Decision ID: 7d1d002b-bbe1-4934-9e0c-09ba8b75e008
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz (Obhut etc.)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen
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Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 8. Dezember 2011 (EE100181)
Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am  Zürich, 5. Abteilung, vom 8. Dezember 2011 (Urk. 159):
Es wird verfügt:
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien seit dem 12. April 2010 getrennt leben.
2. Die Tochter C._, geboren am tt.mm.2006, wird unter die Obhut der  gestellt.
3. Die mit Verfügung vom 27. Mai 2010 angeordnete und mit Verfügung vom 15. Oktober 2010 bestätigte Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft für die Tochter C._ gemäss Art. 176 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wird weitergeführt.
Der Beiständin werden die folgenden Aufgaben übertragen:
- die Eltern mit Rat und Tat bei der Betreuung und Erziehung des Kindes zu unterstützen und ihnen soweit notwendig dafür Weisungen zu erteilen,
- soweit notwendig die Kommunikation der Eltern zwecks Ausübung der ihnen gemeinsam zustehenden elterlichen Sorge zu unterstützen,
- soweit notwendig Massnahmen zur Unterstützung der Eltern in ihrer  wie z.B. eine sozialpädagogische Familienbegleitung ,
- gemäss Ziff. 4 nachstehend die Besuche von C._ beim Vater und soweit notwendig eine Übergabebegleitung oder evtl. eine Besuchsbegleitung zu , über die Besuchsmodalitäten verbindlich zu entscheiden und soweit aus Gründen des Kindeswohls notwendig resp. angezeigt einzelne Besuche , die Besuchszeiten einzuschränken oder auszudehnen.
4. Dem Beklagten wird ein Besuchsrecht für die Tochter C._ auf eigene Kosten wie folgt eingeräumt:
A Bis zum Ende der Sommerschulferien 2012: ein von der Erziehungsbeiständin zu organisierendes Besuchsrecht von zwei  pro Woche zu je ca. sechs Stunden, und zwar soweit und solange  mit begleiteten Kindesübergaben.
Dabei stehen der Erziehungsbeiständin insbesondere die folgenden Kompetenzen zu: - die Besuchszeiten und Besuchstermine festzulegen, - die Besuchszeiten soweit angezeigt zu reduzieren oder auszudehnen, - versuchsweise einzelne Wochenend- und/oder Ferienbesuche von C._ beim Vater zu organisieren, - über die weitere Notwendigkeit einer Übergabebegleitung zu entscheiden, - soweit nötig eine Besuchsbegleitung zu installieren, - über das Nachholen von ausgefallenen Besuchstagen zu entscheiden.
B Ab Ende August 2012 (nach den Sommerschulferien 2012):
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- alle 14 Tage (beginnend ab 24. August 2012) von Freitag, 12.00 Uhr resp. ab - oder Schulschluss bis Montagmorgen, Kindergarten- resp. Schulbeginn, wobei der Beklagte verpflichtet ist, C._ am Montagmorgen direkt in den  oder die Schule zu bringen resp. an einem Feiertag um 9.00 Uhr direkt zur Mutter zurück zu bringen;
- alle 14 Tage am Freitagnachmittag (vor dem Wochenende ohne Besuchsrecht) nach Kindergarten- oder Schulschluss bis ca. 18.00 Uhr,
- in Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Weihnachtsfeiertage vom 24. Dezember, 9.00 Uhr bis 26. Dezember, 17.00 Uhr,
- beim Jahreswechsel von gerader zu ungerader Jahreszahl über Silvester und  vom 31. Dezember, 9.00 Uhr bis 2. Januar, 17.00 Uhr,
- in Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeiertage von Karfreitag, 9.00 Uhr bis Ostermontag, 17.00 Uhr,
- in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten von Freitag, 17.00 Uhr bis Pfingstmontag, 17.00 Uhr,
- vier Wochen Ferien pro Jahr in den Schulferien, wovon jeweils höchstens zwei  zusammenhängend; seine Ferienwünsche mit C._ hat der Vater  drei Monate im Voraus anzumelden.
Dabei stehen der Erziehungsbeiständin insbesondere die folgenden Kompetenzen zu: - die Besuchszeiten und Besuchstermine den Bedürfnissen des Kindes und der Eltern anzupassen, - die Besuchszeiten soweit angezeigt zu reduzieren oder auszudehnen, - insbesondere das Ende des Wochenendbesuchsrechts auf Sonntagabend , sofern C._ mit dem direkten Verbringen in den Kindergarten resp. die Schule überfordert wäre, - über die weitere Notwendigkeit einer Übergabebegleitung zu entscheiden, - soweit nötig die Besuchszeiten auf einzelne Tage oder Halbtage einzuschränken und dafür eine Besuchsbegleitung zu installieren, - über das Nachholen von ausgefallenen Besuchstagen zu entscheiden.
5. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin den Pass von C._ bis spätestens 17. Dezember 2011 auszuhändigen. Diese Anordnung gilt auch als vorsorgliche  mit sofortiger Vollstreckbarkeit.
6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Dauer des Getrenntlebens  Kinderunterhaltsbeiträge für C._ von Fr. 1'200.– zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab dem 12. April 2010.
Bereits bezahlte Kinderzulagen durch den Beklagten werden angerechnet.
7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Dauer des Getrenntlebens wie folgt monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 1'300.– vom 12. April 2010 bis 29. Februar 2012;
- Fr. 1'700.– ab 1. März 2012.
Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
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8. Es wird festgestellt, dass zwischen den Parteien kein Kontaktverbot besteht. Den Parteien wird empfohlen, direkte Gesprächskontakte zum Wohle ihrer Tochter C._ wieder aufzubauen und zu pflegen.
9. Es wird die Gütertrennung unter den Parteien mit Wirkung ab 1. April 2010 .
10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 18'000.–.
11. Die Kosten werden zu einem Drittel der Klägerin und zu zwei Dritteln dem Beklagten auferlegt, jedoch zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachzahlungspflicht gestützt auf § 92 ZPO/ZH bleibt vorbehalten.
12. Der Beklagte wird verpflichtet, Fürsprecherin lic. iur. Y1._ eine reduzierte  in der Höhe von Fr. 8'000.– zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer auf dem Betrag von Fr. 6'000.– und 8% Mehrwertsteuer auf dem Betrag von Fr. 2'000.– zu bezahlen. Zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit beim Beklagten wird diese  Fürsprecherin lic. iur. Y1._ direkt aus der Gerichtskasse ausbezahlt, mit der Folge, dass ihr Anspruch gegenüber dem Beklagten auf die Gerichtskasse übergeht.
Damit wird Fürsprecherin lic. iur. Y1._ für ihre Bemühungen und Barauslagen als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Klägerin im vorliegenden  mit insgesamt Fr. 24'000.-- zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer auf dem Betrag von Fr. 18'000.– und 8% Mehrwertsteuer auf dem Betrag von Fr. 6'000.– entschädigt, worauf die ihr mit Verfügung vom 1. März 2011 bereits ausgerichtete Akontozahlung von Fr. 15'300.-- aus der Gerichtskasse angerechnet wird. Die Klägerin trifft für den Betrag von Fr. 16'000.-- zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer auf dem Betrag von Fr. 12'000.– und 8% Mehrwertsteuer auf dem Betrag von Fr. 4'000.– eine  im Sinne von § 92 ZPO/ZH.
13. (Mitteilung)
14. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 158):
"1. Die Verfügung vom 8. Dezember 2011 sei aufzuheben und die von beiden Parteien  Eheschutzkonvention vom 17. März 2012 bzw. 23. März 2012 durch das
Obergericht zu genehmigen.
