Decision ID: b19efd82-8435-4f2d-b5bb-252035483f67
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, geboren 1959, wohnhaft gewesen in B._/aktuell in C._,
war ab dem 1. Oktober 2001 als Zimmerei-Hilfsarbeiter für die Firma
D._, Holzbau, E._, tätig und über dieses Arbeitsverhältnis bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert.
2. Erstmals am 14. Dezember 2005 meldete die Arbeitgeberin der SUVA,
dass der Beschwerdeführer seit dem 30. August 2005 wegen eines
Ekzems an den Händen in ärztlicher Behandlung bei seinem Hausarzt Dr.
med. F._ stehe. Die SUVA bejahte das Vorliegen einer
Berufskrankheit nach entsprechenden Abklärungen und erbrachte die
gesetzlichen Versicherungsleistungen. Im weiteren Verlauf stabilisierte
sich die gesundheitliche Situation.
3. Mit Schadenmeldung vom 30. September 2010 wurde der SUVA ein
Rückfall mit vorübergehender Arbeitsunfähigkeit angezeigt, nachdem sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Sommer deutlich
verschlechtert hatte. Die SUVA richtete erneut die gesetzlichen
Versicherungsleistungen aus.
4. Am 26. Januar 2011 fiel der Beschwerdeführer während der Arbeit von
einem Baugerüst auf die rechte Flanke/rechte hyperextendierte Hand. Die
weiteren Abklärungen im Kantonsspital Graubünden (mit Operation vom
2. März 2011 sowie vom 19. Mai 2011) ergaben, dass der
Beschwerdeführer insbesondere eine komplette Ruptur des
scapholunären und des lunotriquetralen Ligamentes Handwurzel rechts
sowie eine TFCC-Läsion rechts erlitt. Die SUVA anerkannte ihre
Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die
gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld, Heilkosten).
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5. Am 13. Juni 2013 erliess die SUVA eine Nichteignungsverfügung und
erklärte den Beschwerdeführer wegen seiner Berufskrankheit ab dem 1.
Oktober 2013 für Arbeiten mit Exposition gegenüber Holzstaub als nicht
geeignet. Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
6. Mit Verfügung vom 18. Juli 2013 sprach die SUVA dem Beschwerdeführer
gestützt auf die versicherungsmedizinische Beurteilung des Kreisarztes
Dr. med. I._ vom 9. Juli 2013 für die bleibende unfallbedingte
Beeinträchtigung am rechten Handgelenk eine Integritätsentschädigung
von CHF 6'300.-- auf der Basis eines Integritätsschadens von 5 % zu.
7. Sodann sprach die SUVA dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 23.
Juli 2018 für die Folgen der Berufskrankheit und des Berufsunfalls vom 26.
Januar 2011 ab dem 1. Februar 2018 eine Invalidenrente gemäss UVG
auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 21 % und eines versicherten
Jahresverdienstes von CHF 70'614.-- zu. Gleichzeitig verneinte sie den
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung hinsichtlich der
Berufskrankheit und wies darauf hin, dass die Integritätsentschädigung für
die Folgen des Berufsunfalls schon im Jahre 2013 zugesprochen wurde.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 22. August 2018 hiess die SUVA
mit Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019 teilweise gut, als sie den
Invaliditätsgrad rückwirkend von 21 % auf 22 % erhöhte. Im Übrigen wies
die SUVA die Einsprache ab.
8. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (Beschwerdeführer)
mit Eingabe vom 26. Juni 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden. Darin beantragte er, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Sache an die SUVA
zurückzuweisen, damit sie ihm rückwirkend ab 1. Februar 2018 ein
angemessenes Taggeld zahle und die Kosten der Heilbehandlung
übernehme. Eventualiter sei die SUVA zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab
1. Februar 2018 eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von
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mindestens 47 % und eines versicherten Verdienstes von mindestens
CHF 103'364.65 sowie eine angemessene Integritätsentschädigung für
die bleibenden Folgen der Berufskrankheit und des Unfalls vom 26. Januar
2011 zuzusprechen. Zur Begründung seines Hauptantrages führte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, aufgrund der beiden Arztberichte
von Dr. med. G._ vom 2. Oktober 2018 und 4. Februar 2019 sei
offenkundig, dass sich während des Einspracheverfahrens der
Gesundheitszustand am rechten Handgelenk trotz Behandlung deutlich
verschlechtert habe. Die SUVA habe trotz Kenntnis dieser Berichte keine
Abklärungen vorgenommen und damit ihre Untersuchungspflicht
missachtet. Aufgrund der aktenkundigen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes sei der Zeitpunkt für den Fallabschluss noch nicht
gekommen. Die Sache sei somit an die SUVA zurückzuweisen, damit
diese rückwirkend die Taggeldleistungen wieder aufnehme und die Kosten
der Heilbehandlung übernehme. Falls das Gericht die Verschlechterung
als Rückfall qualifiziere, sei die Höhe der Rente und der
Integritätsentschädigung zu beurteilen. In Bezug auf den versicherten
Verdienst sei Art. 24 Abs. 2 UVV anwendbar. Zudem seien die
Zusatzeinkommen im Nebenerwerb beim versicherten Verdienst
mitzuberücksichtigen (Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV). Unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung und der Nebenerwerbe resultiere ein
versicherter Verdienst von total CHF 103'364.65 (CHF 80'112.50 +
CHF 23'252.15). Zum Valideneinkommen führte der Beschwerdeführer
aus, aufgrund der Unfallfolgen habe er seine Nebenerwerbe als
Nachtwache im Asylantenheim und als Türsteher Ende Dezember 2011
bzw. Ende 2013 aufgeben müssen. Daher sei das während Jahren vor
dem Unfall erzielte Zusatzeinkommen aus den beiden Nebenerwerben zu
dem von der SUVA ermittelten Valideneinkommen aus dem Haupterwerb
hinzuzuzählen, womit ein Gesamtbetrag von CHF 105'152.15 resultiere.
Sodann sei der Beschwerdeführer zwischenzeitlich bei der H._
GmbH im Vollzeitpensum tätig. Das Bruttojahressalär habe sich von
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Februar 2016 bis Januar 2017 auf CHF 52'035.80 belaufen. Im Jahr 2017
sei der Beschwerdeführer aufgrund eines neuen Unfalls längerdauernd
arbeitsunfähig gewesen. Die SUVA habe für die Zeitperiode vom 1.
Februar 2017 bis 31. August 2018 ein Jahreseinkommen von
CHF 55'216.05 ermittelt. Demzufolge sei das Invalideneinkommen von
CHF 64'036.-- deutlich zu hoch und dürfe maximal CHF 55'216.05
betragen. Ausgehend von einem Valideneinkommen von CHF 105'152.15
und einem Invalideneinkommen von CHF 55'216.05 resultiere ein
Invaliditätsgrad von 47 % und damit eine monatliche Rente von
mindestens CHF 3'239.-- (80 % von CHF 103'364.65). In Bezug auf den
Integritätsschaden brachte der Beschwerdeführer vor, weder die
Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. I._ noch diejenige von med.
pract. J._ beruhe auf einer persönlichen Untersuchung. Dr. med.
I._ hätten nicht einmal die MRI-Bilder vom 3. Januar 2018
vorgelegen. Auf dieser Grundlage sei keine verlässliche Schätzung für
arthrotische Veränderungen im Handgelenk möglich. Hinzu komme, dass
sich der Gesundheitszustand am rechten Handgelenk zwischenzeitlich
deutlich verschlechtert habe. Der Integritätsschaden für die bleibenden
Folgen der Berufskrankheit und des Berufsunfalls sei damit nicht korrekt
abgeklärt, weshalb die Sache für ergänzende, fachärztliche Abklärungen
zurückzuweisen sei.
9. In ihrer Vernehmlassung vom 22. August 2019 beantragte die SUVA
(Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 27. Mai 2019. Die
Beschwerdegegnerin bestritt, dass eine wesentliche Verschlechterung der
medizinischen Situation aus den beiden Arztberichten von Dr. med.
G._ hervorgehe. Die Berichte würden nur auf subjektiven Angaben
des Beschwerdeführers beruhen und es lägen keine bildgebenden
Abklärungsresultate vor. Die unveränderten objektivierbaren Befunde
liessen sich nicht mit der subjektiv geklagten massiven Schmerzzunahme
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und -ausweitung in Einklang bringen. Die Beschwerdegegnerin sei damit
zu Recht von einem Endzustand per Ende Januar 2018 ausgegangen.
Sofern von einer Verschlechterung auszugehen sei, könne nur ein
Rückfall vorliegen. Nach der Infiltration hätten bis Oktober 2018
aktenkundig keine Behandlungen mehr stattgefunden bzw. seien solche
nicht mehr nötig gewesen, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass sich
die medizinische Situation seit dem Zeitpunkt, auf welchen der
Endzustand festgelegt worden sei, kontinuierlich verschlechtert habe. Ein
allfälliger Rückfall im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
wäre nicht zu beachten, weshalb vom medizinischen Endzustand per 31.
Januar 2018 auszugehen sei. Mangels einer wesentlichen
Verschlechterung des Gesundheitszustands treffe sodann das definierte
Zumutbarkeitsprofil weiterhin zu. Der versicherte Verdienst der
Haupttätigkeit sei korrekt bemessen und es bestehe kein Raum für ein
Abstellen auf die Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberin. Sodann
werde bestritten, dass der Beschwerdeführer seine Nebenerwerbe aus
gesundheitlichen Gründen aufgegeben habe. Ausgehend von der
Zumutbarkeitsbeurteilung seien keinerlei Einschränkungen bezüglich der
Nebenerwerbstätigkeiten ersichtlich. Gemäss IK-Auszug sei der
Beschwerdeführer diesen auch weiterhin nachgegangen. Es bleibe damit
beim hypothetischen Valideneinkommen von CHF 81‘900.--. Ginge man
von der Argumentation des Beschwerdeführers aus, müsste das
Nebenerwerbseinkommen sowohl beim Invaliden- wie auch beim
Valideneinkommen berücksichtigt werden, so dass der Invaliditätsgrad
tiefer wäre. Für das Invalideneinkommen bilde die aktuelle Tätigkeit des
Beschwerdeführers keine taugliche Grundlage, da damit die verbliebene
Restarbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise ausgeschöpft sei. Die
Beschwerdegegnerin habe damit zu Recht auf die LSE 2016,
Kompetenzniveau 1, abgestellt und unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten Abzugs von 5 % auf ein Invalideneinkommen von
CHF 64'036.-- geschlossen. Ausgehend vom hypothetischen
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Valideneinkommen von CHF 81'900.-- und vom hypothetischen
Invalideneinkommen von CHF 64'036.-- resultiere gerundet ein
Invaliditätsgrad von 22 %. Der Argumentation des Beschwerdeführers
folgend müsste das Nebenerwerbseinkommen hinzugerechnet werden,
was einen Invaliditätsgrad von gerundet 17 % ergäbe (100 -
(CHF 87'288.15 / CHF 105'152.15) x 100). Das Gericht habe von Amtes
wegen eine reformatio in peius zu prüfen. Hinsichtlich der
Integritätsentschädigung sei eine Verschlechterung nicht ausgewiesen.
Ebenso wenig seien arthrotische
oder sonstige Veränderungen ausgewiesen, welche den Grad einer
mässiggradigen Handwurzelarthrose übersteigen würden. Die
Einschätzung des Kreisarztes Dr. med. I._ sei beweiskräftig und die
Festsetzung der Integritätsentschädigung korrekt.
10. In der Replik vom 3. September 2019 und der Duplik vom 26. September
2019 hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest und wiederholten
und vertieften ihre Standpunkte.
11. Mit Urteil S 19 78 vom 27. Oktober 2020 hiess das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden die Beschwerde im Sinne des Hauptantrags gut,
hob den Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019 auf und wies die
Beschwerdegegnerin an, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab
1. Februar 2018 ein angemessenes Taggeld zu zahlen und die Kosten der
Heilbehandlung zu übernehmen.
12. Die dagegen von der Beschwerdegegnerin ans Bundesgericht erhobene
Beschwerde vom 27. Januar 2021 wurde vom Bundesgericht mit Urteil
8C_87/2021 vom 15. Juni 2021 gutheissen. Das Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 19 78 vom 27. Oktober
2020 wurde aufgehoben und die Sache zum Entscheid über die
Beschwerde hinsichtlich des Rentenanspruchs an das Verwaltungsgericht
zurückgewiesen. Begründend führte das Bundesgericht im Wesentlichen
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aus, das kantonale Gericht habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt und
damit zu Unrecht erkannt, von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
sei bezogen auf die Leistungseinstellung per 31. Januar 2018 eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen.
13. Mit Schreiben vom 28. Juni 2021 gab die Instruktionsrichterin dem
Beschwerdeführer die Möglichkeit, sich bis zum 20. August 2021 zu
äussern. Mit Eingabe vom 7. Juli 2021 wies der Beschwerdeführer darauf
hin, dass er im Eventualantrag nicht nur die Höhe des Rentenanspruchs,
sondern auch die Höhe der Integritätsentschädigung für die Folgen der
Berufskrankheit und des Unfalls vom 26. Januar 2011 angefochten habe.
Auch wenn das Bundesgericht in Ziffer 1 des Dispositivs die
Integritätsentschädigung nicht ausdrücklich erwähnt habe, bedeute dies
nicht, dass über diesen Antrag nun nicht mehr zu befinden wäre. Im
Weiteren führte der Beschwerdeführer aus, er habe am 17. Januar 2020
an seinem rechten Handgelenk erneut operiert werden müssen, wobei
Frau Dr. G._ die Totalarthrodese ausgeführt habe. Die
Beschwerdegegnerin habe ihm in der Folge mit Verfügung vom 16. März
2021 eine zusätzliche Integritätsentschädigung von 10 % zugesprochen.
Diese Verfügung sei in Rechtskraft erwachsen und die
Auseinandersetzung über die Höhe der Integritätsentschädigung aufgrund
der Folgen des Unfalls vom 26. Januar 2011 dadurch gegenstandslos
geworden. Strittig sei somit nebst der Höhe der Rente noch die Höhe der
Integritätsentschädigung für die bleibenden Folgen der Berufskrankheit.
14. Mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2021 im vorliegenden Verfahren
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
sowie die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 27. Mai 2019. Zur
Begründung verwies die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf die
Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf ihre
Beschwerdeantwort vom 22. August 2019. Im Weiteren brachte sie vor,
soweit der Beschwerdeführer betone, es sei nebst der Höhe der
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Invalidenrente auch die Integritätsentschädigung für die bleibenden
Folgen der Berufskrankheit angefochten, werde darauf hingewiesen, dass
J._, Facharzt für Arbeitsmedizin, am 12. Februar 2018 eindeutig
festgehalten habe, die Erheblichkeitsgrenze für die Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung sei nicht erreicht. Er habe dargelegt, dass unter
Berücksichtigung des Hautbildes der Kontrollen von 2016 und 2017 der
Integritätsschaden unter 5 % liege. Dieser Beurteilung komme voller
Beweiswert zu. Anderslautende Beurteilungen würden sich nicht in den
Akten finden.
15. Mit Eingabe vom 30. August 2021 verzichtete der Beschwerdeführer auf
die Einreichung einer Replik und reichte seine Honorarnote ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften der
beiden Verfahren S 19 78 und S 21 68 und auf den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019 sowie auf die im Recht liegenden
Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch
entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber
kassatorisch, also den angefochtenen Einspracheentscheid bloss
aufheben oder die Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die
erstinstanzlich verfügende Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen
(Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG;
SR 173.110]; vgl. auch KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013,
Rz. 1640). Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben und Anweisungen
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des Bundesgerichtes für die Vorinstanz verbindlich
(KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1643, vgl. dazu auch Rz. 1158).
2. Nach der verbindlichen Anordnung des Bundesgerichts, wonach die
Sache zum Entscheid über die Beschwerde hinsichtlich des
Rentenanspruchs an das kantonale Gericht zurückgewiesen wurde, ist im
vorliegenden Verfahren darüber zu entscheiden. Das Bundesgericht
erwähnt zwar in Ziffer 1 seines Dispositivs nur den Entscheid über die
Beschwerde hinsichtlich des Rentenanspruchs. Es gilt allerdings zu
beachten, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 26. Juni
2019 im Eventualstandpunkt nebst dem Rentenanspruch auch die
Zusprechung einer angemessenen Integritätsentschädigung für die
bleibenden Folgen der Berufskrankheit und des Unfalls vom 26. Januar
2011 beantragte. Mit Eingabe vom 7. Juli 2021 im vorliegenden Verfahren
teilte der Beschwerdeführer unter Beilage der entsprechenden Verfügung
mit, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Folgen
des Unfalls vom 26. Januar 2011 mit Verfügung vom 16. März 2021 eine
zusätzliche Integritätsentschädigung von 10 % zugesprochen habe, und
dass diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen sei. Damit sei die
Auseinandersetzung über die Höhe der Integritätsentschädigung aufgrund
der Folgen des Unfalls vom 26. Januar 2011 gegenstandslos geworden.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass fraglich ist, ob die
Integritätsentschädigung für die Folgen des Berufsunfalls überhaupt
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Diese Frage ist
tendenziell zu verneinen, da die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. Juli 2013 für die bleibenden
Folgen des Berufsunfalls eine Integritätsentschädigung zugesprochen hat
und diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen ist. Eine abschliessende
Beurteilung kann jedoch unterbleiben, da die Auseinandersetzung in
Bezug auf die Integritätsentschädigung für die Folgen des Berufsunfalls
spätestens mit der rechtskräftigen Verfügung vom 16. März 2021
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gegenstandslos wurde. Insoweit ist das vorliegende Beschwerdeverfahren
infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben. Beizupflichten ist dem
Beschwerdeführer jedoch, dass die Beschwerde in Bezug auf die
Integritätsentschädigung für die bleibenden Folgen der Berufskrankheit zu
behandeln ist, da dieser Antrag bisher – wie derjenige hinsichtlich
Rentenanspruch – noch nicht materiell behandelt wurde. Zunächst gilt es
indes noch einige Vorbemerkungen formeller Natur zu machen.
3. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019
(Beilagen Beschwerdegegnerin [Bg-act.] II [Schaden-Nr.
13.25201.11.4]/159). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in dem die versicherte
Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Der versicherte
Beschwerdeführer wohnt in C._, weshalb die örtliche Zuständigkeit
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen
sachliche Zuständigkeit ergibt sich alsdann aus Art. 57 ATSG i.V.m.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts für die
Beurteilung der vorliegenden Streitsache zu bejahen. Als formeller und
materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der
Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspracheentscheid berührt und
weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und Art. 61 ATSG).
4. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. Januar
2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über
die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss
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Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September
2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend
ereignete sich der Unfall im Januar 2011, so dass diesbezüglich
grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung finden. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren
anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der
neuen Rechts-
sätze keine Änderungen ergeben.
5. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch des Beschwerdeführers korrekt ermittelt sowie eine
Integritätsentschädigung für die bleibenden Folgen der Berufskrankheit zu
Recht verneint hat. In Bezug auf den Rentenanspruch ist zwischen den
Parteien sowohl das Invalideneinkommen als auch das
Valideneinkommen sowie der versicherte Verdienst strittig.
6.1. Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid
ist. Art. 8 Abs. 1 ATSG beschreibt Invalidität als die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird wiederum als der durch die
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt bezeichnet (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bei der Bemessung des
Invaliditätsgrads ist Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 16 ATSG zu beachten.
Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen,
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt die
Invalidenrente bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes, bei
Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt.
6.2. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet damit die
Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt
arbeitsunfähig ist. Dabei ist die rechtsanwende Behörde bei der
Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf medizinische Unterlagen angewiesen.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch
zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E.4).
7.1. Hinsichtlich des Rentenanspruchs stützte die Beschwerdegegnerin
betreffend das Zumutbarkeitsprofil auf die Beurteilung von med. pract.
J._, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom 12. Februar 2018 (Bg-act. I
[Schaden-Nr. 13.25956.05.0]/326) und 9. April 2018 (Bg-act. I/331) sowie
von Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 23. April 2018 (Bg-
act. II/134) ab. Med. pract. J._ hielt in seiner erstgenannten
Beurteilung fest, unter Berücksichtigung der Auflagen der
Nichteignungsverfügung bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit, was die
Faktoren angingen, die zur Berufskrankheit geführt hätten. Es sei
allerdings darauf aufmerksam zu machen, dass beim Beschwerdeführer
das endogene Ekzem durchaus und gerade bei mechanischer
Beanspruchung der Hände zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
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bzw. Einsetzbarkeit führen könne (vgl. Bg-act. I/326 S. 2). Diese
Einschätzung präzisierte med. pract. J._ in seiner Beurteilung vom 9.
April 2018 dahingehend, dass der Beschwerdeführer rein aufgrund der
Folgen der Berufskrankheit sämtliche Arbeiten in vollem Umfang und bei
vollem Pensum ausüben könne, sofern die Auflagen der
Nichteignungsverfügung berücksichtigt würden (Kontakt zu Holzstaub).
Sein Hinweis betreffend «mechanischer Beanspruchung der Hände» sei
aus ärztlicher Sicht unter Berücksichtigung der zweiten Teilkomponente
der Handekzeme, nämlich das vormals beschriebene endogene Ekzem,
erfolgt, welches als berufskrankheitsfremd zu bewerten sei (Bg-act. I/331).
Der Kreisarzt Dr. med. I._ hielt sodann in seiner Aktenbeurteilung
vom 23. April 2018 betreffend Zumutbarkeitsprofil fest, dem
Beschwerdeführer sei zweifellos weiterhin die angestammte Tätigkeit im
Holzbau nicht zumutbar. Zumutbar sei ihm aber eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit, bei der mit der rechten Hand kein kraftvolles
Zupacken erforderlich sei. Ausgeschlossen seien Tätigkeiten, bei denen
Schläge
oder Vibrationen auf das rechte Handgelenk einwirkten sowie solche auf
Leiter oder Gerüsten. Für eine derartige adaptierte Tätigkeit sei der
Beschwerdeführer ganztags einsetzbar (Bg-act. II/134 S. 2).
7.2. Der Beschwerdeführer beanstandet das Abstellen auf das
Zumutbarkeitsprofil gemäss Aktenbericht von Dr. med. I._ vom 1. Mai
2018 [recte: 23. April 2018], da diesem kein Beweiswert zukomme. So
habe der Kreisarzt selber keine Untersuchung durchgeführt und die Akten
ergäben kein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf sowie
gegenwärtigen Status. Weiter liege kein lückenloser Befund vor und hätten
dem Kreisarzt weder die Bilder der MRI-Untersuchung vom 3. Januar
2018 noch der Bericht des Radiologen zur Verfügung gestanden (vgl.
Replik S. 3).
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7.3. Soweit der Beschwerdeführer den Beweiswert des Zumutbarkeitsprofils
von Dr. med. I._ in Frage stellt, da dieser den Beschwerdeführer nie
persönlich untersucht habe, zielt dieser Einwand ins Leere. Dr. med.
I._ war von der Beschwerdegegnerin beauftragt worden, anhand der
vorliegenden medizinischen Akten seine Einschätzung zur Frage
betreffend Endzustand, Restfolgen, Zumutbarkeit,
Integritätsentschädigung etc. abzugeben (vgl. Bg-act. I/133). Bei seiner
vertrauensärztlichen Beurteilung handelt es sich somit um ein
Aktengutachten. Reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert
zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen
nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht (vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichts
8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2; 8C_322/2020 vom 9. Juli
2020 E.3). Hier lag Dr. med. I._ – entgegen den Vorbringen des
Beschwerdeführers – aufgrund des in der Aktenbeurteilung vom 23. April
2018 wiedergegebenen aktenmässigen Verlaufs (Bg-act. II/134 S. 1) ein
lückenloser Befund bis zum 4. April 2018 und somit über den
medizinischen Endzustand per Ende Januar 2018 hinaus vor, welcher ihm
ein vollständiges Bild über den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers gab und ihm ermöglichte u.a. ein Zumutbarkeitsprofil
zu erstellen. Er hatte im Wesentlichen nur einen an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalt zu beurteilen und zu den obgenannten Fragen
Stellung zu nehmen. Dass keine persönliche Untersuchung erfolgte, ist
somit nicht zu beanstanden. Auch zielt der Einwand des
Beschwerdeführers ins Leere, Dr. med. I._ hätten weder die Bilder
der MRI-Untersuchung vom 3. Januar 2018 noch der Bericht des
Radiologen zur Verfügung gestanden. So lag Dr. med. I._ der Befund
der MRI-Untersuchung vom 3. Januar 2018 aufgrund der Besprechung mit
Dr. med. G._ vor, wonach sich bei der MRI-Untersuchung
arthrotische Veränderungen sowohl radioskaphoidal als auch radiolunär
und lunokapital zeigten. Diese Befunde wurden auch in der kreisärztlichen
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Beurteilung aufgeführt (Bg-act. II/134 S. 2). Zudem ergibt sich aus den
Akten, dass die Röntgenbilder im PACS (digitales System zur
Verarbeitung, Verwaltung und Archivierung von medizinischen Bildern und
Daten [Picture Archiving and Communication System]) vorhanden waren
(vgl. Bg-act. II/133). Welche zusätzlichen Erkenntnisse Dr. med. I._
aus einer eigenen Sichtung der MRI-Aufnahmen hätte gewinnen können,
ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht
substanziiert vorgetragen. Im Übrigen liegen keine anderweitigen
ärztlichen Berichte bei den Akten, die die Beurteilung von Dr. med. I._
in Zweifel zu ziehen vermögen. Zudem bringt der Beschwerdeführer auch
in keiner Weise substanziiert vor, inwiefern das Zumutbarkeitsprofil nicht
zutreffen sollte bzw. inwiefern die festgehaltene adaptierte Tätigkeit mit
den beschriebenen Einschränkungen dem Beschwerdeführer nicht
zumutbar sein soll.
7.4. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin für das
Zumutbarkeitsprofil zu Recht auf die Beurteilungen von med. pract.
J._ vom 12. Februar 2018 (Bg-act. I/326) und 9. April 2018 (Bg-
act. I/331) sowie von Kreisarzt Dr. med. I._ vom 23. April 2018 (Bg-
act. II/134) abgestellt hat und folglich zutreffend bezüglich der Folgen des
Unfalls sowie der Berufskrankheit von einer dem Beschwerdeführer
ganztags zumutbaren leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit den
genannten Einschränkungen ausgegangen ist.
8. Der Sachverhalt ist damit genügend abgeklärt und die medizinischen
Berichte lassen eine ausreichende Aussage über den
Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers zu. Folglich erübrigt sich in Anwendung der
antizipierten Beweiswürdigung die vom Beschwerdeführer beantragte
Einholung eines fachärztlichen Gutachtens, da hiervon keine neuen
entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGE 144 V 361
E.6.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E.7;
- 17 -
8C_544/2020 vom 27. November 2020 E.8.4; 8C_831/2019 vom
13. Februar 2020 E.3.2; 8C_754/2019 vom 6. Februar 2020 E.5.3).
9.1. Zu prüfen bleibt damit, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad
korrekt berechnet hat. Die Beschwerdegegnerin ermittelte ein
Valideneinkommen für das Jahr 2018 von CHF 81'900.--. Dabei stützte sie
sich auf die Auskunft der Firma D._, Holzbau, E._, wonach der
Beschwerdeführer im Jahr 2018 ohne die Berufskrankheit und ohne den
Unfall vom 26. Januar 2011 einen monatlichen Bruttolohn von CHF 6'100.-
- zuzüglich eines 13. Monatslohns von CHF 6'100.-- und einer Gratifikation
von CHF 2'600.-- verdient hätte (vgl. angefochtener Einspracheentscheid
E.5 lit. b). Diese Angaben sind seitens des Beschwerdeführers
unbestritten. Hingegen ist der Beschwerdeführer der Auffassung, dass das
während Jahren vor dem Unfall erzielte Zusatzeinkommen aus den beiden
Nebenerwerben als Nachtwache im Asylantenheim sowie als Türsteher
zum von der Beschwerdegegnerin ermittelten Valideneinkommen aus
dem Haupterwerb von CHF 81'900.-- hinzuzählen sei, so dass ein
Gesamtbetrag von CHF 105'152.15 resultiere (vgl. Beschwerdeschrift S.
9).
9.2. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns –
vorliegend per 1. Februar 2018 – nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte
(BGE 134 V 322 E.4.1). Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich
festzusetzen. In der Praxis bildet das vor dem Eintritt der zur Invalidität
führenden Arbeitsunfähigkeit erzielte, tatsächlich bezogene Einkommen
häufig Anhalts- und Ausgangspunkt, da nach empirischer Feststellung in
der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden
wäre. Dieser Lohn ist, wenn nötig, der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung anzupassen (Urteil des Bundesgerichts
8C_53/2019 vom 9. Mai 2019 E.6.2.1 m.w.H.).
- 18 -
9.3. Vorliegend ist aktenkundig und unbestritten, dass der Beschwerdeführer
vor dem Unfallereignis vom 26. Januar 2011 nicht nur bei der Firma
D._, Holzbau, E._, tätig war, sondern zugleich noch als
Nachtwache in einem Asylantenheim (Arbeitgeber: Personalamt
Graubünden) und als Türsteher für die K._ GmbH, L._, arbeitete.
Gemäss IK-Auszug gab der Beschwerdeführer den Nebenerwerb als
Nachtwache im Asylantenheim im März 2012 und denjenigen als
Türsteher Ende 2013 auf (Bg-act. I/276 S. 2). Der Beschwerdeführer bringt
diesbezüglich vor, er habe nach dem Unfall vom 26. Januar 2011
versucht, seine beiden Nebenerwerbstätigkeiten weiterhin zu erfüllen,
habe dann aber feststellen müssen, dass er insbesondere der
körperlichen Voraussetzungen wegen seiner doch erheblichen Verletzung
an der rechten Hand nicht mehr gewachsen sei (vgl. Replik S. 2 f.).
Nachvollziehbar ist, dass eine Tätigkeit nach einem Unfall nicht allzu
schnell aufgegeben wird, sondern mit allen Mitteln versucht wird, diese
weiterhin auszuüben. Eine solche Versuchsphase dauert aber in der
Regel höchstens ein paar Monate und nicht eineinviertel bzw. knapp zwei
Jahre. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Verletzung an der
rechten Hand für die Berufsausübung in der Funktion als Nachtwache
bzw. Türsteher einschränkend sein soll. Soweit der Beschwerdeführer
diesbezüglich ausführt, dass es bei Ausübung dieser Tätigkeiten unter
anderem zu Handgreiflichkeiten kommen könne, überzeugt dieses
Vorbringen nicht. So wurden die beiden Nebentätigkeiten nicht gleichzeitig
aufgegeben, sondern liegt ein grosser Zeitraum zwischen der Aufgabe der
Tätigkeit als Nachtwache im Jahr 2012 und derjenigen als Türsteher Ende
2013. Wären diese Tätigkeiten tatsächlich nicht mit der Handverletzung
vereinbar gewesen, wäre zu erwarten gewesen, dass der
Beschwerdeführer diese gleichzeitig aufgegeben hätte. Hinzu kommt,
dass der Beschwerdeführer ab November 2013 seine Erwerbstätigkeit bei
der H._ GmbH als Sicherheitswächter aufnahm (vgl. Bg-act. II/216 S.
4 ff.) und demzufolge wieder eine Stelle in der Sicherheitsbranche antrat.
- 19 -
Gestützt auf das Ausgeführte sind die diesbezüglichen Ausführungen des
Beschwerdeführers nicht glaubhaft und als reine Schutzbehauptungen zu
qualifizieren. Vielmehr ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass die Aufgabe der genannten Nebenerwerbe freiwillig
und nicht unfallbedingt erfolgte. Demzufolge ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin beim Valideneinkommen lediglich das
Einkommen aus der Haupterwerbstätigkeit berücksichtigt hat. Somit ist der
Rentenberechnung ein massgebendes Valideneinkommen des
Beschwerdeführers von CHF 81'900.-- zu Grunde zu legen.
10.1. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach
Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ –
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung
als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich
erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach
der Rechtsprechung entweder die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die sogenannten DAP-Zahlen (DAP
= Dokumentation von Arbeitsplätzen seitens der SUVA) herangezogen
werden (BGE 143 V 295 E.2.2; 135 V 297 E.5.2; 129 V 472 E.4.2.1). Im
erstgenannten Fall sind die entsprechenden Angaben auf eine
durchschnittliche und betriebsübliche Arbeitszeit umzurechnen, da die
LSE-Tabellenlöhne aus statistischen Gründen auf einer standardisierten
Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruhen (vgl. BGE 124 V 321 E.3b/bb).
- 20 -
10.2. Ein Abstellen bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf den
tatsächlich erzielten Verdienst setzt demnach unter anderem voraus, dass
die versicherte Person ihre ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft. Dies ist dann nicht der Fall, wenn die versicherte
Person auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen
höheren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen könnte. Auf diesem
hypothetischen Arbeitsmarkt ist ein Stellenwechsel auch dann zumutbar,
wenn es für die versicherte Person aufgrund der wirtschaftlichen
Gegebenheiten auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sehr schwierig oder
gar unmöglich ist, eine entsprechende Stelle zu finden. Die Anrechnung
dieses hypothetischen höheren Einkommens beruht dabei weniger auf der
Schadenminderungspflicht, sondern auf der Überlegung, dass die
Unfallversicherung lediglich die durch den unfallkausalen
Gesundheitsschaden bedingte Lohneinbusse ausgleichen soll (Urteile des
Bundesgerichts 8C_475/2017 vom 5. Dezember 2017 E.6 und
8C_237/2011 vom 19. August 2011 E.2.3). Eine versicherte Person muss
sich bei der Invaliditätsbemessung die Einkünfte als Invalideneinkommen
anrechnen lassen, die sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an einer
zumutbaren Stelle erzielen könnte; selbst wenn sie infolge günstiger
Aussichten an der bisherigen Stelle von einem Berufs- oder
Stellenwechsel absieht, kann sie nicht erwarten, dass die
Unfallversicherung für einen wegen des Verzichts auf zumutbare
Einkünfte eingetretenen Minderverdienst aufkommt (Urteil des
Bundesgerichts 8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 E.9.1).
10.3. In Bezug auf das Invalideneinkommen hielt die Beschwerdegegnerin fest,
für die Ermittlung könne nicht auf das tatsächlich erzielte Einkommen des
Beschwerdeführers bei der H._ GmbH abgestellt werden, da er mit
dieser Tätigkeit die ihm zumutbare Resterwerbsfähigkeit nicht voll
ausschöpfe. Vielmehr seien die Tabellenlöhne gemäss LSE beizuziehen
und auf die Tabelle TA1 der LSE 2016, Kompetenzniveau 1, abzustellen.
- 21 -
Die Beschwerdegegnerin gelangte auf Basis der üblichen
durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden im Jahr 2018 und
bei einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit sowie unter Berücksichtigung einer
Nominallohnerhöhung im Jahr 2017 und 2018 und eines leidensbedingten
Abzugs von 5 % auf ein Invalideneinkommen von CHF 64'036.--
(CHF 5'340.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.004 x. 1.005 x 0.95) (vgl. angefochtener
Einspracheentscheid E.6.f).
10.4. Der Beschwerdeführer rügt diesbezüglich, dass die Beschwerdegegnerin
zur Festsetzung des Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellenlöhne
abgestellt hat. Er arbeite in einem Vollzeitpensum für die H._ GmbH
und habe in der Zeitperiode vom 1. Februar 2016 bis 31. Januar 2017 ein
Bruttojahressalär von CHF 52'035.80 erzielt. Im Folgejahr sei der
Beschwerdeführer aufgrund eines neuerlichen Unfalls längerdauernd
arbeitsunfähig gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe die
Taggeldleistungen für ihre Überentschädigungsberechnung auf 100 %
aufgerechnet und für die Zeitperiode vom 1. Februar 2017 bis 31. Januar
2018 ein Jahreseinkommen von CHF 55'216.05 ermittelt. Für die
Berechnung des Invalideneinkommens dürfe somit maximal von diesem
Jahreseinkommen ausgegangen werden (vgl. Beschwerdeschrift S. 9 f.).
10.5. Wie unter Erwägung 7.1 vorstehend festgehalten, kamen med. pract.
J._ als auch Dr. med. I._ in ihren Beurteilungen vom 12. Februar
2018 (Bg-act. I/326) und 9. April 2018 (Bg-act. I/331) bzw. vom 23. April
2018 (Bg-act. II/134) zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer
berufskrankheits- und unfallbedingt eine angepasste Tätigkeit mit
gewissen Einschränkungen ganztags zumutbar sei. Darauf kann
vorliegend abgestellt werden (vgl. Erwägung 7.4 vorstehend). Im
Folgenden ist demnach zu prüfen, ob von der effektiv ausgeübten Tätigkeit
des Beschwerdeführers bei der H._ GmbH auszugehen oder auf die
Tabellenlöhne abzustellen ist.
- 22 -
Der Beschwerdeführer arbeitet seit November 2013 auf Vermittlung der
IV-Stelle als Sicherheitswächter für die H._ GmbH (vgl. Bg-act. II/216
S. 4 ff.) und verdiente vom Februar 2016 bis Januar 2017 ein Einkommen
in der Höhe von CHF 52'035.80 (Bg-act. I/305). Damit ist grundsätzlich von
einem stabilen Arbeitsverhältnis auszugehen. Fraglich ist, ob das
genannte Einkommen effektiv einem 100 %-Pensum und nicht eher einem
90 %-Pensum entspricht. Dies kann vorliegend aber offen bleiben. Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht, hätte der
Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein wesentlich
höheres Einkommen erzielen können als mit seiner Tätigkeit bei der
H._ GmbH. Bei einer seiner Behinderung angepassten Betätigung
könnte der Beschwerdeführer nach den Feststellungen der
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019 ein
Jahreseinkommen von CHF 64'036.-- erreichen. Dieser Betrag lässt sich
herleiten aus dem Tabellenlohn der LSE für das Jahr 2016 bei den
Parametern LSE 2016, TA1, Privater Sektor, Total, Männer,
Kompetenzniveau 1, indexiert, Leidensabzug 5 %. Das Kompetenzniveau
1 erfasst "einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art". Die
Beschwerdegegnerin hat folglich das tiefste Niveau von insgesamt vier
Kompetenzniveaus zu Gunsten des Beschwerdeführers angenommen.
Den festgestellten Arbeitseinschränkungen gemäss der
Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. med. I._ vom 23. April 2018 (leichte
bis mittelschwere Tätigkeiten, kein kraftvolles Zupacken mit der rechten
Hand, keine Tätigkeiten, bei denen Schläge
oder Vibrationen auf das rechte Handgelenk einwirken, keine Tätigkeiten
auf Leitern oder Gerüsten [Bg-act. II/134]) wurde im konkreten Fall durch
die Gewährung eines zusätzlichen Leidensabzugs von 5 % bei der
Festlegung des Invalideneinkommens Rechnung getragen. Damit
vermöchte der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit ein
Einkommen zu erzielen (CHF 64'036.--), das um mehr als CHF 12'000.--
höher liegt als dasjenige, das er im Rahmen der aktuell ausgeübten
- 23 -
Tätigkeit verdient (CHF 52'035.80). Nach dem Gesagten besteht zwischen
dem beim aktuellen Arbeitgeber tatsächlich erzielten Einkommen sowie
dem Einkommen gestützt auf die Tabellenlöhne eine derart grosse
Diskrepanz von mehr als CHF 12'000.--, weshalb der Beschwerdeführer
die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise ausschöpft
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019
E.6.2). Demzufolge ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht
auf den Verdienst beim aktuellen Arbeitgeber abzustellen. Insoweit ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin anstatt auf den
tatsächlich erzielten Verdienst auf den höheren, auf dem hypothetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielbaren Lohn bzw. auf die Tabellenlöhne
abstellte.
11. Werden das Valideneinkommen von CHF 81'900.-- und das
Invalideneinkommen von CHF 64'036.-- einander gegenüberstellt, führt
dies im Ergebnis zu einer Erwerbseinbusse von CHF 17'864.-- bzw. einem
IV-Grad von 22 % ([21.81 %]; zur Rundung vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_447/2017 vom 17. Januar 2018 E.5.6; BGE 130 V 121 E.3.2). Als
Ergebnis ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer zu Recht eine Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 22 % ab 1. Februar 2018 zugesprochen hat.
12.1. Streitig und zu prüfen bleibt damit die Höhe des versicherten Verdienstes,
welcher der Berechnung des Rentenbetrages zu Grunde zu legen ist.
12.2. Taggelder und Renten werden gemäss Art. 15 Abs. 1 UVG nach dem
versicherten Verdienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt nach Art.
15 Abs. 2 UVG für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres
vor dem Unfall bezogene Lohn. Gemäss Art. 22 Abs. 2 UVV gilt als
versicherter Verdienst im Allgemeinen, vorbehältlich hier nicht zur
Diskussion stehender Ausnahmetatbestände (lit. a-d), der nach der
Bundesgesetzgebung über die AHV massgebende Lohn. Art. 15 Abs. 3
https://www.swisslex.ch/doc/aol/27e760d3-af74-407d-9f1b-9a054c35c75f/cc4bd59a-3469-446f-975d-7aeda3143576/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/27e760d3-af74-407d-9f1b-9a054c35c75f/cc4bd59a-3469-446f-975d-7aeda3143576/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/27e760d3-af74-407d-9f1b-9a054c35c75f/cc4bd59a-3469-446f-975d-7aeda3143576/source/document-link
- 24 -
UVG räumt dem Bundesrat die Befugnis ein, Bestimmungen über den
versicherten Verdienst in Sonderfällen zu erlassen, wovon dieser
Gebrauch gemacht hat (vgl. Art. 23 f. UVV). So hält Art. 24 Abs. 2 UVV
fest, dass, falls die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem
Ausbruch der Berufskrankheit beginnt, der Lohn massgebend ist, den der
Versicherte ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem
Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem
Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn.
12.3. Vorliegend sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit
Verfügung vom 23. Juli 2018 eine Invalidenrente ab 1. Februar 2018 zu
(Bg-act. I/346). Damit beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem
Unfall vom 26. Januar 2011 bzw. nach Ausbruch der Berufskrankheit. Für
die Berechnung des versicherten Verdienstes ist damit der Lohn
massgebend, den der Versicherte ohne den Unfall oder die
Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er
höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der
Berufskrankheit erzielte Lohn. Im Jahr vor dem Unfall vom 26. Januar
2011, mithin vom 26. Januar 2010 bis 25. Januar 2011, erzielte der
Beschwerdeführer gemäss der unbestrittenen Berechnung der
Beschwerdegegnerin vom 14. Mai 2018 im Haupterwerb bei der Firma
D._, Holzbau, ein Einkommen in der Höhe von CHF 67'896.-- (Bg-
act. II/135). Unter Berücksichtigung der statistischen
Nominallohnentwicklung von 2011 bis 2017 resultiert für das Jahr 2017 ein
Lohn von CHF 70'614.-- (vgl. Berechnung des Jahresverdienstes der
Beschwerdegegnerin vom 30. Mai 2018 [Bg-act. II/137]). Der
Beschwerdeführer macht geltend, die Lohnangaben seiner ehemaligen
Arbeitgeberin über das im Jahr 2017 hypothetisch erzielte Einkommen
seien der Lohntabelle zum GAV Holzbau entnommen worden und würden
exakt die normale Lohnentwicklung im angestammten Tätigkeitsfeld
wiederspiegeln, weshalb auf diese Lohnangaben in der Höhe von
- 25 -
CHF 79'950.-- abzustellen sei (Beschwerdeschrift S. 7). Dem kann nicht
gefolgt werden. Art. 24 Abs. 2 UVV will einzig allfällige Nachteile als Folge
der Verzögerung in der Rentenfestsetzung ausgleichen (BGE 127 V 165
E.3b). Dagegen sollen die Versicherten nicht so gestellt werden, wie wenn
sich der Unfall unmittelbar vor diesem Zeitpunkt ereignet hätte. Daher ist
nach der Rechtsprechung bei mehr als fünf Jahre nach dem Unfall
beginnenden Renten bei der Bemessung des versicherten Verdienstes auf
die allgemeine statistische Nominallohnentwicklung im angestammten
Tätigkeitsbereich und nicht auf die Lohnentwicklung beim konkreten
Arbeitgeber abzustellen (BGE 147 V 213 E.3.4; 127 V 165 E.3b; 118 V
298 E.3b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 79/06 vom
19. September 2006 E.4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 8C_565/2014
vom 23. September 2014 E.4.2; Urteil des Sozialversicherungsgerichts
des Kantons Zürich UV.2019.00253 vom 19. Juni 2020 E.2.4). Damit sind
lediglich die allgemeinen statistischen Nominallohnentwicklungen und
keine Lohnentwicklungen eines GAV zu berücksichtigen.
Ebenfalls war der Beschwerdeführer im Jahr vor dem Unfall vom 26.
Januar 2011 unbestrittenermassen im Nebenerwerb als Nachtwache für
ein Asylantenheim (Arbeitgeber: Personalamt Graubünden) sowie als
Türsteher für die K._ GmbH tätig. Da als versicherter Verdienst
grundsätzlich der AHV-massgebende Lohn gilt, sind die im IK-Auszug im
Jahr 2010 ausgewiesenen Einkünfte aus diesen Nebenerwerben zu
berücksichtigen. Gemäss IK-Auszug belief sich das Einkommen bei der
K._ GmbH im Jahr 2010 auf CHF 5'380.-- und dasjenige beim
Personalamt Graubünden auf CHF 16'941.--, zusammen somit auf
CHF 22'321.-- (vgl. Bg-act. I/276). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers ist nun aber nur das Einkommen aus dem
Haupterwerb entsprechend der Bestimmung von Art. 24 Abs. 2 UVV der
Nominallohnentwicklung anzupassen, nicht hingegen das
Zusatzeinkommen aus dem Nebenerwerb. Dies deshalb, da diese
https://www.swisslex.ch/doc/aol/f30f45d9-199c-4d86-9b28-bb76407aa136/3edebbf0-1d82-4d0d-b00c-d7aa1a4352e7/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/05de9273-9e3b-4339-9a62-8017718e07e6/citeddoc/f0832f7d-d4d6-48fd-9cd0-5ecf74959fbc/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/05de9273-9e3b-4339-9a62-8017718e07e6/citeddoc/f0832f7d-d4d6-48fd-9cd0-5ecf74959fbc/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/f4792a08-52dc-4b40-be68-3ad0b9c5d22c/citeddoc/ecd285e0-5abb-465d-b5f3-c7598ad45802/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/f4792a08-52dc-4b40-be68-3ad0b9c5d22c/citeddoc/ecd285e0-5abb-465d-b5f3-c7598ad45802/source/document-link
- 26 -
Tätigkeiten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Jahr 2012 bzw. 2013
freiwillig aufgegeben wurden (vgl. Erwägung 9.3 vorstehend) und
diesbezügliche Einkommen unabhängig des Unfalls somit im Jahr vor dem
Rentenbeginn, mithin im Jahr 2017, ohnehin nicht mehr generiert worden
wären.
Bei einem Vergleich des letzten vor dem Unfall erzielten Lohns in der Höhe
von CHF 90'217.-- (CHF 67'896.-- + CHF 22'321.--) gegenüber dem im
Jahr vor Rentenbeginn bezogenen Lohn in Höhe von CHF 70'614.-- ergibt
sich, dass der im Jahr vor Rentenbeginn bezogene Lohn nicht höher
ausfällt, weshalb für den versicherten Verdienst auf den höheren Lohn von
CHF 90'217.-- im Zeitpunkt vor dem Unfall abzustellen ist. Demzufolge ist
die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den versicherten Verdienst auf
CHF 90'217.-- festzusetzen. Von diesem Verdienst aus ist die Rente neu
zu berechnen.
13.1. Letztlich bleibt noch die Höhe der Integritätsentschädigung für die Folgen
der Berufskrankheit zu prüfen.
13.2. Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität erleidet. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein
Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des
ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang besteht. Erheblich ist er,
wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von
der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird.
13.3. Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach den
Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV (Art. 36 Abs. 2 UVV). Darin hat der
Bundesrat in einer nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und
typische Schäden prozentual gewichtet. In Weiterentwicklung der
- 27 -
bundesrätlichen Skala hat die SUVA in diesem Zusammenhang weitere
Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese Tabellen
stellen keine Rechtssätze dar. Soweit sie lediglich Richtwerte enthalten,
mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden
soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_19/2017 vom 22. Mai 2017 E.4.2; BGE 124 V 29
E.1b).
13.4. Gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG darf die Integritätsentschädigung den am
Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes
nicht übersteigen (vgl. Art. 22 Abs. 1 UVV) und wird entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Dabei wird die Schwere des
Integritätsschadens nach dem medizinischen Befund beurteilt. Der
Integritätsschaden wird abstrakt und egalitär bemessen. Er ist bei
identischem medizinischem Befund für alle Versicherten gleich. Somit
hängt die Bemessung des Integritätsschadens nicht von den besonderen
Umständen des Einzelfalls ab. Die Feststellung des Integritätsschadens
ist eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat (Urteil des
Bundesgerichts 8C_734/2019 vom 23. Dezember 2019 E.4.2; BGE 113 V
218 E.4).
13.5. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Integritätsentschädigung für die Folgen der Berufskrankheit gestützt
auf die ärztliche Beurteilung von med. pract. J._ vom 12. Februar
2018 (vgl. Bg-act. I/326) sowie vom 9. April 2018 (vgl. Bg-act. I/331)
verneint. Med. pract. J._ führte aus, dass unter Berücksichtigung des
Hautbildes der Kontrollen von 2016 und 2017 der Integritätsschaden unter
5 % liege.
13.6. Der Beschwerdeführer moniert, dass keine persönliche Untersuchung
durch med. pract. J._ stattgefunden hat. Die Beurteilung des
Integritätsschadens für die Folgen der Berufskrankheit beruhe im
- 28 -
Wesentlichen auf visuellen Beeinträchtigungen, weshalb offenkundig sei,
dass ohne persönliche Untersuchung keine verlässliche Schätzung des
Integritätsschadens abgegeben werden könne (Beschwerdeschrift S. 10).
13.7. Wie bereits unter Erwägung 7.3 erwähnt, kann einem reinen
Aktengutachten voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser
Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung
eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. u.a.
Urteile des Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2;
8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3). Vorliegend legte die
Beschwerdegegnerin med. pract. J._ das Dossier vor und bat ihn u.a.
zur Integritätsentschädigung Stellung zu nehmen. Dieser legte schlüssig
und nachvollziehbar dar, wie sich die Hautbeschwerden und das Hautbild
über die Jahre seit Beginn der Beschwerden im Jahre 1992 verändert hat,
indem er ausführte, während im Jahr 2014 von einem kompletten
Normalbefund der Hände berichtet werde, habe sich das Hautbild im Jahr
2015 erneut verschlechtert. Auch in den Berichten 2016 und 2017 würden
Hyperkeratosen beschrieben bei insgesamt gebessertem Hautstatus. Von
einer Abteilung (recte wohl: Abheilung) des Ekzems könne aktuell keine
Rede sein. Es müsse davon ausgegangen werden, dass nicht nur die
(damals schon als knapp überwiegend bezeichneten) beruflichen
Faktoren (Holzstaub) einen Einfluss auf die Hautbeschwerden gehabt
hätten, sondern auch Nichtberufliche. Diese nichtberuflichen Faktoren
(das früher erwähnte endogene Ekzem) seien mitverantwortlich für die
Hautbeschwerden. Es komme hinzu, dass die mechanische
Beanspruchung der Hände ein Ekzem verschlechtern könnten. Unter
Berücksichtigung der Auflagen der Nichteignungsverfügung bestehe eine
volle Arbeitsfähigkeit, was die Faktoren angingen, die zur Berufskrankheit
geführt hätten (Bg-act. I/326 S. 2). In seiner Präzisierung bezüglich
Zumutbarkeit von Arbeiten mit mechanischer Belastung der Hände
bestätigte med. pract. J._ dieses Zumutbarkeitsprofil für sämtliche
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Arbeiten in vollem Umfang und bei vollem Pensum, sofern die Auflagen
der Nichteignungsverfügung berücksichtigt würden (Bg-act. I/331).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist eine Schätzung des
Integritätsschadens gestützt auf die beschriebenen Hautbilder durchaus
möglich. Da med. pract. J._ ein lückenloser Befund vorlag und er
einen an sich feststehenden Sachverhalt zu beurteilen hatte, ist sodann
nicht zu beanstanden, dass keine persönliche Untersuchung erfolgte. Das
Gericht erachtet die kreisärztliche Beurteilung als nachvollziehbar und voll
beweiswertig. Es sind keine Berichte von behandelnden Ärzten
vorhanden, die einen höheren Integritätsschaden angeben, vielmehr
äussert sich nur med. pract. J._ zu dieser Thematik und dies
zuverlässig und schlüssig. Weitere medizinische Abklärungen hierzu
erübrigen sich und in antizipierter Beweiswürdigung kann darauf verzichtet
werden, da keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten wären
(vgl. BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3). Vorliegend erfolgte die
Verneinung eines Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine
Integritätsentschädigung für die Folgen der Berufskrankheit zu Recht.
14. Gestützt auf die Erwägungen ist zusammenfassend festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin den versicherten Verdienst zur Bemessung der
Rente nicht korrekt ermittelt hat. Der angefochtene Einspracheentscheid
vom 27. Mai 2019 erweist sich demzufolge in Bezug auf die Höhe des
versicherten Verdienstes zur Bemessung der Rente als nicht rechtens,
was zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde führt. Im Übrigen
(Invaliditätsgrad für die Rente, Integritätsentschädigung für die Folgen der
Berufskrankheit) ist die Beschwerde abzuweisen bzw. bezüglich der
Integritätsentschädigung für die Folgen des Berufsunfalls vom 26. Januar
2011 ist das Verfahren infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben.
15.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über
Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz
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vorgesehen ist. Das UVG sieht keine Kostenpflicht vor. Die Parteien haben
vorliegend also keine Kosten zu tragen.
15.2. Gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG hat der teilweise obsiegende
Beschwerdeführer Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung,
welche vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit
des Prozesses bemessen wird. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers reichte dem Gericht am 30. August 2021 eine
Honorarrechnung für seine anwaltlichen Aufwendungen im Umfang von
21.6 Stunden im Zeitraum vom 28. Mai 2019 bis 30. August 2021
zuzüglich Spesen in Höhe von CHF 146.20 und zuzüglich MWST ein. Der
geltend gemachte Aufwand ist nicht zu beanstanden. Der Stundenansatz
geht aus der Honorarnote nicht hervor, doch ist in Analogie zur
eingereichten Honorarrechnung im Verfahren S 19 78 davon auszugehen,
dass dieser bei CHF 260.-- liegt. Eine Honorarvereinbarung im Sinne von
Art. 4 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; BR
310.250) wurde weder im vorliegenden Verfahren noch im Verfahren S 19
78 eingereicht, womit praxisgemäss für den Rechtsanwalt der im Kanton
übliche Stundenansatz von CHF 240.-- nach Art. 3 Abs. 1 HV zur
Anwendung gelangt. Beim entsprechend korrigierten Stundenansatz
ergibt sich neu eine Honorarforderung von total CHF 5'740.60
(zusammengesetzt aus: 21.6 Stunden à CHF 240.-- [CHF 5'184.--]
zuzüglich Spesen [CHF 146.20] und 7.7 % MWST [CHF 410.40]). Vor
diesem Hintergrund und in Anbetracht des lediglich teilweisen Obsiegens
des Beschwerdeführers ist die Parteientschädigung ermessensweise auf
ein Drittel, mithin CHF 1'913.50 inkl. MWST, festzusetzen. In diesem
Umfang hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine
reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Die Beschwerdegegnerin
kann keine Parteientschädigung beanspruchen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
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