Decision ID: 7e9e701b-94b1-4def-bda6-061c12a614d4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1954 geborene
X._
, diplomierte Krankenschwester,
war ab Dezember 2014 im Rahmen einer unbefristeten Aushilfsstelle
im Ladengeschäft
Y._
für das Konfektionieren, Abfüllen und Mischen von Räucherwerk angestellt und erzielte
bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch die Arbeitgeberin per Ende August 2017
einen Ges
amtverdienst von Fr.
30'332.-- (
Urk.
7/63, 7/74). Am 2
1.
September 2017 meldete sich die
alleiner
ziehende
Mutter dreier Kinder (Jahrgang 1996, 2004, 2004) beim Regionalen Ar
beitsvermittlungszentrum (RAV), zur Arbeitsvermittlung im Umfang von 40
%
im Rahmen stundenweiser Einsätze (Montag, Dienstag und Donnerstag von 10.00 bis 15.00 Uhr) und zum Bezug von Arbeitslosene
ntschädigung ab
1.
September 2017
an
(
Urk.
7/71, 7/72).
Mit Verfügung vom 1
6.
November 2017 verneinte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten und
damit
einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
7/18). Hieran hielt es mit
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Februar 2018 fest (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid liess
X._
am 1
3.
April 2018 Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene Entscheid sei mit der Feststellung, dass sie vermittlungsfähig sei, aufzuheben und die Sache sei zur Prüfung der übrigen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zu
rückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Der Beschwerdegegner schloss in der Vernehmlassung vom
2.
Mai 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung ist die Vermittlungsfäh
i
gkeit (
Art.
8
Abs.
1
lit
. f
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi
gung, AVIG
). Gemäss
Art.
15
Abs.
1 AVIG ist die arbeitslose Person vermittlungs
fähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit an
zuneh
men und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Zur Vermittlungs
fäh
i
gkeit gehört demnach nicht nur die Arbeits
fähigkeit im objektiven Sinn, son
dern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persön
li
che
n Verhält
nissen währ
end der üblichen Arbeitszeit ein
zu
setzen (BGE 125 V
51 E. 6a).
Hiezu
genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermitt
lungsbereitschaft nicht; die versicherte Person ist vielmehr gehalten, sich der öf
fentlichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzu
sehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_99/2012 vom
2.
April 2012 E. 2 mit Hinweis).
Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich prospektiv, somit aufgrund der tatsäch
lichen Verhältnisse, wie sie bis zum Erlass des
Einspracheentscheides
bestanden haben (BGE 129 V 167 E.
1; 120 V 385 E. 2
; Urteil des Bundesgerichts 8C
_202/2013 vom 28. Mai 2013
).
Der
Begriff der Vermittlungsfähigkeit als Anspruchsvoraussetzung schliesst gra
duelle Abstufungen aus. Entweder ist die versicherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare Arbeit im Umfang von mindestens 20
%
ei
nes Normalarbeitspensums anzunehmen, oder nicht (BGE 136 V 95 E. 5.1).
1.2
Vermittlungsunfähigkeit liegt unter anderem vor, wenn eine versicherte Person aus persönlichen oder familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen kann oder will, wie es eine Arbeitgeberin oder ein Arbeitgeber normalerweise verlangt. Versicherte, die im Hinblick auf anderweitige Verpflichtungen oder be
sondere persönliche Umstände lediglich während gewisser Tages
oder Wochen
stunden sich erwerblich betätigen wollen,
sind allein deswegen noch nicht ver
mittlungsunfähig. S
ind einer versicherten Person bei der Auswahl des Arbeits
platzes
aber
so enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer Stelle sehr ungewiss ist, muss Vermittlungsunfähigkeit angenommen wer
den. Der Grund für die Ein
schränkung in den Arbeitsmöglich
keiten spielt dabei keine Rolle (BGE 123 V 214 E. 3, 120 V 385 E. 3a mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2014 vom 2
6.
