Decision ID: e93ed15a-b69d-5d60-b45a-c4de726fb5ab
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Januar 2012 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er war bis im März 2009
als Maschinenführer bei der B._ GmbH tätig gewesen, hatte anschliessend einige
temporäre Arbeitseinsätze verrichtet und danach bis zu seiner Aussteuerung per
Anfang 2011 Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen (vgl. IV-act. 4, 12).
A.b Die IV-Stelle tätigte diverse Abklärungen und veranlasste insbesondere eine
Untersuchung des Versicherten durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD, vgl. IV-
act. 42). Im entsprechenden Bericht vom 24. Oktober 2013 kamen Dr. med. C._,
Facharzt für Innere Medizin, und Dr. med. D._, Facharzt für Rheumatologie und
Physikalische Medizin und Rehabilitation, zum Schluss, dass das Rentenbegehren
nicht in erster Linie aus medizinischen Gründen, sondern insbesondere angesichts der
andauernden Arbeitslosigkeit bzw. aus wirtschaftlicher Not eingereicht worden sei. Die
lumbalen Schmerzen des Versicherten rührten von einer erheblichen Dekonditionierung
her und rechtfertigten keine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Eine
Untersuchung durch einen Wirbelsäulenchirurgen sei nicht angezeigt, da keine
klinischen oder radiologischen Hinweise auf eine zu operierende Pathologie der LWS
bestünden (IV-act. 45).
A.c Am 16. Januar 2014 berichtete Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, der Versicherte befinde sich seit dem 11. Oktober 2013 in einer
integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Vor dem Hintergrund
multipler somatischer Beschwerden habe er eine depressive Symptomatik entwickelt.
Ferner habe infolge eines langandauernden Schlafmittelkonsums eine iatrogene low-
dose-Benzodiazepin-Abhängigkeit bestanden. Aufgrund der diagnostizierten
mittelgradig depressiven Episode seien Konsultationen in einem zwei- bis
viermonatigen Rhythmus vereinbart worden. Zur Behandlung der Depression sei
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Escitalopram 10mg pro Tag verordnet worden. Die gestellte Diagnose gelte nach wie
vor und zeichne sich derzeit durch Ein- und Durchschlafstörungen, Antriebs- und
Energielosigkeit, Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Insuffizienzgefühle aus. Die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten betrage aus psychiatrischer Sicht schätzungsweise
30% bis 50% (IV-act. 53).
A.d Mit Verfügung vom 28. Januar 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 0% ab (IV-act. 54).
A.e Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid
vom 11. März 2015 teilweise gut. Es wies die Sache unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung zur erneuten Abklärung und zur anschliessenden neuen
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. Das Gericht hielt fest, dass eine auf die
LWS-Beschwerden zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in einer
adaptierten Tätigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen sei und von
neuerlichen Abklärungen diesbezüglich keine anderweitigen Ergebnisse zu erwarten
seien. Hingegen seien die Auswirkungen der geklagten linksseitigen Sprunggelenk-,
Knie- und Beinbeschwerden und die Auswirkungen der diagnostizierten mittelschweren
Depression auf die Arbeitsfähigkeit nicht rechtsgenüglich abgeklärt (IV 2014/116, IV-
act. 69).
B.
B.a Im Nachgang zum Entscheid des Versicherungsgerichtes holte die IV-Stelle
verschiedene Arztberichte ein (vgl. IV-act. 71 ff., 81 ff., 86). Ab Mai 2015 bezog der
Versicherte eine Altersrente der AHV (vgl. IV-act.73-2, 91-3).
B.b Dr. E._ berichtete der IV-Stelle am 10. Juni 2015, dass der Versicherte vom 17.
Oktober 2013 bis 30. April 2014 neun Mal in Behandlung gewesen sei. Während der
kurzen Behandlungszeit habe er gleichbleibend depressiv gewirkt mit der bereits
beschriebenen Antriebs- und Energielosigkeit, Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und
Insuffizienzgefühlen. Für eine suffiziente Behandlung der Depression hätte es sicher
eine Intensivierung der Behandlung gebraucht. Während der Behandlungszeit habe es
keinen Grund gegeben, an der Medikamenten-Compliance zu zweifeln. Zum Zeitpunkt
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der letzten Konsultation habe der Versicherte über ausgeprägte Ein- und
Durchschlafstörungen geklagt. Über den weiteren Verlauf der Depression bzw. der
Schlafstörung konnte Dr. E._ keine Auskunft geben (IV-act. 74).
B.c Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Bericht vom
1. September 2015 die Diagnose mittelgradige bis schwere depressive Episode,
wahrscheinlich im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10
F33.11/2), fest. Beim Gespräch am 20. August 2015 sei der Versicherte im formalen
Denken verlangsamt und stark auf die fehlende Zukunftsperspektive eingeengt
gewesen. Inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder
Ich-störungen ergeben. Im Affekt habe der Versicherte deprimiert und innerlich unruhig
gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert und der affektive Rapport sei
gut herstellbar gewesen. Im Antrieb sei der Versicherte vermindert und motorisch
wenig lebhaft gewesen. Passive Todeswünsche seien ihm bekannt, allerdings hätten
sich keine Hinweise auf eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung ergeben (IV-act. 84).
B.d Am 22. September 2015 wurde der Versicherte durch den RAD rheumatologisch
und psychiatrisch abgeklärt (vgl. IV-act. 79 f., 92). Im Bericht vom 13. November 2015
hielten Dres. C._ und D._ in internistischer und rheumatologischer Hinsicht fest,
dass beim Versicherten ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit einer nicht
dermatom-bezogenen Hypästhesie im Bereich des linken Unterschenkels sowie ein
Status nach Osteosynthese einer distalen Fibulafraktur rechts mit einer
Metallentfernung im Juli 2015 bestehe. Der Versicherte habe auf explizites Befragen hin
über Schmerzen im linken Fuss geklagt, diese aber nicht genau lokalisieren können.
Sie träten nur bei Belastung, nicht aber in Ruhe auf. Das linke obere Sprunggelenk
habe in der Bildgebung normale Befunde erkennen lassen. Das Gelenk sei praktisch
frei beweglich gewesen und funktionelle Einbussen hätten sich auch keine gezeigt. Als
Residuum der operierten distalen Fibulafraktur rechts sei eine leichte Einschränkung
der OSG-Beweglichkeit festzustellen gewesen. Eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit
in einem adaptierten Bereich ergebe sich daraus jedoch nicht. Auch der radiologische
Befund beider Kniegelenke vermöge die aus der Sicht des RAD unspezifischen
Beinbeschwerden, die nach der klaren Aussage des Versicherten eher abklängen, nicht
zu erklären. Radiologisch hätten mässige medial betonte Gonarthrosen bei klinisch
ausgewiesenen Genua vara beidseits imponiert. Klinisch habe sich eine
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vollumfängliche und schmerzfreie Beweglichkeit beider Kniegelenke gefunden. Weder
hätten Ergüsse noch irgendeine Instabilität nachgewiesen werden können. Die
Arbeitsfähigkeit in einem adaptierten Bereich sei auch hier nicht betroffen. Das
Ameisenlaufen, welches der Versicherte erst in der Systemanamnese erwähnt habe,
trete nur sporadisch auf und behindere ihn in keiner Weise. Dieses Phänomen, das sich
angesichts eines völlig unauffälligen Neurostatus sowie bei nicht dermatombezogener
Hyposensibilität nicht zuordnen lasse, müsse für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
als irrelevant bezeichnet werden (IV-act. 88- 1 ff.).
B.e Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im
psychiatrischen Abklärungsbericht die Diagnose einer depressiven Störung,
gegenwärtig leichtgradig (ICD-10 F32.0). Anlässlich der psychiatrischen Abklärung
habe der Versicherte über Müdigkeit und Schlaflosigkeit geklagt. Gleich zu Beginn und
spontan habe er sich über ein ihn heute noch belastendes Ereignis, eine Schiesserei an
Silvester 1990 in H._, geäussert. An dieses Ereignis werde er seitdem im Schlaf
erinnert. Nähere Ausführungen, etwa zu Traumbildern und konkreten Trauminhalten,
habe er nicht machen können. Zur Kindheits- und Jugendanamnese seien keine
traumatisierenden Ereignisse erwähnt worden. Der Versicherte habe zudem erklärt,
dass vor der psychiatrischen Konsultation im Oktober 2013 keine anderweitigen
psychiatrisch-psychologischen Behandlungen stattgefunden hätten. Die geäusserten
Schlafschwierigkeiten, die gezeigte Deprimiertheit und die Enttäuschung über die
Lebensleistung seien im Kontext eines gestörten Selbstwertgefühls und
Selbstwerterlebens zu sehen. Darüber hinaus habe sich keine weitergehende
psychiatrische relevante Symptomatik ergeben. Der verminderte Antrieb, die
Beeinträchtigung des Selbstwertvertrauens und des Selbstwerterlebens sowie die
Schlafstörungen sprächen für eine noch als leicht einzuordnende depressive Episode.
Anamnestisch liessen sich keine wiederholten depressiven Episoden im Sinne einer
rezidivieren depressiven Störung eruieren. Eine Störung der Konzentration und der
Aufmerksamkeit habe im gesamten Gesprächsverlauf nicht objektiviert werden können.
Allerdings seien die Angaben zum Arbeitsverlauf bzw. zu den Arbeitsplatzwechseln in
der Schweiz im Vergleich zu den Daten aus dem individuellen Konto spärlich und wohl
auch nicht zutreffend gewesen. Symptomhinweise auf eine Traumatisierungsstörung
seien nicht zu eruieren gewesen. Anders als bei Dr. F._ habe der Versicherte bei der
aktuellen Abklärung nicht von einem neun Jahre dauernden Asylverfahren und von
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durchgehenden Alpträumen seit dieser Zeit berichtet. Die Therapie in I._ habe auch
nicht zwei Jahre, sondern knapp sieben Monate gedauert. Bemerkenswert sei zudem,
dass der Versicherte nachträglich für den Abbruch der Behandlung geltend mache, in
I._ hätten keine echten Gespräche stattgefunden und er habe sich von Dr. E._
sprachlich nicht verstanden gefühlt. Aus psychiatrischer Sicht sei eine depressive
Symptomatik vorhanden. Diesbezüglich bestünden keine Diskrepanzen zu Dr. E._
und Dr. F._. Vom Verlauf her sei die depressive Gestimmtheit im Kontext zur
Lebenserfolgsbilanz mit Zügen von Verbitterung verständlich. Hieraus, wie von Dr.
E._ im Jahr 2014 geschehen, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit abzuleiten, sei nach
fachlichen Kriterien nicht gerechtfertigt. Die Behandlung mit 10mg Escitalopram belege
den Schweregrad einer mittelgradigen Depression ebenso wenig wie die
niederfrequenten Behandlungstermine und der psychiatrische Befund. Andererseits
könne die Depression im Oktober 2015 (richtig wohl: 2013) durchaus ausgeprägter
gewesen sein als im weiteren Verlauf. Auch die von Dr. F._ beschriebene Befundlage
entspreche klinisch nicht einer mittelschweren bis schweren Depression, zumal sich
vom 20. August bis zur Abklärung am 22. September 2015 unter einer antidepressiven
medikamentösen Minimaldosis eine mehr oder weniger spontane Besserung eingestellt
haben müsste. Insgesamt liege eine depressive Störung vor, die im Ausprägungsgrad
und Gesamtverlauf seit Oktober 2013 allenfalls einmal als punktuell mittelgradig,
insgesamt jedoch bis jetzt als konstant leichter Art einzuschätzen sei. Die leichte
depressive Störung mit allenfalls punktuell mittelgradiger Akzentuierung wirke sich auf
die Leistungsfähigkeit im Ausmass von maximal 20% aus. Dies betreffe die psychische
Belastbarkeit, das Umstellungsvermögen und längere Spannen der
Aufmerksamkeitsbelastung. Ein demonstrativ-aggravierendes Verhalten könne darin
gesehen werden, dass die anfänglich etwas schwerfällig anmutende Gehweise und die
dysphorisch-mürrisch wirkende Mimik zu Gesprächsbeginn nach der Untersuchung
völlig verschwunden gewesen seien (IV-act. 88-6 ff.).
