Decision ID: 9b0081f3-5205-50b2-bf70-2ab0695c8c1a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Mai 2010 über die Krankentaggeldversicherung
aufgrund cervicaler Diskushernie und psychischer Probleme zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1 und 8). Der Versicherte war seit 1. April 2007 als Galvaniseur
bei der B._ AG angestellt; ab 4. Februar 2010 fehlte er krankheitsbedingt ganz oder
teilweise (IV-act. 15-4).
A.b Das Gesprächsprotokoll vom 31. Mai/8. Juni 2010 zwischen Dr. med. C._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
und Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt fest, dass
Überschneidungen somatischer und psychischer Art die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten beeinträchtigten. Der Versicherte sei seit dem 25. Mai 2010 in der Klinik
E._, nachdem es zu einer psychischen Exacerbation am Arbeitsplatz gekommen sei.
Der Versicherte sei für 4-4.5 Stunden pro Tag (50%) arbeitsfähig (IV-act. 18).
A.c Im Arztbericht vom 21. Juni 2010 ging Dr. med. F._, Leiter Ambulatorium des
Psychiatrischen Zentrums G._, von einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10: F20.0)
oder differenzialdiagnostisch von einer schizoaffektiven Störung aus (ICD-10: F25.1).
Der Versicherte wurde im Ambulatorium seit 7. September 2009 behandelt. Er habe
von traumatischen Erlebnissen in der Jugend und während der Militärzeit berichtet.
Nach Abschluss der stationären Behandlung und je nach Verlauf der dortigen Therapie
sei evtl. mit einer Arbeitsfähigkeit (angestammt und adaptiert) von 50% zu rechnen,
wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit von 20-30% bestehe (IV-act. 19).
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A.d Mit Schreiben vom 13. Juli 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es seien
aufgrund des instabilen Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 21).
A.e Der Arztbericht vom 4. August 2010 der Klinik E._, Fachklinik für kardiale und
psychosomatische Rehabilitation, in welcher sich der Versicherte vom 25. Mai 2010 bis
21. Juni 2010 zur stationären psychosomatischen Rehabilitation aufgehalten hatte,
führte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf:
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) seit dem 14. Lebensjahr;
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen (ICD-10:
F45.41). Die bisherige Tätigkeit sei noch im zeitlichen Rahmen von 50% zumutbar. Der
Versicherte könne wegen der reduzierten körperlichen Belastbarkeit nicht so lange wie
üblich tätig sein. Er erreiche rasch die Leistungsgrenzen, sei erhöht reizbar und habe
Probleme im zwischenmenschlichen Bereich. Ohne Traumatherapie sei die Prognose
sehr ungünstig (IV-act. 24; vgl. auch Austrittsbericht der Klinik E._ vom 25. Juni 2010,
IV-act. 24-7 ff.).
A.f In der Folge nahm die IV-Stelle die berufliche Eingliederung ab 1. Januar 2011
wieder auf (IV-act. 32 ff.). Gemäss Protokoll der IV-Stelle vom 21. Februar 2011 hatte
der Versicherte mit einem Pensum von 100% in einer neuen Abteilung mit körperlich
leichter Tätigkeit wieder zu arbeiten angefangen. Der Versicherte habe eine
Traumatherapie begonnen (IV-act. 38).
A.g Im Arztbericht vom 8. April 2011 diagnostizierte Dr. med. H._, Facharzt für
Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik FMH, eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICE-10: F43.1), anamnestisch Panikstörungen (ICD-10: F41.0) bei
multipler Traumatisierung im Jugendalter und jungen Erwachsenenalter, Diskushernie
C6/C7 mit St. n. Nervenwurzelkompressionssyndrom C7 04/08, chronisches HWS-
Schmerzsyndrom (ICD-10: F43.41) und einen fraglichen epileptischen
Gelegenheitsanfall 1991. Aufgrund der multiplen Traumatisierungen müsse von einer
komplexen posttraumatischen Belastungsstörung oder gar vom Übergang in eine
posttraumatische Persönlichkeitsveränderung (ICD-10: F61.0) ausgegangen werden.
Die Prognose in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei ohne traumaspezifische Behandlung
als schlecht zu beurteilen. Seit 9. Februar 2011 sei der Versicherte zu 50%
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arbeitsunfähig. Es bestehe eine verminderte körperliche und psychische
Leistungsfähigkeit, weshalb die bisherige Tätigkeit nur sehr beschränkt zumutbar sei
(IV-act. 40).
A.h Der Eingliederungsverantwortliche hielt am 27. Mai 2011 fest, der Arbeitsplatz mit
50%-Pensum scheine gesichert. Dieser sei ein massgebendes Kriterium, um die
Traumatherapie zu unterstützen (IV-act. 44-10). Mit Schreiben vom 10. August 2011
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung sei abgeschlossen, da
der Arbeitsplatz erfolgreich erhalten worden sei (IV-act. 46).
A.i Am 4. Oktober 2011 führte Dr. H._ zum Verlauf aus, anfangs Jahr sei eine
überwiegend stützend-supportive psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
durchgeführt worden, aktuell eine traumaspezifische EMDR-Therapie. Die
posttraumatische Belastungsstörung führe immer wieder zu sozialen Konflikten und
zum Rückzug. Die bisherige Tätigkeit sei zu maximal 50% zumutbar, wobei aufgrund
des Therapieverlaufes mit vorübergehenden Verschlechterungen zu rechnen sei. Die
Arbeitsleistung sei nach Angabe des Arbeitgebers deutlich eingeschränkt. Für die
psychische Stabilität des Versicherten während des Therapieprozesses sei aber eine
Tagesstruktur wichtig (IV-act. 49).
A.j Am 28. Oktober 2011 wurde das Arbeitsverhältnis durch die B._ AG per 31.
Dezember 2011 gekündigt, weil sich die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
sukzessive verschlechtert hätten (IV-act. 55-7).
A.k Mit Verlaufsbericht vom 1. Dezember 2011 hielt Dr. H._ einen verschlechterten
Gesundheitszustand bei unveränderter Diagnose fest. Er habe den Versicherten im
Rahmen eines Arbeitsplatzkonfliktes per 7. Oktober 2011 zu 100% krankschreiben
müssen. Der etwa zeitgleich stattfindende Beginn der Traumatherapie habe zu einer
weiteren situationsbedingten vorübergehenden Beeinträchtigung geführt. Es sei eine
deutliche Verbesserung der psychischen Gesundheit durch die störungsspezifische
Traumatherapie zu erwarten. Mittelfristig gehe Dr. H._ vom Wiedererlangen einer
100%igen Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 54). Gemäss RAD-Arzt Dr. C._ war die
100%ige Arbeitsunfähigkeit begründet und nachvollziehbar. Es sei der weitere Verlauf
abzuwarten (IV-act. 57).
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A.l Dr. H._ hielt im Arztbericht vom 19. April 2012 einen verbesserten
Gesundheitszustand bei unveränderter Diagnose fest. Aufgrund eines bereits länger
andauernden Arbeitsplatzkonfliktes habe die Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine
deutliche psychische Entlastung des Versicherten bewirkt. Seit dem 1. Januar 2012 sei
der Versicherte wieder zu 50% arbeitsfähig. Die traumaspezifische EMDR-Therapie
werde fortgesetzt (IV-act. 62). Die IV-Stelle überprüfte daraufhin erneut den Anspruch
des Versicherten auf Arbeitsvermittlung (IV-act. 64).
A.m Ab 2. Januar 2012 hatte sich der Versicherte beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet und erhielt von der Kantonalen
Arbeitslosenkasse eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 2. Januar 2012 bis 1.
Januar 2014 eröffnet (IV-act. 57-2).
A.n Mit Verlaufsbericht vom 20. Januar 2013 hielt Dr. H._ eine deutliche
Verbesserung der psychiatrischen Hauptdiagnose (posttraumatische
Belastungsstörung) fest. Nunmehr liege nur noch ein "Status nach PTSD" vor. Es
verbleibe die erhöhte Vulnerabilität und die reduzierte Stress-Belastbarkeit. Die
Arbeitsfähigkeit betrage aus ärztlicher Sicht 50%, überwiegend aufgrund körperlicher
Beschwerden. Am derzeitigen Arbeitsplatz (Zwischenverdienst in einem Imbiss) sei
aufgrund der zu hohen psychischen Belastung - auch aufgrund der somatischen
Diagnosen - kein höheres Pensum als 50% zu erreichen. Eine vollständige
Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit erscheine unwahrscheinlich. Adaptiert wäre eine
Tätigkeit mit weniger körperlicher Belastung, aber mit höheren intellektuellen bzw.
bildungsmässigen Anforderungen zumutbar (IV-act. 83).
A.o Gestützt auf den Schlussbericht der Eingliederungsverantwortlichen vom 22. April
2013 (IV-act. 90) teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 30. April 2013 mit, das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Der Versicherte sei
in beschränktem Masse arbeitsfähig und für die weitere Unterstützung bei der
Stellensuche sei das RAV zuständig (IV-act. 93). Der Versicherte besuchte vom 2. April
2013 bis 2. August 2013 den Förderkurs Küche mit einem 50%-Pensum (IV-act. 96 und
99).
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A.p Mit Zwischenbericht vom 7. Oktober 2013 führte Dr. H._ aus, der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich in Bezug auf die posttraumatische
Belastungsstörung stabil gebessert. Diese könne als vollständig remittiert gelten. Es
verblieben situationsbedingte und belastungsabhängige Schwankungen. Es bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 50%, wobei die Beeinträchtigung sowohl den körperlichen als
auch den psychischen Beschwerden zuzuschreiben sei. Am derzeitigen Arbeitsplatz
(J._, IV-act. 103) sei aufgrund der reduzierten Stressbelastbarkeit nicht mehr als die
50% zu erreichen (IV-act. 104).
A.q Am 4. Februar 2014 beauftragte die IV-Stelle Dr. med. K._, Facharzt für
Orthopädie FMH, und Dr. med. L._, Fachärztin für Psychiatrie FMH, mit einer
bidisziplinären Begutachtung (inkl. Neuropsychologie; IV-act. 111) und orientierte den
Versicherten mit Mitteilung vom 5. Februar 2014 darüber (IV-act. 110).
A.r Mit bidisziplinärem Gutachten vom 25. Mai 2014 wurden folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten: Restsymptomatik einer
posttraumatischen Belastungsstörung mit Impulskontrollproblematik, hoher
Symptombelastung, verminderter Stressbelastbarkeit und belastungsabhängigen
depressiven Schwankungen (ICD-10: F43.1); Cervicalgie und Cervicobrachialgie links
bei Diskushernie C6/C7 (ICD-10: M50.1) mit Kompromittierung der Nervenwurzel C7
links, fraglich auch rechts (ICD-10: G55.1); leichtgradige Spinalkanalstenose auf Höhe
C6/C7 (ICD-10: M48.02); Discopathien der Bandscheiben ab C3 (ICD-10: M51.3). Aus
psychiatrischer Sicht wirkten sich Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt, eine
Störung der Emotionsregulation mit deutlichem Mangel an Anpassungs- und
Teamfähigkeit, eine sehr niedrige Frustrationstoleranz und eine Impulskontrollstörung
auf die bisherige Tätigkeit aus. Aus somatischer Sicht bestehe aufgrund einer
verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts ein erhöhter Pausenbedarf und der
Versicherte dürfe keine Lasten über zehn Kilogramm heben oder tragen und keine
Zwangspositionen der Halswirbelsäule, namentlich im Sinne der Rotation und der Re-/
Inklination, einnehmen. Somit bestünde im bidisziplinären Konsens eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit. Für eine angepasste Tätigkeit
bestünden die gleichen Anforderungen bei gleicher Arbeitsfähigkeit wie für die
angestammte, da sowohl aus psychiatrischer wie aus somatischer Sicht die aktuell
ausgeübte Tätigkeit (J._) als gut leidensadaptiert angesehen werden könne (IV-act.
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114-42 ff.). Gemäss RAD-Beurteilung vom 3. Juni 2014 war dem bidisziplinären
Gutachten aus versicherungsmedizinischer Sicht zu folgen. Die IV-rechtlichen und
versicherungsmedizinischen Anforderungen seien vollumfänglich erfüllt, womit eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% seit Januar 2013 bestätigt werde (IV-act. 116).
B.
B.a Gestützt auf eine Beurteilung der Sachbearbeiterin, welcher der Rechtsdienst
folgte (IV-act. 119), kündigte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 29.
Juli 2014 an, der Anspruch auf eine Invalidenrente werde abgewiesen. Aufgrund der
körperlichen Einschränkungen werde von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
Die psychiatrischen Einschränkungen begründeten gemäss Rechtsprechung keine
invalidisierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Gemäss Angaben des Versicherten
habe er die posttraumatische Belastungsstörung in seinem Heimatland erlitten und
habe danach noch über Jahre einer regelmässigen Arbeit nachgehen können, weshalb
IV-rechtlich von keinem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, zumal von
einer Restsymptomatik ausgegangen werde und diese keine Dominanz mehr aufweise
(IV-act. 123 ff.).
B.b Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 5. September 2014
vorsorglich Einwand erheben (IV-act. 124). Mit begründetem Einwand vom 5.
November 2014 stellte der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel
Küng, den Antrag, ihm sei spätestens seit Dezember 2010 eine ganze Invalidenrente zu
entrichten. Seit September 2009 bis Ende Dezember 2011 sei von einer 50-100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, danach von 50%. Das Valideneinkommen betrage im
Jahr 2014 mindestens Fr. 64'000.-- und das Invalideneinkommen Fr. 52'849.--. Davon
50% und abzüglich eines Leidensabzuges von 25% ergebe sich ein Invaliditätsgrad
von 70% und damit ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente auch über Dezember
2012 respektive März 2013 hinaus (IV-act. 132).
B.c Gemäss telefonischer Nachfrage bei der ehemaligen Arbeitgeberin des
Versicherten hatte der vereinbarte Jahreslohn Fr. 55'380.-- betragen (IV-act. 133).
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B.d Mit Verfügung vom 17. November 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab.
Zur Begründung wurde angefügt, beim Versicherten sei keine posttraumatische
Belastungsstörung diagnostiziert worden, sondern nur noch eine Restsymptomatik
einer solchen, welche keine Dominanz mehr aufweise. Die Anamneseerhebung beruhe
ausschliesslich auf den Angaben des Versicherten. Es sei ihm möglich gewesen, über
Jahre einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Aus IV-rechtlicher Sicht habe
die Restsymptomatik keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 55'380.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 45'914.--
(75%ige Arbeitsfähigkeit) resultiere ein Invaliditätsgrad von 21% (IV-act. 134).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 17. November 2014 richtet sich die durch den
Rechtsvertreter des Versicherten erhobene Beschwerde vom 17. Dezember 2014 mit
den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer
mindestens eine Dreiviertelsrente spätestens ab 1. Dezember 2010 zuzusprechen und
zu entrichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen
zurückzuweisen und alsdann mindestens eine Dreiviertelsrente, spätestens ab 1.
Dezember 2010, zuzusprechen und zu entrichten. Zudem sei dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Der Rechtsvertreter hält daran fest, es
bestehe kein Anlass, von den medizinischen Befunden und Schlussfolgerungen der
Gutachter abzuweichen. Das zuletzt erzielte Einkommen des Beschwerdeführers im
Jahr 2008 sei gemäss IK-Auszug Fr. 61'038.--, hochgerechnet somit mindestens Fr.
64'000.--. Das Invalideneinkommen, vom Grundlohn von Fr. 55'304.-- hochgerechnet,
entspreche ca. Fr. 58'000.--. Infolge der 50%igen Arbeitsfähigkeit und einem Abzug
von 25% aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden resultiere ein massgebliches
Invalideneinkommen von Fr. 21'750.-- respektive ein Anspruch auf mindestens eine
Dreiviertelsrente (act. G 1).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin führt
aus, wenn sich aus rechtlicher Sicht eine andere Einschätzung ergebe, könne von den
durch die Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen abgewichen werden. Den ärztlichen
Berichten sei zu entnehmen, dass sich die Krankheit aus den körperlichen
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Beschwerden entwickelt habe. Auch aus der zeitlichen Latenz müsse gefolgert werden,
dass keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden könne; die
geschilderten Vorkommnisse würden sodann die Diagnosekriterien nicht erfüllen. Es sei
auch auffällig, dass Dr. H._ in seinem ersten Arztbericht eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, und nach Verbesserung des Gesundheitszustandes
und der geänderten Diagnose "Status nach posttraumatischem Belastungssyndrom"
die Arbeitsunfähigkeit immer noch 50% betrage. Zudem sei im Gutachten nur noch
eine Restsymptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert.
Deshalb sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen. Betreffend das
Valideneinkommen führt die Beschwerdegegnerin aus, das geltend gemachte höhere
Einkommen habe sich aufgrund Überzeitarbeit und Wochenendeinsätzen ergeben, sei
aber nicht regelmässig gewesen, weshalb von den telefonischen Angaben der
Arbeitgeberin auszugehen sei (act. G 5).
C.c Mit Schreiben vom 4. März 2015 bewilligte die Verfahrensleitung das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (act. G 6).
C.d In der Replik vom 19. Juni 2015 führt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
aus, die Gutachterin habe nachvollziehbar und einleuchtend zur Arbeits-/
Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers Stellung genommen, weshalb kein Anlass
bestehe, von den Einschätzungen abzuweichen (act. G 15). Der Rechtsvertreter legt ein
Schreiben von Dr. H._ vom 9. März 2015 ins Recht. Darin führt dieser aus, dass bei
der Begutachtung von posttraumatischen Belastungsstörungen gleichwertig die
Kriterien des DSM-IV-R bzw. DSM-V heranzuziehen seien, in welchen die lebensfremde
Begrenzung der Latenz auf sechs Monate nicht vorhanden sei; vielmehr könne danach
eine posttraumatische Belastungsstörung auch Jahre nach dem Trauma erstmalig
auftreten. Es sei stossend, wenn sich Juristen in einer medizinisch-diagnostischen
Beurteilung über die fachliche Expertise von Ärzten stellten (act. G 15.1).
C.e Mit Duplik vom 25. Juni 2015 ergänzt die Beschwerdegegnerin, die Bedenken bzw.
Zweifel, dass sich die Restsymptomatik auch in einer angepassten Tätigkeit
einschränkend auswirken sollten, würden durch den Bericht von Dr. H._ nicht
zerstreut (act. G 17).

Erwägungen
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1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.
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Zunächst ist zu prüfen, ob das bidisziplinäre Gutachten beweistauglich ist und darauf
abgestellt werden kann.
2.1 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit und gestützt darauf die Erwerbsunfähigkeit
bzw. Invalidität bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien
Beweiswürdigung hat das Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig
davon, von wem sie stammen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
deshalb allein entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a). Je mehr ein Gutachten von diesen Qualitätsanforderungen abweicht, desto
kleiner ist sein Beweiswert (GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.],
Versicherungsmedizinische Gutachten, 2007, S. 20). Die Rechtsprechung hat es aber
mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar betrachtet, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 353 E. 3b/bb mit Hinweisen).
2.2 Die Beschwerdegegnerin holte ein bidisziplinäres Gutachten bei Dres. L._ und
K._ ein. Es sollte in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit die Fragen beantworten, seit wann
eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer
adaptierten Tätigkeit besteht und wie sich der Grad der Arbeitsunfähigkeit entwickelt
hat.
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2.2.1 Gemäss dem orthopädischen Teilgutachten weist der Beschwerdeführer
degenerative Veränderungen vor allem diskogener Art an der Halswirbelsäule auf. Im
Vordergrund stehen eine Cervicalgie und Cervicobrachialgie links bei Discushernie C6/
C7 mit Kompromittierung der Nervenwurzel C7 links, fraglich auch rechts. Zudem wird
eine leichtgradige Spinalkanalstenose auf Höhe C6/C7 beschrieben. Ausser
Kribbelparästhesien an den oberen Extremitäten hatten keine neurologischen
Symptome festgestellt werden können. Der orthopädische Gutachter kam zum
Schluss, dass von einer verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts auszugehen
sei. Der Beschwerdeführer könne keine Lasten über zehn Kilogramm heben oder
tragen und keine Zwangspositionen der Halswirbelsäule einnehmen. Zudem sei die
Beweglichkeit des Kopfes auch mechanisch bedingt eingeschränkt. Überkopfarbeiten
seien deshalb zu vermeiden. Es hätten keine Diskrepanzen festgestellt werden können.
Das Verhalten auch ausserhalb der Untersuchungssituation sei in sich konsistent
gewesen. Allerdings messe der Beschwerdeführer seinen Beschwerden einen recht
hohen Stellenwert zu, der objektiv nicht vollständig erhärtet werden könne. Die aktuell
ausgeübte Tätigkeit als Alleinkoch sei für ihn angepasst worden, wie der
Beschwerdeführer dargelegt habe. Aus somatischer Sicht sei nicht nachvollziehbar,
weshalb er diese Tätigkeit nicht ganztägig ausüben könne. Angesichts der
verminderten Belastbarkeit seien aber längere und betriebsunübliche Pausen von
insgesamt etwa zwei Stunden Dauer zuzugestehen. Daraus ergebe sich rechnerisch
eine Arbeitsfähigkeit von 75%. Bezüglich der früheren körperlich noch belastenden
Tätigkeit und des retrospektiv betrachteten Verlaufs einer adaptierten Tätigkeit könne
auf die Einschätzung der echtzeitlich behandelnden Ärzte abgestellt werden (IV-act.
114-22 ff.).
2.2.2 Die psychiatrische Expertin gelangte gestützt auf die psychiatrische
Voraktenlage, die neuropsychologischen Testungen (9./13. Mai 2014) und ihre eigene
Exploration (2 1⁄4 Stunden am 25. April 2014) zur Diagnose einer Restsymptomatik einer
posttraumatischen Belastungsstörung mit Impulskontrollproblematik, hoher
Symptombelastung, verminderter Stressbelastbarkeit und belastungsabhängigen
depressiven Schwankungen (ICD-10: F43.1). Sowohl anamnestisch wie auch in der
neuropsychologischen Testung stehe eine Impulskontrollproblematik im Vordergrund.
Der Beschwerdeführer beschreibe, unter Aggressionen zu leiden und Angst zu haben,
diese nicht unter Kontrolle halten zu können. Die klinischen Verfahren hätten
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durchgehend eine hohe Symptombelastung, eine hohe Aggressivität und Impulsivität
gezeigt. Diagnostisch seien diese Symptome in erster Linie einer Restsymptomatik bei
posttraumatischer Belastungsstörung zuzuordnen, welche sich auch testpsychologisch
bestätigt habe. Aus gutachterlicher Sicht bzw. anhand der aktuellen Untersuchung
könne eine vollständige Remission dieser Störung nicht bestätigt werden. Die
Symptomatik habe sich zwar im Vergleich zum Beginn der Behandlung im September
2009, wo psychotische Symptome mit Verfolgungs- und Beobachtungsideen sowie
akustische Halluzinationen, ein depressives Zustandsbild und eine dysphorisch-
gereizte und aggressive Grundstimmung beschrieben worden seien, deutlich
gebessert. Wie festgehalten, würden aber nach wie vor Restsymptome mit hoher
Symptombelastung, hoher Aggressivität und Impulsivität und - wie auch vom
behandelnden Facharzt dargelegt - weiterhin eine verminderte Stressbelastbarkeit und
belastungsabhängig depressive Schwankungen vorliegen. In der Einschätzung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit bestehe denn auch Übereinstimmung. Die vom
Beschwerdeführer aktuell ausgeübte Tätigkeit zu 50% als Koch in einem kleinen
Restaurant sei aus psychiatrischer Sicht als ideal anzusehen: überschaubare Tätigkeit,
sehr kleines Arbeitsteam, wo der Beschwerdeführer überwiegend eigenständig arbeiten
könne. Nach vier Stunden Arbeit sei die psychische Belastbarkeitsgrenze erreicht. Es
hätten sich keine Hinweise auf Diskrepanzen oder Widersprüche gezeigt. In der
Gesamtschau hätten sich Hinweise auf Defizite im Bereich exekutiver Funktionen,
insbesondere eine verminderte Fähigkeit zur Inhibition von inadäquaten Impulsen
gezeigt. Diese hätten sowohl in der Verhaltensbeobachtung als auch in den
neuropsychologischen und klinischen Verfahren festgestellt werden können. Seit
September 2009 würden Arbeitsunfähigkeiten zwischen 100% und 50% vorliegen. Die
vom behandelnden Psychiater seit Anfang 2013 attestierte Arbeitsfähigkeit von 50%
sei aus gutachterlicher Sicht weiterhin gültig (IV-act. 114-36 ff.).
2.2.3 In der Konsensbeurteilung gelangten die beiden Gutachter zum Ergebnis, dass
der Beschwerdeführer in der aktuell ausgeübten oder einer anderen adaptierten
Tätigkeit seit Anfang 2013 zu 50% arbeitsfähig ist (IV-act. 114-42 f.). RAD-Arzt Dr.
C._ erachtete dieses Gutachten als plausibel und nachvolllziehbar, weshalb in jeder
Hinsicht darauf abgestellt werden könne (IV-act. 116-2). Es ist in der Tat nicht
ersichtlich, dass und was für Mängel an der gutachterlichen Abklärung und
Einschätzung bestehen sollten. Das wird letztlich auch von der Beschwerdegegnerin
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zugestanden. Dennoch will sie lediglich die orthopädische Beurteilung gelten lassen
und von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit ausgehen. Bezüglich der psychiatrischen
Einschätzung behauptet sie, eine posttraumatische Belastungsstörung könne schon
deshalb nicht diagnostiziert werden, weil der Beschwerdeführer diese Störung im
Heimatland erlitten habe und danach über Jahre einer regelmässigen Erwerbstätigkeit
nachgegangen sei. Bei einem derart verzögerten Beginn könne (nach ICD-Kriterien)
keine solche Diagnose mehr postuliert werden. Dieser Auffassung ist nicht zu folgen.
So weist Dr. H._ zu Recht darauf hin, dass nach der ebenfalls anerkannten
Klassifikation des DSM-IV-R bzw. DSM-V die „lebensfremde Begrenzung der Latenz
von sechs Monaten“ nicht vorhanden sei. Vor allem aber kann eine medizinische
Diagnose nur fachärztlich festgestellt bzw. verneint werden, wie Dr. H._ in dieser
Stellungnahme ebenfalls ausführt (act. G 15.1). Schliesslich beinhaltet eine
fachärztliche, im Rahmen einer umfassenden Abklärung gestellte Diagnose immer auch
eine Ermessenseinschätzung, welche Kriterien in welchem Schweregrad vorliegen bzw.
welche für und welche gegen eine Diagnose sprechen. Es geht schon deshalb nicht an,
solcherart gestellte Diagnosen anhand aufgezählter Kriterien der ICD-Klassifikation
ohne eigene Untersuchung und ohne medizinische Fachausbildung bzw. -kenntnisse
vom Schreibtisch aus zu verneinen. Aus demselben Grund kann aus der fachärztlichen
Umschreibung der Diagnose (Restsymptomatik einer posttraumatischen
Belastungsstörung) nicht ohne weiteres geschlossen werden, das diagnostizierte
Leiden sei nicht dominant bzw. ohne Relevanz, obwohl die medizinische Expertin
aufgrund ihrer Untersuchung gerade vom Gegenteil ausgeht. Selbstredend bleibt es
möglich, aufgrund von divergierenden medizinischen Einschätzungen oder einer auch
für Laien auf den ersten Blick nicht plausiblen Begründung eine gutachterliche
Beurteilung in Frage zu stellen. Davon kann aber im vorliegenden Fall nicht gesprochen
werden. Wohl sind sich die Gutachterin und der behandelnde Facharzt in der Diagnose
nicht ganz einig. Indessen kommt es weniger auf die exakte Diagnose an, als vielmehr
auf die Auswirkung des psychiatrisch festgestellten Leidens. Und da bestehen keine
Divergenzen, wie oben dargelegt (E.2.2.2).
2.2.4 Die Beschwerdegegnerin macht des Weiteren geltend, dass der Verlauf der
von Dr. H._ angegebenen Arbeitsunfähigkeiten (welche die psychiatrische Expertin
nicht in Frage gestellt hat, vgl. IV-act. 114-39 f.) auffällig sei. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass bei Beginn der Behandlung der posttraumatischen
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Belastungsstörung im April 2011 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei
und nach angegebener Remission der Störung und einer deutlichen Besserung des
Gesundheitszustandes im Oktober 2013 weiterhin bloss eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bestehen soll. Es trifft zu, dass Dr. H._ trotz traumaspezifischer Behandlung und
prognostisch erwarteter Wiedererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act.
54) auch nach Abschluss dieser Behandlung und attestierter Besserung der
Belastungsstörung weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Nun ist zu
berücksichtigen, dass im Verlauf der traumaspezifischen Behandlung eine deutliche
Verschlechterung eingetreten war und Dr. H._ im Oktober 2011 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 54). In der Folge stellte sich dann wieder eine
Verbesserung ein, so dass Dr. H._ erneut eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte
(IV-act. 62, 83 und 104). Insoweit lässt sich der Verlauf der von Dr. H._ angegebenen
Arbeitsunfähigkeiten nachvollziehen, zumal Dr. H._ seine Prognose revidierte, indem
er im Januar 2013 eine vollständige Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit für
unwahrscheinlich hielt (IV-act. 83). Darüber hinaus bleibt im vorliegenden Fall die
gutachterliche Einschätzung massgebend.
2.2.5 Schliesslich macht die Beschwerdegegnerin geltend, ein Abweichen von den
durch die Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen sei dann möglich, wenn sich aus
rechtlicher Sicht eine andere Einschätzung ergebe. Ihr Hinweis auf BGE 130 V 358 f. ist
insoweit überholt, als das Bundesgericht seine Rechtsprechung zur somatoformen
Schmerzstörung mit BGE 141 V 281 ff. aufgegeben hat. Im Bereich der somatoformen
Schmerzstörung und ähnlichen Beschwerden gilt nicht mehr die vom Bundesgericht
eingeführte Vermutung, wonach solche Störungen in der Regel keine Invalidität
begründen. Vielmehr ist neu anhand eines strukturierten Beweisverfahrens zu prüfen,
ob und wieweit ein fachärztlich diagnostizierter Gesundheitsschaden es einer
versicherten Person in einer objektivierten Betrachtungsweise im Sinne von Art. 7
ATSG unzumutbar macht, ganz oder teilweise erwerbstätig zu sein. Wie das
Bundesgericht im angeführten Entscheid ausgeführt hat, wirken dabei Recht und
Medizin zusammen. Es ist sowohl den begutachtenden Ärzten wie den Organen der
Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die
normativ vorgegebenen Kriterien (Art. 7 Abs. 2 ATSG) zu beurteilen. Bei der
Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen
nimmt zuerst die medizinische Fachperson Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Ihre
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Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung
der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden
kann. In diesem Sinn tragen Medizin und Recht, je nach ihren fachlichen und
funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit
bei. Es geht in diesem Sinn nicht an, dass die Medizin quasi freihändig eine Beurteilung
abgibt und daneben noch Grundlagen liefern sollte, anhand derer die
Rechtsanwendung eine von der ärztlichen Einschätzung losgelöste Parallelüberprüfung
vornehmen könnte bzw. müsste. Vielmehr gibt es keine unterschiedlichen Regeln
gehorchende, getrennte Prüfung einer medizinischen und einer rechtlichen
Arbeitsfähigkeit (BGE 141 V 306 f. E. 5.2). Wenn also die Beschwerdegegnerin
eigenständig die medizinische Beurteilung als falsch kritisiert und - nicht etwa kritische
Rückfragen bei der Gutachterstelle anbringt - sondern gleich selber zum Schluss
kommt, dass keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden könne
(act. G 5 Ziff. III/2 f.), überschreitet sie ihre Fachkompetenz und es kann ihr nicht
gefolgt werden.
2.3 Gesamthaft betrachtet erweist sich das bidisziplinäre Gutachten in medizinischer
Hinsicht als beweistauglich. Auch der RAD-Arzt hält das Gutachten aus
versicherungsmedizinischer Sicht für beweistauglich. Es fehlen sodann Hinweise auf
„suboptimales Leistungsverhalten bzw. auf relevante Inkonsistenzen" (IV-act. 116-2).
Immerhin haben die Untersucherinnen in den testpsychologischen Verfahren gewisse
Verdeutlichungstendenzen für möglich gehalten (IV-act. 35 f.). In der
Zusammenfassung und Interpretation verneinten sie aber Hinweise auf Simulations-
oder ausgeprägte Aggravationstendenzen (IV-act. 114-36). Damit übereinstimmend
hielten auch beide Gutachterpersonen ein konsistentes Verhalten bzw. fehlende
Hinweise auf Diskrepanzen oder Widersprüche fest (IV-act. 114-23, 114-38). Analoges
gilt offenbar für die Beschwerdegegnerin, finden sich doch in den Akten Hinweise,
wonach eine Observation jedenfalls in Betracht gezogen wurde (ohne dass
Entsprechendes dokumentiert wäre, vgl. IV-act. 101 und 115 mit Hinweisen auf
„BVM“). Insgesamt fehlen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die gutachterliche
Einschätzung nicht ausschliesslich Folgen der diagnostizierten Gesundheitsstörung
berücksichtigen würde. Mithin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
gesamtmedizinisch betrachtet in adaptierter Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig ist (IV-act.
114-43).
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3.
3.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V
222).
3.2 Der Beschwerdeführer hat sich am 20. Mai 2010 zum Bezug von Leistungen
angemeldet. Der Beschwerdeführer kann somit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens
ab 1. November 2010 einen Anspruch auf eine Invalidenrente begründen. Zu prüfen
bleibt, wann der Beschwerdeführer das sogenannte Wartejahr erfüllt hat (Art. 28 Abs. 1
lit. b IVG), denn erst damit entsteht der Rentenanspruch. Bezüglich des rückliegenden
Zeitverlaufs geht das Gutachten davon aus, dass von September 2009 bis Anfang 2013
Arbeitsunfähigkeiten zwischen 50% und 100% bestanden haben (IV-act. 114-43),
wobei der orthopädische Gutachter auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte
verweist (vgl. IV-act. 114-26). Im Gutachten selber sind echtzeitlich attestierte
Arbeitsunfähigkeiten erst ab 3. Februar 2010 aufgeführt (IV-act. 114-15). Aus den Akten
geht auch keine früher festgehaltene Arbeitsunfähigkeit hervor; im September 2009
wurde lediglich die Erstdiagnose eines psychischen Leidens gestellt, jedoch keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 19). Entsprechend der hausärztlich attestierten
Arbeitsunfähigkeiten in der angestammten Tätigkeit ab 3. Februar 2010 gegenüber der
Krankentaggeldversicherung (vgl. Fremdakten) kann damit die Wartezeit ab Februar
2010 als eröffnet gelten. In den Akten sind folgende Arbeitsunfähigkeiten attestiert:
100% vom 3. Februar 2010 bis 21. Februar 2010, 75% vom 22. Februar 2010 bis 28.
Februar 2010 (IV-act. 53-2), 50% vom 1. März 2010 bis 24. Mai 2010 (Arztzeugnis von
Dr. D._ vom 22. Juni 2010 in Fremdakten), 100% vom 25. Mai 2010 bis 21. Juni
2010, 50% ab 22. Juni 2010 (IV-act. 24-10, 37, 53-2), 25% vom 16. August 2010 bis
31. Dezember 2010 (IV-act. 36, 53-2), 0% seit 1. Januar 2011 (IV-act. 36), 0% (wohl
100% gemeint) vom 21. Januar 2011 bis 8. Februar (Arztzeugnis Dr. H._ vom 18.
Februar 2011 in Fremdakten), 50% vom 9. Februar 2011 bis 6. Oktober 2011 (IV-act.
40-4, 54-1), 100% vom 7. Oktober 2011 bis 31. Dezember 2011 (IV-act. 54) und eine
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50%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1. Januar 2012, bestätigt im Januar 2013 (IV-act. 62-2,
83-3). Im Gutachten wird nicht zwischen der Arbeitsfähigkeit in der ursprünglich
angestammten körperlich schwereren Tätigkeit bei der B._ AG und einer adaptierten
Tätigkeit unterschieden, sondern es wird aus psychiatrischer wie auch aus
orthopädischer Sicht davon ausgegangen, es handle sich bei der aktuellen Tätigkeit im
J._ um die angestammte Tätigkeit, welche zugleich auch als leidensadaptiert gelte
(IV-act. 114-42 ff.). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit des Beschwerdeführers vor Eintritt
des Gesundheitsschadens war jedoch jene bei der B._ AG. Dort hatte bereits eine
Adaption stattgefunden, indem dem Beschwerdeführer der Wechsel per 1. Januar 2011
in die Klein-Stück Abteilung mit einem 100%-Pensum ermöglicht worden war (IV-act.
44-7, 55-7). Das orthopädische Gutachten verweist - wie erwähnt - betreffend den
zeitlichen Verlauf der Arbeitsunfähigkeit auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte,
die die Arbeitsfähigkeit (seinerzeit noch in der körperlich belastenden Tätigkeit in der
B._ AG) anhand der geklagten Beschwerden und der erhobenen
Untersuchungsbefunde echtzeitlich beurteilt hätten (IV-act. 114-25). Wie vorab
ausgeführt, attestierten die behandelnden Ärzte Arbeitsunfähigkeiten ab 3. Februar
2010 - zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer noch bei der B._ AG
angestellt -, weshalb ab diesem Zeitpunkt hinsichtlich der angestammten
Berufstätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist. Das Wartejahr, in welchem
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 40% vorliegen muss, was mit den erwähnten Arbeitsunfähigkeiten
ausgewiesen erscheint, ist somit im Februar 2011 abgelaufen.
3.3 Gemäss den Akten bestehen ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns am 1. Februar 2011 bis anfangs 2013 teilweise unterschiedliche
Arbeitsunfähigkeiten (vgl. E. 3.2). Nun sind vorübergehende Verbesserungen bzw.
Verschlechterungen von weniger als drei Monaten auch bei einer rückwirkenden
Betrachtungsweise nicht weiter zu berücksichtigen (vgl. Art. 88a der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Da die in E. 3.2 angeführten
Veränderungen der Arbeitsunfähigkeit ab 1. Februar 2011 nicht wenigstens drei
Monate andauerten, ist durchwegs von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% auszugehen,
wie sie in der Zeit vom 1. Februar 2011 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 17. November 2014 praktisch durchgehend attestiert wurde.
4.
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4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 59 E. 3.1). Das
Valideneinkommen ist so konkret wie möglich - in der Regel gestützt auf den vor Eintritt
der Invalidität tatsächlich allenfalls während einer längeren Zeitspanne erzielten
Durchschnittsverdienst - zu bestimmen. Hat eine versicherte Person aus
invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen,
ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu
tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken
mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so
genannte Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des
Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten
Lohnes oder durch Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz
Invalidität realisierbaren Verdienstes durch eine entsprechende Herabsetzung des
statistischen Wertes vorgenommen. Ergibt sich, dass das Einkommen vor Invalidität
mehr als 5% unter üblicherweise für die gleiche Tätigkeit entrichteten Gehältern lag,
hat im Rahmen des darauf durchzuführenden Einkommensvergleichs die
Parallelisierung der Vergleichseinkommen zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts vom
26. Februar 2010, 8C_683/2009 E. 3.1 und E. 4.1).
4.2 Gemäss IK-Auszug verdiente der Beschwerdeführer bei der B._ AG in den
Jahren 2007 Fr. 36'190.-- (April bis Dezember), 2008 Fr. 61'038.-- und 2009 Fr.
51'726.-- (IV-act. 17). Gemäss Lohnabrechnungen für die Jahre 2009/2010 betrug der
monatliche Bruttolohn Fr. 4'260.--, inkl. einer regelmässigen pauschalen Schichtzulage
von Fr. 700.-- (IV-act. 4; IV-act. 15-11 ff.). Davon ist auszugehen, zumal das relativ
hohe Einkommen aus dem Jahr 2008 auf Überzeit/Wochenendeinsätze zurückzuführen
ist und im Jahr 2009 Kurzarbeit angefallen war. Es ist deshalb vom vereinbarten Lohn
von Fr. 4'260.-- x13 = Fr. 55'380.-- für das Jahr 2010 auszugehen und nicht vom
lediglich einmalig erzielten höheren Einkommen aus dem Jahr 2008 (vgl. auch IV-act.
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133). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (NLE) bis 2011 resultiert
dabei ein Valideneinkommen von gerundet Fr. 55'895.-- (Fr. 55'380.-- / 2151 x 2171).
4.3 Die Beschwerdegegnerin hat gemäss Verfügung vom 17. November 2014 einen
Minderverdienst des Beschwerdeführers berücksichtigt (IV-act. 134-3). Das tatsächlich
erzielte Valideneinkommen ist bei einer Parallelisierung mit den branchenüblichen
Löhnen zu vergleichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2010,
8C_683/2009 E. 4.3). Im Hinblick auf die frühere Tätigkeit des Beschwerdeführers als
Mitarbeiter (Galvaniseur) in der Grossstück-Abteilung und die Branche der ehemaligen
Arbeitgeberin ist gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE) 2010 TA1 vom Tabellenwert der Position 24 (Metallerzeugung und -bearbeitung)
auszugehen. Dieser belief sich für Männer bei Arbeiten mit Anforderungsniveau 4 auf
Fr. 5'073.-- monatlich. Unter Berücksichtigung der NLE bis 2011 und der
betriebsüblichen Arbeitszeit ergibt sich ein Jahreslohn von Fr. 64'053.-- (Fr. 5'073.-- /
2151 x 2171 / 40 x 41.7 x 12). Verglichen mit dem tatsächlichen Verdienst von Fr.
55'895.--, den der Beschwerdeführer an seiner früheren Stelle im Jahr 2011 verdient
hätte, resultiert eine Unterdurchschnittlichkeit von 12.7%. Lediglich im 5%
übersteigenden Umfang von 7.7% ist diese gemäss bundes¬gerichtlicher
Rechtsprechung bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen zu berücksichtigen.
5.
5.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie
nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders
stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr
verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches Erwerbseinkommen gegeben, können die LSE-Tabellenlöhne herangezogen
werden (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2014, 8C_7/2014, E. 7.1).
5.2 Der Beschwerdeführer erzielte zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses ein
Einkommen beim J._ von jährlich Fr. 18'000.-- (zuzüglich Spesen) bei einem
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Arbeitspensum von 50% (IV-act. 118-2). Das Gutachten bestätigt, dass es sich dabei
um eine gut leidensangepasste Tätigkeit handle. Da der Beschwerdeführer aber im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (17. November 2014) erst seit dem 1. April
2014 in diesem Anstellungsverhältnis stand (IV-act. 118), kann nicht von einem
besonders stabilen Arbeitsverhältnis ausgegangen werden. Für das
Invalideneinkommen ist somit vom Totalwert für den gesamten privaten Sektor gemäss
LSE-Tabelle 2010 TA1 Sektor 4 für Männer auszugehen. Dieser betrug unter
Berücksichtigung der NLE bis 2011 und der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2011
Fr. 61'882.-- (Fr. 4'901.-- / 2151 x 2171 / 40 x 41.7 x 12). Bei einer Arbeitsunfähigkeit
von 50% (E. 3.3) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 30'941.--.
5.3 Das genannte Invalideneinkommen von Fr. 30'941.-- kann erst nach Vornahme der
Parallelisierung um 7.7% (E. 4.3) in die Vergleichsrechnung eingesetzt werden. Dazu ist
es um 7.7% zu reduzieren, womit sich ein parallelisiertes Invalideneinkommen von Fr.
28'559.-- ergibt.
6.
6.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der Abzug soll
aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht
übersteigen. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich
leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen
leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei
eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der
Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten umfasse (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember
2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen).
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6.2 Das bidisziplinäre Gutachten berücksichtigt bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers bereits, dass Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt, eine
Störung der Emotionsregulation mit deutlichem Mangel an Anpassungs- und
Teamfähigkeit, eine sehr niedrige Frustrationstoleranz und eine Impulskontrollstörung
vorliegen. Zudem kann der Beschwerdeführer keine Lasten über zehn Kilogramm
heben oder tragen, keine Zwangspositionen der Halswirbelsäule - namentlich im Sinne
der Rotation und der Re-/Inklination - einnehmen und keine ausgeprägten
Kopfbewegungen und Überkopfarbeiten ausführen. Unter Berücksichtigung dieser
Anforderungen an einen Arbeitsplatz wurde dem Beschwerdeführer von den
Gutachtern eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert. Dem Beschwerdeführer wird es
aufgrund der Teilzeitarbeitsfähigkeit jedoch kaum möglich sein, einen Jahreslohn von
Fr. 28'559.-- (E. 5.3) erzielen zu können. Gemäss Rechtsprechung wird bei Männern,
welche gesundheitlich bedingt lediglich noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, ein
Abzug anerkannt. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei
Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut entlöhnt wird
als eine Vollzeittätigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2011,
8C_379/2011, E. 4.2.2.1). Deshalb rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von maximal
10%. Somit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 25'703.--- (Fr. 28'559.-- x 0.9).
6.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 55'895.-- (E. 4.2) und einem
Invalideneinkommen von Fr. 25'703.-- (E. 6.2) resultiert eine mutmassliche
Erwerbseinbusse von Fr. 30'192.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 54% (Fr.
30'192.-- : Fr. 55'895.-- x 100) und somit ein Anspruch auf eine halbe Rente.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Verfügung
vom 17. November 2014 ist aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1.
Februar 2011 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer
Honorarnote verzichtet. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen. Damit erübrigt sich die Festsetzung eines Honorars aus der bewilligten
unentgeltlichen Rechtspflege.