Decision ID: bf41c3ca-3cdc-40c0-992e-f37f68418d7d
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der Kanton St. Gallen schrieb im Amtsblatt vom 6. Februar 2006 die Beschaffung
einer Enterprise Information Retrieval Lösung (abgekürzt EIR-Lösung) im selektiven
Verfahren öffentlich aus. Der Begriff EIR umschreibt ein System (bestehend aus Hard-
und Software), welches es Endanwendern ermöglicht, Informationen sowohl im Intranet
als auch im Internet zu finden.
Am 24. März 2006 erliess der Dienst für Informatikplanung (abgekürzt DIP) eine
Verfügung betreffend Auswahl der Anbieter; dabei wurde fünf Anbietern die Möglichkeit
geboten, ein detailliertes Angebot einzureichen. Zusätzlich erstellte der DIP ein
Pflichtenheft, welches unter anderem die Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung
enthielt, und stellte dieses am 27. März 2006 den fünf Anbietern zu. Drei Anbieter
machten von der Möglichkeit, eine detaillierte Offerte einzureichen, Gebrauch.
Mit Verfügung vom 30. Juni 2006 erteilte der DIP den Zuschlag zu einem Preis von Fr.

831'627.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer) der Convera AG. In den Erwägungen wurde
unter anderem festgehalten, dass die Elsag Solutions AG, welche zum Preis von Fr.
582'116.-- (recte: 582'985.--) offeriert habe, den geforderten Mindestnutzwert von 50%
nicht habe erbringen können. Sie belegte von den drei Anbieterinnen den letzten Platz.
Die zweitplazierte Rolotec AG hatte zu einem Preis von Fr. 868'332.-- offeriert.
B./ Am 13. Juli 2006 erhob die Elsag Solutions AG gegen die Zuschlagsverfügung
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung
sei aufzuheben und der Zuschlag der Elsag Solutions AG zu erteilen. Eventualiter sei
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der Zuschlag aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte die Elsag Solutions AG, dass ihrer
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren sei.
Mit Eingaben vom 18. Juli 2006 beantragten sowohl die Convera AG als auch der DIP
die Abweisung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung.
Am 20. Juli 2006 erteilte der Präsident des Verwaltungsgerichts der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung.
Am 21. August 2006 reichte die Elsag Solutions AG die Beschwerdeergänzung ein,
wobei sie an den gestellten Anträgen festhielt.
Am 15. September 2006 reichten der DIP und die Convera AG je eine
Beschwerdevernehmlassung ein. Der DIP verlangte die Abweisung der Beschwerde
und den Entzug der aufschiebenden Wirkung für die Dauer des Beschwerdeverfahrens,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Convera AG beantragte die Abweisung
sämtlicher Anträge der Elsag Solutions AG, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der Elsag Solutions AG, eventuell des DIP.
Am 10. Oktober 2006 reichte die Elsag Solutions AG eine Replik ein, zu der sich die
Convera AG und der DIP mit Eingaben vom 24. Oktober 2006 bzw. 25. Oktober 2006
vernehmen liessen. Sämtliche Beteiligten hielten an den gestellten Anträgen fest.
Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 2 Abs. 1 lit. a
und Art. 5 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche
Beschaffungswesen, sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Die Beschwerdeführerin ist als
unterlegene Mitanbieterin beschwerdeberechtigt (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art.
45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP);
ebenso stellt die Zuschlagsverfügung vom 30. Juni 2006 einen zulässigen
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Beschwerdegegen¬stand dar (Art. 5 Abs. 1 EGöB in Verbindung mit Art. 15 Abs. 1 der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32,
abgekürzt IVöB). Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht und erfüllt auch die
übrigen formalen Anforderungen.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden.
Dagegen kann Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden (Art. 16 Abs. 2 IVöB).
Diese Vorschriften entsprechen den allgemeinen Grundsätzen des st. gallischen
Verfahrensrechts (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Im Beschwerdeverfahren gegen
Verfügungen im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens kann somit nur geprüft
werden, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit
rechtswidrig handelte. Solange die Behörde ihren Entscheid innerhalb des ihr
zustehenden Ermessensspielraums getroffen hat, ist dem Verwaltungsgericht eine
Korrektur hingegen verwehrt, selbst wenn es einen anderen Entscheid ebenfalls als
zweckmässig oder sogar noch angemessener erachtet. Die Behörde darf aber nicht
willkürlich entscheiden, sondern ist an die in Verfassung und Gesetz enthaltenen
Rechtsgrundsätze gebunden. Im Streitfall bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht
den Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren hat, wenn diese beim
Erlass der Zuschlagsverfügung von sachlichen und vernünftigen Überlegungen
ausging, die im Einklang mit Sinn und Zweck des Gesetzes stehen (vgl. GVP 1999 Nr.
37 mit Hinweisen).
2.1. Die Beschwerdeführerin rügt in formeller Hinsicht, dass die Zuschlagsverfügung
den gesetzlichen Anforderungen an die Begründungsdichte nicht genüge (Beschwerde
vom 13. Juli 2006, S. 6 f. Ziff. 2 und S. 13 f. Ziff. 3).
Art. 41 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11,
abgekürzt VöB) schreibt vor, dass Zuschlagsverfügungen "kurz begründet" werden
müssen. Sie haben insbesondere über "den Preis des berücksichtigten Angebots oder
die tiefsten und höchsten Preise der in das Vergabeverfahren einbezogenen Angebote"
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Auskunft zu geben (Art. 41 Abs. 3 VöB). "Kurz" ist dahingehend zu verstehen, dass der
Auftraggeber die Gründe für den Entscheid summarisch (aber immerhin) darlegt (GVP
2000 Nr. 24). Den Anbietern muss klar sein, welche Gründe im wesentlichen dazu
geführt haben, dass sie den Zuschlag nicht erhalten haben. Sie müssen durch die
Zuschlagsverfügung in die Lage versetzt werden, die Tunlichkeit einer
Beschwerdeerhebung abzuwägen (Handbuch öffentliches Beschaffungswesen im
Kanton St. Gallen, Kapitel 10. Rechtsschutz/Haftung, S. 10 Rz. 2).
In der Zuschlagsverfügung vom 30. Juni 2006 werden die von den Anbieterinnen
erreichten Punktezahlen aufgeschlüsselt nach Nutzen und Kosten bzw. nach dem
Kosten-Nutzen-Quotienten aufgeführt. Ausserdem wird festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin den geforderten Mindestnutzwert von 50% nicht erreicht habe.
Wie die Punktezahlen von Nutzen und Kosten ermittelt worden sind, ist aufgrund der
Zuschlagsverfügung nicht nachvollziehbar. Insofern rügt die Beschwerdeführerin zu
Recht, dass sie sich keine Rechenschaft darüber geben konnte, weshalb sie den
Zuschlag nicht erhalten hat. Die Aussage der Vorinstanz in der Zuschlagsverfügung,
wonach die Offerten "anhand der in den Ausschreibungsunterlagen bekannt
gegebenen Kriterien beurteilt" wurden, ist inhaltsleer. Es ist eine Selbstverständlichkeit,
dass die Offerten nach Massgabe der Zuschlagskriterien geprüft werden, und sagt
nichts über die wesentlichen Gründe aus, welche bei der Bewertung und beim
Zuschlag den Ausschlag gaben (GVP 2000 Nr. 24). Auch das Begleitschreiben zur
Verfügung vom 30. Juni 2006 vermag nichts zur Klärung beizutragen, da es sich
inhaltlich im wesentlichen darauf beschränkt, einzelne in den
Ausschreibungsunterlagen aufgeführte Zuschlagskriterien zu wiederholen. Gleiches gilt
für das Gespräch vom 6. Juli 2006, an dem ein Vertreter der Vorinstanz Vertretern der
Beschwerdeführerin die Zuschlagsverfügung mündlich begründet hat. Über das
Gespräch wurde kein Protokoll verfasst, und die Angaben der Beteiligten über den
Inhalt des Gesprächs sind widersprüchlich (vgl. Beschwerde vom 13. Juli 2006, S. 9 f.
Ziff. 4, Beschwerdevernehmlassung der Vorinstanz vom 18. Juli 2006, S. 5 Ziff. 8). Die
Zuschlagsverfügung ist somit mangels genügender Begründung formell fehlerhaft. Im
Rahmen des dreifachen Schriftenwechsels vor Verwaltungsgericht ist dieser Mangel
indes geheilt worden. Von einer Aufhebung der Zuschlagsverfügung und Rückweisung
an die Vorinstanz ist folglich abzusehen; dessen ungeachtet ist aber die
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Mangelhaftigkeit der Zuschlagsverfügung bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen
(Art. 95 Abs. 2 VRP).
2.2. Die Beschwerdeführerin rügt im weiteren (vgl. Beschwerde vom 13. Juli 2006, S.
12 f. Ziff. 1), dass sich die Vorinstanz nicht an das im Pflichtenheft dargelegte
Beurteilungsverfahren gehalten habe, indem sie die Kosten nicht wie ausgeschrieben
"beurteilt" und "gewichtet", sondern stattdessen die Gesamtkosten als absolute Zahl in
den Kosten-Nutzen-Quotienten übertragen habe.
Im Pflichtenheft vom 27. März 2006 ist festgehalten, dass sowohl der Nutzen als auch
die Kosten der Angebote beurteilt und zueinander in Relation gestellt werden, wobei
Kosten und Nutzen gleichwertig behandelt werden, so dass z.B. ein Angebot mit tiefem
Nutzen und tiefen Kosten in bezug auf die "wirtschaftliche Gunst" gleichwertig ist mit
einem Angebot mit hohem Nutzen und hohen Kosten. Der minimal zu erreichende
Nutzwert muss mindestens 50% betragen (S. 36, Ziff. 5.2). Im weiteren wurde das
Zuschlagskriterium "Kosten" im Pflichtenheft (S. 37) in folgende Unterkriterien mit
folgenden "Gewichtungen" aufgeteilt:
Zuschlagskriterium Kosten (50%) Gewichtung (%)
Lizenzen 30%
Aufbau Infrastruktur 20%
Betriebskosten über 5 Jahre 20%
Pilot 1 (Detailkonzept) 15%
Pilot 2 (Detailkonzept) 15%
In der Folge hat die Vorinstanz die Kosten nicht in dem Sinn "gewichtet", dass eine
Bewertung durchgeführt worden wäre, sondern es wurden, wie die Beschwerdeführerin
zutreffend festhält, lediglich die unbewerteten Gesamtkosten als Dividend in die
Kosten-Nutzen-Berechnung eingesetzt. Die "Gewichtung" beschränkte sich darauf,
dass ausgehend von den Gesamtkosten die Anteile der jeweiligen Unterkriterien
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anhand der von der Vorinstanz im Pflichtenheft festgelegten Prozentzahlen ermittelt
wurden (vgl. vorinst. act. 13a, Protokoll der Regierung des Kantons St. Gallen vom 27.
Juni 2006, S. 11 Ziff. 3.1.2). Diese Rechnung hat sich selbstredend nicht auf die Höhe
der Gesamtkosten ausgewirkt, wie die Vorinstanz zutreffend festhält.
Die Bekanntgabe und Gewichtung der Zuschlagskriterien im Pflichtenheft binden die
Vergabebehörde (Gauch/Stöckli, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes,
Freiburg 1999, Ziff. 11.3). Die Angaben im Pflichtenheft sind nach dem Grundsatz von
Treu und Glauben auszulegen. Wie dargelegt, wurde im Pflichtenheft ausdrücklich
festgehalten, dass die Kosten "beurteilt" werden. Unter Berücksichtigung dieses
Umstandes und aufgrund der geschilderten Festlegung von Unterkriterien und
entsprechenden Gewichtungen der Kosten durfte die Beschwerdeführerin davon
ausgehen, dass die fünf einzelnen Kostenpunkte und damit letztlich auch die
Gesamtkosten in dem Sinn gewichtet werden, als eine Bewertung der verschiedenen
Kostenkategorien durchgeführt wird. Eine Gewichtung der einzelnen Kostenarten ist im
Rahmen von öffentlichen Beschaffungen gerade bei komplexeren Vergaben nicht
selten; namentlich ist es nachvollziehbar, wenn wiederkehrende Kosten höher
gewichtet werden als einmalige Kosten. Indem die Vorinstanz, wie vorstehend
dargelegt, die Gesamtkosten entgegen den Angaben im Pflichtenheft ungewichtet
übernommen hat, hat sie sich vergabewidrig verhalten. Im folgenden ist deshalb zu
prüfen, ob sich das Resultat wesentlich geändert hätte, wenn die Vorinstanz die Kosten
entsprechend dem Schlüssel im Pflichtenheft gewichtet hätte. Dabei fällt in Betracht,
dass zwei Kostenpositionen mit 20% und zwei mit 30% gewichtet worden sind. Die
Gewichtungsfaktoren liegen somit relativ nahe beieinander. Dies hat zur Folge, dass
sich auch die Gesamtkostenverhältnisse der drei Anbieterinnen nur unwesentlich
verändert hätten, wenn die entsprechenden Kostenpositionen mit 20% bzw. 30%
gewichtet worden wären. Da die nachfolgenden Erwägungen (Erw. 2.3.) zudem zeigen,
dass die Vorinstanz den Gesamtnutzen der Beschwerdeführerin bis auf 0.5 Punkte
willkürfrei ermittelt hat, erreicht die Beschwerdeführerin auch bei der Gewichtung der
einzelnen Kostenpositionen keinen Kostendividend, der zu einem wirtschaftlich
günstigeren Angebot als demjenigen der Beschwerdegegnerin führen würde. Die
festgestellte Vergabewidrigkeit hat sich dementsprechend nicht zu Lasten der
Beschwerdeführerin auf das Ergebnis ausgewirkt.
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2.3. Die Beschwerdeführerin rügt sodann, dass die Bewertung der Zuschlagskriterien
willkürlich, nicht nachvollziehbar und unsachlich sei.
2.3.1. Die Bewertung der Angebote anhand der festgelegten Zuschlagskriterien und
Gewichtungen ist einer Rechtskontrolle nur beschränkt zugänglich. Insbesondere ist
die Angemessenheit der Bewertung eine Ermessensfrage, in die das
Verwaltungsgericht nicht eingreift. Es kann lediglich einschreiten, wenn die Bewertung
fehlerhaft erfolgt ist, d.h. etwa sachlich nicht hinreichend begründet oder nicht
nachvollziehbar ist (vgl. Erw. 2.).
Die unterschiedlichen Gewichtungen der Kriterienblöcke wurden entsprechend den
Angaben der Vorinstanz anlässlich eines Workshops durch das Projektteam festgelegt.
Dann wurden die Einzelkriterien durch fünf Mitglieder des Projektteams unabhängig
voneinander bewertet. Die einzelnen Bewerter vergaben pro Kriterium zwischen 0 und
100 Punkten in den Abstufungen von jeweils 25 Punkten. Die erreichten
(Prozent)Punkte wurden zum maximal möglichen Nutzwert ins Verhältnis gesetzt, und
anschliessend wurde der durchschnittliche Nutzwert der fünf Bewertungen ermittelt.
Die Summe der durchschnittlichen Nutzwerte ergab schliesslich den durchschnittlichen
Gesamtnutzen, der zu den (ungewichteten) Gesamtkosten ins Verhältnis gesetzt
worden ist. Die Beschwerdeführerin erreichte einen durchschnittlichen Gesamtnutzen
von 49.698, die Beschwerdegegnerin erzielte einen Wert von 89.21 und die Firma
Rolotec AG einen Wert von 72.54.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass zwei der insgesamt fünf Bewerter (A. Keller und M.
Leybold) ihre Punktevergabe überhaupt nicht begründet haben. Dies ist mit Blick auf
das Erfordernis eines transparenten und gerichtlich überprüfbaren Vergabeentscheids
nicht unproblematisch. Indes fällt in Betracht, dass alle fünf Bewerter unabhängig
voneinander die Beschwerdeführerin klar am schlechtesten und die
Beschwerdegegnerin deutlich am besten bewertet haben. Unter diesen Umständen ist
es sachlich vertretbar, wenn für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Bewertungen
grundsätzlich auf die jeweiligen Durchschnittswerte abgestellt wird, welche die
Anbieterinnen erreicht haben. Vor diesem Hintergrund spielt es dann auch keine
entscheidende Rolle, dass der Bewerter W. Weiler – wohl versehentlich - für die
Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin bei den Unterkriterien 4.1.1 bis 4.1.6
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die identischen Kommentare abgegeben, die beiden Anbieterinnen aber
unterschiedlich bewertet hat.
2.3.2. Die Beschwerdeführerin (Beschwerde vom 13. Juli 2006, S. 17 Ziff. 3c) rügt
allgemein, dass ihre Offerte bei verschiedenen Zuschlagskriterien nur mit 25% der
möglichen Punktzahl, d.h. mit 25 anstelle von 100 Punkten, bewertet worden sei.
Die Vorinstanz (Beschwerdevernehmlassung vom 18. Juli 2006, S. 5, Ziff. 7;
Beschwerdevernehmlassung vom 15. September 2006, S. 4, Ziff. 2) begründet dies
dahingehend, dass der Beschwerdeführerin Punkte abgezogen worden seien, weil
diese in der Offerte jeweils nur festgehalten habe, die Kriterien gemäss Pflichtenhefts
seien "100% erfüllt".
Eine Durchsicht der Offerte der Beschwerdeführerin zeigt, dass sie den Erfüllungsgrad
der Zuschlagskriterien in der Regel mit den Bemerkungen "100% erfüllt ohne
zusätzliche Entwicklungen" bzw. "Nicht erfüllt" oder "Erfüllt mit zusätzlichen
Entwicklungen" angegeben hat. Zusätzliche Kommentare wurden selten angebracht.
Im Pflichtenheft vom 27. März 2006 wird ausdrücklich festgehalten, dass die Erfüllung
der verschiedenen Zuschlagskriterien kurz zu beschreiben ist und nicht oder nur
teilweise erfüllte Anforderungen zu kommentieren sind. Nicht vollständig beantwortete
Fragen werden negativ bewertet (S. 43, Ziff. 8.4).
Vor diesem Hintergrund ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz
bzw. die einzelnen Bewerter Punkte abgezogen haben, wenn die Beschwerdeführerin
den Vorgaben im Pflichtenheft nach einer kurzen Beschreibung bzw. Kommentierung
nicht nachgekommen ist. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die meisten
Zuschlagskriterien so formuliert waren, dass sie grundsätzlich mit "erfüllt" oder "nicht
erfüllt" hätten beantwortet werden können (Beschwerdeergänzung vom 21. August
2006, S. 8 f. Ziff. 2). Wesentlich ist, dass im Pflichtenheft klar und deutlich
Kurzbeschreibungen bzw. Kommentierungen verlangt worden sind. Eine Durchsicht
der Offerte der Beschwerdegegnerin zeigt, dass ihr Angebot den gestellten formellen
Anforderungen weitestgehend genügt. Dies trifft, wenn auch nicht im gleichen Umfang,
für die Offerte der Rolotec AG zu. Auch sie hat sich ausführlicher und konkreter als die
Beschwerdeführerin zu den einzelnen Anforderungen geäussert. Generell ist die
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Sorgfalt, mit der eine Offerte ausgestaltet wurde, geeignet, einen ersten Eindruck vom
Anbieter zu vermitteln und Rückschlüsse auf die zu erwartende Qualität bei der
Erfüllung des Auftrages zu ziehen (VerwGE vom 20. April 1999 i.S. Architekturbüro F.N.
AG). Im folgenden sind die Rügen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der
Bewertungen der einzelnen Zuschlagskriterien zu prüfen.
2.3.3. Die Beschwerdeführerin rügt, dass ihre Offerte beim Zuschlagskriterium 4.1.1
"Crawling/Spidering" rechtfehlerhaft bzw. willkürlich bewertet worden sei
(Beschwerdeergänzung vom 21. August 2006, S. 9 f. Ziff. 1).
Der Begriff "Crawling/Spidering" beschreibt das Durchsuchen von Informationsmengen
nach bestimmten Informationen. Das Zuschlagskriterium "Crawling/Spidering" ist
gemäss Pflichtenheft vom 27. März 2006 wiederum in 11 Unterkriterien aufgeteilt.
Die Beschwerdeführerin erzielte 0.9 von insgesamt 1.5 möglichen Punkten. Die
Vorinstanz begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September
2006 damit, dass die Beschwerdeführerin irrtümlich die Position 4.1.1.-6 als 4.1.1.-7
angenommen habe. Die tatsächliche Position 4.1.1.-6 fehle hingegen und die Offerte
sei somit nicht vollständig.
Es ist zutreffend, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Offerte unter dem Unterkriterium
4.1.1-6 das Unterkriterium 4.1.1-7 abgehandelt und das Kriterium 4.1.1.-6 vergessen
hat. Im Gegensatz zur Beschwerdeführerin haben die Beschwerdegegnerin und die
Rolotec AG, die mit 1.35 bzw. 1.20 Punkten bewertet wurden, vollständige Offerten
unterbreitet. Wie vorstehend ausgeführt wurde (Erw. 2.3.2.) hat die Vorinstanz im
Pflichtenheft in Aussicht gestellt, dass unvollständige Antworten negativ bewertet
werden. Unter diesen Umständen kann der Vorinstanz keine Ermessensverletzung
vorgeworfen werden, wenn sie bei der Beschwerdeführerin einen Punkteabzug von
40% vorgenommen hat.
2.3.4. Die Beschwerdeführerin rügt eine willkürliche Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.1.2 "Indexierung (Web und DMS)" (Beschwerdeergänzung vom
21. August 2006, S. 10 f. Ziff. 2).
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Der Begriff "Indexierung" beschreibt, wie die angebotene EIR-Lösung ein Verzeichnis
der gefundenen Informationen anlegt. Das Zuschlagskriterium 4.1.2 wurde gemäss
Pflichtenheft vom 27. März 2006 wiederum in 10 Unterkriterien unterteilt.
Die Beschwerdeführerin erzielte 1.45 von insgesamt 2.42 möglichen Punkten. Die
Vorinstanz begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September
2006 damit, dass die Beschwerdeführerin offen lasse, ob die Punkte 4.1.2-2 und
4.1.2-3 Bestandteil des Angebots seien. Zudem fehle eine globale Antwort und das
Angebot erweise sich mithin als unvollständig.
Es ist zutreffend, dass die Beschwerdeführerin es unterlassen hat, bei den
Unterkriterien 4.1.2-2 und 4.1.2-3 die Frage zu beantworten, ob diese Leistungen
Bestandteil des Angebots sind. Dies rechtfertigt einen Punkteabzug. Hinzu kommt,
dass die Beschwerdeführerin das Unterkriterium 4.1.2-global nicht abgehandelt hat.
Die Offerten der Beschwerdegegnerin und der Rolotec AG, die mit 2.42 bzw. 2.05
Punkten bewertet worden sind, sind dagegen vollständig. Der vorgenommene Abzug
von 40% ist mit Blick auf die Versäumnisse der Beschwerdeführerin nicht zu
beanstanden.
2.3.5. Die Beschwerdeführerin beanstandet die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.1.3 "Query-Verarbeitung" (Beschwerdeergänzung vom 21. August
2006, S. 11 ff. Ziff. 3).
Der Begriff "Query-Verarbeitung" beschreibt, wie die angebotene EIR-Lösung mit
Suchanfragen der Endanwender umgeht. Das Zuschlagskriterium 4.1.3 ist gemäss
Pflichtenheft vom 27. März 2006 in 9 Unterkriterien aufgeteilt.
Die Beschwerdeführerin erzielte 2 von insgesamt 2.5 möglichen Punkten. Die
Vorinstanz begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September
2006 nicht und auch aus den Einzelbewertungen wird nicht klar, welche Umstände zum
Punkteabzug geführt haben. Unter diesen Umständen ist für das Gericht nicht
nachvollziehbar, welche Gründe im einzelnen zum Abzug von 0.5 Punkten geführt
haben. Immerhin ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin und die Rolotec AG
mit jeweils 2.25 Punkten nur unwesentlich besser bewertet worden sind.
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2.3.6. Die Beschwerdeführerin rügt die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.1.4 "Suchfunktionalität" als willkürlich und damit rechtsfehlerhaft
(Beschwerdeergänzung vom 21. August 2006, S. 13 f. Ziff. 4).
Der Begriff "Suchfunktionalität" beschreibt wie die angebotene EIR-Lösung nach
Informationen sucht, so etwa, ob mit booleschen Operatoren (wie etwa AND, OR oder
AND NOT) gesucht werden kann, ob Eingrenzungen nach Dateityp oder nach Titel
möglich sind oder ob nach Synonymen gesucht werden kann. Das Zuschlagskriterium
4.1.4 wurde im Pflichtenheft vom 27. März 2006 in 34 Unterkriterien aufgeteilt.
Die Beschwerdeführerin erzielte 2.3 von insgesamt 3.83 möglichen Punkten. Die
Vorinstanz begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September
2006 damit, dass die Verweise in 4.1.4-17 und 4.1.4-33 entgegen den Vorgaben im
Pflichtenheft nicht exakt bezeichnet worden seien.
Im Pflichtenheft vom 27. März 2006 ist festgehalten, dass bei Verweisen auf Beilagen
genaue Angaben bezüglich Dokument, Seite und Abschrift zu machen sind (S. 42). Die
Beschwerdeführerin hat sich bei den Unterkriterien 4.1.4-17 und 4.1.4.-33 indes darauf
beschränkt, lediglich auf die einschlägigen Dokumente zu verweisen. Dies rechtfertigt
einen Punkteabzug. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin das Kriterium 4.1.4-6
nach eigenen Angaben nicht erfüllt und die Leistung nicht Bestandteil des Angebots ist.
Unter diesen Umständen ist seitens der Beschwerdeführerin nicht dargetan, dass sich
der getätigte Abzug von rund 40% als unverhältnismässig erweisen würde. Der
Vergleich mit der Firma Rolotec AG geht zum vornherein an der Sache vorbei,
nachdem diese beim Kriterium 4.1.4 mit 1.73 Punkten schlechter bewertet worden ist
als die Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin gibt in der - soweit ersichtlich –
vollständigen Offerte an, alle geforderten Vorgaben zu erfüllen. Auch ihre Bewertung
mit 3.45 Punkten ist nicht zu beanstanden.
2.3.7. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.1.5 "Präsentation des EIR User Interface" rechtsfehlerhaft sei
(Beschwerdeergänzung vom 21. August 2006, S. 14 f. Ziff. 5).
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Der Begriff "Präsentation des EIR User Interface" beschreibt, wie die Suchresultate
dem Endanwender optisch präsentiert werden. Das Zuschlagskriterium 4.1.5 wurde im
Pflichtenheft vom 27. März 2007 in 27 Unterkriterien unterteilt.
Die Beschwerdeführerin erzielte 0.99 von insgesamt 2.83 Punkten. Die Vorinstanz
begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September 2006 damit,
dass sich die Beschwerdeführerin zu den beim Unterkriterium 4.1.6-2 in Aussicht
gestellten Zusatzentwicklungen nicht konkret geäussert habe.
Die Beschwerdeführerin gibt in der Offerte an, dass die Unterkriterien 4.1.5-10 und
4.1.5-14 nicht erfüllt und die fraglichen Leistungen auch nicht Bestandteil der Offerte
seien. Die Unterkriterien 4.1.5-15 und 4.1.5-16 bis 4.1.5-20 würden mit zusätzlichem
Entwicklungsaufwand erfüllt, wobei dieser von der Beschwerdeführerin nicht näher
umschrieben wird. Ausserdem erklärt die Beschwerdeführerin beim Unterkriterium
4.1.5-24 nicht wie verlangt, wie ihr Produkt die Relevanz eines einzelnen Treffers
ermittelt, sondern sie stellt nur fest, das Kriterium sei erfüllt. Im Vergleich mit der
Beschwerdegegnerin zeigt sich, dass auch diese ein Kriterium (4.1.5-13) nach eigenen
Angaben nicht erfüllt. Dies wurde mit einem Punkteabzug von rund 20% (2.27 Punkte)
berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund kann der Abzug von rund 65% bei der
Beschwerdeführerin, welche zwei Kriterien nicht erfüllt und den zusätzlichen
Entwicklungsaufwand nicht erläutert hat, nicht als unverhältnismässig taxiert werden.
Zu keinem anderen Ergebnis führt auch der Vergleich mit der Offerte der Rolotec AG,
die mit 1.70 Punkten bewertet wurde; Rolotec AG hat angegeben, alle
Zuschlagskriterien zu erfüllen und lediglich beim Kriterium 4.1.5-10 einen Vorbehalt
angebracht.
2.3.8. Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.1.6 "Portalfunktionalität" nicht sachgerecht sei
(Beschwerdeergänzung vom 21. August 2006, S. 15 f. Ziff. 6).
