Decision ID: 0d6a4cb8-65c8-44ef-8bdb-db6c3254fae9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
ohne abgeschlossene Ausbildung,
war
mit
Unterbrüchen
bei diversen
Temporär
b
üros
als Ba
uarbeiter
(Schaler)
im Stundenlohn
angestellt
, zuletzt von Juli 20
12 bis Oktober 201
3
(
Urk.
11/3, Urk.
11/15
, Urk. 11/20
)
. Ab dem 1.
November 2013 bezog er Leistungen der Arbeitslosenkasse
(
Urk.
11/
3/
3)
.
Mit Datum vom
16
.
Januar 2015 meldete er sich unter Hinweis auf eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
11/3)
.
Nach
Durchführung eines persönlichen
Gespräch
s
(
Urk.
11/20) und Einholung diverser Unterlagen teilte d
ie
Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
dem Versicherten
am 1
1.
März 2015
mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
11/16).
Im Hinblick auf die Rentenprüfung
zog die IV-Stelle einen Auszug aus
dem
in
di
viduellen Konto
des Versicherten
(IK-Auszug vom 5.
Oktober 2015
, Urk.
11
/
30
) bei und tätigte medizinische Abklärungen.
Mit Vorbescheid vom
16.
Oktober
2015
stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
(
Urk. 11/
33)
. Nachdem der Versicherte unter Hinweis
auf den nach Erlass des Vorbescheids eingegangenen Bericht seines behandelnden Psychiaters
am 9
.
November
20
15
Einwand (
Urk. 11/3
5) erhoben hatte, holte die IV-Stelle
die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein und wies m
it Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015
das
Leistungsbegehren
gestützt a
uf einen Invaliditätsgrad von 2
% ab (
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob
der Versicherte
am 29.
Januar 2016 Beschwerde und be
antragte, die Verfügung vom 10.
Dezember 2015 sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien erneute medizinische und berufliche Abklärungen durchzuführen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte
er
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1)
.
Mit
Beschwerdeant
wort
vom
2. März 2016
schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
10, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
11/1-41)
, was
dem Beschwerdeführer
am
7
.
März
2016 zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundes
gesetzes
über
die
Invalidenversicherung
[IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine
Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit
Krank
heitswert
besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
-
ber
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines
anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatri
sche Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgericht
e
s 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne
W
eiteres
gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1
.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1
.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
2.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch mit der Begründung, in psychiatrischer Hinsicht sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der eine bleibende oder längere Zeit dauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus
zulösen vermöge (Urk.
2, Urk. 10
). In somatischer Hinsicht sei der Beschwerde
führer in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter zu 100 % arbeitsunfä
hig. Eine angepasste Tätigkeit ohne Arbeiten in der Höhe, ohne Arbeiten mit Absturzgefahr, ohne Fahrtätigkeiten, ohne Tätigkeiten an schnell rotierenden Maschinen und ohne Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr sei
ihm zu 100 % zumutbar (Urk. 2
).
2.3
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, bei der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode handle es sich um eine ausgewiesene Stö
rung mit dauerhaftem Charakter. Gemäss
seinem behandelnden Psychiater
sei nicht damit zu rechnen, dass
er die
mittelgradige depressive Störung in abseh
barer Zeit überwinden könne. Es sei von einer max
imal
50%igen Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Schliesslich brachte der
Be
-
schwerdeführer
vor, die Beurteilung
des
RAD sei oberflächlich und schablo
nenhaft und beruhe teilweise gar auf falschen Annahmen. Die Beurteilung ver
möge den Anforderungen an eine gründliche Abklärung von versicherten Per
sonen keineswegs zu genügen
. Auch habe der RAD den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht
(Urk.
1).
3.
3.1
Im Bericht vom 2
9.
September 2011 über die stationäre Behandlung des
Be
-
schwerdeführers
vom 1
9.
August bis 2
7.
September 2011
nannten
die behan
delnden Ärzte der
Y._
, folgende Diagnosen: Alkohol-Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10 F10.24), Status nach rezidivierenden Entzugsepilepsien, sowie Anpassungsstörung bei Trennung (ICD-
10 Z63; Urk. 11/34
/5-7
)
.
Vom
7.
Januar bis 1
1.
April 2014
erfolgte eine erneute stationäre Behandlung
in der
Z._
. Im Austrittsbericht vom 16. Juni 2014 stellten die Ärzte
die
Diagnose Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung (ICD-10 F10.21).
Dem Beschwerdeführer könne aufgrund
stichpro
benartiger
Alkoholatemkontrollen ein rückfallfreie
r
Aufenthalt attestier
t werden
(
Urk.
11/22
/27-31).
3.2
Ein
im Spital
A._
, Institut für Radiologie
,
durchgeführte
s
MR Schädel vom 2
0.
August 2014 ergab ein altersentsprechend unauffälliges
Neurokranium
(Urk.
11/
22
/26
).
Ein gleichentags durchgeführtes CT Thorax ergab keinen Hin
weis auf
eine
thorakale
Neoplasie
oder
Bronchiektasen
und zeigte einzig
leicht
gradig
e
bronchitische
Veränderungen betont in den Unterlappen beidseits (
Urk.
11/22
/24-25).
Das am
5.
September 2014 durchgeführte MR HWS ergab deutliche degenerative HWS-Veränderungen
. B
ei anlagebedingt engem
Spinal
kanal
zeigte sich eine
breitbasige
Diskusprotrusion
C5/6
dorsolateral
rechts mit
Pelottierung
des
Myelons
. Ein pathologisches
Myelonsignal
oder
eine
höhergra
dige
Spinalstenose
liessen sich nicht erheben. Sodann visualisierten sich
mehr
segmentale
, degenerativ bedingte
neuroforaminale
Stenosierungen
, am
ausge
prägtesten
C6/7 rechts, C7/TH1 links,
mässiggradig
C5/6 rechts, TH1/2 links sowie
leichtgradige
Spondylarthrosen
, u.a. auch C2/3 (
Urk.
11/
22/22-23
).
Im Nachgang
zu den radiologischen Untersuchungen
stellte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie FMH, im Bericht vom
2
2.
Oktober 2014
(Urk. 11/22/15-26)
folgende Diagnosen
: Schwindel und Kopfschmerzen überwiegend in der Höhe seit einem Schädelhirntrauma 08/2011,
Ätiologie:
am ehesten i
m
Rahmen einer Angststörung, MRI Schädel am 20.08.2014 unauffällig; Verdacht
auf posttraumatische Depression;
chronisches zervikales Syndrom seit dem Schädelhirntrauma 08/2011, MRI HWS 05.09.2014: degenerative Ver
änderungen mit
neuroforaminalen
Stenosen sowie Alkoholabusus, abstinent seit 12/201
3. Dr.
B._
hielt fest, für eine zentrale oder periphere
vestibuläre
Ursa
che des Schwindels fänden sich keine Anhaltspunkte. Er empfehle eine psychi
atrische Explorat
ion (Urk.
11/
22
/16
).
Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
B._
im Schreiben vom 11.
Februar 2015
ergänzend aus, er habe keine neurologische Erklärung für die situationsabhängigen Beschwerden mit Schwindel und Kopfschmerzen finden können (
Urk.
11/
9
).
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie FMH, führte im Bericht vom
8.
September 2014 aus, es fände sich kein Hinweis für eine akute periphere
vestibuläre
Funktionsstörung. Im Audiogramm zeige sich eine beidseitige
sensorineurale
hochbetonte Schwerhörigkeit, welche wahrscheinlich teils lärm- und alterungsbedingt sei (
Urk.
11/22
/19-20
).
3.
4
Am 2
5.
September 2014 wurde der Beschwerdeführer im
Spital D._
pneumologisch
untersucht.
Im entsprechenden Bericht vom 26. September 2014 wurden im Wesentlichen folgende Diagnosen gestellt
:
Verdacht auf schlafassoziierte Atemstörung, keine erhöhte Tagesschläfrigkeit (
Epworth
Slee
piness
Score 5/24 Punkte), Risiko-Faktoren Übergewicht (BMI 28.7 kg/m2), fleischige Uvula; chronische Durchschlafinsomnie und verfrühtes Erwachen,
differentialdiagnostisch im Rahmen
eines
obstruktive
n
Schlaf-Apnoe-Syndrom
s
, mangelnde Schlafhygiene, psycho-physiologische Insomnie, sowie
Nikotin
konsum
(36
py
), keine obstruktive
Ventilationsstörung nachweisbar, und frühere Alkohol-Krankheit
.
Es sei ergänzend
eine
Polysomnographie
durchzu
führen (Urk. 11/22
/17-18
).
D
ie am 20. November 2014 durchgeführte
Polysomnographie
ergab keinen Hin
weis auf eine relevante schlafbezogene Atemstörung. D
ie Ärzte des
Spitals D._
hielten fest, es zeige sich
zwar ein leicht erhöhter
Desaturationsindex
und Apnoe-/
Hypopnoe
-Index, die vermehrte Tagesschläfrigkeit sei durch diesen Befund
jedoch
nicht
erklärt (Urk.
11/22
/13-14
).
3.
5
Mit
Arztzeugnis vom 2
4.
Oktober 2014 zuhanden der Arbeit
slosenversicherung attestierte med.
pract
.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH,
ab 11. April 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit,
wovon
Arbeiten in der Höhe
und auf der Baustelle
ausgenommen
seien
(
Urk.
11/22
/
5).
3
.
6
Im Bericht des Spitals
A._
,
Medizinische Klinik,
Kardiologie, vom
7.
Januar 2015
betreffend
Routine
-
TTE vom
6.
Januar 2015 wurde festgehalten, es bestehe eine normale systolische Globalfunktion des nicht hypertrophen linken Ventrikels. Die Auswurffraktion
nach Simpson
biplan
betrage 65
%.
Wand
bewegungsstörungen
bestünden nicht.
Zeichen der diastolischen Dysfunktion, normale Funktion auch des rechten Ventrikels, Ausschluss einer pulmonal-arte
riellen Hypertonie. Das
Systolikum
sei auf eine deutlich
sklerosierte
, zum Teil verkalkte
trikuspide
Aortenklappe zurückzuführen. Eine
Aortenstenose
oder eine
Aorteninsuffizienz
lägen zurzeit noch nicht vor. Die Aor
ta
ascendens
sei
ekta
tisch
, es zeige sich eine normal
kalibrige
infradiaphragmale
Aorta und eine normale Funktion des rechten Ventrikels. Eine pulmonale-arterielle Hypertonie sei au
szuschliessen (
Urk.
11/22/7-8
).
Der leitende Arzt Kardiologie, Spital
A._
,
führte im gleichentags verfassten Bericht über die
Ergome
trie
vom
6.
Januar 2015 aus,
es
bestünde eine klinisch und elektrisch normale
Ergometrie
bei guter Leistungsfähigkeit und gutem Doppelprodukt.
Eine koronare Herzerkrankung s
cheine somit unwahrscheinlich
(
Urk.
11/22
/9-10
)
.
3.
7
Dr.
C._
diagnostizierte
am
6.
Januar 2015 eine habituelle
Rhonchopathie
,
eine
chronische Nasenatmungsbehinderung bei leichter
Septumdeviation
nach links und Hyperplasie der
Conchae
inferiores
, und verwies darauf, dass eine relevante schlafbezogene Atemstörung
polysomnographisch
bereits ausgeschlossen worden sei
. Sie habe dem Patienten empfohlen, das Gewicht zu reduzieren. (Urk.
11/22
/
12).
3.
8
I
n einer Stellungnahme vom
7.
Oktober 2015
stellte RAD-Arzt
med.
pract
.
F._
,
Facharzt
für Arbeitsmedizin
,
gestützt auf die medizinische Aktenlage
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Unklarer Schwindel vor allem in der Höhe sowie Status nach stationärem A
lkoholentzug
Z._
vom
7.
Januar bis 1
1.
April 2014, seither abstinent. D
er Beschwerdeführer sei seit
Januar 2014 in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter zu 100 % arbeitsunfähig.
Seit dem
11. April
2014 bestehe indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
für eine angepasste Tätigkeit ohne Arbeiten in der Höhe, ohne Arbeiten mit Absturzgefahr, ohne Fahrtätigkeiten, ohne Tätigkeiten an schnell rotierenden Maschinen und ohne Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr
(Urk.
11/32
/3-4
).
3.
9
Im Bericht vom 2
2.
Oktober 2015 diagnostizierte der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine
mittelgradi
ge depressive Episode (ICD-10 F
32.1), ein Alkohol-Abhängigkeitssyndrom, seit stationärem Entzug absti
nent (ICD-10 F10.21), sowie einen Status nach Commotio cerebri 08/2011, seit
dem anfallswei
se Schwindel, v.a. in
der
Höhe. Dr.
G._
bezeichnete die Prog
nose als eher schlecht
.
Eine
angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer im Umfang von vier Stunden pro Tag zumutbar, wobei die Arbeitsfähigkeit schrittweise zu steigern sei und ein ruhiger Arbeitsplatz sowie regelm
ässige Pausen vorliegen müssten. Der Beschwerdeführer sei seit Februar 2015 in ambulanter Behandlung, mit Sitzungen alle zwei bis vier Wochen (Urk.
11/
34/1-4
).
RAD-Arzt
F._
nahm zum Bericht von
Dr.
G._
am
9.
Dezember 2015 dahingehend Stellung, dass
a
us medizinischer Sicht
prinzipiell davon
auszuge
hen
sei
, dass eine depressive Episode behandelbar sei und nicht zu einer dauer
haften Arbeitsunfähigkeit führe.
A
uch
Dr.
G._
gehe nicht von einer dauer
haften respektive länger dauernden Arbeitsunfähigkeit aus
.
Nach Einschätzung des Psychiaters sei der Beschwerdeführer in der Lage, vier Stunden täglich in einer angepassten Tätigkeit zu arbeiten
und seine Arbeitsfähigkeit schrittweise zu steigern
. Es sei somit aus versicherungsmedizinischer Sicht nur noch eine leichte depressive Episode anzunehmen
(Urk. 11/
37/
2).
4.
4.1
In somatischer Hinsicht ist festzuhalten, dass d
er Beschwerdeführer von verschiedenen Fachärzten der Neurologie, Kardiologie, Pneumologie und
Oto
-
Rhino
-Laryngologie umfassend untersucht und bildgebend abgeklärt
wurde
, ohne dass sich eine relevante Pathologie hätte objektivieren lassen (vgl. auch Urk. 11/22/4)
.
Gestützt
auf diese medizinische Aktenlage ist es als ausgewiesen zu erachten und wird überdies auch nicht bestritten
, dass
dem Beschwerdefüh
rer aus somatischer Sicht
zumindest
eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumut
bar ist.
4.2
In psychischer Hinsicht
ist streitig, inwieweit
sich die
von
Dr.
G._
im Bericht vom 2
2.
Oktober 2015
diagnostizierte mittelgradig depressive Episode
(
E. 3.9
)
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt.
4.
2.1
Da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind, fallen r
echtsprechungsgemäss leichte bis mit
telgradige
depressive Störungen
rezidivierender oder episodischer Natur
einzig dann als invalidisierende
Krankheiten
in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapi
ere
sistent sind. Nur in dieser
seltenen
Konstellation ist den normativen Anforderungen
des
Art.
7
Abs.
2 ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan. Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich auszuschliessen sein. Zudem muss die Therapie in dem Sinn konsequent gewesen sei, als die in fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären)
Behandlungsmöglichkei
ten
in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (Urteil des Bundesgerichtes 8C_399/
2016 vom 2
4.
August 2016 E. 4.2
mit Hinweisen auf BGE 140 V 193 E 3.3; 141 V 281 E. 3.7.1 bis 3.7.3; 137 V 64 E 5.2
; siehe auch 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E
.
7.2.1 mit Hinweisen
).
4.
2.2
Vorliegend
befand sich der Beschwerdeführer zwar bereits in den Jahren 2011 und 2014 in
stationärer
psychiatrische
r
Behandlung, entsprechende Therapien
(Entzug)
erfolgten aber aufgrund
eines
diagnostizierten
Alkohol-Abhängig
keitssyndroms
(
Urk.
11/22
/30
, Urk. 11/34
/6
). Erst seit
dem
2.
Februar 2015
befindet sich
der Beschwerdeführer aufgrund der depressiven Symptomatik
in ambulanter psychiatrischer Behandlung
bei
Dr.
G._
(Urk. 11/34
/1
)
.
Zwar erfol
gt gemäss dem Psychiater eine antidepr
essive medikamentöse Behandlung, jedoch kann
die bisher
durchgeführte
ambulante
Therapie
mit Sitzungen alle zwei bis vier Wochen nicht als
hinreichend
konsequent erachtet werden
. Dr.
G._
hielt sodann fest, dass d
em Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit im Umfang von vier Stunden pro Tag zumutbar
sei. Im Weiteren empf
ahl
er
die Weiterführung der ambulanten psychiatrischen Behandlung und
die schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit.
Damit sind die
Behan
dlungs
möglichkeiten
keineswegs als a
usgeschöpft
zu erachten und es
ist
nicht von einer therapieresistenten
depressiven Störung
auszugehen
.
4.
2.3
Ein Abweichen von den durch die Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen ist möglich, wenn sich aus rechtlicher Sicht eine andere Einschätzung ergibt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2 sowie 130 V 352 E. 3.3). Aus
invalidenversiche
rungsrechtlicher
Sicht kann somit
nicht
auf die von Dr.
G._
vorgenommene
Einschätzung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden.
Demzufolge
ist
mit der Diagnose einer
mittelgradig
depressive
n
Episode
keine invalidisierende psychische Erkrankung im Sinne des Gesetzes gegeben.
Da die in
Erwägung 4.2
dargelegte
Rechtsprechung
leicht bis mittelgradige depressive Störungen erfasst,
kann darüber hinaus offen gelassen werden, ob – wie vom RAD in der Stellungnahme vom
9.
Dezember 2015
(
E. 3.9
)
angenommen –
auf
grund der psychiatrischen Einschätzungen
aus versicherungsmedizinischer Sicht
nicht mehr eine mittelgradige, sondern
nur noch eine leichte depressive
Episode
zu diagnostizieren wäre
.
4.
3
Soweit der Beschwerdeführer
darüber hinaus geltend macht
,
die Beurteilung
des RAD-Arztes
med.
pract
.
F._
sei oberflächlich
und es habe
nicht einmal eine persönliche Untersuchung stattgefunden, ist darauf hinzuweisen, dass
die
RAD
für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur
„bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchungen durchführen
(
Art.
49
Abs.
2
der Verordnung über
die
Invalidenversicherung
[
IVV
]
)
. In den übrigen Fällen stützen
sie sich auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht
an sich
ein Grund, einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies g
ilt insbesondere dann, wenn es im We
sentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person
– wie vorliegend –
in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgericht
e
s 9C_58/2011 v
om 25. März 2011 E. 2.2 mit Hin
weisen; vgl. auch BGE 127 I 54 E. 2e
und 2
f).
4
.
4
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
dem Beschwer
deführer eine leidensadaptierte
Tätigkeit (keine Arbeiten in der Höhe, keine Arbeiten mit Absturzgefahr, keine Fahrtätigkeiten, keine Tätigkeiten an schnell rotierenden Maschinen und keine Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr) sowohl in somatischer als auch in psychischer
Hinsicht zu 100
% zumutbar ist.
4.
5
Aufgrund der beweiskräftigen m
edizinischen Aktenlage besteht entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgericht
e
s 8C_468/2007 vom 6. Dezember 200
7
E.
5.
2.2 mit Hinweisen).
5.
5.1
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
bleiben die erwerblichen Auswirkungen
der Leistungsbeeinträchtigung zu prü
fen.
Di
e Beschwerdegegnerin stellte
in der angefochtenen Verfügung vom 10. Dezember 2015
(
Urk.
2) zur
Ermittlung
der Vergleichseinkommen (Validen- und
Invalideneinkommen
)
zugunsten des Beschwerdeführers
auf
die
Tabellen der
Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) ab
, was nicht zu beanstanden ist und im Übrigen auch nicht bestritten wird
(vgl. die Berech
nung vom 1
6.
Oktober 2015, Urk.
11/31)
.
5.
2
Wie von der Beschwerdegegnerin ausgeführt, ist ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn
(vgl.
BGE 126 V 75)
vorliegend nicht angezeigt
. Die
Rechtspre
chung gewährt insbesondere dann einen
solchen
Abzug, wenn
die
versicherte Person selbst im Rahmen kö
rperlich leichter Hilfsarbeiter
tätigkeit in ihrer Leis
tungsfähigkeit eingeschrän
kt ist. Sind hingegen – wie vor
liegend – leichte
bis mittelschwer
e Arbeiten zumutbar, ist allein aus diesem Grund
auch bei
einge
schränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, da der
Tabellen
lohn
im
Kompetenzniveau 1
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschwe
ren Tätigkeiten umfasst
(vgl. Urteil des Bundesgericht
e
s 8C_99/2013
vom 5. April 2013 E. 4.1.3
zum Anforderungsprofil 4
mit Hinweis).
Der Vollständig
keit halber ist jedoch festzuhalten, dass selbst unter Gewährung eines höchst
zulässigen Tabellenlohnabzuges von 25 % kein rentenrelevanter
Invaliditäts
grad
resultieren würde. Aus der Gegenüberstellung des entsprechend angepass
ten Invalideneinkommens (Fr. 49‘966.50 [Fr. 66‘622.00 x 0.75]) und des
Vali
deneinkommens
(Fr. 67‘683.00) würde ein Invaliditätsgrad von rund 26 % resultieren (Fr. 67‘683.00 - Fr. 49‘966.50 = Fr. 17‘716.50; Fr. 17‘716.50 / Fr. 67‘683.00 x 100).
5.3
D
ie rentenabweisende Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015 erweist sich somit als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Gestützt auf die eingereichten Unterlagen (
Urk.
3/3
,
Urk.
9/1 ff.
) sind die Voraus
setzungen für die unentgeltliche Prozessführung gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) gegeben.
Der Beschwer
deführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach er zur Nachzah
lung der Auslagen für die unentgeltliche Prozessführung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
6
.2
Die Kosten des Verfahrens sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG),
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
jedoch
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Das Gericht beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
2
9.
Januar 2016
wird
dem Beschwerdeführer
die unentg
elt
liche Prozessführung gewährt
,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
TCL Treuhand Consulting Liegenschaften AG
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.