2. Eventualiter sei die Sache zur Genehmigung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Subeventualiter sei die Verfügung vom 8. Dezember 2011 aufzuheben und vom Ober-
gericht wie folgt neu zu beurteilen:
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3.1 In Abänderung von Disp Ziff. 2 sei die Tochter C._, geb. tt.mm.2006, unter die ge-
teilte Obhut der Parteien (je 50%) zu stellen. Der Wohnsitz der Tochter verbleibt bei
der Mutter.
3.3 Es sei die in Dispo Ziff. 4. A und 4. B geregelte Besuchszeit aufzuheben und wie folgt
zu regeln:
- der Vater holt C._ jeden Mittwoch um 11.50 Uhr vom Kindergarten bzw. der
Schule ab und bringt sie am Donnerstagmorgen jeweils wieder in den Kindergarten
oder die Schule;
- der Vater holt C._ jeden Freitag um 11.50 Uhr vom Kindergarten bzw. der
Schule ab. C._ bleibt bis Sonntag 12 Uhr beim Vater.
- die Mutter holt C._ am Sonntag um 12 Uhr aus der väterlichen Wohnung ab.
- Ferien: Jeder Elternteil erhält das Recht, jährlich mit C._ je 50% der Schulferi-
en zu verbringen, wobei mindestens zwei Wochen pro Jahr zusammenhängend.
- Das Besuchsrecht von C._ beim Vater sei (analog Dispo Ziff. 4. B der ange-
fochtenen Verfügung) bezüglich Weihnachten, Jahreswechsel, Ostern und Pfings-
ten wie folgt zu regeln:
- In Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Weihnachtsfeiertage vom 24. Dezem-
ber, 9.00 Uhr bis 26. Dezember, 17.00 Uhr;
- beim Jahreswechsel von gerader zu ungerader Jahreszahl über Silvester und Neu-
jahr vom 31. Dezember, 9.00 Uhr bis 2. Januar, 17.00 Uhr;
- in Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeiertage von Karfreitag, 9.00 Uhr
bis Ostermontag, 17.00 Uhr;
- in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten von Freitag, 17.00 Uhr bis
Pfingstmontag, 17.00 Uhr;
3.4. Es sei Vormerk zu nehmen, dass beide Eltern C._ zu je 50% betreuen. Soweit die
Betreuung 50 : 50 bleibt, können die Parteien einvernehmlich auch eine andere Lösung
wählen. Die Betreuungsordnung wird jeweils an die sich ändernden Stundenpläne und
Freizeitbeschäftigungen von C._ angepasst.
3.6. Es sei festzuhalten, dass sich [der] Kindsvater ausdrücklich bereit erklärt, sich mög-
lichst nach den Bedürfnissen der Kindsmutter auszurichten.
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4. Die in Ziff. 6 statuierten Kinderunterhaltsbeiträge ab 12. April 2010 seien aufzuheben.
In Abänderung von Dispo Ziff. 6 sei festzuhalten, dass jeder Ehegatte selber für den
Unterhalt von C._ sorgt bzw. sich die Kinderunterhaltsansprüche der Ehegatten
ausgleichen. Notwendige grosse Anschaffungen werden gemeinsam je hälftig getra-
gen. Der Ehemann verpflichtet sich, allfällige von ihm bezogene Kinder- und Ausbil-
dungszulagen für C._ an die Ehefrau weiterzuleiten.
5. Die in Ziff. 7 statuierte Unterhaltszahlung an die Ehefrau sei aufzuheben.
6. Es seien die in Dispositiv Ziff. 3 angeordneten Erziehungs- und Besuchrechtsbeistand-
schaft sowie die in Dispositiv Ziff. 4.A angeordnete begleitete Kinderübergabe aufzu-
heben.
7. Die Kostenverteilung in Ziff. 11 sei aufzuheben und die Kosten den Parteien - wie üb-
lich - zu je 50% aufzuerlegen. Es wird jedoch auf ihre jeweiligen Gesuche um UP/URB
verwiesen.
8. Der Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
9. Es sei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspfle-
ge (UP/URB) zu bewilligen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7.6% bzw. 8% MwSt) zu Lasten der Be-
rufungsbeklagten."

Erwägungen:
1. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1.1. Mit Eingabe vom 15. April 2010 machte die Klägerin und Berufungsbeklag-
te (fortan Klägerin) bei der Vorinstanz ein Eheschutzverfahren anhängig (Urk. 1).
Mit Verfügung vom 8. Dezember 2011 entschied die Vorinstanz gemäss vorste-
hend wiedergegebenem Dispositiv (Urk. 159).
1.2. Mit fristgerechter Eingabe vom 23. März 2012 (Urk. 157 B), ergänzt durch
die Eingabe vom 30. März 2012 (Urk. 158), erhob der Beklagte und Berufungs-
kläger (fortan Beklagter) Berufung gegen die Verfügung der Vorinstanz vom
8. Dezember 2011. Gleichzeitig reichte er eine von beiden Parteien unterzeichne-
te Eheschutzvereinbarung (Urk. 160/4) ein und ersuchte um Genehmigung durch
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die erkennende Kammer. Mit Verfügung vom 10. April 2012 wurde der Berufung
antragsgemäss aufschiebende Wirkung erteilt (Urk. 163). Mit Eingabe vom
28. Mai 2012 erteilte die Klägerin auf Aufforderung der erkennenden Kammer
Auskunft über ihre aktuelle Erwerbs- und Einkommenssituation (Urk. 165, 166).
Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 28. Juni 2012 schlossen die Parteien
unter Mitwirkung des Gerichts und in Abänderung ihrer Eheschutzvereinbarung
vom 23. März 2012 einen Vergleich zum Kinderunterhalt (Urk. 170). Die Prozess-
beiständin des Kindes, Y2._, nahm mit Eingabe vom 20. August [recte: Juli]
2012 zu den in der Eheschutzvereinbarung beantragten Kinderbelangen Stellung
(Urk. 172). Auf die Einholung einer Stellungnahme der Parteien wurde verzichtet
(Prot. S. 5).
2. Vergleich
2.1. Die von den Parteien geschlossene Eheschutzvereinbarung vom 23. März
2012 lautet wie folgt:
"Ausgangslage:
Die Parteien leben seit 12. April 2010 getrennt und haben eine gemeinsame Tochter. Zur Klärung
der Situation und damit das Verfahren EE100181-L/U abgeschlossen werden kann, schliessen die
Parteien folgenden Vergleich und beantragen die Genehmigung durch das Gericht:
1. Die Eheleute wohnen weiterhin getrennt.
2. Der Ehemann verbleibt in der ehelichen Wohnung ... [Adresse], und kommt für sämtliche
Verpflichtungen aus dem Mietzinsverhältnis auf (insb. Bezahlung des Mietzinses).
3. Jeder sorgt für seinen Unterhalt selber. Die Ehefrau möchte aus diesem Grund wieder 50%
arbeiten.
4. Die Obhut über C._ wird vom Vater zu 50% und von der Mutter ebenfalls zu 50% aus-
geübt. Hauptwohnsitz der Tochter ist bei der Mutter.
5. Die Eltern vereinbaren folgende Betreuungsordnung: Der Ehemann holt C._ am Mitt-
woch um 11.50 vom Kindergarten ab, und bringt sie am Donnerstag um 08:30 Uhr wieder in
den Kindergarten. Der Ehemann holt C._ am Freitag um 11.50 vom Kindergarten ab,
und die Ehefrau holt C._ am Sonntag um 12:00 Uhr in ... von der Vaterswohnung ab.
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6. Die Ehefrau betreut C._ die restliche Zeit. Soweit die Betreuung 50:50 bleibt, können die
Parteien einvernehmlich auch eine andere Lösung wählen. Die Betreuungsordnung wird je-
weils an die sich ändernden Stundenpläne und Freizeitbeschäftigungen von C._ ange-
passt.
7. Der Ehemann erklärt sich ausdrücklich bereit, sich nach den Bedürfnissen der Mutter auszu-
richten, soweit es geht.
8. Jeder Ehegatte sorgt für den Unterhalt von C._ selber bzw. die Unterhaltsansprüche der
Ehegatten gleichen sich aus. Notwendige, grosse Anschaffungen werden gemeinsam je hälf-
tig getragen. Der Ehemann verpflichtet sich, allfällige von ihm bezogene Kinder- und Ausbil-
dungszulagen für C._ an die Ehefrau weiterzuleiten.
9. Die Ehegatten beantragen, die Aufhebung sämtlicher Kinderschutznassnahmen.
10. Die Ehefrau verzichtet auf rückwirkende Unterhaltszahlungen für sich und C._.
11. Mit Unterzeichnung der ausgearbeiteten Vereinbarung ziehen die Ehegatten sämtliche Anträ-
ge im Zusammenhang des Eheschutzes zurück (ausgenommen davon sind ihre jeweiligen
Gesuche um unentgeltliche Prozessführung/Rechtsvertretung).
12. Die Ehegatten übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten gegenseitig auf
Parteientschädigung. Sie verweisen jedoch auf ihre jeweiligen Gesuche um URV/URB.
13. Die Parteien stellen dem Gericht das Gesuch um URB für die nach der Hauptverhandlung
vom 8. Dezember 2011 und im Zusammenhang mit der Ausarbeitung der vorliegenden Ver-
einbarung entstandenen zusätzlichen Anwaltskosten.
14. Die Parteien beantragen dem Gericht die Genehmigung der vorliegenden Vereinbarung und
Abschreibung des Eheschutzverfahrens (Prozess-Nr. EE100181) im Sinne der getroffenen
Einigung."
2.2. In teilweiser Abänderung dieser Vereinbarung schlossen die Parteien an-
lässlich der Einigungsverhandlung vom 28. Juni 2012 unter Mitwirkung des Ge-
richts folgenden Vergleich (Urk. 170, Prot. S. 4):
"Wird die von den Parteien mit Eheschutzvereinbarung vom 23. März 2012 beantragte alternie-
rende Obhut über die gemeinsame Tochter C._ genehmigt, beantragen die Parteien in Abän-
derung von Ziffer 8 und 10 ihrer Eheschutzvereinbarung vom 23. März 2012 was folgt:
8. Jeder Ehegatte sorgt für den Unterhalt von C._ in der Zeit seiner Betreuung sel-
ber. Notwendige grosse Anschaffungen werden gemeinsam je hälftig getragen.
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Darüberhinaus verpflichtet sich der Ehemann, der Ehefrau für die Dauer des Ge-
trenntlebens monatliche Kinderunterhaltsbeiträge für C._ von Fr. 400.-- zuzüg-
lich allfälliger Kinderzulagen zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus
zahlbar, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab dem 12. April
2010.
10. Die Parteien stimmen überein, dass beidseits keine persönlichen Unterhaltsbeiträge
geschuldet sind."
2.3. Das Rechtsmittelverfahren steht unter der Herrschaft der am 1. Januar 2011
in Kraft getretenen Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR. 272; Art. 405
Abs. 1 ZPO). Eine Parteivereinbarung hat in Kinderbelangen, die der Offizialma-
xime unterstehen, lediglich die Bedeutung übereinstimmender Parteianträge
(Art. 296 Abs. 3 ZPO).
2.4. Obhut und Betreuungsordnung
Während die Vorinstanz die Obhut für die Tochter C._ der Klägerin zuteilte
(Urk. 159 S. 12), beantragen die Parteien in ihrer Vereinbarung vom 23. März
2012 (sinngemäss), die Tochter unter die alternierende Obhut der Parteien zu
stellen (Urk. 160 S. 2 Ziff. 4). Bereits die Vorinstanz hat die Erziehungsfähigkeit
beider Elternteile und damit deren Eignung als Obhutsinhaber grundsätzlich be-
jaht und deren enge emotionale Beziehung zu C._ betont (Urk. 159 S. 8). Bei
beiden habe sodann hinsichtlich altersgerechtem Umgang mit dem Kind und Vor-
gabe von Grenzen eine positive Entwicklung stattgefunden (Urk. 159 S. 9). Die
Obhutszuteilung an die Mutter wurde von der Vorderrichterin in erster Linie damit
begründet, die - bewährte - Lösung solle im Hinblick auf deren Kontinuität nicht
ohne Not geändert werden (Urk. 159 S. 10 ff). Inzwischen haben die Parteien, de-
ren Beziehung während des erstinstanzlichen Verfahrens noch erhebliches Kon-
fliktpotential barg (Urk. 159 S. 11, 15/1, 27, 47/2), zu einer Einigung insbesondere
auch hinsichtlich der Obhutszuteilung gefunden. Damit wurde ein wesentlicher
Konfliktherd der Parteien ausgeräumt. Sie haben denn auch anlässlich der Eini-
gungsverhandlung vom 28. Juni 2012 glaubhaft versichert, die organisatorischen
Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Obhut der Tochter hätten seit der
Einigung zwischen ihnen problemlos besprochen und gelöst werden können. Dies
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zeigt auch der Umstand, dass die Betreuungsordnung nach übereinstimmenden
Angaben der Parteien heute nicht strikt gelebt, sondern jeweils situativ an die Be-
dürfnisse aller Beteiligten angepasst werde (vgl. Prot. S. 4), was eine hohe Be-
reitschaft zu Flexibilität und einen regen Austausch zwischen den Elternteilen er-
fordert. Die entspannten Übergaben von C._ und die nunmehr gute Ge-
sprächsbereitschaft der Eltern tragen ohne Zweifel zur weiteren erfreulichen Ent-
wicklung von C._ bei. Mit Blick auf das Kindeswohl und unter Beachtung der
seit dem Entscheid der Vorinstanz eingetretenen Veränderungen im Verhältnis
der Parteien steht der beantragten alternierenden Obhut über C._ nichts ent-
gegen.
Dies gilt ebenso für die getroffene Vereinbarung betreffend die Betreuungsord-
nung, zumal diese bereits heute flexibel und den Bedürfnissen der Beteiligten an-
gepasst gehandhabt wird und die Tochter damit gut zurecht kommt (Prot. S. 4).
Dass C._ gemäss beantragter Betreuungsordnung unter der Woche die
(schulfreien) Mittwoch- und die (vorläufig ebenfalls schulfreien) Freitagnachmitta-
ge sowie ein Grossteil des Wochenendes in ... bei ihrem Vater verbringt, wie die
Kindsvertreterin einwendet (Urk. 172 S. 1 f.), ist zutreffend. Sie verfügt jedoch -
zumindest für das nächste Kindergartenjahr - noch über einen weiteren freien
Nachmittag während der Woche, an welchem sie Kontakt zu Kindern in ... halten
kann. Für die Zeit danach zeigt die ausdrücklich vorgesehene Anpassung der Be-
treuungsordnung an die ändernden Stundenpläne und die Freizeitbeschäftigun-
gen von C._, dass die Eltern sehr wohl die Bedürfnisse ihrer Tochter vor Au-
gen haben. Entscheidend positiv wirkt sich sodann auf das Kindswohl aus, dass
die Eltern den langwierigen Obhuts- und Besuchsrechtsstreit beilegen konnten,
was es zu unterstützen gilt. Die beantragte Betreuungsordnung ist daher zu ge-
nehmigen.
2.5 Aufhebung Kindesschutzmassnahmen
Die Vorinstanz begründete die von ihr angeordnete Weiterführung der Erzie-
hungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft für die Tochter mit der mangelhaften
Kommunikation der Parteien, welche nicht in der Lage seien, die ihnen zustehen-
de elterliche Sorge ohne Unterstützung einer Drittperson angemessen gemein-
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sam wahrzunehmen. Zudem würden die Parteien zur Konsolidierung ihres neuen
Erziehungsverhaltens gegenüber C._ und zur Organisation und laufenden
Anpassung der Besuchsmodalitäten Unterstützung bedürfen (Urk. 159 S. 14). In
der Zwischenzeit haben die Parteien ihre Kommunikationsbereitschaft betreffend
C._s Angelegenheiten unter Beweis gestellt. Der Umstand, dass sie sich
hinsichtlich einer gemeinsamen Regelung einigen konnten, wie auch die in der
Folge gelebte flexible Handhabung der Betreuung der gemeinsamen Tochter
räumen die Bedenken bezüglich mangelnder Kommunikationsbereitschaft aus.
Bereits die Vorinstanz attestierte sodann nicht nur der Klägerin, sondern auch
dem Beklagten, dass er seine Erziehungskompetenzen aufgrund der bisherigen
Unterstützung gestärkt habe, mithin beide Elternteile nunmehr C._ ange-
messen Grenzen setzen und sie altersadäquat in ihrer Entwicklung fördern wür-
den (Urk. 159 S. 10). Angesichts der Dauer der Erziehungs- und Besuchsrechts-
beistandschaft - die entsprechenden Kindesschutzmassnahmen wurden erstmals
mit Verfügung vom 27. Mai 2010 angeordnet (Urk. 41) - ist denn auch glaubhaft,
dass die Konsolidierung des neuen Erziehungsverhaltens nunmehr abgeschlos-
sen ist (vgl. auch Schlussbericht ... vom 14. September 2011, Urk. 134). Die Par-
teien scheinen heute in der Lage zu sein, die gemeinsame elterliche Sorge für
C._ gut ohne Unterstützung und Einwirkung einer Drittperson auszuüben.
Angesichts der erfreulichen Entwicklung C._s, der es nunmehr sehr gut gehe
und die sich in ihrem Umfeld wohl fühle (Prot. S. 4, vgl. auch Urk. 134) ist es da-
her angezeigt, für die weitere Dauer des Getrenntlebens auf Kindesschutzmass-
nahmen zu verzichten. Sollte in Zukunft entgegen der heutigen Einschätzung
neuer Handlungsbedarf entstehen, bleibt es der Vormundschaftsbehörde unbe-
nommen, die nötigen Massnahmen zu veranlassen.
2.6. Kinderunterhalt
Beim Beklagten ist in den Jahren 2010 und 2011 von einem durchschnittlichen
monatlichen Nettoeinkommen von rund Fr. 3'750.– auszugehen (Urk. 162/14-16).
Bei einem monatlichen Bedarf von Fr. 3'332.– (Grundbetrag [Fr. 1'200.–], Miete
[Fr. 1'500.–, Urk. 158 S. 14], Krankenkasse [Fr. 257.–, Urk. 162/18], Telefon
[Fr. 125.–, Urk. 162/19.1], Versicherung [Fr. 40.–, Urk. 158 S. 19], Billag [Fr. 40.–],
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Fahrspesen [Fr. 100.–], Betreuungskosten C._ [Fr. 70.–]) resultiert eine Leis-
tungsfähigkeit des Beklagten von Fr. 418.–. Neu machte er geltend, sein Monats-
einkommen sei seit Anfang 2012 zufolge neuer Anstellung und Pensumsreduktion
auf rund 65% um rund Fr. 100.– auf Fr. 3'642.– gesunken (Prot. S. 5). Dieses
Einkommen ist belegt (Urk. 169/1-6). Unklar ist indes, inwiefern der Beklagte als
Treuhänder noch weiteres Einkommen generiert. Dies ist ihm denn auch wie bis-
her möglich und zumutbar, verfügt er doch neben dem ohne ersichtlichen Grund
stark reduzierten Arbeitspensum und der Betreuung der gemeinsamen Tochter
über weitere Erwerbskapazität. Die geltend gemachte Einkommenseinbusse seit
Januar 2012 findet daher für die vorliegende Berechnung keine Berücksichtigung.
Die Klägerin beabsichtigt eine Erwerbsaufnahme, ist zur Zeit jedoch noch stellen-
los und wird von den Sozialen Diensten unterstützt (Urk. 165, 166). Die getroffene
Regelung betreffend Zahlung eines monatlichen Kinderunterhaltes von Fr. 400.–
an die Klägerin erscheint unter diesen Umständen als angemessen.
2.7 Insgesamt ergibt sich aus dem Ausgeführten, dass das Wohl des Kindes
keine andere Regelung erfordert und die Vereinbarung der Parteien mit den unter
Mitwirkung des Gerichts getroffenen Änderungen - soweit Kinderbelange betrof-
fen sind - genehmigt werden kann bzw. die entsprechenden autoritativen Anord-
nungen getroffen werden können.
2.8. Ein Vergleich hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241
Abs. 2 ZPO). Der Prozess ist demzufolge im Übrigen abzuschreiben (Art. 241
Abs. 3 ZPO), unter vereinbarungsgemässer Regelung der Kosten- und Entschä-
digungsfolgen. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf § 5
Abs. 1 i.V.m. § 6 Abs. 2 lit. b, § 8 Abs. 1, § 10 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 der
Gerichtsgebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV
OG, LS 211.11) auf Fr. 2'000.– festzulegen.
2.9. Die von der Vorinstanz beiden Parteien bewilligte unentgeltliche Rechtspfle-
ge (Urk. 119, 159 S. 25) ist ihnen antragsgemäss auch für das Berufungsverfah-
ren zu gewähren, sind doch gemäss vorstehender Ausführungen beide Parteien
bedürftig und können ihre Rechtsbegehren nicht als aussichtslos bezeichnet wer-
den. Des Weiteren erscheint die Bestellung einer rechtskundigen Vertretung zur
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gehörigen Wahrung der Rechte der Parteien im vorliegenden Rechtsmittelverfah-
ren als sachlich notwendig (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Entsprechend sind die
Kostenbetreffnisse der Parteien einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die von der Vorinstanz für das erstinstanzliche Verfahren mit Verfügung vom
8. Dezember 2011 festgesetzte Entschädigung für Fürsprecherin lic.iur. Y1._
blieb unangefochten und ist im entsprechenden Umfang zu bestätigen (Dispositiv-
Ziffer 12 Abs. 2, Urk. 159).
Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde ... vom 17. Juni 2010 wurde C._
eine Prozessbeiständin bestellt, welche sowohl im erstinstanzlichen Verfahren als
auch mit Erstattung einer Stellungnahme (Urk. 171) im Berufungsverfahren teil-
nahm. In Anwendung von Art. 318 Abs. 3 ZPO ist auch über die Kosten der Kin-
desvertretung im erstinstanzlichen Verfahren zu entscheiden (Art. 95 Abs. 1 lit. a
i.V.m. Abs. 2 lit. e ZPO). Diese sind als Teil der Verfahrenskosten den Eltern ent-
sprechend der getroffenen Vereinbarung für beide Verfahrensstufen je zur Hälfte
aufzuerlegen, jedoch vorläufig auf die Gerichtskasse zu nehmen. Das Nachforde-
rungsrecht der Gerichtskasse bleibt vorbehalten (Art. 123 ZPO
bzw. § 92 ZPO/ZH). Mit der vorliegenden Beendigung der Beistandschaft wird die
Vormundschaftsbehörde der Stadt ... (Urk. 50) ersucht, den Aufwand der Pro-
zessbeiständin für das vorinstanzliche Verfahren gegenüber der Vorinstanz und
für das Berufungsverfahren gegenüber der erkennenden Kammer getrennt aus-
zuweisen.