Decision ID: a4afde30-2f34-5dcf-a3e9-e00f945798b3
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 27. September 2015 im damaligen Emp-
fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._ um Asyl nachsuchte,
dass er dort am 5. Oktober 2015 zu seinen Personalien, zu seinem Reise-
weg und summarisch zu seinen Fluchtgründen befragt wurde (Befragung
zur Person [BzP]),
dass er für den Aufenthalt während der Dauer des Asylverfahrens dem
Kanton C._ zugewiesen wurde,
dass er am 6. April 2017 von einer Mitarbeiterin des SEM in D._
vertieft und am 13. Juni 2019 im Bundesasylzentrum (BAZ) C._ er-
gänzend angehört wurde,
dass er zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend
machte, er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und
stamme aus E._, wo er die Schule besucht und im Jahr 2006 mit
dem O-Level abgeschlossen habe,
dass er im Jahr 2007 während eines sechsmonatigen Kurses an der "(...)"
I. kennengelernt habe, welcher Verbindungen zu den Liberation Tigers of
Tamil Eelam (LTTE) gehabt habe,
dass er bis Ende 2008 mit kleinen Hilfeleistungen (etwa Ausfüllen von For-
mularen in singhalesischer Sprache, Transport von Paketen und Organisa-
tion von ÜC._achtungsmöglichkeiten) für I. beziehungsweise die
LTTE etwas Taschengeld verdient habe, ansonsten aber in seiner Heimat
keiner oder nur kurzzeitig einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei,
dass er im Frühjahr 2014 auf der Strasse von einem Mann, welcher sechs
oder sieben Jahre zuvor bei ihm logiert habe, angesprochen worden sei,
und dieser ihm erzählt habe, dass er in einem Rehabilitationszentrum ge-
wesen sei,
dass rund drei Wochen später drei Beamte des Criminal Investigation De-
partment (CID) zu ihm nach Hause gekommen seien und ihn zu Kontakten
mit den LTTE nahe stehenden Personen hätten befragen wollen,
dass die CID-Leute ihn mit zugedecktem Kopf zu einem Büro oder Lager-
raum gebracht und ihn dort verhört sowie – wie schon auf der Autofahrt
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dorthin – geschlagen und misshandelt hätten, wobei es sich bei einem der
Peiniger um den Mann, welcher ihn drei Wochen zuvor auf der Strasse
angesprochen habe, gehandelt habe,
dass er das Bewusstsein verloren habe und erst im Spital in Anwesenheit
seiner Eltern wieder zu sich gekommen sei,
dass während seines rund zweimonatigen Spitalaufenthalts wiederholt Be-
amte des CID vorbeigekommen seien, um zu schauen, ob er verneh-
mungsfähig sei,
dass er aufgrund der erlittenen Misshandlungen noch heute Schmerzen in
seinem (...) habe,
dass nach der Entlassung aus dem Spital CID-Leute zu ihm nach Hause
gekommen seien, diese ihn dank der Bezahlung eines Geldbetrages aber
nicht mitgenommen hätten,
dass seine Familie entschieden habe, dass er nun das Land verlassen
müsse, woraufhin er im August beziehungsweise im September 2014 mit
einem ihm nicht zustehenden Pass in Begleitung eines Schleppers via Ka-
tar in die Türkei und rund ein Jahr später nach Italien geflogen sei, von wo
aus er am 26. September 2015 unter Umgehung der Grenzkontrollen in die
Schweiz gefahren worden sei,
dass der Beschwerdeführer im Weiteren vorbrachte, rund zwei Monate
nach seiner Ausreise aus Sri Lanka sei sein Bruder H. zu einer Befragung
mitgenommen worden und seither verschollen beziehungsweise unterge-
taucht,
dass zudem seine Eltern wegen der Schikanen im Jahr 2016 zu einer Tante
nach F._ (Distrikt (...), Zentralprovinz) gezogen seien,
dass sich die Lage in Sri Lanka in letzter Zeit allgemein verschlechtert
habe,
dass er in der Schweiz an Märtyrerfeierlichkeiten teilnehme,
dass er seine sri-lankische Identitätskarte, ein "Diagnosis Ticket" (ärztli-
ches Zeugnis) sowie Kopien von Telefonnummern und der Visitenkarte ei-
nes Kleidergeschäfts zu den Akten gab,
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dass das SEM die Schweizer Vertretung in E._ am 14. August 2019
um Vornahme von Abklärungen ersuchte und dem Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 8. Juni 2020 das rechtliche Gehör zu den am 25. Mai 2020
eingetroffenen Ergebnissen dieser Abklärungen gewährte,
dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter am 24. Juni 2020
eine erste und am 4. September 2020 eine ergänzende Stellungnahme
einreichte,
dass das SEM mit Verfügung vom 16. September 2020 – eröffnet am
nächsten Tag – die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers ver-
neinte, dessen Asylgesuch ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz
sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,
dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom
19. Oktober 2020 gegen die SEM-Verfügung vom 16. September 2020 Be-
schwerde erhob, mit welcher er die Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des
Asyls beantragte,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung, eventualiter um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses ersuchte,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde am
20. Oktober 2020 bestätigte,
dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 6. November
2020 – für deren ausführliche Begründung auf die Akten und die nachfol-
genden Erwägungen verwiesen wird – die Gesuche um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses abwies und dem Beschwerdeführer gleichzeitig zur
Bezahlung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 750.– eine Frist
bis zum 23. November 2020 ansetzte,
dass gleichzeitig festgehalten wurde, der Beschwerdeführer dürfe den Ab-
schluss des Verfahrens gestützt auf Art. 42 AsylG (SR 142.31) in der
Schweiz abwarten,
dass der verlangte Kostenvorschuss am 18. November 2020 bezahlt
wurde,
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und zieht in Erwägung,
dass am 1. März 2019 die Teilrevision (AS 2017 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 in Kraft getreten ist, für das vorliegende Verfahren aber
noch das bisherige Recht gilt (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des AsylG [SR 142.31] vom 25. September 2015),
das Bundesverwaltungsgericht unter anderem zuständig für die Behand-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM ist, wobei das Gericht
auf dem Gebiet des Asyls endgültig entscheidet, ausser – was vorliegend
nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates,
vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG)
dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG oder
AsylG nichts Anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und Art. 105 ff.
AsylG),
dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden ist und der
Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat,
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Auslän-
derrechts nach Art. 49 VwVG richten (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt,
dass daher auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Beschwer-
deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2
AsylG),
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG),
dass als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung des Leibes, des
Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen gelten, die einen unerträgli-
chen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft
gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält,
wobei unglaubhaft insbesondere Vorbringen sind, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG),
dass das Bundesverwaltungsgericht die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt hat und
dabei ständiger Praxis folgt (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen),
dass die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 16. September 2020 (vgl. dort
S. 3-10) ausgeführt hat, wieso sie zum Schluss gelangte, die Schilderun-
gen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an die
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingsei-
genschaft gemäss Art. 3 AsylG stand,
dass sie vorab zutreffend festgestellt hat, der Beschwerdeführer habe im
Verlauf des Asylverfahrens zu wesentlichen Punkten widersprüchliche, un-
substanziierte und teils unplausible Angaben gemacht,
dass sie dazu sehr ausführlich die Ungereimtheiten und mangelnde Sub-
stanziierung in den Aussagen des Beschwerdeführers betreffend seinen
Bekannten I. und dessen Verbindungen zu den LTTE, zu seinen eigenen
Hilfeleistungen für die LTTE, zur Mitnahme und zu Misshandlungen durch
Angehörige des CID oder zum Verschwinden seines Bruders darlegte,
dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die entsprechenden weite-
ren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. Ziff. II. 1. a-c) ver-
wiesen werden kann,
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dass das SEM im Weiteren berechtigterweise darauf hinwies, dass einer-
seits die via die Schweizer Vertretung in E._ getätigten Abklärungen
die vom Beschwerdeführer anlässlich der Anhörungen gemachten Anga-
ben nicht stützten (so berichtete die Mutter nur von LTTE-Verbindungen
und Hilfeleistungen ihres älteren Sohnes H., und erklärte, H. sei bereits vor
achteinhalb oder neun Jahren, mithin im Jahr 2011, verschwunden), und
andererseits auch die eingereichten Beweismittel (insbesondere das "Di-
agnosis Ticket" betreffend eine Verletzung am [...]) an der Einschätzung
der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers, aufgrund
von allfälligen kleinen Hilfeleistungen für die LTTE vom CID verfolgt zu wer-
den (recte: verfolgt worden zu sein), nichts zu ändern vermöchten,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit dem SEM nicht ausschliesst, dass
der Beschwerdeführer im Heimatland Gewalt und dabei einen Bruch des
(...) erlitten hat,
dass es ihm aber nicht gelungen ist, glaubhaft darzulegen, dass diesem
Umstand eine staatliche Verfolgung aus einem flüchtlingsrechtlich relevan-
ten Verfolgungsmotiv zugrunde lag,
dass bei dieser Sachlage offenbleiben kann, ob die Vorinstanz den zeitli-
chen Kausalzusammenhang zu Recht verneint hat,
dass mit dem SEM davon auszugehen ist, die geltend gemachten exilpoli-
tischen Tätigkeiten (Teilnahme an Märtyrerfesttagen in der Schweiz) ver-
möchten noch keine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka zu begründen (vgl. angefochtene Verfügung
Ziff. II 2. und 3.),
dass schliesslich das SEM auch eine eingehende Prüfung anhand soge-
nannter Risikofaktoren vornahm und dabei zu Recht zum Schluss ge-
langte, weder aufgrund seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie, seiner
mehrjährigen Landesabwesenheit und seiner Ausreise mit einem gefälsch-
ten Pass noch aufgrund der veränderten Verhältnisse nach den Terroran-
schlägen vom 21. April 2019 und der Präsidentschaftswahl vom 16. No-
vember 2019 bestehe begründeter Anlass zur Annahme, dass der Be-
schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft flüchtlingsrechtlich relevanten
Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt werde (vgl. angefochtene Verfügung
Ziff. II. 4.), wobei an dieser Schlussfolgerung auch die Wahlen vom 5. Au-
gust 2020 nichts ändern können,
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dass in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen der anlässlich der BzP und
der beiden Anhörungen geschilderte Sachverhalt wiederholt, an dessen
Wahrheitsgehalt festgehalten und im Weiteren behauptet wird, die Eltern
des Beschwerdeführers hätten ihre Aussage, (nur) H. habe Verbindungen
zu den LTTE gehabt, im Bestreben, den Beschwerdeführer zu schützen
und ihn "nicht dem LTTE-Verdacht auszusetzen", gemacht,
dass diese Ausführungen indessen ebenso wenig wie die auf Beschwer-
deebene eingereichte, in englischer Sprache abgefasste und mit einer
deutschen Übersetzung versehene Bestätigung eines Anwalts in
E._ vom 30. September 2020 geeignet sind, eine andere Beurtei-
lung des Sachverhalts herbeizuführen, zumal die nur in Kopie zu den Akten
gegebene Bestätigung lediglich von der Mutter des Beschwerdeführers ge-
machte Aussagen wiedergibt und daher als blosses Gefälligkeitsschreiben
zu qualifizieren ist,
dass schliesslich der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen ist, dass
der Beschwerdeführer anlässlich der ergänzenden Anhörung vom 13. Juni
2019 die Frage nach politischen Aktivitäten in der Schweiz ausdrücklich
verneint und erklärt hatte, nur an den Märtyrertagen teilzunehmen (vgl.
Vorakten A20 zu F63), was in Widerspruch zur in der Beschwerdeschrift
(vgl. S. 7 unten) angebrachten Behauptung steht, er habe auch durch die
"Teilnahme an Demonstrationen/Veranstaltungen" in der Schweiz seine re-
gierungsfeindliche beziehungsweise regierungskritische Einstellung kund-
getan,
dass das SEM nach dem Gesagten die Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat
(Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt
hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Weg-
weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom SEM zu Recht angeordnet wurde,
dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-
weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]),
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dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis-
sen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-
standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt; das heisst, sie
sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-
nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des
Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AIG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es
dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in
Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-
ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,
dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat
drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3
BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter
und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung
oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-
kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG),
dass auch unter Berücksichtigung der aktuellen Lage in Sri Lanka – und
insbesondere auch in der (...) E._, wo der Beschwerdeführer bis zu
seiner Ausreise gelebt hat – keine landesweite Situation allgemeiner Ge-
walt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG herrscht,
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dass das SEM den Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers nach Sri
Lanka zu Recht nicht nur in allgemeiner, sondern auch in individueller Hin-
sicht als zumutbar erachtete,
dass der Beschwerdeführer nämlich sowohl in E._ als auch im Dis-
trikt (...) über ein tragfähiges Beziehungsnetz (Eltern, Onkel und Tanten
sowie grosser Freundeskreis) verfügt und nach seiner Schulausbildung ei-
nen sechsmonatigen Kurs an der "(...)" absolviert hat, und überdies anzu-
nehmen ist, dass seine Familie ihm nötigenfalls auch bei seiner Wiederan-
siedlung in Sri Lanka behilflich sein könnte,
dass dem Vollzug der Wegweisung schliesslich auch keine gesundheitli-
chen Gründe entgegenstehen, gab der Beschwerdeführer doch lediglich in
der BzP vor mehr als fünf Jahren an, mit seiner (...) Probleme zu haben
(vgl. A5 Ziff. 8.02),
dass – wie in der angefochtenen Verfügung zu Recht angemerkt wurde –
auch das in fast allen Staaten der Welt bestehende Risiko einer Infizierung
mit SARS-CoV-2 für sich allein der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs nicht entgegensteht,
dass mit den knappen Ausführungen in der Beschwerdeschrift und insbe-
sondere mit der Rüge der "geschönten Ländereinschätzung" (vgl. Be-
schwerde S. 8 f.) den Ausführungen des SEM zur Frage der Zulässigkeit
und insbesondere zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs keine über-
zeugenden Argumente entgegengehalten werden,
dass es schliesslich dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung
notwendiger Papiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Voll-
zug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 1
AIG),
dass das SEM nach dem Gesagten den Wegweisungsvollzug zu Recht als
zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, weshalb eine Anordnung
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1–4 AIG),
dass sich insgesamt aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, dass die
angefochtene Verfügung einer Überprüfung gemäss Art. 106 Abs. 1 AsylG
standhält und die Beschwerde abzuweisen ist,
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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG),
wobei der am 18. November 2020 in gleicher Höhe geleistete Kostenvor-
schuss zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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