Decision ID: 1a2730ef-88e2-4a70-a0e5-55dada603a5e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, verfügt über eine Berufsausbildu
ng als Phy
siotherapeutin (
Urk.
7
/2/1) und über einen Fähigkeitsausweis als
Y._
-Reise
büroangestellte (
Urk.
7
/2/3) und war seit September 1991 als «Junior-Bewirtschafterin
Y._-
Immobilien» in einem Arbeitspensum von 90
%
(37 Std. pro Woche
) bei der
Y._
angestellt (
Urk.
7
/15/2 f.). Unter Angabe von Beeinträchti
gungen zufolge Kopfschmerzen, Infektanfälligkeiten mit Spitalaufenthalten, Operationen und daraus folgenden Arbeitsunfähigkeiten meldete sie sich am 2
1.
Februar 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (
Urk.
7
/3
Ziff.
6.3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte Beratung und Unterstützung zum Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes bei der
Y._
(
Urk.
7/20) und schloss die Massnahmen nach erfolgreicher Durch
führung mit Mitteilung vom 1
3.
Dezember 2011 ab (
Urk.
7
/25). Am 1
7.
März 2014 meldete sich die Versicherte erne
ut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7
/30). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und erwerblich-beruflichen Verhältnisse ab und veranlasste dazu eine polydisziplinäre Abklärung in der MEDAS
Z._
(Gut
ach
ten vom 1
7.
Oktober 2016 [
Urk.
7
/92]). Mit Verfügung vom 2
2.
Juni 2017 (
Urk.
7/114) wies sie den Anspruch auf «IV-Leistungen» ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
hiesige Gericht mit Urteil IV.20
17.00789 vom 2
1.
März 2019 ab (
Urk.
7/133)
.
1.2
Zwischenzeitlich
hatte
die Versicherte
am
4.
Januar 2019 eine weitere Anmel
dung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung ein
gereicht
(
Urk.
7/
123-
124,
Urk.
7/127
und
Urk.
7/132
)
.
Am
7.
April 2020 (
Urk.
7/140)
legte sie
dazu
zahlreiche medizinische Berichte
auf
(
Urk.
7/141).
Die IV-Stelle holte weitere medizinische Berichte bei den behandelnden Ärzten ein (
Urk.
7/145,
Urk.
7/148
-
149) und legte
diese
ihrem regionalen ärztlichen Dienst (RAD) zur St
ellungnahme vor (
Urk.
7/150/4-5
)
. Mit Vorbescheid vom 1
1.
November 2020 (
Urk.
7/152) stellte die IV-Stelle die Verneinung eines Anspruchs auf IV-Leistungen in Aussicht. Hieran hielt sie
,
nachdem die Versicherte Einwand erho
ben hatte (
Urk.
7/156)
,
mit Verfügung vom
6.
April 2021 (
Urk.
2) fest.
2.
Gegen die Verfügung vom
6.
April 2021 wandte sich die Versicherte
mit Eingabe vom
7.
Mai 2021
an die IV-Stelle
und beantragte (
Urk.
1
S.
2 f.), diese sei aufzu
heben,
es sei
ein Einkommensvergleich durchzuführen und es sei
ihr eine
halbe Rente
zuzusprechen.
Am 2
8.
Juli 2021 überwies d
ie IV-Stelle
die Eingabe der Versicherten vom
6.
April 2021 als direkt bei ihr erhobene Beschwerde dem hiesigen Gericht und reichte dazu
eine
Stellungnahme ein (U
rk.
3 und
Urk.
4
/
2). In ihrer Beschwerdeantwort vom
6.
September 2021 (
Urk.
6) beantragte
die IV-Stelle
die
Abweisung der Beschwerde
. Am
2.
November 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine
weitere
Stellungnahme ein (
Urk.
9)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die gesetzlichen Grundlagen und die Rechtsprechung zum IV-Rentenanspruch und den Beweisanforderungen an ein G
utachten wurden im Urteil vom 2
1.
März 2019 (Prozess IV.2017
.00
789 E. 1.1-4
;
Urk.
7/133
) dargelegt. Darauf kann mit folgenden Ergänzungen verwiesen werden
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
IVV
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vorausset
zungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
ATSG
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
ihren Entscheid
damit (
Urk.
