Decision ID: 7b3038ea-1bc2-5e65-ae89-d499a6146b7d
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2015 Art. 6, Art. 16, Art. 18 und Art. 24 UVG. Mangels natürlicher Kausalität keine Berücksichtigung der neurokognitiven Defizite. Kürzung der Taggelder auf 50%. Fallabschluss. Rentenanspruch mit Bestimmung der Vergleichseinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. April 2015, UV 2013/7).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_357/2015 und 8C_360/2015.Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider undLisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Della BatlinerEntscheid vom 7. April 2015 in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118, 9410 Heiden,gegenAXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,Beschwerdegegnerin,vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marianne Sieger, Kuttelgasse 8,Postfach 2158, 8022 Zürich,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:
A.
A.a Der im Jahr 1956 geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. Mai 2007
bei der B._ GmbH angestellt und dadurch bei der AXA Versicherungen AG,
Winterthur (nachfolgend: AXA), obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(act. A1f.). Am 7. Juni 2007 erlitt er bei einem Unfall als Lenker eines Personenwagens
eine Commotio cerebri sowie Verletzungen an der rechten Schulter und dem rechten
Unterschenkel (act. 1, A1, M2f.). Die Ärzte bescheinigten ihm eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfallereignis (act. M4, M11).
A.b Wegen der zweitgradig offenen Zweietagenfraktur des rechten Unterschenkels
wurde beim Versicherten am Unfalltag eine Doppelplattenosteosynthese vorgenommen
(act. M1). Am 25. Oktober 2007 wurde er bei Diagnose einer
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Supraspinatussehnenläsion und Bizepssehnensubluxation rechts an der Schulter
operiert (Schulterarthroskopie rechts, offene Rekonstruktion der Rotatorenmanschette,
Bizepstenotomie und Tenodese im Sulcus rechts; vgl. act. M8ff.). Vom 24. bis 28. April
2008 hielt sich der Versicherte zur Metallentfernung im rechten Unterschenkel stationär
im Spital C._ auf (act. M18ff.). Aufgrund einer Reruptur der Supraspinatussehne
(act. M30ff.) wurde am 16. Januar 2009 erneut eine Schulteroperation durchgeführt
(act. M34f.).
A.c Mit Arztbericht vom 17. April 2009 (act. M38) beurteilte Dr. med. D._, Orthopädie
E._, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten dahingehend, dass dieser im Service und
bei allen stehenden und gehenden sowie zusätzlich mit Belastungen verbundenen
Tätigkeiten infolge der Schulter- und Unterschenkelproblematik nicht arbeitsfähig sei.
Rein theoretisch käme eine adaptierte Tätigkeit beispielsweise sitzend in Frage, welche
kein grosses Bewegungsausmass im rechten Schulterbereich verlangen würde,
beispielsweise leichte Bürotätigkeit, Arbeiten auf Nabelhöhe und darunter; unter
Umständen auch eine Teilchauffeurtätigkeit ohne schwere körperliche Aktivität bzw. bei
der er nicht Gewichte heben und verschieben müsse. Dies im Rahmen von ca. maximal
50% (rein theoretisch). Zwischenzeitlich seien einige Pausen notwendig. Insgesamt sei
zu erwarten, dass sich die Schultersituation tendenziell eher noch etwas bessere,
währenddem sich die Unterschenkel-Fussproblematik eher verschlechtern dürfte.
A.d Die AXA leistete ab 10. Juni 2007 Taggelder an die Arbeitgeberin des Versicherten
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100% gestützt auf einen versicherten Verdienst von
Fr. 3'500.-- pro Monat bzw. Fr. 42'000.-- pro Jahr (act. A2, A4). Aufgrund der Aufgabe
des Restaurantbetriebs per 31. Oktober 2007 überwies die AXA die Taggeldleistungen
ab 1. November 2007 direkt an den Versicherten (act. A5, A9, A10, A22, A25, A61,
A69). Gestützt auf den Lohnausweis 2007 beantragte der Versicherte durch
Rechtsanwalt lic.iur. Simon Kehl, Heiden, die Abrechnung der Taggelder auf Grundlage
eines versicherten Verdienstes von Fr. 5'500.-- (Wirtewohnung, act. A11, A23f.). Am
5. November 2008 wurde eine Korrekturabrechnung in Bezug auf die
Taggeldleistungen vorgenommen und von einem versicherten Jahresverdienst von
Fr. 5'500.-- bzw. Fr. 66'000.-- ausgegangen (act. A26, A26a).
A.e Am 29. Juli 2009 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall (Sturz mit dem
Motorrad) und verletzte sich an der Schulter (act. A36, A39, M46).
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A.f Am 1. September 2009 schätzte Dr. D._ den Versicherten weiterhin als voll
arbeitsunfähig ein (act. M48). Diese Beurteilung behielt er am 20. November 2009 in
Bezug auf die Tätigkeit als Kellner bei (act. M51). Seiner Ansicht nach sollte eine
Tätigkeit gefunden werden, die der Versicherte teilweise sitzend, teilweise gehend oder
stehend durchführen könne und welche nicht grosse Kraftanforderungen an die rechte
Hand bzw. den rechten Arm stelle. Beispielsweise wäre eine administrative Tätigkeit
oder Verkäufer in einer Autogarage möglich, ebenso unter Umständen zumindest zum
Teil eine Hilfstätigkeit an einem Restaurantbuffet.
A.g Vom 2. November bis 18. Dezember 2009 fand eine durch die
Invalidenversicherung (IV) eingeleitete berufliche Abklärung im Verzahnungsprogramm
F._ statt (act. 3). Der Versicherte habe im Allgemeinen eine geringe Belastbarkeit
aufgezeigt, was auf seine gesundheitliche Situation zurückzuführen gewesen sei. Seine
Motivation sei während der gesamten Zeit nicht so recht spürbar gewesen. Er habe
den Sinn der Massnahme nicht erkennen können, da er die ihm abverlangten
Tätigkeiten mit seiner beruflichen Zukunft nicht in Verbindung habe setzen können. Die
Massnahme der Invalidenversicherung wurde per 1. Dezember 2009 abgebrochen
(act. 3, A50).
A.h Mit Gutachten vom 31. März 2010 der Schulthess Klinik, Schmerz-/Gutachten
zentrum (act. M58), beurteilten Prof. Dr. med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, Psychosomatik APPM, Leitender Arzt Schmerz-/Gutachtenzentrum, zertifizierter
medizinischer Gutachter SIM, und Dr. med. H._, Orthopädie FMH, leitender Arzt
Orthopädie (obere Extremitäten) sowie Dr. med. I._, Orthopädie FMH, Oberarzt
Orthopädie (untere Extremitäten) die Arbeitsfähigkeit für alle mit Belastungen
verbundenen beruflichen Tätigkeiten, so auch für die angestammte Tätigkeit als
Geschäftsführer eines Restaurants, als vollständig aufgehoben. Hingegen sei dem
Versicherten bei einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit oder einer solchen verbunden mit
kurzfristigem Gehen und Stehen vorläufig eine 50%-ige, andernorts erwähnt (vgl. S. 30)
gar eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit, ohne zusätzliche leistungsmässige Einbusse oder
weitere Limitierungen zuzumuten. Ein Endzustand sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt
nicht erreicht.
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A.i Mit Schreiben vom 28. April 2010 (act. A56) hielt die AXA fest, dass das Gutachten
der Schulthess-Klinik insbesondere hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit schwer nachvollziehbar sei und sich teilweise auch
widerspreche. Zudem sei entgegen dem Gutachten von einem medizinischen
Endzustand auszugehen. Die weitere unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit sei per sofort
mit 50% zu bemessen. Im Sinne einer Übergangsfrist zur Anpassung an die
veränderten Verhältnisse würden die Taggeldleistungen längstens noch bis 31. Juli
2010 auf Basis einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet. Spätestens ab
1. August 2010 werde das Taggeld reduziert und auf der Basis einer 50%-igen
Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet.
A.j Mit Beurteilung vom 25. Mai 2010 (act. M59) äusserte sich Dr. D._ zu
Diskrepanzen des Gutachtens in Bezug auf die attestierte Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit. Zudem vertrat er die Auffassung, der medizinische Endzustand
sei erreicht.
A.k Mit Schreiben vom 28. Mai 2010 (act. A60) teilte die AXA dem Versicherten mit,
dass sie bereit sei, vorerst weiterhin das Taggeld auf der Basis einer 100%-igen
Arbeitsunfähigkeit abzurechnen. Sobald die Invalidenversicherung aber allfällige
konkrete Berufe gefunden und benannt habe, würden die Taggeldleistungen je nach
Ergebnis entsprechend angepasst werden.
A.l Die vom Versicherten für eine neuropsychologische Untersuchung beauftragte
Dr. phil. J._, neuropsychologisches Ambulatorium, berichtete am 29. Juli 2010, die
Befunde würden auf eine insgesamt leichte bis mittelschwere kognitive
Funktionsstörung im Bereich bi-fronto-basaler Strukturen mit Einbezug tieferer
Strukturen (Hirnstamm) hinweisen. Aus rein neuropsychologischer Sicht sei die
Leistungsfähigkeit des Versicherten auch in einer aus orthopädischer und
schmerzmedizinischer Sicht angepassten und zumutbaren beruflichen Tätigkeit zu ca.
30-40% eingeschränkt (act. M63).
A.mVom 30. August bis 24. September 2010 wurde eine BEFAS-Abklärung in
Appisberg durchgeführt (act. 4). Dabei habe der Versicherte bei allen, die mit ihm
arbeiteten, den Eindruck hinterlassen, dass er nicht sein ganzes Leistungsvermögen
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zeige. Unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Feststellungen und der
berufspraktischen Abklärungsresultate sei in einer optimal behinderungsangepassten
Tätigkeit eine aktuell maximal 70%-ige Gesamtarbeitsleistung zumutbar, idealerweise
bei entsprechend verkürztem Tageszeitpensum (maximal sechs Stunden täglich) oder
allenfalls auch ganztags mit Möglichkeit zu Entlastungspausen (zeitlich im Rahmen
einer 30%-igen Reduktion). Am 26. Januar 2011 bestätigte Dr. D._ mit Verweis auf
den BEFAS-Bericht vom 12. Oktober 2010, dass eine leichte Tätigkeit im Umfang von
50-70% möglich sei (act. M64).
A.n Gemäss Schreiben vom 12. Januar 2011 (act. A65) bemass die AXA die weitere
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit des Versicherten per sofort mit 30% und informierte
darüber, dass nach einer Übergangsfrist bis 30. April 2011 Taggeldleistungen auf Basis
einer Arbeitsunfähigkeit von 50% abgerechnet würden.
A.o Im ebenfalls vom Versicherten veranlassten Gutachten vom 5. September 2011
(act. M65) legte Dr. med. K._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, unter
anderem dar, aus den Adaptationskriterien der Schulthess Klinik resultiere eine
eigentliche Einhändigkeit. Aus rein orthopädischen Gründen verbleibe rein rechnerisch
eine Arbeitsfähigkeit von 15%. Unter Berücksichtigung der neuropsychologischen
Ergebnisse verbleibe eigentlich keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr.
A.p Mit Schreiben vom 12. September 2011 (act. A73) ersuchte der Rechtsvertreter
des Versicherten um eine anfechtbare Verfügung in Bezug auf die Taggeldkürzung per
Ende April 2011.
A.q Mit Schreiben vom 23. November 2011 teilte die AXA mit, dass sie vor Erlass einer
Verfügung eine aktuelle medizinische Standortbestimmung durch den Leiter des
medizinischen Dienstes veranlassen wolle (act. A75, A78). Der Versicherte sah dies
nicht als notwendig an (act. A77, A79).
A.r Dr. med. L._, Leiter med. Dienst Schaden Ost, FMH Innere Medizin, zertifizierter
medizinischer Gutachter SIM, stellte mit Beurteilung vom 19. Januar 2012 (act. M66)
den natürlich kausalen Zusammenhang zwischen den von Dr. J._ erhobenen
kognitiven Einschränkungen und dem Unfallereignis vom 7. Juni 2007 in Frage. Zudem
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stellte Dr. L._ fest, dass die im Gutachten von Dr. K._ vom 5. September 2011
erhobenen Befunde im somatischen Bereich im Wesentlichen nicht von den
vorbestehenden Befunden der Schulthess Klinik abweichen würden. Allerdings handle
es sich im Gegensatz zu letzterem um ein monodisziplinäres Gutachten und in Bezug
auf die Interpretation und Umlegung auf die Arbeitsfähigkeit und Kausalitätsbeurteilung
sei es nicht schlüssig und nachvollziehbar.
A.s Im Auftrag der AXA war der Versicherte vom 1. Februar bis 18. März 2011, 12. bis
18. Januar 2012 und vom 29. bis 30. März 2012 durch die M._ Ermittlungen AG,
sowie an sechs Werktagen im Zeitraum November bis Dezember 2011, und erneut an
vier Werktagen in den Monaten März und April 2012, durch N._ Ermittlungen
observiert worden (act. 5).
A.t Am 16. März 2012 verfügte die AXA, dass das Taggeld per 1. Mai 2011 auf der
Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50% abgerechnet werde (act. A81). Hiergegen liess
der Versicherte am 30. März 2012 Einsprache erheben (act. A83).
A.u Am 22. August 2012 nahm Dr. L._ einen Vergleich zwischen den medizinischen
Akten und den Überwachungsergebnissen vor und beurteilte die Integritätseinbusse
betreffend der rechtsseitigen Schulterproblematik bei 20%, die OSG Arthrose bei 10%
(act. M68).
A.v Mit Schreiben vom 24. August 2012 (act. A91) hielt die AXA fest, dass der
Anspruch auf Taggeld per 31. August 2012 erlösche, auch die Heilbehandlungen per
31. August 2012 einzustellen seien und ab 1. September 2012 die Grundlagen für die
Prüfung einer Rente gegeben seien. Die Integritätseinbusse für die rechte Schulter
betrage 20%, diejenige für die OSG-Arthrose rechts 10%. Bei einer gesamthaften
Integritätseinbusse von 30% sei eine Integritätsentschädigung von Fr. 32'040.--
geschuldet.
A.w Am 21. September 2012 verfügte die Axa folgendes:
1. Die Taggeldleistungen werden per 31. August 2012 eingestellt.
2. Nachdem keine bleibende Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit (IV-Grad 0%)
vorliegt, ist keine Rente geschuldet.
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3. Es besteht Anspruch auf eine Integritätsentschädigung in der Höhe von
Fr. 32'040.--
4. Es besteht ab 1. September 2012 vorbehältlich von Rückfällen und Spätfolgen im
Zusammenhang mit den somatischen Einschränkungen kein Anspruch mehr auf die
Vergütung von Heilungskosten aus der obligatorischen Unfallversicherung
5. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird bewilligt.
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 16. März 2012 hatte der Versicherte am 30. März 2012
(act. A83) Einsprache erheben lassen. Gegen diejenige vom 21. September 2012 liess
er am 24. Oktober 2012 die gleiche Rechtsvorkehr erheben (act. A106).
B.b Dr. med. O._, Spezialarzt FMH Chirurgie, beratender Arzt, kam am
11. Dezember 2012 zum Schluss, dass dem Versicherten in einer angepassten
Tätigkeit ab 1. Mai 2011 eine volle Arbeitsfähigkeit, und ab 1. September 2012 eine
volle "Erwerbsfähigkeit" – wobei die Leistungsfähigkeit aufgrund der schmerzhaften
Schulterbeweglichkeit um ca. 10% vermindert sein dürfte – zumutbar sei (act. M71).
B.c Mit Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2012 (act. A111; G 1.2) wies die Axa
beide Einsprachen ab.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 4. Februar 2013 (act. G 1) liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter beantragen, der Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2012 sowie
die Verfügungen vom 16. März 2012 und vom 21. September 2012 seien aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab
dem 1. Mai 2011 und weiterhin ein volles Taggeld und die gesetzlichen Leistungen und
(unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Defizite) eine höhere
Integritätsentschädigung auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab dem 1. Mai 2011 und bis zum
31. August 2012 ein volles Taggeld und die gesetzlichen Leistungen auszurichten
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sowie ihm für die Zeit danach Rentenleistungen gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
100% und ein jährliches Valideneinkommen von mindestens Fr. 87'750.-- und (unter
Berücksichtigung der neuropsychologischen Defizite) eine höhere
Integritätsentschädigung auszurichten. Zusätzlich sei die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, einen Entscheid zum Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
inkl. Vertretung für das Einspracheverfahren betreffend die Verfügung vom
21. September 2012 zu treffen. Zur Begründung liess er insbesondere vorbringen, die
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit liege bezogen auf Pensum und Leistung
erheblich unter 50%. Die Beschwerdegegnerin gehe im Hinblick auf den Fallabschluss
erstmals von einer viel höheren Arbeitsfähigkeit von 70-100% aus und stütze sich
dabei auf die Ergebnisse ihrer Observationen und ihren vertrauensärztlichen Dienst.
Nachdem er vor dem Unfallereignis unbestrittenermassen voll arbeits- und
erwerbsfähig gewesen sei, seien die neuropsychologischen Defizite bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit unabhängig von ihrer Ursache zu berücksichtigen. Die qualitativen
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit führten in Kombination mit den
Einschränkungen in Pensum und Leistung sowie den ohnehin schwachen Ressourcen
(Sprache/ Schulbildung/Berufserfahrung etc.) dazu, dass eine Verwertbarkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr gegeben sei. Die Beschwerdegegnerin könne
auch keine konkrete realistische und zumutbare Verweistätigkeit nennen. Es sei von
einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Die Arbeitsfähigkeit habe seit dem
Unfall unter 50% betragen, weshalb die Beschwerdegegnerin das Taggeld nicht hätte
kürzen dürfen. Ohne Unfallereignis hätte er sein Einkommen nach der Anfangsphase
auf mindestens 87'750.-- pro Jahr steigern können. Die neuropsychologischen
Einschränkungen seien unfallkausal. Eventualiter sei zur Klärung dieser Frage ein
gerichtliches Gutachten anzuordnen.
C.b Am 11. Februar 2013 stellte der Rechtsvertreter für den Beschwerdeführer ein
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 2).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2013 (act. G 12) schloss die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. Marianne I. Sieger, Zürich,
auf Abweisung der Beschwerde. Als Begründung liess sie im Wesentlichen anführen,
es ergebe sich in Würdigung des Aktenmaterials, dass ab 1. April 2010 mindestens
eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit vorgelegen habe. Die
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kognitiven Defizite des Beschwerdeführers seien unfallfremd. So habe das Schädel-CT
vom 7. Juni 2007 des Kantonsspitals St. Gallen einen unauffälligen Befund gezeigt und
er habe eine beschwerdefreie Latenzzeit von drei Jahren gehabt. Art. 36 Abs. 2 Satz 2
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) finde im
vorliegenden Fall gar keine Anwendung. Aufgrund der Abklärungen in der beruflichen
Tätigkeit in der BEFAS Appisberg vom 30. August bis 24. September 2010 sowie der
Einschätzung von Dr. D._ (ab 19. Oktober 2010) sei dem Beschwerdeführer eine
70%-ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Das Gutachten von Dr. K._ sei nicht
verwertbar. Es ergebe sich aufgrund der medizinischen Akten, der BVM (Bekämpfung
des Versicherungsmissbrauchs)-Akten und der IV-Akten eine volle Arbeitsfähigkeit, die
in leistungsmässiger Hinsicht aufgrund der schmerzhaften Schulterbeweglichkeit um
ca. 10% vermindert sei. Das geltend gemachte Valideneinkommen stehe absolut in
keinem Verhältnis zum bisherigen ausgewiesenen Verdienst. Das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege werde nachträglich bewilligt.
C.d Am 18. Juni 2013 bewilligte das Versicherungsgericht St. Gallen das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung; act. G 13).
C.e Mit Replik vom 17. September 2013 (act. G 19) beantragte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers die Vergütung der notwendigen Abklärungen durch das
neuropsychologische Ambulatorium P._ und durch Dr. K._ sowie die Durchführung
einer mündlichen Verhandlung zur gemeinsamen Sichtung des Observationsmaterials
(act. G 19). Mit Verweis auf den Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom
22. Mai 2012 (IV 2011/142) stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
seine Arbeitsunfähigkeit habe ab 1. Mai 2011 auf jeden Fall mehr als 50% betragen,
weshalb die Beschwerde in der Taggeldfrage gutzuheissen sei. Die Rentenprüfung per
1. September 2012 erweise sich als verfrüht, da die notwendigen Eingliederungs- bzw.
Umschulungsmassnahmen der Invalidenversicherung noch nicht abgeschlossen seien.
Zudem legte er einen Artikel aus dem St. Galler Tagblatt, einen Bericht der Klinik für
Neuroradiologie des Universitätsspitals Zürich vom 19. Februar 2013 sowie ein
Schreiben von Dr. med. Q._, Facharzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin (SGSM),
Manuelle Medizin (SAMM), MBA in Enterpreneurship, Schaan, vom 9. September 2013
inkl. Beilage und Fotografie ins Recht (act. G 19.1).
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C.f Mit Schreiben vom 24. Oktober 2013 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers weitere Akten ein, welche der Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin am 25. Oktober 2013 zugestellt wurden (act. G 23., 23.1).
C.g Mit Duplik vom 23. Dezember 2013 (act. G 26) hielt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich an ihren bisherigen Anträgen fest. Der neu eingereichte MR-Bericht des
Gehirns vom 8. Februar 2013 vermöge keine Hirnverletzungen zu belegen, welche sich
der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 7. Juni 2007 zugezogen haben soll
und welche für die neuro-kognitiven Leistungseinschränkungen verantwortlich sein
sollen. Die vom Beschwerdeführer veranlassten medizinischen Abklärungen führten
nicht zu einer anderen Einschätzung der medizinischen Sachlage, weshalb die Kosten
für diese Massnahmen nicht zu übernehmen seien.
C.h Mit Schreiben vom 24. Januar 2014 verzichtete der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers aus Kostengründen auf eine mündliche Verhandlung und legte das
Erläuterungsgesuch vom 13. Dezember 2013 und das Schreiben des
Versicherungsgerichts vom 19. Dezember 2013 bei (act. G 28, 28.1, 28.2).
C.i Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin am 10. März 2014 Stellung (act. G 32).
C.j Am 25. September 2014 orientierte das Versicherungsgericht die Parteien über
den Beizug von IV-Akten im Verfahren IV 2014/356 und räumte ihnen Gelegenheit zur
Stellungnahme ein (act. G 34).
C.k Die Beschwerdegegnerin liess sich hierzu am 10. Oktober 2014 (act. G 35), der
Beschwerdeführer am 10. November 2014 (act. G 40) vernehmen.

Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid
vom 27. Dezember 2012 (act. A111), dem die Verfügungen vom 16. März 2012 und
vom 21. September 2012 zugrunde liegen. Streitig ist zunächst, ob die
Beschwerdegegnerin die Taggelder ab 1. Mai 2011 auf 50% kürzen und diese per
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31. August 2012 mitsamt den Heilungskosten einstellen durfte. Des Weiteren liegen die
Unfallkausalität der geklagten kognitiven Einschränkungen, der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente sowie die Höhe der Integritätseinbusse im
Streit.
2.
2.1 Vorab ist zu prüfen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen als unfallkausal
zu beurteilen und damit für die Festlegung der strittigen Ansprüche relevant sind.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsun
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts
anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra
Rumo-Jungo/Andre Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53ff.).
2.3 Unbestrittenermassen sind die Gesundheitsbeeinträchtigungen des
Beschwerdeführers an der rechten Schulter und im rechten Unterschenkel Folgen des
Unfallereignisses vom 7. Juni 2007 (vgl. auch act. M58 S. 33). Gemäss Einsatzrapport
des Rettungsdienstes erlitt der Beschwerdeführer beim Unfall zudem eine Commotio
cerebri ohne Schädelhirntrauma (act. 1). Im Polizeirapport vom _. Juni 2007 wurde
festgehalten, dass der Beschwerdeführer eine Rissquetschwunde am Kopf erlitten und
später zeitweise das Bewusstsein verloren habe (act. 2 S. 6). In der
Computertomographie (CT) des Schädels vom 7. Juni 2007 fand sich eine regelrechte
Darstellung des Schädels ohne Nachweis einer intracraniellen Blutung oder einer
ossären Läsion (act. G 3.4). Im Bericht von Dr. J._ vom 29. Juli 2010 (act. M63) waren
erstmals neuropsychologische Beeinträchtigungen festgehalten worden. Zu deren
Ätiologie äusserte sich die Neuropsychologin nicht. Auch Dr. K._ nimmt keine
Stellung zur Ursache der neuropsychologischen Defizite (act. M65). Dr. L._ verneint
einen natürlichen Zusammenhang zum Unfallereignis (act. M66). Bis zur Untersuchung
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bei Dr. J._ klagte der Beschwerdeführer drei Jahre lang weder gegenüber den Ärzten
noch gegenüber der Beschwerdegegnerin über kognitive Defizite. Einzig im Bericht des
Verzahnungsprogramms F._, vom 9. Dezember 2009 (act. 3), wurde festgehalten,
dass der Beschwerdeführer bei Verrichtung leichter Bürotätigkeiten Probleme beim
Sehen bekommen habe und diese ihm Kopfschmerzen verursacht hätten. Eine MR-
Abklärung des Gehirns vom 8. Februar 2013 (act. G 19.1, Bact. 12) zeigte kortiko-
subkortikal an der linken Mantelkante, etwas vor dem Lobulus paracentralis ein wenig
prominenteres Hämosiderin-Depot, bei dem eine posttraumatische Läsion
(insbesondere auch im Kontext nach Schädelhirntrauma) die wahrscheinlichste
Diagnose sei. Ein Schädelhirntrauma war allerdings – wie erwähnt – bereits im
Einsatzrapport des Rettungsdienstes ausgeschlossen worden, weshalb eine
Unfallkausalität lediglich möglich erscheint. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
die neuropsychologischen Defizite bei einer Latenz von drei Jahren nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit natürlich kausal auf den Unfall vom 7. Juni 2007
zurückgeführt werden können. Auch von einem gerichtlichen Gutachten sind zu dieser
Frage keine neuen aufschlussreichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu
verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90, E. 4b; 136 I 229,
E. 5.3).
3.
3.1 Es stellt sich die Frage, ob die Kürzung der Taggelder auf 50% ab 1. Mai 2011
rechtmässig erfolgte. Die Heilbehandlungskosten wurden von der Beschwerdegegnerin
auch über diesen Zeitpunkt hinaus übernommen. Ein medizinischer Endzustand war
demnach noch nicht erreicht.
3.2 Gemäss Art. 16 UVG hat der Versicherte Anspruch auf ein Taggeld, wenn er
infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig im Sinne des Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) ist. Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG bedeutet die durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. Bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im
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angestammten Beruf hat die versicherte Person andere ihr offenstehende
Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen, und zwar solange, als man dies unter den
gegebenen Umständen von ihr verlangen kann (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 16. Januar 2008, U 604/06, E. 2.2 mit Hinweisen). Ist das
Ausweichen auf einen anderen Tätigkeitsbereich zumutbar, bemisst sich der Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des gesamten Arbeitsmarktes und
gegebenenfalls einer Anpassungszeit (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 123f.). Diese
Übergangsfrist ist in der Regel auf drei bis fünf Monate zu bemessen (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Juli 2009, 8C_926/2008, E. 7.1 mit Hinweis auf RKUV 2005
Nr. KV 342 S. 358, [K 42/05] E. 1.3).
3.3 Mit Schreiben vom 12. Januar 2011 stellte die Beschwerdegegnerin die Kürzung
der Taggeldleistungen auf 50% ab 1. Mai 2011 in Aussicht (act. A65). Entsprechend
wurde am 16. März 2012 verfügt (act. A81). Da es sich bei Taggeldern selbst bei
jahrelanger Ausrichtung nicht um Dauerleistungen handelt, kann die Versicherung diese
auch rückwirkend einstellen (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 123). Vorliegend wurde
eine Kürzung – wenn auch nicht verfügungsweise – im Voraus angekündigt. Nachdem
die Beschwerdegegnerin seit dem Unfall vom 7. Juni 2007 bis zur angekündigten
Kürzung der Taggelder per 1. Mai 2011 fast vier Jahre lang volle Taggeldleistungen auf
Grundlage einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Geschäftsführer/Kellner erbracht hatte, durfte sie zur Bemessung des
Arbeitsunfähigkeitsgrades aufgrund der langen Dauer auch eine den Beschwerden
angepasste Tätigkeit in einem anderen Beruf berücksichtigen. Die
Beschwerdegegnerin stellte hierzu auf den BEFAS-Bericht Appisberg vom 12. Oktober
2010 (act. 4) ab, wonach dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit eine
70%-ige Arbeitsfähigkeit zumutbar und möglich sei. Auch Dr. D._ stützte die von ihm
am 26. Januar 2011 attestierte Arbeitsfähigkeit von 50-70% in einer leichten Tätigkeit
auf den BEFAS-Bericht Appisberg (act. M64). Bereits aus seinem Bericht vom 25. Mai
2010 (act. M59) ging hervor, dass seines Erachtens eine Arbeitsfähigkeit von 50% in
einer adaptierten Tätigkeit sicherlich vorhanden sei. Ob es jetzt je nach Tätigkeit noch
einige Prozent mehr sein würde, könne er nicht genau sagen, viel mehr jedoch
sicherlich nicht. Damit liess Dr. D._ verlauten, dass er eigentlich von einer höheren
Arbeitsfähigkeit ausging, aber auf die Einschätzung der Spezialisten der Schulthess-
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Klinik abgestellt werden könne. Mit Bericht vom 18. Juli 2011 bescheinigte er dem
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ab 19. Oktober 2010 eine 70%-ige
Arbeitsfähigkeit bis auf Weiteres (act. M67). Hierbei bezog er sich offensichtlich
ebenfalls auf den BEFAS-Bericht vom 12. Oktober 2010. Der Widerspruch im
Gutachten der Schulthess-Klinik, wo auf S. 30 einmal von einer 100%-igen, das andere
Mal von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit die Rede ist, erscheint
trotz Erklärungsversuch von Dr. D._ (vgl. act. M59) nicht schlüssig aufgelöst und
seine Begründung – eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Arbeitsfähigkeit sei
lediglich in Bezug auf die Unterschenkel-/Fusssituation gemeint gewesen – vermag ihn
wohl selbst nicht hinreichend zu überzeugen. Denn in seinen späteren Berichten
(act. M64 und M67) stellte Dr. D._ bei der Beurteilung des Arbeitsfähigkeitsgrads in
adaptierter Tätigkeit auf den BEFAS-Bericht ab, und nicht auf das Gutachten der
Schulthess-Klinik. Auch Dr. L._ kam in seinem Bericht vom 22. August 2012
(act. M68) bei objektiver Würdigung der Observation bzw. der Angaben des
Beschwerdeführers zum Schluss, es müsse von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens
70% (-100%) in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen werden. Im Arztbericht vom
28. September 2012 (act. G 3.9) erachtete Dr. Q._ den Beschwerdeführer als
maximal zu 50% arbeitsfähig, wobei er mit einem vermehrten Pausenbedarf rechnete
und deshalb von einer reduzierten Leistungsfähigkeit ausging. Dass dem
Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Taggeldkürzung aus medizinischer Sicht für eine
angepasste Tätigkeit ein Pensum von mindestens 50% sicher zumutbar gewesen war,
geht aus der übrigen medizinischen Aktenlage (Berichte von Dr. D._ vom 25. Mai
2010 [act. M59], 26. Januar 2011 [act. M64] und 18. Juli 2011 [act. M67], von Dr. L._
vom 22. August 2012 [act. M68], Gutachten der Schulthess Klinik vom 31. März 2010
[act. M58], BEFAS Bericht vom 12. Oktober 2010 [act. 4]) glaubwürdig hervor und
wurde auch so im Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 19. Juni 2013
betreffend berufliche Massnahmen (IV 2011/277, E. 3.1) gewürdigt. Daher ist nicht auf
den Bericht von Dr. Q._ abzustellen. Auf die Schlussfolgerung von Dr. O._ in
seinem Bericht vom 11. Dezember 2012 (act. M71), ab 1. Mai 2011 sei dem
Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zumutbar
gewesen, stellte auch die Beschwerdegegnerin selbst nicht ab, weshalb sich
Weiterungen hierzu erübrigen. Hinsichtlich der im Bericht der BEFAS Appisberg als
zumutbar bezeichneten Tätigkeiten als Tankstellenshop-Mitarbeiter, Kurierdienst- und
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Aussendienstmitarbeiter sowie als Produktionsmitarbeiter für handwerklich nicht
anspruchsvolle serielle Tätigkeiten wurde bereits im Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 19. Juni 2013 (IV 2011/277, E. 4.2.2)
festgehalten, dass diese eindeutig nicht mit dem im Gutachten der Schulthess Klinik
geschilderten Zumutbarkeitsprofil vereinbar seien. Das von den Gutachtern der
Schulthess Klinik definierte Zumutbarkeitsprofil beinhaltete vorwiegend sitzende,
kurzfristig stehende bzw. gehende Tätigkeiten auf Bauchniveau, wenn möglich unter
Entlastung des rechten Arms z.B. mit Aufstützen auf einem Tisch. Repetitive
Rotationsbewegungen, lange Zwangshaltungen und lange Ruhepositionen in einer
angespannten Tätigkeit, wie für Präzisionsarbeiten notwendig, seien nur noch
eingeschränkt durchführbar, da eine erhöhte Ermüdbarkeit der rechten oberen
Extremität bestehe. Schlag- und Vibrationsbelastungen sowie Nässe- und
Kälteexposition müssten vermieden werden und seien ungünstig. Sämtliche Arbeiten in
abduzierter bzw. flektierter Armhaltung vom Rumpf weg seien nur noch unbelastet
bzw. bis 1kg belastet bis zum Brustniveau möglich und auch dies mit einer stark
erhöhten Ermüdbarkeit (act. M58 S. 30 und 36). Die von Dr. K._ aufgrund dieser
Adaptationskriterien gefolgerte faktische Einhändigkeit und rechnerische
Arbeitsfähigkeit von 15% (act. M65 S. 16) ist nicht nachvollziehbar. Damit war der
Beschwerdeführer gesamthaft gewürdigt gestützt auf die glaubwürdigen Arztberichte
von Dr. D._ vom 26. Januar 2011 (act. M64) und vom 18. Juli 2011 (act. M67), sowie
von Dr. L._ vom 22. August 2012 (act. M68) zum Zeitpunkt der Taggeldkürzung (Mai
2011) in einer dem Zumutbarkeitsprofil der Schulthess-Klinik entsprechenden Tätigkeit
als 70% arbeitsfähig zu betrachten.
3.4 Fraglich ist, ob im Zeitpunkt der Kürzung der Taggelder berufliche Massnahmen
der Invalidenversicherung einer Verwertbarkeit der 70%-igen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit entgegenstanden. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) hatte am 7. Juli 2011 verfügt, dass kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen bestehe, da sich der Beschwerdeführer subjektiv weder arbeits- noch
eingliederungsfähig fühle (IV-act. 127). Das Versicherungsgericht St. Gallen hob die
Verfügung vom 7. Juli 2011 mit Entscheid vom 19. Juni 2013 auf und wies die IV-Stelle
an, dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen, insbesondere Arbeitsvermittlung,
Ausbildungskurse, Arbeitsplatzabklärungen und allfällige Einarbeitungszuschüsse,
zukommen zu lassen (IV 2011/277). Die IV-Stelle stellte sich zunächst auf den
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Standpunkt, sie habe dem Beschwerdeführer bereits während des laufenden
Verfahrens vor Versicherungsgericht Unterstützung durch die IV-
Eingliederungsberatung angeboten, welche aufgrund der nach wie vor fehlenden
Motivation für eine Arbeitsaufnahme nicht mehr erfolgsversprechend gewesen sei (IV-
act. 152-1/6, 156-5/5, 158, 169). Mit der am 4. Februar 2013 abgeschlossenen
Arbeitsvermittlung (IV-act. 182) sei sie dem Urteil des Versicherungsgerichts
hinreichend nachgekommen (IV-act. 193, 198, 205). Nach Einreichung eines Gesuchs
um Erläuterung am 13. Dezember 2013 (act. 201-17/19) wurden von der
Invalidenversicherung am 20. März 2014 nochmals berufliche Massnahmen geprüft
und am 27. Juni bzw. 2. Juli 2014 ein Eingliederungsplan Arbeitsvermittlung
unterzeichnet (IV-act. 207, 223). Am 22. Juli 2014 teilte die IV-Stelle dem
Beschwerdeführer mit, dass die Voraussetzungen für einen Anspruch auf
Arbeitsvermittlung erfüllt seien (IV-act. 226). Von weiteren beruflichen Massnahmen sah
sie ab. Bei der Arbeitsvermittlung handelt es sich lediglich um eine Form der
Hilfestellung bei der Stellensuche. Diese Massnahme fällt nicht unter den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" und steht einer unmittelbaren Anrechenbarkeit der
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht im Wege (vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 5. Oktober 2009, 9C_141/2009, E. 2.3.1). Im Gegenteil ist sie im
vorliegenden Fall – wo der Beschwerdeführer sich um eine Anstellung in einer
angepassten Tätigkeit, so zum Beispiel als Dienstleister beim Empfang eines Hotels
und in einer Autogarage, bemüht hatte (vgl. IV-act. 168) – geeignet, um den
Beschwerdeführer bei der Realisierung seiner medizinisch-theoretisch festgestellten
Arbeitsfähigkeit von 70% konkret zu unterstützen.
3.5 Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
12. Januar 2011 eine Anpassungsfrist bis 30. April 2011 (act. A65). Eine Rückkehr in
das seit 1. Mai 2007 bestehende Anstellungsverhältnis als Kellner/Geschäftsführer war
dem Beschwerdeführer bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt nicht mehr möglich
gewesen, da das besagte Restaurant seit Ende Oktober 2007 geschlossen hatte
(vgl. act. A5). Eine berufliche Neuorientierung war somit ohnehin notwendig und für den
Beschwerdeführer absehbar. Mit Erstellung des Gutachtens der Schulthess Klinik am
31. März 2010 war ihm bekannt, welche Tätigkeiten er unter Berücksichtigung seiner
Unfallfolgen zumutbarerweise ausüben könnte. Bereits beim Standortgespräch vom
1. Dezember 2009 im integra plus hatte der Beschwerdeführer selbst verschiedene
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konkrete Ideen für mögliche Tätigkeiten geäussert, so zum Beispiel als Mitarbeiter in
einem Callcenter, Verkäufer (z.B. Autos) oder als Chauffeur (IV-act. 114-4/6). Noch
während der Anpassungsfrist unternahm er auf eigene Initiative mit Hilfe eines
diplomierten Berufsberaters Eingliederungsversuche als Autoverkäufer (IV-act. 121). Mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage eine entsprechende Anstellung hätte gefunden werden können. Unter
diesen Umständen erscheint eine Anpassungsfrist von dreieinhalb Monaten
angemessen.
3.6 Damit ist festzuhalten, dass die Kürzung der Taggelder ab 1. Mai 2011 im
Ergebnis zu Recht erfolgte. Bei voller Arbeitsunfähigkeit beträgt das Taggeld 80% des
versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend
gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Ist die versicherte Person, die Taggeldleistungen bezieht,
arbeitslos, so erbringt die Unfallversicherung gemäss Art. 25 Abs. 3 der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) die ganze Leistung, wenn die
Arbeitsunfähigkeit mehr als 50% beträgt, und die halbe Leistung, wenn die
Arbeitsunfähigkeit mehr als 25, aber höchstens 50% beträgt. Bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 25% und weniger besteht kein Taggeldanspruch. Bei Art. 25
Abs. 3 UVV handelt es sich rechtsprechungsgemäss um eine
Koordinationsbestimmung zwischen der Unfall- und der Arbeitslosenversicherung.
Deren Anwendung setzt das Zusammentreffen von Taggeldern der Unfallversicherung
mit solchen der Arbeitslosenversicherung voraus. Diese Regelung greift daher nur dann
Platz, wenn die versicherte Person bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2008 vom 20. August 2008, E. 2.2 mit
Hinweisen). Dass eine Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung erfolgt war, ist
seitens der Parteien unbestritten, weshalb gestützt auf Art. 25 Abs. 3 UVV Anspruch
auf die halbe Leistung der Unfallversicherung besteht.
4.
4.1 Zu prüfen ist der Fallabschluss per 31. August 2012 mit Einstellung der Taggeld
leistungen und Heilungskosten.
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4.2 Nach Gesetz und Praxis ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden
Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld) und Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn allfällige
Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der
versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109
E. 3 und 4).
4.3 Hinsichtlich der IV-Eingliederungsmassnahmen ist mit Verweis auf die obige
Erwägung 3.4 festzuhalten, dass die laufende Arbeitsvermittlung nicht als
Eingliederungsmassnahme als solche gilt und für den Fallabschluss deren Ergebnis
nicht mehr abzuwarten war.
4.4 Ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte, bestimmt sich insbesondere nach
Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
(BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009,
E. 4.1.1 mit Hinweisen). Gemäss Gutachten der Schulthess Klinik vom 31. März 2010
war ein Endzustand zum damaligen Zeitpunkt noch nicht erreicht (act. M58 S. 31).
Dieser Standpunkt wurde damit begründet, dass eine langsame Verschlechterung der
Situation der rechten Schulter zu erwarten sei, welche letztendlich zur Implantation
einer Schulterprothese führen dürfte, und dass die Veränderungen im oberen
Sprunggelenk rechts eine Abnahme der Belastbarkeit zur Folge haben könnten. Eine
namhafte und effektive Verbesserung durch konservative Massnahmen sei in dieser
Situation bezüglich der Schulterproblematik nicht zu erreichen (act. M58 S. 28ff., 40f.).
Dr. D._ beriet die Beschwerdegegnerin am 25. Mai 2010 dahingehend, dass der
medizinische Endzustand mehr oder weniger erreicht sei (act. M59 S. 2). Im
Fussbereich könne durch eine Arthroskopie und arthroskopische Gelenkstoilette eine
vorübergehende, rein subjektive und leichte Besserung erzielt werden, ohne dass
dadurch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit resultiere. Mittelfristig sei mit einer
Zunahme der Arthrose zu rechnen. Auch im Schulterbereich lasse sich im Moment
kaum eine deutliche Verbesserung des Zustands erzielen, weder durch einen
operativen Eingriff noch durch eine andere Therapie. Die Arthrosekomponente und die
Schmerzsymptomatik würden sich auch hier mittel- bis langfristig verschlechtern und
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es stelle sich zunehmend die Indikation zur Implantation einer inversen
Schulterprothese. Diese Verschlechterungen würden mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit noch eintreten, doch bestehe so oder so eine Einschränkung der
körperlichen Integrität. Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin berichtete Dr. D._ am
26. Januar 2011 (act. M64), dass seiner Meinung nach weder operativ noch konservativ
eine massive Verbesserung erzielt werden könne. Der Beschwerdeführer müsse
versuchen, mit diesen Schmerzen bzw. diesen Einschränkungen zu leben. Weitere
Abklärungen oder andere Therapieformen würden kaum von Erfolg gekrönt sein.
Aufgrund dieser Aktenlage steht fest, dass zum Zeitpunkt des Fallabschlusses per
Ende August 2012 eine Verbesserung des Gesundheitszustands mit positivem Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit selbst durch operative Massnahmen
(Schulterprothesenimplantation) nicht zu erreichen gewesen wäre.
4.5 Damit ist festzuhalten, dass die Einstellung der vorübergehenden Leistungen
(Taggelder, Heilungskosten) auf den 31. August 2012 rechtmässig erfolgte, da zu
diesem Zeitpunkt keine IV-Eingliederungsmassnahmen einem Fallabschluss
entgegenstanden und ein medizinischer Endzustand erreicht war.
5.
5.1 Zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Die
Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei in einer
den unfallbedingten Restbeschwerden angepassten Tätigkeit voll "erwerbs-" bzw.
arbeitsfähig und beim Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 0%.
5.2 In seiner Beurteilung vom 11. Dezember 2012 (act. M71) kam Dr. O._ in
Kenntnis der medizinischen, BVM- und IV-Akten zunächst zum Schluss, dass dem
Beschwerdeführer ab 1. Mai 2011 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit zumutbar sei. Zur Frage der "Erwerbsfähigkeit" ab 1. September 2012 räumte
er jedoch ein, dass die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der
schmerzhaften Schulterbeweglichkeit um ca. 10% vermindert sein dürfte. Weshalb sich
dieser Umstand im Zeitraum zwischen 1. Mai 2011 und 31. August 2012 nicht
ausgewirkt haben soll, ist nicht nachvollziehbar. Unverständlich ist auch, dass die
Beschwerdegegnerin die von Dr. O._ festgehaltene Einschränkung in der
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Leistungsfähigkeit ab 1. September 2012 im Einspracheentscheid zwar erwähnt, aber
nicht berücksichtigte und von einer vollen "Erwerbs-" bzw. Arbeitsfähigkeit ausging.
Nach Ansicht von Dr. O._ gehe auffällig aus verschiedensten medizinischen Akten
und Berichten hervor, dass eine deutliche Selbstlimitierung vorliege. Dies komme in
den Protokollen des BVM-Materials auch ganz klar zum Ausdruck. Aus dieser
allgemein gehaltenen Behauptung allein kann nicht konkret hergeleitet werden, auf
welche medizinischen Akten und Berichte sich Dr. O._ bezieht. Tatsache ist, dass
seitens der behandelnden Ärzte und insbesondere durch Dr. D._ – welcher der
Beschwerdegegnerin im Übrigen auch in beratender Funktion zur Verfügung gestanden
hatte (vgl. act. M59) – kein selbstlimitierendes Verhalten festgestellt werden konnte.
Soweit Dr. O._ Bezug nimmt auf den Abklärungsbericht F._ vom 9. Dezember 2009
ist mit Verweis auf den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. Juni 2013, IV
2011/177, E. 4.2.1, festzuhalten, dass sich der Verdacht einer möglichen
Selbstlimitierung aufgrund des später erstellten Gutachtens der Schulthess Klinik vom
31. März 2010 nicht bewahrheitet hat. Der BEFAS Bericht Appisberg vom 12. Oktober
2010 enthält ebenfalls widersprüchliche Feststellungen, soweit einerseits von der
Ablehnung einer vorzeitigen Beendigung der Abklärung und dem Verzicht auf ein
Abschlussgespräch, weil er stattdessen bevorzugte, weiter an den Büroarbeiten zu
üben, berichtet und andererseits vermittelt wird, der Beschwerdeführer habe bei allen,
die mit ihm arbeiteten, den Eindruck hinterlassen, dass er nicht sein ganzes
Leistungsvermögen zeige (vgl. dazu auch Entscheid des Versicherungsgerichts vom
19. Juni 2013, IV 2011/177, E. 4.2.2). Auch das Observationsmaterial lässt den Schluss
auf eine Selbstlimitierung nicht zu, wie die Beurteilung von Dr. L._ zeigt (act. M68
S. 2). Die Änderung in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gegenüber dem Gutachten
der Schulthess Klinik begründete Dr. O._ damit, dass die Ärzte der Schulthess Klinik
wohl einen hinkfreien Gang und eine verminderte Belastbarkeit des rechten Beins
festgehalten hätten, im Vordergrund für die Einschränkung aber das rechte
Schultergelenk stehe, wobei nur noch Tätigkeiten bis auf Bauchniveau möglich seien.
Spätere Untersuchungen und das Verhalten während der Überwachung zeigten aber,
dass sicher eine Einschränkung des rechten Schultergelenks bestehe, allerdings nicht
in einem Umfang, wie dies im Gutachten festgehalten sei. Dem Beschwerdeführer sei
es problemlos möglich gewesen, mit dieser Einschränkung lange Autofahrten zu
unternehmen, was einer Tätigkeit auf Tischniveau durchaus entspreche. An anderer
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Stelle hielt Dr. O._ fest, dass bezüglich des Schultergelenks nach zweimaliger
Rotatorenmanschettenrekonstruktion eine zukünftige Degeneration mit vermehrten
Beschwerden nicht ganz ausgeschlossen werden könne. Abgesehen vom
widersprüchlichen BEFAS-Bericht vom 12. Oktober 2010 finden sich in den Akten
keine "späteren Untersuchungen", die von einer geringeren Einschränkung des rechten
Schultergelenks als bis anhin berichten. Dr. D._ erhob am 24. Januar 2011 (act. M64)
weiterhin den Befund, dass für den Beschwerdeführer Bewegungen über die
Horizontale nur sehr schwer möglich seien und hier eine verminderte Kraft und erhöhte
Schmerzproblematik beständen. Bei Bewegungen unterhalb der Horizontalen sei er im
Alltag nur wenig geplagt. Auch die Observationen zeigen kein anderes Ergebnis. Der
Beschwerdeführer sass nie länger als eine Stunde am Stück am Steuer (act. 5, Bericht
Überwachungsauftrag vom 28. November 2011 S. 25 [40 Minuten], Zusatzbericht
Überwachungsauftrag vom 28. November 2011 Schlussbemerkungen [ca. 15 Minuten],
Überwachung M._ vom 1. Februar bis 18. März 2011 S. 5 [53 Minuten]). Bereits vor
Gutachtenerstellung erachtete Dr. D._ mit Bericht vom 17. April 2009
Chauffeurtätigkeiten als möglich und hielt fest, dass Autofahrten bis zu zwei Stunden
gut ausführbar seien (act. M38). Damit vermag Dr. O._ eine Änderung in der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht glaubwürdig zu begründen. Auf das
Gutachten von Dr. K._ vom 5. September 2011 kann ebenfalls nicht abgestellt
werden, da beim Beschwerdeführer nicht von einer faktischen Einhändigkeit
auszugehen ist und eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von bloss 15% den gegebenen
Verhältnissen nicht angemessen erscheint. Das Gutachten der Schulthess Klinik vom
31. März 2010 ist mit Blick auf das Leistungsprofil des Beschwerdeführers eine gute
Grundlage, weshalb diesbezüglich darauf abgestellt werden kann. Allerdings lassen
sich die Diskrepanzen in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
einer adaptierten Tätigkeit (S. 30) nicht widerspruchsfrei auflösen (vgl. E. 3.3). Weder
das vom Beschwerdeführer eingereichte Schreiben von Dr. Q._ vom 9. September
2013 noch der ärztliche Bericht des Landeskrankenhauses R._ vom 30. Oktober
2012 (act. G 19.1 Bact. 13) vermögen eine Abnahme der Arbeitsfähigkeit aufgrund
einer unfallbedingten Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers zu belegen. Die von Dr. Q._ beschriebenen Hautveränderungen
nach längeren Autofahrten sind mit einer maximalen Fahrdauer von zwei Stunden
vereinbar. Gemäss Bericht des Landeskrankenhauses R._ wurde der
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Beschwerdeführer am 30. Oktober 2012 aufgrund thorakaler Enge begleitet von
massiver Dyspnoe ins Krankenhaus S._ eingeliefert. Bei einer Verdachtsdiagnose auf
Perimyokarditis ohne EKG-Veränderungen scheidet der Unfall als Ursache der
Beschwerden aus. Somit verbleiben als beweiskräftige Entscheidgrundlagen zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lediglich die
Arbeitsfähigkeitsatteste von Dr. D._ vom 26. Januar 2011, wonach eine
Teilarbeitsfähigkeit in einem leichten Masse im Rahmen von 50-70% zu erreichen wäre,
und vom 18. Juli 2011, worin eine solche von 70% bescheinigt wird, sowie die
Beurteilung von Dr. L._ vom 22. August 2012, welcher mindestens von einer 70%-
igen (-100%-igen) Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausging. Trotz der
Widersprüchlichkeiten im BEFAS-Bericht und aufgrund der Tatsachen, dass Dr. D._
die von ihm ursprünglich attestierte Arbeitsfähigkeit von 50% im weiteren Verlauf auf
70% erhöhte, und Dr. L._ nach objektiver Würdigung der Observationsergebnisse
und Angaben des Beschwerdeführers ebenfalls von einer mindestens 70%-igen
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausging, ist aufgrund der bestehenden
medizinischen Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer ab 1. September 2012 weiterhin zu 70% arbeitsfähig war.
5.3 Hinsichtlich des Valideneinkommens ist zunächst festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer seit 1974 in verschiedenen Hotels, bei der Autovermietung sowie im
Autogewerbe angestellt gewesen war (act. A19). Zum Zeitpunkt des Unfallereignisses
am 7. Juni 2007 war er seit einem Monat (1. Mai 2007) als Geschäftsführer/Kellner bei
der B._ GmbH arbeitstätig. Der Restaurantbetrieb wurde offenbar per 31. Oktober
2007 eingestellt (act. A5). Gemäss Handelsregistereintrag war der Beschwerdeführer
bis 30. September 2009 als Geschäftsführer eingetragen, mit Wirkung ab 4. Januar
2010 wurde die Gesellschaft durch Konkurs aufgelöst. Es erscheint überwiegend
wahrscheinlich, dass der Unfall massgebende Ursache für die Aufgabe des
Restaurants gewesen ist und der Betrieb ohne die Arbeitskraft des Beschwerdeführers
nicht mehr weitergeführt werden konnte (vgl. auch act. G 19.1, Artikel aus dem
St. Galler Tagblatt mit Beschreibung der Wirkung des Beschwerdeführers auf seine
Kundschaft im Restaurant T._). Es ist daher davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer ohne Unfallereignis weiterhin im Restaurant der B._ GmbH tätig
gewesen wäre. Gemäss Arbeitsvertrag war als Bruttolohn Fr. 3'500.-- vereinbart
worden (act. A2). Dem Auszug aus dem individuellen Konto sowie den Auszügen aus
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dem Kassabuch ist ein Bruttoeinkommen von Fr. 33'000.-- von Mai bis Oktober 2007
zu entnehmen (act. A19, A23f.; vgl. auch act. A11, wonach sich dieser Betrag aus
Fr. 21'000.-- Lohn und Fr. 12'000.-- Gehaltsnebenleistungen in Form einer Unterkunft
zusammensetzte). Wie im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. Juni 2013
festgehalten, können diese ausbezahlten Löhne kein vollständiges Bild des
Erwerbseinkommens ergeben. Allerdings erübrigte sich zum damaligen Zeitpunkt eine
genaue Ermittlung des Valideneinkommens, da lediglich zu prüfen war, ob die
Erheblichkeitsschwelle von 20% für die Gewährung beruflicher Massnahmen erreicht
wurde. Entsprechend wurden die Durchschnittslöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE 2008) im Gastgewerbe zwar beigezogen, jedoch auf einen
jährlichen Lohn im Bereich von Fr. 60'000.-- abgestellt (IV 2011/277, E. 3.2). Aufgrund
des allfälligen Rentenbeginns am 1. September 2012 sind vorliegend die LSE-
Lohntabellen 2010 TA1 heranzuziehen. Im Gastronomiebereich Anforderungsniveau 1 +
2 wird bei Männern von einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 5'108.--, im
Anforderungsniveau 3 von einem solchen von Fr. 4'465.-- ausgegangen. Es rechtfertigt
sich, aufgrund der Tätigkeit des Beschwerdeführers als Kellner und Geschäftsführer auf
den Durchschnitt von Fr. 4'786.50 abzustellen. Angepasst an die betriebsübliche
Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche und die Teuerung (2011: +1.0%, 2012:
+0.8%) ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 60'962.-- (Fr. 5'080.-- x 12).
5.4 Zur Beurteilung der Einkommenslage nach Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung ist ebenfalls der Durchschnittslohn der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE 2010 TA1 Total Anforderungsniveau 4) beizuziehen. Dieser
lag bei einem Mann bei Fr. 4'901.--. Nach Berücksichtigung der betriebsüblichen
Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden und der Nominallohnentwicklung (2011: +1.0%,
2012: +0.8%) resultiert ein Jahreslohn von Fr. 62'420.-- (Fr. 5'202.-- x 12). Gemäss
BGE 135 V 297 kann ein deutlich unterdurchschnittliches Valideneinkommen bei
Erfüllung der übrigen Voraussetzungen eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen
rechtfertigen (E. 6.1.2). Da die hierfür bundesgerichtlich festgelegte
Erheblichkeitsschwelle von 5% im vorliegenden Fall nicht erreicht wird, erübrigt sich
eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70%
würde der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen von Fr. 43'694.-- generieren.
Vorliegend rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 10%, da der Beschwerdeführer
nur noch leichte wechselbelastende Tätigkeiten in Teilzeit auszuführen vermag. Damit
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/25
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ist von einem Invalideneinkommen von Fr. 39'325.-- (Fr. 43'694.-- x 0.5 x 0.9)
auszugehen.
5.5 Bei der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert ein Invaliditätsgrad
von abgerundet 35% (Fr. 60'962.-- - Fr. 39'325.--/ Fr. 60'962.-- x 100). Der
Beschwerdeführer hat damit ab September 2012 ausgehend vom unbestritten
gebliebenen versicherten Jahresverdienst von Fr. 66'000.-- (act. A26a) einen Anspruch
auf eine 35%-ige Invalidenrente von monatlich Fr. 1'540.-- (Fr. 66'000.-- x 0.8 x 0.35 /
12).
6.
Zu prüfen bleibt die Höhe der Integritätsentschädigung. Diese ist lediglich in Bezug auf
die Frage einer weiteren Entschädigung aufgrund der neuropsychologischen
Einschränkungen des Beschwerdeführers bestritten. Wie in Erwägung 2.3 festgehalten,
können diese aufgrund einer lediglich möglichen natürlichen Kausalität nicht als
überwiegend wahrscheinliche Unfallfolge betrachtet werden. Eine weitere
Integritätsentschädigung ist somit nicht geschuldet. Damit hat es bei der von Dr. L._
und Dr. O._ bemessenen, nachvollziehbaren und auf den SUVA-Tabellen 1 und 5
beruhenden Integritätseinbusse von insgesamt 30% sein Bewenden (act. M68 und
M71).
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid insoweit
aufzuheben, als dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2012 eine 35%-
ige Invalidenrente von monatlich Fr. 1'540.-- zuzusprechen ist. Im Übrigen ist die
Beschwerde abzuweisen.
7.2 Der Beschwerdeführer beantragt, die Kosten des von ihm in Auftrag gegebenen
Gutachtens von Dr. K._ und der neuropsychologischen Untersuchung von Dr. J._
seien durch die Beschwerdegegnerin zu übernehmen. Nachdem diese Abklärungen für
den vorliegenden Fall nicht relevant sind, können die daraus entstandenen Kosten auch
nicht der Beschwerdegegnerin auferlegt werden.
7.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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7.4 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g
ATSG). Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Beschwerdeführer obsiegte
einzig im Rentenpunkt im Rahmen von etwa einem Drittel (Invaliditätsgrad von 35%
gegenüber einem von der Vorinstanz bemessenen von 0%). Angesichts des
erheblichen Aufwands erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP