstanz – jedoch nicht befugt
ist, ist diesbezüglich auf die Berufung nicht einzutreten.
d) Aber auch wenn in diesem Punkt auf die Berufung einzutreten wäre, so
wäre sie abzuweisen. Dass sich die Gesuchstellerin keine Veränderung der bis-
herigen Lebenshaltung gefallen lassen müsse, ist schon vom Ansatz her unzutref-
fend. Korrekt ist, dass beide Ehegatten möglichst den bisherigen Lebensstandard
weiterführen können sollen, jedoch haben sich beide den durch das Getrenntle-
ben bedingten Änderungen zu unterziehen. Soweit die Gesuchstellerin dies nicht
beachtet, gehen ihre Vorbringen betreffend die bisherige ständige (NB: gemein-
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sam erfolgte) Nutzung an der Sache vorbei. Dass der Gesuchsgegner allenfalls
auf andere "...liegenschaften" ausweichen könne (so Urk. 49 S. 8), ist nicht von
Belang, weil einerseits diese nicht den Parteien gehören und andererseits das
fragliche, äusserst luxuriöse Ferienhaus nach den Vorbringen der Gesuchstellerin
selbst für die Parteien von besonderem Interesse ist. Dass die Gesuchstellerin
Asthmatikerin und allergisch auf Tierhaare sei, ist insofern widersprüchlich, als sie
auf Pferdehaare offenbar nicht allergisch ist (Urk. 49 S. 7: die von ihr gerittenen
Pferde sind im Stall des Ferienhauses untergebracht). Ein generelles Hundever-
bot wäre daher nur dann vonnöten, wenn auch trotz entsprechender Reinigung
noch allergische Reaktionen der Gesuchstellerin erfolgen würden. Dass dies der
Fall wäre, d.h. die Gesuchstellerin unter einer derart ausgeprägten Allergie leiden
würde, wurde vorliegend nicht behauptet. Das Problem einer allenfalls ungenü-
genden Reinigung ist sodann umso grösser, je kürzer die alternierenden Benüt-
zungszeiten sind. Daher erscheinen genügend lange Benützungszeiten durchaus
sinnvoll. Ob diese auf mehrere Monate oder gleich – wie dies die Vorinstanz ge-
tan hat – auf ein ganzes Jahr festzulegen sind, ist eine Frage des Ermessens; die
Ermessensausübung der Vorinstanz erscheint hierbei, auch unter Berücksichti-
gung der bisher ganzjährigen (nicht auf bestimmte Jahreszeiten beschränkten)
Nutzung, jedenfalls nicht unangemessen.
4. Unterhaltsbeiträge
a) Die Vorinstanz erwog, aufgrund der guten wirtschaftlichen Verhältnisse
seien die vom Gesuchsgegner zu leistenden Unterhaltsbeiträge nach der sog.
einstufigen Methode, d.h. durch Addition der einzelnen Positionen der massgebli-
chen Lebenshaltung, zu berechnen (Urk. 50 S. 19 f.). Die geltend gemachten Po-
sitionen wurden sodann von der Vorinstanz geprüft und teilweise gekürzt oder gar
nicht berücksichtigt (Urk. 50 S. 19-43). Ein Einkommen wurde der Gesuchstellerin
nicht angerechnet (Urk. 50 S. 43-46).
Von all dem ist im Berufungsverfahren nur die von der Vorinstanz nicht be-
rücksichtigte Position "Betrag zur freien Verfügung" und eventualiter die Position
"Ferien" umstritten.
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b) Betrag zur freien Verfügung gemäss Art. 164 ZGB
b1) Die Vorinstanz erwog, die Geltendmachung von Ansprüchen gemäss
Art. 164 ZGB setze voraus, dass der bisherige Hausgatte weiterhin Aufgaben
wahrnehme, welche ihm die Erzielung eines ausreichenden Einkommens verun-
mögliche; dies sei bei der Gesuchstellerin nicht der Fall. Bei gerichtlicher Festset-
zung eines Unterhaltsbeitrags sei ein Freibetrag in der Regel bereits darin enthal-
ten und nicht zusätzlich zum gebührenden Unterhalt geschuldet (Urk. 50 S. 43).
b2) Die Gesuchstellerin macht berufungsweise geltend, sie habe als Folge
des Getrenntlebens weitere ausserordentliche Kosten zu tragen (Liegenschaften-
und Steuerberatungen etc., auch Anwaltskosten im Hinblick auf die Scheidung).
Mit den aufgrund der einstufigen Methode errechneten Unterhaltsbeiträgen wür-
den keine weiteren Bedürfnisse als die konkret bezeichneten erfasst, und mit die-
sem Unterhaltsbetrag erreiche die Gesuchstellerin den Luxus des Gesuchsgeg-
ners bei weitem nicht. Ein Betrag zur freien Verfügung von Fr. 4'000.-- zuzüglich
des entsprechenden Steuerbetreffnisses von Fr. 1'000.-- sei angemessen (Urk.
49 S. 10-13).
b3) Wie bereits die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat (Urk. 50 S. 16, mit
Hinw.), bildet der bisherige Lebensstandard vor der Trennung die Obergrenze der
zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge. Mit der einstufigen Berechnungsmethode
wird dieser Standard – soweit glaubhaft gemacht – vollumfänglich berücksichtigt
und es bleibt kein Raum für darüber hinausgehende Zahlungen. Auch bei der ein-
stufigen Methode sind an sich durch die Trennung bedingte Mehrkosten (wie die
von der Gesuchstellerin angeführten Aufwendungen für Beratungen, die bisher
durch den Gesuchsgegner erbracht wurden) einer Berücksichtigung zugänglich,
es gilt jedoch wie für alle Positionen der Lebenshaltung vor der Trennung, dass
diese substantiiert und glaubhaft gemacht werden müssen. Dies hat die Gesuch-
stellerin weder im vorinstanzlichen (Urk. 1 S. 40 f.) noch im Berufungsverfahren
getan; sie begnügt sich mit der blossen Behauptung, dass für alle diese zusätzli-
chen Kosten Fr. 4'000.-- angemessen wären, ohne dies jedoch im Geringsten zu
substantiieren, geschweige denn irgendwie zu belegen. Die Vorinstanz hat solche
Kosten daher zu Recht nicht berücksichtigt. Bloss ergänzend ist darauf hinzuwei-
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sen, dass allfällige Anwaltskosten für das Scheidungsverfahren ohnehin nicht
über Unterhaltsbeiträge des Eheschutzverfahrens abzudecken wären. Ob die Ge-
suchstellerin den Luxus, d.h. die aktuelle Lebenshaltung des Gesuchsgegners er-
reicht, ist irrelevant, entscheidend ist, dass sie mit den ihr zugesprochenen Unter-
haltsbeiträgen genau den (glaubhaft gemachten) Luxus vor der Trennung erreicht;
auf mehr besteht kein Anspruch.
c) Eventualiter: Zusätzliche Ferienkosten
c1) Die Gesuchstellerin macht in ihrer Berufung geltend, für den Fall, dass
die vorinstanzliche Benützungsregelung für das Ferienhaus bestätigt werde, müs-
se sie für die Zeit, in der sie das Ferienhaus nicht benützen könne, ein Ersatzob-
jekt mieten können; dies verursache Kosten von Fr. 500.-- monatlich. Zusätzlich
seien auch die Kosten für die Spezialreinigung von Fr. 100.-- monatlich zu vergü-
ten. Schliesslich seien auch die dadurch bedingten zusätzlichen Steuerkosten mit
Fr. 300.-- zu berücksichtigen. Die Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin per-
sönlich seien daher um weitere Fr. 900.-- zu erhöhen, diejenigen für die Tochter
C._ um Fr. 500.-- (Urk. 49 S. 13-16).
c2) Gemäss Art. 317 ZPO sind im Berufungsverfahren nur noch echte No-
ven zulässig und neue Anträge nur noch, wenn sie auf neuen Tatsachen und Be-
weismitteln beruhen. Dies gilt auch in Prozessen, die von der Untersuchungsma-
xime beherrscht sind (vgl. ZR 110/2011 Nr. 96). Beide Parteien hatten vor Vo-
rinstanz eine alternierende Nutzung des Ferienhauses beantragt. Dementspre-
chend war (auch) für die Gesuchstellerin von Anfang an voraussehbar, dass sie
das Ferienhaus zeitweise nicht wird benützen können. Dennoch hat sie dafür vor
Vorinstanz keine Ersatzkosten geltend gemacht, auch nicht eventualiter. Dieses
neue Vorbringen kann daher im Berufungsverfahren nicht mehr berücksichtigt
werden.
Ohnehin wurden für zusätzliche Ferien Kosten von Fr. 1'250.-- pro Monat
(immerhin Fr. 15'000.-- pro Jahr) bereits im Bedarf berücksichtigt; in der Zeit, in
der das Ferienhaus ausschliesslich der Gesuchstellerin zusteht, wird sie diese
Kosten nicht ausschöpfen müssen, weshalb ihr zumindest ein Teil davon für die
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Zeit, in welcher sie das Ferienhaus nicht benützen kann, zusätzlich für anderwei-
tige Ferien zur Verfügung stehen wird.
c3) Die neu geltend gemachten Kosten von Fr. 100.-- pro Monat für die
Spezialreinigung könnten zwar als durch die vorinstanzliche Auflage, dass das
Ferienhaus durch ein Spezialinstitut zu reinigen sei, verursacht angesehen wer-
den. Der für die Spezialreinigung genannte Betrag von Fr. 2'400.-- stellt jedoch
eine blosse Behauptung dar und ist damit nicht glaubhaft gemacht. Ohnehin wür-
de eine Differenz von lediglich Fr. 100.-- oder nicht einmal 0.5 % keinen abwei-
chenden Entscheid rechtfertigen, da – auch dies wurde bereits von der Vorinstanz
dargelegt (Urk. 50 S. 16) – die Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen stets ein Ent-
scheid nach Recht und Billigkeit ist.
5. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Gesuchstellerin bringt zwar in ihrer Berufungsbegründung vor, die erst-
instanzlichen Gerichts- und Parteikosten seien nach Massgabe des Obsiegens
und Unterliegens im Berufungsverfahren neu zu regeln (Urk. 49 S. 17). Aufgrund
der Berufungsanträge, mit welchen nicht die Aufhebung der die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen regelnden Dispositiv-Ziffern 10 bis 13 beantragt wurde, haben
diese jedoch nicht als angefochten zu gelten. Doch ist dies letztlich ohne Rele-
vanz, denn die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung wäre auf-
grund des Ausgangs des Berufungsverfahrens ohnehin zu bestätigen.
6. Nach dem Gesagten ist die Berufung vollumfänglich abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten ist, und der angefochtene Entscheid ist zu bestätigen
(Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO).
7. a) Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsge-
mäss der unterliegenden Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
b) Dem Gesuchsgegner ist mangels relevanter Umtriebe im Berufungs-
verfahren für dasselbe keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs.
3 ZPO), der Gesuchstellerin nicht, weil sie unterliegt.
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