Decision ID: 01b775c2-fc8d-42b2-9e42-cfa8be4da1f8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war von 1999 bis 3
1.
März 2003 als Gärtner/
Maschinist angestellt (
Urk.
7/3
Ziff.
1 und 5) und
meldete sich am 1
2.
September 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte unter anderem ein Gutachten ein, das von den Ärzten der Medizinischen Abklärungsstelle der Uni
versitätskliniken
Y._
(MEDAS) am
4.
Oktober 2004 erstattet wurde (
Urk.
7/14)
,
und
verneinte mit Verfügung vom
2.
Dezember 2004
(
Urk.
7/29) und Einsprache
entscheid vom 2
4.
Januar 2005 (
Urk.
7/35)
bei einem Invaliditätsgrad von 38
%
einen Rentenanspruch, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
1.
September 2005 im Verfahren Nr. IV.2005.00251 bestätigt wurde (
Urk.
7/41).
Nach erneuter Anmeldung am 1
8.
Juli 2008 (
Urk.
7/44) holte die IV-Stelle unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das von den Ärzten
des
Z._
am 1
9.
September 2009 erstattet wurde (
Urk.
7/69)
. Der Versicherte seinerseits veranlasste ein Gutachten
,
das
von den Ärzten
des
A._
am
9.
Februar 2011 erstattete
wurde
(
Urk.
7/93). Mit Verfügung vom 1
5.
April 2011 verneinte
die IV-Stelle
bei einem Invaliditätsgrad von
27
%
einen Renten
an
spruch (
Urk.
7/
97), was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
2.
Januar 2013 im Verfahren Nr. IV.2011.00610 (
Urk.
7/119) und vom Bundesgericht mit Urteil vom
7.
Mai 2013 (
Urk.
7/129) bestätigt wurde.
Auf eine erneute Anmeldung vo
m
3.
Oktober 20
1
2
(
Urk.
7/1
1
2) trat die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
9.
November 2013
nicht ein (
Urk.
7/152).
1.2
Am 1
0.
Januar 2014 meldete sich der Versicherte erneut an (
Urk.
7/154). Die IV
Stelle holte unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das von den Ärzten der
B._
am 1
9.
Mai 2016 erstattet wurde (
Urk.
7/196).
Mit Vorbescheid vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
7/202)
- der denjenigen vom 1
1.
Februar 2015 (
Urk.
7/162) ersetzte -
stellte die IV-Stelle die Verneinung eines Rentenan
spruchs in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am
5.
September und 2
1.
Oktober 2016 Einwände (
Urk.
7/207,
Urk.
7/210).
Mit Verfügung vom 2
8.
Februar 2017 (
Urk.
7/217 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 3
1.
März 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Februar 2017 (
Urk.
2) und beantragte (
Urk.
1 S. 2 oben), diese sei aufzuheben (
Ziff.
1), es sei ihm eine ganze Rente auszurichten (
Ziff.
2), eventuell sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen (
Ziff.
3), subeventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (
Ziff.
4).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Mai 2017 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
3.
Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8). Dieser reichte in der Folge weitere Arztberichte (
Urk.
10,
Urk.
13) ein, die der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
11,
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter
Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinwei
sen).
1.3
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditäts
grades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts
abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE
143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, gemäss dem von der
B._
erstatteten Gutachten seien die geschilderten Beschwerden in Anbetracht der objektiven physischen Befunde nicht nachvoll
ziehbar. Aus medizinischer Sicht sei der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit im Gartenbau wie auch in einer vergleichbaren Verweisungstätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (S. 1). Da keine Erkrankung mit länger dauerndem Ausfall der Erwerbstätigkeit vorliege, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), sein gesundheitlicher Zustand habe sich seit der letzten materiellen Überprüfung in somatischer (S. 6 ff.
Ziff.
2 f.) und psychischer (S. 8 f.
Ziff.
5) Hinsicht rapide verschlechtert.
Dies werde durch näher bezeichnete
Berichte der ihn behandeln
den Ärzte
bestätigt (S. 9 ff.
Ziff.
6 ff.). Auf das
B._
-Gutachten könne aus näher dargelegten Gründen (S. 12 ff.
Ziff.
10 f.) nicht abgestellt werden (S. 15
Ziff.
12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob seit der letzten materiellen Anspruchsprüfung eine revisionsrelevante Veränderung eingetreten sei.
Vergleichsrelevant
ist
somit der Sachverhalt, welcher der - gerichtlich bestätig
ten
Verfügung vom 1
5.
April 2011 (
Urk.
7/97) zugrunde lag
(vgl. vor
stehend E.
1.3)
.
3.
3.1
Im Zeitpunkt der gerichtlichen Beurteilung
der Verfügung vom 1
5.
April 2011 lagen
die folgenden medizinischen Unterlagen vor:
•
Z._
-Gutachten vom 1
9.
September 2009
im Auftrag der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
7/69)
•
Bericht von
Dr.
med. C._
, Facharzt für Chirurgie sowie - laut Briefkopf - für Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Trau
matologie, vom
3.
April 2010 (
Urk.
7/81)
•
A._
-Gutachten vom
9.
Februar 2011
im Auftrag des Beschwerdeführers (
Urk.
7/93
=
Urk.
7/111/10-32
)
•
Bericht von Fachpersonen des D._
vom 3
0.
November 2009
(
Urk.
7/74)
•
Bericht der Ärzte der Klinik
E._
vom 1
2.
Februar 2010 (
Urk.
7/79)
•
Bericht vom 2
0.
Januar 2011 über den stationären Aufenthalt des Beschwer
deführers in der F._
vom 1
4.
Dezemb
er 2010 bis 2
0.
Januar 2011 (
Urk.
7/106/7-
10
=
Urk.
7/147/8-11
)
•
Bericht von Fachpersonen des
D._
vom
2.
Dezember 2011 (
Urk.
7/108/3)
•
Bericht von
Dr.
C._
vom 2
7.
Februar 2012 (
Urk.
7/111/8-9
=
Urk.
7/147/13-14 =
Urk.
7/147/17-18
)
•
Bericht von Fachpersonen des
G._
- unter ihnen auch
Dr.
C._
- vom 1
7.
April 2012 (
Urk.
7/111/1-7 =
Urk.
7/118
=
Urk.
7/134 = 7/147/1-7 =
Urk.
7/156/9-15
).
3.2
Am 1
9.
September 2009 erstatteten die Ärzte des
Z._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/69)
. Sie nannten folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 30
Ziff.
6.1):
-
chronifiziertes lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit
-
fehlenden Hinweisen für eine radikuläre oder Facettengelenks-fortge
leitete Schmerzsymptomatik, mit zeitweise nicht näher spezifizierbaren Missempfindungen in der rechten unteren Extremität und beiden Füssen
-
muskulärer Dekonditionierung mit ausgeprägter Fehlhaltung (Hyper
kyphosierung der Lendenwirbelsäule, LWS, und Brustwirbelsäule, BWS, aktiv aufrechterhalten)
-
diskreten Post-Scheuermann-Residuen thorakolumbal und obere LWS
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie asthenisch akzentuierte Persönlichkeitszüge mit/bei dysfunktionalem Krankheitsverhalten (ICD-10 Z73) und ein metabolisches Syndrom (S. 30 f.
Ziff.
6.2).
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, zusammenfassend und unter Berück
sichti
gung aller Gegebenheiten und Befunde sei der Versicherte aus rheumato
logischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Gartenbauer nicht mehr arbeitsfähig, Für eine angepasste Tätigkeit bestehe hingegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer und internistischer Sicht bestehe weder für die bisherige noch für eine angepasste Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 35 f.
Ziff.
7.4).
Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Gartenbau gelte ab Datum einer Hospit
alisation vom 1
2.
Oktober 200
2.
Bezüglich angepasster Tätigkeit
sei
seit dem Austrittsdatum der
Klinik H._
vom 1
0.
November
2002 vo
n einer uneingeschränkten, 100%igen
Arbeitsfähigkeit auszugeben. Die vom Versicherten neu beklagten Beschwerden im
oberen vertebralen Bereich
seien
aufgrund der aktuellen Befunde ohne Rele
vanz auf
die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
(S. 31
Ziff.
7.5)
.
Der Versicherte sei unter Berücksichtigung der qualitativen Kriterien zu 100
%
für alle Verweistätigkeiten arbeitsfähig. Eine wirbelsäulenschonende Tätigkeit ohne repetitiv gebeugte Zwangsstellungen, ohne repetitives Heben und Tragen von Gewichten über 15 kg, wechselbelastend mit idealerweise Wechsel zwischen sitzender und stehender Position könne zu 100
%
ganztags beziehungsweise mit ganzem Pensum ausgeübt werden (S. 31
Ziff.
7.7).
3.3
Im Urteil vom 2
2.
Januar 2013 (
Urk.
7/119) wurde in Würdigung der vorstehend erwähnten Berichte (vorstehend E. 3.1) und des
Z._
-Gutachtens (vorstehend E.
3.2)
- und letzterem folgend - festgehalten, es sei seit der Abweisung des ersten Leistungsbegehrens im Jahr 2005 nicht zu einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers gekommen, zumal keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende und damit invalidisierende psychische Erkran
kung vorliege (S. 18 E. 4.5).
4.
4.1
Die Ärzte und der Psychologe des
G._
(vgl. vorstehend E. 3.1) nannten in ihrem Bericht vom 1
7.
April 2012 (
Urk.
7/156/9-15) die folgenden, hier verkürzt ange
führten Diagnosen (S. 2):
-
chronifiziertes lumbovertebrales Schmerzsyndrom
-
zervikozephales Syndrom
-
Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose 2008)
-
Transaminase-Erhöhung, differentialdiagnostisch (DD) am ehesten medi
kamentös
-
schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1)
*
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
* Die verwendete ICD-10-Codierung (F32.1) würde eine mittelgradige depressive Episode bezeichnen. Die effektiv gestellte Diagnose ist mit F32.2 codiert.
Zusammenfassend führten sie aus, der Patient sei auch in angepasster Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 7 oben).
4.2
Vom 1
2.
März bis
8.
April 2013 weilte der Beschwerdeführer auf Zuweisung seines behandelnden Psychiaters in
der
I._
, worüber am 2
1.
Oktober 2013 berichtet wurde (
Urk.
7/156/1-8). Dabei wurden die folgenden, hier leicht verkürzt angeführten Diagnosen gestellt (S. 1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.40)
-
Morphinabusus (F11.1)
-
Lumboischialgie
-
essentielle arterielle Hypertonie
-
Adipositas (BMI 35)
-
nicht primär insulinabhängiger Diabetes Typ 2
Zum Verlauf wurde unter anderem ausgeführt, gegen Ende der Behandlungszeit habe sich der Gesundheitszustand des Patienten verschlechtert und er sei der Klinik nach einem Wochenendurlaub ferngeblieben. Eine Schlussevaluation habe deshalb nicht durchgeführt werden können (S. 3 oben).
4.3
Am 1
7.
Januar 2014 veranlassten die Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psyc
hotherapie,
E._
, eine fürsorgerische Unterbringung - wegen akuter Suizida
lität bei schwerer depressiver Episode und fehlender Krankheitseinsi
cht - in der Klinik J._
(
Urk.
7/156/16-17
=
Urk.
7/160
).
4.4
Mit Bericht vom 1
5.
Mai 2014 (
Urk.
7/161) zeigten der behandelnde Psychiater und der Psychologe des
D._
(vgl. vorstehend E. 3.1) der Beschwerdegegnerin eine Verschlechterung des psychischen Zustandes des Patienten an (S. 1 Mitte). Dabei nannten sie die gleichen Diagnosen wie die im
G._
-Bericht vom April 2012 (vorstehend E. 4.1) genannten (S. 4 oben). Sie führten aus, aus näher dar
gelegten Gründen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 80-100
%
(S. 4 unten).
4.5
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.1) führte in seinem Bericht vom 2
1.
April 2015 (
Urk.
7/171) - nebst der Auflistung von 20 Diagnosen - unter anderem aus, das Hauptproblem stelle eine depressive Entwicklung mit zurzeit schwerer depressiver Episode dar. Die - näher genannten - somatischen Beschwerden würden deshalb zurzeit konservativ behandelt (S. 3 Mitte).
4.6
Mit Bericht vom 2
3.
April 2015 (
Urk.
7/172) nannten der behandelnde Psychiater und der Psychologe des
D._
die gleichen Diagnosen wie die in den Berichten vom April 2012 (vorstehend E. 4.1) und Mai 2014 (vorstehend E. 4.4) genannten (S. 5 oben
Ziff.
6), und bezifferten die Arbeitsunfähigkeit mit 100
%
(S. 5 Mitte
Ziff.
7).
4.7
Im Bericht vom 2
2.
Oktober 2015 (
Urk.
7/189) über eine routinemässige hepato
logische Verlaufskontrolle (S. 1 unten) wurde unter anderem ausführt, es werde empfohlen, von einer Therapie der diagnostizierten Hepatitis B abzusehen (S. 2 Mitte).
4.8
Am 1
9.
Mai 2016 erstatteten die Ärzte der
B._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/196).
Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 22 ff.
, S. 28 f., S. 33 f.
, S.
44 ff.
) und die Ergebnisse ihrer am 16., 1
8.
und 2
3.
März 2016 erfolgten inter
nistischen, neurologischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersu
chung (S. 1 unten).
Sie führten aus, es könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 57
Ziff.
III.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigk
eit nannten sie eine Hypertonie/
einen Diabetes mellitus und eine Adipositas Grad III (S. 57
Ziff.
III.2).
Sie führten unter anderem aus, es bestehe ein potenziell suchtinduzierender Fehl
gebrauch eines Opiats sowie eines Benzodiazepin-Analogons, Zeichen einer Sucht hätten sich nicht wahrscheinlich machen
lassen
(S. 56
Ziff.
5). Die Frage, ob die bisherige Therapie lege artis erfolgt sei, verneinten sie (S. 58
Ziff.
1), dies mit Hinweis auf eine leitlinienwidrige Fehlmedikation mit einem Opiat und einer Z
Substanz (Benzodiazepin-Analogon).
Als verbleibende Therapieoptionen nannten sie eine Gewichtsreduktion sowie eine kontrollierte Opiat- und Zolpidem-Entgiftung und Entwöhnung (S. 58
Ziff.
3).
Im rheumatologischen Teil des Gutachtens wurde unter anderem, mit entspre
chender Begründung, ausgeführt, dass 4 von 5 Waddell-Zeichen positiv waren (S. 41).
In der klinischen Untersuchung habe eine demonstrative Darbietung von Erkrankungen und Beschwerden dominiert, die bei Ablenkung und in der spon
tanen Mobilitätsbeobachtung nicht mehr nachweisbar gewesen seien. Ein objek
tives Korrelat der Beschwerden bestehe also nicht, vor allem sei keine von der nachweisbaren bewusstseinsnahen demonstrativen Darbietung von Einschrän
kungen und Beschwerden abgrenzbare behinderungsrelevante Limitation zu objektivieren (S. 42 f.). In den Vorberichten sei keine erkennbare Konsistenzprü
fung der subjektiven Klagen - kein Vergleich mit dem Muskelstatus oder der Beschwielung der Fusssohlen, keine Beschreibung der spontanen Mobilität aus
serhalb der formalen Untersuchungssituation - erfolgt, so dass sie mangelhaft und nicht verwertbar seien. Offensichtlich sei bislang überwiegend auf den sub
jektiven Beschwerdevortrag und die (bei näherer aktueller Prüfung) inkonsistente Darbietung von Einschränkungen im klinischen Befund abgestellt worden (S. 43). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Maschinist mit Führen von Baggern und Gar
tenbaumaschinen sowie jedwelche vergleichbare Tätigkeit sei somit aus rheuma
tologischer Sicht zu 100
%
zumutbar (S. 43 f.).
Im psychiatrischen Teil des Gutachtens wurde unter anderem ausgeführt, ange
sichts des vom Versicherten geschilderten chronifizierenden Krankheitsverlaufs sei ein phasenhafter Verlauf nicht herauszuarbeiten, so dass das Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung (lediglich) allenfalls als möglich zu bezeich
nen sei (S. 50 oben). Eine somatoforme oder anderweitig psychogene Schmerz
störung liege
aus näher dargelegten Gründen nicht vor (S. 50 Mitte). Die im April 2015 berichtete
rezidivierende depressive Störung mit schwerer depressiver Episode sei angesichts des aktuellen Befundes nicht (zumindest nicht mehr) vor
liegend, insofern sei zumindest von einer hinreichenden Wirksamkeit der antide
pressiven Behandlung auszugehen (S. 50 unten).
In der
zusammenfassende
n
Konsensbeurteilung (S. 51 ff.
Ziff.
3)
führten
d
ie
Gut
achter
aus,
i
n Zusammenfassung aller Teilgutachten, der dabei erhobenen Anamnesen und Befunde sowie der Aktendaten
kämen sie
gemeinsam zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der zuletzt ausgeübten sowie je
glicher
vergleichbaren oder auch einer anderen Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts
sei
mit 100
%
(Pensum und Rendement 100
%
) einzuschätzen,
dies spätestens ex nunc geltend (S. 51).
Die hiesigen Befunde deute
te
n auf somatischer Ebene vorrangig auf eine nicht plausible und nicht konsistente Präsentation von Einschränkungen und Beschwerden hin. Auch psychiatrischerseits l
ie
ssen sich keine namhaften Störungsbefunde objektivieren.
Anamnestisch scheine
eine Alltags
s
elbständigkeit auf, der Versicherte
sei in
der Lage, ein Automobil zu führen,
habe
im vergange
nen Sommer eine Fernreise in seine Heimat
unternommen
,
sei
muskulös und weis
e
deutlich beschwielte Fusssohlen als objektive Zeichen der regen Mobilität und physischen Aktivität auf. Die reklamierten Einschränkungen
seien
also biologisch nicht plausibel
(S. 51 Mitte).
Aktenkundig
seien
zuletzt - und von der Bewertung der Gutachter erheblich abweichend - eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit attestiert und dies mit einer psychiatrischen (depressiven) und einer undefinierten Schmerzstörung begründet
worden, dies im
G._
-Bericht vom 1
7.
April
2012
(S. 51 f.), aus dem sie in der Folge zitierten (S. 52). Im genannten
Bericht
werde
eine generelle orthopädische oder rheumatologische Arbeitsunfähigkeit
verneint
und zumindest angepasste Tätigkeiten in diesen Teilgebieten für zu 100
%
leistbar
gehalten
, andererseits
werde jedoch angegeben, das lumbovertebrale Schmerzsyndrom könne in einem Segment zu chronischen Beschwerden führen, wie sie vom Patienten geklagt würden (S. 53).
Die
s
sei widersprüchlich. Dem mit der Formulierung abzuhelfen, «u
nter Berücksichtigung alter Facetten der
Persönlichkeit des Patienten» sei dieser
aus schmerztherapeutischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig
, überzeuge nicht, nachdem sich aus
der psychiatrischen Beurteilung gar keine Diagnose einer Per
sönlichkeitsstörung erg
eben habe (S. 53 Mitte)
. Zuletzt
werde
dem Versicherten eine ihn zusätzlich invalidisierende depressive Erkrankung attestiert und somit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, dies unter der Beteuerung eines Fehlens von Hinweisen auf eine Aggravation oder
Simulation. Vor allem Letzteres könn
t
en
die
Gutachter, die deutliche objektive Zeichen einer nicht plausiblen Präsentation von Einschränkungen und Beschwerden zweifelsfrei erhoben
hätten
, und deren Befund eines muskulösen und in der spontanen Mobilität uneinge
schränkten Versicherten mit deutlich beschwielten Fusssohlen mit der Annahme einer in wesentlichen Lebensbereichen behindernd wirkenden Gesundheitsstö
rung nicht vereinbar
sei
, nicht bestätigen
(S. 53)
. Auch
hätten
die Vorbewerter offenkundig nicht die erhebliche Adipositas und den leitlinienwidrigen iatroge
nen S
u
chtmittelkonsum berücksichtigt. Eine konsequente Gewichtsreduktion
sei
zweifelsfrei geeignet, zu einer Entlastung des Achsenskeletts zu führen und somit die von den Voruntersuchern postulierte spinale Schmerzgenese erheblich zu bessern, was bereits die Attestierung einer invalidisierenden Gesundheitsstörung nicht erlaubt hätte (
S. 53 unten
).
Die polyvalente Suchtmittelverordnung sei l
eitlinienwidrig (keine verstandene somatische Schmerzgenese, anamnestisch fehlender Effekt der Medikation, keine lege artis Dokumentation)
. Deren
Beendigung wäre
geeignet, psychische und weitere bekannte Folgestörungen (Entzugsschmerzen,
Al
ibisierung des Suchtmittel
konsums durch Schmerzangaben) zu durchbrechen
.
A
uch hier
könne
also auf
grund
von
validen differenzialätiologischen Erwägung
en
keine dauer
hafte/in
validisierende Gesundheitsstörung attestiert werden
(S. 54 oben)
. Die gesamte Vorbewertung sowie die gleich- oder ähnlich lautenden anderen aktenkundigen Bewertungen krank
t
en also an dem Mangel einer letztlich unverstandenen und widersprüchlich eingeordneten subjektiven Störungsangabe und fehlenden Berücksichtigung einfacher Therapie-Möglichkeiten, für
welche
die Mitwirkung des Versicherten medizinisch gut zumutbar, in seinem Gesundheitsinteresse stehend und als Mas
s des Leidensdrucks verstehbar sei (S.
54)
.
Auf die Frage, ob seit der letzten Rentenverfügung vom 1
9.
November 2013 eine V
eränderung des Gesundheitszustandes eingetreten
sei
,
führten die Gutachter aus, r
etrospektiv
lasse
sich aus
ihrer
Sicht angesichts der nicht
s
chlüssigen und uneinheitlichen Vorberichte ebenfalls keine Arbeitsunfähigkeit mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit attestieren. Am ehesten lieg
e
kein geänderter Gesundheits
zu
stand vor und
sie hätten
den im Wesentlichen unveränderten gesundheitlichen Status des Versicherten lediglich anders bewertet
(
S. 61
Ziff.
5.1
).
In einer ergänzenden Stellungnahme vom
2
5.
Januar 2017
führten die
B._
-Gut
achter aus, aus dem ihnen nachträglich unterbreiteten Bericht über eine hepatologische Verlaufskontrolle (vgl. vorstehend E. 4.7) ergäben sich keine
zusätzlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und kein Änderungsbedarf am Gutachten (
Urk.
7/214).
4.9
Der Psychiater und der Psychologe des
D._
machten in ihrem Bericht vom 1
9.
September 2016 (
Urk.
7/209) die gleichen Angaben wie in den Vorberichten.
5.
5.1
Die mit Urteil vom 2
2.
Januar 2013 bestätigte Verfügung vom 1
5.
April 2011 basierte sachverhaltsmässig auf den Schlussfolgerungen im
Z._
-Gutachten von 2009 (vorstehend E. 3.3). Demnach war von einem chronifizierten lumbover
te
bralen Schmerzsyndrom auszugehen, welches die Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten, nicht aber in einer angepassten Tätigkeit beeinträchtigte. Aus psychi
atrischer und internistischer Sicht wurde keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit festgestellt (vorstehend E. 3.2).
Mit diesem Sachverhalt ist derjenige zu vergleichen, welcher der hier ange
foch
tenen Verfügung zugrunde liegt. Die Feststellung
der
B._
-Gutachte
r
(vor
ste
hend E. 4.8)
,
sie hätten den
Gesundheitszustand
(lediglich) anders beurteilt
(S. 61
Ziff.
5.1), ist dabei unbeachtlich. Denn - abgesehen davon, dass die Frage falsch gestellt war (vom 1
9.
November 2013 datierte nicht die letzte Renten
verfügung, sondern das diese bestätigende Gerichtsurteil) - bezogen die Gutachter die Frage irrtümlich nicht auf den 2011 massgebenden Sachverhalt, sondern auf die Beur
teilungen von behandelnder Seite, insbesondere den
G._
-Bericht vom 1
7.
April 2012 (S. 51 f.).
5.2
Die
B._
-Gutachter kamen zum Schluss, es könnten keine Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 57), und es bestehe spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in jeder anderen Tätigkeit (S. 51).
5.3
Beschwerdeweise wurde hauptsächlich geltend gemacht, die den Beschwerde
führer behandelnden Fachpersonen (des
D._
und
G._
, darunte
r auch
Dr.
C._
) würden den Gesundheitszustand anders beurteilen.
Das trifft zwar zu, vermag jedoch die Schlüssigkeit des Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Hinsichtlich der rheumatologischen Beurteilung kann auf die Aus
führungen im entsprechenden Teil des Gutachtens verwiesen werden, wo nach
vollziehbar begründet wurde, wie sich die unterschiedliche Beurteilung erklärt. Daraus ergibt sich übrigens auch, warum aktuell auch für die bisherige Tätigkeit eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert wurde: In
Z._
-Gutachten von 2009 wurde der Beschwerdeführer als Gartenbauarbeiter beurteilt, im aktuellen Gutachten hingegen als Maschinenführer (im Gartenbau).
Auch die
Ausführungen im psychiatrischen
Teil des
B._
-Gutachten überzeu
gen. Darin w
u
rden die Befunde einleuchtend dargestellt und lege artis erhoben. Eine schwere depressive Störung konnte anhand der Befunde in nachvollzieh
barer Weise nicht bestätigt werden.
Demgegenüber fehl
t
für die in den
G._
- und
D._
-Berichten seit April 2012 (vorstehend E. 4.1)
bis zuletzt im September 2016 (vorstehend E. 4.9) durchgehend diagnostizierte schwere depressive Episode (F32.2) die auf entsprechende Befunde abgestützte Begründung, eine solche ist aktenkundig lediglich im März/April 2013 (vorstehend E. 4.2) und ein weiteres Mal im Januar 2014 (vorstehend D. 4.3) ausgewiesen.
Die Berichte der Fachpersonen von
D._
und
G._
und von
Dr.
C._
(vorste
hend E. 3.1) vermochten
schon
bei der gerichtlichen Beurteilung der Verfügung von 2011 die gutachterlichen Feststellungen nicht in Frage zu stellen (vorstehend E. 3.3). Sie machen vielmehr die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begut
achtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 I 170 E. 4)
deutlich und illustrieren die E
rfahrungstatsache
,
dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc
).
Dies zeigt sich auch anhand der im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte (Urk. 3/9-10, Urk. 10, Urk. 13).
5.4
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das
B._
-Gutachten alle praxisge
mässen Kriterien (vorstehen E. 1.4) vollumfänglich erfüllt, so dass darauf abzu
stellen ist.
Der Sachverhalt steht demnach dahingehend fest,
dass
keine die Arbeits
fähig
keit
jedenfalls in angepasster Tätigkeit - beeinträchtigende Diagnosen
vor
liegen. Damit ist im Vergleich zur 2011 erfolgten Beurteilung die vom Beschwerdeführer geltend gemachte revisionsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht ausgewiesen.
5.5
Bei diesem Ergebnis besteht weiterhin kein Rentenanspruch, so dass sich die angefochtene Verfügung als rechtens erweist und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.