Decision ID: b3614c16-9ddb-479e-b3df-f9ca52f65a59
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1958
geborene
X._
hatte sich nach einem am 1
0.
September 1999 erlittenen Verkehrsunfall am 2
8.
September 2000 erstmals zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung angemeldet
(
Urk.
6/3)
. Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische und erwerbliche Ab
klärungen, zog die Akten der Unfallversicherung bei und
wies das Leistungs
be
gehren am
3.
Juli 2003 ab
(Urk. 6/60)
. Die zuständige Unfallversicherung Zürich Versicherungsgesellschaft AG richtete
der Versicherten
für die vormals ausgeübte 40%ige unselbständige Erwerbstätigkeit als Verkäuferin
ab
1.
Januar
2003
eine ganze
UVG-Rente aus
(
Urk.
6/8,
Urk.
6/51)
. Nach einer Operation der rechten Schulter erfolgte am
6.
Juli 2010 eine weitere Anmeldung bei der IV-Stelle
(Urk.
6/70)
. Diese erteilte Kostengutsprache für
Weiterbildungskurse und wies das Leistung
sbegehren mit Verfügung vom 21.
Juni 2011 im Übrigen ab (
Urk.
6/101,
Urk.
6/108
)
.
Seit dem
5.
April 2013 war die Versicherte in einem 50 %-Pensum als Senioren
betreuerin bei der Seniorenbetreuung
Y._
,
Z._
, ange
stellt.
Nach einem am 3
0.
März 2017 erlittenen
Verkehrs
unfall meldete
sie
sich unter Hinweis auf
unter anderem eine Schulterverletzung links
a
m
7.
September
2017
erneut
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (Urk.
6/113 und
Urk.
6/110
/1
,
Urk.
6/122/1-6
). Die IV-Stelle tätigte
wiederum
medizinische und erwerbliche Ab
klärungen
, zog die Akten der zuständigen Unfallversicherung Suva bei
und
wies das Leistungsbegeh
r
en n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/134
und
Urk.
6/139
) mit Verfügung vom
18.
Juli 2018
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
3.
September 2018
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
en ihr eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen und berufliche Massnahmen zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen
. Am
9.
Oktober 2018
(Urk.
5
) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1
0.
Oktober 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
7
).
Von Amtes wegen nahm das Gericht eine
Telefon
notiz
und
einen
Verlaufsb
ericht aus dem Prozess UV.2019.00139 in Sachen der Beschwerdeführerin gegen die Suva als Urk. 9/1-2 zu den Akten.
3.
Die
Suva stellte ihre
aus dem Unfall vom 3
0.
März 2017 erbrachten
Leistungen mit Verfügung vom 3
0.
August 2018 per 1. September 2018 ein (
Urk.
6/150/23-25
)
.
Die
gegen den
anschliessend
ergangenen
Einspracheentscheid
erhobene Beschwer
de
wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom heutigen Datum abgewiesen (Pro
zess Nr.
UV.2019.00139
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende
Ver
fügung vom 1
8.
Juli 2018
(Urk. 2) damit, dass
der
Beschwerdeführerin
seit Okto
ber 2017 eine ihrer Gesundheit angepasste Tätigkeit in vollem Pensum zumutbar sei. Sie könne ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen, weshalb kein An
spruch auf eine IV-Rente bestehe
. Da es sich bei den Einschränkungen der
Be
schwerdeführerin
nicht um rein unfallbedingte Beschwerden handle, sei eine Koordination mit der Unfallversicherung nicht weiter erforderlich
(S. 1-2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
der Entscheid der
Beschwerdegegnerin
sei zu früh erfolgt.
Dem MRI vom 2
2.
März 2018 würden sich unter anderem erhebliche
Osteochondrosen
vor allem in den
drei untersten
Halswirbelsäulen(
HWS
)
-Segmenten entnehmen lassen, durch welche
es zu
foraminalen
Stenosen mit Beeinträchtigung der C4-Wurzel rechts, der C5-Wurzel links
und der C6-Wurzel rechts komme.
Ob und gegebenenfalls wie sich diese
Osteochondrosen
auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auswirken würden, sei bis heute nicht beurteilt worden. Die
Beschwerdegegnerin
habe diesbezüglich weit
ere Abklärungen vorzunehmen (S.
