Decision ID: 31c5f7a6-e376-4c19-9c48-4fc017b52f90
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
war seit Februar 2015 bei der
Y._
AG als Pilot angestellt und in diesem Rahmen bei der Suva obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert (Urk. 8/1). Gemäss
Bagatellun
fallmeldung
vom 18. Dezember 2018 stürzte
d
er
Versicherte
am 14. August 2018 bei
Gartenarbeiten von einer Mauer
, wobei er sich
mit dem rechten Arm auf
fing
(Urk. 8/1).
Ein am 14. Dezember 2018 durchgeführtes MRI der rechten Schulter zeigte eine transmurale Ruptur der Supraspinatussehne am Übergang zur Seh
nenplatte der
Infraspinatussehne
, eine
artikularseitige
Partialruptur der
Subsca
pularissehne
sowie eine leichte Tendinopathie der langen Bizepssehne (Urk. 8/7). Nachdem die Suva das Dossier ihrem Kreisarzt Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Radiologie,
zur Stellungnahme
vorgelegt hatte (Urk. 8/15, Urk. 8/19)
,
schloss
sie
den Fall
mit Verfügung vom 1. Februar 2019
per 12. November 2018
ab
(Urk. 8/2
2
).
Die vom Versicherten dagegen
erhob
ene
Einsprache vom
20. Februar 2019 (Urk. 8/27)
wurde mit Einspracheentscheid vom 17. Mai 2019 abgewiesen (
Urk. 2 =
Urk. 8/36)
.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Mai 2019
erhob der Versicherte am 18. Juni 2019 Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzu
heben und
es seien
ihm bis zum Abschluss der unfallbedingten Behandlungen auch über den 12. November 2018 hinaus die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG betreffend
dem Unfallereignis
vom 14. August 2018 auszurichten. Es sei festzustellen, dass die Beschwerden, welche nach dem 12. November 2018 bestanden
hätten
und nach wie vor bestehen
würden
in kausalem
Zusammenhang zum Unfall vom 14. August 2018 stehen würden. Eventualiter beantragte der
Beschwerdeführer
die Rückweisung der Sache an die
Suva
zur erneuten Überprü
fung unter Einholung eines umfassenden ärztlichen Gutachtens (Urk. 1).
Nach
dem die Suva eine erneute kreisärztliche Stellungnahme eingeholt hatte (Urk. 9/2), schloss sie m
it Beschwerdeantwort vom 26. August 2019 auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7
)
. Mit Verfügung vom 27. August 2019 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 10), woraufhin die Parteien mit Replik vom 27. November 2019 (Urk. 15) und mit Duplik vom
13. Januar 2020 (Urk. 19
, dem
Beschwerdeführer
zugestellt am 15.
Januar 2020 [Urk. 20]), an ihren
bishe
rigen Anträgen festhielten.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
14. August 2018
ereignet, weshalb die
ab dem 1. Januar 2017
gültig
e
n
Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Gemäss Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in ihrem Entscheid insbesondere auf den Standpunkt,
gestützt auf den Bericht von Dr.
Z._
vom 31. Januar 2019 liege kein Kausalzusammenhang zwischen der eingetretenen gesundheitlichen Schädi
gung und dem versicherten Ereignis vor, weshalb die Leistungen per 12. Novem
ber 2018 eingestellt worden seien.
D
as MR
I
habe keine einzige Veränderung gezeigt, die mit überwiegender W
ahrscheinlichkeit auf ein etwa vier
Monate zuvor erlittenes Makrotrauma zurückzuführen wäre. Hingegen hätten sich ausge
dehnte und zum Teil stark ausgeprägte degenerative Veränderungen
gezeigt
, die mit klar überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein seit langer Zeit bestehendes
subakromiales
Impingement
zurückzuführen seien und die Beschwerden des
Beschwerdeführer
s
perfekt erklären würden.
Ergänzend sei auf den Verlauf hin
zuweisen.
Der
Beschwerdeführer
habe im August 2018 ei
nen Sturz erlitten, aber erst drei
Monate spä
ter einen Arzt aufgesucht und einen
Monat darauf hätten sich ausgedehnte und stark ausgeprägte Veränderungen der Schulter gezeigt, obwohl der
Beschwerdeführer
in den vier
Monaten keinen einzigen Tag unfall
bedi
ngt arbeitsunfähig gewesen sei
(Urk. 2 S. 4 f.).
