Decision ID: ff13858d-d9d4-5a92-83a1-ed565bff4665
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Luigi R. Rossi, Oberer Graben 3, 9000 St. Gallen,
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Projektleiter bei der B._ tätig und dadurch bei der Allianz Suisse
Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) obligatorisch gegen Unfälle
versichert (UV-act. 5). Bei einem Motorradunfall am 26. August 2003 hatte sich der
Versicherte linksseitig multiple Verletzungen der Hand, aller Finger sowie des
Vorderarms zugezogen (UV-act. 2, 73 S. 12). Beim Abschluss der Behandlung Anfang
2007 blieben Einschränkungen der Funktionalität, Kraft und Sensibilität der linken Hand
und Finger sowie deutliche Arthrosen zurück (UV-act. 73 S. 12 f.). Bei der beruflichen
Tätigkeit des Versicherten wirkte sich aus, dass das Schreiben nicht mehr im
Zehnfingersystem möglich war und einen deutlich höheren Zeitaufwand verursachte.
Weiter musste er bei der Auslieferung von Servern und deren Montage jeweils durch
einen zweiten Angestellten unterstützt werden. Die Arbeitsleistung des Versicherten
schätzte der begutachtende Dr. med. C._, Facharzt FMH für Handchirurgie sowie
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, Zürich,
zusammen mit D._, Geschäftsführer der B._, auf 90% bei voller Präsenzzeit (UV-
act. 73 S. 15). Mit rechtskräftig gewordener Verfügung vom 28. September 2007 hielt
die Allianz einen Invaliditätsgrad von 10% fest und sprach dem Versicherten eine
Invalidenrente (monatlich CHF 646.-- zuzüglich Teuerungszulage von CHF 21.--) ab 1.
August 2007 und eine Integritätsentschädigung für den Integritätsschaden von 17,5%
zu (UV-act. 86).
A.b Im Sommer 2009 überprüfte die Allianz die Rente des Versicherten. Dazu holte sie
einerseits einen Auszug aus seinem individuellen Konto und andererseits Auskünfte bei
der Arbeitgeberin ein (UV-act. 87 ff.). Auf die Frage, wie viel die versicherte Person
heute ohne Gesundheitsschaden in der ursprünglichen Tätigkeit verdienen würde,
machte D._, Geschäftsführer der B._, im Fragebogen der Allianz (UV-act. 90) am
6. Juli 2009 keine Angabe, weshalb die zuständige Sachbearbeiterin telefonisch mit
ihm Rücksprache nahm. In der entsprechenden Aktennotiz vom 13. Juli 2009 (UV-act.
91) hielt sie fest: "Gemäss Auskunft von Herrn D._ habe sich der Lohn des
Versicherten unabhängig von dem Gesundheitsschaden entwickelt. Der Versicherte sei
nach wie vor als Systemtechniker bei der B._ tätig. Ohne Gesundheitsschaden würde
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er nicht mehr verdienen, er würde genau den gleichen Lohn erhalten, den er heute
auch mit dem Gesundheitsschaden erhält. Der Lohn des Versicherten sei auch nach
der Rentenfestsetzung nie reduziert worden. Er könne seine Tätigkeit in der Firma nach
wie vor ausüben." - Mit Schreiben vom 14. Juli 2009 gewährte die Allianz dem
Versicherten das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Verfügung mit der die
Invalidenrente per 1. August 2009 aufgehoben werde, da ihre Abklärungen ergeben
hätten, dass er trotz der Unfallfolgen keine Lohneinbusse hinzunehmen habe. Der
Versicherte beauftragte Fürsprecher Luigi R. Rossi, St. Gallen, mit der Wahrung seiner
Interessen und liess mit Eingabe vom 7. August 2009 geltend machen, ohne
Gesundheitsschaden würde er erheblich mehr verdienen, weshalb die Streichung
seiner Invalidenrente nicht gerechtfertigt sei (UV-act. 93, 95). Am 17. August 2009
verfügte die Allianz die Einstellung der Rentenleistung per 1. August 2009 (UV-act. 96).
B.
