Decision ID: b408b177-b723-4799-99ee-fd2fbc23291c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, war seit dem
1.
September 198
8 als
Bestückerin
bei der
Y._
AG angestellt (
Urk.
9/6
Ziff.
1 und 5). Unter Hinweis auf Depressionen und Angst meldete sich die Versicherte am 2
4.
Mai 2004 bei der Invalidenversicherung zum Leistu
ngsbezug an (
Urk.
9/2
Ziff.
7.2
).
Mit Verfügung vom 2
1.
September 2004 (
Urk.
9/14) verneinte die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen
Rentenanspruch (bestätigt mit
Einspracheentscheid
der IV-Stelle
vom
9.
Dezember 2004,
Urk.
9/27).
Eine
dagegen
erhobe
ne Beschwerde (
Urk.
9/32/3-11) wies das hiesige Gericht
mit
Urteil vom 1
7.
Januar 2006 (
Prozess
Nr. IV.2005.00058) ab (
Urk.
9/43
S. 8 Dis
positiv
Ziff.
1).
Eine dagegen erhobene
Beschwerde
wies das Bundesgericht
mit Urteil vom 2
1.
August 2006 ab (
Urk.
9/51 S. 6 Dispositiv
Ziff.
1).
1.2
Mit Verfügung vom
5.
Februar 2008 (
Urk.
9/77) verneinte die IV-Stelle
erneut
einen Rentenanspruch, nachdem sie auf ein Gesuch der behandelnden Psychi
a
terin um Neubeurteilung der Verhältnisse (
Urk.
9/54 S. 1 oben) eingetreten war.
Mit Urteil vom
9.
Juli 2008 (
Prozess
Nr. IV.2008.00228) hiess das hiesige Gericht
eine gegen die Verfügung vom
5.
Februar 2008 erhobene Beschwerde
in dem Sinne
gut, als es
die Verfügung
aufhob und die Sache zur ergänzenden Abklärung an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
9/85/
1-10 S. 10
Dispositiv
Ziff.
1).
Die IV-Stelle holte
daraufhin
ein psychiatrisches Gutachten vom
5.
Juli 2009 (
Urk.
9/93)
und ein weiteres
psychiatrisches Gutachten vom
1
8.
August
2010 (
Urk.
9/
109/5-50
) ein. Mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2011 (
Urk.
9/124) ver
neinte
die IV-Stelle
wiederum einen Rentenanspruch.
Die
von der Versicherten
am 1
4.
Februar 2011
dagegen
erhobene Beschwerde (
Urk.
9/125/3-11) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
7.
Juli 2011
(
Prozess
Nr. IV.2011.00166)
ab (
Urk.
9/127 S. 17 Dispositiv
Ziff.
1).
1.3
Am
2.
November 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der
Invaliden
versicherung
an (
Urk.
9/131
=
Urk.
3/1
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
9/137-
139) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
März 2016 (
Urk.
9/140 =
Urk.
2) auf das
neue
Leistungsbegehren nicht ein.
2.
Die Versicherte erhob am 3
0.
März 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
2.
März 2016 (
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben, die IV-Stelle solle ihren Gesundheitszustand und ihre Arbeitsfähigkeit neu beurteilen und es sei ihr mindestens eine halbe Rente zu gewähren
(
Urk.
1 S. 1 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Mai 2016 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
7.
Juni 2016 wurde das Gesuch der Versicherten
vom 3
0.
März 2016
um unentgeltliche Prozessführung
(vgl.
Urk.
1 S. 1 unten)
abgewiesen.
Des Weiteren ordnete das Gericht
ein
en zweiten
Schriftenwe
chsel an
und
stellte
der Beschwerdeführerin
die Beschwerdeantwort zu
(
Urk.
10 Dis
positiv
Ziff.
1-3).
Die Beschwerdeführerin reichte
in der Folge
keine Replik ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie
zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Ein
tretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.4
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger
Leistungs
verweige
rung
immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Ände
rung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sach
verhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen
Tatsachen
spektrum
glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen).
1.5
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsa
chenän
derung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten
rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhaltsän
derung
, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
vertritt den Standpunkt
, mit den eingereichten
Arzt
berichten
werde eine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustandes im Ver
gleich zu den Vorjahren nicht belegt.
Es sei somit nicht glaubhaft
dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten
. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachver
haltes vor
(
Urk.
2
S. 2).
Auch
die im
Bericht von
Dr.
med.
Z._
vom 2
7.
November 2015 beschrie
bene g
leichbleibende Therapiefrequenz
spreche
gegen eine
leistungsre
levante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (
Urk.
7
Ziff.
3).
2.2
Die Beschwe
rdeführerin
brachte vor, die Beschwerdegegnerin beharre in der angefochtenen Verfügung
vom 2
2.
März 2016
auf ihrer
ablehnenden
Haltung, ohne Begründung und ohne medizinische und rechtliche Auseinandersetzung mit dem Bericht von
Dr.
Z._
und den beigelegten Berichten (
Urk.
1 S. 2 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
auf das neue
Leistungs
begehren
der Beschwerdeführerin
zu Recht
nicht
eingetreten ist.
3.
3.1
Bei der letztmaligen mater
i
ellen Prüfung der Verhältnisse
mit
Verfügung
der Beschwerdegegnerin
vom 1
3.
Januar 2011
(
Urk.
9/124)
präsentierte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wie folgt:
Dr.
Z._
, gemäss Briefkopf Facharzt für Neurologie,
nannte
in einem Bericht vom 2
7.
August 2007 (
Urk.
9/64/7-8) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ausgeprägte Angsterkrankung, Panikattacken und min
destens eine mittelgradige D
epression seit etwa acht Jahren
. Als Diagnose ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
eine
Migräne, zum Teil mit Aura, seit Jahren (
S. 1
Ziff.
2.1 und
2.2).
Dr.
Z._
stellte fest, dass
die Patientin für jegliche Tätigkeiten in der freien Wirtschaft zu über 70
%
arbeitsunfähig
sei
. Würde die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin einfühlsam und sorg
fältig betreuen und begleiten,
wäre
es
dieser
eventuell möglich, eine einfache körperliche Tätigkeit täglich zwei bis drei Stunden, fünf Tage in der Woche
,
auszuüben. Dies sei in einer verständnisvollen Arbeitsatmosphäre, bei guter zwischenmenschlicher Beziehung und bei einem verständnisvollen Arbeitgeber möglich. Eine solche Tätigkeit komme wahrscheinlich nur in einem geschützten Rahmen in Frage
(
S. 1
Ziff.
3).
Die Prognose sei ungünstig, das klinische Bild eindeutig
chronifiziert
(S. 2).
3.2
Med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstat
teten am
5.
Juli 2009 im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
9/93).
Die Gutachter
nannten
als Diagnosen Angst und eine depressive Störung gemischt, bestehend seit Sommer 1997, und eine
Tranquili
zerabhängigke
it
(S. 9
Ziff.
1).
Sie kamen zum Ergebnis
, dass auf dem allgemei
nen Arbeitsmarkt eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe
. Dieser Wert sei schon 2004 von den behandelnden Ärzten angenommen worden
(S. 9
Ziff.
2
).
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Ober
ärztin
,
D._
AG,
stellte in einem nicht datierten Bericht (
Urk.
9/100
/6-10
) nach einem Klinikaufenthalt der Beschwerdeführerin
, der
vom 1
3.
März bis 1
0.
Juni 2008
gedauert hatte
(
Ziff.
1.3)
,
folgende Diagnosen: mit
telgradige depressive Episode
(
chronifiziert
)
mit somatischem Syndrom, genera
lisierte Angststörung und Störungen durch Sedativa/Hypnotika bei einem Abhängigkeitssyndrom (
Ziff.
1.1).
Dr.
C._
führte weiter aus, im Rahmen der Depression bestehe eine einge
schränkte Belastbarkeit und Konzentration.
Dies wirke sich bei der Arbeit dahingehend aus, dass eine gerin
gere Flexibilität und Anpassung
sfähigkeit an sich rasch veränder
nde
Prozesse bestehe.
In einer angepassten Tätigkeit mit ausreichend Ruhepausen, strukturiertem und geregeltem Setting ohne Schicht
arbeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von zirka 50
%
(
Ziff.
1.7).
Bei
Wiederauf
nahme der beruflichen Tätigkeit könne ab Juni 2009 mit einem Pensum von zirka 20 - 50
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.4
3.4.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, erstattete am 1
8.
August 2010 (
Urk.
9/109/5-50) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein weiteres psychiatrisches Gutachten.
Dr.
E._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine generalisierte Angststörung mit hypochondrischen Zügen
und intermittierend auftretenden panikartigen wie auch phobischen Zügen, die sich ab zirka Sommer 1997 entwickelt hätten. Weiter bestünden Störungen durch Sedativa und eine
Benzodiazepinabhängigkeit
mit Beginn spätestens ab 2003, eine akzentuierte Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren und
hysteriformen
Verhaltensweisen
, ma
nifest seit der späten Adoleszenz
,
und Adipositas (S. 29
Ziff.
4.1). Als psychiatrische Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Gutachter eine rezidivierende,
leichtgradig
aus
geprägte und ängstlich gefärbte depressive Störung
und Migräne, seit Jahren
(S.
30
Ziff.
4.2
oben
).
Der Gutachter führte
weiter
aus, eine depressive Symptomatik habe bei der jetzi
gen Begutachtung klinisch nicht mehr im Vordergrund gestanden. Auf
grund der überlieferten Diagnosen wie auch der Eigenanamnese der Beschwer
deführerin sei aber anzunehmen, dass früher solche „depressive Episoden“ auf
getreten seien (S. 26 Mitte).
Die im Austrittsbericht der
D._
AG im Sommer 2008 erwähnte Schmerzsymptomatik sehe man nicht als eigenständi
ges klinisches Bild, so dass es auch nicht separat zu erfassen und diagnostisch zu codieren sei (S. 28 oben).
Dr.
E._
hielt unter der Überschrift
„psychosoziale und
umge
bungsbedingte
Prob
leme“
fest, bei der Beschwerdeführerin bestünden beträchtli
che Probleme innerhalb der eigenen Familie wie auch im weiteren sozialen Umfeld. Diese seien durch das bei
ihr
zu beobachtende Vermeidungs- und Rückzugsverhalten in den letzten Jahren entstanden.
Im Rahmen dieser Ent
wicklung habe sich auch ein sekundärer Krankheitsgewinn ausgebildet, wobei es zudem zu einer erlernten Hilflosigkeit gekommen sei. So würden an sich noch
bewältigbare
Aufgaben delegiert oder von der Beschwerdeführerin umgangen, so dass eine spezifische innerfamiliäre Dynamik in Gang komme.
Die in früheren Arztberichten erwähnten psychosozialen und soziokulturellen Faktoren hätten auf die Entstehung der unter
Ziff.
4.1 im Gutachten genannten Störungen einen nicht zu vernachlässigenden und kausalen Einfluss gehabt (S.
30
Ziff.
4.2).
3.4.2
Eine Rückkehr in die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Bestückerin
sei der Beschwer
deführerin nicht zuzumuten. Hingegen bestehe, jedenfalls theoretisch evaluiert, eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit im Rahmen des ersten Arbeitsmarktes. Dabei sei zu berücksichtigen,
dass die ermittelte Arbeitsfähigkeit von 100
%
von der Beschwerdeführerin aller Voraussicht nach nicht realisiert werde. Dies auf der Grundlage eines seit 2003 entwickelten erheblichen Vermeidungsverhaltens mit einem sekundären
Krank
heitsgewinn
(S. 34
Ziff.
5.1
oben
).
3.5
Dr.
E._
antwortete in einem Schreiben vom 1
2.
September 2010 (
Urk.
9/111) auf Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin. Der Gutachter gab
dabei
an, bei
Beginn der Störung mit Vorläufersymptomen ab 1997 habe sich im Jahr 2003 eine Angststörung entwickelt, die mit Einschränkungen der Konzentration und der selektiven wie geteilten Aufmerksamkeit, einer Verminderung des Durchhaltevermögens,
unter anderem auch bedingt durch Schlafstörungen, zu einer zwischen 50 und 100
%
liegenden Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Für den Zeitraum vom
1.
September 2003 bis zum 3
1.
Januar 2005, aber auch nur für diesen, könne eine Arbeitsunfähigkeit primär
aus dem psychischen
Gesund
heitsschaden
gemäss
Ziff.
4.1 des Gutachtens abgeleitet werden. Danach und zwar bis heute bestünden ganz ü
berwiegend IV-fremde Faktoren
bei tendenzi
eller Abnahme der ursprünglichen psychischen Symptomatik und einer Überla
gerung beziehungsweise Verdrängung derselben durch psychosoziale Einflüsse (S. 3).
Ab Ende 2004/Anfang 2005 hätten IV-irrelevante, psychosoziale Faktoren das klinische Bild dominiert und hätten überwiegend den in der Folge von den behandelnden Ärzten ermittelten Grad der Arbeitsunfähigkeit bestimmt sowohl für die zuletzt ausgeübte wie auch für eine angepasste Tätigkeit des freien Arbeitsmarktes (S. 3 unten).
3.6
Dr.
med.
F._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regional
ärztlicher
Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD),
führte in einer Stellungnahme vom 2
0.
September 2010 (
Urk.
9/115 S. 9) aus,
Dr.
E._
habe in der Ergänzung vom 1
2.
September 2010 erläutert, weshalb für die Tätigkeit als
Bestückerin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorliege. Für diese Arbeit brau
che es eine erhöhte Konzentration, fokussierte Aufmerksamkeit, manuelles Geschick, feinmotorische Fähigkeiten und ein gutes Durchhaltevermögen. Die Beschwerdeführerin verfüge aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in gen
ü
gendem Mass über diese Fähigkeiten. Dass die Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten nicht umgesetzt werde, beruhe auf IV-fremden Gründen. Für eine angepasste Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit nie eingeschränkt gewesen und sei es auch heute nicht.
3.7
Das hiesige Gericht stellte
im Urteil vom
7.
Juli 2011
dem
Gutachten von
Dr.
E._
vom 1
8.
August 2010
folgend
fest, dass der Beschwerde
führerin die Tätigkeit als
Bes
tückerin
nicht mehr zumutbar sei
,
dass
in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit
aber
keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit best
ehe
(
Urk.
9/127 S. 13 E. 5.2.3).
Gestützt auf die medizinische Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit verneinte das Gericht
bei einem Invaliditätsgrad von rund 27
%
einen
Rentenanspruch (S. 17 E. 6.3.4).
4.
4.1
Die
Beschwerdeführerin
meldete sich
am
2.
November 2015
erneut
bei der Inva
lidenversicherung
an. Sie machte geltend
, dass es
ihr
nicht besser oder gleich, sondern
deutlich schlechter
gehe
als früher
.
Sie habe
Schmerzen, welche rund um die Uhr im ganzen
Körper vorhanden seien. Die Schmerzen seien stärker
als vor zwei Jahren (
Urk.
9/131 S. 1).
4.2
Die Beschwerdeführerin war vom 1
8.
Juni bis
2.
Juli 2012 in der Klinik für Rheu
matologie,
G._
, hospitalisiert (
Urk.
9/135/9 oben).
Dr.
med.
H._
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
Assistenz
ärztin
,
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
Oberarzt, und
Dr.
med.
J._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
Chefarzt, Klinik für Rheumatologie,
(
G._
),
stellten im Bericht vom
3.
Juli 2012 (
Urk.
9/135/9-11) folgende Diagnosen (S. 1):
Panvertebralsyndrom
mit/bei
Spondylolyse
L5 beidseits mit
Spondylolisthesis
L5 gegenüber S1 Grad I nach
Meyerding
, geringer Bandscheibendehydration L5-S1, deutlich
er
osteodiskaler
Foramenstenose
L5/S1 links mit
foraminaler
Kompression der Wurzel L5 links (MRI der Lendenwirbelsäule, LWS, vom 2
2.
Juni 2012)
Verdacht auf leichte
Synovitis
im Bereich der Handgelenke und
tarsome
tatarsal
beidseits, Differentialdiagnose: im Rahmen degenerati
ver Veränderungen (Ganzkörperszintigraphie vom
7.
Juni 2012)
Wirbelsäulenfehlhaltung mit Hyperlordose der LWS, thorakaler Skoli
ose nach links
muskulärer
Dysbalance
Knick-/Senk-/Spreizfuss
depressive Episoden (
chronifiziert
) mit somatischem Syndrom
generalisierte Angststörung
Diabetes mellitus Typ 2, Erstdiagnose Januar 2011
unter OAD
Vitamin B12 - und Folsäuremangel
Vitamin D-Mangel
Die Ärzte des
G._
führten
aus, der Eintritt in die Klinik sei aufgrund von
chro
nifizierten
Rückenschmerzen erfolgt. Die
Funktionsaufnahmen der
Lendenwir
belsäule
(L
W
S
)
zeigten kein signifikantes Wirbelgleiten bei
Anterolisthesis
L5 gegenüber S1 von 1 cm sowohl in der Inklination wie in der
Reklination
. Es habe sich eine eher verminderte Beweglichkeit der übrigen LWS-Segmente gefunden. Unter multimodaler Physiotherapie und Analgesie habe sich bisher eine leichte
Regredienz
der Symptomatik gezeigt. Eine bereits im Vorfeld durchgeführte Ganzköperskelettszintigraphie vom
7.
Juni 2012 habe den Ver
dacht auf eine leichte
Synovitis
im Bereich der Handgelenke und
tarsometatar
sal
beidseits ergeben. Man habe die Mehranreicherungen im Rahmen von dege
nerativen Veränderungen interpretiert (S. 1 f.).
Die Patientin habe über chroni
sche Schmerzen berichtet, die seit einigen Jahren bestünden, die jedoch nur
leichtgradig
gewesen seien. Seit zwei bis drei Wochen bestünden progrediente Schmerzen im Nacken-/Schultergürtel und im Bereich der LWS sowie der Knie
gelenke beidseits. Des Weiteren habe sie Myalgien an den Unterarmen beidseits. Eine Kraft- oder Sensibilitätsminderung bestehe nicht. Die Schmerzen seien belastungsunabhängig (S. 3 Mitte).
4.3
Dr.
med.
K._
, Stellvertretender Chefarzt, Institut Radiologie, Spital
L._
, berichtete am
6.
Mai 2013 (
Urk.
9/135/1) über ein gleichentags erstelltes MRI der Halswirbelsäule.
Dr.
K._
stellte fest, die Untersuchung habe eine milde Vorwölbung der Bandscheibe bei C5/6 in der Mittellinie ergeben, ohne Beeinträchtigung einer neuronalen Struktur.
4.4
Von
9.
bis 1
4.
Mai 2013
war die Beschwerdeführerin
in der Medizinischen Kli
nik, Spital
M._
, hospitalisiert
(
Urk.
9/135/2).
Die behandelnden Ärzte des Spitals
M._
diagnostizierten im
Austrittsbe
richt
vom 1
7.
Mai 2013 (
Urk.
9/135/2-
4
) ebenfalls ein
Panvertebralsyndrom
sowie depressive Episoden mit somatischem Syndrom, einen Diabetes mellitus Typ 2, eine Hypercholesterinämie, eine Hypovitaminose D und zusätzlich ein generalisiertes Schmerzsyndrom (S. 1). Die Ärzte führten
aus, die notfallmässige Selbstzuweisung sei bei einem generalisierten Schmerzsyndrom erfolgt. Im Gespräch mit der Patientin habe sich eine fragliche psychische Komponente herauskristallisiert. Die Schmerzen seien nicht genau lokalisierbar, jedoch vor allem an den Schultern, dem Rücken und den Beinen dominant. Die Patientin habe sich bezüglich der Schmerzsymptomatik bereits im
G._
und in der
N._
vorgestellt. Man sei von einem
Panvertrebralsyndrom
mit depressiver Episode ausgegangen (S. 3). Man habe die Patientin in leicht gebessertem Allgemeinzustand in das häusliche Umfeld entlassen (S. 1 unten).
4.5
4.5.1
Dr.
Z._
führte in einem Schreiben vom 2
7.
November 2015 (
Urk.
9/134
=
Urk.
3/3
) aus, die Beschwerdegegnerin habe das Gesuch der Beschwerdeführerin
nicht akzeptiert, weil
diese
eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes nicht glaubhaft gemacht habe. Dies stimme im Grunde genommen nicht. Die Beschwerdegegnerin hätte ohne
Weiteres
Berichte von den behandelnden Ärz
ten einfordern können, so dass sie ihre Verantwortung hätte korrekt wahrneh
men können. Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht um Kriminel
le, sondern um kranke Menschen
zu kümmern
, die leiden
würden
. Solchen Menschen müsse man keine unnötigen Hindernisse stellen (S. 1).
Dr.
Z._
betreue die Patientin mit einem Unterbruch von über einem Jahr ziem
lich regelmässig in Abständen von ein bis zwei Monaten neuro-psychiatrisch und in türkischer Sprach
e.
Die zwischenzeitliche Betreuung durch
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe
der Beschwer
deführerin
nicht viel geholfen.
Sie habe zu i
h
m keine
gute
auf Vertrauen basie
rende Beziehung aufbauen können.
Im Austrittsbericht der
D._
stehe, dass
sie
schon damals an einer
chronifizierten
und mittelgradig vorhandenen Depression und an einer genera
lisierten Angststörung
gelitten habe
. Ein Mensch mit solchen Diagnosen sei in einer modernen Gesellschaft wie der Schweiz für jegliche in Frage kommenden Tätigkeiten mindestens im Umfang von 50
%
arbeitsunfähig. Bei solchen Diag
nosen könne ein Patient die Arbeitsfähigkeit kaum steigern. Anderweitige Überlegungen oder Annahmen seien realitätsfremd.
Viele psychiatrische Gutachter, die Menschen wie die Beschwerdeführerin begut
achten würden,
würden
der Invalidenversicherung
diverse Massnahmen
vorschlagen
, um die Arbeitsfähigkeit steigern zu können. Bis jetzt habe er noch in keinem Gutachten gelesen, dass die vorgeschlagenen Massnahmen durch wissenschaftlich korrekt durchgeführte Studien tatsächlich belegt seien und dass die Arbeitsfähigkeit dadurch habe gesteigert werden können
. Viele Gutachter
würden
der IV
realitätsfremde Massnahmen unterbreiten. Die
Beschwerdegeg
nerin
stütze sich auf solche beantragten Massnahmen und mache dadurch öfters grosse Fehler bei der Beurteilung einer kranken Person. Die Patientin sei auch eine solche Person. Sie habe versicherungsrechtlich ein sehr grosses Unrecht erlebt (S. 2).
Mit Verweis auf die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
Januar 2011 führte
Dr.
Z._
aus, wenn eine Person wegen einer generalisierten
Angststö
rung
und einer Depression für eine Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig sei, sei sie für jegliche Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig. Für solche Patienten gebe es in der freien Wirtschaft keine angepasste Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin sei deshalb schon damals versicherungsrechtlich von einer falschen Annahme aus
gegangen, habe die Patientin falsch beurteilt und einen falschen Entscheid getroffen (S. 2 f.).
4.5.2
Die Beschwerdeführerin habe vor der ersten Ve
rfügung der Beschwerdegegnerin
an einer generalisierten Angststörung, Panikattacken und einer mittelgradigen Depression gelitten
, was auch jetzt der Fall sei
. Zudem habe sie an einem gene
ralisierten Schmerzsyndrom bei
Diskopathien
gelitten. Die Schmerzen hätten sich im Laufe der Zeit durch Mechanismen, die sich im zentralen Nervensystem
abspielen würden
, generalisiert und verschlechtert. Dadurch leide die Patientin seit mindestens zwei Jahren an stark beeinträchtigenden und störenden genera
lisierten Schmerzen im ganzen Körper.
Bei generalisierten Schmerzen gebe es noch immer keine wirksame medikamentöse oder anderweitige Therapie. Die nicht wirksam zu behandelnden Schmerzen verschle
chterten sich im Laufe der Zeit
. Diese Mechanismen und Verschlechterungen seien wissenschaftlich sehr gut belegt. Deswegen müsse man bei generalisierten Schmerzen, die nicht gut therapierbar oder therapieresistent seien, im Laufe der Zeit fast immer von einer Verschlechterung ausgehen. Dies sei bei der Patientin der Fall. Ausserdem habe auch die Angststörung der Patientin erheblich zugenommen.
Die Beschwerde
führerin habe rund um die Uhr stark störende, frei flottierende Angstgefühle, die nach der langjährigen Beobachtung
durch
Dr.
Z._
im letzten Jahr deutlich zugenommen hätten, so dass er die Patientin immer wieder notfallmässig habe sehen und versuchen müssen, ihr Leiden zu lindern.
Dies sei nur dann möglich, wenn das Vertrauensverhältnis intakt sei.
Die Patientin zu betreuen sei zeitintensiv und nicht einfach, weil
sie
Menschen gegenüber sehr skeptisch sei. Sie müsse Vertrauen in einen Arzt haben, ansonsten wirkten Empfehlungen eines Arztes nicht.
Als die Angststörungen noch nicht so stark gewesen seien wie jetzt, habe die Patientin jahrelang sehr fleissig und pflichtbewusst gearbeitet. Aber schon damals habe wegen Angststörungen eine Medikation bestanden und es hätten erhebliche Schlafstörungen bestanden (S. 3).
4.5.3
Dr.
Z._
habe die medikamentöse Behandlung immer weiter steigern müssen.
Die Patientin stehe seit über 12 Jahren unter einer Psychopharmaka-Behand
lung.
Neben der zunehmenden Angststörung und den Panikattacken leide
sie
seit Jah
ren unter einer Depression, die sich vor Jahren
chronifiziert
habe. Nach der Beurteilung und Beobachtung
durch
Dr.
Z._
hätten die Symptome der Depres
sion in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen, vor allem deren Stärke.
Es bestünden eine stark gedrückte Grundstimmung, eine reduzierte Belastbar
keit
, ein
Verlust
an
Freude und Lust, eine Antriebsarmut, Pessimismus und
eine
Hilf-
und
Ratlosigkeit, Skepsis gegenüber Menschen, teilweise paranoide Äusserungen oder eine Neigung zu paranoiden Äusserungen als
psychotische Symptome
, Schlafstörung
en
und ausgeprägte kognitive Funktionsstörungen. Dabei handle es sich um eine Störung des Frischgedächtnisses, der Merkfähig
keit und der Konzentration. Weiter
bestünden
eine Müdigkeit, eine rasche Ermüdbarkeit, eine reduzierte Vitalkraft und eine latente Suizidgefährdung.
Es bestehe ein Grübeln. Das Denken kreise inhaltlich nur um ihre Beschwerden, formal sei es gehemmt und verlangsamt. Die Zunahme ihrer Depression beein
trächtige die Patientin zusätzlich erheblich in ihren Aktivitäten. Zudem habe die Patientin noch ein
restlesslegs
-Syndrom, was die Patientin vor allem beim Ein
schlafen oder in der Nacht sehr stark störe (S. 4 unten).
Ihre Kopfschmerzen würden immer wieder in den Vordergrund treten und die Arbeitsfähig
keit ebenfalls beeinträchtigen (S. 5 oben).
4.5.4
Zusammenfassend leide die Patientin seit Jahren an einer generalisierten
Angs
t
störung
, einer
chronifizierten
Depression, einem generalisierten
Schmerzsyn
drom
, einem
chronifizierten
Zervikovertebralsyndrom
, einem
restlesslegs
-Syn
drom und häufigen Kopfschmerzen (eher
migränöser
Natur). Die Depression, die Angststörung und das generalisierte Schmerzsyndrom hätten sich in den letzten zwei Jahren deutlich verschlechtert, so dass die Patientin seit zwei Jahren für jegliche in der freien Wirtscha
ft in Frage kommende Tätigkeit
zu 100
%
arbeits
unfähig sei. Für die Patientin gebe es keine angepasste Tätigkeit (S. 5).
4.6
P._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, RAD, führte in einer Stellungnahme vom 2
8.
Dezember 2015 (
Urk.
9/136 S. 4) aus, aus Sicht von
Dr.
Z._
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die angestammte Tätigkeit. Auch für jede andere Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit in der gleichen Höhe.
Da die Beschwerdegegnerin damals falsch entschieden habe, habe sich der psychische Zustand der Patientin weiter verschlechtert.
Dr.
Z._
müsse die Beschwerde
führerin aufgrund ihrer Ängste immer wieder notfallmässig sehen.
Es werde angemerkt, dass weiterhin ein erheblicher Benzodiazepin-Konsum vorliege.
Dr.
Z._
berichte von 2 - 3 mg
Temesta
am Tag. Eine fachärztliche psychiatrische Behandlung werde nicht mehr wahrgenommen. Zusammenfas
send bestehe keine Veränderung des Gesundheitszustandes.
4.7
RAD-Ärztin
P._
gab in einer
weiteren
Stellungnahme vom 2
1.
Mai 2016
(
Urk.
8)
an
, nach einem Bericht des Spitals
L._
bestehe eine milde Vorwöl
bung der Bandscheiben bei C5/6 ohne Beeinträchtigung von Nervenstrukturen. Der Radiologe gebe als geklagte Beschwerden seit langem störende Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in die Arme an. Wie aktuelle wissenschaftliche
Untersuchungen zeigten, sei ein MRI nicht geeignet, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszuweisen. Nach dem Bericht des Spitals
M._
vom 1
7.
Mai 2013 habe sich die Beschwerdeführerin bei generalisierten Schmerzen vorgestellt. Der klinische Untersuchungsbefund enthalte keine Hin
weise auf relevante Gesundheitsstörungen. Insbesondere werde die Wirbelsäule als nicht klopf- oder druckschmerzhaft beschrieben. Die mitgeteilten MRI-Befunde seien bereits 2012 entstanden. Bei einem gleichzeitig unauffälligen kli
nischen Befund lasse sich kein
e
Gesundheitsstörung begründen (S. 1).
Es sei an der Stellungnahme des RAD vom 2
8.
Dezember 2015 festzuhalten (S.
2).
5.
5.1
Dr.
E._
diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 1
8.
August 2010 eine generalisierte Angststörung und eine akzentuierte Per
sönlichkeit sowie eine leichte depressive Störung, welche sich nicht a
uf die Arbeitsfähigkeit auswirk
e (E. 3.4.1 hiervor).
Hinweise auf
eine somatisch bedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
lagen zum Zeitpunkt der Verfü
gung vom 1
3.
Januar 2011 nicht vor.
Dr.
Z._
hat
te
der Beschwerdeführerin bereits 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
für jegliche Tätigkeiten attestiert, wobei die Restarbeitsfähigkeit nach sei
ner damaligen Einschätzung nur an einem geschützten Arbeitsplatz hätte umgesetzt werden können. Nun betrachtet er die Beschwerdeführerin als zu 100 % arbeitsunfähig (E. 4.5.4).
5.2
Die Beschwerdeführerin
befand sich zwischenzeitlich bei
Dr.
O._
in psychiat
rische
r Behandlung
.
Wie
Dr.
Z._
berichtete, konnte
die Beschwerdeführerin
zu diesem Arzt kein Vertrauensverhältnis
aufbauen
,
so dass sie sich wieder
bei
Dr.
Z._
in Behandlung begab (E. 4.5.1 hiervor)
.
Dieser
muss
te
die Beschwer
deführeri
n auch notfallmässig behandeln
, wofür nach
Dr.
Z._
ein Vertrauens
verhältnis erforderlich
ist
(
E. 4.5.2
). Zudem
wird die Beschwerdeführerin auch medikamentös durch
Dr.
Z._
behandelt
, wobei
er die medikamentöse Therapie stets habe intensivieren müssen
(E. 4.5.3)
.
Die
Aussage von RAD-Ärztin
P._
, wonach zurzeit keine fachärztliche Behandlung bestehe (E. 4.6),
ist
daher
insofern zu relativieren, als
die Beschwerdeführerin bei
Dr.
Z._
in
ärztlicher
Behandlung steht, zu dem sie ein
Vertrauensverhältnis hat und mit dem sie sich in türkischer Sprache verständigen kann.
Bei einer gesundheitlichen Verschlechterung wäre eine erhöhte
Behandlungs
frequenz
zu erwarten.
Dr.
Z._
beschrieb zwar, dass die Behandlung durch ihn
mit einem
grössernen
Abstand von ein bis
zwei Monaten
erfolgen würde
(E.
4.5.1).
Jedoch
berichtete er
auch
, dass er die Beschwerdeführerin
dazwischen
notfallmässig habe sehen müssen.
Dr.
Z._
gab sodann
an
, dass die depressiven Symptome in den letzten zwei Jahren zugenommen hätten. Dies lässt auf eine gesundheitliche Verschlechte
rung schliessen, nachdem
Dr.
E._
im psychiatrischen Gutachten vom 1
8.
August 2010
noch
eine leichte depressi
ve Störung
diagnostiziert hatte (E. 3.4.1).
Gemäss
Dr.
Z._
hätt
en ausserdem die Symptome
der
schon länger
bestehende
n
Angststörung zugenommen
(E. 4.5.2).
Dr.
Z._
ist zwar kein Psy
chiater. Nachdem beweisrechtlich
jedoch
bereits
die Glaubhaftmachung einer Änderung
genügt
(E. 1.5)
, bestehen
mit den Angaben von
Dr.
Z._
genügend Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht verschlechtert haben könnte.
Dafür spricht auch die neu von
den
Ärzten des Spitals
M._
gestellte Diagnose eines generalisier
ten
Schmerzsyndrom
s
(E. 4.4).
In somatischer Hinsicht diagnostizierten die Ärzte des
G._
im Bericht vom
3.
Juli 2012 neu ein
Panvertebralsyndrom
bei einer
Spondylolyse
L
5 beidseits mit
Spondylolisthesi
s
L5 gegenüber S1 Grad I nach
Meyerding
, einer geringen Bandscheibendehydration
L5-S1
sowie
eine
r
deutliche
n
osteodiskale
n
Fora
menstenose
L5/S1 links mit
foraminaler
Kompression der Wurzel L5 links (E.
4.2).
D
ie RAD-Ärztin
relativierte
den im
G._
erhobenen Befund
in ihrer Stellungnahme vom 2
1.
Mai 2016 (E. 4.7)
.
Es ist jedoch darauf
hinzuweisen
, dass
die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Verfügung vom 1
3.
Januar 2011 in somatischer Hinsicht gesund war
beziehungsweise
keine somatischen Diagnosen
bekannt waren
.
Dass sie
neu auch
an einem
Panvertebralsyndrom
leidet, deutet daher ebenfalls auf eine Verschlechterung ihres Gesundheitszu
standes hin.
Mit dem im Bericht des
G._
dokumentierten
Befund ist
sodann
nicht auszuschliessen, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmer
zen eine somatische Ursache haben.
Nachdem seit der letztmaligen Prüfung
der Verhältnisse
mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2011
bereits
knapp sechs Jahre vergangen sind, ist
mit dem Schrei
ben von
Dr.
Z._
und den Berichten des
G._
und des Spitals
M._
eine gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft gemacht
worden
. Dies führt dazu, dass auf das Gesuch der Beschwerdeführerin vom
2.
November 2015 einzutreten ist.
5.3
Die Beschwerde ist daher in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
2.
März 2016 aufzuheben und die Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen ist, damit sie die Neuanmeldung der Beschwerdefüh
rerin vom
2.
November 2015
(
Urk.
9/131) materiell prüfe.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
700
.-- anzusetzen und der unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.