Decision ID: 0e92819d-226d-543c-92e3-de3b7eb9603b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Der Vater von A._ bezog Ergänzungsleistungen zu einer Rente der
Invalidenversicherung (vgl. elektronische Notiz zu EL-act. 55). Im Mai 2013 wurde die
nicht beim Vater, sondern bei der Mutter lebende A._ zum Bezug von
Ergänzungsleistungen angemeldet (EL-act. 55). Mit einer Verfügung vom 15.
September 2013 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Vater von A._ mit Wirkung
ab dem 1. Mai 2013 eine für A._ gesondert berechnete Ergänzungsleistung im Sinne
des Art. 7 Abs. 1 lit. c ELV zu, deren Betrag sich auf 552 Franken pro Monat belief (EL-
act. 42). Am 13. Oktober 2015 meldete das Sozialamt der Wohngemeinde, A._ werde
nun durch eine Pflegefamilie betreut; der Tagessatz belaufe sich auf 180 Franken (EL-
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act. 28). Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte, es handle sich um ein
kantonal bewilligtes Pflegeverhältnis (EL-act. 27). Mit einer Verfügung vom 26.
November 2015 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung
per 1. Oktober 2015 auf 1’001 Franken pro Monat (EL-act. 24). Bei der
Anspruchsberechnung hatte sie eine („maximale“) Tagestaxe von 33 Franken
berücksichtigt (EL-act. 25). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in formelle
Rechtskraft.
A.b Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2016 erhöhte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistung infolge einer Erhöhung der kantonalen Durchschnittsprämie für
die obligatorische Krankenpflegeversicherung mit Wirkung ab dem 1. Januar 2017 auf
1’007 Franken pro Monat fest (EL-act. 21). Am 6. Januar 2017 liess die nun durch einen
Rechtsagenten vertretene A._ eine Einsprache gegen diese Verfügung erheben (EL-
act. 6). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Anrechnung der vollen Kosten der
Pflegefamilie für die Zeit ab dem 1. Januar 2017. Zur Begründung führte er aus, die
kantonale Ergänzungsleistungsordnung dürfe nicht dazu führen, dass ein EL-Bezüger
sozialhilfeabhängig werde. Vorliegend müsse deshalb die ganze Tagestaxe für den
Aufenthalt in der Pflegefamilie berücksichtigt werden. Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen habe in seinem Entscheid EL 2012/21 vom 19. Juni 2015
unmissverständlich ausgeführt, dass eine Subsumtion von Sachverhalten mit Kindern
in einer Pflegefamilie, die einen Anspruch auf eine Kinderrente begründeten, unter den
Art. 1a Abs. 2 der Verordnung über die nach dem ELG anrechenbare Tagespauschale
ausgeschlossen sei. Für Kinder mit Aufenthalt in Pflegefamilien sehe das St. Galler
Sozialhilfegesetz nämlich (anders als für Kinder in Kinder- und Jugendheimen, die der
interkantonalen Vereinbarung für soziale Einrichtungen unterstellt seien) keine
Staatsbeiträge vor. Mit einem Entscheid vom 14. März 2017 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 3). Zur Begründung führte sie an, eine
EL-Verfügung „entfalte“ jeweils nur für ein Kalenderjahr „Rechtsbeständigkeit“,
weshalb die Frage nach der Höhe der anzurechnenden Tagestaxe frei überprüft werden
könne. Das Bundesgericht habe in seinem Urteil 9C_459/2016 vom 13. Januar 2017
festgehalten, dass der Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG die Kantone nicht verpflichte, die
Tagestaxen auch bei anderen Einrichtungen als anerkannten Pflegeheimen nach Art. 39
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Abs. 3 KVG so festzusetzen, dass die dort lebenden EL-Bezüger in der Regel nicht
Sozialhilfe beantragen müssten. Da sich A._ nicht in einem anerkannten Pflegeheim
aufhalte und da das kantonale Recht für ihren Fall keinen Ersatz der vollen Tagestaxe
vorsehe, erweise sich die Anrechnung des Maximalbetrages von 33 Franken pro Tag
als rechtmässig.
B.
B.a Mit einem Entscheid vom 29. Mai 2018 (EL 2017/17) wies das
Versicherungsgericht eine gegen den Einspracheentscheid vom 14. März 2017
erhobene Beschwerde ab. Zur Begründung führte es aus, bei der Verfügung vom 19.
Dezember 2016 handle es sich um eine gewöhnliche Revisionsverfügung im Sinne des
Art. 17 Abs. 2 ATSG. Der Inhalt des Verwaltungsverfahrens habe sich auf eine
Anpassung der Ergänzungsleistung an eine Erhöhung der kantonalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung beschränkt. Die
EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe die sich nicht auf
den Gegenstand des mit der Verfügung vom 19. Dezember 2016 abgeschlossenen
Verwaltungsverfahrens beziehende Einsprache unter Hinweis auf die sog.
„Kalenderjahr-Praxis“ des Bundesgerichtes materiell geprüft. Diese Praxis entbehre
aber einer gesetzlichen Grundlage und sie lasse sich nicht mit dem System des
Ergänzungsleistungsverfahrensrechtes in Übereinstimmung bringen. Eine
Notwendigkeit für die vom Bundesgericht postulierte voraussetzungslose Prüfung bei
jedem Kalenderjahrwechsel bestehe nicht, denn die jederzeitige Revisionsmöglichkeit
lasse Anpassungen an relevante Sachverhaltsveränderungen ohne Weiteres zu,
weshalb die „Kalenderjahr-Praxis“ sinn- und zwecklos sei. Das Bundesgericht habe
sogar schon mehrfach festgehalten, dass sich ein EL-Ansprecher dem Vorwurf einer
mutwilligen Prozessführung aussetze, wenn er mehrfach dieselben
Berechnungsgrundlagen beanstande. Auch in der Lehre werde sogar von Autoren, die
für die „Kalenderjahr-Praxis“ plädierten, die Auffassung vertreten, dass EL-
Verfügungen teilweise über einen Kalenderjahrwechsel hinaus rechtsbeständig blieben.
Die Beschwerdegegnerin hätte sich also im Einspracheverfahren gar nicht materiell mit
dem Anliegen von A._ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) auseinandersetzen
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dürfen. Wenn sie aber schon die „Kalenderjahr-Praxis“ hätte anwenden wollen, hätte
sie in Erfüllung der Untersuchungspflicht gemäss dem Art. 43 Abs. 1 ATSG den
gesamten massgebenden Sachverhalt umfassend abklären müssen. Im Ergebnis
erweise sich der Einspracheentscheid vom 14. März 2017 jedenfalls als rechtmässig.
B.b Mit einem Urteil vom 30. Januar 2019 (9C_480/2018) hiess das Bundesgericht eine
gegen den Entscheid EL 2017/17 des Versicherungsgerichtes vom 29. Mai 2018
erhobene Beschwerde gut. Es hob den Entscheid EL 2017/17 auf und wies die Sache
zur neuen Entscheidung – einschliesslich einer materiellen Auseinandersetzung mit der
Höhe des beanstandeten Tagessatzes – an das Versicherungsgericht zurück. Zur
Begründung führte es im Wesentlichen aus, die Voraussetzungen für die Änderung der
„Kalenderjahr-Praxis“ seien nicht erfüllt.

Erwägungen
1.
Laut der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. statt vieler das Urteil 9C_703/2009
vom 30. Oktober 2009, E. 2.2 f., mit Hinweisen) ist nur das Dispositiv, nicht aber die
Begründung eines Entscheides anfechtbar. Nur wenn das Dispositiv eines
Rückweisungsentscheides ausdrücklich auf die Erwägungen verweist, werden diese
zum Bestandteil des anfechtbaren Entscheides und damit für die Vorinstanz
verbindlich. Im Schrifttum ist aber mit einer überzeugenden Begründung aufgezeigt
worden, dass es entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine
entscheidende Rolle spielen kann, ob im Dispositiv eines Entscheides explizit auf die
Erwägungen verwiesen wird. Das Dispositiv eines Gerichtsentscheides ist vielmehr
genauso auslegungsbedürftig wie jenes einer Verfügung der Verwaltung. Für die
Auslegung muss – ob mit oder ohne ausdrücklichen Verweis im Dispositiv – die
Begründung herangezogen werden, denn dieser lassen sich in aller Regel die
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Überlegungen und Motive entnehmen, von denen sich das Gericht bei seiner
Entscheidfindung hat leiten lassen. Die Begründung eines Entscheides ist mit anderen
Worten die primäre Quelle, auf die bei der Auslegung eines Dispositivs zurückgegriffen
werden muss (vgl. zum Ganzen auch PHILIPP GEERTSEN, Zur Mündigkeit der
Urteilsbegründung von Rückweisungsentscheiden in der
sozialversicherungsrechtlichen Rechtsprechung, in: SZS 2018, S. 505 f.). Der
Begründung des Urteils des Bundesgerichtes 9C_480/2018 vom 30. Januar 2019 lässt
sich eindeutig entnehmen, dass das Versicherungsgericht vorliegend die
„Kalenderjahr-Praxis“ anwenden muss. Auch wenn das Dispositiv des
Bundesgerichtsurteils keinen ausdrücklichen Verweis auf die Erwägungen enthält,
zwingt die sorgfältige Interpretation des Urteilsdispositivs das Versicherungsgericht
dazu, sich an diese Anweisung zu halten.
2.
2.1 Bei der Verfügung vom 19. Dezember 2016 hat es sich ganz offensichtlich um eine
gewöhnliche Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 2 ATSG gehandelt, deren
Inhalt sich allein darauf beschränkt hat, die laufende Ergänzungsleistung mit Wirkung
ab dem 1. Januar 2017 an eine Erhöhung der kantonalen Durchschnittsprämie für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung anzupassen. Die Verfügung enthält nicht
einen einzigen Hinweis darauf, dass die Beschwerdegegnerin die „Kalenderjahr-Praxis“
hätte zur Anwendung bringen wollen beziehungsweise dass die Beschwerdegegnerin
die Ergänzungsleistung für die Zeit ab dem 1. Januar 2017 komplett und ohne jede
Bindung an ihre früheren Verfügungen hätte neu festsetzen wollen. Auch die Akten
jenes Verwaltungsverfahrens, das mit dieser Verfügung abgeschlossen worden ist,
enthalten keine entsprechenden Hinweise. Bei genauer Betrachtung kann also kein
Zweifel daran bestehen, dass die Verfügung vom 19. Dezember 2016 eine gewöhnliche
Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 2 ATSG gewesen ist. Im Übrigen
entspricht es auch der ständigen Praxis der Beschwerdegegnerin, die „Kalenderjahr-
Praxis“ nicht anzuwenden, denn in den allermeisten Fällen erlässt sie auf einen
Kalenderjahrwechsel hin ganz gewöhnliche Revisionsverfügungen, das heisst sie setzt
die Ergänzungsleistung eben gerade nicht umfassend neu fest. Ganz offensichtlich
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verstösst sie vor diesem Hintergrund in krasser Weise gegen den
Gleichbehandlungsgrundsatz, wenn sie in einem Einzelfall entgegen ihrer eigenen
Praxis eine Verfügung in Anwendung der „Kalenderjahr-Praxis“ erlässt. Die vorliegend
(erst) im Einspracheverfahren aus nicht nachvollziehbaren Gründen vorgenommene
Umdeutung der Verfügung vom 19. Dezember 2016 erweist sich damit als
rechtsmissbräuchlich. Mit diesem Vorgehen hat die Beschwerdegegnerin letztlich den
Inhalt der Verfügung vom 19. Dezember 2016 vollständig „ausgewechselt“. Das
Bundesgericht muss das übersehen und deshalb fälschlicherweise angenommen
haben, die Verfügung vom 19. Dezember 2016 sei von Beginn weg eine „Kalenderjahr-
Praxis-Verfügung“ gewesen. Dieses Versehen ändert allerdings nichts daran, dass das
Bundesgericht das Versicherungsgericht verbindlich verpflichtet hat, die „Kalenderjahr-
Praxis“ anzuwenden. Dem Versicherungsgericht bleibt deshalb nichts anderes übrig,
als die Umdeutung der Verfügung vom 19. Dezember 2016 zu ignorieren und davon
auszugehen, dass diese eine Anwendung der „Kalenderjahr-Praxis“ beinhaltet habe.
2.2 Da die „Kalenderjahr-Praxis“ darin besteht, dass eine Ergänzungsleistung auf den
Beginn jeden neuen Kalenderjahres ohne jede Bindung an frühere, formell
rechtskräftige und damit eigentlich verbindliche Verfügungen komplett neu festgesetzt
wird, unterscheidet sich eine Verfügung, die in Anwendung der „Kalenderjahr-Praxis“
ergeht, in nichts von einer erstmaligen Zusprache einer Ergänzungsleistung. Folglich
muss das Verwaltungsverfahren, das mit einer Anwendung der „Kalenderjahr-Praxis“
abgeschlossen werden soll, in jeder Hinsicht einem Verwaltungsverfahren entsprechen,
in dem erstmals eine Anmeldung zum Bezug einer Ergänzungsleistung geprüft wird.
Das bedeutet, dass in einem „Kalenderjahr-Verfahren“ alle Anspruchsvoraussetzungen
überprüft und insbesondere sämtliche Berechnungspositionen neu ermittelt werden
müssen, denn von den früheren Verfügungen bleibt ja nichts übrig, das verbindlich
wäre. Eine solch umfassende Prüfung und Neufestsetzung der Ergänzungsleistung
setzt gemäss dem Art. 43 Abs. 1 ATSG eine ebenso umfassende Ermittlung des
gesamten massgebenden, aktuellen Sachverhaltes voraus. Nichts anderes gilt ja
schliesslich bei einer erstmaligen Zusprache einer Ergänzungsleistung. Vorliegend hat
die Beschwerdegegnerin diese umfassende Untersuchungspflicht aber natürlich nicht
erfüllt, denn sie ist ja davon ausgegangen, dass es sich um ein Revisionsverfahren im
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Sinne des Art. 17 Abs. 2 ATSG handle, sodass der Sachverhalt nur auf eine allfällige
Änderung auf den 1. Januar 2017 geprüft werden müsse. Selbstverständlich kann es
nicht die Sache des Versicherungsgerichtes sein, die ureigenste Aufgabe der
Beschwerdegegnerin, nämlich die umfassende Sachverhaltsabklärung, an deren Stelle
zu erfüllen. Gegen eine nachträgliche Sachverhaltsabklärung im Beschwerdeverfahren
spricht auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin selbst den
Verfahrensgegenstand durch ihre rechtsmissbräuchliche Umdeutung der Verfügung
vom 19. Dezember 2016 im Einspracheverfahren massiv ausgedehnt hat, womit sie
verpflichtet gewesen wäre, den Sachverhalt nachträglich im Einspracheverfahren
dementsprechend abzuklären. Hinzu kommt, dass bei einer im nachträglichen
Beschwerdeverfahren erfolgten Sachverhaltsabklärung ein wesentlicher Teil des
ordentlichen Rechtsmittelweges vorenthalten würde. Die Sache erweist sich folglich als
noch nicht spruchreif, weshalb es objektiv unmöglich ist, die vom Bundesgericht
geforderte Auseinandersetzung mit der Höhe des beanstandeten Tagessatzes bereits
jetzt durchzuführen. Zuerst muss der Sachverhalt umfassend abgeklärt werden,
weshalb die Sache zur vollständigen Ermittlung des massgebenden Sachverhaltes
(insbesondere sämtlicher Ausgaben- und Einnahmenpositionen für die Zeit ab dem 1.
Januar 2017) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
2.3 Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin
nach dem Abschluss der Sachverhaltsabklärung eingehend zu prüfen haben wird, ob
der Art. 1b Abs. 2 der Verordnung über die nach dem Ergänzungsleistungsgesetz
anrechenbare Tagespauschale (sGS 351.52) verfassungs- und gesetzeskonform ist. Da
davon auszugehen ist, dass der Verordnungsgeber wohl einen guten Grund für die ins
Auge springende Ungleichbehandlung von Waisen (Art. 1b Abs. 1 der erwähnten
Verordnung) und von Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente begründen (Art.
1b Abs. 2 der erwähnten Verordnung), gehabt hat, wird die Beschwerdegegnerin
insbesondere beim für die Ausarbeitung der Verordnung zuständigen Amt abklären,
welche Überlegungen hinter der Dichotomie des Art. 1b der Verordnung stehen.
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Rechtsprechungsgemäss gilt eine Rückweisung zur weiteren Abklärung hinsichtlich der
Kosten- und Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden Person. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG). Die Beschwerdeführerin hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung,
deren Höhe sich nach dem erforderlichen Vertretungsaufwand bemisst. Dieser ist
angesichts des geringen Aktenumfangs und der Beschränkung des kantonalen
Beschwerdeverfahrens auf die Frage nach der Höhe der massgebenden Tagestaxe als
deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die Parteientschädigung auf
2’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.