Decision ID: f8dab09c-9fab-42ef-b541-d4115d44a3bb
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, war seit 1985 als Forstwart beim
Y._
angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert (vgl.
Urk.
7/1).
Am 29. Januar 2010 rutschte
er
bei seiner Arbeit auf einer Eisfläche aus und verletzte sich dabei an Hüfte und Rücken (vgl. Unfallmeldung,
Urk.
7/1). Der erstbehandelnde
Arzt
diagnostizierte eine partielle Ruptur der Sehne des
mus
culus
rectus
femoris
und attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit
bis Ende April 2010 und sodann - geplant - eine solche von 50
%
(Bericht vom 1
2.
April 2010,
Urk.
7/6). Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Mit
Verfügung vom 18. Oktober 2012
stellte die SUVA ihre Leistungen per
31. Oktober 2012 ein
(
Urk.
7/161)
. Dagegen erhob der Versicherte am
16.
No
-
vember
2012
Einsprache
(
Urk.
7/165)
. Diese wies die SUVA mit
Ein
-
spracheentscheid vom 26. November 2012 (
Urk.
7/168 =
Urk.
2)
ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 26. November 2012 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte a
m 7. Januar 2013
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, dieser sei aufzuheben und die SUVA zu verpflichten, weiterhin die gesetzlichen Leistun
gen auszurichten
(
S.
1
Ziff.
1
)
, eventuell sei die Sache an die SUVA zurückzu
weisen (S. 1
Ziff.
2).
Die SUVA beantragte mit
Beschwerdeantwort vom 14. März 2013 (
Urk.
6)
die Abweisung der Beschwerde.
Zu Eingaben des Beschwerdeführers vom 15. Januar 2014 (
Urk.
9) und 7. April 2014 (
Urk.
11) sowie nachgereichten Arztberichten (
Urk.
12/1-5) nahm die
Be
schwerdegegnerin
am 8. Mai 2014 Stellung (
Urk.
15).
Am
2
2.
Mai 2014 wurde das Verfahren bis zum Vorliegen eines Gutachtens sis
tiert (
Urk.
17), das sodann am 19. Juni 2014 erstattet wurde (
Urk.
20). Dazu nahm der Beschwerdeführer am 14. August 2014 Stellung (
Urk.
19) und die Beschwerdegegnerin am
2.
September 2014 (
Urk.
23), was dem Beschwerdefüh
rer am 5. September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
24).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfaller
eignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetre
tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000
Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
-
aufhe
bende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzu
-
sammenhang
ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2)
davon aus, die vom Beschwerdeführer geklagten starken Hüft- und Rückenschmerzen (S. 7
Ziff.
3a) seien nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen (S. 8
Ziff.
3b).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, es liege sich
er
kein Zustand wie vor dem Unfall vor und es bestehe weiterhin ein
unfall
bedingter
Körperschaden (
Urk.
1 S. 3). Dies werde auch durch von ihm nachge
reichte ärztliche Beurteilungen bestätigt (
Urk.
9,
Urk.
11). Aus dem 2014 erstat
teten Gutachten schloss er ferner, die bildgebenden Abklärungen seien unvoll
ständig (
Urk.
19).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Kausalzusammenhang zwischen den nach dem
31. Oktober 2012 noch bestehenden Beschwerden des Beschwerdeführers und dem Unfallereignis vom 29. Januar 2010.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Innere Medizin FMH,
führte in seinem
Bericht vom 1
2.
April 2010 (
Urk.
7/6)
aus, die Erstbehandlung habe am 29. Januar 201
0
stattgefunden (
Ziff.
1), und nannte als
Diagnose
eine
partielle Ruptur der Sehne des
musculus
rectus
femoris
(
Ziff.
5).
3.2
Die Ärzte des
A._
nannten in ihren Berichten
vom 28. Mai 2010 (
Urk.
7/8), 9. Juni 2010 (
Urk.
7/11), 23. Juli 2010 (
Urk.
7/19),
9. August 2010 (
Urk.
7/23)
,
3. September 2010 (
Urk.
7/36)
, 1
2.
November 2010 (
Urk.
7/45) und 4. Januar 2011 (
Urk.
7/51) als Diagnose „
ossärer
Ausriss proxi
maler Ansatz
Musculus
rectus
femoris
rechts vom 29.1.2010“.
3.3
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.1) führte in seinem Bericht vom
28. August 2010 (
Urk.
7/28)
bei gleichlautender Diagnose (
Ziff.
1) aus, der Verlauf sei protrahiert, die Schmerzen seien
regredient
,
Bewegungen
/
Laufen
seien
zunehmend schmerzfrei
(
Ziff.
2a).
Am
3. Dezember 2010
führte er aus, der Verlauf sei sehr protrahiert, bei länge
rer Belastung träten
Schmerzen
auf (
Urk.
7/44
Ziff.
2a).
3.4
Im Bericht vom 14. Februar 2011 über die gleichentags erfolgte Untersuchung führten die Ärzte des
A._
aus, im am 31. Januar 2011 erstellten MR des Be
ckens
(vgl.
Urk.
7/61)
zeige sich der bekannte partielle Abriss des
M
usculus
rectus
femoris
bei ansonsten erhaltener Gesam
t
kontinuität der Sehne ohne weitere er
klärende oder interventionsbedürftige Pathologie (
Urk.
7/103 S. 2).
3.
5
Dr.
med.
B._
, Rheumatologie und Innere Medizin FMH,
erstat
tete
am 25. Februar 2011
ein
Gutachten zuhanden der Pensionskasse (
Urk.
7/68)
.
Anamnestisch erwähnte der Gutachter unter anderem,
im Bereich des Rückens
habe der Beschwerdeführer schon
mehrfach Hexenschüsse
gehabt
, seit 6 Jahren
sei er
jedoch
davon verschont geblieben
(S. 6 unten)
.
Er nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9
Ziff.
5.1):
posttraumatisches
myofasziales
Schmerzsyndrom rechte Hüfte mit/bei
Status nach Zerrung der Leistenregion Januar 2010
Status nach
ossä
rem
Ausriss proximaler Ansatz
Musculus
rectus
femoris
rechts
Status na
ch Infiltration mit
Carbostesin
/
Kenacort
am 20. Mai 2010
myofaszialen
Triggerpunkten
in
M
usculus
pectineus
und Adduktoren rechts
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein anamnes
tisch rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits (aktuell kein kli
nisches Korrelat), eine Adipositas und einen
Nikotinabusus
(S. 9
Ziff.
5.2).
In adaptierten Tätigkeiten bestehe aus rheumatologischer Sicht eine zeitlich volle Belastbarkeit; bezogen auf die bisherige Tätigkeit erscheine gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
als angemessen (S. 11
Ziff.
6.2).
3.6
Im Rahmen
einer
Besprechung mit dem Arbeitgeber am 11. Mai 2011
erwähnte der Beschwerdeführer,
seit Anfang Mai 2011
sei er
wegen
intensivierten
Rückenbeschwerden in Behandlung
(
Urk.
7/73 S. 1 Mitte).
3.7
Am 24. Oktober 2011 erfolgte eine ambulante Konsultation in der Klinik
C._
, worüber am
25. Oktober 2011
berichtet wurde
(
Urk.
7/95)
. Dabei wurden als
Diagnosen
chronische inguinale u
nd Oberschenkelschmerzen rechts und ein
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom rechtsbetont
genannt (S. 1) und unter anderem ausgeführt, gemäss den Angaben des Beschwerdeführers
seien
bereits kurz nach dem Sturz Schmerzen im lumbalen Bereich
aufgetreten
(S. 2
oben
)
.
3.8
Kreisarzt PD
Dr.
med.
D._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
berichtete am
9. November 2011
über die am Vortag erfolgte Untersuchung
(
Urk.
7/97 =
Urk.
7/159) und führte unter anderem
aus, klinisch sei
ein
stark schmerzhaftes rechtes Hüftgelenk mit
Druckdolenz
festzustellen. Gleichwohl bleibe die Situa
tion unklar und erfordere eine hüftspezialisierte Beurteilung
(
S. 7
)
.
3.9
Dr.
med.
E._
, Leiter Hüftchirurgie
A._
,
führte in seinem Bericht vom 13. Februar 2012
über die
gleichentags
erfolgte
Untersuchung
aus,
er denke nicht, dass die Partialruptur, welche mit einer leichten knöchernen Ap
position verheilt sei, direkt ursächlich für die jetzt geäusserten Schmerzen sei; es gebe keine Erklärung für eine Pathologie,
welche
die a
usgedehnten Be
schwerden erklären könnte. Er denke, dass die vom Patienten geäusserten Be
schwerden vor allem durch die
nach
dem
Sturz
veränderte posttraumatische S
t
atik
des
thorakolumbalen
Übergangs eventuell auch
Ileos
a
kralgelenks
(ISG) beein
flusst sei
(
Urk.
7/108
S. 2
)
.
3.10
Im Bericht vom 5. April 2012 über die am 26. März 2012 erfolgte Untersuchung im Auftrag der Beschwerdegegnerin führten die Ärzte der
Klinik F._
aus, sie sähen die
Beschwerden als überlagert bei sowohl lumbal betonten Be
schwerden als auch Beschwerden in der Leiste
(
Urk.
7/113 S. 2).
Im Bericht vom
11. Mai 2012
führten sie aus, im
Arthro
-MRI der rechten
Hüfte vom 7. Mai 2012 zeigten sich keine wesentlichen Veränderungen; im MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 7. Mai 2012 zeigten sich
degenerative Verände
rungen im unteren LWS-Bereich. Momentan scheine die Rückenproblematik im Vordergrund zu stehen
(
Urk.
7/116
S. 2).
3.11
Kreisarzt
Dr.
med.
G._
, Chirurgie FMH,
führte in seinem
Bericht vom 11. Juli 2012
über die am Vortag erfolgte Untersuchung unter anderem aus,
ob die Schmerzen im rechten Hüftgelenk unfallbedingt seien, könne erst nach Vor
liegen der von ihm veranlassten CT-Untersuchung entschieden werden (
Urk.
7/135 S. 10 oben).
Nach
Vorlage des
am 16. Juli 2012 erstellten
CT
des
rechte
n
Hüftgelenk
s
(vgl.
Urk.
7/137)
nahm Kreis
arzt
Dr.
G._
a
m 17. Juli 2012
wie folgt Stellung
(
Urk.
7/140):
Di
e
im
Bericht vom 11. Mai 2012 der
Klinik F._
festgehaltenen Diagno
sen (vorstehend E. 3.10) seien
nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal, es zeig
t
en sich
hier
ausschliesslich degenerative Veränderungen im Bereich der LWS
. D
er Status nach traumatischem
ossären
Ausriss
des proximalen
Ansatz
es
des
M
us
culus
rectus
femoris
sei
unfallkausal,
hier könne
jedoch spätestens ein Jahr nach
dem
Unfall von einem Status quo ante ausgegangen werden
(
Ziff.
1).
Eine richtungsgebende Verschlimmerung habe nicht stattgefunden; eine Verlet
zung der Wirbelsäule sei nicht dokumentiert; der Muskelabriss bewirke keine Verschlimmerung der im CT diagnostizierten
Coxarthrose
(
Ziff.
2).
Der Status quo ante könne spätestens ein Jahr nach dem Unfall angenommen werden. Der
Kortikalisabriss
sei inzwischen wieder partiell konsolidiert. Mit grosser Wahrscheinlichkeit seien ausstrahlende Schmerzen bei bekannten, doch gravierenden degenerativen Veränderungen der LWS ausschlaggebend (
Ziff.
3).
3.12
Dr.
med.
H._
, Rheumatologie FMH,
untersuchte den Beschwerdeführer am
7. September 2012
, worüber er gleichentags berichtete
(
Urk.
7/152)
. Er nannte folgende Diagnosen (S. 1 f.):
St
atus nach
ossärem
Ausriss des
Musculus
rectus
femoris
rechts an der Spina
ili
aca
anterior
inferior am 29. Januar 2010 bei
Sturz auf eisiger Unterlage
konservativer Therapie mit Immobilisierung
bildgebend Ausheilung MRI Juni 2011
chronisches
lumbo-spondylogenes
bis
radikuläres
Reizsyndrom
tieflum
bal
rechtsbetont bei
partieller
Lumbalisation
von S1 mit
Bogenschlussanomalie S1
Osteochondrosen
und
Spondylarthrosen
L4-S1
Beckentiefstand rechts, lumbal rechtskonvexer Skoliose, lumbaler
Hy
perlordose
myofascialen
Beschwerden im
lumbo-sacralen
Übergang
diffuser, nicht
Dermatom
-bezogener Hypästhesie Unterschenkel rechts
Periarthropathia
coxae
-Beschwerden rechts bei
Status nach vorerwähnter Verletzung
Hüftrotations-Bewegungseinschränkung und Endphasenschmerzen
im CT unauffälligem Hüftbefund 16. Juli 2012
Handgelenksarthralgien beidseits
beginnende
Rhizarthrose
linksbetont
Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom beidseits
Verdacht auf
somatoforme
Schmerzkomponente bei
chronischem Verlauf
Dr.
H._
führte unter andere
m
aus,
die radiologisch fassbaren lumbalen Verän
derungen seien durchaus geeignet, die aktuell geschilderten Beschwerden zu erklären; bei im CT völlig unauffälligem Hüftbefund bleibe äusserst fraglich, ob sich noch Reste der aktuellen Beschwerden mit dem Trauma vom Januar 2010 erklären liessen (S. 2)
.
3.13
Am 16. Mai 2013 wurde über ein MRT der Brustwirbelsäule (BWS) und LWS sowie des Beckens berichtet (
Urk.
12/3). Bezüglich Beck
en wurde ein zirka 1.5
cm grosses
paralabrales
Ganglion und eine im Übrigen normale Darstellung der
pelvinen
Skelettstrukturen beziehungsweise der leicht
dys
plastischen
Hüftgelenke beidseits, und kein Nachweis allfälliger Residuen des seinerzeitigen partiellen
Rectus
-
femoris
-Abrisses
beschrieben
.
Am 23. Juli 2013 wurde über weitere bildgebende Abklärungen berichtet (
Urk.
12/4).
3.14
Am 25. Mai 2012 (richtig wohl 2013) wurde über ein am 2
2.
Mai 2013 im
I._
durchgeführtes Schmerz-Assessment berichtet (
Urk.
12/5 S. 6). Darin wurde ausgeführt, aus orthopädischer Sicht könne der Beschwerde
führer normale Tätigkeiten vollschichtig ausüben, zu vermeiden seien Lasten von mehr 20 kg (S. 8). Empfohlen wurde eine Dekompression der
Nervenwur
zeln
L5 und S1 beidseits sowie eine psychiatrische und psychologische Be
handlung (S. 9).
3.15
Am 1
2.
Oktober 2013 berichteten die Ärzte des
A._
über ihre Untersuchung des Beschwerdeführers in der neurochirurgischen Spezialsprechstunde (
Urk.
12/1). Als Diagnose nannten sie
pseudoradikuläre
Lumboischialgien
und
Cervicobrachialgien
mehr
rechts
als
links (S. 1 Mitte). In ihrer Beurteilung führten sie aus, radiologisch (MRI LWS und BWS vom 16. Mai 2013) bestehe lediglich eine leichte
Recessusstenose
im Bereich L4/5 beidseits linksbetont und keine
Dis
kushernie
. In dieser Situation bestehe
neurochirurgischerseits
keine Operationsindikation. Sie empfählen gegebenenfalls die Betreuung und Evaluation durch ein Schmerzzentrum (S. 2).
3.16
In einem Schreiben vom 1
2.
Dezember 2013 führte
Dr.
J._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
I._
, aus, zwar liege si
cherlich ein multifaktorielles Geschehen vor, dennoch sei von einem wesentli
chen Einfluss des Unfallgeschehens auszugehen; gegebenenfalls müsste dies in einem Zusammenhangsgutachten näher differenziert werden (
Urk.
10).
3.17
Am 1. April 2014 nahm
Dr.
med.
K._
, Allgemeine Innere Medizin FMH
auf Wunsch des Beschwerdeführers Stellung und führte aus, er überblicke vor allem die Zeit seit Juli 2012, als dieser in seine Behandlung gewechselt habe. Seither stünden die Beschwerden im Bereich der Leiste beziehungsweise des Beckenkamms rechts absolut im Vordergrund. Diese seien seines Erachtens eindeutig auf den Ausriss des
Musculus
rectus
femoris
an der Spina
iliaca
ante
rior
inferior zurückzuführen (
Urk.
12/2
).
3.18
Am 19. Juni 2014 erstattete
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.5) ein weiteres Gut
achten im Auftrag der Pensionskasse (
Urk.
20).
Er nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20
Ziff.
5.1):
chronisches Schmerzsyndr
om der Leistenregion rechts bei/
mit
Status nach
ossärem
Ausriss der Sehne des
Musculus
rectus
femoris
rechts, bildgebend abgeheilt unter konservativer Therapie (MRI Juni 2011)
muskuläre
Dysbalance
und persistierende Gangstörung
Differentialdiagnose (DD) neuropathisches Schmerzmuster unklarer Zu
ordnung
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
Wirbelsäulenfehlhaltung/
-form,
lumbosakralem
Übergangswirbel
intermittierende
Sakroilikalgelenk
(
SIG
)
-Dysfunktionen möglich
Fehlstatik bei Beinlängendifferenz und abdominell betonter Adiposi
tas
beginnende degenerative Veränderungen der LWS ohne Stenose
bildgebend aktivierte
Spondylarthrose
L5/S1 rechts (MRI Mai 2013)
Im Rahmen seiner Beurteilung führte der Gutachter unter anderem aus, der Be
schwerdeführer beklage ein persistierendes Schmerzsyndrom der Leistenregion rechts, das „bei bildgebend dokumentierter Abheilung des Sehnenau
s
risses äti
ologisch nicht befriedigend erklärt“ werden könne (S. 21 oben).
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter unter anderem aus, aus rheumatologi
scher Sicht sei der Versicherte in Tätigkeiten mit schwerer körperlicher Belas
tung aufgrund der zwischenzeitlich symptomatisch gewordenen degenerativen Veränderungen
der LWS nicht mehr arbeitsfähig (S. 22
Ziff.
6.2).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer machte in seiner letzten Eingabe (
Urk.
19) geltend,
es fe
hle ein aussagekräftiges CT
. Kreisarzt
Dr.
G._
habe am 1
1.
Juli 2013 (richtig wohl: 2012) ein CT für notwendig befunden, dieses sei aber nicht durchgeführt worden.
Dies ist nicht richtig:
Es trifft wohl zu, dass
Dr.
G._
am 1
1.
Juli 2012 eine CT-Untersuchung empfohlen hat. Aber diese fand sodann am 1
6.
Juli 2012 statt und
Dr.
G._
nahm am 1
7.
Juli 2012 erneut Stellung (vorstehend E. 3.11). Überdies wurden am 1
6.
Mai und am 2
3.
Juli 2013 weitere Aufnahmen unter anderem der Hüfte erstellt (vorstehend E. 3.13).
4.2
Der Beschwerdeführer
machte
auch
geltend, gemäss dem Gutachten von
Dr.
B._
könne das Schmerzsyndrom in der Leistenregion nicht befriedi
gend erklärt werden, weil der Sehnenausriss abgeheilt sei;
bezüglich der Sehne
möge dies zutreffen, aber die abgerissenen Knochensplitter befänden sich immer noch im Gewebe
(
Urk.
19)
.
Knochensplitter wurden, soweit ersichtlich, in keinem ärztlichen Bericht er
wähnt: Die Ärzte des
A._
erwähnten im Februar 2011, gestützt auf ein MR vom Januar 2011, ausschliesslich den Muskelabriss (vorstehend E. 3.4). Der auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin konsultierte Hüftspezialist des
A._
führte im Februar 2012 aus, die Partialruptur sei mit einer leich
t knöchernen Apposition verheilt (vorstehend E. 3.9). Auch in der Beurteilung im Juli 2012 war - nach erneuter Bildgebung - von Knochensplittern nicht die Rede (vorste
hend E. 3.12). Im MRT vom
1
6.
Mai 2013 sodann fanden sich ausdrücklich keine Residuen - also auch keine verbleibenden Knochensplitter - des seinerzei
tigen Muskelausrisses (vorstehend E. 3.13). Der behandelnde Arzt schliesslich postulierte zwar im April 2014 einen kausalen Zusammenhang zwischen den aktuellen Beschwerden und dem Muskelausriss (vorstehend E. 3.17), aber entge
gen der
Annahme
des Beschwerdeführers (
Urk.
11 S. 1)
erwähnte auch er in sei
nem Bericht keine Knochensplitter.
4.
3
Der Beschwerdeführer machte
weiter geltend,
gemäss
Dr.
G._
und CT vom
Juli 2012
sei der
Muskela
b
riss nur
teilweise konsolidiert, deshalb könne nicht von einem Status quo ante gesprochen werden (
Urk.
1 S. 2). Der Hinweis auf den genannten Ausdruck (teilweise beziehungsweise partiell konsolidiert) ist als solcher zutreffend (vgl. vorstehend E. 3.11).
Zu ergänzen ist jedoch, dass der Hüftspezialist des
A._
bereits im Februar 2012 die Partialruptur als verheilt bezeichnete (vorstehend E. 3.9), und auch die Bild
gebung im Mai 2013 ausdrücklich keinen Nachweis allfälliger Residuen des sei
nerzeitigen partiellen Muskela
brisses ergeben hat (vorstehend E. 3.13).
Auch
der Gutachter
Dr.
B._
bezeichnete den
Muskelausriss als verheilt (vorstehend E. 3.12
und E. 3.18), während der Hausarzt lediglich ausführte, sei
nes Erachtens seien die Beschwerden im Bereich der Leiste beziehungsweise des Beckenkammes eindeutig auf den Muskelausriss zurückzuführen (E. 3.17), dafür aber keinerlei Begründung anführte und insbesondere auch nicht den - ange
sichts der Aktenlage eher schwierig zu vertretenden - Standpunkt einnahm, der Muskelausriss sei noch nicht verheilt.
Insgesamt gibt es keine begründeten Anhaltspunkte, die gegen die Beurteilung sprächen, dass jedenfalls im Zeitpunkt der Leistungseinstellung der im Januar 2010 erlittene Muskelausriss nicht mehr überwiegend
wahrscheinlich
kausal für noch vorhandene Beschwerden
war
.
4.4
Der Beschwerdeführer machte schliesslich geltend, er habe seit dem Unfall unter massiven Rückenschmerzen gelitten; die Rückenproblematik sei von Beginn weg übersehen worden (
Urk.
1 S. 2 unten).
In sämtlichen vorerwähnten bis Februar 2011 erstatten Arztberichten (vorste
hend E. 3.1 bis E. 3.5) wurden keine Rückenschmerzen
erwähnt
. Dies gilt auch
für einen weiteren Bericht
des
Hausarztes
vom 2
9.
März 2011 (
Urk.
7/69)
und der Ärzte des
A._
vom 1
2.
April 2011 (
Urk.
7/71). Dass der Gutachter
Dr.
B._
im Februar 2011
(
ohne bildgebende Untersuchung
)
festhielt, es bestehe kein klinisches Korrelat für die Rückenschmerzen (vorstehend E. 3.5), stellt - entgegen der zur vermutenden Annahme des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 2
) - keinen Mangel dar. Der Zusatz „ohne klinisches Korrelat“ bedeutet, dass der Gutachter im Rahmen der von ihm durchgeführten (klinischen) Untersu
chung keine Hinweise darauf finden konnte, dass das laut Krankengeschichte immer wieder auftretende (anamnestisch rezidivierende)
lumbospondylogene
Syndrom
im Untersuchungszeitpunk
aktuell vorhanden
war
. Dies ist ein Beleg dafür, dass - jedenfalls im Zeitpunkt der Begutachtung
vom Februar 2011
- eine
Rückenproblematik nicht etwa übersehen, sondern
im Gegenteil
ausdrücklich verneint wurde.
Damit stimmt überein, dass der Beschwerdeführer selber von seit Anfang Mai 2011 intensivierten und sodann behandelten Rückenschmerzen
berichtete (vor
stehend E. 3.6).
Dass im MRI vom Juni 2012 eine Nervenwurzelkompression L5 und S1 beidseits bestätigt wurde, ist sodann kein Hinweis auf eine unfallbedingte
Rückenver
letzung
(
Urk.
1 S. 2 unten), sondern stimmt mit zahlreichen weiteren ärztlichen Beurteilungen überein,
in
welche
n
die Rückenproblematik auf degenerative
Wir
belsäulenveränderungen
zurück
geführt werden
(vorstehend E. 3.10, E. 3.11, E. 3.12, E. 3.14, E. 3.15).
Nach Ansicht des Beschwerdeführers könnte eine Unfallkausalität darin beste
hen, dass sich durch die Hüftverletzung die Statik geändert
hätte
und die bisher kon
trollierbaren Schmerzen stark zugenommen hätte
n
, die Rückenproblematik also durch den Unfall richtungsgebend verändert worden wäre (
Urk.
1 S. 2 f.).
Eine möglicherweise posttraumatisch veränderte Statik wurde ein einziges Mal erwähnt, nämlich vom Hüftspezialisten des
A._
, der allerdings gleichzeitig ausdrücklich festhielt, es gebe keine Erklärung für eine Pathologie, welche die ausgedehnten Schmerzen erklären könnte (vorstehend E. 3.9).
In allen anderen ärztlichen Beurteilungen wurde eine unfallbedingt veränderte Statik weder in Erwägung gezogen noch gar als überwiegend wahrscheinlich postuliert. Der Gutachter
Dr.
B._
zudem
führte im Zusammenhang mit dem
lumbospon
dylogenen
Syndrom
zwar
eine Fehlstatik an, aber
eben
ausdrücklich eine solche bei Beinlängendifferenz und Übergewicht (vorstehend E. 3.18).
Damit scheitert auch dieser Versuch, einen überwiegend wahrscheinlichen Kau
-
sal
zusammenhang zwischen dem Unfall vom Januar 2010 und den im No
vember 2012 bestehenden Hüft- und Rückenschmerzen anzunehmen.
4.5
Es bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass alle ärztlichen Beurteilungen,
soweit s
ie zumindest ansatzweise begründet wurden, d
arauf schliessen lassen, dass - entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers - die bestehenden Hüft- und Rückenschmerzen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht (mehr) auf den erlittenen Unfall zurückzuführen sind.
Damit erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.