Decision ID: ace72732-a156-53dd-b025-36a8d5e62cbf
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Flachdachbauer bei der B._ GmbH
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 25. Mai 2016 liess er durch seine
Arbeitgeberin melden, er sei am 9. März 2016 beim Transportieren einer Badewanne
gestolpert und gestürzt und habe sich dabei die rechte Schulter verletzt (Suva-act. 1).
Die Erstbehandlung hatte am 12. März 2016 bei Dr. med. C._, Allgemeinmedizin
FMH, stattgefunden, der als Befunde primär Schmerzen, jedoch keine
Bewegungseinschränkung erhoben, einen Verdacht auf eine Zerrung des Musculus
deltoideus diagnostiziert und als Differenzialdiagnose eine Rotatorenmanschettenläsion
gestellt hatte. Eine Arbeitsunfähigkeit war keine bescheinigt worden (Suva-act. 8).
A.a.
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Am 1. Juni 2016 wurde beim Versicherten bei anhaltenden Schulterschmerzen
eine kernspintomographische Untersuchung der rechten Schulter durch Dr. med.
D._, Radiologie E._, Diagnosezentrum F._, durchgeführt, welche eine
leichtgradige traumatisierte AC-Gelenksarthrose, eine geringgradige interstitielle
Partialruptur der Supraspinatussehne auf einer Länge von 5 mm in der mittleren Portion
der Supraspinatussehne, eine leichtgradige Bursitis subdeltoidea, eine leichtgradige
verdickte Gelenkkapsel im Recessus axillaris sowie differentialdiagnostisch eine
beginnende Kapsulitis zur Darstellung brachte (Suva-act. 9).
A.b.
Mit Arztzeugnis UVG vom 6. Juni 2016 erhob Dr. C._ als Befunde primär
Probleme im Humeruskopf lateral, eine verminderte Beweglichkeit im Schultergelenk
und eine Zunahme der Schmerzen beim Heben des Arms. Weiter bescheinigte er eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 24. Mai 2016 (Suva-act. 10).
A.c.
Am 10. Juni 2016 wurde der Versicherte durch Dr. med. G._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Orthopädie
H._, untersucht, der im Untersuchungsbericht vom 14. Juni 2016 eine geringgradige
Partialläsion der Supraspinatussehne mit Begleitbursitis subdeltoidea rechts
diagnostizierte, die Indikation zu einem operativen Vorgehen verneinte, erklärte, dass
der Versicherte eine Infiltration der rechten Schulter abgelehnt habe, und eine
Verordnung zur Physiotherapie ausstellte (Suva-act. 12, 26).
A.d.
Am 24. Juni 2016 beurteilte Suva-Kreisärztin med. pract. I._, Fachärztin für
Chirurgie, dass aktuell eine Teilkausalität der Beschwerden nicht ausgeschlossen
werden könne (Suva-act. 13).
A.e.
Am selben Tag schilderte der Versicherte der Suva nochmals telefonisch das
Ereignis vom 9. März 2016 (Suva-act. 15). Dr. C._ bescheinigte dem Versicherten
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 23).
A.f.
Mit Schreiben vom 27. Juni 2016 sprach die Suva dem Versicherten für die Folgen
des Unfalls vom 9. März 2016 Leistungen für Heilbehandlungen sowie Taggelder zu
(Suva-act. 19).
A.g.
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Am 28. Juni 2016 führte Dr. G._ beim Versicherten eine intraartikuläre und
subacromiale Infiltration der rechten Schulter durch und stellte eine weitere
Physiotherapieverordnung aus (Suva-act. 25, 32). Am 7. Juli 2016 teilte der Versicherte
der Suva mit, dass die Beschwerden nach der Infiltration etwas weniger geworden
seien (Suva-act. 27). Dr. C._ bescheinigte ihm weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 29). In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 12. August
2016 hielt Dr. C._ fest, dass sich der Zustand weiterhin bessere bzw. die
Beschwerden rückläufig seien, die Prognose gut sei, die Physiotherapie noch beendet
werde, keine Konsultationen mehr geplant seien und seit dem 17. Juli 2016 wieder eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Suva-act. 34, vgl. auch Suva-act. 33). Am 24.
August 2016 bestätigte der Versicherte den Abschluss der ärztlichen und
therapeutischen Behandlung (Suva-act. 36).
A.h.
Am 3. November 2016 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin einen
Rückfall zum Ereignis vom 9. März 2016 melden. Der Versicherte habe im Sommer
wieder mit der Arbeit begonnen. Im Oktober seien nun die Schmerzen in der Schulter
leider wieder zurückgekommen. Dr. C._ habe ihm eine Physiotherapie verordnet und
er arbeite bis auf Weiteres 100% (Suva-act. 37; vgl. auch Suva-act. 39, 43).
A.i.
Am 15. Dezember 2016 legte die Suva den Schadenfall ihrer Kreisärztin med.
pract. I._ vor, die am 19. Dezember 2016 befand, dass die erneuten
Schulterbeschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 9. März
2016 zurückzuführen seien. Es sei davon auszugehen, dass eine klassische - anlage-
bzw. degenerativ bedingte - Impingementkonstellation durch das inkriminierte Ereignis
vorübergehend aktiviert worden sei. Dauerhafte Beschwerden seien dadurch jedoch
nicht zu erklären. Die heutigen Beschwerden seien dem Vorzustand geschuldet (Suva-
act. 44). Die Suva teilte dem Versicherten daraufhin die Einstellung ihrer
Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2016 mit (Suva-act. 46).
A.j.
Am 9. Januar 2017 suchte der Versicherte wegen persistierender Beschwerden
der rechten Schulter Dr. G._ auf, der eine kernspintomographische
Verlaufsuntersuchung in der Radiologie E._ veranlasste (Suva-act. 51). Die
Untersuchung wurde am 10. Januar 2017 durch Dr. med. J._ durchgeführt (Suva-act.
59).
A.k.
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Mit Schreiben vom 16. Januar 2017 reichte die Klinik K._ der Suva ein
Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt zur Durchführung einer
Arthroskopie mit subacromialer Dekompression und
Rotatorenmanschettenrekonstruktion rechts ein (Suva-act. 49). Am 17. Januar 2017
liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin erneut einen Rückfall zum Ereignis vom
9. März 2016 mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem 2. Januar 2017 melden
(Suva-act. 48). Mit Schreiben vom 23. Januar 2017 berichtete Dr. G._ Dr. C._, dass
aus seiner Sicht ein Zusammenhang zwischen der Schulterproblematik rechts und dem
Ereignis vom 9. März 2016 bestehe, weshalb er die Suva-Kreisärztin nochmals um
Überprüfung der Kostengutsprachesituation ersuche (Suva-act. 53).
A.l.
Am 8. Februar 2017 schilderte der Versicherte gegenüber der Suva nochmals das
Ereignis vom 9. März 2016 und äusserte sich zu den Themen Heilverlauf,
Brückensymptome, aktuelles Befinden und Krankengeschichte (Suva-act. 62).
A.m.
Am 15. Februar 2017 führte Dr. G._ beim Versicherten eine Schulterarthroskopie
mit subacromialer Dekompression, Bizepstenodese, plastischer Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette (Supraspinatussehnenrekonstruktion, Pulleyverschluss) durch
(Suva-act. 65, vgl. auch Suva-act. 66).
A.n.
Nach einer ärztlichen Beurteilung durch Suva-Kreisärztin med. pract. I._ vom 21.
Februar 2017, worin diese weiterhin daran festhielt, dass von einer zeitlich limitierten
Verschlimmerung eines Vorzustandes auszugehen sei, und den operativen Eingriff vom
15. Februar 2017 als nicht überwiegend wahrscheinlich kausal zum sinnfälligen Ereignis
vom 9. März 2016 bezeichnete (Suva-act. 67), verneinte die Suva mit Verfügung vom
27. Februar 2017 ihre Leistungspflicht für die am 17. Januar 2017 gemeldeten
Schulterbeschwerden rechts mangels eines sicheren oder wahrscheinlichen
Kausalzusammenhangs zum Ereignis vom 9. März 2016 (Suva-act. 68).
A.o.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch seine
Rechtsschutzversicherung (CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG;
nachfolgend: CAP), am 14. März 2017 Einsprache (Suva-act. 74).
A.p.
Am 27. März 2017 legte die Kollektiv-Krankenversicherung (Allianz Suisse
Versicherungsgesellschaft AG) des Versicherten der Suva insbesondere eine
A.q.
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B.
Beurteilung von Dr. med. L._, Pädiatrie FMH, vom 3. März 2017 (Suva-act. 77) sowie
ein Schreiben von Dr. C._ vom 21. März 2017 (Suva-act. 78/3) vor und ersuchte um
Zustellung des Einspracheentscheids (Suva-act. 78).
Am 27. April 2017 reichte die CAP die Einsprachebegründung ein (Suva-act. 80),
worauf die Suva den Schadenfall am 18. Juli 2017 Kreisärztin med. pract. I._ mit der
Frage vorlegte, ob und wenn ja, in welchem Zeitpunkt Unfallfolgen im Beschwerdebild
des Versicherten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr spielen
würden bzw. gespielt hätten (Suva-act. 82). In einer Kurzbeurteilung vom 31. Juli 2017
ging die Kreisärztin davon aus, dass die Beschwerden bis Ende Juli/Mitte August 2016
als überwiegend wahrscheinlich kausal zum Ereignis vom 9. März 2016 zu betrachten
gewesen seien, sofern die Suva weiterhin von einem Unfall ausgehe. Darüber hinaus
bestehende Beschwerden wären nicht überwiegend wahrscheinlich dem Ereignis
anzulasten. Insbesondere die spätere Operation sei an den Vorzustand adressiert.
Sofern von einem sinnfälligen Ereignis auszugehen wäre, wäre keine Listendiagnose
anzunehmen (Suva-act. 85).
A.r.
Mit Schreiben vom 2. August 2017 nahm die Suva die Verfügung vom 27. Februar
2017 zurück und betrachtete die gegen diese Verfügung am 14. März 2017 erhobene
Einsprache als erledigt (Suva-act. 86).
A.s.
Am 11. September 2017 verfügte die Suva die Einstellung der
Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilbehandlung) per 1. Januar 2017 (Suva-act.
89).
A.t.
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 16. Oktober 2017 durch die CAP
Einsprache erheben (Suva-act. 96).
B.a.
Nach Einholung einer ausführlichen Beurteilung ihrer Kreisärztin med. pract. I._
zur Terminierung ihrer Leistungspflicht (Suva-act. 101 f.) wies die Suva die Einsprache
mit Entscheid vom 12. Februar 2018 ab (Suva-act. 103).
B.b.
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C.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
Gegen den Einspracheentscheid vom 12. Februar 2018 erhob Rechtsanwalt Dr.
Peter Sutter, Heiden, für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 14.
März 2018 Beschwerde mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und
es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen aus UVG weiterhin zu
erbringen, eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 12.
Februar 2018 (act. G 3).
C.b.
Mit Replik vom 27. Juni 2018 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an
seinem Antrag gemäss Beschwerdeschrift fest (act. G 7). Zusammen mit der
Beschwerdeschrift reichte er eine Bestätigung von M._ - dem Arbeitskollegen, der
am 9. März 2016 mit dem Beschwerdeführer die Badewanne transportiert hatte - vom
6. Juni 2018 (act. G 7.1) ein.
C.c.
Mit Duplik vom 18. Juli 2018 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits am Antrag
auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 9).
C.d.
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2.
Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der Unfallversicherer hat bei
Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 ATSG für einen Gesundheitsschaden nur
insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum Ereignis steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; André Nabold in:
Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, UVG Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 2018,
Art. 6 N 48 ff. [nachfolgend: UVG-Kommentar]; Irene Hofer in: Frésard-Fellay/
Leuzinger/Pärli [Hrsg.], Basler Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art.
6 N 63 ff. [nachfolgend: Basler Kommentar]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG-
Kommentar, a.a.O., Art. 6 N 53, 59; Basler Kommentar, a.a.O., Art. 6 N 66, 74; Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; SZS
2018 S. 357 f.). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber
dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE
118 V 291 f. E. 3a).
2.1.
Der Bundesrat kann sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls
ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 UVV
hat er in einer abschliessenden Aufzählung (UVG-Kommentar, a.a.O., Art. 6 N 42;
Basler Kommentar, a.a.O., Art. 6 N 61) folgende Körperschädigungen auch ohne
ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt, sofern sie nicht
eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind:
Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c),
Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und
Trommelfellverletzungen (lit. h). Mit dem Wort "eindeutig" wird mittelbar das allgemeine
2.2.
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Leistungserfordernis des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen unfallähnlichem
Ereignis und Listenverletzung zum Ausdruck gebracht. Denn daran fehlt es, wenn eine
Listenverletzung "eindeutig", d.h. ausschliesslich auf eine Krankheit zurückzuführen ist.
Die in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Läsionen können hingegen dann eine
unfallähnliche Körperschädigung darstellen, wenn sie vor- oder überwiegend (nicht
ausschliesslich) auf einer Krankheits- oder Degenerationserscheinung beruhen. Ist
indessen nachgewiesen, dass die Schädigung eindeutig (d.h. zweifelsfrei) durch
Erkrankung oder Degeneration verursacht ist, entfällt die Leistungspflicht des
Unfallversicherers (Alfred Bühler, Die unfallähnliche Körperschädigung, in SZS 1996 S.
98 f.; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 203, 203
Fn 453; BGE 116 V 147 E. 2c). Den Ärzten und Ärztinnen kommt die Aufgabe zu, dazu
Stellung zu nehmen, ob eine Schädigung eindeutig auf eine Erkrankung oder eine
Degeneration zurückzuführen ist (vgl. Erwägung 2.1). Das bei einem Unfall
vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei
den unfallähnlichen Körperschädigungen nicht erforderlich. Neben einer
Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV muss aber eine schädigende äussere
Einwirkung, wenigstens im Sinn eines Auslösefaktors, vorliegen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. März 2018, 8C_835/2017, E. 3), damit eine unfallähnliche
Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV und damit die Leistungspflicht des
Unfallversicherers bejaht werden kann.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln,
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und
BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der Bundesverfassung (BV; SR 101)
2.3.
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und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101)
geben keinen formellen Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn
Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die
rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit eines Berichts oder Gutachtens eines
versicherungsinternen Arztes, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V
470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012,
8C_592/2012, E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E.
7.5.4). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine Beurteilungen aufgrund der
Akten, wie sie vorliegend von med. pract. I._ erstellt wurden (Suva-act. 13, 44, 67,
85, 102), beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni
2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Insbesondere die vorliegend bedeutsamen ärztlichen
Beurteilungen von med. pract. I._ vom 21. Februar und 30. November 2017 (Suva-
act. 67, 102) wurden in Kenntnis der Vorakten ("Aktenmässiger Verlauf"; Suva-act. 67)
abgegeben und enthalten eine ausführliche Begründung der strittigen
Kausalitätsfragen. Weiter ist festzustellen, dass med. pract. I._ als Fachärztin für
Chirurgie die fachliche Qualifikation für die medizinische Würdigung des konkreten
Falles nicht abgesprochen werden kann. Die Kreisärzte und Kreisärztinnen der
Beschwerdegegnerin sind ausserdem nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung
Fachärzte bzw. Fachärztinnen im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich
Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten
diagnostisch beurteilen sowie Heil- und Therapieverläufe prüfend beobachten bzw.
diesbezüglich Empfehlungen und Einschätzungen abgeben, verfügen sie über
besonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4.), welche im konkreten
Fall gefragt sind. Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formell-
rechtlichen Gründe gegen den Einbezug der kreisärztlichen Aktenbeurteilungen von
med. pract. I._. Ob letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der
nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
Die durch einen Unfall oder ein unfallähnliches Ereignis verursachte strukturelle
Schädigung kann einen zuvor intakten oder einen bereits vorgeschädigten Körperteil
2.4.
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betreffen. Ist letzteres der Fall, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung
höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende Verschlimmerung des
Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch
einen Unfall oder ein unfallähnliches Ereignis verschlimmerten oder überhaupt manifest
gewordenen Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall oder das unfallähnliche Ereignis
nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Dies trifft zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem
Unfall oder dem unfallähnlichen Ereignis bestanden hat (Status quo ante) oder aber
derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands auch ohne Unfall oder unfallähnliches Ereignis früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit
Hinweisen). Eine richtungsgebende Verschlimmerung liegt vor, wenn
medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo sine noch der Status quo ante
je wieder erreicht werden können (UVG-Kommentar, a.a.O., Art. 6 N 54; Basler
Kommentar, a.a.O., Art.6 N 71; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O. S. 54).
Im Rahmen der Prüfung der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für
die Bejahung eines natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die
fragliche gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1
UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (UVG-Kommentar, a.a.O., Art. 6 N 52; Basler Kommentar, a.a.O.,
Art. 36 N 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. Februar
2003, U 287/02, E. 4.4).
2.5.
Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt, wobei Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche
Tatbestände im Sinn von Art. 22 UVG darstellen (vgl. BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U
206 S. 326 ff.). Praxisgemäss liegt ein Rückfall vor, wenn ein vermeintlich geheiltes
Leiden wieder aufflackert, so dass es erneut zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise
zu einer Arbeitsunfähigkeit kommt. Dagegen spricht man von Spätfolgen, wenn ein
scheinbar geheiltes Leiden im Verlauf längerer Zeit organische oder auch psychische
Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können.
Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis
2.6.
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oder unfallähnliches Ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des
(damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend
gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall oder
unfallähnlichen Ereignis erlittenen Gesundheitsschädigung wiederum ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c mit Hinweis; RKUV 1994 Nr. U
206 S. 327 f. E. 2).
Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen;
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
Bern 2014, § 70 N 58 f.; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf
2015, Art. 43 N 46). Der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt sowohl
beim Nachweis eines Unfallereignisses oder unfallähnlichen Ereignisses, beim
Nachweis des leistungsbegründenden natürlichen Kausalzusammenhangs im
Grundfall, bei Rückfällen und Spätfolgen als auch beim Nachweis des Dahinfallens
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens.
2.7.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, BGE 121 V 210 E. 6c). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien in der
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4 f., 55). Wird auf dem Weg der
Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses oder eines unfallähnlichen
Ereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt (vgl. Erwägungen 2.1 und
2.2.2), so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch
erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
Bezüglich des Nachweises einer ausschliesslich pathologischen oder degenerativen
Kausalität einer Listenverletzung bzw. unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art. 9
Abs. 2 UVV trägt hingegen - weil es eine anspruchshindernde Tatfrage betrifft - der
Unfallversicherer die Beweislast (Bühler, a.a.O., S. 116). Bei der Einstellung von
Versicherungsleistungen handelt es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage. Auch
die Beweislast für den Wegfall der vom Unfallversicherer zunächst anerkannten
2.8.
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3.
natürlichen Kausalität liegt demnach beim Unfallversicherer, diejenige bei der Frage ob
ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war,
wiederum jedoch bei der versicherten Person (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit
Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; UVG-Kommentar, a.a.O., Art. 6 N 7; Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Die Beweislast für den Wegfall der natürlichen Kausalität liegt
jedoch nur für Verletzungen beim Unfallversicherer, welche bei der damals anerkannten
natürlichen Kausalität thematisiert worden waren und somit Gegenstand der
Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009,
E. 1; Urteil des EVG vom 27. April 2005, U 6/05, auszugweise publiziert in: AJP 2006 S.
1290 ff.).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin ursprünglich, d.h. nach Eingang der
Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2016 (Suva-act. 1) und gestützt auf die
kreisärztliche Beurteilung von med. pract. I._ vom 24. Juni 2016 (Suva-act. 13), eine
Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. März 2016 anerkannt und
Leistungen - zunächst nur für Heilbehandlung, Taggelder erst für die ab 24. Mai 2016
bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers (Suva-act. 10, 23) -
erbracht hat (siehe das Schreiben betreffend Übernahme von Versicherungsleistungen
für das Ereignis vom 9. März 2016 vom 27. Juni 2016; Suva-act. 19). Nach der
Arbeitsaufnahme ab 17. Juli 2016 sowie gestützt auf die Bestätigung des
Beschwerdeführers vom 24. August 2016, wonach die ärztliche bzw. therapeutische
Behandlung abgeschlossen sei (Suva-act. 33, 36, vgl. dazu auch Suva-act. 34), wurden
die Leistungen für Heilbehandlung und Taggelder eingestellt und der Schadenfall
formlos abgeschlossen. Mit Schadenmeldung UVG vom 3. November 2016 meldete
der Beschwerdeführer erneut Schulterschmerzen rechts bzw. einen Rückfall zum
Ereignis vom 9. März 2016 an (Suva-act. 37). Nach Einholung einer kreisärztlichen
Beurteilung von med. pract. I._ (Suva-act. 44) verneinte nun die Beschwerdegegnerin
mit formlosem Schreiben vom 19. Dezember 2016 ihre Leistungspflicht für die neu
gemeldeten Beschwerden der rechten Schulter mangels Unfallkausalität und teilte die
Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2016 mit (Suva-act. 46). Das
Schreiben blieb unwidersprochen, doch reichte der Beschwerdeführer am 17. Januar
2017 eine weitere Schadenmeldung UVG ein, in welcher er erneut eine
Schulterproblematik rechts vermerkte und einen Rückfall zum Ereignis vom 9. März
2016 meldete (Suva-act. 48). Am 16. Januar 2017 war zudem ein
Kostengutsprachegesuch für eine durch Dr. G._ in der Klinik K._ durchzuführende
Schulteroperation, insbesondere eine arthroskopische Rotatorenmanschetten-
3.1.
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Rekonstruktion mit vorgesehener Aufenthaltsdauer vom 15. bis 19. Februar 2017
(Suva-act. 65), eingereicht worden (Suva-act. 49). Am 23. Januar 2017 folgte ein
Schreiben von Dr. G._ an die Beschwerdegegnerin, worin dieser um Überprüfung der
Kostengutsprachesituation ersuchte (Suva-act. 53). Die Beschwerdegegnerin liess die
erneute Schadenmeldung vom 17. Januar 2017 bzw. die Kausalität der gemeldeten
Schulterproblematik rechts, insbesondere der Rotatorenmanschettenläsion, durch
med. pract. I._ abklären (Suva-act. 54 ff., 67) und verneinte mit Verfügung vom 27.
Februar 2017 eine diesbezügliche Leistungspflicht (Suva-act. 68). Nachfolgend an die
ärztlichen Beurteilungen von med. pract. I._ vom 21. Februar 2017 (Suva-act. 67) und
31. Juli 2017 (Suva-act. 85) widerrief jedoch die Beschwerdegegnerin mit Schreiben
vom 2. August 2017 (Suva-act. 86) die Verfügung vom 27. Februar 2017 und verfügte
am 11. September 2017 die Einstellung der bisherigen Versicherungsleistungen
(Taggeld und Heilbehandlung) per 1. Januar 2017 (Suva-act. 89). Sie anerkannte nun
verfügungsweise eine unfallbedingte vorübergehende Verschlimmerung eines
degenerativen Vorzustandes im Bereich der rechten Schulter, ging jedoch von einem
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen der
Schulterbeschwerden per Leistungseinstellungsdatum aus. Diese Verfügung liegt dem
Einspracheentscheid vom 12. Februar 2018 (Suva-act. 103) zugrunde, welcher
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet.
Aus dem Sachverhalt in Erwägung 3.1 ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin
die mit der Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2016 gemeldete Schulterverletzung
rechts als vorübergehende Gesundheitsschädigung gewertet, einen diesbezüglichen
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers über den 31. Dezember 2016 hinaus
demnach unter dem Aspekt eines möglichen fortdauernden Grundfalls geprüft und
entsprechend in der Verfügung vom 11. September 2017 die Formulierung
"Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) werden .... eingestellt" verwendet
hat (Suva-act. 89). Im Rahmen der Rückfallmeldungen vom 3. November 2016 und 17.
Januar 2017 prüfte sie ausserdem die Kausalität der Rotatorenmanschettenläsion
rechts und lehnte eine diesbezügliche Leistungspflicht für die Heilbehandlung,
insbesondere also auch für die am 15. Februar 2017 durchgeführte Arthroskopie mit
arthroskopisch subacromialer Dekompression, Bizepstenodese, plastischer
Rekonstruktion der Rotatorenmanschette (Supraspinatussehnenrekonstruktion,
Pulleyverschluss; Suva-act. 65), und dadurch entstandene Arbeitsunfähigkeiten von
Grund auf ab. Sie anerkannte das Ereignis vom 9. März 2016 weder als teilkausalen
noch als einzigen kausalen Faktor für die Rotatorenmanschettenläsion (Suva-act. 68).
Auch wenn die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Leistungszusage vom 27. Juni
2016 (Suva-act. 19) Kenntnis von der Rotatorenmanschettenläsion hatte (vgl. Suva-act.
3.2.
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4.
Vorliegend ist, wie gesagt, unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin infolge der
Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2016 (Suva-act. 1) für das Ereignis vom 9. März
2016 Versicherungsleistungen (Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen) im
Zusammenhang mit einer Schulterverletzung rechts erbracht hat. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2018 (act. G 3) stellt sie sich nun auf den Standpunkt,
es liege kein Unfallereignis nach Art. 4 ATSG vor. Auf eine Rückforderung der
erbrachten Leistungen verzichtet sie offensichtlich. Diese Vorgehensweise ist insofern
nicht zu beanstanden, als der Unfallversicherer gemäss BGE 130 V 380 die Möglichkeit
hat, die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeldern anerkannte
Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. dazu Art.
53 ATSG) einzustellen, d.h. den Fall abzuschliessen, dies mit der Begründung, ein
versichertes Ereignis liege - bei richtiger Betrachtungsweise - gar nicht vor. Wie die
nachfolgenden Erwägungen (vgl. Erwägungen 5.1 ff.) zeigen, können die Fragen, ob mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit am 9. März 2016 ein
8), ergibt sich dennoch aus den Akten, dass sie diesbezüglich umfassende
medizinische Abklärungen erst infolge der Schadenmeldung vom 17. Januar 2017
veranlasste. Im Zeitpunkt der Leistungszusage vom 27. Juni 2016 (Suva-act. 19) lagen
der Beschwerdegegnerin noch keine Angaben medizinischer Fachpersonen vor, aus
denen ein Sachverhalt entsprechend einer überwiegend wahrscheinlichen
Unfallkausalität der arthroskopisch therapierten Rotatorenmanschettenläsion
hervorgegangen wäre. Med. pract. I._ hatte in der Beurteilung vom 24. Juni 2016,
welche zur Leistungszusage vom 27. Juni 2016 geführt hatte, nur von einer nicht
auszuschliessenden Teilkausalität der Beschwerden und einer späteren Beurteilung
betreffend einer richtungsweisenden oder zeitlich limitierten Verschlimmerung
gesprochen (Suva-act. 13). Zwar wurde die grundsätzliche Ablehnung einer
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bezüglich der Rotatorenmanschettenläsion in
der Verfügung vom 11. September 2017 nicht explizit festgehalten. Dennoch ergibt
sich diese indirekt aus der Leistungseinstellung per 1. Januar 2017, also vor der
Operation derselben vom 15. Februar 2017. Aus den obigen Darlegungen ist zu folgern,
dass die Beschwerdegegnerin die Beweislast für den Nachweis des Dahinfallens einer
vorübergehenden Verletzung zu tragen hat, während hinsichtlich der Frage, ob
bezüglich der Rotatorenmanschettenläsion ein Kausalzusammenhang zum Ereignis
vom 9. März 2016 besteht, der Beschwerdeführer beweisbelastet ist (vgl. Erwägung
2.8).
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Unfallereignis oder ein unfallähnliches Ereignis stattgefunden hat, offengelassen
werden.
5.
Suva-Kreisärztin med. pract. I._ verneinte in ihrer Beurteilung vom 31. Juli 2017
das Vorliegen einer Listendiagnose gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV (Suva-act. 85). Konkret
steht ein Sehnenriss gemäss lit. f zur Diskussion. Nicht alle Sehnenläsionen (Risse,
Zerrungen und Dehnungen) können als unfallähnliche Körperschädigungen qualifiziert
werden, sondern nach lit. f des genannten Artikels nur Sehnenrisse. Ein eigentlicher
Sehnenriss besteht dann, wenn die Sehne vollständig gerissen ist. Teilrupturen können
nur unter erschwerten Nachweisanforderungen unter Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV subsumiert
werden (BGE 114 V 302 E. 3d, 306 E. 5c). Weil sich die partiellen Sehnenrisse bzw.
Teilrupturen in der Regel klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen
(Tendinitis, Peritendinitis, Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden lassen, fällt eine
Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur
als solche medizinisch eindeutig festgestellt ist, sei dies intraoperativ oder durch
Kontrastmitteldarstellung. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, so hat der
Leistungsansprecher die Folge der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 4, 29; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 56; vgl. auch Erwägung 2.7).
5.1.
Gemäss Bericht von Dr. D._ vom 1. Juni 2016 (Suva-act. 8) hatte die
gleichentags beim Beschwerdeführer durchgeführte kernspintomographische
Untersuchung der rechten Schulter eine geringgradige interstitielle Partialruptur der
Supraspinatussehne ansatznahe auf einer Länge von 5mm in der mittleren Portion der
Supraspinatussehne zur Darstellung gebracht. Laut Operationsbericht vom 15. Februar
2017 hatte bei der gleichentags durchgeführten Arthroskopie in der Pulleyregion eine
Partialläsion der Supraspinatussehne mit Lappenbildung, jedoch keine eindeutige
transmurale Komponente, diagnostiziert werden können. Insgesamt bestand eine
Ausdünnung in dieser Region (Suva-act. 65). Damit liegt eigentlich ein hinreichender
Nachweis für einen Sehnenteilriss vor und die gegenteilige Feststellung von med. pract.
I._ kann nicht nachvollzogen werden, zumal sie ohne jegliche Begründung erfolgt ist.
Im Übrigen ist gerade auch in der am 15. Februar 2017 arthroskopisch durchgeführten
plastischen Rekonstruktion der Rotatorenmanschette
(Supraspinatussehnenrekonstruktion, Pulleyverschluss) ein deutlicher Hinweis auf das
Vorliegen einer Teilruptur der Supraspinatussehne zu sehen.
5.2.
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5.3.
Nachfolgend stellt sich jedoch die Frage, ob hinsichtlich der als belegt zu
betrachtenden Listenverletzung (vgl. Erwägung 5.2) mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang zum Ereignis
vom 9. März 2016 zu bejahen ist. Med. pract. I._ geht in ihrer umfassenden ärztlichen
Beurteilung vom 21. Februar 2017 offensichtlich davon aus, dass die
Supraspinatussehnenläsion rechts des Beschwerdeführers nichts mit dem Ereignis
vom 9. März 2016 zu tun hat, sondern ausschliesslich einem degenerativen Vorzustand
anzulasten ist (Suva-act. 67).
5.3.1.
Als Anhaltspunkt für eine degenerative Ursache der Partialruptur der
Supraspinatussehne des Beschwerdeführers sprechen für med. pract. I._ zunächst
die MRI-Befunde seines rechten Schultergelenks, welche problemlos mit
degenerativen Veränderungen beim mittfünfzigjährigen Beschwerdeführer zu
vereinbaren seien. Insbesondere auch die Acromionform sei prädisponierend für eine
Impingementkonstellation mit Supraspinatussehnenläsion (Suva-act. 67/5). Die
Rotatorenmanschette neigt gemäss medizinischer Literatur zur Degeneration (vgl. dazu
Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 627
f., 724 f., 728 ff; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1681;
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 1576). Insofern
erscheint es naheliegend, bei der Beurteilung der vorliegenden Frage den
Gesundheitszustand des ganzen rechten Schultergelenks zu betrachten. Wie bereits
erwähnt, liess sich beim Beschwerdeführer am 1. Juni 2016 kernspintomographisch im
rechten Schultergelenk, neben der Partialruptur der Supraspinatussehne, ein Acromion
Typ 2 nach Bigliani mit einem noch knapp normal weiten Subacromialraum, eine
mässiggradige AC-Gelenksarthrose, eine leichtgradige Bursitis subdeltoidea sowie eine
leichtgradig verdickte Gelenkkapsel im Recessus axillaris erheben (Suva-act. 8). Bei
einer Arthrose, einer Bursitits und einer verdickten Gelenkkapsel handelt es sich im
Regelfall um krankheitsbedingte bzw. degenerative Gesundheitsschäden (Debrunner,
a.a.O., S. 579 ff., 725, 733, 735; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 134, 280;
Pschyrembel, a.a.O., S. 152 f., 297). In der MRT-Verlaufskontrolle vom 10. Januar 2017
wurde sodann in Bezug auf die Supraspinatussehne eine aktuell auch diskrete
Signalauslöschung als Zeichen einer beginnenden Verkalkung - ebenfalls eine
degenerative Veränderung der Supraspinatussehne - festgestellt (Suva-act. 59; vgl.
Debrunner, a.a.O., S. 726). Angesichts der vorstehenden auf Bildgebung beruhenden
Gesamtsituation des rechten Schultergelenks des Beschwerdeführers spricht med.
pract. I._ überzeugend von einer sich deutlich darstellenden anlagebedingten
5.3.2.
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Impingementsituation. Nichts deutet auf eine traumatische Supraspinatussehnenläsion
hin und es besteht kein überzeugender Anlass, die Partialruptur der
Supraspinatussehne aus den weiteren umfassenden degenerativen
Gesundheitsschäden herauszulösen und als unabhängigen unfallähnlichen Sehnenriss
im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV zu betrachten. Sie fügt sich ohne Weiteres in diese
ein. Eine Degeneration ist ein fortschreitender Prozess mit mechanischer Abnützung
des Bewegungsapparates, in dessen Folge sich mit zunehmendem Alter
Abnutzungserscheinungen, insbesondere auch im Bereich der Rotatorenmanschette,
zeigen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 579 ff., 728 ff.; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576),
womit das Alter des Beschwerdeführers von med. pract. I._ schlüssig ebenfalls in die
Beurteilung miteinbezogen wurde. Der Schweregrad der verschiedenen Befunde des
Beschwerdeführers zeigte sich (noch) als leicht bis mässiggradig, was - wie von med.
pract. I._ ausgesagt - mit dem Alter des Beschwerdeführers vereinbar ist, einen rein
degenerativen Prozess absolut erklären und nicht offenkundig Raum für einen
traumatischen Ursachenanteil übrig lässt (Suva-act. 67). Laut Debrunner (a.a.O., S.
728) ist eine Degeneration mit Rissbildungen der Rotatorenmanschette vorwiegend bei
Männern von etwa 50 Jahren an sehr häufig.
In ihrer Stellungnahme vom 30. November 2017 räumt med. pract. I._ sodann
ein, dass die Beurteilung der Rotatorenmanschette insofern nicht einfach sei, als
ähnlich geachtete Befunde sowohl anlagebedingt degenerativ als auch traumatisch
auftreten könnten. Umso mehr müsse das Trauma und der nachfolgende zeitliche
Verlauf betreffend Beschwerden, ärztliche Konsultationen und das Vorliegen einer
Arbeitsunfähigkeit, unter Berücksichtigung der Tätigkeit, betrachtet werden. Med.
pract. I._ entnimmt insbesondere den vorgenannten Kriterien Erkenntnisse für ihre
Kausalitätsbeurteilung (Suva-act. 102). Allgemein ist zu sagen, dass es im Regelfall
offensichtlich erscheint, dass nur ein von einem geeigneten traumatischen Ereignis
betroffener Körperteil eine Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen kann.
Sodann führen diese erlittenen Verletzungen normalerweise zu Schmerzen und werden
unmittelbar im Anschluss an das traumatische Ereignis oder zumindest unfallnah auch
wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung beschrieben. Wie
gesagt, ist eine Degeneration im Gegensatz zu einem akuten Trauma ein
fortschreitender Prozess. Sie beginnt unbedeutend und nimmt im Verlauf zu.
Entsprechend kann sie zunächst ohne Weiteres symptomlos oder unmerklich
schleichend verlaufen, aber auch unvermittelt und schlagartig in veränderter Weise
kompliziert werden (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 586, 878). Insofern stellt eine
neuartige Schmerzwahrnehmung keine Besonderheit dar. Wie die nachfolgenden
5.3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/23
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Erwägungen zeigen, sprechen die von med. pract. I._ für die Kausalitätsbeurteilung
angeführten Kriterien bzw. der zeitliche Ablauf des Auftretens und der Entwicklung der
Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dafür, dass
sich die partielle Rotatorenmanschettenläsion des Beschwerdeführers - unabhängig
davon, ob sie vorbestanden hat oder möglicherweise auch erst nachfolgend an das
gemeldete Ereignis vom 9. Juni 2016 entstanden ist - zumindest unabhängig vom
geltend gemachten Trauma entwickelt hat und symptomatisch geworden ist.
Wie bereits erwähnt, entnimmt med. pract. I._ der Art und Weise wie bzw.
wann eine Beschwerdeproblematik auftritt, überzeugende Erkenntnisse für ihre
Kausalitätsbeurteilung. Ein typisches Symptom einer Läsion der Supraspinatussehne
ist laut medizinischer Literatur die Pseudoparalyse, bei welcher der Arm nicht mehr
aktiv über die Horizontale gehoben werden kann (Debrunner, a.a.O., S. 728;
Pschyrembel, a.a.O., S. 1576). Die Kreisärztin spricht in ihrer Beurteilung vom 21.
Februar 2017 gleichbedeutend von einer Functio laesa mit Bewegungseinschränkung
(Suva-act. 67). Wie sie zutreffend feststellt, ist jedoch im konkreten Fall zeitnah zum
Ereignis vom 9. März 2016 keine solche Symptomatik aktenkundig. Der
Beschwerdeführer begab sich relativ bald nach dem Ereignis in hausärztliche
Behandlung bei Dr. C._, der zwar als Befund einen Schmerz in der rechten Schulter
lateral, jedoch keine Bewegungseinschränkung erhob und die Diagnose eines
Verdachts auf eine Zerrung des Musculus deltoideus stellte. Eine
Rotatorenmanschettenläsion führte er nur als Differentialdiagnose an (Suva-act. 8). Der
Beschwerdeführer ist sodann Flachdachbauer, übt also eine Arbeit aus, bei welcher es
einer guten körperlichen Konstitution bedarf und insbesondere die Arme und
Schultergelenke beansprucht werden. Insofern erscheint es schlüssig und
überzeugend, wenn med. pract. I._ den zeitlichen Ablauf der Arbeitsfähigkeit bzw. -
unfähigkeit beleuchtet und im Umstand, dass beim Beschwerdeführer über zwei
Monate nach dem Trauma vom 9. März 2016 keine Arbeitsunfähigkeit resultierte (vgl.
dazu Suva-act. 8, 10, 23, 29; Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 24.
Mai 2016), einen weiteren gewichtigen Anhaltspunkt gegen eine traumatisch bedingte
Supraspinatussehnenläsion oder zumindest richtungsweisende Verschlimmerung einer
allenfalls vorbestehenden Supraspinatussehnenläsion sieht. Nach der Arbeitsaufnahme
ab 17. Juli 2016 (Suva-act. 33 f.) vermochte der Beschwerdeführer nochmals bis 1.
Januar 2017 (Suva-act. 48), d.h. während rund fünfeinhalb Monaten, zu 100% seiner
Arbeit als Flachdachbauer nachzugehen. Das Gesamtbild des zeitlichen Ablaufs spricht
mithin für einen degenerativen Prozess.
5.3.4.
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Laut Einschätzung von med. pract. I._ vom 21. Februar 2017 wird die
Beurteilung der Verneinung einer traumatischen Läsion nachvollziehbar ergänzt durch
den Umstand eines beim Beschwerdeführer ähnlich gearteten Beschwerdebildes
rechts und links (Suva-act. 67). So kommt es häufig vor, dass paarige Körperteile,
wenn auch nicht gleichzeitig, so doch im Verlauf der Jahre, eine ähnliche
Gesundheitssituation aufweisen. Laut Angaben des Beschwerdeführers vom 8. Februar
2017 gegenüber der Beschwerdegegnerin (Suva-act. 62) hatte er ca. drei Jahre vorher
unter Schulterschmerzen links gelitten, welche ohne irgendein Ereignis plötzlich
aufgetreten waren. Damals habe eine ärztliche Behandlung durch Dr. C._
stattgefunden, der gemäss seiner Erinnerung einmalig eine Spritze in die linke Schulter
gemacht habe. Danach seien die Beschwerden abgeheilt und er habe keine Probleme
mehr gehabt (vgl. dazu auch Suva-act. 12).
5.3.5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Kreisärztin med. pract. I._ in ihren
Beurteilungen vom 21. Februar und 30. November 2017 (Suva-act. 67, 102) zum
überzeugenden und nachvollziehbaren Schluss gelangt, dass die partielle
Suprapspinatussehnenläsion rechts des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit in keinem Zusammenhang zum Ereignis vom 9.
März 2016 steht. Nach der gesamten Aktenlage ist es als erwiesen zu erachten, dass
der fragliche Gesundheitsschaden durch eine Degeneration verursacht wurde und - wie
von med. pract. I._ festgestellt - mit dem Ereignis vom 9. März 2016 nichts zu tun
hat. So fehlt es vorliegend an entscheidenden Anhaltspunkten für eine traumatische
Kausalität. An dieser Beurteilung vermögen auch die Feststellung von Dr. G._ im
Untersuchungsbericht vom 23. Januar 2017 (Suva-act. 53) - aus seiner Sicht bestehe
ein Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom Ende März 2016 -, die Aussage von Dr.
L._ in der medizinischen Beurteilung vom 3. März 2017 (Suva-act. 72) - die
Schulterbeschwerden könnten als Folge einer kombinierten Wirkung von degenerativen
und traumatisch bedingten Faktoren beurteilt werden - sowie die Meinung von Dr.
C._ in seinem Schreiben vom 21. März 2017 (Suva-act. 78), - die
Beschwerdegegnerin müsste diesen Fall übernehmen - nichts zu ändern. So sind den
vorgenannten ärztlichen Berichten bzw. Schreiben keine weiteren, in
Auseinandersetzung mit der gesamten Aktenlage beweisbildenden, stichhaltigen
medizinischen Begründungen zu entnehmen, anhand welcher sich nachvollziehen
liesse, aus welchen Gründen die Ärzte zu ihren Schlussfolgerungen gelangt sind. Eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für eine unfallähnliche Körperschädigung
gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV ist damit
grundsätzlich zu verneinen. Aus denselben Überlegungen, wie sie in den Erwägungen
5.3 angestellt worden sind, sind mit dem Beweisgrad der überwiegenden
5.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/23
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6.
Wahrscheinlichkeit auch eine im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. März 2016
stehende, sich dem Erreichen des Status quo sine vel ante entziehende neue partielle
Rotatorenmanschettenläsion oder eine richtungsgebende Verschlimmerung derselben
infolge des Ereignisses vom 9. März 2016 auszuschliessen.
Die Beschwerdegegnerin hat indes für das Ereignis vom 9. März 2016 bis 31.
Dezember 2016 Versicherungsleistungen für eine vorübergehende Verschlimmerung
eines Vorzustandes erbracht. Dabei stützte sie sich auf die Beurteilungen von med.
pract. I._ vom 21. Februar, 31. Juli und 30. November 2017 (Suva-act. 67, 85, 102),
welche - sofern die Beschwerdegegnerin überhaupt von einem Unfall ausgehe - den
Status quo sine vel ante Ende Juli/Anfang August 2016 als erreicht ansah. Eine weitere
Leistungspflicht im Zusammenhang mit den über das Leistungseinstellungsdatum
hinaus andauernden Schulterbeschwerden rechts, insbesondere für die Operation vom
15. Februar 2017 (Suva-act. 65), wäre denn auch - wie die nachfolgenden Erwägungen
zeigen - in jedem Fall abzulehnen.
6.1.
Aufgrund der Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2016 bzw. dem darin
geschilderten Ereignis vom 9. März 2016 (Suva-act. 1) hat Dr. C._ gemäss
Arztzeugnis UVG vom 2. Juni 2016 anlässlich der Erstbehandlung vom 12. März 2016
die Verdachtsdiagnose einer Zerrung des Musculus deltoideus gestellt (Suva-act. 8).
Bei einer Zerrung handelt es sich um eine Weichteilverletzung, die sich zwar
beispielsweise durch den Unfallmechanismus erklären oder anhand klinisch erhobener
Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen,
Bewegungseinschränkungen, Sensibilitätsstörungen, Muskelverhärtungen -
objektivieren lässt; sie muss aber - wie im konkreten Fall - nicht von einer strukturellen
Läsion begleitet sein (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 412; Roche Lexikon, a.a.O., S. 357). Es
ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass Weichteilverletzungen wie Distorsionen
normalerweise innert kurzer Zeit abheilen und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 412). Diese
medizinische Erfahrungstatsache darf im Rahmen des im Sozialversicherungsrecht zur
Anwendung gelangenden Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden (Locher/
Gächter, a.a.O., § 70 N 58 f.). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Dahinfallens
natürlich kausaler Unfallfolgen zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil
des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2). Medizinische Erfahrungssätze
beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im
6.2.
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konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich
nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren.
In den vorliegenden Akten finden sich keine Hinweise, welche bezüglich
Heilverlaufs der vom Beschwerdeführer infolge des Ereignisses vom 9. März 2016, am
12. März 2016 erstmals ärztlich behandelten und am 25. Mai 2016 gemeldeten
Beschwerdesymptomatik in der rechten Schulter auf einen Ausnahmefall hinweisen
würden. Was die Schwere der Distorsion angeht sind weder besondere, erschwerende
Tatbestandselemente erwähnt noch werden solche geltend gemacht. Eine Distorsion
kann sich durch verschiedene Schweregrade auszeichnen, kann also durchaus auch
nach einer geringfügigen Einwirkung - wie sie im Falle des Beschwerdeführers
anzunehmen ist - auftreten. Ebenso sprechen die anlässlich der Erstbehandlung vom
12. März 2016 von Dr. C._ erhobenen geringgradigen Befunde (primär Schmerzen
Schulter rechts lateral ohne Bewegungseinschränkung; Suva-act. 8) sowie das
echtzeitliche Fehlen einer Arbeitsunfähigkeit (vgl. dazu Erwägung 3.1; Suva-act. 8)
gegen einen Ausnahmefall. Beim Beschwerdeführer bestand zwar ab 24. Mai 2016 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit, dies jedoch eben erst nach einer mehr als zweimonatigen
Latenzzeit und im Zusammenhang mit dem Tragen einer ca. 50 kg schweren Rolle bei
der Arbeit (Suva-act. 10, 15). Damit übereinstimmend hatte der Beschwerdeführer Dr.
C._ nach der Konsultation vom 12. März 2016, drei Tage nach dem Ereignis vom 9.
März 2016, bis zum 24. Mai 2016 nicht mehr konsultiert. Sowieso war der
Beschwerdeführer sodann ab 17. Juli 2017 wieder 100% arbeitsfähig (Suva-act. 33 f.)
und spätestens im August 2016 erfolgte (wieder) ein Behandlungsabschluss (Suva-act.
33 f., 36). Erst am 3. November 2016 erging eine Rückfallmeldung (Suva-act. 37),
nachdem Dr. C._ dem Beschwerdeführer am 28. Oktober 2016 bei der Diagnose
Status nach Teilläsion der Supraspinatussehne eine Physiotherapieverordnung
ausgestellt hatte (Suva-act. 39, vgl. Suva-act. 43), dieser aber dennoch bis anfangs
Januar 2017 nochmals arbeitsfähig war. Der dargelegte zeitliche Ablauf bezüglich der
initialen Dauer der ärztlichen Behandlung mit einer fehlenden Arbeitsunfähigkeit zeigt
einen regelrechten Heilungsverlauf mit dem zunächst typischen degressiven Verlauf,
wie er in der Regel nach einer Schmerzverursachung nach einer Distorsion zu erwarten
ist. Die erneute ärztliche Behandlung im Mai 2016 mit einer ersten Arbeitsunfähigkeit
vermag gleichfalls keinen Ausnahmefall aufzuzeigen. Auch nach dem
Behandlungsabschluss im August 2016 kam es erst wieder Ende Oktober 2016 zu
Schulterbeschwerden, was für eine traumatische Genese untypisch ist und auf eine
degenerative Entwicklung im Zusammenhang mit der schliesslich am 15. Februar 2017
arthroskopisch behandelten Partialläsion der Supraspinatussehne hinweist. So hielt
auch Dr. D._ im kernspintomographischen Untersuchungsbericht vom 1. Juni 2016
6.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 12. Februar 2018 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung