Decision ID: 3bdb82dc-426b-5f58-8110-ecd307aa830b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der nördliche Teil des Grundstücks Nr. 169, Grundbuch M., und ein kleiner Teil des
daran angrenzenden Grundstücks Nr. 172 liegen gemäss Zonenplan der Gemeinde M.
vom 11. Juli 2005 in der zweigeschossigen Kernzone Höfe (KH). Eigentümer ist E.S. Im
Osten angrenzend befindet sich das Grundstück Nr. 1282, das mit einer Tiefgarage
(Vers.-Nr. 1307) überbaut ist und sich ebenfalls in der KH befindet. A. ist
Stockwerkeigentümer der Stockwerkeigentümergesellschaft "Tiefgarage R. strasse 33,
33a und 35" auf dem Grundstück Nr. 1282. Des Weiteren ist er Eigentümer des mit
einem Mehrfamilienhaus überbauten Grundstücks Nr. 1223, das in südöstlicher
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Richtung durch die Grundstücke Nrn. 1282 und 1273 von den Grundstücken Nrn. 169
und 172 getrennt wird und wiederum in der KH liegt.
Am 18. Februar 2008 reichten E. und C. S. beim Bausekretariat der Gemeinde M. ein
Baugesuch für den Neubau eines Mehrfamilienhauses einschliesslich Garage ein
(Baugesuch-Nr. 13/2008). Das Bauvorhaben sollte auf den in der KH gelegenen Teilen
der Grundstücke Nrn. 169 und 172 erstellt werden. Während der öffentlichen Auflage
des Baugesuchs, die vom 5. bis 18. März 2008 dauerte, erhoben H. und A. Einsprache
mit dem Begehren, die Baubewilligung sei zu verweigern. Dabei wurde
zusammenfassend geltend gemacht, das Bauvorhaben überrage alle Nachbargebäude
um mehrere Meter und der moderne Baustil passe aufgrund der fehlenden Vordächer
sowie aufgrund der dunklen Farbe nicht in die Umgebung. Insofern sei Art. 7 des
Baureglements der Gemeinde M. vom 23. Dezember 1994, geändert am 11. Juli 2005,
(abgekürzt BauR) verletzt.
Am 15. Mai 2008 empfahl das Bausekretariat der Bauherrschaft, die Frage der
Materialisierung zu überarbeiten und der Baukommission einen neuen Vorschlag zur
Beurteilung einzureichen. Nach Eingang des neuen Materialisierungsvorschlags am 18.
September 2008 kam die Baukommission zum Schluss, das Bauvorhaben sei
bewilligungsfähig. Die Baukommission teilte die Beurteilung H. und A. am gleichen Tag
mit, unter Einräumung der Gelegenheit, die Einsprache bis am 30. September 2008
zurückzuziehen. Innert Frist erfolgte kein Rückzug der Einsprachen.
Am 21. Oktober 2008 erteilte der Gemeinderat M. die Baubewilligung unter Auflagen
und Bedingungen und wies die Einsprachen vollumfänglich ab.
B./ Mit Eingabe vom 21. November 2008 erhoben H. und A. durch ihren gemeinsamen
Rechtsvertreter Rekurs beim Baudepartement mit dem Antrag, der
Einspracheentscheid vom 21. Oktober 2008 und die Baubewilligung betreffend das
Baugesuch Nr. 13/2008 vom 7. November 2008 seien aufzuheben, alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen. In der Rekursbegründung vom 8. Januar 2009 wurde
einführend festgehalten, H. habe seine betroffenen Grundstücke mittlerweile verkauft
und sei demzufolge nicht mehr legitimiert. Am Rekurs von A. wurde hingegen
festgehalten und als Begründung im Wesentlichen vorgebracht, die Gebäude- und
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Firsthöhe, die Dachform und -materialien sowie die Farbe der Baute allgemein führten
dazu, dass sich das Bauvorhaben nicht in das Hofbild des Weilers einordne. Insofern
verletze die Baubewilligung Art. 7 BauR. Des Weiteren seien gemäss Art. 5 BauR in der
KH maximal zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss zulässig. Indem das betroffene
Bauvorhaben zwei Vollgeschosse und zwei Dachgeschosse aufweise, verletze die
Baubewilligung auch Art. 5 BauR.
Anlässlich des Augenscheins vom 27. Februar 2009 wurden die Rekursgegner vom
Baudepartement eingeladen, dem Gemeinderat ein Korrekturgesuch einzureichen, in
dem die unrechtmässige Kniestockhöhe im Baugesuch angepasst sei. In der
Zwischenzeit wurde das Rekursverfahren sistiert. Das Korrekturgesuch an den
Gemeinderat wurde mit Beschluss vom 27. März 2009 bewilligt. Diese Bewilligung
wurde nicht angefochten, worauf das Rekursverfahren vor dem Baudepartement am
15. Mai 2009 wieder aufgenommen wurde. In der Stellungnahme zum
Augenscheinprotokoll vom 17. April 2009 hielt der Rekurrent an seinen Begehren bzw.
an den entsprechenden Begründungen fest. Des Weiteren fügte er an, dass im Falle
der Abweisung des Rekurses die ursprüngliche Mangelhaftigkeit des Baugesuchs -
trotz nachträglich bewilligter Korrektur – kostenmässig berücksichtigt werden müsse.
Mit Entscheid vom 12. Juni 2009 wies das Baudepartement den Rekurs von A. ab. Die
Kosten des Verfahrens wurden dem Rekurrenten auferlegt und die ausseramtlichen
Kosten wettgeschlagen. Das Departement erwog, der Raum oberhalb des zweiten
Obergeschosses sei lediglich als Ausbau des Dachgeschosses zu qualifizieren, was
nach Art. 5 BauR in der KH zulässig sei. In Bezug auf die gerügte Verletzung von Art. 7
BauR hielt es fest, die Rechtsmittelinstanzen seien bei der Angemessenheitsprüfung zu
einer gewissen Zurückhaltung berechtigt, wenn besondere, namentlich technische oder
örtliche Gegebenheiten vorlägen. Insofern komme der verfügenden Behörde im
Rahmen der Frage der Einordnung im Sinne von Art. 7 BauR ein erheblicher
Ermessensspielraum zu, den die Rechtsmittelbehörde zu respektieren habe. In der
Sache hält das Baudepartement fest, die Gebäude im westlichen Teil der KH erwiesen
sich hinsichtlich Farbgebung, Materialwahl und Dachform als heterogen. Demzufolge
erscheine die umstrittene Baute mit der zurückhaltenden und ruhig wirkenden grau-
beigen Eternitfassade nicht ortsfremd. Die Dachform lasse sich mit bestehenden
Dachvorsprüngen vergleichen und das Natura-Vulkanit-Eternitdach sei betreffend Ton
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und Helligkeit mit den umliegenden Ziegeldächern zu vergleichen. Aufgrund des
südwestlichen Anstiegs der Grundstücke Nrn. 169 und 172 überrage die streitige Baute
die umliegenden Gebäude leicht, doch seien die Gebäudehöhen in etwa vergleichbar.
Zusammenfassend sei somit die gute Einordnung des Bauvorhabens gemäss Art. 7
BauR zu bejahen.
C./ Mit Eingabe seines Rechtvertreters vom 29. Juni 2009 erhob A. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid des Baudepartements
vom 12. Juni 2009 sei aufzuheben und das Baugesuch Nr. 13/2008 sei abzuweisen
bzw. die am 7. November 2008 erteilte Baubewilligung sei aufzuheben. Des Weitern sei
die vorinstanzliche Entscheidgebühr den Beschwerdegegnern aufzuerlegen und die
Beschwerdegegner seien zu verpflichten, den Beschwerdeführer für die Parteikosten
im Rekursverfahren angemessen zu entschädigen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. In der Beschwerdeergänzung vom 23. September 2009 macht
der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, das als Keller und Garage geplante
Untergeschoss verstosse gegen Art. 5 BauR, da gemäss dieser Norm ein
Untergeschoss lediglich für gewerbliche Zwecke zugelassen sei. Des Weiteren verletze
der Ausbau des Dachraums mit zwei Geschossen Art. 5 BauR, der bewusst das
Dachgeschoss lediglich in Einzahl erwähne. Letztlich sei Art. 7 BauR verletzt, da
aufgrund der Gebäude- und Firsthöhe, des Volumens, der zwei Dachgeschosse sowie
der Dachform und -materialisierung die gute Einordung in die KH offensichtlich nicht
gegeben sei. Die Rekursinstanz habe Art. 46 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) verletzt, indem sie sich bei der
Angemessenheitsprüfung eine gewisse Zurückhaltung auferlegte.
Das Baudepartement beantragt in seiner Vernehmlassung vom 1. Oktober 2009 die
Abweisung der Beschwerde.
Auch die Gemeinde M. schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 20. Oktober 2009 auf
Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdegegner beantragen mit Stellungnahme vom 8. Oktober 2009 die
Ablehnung der Beschwerde.
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Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen der
Verfahrensbeteiligten Stellung zu nehmen. Dies tat er mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 23. November 2009.
Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
VRP). Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben entsprechen zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer beantragt die Durchführung eines Augenscheins. Damit soll
namentlich festgestellt werden, dass eine gute Einordnung nicht gegeben ist.
Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die
entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts. Ob ein
Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der urteilenden
Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen nicht durch einen Augenschein überprüft zu
werden, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen geboten erscheint
(Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz.
966).
Die tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich vorliegend aus den massgeblichen Plänen
und den übrigen Verfahrensakten. Insbesondere gehen die äussere Gestaltung und die
Einordnung des Gebäudes in die Umgebung aus den Bildmontagen visuell anschaulich
hervor, so dass auf einen Augenschein verzichtet werden kann.
3. Streitgegenstand ist die Baubewilligung für die Neubaute auf den Grundstücken Nrn.
169 und 172.
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3.1. Es ist unbestritten, dass die von den baulichen Massnahmen betroffenen Teile der
Grundstücke Nr. 169 und 172 gemäss Zonenplan der Gemeinde M. vom 11. Juli 2005
in der KH liegen. Des Weiteren ist aktenkundig, dass die streitige Baute ein
Untergeschoss im Sinne von Art. 12 Abs. 2 BauR aufweist, das gemäss Plan als
Garage und Keller benützt werden soll.
Zur Gestaltung von Geschossen, namentlich Unter- und Dachgeschossen, finden sich
im Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (sGS 731.1, abgekürzt
BauG) keine spezifischen Vorschriften. Entsprechende Regelungen sind den
kommunalen Bauvorschriften zu entnehmen (vgl. dazu B. Heer, St. Gallisches Bau- und
Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 690 ff.). Eine gewisse Einschränkung der Gestaltung der
Geschosse kann sich aus der Einführung einer Ausnützungsziffer im Sinne von Art. 61
BauG ergeben. Die Gemeinden sind bezüglich der Einführung einer Ausnützungsziffer
frei. Soweit eine solche jedoch im Baureglement vorgesehen ist, so ist ihre Definition im
BauG abschliessend geregelt, insbesondere auch was als anrechenbare
Geschossfläche gilt (Heer, a.a.O., Rz. 662). In der KH sind zwei Vollgeschosse zulässig,
und es besteht keine Ausnützungsziffer (Art. 5 BauR). Gemäss Art. 5 BauR bzw. lit. E
der Legende zu Art. 5 BauR ist der Ausbau des Dachgeschosses allgemein, der
Ausbau des Untergeschosses hingegen nur für gewerbliche Zwecke gestattet.
3.1.1. Der Beschwerdeführer macht im Beschwerdeverfahren erstmals geltend,
Untergeschosse seien gemäss Art. 5 BauR lediglich für gewerbliche Zwecke
zugelassen, womit das als Garage und Keller geplante Untergeschoss nicht
bewilligungsfähig sei.
Mit Verweis auf Art. 77ter BauG führt die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung hingegen
aus, der Ausbau eines Dach- oder Untergeschosses setze voraus, dass ein solches
bereits bestehe. Weiter sei aus der besagten Norm ersichtlich, dass der Ausbau eines
Dach- und Untergeschosses eng mit der Steigerung der Ausnützungsziffer
zusammenhänge. Die Erstellung eines Untergeschosses zur Nutzung als Garage und
Keller zähle gemäss Art. 61 Abs. 2 lit. b BauG nicht als anrechenbare Geschossfläche.
Daher bestehe kein Ausbau des Untergeschosses zu anderen als gewerblichen
Zwecken.
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3.1.2. Art. 61 Abs. 3 VRP regelt das sogenannte Novenverbot. Dieses besagt, dass im
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht grundsätzlich keine neuen Begehren gestellt
werden können. Ausdruck des Novenverbots ist ausserdem, dass das
Verwaltungsgericht Tatsachen, die nach Abschluss des Rekursverfahrens eingetreten
sind (echte Noven), grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 642). Demgegenüber dürfen Tatsachen, die sich vor Abschluss des
Rekursverfahrens verwirklicht haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder
von ihr nicht berücksichtigt wurden (unechte Noven), im Verfahren vor
Verwaltungsgericht vorgebracht werden und sind zu würdigen (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 643). Eine Schranke bei der Berücksichtigung unechter Noven besteht dann, wenn
der einer Verfügung oder einem Entscheid zugrunde liegende Sachverhalt nicht ergänzt
oder neu gewürdigt wird, sondern wenn dem Rechtsbegehren ein neues tatsächliches
Fundament unterstellt wird. Es handelt sich in diesem Fall um eine Änderung des
Streitgegenstands, also um die Unterstellung des Rechtsbegehrens unter einen
gänzlich anderen Sachverhalt, verbunden mit einem anderen Rechtssatz (Kölz/
Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2.
Aufl., Zürich 1999, Rz. 3 zu § 52). Eine solche Änderung des Klagefundaments ist nach
der Praxis gestützt auf Art. 61 Abs. 3 VRP nicht zulässig. Die Rechtsweggarantie (Art.
29a der Bundesverfassung, SR 101; Art. 77 Abs. 1 der Kantonsverfassung, sGS 111.1)
verschafft aber einen Anspruch auf eine richterliche Überprüfung mit voller Kognition.
Eine solche steht dem Verwaltungsgericht grundsätzlich zu. Da die Vorinstanz keine
richterliche Behörde ist, steht das Novenverbot der erstmaligen Berufung auf
Tatsachen, die im Zeitpunkt des Rekursentscheids bestanden, nicht entgegen (vgl.
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 645 mit Hinweis, vgl. auch BGE 135 II 369 E. 3.3).
3.1.3. In materieller Hinsicht ist vorliegend die Auslegung des Begriffes "Ausbau"
streitig. Es stellt sich die Frage, ob die Tätigkeit des Ausbauens als grundsätzliche
Erstellung eines Dach- oder Untergeschosses zu verstehen ist oder nur als bauliche
Gestaltung derselben zu einem besonderen Zweck.
Eine Auslegung im Sinne des Beschwerdeführers führt letztlich dazu, dass gemäss Art.
5 BauR Untergeschosse ganz ausgeschlossen sind, soweit sie nicht gewerblichen
Zwecken dienen. Insofern wird der Ausbau einer Erstellung gleichgestellt. Nach dem
allgemeinen Sprachgebrauch können dem Wort "Ausbau" verschiedene Bedeutungen
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zukommen: das Vergrössern oder Erweitern von etwas Vorhandenem, das Umbauen
zu etwas Anderem oder das Bewohnbarmachen einer noch ungenutzten Wohnfläche
(vgl. Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 6. Aufl., Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich
2007; http://de.thefreedictionary.com). Würde sich das Wort "Ausbau" auf eine
bestehende Baute beziehen, so liesse sich darunter allenfalls die Erweiterung der Baute
durch das Erstellen eines Untergeschosses verstehen. Insbesondere aus lit. D der
Legende zu Art. 5 BauR ist jedoch ersichtlich, dass sich vorliegend der Ausbau auf das
Untergeschoss bzw. Dachgeschoss selbst bezieht. Insofern kann der Ausbau schon
gemäss allgemeinem Sprachgebrauch nicht als Erstellung des Untergeschosses
verstanden werden.
Diese Auslegung lässt sich auch aus Art. 77ter BauG ableiten. Das in der Marginalie
verwendete Wort "Ausbau" bedeutet die Belegung von Unter- und Dachgeschossen
mit anrechenbarer Geschossfläche im Sinne von Art. 61 BauG. Zwar ist zutreffend,
dass die Verwendung des Wortes "Ausbau" in Art. 77ter BauG im Rahmen einer
anderen rechtlichen Konstellation erfolgt als in Art. 5 BauR. Im letzeren Fall geht es
nicht um die Frage der Erweiterung der anrechenbaren Geschossfläche von
vorbestehenden Dach- und Untergeschossen nach Einführung der Ausnützungsziffer.
Dennoch lässt sich daraus der sprachliche Gebrauch des Wortes "Ausbau"
insbesondere im baurechtlichen Kontext ableiten.
Ein solches Verständnis von Art. 5 BauR widerspricht auch nicht der Tatsache, dass für
bestimmte Zonen neben der Regulierung des Ausbaus des Unter- und
Dachgeschosses auch eine Ausnützungsziffer eingeführt worden ist. Die zusätzliche
besondere Beschränkung der Gestaltung des Dach- und Untergeschosses ist nicht nur
aus Gründen der Nutzungsbeschränkung bzw. der Ästhetik denkbar, sondern auch aus
bauhygienischen Motiven.
Dieses Ergebnis ist auch in teleologischer Hinsicht vorzuziehen. Es ist nicht ersichtlich,
aus welchem Grund in der KH ein Untergeschoss zum gewerblichen Zweck zugelassen
werden soll, eine Parkgarage und ein Kellerabteil hingegen verboten sein sollten.
Hinsichtlich der Nutzungsintensität und der gestalterischen Auswirkung ist die
Ausgestaltung des Untergeschosses zu den genannten Zwecken grundsätzlich nicht zu
unterscheiden. In Bezug auf die Nutzungsintensität kann höchstens von einer
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verminderten Auswirkung der Gestaltung als Keller oder Garage ausgegangen werden.
Aus bauhygienischen Gründen lässt sich die Einschränkung der Wohnbenützung des
Untergeschosses rechtfertigen, bedingt eine solche Verwendung entgegen der
Benützung zu gewerblichen Zwecken einen dauernden Aufenthalt der Bewohner. Die
Einschränkung der Nutzung als Garage und Keller lässt sich hingegen, insbesondere im
Vergleich zur gewerblichen Nutzung, aus bauhygienischen Gründen nicht
nachvollziehen.
Insofern ist es gerechtfertigt, die Beschränkungen des Ausbaus gemäss Art. 5 BauR
nur im Sinne einer Einschränkung der Gestaltung der betroffenen Geschosse zur
objektiven Nutzungsmöglichkeit als Wohn-, Schlaf- oder Arbeitszimmer bzw. zum
dauernden Aufenthalt anzuwenden (sinngemäss zur anrechenbaren Geschossfläche
gemäss Art. 61 BauG vgl. Heer, a.a.O., Rz. 665). Der Bau bzw. die Ausgestaltung eines
Untergeschosses als Kellerabteil oder Garage kann demzufolge nicht als Ausbau gelten
bzw. nicht von der Beschränkung gemäss lit. E der Legende zu Art. 5 BauR betroffen
sein.
Die streitige Baute verstösst somit hinsichtlich des geplanten Untergeschosses nicht
gegen Art. 5 BauR.
3.2. Weiter ist aktenkundig, dass die streitige Baute neben dem Untergeschoss, dem
Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss ein sogenanntes Dachgeschoss (bzw.
zweites Obergeschoss) und ein darüber liegendes Galeriegeschoss aufweist. Die
letzteren zwei Geschosse befinden sich unter der Dachhaut, wobei ein Kniestock von
0,80 m eingehalten wird. Das Galeriegeschoss befindet sich 2,4 m über dem
Fussboden des Dachgeschosses.
Gemäss Art. 5 BauR sind in der KH maximal zwei Vollgeschosse zulässig. Als
Vollgeschoss zählt gemäss Art. 12 Abs. 1 BauR jedes Stockwerk, das weder als
Untergeschoss noch als Dachgeschoss gilt. Geschosse, die bis Oberkant Decke
gemessen, den Niveaupunkt nicht mehr als 1,30 m überragen, gelten als
Untergeschosse (Art. 12 Abs. 2 BauR). Geschosse, die im Dachraum liegen und einen
Kniestock von höchstens 0,80 m aufweisen oder als Attikageschoss unter einem
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Winkel von 45° a.T. vom Schnittpunkt der Fassade mit der Dachhaut über dem
obersten Vollgeschoss zurückliegen, gelten als Dachgeschosse (Art. 12 Abs. 3 BauR).
3.2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, gemäss Art. 5 BauR sei nur ein
Dachgeschoss zulässig. Durch das geplante Dach- und Galeriegeschoss sei diese
Bestimmung demzufolge verletzt.
Die Vorinstanz erwog, der Raum oberhalb des Dachgeschosses (bzw. des zweiten
Obergeschosses) sei bloss als Ausbau des Dachgeschosses zu qualifizieren, was
gemäss Art. 5 BauR in der KH zulässig sei. In der Vernehmlassung zur Beschwerde
fügt sie hinzu, dass aus Art. 5 BauR bzw. allgemein aus dem BauR und dem BauG
keine Beschränkung der Dachgeschosse auf ein Geschoss hervorgehe.
3.2.2. Geschosse werden allgemein als horizontale Gebäudeabschnitte bezeichnet;
Voll-, Dach- oder Untergeschosse werden durch ihre Lage in Bezug auf die Schnittlinie
Dachfläche/Fassade bzw. auf das gewachsene Terrain voneinander abgegrenzt (D.
Ivanov, Die Harmonisierung des Baupolizeirechts unter Einbezug der übrigen
Baugesetzgebung, Diss. Freiburg, Zürich/Basel/Genf 2006, S. 54).
Vorliegend ist die Zahl der Dachgeschosse weder im BauG noch im BauR beschränkt.
Wäre lediglich ein einziges Dachgeschoss zulässig, müsste dies im BauR explizit
geregelt sein. Der Umstand, dass sich in Art. 5 BauR bei der Rubrik "Dachgeschoss"
lediglich ein Vermerk "ja" findet, begründet keine Begrenzung der Zahl der
Dachgeschosse. Bei den Untergeschossen findet sich eine ähnliche Regelung.
Massgebend ist in der Kernzone gemäss Art. 7 BauR die gute Einordnung bezüglich
Dachform und Dachgestaltung. Gestalterisch wirkt in Bezug auf die Gebäudehöhe
grundsätzlich die allgemein vorgeschriebene maximale Gebäude- und Firsthöhe
unabhängig von der Ausgestaltung des Dachraums. Die Tatsache, dass für die KH
keine konkreten Höhenvorschriften bestehen, ändert daran nichts, da gemäss Art. 5
BauR für die Bestimmung des maximalen Gebäudevolumens Art. 7 BauR massgebend
ist. Diese Bestimmung schreibt insbesondere auch bezüglich der Gebäude- und
Firsthöhe eine gute Einordnung der Bauten in das Dorf-, Hof- und Strassenbild vor.
Soweit sich daraus Abweichungen von den Gestaltungsvorschriften der anderen Zonen
ergeben, so war dies vom Gesetzgeber ausdrücklich gewollt. Der Rüge des
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Beschwerdeführers, es sei letztlich ein Dachraum mit unbegrenzter Höhe und somit
unbegrenzter Ausnützung durch Dachgeschosse möglich, kann nicht gefolgt werden.
Wiederum muss auf die Beschränkungen, die sich aus Art. 5 bzw. 7 BauR ergeben,
verwiesen werden. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass Art. 7 BauR gerade eine
gute Einordnung auch in Bezug auf die Geschosszahl verlangt.
3.2.4. Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass die Anzahl der
Dachgeschosse unter Berücksichtigung der bestehenden Gestaltungsvorschriften,
insbesondere auch von Art. 7 BauR und 68 BauG, frei wählbar ist. Die Ausgestaltung
der streitigen Baute mit zwei Dachgeschossen verletzt somit Art. 5 BauR nicht.
3.3. Gemäss Art. 46 Abs. 1 VRP können mit Rekurs alle Mängel der angefochtenen
Verfügung oder des angefochtenen Entscheides geltend gemacht werden, besonders
die Rechtswidrigkeit und die Unangemessenheit des Inhaltes der Verfügung oder des
Entscheides.
In Rechtsprechung und Lehre ist anerkannt, dass auch eine Behörde mit voller
Kognition bei der Überprüfung von Verfügungen einer unteren Behörde eine gewisse
Zurückhaltung ausüben kann, wenn letztere besondere Kenntnisse oder Vertrautheit
mit den relevanten tatsächlichen Verhältnissen aufweist. Dies gilt ungeachtet, ob eine
Ermessensfrage oder ein unbestimmter Gesetzesbegriff vorliegt (für die Auslegung
unbestimmter Gesetzesbegriffe Tschannen/Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2.
Aufl., Bern 2005, S. 194 f.; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5.
Aufl., Zürich 2006, Rz. 446c f.; für die Ermessensausübung vgl. zur sogenannten
"Ohne-Not-Praxis" Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 474; Tschannen/Zimmerli,
a.a.O., S. 192). Sind nach kommunalem Recht getroffene Ermessensentscheide zu
überprüfen bzw. kommunale unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen, so kann eine
gewisse Zurückhaltung – neben Praktikabilitätsgründen - auch durch die
Gemeindeautonomie bedingt sein (vgl. dazu Kölz/Bosshart/Röhl, a.a.O., Rz. 19 zu § 20
VRG m.w.H.)
3.3.1. Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss eine Ermessensunterschreitung, wenn er
geltend macht, die Vorinstanz habe bei der Prüfung der Verletzung von Art. 7 BauR die
eigene Kognition entgegen der Vorschrift von Art. 46 VRP übermässig beschränkt.
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3.3.2. Gemäss den obigen Ausführungen war es der Vorinstanz unbenommen, auch im
Rahmen der vollen Kognition eine gewisse Zurückhaltung bei der Überprüfung der
Verfügung der kommunalen Behörde auszuüben, handelt es sich vorliegend doch
erstens um die Anwendung von kommunalem Recht und zweitens um eine Frage, die
eine Vertrautheit mit den tatsächlichen Verhältnissen bedingt. Dies gilt unabhängig
davon, ob die Prüfung der Verletzung der guten Einordnung gemäss Art. 7 BauR als
Ermessensfrage oder Rechtsfrage qualifiziert wird. Letztlich ist jedoch festzuhalten,
dass die Vorinstanz - trotz einführender Bemerkung zu der zurückhaltenden Ausübung
der Prüfungskognition - einen Augenschein vorgenommen und im Rahmen ihrer
Ausführungen den konkreten Gegebenheiten einlässlich Rechnung getragen hat.
Insofern hat die Vorinstanz entsprechend ihrer Kognition eine umfassende Prüfung
vorgenommen.
3.4. Bauten und Anlagen, Ablagerungen und andere Eingriffe in das Gelände, die das
Orts- oder Landschaftsbild verunstalten, sind nach Art. 93 Abs. 1 BauG untersagt. Die
Gemeinden können für bestimmte Teile ihres Gebietes strengere Vorschriften aufstellen
(Art. 93 Abs. 4 BauG). Gemäss lit. G der Legende zu Art. 5 BauR ist in der KH für die
Bestimmung des maximalen Gebäudevolumens Art. 7 BauR massgebend. Nach Art. 7
BauR haben sich die Bauten in der Kernzone bezüglich Stellung, Gebäudehöhe,
Gebäudelänge, Traufhöhe, Firsthöhe, Geschosszahl, Dachform, Dachgestaltung,
Fassadengestaltung und Materialien dem Dorf-, Hof- und Strassenbild gut
einzuordnen.
Art. 7 BauR ist grundsätzlich eine sog. positive ästhetische Klausel. Die Anforderungen
einer solchen Vorschrift gehen weiter als das blosse Verunstaltungsverbot gemäss Art.
93 BauG (BGE 114 Ia 345 E 4b). Eine von den gesetzlichen Massvorschriften
abweichende Gestaltung darf wegen Verunstaltung nur abgelehnt werden, wenn sie
nach Massstäben, die "in Anschauungen von einer gewissen Verbreitung und
Allgemeingültigkeit gefunden werden", als erheblich störend zu bezeichnen ist (BGE 82
I 108 neues Fenster; VerwG B 2002/44 vom 14. November 2002 E. 4c, nicht publiziert).
Verlangt hingegen das Gesetz ausdrücklich eine positiv gute Einordnung zur
Sicherstellung einer befriedigenden Gesamtwirkung, so dürfen strengere Massstäbe
angelegt werden. Diese sind freilich sorgfältig zu begründen. Es ist nicht einfach auf ein
beliebiges subjektives architektonisches Empfinden oder Gefühl abzustellen. Vielmehr
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ist im Einzelnen darzutun, warum mit einer bestimmten baulichen Gestaltung weder für
den Bau selbst noch die Umgebung eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird.
Je einheitlicher die betroffene Baugestaltung, desto strenger der Massstab, der
angelegt werden muss (zum Ganzen vgl. BGE 114 Ia 345 E 4b; B. Zumstein, Die
Anwendung der ästhetischen Generalklauseln des kantonalen Baurechts, St. Gallen
2001, S. 144 ff.). Der entsprechenden Beurteilung unterliegt jede Baute. Auch wenn sie
den Bau- und Zonenvorschriften massstäblich entspricht, ist sie so zu gestalten, dass
eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird (vgl. VerwG B 2004/120 vom 25.
Januar 2005 E. 1c, publ. in: www.gerichte.sg.ch; BGE 1P.280/2002 E. 3.1 mit
Hinweisen). Die Anwendung von Ästhetik-Vorschriften darf jedoch nicht dazu führen,
dass generell - etwa für ein ganzes Quartier - die Zonenordnung aus den Angeln
gehoben wird. Wenn die Zonenvorschriften ein gewisses Bauvolumen zulassen, kann
eine Bauverweigerung gestützt auf die Ästhetikklausel nur erfolgen, wenn
überwiegende öffentliche Interessen es verlangen (vgl. P. Hänni, Planungs-, Bau- und
besonderes Umweltschutzrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 319 mit Hinweisen).
3.4.1. Die Vorinstanz erwog, die Gebäude im westlichen Teil der KH seien hinsichtlich
Farbgebung und Materialwahl sehr heterogen. Die Dächer der Gebäude seien mit
Dachziegeln eingedeckt, wobei die Dachformen, insbesondere bezüglich der
Dachgauben und –vorsprünge, nicht einheitlich seien. Die streitige Baute sei auf einem
ansteigenden Teil der betroffenen Grundstücke geplant und überrage insofern die
umliegenden Baukörper, deren Gebäudehöhe jedoch in etwa die gleiche sei. Die
gewählte Fassadenfarbe wirke zurückhaltend und ruhig, die Eternitfassaden seien nicht
ortsfremd. Das gewählte Natura-Vulkanit-Eternitdach sei zwar materialtechnisch von
den angrenzenden Ziegeldächern unterschiedlich, in Bezug auf den Ton und die
Helligkeit diesen jedoch sehr ähnlich. Die Dachform lasse sich mit den bestehenden
Dachvorsprüngen vergleichen. Insofern ordne sich das streitige Bauvorhaben in die KH
gut ein.
Der Beschwerdeführer hält demgegenüber fest, die bewilligte Baute verletze Art. 7
BauR in verschiedener Hinsicht. Einerseits wird bemängelt, die Baute ordne sich alleine
schon aufgrund der Grösse und Geschosszahl nicht in die KH ein. Die benachbarten
Bauten würden nicht wie die streitige Baute über zwei Dachgeschosse verfügen. Des
Weiteren ergebe sich aus dem Baureglement, dass ausserhalb der KH in der Zone W1
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eine Dachhöhe von 3 m bzw. in den Zonen W2 und W3 eine Dachhöhe von 4 m
zulässig sei. Indem für die KH keine Vorschriften bezüglich First- und Dachhöhe
bestehen würden, sei im Rahmen der Anwendung von Art. 7 BauR auf diese
Vorschriften zurückzugreifen. Die streitige Baute weiche mit einer Dachhöhe von 6,3 m
von den besagten Bauvorschriften deutlich ab und sei demzufolge nicht mit dem
Einordnungsgebot von Art. 7 BauR vereinbar. Darüber hinaus wird vom
Beschwerdeführer auch die Dachgestaltung als mit Art. 7 BauR nicht vereinbar gerügt.
Fast alle Gebäude in der KH würden über relativ grosse Dachvorsprünge verfügen. Des
Weiteren seien sämtliche Dächer mit rot-braunen Dachziegeln bedeckt und demzufolge
hinsichtlich der Materialisierung sehr einheitlich. Insofern seien bezüglich der Farben-,
Material- und Dachwahl sehr hohe Anforderungen an die gute Einordnung zu stellen.
Die streitige Baute verfüge nur in der Längsseite über vernachlässigbare kleine
Dachvorsprünge, und anstelle von Dachziegeln sei die Verwendung von grauen
Eternitplatten vorgesehen. Zusammenfassend ergebe sich somit, dass sich die
geplante Baute hinsichtlich der Gebäude- und Firsthöhe, des Volumens sowie der
Dachform und –materialisierung nicht gut in die KH einordne.
3.4.2. Die KH ist aufgrund der vorliegenden Akten, namentlich des
Augenscheinprotokolls, mehrheitlich mit Mehrfamilienhäusern überbaut, die hinsichtlich
des Volumens nicht heterogen sind. Abweichungen liegen insbesondere in der Länge
vor. Bezüglich der Gebäudehöhe ist eine gewisse Einheit vorhanden. Die Geschosszahl
ist nicht einheitlich. Es lassen sich sowohl Bauten mit drei Vollgeschossen und einem
Dachgeschoss wie auch Häuser mit zwei Vollgeschossen und zwei Dachgeschossen
finden. Auch betreffend der Form sowie der Stellung der Gebäude kann nicht von
einem einheitlichen Bild ausgegangen werden. Gleiches lässt sich in Bezug auf die
Farbe und Materialisierung der Fassaden sagen. In Bezug auf die Dachform ist
festzustellen, dass grundsätzlich einheitlich Satteldächer verwendet wurden. In der
Gestaltung der Dächer lässt sich jedoch wieder eine gewisse Heterogenität feststellen.
Es sind Dachlukarnen von unterschiedlicher Grösse und Anzahl ersichtlich. Weiter
lassen sich auch mehrere Kreuzfirste bzw. Quergiebel erkennen. Auch sind
vorspringende Dachaufbauten vorhanden. Einheitlich ist in Bezug auf die Dachform
hingegen das Vorliegen eines Dachvorsprungs, wobei wiederum die Gestaltung
betreffend die Länge und die Wölbung im Schlussteil unterschiedlich ist. Letztlich ist
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auch die Materialisierung der Dächer einheitlich, wurde doch umfänglich auf
dunkelbraune Ziegeldächer zurückgegriffen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Bezug auf die Geschosszahl und die
Volumina im Sinne von Art. 7 BauR eine gute Einordnung der streitigen Baute zu Recht
bejaht wurde. Bezüglich beider Merkmale hebt sich das vorliegende Bauvorhaben nicht
von den umliegenden Gebäuden ab. Insbesondere ist auch die Berufung auf die
Gestaltungsvorschriften anderer Zonen nicht stichhaltig. Der Gesetzgeber verzichtete
bei der KH bewusst auf solche Vorschriften.
Die streitige Baute unterscheidet sich hingegen durch ihr Dach von den umgebenden
Bauten, indem nur in der Längsseite ein geringer Dachvorsprung geplant ist und
insbesondere indem Eternit-Platten anstelle von Ziegeln verwendet werden sollen.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die umliegenden Dächer - abgesehen vom
Dachvorsprung und der Materialisierung - aufgrund der erwähnten unterschiedlichen
Dachgestaltung keinen einheitlichen Eindruck hinterlassen und dass die streitige Baute
betreffend Helligkeit und Farbton des Daches nicht gegenüber den restlichen Dächern
hervorspringt. Die streitige Baute hebt sich aufgrund der Dachgestaltung und der
Dachmaterialisierung von den umliegenden Bauten demzufolge nicht deutlich ab. In
einer Gesamtbetrachtung darf eine gute Einordnung bejaht werden. Eine gute
Einordnung verlangt keine absolute Vereinheitlichung der Baumaterialien und –formen.
Dies muss umso mehr gelten, wenn in der Gesamtbetrachtung von einer geringen
Einheitlichkeit der umliegenden Bauten auszugehen ist und nur in Bezug auf ein
Bauelement eine gewisse Abgrenzung besteht. Die streitige Baute verletzt somit
gemäss den vorstehenden Ausführungen Art. 7 BauR nicht.
3.5. Zusammenfassend ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
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Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Der Beschwerdeführer ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und die Beschwerdegegner haben keinen entsprechenden
Antrag gestellt (Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 263 Abs. 3 des
Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2).
Demnach hat das Verwaltungsgericht