Decision ID: 14442a7b-2348-4bbd-a8c8-d23358e0a959
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene X._, welche in ihrer Heimat die Grundschule besucht hatte, reiste 1987 in die Schweiz ein und arbeitete ab 1999 als Ser
viceangestellte in einem Restaurant. Am 23. September 2002 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Hauterkrankung, ein Weichteilrheuma sowie auf Depressionen bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(Urk. 6/2). Die IV-Stelle sprach ihr nach polydisziplinärer Begutachtung (Gut-achten des Y._ vom 27. Oktober 2003 [Urk. 6/19]) mit Verfügung vom 24. Februar 2004 ab dem 1. Dezember 2002 bei einem Inva
liditätsgrad von 63 % eine halbe und ab dem 1. März 2003 bei einem Invali
ditätsgrad von 70 % eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 6/24-27).
1.2
Anlässlich zweier am 8. Dezember 2005 (Urk. 6/31) beziehungsweise am 10. Juni 2009 (Urk. 6/42) eingeleiteter ordentlicher Rentenrevisionsverfahren bestätigte die IV-Stelle mit Mitteilungen vom 22. Juni 2006 (Urk. 6/39) und 25. August 2009 (Urk. 6/47) den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 70 %.
1.3
Im Rahmen eines weiteren ordentlichen Rentenrevisionsverfahrens (Fragebo
gen vom 25. September 2012 [Urk. 6/49]) veranlasste die IV-Stelle eine erneute polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten. Das Z._ erstattete das Gutachten am 22. August 2013 (Urk. 6/64). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 20. Januar 2015 [Urk. 6/69]; Einwand vom 17. März 2015 [Urk. 6/74]) hob die
IV-Stelle die bisherige ganze Invalidenrente mit Verfügung vom
28. April 2015 gestützt auf lit
. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (
6.
IV-Revision)
auf (Urk. 6/77). Dagegen wurde am 22. Mai 2015 Beschwerde beim hiesigen Gericht erhoben. Da die Beschwerde in der Folge wieder zurückgezogen wurde, schrieb das hiesige Gericht den Prozess mit Verfügung vom 29. Mai 2015 als durch Rückzug der Beschwerde erledigt ab (Urk. 6/81; vgl. auch Urk. 6/78-80).
1.4
Die Versicherte beantragte bei der IV-Stelle am 18. Mai 2015 die Durchfüh
rung von Eingliederungsmassnahmen im Rahmen der Bestimmungen der 6. IV-Revision (Urk. 6/78). Mit Mitteilung vom 13. Juli 2015 erteilte die
IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für eine Potenzialabklärung vom 13. Juli bis 7. August 2015 (Urk. 6/88). In diesem Zusammenhang verfügte sie am 13. Juli 2015 die Weiterausrichtung der ganzen Invalidenrente ab dem 1. Juni 2015 und wies darauf hin, dass die Weiterausrichtung der Rente bei Abbruch der Massnahme wieder eingestellt werde (Urk. 6/89). Am 15. Juli 2015 unterzeichnete die Versicherte die Zielvereinbarung für die Potentialab
klärung (Urk. 6/91). Mit ärztlichem Zeugnis vom 16. Juli 2015 wurde ihr eine Arbeitsunfähigkeit vom 16. bis 31. Juli 2015 attestiert (Urk. 6/92). Die Potentialabklärung war aufgrund der nur dreitägigen Präsenz somit nicht möglich (vgl. Abschlussbericht vom 21. Juli 2015 [Urk. 6/93]). Nach durch
geführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 4. August 2015 [Urk. 6/94]; Einwand vom 3. September 2015 [Urk. 6/96] und Rückzug des Einwandes vom 13. Oktober 2015 [Urk. 6/99]) verfügte die IV-Stelle am 18. November 2015 den Abbruch der Wiedereingliederungsmassnahmen (Urk. 6/100).
1.5
Am 25. Januar 2016 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Bei
lage diverser Arztberichte bei der IV-Stelle wieder zum Leistungsbezug an (Urk. 6/103). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 8. März 2016 [Urk. 6/114]; Einwand vom 11. April 2016 [Urk. 6/115] bezie
hungsweise 13. Mai 2016 [Urk. 6/118]) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Oktober 2016 auf das neue Leistungsbegehren nicht ein (Urk. 2 [= Urk. 6/122]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 25. November 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf das Leistungsbegehren ein
zutreten zwecks Abklärung eines Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen und gegebenenfalls eine Invalidenrente (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. Januar 2017 angezeigt wurde (Urk. 7).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach vorangegangener Verweigerung einer Rente der Invalidenversicherung wird
eine neue Anmeldung zum Leistungsbezug nur geprüft, wenn glaubhaft ge
macht
worden ist, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Dies gilt auch für Neuanmel
dungen nach einer rückwirkend befristet zugesprochenen Rente (BGE 133 V 263) oder nach einer revisionsweisen Aufhebung einer zuvor ausgerichteten unbefristeten Rente
(vgl. etwa Urteile des Sozialversicherungs
gerichts des Kan
tons Zürich IV.2004.00234
vom 21. Juni 2005 E. 2 und IV.2006.00491 vom 18. Dezember 2007
E. 1.4). Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vor
angegangener rechtskräftiger Leistungs
verweigerung immer wie
der mit gleich
lautenden und nicht näher begründe
ten, das heisst keine Verän
derung des Sach
verhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 114 E. 2a, 109 V 264 E. 3). Die Verwaltung ent
scheidet somit zunächst nur, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so kann sie das
Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten erledi
gen. Dabei wird sie
unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaft
ma
chung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 67 ff. E. 5.2, 130 V 72 E. 2.2 mit Hin
weisen). Da der Ver
wal
tung insofern ein gewisser Beurteilungsspielraum zu
steht, der grund
sätzlich
zu respektieren ist, überprüft das Gericht d
ie Eintre
tensfrage nur dann, wenn das
Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Ver
waltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Be
schwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beurtei
lung der Eintre
tens
frage, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein
getreten ist (BGE 109 V 114 E. 2b).
1.2
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die materiellrechtli
che Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung eingetretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorange
gangenen Verweigerung von Eingliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesge
richt entschieden, dass Eingliederungsleistungen gleich wie Renten und Hilflosenentschädigungen zu behandeln sind und dass demzufolge
Art.
17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungsbestimmungen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleistungen angewendet wer
den müssen.
Art.
87
Abs.
3 IVV betrifft – trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der Hilflosenentschädigung» – zwar nicht die eigentliche materiellrechtliche Revision laufender Leistungen, sondern einen andern Sachverhalt, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener Leis
tungsverweigerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorerwähnte Rechtspre
chung auch auf
Art.
87
Abs.
3 IVV auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzuwenden. Auf
grund der dortigen Verweisung auf
Art.
87
Abs.
2 IVV
ist daher, wenn eine Eingliederungsleistung verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prü
fen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
1.3
Die versicherte Person muss die massgebliche Tatsachenänderung mit der Neu
anmeldung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach der Versi
che
rungsträger von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158
E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein Eintretenstatbestand glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Be
weis
mittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht wür
den oder
von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine ange
messene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Mass
nahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvor
kehren geeignet sind, den entspre
chenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbin
den, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichtein
treten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 E. 5.2.5).
1.4
Richtet sich die Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid, hat das Ge
richt ausschliesslich zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwal
tung zu
Recht nicht auf das Leistungsbegehren eingetreten ist. Der richterli
che Ent
scheid
in der Sache hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situ
ation al
lein den for
mellen Gesichtspunkt des vorinstanzlichen Nichteintretens zum Ge
genstand. Mit den materiellen Anträgen hat sich das Gericht dagegen nicht zu befassen (BGE 121 V 159 E. 2b, 116 V 266 E. 2a, SVR 1997 UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
2.1
Mit Nichteintretensverfügung vom
26. Oktober 2016
stellte die Beschwerdegeg
nerin fest, die Beschwerdeführerin habe nicht glaubha
ft dar
gelegt, dass sich die tat
sächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung
vom 18. November 2015
wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor
. Auch ein Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung gelte nicht als IV-relevant
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 25. November 2016 ein, als Vergleichszeitpunkt sei nicht die Verfügung vom 18. November 2015 (Abbruch der Wiedereingliederungsmassnahmen), sondern diejenige vom 28. April 2015 (Einstellung der Invalidenrente) massgeblich. Die Beschwerdeführerin berichte aber über eine Schmerzverstärkung seit Juli 2015. Im MRT der Lendenwirbelsäule vom 11. Februar 2016 seien eine kleine Diskushernie auf der Höhe L4/5 mit möglicher Irritation L5 sowie eine leichte dorsale Diskusprotrusion auf Höhe L5/S1 mit feinem Riss des Anulus fibrosus dargestellt worden. Bereits damit sei eine Verschlechterung ausgewiesen. Dass eine solche degenerative Veränderung möglicherweise nicht unge
wöhnlich für das Alter der Beschwerdeführerin sei, dürfe für die Bewertung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit keine Rolle spielen. Auch die Diag
nose einer Migräne sei geeignet, eine Leistungseinschränkung herbeizufüh
ren. Ferner habe sich die Beschwerdeführerin vom 22. November bis 24. Dezember 2015 in intensiver, interdisziplinärer Behandlung im A._ befunden. Dennoch bestehe eine mittelschwere Depres
sion. Eine Überwindbarkeit sei somit trotz stationärer Therapie nicht möglich. Weiter bestehe ein Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung, diesbezüglich sei ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen. Unbe
rücksichtigt geblieben seien ausserdem die neuerlich aufgetretenen Darm
probleme und die Amputation zweier Zehen (Urk. 1).
3.
3.1
3.1.1
Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, dient
als Referenzzeit
punkt
für die Beurteilung, ob eine Veränderung glaubhaft gemacht wurde,
die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. April 2015
(Urk. 6/77).
Diese beruhte
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh
rung eines Einkommensvergleichs (BGE 133 V 108 E. 5.4
).
3.1.2
I
n medizinischer Hinsicht
stützte sich die IV-Stelle bei der Aufhebung der Rente auf das polydisziplinäre Gutachten des Z._ vom 22. August 2013 (Urk. 6/64), welches auf internistischen, orthopädischen, dermatologischen und psychiatrischen Untersuchungen beruhte (Urk. 6/64/3). Interdisziplinär wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 6/64/30):
h
ereditäre palmoplantare Keratose vom Typ Vörner-Unna-Thost
panvertebrales, cervical-betontes myofaszial
es Schmer
zsyndrom im Sinne einer Fibromya
lgie
a
nhaltende s
omatoforme Schmerzstörung mit
deutlicher affektiver Beeinträchtigung
Sodann wurden im Gutachten die folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (Urk. 6/64/31):
Peritendinose linke
Schulter ohne Funktionsstörung
Status nach HWS-Traumatisi
erung 12/01, aktuell keine Residuen
Adipositas
Verda
cht auf arterielle Hypertonie
Status nach Proctocolitis 2009
Status nach He
licobacter pylori-positiver Gastritis anamnestisch
Status nach Eisenmangelanämie anamnestisch
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde festgehalten, s
ubjektiv
stünden
einerseits Schmerzen des muskuloskelettären Apparates im Vorder
grund, verbunden mit erhöhter Müdigkeit und depressiven Symptomen, andererseits Behinderungen aufgrund der angeborenen Hyperkeratose. Kli
nisch zeig
t
en sich chronische Veränderungen im Bereich der Hände und Füsse im S
inne von ausgeprägten Hyperkera
tosen
und tiefen Rhagaden. Diese Haut
veränderungen stell
t
en eine deutliche Beeinträchtigung der
Beschwerdeführerin beim Gehen und auch bei i
ntensiven manuellen Tätig
keiten dar. Im a
ktuellen Zustand sei
natürlich die Funktion der
Akren einge
schränkt, jedoch seien
diese V
eränderungen stärker plantar als
palmar aus
geprägt u
nd die lokale Therapie erscheine
nicht konsequent durchgeführt zu werden, so dass bei adäquater Therapie auch die Ar
beit
s
fähigkeit gesteigert werden könnte
. Neben der d
ermatologischen Affektion leide
die
Beschwer
deführerin
an einem Ganzkörperschmerzsyndrom des muskuloskelettären Apparates, aus ortho
pädischer Sicht im Sinne einer Fi
bromyalgie, aus psy
chiatrischer Sicht einer anhaltenden somatofor
men Schmerzstörung entspre
chend. Damit verbunden sei
eine affektive Beeinträchtigung der
Beschwer
deführerin, welche
aber nicht im Sinne eines eigenständigen affektiven Lei
dens
diagnostiziert werden könne
, sondern im Rahmen des somatoformen Geschehens
gesehen werde; mithin handle es sich heut
e nicht um eine mit
telschwere bis schwere depressive Beeinträchtigung, sondern um eine leichte bis maxima
l mittelschwere. Immerhin bestünden
depressive Episoden nach Aktenlage seit langem, auch ausgeprägter. Aufgrund des
psychischen Lei
dens,
respektive der Fibromyalgie sei
die
Beschwerdeführerin
(aus psychiat
rischer Sicht) in ihrer Arbeitsfähigkeit ebe
nfalls erheblich eingeschränkt
. Bezüglich de
r Konsistenzprüfung bestünd
en Unklarheiten, was die aktuelle an
tidepressive Medikation betreffe (aktuell Überdosierung).
A
uch die Ausprä
gung des dermatologischen Lei
dens in der heutigen Schwere sei
mit adäqua
ter Behandlung ebenfalls nicht ohne weiteres erk
lärbar. Denkbar sei
, dass die
Beschwerdeführerin diese Behandlung vernachlässige
, sei es aufgrund des affektiven Leidens oder aus anderen
Gründen. Auch wenn das dermatologi
sche Leiden rezidiviere, so sei
doch eine Besserung und deutliche Stabilisie
rung unter adäquater Therapie zu erwarten
(Urk. 6/64/31 f.)
.
Die Gutachter gelangten zum Schluss, i
n ihrer bisherigen Tätigkeit als Mita
r
beiterin in der Gastronomie sei die Beschwerdeführerin heute nicht mehr arbeitsfähi
g. Dies einerseits aufgrund des dermatologischen Leidens, welches langes Gehe
n als ungünstig erscheinen lasse
,
ebenso seien
Tätigkeiten im feuchten Milieu nicht zumutbar. Darüber hinaus best
ünden
sicherlich erheb
liche Schwierigkeiten bei de
r Wiedereingliederung aus kosmet
ischen Grün
den, welche
in der
angestammte
n
Tätigkeit als relevant
angesehen würden
.
Auch a
u
fgrund des chronifizierten Schmerzleidens sei
die
Beschwerdeführe
rin
in
der
angest
ammten Tätigkeit eingeschränkt. In einer dem dermatologi
schen Leiden adaptierten Tätigkeit bestehe
heute eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lediglich aufgrund der
Fibromya
lgie/der somatoformen Schmerzstörung
(Urk. 6/64/32)
.
Aktuell sei – ohne Berücksichtigung versi
cherungspsy
chiatrisch relevanter Aspekte –
von einer 70%igen Arbeitsunfä
higkeit auszugehen
(Urk. 6/64/34)
.
Aus dermatologischer Sicht sei
zu e
r
war
ten, dass sich die Arbeitsfähigkeit durch Anwendung intensiver lokaler The
rap
ien verbessere
.
Aus psychiatrischer Sicht könne
gesagt werden, dass die
Beschwerdeführerin in ihrem Leiden weit
estgehend chron
ifiziert sei. Es
besteh
e
eine deutlich
e Fixierung mit wesentlich somatischem Krankheitsver
ständnis. Lediglich möglicherweise sei
davon auszugehen, dass durch eine Intensivierung der
psychotherapeutischen/psychopha
rmakologischen Mass
-
nahmen eine Verbesserung
der Arbeitsfä
higkeit in ada
ptierte
r Tätigkeit erreicht werden könne. Allerdings seien
die therapeutischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft.
Unklar sei
, wie weit die ambulant von der
Beschwer-deführerin
selbst dur
chgeführte Behandlung adä
quat sei
, anamnestisch be
-
st
ünden
depressive Einbrüche mit Vernachlässigung der Selbstpflege (womit auch eine Vernachlässigung der andauernd notwen
digen keratolytischen Behandlung einhergehen dürfte), so dass eine kontrol
lierte intensive statio
-
näre dermatologische wie auch psychiatrisch
e Behand
lung doch empfohlen werde
. Erst wenn auch unter einer solchen stationären Behandlung sich das Krankheitsbi
ld als therapierefraktär erweise, müsse
wohl resigniert
werden (Urk. 6/64/32 f.).
3.1.3
Die Beschwerdegegnerin erachtete die Schmerzproblematik in der Folge als überwindbar, weshalb sie von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging (Urk. 6/69/2 f.).
3.2
3.2.1
Im ambulanten Bericht des B._, Interdisziplinärer Not
fall, vom 24. September 2015 wurde die Verdachtsdiagnose transitorische ischämische zerebrale Attacke gestellt (Urk. 6/102/3-4). Es wurde eine
MRI-Untersuchung des Neurokraniums und der zuführenden Gefässe veran-lasst.
3.2.2
Das MRT des Neurokraniums vom 24. September 2015 am Röntgeninstitut C._ (Urk. 6/102/5) ergab eine regelrechte Darstellung des Zerebrums.
3.2.3
Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Neurologie, stellte in ihrem Bericht vom 7. Januar 2016 (Urk. 6/102/6-10) die Diagnose: Status nach akuten Kopfschmerzen, gefolgt von Wortfindungs- sowie agnostischen Störungen und Verschwommensehen, Differentialdiagnose Migräne mit Aura/Basilaris-migräne/TIA am 20. September 2015. Sie hielt sodann fest, eine transient-ischämische Attacke halte sie aufgrund der beschriebenen Symptomatik, des unauffälligen cerebro-vaskulären Dopplerbefundes sowie des unauffälligen Schädel-MRI-Befundes als eher weniger wahrscheinlich.
3.2.4
Im Austrittsbericht des A._ vom 11. Januar 2016 (Urk. 6/102/11-15), wo die Beschwerdeführerin vom 22. November bis 24. Dezember 2015 stationär behandelt wurde, wurden die folgenden Diag
nosen aufgeführt (Urk. 6/102/11):
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren
(ICD-10
F45.41
)
Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule, der Ellbogen und
Handgelenke, Sprunggelenke beidseits
sowie des Knie
s rechts
, Ten
derpoints 18/18 positiv
degenerative Ver
änderung der Lendenwirbelsäule, kein Hinweis
auf Spondylitis anterior, kein Hinweis auf ISG-Arthritis beidseits (MRI LWS und ISG 04.10.2011)
Depression zur
Z
eit
mittelschwer
Verdacht auf Posttraumatische Belastungsstörung
Flashbacks, Arousa
l
Anamnestisch: TIA
(transitorische ischämische Attacke)
am 20.09.2015
Palmoplantare Keratose Typ Vörne
r
Schleim im Stuhl
12/15
(
A._
)
anamnestisch Darmentzündung in der
Koloskopie
2013, antibio
tisch behandelt
Calpro
tectin normwertig (<10 mg/kg)
Kol
oskopie empfohlen
Die behandelnden Ärzte führten im Wesentlichen aus, a
uf ein warmes Hand
bad mit Rahm und La
vendelöl gefolgt auf das Einreib
en der vorbe
stehenden topischen Therapie habe
die Beschwerdeführerin
eindrück
lich gut angespro
chen und es habe
ihr grosse Erleichterung
gebracht bei der ausgeprägten
palmoplantaren Keratose
(Urk. 6/102/13)
.
Bei
der Beschwerdeführerin habe
sich im Rahmen der psychosozialen Belastungen in der Vergangenheit und Gegenwart ein chronisches Schmerzsyndrom
entwickelt. Es gebe
Anzeichen für ein P
osttraumatisches Belastungssyndrom. Es ergä
ben sich deutliche Hinweise für Schuld- und Schamgefühle, nicht ausreichende Selbstsorge, Traumata in der Vergangenheit
,
aber auch
gute Introspektions- und Reflex
i
onsfähigkeiten, sowie Motivation, an diesen Faktoren etwas zu verändern.
Sie habe
sich engagiert
gezeigt
und gut mit
ge
arbeitet,
habe das Gelernte gut umsetz
en
können und
damit die Reh
abilitationsziele erreicht. Ein
Tagesplan für zu Hause
sei
mit ihr besprochen
worden
.
Die Beschwerdeführerin habe sich
während der Hospitalisation psychophysisch stärken, psychophysische
Zusammenhä
nge erkennen und hilfreiche neue Verhaltens- und Denkweisen erarbeiten und üben
können
.
Sie habe
sehr viele Zusammen
hänge erkannt
und gute Fortschritte
gemacht (Urk. 6/102/14).
3.2.5
Im Bericht des Röntgeninstituts C._ vom 11. Februar 2016 (Urk. 6/107) wurde festgehalten, es bestehe eine
Chondrosis intervertebralis L4/5 mit eine
r
kleinen, rechts paramedian bis kna
pp rezessal reichenden Diskushern
ie und mögliche
r
I
rri
tation von L5 rechts.
Sodann bestehe eine n
ach kaudal zuneh
mende mässiggradig
e Spondylarthrose und ein konsekutiv eingeengtes rech
tes Neuroforamen
auf Höhe L5/S
1. Eine
Spinalkanalstenose
liege nicht vor
.
4.
4.1
Die im Neuanmeldungsverfahren aufgelegten
medizinischen Unterlagen ent
hal
ten keine Hinweise auf eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit
der Rentenaufhebung im Jahr 2015 (
Urk. 6/77)
.
4.2
Es steht
nach wie vor
eine Schmerzverarbeitungsstörung (E. 3.2.4) im Vorder
grund. Der Austrittsbericht des A._ vom 11. Januar 2016 bestätigt sogar die Vermutung der Gutachter des Z._ aus dem Jahr 2013, wonach
di
e therapeutischen Möglichkeiten noch nicht aus
geschöpft gewesen seien (E. 3.1.2), denn der einmonatige Rehabilitationsauf
enthalt im A._ führte zu einer psychophysischen Stärkung der Beschwerdeführerin. Sie habe
sich engagiert
gezeigt
und gut mit
ge
arbeitet,
habe das Gelernte gut umsetz
en
können und
damit die Reh
a
bilitationsziele erreicht. Sie habe
sehr viele Zusammen
hänge erkannt
und gute Fortschritte
gemacht (E. 3.2.4). Auch bezüglich des dermatologischen Leidens konnte eine „erfreuliche Wirkung“ erzielt werden (Urk. 6/102/15), was die Einschätzung der Gutachter des Z._ aus dem Jahr 2013 wiederum bekräftigte; sie hatten von einer adäquaten
Therapie
eine Besserung und
deutliche Stabilisierung
erwartet (E. 3.1.2).
Der Hinweis der Beschwerdeführerin auf die im Austrittsbericht des A._ vom 11. Januar 2016 gestellte Diagnose einer mittel
schweren Depression sowie auf die darin geäusserte Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung ist sodann nicht zielführend. Es liegt lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor, denn die Gut
achter des Z._ betrachteten die bereits damals bestehende affektive Beein
trächtigung nicht als eigenständiges Leiden, sondern verbanden sie mit dem somatoformen Geschehen. Das affektive Leiden stuften sie als leicht bis maximal mittelschwer ein (E. 3.1.2), womit diesbezüglich keine Veränderung glaubhaft gemacht ist.
Die Verdachtsdiagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung
reicht sodann nicht aus, um eine
Veränderung des Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen. Zum einen müsste die Ver
dachtsdiagnose zuerst bestätigt werden, was jedoch nicht Gegenstand von Abklärungen der Beschwerdegegnerin sein kann, da der Untersuchungs
grundsatz nicht gilt (E. 1.3). Zum anderen ist ohnehin davon auszugehen, dass auch der Verdachtsdiagnose kein veränderter Befund zugrunde liegt, da die Biographie der Beschwerdeführerin bereits den Gutachtern des Z._, ins
besondere dem begutachtenden Psychiater (vgl. Urk. 6/64/23), bekannt war. Im Bericht des A._ vom 11. Januar 2016 wurde lediglich auf die bereits bekannten Lebensumstände hingewiesen (Urk. 6/102/13).
4.3
Die Diagnose einer Migräne wurde im Zusammenhang mit einem einmaligen Ereignis vom 20. September 2015 gestellt (vgl. E. 3.2.1-3.2.3). Inwiefern dadurch eine Veränderung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht worden sein soll, erhellt sich nicht. Auch der Hinweis auf die anlässlich der stationären Behandlung im A._ festgestellten Darm
probleme vermag dafür nicht zu genügen. Der Befund (schleimiger rektaler Ausfluss ohne weitere Beschwerden; Urk. 6/102/14) erfordert zwar weitere Abklärungen, belegt aber (noch) keinen krankhaften Zustand. Da der Unter
suchungsgrundsatz nicht gilt (E. 1.3), sind von der Beschwerdegegnerin auch diesbezüglich keine weiteren Abklärungen zu veranlassen.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin auf den Radiologiebericht des Röntgeninsti
tuts C._ vom 11. Februar 2016 (E. 3.2.6) und damit einen neuen Befund an der Wirbelsäule hinweist, ist ihr entgegenzuhalten, dass
sich radiologisch erhobene Verä
nderungen
im (degenerativen) Wirbelsäulenbefund allein
nicht notwendigerweise im Ausmass der funktionellen Einschränkung niederschla
gen
;
vielmehr sind derartige Befunde jeweils anhand der Klinik zu überprü
fen (
Urteil
9C_68/2014
des Bundesgerichts vom 02. Juni
2014
E. 3.3 mit Hinweis auf das Urteil 8C_282/2012 vom 11. Mai 2012 E.
5).
Ein Bericht, in welchem eine Einschränkung klinisch belegt würde und mit welchem über
dies eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft dargetan werden könnte, wurde indessen nicht eingereicht.
4.5
Schliesslich wurde der Beschwerdegegnerin auch kein Bericht über die Ampu
tation zweier Zehen eingereicht. Je nachdem, welche Zehen amputiert wurden (höchstwahrscheinlich die Zehen III beidseits, deren Fehlstellung gut
achterlich belegt ist [Urk. 6/64/15]), und je nach Heilungsverlauf erscheint allerdings fraglich, ob damit überhaupt eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht werden könnte.
4.6
Nach dem Gesagten wurde keine erhebliche Veränderung des Gesundheitszu
standes glaubhaft gemacht. Damit sind auch keine weiteren Abklärungen vorzunehmen, und insbesondere ist kein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen.
5.
Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemachter Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auf die Neuanmeldung nicht eingetreten ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsge
mäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).