März 2015 E. 2.2)
.
1.3
Mit Blick auf die zeitliche Verfügbarkeit erkannte das Bundesgericht im Zusam
menhang mit familiären Betreuungsaufgaben zudem, dass die Vermittlungsfähig
keit nicht leichthin unter Verweis auf familiäre Betreuungsaufgaben verneint werden darf, namentlich dann, wenn eine Person vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bereits den Tatbeweis erbracht hat, dass sie trotz Betreuungsaufgaben eine
(
Voll
zeit
-)
beschäftigung
auszuüben bereit und in der Lage war, und die bisherige Stelle aus nicht selbst zu verantwortenden Gründen aufgegeben werden musste (in SVR 2004 ALV Nr. 12 publizierte Erwägung 3.3.1 von BGE 130 V 138, C 90/03).
Zu
präzisieren ist ausserdem
,
dass für die Frage der Vermittlungsfähigkeit die kon
kreten Aussichten auf eine Anstellung auf dem für die versicherte Person in Be
tracht fallenden allgemeinen Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der zeitlichen Verfügbarkeit, aber auch der herrschenden konjunkturellen Verhältnisse sowie aller andern Umstände, entsch
eidend sind (ARV 2004 S. 280 E
.
3.1, 1991 Nr. 3
).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab
2
1.
September 201
7.
Dass die Beschwerdeführerin am 1
1.
Oktober 2017 erklärt hatte, eine Stelle erst per 2
5.
Oktober 2017 antreten zu können (
Urk.
7/40 S. 1), folgt aus dem Umstand, dass der 1
1.
Oktober 2017 in den Schulferien lag (
7.
Ok
tober bis
2
2.
Oktober 2017)
,
während welcher die Beschwerdeführerin infolge ih
rer Kinderbetreuungspflichten grundsätzlich nicht arbeiten kann. Hieraus ist ent
gegen der Annahme des Beschwerdegegners im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2 S. 2) nicht zu schliessen, dass sich die Beschwerdeführerin grundsätzlich erst ab 2
5.
Oktober 2017 der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen wollte.
2.2
Der Beschwerdegegner
hat die Vermittlungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin ausgehend von deren Angaben im Formular "
Bereitschaft zur Arbeit
saufnahme" vom 1
1.
Oktober 2017 (
Urk.
7/40), wonach sie an drei Wochentagen (Montag, Dienstag, Donnerstag)
zu zirka 40
%
zur Verfügung stehe, wobei sie
sich
jeweils frühestens um 9.00 Uhr
auf den Arbeitsweg machen könne
und spätestens um 16.00 Uhr wieder
z
u
H
ause sein müsse, um die Betreuung ihrer an Tr
isomie 21 leidenden Tochter
Z._
,
Jahrgang 2004
,
gewährleisten zu können, verneint. Erschwerend wertete
er
, dass die Arbeitszeit über Mittag anfalle, und die Be
schwerdeführerin während der Schulferien nicht zur Verfügung stehe, was das Angebot möglicher Stellen weiter einschränke. Zwar sei es nicht unmöglich, aber sehr ungewiss, einen Arbeitgeber zu finden, welcher zusätzlich zu den bezahlten
Ferien
neun Wochen unbezahlten Urlaub gewähre. Dass die Beschwerdeführerin zudem einräume, dass
sie nicht bereit sei,
ihre Tochter an einem Tag, an welchem es dieser schlecht gehe, fremdbetreuen zu lassen, mache das Finden einer Stelle sehr ungewiss.
2.3
Die Beschwerdeführerin lässt dag
egen im Wesentlichen vorbringen, dass das zeit
liche Fenster der Verfügbarkeit nicht ganz korrekt festgestellt worden sei. Ihre Tochter werde um 8.30 Uhr mit dem Schulbus zu Hause abholt und sie begleite
Z._
bis zur
A._
; sie könne sich zwischen 8.45 und 9.00 Uhr auf den Arbe
itsweg machen, stünde mithin am
Arbeitsplatz spätestens um 9.30 Uhr zur Verfügung und kön
n
e bis 15.30 Uhr anwesend sein, müsse sie doch um 16.00
Uhr die Tochter zu Hause in Empfang nehmen, was zu einer reinen Arbeitszeit vo
n 6 Stunden täglich führe
. Die bishe
rigen Stellenabsagen gründeten denn auch nur ausnahmsweise in mangelnder zeitlicher Flexibilität der Beschwerdeführerin, sondern
hätten
im Gegenteil
ge
zeigt
, dass ihre Bewerbun
gen auf Interesse stossen
würden
. Zudem habe sie be
reits nach rund zwei Monaten der Stellensuche einen ersten Rahmenarbeitsver
trag unterschreiben und innerhalb von sechs Monaten eine unbefristete Festan
stellung von 10
%
finden können. Auch ha
be ihre letzte Arbeitgeberin ihre
grosse Flexibilität
bestätigt;
sie
habe an dieser Stelle
denn auch
nie wegen Unpässlich
keiten ihrer Tochter gefehlt. Was ihre verfügbaren Zeiten und die Einschränkung hinsichtlich der Schulferien anbelange, sei es stossend und vom Beschwerdegeg
ner nicht belegt, hi
eraus generell die Vermittlungsunfähigkeit abzuleiten. So seien doch gerade im Kinderbetreuungsbereich Zeiten über Mittag sehr gefragt und Ar
beiten im Haushalt oder in der Reinigung seien
häufig
t
ageszeitenunabhängig. Zu berücksichtigen sei ausserdem, dass sie bereit und in der Lage sei, ein weites Spektrum an Arbeiten zu erledigen, auch solche, die nicht ihrer Ausbildung als Pflegefachfrau entsprächen (
Urk.
1 S. 5 ff.).
3.
3.1
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin die
Regelung der
Betreuungssitua
tion für ihre noch minderjährigen Zwillinge mit Jahrgang 2004 und dabei insbe
sondere
für
die
an Trisomie 21 leidende
Tochter
Z._
für die Zeit der an
gestrebten Teilzeittätigkeit grundsätzlich vorweisen kann, besucht
Z._
doch von Montag bis Donner
stag die heilpädagogische
A._
mit Tagesbetreuung und Schulbustransport,
und
am Freitag folgt ein The
rapietag (vgl. Präsenzkarten 2017/2018, 3/12, 7/6 S. 3).
Dass
Z._
nach einer schlechten Nacht mit wenig Schlaf am Morgen aus medizinischen Gründen ausschlafen können müsse und sich die Beschwerdefüh
rerin
diesfalls
von der Arbeit abmelden
, ihre Tochter mithin nicht fremdbetreuen lassen
würde (vgl.
Urk.
7/6 S. 3)
, begründet für sich alleine keine Vermittlungs
unfähigkeit. Gemäss
Art.
36
Abs.
3 des Arbeitsgesetzes (
ArG
) muss ein
Arbeitge
ber
Arbeitnehmern mit Familienpflichten gegen Vorlage eines ärztlichen Zeug
nisses die zur Betreuung kranker Kinder erforderliche Zeit im
Umfang bis zu drei Tagen frei
geben.
Gemäss Ang
aben der Beschwerdeführerin hat
sie an ihrer letzten Arbeitsstelle aus diesem Grund nie gefehlt (
Urk.
1 S. 7), was im Schreiben
der
A._
vom 1
4.
März 2018, wonach
Z._
die Schule regelmässig ohne abnorme
Absenzzeiten
besuche (
Urk.
3/10), ebenso Bestätigung findet wie im Schreiben
der
letzten Arbeitgeberin
vom
8.
März 2018, gemäss welchem die Beschwerdeführerin ihre Arbeit selbst im Krankheitsfall ihrer Tochter zuverlässig verrichtet und sich beim Suchen von Lösungen enorm flexibel gezeigt habe (
Urk.
3/13).
Die Annahme einer deutlich über dem Betreuungsbedarf gesunder Kinder liegen
den Betreuungsbedürftigkeit zufolge Krankheit der Tochte
r
Z._
drängt s
i
ch angesichts dessen nicht auf.
3.2
Was die Frage der zeitlichen Verfügbarkeit anbelangt, ist aufgrund der Akten und der Parteivorbringen davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin
um zirka 9.00 Uhr von
der
A._
her den Arbeitsweg antreten kann und um 16.00 Uhr zu Hause sein muss (vgl. insbesondere
Urk.
7/40). Für Arbeitsstellen in
B._
ist sie also entsprechend ihren Ausführungen von zirka 9.30 bis 15.30 Uhr verfügbar, was
18 Arbeitss
tunden pro Woche entspricht. Hochgerechnet auf
44
Wochen pro Jahr (
52 Wochen abzüglich
13 Wochen Schul
ferien
zuzüglich 5 Wochen
des üblichen
Ferienanspruch
s für Arbeitnehmer über 50
)
würde
dies zu zirka 792
Bruttoa
rbeitsstunden jährlich
führen
.
Verglichen mit den Bruttosollstunden des Personals des Kantons Zürich im Jahr 2017 von 2184 (vgl. Jahre
skalender
2017
:
https://pa.zh.ch/internet
-
/
finanzdirek
tion/personalamt/de/
anstellungsbedingungen/arbeitszeit_ferienurlaub/arbeitszeit.html
,
[
3.7.18
]
)
resultiert ein angestrebtes Pensum von zirka 36
%
, womit
die
Erheblichkeitsschwelle
von 20
%
(
BGE 136 V 95 E. 5.1
)
klar überschritten
ist, was vom Beschwerdegegner denn auch unbestrit
ten blieb.
Fraglich und zu prüfen ist, ob die konkreten Aussichten auf eine An
stellung auf dem für die Beschwerdeführerin in Betracht fallenden Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung
dieser
zeitlichen Verfügbarkeit, der konjunkturellen Ver
hältnisse und der übrigen Umstände als intakt zu beurteilen sind.
3.3
Zuzustimmen ist dem Beschwerdegegner insofern, als er sich auf den Standpunkt stellt, dass der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin an lediglich drei Wo
chentagen unter fixen zeitlichen Vorgaben der Arbeitszeit über Mittag
von 10.00 bis 15.00 Uhr, respektive von 9.30 bis 15.30 Uhr, sofern die Arbeitsstelle in
B._
ist,
zur Verfügung stellt/stellen kann, das Angebot möglicher Stellen deut
lich einschränkt, zumal
sie
während der kantonalen Schulferien infolge
ihrer Kin
derbetreuungspflichten nicht zu Verfügung steht (vgl. dazu:
Urk.
2 S. 3). Dass das Finden einer Teilzeitstelle
trotz
dieser relativ eng gesetzten
zeitlichen
Grenzen nicht unmöglich ist, zeigte die Beschwerdeführerin
jedoch
nicht nur mit der in
negehabten letzten Arbeitsstelle, sondern auch
mit dem Abschluss eines Arbeits
vertrags
mit der
C._
AG, am
1.
März 2018 über ein Pensum im
Re
inigungsbereich von zirka 10
%
(zirka 6 Stunden
donnerstags
)
ab
8.
Februar 2018 (
Urk.
3/9).
Dass gerade bei der Beschwerdeführerin die Vermittlungsfähigkeit nicht leichthin unter Verweis auf ihre familiären Betreuungsaufgaben verneint werden darf
,
folgt auch aus dem Umstand, dass sich die diplomierte Krankenschwester nicht
nur
auf Arbeitsstellen im angestammten Bereich der Pfle
ge bewirbt. Vielmehr stellt sie sich auch für
Hilfsarbeiten in diversen Branchen, zum Beispiel
im Bereich Küche, Reinigung oder
Produktion
zur Verfügung und bewirbt sich
zudem
auf Tätigkei
ten im Bereich der Kinderpflege/-betreuung und im Verkauf
(vgl.
Urk.
7/40 S. 1, 7/42; Nachweise der persönlichen Arbeitsbemühungen in
Urk.
7/51-57). Diese Fl
exibilität spiegelt sich auch in ihrem
beruflichen Werdegang
wider
, weist sie
doch
neben ihren Erfahrungen aus dem Bereich der Pflege (Chirurgie, Psychiatrie, Hauskrankenpflege) Arbeitserfahrungen
im
Bereich
der
Betreuung drogenabhän
giger Menschen
,
im Bereich Hauswart
arbeit, als Mitarbeiterin von
Y._
in
B._
,
einem Verkaufsladen mit Produkten aus dem Bereich
„
bewusstes und ganzheitliches Leben
"
, und in der Menüzubereitung in einer Privatschule
auf
(vgl.
Urk.
7/62-67).
Zwar sind realistische Stellenaussichten der Beschwerdeführerin aufgrund des Umstandes, dass sie während der 13 Wochen Schulferien durch die Kinderbetreu
ung absorbiert ist, insbesondere im Schulbereich anzusiedeln; anges
ichts dessen, dass sie sich für ein sehr breites Feld an
Tätigkeiten zur Verfügung stellt, fallen im erweiterten Schulbereich aber diverse
Stellen
wie (Hilfs-)Tätigkeiten im Be
reich der Kinderbetreuung, Mittagstisch, Reinigung, Arbeiten in einer Schulkan
tine oder
der Hauswartung in Betracht, welche ihrer Natur nach
– da dem Schul
betrieb zugehörig - zudem
keinen konjunkturellen Schwankungen unterl
i
egen. Auch scheint es durchaus realistisch, Arbeitsstellen
auf dem allgemeinen Arbeits
mark
t
im Bereich der Reinigung
insbesondere
in Privathaushalten oder in der privaten Kinderbetreuung zu finden.
Zudem ist der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen, dass die in den Akten lie
genden Absagen von potentiellen Arbeitgebern respektive
die
den Formularen "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" zu entnehmenden Absage
gründe entgegen der Argumentation des Beschwerdegegners (
Urk.
2 S. 3) nicht unmissverständlich darauf hinweisen, dass
diese
insbesondere auf die mangelnde respektive eng definierte zeitliche Verfügbarkeit zurückzuführen sind. Zwar fin
den sich vereinzelt Hinweise auf notwendige Ferienablösungen oder eine ver
langte hohe Flexibilität (vgl.
Urk.
7/52), doch bilden diese
die Ausnahme, nicht die Regel
(vgl.
Urk.
3/517/51-57).
Auch ist unbestritten und aufgrund der Akten
erstellt, dass die Beschwerdeführerin ihre letzte Stelle nicht wegen Ausfällen zu
folge Kinderbetreuung oder wegen
mangelnder zeitlicher
Flexibilität verlor, son
dern wegen interner Umstrukturierungen (
Urk.
3/13).
Zusammenfassend
führt die Würdigung
aller zu berücksichtigenden Umstände
zum Schluss, dass die Stellena
ussichten der Beschwerdeführerin auf dem für sie in Betracht fallenden Arbeitsmarkt durchaus intakt sind.
Der
Beschwerdegegner
hat folglich
die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab
2
1.
September 2017
bis zum Erlass des hier angefochtenen
Entscheids vom 2
6.
Februar 2018, welcher rechtsprechungsgemäss
die
zeitliche Grenze
für die richterliche Überprü
fungsbefugnis bilde
t (BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 129 V 167 E. 1
),
zu Unrecht ver
neint.
Der angefochtene Entscheid ist nach dem Gesagten in Gutheissung der Be
schwerde und mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin ab
2
1.
September
2017 vermittlungsfähig war
und Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind
, aufzuheben.
4.
Entsprechend hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädi
gung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu be
messen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
1'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer).