Decision ID: 389719ce-ed4b-5966-967c-2d00bb1eaba9
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954,
war
seit
dem
1.
September 1991
bei der
Y._ AG
als Aussendienstmitarbeiter angestellt
und dadurch bei der
Elvia
Schweizerische Versicherungsgesellschaft Zürich (nachfolgend:
Elvia
; heute: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG; nachfolgend: Allianz) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert.
Am 1
8.
September 1994 zog er sich
gemäss undatierter Unfallmeldung eine Gehirnerschütterung zu, als sein Personenwagen mit einem anderen Fahrzeug kollidierte (
Urk.
8/50).
Im Rahmen der gleichentags stattgefundenen ärztlichen Erstkonsultation im Stadtspital
Z._
wurde eine Schädelkontusion diagnosti
ziert
;
eine Gehirnerschütterung
wurde dagegen
für nicht
wahrscheinlich erachtet (Arztzeugnis vom 2
5.
November 1994,
Urk.
8/2).
Die
Elvia
erbrachte die gesetzli
chen Leistungen in Bezug auf Heilbehandlung und Taggeld (vgl. Urk. 8/81, 8/96).
Im Rahmen der Prüfung des Rentenanspruchs
holte
die
Elvia
bei
Dr.
med.
A._
, Oberarzt am
S
pital
B._
, ein orthopädisches Gutachten ein, welches am
7.
Dezember 1998 vorgelegt wurde (
Urk.
8/37). Des Weiteren beauftragte sie
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psy
chotherapie, mit der Erstellung eines neuropsychiatrischen Gutachtens, welches am 2
8.
September 2000 erstattet wurde (
Urk.
8/44).
Mit Verfügung vom 1
4.
Mai 2001 sprach die
Elvia
dem Versicherten einerseits ausgehend von einem Invali
ditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
Mai 2001 eine Invalidenrente zu. Andererseits bejahte sie den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung auf der Grundlage einer Integritätseinbusse von 70
%
(
Urk.
8/117).
1.2
Im Zuge
einer periodischen Überprüfung des Rentenanspruchs
führte die Allianz
zunächst am 7. September 2016 ein Gespräch mit dem Versicherten (
Urk.
8/141).
Im weiteren Verlauf veranlasste sie
eine polydisziplinäre Begutachtung durch das Zentrum
D._
(
D._
-Gutachten vom 3
1.
Mai 2017, Urk. 8/47).
Mit Schreiben vom
3.
April 2018 stellte sie dem Versicherten die Einstellung der Versicherungsleistungen per 3
0.
Juni 2018 in Aussicht (Urk. 8/166), wogegen dieser mit Stellungnahme vom 1
4.
Mai 2018 opponierte (
Urk.
8/170).
Am
8.
November 2018 verfügte die Allianz die
wiedererwägungs
weise
Einstellung der Versicherungsleistungen per 3
0.
November 2018 (
Urk.
8/173), wogegen der Versicherte am 1
0.
Dezember 2018 Einsprache erhob (
Urk.
8/179). Diese wies die Allianz mit Entscheid vom 1
6.
Mai 2019 ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/181).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
5.
Juni 2019 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei ihm die bisherige Rente über den 3
0.
November 2018 hinaus auszurichten. Even
tualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen und ihm sei für die Dauer dieser Abklärungen die bisherige Rente weiter auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwer
deantwort vom 3
0.
Juli 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2), worauf der Beschwerdeführer mit Replik vom 2
7.
August 2019 an seinen Anträgen festhielt (
Urk.
10). Gleiches tat die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 1
0.
September 2019 (
Urk.
14), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
2.
September 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sog. Wiedererwägung). Zweifellose Unrichtigkeit in diesem Sinne setzt voraus, dass kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn weg bestehenden) Unrichtig
keit der Verfügung besteht, also einzig dieser Schluss denkbar ist. Ob dies zutrifft, beurteilt sich nach der bei Erlass der Verfügung bestehenden Sach- und Rechts
lage, einschliesslich der damaligen Rechtspraxis. Das Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgte oder weil massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2019 vom 1
9.
Februar 2020 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 140 V 77 E. 3.1, 138 V 324 E. 3.3).
Von erheblicher Bedeutung ist die Berichtigung von rechtskräftigen Verfügungen oder
Einspracheentscheiden
stets, wenn sie periodische Leistungen zum Gege
nstand haben (vgl. BGE 140 V 85
E.
4.4).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115
V
133 E. 6c/
aa
(siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kriterien: BGE 117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine diesem äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirn
trauma erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen Beschwer
debild einer
solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hinter
grund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
)
.
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Mai 2019 hielt die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst fest,
die Voraussetzungen für eine wiedererwägungs
weise Aufhebung der ursprünglichen Rentenverfügung vom 13.
(richtig: 14.)
Mai 2001 seien erfüllt, da dieser Entscheid infolge unterlassener Adäquanzprüfung zweifellos rechtsfehlerhaft zustande gekommen und die Berichtigung von erheb
licher Bedeutung sei. Darüber hinaus sei
damals auch eine ungenügende Prüfung der natürlichen Kausalität sowie der Arbeitsfähigkeit erfolgt
. Die Anspruchsbe
rechtigung sei folglich ohne Bindung an frühere Beurteilungen pro
futuro
umfassend zu prüfen
(
Urk.
2 S. 6 f.).
Dabei könne offen
bleiben, ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen den über den 30. November 2018 hinaus anhal
tenden Beschwerden und dem Unfall vom 18. September 1994 bestehe, da die weitere Leistungspflicht am kumulativen Erfordernis der Adäquanz scheitere (
Urk.
2 S. 10).
So sei
en
insgesamt
die
Kriteri
en
der anwendbaren Psycho-Praxis
nicht
erfüllt, auch nicht
ein einzelnes
in ausgeprägter Weise (
Urk.
2 S. 11 ff.). Die Einstellung der Versicherungsleistungen per 3
0.
November 2018 erweise sich daher als
rechtmässig
(
Urk.
2 S. 15 f.).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 2
5.
Juni 2019 im Wesentlichen vor, ein Wiedererwägungsgrund könne einzig in Bezug darauf vorliegen, dass der adäquate Kausalzusammenhang im Jahr 2001 nicht geprüft worden sei (
Urk.
1 S. 7). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegne
rin
gelange
in diesem Kontext nicht die
Psycho-, sondern v
ielmehr die
Schleu
dertrauma-Praxis zu
r Anwendung
,
da mehr als eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis weiterhin die typischen Folgen des durchgemachten Schleuder
traumas und nicht die psychischen Beschwerden im Vordergrund gestanden
hät
ten
(
Urk.
1 S. 12).
Die Adäquanzkriterien seien in auffälliger Weise gehäuft erfüllt, weswegen der adäquate Kausalzusammenhang gemäss aktuellem Stand der Akten jedenfalls nicht verneint werden könne. Der natürliche Kausalzusammenhang sei ebenfalls gegeben, weshalb
e
in Rentenanspruch weiterhin ausgewiesen sei
(
Urk.
1 S. 18 f.
).
Soweit Zweifel an der Erfüllung der Adäquanzkriterien bestehen sollten, müssten die Akten ergänzt werden, da die vollständige Krankengeschichte des behandelnden Arztes seit 2001 nicht vorliege (
Urk.
1 S. 19 f.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 3
0.
Juli 2019 betonte die Beschwerdegegnerin insbesondere, dass die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der Psycho-Praxis vorzunehmen sei, da eine psychische Fehlverarbeitung des Unfalls vorliege und die psychischen Beschwerden nun seit bald 25 Jahren dominieren würden (
Urk.
7 S. 8
und S. 11). Es könne kein Adäquanzkriterium bejaht werden; auch die Kriterien der
in
casu
nicht anwendbaren
Schleudertrauma-Praxis seien nicht erfüllt (
Urk.
7 S. 11 und S. 15). Auf die beantragte Einholung weiterer Akten sei zu verzichten,
da von diesen keine neuen
entscheidrelevanten
Erkennt
nisse zu erwarten seien (
Urk.
7 S. 16).
2.4
Mit Replik vom 2
7.
August 2019 hielt der Beschwerdeführer
fest, dass sich sein Gesundheitszustand seit den Begutachtungen in den Jahren 1998 und 2000 ins
gesamt nicht verändert habe (
Urk.
10 S. 7 und S. 11). Es liege
das typische Beschwerdebild nach durchgemachtem kraniozervikale
m
Beschleunigungs
trauma vor, weshalb die Beurteilung der adäquaten Kausalität mittels der Krite
rien der
Schleudertrauma-Praxis zu erfolgen habe (Urk. 10 S. 8 f.). Wie beschwer
deweise dargelegt, seien diese Kriterien erfüllt (Urk. 10 S. 10).
2.5
In ihrer Duplik vom 1
0.
September 2019 hielt die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen an ihren früheren Ausführungen fest, wobei sie namentlich erneut darauf hinwies, dass die psychischen Beschwerden das Beschwerdebild nach dem Unfall rasch und massiv dominiert hätten, weshalb die Adäquanz nach der Psycho-Praxis zu prüfen sei (
Urk.
14 S.
3 und S.
5 f.
).
3.
3.1
In einem ersten Schritt
ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin
unter dem Rechtstitel der Wiedererwägung (
Art.
53
Abs.
2 ATSG) auf
die rentenzuspre
chende Verfügung vom 14.
Mai 2001 (
Urk.
8/117) zurückkommen durfte.
Die in diesem Zusammenhang vorausgesetzte zweifellose Unrichtigkeit der rechtskräfti
gen Verfügung (vgl. vorstehende
E. 1
.1) begründete sie in erster Linie damit, dass damals
trotz entsprechender Notwendigkeit
keine Prüfung des adäquaten Kau
salzusammenhangs vorgenommen worden sei (
Urk.
2 S. 6, Urk. 7 S. 6).
3.2
Verfügungen der Unfallversicherer, bei welchen eine Rentenzusprechung ohne explizit
e
oder wenigstens implizite Prüfung der Adäquanz erfolgte, stellen gemäss bundesgerichtlicher Praxis eine Leistungszusprechung auf Grund falscher Rechts
anwendung und damit eine zweifellos rechtsfehlerhafte Verfügung dar, sodass der Unfallversicherer berechtigt ist, darauf zurückzukommen. Gestützt auf diese zweifellose Unrichtigkeit kann eine Überprüfung erfolgen, ohne dass gefragt wer
den muss, ob die ursprüngliche Verfügung auch im Ergebnis, d.h. im Dispositiv, zweifellos unrichtig ist. Dadurch soll mit Wirkung «ex
nunc
et pro
futuro
» ein rechtskonformer Zustand hergestellt werden
.
Dabei ist wie bei einer materiellen Revision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollstän
dig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung über die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente zu ermitteln
(
zur Publikation vorgesehenes
Urteil des Bundesgerichts 8C_72/2020 vom 26. August 2020 E.
6.1 mit Hinweisen).
Fraglich und zu prüfen ist zunächst, ob anlässlich der
Leistungszusprache
wenigstens eine implizite Prüfung
des adäquaten Kausalzusammenhang de
r
geklagten Beschwerden
zum Unfallereignis
erfolgte.
3.3
3.3.1
Medizinische Grundlage der leistungszusprechenden Verfügung vom 1
4.
Mai 2001 bildeten
zur Hauptsache
die Gutachten
der
Dres
.
A._
und
C._
vom
7.
Dezember 1998 respektive 2
8.
Se
ptember 2000 (
Urk.
8/37, 8/44).
Dr.
A._
diagnostizierte
aus orthopädischer Sicht
bei blanden Bildgebungen
einen Status nach Schleudertrauma mit psycho-vegetativer Restsymptomatik sowie e
ine funktionelle Gehstörung
.
Diese
zeichnete sich
im Rahmen der Unter
suchung durch ein groteskes Gangbild mit Fallneigung nach links aus.
Dr.
A._
hielt fest, dass er e
in
derartiges Krankheitsbild nach Schleudertrauma
noch nie gesehen
habe
;
ein
solcher
Fall
sei
auch in der Litera
tur nicht beschrieben worden
. Er bejahte mit 50%iger Wahrscheinlichkeit einen Zusammenhang der Beschwer
den zum Unfall und bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in jeglicher Tätigkeit
(Urk.
8/37/4 f.)
.
Ausgehend von der Vermutung einer
starke
n
psychi
sche
n
Überlagerung
empfahl er eine neuropsychologische, eventuell psychiatri
sche Begutachtung (
Urk.
8/37/7
; vgl. auch
Urk.
8/43/2
).
Dr.
C._
stellte im Zuge der daraufhin von der
Elvia
in Auftrag gegebenen neuropsychiatrischen Begutachtung
in Beantwortung des Fragenkataloges vom
3.
Juni 1998
(
Urk.
8/
105
)
folgende Diagnosen (
Urk.
8
/44/21):
-
Status nach schwerem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule mit auch vorübergehend
en
Hirnstamm- und Zwischenhirnsymptomen mit noch leichten Residuen (Babinski links positiv und ipsilaterale, leichte Ataxie)
-
schwere Dissoziationsstörung (Gang- und Sehstörung) und somatoforme Schmerzstörung (chronische Kopfschmerzen)
-
schwere reaktive depressive Entwicklung
-
chronischer Schmerzmittelgebrauch (Tramal).
Für ausserhäusliche Tätigkeiten attestierte der Gutachter eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
8/44/22). Ausserdem gelangte er zur Auffassung, dass der zur vollen Arbeitsunfähigkeit führende Hauptbefund im psychiatrischen Bereich anzusiedeln sei. In neurologischer Hinsicht sei die
objektive Rests
chädigung
gering
(
Urk.
8/44/19,
8/44/24).
Zum Kausalzusammenhang führte er aus, die gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen seien überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen (
Urk.
8/44/22).
Es sei nicht Sache des Gutachters zu beurteilen, ob das psychiat
rische Zustandsbild adäquat zum Unfallereignis sei. Weder er noch der früher befasste
Dr.
med.
E._
, Facharzt
für
Psychiatrie und Psychotherapie (vgl.
Urk.
8/28)
,
hätten
für die psychische Fehlentwicklung prätraumatische Faktoren gefunden. Demnach
hätten
der Unfall selber und sei
n
e Folgen mit grösster Wahr
scheinlichkeit die neurotische Fehlentwicklung in
Gang gebracht
.
Aufgrund des Hauptbefundes im psychiatrischen
Bereich,
der
psychogene
n
Gangstörung,
der
Sehstörung,
der
chronischen Kopfschmerzen
sowie
der
zunehmende
n
schwere
n
reaktive
n
depressive
n
Entwicklung, welche auch die allfälligen leichten neu
ropsychologischen Befunde erklär
e
,
schätzte Dr.
C._
sodann
den Integri
tätsschaden auf 70
%
(Urk.
8/44/24).
3.3.2
In Anbetracht dieser fachärztlichen Erkenntnisse ist der Beschwerdegegnerin bei
zupflichten, dass die
Leistungs
zuspr
echung
nicht gestützt auf Beschwerden erfolgte
, welche sich auf objektiv ausgewiesene, mit wissenschaftlich anerkann
ten
apparativen/
bildgebenden Abklärungen bestätigte Befunde zurückführen liessen
.
Die geklagten Sehstörungen beschrieb der Augenarzt
Dr.
med.
F._
im Bericht vom
8.
Juni 1996 als unklar
, mithin als ohne
medizinisches Korrelat (
Urk.
8/2/2). Die neurologische Problematik erachtete
Dr.
C._
als gering (
Urk.
8/44/24)
und dementsprechend fand sie keinen Eingang in seine Diagnose
liste.
Es kann daher nicht von organischen Leiden die Rede sein; d
ies wäre aller
dings vorausgesetzt gewesen, damit auf eine spezielle Adäquanzprüfung
gemäss der bereits im Zeitpunkt der Leistungszuspr
echung
geltenden
sogenannten
Psycho-
Praxis (BGE 115 V 133
) oder
der
Schleudertrauma-Praxis (BGE
117
V
359
,
134 V 109
)
hätte verzichtet werden können (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_643/2018 vom 4.
Juli 2019 E. 5.2 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat sich in
der Verfügung vom 1
4.
Mai 2001
(Urk.
8/117)
nicht
mit der
Frage der
Adäquanz
befasst
.
Der
Gutachter Dr.
C._
hat
die
Frage der Beschwerdegegnerin zur
Kausalität
(Frage 4,
Urk.
8/44/22)
zwar
ausdrücklich bejaht,
doch zielte diese zweifelsfrei auf
die natürliche Kausa
lität ab
. Die Frage der Adäquanz nahm er von sich aus auf, erachtete sich aber - zu Recht
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_643/2018 vom 4. Juli 2019 E. 5.3.1.1 mit Hinweisen)
- nicht zuständig für deren Beantwortung
(
Urk.
8/44/24)
und
setzte sich
insbesondere in keiner Weise
mit den vom Bundesgericht für die Prü
fung der Adäquanz entwickelten Kriterien auseinander.
Da auch den übrigen echtzeitlichen Dokumenten keine Hinweise für eine Prüfung des adäquaten Kau
salzusammenhangs zu entnehmen sind, erweist sich die Verfügung vom 1
4.
Mai 2001 als zweifellos rechtsfehlerhaft
. Unter dem Rechtstitel der Wiedererwägung durfte die Beschwerdegegnerin daher auf
ihren früheren
Entscheid zurückkom
men (vgl. vorstehende E. 1.1 und 3.2)
, was
schliesslich
auch vom Beschwerdefüh
rer nicht mehr
substantiiert
in Frage gestellt
wird (
vgl.
Urk.
1 S.
7).
Vor di
esem Hintergrund kann offen
gelassen werden, ob
die wiedererwägungs
weise Aufhebung der leistungszusprechenden Verfügung
wie von den Parteien kontrovers diskutiert (vgl.
Urk.
1 S. 7,
Urk.
2 S. 7 und
Urk.
7 S. 6)
auch aus anderen Gründen
zulässig wäre.
Der Vollständigkeit halber bleibt an dieser Stelle
anzumerken, dass
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 14. Mai 2001
gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
(
Urk.
8/44/24)
auch eine Integ
ritätsentschädigung
aufgrund einer Beeinträchtigung von 70
%
zugesprochen wurde.
Diese wäre somit ebenfalls v
on der Wiedererwägung betroffen, zumal die Ausrichtung einer derartigen Leistung ebenfalls einen Schaden voraussetzt, wel
cher in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall steht (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_499/2020 vom 1
9.
November 2020 E. 2.2.2 mit Hinweisen
).
Obschon dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin in der Vernehm
lassung, die Wiedererwägung beschlage auch die Integritätsentschädigung (
Urk.
7 S. 16)
,
aufgrund der lediglich von der Rente sprechenden Verfügung und
Ein
spracheentscheid
nicht gefolgt werden kann,
erübrigen sich Weiterungen in die
sem Zusammenhang, da
die Beschwerdegegnerin
aufgrund der bereits eingetre
tenen Verjährung (vgl.
Art.
25
Abs.
2 ATSG)
auf eine
Rückforderung verzichtet (
Urk.
7 S. 16).
4.
4.1
Sind die Wiedererwägungsvoraussetzungen gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG erfüllt, ist auf die entsprechende Entscheidung zurückzukommen und es ist unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände ein neuer Entscheid zu fällen. Mit anderen Worten ist der Rentenanspruch ex
nunc
et pro
futuro
ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung in all seinen Teilen neu zu beurteilen (BGE 140
V
514 E. 5.2).
Konkret steht dabei
die Frage im Vordergrund, ob die vom Beschwer
deführer nach wie vor geklagten Beschwerden kausal auf das Unfallereignis vom 1
8.
September 1994 zurückzuführen sind.
4.2
Im Wesentlichen gestützt auf das
D._
-Gutachten vom 3
1.
Mai 2017
gelangte die Beschwerdegegnerin zur Auffassung, dass aktuell kein organisch objektiv ausge
wiesenes Substrat vorliege, welches die persistierenden Beschwerden zu erklären vermöge (
Urk.
2 S. 9 f.).
Anlässlich der Begutachtung konnte v
on internistischer Seite kein invalidisierendes L
eiden festgestellt werden (Urk.
8/47/19).
Der ortho
pädischen Teilexpertise ist zu entnehmen, dass
ein Zustand nach HWS-Distorsionstrauma ohne Hinweise auf posttraumatische Folgeschäden vorliege (
Urk.
8/47/27). Die
im Vordergrund stehende Gangstörung
könne aus orthopädi
scher Sicht
nicht erklärt werden
(
Urk.
8/47/29).
Schliesslich wurden das linkssei
tige Babinski-Zeichen sowie die weiteren neurologisch objektivierten Befunde wie die leichte Hemiataxie links als unfallfremd und vorbestehend beurteilt, ohne dass die Ursache benannt werden konnte (Urk. 8/47/43).
Vor diesem Hintergrund
überzeugt die interdisziplinäre Feststellung
ohne Weite
res
, wonach
die geltend gemachte Gesundheitsschädigung aus somatischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht
mehr
zumindest teilweise
eine
Folge des Unfalls vom 1
8.
September 1994
ist
(
Urk.
8/47/74).
Auch im Übrigen sind keine
abweichenden medizinischen Einschätzungen und somit keine
konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge
holten medizinischen Expertise ersichtlich; sie erfüllt die vom Bundesgericht definierten Anforderungen (vgl. E. 1.4 vorstehend).
Ihr ist daher
volle
Beweiskraft zuzuerkennen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 1
1.
Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
4.3
4.3
.1
In einem nächsten Schritt ist
darüber zu befinden, welche vom Bundesgericht entwickelte Methode
zur
Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs
zwi
schen den somatisch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden und dem Unfall
zur Anwendung gelangt
. Während sich die Beschwerdegegnerin für die Psycho-Praxis
im Sinne von BGE 115 V 133
ausspricht (vgl.
Urk.
2 S.
11
,
Urk.
7 S.
3
und
Urk.
14
S. 5 f.
),
plädiert
der Beschwerdeführer
für die Anwendung der
Schleuder
trauma-Praxis
, welche auf eine Differenzierung zwischen physischen und psy
chischen Komponenten verzichtet
(
BGE 134 V 109, 117 V 359;
Urk.
1 S.
12
,
Urk.
10 S. 8
).
4.3
.2
Beide Parteien stimmen dahingehend überein, dass sich der Beschwerdeführer
anlässlich der Fahrzeugkollision vom 1
8.
September 1994 ein
e Distorsion
der Halswirbelsäule
zugezogen hat.
Gemäss diverse
n
ärztliche
n
Berichte
n
traten n
ur wenige Stunden nach dem Unfall die für diese Diagnose typischen
Symptome
(vgl. BGE 1
34
V
109 E. 6.2.1 mit Hinweis
)
wie Übelkeit, Erbrechen sowie Kopf- und Nackenschmerzen auf
(vgl.
Urk.
8/2 f., 8/6 und 8/9).
Umstritten ist jedoch,
ob die zum typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen zwar
vor
lagen
, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund
getreten sind
(vgl. auch E. 1.3.2 vorstehend)
.
Die Parteien sind sich
in diesem Kontext
unter Hinweis
auf
verschiedene bundesgerichtliche Urteile
uneinig dar
über, welcher Zeitrahmen
für die Beurteilung massgebend ist. Während die Beschwerdegegnerin die Entwicklung vom Unfallzeitpunkt bis zur Revisionsver
fügung aus dem Jahr 2018 berücksichtigt wissen will (
Urk.
7 S. 8),
hält der Beschwerdeführer diese Sichtweise für unzulässig
(
Urk.
1 S. 10, Urk.
10 S. 8 f.).
Im vom Beschwerdeführer zitierten Urteil 8C_742/2009 vom 13. September 2010 hielt das Bundesgericht Folgendes fest (E. 5 mit Hinweis):
«[...] Es ist nicht zulässig, längere Zeit nach dem Unfall, wenn die zum typischen Beschwerdebild gehörenden physischen Beschwerden weitgehend
abgeklungen sind, die psychische Problematik aber fortbesteht, diese fortan nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen, während sie in einem früheren
Stadium, als das typische Beschwerdebild noch ausgeprägt war, nach der Schleudertrau
ma-Praxis beurteilt worden wäre
[...]
.
»
Demgegenüber stützt sich die Beschwerdegegnerin auf
das Urteil 8C_12/2016 vom
1.
Juni 2016,
in welchem
das Bundesgericht erwog (E. 7.1 mit Hinweis):
«[...] Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist nur dann im Sinne von BGE 123 V 98 E. 2a S. 99 unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen, wenn die psychische Problema
tik bereits unmittelbar nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufweist [...]. Wird die zitierte Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 98 in einem späteren Zeitpunkt angewendet, ist zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen Entwick
lung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adä
quanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen [...].»
Dem Beschwerdeführer ist
insofern
beizupflichten
(
Urk.
10 S. 9)
,
als
es sich als stossend erweisen würde, wenn
zur Bestimmung der für die Adäquanzprüfung massgebenden Methode
der Gesundheitszustand
mehr als 20 Jahre
nach
dem Unfall Berücksichtigung fände, falls es der Versicherungsträger
wie im konkre
ten Fall die
Elvia
versäumt hat, die Adäquanz
zumindest implizit
zu prüfen
.
Entgegen seiner Auffassung (
Urk.
1 S. 10)
rechtfertigt es sich allerdings nicht, den
Beurteilungszeitraum auf nur etwa eineinhalb Jahre nach dem Unfall zu begrenzen.
So ist die Adäquanz im Zeitpunkt des Fallabschlusses (vgl.
Art.
19
Abs.
1 UVG) zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_117/2019 vom 2
1.
Mai 2019 E. 6.3)
,
vorliegend demnach im
Rahmen der e
rstmaligen Rentenprüfung im Mai
200
1.
Dementsprechend ist die Entwicklung des Gesundheitszustandes vom Unfallereignis bis zu diesem Zeitpunkt als massgebend zu erachten.
Dieser Betrachtungsweise steht auch d
ie von den Parteien
jeweils
ins Feld geführte
bun
desgerichtliche Praxis nicht entgegen.
4.3.3
Wie
zuvor erwähnt
,
klagte der Beschwerdeführer
schon
kurze Zeit nach dem Unfallereignis über diverse Beschwerden
, welche von ärztlicher Seite mit de
r
HWS-Distorsion
und der
zudem erlittenen
Schädelkontusion
in Verbindung gebracht wurden.
Im Behandlungsverlauf wurden
ab Oktober 1994
mehrere
Mag
netresonanztomographien
des Schädels und der Halswirbelsäule durchgeführt.
Dabei liessen sich weder ossäre Läsionen der Halswirbelsäule noch Anhaltspunkte
für eine intrazerebrale Blutung,
Kontusionsherde
oder entzündliche Prozesse
fest
stellen (vgl.
Urk.
8/5, 8/7
und 8/14).
Auch weitere bildgebende Untersuchungen wie eine Dopplersonographie und eine Myelographie ergaben keine pathologi
schen Befunde
, mit welchen die geklagten
Beschwerden
hätten erklärt werden können
(
Urk.
8/8, 8/15).
Die mehrere Wochen nach dem Unfall erstmals aufge
tretenen
Visusstörungen
konnten von augenärztlicher Seite ebenfalls nicht objektiviert werden (vgl. Urk.
8/16, 8/22, 8/33 und 8/36).
Den Akten ist ferner zu entnehmen
, dass der Beschwerdeführer vom
4.
Januar bis
3.
Februar 1995 stationär in der Klinik
G._
behandelt wurde.
Gemäss Austrittsbericht vom
3.
Februar 1995
bestand
insbesondere
der dringende Ver
dacht auf ein schweres Konversionssyndrom. Die
wechselnd zum Ausdruck gekommenen neurologischen Symptome
konnten
keinem Krankheitsbild zuge
ordnet werden.
Der Beschwerdeführer sei bei Eintritt vollständig an einen Roll
stuhl gebunden gewesen und habe eine ungezielte Falltendenz nach beiden Seiten aufgewiesen.
Im Laufe der Hospitalisation sei eine selbständige Gehfähigkeit an zwei Stöcken
bei noch sehr unsicherem Gang
erzielt worden. Die Unsicher
heiten hätten oftmals stark
appellativen
Charakter gehabt. Es sei vorgekommen, dass sich ein völlig normales Bewegungsmuster gezeigt habe, wenn der Beschwerdeführer sehr in eine Übung vertieft und sich der Anwesenheit des Therapeuten nicht mehr bewusst gewesen sei.
Den Übertritt in die psychosomati
sche Abteilung der Klinik habe der Beschwerdeführer abgelehnt (Urk. 8/17).
Eine weitere stationäre
Therapie
fand
vom 2
6.
November 1995 bis 20.
Januar 1996 in der Klinik
H._
statt. Gemäss Au
strittsbericht vom 2.
Februar 1996 sei die auf
fällige Gangstörung ganz im Vordergrund der komplexen Symptomatik gestan
den, wobei
sich
keine Hinweise
für
eine organisch-morphologische Ursache
ergeben hätten (
Urk.
8/32/2). Ein wirklich effektiver Therapieansatz habe nicht gefunden werden können. Die Weiterführung einer Physiotherapie sei nur sinn
voll in Kombination mit einer begleitenden Psychotherapie, sofern der Beschwer
deführer hierzu eine Bereitschaft entwickeln könne (
Urk.
8/32/3).
In Anbetracht dieser medizinischen Sachlage
wird
unter weiterer Berücksichti
gung der bereits wiedergegebenen Beurteilungen der beiden Gutachter
Dr.
A._
und
Dr.
C._
vom
7.
Dezember 1998 beziehungsweise 2
8.
September 2000 (vgl. vorstehende E. 3.3.1)
deutlich
,
dass
im Verlauf der
ganzen
Entwicklung vom Unfall bis zum Zeitpunkt der erstmaligen Rentenprüfung
im Mai 2001
eine starke psychische Überlagerung der auf somatischer Ebene geklagten Beschwerden bestand. So liess
en
sich
sowohl
die wenige Monate nach dem Unfall in Erschei
nung getretene massive Gangstörung
als auch die
Sehs
törungen
nicht durch strukturelle
Läsionen erklären.
Eine Vielzahl bildgebender Untersuchungen
ergab im Wesentlichen unauffällige Befunde.
Bezeichnend ist zudem, dass
sich trotz somatischer Behandlungen kaum eine Besserung des Gesundheitszustandes ein
stellte
und dem Beschwerdeführer bereits wenige Monate nach dem Unfall die Aufnahme einer psychosomatischen Therapie angeraten wurde.
Gesamthaft
ist der Beschwerdegegnerin somit beizupflichten, dass
die körperlichen Beschwerden im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik rasch ganz in den Hin
tergrund traten. Praxisgemäss ist die Adäquanz daher im Folgenden nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen
(BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
)
, wobei allein die somatischen Auswir
kungen
einzubeziehen
sind.
4.4
4.4
.1
Zunächst
ist
festzulegen
, ob es sich beim Ereignis vom 1
8.
September 1994 um einen leichten, einen mittelschweren oder einen schweren Unfall handelt. In die
sem Kontext ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen massgebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (
vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
Gemäss
Rapport
der Stadtpolizei Zürich vom
7.
Okto
ber 1994
kollidierte am 18.
September 1994 ein Personenwagen
seitlich mit demjenigen des Beschwerde
führers. Beide Fahrzeuge waren dabei mit einer Geschwindigkeit von 40-50 km/h unterwegs
; ein Bremsvorgang war vor der Kollision nicht eingeleitet worden.
Durch den Aufprall wurde das
andere Unfallf
ahrzeug circa 20 Meter wegge
schleudert und kam auf dem Trottoir zum Stillstand. Dasjenige des Beschwerde
führers blieb auf der Verzweigung stehen (
Urk.
8/49).
In Anbetracht des augen
fälligen
Geschehensablaufs ist nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegne
rin das Ereignis als mittelschweren Unfall im engeren Sinne qualifiziert hat (
Urk.
2 S. 12), was vom Beschwerdeführer auch nicht
in Frage gestellt wird.
Das Ereignis
ist mit Blick auf die bundesgerichtliche Kasuistik insbesondere nicht dem Grenzbereich zu den schweren Unfällen zuzuordnen, da
dies auch in Bezug auf Verkehrsunfälle mit höheren Krafteinwirkungen verneint wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_212/2019 vom 2
1.
August 2019 E. 4.2.2).
4.4
.2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychisch
e Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange D
auer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Da es sich um einen mittelschweren Unfall im engeren Sinn handelt, kann die Adäquanz nur bejaht werden, wenn mindestens drei der sieben Adäquanzkrite
rien
in einfacher Form
erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_573
/2020 vom
6.
Januar 2021
E
. 8.1
mit Hinweisen).
4.4
.3
Der
Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitum
stände oder besonderen Eindrücklichkeit des
Unfalls liegt der Gedanke zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können. Dabei sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen beim Unfall psychisch vorgeht
sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen liesse
soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitum
stände, bei Betroffenen psychische Vorgänge der genannten Art auszulösen. Zu beachten ist zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_473/2019 vom 1
1.
November 2019 E. 5.2 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer geht von einem dramatischen Geschehen von besonderer Eindrücklichkeit aus, da er mitten in der Stadt ungebremst angefahren worden sei (
Urk.
1 S. 14).
Letzteres
mag zutreffen
und eine gewisse Eindrücklichkeit
ist
dem Ereignis
auch
nicht
abzusprechen.
Allerdings ist das Ereignis nicht mit
Unfällen
vergleichbar, in denen das Bundesg
ericht das Kriterium bejaht hat, wie beispielsweise bei einer Massenkarambolage auf einer Autobahn (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_996/2010 vom 1
4.
März 2011
E. 8.1
mit Hinweisen).
Im Wei
teren ist zu berücksichtigen, dass
der Beschwerdeführer sein Fahrzeug aus eigener Kraft verlassen
und nach Erledigung der Formalitäten zu Fuss nach Hause gehen konnte
(
vgl. dazu das erwähnte Urteil 8C_996/2010
E. 8.2 mit Hinweis
;
Urk.
8/44/13
,
8/47/35
).
Eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls oder beson
ders dramatische Begleitumstände liegen daher nicht vor.
4.4
.4
Zum Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung wurde im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt (
Urk.
2 S. 13 f.), dass dieses nicht schon aufgrund der Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) zu bejahen ist.
Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der Halswirbelsäule oder dem Schädel-Hirntraum
a
beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 mit Hinweisen).
Neben
der HWS-Distorsion
zog sich der Beschwerdeführer beim Unfallereignis eine Schädelkontusion mit Prellmarke an der linken Stirn zu
(
Urk.
8/2). In den echtzeitlichen Arztberichten findet sich auch die Diagnose einer Gehirnerschüt
terung (
Urk.
8/3 f.). Im neurologischen Teilgutachten der
D._
wurde in diesem Zusammenhang ausgeführt, dass eine milde traumatische Hirnschädigung mög
licherweise stattgefunden habe, aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von bleibenden Residuen auszugehen sei (
Urk.
8/47/42).
Dies überzeugt mit Blick auf die
im Oktober und November
1994
im Rahmen
bildgebender
Untersuchun
gen des Schädels
erhobenen
unauffälligen
Befunde
(vgl. Urk. 8/7, 8/14).
Andere Verletzungen, welche
erfahrungsgemäss
geeignet wären, psychische Fehlent
wicklungen auszulösen, sind nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer erlitt ins
besondere keine Frakturen an der Wirbelsäule oder in anderen Bereichen des Kör
pers (vgl.
Urk.
8/5, 8/7).
Der vorliegende Sachverhalt ist
insgesamt
nicht mit Fäl
len
vergleichbar
, in denen das Bundesgericht das Adäquanzkriterium bejaht hat
(vgl.
die Kasuistik in
BGE 140 V 356 E. 5.5.1 mit Hinweisen)
.
4.4
.5
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der physisch bedingten ärztlichen Behandlung ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Auch Art und Intensität der Behandlung sind von Bedeutung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmäs
sigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer
vorliegen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 1
0.
Dezember 2020 E. 4.1.2 mit Hinweis).
Die Beschwerdegegnerin hat dieses Kriterium
verneint (
Urk.
2 S. 14), wogegen beschwerdeweise
keine Einwände erhoben
wurde
n
(vgl.
Urk.
1 S. 14 ff.).
Es ist namentlich
hervorzuheben
, dass der Beschwerdeführer letztmals im Frühjahr 1996 in der Klinik
H._
eine stationäre Behandlung in Anspruch genommen hat (Urk. 8/32). Zutreffend hielt die Beschwerdegegnerin ausserdem fest, dass bereits vor der ursprünglichen Rentenzusprechung
im Wesentlichen
lediglich noch medikamentöse Schmerzbekämpfung, Physiotherapie und Kontrolluntersu
chungen stattfanden. Derartige Massnahmen allein genügen
allerdings nicht, damit von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung gespro
chen werden könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 365/05 vom 1
1.
Juli 2007 E.
5.2 mit Hinweisen), weshalb dieses Kriterium ebenfalls nicht erfüllt ist.
4.4
.6
Bezüglich des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen ist massgebend, ob über den gesamten Zeitraum andauernde Beschwerden vorlagen. Die zwar kör
perlich imponierenden, organisch objektiv jedoch nicht hinreichend nachweisba
ren Beschwerden der versicherten Person habe
n
aber
ausser Acht zu bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 1
0.
Mai 2019 E. 10.2 mit Hinwei
sen).
Dem Austrittsbericht der Klinik
H._
vom
2.
Februar 1996 ist zu entnehmen, dass ab März 1996 in Bezug auf die Beschwerden im Hals- und Nackenbereich eine deutliche Besserung eingetreten sei. Nach wie vor habe der Beschwerdeführer indes über frontale Kopfschmerzen, Miktionsstörungen in Form von Harnträufeln sowie Sehstörungen geklagt. Am auffälligsten erschien zudem die Gangstörung (
Urk.
8/32/
4). Wie bereits dargelegt (E. 4.3.3 vorstehend), konnte
weder
für die Sehstörungen
noch
für die im Vordergrund stehende Gangstörung ein organi
sches Korrelat gefunden werden, weshalb sie in Nachachtung der bundesgericht
lichen Praxis ausser Acht zu bleiben haben.
Gleiches gilt gemäss Einschätzung von
Dr.
A._
für die latente Inkontinenz (
Urk.
8/37/3).
Hinsichtlich der chroni
schen Kopfschmerzen ging
Dr.
C._
angesichts des chronischen Schmerz
mittelgebrauchs, der seit längerem bestehenden Gemütsdepression sowie der somatoformen Schmerzstörung von mehreren massgeblichen Ursachen aus (Urk. 8/44/19 f.).
Auch
die
D._
-Gutachter stuften die Kopfschmerzen
als multi
faktoriell bedingt ein (
Urk.
8/47/63
) und vermochten sie
nicht zu objektivieren (Urk. 8/47/72).
Insgesamt ist daher ma
ngels organisch objektiv nachweisbarer Beschwerden auch dieses Adäquanzkriterium zu verneinen.
4.4
.7
Eine
ärztliche Fehlbehandlung, welche die
somatischen
Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte,
ist nicht dokumentiert
.
Dies wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht (vgl.
Urk.
1 S. 14 ff.).
Dieses Kriterium ist somit eben
falls nicht gegeben.
4.4
.8
Was die beiden verbleibenden Kriterien des schwierigen Heilungsverlaufs
mit
erheblichen Komplikationen sowie des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit anbelangt, gilt es festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden könnten, sie jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben wären.
Diesbezüglich übt die Rechtsprechung grosse Zurückhaltung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2015 vom 1
5.
Januar 2016 E. 3.4).
Im Übrigen bringt auch der Beschwerdeführer nicht vor, dass ein Kriterium in besonders ausgepräg
ter Weise erfüllt wäre (vgl.
Urk.
1 S. 18).
4.5
Zusammenfassend
sind die massgeblichen Kriterien weder in ausreichender Zahl gegeben noch liegt ein Kriterium besonders ausgeprägt vor. Folglich ist die adä
quate Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 1
8.
September 1994 und den geltend gemachten psychischen Beschwerden zu verneinen.
Da eine Leistungs
pflicht der Unfallversicherung kumulativ einen natürlichen und einen adäquaten Kausalzusammenhang voraussetzt, kann damit die Frage nach dem Bestand der natürlichen Kausalität offenbleiben (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1 mit Hinweisen).
Der Invaliditätsgrad ist
demzufolge
lediglich aufgrund der somatischen Unfall
folgen zu bestimmen.
Wie bereits dargelegt (vorstehende E. 4.2)
lässt sich aus rein somatischer Sicht keine unfallkausale Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter begründen.
Bei einem Invaliditätsgrad von 0
%
besteht kein
Anspruch mehr auf eine
Invalidenr
ente der Unfallversicherung (vgl. Art. 18
Abs.
1 UVG).
5.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente des Beschwerdeführers zu Recht per 3
0.
November 2018 eingestellt.
Von weiteren Abklärungen wie der
eventualiter
beantragten
Einholung von
zusätzlichen
Kran
kenakten des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 19 f.) sind im Übrigen keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Der
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Mai 2019 (
Urk.
2)
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der dagegen
erhobene
n
Beschwerde
f
ührt).
6
.
Das Verfahren ist kostenlos (
Art.
1
Abs.
1 UVG in Verbindung mit
Art.
61
lit
.
f
bis
ATSG).
Obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen darf in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen wer
den. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis sind unter anderem private UVG-Versicherer als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qualifizie
ren (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen).
Entgegen ihrem Antrag ist der Beschwerdegegnerin somit keine Prozessentschädigung zuzusprechen.