4-6). Solange die Abklärungen der Unfallversicherung im Zusammenhang mit den Hals- und Rückenbeschwerden nicht abgeschlossen seien, könne auch die
Beschwerde
geg
nerin
nicht über allfällige Leistungen der Invalidenversicherung entscheiden. Auch der von der Unfallversicherung einzuholende Verlaufsbericht der behan
deln
den Psychiaterin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
cho
therapie,
sei von der
Beschwerdegegnerin
nicht berücksichtigt worden
. Ihr sei eine Rente auszurichten, zudem bestehe Anspruch auf berufliche Massnahmen
(S.
7
-9
)
. Im Übrigen sei der Einkommensvergleich zu beanstanden, insbesondere müsse das
Valideneinkommen
2017 - aus näher dargelegten Gründen - höher als Fr. 77'556.56 sein (S. 9).
3.
Zum Antrag der Beschwerdeführerin, ihr seien berufliche Massnahmen zu ge
währen, ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin darüber in der angefoch
tenen Verfügung
nicht entschieden hat
. Mangels
Anfechtungsgegenstand
s
ist deshalb
diesbezüglich
auf die Beschwerde
nicht
einzutreten. Der Beschwer
de
führerin bleibt es unbenommen, sich
in Bezug auf die Gewährung beruflicher Mass
nahmen
erneut bei der Beschwerde
gegnerin zu melden.
4
.
Vergleichszeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin bildet die Verfügung vom 21. Juni 2011 (
Urk.
6/108), mit welcher die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh
ren abgewiesen hat.
5
.
5
.1
Die rentenabweisende Verfügung vom 2
1.
Juni 2011 stützte sich unter anderem auf die Stellungnahme von
Dr.
med.
B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 1
1.
November 201
0.
Dieser führte aus, nach eingegangenem Operationsbericht (Schulter
arthroskopie mit AC-Gelenksresektion,
Défilée
-Erweiterung und
Supraspinatus
seh
nen
reinsertion
in 2-reihiger Technik
durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt Chirurgie FMH,
am 14.
Januar 2010, Urk. 6/91)
sei eine verminderte Belastbarkeit der rechten Schulter nachvollziehbar. In der bisherigen Tätigkeit als Gärtnerin sei analog
Dr.
D._
, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, und Aktenlage seit September 2009 eine mindestens 30%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei seit September 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit analog
Dr.
D._
ausgewiesen. Das Belastungsprofil sei eine
sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, Steigen auf Leitern und Gerüste sowie Heben und Tragen von Gegenständen über 5 kg (Urk. 6/104/4).
5.2
Oberarzt Chirurgie
E._
und Assistenzärztin Chirurgie
F._
von
der Chirurgischen Klinik des
G._
führten im Notfallbericht vom 3. April
2017 (
Urk.
6/117/
43-44
) zur Behandlung
vom 3
1.
März 2017 folgende Diagnosen auf:
-
Kontusion
Hemithorax
links vom 3
0.
März 2017
-
HWS-Distorsion Grad II vom 3
0.
März 2017
-
Kontusion
Dig
. I Hand links vom 3
0.
März 2017
-
Nitrit-neg. Harnwegsinfekt
Dazu führten sie aus, die
Beschwerdeführerin
sei am Vortag bei niedriger Geschwindigkeit mit einem anderen Auto kollidiert. Es bestehe ein Status nach HWS-Distorsion vor 18 Jahren. Es sei zu keinem Kopfanprall gekommen, die Airbags seien nicht ausgelöst worden und es beständen keine
Commotiozeichen
. Die HWS sei frei beweglich, es beständen keine Prellmarken und keine
ossären
Druckdolenzen
. Die Bewegung der Schulter links sei schmerzhaft vor allem in der Abduktion über 60 Grad, es beständen keine Prellmarke und keine
ossären
Druck
dolenzen
. An der
linken
Hand beständen eine
Druckdolenz
im Bereich Meta
car
pale I, MCP-Gelenk
Dig
. I und proximale Phalanx
Dig
. I, jedoch keine Prellmarke, kein Hämatom und keine Schwellung. Weder dem Röntgen der HWS noch des Thorax, der linken Schulter oder der linken Hand seien Hinweise für frische
ossäre
Läsionen zu entnehmen (S. 1).
5.3
PD
Dr.
med.
H._
vom
I._
beurteilte die MR
Arthrographie
der Schulter links vom 1
5.
Mai 2017 wie folgt (
Urk.
6/117/97
):
lang
streckige
Knorpeldelamination
anterior
am
Humeruskopf
, regelrechter Status nach
Acromioplastik
mit entsprechenden Metallartefakten, intakte
Rotatoren
man
schette
,
Tendopathie
der
Bizepssehne
sowie verdickter
Bicepssehnen
pulley
/
Kapsel, Differentialdiagnose beginnende
Capsulitis
adhäsiva
.
5
.
4
Dr.
C._
hielt in seinem
undatierte
n
Bericht (Eingang
bei der Beschwerde
gegnerin am
2
4.
November
2017,
Urk.
6/127)
folgende Diagnosen mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 1):
-
Status nach Schulterarthroskopie und Gelenkkörperentfernung und Tenotomie Schulter links bei ausgedehntem Knorpelausbruch Schulter links
-
Status nach Dekompression links vor 10 Jahren
Dazu führte er aus,
die
Beschwerdeführerin
sei am 1
6.
Juni 2017 an der Schulter operiert worden, Befund und Prognose seien sehr gut, es beständen eine völlig freie Beweglichkeit und bei Belastung noch leichte Schmerzen. Die Beschwerde
führerin sei seit dem
9.
Oktober 2017 in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. In der bisherigen Tätigkeit als Seniorenbetreuerin sei sie vermindert leistungsfähig, sie sollte eine weniger schulterbelastende Arbeit machen. Ihr sei deshalb eine eventuelle Umschulung vorgeschlagen worden (S. 2-3).
5
.
5
Der Hausarzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte im Be
richt vom 1
9.
Dezember 2017 (
Urk.
6/128) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
ausgedehnter Knorpelausbruch linke Schulter
-
Status nach Dekompression linke Schulter 2007
-
Status nach Schulterarthroskopie, Gelenkkörperentfernung und Tenotomie linke Schulter am 1
6.
Juni 2017
-
beginnende
Omarthrose
linke Schulter
Zudem führte er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
a
rterielle Hypertonie
-
Hypothyreose
-
rezidivierende
Refluxbeschwerden
Dazu führte er aus, die Belastbarkeit des linken Arms sei noch deutlich ein
ge
schränkt, es beständen Schmerzen beim Heben und Arbeiten über Kopf und ein Schmerz bei Linksseitenlage an der linken Schulter. In der angestammten Tätig
keit sei
die
Beschwerdeführerin
nicht mehr arbeitsfähig. Das Heben von Lasten sei nicht möglich, pflegerische Tätigkeiten könnten nicht ausgeführt werden.
Büro
arbeiten seien
ungefähr 4 Stunden pro Tag möglich, mit einer
Erhöhung kön
ne
diesbezüglich
gerechnet werden.
5.6
Dr.
J._
stellte in seinem Bericht vom
7.
Januar
2018 (
Urk.
6/133/141
)
fol
gende Diagnosen:
-
ausgedehnter Knorpelausbruch Schulter links
-
Status nach Schulterarthroskopie, Gelenkkörperentfernung und Tenotomie Schulter links am 1
6.
Juni 2017
-
beginnende
Omarthrose
links
-
Status nach Schulterkontusion links bei Autounfall am 3
0.
März 2017
-
Status nach Dekompression links vor 10 Jahren
-
arterielle Hypertonie
-
Hypothyreose
-
rezidivierende
epigastrische
Beschwerden
Dazu führte er aus, die Belastbarkeit der linken Schulter und des linken Armes sei noch eingeschränkt, das Heben von Lasten sei noch sehr eingeschränkt, es be
ständen Schmerzen beim Heben und beim Arbeiten über Kopf. Im Alltag beständen Beschwerden beim Wischen sowie ein Schmerz in Linksseitenlage nachts. Eine Wiederaufnahme der pflegerischen Tätigkeit, die mit Heben ver
bun
den sei, sei der
Beschwerdeführerin
derzeit noch nicht möglich, bezüglich ihrer Anstellung als Seniorenbetreuerin sei sie weiterhin arbeitsunfähig. Die somati
schen Beschwerden und die Arbeitsunfähigkeit würden für sie eine hohe
,
auch psychische Belastung darstellen, sodass eine psychiatrische Behandlung habe ein
geleitet werden müssen.
5
.
7
Die behandelnde
Dr.
A._
stellte in ihrem Bericht vom 1
6.
Februar 2018 (
Urk.
6/131) folgende Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 3):
-
Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen nach Autounfall mit soma
ti
schen Folgen
Dazu führte sie aus, aus psychiatrischen Gründen sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.
Es fänden Termine alle 2 Wochen statt, die Folgen des Schulter
traumas, welche die Beschwerdeführerin durch den Autounfall erlitten habe, seien für sie sehr belastend.
Sie sei bedrückt,
verzweifelt,
erschöpft,
körperlich ange
spannt
und
leide unter Zukunftsängsten. Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit könne sie nicht beurteilen.
Die
Beschwerdeführerin
sei reduziert selbständig in der Floristik arbeitend, als Seniorenbetreuerin könne sie aufgrund der somatischen Probleme nicht mehr arbeiten.
5
.8
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie, vom RAD hielt in seine
n
Stellungnahme
n
vom
1
0.
Januar und
1
3.
März 20
18
(Urk.
6/135/4-6 und
Urk.
6/135/6-7
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
s
chmerzhafte Bewegungseinschränkung linke Schulter bei
-
Status nach Gelenkkörperentfernung und Tenotomie der langen
Bizepssehne
am 1
6.
Juni 2017
-
Status nach
subacromialer
Dekompression 2007
-
beginnende
Omarthrose
links
Zudem führte er folgende Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
a
rterielle Hypertonie
-
Hypothyreose
-
Status nach HWS-Distorsion und
Thoraxkontusion
März 2017
-
Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen nach Autounfall
Dazu hielt er fest,
in ihrer
angestammten
Tätigkeit als Seniorenbetreuerin / Flo
ristin sei
die
Beschwerdeführerin
seit dem 3
1.
März 2017 zu 100
%
arbeits
un
fähig aufgrund einer Belastungseinschränkung der linken Schulter. In einer ange
passten Tätigkeit bestehe seit dem
9.
Oktober 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, dies
bei folgendem
Belastungsprofil: Arbeiten über Brust/Schulterhöhe, in häu
figer Armvorhalte, insbesondere repetitive Tätigkeiten und das Anheben und Tragen von Lasten über 10 kg oder unter ungünstigen Hebeln seien zu vermeiden. Tätigkeiten
, die einen flexiblen körperfernen Einsatz der Hand insbesondere über Schulterhöhe erfordern würden, seien ebenfalls nur eingeschränkt zumutbar. Leichte und mittelschwere Tätigkeiten ohne häufige Bewegung und Belastung im linken Schultergelenk unter Vermeidung von Überkopfarbeiten seien zumutbar. Aus dem aktuellen psychiatrischen Bericht seien keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ersichtlich,
k
onkrete Funktionseinschränkungen aus psychische
n
Gründen
hätten nicht angegeben werden können. Aus somati
scher Sicht hätten Schulterchirurg
Dr.
C._
und Hausarzt
Dr.
J._
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten schulterschonenden Tätigkeit unterschied
lich beurteilt. Beide gäben als Funktionseinschränkung belastungsabhängige Schulterbeschwer
den an. Dr.
C._
stelle
in einer angepassten Tätigkeit ohne Belastung der linken Schulter eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit
9.
Oktober 2017 fest. Die Einschätzung des Hausarztes einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sei aus somatischer Sicht nicht nachvollziehbar. Funktionseinschränkungen, die eine Leistungseinschränkung um 50
%
erklären könnten, würden im Arztbericht nicht angegeben.
5.9
Dem MRI der HWS vom 2
2.
März
2018 (
Urk.
6/138
) entnahm
Dr.
med.
L._
, Leitende Ärztin Radiologie des
M._,
erhebliche
Osteochon
drosen
vor allem in den drei untersten HWS-Segmenten. Hierdurch komme es zu
foraminalen
Stenosen mit Beeinträchtigung der C4-Wurzel rechts, der C5-Wurzel links und der C6-Wurzel rechts.
5
.1
0
Am 1
4.
Mai 2018 stellte
Dr.
K._
vom
RAD
zusätzlich die Diagnose einer
Osteo
chondrose
C4/5, C5/6 und C6/7
mit
foraminaler
Stenose C4 und C6 rechts
und C5 links. Der radiologische Bericht über eine MRI der HWS vom
2
2.