B.a Mit E-Mail vom 28. August 2009 an die Allianz machte der Geschäftsführer der
B._, D._, geltend, seine telefonischen Angaben vom 9. Juli 2009 seien
ungerechtfertigt gegen A._ ausgelegt worden. Dessen Lohn sei nicht gekürzt worden,
weil er ausserordentliche Einsätze wie Pikettdienst, Arbeiten am Abend und an
Wochenenden leiste, die nicht entschädigt würden. Diese Einsätze würden bei weitem
mehr als 10% Mehraufwand der vertraglich festgehaltenen 40 Stunden pro Woche
ausmachen (UV-act. 97).
B.b Am 7. September 2009 liess der Versicherte Einsprache erheben und die weitere
Ausrichtung der Rente beantrage, weil sich der Invaliditätsgrad nicht geändert habe
(UV-act. 99). Mit Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2009 wies die Allianz die
Einsprache ab (UV-act. 101). Zur Begründung verneinte sie eine wesentliche
Veränderung der Vergleichseinkommen und damit die Voraussetzungen für eine
Rentenrevision gemäss Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), zog aber die ursprüngliche
Rentenzusprechung vom 28. September 2007 in Wiedererwägung. In Verletzung ihrer
Abklärungspflicht habe sie anfänglich keinen Einkommensvergleich vorgenommen und
fälschlicherweise die medizinisch-theoretische Einschränkung dem Invaliditätsgrad
gleichgesetzt. Der aktuelle Einkommensvergleich ergebe keine unfallbedingte
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Lohneinbusse, weshalb die verfügte Einstellung der Invalidenrente auf den 1. August
2009 im Ergebnis richtig sei.
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 7. Januar 2010 mit den Anträgen auf
Aufhebung des Einspracheentscheids vom 17. Dezember 2009 sowie der Verfügung
vom 17. August 2009 und auf Leistung der Invalidenrente im Betrag von monatlich
CHF 667.--, zugesprochen mit Verfügung vom 28. September 2007; unter
Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird angeführt, die Angaben der Arbeitgeberin
durch D._ seien massiv einseitig zu Lasten des Beschwerdeführers interpretiert
worden. Die Einschränkungen durch die Unfallfolgen seien gleich geblieben, und der
Beschwerdeführer kompensiere diese durch vermehrten Einsatz. Werde dieser richtig
bewertet, resultiere weiterhin eine Erwerbseinbusse.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie hält fest, die Aussage des Beschwerdeführers, er
leiste weit mehr als die vertraglich festgehaltenen 40 Stunden pro Woche, würden dem
Fragebogen widersprechen, den die Arbeitgeberin am 6. Juli 2009 ausgefüllt habe. Es
sei von diesen Angaben auszugehen und es resultiere keine Erwerbseinbusse. Da die
Voraussetzungen gegeben seien, sei die Verfügung vom 28. September 2007 zu Recht
wiedererwogen worden.
C.c Der Replik vom 15. Februar 2010 lässt der Beschwerdeführer neben den
Lohnausweisen der Jahre 2006 bis 2009 und Dokumenten zu seinem Arbeitsverhältnis
auch eine Zusammenstellung beilegen, in der 289 nicht vergütete Arbeitsstunden
aufgelistet werden (act. G 9.1/13). Diese würden seine Angaben zur Kompensation
seiner Leistungseinbussen stützen und aufzeigen, dass er ohne Unfallfolgen einen
Mehrverdienst von CHF 14'000.-- bis CHF 20'000.-- hätte erzielen können. Die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenzusprechung
seien im Übrigen gar nicht gegeben, es fehle an der zweifellosen Unrichtigkeit.