2), dass zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation und deren Auswirkungen auf die Leis
tungsfähigkeit bei den behandelnden Ärzten verschiedene medizinische Berichte eingeholt worden seien. Die Abklärungen hätten ergeben,
dass
keine gesundheit
liche Verschlechterung seit dem letzten Entscheid festgestellt werden
könne
. Aus medizinischer Sicht werde zwar eine Arbeitsunfähigkeit at
testiert. E
ine länger
dauernde und
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit
sei dabei aber nicht begründet. D
er Besch
werdeführerin sei es weiterhin möglich
,
eine Erwerbstätigkeit in
einem Pensum von 80
%
auszuüben
,
und dabei könnte ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden.
Im
Schreiben vom 2
8.
Juli 2021
(
Urk.
4/2)
an die Versicherte betreffend Weiter
leitung der Beschwerde führte sie aus
, selbst mit einem Einkommensvergleich liesse sich kein Invaliditätsgrad in rentenbegründender Höhe ermitteln. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens sei die Beschwerdeführerin zu 90
%
als Junior Immobilienbewirtschafterin bei der
Y._
tätig gewesen und eine solche Tätigkeit sei ihr gestützt auf die medizinischen Unterlagen weiterhin zumutbar. Daher seien die Durchschnittslöhne für Bürokräfte und verwandte Berufe gemäss der Tabelle T17 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik beizuziehen. Das
Invalideneinkommen betrage Fr.
81’633.41 beziehungsweise
Fr.
65'306.73 in einem 80
%
-
Pensum
. Im Vergleich zum
Valideneinkommen
(
auf
gerechnet
anhand der Nominallohnentwicklung) von
Fr.
94'733.41
resultiere ein Invaliditätsgrad von 31
%
. Da von einem genügend breiten Spektrum an zumut
baren Verweisungstätigkeiten auszugehen sei, sei kein leidensbedingter Abzug angezeigt.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1
S. 2
),
vorliegend liessen sich Validen- und Invalideneinkommen ziffernmässig bestimmen, womit ein Prozentvergleich ausser Betracht falle. Da sie nicht mehr bei der
Y._
arbeite
,
sei das Invalideneinkommen gestützt auf die statistischen Lohnangaben der LSE zu ermittel
n
und im Zeitpunkt des Rentenbeginns
am 1.
Ju
li
2019 sei von einem Invalideneinkommen von
Fr.
55'173.15
respektive bei
80
%
von
Fr.
39’724.65
auszugehen. Zudem sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 10
%
zu berücksichtigen.
Beim
Valideneinkommen
sei
auf das
bei der
Y._
im Juli 2019
erzielbare
Jahreseinkommen von
Fr.
92
’752.75 abzustellen
.
In ihrer Stellungnahme vom
2.
November 2021
(
Urk.
9)
führte
si
e
aus, beim Einkommensvergleich sei auf die Tabelle TA1 und nicht auf die Tabelle T17 abzustellen.
Eine berufliche Reintegration als Bürokraft innerhalb der
Y._
habe
sich
trotz grössten Bemühungen
ihrer
Arbeitgeberin
während vier Jahren als nicht umsetzbar erwiesen.
Auf das von der Beschwerdegegnerin herangezogene Invalideneinkommen könne
damit
mangels Zumutbarkeit nicht abgestellt werden. Ansonsten
sei
mit
einer
erheblichen zusätzlic
hen Lohneinbusse
zu
rech
nen und
es
müsste
ein leidensbedingter Abzug von 15
%
gewährt werden. Damit bestehe zumindest ein Anspruch auf eine Viertelrente.
3.
Im Urteil
IV.2017.00789
vom 2
1.
März 2019 hielt das hiesige Gericht Folgendes fest (
Urk.
7/133 E. 4.1):
Das ausführliche Gutachten der MEDAS
Z._
erfüllt die praxisgemässen Kriterien, setzt sich mit den Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchti
gungen der Beschwerdeführerin auseinander, berücksichtigt auch die medizinischen
Vorakten
und begründet Abweichungen, soweit die Beur
teilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen. Dabei legten die Experten insbesondere dar, dass die geklagten Beschwerden und Einschränkungen aufgrund der Klinik und Diagnostik nur teilweise und nur auf neurologischem Fachgebiet erklärbar sind. Insoweit die Beschwer
deführerin vorbringt, das Gutachten entspreche nicht der Beurteilung der behandelnden Ärzte und den effektiven Gegebenheiten, ist festzustellen, dass auch
Dr.
A._
im aktuellsten Bericht nach wie vor die Kopf
schmerzproblematik als zentral für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit era
chtet.
Dr.
B._
begründet sodann nicht, weshalb er die Rest
arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit 40
%
bewertet.
Dr.
C._
, welcher die Diagnose einer sekundären Nebennierenrindeninsuffizienz bei rezidivierender Steroidtherapie stellte, nahm keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor. Mit Blick auf die medikamentös induzierte Neben
nierenrindeninsuffizienz (
Corticostereoidbehandlung
über längeren Zeit
raum) und die als Behandlungsmassnahme angestrebte Herabsetzung des Hydrocortisons, liesse sich denn auch unter dieser Diagnose keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit begründen, und auch
Dr.
C._
sah sich im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Dosisreduktion lediglich veran
lasst, der Beschwerdeführerin eine Patientenbroschüre inklusive eines Notfallausweises abzugeben
.
[...]
Auf neurologischem Fachgebiet liegen damit keine anderen von fachärzt
licher Seite begründeten Einschätzungen der
Arbeitsunfähigkeiten
vor. Die MEDAS-Experten bemerkten auch zu Recht, dass die seit Jahresbeginn 2014 ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der behandelnden Ärzte meist mit einer integralen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erklärt wurden, indem sie
Infektneigung
, muskuläre Schmerzen und ein Müdigkeits
syndrom konstatierten, da auf eigenem Fachgebiet für die Einschrän
kungen offenbar keine zureichende Erklärung gefunden werden konnte. So leitete etwa auch
Dr.
A._
, welcher die Beschwerdeführerin primär und seit März 2010 behandelte, im Verlaufsbericht vom 2
2.
Juni 2015 die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in einem 90
%
Arbeitspensum aus den Diagnosen eines schweren chronischen Schmerzsyndroms bei fast täglicher Migräne mit Clusterkopfschmerzen rechts und einer depressiven Verstimmung mit schwerer Erschöpfung ab. Anlässlich der interdiszipli
nären Abklärung liessen sich jedoch auf psychiatrischem Fachgebiet keine Untersuchungsbefunde erheben, die eine entsprechende psychiatrische Diagnose hätten bestätigen können, und es liegen auch keine anderslau
tenden psychiatrischen Berichte vor. Nachdem auch die internistischen Untersuchungen keine Befunde aufzeigen konnten, aufgrund derer eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen war, ist nach
vollziehbar dargelegt, dass die Kopfschmerzsymptomatik – Migräne mit einfachen Attacken und visueller Aura sowie ein episodisch auftretender Clusterkopfschmerz – die einzige und auf neurologischem Fachgebiet abgrenzbare Diagnose darstellt, die eine Arbeitsunfähigkeit begründet. Der neurologische Experte legte dabei sehr sorgfältig dar, dass, nachdem sich die Kopfschmerzfrequenz unter Therapie etwas abgeschwächt hatte, höchstens noch mit sieben bis acht Kopfschmerztagen pro Monat zu rech
nen ist, wobei fünf Attacken gut und drei Attacken nicht ausreichend
coupiert
werden können, noch eine zusätzliche Verbesserung durch eine prophylaktische Migräne-Therapiemassnahme erzielt werden kann und zudem die Attacken auch auf die Wochenenden fallen können. Die Leis
tungsminderung von ca. 20
%
unter Berücksichtigung der aktuellen Situ
ation und Beschwerdesymptomatik ist damit nachvollziehbar begründet und trägt den Umständen, auch mit Blick auf den geschilde
rten Tagesab
lauf
, hinreichend Rechnung. Nachvollziehbar ist auch, dass stark stress
belastende, taktgebundene oder Tätigkeiten mit starker Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus und solche mit hohen Anforderungen an die
konzentrative
Belastbarkeit und mit besonderer Verantwortung nicht zugemutet werden
sollten
. Das entsprechende Belastungsprofil unter
scheidet sich zudem nur unwesentlich vom Anforderungsprofil, welches
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 3
0.
Novembe
r 2016 erwähnte
.
4.
Im Zusammenhang mit
der Neuanmeldung vom
4.
Januar 2019
liegen
im Wesentlichen die folgenden Arztberichte
vor
:
4
.1
Im Bericht vom
4.
Januar 2019 führte
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Innere Medi
zin FMH,
aus
(
Urk.
7/141/7-10)
,
aufgrund eines im Fernsehen ausgestrahlten Berichts über die Nebenbeschäftigung der Beschwerdeführerin anfangs 2018
sei
die Diskussion um Steigerung ihrer Arbeitsfähigkeit auf 80
%
ausgelöst worden, was
bei ihr
in den Folgemonaten eine grosse Belastung ausgelöst habe. Seitdem habe sich die psychische Situation deutlich verschärft, mit Auftreten von nächt
lichen Panikattacken, ausgeprägtem Stimmungstief, Existenzängsten und weite
rer Zunahme der ohnehin schon deutlichen Erschöpfbarkeit. In dieser Situation hätte dann auch noch die Arbeitsfähigkeit auf 80
%
gesteigert werden sollen. Nach verschiedenen Gesprächen habe man sich auf einen Arbeitsversuch mit 5O
%
geeinigt,
bei welchem
die Beschwerdeführerin
nur durch die akute
Unter
stützung einer Psychologin
vor einer völligen Dekompensation
habe
bewahrt werden
können
. Einhergehend mit der massiven psychischen Verschlechterung
seien verschiedene
k
örperliche Krankheiten neu dazu
gekommen
oder es
hätten sich die Symptome bekannter
Krankheiten
verstärkt
.
Im August
seien
zuneh
mende Fussschmerzen rechts
auf
getreten
, di
e durch ein MRI abgeklärt und
ein Ödem
im Fusswurzelbereich
bestätigt
hätten. Gegen Ende August seien
Zahn
schmerzen
hinzu
gekommen
, die auf eine tiefe Karies
hätten
zurückgeführt
werde
n
können und was
saniert
worden sei
. Allerdings seien
daraufhin schwere Gesicht
s
neuralgien
mit Migräneattacken
,
deren Intensität
unter maximaler Schmerztherapie ambulant nicht
habe
abgefangen
werden können
, was
zu einer Klinikeinwei
sung bei
Dr.
D._
im
Kopfschmerzzentr
um
vom 1
8.
b
is
2
4.
Sep
tember
2018
geführt habe
.
Dort
sei
auch ein Harnwegsinfekt dazu
gekommen, der mit einem Anti
biotikum angegangen
worden sei und welcher
sie weiter
ge
schwäc
ht habe
mit Durchfall, Tachykardien, Extrasystol
en und
Appe
t
itlosig
keit. Eine Abklärung bei
m Kardiol
ogen
habe
eine d
eutliche
Septumhypertrophie
und eine Ektasie der
Aorta
ascendens
ergeben. Eine im Anschl
uss
v
eranlasste Vorstellung beim
Pul
mol
ogen
habe die
Rhinopathie
bestätigt, aber
ein signifi
kantes Lungenleiden für die subje
ktiv empfundene Dyspnoe und die
dokumen
tierte leichte Hypoxie im Liegen ausschliessen
können. Ein Versuch mit
Zaditen
zur
Mastzellstabilisierung
habe
eine vorübergehende Erleichterung im Oktober
gebracht
,
wobei Ende Oktober
die Trigeminusneuralgien rechtsseitig
im
Zusam
menhang mit dem
erneut
reagierenden Zahn
wieder angefangen hätten
. Die gangränö
se Pulpitis
habe dann
eine Wurzelbehandlung
verlangt, die die
Trige
minusneuralgie zum Verschwinden
gebracht
habe. Am 2.
Dezember 2018
sei
es
zu einem Unfall
gekommen, bei dem sich die Beschwerdeführerin beim Öffnen der Auszugstreppe zum Estrich am linken Auge verletzt und eine konsekutive
Orbitafraktur
erlitten habe
.
Im neuen Jahr
(2019)
habe sich die Beschwerde
führerin mit
einem
klassischen Carpaltunnelsyndrom
und
Beschwerden, die links
seitig deutlich prägnanter als rechts
seien
,
vorgestellt. Es seien d
ie Muskelschmer
zen
wiede
r
ausgeprägter aufgetaucht
und fast täglich
Kopfschmerze
n/Migräne aufgetreten
. Das Laufen
sei durch die
Fersens
chmerzen rechts sehr mühsam und es
w
ürden seit einigen Wochen subfebrile
Temperaturen bis 38 Grad Celsius gemessen. Die depre
ssive psychische Symptomatik sei weiterhin akzentuiert.
Aus diesem Grund
habe er die Beschwerdeführerin weiterhin
zu 100
%
krankge
schrieben.
4.2
Anlässlich
der Magnetresonanztomografie (MRI) vom
8.
August 2019 (
Urk.
7/148/5
9
) hielt der zuständige Radiologe zur Fragestellung nach Verände
rungen des bekannten Knochenödems im Mittelfuss rechts mit eher
regredienten
Beschwerden der
F
aszi
itis
plantaris
fest
, zum Vergleich liege die Voruntersuchung vom 1
6.
April 2019 vor. Es zeigten sich teils neu
aufgetretene Knochenmarkö
deme, vor
allem
an den
Os
metatarsale
(Mittelfussknochen)
III und IV
und eine teils stationäre, teils leicht progrediente und teil
s leicht
regrediente
Ödemzone
«
(
DD Ü
berlastung?)
»
.
Die Zeichen einer
Plantarfasziitis
zeigten sich in etwa
stati
onär
.
4.3
Dr.
med.
E._
,
Allgemeine und komplementäre Medizin
,
welcher
die Beschwer
deführerin seit 16.
Dezember 2015 (
Urk.
7/149
Ziff.
1.1) behandelt
,
nannte im Bericht vom
4.
Oktober 2020 folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5
)
:
-
Depressive Verstimmung mit schwerer Erschöpfung
-
Schweres, chronisches Schmerzsyndrom bei fast täglicher Migräne mit
Clusterkopfschmerzüberlagerung rechts
Der Arzt führte aus (
Ziff.
2.2),
er
betreue die Beschwerdeführerin unter den Aspekten von Darmgesundheit i
m
Zusammenhang mit Migräne, Erschöpfung, Nahrungsmittelunverträ
glichkeiten und
Hämopyrrollaktamurie
. Im Vordergrund stünden Kopfschmerzen, die täglich morgens auftreten und
die
sich
durch sofor
tiges Aufstehen und leichte Bewegung bessern würden. Diese gingen häufig in eine Migräne über, die gut auf
Imigran
anspreche. Die Beschwerdeführerin beklage zudem weitere Symptome wie Muskelschmerzen, Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwierigkeiten bis zur Tagesschläfrigkeit, die
sich
durch leichte Bewegung besserte
n und sich
durch langes Sitzen/Liegen sowie übermässige Bewegung verschlimmert
en. Nach drei bis vier
Stu
nden sitzender Tätigkeit würden Konzentrations- und Gedächt
nisprobleme, Wortf
indungsstörungen,
Unscharfsehen
mit Doppelbilder
n
verbunden, zunehmend
e Erschöpfung
und Muskelschmerz
en
auftreten.
Zur Prognose und zur Arbeitsfähigkeit führte
er
aus (
Ziff.
2.7), a
ufgrund der vielen und zum Teil schwerwiegenden Symptome sehe di
e Prognose bezüglich Arbeits
fähigkeit schlecht aus. Am besten ginge es, wenn
sich
die Beschwerde
führerin draussen zum Beispiel beim heilpädagogischen Reiten bewegen könne. Aktuell
betrage die Arbeitsfähigkeit zwei bis fünf
Stunden pro Woche bei der tiergestützten Arbeit (heilpädagogische Reitstunden sowie im Altersheim).
Es wurde weiter festgehalten (
Ziff.
3.2 und 3.3), d
ie Beschwerdeführerin sei
seit
1.
Oktober
2020
durch die
Y._
frühpensioniert
.
Die l
eichte Bewegung an der fri
schen Luft während einer Stunde, verteilt auf drei bis vier Wochentage
,
wirke sich stabilisierend auf
ihre Psyche aus,
bringe die täglich benötigte körperliche Betätigung und sorge für eine Tagesstruktur
.
4.4
RAD
-
Arzt PD
Dr.
med. univ.
F._
, Facharzt für Neurologie, führte in seiner
Aktenbeurteilung
vom
2.
November 2020 (
Urk.
7/150/4-5) aus, die Beschwerde
führerin sei Physiotherapeutin, Betriebssekretärin bei der
Y._
als Sachbearbei
terin Immobilien und im Nebenerwerb seit
1.
Januar 2016 in einem 10
%
-
Pensum als Reittherapeutin selbständig erwerbstätig.
Auf Basis eines interdisziplinären Gutachtens in der MEDAS
Z._
mit den Diagnosen Migräne mit einfachen Atta
cken und mit visueller Aura, episodischer Clusterkopfschmerz rechts, nicht näher bezeichnete Probleme bezogen auf die Lebensführung und Persönlichkeitsakzen
tuierung
sowie
der Beurteilung
,
eine konkrete Ursache für das Übermüdungs
syndrom sei nicht festzustellen, sei von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgegangen worden.
Aktuell stehe die
Hämopyrrollak
tamu
rie
im Vordergrund, welche auch im Gutachten abgehandelt worden sei und die eine Entität darstelle, deren Krankheitswertigkeit bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen sei. Die Diagnose depressive Verstimmung mit schwerer Erschöp
fung sei nicht ICD-konform und eine fachpsychiatrische Diagnostik bzw. Therapie sei trotz expliziter Aufforderung nicht vorgelegt
worden
.
Die
Migräne und
die
Clusterkopfschmerz
en seien
schon im Gutachten
festge
stellt und insgesamt sei seither keine
namhafte Verschlechterung
postuliert worden.
So besserten die Kopfschmerzen bei
so
fortigem Aufstehen und
bei
leichte
r
Bewegung und die Migräne spreche gut auf
Imigran
an. Eine hochgradige und dauerhafte Arbeits
unfähigkei
t sei von den Behandlern schon 2015 attestiert,
im Gutachten aber nicht bestätigt worden. Bezüglich des Knochenmarködems sei im MRT vom
7.
August 2018 eine unspezifische
Ödemzone
im Os
cuboideum
im Bereiche der schmerzenden Stelle festgehalten
worden
und differentialdiagnostisch sei in erster Linie eine Überbelastung anzunehmen. Im MRT vom 1
6.
April
2019
zeige sich eine leichte
Regredienz
der kleinen und subkortikalen Knochenmarködem-Zone an der lateralen
Cuboid
Kante. Insgesamt sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung im Jahr 2016, welche eine länger
dauernde und
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit bedinge, damit nicht nachvoll
ziehbar ausgewiesen.
5
.
5
.1
Der zeitliche
Referenzpunkt für die Revision
/Neuanmeldung
bildet die Verfügung vom 2
2.
Juni 2017 (
Urk.
7/114), mit welcher ein Anspruch der Beschwerdeführe
rin auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint wurde.
Dam
it
ist zu prüfen, ob sich seit 22.
Juni 2017
bis zur
-
rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze
der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden (BGE 130 V 446 E. 1.2 mit Hinweisen)
-
Verfügung
vom
6.
April 2021 (
Urk.
2) der massgebliche medizini
sche und/oder erwerbliche Sachverhalt in einer für den Rentenanspruch erhebli
chen
Weise geändert hat (vgl. E. 1.3 und E. 1.4
).
5.
2
Im Urteil vom 2
1.
März 2019
(
Urk.
7/133)
wurde das polydisziplinäre Gutachten der
MEDAS
Z._
vom 1
7.
Oktober 2016 (
Urk.
7/92
) als beweiswertige medizi
ni
sche Grundlage anerkannt (E. 4
).
Das Geri
cht würdigte dabei insbesondere, dass die
behandelnden Ärzte meist mit
einer integralen Beurteilung die attestierten
Arbeits
un
fähigkeit
en
erklärt
en
, indem sie
Infektneigung
, muskuläre Schmerzen und ein Müdigkeitssyndrom konstatierten, da
von den Behandlern
auf eigenem Fachgebiet für die Einschränkungen keine zureichende Erklärung gefunden werden konnte
. So habe etwa auch
Dr.
A._
die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in einem 90
%
Arbeitspensum aus den Diagnosen eines schweren chro
nischen Schmerzsyndroms bei fast täglicher Migräne mit Clusterkopfschmerzen rechts und einer depressiven Verstimmung mit schwerer Erschöpfung ab
geleitet.
Auch auf die Einschätzung im Schreiben vom
30.
November 2016
von
Dr.
med.
B._
, Allgemeine Innere Medizin und Arbeitsmedizin
(
vgl.
Urk.
7
/97)
,
welcher ausführte
, die Beschwerdeführerin
sei
für die bisherige Funktion als Assistentin IM-Bewirtschaftung aus medizinischen Gründen untauglich gewor
den
und für
die aktuelle Stelle als Mitarbeiterin
Backoffice
bestehe nur eine
Rest
arbeitsfähigkeit
von
40
%
, konnte
daher
nicht abgestellt werden
.
5.
3
Eine
seither
veränderte Situation
legen
auch die neu aufgelegten
Berichte der behandelnden Ä
rzte nicht dar
. So führte
Dr.
A._
im aktuellen Bericht eine Belastungssituation im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden eines
im Fern
sehen ausgestrahlten Berichts über die Nebenbeschäftigung der
Beschwerde
führerin anfangs 2018 auf, was
die psychische Situation
verschärft habe. Eine psychiatrische Behandlung weisen die Akten
indes
nach wie vor
nicht aus.
Eine seit der
polydisziplinären Ab
klärung veränderte medizinische
Befundlag
e
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeigt auch
der behandelnde Arzt
Dr.
E._
im Bericht vom
4.
Oktober 2020
(vgl. E. 4.3)
nicht auf. Die von
ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit stützt
sich
auf
depressive Verstimmung
s- und
schwere
Erschöpfung
szustände, nebst der bekannten K
opfschmerz
problematik.
Dabei ent
spricht
a
uch seine Einschätzung, wie
jene von
Dr.
A._
,
erneut
einer integralen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, nachdem
die Symptomatik nach wie vor als schwer
eingestuft
wird,
auf eigenem Fachgebiet
dafür aber keine
zureichende
Erklärung gefunden werden k
ann
.
5.
4
Der RAD
-
Arzt
PD
Dr.
F._
legte vor diesem Hintergrund nachvollziehbar dar, dass
seit der MEDAS-Begutachtung
keine namhafte Verschlechterung
zu postu
lieren
ist
. Denn
die Kopfschmerzen
besserten sich
, wie
von
Dr.
E._
beschr
i
e
ben
,
bei sofortigem Aufstehen und bei leichter Bewegung und die Migräne spr
icht
gut auf
Imigran
an.
Überzeugend erscheint
auch, dass das Knochenmarködem
auf
grund der Bildgebung
eine unspezifische
Ödemzone
betrifft und
differentialdiag
nostisch in erster Linie eine Überbelastung anzunehmen
ist.
Auch
zeigt die spä
tere Bildgebung
eine leichte
Regredienz
.
In psychiatrischer
Hinsicht
liegen
seit der
psychiatrischen
Befunderhebung anlässlich der MEDAS-Begutachtung
von fachärztlicher
Seite
keine
neuen
Erk
enntnisse
vor
. Diesbezüglich wies
PD
Dr.
F._
auch
zu Recht darauf hin, dass d
ie
von fachfremder Seite gestellte
Diagnose
«
depressive Verstimmung mit schwerer Erschöpfung
»
keiner
ICD-konform
en
Diagnose
entsp
richt
und
sich die Beschwerdeführerin auch k
eine
r
fachpsychiat
rische
n Therapie unterzieht.
5.
5
Zusammenfassend lässt sich damit festhalten, dass seit Erlass der früheren rechts
kräftigen Verfügung keine
revisionsrechtlich relevante
gesundheitliche Verände
rung eingetreten ist.
6.
6.1
In erwerblicher Hinsicht wurde im Urteil vom 2
1.
März 2019 (
Urk.
7/133)
Folgen
des festgehalten (E. 4.2 und E. 4.3
)
;
E
s ergeben sich keine spezifischen Anhaltspunkte, dass die ursprüngliche Tätigkeit im kaufmännischen Bereich über das normale Ausmass hinaus stark stressbelastende, taktgebundene oder andere Tätigkeiten mit speziell hohen Anforderungen an die
konzentrative
Belastbarkeit und mit beson
derer Verantwortung beinhaltet hat oder die Tätigkeit mit starken Verän
derungen des Schlaf-Wach-Rhythmus verbunden war. Zudem wurde mit einer generellen Leistungsminder
ung von 20
%
belastenden Elemen
ten, wie sie grundsätzlich auch in jeder anderen kaufmännischen Tätigkeit, die während der Bürozeiten erledigt werden kann, gelegentlich anfallen können, bereits Rechnung getragen.
Selbst wenn der Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Junior Betriebswirtschafterin nicht mehr zumutbar wäre und wie von ihr geltend gemacht ein
Valideneinkommen
von
Fr.
104'787.-- (bei einem 100
%
Pensum) zu veranschlagen und beim Invalideneinkommen das tatsächliche Erwerbseinkommen (
Fr.
34'051.15 bei einem Teilzeitarbeits
pensum von 15 Stunden pro Woche) zu berücksichtigen wäre, würde kein Invaliditätsgrad in rentenbegründender Höhe resultieren. Denn das
Vali
deneinkommen
wäre in jedem Fall in einem 90 % Pensum zu veranschla
gen, nachdem die Beschwerdeführerin bereits früher und nicht gesund
heitsbedingt nicht mehr als 90
%
gearbeitet hat, und ein solches Einkommen auch mit Blick auf die IK-Auszüge unwahrscheinlich ist. Das tatsächliche Einkommen, welches bei einer 42 Stundenwoche einem Arbeitspensum von rund 36
%
entspricht, wäre als Invalideneinkommen auf ein in medizinischer Hinsicht jedenfalls zumutbares 80
%
Pensum hochzurechnen. Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkomm
en
Fr.
