Decision ID: c630ff88-453e-477b-8179-26adb80203a0
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1957, war ab 1. Mai 1989 bei der
Y._
angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als ihr am 30. November 2012 eine 13 kg schwere Münzkiste auf den linken Fuss fiel und sie sich dabei verletzte (Urk. 9/1 und Urk. 2 S. 2).
Die medizinische Erstversorgung fand bei
Dr.
med.
Z._
statt, der eine Prellung und Exkoriation der Zehe II links diagnostizierte (Bericht vom 4. Juni 2013 [Urk. 9/17]). In der Folge wurde die Versicherte konservativ behandelt; die SUVA anerkannte diesbezüglich ihre Leistungspflicht und erbrachte
Heilbe
handlungs
- und Taggeldleistungen (Urk. 2 S. 2).
1.2
Am 8. April 2013 wurde der SUVA ein Rückfall gemeldet (Urk.
9/6).
Am 13. Mai 2013 wurde die Versicherte in der Klinik
A._
operiert (
Scarf
- und Akin-Umstellungsosteotomie Grosszehe links; MP 2- und 3-Kapselrelease links; PIP 2- und 3-Arthrodese links; EDL-Sehnenverlängerung
Dig
. 2 und 3 links), wobei folgende Diagnosen erhoben worden waren (Urk. 9/26/2-3):
Hallux
valgus
links sowie symptomatische Hammerzehen
Dig
. 2 und 3 links.
Gestützt auf die Beurteilung von Kreisärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Chirurgie,
vom 7. August 2013 (Urk. 9/27) verneinte die SUVA einen Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 30. November 2012 und
den zur
Operation vom 13. Mai 2013
führenden Fussbeschwerden
und lehnte insoweit die Ausrichtung von Leistungen mit Schreiben vom 20. August 2013 (Urk. 9/29) ab. Daran hielt die SUVA - nachdem die Versicherte dagegen
remonstriert
hatte (vgl. Urk. 9/32) - mit Schreiben vom 12. Dezember 2013 (Urk. 9/50) fest.
Nach neuerlicher Intervention (vgl. Urk. 9/51) legte die SUVA die Akten erneut Kreisärztin
Dr.
B._
zur Beurteilung vor; diese erstattete am 22. Januar 2014 ihren Bericht (Urk. 9/53).
Schliesslich hielt die SUVA mit Ver
fügung vom 30. Januar 2014 (Urk. 9/55) an der Verneinung ihrer
Leistungs
pflicht
fest.
Dagegen erhob die Krankenversicherung der Versicherten, die KPT / CPT, am 3. Februar
2014
vorsorglic
h Einsprache (Urk. 9/56), unter
liess es aber in der Folge die Einsprache zu begründen. Die Versicherte liess am 27. Februar 2014 Einsprache erheben (Urk. 9/62). Mit Entscheid vom 27. März 2014 (Urk. 2 = Urk. 9/66) wies die SUVA die Einsprache der Versicherten ab.
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 10. April 2014 (Urk. 1) Be
schwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Der
Einspracheentscheid
vom 27.3.2014 sei aufzuheben;
2.
Es sei durch das Gericht ein externes Gutachten zur
Unfallkausa
lität
in Auftrag zu geben bzw. es seien die Akten zwecks Einho
lung eines solchen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und in der Folge erneut zu verfügen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die SUVA schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2014 (Urk. 8) auf Abweisung der Beschwerde.
Replicando
und
duplicando
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Urk. 12 und 15).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erfor
derlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfall
ereignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
1.2.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch
bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete die Verneinung ihrer Leistungspflicht hin
sichtlich des am 8. April 2013 gemeldeten Rückfalls im angefochtenen
Ein
sprache
entscheid
vom 27. März 2013 (Urk. 2) im Wesentlichen gestützt auf den kreisärztlichen Bericht von
Dr.
B._
vom 22. Januar 2014 (Urk. 9/53). Danach besteh
t
zwischen dem Unfallereignis vom 30. November 2012 und den
rück
fall
weise
gemeldeten Gesundheitsbeeinträchtigungen kein natürlicher Kausal
zu
sam
menhang. Auch die weiteren medizinischen Akten ergäben kein anderes Bild.
Im vorliegenden Prozess
liess die Beschwerdegegnerin an dieser Sichtweise fest
halten. Es sei insbesondere nicht ausgewiesen, dass die Beschwerdeführer
in
an
läss
lich des Unfalls eine Fraktur erlitten habe. Der Sachverhalt sei genügend ab
geklärt worden; die Einholung eines Gutachtens erübrige sich deshalb (Urk. 8).
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vortragen, dass zwischen dem erlittenen Unfall und dem Gesundheitsschaden, der die am 1
3.
Mai 2013 durchgeführte Operation notwendig gemacht habe, ein Kausalzu
sammenhang bestehe. Aufgrund der Aktenlage sei davon auszugehen,
dass zum Zeitpunkt der Röntgenaufnahme vom 7. Februar 2013 eine
Grundgliedbasis
frak
tur
vorgelegen habe, die auf das Unfallereignis zurückzuführen sei
. Daraus er
gebe sich die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auch hinsichtlich der
rückfall
weise
gemeldeten Gesundheitsbeeinträchtigungen beziehungsweise in
Be
zug auf die notwendig gewordene Operation
(Urk. 1, insbesondere S. 6 f.
, und Urk. 12
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin
sichtlich der rückfallweise gemeldeten Gesundheitsbeeinträchtigungen zu Recht verneint hat, weil zwischen diesen und dem Unfall vom 30. November 2012 kein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
3.
3.1
Der stellvertretende Oberarzt
Dr.
med.
C._
von der Klinik
A._
führte in seinem Bericht vom 7. Februar 2013 (Urk. 9/28) aus, dass auf den Röntgenbildern eine
Hallux
valgus
-Fehlstellung mit
Pseudolateralisation
der
Sesamoiden
, eine Grundgliedbasisfraktur, wenig disloziert, und eine
Hammerze
henfehlstellung
der
2.
bis
5.
Zehe ersichtlich sei. Ansonsten liege ein
altersent
sprechend
knöcherner Befund vor.
Es zeige sich eine Patientin, welche durch ein Anpralltrauma an einer symptomatisch gewordenen
Hallux
valgus-Fehl
stellung
und an den Hammerzehen
Dig
. 2 und 3 leide. Prinzipiell könne ein operative
s
Vorgehen empfohlen werden.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, erklärte am 4. Juni 2013, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten
Gesundheitsbeeinträchti
gungen
mit dem geschilderten Unfallereignis vereinbar seien und plausibel erschienen (Urk. 9/17; vgl. auch Urk. 9/14).
3.3
Kreisärztin
Dr.
B._
erklärte am 9. August 2013, dass radiologisch keine Frak
turen erkennbar seien, weshalb von einer erlittenen Prellung auszugehen sei, die in der Regel nach ein bis drei Wochen folgenlos abheile. Ab dem 3. Januar 2013 habe auch wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Der
Hallux
valgus
und die Hammerzehen seien vorbestehend, anlagebedingt und nicht unfallkausal (Urk. 9/27).
3.4
Oberärztin
Dr.
med.
D._
von der Klinik
A._
erklärte am 30. August 2013, dass sich die Schmerzen erst nach dem Unfallereignis eingestellt hätten. Somit handle es sich um einen traumatischen
Vorfuss
. Tatsächlich müsste eine Prellung nach zwei Wochen abheilen. Die Beschwerden hätten jedoch persis
tiert, weswegen davon auszugehen sei, dass der
Hallux
und die Hammerzehen durch den Unfall symptomatisch geworden seien (Urk. 9/35).
3.5
In ihrem Bericht vom 22. Januar 2014 (Urk. 9/53) führte
Dr.
B._
aus, dass die Beschwerdeführerin am 30. November 2012 eine Vorfussprellung erlitten habe, als ihr eine Münzkas
s
ette von 13 kg auf den linken
Vorfuss
gefallen sei.
Gemäss Erstbehandlung am 3. Dezember 2012 durc
h den Hausarzt
Dr.
Z._
hatt
e
n
eine
Exkoration
im Bereich der
2.
Zehe links sowie
Druckdole
n
zen
bis zum
Metatarsale
II links
vorgelegen
. Der Fuss
sei
geröngt
worden
; es habe keine Fraktur dargestellt werden können. Am 7. Februar 2013 sei die Beschwerdeführerin von
Dr.
C._
untersucht worden. Dabei sei folgende Diagnose gestellt worden: Traumatisch bedingt symptomatisch gewor
dene
Hallux
valgus
-Fehlstellung, Hammerzehe
Dig
. 2 und 3 links. Auf dem Rönt
genbild habe
Dr.
C._
eine wenig dislozierte Grundgliedbasisfraktur erkannt,
jedoch habe er nicht angegeben,
an welcher Zehe
die Fraktur vorgele
gen habe
. Die Röntgenbilder seien - wie die Klinik
A._
auf Nachfrage bestätigt habe - von keinem Radiologen
befundet
worden. Diese Röntgenbilder lägen ihr -
Dr.
B._
- vor. Aus ihrer Sicht sei jedoch keine knöcherne Verlet
zung erkennbar, weder auf den Röntgenbildern vom 3. Dezember 2012 noch auf jenen vom 7. Februar 201
3.
Aufgrund der vorliegenden Unterlagen und Rönt
genbilder sei davon auszugehen, dass die
Hallux
valgus
-Fehlstellung sowie die Hammerzehen vorbestehend seien. Anlässlich des Unfallereignisses sei es zu einer Prellung und
an der 2.
Zehe
auch zu einer Exkoriation gekommen. Auf
grund der Röntgenaufnahmen sei die Operationsindikation nachvollziehbar. Allerdings
sei
die Operation nicht wegen der Unfallfolgen
erfolgt
. Es sei
unfall
bed
ingt
von einer Prellung der 2.
Zehe mit Hautabschürfung auszugehen. Eine solche Verletzung heile innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen folgenlos ab. Entsprechend sei die Beschwerdeführerin ab dem 3. Januar 2013
auch wieder
arbeitsfähig gewesen. Der
Hallux
val
g
us
und die Hammerzehen 2
5 seien
vor
bestehend
und anlagebedingt.
3.6
Oberarzt
Dr.
med.
E._
von der Klinik
A._
führte in Beantwortung der ihm von der Beschwerdeführerin gestellten Fragen (vgl. Urk. 9/62/6) in sei
nem Bericht vom 14. Februar 2014 (Urk. 9/62/4-5) aus, dass sich im Röntgen
bild vom 7. Februar 2013 tatsächlich eine Auffälligkeit im Bereich des
Grund
glieds
des 2. Zehs zeige. Dies entspreche am ehesten einer dort abgelaufenen Fraktur
(Basis der Grundphalanx
Dig
.
2 lateral)
.
Im Operationsbericht fänden sich keine Hinweise auf eine Fraktur; es seien auch keine Vorkehren getroffen worden, welche ohne Fraktur nicht angezeigt gewesen wären. Es sei möglich, dass diese Grundgliedbasisfraktur auf den Unfall vom 30. November 2012 zu
rückgeführt werden könne. Soweit nachvollziehbar habe die Fehlstellung im Bereich des Vorfusses bereits vor dem Trauma bestanden. Der Unfall könne ge
gebenenfalls
als Auslöser für eine Dekompensation interpretiert werden. Der Gesundheitsschaden zum Zeitpunkt der Operation habe soweit nachvollziehbar zumindest vorwiegend auf unfallfremden Faktoren beruht. Erwartungsgemäss wäre die Situation angesichts der vorbestehenden Fehlstellung auch ohne Unfall früher oder später symptomatisch geworden und hätte zur erfolgten Operation geführt. Der Unfall habe möglicherweise zu einem verfrühten Beginn der Symptome geführt.
4.
4.1
In Bezug auf die streitentscheidende Frage des Kausalzusammenhangs ist Folgen
des zu beachten:
Rechtsprechungsgemäss
gehören zu den im Sinne von
Art.
6
Abs.
1 UVG
massgebenden
Ursachen auch Umstände, ohne deren Vor
handensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit einge
treten wäre. Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versi
cherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rech
nen gewesen wäre, manifest werden
lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen. Einem Ereig
nis kommt nach dem Gesagten der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilursache zu, wenn das aus der potentiellen pathogenen Gesamtursache resul
tierende Risiko zuvor nicht
dermassen
gegenwärtig war, dass der au
slösende Faktor gleichsam belie
big und austauschbar erschiene. Dagegen entspricht die unfallbedingt
e Ein
wirkung - bei erstelltem Auslösezusammenhang - einer (
an
spruchshindernden
) Gelegenheits- oder Zufallsursache, wenn sie auf einen der
art labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der (orga
nischen) Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eige
ner Dyna
mik der pathogenen Scha
densanlage oder wegen Ansprechens auf e
inen belie
bigen anderen Zufalls
anlass. Wenn ein alltäglicher alternativer Bel
astungsfaktor zu annähernd glei
cher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes Ereignis, sondern als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspfl
icht des obligatori
schen Unfallver
sicherers
(SVR 2012 UV Nr. 8 S.
27,
Bundesgerichtsurteil
8C_380/2011
vom 2
0.
Oktober 2011
E. 4.2
mit Hinweisen
).
4.2
4.2.1
Aufgrund der medizinischen Akten ist zweifelsfrei erstellt, dass die
Hallux
valgus
-Fehlstellung sowie die Hammerzehen,
deretwegen
der operative Eingriff vom 13. Mai 2013
erfolgte
, nicht auf das Unfallereignis vom 30. November 2012 zurückgeführt werden können. Sie waren bereits vorbestehend. Das geht nicht n
ur aus den
kreisärztlichen Einschätzung
en
von
Dr.
B._
vom
9. August 2013 (Urk. 9/27; vgl. oben E. 3.3) und
22. Januar 2014 (Urk. 9/53; vgl. oben E. 3.5) hervor, sondern
auch aus dem Bericht von
Dr.
E._
vom 14. Februar 2014 (Urk. 9/62/4-5; vgl. oben E. 3.6). Dieser erklärte, dass die Fehlstellung im Bereich des Vorfusses bereits vor dem Trauma bestanden habe. Erwartungsgemäss wäre - gemäss
Dr.
E._
- die Situation angesichts der vorbestehenden Fehlstellung auch ohne den Unfall früher oder später sympto
matisch geworden und hätte zur erfolgten Operation geführt. Der Unfall habe aber möglicherweise zu einem früheren Beginn der Symptome geführt.
Diese Einschätzungen von zwei ausgewiesenen Experten erscheinen nachvoll
ziehbar und einleuchtend
,
w
eshalb darauf abgestellt werden
kann
.
D
ie
Hallux
valgus
-Fehlstellung sowie die Hammerzehen beziehungsweise die deshalb not
wendig gewordene Operation vom 13. Mai 2013
waren
nicht Folgen des am 30. November 2012 erlittenen Unfalls. Es ist weiter nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass
der Unfall überhaupt einen Einfluss auf die entsprechende Entwicklung der Symptomatik hatte.
Dr.
E._
vertrat viel
mehr
die Ansicht, dass der Unfall (lediglich) möglicherweise zu einem früheren Beginn der Symptome geführt habe. Als überwiegend wahrscheinlich bezeich
nete auch er dies nicht, sondern hielt vielmehr fest, dass die Situation ange
sichts der vorbestehenden Fehlstellung auch ohne Unfall früher oder später symptomatisch geworden wäre und zur erfolgten Operation geführt hätte. Aber selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der erlittene Unfall die vorbestehende Fehlstellung symptomatisch werden liess, würde dies angesichts der
medizini
schen Aktenlage und
d
er oben in E. 4.1 dargestellten Rechtsprechung nicht
ausreichen, um insoweit die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu be
gründen. Dem Unfall vom 30. November 2012 wäre
diesfalls
die Rolle einer Gelegenheitsursache zuzuerkennen.
4.2.2
Zwischen den medizinischen Experten herrscht Uneinigkeit darüber, ob
die Be
schwerdeführerin am 30. November 2012 eine Grundgliedbasisfraktur
(Basis der Grundpha
lanx
Dig
. 2 lateral) erlitten ha
t
. Während die Ärzte der Kli
nik
A._
die erstellten Röntgenbilder entsprechend interpretierten, erklärte Kreisärztin
Dr.
B._
, dass sie keine Frakt
ur erkennen könne. Dabei ist zu beachten, dass auch
Dr.
E._
nicht
mit S
icher
heit
von einer Fraktur ausging, er hielt aber dafür, dass die auf dem Röntgenbild vom 7. Februar 2013 ersichtliche Auffäl
ligkeit im Bereich des Grundglieds des 2. Zehs „am ehesten“ einer dort abge
laufenen Fraktur entspreche (Urk. 9/62/4; oben E. 3.5).
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten kann die Frage, ob die Be
schwer
deführerin am 30. November 2012 di
e genannte Fraktur erlitten hat
oder nicht, nicht beantwortet werden. Indessen kann diese Frage offenbleiben, da von der fraglichen Fraktur offensichtlich keine Beschwerden (mehr) aus
gehen (vgl. etwa Urk. 9/39), insoweit keine spezifischen Behandlungen durch
geführt wurden, daraus keine Arbeitsunfähigkeit
resultierte und insbesondere - wie
Dr.
E._
ausdrücklich bestäti
gte (Urk. 9/62/4-6, Frage 3c; vgl. auch E. 3.6)
-
anlässlich der Operation vom
13. Mai 2013 weder Hinweise auf eine Fraktur er
kennbar waren noch Vorkehren getroffen werden mussten, die ohne (fragliche) Fraktur nicht angezeigt gewesen wären. Mit anderen Worten erachteten auch die Ärzte der Klinik
A._
die von ihnen angenommene Fraktur nicht (mehr) als behandlungsbedürftig. Aus den Akten ergeben sich denn auch keine entsprechenden Behandlungen oder Behandlungsempfehlungen.
Sie
war
nament
lich bei der fraglichen Operation kein Thema.
Daraus ergibt sich, dass - selbst wenn die Beschwerdeführerin am 30. November 2012 die fragliche Fraktur erlitten hätte - die Beschwerdegegnerin dafür keine Leistungen zu erbringen hätte, weil weder der Ersatz entsprechender
Heil
behandlungskosten
noch eine dadurch entstandene Arbeitsunfähigkeit zur Diskussion steht. Auch ergeben sich weder aus den Akten noch aus den
Partei
vorträgen
der Beschwerdeführerin Hinweise auf irgendwelche durch die fragli
che Fraktur hervorgerufene Residuen.
Vom beantragten Gerichtsgutachten sin
d
bei dieser
Sach
und Rechtslage keine
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
4.3
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerde abzuweisen ist.