Decision ID: f27c3027-b743-53c4-8ff7-eb36e084323c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Felix Schmid, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 30. März 2004 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Rente; act. G 4.1/1). Gestützt auf ein Gutachten der Zentrum
für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene GmbH (AEH) vom 26. April 2004 bzw. auf
ein neuropsychiatrisches Teilgutachten von Dr. med. Dr. phil. B._ vom 26. März
2004, das eine unspezifische depressive psychopathologische Alteration sowie eine
anhaltend somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung diagnostizierte und eine
Restleistungsfähigkeit von 40 % feststellte (act. G 4.1/19), wurde der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 60 % eine Dreiviertelrente zugesprochen, beginnend am 1.
Juni 2004 (Verfügungen vom 25. November 2004 und 13. Januar 2005; act. G 4.1/30
und 32).
A.b Anlässlich der amtlichen Rentenrevision gab die Versicherte am 24. August 2006
an, ihre psychischen Probleme hätten zugenommen (act. G 4.1/40). Mit
Verlaufsberichten vom 18. September 2006 bestätigten die Hausärztin Dr. med. C._,
FMH Innere Medizin u. Rheumatologie, und die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie eine Verschlechterung des Gesundheitszustands (act. G 4.1/43 und
44). Nachdem sich der Gesundheitszustand nach Ansicht des RAD Ostschweiz nicht
wesentlich verändert habe, und namentlich die psychiatrische Problematik bereits im
Gutachten B._ berücksichtigt worden sei, wies die IV-Stelle St. Gallen das
Revisionsgesuch mit Verfügung vom 11. April 2007 ab (act. G 4.1/56). Die dagegen
erhobene Beschwerde vom 14. Mai 2007 wurde als gegenstandslos abgeschrieben,
nachdem die IV-Stelle am 21. Juni 2007 die angefochtene Verfügung widerrufen und
neue Abklärungen angekündigt hatte (act. G 4.1/67 und 70).
A.c Die Abklärungen erfolgten in Form einer polydisziplinären Untersuchung vom
29. April 2008 bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (ABI). Im
entsprechenden Gutachten vom 26. Mai 2008 diagnostizierte die ABI (mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit) eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (F32.0/F32.1),
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eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) sowie ein panvertebrales
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle (M54.80) bei leichtgradiger Diskusprotrusion
LWK 4/5 und Diskushernie LWK5/SWK1 links ohne Neurokompression (M51.8) sowie
einen altersentsprechenden Befund an der HWS. Aus orthopädischer Sicht attestierte
die ABI der Versicherten sowohl für ihre angestammte Tätigkeit als Küchenhilfe als
auch für jede andere leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit.
Körperlich schwere Tätigkeiten (Heben und Tragen von Lasten über 15 kg) seien der
Versicherten nicht zumutbar. In psychiatrischer Hinsicht bestehe eine Einschränkung
von 30 %. Idealerweise solle die Resterwerbsfähigkeit ganztags mit vermehrten Pausen
verwertet werden. Die festgestellte Arbeitsfähigkeit bestehe spätestens seit April 2008
(act. G 4.1/81).
A.d Aus diesen Angaben errechnete die IV-Stelle eine Erwerbseinbusse von 21,44 %
und verfügte am 10. Januar 2009 die Einstellung der Invalidenrente auf das Ende des
folgenden Monats (Februar 2009). Gleichzeitig entzog sie einer allfälligen Beschwerde
die aufschiebende Wirkung (act. G 4.1/87 und 97).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 5. Februar
2009 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zudem sei der
Beschwerdeführerin rückwirkend per 7. August 2006 eine ganze Invalidenrente
auszurichten. Eventualiter sei das Verfahren zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem sei der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung zu erteilen. Beanstandet wird zunächst die Beauftragung der ABI als
Gutachterin. Diese sei ein gewinnorientiertes Unternehmen und als äusserst
versichererfreundlich bekannt. Zudem sei gegen den Chefarzt ein Strafverfahren
eröffnet worden, weil offenbar Teilgutachten zu Ungunsten der versicherten Personen
abgeändert worden seien.
Obwohl die behandelnden Ärzte Dr. C._ und die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie (FSP) mit Verlaufsberichten vom 18. September 2006 ausgeführt
hätten, der Gesundheitszustand habe sich massiv verschlechtert (Fibromyalgie und
zusätzliche Depression), habe die Beschwerdegegnerin die Aufhebung der Rente
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verfügt, ohne sich vorgängig bei diesen Stellen über den aktuellen Gesundheitszustand
erkundigt zu haben. Sollte das Gericht der Ansicht sein, die Angaben der
behandelnden Ärzte rechtfertigten keine Erhöhung der Rente, sei eine umfassende
Begutachtung der Beschwerdeführerin durch ein unabhängiges Abklärungsinstitut
vorzunehmen.
Inhaltlich sei nicht nachvollziehbar, dass das ABI-Gutachten eine Fibromyalgie
verneine. Bereits im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 19. August 2003 seien die
Diagnosen eines lumboradikulären Schmerzsyndroms und einer Fibromyalgie gestellt
worden. Auch die Hausärztin diagnostiziere seit Jahren eine Fibromyalgie. Den
Schlussfolgerungen des Gutachtens stünden auch die zahlreichen Arztbesuche
entgegen. So besuche die Beschwerdeführerin zweimal pro Woche die
Massagetherapie und etwa alle zwei bis zehn Tage ihre Rheumatologin, wo sie bei
Bedarf mit Kortisonspritzen behandelt werde. In psychiatrischer Hinsicht werde die
Beschwerdeführerin von der behandelnden Fachstelle zu 80 % arbeitsunfähig
gehalten. Auch die AEH habe in ihrem Gutachten vom 26. April 2004 eine 60 %-ige
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit anerkannt. Schliesslich könne nicht sein, dass
die Beschwerdegegnerin zwar eine 70 % Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
postuliere, anderseits aber auf berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen verzichte
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung der
Beschwerde. Die ABI sei nicht befangen, da sie eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit
ausübe. Zudem sei das Strafverfahren gegen den Chefarzt rechtskräftig eingestellt
worden. Die Beschwerdeführerin sei am 30. Juni 2003 (richtig: 29. April 2008)
polydisziplinär untersucht worden. Das Gutachten sei ausführlich abgefasst. Es handle
sich nicht um eine blosse Momentaufnahme, hätten doch der ABI auch die Vorakten
und die Anamnese zur Verfügung gestanden. Demgegenüber seien der Arzt- und der
Verlaufsbericht C._ ziemlich rudimentär, stelle doch die Hausärztin vor allem auf die
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab. Dasselbe gelte für den Bericht der
Fachstelle. Die Voraussetzungen für ein Abweichen vom Gutachten seien vorliegend
nicht erfüllt, weshalb ohne Abstriche darauf abzustellen sei.
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Demgegenüber stehe die psychiatrisch festgelegte Arbeitsfähigkeit von lediglich 70 %
im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesgerichts. Danach vermöge eine
somatoforme Schmerzstörung mit einer leichten bis mittelgradigen depressiven
Episode die Arbeitsfähigkeit nur einzuschränken, wenn zusätzlich eine psychische
Komorbidität vorhanden sei. Dies sei bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall, so
dass vorliegend von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen sei. Neu stützte die Beschwerdegegnerin die Berechnung sowohl des
Valideneinkommens als auch des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der
Lohnstrukturerhebung 2006 ab. Ein Leidensabzug sei nicht geschuldet. Nachdem keine
Einschränkung resultiere, betrage der Invaliditätsgrad somit 0%.
Die rentenzusprechende Verfügung vom 25. November 2004 stelle hauptsächlich auf
das Gutachten B._ ab. Da bereits dieses Gutachten eine mittelgradige affektive
Störung und eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert habe, sei wohl eher von
einem unveränderten Gesundheitszustand auszugehen, weshalb kein Revisionsgrund
vorliege. Die Verfügung sei aber mit der substituierten Begründung in Wiedererwägung
zu ziehen, dass sie zu Unrecht nicht von einer fehlenden Komorbidität ausgehe. Zudem
habe Dr. B._ eine Reevaluation der Arbeitsfähigkeit nach vier bis sechs Monaten
vorgeschlagen. Die ursprüngliche Verfügung beruhe damit auf ungenügenden
medizinischen Grundlagen und verstosse gegen die bundesgerichtliche
Rechtsprechung. Die Wirkung der Renteneinstellung sei jedoch nicht rückwirkend
vorzunehmen. Vielmehr sei ex nunc et pro futuro ein rechtmässiger Zustand
herzustellen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 14. Mai 2009 beantragt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin, es sei ein unabhängiges Obergutachten einzuholen und eine
mündliche Verhandlung durchzuführen. Die Beschwerdeführerin sei nur während eines
Tages begutachtet worden, die Vorakten seien nicht berücksichtigt worden. Die
Beschwerdegegnerin behaupte einfach gestützt auf das Gutachten, es liege keine
Komorbidität vor, gehe aber nicht näher darauf ein. In Wirklichkeit seien die nötigen
Voraussetzungen aber gerade gegeben. So leide die Beschwerdeführerin seit langem
an ihren Beschwerden und sei im Alltag erheblich eingeschränkt. Sie habe sich aus
dem Alltagsleben zurückgezogen. Es sei unklar, wie diese Situation überwindbar sein
soll. Im Weiteren gebe es heute Methoden, die die fehlende Objektivierbarkeit der
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Beschwerden beheben könnten. Die Beschwerdegegnerin wäre deshalb gehalten
gewesen, entsprechende Abklärungen vorzunehmen (G 7). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).
B.d Mit Präsidialentscheid vom 9. April 2009 wurde das Gesuch um Wiederherstellung
der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen (act. G 5).
B.e Am 20. Januar 2010 fand eine mündliche Verhandlung statt. An dieser nahmen die
Beschwerdeführerin, ihr Dolmetscher D._ und ihr Rechtsvertreter teil, während die
Beschwerdegegnerin auf eine Teilnahme verzichtete. Dabei wurden die in der
Beschwerde gestellten (materiellen) Anträge erneuert; sofern die angefochtene
Verfügung bestätigt werde, sei die Beschwerdeführerin durch die Beschwerdegegnerin
beruflich einzugliedern. Ausserdem wurde die Beschwerdeführerin anhand eines von
ihrem Rechtsvertreter erstellten Fragenkatalogs befragt (vgl. act. G 16). Sie gab unter
anderem an, dass ihr Tagesablauf mehr oder weniger zu Hause stattfinde. Sie stehe
um 8 Uhr auf, bereite das Frühstück für sich und nehme die Medikamente. Danach
mache sie manchmal Übungen oder bewege sich in der Wohnung, soweit es ihr
möglich sei. Sie würde gerne laufen, müsse aber viel liegen. Das Mittagessen
(hauptsächlich Fertigmenus) werde teilweise von der Tochter gemacht, ebenso das
Abendessen. Den Haushalt und den Einkauf besorgten hauptsächlich die beiden
älteren Kinder, da ihr Mann unfallbedingt ebenfalls nicht viel machen könne. Wenn sie
gesund wäre, würde sie gerne arbeiten gehen. Am liebsten wieder die gleiche Tätigkeit
wie früher (Migros, Mitarbeiterin Abwaschküche [act. G 4.1/14]). Sie fühle sich jedoch
nicht im Stande, irgend eine Arbeit auszuführen, weshalb sie es auch noch nie versucht
habe. Aktuell sei sie bei Dr. C._, Dr. E._, Allgemeine Medizin, sowie beim FSP in
Behandlung und nehme täglich diverse Schmerzmittel und Antidepressiva (Tramal,
Dafalgan, Inflamac, Kortison, Remeron und andere). Die Behandlung im ABI habe sie
als unbefriedigend erlebt. Es sei viel zu schnell gegangen, weshalb sie sich nicht richtig
habe erklären können.

Erwägungen:
1.
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1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob
eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes,
wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit
demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit
Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
stellt praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit
Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung – zum Beispiel eine massgebliche
Verbesserung oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes – ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
hat (Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Die IV-Stelle kann sodann auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückkommen,
wenn diese zweifellos unrichtig ist und wenn ihre Berichtigung von erheblicher
Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
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ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Vorliegend macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit dem 7. August 2006 verschlechtert, weshalb ihr ab
diesem Zeitpunkt eine ganze Rente zustehe. Demgegenüber ging die
Beschwerdegegnerin vorerst gestützt auf das von ihr in Auftrag gegebene ABI-
Gutachten vom 26. Mai 2008 von einer objektivierbaren Verbesserung des
Gesundheitszustands und damit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit von 40 auf 70 % aus. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren
räumt die Beschwerdegegnerin ein, dass mangels wesentlicher Veränderung des
psychischen Gesundheitszustands wohl kein Revisionsgrund gegeben sei. Nachdem
jedoch die Beschwerdeführerin nicht nur die Aufhebung der Revisionsverfügung
verlangt sondern einen verschlechterten Gesundheitszustand geltend macht, ist
gleichwohl auf die Frage des Vorliegens eines Revisionsgrundes einzugehen.
2.2 Diesbezüglich ist streitig, ob auf das ABI-Gutachten vom 26. Mai 2008 abgestellt
werden kann. Die Untersucher diagnostizierten (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)
eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (F32.0/F32.1), eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (F45.4) sowie ein panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre Ausfälle (M54.80) bei leichtgradiger Diskusprotrusion LWK 4/5 und
Diskushernie LWK 5/SWK 1 links ohne Neurokompression (M51.8) sowie einen
altersentsprechenden Befund an der HWS (welcher dann wohl keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben dürfte). Die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis
intermittierend mittelschweren Tätigkeit, wie auch der angestammten, ohne Heben und
Tragen von Lasten über 15 kg, setzten die Gutachter auf 70 % fest.
Zum Gutachten bringt die Beschwerdeführerin einerseits vor, dieses sei von einem
gewinnorientierten Unternehmen erstellt worden, das als versichererfreundlich bekannt
sei. Die ABI GmbH sei wirtschaftlich abhängig von den Auftraggebern. Ausserdem sei
auch ein qualitativer Vorbehalt anzubringen, habe doch eine Untersuchung der SUVA
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ergeben, dass von verschiedenen Gutachterstellen erstellte Gutachten zu 49 %
ungenügend, und zu 30 % gar untauglich seien. Gegen die ABI spreche auch, dass
gegen den ärztlichen Leiter ein Strafverfahren eröffnet worden sei, weil offenbar
Teilgutachten zu Ungunsten der versicherten Person abgeändert worden seien. Dem ist
jedoch mit der Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten, dass nach der Rechtsprechung
nur eine fachlich-inhaltliche Unabhängigkeit des Gutachters gegenüber dem
Auftraggeber verlangt ist. Selbst eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit für die
Verwaltung vermag keine Befangenheit im Sinne von Art. 36 ATSG zu begründen, nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung selbst dann nicht, wenn der betreffende
Gutachter sein Einkommen vollständig durch Gutachtensaufträge der
Invalidenversicherung erzielen sollte (Urteil vom 28. August 2007 [9C_67/2007] E. 2.3).
Im Weiteren kann sich die Beweis(un-)tauglichkeit eines Gutachtens nur aus diesem
selbst ergeben. Unerheblich ist damit, ob allenfalls andere Gutachten ungenügend
sind. Aus diesem Grund sind keine Auskünfte über Untersuchungen der SUVA
einzuholen. Abgesehen davon, dass die Strafuntersuchung gegen den Chefarzt der ABI
rechtskräftig eingestellt wurde, ist sodann nicht ersichtlich, inwiefern dieser Umstand
überhaupt auf das vorliegende Gutachten eingewirkt hätte. Der betreffende Arzt war
bei der Erstellung des hier zu beurteilenden Gutachtens nicht beteiligt.
Zusammenfassend kann das Gutachten der ABI nicht wegen Befangenheit der
Gutachter abgelehnt werden.
2.3 Weiter lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, es könne nicht auf das
Gutachten abgestellt werden, weil die behandelnden Ärzte vor Verfügungserlass nicht
mehr angehört worden seien. So habe Dr. C._ mit Verlaufsbericht vom 18.
September 2006 ausgeführt, dass sich der Gesundheitszustand in letzter Zeit massiv
verschlechtert habe. Die Ärztin habe diese Verschlechterung auf eine Fibromyalgie und
eine zusätzlich eingetretene Depression zurückgeführt. Die Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie sei im Verlaufsbericht vom 18. September 2006
ebenfalls von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgegangen. Sie sei
zudem zum Schluss gelangt, die Resterwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage
höchstens noch 20 %. Indem diese Meinungen nicht in den Entscheid eingeflossen
seien, stütze sich die Beschwerdegegnerin letztlich auf die Beurteilung der
behandelnden Ärzte aus dem Jahr 2006. Im Weiteren werde im Gutachten das
Vorhandensein einer Fibromyalgie verneint, obwohl diese Krankheit vorher über Jahre
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hinweg als erwiesen angeschaut worden sei. So werde diese Diagnose, nebst einem
lumboradikulären Schmerzsyndrom, bereits im Austrittsbericht der Klinik Valens
gestellt. Die Beschwerdeführerin weise sämtliche Hauptbeschwerden der Fibromyalgie
auf. Diese würden umschrieben mit starken Schmerzen im Bereich der Muskeln und
Sehnen, wobei das Typische an der Fibromyalgie Druckschmerzen an definierten
Punkten (Tenderpoints) seien. Insbesondere unter Verweis auf diese Tenderpoints
verneine die Beschwerdegegnerin eine Fibromyalgie. Dabei verkenne sie, dass diese
Tenderpoints am gesamten Körper auftreten könnten.
In psychiatrischer Hinsicht werde von der Fachstelle (FSP) eine Arbeitsunfähigkeit von
80 % festgestellt. Auch der Bericht der AEH vom 26. April 2004 sehe für jegliche
berufliche Tätigkeit eine 60 %-ige Arbeitsunfähigkeit und anerkenne, dass bei den
übrigen 40 % eine weitere Beschränkung durch die psychische Beeinträchtigung
anerkannt werden müsse. Selbst das Gutachten B._ gehe von einer höheren
Einschränkung aus. Dies deute darauf hin, dass die Beurteilung im vorliegenden
Gutachten falsch sei.
Entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht nahm die ABI zu den Ausführungen der
behandelnden Ärzte Stellung. So lagen der ABI insbesondere die Verlaufsberichte von
Dr. C._ sowie der Fachstelle (FSP) vom 18. September 2006 vor. Insbesondere
verneint die ABI das Vorliegen einer Fibromyalgie, weil nicht eine spezifische
Schmerzhaftigkeit der definierten Tenderpoints bei bestimmtem Druck bestehe,
sondern eine äusserst diffuse Schmerzangabe praktisch der gesamten
Körperoberfläche bereits bei teilweise leichter Berührung bestehe. Dies entspreche
nicht einem auf somatischer Ebene definierbaren Krankheitsbild (act. G 4.1/81.15).
Somit liegen bei der Beschwerdeführerin gerade nicht die typischen Druckschmerzen
an den definierten Punkten vor. Zwar wurde im Austrittsbericht der Klinik Valens vom
19. August 2003 die Diagnose einer Fibromyalgie noch gestellt (act. G 4.1/11.7).
Indessen fiel die Diagnose bereits im AEH-Gutachten vom 26. April 2004 weg, wo die
Symptomatik der Beschwerdeführerin in erster Linie unter ein dysfunktionales
Schmerz- und Krankheitsverhalten der Beschwerdeführerin subsumiert wurde (act. G
4.1/18.1).
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Auch in psychiatrischer Hinsicht setzt sich das angefochtene Gutachten mit den
ärztlichen Vorberichten auseinander. So wird einerseits ausgeführt, dass die von Dr.
B._ diagnostizierte andauernde Persönlichkeitsveränderung mangels
vorausgegangener psychischer Störung, die als extrem belastend und zerstörerisch für
das Selbstbild erlebt wurde, nicht vorliege. Die Beschwerdeführerin habe vor der
Arbeitsniederlegung unter keiner psychiatrischen Erkrankung gelitten. Im Weiteren ging
die Fachstelle (FSP) in ihrem Verlaufsbericht vom 18. September 2006 nicht von einem
verschlechterten, sondern tatsächlich von einem stationären Gesundheitszustand aus.
Die psychiatrische Beurteilung der ABI (leicht- bis mittelgradige depressive Episode
und somatoforme Schmerzstörung) weicht denn auch nicht wesentlich von jener der
Fachstelle ab, die eine mittelgradige depressive Episode sowie eine somatoforme
Schmerzstörung annimmt (act. G 4.1/44.1). Das Gutachten setzt sich somit mit den
ärztlichen Vorakten auseinander.
Das Gutachten beruht sodann auf allseitigen Untersuchungen und würdigt die
subjektiven Schmerzangaben der Beschwerdeführerin eingehend. So werden sowohl in
der Anamneseerhebung durch Dr. F._ als auch bei der psychiatrischen Befragung
durch Dr. G._ die durch die Beschwerdeführerin geschilderten Umstände der
Schmerzen (etwa Verstärkung bei Wetterwechsel oder depressiver Stimmung), deren
Lokalisation und Intensität, deren zeitliche Komponente, das Auftreten von
Schlaflosigkeit und schlechten Träumen usw. ausführlich wiedergegeben (act. G
4.1/81.5 und 81.7 f.). Trotz des von der Beschwerdeführerin als zu hoch empfundenen
Befragungstempos ist somit nicht von einer mangelhaften Befunderhebung
auszugehen. Mithin ist auf das Gutachten abzustellen. Daraus folgt, dass keine
wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen ist. Allerdings
auch keine wesentliche Verbesserung, wie die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort selber einräumt. Das Gutachten selber relativiert die (mögliche)
Verbesserung der psychischen Gesundheit, indem es offen lässt, ob die von Dr. B._
diagnostizierte Persönlichkeitsveränderung weggefallen war oder gar nie bestanden
hatte (act. G 4.1/81.19 Ziff. 6.3). Die Rentenaufhebung beruhte denn auch
ausschliesslich auf der höheren Arbeitsfähigkeitsschätzung. Da sich aus dem
Gutachten jedoch keine Anhaltspunkte für eine erhebliche Verbesserung der
erwerblichen Möglichkeiten ergeben, ist trotz der relativ grossen Differenz zur
ursprünglichen Schätzung der AEH nur von einer anderen Beurteilung eines im
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Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes auszugehen. Mit der
Beschwerdegegnerin ist damit festzustellen, dass kein Revisionsgrund vorliegt.
2.4 Im vorliegenden Verfahren will die Beschwerdegegnerin die angefochtene
Verfügung mit der substituierten Begründung einer Wiedererwägung schützen
(Beschwerdeantwort S. 8). Sie begründet dies damit, dass eine somatoforme
Schmerzstörung nur dann die Arbeitsfähigkeit einschränke, wenn eine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliege, was
vorliegend nicht der Fall sei. Ausserdem sei - entgegen dem Vorschlag Dr. B._ -
keine Reevaluation der Arbeitsfähigkeit nach vier bis sechs Monaten erfolgt, so dass
die rentenzusprechende Verfügung auf falschen medizinischen Unterlagen beruhe und
gegen die bundesgerichtliche Rechtsprechung bezüglich der somatoformen
Schmerzstörung verstosse. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass die
Rechtsprechung zur substituierten Begründung in erster Linie Fälle betrifft, wo die
ursprüngliche Rentenzusprache ohne gutachterliche Abklärung des
Gesundheitszustands allein auf Grund der (haus-)ärztlichen Angaben und/oder wo die
Arbeitsfähigkeitsschätzung allein in Bezug auf die angestammte Tätigkeit, nicht aber
auf eine zumutbare Verweistätigkeit erfolgte. Die Rentenzusprache erfolgte damit nicht
nur in offenkundiger Verletzung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden
Untersuchungsgrundsatzes, sondern auch ausserhalb des Bereichs vertretbarer
Ermessensausübung (vgl. etwa Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
21. August 2006 [I 64/06] E.4.4.2).
Demgegenüber wurde die Beschwerdeführerin anlässlich der Rentenzusprache mittels
funktionsorientierter medizinischer Abklärung (FOMA) bei der AEH sowie einer
neuropsychiatrischen Beurteilung bei Dr. B._ abgeklärt (act. G 4.1/18 und 19). Die
damals festgestellte Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer leichten Tätigkeit erfolgte somit
nach gutachterlicher Abklärung und innerhalb vertretbarer Ermessensausübung. Die
Rentenzusprache erscheint damit zum Vornherein nicht als offensichtlich falsch. Die
von der Beschwerdegegnerin zitierte Rechtsprechung betreffend der rechtlichen
Fiktion der willentlichen Überwindbarkeit der Schmerzen (bei somatoformer
Schmerzstörung) und der regelmässig gegebenen Zumutbarkeit des Wiedereinstiegs in
den Arbeitsprozess (Urteil EVG vom 12. März 2004 [I 683/03] E. 2.2.3) war damals erst
in Entwicklung. So wurde diese Rechtsprechung bezüglich der rheumatologisch
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verwandten Diagnose der Fibromyalgie erst mit Urteil vom 8. Februar 2006, also nach
der Rentenzusprache übernommen (BGE 132 V 65 E. 4). Im Übrigen ist auch gemäss
dieser Rechtsprechung, also trotz regelmässig gegebener Zumutbarkeit der
Erwerbsaufnahme, zu prüfen, ob und inwiefern eine versicherte Person über
psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihren Schmerzen umzugehen.
Entscheidend ist nach dieser Rechtsprechung, ob die betroffene Person objektiv die
Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (I
683/03 E. 2.2.4, mit Hinweisen). Die neuropsychiatrische Evaluation des psychischen
Funktionspotentials durch Dr. B._ ergab aber gerade, dass die psychischen
Ressourcen bei der Beschwerdeführerin mittelgradig vermindert seien und deshalb nur
noch eine Arbeitsfähigkeit von 40 % zumutbar sei (act. G 4.1/19.10). Insgesamt
erscheint damit die ursprüngliche Rentenzusprache nicht als offensichtlich unrichtig, so
dass auch keine Wiedererwägung erfolgen kann.
2.5 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die
angefochtene Verfügung aufzuheben. Die Beschwerdeführerin hat bei einem
unveränderten Invaliditätsgrad von 60 % weiterhin, d.h. über den Monat Februar 2009
hinaus, Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Soweit im vorliegenden Verfahren
Leistungen anbegehrt werden, die darüber hinausgehen (ganze Rente), ist die
Beschwerde abzuweisen.
3.
3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Nachdem vorliegend zusätzlich die Kosten
des Verfahrens betreffend aufschiebende Wirkung (IV 2009/42 Z) sowie der heutigen
mündlichen Verhandlung zu berücksichtigen sind, erscheint eine Gerichtsgebühr von
Fr. 1'000.-- als angemessen. Gemäss dem Verfahrensausgang ist diese im Verhältnis
von drei zu eins auf die Parteien aufzuteilen, wobei die Beschwerdeführerin Fr. 250.--,
die Beschwerdegegnerin Fr. 750.-- zu übernehmen hat. Der Beschwerdeführerin ist
dementsprechend der Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 350.-- zurückzuerstatten.
bis
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3.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses sowie nach
Massgabe des Obsiegens und Unterliegens bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. Angemessen erscheint unter
Berücksichtigung einer Einsatzentschädigung von Fr. 4'000.-- und des nicht
vollständigen Obsiegens der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht