Decision ID: bf358475-afcc-4c18-ab6c-aa08e4301101
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1962 geborene
X._
, zuletzt tätig als Pflegeassistentin, meldete sich am 25. September 2002 unter Hinweis auf plötzliche Schmerzen im linken Ellbogen bis Gefühllosigkeit im Daumen bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 7/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, verfügte am
10. September 2003 (Urk. 7/50)
, dass kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe
, was sie mit
Einspracheent
scheid
vom 14. Januar 2004 bestätigte (Urk. 7/58).
1.2
Zwischenzeitlich arbeitete
X._
wieder
als Dauernachtwache
,
als sie am
20. März 2009
einen Autounfall
als Beifahrerin
erlitt
und sich
dabei
Kopf
verletzungen und starke
Bauchschmerzen
zuzog
(Urk.
7/78/45
).
Nach erfolgter Anmeldung zur Früherfassung (Urk. 7/69) meldete sich die Versicherte am
17. Juli 2009 (Urk. 7/73)
unter Hinweis auf ein Schleudertrauma
(
Konzen
-
trations
schwäche
, Übelkeit, Schwindel, extreme Müdigkeit
)
sowie ein traumatisiertes rechtes Fussgelenk
(
nur kurze Belastung möglich, Schwellung,
Flüssigkeitsan
sammlung
, starke Schmerzen
)
erneut bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an.
Die IV-Stelle
zog
wiederholt
die Akten des Unfallversichere
rs
bei
(Urk. 7/78, 7/117, 7/149),
holte
Arztberichte
und
ein polydisziplinäres medi
zinisches Gutachten
(Urk. 7/175
/1-32
)
ein
,
nahm
Auszüge aus dem individuel
len Konto (Urk. 7/79
, 7/135
)
sowie
Informationen
der Arbeitgeber
zu den Akten
(Urk. 7/80 und 7/81)
und führte eine
Abklärung im Haushalt
durch (Urk. 7/179).
Der Unfallversicherer
verfügte
mit
unangefochten
in Rechtskraft erwachsener (Urk.
7/149/1) Verfügung vom
19. April
2011 (Urk. 7/149/12-14) die
Leistungs
einstellung
auf den 31. März 2011
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/185) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
7
.
Januar 2015
bei einem Invaliditätsgrad von 69 %
eine befristete
Dreiviertelsr
ente
vom 1. März
2010 bis 31. März 2011 zu (
Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob
X._
am 6. Februar 2015 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte die Zusprechung einer unbefristeten Rente. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Mit
Be
schwerdeantwort
vom 13. März 2015 (Urk. 6)
ersuchte
die Beschwerdegegnerin
um
Abweisung
der Beschwerde
. Mit
Gerichtsv
erfügung vom 24. März 2015 wurde der Beschwerdeführerin
in Bewilligung
ihres
Gesuchs die unentgeltliche Prozess
führung gewährt (Urk. 11
).
Mit Replik vom 13. Juli 2015 (Urk. 15) hielt
die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. In einer weiteren Stellung
nahme vom 21. Juli 2015
äusserte sie sich erneut
(Urk. 18). Die
Beschwerdegeg
nerin
verzichtete
am 14. September 2015
auf eine Duplik (Urk. 22).
Mit
einer weiteren Stellungnahme vom 23. September 2015 (Urk. 25)
legte
die Beschwer
deführerin ergänzende
Arztberichte ins Recht
(Urk. 26)
,
wozu sich die
Be
schwerdegegnerin
nicht mehr äusserte
(Urk. 29).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.
3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17 Abs. 1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten
verfü
gungsweise
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt zur Begründung ihrer Verfügung vom 7. Januar 2015 (Urk. 2) fest,
die Abklärung
en
hätten ergeben, dass
die
Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Pflegeassistentin
mit
ei
nem Pensum von 65 % nachgehen würde. Die restlichen 35 % entfielen in den Aufgabenbereich der Haushaltsführung.
Aus ärztlicher Sicht sei ihr die Aus
übung einer Tätigkeit nicht zumutbar.
Gemäss Abklärungen sei sie im Haushalt zu 12 % eingeschränkt.
Bei einem Invaliditätsgrad von 69 % bestehe somit
vom
1. März 2010
bis 31. März 2011 ein
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
Ab
1. Januar 2011 sei ihr aus medizinischer Sicht eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 100 % zumutbar. Die Einschränkung im Haushalt betrage
12 %.
Bei Gegenüberstellung
des Validen- und Invalideneinkommens sowie
unter Berücksichtigung
der Einschränkung im Haushalt resultiere ein Invaliditätsgrad von 11 %, weshalb ab 1. April 2011 kein Anspruch mehr auf Rentenleistungen bestehe
(S. 4 f.)
.
2.2
2.2.1
In i
hrer Beschwerde vom 6. Februar 2015 (Urk. 1) führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, sie habe nie mehr eine volle Arbeitsfähigkeit erlangt, auch nicht für eine angepasste Tätigkeit. Zudem habe sich ihr Gesundheitszustand noch weiter verschlechtert. Sie leide neu an einer Art „
Makuladegeneration
“ mit Narbenbildung in beiden Auge
n
und werde deswegen im
Y._
ambulant mit monatlichen Spritzen direkt ins Auge behandelt. Der Genesungsverlauf sei offen. Ferner macht
e
die Beschwerdeführerin geltend, im Gesundheitsfall wäre sie
in
einem höheren Pensum als
zu
65 % erwerbstätig (S. 3).
2.2.2
In der Replik
vom
1
3. Juli 2015
(Urk. 15)
führte
sie zudem
aus
, dass sie zwischen
zeitlich mehrfach aus orthopädischer Sicht und aufgrund eines Nieren
versagens zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen sei
. Es sei vom 15. Juni 2011 bis zum 5. Juli 2013 durchgehend von einer erneuten 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 3). Auch aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt. Ferner habe sich das Augenleiden we
iter verschlechtert, sodass sie
praktisch erblindet sei (S. 4). Zur Qualifikation
brachte
die Beschwerdeführerin vor, dass sie mit ihrem Wohnpartner nicht mehr in einer Lebensgemeinschaft lebe, sodass sie
(seitens der Sozialhilfebehörde)
als Einzelperson berechnet werde. Aus diesem Grund w
e
rde von ihr im Gesundheitsfall eine 100%ige
Er
werbsarbeit
verlangt. Deshalb sei sie als Vollerwerbstätige im Gesundheitsfall zu qualifizieren (S. 4
f.).
2.2.3
Am
23. September 2015 (Urk. 25) verwies
die Beschwerdeführerin
sodann
auf neue Berichte ihres behandelnden Psychotherapeuten und des delegierenden Psychiaters. D
azu machte sie geltend, d
iese
Berichte
stimmten nicht mit den psychiatrischen Diagnosen
im Gutachten des
Z._
überein. Aktuell befinde sich die Beschwerdeführerin in der
A._
wegen Suizidgefahr bei schwerer depressiver Störung (S. 3).
Ihr Gesundheitszustand
ha
be sich entgegen der Annahme der Gutachter
nicht verbessert. Sie leide mindes
tens seit Juli 2013
weiterhin an ei
ner mittelgradig
en
bis schweren rezidivierenden Depression, welche seit Som
mer
2015
im Zusammenhang mit der weitgehenden Erblindung im Februar 2015 zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe (S. 4).
2.3
Die Parteien gingen übereinstimmend davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin aufgrund der Folgen des Unfalls vom 20. März
2009 im Vergleich zu den Verhältnissen im Zeitpunkt des Erlasses des
Ein
spracheentscheids
vom 14. Januar 2004
wesentlich verschlechtert habe
.
Dies ist in Anbetracht der beim Unfall erlittenen Fussverletzung nicht zu beanstanden.