C.d Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 2. März 2010 fest, dass aus der
Aufstellung nicht vergüteter Arbeitszeiten weder ein Verfasser hervorgehe, noch sei
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diese von der Arbeitgeberin gegengezeichnet worden. Dass die Aufzeichnungen ab der
ersten Kalenderwoche 2009 gemacht worden seien, lasse auf ihren Zweck schliessen,
im Lauf des Jahres eine Kompensation durch Freizeit oder eine Entschädigung geltend
zu machen. Diese Stunden könnten nicht als durch eine unfallbedingte Minderleistung
kompensiert gelten. Nicht ausgewiesen sei auch, dass der Beschwerdeführer ohne
Unfallfolgen ein um bis zu CHF 20'000.-- höheres Einkommen erzielen würde. Im
angefochtenen Einspracheentscheid sei explizit festgehalten, dass vorliegend eine
Rentenrevision nach Art. 17 ATSG nicht zulässig sei. Es sei aber durchaus erlaubt,
einen Rentenanspruch mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung zu
verneinen, auch wenn die Überprüfung des Rentenanspruchs ursprünglich unter dem
Titel der Rentenrevision eingeleitet worden sei.
C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Zunächst ist zu prüfen, ob im Sommer 2009 die Voraussetzungen für eine
Revision der Rente des Beschwerdeführers gegeben waren.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede erhebliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 f.).
Praxisgemäss ist in der Unfallversicherung eine absolute Veränderung des
Invaliditätsgrads von 5% als erheblich zu bezeichnen (vgl. BGE 133 V 545 E. 6.2 S. 547
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mit Hinweis; U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 27 zu Art. 17 ATSG). Ob
eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5
S. 110 ff.), mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V
368 E. 2 S. 369) bzw. des Einspracheentscheids (vgl. Urteil des Bundesgerichts
I 817/05 vom 5. Februar 2007 E. 3.2.1 und 5). Beim Beschwerdeführer sind somit die
Verhältnisse im Sommer 2007 denjenigen Ende 2009 gegenüberzustellen.
1.3
1.3.1 Anhaltspunkte für eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers oder seiner (medizinisch-theoretischen) Arbeitsfähigkeit
bestehen nicht und wurden von keiner Partei geltend gemacht.
1.3.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid geht die Beschwerdegegnerin
davon aus (E. 4.c S. 5), dass das AHV-pflichtige Einkommen von CHF 92'900.--,
welches der Beschwerdeführer im Jahr vor dem Unfall gemäss Auszug aus seinem
individuellen Konto erzielte, gegenüber den Einkommen 2007 von CHF 97'045.-- und
2008 von CHF 102'603.-- (UV-act. 88) unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung in etwa gleich geblieben sei. Daher liege keine massgebende
Veränderung der Vergleichseinkommen vor und die Voraussetzung für eine
Rentenrevision sei insgesamt nicht erfüllt. - Es trifft zu, dass die Entwicklung der
Einkommen, die der Beschwerdeführer in den genannten Jahren erzielt hat, in etwa der
Nominallohnentwicklung entspricht (für Männer in den massgebenden Branchen des
dritten Wirtschaftssektors [Kredit- und Versicherungsgewerbe, Immobilienwesen,
Vermietung, Informatik, F + E, Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen], vgl.
Lohnentwicklung 2009, Tabellen T1.39 bzw. T1.1.05, herausgegeben vom Bundesamt
für Statistik 2010). Das wird auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Die
Vergleichseinkommen und damit der zweite Aspekt der tatsächlichen Verhältnisse,
haben sich demnach ebenfalls nicht wesentlich verändert.
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1.4 Bei fehlenden Veränderungen der tatsächlichen Verhältnisse fehlt es
zusammenfassend an den Voraussetzungen für eine Rentenrevision, weshalb die
Beschwerdegegnerin zu Recht im angefochtenen Einspracheentscheid nicht an dieser
Begründung festgehalten hat.
2.
2.1 Streitig ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin die ursprüngliche
Rentenzusprechung durch Verfügung vom 28. September 2007 mit dem
angefochtenen Einspracheentscheid wiedererwägen und damit die Aufhebung der
Rente substituiert begründen durfte.
2.2 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Praxisgemäss liegt zweifellose Unrichtigkeit vor, wenn kein vernünftiger Zweifel daran
möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Die Unrichtigkeit kann sich sowohl auf
die Rechtsanwendung als auch auf die Sachverhaltsfeststellung beziehen (BGE 127 V
10 E. 4b S. 13 f.). Die Wiedererwägung darf jedoch nicht zu einer voraussetzungslosen
Überprüfung zugesprochener Leistungen führen. Es darf nur ein einziger Schluss -
derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich sein (BGE 126 V 399 E. 2b/bb
S. 401; BGE 125 V 383 E. 6a S. 391 f.; SVR 2006 UV Nr. 17 [U 378/05] E. 5.2; SVR
2005 AlV Nr. 8 [C 214/03] E. 3.1.1; vgl. auch Th. Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. 2003, S. 470 N 16; Kieser, a.a.O., N 31 zu Art. 53
ATSG). Nach der Rechtsprechung muss dazu mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt sein, dass eine korrekte Beurteilung hinsichtlich des
Leistungsanspruchs zu einem andern Ergebnis geführt hätte (vgl. SVR 2006 UV Nr. 17
[U 378/05] E. 5.3 am Ende; Kieser, a.a.O., N 33 zu Art. 53 ATSG). Die Wiedererwägung
kann zudem nur vorgenommen werden, wenn die infrage stehende Korrektur erheblich
ist. Ist ein Betrag von mehreren Hundert Franken zu korrigieren, verneint die
Rechtsprechung die erhebliche Bedeutung; geht es um regelmässig wiederkehrende
Leistungen, wird die Erheblichkeit jedoch schon bei einer geringfügigen Korrektur
bejaht (vgl. BGE 119 V 475 E. 1c S. 480 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
9C_655/2007 vom 4. Januar 2008 E. 2 und Kieser, a.a.O., N 34 zu Art. 53 ATSG).
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2.3
2.3.1 Die Beschwerdegegnerin sieht die zweifellose Unrichtigkeit der
Rentenzusprechung vom 28. September 2007 im fehlenden Einkommensvergleich.
Bevor sie am 28. September 2007 die Rente verfügte (UV-act. 86), ermittelte sie bei der
Arbeitgeberin die mutmassliche Lohnentwicklung für die Jahre 2004 bis 2007 und liess
sich den Verdienst des Beschwerdeführers ein Jahr vor dem Unfall bzw. vom
1. September 2002 bis 31. August 2003 mitteilen (UV-act. 78 bis 80). Zum
Invaliditätsgrad hielt die Unfallversicherung in der Verfügung vom 28. September 2007
fest, gestützt auf das Gutachten von Dr. C._ könne der Versicherte seine
angestammte Tätigkeit als Netzwerktechniker zeitlich uneingeschränkt ausüben.
Aufgrund der Unfallfolgen sei es ihm jedoch nicht mehr möglich, sämtliche Tätigkeiten
uneingeschränkt auszuüben, die zu seinem Aufgabenbereich gehörten. Insgesamt
bestehe ein Leistungsausfall von 10% als Netzwerktechniker, was einem
Invaliditätsgrad von 10% entspreche.
2.3.2 Wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid
zutreffend festhält (E. 7b S. 6), wird der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG durch
Vergleich der erzielbaren Einkommen mit und ohne Unfallfolgen bzw. von
Invalideneinkommen und Valideneinkommen festgestellt und ist nicht auf die
medizinisch-theoretische Schätzung der durch die Unfallfolgen bedingten
Leistungseinbusse abzustellen. Es ist Aufgabe der Unfallversicherung aufgrund ihrer
Untersuchungspflicht gemäss Art. 43 ATSG, die Elemente des Einkommensvergleichs
zu erheben.
2.3.3 Indem die Beschwerdegegnerin den vom begutachtenden Arzt ermittelten
Leistungsausfall von 10% dem Invaliditätsgrad gleichsetzte, erhob sie diesen nicht auf
dem gesetzeskonformen Weg des Einkommensvergleichs. Daran ändert die Tatsache,
dass sie in der Verfügung vom 28. September 2007 auf die theoretische
Gesetzesgrundlage von Art. 16 ATSG verwies, nichts. Vielmehr fehlte ihr das
Vergleichselement Invalideneinkommen: Soweit aus den Akten, die dem Gericht zur
Verfügung stehen, ersichtlich, wurde im Sommer 2007 weder das konkrete
(Invaliden-)Einkommen des Beschwerdeführers abgeklärt, noch die Arbeitgeberin
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befragt, ob sie dem Beschwerdeführer einen reinen Leistungslohn auszahle oder auch
soziale Lohnkomponenten ausgerichtet würden.
2.4
2.4.1 Ist die ursprüngliche Rentenzusprechung mangels Einkommensvergleich
nicht rechtskonform erfolgt, kann sie nur dann aufgehoben bzw. die revisionsweise
Aufhebung durch die substituierte Begründung der Wiedererwägung bestätigt werden,
wenn sich auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts
ergibt, dass der Beschwerdeführer als Folge des Unfalls keine Erwerbseinbusse
erleidet und somit keinen Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_224/2009 vom 27. Juli 2009 E. 3.4 mit Hinweisen).
2.4.2 Aufgrund ihrer Abklärungen im Sommer 2009 hielt die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Einspracheentscheid fest, Validen- und Invalideneinkommen seien
gleich und es resultiere keine Erwerbseinbusse (E. 8). Den Angaben von
Geschäftsführer D._ im E-Mail vom 28. August 2009 (UV-act. 97) und des
Versicherten in der Einsprache vom 7. September 2009 (UV-act. 99), er habe seine
Leistungseinbussen durch zeitlichen Mehraufwand und unbezahlte Einsätze
kompensiert, begegnete sie mit dem Einwand, diese würden den Ausführungen im
Formular vom 6. Juli 2009 (UV-act. 90) widersprechen, wonach die Arbeitszeit im
Betrieb und diejenige des Beschwerdeführers 40 Stunden pro Woche betragen
würden.
2.4.3 Mit den Abklärungen, die die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der
Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers durchgeführt hat, ist sie ihrer
Untersuchungspflicht nicht genügend nachgekommen. Zu den Einkommenszahlen
fehlen weiterhin Angaben, ob dem Beschwerdeführer ein Leistungslohn ausbezahlt
wird oder ob dieser eine Sozialkomponente, allenfalls in welcher Höhe, enthält. Die
Angaben, die D._ zur möglichen Lohnentwicklung des Beschwerdeführers ohne
Unfall machte (UV-act. 91) und deren Inhalt umstritten ist, wurden nicht durch
Abklärungen zur Verdienstsituation der übrigen Mitarbeitenden und zum allgemeinen
Vorgehen des Betriebs bei der Lohnfestsetzung plausibilisiert. Es ist weiter weder
überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass der Beschwerdeführer durchschnittlich 40
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Stunden pro Woche arbeitet, noch dass er seine Leistungseinbussen durch zeitlichen
Mehreinsatz kompensiert. Anhaltspunkte zu diesem Streitpunkt sind über die Art der
Stundenaufzeichnungen im Betrieb bzw. von Arbeitszeiten, die von der
Normalarbeitszeit abweichen (Noteinsätzen, Bereitschaftsdiensten usw.), zu erheben.
Zusätzlich sind Informationen zu beschaffen über das Vorgehen bezüglich
Kompensation von Arbeits- und Überzeit durch Freizeit oder allenfalls Entgelt,
allgemein im Betrieb und speziell betreffend den Beschwerdeführer. Erst mit diesen
Abklärungsergebnissen, zu deren Erhebung die Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, werden die Erwerbseinbusse und der
entsprechende Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers korrekt zu ermitteln sein. Sie
sind unabdingbar für eine rechtskonforme Wiedererwägung der ursprünglichen
Rentenverfügung.
3.
3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 17. Dezember 2009 dahingehend gutzuheissen, dass die
Angelegenheit zur Vornahme der nötigen Abklärungen und allfälliger neuer Verfügung
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g
ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Als Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die Verwaltung
zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 228 E. 2b/bb am Ende S. 234). Die
Parteientschädigung ist angesichts der Komplexität der thematisch allerdings im
Wesentlichen auf den Einkommensvergleich begrenzten Streitsache auf CHF 3'500.--,
einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer, festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP