Decision ID: 6d1909c6-5391-49ed-85de-bc6ea5079f74
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
mehrfacher, teilweise gewerbsmässiger Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 5. März 2013 (DG120345)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 12. Oktober 2012
ist diesem Urteil beigeheftet (HD Urk. 32).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 75 S. 88 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des mehrfachen, teilweise gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB
− der mehrfachen, teilweise qualifizierten Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB
− des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB
− der mehrfachen rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 AuG
− des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG
− der mehrfachen rechtswidrigen Einreise ins Ausland im Sinne von Art. 115 Abs. 2 AuG
− der Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute
749 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.
3. Die gemäss Quittung der Kasse der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Dezember
2011 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse unter Sachkautions-Nr. ...
lagernden Vermögenswerte
− Fr. 1'330.– (Asservat-Nr. ...)
− Fr. 10.30 (Münzgeld) (Asservat-Nr. ...)
− € 1'000.– (Asservat-Nr. ...)
− € 825.– (Asservat-Nr. ...)
− £ 180.– (Asservat-Nr. ...)
− US-$ 4.– (Asservat-Nr. ...)
− NZ-$ 5.– (Asservat-Nr. ...)
− Fr. 5.– (Gedenkmünze 1975) (Asservat-Nr. ...)
werden eingezogen und verfallen dem Staat.
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4. Die gemäss Quittung der Kasse der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Dezember
2011 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse unter Sachkautions-Nr. ...
lagernden
− 5 Reka-Schecks à Fr. 10.– (Asservat-Nr. ...)
− 20er Goldvreneli (Asservat-Nr. ...)
werden durch die Kasse des Bezirksgerichts Zürich verwertet. Der Erlös verfällt dem Staat.
5. Das gemäss Quittung der Kasse der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Dezember
2011 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse unter Sachkautions-Nr. ...
lagernde
− Mobiltelefon Nokia, IMEI: ...
wird eingezogen und verwertet. Der Verwertungserlös wird zur Deckung der Verfahrens-
kosten verwendet.
6. Die gemäss Quittung der Kasse der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Dezember
2011 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse unter Sachkautions-Nr. ...
lagernden Gegenstände
− 1 Klebebandrolle (Asservat-Nr. ...)
− 2 Schraubenzieher (Asservat-Nr. ...)
− 1 Seitenschneider, Marke: Lux-Tools (Asservat-Nr. ...)
− Mini-LED-Lampe (Asservat-Nr. ...)
− 1 Schraube Spezial (Asservat-Nr. ...)
− Bulgarische Identifikationskarte Nr. ..., lautend auf B._ (Asservat-Nr. ...)
− 1 SIM-Karte "Lebara France" (Asservat-Nr. ...)
werden eingezogen und der Lagerbehörde bzw. die gefälschte bulgarische Identifikations-
karte (Asservat-Nr. ...) dem Urkundenlabor der Kantonspolizei zur gutscheinenden Verwen-
dung zu überlassen.
7. Die gemäss Quittung der Kasse der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Dezember
2011 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse unter Sachkautions-Nr. ...
lagernden Gegenstände
− 2 Fahrkarten ZVV (stark verwittert) (Asservat-Nr. ...)
− 1 Zippo Feuerzeug (Asservat-Nr. ...)
− 1 Armbanduhr silber, Marke: Auriol (Asservat-Nr. ...)
− 1 Halstuch unisex, blau (Asservat-Nr. ...)
− 1 Jeanshose, blau, "Navyboot" (Asservat-Nr. ...)
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− 1 Regenjacke "Salewa", grau (Asservat-Nr. ...)
− 1 Tuch, blau/weiss (Asservat-Nr. ...)
− 1 Plastikkarte mit Foto Nr. ... (Asservat-Nr. ...)
− ZVV-9-UhrPass, Alle Zonen, gültig vom 24.01.2011 bis 23.02.2011 (Asservat-Nr. ...)
− 1 Lederportemonnaire schwarz "GFF" (GianFranco Ferre) (Asservat-Nr. ...)
− 1 Sportrucksack "Jack Wolfskin" (Asservat-Nr. ...)
− 1 Paar graue Wollhandschuhe "LEVI'S" Gr. L (Asservat-Nr. ...)
− Pumaschuhe, schwarz, Gr. 44 1⁄2, links (Asservat-Nr. ...) und rechts (Asservat-Nr. ...)
werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes
Verlangen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist von der
Lagerbehörde vernichtet.
8. Der Beschuldigte wird entsprechend seiner Anerkennung verpflichtet, der Privatklägerin
C._ (ND 1) Schadenersatz von Fr. 3'050.– zuzüglich 5 % Zins ab 8. Juni 2010 zu be-
zahlen.
9. Der Beschuldigte wird entsprechend seiner Anerkennung verpflichtet, der Subrogations-
klägerin D._ AG [Versicherungsgesellschaft] (ND 1) Schadenersatz von Fr. 14'994.60
zu bezahlen.
10. Der Beschuldigte wird entsprechend seiner Anerkennung verpflichtet, der Privatklägerin
E._ (ND 10) Schadenersatz von Fr. 1'800.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. Dezember 2010
zu bezahlen.
11. Der Beschuldigte wird entsprechend seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privatkläger
F._ (ND 17) Schadenersatz von Fr. 200.– sowie eine Umtriebsentschädigung von
Fr. 500.– zu bezahlen.
12. Der Beschuldigte wird entsprechend seiner Anerkennung verpflichtet, der Privatklägerin
G._ (ND 28) Schadenersatz von Fr. 946.40 zu bezahlen.
13. Der Beschuldigte wird entsprechend seiner Anerkennung verpflichtet, der Privatklägerin
H._ zuhanden der I._ (ND 11) Schadenersatz von Fr. 615.35 zu bezahlen.
14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger J._ (ND 20) Schadenersatz in der
Höhe von Fr. 13'504.30 zu bezahlen.
15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Subrogationsklägerin D._ AG (ND 20) Scha-
denersatz von Fr. 47'023.50 zu bezahlen.
16. Auf das Schadenersatzbegehren von K._ (ND 6) wird nicht eingetreten.
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17. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger L._ (ND 32) und J._ (ND 20) werden
abgewiesen.
18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 4'610.00 Kosten der Kantonspolizei
Fr. 2'500.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. 3'031.45 Auslagen Untersuchung
Fr. 18'172.95 amtliche Verteidigung Untersuchung
Fr. amtliche Verteidigung (ausstehend)
Fr. 905.00 ausserkantonale Untersuchungskosten
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
19. a) Die Kosten des Untersuchungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln
auferlegt und zu einem Viertel auf die Staatskasse genommen.
b) Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
c) Ein Viertel der Kosten der amtlichen Verteidigung für das Untersuchungsverfahren wird
definitiv auf die Staatskasse genommen. Drei Viertel der Kosten der amtlichen Verteidigung
für das Untersuchungsverfahren sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung für das
Gerichtsverfahren werden auf die Staatskasse genommen, vorbehalten bleibt eine Nachfor-
derung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
20. (Mitteilung)
21. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 93 S. 2 f.)
1. In den Fällen ND 16, ND 20, ND 22 und ND 26 sei jeweils statt von einem
vollendeten Diebstahl von einem Diebstahlversuch auszugehen. In den
Fällen HD, ND 14, ND 17 und ND 27 sei jeweils von einer niedrigeren
Deliktsumme auszugehen.
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2. A._ sei mit einer Freiheitsstrafe von höchstens 2 1⁄2 Jahren zu bestra-
fen;
3. Entsprechend sei A._ unverzüglich aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu
entlassen und nach Ermessen des Gerichts zu entschädigen.
4. Die Schadenersatzforderung von J._ (ND 20) in Höhe von
CHF 13'504.30 sei abzuweisen bzw. eventualiter auf den Zivilweg zu ver-
weisen.
5. Die Schadenersatzforderung der D._ Schadenservice (ND 20) in Höhe
von CHF 47'023.50 sei abzuweisen bzw. eventualiter auf den Zivilweg zu
verweisen.
6. Die Kosten der Untersuchung und des vorinstanzlichen Gerichtsverfahrens
seien zur einen Hälfte auf die Staatskasse zu nehmen und zur anderen dem
Beschuldigten aufzuerlegen, zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit
jedoch definitiv abzuschreiben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung
für die Untersuchung und das vorinstanzliche Gerichtsverfahren seien
auf die Staatskasse zu nehmen, zur Hälfte unter Vorbehalt von Art. 135
Abs. 4 StPO.
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen
Verteidigung für das Berufungsverfahren, seien auf die Staatskasse zu
nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich; Urk. 82)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 5. März 2013 wurde der Beschul-
digte A._ des mehrfachen, teilweise gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne
von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, der mehrfachen, teilweise qualifizierten
Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB, des mehrfa-
chen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, teil-
weise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen rechtswidrigen Ein-
reise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 AuG,
des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b
AuG, der mehrfachen rechtswidrigen Einreise ins Ausland im Sinne von Art. 115
Abs. 2 AuG und der Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 StGB schul-
dig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren bestraft, wovon im
Zeitpunkt der Urteilsfällung 749 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafantritt er-
standen waren. Im Weiteren wurden verschiedene, mit Verfügungen vom
18. Februar 2011 beschlagnahmte und namentlich genannte Gegenstände (bei
der Bezirksgerichtskasse unter Sachkautions-Nrn. ... und ...; Vermögenswerte
und Gegenstände) eingezogen, zugunsten der Staatskasse verwertet, zur De-
ckung der Verfahrenskosten verwendet bzw. dem Beschuldigten herausgegeben.
Ferner wurde der Beschuldigte zur Bezahlung von Schadenersatz an diverse Ge-
schädigte und in einem Fall zur Bezahlung einer Umtriebsentschädigung ver-
pflichtet. Auf ein Schadenersatzbegehren wurde nicht eingetreten und zwei Ge-
nugtuungsbegehren wurden abgewiesen. Schliesslich wurden die Kosten der Un-
tersuchung zu drei Vierteln dem Beschuldigten auferlegt und zu einem Viertel auf
die Staatskasse genommen. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens wurden
vollumfänglich dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidi-
gung für das Untersuchungsverfahren wurden zu einem Viertel definitiv auf die
Staatskasse genommen. Drei Viertel der Kosten der amtlichen Verteidigung für
das Untersuchungsverfahren sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung für das
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Gerichtsverfahren wurden unter dem Nachforderungsvorbehalt von Art. 135
Abs. 4 StPO auf die Staatskasse genommen (Urk. 75 S. 88 ff.).
2. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichts Zürich liess der Beschuldigte mit
Eingabe vom 6. März 2013 innert Frist die Berufung anmelden (Urk. 66). Am
24. Mai 2013 liess der Beschuldigte durch Eingabe seiner Verteidigerin die Beru-
fungserklärung einreichen und oberwähnte Anträge stellen (Urk. 76). In der Folge
wurde diversen Privatklägern und der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom
25. Juni 2013 Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung erheben
oder ein Nichteintreten auf die Berufung beantragen würden (Urk. 80). Mit Ein-
gabe vom 28. Juni 2013 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anschluss-
berufung (Urk. 82). Die Privatkläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen.
