Decision ID: 4c51a720-4493-5e6f-b08f-8d637d289b1b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239,
9443 Widnau,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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St.Galler Gerichte
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1959 geborene B._ arbeitete als Maschinenführer in der Nachtschicht bei
der Firma A._ und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 28. Juni 2005
stolperte der Versicherte während einer nicht ernst gemeinten Rangelei mit einem
Arbeitskollegen über eine Palette und stürzte, wobei der Arbeitskollege auf ihn fiel (UV-
act. 1, 23, 32 und 35). Der Versicherte zog sich am rechten oberen Sprunggelenk
(OSG) eine hohe Fibulafraktur mit Syndesmosensprengung zu (UV-act. 2 und 3). Nach
Ruhigstellung und Abschwellung erfolgte am 4. Juli 2005 eine OSG-Arthroskopie mit
Stellschraubenosteosynthese (UV-act. 5). Die Schrauben wurden Mitte August 2005
planmässig entfernt. Nach gänzlicher Arbeitsunfähigkeit in einer stehenden Tätigkeit
nahm der Versicherte am 17. Oktober 2005 die Arbeit zu 50% wieder auf (UV-act. 17).
Am 25. November 2005 wurde er durch Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie,
speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, kreisärztlich untersucht (UV-act. 22). Auf
Veranlassung des Hausarztes, Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
wurde am 28. November 2005 eine Magnetresonanz-Tomographie (MRI) des rechten
OSG erstellt (UV-act. 24). Mitte Januar 2006 wurde ein Arbeitsversuch mit vollem
Arbeitspensum gestartet, nach zwei Tagen wegen Zunahme der Schmerzen aber
wieder abgebrochen. Der Versicherte war darauf erneut zu 50% arbeitsfähig (UV-act.
28 und 29). Am 16. März 2006 führte Dr. med. E._, Facharzt FMH für orthopädische
Chirurgie, im Bereich des gesamten ventralen Kompartiments des rechten OSG eine
arthroskopische Synovektomie durch (UV-act. 39). Die Arbeitsaufnahme zu 50% ab
27. April 2006, die durch Suva und Arbeitgeberin veranlasst worden war, stellte sich als
verfrüht heraus; die Arbeitstätigkeit wurde wieder eingestellt (UV-act. 41 bis 43, 45 und
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46). Nach einem weiteren MRI am 22. Mai 2006 wurden dem Versicherten höhere
Arbeitsschuhe organisiert, mit denen er ab 12. Juni 2006 die Arbeit zu 50% wieder
aufnahm (UV-act. 49 bis 52). Die weitere Steigerung der Arbeitstätigkeit auf 100%
scheiterte, worauf die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende November 2006
kündigte (UV-act. 53 bis 57; 120/5).
A.b Anlässlich der Besprechung vom 4. September 2006 in der Praxis von Dr. E._
und mit dessen Zustimmung (UV-act. 58) sowie mit Schreiben vom 22. November 2006
(UV-act. 65) teilte die Suva dem Versicherten mit, dass seine Arbeitsfähigkeit nach
Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eingeschätzt
werde und er dort für eine wechselbelastende Tätigkeit mit Stehen, Gehen und Sitzen
zu 100% arbeitsfähig gelte. Der Hausarzt trug seinerseits weiterhin eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit im Unfallschein ein (UV-act. 70 bis 72, 120/9). Am 10. April 2007
erfolgte die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr. C._ mit Beurteilung der
Integritätseinbusse. Der Kreisarzt kam zum Schluss, dem Versicherten seien
Wechselpositionen einnehmende Tätigkeiten, vorwiegend sitzend, aber auch bis
mittelstreckig gehend, vollschichtig zumutbar (UV-act. 83). Den Integritätsschaden am
OSG schätzte Dr. C._ auf 10% ein (UV-act. 84). - Der Versicherte hatte sich
zwischenzeitlich bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet (UV-act. 57 und 62). Das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Heerbrugg versuchte, ihn über das
Verzahnungsprogramm einzugliedern (UV-act. 64, 92 und 120/6). Ab Juni 2007 wurde
der Versicherte im Psychiatrie-Zentrum Rheintal wegen einer Depression behandelt
(UV-act. 95 und 96). - Mit Verfügung vom 5. Oktober 2007 sprach die Suva dem
Versicherten, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 13%, ab 1. Dezember 2006
eine Invalidenrente von monatlich Fr. 562.40 und eine Integritätsentschädigung von
Fr. 10'680.- (10% von Fr. 106'800.-) zu und verneinte gleichzeitig eine Leistungspflicht
für die psychische Problematik mangels adäquater Kausalität zum Unfall vom 28. Juni
2005 (UV-act. 110).
B.
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 7. November 2007 durch seinen
Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic.iur. A. Fiechter, Widnau, Einsprache erheben (UV-
act. 120). Mit Entscheid vom 10. April 2008 wies die Suva die Einsprache ab (UV-
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act. 126). Zur Begründung führte sie aus, es sei gerechtfertigt, auf das
Zumutbarkeitsprofil abzustellen, das der Kreisarzt erhoben habe. Der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 28. Juni 2005 und der psychischen
Problematik müsse nicht näher abgeklärt werden, da jedenfalls die Adäquanz fehle.
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 14. Mai 2008 mit den Anträgen, es sei
dem Beschwerdeführer unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 10. April eine
Invaliditätsrente auf der Basis einer unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit von mindestens
50% ab dem 1. Dezember 2006 zuzusprechen und es sei vorgängig ein
interdisziplinäres Gutachten einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führt der Rechtsvertreter an, für
die Bemessung der Erwerbseinbusse seien neben den physischen auch die
psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Es habe
sich um einen schweren Unfall gehandelt, weshalb die adäquate Kausalität der
psychischen Beschwerden ohne weiteres zu bejahen sei. Selbst wenn von einem
mittelschweren Unfall ausgegangen werde, seien die Kriterien nach der
Rechtsprechung erfüllt und die Adäquanz zu bejahen. Da die Zumutbarkeitsbeurteilung
nur für die physischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers vorgenommen
worden sei, müsse ein interdisziplinäres Gutachten zur orthopädischen und
psychischen Abklärung des Beschwerdeführers durchgeführt und gestützt darauf seine
Erwerbseinbusse neu bestimmt werden. Auch aus dem Bericht des
Verzahnungsprogramms (UV-act. 120/6) gehe hervor, dass die Einschränkung des
Beschwerdeführers mit mindestens 50% zu veranschlagen sei.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juli 2008 beantragt Rechtsanwalt Dr. U. Glaus
für die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur
Begründung führt er aus, auf den Bericht des Verzahnungsprogramms sei zu Recht
nicht abgestellt worden, da dieser keine ärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung enthalte.
Die psychischen Beeinträchtigungen seien nicht adäquat kausal zum Unfall vom
28. Juni 2006, weshalb deren natürliche Kausalität nicht näher abzuklären sei.
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C.c Replicando wiederholt Rechtsanwalt Fiechter am 5. September 2008 die Anträge
der Beschwerdeschrift (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin habe sich zu Unrecht auf
die modifizierten Adäquanzkriterien aus BGE 134 V 109 abgestützt, da dieser
Entscheid die vorliegend nicht anwendbare Schleudertrauma-Praxis präzisiere. Der
Beschwerdeführer stehe weiterhin in hausärztlicher Behandlung wegen physischer
Unfallfolgen. Auch seine Arbeitsunfähigkeit dauere wegen physischen
Beeinträchtigungen an. Der Heilungsverlauf habe sich schwierig gestaltet und der
Beschwerdeführer sei seit dem Unfall schmerzbelastet.
C.d Mit Duplik vom 12. September 2008 (act. G 9) weist Rechtsanwalt Glaus darauf
hin, dass die Ausführungen in der Replik die Adäquanzkriterien nicht genügend
nachzuweisen vermöchten.
C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die
Ausführungen in den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität der
psychischen Beeinträchtigungen zu Recht verneint und die Erwerbseinbusse allein
aufgrund der physisch bedingten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit mit 13%
zutreffend bewertet hat.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die rechtlichen
Voraussetzungen für das Bestehen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen
dem Unfall und den in Frage stehenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen
(Erwägung 5b) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt für den Anspruch auf eine
Invalidenrente aus der obligatorischen Unfallversicherung, über die Ermittlung der
Erwerbseinbusse sowie zum Beweiswert von Arztberichten (Erwägung 2). Auf diese
Ausführungen kann verwiesen werden. - Den rechtlichen Ausführungen des
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Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der Replik ist insofern beizupflichten, als im
vorliegenden Fall für die Adäquanzprüfung nicht die modifizierten Kriterien gemäss
BGE 134 V 109 zur Anwendung gelangen, sondern diejenigen gemäss BGE 115 V 133.
Denn die Modifikationen beziehen sich in der Tat ausschliesslich auf Fälle von HWS-
Distorsionen und diesen vergleichbaren Unfallverletzungen, welche vorwiegend
allesamt nicht zur Debatte stehen.
3.
Zunächst ist zu prüfen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückbleiben, die
dem Unfall zuzurechnen sind, und damit Ausgangspunkt für die Bestimmung der
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bilden.
3.1 Im Untersuchungsbericht von Dr. C._ vom 10. April 2007 werden funktionell
verbliebene Belastungs- und leichte Bewegungseinschränkungen festgehalten (bei im
MRI verbliebenen narbigen Veränderungen in der Syndesmose, subchondraler Läsion
am lateralen Taluseck mit reaktivem Ödem, subchondraler Alteration dorsolateral an
der distalen Tibiagelenkfläche sowie narbiger Veränderungen am Ligamentum
fibulotalare anterius und deltoidal [UV-act. 83]). Der Kreisarzt kam dementsprechend in
der medizinischen Zumutbarkeitsbeurteilung zum Schluss, dem Versicherten seien
Wechselpositionen einnehmende Tätigkeiten, vorwiegend sitzend, aber auch bis
mittelstreckig gehend, vollschichtig zumutbar. Vermeiden sollte er repetitives Begehen
von Treppen und Leitern, Gehen in unebenem Gelände, das wiederholte Heben und
Tragen von über mittelschweren Gewichten, das Einnehmen von kauernden Stellungen
und Zwangshaltungen für das Fussgelenk, was sich auch langfristig ungünstig
auswirken würde.
3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, auch der Abklärungsbericht
Verzahnungsprogramm vom 13. Juni 2007 (UV-act. 120/6) über die berufliche
Abklärung bei einem Pensum von 50% und die darin festgehaltene eingeschränkte
Leistungsfähigkeit von durchschnittlich 60% seien zu berücksichtigen. Dem hält die
Beschwerdegegnerin zu Recht entgegen, es handle sich dabei nicht um ärztliche
Feststellungen der Einschränkung. Der Einsatz des Beschwerdeführers im
Verzahnungsprogramm war denn auch weder bei Eintritt noch im Verlauf oder bei
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dessen Beendigung durch ärztliche Untersuchungen begleitet. Es ist auch nicht
ersichtlich, weshalb das Einsatzpensum auf 50% beschränkt war.
3.3 Der Beschwerdeführer beantragt eine interdisziplinäre orthopädisch-
psychiatrische Begutachtung. Damit bezweckt er, auch seine psychischen
Beeinträchtigungen und deren Auswirkung auf die physischen Einschränkungen zu
dokumentieren. Da es jedoch, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, am adäquaten
Kausalzusammenhang der psychischen Beeinträchtigungen zum Unfall vom 28. Juni
2005 fehlt, sind diese nicht näher abzuklären (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 E. 3c S. 68 und
Entscheid des Bundesgerichts vom 19. Juni 2007, U 417/06, E. 4.1).
4.
Für die Adäquanzprüfung der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen des
Beschwerdeführers ist einerseits die Schwere des Unfallereignisses zu beurteilen,
andererseits sind die verschiedenen Adäquanzkriterien zu prüfen:
4.1 Beim Unfall vom 28. Juni 2005 stolperte der Beschwerdeführer über eine Palette
und stürzte, wobei der offenbar erheblich schwerere Arbeitskollege, mit dem er zuvor
gerangelt hatte, auf ihn fiel. Dieses Ereignis stellt keinesfalls einen schweren Unfall im
Sinn der Rechtsprechung dar. Vielmehr ist das augenfällige Geschehen als Unfall im
mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen einzuordnen (vgl. Kasuistik in
den Entscheiden des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 4.2 und vom
7. März 2007, U 603/06, publiziert in SVR 2007 UV Nr. 34 E. 5 S. 115, und dort
erwähnte Hinweise.) Damit die Adäquanz des Kausalzusammenhangs der psychischen
Beeinträchtigungen bejaht werden kann, muss somit zumindest ein einzelnes der in die
Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein
oder die zu berücksichtigenden Kriterien müssen in gehäufter oder auffallender Weise
gegeben sein (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140f.; erwähntes Urteil vom 27. Februar
2008, a.a.O., E. 4.3 und Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2007, U 417/06,
E. 4.2.2).
4.2 Klar nicht erfüllt ist das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände
oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls.
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4.3 Ebenfalls zu verneinen ist das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der
erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen. Zwar bleiben im rechten OSG des Beschwerdeführers
klinisch eine leichte Arthrose, im MRI nachweisbare Überlastungsreaktionen im
Knochenmark und Alterationen sowie narbige Veränderungen in den Weichteilen
zurück (UV-act. 84), und hat ihm Dr. E._ als therapeutische Alternativen bei
persistierenden Schmerzen den Einbau einer OSG-Prothese oder eine OSG-Arthrodese
aufgezeigt (UV-act. 55 und 58). Dennoch ist im Licht der einschlägigen
Rechtsprechung weder von einer schweren noch von einer im Hinblick auf die in Frage
stehende Adäquanzbeurteilung besonders gearteten Verletzung auszugehen
(Entscheide des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007, U 37/06, E. 7.2, vom
30. August 2006, U 21/06, und vom 22. April 2002, U 82/00, E. 3.2.2 je mit Hinweisen).
4.4 Beim Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung wird
auf die kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung, die
lediglich noch der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der
Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant.
Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität
einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (erwähntes Urteil vom 27. Februar
2008, a.a.O., E 5.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Der Beschwerdeführer musste sich
am 4. Juli 2005 (UV-act. 5) und am 16. März 2006 (UV-act. 39) Operationen in Spinal
anästhesie unterziehen; im August 2005 erfolgte die Entfernung der Stellschrauben
(UV-act. 9, 11, 16 und 17). Einzig im hausärztlichen Zwischenbericht vom
19. September 2005 (UV-act. 11) ist zum Status nach Materialentfernung ohne nähere
Angaben ein komplizierter Verlauf wegen postoperativem Infekt festgehalten. Dieser ist
aber weder im Bericht von Dr. med. F._, Oberarzt Orthopädie am Spital Altstätten,
über die Nachkontrolle vom 11. Oktober 2005 (UV-act. 17) dokumentiert, noch im
Telefongespräch vom 18. Oktober 2005 zwischen dem Kreisarzt und dem Operateur
thematisiert worden (UV-act. 16). Ab Mitte September 2005 erhielt der
Beschwerdeführer Physiotherapie (UV-act. 11). Bei der kreisärztlichen Untersuchung
vom 25. November 2005 gab er an, keine Medikamente mehr zu nehmen; auch finde
keine Therapie mehr statt (UV-act. 22). Nach der MRI-Untersuchung vom
28. November 2005 (UV-act. 24) wurde eine Therapie mit Miacalcic-Nasenspray
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durchgeführt (UV-act. 27). Auf die arthroskopische Synovektomie vom 16. März 2006
folgte wiederum Physiotherapie (UV-act. 37 und 39). Die MRI-Untersuchungen vom
22. Mai 2006 (UV-act. 49) und 5. Juli 2006 (UV-act. 76) dienten lediglich der
Verlaufskontrolle. Anlässlich der Konsultation vom 10. Juli 2006 klagte der
Beschwerdeführer noch über belastungsabhängige Schmerzen. Dr. E._ gab Voltaren
retard ab und hielt den Beschwerdeführer zum Aufbautraining in Eigenregie an (UV-act.
55). Anlässlich der Besprechung vom 28. August 2006 gab der Beschwerdeführer an,
Voltaren nur einzunehmen, wenn es nicht mehr anders gehe; anderweitige
Behandlungen oder Therapien würden nicht stattfinden (UV-act. 57). Zusammengefasst
dauerte die ärztliche Behandlung im Sinn der zitierten Rechtsprechung zur
Adäquanzbeurteilung ab dem Unfall vom 28. Juni 2005 bis längstens Mitte 2006, wobei
bis zur Kontrolle bei Dr. F._ am 11. Oktober 2005 eine erste und vom 28. Februar
2006 längstens bis Mitte 2006 eine zweite intensivere Phase auszumachen sind. Es
kann somit weder von regelmässiger hausärztlicher Behandlung über mehrere Jahre
noch von andauernder Physiotherapie die Rede sein, wie in der Beschwerdeschrift
geltend gemacht. Auch die Unterlagen, die der Beschwerdeführer mit der Replik
einreichen liess, geben dazu keine verwertbaren Hinweise, zumal insbesondere für die
Physiotherapie im Januar und Februar 2008 offen bleibt, aus welchem Grund sie
verordnet wurde (act. G 7.1/8). Zusätzlich liegt diese Behandlung erheblich nach dem
Rentenbeginn per 1. Dezember 2006. - Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer
der ärztlichen Behandlung ist damit nicht erfüllt.
4.5 Die Schmerzen, die der Beschwerdeführer beklagt, sind belastungsabhängig (UV-
act. 17, 55 und 83). Sie traten insbesondere bei der Wiederaufnahme der
Arbeitstätigkeit und bei den beiden Versuchen, das Arbeitspensum auf über 50% zu
steigern, auf (UV-act. 22, 29, 43 und 56). Vorübergehend klagte der Beschwerdeführer
auch über Schmerzen in Ruhe (UV-act. 22), diese konnten jedoch über den
Jahreswechsel 2005/2006 innerhalb von rund einem Monat deutlich gebessert werden
(UV-act. 29). Auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist insgesamt nicht
erfüllt.
4.6 Zu verneinen und vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht, ist eine
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat.
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4.7 Weiter ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher
Komplikationen zu prüfen. Nach der Rechtsprechung müssen besondere Gründe
vorliegen, welche die Heilung beeinträchtigt haben (erwähntes Urteil vom 22. Februar
2007, a.a.O., E. 7.6 und Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. Juli
2004, U 265/05, E. 3.2.1). Der Heilungsverlauf kann nicht aufgrund der Tatsache als
schwierig bezeichnet werden, dass dem Beschwerdeführer der Einbau einer OSG-
Prothese oder eine OSG-Arthrodese als Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt wurden
(UV-act. 55). Sie wurden ihm lediglich vom behandelnden Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie als therapeutische Alternativen bei Andauern der Schmerzen
dargestellt. - Beim postoperativen Infekt, der laut hausärztlichem Zwischenbericht vom
19. September 2005 nach der Materialentfernung den Verlauf komplizierte (UV-act. 11),
handelt es sich nicht um eine erhebliche Komplikation im Sinn des Adäquanzkriteriums.
Wäre ein schwerwiegender Infekt aufgetreten, wäre er ausführlicher und nicht nur vom
Hausarzt dokumentiert worden (siehe auch Ausführungen unter Erwägung 4.4) und
hätte den Verlauf massgebender beeinflusst. Selbst wenn mit grosszügiger
Interpretation von Erschwerung bzw. Komplikation im Sinn des Adäquanzkriteriums
ausgegangen würde, ist dieses Kriterium keinesfalls in besonders ausgeprägter Weise
erfüllt.
4.8 Bleibt das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit zu prüfen. Es bezieht sich nach den erwähnten Urteilen vom 27.
Februar 2008, a.a.O., E. 5.7, und vom 22. Februar 2007, a.a.O., E. 7.7 (je mit
Hinweisen) nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf. Der
Beschwerdeführer war vom Unfall am 28. Juni 2005 bis 16. Oktober 2005 während
dreieinhalb Monaten 100% und danach 50% arbeitsunfähig (UV-act. 17). Er konnte
nicht früher eine Arbeitstätigkeit aufnehmen, weil der Betrieb keine sitzende alternative
Tätigkeit anbieten konnte (UV-act. 14). Bis zur arthroskopischen Synovektomie am
16. März 2006 blieb er 50% arbeitsfähig, wobei die Steigerung der Arbeitsfähigkeit im
Januar 2006 wegen Zunahme der Schmerzen scheiterte (UV-act. 29). Die
Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit erfolgte ab 12. Juni 2006 - nach knapp zwei
Monaten - zu 50%; durch Suva und Arbeitgeberin bereits ab 27. April 2006 veranlasst,
scheiterte sie zunächst (UV-act. 41 bis 43, 45, 46 und 52). Die Steigerung der
Arbeitsfähigkeit auf 100% im August 2006 schlug wegen Zunahme der Schmerzen
erneut fehl. Spätestens anlässlich der Besprechung vom 4. September 2006 bei
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Dr. E._ (UV-act. 58) war klar, dass der Beschwerdeführer in einer
wechselbelastenden Tätigkeit voll einsatzfähig wäre. - Zusammengefasst war der
Beschwerdeführer wegen der physischen Unfallfolgen in seiner angestammten
Tätigkeit dreieinhalb und fünf Monate später zwei Monate 100% und in der übrigen Zeit
bis Ende November 2006 50% arbeitsunfähig. Selbst wenn zu Gunsten des
Beschwerdeführers von seiner Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und nicht einer
angepassten Tätigkeit ausgegangen wird, ist das Kriterium von Grad und Dauer der
Arbeitsunfähigkeit nach der zitierten Rechtsprechung kaum erfüllt und sicher nicht in
auffallender Weise gegeben.
4.9 Zusammengefasst sind – auch bei grosszügiger Interpretation - lediglich zwei der
sieben Adäquanzkriterien - schwieriger Heilungsverlauf und Arbeitsunfähigkeit - knapp
erfüllt. Damit sind die psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers nicht
adäquat kausal zum Unfall und können bei der Bemessung der Leistungen,
insbesondere bei der Bemessung seiner Erwerbsunfähigkeit, nicht berücksichtigt
werden. Eine über die vorstehenden Ausführungen hinausgehende Gesamtsicht der
zugegebenermassen sehr unglücklichen Situation, in die der Beschwerdeführer durch
die Rangelei mit seinem Arbeitskollegen geriet, ist in diesem Verfahren nicht möglich;
es beschränkt sich auf die rechtliche Beurteilung.
5.
Zu überprüfen bleiben die Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers und die
zugesprochene Invalidenrente.
5.1 Nicht bestritten ist der Zeitpunkt des Rentenbeginns. Der Beschwerdeführer
beantragt die Rente für einen Invaliditätsgrad von mindestens 50% ebenfalls per
1. Dezember 2006. Dieser Zeitpunkt ist auch gemäss Art. 19 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) richtig gewählt.
5.2 Bei der Bemessung der Erwerbseinbusse sind, wie in der vorstehenden
Erwägung 4 ausgeführt, nur die physischen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Die Suva hat die Erwerbseinbusse in der
Verfügung vom 5. Oktober 2007 korrekt mit 13% ermittelt (UV-act. 110). Die
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Berechnung der Erwerbseinbusse als solche wird vom Beschwerdeführer auch nicht
kritisiert. Nähere Ausführungen zu diesem Punkt erübrigen sich.
5.3 Ebenfalls nicht beanstandet wird die Berechnung der Invalidenrente. Diese ist in
der Verfügung vom 5. Oktober 2007 (UV-act. 110) ebenfalls korrekt erfolgt und wird
vom Beschwerdeführer nicht beanstandet. Auch hierzu sind keine detaillierteren
Erläuterungen angezeigt.
6.
Die Zusprechung einer Invalidenrente an den Beschwerdeführer für einen
Invaliditätsgrad von 13% ist im Sinn der vorstehenden Erwägungen rechtskonform
erfolgt. Die Verfügung vom 5. Oktober 2007 (UV-act. 110) bzw. der
Einspracheentscheid vom 10. April 2008 (UV-act. 126) sind nicht zu beanstanden und
die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG