Decision ID: 349051e2-3a71-4ce6-baa2-6a304abbbd4c
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1956, gelernter kaufmännischer Angestellter
(
Urk.
7/5
Ziff.
5.4
,
Urk.
7/53/17
), meldete sich am 20. Juni 2011 bei der Invalidenversi
che
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
einen
medizinische
n Bericht
(
Urk.
7/
13),
Ar
beitgeberberichte
(
Urk.
7/9,
Urk.
7/11-
12) und
Auszüge
aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/10
,
Urk.
7/24,
Urk.
7/37
)
ein
und veranlasste be
im Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) ein psychiatrisches Gutachten, welches am
24. Oktober 2011 erstattet wurde (
Urk.
7/17).
Mit Vorbescheid vom 6. Dezember 2011
(
Urk.
7/22) stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Ausrichtung
eine
r
von Dezember 2011 bis Ende Januar 2012 befristete
n
halbe
n
Invalidenrente in
Aussicht (
Urk.
7/22)
, wogegen
dies
er
am 21. Dezember 2011 und am 30. Januar 2012
Einwände (
Urk.
7/26,
Urk.
7/32) erhob und Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
und Kündigungsschreiben
(
Urk.
7/30,
Urk.
7/35) einreichte.
Mit Verfügung vom
20. Juni 2012 (
Urk.
7/34
und
7/41 =
Urk.
2) sprach die IV-Stelle dem Versi
cher
ten
eine vom 1. Dezember 2011 bis 31. Januar 2012 befristete halbe Invali
den
rente zu
.
2.
Gegen die Verfügung vom 20. Juni 2012 (
Urk.
2)
erhob der Versi
cherte am
2.
August 2012
Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantr
agte
,
es sei ihm auch ab Februar 2012 weit
er
hin eine Rente basierend auf einem höheren Invaliditätsgrad auszu
richten und es sei ein früherer Wartezeitb
eginn festzustellen
(S. 2).
Mit
Be
schwerdeantwort
vom 6. September 2012 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung
vom 18. September 2012 (
Urk.
8)
wurde das Gesuch des Be
schwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung
und unentgeltliche
Rechts
ver
tretung
(
Urk.
1 S. 2) bewilligt, letzteres im
das Kostendach der Rechtsschutz
ver
sicherung überschreitenden
Umfang
.
Am 3. Ja
nuar 2013 erstattete
der Ver
si
cherte die Replik (
Urk.
1
2) und reichte weitere me
dizinische Berichte
(
Urk.
13
/1-5
)
ein.
Am 21. Januar 2013
reichte
die IV-Stelle
die Duplik (
Urk.
15) und eine Bei
lag
e (
Urk.
16) ein
,
was
dem Versicher
ten am
25. Januar 2013 (
Urk.
17)
zur Kennt
nisnahme zugestellt wurde
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
set
zes
über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des
Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
gra
d
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG
) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem
In
validitätsgrad
von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Be
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung vom Juni 2012 (
Urk.
2)
die von Dezember 2011 bis Ende Januar 2012 befristete
Zusprache
der halben In
validenrente damit,
dass
der Beschwerdeführer
seit September 2010
(Beginn der
einjährigen Wartezeit)
in s
eine
r
Arbeitsfähigkeit
in einem Umfang von
50
%
ein
geschränkt gewesen sei. A
b
dem 20. Oktober 2011 sei er in seiner
bisherigen Tätigkeit wieder
zu
70
%
a
rbeitsfähig
gewesen
. Das
Valideneinkommen
sei auf
grund der Arbeitsbiographie des Beschwerdeführers anhand
der Tabellenlöhne zu
bestimmen, wobei aufgrund der absolvierten kaufmännischen Lehre vom
An
for
de
rungsniveau
3 auszugehen sei.
Unter Berücksichtigung eines
Abzugs
von
10
%
resultiere ab Februar 2012
kein rentenbegründender
Invalidi
tätsgrad
mehr (Verfügungste
il 2 S. 1 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde (
Urk.
1) auf den Stand
punkt, in Anbetracht dessen, dass er
mehr als 14 Jahre
Tätigkeiten mit Führungs
funktionen ausgeübt habe, sei das
hypothetische
Vali
deneinkommen
höher zu bemessen
(
Urk.
1
S. 4
Ziff.
1). Von einer 70%igen Ar
beitsfähigkeit könne nicht ausgegangen werden, da sich
sein
psychischer Gesundheitszustand
seit Januar
2012
verschlechtert
habe
und
erhebliche
somatische Beschwerden
hinzuge
komm
en
seien
, was
allenfalls durch eine
n
leidensbeding
ten
Abzug von 20
%
zu berück
sichtigen sei (
Urk.
1
S. 6
Ziff.
3
Mitte
,
Urk.
12 S. 3 f.
Ziff.
2
).
Im Übrigen sei aufgrund der verspäteten Anmeldung zum Leistungsbezug der Beginn der Wartezeit gerichtlich festzustellen (
Urk.
1
S. 7 oben). So sei er be
reits
schon
früher in psychiatrischer Behandlung gewesen (
Urk.
1
S. 7 Mitte).
Es sei zu prüfen
,
ob eine ergänzende medizinische Begutachtung vorzunehmen sei oder aber eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zu ergän
zenden Ab
klä
rungen (
Urk.
12 S. 4 f.
Ziff.
3
)
.
2.3
Strittig und zu prüfen sind somit der Invaliditätsgrad, die verfügte Befristung und
der Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und für Psychothera
pie
,
nannte
in seinem Bericht vom 8. August 2011
(
Urk.
7/13) als
Diagnose
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine depressive Episode, gegenwärtig mit
tel
gradig (ICD10 F32.10), mit neurasthenischen Zügen. Als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
Prostatabeschwerden,
Asthma, Neu
ro
dermitis und Heuschnupfen sowie Kopfschmerzen unklarer Genese (
Ziff.
1.1).
Dr.
Y._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit September 2010
bei ihm
in
Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am 8. August 2011 erfolgt sei.
Die Be
hand
lung
erfolge
alle drei Wochen
eine Stunde
dauernd
im Einzelsetting (
Ziff.
1.2)
.
Der Beschwerdeführer habe sehr angespannt gewirkt und
habe
sich mit der
Stellensu
che
überfordert. Er habe sich in viele Zukunftspläne verbissen, sich kom
plett darin verwickelt und habe sich kaum beruhigen können. Inzwischen habe der Fokus etwas breiter angelegt werden können und die 100%ige Krank
schrei
bung habe eine deutliche Entlastung und insgesamt eine Beruhigung der Symp
toma
tik gebracht. In den letzt
en Wochen habe sich der Zustand etwas gebessert und die Stimmung sei
etwas aufgehellter und weniger verspannt. Mit Unter
stüt
zung sei
Entwicklungspotential vorhanden (
Ziff.
1.4). Es sei dem Beschwerde
führer ein dringendes Anliegen
,
wieder beruflich Fuss zu fassen (
Ziff.
1.9). Die Belast
barkeit und die Anpassungsfähigkeit seien aktuell deutlich reduziert. Die Kon
zentration und das Auffassungsvermögen seien grob unauffällig (
Ziff.
1.10).
Abschliessend führte
Dr.
Y._
aus, er beantrage eine Prüfung berufliche
r
Wie
der
eingliederungsmassnahmen
, da eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit (aktuell
maximal 50
%
) mit besonderen Anforderungen an den Arbeitsplatz be
stehe (S. 3
unten
).
Im am 17. Oktober 2011
ausgestellten
ä
rztlichen Zeugnis
(
Urk.
7/16)
attes
tierte
Dr.
Y._
dem Beschwerdeführer bi
s
31. Oktober 2011 eine Ar
beitsunfähigkeit
von 100 %
und ab 1. November 2011 eine
solche von 50 %
.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin
FMH
für Ps
ychiatrie und Psychotherapie
, RAD,
erstattete am 24. Oktober 2011 das von der Beschwerdegegnerin veran
lasste Gutachten (
Urk.
7/17).
Sie
stellte folgende Diagnosen (S. 7
Ziff.
9):
leichte (bis mittelgradige) depressive Episode ohne somatisches Syndrom
,
ICD-10 F32.00/
(
F32.10)
Differenzialdiagnose:
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (
ICD-10
F43.21)
Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (
ICD-10
Z73.1)
somatische Diagnosen nach Aktenlage und anamnestisch:
Prostatabeschwerden
Asthma
Neurodermitis und Heuschnupfen
unklare Magenschmerzen
Kopfschmerzen unklarer Genese
Dr.
Z._
führte aus,
die von
Dr.
Y._
gemachten Angaben
könnten
im Wesentlichen bestätig werden. Die depressive Symptomatik sei aktuell deutlich gebessert und eine mittelgradige Episode könne im Krankheitsverlauf anamnes
tisch nachvollzogen werden. Der deutliche soziale Abstieg und die nachfolgen
den gescheiterten Eingliederungsversuche des Beschwerdeführers hätten zu ei
ner
depressiven, reaktiven Anpassungsstörung geführt. Erschwerend bei der Wieder
eingliederung zeigten sich möglicherweise akzentuierte
Persönlichkeits
züge
im Sinne von abhängigen,
ana
n
kastischen
und eventuell narzisstische
n
Anteilen
. Die anamnestisch beschriebenen wiederholten Phasen von Traurigkeit im Leben des Beschwerd
eführers könnten im Rahmen der a
kzentuierten
Persön
lichkeits
züge
erklärt werden. Diese seien jedoch anhand der vorliegenden Un
tersuchung nicht ausreichend beschreibbar
(S. 8
Ziff.
10 oben)
.
Die begonnene Ausbildung im Sozialmanagement verleihe
dem Beschwerdefüh
rer
grosse Hoffnung. Leider zeige sich auch eine grosse Angst, aufgrund des zu
nehmenden Alters schwieriger vermittelbar zu sein. Der Beschwerdeführer sei aufgrund der depressiven Symptomatik sowohl in bisheriger als auch in ange
passter Tätigkeit gleichermassen eingeschränkt. Aus versicherungsmedizinischer
Sicht könne seit der Untersuchung vom 20. Oktober 2011 von einer 30%igen Ar
beitsunfähigkeit in bisheriger und in angepasster Tätigkeit ausgegangen wer
den. Vorgängig könne die von
Dr.
Y._
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und in angepasster Tätigkeit seit September 2010 (
Behandlungs
auf
nahme
) als ausgewiesen gelten
(S. 8
Ziff.
10 Mitte)
.
Es sei unter Weiterführung der
psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behand
lung
eine
Verbesserung des Gesundhei
tsschadens
innerhalb eine
s
Jahres zu er
warten, wenn sich auch die deutlich belastenden psychosozialen Faktoren ver
besserten.
Obwohl die Krankheitssymptome stark mit der psychosozialen Belastungssitua
tion
verbunden seien
, könne aus versicherungsmedizinischer Sicht ein
Krank
heitswert
mit den oben erwähnen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit abge
leitet werden. Der Beschwerdeführer sei für berufliche Massnahmen
motiviert
und
nehme mögliche Behandlungsoptionen war (S. 8
Ziff.
10 unten
).
3.3
Dr.
Y._
führte in seinem Bericht vom 1
6.
Januar 2012 (
Urk.
7/30/12)
aus, er schliesse sich den Diagnosen der RAD-Ärztin
Dr.
Z._
im sehr sorgfältig erstellten Gutachten an. Er sehe die Diagnose der Depression aktuell etwas ge
bessert und den Vorschlag der Differenzialdiagnose als sehr überzeugend. Über
die 20%ige Differenz in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nur schwer
streiten, wobei zu beachten sei, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Diag
nose (insbesondere der akzentuierten Persönlichkeitszüge) bei einer 70%igen Ar
beitsfähigkeit nicht die volle Arbeitsleistung erbringen könne.
In seinem Bericht vom 1
0.
August 2012 (
Urk.
13/1) führte
Dr.
Y._
aus,
der Be
schwerdeführer leide gegenwärtig an einer mittelgradigen depressiven Epi
sode
(ICD-10 F32.10) mit neurasthenischen Zügen
,
und
sein
Gesundheitszustand habe
sich leider nicht wie erhofft auf höherem Niveau stabilisiert. Er beklage -
neben diversen somatischen Problemen - eine erhöhte Konzentrationsschwäche, aus
ge
prägte Antriebslosigkeit sowie andauernde Ein- und Verdacht auf
Durch
schlaf
störungen
. Die antidepressive
Medikamentation
habe leider nicht d
en gewünsch
ten Effekt erbracht.
3.4
Die Ärzte des Spital
s
A._
nannten nach
Hospitalisation
des Be
schwerdeführers vom 1
6.
bis 2
0.
Januar 2012 in ihrem
Austrittsb
ericht vom 2
0.
Januar 2012 (
Urk.
13/2) folgende Diagnosen (S. 1):
4-Etagen-Beinvenenthrombose links
Verdacht auf grippalen Infekt
Differenzialdiagnose: Lu
n
genembolie bei D
iagnose
1
benigne Prostatahyperplasie
obstruktives Schlafapnoesyndrom
allergisches Asthma
Neurodermitis
Depression
Die Ärzte führten aus, die Zuweisung des Beschwerdeführers durch den Haus
arz
t sei bei zunehmenden Schmerzen und Schwellungen des linken Unterschen
kels im Rahmen eines grippalen Infektes erfolgt.
Die
Dupl
exso
nographie
habe e
ine massive tiefe Beinvenent
h
r
ombose gezeigt. Eine therapeu
tische
Fragminisierung
sei eingeleitet und überlappend eine orale
Antikoagula
tion
mit
Marcoumar
be
gonnen
worden, welche zunächst für 6 Monate fortge
setzt werden müsse. Ferner
seien die Beine gewickelt und im Verlauf Kompres
sionsstrümpfe
für Ober- und Unterschenkel angepasst worden. Am 2
0.
Januar 2012 sei der Beschwerdeführer in verbessertem Zustand in die weitere ambu
lante Behandlung entlassen worden (S.
1).
Im Bericht vom 1
7.
Juli 2012 (
Urk.
13/3) wurde nach einer Verlaufskontrolle au
s
geführt, dass ein wahrscheinlich insgesamt doch erhebliches
postthromboti
sches
Syndrom mit weiterhin Verschluss an der V.
femoralis
superficialis
be
stehe und kaum
Rekanalisationen
erkennbar seien. Für eine frisch erkennbare
Thrombo
sie
rung
bestünden keine Hinweise
.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin stützte sich in ihrer Verfügung vom Juni 2012 (
Urk.
2) auf die Einschätzung der RAD-Ärztin
Dr.
Z._
in ihrem Gutachten vom
Oktober 2011
(vorstehend E. 3.2) ab, wonach der Beschwerdeführer aufgrund der
depressiven Symptomatik sowohl
in der
bisherige
n
als auch in jeder ange
passten Tätigkeit
von September 2010 bis Oktober 2011 zu 50 % und sodann
zu 30
%
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.2
Bezüglich der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
ist auf das
psychiatrische RAD-Gutachten von
Dr.
Z._
vom Oktober 2011
abzustellen, welches für die Be
antwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseiti
gen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mi
t diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers
auseinandersetzt. Schliess
lich wurde das Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben
, leuchtet
in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die
Schlussfolgerungen der Expertin
sind begründet. Es erfüllt daher die praxisgemäs
sen Kriterien (vor
stehend E. 1.4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abge
stellt werden kann.
Dr.
Y._
schloss sich sodann im Januar 2012 (vorstehend E. 3.3) den Diagno
sen der RAD-
Ärztin an, wobei er festhielt,
dass sich der Zustand des Beschwer
de
führers etwas gebessert habe
, jedoch
aufgrund der Diagnose
keine volle Ar
beitsleistung erbracht werden könne.
Unklar ist, ob er mit seinem nach Verfügungserlass ergangenen Bericht vom August 2012 (vorstehend E. 3.3) eine Verschlechterung des Gesundheitszustan
des des Beschwerdeführers geltend machen wollte oder ob er lediglich festhalten wollte, dass die
von
Dr.
Z._
erhoffte Verbesserung
des Zustandes unter
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung
nicht eingetreten sei. Bei gleich
gebliebener Diagnose äusserte sich
Dr.
Y._
nicht zu einer allfälligen Ar
beits
fähigkeit und berichtete von den vom Beschwerdeführer beklagten
,
unter ande
rem
somatischen Beschwerden.
Dr.
Z._
konnte die von
Dr.
Y._
in seinem ärztlichen Attest vom 1
7.
Oktober 2011 bezifferte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigen und
erachtete
rückblickend die von ihm im August 2011 attestierte 50%ige Arbeits
unfähigkeit seit Behandlungsbeginn im September 2010
als
nachvollziehbar. Die
Krankschreibung
im Oktober 2011
steht sodann auch im Widerspruch zu den An
gaben in seinem Bericht vom August 2011 (vorstehend E. 3.1).