3. Der Schuldspruch gemäss Dispositiv Ziffer 1 lemma 1 (mehrfacher, teil-
weiser gewerbsmässiger Diebstahl) ist nicht explizit angefochten. Da jedoch bei
etlichen Diebstählen die Frage nach dem Umfang des Deliktsguts (betreffend
Dossiers HD, ND 14, ND 17, ND 21 und ND 27) bzw. die Frage, ob ein vollende-
ter Diebstahl oder ein Diebstahlsversuch vorliegt (betreffend Dossiers ND 16,
ND 20, ND 22 und ND 26) zu klären ist, gilt Dispositiv Ziffer 1 lemma 1 als mit-
angefochten. Beim vorinstanzlichen Urteil sind somit folgende Dispositiv Ziffern
angefochten: Dispositiv Ziffer 1 lemma 1 Schuldspruch betreffend des mehr-
fachen, teilweise gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und
Ziff. 2 StGB; Dispositiv Ziffer 2 betreffend die Strafhöhe; Dispositiv Ziffern 14 und
15 betreffend Schadenersatz sowie Dispositiv Ziffern 19a) b) und c) betreffend
Auferlegung der Kosten des Untersuchungs- und gerichtlichen Verfahrens (Prot. II
S. 6 f.). Nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen sind somit der
vorinstanzliche Schuldspruch gemäss Dispositiv Ziffer 1 alinea 2 bis 7, die
vorinstanzliche Einziehung der beschlagnahmten Vermögenswerte und Gegen-
stände gemäss Dispositiv Ziffern 3 bis 7, die Verpflichtungen zur Bezahlung von
Schadenersatz gemäss Dispositiv Ziffern 8 bis 13, das Nichteintreten auf das
Schadenersatzbegehren gemäss Dispositiv Ziffer 16, die Abweisung von Genug-
tuungsbegehren gemäss Dispositiv Ziffer 17 sowie die vorinstanzliche Kostenfest-
setzung gemäss Dispositiv Ziffer 18. Davon ist vorab Vormerk zu nehmen
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(Art. 404 Abs. 1 StPO). Nicht angefochten wurde der Nichteintretensbeschluss
betreffend Hausfriedensbruch gemäss Anklageziffer 1.8 (ND 8).
II. Sachverhalt
1. Der Beschuldigte moniert, dass die Vorinstanz bei HD, ND 14, ND 17,
ND 21 und ND 27 bezüglich der Diebstähle von einem zu hohen Deliktsbetrag
sowie bei ND 16, ND 20, ND 22 und ND 26 jeweils von einem vollendeten
Diebstahl statt von einem Diebstahlsversuch ausgegangen sei (Urk. 76 S. 2 ff.
und Urk. 93 S. 5 ff.). Es ist daher der diesbezügliche Sachverhalt zu erstellen.
2. Zur Erstellung des Sachverhalts bzw. des fraglichen Sachverhaltselementes
dienen im Wesentlichen neben den Aussagen des Beschuldigten in den diversen
polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Einvernahmen die Einvernahmen
der Geschädigten und Privatkläger.
3. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es
nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten
geschöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO).
4. Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des
Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein
vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der
Anklageschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt,
dass das Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausreichend ist, wenn
die vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten hin-
deuten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige
abstrakte theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich
sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen,
wenn vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen
werden können.
Die blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen.
Nur wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von
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der Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu
überzeugen vermag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz
"in dubio pro reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht
zu unterdrückende Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage
aufdrängen), so muss es den Beschuldigten freisprechen bzw. von dem für den
Beschuldigten günstigeren Sachverhalt ausgehen.
Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Beteiligten,
so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtli-
cher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche Sach-
darstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der
Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen.
Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwür-
digkeit des Aussagenden abgestellt werden, sondern auf die Glaubhaftigkeit der
konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Diese sind einer Analyse bzw. kriti-
schen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten
Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (Bender, Die häufigsten Fehler bei
der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.).
5.1 Vorbemerkungen
Vorweg einige Bemerkungen zu sämtlichen vorliegend noch zur Diskussion
stehenden Einbruchdiebstählen, bevor in der Folge auf die einzelnen Delikte ein-
zugehen sein wird. Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich nicht, diese Delikte
begangen zu haben. Dies ist zumindest ein gewisses Indiz dafür, dass anlässlich
dieser Einbruchdiebstähle auch Deliktsgut abhanden gekommen ist. Ziel der
begangenen Einbruchdiebstähle war nämlich, Wertsachen zu erlangen. Zudem
geht aus den Aussagen des Beschuldigten an der Berufungsverhandlung hervor,
dass er die genaue Sichtung des Diebesgutes jeweils erst nach den Einbruch-
diebstählen vorgenommen zu haben scheint. So erklärte er beispielsweise be-
treffend Schmuck, dass er jeweils jeglichen gelben Schmuck mitgenommen und
erst im nachhinein entschieden habe, ob etwas wertvoll sei oder nicht (Urk. 92
S. 13). Er habe jeweils nicht viel Zeit gehabt, um zu schauen (Urk. 92 S. 16).
Nachdem beim Beschuldigten auch Modeschmuck und eine Swatch Uhr hat
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sichergestellt werden können, kann auch nicht, wie von ihm geltend gemacht
(Urk. 92 S. 13), davon ausgegangen werden, dass er jeweils nur sehr begehrte
Uhren und nur sehr wertvollen Schmuck mitgenommen hat.
Soweit die Verteidigung darauf hinweist, dass die gemeinhin bekannte Häufigkeit
von Fällen des Versicherungsbetruges durch Geschädigte von der Vorinstanz
ausgeblendet worden sei (Urk. 93 S. 4), so handelt es sich dabei um einen
allgemeinen Generalverdacht, der nichts darüber aussagt, ob die vorliegend rele-
vanten Geschädigten auch tatsächlich einen Versicherungsbetrug begangen ha-
ben könnten. Wenn die Verteidigung bzw. der Beschuldigte bei diversen Dossiers
vorbringt (vgl. Urk. 93 S. 5 ff.), es sei beispielsweise nicht nachvollziehbar, dass
ein 27-Jähriger ein Sparschwein besessen haben will (vgl. Urk. 93 S. 9) oder dass
jemand in die Ferien geht und sehr viel Schmuck im Haus lässt (Urk. 92 S. 19), so
schliesst sie gestützt auf Lebensgewohnheiten der Allgemeinheit auf einzelne
Personen, was nicht zu überzeugen vermag.
5.2 HD
5.2.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er sei zwischen dem 25. Februar
2010, 18.00 Uhr, und dem 27. Februar 2010, 20.10 Uhr, nachdem er das Schlaf-
zimmerfenster mit einem Stein eingeworfen habe, in die Wohnung von M._
am ...-Weg ... in Zürich eingedrungen und habe sich Vermögenswerte und Ge-
genstände im Gesamtwert von Fr. 5'989.30 (recte: Fr. 6'249.30) angeeignet und
mitgenommen.
5.2.2 Der Beschuldigte führte in seiner ersten Einvernahme nach der Verhaf-
tung am 17. Februar 2011 aus, er habe in der Schweiz ausser dem Einbruch in
Horgen am 16. Februar 2011 keine weiteren Straftaten begangen. Insbesondere
bestritt er, am ...-Weg in Zürich einen Einbruch begangen zu haben. Er wisse
schon, was er gemacht habe (HD Urk. 19/1 S. 6 f.).
Anlässlich der Hafteinvernahme vom 18. Februar 2011 bestritt der Beschuldigte
zusammen mit anderen Personen in der Stadt Zürich, im Kanton Zürich und/oder
der Schweiz Diebstähle begangen zu haben (HD Urk. 19/2 S. 6).
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Am 3. März 2011 fand eine delegierte Einvernahme des Beschuldigten durch die
Kantonspolizei Zürich statt. Darin bestritt der Beschuldigte, weitere Diebstähle in
der Schweiz begangen zu haben. Insbesondere habe er den vorliegenden
Einbruch vom 25./27. Februar 2010 nicht gemacht. Auf den Vorhalt, wonach seine
DNA am Tatort gefunden worden sei, antwortete der Beschuldigte, dass vielleicht
jemand seine Kleider angehabt oder sonst etwas von ihm dabeigehabt habe.
Anders könne er sich dies nicht erklären. Er sei nicht dort gewesen, er habe
nichts gestohlen (HD Urk. 19/3 S. 10 ff.).
Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 17. März 2011 wurde dem Beschul-
digten vorgehalten, dass seine DNA am Tatort gefunden und sichergestellt wer-
den konnte. Auf die Frage, wie er sich dies erkläre, antwortete der Beschuldigte,
dass er keine Ahnung habe. Ihm würden Sachen vorgeworfen, die er nicht
begangen habe. Er sei zu dieser Zeit nicht in der Schweiz gewesen. Später gab
er trotzig zu, dass er die Delikte, an deren Tatorten seine DNA gefunden worden
sei, begangen habe (HD Urk. 19/4 S. 2 ff.).
In der delegierten Einvernahme vom 25. März 2011 gab der Beschuldigte zu,
dass er mehrfach Einbruchdiebstähle begangen habe. Er könne allerdings nicht
sagen wo (HD Urk. 19/5).
Am 14. April 2011 erklärte der Beschuldigte, dass er in die Wohnung am
...-Weg eingedrungen sei (HD Urk. 19/8 S. 3).
Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 29. Juni 2011 führte der Beschul-
digte aus, dass er dieses Delikt alleine ausgeführt habe. Es habe dort aber nichts
Wertvolles gehabt. Er habe nichts mitgenommen, weil es nichts gegeben habe;
auch kein Gold. Er sei sich dessen zu hundert Prozent sicher. Vielleicht habe er
Geld mitgenommen. Auf den Vorhalt, dass das Portemonnaie aus diesem
Diebstahl von einer anderen Person unweit des Tatortes im Nachhinein gefunden
und auf den Polizeiposten gebracht worden sei, meinte der Beschuldigte, er habe
nichts genommen. Vielleicht sei nochmals jemand in der Wohnung, die zwei Tage
leer gestanden sei, gewesen. Er habe nichts gestohlen. Er nehme keine solchen
Sachen wie Computer mit. Dies habe er auch bei den anderen Einbrüchen nicht
gemacht. Es habe kein Deliktsgut gegeben (HD Urk. 14 S. 2 ff.).
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Am 24. Juli 2012 fand eine Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft statt. Dabei
gab der Beschuldigte unter Vorhalt der Deliktsgutliste zu Protokoll, er habe
den Computer und den iPod nicht genommen. Er könne sich nicht mehr genau er-
innern, was er genommen habe. Technische Geräte habe er aber nie genommen.
Er könne den Datenträger auch nicht anerkennen. Mit allem anderen sei er
einverstanden. Schmuck habe er genommen (HD Urk. 19/14 S. 7).
Anzumerken ist, dass die dem Beschuldigten in der Einvernahme vom 24. Juli
2012 vorgehaltene Deliktsgutliste nicht identisch ist mit jener der Anklageschrift.
Das Geständnis des Beschuldigten darf nur im Zusammenhang mit der ihm
damals vorgehaltenen Deliktsgutliste beurteilt werden. So erstreckt sich das Ge-
ständnis nicht auf Bargeld von CHF 400.--, zwei Schmuckbehälter, eine Schiffs-
anker-Halskette (CHF 150.--) und einen Entourage-Fingerring (CHF 110.--).
Darüberhinaus hat der Beschuldigte explizit bestritten, technische Geräte gestoh-
len zu haben, sodass der Diebstahl des PC HP Compaq (Notebook), des Daten-
trägers für PC, des Apple iPods und des Datenträgers Samsung für PC ebenfalls
zu klären ist.
5.2.3 Die Geschädigte, welche sich im Zeitpunkt des Einbruchs in ihre
Wohnung ferienhalber im Ausland aufhielt, machte gegenüber der Kantonspolizei
Zürich nach ihrer Rückkehr in die Schweiz Angaben zu den ihr abhandenge-
kommenen Vermögenswerten und Gegenständen, welche einerseits Eingang in
den Polizeirapport fanden (HD Urk. 1) und andererseits auf einer durch die
Geschädigte aufgestellten und unterschriebenen Liste aufgeführt sind (HD
Urk. 5). Zudem reichte die Geschädigte die Kaufquittung für den PC HP Compaq
(Notebook) zu den Akten (HD Urk. 4).
Am 10. September 2012 wurde die Geschädigte durch die Staatsanwaltschaft als
Auskunftsperson einvernommen. Dabei führte sie aus, dass ihr Goldschmuck,
eine antike Silberkette mit einer Uhr, ein Computer, eine externe Harddisk, ein
iPod, Schmucksachen, Steinketten etc. gestohlen worden seien. Sie habe viel
Schmuck gehabt und könne sich nicht an alles erinnern. Diejenigen Schmuckstü-
cke, an welche sie sich habe erinnern können, habe sie angegeben. Die ihr vor-
gehaltene Liste mit Deliktsgut könne sie bestätigen. Sie wisse, was ihr gefehlt ha-
be. An diese Sachen habe sie sich erinnern und auch teilweise belegen können.
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Sie könne auch ihre Deliktsliste vom 21. April 2010 bestätigen. Die Goldsachen
habe sie von ihrer Familie erhalten. Die seien ihr kostbar. Den Ring (zweitletzte
Position) habe sie von ihrem Ex-Freund erhalten. Die externe Harddisk habe viele
Daten enthalten. Es sei nicht möglich, dass sie sich beim Deliktsgut geirrt habe.
Ursprünglich habe sie auch noch eine Kamera als Deliktsgut gemeldet. Diese sei
im Geschäft gewesen. Es seien ihr auch Fr. 400.-- gestohlen worden, welche sie
im Sideboard aufbewahrt und von ihrem Vater bekommen habe. Sie habe das
Geld in der Wohnung gelassen, damit sie nach ihrer Rückkehr noch Geld hätte.
Sie gehe davon aus, dass sie vergessen habe, das Geld auf der Deliktsliste auf-
zuführen. Auf ihrer Deliktsliste habe sie das Portemonnaie und das Bargeld ver-
gessen. Den Schmuck habe sie so umschrieben, wie sie es noch gewusst habe.
Es sei zutreffend, dass die beiden Schmuckbehälter gestohlen worden seien; so
auch die Kette, die Halskette mit dem Kreuzanhänger. Sie sei sich sicher, dass
der PC, die externe Harddisk und der iPod entwendet worden seien (HD Urk. 15).
5.2.4 Was die Aussagen des Beschuldigten anbelangt, so fällt auf, dass er
anfänglich über mehrere Einvernahmen hinweg den vorliegenden Einbruchdieb-
stahl vehement bestritten hat, um dann entsprechend dem Fortgang der Untersu-
chung und unter dem Druck der erhobenen Beweise zuzugeben, dass er den
Einbruch begangen hat. Wohl gab er dann den Einbruch zu, bestritt aber, Delikts-
gut mitgenommen zu haben, da es nichts Wertvolles gehabt habe. Erst am
24. Juli 2012 konnte er sich durchringen und gestehen, einen Teil des ihm vor-
geworfenen Deliktsguts gestohlen zu haben. Wohl ist der Beschuldigte nicht
verpflichtet, sich selber zu belasten. Dieses sukzessive Zugeben des Einbruch-
diebstahls führt allerdings dazu, dass seine Aussagen wenig glaubhaft wirken.
Nicht nachvollziehbar ist zudem, dass sich der Beschuldigte zum heutigen
Zeitpunkt genau an das jeweilige Deliktsgut zu erinnern scheint, obwohl er in der
Untersuchung wiederholt ausgesagt hat, nicht mehr zu wissen, was er jeweils
mitgenommen habe.
5.2.5 Die Aussagen der Geschädigten können keiner eigentlichen Aus-
sageanalyse unterzogen werden, da sie keine Aussagen zu einem beobachteten
Vorfall machen kann. Ihre Aussagen beschränken sich auf das Feststellen der ihr
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abhandengekommenen Vermögenswerte und Gegenstände. Trotzdem gilt es
festzuhalten, dass sie unter den strengen Strafandrohungen von Art. 303 bis 305
StGB ihre Aussagen machte. Obwohl sie sich am Strafverfahren nicht als Privat-
klägerin beteiligt, muss ihr doch ein gewisses finanzielles Interesse unterstellt
werden, da sie ihren Schaden wohl ihrer Versicherung gemeldet hat. Es ist kein
Grund ersichtlich, weshalb die Geschädigte mehr Deliktsgut als gestohlen gemel-
det haben soll, als tatsächlich abhanden gekommen ist. Im Gegenteil ist der
Geschädigten zugute zu halten, dass sie, nachdem sie festgestellt hat, dass ihr
die Kamera nicht gestohlen wurde, dies umgehend den zuständigen Behörden
gemeldet hat. Damit hat sie den Beschuldigten nicht unberechtigt belastet,
sondern es ging ihr darum, den Sachverhalt richtig zu stellen. Dies ist als
Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen zu betrachten. Im Übrigen ist auf das
vorinstanzliche Urteil zu verweisen (Urk. 75 S. 26 ff.).
5.2.6 Es kann daher auf die glaubhaften Aussagen der Geschädigten
abgestellt werden, weshalb davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte neben
den von ihm zugegebenen Deliktsgegenständen auch CHF 400.--, den PC
HP Compaq (Notebook), den Datenträger für PC, zwei Schmuckbehälter, eine
Schiffsanker-Halskette, einen Entourage-Fingerring, ein Apple iPod 80 GB und
einen Datenträger Samsung für PC bei der Geschädigten entwendet hat. Der
Gesamtwert des Deliktsguts beläuft sich auf Fr. 6'249.30.
5.3 ND 14
5.3.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe zwischen dem 7. Januar
2011, 12.00 Uhr, und dem 10. Januar 2011, 11.10 Uhr, an der ...-Strasse ... in
N._ zum Nachteil von O._ einen Einbruchdiebstahl begangen, indem er
mit einem Stein die Türe des Gartensitzplatzes eingeschlagen habe, in die Räum-
lichkeiten eingedrungen sei und sich Deliktsgut im Gesamtbetrag von
CHF 14'245.-- (recte: CHF 14'220.--) angeeignet und mitgenommen habe.
5.3.2 Der Beschuldigte bestritt – wie bereits oben unter Ziffer 5.2.2 ausgeführt – in
den ersten Einvernahmen, Straftaten in der Schweiz begangen zu haben, mit
Ausnahme des Einbruchs in Horgen vom 16. Februar 2011 (HD Urk. 19/1 S. 6 f.;
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HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Alsdann räumte der Beschuldigte ein,
mehrfach Einbruchdiebstähle begangen zu haben, wobei er sich nicht an deren
Örtlichkeiten erinnern könne (HD Urk. 19/5 S. 2).
Anlässlich der Tatortsuchfahrt vom 29. März 2011 räumte der Beschuldigte nach
Vorhalt von Bildern des vorliegenden Tatorts ein, er könne sich an die Örtlichkeit
erinnern, er habe dort einen Stein geworfen (HD Urk. 19/6 S. 2 f.).
Am 4. April 2011 führte der Beschuldigte bei der Tatortsuchfahrt aus, dass er an
der ...-Strasse ... in N._ eingebrochen sei und ein Feuerzeug der Marke Du
Pont gestohlen habe. Einige Sachen habe er vor der Haustüre liegen gelassen
(HD Urk. 19/7 S. 3).
Bei der polizeilichen Einvernahme vom 21. Juni 2011 erklärte der Beschuldigte,
dass er dort eingebrochen sei. Er könne sich nur an das Feuerzeug Du Pont
erinnern. Sonst habe er alles dort gelassen. Er habe den Rest im Gebüsch vor
dem Fenster liegen lassen. Er habe zwei Schmuckkästchen mitgenommen und
diese im Gebüsch liegen lassen. Dies habe er gemacht, weil sich kein wertvoller
Schmuck darin befunden habe. Er habe zwei Schmuckkästchen und das Feuer-
zeug Du Pont aus einer Schachtel genommen. Die beiden Schmuckkästchen
habe er auf der Seite des Hauses in ein Gebüsch getan. Er habe lediglich das
Feuerzeug mitgenommen (ND Urk. 14/11 S. 2 ff.).
Am 24. Juli 2012 fand eine Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft statt. Dabei
gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe lediglich das Feuerzeug entwendet.
Die Schmuckkästchen habe er nicht weggeworfen. Er habe sie stehen gelassen
(HD Urk. 19/14 S. 23). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der
Beschuldigte auf seine verschiedenen Aussagen betreffend Schmuckkästchen
angesprochen, für ihn sei dies das gleiche. Er habe die Schmuckkästchen
genommen und sie bei den Büschen gelassen. Es habe keinen wertvollen
Schmuck in den Kästchen gehabt (Urk. 92 S. 12 f.).
5.3.3 Am 10. September 2012 wurde der Privatkläger bei der Staatsanwalt-
schaft als Auskunftsperson einvernommen. Dabei führte er aus, er habe das
Deliktsgut in einer Liste zusammengetragen und diese der Polizei eingereicht. Er
könne bestätigen, dass es sich bei den auf der Liste aufgeführten Gegenständen
und Vermögenswerten um das handle, was ihm gestohlen worden sei. Von einem
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Teil des Deliktsguts habe er Fotoaufnahmen. Seine Frau habe diese vor ca. zwei
bis drei Jahren gemacht, weil sie ihren Schmuck habe fotografieren wollen. Der
gesamte Schmuck habe sich in den Schmuckkästchen befunden. Es habe alles
gefehlt. Beim Deliktsgut könne er sich nicht irren, da die abhanden gekommenen
Sachen nicht wieder aufgetaucht seien. Er sei selber noch um das Haus herum-
gelaufen, um zu sehen, ob der Täter allenfalls noch etwas zurückgelassen habe.
Dies sei allerdings nicht der Fall gewesen. Er sei sich sicher, dass die Schmuck-
gegenstände gemäss Liste entwendet worden seien (ND Urk. 14/12).
5.3.4 Was das Aussageverhalten des Beschuldigten zu Beginn der Untersu-
chung anbelangt, kann auf die Ausführungen unter Ziffer 5.2.4 verwiesen werden.
Auch hier ist sein Aussageverhalten sehr widersprüchlich. Ansonsten ist der
Vorinstanz zu folgen, weshalb vollumfänglich auf deren Aussagewürdigung
verwiesen werden kann (Urk. 75 S. 30 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Sachverhalt
von ND 14 ist damit erstellt. Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat (Urk. 75 S. 31),
beträgt der Gesamtbetrag des Deliktsguts Fr. 14'220.--.
5.4 ND 17
5.4.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er sei zwischen dem 21. Januar
2011, 12.15 Uhr, und dem 24. Januar 2011, 11.00 Uhr, zum Nachteil von P._
und Q._ an der ...-Strasse ... in ... eingedrungen, nachdem er das Fenster
der Türe des Gartensitzplatzes mit einem Stein eingeschlagen habe. Er habe sich
Deliktsgut im Wert von Fr. 2'640.-- angeeignet und mitgenommen.
5.4.2 Der Beschuldigte bestritt – wie bereits oben unter Ziffer 5.2.2 ausge-
führt – in den ersten Einvernahmen, Straftaten in der Schweiz begangen zu ha-
ben mit Ausnahme des Einbruchs in Horgen vom 16. Februar 2011 (HD Urk. 19/1
S. 6 f.; HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Alsdann räumte der Beschuldigte
ein, mehrfach Einbruchdiebstähle begangen zu haben, wobei er sich nicht an
deren Örtlichkeiten erinnern könne (HD Urk. 19/5 S. 2).
Anlässlich der Tatortsuchfahrt vom 29. März 2011 räumte der Beschuldigte nach
Vorhalt von Bildern des vorliegenden Tatorts ein, er sei in dieses Haus eingebro-
chen (HD Urk. 19/6 S. 2).
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Am 21. Juni 2011 wurde der Beschuldigte durch die Kantonspolizei Zürich einver-
nommen. Dabei sagte er aus, dass er sich sicher sei, nichts gestohlen zu haben,
da es nichts gegeben habe. An das ihm vorgehaltene Deliktsgut könne er sich
nicht erinnern. Geld sei möglich. Andere teure Sachen habe er bestimmt nicht
mitgenommen. Es sei möglich, dass er die Geldkassette mitgenommen habe. Er
könne sich jedoch nicht mehr daran erinnern. Papiere habe er ganz sicher nicht
mitgenommen. Die habe er dort gelassen. Gegenstände habe er keine aus
diesem Haus herausgetragen. Wenn es Geld gegeben habe, habe er sehr wenig
Geld mitgenommen (ND Urk. 17/10 S. 3).
Bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 24. Juli 2012 führte der
Beschuldigte aus, er erinnere sich nicht an diesen Vorfall. Wenn er in einer frühe-
ren Einvernahme die Tat und die Mitnahme des Geldes anerkannt habe, dann sei
es so gewesen. Auf Vorhalt wonach das Deliktsgut mit Ausnahme der Uhren und
des Bargeldes ausserhalb der Liegenschaft wieder gefunden worden seien,
meinte der Beschuldigte, dass er sich nicht erinnere. Es könne nicht sein, dass er
Uhren gestohlen habe (HD Urk. 19/14 S. 28).
Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte auf die Kassette
mit den Ausweisen angesprochen, wenn die Sachen in der Nähe des Objektes
gefunden worden seien, dann habe er sie mitgenommen und dann wieder zurück
gelassen. Er schliesse auch nicht aus, dass er die Uhr Rado Dia Star mitge-
nommen habe, aber eine Certina hätte er nie mitgenommen (Urk. 92 S. 15).
5.4.3 Betreffend die Aussagen des Privatklägers anlässlich der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme als Auskunftsperson vom 19. September 2012 sowie
die Würdigung der Aussagen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden (Urk. 75 S. 35 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Sachverhalt
hat sich daher so ereignet, wie er in der Anklageschrift dargestellt ist. Betreffend
Deliktsbetrag ist von Fr. 2'113.50 auszugehen.
5.5 ND 21
5.5.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er sei am 2. Februar 2011
zwischen 17.30 und 21.50 Uhr, zum Nachteil von R._ an der
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...-Strasse ... in N._ eingedrungen, indem er das Fenster zum Gästezimmer
mit einem Flachwerkzeug aufgebrochen habe. Nachdem er sich Gegenstände
und Vermögenswerte im Gesamtbetrag von Fr. 10'973.-- angeeignet habe, habe
er die Räumlichkeiten unter Mitnahme der Beute verlassen.
5.5.2 Der Beschuldigte bestritt – wie bereits oben unter Ziffer 5.2.2 ausge-
führt – in den ersten Einvernahmen, Straftaten in der Schweiz begangen zu ha-
ben mit Ausnahme des Einbruchs in Horgen vom 16. Februar 2011 (HD Urk. 19/1
S. 6 f.; HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Alsdann räumte der Beschuldigte
ein, mehrfach Einbruchdiebstähle begangen zu haben, wobei er sich nicht an
deren Örtlichkeiten erinnern könne (HD Urk. 19/5 S. 2).
Anlässlich der Tatortsuchfahrt vom 4. April 2011 räumte der Beschuldigte ein,
dass er an der ...-Strasse ... in N._ eingebrochen sei. Er habe mit einem
Schraubenzieher die Sitzplatztüre oder das Fenster aufgebrochen (HD Urk. 19/7
S. 3 f.).
Am 21. Juni 2011 wurde er zu diesem Vorfall durch die Kantonspolizei Zürich ein-
vernommen. Dabei gab er zu Protokoll, er könne sich weder an den Vorfall noch
an seine Ausführungen anlässlich der Tatortsuchfahrt erinnern. Wenn er damals
gesagt habe, er sei dort eingebrochen, dann sei das so gewesen. Nachdem er
jetzt nochmals auf einer Karte gesehen habe, wo sich der Einbruch ereignet habe,
könne er sich daran erinnern. Er sei dort eingebrochen, habe aber höchstens
10 Gramm Gold aus dieser Wohnung mitgenommen. Bargeld habe er keines mit-
genommen. Er sei auch enttäuscht gewesen, dass er von dieser Wohnung nichts
habe mitnehmen können. Er glaube, dass er ein Goldvreneli mit einer Goldkette
oder einem Ring mitgenommen habe. Weissgold habe er hundertprozentig nicht
mitgenommen (ND Urk. 21/8 S. 2 ff.).
Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. Juli 2012 machte
der Beschuldigte geltend, er könne sich nicht mehr an diesen Vorfall erinnern.
Wenn er in einer früheren Einvernahme den Tatvorwurf sowie einen Teil der
Beute anerkannt habe, dann sei es so gewesen (HD Urk. 19/14 S. 35).
5.5.3 Betreffend die Angaben und Aussagen der Geschädigten sowie die
Würdigung der Aussagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen
- 20 -
der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 75 S. 37 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anzufü-
gen ist, dass die diversen Aussagen des Beschuldigten auch deshalb unglaubhaft
sind, weil er die Tat sukzessive einräumt. Nach anfänglichem vollumfänglichen
Bestreiten der Tat räumt er dann den Einbruchdiebstahl ein. Wiederum später gibt
er zu, einen Teil des Deliktsguts entwendet zu haben. Der in der Anklageschrift
unter ND 21 aufgeführte Sachverhalt samt Deliktsbetrag ist somit erstellt.
5.6 ND 27
5.6.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe zwischen dem 10. Feb-
ruar 2011, 18.30 Uhr, und dem 13. Februar 2011, 15.00 Uhr, an der ...-Strasse ...
in ... zum Nachteil von S._ einen Einbruchdiebstahl begangen, indem er mit
einem Stein das Fenster des Schlafzimmers eingeschlagen habe, in die Räum-
lichkeiten eingedrungen sei und sich Deliktsgut im Gesamtbetrag von
CHF 28'695.-- angeeignet und mitgenommen habe.
5.6.2 Der Beschuldigte bestritt – wie bereits oben unter Ziffer 5.2.2 ausge-
führt – in den ersten Einvernahmen, Straftaten in der Schweiz begangen zu ha-
ben mit Ausnahme des Einbruchs in Horgen vom 16. Februar 2011 (HD Urk. 19/1
S. 6 f.; HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Alsdann räumte der Beschuldigte
ein, mehrfach Einbruchdiebstähle begangen zu haben, wobei er sich nicht an
deren Örtlichkeiten erinnern könne (HD Urk. 19/5 S. 2).
Anlässlich der Tatortsuchfahrt vom 29. März 2011 räumt der Beschuldigte ein,
dass er an der ...-Strasse ... in ... eingebrochen sei. Er habe mit einem Stein die
Scheibe eingeschlagen und einige Ringe gestohlen. Es habe einen Safe gehabt.
Diesen habe er nicht öffnen können (HD Urk. 19/6 S. 5 f.).
Was die Aussagen des Beschuldigten in der polizeilichen Einvernahme vom
10. Juni 2011 (ND Urk. 27/12) und in der Einvernahme durch die Staatsanwalt-
schaft vom 18. Juli 2012 (HD Urk. 19/14 S. 44) anbelangt, kann auf das
vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 75 S. 40 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte er nach Einsicht in die Anklage-
schrift, dass er die Uhren nicht mitgenommen, diese vielmehr auf dem Bett ge-
lassen habe. Er könne sich daran erinnern, dass er nicht mehr gestohlen habe, da
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dieser Vorfall zwei Wochen vor seiner Verhaftung gewesen sei. Die Geschädigte
habe bei der Staatsanwaltschaft gesagt, dass sie in Thailand in den Ferien
gewesen sei. Niemand gehe aber in den Urlaub und lasse soviel Schmuck im
Haus (Urk. 92 S. 18 f.).
Betreffend die Angaben und Aussagen der Geschädigten sowie die Würdigung
der Aussagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden (Urk. 75 S. 41 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anzufügen ist,
dass die diversen Aussagen des Beschuldigten auch deshalb unglaubhaft sind,
weil er die Tat sukzessive zumindest teilweise gesteht. Nach anfänglichem
vollumfänglichen Bestreiten der Tat räumt er dann den Einbruchdiebstahl und
die Entwendung einiger Ringe ein. Wiederum später gibt er zu, fünf Ringe und
vielleicht ein bis zwei Ketten entwendet zu haben. Der in der Anklageschrift unter
ND 27 aufgeführte Sachverhalt samt Deliktsbetrag ist somit erstellt.
5.7 ND 16
5.7.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 22. Januar 2011
zwischen 20.10 und 21.45 Uhr an der ...-Strasse ... in ... zum Nachteil von
T._ einen Einbruchdiebstahl begangen, indem er mit einem Stein das Fens-
ter der Türe zum Gartensitzplatz eingeschlagen habe, in die Räumlichkeiten ein-
gedrungen sei und sich Deliktsgut im Gesamtbetrag von CHF 3'300.-- angeeignet
und mitgenommen habe.
5.7.2 Der Beschuldigte bestritt – wie bereits oben unter Ziffer 5.2.2 ausge-
führt – in den ersten Einvernahmen, Straftaten in der Schweiz begangen zu ha-
ben mit Ausnahme des Einbruchs in Horgen vom 16. Februar 2011 (HD Urk. 19/1
S. 6 f.; HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Alsdann räumte der Beschuldigte
ein, mehrfach Einbruchdiebstähle begangen zu haben, wobei er sich nicht an
deren Örtlichkeiten erinnern könne (HD Urk. 19/5 S. 2).
Anlässlich der Tatortsuchfahrt vom 4. April 2011 räumte der Beschuldigte ein,
dass er an dieser Örtlichkeit mit einem Stein die Scheibe eingeschlagen habe
(HD Urk. 19/7 S. 3)
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Bei der polizeilichen Einvernahme vom 10. Juni 2011 sagte der Beschuldigte aus,
er habe die Örtlichkeit durchsucht. Es habe keine besonderen Gegenstände in
diesem Haus gehabt. Er habe ein oder zwei Sachen mitgenommen, aber dann
bald einmal bemerkt, dass diese Sachen nicht aus echtem Gold gewesen seien.
Deshalb habe er diese Sachen irgendwo in der Wohnung weggeworfen. Er sei
der Meinung, er habe nichts gestohlen. Tissot-Uhren nehme er keine, da diese
nicht so gut seien. Man könne diese nicht gut verkaufen (ND Urk. 16/11 S. 3 f.).
An der Berufungsverhandlung erklärte er auf entsprechende Frage, dass er
normalerweise keine Uhren mitnehme. Es müsse eine sehr gute Uhr sein, z.B.
eine Jäger Le Coultre. Die Uhren Certina, Tissot und Festina würden sich nicht
gut verkaufen auf dem Schwarzmarkt. Deshalb bestreite er, die Tissot-Uhr
gestohlen zu haben (Urk. 92 S. 13 f.).
5.7.3 Betreffend die Angaben und Aussagen der Geschädigten sowie die
Würdigung der Aussagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen
der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 75 S. 32 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anzufü-
gen ist, dass die diversen Aussagen des Beschuldigten auch deshalb unglaubhaft
sind, weil er nach anfänglichem Bestreiten der Tat diese später teilweise zugibt.
Der in der Anklageschrift unter ND 16 aufgeführte Sachverhalt samt Deliktsbetrag
ist somit erstellt.
5.8. ND 20 und ND 22
5.8.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 26. Januar 2011
zwischen 17.20 und 18.30 Uhr an der ...-Sstrasse ... in N._ zum Nachteil
von J._ einen Einbruchdiebstahl begangen, indem er mit einem Flachwerk-
zeug das Fenster zum Büro aufgebrochen habe, in die Räumlichkeiten einge-
drungen sei und sich Deliktsgut im Gesamtbetrag von CHF 57'804.30 (recte:
CHF 56'504.30) angeeignet und mitgenommen habe.
Zudem wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe am 5. Februar 2011 zwi-
schen 16.50 und 23.40 Uhr an der ...-Strasse ... in ... zum Nachteil von U._
einen Einbruchdiebstahl begangen, indem er mit einem Flachwerkzeug die Türe
zum Gartensitzplatz aufgebrochen habe, in die Räumlichkeiten eingedrungen sei
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und sich Deliktsgut im Gesamtbetrag von CHF 7'290.-- angeeignet und mitge-
nommen habe.
5.8.2 Der Beschuldigte bestritt – wie bereits oben unter Ziffer 5.2.2 ausge-
führt – in den ersten Einvernahmen, Straftaten in der Schweiz begangen zu ha-
ben, mit Ausnahme des Einbruchs in Horgen vom 16. Februar 2011 (HD Urk. 19/1
S. 6 f.; HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Alsdann räumte der Beschuldigte
ein, mehrfach Einbruchdiebstähle begangen zu haben, wobei er sich nicht an
deren Örtlichkeiten erinnern könne (HD Urk. 19/5 S. 2).
Auch in den folgenden Einvernahmen bestritt der Beschuldigte, diese beiden De-
likte begangen zu haben (ND Urk. 20/16; ND Urk. 22/13; HD Urk. 19/14 S. 30 ff.
und 35 ff.). Erst anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz, nachdem er
aufgrund der an den Deliktsorten hinterlassenen Schuhabdruckspuren überführt
werden konnte, räumte der Beschuldigte ein, die beiden Einbrüche begangen zu
haben. Er bestritt allerdings weiterhin, Deliktsgut mitgenommen zu haben (Urk. 62
S. 7). An der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte, wenn seine
Schuhen dort gewesen seien, dann sei er auch dort gewesen. Betreffend Delikts-
gut könne er nur sagen, dass er nicht soviel mitgenommen habe, wie in der
Anklageschrift aufgeführt. Das sei sehr viel Geld (Urk. 92 S. 16 f.)
5.8.3 Betreffend die Angaben und Aussagen des Privatklägers J._, des
Geschädigten U._ sowie die Würdigung der Aussagen kann vollumfänglich
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 75
S. 45 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anzufügen ist, dass die diversen Aussagen des
Beschuldigten auch deshalb unglaubhaft sind, weil er nach anfänglichem Bestrei-
ten der Tat diese später teilweise zugibt. Der in der Anklageschrift unter ND 20
und 22 aufgeführte Sachverhalt samt Deliktsbetrag von Fr. 56'504.30 in ND 20
und Fr. 7'290.-- in ND 22 ist somit erstellt.
5.9 ND 26
5.9.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 12. Februar 2011
zwischen 17.30 und 23.35 Uhr an der ...-Strasse ... in ... zum Nachteil von
V._ einen Einbruchdiebstahl begangen, indem er mit einem Flachwerkzeug
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die Türe zum Gartensitzplatz und eine Innentüre zur Küche aufgebrochen habe,
in die Räumlichkeiten eingedrungen sei und sich Deliktsgut im Gesamtbetrag von
CHF 1'600.-- (recte: CHF 1270.--) angeeignet und mitgenommen habe.
5.9.2 Der Beschuldigte bestritt – wie bereits oben unter Ziffer 5.2.2 aus-
geführt – in den ersten Einvernahmen, Straftaten in der Schweiz begangen zu
haben mit Ausnahme des Einbruchs in Horgen vom 16. Februar 2011 (HD
Urk. 19/1 S. 6 f.; HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Alsdann räumte der
Beschuldigte ein, mehrfach Einbruchdiebstähle begangen zu haben, wobei er sich
nicht an deren Örtlichkeiten erinnern könne (HD Urk. 19/5 S. 2).
Anlässlich der Tatortsuchfahrt vom 29. März 2011 räumte der Beschuldigte
ein, dass er an dieser Örtlichkeit in zwei Wohnungen eingebrochen sei. In einer
Wohnung habe er nur Geld und in der anderen Wohnung gar nichts gestohlen
(HD Urk. 19/6 S. 6).
Bei der polizeilichen Einvernahme vom 29. Juni 2011 sagte der Beschuldigte aus,
seine bei der Tatortsuchfahrt gemachten Angaben seien korrekt. In dieser
Wohnung habe er nichts gestohlen (ND Urk. 26/6 S. 2). Dies bestätigte er in der
Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft am 18. Juli 2012 (HD Urk. 19/14 S. 42).
5.9.3 Betreffend die Angaben und Aussagen des Geschädigten V._ so-
wie die Würdigung der Aussagen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 75 S. 38 f.; Art. 82 Abs. 4
StPO). Anzufügen ist, dass die diversen Aussagen des Beschuldigten auch des-
halb unglaubhaft sind, weil er nach anfänglichem Bestreiten der Tat
diese später teilweise zugibt. Zudem räumte der Beschuldigte selber ein, er habe
in einer der beiden Wohnungen an der ...-Strasse ... in ... gar nichts und in der
anderen nur Geld gestohlen. Der Einbruchdiebstahl in die zweite Wohnung wird
dem Beschuldigten unter ND 25 vorgeworfen. Diesen Einbruchdiebstahl hat der
Beschuldigte vollumfänglich eingestanden (ND Urk. 25/6; HD Urk. 19/14 S. 40 f.).
Geld ist allerdings nicht als Deliktsgut aufgeführt. Da der Beschuldigte aber aus-
drücklich den Diebstahl von Geld eingesteht, ist davon auszugehen, dass er die-
ses aus der vorliegenden Örtlichkeit gestohlen hat. Der in der Anklageschrift unter
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ND 26 aufgeführte Sachverhalt samt Deliktsgut im Gesamtbetrag von Fr. 1'270.--
ist somit erstellt.
5.10 Fazit
Insgesamt ergibt sich, dass die Vorinstanz bei HD, ND 14, ND 17, ND 21 und
ND 27 nicht von einem zu hohen Deliktsbetrag und bei ND 16, ND 20, ND 22 und
ND 26 jeweils zutreffend von einem vollendeten Diebstahl ausgegangen ist.
Aufgrund diverser Korrekturen beim Betrag des Deliktsguts ist schliesslich von
einem Gesamtdeliktsbetrag von Fr. 154'125.10 auszugehen.
III. Rechtliche Würdigung
Die Staatsanwaltschaft sowie die Vorinstanz würdigten das Verhalten des
Beschuldigten rechtlich als mehrfachen, teilweise gewerbsmässigen Diebstahl im
Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB. Die von der Vorinstanz vorgenommene
rechtliche Würdigung ist zutreffend und wurde von der Verteidigung des Beschul-
digten auch nicht bestritten (Urk. 93 S. 5). Der Beschuldigte ist daher des mehr-
fachen, teilweise gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 und
Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen.
IV. Strafzumessung
1. Strafrahmen und Strafzumessungsfaktoren
Die Vorinstanz hat korrekt erwähnt, dass bei der Strafzumessung gemäss Art. 49
Abs. 1 StGB, welche Bestimmung sich auf verschiedene begangene Delikte
bezieht und damit vorliegend anzuwenden ist, das vom Beschuldigten mit der
schwersten Strafandrohung begangene Delikt den Ausgangspunkt bildet. Sie hat
entsprechend den gesetzlichen Strafrahmen des gewerbsmässigen Diebstahls
richtig abgesteckt und im Übrigen zu den Kriterien der Strafzumessung die
nötigen theoretischen Ausführungen gemacht und festgehalten, dass zwischen
- 26 -
der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden ist, worauf vorweg zu
verweisen ist (Urk. 75 S. 60 ff.).
Vorauszuschicken ist sodann, dass vorliegend mangels Berufung oder
Anschlussberufung seitens der Staatsanwaltschaft und in Beachtung des
Verschlechterungsverbotes keine höhere als die von der Vorinstanz ausgefällte
Strafe ausgesprochen werden darf.
2. Tatkomponenten (gewerbsmässiger Diebstahl)
Betreffend die allgemeinen Grundsätze kann auf das vorinstanzliche Urteil
verwiesen werden (Urk. 75 S. 62 f.).
2.1 Objektive Tatschwere
2.1.1 Die Grundsätze der objektiven Tatschwere sind im Urteil der
Vorinstanz richtig wiedergegeben (Urk. 75 S. 63). Anzufügen ist, dass beim Aus-
mass des Erfolges bei der objektiven Tatschwere grundsätzlich vom vollendeten
Delikt auszugehen ist. Der Umstand, dass es vorliegend bei einigen Delikten
bei einem Versuch blieb, ist weiter hinten als verschuldensunabhängige
Tatkomponente in die Strafzumessung einfliessen zu lassen.
2.1.2 Den Ausführungen der Vorinstanz zur objektiven Tatschwere des
Beschuldigten ist zuzustimmen (Urk. 75 S. 64). Hervorzuheben ist insbesondere,
dass der Beschuldigte innerhalb lediglich rund zwei Monaten rund 30 Einbruch-
diebstähle bzw. Versuche dazu begangen und demnach mit einer hohen
kriminellen Energie gehandelt hat. Bei den vom Beschuldigten gewerbsmässig
begangenen dreissig Einbruchdiebstählen, davon 10 Versuchen, und den zusätz-
lichen beiden Einbruchdiebstählen ist die Deliktssumme insgesamt höher als von
der Vorinstanz festgestellt, nämlich insgesamt rund Fr. 150'000.--, wobei rund
Fr. 21'000.-- auf die beiden zuerst begangenen Einbrüche entfallen. Dieser
Deliktssumme haftet aber etwas Zufälliges an, indem der Beschuldigte so viel
Bargeld und Wertgegenstände mit sich nahm, wie sie er jeweils vorfand.
