Decision ID: 22da9cc2-3579-4f7a-b8fd-7c5942018f13
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 22. Februar 2022 ist die IV-Stelle für Versicherte im
Ausland (IVSTA; nachfolgend: Vorinstanz) auf das Leistungsgesuch von
A._ nicht eingetreten (BVGer-act. 1 Beilage 1).
B.
Gegen diese Verfügung liess A._ (nachfolgend: Beschwerdeführe-
rin) durch ihren Rechtsvertreter mit Fax-Eingabe am 28. März 2022 Be-
schwerde erheben (BVGer-act. 1).
C.
Mit prozessleitender Verfügung vom 1. April 2022 forderte das Bundesver-
waltungsgericht die Beschwerdeführerin unter anderem auf, innert einer
Frist von fünf Tagen ab Erhalt der Verfügung eine original unterzeichnete
Beschwerdeschrift sowie eine Prozessvollmacht für das vorliegende Ver-
fahren einzureichen. Dabei wurde die Beschwerdeführerin explizit darauf
hingewiesen, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werde, sollte sie
dieser Aufforderung nicht nachkommen (BVGer-act. 2).
D.
Die Beschwerdeführerin hat auf die Aufforderung des Bundesverwaltungs-
gerichts nicht reagiert.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG
und Art. 69 Abs. 1 lit. b IVG (SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht
zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren
vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grundsätzlich nach dem
VwVG (SR. 172.021 [Art. 37 VGG]). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3
lit. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1).
2.
2.1 Gemäss Art. 52 VwVG hat die Beschwerdeschrift die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Be-
schwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten (Abs. 1 Satz 1). Ge-
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nügt die Beschwerde diesen Anforderungen nicht, oder lassen die Begeh-
ren des Beschwerdeführers oder deren Begründung die nötige Klarheit
vermissen und stellt sich die Beschwerde nicht als offensichtlich unzulässig
heraus, so räumt die Beschwerdeinstanz dem Beschwerdeführer eine
kurze Nachfrist zur Verbesserung ein. Sie verbindet diese Nachfrist mit der
Androhung, nach unbenütztem Fristablauf auf Grund der Akten zu ent-
scheiden oder, wenn die Begehren, Begründung oder Unterschrift fehlen,
auf die Beschwerde nicht einzutreten (Art. 52 Abs. 2 und 3 VwVG).
2.2 Auch nach ständiger Rechtsprechung genügt die Einreichung eines
Rechtsmittels per Fax weder den gesetzlichen Anforderungen an die
Schriftform noch an die Fristwahrung (vgl. statt vieler BGE 142 V 152
E. 4.5 f.; Urteil des BGer 8C_518/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 6.2.4 in
fine; vgl. im Weiteren FRANK SEETHALER/FABIA PORTMANN in: Wald-
mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrens-
gesetz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 21 zu Art. 52). Reicht eine
Partei eine Rechtsschrift per Telefax ein, lehnt das Bundesgericht eine Hei-
lung durch Nachreichen einer Rechtsschrift mit Originalunterschrift nach
Ablauf der Beschwerdefrist ab, weil die Partei, die eine Rechtsschrift mit
Telefax einreicht, schon von vornherein wisse (bzw. wissen müsse), dass
damit gegen das Unterschriftserfordernis verstossen werde. Die Ansetzung
einer Nachfrist komme somit nicht in Betracht (BGE 142 V 152 E. 4.5 mit
Hinweisen). Von der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin, welche als
Fachperson eine berufsmässige Vertretung übernimmt und in diesem Rah-
men gewöhnlich Eingaben an Gerichte tätigt, darf jedenfalls erwartet wer-
den, dass sie sich über die dabei einzuhaltenden Regeln informiert (vgl. Ur-
teil des BGer 2C_754/2008 vom 23. Dezember 2015 E. 2.4, welches eben-
falls eine Rechtsvertretung aus Deutschland betraf).
3.
3.1 Die eingeschrieben versandte Zwischenverfügung vom 1. April 2022
mit der Aufforderung, innert fünf Tagen ab Erhalt eine original unterzeich-
nete Beschwerdeschrift sowie eine Prozessvollmacht für das vorliegende
Verfahren einzureichen, wurde dem Rechtsvertreter gemäss Rückschein
am 5. April 2022 zustellt (BVGer-act. 3). Die vom Bundesverwaltungsge-
richt angesetzte fünftätige Verbesserungsfrist begann somit vorliegend am
6. April 2022 zu laufen (vgl. Art. 20 Abs. 1 VwVG).
3.2 Die Beschwerdeführerin hat innert angesetzter Frist - welche infolge
Fristenstillstands über Ostern (vgl. Art. 22a Abs. 1 lit. a VwVG) erst am
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25. April 2022 abgelaufen ist - weder eine original unterzeichnete Be-
schwerdeschrift noch eine Prozessvollmacht eingereicht. Sie hat auch
nicht schriftlich um Fristverlängerung oder um Wiederherstellung der ver-
säumten Frist ersucht. Es ist daher androhungsgemäss und im einzelrich-
terlichen Verfahren auf die Beschwerde nicht einzutreten, da diese die ge-
setzlichen Formerfordernisse nicht erfüllt (vgl. Art. 23 Abs. 1 lit. b VGG).
4.
Die Verfahrenskosten können ganz oder teilweise erlassen werden, wenn
Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als
unverhältnismässig erscheinen lassen, diese der Partei aufzuerlegen
(Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Im vorliegenden Fall kann umständehalber auf die Erhe-
bung von Verfahrenskosten verzichtet werden. Zudem ist keine Parteient-
schädigung zuzusprechen (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.)
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