Decision ID: b093b022-16c8-4c41-9daa-959a41c11db7
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954, meldete sich am 15. März 2009 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/7).
Diese klärte die erwerblichen (
Urk.
6/13, 6/14, 6/25 und 6/31) und medizinischen (
Urk.
6/12, 6/15-17, 6/21, 6/24 und 6/35) Verhältnisse ab und
sprach
der Versicherten mit Verfügung vom 17. Oktober 2011
, ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit und einem Invaliditätsgrad von je 50
%
(
Urk.
6/42),
ab dem 1. März 2008 eine halbe Rente der
Invalidenversicherung zu (Urk.
6/46).
Die Versicherte gelangte
darauf mit Beschwerde
an
das
Sozialversicherungs
-
gericht
und beantragte
, die Verfügung sei teilweise aufzuheben und es sei ihr eine
höhere Rente zuzusprechen (Urk.
7/57/3 ff.).
Mit
Beschluss IV.2011.01242 vom 1
2.
März 2013 (
Urk.
6/69)
wurde die Versicherte darauf aufmerksam gemacht
, dass
das Sozialversicherungsgericht
zur Auffassung gelang
en könnte, es sei
ihr
im Zeitraum vom 1. März 2008 bis zum 31. August 2009 zu Unrecht eine halbe Rente der Invalidenversicher
ung ausgerichtet worden.
Überdies
wurde ihr
Frist zur Stellungnahme oder zum allfälligen Beschwerderückzug an
gesetzt
. Am 10.
Juni 2013 zog die Versicherte
ihre
Beschwerde zurück, worauf das Sozial
versicherungsgericht den Prozess IV.2011.01242 mit
Ver
-
fügung vom 11. Juni 2013 als durch Rückzug der Beschwerde erledigt abschrieb (
Urk.
6/73).
1.2
Mit
Schreiben vom 13. Dezember 2013
(
Urk.
6/76)
teilte die IV-Stelle der Versi
cherten
mit, dass sie die Kosten für eine polydisziplinäre medizinische Abklä
rung in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie übernehme, da zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung notwendig sei.
Ohne schriftlich begründeten Gegenbericht innert zehn Tagen werde eine Gutachterstelle mit der Untersu
chung beauftragt, wobei die Wahl der Gutachterstelle nach dem Zufallsprinzip erfolgen werde. Die IV-Stelle legte dem Schreiben ihre
Fragen an die medizini
sche
Fachstelle samt Merkblatt zur
polydisziplinären
Begutachtung
bei und räumte
der Versicherten
eine Frist von zehn Tagen zur Stellungnahme und
zur
Einreichung von Ergänzungsfragen ein (
Urk.
6/76/2; vgl.
Urk.
6/75).
Die Versi
cherte liess um Fristerstreckung ersuchen (
Urk.
6/77), worauf die angesetzte 10tägige
Frist bis zum 15. Januar 2014
erstreckt wurde (Urk.
6/79). In einem Schreiben vom 13. Januar 2014 vertrat der Rechtsvertreter der Versicherten den Standpunkt, dass kein Grund für eine Revision beziehungsweise
Wiedererwä
gung
bestehe
, da das vorhandene Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, inhaltlich korrekt sei (
Urk.
6/83)
. Für den
Fall, dass
dennoch die in Aussicht genommene
Begutachtung durch
geführt werden sollte, formulierte er Ergänzungsfragen (
Urk.
6/83). Am
20. Januar 2014 wurde der Auftrag nach dem Zufallsprinzip dem
Z._
zugeteilt (Urk. 6/85). Mit Schreiben vom 27. Januar 2014 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten die Abklärungsstelle und die Namen der Gutachter der einzelnen Fachdisziplinen mit und wies darauf hin, dass triftige Einwendungen gegen Gutachter innert zehn Tagen nach Zustellung der Mitteilung schriftlich einzureichen seien (
Urk.
6/87). Am 28. Januar 2014 sandte das
Z._
der Versicherten das schriftli
che Aufgebot für die Untersuchungen zu (Urk. 6/91 und 6/92). Nach einem telefonischen Hinweis des
Z._
, dass nicht alle
Gutachternamen
korrekt bekannt gegeben worden seien (
Urk.