2.2
Dagegen brachte der
Beschwerdeführer
im Wesentlichen vor, das am 14. Dezem
ber 2018 durchgeführte MRI habe eine transmurale Ruptur der Supraspinatus
sehne, eine Oberrandpartialruptur der Subscapularissehne sowie eine Tendinopa
thie der langen Bizepssehne gezeigt. Diese Verletzung
en
sei
en
auf das durch den Unfall vom 14. August 2018 erlittene Trauma zurückzuführen, zumal keine Anzeichen einer krankheitsbed
ingten Schädigung
vorlägen
. Der
Beschwerdefüh
rer
führte aus, er
habe seit dem Unfallereignis an Beschwerden an der rechten Schulter gelitten, welche sich jedoch erst mit der Zeit verschlimmert hätten, sodass
er sich
erst im November 2018 veranlasst gesehen habe, einen Arzt zu konsultieren.
T
rotz seiner
Beschwerden
sei er
fähig
,
seiner Arbeit zu 100% nach
zugehen. Gemäss der ärztlichen Stellungnahme von Dr. med.
A._
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes,
seien die Beschwerden sodann nicht auf einen degenerativen Vorzustand zurückzuführen. Dies bestätige auch
Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin.
Nach
Erlass
des
Einspracheentscheides
habe
PD
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
eine Zweitmeinung
erstattet
. Dem betreffen
den Bericht sei zu entnehmen, dass nach der Bildgebung und dem Unfallhergang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer traumatischen Rotatorenman
schettenruptur auszugehen sei. Zusammengefasst seien
seine Beschwerden
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal und keine unfallfremden Fakto
ren ersichtlich, weshalb die
Beschwerdegegnerin
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen hab
e (Urk. 1).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort ergänzte die
Beschwerdegegnerin
, sie habe
das Dos
sier inzwischen m
ed. pract.
D._
, Facharzt für Chirurgie,
vorgelegt, welcher sich in
seiner Beurteilung vom 31. Juli 2019 einlässlich mit den gegenteiligen Standpunkten auseinandergesetzt und
die
Einschätzungen
der anderen Ärzte
mit überzeugender und nachvollziehbarer Begründung widerlegt
habe
.
N
achdem sich der Unfall am 14. August 2018 ereignet habe und eine leichte Schulterdistorsion lediglich für einen Zeitraum von 4-6 Wochen Beschwer
den/Schmerzen verursachen könne,
sei
der
status
quo sine
vel
ante bereits per Ende September 2018 als eingetreten zu
betrachten
(Urk. 7).
2.4
Replicando
führte der
Beschwerdeführer
aus, auf den Bericht von
med. pract.
D._
könne – aus verschiedenen Gründen – nicht abgestellt werden.
Er
(d
er
Beschwerdeführer
)
habe zur Klärung der vorliegenden Angelegenheit zwei Schul
terspezialisten konsultiert, welche ihm beide bestätigt hätten, dass die Beschwer
den unfallkausal seien.
An den Feststellungen der von der Suva beauftragten Ärzte würden erhebliche Zweifel bestehen, weshalb dem Versicherungsträger der Nachweis des Wegfalls eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden Beschwerden nicht gelungen sei. Sofern die Beschwerde nicht gutgeheissen werde, sei es aufgrund der berechtigten Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen vorliegend angezeigt, die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Überprüfung unter Einholung eines umfassenden unparteiischen ärztlichen Gut
achtens zurückzuweisen (Urk. 15).
2.5
Duplicando
fügte die
Beschwerdegegnerin
hinzu,
med. pract.
D._
habe in seiner chirurgischen Beurteilung
vom 31. Juli 2019 mehrere objektive Fakten auf
gelistet, die gegen die vom
Beschwerdeführer
behauptete Unfallkausalität spre
chen würden
. Den neu eingereichten Stellungnahmen von Dr.
C._
vom 22. Oktober 2019 und von Dr.
A._
vom 17. Oktober 2019 sei
dagegen
jede Beweiskraft abz
usprechen
(Urk. 19
).
2.6
Umstritten und zu klären ist
die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 14. August 2018
ab dem 12. No
vember 2018
und dabei insbesondere die Frage,
ob zwischen dem betreffenden Ereignis und dem
festgestellten strukturellen
Gesundheitsschaden ein natürlicher
Kausalzus
ammenhang besteht, oder ob der Unfall lediglich zu einer vorüberge
henden Verschlechterung eines krankhaften Vorzustandes geführt hat und der Status quo sine
vel
ante spätestens per 12. November 2018 eingetreten war.
3.
3.1
Am 1
4. Dezember 2018
wurde
im
Universitätsspital
E._
ein MRI der rechten Schulter durchgefü
hrt
und dabei
eine transmurale Ruptur der Supraspi
natussehne am Übergang zur Sehnenplatte der
Infraspinatussehne
, eine
artiku
larseitige
Partialruptur der
Subscapularissehne
sowie eine leichte Tendinopathie der langen Bizepssehne fest
gestellt
. Ferner wiesen die Ärzte auf ein regelrechtes Labrum und
Glenoid
sowie auf einen gering unregelmässig konfigurierten Aspekt des
Humeruskopfes
hin
(Urk. 8/7)
.
3.2
Dr.
B._
bejahte in seinem Bericht
vom 26. Januar 2019
einen natürlichen Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Gesund
heitsschaden. Ob das Unfallereignis die einzige oder zumindest eine Teilursache einzelner Beschwerden und Befunde darstelle, sei schwierig zu beurteilen, da der
Beschwerdeführer
vorher nie wegen Behinderung oder Schmerzen im Bereich der rechten Schulter
bei ihm in
Behandlung gestanden
sei
. Die Beschwerden und Befunde seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch andere Ursa
chen
wie
vorbestandene oder nachträglich aufgetretene Krankheiten bewirkt wor
den. Bei degenerativen Veränderungen würden die Patienten in der Regel wegen Nachtschmerzen sowie Beeinträchtigung der Schulter bezüglich Beweglichkeit in die Sprechstunde kommen
. Die ganzen degenerativen Vorgänge würden sich über Jahre erstrecken und hätten früher oder später immer Arztkonsultationen zur Folge. Im Übrigen sei zwei Jahre zuvor ebenfalls im Zusammenhang mit einem Unfallereignis die linke Schulter operiert worden. Zu jenem Zeitpunkt sei nie über degenerative Veränderungen berichtet worden. Selbst wenn bildgebend
gewisse
degenerative
Veränderungen
beschrieben würden,
wäre
die Rotatorenmanschette ohne diesen Sturz sicher nicht gerissen
(Urk. 8/26)
.
3.3
In
seiner
Beurteilung vom
29. Januar 2019
bejahte Dr.
A._
einen natürlichen Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Gesund
heitsschaden
.
Er
begründete dies damit, dass der
Beschwerdeführer
am 14. Au
gust 2018 bei einem Sturz auf die rechte Schulter ein direktes Kontusionstrauma erlitten und in der Folge Schmerzen in der rechten Schulter
verspürt
habe. Die von aussen auf die vorher unauffällige Schulter eingewirkte Kraf
t
habe sofort zu einer Funktionsverminderung und zu Schmerzen geführt. Die Beschwerden und
Befunde seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht
durch andere Ursa
chen wie vorbestandene oder nachträglich auftretende Krankheiten bewirkt worden.
Auch habe kein
degenerativer Vorzustand
bestanden, welcher
mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit auch ohne das Unfallereignis zu den geklagten Beschwerden geführt
hätte
(Urk. 8/28)
.
3.4
Dr.
Z._
wies in seiner kreisärztlichen Stellungnahme
vom 31. Januar 2019
auf dem MRI vom 14. Dezember 2018 zu entnehmende deutliche
Tendinopathien
des
Musculus
supraspinatus
und – diskreter – auch des
Tendo
musculi
subsca
pularis
hin. Der
Tendo
capitis
longi
musculi
bicipitis
brachii
sei intraartikulär auch deutlich signalalteriert und ausgedünnt, als Zeichen einer seit längerer Zeit bestehenden Tendinopathie. Zu erwähnen seien
tendoperiostotische
Appositionen am ehemaligen Ansatz des
rupturierten
Anteiles des
Tendo
musculi
supraspinati
. Unbedingt zu beachten sei eine deutliche
Akromioklavikulararthrose
mit leichter Hypertrophie der knöchernen Gelenkanteile und deutlicher Hypertrophie der Gelenkkapsel. Dadurch werde der
Subakromialraum
relevant eingee
ngt. Es sei zu erwähnen, dass solche Veränderungen durch die beiden das MRI beurteilenden Ärzte explizit ausgeschlossen worden seien. Dabei handle es sich aber um eine eindeutige Fehlbeurteilung, wie auch an den eingekreisten Veränderungen in den beiden aufgeführten Aufnahmen unwiderlegbar zu erkennen sei
. Insgesamt zeige das MRI also keine einzige Veränderung, die mit überwiegender Wahrscheinlich
keit auf ein etwa vier Monate zuvor erlittenes Makrotrauma zurückzuführen wäre.
Vielmehr
zeigten sich ausgedehnte und zum Teil stark ausgeprägte degenerative Veränderungen, die mit klar überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein seit langer Zeit bestehendes
subakromiales
Impingement
zurückzuführen seien und die Beschwerden des Beschwerdeführers perfekt erklären würden.
Eigentlich würden diese Feststellungen ausreichen, um die Kausalitätsfrage abschliessend zu beur
teilen. Ergänzend könne aber auch der Verlauf erwähnt werden, der einen
Beschwerdeführer
zeige, der im August 2018 einen Sturz erlitten, aber erst drei Monate später einen Arzt aufgesucht habe. Und ein
en
Monat später hätten sich ausgedehnte und stark ausgeprägte Veränderungen der Schulter gezeigt, obwohl der
Beschwerdeführer
in den vier Monaten keinen einzigen Tag unfallbedingt arbeitsunfähig gewesen sei
(Urk. 8/19)
3.
5
Dr.
C._
erachtete
eine traumatische Rotatorenmanschettenruptur
in seinem
Sprechstundenbericht
vom 7
. Juni 2019
als mit überwiegender Wahrscheinlich
keit gegeben. Er begründete dies mit dem Unfallhergang, der Bildgebung und insbesondere dem jungen Alter des
Beschwerdeführer
s. Dies stehe auch in Ein
klang mit den dieses Jahr durch die Expertengruppe Schulterchirurgie der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie publizierten
Unterscheidungskriterien der degenerativen oder traumatischen Läsion der Rota
torenmanschette. Sollten dennoch weiterhin Zweifel bestehen
,
könne gerne mit einem auf
muskuloskelettale
Radiologie spezialisierten Radiologen Rücksprache gehalten werden
(Urk. 3/9)
.
3.
6
Med. pract.
D._
führte
in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 31. Juli 2019
aus, es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass bei dem Ereignis vom 14. Au
gust 2018 zwei Sehnen der Rotatorenmanschette akut
zerrissen
(Supraspinatus
sehne) und partiell
eingerissen
(Subscapularissehne)
seien
,
ohne dass daraus
akut einsetzende starke Schmerzen und eine deutliche Fun
ktionseinschränkung resul
tiert
en
. Um die Flugtauglichkeit zu erhalten
,
wäre vom
Beschwerdeführer
in einem solchen Fall zu erwarten gewesen, dass er sich zeitnah zu dem Ereignis in ärztliche Behandlung begeben hätte
. Nach einem Trauma komme es initial zu Schmerzen, die im Verlauf ein Decrescendo zeigen würden. Diese Reaktion sei uniform. Ein Crescendo der Schmerzen drei Monate nach einem Unfall könne als ungewöhnlich gelten und spreche nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit für eine Unfallkausalität der Beschwerden. Ein Decrescendo der Beschwerden im zeitlichen Verlauf nach dem Unfall sei im vorliegenden Fall nicht dokumentiert, es werde ein Beschwerdekontinuum
angegeben
. Häufig seien Ver
änderungen an den Sehnen der Rotatorenmanschette gut kompensiert, da sie langsam und schleichend eintreten würden
. Da die Entstehung der Veränderun
gen an der
Bicepssehne
, der
Supraspinatussehne
und der Subscapularissehne im vorliegenden Fall nicht mit
der notwendigen
Wahrscheinlichkeit
auf das Ereignis
vom 14. August 2018
zurückzuführen
sei, sei es überwiegend wahrscheinlich, dass diese Sehnen bereits zum Zeitpunkt des Ereignisses
tendinopathisch
verän
dert gewesen seien. Diese Veränderungen würden einen Vorzustand darstellen
. Das Argument, dass das Unfallereignis akut zu Schmerzen geführt habe, über
zeuge nicht in Bezug auf eine Unfallkausalität der Veränderungen an den Sehnen der Rotatorenmanschette. Denn eine Schulterkontusion verursache nach allge
meiner
traumatologischer
Erfahrung auch ohne jegliche strukturelle Schädigung Schmerzen, die für 4-6 Wochen anhalten könnten. Auch resultiere zumeist eine schmerzbedingte Funktionseinschränkung der Schulter. Strukturelle Schäden der Schulter zufolge eines akuten Traumas würden allerdings deutlich schwerere Funktionsausfälle verursachen. Solche seien im vorliegenden Fall jedoch zeitnah zum Ereignis vom 14. August 2018 nicht dokumentiert.
Das MRI sei erst vier Monate nach dem Ereignis vom 14. August 2018 durchgeführt worden. Es sei bekannt, dass anhand der bildgebend dargestellten Veränderungen an den Seh
nen der Rotatorenmanschette zu diesem Zeitpunkt eine Unterscheidung zwischen
traumabedingten
und degenerativen Veränderungen nicht mehr gelinge. Das
Alter stelle kein überzeugendes Argument für oder gegen eine Unfallkausalität der
Rotatorenmanschettendefekte
i
m vorliegenden Fall dar, da der
Beschwerde
führer
zum Zeitpunkt des Unfalls 44 Jahre alt
,
damit bereits im mittleren Lebens
alter und nicht mehr jung gewesen sei
. Zusammengefasst seien die mit dem MRI vom 14. Dezember 2018 dokumentierten Veränderungen der rechten Schulter (
Tendinopathie
der
Bicepssehne
,
transmurale
Zusammenhangstrennung der Supraspinatussehne, partielle Zusammenhangstrennung der Subscapularissehne, unregelmässige Kontur des
Humeruskopfes
wie bei Hill-Sachs-Läsion) nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit Folge des Unfalls vom 14. Au
gust 201
8.
Der Zustand, wie er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne das Ereignis vom 14. August 2018 eingetreten wäre, sei nach allgemeiner
trau
matologischer
Erfahrung spätestens sechs Wochen nach dem Unfall wieder erreicht
gewesen
. Eine Arztkonsultation sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgt
(Urk. 9/2).
4.
4.1
Der
Schadenmeldung vom 18. Dezember 2018
ist
zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
von einer Mauer
stürzte
und sich dabei mit
dem rechten Arm auffing
(Urk. 8/1). Dahingegen schilderte der
Beschwerdeführer
gegenüber Dr.
A._
ein direktes Anpralltrauma bei einem Sturz auf die rechte Schulter (Urk. 8/28, vgl. auch Urk. 8/6 und Urk. 8/16) und auch im Sprechstundenbericht von Dr.
C._
vom 11. Juni 2019 ist von einem Sturz auf die rechte Schulter die Rede (Urk. 3/9). Wie es sich diesbezüglich genau verhält
,
kann jedoch offen
bleiben, zumal
sich anhand der Akten und der Ausführungen der Parteien keine Hinweise auf ein schweres Trauma ergeben und
dem Kriterium des Unfallmecha
nismus zur Beurteilung der Unfallkausalität gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung
ohnehin
keine übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen wird. Viel
mehr geht es darum, die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprechen aus medizinischer Sicht gegeneinander abzuwä
gen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_59/2020 vom 14. April 2020 E.
5.3-
5.4).
Med
. pract.
D._
hat
in seiner Beurteilung vom 31. Juli
2019 beide
potentiellen
Unfallmechanismen (direk
tes Anpralltrauma beziehungsweise
Auffangen des Sturzes mit dem rechten Arm)
berücksichtigt
(Urk. 9/2 S. 10)
, womit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen zur Sach
verhaltsermittlung im Zusammenhang mit dem Unfallmechanismus hinreichend Rechnung getragen wurde.
Als weitere Faktoren zur Beurteilung der Unfallkau
salität sind die
MRI-Diagnostik,
die
Vorgeschichte,
der Primärbefund sowie der
Verlauf zu berücksichtigen
, wobei es sich auch bei der Interpretation der MRI-Diagnostik lediglich um ein Beurteilungskriterium unter vielen handelt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_59/2020 vom 14. April 2020 E. 5.3-5.4).
4.2
In Bezug auf den Verlauf ist darauf hinzuweisen
,
dass keine echtzeitlichen Arzt
berichte
vorliegen
, welche eine Bewegungseinschränkung
oder
sonstige Beschwerden
an
der rechten Schulter direkt nach dem
Unfall
vom 14. August 2018 belegen würden. Alleine aus
seiner erstmals
am 13. November 2018
gegen
über Dr.
A._
getätigten Aussage, wonach er seit drei Monaten Schmerzen über dem ventralen Aspekt der Schulter verspüre (Urk. 8/6), vermag der
Beschwerde
führer
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_446/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 5.2.1).
Gegen den Eintritt von
massgebli
chen
Beschwerden
an der rechten Schulter unmittelbar nach dem
Unfall
spricht auch, dass der
Beschwerdeführer
seiner Arbeitstätigkeit vollumfänglich und ununterbrochen nachzugehe
n vermochte (E. 2.2)
, wobei er als
Pilot
seinen rech
ten Arm zur Bedienung der Instrumente im Überkopfbereich einzusetzen hatte (vgl. Urk. 9/2 S. 6). Wie in der kreisärztlichen Beurteilung
von med. pract.
D._
schlüssig dargelegt
(Urk. 9/2 S. 6-7)
,
wäre
auch
angesichts der dem
Beschwerde
führer
als Pilot zukommenden grossen Verantwortung
zu erwarten gewesen, dass
er sich bereits
bei geringen
Beschwerden
unmittelbar nach dem Unfallereignis in ärz
tliche Behandlung begeben hätte. Eine ärztliche Konsultation im Zusammen
hang mit Beschwerden an der rechten Schulter fand jedoch
– unbestritte
ner
massen
(vgl. Urk. 1 und Urk. 15)
– erstmals am 1
3
. November 2018
statt, wobei
es sich diesbezüglich um eine Kontrolluntersuchung der nicht vom Ereignis vom 14. August 2018 betroffenen linken Schulter handelte (vgl. Urk. 8/6)
.
Selbst anlässlich dieser Untersuchung erachtete Dr.
A._
den
Beschwerdeführer
stets noch als zu 100
%
arbeitsfähig und ein MRI
der rechten Schulter
sei
nur
bei Bedarf
erforderlich
(Urk. 8/6
).
Damit sind direkt nach dem Unfall einsetzende Beschwerden an der rechten Schulter nicht mit überwiegen
der Wahrscheinlich
keit erstellt
und spricht der Verlauf
gegen eine Unfallkausalität der im MRI vom 14. Dezember
2018
dokumentierten
strukturellen
Verletzungen an der Rotatoren
manschette.
4.3
Im Weiteren sind gestü
tzt auf die Akten – entgegen den
Vorbringen des
Beschwerdeführer
s (E. 2.2) –
zahlreiche degenerative Veränderungen an der Rotatorenmanschette erstellt.
Die Ärzte des
E._
stellte
n
basierend auf dem MRI vom 14. Dezember 2018
eine leichte Tendinopathie der langen Bizepssehne
sowie einen gering unregelmässig konfigurierten Aspekt des
Humeruskopfes
fest (E. 3.1). Dr.
Z._
machte
in seiner kreisärztlichen Stellungnahme vom 21. Ja
nuar 2019
ausgedehnte degenerative Veränderungen am Sehnenansatz aus. Zudem
verwies er auf Eigenschaften am Stumpf wie zum Beispiel
Delaminatio
nen
, welche typischerweise degenerativ bedingt seien (
Urk. 8/15
).
Auf erneute Vorlage des Aktendossiers hin
führte
Dr.
Z._
in seiner Beurteilung vom 31. Januar 2019
die dem
MRI vom 14. Dezember 2018
zu entnehmenden
dege
nerative Faktoren
im Einzelnen auf
und unterlegte
die
se
dadurch, dass er die
aussagekräftigen
Stellen aus den MRI-Aufnahmen in seinem Bericht markierte.
Die ausgedehnten und zum Teil stark ausgeprägten degenerativen Veränderungen
seien
mit klar überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein seit langer Zeit beste
hendes
subakromiales
Impingement
zurückzuführen und würden
die
Beschwer
den des Beschwerdeführers perfekt erklären (Urk
. 8/19, E. 3.4).
Dr.
B._
, Dr.
A._
und auch Dr.
C._
führten die strukturellen Schäden zwar kausal auf d
as Unfallereignis vom 14
. August 2018
zurück,
stellten
in ihren Berichten aber
bezeichnenderweise
jeweils nicht in
Frage
, dass
sich – wie von Dr.
Z._
dargelegt –
dem MRI vom 14. Dezember 2018
zahlreiche degenerative Verände
rungen an der Rotatorenmanschette entnehmen lassen
(E. 3.2-3.3, E. 3.5).
Sodann befasste sich
m
ed. pract.
D._
in sein
er Beurteilung vom 31. Juli 2019
im Einzelnen mit den degenerativen Veränderungen der Sehnen der R
otatorenman
schette und gelangte
nach ausführlicher Auseinandersetzung mit den gegenteili
gen B
erichten der behandelnden Ärzte
zum Schluss,
dass die Veränderungen an der
Bicepssehne
, der
Supraspinatussehne
und der Subscapularissehne im vorlie
genden Fall nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit Folge des Ereignisses vom 1
4. August 2018 sind
(E. 3.6)
.
4.4
Die Schlussfolgerung
en
der beiden Kreisärzte Dr.
Z._
und med.
pract
.
D._
,
wonach
die strukturellen Veränderungen im rechten Schultergelenk insgesamt als degenerativ zu beurteilen und nicht überwiegend wahrscheinlich Folge der erlit
tenen Kontusion sind, erweis
en
sich in Anbetracht des Gesagten als begründet und nachvollziehbar. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass es sich dabei um Aktenbeurteilung
en
handelt, zumal vorliegend bei an
sich feststehendem medizinischem Sachverhalt die direkte fachärztliche Befassung mit der versicher
ten Person in den Hintergrund rückt (v
gl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_5
58/2016 vom 4. November 2016 E.
6.1 mit Hinweis, 8C_855/2018 vom 14. März 2019 E.
6.1)
. Entgegen dem Dafürhalten des
Beschwerdeführer
s vermö
gen die Stellungnahmen der behandelnden Ärzte keine
ernsthaften
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Beur
teilung hervorzurufen. So begründeten die
se
insbesondere nicht, weshalb sie trotz den zahlreichen degenerativen Veränderungen auf eine traumatische Ursache der
Rotatorenmanschettenrupturen
schlossen.
Die
–
erst Monate nach dem Unfallereignis einsetzende
n (vgl. dazu E. 4.2
) –
Beschwerden an der rechten
Schulter
wur
den durch Dr.
Z._
und
med.
pract
.
D._
nachvollziehbar
auf degenerative
Veränderungen
zurückgeführt
(
Urk. 8/19,
Urk. 9/2 S. 11)
und
stellen
damit kein Argument für eine traumatische Ursache des
strukturellen
Gesundheitsschadens
dar
.
Ebenfalls genügt
– wie von med. pract.
D._
in seiner kreisärztlichen Beurteilung nachvollziehbar begründet (vgl. Urk. 9/2 S. 11-12) –
das
«junge Alter» (vgl. E. 3.5
) des
Beschwerdeführer
s
nicht
,
um
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf
eine
traumatische
Ursache
des Gesundheitsschadens schliessen zu können
.
Da Zweifel an der medizinischen Beurteilung demnach nicht ange
bracht sind, ist in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere medizinische Abklärungen zu verzichten (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
4.
5
Soweit sich der
Beschwerdeführer
auf eine vor dem 14. August 2018
bestehende
Schmerzfreiheit beruft
(Urk. 1 S. 2)
handelt es sich
um eine beweisrechtlich unzulässige Argumentation nach der Formel
«
post
hoc ergo
propter
hoc», welche zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (
BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1
).
4.6
Nachdem das
Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit darüber zu befinden hat, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung gegeben ist und die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs
für die Begründung
eines Leistungsanspruches nicht
genügt (vgl.
E. 1.4.2
),
ist mit der Beschwerde
gegnerin gestützt auf die
Beurteilungen der Kreisärzte Dr.
Z._
(Urk. 8/19) und med. pract.
D._
(Urk. 9/2)
davon
au
szugehen, dass der Unfall vom 14
. Au
gust 2018
zu keinen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellbaren struk
turellen Verletzungen im
rechten Schultergelenk
in Form der festgestellten
Sehnenrupturen
geführt hat, sondern lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes.
4.7
In Bezug auf die Folgen der Kontusion der rechten Schulter ist mit med. pract.
D._
vom Erreichen des Status quo sine spätestens 6 Wochen nach dem Unfall
, somit Ende September 2018
auszugehen.
Seine Beurteilung lässt sich
denn
auch mit dem
Reintegrationsleitfaden Unfall (Rele
ase 2010 - Version 1.0)
verein
baren
, wonach bei Schulterkontusionen eine
Behandlungsdauer von maximal sechs Wochen angegeb
en wird
(vgl. Ziff. 5a, S. 65)
.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
den Fall auf den 12. Novem
ber 2018
abschloss
.
5.
5.1
Zu prüfen bl
eibt, ob die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6
Abs. 2 UVG leis
tungspflichtig ist, fallen doch die in der MR
I-Untersuchung vom 14. Dezember 2018 festgestellte Ruptur der Supraspinatussehne sowie die
Partialruptur der Subscapularissehne
(Urk. 8/7
) unter die
in Art. 6
Abs. 2 UVG aufgelisteten Kör
perschädigungen im Sinne von Sehnenverletzungen (BGE 114 V
298
E. 5c
, Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2019 vom 18. Februar 2020 E. 6.2
).
5.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen UVV per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Kör
perschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernom
men werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat der Unfallversicherer nach Mel
dung einer Listenverletzung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von
Art. 4 ATSG zurückzufüh
ren, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kr
iterien des Unfallbegriffs nach
Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer
für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit
1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnüt
zung ode
r Erkrankung zurückzuführen ist
(
BGE 146 V 51
E. 9.1)
.
5.4
Im hier zu beurteilenden Fall
verhält es sich so, dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 14. August 2018
zwar
grundsätzlich als Unfall im Sinne von
Art. 4 ATSG anerkannt hat
(vgl. Urk. 8/21)
. Die medizinischen Abklärungen
ergaben in der Folge aber, dass die
festgestellten
Rupturen an der Rotatorenmanschette
nicht auf das Unfallereignis
zurückzuführen sind. Beim U
nfall kam es lediglich zu einer
Kontusion der
rechten Schulter mit
einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustan
des (vgl. E. 4.4-4.6). Mit anderen Worten hat die
Beschwerdegegnerin
den Nachweis da
für erbracht, dass das Ereignis vom 14. Au
gust 2018
kei
ne auch nur geringe Teilursache
der Sehnen
rupturen
bildet. Damit ist aber gleichzeitig auch erstellt, dass diese Listenv
erletzung vorwiegend, das heisst
zu mehr als 50
% (vgl. dazu: hiervor zitierter
BGE
146 V 51 E. 8.2.2.1)
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, zumal es keinen Hinweis auf ein nach
dem Unfall vom 14. August 2018
eingetretenes initiales Ereignis gibt, das Anlass zu Weiterungen geben könnte. Die
Vermut
ung der Leistungspflicht gemäss Art. 6
Abs. 2 UVG ist demnach umgestossen und der Unfallversicherer von seiner Pflicht befreit.
6
.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. Mai 2019 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.