Decision ID: 653eeed4-51be-4948-96cf-10e22cef7f40
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) A.S., geboren 1972, ist Staatsangehöriger von Bosnien und Herzegowina. Er
gelangte am 25. Oktober 1987 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz und
liess sich bei seinen Eltern in St. Gallen nieder. 1988 wurde ihm die
Niederlassungsbewilligung erteilt.
Am 20. Januar 1995 heiratete A.S. in St. Gallen seine Landsfrau F.O., geboren 1970.
Die Eheleute S. haben zwei Kinder, geboren 1995 und 1999. Die Ehefrau und die
Kinder sind im Besitz von Niederlassungsbewilligungen.
b) A.S. wurde mehrmals wegen Straftaten schuldig gesprochen und verurteilt. Unter
anderem wurde er 1992 wegen Diebstahls und weiterer Delikte mit drei Monaten
Gefängnis, 1997 wegen Diebstahls mit zwei Monaten Gefängnis und 1999 wegen
Diebstahls mit drei Monaten Gefängnis bestraft. Am 19. März 2002 bestrafte ihn das
Bezirksgericht St. Gallen wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie gewerbs- und
bandenmässigen Diebstahls und weiterer Delikte mit zweieinhalb Jahren Zuchthaus.
Am 30. Oktober 2003 sprach ihn das Kreisgericht St. Gallen des gewerbs- und
bandenmässigen Diebstahls sowie weiterer Delikte schuldig und verurteilte ihn in
teilweisem Zusatz zum Urteil vom 19. März 2002 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus.
c) A.S. befindet sich seit dem 7. Juli 2002 im Strafvollzug. Am 21. Juli 2005 wird er zwei
Drittel der Strafe verbüsst haben.
d) Mit Verfügung vom 1. September 2004 wies das Ausländeramt A.S. aus der Schweiz
aus.
B./ Gegen die Ausweisung erhob der Betroffene Rekurs. Das Justiz- und
Polizeidepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 31. Januar 2005 ab und setzte
die Dauer der Ausweisung auf zehn Jahre fest.
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C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 15. Februar und 4. April 2005 erhob A.S.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 31.
Januar 2005 sei aufzuheben und von einer Ausweisung sei abzusehen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, die
Delinquenz des Beschwerdeführers habe in engstem Zusammenhang mit seiner
pathologischen Spielsucht gestanden. Aufgrund seiner Krankheit sei während des
Strafvollzugs eine ambulante Therapie angeordnet worden, welche gegenwärtig noch
im Gange sei. Der Beschwerdeführer habe gemäss Therapiebericht eine "gefestigte
Spielabstinenz- Einstellung" erreicht. Die Resozialisierungschancen seien in der
Schweiz wesentlich besser als in Bosnien und Herzegowina. Der Führungsbericht der
Strafanstalt laute ebenfalls positiv. Bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit der
Ausweisung seien auch die Interessen der Ehefrau sowie der Kinder zu
berücksichtigen. Die Auswirkungen einer Ausweisung wären verheerend für die ganze
Familie, da sämtliche Familienangehörige wie auch der Beschwerdeführer sehr gut
integriert seien und eine Ausreise für die Kinder und damit auch für deren Mutter nicht
in Frage komme. Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde wird, soweit

wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 12. April 2005 unter Hinweis auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 15. Februar und 4.
April 2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2./ Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) kann ein Ausländer aus der Schweiz
ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich
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bestraft wurde (lit. a) oder wenn sein Verhalten im allgemeinen und seine Handlungen
darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im
Gaststaat geltende Ordnung einzufügen (lit. b).
Die Ausweisung kann befristet, aber nicht für weniger als zwei Jahre, oder unbefristet
ausgesprochen werden (Art. 11 Abs. 1 ANAG). Sie soll nur verfügt werden, wenn sie
nach den gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG).
a) Art. 10 Abs. 1 ANAG ist eine typische "Kann-Bestimmung". Das Gesetz schreibt
beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nicht zwingend die Anordnung einer
Ausweisung vor, sondern es räumt der Verwaltung diesbezüglich einen
Ermessensspielraum ein. Das Verwaltungsgericht ist zur Ueberprüfung der
Angemessenheit einer Verfügung oder eines Entscheides nicht befugt (Art. 61 Abs. 1
und 2 VRP). Es darf daher auch bei der Prüfung der Angemessenheit im Sinne von Art.
11 Abs. 3 Satz 1 ANAG nicht sein eigenes Ermessen - im Sinne einer Prüfung der
Opportunität bzw. der Zweckmässigkeit der Massnahme - anstelle des Ermessens der
Verwaltung stellen (VerwGE vom 11. November 2003 i.S. M.B.A. mit Hinweis auf
VerwGE vom 17. August 1999 i.S. J. und S.R.; BGE 125 II 107). Es kann nur
überprüfen, ob der Entscheid der Verwaltung auf einer Ueberschreitung bzw. einem
Missbrauch des Ermessens beruht und damit rechtswidrig ist (GVP 1996 Nr. 9 mit
Hinweisen).
b) Für die Beurteilung der Angemessenheit der Ausweisung im Sinne von Art. 11 Abs. 3
ANAG bzw. der Verhältnismässigkeit sind namentlich die Schwere des Verschuldens
des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollzugsverordnung
zum ANAG, SR 142.201, abgekürzt ANAV). In der Prüfung der Angemessenheit im
Sinne von Art. 11 Abs. 3 ANAG, d.h. der Verhältnismässigkeit, geht auch diejenige auf,
ob die Massnahme im Sinne von Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(SR 0.101, abgekürzt EMRK) verhältnismässig bzw. als in einer demokratischen
Gesellschaft notwendig erscheint (BGE 120 Ib 130 f.).
c) Der Beschwerdeführer wurde wiederholt wegen Straftaten verurteilt. Das
Bezirksgericht St. Gallen sprach ihn am 20. März 1992 des wiederholten Diebstahls
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und Versuchs dazu, der wiederholten Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs
schuldig und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten. Der Vollzug
wurde bedingt aufgeschoben und eine Probezeit von zwei Jahren festgelegt. Am 8.
Februar 1994 bestrafte ihn das Verhöramt Trogen wegen Widerhandlung gegen das
Umweltschutzgesetz und das Stras-senverkehrsgesetz mit einer Busse von Fr. 400.--.
Am 28. Oktober 1997 wurde der Beschwerdeführer vom Bezirksamt Wil wegen
Diebstahls mit zwei Monaten Gefängnis bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde
bedingt aufgeschoben und eine Probezeit von drei Jahren festgesetzt. Am 10. Juni
1999 wurde der Beschwerdeführer vom Untersuchungsrichteramt St. Gallen wegen
mehrfachen Diebstahls und Diebstahlversuchs sowie mehrfacher Sachbeschädigung
und mehrfachen Hausfriedensbruchs, Gehilfenschaft zu mehrfacher Veruntreuung,
Hehlerei, mehrfachen untauglichen Versuchs der Hehlerei und Urkundenfälschung zu
einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Der Vollzug wurde bedingt
aufgeschoben und eine Probezeit von drei Jahren festgesetzt. Die am 28. Oktober
1997 ausgesprochene Gefängnisstrafe von zwei Monaten wurde vollziehbar erklärt. Am
19. März 2002 wurde der Beschwerdeführer vom Bezirksgericht St. Gallen wegen
fahrlässiger Körperverletzung, gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher
Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie mehrfachen Betrugs zu
einer Zuchthausstrafe von zweieinhalb Jahren, teilweise im Zusatz zum Strafbescheid
vom 10. Juni 1999, verurteilt. Für die Dauer des Strafvollzugs wurde eine ambulante
Massnahme angeordnet. Die am 10. Juni 1999 bedingt ausgesprochene
Gefängnisstrafe von drei Monaten wurde vollziehbar erklärt. Am 30. Oktober 2003
sprach das Kreisgericht St. Gallen den Beschwerdeführer des gewerbs- und
bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen
Hausfriedensbruchs sowie des betrügerischen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage schuldig und verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren
Zuchthaus, teilweise im Zusatz zum Urteil vom 19. März 2002. Die für die Dauer des
Strafvollzugs angeordnete ambulante Massnahme wurde fortgesetzt.
Am 27. September 1999 hatte das Ausländeramt A.S. aufgrund der vier Verurteilungen
in den Jahren zwischen 1992 und 1999 verwarnt. Der Beschwerdeführer wurde
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er bei erneuter Straffälligkeit mit schwerer
wiegenden fremdenpolizeilichen Massnahmen zu rechnen habe.
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Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 7. Juli 2004 bestehen gegen den
Beschwerdeführer 22 Verlustscheine in der Höhe von insgesamt rund Fr. 69'000.--.
d) Aufgrund der Verurteilungen sind die Voraussetzungen für eine Ausweisung gemäss
Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG unbestrittenermassen erfüllt. Zu prüfen ist, ob die
Ausweisung verhältnismässig ist.
Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die
fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE
129 II 216).
Das Kreisgericht St. Gallen hielt im Urteil vom 30. Oktober 2003 fest, das Verschulden
sei hoch einzuschätzen. Der Beschwerdeführers habe in der Zeit zwischen Sommer
1998 und Frühjahr 2002 insgesamt 86 Einbruchdiebstähle und Versuche dazu sowie
weitere Delikte begangen. Dabei habe er zusammen mit wechselnden Kollegen Waren
und Bargeld im Betrag von Fr. 786'000.-- erbeutet und sei an der Verursachung von
Sachschäden von mindestens Fr. 150'000.-- beteiligt gewesen. Nach der Verurteilung
vom 19. März 2002 habe er zehn weitere Delikte begangen. Die Täter seien dabei sehr
zielgerichtet vorgegangen und hätten sich nicht darum gekümmert, welchen Schaden
sie angerichtet hätten. Strafschärfend wirke sich aus, dass der Beschwerdeführer
neben den Einbruchdiebstählen weitere strafbare Handlungen begangen habe.
Straferhöhend seien das Handeln während eines laufenden Strafverfahrens, die
Vorstrafen sowie das Handeln trotz Erstehens einer längeren Untersuchungshaft.
Erheblich straferhöhend sei auch, dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach der
Verurteilung sein strafbares Verhalten fortgesetzt habe. Erheblich strafmildernd wurde
die verminderte Zurechnungsfähigkeit infolge Spielsucht berücksichtigt. Insgesamt
erachtete das Gericht für die vor dem 19. März 2002 begangenen Straftaten eine
Gesamtstrafe von 50 Monaten angemessen; für die nach der Verurteilung gesetzten
Delikte wurden weitere 10 Monate festgesetzt. Daher wurde der Beschwerdeführer im
Zusatz zu der am 19. März 2002 ausgesprochenen Strafe von zweieinhalb Jahren zu
weiteren zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.
Der Beschwerdeführer wurde somit zwischen 1992 und 2003 gesamthaft zu
Freiheitsstrafen von einer Dauer von über fünfeinhalb Jahren verurteilt. Auffallend ist,
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dass die Schwere der Straftaten mit zunehmender Delinquenz gravierender wurde.
Ausserdem delinquierte der Beschwerdeführer seit 1997 praktisch durchwegs während
einer laufenden Probezeit. Sodann wurde der Beschwerdeführer vom Ausländeramt am
27. September 1999 verwarnt. Das Verhalten des Beschwerdeführers zeigt, dass ihn
weder die fremdenpolizeiliche Verwarnung noch bedingte Strafen oder laufende
Probezeiten, weder Untersuchungshaft noch hängige Verfahren von seinem strafbaren
Verhalten abbringen konnten.
Aufgrund der Zahl und der Schwere der Straftaten bzw. der Verurteilungen zu
Freiheitsstrafen von über fünf Jahren ist das Verschulden des Beschwerdeführers auch
in fremdenpolizeilicher Hinsicht als schwer einzustufen. Es besteht daher ein
gewichtiges öffentliches Interesse an einer Ausweisung des Beschwerdeführers.
Eine Landesverweisung als Nebenstrafe wurde bisher nicht ausgesprochen. Dies steht
jedoch einer fremdenpolizeilichen Ausweisung nicht entgegen (BGE 129 II 216).
In der Beschwerde wird grosses Gewicht auf die vom Beschwerdeführer absolvierte
Therapie und auf sein klagloses Verhalten im Strafvollzug gelegt.
Im psychiatrischen Gutachten vom 18. Dezember 2000 wird zur Prognose festgehalten,
es seien auch bei einer Behandlung Rückfälle nicht auszuschliessen. Angesichts der
weiter vorhandenen Spiellust sei davon auszugehen, dass die Gefahr für den
Beschwerdeführer, erneut in der bekannten Art und Weise zu delinquieren, erhöht sei.
Dies hat sich denn auch bestätigt; der Beschwerdeführer delinquierte bis zu seiner
Verhaftung im Frühjahr 2002 weiter.
Im Therapiebericht der Kantonalen Strafanstalt Lenzburg vom 17. Februar 2004 wird
ausgeführt, im Rahmen von Urlauben werde eine Rückfallgefährdung als nicht gegeben
erachtet. Einerseits habe der Beschwerdeführer zur Zeit eine gefestigte Spielabstinenz-
Einstellung erreicht, und er wolle die kostbare Zeit eines Urlaubes mit der Familie
verbringen. Zu seinem letzten Rückfall sei es nach rund einem Jahr Abstinenz
gekommen, nachdem er zwei enttäuschende Erfahrungen mit zwei Therapieversuchen
gemacht habe.
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Der Führungsbericht der Kantonalen Strafanstalt Lenzburg vom 23. Februar 2004 lautet
positiv. Der Beschwerdeführer erscheine immer pünktlich zur Arbeit und sei dieser
noch nie unentschuldigt ferngeblieben. Auch dem Sicherheitsdienst sei er nie negativ
aufgefallen. Zusammenfassend wird dem Beschwerdeführer ein sehr gutes Verhalten
im Vollzug attestiert. Auch der Sozialdienst der Strafanstalt Saxerriet bescheinigt dem
Beschwerdeführer im Bericht vom 3. März 2005 eine "absolut gute Führung".
Der Bericht des Therapeuten der Strafanstalt Saxerriet vom 18. August 2004 hält fest,
der Beschwerdeführer sei als offen und behandlungsmotiviert erlebt worden. Ganz
offensichtlich sei er auch zufrieden mit dem Behandlungsergebnis der Therapie in der
Strafanstalt Lenzburg. Nach seiner Meinung habe ihn diese in der Bewältigung seiner
Spielsucht nachhaltig unterstützt. Er gehe heute davon aus, dass er seine
diesbezüglichen Suchttendenzen weitgehend im Griff habe. Des weiteren sei deutlich
ersichtlich, dass die bei ihm vorhandenen sehr guten Deutschkenntnisse eine
differenzierte therapeutische Auseinandersetzung ohne weiteres ermöglichten.
Im Bericht des Therapeuten vom 1. März 2005 wird festgehalten, dass die
therapeutische Auseinandersetzung im Sinne einer weitgehenden Sensibilisierung gute
Ergebnisse zeitige. Im Umfeld des Strafvollzuges fänden sich momentan keinerlei
Anzeichen, dass spielsüchtiges Verhalten in irgendwelcher Form gegenwärtig wäre.
Wie sich diese Situation unter den Gegebenheiten der Freiheit entwickeln werde, bleibe
abzuwarten. Es stehe ausser Frage, dass auch dannzumal eine therapeutische
Begleitung und Ueberwachung unumgänglich sein werde. Was die
persönlichkeitsmässigen Hintergründe der Suchtproblematik betreffe, so sei,
gegenwärtig und auch in nächster Zeit, nicht davon auszugehen, dass sie gänzlich
überwunden sein werde. Die nachhaltige Therapie solcher Störungen bedürfe viel
grösserer Zeiträume und eines entsprechenden realitätsbezogenen
Handlungsumfeldes.
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die Häufigkeit der Delikte über
eine längere Zeitdauer rechtfertige selbst bei erfolgtem Abschluss der Therapie die
Befürchtung, dass der Beschwerdeführer erneut straffällig werden könnte. Diese
Befürchtungen erscheinen gerechtfertigt. Immerhin steht fest, dass der
Beschwerdeführer bereits zwei Therapien begonnen hat und anschliessend rückfällig
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geworden ist. Der Therapiebericht vom 17. Februar 2004 äussert sich im wesentlichen
nur zur Rückfallgefahr im Urlaub, während eine Prognose zu einem Leben nach der
Entlassung aus dem Strafvollzug nicht gestellt wird. Auch der Bericht des Therapeuten
vom 18. August 2004 enthält keine Prognose über das Verhalten nach der Entlassung.
Der Berichterstatter schildert im wesentlichen die Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers. Der Bericht vom 1. März 2005 hält demgegenüber fest, es bleibe
abzuwarten, wie sich die Situation in der Freiheit entwickeln werde. Eine therapeutische
Begleitung und Ueberwachung werde unumgänglich sein. Die Suchtproblematik sei
nicht gänzlich überwunden. Ausserdem fällt auf, dass der Therapeut dem
Beschwerdeführer im Bereich der Ich-Abgrenzung ausgeprägte Defizite attestiert. Dies
erlaube es ihm u.a. im zwischenmenschlichen Bereich kaum, "nein" zu sagen, sich
abzugrenzen, wo dies üblicherwiese angebracht wäre. Auch verfüge er über sehr wenig
"Stehvermögen" gegenüber Angst in Situationen, in denen normalerweise relativ
gesunde Menschen Standfestigkeit zeigen würden. Es zeigt sich also auch im Urteil
des Therapeuten, dass eine gewisse Rückfallgefahr nach wie vor besteht. Die
mangelhafte Abgrenzungsfähigkeit und das geringe "Stehvermögen" lassen angesichts
seiner Persönlichkeitsstruktur und insbesondere der nach wie vor bestehenden
Spiellust die Rückfallgefahr in die Spielsucht als doch erheblich erscheinen. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer hohe Schulden hat. Wie erwähnt, bestehen 22
Verlustscheine im Betrag von rund Fr. 69'000.--. Aufgrund seiner desolaten finanziellen
Situation besteht nach einer Entlassung aus dem Strafvollzug die Gefahr, dass der
Beschwerdeführer wiederum versucht sein könnte, auf illegale Weise Geld zu
beschaffen. Wie die Vorinstanz weiter zutreffend festhält, haben ihn weder die
Beziehung zu seiner Familie noch die Beziehungen zu seinen in der Schweiz lebenden
Geschwistern und Eltern, also ein intaktes soziales Netz, von wiederholten Straftaten
abgehalten.
Zugunsten des Beschwerdeführers ist der relativ lange Aufenthalt in der Schweiz zu
berücksichtigen. Der Beschwerdeführer kam am 25. Oktober 1987 im Alter von rund
fünfzehn Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz. Er hält sich somit
bereits seit über siebzehn Jahren in der Schweiz auf. Allerdings ist die lange
Aufenthaltsdauer insoweit zu relativieren, als er bereits im Jahr 1991 erstmals straffällig
wurde. Zudem ist eine Ausweisung selbst bei Ausländern der zweiten Generation,
welche in der Schweiz geboren wurden und zeitlebens hier ansässig waren, unter
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gewissen Umständen zulässig (BGE 122 I 436). Die relativ lange Aufenthaltsdauer
vermag jedenfalls eine Unverhältnismässigkeit der Ausweisung nicht zu begründen.
Ueberdies ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer mit seinem Herkunftsland nach
wie vor verbunden ist. Im psychiatrischen Gutachten vom 18. Dezember 2000 wird
festgehalten, der Beschwerdeführer sei, als er sich dies noch habe leisten können, in
die Ferien in die ehemalige Heimat gefahren. Nun sei ihm dies aus finanziellen Gründen
nicht mehr möglich. Dies zeigt, dass seine Beziehungen zu seinem Herkunftsstaat nicht
gänzlich abgebrochen sind. Eine Rückkehr dürfte zwar aufgrund des langen
Aufenthalts in der Schweiz mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein; als
unüberwindlich sind diese allerdings nicht einzuschätzen.
Zugunsten des Beschwerdeführers fällt weiter ins Gewicht, dass seine Ehefrau und
seine beiden Kinder über Niederlassungsbewilligungen verfügen.
e) Aufgrund der Niederlassungsbewilligung der Ehefrau und der minderjährigen Kinder
kann sich der Beschwerdeführer auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen. Diese Bestimmung
verschafft einem Ausländer einen Anspruch auf Schutz des Familienlebens, wenn er
nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Wird ihm
selber die Anwesenheit in der Schweiz untersagt, kann dies Art. 8 EMRK verletzen.
Soweit eine familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der
zuständigen Behörde durch Art. 4 ANAG eingeräumte freie Ermessen eingeschränkt
(BGE 122 II 5 und 293, 127 II 64 f.).
Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das Recht auf Schutz des Familienlebens
statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung und das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung
sowie Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral
sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die EMRK verlangt somit
ebenfalls ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen
der Bewilligung und dem öffentlichen Interesse an deren Entzug, wobei die öffentlichen
Interessen in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweisen). Bei der Interessenabwägung ist zu fragen, ob den
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hier anwesenheitsberechtigten Familienangehörigen zugemutet werden kann, dem
Ausländer, der ausgewiesen wird, ins Ausland zu folgen. Die Frage der Zumutbarkeit
beurteilt sich nicht nach den persönlichen Wünschen der Betroffenen, sondern ist unter
Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse und aller Umstände objektiv zu
beurteilen (BGE 122 II 6 mit Hinweis auf BGE 116 Ib 353 und 115 Ib 3). Eine allfällige
Unzumutbarkeit der Ausreise für die hier lebenden Angehörigen ist mitabzuwägen, führt
aber nicht zwingend für sich allein zur Unzulässigkeit einer Ausweisung. Wenn es den
Familienangehörigen zumutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu führen, ist Art. 8
Abs. 1 EMRK zum vornherein nicht verletzt (BGE 122 II 297 mit Hinweisen auf Literatur
und Judikatur).
Den öffentlichen Interessen sind somit die privaten Interessen des Beschwerdeführers
an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Je länger ein Ausländer in der
Schweiz lebt und je gewichtiger sein Interesse an der Aufrechterhaltung der familiären
Beziehung einzustufen ist, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die
Anordnung einer Ausweisung zu stellen. Entscheidend bleibt in jedem Fall die
Verhältnismässigkeitsprüfung gestützt auf die gesamten wesentlichen Umstände des
Einzelfalls.
Von besonderer Bedeutung sind im vorliegenden Fall die Nachteile, welche eine
Ausweisung für die Ehefrau und die Kinder des Beschwerdeführers hätte. Die Ehefrau
des Beschwerdeführers reiste 1993 erstmals in die Schweiz ein. Sie hat somit den
grössten Teil ihres bisherigen Lebens und insbesondere ihre Kindheit und ihre Jugend
im Herkunftsstaat verbracht. Im Zeitpunkt der Heirat war sie erst rund zwei Jahre in der
Schweiz ansässig. Zuvor hatte sie sich als Asylbewerberin bzw. vorläufig
Aufgenommene in der Schweiz aufgehalten. Da die Ehefrau somit den grössten Teil
ihres Lebens im Herkunftsstaat verbracht und erst rund zwölf Jahre in der Schweiz
verbracht hat, dürfte eine Rückkehr nicht mit unüberwindlichen Schwierigkeiten
verbunden sein, wenngleich nicht zu übersehen ist, dass eine Rückkehr
schwerwiegende, namentlich auch wirtschaftliche Nachteile zur Folge hätte.
Problematischer ist die Zumutbarkeit der Ausreise nach Bosnien und Herzegowina für
die unmündigen Kinder. Diese sind 1995 bzw. 1999 geboren. Sie befinden sich damit in
einem noch anpassungsfähigen Alter, obschon davon ausgegangen werden muss,
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dass ein Umzug insbesondere für das ältere Kind im schulischen Bereich mit schwierig
zu überwindenden Problemen verbunden wäre. Allgemein gilt dies für beide Kinder
auch deshalb, weil sie in der Schweiz geboren sind und Bosnien und Herzegowina
allenfalls von Ferienaufenthalten her kennen. Ob eine Uebersiedlung nach Bosnien und
Herzegowina für die Kinder zumutbar ist, erscheint daher zumindest fraglich, kann aber
offen bleiben. Eine allfällige Unzumutbarkeit der Ausreise für die Kinder führt nämlich
nicht zur Unzulässigkeit der Ausweisung (BGE 122 I 6 und 120 Ib 131).
Wägt man die öffentlichen Interessen an einer Ausweisung des Beschwerdeführers mit
seinen privaten Interessen und insbesondere denjenigen seiner Familie an einem
Verbleib in der Schweiz gegeneinander ab, so ist es nicht zu beanstanden, wenn die
Vorinstanz zum Ergebnis kommt, die öffentlichen Interessen an der Ausweisung seien
stärker zu gewichten als die entgegenstehenden privaten Interessen. Aufgrund der
Schwere der Straftaten, der Vielzahl der Delikte und der nach wie vor bestehenden
Rückfallgefahr darf das öffentliche Interesse an der Ausweisung als gewichtiger
eingeschätzt werden als das private Intersse am Verbleib in der Schweiz. Der
Beschwerdeführer hat zwischen 1997 und 2002 während fünf Jahren praktisch
ununterbrochen delinquiert. Das darin begründete Interesse an einer Ausweisung
vermag auch eine allfällige Unzumutbarkeit der Uebersiedlung der Familienangehörigen
nach Bosnien und Herzegowina zu überwiegen. Aufgrund des Strafvollzugs ist das
Familienleben ohnehin bereits seit mehreren Jahren stark beeinträchtigt. Dass das
familiäre Zusammenleben nach der Strafverbüssung bzw. der bedingten Entlassung
aus dem Strafvollzug weiter verunmöglicht wird, wenn die Ehefrau mit den unmündigen
Kindern dem Beschwerdeführer nicht nach Bosnien und Herzegowina folgen würde, ist
daher einzig und allein dem Verhalten des Beschwerdeführers zuzuschreiben.
Die Vorinstanz hat die Dauer der Ausweisung auf zehn Jahre festgesetzt. Diese Dauer
der Massnahme ist nicht zu beanstanden; es werden in der Beschwerde dagegen auch
keine substantiierten Einwände erhoben.
f) Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht daher zum Schluss, dass die
Ausweisung verhältnismässig ist, weshalb die Beschwerde als unbegründet
abzuweisen ist.
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3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).