6/95), ersetzte die IV-Stelle ihre Mitteilung vom 27. Januar 2014 durch eine neue vom 19. Februar 2014
, mit
der
sie
auch
eine neue
Frist
von zehn Tagen zur Erhebung von triftigen Ein
wendungen gegen einen oder mehrere der genannten Gutachter
ansetzte
(
Urk.
6/96). Mit Eingabe vom 28. Februar 2014 (
Urk.
6/98) samt Beilagen (vgl.
Urk.
6/97) erhob der Rechts
vertreter der Versicherten diverse Einwände. Er verlangte, es sei auf eine Begut
achtung zu verzichten, eventualiter sei die Begutachtung am
A._
durchzuführen. Überdies formulierte er
weitere
Ergänzungsfragen, welche
subeventualiter
von den Gutachtern des
Z._
zu beantworten seien (
Urk.
6/98). Die IV-Stelle hielt darauf mit Verfügung vom 20. Mai 2014 an der Abklärung durch das
Z._
fest (
Urk.
2 = 6/103).
2.
Die Versicherte liess mit Eingabe vom 20. Juni 2014 Beschwerde mit den folgen
den Anträgen erheben (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Es sei die Zwischenverfügung vom 20. Mai 2014 ersatzlos aufzuheben und das von der Beschwerdegegnerin aufgenommene
Wiedererwägungs
verfahren
sei mangels wichtiger Gründe für die Wiederaufnahme ohne weitere Abklärungen einzustellen, und
2.
es sei an der rechtskräftigen Verfügung vom 17. Oktober 2011 ohne wei
tere Abklärungen festzuhalten;
3.
die Begutachtung bei der medizinischen Abklärungsstelle
Z._
sei ersatzlos zu streichen;
4.
eventualiter sei die SVA Zürich anzuweisen, die Begutachtung an der
A._
durchzuführen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.“
Die IV-Stelle schloss am 13. August 2014 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
5). Mit Verfügung vom 18. August 2014 wurde eine Frist von 30 Tagen
zur Einreichung einer Replik angesetzt (
Urk.
7). Am 14. Oktober 2014 wurde den Parteien mitgeteilt, dass keine Replik eingegangen sei (
Urk.
10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach der Rechtsprechung sind neue Verfahrensvorschriften vorbehältlich anders lautender Übergangsbestimmungen in der Regel mit dem Tag des Inkrafttretens sofort und in vollem Umfang anwendbar. Dieser intertemporalrechtliche Grundsatz gilt dort nicht, wo hinsichtlich des verfahrensrechtlichen Systems zwischen altem und neuem Recht keine Kontinuität besteht und mit dem neuen Recht eine grundlegend andere Verfahrensordnung geschaffen worden ist (BGE 132 V 93 E. 2.2, 368 E. 2.1).
1.2
Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat in seinem Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) festgehalten, wie bei der
Auf
tragsvergabe
für eine Begutachtung vorzugehen ist
(vgl. KSVI
Rz
2074 ff. sowohl in der ab dem 1. Februar 2013 als auch in der ab dem 1. Januar 2014 geltenden Fassung)
. Die betreffenden Vorschriften wurden im Verlauf der Zeit modifiziert. Es gilt der
erwähnte
intertemporalrechtliche Grundsatz,
so dass für jeden einzelnen Verfahrensschritt die Bestimmungen des KSVI zu beachten sind, die in dem Zeitpunkt Geltung beanspruch
t
e
n, in welchem er unternommen wu
rd
e
.
1.3
Erachtet die IV-Stelle ein Gutachten als erforderlich, so hat sie der versicherten Person in einer ersten Phase mit einer schriftlichen Mitteilung Folgendes bekannt zu geben (KSVI
Rz
2080 in der ab 1. Februar 2013 geltenden Fassung sowie
Rz
2076 und 2083 f.
in der ab dem 1. Januar 2014 geltenden Fassung
; vgl. auch BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2
):
1.
Welche Art Gutachten erforderlich ist (monodisziplinär,
bidisziplinär
oder polydisziplinär)
2.
Die am Gutachten beteiligten medizinischen Fachdisziplinen
3.
Fragenkatalog
4.
Hinweis auf die Möglichkeit, schriftlich Zusatzfragen zu stellen
5.
B
ei mono- oder
bidisziplinären
Gutachten zusätzlich Name und Facharzt
-
ti
tel
der mit dem Gutachten zu beauftragenden Personen
.
Überdies ist mit der Mitteilung eine Frist von 10 Tagen für die Erhebung von Einwänden gegen die Begutachtung und die vorgesehenen Fachdisziplinen,
bei mono- oder
bidisziplinären
zusätzlich
auch gegen die Gutachter, sowie für die Einreichung von Zusatzfragen einzuräumen
(KSVI
Rz
2080 in der ab 1. Februar 2013 geltenden Fassung sowie
Rz
2076.1 und
Rz
2083.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 349 E. 5.2.3 in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung)
. Diese Frist kann auf schriftlich begründetes Gesuch hin verlängert werden (KSVI
Rz
2076.1 un
d
Rz
2083.2 mit Hinweis auf BGE
139 V 349 E. 5.2.3
in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung
).
1.4
Bei po
lydisziplinären Gutachten kann die versicherte Person
in dieser
ersten
Phase
(
nicht personenbezogene
)
materielle
Einwendungen
gegen eine Begut
achtung an sich oder gegen Art und Umfang der Begutachtung vorbringen
. Namentlich kann
sie geltend machen
, der Sachverhalt sei bereits genügend abgeklärt und das einzuholende Gutachten würde eine unnötige
second
opinion
darstellen. Ebenso
kann
sie
die getroffene Wahl der medizinischen
Fachdiszipli
nen
als unzutreffend beanstanden
(vgl.
BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2
,
Urteil des Bundesgerichts 9C_7
08/2013 vom 28. Oktober 2014 E.
3.1 [zur Publikation vor
gesehen]
und
KSVI
Rz
2076.1 in der ab 1.
Januar 2014 geltenden Fassung).
Auch bei polydisziplinären Gutachten ist konsensorientiert vorzugehen, wenn in diesem
ersten
Stadium zulässige Einwände erhoben wurden (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_708/2013 vom 28.
Oktober 2014 E. 3.1 [zur Publikation vor
gesehen] mit Hinweis auf BGE 139 V 349 E. 5.2.1, 5.2.2 und 5.2.2.1).
Das Bundesgericht hat der versicherten Person – unter Aufgabe seiner bisheri
gen Rechtsprechung (BGE 133 V 446 E. 3.4.1.5) – einen Anspruch zuerkannt, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). Das KSVI in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung sieht darüber hinaus vor, dass
die
versicherte Person
in der ersten Phase
Zusatzfragen stellen kann, welche
die
IV-Stelle im Rahmen ihres Ermessensspielraums sowohl in qualitati
ver als auch in quantitativer Hinsicht zu prüfen
hat
(
vgl.
KSVI
Rz
2076.2 und 2083.5).
Bei der Einreichung einer Stellungnahme zu den Gutachterfragen oder von Zusatzfragen ist daher zu erwarten, dass sich die IV-Stelle damit auseina
n
dersetzt und
danach
in schriftlicher Form dokumentiert, zu welchen Schlüssen sie dabei gelangte.
1.5
In einer zweiten Phase wird der Auftrag bei
SuisseMED@P
deponiert.
Das Ver
fahren der Auftragsvergabe für polydisziplinäre Gutachten via
SuisseMED@P
richtet sich nach dem Handbuch in Anhang V des KSVI. Das Bestätigungsmail der Plattform
SwissMED@P
über die erfolgreiche Vergabe des
Gutachtensauf
trags
ist im Versichertendossier zu erfassen (KSVI
Rz
2077
in der ab 1. Januar
2014 geltenden Fassung
). Verlaufsgutachten können der
selben Gutachterstelle in Auftrag gegeben werden, die bereits das erste polydisziplinäre Gutachten erstellt hat, vorausgesetzt dieses ist über die Plattform
SwissMED@P
vergeben worden (KSVI
Rz
2078
in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung
mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_791/2012 vom 6. März 2013). Die Akten werden spätestens am Folgetag der Auftragsvergabe an die medizinische
Gut
achterstelle
übermittelt; sie müssen mit der
SuisseMED@P-Auftragsnummer
versehen sein (KSVI
Rz
2079
in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung
).
Die Gutachterstelle prüft, ob die Liste der medizinischen Fachdisziplinen angepasst werden muss. Weder die IV-Stelle noch die versicherte Person können die von der Gutachterstelle vorgesehenen Fachdisziplinen anfechten (KSVI
Rz
2080
in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung
mit Hinweis auf BGE 139 V 349 E. 3.3).
N
ach der Zuteilung durch
SuisseMED@P
gibt die IV-Stelle der versicherten Per
son mit einer schriftlichen Mitteilung Folgendes bekannt (KSVI
Rz
2081
in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung
; vgl. auch
BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2 und
Urteil des Bundesgerichts 9C_708/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 3.1 [zur Publi
kation vorgesehen]):
1.
Gutachterstelle
2.
Namen der mit dem Gutachten betrauten Personen mit entsprechendem Facharzttitel
3.
Hinweis, dass die Mitteilung des Ortes und des Termins durch die
Gutach
terstelle
erfolgt
.
Für die Erhebung von Einwänden wird eine Frist von 10 Tagen eingeräumt. Diese Frist kann auf schriftlich begründetes Gesuch hin verlängert werden (KSVI
Rz
2081.1
in der ab dem 1. Januar 2014 geltenden Fassung
mit Hinweis auf BGE 139 V 349 E. 5.2.3).
1.
6
I
n der
zweiten
Phase
kann die versicherte Person
formelle und materielle (perso
nenbezogene
) Einwände geltend machen (
BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2 und Urteil des Bundesgerichts 9C_708/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 3.1 [zur Publi
kation vorgesehen])
. Das KSVI listet die folgenden
Einwände
exemplarisch auf
(KSVI
Rz
2081.2
in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung
):
-
Die begutachtende Person hat in der Sache ein persönliches Interesse;
-
Die begutachtende Person ist mit einer Partei in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum dritten Grade verwandt oder verschwägert oder durch Ehe, Verlobung oder Kindesannahme verbunden;
-
Die begutachtende Person ist aus anderen Gründen in der Sache befan
gen;
-
Der begutachtenden Person fehlt es an der nötigen Fachkompetenz.
Bei stichhaltigen Einwendungen gegen bezeichnete Sachverständige ist die Zufallszuweisung allenfalls zu wiederholen bzw. zu modifizieren, indem die Beteiligten z.B. übereinkommen, an der ausgelosten MEDAS festzuhalten, dabei aber eine Arztperson nicht mitwirken zu lassen. Die Gutachterwahl erfolgt immer nach dem Zufallsprinzip
(
Art.
72
bis
Abs.
2 der Verordnung über die Inva
lidenversicherung; IVV)
. Es findet diesbezüglich kein Einigungsverfahren statt (BGE 139 V 349 E. 5.2.1 und Urteile des Bundesgerichts 8C_771/2013 vom 1
0.
Dezember 2013
E. 2.2
und 9C_708/2013 vom 2
8.
Oktober 2014
E. 3.1
[zur Publikation vorgesehen]).
1.
7
Wird den Einwänden der versicherten Person nicht oder nur teilweise entspro
chen, so erlässt die IV-Stelle eine Zwischenverfügung, worin sie die vorgesehe
ne
n
Fachdisziplinen
sowie den oder die Namen der begutachtenden Person bzw. Personen festhält und begründet, weshalb den Einwänden nicht Rechnung getragen wurde (
K
SVI
Rz
2081.5
in der ab dem
1.
Januar 2014 geltenden Fassung
).
Mit dieser Regelung trägt das KSVI dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00040 vom 2
8.
