Decision ID: 47b15202-39d5-4f67-945f-93cd2fbd05e9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X._
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war
ab
dem
1.
November 2006
als
Leiterin eines Tankstellenshops
bei der
Y._
GmbH,
angestellt (
Urk.
7/
1 f., 7/6, 7/14 und 7/18
).
Unter Hinweis auf eine Depression meldete sie sich am
9.
März 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst aktuellen Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/1 f., 7/18) die Akten des Kranken
taggeldversicherers (
Urk.
7/10) sowie einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/14) ein.
Mit Vorbescheid vom
2.
August 2016 stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht,
mit der Begründung, dass sie
trotz mehrma
liger Aufforderung ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sei (
Urk.
7/20). Nach einer telefonischen Kontaktaufnahme durch die Versicherte
am 2. Septem
ber 2016
nahm die IV-Stelle ihre Abklärungen wieder auf
(vgl. Urk.
7/21)
, wobei sie zum einen Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/24) und zum ande
ren Berichte der behandelnden Ärzte beizog (
Urk.
7/30, 7/32).
Am 17.
März 2017 legte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das bei ihm in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten vor (
Urk.
7/33). Mit neuem Vorbescheid vom 2
1.
April 2017 wurde der Versicherten wiederum die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (
Urk.
7/38), wogegen sie am 1
5.
Mai 2017 Einwand erhob (
Urk.
7/40). M
it Schreiben vom 17.
Juli 2017 bezo
gen auch die behandelnden Ärzte zum Vorbescheid Stellung (
Urk.
7/45). Am
4.
September 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie angekündigt ab (
Urk.
7/47 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
5.
Oktober 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr min
destens eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventua
liter sei das Dossier zur Neubeurteilung, eventuell zur Anordnung eines Verlaufs
gutachtens bei
Dr.
Z._
, an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
7.
November 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Versicherte mit Verfügung vom
8.
Novem
ber 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
4.
September 2017 (
Urk.
2) zog die Beschwerdegegnerin zusammengefasst in Erwägung,
auf das psychiatrische Gut
achten von
Dr.
Z._
könne grundsätzlich abgestellt werden. Die vorliegenden Befunde würden allerdings keinen langandauernden und erheblichen Gesund
heitsschaden begründen. Es seien diverse psychosoziale Faktoren vorhanden, welche nicht berücksichtigt werden könnten. Im Weiteren seien die Therapiemög
lichkeiten nicht ausgeschöpft, weshalb keine Therapieresistenz vorliege. Nach geltender Rechtsprechung komme einer Erkrankung nur dann invalidisierende Wirkung zu, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sei.
Vor diesem Hinter
grund bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.2
Die Versicherte machte demgegenüber mit Beschwerdeschrift vom
5.
Oktober 2017 im Wesentlichen geltend,
die angefochtene Verfügung widerspreche den
überzeugenden
Ausführungen von
Dr.
Z._
, der von einer korrekt therapierten psychischen Erkrankung ausgehe
, welche ihre Ursache nicht in psychosozialen Belastungsfaktoren habe.
Der Gutachter ziehe in Zweifel, dass ab 2015 eine erhebliche Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Damit seien das Wartejahr und auch das Vorliegen
einer lang andauernden Erkrankung durch das IV-Gutachten aus
führlich begründet.
Die Beschwerdegegnerin habe missachtet, dass gemäss Gut
achter zukünftig maximal mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei
(
Urk.
1 S. 3
, S. 9
)
.
Seit April
2017
sei sie [die Versicherte] wieder in einem 40%-Pensum im Tankstellenshop ihrer Schwester tätig, jedoch nicht mehr
wie zuvor
als Filialleiterin. Mehr zu arbeiten sei ihr nicht zumutbar, da ansonsten sowohl der Stress als auch die Fehlerquote wieder zunehmen würde
n
(
Urk.
1 S. 4). Das Invalideneinkommen belaufe sich auf jährlich
Fr.
19'560.-- (
Fr.
1'630.-- * 12) und stehe einem
Valideneinkommen
von
Fr.
54'990.-- (
Fr.
4'230.-- * 13) gegenüber. Bei einem Invaliditätsgrad von 64.43
%
bestehe somit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung (
Urk.
1 S. 10).
3.
3.1
3.1.1
Aufgrund einer depressiven Symptomatik begab sich die Beschwerdeführerin a
b dem 1
9.
August 2015
bei der
A._
, Zentrum für Psychiatrie und Psycho
therapie, in ärztliche Behandlung.
Nebst einem Abhängigkeitssyndrom von Nikotin, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10 F17.24), wurde eine mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10 F32.1) diagnostiziert. Gemäss Bericht vom
4.
Januar 2016
habe die Versicherte mitgeteilt, dass es ihr bereits seit Mai 2015 nicht mehr gut gehe. Sie
sei dünnhäutig, empfinde Sinnlosigkeit, klage über
völlige
Erschöpfung und Antriebslosigkeit, Schlafstörungen,
Albträume
,
Vergess
lich
keit und Aufmerksamkeitsprobleme, die zu Fehlern und zu Problemen am Arbeitsplatz geführt hätten
.
Sie leide zudem sehr unter dem Tod der beiden Eltern, vor allem demjenigen der Mutter
.
Auch der Appetit sei reduziert; sie habe in letzter Zeit etwa sechs Kilogramm abgenommen (
Urk.
7/10/2 f.).
Bei ängstlich-vermeidender und abhängiger Persönlichkeitsakzentuierung sei an einer Verbesserung des Selbstbildes und des Selbstwertgefühls gearbeitet worden. Im Fokus der Therapie sei auch die unverarbeitete Trauer über den Tod der Eltern vor einem respektive zwei Jahren, die schwierige Paarbeziehung zum alkohol
kranken Ehemann sowie die Beziehung zu ihren beiden Kindern und ihrer Schwester, welche gleichzeitig
ihre Chefin sei, gestanden.
Sowohl die starke Erschöpfung als auch der Antrieb und die Schlafstörungen hätten sich seit Ende November 2015
unter der medikamentösen Therapie und der Psychotherapie
gebessert. Durch klärende Gespräche mit der Schwester hätten zudem die Aver
sion und die Ängste vor der Wiederaufnahme der Arbeit reduziert werden können.
Die Beziehung zum Ehemann habe für die Versicherte ebenfalls erträg
licher gestaltet werden können.
Sie empfinde wieder vermehrt Lebensfreude und distanziere sich glaubhaft von Suizidgedanken.
Es bestünden allerdings weiterhin Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Schlafstörungen, jedoch in einem geringeren Ausmass als zu Beginn der Behandlung.
Insgesamt bestehe nun seit dem 2
3.
November 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Es sei davon auszugehen, dass sich die Leistungsfähigkeit im Verlauf weiter erhöhen werde (
Urk.
7/10/3 f.).
3.1.2
Im Bericht der
A._
vom 2
5.
Februar 2016 wurden diese Ausführungen im Wesentlichen bestätigt, wobei eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Servicemitarbeiterin in einer Tankstelle attestiert wurde, die bei weiterer regelmässiger ambulanter Therapie voraussichtlich auf maximal 80
%
gesteigert werden könne. Die ehemalige leitende Tätigkeit könne die Versicherte aufgrund der damit verbundenen höheren Anforderungen an die Belastbarkeit und die Konzentrationsfähigkeit nicht mehr leisten (
Urk.
7/3/3 f.).
3.1.3
Im Verlaufsbericht vom 1
1.
Juli 2016
hielten die Ärzte der
A._
fest, dass es im Vergleich zum Bericht vom
4.
Januar 2016 zu einer Verschlechterung des Zustandsbilds gekommen sei. Am Arbeitsplatz der Versicherten sei es aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen und Kündigungen von anderen Mitarbeitern zu Mehrarbeit und erhöhtem Leistungsdruck gekommen, wodurch
zunehmend
Schlafstörungen und nebst Lust- und Freudlosigkeit auch Konzentrationsstörun
gen aufgetreten seien. Nach klärenden Gesprächen mit der Arbeitgeberin - der Schwester der Versicherten - zeichne sich nun eine leichte Besserung der Symp
tomatik ab, wobei davon auszugehen sei, dass es kurzfristig zu weiteren Verbes
serungen und einer Stabilisierung mit einer Leistungsfähigkeit von erneut 60
%
komme (
Urk.
7/24/7). Dies entspreche dem Maximum der auf Dauer zu erwarten
den Leistungsfähigkeit (
Urk.
7/24/10).
3.2
Vom 2
2.
November bis 1
6.
Dezember 2016 befand sich die Versicherte aufgrund eines Verdachts auf einen ischämischen Infarkt zunächst im Stadtspital
B._
und in der Folge im
Rehazentrum
Klinik
C._
in stationärer Behandlung.
Im
Austrittsbericht vom 1
6.
Dezember 2016
wurde
n
im Weiteren eine COPD, eine arterielle Hypertonie
sowie eine Depression d
iagnostiziert (
Urk.
7/30/8 f.).
Auf
grund
der typischen
klinischen Befunde mit Schwindel, Gleichgewichts
-
störun
gen sowie Schwäche des rechten Arms und hängendem Mundwinkel rechts
sei
trotz unauffälliger Bildgebung von einem
cerebrovaskulären
Insult ausgegangen worden.
In psychischer Hinsicht sei die Versicherte b
ei Eintritt in die Klinik
C._
leicht eingeschränkt schwingungsfähig und antriebslos gewesen
(
Urk.
7/30/11 f.)
.
Im Rahmen der Rehabilitation habe sich die Beschwerdeführerin im Affekt ins
gesamt positiv und stabil gezeigt. Leichte Defizite hätten sich anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung in Teilbereichen der Exekutivfunktionen - vorausschauendes Denken und Problemlösen sowie theoretische Handlungs
planung - ergeben. Zudem sei die visuelle
Überblicksgewinnung leicht
reduziert gewesen. Die übrigen geprüften kognitiven Funktionen seien normgerecht aus
gefallen.
Die Versicherte habe gesamthaft gute Kompensationsstrategien erarbei
ten können und sei bei Selbständigkeit in allen Aktivitäten des täglichen Lebens in die angestammten Verhältnisse entlassen worden (
Urk.
7/30/9).
Für die Dauer von zwei Wochen nach Austritt aus der Klinik sei von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit auszugehen. Danach sei durch den Hausarzt der schrittweise Wieder
einstieg in den Beruf mit reduziertem Pensum zu evaluieren. Die Arbeitsfähigkeit solle jedoch auch aus psychiatrischer Sicht beurteilt werden (
Urk.
7/30/10;
vgl. zum Ganzen auch den Bericht der Klinik
C._
vom 2
8.
Februar 2017,
Urk.
7/30/1 ff.).
3.3
Im Bericht der
A._
vom 2
0.
März 2017 sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (
Urk.
7/32/1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1),
-
nichtorganische Schlafstörungen (ICD-10 F51),
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika, gegenwärtig Substanzgebrauch mit körperlichen Symptomen (Abhängig
keit von
Zolpidem
; ICD-10 F13.24),
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F17.20).
Nach
einer teilweisen Besserung der gesundheitlichen Situation insbesondere betreffend die depressive Symptomatik und die
Schlafstörungen im Sommer 2016
sei es im Herbst gleichen Jahres zu einem Rückfall in eine depressive Episode gekommen, da die Tochter der Versicherten versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Unter anderem habe
die Beschwerdeführerin ihre
im Rollstuhl sitzende
Tochter
in der Folge
zeitweilig in ihre Wohnung aufnehmen müssen, was auf
grund häufiger Konflikte sehr belastend gewesen sei. Seit dem im Januar 2017 aufgetretenen Schlaganfall sei die Beschwerdeführerin wieder vermehrt depressiv und nicht mehr
belastbar (
Urk.
7/32/3). Seit dem 3.
März 2017 bestehe im Rah
men eines Arbeitsversuchs eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
für die Tätigkeit
als Servicemitarbeiterin in d
er Tankstelle
. Langfristig sei mit einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit auf maximal 40
%
zu rechnen.
Die verminderte Leistungs
fähigkeit sei
zum einen
Folge der überdurchschnittlich schnellen Ermüdu
ng auf
grund der Schlafstörungen. Zum anderen sei sie auf die
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
zurückzuführen
(
Urk.
7/32/4 f.).
3.4
Dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
7.
März 2017 sind folgende Diagnosen zu entnehmen
, wobei sich die psychische Erkrankung
gemäss DSM-5
auf die Arbeitsfähigkeit auswirke
(
Urk.
7/33/12):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig depressive Phase mittle
ren Schweregrades mit
Chronifizierungstendenz
,
-
Status nach wahrscheinlichem ischämischen Infarkt am 2
1.
November 2016 mit Hemiparese rechts.
Im Rahmen der Exploration habe die Versicherte
berichtet, seit dem Aufenthalt in der Klinik
C._
nicht mehr an neurologischen Störungen zu leiden. Eine Kon
trolle im Stadtspital
B._
habe noch eine Sensibilitätsstörung am rechten Arm ergeben; die Kraft sei aber zu 90
%
wieder vorhanden. Der Schlaganfall belaste sie jedoch und sie mache sich Gedanken darüber.
Belastend sei für sie auch der Tod der Eltern und der Suizidversuch der Tochter im Oktober 201
6.
Darüber hinaus sei vor drei Wochen ihre 65-jährige Schwester verstorben. Auch im Job bestünden Probleme; sie sei dem Druck nicht gewachsen. Seit etwa einem halben Jahr sei sie nicht mehr als Geschäftsfü
hrerin tätig, da sie gemäss
ihrer
Chefin, der
jüngeren Schwester
,
nicht mehr tragbar sei
.
Auch ohne die Funktion als Geschäftsführerin habe sie allerdings nicht loslassen können. Sie habe sich selbst unter Druck gesetzt und gedacht, sie müsse alles selbst erledigen. Sie sei jeweils erledigt nach Hause gekommen und aufgrund der seit Jahren bestehenden Schlaf
störungen müde zur Arbeit gegangen. Sie erwache vielfach, habe Angstträume und könne seit Jahren nicht mehr durchschlafen.
An zwei bis drei Tagen pro Woche sei sie nur zu Hause und unternehme nichts, ausser mit dem Hund hin
auszugehen. Ansonsten sei sie t
agsüber mehr oder weniger immer beschäftigt.
Die Stimmung sei manchmal besser und manchmal schlechter
. Einen Lebensüber
druss
verspüre sie am Morgen und
sie
funktioniere nur, weil sie müsse (zum Ganzen
Urk.
7/33/6 ff.).
Anlässlich der Untersuchung
war
die Beschwerdeführerin gemäss
Dr.
Z._
wach und gut orientiert. Daten habe sie genau ange
ben können
. Das Denken sei bei geringem sprachlichen Ausdrucksvermögen sehr einfach erschienen
. Die Ver
sicherte habe vage formuliert und wenig Introspektionsvermögen gezeigt. Die kognitiven Funktionen seien im Übrigen unauffällig gewesen. Die Emotionalität habe monoton gewirkt; die Versicherte habe sich völlig freudlos und deprimiert gezeigt.
Im Weiteren sei der Antrieb
deutlich reduziert gewesen. Die Versicherte habe sich regungsarm verhalten, sei von sich aus still geblieben und habe nur kurze Antworten gegeben (
Urk.
7/33/11).
Der aktuelle depressive Zustand sei als mittelgradig einzustufen. Der Antrieb und die Alltagsaktivitäten der Explorandin seien meistens wenig beeinträchtigt. Regelmässig komme es jedoch zu einer tageweisen Apathie. Die Versicherte habe auch im Alltag Konzentrationsstörungen und begehe Fehler. Ferner leide sie unter chronischen Schlafstörungen und starken Stimmungsschwankungen. Manchmal könne sie sich an etwas erfreuen; sie gerate aber auch in deprimierte Stimmungen und einen Lebensüberdruss.
Psychosoziale Belastungsfaktoren würden zurzeit nicht in dominanter Weise existieren. Der Tod der Eltern liege schon mehrere Jahre zurück. Die Tochter lebe selbständig. Der Ehemann scheine zwar an einem Alkoholabusus
zu leiden
, was jedoch ohne psychosoziale Folgen für die Ver
sicherte bleibe. Er unterstütze sie im Haushalt und verhalte sich ruhig; Konflikte gebe es nicht.
Vor diesem Hintergrund habe
unter Berücksichtigung der Beurtei
lungen der behandelnden Ärzte
aus psychiatrischer Sicht von August bis Dezem
ber 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und von Januar bis November 2016 eine solche von 40
%
bestanden. Seit dem 2
1.
November 2016 liege wieder eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit vor, wobei diese Einschätzung generell für sämt
liche Erwerbstätigkeiten gelte.
Grund dafür sei hauptsächlich die chronisch rezidivierende depressive Störung mit einer aktuell protrahiert verlaufenden depressiven Phase mittleren Schweregrades in Komorbidität mit somatischen, die Depression unterhaltenden Krankheiten. Die Arbeitsfähigkeit sei vorwiegend durch kognitive Störungen, eine Fehleranfälligkeit und eine generell reduzierte Arbeitsleistung herabgesetzt. Die Prognose sei völlig offen. Was die depressive Störung betreffe, sei eine Besserung des Schweregrades und der Arbeitsfähigkeit auf maximal 50
%
möglich, ohne dass hierfür
ein bestimmter Zeitraum
v
orher
gesehen werden könne (
Urk.
7/33/1
5 f.
).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügung vom
4.
September 2017 (
Urk.
2) zu Recht verneint hat.
Da in erster Linie das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
7.
März 2017 (Urk. 7/33) als medizinische Grundlage für den angefochtenen Entscheid diente, ist zunächst auf dessen Beweiswert einzugehen.
Die Expertise basiert auf
einer psychiatrischen Untersuchung durch den Arzt
und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/33/2 ff.).
Mit dem Einverständnis der Versicherten erhob der Gutachter eine Fremdanamnese bei der Schwester der Versicherten, die gleichzeitig deren Arbeitgeberin ist.
Die Ver
sicherte konnte gegenüber
Dr.
Z._
ihre aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesem ausserdem eingehend zu diversen Themenbereichen wie
der Krankheitsentwicklung sowie dem gewöhnlichen Tagesablauf befragt (Urk. 7/33/6 ff.). Die geklagten Leiden fanden im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläu
tert wurden (
Urk.
7/33/12 ff.). Soweit möglich setzte sich der Sachver
ständige auch mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen auseinander (
Urk.
7/33/14 f.). Insge
samt erfüllt das psychiatrische
Gutachten somit die vom Bundesgericht festgelegten formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.4), was die Parteien dem Grundsatz nach auch nicht in Frage stellen (vgl. E. 2.1 f.).
4.2
4.2.1
Uneinigkeit besteht demgegenüber bezüglich der Frage, ob auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
Z._
abgestellt werden kann, oder ob aus recht
licher Sicht von einem nicht invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen ist. In diesem Zusammenhang ist vorab festzuhalten, dass das Bundesgericht
zwischenzeitlich
erkannt hat, dass nunmehr grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind.
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen
Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gen
gutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
4.2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systemati
siert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.2.3
Diese Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand
der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2
).
4.3
4.3.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten,
dass
Dr.
Z._
eine rezidivierende depressive Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen depres
siven Phase und
Chronifizierungstendenz
diagnostizierte. I
m Rahmen der psychi
atrischen Exploration
konnte er
eine monotone Emotionalität mit völliger Freud
losigkeit und bedrückter Miene feststellen. Den Antrieb schätzte
er als deutlich reduziert, das Denken als sehr einfach und das sprachliche Ausdrucksvermögen als gering ein.
Die Versicherte habe wenig Introspektionsvermögen gezeigt
(
Urk.
7/33/11).
Ferner be
zog
Dr.
Z._
die chronischen Schlafstörungen, die star
ken Stimmungsschwankungen mit Lebensüberdruss sowie die von der Versicher
ten
angegebene
tageweise Apathie in die Beurteilung mit ein (
Urk.
7/33/15).
Überdies fanden die von der Schwester
im Rahmen der Fremdanamnese
geschil
derten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
, welche mit Fehlern am Arbeitsplatz einhergingen,
Berücksichtigung (
Urk.
7/33/11 f.
, 7/33/15).
Die vom Sachverständigen gestellte Diagnose
- welcher ein mittlerer Schweregrad inhärent ist -
vermag in Anbetracht der erhobenen Befunde zu überzeugen.
Nach
vollziehbar ist auch, dass
er
auf eine rezidivierende depressive Störung schloss, da die Versicherte in
den letzten 20 Jahren
bereits mehrfach d
epressive Episoden durchlebt
und
in diesem Zusammenhang ärztliche
Hilfe in Anspruch genommen hat
, darunter befand sich auch im Jahr 1999 ein dreimonatiger stationärer Auf
enthalt in einer psychiatrischen
Klinik nach einem Suizidversuch
(vgl.
Urk.
7/33/8 f.
, 7/33/13
).
Schlüssig
ist im Weiteren
entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin auch die Einschätzung von Dr.
Z._
, dass die psycho
sozialen Belastungsfaktoren «nicht augenfällig dominant» seien (
Urk.
7/33/13).
Das vorliegende Beschwerdebild besteht nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, sondern weist davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde in Form einer rezidivierenden depressiven Störung auf. Dieser verselbständigte Gesundheitsschaden
wurde jeweils durch psychosoziale Belastungen
wie
etwa die
Überlastung
am Arbeits
platz (vgl.
Urk.
7/10/2 f., 7/10/6 und 7/24/7) oder
den Selbstmordversuch der Tochter (vgl.
Urk.
7/32/3)
in seinem Wirkungsgrad
verschlimmert.
Gemäss ICD-10
zur rezidivierenden depressiven Störung (F 33)
werden einzelne depressive Episoden denn auch häufig durch belastende Lebensereignisse ausgelöst (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische
Leitlinien, 1
0.
Auf
lage, S. 177
).
Entscheidend und zusätzlich zu prüfen ist rechtsprechungsgemäss allerdings, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswir
kungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beein
trächtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
4.3.2
Zum Indikator der Therapieresistenz ist zunächst anzumerken, dass
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2) allein die fehlende Ausschöp
fung aller Behandlungsmöglichkeiten nicht (mehr) ausreicht, um einen invalidi
sierenden Gesundheitsschaden zu verneinen. Indes gilt es auch in Nachachtung der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis zu berücksichtigen, dass im konkreten Fall keine Therapieresistenz vorliegt.
Der Beschwerdeführerin ist insofern zu widersprechen, als sie
eine Resistenz
aus dem psy
chiatrischen Gutachten herleiten will
(
Urk.
1 S. 9).
Ein definitives Scheitern der indizierten Behandlungen geht daraus nicht hervor.
So konnte
Dr.
Z._
zwar keine weiteren psychiatrischen Therapiemöglichkeiten vorschlagen
, ging aber davon aus, dass sich die Arbeits
fähigkeit wieder steigern l
ässt
(
Urk.
7/33/16 f.).
Von einer Behandlungsresistenz gingen im Weiteren auch die behandelnden Ärzte nicht aus, welche eine Fort
setzung der
Psychotherapie mit medikamentöser Unterst
ützung empfahlen (
Urk.
7/32/4).
Nicht
ausser Acht gelassen
darf allerdings, dass ein
chronifizierter
Krankheitsver
lauf vorliegt.
In der Vergangenheit konnte die Versicherte
zwar
jeweils von einer psychotherapeutischen Behandlung
profitieren (vgl. Urk.
7/10/4, 7/24/7 und
7/
32/3).
Behandlungserfolge
in Form einer Stabilisierung des psychischen Gesundheitszustandes
waren jedoch regelmässig von vergleichsweise kurzer Dauer, da wiederholt depressive Episoden auftraten
, welche sich
erneut
beein
trächtigend auf
die
Leistungsfähigkeit der Versicherten
auswirkten.
Vor diesem Hintergrund
ist nachvollziehbar, dass sowohl der Gutachter als auch die behan
delnden Ärzte
von einer
eher schlechten Prognose
verbunden mit einer nur teil
weisen
Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit ausgingen (vgl. Urk. 7/32/4, 7/33/16).
Dies spricht wiederum für einen erheblichen
Schweregrad der depressi
ven Störung.
4.3.3
In
Bezug auf den
Indikator
«
Komorbiditäten
»
ist
zu bemerken, dass
gewisse Wech
selwirkungen zwischen der depressiven Störung und dem - verdachtsweise -
am
2
2.
November 2016
erlittenen ischämisc
hen Infarkt (vgl.
Urk.
7/33/15) nachvoll
ziehbar erscheinen.
Allerdings ist
dem Umstand Rechnung zu tragen
, dass es sich um einen vergleichsweise leichten Schlaganfall handelte, welcher im Rahmen bildgebender Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte (vgl.
Urk.
7/30/11).
Bis auf eine Sensibilitätsstörung und ein leichtes Kraftdefizit im rechten Arm
zeitigte er auch
keine körperlichen Folgen (
Urk.
7/33/6).
Eine weitere somatische Komorbidität bildet die COPD, obschon sie gemäss Einschätzung der behandeln
den Ärzte keinen direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nimmt (
Urk.
7/30/1). Sie geht jedoch mit einer leicht verminderten pulmonalen
Bela
stbarkeit einher (
Urk.
7/30/10
).
Die ebenfalls diagnostizierte arterielle Hypertonie stellt demge
genüber keine rechtlich bedeutsame Komorbidität dar, zumal sie aktuell keiner medikamentösen Behandlung bedarf (
Urk.
7/30/9).
4.3.4
Was den Komplex
«Persönlichkeit»
anbelangt, gilt es
zu beachten
, dass keine Per
sönlichkeitsstörung
im engeren Sinne
vorliegt
. Anhaltspunkte
für
eine ängstlich-vermeidende und abhängige Persönlichkeitsakzentuierung finden sich
jedoch
in den Berichten der behandelnden Ärz
te (vgl.
Urk.
7/10/3, 7/24/10).
Hinzu kommt
, dass der Gutachter
im Rahmen der Exploration
ein sehr einfaches Denken und ein geringes sprachliches Ausdrucksvermögen
feststellen konnte (Urk. 7/33/11
). Eine Intelligenzminderung
mit Krankheitswert
ist
damit zwar
nicht
ausgewiesen
. Die Beschwerdeführerin war
insbesondere
über viele Jahre in der Lage, ihrer Tätigkeit als Leiterin eines Tankstellenshops nachzugehen
, was ein gewisses Niveau an kognitiven Fähigkeiten voraussetzt.
Insgesamt ist aber
doch
davon auszugehen, dass sich die Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin ressourcenhemmend auswirkt.
So führte
Dr.
Z._
aus, dass die intellektuellen Einschränkungen mit einer verminderten psychischen Belastbarkeit einhergehen würden, was sich auf den subjektiv am Arbeitsplatz empfundenen Stress auswirke
(
Urk.
7/33/15).
4.3.5
Zum sozialen Lebenskontext
äusserte sich die Versicherte anlässlich der psychi
atrischen Begutachtung dahingehend, dass sie vor drei Jahren noch mehr Kontakte gepflegt habe. Jetzt
fehle ihr der Antrieb, sich
bei anderen Personen zu melden
.
Dies deutet auf einen gewissen krankheitsbedingten sozialen Rückzug hin.
Obwohl sich das Netzwerk der Versicherten in den letzten Jahren zudem aufgrund der Tode beider Elternteile sowie der älteren Schwester verkleinert hat, besteht allerdings nicht die Gefahr einer
sozialen
Isolation.
Zum einen hat die Beschwerdeführerin jeden Mittwoch
Kontakt zu einer Schulfreundin. Sie lebt aus
serdem seit mehreren Jahren mit ihrem zweiten Ehemann zusammen, welcher erwerbstätig ist und somit zum Familienunterhalt beiträgt. Er unterstützt die Ver
sicherte auch
viel im Haushalt. Allerdings
ist
einzubeziehen
, dass er an einem Alkoholproblem leidet
, was die Beziehung belastet. Gemäss Angaben der Ver
sicherten sei er jedoch nicht gewalttätig und gehe Konflikten aus dem Weg.
Sie würden ein kollegiales Verhältnis pflegen (zum Ganzen
Urk.
7/32/2 und 7/33/7 ff.).
Unterstützung erfährt die Beschwerdeführerin im Weiteren von ihrer jünge
ren Schwester, die gleichzeitig ihre Arbeitgeberin ist.
Nach zwischen
zeitlichen Problemen scheint sich die Beziehung
nach klärenden Gesprächen
wieder positiv
entwickelt zu haben
(vgl.
Urk.
7/10/2 f., 7/24/8 f.)
. So
arbeitet die Versicherte seit April 2017 auch wieder in einem 40%-Pensum als Service
mitarbeiterin im Tank
stellenshop (
Urk.
1 S.
4).
Insgesamt
verfügt die Versicherte über ein eher kleines
, aber sie doch stützendes
Beziehungsnetz
, welches begünstigende Ressource
n
b
ereit
hält
.
4.3.6
In Bezug auf die beweisrechtlich entscheidende Kategorie «Konsistenz»
ist festzu
halten, dass keine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
zu erkennen ist
.
In diesem Kontext hielt der Gut
achter ausdrücklich fest, dass
der Antrieb und die Alltagsaktivitäten der Ver
sicherten meist wenig beeinträchtigt seien (Urk. 7/33/15).
Dies stimmt mit
ihren
Schilderungen überein, welche grundsätzlich auf eine geregelte Tagesstruktur hinweisen.
Sie berichtete zwar
von
Tagen - zwei bis drei pro Woche
- an denen sie nur zu Hause auf dem Sofa sitze oder liege und nichts tue, ausser mit dem Hund hinauszugehen. Ansonsten sei sie tagsüber aber «mehr oder weniger immer beschäftigt». Die Versicherte
steht früh
morgens
auf,
erledigt
gemeinsam mit ihrem Ehemann den Haushalt, geht über den Tag verteilt mehrere Stunden mit dem Hund
spazieren, backt Brot, strickt, sieht zwischendurch fern, liest oder spielt am Computer und trifft sich einmal wöchentlich mit ihrer Schulfreundin (
Urk.
7/33/7 f.).
Ihre
Mobilität ist ebenfalls nicht beeinträchtigt; sie ist sowohl in der Lage,
selbständig
ihren Personenwagen als auch die öffentlichen Verkehrs
mittel zu benutzen (
Urk.
7/30/9, 7/30/11).
Eine erhebliche krankheitsbedingte Einschränkung der Freizeitaktivitäten ist vor diesem Hintergrund - abgesehen von den Tagen mit völliger Antriebslosigkeit - nicht ersichtlich.
Die Versicherte kann in dieser Hinsicht auf
einige
Ressourcen zurückgreifen.
Auf einen nicht
zu vernachlässigenden
Leidensdruck lassen indes die von der Beschwerdeführerin seit
geraumer
Zeit in Anspruch genommenen therapeu
tischen
Optionen schliessen.
Seit Jahren ist sie auf Schlafmittel angewiesen und seit
August 2015
greift sie nicht nur auf
zusätzliche
Psychopharmaka zurück, sondern nimmt auch einmal wöchentlich eine psychotherapeutische Sitzung wahr. Alle zwei Wochen besucht sie ausserdem eine psychoanalytische Gruppen
therapie (
Urk.
7/3/
3, 7/24/10 und 7/32/4 f.).
4.4
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung, dass auf die von
Dr.
Z._
ab dem 2
1.
November 2016
grund
sätzlich
attestierte
gänzliche
Arbeitsunfähigkeit
(vgl.
Urk.
7/33/16)
nicht abge
stellt werden kann.
Zwar ist
unter Einbezug der
Erfahrungen
der Arbeitgeberin (Urk. 7/33/11 f.) sowie der Einschätzung des Gutachters und der behandelnden Ärzte
nachvollziehbar, dass
die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage ist, ihrer angestammten Tätigkeit als Leiterin eines Tankstellenshops nachzugehen, da
diese Position mit einer höheren Verantwortung einhergeht und die Gefahr
psychischer
Überlastung
mit einer Verstärkung der rezidivierenden depressiven Störung
birgt.
A
uch mit Blick auf die angepasste Tätigkeit als Servicemitarbeite
rin im Tankstellenshop
sind einige ressourcenhemmende Indikatoren
von Rele
vanz.
So liegt eine
chroni
fizierte
depressive Störung
mit aktuell mittelgradigem Schweregrad
vor.
Obschon die Versicherte nach wie vor über ein intaktes Bezie
hungsnetz verfügt, ist
auch
ein teilweiser sozialer Rückzug erkennbar. Deutlich spürbar ist a
ngesichts der
seit Jahren
wahrgenommenen medizinischen Behand
lungen
überdies
ein Leidensdruck.
Zu berücksichtigen ist
im Weiteren die von ängstlich-vermeidenden
und
abhängigen Akzentuierungen
sowie
von intellektu
ellen Defiziten geprägte Persönlichkeitsstruktur der Versicherten.
Gegen eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt spricht indes
klar
das von der Versicherten an den meisten Tagen
gelebte Aktivitätsniveau.
Unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten
ist von folgendem Verlauf der Arbeitsfähigkeit
in Bezug auf die leidensangepasste Tätigkeit als Servicemitarbei
terin im Tankstellenshop
auszugehen: Entsprechend den Ausführungen des Gut
achters
und der behandelnden Ärzte bestand von August bis
November/
Dezember 2015 aus psychischen Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/10/4, 7/33/16)
. Von Januar bis November 2016 war die Versicherte zu 40
%
arbeitsun
fähig
(
Urk.
7/3/3 f.,
7/24/9 und
7/33/16)
.
Ab dem 2
1.
November 2016 - dem Zeit
punkt der
Hospitalisation
aufgrund des Schlaganfalls (vgl.
Urk.
7/30) - bestand wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab März 2017 nahm die Versicherte ihre Tätigkeit wieder in einem 30%-Pensum auf, wobei sie sich damit an ihrer Leistungsgrenze befand (
Urk.
7/32/4
f.).
Ab April 2017
war es ihr möglich
dieses Pensum auf 40
%
zu erhöhen
(
Urk.
1 S. 4).
5.
5.1
Ausgehend von den obigen Ausführungen ist der Invaliditätsgrad der Beschwer
deführerin
festzulegen
.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
dieser
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfällige
n
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdeführerin war ab
1
9.
August 2015
in ihrer angestammten Tätigkeit als Leiterin Tankstelle zu 100
%
arbeitsunfähig (vgl. E. 4.4), weshalb d
ie
gesetz
lich
vorgesehene Wartezeit
im
August
2016 abgelaufen war (vgl.
Art.
28 Abs.
1
lit
. b
IVG).
Der Rentenanspruch entsteht indes frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns bildet folglich der September 2016, da sich die Versicherte im März 2016 zum Leistungsbezug angemeldet hatte (
Urk.
7/3).
Mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass die Versicherte
zu jenem Zeitpunkt
im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Y._
GmbH als Leiterin eines Tankstellenshops in einem 100%-Pensum ange
stellt gewesen wäre, zumal sie diese Tätigkeit bereits seit November 2006 ausge
übt hatte. Ausgehend von den Angaben der Arbeitgeberin hätte sie dabei im Jahr 2016 ei
n Bruttojahreseinkommen von Fr.
54'990.-- erzielt
(
Fr.
4'230.-- * 13;
Urk.
6/14
, vgl. auch IK-Auszug vom 2
8.
Juni 2016,
Urk.
7/18/3
). Dieser Wert stellt das
Valideneinkommen
dar.
5.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Entsprechend den überzeugenden Ausführungen des psychiatrischen Gutachters ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die von der Beschwerdeführerin ab Januar 2016 ausgeübte Tätigkeit als Servicemitarbeiterin im Tankstellenshop ihrer Schwester ihren Leiden optimal angepasst ist.
Gemäss
Dr.
Z._
würde das Einarbeiten in eine neue Tätigkeit einen zusätzlichen psy
chischen Stress und eine kognitive Verschlechterung bedeuten (
Urk.
7/33/16).
Der von ihr verdiente Lohn ist kein Soziallohn, wie bestätigt wurde (
Urk.
7/14/4); es bestehen keine Anhaltspunkte, dass dem nicht so wäre.
In Ausübung eines 100%-Pensums würde die Beschwerdeführerin
grundsätzlich ein jährliches Bruttoein
kommen von
Fr.
47'400.-- erzielen (Fr. 3'950.-- * 12;
Anspruch auf einen 1
3.
Monatslohn besteht nicht
[
Urk.
1 S. 4,
Urk.
7/
14/4]).
Hinzu kommen Feier
tags- und Nachtzulagen von
etwa
Fr.
50.--
(40%-Pensum) respektive
Fr.
125.-- (100%-Pensum) brutto pro Monat
(
Urk.
1 S. 4)
. Das Invalideneinkommen würde bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit somit Fr. 48'900.-- betragen (
Fr.
47'400 + [
Fr.
125.-- * 12]).
5.4
Ausgehend von den genannten Vergleichseinkommen
ist der Invaliditätsgrad
ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
wie folgt festzulegen:
Von September 2016
bis
zum 2
1.
November 2016 war die Versicherte zu 60
%
arbeitsfähig. Der Invaliditätsgrad beläuft sich damit auf 46.64
%
beziehungsweise 47
%
([
Fr.
54'990.
-- .
/. {
Fr.
48'900.-- * 0.6}] * 100 /
Fr.
54'990.--; zum Runden vgl. BGE 130 V 121)
, weshalb
ab September 2016
Anspruch auf eine
Viertelsrente
bestand (vgl. E. 1.2).
Ab dem 2
1.
November 2016 trat eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein, welche bis und mit März 2017 eine maximal 30%ige Arbeitsfähigkeit nach sich zog
. Unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
, wonach eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, bestand somit ab Februar 2017 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 73.32
%
respektive 73
%
([
Fr.
54'990.
-- .
/. {
Fr.
48'900.-- * 0.3}] * 100 /
Fr.
54'990.--).
Ab April 2017 war die Beschwerdeführerin sodann zu 40
%
in der leidensadap
tierten Tätigkeit als Servicearbeiterin im Tankstellenshop arbeitsfähig. Ent
sprechend besteht in
Nachachtung von
Art.
88a
Abs.
1
IVV ab Juli 2017 bei einem Invaliditätsgrad von
64.43
%
beziehungsweise 64
%
nur mehr Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
([
Fr.
54'990.
-- .
/. {
Fr.
48'900.-- * 0.4}] * 100 /
Fr.
54'990.--).
6
.
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Ver
sicherten zu Unrecht verneint.
In
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene
Verfügung vom 4.
September 2017 (
Urk.
2)
folglich
aufzuheben und es ist festzustellen,
dass die Beschwerdeführerin von September 2016 bis Januar 2017 Anspruch auf eine
Viertelsrente
, von Februar bis Juni 2017 auf eine ganze Rente und ab Juli 2017 auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversiche
rung hat.
Abschliessend
bleibt in Anbetracht
der
konkreten Umstände - namentlich der
von
Dr.
Z._
gestellten
offenen
Prognose
-
anzumerken, dass eine zeitnahe Durch
führung eines Rentenrevisionsverfahren
s
angezeigt erscheint.
7
.
7
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG) und
ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
7
.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien
und weil ein Überklagen keine Reduktion der Prozessentschädigung rechtfertigt (Urteil des Bundesgerichts vom 1
2.
Novem
ber 2013 9C_311/2013 E. 7),
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
2’000
.-- (inkl. Barauslagen und
8
%
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.