Decision ID: d79554e6-fe93-4dc9-8995-7b84f422f0f0
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1950 geborene und als Aussendienstmitarbeiter/Verkaufsleiter tätig gewe
sene
X._
meldete sich am 1
3.
September 2002 (
Urk.
8/3) unter Hinweis auf einen Verkehrsunfall vom
9.
Februar 1993 und seither bestehende Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach durchgeführtem Rechtsmittelverfahren gegen die rentenabweisende Verfügung vom 1
4.
Juni 2004 (
Urk.
8/36), in welchem zuletzt das Bundesgericht mit Urteil vom 1
4.
November 2007 (
Urk.
8/90) einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
spä
testens ab Februar 2005 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 46
%
und die Rückweisung der Sache zur Festlegung des exakten Rentenbeginns an die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, bestätigt hatte, sprach diese dem Versicherten mit Verfügung vom
4.
April 2008 (
Urk.
8/107 und Urk.
8/96) die Rente wie festgestellt zu unter Vorbehalt des Ergebnisses der weiteren Abklärungen. Auf die dagegen erhoben
e
Beschwerde (
Urk.
8/108 und
Urk.
8/115) wurde mit
Beschluss
des hiesigen Gerichtes vom 1
7.
Juni 2010 (Urk.
8/180) nicht eingetreten
(Prozess IV.2008.00809)
.
1.2
Am 1
1.
Februar 2009 (
Urk.
8/134) hatte der Versicherte die IV-Stelle über einen am 1
7.
Oktober 2008 erlittenen Unfall orientiert,
bei dem
er auf seinem Motor
rad von einem Personenwagen angefahren wurde (
Urk.
8/133/1-2). Die IV-Stelle tätigte in der Folge medizinische Abklärungen und holte namentlich da
s polydisziplinäre Gutachten des
Begutachtungsinstitut
s
Y._
, vom
3.
November 2009 (
Urk.
8/161/2-29) sowie die neurologische Expertise des
S
pitals
Z._,
Klinik für Neurologie, vom 1
8.
Februar 2011 (
Urk.
8/200) ein. Nach Eingang weiterer medizinischer und erwerblicher Unter
lagen verneinte die IV-Stelle mit Verfügungen vom 1
2.
Juli 2012 (
Urk.
2/1-2) einen Rentenanspruch vor Februar 2005 und sprach dem Versicherten – auf
grund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Rahmen des erneu
ten Unfalls und nach Ablauf der entsprechenden Dreimonatsfrist – ab
1.
Januar 2009 eine halbe Rente (samt Kinderrente) basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
zu.
2.
Gegen die Verfügungen vom 1
2.
Juli 2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 6.
August 2012 Beschwerde und beantragte die
Zusprache
einer ganzen Rente ab
1.
Januar 2009 (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle ersuchte am 1
4.
September 2012 (
Urk.
7) um Abweisung der Beschwerde. Am 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
9) ergänzte der Beschwerdeführer
seine Ausführungen unter Auflage neuer Arztberichte (Urk.
10/1-4). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest (
Urk.
13 und
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Art.
29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung ihrer Verfügung aus, der Gesund
heitszustand des
Beschwerdeführers
habe sich ab Zeitpunkt des Unfalls vom 1
7.
Oktober 2008 verschlechtert, seither sei von einer 50%igen Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und leidensangepasster Tätigkeit bei einer Präsenzzeit von 100
%
auszugehen. Dies führe zu einem Invaliditätsgrad von 50
%
(
Urk.
2 Verfügungsteil 2).
2.2
Der
Beschwerdeführer
schloss dagegen auf eine vollumfängliche Arbeitsun
fähig
keit, kritisierte vorweg – aus einzeln dargelegten Gründen - das dem Ent
scheid zugrunde liegende
Y._
-Gutachten und verwies auf DTI-MRI-Bil
der, welche eine Hirnverletzung dokumentierten. Sodann erwähnte er eine bereits aus neuropsychologischer Sicht attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit sowie eine solche von 90-100
%
aus psychiatrischer Sicht (
Urk.
1 S. 3 ff.
, Urk. 13
).
3.
3.1
Die Ärzte des
Instituts Y._
stellten in ihrem (ersten) Gutachten vom 1
3.
April 2004 (Urk.
8/28/2-31) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26):
1.
Status nach Frontalkollision vom 09.02.1993
-
Halswirbelsäulen-(
HWS
)
-Distorsion oder HWS-Abknicktrauma (ICD-10 S13.4), persistierendes, heute leicht bis mässig ausgeprägtes, linksbetontes, unteres
Zervikalsyndrom
(ICD-10 M53.0) mit leichter, schmerzhafter
Funktionseinschränkung mit zervikaler und
zervikozephaler
Symptomatik von teilweise
migräniformem
Charakter
-
Lendenwirbelsäulen-(
LWS
)
-Distorsion, persistierende
lumbovertebrale
Beschwer
den (ICD-10 M54.5)
-
Leichte traumatische Hirnverletzung, persistierende leichte kognitive Defi
zite (ICD-10 F06.7)
2.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit qualifizierten die Gutachter einen Verdacht auf eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4), einen Status nach akuter Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0) sowie einen fortgesetzten Nikotinkonsum (zirka 20
Packyears
; ICD-10 F17.1).
Die Gutachter führten aus, dass die neurologischen Beschwerden im Vorder
grund stünden und sich beim Exploranden aktuell ein linksbetontes unteres, leicht bis mässig ausgeprägtes
Zervikalsyndrom
mit leichter Funktionseinschränkung, eine leichte Koordinationsstörung im Bereich der rechten Hand, die nicht sicher zuordenbar sei, und eine wahrscheinlich zentrale oder
zervikogene
Gleichgewichtsstörung zeigten. Aufgrund der objektivierbaren neuropsycholo
gischen Befunde - persistierende Verlangsamung und Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwierigkeiten - sowie aufgrund des schmerzbedingten Pausenbedarfs bestehe im angestammten Bereich bei ganztägiger Zumutbarkeit eine Leistungseinschränkung von zirka 30
%
, wobei in einer Verweisungstätigkeit keine höhere Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei (S.
27 f.). Aufgrund der anam
nestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei die 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit ondulierendem Verlauf ab dem Unfalldatum anzu
nehmen. Mit zunehmendem Alter und dabei altersmässig abnehmenden Kompensationsmöglichkeiten - mitunter in Folge der Hirnalterung – manifestierten sich die Einschränkungen immer deutlicher (S.
28).
3.2
3.2.1
Am
3.
November 2009 (
Urk.
8/161/2-29) erstatteten die Ärzte
des Instituts Y._
ihr zweites Gutachten. Dieses basierte auf den
Vorakten
sowie einer internistischen, psychi
atrischen und neurologischen Untersuchung (S. 2 ff., S. 17 ff. und S. 20 ff.).
Die Gutachter, PD
Dr.
med.
A._
,
i
nternistische-/allgemeinmedizinische Fallführung,
Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
med.
C._
, FMH Neurologie, stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 25):
1.
Chronisches
zervikozephales
und lumbales Schmerzsyndrom sowie chroni
sches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom links (ICD-10 M53.0, M54.5, R52.2)
-
Status nach zwei Unfällen mit HWS-Belastung am
9.
Februar 1993 sowie am 1
7.
Oktober 2008 (ICD-10 S13.4)
-
Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung mit wahrscheinlich persis
tierenden leichten kognitiven Defiziten am
9.
Februar 1993 (ICD-10 S06.0)
-
Status nach
Diskushernienoperation
L5/S1 links 1990
2.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie einer beginnenden Radiokarpalarthrose links (ICD-10 M19.9) bei Status nach
U
l
narverkürzungsosteotomie
links sowie Status nach Radiusfraktur links mit konsekutiver
Ulnaüberlänge
und
ulnocarpalem
Impingement
am
4.
August 2004 zu.
3.2.2
Die Gutachter verwiesen auf geklagte konstante, drückende Kopfschmerzen, rezi
di
vierende Nackenschmerzen mit zum Teil elektrisierender Schmerzausstrahlung in den linken Oberarm, zudem etwa alle zwei Tage auftretende lum
bale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke, selten ins rechte Bein. Dane
ben berichte der
Beschwerdeführer
über kurzzeitig auftretende
Visusstörungen
, eine Tagesmüdigkeit und eingeschränkte Konzentration sowie traurige Grundstimmung. Aufgrund dieser Beschwerden vermöge sich der
Beschwerdeführer
keine berufliche Tätigkeit vorzustellen (S. 26).
3.2.3
Die Gutachter schilderten eine praktisch frei bewegliche HWS in der klinischen Untersuchung. Weder zervikal noch lumbal
liessen
sich eine
radikuläre
Reiz- bzw. sensomotorische Ausfallsymptomatik nachweisen, die vom
Beschwerde
führer
angegebene Sensibilitätsverminderung im Bereich des linken Armes habe kein
dermatombezogenes
Verteilungsmuster. Als einziger pathologischer Befund zeige der
Beschwerdeführer
beim freien Gehen ein diskret eingeschränktes Mit
schwingen des rechten Armes. Insgesamt bestehe in der aktuellen neurologi
schen Untersuchung ein ähnliches Zustandsbild wie anlässlich der Begutach
tung durch den Neurologen
des Instituts Y._
im Jahr 200
3.
Auch wenn der
Beschwerde
führer
eine Konzentrationsstörung und kognitive Störungen angebe, seien diese anlässlich der Untersuchungssituation nicht offensichtlich. Für die im MRI des Schädels vom 2
2.
Januar 2009 bei Prof.
D._
in
E._
festgestellten ver
schiedensten zerebralen Läsionen
(Urk.
8/161/31-41)
liessen sich keine klini
schen Korrelate nachweisen. Zusammengefasst könnten die vom
Beschwerde
führer
beklagten Beschwerden mit konsekutiv subjektiv empfundener hoher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der somatisch fassbaren Befunde nicht nachvollzogen werden. Aufgrund der objektiv fassbaren degenerativen Veränderungen im mittleren HWS-Bereich bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30
% für körperlich leichte bis kurzzeitig mittelschwer belastende Tätigkeiten, wie sie die angestammte Tätigkeit als Verkäufer von Schreibgeräten auch darstelle.
Aus psychiatrischer Sicht könne die Diagnose einer aktuell
leichtgradig
ausge
prägten rezidivierenden depressiven Störung gestellt werden. Auch aus psychi
atrischer Sicht fänden sich keine Hinweise auf eine schwere kognitive Störung, welche die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers
beeinträchtigten. Die aus psychiatrischer Sicht attestierte Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20
%
wirke nicht additiv zur
somatischerseits
attestierten Einschränkung der Arbeits
fähigkeit, es könnten die gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und zur Erholung genutzt werden.
Aus internistischer und anderweitiger somatischer Sicht bestünden keine Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten.
3.2.4
Aus polydisziplinärer Sicht befanden die Gutachter lediglich körperlich schwere Tätigkeiten
für
nicht zumutbar. Für sämtliche körperlich leichten bis kurzzeitig mittelschwer belastende
n
Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähig
keit von 70
%
, welches Pensum vollschichtig angesetzt werden könne mit redu
ziertem Rendement (S. 26 f.). Seit der Begutachtung
durch das Institut Y._
im Dezember 2003 habe sich keine Veränderung des Gesundheitszustandes ergeben (S. 28).
3.3
3.3.1
Prof.
Dr.
phil.
F._
, wissenschaftlicher Abteilungsleiter, und
Dr.
phil.
G._
, Neuropsychologe, Klinik für Neurologie,
Spital Z._
, beschrieben nach verschiedenen Testungen und Studium der
Vorakten
in ihrem neuropsycholo
gischen Gutachten vom 1
8.
Februar 2011 (
Urk.
8/200, vgl. S. 6) eine mittel
schwere Aufmerksamkeitsstörung als im Vordergrund stehend, welche sowohl klinisch beobachtbar als auch formal objektivierbar sei. In der klinischen Beobachtung
sei
ein sprunghafter Aufmerksamkeitsfokus sowie eine erhöhte Ablenkbarkeit
eruierbar
. Diese wiederspiegelten sich auch im formalen Denken, welches häufig sprunghaft sei. Der
Beschwerdeführer
sei immer wieder durch innere Reize abgelenkt und habe Schwierigkeiten, seine Konzentration zu fokussieren. Testpsychologisch seien in einigen Aufmerksamkeitsteilbereichen
(tonische und
phasische
Alertness
, geteilte Aufmerksamkeit) mittelschwer bis schwer verlangsamte Reaktionszeiten sowie eine erhöhte Schwankungsbreite der Reaktionszeiten festzuhalten. Zusätzlich seien in den meisten Aufmerksam
keitsaufgaben leicht bis mittelschwer erhöhte Auslassungs- und Fehlerquoten
eruierbar
, insbesondere wenn der
Beschwerdeführer
die Aufgabe unter belasten
dem Zeitdruck zu lösen habe. Die erhöhte Fehleranfälligkeit zeige sich auch im exekutiven Bereich (kognitive Umstellfähigkeit); hier seien zudem die Leistun
gen in der verbalen Flüssigkeit (phonematisch- und semantisch-lexikalisch), in der Merkspanne (verbal u
nd
visuo
-räumlich) sowie die Arbeitsgedächtniskapazität (modalitätsunabhängig) grenzwertig. Die Spontansprache sei bis auf den sprunghaften und abgehackten Erzählstil flüssig, gelegentlich seien Wortfindungsstörungen
eruierbar
. Ansonsten bestünden keinerlei sprachliche Stö
rungen, insbesondere das Sprachverständnis und sprachassoziierte Funktionen (Lesen, Schreiben, Rechnen) seien unauffällig. Anhaltspunkte für eine Störung der Sprachverarbeitung fänden sich keine, auch seien die Leistungen in der sprachlichen Flexibilität, wenn auch nicht hervorragend, so doch innerhalb des Bereichs der ausbildungskorrigierten Normwerte. Auch der Umgang mit Zahlen liege innerhalb des Bereichs möglicher Normvarianten und sei nicht als defizitär zu bezeichnen. Ebenfalls unauffällig seien die Leistungen in den Bereichen ver
bales und figurales episodisches Gedächtnis, praktische Handlungen, visuelle Wahrnehmung und
Visuo
-Konstruktion.
Die Experten führten weiter aus, sowohl aus den anamnestischen Angaben, dem klinischen Bild (Verzweiflung, Ratlosigkeit, Weinen) und nicht zuletzt aus einer standardisierten Selbstbeurteilung ergäben sich Hinweise auf eine manifeste Depression sowie der Verdacht einer reaktiven Angststörung. Zudem ergebe sich aus einer standardisierten Selbstbeurteilung zu Erschöpfungssymptomen zusammen mit der bekannten Schlafstörung (Schlaf-Apnoe und PLM Syndrom) Hinweise auf ein
Fatigue
-Syndrom, welches insbesondere den kognitiven Bereich betreffe. Umso mehr müsse als positiv hervorgehoben werden, dass der
Beschwerdeführer
während der über 31⁄2-stündigen Untersuchung eine gute all
gemeine Belastbarkeit aufgewiesen habe und kooperativ und anstrengungsbereit teilgenommen habe.
Zusammengefasst verwiesen die Gutachter auf eine mittelschwere kognitive Störung, welche nahezu ausschliesslich die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfunktionen betreffe. Die beklagten Symptome seien somit objektivier- und nachvollziehbar. Diese seien aus neuropsychologischer Sicht multifaktoriell erklärbar. Zum einen seien die kognitiven Defizite als Residualsymptomatik der stattgehab
t
en Unfälle 1993 und vor allem 2008 zu
bewerten, zum anderen seien die Befunde allenfalls zu einem gewissen Grad durch die reaktive Depression, die in den Akten diskutierte reaktive Angststörung und die Schlafstörung sowie die chronische Schmerzsymptomatik mitbedingt (S. 6).
3.3.2
Die Gutachter stellten folgende Diagnose (S. 6 f.).
-
Mittelschwere kognitive Störung mit im Vordergrund stehenden
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefiziten (verlangsamte kognitive Verarbei
tungsgeschwindigkeit, erhöhte Ablenkbarkeit, reduzierte Fähigkeit zur Aufmerksamkeitsfokussierung, erhöhtes Fehlverhalten, Aufmerksamkeitsschwankungen), grenzwertige exekutive Defizite (verbale Flüssigkeit und Arbeitsgedächtniskapazität)
-
Depression, Verdacht auf reaktive Angststörung und
Fatigue
-Syndrom
-
Bekannte Schlafstörung (Schlaf-Apnoe, PLM).
3.3.3
Die Arbeitsfähigkeit erachteten sie aus rein neuropsychologischer Sicht als zu 50
%
bei einer 100%igen Präsenzzeit gegeben. Da sich die Aufmerksamkeitsstörung auf jedwede Tätigkeit (auch einfache, repetitive und manuelle Arb
eiten) negativ auswirken dürfte
, gelte für die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit die gleiche Einschätzung. In zeitlicher Hinsicht gingen sie von einer seit 1995 bestehenden Einschränkung von 20
%
und einer Verschlechterung nach dem zweiten Unfall im Oktober 2008 aus (S. 7).
3.4
Dr.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
4.
Januar 2012 (
Urk.
8/217/1-12) einen Status nach Schädel-Hirn-Traumata in den Jahren 1993 und 2008, einen Verdacht auf Frontalhirnstörung/zentrale Antriebsstörung, depressive Verstimmungen sowie einen Ver
dacht auf eine narzisstische Persönlichkeit (
Ziff.
2.1).
Er beurteilte das psychische Zustandsbild als Ausdruck einer traumatisch beding
ten hirnorganischen Störung kombiniert mit den Persönlichkeitseigenschaften und reaktiven Verstimmungen. Die Arbeitsfähigkeit sei ausseror
dentlich schwierig
und für ihn nicht abschliessend
zu beurteilen
.
Einerseits müsste der Beschwerdeführer über längere Zeit kontinuierlich bei verschiedenen Aktivitäten beobachtet werden können, anderseits müsste man einen besseren Einblick in seine praktische Lebensgestaltung gewähren. Aufgrund der bisheri
gen Erfahrungen inklusive aller beschriebenen Befunde und erhaltenen Infor
mationen kam
Dr.
H._
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer zu 90 bis 100
%
arbeitsunfähig sei (
Ziff.
7).
3.5
PD
Dr.
med.
I._
, Chefarzt Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, von der Klinik
J._
,
Muskulo
-Skelettal Zentrum, diagnostizierte mit Bericht vom
1
7.
Juni 2013 (
Urk.
10/3) ein
zervikoradikuläres
Reiz- und sensomotorisches Ausfallsyndrom C7 links bei
Foramenstenose
und
foraminaler
Diskushernie C6/7 links sowie bei Status nach Auffahrkollision 2008 mit Hirnkontusion. Unter Hinweis auf aktuelle Röntgenbilder verwies e
r
auf eine deutliche
Osteochondrose
C6/7 mit ventraler als auch
posteriorer
Osteophytose
, eine leichte Rechtsdeviation der HWS im
ap
Strahlengang bei altersentsprechenden übrigen
Segmenten
. Im MRI vom Februar 2013 sei eine
neuroforaminale
Stenose C6/7 beidseits link
s
betont bei
foraminaler
Diskushernie und
Uncovertebralarthrose
dargestellt worden.
PD
Dr.
I._
empfahl - bei anhaltender
Zervikobrachialgie
links mit beginnen
dem sensomotorischem Defizit - eine Dekompression und ventrale Stabilisationsoperation.
3.6
Am 1
8.
Juli 2013 (
Urk.
14/1) berichteten der Spitalarzt Wirbelsäulenzentrum
K._
sowie Oberarzt Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie,
Dr.
L._
, Klinik
J._
, über die vorgenommene ventrale Diskektomie, bilaterale
foraminale
Dekompression, Fusion mit
Cornerstone
-Cage und Zephirplatte. Sie schilderten einen komplikationsfreien postoperativen Verlauf mit deutlicher Verbesserung der
Dysästhesien
im Bereich der linken Hand und auch der links
seitigen vorbestehenden Kraftminderung.
4.
Der Beschwerdeführer selber beantragte die Ausrichtung einer höheren Rente ab
1.
Januar 2009 (Unfall vom Oktober 2008 plus drei
Monate
)
.
Damit ist grund
sätzlich u
nbestritten, dass
die mit Urteil des
Bundesgericht
s
vom 14.
November 2007 (
Urk.
8/90)
festgelegte
Viertelsrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 46
%
ab Februar 2005
zur Ausrichtung gelangt.
Dagegen ist nichts einzu
wenden
:
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen weiteren Abklärung
en
nach dem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts ergaben, dass
in der ange
stammten Tätigkeit als Verkaufsleiter - neben der andauernden 30%igen Arbeits
unfähigkeit seit dem ersten Unfall -
erst ab 1
6.
Dezember 2004 eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Bericht von
Dr.
med. M._
, Chirurgie FMH, vom 1
8.
September 2008,
Urk.
8/126). Die im Rahmen der
Handoperation
vom August 2004 attestierte
Arbeitsunfähigkeit
war ledig
lich vorübergehender Natur
(Bericht von
Dr.
med.
N._
, Chirurgie FMH, vom
8.
September 2008,
Urk.
8/125). Damit
ist nicht zu beanstanden, dass die Par
teien
das Wartejahr mit einer durchschnittlich 40%igen Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit
als
im
Januar 2005 erfüllt erachteten.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
in Bezug auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach seinem Verkehrsunfall vom
1
7.
Oktober 2008
und d
i
e
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (50
%
) vorweg auf das neuropsychologische Gutachten des
Spitals Z._
vom
1
8.
Februar
201
1
(
Urk.
8/
200/1-9
). Dieses entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. So beantworteten die Experten unter Verweis auf das Studium der
Vorakten
mit Anamneseerhebung, ihre medizinischen Testungen und entsprechenden Beobachtungen die Frage nach der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und bezifferten diese mit 50
%
im Anschluss an den Unfall vom Oktober 200
8.
Dieses Ergebnis begründeten sie differenziert und in nachvollziehbarer Weise, weshalb darauf abzustellen ist.
Der Beschwerdeführer bestritt diese Einschätzung denn auch nicht und liess es
diesbezüglich
mit der Kritik am Gutachten
des Instituts Y._
und der dort unterlassenen neuropsychologischen Abklärung bewenden (
Urk.
13 S. 3
Ziff.
8). Dieser Vorhalt ist indes deshalb nicht zutreffend, weil sich Hinweise auf eine neuropsycholo
gische Auffälligkeit erst im Rahmen einer Untersuchung bei Dr.
med.
O._
, FMH Neurologie, ergaben, welche
erstmals
am
3
0.
April 2010 (
Urk.
8/174/1)
kognitive Einschränkungen
geschildert
hatte.
Es bestand demnach aus Sicht der Ärzte
des Instituts Y._
zum damaligen Zeitpunkt keine zwingende Veranlassung für eine
neuropsychologische
Abklärung.
5.2
Uneinigkeit herrscht zwischen den Parteien dagegen in Bezug auf die neurologi
sche Seite. Hierzu ist festzuhalten, dass das
Y._
-Gutachten vom 3.
November 2009 für die streitigen Belange umfassend
ist
, beantwortete es doch die Frage nach der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach dem erneuten Unfall. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen in
inter
nistischer
, psychiatrischer und neurologischer Hinsicht, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich damit auseinander. Es wurde weiter in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben und leuchtet in der Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die Schlussfolgerungen in der Expertise erscheinen sodann begründet, weshalb grundsätzlich von der attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist
, was innerhalb des von den Neuropsychologen definierten Rahmens ist.
5.
3
Der Beschwerdeführer schliesst aus der neueren Entwicklung - namentlich den neuen bildgebenden Befunderhebungen, der im Juli 2013 erfolgten Dekompressions- und Stabilisationsoperation an der HWS und des entsprechenden Erfolges
,
dass das
Y._
-Gutachten inhaltlich falsch ist
(
Urk.
13 S. 3 unten). Hierzu ist zu bemerken, dass sich die Gutachter
des Instituts Y._
in bildgebender Hinsicht auf
die
ihnen damals bekannten Unterlagen
beziehungsweise Arztberichte
stützten, welche
Folgendes auswiesen (
Urk.
8/161/2-29 S. 6 unten und S. 22 Mitte
)
:
-
breitbasige
traumatische
Diskusprotrusion
mit Verdacht auf
Anulus
-Riss L4/5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L4 beidseits links mehr als rechts
-
breitbasige
traumatische
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 beidseits links mehr als rechts
-
Status nach Lendenwirbelkörper (LWK)-2-4-Fraktur in den 80er Jahren (konso
lidiert)
-
Status nach
Diskushernienoperation
L5/S1 links 1990
Die
Y._
-Gutachter stützten sich für ihre Festlegungen sodann auf die erhobenen - unter anderem klinischen - Befunde und erwähnten Kopf-, Nackenschmerzen mit Ausstrahlungen
und
lumbale Rücke
n
schmerzen
mit Ausstrahlungen bei praktisch frei beweglicher HWS ohne
radikuläre
Reiz
-
bzw.
sensomotorische
Ausfallsymptomatik. Die geklagte Sensibilitätsvermi
n
derung im linken Arm habe kein
dermatombezogenes
Verteilungsmuster.
Die Ärzte der Kli
nik
J._
erkannten demgegenüber auf den neu angefertigten Bildern eine
Osteochondrose
C6/7 sowie eine
neuroforaminale
Stenose C6/7 bei
foraminaler
Diskushernie und
Uncovertebralarthrose
. Die nachfolgende Operation vom Juli 2013 brachte dann eine wesentliche Besserung.
Fest steht, dass den
Y._
-Gutachtern die Abnormität bei C6/7
ebenso wenig bekannt war wie die Bandscheibendegenerationen C4-7 (MRI vom Mai 2009, vgl.
Urk.
10/1).
Die entsprechenden Beschwerden waren anlässlich der Begut
achtung aber nicht von Relevanz:
Dr.
P._
, Leitender Arzt Neurologie der Klinik
J._
, bestätigte in seinem Bericht vom 2
3.
Januar 2013 (
Urk.
10/1) das Vorliegen einer linksseitigen
Brachialgie
mit Schmerzausstrahlung in den Unterarm sowie die Hand samt sensomotorischen Defiziten seit Anfang 2013 und hielt fest, zuletzt habe eine ähnliche Episode im Sommer 2009 stattgefun
den. Nach Infiltration sei der Beschwerdeführer während über drei Jahren beschwerdefrei gewesen.
Der geschilderte Ablauf erhellt, dass die linksseitige
Brachialgie
sowie die senso
motorischen Defizite, welche die (erfolgreiche) Operation vom Juli 2013 indiziert hatten, nach einer kurzen Phase im Jahr 2009 erst ab Januar 2013 wieder auftraten. Dass Veränderungen der Wirbelsäule vorhanden waren, ist wohl erstellt, doch sind den Akten keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen,
dass dies
e
bis zum Verfügungserlass vom 1
2.
Juli 2012 auch zu einer
weitergehenden - Arbeitsunfähigkeit geführt ha
ben
.
5.4
In Bezug auf die psychische Verfassung des Beschwerdeführers legten die Ärzte
des Instituts Y._
in nachvollziehbarer Weise dar, dass eine
leichtgradig
ausgeprägte rezidi
vierende depressive Störung vorliegt und zu einer (nicht additiv zu berücksich
tigenden) Arbeitsunfähigkeit von 20
%
führt (E.
3.2.3)
. Die ab
weichen
de Mei
nung von
Dr.
H._
(E. 3.4)
, welcher eine 90-100%ige Arbeitsunfähigkeit in den Raum stellte, vermag dagegen nicht zu überzeugen. So hielt er selber fest, die Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend beurteilen zu können und hielt eine konti
nuierliche Beobachtung des Beschwerdeführers bei verschiedenen Aktivitäten sowie einen Einblick in die praktische Lebensgestaltung für nötig. Sodann stellte
Dr.
H._
- ausser dem Hinweis auf eine depressive Verstimmung -
lediglich Verdachtsdiagnosen
(
Urk.
8/217/2)
und unter
mauerte die von ihm thematisierte massive Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
nur teilweise mit entsprechenden
Befunden.
Damit vermag der Bericht von
Dr.
H._
die fun
dierte Einschätzung der
Y._
-Ärzte nicht in Zweifel zu ziehen.
5.5
Was schliesslich die vom Beschwerdeführer thematisierten DTI-MRI-Bilder (Urk.
1 S. 3 ff.) betrifft
,
ist festzuhalten, dass der entsprechende Bericht von Professor
D._
,
E._
, sowohl den
Y._
- als auch den
Z._
-Gutachtern vorgele
gen hat. Inwiefern sich aus diesen Erhebungen weitergehende Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ergeben sollte
n
, legte der Beschwerdeführer nicht dar. Immerhin schlossen die Ärzte
des Spitals Z._
aufgrund der neuropsychologischen Ein
schränkungen auf eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit. Dass diese aus hirnorganischen Gründen noch höher liegen soll, behauptete auch
Prof
.
D._
nicht (
Urk.
8/
161/31-41).
5.
6
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass dem Beschwerdeführer seit dem zweiten Unfall vom Oktober 2008 eine Arbeitstätigkeit (mit Ausnahme schwerer körperlicher Tätigkeiten)
nurmehr
im Umfang von 50
%
zumutbar ist.
6.
6.1
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich (Prozentvergleich) blieb beschwerdeweise unbestritten, gibt aber zu folgenden
Bemer
kungen
Anlass:
6.2
Das hiesige Gericht legte das
Valideneinkommen
im Urteil vom 2
8.
September 2006 auf
Fr.
117‘493.-- (Wert 2001) fest und ging davon aus, dass der
Beschwerdeführer - nach dem Konkurs seiner ehemaligen Arbeitgeberin - im Gesundheitsfall einen Verdienst im Rahmen des anfänglichen Lohnniveaus (an dieser Stelle) hätte erzielen können. Das Invalideneinkommen bemass es mit Fr.
75‘290.-- (für die damalige verbleibende Arbeitsfähigkeit von 70
%
) entspre
chend einer Basis
100
%
von
Fr.
107‘557.--. Dabei ging es von den Tabellenlöhnen für Männer des Anforderungsniveaus 2 im Wirtschaftssektor Handelsvermittlung, Grosshandel
,
aus (
Urk.
8/74 S. 7).
Diese Grössen bestätigte das Bundesgericht als in allen Teilen überzeugend (
Urk.
8/90 S. 7 E. 7).
6.3
Durch die Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ergibt sich keine abweichende Optik. Der Beschwerdeführer ist wohl nur noch im Ausmass von 50
%
arbeitsfähig, doch kann er nach wie vor die angestammte Tätigkeit ausüben. Damit rechtfertigt es sich, die erwähnten Vergleichswerte auf das massgebliche Jahr 2009 aufzurechnen und der Restarbeitsfähigkeit anzu
passen.
Ausgehend von einer Nominallohnentwicklung für Männer
von
12,3
%
(von Index
1902
im Jahr 2001 auf Index
2136
im Jahr 2009, Die Volkswirtschaft
1/2-2014 S. 95 und
6-2002 S. 81 je Tabelle B10.3) ergibt sich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
131
‘
94
5
.
-- (
Fr.
117‘493.-- x 1,123) und ein Invalideneinkommen für das noch mögliche 50%-Pensum von
Fr.
60‘3
93.-- (Fr.
107‘557.-- x 0,5 x 1,
123).
Damit resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
71‘55
2
.--, was einem
Invalidi
tätsgrad von 54,2
%
entspricht. Bei diesem Ergebnis hat der Beschwer
deführer ab
1.
Januar
2009 Anrecht auf eine halbe Rente der Invalidenversi
cherung, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
Beschwerdeführer
auf
zuerlegen.