Decision ID: de12c71b-4466-4bca-bd9b-d1ae97e940b2
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde im September 2015 unter Hinweis auf einen schweren Herzfehler bei
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen für medizinische Massnahmen angemeldet (IV-act.
1). Am 19. November 2015 teilte die IV-Stelle den Eltern der Versicherten mit, dass sie
ab dem 16. September 2015 bis zum 30. September 2025 die für die Behandlung des
Geburtsgebrechens Ziff. 313 Anh. GgV anfallenden Kosten übernehme (IV-act. 10).
A.b Am 22. Dezember 2015 reichte der Kinderspitex Verein der IV-Stelle eine
Verordnung über Spitexleistungen ein (IV-act. 13 f.). Am 9. Juni 2016 teilte die IV-Stelle
den Eltern mit, dass sie in Ergänzung zur Mitteilung vom 19. November 2015 die
Kosten der Kinderspitexleistungen vom 15. Oktober 2015 bis 20. Januar 2016 im
Umfang von durchschnittlich vier Einsätzen pro Woche für die Beurteilung des
Allgemeinzustandes und die Verabreichung der Medikamente (max. 45min ohne bzw.
max. 60min mit Wechsel Insuflon pro Einsatz) sowie max. 5h für die Erstbeurteilung
und max. 12h für die weitere Abklärung und Beratung im Verlauf vergüte (IV-act. 31).
A.c Im Juni 2017 meldeten die Eltern die Versicherte zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung an. Sie gaben an, dass die Versicherte beim An- und
Auskleiden, beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen, beim Essen, bei der Körperpflege,
beim Verrichten der Notdurft sowie bei der Fortbewegung bzw. bei der Pflege
gesellschaftlicher Kontakte regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter
angewiesen sei. Die Versicherte sei auf dauernde Hilfe angewiesen und müsse zudem
persönlich überwacht werden (IV-act. 74, vgl. auch IV-act. 51, 56).
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A.d Vom 19. Dezember 2016 bis zum 10. April 2017 war die Versicherte im
Universitäts-Kinderspital Zürich hospitalisiert gewesen. Die behandelnden Ärzte hatten
am 10. April 2017 berichtet, bei der Versicherten bestehe im Wesentlichen eine
terminale Herzinsuffizienz mit Herztransplantation am 19. Dezember 2016, eine
multifaktoriell bedingte, chronische respiratorische Insuffizienz, eine dialysepflichtige
Niereninsuffizienz unklarer Ätiologie sowie eine unklare Hepatopathie (IV-act. 79). Vom
15. bis 17. Juni 2017 war die Versicherte zur Einsetzung eines diagnostischen
Herzkatheters erneut im Kinderspital hospitalisiert (vgl. IV-act. 82-5 ff.).
A.e Die Kinderärztin berichtete der IV-Stelle am 6. Juli 2017, dass der
Gesundheitszustand der Versicherten besserungsfähig sei. Diese habe schon riesige
Fortschritte gemacht. Sie entwickle sich rein somatisch im unteren Bereich der
Perzentile und zeige einen psychosomatischen Entwicklungsrückstand. Das
Entwicklungsalter entspreche aktuell 6-9 Monaten bei einem Alter von 18 Monaten. Die
Kinderärztin gab an, dass die Angaben der Mutter über die Hilflosigkeit mit ihren
Feststellungen übereinstimmten (IV-act. 82-1 ff.).
A.f Am 7. August 2017 reichte der Kinderspitex Verein der IV-Stelle eine weitere
Verordnung für Spitexleistungen ein (IV-act. 95 ff.). Daraufhin teilte die IV-Stelle der
Kinderspitex mit, dass sie das Gesuch zusammen mit dem Anspruch auf
Hilflosenentschädigung und
Intensivpflegezuschlag anlässlich einer Abklärung vor Ort prüfen werde (IV-act. 99).
A.g Am 25. Oktober 2017 führte die Spitex eine Bedarfsabklärung durch, welche einen
zeitlichen Pflegebedarf von insgesamt 993min pro Tag ergab (IV-act. 180-13 ff.).
