Decision ID: 109d8d6a-28a5-4ca2-975f-4832715d1314
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1984, meldete sich am 3
1.
August 2011 unter Hinweis auf eine Hüftdysplasie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Invalidenversicherung, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Nach diversen, insbesondere erwerblichen Abklärungen verneinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom
6.
Februar 2012 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen. Gleichzeitig teilte sie mit, dass über den Anspruch auf eine Invalidenrente
eine
separate Verfügung erg
ehen werde (
Urk.
7/13;
7/6, 7/8, 7/9, 7/11
, 7/46
).
In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen
, unter anderem liess sie die Versicherte durch
Dr.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Ch
irurgie, begut
achten
(
Gutachten vom
6.
März
2013,
Urk.
7/31) und führte bei ihr am
3.
Juli 2013 eine Haushaltabklärung durch (
Urk.
7/41;
Urk.
7/16, 7/17, 7/21 7/32, 7/39
). Mit Vorbescheid vom 2
0.
Dezemb
er 2013 stellte sie
die Zusprechung einer
Vier
tels
rente
ab
1.
Januar 2013 in Aussicht (
Urk.
7/47). Nach Einsprache der Versi
cherten (
Urk.
7/48, 7/60)
veranlasste sie bei
Dr.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, das
bidiszplinäre
Gutachten vom 1
9.
Oktober 2015 (
Urk.
7/86). Daraufhin rei
chte die Versicherte eine
Stellungnahme von ihrem be
handelnden Psychiater
Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
sowie
ein Parteigutachten von
Dr.
C._
ein (Gutachten vom 2
5.
Mai 2016,
Urk.
7/95;
Urk.
7/92, 7/96). Zu diesem Gutachten liess die IV-Stelle
Dr.
Z._
Stellung nehmen (
Urk.
7/98). Weiter gab sie der Ver
sicherten Gelegenheit, sich zu dessen Stellungnahme vom
5.
Ok
tober 2016 zu äussern, wovon diese
mit Eingabe vom
7.
Dezember 2016 Gebrauch machte (
Urk.
7/103).
Mit Ver
fügung vom 2
1.
Februar 2018
bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid und sprach der Versicherten mit Wirkung ab
1.
Januar 2013 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
2/
1).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
9.
April 2018 Beschwerde und beantragte die Zusprechung einer halben Rente ab
1.
Januar 2013 (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
7.
Mai 2018 auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
6).
Ein erstes Gesuch der Versicherten vom 2
3.
Juli 2018 um Sis
tierung
des Verfahrens
wurde
mit Verfügung vom 2
3.
August 2018 abgewiesen (
Urk.
12, 14), ein zweites Gesuch vom
2
5.
Januar 2018 mit Verfügung vom 3
0.
Januar 2019 (
Urk.
19, 21).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 de
s Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
a
us (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich
unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufga
benbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Ist bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruches ohne Gesundheitsschaden ganz
tägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für
Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27
bis
Abs. 1 IVV
bis
31. Dezember 2017:
Art.
27
bis
der Verordnung ü
ber die Invalidenversicherung
IVV
).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
ver
sicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stamme
n, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin zumindest Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab
1.
Januar 2013 hat.
Streitig und zu prüfen ist
, ob darüber hin
ausgehend ein Anspruch auf eine halbe Rente besteht.
2.2
In der angefochtenen Verfügung beurteilte die IV-Stelle die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 90
%
erwerblich und zu 10
%
im Haushalt tätig. Hinsichtlich des Erwerbsbereichs ging die IV-Stelle davon aus, dass die Be
schwerdeführerin in der Arbeitsfähigkeit aus somatischen G
ründen zu 50
%
eingeschränkt sei
. Eine Einschränkung aus psychiatrischer Sicht verneinte sie gestützt auf das (Teil-)
Gutachten von
Dr.
Z._
.
Im Rahmen des Ein
kommensvergleichs im erwerblichen Bereich gewährte sie keinen leidens
be
ding
ten Abzug.
Bezüglich des Haushaltsbereich
s
nahm sie eine Einschränkung von 17,45
%
an.
Gestützt auf dieser Grundlage
errechnete sie für die Dauer vom
1.
Januar 2013 bis 3
1.
Dezember 2017 einen Invaliditätsgrad von 42
%
und ab
1.
Januar 2018 - infolge
der
ab
1.
Januar 2018 geänderten Praxis zur Invaliditäts
bemessung nach der
gemischten Methode (vgl.
Art.
27 f. IVV in der ab
1.
Januar 2018 geltenden Fassung
) -
einen
solchen von 46,
74
%
,
womit in beiden Fällen ein Anspruch auf eine
Viertelsr
ente
resultierte (
Urk.
2
/1
, vgl. auch
Urk.
7/47).
2.3
Die Beschwerdeführerin macht
beschwerdeweise im Wesentlichen geltend, im Gesundheitsfall wäre sie voll erwerbstätig (
Urk.
1 S. 11 f.). In medizinischer Sicht
kritisiert sie die Festlegung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus somatischer Sicht nicht. Jedoch
hält sie das psychiatrische (Teil-)Gutachten von
Dr.
Z._
für nicht beweiswertig.
Dieser Gutachter habe in den Ja
hren vor Erstellung des nun in
Frage stehenden Gutachtens 5
%
aller von der IV-Stelle vergebenen mono- und
bidisziplinären
Gutachten erstellt. Dies werfe erhebliche Zweifel an der Sorgfältigkeit der Gutachtererfüllung auf und erwecke per se den Anschein der Befangenheit. Auch inhaltli
ch vermöge das Gutachten von
Dr.
Z._
nicht zu überzeugen. Die Begutachtung von
Dr.
Z._
sei einseitig und voreingenommen gewesen und habe auf die Verneinung des Vorliegens einer Autismus-Spektrum-Störung gezielt (
Urk.
1 S. 15 ff.). Demgegenüber überzeuge das Parteigutachten.
Dr.
C._
sei nachvollziehbar zur Diagnose eines Asperger-Syndroms gelangt.
Gemäss ihrer Einschätzung betrage die Arbeits
fähig
keit in a
ngestammter Tätigkeit 3
0
%
und in angepasster Tätigkeit 45
%
. Darauf sei abzustellen (
Urk.
1 S.
9 u.
17 f.
). Ferner habe die IV-Stelle im Rahmen des Einkommensvergleichs zu Unrecht kein
en
leidensbedingten
Abz
ug vorge
nommen. Dieser sei auf 2
0
%
zu veranschlagen (
Urk.
1 S. 20 ff.). Aufgrund diese
r Ausführungen sei ein Invalidit
ätsgrad von 50
%
und damit ein Anspruch auf
eine halbe Rente ausgewiesen
(
Urk.
1 S. 22).
3
.
3.1
Z
unächst
ist
auf die Statusfrage einzugehen.
3.2
Ob und gegebenenfalls in welchem zeitlichen Umfang eine in einem Aufgaben
bereich tätige versicherte Person (
Art.
5
Abs.
1 IVG
i.V.m
.
Art.
8
Abs.
3 ATSG)
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre (Statusfrage), ergibt sic
h aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E.
3.1
). Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in wel
che
m Pensum sie hypothetisch erwerbstätig w
äre (BGE 133 V 504 E. 3.3
). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, fami
liären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter,
die beruflichen Fähig
keiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Bundesgerichtsurteil 9C_90/2017 vom
4.
Juli 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
3.3
Die Beschwerdeführerin i
st Mutter von zwei Töchtern
, geboren 2001 und 2005 (
Urk.
7/2/2)
.
Von ihrem Ehemann lebt sie seit 3
1.
Januar 2013 getrennt, seit 2
6.
Januar 2017 ist sie von ihm geschieden (
Urk.
7/36, 7/128)
.
Die ältere Tochter leidet an einem Co
ffin-Siris-
Syndrom. Aufgrund d
er zerebralen und geistigen Beeinträchtigungen besucht sie eine Sonderschule
(
Urk.
7/86
/45). Von Beruf ist die Beschwerdeführerin
Leiterin in einer Kinderspielgruppe sowie Tagesmutter (
Urk.
7/8).
Im Rahmen des IV-Abklärungsverfahrens gab sie
am 2
7.
April 2017 im Fragebogen zur Bestimmung des Status an, ohne Einschränkung ihrer Gesund
heit würde sie eine Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 80 bis 100
%
ausüben (
Urk.
7/32). Anlässlich der Haushaltabklärung vom
3.
Juli
2017 erklärte sie ge
gen
über der Abklärungsperson, bei guter Gesundheit wäre sie aus finanziellen Gründen zwischen 80 bis 100
%
erwerbstätig. Dieses Pensum entspreche jenem, welches sie vor Verschlechterung der gesundheitlichen Situation ausgeübt habe. Die Betreuung ihrer Kinder sei geregelt. Ihre ältere Tochter sei den ganzen Tag
, von 8 bis 16 Uhr,
in der Stiftung
D._
(
Heilpädagogische Schule
)
. Das
Taxi hole sie
am Morgen
und bringe sie am Abend wieder. Die Betreuung der jüngeren Tochter würde über die Spielgruppe laufen, wo sie, die Beschwerde
führerin, arbeite (
Urk.
7/41
/3+8
).
Gestützt auf diese Aussagen
qual
i
fizierte die IV-Stelle die Beschwerdeführer als zu 90
%
erwerblich und zu 10
%
im Haushalt tätig (
Urk.
2
/1
,
Urk.
7/41/3).
3.4
Die Beschwerd
eführerin kritisiert in der Beschwerde die
se
Annahme der
IV-Stelle und postuliert,
sie
wäre
im Gesundheit
sfall zu 100
%
erwerbstätig
(
Urk.
1 S. 12
f.). Der Kritik der Beschwerdeführerin ist beizupflichten. Zwar erwirtschaftete die Beschwerdeführerin nie ein
hohes Einkommen (vgl. dazu
IK-Auszug,
Urk.
7/5), weshalb die IV-Stelle zur Bestimmung des
Valideneinkommens
denn auch
die Tabellenlöhne gemäss LSE heranzog (
Urk.
7/42). G
ründe
für die tiefen Löhne war
en
zunächst - gemäss Ausführungen der
Beschwerdeführerin im Rahmen der
berufsberaterischen
Ab
klärungen im Dezember 2011
- familiäre Grunde sowie der Umstand, dass die von ihr gegründete Spielgruppe nicht genügend Kinder zu akquirieren vermochte (
Urk.
7/46/3). Im weiteren Verlauf spielt
e sodann zuneh
mend
die Hüftproblematik eine Rolle (
Urk.
7/6/2, 7/8/7,
7/31/8-
9.
7/32). Indessen
ist das Bemühen der Beschwerdeführerin, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, au
s den Akten ersichtlich. So verrichtete
sie ab November 2011 nebst den Tätig
keiten als Spielgruppenleiterin und Tagesmutter auch Rein
igungsarbeiten
(
Urk.
7/32
,
Urk.
7/41/2
).
Es kann der Beschwerdeführerin folglich nicht unterstellt werden,
im Gesundheitsfall
hätte
sie
bei allfällig fortdauernden wirtschaftlichen Problemen de
r Spielgruppe
den entsprechenden Erwerbsausfall nicht anderweitig kompensiert.
Die Beschwerdeführerin wird von der
Sozialhilfe unterstützt. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, seit wann dies genau der Fall ist,
wohl ab
1.
Februar 2013, also ab dem Zeitpunkt der Trennung von ihrem Ehemann (
Urk.
7/26/1)
. Eine Auflage von der Sozialhilfe, dass sie ein 100
%
-Pensum auszuüben hätte, ist nicht akten
kundig (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_90/2017 vom
4.
Juli 2017 E. 5.4). Jedoch ist und war der nun von ihr geschiedene Ehemann finanziell nicht
in
der Lage, Unterhaltsbeiträge für sie oder die Kinder zu leisten. Dementsprechend wurde er weder in der Trennungsvereinbarung
vom 2
2.
März 2013
(vgl. Urteil des Bezirks
ge
richts Zürich vom 2
2.
März 2013,
Urk.
7/36) noch in der Scheidungs
verein
barung
vom 3
0.
November 2016
(
vgl. Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2
8.
Januar 2017,
Urk.
7/128) zu
r Leistung
von
Unterhaltsbeiträ
gen verpflichtet. Dafür
kommt er fast jeden Abend bei der Beschwerdeführerin vorbei
und hilft ihr
bei der Kinderbetreuung und beim Kochen (
Urk.
7/41
/5
).
Bei dieser Sachlage rechtfertigt es sich nicht, aus der Aussage der Beschwerde
führerin, wonach sie
im
Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen ein Pensum von
80 bis 100
%
ausüben würde
, einfach auf den Mittelwert von 90
%
zu schliessen.
Vielmehr ist
bei der Interpretation ihrer Aussage
,
die Betonung
auf die «finan
ziellen Gründe», also
auf die
finanzielle
Notwendigkeit der Erwerbstätigkeit
,
zu
legen. Mit anderen Worten ist davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall ein Pensum von 80 bis 100
%
ausüben
würde
; indessen,
s
ofern aus finanziellen Gründen erforderlich, auch ein solches von 100
%
.
Dieses Erfor
dernis
wäre angesichts der Einkommenssituation der Beschwerdeführerin denn auch
gegeben,
um eine finanzielle Unabhängigkeit einigermassen zu gewähr
leis
ten.
Gleichzeitig liesse dies die familiäre Situation mit der Unterstützung des ge
schiedenen Ehemannes und der Fremdbetreuung der grösseren Tochter
(vgl. dazu auch
Urk.
7/95/11)
ohne Weiteres
zu.
4.
4.1
In medizinischer Hinsicht
ist Folgendes festzuhalten:
4.2
Die Beschwerdeführerin
ist
in ihrer Ste
h- und Gehfähigkeit als Folge der
kon
ge
nitalen Hüftdysp
l
a
sie
eingeschränkt. Aufgrund der übereinstimmenden
Gutach
ten von
Dr.
Y._
vom
6.
März 2013 und dem Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
9.
Oktober 2015
ist ausgewiesen und unbestritten, dass die Beschwerdeführerin deshalb aus somatischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit zu 50
%
eingeschränkt ist. Diese Festlegung betrifft sowohl die angestammte als auch leidensangepasste Tätigkeiten und gilt seit
1.
Januar 2012 (
Urk.
7/31/6
-8, 7/86/2-4,
Urk.
7/86/121-122
).
4.3
4.3.1
Da aus somatischen Gründen von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen ist, kann - wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt - offen bleiben, ob in psychiatrischer Hinsicht auf das
Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
9.
Oktober 2015 oder auf das Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
5.
Mai 2016 abzustellen ist.
4.3.2
Dr.
Z._
diagnostizierte
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine ein
fache Aktivitäts- und Hyperaktivitätsstörung (ICD-10 F90.0). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte er folgende Diagnosen: Anamnestisch nicht näher bezeichnete Zwangsstörung (ICD-10 F42.9), Persönlichkeitsakzentuierung mit Cluster B-Anteilen (ICD-10 Z73.1), eine nicht näher bezeichnete Zwangsstörung, unter Therapie mit Cipralex kompensiert (ICD10 F42.9) sowie psychosoz
iale
Be
lastungsfaktoren (
Urk.
7/86/2+3
). Die vom behandelnden Psychiater
Dr.
B._
beziehungsweise in delegierter Therapie von der behandelnden Psychologin
Tapprich
gestellte Diagnose eines Asperger-Syndroms verwarf er ausdrücklich (
Urk.
7/86/59+61, vgl. auch
Urk.
7/39, 7/60
).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
er
fest, dass die
Aktivitäts- und Hyperaktivitätsstörung
sich im beruflichen Kontext ein
schränkend auswirken
könne
. Es sollten daher keine repetitiven Tätigkeiten (Fliessbandarbeit) oder solche, an denen hohe Anforderungen an die Sorgfalt gestellt würden, ausgeführt werden. In der bisher ausgeführten Tätigkeit ergäben sich keine Einschränkungen (
Urk.
7/86/4
f.
+65).
4.3.3
Dr.
C._
stellte die Diagnose eines Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5, entsprechend Autismus-Spektrum-Störung DSM-5 299.0)
. S
ie
führte
aus, die störungsbedingte, sensorische Überempfindlichkeit, die verminderte Fähigkeit zur intuitiven Handlungsplanung sowie die interaktionell-kommunikativen Schwie
rig
keiten erforderten von der Beschwerdeführerin tägliche Anpassungs
leis
tungen an die normale
n
Anforderungen des Lebens und führten zur Erschöp
fung.
Die chronischen Schmerzen sowie die Belastung durch die ungünstigen sozialen Bedingungen bildeten zusätzliche chronische Störeinflüsse, die diese Anpassung erschwerten.
Diese Stressoren führten aufgrund der
deutlich herab
gesetzten psychischen Resilienz rasch zur Überforderung und zur Entwicklung m
anif
ester Krankheitssymptome
.
Um eine langfristige Stabilität zu
erreichen, sollte auf einen Tag mit Arbeitstätigkeit ausser Haus jeweils mindestens ein Tag ohne Arbeitstätigkeit folgen. An den Arbeitstagen sei die Beschwerdeführerin zum halben zeitlichen Pensum arbeitsfähig. Daher sei von einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 30
%
auszugehen
. In einer optimal behin
derungsangepassten Tätigkeit, etwa mit Tieren, betrag
e
die Arbeitsfähigkeit 45
%
, da an den Arbeitstagen sich das zeitlich zu bewältigende
Pensum
um die Hälfte der zweiten Tageshälfte verlängere
. Bei dieser Einschätzung handle es sich um eine Gesamtbeurteilung. Die Wechselwirkung mit den somatisch bedingten Ein
schränkungen sei darin berücksichtigt
(
Urk.
7/95/
19 und
29-3
0).
4.3.4
Die beiden Fachgutachten unterscheiden sich somit in den gestellten Diagnosen und daraus resultierend in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Die unter
schied
liche Diagnosestellung ist
zum einen auf die diskrepanten anamnestischen Angaben in den beiden Gutachten (etwa zur Sozialanamnese, insbesondere zur frühkindlichen Entwicklung und Schulzeit) sowie auf die teilweise diskrepante Befunderhebung, zum anderen auf eine andere Beurteilung desselben Sachver
halts zurückzuführen (vgl. dazu
auch Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psyc
hotherapie,
vom 2
2.
September 2017
[
Urk.
7/104/14
]
). Auf weitere Abklärungen kann indessen verzicht
et werden. Denn selbst wenn bei der Beschwerdeführerin ein Asperger-Syndrom vorliegt, ist zumindest von einer Arbeitsfähigkeit
(in einer leidensangepassten Tätigkeit)
von 45
%
auszugehen. Ob nun die Gesamtarbeitsfähigkeit 45 oder 50
%
beträgt, spielt für den Rentenanspruch keine Rolle
(vgl.
nachfolgend
E.
5
).
Es braucht daher nicht weiter auf die einzelnen
von den Parteien in diesem Zusammenhang vorgebrachten
Argumente
n
eingegangen zu werden.
Grundsätzlich sind sämt
liche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren na
ch BGE 141 V 281 zu unterziehen (BGE 143 V
418). Davon kann vorliegend jedoch
ab
ge
sehen werden, weil die Rechtserheblichkeit der psychischen
Störung im Ge
samt
kontext letztlich ohne Belang bleibt (vgl. BGE 143 V 419 E. 7.1).
5.
5.1
Da
die Beschwerdeführerin
keine Lehre absolvierte
, sondern einzig über eine Ausbildung zur Spielgruppenleiterin (12 Tage plus Praktikum) verfügt
und
vor Eintritt der Invalidität nur geringe Einkommen erzielte, ist das
Validenein
kommen
anhand der
Tabellenlöhne (
LSE
2012, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1)
zu bestimmen
(
Urk.
7/42, 7/46/3)
. Auf dieser Grundlage hat mangels Aus
schöp
fung der Resterwerbsfähigkeit auch die Festsetzung
des
Inval
ideneinkommens zu erfolgen
. Sind Validen- und Inva
lideneinkommen aufgrund des gleichen
Tabe
l
len
lohnes zu berechnen, erüb
rigt sich deren genaue Ermittlung; der Invaliditäts
grad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges (
Bundesgerichtsurteil 9C_888/2014 vom
4.
Februar 2015 E. 2 mit Hinweis).
5.2
Wird das Invalideneinkommen
- wie vorliegend-
auf der Grundlage
der LSE ermittelt, ist der ent
sprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte
Abzüge vorzuneh
men, ist der Ein
fluss aller Merkmale auf das Invalideneinko
mmen (leidens
be
dingte Einschrän
kung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufentha
ltskategorie und Beschäftigungs
grad) unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflicht
gemässem Er
messen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25
%
nicht über
steigen (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen). Ob und in
welcher Höhe statis
tische Tabel
lenlöhne herabzusetzen sind, hängt von
sämtlichen persönlichen und be
rufl
i
chen Umständen des Einzelfalles ab, die n
ach pflichtgemässem Ermessen ge
samthaft zu schätzen sind (Bundesgerichtsurteil 8C_381/2017 vom
7.
August 2017 E. 4.1.1).
5.3
Soweit die Beschwerdeführerin
einen leidensbedingten Abzug verlangt, ist fest
zuhalten, dass insbesondere dann ein Abzug auf dem Invalideneinkommen zu gewähren ist, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75
E. 5a/
bb
). Sind der versicherten Person hingegen - wie hier - leichte bis mittelschwer
e Arbeiten zumutbar (
Urk.
7/31 S. 8,
Urk.
7/86/3-4
, vgl. ferner
Urk.
1 S. 22
), ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
Bundesge
richts
urteil
9C_447/2019 vom
8.
Oktober 2019
E. 4
.3.2
). Darüber hinaus
wurde der erhöhte Pausen
- respektive Erholungs
bedarf der Beschwerdeführer
in
in den ärztlichen Beurteilungen
berücksichtigt. Dies gilt insbesondere in Bezug
auf das Gutachten
von
Dr.
C._
(
Urk.
7/95/29-30
, vgl. auch
Urk.
7/86/122)
.
Ein leidensbedingter Abzug ist deshalb
, auch wenn man auf ihr
Gutachten
abstellen will
,
nicht statthaft, da eine Behinderung
nicht einerseits mit einem redu
zierten Pensum, also bei der zumutbaren Arbeitsfähigkeit, und anderseits zu
sätzlich mit einem Abzug und damit doppelt berücksichtigt werden darf (Bun
desgerichtsurteil 8C_97/2014 vom 1
4.
Jul
i 2014 E. 4
.1). Den a
llfällige
n
Wechsel
wirkungen der somatis
chen und psychischen Beschwerden
wurde
sodann
in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
ebenfalls
Rechnung getragen
(
Urk.
7/95/30)
. Auch die weiteren zu berücksichtigenden Faktoren sprechen
insgesamt
nicht für einen Abzug. Die Beschwerdeführerin ist Schweizerin, was sich tendenziell lohn
erhöhend auswirkt (Bundesgerichtsurteil 8C_125/2912 vom 1
0.
Oktober 2012 E.
5.2.1; LSE 2004 Tabelle TA9).
Das junge Alter der Beschwerdeführerin wirkt sich zwar tendenziell negativ auf den Lohn aus (vgl. LSE 2014 und 2016 je Tabelle TA9), jedoch kommt ihm im Zusammenhang mit dem leidensbedingten
Abzug nur beschränkte Bedeutung zu.
Hilfsarbeiten
werden,
wie sie hier in Frage
stehen
,
nach der Rechtsprechung grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt
(Bundes
ge
richtsurteil 8C_411/2019 vom 1
6.
Oktober 2019 E. 8.2).
D
ie Bedeutung der Dienstjahre
schliesslich nimmt
im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforde
rungsprofil ist (BGE 126 V 75 E. 5a/cc S. 79;
Bundesgerichtsurteil 9C_200/2017 vom 1
4.
November 2017 E. 4.6). Bei der Beschwerdeführerin kommt hinzu, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit verwerten und damit von ihrer Erfahrung profitieren kann.
5.4
Die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs ist somit, wie die IV-Stelle richtig festgestellt hat, nicht angebracht. Damit entspricht der Invaliditätsgrad d
em
Grad
der Arbeitsunfähigkeit von 50 respektive 55
%
. Daraus resultiert ein Anspruch
auf eine halbe Rente ab
1.
Januar 201
3.
Dies führt zur Gutheissung der Be
sch
werde.
6.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf
Fr.
8
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Zudem ist der
Be
schwerdeführer
in
eine
Prozessentschädigung von
Fr.
2'4
00.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
).