Decision ID: 9e5f736b-68e7-4138-880b-5481298afe06
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y. und A.Y. sind verheiratet und wohnen mit ihrem Sohn, geb. 2008, in Jona.
Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen besteht bei beiden Ehepartnern eine
Arbeitsunfähigkeit. Mit Verfügung vom 15. Januar 2013 entsprach das Sozialamt
Rapperswil-Jona (nachstehend: Sozialamt) dem Gesuch des Ehepaars um Ausrichtung
von finanzieller Sozialhilfe und gewährte ab 1. Januar 2013 einen Betrag von
Fr. 3'754.95 (einschliesslich Krankenkassenprämien; act. G 3/2). Nachdem es
feststellte, dass auf den Bankkonti von X.Y. und seiner Ehefrau A.Y. grössere
Geldbeträge zu- und wieder abgeflossen waren, verfügte es am 26. März 2013 eine
Kürzung des Grundbedarfs um zehn Prozent (Fr. 181.-- pro Monat) ab 1. Juni 2013 für
zwölf Monate. Ausserdem wurde in der Verfügung festgehalten, dass die im Januar
2013 zu Unrecht bezogenen Sozialhilfeleistungen von Fr. 7'000.-- ab 1. Juni 2014
(Ablauf der zwölf Kürzungsmonate) vom Sozialhilfeanspruch in Abzug gebracht
würden; für den Fall des Nichtbestehens eines Sozialhilfeanspruchs ab 1. Juni 2014 sei
der Rückzahlungsbetrag in monatlichen Raten zu tilgen (act. G 3/7/1). Das dagegen
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erhobene Rechtsmittel wies der Stadtrat Rapperswil-Jona mit Beschluss vom 13. Mai
2013 ab (act. G 3/7/2). Den gegen diesen Beschluss erhobenen Rekurs vom 30. Mai
2013, der einzig von X.Y. unterzeichnet war, wies das Departement des Innern am 25.
November 2013 betreffend Kürzung der Sozialhilfe ab; bezüglich der Rückerstattung
der Sozialhilfe trat das Departement auf den Rekurs nicht ein und überwies ihn
zuständigkeitshalber der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (act. G
3/9). Das Ehepaar wandte sich hierauf mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 gegen den
Rekursentscheid (betreffend Kürzung der Sozialhilfe) an das Verwaltungsgericht und
reichte am 16. Januar 2014 eine weitere Eingabe ein. Der Präsident des
Verwaltungsgerichts behandelte letztere als Gesuch um Wiederherstellung der
Beschwerdefrist, wies es am 6. Februar 2014 ab und trat auf die Beschwerde nicht ein.
Am 17. Februar 2014 reichten die Beschwerdeführer zusätzliche Akten ein und
verlangten einen Entscheid des Gerichts. Dieses wies mit Urteil vom 16. April 2014 das
Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist ab und trat auf die Beschwerde
nicht ein (VerwGE B 2013/258).
b. Den gegen den Beschluss des Stadtrats vom 13. Mai 2013 betreffend
Rückerstattung der Sozialhilfe erhobenen Rekurs (act. G 9/2, 9/7) hiess die
Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 18. März 2014 gut, soweit sie darauf
eintrat, und hob den Beschluss des Stadtrats vom 13. Mai 2013 und die ihm zugrunde
liegende Verfügung des Sozialamtes vom 26. März 2013 auf (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob der Stadtrat Rapperswil-Jona mit Eingabe vom 1.
April 2014 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und
der Entscheid des Stadtrats vom 13. Mai 2013 sowie die ihm zugrunde liegende
Verfügung des Sozialamtes vom 26. März 2013 seien zu bestätigen; unter Kostenfolge
(act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 14. Mai 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

Beschwerde, verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids und äusserte sich ergänzend zu den Ausführungen in der Beschwerde (act.
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G 8). Die Beschwerdegegner nahmen in der Eingabe vom 30. Mai 2014 Stellung zur
Beschwerde (act. G 11).
c. Mit Replik vom 18. Juni 2014 bestätigte die Beschwerdeführerin ihre Anträge und
Ausführungen (act. G 16).
d. Auf die Darlegungen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Nach Art. 9 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1; SHG) hat Anspruch auf
finanzielle Sozialhilfe, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht
rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Finanzielle Sozialhilfe wird nach Art.
11 Abs. 1 SHG so bemessen, dass die hilfebedürftige Person die laufenden
Bedürfnisse für den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln decken kann. Schulden
können berücksichtigt werden, wenn dadurch eine bestehende oder drohende Notlage
behoben oder vermieden werden kann. Die Regierung kann durch Verordnung
Richtlinien von Fachorganisationen der Sozialhilfe allgemein verbindlich erklären (Art.
11 Abs. 2 SHG). Wer um finanzielle Sozialhilfe ersucht, hat nach Art. 16 Abs. 1 SHG
wahrheitsgetreu und vollständig Auskunft zu erteilen (lit. a) sowie Amtsstellen und Dritte
zu ermächtigen, Auskünfte zu erteilen (lit. b). Wer finanzielle Sozialhilfe bezieht, ist nach
Art. 16 Abs. 2 SHG verpflichtet, Tatsachen umgehend zu melden, die Anspruch oder
Berechnung verändern. Nach Art. 18 Abs. 1 SHG hat derjenige, der für sich oder für
Familienangehörige finanzielle Sozialhilfe bezogen hat, diese zurückzuerstatten, wenn
sich seine finanzielle Lage gebessert hat und die Rückerstattung zumutbar ist. Nach
Art. 18 Abs. 2 SHG erstreckt sich die Rückerstattung auf finanzielle Sozialhilfe, welche
die unterstützte Person für sich, für die mit ihr verheiratete Person und ihre
unmündigen Kinder erhalten hat. Art. 19 SHG bestimmt, dass unrechtmässig
erworbene finanzielle Sozialhilfe samt Zins zurückzuerstatten ist. Die Unrechtmässigkeit
eines Sozialhilfebezugs mit daraus folgender Rückerstattungspflicht kann sich unter
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anderem daraus ergeben, dass einer Person aufgrund der Verletzung der Auskunfts-
und Meldepflicht im Sinn von Art. 16 SHG zu viel Sozialhilfe ausgerichtet wurde (vgl. F.
Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. A. 1999, S. 181).
In dem in Rechtskraft erwachsenen Departements-Entscheid vom 25. November 2013
wurde die Rechtmässigkeit der Kürzung der Sozialhilfe um 10% im Zeitraum von Juni
2013 bis und mit Mai 2014 bestätigt und mit Hinweis auf eine von den
Beschwerdegegnern nicht gemeldete Mittelverwendung für eine Darlehensrückzahlung
und die Nichtmeldung verschiedener Zahlungseingänge begründet (act. G 3/9). Die
Vorinstanz bejahte im angefochtenen Entscheid (act. G 2 S. 5) eine dementsprechende
Rückerstattungspflicht (Art. 19 SHG) des nicht für den Lebensunterhalt verwendeten
Betrages (Fr. 7'000.--; Darlehensrückzahlungen von Fr. 2'500.-- + Fr. 4'500; vgl. act. G
9/4/5 Beilage 6). Von dieser Feststellung ist nachstehend auszugehen, nachdem sich
Anhaltspunkte für eine Unkorrektheit weder den Vorbringen der Beschwerdegegner in
der Eingabe vom 30. Mai 2014 (act. G 11) entnehmen lassen noch aus den Akten
ersichtlich sind.
3.
3.1. Streitig ist im Wesentlichen der Rückerstattungsvollzug, d.h ob bzw. inwiefern
der Rückerstattungsbetrag von Fr. 7'000.-- mit laufenden Sozialhilfeleistungen
verrechnet werden darf. - Nach Art. 92 Abs. 1 Ziff. 8 des Bundesgesetzes über
Schuldbetreibung und Konkurs (SR 281.1, SchKG) sind Sozialhilfeleistungen der
öffentlichen Hand unpfändbar (BGE 7B.68/2005 vom 20. Juli 2005). Das
Verwaltungsgericht erachtete im Urteil B 2007/203 vom 3. April 2008 mit Hinweis auf
die erwähnte Unpfändbarkeit von Sozialhilfeleistungen eine Rückforderung von
finanziellen Sozialhilfeleistungen durch Verrechnung von 15 Prozent des
Sozialhilfeanspruchs während zwei Jahren als nicht zulässig. Rückerstattungen
finanzieller Sozialhilfen seien mangels entsprechender Vorschriften im SHG gemäss
Art. 104 VRP nach den Grundsätzen für die Vollstreckung von Geldforderungen zu
vollziehen und damit im Zwangsvollstreckungsverfahren nach dem SchKG
durchzusetzen, was bedeute, dass zur Durchsetzung von Rückerstattungen keine
Sozialhilfeleistungen gepfändet werden dürften. Würde die Vollstreckung von
Rückerstattungen durch Verrechnung mit laufenden Leistungen zugelassen, stünde
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dies im Widerspruch zur bundesrechtlich vorgeschriebenen Unpfändbarkeit der
Sozialhilfe. Der Vollzug von Rückerstattungsforderungen durch Verrechnung mit
laufenden Leistungen sei daher bundesrechtswidrig und damit unzulässig. Zutreffend
sei, dass Sozialhilfeleistungen aus den in Art. 17 SHG angeführten Gründen reduziert
werden können. Diese Reduktion von Leistungen sei aber nicht vergleichbar mit der
Verrechnung einer Leistung mit einer Rückerstattungsforderung. Bei den Tatbeständen,
die zu einer Reduktion der Leistungen führen, sei der Gesetzgeber davon
ausgegangen, dass dem Sozialhilfebezüger Mittel zufliessen würden, die er
verschweige, oder dass er eine zumutbare Arbeit aufnehmen könne. Damit seien
solche Eingriffe auch keine unzulässigen Einschränkungen des Existenzminimums.
Zudem würden sie auf einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage beruhen (VerwGE
B 2007/203 vom 3. April 2008, E. 2.2).
3.2. Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz diesbezüglich mit Hinweis
auf die vorerwähnte verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung aus, die den
Beschwerdegegnern ausgerichteten Leistungen seien ausreichend, um den
notwendigen Lebensunterhalt sicherzustellen. Würden unter diesen Umständen die
zurückgeforderten Beträge von laufenden Leistungen abgerechnet, so greife dies in
den notwendigen Lebensunterhalt ein und verletze damit Art. 9 und 11 SHG. Zwar
seien Leistungskürzungen wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht zulässig (Art. 17
SHG). In solchen Fällen habe die Unterschreitung der Limite für die Deckung der
Lebenshaltungskosten aber den Charakter einer Sanktion. Diese sei nicht nach
demselben Massstab zu beurteilen wie eine Leistungskürzung zufolge Rückerstattung.
Die Möglichkeit einer Leistungskürzung als Sanktion lasse daher eine Rückerstattung
durch Verrechnung mit Leistungen für den Grundbedarf nicht gerechtfertigt erscheinen.
Hinzu komme, dass vorliegend die Rückerstattung verfügt worden sei, bevor der
Entscheid über die Rechtmässigkeit des Leistungsbezugs rechtskräftig gewesen sei.
Nach der Regelung des SHG sei über die Rückerstattung in einer gesonderten
Verfügung zu entscheiden, welche (anders als eine Leistungsverfügung) bei der
Verwaltungsrekurskommission angefochten werden könne, wobei der Rekurs
aufschiebende Wirkung habe (Art. 51 Abs. 1 VRP). Würde die Rückerstattung durch
Verrechnung mit laufenden Leistungen angeordnet, würde diese Rechtsmittelordnung
aus den Angeln gehoben, da die Suspensivwirkung des Rekurses faktisch aufgehoben
würde. Dies zeige, dass eine gleichzeitige Verfügung von Leistungen und deren
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Rückerstattung nicht statthaft sei. Im Schrifttum werde eine Rückerstattung durch
Verrechnung mit laufenden Leistungen als zulässig erachtet (C. Häfeli [Hrsg.], Das
Schweizerische Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 192). Dies könne in gewissen
Konstellationen gerechtfertigt sein, z.B. wenn die ordentlichen Leistungen aufgrund
anderslautender kantonaler Bestimmungen höher seien, als es für die Deckung der
Lebenshaltungskosten ausreichend sei (act. G 2 S. 7 f.).
3.3. Die Beschwerdeführerin wendet unter anderem ein, die Vorinstanz scheine
offenbar davon auszugehen, dass zunächst ein (Feststellungs-)Entscheid über die
Rechtmässigkeit des Leistungsbezugs vorliegen müsse, bevor über die Rückerstattung
verfügt werden könne. Dies treffe jedoch nicht zu. Die Feststellung über den
unrechtmässigen Leistungsbezug und die Rückforderung erfolge in ein und derselben
Verfügung. In der Sozialversicherung werde es im Fall eines unrechtmässigen
Leistungsbezugs zugelassen, dass die entsprechende Rückforderung direkt mit
laufenden Leistungen verrechnet werde, soweit dadurch das Existenzminimum gewahrt
bleibe. Bei der Festlegung der Höhe der Sozialhilfeleistungen bestehe für die jeweilige
Gemeinde ein erheblicher Ermessensspielraum. Die Leistungsansätze der SKOS-
Richtlinien würden kein Minimum darstellen, dessen Unterschreitung den Anspruch auf
Deckung der laufenden Bedürfnisse nach Art. 11 Abs. 1 SHG verletzen würde. Dies
gelte es mit Bezug auf die Verrechnung der Rückforderung unrechtmässiger
Leistungsbezüge mit laufenden Sozialhilfeleistungen zu berücksichtigen. Bei den
Beschwerdegegnern übersteige die ausgerichtete Sozialhilfe das betreibungsrechtliche
Existenzminimum. Die Beschwerdeführerin wende im Allgemeinen bei der Festsetzung
der Sozialhilfe die SKOS-Richtlinien an. Es rechtfertige sich, auch bei der
Rückerstattung dieselben Richtlinien zu befolgen, welche eine ratenweise Verrechnung
mit laufenden Leistungen (15% des Grundbetrags) vorsehen würden. Die
bundesrechtliche Unpfändbarkeit der Sozialhilfeleistungen nach Art 92 Abs. 1 Ziff. 8
SchKG stehe dieser Verrechnung nicht entgegen. Da kein Eingriff in das
Existenzmiminum erfolge, sei die Verrechnung von lediglich Fr. 200.-- monatlich als
verhältnismässig zu betrachten, zumal damit der Verrechnungsanspruch von 15% des
Grundbetrags nicht ausgeschöpft werde (act. G 1 S. 6-11).
3.4.
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3.4.1. Das Sozialamt verfügte gegenüber dem Beschwerdegegner am 26. März 2013
sowohl eine Kürzung des Grundbedarfs ab Juni 2013 - als Sanktion für die Verletzung
der Meldepflicht (Art. 16 SHG) - als auch eine Rückforderung (Art. 19 SHG) wegen nicht
zweckentsprechender Verwendung der Leistungen (für eine Darlehensrückzahlung; act.
G 3/7/1). Dabei wurde der Vollzugs-Beginn der Rückerstattung (Verrechnung von Fr.
200.-- monatlich mit laufenden Leistungen ab Juni 2014) auf den Zeitpunkt der
Beendigung der Grundbedarfs-Kürzung (per Ende Mai 2014) angesetzt (act. G 3/7/1).
Wie von der Vorinstanz dargelegt (vorstehende E. 3.1), enthält das SHG keine
Vorschriften betreffend die Vollstreckung von Geldforderungen der Sozialhilfe-Behörde.
Die SKOS-Richtlinien (4. A. 2005 mit Ergänzungen bis 2012) knüpfen die Zulässigkeit
einer Rückforderung zum einen an die Bedingung, dass die "gesetzlichen
Grundlagen" (in den Richtlinien nicht näher umschrieben) gegeben seien. Zum anderen
erachten sie eine ratenweise Rückerstattung durch Verrechnung mit laufenden
Leistungen als zulässig, wobei bei der Festsetzung der monatlichen Raten darauf zu
achten sei, dass der unterstützten Person insgesamt das absolute Existenzmiminum
verbleibe (vgl. SKOS-Richtlinien, E.3). Bei den SKOS-Richtlinien handelt es sich um
Empfehlungen (vgl. SKOS-Richtlinien, S. 3). Eine Allgemeinverbindlicherklärung (vgl.
Art. 11 Abs. 2 SHG) ist für den Kanton St. Gallen nicht erfolgt (vgl. dazu C. Hänzi, Die
Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Basel 2011, S. 321; GVP
2001 Nr. 5).
3.4.2. Mit der Vorinstanz (act. G 8 Ziff. 2c) ist vorab festzuhalten, dass der
angefochtene Entscheid entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keinen
Feststellungsentscheid über die Rechtmässigkeit des Leistungsbezugs als
Voraussetzung für den Erlass einer Rückforderungsverfügung voraussetzt. Zu klären ist
damit, ob die Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 26. März 2013 zu Recht die
Rückforderungs-Verrechnung auf einen Zeitraum ab Juni 2014 - und damit lange nach
Erlass der Rückforderungsverfügung, des Stadtrats-Beschlusses vom 13. Mai 2013
(act. G 3/7/1) und auch des angefochtenen Entscheids vom 18. März 2014 - ansetzte.
3.4.3. Der Zweck von Sozialhilfeleistungen besteht nach dem
Bedarfsdeckungsprinzip darin, eine konkrete und gegenwärtige (aktuelle) Notlage zu
mildern. Der Anspruch erstreckt sich damit nicht auf vergangene, bereits überwundene
Notlagen. Sodann schliesst das Bedarfsdeckungsprinzip die Verrechnung mit früheren,
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zu Unrecht gewährten Leistungen aus. Im Ausmass der Bedürftigkeit ist Sozialhilfe
deshalb auch dann zu gewähren, wenn die betroffene Person in der Vergangenheit
aufgrund einer Nichterfüllung der Meldepflicht zu hohe Leistungen erhielt (vgl. Wolffers,
a.a.O., S. 74 f.). In diesem Sinn bestimmt auch Art. 125 Ziff. 2 OR, dass wider den
Willen des Gläubigers (vorliegend: der Beschwerdegegner als Gläubiger der laufenden
Sozialhilfeleistungen) Forderungen, die zum Unterhalt des Gläubigers und seiner
Familie unbedingt erforderlich sind, durch Verrechnung nicht getilgt werden können.
Zur Festlegung des unbedingt Erforderlichen im Sinn dieser Bestimmung sind die zu
Art. 93 SchKG entwickelten Richtlinien für den Notbedarf massgebend. In diesem
Zusammenhang wird in der Lehre davon ausgegangen, dass die gemäss Art. 92 Ziff. 8
SchKG gänzlich unpfändbaren Ansprüche auch gänzlich unverrechenbar sind (W.
Peter, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. A. 2011, Rz. 9 zu Art. 125 OR).
Dabei wird festgehalten, dass Fürsorgeleistungen im Sinn von Art. 92 Ziff. 8 SchKG -
d.h. einmalige, auf besondere Notfälle beschränkte Hilfeleistungen, deren Höhe an den
erlittenen "Schaden" (gemeint wohl: Notbedarf) angepasst seien - absolut unpfändbar
seien, auch wenn sie das betreibungsrechtliche Existenzminimum übersteigen würden
(D. Hunkeler [Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 2. A. 2014, Rz 61 zu Art. 92 SchKG).
Demgegenüber wird für Sozialversicherungsleistungen eine Verrechnung lediglich in
dem Umfang ausgeschlossen, als die Einkünfte das Existenzminimum nicht
übersteigen (vgl. Rhinow/Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Ergänzungsband 1990, S. 95 mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht des Kantons
Zürich erachtet letzteres auch für die Rückerstattung von Sozialhilfeleistungen in dem
Sinn anwendbar, dass diesfalls nicht in das verfassungsrechtlich geschützte
Existenzminimum eingegriffen werden darf (Verwaltungsgericht ZH, Entscheid VB
2007.00337 vom 4. Oktober 2007 E. 6). In einem anderen Entscheid hielt das
Verwaltungsgericht Zürich fest, dass das Bedarfsdeckungsprinzip die Verrechnung von
Rückforderungen mit Sozialhilfeansprüchen begrenze (Verwaltungsgericht Zürich, VB
2002.00223 vom 5. September 2002 E. 4).
3.4.4. Angesichts dieser - inhaltlich nicht durchwegs in Einklang zu bringenden -
Feststellungen erscheint insgesamt der Schluss gerechtfertigt, dass mit Blick auf das
sozialhilferechtliche Bedarfsdeckungsprinzip eine Verrechnung von Rückforderungen
gegenüber dem Sozialhilfebezüger mit laufenden Leistungen (im Gegensatz zu
sanktionsbedingten Leistungskürzungen) jedenfalls nicht den betreibungsrechtlichen
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Notbedarf tangieren darf (vgl. in diesem Sinn auch C. Häfeli, a.a.O., S. 192 f.). Dieser
Grundsatz kommt vorab in jenen Fällen zum Tragen, in denen Sozialhilfeleistungen
nicht den Charakter einer einmaligen Nothilfe haben und einer (dauerhaft
ausgerichteten) Sozialversicherungsleistung insofern nahekommen, als sie - wie
vorliegend - während eines längeren Zeitraums ausgerichtet werden. Hierbei ist zu
beachten, dass auch Sozialversicherungsrenten nach Art. 92 Abs. 1 Ziff. 9a SchKG
vom Grundsatz her nicht pfändbar sind, jedoch eine Verrechenbarkeit von laufenden
IV-Renten mit einer EL-Rückforderung nach der Rechtsprechung dennoch insoweit
möglich ist, als das betreibungsrechtliche Existenzminimum unangetastet bleibt (vgl.
BGE 131 V 249). Mit den Verfahrensbeteiligten (act. G 1 S. 9, G 8 S. 2) ist sodann
festzuhalten, dass das SHG keine ziffernmässig bestimmten Leistungen festlegt und
den Gemeinden ein Ermessensspielraum bei der Leistungsfestlegung zukommt, wobei
es - wie die Vorinstanz zu Recht festhält (act. G 8 S. 2) - selbstredend nicht
gerechtfertigt wäre, den Grundbedarf so hoch anzusetzen, dass er auch eine allfällige
"Reserve für Rückerstattungen" enthält. Jedoch hat die geschilderte faktische Situation
bei der Leistungsfestlegung bzw. der dort bestehende Ermessensspielraum (vgl. dazu
auch Hänzi, a.a.O., S. 320 f.) mittelbar zur Folge, dass eine
Rückforderungsverrechnung mit laufenden Sozialhilfeleistungen zuzulassen ist, soweit
in einem konkreten Fall mit den laufenden Leistungen dem Bedarfsdeckungsprinzip
bzw. dem betreibungsrechtlichen Notbedarf Genüge getan wird und darüber hinaus
(aufgrund einer "grosszügigen" Leistungsfestlegung) ein Überschuss verbleibt. Es ist
kein sachlicher Grund ersichtlich, der eine Verrechnung im Umfang dieses
Überschusses ausschliessen würde. In diesem Sinn ist die Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts im Urteil B 2007/203 zu präzisieren. Die Frage, ob und unter
welchen Voraussetzungen bzw. in welcher Konstellation eine gänzliche
Unverrechenbarkeit zu bejahen wäre, kann konkret - wie sich nachstehend zeigen wird
- offenbleiben. Hinsichtlich der Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend eine
generelle Kürzung der SKOS-Ansätze durch mehrere Kantone bei der
Leistungsausrichtung (act. G 16 S. 6 f.) ist im Übrigen festzuhalten, dass diese
Darlegungen für die Beantwortung der Frage der Verrechenbarkeit der Rückforderung
mit laufenden Leistungen nicht weiterhelfen. Vorliegend ist allein zu prüfen, ob sich aus
dem Vergleich des betreibungsrechtlichen Existenzminimums mit den im konkreten Fall
ausgerichteten Sozialhilfeleistungen ein verrechenbarer Überschuss ergibt.
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3.5.
3.5.1. Nach Lage der Akten erhalten die Beschwerdegegner seit Januar 2013
finanzielle Sozialhilfe. Diese beinhaltet insbesondere den Grundbedarf, die
Wohnkosten, die Kosten der medizinischen Grundversorgung und
Kinderbetreuungskosten (vgl. act. G 9/4/7/3.1-3.7). Nach den Feststellungen der
Beschwerdeführerin erhielten die Beschwerdegegner (im Zeitpunkt der Beschwerde)
eine monatliche Unterstützung von Fr. 3'997.85 (Grundbedarf für den
Dreipersonenhaushalt von Fr. 1'818.--; Mietzins Fr. 1'080.--; Krankenkassenprämien Fr.
856.95; Kinderbetreuungskosten Fr. 242.90). Hinzu kamen Mietnebenkosten
(Fr. 813.80 für das ganze Jahr 2013), Kostenbeteiligungen/Selbstbehalte der
Krankenkasse und Prämien für Hausrat- und Haftpflichtversicherung (vgl. act. G 1 S. 9).
Das betreibungsrechtliche Existenzminimum der Beschwerdegegner errechnete die
Beschwerdeführerin mit Fr. 4'006.95 pro Monat wie folgt: Grundbetrag Ehepaar Fr.
1'780.-- + Zuschlag für das Kind Fr. 290.-- + Mietzins Fr. 1'080.-- +
Krankenkassenprämien Fr. 856.95). Sie folgerte hieraus, dass die Sozialhilfeleistung
das Existenzminimum aufgrund der von der Sozialhilfe zusätzlich übernommenen, beim
betreibungsrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigten Kosten (z.B.
Versicherungsprämien) übersteige (act. G 1 S. 9). Dieser Schluss lässt ausser Betracht,
dass beim Existenzminimum gemäss dem Kreisschreiben der st. gallischen
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs über die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Notbedarfs, in Kraft seit Januar 2009 (Kreisschreiben
Notbedarf; publiziert auf www.gerichte.sg.ch), ein angemessener Betrag für Haftpflicht-
und Hausratversicherung berücksichtigt werden kann, sofern nicht bereits in der
Einkommensberechnung enthalten. Sodann sind die tatsächlich zu bezahlenden
Gesundheitskosten (Selbstbehalte/Franchisen) in voller Höhe einzubeziehen
(Kreisschreiben Notbedarf Ziff. 4.3). Überdies sind die vom Sozialamt übernommenen
Kinderbetreungskosten zu berücksichtigen, wenn beachtet wird, dass das
Kreisschreiben Notbedarf unter der Rubrik "Verschiedene Aufwendungen" (Ziff. 4.9)
unter anderem auch die Kosten der Betreuung von Familienangehörigen aufführt.
Mietnebenkosten (Heizungskosten) finden bei der Festlegung des Notbedarfs ebenfalls
Berücksichtigung (Kreisschreiben Notbedarf Ziff. 4.2). Angesichts dieser Verhältnisse
erreicht bzw. übersteigt das betreibungsrechtliche Existenzminimum die Höhe der
ausgerichteten Sozialhilfe, weshalb eine Rückforderungsverrechnung (sowohl im
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verfügten Betrag von monatlich Fr. 200.-- als auch mit einem tieferen Betreffnis) ausser
Betracht fällt.
3.5.2. Die vorstehend angestellten Berechnungen basieren auf den Angaben der
Beschwerdeführerin für einen Zeitraum vor Beginn der mit Wirkung ab Juni 2014
verfügten Verrechnung. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang zu Recht
darauf hin, dass im Rahmen der verfügungsweisen Verrechnungsanordnung für einen
künftigen Zeitraum eine Prüfung des Vorliegens der Verrechnungsvoraussetzungen im
Einzelfall gar nicht möglich war, da die künftigen Verhältnisse - d.h. die konkreten
Sozialhilfeleistungen und der konkrete Notbedarf ab jenem Zeitraum - nicht bekannt
sein konnten (act. G 8 S. 2 oben). Die Frage, ob sich die streitige
Verrechnungsanordnung zusätzlich auch aus diesem Grund nicht aufrecht erhalten
lässt, braucht jedoch nicht weiter geprüft zu werden. Der Schluss der Vorinstanz, dass
die Beschwerdegegner für den Betrag von Fr. 7'000.-- zwar rückerstattungspflichtig
seien, die Verrechnungsanordnung zur Tilgung der Rückerstattung mit laufenden
Leistungen jedoch nicht zulässig sei, erweist sich angesichts der geschilderten
Verhältnisse im Ergebnis als begründet. Sollte sich in einem späteren Zeitraum eine
Veränderung/Verbesserung der finanziellen Situation der Beschwerdegegner ergeben,
ist es der Beschwerdeführerin unbenommen, die ausstehende Rückerstattung (durch
Verrechnung oder ordentlicherweise durch Betreibung) bei den Beschwerdegegnern
geltend zu machen.
4.
4.1. Die Beschwerdeführerin wendet in formeller Hinsicht ein, die Vorinstanz hätte
die verfügte Rückforderung im Grundsatz bestätigen und diesbezüglich den Rekurs
abweisen müssen, auch wenn sie die Verrechnung der Rückforderung mit laufenden
Leistungen ab Juni 2014 als unzulässig erachtet habe. Da sie dies nicht getan habe, sei
die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen (act. G 1 S. 4 und 7). Dieser Einwand
trifft zu: Der Rekurs der Beschwerdegegner an die Vorinstanz richtete sich pauschal
gegen die verfügte Rückforderung und beanstandete sinngemäss sowohl deren
Bestand als auch den Rückforderungsvollzug (vgl. act. G 9/2). Wie dargelegt (E. 2)
bestätigte die Vorinstanz in materieller Hinsicht die Rückerstattungspflicht der
Beschwerdegegner für Fr. 7'000.--. Den Rückforderungsvollzug, d.h. die Anordnung
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der Verrechnung mit laufenden Leistungen, beanstandete sie demgegenüber zu Recht.
Damit hätte der Rekurs nicht vollständig, sondern nur in dem Sinn gutgeheissen
werden dürfen, als die Verrechnungsanordnung unzulässig war; mit Bezug auf den
Bestand der Rückforderung als solcher wäre er abzuweisen gewesen. In teilweiser
Gutheissung der Beschwerde ist somit Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen
Rekursentscheids aufzuheben und wie folgt neu zu fassen: "Der Rekurs wird teilweise
gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Ziff. 1 des Rekursentscheids des Stadtrats
und Ziff. 2 des Beschlusses des Sozialamtes werden insoweit abgeändert, als die
Rückforderung der zu Unrecht bezogenen Sozialhilfeleistung in Höhe von Fr. 7'000.--
nicht direkt am Sozialhilfebudget in Abzug gebracht werden darf. Im Übrigen, d.h. mit
Bezug auf den Bestand der Rückforderung, wird der Rekurs abgewiesen".
4.2. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens sind mit Blick auf diesen
Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin und den Beschwerdegegnern je hälftig
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die
Beschwerdegegner entfallen somit Fr. 750.--; es rechtfertigt sich jedoch, angesichts
der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdegegner (Sozialhilfebezug) auf deren
Erhebung zu verzichten (Art. 97 VRP). Der Kostenanteil der Beschwerdeführerin wird
mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- verrechnet.
Die Kosten für das Rekursverfahrens (Fr. 500.--; act. G 2 S. 8) sind angesichts der
vorstehend geschilderten Verhältnisse ebenfalls hälftig auf die Beschwerdeführerin und
die Beschwerdegegner aufzuteilen. Es rechtfertigt sich, gegenüber den
Beschwerdegegnern auf die Erhebung zu verzichten (Art. 97 VRP). Der Anteil der
Beschwerdeführerin (Fr. 250.--) wird mit dem Vorschuss für das Beschwerdeverfahren
verrechnet.
4.3. Ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf die Entschädigung ausseramtlicher
Kosten ist sowohl vom Grundsatz her (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz 829 ff.) als auch mit Blick Verfahrensausgang
(kein mehrheitliches Obsiegen) nicht gegeben (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art.
98bis VRP; vgl. R. Hirt, a.a.O., S. 182 ff.).