Decision ID: bc6ef687-c4e0-4ba5-80d2-8651ce8fb142
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1962 geborene X._, Inhaberin eines Handelsdiploms und vom 19. März 2004 bis 28. Februar 2006 als Verkaufsmitarbeiterin in einem Cate
ringbetrieb angestellt, meldete sich am 17. Februar 2006
(Eingangsdatum)
unter Hin
weis auf
eine Schulterproblematik (Frozen Shoulder, Operation am 11. März 2005), bei der Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der
Invalidenversicherung an (Urk. 8/2
). Diese klärte die
erwerblich-beruflichen und medi
zinischen Verhältnisse ab und
kündigte der Versicherten mit Vorbescheid vom 14. November 2006 an, das Leistungsbegeh
ren abzuweisen (Urk. 8/23)
.
Nach Einwanderhebung durch die Versicherte am 28. November 2006 (Urk. 8/24) tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Ab
klärungen und nahm am 13. Februar 2007 bei der Versicherten zu Hause eine Haushaltsabklärung vor (Abklärungsbericht vom 16. März 2007 [Urk. 8/30]). Mit Verfügung vom 16. Mai 2007 wies sie das Leistungsbegehren wie vorbe
schieden ab (Urk. 8/32).
1.2
Am 29. Juni 2012 meldete sich die Versicherte, welche ab 2010 als Call Center Agent bei einer Bank in einer 80%igen Anstellung tätig war, unter Hinweis auf eine am 1. Mai 2012 erlittene Subarachnoidalblutung erneut zum Leistungsbe
zug an (Urk. 8/34, vgl. auch Urk. 8/33/6-9). Die IV-Stelle tätigte erneut erwerb
lich-berufliche und medi
zinische
Abklärungen und erteilte der Versicherten mit Mitteilung vom 25. Februar 2013 Kostengutsprache für Support am Arbeitsplatz (Urk. 8/58). Aufgrund gesundheitlicher Probleme wurden die beruflichen Mass
nahmen jedoch wieder abgebrochen (Mitteilung vom 24. Juni 2013 [Urk. 8/64]). Die IV-Stelle tätigte weitere medizinische Abklärungen und veranlasste am 29. Oktober 2013 eine polydisziplinäre Untersuchung (Urk. 8/70). Das Z._ erstattete am 25. August 2014 das Gutachten vom 12. August 2014 (Urk. 8/85). Am 9. Oktober 2014 erfolgte so
dann eine weitere Haushaltsabklärung bei der Versicherten zu Hause (Abklä
rungsbericht vom 14. November 2014 [Urk. 8/89]). Nach durchgeführtem Vor
bescheidverfahren (Vorbescheid vom 5. Dezember 2014 [Urk. 8/94]) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 20. Mai 2015 bei einem Invali
ditätsgrad von 57 % eine halbe Invalidenrente ab dem 1. Mai 2013 zu (Urk. 8/100).
1.3
Mit Revisionsgesuch vom 10. März 2016 (Eingangsdatum) machte die Versi
cherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend (Urk. 8/104). Sie reichte damit einen Bericht des A._, Klinik für Rheumatologie, vom 4. Dezember 2015 ein (Urk. 8/103). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 5. April 2016 [Urk. 8/106]) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. Mai 2016 auf das Rentenerhöhungsbegehren nicht ein (Urk. 2 [= Urk. 8/107]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 9. Juni 2016 Beschwerde bei der IV-Stelle (Urk. 1), welche die Eingabe dem zuständigen hiesigen Gericht mit Schreiben vom 16. Juni 2016 überwies (Urk. 4). In ihrer Beschwerde beantragte die Be
schwerdeführerin unter Verweis auf den Arztbericht des A._, Klinik für Rheu
matologie, vom 2. Mai 2016 (Urk. 3), sinngemäss, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, auf die Neuanmeldung einzutreten. Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 28. Juli 2016 ange
zeigt wurde (Urk. 9). Mit Eingabe vom 4. August 2016 (Urk. 10) reichte die – in
zwischen durch ihre Rechtsschutzversicherung vertretene (Urk. 13) – Beschwer
deführerin eine weitere Eingabe ein und beantragte die Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung sowie die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegeg
nerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung. Mit Eingabe vom 17. August 2016 (Urk. 14) reichte die Beschwerdeführerin sodann einen Verlaufsbericht des A._ vom 19. Juli 2016 (Urk. 15) zu den Akten.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach vorangegangener Verweigerung einer Rente der Invalidenversicherung wird
eine neue Anmeldung zum Leistungsbezug nur geprüft, wenn glaubhaft ge
macht
worden ist, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Dies gilt auch für Neuanmel
dungen nach einer rückwirkend befristet zugesprochenen Rente (BGE 133 V 263) oder nach einer revisionsweisen Aufhebung einer zuvor ausgerichteten unbefristeten Rente
(vgl. etwa Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kan
tons Zürich IV.2004.00234
vom 21. Juni 2005 E. 2 und IV.2006.00491 vom 18. Dezember 2007
E. 1.4) sowie für Rentenerhöhungsgesuche (vgl. etwa das Urteil des
Sozial
versicherungsgerichts des Kan
tons Zürich
IV.2012.01084
vom 2. April 2014 E. 1)
. Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung immer wie
der mit gleich
lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Verän
derung des Sach
verhalts darle
genden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 114 E. 2a, 109 V 264 E. 3). Die Verwaltung entscheidet somit zunächst nur, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so kann sie das
Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten erledi
gen. Dabei wird sie
unter ande
rem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaft
ma
chung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 67 ff. E. 5.2, 130 V 72 E. 2.2 mit Hin
weisen). Da der Ver
wal
tung insofern ein gewisser Beurteilungsspielraum zu
steht, der grundsätzlich
zu res
pektieren ist, überprüft das Gericht d
ie Eintre
tensfrage nur dann, wenn das
Ein
treten streitig ist, das heisst wenn die Ver
waltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Be
schwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beurteilung der Eintre
tens
frage, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung bzw. das Revisionsge
such eingetreten ist (BGE 109 V 114 E. 2b).
1.2
Die versicherte Person muss die massgebliche Tatsachenänderung mit dem Re-visi
onsgesuch glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach der Versi
che
rungsträger von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä
rung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158
E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. Wird im Revisionsgesuch kein Eintretenstatbestand glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Be
weis
mittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht wür
den oder
von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine an
ge
messene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Mass
nahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entspre
chenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbin
den, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 E. 5.2.5).
1.3
Richtet sich die Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid, hat das Ge
richt ausschliesslich zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu
Recht nicht auf das Leistungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Ent
scheid
in der Sache hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation al
lein den for
mellen Gesichtspunkt des vorinstanzlichen Nichteintretens zum Ge
genstand. Mit den materiellen Anträgen hat sich das Gericht dagegen nicht zu befassen (BGE 121 V 159 E. 2b, 116 V 266 E. 2a, SVR 1997 UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
2.1
Mit Nichteintretensverfügung vom 17. Mai 2016 stellte die Beschwerdegegnerin fest, als neue Diagnose sei eine Polyarthritis mit Befall vor allem der Hände ge
meldet worden. Es sei eine adäquate Basistherapie eingeleitet worden, unter welcher mit dem Abklingen der Entzündung in den Gelenken gerechnet werden könne. Ein dauerhafter Schaden in Bezug auf die Handfunktion sei nicht einge
treten und sei derzeit auch nicht wahrscheinlich zu erwarten. Damit sei nicht glaubhaft dargetan, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, eine neue Diag
nose sei durch die Arztberichte des A._ ausgewiesen worden. Ausserdem sei der Entscheid der Beschwerdegegnerin verfrüht und ohne weitere Abklärungen ein
geleitet worden. Sollte die Morgensteifigkeit der Hände bestehen bleiben oder sich allenfalls verstärken, so habe diese ganz sicherlich auch einen relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, sowohl in einer angepassten Tätigkeit als auch im Haushalt (Urk. 10).
3.
3.1
3.1.1
Als
Referenzzeitpunkt
für die Beurteilung, ob eine Veränderung glaubhaft ge
macht wurde, dient die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. Mai 2015
(Urk. 8/100), in welcher sie
sich auf das polydisziplinäre Gutachten des Z._ vom 12. August 2014 (Urk. 8/85) abgestützt hatte.
3.1.2
Das polydisziplinäre Gutachten des Z._ vom 12. August 2014 beruhte auf inter
nistischen, psychiatrischen, orthopädischen, neurologischen und neuropsycho
logischen Untersuchungen (Urk. 8/85 S. 1). In der interdisziplinären Zusam
menfassung wurde die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit festgehalten (Urk. 8/85 S. 34):
-
Zustand nach Subarachnoidalblutung (ICD-10
: I
62.9) mit Zustand
nach Li
quorabflussstörung, Ventr
ikulitis un
d externer Ventrikeldrainage
-
symptomatische Epilepsie (ICD-10
:
G40.8) mit generalisierten und wahrscheinlich monat
lichen partiellen sensiblen Anfä
llen
-
leichte Ataxie
(
ICD-10:
R27.0)
-
leichte kognitive Beeinträchtigung (ICD-10
: F06.
7)
-
multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom (ICD-10
:
G44.8) bei Zustand nach SAB mit Spannungskopfschmerz (ICD-10
: G44.2) und Migräne-
Komponenten
(ICD-10
: G43)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden im Wesentli
chen die folgenden genannt (Urk. 8/85 S. 34 f.):
-
Metabolisches Syndrom
-
Protrahierte Anpassungsstörung mit neurasthenischem Beschwerdebild (ICD-10
: F48.0)
-
Chronische Schulterbeschwerden rechts (ICD-10
: M75.4/Z98.8)
-
Chronische Hüftschmerzen links (ICD-10
:
M79.65/M16.0/Z96.6)
-
Status nach diagnostischer Schulterarthroskop
ie, offener Bursektomie, an
terolateral
er Akromioplastik und Naht der
Supraspinatussehne links am 15.
9.2009 (ICD-10
: Z
98.8)
-
Verdacht auf Rhizarthrose rechts (ICD-10
: M18.1)
-
Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10
:
M54.5/Z98.8)
-
Zustand nach benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel (ICD-10
:
H81.1
)
In der Gesamtbeurteilung wurde festgehalten, a
us Sic
ht des Bewegungsappara
tes würden
sich zwar diverse Befunde und Diagnosen
finden lassen
, jedoch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in ada
ptierten Tätigkeiten. So bestehe
für die Tätigkeit im Büro, als kaufmännische Angestellte, wie auch für jede an
dere körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, adaptierte Tätigkeit unter Wechselbelastung eine Arbeits-
und Leistungsfähigkeit von 100
%. Dabei sollte
n
das wiederholte Heben und
Tragen von Lasten über 10 kg bis intermit
tierend 15
kg wie auch häufige Überkopfmanöver v
ermieden werden. Dagegen bestehe
für körperlich andauernd mittelschwere un
d schwere Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht könne
eine protrahierte Anpas
sungsstörung mit neurasthenischem Beschwerdebild festgestellt werden, welche jedoch ke
ine Arbeitsunfähigkeit begründe
. Au
s rein psychiatrischer Sicht sei
der
Beschwerdeführerin
ein volles Arbeitspensum möglic
h und zumutbar. Dagegen bestünden
aus neurologischer Sicht bei Zustand nach Suba
rachnoidalblutung, erlitten am 1. Mai
2012, qualitative wie auch quantitative Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit. So seien alle
Tätigkeiten mit Verletzungs- und Absturzgefahr
(
wie an laufenden Maschinen oder
das
Steuern von Kraftfahrzeugen, wie auch Tätigkeiten mit Anfor
derung an das Gleichgewichtsverm
ögen
)
nicht mehr zu
mutbar. Auch Tätigkeiten mit beso
nderen kognitiven Anforderungen
und An
forderungen an die geistige Flexibilität un
d Merkfähigkeit seien
nur noch ein
geschränkt realisierbar. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der t
elefonischen Bearbeitung von Beanstandungen bestehe
aufgrund der vorliegenden Be
schwerden eine volle Arb
eitsunfähigkeit. Dagegen bestehe
für eine körperlich leichte, geistig wenig beanspruchende Tätigkeit unter Berücksichtigung oben genannter qualitativer Einschränkungen eine Arbeits
- und Leistungsfähigkeit von 50
%. Aus neuropsychologis
cher wie auch aus allgemeininternistischer Sicht hätten
sich keine zusätzlichen Diagnosen und Befunde
finden lassen
, wel
che eine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe
te
n.
Zusammen
fassend bestehe somit aus polydiszipl
inärer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit für körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten wie auch für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte in der telefonischen Bear
beitung
von Beschwerden. Dagegen bestehe
für eine körperlich leichte, adap
tierte Tätigkeit unter Wechselbelastung eine Arbeits- u
nd Leistungsfähigkeit von 50 %. Für Tätigkeiten im Haushalt bestehe aus medizinisch-theoretischer Sicht bei freier Zeiteinteilung und in gewohnter Umgebung eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % (Urk. 8/85 S. 36 f.).
3.2
Zur Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes reichte die Beschwerdeführerin im Revisionsverfahren einen Arztbericht des A._, Klinik für Rheumatologie, vom 4. Dezember 2015 zu den Akten (Urk. 8/103). Darin wurde neu die Diagnose chronische Polyarthritis mit Schwerpunktbefall an den Händen, den Knien und den oberen Sprunggelenken (Erstdiagnose im November 2015) gestellt. Im Bericht wurde sodann festgehal
ten, die Beschwerdeführerin habe über seit einigen Jahren bestehende Arthral
gien berichtet, diese hätten bereits vor der Hirnblutung im Jahr 2012 begonnen. Früher seien die Schmerzen vor allem bei Belastung aufgetreten, mittlerweile auch nachts. Eine Verbesserung trete bei Bewegung ein. Es bestehe eine Mor
gensteifigkeit von etwa 30 Minuten. Therapeutisch werde mit einer Basisthera
pie mit Methotrexat nach vorgängigem Ausschluss von chronischen Infektionen begonnen.
4.
4.1
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechts
erheblichen Sachverhalts zu sor
gen hat, spielt im durch Revisionsgesuch bzw. Erhöhungsgesuch ei
ngeleiteten Verfahren nicht (E. 1.2). Vielmehr hat die
Beschwerdeführer
in
mittels Beweis
mit
teln, insbesondere Arztberichten, glaubhaft darz
utun, dass seit der letzten Ren
tenverfügung eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist.
4.2
Der Bericht des A._ vom 4. Dezember 2015 (Urk. 8/103) eignet sich nicht, um eine Veränderung des Gesundheitszustandes mit erheblicher Auswirkung auf den Invaliditätsgrad glaubhaft darzutun. Zwar ist eine neue Diagnose (Poly
arthritis) hinzugetreten, und die Beschwerdeführerin berichtete von Schmerzen in den Händen und einer Morgensteifigkeit von 30 Minuten; die Beschwerden würden bei Bewegung jedoch bessern (E. 3.2).
Von Gelenksschmerzen hatte die Beschwerdeführerin bereits dem begutachten
den Orthopäden berichtet. Manchmal habe sie Schmerzen in den Hüften, den Schultern oder dem Rücken (Urk. 8/85 S. 20). Seit einigen Monaten komme es sodann unter rechtsseitiger Betonung zu Schmerzen an der Hand (Daumensat
telgelenk, Urk. 8/85 S. 21). Der begutachtende Orthopäde berücksichtigte die geklagten Beschwerden und hielt fest, aufgrund der Veränderungen an der Len
denwirbelsäule, der Hüfte sowie dem Daumen der rechten Seite seien körperlich andauernd mittelschwere und schwere Tätigkeiten unzumutbar. Leichte bis in
termittierend mittelschwere Tätigkeiten seien unter Wechselbelastung demge
genüber uneingeschränkt möglich (Urk. 8/85 S. 25). Aus interdisziplinärer Sicht wurde der Beschwerdeführerin dennoch bloss eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer
körperlich leichte
n
, adaptierte
n
Tätigkeit unter Wechselbelastung
und eine Leistungsfähigkeit von 90 % im Haushalt bei freier Zeiteinteilung attestiert (E. 3.1.2). Vor diesem Hintergrund ist eine relevante Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht glaubhaft dargetan, zumal auch von einem dauerhaften
Schade
n in Bezug auf die Hand
funktion (noch) nicht auszugehen ist. Damit war die Beschwerdegegnerin nicht zur Vornahme weiterer Abklärungen verpflichtet.
4.3
Selbst wenn die mittlerweile verstärkten Beschwerden an den Händen und Fin
gern zu einer quantitativen oder qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähig
keit führen würden (Angaben hierzu fehlen allerdings in sämtlichen Berichten des A._; vgl. E. 3.2, den im Einwandverfahren eingereichten Bericht vom 2. Mai 2016 [Urk. 8/108 = Urk. 3] sowie den im Beschwerdeverfahren neu ein
gereichten Bericht vom 19. Juli 2016 [Urk. 15]) ist nicht davon auszugehen, dass dadurch die aus interdisziplinärer gutachterlicher Sicht attestierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50 % im Erwerbsbereich und 90 % im Haushaltsbe
reich tangiert würde, denn die Einschränkungen aus neurologischer Sicht („Kör
perlich leichte, geistig wenig beanspruchende Arbeiten in einem ruhigen Rah
men können sechs Stunden täglich ausgeübt werden. Bei erhöhtem Pausenbe
darf kann indes auch hier nur die Leistung von zirka vier Stunden eines ver
gleichbaren Gesunden erwartet werden“ [Urk. 8/85 S. 30]) sind vorliegend nicht mit Einschränkungen aus rheumatologischer Sicht zu kumulieren. Mit anderen Worten gehen allfällige Einschränkungen durch mittlerweile verstärkte Be
schwerden an den Händen in der bereits reduzierten Arbeitsfähigkeit auf. Aus dem Bericht des A._ vom 19. Juli 2016 (Urk. 15) geht hervor, dass die zwi
schenzeitlich offenbar auf 1.5 Stunden erhöhte Morgensteifigkeit im Bereich der Hände und Finger durch die neue Therapie mit Humira um circa 30 Minuten re
duziert werden konnte. Die Beschwerdeführerin sprach somit zumindest teil
weise auf die Therapie an. Die verbleibende Anlaufzeit von einer Stunde am Morgen durch die Morgensteifigkeit hindert die Beschwerdeführerin nicht an der Ausübung einer Teilzeittätigkeit von 50 %, welche halbtags jeweils am Nachmittag ausgeübt werden kann. Auch führt sie nicht zu einer weiteren Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit im Haushalt, da diese Tätigkeit zeitlich frei eingeteilt werden kann. Selbst Schmerzen hindern die Beschwerdeführerin nicht an der Ausübung einer leichten Teilzeittätigkeit von 50 %, denn gänzliche Schonung erweist sich auf Dauer als kontraindiziert. Den begutachtenden Or
thopäden hatten die von der Beschwerdeführerin bei der Begutachtung geklag
ten Schmerzen – sei es im Bereich der Schultern, der Knie oder der Hand – im Übrigen nicht dazu veranlasst, eine in zeitlicher Hinsicht reduzierte Arbeitsfä
higkeit zu attestieren.
4.4
Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemachter Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auf das Revisionsgesuch vom 10. März 2016 nicht eingetreten ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).