Decision ID: 377f12a9-d542-4804-b84d-b83fafd84c0c
Year: 2008
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

des veränderten Sachverhalts für die IV-Zusatzrente an die Ehefrau abgezielt.
Die Beschwerdeführerin habe annehmen dürfen, die Auskunft sei richtig und
vollständig gewesen.
Aufgrund der unrichtigen behördlichen Auskunft, derzufolge die IV-
Zusatzrente trotz Scheidung weiterlaufe, habe die Beschwerdeführerin auf
höhere Unterhaltszahlungen verzichtet.
Im vorliegenden Fall stünden dem Vertrauensschutz keine überwiegenden
Interessen entgegen. Es gehe in erster Linie um finanzielle Interessen des
Gemeinwesens. Die IV-Stelle sei deshalb an ihre unrichtige Auskunft
gebunden und sei gehalten, der Beschwerdeführerin weiterhin die
Zusatzrente auszurichten, bis einer der im Schreiben der IV-Stelle vom 27.
September 2004 genannten Erlöschensgründe vorliege.
Der Bestandesschutz stehe im Vordergrund, und eine Entschädigungspflicht
komme nur subsidiär in Betracht. Aufgrund der Bindungswirkung sei die Rente
weiterhin auszurichten und nicht nur Ersatz des Vertrauensschadens zu
leisten.
Falls das Gericht keine Rente zusprechen sollte, sei der Beschwerdeführerin
ein Schadensbetrag von Fr. 84'194.-- zuzusprechen. Die monatlichen
Einnahmen der Beschwerdeführerin setzten sich im November 2004 aus dem
Lohn von Fr. 1'504.--, den Unterhaltsbeiträgen von Fr. 2'500.-- und den IV-
Kinderrenten von Fr. 1'336.-- zusammen (insgesamt Fr. 5'340.--). Unter
Hinzurechnung der IV-Zusatzrente von Fr. 500.-- könne sie damit ihr
Existenzminimum von ca. Fr. 5'695.-- decken. Sie sei aber bis zur Mündigkeit
bzw. bis zum Abschluss der Ausbildung der Kinder auf die Zusatzrente
angewiesen. Eine Änderung des Scheidungsurteils nach Massgabe von Art.
129 ZGB sei angesichts der 100%-igen Invalidenrente des geschiedenen
Ehemannes und der Tatsache, dass dies nur bei erheblicher und dauernder
Änderung der Verhältnisse in Frage komme, kaum möglich.
Der Rentenausfall in der Zeit vom 1. Juli 2005 bis am 31. Oktober 2021 ergebe
einen Schadensbetrag von insgesamt Fr. 92'708.-- (196 x Fr. 473.--).
Teuerungsausgleiche seien darin nicht enthalten. Dieser Rentenbetrag bis
zum Erreichen des 25. Altersjahrs des jüngsten, am 5. Oktober 1996
geborenen Sohnes entspreche der längeren Unterstützungsdauer für
Jugendliche. Unter Berücksichtigung des von der IV-Stelle bereits
anerkannten Schadensbetrages von Fr. 8'514.-- verbleibe somit der
ungedeckte Schadensbetrag von Fr. 84'194.--. Allenfalls wäre ein Betrag nach
richterlichem Ermessen festzusetzen, unter angemessener Berücksichtigung
der aufgeführten Bemessungskriterien (nicht wiedergutzumachende
Dispositionen, voraussichtliche Dauer der Ausbildung der Kinder, etc.).
b) In ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle die Abweisung der
Beschwerde. Grundsätzlich sei zwar durch die behördliche Auskunft eine
Vertrauensgrundlage geschaffen worden und damit die wesentliche
Voraussetzung für den Vertrauensschutz erfüllt. Umstritten sei aber, ob das
Interesse am Schutz des Vertrauens in die unrichtige Auskunft gegenüber
dem Interesse an der richtigen Rechtsanwendung überwiege oder nicht. Nur
wenn dem Vertrauensschutz kein höheres öffentliches Interesse
entgegenstehe, könne sich die Beschwerdeführerin auf diesen berufen und
bestehe allenfalls Anspruch auf Schadenersatz.
Zwar habe die Versicherte im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft für
sie nachteilige Dispositionen getroffen, diese seien aber nicht unwiderruflich
und könnten gemäss Art. 148 Abs. 2 ZGB rückgängig gemacht werden.
Im vorliegenden Fall habe das Interesse an der richtigen Rechtsanwendung
dem Vertrauensschutz vorzugehen. Der Beschwerdeführerin stehe lediglich
ein Anspruch auf angemessenen finanziellen Ersatz des Vertrauensschadens
zu.
Obwohl der Anspruch auf die Zusatzrente aus IV-rechtlicher Sicht Ende Juni
erloschen sei, habe die IV-Stelle aufgrund des Schreibens der
Beschwerdeführerin vom 5. April 2006 am 2. Mai 2006 beschlossen, die
Zusatzrente bis zum Entscheid über die Einsprache vom 22. August 2005
provisorisch auszuzahlen. Der bis heute ausbezahlte Betrag in der Höhe von
insgesamt Fr. 8'514.-- (18 x Fr. 473.-- [Juli 2005 bis Dezember 2006]) sei zu
Unrecht ausbezahlt worden. Es rechtfertige sich, den finanziellen Ersatz des
Vertrauensschadens dem zu viel bezogenen Betrag gleichzusetzen und
entsprechend in der Höhe von Fr 8’514.-- festzusetzen.
3. a) In ihrer Replik liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen festhalten. Die
Revision der rechtskräftigen Vereinbarung über die vermögensrechtlichen
Scheidungsfolgen sei nur unter der Voraussetzung zulässig, dass ein
wesentlicher Irrtum bei Vertragsabschluss bestanden habe. Im vorliegenden
Fall sei kaum anzunehmen, dass der Zivilrichter in einem allfälligen
Revisionsverfahren die Voraussetzungen eines wesentlichen Irrtums bejahe.
Die Voraussetzungen zur Rückgängigmachung der nachteiligen
Dispositionen seien folglich nicht erfüllt.
Die Einkünfte der Geschiedenen seien seit Unterzeichnung der
Scheidungsvereinbarung, abgesehen von den tieferen IV-Renten, etwa gleich
geblieben. Angesichts der Tatsache, dass ... weit über seine finanziellen
Möglichkeiten lebe und seine Reserven innert kurzer Zeit aufgebraucht habe,
sei damit zu rechnen, dass sich seine finanziellen Verhältnisse - abgesehen
von einer kurzfristigen Verbesserung aufgrund des beabsichtigten
Hausverkaufs - dramatisch verschlechtern würden. Eine allfällige
Revisionsklage würde folglich zu keinem höheren Unterhaltsbeitrag führen.
Hätte die Ehefrau gewusst, dass die Zusatzrente nach der Scheidung
wegfalle, hätte sie im Rahmen der Scheidungsvereinbarung anders
verhandelt und ein wesentlich besseres Resultat erzielt, als dies im Rahmen
eines Revisionsprozesses möglich wäre. Hinzu komme, dass eine allfällige
Revisionsklage gemäss Art. 31 OR wohl ohnehin verwirkt wäre.
... sei aufgrund einer Schädigung am Stirnhirn nach einem Bergunfall seit
1998 zu 100% invalid. Während des Scheidungsverfahrens habe die ganze
Familie unter seinem erwiesenermassen verminderten moralischen
Empfindungsvermögen gelitten. Ein erneutes, langwieriges Prozessieren
würde die sensiblen familiären Beziehungen zwischen den Kindern und ...
gefährden und sei von der Beschwerdeführerin nicht zu verantworten.
b) Die IV-Stelle hielt in ihrer Duplik an ihren Anträgen fest. Die Revision des
Scheidungsurteils sei möglich. Wenn es sich tatsächlich nicht um einen
wesentlichen Irrtum handeln sollte, seien die nachteiligen Dispositionen gar
nicht aufgrund der Auskunft vom 27. September 2004 getroffen worden. Unter
diesen Umständen fehle die Kausalität. Dies gelte umso mehr, als die zur
Diskussion stehende Zusatzrente gemäss Beschwerdeführerin lediglich
ungefähr 5% des Gesamteinkommens der ehemaligen Eheleute ausgemacht
habe.
Wenn argumentiert werde, der Ehemann befinde sich gegenüber Herbst 2004
in einer dramatisch schlechteren finanziellen Lage, handle es sich mittlerweile
nicht mehr um für die Beschwerdeführerin nachteilige Dispositionen; wäre es
doch möglich, dass der geschiedene Ehemann inzwischen die
Unterhaltsbeiträge hätte gerichtlich herabsetzen lassen. Selbst wenn die
Auskunft vom 27. September 2004 keinen Fehler enthalten hätte, wäre die
Unterhaltszahlung heute also nicht mehr höher als jene, welche anlässlich des
Scheidungsverfahrens vereinbart worden sei.
Wäre die Revisionsklage verwirkt, könne dies nicht zulasten der IV-Stelle
gehen. Die Versicherte habe seit dem 15. August 2005 Kenntnis vom
allfälligen Schaden und hätte die Revisionsklage fristgerecht einreichen
können. Die Argumentation, dass ein erneutes Gerichtsverfahren aus
psychologischen Gründen nicht zumutbar sei, könne nicht gehört werden, weil
diesbezüglich keine konkreten Hinweise aktenkundig seien. Im vorliegenden
Fall gehe das öffentliche Interesse an der richtigen Rechtsanwendung dem
Interesse am Vertrauensschutz vor, sodass der Beschwerdeführerin lediglich
ein Anspruch auf angemessenen finanziellen Ersatz des Vertrauensschadens
zustehe.
Falls das Gericht von einem höheren Schaden als Fr. 8'514.-- ausgehe, sei
auf die 5. IV-Revision hinzuweisen, die am 1. Januar 2008 in Kraft treten
sollte. Gemäss dieser Revision werde die entsprechende Vorschrift
(Besitzesstandwahrung bei laufenden Zusatzrenten) der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision)
ersatzlos aufgehoben und die noch laufenden Zusatzrenten für (geschiedene)
Ehefrauen und -männer von IV-Bezügern würden folglich ausnahmslos
aufgehoben. Falls die 5. IV-Revision am 17. Juni 2007 angenommen werde,
müsste die im vorliegenden Fall zur Diskussion stehende Zusatzrente ohnehin
auf Ende Dezember 2007 aufgehoben werden.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige
Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) und die bisherige
grossrätliche Verordnung über das Verfahren in
Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 542.300) abgelöst hat.
Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass sich die
Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht richten,
wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen
ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, falls die Rechtsmittelfrist vor
dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Im konkreten Fall hat die 30-tägige
Beschwerdefrist gegen den angefochtenen Einspracheentscheid vom 12.
Dezember 2006 erst im Jahre 2007 geendet, weshalb hier neues Recht zur
Anwendung kommt.
2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der
Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2006. Streitgegenstand bildet die
Frage, ob die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2005 weiterhin einen Anspruch
auf die ihr bis am 30. Juni 2005 gewährte IV-Zusatzrente hat oder nicht und
ob ihr als finanzieller Ersatz des Vertrauensschadens eine Entschädigung in
der Höhe von Fr. 84'194.-- bzw. ein Betrag nach richterlichem Ermessen
zuzusprechen ist.
3. Nach Lehre und Rechtsprechung setzt der Vertrauensschutz kumulativ
voraus, dass die Verwaltungsbehörde eine Vertrauensgrundlage geschaffen
hat, dass der Betroffene von der Vertrauensgrundlage Kenntnis erhalten und
dass er gestützt auf sein Vertrauen Dispositionen getroffen hat, die ohne
Nachteil nicht wieder rückgängig gemacht werden können (Häfelin
Ulrich/Müller Georg/Uhlmann Felix, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl.,
Zürich 2006, Rz. 631 ff.). Im vorliegenden Fall sind die Parteien
übereinstimmend der Ansicht, dass die Voraussetzungen für den
Vertrauensschutz erfüllt sind, was auch offensichtlich zutrifft.
4. a) Selbst dann, wenn alle Voraussetzungen für den Schutz des Vertrauens der
Privatperson in eine unrichtige Auskunft erfüllt sind, steht nicht fest, ob die
Privatperson mit ihrer Berufung auf Treu und Glauben durchdringen kann.
Vielmehr bleibt abzuwägen, ob nicht ausnahmsweise das öffentliche
Interesse an der richtigen Rechtsanwendung dem Vertrauensschutz
vorzugehen hat. Das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven
Rechts und jenes des Vertrauensschutzes müssen gegeneinander
abgewogen werden. Überwiegt das öffentliche Interesse, hat sich die
Privatperson diesem unterzuordnen. Allenfalls besteht ein Anspruch auf
Schadenersatz bzw. kann es sich rechtfertigen, gewisse, im Vertrauen auf die
Richtigkeit der Auskunft getroffene, nachteilige Dispositionen bzw.
Aufwendungen zu entschädigen (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 696 ff.,
mit weiterführenden Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Zu prüfen ist vorliegend, ob dem finanziellen Ausgleich in Form des
Bestandesschutzes oder in Form eines Entschädigungsanspruchs Rechnung
getragen werden soll.
b) Zunächst gilt es abzuwägen, ob ausnahmsweise das öffentliche Interesse an
der richtigen Rechtsanwendung dem Vertrauensschutz vorzugehen hat. Für
den Fall, dass der Bestandesschutz zu bejahen ist, ist die Rente zu entrichten.
Vorliegend handelt es sich um ein Dauerverhältnis, weswegen es sich nicht
rechtfertigt, dass die Verwaltungsbehörde auf immer und ewig an ihre falsche
Auskunft gebunden ist. Das Interesse an der richtigen Rechtsanwendung geht
wegen der allfälligen überlangen Bindungswirkung den privaten Interessen an
der Bestandesgarantie eindeutig vor. Die unrichtig erteilte Auskunft entfaltet
demnach keine Bindungswirkung. Dies hat zur Folge, dass die Zusatzrente
der Beschwerdeführerin nicht weiter zu entrichten ist bzw. dass der Anspruch
der Beschwerdeführerin auf die Zusatzrente erlischt.
Das Hauptbegehren der Beschwerdeführerin ist folglich abzuweisen.
c) Da im vorliegenden Fall die Bindung an die Vertrauensgrundlage aufgrund
des überwiegenden öffentlichen Interessens nicht in Frage kommt, ist der
Beschwerdeführerin ein angemessener Schadenersatz zu gewähren. Streitig
und vom Gericht zu beurteilen ist, in welcher Höhe die Entschädigung
geschuldet ist. Nach Ansicht des Gerichtes, ist diesbezüglich der Entscheid
der Vorinstanz zu schützen. Die Versicherte weist in keiner Art und Weise
nach, dass sie einen höheren Schaden erlitten hat als die ihr zugestandenen
Fr. 8'514.--. Zudem hat sie vereitelt, dass die für sie nachteiligen Dispositionen
rückgängig gemacht werden können. Die Folgen daraus hat sie nun zu tragen,
hat sie doch nicht das ihr Zumutbare unternommen, um den Schaden zu
begrenzen. Gemäss Art. 148 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(ZGB; SR 210) kann die rechtskräftige Vereinbarung über die
vermögensrechtlichen Scheidungsfolgen bei Mängeln im Vertragsabschluss
mit Revision angefochten werden. Diese zivilrechtliche Bestimmung stellt
einen Minimalstandard dar, der direkt durch das Bundesrecht gewährleistet
wird. Darüber hinaus liegt es in der Kompetenz der kantonalen Gesetzgeber,
zusätzliche Revisionsgründe zuzulassen. Für die Modalitäten der
Revisionsgründe gilt das kantonale Recht. So werden etwa die
Revisionsfristen, insbesondere die relativen, grundsätzlich durch kantonales
Recht geregelt (FamKomm Scheidung/Fankhauser, Art. 148 ZGB N. 10 ff.
m.w.N.). Gemäss Art. 246 der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden
(ZPO GR; BR 320.000) kann ein Revisionsgesuch während der Dauer von
fünf Jahren nach Erlass des zu revidierenden Urteils anhängig gemacht
werden (absolute Frist). Das Gesuch ist aber innert dreier Monate seit dem
Zeitpunkt, ab welchem die Revisionsklägerin den Revisionsgrund gekannt hat
oder von diesem Gebrauch machen konnte, einzureichen (relative Frist). Im
vorliegenden Fall hat die Versicherte gemäss eigenen Angaben vom
Revisionsgrund am 15. August 2005 Kenntnis erlangt. Trotz dieser Kenntnis
hat sie es unterlassen, innert der Dreimonatsfrist Revisionsklage
einzureichen, um die im Vertrauen auf die Richtigkeit der behördlichen
Auskunft getroffenen, nachteiligen Dispositionen rückgängig zu machen und
damit den Schaden zu begrenzen.
Das von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Argument, wonach ein
erneutes Gerichtsverfahren die sensiblen, familiären Beziehungen gefährdet
hätte und deswegen von der Beschwerdeführerin nicht zu verantworten
gewesen wäre, kann nicht gehört werden, fehlen doch die konkreten
Nachweise hierzu.
Aus diesem Grund ist die Bemessung der Höhe des Schadenersatzes durch
die Vorinstanz nicht zu beanstanden. Somit sind auch die Eventualbegehren
abzuweisen.
d) Nur am Rande sei hier vermerkt, dass die noch laufende Zusatzrente mit
Inkrafttreten der 5. IV-Revision (voraussichtlich am 1. Januar 2008) ohnehin
abgeschafft würde. In dieser Revision wurde die Bestimmung e) der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision)
ersatzlos gestrichen. Auch wenn vorliegend die Bestandesgarantie bejaht
würde und entsprechend die Rente weiterhin auszurichten wäre, würde die
zur Diskussion stehende Rente voraussichtlich auf Ende 2007 ohnehin
wegfallen. Dies bedeutet, dass der Schaden ohnehin nicht höher als Fr.
14'190.-- wäre (unter der Annahme, dass die Rente im Jahre 2007 gleich hoch
ist wie im Jahre 2006: 12 x Fr. 473.-- = Fr. 5'676.-- für das Jahr 2007 + Fr.
8'514.--, bereits zugestanden).
e) Aus dem Dargelegten ergibt sich, dass sich der angefochtene
Einspracheentscheid in jeder Hinsicht als rechtens und haltbar erweist,
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5. Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren seit dem 1. Juli 2006
- in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.--
bis Fr. 1'000.-- festgelegt. In Anbetracht des Ausgangs des Verfahrens und
der Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels rechtfertigt es sich im
vorliegenden Fall, der unterliegenden Beschwerdeführerin Kosten von Fr.
700.-- aufzuerlegen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine
aussergerichtliche Entschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG; Umkehrschluss;
PVG 1999 Nr. 9).