Decision ID: 3067bef4-7359-5ed9-997c-c5c7cb4356ea
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2001 wegen seit dem 24. April 2000 bestehenden
psychischen Problemen (Depression) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug einer IV-Rente an (IV-act. 4). Sie gab an, in B._ die Primar- und Realschule
besucht zu haben; einen Beruf gab sie nicht an. Von März 1999 bis Januar 2001 habe
sie als Hilfsarbeiterin bei der C._ AG gearbeitet. Seit dem 24. Januar 2001 sei sie
arbeitslos.
A.b Die C._ AG berichtete der IV-Stelle am 24. Juli 2001 (IV-act. 6), dass sie die
Versicherte vom 1. März 1999 bis 30. Dezember 2001 in einem Pensum von 100 % als
Hilfsarbeiterin in der Spritzerei beschäftigt habe. Der Versicherten sei wegen
unentschuldigtem Fernbleiben vom Arbeitsplatz gekündigt worden. Ohne
Gesundheitsschaden würde sie heute Fr. 15.75 pro Stunde verdienen. Dr. med. D._,
Facharzt für Allgemeinmedizin, berichtete der IV-Stelle am 14. August 2001 (IV-act. 7),
dass die Versicherte nach der Geburt des zweiten Kindes im April 2000 an einer
schweren Depression gelitten habe.
A.c Im November 2001 wurde die Versicherte durch Dr. med. E._, Arzt,
Sozialpsychiatrische Beratungsstelle F._, psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom
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3. Dezember 2001, IV-act. 14). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte der Gutachter eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01), bestehend
seit Frühjahr 1998. Als Diagnose ohne Auswirkung gab er eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.0), bestehend seit Mai 2000, an.
Der Versicherten sei weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit zumutbar.
A.d In der Folge sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 18. April
2002 bei einem IV-Grad von 100 % rückwirkend ab dem 1. August 2000 eine ganze IV-
Rente zu (IV-act. 21, 23).
A.e Am 21. Januar 2005 erfolgte eine Verlaufsbegutachtung durch Dr. E._
(Verlaufsgutachten vom 7. Februar 2005, IV-act. 55). Neben einer Agoraphobie gab Dr.
E._ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
depressive Störung, derzeit mittelgradig bis schwer, an. Er erklärte, im Gegensatz zu
früher bestehe der Eindruck, dass die Beeinträchtigung in erster Linie auf die
Depression zurückzuführen sei. Eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei der
Versicherten nicht zumutbar. Die Arbeit im Haushalt sei ihr in einem verminderten
Umfang von 50 % möglich. Prinzipiell könne die Arbeitsfähigkeit verbessert werden.
Angesichts des lang dauernden Verlaufs, der Zunahme der psychosozialen
Belastungen (drittes Kind, Überforderung mit Erziehungsaufgaben, Autounfall und lang
andauernde Arbeitsunfähigkeit des Ehemannes, Beziehungskonflikte mit dem
Ehemann) und des mangelhaften therapeutischen Ansprechens sei die Prognose aber
eher unsicher.
A.f Am 18. Februar 2005 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie neu als zu 50
% als Hausfrau und als zu 50 % als Erwerbstätige eingestuft werde (IV-act. 58). Als
Hausfrau bestehe eine 40 %ige Einschränkung und als Erwerbstätige eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit. Bei einem IV-Grad von 70 % habe die Versicherte aber weiterhin
Anspruch auf eine ganze IV-Rente.
A.g Am 7. März 2011 berichtete Dr. med. G._, Psychiatrie/Psychotherapie, der IV-
Stelle über einen stationären, zeitweise verschlechterten Gesundheitszustand (IV-act.
90). Als Diagnosen gab er eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig mittelgradig
depressiv (F25.1), eine Panikstörung (F41.0) sowie eine selbstunsichere Persönlichkeit
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(F60.6) an. Der psychische Zustand zeige starke Schwankungen. Er habe sich trotz der
Therapie chronifiziert. Die Versicherte sei nicht imstande, ihre bisherige oder eine
andere Tätigkeit auszuüben. Am 12. April 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass sie weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 92).
B.
B.a Am 14. September 2012 ging bei der IV-Stelle ein anonymer telefonischer Hinweis
ein, wonach die Versicherte ziemlich gesund und rüstig aussehe (IV-act. 93). Es sei
kaum vorstellbar, dass sie nicht mehr arbeiten könne. Die Versicherte und ihr Ehemann
besässen eine Villa und eine Blockwohnung in "H._" und würden einen BMW fahren.
B.b Am 24. Oktober 2012 bewilligte die IV-Stellenleitung Vorermittlungen ohne
Bildaufzeichnungen (IV-act. 95). Die zuständige IV-Sachbearbeiterin notierte am 21.
Dezember 2012 (IV-act. 96), dass die Vorermittlungen den Verdacht auf nicht
zielkonforme IV-Leistungen erhärtet hätten. Die Überwachung (des Ehemannes) werde
daher auf die Versicherte ausgedehnt. Der Auftrag sei bereits mündlich erteilt worden.
Der schriftliche Auftrag wurde am 27. Dezember 2012 nachgereicht (IV-act. 97).
B.c Diese erste Observationsphase dauerte vom 21. Dezember 2012 bis 4. Januar
2013 (Ermittlungs- und Observationsbericht vom 14. Januar 2013, IV-act. 99). Vom 25.
bis 28. April 2013 wurde der Ehemann der Versicherten in einer weiteren Phase
überwacht (act. G 31). Gleichzeitig sollte die Versicherte, falls sie ausser Haus gesehen
würde, observiert werden (Ergänzungs- und Observationsbericht vom 11. Mai 2013, IV-
act. 102).
B.d Im Fragebogen vom 11. Juni 2013 (IV-act. 106) gab die Versicherte an, dass ihr
Gesundheitszustand gleich geblieben sei. Einmal wöchentlich gehe sie mit der Familie
einkaufen. In den letzten drei Jahren habe sie sich drei- bis viermal für zwei bis drei
Wochen im Ausland (B._) aufgehalten. Wegen ihres schlechten
Gesundheitszustandes könne sie sich nicht vorstellen, wieder eine Erwerbstätigkeit
aufzunehmen.
B.e Dr. med. I._, Allgemeine Medizin, berichtete der IV-Stelle am 20. Juni 2013 über
einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 109). Die Versicherte leide weiterhin
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unter starken Angstzuständen, könne kaum aus dem Haus gehen, zittere und habe
Angst vor fremden Leuten. Sie sei schon lange in jeglicher Tätigkeit arbeitsunfähig. Dr.
G._ berichtete der IV-Stelle am 23. September 2013 (IV-act. 117), dass die
schizoaffektive Störung die ganze Zeit hindurch keine echte Remission gezeigt habe.
Die Versicherte sei trotz der medikamentösen Therapie affektiv äusserst labil, meist tief
depressiv und im Antrieb enorm stark vermindert. Schon auf eine kleine Belastung
reagiere sie mit einer starken Verschlechterung ihres Zustandes und mit dem Ausbruch
psychotischer Symptome; sie komme dann an den Rand einer seelischen
Dekompensation. Wegen ihrer Ängste sei sie oft gar nicht imstande, die Wohnung
alleine zu verlassen. Eine Besserung ihres Zustandes sei nicht zu erwarten. Der
Versicherten sei weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit zumutbar.
B.f Am 17./18. Oktober 2013 wurde die Versicherte zum dritten Mal observiert
(Ergänzungs- und Observationsbericht vom 28. Oktober 2013, IV-act. 122). Anlässlich
eines Gesprächs vom 18. Oktober 2013 in der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen
(SVA) gab die Versicherte an, dass die Ängste immer stärker würden. Die Depression
sei gleich geblieben. Zudem sei sie sehr müde. Sie könne nicht arbeiten (IV-act. 121).
B.g Dr. med. J._ von der IV-Stelle notierte am 17. Dezember 2013 (IV-act. 124), dass
sich die psychiatrische Diagnose durch das Observationsmaterial nicht widerlegen
lasse, da die dokumentierten Beobachtungen weder mit den subjektiv geltend
gemachten Einschränkungen noch mit den medizinischen Akten in einem starken
Widerspruch stünden.
B.h Anlässlich eines weiteren Gesprächs in der SVA am 24. Januar 2014 wurde die
Versicherte mit den durchgeführten Observationen konfrontiert (IV-act. 127). Sie hielt
daran fest, dass keine Besserung ihres Gesundheitszustandes eingetreten sei.
B.i Am 15. und 16. September 2014 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle
durch med. pract. K._, Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachtet
(Gutachten vom 16. Oktober 2014, IV-act. 138). Die Begutachtung dauerte insgesamt
vier Stunden. Die Gutachterin gab als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis allenfalls zeitweilig
mittelgradige depressive Episode (F33.0/F33.1), an. Als Diagnosen ohne Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen
und ängstlichen (vermeidenden) Anteilen (F/73.1) und einen Status nach anamnestisch
bekannter Agoraphobie (F40.0). Die Gutachterin erklärte, dass die Versicherte
anlässlich der aktuellen Untersuchungen über eine von Beginn an unveränderte bzw.
"immer gleiche" Angst sowie auch über unveränderte depressive Beschwerden und
Symptome berichtet habe. Diese Angaben liessen sich anhand der Aktenlage und der
aktuellen Exploration mit den darin festgestellten Inkonsistenzen und Widersprüchen
nicht nachvollziehen. Es habe sich eine auffallende Diskrepanz zwischen den von der
Versicherten angegebenen Beschwerden und dem klinischen Eindruck, bei dem aktuell
lediglich leichte bis allenfalls zeitweilig mittelgradige depressive Symptome hätten
festgestellt werden können, ergeben. Die Versicherte habe vor allem mit einem
eigenwilligen subjektiven Krankheitskonzept mit einem Schon- und
Vermeidungsverhalten in Bezug auf eine Erwerbstätigkeit imponiert. Es hätten sich
ausgeprägte Verdeutlichungstendenzen der depressiven Beschwerden und der
Angstbeschwerden feststellen lassen. Die Versicherte habe eine psychotische
Symptomatik aktuell eindeutig verneint. Eine solche Symptomatik habe auch in der
Vorgeschichte nicht eruiert werden können. Es habe sich lediglich ein gewisses
magisches Denken, das aber keinen Krankheitswert habe, feststellen lassen. Die fast
täglichen Besuche von Einkaufsmärkten (ob mit oder ohne Begleitung) liessen sich
nicht mit einem Vermeidungsverhalten im Rahmen einer Agoraphobie vereinbaren.
Aufgrund der aktuell leichten bis allenfalls zeitweilig mittelgradigen depressiven
Symptome liessen sich allenfalls leichte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und der
Leistungsfähigkeit in Form einer leicht verminderten Stress- und Frustrationstoleranz,
einer leicht verminderten psychischen Belastbarkeit, einer leicht verminderten
Ausdauer und leichten Einschränkungen der sozialen Kompetenzen feststellen. Diese
Störungen und Funktionsdefizite bewirkten eine leichte Minderung der
Leistungsfähigkeit bei einem leicht erhöhten Pausenbedarf. In der angestammten
Tätigkeit als Hilfsarbeiterin sowie in einer adaptierten Tätigkeit bestehe aus
psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 70-80 %. Im Haushalt
bestehe − bei einer freien Zeiteinteilung − eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Diese
Einschätzung gelte spätestens ab dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchungen
im September 2014. Bei den zahlreichen Inkonsistenzen und Widersprüchen in der
Aktenlage sei es schwierig, den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit retrospektiv zu
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beschreiben. Da die diagnostische Einschätzung von Dr. G._ nicht bestätigt werden
könne, lasse sich die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % ebenfalls nicht
nachvollziehen. Die frühere diagnostische Einschätzung von Dr. E._ erscheine aus
aktueller gutachterlicher Sicht zumindest nicht ganz nachvollziehbar, zumal er vor allem
auf die Angaben der Versicherten über ihre Beschwerden abgestellt und keine
Stellungnahme zu den Angaben der behandelnden Ärzte abgegeben habe. Dr. J._
erklärte am 21. Oktober 2014, dass auf das Gutachten von med. pract. K._
vollumfänglich abgestellt werden könne (IV-act. 139).
B.j Mit Vorbescheid vom 20. August 2015 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem IV-Grad von 21 % die Aufhebung der Rente für die Zukunft an (IV-act. 143). Den
IV-Grad errechnete sie anhand eines reinen Einkommensvergleichs gestützt auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. K._. Da die Versicherte zuletzt (im Jahr
1997) ein deutlich unterdurchschnittliches Hilfsarbeiterinneneinkommen erzielt hatte,
parallelisierte die IV-Stelle die Vergleichseinkommen bis zu einer Differenz von 5 %.
Das Valideneinkommen setzte sie auf 95 % und das Invalideneinkommen auf 75 % des
Durchschnittslohns einer Hilfsarbeiterin fest. Dagegen liess die Versicherte am 15.
Oktober 2015 einwenden (IV-act. 149), dass die IV-Stelle aufgrund des langjährigen
Rentenbezugs vor der Renteneinstellung die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung
hätte prüfen und die Rente unter Einhaltung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens
weiterhin hätte ausrichten müssen. Laut Dr. G._ sei die Versicherte weiterhin zu 100
% arbeitsunfähig. Auf das Gutachten von med. pract. K._ könne nicht abgestellt
werden. Ausserdem sei der Versicherten ein angemessener "Leidensabzug" zu
gewähren: Die Versicherte habe keinerlei Arbeitserfahrung und könne keine Referenzen
vorweisen. Zudem müsse sie wegen ihrer gesundheitlichen Probleme im Vergleich zu
einer gesunden Arbeitnehmerin einen viel tieferen Lohn in Kauf nehmen.
B.k Mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 hob die IV-Stelle die Rente wie angekündigt
auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (IV-act. 150).
Zum Einwand hielt sie fest, dass der Rechtsvertreter keine konkreten Gründe oder
neuen Fakten vorgebracht habe, die an der bisherigen Beurteilung etwas ändern
könnten. Eine erneute psychiatrische Begutachtung sei nicht angezeigt. Ein
"Leidensabzug" sei nur angebracht, wenn in einer angepassten Tätigkeit zusätzliche
Einschränkungen bestünden, was hier nicht der Fall sei. Eingliederungsmassnahmen
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wären von Vornherein zum Scheitern verurteilt, da von der Versicherten weiterhin eine
100 %ige Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht werde.
C.
C.a Dagegen liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 19.
November 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Weiterausrichtung einer ganzen IV-Rente.
Eventualiter sei ein neutrales psychiatrisches Gutachten einzuholen. Der
Rechtsvertreter stellte zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Ergänzend zur Begründung im Vorbescheidverfahren machte er
geltend, med. pract. K._ habe im Gutachten festgehalten, dass die
Beschwerdeschilderung weitgehend derjenigen von vor fast 13 Jahren im Gutachten
von Dr. E._ entsprochen habe. Die gesundheitliche Situation habe sich also nicht
geändert; bei der Beurteilung von med. pract. K._ handle es sich lediglich um eine
andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts. Der Beschwerdeführerin sei daher
weiterhin eine ganze IV-Rente auszurichten. Es werde bestritten, dass aufgrund der
begleiteten Lebensmitteleinkäufe keine Agoraphobie diagnostiziert werden könne. Die
Beschwerdeführerin sei nicht gefragt worden, ob sie vor dem Einkaufen allenfalls
beruhigende Medikamente einnehme. Med. pract. K._ sei davon ausgegangen, dass
der letzte Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik L._ vom 12. November 2007 bis 4.
Januar 2008 gar nicht stattgefunden habe. Dies sei nicht korrekt. Med. pract. K._ sei
somit von einem falschen medizinischen Sachverhalt ausgegangen. Zudem habe sie
verschiedene zentrale Punkte nicht korrekt festgehalten. So habe sie beispielsweise
nicht hinreichend berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin jeweils bis am Mittag im
Bett bleibe und sich tagsüber wiederholt hinlegen müsse. Ebenfalls zu wenig beachtet
worden sei, dass die Beschwerdeführerin gar keine Kontakte zur Familie oder zu
Freunden habe und somit ein totaler sozialer Rückzug vorliege. Neben Dr. G._ habe
sich auch Dr. I._ für eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
ausgesprochen. Das psychiatrische Gutachten von med. pract. K._ sei somit nicht
nachvollziehbar und die Renteneinstellung rechtswidrig gewesen. Dr. I._ hatte dem
Rechtsvertreter am 16. November 2015 berichtet (act. G 1.1.4), dass die
Beschwerdeführerin seit Jahren an immer wiederkehrenden Depressionen und
Angstzuständen leide, deswegen wiederholt in psychiatrischen Kliniken gewesen sei
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und sich in dauernder psychiatrischer Behandlung befinde. Es bestehe weiterhin eine
100 %ige Arbeitsunfähigkeit. Am 4. Januar 2016 machte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ergänzend geltend (act. G 7), dass med. pract. K._ die
medizinischen Akten völlig zu Ungunsten der Beschwerdeführerin ausgelegt habe.
Beispielsweise sei med. pract. K._ mit Verweis auf den Bericht des Psychiatrie-
Zentrums F._ vom 20. März 2009 unkorrekterweise davon ausgegangen, dass seit
dem Jahr 2009 keine Agoraphobie mehr vorliege. Des Weiteren sei unklar, was eine
100 %ige Arbeitsfähigkeit im Haushalt unter der Voraussetzung der freien Zeiteinteilung
bedeute. Auf das Gutachten könne auch nicht abgestellt werden, weil es eine
ungenaue Arbeitsfähigkeitsschätzung aufweise (70-80 %). Dr. G._ hatte dem
Rechtsvertreter am 7. Dezember 2015 berichtetet (act. G 7.1.1), dass er mit der
Beurteilung von med. pract. K._ gar nicht einverstanden sei. Die Beschwerdeführerin
leide an einer schizoaffektiven Psychose, depressiver Typ, an einer Panikstörung und
an einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung. Die psychotischen Erlebnisse seien stets
latent vorhanden und kämen bei einer Verschlechterung des psychischen Zustandes
mehr zum Ausdruck. Die Beschwerdeführerin sei für jede Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig. Der Beschwerdeergänzung lagen noch ein Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik L._ vom 10. Januar 2008 über eine Hospitalisation vom 12.
November 2007 bis 4. Januar 2008 (act. G 7.12) und ein Bericht des Psychiatrie-
Zentrums F._ über eine ambulante Behandlung vom 21. Juli 2008 bis 9. März 2009
bei (act. G 7.1.3).
C.b Am 28. Januar 2016 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
Operationsbericht vom 13. Juni 2013 und einen Bericht von Dr. I._ vom 15. Januar
2016 ein (act. G 9.1). Dr. I._ hatte erklärt, dass die Beschwerdeführerin wegen eines
Bauchwandbruchs operiert worden sei. Sie sollte deshalb keine schweren Lasten
tragen.
C.c Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 18. Februar 2016
die Abweisung der Beschwerde (act. G 11). Zunächst wies sie darauf hin, dass unklar
sei, ob die Beschwerde rechtzeitig eingereicht worden sei; die Beschwerde datiere
zwar vom 19. November 2015, sie sei aber erst am 23. November 2015 beim Gericht
eingegangen. Die Beschwerdegegnerin räumte ein, dass das Observationsmaterial
tatsächlich wenig spektakulär sei. Dr. G._ sei der einzige Arzt, der die Diagnose einer
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schizoaffektiven Störung gestellt habe. Diese Diagnose stehe nicht nur in Widerspruch
zu den gutachterlichen Beurteilungen, sondern auch zu den Berichten der anderen
behandelnden Psychiater. Dr. G._, der als Behandler als formell befangen zu gelten
habe, habe auch nicht über die vollständigen Akten verfügt. Sein Bericht sei zudem
vorwiegend narrativ ausgestaltet und es fehle ein AMDP-konformer Befund. Dass die
Gutachterin fälschlicherweise davon ausgegangen sei, vom 12. November 2007 bis 4.
Januar 2008 habe kein Klinikaufenthalt stattgefunden, vermöge die Überzeugungskraft
des Gutachtens nicht zu schmälern. Da der IV-Grad anhand eines reinen
Einkommensvergleichs berechnet worden sei, sei die Leistungsfähigkeit im Haushalt
nicht von Belang.
C.d Das Gericht bewilligte am 23. Februar 2016 die unentgeltliche Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 12).
C.e In seiner Replik vom 14. Juli 2016 machte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ergänzend geltend (act. G 20), dass die Beschwerde am 19.
November 2015 auf der Post aufgegeben und die Frist somit gewahrt worden sei. Das
Gutachten von med. pract. K._ sei im Zeitpunkt der Rentenaufhebung bereits veraltet
gewesen. Der Replik lag unter anderem ein Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom
1. Juli 2008 betreffend eine Hospitalisation wegen Thoraxschmerzen unklarer Ursache
bei (act. G 20.1.3). Am 26. Juni 2014 hatte eine kardiologische Abklärung
stattgefunden, die keine richtungsweisenden Pathologien ergeben hatte (act. G 20.1.4).
C.f In ihrer Duplik vom 22. August 2016 brachte die Beschwerdegegnerin vor (act. G
22), es sei nicht ersichtlich, was sich seit der Begutachtung relevant verändert haben
könnte. Das Gutachten habe daher nach wie vor Gültigkeit. Aus den neu eingereichten
Berichten ergäben sich keine relevanten somatischen Einschränkungen.
C.g Am 16. September 2016 reichte der Rechtsvertreter den Auszug aus dem
Postbüchlein nach, gemäss welchem die Beschwerde am 19. November 2015 der Post
übergeben worden war (act. G 24). Der Eingabe lag eine Honorarnote über den Betrag
von Fr. 3'666.10 bei (act. G 24.2).
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C.h Am 11. Dezember 2017 räumte das Gericht den Parteien die Gelegenheit ein, zur
Verwertbarkeit des Observationsmaterials Stellung zu nehmen (act. G 28). Die
Beschwerdegegnerin stellte sich am 16. Januar 2018 auf den Standpunkt (act. G 31),
dass die Observationsergebnisse verwertbar seien. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin erklärte am 2. Februar 2018 (act. G 32), dass ein einziger Anruf aus
der Nachbarschaft keinen genügenden Verdacht für eine Observation begründe. Der
Eingriff in die Privatsphäre wiege bereits deshalb schwer, weil die Überwachung
teilweise an den Festtagen erfolgt sei. Zudem habe die Observation nicht nur im
öffentlichen Raum stattgefunden. Ausserdem habe es sich um eine dauernde und
systematische Überwachung gehandelt. Und schliesslich sei das Verhalten der
Beschwerdeführerin nicht unbeeinflusst gewesen, da sie sich beobachtet gefühlt habe.
C.i Die Beschwerdegegnerin erwiderte am 14. Februar 2018 (act. G 34), dass das
Dossier vor der Anordnung der Observation einer sorgfältigen Prüfung unterzogen
worden sei. Es habe sich nicht um eine dauernde Überwachung gehandelt. Zudem
seien der 24. und 27. Dezember keine Festtage. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin machte am 26. Februar 2018 geltend (act. G 35), jemanden so
lange zu beobachten, bis man glaube, eine Aufnahme zu haben, welche den
geschilderten Beschwerden nicht entspreche, stelle kein faires Verfahren dar.
C.j Am 25. Juli 2018 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen Bericht
von Dr. med. M._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28.
Juni 2018 ein (act. G 37). Die Beschwerdeführerin war wegen seit Februar 2018
auftretenden Kopfschmerzen am 27. Juni 2018 von Dr. M._ untersucht worden. Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (vgl. act. G 38).
C.k Am 21. August 2018 unterbreitete der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dem
Gericht eine neue Honorarnote auf der Basis eines ungekürzten Stundensatzes von Fr.
250.-- (act. G 39). Das geforderte Honorar betrug Fr. 5'915.65. Der Rechtsvertreter
merkte an, dass der umfangreiche Aufwand im Wesentlichen damit zusammenhänge,
dass die Beschwerdeführerin observiert und deshalb die entsprechenden
Observationsberichte hätten studiert und eine ergänzende Stellungnahme habe
eingereicht werden müssen.
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C.l Am 27. August 2018 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
Bericht von Dr. med. N._, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, vom 14. Juni
2017, ein (act. G 40). Dr. N._ hatte die Beschwerdeführerin wegen eines langsamen
Kreatinin-Anstiegs in den letzten zwei Jahren, eines deutlich erhöhten Lithium-Spiegels
anfangs Mai 2017, einer seit länger bestehenden Polyurie (erhöhte Urinausscheidung)
und Polydipsie (gesteigertes Durstgefühl), einer Nykturie 4x (mehrfaches nächtliches
Wasserlassen) und seit zwei Wochen bestehenden Flankenschmerzen rechts
untersucht. Als Diagnose hatte er eine chronische Niereninsuffizienz KDIGO-Stadium
G3bA1 bei Lithium-Nephropathie angegeben. Er hatte erklärt, es bestehe die Hoffnung,
dass sich der Diabetes insipidus, die Niereninsuffizienz und der
Hyperparathyreoidismus durch einen Stopp des Lithiums wenigstens teilweise
erholten.

Erwägungen
1.
Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung
datiert vom 19. Oktober 2015 und ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am
20. Oktober 2015 zugestellt worden. Die Beschwerdefrist hat somit am 21. Oktober
2015 zu laufen begonnen. Der 30. Tag der Frist ist also auf den Donnerstag, 19.
November 2015 gefallen. Der Rechtsvertreter hat am 19. November 2015 und somit
rechtzeitig Beschwerde erhoben (siehe act. G 1.2 und act. G 24.1). Demnach ist auf die
Beschwerde einzutreten.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat seit dem 1. August 2000 eine ganze IV-Rente
bezogen. Mit der angefochtenen Verfügung vom 19. Oktober 2015 hat die
Beschwerdegegnerin die Rente für die Zukunft, d.h. per 1. Dezember 2015,
aufgehoben. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Rentenaufhebung zu Recht erfolgt ist.
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2.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Rente mittels einer Revision nach Art. 17 Abs. 1
ATSG aufgehoben. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 87 Abs. 2,
Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR
831.201). Anlass zur Revision einer Invalidenrente gibt jede Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob
bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche
Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht. Ist eine anspruchserhebliche Änderung des
Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem
Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010 E. 3.1). Nachfolgend ist somit zu
prüfen, ob sich der Status der Beschwerdeführerin (Voll-, Teilzeit- oder
Nichterwerbstätigkeit) verändert hat und/oder ob sich die Arbeitsfähigkeit bis 19.
Oktober 2015 (Verfügungserlass) gegenüber der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der
letzten materiellen Prüfung des Rentenanspruchs (Verfügung vom 18. Februar 2005) in
einem für den Rentenanspruch relevanten Ausmass verbessert hat.
2.3 Bei der ursprünglichen Rentenzusprache im April 2002 ist die Beschwerdeführerin
als zu 100 % erwerbstätig qualifiziert worden. Im Februar 2005 ist sie als zu 50 %
erwerbstätig und als zu 50 % im Haushalt tätig eingestuft worden. Damals sind ihre
drei Kinder zwei, fünf und sieben Jahre alt gewesen (Jahrgänge 1998, 2000 und 2003).
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (Oktober 2015) sind die Kinder
12, 15 und 17 Jahre alt gewesen. Sie haben also viel weniger Betreuung benötigt als
noch im Jahr 2005. Daher ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Jahr
2015 wieder ein höheres Arbeitspensum absolviert hätte. Sie hat denn auch anlässlich
des Gesprächs vom 18. Oktober 2013 angegeben, dass sie ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung zu 100 % erwerbstätig wäre (IV-act. 121-8). Auch unter
Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation der Beschwerdeführerin und ihres
Ehemannes − sie haben drei unterstützungspflichtige Kinder und können mangels
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Berufsausbildung lediglich unqualifizierte Tätigkeiten ausüben − ist es realistisch, dass
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
(Oktober 2015) wieder voll erwerbstätig gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin ist
somit neu als zu 100 % erwerbstätig zu qualifizieren. Der Vollständigkeit halber bleibt
anzumerken, dass es keinen Einfluss auf den Rentenentscheid hätte, wenn weiterhin
nur von einer Teilzeitarbeitstätigkeit ausgegangen würde.
3.
Die Beschwerdeführerin ist nach einem anonymen telefonischen Hinweis im Zeitraum
Dezember 2012 bis 18. Oktober 2013 an mehreren Tagen im Auftrag der
Beschwerdegegnerin überwacht worden. Das Bundesgericht ist − in Nachachtung des
Entscheides des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 18. Oktober
2016, Vukota-Bojic gegen Schweiz, Urteil no. 61838/10 − zum Schluss gekommen,
dass es in der Invalidenversicherung an einer genügenden gesetzlichen Grundlage,
welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert regle, fehle (BGE
143 I 377 vom 14. Juli 2017). Die durch die Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
Observation ist somit gemäss der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
rechtswidrig gewesen. Gemäss dem Bundesgericht ist eine Verwertbarkeit des
Beweismaterials, das im Rahmen einer rechtswidrig angeordneten Observation im
öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen wurde, im Invalidenversicherungsverfahren
gestützt auf eine Abwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen im Einzelfall
trotzdem möglich (BGE 143 I 377 E. 5; zur Kritik hierzu siehe z.B. THOMAS GÄCHTER/
MICHAEL E. MEIER, Rechtsprechung des Bundesgerichts im Bereich der
Invalidenversicherung, Urteilsbesprechung BGE 143 I 377, in: SZS 62/2018 S.
444-447). Über die Frage, ob das Observationsmaterial verwertbar ist, muss im
vorliegenden Fall nicht befunden werden, da dieses Beweismaterial, wie nachfolgend
aufgezeigt wird, keinen entscheidenden Einfluss auf die gutachterliche Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit gehabt hat (vgl. hierzu auch den Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 6. Juli 2017, IV 2014/206 E. 2.3). Somit spielt es auch
keine Rolle, ob die Observation objektiv geboten gewesen ist, d.h. ob konkrete
Anhaltspunkte vorgelegen haben, die Zweifel an den gesundheitlichen Beschwerden
oder der bisherigen Arbeitsfähigkeitsschätzung haben aufkommen lassen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 15. Dezember 2011, 8C_195/2011 E. 3.2).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/25
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4.
4.1 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere der Bericht des Hausarztes Dr. I._
vom 20. Juni 2013, die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. G._ vom 23.
September 2013 und vom 7. Dezember 2015 sowie das psychiatrische Gutachten von
med. pract. K._ vom 16. Oktober 2014 im Recht.
4.1.1 Die ursprüngliche Rentenzusprache ist wegen einer Agoraphobie mit
Panikstörung erfolgt (Gutachten von Dr. E._ vom 3. Dezember 2001, IV-act. 14). Im
Rahmen eines Revisionsverfahrens hat eine Verlaufsbegutachtung durch denselben
Arzt stattgefunden. Im Gutachten vom 7. Februar 2005 (IV-act. 55) hat er erklärt, im
Gegensatz zu früher bestehe der Eindruck, dass die Beeinträchtigung in erster Linie auf
eine rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradig bis schwer, zurückzuführen
sei. Wie bereits im Vorgutachten hat er der Beschwerdeführerin für jegliche Tätigkeiten
eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Prinzipiell ist er davon ausgegangen, dass die
Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne. Angesichts des bisherigen Verlaufs hat er
die Prognose aber als unsicher bezeichnet.
4.1.2 Das aktuelle psychiatrische Gutachten, welches med. pract. K._ verfasst hat,
datiert vom 16. Oktober 2014 und stützt sich unter anderem auf zwei Untersuchungen
vom 15. und 16. September 2014. Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass das
Gutachten im Zeitpunkt der Rentenaufhebung, d.h. im Oktober 2015, bereits veraltet
gewesen sei. Zwischen der Begutachtung und dem Verfügungserlass liegt ein Jahr.
Inwiefern sich der Gesundheitszustand zwischenzeitlich verändert haben soll, ist vom
Rechtsvertreter nicht begründet worden und ergibt sich auch nicht aus den Akten. Das
Gutachten von med. pract. K._ kann daher nicht als veraltet qualifiziert werden.
4.1.3 Med. pract. K._ hat als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
lediglich noch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis allenfalls
zeitweilig mittelgradige depressive Episode, angegeben. Sie hat die Arbeitsfähigkeit
wegen einer leicht verminderten Leistungsfähigkeit bei einem leicht erhöhten
Pausenbedarf auf mindestens 70-80 % geschätzt. Aus dem Gutachten geht hervor,
dass das Observationsmaterial die Beurteilung der Gutachterin, wenn überhaupt, nicht
entscheidend beeinflusst hat. So hat med. pract. K._ in ihrer Beurteilung
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festgehalten, dass sich die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Einschränkungen angesichts der Inkonsistenzen und Widersprüche bei der
Beschwerdeschilderung sowie aufgrund des aktuell erhobenen psychischen Befundes
nicht hätten nachvollziehen lassen: Es habe sich eine auffallende Diskrepanz zwischen
den von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden und dem klinischen
Eindruck, bei dem aktuell lediglich leichte bis allenfalls zeitweilig mittelgradige
depressive Symptome hätten festgestellt werden können, ergeben. Auch die Angaben
der Beschwerdeführerin hinsichtlich ihres Vermeidungsverhaltens aufgrund einer
Angstsymptomatik hätten sich vor dem Hintergrund der festgestellten Inkonsistenzen
und Widersprüche und insbesondere aufgrund ihrer Angaben über die fast täglichen
Besuche von Einkaufsmärkten nicht nachvollziehen lassen (IV-act. 138-26). In der
aktuellen Untersuchung hätten sich keine ausreichenden Anhaltspunkte für das
Vorliegen von Phobien ergeben. Ein Vermeidungsverhalten von phobischen Situation
habe nicht festgestellt werden können (IV-act. 138-23). Eine Ängstlichkeit habe an
beiden Untersuchungstagen nicht beobachtet werden können (IV-act. 138-22 f.). Aus
diesen Ausführungen kann der Schluss gezogen werden, dass die
Observationsergebnisse lediglich die gutachterlichen Untersuchungsergebnisse
bestätigt haben. Die Gutachterin ist also − zu Recht − davon ausgegangen, dass die
Observationsergebnisse kein taugliches Beweismittel sind, um etwas über die
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht auszusagen. Dies hat Übrigens
auch Dr. J._, die Vertrauensärztin der Beschwerdegegnerin, so gesehen: Sie hat in
ihrer Stellungnahme vom 17. Dezember 2013 erklärt, dass sich die psychiatrische
Diagnose durch das Observationsmaterial nicht wiederlegen lasse. Auch die
Beschwerdegegnerin räumte in ihrer Beschwerdeantwort ein, dass das
Observationsmaterial wenig "spektakulär" sei. Aufgrund des Gesagten ist davon
auszugehen, dass die Diagnosestellung und die Arbeitsfähigkeitsschätzung von med.
pract. K._ nicht anders ausgefallen wären, wenn ihr die Observationsergebnisse nicht
vorgelegen hätten. Von einer weiteren psychiatrischen Abklärung ohne Vorlage des
Observationsmaterials sind daher keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
4.1.4 Die Einschätzung der Gutachterin steht der subjektiven Überzeugung der
Beschwerdeführerin, vollständig arbeitsunfähig zu sein, diametral entgegen. Die
Gutachterin hat auf zahlreiche Diskrepanzen, Inkonsistenzen und Widersprüche
hingewiesen: Die Beschwerdeschilderung habe teilweise wie auswendig gelernt gewirkt
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und liesse sich zumindest teilweise nicht mit den aktuellen Angaben zum geltend
gemachten Vermeidungsverhalten vereinbaren. Die Beschwerdedarstellung sei fast
identisch zu jener von vor fast 13 Jahren im Rahmen des psychiatrischen Gutachtens
vom Dezember 2001 erschienen. Bei genauerem Nachfragen zu den Beschwerden
habe sich die Beschwerdeführerin teilweise in Widersprüche verwickelt. Bei der
Schilderung ihrer Beschwerden habe sie sich wenig vital und erschöpft gezeigt und mit
einer monotonen Stimme gesprochen. Ganz anders habe sie bei der Schilderung ihrer
Familie gewirkt: Sie habe vital, initiativ und nicht antriebsgemindert gewirkt. In Bezug
auf die Beschreibung der Kinder und der aktuellen gesundheitlichen Situation ihrer
Mutter habe sie viele spontane und umfangreiche Angaben gemacht. Sie habe mit
einer normal lauten und gut modulierten Stimme gesprochen, eine lebhafte Mimik und
Gestik gezeigt und den Blickkontakt aufrechterhalten. Bei der Schilderung des
aktuellen Tagesablaufs habe sich die Beschwerdeführerin plötzlich wortkarg gezeigt.
Sie habe − auf Nachfragen hin − sehr vage und unklare Angaben gemacht. Beim
wiederholten Nachfragen habe sie sich in Widersprüche verwickelt. Eine Ängstlichkeit
oder Panikattacken hätten an beiden Untersuchungstagen nicht beobachtet werden
können. Auch eine Müdigkeit oder eine rasche Erschöpfbarkeit hätten nicht festgestellt
werden können. Die angegebenen starken Schlafstörungen hätten sich bei genauerem
Nachfragen als kurze Schlafunterbrechungen erwiesen. Das von der
Beschwerdeführerin angegebene Vermeidungsverhalten sei diskrepant zu den von ihr
beschriebenen Aktivitäten mit den fast täglichen Einkäufen in Supermärkten (in
Begleitung des Ehemannes) und den jährlich stattfindenden Ferien in der Heimat
gewesen. Die angegebenen Konzentrationsstörungen hätten an beiden
Untersuchungstagen nicht beobachtet werden können (IV-act. 138-22 f.). Zwar hat
med. pract. K._ die früheren diagnostischen Einschätzungen von Dr. E._ nicht ganz
nachvollziehen können. Sie hat aber auch erklärt, dass es bei den zahlreichen
Inkonsistenzen und Widersprüchen in der Aktenlage schwierig sei, den Verlauf der
Arbeitsunfähigkeit retrospektiv zu beschreiben. Es leuchtet daher ein, dass sie ihre
Einschätzung nicht als andere Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts
gewertet hat, sondern von einer zwischenzeitlich eingetretenen wesentlichen
Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen ist (IV-act. 138-36). Der
Rechtsvertreter hat diese Schlussfolgerung in Frage gestellt, da die
Beschwerdeschilderung bei der aktuellen Begutachtung derjenigen von vor fast 13
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Jahren bei der Verlaufsbegutachtung durch Dr. E._ entsprochen habe. Für die
Beurteilung, ob sich der Gesundheitszustand seit der letzten materiellen Überprüfung
des Rentenanspruchs verändert hat, kann nicht allein auf die subjektiven Angaben der
versicherten Person abgestellt werden. Dies gilt umso mehr, wenn wie im vorliegenden
Fall zahlreiche Inkonsistenzen und Widersprüche vorliegen und sich die subjektiven
Beschwerdeangaben nicht mit dem klinischen Eindruck der begutachtenden Person
vereinbaren lassen. Med. pract. K._ hat die Angaben der Beschwerdeführerin sehr
sorgfältig und kritisch gewürdigt, was im vorliegenden Fall aufgrund der erwähnten
Unstimmigkeiten zwingend notwendig gewesen ist. Daraus lässt sich keinesfalls
schliessen, dass die Gutachterin nicht alle Angaben der Beschwerdeführerin in ihre
Beurteilung miteinbezogen oder die medizinischen Akten zu Ungunsten der
Beschwerdeführerin ausgelegt hätte. Der sinngemässe Vorwurf des Rechtsvertreters,
die Gutachterin sei befangen gewesen, ist somit durch nichts belegt.
4.1.5 Zu prüfen bleibt, ob die Berichte des Hausarztes und des behandelnden
Psychiaters Zweifel an der Einschätzung von med. pract. K._ zu wecken vermögen.
Der Hausarzt Dr. I._ hat in einem Bericht vom 20. Juni 2013 angegeben, dass die
Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die Beschwerdeführerin leide
weiterhin unter starken Angstzuständen, könne kaum das Haus verlassen, zittere und
habe Angst vor fremden Leuten (IV-act. 109). Ob Dr. I._ die Angstzustände selber
erlebt hat, geht aus seinem Bericht nicht hervor. Wahrscheinlicher ist, dass er in
seinem Bericht einfach die Angaben der Beschwerdeführerin wiedergegeben hat. Hinzu
kommt, dass Dr. I._ als Allgemeinmediziner nicht über das psychiatrische
Fachwissen verfügt, um eine verlässliche psychiatrische Diagnose zu stellen und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einzuschätzen. Ausserdem ist bekannt, dass
behandelnde Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen
(vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweisen). Die Beurteilung des Hausarztes hat daher
nicht die gleiche Beweiskraft wie diejenige von med. pract. K._. Der behandelnde
Psychiater Dr. G._ hat die psychischen Beeinträchtigungen anders eingeschätzt als
med. pract. K._. Er hat der Beschwerdeführerin eine schizoaffektive Störung,
gegenwärtig depressiv, eine Panikstörung und eine ängstliche Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert. Med. pract. K._ hat erklärt, dass Dr. G._ weitestgehend, wenn nicht
ausschliesslich, auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt habe. Seinen
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Verlaufsberichten fehle eine psychopathologische Befunderhebung. Insbesondere sei
nicht ersichtlich, ob und gegebenenfalls welche psychotischen Symptome von ihm im
Rahmen seiner psychotherapeutischen Gespräche konkret beobachtet und festgestellt
worden seien (IV-act. 138-28). Zudem sei davon auszugehen, dass Dr. G._ die IV-
fremden psychosozialen Faktoren (subjektives Krankheitskonzept mit einem
inadäquaten Krankheits- und Schonverhalten, Migrationshintergrund, keine
Berufsausbildung, Verlust der Arbeitsstelle im Sommer 2001, seither fehlende
Motivation zur Erwerbstätigkeit bei einer Motivationsverlagerung auf die Aufgaben als
Mutter, aktuell eher geringe Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, sehr hoher
sekundärer Krankheitsgewinn, familiäre und partnerschaftliche Konflikte, Ehemann mit
IV-Rente, weiterhin bestehender eigener Rentenwunsch) bei der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit mit berücksichtigt habe (IV-act. 138-30). Da die diagnostische
Einschätzung von Dr. G._ nicht bestätigt werden könne, lasse sich auch die von ihm
attestierte 100 %ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehen. Dieser überzeugenden
Begründung von med. pract. K._ ist zu folgen. Der Beweiswert der Beurteilung von
med. pract. K._ wird auch dadurch nicht geschmälert, dass sie versehentlich davon
ausgegangen ist, vom 12. November 2007 bis 4. Januar 2008 habe keine
psychiatrische Hospitalisation stattgefunden. In antizipierender Beweiswürdigung ist
davon auszugehen, dass die Kenntnis der Hospitalisation, die im Zeitpunkt der
Begutachtung sechseinhalb Jahre zurückgelegen hat, nichts an der aktuellen
diagnostischen Einschätzung und Arbeitsfähigkeitsschätzung geändert hätte.
Ansonsten hätte die Gutachterin die diesbezüglich im Begutachtungszeitpunkt
widersprüchliche Aktenlage sicherlich näher abgeklärt. Demnach vermag auch die
Beurteilung des behandelnden Psychiaters Dr. G._ keine Zweifel an der Einschätzung
von med. pract. K._ zu wecken. In Übereinstimmung mit der Vertrauensärztin der IV-
Stelle, Dr. J._, ist somit vollumfänglich auf das Gutachten von med. pract. K._
abzustellen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin seit dem
Untersuchungszeitpunkt (September 2014) aus psychiatrischer Sicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit in jeder in Frage kommenden Hilfsarbeit zu
mindestens 70 bis 80 % arbeitsfähig ist. Gibt ein medizinischer Sachverständiger bei
der Arbeitsfähigkeitsschätzung eine Bandbreite (hier: 20-30 % arbeitsunfähig) an, ist es
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung notwendig, den Mittelwert
heranzuziehen, welcher von den beiden Extremwerten am wenigsten abweicht (vgl.
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Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 21. April 2005, I 822/04 E. 4.4;
vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Dezember 2007, 9C_626/2007 E. 3.2).
Demnach ist dem Einkommensvergleich aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit
von 75 % zugrunde zu legen.
4.2 In somatischer Hinsicht hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im
Beschwerdeverfahren einen Operationsbericht vom 13. Juni 2013 über eine
laparoskopische Hernioplastik eingereicht. Dr. I._ hat dem Bauchwandbruch nur
insoweit einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen, als die
Beschwerdeführerin keine schweren Lasten tragen sollte (act. G 9.1). Auch die
Thoraxschmerzen unklarer Ursache, die im Juni 2008 stationär abgeklärt worden sind,
sind offensichtlich nicht geeignet, eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit zu
begründen (act. G 20.1.3). Die kardiologische Abklärung am 26. Juni 2014 hat nämlich
keine Pathologien gezeigt (act. G 20.1.14). Der Nephrologe Dr. N._ hat der
Beschwerdeführerin im Bericht vom 14. Juni 2017 (act. G 40.1) eine chronische
Niereninsuffizienz, welche mit einem gesteigerten Durstgefühl und einer erhöhten
Urinausscheidung einhergeht, diagnostiziert. Ob diese Erkrankung bereits im
Verfügungszeitpunkt bestanden hat, geht aus dem Bericht nicht hervor. Auch wenn
dem so wäre, hätte die Erkrankung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses keine
Invalidität zu begründen vermocht, da die medizinische Behandlung (insbesondere der
Stopp des Lithiums) zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht eingeleitet worden war.
Auch die von der Beschwerdeführerin im Bericht des Neurologen Dr. Schaden vom 28.
Juni 2018 beklagten Kopfschmerzen haben keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im
Verfügungszeitpunkt gehabt. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin sind diese
Kopfschmerzen nämlich erstmals im Februar 2018 aufgetreten. Im vorliegenden
Verfahren ist jedoch lediglich der Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit bis und
mit Verfügungserlass (19. Oktober 2015) massgebend. In somatischer Hinsicht ist
demnach lediglich insoweit von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen,
als körperlich schwere Tätigkeiten zu vermeiden sind.
5.
Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdeführerin ist vor dem Eintritt der
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Arbeitsunfähigkeit im Jahr 1999/2000 als Hilfsarbeiterin in der Spritzerei eines
Industrieunternehmens tätig gewesen. Zuvor hat sie als angelernte Näherin/
Kleiderkontrolleurin gearbeitet. Dabei hat sie mit Stundenlöhnen von Fr. 15.-- resp. Fr.
15.75 deutlich unterdurchschnittliche Einkommen verdient. Der durchschnittliche Lohn
einer Hilfsarbeiterin hat im Jahr 2001 nämlich Fr. 46'911.-- betragen, was einem
Stundenlohn von aufgerundet Fr. 22.-- entspricht (Anhang 2 der IVG-Ausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006). Es ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin nicht aus freien Stücken ein tiefes Einkommen erzielt hat, sondern
dass sie aufgrund der Wirtschaftslage keine besser bezahlte Arbeitsstelle gefunden
hat. Hätte sich ihr die Möglichkeit geboten, an einer anderen, ihren Fähigkeiten
entsprechenden Stelle ein höheres Erwerbseinkommen zu erzielen, hätte sie die
Arbeitsstelle sicherlich gewechselt. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin zuletzt
vor über 15 Jahren erwerbstätig gewesen ist. Der damals von ihr erzielte Lohn vermag
somit nichts darüber auszusagen, was die Beschwerdeführerin heute verdienen
könnte. Da auch für die Berechnung des Valideneinkommens das auf dem
ausgeglichenen (und nicht das auf dem tatsächlichen) Arbeitsmarkt erzielbare
Erwerbseinkommen entscheidend ist, entspricht das Valideneinkommen dem
durchschnittlichen Lohn einer Hilfsarbeiterin. Weil auch die Invalidenkarriere in einer
Hilfsarbeit besteht, müssen das Validen- und das Invalideneinkommen ziffernmässig
nicht festgelegt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2017,
9C_675/2016 E. 3.1 f.). Die Beschwerdegegnerin hat keinen Tabellenlohnabzug
vorgenommen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat hingegen einen
angemessenen "Leidensabzug" gefordert, da die Beschwerdeführerin über keinerlei
Arbeitserfahrung verfüge und wegen ihrer gesundheitlichen Probleme im Vergleich zu
einer gesunden Arbeitnehmerin einen viel tieferen Lohn in Kauf nehmen müsse.
Hilfsarbeiten zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie keine Berufserfahrung
voraussetzen. Allerdings besteht gerade bei Krankheiten mit einem schwankenden
Verlauf wie einer Depression eine erhebliche Gefahr überdurchschnittlicher
Krankheitsabsenzen, so dass die Beschwerdeführerin bei einer objektiven
betriebswirtschaftlichen Betrachtung mehr indirekte Lohnnebenkosten zu generieren
drohte, was bei der Festsetzung ihres Lohnes zu berücksichtigen wäre. Allerdings
rechtfertigt dies höchstens einen Tabellenlohn von 15 %. Der IV-Grad beträgt folglich
maximal 36.25 % (25 % + [75 x 0.15]).
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6.
6.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
Beschwerdegegnerin wegen des langjährigen Rentenbezugs vor der Rentenaufhebung
die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung hätte prüfen und die Rente unter Einhaltung
des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens weiterhin hätte ausrichten müssen. Nach dem
Konzept von Art. 16 ATSG müssen dem Invalideneinkommen − losgelöst von der
aktuellen konjunkturellen Verfassung des Arbeitsmarktes − effektiv realisierbare
Erwerbsmöglichkeiten aus sogenannten Verweistätigkeiten zugrunde liegen. Diese
Voraussetzung ist unter Umständen nicht erfüllt, wenn aus den Akten hervorgeht, dass
die rentenausschliessende (oder -reduzierende) Verwertung eines bestimmten
Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein
vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Der Schluss, ein
auf der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit (hier von 75 %) beruhendes
Invalideneinkommen dürfe (noch) nicht angerechnet werden, fällt zunächst dann in
Betracht, wenn das grundsätzlich attestierte Leistungsvermögen in der ärztlichen
Beurteilung selber unter den Vorbehalt einer Durchführung befähigender Massnahmen
gestellt wird. Ein medizinisches Anforderungsprofil trägt sodann naturgemäss nur den
funktionellen Beeinträchtigungen Rechnung; die weiterführende Frage nach der
berufspraktischen Umsetzbarkeit wird hierdurch nicht berührt. Daher können im
Einzelfall auch Erfordernisse des Arbeitsmarktes einer Anrechnung entgegenstehen.
Eine unmittelbare Anrechenbarkeit ist jedoch immer dann gegeben, wenn lediglich eine
Hilfestellung in Form von Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) nötig erscheint (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 10. September 2010, 9C_163/2009 E. 4.1 f.). Med. pract. K._
hat in ihrem Gutachten festgehalten, dass bei einer noch nachzuweisenden Motivation
eine Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche durch die Beschwerdegegnerin und/oder
durch das RAV hilfreich sein könnte (IV-act. 138-32). Sie hat lediglich eine
Arbeitsvermittlung, also keine weiterführenden beruflichen Eingliederungsmassnahmen
wie beispielsweise eine berufliche Abklärung oder ein Arbeitstraining empfohlen. Hinzu
kommt, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen nur Sinn machen, wenn die
versicherte Person eingliederungswillig ist. Aus den Akten ist jedoch ersichtlich, dass
sich die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig fühlt. Nach dem Gesagten ist die
Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet gewesen, vor der Aufhebung der Rente
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berufliche Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Bei einem IV-Grad von unter 40
% hat die Beschwerdeführerin somit keinen Anspruch mehr auf eine IV-Rente.
6.2 Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt grundsätzlich frühestens
vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art.
88bis Abs. 2 lit. a IVV). Ausnahmsweise erfolgt sie rückwirkend ab Eintritt der für den
Anspruch erheblichen Änderung, wenn die Bezügerin die Leistung zu Unrecht erwirkt
hat oder der ihr nach Art. 77 zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (vgl.
Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV). Med. pract. K._ hat keine Angaben zum retrospektiven
Verlauf der Arbeitsunfähigkeit, namentlich zum Zeitpunkt des Eintritts der Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit, machen können. Ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung hat daher ab
dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung Gültigkeit. Folglich kann der
Beschwerdeführerin keine Meldepflichtverletzung nachgewiesen werden. Die
Beschwerdegegnerin hat die Rente daher zu Recht für die Zukunft, d.h. auf den ersten
Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats, aufgehoben.
6.3 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Da die Bearbeitung des vorliegenden Falles
wegen des Observationsmaterials aufwändiger gewesen ist, erscheint eine
Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- als angemessen. Diese ist der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der
Bezahlung zu befreien.
7.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
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bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote
über den Betrag von Fr. 5'915.65 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht
(act. G 39.1). Der veranschlagte Stundenansatz hat Fr. 250.-- betragen und entspricht
damit dem mittleren Honorar gemäss Art. 24 Abs. 1 HonO. In einem durchschnittlich
aufwändigen IV-Rentenfall wird die Entschädigung praxisgemäss auf Fr. 3'500.--
festgesetzt. Der Aufwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist im
vorliegenden Fall überdurchschnittlich gewesen, da er zusätzlich das umfangreiche
Observationsmaterial hat sichten und würdigen müssen. Zudem hat er sich mit der
nach Abschluss des ordentlichen Schriftenwechsels erfolgten
Rechtsprechungsänderung bezüglich Observationen auseinandersetzen und hierzu
Stellung nehmen müssen. Das vom Rechtsvertreter geforderte Honorar von Fr.
5'915.65 übersteigt die übliche Entschädigung allerdings um fast Fr. 2'500.--, was als
deutlich übersetzt erscheint. Unter Berücksichtigung des Aufwandes erscheint im
vorliegenden Fall eine pauschale Entschädigung von Fr. 4'500.-- als angemessen. Das
Honorar wird bei unentgeltlicher Prozessführung um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31
Abs. 3 AnwG, sGS 963.70). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit pauschal Fr. 3'600.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
7.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).