A.h Am 26. Oktober 2017 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt. Die Eltern der
Versicherten sowie der Kinderspitex Verein brachten am 29. November 2017
Ergänzungen zum (vorläufigen) Abklärungsbericht an. Sie machten im Wesentlichen
geltend, dass bei der Versicherten bis Ende September 2017 wegen des häufigen
Erbrechens, der Sauerstoffverabreichung mit Sättigungskontrolle und der
Monitorüberwachung im Schlaf eine Dauerüberwachung mit Interventionsbereitschaft
habe durchgeführt werden müssen (IV-act. 115-1, 117-12).
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A.i Die zuständige Abklärungsperson notierte im (definitiven) Abklärungsbericht vom
29. Dezember 2017, dass die Versicherte einen deutlichen Entwicklungsrückstand
aufweise. Seit dem Spitalaustritt im April 2017 könne sie sich endlich entwickeln; bisher
sei der Verlauf nach der Herztransplantation gut. Die Versicherte benötige nach wie vor
viel Behandlung und sie werde überwiegend per Sonde ernährt. Seit August 2017 sei
der Zustand abgesehen von ca. einmal monatlich auftretenden Infekten gut. Die
Angaben der Mutter der Versicherten sowie die Ergänzungen der Einsatzleiterin des
Kinderspitex Vereins seien gut nachvollziehbar und absolut glaubwürdig. Der
Betreuungsaufwand pro Tag sei nach wie vor gross. Seit September 2017 hätten die
Spitex-Einsätze auf durchschnittlich 2x pro Woche à je 3.5 Std. reduziert werden
können. Die Abklärungsperson hielt weiter fest, dass in den von den Eltern sowie vom
Kinderspitex Verein eingereichten Ergänzungen zum Abklärungsbericht darum ersucht
worden sei, eine medizinische Dauerüberwachung mit Interventionsbereitschaft bis
Ende September 2017 zu berücksichtigten, da eine solche bei gesunden Kindern nicht
notwendig sei. Dem sei entgegen zu halten, dass eine intensive Überwachung bei
Kindern bis zum Alter von vier Jahren durchaus altersentsprechend sei. Die
Überwachung erfolge bei der Versicherten über einen Monitor, weshalb nicht die
gesamte Zeit berücksichtigt werden könne. Die zuständige Abklärungsperson hielt
zusammenfassend fest, dass bei der Versicherten die Verrichtungen Essen,
Fortbewegung sowie Aufstehen/Absitzen/Abliegen zu berücksichtigen seien. Dabei
ergebe sich ab Spitalaustritt, d.h. ab dem 10. April 2017, eine Hilflosenentschädigung
basierend auf einer Hilflosigkeit leichten Grades. Hinsichtlich des
Intensivpflegezuschlages sei gemäss der Zusammenstellung und nach Abzug der
Spitexleistungen durchgehend ab Spitalaustritt ein täglicher zeitlicher Mehraufwand
von 8 Stunden von April bis August 2017 und von 6 Stunden ab September 2017
ausgewiesen. Zu den Spitexleistungen hielt die Abklärungsperson fest, dass ab Beginn
der Spitexeinsätze im April pro Einsatz von 8.00 bis 11.30 Uhr 137.5 Min. für die
Behandlungspflege übernommen würden. Zusätzlich könnten, falls effektiv
durchgeführt und belegt, 45 Min. für das Inhalieren, das neu legen der Sonde sowie die
Blutdruckmessungen übernommen werden (IV-act. 117-13 ff.).
A.j Der RAD-Arzt Dr. B._, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, notierte am 8.
Januar 2018, dass der ermittelte Bedarf an Behandlungspflege mit total maximal 3 Std.
und 3 Min. nachvollziehbar sei. Die Leistungen würden in der Regel 2-3x wöchentlich
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erbracht. Aus der Arbeitszeitstatistik gingen überwiegend Einsatzdauerzeiten von 3.5
Std. und vereinzelt 1-2 Std. hervor. Einige medizinische Pflegemassnahmen, wie z.B.
das Richten der Medikation, seien sicherlich seitens der Spitex zu hoch eingeschätzt
und deshalb entsprechend korrigiert worden (IV-act. 118).
B.
B.a Mit einem Vorbescheid vom 8. Januar 2018 teilte die IV-Stelle den Eltern der
Versicherten mit, dass diese ab dem 10. April 2017 bis zum 31. August 2018 einen
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung basierend auf einer Hilflosigkeit leichten
Grades sowie auf einen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag für den
pflegerischen Mehraufwand von mindestens 8 Std. pro Tag habe. Ab dem 1.
September 2017 bestehe ein Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag für den
pflegerischen Mehraufwand von mindestens 6 Std. pro Tag. Hinsichtlich der
beantragten Dauerüberwachung hielt sie fest, dass eine intensive Überwachung bei
Kindern bis vier Jahre durchaus altersentsprechend sei und die Überwachung bei der
Versicherten über den Monitor erfolge, weshalb keine Überwachungspauschale
berücksichtigt werden könne. Hingegen könne die volle Zeit während des Sondierens
angerechnet werden. Die restlichen Punkte seien bei der Berechnung der Zeiten
vollumfänglich zusätzlich berücksichtigt worden (IV-act. 120).
B.b Mit einem weiteren Vorbescheid vom 11. Januar 2018 stellte die IV-Stelle den
Eltern der Versicherten die Übernahme der Kosten für die Kinderspitex-Leistungen ab
dem 10. April 2017 bis 31. Dezember 2018 von total 137.5 Min. für die
Behandlungspflege bzw. von total 182.5 Min. pro Tag bei zusätzlichem Inhalieren,
Blutdruck messen und Sonde neu legen in Aussicht. Zusätzlich könnten einmalig für
die Abklärung und die Dokumentation des Pflegeaufwandes maximal 5 Std. sowie für
die Beratung und Dokumentation maximal 3 Std. pro Monat verrechnet werden (IV-act.
122).
B.c Am 7. Februar 2018 erhob der Kinderspitex Verein im Namen der Versicherten
einen Einwand gegen die Vorbescheide. Er rügte im Wesentlichen, dass keine
Überwachungspauschale berücksichtigt worden sei. Ausserdem sei der
Intensivpflegezuschlag weiterhin auf der Grundlage von 8 Std. auszurichten, da ab dem
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1. Oktober 2017 im Zuge der Einstellung der Dauerüberwachung die Spitexleistungen
reduziert worden seien, wodurch der Elternteil wiederum auf über 8 Std. gestiegen sei
(IV-act. 123).
B.d Der RAD-Arzt. Dr. B._ hielt in seiner Stellungnahme vom 26. März 2018 fest, es
könne versicherungsmedizinisch nicht nachvollzogen werden, dass die Versicherte
vom Spitalaustritt im April 2017 bis Ende September 2017 über einen Zeitraum von
über fünf Monaten jede Nacht durch eine Spitexfachperson habe überwacht werden
müssen. Wäre dies der Fall gewesen, hätte aus medizinischer Sicht am 10. April 2017
kein Spitalaustritt erfolgen dürfen und können. Die Monitorüberwachung in der Nacht
sei als ausreichend anzusehen. Die Anwesenheit einer Pflegefachperson über 24
Stunden täglich sei medizinisch nicht indiziert gewesen (IV-act. 131).
B.e Am 27. März 2018 verfügte die IV-Stelle gemäss ihren Vorbescheiden vom 8. und
11. Januar 2018. Hinsichtlich der Einwände verwies sie im Wesentlichen auf die
Ausführungen des RAD (IV-act. 133, 134).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 27. März 2018 betreffend Hilflosenentschädigung und
Intensivpflegezuschlag erhob der Kinderspitex Verein für die Versicherte am 8. Mai
2018 Beschwerde. Er stellte den Antrag, "die Verfügung vom 27. März 2018 sei
aufzuheben und es sei festzustellen und die IV anzuweisen, den Intensivpflegezuschlag
von > 8 Std. bis am 30.09.2017 und nicht bis am 31.08.2017 zu vergüten und ab dem
01.10.2017 weiterhin bei > 8 Std. zu belassen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, den Pflegebedarf vor Ort ab 01.10.2017 durch eine Fachperson mit
medizinischer Qualifikation durch die Prüfung jeder einzelnen Vorkehr abzuklären und
divergierende Meinungen zum Abklärungsbericht der Kinderspitex zu begründen und
entsprechend neu zu verfügen". Er begründete dies im Wesentlichen damit, dass die
ärztliche Dauerüberwachung zu Recht per 30. September 2017 aufgehoben worden
sei. Gemäss der Logik der Beschwerdegegnerin hätte der Intensivpflegezuschlag von
über 8 Std. jedoch bis zur Aufhebung der Dauerüberwachung und nicht nur bis zum 31.
August 2017 ausgerichtet werden müssen. Die Reduktion des
Intensivpflegezuschlages nach der Aufhebung der Dauerüberwachung könne jedoch
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weder per 1. noch per 30. September 2017 akzeptiert werden, da der durch die Eltern
ab Oktober 2017 erhöhte freiwillig geleistete Pflegeaufwand im Sinne von Art. 13 IVG
als Mehraufwand zur Intensivpflegezuschlag-Ermittlung von der Beschwerdegegnerin
nicht im Sinne der Gesetzgebung abgeklärt und gewürdigt worden sei. Die Abklärung
für Pflegevorkehren gemäss Art. 13 IVG habe durch eine medizinisch ausgebildete
Fachkraft unter Beizug der an der Pflege beteiligten Pflegefachfrauen zu erfolgen.
Divergierende Meinungen seien im Bericht festzuhalten und zu begründen. Ab Oktober
2017 habe sich der Pflegeanteil der Eltern erhöht und dieser Mehraufwand müsse bei
der Anrechnung des Intensivpflegezuschlages berücksichtigt werden. Der pflegerische
Mehraufwand belaufe sich auf 16 Std. (962 Min.) pro Tag bei total 993 Min.
Pflegeleistungen abzüglich 31 Min. Kinderspitexleistungen (IV 2018/166 act. G 1).
C.b Am 8. Mai 2018 erhob der Kinderspitex Verein zudem Beschwerde gegen die
Verfügung vom 27. März 2018 betreffend medizinische Massnahmen
(Spitexleistungen). Sie beantragte, "die Verfügung vom 27.03.2018 sei aufzuheben und
die IV anzuweisen, die gesamten vom 10.04.2017 bis 30.09.2017 geleisteten
Pflegeleistungen zu vergüten, sowie ab dem 01.10.2017 eine neue Abklärung vor Ort
zu veranlassen, um ab dem 01.10.2017 eine neue Verfügung zu erlassen, die
prospektiv dem effektiv ermittelten Pflegeaufwand als Kostendach entspricht und nicht
nur die retrospektiv ermittelten Pflegestunden umfasst". Er begründete dieses
Begehren im Wesentlichen mit denselben Argumenten wie in der Beschwerde
betreffend Hilflosenentschädigung und Intensivpflegezuschlag. Darüber hinaus führte
er an, dass die medizinische Dauerüberwachung mit Interventionsbereitschaft in der
Verordnung für Spitexleistungen explizit ärztlich angeordnet worden sei. Bei der
Monitorüberwachung für lebenswichtige Funktionen handle um eine KLV-
Pflichtleistung, welche bei Ausfall der Eltern nur durch ausgebildetes Pflegepersonal
übernommen werden könne. Die gegenteilige Auffassung des RAD müsse in diesem
Zusammenhang angezweifelt werden. Zumindest hätte der RAD Rücksprache mit dem
verordnenden Arzt nehmen müssen, was offensichtlich unterlassen worden sei. Auf
den 1. Oktober 2017 habe die Dauerüberwachung aufgrund der ärztlichen Anordnung
aufgehoben werden können. Mit dem Wegfall der Dauerüberwachung und der
Erhöhung des freiwilligen Pflegeanteils der Eltern werde eine neue Abklärung vor Ort
notwendig. Die Bedarfsabklärung sei am 25. Oktober 2017 durch das
Pflegefachpersonal seitens der Kinderspitex erfolgt. Diese habe einen Pflegeaufwand
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von total 993 Min. am Tag ergeben. Die Beschwerdegegnerin müsse die einzelnen
Vorkehren auf die korrekte Pflegezeit prüfen und die Angaben der Pflegefachpersonen
berücksichtigen (IV 2018/167 act. G 1).
C.c Der zuständige Fachbereich der Beschwerdegegnerin notierte in seiner
Stellungnahme vom 12. Juni 2018, dass nicht die gesamten geleisteten Pflegestunden
bis zum 30. September 2017 vergütet werden könnten, da die medizinische
Dauerüberwachung nicht berücksichtigt werden könne. Neuerliche Abklärungen für die
Leistungsfestsetzung ab Oktober 2017 seien nicht notwendig, da anlässlich der
Abklärung vor Ort vom 26. Oktober 2017 der damals aktuelle Pflegebedarf der
Beschwerdeführerin ab Oktober 2017 ebenfalls abgeklärt worden sei (IV-act. 185).
C.d Die Beschwerdegegnerin beantragte am 15. Juni 2018 die Abweisung der
Beschwerden. Im Verfahren IV 2018/166 betreffend den Intensivpflegezuschlag führte
sie zur Begründung im Wesentlichen aus, es gebe keine Hinweise darauf, dass die
Abklärung bei der Beschwerdeführerin zu Hause nicht umfassend und kompetent
durchgeführt worden wäre. Zudem sei der RAD in das Abklärungsverfahren
miteinbezogen worden. Dessen Stellungnahme vom 26. März 2018 bezüglich des
strittigen Punktes der geltend gemachten Dauerüberwachung sei schlüssig und werde
durch die Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar widerlegt. Die Berechnung des
behinderungsbedingten Mehraufwandes sei gemäss der Stellungnahme des
Fachbereichs vom 12. Juni 2018 korrekt erfolgt und die Herabsetzung des
Intensivpflegezuschlages sei erfolgt, weil weniger Grund- und Behandlungspflege
angefallen sei. Auf die fundierten Ausführungen des Fachbereichs sei abzustellen (IV
2018/166 act. G 4). Im Zusammenhang mit der Beschwerde betreffend
Kinderspitexleistungen verwies die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf die
Ausführungen in der Beschwerdeantwort im Verfahren IV 2018/166 (IV 2018/167 act. G
4).
C.e Am 20. August 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren jeweiligen Standpunkten
fest (act. G 6 in beiden Verfahren).
C.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete in beiden Verfahren auf die Einreichung einer
Duplik (vgl. act. G 8 in beiden Verfahren).
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Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 13 IVG haben versicherte Personen bis zum vollendeten 20. Altersjahr
Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG)
notwendigen medizinische Massnahmen. Die von der IV anerkannten
Geburtsgebrechen sind im Anhang der Verordnung über Geburtsgebrechen aufgelistet
(Art. 1 Abs. 2 Satz 1 GgV). Der Leistungsanspruch beschränkt sich dabei gemäss Art. 2
Abs. 3 GgV auf diejenigen Vorkehren, die nach der bewährten Erkenntnis der
medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und die den therapeutischen Erfolg in einer
einfachen und zweckmässigen Weise anstreben. Damit gelten dieselben Grundsätze
wie in der Krankenpflegeversicherung gemäss KVG (vgl. Art. 32 Abs. 1 KVG; vgl. auch
Rz. 6 des Kreisschreibens über die medizinischen Massnahmen). Medizinische
Massnahmen sind dabei im Rahmen des konkreten Einzelfalles zu prüfen. Die bei
Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen nach Art. 13 Abs. 1 IVG
umfassen insbesondere die von einem Arzt oder auf dessen Anordnung hin durch
medizinische Hilfspersonen in der Haus- oder Anstaltspflege vorgenommenen
Behandlungen (Art. 14 Abs. 1 IVG). Neben den medizinischen Massnahmen nach Art.
13 f. IVG sieht die IV die Hilflosenentschädigung (Art. 42 IVG) vor, welche bei
Minderjährigen, die zusätzlich eine intensive Betreuung benötigen, um einen
Intensivpflegezuschlag erhöht wird. Beim Intensivpflegezuschlag ist der Mehrbedarf an
Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen
gleichen Alters als Betreuung anrechenbar (Art. 42ter Abs. 3 IVG).
1.2 Diese von der Invalidenversicherung vorgesehenen beiden Leistungsarten
unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, dass als medizinische Massnahmen
nach Art. 13 f. IVG nur Leistungen in Betracht fallen, die eine medizinische Qualität
aufweisen und zwingend von medizinisch ausgebildeten Fachpersonen erbracht
werden müssen (sog. medizinische Pflegemassnahmen; vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. a i.V.m.
Art 39 Abs. 2 Satz 2 IVV). Dagegen setzt die in den Anwendungsbereich der
Hilflosenentschädigung fallende Grundpflege, also die sogenannten nicht
medizinischen Pflege- und Betreuungsmassnahmen, keine medizinische
Berufsqualifikation voraus und kann demnach auch von Personen ohne medizinische
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Fachkenntnisse erbracht werden (vgl. auch das IV-Rundschreiben Nr. 362 vom 23.
März 2017 mit Verweis auf BGE 136 V 209 E. 7, E. 10).
1.3 Die Beschwerdeführerin leidet an einem Geburtsgebrechen nach Art. 13 IVG. Zu
dessen Behandlung benötigt sie u.a. medizinische Pflegeleistungen, die durch die
Kinderspitex erbracht werden. Strittig ist im Beschwerdeverfahren IV 2018/167 nicht
der Anspruch auf Spitexleistungen an sich, sondern nur die Frage, ob die
Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2017 eine medizinische Dauerüberwachung
benötigt hat, die nur durch die Kinderspitex hätte übernommen werden dürfen, so dass
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf medizinische Pflegeleistungen der Spitex
höher als verfügt hätte ausfallen müssen. Im Beschwerdeverfahren IV 2018/166 ist
ebenfalls nur um die Frage der Intensität der Überwachung, hier allerdings in der Form
der Grundpflege durch die Eltern, zu beantworten. Das ausschlaggebende
Sachverhaltselement ist also in beiden Beschwerdeverfahren die Überwachung der
Beschwerdeführerin. Da der massgebliche Sachverhalt der beiden Verfahren damit
weitgehend übereinstimmt und sich teilweise dieselben Rechtsfragen stellen, sind die
Verfahren aus verfahrensökonomischen Gründen in einem Urteil zu erledigen.
1.4 Sollte ein Bedarf nach einer besonders intensiven medizinischen Pflege bestanden
haben, so können daraus nicht ein Anspruch auf Spitexleistungen und gleichzeitig ein
Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag abgeleitet werden (vgl. das IV-
Rundschreiben Nr. 362, S. 4). Entweder käme es zu einer Erhöhung des
Intensivpflegezuschlags oder aber zur Erhöhung der Kosten für die von der
Kinderspitex effektiv erbrachten Überwachungsleistungen, je nachdem ob die
Überwachung durch die Eltern der Beschwerdeführerin oder durch eine medizinisch
ausgebildete Fachperson der Spitex durchgeführt worden wäre (vgl. nachfolgend E.
2.1).
2.
2.1 Der monatliche Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem Betreuungsaufwand von
mindestens acht Stunden pro Tag 60%, bei einem solchen von mindestens sechs
Stunden pro Tag 40% und bei einem solchen von mindestens vier Stunden pro Tag
20% des Höchstbetrages der Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 AHVG. Der
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Zuschlag berechnet sich pro Tag (Art. 42ter Abs. 3 IVG). Eine intensive Betreuung liegt
bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge der Beeinträchtigung
der Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens vier Stunden benötigen (Art. 39
Abs. 1 IVV). Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und
Grundpflege im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht
anrechenbar ist der Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen,
welche durch medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für
pädagogisch-therapeutische Massnahmen (Art. 39 Abs. 2 IVV). Bedarf eine
minderjährige Person infolge einer Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer
andauernden Überwachung, so kann diese als Betreuung von zwei Stunden
angerechnet werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte Überwachung ist
als Betreuung von vier Stunden anrechenbar (Art. 39 Abs. 3 IVV).
2.2 Eine besonders intensive dauernde Überwachung nach Art. 39 Abs. 3 Satz 2 IVV
liegt vor, wenn von der Betreuungsperson eine überdurchschnittlich hohe
Aufmerksamkeit und eine ständige Interventionsbereitschaft gefordert werden. Dies
bedeutet, dass sich die Betreuungsperson permanent in unmittelbarer Nähe der
versicherten Person aufhalten muss, da eine kurze Unachtsamkeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit lebensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven Schädigung
von Personen und Gegenständen führen würde. Aufgrund der geforderten 1:1-
Überwachung/Betreuung kann sich die Betreuungsperson nicht gleichzeitig anderen
Aktivitäten widmen. Zudem müssen zum Schutz der versicherten Person und ihrer
Umgebung bereits geeignete Massnahmen zur Schadenminderung getroffen worden
sein, wobei es diesbezüglich nicht zu einer unzumutbaren Situation der Umgebung
kommen darf. Können Überwachungsinstrumente (Monitor, Alarm) eingesetzt werden,
ist nicht per se von einer besonders intensiven Überwachung auszugehen (vgl. das
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV, KSIH, Rz. 8079). Eine
besonders intensive dauernde Überwachung mit ständiger Interventionsbereitschaft ist
im Falle der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Akten als nicht
überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen zu erachten. Zwar ist die
Beschwerdeführerin in der Nacht mittels eines Monitors überwacht worden. Allerdings
ist aufgrund der vorliegenden Akten davon auszugehen, dass es sich dabei um eine
reine Videoüberwachung (ohne zusätzliche Überwachung der Sauerstoffsättigung o. ä.)
gehandelt hat. Der RAD-Arzt Dr. B._ hat diese Monitorüberwachung in seiner
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medizinischen Stellungnahme vom 26. März 2018 als ausreichend angesehen und
nachvollziehbar festgehalten, dass die Anwesenheit einer Überwachungsperson über
24 Stunden täglich zusätzlich zur nächtlichen Monitorüberwachung medizinisch nicht
indiziert gewesen sei (vgl. IV-act. 131). Im Weiteren überzeugt auch die Beurteilung des
RAD-Arztes, dass beim Erfordernis einer besonders intensiven Überwachung, wie sie
von der Beschwerdeführerin geltend gemacht wird, aus medizinischer Sicht kein
Spitalaustritt hätte erfolgen können. Demnach hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
einen Bedarf nach einer besonders intensiven dauernden Überwachung im Sinne von
Art. 39 Abs. 3 Satz 2 IVV verneint. Tatsächlich hat die Beschwerdegegnerin überhaupt
keinen Überwachungsbedarf berücksichtigen können, weil dieser bei der
Beschwerdeführerin trotz der Monitorüberwachung nicht höher gewesen ist als bei
einem gesunden zweijährigen Kind, m.a.W. weil der Überwachungsbedarf rein
juristisch betrachtet nicht krankheits-, sondern altersbedingt gewesen ist. Die
Verfügung vom 27. März 2018 (IV-act. 134) erweist sich somit in ihrem angefochtenen,
den Intensivpflegezuschlag regelnden Teil als korrekt.
3.
Kann die Überwachung der Beschwerdeführerin ihrer Qualität nach als Betreuungs-
bzw. Grundpflegebedarf qualifiziert werden, der bei zweijährigen Kindern als
entwicklungsbedingt notwendig zu betrachten ist, so kann offensichtlich keine
medizinische, d.h. nur durch die Kinderspitex durchzuführende Überwachung nötig
gewesen sein. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht das entsprechende
Vergütungsbegehren abgewiesen. Auch die Verfügung vom 27. März 2018 betreffend
die Kostengutsprache für die Leistungen der Kinderspitex (vgl. IV-act. 133) erweist sich
somit als korrekt.
4.
4.1 Die Beschwerde sind somit abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Aufgrund des annähernd gleichen Beurteilungsaufwandes der beiden
Beschwerdeverfahren bei einem weitgehend identischen Sachverhalt mit einer jeweils
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deutlich unterdurchschnittlichen Zahl relevanter Akten erscheint eine Gerichtsgebühr
von je Fr. 400.-- als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind
beide Gerichtsgebühren (zusammen Fr. 800.--) vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Sie sind durch die beiden von der Beschwerdeführerin geleisteten
Kostenvorschüsse von je Fr. 400.-- gedeckt. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin in beiden Beschwerdeverfahren keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
4.2 Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, das Urteil zu unterzeichnen, wird die
zweite Unterschrift von einer am Entscheid mitwirkenden Richterin geleistet (Art. 39ter
Abs. 2 VRP).