94'308.3 (
Fr.
104'787.--
: 100 x 90) und Fr.
75'669.20 (34'051.
15 :
36 x 80) würde ebenfalls lediglich ein Invaliditätsgrad von gerundet 20
%
resultieren.
6.2
An diesen Überlegungen kann weiterhin festgehalten werden.
Die Beschwerde
führerin hatte die Stelle bei der
Y._
weiterhin inne, so dass sich im Zeitpunkt des frühes
t
möglichen Rentenbeginns (
1.
Juli 2019) keine Änderung in erwerblicher Hinsicht ergab.
6.3
6.3.1
Eine Veränderung ergab sich mit der Frühpensionierung der Beschwerdeführer
in
per
1.
Oktober 2020 (E. 4.3 und
Urk.
1 S. 2)
, fiel doch das entsprechende Einkom
men weg und ist in
Konstellationen
wie der vorliegenden ein Einkommens
vergleich durchzuführen und die versicherte Person als erwerbstätig zu fassen. Dies jedenfalls soweit, als keine Indizien dafür vorliegen, dass sich die versicherte Person auch im Gesundheitsfall vorzeitig aus dem Erwerbsleben zurückgezogen hätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_9/2013 vom 2
7.
März 2013 E. 2.4).
6.3.2
Das hiesige Gericht legte das
Valideneinkommen
im Urteil vom 2
1.
März 2019 auf
Fr.
94'308.30 fest (
Urk.
7/133 E. 4.3). Dies basierte auf den Angaben der
Y._
aus dem Jahr 2016 (
Urk.
7/99/2). Aufgerechnet auf das massgebliche Jahr 2020 ergibt sich unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ein
Validenein
kommen
von
Fr.
96'919.--
(Index 2709 auf Index 2784,
Entwicklung der Nomi
nallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2020
, Frauen Bundes
amt für Statistik, T 39
)
.
6.3.3
U
nter Beachtung
des weiterhin gültigen medizinischen Belastungsprofils
ist der Beschwerdeführer
in
nach wie vor
auch
jede andere kaufmännische
Tätigkeit
zumutbar
mit
einer generellen Leistungsminderung von 20
%
. Qualitativ ist die Beschwerdeführerin nach wie vor dergestalt eingeschränkt, dass stark stress
belastende, taktgebundene oder Tätigkeiten mit starker Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus und solche mit hohen Anforderungen an die
konzentrative
Belastbarkeit und mit besonderer Verantwortung nicht zumutbar sind (E. 3).
Angesichts ihrer Ausbildung im Bürobereich und der Erfahrung als
Bewirtschaf
terin
Y._
Immobilien
ist ein Einsatz im Grundstück- und Wohnungswesen
rea
listisch. Hier bringt sie Vorkenntnisse mit, weshalb ihr das Erzielen eines Einkom
mens gemäss Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Datenverarbeitung und Administration) zumutbar ist. Komplexe prak
tische Tätigkeiten (Kompetenz
ni
v
e
au 3) sind dagegen eher stressbelastet und taktgebunden und erfordern regelmässig auch eine höhere
konzentrative
Belastbarkeit. Damit ist das Invali
deneinkommen gemäss LSE 2018, TA1,
Ziff.
68, Frauen, Kompetenzniveau 2 zu bemessen. Ausgehend vom Monatslohn von
Fr.
5'547.--, ange
p
a
sst an die durch
schnittliche wöchentliche Arbeitszeit von
41.6 Stunden (Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, Bundesamt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01,
Ziff.
68) und aufgerechnet auf das Jahr 2020 (Index 2732 auf 2784) ergibt sich beim zumutbaren Pensum von 80
%
ein Wert von Fr.
56'435.--. Ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt sich nicht, wird doch den Einschränkungen mit dem verminderten Pensum und de
m
Komp
e
tenzniveau 2 (anstelle von 3, welches ohne Einschränkungen zu Anwendung gelangen würde) ausreichend Rechnung getra
gen.
6.3.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
96'919.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
56'435.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 41.8
%
, womit die
Beschwer
deführerin ab
1.
Januar 2021
(
1.
Oktober 2020 plus drei Monate,
Art.
88a
Abs.
2 IVV)
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
Die ab
1.
Januar 2021 geltenden Regeln führen zu keinem anderen Ergebnis.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und den Parteien ausgangsgemäss je hälftig aufzuerlegen.
Die Beschwerdegegnerin ist sodann zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
800.-- zu bezahlen.