Decision ID: 5c7a9fcd-1c69-4241-abf9-4bdf49ac855b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, meldete sich am 18. Novem
ber 2013 unter Hinweis auf ein
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyn
drom
(ADHS), eine Erschöpfungsdepression sowie ein Kolonkarzinom bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/7).
Die
Sozialversi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und
teilte der Versicherten am 23. April 2014 mit, dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Einglie
derungsmassnahmen möglich seien (Urk. 11/16). Damit war die Versicherte nicht einverstanden und ersuchte die IV-Stelle mit Eingabe vom 7. Mai 2014, berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen zu prüfen (Urk. 11/17). Am 1. Oktober 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Kosten für eine berufliche Abklärung bei
der
ESPAS
,
vom 13. Oktober bis 7. Novem
ber
2014 übernehme (Urk. 11/24).
Mit Mitteilung
en
vom 28. Januar 2015, welche die Mitteilung vom 17. Dezem
ber 2014 ersetzte (vgl. Urk. 11/36), und vom 6. Mai 2015 erteilte die IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für ein Aufbautraining bei der
Z._
vom
5.
bis 11. Januar 2015 sowie
vom 1. Februar bis 3
1
. Jul
i
2015 (Urk. 11/42, Urk. 11/49), wo
rauf
das Aufbautraining per 12. Juni
2015 vorzeit
ig beendet wurde
,
da eine Weiterführung des Aufbau
trainings aufgrund der unklaren ge
sundheitlichen Situation nicht mehr mög
lich war
(
Mitteilung
der IV-Stelle
vom 9. Juni 2015,
Urk. 11/67). Nachdem die Versicherte eine beschwerdefähige Verfügung verlangt hatte (Urk. 11/70), erliess die IV-Stelle am 13. Juli 2015 einen Vorbescheid entsprechend ihrer Mitteilung vom 9. Juni 2015 (Urk. 11/71).
Am 10. Dezember 2015
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Kosten für ein Aufbautraining bei der
ESPAS
vom 7. Dezember 2015 bis 4. März
2016 sowie für ein Job Coaching bei der
A._
übernehme (Urk. 11/102
). Mit Mitteilung vom
9. März 2016
er
teilte die IV-Stelle der Versicherten Kosten
gutsprache
für ein
Arbeits
training
bei der
ESPAS
vom
5. März
bis 28. August
2016 und verlängerte das
Job Coaching bei der
A._
(Urk. 11/119).
Am 1
5. August 2016 verlängerte
die IV-Stelle
die
Kostengutsprache für ein Arbeitstraining bei der
ESPAS
vom 29. August bis 28. November
2016 (Urk. 11/132). Mit Schreiben vom 21. Septem
ber 2016 wurde die Versicherte zur Wahrnehmung
ihrer
Mitwir
kungspflicht
ermahnt (Urk. 11/137). Mit neuem Vorbescheid vom 26. Oktober 2016, welchen den Vorbescheid vom 13. Juli 2015 (vgl. Urk. 11/71) ersetzte, stellte die IV-Stelle der Versicherten die vorzeitige Beendigung des
Arbeits
trainings
, die Einstellung weiterer Abklärungen
und Abweisung des
Leis
tungs
gesuchs
in Aussicht (Urk. 11/139). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2016 (Urk. 11/141 = Urk. 2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und be
en
dete das Arbeitstraining vorzeitig per 21. Oktober 2016, stellte die weiteren Abklärungen ein und wies das Leistungsbegehren ab.
2.
Die Versicherte erhob am
23. Januar 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 6. Dezember 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien die beruflichen Massnahmen weiterzuführen (Urk. 1 S. 1 Mitte). Mit Ein
gabe vom 24. Januar 2017 (Urk. 3) reichte die Versicherte weitere Unter
lagen ein (Urk. 4/1-20). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 23. Februar 2017 (Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1. März 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten
oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Die versicherte Person muss gemäss
Art.
7 IVG alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu ver
hindern
(
Abs.
1). Die versicherte Person muss an allen zumutbaren Mass
nahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Ein
gliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind ins
besondere:
a.
Massnahmen der Frühintervention (
Art.
7d);
b.
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche
Ein
glie
derung
(
Art.
14a);
c.
Massnahmen beruflicher Art (
Art.
15–18 und 18b);
d.
medizinische Behandlungen nach Artikel 25 KVG;
e.
Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern nach Art. 8a Abs. 2.
1.
4
Als zumutbar gilt gemäss
Art.
7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind.
1.
5
Die Leistungen können gemäss
Art.
7b IVG nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG ge
kürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach
Art.
7 dieses Gesetzes oder nach
Art.
43 Absatz 2 ATSG nicht nachge
kommen ist (
Abs.
1).
Gemäss
Art.
21
Abs.
4
ATSG
können einer versicherten Person die Leis
tungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder widersetzt, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbs
fähig
keit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- und
Eingliede
rungs
massnahmen
, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar.
Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschul
dens der versicherten Person, zu berücksichtigen (
Abs.
3). In Abweichung von
Art.
21
Abs.
1 ATSG werden
Hilflosenentschädigungen
weder verweigert noch gekürzt (
Abs.
4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren Entscheid in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit,
dass die Beschwerdeführerin die in der Verein
ba
rung vom 15. August 2016 gemeinsam festgelegten Ziele nicht eingehalten habe und
auch nach schriftlicher Aufforderung zur Mitwirkung unter An
droh
ung der Rechtsfolgen
ihrer Mitwirkung
spflicht nicht nachgekommen sei
(S. 1 unten
; vgl. auch Urk. 10
).
2.
2
Die Beschwerdeführerin brachte sinngemäss vor, dass sie ihrer
Mitwir
kungs
pflicht
nachgekommen sei (Urk. 1)
2.3
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin das Arbeitstraining bei der
ESPAS
zu Recht vorzeitig
beendet
und weitere Abklärungen eingestellt
hat
beziehungs
weise ob die Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht nachgekommen ist
.
3.
3.1
Med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin a
m 20. Februar 2014 eingegangenen
Bericht (Urk. 11/13) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit November 2013 behandle (Ziff. 1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
s
chwere rezidivierende depressive Störung mit psychotischen Symp
tomen (ICD-10 F33.3)
-
Differentialdiagnose bipolare Störung
-
Angststörung (ICD-10 F41.3)
-
ADHS (ICD-10 F90.90)
-
Zustand nach
Kolonkarzinom 2007
Er führte aus, dass mittlerweile eine Verbesserung erreicht worden sei. Die Beschwerdeführerin benötige jedoch weiterhin massive Hilfe, auch von einem Treuhänder. Um eventuell einen rentenrelevanten Dauerschaden zu vermin
dern, wäre, bei guter Motivationslage der Beschwerdeführerin, die Option einer Umschulung oder Weiterbildung zu überlegen (Ziff. 1
.4). Die Beschwer
de
führerin sei in der angestammten
Tätigkeit seit mindestens Janu
ar 2013 zu 100 % arbeitsunfähig;
sie sei aktuell nicht in der Lage, ihre letzte Tätigkeit aufzunehmen (Ziff. 1.6-1.7). Eine Belastungserprobung und langsame ange
passte Wiedereingliederung mit Case
-M
anager könnte
jedoch
möglich sein (Ziff. 1.8).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Hausarzt der Beschwerdeführerin, führte in seinem Bericht vom 6. April 2014 (Urk. 11/15/3-5) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit November 2004 behandle
(Ziff. 1.
2)
, und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 1.1):
-
schwere depressive Erkrankung bei psychischer Belastungssituation
-
Angsterkrankung bei Tumorleiden
-
ADHS
Er
führte aus
, dass bei
der Beschwerdeführerin eindeutig die psychiatrische Erkrankung im Vordergrund stehe. Bezüglich des aktuellen Zustands ver
weise er auf die Angaben des behandelnden Psychiaters (Ziff. 1.4, vgl.
vor
stehend E. 3.1). Die
Beschwerdeführerin sei vom 1. bis 30. November 2013 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiter in der Informatik zu 100 % arbeitsunfähig gewesen, danach gemäss Psychiater (Ziff. 1.6).
3.3
Aus den
unvollständig kopierten
, bei der Beschwerdegegnerin am 3. Juni 2015
eingegangenen Arztzeugnisse
n
von med.
pract
.
B._
(Urk. 11/57
= Urk. 11/62
, vgl. Urk. 11/58, Urk. 11/60-61
) geht hervor,
dass die Beschwerde
führerin vom 18. Mai bis 14. Juni
2015 arbeitsunfähig
war.
3.4
Aus dem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom 9. Juni 2015 (Urk. 11/68) geht hervor, dass das Aufbautraining bei der
Z._
, das am
5
.
Jan
uar
2015 begonnen hatte (vgl. Urk. 11/42, Urk. 11/49),
vorzeitig per 12. Juni 2015 abgebrochen w
e
rde
, da die Beschwerdeführerin seit
dem
18. Mai
2015 vollumfänglich arbeitsunfähig
geschrieben worden
sei
(S. 1 Mitte
, vgl.
vorstehend E. 3.3
).
3.5
Med.
pract
.
B._
führte in seinem Bericht vom 12. August
2015 (Urk. 11/81) bei gleich gebliebenen Diagnosen (Ziff. 1.1) aus, dass mittler
weile eine deutliche Besserung eingetreten sei (Ziff. 1.4). Die Beschwerdefüh
rerin sei aktuell sicherlich nicht in der Lage, ihre letzte Tätigkeit aufzu
nehmen (Ziff. 1.7). Die Wiederaufnahme der Aufbaumassnahme und
Integra
tionsmassnahme
sei
hingegen
sicherlich sehr sinnvoll und jetzt auch wieder möglich. Die Beschwerdeführerin habe sich wieder gut stabilisiert (Ziff. 1.8).
3.
6
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 23. August 2015 (Urk. 11/82/2-4) aus, dass
das abgebrochene Aufbautraining/Arbeitstraining an einem neuen Ort weitergeführ
t werden solle (Ziff. 1.5). Zurz
eit sei die Beschwerdeführerin noch nicht in der Lage, ihre letzte Tätigkeit wieder aufzunehmen (Ziff. 1.7). Falls die Arbeitsmassnahmen weitergeführt würden, bestehe eine Chance der Reintegration (Ziff. 1.9).
3.
7
Daraufhin übernahm die Beschwerdegegnerin die Kosten für ein Aufbau
training bei der
ESPAS
vom 7. Dezember 2015 bis 4. März 2016 (vgl. Urk. 11/102).
Im Abschlussbericht der
ESPAS
vom 11. März 2016 über das Aufbautraining vom 7. Dezember 2015 bis 4. März 2016 (Urk. 11/122)
wurde unter anderem ausgeführt, dass die gesundheitliche Stabilität der Beschwerdeführerin nach drei Monaten Aufbautraining noch zu schwach sei, um
einen direkten Ein
stieg in den ersten Arbeitsmarkt erfolgsversprechend empfehlen zu können. Zur weiteren Stabilisierung und zur Vorbereitung auf de
m
ersten Arbeits
markt werde im Anschluss
an
das Aufbautraining ein Arbeitstr
aining von sechs Monaten Dauer empfohlen, das zu Beginn im geschützten Rahmen stattfinden und später extern fortgeführt werden könne (S. 2 Ziff. 5).
3
.
8
Gemäss Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom 19. Mai 2016 (Urk. 11/130) sei die Beschwerdeführerin seit Februar 2016 täglich sechs Stunden stabil anwesend gewesen. Obschon sich der Umgang mit der Be
schwerdeführerin im Aufbautraining bei der
ESPAS
teilweise schwierig gestal
tet habe, könne aufgrund der vorliegenden qualitativen und quantita
tiven Ergebnisse mit dem Arbeitstraining bei der
ESPAS
gestartet werden. Ziel sei die Erreichung eines 80%-Pensums im IT- oder kaufmännischen Bereich (S. 1 Mitte).
3.9
In der Folge übernahm die Beschwerdegegnerin die Kosten für ein
Arbeits
training
bei der
ESPAS
vom 5. März bis 28. August 2016 (vgl. Urk. 11/119)
.
Im Zwischenbericht der
ESPAS
vom 27. Juni 2016 über die Dauer vom 5. März bis 8. Juni 2016 (Urk. 11/131) wurde unter anderem ausgeführt,
dass die Beschwerdeführerin die Arbeitszeit inzwischen auf 70 % gesteigert habe, angestrebt werde ein Pensum von 80 % (S. 3 Ziff. 5). Von einer Ausrichtung im IT
-Bereich
werde abgesehen, da sie zwar über ein gutes Basiswissen im Informatikbereich verfüge, der Wissensstand aber nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. Für den kaufmännischen Bereich sei zur definiti
ven Ausrichtung noch ein Einsatz in einem internen, kaufmännischen Prak
ti
kum vorgesehen (S. 3 Ziff. 5, S. 4 Ziff. 7). Der Wechsel vom Aufbautraining ins Arbeitstraining sei im Grossen und Ganzen problemlos verlaufen.
Die Beschwerdeführerin nehme zwar Anweisungen entgegen, arbeite danach aber immer wieder nach ihren eigenen Vorstellungen und hole
sich nur selten Hilfe, wenn sie nicht weiter komme. Sie könne Kritik an ihrer Vorgehens
weise und speziell an ihrer Person meistens nur schwer annehmen und fühle sich schnell angegriffen (S. 4 Ziff. 7).
3.
10
Aus dem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom 18. August 2016 (
Urk. 11/134
) geht hervor, dass die Arbeitsauswertungen und Testergebnisse gezeigt hätten, dass die Beschwerdeführerin nicht über genügend IT-Kennt
nisse verfüge, um diese auf dem ersten Arbeitsmarkt verwerten zu können. Gemäss Angaben vom zuständigen Berater
der
ESPAS
verfüge sie lediglich über breites und allgemeines IT-Wissen, in ihrem Alter müsse sie aber über spezialisiertes Wissen verfügen, um in der IT-Welt wieder Fuss fassen zu
können. Aufgrund dieser Ergebnisse sei die Beschwerdeführerin zirka ab Mitte
Juni 2016 im kaufmännischen Bereich eingesetzt worden. Ende Juli 2016 habe das Pensum bei 70 % gelegen, geplant sei eine Steigerung des Pensums bis Ende August 2016
auf 80 %
. Während des Arbeitstrainings habe sich erneut gezeigt, dass der Umgang mit der Beschwerdeführerin teilweise schwie
rig sei. Sie habe Mühe, andere Meinungen und Einschätzungen zu akzep
tieren und damit adäquat umzugehen (S
. 1 Mitte).
Ende Juli 2016 habe
der zuständige Gruppenleiter
der
ESPAS
mitgeteilt, dass sich das Verhalten der Beschwerdeführerin gebessert habe und dass aus der Abteilung, in der sie zurzeit arbeite, positive Rückmeldungen kämen. Wichtig sei nun, dass die Beschwerdeführerin Gelegenheit erhalte, in einem externen Praktikum einen Einsatz zu absolvieren. Aus diesem Grund sei eine drei
monatige Verlängerung des Arbeitstrainings angezeigt (S. 1 unten f.).
3.
11
Die
im Hinblick auf die Verlängerung de
r Kostengutsprache für da
s
Arbeits
training
bei der
ESPAS
vom 29. August bis 28. November
2016
(vgl. Urk. 11/132) e
rstellte
Zielvereinbarung
vom 15. August
(Urk. 11/136),
die
von der Beschwerdeführerin am 23. August 2016 unterzeichnet wurde (S. 3),
hatte
zum Inhalt,
ein Praktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt zu absolvieren sowie
das 80%-Pensum weiterzuführen und zu stabilisieren
(S. 1 Mitte). Die Beschwerdeführerin verpflichtete sich, an der Massnahme gemäss
Einsatz
planung
des Einsatzortes regelmässig teilzunehmen, pünktlich zu erscheinen, beim Bewerbungsprozess und beim Finden eines passenden externen
Prakti
kumsplatzes
aktiv mitzuarbeiten sowie sich mit ihrer beruflichen Zukunft aktiv auseinanderzusetzen (S. 1 unten). Ferner wurde vereinbart, dass die Ein
gliederungsmassnahmen bei mangelnder Bereitschaft, fehlender Motiva
tion, ungenügender Präsenz oder wenn sich die Beschwerdeführerin subjektiv nicht eingliederungsfähig fühle, abgebrochen werden könn
t
en (S. 2 Mitte). Schliesslich wurde die Beschwerdeführerin auf die Schadenminderungspflicht gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG aufmerksam gemacht (S. 2 unten).
3.
1
2
Mit Schreiben vom 21. September 2016 wurde die Versicherte zur Wahr
neh
mung
ihrer
Mitwirkungspflicht ermahnt (Urk. 11/137). Sie habe sich nicht an die Zielvereinbarung vom 15. Augst
2016
(vgl. vorstehend E. 3.
11
) ge
halten.
Gemäss Angaben vom zuständigen Gruppenleiter
der
ESPAS
vom 20
.
Septem
ber
2016 liege noch kein aktualisierter Lebenslauf mit professio
nellem Foto vor und sie habe noch keine Bewerbungen verschickt
(vgl. Urk. 11/142 S. 2 Ziff. 2)
. Die Beschwerdeführerin wurde auf Art. 21 Abs. 4 ATSG hingewiesen
und zur konstruktiven M
itwirkung verpflichtet, um ihren
Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung zu wahren. Schliess
lich wurde die Beschwerdeführerin
a
ufgefordert,
bis spätestens
am
10. Okto
ber 2016
der
ESPAS
einen aktualisierten Lebenslauf mit
professionellem Foto einzureichen und mindestens fünf Bewerbungen i
m
kaufmännischen Bereich, idealerweise mit IT-Inhalten, zu versenden.
Ande
r
nfalls sei die Beschwerdegegnerin ge
zwung
en, ihre Abklärungen einzustellen und aufgrund der Akten zu ent
scheiden, was zur Abweisung des Gesuchs führen werde.
3.1
3
Im Abschlussbericht der
ESPAS
vom 16. November 2016 (Urk. 11/140) wurde ausgeführt, dass die Massnahme in Absprache mit der Beschwerdegegnerin
aus diversen Gründen per 21. Oktober 2016 vorzei
tig
beendet
worden sei
(S. 1
Ziff. 3). Es wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in fachlicher Hinsicht durchaus in der Lage wäre, im ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten. Die Rückmeldungen aus den verschiedenen Abteilungen hätten dies, was die Arbeitsleistung anbelange, gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe aber feste Vorstellungen wie ihr Einsatz in der freien Wirtschaft aussehen sollte. Sie habe die Empfehlungen der Fachverantwortlichen ignoriert sowie die Auf
lagen und Vereinbarung im Bewerbungsprozess nicht eingehalten.
Die Ver
mittelbarkeit habe schliesslich nicht wirklich geprüft werden können, da sich die Beschwerdeführerin schlussendlich geweigert habe, Bewerbungen für ein Praktikum im kaufmännischen Bereich zu versenden (S. 2 Ziff. 5).
Am 6. September 2016 sei eine Aussprache mit der Beschwerdeführerin, dem Gruppenleiter und dem Job Coach erfolgt. Es sei vereinbart worden, dass die Beschwerdeführerin bis am 30. September 2016 fünf Bewerbungen erstellen und versenden müsse, das unzureichende Portra
it-Foto im Lebenslauf durch ein den Anforderungen für ein
Bewer
bungsdossier
entspr
echendes (professio
nelles) Foto
ersetzen müsse, Bewerbungen ausschliesslich für kaufmännische Praktika/Stellen (idealerweise mit IT-Inhalten) erfolgen
sollt
en und Bewerb
ungen für reine IT-Stellen von der
ESPAS
nicht gutgeheissen beziehungs
weise unterstützt würden und in der Freizeit recherchiert und erstellt werden müssten.
Mit Schreiben vom 21. September 2016 sei die Versicherte
von
der Beschwerdegegnerin
zur Wahrnehmung ihrer Mitwirkungspflicht ermahnt und aufgefordert worden, diese Punkte bis am 10. Oktober 2016
umzusetzen
(vgl. vorstehend
E. 3.12
). Trotz mehrmaliger Erinnerung an diesen Termin und
wiederholter Hinweise auf mögliche Konsequenzen habe die Beschwerde
führerin am Stichtag keine Ergebnisse vorlegen können und auch nicht kommuniziert, weshalb ihr dies nicht möglich gewesen sei. Es seien weitere Absenzen erfolgt. Mails und Meldungen auf ihre
Combox
seien unbeant
wortet geblieben und seit dem 11. Oktober 2016 sei die Beschwerdeführerin nicht mehr am Arbeitsplatz erschienen (S. 5 Ziff. 9).
3.1
4
Aus dem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom 6. Dezember 2016
(Urk. 11/142) geht hervor,
dass
der Gruppenleiter
der
ESPAS
die
Beschwerde
gegnerin
am 11. Oktober 2016 darüber informiert hat, dass die Beschwerde
führerin die in der Mitwirkungspflicht geforderten Aufträge nicht erfüllt habe.
Er habe ihr bis an diesem Nachmittag nochmals Zeit gegeben. Allerdings habe
sie
sich dann
am
Morgen krankheitshalber abgemeldet (S. 2 Ziff. 2).
Ferner
wurde dargelegt,
dass die Beschwerdeführerin den Verpflichtungen trotz Schreibens zur Mitwirkung vom 21. September 2016 nicht nachge
kommen sei. Einzig ein Foto habe sie eingereicht. Über die Gründe, weshalb die Beschwerdeführerin den Forderungen nicht nachgekommen sei, habe sie nicht informiert
,
weder beim zuständigen Gruppenleiter oder Job Coach bei der
ESPAS
, noch bei der Eingliederungsberaterin der Beschwerdegegnerin.
Transparenz, Kommunikation und konstruktive Mitarbeit hätten gefehlt. Seit dem 11. Oktober 2016 sei die Beschwerdeführerin aufgrund einer Erkältung/
Grippe krankgemeldet
. Einen Gesprächstermin beim Gruppenleiter der
ESPAS
am 17. Oktober 2016 habe sie ebenfalls nicht wahrgenommen, ebenso sei sie
auf ein Angebot für ein gemeinsames Gespräch nicht eingetreten
(S. 1 unten
).
4.
4.1
Mit Unterzeichnung der Zielvereinbarung vom 15. August 2016
(vgl. vor
stehend E. 3.11)
, die im Hinblick auf die Verlängerung des
Arbeits
trai
nings
bei der
ESPAS
vom 29. August
bis 28. November 2016 erfolgte
,
verpflichtet
e
sich die Beschwerdeführeri
n, an der Massnahme gemäss Einsatzplanung des Einsatzortes regelmässig teilzunehmen, pünktlich zu erscheinen, beim
Bewer
bungs
prozess
und beim Finden eines passenden externen Praktikumsplatzes aktiv mitzuarbeiten sowie sich mit ihrer beruflichen Zukunft aktiv ausei
nan
derzusetzen.
Nachdem die Beschwerdeführerin der Vereinbarung vom 6. September 2016 mit der
ESPAS
, bis am 30. September 2016
fünf Bewerbungen
zu
erstellen und versenden, das unzureichende Portrait-Foto im Lebenslauf durch ein pro
fessionelles Foto
zu e
rsetzen
und ausschliesslich Bewerbungen
für kauf
männische Praktika/Stellen (idealerweise mit IT-Inhalten)
zu versenden, nicht nachgekommen war (vgl. vorstehend E.
3.13
), wurde die Beschwerdeführerin m
it Schreiben vom 21. September 2016 zur Wahrnehmung ihrer
Mitwir
kungs
p
flicht
ermahnt (vgl. vorstehend E. 3.12
).
Sie wurde unter Hinweis
auf Art
. 21 Abs. 4 ATSG
aufgefordert,
der
ESPAS
bis spätestens
am
10. Oktober 2016 einen aktualisierten Lebenslauf mit professionellem Foto einzureichen un
d mindestens fünf Bewerbungen im
kaufmännischen Bereich, idealerweise mit IT-Inhalten, zu versenden
. Ande
r
nfalls sei die Beschwerdegegnerin ge
zwung
en, ihre Abklärungen einzustellen und aufgrund der Akten zu ent
scheiden, was zur Abw
eisung des Gesuchs führen werde
.
In der Folge reichte die Beschwerdeführerin
innert Frist
jedoch nur das geforderte professionelle Foto ein (vgl. die E-Mail der Beschwerdeführerin an die
ESPAS
vom 5. Okto
ber
2016, Urk. 4/2).
Am
11. Oktober
2016 meldete
sich
die Beschwerdefüh
rerin
krankheitshalber ab
und nahm
am vorgesehenen Gesprächstermin vom 17. Oktober 2016
nicht teil.
Die Beschwerdeführerin meldete sich
jeweils in
der Praktikumsabteilung aufgrund einer Erkältung für die
ganze Woche ab
, beim Gruppenleiter der
ESPAS
meldete sie sich jedoch nicht und war
weder per E-Mail noch telefonisch
erreichbar
(vgl. vorstehend E. 3.14
, vgl. auch Urk. 11/138, Urk. 11/142 S. 3 unten).
4.2
Das Schreiben
der Beschwerdegegnerin
an die Beschwerdeführerin vom 21. September 2016 bezüglich der Ermahnung der Mitwirkungspflichten erfüllt in formeller Hinsic
ht die von Art. 21 Abs. 4 ATSG
aufgestellten Vor
aussetz
ungen für die
Verweigerung von Leistungen
(vgl. vorstehend E. 1.5)
. Es stellt eine schriftliche Mahnung dar und die Beschwerdeführerin wurde auf die Rechtsfolgen des vorübergehenden oder dauernden Leistungsentzugs
hingewiesen. Zudem wurde der Beschwerdeführerin eine angemessene Bedenk
zeit von rund 20 Tagen eingeräumt. Sodann handelt es
sich bei den auf
er
legten Mitwirkungspflichten während des Arbeitstrainings bei der
ESPAS
um
keine Massnahme, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen würde
respektive
de
m Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
nicht ange
messe
n
wäre (vgl. vorstehend E.
1.4
-1.
5
).
Schliesslich
geht aus den
Akten hervor, dass das Aufbautraining und das darauf folgende Arbeitstraining bei der
ESPAS
zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der
Be
schwerdeführerin
beigetragen hat
(vgl. vorstehend E. 3.7-3.14
). Aus dem
A
b
schlussbericht
der
ESPAS
vom 16. November 2016 (vgl. vorstehend
E. 3.13
)
geht sodann hervor, dass die
Beschwerdeführerin
in fachlicher Hinsicht durch
aus in der Lage wäre, im ersten Arbei
tsmarkt zu arbeiten. Dies haben
die Rückmeldungen aus den verschiedenen Abteilungen, w
as die Arbeits
leis
tung anbelangt
, gezeigt. Die
Beschwerdeführerin
hat
jedoch die Empfeh
lungen der Fachverantwortlichen ignoriert sowie die Auflagen und Verein
barung im Bewerbungsprozess nicht
eingehalten.
Deshalb konnte
s
chliesslich
die Vermittelbarkei
t nicht
geprüft werden
, weil sich die
Beschwerdeführerin
weigerte
, Bewerbungen für ein Praktikum im kaufmännischen Bereich zu versenden.
4.3
Unbeachtlich ist dabei das Argument der
Beschwerdeführerin
, sie habe aktiv und motiviert nach Stellen und Praktika im kaufmännischen Bereich (
idea
ler
weise
mit IT-Inhalten) gesucht, habe jedoch feststellen müssen, dass es keine solchen Stellen gebe (Urk. 1 S.
3
oben
, vgl. Urk. 3 S. 2
)
.
Dass sich die
Beschwerdeführerin
ab dem 11. Oktober 2016
täglich bei der
ESPAS
in der Praktikumsabteilung krankheitshalber abmeldete (vgl. Urk. 1 S.
5
unten, Urk. 3 S. 4) und somit an der vorgesehenen Sitzung vom 17. Okto
ber 2016 nicht teilnehmen konnte, trifft zwar zu, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sie sich nicht
direkt
mit dem
Gruppenleiter der
ESPAS
in Verbindung gesetzt hat und
weder per E-Mail noch telefonisch
erreichbar war.
4.4
Nach dem Gesagten erweist sich die vorzeitige Beendigung des
Arbeits
trai
nings
bei der
ESPAS
per 21. Oktober 2016
sowie die Verneinung
von Leis
tungen der Invalidenversicherung als rechtens.
Demzufolge ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
r Beschwerdeführerin
aufzuer
legen.