Decision ID: dc4621d8-d7bf-4702-847c-d22ec28cf4c9
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 28. August 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 6). Gemäss
einem Bericht der Arbeitgeberin, der B._ AG, vom 22. September 2009 war die
Versicherte vom 10. März 2003 bis 31. Juli 2009 als Montagemitarbeiterin mit einem
100%-Pensum angestellt gewesen. Die Arbeitgeberin hielt fest, die Versicherte habe
anfangs Kreislaufprobleme, dann Knie- und Rückenbeschwerden gehabt. Ein am 25.
Mai 2009 durchgeführter Arbeitsversuch sei nach weniger als zwei Stunden
gescheitert. Die Versicherte habe sich trotz Schonarbeitsplatz gestresst gefühlt.
Danach sei sie nicht mehr zur Arbeit erschienen, weshalb ihr gekündigt worden sei (IV-
act. 19).
A.b Auf Veranlassung der zuständigen Krankentaggeldversicherung wurde die
Versicherte im November 2009 im Institut für medizinische und ergonomische
Abklärungen (IME) in Chur psychiatrisch und rheumatologisch untersucht und
begutachtet. Im entsprechenden Gutachten vom 30. November 2009 wurden folgende
Diagnosen genannt: eine Tendenz zum generalisierten Schmerzsyndrom, ein
Hashimoto-Thyreoiditis (ED 11/08) sowie eine mittelgradige depressive Episode. Der
rheumatologische Gutachter hielt in seiner Beurteilung fest, dass sich bei der
Versicherten seit einem Sturz am Arbeitsplatz vor ca. vier Jahren, die nach dem Sturz
aufgetretenen Rücken-, Knie- und Beinschmerzen links subjektiv praktisch auf den
ganzen Körper ausgebreitet hätten. Objektiv hätten eine medial betonte Gonarthrose
links, eine Osteochondrose L4/5 mit Bandscheibenprotrusion, eine leichte
Imprimierung des ventralen Duralsacks sowie ein Kontakt zur linksseitigen L5-Wurzel
und Chondrosen L3/4 und L5/S1 nachgewiesen werden können. In der klinischen und
ergonomischen Untersuchung habe sich ein sehr auffälliges Schmerzverhalten der
Versicherten gezeigt, mit deutlicher Selbstlimitierung, nicht zuverlässiger
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Leistungsbereitschaft sowie schlechter Konsistenz in den Belastungstests. Es habe
sich somit eine deutliche Verhaltensproblematik gezeigt, welche bisher in den
medizinischen Berichten nicht beschrieben worden sei und sich offensichtlich neu
entwickelt habe. Ein Teil der Beschwerden liessen sich durch die medial betonte
Gonarthrose und die degenerativen Veränderungen im Bereich der LWS erklären. Die
Ausweitung der Schmerzen auf den ganzen Körper sowie das Ausmass der
Beschwerden könnten aus somatischer Sicht jedoch nicht erklärt werden. Bezüglich
der Arbeitsfähigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht für eine Tätigkeit wie die
zuletzt ausgeführte mit – gemäss den Aussagen der Versicherten – vorwiegend
stehender Tätigkeit und repetitiven Montagetätigkeiten eine wahrscheinlich
ungenügende Leistungsfähigkeit, d.h. eine wahrscheinlich 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit der Möglichkeit, zwischen sitzender
und stehender Arbeitstätigkeit bei Bedarf abwechseln zu können, bestehe eine
mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Gutachter gab in seiner
Beurteilung an, dass bei der Versicherten im Zeitpunkt der Untersuchung verschiedene
depressive Symptome vorgelegen hätten. Die Versicherte habe über eine Affektarmut
und eine Minderung der Vitalgefühle geklagt (deprimiert, etwas hoffnungslos, ängstlich,
gereizt, innerlich unruhig, Insuffizienzgefühle, Klagsamkeit). Sie habe eine Minderung
des Antriebs, einen sozialen Rückzug, Schlafstörungen, eine Tagesmüdigkeit und ein
gelegentlich auftretendes Gefühl von Lebensüberdruss beschrieben.
Phänomenologisch habe im Zeitpunkt der Untersuchung eine höchstens mittelgradige
depressive Episode bestanden. Ätiologisch handle es sich um eine reaktive depressive
Episode aufgrund verschiedener psychosozialer Belastungsfaktoren wie die
körperlichen Beschwerden, die Schmerzen, die Probleme am Arbeitsplatz, die
ehelichen Differenzen und auch die erfolgte Kündigung mit den drohenden finanziellen
Problemen. Es hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen einer neurotischen,
Belastungs- oder somatoformen Schmerzstörung gefunden. Insbesondere bestehe
auch keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, denn einerseits hätten die
Schmerzen einen organisch fassbaren Kern und andererseits liessen sich auch keine
emotionalen Konflikte oder psychosozialen Probleme identifizieren, die schwerwiegend
genug wären, um als entscheidende ursächliche Einflüsse der Schmerzen zu gelten. Es
bestünden eine deutliche Symptomausweitung sowie eine Tendenz zum passiven
Verhalten und andererseits auch der Verdacht auf eine gewisse Aggravation. Die
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Diskrepanz zwischen den somatischen Befunden und den beklagten Beschwerden
könne zu einem nicht unbedeutenden Teil mit der mittelgradigen depressiven Episode
erklärt werden, weil depressive Personen in der Regel Schmerzen empfindlicher
wahrnähmen. Nach ICD-10 komme die Diagnose der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung bei einem vermutlich psychogenen Schmerz im Verlauf einer
Depression aber nicht in Frage. Die zum Zeitpunkt der Untersuchung vorliegende
höchstens mittelgradige depressive Episode bedinge eine höchstens 50%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei jeder in Frage kommenden Tätigkeit.
Gesamthaft attestierten die Gutachter in der bisherigen Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit und in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit (Fremdakten G 5.2).
A.c In einem Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 20. August 2010 hielt
die Eingliederungsverantwortliche fest, dass sowohl in der angestammten Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin, die einer leidensadaptierten Tätigkeit entspreche, sowie in
anderen adaptierten Tätigkeiten von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werde. Nachdem das Krankentaggeld per 14. Dezember 2009 auf 50%
reduziert worden sei, habe sich die Versicherte beim RAV angemeldet. Da unklar
gewesen sei, wie sich die Restarbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft verwerten lasse,
sei eine Abklärung im Rahmen eines RAV-Einsatzprogramms durchgeführt worden. Die
Versicherte habe allerdings nur drei Tage am Einsatzprogramm teilgenommen, da sie
sich nicht in der Lage gesehen habe, die leichte Arbeit (Sortieren von Tastaturknöpfen)
auszuführen. Auch an den Tagen, an denen sie anwesend gewesen sei, sei sie lediglich
ein bis zwei Stunden geblieben und habe sich dann von ihrer Tochter abholen lassen.
Es sei der Versicherten nicht möglich, den öffentlichen Verkehr zu benutzen, da sie
Angst habe, allein aus dem Haus zu gehen. Unter den beschriebenen Voraussetzungen
seien weitere berufliche Massnahmen nicht möglich. Die Versicherte könne weder eine
Präsenz von 50% erbringen noch sei sie in der Lage, den Arbeitsweg selbständig
zurückzulegen. Beides seien zwingende Voraussetzungen für eine berufliche
Integration (IV-act. 44). Mit einer Mitteilung vom 31. August 2010 wies die IV-Stelle
einen Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen ab (IV-act. 46).
A.d Für die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
der Versicherten veranlasste der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) die
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Einholung von Arztberichten bei allen seit der Begutachtung behandelnden Ärzten und
Institutionen (IV-act. 47). In einem Bericht vom 26. Januar 2011 gab der Hausarzt der
Versicherten, Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH, als arbeitsfähigkeitsrelevante
Diagnosen ein chronisches Schmerzsyndrom bei Gonarthrosen, LWS-Degenerationen
inklusive Diskushernien, ein Schulterarmsyndrom links sowie eine schwere Depression
an. Er hielt fest, dass sich die Versicherte erst seit kurzem, seit dem 3. August 2010,
bei ihm in Behandlung befinde. Es bestehe seit vielen Jahren eine chronische
Schmerzerkrankung mit Dekonditionierung, grosser Trauer und Isolation. Die Prognose
sei schlecht und eine Verbesserung nicht zu erwarten. Die Versicherte sei nicht mehr
auf dem regulären Arbeitsmarkt einsetzbar (IV-act. 56). Der behandelnde Psychiater,
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in einem
Bericht vom 8. März 2011 als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte
bis mittelgradige depressive Episode, in Remission. Er gab an, dass die Versicherte
vom 14. Mai bis 30. Juli 2010 in ambulanter psychiatrischer Behandlung gewesen sei.
Der Befund habe das Bild eines leicht bis höchstens mittelschwer ausgeprägten
depressiven Symptoms ergeben. Die Grundstimmung sei zum depressiven Pol hin
verschoben, die affektive Modulationsfähigkeit sei teilweise eingeschränkt. Die
Versicherte klage über Affektarmut und eine Minderung der Vitalgefühle; sie sei
hoffnungslos, vor allem wenn über ihre Gesundheit oder soziale Situation geredet
werde. Angegeben würden auch eine Minderung des Antriebs sowie ein sozialer
Rückzug. Zirkadiane Besonderheiten hätten nicht vorgelegen. Die Versicherte habe ein
Gefühl von Lebensüberdruss. Es bestünden aber keine Hinweise auf einen
Todeswunsch oder Suizidgedanken. Es sei versucht worden, die Versicherte
medikamentös mit diversen Antidepressiva einzustellen, jedoch ohne Erfolg
(Compliance, Nebenwirkungen). Die Behandlung sei seitens der Versicherten
abgebrochen worden. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar.
Zur Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten könnten keinen schlüssigen
Angaben gemacht werden (IV-act. 63). Gemäss den Berichten von Dr. med. E._,
Ärztin Orthopädische Chirurgie am Spital F._, vom 24. März und 28. Juli 2011
(Eingangsdatum), war die Versicherte vom 26. bis 27. März 2010 hospitalisiert
gewesen. Als Diagnosen nannte Dr. E._ den Status nach Kniearthroskopie mit
Gelenkstoilette und Resektion Plicamediopatellaris links am 26. März 2010 sowie eine
Gonarthrose rechts. Sie hielt fest, es bestehe derzeit eine verminderte Belastbarkeit
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aufgrund der rechtsseitigen gonarthrotischen Beschwerden, die sich unter Arbeit
verstärkten und zu einem Erguss führen könnten. Geplant sei auch rechtsseitig eine
Kniearthroskopie und Gelenkstoilette. Postoperativ müsse mit einer ca. zweiwöchigen
Arbeitsunfähigkeit von 100% gerechnet werden. Im Anschluss sei eine Steigerung auf
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, d.h. 4 Stunden pro Tag, zu erwarten (IV-act. 65, 66). Am
9. Januar 2012 führte der RAD aus, dass sich aus den Arztberichten weder aus
psychiatrischer noch aus somatischer Sicht eine Diagnose entnehmen lasse, welche
die Versicherte anhaltend und relevant in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken dürfte. Die
Eingliederungsfähigkeit dürfte aber durch diverse IV-fremde Faktoren (minimale
Schulbildung ohne Ausbildung, schlechte Sprachkenntnisse, später Einstieg ins
Berufsleben in der Schweiz mit baldiger Kündigung, soziokulturelle Faktoren, private
und finanzielle Schwierigkeiten, dysfunktionales Krankheitsverhalten) eingeschränkt
sein (IV-act. 77-2).
A.e Mit einem Vorbescheid vom 1. Februar 2012 stellte die IV-Stelle die Abweisung
des Rentenanspruchs in Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, die Abklärungen
hätten ergeben, dass keine Diagnosen vorlägen, welche die Versicherte in ihrer
Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Erwerbstätigkeit als Mitarbeiterin in der
Produktion als auch in sämtlichen anderen – angepassten – leichten bis
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten einschränkten. Damit liege eine volle
Arbeitsfähigkeit vor und die Versicherte sei in der Lage, ein Bruttoeinkommen zu
erzielen, welches mindestens dem bisherigen entspreche (IV-act. 80). Dagegen liess
die Versicherte am 5. März 2012 im Wesentlichen einwenden, es sei nicht
nachvollziehbar, dass die IV-Stelle von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgehe. Sie
sei zu 100% arbeitsunfähig, was sich aus dem Gutachten des IME sowie aus dem
Bericht des Hausarztes Dr. C._ vom 27. Februar 2012 ergebe. Sollte die IV-Stelle
dieser Ansicht nicht folgen, wären weitere medizinische Abklärungen angezeigt (IV-act.
84). Dr. C._ hatte festgehalten, dass bei der Versicherten ein langjähriges,
chronisches Schmerzsyndrom mit Kniearthrosen, Wirbelsäulenveränderungen inklusive
Diskushernien und einem hartnäckigen Schulterarmsyndrom links vorliege. Hinzu
komme eine schwerste Depression mit Wesensveränderung, welche medikamentös
nicht verbessert werden könne. Diese beiden Diagnosen seien sicherlich invalidisierend
und auch bleibend, ohne wesentliches Verbesserungspotential. Erschwerend kämen
weitere körperliche Beschwerden hinzu. Namentlich eine Krampfaderproblematik,
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welche kürzlich operativ angegangen worden sei, ein metabolisches Syndrom sowie
eine Schilddrüsenunterfunktion. Alle Diagnosen zusammen bewirkten eine grosse
Trauer und Isolation. Die Prognose sei schlecht. Mit allen möglichen Bemühungen
werde lediglich eine gewisse Stabilisierung im Alltag erreicht werden. Einer regulären
Arbeit könne die Versicherte ganz sicher nicht nachgehen (IV-act. 84-5).
A.f Der RAD hielt zu den Einwänden der Versicherten am 30. April 2012 fest, dass
Venenoperationen nur in sehr seltenen Fällen zu einer anhaltenden Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führten, was vorliegend nicht der Fall sein dürfte. Die vom Internisten
Dr. C._ unbegründet gestellte Diagnose einer schwersten Depression mit
Wesensveränderung widerspreche der vom behandelnden Psychiater Dr. D._ im
Bericht vom 8. März 2011 genannten Diagnose einer leichten bis mittelschweren
depressiven Episode in Remission. Zudem schliesse der Hausarzt IV-fremde Faktoren
nicht aus, zumindest nehme er keine ausdrückliche Differenzierung vor. Im weiteren
Verlauf seien aktuelle Arztberichte der behandelnden Ärzte einzuholen (IV-act. 85). Die
behandelnden Ärzte des Spitals G._, wo die Versicherte am 28. Oktober 2011 wegen
der Diagnosen einer Insuffizienz der Vena saphena magna links Hach III sowie einer
Varikose links operiert worden war (IV-act. 81), berichteten am 14. Juni 2012 von einem
seither verbesserten Gesundheitszustand. Es bestehe ein Lymphödem Stadium II
beidseits, welches regelmässig entstaut werde. In einer wechselbelastenden Tätigkeit
mit Stehen, Sitzen und Gehen sei die Versicherte arbeitsfähig (IV-act. 90). Dr. D._ gab
auf Anfrage der IV-Stelle an, dass er die Versicherte nach seinem letzten Bericht (vom
8. März 2011) nicht mehr gesehen habe (IV-act. 91). Mit einem Schreiben vom 7.
August 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie unter Berücksichtigung
der neu eingeholten Arztberichte an dem mit dem Vorbescheid vom 1. Februar 2012 in
Aussicht gestellten Entscheid, wonach ein Rentenanspruch abgewiesen werde,
festhalte (IV-act. 93). In einer Stellungnahme vom 20. August 2012 liess die Versicherte
vorbringen, dass sich der RAD offensichtlich nicht sicher sei, ob die Venenproblematik
zu einer Einschränkung derArbeitsfähigkeit führe oder nicht. Weiter sei allein mit der
Feststellung des RAD, dass die psychiatrische Diagnose des Hausarztes der Diagnose
des behandelnden Psychiaters widerspreche, die Einschätzung des Hausarztes nicht
widerlegt (IV-act. 94). In einem Verlaufsbericht vom 9. Oktober 2012 gab der Hausarzt
Dr. C._ einen stationären Gesundheitszustand der Versicherten an. Es bestehe ein
unverändert schlechter Verlauf bei chronischem Schmerzsyndrom und
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Symptomausweitung. Einer regelmässigen Tätigkeit könne die Versicherte nicht mehr
nachgehen. Im Alltag sei sie schwer eingeschränkt (IV-act. 97).
A.g Auf Veranlassung des RAD (IV-act. 101) wurde die Versicherte im Januar 2013
polydisziplinär (psychiatrisch, neurologisch, orthopädisch und internistisch) in der
Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Bern untersucht und begutachtet. Im
entsprechenden Gutachten vom 20. Juni 2013 wurden folgende
arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnosen genannt: chronisch wiederkehrende
Dorsolumbalgien bei Hohlrundrücken und Skoliose mit beginnenden degenerativen
Wirbelveränderungen, altem Bandscheibenvorfall im Segment L4/5 und Verdacht auf
Spondylolyse an L5 bei diskreter Anterolisthese im Segment L5/S1 ohne Nervenwurzel-
Reizsymptomatik, Gonarthrosen beidseits bei Genua vara, Varikosis beidseits bei
Zustand nach Operation rechtes Bein am 23. September 2011 und linkes Bein am 28.
Oktober 2011 mit Crossektomie, Saphenektomie Hach III, Seitenastexstirpation und
Perforansligaturen links, Lipödem der Beine, eine Schilddrüsenunterfunktion, Verdacht
auf Thyreoiditis vom Hashimoto-Typ, sowie Zustand nach Varizen-OP, chronische
venöse Insuffizienz mit Ödemen. In der Beurteilung hielten die Gutachter fest, dass sich
bei der Versicherten mehrfach erhebliche Hinweise für eine reduzierte
Anstrengungsbereitschaft und auch teilweise für ein erhebliches Aggravationsverhalten
gezeigt hätten. In neurologischer Hinsicht seien die anamnestischen Angaben der
Versicherten zu ihren Beschwerden äusserst diffus und wenig konkret gewesen. In der
klinischen Untersuchung hätten sich hochgradige Zeichen der Aggravation und
mangelhaften Anstrengungsbereitschaft ergäben. Beispielsweise habe die in der
gezielten Untersuchung dargebotene Parese mit Kraftgrad II für die Fusshebung und
Fusssenkung zum normalen Abrollverhalten beim Gehen kontrastiert. Es bestünden ein
Pseudo-Lasègue bei aber normal durchführbarem Langsitz, eine hochgradig
angegebene Druck- und Berührungsempfindlichkeit praktisch am gesamten Körper,
welche bei Ablenkung aber nicht mehr auslösbar sei. Bei unbemerkter Beobachtung
seien auch keine Zeichen einer Radikulopathie nachweisbar gewesen. Es könnten
insgesamt keine Diagnosen mit versicherungsmedizinischer Relevanz auf
neurologischem Fachgebiet objektiviert werden. In orthopädischer Hinsicht hätten sich
mehrfache Befunde im Sinne beginnender degenerativer Wirbelsäulenveränderungen
ergeben. Zudem seien statische Rückenbeschwerden bei Hohlrundrücken und
Skoliose plausibel. Weiter bestehe auch eine Gonarthrose beidseits. Ausgehend von
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den anamnestischen Angaben der Versicherten, wonach sie ihre letzte
Montagetätigkeit im Stehen habe verrichten müssen, werde angesichts der
orthopädischen Diagnosen eine derartige Tätigkeit als dauerhaft nicht mehr möglich
betrachtet. Für eine Verweistätigkeit unter Berücksichtigung des bestehenden
Fähigkeitsprofils wäre mindestens eine Arbeitsfähigkeit von 70% zumutbar. Das von
der Versicherten angegebene Unvermögen für jede Arbeitstätigkeit sei aus
orthopädischer Sicht nicht zu begründen. Aus internistischer Sicht liessen sich eine
Schilddrüsenunterfunktion, der Status nach Varizenoperation, eine chronische venöse
Insuffizienz mit Ödemen, eine arterielle Hypertonie und Adipositas magna feststellen.
Insgesamt begründeten diese Diagnosen sowohl in der angestammten Tätigkeit als
auch in Verweistätigkeiten allenfalls eine geringe Leistungsminderung in der
Grössenordnung zwischen 10 und 20%. Auch im Rahmen der internistischen
Untersuchung seien diverse Einschränkungen bei der Mitarbeitsbereitschaft
aufgefallen. In psychiatrischer Hinsicht lasse sich angesichts der aktuellen
Untersuchung keine relevante psychiatrische Störung objektivieren. Die Versicherte
habe teilweise widersprüchliche Angaben gemacht, die auch nicht stets glaubhaft und
nachvollziehbar gewirkt hätten. Auch im Verhalten habe sie sich nicht konsistent
gezeigt und ausgeprägte Verdeutlichungstendenzen aufgewiesen, insbesondere in
Bezug auf die relativ plump geschilderten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
die jedoch bei genauer Prüfung nicht reproduzierbar gewesen seien. Bei der
Durchführung eines Symptomvalidierungstests zur Frage nach suboptimalem
Antwortverhalten habe sich die Versicherte widerwillig gezeigt und die Fragen nur
unzulänglich beantwortet, womit das Ergebnis nicht interpretierbar sei. Die
Überzeugung der Versicherten, keine Therapie in psychischer Hinsicht nötig zu haben,
spreche auch gegen einen entsprechenden Leidensdruck, der bei einem relevanten
psychischen Leiden zu erwarten wäre. Als psychiatrische Diagnosen könnten in
Zusammenschau der Aktenlage, der Anamnese und der Befunde nur Diagnosen ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Namentlich bestehe eine
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen bei einer
Persönlichkeitsakzentuierung ohne Krankheitswert. Betreffend die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, dass die Einschränkungen in orthopädischer
Hinsicht im Vordergrund stünden. Dabei sei die aus internistischer Sicht ausgewiesene
geringgradige Leistungsbeeinträchtigung bereits hinreichend berücksichtigt. In der
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angestammten Tätigkeit als Montagemitarbeiterin, bei der die Versicherte (nach
eigenen Angaben) überwiegend stehend tätig gewesen sei, bestehe aufgrund der
orthopädischen Diagnosen dauerhaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Hingegen seien
leichte wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar, wobei auch bei solchen aufgrund der
orthopädischen Diagnosen und deren Funktionsauswirkungen eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bzw. Leistungsfähigkeit von 30% bestehe. Die Versicherte könne in
Verweistätigkeiten eine 70%ige Leistung bei voller Arbeitspräsenz, d.h. bei einem
Zeitpensum von 8,5 Stunden pro Tag, erbringen (IV-act. 107). Der RAD hielt am 28.
Juni 2013 fest, dass auf das Gutachten der MEDAS Bern vollumfänglich abgestützt
werden könne. Es sei umfassend, in sich widerspruchsfrei, kohärent und schlüssig (IV-
act. 108).
A.h Mit einem Schreiben vom 26. Juli 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass sie nach ergänzend durchgeführten medizinischen Abklärungen weiterhin an
ihrem Entscheid gemäss dem Vorbescheid vom 1. Februar 2012, wonach eine Rente
voraussichtlich abgelehnt werde, festhalte. Zur Begründung führte sie an, die MEDAS-
Begutachtung habe aus polydisziplinärer Sicht eine Restarbeitsfähigkeit von 70%
sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste, wechselbelastende Tätigkeit
ergeben. Aus dem Einkommensvergleich resultiere – unter Berücksichtigung eines
anrechenbaren Minderverdienstes von 25,82% – ein Invaliditätsgrad von 27%. Für die
Vornahme eines leidensbedingten Abzugs bestünden keine Anhaltspunkte. Eine
Teilzeittätigkeit wirke sich bei Frauen grundsätzlich nicht lohnmindernd aus (IV-act.
110, 111). Dagegen liess die Versicherte am 12. August 2013 einwenden, dass die IV-
Stelle zu Unrecht eine 70%ige Restarbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit
angenommen habe. Im MEDAS-Gutachten sei ihr diesbezüglich eine Arbeitsfähigkeit
von 0% attestiert worden. Der psychiatrische Gutachter sei von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen, obwohl er ausgesagt habe, dass die Ergebnisse seines
Tests nicht interpretierbar seien. Diverse andere Psychiater hätten ihr eine die
Arbeitsfähigkeit dauerhaft beeinflussende Depression attestiert. Der medizinische
Sachverhalt sei nach wie vor unklar (IV-act. 112). Mit einer Verfügung vom 13.
September 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten ab. Zu den
Einwänden vom 12. August 2013 führte sie aus, die Versicherte habe zu Recht darauf
hingewiesen, dass in der angestammten, überwiegend stehenden Tätigkeit als
Mitarbeiterin in der Produktion eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Am
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Invaliditätsgrad ändere sich dadurch aber nichts. In einer adaptierten Tätigkeit sei
gestützt auf das MEDAS-Gutachten eine Leistung von 70% möglich. Hinsichtlich des
Vorbringens, der psychiatrische Gutachter sei zu keinem Ergebnis gekommen, da seine
Tests nicht interpretierbar seien, gehe aus dem Gutachten hervor, dass der Test,
welcher Aufschluss über die Konzentration und Ausdauer der Versicherten hätte geben
sollen, aufgrund eines widerwilligen, suboptimalen Antwortverhaltens nicht für die
Beurteilung habe herangezogen werden können. Letztlich habe der Gutachter auch
unabhängig von der Testung keine psychiatrische Diagnose festgestellt, welche einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit begründen könnte (IV-act. 113).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der Versicherten
(nachfolgend Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Zollinger,
vom 14. Oktober 2013. Der Rechtsvertreter beantragt die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter
seien die Sachverhaltsabklärungen (mittels eines Obergutachtens) zu ergänzen.
Subeventualiter sei die Sache zur Vornahme von ergänzenden Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung hält er fest, dass der Hausarzt
Dr. C._ im Bericht vom 27. Februar 2012 als Diagnosen ein langjähriges, chronisches
Schmerzsyndrom bei Kniearthrosen, Wirbelsäulenveränderungen inklusive
Diskushernien und eines hartnäckigen Schultersyndroms links angegeben habe. In
psychischer Hinsicht habe er eine schwere Depression attestiert. Im Verlaufsbericht
vom 9. Oktober 2012 habe Dr. C._ im Hinblick auf mögliche Verweistätigkeiten
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin immer wieder schwere Schmerzen habe,
der Pausenbedarf daher immens und die Ausübung einer regelmässigen Tätigkeit
folglich illusorisch sei. Wenn die Beschwerdegegnerin feststelle, es könnten nur noch
körperlich leichte Arbeiten im Wechselrhythmus zwischen Stehen, Gehen und Sitzen
verrichtet werden, wobei die Arbeit zudem geistig wenig anspruchsvoll sein sollte, so
gehe sie im Wesentlichen mit der Beurteilung von Dr. C._ konform, dass selbst die
Ausübung einer leichten Tätigkeit für die Beschwerdeführerin mit erheblichen
Schmerzen verbunden sei. Uneinigkeit bestehe darin, ob der Beschwerdeführerin die
Ausübung einer solchen – auf dem realen Arbeitsmarkt nicht vorhandenen – Tätigkeit
noch zugemutet werden könne. Gegen die Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung
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sprächen diverse Punkte, namentlich die lange Dauer der Krankheit, das Fehlschlagen
sämtlicher Therapieversuche, die erhebliche Intensität der Schmerzen etc. Selbst wenn
die Zumutbarkeit der Ausübung einer entsprechenden Verweistätigkeit bejaht würde,
wäre betreffend den Einkommensvergleich zu rügen, dass die Beschwerdeführerin
gemäss Feststellung der Beschwerdegegnerin in einer Verweistätigkeit mehr verdienen
würde als in ihrer bisherigen Tätigkeit. Dieses Ergebnis müsse durch eine
Parallelisierung der Vergleichseinkommen korrigiert werden. Zudem scheine ein
Leidensabzug von 25% angezeigt, da bei der Beschwerdeführerin neben den
zahlreichen physischen und psychischen Einschränkungen auch die
invaliditätsfremden Faktoren wie die ausländische Herkunft, die schlechten
Deutschkenntnisse und das relativ hohe Alter zu berücksichtigen seien. Das MEDAS-
Gutachten, worauf sich die Beschwerdegegnerin stütze, sei insbesondere hinsichtlich
des psychiatrischen Teils nicht schlüssig. Der psychiatrische Gutachter habe
festgestellt, dass die Ergebnisse seiner Tests nicht interpretierbar seien und daraus
gefolgert, dass bei der Beschwerdeführerin keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
Diagnosen vorlägen. Weiter habe der Gutachter diverse für die Restarbeitsfähigkeit
relevante Defizite festgestellt, namentlich Aufmerksamkeitsdefizite, eine reduzierte
Realitätsorientierung, etc. Vor diesem Hintergrund sei die Schlussfolgerung, wonach
keine arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose vorliege, fraglich (act. G 1).
B.b Am 25. November 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung hält sie fest, dass zu den Ausführungen der
Beschwerdeführerin betreffend die willentliche Schmerzüberwindung nicht Stellung
genommen werde, da dies vorliegend gar nicht Thema sei. Eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen, wie sie die Beschwerdeführerin verlange, sei bereits
vorgenommen worden. Da rechtsprechungsgemäss nur in dem Umfang zu
parallelisieren sei, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von
5% übersteige, resultiere ein Invaliditätsgrad von 27% und nicht 30%. Betreffend den
von der Beschwerdeführerin geforderten Leidensabzug von 25% sei festzuhalten, dass
keine psychischen Einschränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auszumachen
seien. Die restlichen Beschwerden hätten Eingang in die Arbeitsfähigkeitsschätzung
gefunden. Die relativ harmlosen Befunde (Wirbelsäulenfehlstatik mit Skoliose sowie
Abduktion und Anteversion in den Schultern) vermöchten keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit im festgestellten Ausmass von 30% zu
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begründen. Insofern habe der orthopädische Gutachter schon einen grosszügigen
“Leidensabzug“ in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung inkludiert. Weitergehende Abzüge
seien daher nicht vorzunehmen. Grundsätzlich könne über einen Abzug von 10%
diskutiert werden, diesfalls wäre aber die Arbeitsfähigkeitsschätzung entsprechend zu
korrigieren. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführe, seien die Faktoren
ausländische Herkunft, schlechte Deutschkenntnisse und das relativ hohe Alter
invaliditätsfremd. Aus diesem Grund könnten sie auch keinen Abzug rechtfertigen. Die
Rüge, dass das psychiatrische Teilgutachten nicht brauchbar sei, weil gewisse
Ergebnisse von Tests nicht interpretierbar seien, befinde sich an der Grenze zum
Rechtsmissbrauch. Die Tests seien deshalb nicht brauchbar, weil die
Beschwerdeführerin widersprüchliche Angaben gemacht und mit ihrem Verhalten
ausgeprägte Verdeutlichungstendenzen gezeigt habe. Sämtliche Gutachter hätten
erhebliche Aggravationstendenzen festgestellt. Beruhe die Leistungseinschränkung auf
Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liege keine versicherte
Gesundheitsschädigung vor (act. G 5).
B.c Mit einer Replik vom 14. Januar 2014 hält der Rechtsvertreter an den
Beschwerdeanträgen fest. In der Begründung bringt er vor, die Beschwerdegegnerin
habe eingeräumt, dass ein Leidensabzug von 10% gerechtfertigt sei. Die
Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, dass der orthopädische Gutachter bereits
einen “grosszügigen Leidensabzug“ in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung inkludiert
habe, sei nicht nachvollziehbar. Da die Vornahme eines Leidensabzugs eine Rechts-
und keine Tatfrage sei, falle dies nicht in die Kompetenz des Gutachters. Die Höhe des
Abzugs sollte im Übrigen nicht bloss 10%, sondern 25% betragen. Dass der
psychiatrische Gutachter die Beschwerdeführerin für die Nicht-Verwertbarkeit der
Testergebnisse verantwortlich mache bzw. ihre mangelnde Kooperationsbereitschaft,
sei nachvollziehbar, müsse aber nicht zwingend der Wahrheit entsprechen (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
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1.1 Umstritten und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf
eine Rente der Invalidenversicherung hat.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Bemessung
des Invaliditätsgrades das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
1.3 Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den
ersten Schritt bei der Erhebung des massgeblichen Sachverhalts bildet. Um den Grad
der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität bemessen zu können,
sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
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2.1 Zu klären ist im Folgenden die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.
Die Beschwerdegegnerin hat sich auf das MEDAS-Gutachten vom 20. Juni 2013
gestützt und ist von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
leidensadaptierten Tätigkeiten ausgegangen. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin macht geltend, das MEDAS-Gutachten sei insbesondere
hinsichtlich seines psychiatrischen Teils nicht schlüssig.
2.2 Der psychiatrische MEDAS-Gutachter hat keine Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin festgestellt (vgl. IV-act. 107-29). Der
Rechtsvertreter beanstandet, dass der psychiatrische Gutachter trotz nicht
interpretierbarer Testergebnisse die Schussfolgerung gezogen habe, dass keine
arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose aus psychiatrischer Sicht vorliege (vgl. act. G 1). Im
Rahmen der Begutachtung hat der psychiatrische Gutachter aufgrund des Verdachts
auf suboptimales Antwortverhalten der Beschwerdeführerin einen kurzen Test zur
Konzentration und Ausdauer durchgeführt. Er hat festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin dabei widerwillig reagiert und den Test unzulänglich durchgeführt
habe, womit die Ergebnisse nicht interpretierbar seien (vgl. IV-act. 107-26, 107-29). Der
Grund für die Nicht-Verwertbarkeit der Testergebnisse liegt laut dem psychiatrischen
Gutachter im Verhalten der Beschwerdeführerin. Da auch sämtliche andere MEDAS-
Gutachter deutliche Verhaltensinkonsistenzen bei der Beschwerdeführerin festgestellt
haben (vgl. IV-act. 107-15) und solche zudem bereits im Gutachten des IME vom 30.
November 2009 beschrieben worden waren (vgl. Fremdakten G 5.2, S. 7 - 10 des
Gutachtens), ist die Erklärung des psychiatrischen Gutachters glaubhaft und
nachvollziehbar. Die Frage, aus welchem Grund die Testergebnisse nicht
interpretierbar gewesen sind, kann aber letztlich offen bleiben, denn für die Stellung
einer Diagnose sind in erster Linie die erhobenen Befunde massgebend. Der
psychiatrische Gutachter hat objektiv keine affektiven Symptome oder Störungen der
psychischen Stabilität und der emotionalen Funktionen feststellen können (vgl. IV-act.
107-30). Der Rechtsvertreter hat im Einwand vom 12. August 2013 vorgebracht, dass
“diverse andere Psychiater“ der Beschwerdeführerin eine die Arbeitsfähigkeit dauerhaft
beeinflussende Depression attestiert hätten (vgl. IV-act. 112). In der
Beschwerdebegründung hat er insbesondere auf den Hausarzt der Versicherten, Dr.
C._, verwiesen, welcher eine schwere Depression diagnostiziert habe (vgl. act. G 1).
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2.3 Bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin lässt
sich den Akten Folgendes entnehmen: Kurz nachdem sich die Beschwerdeführerin im
August 2009 bei der Beschwerdegegnerin angemeldet hatte, ist im November 2009 die
Begutachtung im IME erfolgt. Der psychiatrische IME-Gutachter hat damals eine
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert und angegeben, dass diese Diagnose
eine höchstens 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei
jeder in Frage kommenden Tätigkeit begründe. Bezüglich der Befunde hat der
psychiatrische IME-Gutachter festgehalten, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung am
6. November 2009 verschiedene depressive Symptome vorgelegen hätten: Die
Beschwerdeführerin habe über eine Affektarmut und eine Minderung der Vitalgefühle
geklagt. Weiter habe sie eine Minderung des Antriebs, einen sozialen Rückzug,
Schlafstörungen, eine Tagesmüdigkeit und ein gelegentlich auftretendes Gefühl von
Lebensüberdruss beschrieben. Aufgrund dieser erhobenen Befunde ist der Gutachter
zum Schluss gekommen, dass im Zeitpunkt der Untersuchung eine höchstens
mittelgradige depressive Episode bestanden habe (vgl. Fremdakten G 5.2, S. 10 des
Gutachtens). Ätiologisch hat er die depressive Episode als Reaktion auf die bei der
Beschwerdeführerin vorliegenden verschiedenen psychosozialen Belastungsfaktoren,
namentlich auf die verschiedenen körperlichen Beschwerden, auf die Schmerzen, auf
die Probleme am Arbeitsplatz, auf die ehelichen Differenzen sowie auf die erfolgte
Kündigung mit den drohenden finanziellen Problemen qualifiziert (vgl. Fremdakten G
5.2, S. 10 des Gutachtens). Diese Beurteilung erscheint angesichts der Angaben der
Beschwerdeführerin im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung, wonach es an
ihrem letzten Arbeitsplatz bei der B._ AG Probleme gegeben habe, nachvollziehbar.
Die Beschwerdeführerin hat berichtet, dass sie nachdem sie am 20. November 2008
wegen Schilddrüsenproblemen habe hospitalisiert werden müssen, nicht mehr habe
arbeiten können (diese Aussage stimmt mit den Angaben im Arbeitgeberbericht vom
22. September 2009 überein, wonach die Beschwerdeführerin seit dem 21. November
2008 krankgeschrieben war, vgl. IV-act. 19-4). Sie sei an der letzten Arbeitsstelle kaputt
gemacht worden. Die letzten drei Monate sei sie von ihrem Vorgesetzten geplagt
worden. Sie habe schon davor körperliche Probleme gehabt, habe aber deswegen nie
bei der Arbeit gefehlt. Bis zur Kündigung habe sie keine psychischen Probleme gehabt.
Seitdem gehe es ihr aber sehr schlecht; sie sei es nicht gewohnt, zu Hause zu bleiben
(Fremdakten, G 5.2, S. 9 f. des Gutachtens). Gemäss der bundesgerichtlichen
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Rechtsprechung gehören reaktive Depressionen nicht zu den Gesundheitsschäden, die
eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit zu bewirken vermögen,
da sie durch Psychotherapie leicht beeinflussbar sind und im Allgemeinen rasch
abklingen, wenn z.B. ihre Ursache aufgehoben wird (vgl. Meyer/Reichmuth,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3, Aufl., Art. 4 N 73). Auch bei der
Beschwerdeführerin hat sich – in Bestätigung der erwähnten
rechtsprechungsgemässen Vermutung bezüglich reaktiver Depressionen – eine
Verbesserung der depressiven Episode eingestellt, was sich aus dem Bericht des
behandelnden Psychiaters Dr. D._ vom 8. März 2011 ergibt. Dr. D._, bei welchem
die Beschwerdeführerin vom 14. Mai bis 30. Juli 2010 in Behandlung gewesen war, hat
als Diagnose zwar ebenfalls eine leichte bis mittelgradige depressive Episode genannt,
jedoch festgehalten, dass diese in Remission sei. Bezüglich der Befunde hat er
ausgeführt, dass sich bei der Beschwerdeführerin das Bild eines leicht bis höchstens
mittelschwer ausgeprägten depressiven Symptoms ergeben habe: Die Grundstimmung
sei zum depressiven Pol hin verschoben und die affektive Modulationsfähigkeit
teilweise eingeschränkt gewesen. Die Beschwerdeführerin habe über Affektarmut und
eine Minderung der Vitalgefühle geklagt. Sie sei hoffnungslos gewesen, vor allem wenn
über ihre Gesundheit oder soziale Situation geredet worden sei. Angegeben habe sie
auch eine Minderung des Antriebs sowie einen sozialen Rückzug. Zirkadiane
Besonderheiten hätten nicht vorgelegen. Die Beschwerdeführerin habe ein Gefühl von
Lebensüberdruss gehabt, jedoch hätten keine Hinweise auf einen Todeswunsch oder
auf Suizidgedanken bestanden. Der Versuch, die Beschwerdeführerin medikamentös
mit diversen Antidepressiva einzustellen, sei erfolglos gewesen (Compliance und
Nebenwirkungen). Die Behandlung sei schliesslich seitens der Beschwerdeführerin
abgebrochen worden. Zur Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten hat Dr.
D._ wohl aufgrund der kurzen Behandlungsdauer keine Angaben machen können
(vgl. IV-act. 63). In der Folge ist die Beschwerdeführerin bis zur Begutachtung durch die
MEDAS Bern nicht mehr in fachärztlicher psychiatrischer Behandlung gewesen.
2.4 Anlässlich der Begutachtung im Januar 2013 hat der psychiatrische MEDAS-Gut
achter festgehalten, dass die vom psychiatrischen IME-Gutachter sowie von Dr. D._
gestellte Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode nicht mehr nachweisbar
sei. Zum Verlauf hat der MEDAS-Gutachter ausgeführt, dass sich die von der
Beschwerdeführerin geschilderten Störungen aufgrund eines Arbeitsplatzkonfliktes
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entwickelt zu haben schienen. Dies habe bei der Beschwerdeführerin eine
Trotzreaktion ausgelöst und in der Folge zu einer dysfunktionalen Konfliktverarbeitung
mit einer Somatisierungstendenz geführt. Bei der Beschwerdeführerin sei von einem
sekundären Krankheitsgewinn auszugehen, gegebenenfalls spielten dabei
psychodynamisch auch passiv regressive Versorgungserwartungen eine Rolle. Die
berichteten Störungen führten bei der Beschwerdeführerin zu keiner relevanten
Einschränkung im Berufsleben (vgl. IV-act. 107-29). In retrospektiver Hinsicht hat der
psychiatrische Gutachter festgehalten, dass die aktuell attestierte 100%ige
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht mindestens seit Mai 2011, d.h. seit dem
Abbruch der psychiatrischen Behandlung, was eine offensichtlich deutliche subjektive
Verbesserung anzeige, bestehe (vgl. IV-act. 107-30).
2.5 Anhand der Akten und der erhobenen Befunde ist bezüglich des Verlaufs des
psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass
sich insbesondere aufgrund der Probleme am Arbeitsplatz und der erfolgten Kündigung
eine reaktive mittelgradige depressive Episode entwickelt hat. Gemäss dem
psychiatrischen IME-Gutachter hat diese Diagnose eine höchstens 50%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin begründet. Spätestens ab
Behandlungsbeginn bei Dr. D._ im Mai 2010 hat sich die leichte bis mittelgradige
depressive Episode in Remission befunden. Im Zeitpunkt der Begutachtung durch die
MEDAS Bern ist die depressive Episode nicht mehr nachweisbar gewesen, d.h. sie ist
zwischenzeitlich vollständig remittiert. Es ist nicht anzunehmen, dass die bei der
Beschwerdeführerin im November 2009 diagnostizierte mittelgradige depressive
Episode eine längerdauernde invalidenversicherungsrechtlich zu berücksichtigende
Arbeitsunfähigkeit begründet hat. Wie der psychiatrische MEDAS-Gutachter zu Recht
festgehalten hat, spricht auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die
psychiatrische Behandlung bei Dr. D._ abgebrochen hat, für eine deutliche subjektive
Besserung des psychischen Gesundheitszustandes. In Abweichung der Angabe des
MEDAS-Gutachters ist dem Bericht von Dr. D._ vom 8. März 2011 zu entnehmen,
dass der Therapieabbruch per Ende Juli 2010 erfolgt ist, womit bereits ab diesem
Zeitpunkt von einer deutlichen Verbesserung auszugehen ist. Überwiegend
wahrscheinlich hat ab diesem Zeitpunkt auch keine relevante
Arbeitsfähigkeitseinschränkung aus psychiatrischer Sicht mehr vorgelegen. Hinweise
darauf, dass sich der psychische Gesundheitszustand bis zur Begutachtung durch die
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MEDAS Bern im Januar 2013 wieder verschlechtert hätte, sind den Akten keine zu
entnehmen. Insbesondere hat sich die Beschwerdeführerin nicht mehr in
psychiatrische Behandlung begeben. Der psychiatrische MEDAS-Gutachter hat
diesbezüglich ausgeführt, dass die Überzeugung der Beschwerdeführerin, keine
Therapie nötig zu haben, gegen einen Leidensdruck spreche, der bei einem relevanten
psychischen Leiden zwangsläufig zu einem Therapiebedürfnis führen würde (vgl. IV-
act. 107-30). Im Gesamten sind die Ausführungen und die Arbeitsfähigkeitsschätzung
des psychiatrischen MEDAS-Gutachters überzeugend und nachvollziehbar begründet.
Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass bei der
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
sämtliche in Frage kommenden Tätigkeiten vorliegt.
2.6 An dieser Annahme vermag die Beurteilung des Hausarztes Dr. C._, welcher
sowohl im Bericht vom 26. Januar 2011 (vgl. IV-act. 56) als auch im Bericht vom 27.
Februar 2012 (vgl. IV-act. 84-5) als Diagnose eine schwere Depression angegeben hat,
nichts zu ändern. Im Gegensatz zu den Beurteilungen der Gutachter und von Dr. D._
sind die Angaben von Dr. C._ oberflächlich und nicht nachvollziehbar, da weder
psychische Befunde erhoben, noch eine Begründung für die Diagnose angegeben
worden sind. Hinzu kommt, dass Dr. C._ als Internist eine fachfremde Beurteilung
vorgenommen hat, was den Beweiswert seiner Angaben zusätzlich schmälert.
2.7 In somatischer Hinsicht stehen laut dem MEDAS-Gutachten die orthopädischen
Einschränkungen im Vordergrund und begründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
für die bisherige Tätigkeit als Montagemitarbeiterin und eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
für leidensadaptierte Tätigkeiten. Der orthopädische MEDAS-Gutachter hat objektiv
nachweisbare Befunde erhoben, welche auch schon vom rheumatologischen IME-
Gutachter im November 2009 festgestellt worden waren. Namentlich handelt es sich im
Wesentlichen um beginnende degenerative Wirbelsäulenveränderungen und die
Gonarthrosen (vgl. IV-act. 107-34, Fremdakten G 5.2, S. 8 f. des Gutachtens). Beide
Gutachter haben einen Teil der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in
somatischer Hinsicht nicht erklären können. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit stimmen die
Gutachter überein, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der objektivierbaren
Einschränkungen keine überwiegend stehenden Tätigkeiten mehr ausführen kann.
Gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführerin, wonach es sich bei der letzten
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Tätigkeit als Montagemitarbeiterin um eine rein stehende Tätigkeit gehandelt habe, sind
beide Gutachter von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in dieser Tätigkeit
ausgegangen (vgl. IV-act. 107-36, Fremdakten G 5.2, S. 9 des Gutachtens). Die
Aussagen der Beschwerdeführerin widersprechen jedoch den Angaben der
Arbeitgeberin im Bericht vom 22. September 2009. Darin ist festgehalten worden, dass
die leichte Tätigkeit überwiegend im Sitzen ausgeübt werde. Die Mitarbeiter seien an
ergonomischen Arbeitsplätzen tätig. Zudem sei der Beschwerdeführerin ein
Schonarbeitsplatz zur Verfügung gestellt worden. Ein Arbeitsversuch an diesem
Schonarbeitsplatz habe die Beschwerdeführerin jedoch nach nur zwei Stunden
abgebrochen und sei nicht mehr zur Arbeit erschienen (vgl. IV-act. 19). Gemäss diesen
Angaben ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die Möglichkeit gehabt
hätte, die bisherige Tätigkeit leidensadaptiert auszuüben. Dementsprechend hat der
orthopädische MEDAS-Gutachter auch ergänzend festgehalten, dass wenn die letzte
Tätigkeit wechselbelastend mit der Möglichkeit zum Sitzen durchgeführt worden sei,
diese einer überwiegend geeignete Verweistätigkeit entspreche und demnach im
gleichen Umfang wie andere leidensadaptierte Tätigkeiten, namentlich zu 70%,
zumutbar sei (vgl. IV-act. 107-18). Die Frage, ob die bisherige Tätigkeit leidensadaptiert
gewesen wäre oder nicht, kann jedoch offen bleiben, da es vorliegend nur auf die
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit
ankommt. Jedenfalls kann die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin im Schreiben
vom 26. Juli 2013, wonach bei der Beschwerdeführerin sowohl in der bisherigen als
auch in einer adaptierten Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 70% bestehe, nicht
ohne Weiteres als falsch bezeichnet werden (vgl. IV-act. 110-1). In einer
leidensadaptierten Tätigkeit hat der orthopädische MEDAS-Gutachter der
Beschwerdeführerin eine 70%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Der rheumatologische IME-
Gutachter hatte festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu mindestens 50% arbeitsfähig sei. Der orthopädische MEDAS-Gutachter
hat zu Recht ausgeführt, dass seine Arbeitsfähigkeitsschätzung im Einklang mit der
rheumatologischen Beurteilung im Vorgutachten des IME stehe (vgl. IV-act. 107-35).
Die Einschätzung des orthopädischen MEDAS-Gutachters ist überzeugend, da sie auf
einer eingehenden Befunderhebung und nachvollziehbaren Begründung unter
Einbezug der medizinischen Vorberichte beruht.
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2.8 In interdisziplinärer Sicht haben die MEDAS-Gutachter der Beschwerdeführerin
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Die
Leistungsminderung von 30% haben sie mit den orthopädischen Einschränkungen
begründet, wobei auch die in internistischer Hinsicht ausgewiesenen geringgradigen
Leistungsbeeinträchtigungen bereits berücksichtigt worden sind. Bei der Festlegung
der Arbeitsfähigkeit haben sich die Gutachter mit den Verhaltensinkonsistenzen und
dem Aggravationsverhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und die
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar auf Grundlage der objektiv nachweisbaren
Gesundheitsbeeinträchtigungen beurteilt. Im Gegensatz dazu hat der Hausarzt der
Beschwerdeführerin keine objektiv nachweisbaren Gesundheitsbeeinträchtigungen
oder Befunde beschrieben, mit welchen sich die von ihm mehrfach attestierte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten begründen liesse (vgl. IV-act. 56, 84-5, 97).
Es ist entsprechend der Ansicht der MEDAS-Gutachter davon auszugehen, dass Dr.
C._ sich stark auf die anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin abgestützt
hat, was seine Beurteilung als wenig verlässlich erscheinen lässt (vgl. IV-act. 107-16).
Bei der Beweiswürdigung von Hausarztberichten ist rechtsprechungsgemäss zudem
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer
Patienten aussagen (Plädoyer 1994 S. 67 E. 3b, c). Somit kann die abweichende
Einschätzung von Dr. C._ den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens nicht schmälern.
Das gleiche gilt für die Ergebnisse der beruflichen Abklärung im Rahmen des RAV-
Einsatzprogrammes, wo sich die Beschwerdeführerin selbst zur Durchführung einer
leichten (wohl auch wechselbelastend ausführbaren) Tätigkeit wie das Sortieren von
Tastaturknöpfen nicht in der Lage gesehen hat (vgl. IV-act. 46). Es ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die im Rahmen der
beruflichen Abklärung gezeigte Leistungsbeeinträchtigung rein subjektiv und nicht
medizinisch begründet gewesen ist.
2.9 Zusammengefasst erfüllt das MEDAS-Gutachten alle rechtsprechungsgemässen
Anforderungen (vgl. oben, E. 1.3) und ist als rechtsgenügliche Grundlage zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu betrachten. Es kann somit
von einer in medizinisch-theoretischer Hinsicht überwiegend wahrscheinlich
bestehenden 70%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in leidensadaptierten
Tätigkeiten ausgegangen werden.
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3.
3.1 Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin ist im Folgenden
ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
3.2 Betreffend die Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt
erzielten Einkommen angeknüpft, da davon auszugehen ist, dass die versicherte
Person ohne den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt
hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss dem Arbeitgeberbericht der B._ AG hätte die
Beschwerdeführerin im Jahr 2009 einen Lohn von Fr. 39‘780.-- verdient (vgl. IV-
act. 19-3). Dieser Jahreslohn ist als Valideneinkommen heranzuziehen. Nach Eintritt
des Gesundheitsschadens ist die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitstätig gewesen.
Aus diesem Grund ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die statistischen
durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohnstrukturerhebungen (LSE) des
Bundesamtes für Statistik zurückzugreifen. Die Beschwerdeführerin hat keine
Berufsausbildung absolviert und ist daher als Hilfsarbeiterin zu betrachten.
Entsprechend dem Valideneinkommen ist auch für das Invalideneinkommen auf die
Zahlen des Jahres 2009 abzustellen. Gemäss den LSE von 2009 haben Frauen im
tiefsten Anforderungsniveau (seit 2012 sog. Kompetenzniveau) bei einer
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden durchschnittlich ein
Jahreseinkommen von Fr. 52‘457.-- erzielt (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von
der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2015,
Invalidenversicherung). Im Vergleich mit dem vor dem Eintritt des
Gesundheitsschadens zuletzt erzielten Einkommen zeigt sich, dass die
Beschwerdeführerin deutlich unterdurchschnittlich verdient hat: Der Validenlohn liegt
rund 24% unter dem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn. Da keine Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass sie sich freiwillig mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen
begnügt hat, ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Valideneinkommen
heraufzusetzen und dem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn (bis auf eine
Aussparungsdifferenz von 5%) anzupassen (BGE 134 V 322 E. 4.1; 135 V 297 E. 6.1.2).
Damit ergibt sich vorliegend ein massgebliches Valideneinkommen von rund Fr.
49‘834.--. Ausgehend von der medizinisch-theoretisch 70%igen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin liegt das vorläufige Invalideneinkommen bei rund Fr. 36‘720.--
(Fr. 52‘457.-- x 0.7).
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3.2.1 Die für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen statistischen
Löhne können gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um bis zu 25%
gekürzt werden, wenn absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen Umsetzung des
verbliebenen Leistungsvermögens bestehen. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).
3.2.2 Gemäss dem MEDAS-Gutachten kann die Beschwerdeführerin nur noch
körperlich leichte Arbeiten im Wechselrhythmus zwischen Stehen, Gehen und Sitzen
ausüben. Die Gutachter haben festgehalten, dass mittelschwere und schwere
körperliche Tätigkeiten nicht mehr möglich seien. Weiter könnten auch keine
Tätigkeiten mit statischen Belastungen der Wirbelsäule sowie Arbeiten in
Zwangshaltungen der Kniegelenke und endgradiger Beugung der Kniegelenke
ausgeübt werden. Nässe, Kälte und Zugluft seien zu meiden. Hinsichtlich der
psychischen Fähigkeiten der Beschwerdeführerin sollte es sich um eine geistig wenig
anspruchsvolle Tätigkeit ohne Zeitdruck, ohne fordernde soziale Interaktionen und
ohne hohe Anforderungen an Konzentration, Merkfähigkeit, Anpassungs- und
Umstellungsvermögen handeln (vgl. IV-act. 107-17). Insgesamt betrachtet, ist
angesichts der selbst in körperlich leichten Tätigkeiten zahlreich vorhandenen
qualitativen Einschränkungen von einem erheblich eingeschränkten Spektrum an
möglichen, für die Beschwerdeführerin in Frage kommenden Hilfsarbeitertätigkeiten
auszugehen. Die mangelnde Ausbildung und fehlenden Sprachkenntnisse fallen
hingegen nicht ins Gewicht. Hilfsarbeitertätigkeiten setzen definitionsgemäss keine
Ausbildung voraus und die sprachlichen Anforderungen sind eher gering. Der
Rechtsvertreter verweist im Weiteren auf das hohe Alter der Beschwerdeführerin. Auch
wenn dieser Umstand nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht
automatisch zu einem Abzug führt, so muss das – bezogen auf die durchschnittliche
Lebensarbeitszeit – fortgeschrittene Alter einer versicherten Person doch immer unter
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Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalls geprüft werden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 24. Juli 2013, 9C_334/2013, E. 3). Vorliegend ist zu
berücksichtigen, dass die Berufstätigkeit der Beschwerdeführerin im Wesentlichen
lediglich rund sechs Jahre (von März 2003 bis Juli 2009, vgl. IV-act. 19-2) als
Montagemitarbeiterin bei der Eugster/Frismag AG umfasst. Davor war sie von Mitte
1999 bis Anfang 2003 unregelmässig als Hilfsarbeiterin erwerbstätig gewesen (vgl. IV-
act. 18-2). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sie sich nur geringe
berufliche Erfahrungen und Fertigkeiten hat erarbeiten können, was ihr als im
Verfügungszeitpunkt bereits 57-Jährige die berufliche Integration erheblich erschweren
und sich auf den Lohn nachteilig auswirken dürfte. Unter Berücksichtigung des
erheblich eingeschränkten Spektrums an möglichen Hilfsarbeitertätigkeiten sowie des
fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn
in Höhe von 10% als gerechtfertigt.
3.3 Das Invalideneinkommen beträgt nach Vornahme des Tabellenlohnabzugs von
10% Fr. 33‘048.--. Stellt man dieses dem Valideneinkommen von Fr. 49‘834.--
gegenüber, so resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 16‘786.--, was einem
Invaliditätsgrad von rund 34% entspricht. Mit einem unter 40% liegenden
Invaliditätsgrad hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
(vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Die leistungsabweisende Verfügung der Beschwerdegegnerin
vom 13. September 2013 erweist sich folglich als rechtmässig.
4.
4.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/
sGS 951.1]). Mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind die Ge
richtskosten beglichen.
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