Der Begriff "Portalfunktionalität" beschreibt, wie die Endanwender die Suche
personalisieren können, d.h. ob bspw. die Suchoptionen individuell angepasst,
Suchergebnisse (Trefferlisten) gespeichert oder Suchanfragen abonniert werden
können. Das Zuschlagskriterium 4.1.6 wurde im
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Pflichtenheft vom 27. März 2006 in 6 Unterkriterien unterteilt.
Die Beschwerdeführerin erzielte 0.41 von insgesamt 0.92 Punkten. Die Vorinstanz
begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September 2006 damit,
dass die Beschwerdeführerin beim Unterkriterium 4.1.6-2 von "Limitierungen" spreche,
diese aber nicht weiter konkretisiere.
Die Kritik der Vorinstanz ist berechtigt. Die Beschwerdeführerin zeigt weder, wie
verlangt, ihr Konzept zum Speichern von Suchprofilen auf (vgl. 4.1.6-2), noch legt sie
dar, wie und in welchem Umfang ihre Lösung die Anforderung in Kapitel 4.1.6 erfüllt,
bzw. fasst sie die Portalfunktionalität ihres Produkts zusammen (vgl. 4.1.6-global).
Unter diesen Umständen erscheint der Punkteabzug von rund 55% gerechtfertigt.
Keine andere Betrachtung ergibt sich im Vergleich mit den Offerten der
Beschwerdegegnerin und der Rolotec AG, die 0.78 bzw. 0.50 Punkte erreicht haben.
Die Beschwerdegegnerin äusserte sich zwar auch nicht in der gewünschten
ausdrücklichen Form zum Unterkriterium 4.1.6-global; ansonsten erweist sich ihre
Offerte aber, soweit ersichtlich, als vollständig. Gleiches gilt für die Rolotec AG, welche
zwar auch nicht wie verlangt ihr Konzept zum Speichern von Suchprofilen aufzeigte
(vgl. 4.1.6-2), das Unterkriterium 4.1.6-global aber im Gegensatz zur
Beschwerdeführerin ausführlich abhandelte.
2.3.9. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.1.7 "Applikatorische Integration" rechtsfehlerhaft sei
(Beschwerdeergänzung vom 21. August 2006, S. 16 ff. Ziff. 7).
Der Begriff "Applikatorische Integration" beschreibt sowohl die Frontend als auch die
Backend Integration. Frontend Integration bedeutet, dass die EIR-Lösung dergestalt
sein muss, dass sie in die bestehenden Anwendungen (wie etwa Internet
Explorer)eingefügt werden kann.
Backend Integration bedeutet, dass die EIR-Lösung an gewisse Informationsquellen
angebunden werden können muss. Das Zuschlagskriterium 4.1.7 wurde im
Pflichtenheft vom 27. März 2006 in 10 Unterkriterien unterteilt.
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Die Beschwerdeführerin erzielte 1.23 von insgesamt 3.50 Punkten. Die Vorinstanz
begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September 2006 damit,
dass im Angebot der Beschwerdeführerin die Fetches für Exchange und das
Dateisystem nicht enthalten gewesen seien.
Die Einwände der Vorinstanz sind gerechtfertigt. Die Beschwerdeführerin hat in ihrer
Offerte angegeben, dass der ExchangeFetch und der FileSystemFetch nicht Teil des
Angebotes sind. Dies durfte bei der Punktevergabe berücksichtigt werden. Hinzu
kommt, dass zumindest nicht umfassend dargelegt wird, mit welchen zusätzlichen
Entwicklungen die Unterkriterien 4.1.7-6 und 4.1.7-7 erfüllt werden sollen. Die Offerten
der Beschwerdegegnerin und der Rolotec AG, die mit 3.15 bzw. 2.28 Punkten bewertet
worden sind, enthalten keine vergleichbaren Vorbehalte. Vor diesem Hintergrund ist
nicht dargetan, dass der Punkteabzug von rund 65% eine Ermessensverletzung
darstellen würde.
2.3.10. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.2 "Sicherheit" rechtsfehlerhaft sei (Beschwerdeergänzung vom
21. August 2006, S. 19 ff.).
Die Beschwerdeführerin erzielte beim Zuschlagskriterium "Sicherheit" 6.25 von
insgesamt 17.86 Punkten. Die Vorinstanz begründet den Punkteabzug in der
Vernehmlassung vom 15. September 2006 damit, dass die Beschwerdeführerin keine
Bemerkungen zu den Positionen 4.2-6 bis 4.2-9 gemacht habe. Das Kriterium
Sicherheit ist gemäss Pflichtenheft vom 27. März 2006 in 14 Unterkriterien aufgeteilt.
Die Kritik der Vorinstanz ist berechtigt. Die Beschwerdeführerin hat es ohne Angabe
von Gründen unterlassen, die Unterkriterien 4.2-6 bis 4.2-9 abzuhandeln. Ausserdem
fehlt die beim Unterkriterium 4.2-global verlangte ausführliche Stellungnahme. Hinzu
kommt, dass die Unterkriterien 4.2-3 sowie 4.2-11 bis 4.2-13 gemäss den Angaben der
Beschwerdeführerin nur mit Entwicklungsaufwand erfüllt werden können. Nähere
Angaben zur Art oder zum Umfang des notwendigen Entwicklungsaufwandes fehlen
indes. Die Beschwerdegegnerin wurde mit 15.18 Punkten bewertet. Ihre Offerte ist
umfassend und vollständig abgefasst. Sie erfüllt nach eigenen Angaben sämtliche
Kriterien bis auf das Unterkriterium 4.2-11. Die Rolotec AG, welche 12.50 Punkte
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erreicht hat, gibt weniger ausführlich Auskunft als die Beschwerdegegnerin, erfüllt aber
nach eigenen Angaben sämtliche Unterkriterien. Vor diesem Hintergrund ist der bei der
Beschwerdeführerin vorgenommene Punkteabzug von rund 65% nicht zu
beanstanden.
2.3.11. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.3 "Übrige Software Qualitätsmerkmale" rechtsfehlerhaft sei
(Beschwerdeergänzung vom 21. August 2006, S. 21 ff.).
Die Beschwerdeführerin erzielte 7.26 von insgesamt 13.21 Punkten. Die Vorinstanz
begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September 2006 damit,
dass die Beschwerdeführerin notwendige Zusatzentwicklungen nicht näher
beschrieben habe (4.3.4-5, 4.3.5-2) und das Angebot verlangte Elemente nicht enthalte
(4.3.5.-3). Das Kriterium "Übrige Software Qualitätsmerkmale" ist gemäss Pflichtenheft
vom 27. März 2006 in fünf Unterkriterien aufgeteilt, welche ihrerseits wiederum in
Unterkriterien unterteilt sind.
Gemäss der Offerte der Beschwerdeführerin sind die Leistungen gemäss den
Unterkriterien 4.3.2-1 und 4.3.5-3 nur bedingt bzw. gar nicht Bestandteil des Angebots.
Die Unterkriterien 4.3.3-3, 4.3.4-5, 4.3.5-2 und 4.3.5-3 können nur mit zusätzlichem
Entwicklungsaufwand erfüllt werden. Die notwendigen Zusatzentwicklungen werden
von der Beschwerdeführerin nicht näher beschrieben. Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin die fünf Unterkriterien 4.3.1-global bis 4.3.5-global nicht in der
gewünschten ausführlichen Form abgehandelt hat. Unter diesen Umständen sind
Rechtsverletzungen im Vergleich mit den Offerten der Beschwerdegegnerin und der
Rolotec AG, welche mit 11.69 bzw. 9.86 Punkten bewertet worden sind, nicht
ersichtlich und nicht dargetan. Beide Offerte erweisen sich als vollständig. Die
Beschwerdegegnerin gibt an, mit Ausnahme der Unterkriterien 4.3.4-4 und 4.3.4-5,
welche nur teilweise bzw. nicht erfüllt werden, sämtliche Vorgaben zu erfüllen. Die
Rolotec AG macht lediglich beim Zuschlagskriterium 4.3.4-3 einen Vorbehalt.
2.3.12. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.7 "Projektorganisation" willkürlich erfolgt sei
(Beschwerdeergänzung vom 21. August 2006, S. 25 ff.).
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Die Beschwerdeführerin erzielte 4.14 von insgesamt 10.36 Punkten. Die Vorinstanz
begründet den Punkteabzug in der Vernehmlassung vom 15. September 2006 damit,
dass die Beschwerdeführerin die Terminvorgaben im Pflichtenheft nicht eingehalten
habe. Das Kriterium "Projektorganisation" ist gemäss Pflichtenheft vom 27. März 2006
in fünf Unterkriterien aufgeteilt, welche ihrerseits wiederum in Unterkriterien unterteilt
sind.
Im Pflichtenheft vom 27. März 2006 wurde festgehalten, dass die Pilotprojekte 1 und 2
zwingend bis Ende 2006 realisiert werden müssen (S. 34). Der Offerte der
Beschwerdeführerin kann entnommen werden, dass zwar die Applikation der
Pilotprojekte 1 und 2 bis Ende Dezember 2006 abgeschlossen gewesen wäre, indes
die Installation, die Datenmigration und die Schulung sowie die Dokumentation der
Mitarbeiter bis Februar 2007 gedauert hätten (Offerte der Beschwerdeführerin, S. 81).
Demgegenüber hätte die Beschwerdegegnerin, die mit 9.69 Punkten bewertet worden
ist, entsprechend ihrer Offerte die Pilotprojekte 1 und 2 inklusive Installation, Schulung
und Dokumentation bereits am 1. Dezember 2006 abgeschlossen (Offerte der
Beschwerdegegnerin, S. 109). Auch die Rolotec AG, die 8.79 Punke erhalten hat, hätte
entsprechend ihrer Offerte die Terminvorgaben eingehalten (Offerte Rolotec AG, S. 32).
Die Kritik der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin die Termine nicht wie
verlangt umgesetzt hätte, ist somit gerechtfertigt. Die Realisation der Pilotprojekte 1
und 2 umfasst auch die effektive Inbetriebnahme des Systems. Diese Nichterfüllung
einer zwingenden Projektvorgabe rechtfertigt zweifelsohne einen Punkteabzug, was im
übrigen selbst die Beschwerdeführerin anerkennt (Beschwerdeergänzung vom 21.
August 2006, S. 27). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin zum Unterkriterium
4.7.2-3 keine Aussagen gemacht hat und sich ihre Offerte in dieser Hinsicht als
unvollständig erweist. Unter diesen Umständen liegt keine Ermessensverletzung vor,
wenn die Vorinstanz der Beschwerdeführerin nur rund 40% der möglichen Punkte
zugestanden hat.
2.3.13. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Bewertung ihrer Offerte beim
Zuschlagskriterium 4.8 "Weitere Anforderungen an den Anbieter" rechtsfehlerhaft
erfolgt sei (Beschwerdeergänzung, S. 28 ff.).
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Die Beschwerdeführerin erzielte 5.33 von insgesamt 15.00 Punkten. Das Kriterium
"Weitere Anforderungen an den Anbieter" ist gemäss Pflichtenheft vom 27. März 2006
in drei Unterkriterien aufgeteilt, welche ihrerseits wiederum in Unterkriterien unterteilt
sind.
Zunächst fällt auf, dass die Beschwerdeführerin das Unterkriterium 4.8.1
"Lösungsvorschlag" mit den wiederum sieben weiteren Unterkriterien nicht bearbeitet
hat; es gibt auch keine Verweise auf allfällige andere einschlägige Stellen in der Offerte.
Der Einwand der Beschwerdeführerin beim Unterkriterium 4.8.2 "Referenzen", wonach
die Rolotec AG sich zu Unrecht auf die Referenz "Zürich Financial Services" berufe,
geht an der Sache vorbei. "Zürich Financial Services" wird von der Rolotec AG gar
nicht erwähnt. Im übrigen wurden die Beschwerdeführerin und die Rolotec AG
hinsichtlich der Referenzen mit 1.63 bzw. 1.75 Punkten praktisch gleich bewertet.
Bezüglich des Unterkriteriums 4.8.3 "Präsentation" fällt schliesslich in Betracht, dass
die Beschwerdeführerin nicht in Abrede stellt, dass die verlangte
Produktedemonstration (vgl. 4.8.3.-3) nicht funktionierte. Insgesamt ist unter diesen
Umständen keine Ermessensverletzung ersichtlich, wenn die Vorinstanz bei der
Beschwerdeführerin einen Punkteabzug von rund 65% vorgenommen hat.
2.4. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass das von der
Vorinstanz durchgeführte Vergabeverfahren zwar in verschiedener Hinsicht mangelhaft
war. Namentlich erweist sich die Zuschlagsverfügung vom 30. Juni 2006 als
ungenügend begründet, und die Kosten wurden entgegen den Vorgaben im
Pflichtenheft nicht gewichtet. Indes führen die festgestellten Mängel nicht zu einer
Aufhebung des angefochtenen Zuschlags. So wurde die ungenügende Begründung der
Zuschlagsverfügung vom 30. Juni 2006 im Rahmen des dreifachen Schriftenwechsels
geheilt, und eine Gewichtung der Kosten, wie sie im Pflichtenheft in Aussicht gestellt
worden ist, hätte sich nicht entscheidend zum Vorteil der Beschwerdeführerin
ausgewirkt. Nachdem sich auch die Einwände der Beschwerdeführerin bezüglich der
Bewertung ihrer Offerte abgesehen vom Kriterium 4.1.3 (vgl. Erw. 2.3.5.) als
unbegründet erwiesen haben, ist die Beschwerde abzuweisen. Daran vermögen auch
der von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegte forrester wave-Bericht vom 13. Juni
2006 sowie der Gartner-Bericht vom 30. März 2005 nichts zu ändern. Es handelt sich
dabei um allgemeine Beurteilungen der verschiedenen Software bzw. der
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Anbieterfirmen. Vorliegend geht es indes um die Beurteilung eines bestimmten
Projekts; vor diesem konkreten Hintergrund kann der Vorinstanz keine
Ermessensverletzung vorgeworfen werden, wenn sie das Angebot der
Beschwerdegegnerin als wirtschaftlich günstiger als dasjenige der Beschwerdeführerin
eingestuft hat. Als unbegründet erweist sich schliesslich auch der allgemein
vorgebrachte Einwand der Beschwerdeführerin, sie hätte bei den Zuschlagskriterien
gleich bewertet werden müssen wie die Rolotec AG. Die vorstehenden Erwägungen
zeigen, dass sich die Offerte der Beschwerdeführerin von derjenigen der Rolotec AG in
verschiedener Hinsicht unterscheidet. Insgesamt lässt sich sagen, dass die
Beschwerdeführerin eine weit weniger aussagekräftige, vollständige und sorgfältig
ausgegestaltete Offerte eingereicht hat als die beiden anderen Anbieterinnen. Dies
durfte die Vorinstanz nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts bei ihrem
Vergabeentscheid berücksichtigen (VerwGE vom 20. April 1999 i.S. Architekturbüro
F.N. AG).
3. Nachdem die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen ist, sind
die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens grundsätzlich ihr aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP). Indes ist, wie bereits vorstehend ausgeführt wurde (Erw. 2.1.), bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen, dass die Zuschlagsverfügung vom 30. Juni 2006
mangelhaft begründet war (Art. 95 Abs. 2 VRP; vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 90 f.).
Dementsprechend ist auch die Vorinstanz gestützt auf das Verursacherprinzip anteilig
mit Kosten zu belasten. Eine Entscheidgebühr von Fr. 6'500.-- (exkl. Kosten für die
Verfügung vom 20. Juli 2006 in der Höhe von Fr. 1'000.--) ist angemessen (Ziff. 382
des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12, abgekürzt GKT). Die Gebühr wird der
Beschwerdeführerin zu einem Viertel, d.h. im Umfang von Fr. 1'625.--, und der
Vorinstanz zu drei Vierteln, d.h. im Umfang von
Fr. 4'875.--, auferlegt. Der Anteil der Beschwerdeführerin von Fr. 1'625.-- wird mit dem
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 7'500.-- verrechnet. Der Restbetrag von
Fr. 5'875.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. Auf die Erhebung des Anteils
der Vorinstanz wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
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Die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin haben gestützt auf das
Verursacherprinzip für das Beschwerdeverfahren Anspruch auf ausseramtliche
Entschädigung durch die Vorinstanz (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98ter VRP
und Art. 265 Abs. 1 des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2; vgl. Hirt, a.a.O., S. 185 ff.).
Nachdem beide Vertreter keine Honorarnote eingereicht haben, sind die
Entschädigungen nach richterlichem Ermessen festzusetzen (Art. 6 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO).
Nachdem die Vorinstanz die amtlichen Kosten zu drei Vierteln und die
Beschwerdeführerin zu einem Viertel zu tragen haben, hat die Beschwerdeführerin
ausgehend von einer vollen Entschädigung von Fr. 5'000.-- Anspruch auf eine
Entschädigung von Fr. 2'500.-- (zuzügl. MWSt; Art. 22 Abs. 1 lit. c HonO; vgl. Hirt,
a.a.O., S. 183 f.). Die Beschwerdegegnerin hat Anspruch auf eine volle Entschädigung
von Fr. 5'000.-- (zuzügl. MWSt; Art. 22 Abs. 1 lit. c HonO).