März
2013 Rechnung
,
in dem gesagt wurde, im Verfahren zur Einholung eines Gutachtens werde den vom Bundesgericht in BGE 137 V 210 neu einge
räumten Verfahrensgarantien und Mitwirkungsrechten ausreichend
Nachach
tung
verschafft, wenn eine gerichtliche Überprüfung am Schluss der zweiten Phase erfolgen könne und das Gericht dabei sämtliche Punkte, in denen Unei
nigkeit bestehe, überprüfen könne. Eine gestaffelte gerichtliche Überprüfung (nach der ersten und nach der zweiten Phase) sei nicht erforderlich, weshalb nach der ersten Phase keine anfechtbare Zwischen
-
verfügung ergehen müsse, da es in diesem Zeitpunkt am nicht wieder
gutzu
-
machenden Nachteil fehle (E. 4.3 und 4.4).
Dementsprechend wurde im Entscheid IV.2012.00729 vom 1
1.
Juni 2013 ausge
führt, es müsse keine anfechtbare Zwischenverfügung ergehen, bevor nicht sämtliche Modalitäten (Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung, beteiligte Fachdisziplinen, Fragenkatalog und Zusatzfragen, Gutachterstelle, beteiligte Fachärzte) feststünden, da es
solchenfalls
am nicht wieder gutzuma
chenden Nachteil fehle (E. 2.3), und im Entscheid IV.2014.00014 vom
1.
September 2014 wurde festgehalten, bevor nicht sämtliche Modalitäten fest
stünden,
könne
keine anfechtbare Zwischenverfügung ergehen, da es am nicht wieder gutzumachenden Nachteil fehle (E. 2.1). In beiden Entscheiden trat das
Gericht mangels eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils auf die Beschwerde nicht ein, da die angefochtene Verfügung nur regelte, dass an der Begutachtung durch die vorgesehene Gutachterstelle festgehalten werde, und die Namen und Facharzttitel der vorgesehenen Gutachterpersonen fehlten.
1.8
In Präzisierung der zitierten Rechtsprechung ist zu betonen, dass die IV-Stelle während des Verfahrens zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens über die einzelnen Verfahrensschritte beziehungsweise über allfällige Einwendungen nicht zu verfügen hat. Eine allenfalls doch erlassene Verfügung wäre mangels eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils nicht mittels Beschwerde beim kantonalen Gericht anfechtbar.
Ist das Verfahren durchgeführt worden und sind - in der ersten oder in der zwei
ten Phase - Einwendungen erhoben worden, denen die IV-Stelle nicht voll
umfänglich stattgegeben hat, so hat sie eine anfechtbare Verfügung zu erlassen, in der sie sich zu sämtlichen noch strittigen Punkten äussert und mindestens kurz begründet, weshalb sie ihnen nicht oder nicht vollumfänglich stattgibt.
Für das kantonale Gericht bedeutet dies, dass bei einer angefochtenen
Zwischen
verfügung
betreffend die Anordnung einer polydisziplinären Begut
achtung vorab zu prüfen ist, ob das Verfahren korrekt durchgeführt worden ist, was sich ohne
Weiteres
aus den Akten ergeben muss. Stellt das Gericht fest, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, weil noch nicht alle in KSVI
Rz
2074 ff. vorgesehenen Verfahrensschritte vollzogen sind, so liegt keine anfechtbare Verfügung vor mit der Folge, dass auf die Beschwerde nicht einzu
treten ist.
Stellt das Gericht fest, dass das Verfahren vollständig durchgeführt wurde, hat es zu prüfen, ob mit der angefochtenen Verfügung sämtliche noch offenen Punkte geregelt beziehungsweise sämtliche Einwendungen, denen nicht voll
umfänglich stattgegeben wurde, behandelt werden, was sich aus der Verfügung selbst ergeben muss. Das Gericht prüft die Verfügung
diesfalls
materiell auf Vollständigkeit und Korrektheit und bestätigt sie oder hebt sie auf, was zur Abweisung oder Gutheissung der Beschwerde führt. Da es sich um die
Beach
tung von Verfahrensgarantien und Mitwirkungsrechten handelt
(BGE 137 V 210), erfolgt die Prüfung von Amtes wegen unabhängig davon, welche Punkte im Einzelnen gerügt werden.
2.
2.1
Die IV-Stelle führte das Verfahren vollständig und korrekt durch: sie teilte der Beschwerdeführerin mit, dass eine polydisziplinäre Begutachtung angeordnet
werde (
Urk.
6/76), erwähnte die beteiligten Fachdisziplinen (
Urk.
6/76), stellte ihr den Fragenkatalog zu (
Urk.
6/75) und räumte ihr die Möglichkeit ein, Zusatzfragen zu stellen (
Urk.
6/76). In der Folge wurde das Verfahren der
Auf
tragsvergabe
via
SuisseMED@P
durchgeführt (
Urk.
6/85), und die nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Gutachterstelle wurde der Beschwerdeführerin zusammen mit den Namen und den Fachdisziplinen der vorgesehenen
Gut
achterpersonen
mitgeteilt (
Urk.
6/87 und
Urk.
6/96). Gleichzeitig wurde sie darauf hingewiesen, dass die Gutachterstelle den Ort und den Termin mitteilen werde, und es wurde ihr Frist angesetzt für allfällige Einwendungen gegen die Gutachter (
Urk.
6/96).
Damit ist die angefochtene Verfügung nach dem oben Gesagten materiell zu prüfen.
2.2
Die Beschwerdeführerin hatte bereits im Schreiben vom 1
3.
Januar 2014 sinnge
mäss geltend gemacht, es sei keine neue Begutachtung nötig. Für den Fall, dass trotzdem ein Gutachten eingeholt werde, stellte sie Ergänzungsfragen (
Urk.
6/83). Mit Eingabe vom 2
8.
Februar 2014 erneuerte sie den Antrag, auf eine Begutachtung zu verzichten, allenfalls sei die Begutachtung durch das
A._
durchzuführen, und stellte weitere Ergänzungsfragen (
Urk.
6/98).
In der Verfügung vom 2
0.
Mai 2014 begründete die IV-Stelle nachvollziehbar, weshalb sie an der Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung festhalte. Dabei kann offen bleiben, ob die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der leistungszusprechenden Verfügung vom 1
7.
Oktober 2011 erfüllt sind, denn es steht der IV-Stelle auf jeden Fall frei, zur Prüfung dieser Frage eine medizini
sche Begutachtung der Beschwerdeführerin anzuordnen. Sodann führte sie zu
treffend aus, dass die Gutachterstelle für ein polydisziplinäres Gutachten nach dem Zufallsprinzip via
SuisseMED@P
auszuwählen sei und dass für eine Eini
gung kein Raum bleibe, und äusserte sich ausführlich und
rechtsprechungs
konform
zu den geltend gemachten Einwendungen gegen die ausgewählte
Gut
achterstelle
wegen der behaupteten wirtschaftlichen Abhängigkeit. Einzig zu den am 1
3.
Januar und 2
8.
Februar 2014 eingereichten Ergänzungsfragen nahm sie nicht Stellung, und aus den Akten ergibt sich nicht, dass die Ergänzungsfra
gen an die Gutachterstelle weitergeleitet wurden. Am 2
0.
Januar 2014 hatte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin nur mitgeteilt, sie nehme das Schreiben vom 1
3.
Januar 2014 zur Kenntnis (
Urk.
6/86), zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 2
8.
Februar 2014 äusserte sie sich nicht.
2.3
Die Beschwerde erweist sich daher sowohl hinsichtlich der in Frage gestellten Zulässigkeit einer polydisziplinären Begutachtung als auch hinsichtlich der gegen
das
Z._
vorgebrachten Rügen als unbegründet und ist in diesen
Punkten abzuweisen. Hingegen ist die angefochtene Verfügung insoweit aufzuheben, als sie sich nicht mit den von der Beschwerdeführerin gestellten Ergänzungsfragen auseinandersetzt, und die Sache ist an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie die Ergänzungsfragen entweder an die Gutachterstelle zur Beantwortung weiterleite oder begründe, weshalb sie die Ergänzungsfragen nicht zulasse. In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
3.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenlos (
Art.
61
lit
. a ATSG in Ver
bindung mit
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung; IVG).
Angesichts des geringen teilweisen Obsiegens ist der Beschwerdeführerin eine reduzierte Parteientschädigung von
Fr.
200.-- zuzusprechen.