Decision ID: 0be74119-08ab-4f0b-90cc-e4b6e22cd1d1
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
N._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jean Baptiste Huber, Bundesplatz 6,
Postfach 4315, 6304 Zug,
gegen
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St.Galler Gerichte
Basler Versicherungs-Gesellschaft, Aeschengraben 21,
Postfach, 4002 Basel,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, Dorfstrasse 21,
8356 Ettenhausen TG,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die Schweizer Staatsangehörige N._ (vormals K._) war als Telefonistin bei der
A._ tätig und dadurch bei der Basler Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend:
Basler) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 9. Februar
2002 beim Tanzen ausrutschte und auf die rechte Hand stürzte (UV-act. 2.1). Bei der
Erstbehandlung am 14. Februar 2002 wurde die Diagnose einer Handgelenkskontusion
rechts erhoben (UV-act. 3.1). Gestützt auf verschiedene bildgebende Untersuchungen
diagnostizierte Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie,
im Bericht vom 25. Juli 2002 eine komplexe Carpalverletzung rechts mit Verletzung des
TFCC (Triangular Fibrocartilage Complex), eine Kapselläsion im Bereich des Radio-
Skaphoidgelenks, eine Läsion im Bereich des skapho-lunären Ligaments, einen
Verdacht auf posttraumatische radio-carpale Chondropathie, eine posttraumatische
Gelenk- und Sehnen-Synovialitis vor allem dorsal sowie einen persistierenden
Schmerzzustand des rechten Handgelenks (UV-act. 3.11). Dr. B._ attestierte der
Versicherten vom 9. Februar bis 1. September 2002 eine volle, danach vom 2.
September 2002 bis 16. Februar 2003 eine 50%ige und dann vom 17. bis 28. Februar
2003 erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit. Ab 1. März 2003 war die Versicherte wieder
100% arbeitsfähig (UV-act. 6.19). Die Basler erbrachte Heilkosten- und
Taggeldleistungen.
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A.b Mit Schreiben vom 23. August 2004 teilte Dr. B._ der Basler mit, dass sich die
Versicherte, welche zwischenzeitlich ihren Wohnsitz nach Deutschland verlegt habe,
am 20. August 2004 wegen Handgelenksschmerzen rechts wieder in seine Behandlung
begeben habe (UV-act. 3.13). Der Handchirurg Dr. med. C._, Orthopädie am
Rosenberg, erstattete in der Folge ein medizinisches Gutachten vom 15. Juni 2006
(UV-act. 4.6). Die Basler anerkannte daraufhin ihre Leistungspflicht für die als Rückfall
zum Unfall vom 9. Februar 2002 gemeldeten Beschwerden und erbrachte die
gesetzlichen Heilkostenleistungen und Taggelder ab 16. März 2006 aufgrund einer
Arbeitsunfähigkeit von 50%. Mit Verfügung vom 7. Juli 2006 eröffnete die Basler der
Versicherten, dass Taggeldleistungen im Sinn einer Übergangsfrist noch bis längstens
30. September 2006 erbracht würden. Die Behandlungskosten würden solange
übernommen, wie eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands zu erwarten
sei (UV-act. 5.4). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wurde teilweise
gutgeheissen. Die Basler teilte im Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2006 mit,
dass die Versicherte vom 16. März bis 13. Juni 2006 einen Anspruch auf
Taggeldleistungen von 100%, vom 14. Juni bis 30. September 2006 von 50% und ab
1. Oktober 2006 von 15% habe (UV-act. 5.16).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Jean Baptiste
Huber, Zug, im Namen der Versicherten am 12. März 2007 Beschwerde mit den
Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben, soweit der
Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2006 nur ein Taggeld von 15% zugesprochen
werde; die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ab 1. Oktober 2006 ein Taggeld
von 29% auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter im Wesentlichen aus,
dass bei einer lang dauernden Arbeitsunfähigkeit die Taggeldbemessung anhand eines
Einkommensvergleichs vorzunehmen sei. Die Situation der Beschwerdeführerin sei mit
einer funktionellen Einarmigkeit vergleichbar. Das Bundesgericht gehe in solchen Fällen
regelmässig von einem leidensbedingten Abzug von 25% aus. Ein Abzug von 25% sei
auch vorliegend angemessen, wodurch sich ein Invaliditätsgrad von 29% ergebe (act.
G 1 [UV 2007/40]).
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B.b Mit Einspracheentscheid vom 29. Juni 2007 zog die Beschwerdegegnerin den
Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2006 in Wiedererwägung. Die Einsprache
wurde abgewiesen und festgehalten, die Beschwerdeführerin habe vom 16. März bis
13. Juni 2006 Anspruch auf eine ganze Taggeldleistung von 100%, vom 14. Juni bis
11. Juli 2006 auf eine ganze Taggeldleistung von 50%, vom 12. Juli bis 30. September
2006 auf die halbe Taggeldleistung von 50% und vom 1. Oktober 2006 bis 9. März
2007 keinen Anspruch auf Taggeldleistungen. Die bereits zuviel ausbezahlten
Taggeldleistungen würden zurückgefordert. Ab. 1. Januar 2007 bestehe auch kein
Anspruch mehr auf Taggeldleistungen und Heilungskosten (UV-act. 5.17).
B.c Gegen den Einspracheentscheid vom 29. Juni 2007 erhob Rechtsanwalt Huber im
Namen der Beschwerdeführerin am 25. Juli 2007 ebenfalls Beschwerde mit den
Anträgen, der Einspracheentscheid vom 29. Juni 2007 sei bezüglich des
Taggeldanspruchs der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2006 als Antrag an das
Gericht im Verfahren UV 2007/40 zu behandeln; der Einspracheentscheid sei
aufzuheben, soweit der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 12. Juli bis zum 30.
September 2006 nur die halbe Taggeldleistung von 50% zugesprochen würden, und es
sei der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 12. Juli bis 30. September 2006 ein ganzes
Taggeld von 50% zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin. Die vorliegende Beschwerde sei mit dem
Beschwerdeverfahren UV 2007/40 zu vereinen. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen ausgeführt, dass Art. 25 Abs. 3 UVV gesetzeswidrig und deshalb nicht
anzuwenden sei. Es finde sich im Gesetz keine ausdrückliche Delegationsnorm, die
eine derart weit reichende Regelung durch den Verordnungsgeber erlauben würde.
Sodann sei (selbst wenn die Bestimmung als gesetzeskonform erachtet werde) im Sinn
einer gesetzeskonformen Auslegung Art. 25 Abs. 3 UVV jedenfalls mit Bezug auf
deutsche Arbeitslosenleistungen nicht anzuwenden. Die für die Zeit vom 12. Juli bis 30.
September 2006 vorgenommene Kürzung des Taggelds von 50% um die Hälfte beruhe
auf einer falschen Interpretation von Art. 25 Abs. 3 UVV (act. G 1 [UV 2007/89]).
B.d Mit Schreiben vom 26. Juli 2007 vereinigte der Präsident des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen die beiden Beschwerdeverfahren UV
2007/40 und 2007/89.
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B.e In der Beschwerdeantwort vom 28. September 2007 beantragte Rechtsanwalt
lic. iur. Simon Krauter, Ettenhausen-Aadorf, im Namen der Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerden. Der Beschwerdeführerin sei die Ausrichtung von
Taggeldleistungen mit Wirkung ab 1. Oktober 2006 unter Aufhebung von Ziffer 4 des
Dispositivs des Einspracheentscheids vom 11. Dezember 2006 zu verweigern. Die
Beschwerdeführerin habe bis zum 30. September 2006 als zu 50% arbeitsunfähig
gegolten. Seit dem 1. Oktober 2006 sei sie in einer leichten Tätigkeit ohne einseitige
manuelle Tätigkeit voll arbeitsfähig. Bei Berücksichtigung eines Leidensabzuges von
10% errechne sich ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 15%. Der im Einspracheentscheid
vom 11. Dezember 2006 errechnete Arbeitsunfähigkeitsgrad von 15% sei daher nicht
zu beanstanden, weshalb die Beschwerdeführerin in Anwendung von Art. 25 Abs. 3
UVV ab 1. Oktober 2006 keinen Anspruch auf Taggeldleistungen habe. Der Antrag der
Beschwerdegegnerin gemäss dem Einspracheentscheid vom 29. Juni 2007, wonach
der Beschwerdeführerin die Ausrichtung von Taggeldleistungen mit Wirkung ab dem 1.
Oktober 2006 unter Aufhebung von Ziffer 4 des Dispositivs des Einspracheentscheids
vom 11. Dezember 2006 zu verweigern sei, sei zunächst gestützt auf Art. 25 Abs. 3
UVV und alsdann aufgrund des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs mit
Wirkung ab dem 1. Januar 2007 gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin habe gemäss
Änderungsbescheid der Bundesagentur für Arbeit vom 5. September 2006 im Zeitraum
vom 12. Juli 2006 bis 9. März 2007 Leistungen der deutschen Arbeitslosenversicherung
bezogen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 Satz 1 UVV bestehe somit für den Zeitraum vom 12.
Juli bis 30. September 2006 mit Bezug auf die Unfalltaggelder lediglich Anspruch auf
die halbe Leistung. Es sei davon auszugehen, dass sich Art. 25 Abs. 3 UVV auf eine
ausreichende gesetzliche Grundlage stütze, weshalb sie auch ohne weiteres
anzuwenden sei. Mit Bezug auf die Koordination von Leistungen schweizerischer und
deutscher Sozialversicherungsträger sei auf das Abkommen vom 20. Oktober 1982 (SR
0.837.913.6) und insbesondere auf Art. 10 dieses Abkommens zu verweisen.
B.f Mit Replik vom 31. Januar 2008 und Duplik vom 14. Februar 2008 im UV-
Verfahren 2007/89 hielten die Parteien an ihren Anträgen und Ausführungen fest. Auf
die weiteren Darlegungen wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
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1.1 Ist die versicherte Person, welche Taggeldleistungen der Unfallversicherung
bezieht, arbeitslos, so erbringt die Unfallversicherung gemäss Art. 25 Abs. 3 UVV die
ganze Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als 50 Prozent beträgt, und die halbe
Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als 25, aber höchstens 50 Prozent beträgt.
Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25 und weniger Prozent besteht kein
Taggeldanspruch. Bei dieser Norm handelt es sich rechtsprechungsgemäss um eine
Koordinationsbestimmung zwischen der Unfall- und der Arbeitslosenversicherung.
Deren Anwendung setzt das Zusammentreffen von Taggeldern der Unfallversicherung
mit solchen der Arbeitslosenversicherung voraus. Diese Regelung greift daher nur dann
Platz, wenn die versicherte Person bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet ist
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2008 i/S R. [8C_173/2008], Erw. 2.2 mit
Hinweis auf Stephan Kübler, Erfahrungsbericht aus der Unfallversicherung, in: René
Schaffhauser/Ueli Kieser [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtliche Leistungskoordination,
St. Gallen 2006, S. 107 ff., S. 140 mit Hinweis auf das Urteil des EVG [seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 2. April 2001 [U 348/00],
Erw. 3).
