Decision ID: 37c80683-2867-477e-93c6-a61e12d90394
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1960 geborene
X._
, Vater dreier Kinder (Jahrgang 1992, 1993 und 1995)
ohne Berufsbildung, reiste im März 1983 in die Schweiz ein und arbeitete
seit dem
1.
September 1998
als Wagenführer Sachentransport in einem 100%-Pensum bei der
Y._
AG (
Urk.
7/1
und
Urk.
7/12
). Am
1.
März 2017
(Ein
gangsdatum)
meldete er sich unter Hinweis
auf
eine Herzo
peration (drei Bypässe) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/1). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhält
nisse zog die IV-Stelle
Auszüge
aus dem individuellen Konto (Urk. 7/6
und
Urk.
7/25)
sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers AXA Winterthur bei (
Urk.
7/10)
, holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/12) und Berichte der behan
delnden Ärzte ein (
Urk.
7/18
). Mit Mitteilung vom 2
6.
September 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
Kostenübernahme
für eine Arbeitsvermittlung
bei der
Z._
AG
im Rahmen
von
Frühinterventionsmassnahmen (Urk. 7/21).
Am 29.
Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem
V
ersicherten schliesslich mit, dass die Unterstützung bei der Stellensuche per 2
5.
Januar 2018 beendet werde, da er aus
gesundheitlichen Gründen die Termine nicht regelmässig
habe wahrnehmen können
(
Urk.
7/26). In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen (
Urk.
7/32, Urk.
7/36
,
Urk.
7/40,
Urk.
7/42) und liess den Versi
cher
ten durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, begutachten (Expertise vom 2
1.
Oktober 2018,
Urk.
7/47). Mit Verfügung vom
8.
Februar 2019 wies die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fah
ren
(Vorbescheid vom 12.
Dezember 2018, Urk. 7/
51
; Einwand vom 1
7.
Dezember 2018, Urk. 7/52-53) das Rentengesuch ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
8.
März 2019 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 8. Februar 2019 seien zusätzliche medizinische Abklärungen anzuordnen und gestützt auf deren Ergebnis sei ihm ab
1.
Dezember 2017 eine Invalidenrente zuzusprechen.
Überdies
seien dem Be
schwerdeführer berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren (
Urk.
1 und
Urk.
3/1-2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
April 2019 beantragte die Beschwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Replik vom
2.
Mai 2019 hielt der Beschwerdeführer an den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest
(
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 1
7.
Mai 2018 auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
12-13), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
3.
Auf
die
Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der
Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.
6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.7
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
1.8
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545
E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
der Krankentaggeldversicherer AXA habe seine Unterlagen zur Verfügung gestellt und darüber hinaus sei ein fach
ärztliches
psychiatrisches
Gutachten durchgeführt worden. Aufgrund dieser Akten sei der Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit als Lastwagen
chauf
feur zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine angepasste Tätigkeit mit vermehrten Pausen könne er zu 80-90
%
ausüben. Somit
begründe
die durchschnittliche Arbeits
fähigkeit
von 85
%
keinen Rentenanspruch. Daran vermöge auch der Bericht der
P
raxis
B._
vom 2
1.
November 2018 nichts zu ändern, da er keine neuen Erkenntnisse hervorbringe
(
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den
Standpunkt
,
dass
er
nach den wiederholt bestätigten fachmedizinischen Erkenntnissen unter den so
ma
tischen Beschwerden eines nach der Operation von 2014 im Zeitverlauf
chroni
fizierten
und therapieresistenten Postthorakotomie
-
Schmerzsyndroms (
Chest
Wall
Pain
)
leide
.
Die zusätzlichen Auswirkungen dieses Leidens auf die Arbeits
fähig
keit sowie der Verstärkungseffekt beim Zusammentr
ef
fen mit
den
psychischen Beschwerden und der kardialen Schädigung sei medizinisch nicht abgeklärt wor
den
. Dadurch
habe
die Beschwerdegegnerin die Untersuchungsmaxime verletzt und das Verfahren
sei
zur Durchführung eines polydisziplinären Gutachtens an
sie zurückzuweisen
. Sodann sei er a
usweislich des Gutachtens
in seiner
ange
stammten Tätigkeit voll arbeitsunfähig und in einer angepassten Tätigkeit 60
%
arbeitsfähig
.
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
halte
jedoch
in einer leidens
angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von
80
% bis 90
%
fest
.
Diese
Abwei
chung von der im psychiatrischen Gutachten einlässlich und gut nachvollziehbar aufgezeigten Einschränkung der angepassten
Arbeitsfähigkeit
im Ausmass von 40
%
erw
e
i
se sich als offensichtlich unhaltbar, weil
die
Einschätzung
der Arbeits
fähigkeit
auf durchwegs zutreffenden Annahmen
beruhe
(
Urk.
