Decision ID: d810ec7b-8dfa-5a9c-8bdd-dd2e35aceed7
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, war bei der
Alpina
Versicherungs-Aktiengesell
schaft (
ab
2004
«
Zürich
»
VersicherungsGesellschaft
, heute Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
; vgl.
www.zefix.admin.ch
;
Urk.
17/Za3
) obligatorisch gegen Unfälle versichert, als sie im Jahr 1987 bei einem Sturz eine Verletzung am linken Knie erlitt
, welche mit einer
arthroskopischen
Meniskektomie
und einer
Kreuxbandersatzplastik
behandelt wurde
(Urk. 12/A7
4
.2 S. 2
, Urk. 12/M1 S. 1
).
Am 22. Januar 1999 erlitt
X._
bei einer Schlittenfahrt einen Schlag auf das linke Kniegelenk, woraufhin im linken Kniegelenk axial eine Schwellung, ein Gelenkerguss und Schmerzen
auftraten (Urk. 12/A1, Urk. 12/M1). Zur Zeit dieses Unfalls war
X._
als Arbeitnehmerin der
Y._
AG
bei der XL Winterthur International Versicherungen Schweiz (heute: XL Versi
cherungen Schweiz AG mit Sitz in Zürich) obligatorisch gegen Unfälle versichert, welche
zunächst
die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Ereignisses vom 22. Januar 1999 erbrachte (
Urk. 12/A2,
Urk. 12/A6). Mit Verfügung vom 20. Sep
tember 2001
stellte die XL Winterthur International Versicherungen Schweiz
für und im Namen der
«
Winterthur
»
Schweizerischen Versicherungs
gesellschaft
die Leistungen ein (Urk. 12/A12).
Die dagegen erhobene Einsprache vom 4. Oktober 2001 (Urk. 12/A13) hiess die Winterthur Schweizerische
Versi
cherungs
-Gesellschaft (heute: AXA Versicherungen AG) mit Einspracheentscheid vom 22. November 2001 gut
(Urk. 12/A1
7
)
.
Am 20.
November 2001 wurde
n
in der
O
rthopädischen Chirurgie der
Klinik Z._
eine arthroskopische Rekon
struktion des vorderen Kreuzbandes (
VKB
) und eine
valgisierende
Tibiakopf
-Osteotomie am linke
n Kniegelenk durchgeführt (Urk.
12/M13).
Ein
Teil des Fixa
tionsmaterials am
Tibiakopf
wurde am
1
1.
Juni 2002 entfernt (
Urk.
12/M17).
Ab dem
1.
Oktober 2002 wurde wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestie
rt (Urk.
12/M19).
Am 2
0.
Januar 2003 wurde die Behandlung an der
Klink Z._
bis auf Weiteres
abgeschlossen (Urk.
12/M20).
Die
«
Winterthur
»
Schweize
rische Versicherungs-Gesellschaft
erbrachte
Leistungen
im Zusammenhang mit den operativen Eingriffen und den Nachbehandlungen
.
Mit Schreiben vom 5.
November
2003
teilte sie der Versicherten mit, dass
ein Jahr nach der Opera
tion, mithin per 20.
November 2002
,
vom Abschluss der Rehabilitation auszu
gehen sei und allfällige weitere Behandlungen nicht mehr in den Zuständigkeits
bereich des Unfallversicherers fallen würden sowie dass der Fall abgeschlossen werde
(
Urk. 12/
A
30
).
Am 5. Juni 2014 knickte
X._
beim Treppensteigen ein und schlug sich das vorgeschädigt
e linke Knie an (Urk. 12/M26 S.
6).
Die anlässlich der Erstbe
handlung vom 7. August 2014 erstellte Magnetresonanztomographie (MRT) des linken Kniegelenkes ergab unter anderem eine partielle Läsion des lateralen Kollateralbandes distal, eine distale Ruptur und einen weitgehenden Abbau des vor
deren Kreuzbandtransplantates (Urk. 17/ZM1-3).
Zur Zeit dieses Unfalls war
X._
bei der
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Zürich Versicherung)
obligatorisch gegen Unfälle versichert. Diese erbrachte die gesetzlichen Leistungen,
welche sie mit Verfügung vom 25. November 2014 zu
nächst per Ende August 2014 einstellte (Urk. 17/Z23). Mit Einspracheentscheid vom 9. November 2016 hiess die
Zürich Versicherung
die Einsprache
von
X._
vom 30. Dezember 2014
(Urk. 17/Z29)
teilweise gut und stellte ihre Leis
tungen
schliesslich
per 5. Juni 2015 ein (Urk.
17
/
Z89
).
Die dagegen von
X._
erhobene Beschwerde vom 15. Dezember 2016
(
Urk.
17/3)
wurde mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts
des Kantons Zürich
UV.2016.00289 vom 31. Jan
uar 2018 abgewiesen (Urk. 12/A74
.2 S. 19).
1.2
Am 6. Januar 2015 hatte
X._
bei der
AXA Versicherungen AG (nach
folgend: AXA)
einen Rückfall gemeldet mit dem Hinweis, dass die Zürich Ver
sicherung für
den
Vorfall vom 5. Juni 2014 (nur) vorübergehend Leistungen über
nommen habe (Urk. 12/A32). Die AXA bestätigte zunächst ihre (an die Zürich Versicherung anschliessende) Leistungspflicht ab dem 5. Juni 2015 im Zusam
menhang mit den Beschwerden am linken Knie (
E-Mail vom 30. September 2016 [
Urk.
12/A47] und Schreiben vom 4. November 2016 [
Urk. 12/A50
]
), was sie mit Schreiben vom 2. März 2017 als Irrtum bezeichnete. Bei den Restbeschwerden handle es sich um Spätfolgen des Ereignisses von 1987, wofür die Suva (richtig:
Alpina
respektive die Zürich Versicherung) zuständig sei (Urk. 1
2/A57). Nach weiterem Schriften
wechsel hielt die AXA an ihrem Standpunkt mit Verfügung vom 2. Mai 2018 fest und
stellte die Versicherungsleistungen aus der obligato
rischen Unfallversicherung für die Folgen des Unfallereignisses vom 22. Januar 1999 rückwirkend per
31. März 2003
ein. Auf eine Rückforderung allfällig zu viel bezahlter Leistungen verzichtete sie
(Urk. 12/A79
S. 3
). Die dagegen erhobene Einsprache von
X._
vom 2
9.
Mai 2018
(Urk. 12/A82) wies die AXA mit Einspracheentscheid vom 8. März 2019 mit der Begründung ab, der Status quo sine sei spätestens am 22. Januar 2000 erreicht gewesen und ein Rückfall respektive Spätfolgen zum Ereignis vom 22. Januar 1999 würden in Ermangelung eines nachgewiesenen Kausalzusammenhanges ebenfalls nicht vorliegen (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 26. April 2019
(Urk. 1)
Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid vom 8. März 2019 sei auf
zuheben, die Sache sei an die
Beschwerdegegnerin
als UVG-Versicherer des 2. Knieunfalls vom 22. Januar 1999 zurückzuweisen und diese sei a
nzuweisen, die für den richtung
gebenden Unfall vom 22. Januar 1999 gesetzlich geschul
deten Leistungen (Rente, Integritätsentschädigung sowie Heilbehandlung gemäss Art. 21 UVG) abzuklären und zu verfügen; eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin als UVG-Versicherer des 2. Knieunfalls vom 22. Januar 1999 zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, die Frage der Rest-/Spätfolgen der Unfälle vom 22. Juli 1987 und 22. Januar 1999 sowie der daraus fliessenden UVG-Leistungen zusammen mit der Zürich Versicherung (vormals
Alpina
) als UVG-Versicherer des Unfalls vom 22. Juli 1987 mittels eines orthopädisch-radio
logischen Fachgutachtens abzuklären und anschliessend über die gesetzlich geschul
deten Leistungen zu verfügen.
In prozessualer Hinsicht beantragte die
Beschwerdeführerin
, es seien die von der Zürich Versicherung (vormals
Alpina
) als UVG-Versicherer des 1. Knieunfalls vom 22. Januar 1987 (
Ref
.-Nr.
...
[UVG]) und die KPT Krankenversicherung als Krankenversicherer (Police-Nr.
...
) zum vorliegenden Beschwerdegerichtsverfahren beizuladen (Urk. 1 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom 5. September 2019 auf Abweisung der Beschwerde und des prozessualen Antra
ges auf B
eiladung der Zürich Versiche
rung sowie der KPT Krankenversicherung (Urk. 10/1 Abs. 2).
Mit Verfügung vom 12. September 2019 wurde das Gesuch der
Beschwerde
führer
in um Beiladung der Zürich Versicherung und der KPT Krankenversiche
rung abgewiesen und es wurden die Unfallakten von der Zürich
Ver
sicherung
in Sachen der Beschwerdeführerin betreffend die Unfälle vom 22. Juli 1987 (
Ref
.-Nr.
...
[UVG]) und vom 5. Juni 2014 (
Ref
.-Nr.
...
) beige
zogen. Mit Bezug auf diese Verfügung stellte die
Beschwerdeführerin
mit Eingabe vom 26. September 2019 (Urk. 16) die folgenden Anträge:
«
1. Es sei die Gerichts
verfügung vom 12. September 2019 innert 10 Tagen wiedererwägungsweise auf
zuheben. 2. Es seien die Referentin und die Gerichtsschreiberin in den Ausstand zu treten und der Gerichtsfall UV.2019.00103 an eine andere Kammer des Sozial
versicherungsgerichts des Kantons Zürich zur Weiterbearbeitung
umzuteilen
. 3. Es sei der
Beschwerdeführerin
die Beschwerdeantwort vom 5. September 2019 (inkl. Beilagen,
Beilagenverzeichnis
sowie den Nachweis für die rechtzeitige Post
aufgabe der Beschwerdeantwort) zukommen zu lassen. 4. Es sei den Parteien eine Frist anzusetzen, um zur Absicht der Referentin Stellung zu nehmen, weder die KPT noch die ZURICH als UVG-Versicherer des 1. Unfalls vom 22. Juli 1987 zum hängigen Prozess beizuladen und die Unfallakten der ZURICH zu den Unfällen
vom 22. Juli 1987 und 5. Juni 2014 beizuziehen. 5. Es sei nach Anhörung der Parteien über die Frage der Beiladung sowie des
Aktenbeizugs
eine beschwerde
fähige Gerichtsverfügung zu erlassen. 6. Unter Kosten- und Ent
schädigungs
folgen zulasten der
Beschwerdegegnerin
.
»
Am
1. Oktober 2019 (Urk. 18)
reichte die Zürich Versicherung
die beigezogenen Unfallakten ein (Urk. 17/1-50, Urk. 17/Z1-Z89, Urk. 17/ZM1-ZM16, Urk. 17/Za1-Za5).
Mit Beschluss vom 3. Oktober 2019 wurde auf das
Ausstandsbegehren
der
Beschwerdeführerin
nicht eingetreten und ihr Gesuch um wiedererwägungsweise
Aufhebung der Verfügung vom 12.
September
2019 wurde abgewiesen. Ausserdem wurde ein zweiter Schriften
wechsel angeordnet
,
und die Beschwerdeantwort sowie die beigezo
genen Unfallakten der Zürich Versicherung wurden der
Beschwerdeführerin
zur Stellungnahme (Replik) zugestellt
(Urk. 20 S. 9).
In der Replik vom 1
3.
Januar 2020 hielt die
Beschwerdeführerin
an
ihrem in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren
fest (Urk.
24 S. 2).
Die
Beschwerdegeg
nerin
erneuerte ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde
in der
Duplik vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
31 S. 2
), was der
Beschwerdeführerin
am 26. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
33).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
si
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dement
sprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2
2.
Januar 1999 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss Art. 6
UVG werden
soweit das Gesetz ni
chts
a
nderes
bestimmt - die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten
gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers
setzt das UVG das Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrech
ts, ATSG) oder einer unfallähn
lichen Körperschädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) voraus. Ausserdem muss zwischen
dem Unfallereignis und dem einge
tr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, To
d) ein natürlicher und ein adäquater Kausal
zusammenhang be
stehen.
2.2
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leist
ungsanspruches nicht (BGE 129 V
177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast –
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusam
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Der Unfallversicherer hat jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur, dass die unfallbedingten Ursachen des
Gesundheits
schadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteile des Bundes
gerichts U 381/04 vom 2. Februar 2006 E. 3.1 und
8C_354/2007 vom 4. August
2008 E. 2.2, je
mit Hinweisen).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.4
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen La
uf der Dinge und nach der allge
meinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
getretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2,
40
2 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.5
2.5.1
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von
Art. 21 UVG (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wieder
aufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hin
weisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natür
licher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in fine).
2.5.2
Die rechtskräftige Verneinung der Unfallkausa
lität eines Leidens führt - vorbe
hältlich der prozessualen Revision (wegen E
ntdeckung erheblicher neuer Tat
sa
chen oder Auffinden von Beweismitteln, de
ren Beibringung zuvor nicht mög
lich war; Art. 53 Abs. 1 ATSG; ARV 2008 Nr. 16 S. 245 E. 2.2 [8C_93/2007]) oder der Wiedererwägung (wegen zweifelloser Unrichtigkeit; Art. 53 Abs. 2 ATSG; SVR 2010 IV Nr. 5 S. 10 E. 2 [8C_1
012/2008]) - zur Ablehnung sämtlicher künftiger Leistungsbegehren auf
grund dieses Leidens;
dies gilt auch hinsichtlich gel
tend gemachter Rückfälle oder Spätfolgen (RKUV 1998 Nr. U 310 S. 463 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_359/2013 vom 27. August 2013 E. 5.1 f.).
2.6
2.6.1
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versichert
e Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge d
es Unfalles voll oder
teil
weise
arbeitsunfähig (Art. 6
ATSG), so hat sie ausserdem Anspruch auf ein Tag
geld (Art. 16
Abs. 1 UVG).
Ein weiterer Anspruch auf die vorübergehenden UV-Leistungen Heilbehandlung (Art. 10 UVG) und Taggeld (Art. 16 f. UVG) setzt nach Gesetz und Praxis voraus, dass von einer Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung noch eine nam
hafte Besserung des - unfallbedingt beeinträcht
igten - Gesundheitszustandes er
wartet werden kann oder dass noch
Eingliederungsmassnahmen
der I
nvalidenver
sicherung
laufen. Trifft beides nicht (mehr) zu, hat der Versicherer den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen
abzuschliessen
und den Anspruch auf eine Invali
denrente und auf ein
e Integritätsentschädigung zu prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4).
2.6.2
Eine Leistungseinstellung für die Zukunft (ex
nunc
et pro
futuro
) ist ohne Beru
fung auf einen Wiedererwägungs- oder Revisionsgrund
(
Art.
53 ATSG)
zulässig, sofern keine Rückforderung bereits ausgerichteter Leistungen zur Diskussion steht und es nicht um Dauerleistungen geht (BGE 130 V 380 E. 2.3; vgl. auch in BGE 136 V 2 nicht publ
izierte
E. 5.1 des Urteils
des Bundesgerichts 8C_444/2009 vom 11.
Januar 2010; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_93/2020 vom
1.
April 2020 E. 3 und
8C_1019/2009 v
om 26.
Mai 2010 E. 4.2).
Daraus folgt,
dass die grundsätzliche Leistungspflicht bei der erstmaligen Zuspre
chung von Dauerleistungen neu geprüft werden kann, ohne dass diese Frage durch die faktische Erbringung vorübergehender Leistungen oder durch rechts
kräftige Verfügungen, welche vorübergehende Leistungen oder eine Integritätsent
schädigung zusprechen, präjudiziert wird
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_22/2010
vom 2
8.
September 2010
E. 4.1)
.
2.
7
2.7.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invali
den
re
nte. Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde g
anze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 ATSG).
2.7.2
Mit der Festsetzung einer Invalidenrente (Art. 19 Abs. 1 UVG)
oder, falls kein Rentena
nspruch besteht, bei der Beendi
gung der ärztlichen Behandlung ist
eine angemessene Integritätsentschädigung festzulegen, sofern die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geis
ti
gen oder psychischen Integrität erlitten hat
(Art. 24 UVG).
2.8
2.8.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.8.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee).
Soll
ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens ent
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssig
keit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3
.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat zur Begründung des angefochtenen Einspracheent
scheides ausgeführt,
durch das Ereignis vom 2
2.
Januar 1999 sei ein relevanter Vorzustand aktiviert worden, der auf das Unfallere
ignis des Jahres 1987 zurück
gegangen sei
.
Gestützt auf das Gutachten von
Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 23. August 2016 (Urk.
12/M26) sei davon auszu
gehen, dass der
Status quo sine spätestens am 22. Januar 2000 erreicht gewesen
sei
.
Dies stehe auch im Einklang mit der Stellungnahme des erstbehandelnden Arztes, der bereits am 1
5.
September 1999 (
Urk.
12/M1) bestätigt habe, das
s
sich die initiale Symptomatik, namentlich der Kniegelenkserguss, anlässlich der Kon
trollen bis zum 1
6.
März 1999
regredient
gezeigt
habe
.
Die vom beratenden Arzt
Dr.
med. B._
(
Urk.
12/M4)
zur Feststellung einer allfälligen frischen Läsion am Ersatz des vorderen Kreuzbandes (VKB) empfohlene Arthroskopie habe infolge der Schwangerschaft der
Be
schwerdeführerin
erst am
4.
Juli 2001 statt
gefunden und habe
zudem
keine solche Läsion der Kreuzbandplastik gezeigt
(Urk.
12/M7)
.
Der Operateur Dr. med. C._
, Leitender Arzt Orthopädie der
Klinik
Z._
, habe anlässlich der Art
h
roskopie vom
4.
Juli 2001 (
Urk.
12/M7) lediglich eine korbhenkelartige Läsion festgestellt und betreffend die Meniskuspathologie auch nur die Vermutung eines durch das Ereignis vom 2
2.
Januar 1999 erfolgten kompletten Abrisses des medialen Meniskus geäussert.
Die Leistungspflicht sei denn auch mit Verfügung vom 20. September 2001 ver
neint worden. Lediglich
der beratende Arzt
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Chirurgie, habe in
der
im damaligen Einspracheverfahren eingeholten
Stellung
nahme
(
vom 13.
November 2001, Urk. 12/M9) die weitere Leistungspflicht damit begründet, dass
es beim Ereignis vom 12.
Januar 1999 zu einer zusätzlichen
(Meniskus-)
Korbhenkelläsion gekommen sei.
In den gesamten Akten würden sich
indes
keine schlüssigen Anhaltspunkte hierfür finden
. S
einer
Stellungnahme komme kein hinreichender Beweiswert zu
.
Die
mit Einspracheentscheid vom 22. November 2001 verfügte Ausrichtung weiterer Leistungen
habe sich
dennoch
auf die
se
Stellungnahme von
Dr.
D._
gestützt
. Mit
diesem Entscheid
seien zudem
lediglich die Kosten der damals strittigen
Valgisationsosteotomie
mit Kreuzbandplastik
zugesprochen
worden. Die Übernahme der Kosten für diesen Eingriff vom 20. November 2001 (
Urk.
7/M13) erweise sich
bereits
aufgrund der von
Dr.
C._
erhobenen Befunde als unrichtig,
weil sowohl die
Valgisations
osteotomie
als auch die erneute VKB-Ersatzplastik als unbestrittene Folge des Vorzustandes qualifiziert worden seien.
Da ein Versicherungsträger
die
Leistungs
pflicht
rechtsprechungsgemäss
neu prüfen könne, wenn er seine vorüberge
henden Leistungen habe einstellen können, dürfe sie, die
Beschwerdegegnerin
,
ihre Leistungspflicht vor diesem Hintergrund ohne Weiteres überprüfen. Dies gelte umso mehr
,
als sich zwischenzeitlich am
5.
Juni 2014, mithin 15 Jahre nach dem
Schlittelereignis
ein weiterer Vorfall ereignet habe, der zu Leistungen der Zürich Versi
cherung geführt habe (U
rk. 2
S. 6
ff.
).
Die Prüfung des von der
Beschwerdeführerin
geltend gemachte
n
Rückfallge
schehens respektive der geltend gemachten Spätfolgen führe ebenfalls zur Ver
neinung eines Leistungsanspruchs. Denn
nach der letzten dokumentierten Kostenvergütung am 2
3.
Februar 2004 bis zum neuen Ereignis vom 5. Juni 2014
hätten
keine
Brückensymptome
, das heisse keine Behandlungsbedürftigkeit und keine symptombedingt
e Arbeitsunfähigkeit, bestanden. Daher
habe sie, die
Beschwerdegegnerin
, davon ausgehen dürfen, dass der Fall spätestens ein Jahr nach der letzten Kostenvergütung, also am 23. Februar 2005, formlos abge
schlossen gewesen sei.
Somit liege die Beweislast bezüglich der
Leistungspflicht für die mit Meldung vom
6.
Januar 2015 geltend gemachten Beschwerden
bei der
Beschwerdeführerin
. In Würdigung der zeitnah zum Ereignis vom 2
2.
Januar 1999 erhobenen Befunde, aufgrund des deutlichen Vorzustandes und gestützt auf die plausiblen Ausführungen von Dr.
A._
im Gutachten vom 23. August 2016 (Urk. 12/M26) sei eine kausale Zuordnung der vorgefundenen Meniskusschä
digung bei objektiver Betrachtung bereits im Zeitpunkt der Arthroskopie vom
4.
Juli 2001 nicht möglich und lasse sich aufgrund der zeitlichen Distanz derzeit noch weniger und mit Sicherheit nicht
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit belegen.
Eine Leistungspflicht sei
in Ermangelung eines nachgewiesenen Kausal
zusammenhanges daher
auch hinsichtlich eines Rückfalls respektive Spätfolgen zum Ereignis vom 22. Januar 1999 zu verneinen
(
Urk. 2
S. 9 ff.
).
3
.2
Die
Beschwerdeführer
in
bringt dagegen vor
,
die Beschwerdegegnerin sei ge
stützt auf die Feststellungen
im
Einspracheentscheid vom 2
2.
November 2001 (Urk.
12/A17
)
weiterhin für das Knie links leistungspflichtig, da die Beschwerde
gegnerin damit den Unfall v
om 2
2.
Januar 1999 als richtung
gebend qualifiziert habe und dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen sei. Damit sei Art. 53 ATSG beachtlich. Das Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
3.
August 2016 sei revisions
rec
htlich indes nicht von Relevanz. Denn
diese medizinische Einschätzung
stelle
wede
r eine neue Tatsache
noch ein neues Beweismittel dar, welche die pro
zessuale Revision nach
Art.
53
Abs.
1 ATSG
rechtfertigen würde,
sondern lediglich eine von der Beurteilung von
Dr.
D._
vom 1
3.
November 2001 abweichende medizinische Beurteilung eines gleichbleibenden Sachverhaltes.
Auch müsse die Beurteilung von
Dr.
A._
als unzulässige
second
opinion
im Sinne der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung qualifiziert werden; denn der recht
s
erhebliche Sachverhalt sei mit
dem
Erkenntnis
des
Einspracheentscheid
es
vom 2
2.
November 2001 bereits rechtskräftig geklärt gewesen.
Ebenso wenig liege eine nachträgliche Unrichtigkeit
dieses Entscheides
vor, da sich seit dem 22. November 2001 weder die rechtlichen noch tatsächlichen Leistungsvoraussetzungen geän
dert hätten.
Da die Zürich Versicherung
gemäss dem Urteil des Sozialver
sicherungsgerichts des Kantons Zürich UV.2016.00289 vom 3
1.
Januar 2018
für den Unfall vom
5.
Juni 2014 ab dem
5.
Juni 2015 zudem nicht mehr leistungs
pflichtig sei und bis heute keine kausalitätsunterbrechenden oder -überholenden Umstände respektive kein neuer Unfall mit richtunggebender Verschlimmerung des Vorzustandes eingetre
ten seien, sei die Beschwerdegegnerin für den richtung
gebenden Unfall vom 22. Januar 1999 nach wie vor leistungspflichtig.
Indem die Beschwerdegegnerin dagegen ihre Leistungspflicht verneint ha
be, habe sie
Art.
53 ATSG verletzt
.
Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass sich das Erkenntnis des Einsprache
entscheides vom 22. November 2001
auf die Heilbe
handlung der
valgisierenden
Tibiakopfosteotomie
beschränkt haben solle, sei tat
sachenwidrig und werde bestritten. Denn in diesem
in Rechtskraft erwachsenen
Einspracheentscheid sei explizit die Erbringung der versicherten gesetzlichen Leistungen versprochen worden, somit nicht nur die Gewährung von Heilbehand
lung, sondern grund
sätzlich auch Taggeld und nach Erreichen des medizinischen Endzustandes Rente, Integritätsentschädigung und Heilbehandlung nach
Art.
21 UVG. Dieses Leis
tungsversprechen beziehe sich nach Treu und Glauben auf
sämt
liche gemäss dem
Einspracheentscheid vom 22. November 2001
durch den Unfall v
om 22.
Januar 1999
richtunggebend verursachte Gesundheitsschädigungen am linken Knie. Dies
seien der mediale
Mensikuskorbhenkelriss
und die Destabil
i
sierung des Kniege
lenks links
.
Ein Leistungsanspruch, insbesondere auch auf die bisher noch nicht
ausgerichtete
Integritätsentschädigung
,
müsse bereits aufgrund der Tat
sache bejaht werden, dass die Knieverletzung im
Einspracheentscheid vom
22. November 2001 als richtung
gebend qualifiziert worden sei. Denn sei ein Gesund
heitsschade
n richtunggebend, so könne der S
tatus quo ante
vel
sine nicht mehr erreicht werden. Es stelle sich
namentlich
in Bezug auf die Integritätsent
schädigung
daher nur noch die Frage
ihrer
Höhe und der dadurch geschuldeten Entschädigung
.
Das von der Beschwerdegegnerin behauptete voraussetzungslose
Zurückkommen auf den rechtskräftigen Entscheid
sei weder mit den Verfassungs
prinzipien der Gesetzmässigkeit, Rechtssicherheit und Treu und Glauben, noch mit
Art.
53 ATSG vere
inbar
(
Urk. 1 S. 8 ff.,
Urk.
24 S. 3 f. und S. 6 f
f.).
Des Weiteren habe die
Beschwerdegegnerin
zu Unrecht auf die
Kausalitäts
beurteilung von
Dr.
A._
vom 2
3.
August 2016 abgestellt und ihre Leistungs
pflicht nach dem 2
2.
Januar 2000 verneint. Denn sie hätte aufgrund der sich widersprechenden K
ausalitätsbeurteilungen von Dr.
D._
vom 13. November 2001 (
Urk.
12/M9), der den Status quo ante
vel
quo als kaum erreichbar erklärt habe,
und
jener von
Dr.
A._
(
Urk.
12/M
26
), der
ohne Kenntnis der Unfalls- und Behandlungsakten des Unfalles vom 22. Juli 1987
den Status quo sine als mit
an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als eingetreten erachtet habe,
ein Obergutachten einholen müssen
und erst dann über die Leistungspflicht ver
fügen dürfen.
Da das
Aktengutachten von
Dr.
D._
beweiskräftig sei,
könne
nicht einfach zugunsten des Gutachtens von
Dr.
A._
entschieden werden. Die
Beschwerdegegnerin
könne ihre Leistungspflicht auch deshalb nicht gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
per 2
2.
Januar 2000 einstellen, weil dieses auf einer
unvollständigen Aktenb
asis beruhe und nicht sämtliche
Versicherer
(an der Erstellung des Gutachtens) beteiligt gewesen seien
. So hätten der Krankenver
sicherer
(KPT) und der für den ersten Knie-Unfall vom 2
2.
Juli 1987 verantwort
liche UVG-Versicherer (
Alpina
, heute Zürich Versicherung) mit ihren medizini
schen Fall-Akten und ihren Fragen gefehlt.
Daher leide das Gutachten an
einem rechtserheblichen Fehler
.
Auch habe keine
Abklärung lege artis der medizinischen Folgen der Knie-Unfälle von 1987 und 1999 inklusive Spätfolgen nach
Art.
11 UVV
stattgefunden. Eine solche hätte vorausgesetzt, dass vor der Begutachtung die
Alpina
respektive Zürich Versicherung und die KPT Krankenversicherung
beigeladen
worden wäre
n
, bei sämtlichen involvierten Versicherern und behan
delnden Ärzte
n
, Spitäler
n
sowie Kliniken die
vollständigen Akten
angefordert
,
ein
umfassender Gutachterfragenkatalog zusammengestellt
und dieser einem
erfahrenen, versicherungsunabhängigen orthopädische-radiologischen Gutachter zur Beantwortung unterbreitet
worden wäre (Urk. 1 S. 10 ff
.
).
Ferner habe die
Beschwerdegegnerin
die Frage von
Spätfolgen
im Sinne von Art. 11 UVV
des Knie-Unfalls vom 2
2.
Januar 1999 bisher nicht abgeklärt und dadurch ihr Recht auf Beweisführung
sowie
Beweisabnahme nach
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV)
verletzt.
Die sinngemässe Behauptung der
Beschwer
degegnerin
, dass sich diese Frage gutachterlich nicht klären lasse
,
werde bestritten. Zudem sei es widersprüchlich, wenn die
Beschwerdegegnerin
sich gleichzeitig auf das Gutachten von
Dr.
A._
stütze, worin mit der
Durch
führung einer rückwirkenden Kausalitätsbeurteilung
genau eine solche Frage
klärung
vorgenommen worden sei.
Da die
Frage der Rest-/Spätfolgen
aus den Unfällen der Jahre 1987 und 1999 bisher nicht abgeklärt worden sei, hätten die UVG-Versicherer dieser Unfälle dies
e
Fragen zusammen mit ihr, der
Beschwerde
führerin
, im Rahmen eines
gemeinsamen orthopädisch-radiologischen Gutach
tens
abzuklären und danach über die gesetzlich geschuldeten UVG-Leistungen zu befinden
(Urk. 1 S. 14 f
.
).
D
er angefochtene Entscheid sei
im Übrigen
schon deshalb
(aus formellen Gründen)
aufzuheben
und die Sache zur Abklärung sowie Verfügung über die gesetzlich geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
, da
diese
den Instanzenzug verkürzt habe und damit das in A
rt.
29
Abs.
1
BV
gewährleistete Verbot der formellen Rechtsverweigerung verletzt habe, indem sie zur Frage von Spätfolgen im Sinne von
Art.
11 UVV aus dem Unfall vom 22. Januar 1999
weder Sachverhaltsabklärungen getätigt habe noch eine Verfü
gung erlassen habe
, sondern sich erst als
Einspracheinstanz
mit der Frage der Spätfolge befasst habe
(
Urk.
1 S. 6 ff.).
In der Replik beantragte
die
Beschwerdeführer
in
sodann, die Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom
5.
September
2019
sei
bezüglich der Randziffer 11
bis 84 (
Urk.
10/1 S. 6 bis 20)
aus dem Recht zu weisen, da damit die Anord
nung
zur Stellungnahme zur Beschwerde
gemäss der Verfügung vom
2.
Mai 2019 (Urk. 5)
nicht befolgt worden sei. Denn die Beschwerdegegnerin habe
auf
diesen
rund 14 Seiten
lediglich ihre Sicht der Dinge dargelegt, ohne sich mit der Beschwerde auseinanderzusetzen. Richtigerweise hätte sie sich vorab mit
ihren Vorbringen
auseinandersetzen müssen. Sie ha
be sich aber erst ab Randziffer
85 ff.
mit ihren Ausführungen auseinandergesetzt. Zudem werde darin nicht zu den rechtserheblichen Tatsachen Stellung genommen und weshalb sie ohne Relevanz seien
(
Urk.
24 S. 2 ff.).
3
.3
3
.3.1
Zu prüfen ist v
orab die formelle Rüge der
Beschwerdeführerin
,
die
Beschwerde
gegnerin
habe
das
Verbot der formellen Rechtsverweigerung
nach
Art.
29
Abs.
1 BV
verletzt,
indem sie sich mit der Frage von Spätfolgen nach
Art.
11 UVV aus dem Unfall vom 2
2.
Januar 1999 erst im Einspracheentscheid befasst
und damit den
Instanzenzug verkürzt
habe
(
Urk.
1 S. 6 ff.)
.
D
ie
Beschwerdeführer
in
bezieht sich bei
ihrer
Rüge auf die folgende Rechtspre
chung. N
ach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu
Art.
4
aBV
, die bei der Anwendung der
Art.
29
Abs.
1 und 2 BV ihre Gültigkeit behält (BGE 127 I 133 E. 6),
haben Parteien eines Verfahrens
grundsätzlich Anspruch auf Einhaltung des
Instanzenzuges. S
ofern der Gesetzgeber auf einem bestimmten Gebie
t zwei
Instan
zen vorgesehen hat, darf sich
die obere Instanz nicht mit der Streitsache befass
en
, bevor diese von der unteren Instanz entschieden worden ist. Hält sich die obere Instanz nicht an diesen Grundsatz, so wird der Instanzenzug verkürzt. Darin liegt eine formelle Rechtsverweigerung, die zur Aufhebung des Entscheids der oberen Instanz führt, ohne dass geprüft werden müsste, ob die Partei daran ein materielles Interesse hat (Urteil des Bundesgericht
s
1P.300/2003 vom 1
1.
Juni 2003 E. 2.1 mit Hinweisen).
3.3.2
Hinsichtlich des hier betreffenden Verwaltungsverfahrens sieht
das
Gesetz indes vor, dass sowohl die Verfügung nach Art. 49 Abs. 1 ATSG als auch der Ein
spracheentscheid nach Art. 52 Abs. 2 ATSG von einer einzigen Instanz erlassen werden,
auch wenn diese
Instanz
organisatorisch in verschiedene Einheiten gegliedert ist.
Das Verwaltungsverfahren ist als Einheit zu begreifen, die das
Ver
fügungs
- und das Einspracheverfahren umfasst. Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren erst durch den Einspracheentscheid abgeschlos
sen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt.
Die Einsprache ist kein
devo
lutives
Rechtsmittel, das die Entscheidungszuständigkeit an eine Rechtsmit
telinstanz übergehen
liesse.
Vielmehr erhält die verfügende Stelle die Möglichkeit, die angefochtene Verfügung nochmals zu überprüfen und über die bestrittenen Punkte zu entscheiden
.
Wird nach Erhebung einer Einsprache festgestellt, dass die Entscheidungsgrundlagen unvollständig sind, so ist der Sachverhalt unter Wah
rung der Parteirechte zu vervollständigen und das - nunmehr
«
ordent
liche
»
Ver
waltungsverfahren mit dem Einspracheentscheid abzuschlies
sen. Weil die zusätzlichen Sachverhaltserhebungen dem Einspracheentscheid selber zugrunde zu legen sind, kommt diesem notwendigerweise reformatorischer Charakter zu
(BGE 131 V 407 E. 2)
.
Selbst wenn die
Beschwerdegegnerin
somit im ange
fochtenen Einspracheentscheid vom 8. März 2019 anspruchserhebliche neue Sachverhalts- und Begründungselemente aufgenommen hätte, wäre darin jeden
falls keine Verkürzung des Instanzenzuges zu sehen.
Des Weiteren
hat die
Beschwerdegegnerin
di
e in
Art.
49 und 52
ATSG in Verbin
dung mit Art. 1 UVG vorgesehene
Entscheidabfolge
, wonach zunächst eine Ver
fügung und nac
h Eingang einer Einsprache
bei der verfügenden
S
telle
von derselben
ein
Einspracheentscheid zu erlassen ist, eingehalten.
Und zwar
hat sie
zunächst mit Verfügung vom
2.
Mai 2018
über
das mit der Rückfallmeldung vom
6.
Januar 2015 zum Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999 vorgebrachte Leistungs
begehren
in materieller Hinsicht entschieden, indem sie eine rückwirkende Leis
tungseinstellung per 3
1.
März 2003 verfügt hat
(
Urk.
12/A79 S. 3
)
. Mit diesem Entscheid wurde unmissverständlich klargestellt, dass
die
Beschwerdegegnerin
eine weitere Leistungspflicht für die Folgen des Unfallereignis
ses
vom 2
2.
Januar
1999
über den 3
1.
März 2003
ablehnt
, was Leistungen aufgrund eines Rückfalls oder
von
Spätfolgen nach
Art.
11 UVV ohne Weiteres miteinschliesst.
Nichts
anderes
ergibt sich
aus
den Erwägungen der Verfügung
,
mit welchen die Leis
tungseinstellung gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
von 2
3.
August 2016 mit dem Erreichen des Status quo sine
der gesundheitlichen Beschwerden am linken Knie
12
Monate nach dem Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999, mithin per 2
2.
Januar 2000
,
begründet
wurde
(
Urk.
12/A79 S. 2).
Indem der
Status quo sine als erreicht
erklärt wurde
, wurde
auch
der Wegfall des vorübergehend aner
kannten natürlichen Kausalzusammenhang
s
angenommen
, wie unschwer den Ver
fügungserwägungen unter dem Titel «Rechtliches» (Urk. 12/A79 S. 2) zu ent
nehmen war.
In der Verfügungsbegründung wurde
denn auch
die Thematik von Art. 11 UVV erwähnt
,
indem ausgeführt wurde, dass
es sich
im konkreten Fall
um einen Rückfalltatbestand handle, bei welchem d
ie
Anspruchsteller
in
den Nachweis der Unfallkausalität
zu beweisen habe
(Urk.
12/A79 S. 2
).
Mit dem darauf
hin
ergangenen
Ei
nspracheentscheid vom
8.
März 2019 wurde
die Bestätigung der leistu
ngsabweisenden Verfügung vom 2.
Mai 2018
gleicher
massen
mit
der Begründung des
Eintritt
s
des Status qu
o sine am 22.
Januar 2000
respektive
dem Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhanges
zwischen dem Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999 und den gesundheitlichen Beschwerden am linken Knie
begründet.
Auch eine Leistungspflicht aufgrund eines Rückfalls beziehungsweise Spätfolgen verneinte sie mit der Begründung des fehlenden Kausalzusammenhanges
(Urk.
2 S. 11).
Insbesondere aber befasste sich der
Ein
spracheentscheid
erneut
mit der Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
für die gesundheitlichen Folgen des Unfal
ls vom 2
2.
Januar 1999 am linken Knie
nach dem
3
1.
März 2003
und ging
in der Sache nicht
über
das Rechtsverhältnis
und den gegenständlichen Umfang
hinaus, welche bereits Gegenstand der Verfügung vom
2.
Mai 2018 war
en
.
Somit wurde
mit dem Einspracheentscheid
über keinen
anderen oder
weiteren
Gegenstand
entschieden
,
als
mit
Verfügung
vom
2.
Mai 2018
beurteilt worden war
.
Nach dem Gesagten
ist
die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf Einhaltung des Instanzenzuges verfehlt und
eine Verletzung
des Verbots der formellen Rechts
verweigerung gemäss
Art.
29 BV
ist
entgegen der Ansicht der
Beschwerde
führerin
nicht auszumachen.
3
.
4
Des Weiteren kann auch d
em Verfahrensantrag
der
Beschwerdeführerin
, es sei
en
die Randziffer 11 bis 84
der Beschwerdeantwort
(
Urk.
10/1 S. 6 ff.) aus
dem
Recht zu weisen,
da die
Beschwerdegegnerin
sich darin entgegen der
Anordnung der
Verfügung vom 2.
Mai 2019
nicht mit
den Vorbringen
der Gegenseite auseinan
dergesetzt habe und auch
nicht zu den rechtserheblichen Tatsachen Stellung genommen habe
(
Urk.
24 S. 2 ff.),
nicht gefolgt werden.
Mit der Verfügung vom
2.
Mai 2019 (
Urk.
5) wurde der
Beschwerdegegnerin
Frist angesetzt, um zur Beschwerdeschrift (
Urk.
1)
schriftlich
Stellung zu nehmen und die vollständigen Akten einzureichen (
Urk.
5 S. 2). Damit wurde in Anwendung von
§
19
Abs.
1
Gesetz über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
der Gegen
partei Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme gegeben. Wie die Stellung
nahme im Einzelnen auszusehen hat, wird weder vom Gesetz noch wurde dies in der Verfügung vom
2.
Mai 2019 (
Urk.
5) vorgeschrieben. Insbesondere
war
die
Beschwerdegegnerin
nicht dazu verpflichtet, sich in ihrer Beschwerdeantwort an den Aufbau der Beschwerdeschrift zu halten.
Es ist daher auch nicht zu bean
standen, dass sie zunächst
den Sachverhalt
mit ihren Behauptungen in tatsäch
licher Hinsicht
(Urk. 10/1 S.
6 ff.) und
anschliessend ihre rechtlichen Überle
gungen dazu darlegte
, zumal sie
vorab festgestellt hatte, dass sie den Sachvortrag der
Beschwerdeführerin
als unvollständig und die rechtliche Würdigung als unzutreffend erachte (
Urk.
10/1 S. 4
Ziff.
4).
Ausserdem stehen die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
allesamt in Zusammenhang mit de
r
hier zu beur
teilenden Streit
frage, ob die
Beschwerdegegnerin
für die
Beschwerden der
Beschwer
de
führerin
am linken Knie zufolge des
Unfalls vom 2
2.
Januar 1999
(
weiterhin
/wieder)
leistungspflichtig ist
.
Es besteht somit kein Grund und fällt ausser Betracht, d
ie Randziffer 11 bis 84 der Beschwerdeantwort (
Urk.
10/1 S. 6 ff.)
aus dem Recht zu weisen
.
3
.5
3.5.1
Betreffend den Unfall vom
22. Januar 1999
ist unstrittig und mit der Bagatell-Unfallmeldung UVG vom 2
5.
Januar 1999 sowie dem Bericht von
Dr.
E._
vom 1
5.
September 1999 belegt, dass die
Beschwerdeführerin
beim Schlitteln einen starken axialen Schlag ins Kniegelenk erhielt, als sie mit beiden Füssen am Boden bremste (Urk. 12/A1, Urk. 12/M1). In der Folge traten eine schmerzhafte Bewe
gungseinschränkung und
eine
Schwellung im linken Kniegelenk auf. Die ärztliche Behandlung bei
Dr.
E._
dauerte zunächst bis am 1
6.
März 199
9.
Im weiteren Verlauf bestanden vermehrt belastungsabhängige Schmerzen bei sportlichen Aktivitäten mit leichtem
Giving
-
away
Phänomen und gelegentlichen Blockie
rungen (
Urk.
12/M1). Ebenfalls fest steht, dass am linken Kniegelenk ein Vor
zustand zufolge einer Unfallverletzung im Jahr 1987 bestand und dass diese Verletzung am 2
5.
November 1987 mit einer
arthroskopischen
Meniskektomie
und einer Kreu
z
bandersatzplastik behandelt
worden war
(Urk. 12/
A74
.2 S. 2, Urk. 12/M1 S. 1).
3.5.2
Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht ihre Leistungspflicht hinsichtlich der gesundheitlichen Beschwerden der
Beschwerde
führerin
am linken Knie rückwirkend per 31. März 20
03 eingestellt hat und jeg
liche weitere
Leistungs
pflicht
z
ufolge
des Unfalls vom 2
2.
Januar 1999 verneint hat
(vgl.
Urk.
12/A79 S. 3, Urk. 2 S. 5
Ziff.
3 und S. 11).
4
.
4
.1
4
.1.1
Zu klären ist
zunächst
, ob
die Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(Urk.
2 S. 7)
zutrifft
,
dass sie
ihre
Leistungspflicht unabhängig von der zuvor rechtskräftig verfügten Erbringung vorübergehender Leistungen neu
prüfen
und festlegen könne, ohne dass hierzu ein Rückkommenstitel im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 und
Abs.
2
ATSG
(prozessuale Revision und Wiedererwägung)
zum in Rechtskraft e
rwachsenen Einspracheentscheid
vom 22. November 2001 (Urk. 12/A17)
vor
liegen müsse.
Diese
Frage bestimmt sich danach, welcher Gegenstand mit
dem
Einsprache
entscheid
vom 22. November 2001
in formelle Rechtskraft erwachsen ist
und ob der neue Entscheid ein Rückkommen auf die bisher gewährten Versicherungs
leistungen bedeutet.
Nach der Rechtsprechung ist grundsätzlich nur das Dispo
sitiv, nicht aber die Begründung eines Entscheids selbständig anfechtbar
und
bei Nichtanfechtung - verbindlich (vgl.
BGE 120 V 233 E. 1a
; Urteil des Bundes
gerichts 8C_162/2009
vom 2
8.
August 2009
E. 3.2).
4
.1.2
Die Beschwerdegegnerin hatte mit dem Einspracheentscheid vom 22. November 2001 gestützt auf die Stellungnahme des beratenden Arztes Dr.
D._
(Urk. 12/M9) die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 4. Oktober
2001 (Urk.
12/A13) gegen die Verfügung vom 2
0.
September 2001 (
Urk.
12/A12) gut
geheissen (Urk. 12/A17 S. 3). Das Dispositiv des E
ntscheides (unter dem Titel «3.
Entscheid») beschränkte sich auf die Formulierung «Die
Einsprache wird gut
geheissen».
Mit der Verfügung vom 20. September 2001 (
Urk.
12/A12) war im Dispositiv festgehalten worden, dass die Leistungen aus der obligatorischen Unfall
versicherung mit der Übernahme der Kosten für die Kniearthroskopie abgegolten seien und eine weitere Leistungspflicht nur bestehe, soweit es sich um die Nachbehandlung/Kontrolle der erwä
hnten Meniskusoperation (vom 4.
Juli
2001) handle. Für die weitergehende Behandlung, insbesondere einer
Valigisa
tionsosteotomie
oder eines Kreuzbandersatzes, bestehe keine Leistungspflicht (
Urk.
12/A12
).
Inhalt der Verfügung vom 20. September 2001 bildete damit allein die Leistungen im Zusammenhang mit den damals durchgeführten und anstehenden Heilbe
handlungen.
Dies bildete den Anfechtungsgegenstand
im Einspracheverfahren
.
Das
mit
der Einsprache vom 4. Oktober 2001
Gerügte
(Urk.
12/A13)
bildete den Streitgegenstand, welcher mit dem Einspracheentscheid vom
2
2.
November 2001 (
Urk.
12/A17)
beurteilt wurde
. Mit der Einsprache wurde die Verfügung insgesamt
angefochten und keine bestimmten Forderungen formuliert
, so dass
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand identisch
blieben
(zur Abgrenzung von
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand
vgl.
BGE 131 V 164
E. 2.1
mit Hinweis auf BGE
125
V 413; vgl. auch
BGE 122 V 34 E. 2a
)
. Der Einspracheentscheid vom 22. November 2001 ging mit der
Gutheissung der Einsprache («Die Einsprache wird gutgeheissen», Urk. 12/A17 S. 3) denn auch
nicht über den
Anfechtungs- und Streitgegenstand
der Verfügung und der Einsprache
hinaus
. In formelle Rechtskraft erwachsen ist somit allein
der
Anspruch auf Leistungen
im Zusam
menhang mit den
damals durchgeführten
und anstehenden Heilbehandlungen
am linken Kniegelenk
,
namentlich für die operativen Eingriffe vom 2
0.
November 2001 (arthroskopische
VKB
-Rekonstruktion,
valgisierende
Tibiakopf
-Osteotomie;
Urk.
12/M13) und vom
11.
Juni 2002
(Materialentfernung,
Urk.
12/M17)
.
Diese Heilbehandlung wurde mit der Konsultation vom 2
0.
Januar 2003 bis
auf
Weiteres eingestellt (Bericht der
Klinik
Z._
vo
m 2
0.
Januar 2003, Urk.
12/M20), nachdem anlässlich der Konsultation vom 2
3.
September 2002 a
b dem
1.
Oktober 2002 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
worden war
(
Urk.
12/M19).
4
.1.3
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S
.
8, Urk. 24 S. 3 und S. 6 ff.
)
wurde
mit dem Einspracheentscheid vom
22. November
2001 (Urk.
12/A17)
nicht ein allgemeines Leistungsversprechen auf die Gewährung von Heilbehandlung, Taggeld und Rente, Integritätsentschädigung
sowie
Heilbe
handlung nach
Art.
21 UVG abgegeben
, weil darin explizit die Erbringung der versicherten gesetzlichen Leistungen versprochen worden sei.
Im Einsprache
entscheid vom 22. November 2001 wurde lediglich in den Erwägungen, welche für die
formelle
Rechtskraft
d
es Entscheides nicht verbindlich sind (
vgl.
BGE 120 V 233 E. 1a
; Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2009
vom 2
8.
August 2009
E. 3.2
), nicht jedoch im massgeblichen Dispositiv ausgeführt, dass
die XL Winterthur International «die versicherten gesetzlichen Leistungen erbringen»
werde
. Darüber hinaus wurde dies im Anschluss an die Feststellung aufgeführt, dass eine Leis
tungspflicht gemäss dem UVG für die
vorgesehene
valgisierende
Tibiak
opf
oste
otomie
gegeben sei (
Urk.
12/A17 S. 3). Die Formulierung «gesetzliche Leistungen» bezog sich auf diese Heilbehandlung und die damit allenfalls zusammenhän
genden Taggelder zufolge Arbeitsunfähigkeit. Mit diesem Einspracheentscheid hingegen nicht beurteilt wurde der Anspruch auf
eine
Rente, Integritätsentschä
digung sowie Heilbehandlung nach
Art.
21 UVG
.
4
.1.
4
Der Fallabschluss wurde der
Beschwerdeführerin
zudem
mit Schreiben vom 5. November 2003 mitgeteilt, in welchem von einer Leistungspflicht für die Rehabilitation während eines Jahres nach der Operation vom
2
0.
November 2001
, mithin bis zum 20. November 2002 ausgegangen wurde. Eine Leistungspflicht für allfällige weitere Behandlungen wurde verneint (
Urk.
12/A30). Dieser Abschluss des Grundfalles, welcher mit einfachem Schreiben anstatt einer Verfügung (vgl. BGE 132 V 412 E.
4;
Art.
124 UVV
, Art. 49 ATSG)
erfolgte, erlangte rechtliche Verbindlichkeit, da innerhalb eines Jahres - und im Übrigen auch danach - keine Einwände erhoben wurden (vgl. BGE 134 V 145; Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 3
1.
Juli 2013 E. 4).
Der Anspruch auf eine Rente (
Art.
19 UVG) oder eine Integritätsentschädi
gung (Art. 24 UVG) waren auch nach Fallabschluss nicht beurteilt worden und waren
weder Gegenstand des Einspracheentscheides vom 2
2.
Oktober 2001 (Urk. 12/A17) noch des Schreibens vom 5. November 2003 (Urk. 12/A30).
4
.1.5
Mit der neuen Verfügung vom
2.
Mai 2018
sodann
wurde
n
die
Leistungen
der
Beschwerdegegnerin
rückwirkend per
31.
März 2003
eingestellt
,
und auf
eine Rückforderung allfällig zu viel bezahlter Leistungen wurde verzichtet.
Mit dem angefocht
enen Einspracheentscheid vom 8.
März 2019 (
Urk.
2) wurde die
s
bestä
tigt
, indem die dagegen erhobene Einsprache abgewiesen wurde (Urk. 12/A79)
.
Die rückwirkende Einstellung der Leistungen erfolgte
damit
auf einen Zeitpunkt,
in
welchem
die damals betroffenen Heilbehandlungen bereits abgeschlossen waren
und die Leistungspflicht für weitere Behandlungen abgelehnt worden war
.
Die neuen
Entscheide
vom 2. Mai 2018 und vom 8. März 2019
stellen
somit kein Rückkommen auf die bisher gewährten Versicherungsleistungen dar
,
da
der in formelle Rechtskraft erwachsene Gegenstand des Einspracheentscheid
es
vom 22. November 2001
(Urk.
12/A17)
von
ihnen
nicht betroffen wurde und der Fall
abschluss
hernach
rechtsverbindlich
bereits auf den 20.
November 2002 festge
setzt worden war (
Urk.
12/A30).
4
.2
4
.2.1
Hinzu kommt
, dass
der Versicherungsträger bei der erstmaligen Zusprechung von Dauerleistungen seine Leistungspflicht
rechtsprechungsgemäss
neu überprüfen
kann
, ohne dass der Entscheid durch die faktische Erbringung vorübergehender
Leistungen oder durch rechtskräftige Verfügungen, welche vorübergehende Leis
tungen oder eine Integritätsentschädigung zusprechen, präjudiziert wird (Urteil
des Bu
ndesgerichts 8C_22/2010 vom 28.
September 2010 E. 4.1 mit Hinweisen).
Wie die
Beschwerdegegnerin
gestützt auf diese bundesgerichtliche Rechtspre
chung im angefochtenen Entscheid z
utreffend erkannt hat (
Urk.
2 S. 7), vermögen d
ie m
it dem Einspracheentscheid vom 2
2.
November 2001
rechtskräftig zu
ge
sprochenen Leistungen, welche
allein vorübergehende Leistungen (wie Heilbe
hand
lung, Taggelder;
BGE 133 V 57
E. 6)
darstellen
,
die Leistungspflicht für weitere UVG-Leistungen nicht zu präjudizieren
.
Auch wenn
mit dem Einsprache
entscheid vom 2
2.
November 2001
der natürliche und adäquate Kausalzusam
menhang für
die damaligen vorübergehenden Leistungen
implizit bejaht wurde,
kann daraus
rechtsprechungsgemäss
nicht e
ine
allgemeine
grundsätzliche
Leis
tungspflicht für sämtliche
künftige
Heilbehandlungen
bei linksseitigen Kniebe
schwerden
und
erst recht nicht
für die von der
Beschwerdeführerin
in diesem Verfahren namentlich
beantragten weiteren Leistungsarten (Rente, Integritäts
entschädigung, Heilbehandlung gemäss
Art.
21 UVG;
Urk.
1 S. 2) abgeleitet werden
.
Denn die Bejahung
des natürlichen und adäquaten Kausalzusammen
hangs
für die
damals
betreffenden vorübergehenden Leistungen
bezog sich nur auf die dort beurteilten Leistungen und war insbesondere n
icht selbständig anfechtbar, weshalb
die damalige Anerkennung
für die Beurteilung anderer Leis
tungsansprüche auch nicht verbindlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_162/2009 vom 2
8.
August 2009
E. 3.2).
4
.2.2
Die Beschwerdegegnerin war
somit
berechtigt,
nach der Rückfallmeldung vom 6. Januar 2015 (Urk. 12/A32) sämtliche Voraussetzungen für ihre Leistungs
pflicht, namentlich auch den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang, ohne Bindungswirkung an den Einspracheentscheid vom 22. November 2001 (
Urk.
12/A17) zu überprüfen. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
musste sie sich
dabei auch nicht auf eine Wiedererwägung wegen zweifelloser Unrichtigkeit nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG
oder auf eine prozessuale Revision gemäss
Art.
53
Abs.
1 ATSG
berufen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_344/2010 vom 2
5.
Oktober 2010 E. 4.5
).
Dies bedeutet auch, dass die
Beschwerdegegnerin
entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
bei der Beurteilung ihrer Leistungspflicht nicht an
die
Stel
lungnahme
des beratenden Arztes Dr.
D._
vom 1
3.
November 2001
gebunden
war
, auf welche sie sich noch
im Einspracheentscheid vom 22.
November 2001 gestützt hatte (
Urk.
12/A17 S. 3) und der von einer richtunggebenden Verschlim
merung der Gesundheitsschädigung am linken Kniegelenk durch das Unfaller
eignis vom 2
2.
Januar 1999 ausging (
Urk.
12/M
9
).
Diese Stellungnahme
ist
viel
mehr
zusammen mit den übrigen medizinischen Einschätzung
en
beweisrechtlich
zu
würdigen, was die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Einspracheent
scheid
vom
8.
März 2019 (Urk.
2
)
denn auch getan
hat.
4
.2.3
Im Folgenden ist die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
und
insbesondere
der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den
B
eschwerden am linken Knie
gelenk
ab der rückwirkenden Einstellung per 3
1.
März 2003 respektive
ab der Rückfallmeldung vom
6. Januar 2015 (Urk. 12/A32)
und dem Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999 daher
unabhängig vom Einspracheentscheid vom
22.
November 2001
und von einem Rückkommenstitel
(
Art.
53 ATSG
)
zu beurteilen.
5
.
5
.1
5
.
1.1
Den Akten ist zum medizinischen Sachverhalt
betreffend das linke Kniegelenk
nach dem
Unfall vom 22. Januar 1999
das
Folgende zu entnehmen.
Gemäss dem
Bericht von
Dr.
E._
vom 1
5.
September 1999 konnten
anlässlich der
Untersuchungen nach dem Unfall vom 22. Januar 1999 klinisch
eine
Kreuz
bandinstabilität und verstärkt mediolaterale Aufklappbarkeit verifiziert werden
. Röntgenologisch habe sich eine eindeutige mediale Gonarthrose mit Verschmä
lerung des Gelenkspaltes und beginnender
Randosteophytenbildung
am medialen
Tibiaplateau
gezeigt. Als Ursache der Beschwerden
(belastungsabhängige Schmer
zen bei sportlichen Aktivitäten mit leichtem
Giving
-
away
Phänomen und gele
gentlichen Blockierungen)
liege
somit eine beginnende mediale Gonarthrose und eine leichtere Kreuzbandinstabilität bei Status nach
arthro
s
kopischer
late
raler
Meniskektomie
links und Kreu
z
bandersatzplastik nach
Clancy
1987 vor
(
Urk.
12/M1).
5
.1.2
Auf Zuweisung von
Dr.
E._
wurde die
Beschwerdeführerin
ab November 1999 von
Dr.
C._
in der
Orthopädischen Chirurgie
der
Klinik
Z._
behandelt. Dieser hielt im Bericht vom 2
2.
November 1999 fest, dass es nach einem
Schlittel
unfall
im Januar 1999
zu einer gewissen Exazerbation und Traumatisierung des Vorzustandes gekommen sei. Es wür
den zwei Probleme vorliegen: 1.
eine Rest
instabilität bei Insuffizienz des vorderen Kreu
z
bandes (VKB)
und 2.
eine begin
nende mediale sowie wahrscheinlich auch
fermoropatelläre
posttraumatische
Arth
rose. Grundsätzlich könnte hier mit einer Beinachsenkorrektur und simul
tanem VKB-Ersatz die Situation aufgebessert werden
. Zur bilanzierenden
Bestan
desaufnahme
sei zunächst eine Arthroskopie durchzuführen
(
Urk.
12/M2).
5
.1.3
Der damalige beratende Arzt der
Beschwerdegegnerin
,
Dr.
B._
, hielt in seiner Beurteilung vom
7.
Dezember 1999
nach Einsicht in die Akten
fest,
beim Unfall vom 2
2.
Januar 1999 handle es sich um eine traumatisierte Gonarthrose bei wahrscheinlich vorbestandener partieller vorderer Kreuzbandinstabilität trotz Ope
ration. Es sei die Arthroskopie abzuwarten. Falls keine frische Läsion des vor
deren Kreuzbandes bei der Arthroskopie herauskomme, würden die vorbestan
dene
n
Befunde mit partieller Restinsuffiz
ienz und Arthr
ose im Vordergrund
stehen
. Falls eine erneute vordere Kreuzbandersatzplastik durchgeführt werden sollte, könne nur dann eine Kostengutsprache geleistet werden, wenn eindeutig eine frische Läsion am vorderen Kreuzbandersatz einzusehen gewesen sei.
Er rechne indes eher mit einer
elongierten
vorderen Kreuzbandstruktur des Ersatz
bandes.
Für die Korrektur der Achse (
Valgisationsosteotomie
) sei zweifellos nicht der Unfall vom 2
2.
Januar
1999 verantwortlich zu machen;
für eine solche all
fällige
Valgisationsosteotomie
sei auf jeden Fall nicht die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig, da diese zweifellos auf den früheren Unfall zurückgehe.
Seit dem Unfallabschluss bezüglich des Schlags vom 2
2.
Januar 1999, der offenbar im März 1999 stattgefunden habe, könne die
Beschwerdegegnerin
die Kosten bis zum Zeitraum der bilanzierenden Arthroskopie übernehmen, wobei die Kosten für die reine Arthroskopie zu übernehmen seien. Für die
arthroskopischen
Operationen, die anschliessend möglicherweise erfolgen würden, sei ein grosser Vorbehalt anzubringen (Urk. 12/M4 S. 2 f.).
5
.1.4
Am 4.
Juli 2001 wurde die Arthroskopie und eine
transarthroskopische
Teil
meniskus
entfernung medi
al am linken Kniegelenk in der O
rthopädischen Chirurgie der
Klinik
Z._
durch Dr.
C._
durchgeführt. Im
Operations
bericht vom
4.
Juli 2001 wurden die folgenden postoperativen Diagnosen festge
halten: Insuffizientes Kreuzbandtransplantat nach Rekonstruktion 1987, Status nach lateraler Teilmeniskusentfernung mit gutem Restmeniskus
, aber Chondro
pathie am lateralen
Tibiaplateau
, korbhenkelartige Läsion des medialen Meniskus im Hinterhorn/
Kor
p
usbereich
bei degenerativen Veränderungen desselben, sonst gute Knorpelverhältnisse
medial und
femoropatellär
(Urk.
12/M7 S. 1).
Weiter wurde ausgeführt, dass rein versicherungstechnisch angenommen werden müsse, dass die vordere Kreuzbandplastik von 1987 insuffizient sei und dass der
Schlit
telunfall
vom Januar 1999
in kausaler Hinsicht höchst wahrscheinlich
keine neue
Rissbildun
g des insuffizienten Kreuzbandim
plantates herbeigeführt habe.
Hin
gegen sei es gut vorstellbar, dass beim
Schlittelunfall
der mediale Meniskus end
gültig abgerissen worden sei
(Urk. 12/M7 S. 2)
.
5
.1.5
Der beratende Arzt
Dr.
D._
führte
in seiner Stellungnahme vom 1
3.
November 2001
aus
, bei der
arth
roskopischen
Beurteilung vom 3.
Juli 2001
hätten
sich
eine massivste Ausdünnung des vorderen Kreuzbandtransplantates mit Elongation der noch bestehenden Faserbündel, ein Zustand nach lateraler
Meniskektomie
, randständige
leichte degenerative Veränderungen am Hinterhorn des medialen Meniskus
und unerwarteter Weise eine hintere mediale Meniskuskorbhenkel
läsion
sowie eine deutliche
Chondromalazie
am lateralen
Tibiaplateau
gezeigt.
Dr.
D._
schloss darauf, dass sich d
ie Beschwerdesituation einerseits
au
s
de
m
mit Sicherheit nachweisbaren massiven
Vorzustand
mit Ausdünnung und Elonga
tion des 1987 eingesetzten vorderen Kreuzbandtransplantates sowie beginnender medialer Gonarthrose
ergebe
; andererseits
sei
die Beschwerde
situation
aber auch
auf die
überwiegend wahrscheinlich
anlässlich des Ereignisses vom 22. Januar 1999
aufgetretene mediale Meniskuskorbhenkelrissbildung
zurückzuführen
. Die
Beschwerdeführerin
sei
vor dem Unfall offenbar
beschwer
de
frei gewesen
, dies auch bei anzunehmender vorbestehender vorderer Kreuz
bandinsuffizienz nach Ersatzplastik. Dies sei a
us
medizinischer Sicht durchaus erklärbar. Denn solche Patienten könnten die resultierende Instabilität muskulär kompensieren bei erhaltener
Propriozeptivität
. Es sei davon auszu
gehen, dass
beim Ereignis im (Januar) 1999 die mediale Meniskuskorbhenkel
läsion zusätzlich hinzugekommen sei
und dass dadurch die
Propriozeptivität
, das heisse die stabilisierende muskuläre Kontrolle des Gelenkes richtunggebend verloren gegan
gen sei.
Durch die operative Sanierung dieser Meniskusläsion im Sommer 2001 sei eine zusätzliche Destabilisierung des ganzen Gelenkes resultiert, da der Menis
kus ebenfalls eine wesentliche stabilisierende Funktion wahrnehme.
Im Prinzip sei durch diese neue Verletzung ein zuvor kompensierter Vorzustand richtungge
bend dekompensiert worden.
Es könne hier nicht von einer vorüber
gehenden Ver
schlimmerung gesprochen werden. Ein Status quo ante respektive sine werde hier kaum erreicht werden können. Es sei durchaus möglich, dass auch ohne das Ereignis im Januar 1999 aufgrund der sich entwickelnden medialen Gonarthrose im Verlauf von fünf bis zehn Jahren eine
valgisierende
Tibiakopf
-Osteotomie
notwendig geworden wäre. Durch die zusätzlich aufgetretene Destabi
lisierung, bedingt durch das Ereignis vom Januar 1999, sei es sinnvoll, diesen Eingriff verbunden mit einer zusätzlichen stabilisierenden Bandoperation jetzt durch
zuführen (
Urk.
12/M9).
5
.1.6
Die
arthroskopische
VKB
-Rekonstruktion und
valgisierende
Tibiakopf
-Osteo
tomie am linken Kniegelenk
wurde am 2
0.
November 2001 in der
O
rthopädischen Chirurgie der
Klinik
Z._
durchgeführt (
Urk.
12/M13) und am 11. Juni 2002 wurde das Fixationsmaterial
am
Tibiakopf
teilweise
entfernt (Urk. 12/M17).
Die
Behandlung an der
Z._
wurde mit der Konsultation vom 2
0.
Januar 2003
bis auf Weiteres
abgeschlossen (
Urk.
12/M20).
Der behandelnde Arzt
Dr.
C._
ersuchte einige Monate später mit Schreiben vom 1
7.
November und vom 2
3.
Dezember 2003
um
Übernahme
der
Kosten für
die Wiederaufnahme der
medizinische
n
Trainingstherapie, da die Physiotherapie durch eine Schwan
ger
schaft unterbrochen worden sei (Urk. 12/M21, Urk. 12/M23).
5
.1.7
Bezüglich der Zeit von Ende 2003 bis zum Unfall vom
5. Juni 2014
(
Urk.
17/Z1)
, für dessen gesundheitlichen Folgen die
Zürich
Versicherung
bis
am 5. Juni 20
15 vorübergehende Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) erbrachte
(Urk.17/Z6, Urk. 17/Z80 S. 4
), liegen keine medizinischen Akten vor.
Dem
Gutachten
von Dr.
A._
vom
23. August 2016 ist zu diesem Zeitraum zu entnehmen, dass
die sekundär
arthro
tischen
Beschwerden situations- und belast
ungsbedingt immer wieder vorhan
den
gewesen
seien (Urk.
12/M26 S.
1
8). Nach Angaben der Beschwerde
führerin habe sie vom operativen Eingriff im Jahr 2001
zwar profi
tiert, das Beschwerde
bild mit Schmerzauslösun
g/-
exazerbation
bei gewissen Be
lastungen sei aber geblieben. Sie habe alltägliche und sportliche Belastungen weiter reduzieren müssen und habe die reduzier
t möglichen sportlichen Leis
tun
gen kaum mehr erreicht. Eine diesbezüglich
vertiefte Abklärung und/oder Be
handlung habe bis 2014 deshalb nicht stattgefunden, weil sie aus privaten und beruflichen Gründen dazu keine Zeit gehabt habe (
Urk. 12/M26 S.
8 f.).
Die nach dem
Unfall vom 5. Juni 2014
angefertigte Mag
netresonanzto
mographie (MRT) des linken Knie
gelenkes ergab gemäss dem Bericht des
Instituts
F._
vom
7.
August 2014 einen deutlichen Gelenkserguss und ein diffuses
periartikuläres
Weichteilödem, eine grosse, teilweise
rupturierte
Baker-Zyste, ein
en
Zu
stand nach
Teilmeniskektom
ie
medial und lateral, eine partielle Läsion des lateralen Kol
lateralbandes distal, eine distale Ruptur sowie ein
en
weitgehende
n
Abbau des vorderen Kreuzband
transplantates (
Urk.
17
/ZM1).
Bezüglich der Unfallkausalität
der linksseitigen Kniebeschwerden
zum Ereignis vom 1
5.
Juni 2014 kam
der Gutachter
Dr.
A._
in seinem Gutachten vom
2
3.
August 2016
zum Schluss, dass durch
diesen Unfall eine vorübergehende Ver
schlimmerung des Gesundheits
zustandes am linken
vorge
schädigten Knie
gelenk erfolgt sei.
Eine akten
kundige Brückensymptomatik in den Jahren nach der Operation von 2001 bis zu den Abklärungen am 7. August 2014 würde zwar fehlen, a
ber nach Angaben der Beschwerde
führerin hätten intermittierende
Beschwerden und funktionelle Einschränkungen (vor allem im Freizeitbereich) bestanden. Der
Status quo sine sei bei symptomatischem, funk
tionell
stören
dem/einschränken
dem Vorzustand mit insuf
fizienter VKB-Plastik nach Re-Rekonstruktion im Jahr 2001 und mässi
g ausgeprägter, sekundärer Gon
arthrose
(Spätfolge des Unfalls / der Behandlung im Jahr 1987) aus empir
ischer Sicht bei/mit den objektivierten Befunden
(laterale Gonart
h
rose, Zentral
pfeiler
-
Insuffi
zienz links) sechs bis zwölf Monate nach dem Unfall er
reicht wor
den (Urk.
12/M26
S
. 19 ff
.).
Die Einstellung der Leistungen der Zürich Versicherung per
5. Juni 20
15 erfolgte
gestützt auf diese Einschätzung von
Dr.
A._
mit der Begründung, dass
spätestens
bis dann der Status quo sine
eingetreten respektive der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom
5.
Juni 2014 und den verbleibenden Beschwerden am linken Knie auf diesen Zeitpunkt dahingefallen sei
(Urk.
17/Z89 S. 3
).
Dies wurde mit Urteil
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
UV.2016.00289 vom 3
1.
Januar 2018 bestätigt (
Urk.
12/
A74
.2 S. 16 und S.
18 f.
).
5
.1.8
Die Rückfallmeldung bei der
Beschwerdegegnerin
war am
6.
Januar 2015 erfolgt, sinngemäss mit dem Antrag auf
an die Einstellung per
5. Juni 20
15
anschlies
sende Leistungen (
Urk.
12/A32). Gemäss dem Bericht der
Klinik
Z._
vom
1
2.
Januar 2015 wurden die Beschwerden am linken Kniegelenk konservativ behandelt
; es bestehe
weiterhin
eine
20%
ige
Ar
beitsunfähig
keit
(Urk.
12/M25/4 S. 1).
Der beratende Arzt der
Beschwerdegegnerin
,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
hielt in seiner Stellungnahme vom 2
8.
Dezember 2015 fest, nach dem Trauma im Juni 2014 seien ein geschwollenes Kniegelenk, ver
mehrt Schmerzen und subjektiv sowie objektiv eine Instabilitätskomponente
auf
getreten. Im MRT
(vom
7.
August 2014; Urk. 17/ZM1) seien keine frischen Ver
letzungen gesehen worden, das heisse
das
vordere Kreuzband sei wohl strukturell noch immer einigermassen intakt, allerdings deutlich
elongiert
und ausgeleiert, was relativ häufig gesehen werde. Aus den Akten gehe seines Erachtens hervor, dass das Ereignis im Juni 2014 nicht zu einer richtunggebenden, strukturellen Ver
schlechterung geführt habe. Das Ganze dürfte als Rückfall auf das Ereignis im Januar 1999 zurückzuführen sein, da offensichtlich dort eben doch eine ganz erhebliche Verletzung auch des vorderen Kreuzbandes und des medialen Menis
kus stattgefunden habe. Dieses Ereignis habe damals zu einer deutlichen richtung
gebenden Verschlechterung geführt bei Status nach bekannter vorderer Kreuzbandersatzplastik im Jahr 1987
(Urk.
12/M24 S. 2).
5
.1.9
Der Gutachter
Dr.
A._
,
der die Beschwerdeführerin am 12. Juli 2016
unter
sucht hat
(Urk.
12/M26
S. 1),
hielt im
orthopädisch-chirurgischen
Gutachten vom 23. August 2016
fest, die
Beschwerdeführerin
habe angegeben,
seit (Juni) 2014 habe sie eine weitere Einschränkung der Kniefunktion/-leistung festgestellt und sie sei überhaupt nicht mehr Ski gefahren. Nach zwei Stunden «Stehen am
Stück» empfinde sie
Schmerzen am linken Knie und sie sei auf einen Positions- oder gar Schuhwechsel angewiesen. Sie könne nicht mehr joggen wegen den dabei ent
stehenden Schmerzen und erlebe nach längeren Wanderungen immer wieder Schwellungszustände im linken Knie. Die Stabilität habe sich nicht spürbar verändert, ein relevantes Instabilitätsgefühl könne sie nicht bestätigen. Der
zeit finde keine Therapie mehr statt und auf Medikamente könne sie verzichten (
Urk.
12/M26 S. 9).
Zur Unfallkausalität
der
Restb
eschwer
den am linksseitigen Kniegelenk
zum
Unfall vom 2
2.
Januar 1999
führte
Dr.
A._
aus, es sei aktenkundig, dass bei der
Beschwerdeführerin
bereits im Jahr 1999 ein nicht unerheblicher Vorzustand im Sinne eines Status nach VKB-Rekonstruktion im Jahr 1987 bestanden habe. Dass unmittelbar nach dem Ereignis vom 2
2.
Januar 1999 belastungs
abhängige Schmerzen beim längeren Velofahren oder bei Bergtouren vor allem bergauf bestanden hätten, sei retrospektiv im Sinne einer vorübergehenden Symptomatik
mit/bei
Giving-way
(Aktivierung eines Vorzustandes) nachvollziehbar. Dass «seit
her» auch ein «neu» aufgetretenes leichtes
Giving-way
und gelegentliche Blockie
rungen bestanden hätten,
wie im Bericht von
Dr.
E._
vom 15. September 1999 festgehalten worden sei (Urk. 12/M1 S. 2),
sei zwar in anatomisch-objektivier
barer Hinsicht mit dem Berich
t der
Klinik
Z._
vom 22.
November 1999 (Urk. 12/M2) ebenfalls dokumentiert; die zeitliche Komponente/Begründung («seither»/»neu») sei aber nicht umfassend und
(diese Beschwerden)
vor allem nicht überwiegend wahrscheinlich auf das inkriminierte Ereignis von Januar 1999 zurückzuführen. Dies
entspreche lediglich einer Hypothese respektive einer «
post
hoc ergo
propter
hoc»-Bias.
Die Beurteilung des beratenden
Arztes Dr.
B._
vom 9.
Dezembe
r 1999 habe aus orthopädisch
-traumatologischer Sicht
retro
spektiv zu Recht und nachvollziehbar ergeben, dass es sich beim damals ge
klagten Beschwerdebild um eine traumatisierte Gonarthrose
bei überwiegend wahrscheinlich vorbestehender, weil funktionell mindestens partieller, vorderer Kreuz
bandplastikinstabilität gehandelt haben müsse. Diese Beurteilung werde zeitnah auch von den behandelnden Ärzten der
Klinik
Z._
bestätigt. Leider sei damals keine prospektive Beurteilung im Sinne des Status quo ante
vel
sine mit entsprechender Terminierung vorgenommen worden.
Der unmittelbar vor dem Unfall bestandene medizinische Vorzustand sei zwar nicht dokumentiert, da
damals keine ärztlichen Kontrollen stattgefunden hätten; jedoch sei d
urch die intraoperativen Befunde
nachträglich eindeutig eine sekundäre respektive vorbe
stehende Zentralpfeiler
-I
nsuffizienz belegt worden. Es handle sich somit um empirische Spätfolgen nach VKB-Plastik mit/bei Insuffizienz derselben, wobei die
Giving-ways
nicht neu gewesen seien. Es se
i zudem notorisch und empirisch, aber in zeitlicher Hinsicht prospektiv nicht genügend genau beurteil- respektive abschätzbar, dass es bei einer
Zentralpfeiler
-I
nsuffizienz im Laufe von mehreren Jahren
(unabhängig ob nach einer VKB-Plastik oder bei einem unbehandelten Kreuzbandriss) durch die repetitiven, jedoch meist minimalen und daher in der Regel asymptomatisch ablaufenden
Giving-ways
zur vorzeitigen und altersun
üblichen, das heisse früheren Entwicklung
,
einer
Arthrose
und/oder zu (einer)
sekundären Meniskusläsion
(en) komme.
Dies wegen der schicksalhaften, natür
licherweise und vor allem schleichend eintretenden VKB-Plastik-Insuffizienz,
die
durch das Ausleiern der Ersatzplastik
(abnehmende Spannung) ausgelöst worden sei, unter anderem weil nur eine reduzierte Regeneration des Transplantats mög
lich sei und letztendlich wegen der im Langzeitverlauf natürlicherweise abneh
menden muskulären Kompensationsmöglichkeit.
Nota
bene
könne sich in diesem Fall die
Meniskusläsion auch tertiär
, nämlich auf der
Basis der sekundären Arth
rose entwickelt haben; dabei führe der
femoro
-tibiale Reibewiderstand zu einem deutlich höheren Risiko eines Meniskusschadens.
Die
zur vertieften Abklärung geplante
bilanzierende
Arthroskopie
sei
wegen einer Schwangerschaft erst im Jahr 2001
durchgeführt worden
. Die hypothetische Aktivierung des Vorzustandes sei aber allerspätestens ein
Jahr nach dem Ereignis vom 22.
Januar 1999
abge
klungen und per Definition der Status quo sine mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eingetreten.
Die (aufgrund der Arthroskopie vom
4.
Juli 2001 erhobenen) Befunde (Urk. 12/M7)
würden das oben Gesagte uneingeschränkt belegen.
Eine
retrospektive Beurteilung der zeitlichen Zusammenhänge
, beispiels
weise ob und wenn ja wann der
Meniskusschaden
aufgetreten sei und/oder ob durch das Ereignis im Jahr 1999 eine «zusätzliche» Instabilität eingetreten sei, habe sich bereits damals
nicht mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit beant
worten lassen
, wie dies
den Ausführungen des Operateurs (in dessen Berichten vom
3.
Mai 2001 [
Urk.
12/M5] und vom
4.
Juli 2001 [
Urk.
12/M7]) ent
nommen werden könne. Dabei sei seine Gewichtung der Kausalität deutlich zugunsten des postoperativen Ergebnisses von 1987 zu verstehen, was
nota
bene
auch retrospektiv die wahrscheinlichere Hypothese sei.
Wegen den erkann
ten/bestehenden sekundären Begleitpathologien sei bei der ersten Ope
ration im (Juli) 2001 keine Revision am VKB erfolgt, dies trotz der klinisch fest
gestellten und intraoperativ bestätigten Insuffizienz der VKB-Plastik von 1987
(
Urk.
12/M26 S. 15 f.)
.
Die Einschätzungen von
Dr.
D._
vom 13. November 2001 (
Urk.
12/M9) ver
möchten nach heutigen Erkenntnissen an den obigen Überlegungen sowohl in Bezug
auf den Zeitpunkt als auch auf die Ursache des Meniskusschadens
nicht
s
zu ändern.
Zum einen
gehe er von einer
echten Korbhenkelläsion aus, was nicht überwiegend wahrscheinlich vom Ereignis im Jahr 1999 abstammen könne
; denn dies hätte «ab der Entstehung» nicht nur Schmerzen, sondern auch eine relevante und andauernde Einschränkung der ROM
(Range of Motion; Bewegungsumfang)
ausgelöst. Ausserdem sei dies im Operationsbericht differenzierter beschrieben worden, nämlich
als «korbhenkelartige Läsion am medialen Meniskus im Hinter
horn/Corpus-Bereich bei degenerativen Veränderungen». Zum anderen seien damals praktisch
alle Meniskusläsionen als unfallkaus
al, zumindest aber als unfall
ähnl
iche Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 lit.
c UVV bezeich
net/
anerkannt worden, ohne dass
vorbestehende, perifokal-degenerative Knor
pelveränderungen als «haupt- bis alleinursächlich» für den Meniskusschaden
näher in Betracht gezogen worden seien. Was die Folgen der
Meniskusläsion
angehe, habe er zwar insofern recht, als dass die beschriebene «Reduktion der
Propriozeptivität
» nach der
Menikusoperation
bestehen könne, wenn auch die Forschung sich diesbezüglich (noch) nicht absolut einig sei (zumindest seien die möglicherweise ausgelösten/effektiven Auswirkungen [noch] nicht prospektiv verwertbar).
Eine
solche «Reduktion der
Propriozeptivität
» habe
jedoch
zwischen 1999 und 2001
(
präoperativ
)
noch nicht überwiegend wahrscheinlich
eintreten
können
, zumal ein derartiger medialer Meniskusschaden damals selbst für den Operateur gemäss dem Operationsbericht vom
4.
Juli 2001 (
Urk.
12/M7 S. 2) «überraschend» gewesen sei
.
Ein derartiger medialer Meniskusschaden sei
mit grösserer Wahrscheinlichkeit irgendwann im
Verlauf von 1987 bis 2001
ent
standen
,
und zwar
überwiegend wahrscheinlich im Rahmen der Insuffizienz der VKB-Plastik
. Weniger wahrscheinlich sei,
dass er als direkte Folge des Ereignisses von (Januar) 1999
eingetreten sei
.
Diskutabel, aber hypo
thetisch blei
be der post
operative Zustand
.
Die damalige Einschätzung
sodann
, dass eine allfällige Achsenkorrektur nicht zulasten des Ereignisses von (Januar) 1999 gehen würde,
sei
retrospektiv aus orthopädisch-traumatologischer Sicht richtig
.
In
der Folge retrospektiv völlig überraschend und ohne dass aktenkundig eine Befund
änderung vorgelegen habe,
sei am 2
0.
November 2001 (
Urk.
12/M22) trotzdem noch die VKB-Re-Rekonstruktion kombiniert mit einer
valgisierenden
Tibiako
pfosteotomie
vorgenommen worden, was insgesamt der Behandlung der Spät
folgen nach VKB-Plastik von 1987 entspreche
(
Urk.
12/M26 S. 17
f.
).
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass es sich bei (den Beschwerden am linken Kniegelenk) der
Beschwerdeführerin
um (Spät-)Folgen des Ereignisses von 1987
handle, welche (zufolge des Unfallereignisses vom 22. Januar) 1999 vorüber
gehend verschlimmert vorgelegen hätten und bezüglich denen der Status quo sine nach 12 Monaten eingetreten sei. Diese Spätfolgen des Ereignisses von 1987 seien im Jahr 2001 invasiv behandelt, aber nicht geheilt worden und im Jahr 2014 sei eine erneute vorübergehende Verschlimmerung mit einem Status quo sine per
5.
Juni 2015 eingetreten (
Urk.
12/M26 S. 23).
5
.2
5
.2.1
Mit dem Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
3.
August 2016 (Urk.
12/M26
)
, auf welches die
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2 S. 8) ab
stellte,
hat die
Beschwerdegegnerin
zusammen mit der Zürich Versicherung ein externes Gutachten eingeholt, mit welchem dieser zu der hier massgeblichen Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen den Beschwerden am linken Kniegelenk und dem Unfallereignis v
om 22.
Januar 1999 unter Berück
sichtigung der geklagten Beschwerden, der medizinischen Vorakten und der betref
fenden Befunde umfassend, detailliert und nachvollziehbar begründet Stellung
genommen hat
.
Dr.
A._
hat sich mit den einzelnen Befunden, Vor
kommnissen und vorliegenden ärztlichen Berichten im Einzelnen auch in chrono
logischer Hinsicht ausführlich und fundiert auseinandergesetzt
sowie
seine Schlussfolgerungen zur kausalen Bedeutung der Befunde im Kontext der Vor
akten
und des chronologischen Verlaufs
überzeugend dargelegt.
Das Gutachten erfüllt damit
alle rechtsprechungsgemäss erfo
rderlichen Kriterien für beweis
k
räftige ärztliche Entscheidungs
grundlagen (v
gl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5
.2.2
Die
Schlussfolgerung von
Dr.
A._
,
dass
es sich bei den
Beschwerden am linken Kniegelenk
nicht um
Folgen des Unfalls im Jahr 19
99
handle und diese Beschwerden
durch das Unfallereignis vom 22. Januar 1999 überwiegend wahr
scheinlich nur
vorübergehend, mithin nicht richtunggebend
verschlimmert
worden seien,
ist
ausserdem
mit den Aussagen der behandelnden Ärzte
vere
inbar.
So
hielt
bereits der erstbehandelnde Arzt
Dr.
E._
im Bericht vom
1
5.
September 1999 fest
, dass
sich der nach dem Unfall vom 22. Januar 1999 eingetretene Knie
gelenkserguss und die eingeschränkte Beweglichkeit
wieder
gebessert hätten, die ambulante Behandlung zunächst lediglich bis am 1
6.
März 1999 erfolgt sei
(Urk. 12/M1 S. 1) und dass die
Ursache der
nunmehr noch geklagten
Beschwerden (belastungsabhängige Schmerzen bei sportlichen Aktivitäten mit leichtem
Giving
away
Phänomen und gelegentlichen Blockierungen)
ein degenerativer Zustand am linken Knie, nämlich eine
beginnende mediale Gonarthrose und eine leichtere Kreuzbandinstabilität bei Status nach
arthro
s
kopischer
lateraler
Meniskek
tomie
links
sowie
Kreu
z
bandersatzplastik nach
Clancy
1987
sei
(
Urk.
12/M1
S. 2
).
Dass e
ine spezifisch traumatische Ursache
der Knie
rest
beschwerden
im Sinne einer nachhaltigen Schädigung
bedingt durch das Ereignis
vom 22. Januar 1999
festgestellt worden sei, geht aus dem Bericht von
Dr.
E._
dagegen nicht hervor
.
Auch
Dr.
C._
sprach im Bericht vom 2
2.
November 1999 von einer gewissen Exazerbation und Traumat
isierung des Vorzustandes (Urk.
12/M2 S. 1), nicht jedoch von einer überwiegend wahrscheinlich richtunggebenden Verschlim
merung des Vorzustandes am linken Kniegelenk
durch das Unfallereignis vom 2
2.
Januar
199
9.
Im Bericht zur Arthroskopie vom
4.
Juli 2001
bestätigte
Dr.
C._
zudem ausdrücklich, dass
die vordere Kreuzbandplastik von 1987 insuffizient sei und dass
der
Schlittelunfall
vom 22. Januar
1999 höchst wahr
scheinlich keine neue Rissbildung des insuffizienten Kreuzband
implantates her
beigeführt habe.
Dr.
C._
stellte auch bezüglich der bei der Arthroskopie fest
gestellten medialen Meniskusschädigung
(«korbhenkelartige Läsion»)
keinen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999 fest, sondern hielt es lediglich für gut vorstellbar, dass der mediale
Meniskus
beim
Schlittelunfall
endgültig abgerissen sei
(
Urk.
12/M7 S. 2).
Die blosse Möglichkeit einer
richtunggebenden
Verletzung am
linken
Meniskus durch das Unfallereignis vom 22. Januar 1999 genügt beweisrechtlich indes nicht
für den
Nachweis des
natürlichen
Kausalzusammenhanges
; erforderlich wäre
die
überwiegende Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Sachdarstellung zur Ursache des medialen Meniskusschadens am linken Knie
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
U
44/99
vom 2
7.
April 2000
E. 3a mit Hinweisen
).
5
.2.3
Dass diese Schädigung nur möglicherweise
, nicht aber überwiegend wahr
scheinlich
durch den Unfall vom 22. Januar 1999 verursacht wurde, wurde
von
Dr.
A._
im Gutachten vom 2
3.
August 2016
nachvollziehbar weiter erläutert.
So führte
er
überzeugend aus, dass die Meniskusläsion sich auch sekundär zufolge der (vorbestehenden) Zentralpfeiler
-I
nsuffizienz mit repetitiven, meist asympto
matisch ablaufenden
Giving-ways
oder tertiär auf der Basis der sekundären Arth
rose bei schleichend eintretender
VKB
-Plastik-Insuffizienz mit
femoro-tibialem
Reibewiderstand habe entwickeln können (Urk. 12/M26 S. 16).
Dementsprechend
kam
Dr.
A._
zum Schluss,
dass
eine zeitliche Zuordnung
,
beispielsweise
wann der Meniskusschaden eingetreten sei
und
ob durch das Ereignis vom 2
2.
Januar 1999
eine zusätzliche Instabilität verursacht worden
sei
,
weder damals noch retrospektiv
mit
überwiegender
Wahrscheinlichkeit möglich
(gewesen)
sei
. Zusätzlich betonte er, dass
er es
indes
als wahrscheinlicher erachte, dass die
arthro
skopisch
am 4. Juli 2001 festgestellten Knieschäden links (namentlich der
Meniskusschaden und die zusätzliche Instabilität) kausal zum postoperativen Ergebnis von 1987 und damit zum Unfall vom 2
2.
Juli 1987 eingetreten seien
(
Urk.
12/M
26 S.
16
)
.
Insgesamt befand
Dr.
A._
damit
fundiert begründet
, dass der Meniskus
schaden
und/
oder die zusätzliche Instabilität
überwiegend wahrscheinlich nicht
durch den Unfall vom 22. Januar 1999 verursacht wurden
.
Auch dieser überzeu
genden Schlussfolgerung kann gefolgt werden.
5
.
3
5
.3.1
Eine
hiervon abweichende
Einschätzung
hatte
dagegen
der beratende Arzt Dr.
D._
in seiner Stellungnahme
vom
13. November 2001
vertreten
(
Urk.
12/M9).
Hierbei
handelt es sich
indes
um eine versicherungsinterne Stel
lungnahme, bei welcher rechtsprechungsgemäss bereits
bei Vorliegen
geringe
r
Zweifel
an der
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen
sind
(vgl.
BGE
139 V 225 E. 5.2
mit Hin
weisen
)
, wie dies hier mit der Einholung des Gutachtens von
Dr.
A._
vom 2
3.
August 2016
korrekt
erfolgte.
Solche Zweifel
an der
Schlüssigkeit
der Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 13. November 2001
ergeben sich
insbesondere
daraus, dass
dieser
erklärte
, anlässlich der Arthroskopie vom 4. Juli 2001 (Urk. 12/M7)
sei
eine mediale Meniskuskorbhenkelläsion
festgestellt worden
, welche überwiegend wahrschein
lich beim Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999 eingetreten sei
und welche zum Verlust der muskulären Kontrolle des Gelenkes (
Propriozeptivität
) mit richtung
gebender Dekompensation des zuvor kompensierten Vorzustandes geführt habe
(Urk. 12/M9 S. 2)
.
Hingegen
hatte
Dr.
C._
im
Arthroskopiebericht
vom 4. Juli 2001 festgehalten, dass
sich überraschenderweise im medialen Meniskus im Korpus/Hinterhorn eine deutliche Ausfransung der freien Kante und weiter hinten in der Peripherie eine kor
b
henkelartige Läsion präsentiere und der Meniskus als solcher degenerativ angegriffen sei
(Urk. 12/M7
S. 2
).
Eine
überwiegend wahr
scheinlich durch den Unfall
vom 2.
Januar 1999 verursachte
e
igentliche
mediale
Meniskuskorbhenkelläsion wurde im
Arthroskopiebericht
dagegen
nicht
erwähnt.
Ausserdem
wurden in der Stellungnahme von
Dr.
D._
die geklagten Beschwerden, der Heilungsverlauf, die festgestellten Befunde und/oder Sympto
matik nicht im Einzelnen aufgeführt.
Dr.
D._
ging
ohne Weiteres davon aus, dass die «Meniskuskorbhenkelrissbildung» durch den
Unfall vom 22.
Januar 1999 verursacht
worden sei
. Dies leitete er allein daraus ab, dass die
Beschwerde
führerin
vor dem Unfall bei muskulär kompensiertem Vorzustand
beschwerdefrei gewesen sei
(
Urk.
12/M9 S. 2)
.
Eine solche Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1
).
Hinzu kommt, dass
auch diese
Annahme von Dr.
D._
nicht zutraf. Denn den Vorakten war lediglich zu entnehmen, dass keine grösseren Probleme am linken Knie bestanden hätten (Urk. 12/M1 S. 1), nicht jedoch, dass die
Beschwerdeführerin
beschwerdefrei war. Dr.
D._
hatte die
Beschwerdeführerin
dazu im Einzelnen auch nicht befragt, vielmehr handelt es sich bei seiner Stellungnahme um eine reine Aktenbeurteilung. Anlässlich der Begutachtung durch Dr.
A._
am 12. Juli 2016 erklärte die
Beschwerdeführerin
dagegen, dass sie nach dem Unfall im Jahr 1987 und der damaligen Heilbehandlung nie mehr das gleiche sportliche Leistungsprofil wie vor dem Unfall erreicht
habe
. Ausser
dem
habe sie repetitiv, vor allem wenn das Knie nicht belastet gewesen sei, Blockaden erlebt (das Knie sei irgendwie ein- oder ausgehängt gewesen), die sie jeweils manuell habe lösen müssen. Das Knie sei auch im Alltag subjektiv nicht mehr so stabil gewesen, wie sie dies von früher gekannt habe. Auf eine weitere Abklärung und allfällige Behandlungen habe sie aus persönlichen Gründen damals aber verzichtet und dementsprechend ihre all
gemeinen Tätigkeiten und die sportlichen Einsätze jeweils dem Knie angepasst respektive reduzieren müssen (Urk. 12/M26 S. 8).
Eine Beschwerdefreiheit am linken Kniegelenk bestand vor dem Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999 somit entgegen der Feststellung von
Dr.
D._
nicht.
Schliesslich hatte sich Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom 13. November 2001 auch nicht mit der abweichenden Einschätzung des beratenden Arztes Dr.
B._
vom 7./9. Dezember 1999 auseinandergesetzt, der vorbehältlich einer frischen Kreuzbandläsion, die mit der Arthroskopie vom 4. Juli 2001 ausge
schlossen wurde, von einer lediglich vorübergehenden Verstärkung des Vor
zustandes mit Gonarthrose und
Kreuzbandinsuffizenz
ausgegangen war (Urk. 12/M4).
5
.3.2
Dr.
A._
hat im Gutachten vom
2
3.
August 2016 sodann
ausführlich
zur Ein
schätzung von
Dr.
D._
Stellung genommen
(Urk. 12/M26 S. 17)
. Er hat dazu
nachvollziehbar
ausgeführt
, dass die von
Dr.
D._
angenommene echte
Korb
henkelläsion
nicht mit der dokumentierten Beschwerdesymptomatik und den intraoperativ festgestellten Befunden
korrelieren
würden
; dies indem der Gut
achter erläuterte, dass
eine solche
echte
Korbhenkelläsion
nicht nur Schmerzen,
sondern eine relevante und andauernde Einschränkung des Bewegungsumfangs ausgelöst hätte, im Operationsbericht von
Dr.
C._
zudem
differenzierter eine
«korbhenkelartige Läsion am medialen Meniskus im Hinterhorn/Corpus-Bereich bei degenerativen Veränderungen» beschrieben worden sei
und
dass
eine
Reduk
tion der stabilisierenden
muskuläre
n
Kontrolle des Gelenkes
(«
Reduktion der
Propriozeptivität
»)
nicht
überwiegend wahrscheinlich
bereits
präoperativ
zwi
schen (Januar) 1999 und (Juli) 2001
habe
eintreten können
.
Damit werden die Zweifel an der Schlüssigkeit der versicherungsinternen Stellungnahme von Dr.
D._
vom 13. November 2001 (Urk. 12/M9) durch die überzeugenden Ausführungen von Dr.
A._
aus fachärztlich-gutachterlicher Sicht
weiter
bestä
tigt
.
5
.3.3
Die
versicherungsinterne
Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 13. November 2001 ist
damit
entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
nicht beweiskräftig, weshalb
die
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid
zu Recht nicht darauf abgestellt
hat
.
5
.4
Daran ändert im Übrigen auch
die Stellungnahme des
beratende
n
Arzt
es
Dr.
G._
vom 28. Dezember 2015
nichts, der befand,
dass
die (Rest-)Beschwer
den nach dem Unfall vom
5.
Juni 2014 als Rückfall
auf den Unfall vom 22. Januar 1999
zurückzuführen sei
n
dürften
, da offensichtlich bei diesem Ereignis
eben doch
eine ganz erhebliche, richtunggebende Verletzung auch des
vorderen Kreuzbandes und des medialen Meniskus stattgefunden habe
(
Urk.
12/M24).
Denn auch
bei diesem Bericht
handelt es sich um eine
versi
cherungsinterne Stellungnahme
und auch bezüglich der darin gemachten Fest
stellungen ergeben
sich Zweifel an deren Schlüssigkeit.
Insbesondere ist die Fest
stellung, dass beim Unfall eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes erfolgt sei, nicht vereinbar mit der übrigen medizinischen Aktenlage und widerspricht ins
besondere den Feststellungen von
Dr.
C._
im
Arthroskopiebericht
vom 4. Juli 2001 (
Urk.
12/M
7
), der im Gegenteil intraoperativ keine solche neue Verletzung
am vorderen Kreuzband des linken Kniegelenks
feststellen konnte.
Dr.
G._
hat seine Schlussfolgerungen zudem nicht
weiter
begründet
und
sie allein daraus abgeleitet, dass
beim
Ereignis vom
5.
Juni 2014
keine richtunggebende Verlet
zung eingetreten sei.
Auch der Bericht von
Dr.
G._
ist
daher
mangels Beweis
wert
als
Entscheidgrundlage
nicht geeignet und vermag ausserdem die fundiert, umfassend und schlüssig begründeten gutachterlichen Ausführungen sowie Schlussfolgerungen von Dr.
A._
nicht in Frage zu stellen.
5
.
5
5
.5
.1
Es ist
somit
festzuhalten, dass
die Beurteilung von
Dr.
A._
gemäss dem Gut
achten vom 23. August 2016 zum natürlichen Kausalzusammenhang zwischen
den linksseitigen Kniebeschwerden und dem Unfall vom 2
2.
Januar
1999
auch mit Blick auf die übrige medizinische Aktenlage eine beweis
k
räftige ärztliche Ent
scheidungs
grundlage
darstellt, auf welche die
Beschwerdegegnerin
im ange
fochtenen Ent
scheid
(
Urk.
2 S. 8 ff.)
zu Recht abgestellt hat.
5
.5
.2
An dieser Betrachtungsweise vermögen
sämtliche weiteren
Einwände
der
Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 10 ff.)
nichts zu ändern.
Namentlich
ist der Be
weis
wert des Gutachtens von Dr.
A._
entgegen der Ansicht der
Beschwerde
führerin
nicht
dadurch
in Frage gestellt,
dass
dieses ohne die Beteili
gung des Krankenversicherers
(KPT)
erstellt wurde. Denn eine solche stellt keine Vorausset
zung für eine beweiskräftige B
egutachtung von Unfallfolgen dar. Aus
serdem ist es
un
zutreffend, dass das Gutachten von Dr.
A._
ohne Beteiligung des
für den ersten
Unfall vom 22.
Juli 1987
zuständ
ig
e
n
Unfallv
ersicherer
s
erstellt
worden sei
; im Gegenteil hat dieser, nämlich die Rechtsnachfolgerin der
Alpina
, die Zürich Versicherung, das Gutachten
selbst
in Auftrag gegeben
(Urk. 17/ZM15) und
es
wurde zuhanden der Zürich Versicherung erstellt (Urk
.
12/M26 S. 1).
Auch der Umstand, dass die medizinischen Akten
zum Unfall vom 22.
Juli 1987
dem
Gutachter
Dr.
A._
bei der Begutachtung im August 2016 nicht vorlagen, da sie gemäss der Auskunft der Zürich Versicherung bereits damals vernichtet
gewesen seien
(
Urk.
17/Za5),
stellt den Beweiswert des Gut
achtens nicht in Frage und gibt insbesondere nicht Anlass zu einem Obergut
achten, da der neue Gutach
ter das Obergutachten ebenfalls ohne diese Akten erstellen müsste.
Das Gutachten von
Dr.
A._
enthält
zudem
auch
ohne
die
Ver
si
cherungsa
kten zum Unfall vom 22.
Juli 1987
eine fundierte und schlüssige Beurteilung zur hier interes
sierenden Kausalität der Unfallfolgen
zum
Ereignis vom 2
2.
Januar 199
9.
5
.
6
Nach dem Gesagten
ist gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
A._
(Urk. 12/M26 S. 23)
davon auszugehen, dass zwischen dem Unfallereignis vom 2
2.
Januar 1999 und den Beschwerden am linken Kniegelenk in der
hier strittigen Zeit ab dem 1.
April 2003 kein natürlicher Kausalzusammenhang mehr bestand, da
der Vor
zustand
durch diesen Unfall überwiegend wahrscheinlich lediglich vorüber
gehend, mithin nicht richtunggebend, verschlimmert wurde und der Status quo sine
der Beschwerden am linken Kniegelenk zufolge des Unfalls vom 2
2.
Januar 1999
dann bereits
eingetreten war.
6
.
6
.1
Bei diesem Ergebnis
fällt
die von der
Beschwerdeführerin
(
Urk.
2 S. 2) beantragte Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin
zur Abklärung der Ansprüche auf
eine Rente (Art. 1
8 ff. UVG), eine Integritätsent
schädigung (Art. 24 f. UVG) und auf
Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente (Art. 21 UVG)
nicht in Betracht. Denn
bei
der Annahme - wie hier - eines
erreichte
n
Status quo sine respektive bei Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhanges
entf
ällt
der Anspruch auf sämt
liche weitere
gesetzliche
Leistungen
.
6
.2
6
.2.1
Auch
die
Prüfung der
Frage, ob es sich bei den mit Schreiben vom
6.
Januar 2015 (
Urk.
12/A32) gemeldeten linksseitigen Kniebeschwerden um einen Rückfall oder Spätfolgen zum Unfall vom 2
2.
Januar 1999 handle,
ist damit
hinfällig.
Denn die hier getroffene Schlussfolgerung des Eintritts des Status quo sine entspricht einer
gänzlichen Leistungseinstellung wegen Kausalitätsverneinung. Aus einem nicht (mehr) unfallkausalen Gesundheitsschaden kann
aber
sachlogisch nicht später ein unfallkausaler entstehen, auch nicht im Sinne eines
Rückfalls oder von Spät
folgen nach
Art.
11 UVV
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_382/2018 vom
6.
November 2018
E.
6.1; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_93/2020
vom
1.
April 2020
).
6
.2.2
Dem Einwand der
Beschwerdeführerin
, dass
die Beschwerdegegnerin die Frage von Spätfolgen im Sinne von Art. 11 UVV des Knie-Unfalls vom 22. Januar 1999 bisher nicht abgeklärt und dadurch ihr Recht auf Beweisführung sowie Beweisab
nahme nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt
habe (Urk. 1 S. 14 f.), kann daher ebenfalls nicht gefolgt werden. Dies gilt
umso mehr mit Blick
auf das Gutachten von Dr.
A._
vom 2
3.
August 2016 (
Urk.
12/M26),
der
festhielt, dass
sich
die
Beschwerden am linken Kniegelenk
wegen des
U
nfalls vom 22. Januar
1999
bloss
vorübergehend verschlimmert hätten
,
im Jahr 2001 invasiv behandelt, aber nicht geheilt worden
seien, und
welche
im Jahr 2014
wiederum lediglich vorüber
gehend verschlimmert worden seien
(Urk. 12/M26 S. 23).
Damit hat es sein Bewenden, da hier
allein
der Zusammenhang der Beschwerden zum Unfall im Jahr 1999 zu prüfen ist, aber andere möglich
e
Ursachen
nicht
abschliessend zu beurteilen sind.
Weitere Abklärungen zur Frage der Kausalität der Restbeschwerden am linken Kniegelenk ab der Rückfallmeldung im Januar 2015 erübrigen sich somit.
6
.3
6
.3.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat
ihre Leistungspflicht für die Beschwerden am linken Kniegelenk
ab dem
1.
April 2003
folglich
zu Recht verneint.
Von weiteren Beweismassnahmen, namentlich der beantragten
Zeugen- und Partei
befragung
sowie der Einholung eines Gerichtsgutachtens
(Urk. 1 S.
13
), sind keine
entscheidrelevanten
Ergebnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_461/2018 vom 3
1.
Oktober 2018 E. 7 und 8C_733/2017 vom 2
9.
März 2018 E. 4.4).
6
.3.2
Der
angefochtene Einspracheentscheid vom
8.
März 2019 (
Urk.
2)
erweist sich somit als
rechtmässig. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.