B.f In der interdisziplinären Stellungnahme hielten die Ärzte zusammenfassend fest,
dass aufgrund der leichten depressiven Störung nach ICD-10 F32.0 eine allenfalls
maximal 20%ige Minderung des Leistungsvermögens bei einem zeitlich vollen
Arbeitspensum von 100% resultiere. Einer Arbeitseingliederung auf dem ersten
Arbeitsmarkt stünden aus psychiatrischer Sicht in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten
keine Hinderungsgründe entgegen. Psychiatrischerseits könne nicht ausgeschlossen
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werden, dass zu Beginn der Behandlung bei Dr. E._ eine depressive Störung
vorgelegen habe, seitens der mitgeteilten Befunde jedoch keinesfalls in einem
Schwereausmass, welches eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bis 70% begründet hätte.
Die von Dr. F._ in dessen Bericht vom 1. September 2015 diagnostizierte
mittelgradige bis schwere Depression könne vom bisherigen Gesamtverlauf her
ebenfalls nicht bestätigt werden. Aus somatischer Sicht verfüge der Versicherte in einer
leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne monotone
Zwangshaltungen über eine volle Arbeitsfähigkeit (volle Leistungsfähigkeit bei
ganztägiger Präsenz). Aus interdisziplinärer Sicht sei dem Versicherten in einer
entsprechend angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% zuzumuten. Die
Reduktion um 20% ergebe sich aus einer psychiatrisch bedingten Minderung des
Leistungsvermögens (IV-act. 88-17).
B.g Gestützt darauf stellte die IV-Stelle dem Versicherten im Vorbescheid vom 26.
November 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von
20% in Aussicht (IV-act. 93).
B.h Dagegen erhob der Versicherte am 5. Januar 2016 Einwand und reichte einen
Bericht von Dr. F._ vom 16. Dezember 2015 ein. Darin hatte dieser im Wesentlichen
ausgeführt, dass er weiterhin an der gestellten Diagnose festhalte und dass der
dokumentierte Psychostatus vom 20. August 2015 diese Diagnose rechtfertige. Die von
Dr. G._ erhobenen psychopathologischen Befunde würden nicht in Frage gestellt.
Der Versicherte habe die Behandlung aufgenommen und unter etablierten
therapeutischen Massnahmen habe sich die depressive Symptomatik gebessert. Eine
depressive Störung habe einen phasenförmigen Verlauf mit fluktuierendem Ausmass
der depressiven Symptome. Dass in diagnostischer Hinsicht eine depressive Störung
vorliege, sei auch vom RAD nicht angezweifelt worden (IV-act. 94).
B.i Am 11. April 2016 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid. Zu den Einwänden
führte sie an, dass der Versicherte ab Mai 2015 eine AHV-Rente beziehe und
demzufolge im August 2015 bereits AHV-Rentner gewesen sei. Dr. F._ äussere sich
zum Gesundheitszustand ab dem 20. August 2015; dessen Äusserungen seien deshalb
nicht mehr relevant (IV-act. 95).
C.
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C.a Dagegen erhob der Versicherte am 10. Mai 2016 Beschwerde. Er beantragte die
Aufhebung der Verfügung vom 11. April 2016 und die Zusprache einer Invalidenrente.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Er machte im Wesentlichen geltend, dass die Begründung
der Verfügung, laut der nicht auf die Beurteilung von Dr. F._ abgestellt werden könne,
da diese erst im August 2015 erfolgt sei, völlig haltlos sei. Die RAD-Untersuchung sei
im September 2015 erfolgt; nach der Argumentation der Beschwerdegegnerin könnte
auf diese also noch viel weniger abgestellt werden. Darüber hinaus ergebe sich aus
allen psychiatrischen Berichten, dass die psychische Einschränkung eine lange
Geschichte habe und sich nicht erst nach dem Pensionsalter entwickelt habe (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie führte an, dass der Beschwerdeführer durch den
RAD umfassend rheumatologisch und psychiatrisch untersucht worden sei. Aufgrund
der relativ unproblematischen Befundlage habe der RAD dem Beschwerdeführer zu
Recht lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert. Es sei ohne Abstriche auf
das RAD-Gutachten abzustellen, weitere medizinische Abklärungen seien nicht
angezeigt (act. G 4).
C.c In der Replik vom 18. August 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Rechtsbegehren fest und führte im Wesentlichen das bereits in der Beschwerde
Vorgebrachte an. Ergänzend machte er geltend, dass dem RAD-Bericht die gleiche
psychiatrische Diagnose zugrunde liege und diese sich lediglich in der Intensität der
psychiatrischen Einschränkung von der Einschätzung von Dr. F._ unterscheide (act.
G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Leistungen der Invalidenversicherung bis zum (vorgezogenen) Bezug der AHV-
Altersrente und somit bis am 30. April 2015 (vgl. IV-act. 73-2, 91-3).
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1.2 Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss
Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.3 Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Tätigkeit im Verfügungszeitpunkt feststehen.
2.
2.1 Zur Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit hat die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer durch den RAD rheumatologisch und
psychiatrisch abklären lassen (IV-act. 88). Vorab ist festzuhalten, dass entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. act. G 6 S. 2) auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen Beweiswert zukommt, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der
befragte Experte in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
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vielmehr besonderer Umstände, die das Misstrauen in die Unparteilichkeit der
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Zwar ist im Hinblick auf die
erhebliche Bedeutung, die den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, an
die Unparteilichkeit der medizinischen Fachpersonen ein strenger Massstab anzulegen,
doch sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung nur dann
vorzunehmen, wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (vgl. (BGE 125 V 354 E. 3b/
cc, BGE 135 V 470 E. 4.4).
2.2 Die vom RAD in rheumatologischer und internistischer Hinsicht attestierte 100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit
ohne monotone Zwangshaltungen ist mit Blick auf die erhobenen unauffälligen
Befunde, die klinisch schmerzfreie Beweglichkeit beider Kniegelenke und die lediglich
leichte Einschränkung der OSG-Beweglichkeit nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer
beanstandet denn auch einzig den psychiatrischen Teil der RAD-Abklärung. Dabei hält
er der Einschätzung von RAD-Arzt Dr. G._ insbesondere die Beurteilungen seiner
behandelnden Psychiater Dr. E._ und Dr. F._ entgegen (vgl. act. G 1 S. 3 f.).
2.3
2.3.1 Wie der rheumatologische Abklärungsbericht beinhaltet auch der psychiatrische
RAD-Abklärungsbericht eine umfassende Darstellung der vorhandenen Akten und eine
ausführliche Anamnese. Dr. G._ hat sich eingehend mit den vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt und diese bei seiner Beurteilung
berücksichtigt. Er hat überzeugend dargelegt, dass die vom Beschwerdeführer
geäusserten Schlafschwierigkeiten, die gezeigte Deprimiertheit und die Enttäuschung
über die Lebensleistung im Kontext zu einem gestörten Selbstwertgefühl und
Selbstwerterleben zu sehen seien und dass der verminderte Antrieb, die
Beeinträchtigung des Selbstwertvertrauens und des Selbstwerterlebens sowie die
Schlafstörungen lediglich für eine als leicht einzuordnende depressive Episode
sprächen, so dass keine weitergehende psychiatrische relevante Symptomatik vorliege.
Er hat seine Diagnose in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge schlüssig
begründet und nachvollziehbar dargelegt, dass die beim Beschwerdeführer
bestehende leichte depressive Symptomatik eine maximal 20%ige Einschränkung
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seiner Leistungsfähigkeit bewirke. Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise
darauf, dass die Beurteilung durch sachfremde, d.h. durch nicht medizinische Aspekte
beeinflusst worden wäre, oder dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären.
2.3.2 Die einleuchtenden Schlussfolgerungen des Rad-Arztes sind entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers durch die Beurteilungen von Dr. F._ und Dr. E._
nicht in Frage zu stellen. Dr. G._ hat sich mit den Einschätzungen der behandelnden
Psychiater auseinandergesetzt und hat seine davon abweichende Auffassung –
insbesondere auch hinsichtlich der Schwere der depressiven Störung und der
Einschränkung der Leistungsfähigkeit – schlüssig begründet. Dabei gilt es zu beachten,
dass die behandelnden und die begutachtenden psychiatrischen Fachärzte aufgrund
der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag nicht selten
zu abweichenden Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen und der sich
daraus ergebenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gelangen. Hinsichtlich der
Beurteilung von Dr. F._ ist darüber hinaus festzuhalten, dass dieser die von Dr. G._
erhobenen psychopathologischen Befunde nicht grundsätzlich in Frage gestellt,
sondern vielmehr auf den phasenförmigen Verlauf einer depressiven Störung mit einem
fluktuierenden Ausmass der depressiven Symptome hingewiesen hat. Wie Dr. G._
diesbezüglich allerdings festgehalten hat, sind dem dokumentierten Aktenverlauf keine
konsequenten Therapiebemühungen des Beschwerdeführers zu entnehmen, obwohl
solche bei einer mittel- oder gar schwergradigen Depression ohne Weiteres zu
erwarten gewesen wären. So hat sich der Beschwerdeführer erstmals im Oktober 2013
bei Dr. E._ in psychiatrische Behandlung begeben, diese nach einer relativ kurzen
Behandlungsdauer (neun Sitzungen bis April 2014) trotz der von Dr. E._
beschriebenen gleichbleibenden Depression abgebrochen und erst nach einem
längeren Unterbruch im August 2015 erneut eine Therapie bei Dr. F._ begonnen. Die
RAD-ärztliche Schlussfolgerung, dass konstant eine leichte depressive Störung,
allenfalls mit einer einmaligen punktuell mittelgradigen Ausprägung im Oktober 2013,
vorgelegen habe, überzeugt somit insbesondere auch mit Blick auf den aktenmässigen
Verlauf.
2.4 Zusammenfassend ist gestützt auf den schlüssigen RAD-Abklärungsbericht mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
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der Beschwerdeführer seit dem potentiellen Rentenbeginn und bis zu seiner
Pensionierung am 1. Mai 2015 in der bisherigen sowie jeder anderen,
leidensangepassten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig gewesen ist. Nachdem der
Sachverhalt als umfassend abgeklärt zu erachten und von weiteren medizinischen
Abklärungen keine verlässlichere Arbeitsfähigkeitsschätzung zu erwarten ist, ist dem
Eventualantrag des Beschwerdeführers, die Angelegenheit sei zur Vornahme weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, nicht stattzugeben
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).
3.
Die Beschwerdegegnerin hat bei der Invaliditätsbemessung das im Jahr 2008 erzielte
Jahreseinkommen von Fr. 77‘214.00 herangezogen (vgl. auch die ursprüngliche
Verfügung vom 28. Januar 2014, IV-act. 54) und ist von einem an die
Nominallohnentwicklung angepassten Valideneinkommen von Fr. 80‘444.--
ausgegangen. Dies ist nicht zu beanstanden und ist vom Beschwerdeführer auch nicht
bestritten worden. Nachdem ihm die ursprüngliche Hilfsarbeit als Maschinenführer
sowie jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Hilfsarbeit weiterhin zumutbar
ist, ist auch zur Ermittlung des (hypothetischen) Invalideneinkommens ein Jahreslohn
von Fr. 80‘444.--heranzuziehen. Angepasst an eine Restarbeitsfähigkeit von 80% ergibt
sich – wie von der Beschwerdegegnerin verfügt – ein Invalideneinkommen von Fr.
64‘355.-- (Fr. 80‘444.-- x 0.8). Da ein potentieller, betriebswirtschaftlich-ökonomisch
denkender Arbeitgeber aufgrund der eingeschränkten psychischen Belastbarkeit des
Beschwerdeführers mit vermehrten krankheitsbedingten Absenzen rechnen und zudem
der mangelnden Flexibilität und reduzierten Aufmerksamkeitsleistung Rechnung tragen
müsste, hätte die verbliebene Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für einen
Arbeitgeber nicht mehr denselben betriebswirtschaftlichen Wert wie die Arbeitsleistung
eines gesunden, durchschnittlich leistungsfähigen Arbeitnehmer im 80%-Pensum. Da
er dem Beschwerdeführer aus diesen Gründen nur einen deutlich unter dem
Zentralwert liegenden Lohn zahlen würde, ist entgegen der von der
Beschwerdegegnerin vorgenommenen Invaliditätsbemessung beim
Invalideneinkommen praxisgemäss ein Tabellenlohnabzug von 15% zu
berücksichtigen. Daraus ergibt sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
32% (= Fr. 80‘444.-- - Fr. 64‘355.-- x 0.85 / Fr. 80‘444.--). Damit hat der
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Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente und die
Beschwerdegegnerin hat das Rentengesuch im Ergebnis zu Recht abgewiesen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind
die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Bei diesem
Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.