1.2 Arbeitsunfähigkeit ist gemäss Art. 6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder
Aufgabenbereich berücksichtigt (vgl. betreffend der Anwendbarkeit dieses zweiten
Satzes von Art. 6 ATSG auf die Unfallversicherung: Jean-Maurice Frésard/Margit
Moser-Szeless, L'assurance-accidents obligatoire, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 152 S.
895 mit Hinweisen, a. M.: Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, Art. 6 N 9, S.
86f). Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der
Schadenminderungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat der
Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die veränderten
Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen,
während welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt (Urteil des Bundesgerichts
8C_173/2008, a.a.O., Erw. 2.3 mit Hinweis auf RKUV 2000 Nr. KV 112 S. 122 E. 3a [K
14/99] mit weiteren Hinweisen). Diese Übergangsfrist ist in der Regel auf drei bis fünf
Monate zu bemessen (RKUV 2005 Nr. KV 342 S. 358 [K 42/05]).
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2.
2.1 Streitig ist vorliegend zum einen die Höhe der Taggeldleistungen für die Zeit vom
12. Juli bis 30. September 2006 - die Beschwerdegegnerin sprach für diesen Zeitraum
im Einspracheentscheid vom 29. Juni 2007 ein halbes Taggeld auf der Basis einer
Arbeitsfähigkeit von 50% im Betrag von Fr. 27.80 zu - und zum anderen, ob ab
1. Oktober 2006 weiterhin Taggelder geschuldet sind. Zu prüfen sind der
Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2006 sowie die
Anwendbarkeit von Art. 25 Abs. 3 UVV für die Zeit ab 12. Juli 2006. Die Parteien sind
sich einig, dass vom 14. Juni 2006 bis 30. September 2006 das Taggeld aufgrund einer
50%igen Arbeitsfähigkeit zu bemessen ist.
2.2 Vorweg abzuklären ist die Gesetzmässigkeit von Art. 25 Abs. 3 UVV. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Norm vom Verordnungsgeber geschaffen
worden sei, ohne dass die Grundzüge im Gesetz geregelt worden seien. Ebenso wenig
finde sich im Gesetz eine ausdrückliche Delegationsnorm, die eine derart weit
reichende Regelung erlauben würde. Art. 25 Abs. 3 UVV sei deshalb gesetzeswidrig
(act. G 1). Die Rechtsprechung liess die Frage, inwieweit diese Bestimmung
gesetzmässig ist, bislang offen (vgl. BGE 126 V 128 Erw. 3c. S. 128f; Urteil des
Bundesgerichts 8C_173/2008, a.a.O., Erw. 2.2). - Verordnungen des Bundesrates
können von den Gerichten auf ihre Verfassungs- und Gesetzmässigkeit überprüft
werden. Bei unselbständigen Verordnungen, wo dem Bundesrat die
Verordnungskompetenz in einem Gesetz eingeräumt wird, ist in erster Linie zu prüfen,
ob sie sich im Rahmen der Delegationsnorm halten. Dabei ist der durch den
Gesetzgeber eingeräumte Spielraum für das Gericht aufgrund von Art. 191 BV, der
auch die kantonalen Gerichte bindet (vgl. BGE 122 II 416 Erw. 3b), verbindlich. So ist
bei einem weiten Ermessensspielraum nur zu prüfen, ob die umstrittenen Vorschriften
offensichtlich aus dem Rahmen der im Gesetz delegierten Kompetenzen herausfallen
oder aus anderen Gründen gesetzes- oder (soweit das Gesetz den Bundesrat nicht
ermächtigt, von der Verfassung abzuweichen) verfassungswidrig sind. Die
Zweckmässigkeit der vom Verordnungsgeber getroffenen Regelung ist nicht zu prüfen,
auch ist das Ermessen des Gerichts nicht anstelle desjenigen des Verordnungsgebers
zu setzen. Hingegen kann geprüft werden, ob sich die Verordnungsbestimmung auf
ernsthafte Gründe stützen lässt oder ob sie dem Gebot der Rechtsgleichheit gemäss
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Art. 8 BV und dem in Art. 9 BV verankerten Willkürverbot widerspricht, weil sie sinn-
und zwecklos ist, rechtliche Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in
den tatsächlichen Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterlässt,
die richtigerweise hätten getroffen werden müssen (BGE 131 V 14 Erw. 3.4.1, BGE 131
II 165 Erw. 2.3, BGE 120 Ib 102 Erw. 3a, vgl. auch Christian Zünd, Kommentar zum
Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Zürich 1999, S. 183).
Art. 25 Abs. 3 UVV wurde - nach zwischenzeitlicher Aufhebung der ursprünglichen
Fassung von 1983 durch die am 1. Januar 1996 in Kraft getretene Verordnung vom
24. Januar 1996 über die Unfallversicherung von arbeitslosen Personen [UVAL;
SR 837.171] - durch eine Verordnungsänderung vom 15. Dezember 1997 mit Wirkung
ab 1. Januar 1998 mit dem ursprünglichen Wortlaut wieder in die UVV eingefügt (AS
1998 151 ff. [154 und 162]). In seinen Erläuterungen zu dieser Verordnungsänderung
erklärte der Bundesrat, eine Taggeld-Koordination zwischen der Unfallversicherung
und der Arbeitslosenversicherung sei nicht nur für Personen erforderlich, die zur Zeit
des Unfalls arbeitslos seien - für diese gelte seit dem 1. Januar 1996 Art. 5 Abs. 4
UVAL -, sondern auch für Personen, die zum Zeitpunkt des Unfalls erwerbstätig seien
und erst später arbeitslos würden. Die Streichung von Art. 25 Abs. 3 UVV sei
versehentlich erfolgt und sei daher rückgängig zu machen (RKUV 1998 S. 93).
Nach Art. 28 Abs. 1 AVIG (SR 837.0) haben versicherte Personen, die wegen Unfall (Art.
4 ATSG) nicht oder nur vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die
Kontrollvorschriften nicht erfüllen können, bis zum 30. Tag nach Beginn der
Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf das volle Taggeld, sofern sie die übrigen
Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Das arbeitslosenversicherungsrechtliche Pendant
zu Art. 25 Abs. 3 UVV stellt Art. 28 Abs. 4 AVIG dar, der wie folgt lautet: "Arbeitslose,
die ihren Anspruch nach Art. 28 Abs. 1 AVIG ausgeschöpft haben und weiterhin
vorübergehend vermindert arbeitsfähig sind, haben, sofern sie unter Berücksichtigung
ihrer verminderten Arbeitsfähigkeit vermittelbar sind und alle übrigen
Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, Anspruch auf das volle Taggeld, wenn sie zu
mindestens 75 Prozent, und auf das halbe Taggeld, wenn sie zu mindestens 50
Prozent arbeitsfähig sind." Für die Anwendbarkeit dieser Bestimmung spielt es keine
Rolle, ob die Arbeitsunfähigkeit vor oder nach der Arbeitslosigkeit eingetreten ist (BGE
126 V 127 Erw. 3b). Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass das
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Unfalltaggeld gleich hoch sein soll wie die Nettoentschädigung der
Arbeitslosenversicherung nach den Art. 22 und 22a AVIG (Agnes Leu, Die
Unfallversicherung für arbeitslose Personen, SZS 2008, 272; vgl. auch Botschaft zur
Änderung des UVG vom 30. Mai 2008, AS 2008 5395ff, Erläuterungen zu Art. 17). Art.
28 Abs. 1, 2 und 4 AVIG bilden insofern das (gesetzlich geregelte) Gegenstück zu Art.
25 Abs. 3 UVV (vgl. Urteil des EVG vom 28. August 2003 i/S M. [U 213/00] Erw. 4.2.2),
als sie verhindern, dass eine versicherte Person entgegen dem
Überentschädigungsverbot des Art. 69 ATSG gleichzeitig ein - betraglich
übereinstimmendes - Unfalltaggeld und ein Taggeld der ALV beanspruchen kann. Aus
dieser Sicht handelt es sich bei Art. 25 Abs. 3 UVV lediglich um den
bereichsspezifischen Nachvollzug eines bereits im AVIG umfassend (gesetzlich)
geregelten Sachverhalts sowie um einen Anwendungsfall von Art. 69 ATSG. Die
Gesetzmässigkeit der Verordnung ist in diesem Sinn zu bejahen. Sodann kann nach
Art. 104 UVG der Bundesrat die Koordination des Taggeldes zu den übrigen
Sozialversicherungszweigen regeln. Auch Art. 25 Abs. 3 UVV stellt im Verhältnis zur
Arbeitslosenversicherung eine Regelung der Taggeldkoordination dar. Insofern lässt
sich Art. 104 UVG als eine - wenn auch erst am 1. Januar 2003 nachträglich
eingeführte - gesetzliche Grundlage für Art. 25 Abs. 3 UVV interpretieren. In der
erwähnten UVG-Revision wurde im übrigen die Einführung einer gesonderten
gesetzlichen Grundlage für Art. 25 Abs. 3 UVV nicht vorgesehen bzw. als nicht
erforderlich erachtet. Unter diesen Umständen besteht kein Anlass, die
Gesetzmässigkeit von Art. 25 Abs. 3 UVV in Frage zu stellen.
3.
3.1 Der Beschwerdeführerin wurde soweit ersichtlich relativ rasch nach dem Unfall
vom 9. Februar 2002 von Seiten der A._ gekündigt (vgl. Zeugnis von Dr. B._ vom
11. April 2002, UV-act. 3.6). Ab 1. März 2003 war sie gemäss Bericht von Dr. B._
vom 9. September 2004 wieder voll arbeitsfähig. In der Anamnese dieses Berichts
wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin am 1. Juni 2003 eine 100%-Stelle im
Bürobereich angenommen habe. Das Pensum sei am Arbeitsplatz aus wirtschaftlichen
Gründen stufenweise reduziert worden, am Schluss auf 20%. Die Patientin habe von
der Arbeitslosenversicherung Taggelder erhalten. Am 31. Mai 2004 sei das
Arbeitsverhältnis aufgelöst worden. Am 1. Juni 2004 sei die Beschwerdeführerin nach
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Deutschland umgezogen. Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung (offenbar der
schweizerischen ALV) seien bis Ende August 2004 ausbezahlt worden; seit September
2004 sei sie ausgesteuert (UV-act. 3.15). In Deutschland war die Beschwerdeführerin
wiederum erwerbstätig. Der Arbeitsvertrag mit der D._ wurde im Rahmen eines
gerichtlichen Vergleichs per 15. März 2006 aufgelöst (UV-act. 5.7). Dr. med. C._
stellte im medizinischen Gutachten vom 15. Juni 2006 einen Zustand nach einem
schweren Handgelenksdistorsionstrauma rechts mit Kapselbandläsionen vor allem im
Scapholunärbereich und im Radiocarpalbereich radial fest. Die von der
Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden seien unfallbedingt und auf das
Trauma vom 9. Februar 2002 zurückzuführen. In der angestammten Tätigkeit (als
kaufmännische Angestellte) bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%; für eine sehr
leichte Arbeit sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig (UV-act. 4.6). Gestützt auf
dieses Gutachten sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit
Verfügung vom 7. Juli 2006 bis zum 30. September 2006 (im Sinn der Einräumung
einer Übergangsfrist) Taggeldleistungen zu (UV-act. 5.4). Die Beschwerdeführerin
erhielt sodann von der deutschen Arbeitslosenversicherung für den Zeitraum vom 1.
September 2006 bis 9. März 2007 Leistungen von € 7.70 pro Tag zugesprochen
(Änderungsbescheid der Bundesagentur für Arbeit vom 5. September 2006; UV-
act. 2.9).
Nachdem gegen die Verfügung vom 7. Juli 2006 Einsprache erhoben worden war (UV-
act. 5.8), legte die Beschwerdegegnerin die Angelegenheit nochmals Dr. C._ vor.
Dieser bestätigte im Bericht vom 9. Oktober 2006 erneut die Unfallkausalität der
geltend gemachten Beschwerden und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. 4.8).
Hierauf hiess die Beschwerdegegnerin die Einsprache mit Entscheid vom 11.
Dezember 2006 teilweise gut und sprach der Beschwerdeführerin unter anderem mit
Wirkung ab 1. Oktober 2006 weitere Taggeldleistungen auf der Basis eines
Arbeitsunfähigkeitsgrades von 15% zu; dies unter Vorbehalt von neuen
gesundheitlichen und erwerblichen Erkenntnissen (UV-act. 5.16). Im Gutachten vom 5.
Januar 2007 kam Dr. med. E._, Arzt für Orthopädie, zum Schluss, dass bei der
Beschwerdeführerin, welche seit Juli 2006 arbeitslos gemeldet sei, kein wesentlicher
krankhafter Befund mehr erkennbar sei. Das rechte Handgelenk sei äusserlich
unauffällig. Die Bewegungen seien in allen Ebenen frei, der Bandapparat fest.
Muskelminderungen seien nicht vorhanden. Weiter wurde ausgeführt, dass eine
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gewisse Diskrepanz zwischen den geklagten Beschwerden und dem klinischen und
radiologischen Befund bestehe. Die Beschwerdeführerin sei orthopädischerseits in der
Lage, vollschichtig berufliche Tätigkeiten ohne einseitige manuelle Belastungen
auszuüben (UV-act. 7.12). Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens UV 2007/40 zog die
Beschwerdegegnerin den Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2006 am 2. Mai
2007 in Wiedererwägung. Im Einspracheentscheid vom 29. Juni 2007 sprach sie der
Beschwerdeführerin für die Dauer vom 12. Juli 2006 bis 30. September 2006 nur noch
halbe Taggeldleistungen von 50% zu. Mit Wirkung ab 1. Oktober 2006 verneinte sie
den Taggeldanspruch und lehnte mit Wirkung ab 1. Januar 2007 auch die Übernahme
von Heilungskosten ab (UV-act. 5.17). Der erwähnte Änderungsbescheid der
Bundesagentur für Arbeit war der Beschwerdegegnerin erst am 9. Mai 2007 zugestellt
worden (UV-act. 2.8). Mit Vorbescheid vom 16. Juli 2007, welcher auch der
Beschwerdegegnerin zuging, stellte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, weil nicht von einer
Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei. Trotz des Gesundheitsschadens sei eine diesem
angepasste Teilzeittätigkeit noch immer in rentenausschliessender Weise zumutbar
(UV-act. 7.45).
3.2 Gemäss dem Gutachten von Dr. C._ vom 15. Juni 2006 ist die
Beschwerdeführerin im angestammten Beruf zu 50% arbeitsfähig; für sehr leichte
Arbeit attestierte der Arzt eine volle Arbeitsfähigkeit (UV-act. 4.6). Diese Beurteilung
stimmt im Ergebnis überein mit derjenigen des Orthopäden Dr. E._ im Gutachten
vom 5. Januar 2007, welcher eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten ohne
einseitige manuelle Belastungen bescheinigte (UV-act. 7.13). Von einer funktionellen
Einarmigkeit, wie sie die Beschwerdeführerin geltend machen lässt, kann daher nach
Lage der medizinischen Akten offensichtlich nicht ausgegangen werden. Unter diesen
Umständen besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 14)
hinsichtlich der Frage der Arbeitsfähigkeit kein begründeter Anlass für die Vornahme
von weiteren medizinischen Abklärungen.
Zur Bemessung der Arbeitsfähigkeit bei Zumutbarkeit einer anderen als der bisherigen
Tätigkeit hat bei Erwerbstätigen ein auf die bisherige Tätigkeit bezogener Funktions-
und Einkommensvergleich zu erfolgen. Zu prüfen ist, wie sich das zumutbarerweise
erzielbare Einkommen verhält zu demjenigen in der bisherigen Tätigkeit; ergibt sich ein
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- prozentual zu berechnender - Einkommensausfall, entspricht dieser Prozentsatz dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit (Kieser, ATSG-Kommentar, a.a.O., Rz 3 und 14 zu Art. 6
ATSG). Die Beschwerdegegnerin nahm den Einkommensvergleich in der Weise vor,
dass sie das von der Beschwerdeführerin im Unfalljahr (2002) erzielte Einkommen als
Büroangestellte von Fr. 50'700.-- (UV-act. 2.1) dem Einkommen gemäss Tabelle der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2002 (TA 1, Sektor
Dienstleistungen, Anforderungsniveau 4, Frauen) gegenüberstellte, wobei sie beim
LSE-Lohn eine betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.8 Stunden und einen
Leidensabzug von 10% berücksichtigte. Dies ergab ein zumutbarerweise erzielbares
Einkommen von Fr. 43'112.50. Aus der Gegenüberstellung der beiden Einkommen
resultierte ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 15% (UV-act. 5.17 S. 4). Es bestehen keine
Anhaltspunkte für eine Beanstandung dieses Einkommensvergleichs. Insbesondere
rechtfertigen die gesundheitlichen Umstände bei der Beschwerdeführerin nicht einen
Leidensabzug von 25%. Den von ihr zitierten EVG-Urteilen vom 18. Juli 2005 (U 40/02),
vom 5. Juni 2001 (I 286/00; Frage des Leidensabzuges offen gelassen) und vom 16.
Dezember 2003 (I 537/03) liegen medizinische Sachverhalte zugrunde, welche sich mit
der Situation bei der Beschwerdeführerin nicht vergleichen lassen. Für die Zeit ab 1.
Oktober 2006, d.h. nach Ablauf einer dreimonatigen Übergangsfrist im Nachgang zum
Gutachten von Dr. C._ vom 15. Juni 2006 (UV-act. 4.6), ist daher von einer um 15%
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen.
3.3 Dr. E._ bestätigte wie erwähnt, dass keine wesentlichen krankhaften Befunde
mehr nachzuweisen seien. Er bestätigte jedoch auch einen chronischen
Schmerzzustand des rechten Handgelenks sowie eine Epicondylitis radialis links und
erklärte unter anderem, dass eine ambulant-konservative Behandlung zur
Beschwerdelinderung durchgeführt werden könne (UV-act. 7.12). Es bestehen
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (UV-act. 5.17 S. 4 unten) keine
zureichenden Anhaltspunkte in den medizinischen Akten für einen gänzlichen Wegfall
der natürlichen Unfallkausalität der Beschwerden ab 1. Januar 2007 oder für
veränderte Verhältnisse bei der Arbeitsfähigkeit (bzw. beim Einkommensvergleich im
oben erwähnten Sinn) ab diesem Zeitpunkt. Mit Blick auf das Gutachten von Dr. E._
ist auch ein Wegfall der Behandlungsbedürftigkeit nicht ohne weiteres ausgewiesen.
Wenn die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 29. Juni 2007 die Prüfung
des Anspruchs auf Rente und Integritätsentschädigung in Aussicht stellte (UV-act. 5.17
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S. 5), ist darauf hinzuweisen, dass die Rentenprüfung den Behandlungsabschluss im
Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG (Fortsetzung der Behandlung lässt keine namhafte
Besserung mehr erwarten) voraussetzt. Ob dies der Fall ist, lässt sich den
medizinischen Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit entnehmen. Die
Frage der natürlichen Unfallkausalität der Beschwerden und deren
Behandlungsbedürftigkeit wird die Beschwerdegegnerin für die Zeit ab 1. Januar 2007
im Rahmen der - hier nicht streitigen - Rentenprüfung noch abzuklären haben.
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, das deutsche Arbeitslosengeld
gemäss "Hartz IV" biete keine der schweizerischen Arbeitslosenversicherung
vergleichbare Leistungen. Sodann werde Art. 25 Abs. 3 UVV von der
Beschwerdegegnerin falsch ausgelegt; es bestehe ein Anspruch auf ein 50%iges
(hälftiges) Taggeld (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin möchte demgegenüber vom 12.
Juli bis 30. September 2006 gestützt auf Art. 25 Abs. 3 UVV nur noch ein halbes
Taggeld auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit von 50%, d.h. im Ergebnis ein solches von
einem Viertel bzw. von Fr. 27.80 pro Tag ausrichten, da die Beschwerdeführerin in
Deutschland ab 12. Juli 2006 ein Arbeitslosentaggeld bezogen habe. Ab 1. Oktober
2006 bestehe nur noch eine Arbeitsunfähigkeit von 15% und somit ebenfalls gestützt
auf Art. 25 Abs. 3 UVV kein Anspruch mehr auf Taggelder. Die Beschwerdegegnerin
beruft sich für die Anwendung von Art. 25 Abs. 3 UVV auf das Abkommen vom 20.
Oktober 1982 zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland über die
Arbeitslosenversicherung (SR 0.837.913.6). In Art. 10 des Abkommens werde
festgehalten, dass Leistungen der sozialen Sicherheit des anderen Vertragsstaates in
gleicher Weise zu berücksichtigen seien wie vergleichbare Leistungen der sozialen
Sicherheit des Vertragsstaates, in dessen Gebiet der Anspruch geltend gemacht
werde. Aus dieser Bestimmung folgert die Beschwerdegegnerin, dass im Rahmen der
Koordination zwischen Leistungen der schweizerischen Unfallversicherung und der
deutschen Arbeitslosenversicherung deren Leistungen vollumfänglich zu
berücksichtigen seien. Bei den Leistungen mit einem Maximalanspruch von 240 Tagen
handle es sich um das ordentliche Arbeitslosengeld I und somit um eine vergleichbare
Leistung im Sinn von Art. 10. Es handle sich nicht um das Arbeitslosengeld II ("Hartz
IV"; act. G 5 S. 11).
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4.2 Am 1. Juni 2002 trat das Abkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft
und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft
andererseits über die Freizügigkeit (APF; SR 0.142.112.681) in Kraft. Das von der
Schweiz mit der Bundesrepublik abgeschlossene bilaterale Abkommen über die
Soziale Sicherheit vom 25. Februar 1964 (SR 0.831.109.136.1) sowie das bereits
erwähnte bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik
Deutschland über die Arbeitslosigkeit sind nur noch insoweit anwendbar, als das APF
den Sachbereich nicht selbst regelt. Die bilateralen Abkommen bleiben im
Wesentlichen für Nichterwerbstätige sowie Drittstaatsangehörige von Bedeutung (vgl.
Ueli Kieser, Das Personenfreizügigkeitsabkommen und die Arbeitslosenversicherung,
in: AJP 2003, S. 284). Das erwähnte Abkommen über die Arbeitslosenversicherung ist
somit im vorliegenden Fall zum einen deswegen nicht anwendbar, weil es für
erwerbstätige Staatsangehörige der Schweiz oder der Bundesrepublik Deutschland im
Wesentlichen durch das APF ersetzt wurde, und zum anderen, weil es den Bereich der
Unfallversicherung nicht abdeckt, d.h. ausschliesslich Leistungen bei Ganz- und
Teilarbeitslosigkeit betrifft (zum Geltungsbereich der Abkommen im einzelnen vgl.
Patricia Usinger-Egger, Die soziale Sicherheit der Arbeitslosen in der Verordnung
(EWG) Nr. 1408/71 und in den bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und ihren
Nachbarstaaten, Zürich 2000, S. 121-124).
4.3 Ziel der gemäss dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der
Europäischen Gemeinschaft bzw. ihren Mitgliedstaaten für anwendbar erklärten
Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 vom 14. Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) ist es, die
verschiedenen Sozialversicherungssysteme der beteiligten Staaten zu koordinieren,
wobei die Ausgestaltung der Versicherungsmodalitäten sowie die inhaltliche
Umschreibung der sozialen Risiken und die entsprechenden Leistungen in
nationalstaatlicher Kompetenz verblieben. Für die Leistungen zuständiger Staat ist
gemäss Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 jener Staat, bei dessen Träger die betreffende
Person im Zeitpunkt des Leistungsantrags versichert ist (Patricia Usinger-Egger, Die
Unfallversicherung und ihre Auslandwirkung, SZS 2008, 248-250). Die grundsätzliche
Leistungszuständigkeit der Beschwerdegegnerin für die vorliegend in Frage stehenden
Leistungen und die Anwendbarkeit des schweizerischen Unfallversicherungsrechts
ergibt sich aus den vorerwähnten Rechtsgrundlagen sowie aus Art. 52 lit. b und 55 der
Verordnung (EWG) 1408/71 und ist im übrigen auch unbestritten. Zur Anwendung
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kommt damit grundsätzlich auch Art. 25 Abs. 3 UVV. Sodann sieht Art. 12 Abs. 2 der
Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 folgendes vor: Ist in den Rechtsvorschriften eines
Mitgliedstaates für den Fall des Zusammentreffens einer Leistung mit anderen
Leistungen der sozialen Sicherheit oder mit jederlei sonstigen Einkünften vorgesehen,
dass die Leistung gekürzt, zum Ruhen gebracht oder entzogen wird, so sind, sofern in
dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist, diese Vorschriften einem Berechtigten
gegenüber auch dann anwendbar, wenn es sich um Leistungen, die nach den
Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaates erworben wurden, oder um Einkünfte
handelt, die im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates bezogen wurden. Diese
Bestimmung hat zur Folge, dass bei der Anwendung von Art. 25 Abs. 3 UVV
grundsätzlich auch in der Bundesrepublik Deutschland bezogene
Arbeitslosenleistungen zu berücksichtigen sind. Inwiefern bzw. in welchem Umfang
dies im konkreten Fall zu geschehen hat, ist nachfolgend zu prüfen.
5.
5.1 Für den Zeitraum ab 12. Juli 2006 ist - wie sich aus den nachstehenden
Darlegungen ergibt - von einer Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin im Sinn von Art.
25 Abs. 3 UVV und Art. 4 Abs. 1 lit. g Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (vgl. dazu Kieser,
Das Personenfreizügigkeitsabkommen und die Arbeitslosenversicherung, a.a.O., 286)
auszugehen. Der Bezug von Arbeitslosengeldern in Deutschland mit Beginn am 12. Juli
2006 lässt sich insofern dem Änderungsbescheid der Bundesagentur für Arbeit (vgl.
UV-act. 2.9) entnehmen, als gemäss diesem Bescheid im Änderungszeitpunkt (1.
September 2006) 51 Tage bereits bezogen waren (Restanspruch von 189 Tagen;
ursprünglicher Anspruch von 240 Tagen ab Anspruchsbeginn). Eine ergänzende
Anfrage der Beschwerdegegnerin bei der Bundesagentur für Arbeit (UV-act. 2.10) blieb
zwar unbeantwortet. Die Beschwerdeführerin stellte jedoch den Bezug von
Arbeitslosenleistungen ab 12. Juli 2006 nicht in Abrede. Auch im Gutachten von Dr.
E._ ist die Arbeitslosigkeit ab Juli 2006 erwähnt (UV-act. 7.13).
5.2 Die Anwendung von Art. 25 Abs. 3 UVV setzt - bei einem schweizerischen
Sachverhalt - zur Gewährleistung einer "passgenauen" Leistungskoordination zwischen
Unfall- und Arbeitslosenversicherung grundsätzlich ein mit dem UV-Taggeld betraglich
übereinstimmendes ALV-Taggeld voraus (s. vorangehende Erw. 2.2), zumal in der
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Regel jeweils nur einer der beiden Bereiche Leistungen erbringt. Diese Voraussetzung,
welche auch für die vorliegende Konstellation zu gelten hat, kann konkret jedenfalls für
die Zeit nach dem 1. September 2006 mit einer deutschen ALV-Leistung von € 7.70 pro
Tag nicht bejaht werden, weshalb Art. 25 Abs. 3 UVV nicht zur Anwendung kommen
kann. Die deutsche ALV-Leistung stellt für den erwähnten Zeitraum - im Gegensatz
zum Taggeld der schweizerischen ALV - kein "passgenaues" oder gleichwertiges
Gegenüber dar, welches die Anwendung von Art. 25 Abs. 3 UVV erlauben würde. Ein
Leistungsausschluss von Seiten der Beschwerdegegnerin mit Hinweis auf diese
Bestimmung kommt daher nicht in Betracht.
Bei Art. 25 Abs. 3 UVV in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 und 4 AVIG handelt es sich um
Koordinationsbestimmungen zur Vermeidung einer Überentschädigung im Sinn von
Art. 69 ATSG in Verbindung mit Art. 12 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71. Eine
Überentschädigung liegt vor, wenn die gesetzlichen Sozialversicherungsleistungen den
wegen des Versicherungsfalls mutmasslich entgangenen Verdienst übersteigen (Art. 69
Abs. 1 ATSG). Auch beim deutschen Arbeitslosengeld handelt es sich mit Blick auf den
erwähnten Art. 12 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 um eine Entschädigung
aus einer gesetzlichen Sozialversicherung. Konkret beträgt der mutmasslich
entgangene Verdienst bezogen auf die ab 1. Oktober 2006 zur Anwendung kommende
Arbeitsunfähigkeit von 15% Fr. 20.85 pro Tag (Fr. 50'700.-- : 365 Tage x 15%). Das
Unfalltaggeld bei einer Arbeitsunfähigkeit von 15% beläuft sich auf Fr. 16.65
(Fr. 50'700.-- : 365 x 80% [Art. 17 Abs. 1 UVG] x 15%); denselben Betrag erhält man im
übrigen, wenn von der durch die Beschwerdegegnerin errechneten Taggeldleistung bei
100% Arbeitsunfähigkeit von Fr. 111.15 (UV-act. 5.17 S. 5) ausgegangen wird. Das
deutsche Arbeitslosentaggeld von € 7.70 bezieht sich soweit ersichtlich auf eine volle
Arbeitsfähigkeit und ist somit für die Koordination, dem Unfalltaggeld entsprechend,
auf eine 15%-Arbeitsfähigkeit umzurechnen. Hieraus resultiert ein Betrag von € 1.155.
Der gleichzeitige Bezug von schweizerischen Unfallversicherungstaggeldern von
Fr. 16.65 pro Tag und des erwähnten deutschen Arbeitslosengeldes von € 1.155 pro
Tag würde somit konkret in dem Umfang eine Überentschädigung bewirken, in
welchem deren Summe den Betrag von Fr. 20.85 übersteigt. Dies ist, ausgehend von
einem €-Kurs von Fr. 1.6097 (Umrechnungskurs gemäss Kursliste 2006 der Eidg.
Steuerverwaltung), nicht der Fall. Die Beschwerdeführerin hat daher ab 1. Oktober
2006 Anspruch auf ein Unfalltaggeld von Fr. 16.65. Das Ende des Taggeldanspruchs
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lässt sich aufgrund der medizinischen Akten wie dargelegt nicht abschliessend
festlegen.
Für September 2006 kommt wie dargelegt eine Arbeitsfähigkeit von 50% zur
Anwendung. Die Überentschädigungsgrenze beläuft sich daher auf Fr. 69.45 pro Tag
(Fr. 50'700.-- : 365 Tage x 50%). Das Unfalltaggeld bei einer Arbeitsunfähigkeit von
50% beträgt Fr. 55.55 (Fr. 50'700.-- : 365 x 80% [Art. 17 Abs. 1 UVG] x 50%). Auch
nach
Addition der deutschen ALV-Entschädigung wird die Überentschädigungsgrenze nicht
erreicht. Dies führt zu einem koordinierten (ungekürzten) Unfalltaggeldanspruch der
Beschwerdeführerin von Fr. 55.55 pro Tag.
Für die Zeit davor, d.h. vom 12. Juli bis 30. August 2006, ist - bei unveränderter
Arbeitsfähigkeit (50%) und Überentschädigungsgrenze (Fr. 69.45 pro Tag) - nicht klar,
welche Arbeitslosenversicherungsleistung in Deutschland zur Ausrichtung kam. Die
Beschwerdegegnerin wird daher das deutsche ALV-Taggeld ab 12. Juli 2006 noch
abzuklären und die Überentschädigungsberechnung im erwähnten Sinn noch
vorzunehmen haben.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden in dem Sinn teilweise
gutzuheissen, dass die Angelegenheit zur Vornahme der dargelegten Abklärungen und
Überversicherungsberechnung für die Zeit vom 12. Juli bis 30. August 2006 sowie zu
neuer Verfügung des Taggeldanspruchs für diesen Zeitraum und für die Folgezeit
(Unfalltaggeld von Fr. 55.55 für September 2006 bzw. Fr. 16.65 ab 1. Oktober 2006) an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Die angefochtenen Entscheide sind
bezogen auf die erwähnten Zeiträume aufzuheben. Es sind keine Gerichtskosten zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die Beschwerdeführerin hat bei diesem
Verfahrensausgang Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es
rechtfertigt sich, die Entschädigung auf pauschal Fr. 4'000.-- festzulegen
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG