Decision ID: c7607b24-aeda-40eb-96f6-d7df7441943d
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.1
X._
, geboren 1955, wurde am 27. Februar 2006 Opfer eines Raub
überfalls (Urk. 11/A3), bei welchem er eine Commotio cerebri und eine Commo
tio oder
Contusio
labyrinthi
beidseits erlitt (vgl. Urk. 11/M35 S. 39 Ziff. 5). Die AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) als obligatorischer Unfallversicherer übernahm die Behandlungskosten und leistete Taggeldzahlungen (vgl. Urk. 10/B143/1
)
. Ein von ihr eingeholtes polydisziplinäres Gutachten wurde am 24. Juni 2010
erstattet (Urk. 11/M35).
Mit Verfügung vom 22. November 2012 (Urk. 1
1
/
A
195) verneinte die AXA einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten psychischen Beschwerden und dem Unfall (S. 5 Ziff. 1), bejahte einen Anspruch auf bestimmte Massnahmen (S. 5 Ziff. 2 f.) und auf eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 40 % (S. 5 Ziff. 4). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 15. Januar 2015 (Urk. 1
1
/
A
226) ab.
Das hiesige Gericht hiess die gegen den genannten
Einspracheentscheid
erhobene Beschwerde mit Urteil vom
6.
Januar 2016 im Verfahren Nr. UV.2015.00033 (Urk.
1
1
/A234
) gut und hob ihn mit der Feststellung auf, dass die AXA grund
sätzlich weiterhin leistungspflichtig sei (S. 14
Ziff.
1).
1.2
In der Folge holte die AXA ein polydiszipli
näres Gutachten ein, das am 30.
August 2017 erstattete wurde (
Urk.
12
/M5
3
). Mit Verfügung vom 2
2.
Juni 2018
(
Urk.
11/A337)
verneinte sie eine Adäquanz der psychischen Beschwerden
und
hielt
diesbezüglich
an der Leistungseinstellung
- insbesondere betreffend Taggeld -
per 3
0.
November 201
2
fe
st
, verneinte die Unfallkausalität eines Hör
verlusts und einer Facettengelenksarthrose,
und stellte
die
weiteren Leistungen per 3
0.
Juni 2018 ein (S.
6
). Die dagegen am 2
4.
August 2018 erhobene Einspra
che (
Urk.
11/A338) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 7.
Februar 2020 ab (
Urk.
11/A
340
=
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
7.
Februar 2020 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 1
1.
März 2020 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, dieser sei aufzu
heben und es seien die in der Einsprache vom 2
4.
August 2018 gestellten Anträge gutzuheissen (S. 2
Ziff.
II).
Die AXA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
August 2020 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
8.
August 2020
(
Urk.
13)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
7.
Februar 2006
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
S
chreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche s
ind s
eit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffes) anerkannt
, wobei
die Annahme eines Unfalles voraus
setzt
, dass es sich um ein ausserge
wöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) h
ervorzurufen (
BGE 129 V 177
E. 2.1).
Ob resultierende psychische Beeinträchtigungen mit dem Ereignis in adäquatem Kausalzusammenhangs stehen, ist in Anwendung der allgemeinen Adäquanzfor
mel (vorstehend E. 1.3) zu prüfen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, unter anderem gestützt auf das eingeholte Gutachten sei die Einstellung der tem
porären Leistungen (Taggeld) per 3
0.
November 2012 (über 6 1⁄2 Jahre nach dem Überfall) nicht zu beanstanden (S. 7
Ziff.
3.11), ebenso das Verneinen einer Leis
tungspflicht für einen ursprünglich als unfallkausal angesehenen Hörverlust (S.
7
f. 7 3.12). Psychische Beschwerden seien
hier
entsprechend der Praxis zu Schreckereignissen zu beurteilen
(S. 10
Ziff.
3.17)
,
und aus näher genannten Gründen sei die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges zu verneinen (S. 11 f.
Ziff.
3.20).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die seit der 2017 erfolgten Begutachtung getätigten umfangreichen Untersuchungen hätten hinsichtlich Quantität und Qualität Beeinträchtigungen in bisher deutlich grösserem Ausmass als im Gutachten erfasst oder berücksichtigt nachgewiesen (S. 2
Ziff.
I).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
gestützt auf das 2017 erstattete Gutachten
erfolgte Leistungseinstellung gerechtfertigt ist oder
ob
die vom Beschwerdeführer genannten, nach der Begutachtung von 2017 erfolgten Untersuchungen zu einem anderen Schluss veranlassen.
3.
3.1
Am 3
0.
August 2017 erstatteten die Ärzte
und weitere Fachpersonen
der Reha
klinik
Z._
ein
Gutachten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
11/M53)
. Sie stützten sich
nach
Untersuchungen in den
betreffenden
Fach
gebieten
auf
die Teilgutachten
beziehungsweise
Untersuchungsberichte
vom
9.
August 2018 (Audiologie,
Urk.
12/M53/6), 1
4.
August 2018 (Neuropsycholo
gie,
Urk.
12/M53
/3
), 1
4.
August 2018 (Physiotherapie und Ergotherapie,
Urk.
12/M53/5), 1
8.
August 2018 (Neurologie,
Urk.
12/M53/2), 2
2.
August 2018 (Orthopädie,
Urk.
12/M53/4) und
2
5.
August 2018 (Psychiatrie,
Urk.
1
2
/M53/
1
).
3.2
In der interdisziplinären Zusammenfassung (S. 1 ff.) wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 2 Mitte)
:
Orthopädie
-
chronisches, rechtsbetontes
Zervikovertebralsyndrom
bei
Osteochondro
sen
, Spondylosen und
Unkarthrosen
C7/6
-
Facettengelenksarthrosen C7/Th1
Neurologie
-
diagnostisch nicht einzuordnendes, subjektives Schwindel-Leiden
-
reine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit über sämtliche Frequenzen, links mehr als rechts ausgeprägt
Psychiatrie
-
Residualsymptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), welche als
subsyndromale
Störung die Kriterien für das Vollbild einer PTBS nach ICD-10 nicht erfüllt, weshalb sie auch nicht kodiert wird.
Ferner wurden folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 2 f.):
Orthopädie
-
mediolaterale
Diskushernie Th12/L1 rechts
-
flache mediane Diskushernie L4/5
-
komplexe Läsion
/
Riss des an das MCL
(
medial
collateral
ligament
=
Ligamentum
collaterale
tibiale
)
dezentrierten
medialen Meniskus im
Hin
terhorn
bis
Pars
intermedia
Knie rechts
-
Chondromalazia
patellae
Grad III medial Knie rech
ts
Neurologie
-
l
eichte traumatische Hirnverletzung (LTHV
= mild
traumatic
brain
injury
,
MTBI; höchs
tens zweitleichteste Kategorie 1
) im
Rahmen der Tätlichkeit am 2
7.
Februar 2006
-
Prellung der oberen Halsregion (Nacken) und/oder des Rachens im Rah
men der Tätlichkeit
des Jahres 2006
-
akuter posttraumatischer Kopfschmerz; Übergang in chronischen, post
traumatischen Kopfschmerz, aktuell nicht einzuordnendes,
oligo
-sympto
matisches Kopfweh-Leiden
-
Tinnitus
aureum
-
Verdacht auf REM-Schlafstörung
Im psychiatrische
n Teilgutachten (
Urk.
12/M53/1)
wurde
näher
ausgeführt
, aus welchen Gründen lediglich eine Residualsymptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung, nicht aber deren Vollbild, festzustellen sei (S. 52 f., S. 55 f.), und aus welchen Gründen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das Vor
liegen einer depressiven Störung angenommen werden könne (S. 53 f.
lit
. c).
3.3
In der neurologischen Beurteilung der für die aktuelle Begutachtung angeforder
ten,
zum Februar 2006 zeitnahen und späteren, Berichte und Befunde
sei
beim Versicherten
im Rahmen der Tätlichkeit vom Februar 2006 eine Traumatisierung des
Kopfes und Nackens mit höchstens dem Schweregrad einer Schädelprellung und eine
Prellung im Bereich des Halses einzuschätzen. Eine Verletzung neuro
naler Strukturen
des Kopfes und der Halsregion
a
ls Folge der Tätlichkeit des
Jah
res 2006
sei nicht feststellbar gewesen
.
Gemäss dem
neurologischen Gutach
ten
liege
weder ein überwiegend
wahrscheinlicher natürlicher Kausal-Zusammen
hang noch eine wesentliche Teil-Verursachung
der
mit einer Latenz von mehr als einem Jahr zum Februar 2006 diagnostizierten
Hörstörungen mit der Tätlichkeit vom Februar 2006 vor.
Während über mehr als drei Monate nach diesem Trauma Kopfweh-Klagen dokumentiert
seien
, s
eien
Kopfschmerzen bis aktuell nicht kon
tinuierlich und behandlungsbedürftig
dokumentiert. Da auch entsprechend den Angaben des Versicherten in der
neurologischen Anamnese keine eindeutige Kopfschmerz-Diagnose gestellt werden
könne
,
sei
gutachterlich kein relevantes,
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigendes
Kopfweh-Leiden wahrscheinlich. Eine Einordnung der Schwindel-Klagen des Versicherten
sei w
eder in ein im ORL-/HNO-Bereich noch in ein in der Neurologie bekanntes
Schwindel-Leiden möglich
gewesen
. Es k
ö
nn
e
somit gutachterlich lediglich das Symptom
«
Schwindel und Taumel
»
als wahrscheinlich vorliegend festgestellt werden; daraus resultier
e
eine Nichteignung für absturzgefährliche Arbeitstätigkeiten.
Im Rahmen der gut
achterlich veranlassten HNO-/ORL-ärztlichen
Konsiliaruntersuchung
sei
das wahrscheinliche Vorliegen eines Tinnitus
aureum
bestätigt
worden,
daraus
sei
keine
Beeinträchtigung einer Arbeitsfähigkeit ableitbar. In Bezug auf die vom Versicherten
berichteten Schlafstörungen
sei
aus neurologischer Perspektive lediglich die Verdachts-Diagnose einer sog
enannten
REM-Schlafstörung abzulei
ten. In Bezug auf die kognitive
Leistungsfähigkeit
seien
in der aktuellen Unter
suchung durch den Neuropsychologen
keine hochgradig pathologischen Befunde
erhebbar
gewesen. D
iesbezüglich
sei
ebenfalls kein
Hinweis auf eine Beeinträch
tigung einer Arbeitsfähigkeit feststellbar. Die von neuropsychologischer
Seite nachgewiesene, deutliche
Ü
bertreibungstendenz des Versicherten
in Bezug auf Beschwerden und Symptome erschwer
e
die diagnostische Einordnung
der berich
teten Schwindelsymptome und des Kopfwehs
(S. 3).
Gemäss orthopädisch-
traumatologischer
Beurteilung klage der Versicherte seit dem Unfall über schmerzhafte Beweglichkeitseinschränkungen an der Halswir
belsäule. Diese Beschwerden könnten in Einklang gebracht werden mit den kli
nischen und radiologischen Befunden.
S
ie seien zurückzuführen auf bereits vor dem Unfallereignis bestehende degenerative Veränderungen, die sich im Verlauf altersentsprechend verschlimmert hätten. Durch den Unfall sei es lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung gekommen, welche spätestens nach sechs Monaten als ausgeheilt gelten müsse. Eine Unfallkausalität bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht. Unfallbedingte Einschränkungen lägen nicht vor. Selbst mit diesen, nicht unfallbedingten Beschwerden wäre der Versi
cherte in der Lage, seinen derzeit ausgeübten Beruf in einer Immobilienfirma zu 100
%
zu
bewältigen. Ebenso wären angepasste Tätigkeiten (bis mittelschwere Tätigkeiten, ohne
längerdauerndes Arbeiten über Kopfhöhe oder
H
antieren von Lasten mehr als 12.5 kg
über Kopfhöhe, wiederholte Drehbewegungen mit dem Kopf, sowie Tätigkeiten die ein
gutes Gleichgewicht erfordern)
zu 100
%
möglich. Ein unfallbedingter Integritätsschaden
lieg
e
gemäss
orthopädisch-traumatologi
scher
Beurteilung nicht vor
(S. 4 oben)
.
Gemäss psychiatrischer Beurteilung fänden sich im Längsschnitt in erster Linie inkonsistente Angaben zum Tatablauf, welche nur teilweise psychiatrisch erklärt
werden könnten. Sonst zeige sich ein sehr heterogenes Bild in Bezug auf die sys
tematische Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität im Längs- wie im Quer
schnitt. Besonders auffällig seien massive Übertreibungen im Rahmen der psy
chologischen Beschwerdevalidierung (MMPI-2-Test) bezüglich kognitiver, psychopathologischer und somatischer Beschwerden im Rahmen der neuropsy
cho
logischen Untersuchung, ferner Übertreibungen in Bezug auf die Einschrän
kun
gen des sozialen Funktionsniveaus. Insgesamt könne das Vorliegen einer Residual
symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit angenommen wer
den, mit Übererregbarkeit
/Schreck
haftigkeit, Wiedererinnern im Rahmen von Albträumen und bei Triggern auch tagsüber, verbunden mit vegetativen Reaktionen. Vermeidungsverhalten und Übererregbarkeit seien nur gering ausgeprägt, ohne einschränkenden Charakter im Alltag, sodass die Diagnose des Vollbilds einer posttraumatischen Belastungs
störung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gestellt werden könne (S. 4 Mitte).
Es fänden sich im Längsschnitt wie im Querschnitt im Rahmen der aktuellen stationären Begutachtung für das Vorliegen weiterer psychischer Störungen, wie depressive Störung, somatoforme Störung, Vorzustände wie beispielsweise Per
sönlichkeitsstörungen etc. keine Hinweise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit. Bezüglich Kausalität lasse sich ein synergistisches Zusammenspiel zwischen der (gemäss neurologischem Gutachten nicht unfallkausalen) Schwerhörigkeit und der Exazerbation posttraumatischer Beschwerden erkennen, welches die psychi
sche Dekompensation 2010/2011 erkläre, unter der Voraussetzung, dass die Angaben des Versicherten 2011 und aktuell korrekt seien. Die anfänglichen unspezifischen somatischen Beschwerden und der damit auch verbundene protra
hierte Verlauf könn
t
e
n
am ehesten mit zusätzlichen Belastungen (Trennung, Scheidung, Todesfall, Verlust des angestammten Arbeitsplatzes) erklärt werden, für welche der Versicherte durch die Symptomatik der posttraumatischen Belas
tungsstörung besonders vulnerabel gewesen sei (S. 3 unten). Das Krankheitsbild habe sich - mit Ausnahme im Umfeld der aktuellen Begutachtung - stabilisiert und führe lediglich zu geringen Einschränkungen der arbeitsbezogenen Leis
tungsfähigkeit, welche durch geeignete
psychopharmakotherapeutische
Mass
nahmen weiterhin auch stabil gehalten werden könnten, sodass aus der Sympto
matik aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs nur eine geringe Einschränkung resultier
e
(S. 4 f.).
Zusammenfassend habe im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbegutachtung lediglich eine - als unfallkausal zu beurteilende - Residualsymptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
festgestellt werden können. Diese führe lediglich aufgrund einer leichten Minde
rung der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit zu einer geringen Minderung der Arbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit.
3.4
Die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Techniker im Diagnostiklabor betrage - psychisch bedingt - 10
%
(S. 5
Ziff.
2.1). Die unfallbe
dingte Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten, zumutbaren Tätigkeit betrage - psychisch bedingt - 5
%
(S. 5
Ziff.
2.2).
Im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
12/M53/1) wurde ausgeführt, die aktuelle Tätigkeit mit einer Präsenz von einem halben Tag pro Woche im Kantonsrat zuzüglich Kommissionsitzungen und der Tätigkeit in der Immobilienverwaltung sei aus näher dargelegten Gründen in idealer Weise eine geeignete Tätigkeit. Weshalb der Explorand diese Tätigkeit bei einem Pensum von 50
%
und freien Einteilungsmöglichkeiten als anstrengend und teilweise überfordernd schildere, sei aus psychiatrischer Sicht nicht nach
vollziehbar. Plausibel sei eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit um zirka 5
%
bei leicht erhöhtem Pausenbedarf (S. 66 Mitte).
Der gesamthafte Integritätsschaden betrage 5
%
aus psychiatrischen Gründen. In den weiteren untersuchten medizinischen Disziplinen seien keine relevanten, dauerhaften und wahrscheinlich unfallkausalen Gesundheitsschäden objektivier
bar (S. 5 Ziff. 3.1).
Die unfallbedingten somatischen Diagnosen und Befunde begründeten keine Arbeitsunfähigkeit. Die in den somatischen Fachgebieten und aufgrund der neuropsychologischen Befunde erfolgten diagnostischen Einordnungen zum Kopftrauma, zum Trauma
der Halswirbelsäule (HWS)
und zum Kopfweh im Zusammenhang mit den Tätlichkeiten vom Februar 2006 begründeten bereits ab ungefähr Ende des Jahres 2006 keine relevante Arbeitsunfähigkeit mehr. Beein
trächtigungen einer Arbeitsfähigkeit durch die vom Versicherten geklagten Symptome Kopfweh, Tinnitus oder durch die subjektiven kognitiven Einbussen seien von fachärztlicher Seite nicht feststellbar. Ein wahrscheinlicher natürlicher Kausal-Zusammenhang zur Tätlichkeit vom 2
7.
Februar 2006 sei bezüglich der Hör-Minderung und der Schwindel-Klagen des Versicherten nicht feststellbar (S.
8
Ziff.
6.1).
Nach ausführlicher Würdigung der zum Unfall echtzeitlichen Dokumente (zur Tätlichkeit vom 2
7.
Februar 2006) sei nach Einschätzung der Gut
achter ein natürlicher Kausalzusammenhang der (aktuell erneut verschlech
terten) Hörstörung des Versicherten höchstens mit dem Wahrscheinlichkeits-Grad «mö
glicherweise», nicht aber als «w
ahrscheinlich» festzustellen (S. 17
Ziff.
1.1). Hauptsächlich wegen der erheblichen zeitlichen Latenz des Auftretens einer sig
nifikanten Hörminderung sei bezüglich der Hörstörung des Versicherten mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer krankheitsbedingten oder idiopathi
schen («kryptogenen») Ursache auszugehen (S. 17
Ziff.
1.2).
4.
4.1
Dr.
phil
A._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie SVNP, erstattete am
2
0.
Dezember 2017
eine Stellungnahme zum neuropsychologischen Teil des
Z._
-Gutachtens
(
Urk.
11/M55)
. Ihres Erachtens werde darin den subjek
tiven Angaben des Patienten zu viel Gewicht und Raum gegeben (S. 2 Ziff. 1). Die Hinweise auf eine erhebliche Übertreibungstendenz, die sich in zwei Selbst
beurteilungsinstrumenten manifestiert habe und die objektiven Leistungsparame
ter in den durchgeführten Symptomvalidierungstests und damit die gesamte Validität der Untersuchungsergebnisse wieder in Frage stelle, interpretierte sie vor dem Hintergrund eines «Over-
Testing
», durch welches auf den verschiedensten Ebenen ständig neue Widersprüche und «Ungereimtheiten» generiert würden (S.
2 f.
Ziff.
2). Ihres Erachtens seien die vom Patienten subjektiv berichteten Beschwerden in seinem Alltag im neuropsychologischen
Z._
-
Bericht
zu wenig gewürdigt und die Auswirkungen dieser Beschwerden auf die berufliche Funktionsfähigkeit kaum berücksichtigt worden (S. 3 f.
Ziff.
3).
4.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psy
chotherapie
, und
MSc
C._
, Psychotherapeut,
erstattete
n
am
1
0.
März 2020
eine Stellungnahme
(
Urk.
3/1)
.
Sie
führte
n
aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit
dem 1
2.
Juli 2017 in ihrer Behandlung (S. 1)
, und
nannten fol
gende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
komplexe/
chronifizierte
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach erlittenem Raubüberfall 2006
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33)
-
peripher-vestibuläre Schwindelsymptomatik und zentrale Hörstörung sowie anhaltende kognitive Leistungsminderung/neuropsychologische Defizite als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas beim genannte
n
Überfall
ereignis
-
rezidivierende
r
Nacken-Kopfschmerz und Verdacht auf
cervikal
-muskulär verursachte Schwindelsymptomatik als Folge eines HWS-Distorsionstraumas beim genannten Überfallereignis
Von psychiatrischer Seite seien seit Behandlungsbeginn, mutmasslich aber schon seit dem Überfall 2006, die - näher ausgeführten - Symptome einer posttrauma
tischen Belastungsstörung festzustellen (S. 1 unten). Als Folge des beim Überfall 2006 erlittenen Schädel-Hirn-Traumas bestehe seither eine komplexe Hörstörung.
Vermutlich stehe auch die persistierende Schwindelsymptomatik damit in Zusam
menhang, differenzialdiagnostisch (oder zusätzlich) sei ein
zervikal-vertebrage
ner
Schwindel zu diskutieren. Als Langzeitfolge des Schädelhirntraumas seien auch die alltäglich beeinträchtigenden, im Untersuchungsverlauf mehrfach neu
ropsychologisch dokumentierten Einschränkung
en
der kognitiven Leistungsfähig
keit anzusehen (S. 2 oben). Ebenfalls als Folge des Überfalles von 2006 müsse eine mittlerweile
chronifizierte
Nacken-Kopfschmerzsymptomatik interpretiert werden. Diese werde aus neurologischer Sicht vorwiegend durch eine Überlastung der anhaltend verspannt und verhärtet tastbaren Muskulatur im Nacken-Schul
terbereich bewirkt und aufrechterhalten. Sowohl medikamentöse als auch phy
siotherapeutische Behandlung hätten hier im bisherigen Verlauf keine oder nur vorübergehende Beschwerdebesserung gebracht. Auslöser dieser Problematik sei vermutlich ein bei dem Überfall erlittenes HWS-Distorsionstrauma
(S. 2 Mitte)
.
Der Beschwerdeführer sei durch die genannten psychiatrischen und neurologi
schen Beschwerden und Beeinträchtigungen sowohl in seinem beruflichen als auch in seinem privaten Alltag erheblich eingeschränkt. Bei seinem vorbestehend ungewöhnlich hohen Aktivitäts- und Leistungsniveau sei dies möglicherweise nicht auf den ersten Blick erkennbar gewesen, was gegebenenfalls auch ein Problem bei der Begutachtung gewesen sein könnte. Im
Z._
-Gutachten würden die genannten Störungsbilder und die damit verbundenen Einschränkungen jedenfalls
nicht zutreffend
wiedergegeben (S. 2). Aus ihrer Sicht könne das
Z._
-Gutachten deshalb nicht als Grundlage für die Beurteilung der Leistungspflicht herangezogen werden (S. 2 unten).
4.3
Der
Neuropsychologe
C._
(vorstehend E. 4.2) erstattete am
1
1.
März 2020
einen Bericht
(
Urk.
3/2)
. Darin thematisierte er die Anamnese (S. 2 ff.), referierte Testergebnisse (S. 6 ff.), die er sodann besprach (S. 23
ff.
), was sich mangels einer zusammenfassenden Beurteilung der Wiedergabe
an dieser Stelle
entzieht. Ferner kommentierte er einzelne Zitate aus dem psychiatrischen
Z._
-Teilgutachten (S. 27 ff.).
4.4
Mit Bericht vom
6.
Juli 2020 (
Urk.
11/M57) gab
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie und beratender Arzt der Beschwerdegegnerin,
eine Beurteilung (S.
17 f.)
aufgrund der Akten (S. 1 ff.) ab.
Er führte unter anderem aus, zur HWS-Symptomatologie könne er eine früher erfolgte Beurteilung nur bestätigen, wonach ein durch das Ereignis vom 2
7.
Februar 2006 verursachter struktureller Schaden im Segment C7/Th1 auf den unfallnahen Bildgebungen weder im
ossären
Anteil noch im
diskoligamentären
Anteil des Segmentes belegt sei. Deshalb sei die Schlussfolgerung, die spätere Entwicklung sei überwiegend wahrscheinlich eine Folge des Ereignisses von 2006
,
nicht nachvollziehbar. Die aktuellen Nackenbeschwerden seien allein durch die degenerativ bedingten Veränderungen erklärt. Ohnehin spreche die ganze Beschwerdezunahme seit 2006, einhergehend mit der radiologisch dokumentier
ten Zunahme der degenerativen Veränderungen in diversen Segmenten der HWS, gegen eine Unfallkausalität (S. 17 Mitte).
Ein posttraumatischer Kopfschmerz könne nicht gesehen werden. Eine frühere Einschätzung als posttraumatische vegetative Ausnahmezustände im Rahmen einer psycho-reaktiven Störung dürfte auch heute noch als gute Umschreibung gewertet werden (S. 17).
Zu den Hörstörungen teile
er frühere
Ausführungen
, wonach sich die
aus ORL-Sicht postulierte
Kausalität einzig auf das Fehlen einer Krankheitsursache und das Auftreten nach dem
Ereignis mit einer Latenz von mehreren Monaten
bezie
hungsweise
einem Jahr gründen
würde
. Eine plausible
Erklärung für die Patho
genese eines verspäteten Auftretens der Hörstörung oder deren Progredienz
bestehe nicht. Auch die Natur der nur intermittierend auftretenden
ungerichteten
Schwindelbeschwerden
lasse
nur möglicherweise an eine Unfallkausalität den
ken.
Die ganze Zunahme der Hörstörung seit 2006
könne
unfallkausal nicht erklärt werden,
sondern
nur mit einem degenerativen Prozess im Rahmen
einer schweren
Presbyakusis
beidseits (S. 17 unten).
Selbst wenn es 2006 in der Annahme einer traumatischen Innenohrkontusion zu einer Schädigung
der Haar
zel
len des Innenohres gekommen wäre (
beidseits
wäre
dies
eine exklusive Rarität),
wäre im Verlauf eine gleichbleibende Hörstörung oder sogar eine leichte Besse
rung der
Hörstörung zu erwarten gewesen, keinesfalls die mehrfach nachgewie
sene massive Verschlechterung (S. 17 f.).
Die neuropsychologische Testperformance in
Z._
sei bei der detaillierten Beschreibung der Leistungen weder mit dem Alltag noch mit dem langjährigen Amt als Kantonsrat vereinbar. Im Bericht von
Dr.
B._
und
MSc
C._
(vorstehend E. 4.2 f.) fehlten Symptomvalidierungstests, welche eben genau eine Übertreibungstendenz nachweisen oder verneinen liessen. Dass
Dr.
B._
und
MSc
C._
von einer sehr guten Abbildung der Leistungsfähigkeit ausgin
gen, sei zu wenig begründet. Dass die nach der Testperformance in der neuropsy
chologischen
Z._
-Untersuchung diskutierte theoretisch
erwartbare
Unter
bringung in einer nicht näher bekannten Institution, was bei der Testperformance als erforderlich erscheinen würde, notwendig wäre, werde von
Dr.
B._
und
MSc
C._
kritisiert, ohne jedoch anzugeben, weshalb auf die neuropsychologi
sche
Z._
-Beurteilung nicht abzustellen wäre (S. 18).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Das
Z._
-Gutachten vermag diesen Anforderungen vollumfänglich zu genügen. Im Gegensatz zu den vom Beschwerdeführer aufgelegten Berichten (vorstehend E. 4.1-4.3) wurde darin eine umfassende, interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vorgenommen. Die Gutachter und Fachpersonen legten ihre Schlussfolgerungen in sorgfältiger und schlüssig begründeter Weise dar. Es besteht kein Anlass, davon abzuweichen. Insbesondere lässt sich dem Gutachten entnehmen, dass - bei erheblichen Inkonsistenzen und Übertreibungen - unfallkausal in psychiatri
scher Hinsicht lediglich eine Restsymptomatik einer posttraumatischen Belas
tungsstörung festgestellt werden konnte. Sowohl die Hörminderung als
auch der Schwindel seien nicht auf den Unfall zurückzuführen (vorstehend E. 3.4).
5.2
Die von
Dr.
A._
am neuropsychologischen Teil des
Z._
-Gutachtens geübte Kritik (vorstehend E. 4.1) erscheint nur bedingt nachvollziehbar. Insbe
sondere fällt auf, dass sie einerseits bemängelte, den subjektiven Angaben des Patienten sei zu viel Gewicht und Raum gegeben worden (
Ziff.
1), andererseits aber auch, die vom Patienten berichteten Beschwerden seien zu wenig berück
sichtigt worden (
Ziff.
3).
Angesichts dieser Widersprüchlichkeit eignet sich die Beurteilung durch
Dr.
A._
nicht zur
Entscheidfindung
.
5.
3
Im Bericht von
Dr.
B._
und MSC
C._
(vorstehend E. 4.2) wurden zwar stärker limitierende Diagnosen als im
Z._
-Gutachten genannt und es wurde aus
geführt, es könne nicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden. Für beides
fin
det sich j
edoch
keine stichhaltige, nachvollziehbare Begründung. Insbesondere erfolgte keine Auseinandersetzung mit der eingehend begründeten und befund
gestützten Diagnosestellung im
Z._
-Gutachten
(vorstehend E. 3.2)
.
Vielmehr wurden Diagnosen, zu denen im
Z._
-Gutachten in einleuchtender Weise darge
legt wurde, warum sie so nicht zu stellen oder jedenfalls nicht als unfallkausal einzustufen sind
(vorstehend E. 3.3)
, aufgelistet.
Aus dem Bericht kann deshalb weder geschlossen werden, das Gutachten sei mangelhaft, noch
,
dass zwischen
zeitlich objektiv eine Verschlechterung eingetreten sei.
Schliesslich bleibt
die Erfahrungstatsache
zu berücksichtigen, dass behandelnde
Är
ztinnen und
Ä
rzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dies entspricht der
in ständiger Rechtsprechung anerkannten Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag
(BGE 137 V 210 E. 1.2.4), die im vorliegenden Fall an
schaulich zur Geltung kommt.
Aus diesem Grund sind die vom Beschwerdeführer angeführten Berichte von behandelnder Seite nicht geeignet, die Schlussfolgerungen im
Z._
-Gutachten in Zweifel zu ziehen, und sie weisen
auch
nicht auf eine objektiv eingetretene seit
herige Verschlechterung hin, sondern
darauf, dass Beurteilungen aus Sicht der Behandler
mitunter
anders ausfallen als solche im Rahmen einer Begutachtung.
5.
4
Somit ist der Sachverhalt massgebend, der sich aus dem
Z._
-Gutachten ergibt. Davon ist die Beschwerdegegnerin richtigerweise ausgegangen und hat ihn dem angefochtenen Entscheid zugrunde gelegt.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin prüfte die Adäquanz der verbliebenen psychischen Beschwerden nach der bei Schreckereignissen anzuwendenden allgemeinen For
mel (vgl. vorstehend E. 1.4) und kam zum Schluss, dass die fünf Jahre nach dem Unfallereignis erneut aufgetretene psychische Störung und deren Folgen nicht in adäquat kausalem Zusammenhang
zum Unfallereignis
steht (vgl.
Urk.
2
Ziff.
3.15 ff.). Dies ist nicht zu beanstanden und wird im Übrigen vom Beschwerdeführer nicht substantiiert gerügt.
6.2
Dementsprechend erweist sich der
angefochtene Entscheid
als zutreffend und ist zu bestätigen, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.