Decision ID: 2567c3d8-2c84-53fe-9d65-ea49b7ab67db
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war aufgrund ihrer Anstellung als Kauffrau bei
B._ (nachfolgend: Arbeitgeberin) bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Zürich) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit
Bagatellunfallmeldung vom 17. März 2015 meldete die Arbeitgeberin der Zürich ein
Schadensereignis, welches sich am 25. Februar 2015 um 15 Uhr zugetragen habe.
Zum Sachverhalt gab die Arbeitgeberin an, die Versicherte habe nach dem Kopieren
einen Schritt zur Seite machen wollen und habe mit dem Knie eine leichte Drehung
gemacht. Es habe einen "Knacks" im Knie gegeben (act. G 3/3.1). Auf dem Formular
Hergangs-Schilderung der Zürich gab die Versicherte am 23. März 2015 zum Hergang
"Drehbewegung am Kopiergerät beim Weglaufen" an (act. G 3/3.5). Dr. med. C._,
Facharzt für Innere Medizin FMH, hielt im ersten ärztlichen Zeugnis UVG vom 20. März
2015 als Diagnose (gestützt auf das MRI vom 16. März 2015, act. G 3/3.40) einen Riss
im Meniskushinterhorn medial Knie rechts fest (act. G 3/3.37).
A.b Mit Schreiben vom 30. März 2015 teilte die Zürich der Versicherten mit, dass es
sich beim Ereignis vom 25. Februar 2015 nicht um einen Unfall handle. Für eine
unfallähnliche Körperschädigung fehle eine schädigende äussere Einwirkung im Sinne
eines Auslösungsfaktors. Für die Behandlungskosten müsse die Versicherte daher an
ihre Krankenversicherung verwiesen werden (act. G 3/3.6). Auf Verlangen der
Versicherten (act. G 3/3.11) erliess die Zürich ihren leistungsablehnenden Entscheid am
29. April 2015 in Form einer Verfügung (act. G 3/3.18).
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A.c Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 18. Mai 2015 Einsprache und
beantragte deren Aufhebung sowie dass ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen
seien (act. G 3/3.24). Mit Schreiben vom 9. Juni 2015 stellte die
Rechtsschutzversicherung der Versicherten der Zürich eine Nachbegründung der
Einsprache zu. Sie machte geltend, dass die Voraussetzungen des ungewöhnlichen
äusseren Faktors erfüllt seien. Mit der schnell bzw. ruckartig erfolgten
Abdrehbewegung sei der normale Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges
gestört worden (act. G 3/3.26).
A.d Mit Einspracheentscheid vom 17. Juli 2015 wies die Zürich die Einsprache ab mit
der Begründung, dass für das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung ein
Auslösungsfaktor hinzutreten müsse, wobei dieser die Voraussetzung einer gewissen
Sinnfälligkeit erfüllen müsse. Dies bedeute, dass die Tätigkeit eine gewisse gesteigerte
Gefahrenlage in sich bergen müsse. Das blosse Abdrehen beim Kopieren reiche hierzu
nicht aus, weshalb die Voraussetzungen einer unfallähnlichen Körperschädigung und
damit die Leistungspflicht der Zürich nicht gegeben seien (act. G 3/3.31).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von der Rechtsvertreterin der
Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin), Karin Herzog, M.A. HSG in Law,
erhobene Beschwerde vom 8. September 2015 mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid vom 17. Juli 2015 sei aufzuheben und die Zürich (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen
Leistungen auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin. Gestützt auf das Überweisungsschreiben von Dr. C._ an das
Spital D._ vom 18. März 2015 (act. G 1.4) sei von einer schnellen Drehbewegung, bei
welcher der Fuss am Boden blockiert geblieben sei, auszugehen. Unter
Berücksichtigung des Ereignishergangs und der ärztlichen Beurteilung sei eine
unfallähnliche Körperschädigung und damit die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin zu bejahen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde indem sie argumentiert, dass auf die Schilderung in
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der Unfallmeldung und in der Hergangsschilderung abzustellen sei. Eine schnelle
Drehbewegung sei darin nicht erwähnt worden. Ebenso sei eine Blockierung des
Fusses am Boden auch auf die Nachfrage, den Sachverhalt detailliert zu schildern,
nicht erwähnt worden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass eine solche Begebenheit nicht
geschildert worden wäre. Zudem habe das Bundesgericht in vergleichbaren Fällen
entschieden, dass keine Sinnfälligkeit vorgelegen habe. Eine unfallähnliche
Körperschädigung im Rechtssinne liege daher nicht vor (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 10. November 2015 hält die Beschwerdeführerin an den Anträgen
fest. Die festgestellten Schädigungen am Knie würden ohne weiteres auf das Ereignis
vom 25. Februar 2015 zurückgeführt werden können, weshalb nicht von einem
schleichenden Prozess gesprochen werden könne, welcher die Verletzungen
verursacht habe. Ausserdem könne der Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden,
dass die ersten Schilderungen gegenüber der Beschwerdegegnerin kurz ausgefallen
seien. Offensichtlich habe sie den Ablauf gegenüber Dr. C._ genauer geschildert,
habe dieser doch eine Blockierung des Fusses am Boden festgehalten. Da die
Ausführungen gegenüber Dr. C._ genauer und früher erfolgt seien, sei auf diese
abzustellen. Die Voraussetzungen für das Vorliegen einer unfallähnlichen
Körperschädigung seien erfüllt (act. G 5).
B.d Mit Duplik vom 25. Februar 2015 erneuert die Beschwerdegegnerin ihren Antrag
auf Abweisung der Beschwerde. Die Schilderung von Dr. C._ entspreche keiner
Schilderung der Beschwerdeführerin. Es gebe keinen Anlass, von der ursprünglichen
Sachverhaltsschilderung abzuweichen und auf die Schilderung nach Kenntnis der
Ablehnung oder auf die anders formulierte Schilderung des Arztes abzustellen. Das
Ereignis vom 25. Februar 2015 könne nicht als sinnfällig betrachtet werden. Eine
unfallähnliche Körperschädigung liege daher nicht vor (act. G 7).

Erwägungen
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Folgen des
Ereignisses vom 25. Februar 2015 leistungspflichtig ist.
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2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die
den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen.
2.2 Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
2.3 Art. 9 Abs. 2 der Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) enthält eine abschliessende
(vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, 116 V 147 E. 2b, je mit Hinweisen) Aufzählung von
Körperschädigungen, welche auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den
Unfällen im Sinn von Art. 4 ATSG gleichgestellt sind, sofern sie nicht eindeutig auf eine
Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind. Dazu zählen insbesondere
Meniskusrisse (lit. c).
2.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen auf
Verwaltungsebene, wobei es grundsätzlich im Ermessen des Versicherungsträgers
liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Was zu beweisen
ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den
Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den
Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 21.
Oktober 2013, 8C_815/2012, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Im Sozialversicherungsrecht
ergibt sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör der Anspruch darauf,
Beweisanträge zu stellen, erhebliche Beweise in das Verfahren einzubringen und an der
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Beweiserhebung teilzunehmen (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/
Genf 2015, N 116 zu Art. 61).
3.
3.1 Die Parteien sind sich einig, dass das Ereignis vom 25. Februar 2015 das Merkmal
der Ungewöhnlichkeit nicht erfüllt und somit nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG
zu qualifizieren ist. Im vorliegenden Fall ist hingegen strittig, ob ein unfallähnliches
Ereignis im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt. Unbestritten ist in diesem
Zusammenhang, dass eine Listenverletzung (Meniskusriss, Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV)
diagnostiziert wurde.
3.2 Um zu klären, ob ein unfallähnliches Ereignis vorliegt, stellt sich vorab die Frage,
auf welchen Sachverhalt abzustellen ist. Während die Beschwerdeführerin geltend
macht, dass sie eine schnelle, ruckartige Drehbewegung gemacht habe, bei welcher
der Fuss am Boden blockiert geblieben sei, bringt die Beschwerdegegnerin vor, es sei
lediglich von einer Drehbewegung auszugehen.
3.3 Die zeitlich erste Information zum Ereignis erhielt die Beschwerdegegnerin seitens
der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin. Diese gab in der Bagatellunfallmeldung vom
17. März 2015 an, dass die Beschwerdeführerin nach dem Kopieren einen Schritt zur
Seite habe machen wollen und mit dem Knie eine leichte Drehung gemacht habe. Es
habe einen "Knacks" im Knie gegeben. Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin
zwecks Präzisierung des Hergangs gab die Beschwerdeführerin in der
Hergangsschilderung "Drehbewegung am Kopiergerät beim Weglaufen" an. In der
Reaktion der Beschwerdeführerin auf die formlose Leistungsablehnung, in der nach
Erlass der ablehnenden Verfügung erhobenen Einsprache sowie in deren
Nachbegründung ist sodann von einer "schnellen Drehbewegung" die Rede. In der
Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin gestützt auf das Überweisungsschreiben
von Dr. C._ an das Spital D._ vor, dass sie eine schnelle Drehbewegung gemacht
habe, bei welcher der Fuss am Boden blockiert geblieben sei. Das
Überweisungsschreiben datiert vom 18. März 2015, worin sich Dr. C._ auf die
Schilderungen der Beschwerdeführerin bezieht, welche sie anlässlich der ersten
Untersuchung vom 13. März 2015 gemacht hatte. Die Hergangsschilderung der
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Beschwerdeführerin datiert vom 23. März 2015. Es ist durchaus denkbar, dass die
Beschwerdeführerin beim ersten Arztbesuch - anders als gegenüber der Arbeitgeberin
und der Beschwerdegegnerin - das Blockieren des Fusses am Boden erwähnte, um
durch die Schilderung sämtlicher Umstände des Vorfalls eine optimale medizinische
Untersuchung und Behandlung durch den Arzt zu ermöglichen.
Sozialversicherungsrechtliche Überlegungen können beim Erstgespräch mit Dr. C._
keine Rolle gespielt haben, da die Leistungsablehnung vom 30. März 2015 zu diesem
Zeitpunkt noch nicht bekannt war. Die späteren Schilderungen gegenüber der
Beschwerdegegnerin, in welchen das Detail, wonach der Fuss am Boden blockiert
geblieben sei, nicht erwähnt wird, stehen nicht im Widerspruch zur früheren,
detaillierteren Schilderung gegenüber dem Hausarzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 3. Juli 2009, 8C_346/2009, E. 5.1). Die Beschwerdegegnerin kann deshalb auch
aus dem Umstand, dass Dr. C._ den blockierten Fuss im ersten ärztlichen Zeugnis
nicht erwähnte, ihn im Überweisungsschreiben an das Spital D._ aber geschildert
hatte, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Arzt als Drittperson hat kein Interesse, im
Überweisungsschreiben an das Spital die ihm gegenüber gemachten Schilderungen
der Beschwerdeführerin "auszuschmücken". Aus dem im Sozialversicherungsrecht
geltenden Untersuchungsgrundsatz und dem aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör
fliessenden Recht auf Mitwirkung bei der Beweisbeibringung (vgl. E 2.4) geht hervor,
dass ein Sachverhalt auch mittels erst im Beschwerdeverfahren vorgelegten Beweisen
erstellt werden kann. Der massgebende Sachverhalt ergibt sich zudem nicht einzig aus
den Schilderungen, welche die Beschwerdeführerin gegenüber der
Beschwerdegegnerin gemacht hat. Es ist vielmehr auf denjenigen Lebenssachverhalt
abzustellen, welcher sich nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
tatsächlich ereignet hat. Es ist deshalb davon auszugehen, dass - wie von Dr. C._ im
Überweisungsschreiben wiedergegeben - sich die Beschwerdeführerin am Kopierer
stehend wegdrehte, wobei der Fuss der Beschwerdeführerin am Boden blockiert
geblieben ist. Für die Annahme der Blockierung des Fusses spricht ausserdem auch
die Formulierung der Arbeitgeberin in der Bagatellunfallmeldung, wonach die
Beschwerdeführerin einen Schritt zur Seite habe machen wollen, und nicht etwa einen
Schritt zur Seite gemacht habe, was mit der (nicht explizit erwähnten) Blockierung des
Fusses erklärt werden kann. Weiter stellt sich die Frage, ob von einer schnellen oder
abrupten Drehung auszugehen ist. Weder in der Unfallmeldung, wo nur eine "leichten
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Drehung" angegeben wurde, noch in der Hergangsschilderung auf explizite Nachfrage
hin, den Vorgang im Detail präzis und vollständig zu beschreiben und anzugeben, ob
sich etwas Ungewöhnliches zugetragen habe, noch im Überweisungsschreiben von Dr.
C._ wird eine schnelle oder ruckartige Drehbewegung geschildert. Da vor der
Ablehnung des Leistungsanspruches nie die Rede von einem schnellen oder abrupten
Abdrehen war, ist von einem solchen nicht auszugehen: Führt der Unfallversicherer in
Nachachtung seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts mittels Fragebogen eine detaillierte Erhebung der
tatsächlichen Verhältnisse durch, überzeugt es praxisgemäss nicht, wenn die
versicherte Person den entsprechenden Sachverhalt erst nach der abschlägigen
Verfügung darlegt (Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2013, 8C_696/2013
E. 4.2 mit Hinweisen). Nach dem Gesagten ist deshalb für die weitere Beurteilung
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin am Kopierer stehend eine
Drehbewegung ausführte, wobei der Fuss am Boden blockiert blieb und dass sie dabei
einen Schmerz im Knie spürte.
3.4 Gestützt auf diesen Sachverhalt sind die Voraussetzungen der unfallähnlichen
Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV (Meniskusriss) zu prüfen. Praxisgemäss
müssen mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch bei unfallähnlichen
Körperschädigungen die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein,
um eine Leistungspflicht der Unfallversicherung zu begründen. Es muss also eine
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper vorliegen (vgl. Art. 4 ATSG). Besondere Bedeutung kommt dabei
der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, das heisst eines ausserhalb des
Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles.
Wo ein solches Ereignis nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser eines
in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig
krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor, für welche die
obligatorische Unfallversicherung in Abgrenzung zur Krankenversicherung nicht
aufzukommen hat (BGE 129 V 467 E. 2.2. mit Hinweis).
3.4.1 Zentraler Streitpunkt ist das Vorliegen eines äusseren Ereignisses, somit eines
ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben
unfallähnlichen Vorfalles. Zur Bejahung des äusseren Faktors ist stets ein Geschehen
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verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu
bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer
allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele
sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit erheblichem
Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende
Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch
beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen,
gleichkommt. Die physiologische Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln,
Sehnen und Bänder stellt somit keinen äusseren Faktor dar, dem ein gegenüber dem
normalen Gebrauch der Körperteile gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnen
muss. Wer also lediglich beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum,
Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als
Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich mangels
eines gesteigerten Schädigungspotenzials nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen
Körperschädigung berufen (BGE 129 V 470 E. 4.2 f.).
3.4.2 Die Drehbewegung der am Kopierer stehenden Beschwerdeführerin an sich
stellt eine alltägliche Lebensverrichtung dar, was auch die Beschwerdeführerin in der
Hergangsschilderung bestätigt (act. G 3/3.5, Ziff. 2.3). Das Wegdrehen vom Kopierer ist
nicht vergleichbar mit sportlichen Aktivitäten, welche oft eine überdurchschnittliche
körperliche Belastung und damit häufig eine gesteigerte Gefahrenlage mit sich bringen.
Dies wird offensichtlich, wenn man bedenkt, dass das Wegdrehen von einem Kopierer
zum Büroalltag dazugehört und es dabei so gut wie nie zu Verletzungen kommt. Bei
einer einfachen Drehbewegung fehlt es rechtsprechungsgemäss - in Übereinstimmung
mit der Beschwerdegegnerin, welche diesbezüglich das Bundesgerichtsurteil vom 28.
September 2010 8C_22/2010 anführt - an einem einwirkenden äusseren Faktor. Nach
Lage der Akten ergeben sich keine Hinweise auf einen Grund zur besonderen Eile der
Beschwerdeführerin oder, abgesehen von der Blockierung des Fusses am Boden, auf
andere Umstände, die auf ein gesteigertes Gefährdungspotenzial der alltäglichen
Drehbewegung hindeuten würden (vgl. das genannte Urteil des Bundesgerichts, E.
5.3). Indessen schilderte die Beschwerdeführerin diese Blockierung des Fusses am
Boden nie detailliert bzw. erwähnte sie gegenüber der Beschwerdegegnerin, ausser in
der Beschwerdeschrift, gar nicht. Da die Blockade des Fusses einzig indirekt (gestützt
auf die Schilderung der Beschwerdeführerin) von Dr. C._ im Überweisungsschreiben
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erwähnt wurde, ist in keiner Weise bekannt, wie sich diese abgespielt hat. Es bleibt
damit unklar, wie die geltend gemachte Blockierung zustande kam und wie sie sich auf
die Bewegung und die Gelenke der Beschwerdeführerin auswirkte. Die Blockierung des
Fusses am Boden muss ausserdem nicht zwingend zu einer über das Normale
hinausgehenden physiologischen Beanspruchung des Skeletts führen, denn solche
Blockaden des Fusses am Boden treten im Alltag häufig auf, ohne dass sie eine
Verletzung nach sich ziehen würden; schon gar nicht mit einer gewissen
Regelmässigkeit. Die Situation im Büroalltag unterscheidet sich diesbezüglich
fundamental von derjenigen, wie sie häufig etwa auf dem Fussballplatz anzutreffen ist.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin lässt sich daher in der Blockierung
des Fusses Büroboden allein noch kein gesteigertes Gefährdungspotenzial erblicken.
3.4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Nachweis der plötzlichen, nicht
beabsichtigten schädigenden äusseren Einwirkung auf den menschlichen Körper im
Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV nicht erbracht ist, weshalb die Beschwerdegegnerin eine
Leistungspflicht zu Recht verneint hat.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sine keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).