Mit Blick auf den Streitgegenstand (E. 1.5
hievor
) ist hingegen strittig, ob der seitens der Beschwerdegegnerin für die Zeit
ab
1. März 2010 ermittelte
Invali
ditätsgrad
von 69 % rechtens ist und ob sie zu Recht davon ausgegangen ist, dass im Januar 2011 eine gesundheitliche Verbesserung eingetreten ist, welche der Beschwerdeführerin das Erzielen eines rentenausschliessenden Einkommens ermöglicht. Zu prüfen ist sodann, ob die Beschwerdeführerin als
Vollerwerbstä
tige
zu qualifizieren ist.
3
.
3
.1
Anlässlich des Autounfalles vom 20. März 2009 zog sich die Beschwerdeführe
rin eine
Commotio cerebri
(
postcommotionelles
Syndrom
) beziehungsweise
Halswirbelsäulenbeschwerden
(Urk. 7/78/79) sowie eine Verletzung des zuvor bereits wiederholt operativ (vgl. dazu im Detail Diagnoseliste Urk. 7/175 S. 27
Ziff.
2) versorgten rechten oberen Sprunggelenks (OSG;
Sinus
tarsi
Syndrom
, Urk.
7/78/75
; posttraumatische
Peronaealsehnen
-Läsion, Urk. 7/83
)
zu. Am 2
0.
Juli 2009 erfolgte eine laterale Bandrekonstruktion
am
OSG
mit
Gracilis
Sehne vom
ipsilateralen
Knie
(Urk. 7/83).
Nach Rehabilitation (Urk. 7/82/
3
) und Aufbautraining
(Urk. 7/94/3)
empfahlen die behandelnden Fusschirurgen der
B._
am 1
8.
Januar 2010
-
bei zwar dank der Operation stabilem, aber weiterhin schmerzendem OSG
-
einen Arbeitsversuch;
falls dies nicht funktioniere,
sei
eine Umschulung vor
zu
nehmen
(Urk. 7/
98
).
3.2
Im Bericht vom 2
9.
März 2010 (Urk. 7/100)
äusserten die behandelnden Fach
ärzte
neben den bekannten Fussbeschwerden ein
en
Verdacht auf mediale
Me
niskusläsion
bei Status nach Verkehrsunfall am 2
0.
März 2009 mit
Kniege
lenksdistorsion
rechts
.
Differenzialdiagnostisch kämen protrahierte Schmerzen an der Entnahmestelle des
Musculus
gracilis
in Frage
(vgl. Urk. 7/101).
Am
2
7.
Juli 2010 (Urk. 7/107)
legten
die
Ärzte der
B._
dar,
die
Beschwerdeführerin
sei von Seiten
des Fusses betreffend die
Stabilität aktuell zufrieden
.
Aufgrund des geraden Rückfusses sei sie zu wiederholten Traumen prädisponiert. Eine stabile Schuhversorgung werde empfohlen.
Aktuell sei die Beschwerdeführerin hauptsächlich durch die Schmerzen im Bereich des Kniege
lenks beeinträchtigt (vgl. auch Urk. 7/108).
Nach einer Knieinfiltration war i
m Bericht vom 1
6.
September 2010 (Urk. 7/111)
weiterhin von u
nklare
n Knieschmerzen rechts mit MR-d
iagnostisch
retropa
tellärer
Chondromalazie
die Rede. Es wurde ausgeführt,
es bestehe eventuell eine leichte Schädigung des Meniskusvorderhorns im Sinne eines degen
er
iert nach ventral heraus luxierenden Meniskusvorderhorns. Ansonsten
zeige sich ein
blander
Gelenkstatus bis auf die
patellofemorale
Chondromalazie
. Die Be
schwerden medial liessen sich an sich mit der medialen Meniskusläsion verein
baren. Allerdings spreche die sehr schleppende Wirkung der
Lokalanästhe
tikainfiltration
eher gegen die Meniskussymptomatik.
Am
1
1.
Oktober 2010
wurde
eine diagnostische Kniearthroskopie rechts mit Entfernung kleiner freier Gelenkskörper durchgeführt (Urk. 7/113/
1
-4
) und eine
retropatellär
e
Chondromalacie
Grad II
diagnostiziert.
Im Bericht vom 2
0.
Januar 2011 wurde über
ein
en
sehr erfreulicher Verlauf
und eine
beschwerdefreie
Patientin berichtet.
Die Arbeitsunfähigkeit sei durch das Knie nicht mehr eingeschränkt, offensichtlich bestünden aber noch
Restbe
schwerden
im Bereich des
OSG
und nach Schleudertrauma, sodass die Patientin von anderer Seite zu 100 %
arbeitsunfähig geschrieben sei (Urk. 7/116).
3
.
3
Im auf Veranlassung des Unfallversicherers erstatteten
interdisziplinären MEDAS Gutachten des
Z._
vom 22.
Februar 2011 (Urk. 7/117) wurden
- gestützt auf die im November 2010 durchgeführten Untersuchungen (S. 1) -
folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt
(S. 52):
1.
Chronischer OSG-Schmerz rechts bei Status nach multiplen
Supinati
onstraumata
und dreifacher Stabilisierungsoperation des lateralen Bandapparates am 1
1.
April 2007 (
Broström
-Plastik), am 30.
Mai 2008 (Revision des Sinus
tarsi
mit Rekonstruktion des
Lig
.
fibulocalcaneare
) und am 2
4.
Juli 2009 (
Gracilis
-Plastik)
2.
Knieschmerz rechts bei Status nach
arthroskopischer
Entfernung
eines freien Gelenkskörpers am 1
1.
Oktober 2010
3.
Achillodynie
links
Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Gutachter
:
4.
Status nach
Denervationsoperationen
und
Nervenverlagerungs
-
operationen
im Bereich beider Ellenbogen
1989 bzw. 2003
5.
Migräne, anteiliger
Analgetikakopfschmerz
6.
Adipositas Grad I nach WHO (BMI von 34.1 kg/m2)
7.
Essentielle arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt
8.
Hochgradige Myopie, linksbetont (-20
Dpt
)
9.
Dysthymie
(
ICD-10
F34.1)
Im Gutachten wurde
aus internistischer Sicht zur Hauptsache
eine essentielle arterielle Hypertonie
beschrieben
, welche zurzeit medikamentös eingestellt werde
,
sowie
eine hochgradige Myopie mit einem
Restvisus
links von
weniger
als 0.
1.
Aus internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht eingeschränkt (S. 56).
Aus orthopädischer Sicht seien die geschilderten Hauptbeschwerden im Bereich des rechten O
SG
bis zu einem gewissen Grad erklärbar durch eine vermehrte Narbenbildung nach dreimaliger Operation. Die klinische Untersuchung zeige jedoch eine stabile Bandsituation am oberen Sprunggelenk und das konventio
nelle Röntgenbild einen altersentsprechend breiten und kongruent verlaufenden Gelenkspalt. Die Beweglichkeit sei nicht eingeschränkt. Die Schmerzintensität
lasse
sich nicht an einem klinischen Korrelat festmachen. In Bezug auf die linke Achillessehne
lasse
sich jedoch die Beschwerdesymptomatik nachvollziehen, da dort eine typische lokale, spindelförmige Schwellung mit entsprechender
Druckdolenz
im Sinne einer
Achillodynie
bestehe
; d
ies höchstwahrscheinlich als Zeichen einer Fehl- resp
ektive
Überbelastung aufgrund der auf der rechten Seite bestehenden Schmerzen. Bezüglich des rechten Kniegelenkes sei radiologisch eine beginnende Degeneration sichtbar und im OP-Bericht werde von der Ent
fernung eines freien Ge
l
enkkörpers gesprochen, welcher die intermittierend auftretenden Schmerzsituationen erkläre, welche sich postoperativ rapide ge
bessert hätten. Die
arthroskopisch
beschriebene
Chondromalazie
erkläre
die
be
lastungsabhängigen
Schmerzen im rechten Kniegelenk bis zu einem gewissen Grad ebenfalls (S. 56 f.).
Bei der neurologischen Untersuchung finde sich keine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem, der Wirbelsäule sowie der
paraverteb
ralen
Strukturen. Die von der Beschwerdeführerin vorgetragene
Kopf
schmerzsymptomatik
sei angesichts der migräne-typischen Begleitphänomene am ehesten als Migräne zuzuordnen. Angesichts der Medikamentenanamnese könne ein zumindest anteiliger
Analgetikakopfschmerz
mit erwogen werden. Die fehlende lege
artis
Kopfschmerzdokumentation und der hier gewonnene kli
nische Eindruck
sprächen
gegen einen wesentlichen behindernden Effekt der
Kopfschmerzsymptomatik
.
Die durchgeführte klinische Beurteilung der kogniti
ven Funktionen sei unauffällig. Die anamnestisch mögliche Commotio cerebri sei sowieso ungeeignet, zu einer dauerhaften kognitiven Beeinträchtigung zu führen, da eine Commotio cerebri regelhaft ohne strukturelle Verletzungen am Hirn einher gehe und somit dauerhafte hierauf fussende Beschwerden biologisch nicht plausibel oder wahrscheinlich seien (S. 57).
Aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund der jahrzehntelangen Anamnese mit immer wiederkehrenden und zeitweise lang anhaltenden
Verstimmungszustän
den
auf dem Hintergrund einer neurotischen Entwicklung die Diagnose einer
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) gestellt werden. Immer wieder habe
die Beschwerde
führerin
gelitten und leide sie unter leichten depressiv gefärbten Verstimmun
gen, insbesondere wenn sie mit
aversiv
erlebten äusseren Umständen konfron
tiert worden sei und werde. Den Unfall selber habe die Versicherte nicht als massives Trauma erlebt. Erst in den Wochen nach dem Unfall, als sie starke Schmerzen durchgemacht und realisiert habe, dass sie nicht sofort a
n die Arbeit zurückkehren könne
, habe sie mit vermehrter Verstimmung reagiert. In der di
agnostischen Wertung der als unfallkausal anzuerkennenden Beschwerde von Ängsten als Beifahrerin sei festzuhalten, dass es sich hierbei nicht um eine Störung von Krankheitswert handle. Die Diagnose einer posttraumatischen
Be
lastungsstörung
sei hier klar nicht zu stellen (S. 57 f.).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Be
funde sei die Versicherte aus orthopädisch-chirurgischer Sicht aufgrund ihrer verminderten Belastbarkeit der unteren Extremitäten, welche aber nicht über
wiegend wahrscheinlich als Folge des Unfalles vom 2
0.
März 2009 interpretiert werden könne, für rein stehende und gehende Tätigkeiten nicht mehr
voll
schichtig
arbeitsfähig. Als Nachtwache bestehe eine Restarbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 50 %. Der
Beschwerdeführerin
sei es möglich, eine wech
selnde stehende (am Patientenbett), gehe
nde (Stationszimmer -
Patienten
zim
mer
) und sitzende (Pflegedokumentation) Tätigkeit auszuführen. Die speziellen Belastungen wie Lagerung extrem schwerer Patienten müssten allenfalls mit Hilfe von weiteren Mitarbeitenden reduziert werden. Aus internistischer, neu
rologischer und psychiatrischer Sicht lasse sich hingegen keine Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit begründen. Das Kopfschmerzsyndrom sei nach Ausprägung und fehlender lege
artis
Dokumentation nicht geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen, hinzu komm
e
die gute Besserbarkeit durch eine Beendigung des Fehlgebrauchs von Analgetika. Die anderen Diagnosen schränkten die Arbeits
fähigkeit der Versicherten ebenfalls nicht ein (S. 61).
Seit dem Unfall vom 2
0.
März 2009
sei die
Beschwerdeführerin
andauernd zu 100
% arbeitsunfähig geschrieben und habe auch mittlerweile ihre beiden Stel
len verloren. Bis zu ihrer letzten Knie
o
peration im Oktober 2010 könne von ei
ner 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Ab Januar 2011 könne angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin als Nachtwache in einem Altersheim wieder zu 50 % arbeitsfähig sei (S. 61).
In einer behinderungsangepassten, nicht rein stehenden oder gehenden Tätig
keit, sondern wechselbelastenden Tätigkeit, mit der Möglichkeit zwischendurch abzusitzen, sei die Versicherte aus interdisziplinärer Sicht ab sofort zu 100
% arbeitsfähig (S. 62).
3.
4
Im Bericht vom 2
9.
April 2011 (Urk. 7/121)
beschrieben die behandelnden Ärzte
der
B._
neben den bekannten Beschwerde
n
eine seit über einem Jahr bestehende c
hronische
Achillodynie
links
, die nach zunächst konservativer Behandlung am 1
5.
Juni 2011 operativ angegangen wurde, was - bei anhalten
der Arbeitsunfähigkeit
im Nachgang zur Operation - kein
befriedigendes Ergeb
nis brachte (Urk. 7/134, 7/136).
Im Bericht vom 1
6.
Februar 2012 (Urk. 7/141) ergänzte
Dr.
med.
C._
, Oberarzt an der
B._
, Orthopädie,
die
Diagnoseliste
mit der neuen Diagnose einer chronischen Achillessehnen-
Tendinopathie
links.
Die von ihm vorgeschlagene Achillessehnenrevision erfolgte am 2
7.
Februar 2012 (Urk.
7/
143). Am
2
6.
April 2012 (Urk. 7/144)
berichtete
Dr.
C._
über
eine Verbesserung
mit
deutliche
n
Restbeschwerden
.
Bei einer maximalen
Gehdauer
von ein bis zwei Stunden sei an eine Arbeitswiederaufnahme nicht zu denken
(vgl. auch
Urk. 7/145)
. Aufgrund des hohen Leidensdruckes (Urk. 7/146) wurde am 1
2.
Oktober 2012 eine Achillessehnen-Rekonstruktion vorgenommen (Urk. 7/148), wobei postoperativ bis am 2
4.
März 2013 eine anhaltende Arbeits
unfähigkeit bescheinigt wurde (Urk. 7/150,
7/151/8-9)
. Danach wurde
eine überwiegend wechselbelastend
e
oder sitzende Tätigkeit
(wohl)
als
zumutbar
erachtet
(Urk. 7/151/7).
Am
2
9.
April 2013 (Urk. 7/155)
berichteten die Orthopäden der
B._
von
einem
stark prolongierten Verlauf
. Sie bescheinigten weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
3.5
Infolge einer
Urosepsis
war
die Beschwerdeführerin vom 2
2.
Mai bis 13.
Juni 2013 im Spital
D._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht
vom 20.
Juni 2013 (Urk. 7/162/5-9)
wurden zusammengefasst
folgende Diagnosen
genannt
:
1.
Urosepsis
bei
Pyelonephritis
und Hydronephrose links mit/bei
2.
Akute dialysepflichtige Niereninsuffizienz AKIN 3
3.
Diabetes mellitus Typ 2, E
rstdiagnose (ED)
2010
4.
Substituierte Hypothyreose bei Statu
s nach
Hashimotothyreoiditis
ED
2010
5.
Status nach mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode
6.
Arterielle Hypertonie
7.
Normochrome
normozytäre
Anämie
8.
Intertrigo inguinal rechts
9.
Adnexzyste
rechts
Die Ärzte schilderten, dass
die Patientin
vom Hausarzt
notfallmässig mit Bauch
schmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen zugewiesen worde
n sei
.
Nach
akute
r
Nierenfunktionsverschlechterung
sei mittels einer
Pigtail
-Einlage am 22. Mai 2013, welche am
3.
Juni 2013 wieder entfernt worden sei, eine Entlastung ein
getreten und im Verlauf ein Infekt (
Pyelonephritis
links
) aufgetreten.
Die
Be
schwerdeführerin
habe dialysiert werden müssen.
3.6
Mit dem Ziel der selbständigen Rückkehr nach Hause war die
Beschwerdeführe
rin
im
Anschluss an
den Aufenthalt
im Spital
D._
bis
am
5.
Juli 2013 in der Klinik
E._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht
vom
5.
Juli 2013 (Urk. 7/165) wurden
zusammengefasst
folgende Diagnosen gestellt:
1.
Mittelschwere arterielle Hypertonie mit erhöhtem
Blutdruckmittel
wert
, Differenzialdiagnose
:
renoparenchymatös
2.
Verdacht auf beginnende
p
osttraumatische Belastungsstörung
3.
Status nach
Urosepsis
bei
Pyelonephritis
und Hydronephrose links
4.
Status nach
akuter
dialysepflichtiger Niereninsuffizienz AKIN 3
5.
Diabetes mellitus Typ 2, ED 2010
6.
Substituierte Hypothyreose bei Status nach
Hashimotothyreoiditis
ED 2010
7.
Status nach mittelgradiger bis schwerer depressiven Episode
8.
Hypochrome
normozytäre
Anämie
9.
Vitamin D-Mangel
10.
Adnexzyste
rechts
Die Ärzte
hielten fest, dass die Patientin ihnen nach einer
Urosepsis
bei
Pyelonephritis
zugewiesen worden sei. Während des gesamten
Klinikaufenthal
tes
sei die mittelschwere Hypertonie mit rezidivierenden
hypertensiven
Ent
gleisungen mit systolischen Blutdrücken bis 230
mmHg
verbunden mit Kopf
schmerzen, Doppelbilder
n
, thorakalem
Engegefühl
sowie Herzrasen, welche die Patientin in ihrem Tagesablauf sowie Schlaf massiv beeinträchtigten, im Vor
dergrund gestanden. Elektrokardiographisch habe sich kein Hinweis auf ischä
misches Geschehen ergeben.
Sie berichteten über die Einstellung der Medika
tion, insbesondere im Zusammenhang mit der Hypertonie, und die aufgenom
mene psychotherapeutische Behandlung, die nach der Entlassung genauso wie die Physiotherapie weiterzuführen sei.
3.7
Gestützt auf ihre allgemeininternistische, psychiatrische, orthopädische und
nephrologische
Untersuchung erstatteten die Gutachter des
F._
am
2
0.
Mai 2014
ihre Expertise zu
Handen
der Beschwerdegegnerin
(Urk. 7/175/1-32)
. Darin
nannten
sie
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27):
1.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.1)
2.
Chronische Rückfussbeschwerden rechts (ICD-10 T93.3/M7.66/Z98.8)
Status nach
Supinationstrauma
am
5.
Februar 2006 und 3
1.
März 2006
Status nach Stabilisierung mittels modifizierter
Broström
-Tech
nik mit periostalem Verstärkungslappen und Transfer der
Peroneus
longus
- auf die
Peroneus
brevis
-Sehne am 1
1.
April 2007 (
B._
,
G._
)
Status nach
Supinationstrauma
am 1
1.
Juni 2007
Status nach Revision und
Débridement
des Sinus
tarsi
, Rekon
struktion des Ligamentum
fibulocalcaneare
und
Nar
bendébridement
am 3
0.
Mai 2008 (
B._
,
G._
)
Status nach Fussverletzung im Rahmen eines Aut
ounfalles am 20.
März 2009
Status nach lateraler Bandrekonstruktion mittels
Gracilis
sehne
vom
ipsilateralen
Knie am 2
4.
Juli 2009 (
B._
,
G._
)
aktuell diffuser Fersenschmerz mit Zeichen der
Achillodynie
3.
Chronische Rückfussbeschwerden links (ICD-10 T93.3/M7.66/Z98.8)
Status nach zweimaliger Operation in den achtziger Jahren bei chronischer OSG-Instabilität (
Dr.
H._
, Klinik
I._
,
J._
)
Status nach
Paratenon
-Release nach
Maffulli
am 1
5.
Juni 2011 (
B._
,
G._
)
Status nach Revision der Achillessehne am
7.
Februar 2011 (
B._
,
G._
)
Status nach
Débridement
der Achillessehne und Transfer des Flexor
hallucis
longus
am 1
2.
Oktober 2012 (
B._
,
G._
)
klinische Zeichen der persistierenden
Achillodynie
4.
Chronische Ellbogenbeschwerden beidseits (ICD-10 M79.62/
M77.1/Z98.8)
Status nac
h Ellbogenoperation rechts 1989
Status nach
Plicaresektion
,
Débridement
nach Hohmann und Entlastung des
Supinatorkanals
links am 1
4.
März
2002 (
B._
,
G._
)
klinische Zeichen der
Epicondylopathia
humeri
radialis
links
Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Gutachter zusammengefasst (S.
28):
1.
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54.0)
2.
Status nach Kniearthroskopie und Entfernung kleiner freier
Gelenks
körper
rechts am 1
1.
Oktober 2010 (
B._
,
G._
;
ICD-10 Z98.8)
3.
Metabolisches Syndrom (ICD-10 E88.9)
4.
Substituierte Hypothyreose bei Status nach
Hashimotothyreoiditis
, Erstdiagnose 2010 (ICD-10 E03.9)
5.
Status nach
Urosepsis
bei
Pyelonephritis
und Hydronephrose links Mai 2013 (ICD-10 N39Z)
6.
Hochgradige Myopie linksbetont (bis -22 Dioptrien
;
ICD-10 H52.1)
7.
Nikotinabusus
, 20-30 pack
year
s
(ICD-10 F17.1)
In der interdisziplinäre
n
Gesamtbeurteilung
hielten die Experten
fest, die
Be
schwerdeführerin
habe bis zur definitiven Arbeitsniederlegung im Jahr 2011 als Pflegeassistentin in diversen Spitälern und Altersheimen gearbeitet. Seit Jahren leide
sie
an Beschwerden des Bewegungsapparates, mit insbesondere chroni
schen Rückfussbeschwerden beidseits und chronischen Ellbogenbeschwerden beidseits, welche zu mehreren orthopädisch-chirurgischen Eingriffen geführt hätten, ohne dass eine nennenswerte Verbesserung
habe
erreicht werden
kön
nen
. Ferner bestehe ein metabolisches Syndrom. Im Mai 2013 habe die Explo
randin im Kontext einer
Urolithiasis
links eine
Urosepsis
mit konsekutivem akutem dialysepflichtigem Nierenversagen erlitten, wobei sich in der Folge die Nierenparameter vollständig normalisiert hätten. Als Folge der akuten Erkran
kung habe die Explorandin zusehends depressive Symptome entwickelt. Seit März 2009 sei
sie
mehrheitlich zu 100
% arbeitsunfähig geschrieben. Aufgrund ihrer körperlichen und psychischen Beschwerden könne sich die
Beschwerde
führerin
keine berufliche Erwerbstätigkeit mehr vorstellen (S. 28 f.).
Aus
psychiatrischer Sicht könne aufgrund der anamnestischen Angaben sowie den erhobenen Untersuchungsbefunden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode festgehalten werden, woraus eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 15
% abgeleitet werden könne. Die zusätzlich erhobene Verdachtsdiagnose auf Schmerzverarbeitungsstörung führe zu keiner zusätzli
chen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es könne der Explorandin trotz der geklagten Beschwerden zugemutet werden, weiterhin einer ihren körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit ganztags nachzugehen mit einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 15 %
(S. 29)
.
Aus Sicht des Bewegungsapparates könnten chronische Rückfussbeschwerden beidseits, welche aktuell im Sinne einer Achillessehnenproblematik zu verstehen seien, nachvollzogen werden. Ferner fänden sich chronische
Ellbogenbeschwer
den
beidseits mit aktuell klinischen Zeichen der
Epicondylopathia
humeri
radia
lis
links. Die von der Explorandin beklagten Beschwerden mit etwas diffusen Angaben während der körperlichen Untersuchung einerseits sowie die anam
nestische Präsentation andererseits liessen durchaus an eine zusätzlich
e,
nicht-organische Beschwerdekomponente denken. Aufgrund der gestellten Diagnosen könnten der Explorandin körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten so
wie Tätigkeiten, welche überwiegend im Stehen und Gehen zu verrichten seien, nicht mehr zugemutet werden. Demgegenüber bestehe für eine körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit
mit den im orthopädischen Teilgutachten dargelegten Arbeitsplatzbedingungen eine zumutbare Arbeits- und Leistungsfä
higkeit von 100 %.
Aus allgemeininternistischer Sicht könnten zahlreiche Diagnosen festgehalten werden mit im Vordergrund stehendem metabolischem Syndrom und absolut unkontrolliertem Diabetes mellitus Typ II. Bei fehlender Zielorganschädigung könne daraus jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet wer
den. Die Explorandin sei uneingeschränkt arbeits- und leistungsfähig.
Aus
nephrologischer
Sicht könne bei Status nach akutem Nierenversagen im Kontext einer komplikationsreich verlaufenen
Urolithiasis
links mit
Urosepsis
eine normale Nierenfunktion festgehalten werden. Aus
nephrologischer
Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Zusammenfassend könnten der Explorandin körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeit
en
sowie mehrheitlich im Stehen und Gehen zu verrichtende Tätigkeiten und somit auch die angestammte Tätigkeit als Pflegeassistentin nicht mehr zugemutet werden. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden und adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von
85
%, vollschichtig realisierbar mit reduziertem Rendement (S. 29).
Zu Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit führten die
Gutachter
aus, dass sie aufgrund der anamnestischen Angaben, ihrer Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten da
von ausgingen, dass eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit seit der Niederlegung der Arbeit im März 2009 anzunehmen sei. Zur Zeit des Gutachtens
des
Z._
vom 2
2.
Februar 2011 könne von einer ganztags zu
mutbaren Arbeitsfähigkeit in einer körperlich adaptierten Tätigkeit ausgegangen werden mit Einschränkungen der Leistungsfähigkeit von 15 % seit Juli 201
3.
Für die Zeit des akuten Nierenversagens vom 2
2.
Mai 2013 bis spätestens Ende Juli 2013 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestan
den (S. 29 f.).
Zur
Arbeitsfähigkeit im Haushalt
äusserten sich die Gutachter
nicht
(S. 30).
3.8
Gemäss dem - zu
Handen
der Rechtsvertreterin angefertigten und im Laufe die
ses Verfahrens aufgelegten -
Be
richt vom 2
6.
August 2015 (Urk.
26/1)
steht die Beschwerdeführerin seit 1
1.
Juli 2013 in
ambulante
r
psychiatrisch-psychologi
sche
r
Behandlung
bei
lic
. phil.
K._
und Dr.
med.
L._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
(S. 1)
. Diese führten aus, dass sie die
laut
Z._
-Gutachten fehlenden psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
für die Zeit
von November 2010 bis Juni 2013 nicht beur
teil
en könnten,
da
die Patientin erst seit 11.
Juli 2013 in ihrer Behandlung sei.
Sie nannten zusammengefasst folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1 f.):
Status nach vier Suizidversuchen
in den Jahre
n
1979,
1981
und
1982
Status nach Anorexia
nervosa
1980-1982
Status nach selbstverletzendem Verhalten durch „Ritzen“ zwischen 1980 und 1982
Status nach selbstverletzendem Verhalten durch mit der Hand beziehungs
weise mit dem Kopf gegen die Wand schlagen 1997
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, anamnestisch rezidivierende depressive Episoden seit 2000 (
ICD-10
F33.2)
Status nach traumatischen Erlebnissen (
ICD-10
F43.8):
-
infolge lebensbedrohender renaler Dekompensation (N17.9) im Mai 2013; IPS Flashbacks im Spital
D._
(
1.
Ereignis)
-
infolge der Diagnose der
c
horiodalen
Neovaskularisation (H53.3) mit konsekutiver rasch progredienter Erblindung
im Januar 2015 (2.
Ereignis)
-
Verlust der engsten Bezugsperson am 2
4.
April 2015, er starb in ih
ren Armen an einem Herzinfarkt in einem öffentlichen
Einkaufsla
den
, inkl. Miterleben der Reanimationsversuche der herbeigerufenen Sanität (
3.
Ereignis)
Status nach Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst) zwischen Mai 2014 und Februar 2015 (F41.0)
Kombinierte akzentuierte Persönlichkeitsstörung (selbstunsichere-abhängige mit kompensatorischer Überangepasstheit), F61
In Bezug auf die gemäss
Z._
-Gutachten diagnostizierte
Dysthymie
(F34.1) und den im
F._
-Gutachten diagnostizierten Verdacht auf
Schmerzverarbeitungs
störung
(ICD-10 F54.0) hielten sie fest, dass gemäss ihrer Beurteilung keine weiteren psychischen Erkrankungen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Während der Behandlung bei ihnen habe es kurze Zeitfenster (wenige Wochen) einer leichten depressiven Phase gegeben, die jeweils schnell durch weitere somatische oder psychische Ereignisse abrupt unterbrochen worden seien und in einer erneuten mittelgradigen bis schweren rezidivierenden De
pression geendet hätten (S. 2).
Sie attestierten
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 1
1.
Juli 2015 bis heute (S. 4).
3.9
Laut
Austrittsbericht vom 2
7.
Juli 2015 (Urk. 26/2)
war die Beschwerdeführerin
vom 1
5.
Juli 2015 bis 2
3.
Juli 2015
erneut im
Spital
D._
hospitalisiert
.
In somatischer Hinsicht wurden im Bericht
neu eine
Blasenfunktionsstörung, eine
Refluxoesophagitis
mit
Antrumgastritis
, Diarrhoe und eine
Endometriose
genannt.
Die
konsiliarisch hinzugezogene Psychiaterin PD
Dr.
M._
habe bei akuter schwerer depressiver Episode ohne bestehende akute Suizidalität emp
fohlen, die Medikation anzupassen
. Die Beschwerdeführerin sei
am 2
3.
Juli 2015 in somatisch gebessertem Allgemeinzustand in die
A._
verleg
t worden
(S. 2
; vgl. auch
Eintrittsrésum
é
der
A._
,
Urk. 26/3)
.
4
.
4.1
In Anbetracht der Anmeldung zum Leistungsbezug im Juli 2009
,
der aufgrund der Akten ausgewiesenen
Folgen des Unfalls vom 2
0.
März 2009
und der gleichzeitig eingetretenen Arbeitsunfähigkeit stehen
- nach Ablauf des
Warte
jahres
(E. 1.2
hievor
und Urk. 7/182 S. 12) -
Rentenlei
stungen ab 1. März 2010 im Raum
.
4.2
Unstreitig und aufgrund der dargelegten Akten ausgewiesen
ist,
dass
die Be
schwerdeführerin bis zur Kniearthroskopie im Oktober 2010 beziehungsweise bis zur Begutachtung im
Z._
vom
November 2010 (Urk. 7/117
S. 1
)
vollstän
dig arbeitsunfähig
war
(vgl. dazu etwa
F._
-Gutachten, Urk. 7/175
S. 29 f.
).
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
F._
-Gutachten davon aus, dass ab 2
0.
März 2009 bis nach der Knieoperation vom Oktober 2010
beziehungs
weise während der anschliessenden
Rekonvaleszenz bis Dezember 2010 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. Ab Januar 2011 habe eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit b
estanden
, woraus die
Beschwerde
gegnerin
auf eine gesundheitliche Verbesserung schloss
(Urk. 7/182 S. 11 f.).
Im
Z._
-Gutachten
v
om 2
2.
Februar 2011 (Urk. 7/117
)
wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin ab Januar 2011 als Nachtwache in einem Altersheim wieder zu 50 % arbeitsfähig sei (S. 61 unten). In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus interdisziplinärer Sicht ab sofort
- das heisst ab
Be
gutachtungszeitpunkt
, also ab November 2010 -
zu 100 % arbeitsfähig (S. 62 oben).
Gemäss Bericht
der
B._
vom 2
0.
Januar 2011 (Urk. 7/116)
war
damals
die Arbeitsfähigkeit durch das Knie nicht mehr eingeschränkt
.
Die
Aus
führungen, w
onach die Beschwerdeführerin no
ch an
Restbeschwerden im Be
reich des OSG und nach Schleudertrauma
leide
, sodass
sie
von anderer Seite zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben sei
, findet in den Akten keine Stütze
.
Es liegen keine Berichte
vor
, die eine fortdauernde Arbeitsunfähigkeit nach der Knieoperation vom Oktober 2010 bescheinigen. Somit ist
zugunsten der Beschwerdeführerin gestützt auf die Einschätzung des RAD-Arztes
Dr.
med.
N._
(Urk. 7/182 S. 11)
davon auszugehen, dass
jedenfalls
ab
Januar 2011
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit bestand.
4.3
Am 1
5.
Juni 2011 wurde die Beschwerdeführerin an der linken Achillessehne operiert und war zu 100 % arbeitsunfähig bis 3
1.
Oktober 2011 (Urk. 7/134, Urk. 7/136). Anlässlich der Kontrolle drei Monate postoperativ (im September 2011) wurde ein „
unzufriedenstellender
Verlauf“ festgestellt (Urk. 7/136) und am 1
6.
Februar 2012 vermerkte der behandelnde orthopädische Chirurg unver
änderte Beschwerden im Bereich der Achillessehne; eine Arbeitsfähigkeit sei weiterhin nicht gegeben (Urk. 7/141).
Die im Bericht vom 1
6.
Februar 2012 (Urk. 7/141) diskutierte erneute Operation der linken Achillessehne erfolgte am 2
7.
Februar 2012 und zog eine Arbeitsun
fähigkeit bis 3
1.
Juli 2012 nach sich (Urk. 7/144, Urk. 7/145). Am 12. Oktober 2012 wurde die Beschwerdeführerin wiederum an der linken Achillessehne ope
riert (Urk. 7/146) und war anschliessend zu 100 % arbeitsunfähig bis 24. März 2013; „danach überwiegend wechselbelastend oder sitzende Tätigkeit“ (Urk. 7/151/7). Aus diesem Attest ist zu schliessen, dass die behandelnden Ärzte die Beschwerdeführerin bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur in der angestammten, sondern auch in einer angepassten Tätigkeit für arbeitsunfähig erachtet hatten.
Anlässlich der Verlaufskontrolle am 2
5.
April 2013 wurde bei voll belastender Mobilität und nach wie vor sehr starken Schmerzen eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % für weitere vier Wochen bescheinigt (Bericht vom 2
9.
April 2013, Urk. 7/155). Vor Ablauf dieser Frist, mithin vor Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit, war die die Beschwerdeführerin aus internistischen Gründen vom 2
2.
Mai (Spi
tal
D._
; Urk. 7/162/5) bis
5.
Juli 2013 (Klinik
E._
; Urk. 7/165) hospitalisiert und derweil gemäss
F._
-Gutachter in jeder Tätigkeit arbeitsunfä
hig (Urk. 7/175 S. 30).
Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit von Januar 2011 bis Juli 2013 äusserten sich die
F._
-Gutachter unter Verweis auf das
Z._
-Gutachten und die dort postu
lierte Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten nicht im Detail (Urk. 7/175 S. 31 oben). Der begutachtende Orthopäde nahm indes auf die Berichte der
B._
und die wiederholt attestierte Arbeitsfähigkeit Bezug und schloss, diesen Einschätzungen könne durchaus gefolgt werden (Urk. 7/175 S. 25 oben). Ohne sich mit den in der Diagnoselisten erwähnten wiederholten
Fussoperatio
nen
, welche bis im April 2013
ausgewiesenermassen
keine wesentliche Besse
rung nach sich zogen, sondern immer neue operative Eingriffe erforderten, er
scheint der - ohne Auseinandersetzung mit den unbefriedigenden
Operationser
gebnissen
- nicht weiter begründete Schluss der
F._
-Gutachter in der
Gesamt
beurteilung
, es habe in einer Verweistätigkeit durchgehend eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestanden (Urk. 7/175 S. 29), nicht nachvollziehbar.
Der dargestellte Verlauf lässt die - auch vom Orthopäden des
F._
als plausibel eingeschätzten - Berichte der behandelnden Fachärzte der
B._
als überzeugender erscheinen. Deshalb erscheint als mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass
-
nach der im Januar 2011 eingetretenen Besserung
-
mit der ersten Fussoperation am 1
5.
Juni 2011 bis nach der Entlassung aus dem Spital
E._
am
5.
Juli 2013 wiederum eine Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit vorlag
,
beziehungsweise dass in diesem Zeitraum jedenfalls keine länger als drei Monate anhaltende gesundheitliche Verbesserung
(
Art.
88a
Abs. 1
IVV) ausgewiesen ist.
4.4
Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik
E._
vom
5.
Juli 2013
konnte die Beschwerdeführerin in die häuslichen Verhältn
isse zurückkehren (Urk. 7/165).
Für die Zeit nach dem Austritt
aus
der Klinik
E._
ist
somit
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen.
Es
liegen keine medizini
schen Unterlagen vor, die gegen das
F._
-
Gutachten
vom 2
0.
Mai 2014
und eine A
rbeitsfähigkeit
von 85 %
in einer körperlich leichten und adaptierten Tätigkeit (Urk. 7/175 S.
29
)
sprechen. Selbst die behandelnd
en Fachleute (
lic
. phil.
K._
und
Dr.
L._
) bescheinig
t
en erst ab 1
1.
Juli 20
15 eine
Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 26/1 S. 4)
. Sie ziehen
also
insoweit das
F._
-Gutachten
nicht in Zweifel.
Diese Arbeitsunfähigkeit beginnt
jedoch
erst rund
ein halbes Jahr nach der Verfügung vom
7.
Januar 2015 und ist deshalb nicht Gegenstand des vorlie
genden Verfahrens.
In psychiatrischer Hinsicht ist festzuhalten, dass i
m November 2010 (
Zeitpunkt der
Begutachtung durch
das
Z._
)
noch keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt wurden
, es wurde lediglich eine
Dysthymie
(ICD-10 F 34.1) - ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - fest
gestellt (S. 52).
A
uf
diese nach einer einmaligen Untersuchung und in Kenntnis der
Vorakten
abgegebene Expertise kann abgestellt werden.