1 S.
6-7
). Da
er 59
Jahre alt sei, s
eit 1998 bis zu
seiner
Invalidisierung
über
einen sehr langen Zeit
raum hinweg bei der gleichen Arbeitgeberin ausschliesslich im Sektor Dienst
leis
tungen erwerbstätig
gewesen sei
sowie
auch für die Invalidentä
t
igkeit bloss Arbeit
en des Dienstleistungssekt
o
r
s (Hauswartung, Administration) in Betracht
fielen
, sei es
im vorliegenden Fall
sachgerecht
,
auf den Tabellenwert TA1, Sektor
Dienstleistungen
, Kompetenznivea
u
1 der LSE 2016 abzustellen. In
Berücksich
tigung
des fortgeschrittenen Alters von bald 60 Jahren und des Umstands, dass eine
besondere
Rücksichtnahme am Arbeitsplatz mit der Vermeidung von Druck und der Möglichkeit
,
vermehrt
Pausen einzuschalten
,
nötig sei
, sei der Marktwert der v
erbleibenden
Restarbeitsfähi
g
keit zufolge der alters- und gesund
heitsbe
di
ngten
Einschränkung
der Flexibilität nach der notwendigen beruflichen
Neu
orientierung
im Vergleich zum Statistikwert erheblich
h
erabgesetzt und deshalb der Leidensabzug
von
mindestens
15
%
ausgewiesen.
S
omit ergebe sich aus dem Einkom
m
e
nsvergleich
einen
Invaliditätsgrad von 61
%,
was einen
Anspruch
auf eine
Dreiviertelsrente
ergebe
(Urk.
1 S. 8).
Da im angestammten Beruf keine
Arbeitsfähigkeit
bestehe,
er
alters- und gesund
heitsbedingt in der
Flexibilität
bei der beruflichen Neuorientierung zur Selbstein
gliederung ausserstande sei und aufgrund seines fortgeschrittenen Alters
zusätz
liche
erhebliche
Erschwernisse
bestünden
, seien ihm die beruflichen Massnahmen zur
Eingliederung
in
eine
angep
asste
Tätigkeit
zu gewähren. Aufgrund der hohen
dauerhaften
Erwerbseinbusse von mehr als 20
% sei der Anspruch auf Umschu
lung ausgewiesen. Der
Abbruch
,
der Anfang 2018 erfolgt sei, sei
mit dem dama
ligen, von
Dr.
C._
bestätigten
schlechteren
Gesundheitszustand
begründet ge
we
sen, welcher sich zwischenzeitlich
stabilisiert
habe, so dass nunmehr die beruf
lich
e
Eingliederung
mit der Umschulung
fortzuführen sei (
Urk.
1 S. 9).
3.
3.1
Im Austrittbericht der medizinischen Überwachungsstation
der Klinik für Kardio
logie am Stadtspital
D._
vom
8.
September 2016 wurden folgende Diagnosen genannt (Urk. 7/10/25):
-
Nicht-ischämische
Thoraxbeschwerden
-
Koronare Zweigefässerkrankung
-
St.n
. ACBP x3 Mai 2014
-
Nativ: RIVA proximal 70%, RCX proximal 50%, RD1 proximal 100%
-
Linker Ventrikel normal gross, mit normaler EF (65%)
-
St.n
. unterer gastrointestinaler Blutung m/b
-
Am ehesten bei bekannten Hämorrhoiden Grad
ll
(Koloskopie 03/2013 und Rektoskopie 11/2014)
-
DD obere GI
-Blutung bei NSAR-Einnahme und doppelter
Thrombo
zytenaggregationshemmung
-
Erosive
Bulbitis
ohne Hinweise auf eine Blutung (Gastroskopie 12/2014)
Angiographisch stelle sich ein funktionell gutes Ergebnis der
Bypassoperation
von 2014 dar. Die Beschwerden seien nicht ischämisc
h zu werten. Die LV Funk
tion sei normal (Urk. 7/10/26
).
3.2
Prof.
Dr.
med.
E._
,
Stv
. Chefarzt
an der Klinik für Herzchirurgie am
Stadtspital
D._
,
hielt in
der
Aktennotiz
vom
2
9.
Dezember 2016 fest, der Beschwerdeführer sei bei ihnen wegen einer KHK
(koronaren Herzkrankheit)
operativ ver
sorgt worden. Im Verlauf habe
sich eine unspezifische
Thorax
schmerz-Symptomatik
gezeigt
. Aus diesem Grund sei
d
er
Beschwerdeführer
in die Sprechstunde von
Dr.
F._
, Schmerzambulanz, überwiesen worden.
Dr.
F._
habe ihn auch wegen diese
r
Schmerzen zur kardiologischen Abklä
rung mit Herzkatheter überwiesen. Dies
e
habe ein sehr gutes postoperatives Ergebnis gezeigt. Eine kardiale Ursache der Schmerzen habe ausgeschlossen wer
den können. Der Beschwerdeführer werde weiterhin medikamentös behandelt. Er habe mit ihm die erfolgte Untersuchung nochmals in aller Ausführlichkeit be
sprochen (Urk.
7/40/9).
3.3
Dr.
med.
F._
, Leiterin des Zentrums für Schmerzmedizin am Stadt
spital
D._
,
erhob in ihrem Bericht vom
5.
November 2016 folgende Diagnosen (
Urk.
7/10/29):
-
Chest
wall
pain
-
Vd
. auf muskuläre Schmerzen (M
.
pectoralis
re
.) mit Schmerzaus
weitung
-
Vd
. auf Angststörung bei ausgeprägter Symptomfixierung
-
Bei St. n. ACPB x 3 (BIMA), minimal invasiv (OPCAB) 2014
-
Psychosoziale Belastungssituation (Arbeitsplatzverlust Ende des Jahres)
Es sei mit einer multimodalen Therapie begonnen worden. Der Beschwerdeführer sei im physiotherapeutischen
chest
wall
pain
Programm mit Schwerpunkt der Leistungssteigerung und Stärkung des Vertrauens in seinen Körper zusätzlich zu Atmungs- und Entspannungstechniken.
Er habe
sich inzwischen
auch
im Fitness
studio angemeldet und beginne mit einem Aufbautraining. Parallel sei er in
der
Edukationssprechstunde. Es sei zur Behandlung der Schmerzen
zusätzlich zur Therapie mit
Cipralex
mit MST
cont
. begonnen worden. Sie habe dem Be
schwer
deführer zusätzlich eine psychotherapeutische Unterstützung empfohlen. Die Symptomfixierung sei weiterhin vorhanden
,
auch die Frag
e
nach der Ursache der Schmerzen stehe immer wieder im Raum.
Sie habe dem Beschwerdeführer erklärt, es könne
sich am ehesten um einen muskulären Schmerz handeln (Entnahme der Brust
w
andarterie). Durch die lang andauernden Beschwerden sei es zu einer
Chro
nifizierung
mit Schmerzausweitung gekommen. Aktuell sei der Beschwerdeführer 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/10/30).
3.4
Dr.
F._
konkretisierte die erhobenen Diagnosen im
Bericht vom 1
5.
Februar 2017
wie folgt
(
Urk.
7/10/16):
-
Komplexe Schmerzerkrankung mit Schmerzen im
Thoraxbereich
(
Chest
wall
pain
) bei St. n. ACBP x 3, 2014
-
Vd
. auf
Somatisierungsstörung, ICD-10: F.45.1
-
Schmerzausweitung bei ausgeprägter Symptomfixierung mit vegeta
tiven Symptomen (Panikattacken)
-
Psychosoziale Belastungssituation (drohender Arbeitsplatzverlust)
Es liege weiterhin eine unauffällige körperliche Untersuchung vor, insbesondere seien die Schmerzen nicht auslösbar. Es b
estehe
kein bewegungsabhängiger Schmerz, kein Druckschmerz am Sternum, an den Gelenken,
an der
Muskulatur oder an vereinzelten
Triggerpunkten
. Der Nachtschlaf sei schmerzfrei. Sie habe dem Beschwerdeführer empfohlen, die ambulante Psych
otherapie weiterzuführen. Er sei
auch über einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatisch ausge
richteten Schmerzklinik (z.B.
G._
) informiert worden. Der Beschwerdeführer habe jedoch Angst, dann endgültig seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Er möchte nochmals einen
A
rbeitsversuch starten und die Psychotherapie intensivieren. Weiterhin empfehle sie
neben einer systemischen Therapie
eine pharmakolo
gische Therapie der Panikattacken, was aber noch durch den Psychiater
Dr.
C._
zu beurteilen sei (
Urk.
7/10/
16-
17).
3.5
Dr.
med.
H._
, Facharzt Innere Medizin, Speziell Herzkrankheiten,
führte in seinem
Bericht vom 2
9.
November
2017 folgende Diagnosen
auf
(Urk.
7/32/8):
-
Persistierende ängstlich gefärbte extrakardiale
Thorax
beschwerden
-
Funktionell/peptisch überlagerte
Thoraxschmerzen
bei Nikotin: 10
Cig
/d
-
Keine belastungsabhängigen Symptome bei unauffälligem EKG/Stress-Echo: 150W (24.11.17)
-
Operierte koronare Herzkrankheit (NYHA l-
ll
:
pBNP
: 52pg/ml)
-
St.n
. AC-Bypass x 3 mit RIMA/RIVA + RIMA/P
LA/RDG (23.05.14 Prof.
E._
, STZ)
-
St.n
. letzter Kontroll-Koronarangiographie mit funkt. gutem
Bypass
resultat
(08.09.16 STZ)
-
Grenzw
. Relax.- Störung bei intakter Kontraktilität der linken Herz
kammer (LVEF: >60%)
-
St. n. letztem Ausschluss eines akut. Koronarsyndroms (EKG/Enzym 15.06.17 STZ)
-
Leichte Raucherbronchitis/Bronchiektasien in Lungen-UL
bds
.
(CT 02.06.
16 STZ)
-
Substitutionspflichtiger
Vit
. D3 Mangel (
Vit
. D3: 41nmol/l)
-
Knapp substitutionspflichtiger
Vit
. B12 Mangel (47
pmol
/l)
-
Statinbehandelte
Dyslipidämie
(C-HDL/LDL: 95/2.5
mol
/l)
-
Angstgefärbte reaktive Depression (
Dr.
C._
)
Die
Thoraxbeschwerden
hätten sich bei persistierendem Nikotinkonsum kaum verbessert. Die Symptomatik trete fast täglich beim Laufen auf, halte oft über mehrere Stunden an und zeige keine Besserung auf. Aufgrund der Befunde habe er den Beschwerdeführer erneut beruhigt und ihm primär eine vollständige Niko
tinabstinenz sowie ein tägliches Outdoor-Training von 30 bis 40 Minuten sowie eine ausgewogene fett-/
salzarme
Ernährung ans Herz
gelegt
(Urk. 7/32/8).
3.6
In seinem Bericht vom
5.
März 2018 führte
Dr.
H._
bei gleichgebliebenen Diag
nosen aus, dass derzeit aus kardialer Sicht für nicht allzu strenge Berufe keine Arbeitseinschränkung bestehe, was eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Indikation natürlich nicht ausschliesse (
Urk.
7/32/3).
3.7
Am 1
7.
Juli 2018 führte
Dr.
med.
I._
, Facharzt Allgemeine Medizin, des RAD aus, im Mai 2014 sei eine koronare Zweigefässerkrankung mit hoch
gradiger distaler Hauptstammstenose diagnostiziert und ein dreifacher
aorto
—koronarer Bypass durchgeführt worden. Danach sei der Beschwerdeführer teils 100
%
und teils 50
%
arbeitsunfähig gewesen. Dann ab Mai 2016 sei er für eine gewisse Zeit 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Ab März 2017 habe er wieder 50
%
zu arbeiten begonnen. Wegen persistierende
r
Schmerzen seien kardiale Abklä
rungen gemacht worden, welche keine Ischämie
oder
sonstige organische Ursa
chen für die Beschwerden nachweisen liessen (Ruhe EKG normal/Stress-Echo
kardiograp
hie keine Ischämie/LVEF über 60
%). Zu Eingliederungsmassnahmen habe sich der Beschwerdeführer nicht fähig gefühlt. Diese seien im Januar 2018 sistiert worde
n. Hier lägen nur psychiatrisch begründete
Einschränkungen vor. Zur Klärung des Belastungsprofils sei eine psychiatrische Begutachtung notwen
dig (
Urk.
7/50/4).
3.
8
Die Beschwerdegegnerin stellte in d
er angefochtenen Verfügung vom
8. Februar 2019 unter anderem auf das psychiatrische Gutachten vom 2
1.
Oktober 2018 ab (
Urk.
7/47). Darin werden vor allem die bis zur Begutachtung des Beschwerde
führers aktenkundigen psychiatrischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
7/47/3-4 und
Urk.
7/47/13-14), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergege
ben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.9
Dr.
A._
führte in seinem Gutachten vom 2
1.
Oktober 2018 aus, die soma
tischen und anamne
s
tischen Angaben seien vereinbar mit einer nicht näher be
zeichneten Angststörung, ICD-10: F41.9, mit Fixierung auf die koronare Erkran
kung mit der Begleitsymptomatik Druckbeschwerden im thorakalen Bereich sowie diffusen Bauchschmerzen
. Bezüglich der in den Akten diagnostizierten Depres
sion müsse gesagt werden, dass sich heute keine depressive Symptomatik zeige
(
Urk.
7/47/12).
Der Beschwerdeführer zeige weder akzentuierte Persönlichkeits
züge, schon gar nicht eine Persönlichkeitsstörung. Dies sei auf die äusserst be
hüteten Verhältnisse in der Kindheit und Jugend zurückzuführen.
Der Therapie
verlauf sei nicht positiv zu werten. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor auf seine Herzproblematik fixiert
. Er sei
davon überzeugt, dass er nicht arbeiten könne. Er gebe an, eine Stunde pro Tag arbeiten zu könne
n
, wirke dabei jedoch nicht überzeugend. Im Grunde halte er sich für 100
%
arbeitsunfähig. Die Koope
ration bezüglich Therapieadhärenz sei gut. Die
Kooperation
bezüglich Wiederein
gliederung sei jedoch
schwierig
zu
beurteilen
.
Insbesondere
sei es schwierig anzugeben in welchem Mass die Überzeugung, quasi ganz
arbeitsunfähig
zu sein, auf eine Krankheitsüberz
eug
ung
und
in wie weit auf mangelnde
Kooperation
zurückzuführen sei. Die Prognose sei zurückhaltend. Der
Beschwerdeführer
zeige eine starke Kr
ankhe
itsüberzeug
u
ng. Es be
stünden keine weiteren Behandlu
n
g
s
optionen. Die Fixation auf sein Leiden könne
therapeutisch
nur schwierig ang
e
gangen werden
(
Urk.
7/47/15-16)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit
wurde festgehalten
, der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Lastwagenchauffeur voll arbeitsunfähig. Er könne als Hauswart oder in der Administration eingesetzt werden. Ein tolerantes Arbeitsumfeld sei optimal, wenig Druck, Flexibilität, mit der Möglichkeit, gele
gentlich eine Pause einzuschalten, wenn er Angst bekomm
e
. Dem Beschwerde
führer sei es möglich
,
fünf Stunden pro Tag anwesend zu sein, d.h. er weise eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
auf. Die Leistungsfähigkeit betrage 100
%
. Der Be
schwerdeführer sei seit April 2017
4
0
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/47/18).
3.10
Im Bericht vom 2
1.
November 2018 hielt
Dr.
H._
bei gleichgebliebenen Diag
nosen fest, es finde sich ein stabiler
Verlauf
mit einer stabilen körperlichen Be
lastbarkeit ohne Hinweise für belastungsinduzierte Ischämie
n oder belastu
n
g
s
induzierten
Thorax
schmerzen
(
Urk.
7/52/2).
4.
4.1
Aus somatischer Sicht sieht der Beschwerdeführer eine Verletzung der Unter
suchungsmaxime darin, dass der medizinische Sachverhalt lediglich aus psychia
trischer Sicht untersucht worden
sei
(
Urk. 1.
S. 6
und
Urk.
10 S. 2-3
).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
umfassende kardiale Abklärungen durchgeführt
wurden
, welche keine Ischämie oder sonstige organische Ursachen für die Beschwerden nachweisen liessen (E.
3.1-3.7
und E. 3.10
). Dabei befand sich der Beschwerde
führer auch
im
Zentrum für Schmerzmedizin
am Stadtspital
D._
in Therapie und nahm dort am physiotherapeutischen
chest
wall
pain
Programm teil. Bereits zu diesem Zeitpunkt bestand
der Verdacht
, dass die angegebenen Schmerzen im
Thoraxbereich
im Zusammenhang mit einer Schmerz- oder Angststörung stehen könnten. So wurde der Beschwerdeführer dann nach erfolgloser Therapie vom Zentrum für Schmerzmedizin in die psychiatrische Behandlung bei
Dr.
C._
über
wiesen
(E. 3.3-3.4)
.
Dr.
C._
erklärte schliesslich, dass die angegebenen Schmerzen
im
Thoraxbereich
im Rahmen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, einer Angst- und depressiven Störung gemischt mit
einer psychosozialen Belastungssituation
zu sehen seien (
Urk.
7/18/1). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der Empfehlung des RAD-Arztes folgte
(E. 3.7)
und den Beschwerdeführer nur psy
chiatrisch abklären liess, zumal die medizinische Situation nach den umfassenden kardialen Abklärungen offenkundig nur noch ein Fachgebiet beschlug und auch
kein besonderer arbeits- oder eingliederungsmedizinischer Klärungsbedarf bestand
(BGE 139 V 349 E. 3.2).
4.2
Das psychiatrische
Gutachten vom
2
1.
Oktober 2018
erfüllt sämtliche recht
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlagen (vgl. E.
1.5). Es beruht auf fachärztlicher
Untersuchung
durch
den Gutachter
(
Urk.
7/
47/5-10
) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben (
Urk.
7/47/3-4 und
Urk.
7/47/13-14). Es würdigt die vorhandenen Arzt
berichte sorgfältig (
Urk.
7/47/11-12 und
Urk.
7/47/15-16
). Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hin
rei
chend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist grund
sätzlich einleuchtend und das Gutachten ist dem Grundsatz nach schlüssig
, was von den Parteien auch nicht bestritten wird. Jedoch machte die Beschwerdegeg
nerin geltend, dass
sich die im Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit
nicht plausibel nachvollziehen lasse (
Urk.
2 und
Urk.
6
)
. Gemäss
der Stellungnahme vom 5. Dezember 2018 von
Dr.
I._
sowie dem von ihm beigezogenen Dipl. med.
J._
, Facharzt Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, des RAD
könne eine volle Arbeitsunfähigkeit
als LKW-Fahrer anerkannt werden. Der Beschwerdeführer weise
jedoch in einer angepassten Tätigkeit nur eine 10 bis
20%-
ige
psychiatrische Einschränkung mit Notwendigkeit von vermehrten Paus
en durch die Angstsymptomatik
auf
(Urk.
7/50/5-7). Demgegenüber machte der Be
schwerdeführer geltend, die Abweichung von der im psychiatrischen Gutachten einlässlich und gut nachvollziehbar aufgezeigten Einschränkung der angepassten Arbeitsfähigkeit im Ausmass von 40
%
erweise sich als offe
nsichtlich unhaltbar, weil die abweichende
Einschätzung auf durchwegs unzutreffenden Annahmen beruh
e
(
Urk.
1 S. 6-7 und
Urk.
10 S. 3-5)
.
Somit ist vorliegend zu prüfen, ob auf die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden kann.
An dieser Stelle
gilt es b
ezüglich de
r
Aussage
von Dipl. med.
J._
, die Angst
störung sei reaktiv infolge einer im Jahr 2016 geplanten Kündigung aufgetreten
(
Urk.
7/50/6 vgl. auch
Urk.
1 S. 7
und
Urk.
3/1-2), darauf hinzuweisen, dass
der psychiatrische Gutachter während der Begutachtung keine psychosozialen Belas
tungsfaktoren erkennen
konnte
, insbesondere auch keine, die früher auf den Be
schwerdeführer eingewirkt hätten (Urk. 7/47/17). Auch
Dr.
K._
führte in seinem Bericht
keine
psychosozialen Belastungsfaktoren auf
(Urk.
7/
42/
3
).
Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer
seinen Job Ende 2016 doch nicht verlor. Er blieb bei der
Y._
AG angestellt,
obwohl diese Ende
2016
den Sachentransport an eine externe Unternehmung aus
lagerte
(
Urk.
7/12/2
,
Urk.
7/28 und
Urk.
7/33
).
Durch die
se
Aktenlage wird
der erforderliche Beweisgrad nicht erreicht,
so dass
nicht vom Vorliegen einer
erheblichen
psychosozialen Belastungssituation ausge
gangen werden kann.
4.3
Die
Einschätzung
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
erscheint
aufgrund der psyc
hiatrischen Akten als schlüssig
.
J
edoch
weist
die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
Schwach
punkte
auf
.
Nicht plausibel erscheint, weshalb der Beschwerdeführer nur 60%-arbeitsfähig sein soll,
obwohl
der psychiatrische Gutachter
zur
nicht näher be
zeichnete
n
Angststörung keine zusätzliche depressive Störung
diagnostizieren konnt
e (
Urk.
7/47/12)
und
die s
tändig bestehende
Angst
,
an einem Herzinfarkt zu
sterben
,
gemäss dem Beschwerdeführer
nur ein- bis zweimal
pro Monat
der
massen
intensiv
auf
trete
, dass
sie zu einer Panikattacke führe
(
Urk.
7/47/5 vgl. auch
Urk.
7/47/9
). Hinzu kommt, dass der psychiatrische Gutachter im Rahmen des
Belastungsprofil
s
der angepassten Tätigkeit ein
en erhöhten
Pausenbedarf
berück
sichtigte
(
Urk.
7/47/18)
, wodurch es dem
Beschwerdeführer
möglich wäre
auch in einem 80-90%-Pensum bei
aufflammende
r
Angst adäquat
darauf zu reagieren
und eine
Pause
einzulegen
.
Sodann
wurde im Gutachten
unter Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen fest
gehalten
, dass der Versicherte weitgehend psychisch gesund sei (
Urk.
7/47/18).
Damit hat der psychiatrische Gutachter nicht begründet dargetan, inwiefern wegen de
s
von ihm erhobenen Befund
es
eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 40
%
in angepasster Tätigkeit vorliegen soll (vgl.
BGE
145 V 361
)
.
5.
5.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
5.3
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der Kategorie «funktioneller Schwere
grad» ist festzuhalten, dass
der
diagnoserelevante
Befund
und
die
Symptome nicht besonders ausgeprägt erschienen. So hielt der begutachtende Psychiater
insbesondere fest,
die Stimmung sei leicht bedrückt gewesen. Die affektive Modu
lationsfähi
gkeit
sei nicht eingeschränkt, ebenso die Vitalität. Der Gedankengang sei in formaler wie
auch
in
inhaltlicher
Hinsicht unauffällig. Die Beschwer
deschilderung sei meist logisch, kohärent, gut fassbar. Der Beschwerdeführer habe nicht immer
präzise
zeitliche Angaben machen
können
. Während der gesamten zweistündigen
Exploration hätten sich keine Ermüdungszeichen
klinisch fest
stellen lassen. In psychomotorischer
Hinsicht
zeige sie keine
Einschränkung. Das Bewegungsmuster
sei nicht schwerfällig. Es seien keine Hinweise für
gelegent
liches
psychotisches
Funktionieren festzustellen. D
e
r Affekt
sei
weder deprimiert, hoffnungslos
noch
lustlos
, jedoch
ängstlich
und ratlos. Es zeigten sich
deutliche Überforderu
n
g
sgefühl
e
, jedoch k
eine Insuffizienzgefühle,
Freudlosigkeit
oder
ein Interessensverlust
(
Urk.
7/47/10).
Eine depressive Symptomatik zeige sich nicht (
Urk.
7/47/12)
. Zu berücksichtigen ist
jedoch
, dass der Beschwerdeführer
alle
14
Tage in
die Psychotherapie geht
und auch Psychopharmaka
einnimmt
(
Urk.
7
/47/6
).
Sodann
sind Komorbiditäten, welche sich ressourcenmindernd aus
wir
ken würden, nicht benannt. Schliesslich
erwähnte der Gutachter,
es habe eine einwandfreie Kooperation des Beschwerdeführers während der Untersuchung, ebenso bezüglich durchgemachter Therapie
,
bestanden. Bezüglich der Wiederein
gliederung sei sie jedoc
h nicht optimal
(
Urk.
7/47/18).
5.4
Zum Komplex «Persönlichkeit» ist festzuhalten, dass weder eine Persönlich
keitsakzentuierung noch eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde
(
Urk.
7/47/15)
.
Gemäss dem Gutachten fühle sich der
Beschwerdeführer über
fordert, ängstlich, könne sich bei der Arbeit nicht mehr 100
%
konzentrieren. Die Aufmerksamkeit
sei
ebenfalls eingeschränkt und es
sei
eine erhöhte Fehlerquote zu befürchten. Demgegenüber werden aber auch mehrere Ressourcen genannt. Es bestehe eine ausgezeichnete psychosoziale Funktionsfähigkeit.
Des Weiteren
w
eise
der Tagesablauf
des Beschwerdeführers
durchaus
subjektive Lebensfreude
auf
, insbesondere
könne er
seine Familie geniessen
sowie
gewisse TV-S
end
ungen aber auch viele Kollegen. Die
Kommunikationsfähigkeit
sei
gut
, ebenso die Therapieadhärenz.
Es
bestünden
auch keine psychosozialen Belastungen
. Ferner weise der Beschwerdeführer eine uneingeschränkte Fähigkeit zur Anpassung an Regeln, zu Spontanaktivitäten, Fähigkeit zu familiären und intimen Beziehungen, zur Selbstpflege und zur Teilnahme am Verkehr
auf
. Die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, zur Flexibilität, zur Umstellung, zur Anwen
dung fachlicher Kompetenzen, Entscheidungen und Urteile zu
fällen, durchzu
halten unterliege
jedoch gewissen Schwankungen, insbesondere dann, wenn er stärker ängstlich
sei und sich auf seine Angst fixiere
(
Urk.
7/47
/
17).
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer täglich bis zu sieben Kilometer
laufen geht
,
manchmal
auch
nur einen Kilometer
und
regelmässig ein Wellnessstudio in Zür
ich
besucht
(
Urk.
7/47/5), gerne Fernsehen
schaut
und mit seiner Familie Unterhal
tungen führ
t (
Urk.
7/47/8
).
5.5
Hinsichtlich
des
Komplex «Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer
mit seiner Ehefrau
in einer 4.5-Zimmerwohnung lebt, wobei
die Ehe gut und tragfähig ist und er auch eine starke Unterstützung von seinen
Kindern erfährt
(
Urk.
7/47/8
-
9)
. Der Beschwerdeführer
hat
einen geregelten Tages
ablauf sowie
zahlr
e
iche Freunde
und verbringt
die Ferien
zusammen mit seiner Familie in seiner Heimat
(
Urk.
7
/
47/8). Demnach
verfügt er insgesamt über ein
sehr
intaktes soziales Umfeld mit
vielen mobilisierenden
Ressourcen.
5.6
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz ist zunächst fest
zuhalten,
dass der Beschwerdeführer angab, er könne höchstens eine Stunde pro Tag arbeiten, obwohl nach seinen Angaben die Angst
,
an einem Herzinfarkt zu sterben, nur ein-
bis zweimal pro Monat dermassen intensiv auftritt, dass es zu einer Angstattacke
kommen
kann
. Auf
die Inkonsistenz angesprochen, konnte der
Beschwerdeführer keine klare Antwort geben. Der Gutachter hi
e
lt
diesbe
züglich
fest,
d
er
Beschwerdeführer
wirke völlig überzeugt von seiner weitge
henden Arbeitsunfähigkeit, beinahe so, als wäre er auf diese Idee einfach fixiert. Wenig überzeugend wirke d
a
ran jedoch die Angabe, dass er wegen Kraftlosigkeit arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/47/9 vgl. auch
Urk.
7/47/5
und
Urk.
7/47/
16
).
Zudem war es
dem Beschwerdeführer
möglich, sehr gepflegt und pünktlich zur Unter
suchung zu erscheinen und
w
ährend
der gesamten zweistündigen Exploration
keine Ermüdungszeichen
zu zeigen
(
Urk.
7/47/
10)
. Kontrastierend hierzu sieht sich der
Beschwerdeführer
nicht mehr in der Lage
,
sich zu
konzentrieren
,
und
gibt an,
seine Aufmerksamkeit sei eingeschränkt (Urk.
7
/47/17)
.
Ferner
wurde im Gutachten festgehalten
,
dass
auch aus den Formulierungen im
Bericht von
Dr.
C._
vom 1
4.
März
2018 star
ke Zweifel an der Konsistenz
hörbar
seien
(Urk.
7/47/
16
vgl. auch
Urk.
7/36/2-3
)
.
Darüber hinaus ist
darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer offensichtlich unverändert im Stande ist
,
lange Spa
ziergänge zu unternehmen, regelmässig das Fitnessstudio zu besuchen und Ferien im Ausland
zu verbringen
(E. 5.4 und 5.5).
Selbst wenn das
Steuern eines Per
sonenwagens
, wie
vom
Beschwerdeführer angeführt
(
Urk.
1
S.
7
), nicht dazu ge
zählt
wird,
verbleibt
somit ein
hohes
Aktivitätsniveau
.
Schliesslich ist hervor
zu
heben
,
dass der
psychiatrische Gutachter
den fehlenden Willen
zu arbeiten
,
nicht nur auf die Psychopathologie (Angststörung) und nicht nur auf die Krankheits
überzeugung
zurückführt
(
Urk.
7/47/18).
5.7
Angesichts des nicht erheblichen funktionellen Schweregrads der diagnos
tizier
ten Gesundheitsstörung bei weitgehend erhaltenen Ressourcen sowie mit Blick auf
ein sehr intaktes soziales Umfeld
und die aktenkundigen Inkonsistenzen ist
die
im Gutachten attestierte Leistungseinschränkung von
40
%
nicht aufrecht zu erhalten.
Somit ist der Beschwerdeführer bei Ausschöpfung seiner Ressourcen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in der Lag
e
,
wie von den RAD-Ärzten fest
gehalten,
in
einer angepassten
körperlich bis mittelschweren
Tätigkeit unter Be
rücksichtigung des erhöhten Pausenbedarfs in
einem
80- bis 90%-Pensum
zu arbeiten (
Urk.
7/50/5-6)
.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwer
deführer
s
in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Diesbezüglich ist unbestritten ge
blieben, dass
der
Beschwerdeführer gemäss
Feststellungen der Beschwerdegeg
nerin mit seiner zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit als Wagenführer Sach
en
transport bei der
Y._
AG im 100%-Pensum
im Jahr 201
5
ein Einkommen von total
Fr.
80’848
.--
erzielte
, was
für das Jahr 2017
ein um die
Nominal
lohn
ent
wicklung
bereinigte
s
hypothetische
s
Valideneinkommen
von Fr. 81'658.40
ergibt
(
Urk.
7/49)
.
6.
2
Da der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist für die Be
rechnung des Invalideneinkommens ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen
.
Mit Blick darauf
, dass der heute 60-jährige Beschwerdeführer über keine Berufs
ausbildung verfügt
(
Urk.
7/1)
,
seit 1998
als Wagenführer Sachentransport über einen langen Zeitraum hinweg bei der gleichen Arbeitgeberin ausschliesslich im Sektor Dienstleistungen erwerbstätig war
und es plausibel erscheint, dass er
,
wie
i
m Gutachten
angenommen, seine Arbeitskraft am ehesten im Dienstleistungs
sektor (Hauswartung, Administration) verwerten kann
(
Urk.
7/47/18)
,
ist
dem Be
schwerdeführer zuzustimmen, dass
auf den Lohn
Sektor Dienstleistungen
für Hilfstätigkeiten, Kompetenzniveau 1, abzustellen
ist
.
Somit ist von einem stand
ardi
sierten monatlichen Einkommen von
Fr.
4'967.
--
auszugehen (LSE 2016, Tabelle TA1, Sektor 3 Dienstleistungen, Männer). Aufgerechnet
auf die durch
schnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitsz
eit nach Wirtschaftsabteilungen
) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Angestellte von 2‘239 Punkten im Jahr 2016 auf 2‘249 Punkte im Jahr 2017
(T39
Ent
wicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpreise
und der Reallöhne
)
sowie unter Berück
sichtigung eines Arbeitspensums von
85
%
ergibt dies ein Brutto
einkommen von
Fr.
53'05
2.48
(
Fr.
4’967
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2239 x 2249).
Der Beschwerdeführer
hält dafür, dass zusätzlich ein Abzug von
1
5
%
vom Tabel
lenlohn zu berück
sichtigen sei (
Urk.
1 S.
8
).
Dazu
ist zunächst festzuhalten, dass
sich die psychi
schen Einschränkungen de
s
Beschwerdeführer
s
bereits im Zumut
barkeitsprofil
des RAD
finden (vgl.
Urk.
7/
50/5-6
).
Es
ist daher nicht zusätzlich noch ein sogenannter leidensbedingter Abzug zu gewähren (Urteile des Bundes
gerichts
9C_
266/2017
vom
29. Mai 2018
E. 3.4.2).
Auch ein Abzug vom Tabel
lenlohn
aufgrund des Alters de
s
196
0
geborenen Beschwerdeführe
rs
rechtfer
tigt sich nicht
. Hierbei ist zu berücksichtigen,
dass Hilfsarbeiten auf dem mass
ge
benden ausge
glichenen
Stellenmarkt
altersunabhän
g
ig
nachgefragt
werden (Urteil
e des Bun
desgerichts 8C_403/2017 vom 2
5.
August
2017 E.
4.4.1 und 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.4.3).
Andere Umstände, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen könnten, sind nicht ersichtlich.
6.
3
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
81'658.40.
--
dem Invalideneinkommen von Fr.
53'052.48
gegenübergestellt, resultiert
eine Erwerbseinbusse von Fr. 28
'
605.90 und
ein Invaliditätsgrad von
35.03
%
beziehungsweise
35
%
(zum Runden:
Urteil 8C_575/2018 vom 30.01.2019 E. 7.1
). Ein Rentenanspruch ist daher zu verneinen.
7.
Der Beschwerdeführer
machte geltend
,
dass er aufgrund der hohen dauerhaften Erwerbseinbusse von mehr als 20
%
Anspruch auf eine Umschulung habe
(
Urk.
1 S.
9
).
Mit Mitteilung vom 2
9.
Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem Beschwerde
führer mit, dass er sich nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, weshalb die Arbeitsvermittlung beendet worden sei (
Urk.
7/26
), wobei der Beschwerdeführer keine
anfechtbare
Verfügung
beantragte
. Die l
eis
tungsabweisende Verfügung
vom
8.
Februar 2019
trägt
den Titel
«K
ein An
spruch auf eine
Invalidenrente
» und die Beschwerdegeg
n
e
rin hat sich
darin
nicht
sub
stantiiert zu beruflichen Eingliederu
n
g
smassnahmen geäussert.
Somit
ist
der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung,
weshalb es
vorliegend an einem Anfechtungsobjekt
fehlt
, womit inso
weit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist
.
An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Beschwerdegegnerin in der Zwischenzeit dem erneuten Gesuch auf Ein
gliederungsmassnahmen des Beschwerdeführers Folge leistete und ihn zu einem Eingliederungsgespräch am 2
0.
Mai 2019 einlud (
Urk.
13/1-2).
8.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.
9.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen
Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
900
.-- festzusetzen und dem unterlie
genden Beschwerdeführer aufzuerlegen.