März 20
18 zeige degenerative Veränderungen. Ob und in welchem Ausmass diese radio
logischen Befunde eine klinische Relevanz hätten, sei nicht dokumentiert. In allen vorlie
genden Berichten würden belastungsabhängige Schulterschmerzen beschrieben. Dadurch sei die Belastbarkeit der linken Schulter eingeschränkt. Eine schulter
schonende Tätigkeit sei zumutbar
(
Urk.
6/
146/3
).
5.11
Dr.
med.
N._
, Neurologie FMH, stellte in seinem Bericht vom
7.
Juni 2018 (Urk.
6/145/33-34
) die Diagnose eines Status nach Autounfall mit Seit
[en]
kollision
am 30. März 2017
ohne Hinweise auf unfallbedingte Schädigungen des zentralen oder peripheren Nervensystems (S. 1). Die
Beschwerdeführerin
habe sich beim Unfall nebst einer Prellung der linken
Thoraxhälfte
ein Abknicktrauma der HWS zugezogen. Es beständen keine Hinweise darauf, dass bei diesem Unfall das Gehirn, das
Halsmark
oder die zervikalen Nervenwurzeln Schaden genommen hätten. Aktuell liege wohl ein vorwiegend
myofaszialer
Nacken-, Schulter- und
Thoraxwandmuskulatur
-
schmerz
links vor, vermutlich würden die Schmerzen durch degenerative Veränderungen an der HWS und im Schultergelenk links unter
halten. Eine
Interkostalneuralgie
könne gegenwärtig nicht diagnostiziert werden. Auch ein Herpes Zoster sei als Schmerzursache nicht anzunehmen
(S. 2)
.
5.12
Am 1
6.
Juli 2018 (
Urk.
6/145/71-72
) ergänzte
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Ra
dio
logie,
bezüglich der linken Schulter könne von einem unfallbedingten End
zu
stand ausgegangen werden. Die angestammte Tätigkeit in der Senioren
be
treu
ung könne von der
Beschwerdeführerin
aufgrund der unfallbedingten Beschwer
den an der linken Schulter nicht mehr uneingeschränkt ausgeübt werden. Zu
mut
bar seien ihr ganztags leichte Tätigkeiten, bei denen keine Schläge oder Vibra
tionen auf die linke Schulter übertragen würden und keine repetitiven Bewe
gungen mit der linken Schulter notwendig seien. Arbeiten über Schulterhöhe seien zu ver
meiden. Die Masse der mit der linken oberen Extremität zu heben
den/tragenden Lasten könne bis 7 kg betragen, sofern diese auch
stammnah
g
ehoben/getragen werden könnten.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer leistungsabweisenden Verfügung vom
1
8.
Juli 2018
(Urk. 2) auf die Stellungnahmen ihres RAD-Arztes Dr.
K._
vom
1
0.
Januar,
1
3.
März und 1
4.
Mai 2018 (E.
5
.
8 und E.
5
.10
hievor
).
6
.2
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setz
ungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invaliden
versicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
thoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014
vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu
stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxi
s
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) g
e
nügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungs
interner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Aus dem Grundsatz der
Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Per
son, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen
regelmäs
sig
von behandelnden Ärzten oder von anderen medizini
schen Fach
personen, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versi
cherten Person stehen. Aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine
direkte
Leistungszusprache
ein
zig gestützt auf die Angaben der behandeln
den Ärzte aber kaum je in Frage kommen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5).
6
.3
6.3.1
Die Beschwerdeführerin ist gemäss den Stellungnahmen von
RAD-Arzt
Dr.
K._
in einer ihren Beschwerden angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig.
Dr.
K._
stützte sich bei seiner Einschätzung unter anderem auf die Angaben des behandelnden Spezialisten
Dr.
C._
, welcher ebenfalls von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging.
Die Ausführungen von
Dr.
K._
vermögen durch die Einschätzung des behandelnden Hausarztes
Dr.
J._
, wonach die Beschwerdeführerin zu 50
%
arbeitsunfähig sei, nicht in Zweifel gezogen werden. Denn wie
Dr.
K._
zu Recht ausführte, gab
Dr.
J._
dieselben Schulterbeschwerden wie
Dr.
C._
wieder, führte jedoch keine Funk
tionseinschränkungen auf, die eine Leistungseinschränkung um 50
%
erklä
ren könnten
(vgl. E. 5.4-5.6
hievor
)
. Die 50%ige Arbeitsunfähigkeit kann damit nicht nachvollzogen werden. Ohnehin ist davon auszugehen, dass
Dr.
C._
als Spezialist diesbezüglich eine differenziertere Einschätzung
abzugeben ver
mag, weshalb auf seine Angaben abzustellen ist.
Die beginnende
Omarthrose
war
Dr.
C._
im Übrigen bekannt (
vgl.
Urk.
6/133/20
). Dennoch erachtete
er die
Beschwerdeführerin
als in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig, we
lcher Ansicht sich RAD-Arzt Dr.
K._
anschloss.
Es ist nicht ersichtlich, weshalb hierzu weitere Abklärungen erforderlich wären.
In den Akten finden sich keine weiteren
Unterlagen
, welche
nach dem Bericht von
Dr.
C._
(E. 5.4
hievor
) verfasst worden wären und
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestieren würden.
6.3.2
So hielt die behandelnde Psychiaterin
Dr.
A._
zu Händen der Beschwer
degegnerin ausdrücklich fest, aus psychiatrischen Gründen sei keine Arbeitsun
fähigkeit attestiert worden (E.
5
.7
hievor
). Die von ihr diagnostizierte Anpas
sungs
störung
hat ihren
Angaben zufolge keine Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit. Sie
stellt denn auch
definitionsgemäss keine hinreichend ausgeprägte Psy
chopathologie dar. Vielmehr liegt sie im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten kann (vgl.
etwa
Urteile
des Bundesgerichts 9C_283/2017 vom 29. August 2017 E. 4.1.2
und 9C_110/2016 vom 28. Dezember 2016 E. 3.5 mit Hinweisen).
Vor diesem Hintergrund erübrigt sich die Durchführung eines vom Bun
desgericht grundsätzlich für sämtliche psychischen Leiden statuierten
indika
to
rengeleiteten
Beweisverfahrens aus Gründen der
Verhältnismässigkeit
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1).
Dass
der
Konsiliarpsychiater
der
Unfallversicherung
,
Dr.
med.
P._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH, in seiner Beurteilung vom
8.
Februar 2018 eine allfällig invalidi
sierende chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren nicht definitiv auszuschliessen
vermochte (
Urk.
6/133/153-157
), ändert daran nichts, verfasste die behandelnde
Dr.
A._
ihren Bericht zu Händen der Beschwerdegegnerin doch später als
Dr.
P._
und
lassen sich diesem keinerlei Anhaltspunkte für das Vorliegen einer
allfälligen Schmerzstörung
entnehmen
. Es bestehen keine
Hinweise
darauf
, dass sich die psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung verschlechtert hätten.
Entsprechend
diagnostizierte
Dr.
A._
denn
in ihrem Bericht vom 1
6.
August 2018 zu Händen der
Unfallversicherung
(
Urk.
9/2
) auch weiterhin
einzig eine nichtinvalidisierende
Anpassungsstörung.
Dass die
Beschwerdegeg
nerin
mit dem Erlass der angefochtenen Verfügung nicht weiter zugewartet und keine zusätzlichen Abklärungen zur Entwicklung des psychischen Gesundheits
zu
standes der
Beschwerdeführerin
getätigt hat, ist in Anbetracht dieser
Umstände nicht zu beanstanden.
6.3.3
Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
keine weiteren Abklärungen bezüglich der diagnostizierten Hypothyreose, arteriellen
Hypertonie
sowie der rezidivierenden
Refluxbeschwerden
getätigt hat,
bestätigte doch auch Hausarzt
Dr.
J._
, dass diese die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
nicht beeinflussen
(E. 5.5
hievor
)
.
Nach einem Untersuch durch
die Unfallversicherung
am
7.
März 2018 setzte die Beschwerdeführerin
die Behandlung mit
Condrosulf
vorübergehend ab, nahm
das Medikament
aufgrund einer Verschlechterung der Situation aber bereits nach 10 Tagen
wieder ein (vgl.
Urk.
9/1
). Was
sie
daraus zu ihren Gunsten ableiten möchte
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
, ist nicht ersichtlich, ebenso
wenig,
weshalb die Beschwerdegegnerin diesbezüglich weitere Abklärungen hätte tätigen sollen.
6.3.4
Schliesslich lässt auch der Bericht von
Dr.
N._
(E.
5
.11
hievor
) keine Zweifel an den Ausführungen des RAD-Arztes aufkommen.
Dr.
N._
beurteilte die Unfall
kausalität der geklagten Beschwerden
, zu einer allfällig
bestehend
en Arbeitsun
fähigkeit äusserte er sich hingegen nicht. Es kann deshalb
offen bleiben
, ob er das Vorliegen einer
Interkostalneuralgie
zu Recht verneinte
, zumal
es invaliden
versicherungsrechtlich nicht auf die Diagnose ankommt, sondern einzig darauf, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat (BGE 136 V 279 E. 3.2.1).
Von weiteren diesbezüglichen Abklärungen - wie von der Be
schwer
deführerin beantragt - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipier
ter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
ver
zichtet wird.
6.3.5
Dem MRI vom 2
2.
März 2018
(E. 5.9
hievor
)
ist nicht zu entnehmen,
ob
die Ver
änderungen an der HWS
eine klinische Relevanz haben. Nachdem jedoch keiner der behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Rückenbeschwer
den attestierte, ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
dazu
keine
weiteren
Abklärungen tätigte.
6.3.6
Zusammenfassend
ist auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes
Dr.
K._
abzu
stellen und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden ange
passten Tätigkeit auszugehen.
Der medizinische Sachverhalt ist ausreichend
unter
sucht
und d
ie Beschwerdegegnerin hat zu Recht auf weitere
Abklärungen
verzichtet.
Es
i
st nicht
ersichtlich, welche zusätzlichen Erkenntnisse
sie
mit einem Zuwarten bis zum Erlass des
Einspracheentscheides
der
Unfallversicherung
hätte gewinnen können, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass sie
über den Leistungs
anspruch der Beschwerdeführerin bereits
am
1
8.
Juli 2018 verfügt hat.
Ohnehin besteht rechtsprechungsgemäss
keine Bindungswirkung
zwischen den Entschei
den der Beschwerdegegnerin und der Unfallversicherung (BGE 133 V 549).
7
.
7.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
7.2
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
7.3
Das von der
Beschwerdegegnerin berechnete Invalideneinkommen von Fr. 54'304
.40 per 2017
(vgl.
Urk.
6/135/9)
ist unbestritten und ausgewiesen. Um Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung zu haben, müsste die
Be
schwerdeführerin
ein
Valideneinkommen
von
über
Fr.
89'7
00.--
per 2017 auf
weisen
(
Fr.
54'304.40 / [100-39.49] x 100)
. Dies entspricht einem Einkommen von
mindestens
Fr.
70'
664.75
per 1998 (vgl.
Indices 201
7
: 2
719
und
1998
:
2142
, Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T39,
Frauen)
, dem Jahr
,
in welchem sie letztmals ohne unfallbedingte Beschwerden erwerbstätig war.
Dass die
Beschwerdeführerin
damals ein Einkommen in diesem Umfang erwirtschaf
tet
e
, ist mit Blick auf den Auszug aus ihrem individuellen Konto nicht erstellt
(vgl.
Urk.
6/121
,
1996:
Fr.
27'548.--,
1997:
Fr.
25'148.--, 1998:
Fr.
27'076.--, 1999 [Verkehrsunfall am 1
0.
September 1999]:
Fr.
47'035.--
). Ebenso wenig ist über
wiegend wahrscheinlich, dass sie ohne Unfall ihre selbständige Erwerbs
tätig
keit
so weit
hätte ausbauen können,
dass
sie
in den Folgejahren
Einkünfte in diesem Umfang erzielt hätte
. Denn es ist davon auszugehen, dass
die
Beschwer
deführerin
bei einem Ausbau der selbständigen Erwerbstätigkeit
in dems
elben Umfang ihre
-
im Jahr 1999
immerhin
knapp
die Hälfte des Einkommens
aus
machende -
unselbständige Erwerbstätigkeit
reduziert hätte
.
Im Übrigen hat sie während ihres gesamten Erwerbslebens kein Einkommen in
dieser Höhe
erzielt, was ebenfalls
dagegen spricht
, dass sie ihre Einkünfte ohne Unfall
im geltend gemachten
Umfang
(vgl.
Urk.
1 S. 9)
hätte
steigern
können.
Bei einem
Validen
einkommen
von weniger als
Fr.
89'7
00.--
per 2017 resultiert ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad
. Die
Beschwerdegegnerin
hat den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin
damit zu Recht verneint. Dies führt
zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.