Decision ID: 855324cb-b4f3-4a66-9f70-2000d59cf96e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 8. Februar 2016 (EE150122-C)
- 2 -
Urteil des Bezirksgerichts Bülach:
1. Es wird festgestellt, dass die Parteien seit dem 28. August 2015 getrennt .
2. Die Obhut für die Tochter C._, geb. tt.mm.1998, wird der Klägerin .
3. Auf eine Regelung der Betreuung der Tochter C._ wird verzichtet.
4. Der Beklagte wird teils rückwirkend verpflichtet, der Klägerin für die Tochter C._ monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1‘100.– zuzüglich allfällige Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, beginnend ab 1. September 2015.
Diese Unterhaltsbeiträge sind auch über die Mündigkeit hinaus bis zum  einer angemessenen Erstausbildung und solange die Tochter keine andere Zahlstelle bezeichnet, an die Klägerin zu bezahlen.
5. Es wird Vormerk genommen, dass die Parteien gegenseitig für die Dauer des Getrenntlebens auf persönlichen Unterhalt verzichten.
6. Die eheliche Liegenschaft an der ... [Adresse] wird für die Dauer des  dem Beklagten zur alleinigen Benützung zugewiesen.
Über die Aufteilung von Mobiliar und Hausrat einigen sich die Parteien .
Es wird Vormerk genommen, dass die Klägerin die eheliche Liegenschaft bereits verlassen hat.
7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. Allfällige weitere  bleiben vorbehalten.
8. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
9. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 10. [Schriftliche Mitteilung]
11. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, ohne Stillstand]

Erwägungen:
1. a) Am 8. Februar 2016 schloss das Bezirksgericht Bülach (Vor-
instanz) das Eheschutzverfahren der Parteien mit dem vorstehend wiedergege-
benen Urteil ab (Urk. 62).
b) Gegen dieses ihm am 5. April 2016 zugestellte Urteil erhob der Beklag-
te am 15. April 2016 fristgerecht Berufung, mit welcher er sich gegen die Zutei-
- 3 -
lung der Obhut für die (inzwischen mündig gewordene) Tochter, gegen die Bezah-
lung von Kinder-Unterhaltsbeiträgen sowie gegen die vorinstanzliche Kostenver-
teilung wendet (Urk. 61 S. 2 f.). Eine aufschiebende Wirkung der Berufung wurde
weder beantragt (Urk. 61) noch erteilt.
c) Mit Verfügung vom 20. April 2016 wurde dem Beklagten eine Frist von
10 Tagen zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses von Fr. 3'000.-- ange-
setzt (Urk. 64). Mit Verfügung vom 17. Mai 2016 wurde das Fristerstreckungsge-
such des Beklagten vom 13. Mai 2016 (Urk. 66) abgewiesen und ihm eine einma-
lige Nachfrist von 10 Tagen zur Leistung des Gerichtskostenvorschusses ange-
setzt (Urk. 67). Mit Beschluss vom 1. Juni 2016 wurde das Armenrechtsgesuch
des Beklagten vom 30. Mai 2016 (Urk. 68) abgewiesen und ihm eine Notfrist von
5 Tagen zur Leistung des Gerichtskostenvorschusses angesetzt (Urk. 69). Diese
Notfrist ist am 13. Juni 2016 abgelaufen (ES bei Urk. 69).
d) Der Beklagte hat den ihm auferlegten Gerichtskostenvorschuss bis
heute nicht geleistet. Androhungsgemäss (vgl. Urk. 64, 67 und 69) ist daher auf
die Berufung nicht einzutreten (Art. 101 Abs. 3 ZPO).
3. a) Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 6
Abs. 2 lit. b in Verbindung mit § 6 Abs. 1, § 5, § 10 Abs. 1 und § 12 der Gerichts-
gebührenverordnung auf Fr. 1'000.-- festzusetzen.
b) Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss
dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
c) Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-
sprechen, dem Beklagten zufolge seines Unterliegens, der Klägerin mangels rele-
vanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO).