Decision ID: 1103f020-cb7f-5698-807f-f555a78d2c09
Year: 2021
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_011
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. A._, geboren 1962, in zweiter Ehe verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, wohnhaft in B._, gelernte Coiffeuse mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis, ging von 1995 bis 2008 keiner Erwerbstätigkeit nach und kümmerte sich um die Kindererziehung. Von 2008 bis Ende 2015 war sie in verschiedenen Funktionen bei der Tageszeitung C._ tätig, zuletzt als Rezeptionistin. Ab dem 2. Februar 2015 bestand aufgrund eines Burnouts und chronischen  eine ärztlich attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Am 15. Juni 2015 meldete sie sich wegen chronischen Schmerzen lumbal, zervikal, Gesäss/Hüfte, linke Schulter und beiden Armen sowie einer depressiven Störung (mittelgradige Episode) für den Leistungsbezug bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle), Givisiez, an.
Am 25. April 2017 ordnete die IV-Stelle eine bidisziplinäre (Rheumatologie, Psychiatrie) Abklärung beim D._ an. Aus dem Gutachten vom 12. Juli 2017 ergab sich eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten leichten Tätigkeit.
Nachdem zunächst Wiedereingliederungsmassnahmen vorgenommen wurden, lehnte die IV-Stelle mit rechtskräftiger Verfügung vom 9. Juli 2019, gestützt auf das Gutachten des D._, den Leistungsanspruch ab.
B. Am 21. Juli 2020 nahm A._ eine Neuanmeldung vor und machte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend.
Mit Verfügung vom 23. Oktober 2020 trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung nicht ein. Aus den vorgelegten Unterlagen ergebe sich keine objektiv nachweisbare Veränderung des .
C. Am 24. November 2020 erhebt A._, vertreten durch Rechtsanwalt Charles Guerry Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und beantragt, die Verfügung vom 23. Oktober 2020 sei aufzuheben und die Sache zur materiellen Abklärung des Sachverhaltes an die IV-Stelle zurückgewiesen. Zur Begründung bringt sie vor, mit den eingereichten Arztberichten habe sie eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht.
Am 2. Dezember 2020 begleicht die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss von CHF 400.-.
Die IV-Stelle bestätigt in ihren Bemerkungen vom 4. Januar 2021 ihre Ausführungen in der  und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung massgebend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerde vom 24. November 2020 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Oktober 2020 ist durch einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein  Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob die IV-Stelle zu Recht auf die Neuanmeldung vom 21. Juli 2020 nicht eingetreten ist.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird gemäss Art. 17 des  vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Anwendung kommt, die Rente von Amtes  oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben.  zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die  ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Der zeitliche  für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des  mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung (BGE 133 V 108; 130 V 71 E. 3.2.3).
Wurde gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen nach Abs. 2 erfüllt sind. Dieser Absatz sieht vor, dass wenn ein Gesuch um Revision eingereicht wird, darin glaubhaft zu machen ist, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Im Verfahren der Neuanmeldung nach Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV spielt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) insoweit nicht, als die versicherte Person in Bezug auf das Vorliegen einer glaubhaften Änderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen  eine Beweisführungslast trifft (Urteil BGer 9C_367/2016 vom 10. August 2016 E. 2.3 mit Hinweisen). Legt sie ihrem Gesuch keine Beweismittel bei, hat ihr die IV-Stelle eine angemessene Frist anzusetzen, um solche einzureichen, verbunden mit dem Hinweis, dass ansonsten auf das erneute Leistungsbegehren nicht eingetreten werden könne. Bei Nichteintreten legt die  ihrer Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (Urteil BGer 9C_236/2011 vom 8. Juli 2011 E. 2.1.2).
Mit dem Beweismass des "Glaubhaftmachens" sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss also nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für das  des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse  bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehen-
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der Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine , wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil 8C_175/2019 vom 30. Juli 2019 E. 1.1 mit Hinweisen).
Eine Pflicht der Verwaltung zur Nachforderung weiterer Angaben besteht nur, wenn den – für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden – Arztberichten konkrete Hinweise  werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare  Änderung vorliegt (Urteil BGer 8C_30/2017 vom 17. März 2017 E. 4.1 mit Hinweis). Der Zeitablauf ist insofern von Bedeutung, indem in Fällen, in welchen seit der rechtskräftigen  des Leistungsgesuchs erst kurze Zeit vergangen ist, an die Glaubhaftmachung einer Sachverhaltsänderung höhere Anforderungen gestellt werden als bei einer länger zurückliegenden Verfügung über ein Rentengesuch (vorerwähntes Urteil BGer 8C_30/2017 E. 2). An die  sind nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen, wenn eine Neuanmeldung mehr als 15 Monate nach einer rentenablehnenden Verfügung erfolgt (BGE 130 V 64 E. 6.2).
3.
Es ist streitig, ob die IV-Stelle zu Recht auf die Neuanmeldung vom 21. Juli 2020 nicht eingetreten ist.
3.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die mit der Neuanmeldung eingereichten Arztberichte würden alle eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes belegen. So habe sie sich vom 18. Mai bis 5. Juni 2020 für drei Wochen in stationäre psychiatrische Behandlung begeben müssen. Gemäss dem Austrittsbericht lägen eine gegenwärtig schwere depressive Episode und eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit vor. Ferner  die behandelnde Rheumatologin zusätzlich zum bekannten zervikospondylogenen Syndrom von auf zwei Ebenen hinzugekommenen Diskushernien an der HWS mit Wurzelkontakt und  des vorbestehenden lumbospondylogenen Syndroms von einem mittlerweile generalisierten Schmerzsyndrom im Bereich der oberen Körperhälfte mit Dauerschmerz und positiven Tender points und gehe von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus.
3.2. Die letzte materielle Prüfung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin erfolgte mit rechtskräftiger Verfügung vom 9. Juli 2019 (IV-Akten, S. 520 ff.), mit welcher der Leistungsanspruch verneint wurde.
Dabei stützte sich die IV-Stelle auf das Gutachten des D._ vom 12. Juli 2017 (IV-Akten, S. 269 ff.). Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des D._, nannte keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf diese waren ein Status nach Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (F43.21), abhängige Persönlichkeitszüge (Z73.1), ein Status nach Opiat- und Benzodiazepinabhängigkeit (F11.20, 13.20) sowie eine Cannabisabhängigkeit (F12.25). Die Anpassungsstörung sei remittiert, die Beschwerdeführerin im Alltag nicht mehr durch psychische Beschwerden eingeschränkt. Es fanden sich keine Hinweise für eine mittelgradige oder schwere depressive Episode. Sowohl in der bisherigen als auch einer angepassten Tätigkeit sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der behandelnde Psychiater, Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, habe eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode, diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin sei nie psychiatrisch stationär behandelt worden. Die depressiven Krisen seien im Rahmen psychosozialer Belastungen aufgetreten und hätten sich vollständig zurückgebildet. Somit handle es sich um eine remittierte Anpassungsstörung. Dr. med. G._, Facharzt für
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Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie des D._, diagnostizierte ein chronisches multifaktorielles Schmerzsyndrom im Lenden-Becken-Hüftbereich links mit/ bei Enthesiopathie der ischiokruralen Muskulatur links mehr als rechts und des Musculus gluteus médius beidseits ( 12/2014), Hypomobilität linkes ISG klinisch, mässige degenerative Veränderungen der LWS mit namentlich Intervertebralarthrosen L4/5 (MRI 12/2014) sowie ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei leichten bis mässigen degenerativen HWS-Veränderungen (Röntgen 01/2015). Die neurologische Untersuchung sei unauffällig und insbesondere ohne Hinweise für ein zerviko- oder lumboradikuläres Syndrom. Es lägen auch keine Hinweise für eine andere spezifische Wirbelsäulenerkrankung vor. In beiden Wirbelsäulenabschnitten sei insgesamt keine hochgradige Pathologie nachweisbar. Körperlich schwere Tätigkeiten mit starker Rückenbelastung seien nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich mittelschwere Tätigkeit mit mittelstarker Rückenbelastung liege eine Einschränkung von 60% vor. Für eine körperlich leichte Tätigkeit mit auch nur leichter Rückenbelastung, mit Möglichkeit zu Wechselpositionen, ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen und ohne Überkopftätigkeiten sei die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht nicht relevant eingeschränkt. Zwar werde von der behandelnden Rheumatologin, Dr. med. H._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie sowie  Medizin und Rehabilitation (jeweils Deutschland), eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert, jedoch werde diese hochgradige Einschränkung nicht weiter durch rheumatologisch-somatische Befunde begründet. Die von ihr festgehaltenen Diagnosen bzw.  und radiomorphologischen Befunde würden weitgehend unspezifischen Veränderungen von mechanisch-degenerativem Charakter entsprechen und keine hochgradige Pathologie darstellen. Angesichts des Umstandes, dass im letzten IV-Verlaufsbericht vom November 2016 [IV-Akten, S. 157 ff.] als Hauptdiagnose "Burnout-Depression" aufgeführt werde, sei davon auszugehen, dass in erster Linie nicht-rheumatologischen Faktoren bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden seien. Auf jeden Fall sei eine Arbeitsunfähigkeit für eine geeignete Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht insbesondere auch aufgrund der aktuellen klinischen Untersuchung mit fehlenden Hinweisen auf eine hochgradige Pathologie am Bewegungsapparat nicht nachvollziehbar.
Die behandelnden Ärzte waren mit dem Gutachten nicht einverstanden und gingen jeweils von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer angepassten Tätigkeit aus (vgl. Berichte vom 24. August 2017 [ S. 325] und vom 21. September 2017 [IV-Akten, S. 332], wie auch der Hausarzt, Dr. med. I._, Praktischer Arzt (Frankreich), am 30. August 2017 (IV-Akten, S. 330).
Am 6. März 2019 (IV-Akten, S. 506 f.) erklärte der behandelnde Psychiater, der Gesundheitszustand habe sich sowohl auf psychiatrischer wie auch somatischer Ebene verschlechtert. Aus  Sicht bestehe eine schwere depressive und ängstliche Symptomatik, welche sich nach  der Wiedereingliederungsmassnahmen im Januar 2018 verschlechtert habe. Die durch die Arbeitslosenversicherung unternommenen Massnahmen im Herbst 2018 (J._) hätten diese Verschlechterung mit verursacht. Leider müsse nach allen Wiedereingliederungsversuchen auf eine definitive medizinische Kontraindikation für die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit geschlussfolgert werden. Diagnosen wurden in diesem Bericht keine erhoben.
Die behandelnde Rheumatologin gab am 22. März 2019 (IV-Akten, S. 508 f.) an, das  Gutachten des D._ beinhalte keine Fehler. Die Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit betrage weiterhin 50%.
Am 21. Mai 2019 (IV-Akten, S. 499 ff.) diagnostizierte die K._, nach Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom 1. April bis 11. Mai 2019, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F32.1) teils auf dem Boden einer schweren psychosozialen Be-
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lastung und bei regelmässiger ambulanter psychiatrischer Betreuung, überdies zunehmend die  kompromittierende Halbseitenschmerzen links mit im Vordergrund stehenden -, Nackenschmerzen und lumbale Beschwerden bei anamnestisch keinen Hinweisen auf eine  Erkrankung des rheumatischen Formenkreises sowie anamnestisch ein . Als Nebendiagnosen hielt sie ein panvertebrales linksbetontes Schmerzsyndrom fest mit/bei: - 10/17 MRT lumbal: schwere Facettenarthrose L4-5 und L5-S1 auf beiden Seiten, Protrusion L5-
S1 links mit wahrscheinlicher Irritation L5 links, Anterolisthese L4 auf L5, Osteochondrose L5-S1, - PECT-CT 05/16 Hyperkaptation der zervikal-dorsalen Verbindung, - Rx zervikal/dorsal 01/15: Unco-Cervikarthrose C3-7, Dorsarthrose, - 12/14 MRT lumbal: schwere bilaterale posteriore Arthrose aktiviert, Diskopathien hauptsächlich
L5/S1 und L4/5.
Am 18. Juni 2019 (IV-Akten, S. 516 ff.) erklärte Dr. med. L._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/ (nachfolgend: RAD), dem Gutachten des D._ könne weiterhin gefolgt werden.
3.3. In ihrer Neuanmeldung vom 21. Juli 2020 (IV-Akten, S. 530 ff.) machte die  folgende Angaben zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen: "Rhumatisme, douleurs chroniques dos, bras, nuque, lombaires, fessier, jambes. Fibromyalgie. Depression. Hernie hiatale. Syndrome côlon irritable." Diese Beschwerden würden teilweise seit über 10 Jahren bestehen.  waren zwei Berichte:
Erstens ein Bericht des M._ vom 26. Juni 2020 (IV-Akten, S. 541 ff.), von Oberärztin Dr. med. N._, praktische Ärztin, und Assistenzärztin Dr. med. O._, nach  der Beschwerdeführerin vom 18. Mai bis 5. Juni 2020. Darin wurde die Diagnose einer  depressiven Störung, gegenwärti
g schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2) mit Kurzgedächtnis- und Konzentrationsstörungen gestellt. Ein MOCA-Test vom 28. Mai 2020 hatte ein Ergebnis von 21/30 gegeben, entsprechend einer leichten kognitiven Beeinträchtigung. Während den ersten Tagen habe die Beschwerdeführerin mit lebensmüden Gedanken und erhöhter Rückzugstendenz , habe sich aber von akuter Suizidalität klar distanzieren können. Während des Aufenthaltes sei es zu einer deutlichen Verbesserung des Antriebes und der Stimmung gekommen. Bei Austritt habe es keinen Hinweis auf eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben.
Zweitens ein Schreiben des behandelnden Psychiaters datiert vom 8. Juli 2020 (IV-Akten, S. 544), in welchem er angab, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, wie es der Bericht des M._ bestätige. Nach dem Ende der Wiedereingliederungsmassnahmen 2018 habe die Beschwerdeführerin bis Anfang 2019 von Massnahmen der Arbeitslosenversicherung profitiert, habe die berufliche Reintegration jedoch nicht geschafft.
Am 10. August 2020 (IV-Akten, S. 547 ff.) verneinte die RAD-Ärztin die Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Die Diagnose einer schweren depressiven Episode stehe im Wiederspruch zum Umstand, dass es während dem Aufenthalt zu einer deutlichen  gekommen sei. Ferner habe zum Zeitpunkt der freiwilligen Einweisung ein Ehekonflikt , was IV-fremd sei. Es habe deshalb höchstens eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bestanden. Die Beschwerdeführerin habe gut auf die Therapie angesprochen. Zudem handle es sich bei Dr. med. N._ nicht um eine Fachärztin in Psychiatrie.
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