Decision ID: f1dda62f-0d22-4f24-a421-d00a8589e5b8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1958
, war
zuletzt
bis
August 2014
als
selb
ständiger
Buchhalter tätig (Urk. 6/4 Ziff. 5.4, Urk. 6/7 Ziff. 1.4) und meldete sich am 10. März 2015 u
nter Hinweis auf
eine seit etwa vier Jahren bestehende schwere Depression, Persönlichkeitsstörungen, Gedächtnislücken und eine Konzentra
tions
schwäche
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk. 6/4 Ziff. 6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und holte bei Dr. med. Y._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein p
sychia
tri
sches
Gutachten ein, das am
12. Juni 2017 erstattet wurde (Urk. 6/39
).
Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (Urk. 6/43; Urk. 6/46, Urk. 6/49
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 23. Oktober 2017 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk. 6/51
=
Urk.
2)
2.
Der
Versicherte erhob am 22. November 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
23. Oktober 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en gesetzliche Leistungen (berufliche Massnahmen, Rente) zu erbringen. Eventuell sei der Sachverhalt weiter abzuklären (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
11. Januar 2018
(
Urk. 5
) die Abweisung der Beschwerde.
Am 13. Februar 2018 reichte der Beschwerde
führer seine Replik (Urk. 9) ein und die Beschwerdegegnerin verzichtete am 21. März 2018 auf eine Duplik (Urk. 12), was dem Beschwerdeführer am 22. März 2018
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein ren
tenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grund
sätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hinder
nder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
poten
zialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweis
belastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass die abschliessende medizinische Abklärung ergeben habe, dass die ausgewiesenen Diagnosen keine länger andauernden oder bleibenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Der Alkoholkonsum könne nicht gewertet werden. Auf das Gutachten von Dr. Y._ könne nicht vollumfänglich abgestützt werden (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, auf das Gutachten von Dr. Y._ könne nicht abgestellt werden, da dieses nicht den gegebenen medizinischen Tatsachen entspreche. Der Alkoholkonsum spiele keine wesentliche Rolle. Zudem stelle sich die Frage, ob das Gutachten über
haupt noch aktuell sei. Weiter sei er während der Begutachtung alkoho
lisiert gewesen und daher habe eine eingeschränkte Einvernahme
fähigkeit bestanden (S. 5 f. Ziff. 7-9, Urk. 9 S. 6 f. Ziff. 14-19).
Spätestens im Jahr 2014 habe er dekompensiert und sei schwer depressiv geworden. Selbst der dreimonatige Klinikaufenthalt habe keine namhafte Besse
rung herbeiführen können. Hinzu komme eine soziale Phobie und die vielfach erwähnte unsichere Persönlichkeit. Aufgrund seiner psychischen Ein
schränkung
en sei er nur noch in einem kleinen Arbeitspensum von höchstens 20 % erwerbsfähig (Urk. 9 S. 5 Ziff. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dipl. Psych. Z._, Psychologe, und Dr. med. A._, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik B._, stellten in ihrem Bericht vom 15. April 2015 (Urk. 6/7) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
akzentuierte Persönlichkeit mit zwanghaften Anteilen
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.1); erhöhte Leberenzyme und erhöhtes Ferritin
-
Reizdarmsyndrom mit Diarrhoe
-
essentieller Tremor
-
Hypercholesterinämie
-
Vitamin D-Mangel
Die Fachpersonen führten aus, der Beschwerdeführer sei vom 14. Januar bis 19. März 2015 auf einer offenen Therapiestation mit multimodalem Behand
lungssetting hospitalisiert gewesen (Ziff. 1.3 und Ziff. 1.5).
In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit in einem Treuhandbüro bestehe seit August 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Es bestünden Kon
zentrations-, Aufnahme-, Gedächtnisstörungen, eine Störung des Vitalgefühls, eine chronische Erschöpfung, eine Störung des Antriebs und eine Störung des Schlafrhythmus. Der Patient sei massiv unsicher, und seine Belastbarkeit sei sehr eingeschränkt. Aktuell sei keine Tätigkeit mehr zumutbar (Ziff. 1.7).
Die Fachpersonen führten aus, der Beschwerdeführer befinde sich aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung seit 1998 mit Unterbrechungen in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung. Er habe sich jedoch nie anhal
tend so schlecht gefühlt wie seit August 2014. Seither sei er zu 100 % arbeits
unfähig. Er habe grosse Schwierigkeiten bei der Arbeit im Treuhandbüro. Die Auftragslage sei schlecht, und er sei nicht mehr in der Lage, sich darum zu kümmern. Dies habe zu finanziellen Schwierigkeiten und zu familiären Spannungen geführt. Die Konzentrationsspanne sei massiv eingeschränkt und der Antrieb praktisch nicht mehr vorhanden (Ziff. 1.4).
Die Fachpersonen führten aus, nach einer teilstationären Therapie solle der Patient langsam einsteigen und wieder einige Erfolge erleben, damit die Belast
barkeit erhöht werden könne (Ziff. 1.8). Der Patient sei sehr bemüht und leide unter seiner fehlenden Belastbarkeit. Diagnostisch sei eine Persönlichkeits
akzentuierung nicht auszuschliessen (Ziff. 1.11).
3.2
Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in ihrem Bericht vom 29. Februar 2016 (Urk. 6/22) folgende Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), gegenwärtige Episode min
destens seit August 2014, frühere Episoden mindestens seit Mai 1997
-
ausgeprägte selbstunsichere und kränkbare Persönlichkeit (ICD-10 F60.6)
-
soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
-
schädlicher Gebrauch von Alkohol, gegenwärtig kontrolliertes Trinken (ICD-10 F10.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. C._ ein Reizdarmsyndrom mit intermittierender Diarrhoe und einen essen
tiellen Tremor (Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer sei mit Unterbrüchen seit Januar 1998 und seit 2009 durchgehend bis heute bei ihr in Behandlung. Die letzte Kontrolle habe am 19. Februar 2016 stattgefunden (Ziff. 1.2).
Dr. C._ führte aus, seit einer erneuten schweren depressiven Episode im Winter 2013/2014 habe sich der Patient trotz kontinuierlicher Psychothera
pie und intensiver Psychopharmakatherapie nicht wieder aufrappeln können. Der Aufenthalt in der B._ von Januar bis März 2015 habe zu einer Verbesserung geführt. Nach Austritt und ohne Unterstützung und Motivation von aussen sei der Beschwerdeführer aber bald wieder in seine regressiv-depressive, lustlose, grüblerische Haltung abgeglitten. Er habe wenig Tagesstruktur und verbringe die meiste Zeit allein zuhause, während seine Ehe
frau berufstätig sei.
Seinen Bierkonsum habe er aber seitdem mit zwei Flaschen Bier pro Abend und einem alkoholfreien Tag pro Woche
im Griff
.
An seinem Beruf habe er überhaupt keine Freude
. Mit der Zeit sei seine Auftragslage immer schlechter geworden, was zu immer mehr Grübeln über seine Zukunft geführt habe. In Anbetracht des langjährigen Verlaufs (rezidivierend mindestens seit 1998) müsse die Prognose als ungünstig betrachtet werden (Ziff. 1.4).
Min
destens seit August 2014 seien das Kon
zentrationsvermögen und die Belastbar
keit stark und die Anpassungs
fähigkeit leicht vermindert.
Die
Fahrtauglichkeit sei gegeben
(Urk. 6/22/5).
3.3
Am 12. Juni 2017 erstattete Dr. Y._ das von der Beschwerdegegnerin veran
lasste psychiatrische Gutachten (Urk. 6/39/1-60). Nach Exploration des Beschwer
deführers am 23. September 2016 (S. 1) nannte Dr. Y._ al
s Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch, ohne körperliche Symptome; ICD-10 F10.24
0. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung, derzeit leichte depressive Episode; ICD-10 F33.0 (S. 47 III Ziff. 1-2).
Zur
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als selbständiger Buchhalter
führte Dr. Y._ aus, es bestehe bis August 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Vorübergehende depressive Episoden hätten immer wieder verbessert werden können (S. 57 oben). Ab August 2014 sei bis auf weiteres versicherungs
psychiatrisch von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für eine selbständige Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt als Buchhalter auszugehen. Grund dafür sei ein ausgewiesenes depressives Syndrom, welches in der maximalen Stärke als mittelgradig einzustufen sei. Hinzu komme überwiegend wahrscheinlich ein wechselnd starker Alkoholkonsum, der sich ebenfalls nachteilig auf die Arbeits
fähigkeit selbständiger Art ausgewirkt habe (S. 57 Mitte).
Nach medizintheoretisch erfolgreicher Absolvierung einer Alkoholent
zugs
therapie und einer Alkoholentwöhnung sei aus versicherungsmedizinischer Sicht weiterhin keine selbständige Tätigkeit im buchhalterischen Bereich zu empfehlen. Dies liege daran, dass überwiegend wahrscheinlich die Komplexität einer Arbeit als Selbständiger für den Exploranden zu viel Belastung bedeuten würde, was wieder zu depressiven Syndromen und verstärktem Suchtmittel
gebrauch mit Einbrüchen in der Leistungsfähigkeit und der zeitlichen Präsenz bei einer selbständigen Tätigkeit als Buchhalter führen könnte (S. 57 Mitte).
Zur Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als angestellter Buchhalter
führte Dr. Y._ aus, bis August 2014 habe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als angestellter Buch
halter bestanden. Dies medizintheoretisch, weil der Beschwerdeführer im Ange
stelltenverhältnis seit 2003 als Buchhalter nicht mehr gearbeitet habe, sondern überwiegend erfolgreich in selbständiger Weise (S. 57 unten).
Ab August 2014 sei versicherungspsychiatrisch durchschnittlich von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit für eine angestellte Tätigkeit als Buchhalter auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen. Grund dafür sei ein für die Arbeitsfähigkeit nachteiliges depressives Syndrom, welches als maximal mittelgradig einzustu
fen sei, was aus dem stationären Aufenthalt und den ambulanten medizinischen Angaben abzuleiten sei sowie dem anamnestisch wechselnd starken Alkohol
konsum des Exploranden
. Allerdings sei ein Alkoholproblem im Austrittsbericht der Klinik Schützen von 2015 diagnostisch nicht erwähnt
,
und es müsse somit gutachterlich als abgeschwächt oder nicht im Vordergrund stehend eingeschätzt werden
(S. 58 oben).
Die 60%ige durchschnittliche Arbeitsfähigkeit in einem Angestelltenverhältnis als Buchhalter könne zeitlich bis zum hiesigen Begutachtungszeitpunkt konsta
tiert werden. Ab dem hiesigen Begutachtungszeitpunkt sei die vom Exploranden
dargebotene klinische Symptomatik, mit dessen auffälligen Angaben in der Aggravationstestung
,
versicherungsmedizinisch in Frage zu stellen,
was gut
achterlich zur Folge habe, dass auf eine 100%ige Arbeits
fähig
keit bei einer angestellten Tätigkeit geschlossen werden müsse. Es sei medizin
theoretisch auch möglich, dass der Explorand im Rahmen der Begutachtung verstärkt getrunken habe,
ansonsten jedoch kontrollierter beziehungsweise weniger Alkohol trinke, was weiter verstärkt für die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angestellten Tätigkeit spreche.
Nach Absol
vierung einer Alkoholentzugs
therapie und einer Alkoholentwöhnung mit Abstinenzverhalten sei aus versi
cherungsmedizinischer Sicht ohnehin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angestellten Tätigkeit als Buchhalter auszugehen. Medizintheoretisch hätte eine Abstinenz von Alkohol bereits zu einem früheren Zeitpunkt erreicht wer
den können (S. 58 Mitte).
Zur
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte
Dr. Y._ aus, bis August 2014 habe keine Notwendigkeit einer angepassten Tätigkeit für den Exploranden bestanden. In einer medizintheoretischen angepassten Tätigkeit mit vorwiegend Routinearbeiten ohne Nachtschichtarbeit, als körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit ohne Kundenkontakt, sei dem Exploranden von August 2014 bis zum Begutachtungszeitpunkt durchschnitt
lich eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zuzuordnen (S. 58 unten f.).
Die 30%ige Einschränkung resultiere aus den Effekten der stattgehabten maxi
mal mittelgradigen depressiven Episode und den nachteiligen Auswirkungen des wechselhaften Alkoholkonsums auf die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit.
Ab hiesigem Begutachtungszeitpunkt sei die vom Exploranden dargebotene klinische Symptomatik, mit dessen auffälligen Angaben in der Aggravations
testung, in Frage zu stellen, was zur Folge habe, dass auf eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit geschlossen werden müsse. Nach Absol
vierung einer Alkoholentzugstherapie und einer Alkoholentwöhnungs
therapie mit Abstinenzverhalten sei aus versicherungsmedizinischer Sicht ohne
hin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszu
gehen (S. 59 Mitte).
Dr. Y._ führte aus, insgesamt habe bei beiden durchgeführten Tests (SFSS und WMT) bezüglich Aggravationstendenzen und Simulationstendenzen teils deutli
che Auffälligkeiten festgestellt werden können.
Die Auswirkung von festgestelltem Alkoholkonsum in diesem Gutachten (Atemalkohol 1.06 Promille) sei für sich genommen im Sinne einer starken kognitiven Einschränkung wiederum nicht plausibel (S. 34 oben).
Es habe in der gutachterlichen Untersuchung eine leichte depressive Störung testpsychologisch nachgewiesen werden können, wobei in einem Untertest bei der Aggravationstestung die Grenzwerte für die affektive Beschwerdedarstellung überschritten worden seien und in einem anderen Aggravationstest (WMT) ohnehin auffällige Werte nach Auswertung der Angaben des Exploranden im Sinne von Aggravations- und Simulationstendenzen vorhanden gewesen seien (S. 47 unten f.).
Insofern sei es arbiträr, die hier gemessene leichte depressive Episode als eine derartige zu bewerten, oder eine Remission dieser leichten depressiven Episode zugrunde zu legen. In jedem Fall hätten beide klinischen Situationen bei der Zugrundelegung der derzeitigen versicherungsmedizinischen Rahmenbe
dingungen keine relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 48 oben).
Eine Persönlichkeitsstörung oder eine akzentuierte Persönlichkeit könne auf
grund der gutachterlichen Untersuchung nicht bestätigt werden. Der Grund sei die hier festgestellte Aggravation, wonach die Angaben des Exploranden aus versicherungsmedizinischer Sicht als unsicher gelten müssten. Zum anderen sprächen die stattgehabten jahrelangen erfolgreichen Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt gegen eine Störung der Persönlichkeit mit wesentlicher negativer Auswirkung auf die durchgeführten Tätigkeiten (S. 48 Mitte).
Gleiches gelte für Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken, die zum einen gutachterlich klinisch psychopathologisch nicht objektivierbar gewesen seien, hingegen in einer Testung bezüglich Zwängen vom Exploranden angegeben worden seien. Auch hier gelte gutachterlich eine kritische Einschätzung der angegebenen Zwangssymptomatik, da grundsätzlich deutliche Aggravations
tendenzen und Simulationstendenzen nach Angaben des Exploranden testpsy
chologisch nachgewiesen worden seien, was das Vorliegen einer Zwangs
symptomatik in Frage stelle.
Eine Phobie oder andere Angststörung könne aufgrund der gutachterlichen Untersuchung beim Exploranden nicht abgeleitet werden (S. 48 unten).
Der Explorand sei bei Dr. C._ seit 1998 intermittierend und ab 2009 durchgehend bis zum Untersuchungszeitpunkt in psychiatrisch-psychothera
peutischer Behandlung. Grund seien wiederkehrende depressive Episoden, die nach Aktenlage psychosozial, das heisse überwiegend auf Ungerechtigkeiten an ehemaligen Arbeitsstellen, finanzielle Probleme oder auf eine Arbeitslosigkeit zurückzuführen seien (S. 49 IV. Ziff. 1).
3.4
Dipl.-med. D._,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
, Regio
naler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in ihrer Stellungnahme vom 14. Juni 2017 (Urk. 6/41/4-6) aus, im Untersuchungsverlauf bei Dr. Y._ seien ernste Zweifel an der Motivation des Beschwerdeführers zur Mitwirkung an einzelnen Testver
fahren entstanden, woraus geschlussfolgert worden sei, dass mit sehr hoher Wahr
scheinlichkeit eine Ungültigkeit der Selbstauskünfte bezüglich der Beschwerden vorgelegen habe. Es seien deutliche Auffälligkeiten bezüglich Aggravations- und Simulationstendenzen gefunden worden.
Die Angaben von Dr. Y._ zur Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit könnten aus versicherungsmedizinischer Sicht aufgrund widersprüchlicher Angaben
hinsichtlich der Diagnosen und der prozentualen Angaben nicht nachvollzogen werden.
Eine Alkoholabhängigkeit sei bisher nicht nachge
wiesen, was auch durch die Laboruntersuchung belegt
sei. Warum daher diese Erkrankung, welche anfangs durch den Gutachter selbst lediglich als Differen
zialdiagnose aufgeführt werde, für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit verantwortlich sein solle, bleibe unklar. Der Gut
achter
setze sich ungenügend mit dem Trinkverhalten des Kunden auseinander.
Es fehlten sämtliche Angaben zum Beginn des Alkoholkonsums, auch setze er sich nicht damit auseinander, ob es sich um ein primäres oder um ein sekundäres Suchtgeschehen gehandelt habe.
Die Diagnose des Vorliegens einer Alkoholabhängigkeit sei aus versicherungs
medizinischer Sicht zu verwerfen. Es sei vielmehr gestützt auf die Laborunter
suchung vom Vorliegen eines riskanten Konsums auszugehen. Damit könne ein Gesundheitsschaden, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke, nicht festgestellt werden. Aus diesen Grün
den könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden.
3.5
Dr. C._ stellte in ihrem Bericht vom 26. Januar 2018 (Urk. 10) fol
gende Diagnosen (S. 1 Ad 2):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2)
-
ausgeprägte selbstunsichere und kränkbare Persönlichkeit (ICD-10 F60.6)
-
soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
-
schädlicher Gebrauch von Alkohol, gegenwärtig kontrolliertes Trinken (ICD-10 F10.1)
-
Reizdarmsyndrom mit intermittierender Diarrhoe, verstärkt bei Nervosi
tät und Angst
-
essentieller Tremor
Dr. C._ führte aus, der Beschwerdeführer sei wegen rezidivierenden depressiven Episoden seit Januar 1998, zunächst mit Unterbrüchen, seit 2009 bis heute ununterbrochen, bei ihr in Behandlung. Die Sitzungen fänden im All
gemeinen alle ein bis zwei Wochen statt, in Krisenzeiten auch häufiger (S. 1 Ad 1). E
ine selbständige Tätigkeit als Buchhalter stelle eine massive Über
for
derung dar. Eine teilzeitliche Arbeit als angestellter Buchhalter sei im Rahmen von zwei Stunden täglich zumutbar (S. 3 Ad 8 und Ad 9).
Es lägen eine depressive Störung mit Antriebslosigkeit, Interessen- und Freude
mangel, Konzentrations- und Schlafstörung sowie zeitweise eine leichte körper
liche Verwahrlosung und zeitweise eine latente Suizidalität vor (S. 1 Ad 3.1). In Anbetracht der Länge des bisherigen Krankheitsverlaufes von etwa 20 Jahren müsse von einer Chronifizierung gesprochen werden. Die Prognose sei ungünstig. Die therapeutischen Massnahmen inklusive Psychopharmako
therapie (Maximaldosen) und stationären Klinikaufenthalten seien ausgeschöpft. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass eine dauerhafte Alkoholabstinenz eine Besse
rung des Zustandsbildes nach sich ziehen könnte (S. 2 Ad 4). Es stünden keine soziokulturellen Faktoren im Vordergrund (S. 2 Ad 5).
Dr. C._ führte aus, das Rating der Tests sei subjektiv gewesen und zu leicht ausgefallen. Der Aggravationstest sei ihrer Ansicht nach deutlich falsch interpretiert (S. 2 Ad 7 lit. b). Zudem sei das Verhältnis des Beschwerdeführers zur Ehefrau sehr angespannt und die Tagesstruktur im Gutachten beschönigt dargestellt worden. Überdies seien die depressiven Episoden nicht psychosozial bedingt, und die depressive Phase sei zum Zeitpunkt der Begutachtung auch nicht in Remission gewesen (S. 2 f. Ad 7 lit. d). Auf das Gutachten könne einerseits aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer während der Explo
ration deutlich alkoholisiert gewesen sei, nicht abgestellt werden, und ander
er
seits sei hinsichtlich der Einschätzung des Gutachters, dass der Beschwer
de
führer aggraviert habe, womit alle Auffälligkeiten quasi relativiert würden, auszuführen, dass, soweit sie den Beschwerdeführer kenne, er eher die gegentei
lige Tendenz habe, nämlich seine Situation zu beschönigen (S. 3 Ad 10).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Beurteilung durch die RAD
Ärztin d
ipl.-
m
ed.
D._ vom Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.4) davon aus, dass beim Beschwerdeführer kein längerdauernder Gesundheits
schaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliege (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Bei der Einschätzung der psychischen Situation des Beschwerdeführers durch Dipl. Med. D._ handelt es sich um keine fachärztliche Beurteilung. Es ist der RAD-Ärztin aber in der Hinsicht beizupflichten, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. Y._ vom Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.3) die Anforde
rungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.3) nicht erfüllt.
Abgesehen davon, dass wirklich fraglich erscheint, inwiefern all die von Dr. Y._ durchgeführten Tests in Anbetracht des alkoholisierten Zustandes des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung überhaupt valabel sind, ist zu bemängeln, dass Dr. Y._ zwar weitschweifige Ausführungen zu den einzelnen Testmethoden tätigte (vgl. Urk. 6/39 S. 26-33), ein konkreter Bezug zum Beschwerdeführer jedoch weitestgehend fehlt.
Sämtliche Auffälligkeiten in den Test wurden dann dem Aggra
vationsverhalten, welches auch in einem einzelnen Test bestimmt wurde, zugeschrieben
.
Vor dem Hintergrund, dass sich der Beschwerdeführer nun bereits schon seit rund 20 Jahren aufgrund von psychischen Problemen in Therapie begeben (vgl. vorstehend E. 3.2 und E. 3.5) und auch einen stationären Aufenthalt (vgl. vorstehend E. 3.1) wahrgenommen hat sowie die verordneten Psycho
pharmaka einnimmt, wird die Schlussfolgerung von Dr. Y._, dass sich sämtli
che Auffälligkeiten anlässlich der Begutachtung auf die im Testverfahren fest
ge
stellte Aggravation der Beschwerden zurückführen liessen, der Situation des Beschwerdeführers nicht gerecht.
D
er Beschwerdeführer
bemängelte weiter zu Recht
,
dass
zwischen Exploration und Erstattung des Gutachtens rund neun Monate vergangen sind
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 8). Auch
lässt das Gutachten
keine schlüssige Beantwortung der Frage zu, wie der Alkoholkonsum des Beschwerdeführers nun zu werten ist. So mass Dr. Y._ diesem einmal Bedeutung zu, ein andermal wieder nicht, und überdies lässt er die Frage, ob es sich um einen primären oder sekundären Konsum handel
t, weitgehend unbeantwortet.
Soweit Dr. Y._ vorhandene Ressourcen im Wesentlichen aus den dem Gutach
ten angehängten, Jahre zurückliegenden Arbeitszeugnissen aus Zeiten, in denen der Beschwerdeführer noch im Angestelltenverhältnis gearbeitet hatte, ab
leite
te (vgl. Urk. 6/39 S. 41 oben, S. 46 oben), lässt dies keine Schlussfol
gerungen auf seinen aktuellen Gesundheitszustand zu.
Jedoch kann vorliegend auch nicht unbesehen auf die Ausführungen der behandelnden Psychiaterin Dr. C._ abgestellt werden. So gilt es h
in
sichtlich der Ausführungen der seit
1998
behandelnde
n
Psychiaterin
zu berück
sichtigen, dass
ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung
zumindest als haus
arztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung
ihre
r Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesge
richts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.4
Aufgrund des Gesagten fehlt es vorliegend an einer verlässlichen fachärztlichen Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers und damit an der Grundlage für einen Entscheid.
Zur Beurteilung seiner invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher zunächst zusätzlicher medizinischer Grundlagen im Sinne eines erneuten psychiatrischen Gutachtens, welches sich zu den offenen Fragen äussert.
D
ie angefochtene Verfügung vom 23
.
Oktober
2017 (Urk. 2) ist folglich aufzu
heben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwä
gungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch des Beschwer
deführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Mit Honorarnote vom
9
.
Mai 2018
(
Urk. 14
) machte de
r Rechts
vertreter des Beschwerdef
ührers einen Aufwand von total 11.6
5 Stunden sowie
eine Spesen
pauschale von 3 % geltend.
Dies erscheint unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht, GSVGer) als angemessen, weshalb
die Prozessentschädigung unter Berücksichtigung des massgebenden Stunden
ansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
insgesamt Fr.
2'847.80
(inkl.
Spesenpauschale
und MWSt)
festzulegen
ist
.