Die
F._
-Gutachter haben die
depressive Erkrankung
berücksichtigt und als rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
,
gefasst (Urk. 7/175 S. 19 oben). Als solche ist sie jedoch von vornherein nicht geeignet, einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu begründen (vgl. etwa Urteil des Bun
desgerichts 9C_506/2014 vom 10. November 2014 E. 4.2), weshalb einleuchtet, wenn die Gutachter die gesamte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 15 % festsetzten.
Dass die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin nicht mit den Einschätzun
gen
der
Gutachter korrespondiert, ist möglicherweise auch darauf zurückzufüh
ren, dass sie davon ausgeht, sich vollständig gesund fühlen zu müssen und zu keiner Zeit Schmerzen verspüren zu dürfen, um einer beruflichen Erwerbstätig
keit nachgehen zu können (vgl. Urk. 7/175 S. 30).
Für die Zeit ab Juli 2013 ist daher auf das
F._
-Gutachten abzustellen, welches insoweit sämtliche Kriterien (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a) für eine beweiswertige medizinische Expertise erfüllt
, und von einer Arbeitsfähigkeit
von 85 % in einer Verweistätigkeit auszugehen.
4.5
Erst ungefähr ein halbes Jahr nach dem Erlass der Verfügung vom
7.
Januar 2015 wurde die Beschwerdeführerin am 1
5.
Juli 2015 (erneut) im Spital
D._
hospitalisiert (Urk. 26/2) mit direkt anschliessendem Aufenthalt in der
A._
ab 2
3.
Juli 2015 (Urk. 26/3). Diese
Umstände bilden
nicht Gegensta
nd des vorliegenden Verfahrens
(Urteil des Bundesgerichts 8C
_
280/2014 vom 3
0.
Januar 2015 E. 2)
.
Daran vermag auch der Bericht des Spitals
D._
vom 2
7.
Juli 2015
(Urk. 26/2) nichts zu än
dern. Dem Bericht zufolge äusserte die Beschwerdeführerin am 2
2.
Juli 2015, einen bereits länger bestehenden Suizidgedanken realisieren zu wollen. Dieser initial eher
passive
Todeswunsch bestand zwar seit Wochen - mithin aber nicht bereits im Januar 2015.
Gleiches gilt bezüglich des in der Replik erwähnten
,
weiter verschlechterten Augenleidens (die Beschwerdeführerin s
ei praktisch erblindet, Urk. 15
S. 4). In den beiden polydisziplinären medizinischen Gutachten, welche sich auch mit
dem Augenleiden befasst haben, wurde eine hochgradige Myopie festgestellt, jedoch ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 7/117 S. 56 und Urk. 7/175 S.
32).
Es ist
- übereinstim
mend mit der Beschwerdeführerin,
die eine
„
weitgehende Erblindung im Februar 2015“ (
Urk. 25 S. 4
) geltend macht
-
da
von auszugehen, dass auch
eine allfällige
Verschlechterung des Augenleidens erst nach
Erlass
der Verfügung vom
7.
Januar 2015 eingetreten ist
(vgl. auch Urk. 26/3 S. 2 oben)
.
4.
6
Nach dem Gesagten
ergibt sich eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % für die Zeit ab dem Unfall vom
2
0.
März 2009 bis
Januar 201
1
(E. 4.2). Damals erlangte sie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, welche Verbesse
rung gemäss
Art.
88a Abs. 1 IVV nach Ablauf von drei Monaten, mithin ab
1.
April 2011 zu beachten ist. Ab 1
5.
Juni 2011 war die Beschwerdeführerin er
neut zu 100 % arbeitsunfähig in jeglicher Tätigkeit bis zum
5.
Juli 2013
(E. 4.3)
. Diese Verschlechterung ist ebenso nach Ablauf von drei Monaten (
Art.
88a Abs. 2 IVV), mithin ab
1.
September 2011 zu beachten. Seit
Ende
Juli 2013 ist sie wieder zu 85 % arbeitsfähig in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
(E. 4.4)
, was nach Art. 88a Abs. 1 IVV wiederum nach drei Monaten, das heisst ab
1.
November
2013 zu berücksichtigen ist.
5
.
5.1
Damit bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Einschränkun
gen zu prüfen
, wobei sich vorab die Frage stellt, in welchem
Ausmass
die Be
schwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre.
Diesbezüglich
bemängelte die Beschwerdeführerin die Einschätzung der
Be
schwerdegegnerin
, wona
ch sie im Gesundheitsfall zu 65
% erwerbstätig
und
35 % im Haushalt tätig wäre
und schloss auf eine
Qualifikation
als vollzeitlich Er
werbstätige
(
Urk. 15 S. 4 f.
)
.
5.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.
3
D
ie Beschwerdeführerin
gab
a
nlässlich der Haushaltabklärung vom
1
6.
September 2014 (Urk. 7/179) spontan
an
, dass sie
im Gesundheitsfall
im gleichen Pensum weitergearbeitet hätte wie bis anhin. Daneben
hätte
sie den Haushalt versorgt (S. 5).
Auf diesen Aussagen ist sie zu behaften.
Bereits im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenprüfung im Jahr 2004 war die Be
schwerdeführerin seit Jahren nur zu 80 % erwerbstätig gewesen (Urk. 7/56; vgl. auch Urk. 7/7/2, 7/12, 7/70). Die Beschwerdeführerin selbst gab in der Anmel
dung für Hilfsmittel am 2
2.
April 2009 ein Pensum von 80 % an (Urk. 7/64/3). Aufgrund der Angaben der früheren Arbeitgeber (
Urk.
7/80/2, 7/81) ermittelte die Beschwerdegegnerin jedoch im Zeitraum vor dem Autounfall nur noch eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 20 % (Spitex) und 45 % (Nachtwache;
Urk.
7/179 S. 5, 7/181), was unter Berücksichtigung der im IK-Auszug aufge
führten Löhne (
Urk.
7/79/3) zu keinen Beanstandungen Anlass gibt und von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert bestritten wurde (Urk. 15 S. 4). Ihr Hin
weis, die Sozialhilfebehörden hätten sie im Gesundheitsfall zu einer Voller
werbstätigkeit verhalten, vermag an der Qualifikation als Teilerwerbstätige nichts zu ändern, da daraus keine Rückschlüsse auf das Verhalten der Be
schwerdeführerin gezogen werden können, die aufgrund der im IK-Auszug aus
gewiesene Erwerbsbiographie kaum je vollerwerbstätig war und sich vielmehr mit
geringen Einkünften begnügte.
5.
4
F
ür den Rentenanspruch
finden
einzig die Einschränkungen in der Erwerbsfähig
keit und im sogenannten Aufgabenbereich Berücksichtigung, nicht jedoch Freizeitaktivitäten oder alltägliche Lebensverrichtungen. Als Aufgaben
bereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Darunter fallen
praxisgemäss
auch die unentgeltliche Betreuung und Pflege von Familienangehörigen oder ehrenamtli
che Engagements (vgl. BGE 130 V 360 E. 3.3), nicht jedoch sportliche Aktivitä
ten oder Hobbys. Andererseits ist im Erwerbsbereich nicht
massgebend
, was die
v
ersicherte Person, wäre sie gesund geblieben, im besten Fall zu erzielen im Stande wäre. Ist aufgrund der gesamten Umstände des Einzelfalls anzunehmen, dass sie sich als Gesunde voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Er
werbstätigkeit aus freien Stücken begnügen würde, so ist darauf abzustellen (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 2014, Art. 28a N 71 mit Hinweisen)
.
Massgebend
für die Statusfrage ist daher, ob sich die versicherte Person zusätz
lich zur teilzeitlichen Erwerbstätigkeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens in ein
em Aufgabenbereich betätigt hat
.
Die Beschwerdeführerin
lebt
e
gemäss
Ab
klärungsbericht
(
Urk.
7/179)
mit ihrem (ehemaligen) Lebenspartner,
welcher
nach
ihren Aussagen nur aus Faulheit nicht im Haushalt mithelfe
(
Urk.
7/179
S.
2 und S.
7
)
,
in einer gemeinsamen Wohnung.
Der (ehemalige) Partner bezieh
t
gemäss
der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente (
Urk.
7/179 S. 2). Es be
stünden jedoch keine medizinischen Einschränkungen (
Urk.
7/179 S. 7).
Unter diesen Umständen kann nicht vom Vorliegen eines Aufgabenbereichs ausge
gangen werden,
steht
doch die
Besorgung
eines Einpersonenhaushalts nach all
gemeiner Lebenserfahrung eine
r
vollzeitig
en
Erwerbstäti
gkeit nicht entgegen
.
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden auch heute noch einem
65
%-Pensum nach
gehen würde. Aufgrund der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teiler
werbstätige ohne Betätigung im Aufgabenbereich kommt vorliegend die ge
mischte Methode nicht zur Anwendung. Dementsprechend ist für die
Invalidi
tätsbemessung
einzig ein Erwerbsvergleich vorzunehmen.
5.
5
Mit
zur Publikation bestimmten
Urteil 9C_178/2015 vom 4. Mai 2016 präzi
sierte das Bundesgericht die geltende Rechtsprechung, wonach sich die Invali
dität bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen ver
sicherten Person ohne Aufgabenbereich im Sinne von Art. 27 IVV nach der all
gemeinen Methode des Einkommensvergleichs bemisst und das
Validenein
kommen
dabei nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen ist, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (E. 5 mit weiteren Hinweisen).
D
ie bei teiler
werbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich anhand der
Einkommensver
gleichsmethode
zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerbli
chen Bereich
ist
proportional - im Umfang der hypothetischen
Teiler
werbstätig
keit
- zu berücksichtigen. Der Invaliditätsgrad entspricht damit der proportio
nalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann dementsprechend den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen (E.
7.3).
5.
6
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall ist damit vom letzten, tatsächlich erzielten Verdienst der Beschwerdeführerin als Nachtwache auszugehen.
Sie verfügt über eine Ausbil
dung als Pflegeassistentin und arbeitete als Nachtwache bis zum Unfall vom 2
0.
März 2009 vier bis sechs Nächte (ungefähr 20 %) pro Monat im
O._
und acht bis zehn Nächte (ungefähr 45 %) in der Stiftung
P._
(Altersheim,
Urk.
7/179 S. 3
f.).
Bis zum Unfall vom 2
0.
März 2009 erzielte sie ein monatlich stark variierendes Einkommen.
Auch die Ausz
üge aus dem individuellen Konto
schwanken stark.
Gemäss Auskunft des
O._
verdiente die Beschwerdeführerin seit
1.
Januar
2008 bis zum Unfall vom 2
0.
März 2009 ca.
Fr.
874.-- pro Monat oder
Fr.
10‘500.-- pro Jahr
(
Urk.
7/80/2
, vgl. auch
Urk.
7/80/8
).
Nach
Auskunft
der
Stiftung
P._
habe
die Beschwerde
führerin
ungefähr
acht bis zehn Nächte pro Monat gearbeitet.
Der
Ansatz pro Nacht sei
Fr.
425.90 Grundlohn inkl
usive
1
3.
Monatslohn, Ferien- und Feiertagszuschlag 13.04 %. Dies erg
ebe
einen Lohn von
Fr.
481.4
5 pro Nacht (
Urk.
7/81/5). D
a
raus resultiert
bei neun Nächten
ein
Monat
slohn von
Fr.
4‘333.05 und ein
Jahreslohn von
Fr.
51‘996.6
0.
Insgesamt
verdiente die Be
schwerdeführerin bei den
beiden Arbeitgebern
somit
Fr.
62‘
497.--.
5.
7
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2,
126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Die Beschwerdeführe
rin
arbeitete s
eit dem Eintritt des Gesundheitsscha
dens nicht mehr.
Das Invalideneinkommen ist daher gestützt auf die Tabellenlöhne zu be
stimmen.
Im für die Beschwerdeführerin noch in
Fr
age
im Anforderungsniveau 4
kommen
den Segment
leichter
Tätigkeiten weist die Tabelle TA1 der LSE 2010
für Frauen
ein Einkommen von
Fr.
4‘225.-- bei einer 40-Stundenwoche aus, was hochgerechnet auf die im Jahr 201
0
(Rentenbeginn)
betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
von 41.
6
Stunden (Die Volkswirtschaft 3-4/2015 S. 88 Tabelle B9.2) ein mögliches Einkommen von
Fr.
52
‘
728
.-- ergibt.
Im nach medizinischer Einschätzung zumutbaren Pensum von 85 % ergibt dies
Fr.
44
‘
818
.--.
Die Beschwerdegegnerin hat keinen Abzug vom Tabellenlohn zugestanden (
Urk.
7/181/2), was seitens der Beschwerdeführerin zu Recht unbestritten blieb, sind doch keine Umstände ersichtlich, welche einen solchen Abzug rechtfertigen würden.
5.
8
Nach dem Gesagten resultiert für die Zeit
vom
1.
März 2010
bis
3
1.
März
2011
bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
62‘497.--
und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
0
.-- zunächst ein
Invaliditätsg
rad von 100 %.
Dieser
ist
jedoch
nach dem Gesagten
zu gewichten (E.
5.5
hievor
)
. Da die Beschwerdeführerin vor dem Unfall zu 65 % erwerbstätig war, resultiert ein
I
nvaliditätsg
rad
von 65
%
und somit
für die Zeit bis
3
1.
März
2011
Anspruch auf eine
befristete
Dreivier
telsrente
.
Vom
1.
September
2011
bis
3
1.
Oktober
2013
besteht
wiederum ein Anspruch auf eine befristete
Dreiviertelsrente
(vgl. auch E. 4.6
hievor
)
.
Ab Eintritt der gesundheitlichen Verbesserung im
August 201
3
steht
ein
Validen
einkommen
von
Fr.
62‘497.--
einem
Invalideneinkommen
von
Fr.
44‘818
.--
gegenüber. Die
Erwerbseinbusse
von
Fr.
17‘
679.--
er
g
ibt - nach der Gewichtung - einen
rentenausschliessenden
Invaliditätsg
rad von 18 %.
Selbst bei Gewährung eines hier kaum gerechtfertigten leidensbedingten Abzu
ges von 25 % vom Tabellenlohn würde sich daran nichts ändern. Die
Erwerbs
einbuss
e
würde
diesfalls
Fr.
33‘614.--
betragen, sodass ein gewichteter
Invali
ditätsgrad
von 30 % resultiert.
Damit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung insoweit abzuändern, als festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin - neben der bereits vom
1.
März 2010 bis 3
1.
März 2011 zugesprochenen
Dreiviertels
rente
- für die Zeit vom
1.
September
2011
bis 31. Oktober 2013 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
6.
6.1
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten
gemäss
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
1‘0
00.-- festzusetzen
und
zu drei
Viertel
n der
in diesem Umfang unterliegenden
Beschwerdeführerin und zu einem
Viertel
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Die der Beschwerdeführerin auferlegten Ge
richtskosten von
Fr.
250.-- werden zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Beschwerdefüh
rerin wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
6.2
Aufgrund des teilweisen Obsiegens hat die vertretene Beschwerdeführerin über
dies Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschädigung, welche nach
pflicht
gemässem
Ermessen
und um drei Viertel gekürzt
auf
Fr.
700
.-- (inkl.
Barausla
gen
und Mehrwertsteuer)
festzusetzen ist
(Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).