Decision ID: 3d91e395-39cd-5194-8e08-e341a06ee197
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im März 2012 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er
gab u.a. an, in B._ die Grundschule und eine Maurerausbildung absolviert zu haben.
Am 5. Mai 2011 hatte er einen Arbeitsunfall erlitten (siehe Austrittsbericht des Spitals
C._ vom 13. Mai 2011, Fremdakten, nicht nummeriert). Die Ärzte des Spitals C._
hatten u.a. die folgenden Diagnosen angegeben:
· Leichte traumatische Hirnverletzung vom 5. Mai 2011 (Exkoriation frontal);
· stumpfes Thoraxtrauma vom 5. Mai 2011 (Fraktur Costa I und VI links);
· wenig dislozierte Fraktur Corpus scapulae links vom 5. Mai 2011;
· Fraktur Processus transversus BWK I links vom 5. Mai 2011;
· Kompressionsfaktur BWK 10 vom 5. Mai 2011 (ohne Hinterkantenbeteiligung).
A.b Vom 24. August bis 28. September 2011 hatte der Versicherte einen stationären
Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon absolviert (Austrittsbericht vom 3. Oktober 2011,
Fremdakten). Die Klinikärzte hatten angegeben, dass die Depression unter Einnahme
von Cipralex remittiert sei. Der Schmerzzustand sei weitgehend unverändert. Bei der
neurologischen Untersuchung vom 31. August 2011 hätten sich keine Hinweise für eine
Radikulopathie und keine klinisch oder elektrodiagnostisch relevanten Befunde gezeigt.
Die remittierte Depression begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Die
bisherige Tätigkeit als Vorarbeiter Kanalsanierung sei dem Versicherten aktuell nicht
zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne länger
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dauernde Arbeiten über Schulterhöhe sei dem Versicherten mit zu Beginn 50 %iger
Präsenz ohne Leistungsdruck zumutbar.
A.c Die D._ AG berichtete am 2. Mai 2012 (IV-act. 22), dass der Versicherte vom 1.
Mai 1994 bis zum Unfall vom 5. Mai 2011 als Vorarbeiter Kanalsanierungen für sie
gearbeitet habe. Bei einer Arbeitszeit von 46.6 Stunden pro Woche (gemeint wohl:
43.6) habe er ab dem 1. Januar 2011 ein Jahreseinkommen von Fr. 91‘000.-- erzielt.
Seit dem 1. Oktober 2011 verrichte der Versicherte 1 bis 2 Stunden pro Tag leichtere
Hilfsarbeiten in der Werkstatt. Dem IK-Auszug (IV-act. 9) war zu entnehmen, dass der
Versicherte im Jahr 2010 Fr. 89‘625.-- verdient hatte.
A.d RAD-Ärztin Dr. med. E._ notierte ebenfalls am 2. Mai 2012, dass der Versicherte
seit dem 5. Mai 2011 in allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei. Zurzeit laufe ein
Arbeitsversuch zur Anpassung und Angewöhnung. Der Gesundheitszustand sei noch
nicht stabil (IV-act. 20). Am 3. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 23).
A.e Am 25. September 2012 hielt RAD-Ärztin Dr. E._ fest (IV-act. 30), dass der
Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit noch zu 20 Prozent arbeitsfähig sei. Die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei noch nicht klar.
A.f Am 7. Dezember 2012 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt (Bericht vom
10. Dezember 2012, Fremdakten). Suva-Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie
FMH, erklärte, dass subjektiv Schmerzen im Rücken, der (linken) Schulter und
rezidivierende Parästhesien/Sensibilitätsstörungen an der Vorderseite des rechten
Oberschenkels und im Nacken-/Trapeziusbereich links persistierten. Objektiv finde sich
eine Gibbusbildung im Bereich der BWS, eine eingeschränkte Beweglichkeit im Bereich
der BWS, eine im Seitenvergleich nur minimal eingeschränkte Beweglichkeit der linken
Schulter gegenüber rechts und ein Schulterhochstand links. Gegebenenfalls sollte nach
Durchführung der Schmerztherapie zur genauen Zumutbarkeitsbeurteilung eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt werden.
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A.g Die Ärzte des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) gaben in
ihrem Bericht vom 23. Januar 2013 an, dass der Versicherte an einem chronifizierten,
nozizeptiv-neuropathischen Schmerzsyndrom para-/panvertebral, mit punctum
maximum Th5-10 linksbetont, leide. Der Versicherte habe ein Allodynieareal auf der
Höhe Th5-8 linksbetont beschrieben. Die ausstrahlenden Schmerzen Richtung cervical
und lumbal seien intermittierend. Insgesamt scheine die Traumaverarbeitung gut zu
gelingen, die depressive Verstimmung scheine eher durch die massive alltägliche
Beeinträchtigung bedingt zu sein (Fremdakten). RAD-Ärztin Dr. E._ hielt am 17. Juni
2013 fest, dass der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit für leichte Arbeiten 1
bis 2 Stunden pro Tag arbeitsfähig sei (IV-act. 43-1).
A.h Am 22. und 23. Januar 2014 wurde der Versicherte in der Rehaklinik Bellikon
untersucht und es wurde eine EFL durchgeführt (IV-act. 39). Die Klinikärzte gaben an,
dass Beschwerden im Bereich der ganzen Wirbelsäule, vorwiegend auf der Höhe des
zervikothorakalen und thorakolumbalen Übergangs, im Vordergrund gestanden hätten.
Klinisch hätten bereits inspektorisch eine vermehrte Brustkyphose mit Gibbusbildung
auf der Höhe der stattgehabten BWK 10-Fraktur sowie ein leichter Shift nach rechts
imponiert. Die Beweglichkeit nahezu aller Wirbelsäulenabschnitte sei in den meisten
Richtungen zumindest leichtgradig eingeschränkt gewesen. Palpatorisch habe sich vor
allem im Bereich des M. trapezius bds., des Pars ascendens sowie auch descendens
ein deutlicher Hartspann ausmachen lassen. Der Achillessehnenreflex links habe
gefehlt, was allenfalls auf eine Tangierung der Nervenwurzel S1 links zurückzuführen
sei. Konventionell-radiologisch hätten die aktuellen Röntgenaufnahmen am
Achsenskelett insgesamt keine neuen Aspekte gezeigt. Der Versicherte habe ferner
über andauernde belastungsabhängig verstärkte Dauerschmerzen in der linken
Schulter geklagt. Die Beweglichkeit sei vor allem bei der Aussenrotation mässiggradig
eingeschränkt. Klinisch hätten sich keine klaren Anhaltspunkte für eine Problematik im
Bereich der Rotatorenmanschette ergeben. Konventionell-radiologisch liessen sich
keine knöchernen Pathologien im Sinne einer sekundären Omarthrose oder einer AC-
Gelenksarthrose feststellen. Bei einem Status nach Scapulafraktur links,
zwischenzeitlich vollständig konsolidiert, hätten sich keine Veränderungen im Vergleich
zur bisherigen Bildgebung ergeben. Klinisch bestünden im Bereich der linken Scapula
denn auch keine Druckdolenzen. Die genaue Ursache der Schulterbeschwerden links
bleibe letztlich unklar. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass sich unter
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Berücksichtigung der Diagnosen, der klinischen und bildgebenden Befunde im Bereich
des Achsenskeletts und auch des Schultergürtels links ein Endzustand eingestellt
habe. Im Rahmen der EFL hätten die Beobachtungen zum Schmerzverhalten des
Versicherten bei den Tests auf eine erhebliche Symptomausweitung hingewiesen. Die
Schmerzsymptomatik erscheine dadurch deutlich überlagert. Das Ausmass der noch
immer geltend gemachten Beschwerden sei aus rein somatisch-funktioneller Sicht nur
in unzureichendem Mass nachvollziehbar. Infolge der deutlichen Schmerzlimitierung
und Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung
der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Die Beurteilung der
Zumutbarkeit stütze sich deshalb auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Die
bisherige Tätigkeit als Vorarbeiter Kanalsanierungen sei dem Versicherten nicht mehr
zumutbar, da sie wiederholtes Hantieren auch mit sehr schweren Lasten beinhalte.
Hingegen seien dem Versicherten adaptierte, leichte bis mittelschwere Arbeiten mit der
Möglichkeit zur Wechselbelastung (wahlweise stehend, gehend, sitzend mit Stehen,
Gehen oder Sitzen am Stück während max. etwa 1.5 Stunden), ohne Arbeiten in länger
dauernd vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition sowie ohne länger dauernde
Arbeiten über Schulterhöhe ganztags zumutbar.
A.i RAD-Ärztin Dr. E._ notierte am 6. Februar 2014 (IV-act. 43-1 f.), dass der
Versicherte gemäss der EFL in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei.
In einer adaptierten Tätigkeit betrage die zumutbare Arbeitsfähigkeit 100 %.
A.j Eine IV-Sachbearbeiterin notierte am 10. Februar 2014 (IV-act. 42-2), dass der
Versicherte aufgrund seines hohen Erwerbseinkommens einen Anspruch auf eine
Umschulung hätte. Da offen sei, ob noch ein Arbeitgeber vorhanden sei, ob der
Versicherte in Frühpension gehen könne und weil eine Umschulung aufgrund des Alters
des Versicherten nicht verhältnismässig wäre, werde trotzdem ein Auftrag an die
Eingliederungsverantwortliche erteilt. Am 8. Mai 2014 hielt die Sachbearbeiterin fest,
dass der Arbeitsplatzerhalt im Vordergrund stehe. Zusammen mit der Arbeitgeberin
werde versucht, in der Firma eine adaptierte Tätigkeit für den Versicherten zu finden.
Sollte dies nicht möglich sein, würden die beruflichen Massnahmen abgeschlossen (IV-
act. 42-3). Am 19. März 2014 fand ein Gespräch zwischen dem Versicherten, seiner
Rechtsvertreterin, dem Case Manager der Suva und der
Eingliederungsverantwortlichen statt. Die Eingliederungsverantwortliche hielt im
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Gesprächsprotokoll fest, dass es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Stellen gebe, die
sämtliche Adaptionskriterien erfüllten, wie z.B. Produktionsmitarbeiter,
Qualitätskontrolleur oder Maschinenbediener. Dies habe auch der Case Manager der
Suva bestätigt; eine andere Frage sei, ob eine solche Stelle frei sei und ob der
Versicherte aufgrund seines Alters eine solche Stelle finden würde. Der Versicherte
verrichte weiterhin 1-2 Stunden pro Tag leichte Arbeiten. Einigkeit bestehe darüber,
dass in erster Linie geklärt werden müsse, ob es im Betrieb der Arbeitgeberin leichte
Arbeiten für den Versicherten gebe. Dies sei die grösste und beste Chance für den
Versicherten, eine Anstellung zu finden. Aufgrund des Alters des Versicherten, der
medizinischen Situation mit allen Adaptionskriterien und der vorhandenen Ressourcen
sei es sehr unwahrscheinlich, dass er eine neue Arbeitsstelle finden würde.
A.k Am 14. Mai 2014 fand ein Gespräch zwischen dem Versicherten, dem Case
Manager der Suva, Vertretern der Arbeitgeberin und der
Eingliederungsverantwortlichen statt (IV-act. 45). Die Eingliederungsverantwortliche
protokollierte, der Personalverantwortliche habe die Beurteilung, dass der Versicherte
in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, absolut nicht nachvollziehen können.
In der Firma gebe es höchstens im Umfang von 50 % adaptierte Arbeiten. Der
Versicherte selbst sehe sich höchstens zu 20 % arbeitsfähig. Die Arbeitgeberin werde
dem Versicherten nicht kündigen, sondern es werde eine Vertragsanpassung auf ein
Pensum von 20-30 % geben. Ein nochmaliger Versuch, den Versicherten zu einer
Präsenzsteigerung zu motivieren, sei gescheitert. Die beruflichen Massnahmen würden
abgeschlossen. Am 17. Juni 2014 wurde dem Versicherten mitgeteilt (IV-act. 50), dass
sein Gesuch um berufliche Massnahmen abgewiesen werde, weil er sich für ein 20-30
% übersteigendes Pensum nicht arbeitsfähig fühle und er keine Unterstützung in Form
von beruflichen Massnahmen wünsche.
A.l Mit Vorbescheid vom 28. Juli 2014 (IV-act. 54) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten die Ablehnung seines Rentengesuchs bei einem IV-Grad von 32 % an. Zur
Begründung führte sie an, dass dem Versicherten die angestammte Tätigkeit zwar
nicht mehr zumutbar sei. In einer adaptierten Tätigkeit sei er jedoch voll arbeitsfähig.
Das Valideneinkommen wurde auf Fr. 90‘521.-- festgesetzt und entsprach dem an die
Nominallohnentwicklung bis 2011 angepassten tatsächlich erzielten Einkommen 2010
(Fr. 89‘625.-- gemäss IK-Auszug). Als Invalideneinkommen wurde das
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durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters (Privater Sektor, Niveau 4) gemäss
der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik des Jahres 2011
hinzugezogen (Fr. 61‘776.--). Ein Tabellenlohnabzug wurde nicht vorgenommen.
Dagegen liess der Versicherte am 1. September 2014 einwenden, dass ihm eine IV-
Rente zuzusprechen sei (IV-act. 55). Zur Begründung führte seine Rechtsvertreterin an,
dass der Versicherte das errechnete Invalideneinkommen gesundheitsbedingt nicht
erzielen könne. Aufgrund seiner grossen Einschränkungen könne er keine
Fabrikarbeiten, keine Sortier- oder Überwachungsarbeiten und auch keine industriellen
Tätigkeiten verrichten, da diese praktisch immer in den gleichen Positionen ausgeführt
würden. Auch die Eingliederungsverantwortliche sei der Meinung, dass der Versicherte
aufgrund seiner Einschränkungen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine
adaptierte Tätigkeit finden werde. Sie habe deshalb Eingliederungsmassnahmen als
nicht angezeigt erachtet. Als einzige Möglichkeit sei die Weiterbeschäftigung im
bisherigen Betrieb angesehen worden. Seit dem 1. November 2014 verdiene der
Versicherte ca. Fr. 15‘400.-- pro Jahr. Das Invalideneinkommen entspreche diesem
Betrag. Des Weiteren habe die IV-Stelle keinen Tabellenlohnabzug vorgenommen,
obwohl ein massiver Abzug aufgrund des Alters des Versicherten, seiner schlechten
Deutschkenntnisse und der Tatsache, dass er sein ganzes Arbeitsleben auf dem Bau
körperliche Arbeit verrichtet habe, angezeigt sei.
A.m Mit Verfügung vom 12. September 2014 (IV-act. 57) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab. Zum Einwand hielt
sie fest, dass der Versicherte seine Arbeitsfähigkeit beispielsweise in den folgenden
Tätigkeiten verwerten könne: Kleinteilmontage (sitzend oder abwechselnd sitzend und
stehend), Qualitätssicherung/optische Kontrolle (abwechselnd stehend und sitzend),
Überwachung einfacher Maschinenprozesse und Einpack-/Etikettierarbeiten
(abwechselnd sitzend oder stehend). Das fortgeschrittene Alter und die schlechten
Deutschkenntnisse seien invaliditätsfremde Faktoren, die nicht berücksichtigt werden
könnten. Im Übrigen würde auch unter Berücksichtigung eines 10 %igen
Tabellenlohnabzugs kein Rentenanspruch bestehen.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
25. September 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Seine Rechtsvertreterin
beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer Invalidenrente. Die
Beschwerdebegründung entsprach weitgehend der Stellungnahme zum Vorbescheid.
Ergänzend wurde geltend gemacht, dass aufgrund der massiven gesundheitsbedingten
Probleme des Beschwerdeführers ohne weiteres ein 10 % übersteigender
Tabellenlohnabzug angemessen sei. Weiter handle es sich bei den von der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) aufgezählten Tätigkeiten nicht um adaptierte
Tätigkeiten, da diese in der Regel stehend oder sitzend zu erledigen seien. Der
Beschwerdeführer müsse jedoch auch regelmässig gehen. Arbeitsplätze, bei welchen
man Arbeiten stehend, gehend und/oder sitzend verrichten könne und die gleichzeitig
lediglich leicht bis mittelschwer seien, gebe es auf dem Arbeitsmarkt nicht.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 13. November 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie bestritt, dass die Eingliederungsverantwortliche die von der
Rechtsvertreterin geltend gemachten Aussagen zur Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit gemacht habe. Die Eingliederungsmassnahmen seien
abgeschlossen worden, weil solche vom Beschwerdeführer nicht mehr gewünscht
worden seien. Weil der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig
sei, jedoch lediglich in einem Pensum von 20-30 % am bisherigen Arbeitsplatz arbeite,
könne das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht als Grundlage für die
Berechnung des Invalideneinkommens dienen. Hilfsarbeitern stünden nach Eintritt der
Invalidität eine Vielzahl von Stellen im Produktions- und Dienstleistungssektor offen.
Für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere
Lieferdienste. Demnach treffe nicht zu, dass es für den Beschwerdeführer auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstellen mehr gebe. Da der Beschwerdeführer
auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne, sei kein Tabellenlohnabzug
vorzunehmen. Ein solcher wäre nur in Betracht gefallen, wenn er lediglich noch leichte
Hilfstätigkeiten ausführen könnte. Bei den geltend gemachten Abzugsgründen handle
es sich ausserdem um invaliditätsfremde Faktoren.
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B.c In ihrer Replik vom 11. Dezember 2014 (act. G 7) brachte die Rechtsvertreterin
ergänzend vor, dass die Umschulungsmassnahmen aufgrund des Alters des
Beschwerdeführers nicht in Frage gekommen seien und nicht, weil der
Beschwerdeführer solche nicht gewünscht hätte. Andere Eingliederungsmassnahmen
seien nicht vorgesehen gewesen mit Ausnahme des Versuchs, bei der bisherigen
Arbeitgeberin einen adaptierten Arbeitsplatz zu finden. Die Beschwerdegegnerin sei auf
ihre wiederholt geäusserte Meinung, dass die Restarbeitsfähigkeit nur noch im
bisherigen Betrieb verwertet werden könne, zu behaften.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G.9).

Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch bei einem IV-Grad von 32 % verneint. Der Beschwerdeführer hat
hingegen geltend gemacht, dass er Anspruch auf eine IV-Rente habe. Nachfolgend ist
daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen Rentenanspruch hat und falls ja, ab
wann und in welcher Höhe.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
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oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Die Höhe des Invalideneinkommens hängt u.a. von der Arbeitsfähigkeit der
versicherten Person ab. Zu prüfen ist daher zunächst, ob und wenn ja, in welchem
Ausmass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
2.2 Im Recht liegt lediglich eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, nämlich diejenige der
Rehaklinik Bellikon vom 18. Dezember 2013. Diese hat erklärt, dass dem
Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Vorarbeiter Kanalreinigungen nicht
mehr zumutbar sei, da diese Arbeit u.a. wiederholtes Hantieren mit sehr schweren
Lasten beinhalte. In einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit der Möglichkeit zur
Wechselbelastung (wahlweise stehend, gehend, sitzend mit Stehen, Gehen oder Sitzen
am Stück während max. etwa 1.5 Stunden), ohne Arbeiten in länger dauernd
vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition sowie ohne länger dauernde Arbeiten
über Schulterhöhe sei der Beschwerdeführer jedoch voll arbeitsfähig. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist zwischen den Parteien grundsätzlich unbestritten.
Aufgrund des dem Gericht obliegenden Untersuchungsgrundsatzes ist dennoch zu
prüfen, ob die Beurteilung der Rehaklinik Bellikon den im Sozialversicherungsverfahren
geltenden beweisrechtlichen Anforderungen standhält.
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2.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). In formeller
Hinsicht erfüllt der Bericht der Rehaklinik Bellikon die von der Rechtsprechung
aufgestellten Kriterien: Der Bericht enthält eine ausführliche Anamnese, berücksichtigt
die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Beschwerden und gibt die
erhobenen objektiven Befunde, die gestellten Diagnosen sowie eine abschliessende
Gesamtbeurteilung wieder. Auch in materieller Hinsicht überzeugt der Bericht der
Rehaklinik: Die Untersuchungspersonen haben sich eingehend mit den
gesundheitlichen Beeinträchtigungen und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
auseinandergesetzt (S. 5). Insbesondere beruht ihre Einschätzung auch auf aktuellen
Röntgenuntersuchungen der HWS, der BWS, der LWS und der Schultern (S. 5). Des
Weiteren haben die Untersuchungspersonen die Diskrepanzen zwischen der relevanten
klinischen Problematik und dem Leistungsverhalten des Beschwerdeführers in der EFL
aufgezeigt (S. 10 f.). Aufgrund der objektiven Befunde im Bereich der Wirbelsäule und
der dadurch bedingten verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts überzeugt die
Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik Bellikon, dass der Beschwerdeführer in seiner
angestammten Tätigkeit als Vorarbeiter Kanalreinigungen nicht mehr arbeitsfähig ist;
denn diese Tätigkeit beinhaltet gemäss der Arbeitgeberin auch das Heben und Tragen
von Lasten über 25 kg. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass keine (eindeutigen)
sensomotorischen Defizite haben nachgewiesen werden können, überzeugt auch die
Beurteilung, dass der Beschwerdeführer nach Erreichen des medizinischen
Endzustandes (Unfall vom 5. Mai 2011) in einer − den von der Rehaklinik aufgestellten
Kriterien entsprechenden − adaptierten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig
gewesen ist.
2.4 Zu prüfen bleibt, wann dieser Endzustand erreicht gewesen ist. Denn sollte der
Beschwerdeführer auch nach dem 1. September 2012 (Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns, siehe Art. 28 Abs. 1lit. b IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG) in einer
adaptierten Tätigkeit weiterhin (teilweise) arbeitsunfähig gewesen sein, könnte dies
einen befristeten (höheren) Rentenanspruch zur Folge haben. Die Ärzte der Rehaklinik
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Bellikon haben im Austrittsbericht vom 3. Oktober 2011 erklärt, dass die beklagten
Beschwerden mit den klinischen und radiologischen Befunden noch zum Teil erklärbar
seien. Leichte bis mittelschwere Arbeiten mit Wechselbelastung am HWS/BWS-
Übergang sowie ohne länger dauernde Tätigkeiten über Schulterhöhe könnten mit zu
Beginn 50 %iger Präsenz ohne Leistungsdruck ausgeführt werden. Daneben haben die
Ärzte jedoch auch folgendes angemerkt: „Empfehlungen/Prozedere beruflich:
Arbeitsaufnahme zur Angewöhnung/Anpassung an die Arbeit (AUF 100 %). [...]. Trotz
gewisser Bedenken ist der Patient bereit, in diesem Rahmen einen Arbeitsversuch zu
starten.“ Unklar ist, ob sich die in Klammern angegebene 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
nur auf die bisherige Tätigkeit bezogen hat oder auch auf eine adaptierte Tätigkeit.
Letzteres würde bedeuten, dass die Angabe der 50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit lediglich als prognostische Einschätzung und nicht als definitive
Arbeitsfähigkeitsschätzung gemeint gewesen ist. Auf diese Interpretation deutet der
Umstand hin, dass sich der Kreisarzt der Suva aufgrund der kreisärztlichen
Untersuchung vom 7. Dezember 2012 noch nicht in der Lage gefühlt hat, die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit festzulegen. Die Zumutbarkeitsbeurteilung
sowie die EFL durch die Rehaklinik Bellikon sind erst im Dezember 2013 resp. Januar
2014 erfolgt. Die Frage, wann der Beschwerdeführer nach dem Unfall in einer
adaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder zu 100 %
arbeitsfähig gewesen ist, d.h. wann der medizinische Endzustand erreicht gewesen ist,
hat die Rehaklinik Bellikon nicht beantwortet. Auch alle anderen bei den Akten
liegenden ärztlichen Berichte sind nicht geeignet, den Arbeitsfähigkeitsgrad in einer
adaptierten Tätigkeit zwischen dem 1. September 2012 und Ende Dezember 2013 mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Die
Sache ist daher zur Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit im
Zeitraum 1. September 2012 (möglicher Rentenbeginn) bis Ende Dezember 2013 an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.5 Demnach ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur weiteren
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
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3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Praxisgemäss ist die Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen
Beurteilung an die Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten
(BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
in gleicher Höhe wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
3.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote
eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.