Decision ID: 365421d0-c900-4b22-ba90-5bfbe4f2170b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1969 geborene
X._
, angelernte Coiffeuse und Mutter zweier Kinder
(geboren 1995, 2000), war zuletzt von Juni 2003 bis März 2009 bei der Y._ als Kassiererin angestellt und arbeitete nebenbei als Reinigungsarbeiterin zwischen März 2003 und Dezember 2006 bei der Z._ (Urk. 7/3, Urk. 7/8, Urk. 7/13, Urk. 7/35). Nach einer Operation eines Karpaltunnel-Syndroms im März 2007 meldete sie sich am 2. September 2008 (Eingangsdatum), unter Hinweis auf gesund
heitliche Beschwerden im Be
reich der Handgelenke, bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/
2
).
In der Folge tätigte die IV-Stelle erwerbliche und medizinische Abklärungen und liess X._ durch die
m
edizinische Begutachtungsstelle
MEDAS A._ begutachten (polydisziplinäres Gutachten vom
21. April 2009
;
Urk. 7/31).
A
m 6. November 2009
wurde eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haus
halt durchgeführt
(Abklärungsbericht vom 10. November 2009, Urk. 7/35).
Gestützt auf das polydisziplin
äre Gutachten
und einen Invaliditätsgrad von 75 % sprach die IV-Stelle der
Versicherten mit Ver
fügung vom
7. April
20
10
mit Wirkung ab
1. September 2008
eine
ganze Rente
der Invalidenversicherung zu (
Urk.
7/
40 [Verfügungsteil 2], Urk. 7/42; Neube
rechnung der Rente am 26. Juni 2013, vgl. Urk. 7/64
).
1.2
Am 26. Juli 2013 erteilte die IV-Stelle der Versicherten auf Gesuch hin Kosten
gutsprache für einen Rollstuhl sowie ein Viamobil (Hilfsmittel, Urk. 7/67-68).
Gestützt auf eine vor Ort durchgeführte Abklärung (Abklärungsberichte für Hil
f
losen
entschädigung für Erwachsene vom 9. April 2013 [Urk. 7/52] und Ab
klärungsbericht vom 29. August 2013 [Urk. 7/70]) sprach die IV-Stelle der Ver
si
cherten mit Verfügung vom 6. Dezember 2013 eine Hilflosenentschädigung leich
ten Grades ab August 2013 zu (Urk. 7/73 [Verfügungsteil 2], Urk. 7/75).
1.3
Im
Dezember 2013
leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren
ein
(Urk. 7/77). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse führte
die IV-Stelle mit der Versicherten am 11. März 2014 ein Standort
ge
spräch zur
Prüfung von Eingliederungsmassnahmen durch (Urk. 7/79), holte einen aktu
el
len
Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk. 7/80) und Berichte der behan
deln
den Psycho
login und des Hausarztes (Urk. 7/81-82) ein. Ferner liess
die IV-Stelle
die Ver
sicherte erneut polydisziplinär
begutachten
(
B._-Gutachten vom 27. Februar 2015 in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Orthopädie,
Urk. 7/
109; Ergänzung vom 29. Dezember 2015, Urk. 7/139
).
1.4
Während des hängigen Revisionsverfahrens erteilte die IV-Stelle X._ auf Gesuch hin Kosten
gut
sprachen für einen Rollator (Urk. 7/86), ein Anti
de
ku
bitus-Sitzkissen (Urk. 7/112)
sowie einen Badelift (Urk. 7/131). Mit Verfügungen vom 12. Februar 2016 (Urk. 7/151
) und 8. März 2016 (Urk. 7/153) wurden die Leistungsbegehren be
treffend Kostengutsprache für einen Toilettenlift resp. ein Pflegebett abge
wie
sen.
1.5
Mit Mitteilung vom 3. Februar 2016 auferlegte die IV-Stelle der Versicherten eine Schadenminderungspflicht, indem sie sie zur Vornahme eines bariatrischen
Eingriffs zwecks Gewichtsreduzierung sowie einer qualifizierten Entzugsbe
hand
lung der Opioid-Analgetika anwies (Urk. 7/145). Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Vorbescheid vom 3. Februar 2016 [Urk. 7/147], Einwand vom 15. März 2016 [Urk. 7/154]) hob
die IV-Stelle
gestützt auf das polydisziplinäre B._-Gutachten
mit Verfügung vom 27. April 2016
die
ganze Rente
per
31. Mai 2016
auf
und entzog einer allfällig dagegen erhobenen Beschwerde die auf
schie
bende Wirkung
(
Urk.
2
[= Urk. 7/157
]).
2.
Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 27. Mai 2016 Beschwerde (Urk. 1) einlegen und folgende Anträge stellen: Es sei die an
ge
fochtene Verfügung aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Beschwer
de
führerin weiterhin Anspruch auf eine volle Rente habe, es sei ein neues Gut
achten zur Frage der posttraumatischen Belastungsstörung, eventuell ein neues polydisziplinäres Gutachten bei einer neutralen Stelle, einzuholen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2016 (Urk. 6) beantragte die Beschwerde
geg
nerin Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 29. Juni 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbe
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Fettleibigkeit begründet grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und
nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Be
rück
sichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidisie
rend
betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zu
mut
bare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraus
sicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähig
keit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge
hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August
2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
1.2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heits
wert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
be
r 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs.
1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychia
tri
sche Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden könne
n (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialver
siche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Da eine abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wes
ent
lichen unveränderten tatsächlichen Verhältnissen keine materielle Revision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG begründet (vgl. E. 1.1), hängt der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens wesentliche davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachver
halts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren
abweichende) ärztlich Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwie
fern eine effektive Veränderung des Gesundheitsschadens stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die Verhältnisse sich verändert haben (SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81; Urteil des Bundesgerichts 8C_160/2017 vom 22. Juni 2017 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, aufgrund eines ver
besserten Gesundheitszustandes sei der gesamte Sachverhalt neu überprüft
worden. Es sei nunmehr kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesund
heitsschaden mehr ausgewiesen (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde dagegen vor, es liege kein Revisionsgrund vor, da der Vergleich des revisionsweise eingeholten B._-Gut
achtens mit dem Gutachten der Medas-A._ aus dem Jahr 2009 keine
massgebende Veränderung ihres Gesundheitszustands ergebe. Insbesondere lieg
e nach wie vor eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vor, was sich aus den Angaben der behandelnden Ärzte ergebe. Das B._-Gutachten sei in dieser Hinsicht nicht überzeugend, da sich die Gutachter nicht mit der PTBS ausein
ander gesetzt und deren Wegfall nicht begründet hätten. Die Gutachter hätten lediglich festgestellt, dass mit einer somatischen (Gewichtsreduktion) so
wie psy
chiatrischen Massnahme (Opiatkonsum) eine theoretische Verbesse
rung des Ge
sund
heitszustandes erreicht werden könne, was sich für eine Renten
aufhebung als ungenügend erweise (Urk. 1).
3.
3.1
Referenzzeitpunkt zur Prüfung der Revisionsvoraussetzungen (E. 1.1) ist die Ver
fügung vom
7. April 2010
, mit wel
cher
der Beschwerdeführerin
mit Wirkung ab
1. September 2008 eine ganze Rente zugesprochen wurde (Urk. 7/40 [Verfü
gungs
teil 2], Urk. 7/42
)
.
3.2
3.2.1
Dem polydisziplinären Gutachten der Medas A._ vom 21. April 2009 können fol
gende Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit entnommen
werden (Urk. 7/31/16, ergänzt durch Stellungnahme vom 20. Mai 2009, vgl. 3.2.2):
-
posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1)
-
anhaltende Depression
-
mit dauernder Einschränkung der Entfaltungsmöglichkeiten
(ICD-10 F34.8) sonstige anhaltende affektive Störungen
-
a
nhaltende somatoform
e Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4)
-
mit erfüllten Kriterien für die Diagnose Fibromyalgie
m
it ausgeprägter muskulärer Dekonditionierung
-
Absenz von anderweitigen Erklärun
gen für die rechtsbetonte Hand
/
Vorderarm-Problematik
Sodann wurde
n
als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein metabolisches Syndrom mit morbider Adipositas
(
150,5cm/100.5kg, BMI 44.4
)
,
mit Genua valga, ausgeprägten Knick-(Senk-)Füssen, Verdacht auf Fettleber (GPT
und Gamma-GT leicht erhöht) und positiver Familienanamnese [Vater, Sohn]), Diabetes mellitus Typ 2 (Erstdiagnose September 2008), mit Diät allein befrie
digend eingestellt (HbA1c 7.1) bei positiver Familienanamnese (Vater), Dyslipi
dämie (unbehandelt, mit deutlich erhöhtem Gesamtcholesterin, leicht erhöhten Triglyceriden) und arterieller Hy
pertonie, wahrscheinlich „essentiell", unbehan
delt, aktuell 145/115mmHg, bei positiver Familienanamnese (Vater) sowie Niko
tinabusus (20 Zigaretten pro Tag, ca. 20 pack years), mit (Stress)-Leukozytose, genannt
(Urk. 7/31/16).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, in der bisherigen Tätigkeit als Kassiererin (in einem 25%-Pensum) und alle
n
anderen in Frage kommenden be
ruflichen Tätigkeiten werde die Arbeitsfähigkeit auf 25 % der Norm einge
schätzt
, wobei einzig die psychiatrischen Gegebenheiten limitierend wirkten.
So
dann seien
körperliche Schwerarbeiten aus konstitutionellen Gründen unzumutbar
(Urk. 7/31/17)
.
Dem psyc
hiatrischen Teilgutachten ist folgende Beurteilung zu entnehmen (Urk. 7/31/32): Die gesunde Entwicklung der Beschwerdeführerin sei nachhaltig und schwer durch mehrfache Traumatisierungen gestört worden. Es werde all
ge
mein empfohlen, mit der Diagnose der
PTBS
Zurückhaltung zu üben. Den
noch sei sie hier gerechtfertigt. Durch den Wegzug der Eltern in die Schweiz sei die
Beschwerdeführerin
und möglicherweise etwas weniger auch ihr Bruder in einer verletzlichen Phase, insbesondere der sexuellen Entwicklung, den Trauma
tisierungen durch die Grosseltern in einer Art und in einem Umfang ausgesetzt gewesen, die unvermeidlicherweise Schäden
hinter
lassen hätten
.
Durch das Fehlen religiöser Bindungen und durch die harten Erziehungsmethoden in der Schule seien auch Kontakte in diesen Bereichen ausgeschlossen gewesen und sie habe ihre Einsamkeit zuerst in der Jugendzeit und jetzt wieder in Gegenwart des geisteskranken Ehemannes
eindringlich
geschildert. Die Symptome der
PTBS
seien alle nachweisbar. Albträume, bedrängende Erinnerungen, gelegentlich auf
tre
tende Suizidgedanken
sowie
fehlende Energie und Initiative bei der Alltags
gestaltung seien nachweisbar. Der Umgang mit den Schmerzzuständen absor
biere derart viel Energie, dass keine Möglichkeiten bleiben würden, das Aktivi
tätenniveau zu heben. Die a
rrangierte Heirat mit einem ungeliebten Partner sei dem sexuellen Vermeidungsverhalten entgegen gekommen, habe aber im seeli
schen Bereich eine zusätzliche Traumatisierung bewirkt. Die seelischen Schmer
zen seien dann im Erwachsenenalter auf eine körperliche Ebene verschoben worden, kombiniert mit der extremen Gewichtszunahme,
welche
die Aktivitäten zusätzlich eingeschränkt habe. Die
PTBS
stelle ohne Zweifel ein psychiatrisches Leiden von erheblicher Schwere dar, das die Kriterien einer Komorbidität erfülle.
Chronische körperliche Begleiterkrankungen seien ohne Zweifel vorhanden. Au
ch die Adipositas habe nach der Einschätzung des Experten Krankheitswert und
Schmerzen werde die Beschwerdeführerin ohne Zweifel schon durch die ge
wichts
bedingte Überlastung des Bewegungsapparates empfinden. Eine Remis
sions
tendenz habe sich bisher nie eingestellt. Ein sozialer Rückzug habe in prak
tisch allen Belangen des Lebens stattgefunden, Freundinnen und Kollegin
nen seien selten und man beschränke die sozialen Kontakte auf oberflächliche Beziehungen am Arbeitsplatz und auf die häufigen Treffen mit den Eltern. Der innerseelische Verlauf sei verfestigt und für die Beschwer
deführerin ergäben sich keinerlei Perspektiven zu Veränderungen mehr.
Bedingt d
urch die ausge
prägten Schamgefühle habe eine ambulante Psychotherapie erst vor kurzer Zeit
und damit nach ausserordentlich lang dauernder Chronifizierung begonnen werden
können, was die Erfolgsaussichten einschränke. Es sei vorstellbar, dass
unter der Behandlung der Leidensdruck etwas nachlasse. Es scheine aber unwahr
scheinlich, dass sich die Arbeitsfähigkeit in relevantem Umfang verbessere
(Urk. 7/31/32-34)
.
3.2.2
Mit Stellungnahme vom 20. Mai 2009 zu Ergänzungsfragen der Besch
werde
gegnerin vom
6. Mai 2009
(Urk.
7/33) führte
Dr. med.
C._
, FMH Rheuma
to
logie, aus, die Adipositas sei bei der Beschwer
d
eführerin für sich allein nicht berufsrelevant. Man habe sie als Teil des meta
bolischen Syndroms aufgeführt
(Gewicht 100,5 kg, Grösse 150,5 cm, BMI 44,4). Vermutlich bestehe ein Zusam
men
hang mit der erwähnten frühen
,
anhaltenden Traumatisierung. Weit im Vor
dergrund stehe das psychiatrische Leiden der Beschwerdeführerin. Die Adi
posi
tas wirke indirekt mit (und habe Krankheits
wert)
. S
ie
trage
zu einer musku
lären Dekonditionierung b
ei
und
erschwere
ein körperliches Aufbautraining
, wie dies bei Fibromyalgie-Patientinnen oft günstig wirke.
Die Adipositas
habe auch ungünstige Auswirkungen auf die Bewegungs
abläufe. Eine Gewichtsreduktion würde sich vermutlich günstig auf das ganze metabolische Syndrom auswirken, doch h
abe die Beschwerdeführerin derzeit nicht die psychischen Ressourcen, aktiv gegen ihr Übergewicht anzukämpfen. Es komme hinzu, dass die hier eta
blierte Pharmakotherapie die Adipositas eher fördere als bekämpfe. Bei dieser polymorbiden Beschwerdeführerin könnten einzelne Krankheiten nicht aus dem Gesamtkontext herausgelöst und isoliert
beurteilt werden. Es sei ein komplexes Zusammenspiel multipler Faktoren, welche
hier zu einer hochgradigen Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit führten, wobei die psychischen Leiden weit im Vordergrund stünden.
Die Adipositas, für sich allein betrachtet, hätte hier wohl keine relevante Einschränkung der Arbeits
fähigkeit zur Folge. Die Adipositas wirke vor allem dann einschränkend, wenn sie Folgeschäden wie Arthrosen an
den gewichtstragenden Gelenken und relevante kardiovaskuläre Schäden bewirke
(
Urk.
7/33/1-2).
Zur Frage der Beschwerdegegnerin nach der Anamnese resp. den Befunden der
PTBS
ist der Stellungnahme zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe ange
ge
be
n, täglich von der Grossmutter geschlagen und an den Haaren gezogen worden zu sein. Der Grossvater habe sie sexuell missbraucht, was die Mutter gewusst und toleriert habe. Die Erinnerungen würden sie bis heute quälen, oft habe sie Albträume, in denen sie immer wegzulaufen versuche und dann völlig verängstigt und erschöpft erwache. Die quälenden Erinnerungen persistierten auch tagsüber bis heute und sie habe auch in der Schweiz sehr lange nicht den Mut gefunden, über die Erlebnisse zu berichten. Erst im Rahmen der aktuellen psy
chiatrischen B
ehandlung, die etwa
seit e
in
em
Jahr
an
dauere, könnten die Themen aufgearbeitet werden. Trotz der Vielzahl von Medikamenten habe es kaum eine Zustandsverbesserung gegeben. Auch jetzt noch leide sie unter Angst
träumen, unter Erinnerungen an die Schläge und die sexuellen Übergriffe, unter ausgeprägten, lang anhaltenden Stimmungstiefs und unter allg
emeinen Ängsten und Befürchtungen. Ende der 90er-Jahre sei als weitere Belastung eine schizophrene Erkrankung des Ehemannes hinzugekommen. Die Ehe sei phasen
weise extrem belastet gewesen
(
Urk.
7/33/2-3). Die Gutachter
sprachen sich im Weiteren dafür aus
, dass die länger dauernde körperliche Misshandlung in der Kindheit in Form sexueller Übergriffe durch den Grossvater und Schläge durch die Grossmutter (Ersatzeltern) durchaus einer Belastung entspreche, die geeignet sei, eine
PTBS
auszulösen und zu unterhalten, zumal sie über Jahre verkannt und nicht adäquat behandelt worden sei.
So sei
auch die Kombination
eines
Zustand
s
nach sexueller Traumatisierung in der Jugend mit einer Adi
positas
typisch und die Häufung dieser Kombination evidenzbasiert. Gleiches gelte für die Kombination einer sexuellen Traumatisierung mit einem Ganzkörper
schmerz
syndrom in Form einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bzw. Fibro
myalgie
(
Urk.
7/33/3).
3.3
3.3.1
Grundlage für die rentenaufhebende Verfügung vom 27. April 2016 bildete das polydisziplinäre B._-Gutachten (Fachrichtungen: Allgemeine Innere Medizin, Ortho
pädie, Psychiatrie, Neurologie), welches am 27. April 2015 erstattet
wurde
(Urk. 7/109). Darin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
f
ähigkeit festgehalten (Urk. 7/109, S. 25 des Gutachtens):
-
Metabolisches Syndrom (ICD-10 E88.9)
-
Adipositas permagna mit BMI von 65.8 kg/m
2
(ICD-10 E66.0)
-
Diabetes Mellitus Typ 2 mit aktuellem HbA1c-Wert von 8,7 % (ICD-10
E11.7)
-
Dyslipidämie (ICD-10 E78.2)
-
arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
Störung durch Opioide (Opioid-Analgetika), ständiger Gebrauch
(ICD-10 F11.25)
-
distal-symmetrische sensible Polyneuropathie,
wahrscheinlich
diabetisch (ICD-10 G63.2)
Sodann wurden als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fol
gen
de festgehalten: (1) anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
, chronisches unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9), (2)
Status nach Entfernung eines dorsalen Handgel
enksganglions rechts 1994 (
D._
) (ICD-10 Z98.8), Status nach Spalten des Retinaculum flexo
rum und Epineurolyse des N
ervus
medianus sowie ausgedehnter Beuge
seh
nen
-S
ynovektomie am 2
5.
September
2007 (Dr. E._
), aktenanamnes
tisch postoperatives Auftreten eines CRPS, (3)
Status nach konservativ behandelter Femurfraktur links
,
1975 (ICD-10 T93.1)
,
(4) persistierendes Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Hand unklarer Ursache (ICD-10 R52.2), Status nach Kar
pal
kanalspaltung am 25. September 2007 mit nachfolgendem CRPS laut Angabe, (5)
chronische Kopfschmerzen unklarer Ursache (ICD-10 G44.8), Differentialdiag
nose: Spannungstyp-Kopfweh, Zusammenhang mit obstruktivem Schlafapnoe-
Syn
drom, (6) Migräne mit Aura (ICD-10 G43.1), (7) Overlap-Syndrom mit ob
struk
tivem Schlafapnoe-Syndrom und Adipositas-Hypoventilationssyndrom, Erst
diag
nose Juni 2013 (ICD-10 E47.31/E66.29), CPAP-Therapie, (8) erhöhte Ent
zündungsparameter (ICD-10 R79.8), Leukozytose mit Linksverschiebung, CRP- und BSR-Erhöhung, (9) unklarer Larynxbefund mit Leukoplakie (ICD-10 J38.7), Heiserkeit (10) PAVK Grad I beidseits (ICD-10 I73.9), (11) Nikotinabusus (ICD-IO F17.1), (12) Leberwerterhöhung (ICD-10 R74.8) wahrscheinlich bei Steatosis hepatis
(Urk.
7/109 S. 25 des Gutachtens)
.
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, bei der allgemeininternistischen Untersuchung stehe die morbide Adipositas mit einem BMI von 65,8 kg/m
2
im Vordergrund der Problematik. Die Beschwerdeführerin sei dadurch nur noch im Rollstuhl mobil. Auch resultiere ein
durch die
Adipositas bedingtes Hypoven
ti
la
tionssyndrom und die Beschwerdeführerin klage über eine Dyspnoe. Aufgrund der morbiden Adipositas bestehe aus allgemeininternistischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche beruflichen Tätigkeiten. Eine bariatri
sche Operation sei der Beschwerdeführerin jedoch zumutbar, die Oper
abi
lität sollte abgeklärt werden. Bei der psychi
atrischen Untersuchung habe eine Stö
rung durch Opioide festgestellt werden können. Auch habe eine leichte Episode
einer rezidivierenden depressiven Störung mit verminderter Freudeempfin
dung
s
fähigk
eit, erhöhter Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen festgestellt werden können. Die depressive Symptomatik sei durch die negativen Auswirkungen des Substanzkonsums überlagert. Als
W
eiteres habe auch eine aus
geweitete diffuse Schmerzsymptomatik des Bewegungsapparates festgestellt werden können, wobei es sich um eine anhaltende somatoforme Sc
hmerz
stö
rung handle. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbei
ts
fähigkeit von 100
%
, was durch die depressive Störung und vor allem auch durch die Störung durch den Substanzkonsum bedingt sei. Nach einer qualifi
zier
ten Entzugsbehandlung könne aus psychiatrischer Sicht theoretisch mit einer
aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung leicht eingeschränkten Arbeits
fähigkeit in einer somatisch angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
erreicht werden.
Eine genaue
orthopädische Untersuchung sei unmöglich, da die Beschwerdeführerin sich nur knapp für einige Schritte aus dem Rollstuhl habe erhebe
n können. An den Knien, Füssen, Schultern, Ellbogen und Händen hätten höhergradige funktionelle Einschränkungen
–
wie es scheine – gefehlt (Urk.
7/109 S.
26 des Gutachtens). Radiologisch seien weitestgehend unauf
fäl
lige Verhältnisse an Händen, Füssen und lumbaler Wirbelsäule festgehalten worden. Die von der Beschwerdeführerin völlig diffus beklagten Beschwerden hätten sich auf rein orthopädischer Ebene keinesfalls nachvollziehen lassen. Aus orthopädischer Sicht bestehe für eine körperlich leichte, praktisch ausschliess
lich sitzende Tätigkeit eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Bei der neurologischen Untersuchung habe sich eine Areflexie und eine fehlende Schweisssekretion sowie eine sockenförmige Hypästhesie und -algesi
e, ohne sichere begleitende Paresen im Bereich der Füsse
,
gefunden. Dies
bezüglich sei eine diabetische Ätiologie wahrscheinlich. Bezüglich der Schmer
zen im Bereich der rechte
n Hand hätten sich gemäss den vorliegenden Berichten weder klinisch noch neurographisch Anhaltspunkte für ein persistierendes Nervenkompressionssyndrom gefunden. Es hätten an der rechten Hand diffuse Druckdolenzen bestanden. Die Trophik sei intakt gewesen. Die Hautfarbe und Temperatur
seien
symmetrisch
gewesen
und es habe kein Ödem bestanden. Das Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Hand habe aus neurologischer Sicht nicht zugeordnet werden können. Aus neurologischer Sicht habe ein chroni
sches Spannungstyp-Kopfweh diagnostiziert werden können. Davon unabhän
gig bestehe eine Migräne mit Aura, wobei die Attacken-Häufigkeit in letzter Zeit deutlich abgenommen habe. Aus neurologischer Sicht bestehe allenfalls eine Arbeitsfähigkeitseinschränkung als Folge der Polyneuropathie für Tätigkei
ten mit höheren Anforderungen an das Gleichgewichtssystem, wie zum Beispiel auf Leitern, unebenem Boden und im Dunkeln. Insgesamt k
a
men die Experten aus polydisziplinärer Sicht zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin für sämt
liche beruflichen Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe (
Urk.
7/109 S. 27
des Gutachtens
).
Mit Blick auf
anzuratende medizinische
Massnahmen führten die Gutachter aus, aus allgemeininternistischer Sicht sollten dringend Abklärungen bezüglich eines chirurgischen bariatrischen Eingriffs erfolgen, welcher der Beschwerdeführerin zuzumuten sei. Die Diabetes-Therapie sollte intensiviert werden mit Anstreben eines HbA1c-Wertes von unter 8
%
. Auch aus orthopädischer Sicht stehe eine massive Gewichtsreduktion im Vordergrund sämtlicher Bemühungen. Aus psy
chia
trischer Sicht werde zur Überprüfung der Opioid-Therapie geraten und es sollte diesbezüglich eine qualifizierte Entzugsbehandlung erfolgen (Urk.
7/109 S. 27 des Gutachtens).
Der Expertise ist fe
rner zu entnehmen, dass
im Unterschied zu
m Gutachten der Medas
A._
die Diagnose einer
PTBS
nicht mehr bestätigt werden könne. Es sei anzunehmen, dass es zu einer Verbesserung gekommen sei
(Urk. 7/109 S. 28 des Gutachtens). Über die traumatischen Erinnerungen in der
Kindheit habe die Beschwerdeführerin im heutigen Untersuchungsgespräch ni
cht
mehr gesprochen. Dies könne ein Hinweis auf eine schlechte Verarbeitung diese
r Erlebnisse sein. Sie sei aber gut spürbar und zugänglich, wenn auch schläfrig wegen der Substanzeinnahme. Dies spreche gegen eine deutliche posttrauma
ti
sche Belastungsstörung. Menschen mit einer manifesten posttraumatischen Belas
tungsstörung zeigten neben den sich aufdrängenden traumatischen Gedanken
und Träumen regelmässig auch eine deutliche emotionale Abstumpfung der Um
gebung
gegenüber. Sie wirkten im Gespräch schlecht zugänglich und nicht gut spürbar, was bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall gewesen sei. Entgegen der behandelnden Psychologin könne auch keine sonstige andauernde Persön
lichkeitsänderung diagnostiziert werden. Für diese Diagnose fordere die ICD-10 neben einer deutlichen misstrauischen Haltung der Umgebung gegenüber mit innerer Anspannung und Nervosität auch eine Entfremdung, also einen emo
tionalen Rückzug mit Abstumpfung der Umgebung gegenüber. Die Beschwer
deführerin sei aber im Untersuchungsgespräch überhaupt nicht misstrauisch, sondern vielmehr gut zugänglich gewesen und habe auch keine emotionale Ab
stumpfung der Umgebung gegenüber gezeigt (Urk. 7/109 S. 16 des Gutachtens).
Zu den Foerster-Kriterien
ist
der
psychiatrische
n
Expert
ise zu entnehmen (Urk.
7/109 S. 14 des Gutachtens)
,
e
s bestehe vor allem auch eine chronische ausgeweitete, diffuse Schmerzsymptomatik im Bewegungsapparat. Diagnostisch handle es sich um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Es liege
ein
chronischer Verlauf mit einer langjährigen Arbeitsunfähigkeit und IV-Beren
tung
vor
, vor allem
aber
auch mit chronischen somatischen Problemen, die deut
lich ausgeprägt seien. Eine schwere psychische Störung, die theoretisch therapeu
tisch nicht günstig beeinflusst werden könne
,
bestehe nicht. Gegen die Achse-2-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit spreche hier vor allem auch der Verlauf mit vor der Erkrankung sonst normaler Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf bei einer zwar entlastenden, aber
missglückten Konfliktbewältigung im Sinne eines unbewussten Konflikts, bezieh
ungs
weise primären Krankheitsgewinns
,
sei nicht erwiesen. Die therapeutischen Möglichkeiten seien theoretisch nicht ausgeschöpft. Es bestehe ein deutlicher sozialer Rückzug in die Familie, Kontakte
bestünden aber durchaus
, so
auch
zu einer Kollegin. Von der Familie, vor allem dem Ehemann und der Tochter
,
erhalte sie viel Hilfe, auf die sie angewiesen sei
, genau so wie auf den
Rollstuhl. Die Beschwerdeführerin fühl
e
sich nicht mehr arbeitsfähig, was sie vor allem mit ihren somatischen Beschwerden begründe (Urk. 7/
109 S. 14-15 des Gut
ach
tens).
3.3.2
Der Stellungnahme der Gutachter vom 2
9.
Dezember 2015 zu den Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
7/139; vgl.
Urk.
7/130) kann entnommen werden, es könne kein körperliches oder psychisches Leiden bezeichnet werden, welches die Adipositas ursächlich kausal begründen könnte. Aufgrund der ausgesprochenen Adipositas mit aktuell einem BMI von 66 kg/m
2
sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben, da die Beschwerdeführerin kaum mehr bewe
gungsfähig sei. W
eitere Folgen oder Erkrankungen
, die quantitative Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit begründen könnten, seien bisher nicht vorhanden. Die Polyneuropathie könne mit der
möglichen Wahrscheinlichkeit
als indirekte Folge der Adipositas, welche den Diabetes mellitus induziert habe,
bezeichnet werden. Diese bedinge jedoch nur einige qualitative Einschränkung für Tätig
kei
ten mit höheren Anforderungen ans Gleichgewichtssystem, al
so verschiedene Tätigkeiten, welche
die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer faktischen Gehun
fähig
keit ohnehin nicht mehr ausführen könne. Diese würden dann zum Tragen kommen, wenn die Beschwerdeführerin massiv Gewicht reduzieren könnte. Die Einschränkung aufgrund der Polyneuropathie sei nur marginal.
Anlässlich ihrer Exploration habe die Beschwerdeführerin 148 kg gewogen. Bei einem derartigen Gewicht könne erfahrungsgemäss in den meisten Fällen nur ein bariatrischer Eingriff zu einer Reduktion führen. Der
Beschwerdeführerin sei eine derartige Massnahme grundsätzlich sowohl somatisch wie auch psychiatrisch zumutbar.
Ob ein derartiger Eingriff, welcher potenziell gefährlich sein könne, als dul
dun
gs
pflichtig zu erachten sei, sei eine andere Frage. Es sei in diesem Fall zu beach
ten, dass es Monate gehe, bis die Beschwerdeführerin in einen Gewichtsbereich komme, der ihre Bewegungsfähigkeit deutlich erhöhe
,
und somit wieder eine Ar
beitsfähigkeit realisierbar sei (
Urk.
7/139/2).
3.3.3
Der behandelnde Allgemeinpraktiker
Dr.
med.
F._
führte im Bericht vom 1
8.
März 2016 zu Händen des Rechtsschutzversicherers der Beschwerde
füh
rerin
(Urk. 7/155)
aus, die Beschwerdeführerin zeige nach wie vor Symptome einer
PTBS
(ICD 10 F43.1), so
leide sie unter dem wiederholten
Erleben der trau
matischen Ereignisse und den sich aufdrängenden Erinnerungen und Träumen. Sie habe massive Ängste, Schlaflosigkeit und Suizidgedanken sowie ein gene
relles Misstrauen den Menschen (insbesondere Männern) gegenüber. Sie vermei
de Situationen, welche die Erinnerungen wachrufen könnten. Die Traumatisie
rung der Beschwerdeführerin und das noch dazugekommene Schmerzsyndrom seien derart tiefgreifend, dass sich ihre Persönlichkeit anhaltend verändert habe und man von einem Übergang zu einer Persönlichkeitsänderung nach Extrem
belastung (ICD-10 F62.8) sprechen könne. Sie sei heute nicht mehr fähig, ein selbständiges Leben zu führen. Die Traumatisierung und das damit verbundene Gefühl der Wertlosigkeit
würden
bei ihr auch zu regelmässigen Essattacken
(ICD-10 F50.4) führen, bei denen sie grosse Mengen in sich hineinstopfen müsse
. Aus diesem Grund könne auch die verlangte Magenbypass-Operation nicht unterstützt werden (
Urk.
7/155).
3.3.4
Dr.
F._
führte in der beschwerdeweise eingereichten Stellungnahme vom 18. Mai
2016 zu Händen der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin (Urk. 3) auf deren Nachfrage (vgl. Urk. 3 S. 3) aus, die Beschwerdeführerin habe von 148 kg auf 116 kg abgenommen. Ein Opioid-Entzug wäre unter einer stationären Behand
lung denkbar. Ungewiss sei der Einfluss auf die Psyche und auf die Schmerzen. Ob eine Schmerzbehandlung ohne den Einsatz von Opiaten langfristig möglich sei, könne nicht mit Gewissheit beantwortet werden. Die Mobilität könne mit einer Gew
ichtsreduktion verbessert werden. Aktuell sei
d
ie
Beschwerdeführerin
körperlich dekonditioniert. Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine komplexe Polymorbidität, mit negativem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
3 S. 1).
4.
4.1
Vorliegend ist zu prüfen, ob sich seit der Rentenverfügung vom 7. April
20
10
(
Urk.
7/
40 [Verfügungsteil 2], Urk. 7/42
)
bis zur rentenaufhebenden Verfü
gung
vom 27. April
2016 eine revisionsbegründende Tatsachenänderung gemäss Art. 17
ATSG ergeben hat. Ob eine relevante Veränderung des Gesundheits
zu
standes und damit ein entsprechender Revisionsgrund vorliegt, ist durch Gegen
überstellung der beiden polydisziplinären Gutachten der Medas A._ sowie des B._ zu eruieren.
Ist eine relevante Veränderung zu ver
neinen, ist sodann zu prüfen, ob die Vor
aussetzungen einer Wiedererwägung der Verfügung vom 7. April 2010 gegeben sind und die angefochtene Verfügung unter diesem Titel zu schützen wäre.
4.2
Bei einer revisionsrechtlich relevanten Veränderung des Gesundheitszustands muss erwiesen sein, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse verändert haben. Hierbei ist anzumerken, dass
eine neu hinzugetretene
(oder weggefallene)
Diag
nose nicht unbesehen eine höhere
(oder niedrigere)
Arbeitsunfähigkeit be
wirkt. Massgebend für den Grad der Arbeitsunfähigkeit ist nicht die Diagnose oder die Zahl der erhobenen Diagnosen, sondern die daraus resul
tierende Leis
tungsein
schränkung (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_804/2015 vom 21. Juni 2016 E.
3.2).
Die B._-Gutachter stellten fest, dass die Diagnose einer PTBS formell nicht mehr gestellt werden könne und gingen deshalb von einer wesent
lichen
Veränderung des Gesundheitszustands aus. Dass sich die Leistungs- oder Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin verbessert haben soll, wird im B._-Gut
achten jedoch nicht dargelegt. Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass zwar formell keine PTBS mehr vorliege, gegenwärtig unter anderem aufgrund der morbiden Adipositas sowie Opioid-Abhängigkeit allerdings noch immer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit gegeben ist. Ob es sich bei der Beurteilung der Gutachter des B._ bezüglich der PTBS um eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhalts handelt oder die Diagnosekriterien einer PTBS nicht mehr gestellt werden können, kann letztlich offen bleiben. Selbst bei Wegfall der Diagnose PTBS ergibt sich aus dem Gutachten, dass die Beschwerdeführerin
an einer morbiden Adipositas und Opioid-Abhängigkeit leidet und dies zur kom
pletten Aufhebung der Arbeitsfähigkeit führt. Dies gilt unabhängig davon, dass bei der Rentenzusprache wegen der morbiden Adipositas für sich ge
nom
men noch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war.
Bei der Untersuchung im Rahmen der aktuellen Revision ergab sich, dass die Adipositas zur gegen
wärtigen körperlichen Immobilität der Beschwerdeführerin führt (vgl. auch die verschiedenen zugesprochenen Hilfsmittel, Sachverhalt Ziff. 1.2 und Ziff. 1.4).
Dass die gesundheitlichen Beschwerden sich im Verlaufe der Zeit verändert,
respektive verschoben haben, stellt wohl eine Änderung des medizinischen Sach
verhalts dar, vermag jedoch nicht als revisionsrechtlich relevante wesentliche Veränderung des Sachverhalts zu über
zeugen.
Sodann äussern sich die B._-Gutachter im Zusammenhang mit der invaliden
versicherungsrechtlichen Relevanz der Adipositas nicht abschliessend zu einer zumutbaren Behandelbarkeit
respektive Operabilität der morbiden Adipositas (Magenbypass-Operation), wovon die Rechtsprechung die Massgeblichkeit dieser gesundheitlichen Beeinträchtigung im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne abhängig macht (vgl. E.1.2.2). Die B._-Gutachter führten hierzu lediglich aus, aus allgemeininternistischer Sicht sollten dringend Abklärungen bezüglich eines bariatrischen Eingriffs erfolgen, welcher unter diesen Umständen einzig Ziel
füh
rend und der Beschwerdeführerin grundsätzlich zumutbar sei (Urk.
7/109 S. 26
und 27
des Gutachtens)
. Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. F._, führte hierzu aus, die Traumatisierung und das damit verbundene Gefühl der Wert
losig
keit führe bei der Beschwerdeführerin zu regelmässigen Essattacken, bei
denen sie grosse Mengen in sich hineinstopfen müsse, weshalb aus diesem Grund
die verlangte Magenbypass-Operation nicht unterstützt werden könne (Urk. 7/155
). Die vom B._-Gutachter angeregten Abklärungen blieben aus. Bei Erlass der angefochtenen Verfügung hatte sich noch kein Facharzt abschlies
send zur Machbar- und Zumutbarkeit der Operation respektive deren Erfolgs
aus
sichten oder Risiken geäussert.
Ob ein bariatrischer Eingriff konkret zumutbar und innert welcher Frist eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten wäre, ist daher weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht abschliessend beurteilt. Demzufolge lässt sich aus juristischer Sicht auch nicht beurteilen, ob diese medizinische Mass
nahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG unter Berücksichtigung der möglichen Gefahren für Leben und Gesundheit zumutbar wäre. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Aufhebung der Rente unter der Annahme einer mögli
chen Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nach wesentlicher Gewichtsre
duk
tion nur zulässig wäre nach Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeit
ver
fahrens, das auch die notwendige Zeitperiode zur Gewichtsreduktion und Rekon
ditionierung nach einem bariatrischen Eingriff berücksichtigt.
Mit Blick auf die Adipositas ist zudem festzustellen, dass sich die beiden Ver
gleichsgutachten widersprechen, kann doch der ergänzenden Stellungnahme zum polydisziplinären Gutachten vom 21. April 2009 entnommen werden, es werde ein Zusammenhang der Adipositas mit der früher anhaltenden Trauma
tisierung vermutet, wobei das psychiatrische Leiden der Beschwerdeführerin weit im Vordergrund stehe (Urk. 7/33/1-2). Die Gutachter der Medas-A._ bezeichneten
die Kombination
eines
Zustand
s
nach sexueller Trauma
tisie
rung in der Jugend mit einer Adi
positas
als
typisch
(Urk. 7/33/3). Demge
gen
über gingen die B._-Gutachter davon aus, dass kein körperliches oder psy
chisches Leiden bezeichnet werden könne, welches die Adipositas ursächlich
kausal begründen könne (Urk. 7/139/1). Ob die Adipositas demnach als Folge der
Traumatisierungen zu beurteilen ist oder nicht, wird durch die B._-Gut
achter lediglich anders beurteilt.
4.3
Nach dem Gesagten ist eine massgebende Veränderung des Gesundheits
zustands
und insbesondere der Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen.
4.4
Die von der Beschwerdegegnerin erlassene Revisionsverfügung ist auch nicht mit der Begründung zu schützen ist, es liege zwar kein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, wohl aber sei die ursprüngliche Verfügung zwei
fel
los unrichtig gewesen, weshalb gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG ein Wiederer
wägungsgrund vorliege (zur Zulässigkeit der Prüfung und Beurteilung einer
ver
fügten Rentenrevision mit der substituierten Begründung der Wiedererwä
gung
vgl. BGE 140 V 87 E. 4.2).
In der Verfügung vom 7. April 2010
(
Urk.
7/
40 [Verfügungsteil 2], Urk. 7/42
)
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführerin eine Rest
erwerbsfähigkeit von 25 % zumutbar ist. Diese Beurteilung stützte sie auf die Einschätzung der Gutachter der Medas-A._ gemäss Gutachten vom 21. April 2009. Es lag mithin ein den formellen Anforderungen genügendes
medizinisches Gut
achten vor, dessen Schlussfolgerungen nachvollziehbar erschei
nen. Es erweist sich nicht als offensichtlich unrichtig, dass die Beschwerde
geg
nerin der Beschwerdeführerin gestützt auf das Gutachten der Medas-A._ eine ganze Invalidenrente zugesprochen hat.
5.
Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für ein
e Rentenaufhebung unter keinem Titel
erfüllt
.
Dementsprechend ist
die angefochte
ne Verfügung der Be
schwerdegegnerin
vom
27. April 2016 (Urk. 2) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben, und es ist festzustellen
, dass
die Beschwerdeführerin
weiterhin An
spruch auf eine
ganze Invaliden
rente hat.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grund
sätze auf Fr. 1‘900.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.