Decision ID: d239ad29-8dcb-446c-96fd-ecdef70cfdf7
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978,
schloss im April 2007
ein
Architektur
studium an der ETH Zürich er
folgreich ab (
Urk.
8/2). Am 13.
Dezember 2007 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Psychosen/eine Schizophrenie bei der
damals zuständigen
Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons
Y._
, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1). Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen v
or. Am 2
0.
Januar 2009 f
and bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom
Regionalen Ärztlichen Dienst
Ostschweiz
(RAD) eine Untersuchung statt (
Urk.
8/26). Am
5.
Mai 2009 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt werde (
Urk.
8/30). Per 1
7.
Mai 2010 fand der Versicherte eine 60%-Stelle
als Bauzeichner
bei
A._
AG
(
Urk.
8/46).
Am 1
4.
Juli 2010
teil
te ihm die
IV-
Stelle mit
,
dass
er angemessen eingegliedert
sei
und keine weite
ren beruflichen Massnahmen notwendig seien (
Urk.
8/50). Mit Verfügungen vom 2
7.
Juni 2011 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem
1.
August 2008 gestü
t
zt auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze
Rente
, ab dem
1.
April 2009
bei einem ermittelten
Invaliditätsgrad von 62
%
eine
Dreiviertels
rente
und ab dem
1.
August 2010 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 49
%
eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
8/68 und
Urk.
8/74
).
Am 2
6.
August 2013 nahm der Versicherte eine Tätigkeit als Architekt in einem
60%-Pensum
bei der
B._
Gmb
H auf (
Urk.
8/88
).
Im September 2013 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren ein und bestätigte mit Mitteilung vom
6.
Januar 2014 den Anspruch des Versicherten auf die bisherige
Viertelsrente
(
Urk.
8/92).
1.2
Mit E-Mail vom
1
7.
Juli 2014 teilte der Versicherte
der IV-Stelle
Y._
mit, dass er aktuell lediglich in einem 50%-Pensum arbeite. Es sei aber geplant, dass er ab Anfang August 2014
in einem 65
%
-
und ab Anfang September 2014
in einem 80
%
-Pensum
arbeiten werde (
Urk.
8/93).
I
m Oktober 2014
leitete die nach dem Wohnortwechsel des Versicherten nunmehr zuständige Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
von Amtes wegen ein weiteres Revisionsverfahren ein. Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und me
dizini
sche Abklärungen vor
. Mit Vorbescheid vom
3.
Dezember 2015 stellte sie dem
Versicherten die Aufhebung der Invalidenrente
in Aussicht (Urk.
8/123). Dage
gen erhob der Versicherte am 2
7.
Dezember 2015 Einwand
(
Urk.
8/127)
, woraufhin die
IV-S
telle den Arbeitgeberbericht
der
B._
GmbH vom
5.
August 2016 (
Urk.
8/132) ein
holte
. Schliesslich hob sie die Rente des Versi
cherten mit
Verfügung vom 1
7.
November 2016 bei einem ermittelten Invalidi
tätsgrad von 30
%
mit Wirkung per 3
1.
Dezember 2016 auf (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
3.
Januar 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung
sei
aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine Inva
lidenrente auszurichten; eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklä
rungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
,
Befreiung von allfälligen Vorschus
s- und Sicherheitsleistungen sowie
Gewährung der unent
geltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
8.
Februar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 2
0.
Februar 2017 angezeigt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundegesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad
gemäss
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
herungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentver
gleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Im Prozentvergleich, richtig verstanden und angewendet, liegt kein unzulässi
ger Schluss vom Validen- auf das Invalideneinkommen.
Im
Rahmen der Ermitt
lung des Invalideneinkommens
darf aber
nicht einfach das
Valideneinkommen
unbesehen um den Grad der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit gekürzt werden, da dies auf die unzulässige Vorgehensweise hinausliefe, von der Arbeitsunfähigkeit auf die Erwerbsunfähigkeit und damit auf den Invaliditäts
grad zu
schliessen
. Es muss immer geprüft werden, ob weitere Faktoren, soweit sie anerkannt sind (BGE 126 V 75), dem Rentenansprecher die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit zusätzlich erschweren (
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum IVG, 3.
Aufl
age, Zürich/Basel/Genf 2014, N37
zu
Art.
28a).
1.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc).
1.6
Die seit dem 1. Januar 2004
massgeblichen
Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.7
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V
71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass der Beschwerdeführer sein Arbeitspensum
als Architekt
anfangs September 2014 zunächst auf 75
%
habe steigern können und er aktuell in einem 70%-Pensum
arbeite.
Dies entspreche seinen Möglichkeiten und sei von ärztlicher Seite her bestätigt worden.
Es sei deshalb von einer Verbesserung seines Gesundheitszustandes auszugehen.
Die Frage, wie viel eine Person heute ohne eine gesundheitliche Beeinträchtigung als Architekt verdienen würde, habe nicht beantwortet werden können, da am Arbeitsmarkt eine sehr grosse Lohn
spanne
vorlie
g
e
. Ein Einkommensvergleich könne de
shalb nicht vorgenommen werden. Da dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Architekt
nunmehr
in einem 70
%
-Pensum
möglich und zumutbar sei,
sei lediglich noch
ein
Invaliditätsgrad von 30
%
gegeben
. Da d
er Invaliditätsgrad somit unter 4
0
% liege, bestehe ke
in Rentenanspruch mehr (
Urk.
2 S. 2
).
2.2
Der Beschwerdeführ
er machte demgegenüber geltend, dass
der Invaliditätsgrad nicht mittels eines Prozentvergleichs bestimmt werden könne. A
ufseiten des
Valideneinkommens
sei
vielmehr gestützt
auf die Schweizerische
Lohnstruk
turerhebung des Bundesamtes für Statistik des Jahres 2012 (LSE 2012),
TA 17, Ziffer 21,
von einem Lohn von
Fr.
108'377.--
auszugehen.
Allerdings sei alters
entsprechend auf einen Monatslohn von
Fr.
8'512.-- und nicht auf
Fr.
8'479.-- (Zentralwert) abzustellen. Zusätzlich habe eine Teuerungsanpassung zu erfol
gen.
Aufseiten des
Invalideneinkommens sei auf den vom Beschwerdeführer
effektiv
erzielten Verdienst von
Fr.
3'500.-- monatlich bzw.
Fr.
42'000.-- jähr
lich abzustellen. Bereits die 70%ige Arbeitstätigkeit bei regulären Wochenar
beitszeiten stelle für ihn das absolute Limit dar. Die kurzzeitige vorübergehende Erhöhung des Pensums auf 75
%
habe zu einer völligen Überforderung geführt.
Zudem
sei der Beschwerdeführer
auch auf
ein
kleines Team und insbesondere einen verständnisvollen Vorgesetzten angewiesen. In Gruppen sei er verunsi
chert und teilweise ängstlich
,
insbesondere
wenn unbekannte Personen anwe
send seien
.
Aus gesundheitlichen Gründen sei es dem Beschwerdeführer schliesslich auch unmöglich gewesen, Karriereschritte zu tätigen, wie sie bei anderen Studienabgängern mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erfolgt wären
. Sollte wider Erwarten zur Bemessung des Invaliditätsgrads ein Prozent
vergleich vorgenommen werden, so sei zu kritisieren, dass die Beschwerdegeg
nerin keinen Leidensabzug
vorgenommen
habe
(
Urk.
1 S. 5 ff.
).
3.
3.1
3.1.1
Mit Verfügungen vom 2
7.
Juni 2011 sprach die IV-Stelle
Y._
dem Versi
cherten ab dem
1.
August
2008
eine ganze
Rente
, ab dem
1.
April 2009 eine
Dreiviertelsrente
und ab dem
1.
August 2010 eine
Viertelsrente
zu
(Urk.
8/68 und
Urk.
8/74
).
Seither wurde der Rentenanspruch nicht mehr
umfassend
mate
riell überprüft. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung, ob eine wesentliche Veränderung des Gesu
ndheitszustands vorliegt, bilden
somit die Verfügung
en
vom
2
7.
Juni 2011 (vgl.
E. 1.7
). Bei der
Rentenzusprache
vom
2
7.
Juni 2011
stützte sich die
IV-Stelle
Y._
im Wesentl
ichen auf folgende Arztberichte:
3.1.2
RAD-Arzt
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 2
9.
Januar 2009 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Schizoph
renie mit jahrelang schlei
chendem
Verlauf und akut aufgetretenem paranoid-ängstlich-
halluzinatori
-
schem
Syndrom mit
un
vollständiger Remission
(ICD-10 F20.8)
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsf
ähigkeit nannte er anamnestisch eine
Lyme
-Borreliose
im Jahr 2003
m
it abgeschlossener Ant
ibiose.
Dr.
Z._
erklärte, dass der Beschwerdeführer infolge der aufgeführten Defizite (
Antriebs
hem
-
mung
, allgemeine Verlangsamung der psychomotorischen Abläufe, Ein
schränkung der Konzentrationsbelastbarkeit nach einigen Stunden, sozial-kommunikative Defizite, eingeengte Flexibilität, Probleme der Selbstunsicher
heit, noch bestehendes psychotische
s
Restphänomen) erheblich in der Arbeits
fähigkeit eingeschränkt sei. Derzeit sei
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit
von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
mit um 10
%
eingeschränkter
Leistungsfähigkeit
(
infolge der psychomotorischen Hem
mung mit zwanghaften Elementen) auszugehen
(
Urk.
8/26
/7-10
).
3
.1.3
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
bei welcher der Beschwerde
führer seit September 2007 in Behandlung war (vgl.
Urk.
8/17),
hielt im Ver
laufsbericht vom
3.
Mai 2010 (
Urk.
8/40
)
fest,
dass der Beschwerdeführer
sich energievoller
fühle
,
die
Konzentration
verbessert
sei
und er
keine Halluzinatio
nen mehr habe.
Der soziale Rückzug und die Ängste seien noch stark
. Seit Sep
tember 2009 arbeite der Beschwerdeführer in einem 60%-Pensum
im Werk- und Technologiezentrum
D._
(Bearbeitung von Bau
plänen). Insgesamt habe sich sein
psychische
r
Gesundheit
szustand deutlich stabilisiert.
3.2
3.2.1
Im Rahmen des
im
September 2013
eingeleiteten Revisionsverfahren
s
, welches am
6.
Januar 2014
mit der Feststellung, dass die Überprüfung des Invaliditäts
grades keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben ha
be, abgeschlossen wur
de (
Urk.
8/92
), ho
lte die Beschwerdegegnerin den Verlaufsb
ericht von
Dr.
med.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
7.
Oktober 2013 (
Urk.
8/83)
ein.
3.2.2
Dr.
E._
erklärte in diesem
Verlaufsbericht, dass
der Beschwerdeführer
erst
seit dem 2
5.
Juli 2013 bei ihm in Behandlung sei.
D
er
Gesundheit
s
zustand
sei
s
tationär.
Das
jetzige
60%ige
Pensum
sei die aktuell maximal mögliche Arbeits
fähigkeit
. Eine langsame Steigerung sei aber nicht ausgeschlossen
(Urk.
8/83/1-3).
3.3
3.3.1
Anlässlich des vorliegenden Revisionsverfahrens äusserten sich die beteiligten Ärzte wie folgt:
3.3.2
Dr.
med.
F._
, Oberärztin der Klinik
G._
, diagnostizierte im Bericht vom
9.
April 2014 zuhanden des Spitals
H._
eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0). Sie erklärte, dass der Beschwerdefüh
rer vom 1
0.
Februar bis zum 2
5.
März 2014 bei ihnen stationär behandelt wor
den sei. Eine Woche vor Zuweisung habe er, nach einem Streit mit seinem Psy
chiater, selbständig die Medikation abgesetzt (
Abilify
,
Zolpidem
,
Dolocyl
,
Tri
mipramin
). Am Zuweisungstag sei es zu Hause bei seinen Eltern zu einer Tät
lichkeit gegenüber seinem Vater gekommen. Danach sei der Beschwerdeführer vom Balkon gesprungen. Daraufhin sei die Polizei verständigt worden. Der Beschwerdeführer sei im Rettungswagen
gegenüber der Polizei
weiterhin aggressiv
gewesen,
und es sei Pfefferspray gegen ihn eingesetzt worden. Beim Eintref
fen habe er ruhiger gewirkt,
jedoch weiterhin psychotisch. So habe er als Grund für die Eskalation angegeben, dass er sich mit seinem Vater um einen Schatz gestritten habe. Sein Vater würde ihm diesen Schatz nicht gönnen und wegnehmen wollen. Bis zum Austritt habe die Symptomatik weitgehend remit
tiert, allerdings seien
die
Krankheits- und Behandlungseinsicht etwas einge
schränkt geblieben (
Urk.
8/105/9-11).
Im Verlaufsbericht vom
5.
Dezember 2014 (Eingangsdatum)
gab
Dr.
F._
an
, dass von einer dauerhaften qualitativen und quantitativen Einschränkung der Leistungsfähigkeit auszugehen sei. Angaben über den weiteren Verlauf
(nach der stationären Behandlung vom
1
0.
Februar bis zum 2
5.
März 2014)
würden ihr
jedoch nicht vorliegen (
Urk.
8/105/5).
3.3.3
Dr.
E._
hielt
im Verlaufsbericht vom
2.
Dezember 2014
fest,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe. Das aktuelle Arbeitspensum als Architekt betrage 75
%
(
Urk.
8/104/1-2).
3.3.4
Im ärztlichen Zeugnis vom 2
6.
Dezember 2015 zuhanden des Beschwerdefüh
rers erklärte
Dr.
E._
, dass infolge seiner Krankheit zurzeit
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
(
Urk.
8/126).
4.
4.1
Dem
Arbeitgeberbericht der
B._
GmbH vom
5.
August 2016
(
Urk.
8/132)
ist im Wesentlichen zu entnehmen
,
dass
der Beschwerdeführer seit dem 2
6.
August 2013 als Architekt bei dieser Firma
arbeitet
.
Zu seinem Tätigkeitsbereich
gehört dabei
hauptsächlich das Zeichnen von
Ausführungspläne
n
(Pläne für die Bau
stelle).
Daneben
ist er
aber
auch
im Modellbau und
selten
im Bereich
Baulei
tung/Baustelle
tätig
.
Seit
ca. Ende 2014
bis Mai 2016 arbeitete der Beschwerde
führer
in einem 70%-Pensum und erzielte damit im Jahr 2016
zuletzt
ein monatliches B
ruttoeinkommen von
Fr.
3'500.--.
Ab Juni 2016
wurde sein
Pen
sum aufgrund der Auftragslage des Büros
auf 50
%
reduziert, weshalb sich sein Lohn noch auf brutto
Fr.
2'500.-- belief. Im Weiteren wies die Arbeitgeberin darauf hin, dass der Beschwerdeführer intensive Betreuung und Anleitung benötige
und in einem
langsameren Rhythmus sehr präzise Arbeit
erbringe.
4.2
Gestützt auf die Angaben des behandelnden
Dr.
E._
im Verlaufsbericht vom
2.
Dezember 2014
(
Urk.
8/104)
und im Zeugnis vom 2
6.
Dezember 2015
(
Urk.
8/126
/1
)
sowie
auf
die
Angaben der
B._
GmbH
im Arbeitgeberbericht
vom
5.
August 2016
(
Urk.
8/132)
- und in diesem Zusammenhang insbesondere mit Blick auf die erwähnten, für einen Architekten typischen Tätigkeitsbereiche des
Beschwerdeführers - kann
demnach
d
avon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in
der angestammten Tätigkeit als Architekt
seit ca. Ende 2014
grundsätzlich
zu 70
%
arbeitsfähig ist
.
Angesichts dessen, dass
C._
im Verlaufsbe
richt vom
3.
Mai 2010 (
Urk.
8/40
)
für die
damals ausge
übte Tätigkeit
beim
Werk- und Technologiezentrum
D._
(Bearbeitung von Bau
plänen)
und
Dr.
E._
im Ve
rlaufsbericht vom 17.
Oktober 2013 (
Urk.
8/83
) für die seit dem 2
6.
August 2013 ausgeübte Tätigkeit als Architekt bei der
B._
GmbH je eine 60%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hatten,
kann
somit al
s erstellt gelten, dass sich der
psychische
Gesundheitszustand und des
sen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit verbessert haben. Dies ist auch unbestritten.
4.3
Bei einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 70
%
in der angestammten Tätig
-
keit
als Architekt
erscheint es
im Rahmen der Ermittlung
des
Invaliditätsgra
-
des
–
e
ntgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers
–
sodann
sachgerecht,
einen sogenannten Prozentvergleich vorzunehmen
(vgl. E. 1.4
)
.
Dies
in erster Linie
deshalb, weil der Beschwerdeführer die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit inso
fern nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft, als die brutto
Fr.
3‘500.-- pro Monat für ein 70%-Pensum
(was bei einem hypothetischen 100%-Pensum brut
to
Fr.
5‘000
.
--
entspricht)
für einen Architekten mit inzwischen mehreren Jah
ren Berufserfahrung
trotz der bestehenden gesundheitlichen Problematik
kein angemessenes Einkommen darstellen
(
gemäss
dem Lohnrechner
Salariu
m
betrug der Durchschnittslohn [Zentralwert]
von Architekten im Alter des Beschwerdeführers im Jahr 2012
Fr.
8‘153.--;
Urk.
8/126/3)
. Auf dieses Ein
kommen könnte
daher
bei der Bemessung des Invalideneinkommens
nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs nicht abgestellt werden.
Es
ist demnach
zunächst von einer 30
%igen Einschränkung auszugehen.
Da
der
Beschwerdeführer aufgrund der
mit seiner
psychischen Erkrankung
verbunde
nen
, überwiegend wahrscheinlich nach wie vor bestehenden
Einschränkungen (sozial-kommunikative Defizite, allgemeine Verlangsamung der psychomotori
schen Abläufe,
verminderte
Konzentrationsfähigkeit, ei
ngeengte Flexibilität; vgl.
Urk.
8/26/9
)
auf eine intensive Betreuung/
Anleitung durc
h einen Vorge
setzten
und ein kleines Team
angewiesen
ist
sowie
lediglich stressarme Tätig
keiten
mit
wenig
Aussenkontakt
ausüben
kann
, sind Anhaltspunkte dafür gege
ben, dass er seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann
.
Weitere Kriterien, die einen leidensbedingten Abzug rechtfertigen würden
(vgl. E. 1.5
)
, sind nicht erfüllt. Unter
den gegebenen
Umständen
ist
vorliegend daher ein Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 15
%
angemessen.
Damit resultiert eine dem Invaliditätsgrad entsprechende
Lohneinbusse
von
gerundet 41
% (100 % - [70
% x 0,8
]), weshalb der Beschwerdeführer nach wie vor Anspruch auf e
ine
Viertelsrente
hat (vgl. E. 1.6
).
4.4
Die
weiteren
Einwände des Beschwerdeführers
sind
im Wesentlichen
nicht stichhaltig
(vgl.
Urk.
1 S. 5 ff.)
.
Dass
aufseiten des
Valideneinkommens
vom
Tabellenlohn
gemäss LSE 2012, TA 17, Ziffer 21,
in der Höhe von monatlich
Fr.
8'479.-- (Zentralwert)
auszugehen,
dieser
altersentsprechend
auf
Fr.
8'512.
--
zu erhöhen sowie an die Teuerung anzupassen s
ei
, aufseiten des Invalidenein
kommens aber lediglich
der bei einem 70%-Pensum tatsächlich erzielte
Ver
dienst in der Höhe von
Fr.
3'500.
--
heranzuziehen sei,
v
ermag nicht zu über
zeugen. Dies schon deshalb, weil
– wie
unter E. 4.3
dargelegt –
aufseiten des Invalideneinkommens
nicht auf das tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden kann.
Zudem
kann auch nicht als erstellt gelten, dass
der Beschwerde
führer
im Gesundheitsfall zwischenzeitlich bereits Führungs-, Projektleitungs-
und Bauführungstä
tigkeiten ausüben würde bzw. ein
ETH-Architekt eine solche berufliche Weiterentwicklung
normalerweise vollzieht (vgl. Meyer/
Reichmuth
, a.a.O., N 63 zu
Art.
28a
).
Wie der Beschwerdeführer zu Recht bemängelte, kann die Durchführung eines Prozentvergleiches
zwar
nicht damit begründet werden, dass das
Valideneinkommen
infolge der grossen Lohnspanne am Markt nicht
bestimmt
werden könne.
Dass die Beschwerdegegnerin einen Prozentvergleich vorgenommen hat, ist indes
wie gezeigt dennoch
korrekt.
5.
In teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung des
halb aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
ab dem
1.
Januar 2017
weiterhin Anspruch auf die bisherige
Viertelsrente
hat. Im Übri
gen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Das Gerichtsverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die auf Fr. 7
00.-- anzusetzenden Kosten sind
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Zudem hat diese dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zu bezahlen (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). Diese ist nicht zu reduzieren, da das Begehren in der Beschwerde, soweit über die zuzusprechende
Viertelsrente
hinausgehend (sog. Überklagen), den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflu
sst hat (BGE 117 V 401 E. 2c S.
407; Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2015 vom 2. März 2016 E. 3). Die Entschädigung ist gestützt
auf
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung
§ 34 Abs. 3
GSV
Ger
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses – und nach Einsicht in die Honorarnote von
Procap
Schweiz vom
5.
März 2018
(
Urk.
14)
-
auf Fr. 1‘9
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
6.2
Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung
und Rechtsvertretung
(Urk. 1) erweist sich damit als
gegenstand
s
los.