Decision ID: 2f2c5cea-3583-5b07-9735-27a5cb5f030f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
68
, war als
Serviceangestellte
bei der
Y._
GmbH
obli
gatorisch bei der
AXA Versicherungen AG
(nachfol
gend: AXA) gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert, als
sie
am
5. Dezember 2008
beim Überqueren des Fussgängerstreifens von einem Fahrzeug angefahren wurde
(Urk.
10/A1, Urk. 10/1 S. 4
).
Dabei
erlitt
sie
Verletzungen am Kopf
und
am rechten Schienbein
sowie am
rechten
Knie
(Urk. 10/M35 S. 2)
.
Die Erstbehandlung erfolgte stationär im
Spital
Z._
vom
5.
bis 2
3.
Dezember 2008
, wo die Diagnosen
eine
r
proximale
n
Tib
i
afraktur
(
plurifragmen
tär
, Übergang Schaft/Metaphyse),
einer
plurifragmentären
Fraktur des
Fibu
la
köpfchens
AO-Typ A3
, einer nicht dislozierten
fronto
-basalen Fraktur links, einer Rissquetschwunde
infraorbital
links und parietal median sowie
einer Com
motio cerebri
gestellt wurden
(Bericht vom 1
4.
Januar 2009, Urk. 10/M2).
Am 11. Dezember 2008 wurde
n
das rechte Schienbein und das rechte Knie operiert (Operationsbericht gleichen Datums des Spitals
Z._
;
Urk.
10/M
1
).
Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehand
lung, Taggeld).
Ab dem 20. April 2009 nahm die Versicherte - vorerst im Rahmen eines Belastungstraining
s
und teilzei
tlich, ab Mitte Mai 2009 zu 100
% -
ih
re Erwerbstätigkeit als Service
angestellte bei der
Y._
GmbH wieder auf (
Urk.
10/A7-A8).
Ab dem 1.
Januar
2012 arbeitete die Versicherte in der Gastronomie
jeweils wenige Monate in Folge
für
andere Betriebe, so für
die
A._
Genossenschaft, die
B._
AG und
C._
(Urk. 10/A29, Urk. 10/M11 S. 3
, Urk. 10/A53.2
).
1.2
Am 19. April 2012 begutachtete Dr. med.
D._
, Facharzt für Ortho
pä
dische Chirurgie,
die Versicherte im Auftrag der AXA und
hielt fest, dass als Folge des Unfalls vom
5.
Dezember 2008
Restbeschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks und des proximalen Unterschenkels rechts sowie des Kopfes bestünden
(
Kurzgutachten
vom 15. Mai 2012, Urk. 10/M11).
Am 11. Februar 2013 wurde im Spital
Z._
das
Osteosynthesematerial
im rech
ten Schienbein entfernt (OSME; Bericht vom 1
2.
Februar 2013, Urk. 10/M13, Operationsbericht vom 1
2.
Februar 2013, Urk. 10/M22).
A
m 3. Februar 2014 wurde die Versicherte
von Dr. med.
E._
, Facharzt für Neurologie, neurologisch (Urk. 10/M25) und am 10. April 2014
nach Zuweisung von Dr.
E._
im Spital
F._
neuropsychologisch
(Bericht gleichen Datums; Urk.
10/M27) untersucht.
Dr.
E._
hielt im zusammen
fassenden Abschlussbericht (weiterhin datiert vom
3.
Februar 2014) nebst
den be
kannten Diagnosen eine Migräne ohne Aura und schwierig objekti
vierbare, subjektive Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hinweise
auf
eine posttraumatische Ursache bei/mit neuropsychologisch fest
gestellten inkonsistenten
,
unspezifischen kog
nitiven Minderleistungen fest (Urk. 10/M28).
1.3
Die
Vertrauensä
rzt
e
der AXA, Dr. med.
G._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, und
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, nahmen am 3. und am 9. Juli 2014 zu den medizinischen Akten in Bezug auf die Restbeschwerden am rechten Knie (
Bericht
vom 3. Juli 2014, Urk. 10/M33) respektive
betreffend
die Kopf- sowie neuro
psychologischen Beschwerden
(Bericht vom 9.
Juli 2014, Urk. 10/M34) Stellung.
Mit Verfügung vom 2
1.
August 2014 schloss die AXA den Schadens
fall per 21. August 2014 ab
. Sie
stellte den Wegfall der Kausalität bezüglich der
Kopf
beschwerden
als Unfallfolgen fest
und verneinte einen Anspruch auf weitere Heilbehandlungen sowie auf eine Invalidenrente betreffend die
Rest
be
schwerden
am rechten Knie.
Ausserdem sprach die AXA der Versicherten mit derselben Verfügung eine Integritätsentschädigung auf der Grundlage eines Integritätsschadens am rechten Knie von 5 % zu (Urk. 10/
A70
).
D
age
gen
erhob die Versicherte
mit
Schreiben
vom 22. September 2014 Einsprache (
Urk.
10/A78)
, woraufhin die AXA die Stellungnahme ihres Vertrauens
-
a
rztes
Dr. med.
I._
, Facharzt für Chiru
r
gie
, vom 31. März 2015 (Urk. 10/M36) einholte. Gestützt darauf
hiess die AXA
die Einsprache
mit
Einsprache
entscheid
vom 12. Mai 2015 in dem Sinne teilweise gut, dass
sie der Ver
sicherten
eine Integritätsentschädigung aufgrund eines 10%igen
Inte
gritätsschadens
zusprach
. Im Übrigen wurde die Einsprache abgewiesen (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte mit Eingabe vom
11. Juni 2015
Be
schwerde und beantragte, der
Einsprache
ent
scheid
vom 12. Mai 2015
sei aufzuheben und
es sei ihr ab Datum der Leistungseinstellung per 2
1.
August 2014 auf
grund der anerkannten Knieverletzung eine angemessene Invalidenrente zu
zusprechen
. Ausserdem sei die Zusprechung von UVG-Leistungen (
Heilungs
kosten
, Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung) anhand einer ergän
zen
den polydisziplinären medizinischen Abklärung in neurologischer, neuro
psy
chologischer und psychiatrischer Hinsicht sowie mittels einer funk
tionellen Leistungsprüfung abzuklären und es sei hernach ihr diesbezüglicher An
spruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zu prüfen
(Urk. 1
S. 2
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der
Beschwerdeant
wort
vom 25. September 2015
auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
9
S. 2). Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom
8. Dezember
2015, Urk. 1
7
S. 2; Duplik vom
22. Januar
2016, Urk. 21
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am
1.
Januar 2017
sind
die
von der Bundesversammlung am 2
5.
September 2015 beschlossene
Änderung
des Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG) und die vom Bundesrat am
9.
November 2016
beschlossene
Änderung der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Nach Abs.
1 der Übergangsbestimmung zur Änderung des UVG
vom 25.
Sep
tember 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkraft
treten der Änderung vom 2
5.
September 2015 ereignet haben,
indes
nach bisherigem Recht gewährt.
Der hier betreffe
nde Unfall ereignete sich am 5.
Dezember 2008 (
Urk.
10/A1), weshalb im Folgenden die hier massge
b
lichen, bis am 3
1.
Dezember 2016
gültig gewesenen
Bestimmungen zitiert werden.
2
.
2
.1
Gemäss Art. 6
UVG werden -
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ver
siche
rungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines
Unfallver
siche
rers
setzt das UVG nebst dem Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicher
ungsrechts, ATSG) oder einer unfallähnlichen Körperschä
digung (Art. 6 UVG in Ver
bindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden ein natür
licher und ein adäqua
ter Kausal
zusammenhang be
steht.
2
.2
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur
gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Dabei genügt es, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige In
tegrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hin
weisen).
2
.3
2.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen orga
nischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weit
gehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Be
deutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appa
ra
tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die dabei ange
wen
deten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (SVR 2010 UV Nr. 30 S. 120, 8C_537/2009 E. 5.3 mit Hinweisen). Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausge
wiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nach
Schwere
grad
des Unfalles weitere unfallbezogene Kriterien mit einzubeziehen (BGE 117 V 359 E. 6 und 369 E. 4, 115 V 133 E. 6
; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts
8C_135/2012
vom 1
9.
September 2012
E. 2
).
2.3.2
Bei nach einem Unfall auftretenden psychischen Fehlentwicklungen werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), während bei Schleudertraumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalenten Verletzungen der Halswir
belsäule (SVR 1995 UV Nr. 23 S.
67, U 183/93 E. 2) sowie bei Schädelhirntraumen (BGE 117 V 369 E. 4b)
auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Kom
ponen
ten verzichtet wird. Dies, weil für die Beurteilung des adäquaten Kau
salzu
sammenhanges als einer Rechtsfrage nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an eine solche Verletzung auftretenden Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden, zumal diese Differenzierung angesichts des komplexen, vielschichtigen
Beschwerde
bildes
in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bereiten würde (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 116 f. in
fine
; vgl. auch BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
S. 103 und SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27, U 277/04 E. 2, je mit Hinweisen
; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts
8C_135/2012
vom 1
9.
September 2012
E. 2
).
2
.4
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie ausserdem An
spruch auf ein Tag
geld (Art. 16 Abs. 1 UVG).
Ist die versicherte Person infolge des Un
falles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli
ger Ein
gliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbs
einkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Mit der Festsetzung einer Invalidenrente (Art. 19 Abs. 1 UVG)
oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendi
gung der ärztlichen Behandlung ist
eine angemessene Integritätsentschädigung festzulegen, sofern die ver
sicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Integrität erlitten hat
(Art. 24 UVG).
2.5
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spät
folgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das
Wieder
aufflackern
einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die
zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293
E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfall
ereignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlit
tenen
Gesund
heitsschädigung
ein natürlicher und adäquater Kausal
zusam
menhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er
wiesen, dass
die geklagten Kopfschmerzen und neurokognitiven Einschrän
kungen Folgen des Unfa
lls vom 5.
Dezember 2008 seien. Denn in den neuro
logischen und neuropsychologischen Untersuchungen
habe
dafür keine organische Ätiologie festgestellt werden können und es seien Inkon
sistenzen festgestellt worden, die eine Aggravation der Beschwerden hätten vermuten lassen.
Man sei von einer psychischen Ursache für die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite ausgegangen.
Eine Kausalität zum Unfallereignis sei nicht fest
gestellt
worden. Auch sei bei drei Kopfschmerzattacken pro Monat keine Arbeitsunfähigkeit gegeben. Hinzu komme, dass die geklagte
Kopf
schmerzproblematik
in medi
zinischer Hinsicht erstmals drei Jahre nach dem Unfall, und zwar
anlä
sslich der Untersuchung vom 19.
April 2012 bei Dr.
D._
erwähnt worden seien und eine Behandlung diesbezüglich nie durchgeführt worden sei. Auch
sei
eine Abklärung
erst zirka
zwei Jahre spä
ter von Februar bis April 2014
erfolgt. Zudem seien nicht aus
reichend Brückensymptome dokumentiert, zumal die sporadisch geklagten Kopf
schmerzen nicht zu einer Behandlungsbedürftigkeit oder Arbeitsun
fähigkeit geführt
hätten
. In Bezug auf die Beschwerden am rechte
n
Bein
sei der End
zustand erreicht, da nicht mehr mit eine
r namhaften Verbesserung des
Knie
leidens
zu rechnen sei
. Eine Invalidenrente sei indes nicht ge
schuldet, da der Vergleich des massgeblichen parallelisierten
Validenein
kommens
von Fr. 44‘334.--
mit dem gestützt auf den Tabellenlohn gemäss der Lohn
struk
turerhebung (LSE) ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 48‘803.40 keine Einkommenseinbusse respektive keinen Invaliditätsgrad ergebe
. Der
Integri
tätsschaden
sei
aufgrund der
Beurteilung von Dr.
I._
von 5 % aus 10 % angehoben worden
(Urk. 2 S. 4 ff.).
3.2
Die
Beschwerdeführer
in
bringt hierzu vor
,
die Integritätsentschädigung sei nicht mehr Gegenstand der Beschwerde.
A
ufgrund der Knieverletzung rechts
sei jedoch
eine Invalidenrente geschuldet, eventualiter auch auf
grund der noch abzuklärenden neurologischen und psychiatrischen Un
fall
schäden.
Es werde bestritten, dass sie in der Tätigkeit als Bar- und
Service
angestellte
schmerzfrei gewesen sei und die unfallkausalen Beschwerden schon kurz nach dem Unfallereignis vollständig und dauernd abgeheilt
gewesen
seien.
Dass sie während der Phase des von der Beschwerdegegnerin durchgeführten Case-Managements trotzt der kognitiven Einschränkungen und der
Kopf
wehattacken
arbeitstätig und -fähig gewesen sei, bedeute nicht, dass die beim Unfall erlittene Schädelbasisfraktur nicht mehr relevant wäre.
Die
Knie
verletzung
habe zu Beginn im Vordergrund gestanden. Selbst ohne objekti
vierbare Befunde vermöge
sich
ein bereits nach dem Unfall bestehendes
ein
ge
schränktes kognitives Profil erst später, Jahre nach dem Ereignis, bemerk
bar machen.
Zusätzlich zu beachten sei sodann die Recht
sprechung zu Schmerzen, psychischen und psycho
somatischen Beschwerden nach
Unfal
lereignissen
. Der neurologisch relevante Schaden falle danach unter die sogenannt echten Schmerzbilder und sei damit ebenfalls invaliditätsrelevant, wobei bei ihr von der Unzumutbarkeit der Leidensüber
windung über sechs Jahre nach dem Unfall ausgegangen werden könne. Es seien verschiedene Arbeitsversuche in den letzten Jahren bis heute belegt, zum Teil auch zu 100 %, welche j
edoch allesamt aufgrund der star
ken Be
lastung mit diesem Pensum gescheitert seien. Eine Schädelbasisfraktur und Commotio cerebri würden zusammen oft ein unheilvolles Gespann bilden, welche nicht selten zu einer Fixierung auf die immer wiederkehrenden Migräne-Schmerzen füh
ren würden, selbst wenn diese organisch letztlich nicht
befundet
werden könnten. Da die Beschwerdegegnerin von der Durch
führung einer psy
chiat
rischen Be
gutachtung abgesehen habe, könne auch die Intensität, Ausprä
gung und Dauer sowie überhaupt das Vorhandensein einer quali
fizierten psychischen Gesundheitsstörung nach dem Unfallereignis zum heutigen Zeit
punkt noch nicht abschliessend abgeschätzt und beurteilt werden. Hinweise auf ein psy
chisches Unfallgeschehen fänden sich in den medizinischen Akten durchaus, so bei Dr.
E._
, wonach die
Aufmerk
samkeits
- und
Konzentra
tionsstörung
psychisch und nicht neurologisch bedingt seien. An eine psychiatrische Behandlung aufgrund der vorliegenden psycho
somatischen Belastungssituation sei in den vergangenen Jahren seit dem Unfallereignis aufgrund des immensen Existenzdrucks und ihrer ent
sprechenden Überle
bensangst als alleinerziehende, finanziell stets am Rande stehende Mutter,
rein zeitlich nicht zu denken gewesen. Auch verschiedene
Verdrängungs
mechanismen
hätten hier eine Rolle gespielt, was sich in wiederkehrenden Migräneattacken manifestiert habe. Entsprechend ergebe sich daraus die Notwendigkeit einer ergänzenden psychiatrischen Abklärung
unter Berück
sichtigung der
seit BGE 141 V 281 gültigen Kriterien.
Bestritten werde
des Weiteren
die Zumutbarkeitsbeurteilung der Beschwerdegegnerin. Bei der Bestimmung der
noch zumut
baren
Arbeits
fähigkeit könne nicht auf die Ein
schätzung des Ver
trauensarztes Dr.
G._
abgestellt werden, da dieser noch von einer geringeren Schädigung des Kniegelenkes ausge
gangen sei als Dr.
I._
im Bericht vom 3
1.
März 201
5.
Die dort aufge
führten
und für die Einschränkung relevanten
Befunde seien be
trächtlich
und dieser Bericht falle negativer aus
.
Die Probleme würden mit den Jahren dauernd zunehmen, so dass eine Verschlechterung und nicht eine Stabilisierung oder gar Verbesse
rung zu erwarten seien.
Es sei daher nicht zulässig
,
allein gestützt auf die
se
zwei voneinander abweichenden kurzen Aktenberichte von beratenden Ärz
ten ohne knieorthopädische Begutachtung und funk
tionelle Leistungsprüfung über die Zumutbarkeitsfrage abschlies
send zu entscheiden.
Idealerweise sei eine solche im Rahmen einer polydisziplinären Abklärung unter Einbezug der neurologischen, neuro
psycho
logischen und psychiatrischen
Beschwerde
be
reiche
vorzunehmen. Des
W
ei
teren verwahre sie sich gegen den Vorwurf der mangelnden Leistungsbereitschaft. Sie habe in der Vergangenheit immer wieder versucht, beruflich an verschiedenen Stellen einzusteigen.
Auch vor kurzem habe sie eine be
schränkte Tätigkeit im Café
J._
ausgeübt, was jedoch letztlich wiederum aufgrund ihrer
Unfall
beschwerden
misslungen sei.
Ausserdem werde be
stritten, dass der von Dr.
G._
beschriebene Arbeits
platz von ihr ganztags ausgeübt
und ein Einkommen erzielt
werden könnte, welches höher sei
als das
Validenein
kommen
. Es sei vom
Invaliden
einkommen
daher ein Abzug von 20
% vorzu
nehmen, was mit den im
Einsprache
ent
scheid
angenommenen Löhnen
einen Invaliditätsgrad von 15
% ergeben würde
(
Urk.
1
S. 4 ff.
, Urk.
17
S.
2
ff.).
3
.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
bei Fallabschluss per 21. August 2014
(
Urk.
10/A70 S. 5)
zu Recht
die
geltend gemachten
Kopf
-
be
schwerden
und neuro
psychologischen
und/oder psychischen Störungen
als nicht unfallbedingt
be
urteilt hat
(vgl. E. 4 nachfolgend)
und
in Bezug auf
die Restbeschwerden am rechten Knie
zu Recht den An
spruch auf eine In
validen
rente
verneint hat (vgl. E.
5-
6
hernach).
Nicht strittig und daher im Folgenden nicht mehr zu prüfen ist der Anspruch auf
eine Integritätsentschädigung
für den Gesundheitsschaden am rechten Knie.
4.
4.1
4.1.1
Es steht unstrittig fest, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom
5. De
zember 2008 nebst der
Tibi
a
fra
ktur
und der Fraktur des
Fibula
köpfchens
eine
nicht dislozierte
fronto
-basale Fraktur links, eine Rissquetschwunde
infra
or
bital
links und parietal median sowie
eine Com
motio cerebri
erlitt
(
vgl.
Bericht
des Spitals
Z._
vom 1
4.
Januar 2009, Urk. 10/M2).
Es ist daher nachvollziehbar, dass
nach dem Unfall auch Kopfbeschwerden be
standen.
Der Rettungsdienst hatte im Bericht vom
5.
Dezember 2008
jedoch
einen
Glasgow-Koma-Skala
-Wert (
Glasgow
Coma
Scale
; GCS) von 15 festgehalten (
Urk.
10/M35 S. 2), was der maximalen Punktzahl und
damit
einem vollen Bewusstsein entspricht
und somit
auf eine
nicht besonders gravierende
Ver
letzung
hindeutet
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts
U
276/04 vom 13.
Juni 2005 E.
2.2.2
)
. Die
neurologische Überwachung während der fast dreiwöchi
gen initialen statio
nären Behandlung war gemäss dem Austrittsbericht des Spitals
Z._
unauffällig (Urk. 10/M2). Die Computertomographie (CT) vom Unfalltag ergab
nebst der paramedianen
Frontobasis
-Fraktur links keine weiteren Schädel
frakturen und
keinen Nachweis einer
cerebralen
trauma
tischen Lä
sion oder eines Kalotten nahen
Hämatomes
(
Urk.
10/M23)
.
Dem
ent
sprechend stellten die Ärzte des Spitals
Z._
die Diagnose einer Commo
tio cerebri
(Urk.
10/M2 S. 1)
, was einer Verletzung des Schädels ohne
Hirn
beteiligung
respektive einem leichten
Schädel-Hirn-Trauma entspricht.
In den medizinischen Berichten in den ersten Monaten nach dem Unfall vom 5. Dezember 2008 wurden weder Kopfschmerzen noch neuro
psychologische Ausfälle festgehalten. Auch fanden im Verlauf der ersten Monate nach dem Unfall unstrittig weder eine spezifische
Behandlung noch eine spezifische Folgeabklärung wegen solcher Be
schwerden statt (vgl. Urk. 10/M1-9). Dem Ku
rzgutachten von Dr.
D._
vom 15.
Mai 2012 ist zu entnehmen, dass keine Nachkontrolle bezüglich der Schädelbasisfraktur statt
gefunden habe (
Urk.
10/M11).
4.1.2
Lediglich in den Berichten des Case Managements
(CM)
der
Beschwerde
gegne
rin
wurden nebst den Kniebeschwerden rechts weitere Beschwerden
erwähnt. So
ist dem Schadeninspektoren-Bericht vom 10. Februar 2009 zu entnehmen, dass
die Versicherte
unter andauerndem Schwindel leide und ab un
d zu auch noch Kopfschmerzen habe
(Urk.
10/A2 S. 2
).
In der Notiz vom 2
9.
Juni 2009 wurde festgehalten, die
Beschwerdeführerin
sei mit leichten Be
schwerden zu 100 % erwerbstätig. Sie sei wetterfühlig, was sie vor dem Unfall nicht gewesen sei. Ansonsten gehe es entsprechend gut (
Urk.
10/A9). Im CM-Bericht vom 13. August 2009 wurde ausgeführt, nach Angaben der
Beschwerdeführerin
seien die Kopfschmerzen nur noch sporadisch bei Wet
terwechsel vorhanden (
Urk.
10/A12). In den darauffolgenden Berichten wur
den
jedoch
keine Kopfbeschwerden oder neuropsychologische
r
respektive -vegetative Beschwerden mehr aufgeführt.
Auch war
die Beschwerdeführerin nach dem Unfall längerfristig medizinisch betreut worden
. Dennoch waren
bei ihr
keine besondere
n
Behandlungen oder Abklärungen bezüglich Kopfbeschwerden oder neuropsychologischen Ein
schränkungen
für not
wendig erachtet worden.
Auch wurde wegen solcher Beschwerden keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Behand
lungen und attestierten Arbeits
unfähigkeiten betrafen stets die Ver
letzungen am rechten Bein. Zudem hatte die Beschwerdeführerin die bisherige Erwerbs
tätigkeit
als Serviceangestellte
ab
Mitte Mai 2009 zu 100 % wieder aufge
nommen
(Urk.
10/A7-A8, Urk. 10/M38.1).
Dem
Bericht des Spitals
F._
vom 1
0.
April 2014 ist
hierzu
zu ent
neh
men, nach Angaben der
Beschwerdeführerin
habe sie nach dem Unfall noch vier Jahre in der vorherigen Tätigkeit
im Café
K._
gearbeitet, was gut gegangen sei. Eine Einschränkung der Arbeit
sleistung
sei ihr und auch ihrem Arbeitgeber nicht aufgefallen. Sie habe
schliesslich
selbst gekündigt, weil es Umstrukturierungen gegeben habe und sie nicht die Möglichkeit gehabt habe, aufgrund des geforderten Pensums ihre Tochter zu betreuen (
Urk.
10/M27 S. 1). Es ist somit davon auszugehen, dass damals infolge des Unfalls keine
längerfristigen
Ein
schränkungen
zufolge
der Kopfverletzung bestanden
hatten
.
4.1.3
Wie die
Beschwerdegegnerin
zutreffend erkannte, wurde i
n einem
medi
zini
schen
Bericht
erstmals mehr als drei Jahre nach dem Unfall fest
gehalten, dass die Beschwerdeführerin unter Kopfschmerzen leide.
Weitere Be
schwer
den wie Schwindel oder Konzentrationsstörungen wurden nicht angegeben.
Und zwar führte
der orthopädische Chirurg
Dr.
D._
, der die
Beschwerde
führerin
am 1
9.
April 2012
untersucht hatte
, in seinem
Kurz
gutachten
vom
15. Mai 2012
unter dem Titel „Aktuelle Beschwerden“ aus, die
Beschwerde
führerin
leide häufig
noch unter Kopf
schmerzen, die vom Nacken in die Stirn ausstrahlen würden. Insbe
sondere bei Wetterwechsel würden diese
Migräne
anfälle
auftreten (Urk. 10/M11 S. 3). Diagnostisch schloss
Dr.
D._
auf chro
nische, rezidi
vierende Kopfschmerzen bei Status nach
nicht dislozierter
fronto
-basaler Fraktur links, Rissquetschwunde
infraorbital
links und parietal median sowie Com
motio cerebri (Urk. 10/M11 S. 7).
Eine fachärztlich
adäquate Abklärung der Kopfbeschwerden fand erstmals
am 3. Februar 2014, mithin mehr als
fünf
Jahre nach dem Unfall vom 5. Dezember 2008, durch
den Neurologen Dr.
E._
statt.
Gemäss
dessen Bericht vom
3.
Februar 2014
klagte die
Beschwerdeführerin
nunmehr über sporadische, heftige, pulsierende Kopfschmerzattacken
, welche drei Mal pro Monat auftreten würden. Sie würden im Bereich der Stirn beginnen und bis in den Hinterkopf ausstrahlen oder umgekehrt von okzipital bis in die Stirn. Diese Kopfschmerzen könnten heftig sein,
die Versicherte
vertrage dann kein Licht und keinen Lärm. Vor dem Unfall habe sie Kopfschmerzen nicht gekannt. Bei der Arbeit habe sie Mühe, sich zu konzentrieren, vergesse Bestellungen und fühle sich rasch überfordert (Urk. 10/M28 S. 1).
Dr.
E._
führte zu seinen Abklärungen aus, d
ie Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels vom
11. Feb
ruar 2014
sei unauffällig ausgefallen
und habe keine Hinweise auf post
traumatische Residuen gezeigt
.
Auch hätten sich kli
nisch und im
Men
talstatus
keine Hinweise auf neurologische Residuen bei Status nach
para
medianer
Frontobasisfraktur
finden lassen. Es hätten zwar Befunde vorge
legen, welche nicht normal seien. Er beurteile diese jedoch als
koope
rations
bedingt
. Sie würden nicht durch eine
frontobasale
, traumatische
Hirn
ver
letzung
erklärt. Aus diesem Grund habe er die
Beschwerdeführerin
zur neuro
psychologischen Untersuchung angemeldet. In dieser Untersuchung
(vom 10. April 2014 im Spital
F._
, vgl. den Bericht gleichen Datums, Urk. 10/M27)
habe
der klinische Eindruck bestätigt werden können.
Es hätten sich insge
samt inkonsistente unspezifische kognitive Minderleistu
ngen in den Bereichen
Mnestik
,
V
isuo
k
onstruktion
und im Bereich
Attentional
-
E
xekutiv
f
unktionen gezeigt. Es habe eine suboptimale Leistungsbereitschaft mit Aggravation dokumentiert werden können. Damit würden sich die neuropsy
chologischen Befunde mit seiner
klinischen Einschätzung decken, dass die Hauptbeschwerden einer Aufmerksamkeits- und
Konzentrationsstö
rung
im Wesentlichen psychisch bedingt sei
en
und nicht durch eine
Unfall
folge
erklärt werden könn
ten
(Urk. 10/M28 S. 2 f.). Dr.
E._
stellte ent
sprechend d
ie Diagnosen einer Migräne ohne Aura und schwierig objekti
vierbarer, sub
jektiver Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung ohne
Hinweise für eine posttrau
matische Ursache
(Urk.
10/M28 S
.
1)
.
Die Arbeits
fähigkeit sei aus rein neurologischer Sicht bei den aktuellen Befunden nicht eingeschränkt (Urk. 10/M28 S. 3).
4.1.4
Vor dem Hintergrund dieser medizinischen Sachlage ist die Einschätzung des
neurologischen
Vertrauensarztes Dr.
H._
vom
9.
Juli 2014, wonach keine unfallkausale Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Kopfschmerzen oder der neu
ropsychologischen Ausfälle
anzunehmen sei und die Migräne-Attacken
res
pektive deren Häufung
lediglich möglicherweise
als
unfallkausal
zu beurtei
len sei
en
,
schlüssig und
ohne Weiteres
nachvollziehbar.
Die geklagten neuropsychologischen Einschränkungen konnten in der Tes
tung zudem zufolge
Inkonsistenzen respektive
Aggravation nicht nach
voll
zogen werden
, weshalb deren Vorliegen und Ausmass fraglich
sind
und sie jedenfalls nicht als Folge des Unfalls zu sehen sind
. Ausserdem können n
eu
ropsychologische Tests gemäss konstanter Rechtsprechung (BGE 119 V 335 E. 3c)
ohnehin
keinen Nachweis für die Kausalität zwischen geltend gemachten kognitiven Leistungsschwächen u
nd dem Unfallereignis erbringen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom
5.
Juni 2014 E. 5).
Auch waren in den Jahren nach dem Unfall bis im Jahr 2014 keine solchen Defizite dokumentiert worden.
4.2
4.2.1
Zusammenfassend ergibt sich aus den angeführten Arztberichten über
zeu
gend, dass
die Beschwerdeführerin
beim Unfall vom
5.
Dezember 2008
keine schwerere Hirnverletzung als eine Commotio cerebri erlitten hat
, die
fronto
-basale Fraktur und die Rissquetschwunde ohne Komplikationen verheilte
n
und diese
Verletzungen
für die ab
2014
abgeklärten
Kopf
schmer
zen nicht mehr verantwortlich gemacht werden
können
.
Insbesondere
schloss die Beschwerdegegnerin
angesichts der fehlenden orga
nischen Ursache,
der fehlenden spezifischen Beschwerdeb
ehandlung und
der fehlenden wegen Kopfbeschwerden und neuropsychologischen Defizite
n
attestierten
Arbeitsun
fähigkeit sowie
wegen
der grossen Latenzzeit
in der Beschwerdedokumentation
zu
Recht darauf, dass die ab 2014 geklagten und fachärztlich als Migräne qualifizierten Kopfbeschwerden nicht
überwiegend wahrscheinlich
als
Folge des Unfalls vom 5.
Februar 2008
zu beurteilen sind
.
Eine Leistungspflicht ergibt sich daraus für die
Beschwerdegegnerin
somit nicht.
4.2.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
ist bei gegebener Aktenlage eine Abklärung aus psychiatrischer Sicht nicht notwendig.
Eigentliche psy
chische Beschwerdebilder wurden
nach
dem Unfall weder diagnostiziert noch behandelt. Soweit die geklagten neuropsychologischen Defizite, insbe
sondere die subjektiv fest
gestellte
n
Konzentrationsstörungen, psychisch bedingt sind, sind sie
fünf
Jahre nach dem Unfall jedenfalls
nicht
als
unfall
kausal
zu beurteilen. Daran ändert auch nichts, dass Dr.
E._
mehr als fünf Jahre nach dem Unfall
im Bericht vom 3. Februar 2014
eine psychia
trische Abklä
rung empfahl, nach
dem er darauf geschlossen hatte, dass die erhobenen Befunde nicht durch Unfall
folgen zu erklären seien (Urk. 10/M28 S. 3).
Die
geltend gemachte
Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
pathogenetisch
-ätio
logisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
ni
sche Grundlage
im Sinne von BGE 141 V 281
sodann
fällt überhaupt
erst
in Betracht, wenn
der natürlich und adäquate Kau
salzu
sam
menhang zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis zu bejahen
sowie
der Anspruch auf eine Rente der obligatorischen Unfallver
sicherung zu beurteilen ist (BGE
141 V 574
E. 5.2). Die
s
ist hier jedoch nicht der Fall.
Das Bundesgericht hat in BGE 140 V 290
(E. 3.3.1)
im Übrigen
offengelassen, ob
die Diagnose einer Migräne
überhaupt
als
pathogenetisch
-
ätio
logisch unkla
res
syndromales
Beschwerdebilder ohne nachweisbare orga
ni
sche Grundlage
zu qualifizieren sei
(vgl.
auch
die Aufzählung der betref
fenden
Beschwerde
bilder
in BGE 140 V
8 E. 2.2.1.3).
4.2.3
Sämtliche weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin führen
zu keiner ande
ren Betrachtungsweise.
Auch
sind v
on weiteren spezialärztlich
en Erhe
bungen in neurologischer,
neuropsycho
logischer
und psychiatrischer
Hin
sicht keine
entscheidrelevanten
neuen Aufschlüsse zu erwarten, weshalb der Verzicht der
Beschwerdegegnerin
auf weitergehende diesbezügliche
Beweis
massnahmen
nicht zu beanstanden ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 131 I 153 E. 3, 124 V 90 E. 4b; Urteil des Bundes
gerichts 8C_786/2009 vom
4.
Januar 2010 E. 3 mit Hinweis).
4.3
Es ist somit festzuhalten, dass spätestens ab Fallabschluss per 2
1.
August 2014 kein Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin für die geklagten
Kopf
beschwerden
und neuropsychologischen Defizite (mehr) bestand.
5.
5.1
In Bezug auf die persistierenden Beschwerden im Bereich des rechten Knies
sind sich die Parteien darin einig
, dass diese weiterhin als Folge der beim U
nfall vom 5.
De
zember 2008 erlittenen
Tibia
fraktur
und
Fraktur des
Fibu
laköpfchens
rechts
zu beurteilen sind und
dass bei Fallabschluss per 21. August 2014 (
Urk.
10/A70 S. 5)
keine
nam
hafte Besserung des Gesund
heitszustandes
durch die Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung mehr erreicht werden kann
(vgl. Art. 19
Abs.
1 UVG)
.
Zutreffend stellte d
ie Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen und die Ver
gütung für Heilbehandlung im Sinne von Art. 16 f. und Art. 10 UVG
betreffend die Restbeschwerden am rechten Bein
ein und prüfte auf den Zeit
punkt des Fallabschlusses hin den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art.
18 f. UVG).
Strittig und z
u prüfen ist
dabei
, ob die
Beschwerdegegnerin
dabei
zu Recht
ausgehend von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidens
-
an
ge
passten
Tätigkeit
ge
mäss
der
Einschätzung
ihres Vertrauensarztes Dr.
G._
(Urk.
10/M33)
auf ein Invalideneinkommen von Fr. 48‘803.40 schloss
(
Urk. 10/A70 S. 3,
Urk.
2 S. 7 f.)
.
5.2
5.2.1
Dem Bericht
vom 13. Juni 2014
von Dr.
me
d.
L._
, Chefarzt
der Chirur
gischen Klinik des Spitals
Z._
, wo die
Beschwerde
führerin
(nach der
OSME vom 11.
Februar 2013, Urk. 10/M13, Urk. 10/M22
) neu wieder
ab dem 27.
Mai 2014
in zwei Kon
sultationen behandelt
wurde (
Urk.
10/M30
-M31
),
ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin
über rezidivierende
be
las
tungsabhängige
Be
schwer
den am rechten Kniegelenk
klage
. Es sei auch eine fragliche
G
iving
-
way
-Pro
blematik beschrieben worden. Eine eigentlich
e
Blockade oder Erguss
bildung habe die
Beschwerdeführerin
nie bemerkt.
Das MRT vom
5.
Juni 2014 habe intakte Kreuzbänder und einen
Aussen
- und Innenmeniskus ohne Auf
fälligkeiten gezeigt, die
femoro-tibialen
Knorpel
be
läge
seien leicht ver
schmälert und signalinhomogen. Der
Knorpelbelag
femoro
-patellar, der
Hoffascher
Fettkörper, die
Quadrizpes
- und
Patellar
sehne
sowie die
extra
artikulären
Weichteile seien je unauffällig. Nach seiner Einschätzung seien die Beschwerden multifaktoriell, und zwar einerseits be
dingt durch die
Chondropathie
, andererseits durch die nach wie vor vor
han
dene
Quadrizepsatrophie
. Er habe ein Rezept für eine dreimonatige
Condro
sulf-Kur
und eine Verordnung für Physiotherapie abgegeben. Weitere Kon
trollen seien nicht vorgesehen
(Urk. 10/M31)
.
Dr. med.
M._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, hatte
gemäss
dem ärztlichen Zeugnis vom 2
0.
Mai 2014 eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit vom 1
9.
bis 3
0.
Mai 2014 attestiert
und für die weitere Ein
schät
zung auf jene des Spitals
Z._
verwiesen
(Urk. 10/M38.6)
.
Dr.
L._
attes
tierte
mit Zeugnis vom 27. Mai 2014 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
vom
1.
bis 1
5.
Juni 2014 (
Urk.
10/M38.3).
5.2.2
Der Vertrauensarzt Dr.
G._
schloss in seiner Stellungnahme
zu den Akten
vom
3. Juli 2014
darauf
,
dass
die neuesten MRT-Bilder des rechten Knies eine etwas eigenartige Konfiguration des lateralen
Tibiaplateaus
zeigen
würden
. Die übliche kuppelförmige Konfiguration sei gestört. Zu wesent
lichen Knorpelschäden sei es (noch) nicht gekommen. Es sei von einer Stö
rung der Gelenksgeometrie auszugehen. Die OSME vom 1
1.
Februar 2013 habe nicht zu einer wesentlichen Besserung geführt. Auch bestehe die von Dr.
L._
beschriebene
Quadrizepsatrophie
seit langem. Offenbar sei es nicht gelungen, diese
aufzutrainieren
.
Das aktuelle Beschwerdebild lasse sich mit der Störung der Gelenksgeometrie erklären und sei unfallbedingt. Es bleibe ein leicht ver
mindert belastbares Kniegelenk rechts. Dies
äussere
sich vorwiegend bei einer stehend und gehend durchzuführenden Tätigkeit. Eine genauere Aus
sage sei nicht möglich.
Die Tätigkeit als Serviceangestellte sei für die
Be
schwerde
führerin
wenig geeignet.
Die
genaue Einstufung der Ein
schränkung wäre nur mit einer Evaluation der funk
tionellen Leistungs
fähig
keit möglich.
Eine leidensangepasste Tätig
keit
, bei der
intervallweise zu etwa einem Drittel der Arbeitszeit Sitzen möglich sei und Gehen sowie Stehen nur auf guter Unterlage erforderlich sei, könne zeitlich ohne Limit ausgeführt werden. Das Tragen von Lasten sei aufgrund des asthenischen Habitus ohne zusätzliche Einschränkung aufgrund des rechten Knies auf häufiges Heben und Tragen bis 10 Kilogramm und man
chmal bis 15 Kilogramm limit
i
ert
. Der Integritätsschaden sei auf 5 % anzu
setzen
(Urk.
10/M33).
Der Vertrauensarzt Dr.
I._
erklärte in seiner Stellungnahme
vom 31.
März 2015, er erachte die von Dr.
G._
verfasste Beurteilung in Bezug auf die Kausalität und Arbeitsfähigkeit als korrekt. Die Bemessung
des Integritätsschadens erachte er jedoch als zu tief angesetzt, da bei der Durch
sicht des MRT-Befundes vom 5.
Jun
i 2014 (Urk.
10/M32
) doch eine deutliche
Chon
dro
pathie
Grad II bis III der lateralen
tibialen
Gelenkfläche mit zu
sätz
lichen
Unregelmässigkeiten
bei gleichzeitiger markanter
Dorsalkippung
des gesam
ten
Tibiaplateaus
auffalle.
Sicher treffe zu, dass in den letzten fünf Jahren keine gravierende laterale Gelenkarthrose resultiert habe. Die
Gelenk
geometrie
sei aber deutlich gestört, was nach seiner Erfahru
ng die jetzt
mäs
sige
Gonarthros
e im Verlaufe der nächsten
5 bis 15
Jahren doch deutlich akzentuieren lassen werde. Da der Integritätsschaden unter Berück
sichtigung einer allfälligen künftigen Verschlechterung einzuschätzen sei, sei dieser mit 10
% entsprechend einer
-
gegenüber jetzt
-
ausgeprägten Gon
arth
rose
abzu
gelten
(
Urk.
10/M36).
5.3
5.3.1
Dr.
G._
und Dr.
I._
haben sich als beratende Ärzte der
Be
schwer
degegnerin
geäussert
.
Als solche
sind sie
, was den
Beweiswert
ihrer
ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen
Ärzten
gleichzu
setzen. Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
sicherungsinterner Ärzte
Beweiswert
zu, sofern sie als schlüssig er
schei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (
BGE 125 V 351
E. 3b/
ee
, 135 V 465 E. 4.4
mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 8C_557/2015
vom 7.
Okto
ber 2015
E
.
5.2).
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
erfüllen die
hiervor zitierten
Stellungnah
men von Dr.
G._
und Dr.
I._
diese Anforderungen. I
nsbesondere ist darin, dass Dr.
I._
den Integritätsschaden mit Blick auf die zukünftige Entwicklung
höher einschätzte, kein Widerspruch zu sehen,
der
die Einschätzung
der für die Rente
massgebliche
n
Arbeitsunfähigkeit
in Frage stellen
könnte
. Denn
in Bezug auf die hier zu bestimmende Arbeits
fähigkeit stimmte Dr.
I._
der Einschätzung von Dr.
G._
zu
(Urk. 10/M36).
Zudem ist für
den Rentenanspruch der Gesundheitszustand entscheidend und der Beurteilung zugrunde
zu legen
, wie er sich bis
zum Beginn einer all
fälli
gen Rente -
hier bis zum Fallabschluss (Art. 19
Abs.
1 UVG)
am 21.
August 2014 (
Urk.
10/A70 S. 5)
-
entwickelt hat. Einer voraussehbaren zukünftigen Verschlechterung der Gon
arthrose, wie sie Dr.
I._
prog
nostizierte und bei der Festsetzung des Integritätsschadens in Anwendung von Art. 36
Abs.
4 UVV berücksichtigte, wäre in Bezug auf den Renten
anspruch erst im Rahmen einer allfälligen R
entenrevision im Sinne von Art.
17
Abs.
1
ATSG
respektive (gegebenenfalls)
unter dem Titel des Rück
falls oder der Spätfolge (Art. 11 UVV)
Rechnung zu tragen.
Im Übrigen stellte auch Dr.
I._
nachvollziehbar fest, dass innerhalb der letzten fünf Jahre seit dem Unfall nicht eine gravierende Gelenkarthrose ent
standen sei. Mittels MRT vom
5./
1
1.
Juni 2014 wurde eine
Chondropathia
femor-tibiale
Grad II-III, mithin eine mittelgradige pathologische Verän
de
rung lediglich der
femor-tibialen
Gelenksknorpel, mit
nur
leicht ver
schmä
lerten
Korpelbelägen
und mittelgradig ausgeprägten
Fibrillation
en
vor allem am lateralen
Femur
condylus
ohne
subchondrale
und
femoro-patelläre
Lä
sio
nen festgestellt. Weitere Knorpelschäden oder Schäden am Meniskus und an den Bändern fanden sich nicht. Insgesamt fand sich kein Hinweis auf eine gravierende Kniebinnenläsion (vgl. den
Radiologiebefund
des Spitals
Z._
vom 1
1.
Juni 2014, Urk. 10/M32). Dies entspricht nicht einer erheblichen degenerativen Veränderung des Kniegelenkes.
5.3.2
Des Weiteren
muss einer ärztlichen Stellungnahme nicht in jedem Fall eine per
sönliche Unter
suchung des Versicherten voraus
gehen. Nach der Recht
sprechung sind Akten
gutachten zulässig. Ent
scheidend ist, ob genügend Unterlagen vorliegen, was dann der Fall ist, wenn die Akten ein voll
stän
diges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben, so dass sich der Experte gesamthaft ein lückenloses Bild machen kann (Urteile des Bundes
gerichts U 330/02 vom
5.
Dezember 2003 E. 2 und
8C_1
81/2012 vom
8.
Juni 2012 E. 5.2, je
mit Hinweis
en).
Dies trifft hier zu.
Die behandelnden Ärzte
hatten
eine Arbeitsunfähigkeit
zudem nur bis Mitte Juni 2014 attestiert (
Urk.
10/M38.3, Urk. 10/M38.6
; vgl. auch
Urk.
10/M29
), welche sich
ausserdem
auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit als Serviceangestellte bezog. Von der Ausübung einer solchen riet auch Dr.
G._
ab (Urk. 10/M33 S. 2).
Die von ihm dazu zur Frage nach der angestammten Tätigkeit erwähnte Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit (EFL) ist nicht notwendig, da die angestammte Tätigkeit als
Ser
viceangestellte
aufgrund der Kniebeschwerden
ohnehin
nachvoll
ziehbar als nicht geeignet beurteilt wurde.
W
as dagegen eine
leidensangepasste
, mithin
knieschonende,
wechsel
be
las
tende
Tätigkeit
betrifft, ist nicht einzusehen
, weshalb
nicht
ein
100%ige
s Pensum zumutbar sein sollte, wie
dies
Dr.
G._
attestierte und von Dr.
I._
bestätigt wurde, z
umal Dr.
L._
nur
belastungsabhängig
e Be
schwerden feststellte
und sich eine gänzlich freie Beweglichkeit sowie
ausser
der mittel
gradigen
femoro-tibialen
Chondro
pathie
keine Schädi
gungen im
rechten
Kniegelenk zeigten (Urk.
10/M31
)
.
5.3.3
Es ist daher
nach dem Gesagten
für die hier zu beurteilende Frage des
Ren
tenanspruchs ab
dem 21.
August 2014 nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerdegegnerin
bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
auf die Einschätzung
von Dr.
G._
vom 9. Juli 2014
einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer
leidens
angepassten
, wechselbelastenden, körperlich leich
ten bis gelegentlich mittel
schweren
Tätigkeit (
Urk.
10/M33)
abstellte.
Von
ergänzenden
Beweismassnahmen, namentlich einem ortho
pädischen Gut
achten, sind im Zusammenhang mit den unfallbedingten Kniebeschwerden keine neuen oder anderen Erkenntnisse zu er
war
ten, wes
halb davon ab
zuse
hen ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl.
BGE 136 I 229
E. 5.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_607/2011 vom 16. März 2012 E. 7.2
).
6.
6.1
Zu prüfen ist weiter, ob die (spätestens) ab
dem 2
1.
August 2014
geltende 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit eine
renten
begründende
Ein
schränkung der Erwerbsfähigkeit (Art. 7 ATSG) begründet.
Der Invaliditätsgrad ist
im Folgenden
mittels eines Einkommensvergleichs von
Validen- und
Invaliden
ein
kommen
auf zeitidentischer Grundlage
ab (hypothetischem) Rentenbeginn im Jahr 2014
zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
6
.2
6
.2.1
Die vor August 2014 letzte (zirka 60%ige) Anstellung der Beschwerde
füh
rerin war auf
den
12
.
Februar 2014 gekündigt worden (Urk. 10/A66
, Urk. 10/A69
).
Kann - wie hier - für die Bestimmung des Invalideneinkommens
somit
nicht auf die kon
krete beruflich-erwerbliche Situation abgestellt wer
den, können nach der
Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der Schweiz
erischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
(BFS)
oder der Suva-Dokumen
tation
von Arbeitsplätzen (DAP) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b so
wie RKUV
1999 Nr. U 343 S. 412).
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte
das
Invalideneinkommen
für das Jahr 2008
von Fr.
48‘803.40
a
usgehend vom statistischen Tabellenlohn gemäss
LSE
2008, Anforderungsniveau
4
, und unter Berücksichtigung eines sogenannten leidensbedingten Abzuges von 5 % (
Urk.
10/A70 S. 4)
. Die Beschwerde
füh
re
rin
macht
dagegen ein
en Abzug von 20 % geltend (Urk. 1 S. 7 f., Urk. 17 S. 6).
6.2.2
Da hier nicht das hypothetische Einkommen im Jahr 2008, sondern im Jahr 2014 massgeblich ist, ist vom
statistischen Monatseinkommen von Fr.
4‘300
.-- bei
Frauen gemäss der
(seit
2012
in revidierter Form durch
ge
führten) LSE 2014
(TA1
[Privater Sektor]
, Kompetenzniveau 1, Total Frauen)
auszugehen (vgl.
zur Revision
und Anwendbarkeit
der LSE ab 2012:
IV-Rundschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen
Nr. 328 vom 22.
Oktober
2014 und Nr. 349 vom 2
0.
Juni 2016
; BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1
).
U
nter Berücksicht
igung einer durch
schnittlichen (vom BSF erhobenen)
wöchent
lichen Ar
beitsze
it von 41,7
Stunden im Jahr 2014
(
Betriebsübliche Arbeitszei
t nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche
, Tabelle
T
03.02.03.01.04.01
, Abschnitt A-S
, To
tal)
be
trug das massgebliche Durch
schnittseinkommen im Jahr 201
4
Fr.
53‘793.--
(Fr.
4‘300
.-- x 12
; :
40, x
41,7
).
6.2.
3
Dieser Betrag ist recht
sprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und be
ruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
).
Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeits
fähig
keit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein
kommen verwerten kann
(
vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75
).
Der Abzug ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermes
sen ge
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über
steigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche
invaliditäts
fremde
Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht noch
mals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2
).
Die Frage, ob ein Leidensabzug vorzunehmen ist, beschlägt eine Rechtsfrage, diejenige nach der Höhe des gewährten Abzuges eine typische Ermessensfrage, in deren Beantwortung durch die Verwaltung das Gericht nicht leichthin eingreift (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3).
Da die gesund
heit
lichen Einschränkungen angesicht
s des hier beachtlichen (unfallbe
dingten) Belastungsprofils
noch
wechselbelastende, leichte
bis manch
mal mittelschwere
Tätigkeiten
in einem 100%igen Pensum recht
fer
tigen, ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 5 % nicht zu beanstanden.
Ein höherer Ab
zug
wegen der alleinigen gesund
heit
lichen Einschränkung am Knie
ist nicht
vorzunehmen
, da
der
Tabellen
lohn
im
Kompetenzniveau 1
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2
013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4)
. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7 f.) liegt hier nicht ein Fall vor, bei dem von einer ganztägigen Tätigkeit mit (zusätzlich zum hinreichend berücksichtigten Belastungsprofil) reduzierter Leistungsfähigkeit auszugehen ist,
was
rechtsprechungsgemäss
im Übrigen grundsätzlich
ohnehin
k
einen Abzug rechtfertigen würde
(vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen
)
.
Ausserdem
ist
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
selbst
d
er Um
stand, dass
eine
versicherte Person gemäss den medizinischen Angaben auf
eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln bietet, ihre
Einsatzmöglich
keiten
daher begrenzt sind, im Hinblick auf den allein massgeblichen ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG;
BGE 134 V 64
E. 4.2.1) nicht abzugsrelevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. Septem
ber 2012 E. 8).
Sodann
lassen auch
die weiteren Umstände (Lebensalter, Dienst
jahre, Natio
nalität,
Be
schäftigungsgrad) keine zusätzliche Reduktion
vom statistischen Durchschnittslohn
er
war
ten.
Insbesondere
fällt das Alter de
r
Be
schwerde
füh
rerin
, die
im
August
20
14
46
Jahre alt war, nicht negativ ins Gewicht, weil Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothetischen ausge
glichenen Arbeits
markt (Art. 16 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig ange
boten werden
und
sich
das Alter
im
Kompetenzniveau 1
s
ogar eher
lohn
erhöhend
auswirkt
.
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beein
flussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundes
gerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin alleinerziehend ein schul
pflich
tiges Kind zu betreuen hat
(Urk.
1 S. 7, Urk. 10/M27 S. 2)
, muss im Rahmen des medizinisch zumut
baren 100%igen Arbeitspensums
und mit Blick auf den hier massgeblichen a
usgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b)
unberücksichtigt bleiben.
Aufgrund der
italienischen Nationalität (
Urk.
10/A1)
sind
bei der
ab
2004
in der Schweiz erwerbstätig gewesenen Beschwerdeführer
in
(
10/A53/3)
keine nega
tiven Auswirkungen auf den Verdienst zu erwarten. Auch lässt sich ein Abzug vom Tabellenlohn infolge sprachlicher Schwier
igkeiten im Hinblick auf die ihr
zumutbaren Tätigkeiten im
Kompetenzniveau
1
(einfache Tätigkeiten), auf dem keine eigentlichen sprachlichen Anforderungen gestellt werden, nicht rechtfertigen, zumal
die
Beschwerdeführer
in
seit
Jahren
in der Schweiz lebt und arbeitet. Mangelnde Berufsbildung
geben
(insbesondere auf diesem
Kom
petenz
niveau
) ebenfalls keinen Anlass zu einem
weiteren
Abzug. Es stehen
ihr
genügend Stellenprofile offen, welche den medizinischen Anforderungen an eine leidensangepasste, körperlich leichte
bis
gelegentlich
mittelschwere
, wechselbelastende Tätigkeit gerecht werden, ohne dass sie deswegen mit höheren Erfordernissen bezüglich Ausbildung und Sprachkenntnisse ver
bun
den wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_83/2009
vom 1
5.
Mai 2009
E. 4.2.4.2). Auch nimmt d
ie Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist (AHI 1999 177 E. 3b S. 181), wes
halb mit B
lick auf das Kompetenzniveau 1
auch
das Kriterium Betriebs
zuge
hörigkeit respektive
das Fehlen
eine
r
lange
n
Betriebs
zugehörigkeit
keinen
Ab
zug zu rechtfertigen
vermag
(
vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.2.4
Es bleibt damit bei einem Abzug von 5 %, weshalb d
as Invaliden
einkommen (im Jahr 201
4
) auf Fr
.
51‘103.35
(
Fr. 53‘793.--
x 0,9
5) festzusetzen
ist
.
6.3
6.3.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die ver
sicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns (hier: August 2014) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zu Recht auch zur Be
stimmung des
Vali
deneinkommens
auf den statistischen Tabellenlohn gemäss LSE. Denn die Beschwerdeführerin hat
te
die bisherige Anstellung als Serviceangestellte
bei der
Y._
GmbH
nach dem Unfall (ab Mitte Mai 2009) wieder zu 100 % auf
genommen
(Urk.
10/A7-A8) und
wegen der betrieblichen Umstruk
turie
rung aus persönlichen Gründen (Betreuung der Tochter),
mithin
nicht aus gesundheitlichen Gründen
,
aufgegeben (Urk. 10/
M27 S. 1
).
Es ist dabei un
strittig überwiegend wahrscheinlich, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin im Gastgewerbe tätig wäre.
6.3.2
Unabhängig davon, ob man zur Bestimmung des
Valideneinkommens
vom
(
tieferen
)
branchenspezifischen LSE-Tabellenlohn für die Gastro
nomie aus
geht (nach LSE 2014, Frauen, Kompetenzniveau 1, von Fr. 3‘767.-- pro Monat
respektive unter Berücksichtigung ein
er Arbeitszeit pro Woche von 42,
3 Stunden von Fr. 47‘803.25 pro Jahr
) und diesen rechtsprechungsgemäss
parallelisiert
, mithin entsprechend erhöht
(
vgl. dazu BGE 135 V 297 E. 6, 135 V 58 E. 3
, 134 V 322 E. 4 mit Hinweisen
), wie dies die Beschwerde
führerin
korrekt
getan hat (vgl. Urk. 10/A70 S. 4), oder ob
der durchschnittliche LSE-Tabellenlohn (Frauen, Total, Kompetenzniveau 1) von Fr. 4‘300.--
(LSE 2014)
respektive pro Jahr Fr. 53‘793.-- (Fr. 4‘300.-- x 12; : 40, x 41,7)
zugrunde
gelegt wird, führt
der
Einkommensver
gleich mit dem massgeblichen
Inva
li
den
einkommen
von Fr. 51‘103.35
in jedem Fall nicht zu einem
renten
-
be
gründe
n
den Invaliditätsgrad von mindestens
10 % (Art. 18
Abs.
1 UVG).
6.4
Im Ergebnis verneinte die Beschwerdegegnerin
daher
zu Recht den Anspruch auf eine Invalidenrente nach
Art.
18 UVG.
7.
Der
angefochtene
Einspracheentscheid
vom
1
2.
Mai 2015
(Urk.
2)
erweist sich damit in allen Punkten als rechtens. Die Beschwerde ist folglich abzu
weisen.
8.
Das Verfahren ist kostenlos.