Im Hinblick auf die somatischen Beschwerden
- Venenleiden, Verdacht auf
grippa
len Infekt, beni
g
ne Prostatahyperplasie, obstruktives
Schlafapnoesyn
drom
,
allergisches Asthma und Neurodermitis -
attestierten die Ärzte des Spitals
A._
dem Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit
.
E
ine weitergehende
Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
ist dadurch im Übrigen auch nicht anzunehmen
,
so dass sich d
iesbezüglich
e weitere Abklärungen erüb
rigen
.
4.3
Aufgrund des Gesagten
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit Behandlungsbeginn bei
Dr.
Y._
im September 2010 in seiner angestammten wie auch in jeder anderen Tätigkeit zunächst zu 50
%
eingeschränkt war und seit Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Z._
am 2
0.
Oktober 2011 von einem
möglichen
Arbeitspensum in jeglicher Tätigkeit von 70
%
ausgegangen werden kann.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre.
Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129
V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
5.2
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2011, abzustel
len
(BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss Art. 29
Abs.
1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruch
es nach Art. 29
ATSG. Vorliegend meldete sich der Beschwerdeführer am 2
0.
Juni 2011 zum
Leis
tungsbezug
bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/5).
Gemäss Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG wird zusätzlich verlangt, dass während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40
%
bestanden habe (vorstehend E. 1.2).
G
emäss Bericht von
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1)
ist
seit September 2010 von einer Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen, womit das Wartejahr gemäss Art. 2
8. Abs.
1
lit
. b IVG Ende
August 2011 abgelaufen war. Da der Rentenanspruch jedoch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches besteht, ist
der
1.
Dezember
2011
als
Zeitpunkt des
Rentenbeginns festzusetzen
.
Aus den Akten ergaben sich im Übri
gen
keine Anhaltpunkte dafür, dass das Wartejahr schon zu einem früheren Zeitpunkt zu laufen angefangen habe
n könnte
. Auch reichte der Beschwerde
füh
rer keine entsprechenden medizinischen B
erichte nach
,
und aus den diversen unbegründeten ärztlichen Zeugnissen
und
Kündigungsschrei
ben
(vgl.
Urk.
7/30
,
Urk.
7/35
) lässt sic
h auch nichts anderes ableiten
.
5.
3
Da der Beschwerdeführer, welcher ursprünglich eine kaufmännische Lehre ab
schloss
(
Urk.
7/53/17
)
,
in den letzten Jahren vor Eintritt seines
Gesundheits
schadens
nur unregelmässig
und in verschiedenen Branchen
gearbeitet hat und zwischenzeitlich mehrfach arbeitslos war
(vgl. IK-Auszug;
Urk. 7/37
), stellte die
Be
schwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkommens
zu Recht auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebene Lohnstrukturerhebun
g (LSE)
ab
(vgl.
Urk.
7/19,
Urk.
7/20/4)
.
Auch gab er seine leitende Tätigkeit im familieneigenen Unternehmen vor über zehn Jahren nicht aus gesundheitlichen Gründen auf, weshalb er daraus nichts mehr ableiten kann.
5.4
Laut medizinischen Akten w
ar
der Beschwerdeführer ab September 2010 in sei
ner bisherigen wie auch in jeder anderen Tätigkeit zu 50
%
eingeschränkt. Ab Mitte Oktober 2011 war ihm die zuletzt ausgeübte, wie auch jede andere Tätig
keit
wieder in
einem Umfang von 70
%
möglich.
Da sich
die attestierte Einschränkung und damit auch die damit
korrespon
die
ren
de
Arbeitsfähigkeit auf frühere wie auf andere dem Beschwerdeführer offen steh
en
de
Tätigkeiten beziehen, ist zur Bestimmung des Validen- wie des
Inva
liden
ei
n
kommens
auf die
gleichen Lohndaten abzustellen. Somit
genügt
für die Er
mitt
lung der Einschränkung im Erwerbsbereich die Gegenüberstellung blosser
Pro
zentzahlen
(Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E.
3a, 107 V 22, 104 V 136 E.
2a
und b).
Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entspre
chend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der
Prozentdif
ferenz
der Invaliditätsgrad ergibt (BGE 114 V 313 mit Hinweisen). Der
Invalidi
tätsgrad
entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 3
0.
Oktober 2007, 8C_130/2007, E
. 3.2 mit Hinweisen).
Bei
der ab September 2010 vorliegenden
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
resultiert
dem
nach
bis Oktober 2011 ein
Invaliditätsgrad von
5
0
%
.
Ab Oktober 2011 lag sodann
eine Arbeits
fähigkeit von 70
%
vor, was
zu
ein
em
rentenaus
schliessen
den
Invaliditätsgrad von 3
0
%
führt
.
5.5
In Anwendung von Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) besteht demzufolge ab Rentenbeginn per
1.
Dezember 2011 ein bis Ende Januar 2012 befristeter Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (
1.
No
vem
ber
2011 zuzüglich drei Monate, wovon lediglich zwei Monate in die
renten
rele
vante
Zeitspanne fallen).
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwer
deführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
jedoch einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16
Abs. 4 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
7.
7.1
Mit Kostennote vom 2
0.
September 2013
(
Urk.
18
,
Urk.
19/1-5
) machte die un
ent
geltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
,
Recht
s
anwältin Stéphanie Schwarz
,
geltend
,
sie sei mit einem Betr
ag von insgesamt
Fr.
2‘258.40
zu ent
schädigen, wovon
Fr.
646.25 davon
stammten
, dass das Kostendach der Coop
Rechtschutzversicherung von
Fr.
5‘000.-- im Verwaltungsverfahren bereits über
schritten worden sei (
Urk.
19/1).
7.2
Nach § 34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7
Abs.
1 Verordnung über die Gebühren, Kosten
und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
wird - auch im Rahmen der un
entgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für un
nö
ti
gen Aufwand kein Ersatz gewährt.
7.3
Der von Rechtsanwältin Stéphanie Schwarz mit Eingabe vom 2
0.
September 2013
geltend gemachte Aufwand für das Beschwerdeverfahren
von
rund 16.5 Stun
den
(vgl.
Urk.
19/1 und
Urk.
19/5)
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses nicht angemessen. Namentlich e
rscheinen
ein
In
struk
tions
aufwand
von
rund
7
Stunden
,
sowie
die
rund
6
.5 Stunden für das
Aktenstudium
und
das
Abfassen der
ersten
Rechtschrift
als überhöht
, zumal
aus dem
Vorbe
scheidverfahren
die Akten bereits bekannt wa
ren
.
Der Aufwand für Instruktion des Bes
chwerdeführers ist
demnach
mit maximal 2
Stu
nden
zu veranschlagen
und für
die rund sieben Textseiten umfassende Be
schwerdeschrift
ist
bei be
kannter Aktenlage
ein Aufwand von
4
Stunden zu ge
wäh
ren.
Die Kürzung von 5 Stunden betreffend Instruktionsaufwand und von 2.5 Stunden
im Bereich Aktenstudium ergibt einen anrechenbaren Aufwand von 9 Stunden, was beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) und Barauslagen von Fr. 59.15 (Urk. 119/5 S. 2) und Fr. 59.39 (Urk. 19/1
S. 2) ein Total von rund Fr. 2‘072.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer)
ergibt.
7.4
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin hat am 20. September 2013 für ihre Bemühungen im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren der Rechts
schutz
versicherung des Beschwerdeführers Fr. 2‘258.40 in Rechnung gestellt (Urk.
19/5). Dass davon gemäss ihren Angaben Fr. 646.25 ungedeckt geblieben seien (Urk. 19/1 S. 1 Mitte), liegt daran, dass sie - zusammen mit dem bereits im
Verwaltungsverfahren betriebenen Aufwand - das Kostendach der Rechts
schutz
versicherung von Fr. 5‘000.-- überschritten hat.
Entgegenkommenderweise ist von einer detaillierten Prüfung des im
Verwal
tungs
verfahren
betriebenen Aufwands abzusehen, und es ist vorliegend als von der Rechtsschutzversicherung übernommener Aufwand nur der reduzierte Be
trag von Fr. 1‘612.15 (Fr.
2‘258.40 .
/. Fr. 646.25) zu berücksichtigen.
7.5
Vom anrechenbaren Aufwand von Fr. 2‘072.-- (vorstehend E. 7.3) sind somit
die von der Rechtsschutzversicherung erhaltenen Fr. 1‘612.15 (vorstehend E. 7.4)
in Abzug zu bringen. Damit ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin mit Fr. 459.85
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädi
gen.
7.6
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur
Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung ve
rpflichtet werden kann, sofern er
dazu in der Lage ist.