- 27 -
Insgesamt ist in Würdigung sämtlicher Umstände von einem nicht mehr leichten
objektiven Verschulden des Beschuldigten auszugehen. Mit Blick auf die objektive
Tatschwere erscheint eine Einsatzstrafe von rund 30 Monaten als angemessen.
2.2 Subjektive Tatschwere
2.2.1 Die Vorinstanz hat richtigerweise festgehalten, dass der Beschuldigte
mit direktem Vorsatz gehandelt hat (Urk. 75 S. 66). Der Beschuldigte führte auch
immer wieder aus, dass er mit Einbruchswerkzeug unterwegs gewesen sei, weil
er einen Einbruchdiebstahl habe begehen wollen. Es ist daher von einer jederzei-
tigen Bereitschaft, Einbruchdiebstähle zu begehen, auszugehen. Er beging die
Delikte einerseits, um seinen Methadonkonsum zu befriedigen und anderseits, um
seinen kranken Vater finanziell zu unterstützen. Als abgewiesener Asylbewerber
war der Beschuldigte nicht berechtigt, in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Ohne Einkommen war der Beschuldigte nicht in der Lage, seinen
Methadonkonsum zu finanzieren. Für seinen Aufenthalt in der Schweiz von
Januar bis April 2010 bekam er das benötigte Methadon von einer entsprechen-
den Abgabestelle (ND 53 Urk. 2 S. 2). Als er im Februar 2011 in die Schweiz
gekommen sei, habe er 2'500.-- Euro auf sich gehabt. Dieses Geld habe ihm
seine Mutter geschickt (HD Urk. 19/3 S. 8). Ob diese Aussage den Tatsachen
entspricht, kann offen gelassen werden. Auf jeden Fall steht fest, dass der
Beschuldigte nicht erst im Februar 2011, sondern bereits etwa im Dezember 2010
in die Schweiz eingereist ist. Der tägliche Methadonkonsum kostete den Beschul-
digten nach eigenen Angaben Fr. 20.-- pro Tag (HD Urk. 19/2 S. 13). Für seinen
zweimonatigen Aufenthalt in der Schweiz von Dezember 2010 bis Mitte Februar
2011 hätte der Beschuldigte rund Fr. 1'200.-- für seinen Methadonkonsum
benötigt. Der Erlös aus dem Deliktsgut muss wohl ein Vielfaches davon betragen
haben. Zudem hätte das ihm von seiner Mutter geschickte Geld bei weitem für
den Methadonkonsum ausgereicht. Von einer Beschaffungskriminalität kann
demnach nicht ausgegangen werden.
Daneben gab der Beschuldigte immer wieder an, er sei in die Schweiz eingereist,
weil er Geld für die Operation seines Vaters benötigt habe (vgl. HD Urk. 19/4
- 28 -
S. 4). Auch gab er bei einigen Einbruchdiebstählen als Motiv an, er habe Geld für
eine Operation seines Vaters gebraucht (ND Urk. 1/9 S. 5 f.; ND Urk. 10/6 S. 4;
ND Urk. 12/4 S. 3; ND Urk. 16/11 S. 3; ND Urk. 27/12 S. 3). 2'000.-- bis 3'000.--
Euro will er für die Operation seines Vaters nach Hause geschickt haben (HD Urk.
19/14 S. 3). Einmal gab er als Motiv auch das Glücksspiel an (ND Urk. 21/8 S. 4).
Trotz des hohen Deliktsbetrages führte der Beschuldigte kein entsprechend
luxuriöses Leben. Wie die Vorinstanz zu recht festgehalten hat, waren die vom
Beschuldigten begangenen Vermögensdelikte allein finanziell motiviert, weshalb
ihm egoistische Motive unterstellt werden müssen. Der Beschuldigte entwendete
auf unbekümmerte Art und Weise Gegenstände, welchen die Besitzer Sorge
getragen haben. Auch warf der Beschuldigte Affektionswerte der von ihm
Bestohlenen achtlos weg, weil sie seinen Ansprüchen von Werthaltigkeit bzw.
Liquidierbarkeit nicht genügten.
2.2.2 Die Vorinstanz ging davon aus, dass trotz Drogenabhängigkeit des
Beschuldigten keine verminderte Schuldfähigkeit vorliege. Der Beschuldigte habe
sich an Details erinnern können. Seine Gedächtnislücken seien als Schutz-
behauptungen einzustufen und er sei stets in der Lage gewesen, vernunftgemäss
zu handeln, indem er beispielsweise geflohen sei, wenn Verdacht auf Entdeckung
bestanden habe. Der Beschuldigte sei stets in der Lage gewesen, das Unrecht
seiner Taten einzusehen und sein Verhalten entsprechend zu steuern (Urk. 75
S. 67). Dies wird von der Verteidigung moniert (Urk. 93 S. 16 ff.).
2.2.3 Der Beschuldigte gab bei der Mehrheit seiner begangenen Taten
seinen Methadonkonsum als Motiv an. Es ist davon auszugehen, dass der
Beschuldigte während etwa zwanzig Jahren drogenabhängig war. Seit sich der
Beschuldigte in Europa aufhält, konsumierte er ausschliesslich Methadon als Ent-
ziehungskur (Urk. 62 S. 4 f.; HD Urk. 19/14 S. 3; HD Urk. 30/15 S. 4 Urk. 92 S. 7).
Nach seiner Verhaftung Mitte Februar 2011 hat der Beschuldigte noch zwei bis
drei Monate Methadon zu sich genommen. Seither konsumiert er nichts mehr
(ND Urk. 53/2 S. 2; HD Urk. 30/15 S. 4; HD Urk. 19/15 S. 4; Urk. 92 S. 8). Es ist
daher davon auszugehen, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der ihm vorliegend
vorgeworfenen Taten tatsächlich drogenabhängig (Methadon) war.
- 29 -
Nun bedeutet die Methadonabhängigkeit des Beschuldigten per se noch keine
Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit. Es muss vielmehr dargelegt werden, in wel-
cher Form es zu einer suchtbedingten Einengung des Denk- und Vorstellungs-
vermögens und der sozialen Funktionen gekommen ist, wie stark die süchtige
Bindung an die Substanz war, ob der Betreffende schon Entzugserscheinungen
erlebt hat und welche Auswirkungen diese auf sein Verhalten gehabt haben
(Bommer/Dittmann, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, N 65
zu Art. 19 StGB). Nicht jede geringfügige Herabsetzung der Fähigkeit, sich zu
beherrschen, genügt, um eine verminderte Schuldfähigkeit anzunehmen. Der
Betroffene muss vielmehr, zumal der Begriff des normalen Menschen nicht eng zu
fassen ist, in hohem Masse in den Bereich des Abnormen fallen (BGE
6B_87/2011 vom 20. Oktober 2011). Seine Geistesverfassung muss nach Art und
Grad stark vom Durchschnitt nicht bloss der Rechts-, sondern auch der Verbre-
chensgenossen abweichen (BGE 116 IV 273 E. 4b). Die Frage der verminderten
Schuldfähigkeit stellt sich, wenn Anzeichen vorliegen, die geeignet sind, Zweifel
hinsichtlich der vollen Schuldfähigkeit zu erwecken, wie etwa ein Widerspruch
zwischen Tat und Täterpersönlichkeit oder völlig unübliches Verhalten. Zeigt das
Verhalten des Täters vor, während und nach der Tat, dass ein Realitätsbezug
erhalten war, dass er sich an wechselnde Erfordernisse der Situation anpassen
und auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese gar konstellieren konnte, so
hat eine schwere Beeinträchtigung nicht vorgelegen (BGE 133 IV 145 E. 3.3).
Nach den Auswirkungen seines Suchtmittelkonsums befragt, gab der Beschuldig-
te an, er habe 50 mg Methadon pro Tag, immer am Morgen gebraucht (ND 51
Urk. 4 S. 5). Er habe vom Methadon warm bekommen. Die Abhängigkeit habe
sich darin gezeigt, dass die Entzugserscheinungen sehr unangenehm gewesen
seien (ND 53 Urk. 2 S. 3). Bei den Einbrüchen sei er unter Methadon gestanden.
Dieses habe sein Bewusstsein negativ beeinflusst. Das Methadon habe ihm mehr
Mut gegeben. Sonst habe es keinen Einfluss gehabt. Er sei vergesslich geworden
(HD Urk. 19/14 S. 24). Einmal führte der Beschuldigte aus, er könne sich nicht
mehr erinnern, da er zu viel Methadon "gefressen" und dies sein Hirn zerstört
habe (HD Urk. 19/4 S. 4).
- 30 -
2.2.4 Auffällig ist, dass sich der Beschuldigte in den Einvernahmen, welche
Monate nach den Einbrüchen durchgeführt wurden, sehr detailliert an sein Vorge-
hen und allfällige Schwierigkeiten erinnern konnte. Beispielsweise schildert er
sein Vorgehen in ND 3 wie folgt: Er habe die Sitzplatztüre mit dem Schraubenzie-
her aufgebrochen. Im Wohnzimmer habe er die Türe zur Küche aufgebrochen.
Von der Küche habe er die Türe in den Korridor aufgebrochen. Dabei habe er ge-
hört, wie der Nachbar die Türe geöffnet habe. Dann habe er den Tatort fluchtartig
verlassen (ND 3 Urk. 6 S. 3). Oder in ND 23: Er habe zuerst einen Stein gewor-
fen. Die Scheibe sei nicht kaputt gegangen. Der Stein habe sich in zwei Stücke
geteilt. Er habe es nochmals versucht. Die Scheibe sei kaputt gegangen. Er habe
dann aber eine Nachbarin auf einem Balkon nebenan bemerkt und habe den Tat-
ort sofort verlassen. Er habe die Nachbarin noch beobachten können, wie sie drei
Zahlen ins Telefon eingetippt habe. Da habe er angenommen, dass sie die Polizei
gerufen habe. Er habe die Örtlichkeit verlassen (ND 23 Urk. 5 S. 2). Solche de-
taillierten Beschreibungen seines Vorgehens bzw. der angetroffenen Schwierig-
keiten erfolgten fast bei allen Delikten, welche der Beschuldigte zugibt. Auch
sonst war der Beschuldigte überaus aufmerksam. So fragte er beispielsweise eine
Geschädigte, ob es eine Jaeger LeCoultre Uhr gewesen sei, die er weg-
genommen habe und ob sie eine Tochter habe, was die Geschädigte bejahte
(ND 1 Urk. 9 S. 4 und 6). Bei ND 18 konnte sich der Beschuldigte noch erinnern,
dass es in dieser Wohnung einen Hund gehabt habe, der ihm Leid getan habe
und der Angst vor ihm gehabt habe (ND 18 Urk. 10 S. 2). Oder er erinnere sich
daran, dass der Mann eine Glatze gehabt habe, als er den Pass angeschaut habe
(ND 32 Urk. 7 S. 4).
Der Beschuldigte und der fallführende Staatsanwalt (Prot. I S. 15) sprechen von
der Vergesslichkeit des Beschuldigten. Trotz seiner angeblichen Vergesslichkeit
kann sich der Beschuldigte aber Monate nach den von ihm begangenen Delikten
an deren Einzelheiten erinnern. Sein Verhalten vor, während und nach den Taten,
die er im Übrigen keineswegs im Affekt begangen hat, zeigt seinen Realitäts-
bezug, wirkt überlegt und macht deutlich, dass er sehr wohl die Fähigkeit besitzt,
sich an Situationen anzupassen und auf die richtigen Gelegenheiten zur Tat-
ausführung zu warten bzw. diese abzubrechen, wenn die Gefahr der Entdeckung
- 31 -
besteht. Im Übrigen wäre es erstaunlich, wenn sich der Beschuldigte bei so vielen
Einbruchdiebstählen an jedes einzelne Beutestück erinnern könnte.
Auch die sonst vom Beschuldigten beschriebenen Auswirkungen des Methadon-
konsums sind nur plakativ (negative Beeinflussung des Bewusstseins; sehr un-
angenehme Entzugserscheinungen). Erstaunlich ist auch, dass der Beschuldigte
im Gefängnis leicht vom Methadon losgekommen ist und seither nichts mehr
konsumiert.
2.2.5 Alles in allem zeigen die vom Beschuldigten geäusserten Wirkungen
des Methadons, das Tatvorgehen und seine detaillierten Schilderungen der
einzelnen Taten, dass kein Zweifel daran bestehen kann, dass die Schuldfähigkeit
des Beschuldigten jederzeit erhalten war, und es sind auch keine Umstände
ersichtlich, nach welchen ernsthafte Zweifel vorhanden sein sollten.
Insgesamt vermag die subjektive Tatschwere die objektive Tatschwere weder zu
reduzieren noch zu erhöhen.
2.3 Einsatzstrafe
Da die subjektive Tatschwerde die objektive Tatschwere weder reduziert noch
erhöht, bleibt es bei einer Einsatzstrafe von rund 30 Monaten.
2.4 Versuchte Tatbegehung
Dass es bei einzelnen Delikten beim Versuch geblieben ist (ND 2; ND 3; ND 8;
ND 11; ND 12; ND 13; ND 18; ND 19; ND 23 und ND 35), kann dem Beschuldig-
ten nicht zugute gehalten werden. Es waren hierfür jeweils äussere Umstände
verantwortlich, namentlich, dass der Alarm losging (ND Urk. 2/8 S. 2), er auf
frischer Tat ertappt wurde und flüchten musste (ND Urk. 3/6 S. 2; ND Urk. 8/6
S. 3; ND Urk. 13/5 S. 2; ND Urk. 23/5 S. 2), er nichts Wertvolles in der Wohnung
fand (ND Urk. 8/6 S. 3; ND Urk. 11/7 S. 2; ND Urk. 18/10 S. 2; ND Urk. 19/9
S. 2 f.; ND Urk. 35/7 S. 2) oder es ihm nicht gelang, in die Wohnung einzudringen
(ND Urk. 12/4 S. 3). Es war also nicht so, dass der Beschuldigte sein Tatvorhaben
- 32 -
freiwillig aufgegeben hätte, obwohl er die Vollendung der Tat noch für möglich
gehalten hätte. Die versuchte Tatbegehung kann daher nicht strafmindernd
berücksichtigt werden.
3. Tatkomponenten (mehrfacher Diebstahl: HD und ND 1)
Betreffend die objektive und subjektive Tatschwere kann auf das vorinstanzliche
Urteil (Urk. 75 S. 68) sowie die obigen Erwägungen verwiesen werden. Mit der
Vorinstanz ist die Einsatzstrafe vor dem Hintergrund der Gleichartigkeit zum
Hauptdelikt nur marginal zu erhöhen.
4. Tatkomponenten (mehrfache, teilweise qualifizierte Sachbeschädigung)
Der Ansicht der Verteidigung wonach die Sachbeschädigungen und die Hausfrie-
densbrüche zwingend mit den Einbruchdiebstählen einhergehen und ihnen keine
eigenständige Bedeutung zukomme (Urk. 93 S. 15), kann nicht gefolgt werden.
Zu berücksichtigen ist nämlich, dass gewerbsmässige Diebstähle auch denkbar
sind, ohne dass sie eine Sachbeschädigung oder einen Hausfriedensbruch nach
sich ziehen, so beispielsweise in einem Warenhaus. Vielmehr ist von einem
zusätzlichen Unrechtsgehalt auszugehen, der ebenfalls abgegolten werden muss.
Bezüglich der objektiven und subjektiven Tatschwere kann vollumfänglich auf
das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 75 S. 68 f.). Die mehrfache
Sachbeschädigung ist aber entgegen der Vorinstanz lediglich leicht straferhöhend
zu berücksichtigen.
5. Tatkomponenten (mehrfacher, teilweiser versuchter Hausfriedensbruch)
Betreffend objektive und subjektive Tatschwere kann zunächst auf das
vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 75 S. 69 f.). Entgegen der Vor-
instanz wirkt sich der mehrfache Hausfriedensbruch aber merklich straferhöhend
aus. Zu berücksichtigen ist nämlich, dass der Beschuldigte fast ausschliesslich in
Privatwohnungen eingedrungen ist. Dadurch ist der Beschuldigte massiv in die
- 33 -
Privatsphäre der Betroffenen eingedrungen und hat bei vielen eine nachhaltige
psychische Beeinträchtigung bewirkt.
6. Tatkomponenten (mehrfaches Vergehen gegen das AuG)
Bezüglich der objektiven und subjektiven Tatschwere kann vollumfänglich auf
das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 75 S. 71 f.). Die mehrfachen
Vergehen gegen das AuG sind daher merklich straferhöhend zu berücksichtigen.
7. Tatkomponenten (Fälschung von Ausweisen)
Bezüglich der objektiven und subjektiven Tatschwere kann vollumfänglich auf das
vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 75 S. 70 f.). Die Fälschung von
Ausweisen ist daher leicht straferhöhend zu berücksichtigen.
Fazit: Nach dem objektiven und subjektiven Tatverschulden erweist sich eine
Einsatzstrafe im Bereich von 42 Monaten für sämtliche Delikte als angemessen.
8. Täterkomponenten
8.1 Persönliche Verhältnisse und Vorleben
In Bezug auf die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann vollumfäng-
lich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 75 S. 72 f.).
Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte, dass sich an
seinen vor Vorinstanz angegebenen persönlichen Verhältnissen nichts geändert
habe. Er sei, nachdem er sich zunächst im Gefängnis W._ aufgehalten habe,
seit nunmehr 25 Monaten in der Justizvollzugsanstalt AA._. Er könne im Ge-
fängnis arbeiten und schicke das verdiente Geld an seine Familie, zu der er
telefonischen Kontakt pflege. Er sei letztmals vor ca. 12 Jahren in seinem Heimat-
land gewesen, er sehe aber seine Zukunft in seiner Heimat und mit seiner
Familie. Seit 32 Monaten habe er keine Drogen mehr konsumiert. Seit er in
Europa sei, habe er nur Methadon genommen (Urk. 92 S. 3 ff.).
- 34 -
Die Verteidigung macht in diesem Zusammenhang geltend, dass die schwierigen
Lebensumstände im Krieg gezeichneten Georgien, die finanzielle Not infolge
fehlender Arbeitsmöglichkeit sowie die Teilinvalidität des Beschuldigten strafmin-
dernd zu berücksichtigen seien (Urk. 93 S. 17). Vergleicht man das Vorleben des
Beschuldigten mit dem Leben anderer aus Georgien stammenden Personen, so
fällt auf, dass es unzählige Georgier gibt, die in ähnlichen oder gar schwierigeren
Verhältnissen aufgewachsen und trotzdem nicht straffällig geworden sind. Der
Beschuldigte selber führte diesbezüglich aus, dass die familiären und wirtschaftli-
chen Verhältnisse in seiner Jugend nicht schlecht gewesen seien (Urk. 62 S. 2).
Zudem hat der Beschuldigte auch eine gute Ausbildung genossen, die er aber
beruflich nicht hat umsetzen können. Aus den persönlichen Verhältnisses des
Beschuldigten ergibt sich nichts, was strafmindernd oder straferhöhend zu
berücksichtigen wäre. Eine besondere Strafempfindlichkeit liegt nicht vor.
8.2 Vorstrafen
Was die Vorstrafen des Beschuldigten anbelangt, so kann auch diesbezüglich auf
das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 75 S. 74). Den Beschuldigten
scheinen die Interventionen durch die Behörden offenkundig nicht nachhaltig zu
beeindrucken, zumindest hat er sich die Konsequenzen erneuter Verfehlungen
nicht verinnerlicht. Die zahlreichen einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten
wirken sich erheblich straferhöhend aus.
8.3 Nachtatverhalten
Bei der Strafzumessung ist das Nachtatverhalten eines Täters zu berücksichtigen.
Darunter fallen ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der
Aufklärung der Straftaten sowie die Einsicht und Reue, welche sich strafmindernd
auswirken (BSK StGB I-Wiprächtiger/Keller, a.a.O., N 169 zu Art. 47 StGB). Die
Vorinstanz hat richtig gesehen, dass der Beschuldigte die von ihm begangenen
Taten zu Beginn des Vorverfahrens hartnäckig bestritten und geltend gemacht
hat, er habe ausser dem Diebstahl, bei welchem er verhaftet wurde, in der
Schweiz keine Delikte begangen (HD Urk. 19/1 S. 6). Auch in den nächsten bei-
- 35 -
den Einvernahmen bestritt der Beschuldigte, weitere Delikte begangen zu haben
(HD Urk. 19/2 S. 6; HD Urk. 19/3 S. 10). Anlässlich der nächsten Einvernahme
vom 17. März 2011 bestritt der Beschuldigte zu Beginn, weitere Delikte begangen
zu haben, um dann später einzuräumen, dass er die Delikte, an deren Tatorten
seine DNA gefunden worden sei, begangen habe (HD Urk. 19/4 S. 2 f.). In der
Einvernahme vom 25. März 2011 gab der Beschuldigte zwar zu, mehrfach Ein-
bruchdiebstähle begangen zu haben. Er konnte die Deliktsorte allerdings nicht
bezeichnen (HD Urk. 19/5). In der nächsten Einvernahme erfolgte dann das
Geständnis, 30 von 32 Einbruchdiebstählen begangen zu haben. Das Geständnis
betreffend ND 20 und ND 22 erfolgte erst anlässlich der Hauptverhandlung vor
Vorinstanz und aufgrund einer erdrückenden Beweislage. Das Diebesgut aus
diesen beiden sowie weiterer acht Einbruchdiebstählen blieb aber bestritten. Auch
heute noch bestreitet der Beschuldigte den Umfang des Diebesgutes aus neun
Einbruchdiebstählen. Trotzdem ist dem Beschuldigten zugute zu halten, dass er
einige Einbruchdiebstähle eingestanden hat, von welchen die Polizei zuvor noch
keine Kenntnis hatte, bzw. den Beschuldigten der Tat nicht verdächtigte. Bei der
Fälschung von Ausweisen und den Vergehen gegen das Bundesgesetz über
die Ausländerinnen und Ausländer legte der Beschuldigte bereits zu Beginn des
Vorverfahrens ein vollumfängliches Geständnis ab.
Dem Beschuldigten ist auch eine gewisse Einsicht und Reue zugute zu halten. In
den jeweiligen Einvernahmen und schliesslich auch anlässlich der Berufungs-
verhandlung (Prot. II S. 8) äusserte er sich dahingehend, dass ihm die Tat leid tue
und er sich bei den Betroffenen entschuldigen möchte. Schliesslich kann dem
Beschuldigten zugute gehalten werden, dass ihm der Führungsbericht der Justiz-
vollzugsanstalt AA._, in welcher er sich seit dem 22. August 2011 befindet,
trotz einer Disziplinierung wegen einer tätlichen Auseinandersetzung, eine
einwandfreie Führung attestiert (Urk. 89).
Insgesamt führt das Nachtatverhalten des Beschuldigten zu einer merklichen
Strafminderung. Dennoch überwiegen die straferhöhenden Faktoren, so dass
insgesamt eine Straferhöhung angezeigt ist.
- 36 -
9. Gesamtwürdigung
Aufgrund sämtlicher vorgenannten Strafzumessungsgründe erweist sich eine
Freiheitsstrafe von 4 Jahren als angemessen. Die erstandene Untersuchungshaft
sowie der vorzeitige Strafvollzug von 955 Tagen kann vollumfänglich angerechnet
werden.
Angesichts der Höhe der ausgefällten Strafe kommt ein bedingter oder teilbeding-
ter Vollzug der Freiheitsstrafe nicht in Frage. Die Strafe ist daher zu vollziehen
(Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 StGB).
V. Zivilansprüche
1. Der Beschuldigte beantragt, die gemäss ND 20 in Dispositiv Ziffern 14 und
15 des vorinstanzlichen Urteils zugesprochenen Schadenersatzforderungen von
J._ im Betrag von Fr. 13'504.30 und der D._ AG im Betrag von
Fr. 47'023.50 seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen
(Urk. 93 S. 20). Zur Begründung führt der Beschuldigte aus, dass ihm der betref-
fende Sachverhalt nicht nachgewiesen werden könne. Zudem habe die Vo-
rinstanz den von ihm zu vergütenden Gesamtschadensbetrag auf Fr. 60'527.50
festgesetzt, während dem die ihm in der Anklageschrift zur Last gelegte Delikts-
summe Fr. 57'804.30 betrage (Urk. 76 S. 3 f.).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Zivilansprüche zutreffend dargelegt
(Urk. 75 S. 78 ff.). Ebenso zutreffend hat die Vorinstanz festgehalten, dass der
Privatkläger J._ Schadenersatz im Betrag von Fr. 13'504.30 geltend macht
und dass aufgrund der Erstellung des Sachverhaltes als erstellt zu gelten hat,
dass der Beschuldigte die vom Privatkläger aufgelisteten und aufgrund
einzelner Quittungen belegten Gegenstände und Vermögenswerte, die in der
Anklageschrift aufgeführt sind, diesem gestohlen hat (Urk. 75 S. 83).
Der vom Privatkläger J._ geltend gemachte Zivilanspruch von Fr. 13'504.30
setzt sich zusammen aus dem Deliktsgut gemäss Anklageschrift von
Fr. 57'804.30 abzüglich dem von der Versicherung geleisteten Betrag von
- 37 -
Fr. 44'300.-- (Schmuck Fr. 40'000.-- plus Geldwerte Fr. 4'500.-- abzüglich Selbst-
behalt Fr. 200.--) (vgl. ND 20 Urk. 18 und 19). Nun verhält es sich allerdings so,
dass das dem Privatkläger gemäss Anklageschrift gestohlene Deliktsgut lediglich
insgesamt Fr. 56'504.30 beträgt und der Beschuldigte in diesem Umfange schul-
dig zu sprechen ist (vgl. vorne II. 5.8). Der Schaden des Privatklägers J._ ist
somit lediglich im Betrag von Fr. 12'204.30 ausgewiesen und gutzuheissen. Im
Mehrbetrag ist die Schadenersatzforderung von J._ auf den Zivilweg zu ver-
weisen.
2. Was die Schadenersatzforderung der Subrogationsklägerin D._ AG an-
belangt, so hat diese Zahlungen im Gesamtbetrag der geltend gemachten Zivil-
forderung von Fr. 47'023.50 geleistet (vgl. ND Urk. 20/19). In diesem Betrag sind
jedoch Fr. 800.-- für Malerarbeiten und Fr. 1'923.50 gemäss Rechnung der
AB._ AG enthalten. Der Betrag der Rechnung der AB._ AG stimmt mit
dem in der Anklageschrift aufgelisteten Sachschaden überein. Nachdem der Be-
schuldigte anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz zugab, in diese Ört-
lichkeit eingebrochen zu haben, gilt der entstandene Schaden als erstellt, weshalb
dieser zusätzlich zum Deliktsgut zu entschädigen ist. Der Betrag von Fr. 800.-- für
Malerarbeiten ergibt sich nicht aus der Anklageschrift, weshalb der Beschuldigte
diesen Betrag – zumindest einstweilen – nicht zu ersetzen hat. Der Beschuldigte
ist somit zu verpflichten, der Subrogationsklägerin Fr. 44'300.-- für Deliktsgut und
Fr. 1'923.50 für vergüteten Sachschaden, insgesamt somit Fr. 46'223.50 zu
bezahlen. Im Mehrbetrag ist die Schadenersatzforderung der D._ AG auf den
Zivilweg zu verweisen.
3. Zusammengefasst ist der Beschuldigte aus ND 20 zu verpflichten, dem
Privatkläger J._ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 12'204.30 und der Sub-
rogationsklägerin D._ AG Schadenersatz in der Höhe von Fr. 46'223.50 zu
bezahlen. Im Mehrbetrag sind die Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg zu
verweisen.
- 38 -
VI. Kosten
1. Erstinstanzliche Kosten
1.1 Gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO auferlegte die Vorinstanz dem
Beschuldigten die Kosten für die Untersuchung zu drei Vierteln und die Kosten für
das gerichtliche Verfahren vollumfänglich. Im gleichen Verhältnis nahm das
Gericht die Kosten der amtlichen Verteidigung einstweilen auf die Gerichtskasse
und machte den Beschuldigten auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO aufmerksam (Urk. 75 S. 87 f.).
1.2 Die Verteidigung brachte dagegen vor, die wirtschaftlichen Verhältnisse
des Beschuldigten seien prekär. Unter Berücksichtigung des Resozialisierungs-
gedankens sei auf eine Kostenauflage zu verzichten und die Kosten des Untersu-
chungs- und Gerichtsverfahrens zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit auf die
Staatskasse zu nehmen (Urk. 76 S. 4). Die Regelung der Kosten der amtlichen
Verteidigung ist vorliegend nicht angefochten.
1.3 Gemäss Art. 425 StPO können Forderungen aus Verfahrenskosten von
der Strafbehörde gestundet oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen
Verhältnisse der kostenpflichtigen Person herabgesetzt oder erlassen werden. In
Kommentatorenkreisen ist man sich unter Hinweis auf die Materialien zwar mehr-
heitlich einig, dass diese Bestimmung – die begrifflich an sich eine rechtskräftige
Kostenauflage voraussetzt – auch Grundlage für die Festsetzung und Auflage der
Gebühren und Kosten bilden soll (Schmid, Praxiskommentar, N. 3 f. zu Art. 425;
ZHK-Griesser, N. 2 zu Art. 425; BSK-Domeisen, N 3 zu Art. 425). Keinesfalls ver-
langt aber Art. 425 StPO, dass – gleichsam zwingend – schon im Urteil darüber
befunden wird, ob der minderbemittelte Betroffene von der Kostentragungspflicht
(allenfalls auch nur teilweise) zu befreien ist. Vielmehr ermöglicht es die genannte
Bestimmung – bzw. legt es deren Wortlaut gar nahe – dass den Verhältnissen
des Betroffenen erst im Zeitpunkt des Kostenbezugs Rechnung getragen werden
kann. Ein solches Vorgehen war auch bereits unter dem bis Ende 2010 in Kraft
gestandenen § 190a StPO/ZH zulässig, obwohl jene Bestimmung noch ausdrück-
lich festgelegt hatte, dass bereits bei der Bemessung und der Auflage der Kosten
- 39 -
die Verhältnisse des Betroffenen zu berücksichtigen waren (Urteile des Bundes-
gerichtes 6B_417/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 2.4.4. samt Verweisen und
1P.411/2002 vom 6. November 2002 E. 5.4.; Donatsch/Schmid, Kommentar zur
Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 1996 ff., N 9 zu § 190a StPO,
Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4.A., Zürich 2004, N 1215 und Rechen-
schaftsbericht des Kassationsgerichtes 1987, S. 337 Nr. 70). Zu bedenken ist in
diesem Zusammenhang nämlich, dass die definitive Abschreibung von Gerichts-
kosten eine weitreichende Wirkung aufweist und einem Erlass gleichkommt. Sie
können daher selbst dann nicht mehr geltend gemacht werden, wenn der Schuld-
ner in der Folgezeit in günstige finanzielle Verhältnisse kommt. Diese Art der
Abschreibung sollte daher nur in ausgesprochenen Ausnahmefällen gewährt
werden (vgl. zum alten Recht ZR 103 Nr. 46).
1.4. Vorliegend ist kein solcher Ausnahmefall gegeben. Der Beschuldigte ist
zwar soweit ersichtlich mittellos und hat auch keine Stelle. Das schliesst aber
nicht aus, dass er dereinst wieder einmal in günstige finanzielle Verhältnisse
kommen kann, sei dies etwa durch eigenen Arbeitserwerb oder auch Vermögens-
anfall sonstiger Art, beispielsweise aus erbschaftlichen Ansprüchen. Es kann
daher nicht gesagt werden, es sei ausgeschlossen, dass er in absehbarer Zeit in
eine günstigere wirtschaftliche Situation kommen wird. Den Beschuldigten bereits
im jetzigen Zeitpunkt von der– ganzen oder teilweisen – Tragung der Untersu-
chungs- und Verfahrenskosten definitiv zu entbinden wäre daher nicht gerechtfer-
tigt. Es ist darauf hinzuweisen, dass der finanziellen Situation des Beschuldigten
im Zeitpunkt des Kostenbezugs hinreichend – etwa durch Ratenzahlung,
Stundung etc. – Rechnung getragen werden kann. Er kann sich diesbezüglich
jederzeit mit der Kasse des Obergerichts in Verbindung setzen.
Die von der Vorinstanz in Dispositiv Ziffern 19 a) bis c) getroffene Kostenauflage
ist daher zu bestätigen.
2. Kosten des Rechtsmittelverfahrens
Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt
- 40 -
mit seiner Berufung in den wesentlichen Punkten, dringt aber mit seinem Antrag
auf Reduktion der vorinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe durch. Dem-
nach sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens nur teilweise aufzuerlegen. Es
rechtfertigt sich, dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens zu 3/4
aufzuerlegen und zu 1/4 auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtli-
chen Verteidigung sind im Umfang von 3/4 einstweilen und im Umfang von 1/4
definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht für den
einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen Teil bleibt gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO vorbehalten.
Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzusetzen
(§ 16 Abs. 1 in Verbindung mit § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).
Hinsichtlich des Antrags der Verteidigung auf Erlass der Kosten für das Beru-
fungsverfahren (Urk. 93 S. 20) ist auf die obigen Erwägungen unter Ziffer VI.1.3
und 1.4 zu verweisen. Somit ist auch bezüglich der Kosten für das Berufungs-
verfahren von einem Erlass gestützt auf Art. 425 StPO abzusehen.