Decision ID: 180dd019-f3f7-447b-8f4d-37eb7a480112
Year: 2007
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 Die 1980 geborene, aus Mazedonien stammende A._ arbeitete zuletzt ab dem 3. Oktober 2004 bei der Firma B._ AG als Aushilfsverkäuferin und war bei der "Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: "Winterthur") gegen die Folgen von Unfällen versichert (vgl. Urk. 14/A1, Urk. 14/A4 S. 1). Am 24. August 2005 stürzte sie bei der Arbeit von einer Leiter und litt im Anschluss unter Kopf- und Nackenschmerzen. Der erstbehandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, welchen die Versicherte zwei Tage nach dem Unfall am 26. August 2005 erstmals aufsuchte, veranlasste am 30. August 2005 ein MRI, ohne einen Nachweis für ossäre Verletzungen zu erhalten (Urk. 14/M1). Er diagnostizierte ein posttraumatisches cervikozephales Schmerzsyndrom bei Status nach dem Arbeitsunfall am 24. August 2005 mit Kopfanprall und Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule sowie eine minime Chondrose L4/5 und schrieb die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. Urk. 14/M2, Urk. 14/M3). Dr. C._ liess die Versicherte am 13. September 2005 bei Dr. med. D._, Facharzt FMH für Neurologie, untersuchen (vgl. Urk. 14/M3). Die "Winterthur" anerkannte ihre Leistungspflicht, erbrachte Taggeldleistungen und übernahm die Kosten der Heilbehandlung (vgl. Urk. 14/A9, Urk. 14/A16, Urk. 14/A26).
1.2 Ab dem 20. September 2005 klagte die Versicherte über eine erhebliche Verschlechterung der Situation mit Zunahme der Nacken- und Kopfschmerzen, Ausdehnung der Schmerzen in die ganze rechte Körperhälfte und Schwindel sowie einer Gefühllosigkeit im rechten Bein (vgl. Urk. 14/M5). Die Versicherte nahm die Arbeit daher nicht wie geplant wieder auf. Per 14. November 2005 wurde A._ das Arbeitsverhältnis gekündigt (Urk. 14/A7). Gestützt auf einen Bericht vom 13. April 2006 des Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie sowie physikalische Medizin und Rehabilitation, der die Versicherte schon am 17. November 2005 untersucht hatte (Urk. 14/M6), wonach bei der Versicherten keinerlei pathologische organische Befunde erhoben werden konnten und eine deutliche Aggravierung und funktionelle Ausgestaltung der Schmerzen vorliege (vgl. Urk. 14/M10), unterrichtete die "Winterthur" A._ mit Schreiben vom 3. Mai 2006 über die Einstellung der Taggeldleistungen per 1. Mai 2006 (Urk. 14/A16). Sodann ordnete sie eine Begutachtung beim F._ an (vgl. Urk. 14/A13) und behielt sich eine spätere Änderung ihres Entscheides vor (vgl. Urk. 14/A16 S. 2). Die seitens verschiedener Ärzte eingereichten Rechnungen für Behandlungen und Medikamente schickte die "Winterthur" mit dem Verweis auf die eingestellten Leistungen zurück (Urk. 14/A21, Urk. 14/A23-A25).
1.3 Am 30. Mai 2006 wurde die Versicherte am F._ neurologisch, orthopädisch sowie psychiatrisch untersucht. Nach Eingang des Gutachtens (Urk. 14/M12-M14) verfügte die "Winterthur" am 31. August 2006 die Einstellung ihrer Leistungen per 30. April 2006 (Urk. 14/A26). Der Krankenversicherer von A._ zog die dagegen vorsorglich erhobene Einsprache (Urk. 14/A29) nach Prüfung der Akten am 11. September 2006 wieder zurück (Urk. 14/A31). Die Einsprache von A._ vom 2. Oktober 2006 (Urk. 14/A35) wurde mit Entscheid der "Winterthur" vom 8. November 2006 abgewiesen (Urk. 2).
2. Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Verena Feller (vgl. Urk. 8), mit Eingabe vom 2. Februar 2007 Beschwerde erheben und die weitere Ausrichtung eines vollen Taggeldes sowie die Bezahlung der mit dem Unfall zusammenhängenden Heilungskosten bis zu ihrer Genesung beantragen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2007 beantragte die "Winterthur" die Abweisung der Beschwerde (Urk. 13). Mit Verfügung vom 27. Juni 2007 wies das Sozialversicherungsgericht das in der Eingabe vom 2. Februar 2007 gestellte Gesuch der Beschwerdeführerin um die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters ab und schloss den Schriftenwechsel (Urk. 15).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Die massgeblichen rechtlichen und rechtsprechungsgemässen Grundlagen zum Unfallbegriff, zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem Gesundheitsschaden, welcher zur Begründung einer Leistungspflicht des Unfallversicherers erforderlich ist, wurden im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2 S. 2 f.) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden, mit den nachfolgenden Ergänzungen.
1.2
1.2.1 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 Erw. 3b; BGE 115 V 141 Erw. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 139 Erw. 6; vgl. auch BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).
1.2.2 Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa, 115 V 139 Erw. 6a).
1.2.3 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).
1.3 Mit dem Entscheid BGE 117 V 359 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht eine gesonderte Praxis zur Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und den infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, begründet (vgl. insbesondere Erw. 6 des Entscheides). Diese zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Eidgenössische Versicherungsgericht sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 382 f. Erw. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule an (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2), wenn und soweit sich die Folgen dieser Verletzungen mit jenen eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule (typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderungen usw.; vgl. dazu BGE 117 V 360 Erw. 4b) vergleichen lassen (BGE 117 V 382 Erw. 4b).
1.4 Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
2.
2.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die "Winterthur" ihre Leistungspflicht für die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin, welche über den 30. April 2006 hinaus fortbestanden, mit der Begründung verneint, dass aufgrund der ärztlichen Unterlagen bereits ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den fortbestehenden Beschwerden und dem Unfallereignis fehle. Im Übrigen sei der von der Beschwerdeführerin geschilderte Unfallhergang angesichts der am Unfallort gefertigten Fotos schwer nachvollziehbar. Deshalb sei auch nicht nachgewiesen, dass ihr Kopf am 24. August 2005 nach hinten abgeknickt worden sei (vgl. Urk. 2 S. 2 f.). In der Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2007 ergänzte die "Winterthur" ihre Ausführungen dahingehend, dass die involvierten Ärzte nach umfassender medizinischer Abklärung einhellig zum Schluss gelangt seien, dass keine objektivierbaren Beschwerden bestünden. Auch bestehe unter ihnen Einigkeit darüber, dass bei der Beschwerdeführerin kein fassbares Leidensbild, welches auf ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule zurückzuführen wäre, vorliege. Schliesslich ergebe auch eine Prüfung der Adäquanz - wobei das Ereignis vom 24. August 2005 höchstens bei den mittelschweren Unfällen einzuordnen sei - dass auch kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den über den 30. April 2006 hinaus fortbestehenden Beschwerden bestünde (vgl. Urk. 13 S. 4 ff.).
2.2 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, es sei unbestritten, dass ihre Beschwerden erst nach dem Unfallereignis aufgetreten seien. Zur Prüfung der Unfallkausalität sei auch ihre Vorgeschichte zu berücksichtigen. Vor dem Unfall sei sie eine junge, gesunde, arbeitsame und hilfsbereite Person gewesen. Es hätten keine krankhaften Vorzustände bestanden. Die Beschwerden liessen sich zwar nicht objektivieren beziehungsweise mit medizinisch-wissenschaftlichen Methoden nachweisen, dennoch seien diese nach dem Unfall aufgetreten. Ohne das Unfallereignis würde sie nicht an den geklagten Beschwerden leiden, weshalb der natürliche Kausalzusammenhang zum Unfall nachgewiesen sei. Auch das Bestehen eines adäquaten Kausalzusammenhanges müsse bejaht werden und zwar unabhängig davon, ob die Adäquanz nach der bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule geltenden Rechtsprechung oder nach den für psychische Beschwerden entwickelten Adäquanzkriterien geprüft werde. Im Gutachten des F._ werde von einer Intoxikation durch Medikamente ausgegangen. Die von ihr damals eingenommenen Medikamente seien ihr verschrieben worden. Falls in der Tat eine falsche Medikation für ihre Beschwerden ursächlich gewesen sei, so liege eine Schädigung im Rahmen der Heilbehandlung vor, für welche der Unfallversicherer ebenfalls aufkommen müsse (Urk. 1 S. 3 ff.).
2.3 Strittig und zu prüfen ist damit, ob ein rechtsgenüglicher (natürlicher und adäquater) Kausalzusammenhang zwischen den nach dem 30. April 2006 fortbestehenden Leiden der Beschwerdeführerin und dem Unfallereignis vom 24. August 2005 besteht.
3.
3.1 Die medizinische Erstbehandlung der Beschwerdeführerin erfolgte zwei Tage nach dem Unfall am 26. August 2005 durch Dr. med. C._. Zum Unfallhergang führte dieser aus, die Beschwerdeführerin habe sich zuoberst auf einer Bockleiter befunden, als die Leiter plötzlich nach vorne gekippt sei. Beim Sturz sei die Beschwerdeführerin kopfvoran gegen einen Wandspiegel geprallt, wobei der Aufprall eine forcierte Reklination des Kopfes nach hinten bewirkt habe. Dr. C._ erwähnte bei den Befunden eine Schürfung der rechten Kleinzehe und verwies im Übrigen auf die von ihm angeordnete neurologische Beurteilung. Er diagnostizierte ein posttraumatisches cervikozephales Schmerzsyndrom bei Status nach Arbeitsunfall am 24. August 2005 mit Kopfanprall und Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule. Die Beschwerdeführerin sei voraussichtlich bis zum 30. September 2005 zu 100 % arbeitsunfähig, ab dem 1. Oktober 2005 sei eine 50%ige Arbeitsaufnahme vorgesehen (vgl. Arztzeugnis UVG vom 27. September 2005, Urk. 14/M2).
Die durch Dr. med. G._, Facharzt für Radiologie, am 30. August 2005 angefertigten Röntgenbilder des Schädels, der Lendenwirbelsäule und des Beckens sowie des rechten Fusses ergaben einen unauffälligen Schädelbefund und eine minime Chondrose L4/5, wobei posttraumatische Veränderungen radiologisch ausgeschlossen werden konnten (Urk. 14/M1).
Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, untersuchte die Beschwerdeführerin am 13. September 2005. In seinem Bericht vom 16. September 2005 diagnostizierte er ein posttraumatisches cervikozephales Schmerzsyndrom bei Status nach dem Arbeitsunfall vom 24. August 2005 mit Kopfanprall und Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule. Die Beschwerdeführerin habe keine äusserlichen Verletzungen erlitten, es seien aber sofort nach dem Unfall Kopfschmerzen aufgetreten, welche sich von der Aufschlagstelle an der Stirne im weiteren Verlauf über den Scheitel bis in den Nacken ausgedehnt hätten. Diese Schmerzen bestünden heute immer noch, die Beschwerdeführerin beklage seit dem Unfall auch ein Zittern des Kopfes. Für ein durchgemachtes Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule würden die klinisch erhobene eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule sowie die verdickte und druckdolente Nacken- und Schultermuskulatur sprechen. Mangels neurologischer Ausfälle sei eine Verletzung des Nervensystems unwahrscheinlich. Gegen Ende des Monates (September) sei eine Teilarbeitsfähigkeit von schätzungsweise 50 % zu erwarten (vgl. Urk. 14/M3).
Ein MRI der Hals- und Lendenwirbelsäule vom 18. Oktober 2005 ergab im Wesentlichen unauffällige Befunde ohne Hinweise auf discoligamentäre oder ossäre Traumafolgen (Bericht des PD Dr. med. H._, Urk. 14/M4).
3.2 Dr. D._ sah die Beschwerdeführerin erneut am 19. Oktober 2005. Im Bericht vom 21. Oktober 2005 hielt er fest, die Versicherte habe über eine erhebliche Verschlechterung der Situation seit dem 20. September 2005 berichtet. Die Nacken- und Kopfschmerzen hätten zugenommen, und es bestünden eine Ausdehnung der Schmerzen in die ganze rechte Körperhälfte sowie eine Gefühllosigkeit im rechten Bein. Die Beschwerdeführerin habe auch über Schwindel geklagt. Bei der Prüfung der Oberflächensensibilität habe die Patientin eine diffuse Hypästhesie am ganzen rechten Bein angegeben. Dr. D._ fand einen im Vergleich zur Voruntersuchung unveränderten neurologischen Befund vor mit endgradig eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule sowie verdickter und druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur. Er konnte die am 20. September 2005 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes befundmässig nicht objektivieren und äusserte daher den Verdacht auf eine funktionelle Ausgestaltung der Beschwerden (vgl. Urk. 14/M5).
3.3 Dr. E._ untersuchte die Beschwerdeführerin im Rahmen einer konsiliarischen Zuweisung durch den behandelnden Hausarzt Dr. C._. Er diagnostizierte im Bericht vom 17. November 2005 einen Status nach dem Sturz von der Bockleiter mit Kopfanprall am 24. August 2005, ein cervikozephales Syndrom, ein sensibles Hemisyndrom rechts, eine Periarthropathia humeroscapularis der rechten Schulter, eine Periarthropathia coxae rechts, unklare Kniegelenksschmerzen rechts, eine depressive Verstimmung und allgemeine Verlangsamung sowie den Verdacht auf eine funktionelle Überlagerung mit Schmerzausweitung. Dr. E._ berichtete, die Beschwerdeführerin habe nach eigenen Angaben drei Tage nach dem Sturz Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule sowie der Stirn verspürt. Beim Laufen seien Schmerzen im Gesäss rechts und eine Gefühllosigkeit im Bereich des Oberschenkels eingetreten. Auch habe sie über Schwindel und nächtliche Kopfschmerzen geklagt. Dr. E._ fertigte Röntgenbilder des rechten Knies und Schultergelenks der Beschwerdeführerin an, welche aber ausser einem leichten Patellahochstand unauffällige Verhältnisse zeigten. In der abschliessenden Beurteilung der erhobenen Befunde führte er aus, dass er mit dem Neurologen Dr. D._ darin einig gehe, dass in erster Linie wohl eine funktionelle Ausgestaltung der Schmerzen vorliege. Die Bewegungsradien der einzelnen Gelenke, insbesondere im Bereich der Halswirbelsäule, hätten variiert. Zu Beginn sei die Beweglichkeit der Halswirbelsäule deutlich eingeschränkt gewesen, zwanzig Minuten nach Abschluss der Hauptuntersuchung habe er die Halswirbelsäule nach Ablenkung der Beschwerdeführerin besser bewegen können. Auch sei der von der Beschwerdeführerin entgegengesetzte Widerstand bei der passiven Bewegung der Gelenke bei der zweiten Prüfung nach Abschluss der Hauptuntersuchung geringer ausgefallen (Urk. 14/M6).
Ein bei Dr. med. I._, Facharzt für Radiologie, am 24. November 2005 durchgeführtes cerebrales MRI ergab keine Hinweise für eine posttraumatische Hämorrhagie oder Raumforderung (Urk. 14/M7).
3.4 Dr. D._ führte am 15. Dezember 2005 eine weitere Verlaufskontrolle durch. In seinem Bericht vom 3. Januar 2006 führte er bei den Diagnosen den Verdacht auf eine gestörte Schmerzverarbeitung auf. Die Beschwerdeführerin habe ihm gegenüber über eine weitere Verschlechterung der Situation seit der letzten Untersuchung berichtet mit Zunahme der Nacken- und Kopfschmerzen und vermehrtem Schwindel. Die Schmerzen würden in die ganze rechte Körperhälfte ausstrahlen. Die Beschwerdeführerin habe auch über eine Schwäche der rechten Extremität mit Gefühllosigkeit geklagt. Wie bis anhin konnte Dr. D._ die geklagten Beschwerden nicht mit objektiven Befunden erklären. Das cervikozephale Beschwerdebild könne zwanglos dem Arbeitsunfall vom 24. August 2005 zugeordnet werden. Es bestehe indes der dringende Verdacht einer gestörten Schmerzverarbeitung, wobei auch die überprotektive Haltung des Ehemannes der Beschwerdeführerin auffallend sei (Urk. 14/M8).
3.5 Ein durch Dr. G._ am 12. April 2006 durchgeführtes MRI des Beckens und des Sakrums ergab unauffällige Verhältnisse ohne Nachweis einer Pathologie (Urk. 14/M11).
Dr. E._, welcher die Beschwerdeführerin erneut am 3. April 2006 sah, diagnostizierte im Bericht vom 13. April 2006 im Wesentlichen ein rezidivierendes cervikozephales Syndrom mit ungerichteten Schwindelempfindungen, ein lumbospondylogenes Syndrom rechts sowie eine depressive Verstimmung mit funktioneller Überlagerung und Schmerzausweitung sowie neu eine Claustrophobie. Neben den neu aufgetretenen Symptomen einer Claustrophobie leide die Beschwerdeführerin nach wie vor an Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule und des Kopfes, Schwindelempfindungen mit allgemeinem Schwächegefühl, Taubheitsempfindungen am rechten Oberschenkel sowie Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und im rechten Gesäss, ausstrahlend in den rechten Oberschenkel. In seinem Bericht führte Dr. E._ eine ganze Reihe von Medikamenten auf, welche die Beschwerdeführerin bisher ohne durchschlagende Besserung eingenommen habe. Er wies darauf hin, dass die nochmalige umfassende rheumatologische und internistische Untersuchung sowie die normalen Laborbefunde der wichtigsten Organsysteme auf keinerlei organische Erkrankung hingewiesen hätten, ebensowenig die Untersuchung der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie des Beckens, des Sakrums und der ISG mit bildgebenden Verfahren. Die Untersuchung habe gezeigt, dass seitens der Beschwerdeführerin unter Mithilfe ihres Ehemannes eine deutliche Aggravierung und funktionelle Ausgestaltung der Schmerzen vorliege. Von einem psychiatrischen Konsilium seien keine wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten, da weder eine Depression noch eine Psychose vorliegen würden. Mit der Zeit sei aufgrund des Fehlverhaltens der Beschwerdeführerin erfahrungsgemäss wohl mit der Entwicklung einer reaktiven depressiven Verstimmung zu rechnen (vgl. Urk. 14/M10).
3.6 Die von der "Winterthur" mit der interdisziplinären Begutachtung beauftragten Ärzte des F._ untersuchten die Beschwerdeführerin am 30. Mai 2006.
Dem orthopädisch-chirurgischen Teilgutachter Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, gegenüber gab die Beschwerdeführerin als Beschwerden Kopfschmerzen, Augenschmerzen sowie Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den gesamten Rücken bis ins Kreuz an. Die Schmerzen bestünden immer, Tag und Nacht. Sie könne nicht schlafen, trotz der Einnahme zahlreicher verordneter Medikamente. Diese würden nichts nützen. Das rechte Bein sei wie taub. Dr. J._ führte bei den Diagnosen einen Arbeitsunfall mit Sturz von einer Bockleiter, Kopfanprall sowie ein cervikozephales Schmerzsyndrom, einen somnolenten Zustand, wahrscheinlich medikamentös-toxisch bedingt, Kopfschmerzen unklarer Ätiologie, welche vielleicht medikamentös-toxisch, vielleicht aber auch posttraumatisch bedingt seien, sowie unklare Sensibilitätsstörungen im Bereich der Oberschenkel, welche vielleicht funktioneller Natur seien, auf. Aufgrund der Untersuchungen könne das Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhanges medizinisch nicht begründet werden, seines Erachtens stünden die erhobenen Befunde nur möglicherweise in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehe eine deutliche psychosomatische Überlagerung der Beschwerden (vgl. Urk. 14/M13).
In der Untersuchung im F._ durch den Neurologen Dr. med. K._ war die Versicherte überaus schläfrig. Der Arzt beschrieb, die Versicherte habe meist geschlossene Augen gehabt. Beim Gehen sei sie unkoordiniert gewesen und getorkelt. Dr. K._ hielt deutlich eingeschränkte mentale Funktionen, eine Sensibilitätsminderung auf der rechten Körperseite, eine Unbeständigkeit der sitzenden und aufrechten Haltung, einen horizontalen Blickrichtungsnystagmus sowie ein durch Schmerzen in der rechten Hüfte ausgelöstes Hinken fest. Er diagnostizierte ebenfalls einen wahrscheinlich medikamentös-toxisch bedingten somnolenten Zustand, Kopfschmerzen unklarer Ätiologie sowie eine Hemihypästhesie rechts, welche wahrscheinlich funktioneller Ätiologie sei. Die neurologische Befundlage war laut Dr. K._ am ehesten mit einem medikamentös-toxischen Zustand zu erklären. Beim bei der Untersuchung vorgefundenen Ausmass der Einschränkung mentaler Funktionen könne er die Frage, welche Symptome und Befunde direkt unfallbedingt seien, nicht abschliessend beantworten (vgl. Urk. 14/M14).
Anlässlich der Untersuchung durch den psychiatrischen Teilgutachter Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zeigte sich die Beschwerdeführerin in einem stark sedierten, somnolenten Zustand und schlief mehrmals ein. Dr. L._ ging zum Untersuchungszeitpunkt in diagnostischer Hinsicht von einer akuten Mischintoxikation durch zahlreiche Sedativa und andere psychotrop wirksame Medikamente (ICD-10: F13.0) aus. Die in den Vorakten beschriebene Symptomausweitung, die subjektiv geklagte Beschwerdezunahme im Verlauf, die bisherige weitgehende Therapieresistenz und die auch in der Untersuchung gezeigte überdeutliche regressive Schonhaltung der Beschwerdeführerin würden für das Vorliegen einer Schmerzverarbeitungsstörung sprechen, welche im Verhältnis zum gesamten Beschwerdebild im Vordergrund stehe. Allerdings werde dieses Störungsbild zurzeit durch die akute Mischintoxikation fast vollständig überlagert. Aus diesem Grund konnte Dr. L._ auch nicht zuverlässig zur genauen Entstehung sowie zur Unfallkausalität der psychischen Symptome Stellung nehmen (vgl. Urk. 14/M12).
4.
4.1 Nach dem Unfall wurde die Beschwerdeführerin - wie gezeigt wurde - mehrmals mittels bildgebender Verfahren (Röntgen, MRI) im Bereich des Schädels, der Hals- und Lendenwirbelsäule, des Beckens, des Sakrums sowie des rechten Fusses untersucht. Die Bildgebung ergab jedoch keine Hinweise auf unfallkausale pathologische Befunde (vgl. Urk. 14/M1, Urk. 14/M4, Urk. 14/M7, Urk. 14/M11). Auch die klinischen Untersuchungen des Neurologen Dr. D._ (vgl. Urk. 14/M3, Urk. 14/M5, Urk. 14/M8) sowie des Rheumatologen und Internisten Dr. E._ (vgl. Urk. 14/M6, Urk. 14/M10) ergaben keine organische, auf den Unfall zurückzuführende Befunde, mittels welcher die subjektiv geklagten Beschwerden hätten objektiviert werden können. Auch wenn der Neurologe Dr. K._ das Vorliegen direkt unfallkausaler Befunde im Untersuchungszeitpunkt am 30. Mai 2006 wegen der akuten Mischintoxikation der Beschwerdeführerin nicht zuverlässig beurteilen konnte (vgl. Urk. 14/M14), so ist mit Blick auf die schlüssigen Berichte der Dres. D._ und E._, welche die Beschwerdeführerin nach dem Unfall wiederholt ausführlich untersucht haben, doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 30. April 2006 keine bildgebend nachweisbare organische pathologische Befunde vorlagen, welche direkt auf den Unfall zurückgeführt werden können. Dies wird von der Beschwerdeführerin im Wesentlichen auch nicht bestritten (vgl. Urk. 1 S. 5).
4.2
4.2.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die von ihr nach dem Unfall beklagten Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, die ausgeprägte Müdigkeit sowie die Depression seien typische Symptome, welche häufig nach einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule auftreten würden, weshalb die Unfallkausalität nach der für solche Fälle entwickelten Rechtsprechung zu prüfen sei (vgl. Urk. 1 S. 5 sowie vorstehend Erw. 1.3).
4.2.2 Ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule wurde in den vorliegenden medizinischen Berichten zwar nie diagnostiziert, doch ging Dr. D._ in seinem Bericht vom 16. September 2005 davon aus, dass die Beschwerdeführerin am 24. August 2005 einen Kopfanprall im Stirnbereich sowie eine forcierte Kopfreklination nach hinten und dadurch ein Überdehnungstrauma erlitten hatte. Für das Durchmachen eines Überdehnungstraumas würden die eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule sowie die verdickte und druckdolente Nacken- und Schultermuskulatur sprechen (vgl. Urk. 14/M3 S. 2). Das Vorliegen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung (vgl. vorstehend Erw. 1.3) kann damit zumindest nicht ausgeschlossen werden.
4.2.3 Zu prüfen bleibt, ob als Folge dieser Verletzung bei der Beschwerdeführerin ein für Schleudertraumafälle typisches buntes, aus verschiedenen Symptomen zusammengesetztes Beschwerdebild auftrat (vgl. vorstehend Erw. 1.3 in fine). In seinem ersten Bericht vom 16. September 2005 erwähnte Dr. D._ als Beschwerden nur Kopfschmerzen, welche zuerst im Bereich der Aufschlagstelle an der Stirne aufgetreten seien und sich im weiteren Verlauf über den Scheitel bis in den Nacken ausgedehnt hätten. Seit dem Unfall bestehe zudem ein Zittern des Kopfes (Urk. 14/M3 S. 1). Im Bericht vom 21. Oktober 2005 vermerkte er eine Zunahme der Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausdehnung in die ganze rechte Körperhälfte. Begleitend sei es zu einer Gefühllosigkeit im rechten Bein gekommen und die Beschwerdeführerin habe über Schwindel geklagt. Da Dr. D._ bei der Untersuchung trotz der von der Versicherten gezeigten ausgeprägten Ataxie und der angegebenen Störung der Oberflächensensibilität am rechten Bein einen unauffälligen Neurostatus vorfand, äusserte er den Verdacht einer funktionellen Ausgestaltung der Beschwerden. Auf jeden Fall konnte er die seit seiner Voruntersuchung geklagte Verschlechterung des Gesundheitszustandes und mithin die neu genannten Symptome nicht objektivieren (vgl. Urk. 14/M5), erklärte sie damit vielmehr mit einer psychischen Grundlage. In seinem Bericht vom 3. Januar 2006 äusserte Dr. D._ die gleiche Auffassung (vgl. Urk. 14/M8). Auch Dr. E._ teilte diese Meinung, indem er davon ausging, dass es sich beim gezeigten Beschwerdebild in erster Linie um eine funktionelle Ausgestaltung und Aggravierung der Schmerzen handelte. Seine Einschätzung untermauerte er mit dem Beispiel, dass die Bewegungsradien der einzelnen Gelenke im Verlauf der Untersuchung variierten, je nach dem ob er die Beschwerdeführerin ablenkte oder nicht (vgl. Urk. 14/M6 sowie Urk. 14/M10). Mit Ausnahme der Kopf- und Nackenschmerzen wurden damit keine der im Verlauf neu behaupteten, die Versicherte ihrer Auffassung nach stark beeinträchtigenden Symptome ärztlicherseits in einen direkten Zusammenhang mit dem Unfallereignis und dem damals erlittenen Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule gebracht. Vielmehr gingen diese Fachärzte einhellig von einer funktionellen Ausgestaltung beziehungsweise einer Aggravierung dieser Beschwerden aus, womit hier von einem psychisch relevanten Geschehen auszugehen ist. Deshalb muss entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin das Auftreten eines typischen Beschwerdebildes als Folge einer schleudertraumaähnlichen Verletzung verneint werden.
4.3
4.3.1 Wie gezeigt wurde, früh äusserten Dr. D._ und Dr. E._ den Verdacht auf eine funktionelle Ausgestaltung der Schmerzen beziehungsweise eine gestörte Schmerzverarbeitung (vgl. Urk. 14/M5-6, Urk. 14/M8). Später ist zusätzlich die Rede von einer depressiven Verstimmung mit Claustrophobie (vgl. Urk. 14/M10). Diese für das ausgedehnte Beschwerdebild verantwortliche psychische Problematik wurde zeitlich weit früher als die Feststellung eines übermässigen Medikamentenkonsums diagnostiziert und ist daher als ein eigenständiges sehr bald nach dem Unfall aufgetretenes psychisches Beschwerdebild anzusehen. Dr. L._, der psychiatrische Teilgutachter des F._, vermutete zwar ebenfalls das Vorliegen einer psychischen Störung im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung, konnte eine solche Störung aufgrund der damals vorgefundenen akuten Mischintoxikation mit Sedativa und anderen psychotrop wirksamen Medikamenten aber nicht mit Sicherheit diagnostizieren und liess aus demselben Grund die Frage nach der Unfallkausalität offen (vgl. Urk. 14/M12 S. 6 f. und 9). Aufgrund der nachfolgenden Ausführungen kann indes offen bleiben, ob die von Dr. D._ und Dr. E._ erkannte psychische Störung in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis steht oder nicht.
4.3.2 Zur Bejahung der Unfallkausalität ist auch ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Symptomen nötig. Das Ereignis vom 24. August 2005 ist mit Blick auf den Unfallhergang (vgl. dazu etwa Urk. 14/A2, Urk. 14/A4 sowie Urk. 14/M13 S. 2), die dabei erlittenen geringen Verletzungen sowie die höchstrichterliche Rechtsprechung bei Stürzen aus einer gewissen Höhe (vgl. RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449) höchstens bei den mittelschweren Unfällen einzuordnen (vgl. vorstehend Erw. 1.2). Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls lagen nicht vor. Abgesehen von einer Beule am Kopf sowie einer Schürfung der rechten Kleinzehe trug die Beschwerdeführerin keine äusseren Verletzungen davon (vgl. Urk. 14/A4 S. 1, Urk. 14/M2), jedoch ist wohl von einer nach hinten überstreckten Halswirbelsäule auszugehen. Eine solche Verletzung ist jedoch nicht geeignet, eine pathologische psychische Alteration zu bewirken. Objektivierbare körperliche Dauerschmerzen und eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung der anfänglichen somatischen Unfallfolgen liegen nicht vor. Denn angesichts der Tatsache, dass Dr. D._ bereits zwei Monate nach dem Unfall von einer funktionellen Überlagerung der Beschwerden sprach (vgl. Urk. 14/M5), dass er im Januar 2006 den Verdacht auf das Bestehen einer Schmerzverarbeitungsstörung äusserte (vgl. Urk. 14/M8) und dass Dr. E._ im April 2006 eine deutliche Aggravierung und funktionelle Ausgestaltung der Schmerzen feststellte (vgl. Urk. 14/M10), sind die ärztlichen und darunter auch die medikamentösen Heilbehandlungen als durch die psychische Problematik bedingt und die geklagten Beschwerden als Ausdruck der psychischen Pathologie anzusehen. Damit war das zeitliche Element massgebend durch die psychische Problematik bestimmt. Infolgedessen liegt das Kriterium der Dauerhaftigkeit der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden nicht vor. Aus demselben Grund kann auch nicht von einer in Grad und Dauer erheblichen physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gesprochen werden. Schliesslich ergeben sich aus den Akten auch keine Anhaltspunkte für einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen der somatischen Unfallfolgen. Auch lag keine ärztliche Fehlbehandlung der somatischen Unfallfolgen vor, die zur baldigen psychischen Auffälligkeit geführt hätte.
Damit ist festzustellen, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem geringfügigen Unfall und der schon wenige Wochen nach dem Unfall im Vordergrund gestandenen psychischen Problematik nicht gegeben ist.
4.4
4.4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Einnahme der Medikamente, welche schliesslich zur von den Gutachtern des F._ diagnostizierten Intoxikation geführt hätten, sei ihr ärztlich verordnet worden. Die Unfallversicherung müsse daher für diese im Rahmen der Heilbehandlung erfolgte Gesundheitsschädigung aufkommen und damit bis zu ihrer gänzlichen Genesung Leistungen erbringen (Art. 6 Abs. 3 UVG; vgl. Urk. 1 S. 9).
4.4.2 Es trifft zu, dass Dr. C._ der Beschwerdeführerin mehrmals Rezepte für verschiedene Medikamente ausgestellt hat (vgl. Urk. 14/A25). Sodann berichteten in der Tat vor allem die Gutachter des F._ eindrücklich von einer sehr sedierten, schläfrigen Beschwerdeführerin, was die Gutachter auf die verschiedenen zentralnervös wirkenden Medikamente zurückführten (Urk. 14/M14/6, 14/M12/9). In den vorstehenden Erwägungen hat sich allerdings ergeben, dass bereits kurze Zeit nach dem Unfall dem Grossteil der geklagten und sich im zeitlichen Verlauf ausdehnenden Beschwerden ein psychisches Geschehen zugrundelag. In diesem Zusammenhang ist auch der offenbar exzessive Medikamentenkonsum der Beschwerdeführerin zu sehen, handelt es sich bei den eingenommenen Medikamenten doch grösstenteils um sedierende und angsthemmende Medikamente sowie um Medikamente gegen Schwindel und Schmerzen (vgl. etwa Urk. 14/M14 S. 4). In der vorstehenden Erwägung hat sich ergeben, dass diese psychogenen Beschwerden nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen und die Unfallversicherung für den der Beschwerdeführerin daraus entstehenden Schaden nicht aufzukommen hat. Es handelt sich bei diesen Beschwerden, für welche die Beschwerdeführerin eine fehlerhafte Heilbehandlung geltend macht, damit um ein krankhaftes Geschehen.
4.4.3 Art. 6 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) bestimmt, dass die Unfallversicherung ihre Leistungen auch für Schädigungen erbringt, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden. Im Rahmen der Heilbehandlung der Folgen eines Unfalles oder einer Berufskrankheit stellt sich damit die Frage, ob die fehlerhafte Behandlung als Unfall zu bewerten sei, nicht. Die Rechtsprechung hat aber auch in Fällen, wo eigentlich eine Krankheit behandelt wird, für deren Folgen der Unfallversicherer nicht aufzukommen hat, eine Leistungspflicht anerkannt, nämlich dann, wenn ein Behandlungsfehler ausnahmsweise den Unfallbegriff erfüllt. Dies ist dann zu bejahen, wenn es sich bei der fehlerhaften Heilbehandlung um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt, mit denen niemand rechnet noch zu rechnen braucht (vgl. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 181 mit Hinweisen).
4.4.4 Im vorliegenden Fall resultierte die Medikamentenintoxikation als Folge der Behandlung eines krankheitswertigen Geschehens. Nach Lage der Akten bleibt unklar, ob diese Intoxikation überhaupt die Folge einer ärztlichen Fehlverschreibung beziehungsweise Fehleinschätzung der Auswirkung der verschriebenen Medikamente war, oder ob diese durch einen den ärztlichen Empfehlungen zuwiderlaufenden Medikamentenüberkonsum der Beschwerdeführerin verursacht wurde. Eine grobe und ausserordentliche Verwechslung und Ungeschicklichkeit seitens der behandelnden Ärzte geschweige denn eine absichtliche Schädigung und damit nach dem Gesagten eine Qualifikation der möglichen Fehlbehandlung als Unfall kann vorliegend auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Denn keiner der Ärzte machte einen Hinweis darauf, dass es sich bei den namentlich aufgeführten Medikamenten um gänzlich falsche, kontraindizierte gehandelt hätte. Daher ist die Unfallversicherung für die Folgen der Mischintoxikation durch Medikamente nicht leistungspflichtig.
4.5 Es ergibt sich, dass das Fortbestehen organischer Unfallbeschwerden nach der Leistungseinstellung durch die "Winterthur" verneint werden muss, und dass es bei den bestehenden psychische Problemen an einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis mangelt. Die "Winterthur" hat daher zu Recht eine Leistungspflicht nach dem 30. April 2006 verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.