Decision ID: bee01423-676d-5101-8db8-1641aa3510d5
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Februar 1996 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er führte aus, er habe als Hilfsmetzger gearbeitet.
Im Mai 1995 habe er einen Arbeitsunfall erlitten, der dazu geführt habe, dass an der
rechten Hand der Zeigefinger und der Mittelfinger teilweise hätten amputiert werden
müssen. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Klinik für orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen am 5. Oktober 1998 ein fachärztliches Gutachten (IV-act. 37).
Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte habe ein ständiges Brennen und
Druckgefühl in den beiden teilamputierten Fingern angegeben und geltend gemacht,
seit September 1997 leide er auch an Schmerzen im Unterarm, in der rechten Schulter
und im Nacken. Bei der Anamneseerhebung sei aufgefallen, dass der Versicherte den
rechten Arm deutlich von sich gehalten habe. Zudem habe er die Hand nur sehr
vorsichtig und die beiden teilamputierten Finger kaum bewegt. Die Stumpfkuppen
hätten kaum berührt werden können; der Versicherte habe die Hand jeweils sofort
weggezogen. Die Schulterbeweglichkeit sei rechts etwas eingeschränkt gewesen.
Angesichts der deutlichen Symptomausweitung müsse der Versicherte praktisch als
einhändig qualifiziert werden. Zudem sei er psychisch deutlich irritiert. In dieser
Situation sei er höchstens zu 50 Prozent arbeitsfähig. Mit einem weiteren Eingriff
könnte der Zustand noch wesentlich verbessert werden. Aktuell scheine eine definitive
Begutachtung deshalb als „schwierig und nicht gerechtfertigt“. Mit einer Verfügung
vom 27. Januar 1999 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Mai
1996 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 54 Prozent zu (IV-act. 46). Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.
A.b Im Dezember 2013 füllte der Versicherte einen Fragebogen zur Überprüfung
seines Rentenanspruchs aus (IV-act. 71). Er gab an, sein Gesundheitszustand habe
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sich verschlechtert: Er habe im Mai 2013 eine Oberschenkelfraktur mit einer
anschliessenden Infektion erlitten. In der Folge habe sich eine Pseudarthrose
entwickelt. Der Allgemein-mediziner Dr. med. B._ berichtete im Dezember 2013 (IV-
act. 75), der Versicherte habe im Mai 2013 eine Infektpseudarthrose am linken Femur
erlitten. Seither gehe er an Stöcken. Er sei vollständig arbeitsunfähig. Auf
Ergänzungsfragen der IV-Stelle hin teilte Dr. B._ im August 2014 mit (IV-act. 89), der
Versicherte habe im Mai 2013 in seinem Herkunftsland einen Motorradunfall erlitten.
Man habe dort eine primäre Plattenosteosynthese durchgeführt. Er habe sich Ende
Juni 2013 telefonisch bei Dr. B._ gemeldet und mitgeteilt, dass es ihm seit der
Operation sehr schlecht gehe. Am 1. Juli 2013 habe er sich in einem desperaten
Zustand befunden, weshalb Dr. B._ ihn sofort ins Spital C._ eingewiesen habe. Am
15. August 2013 sei die Infektpseudarthrose festgestellt worden. Anschliessend sei
postoperativ eine antibiotische Therapie bis Ende Oktober 2013 durchgeführt worden.
Bis zum Unfall sei der Gesundheitszustand des Versicherten stationär gewesen. Das
Spital C._ berichtete im Dezember 2014 (IV-act. 100), bei einer Kontrolluntersuchung
am 15. Oktober 2014 – drei Monate nach der Operation – sei ein positiver Verlauf zu
verzeichnen gewesen: Der Versicherte sei mittlerweile von den Gehstöcken entwöhnt
und gut mobil gewesen. Er habe angegeben, dass er im Alltag keine Schmerzen
verspüre, ausser beim Treppensteigen. Am 23. Dezember 2014 notierte Dr. med. D._
vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), für die Zeit ab dem 16. Oktober
2014 könne wieder von einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent ausgegangen werden,
wobei allerdings das Besteigen von Leitern oder Gerüsten sowie vermehrtes
Treppensteigen oder Gehen in unebenem Gelände zu vermeiden sei (IV-act. 102). Mit
einer Verfügung vom 24. April 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit
vom 1. November 2013 bis zum 31. Januar 2015 eine ganze und für die Zeit ab dem 1.
Februar 2015 wieder eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 53 Prozent zu (IV-
act. 120). Der Versicherte erhob dagegen eine Beschwerde (IV-act. 123). Am 1. Juli
2015 notierte eine Mitarbeiterin des Rechtsdienstes der IV-Stelle (IV-act. 137),
angesichts der vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Versicherten infolge des Motorradunfalls im Mai 2013 liege ein medizinischer
Revisionsgrund vor. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei der gesamte
Sachverhalt folglich umfassend und ohne Bindung an die ursprüngliche
Rentenverfügung neu abzuklären. Vor diesem Hintergrund dränge sich die Einholung
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eines Gutachtens auf. Mit einer Verfügung vom 1. Juli 2015 widerrief die IV-Stelle ihre
Verfügung vom 24. April 2015 (IV-act. 140). Mit einer Verfügung vom 24. August 2015
schrieb das Versicherungsgericht das Beschwerdeverfahren betreffend die Verfügung
vom 24. April 2015 zufolge Gegenstandslosigkeit ab (vgl. IV-act. 155).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die E._ am 9. November 2015 ein
polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 158). Der internistische Sachverständige hielt fest,
aus der Sicht seines Fachgebietes liege keine Gesundheitsbeeinträchtigung vor, die
sich auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirken würde. Der orthopädische
Sachverständige führte aus, der objektive klinische Befund sei weitgehend unauffällig
gewesen. Die Beweglichkeit des rechten Schultergelenks sei nicht eingeschränkt
gewesen. Auch die Handbeweglichkeit sei unter Berücksichtigung der fehlenden
Fingerglieder unauffällig gewesen. Der Versicherte habe angegeben, dass er weiterhin
das Nötigste mit der rechten Hand schreiben könne. In der Untersuchung habe er eine
Kaffeetasse mit der rechten Hand halten können. Das Halten eines Papiers sei ihm
dagegen mit der rechten Hand nicht möglich gewesen. Auch der Befund bezüglich des
linken Knies sei im Wesentlichen unauffällig gewesen. Nur die Beweglichkeit des linken
Kniegelenks sei leicht eingeschränkt gewesen. Diagnostisch handle es sich um einen
Status nach einer trauma¬tischen Teilamputation der Finger II und III rechts mit einer
Hypersensibilität des Amputationsstumpfes sowie – ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit – um einen Status nach einer Oberschenkelschaftschrägfraktur links
mit einer verzögerten Heilung. Die Mindergebrauchsfähigkeit der rechten Hand
verunmögliche eine Rückkehr in die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsmetzger. Für
Tätigkeiten, in denen die grobe Kraft und die geringen Einschränkungen in der
Greiffunktion nicht entscheidend seien, begründe die Gesundheitsbeeinträchtigung an
der rechten Hand dagegen keine Arbeitsunfähigkeit. Die Hypersensibilität könnte durch
das Tragen von speziellen Arbeitshandschuhen entscheidend positiv beeinflusst
werden. Das negative Fähigkeitsprofil stelle sich zusammenfassend wie folgt dar:
Körperlich schwere und überwiegend körperlich schwere Tätigkeiten könnten mit der
rechten Hand nicht ausgeführt werden; Arbeiten ausschliesslich oder überwiegend
stehend und gehend könnten nur mit einer Einschränkung des Arbeitspensums auf 50
Prozent durchgeführt werden; Arbeiten mit häufigem oder auch nur gelegentlichem
Bücken oder Knien oder Arbeiten im Hocken seien nicht möglich; das Tragen und
Heben von Lasten über fünf Kilogramm sei rechts nicht möglich; Arbeiten mit mehr als
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nur gelegentlichem Treppensteigen sollten unterbleiben; Arbeiten im Freien mit Nässe
und Kälteeinwirkung oder unter Zugluft seien nur bis zehn Prozent der Arbeitszeit
zumutbar. Das Gutachten der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St.
Gallen aus dem Jahr 1998 überzeuge bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung für
leidensadaptierte Tätigkeiten nicht, denn es sei widersprüchlich, wenn für Tätigkeiten,
in denen einer klar abgegrenzten Gesundheitsbeeinträchtigung vollumfänglich
Rechnung getragen werden könne, doch noch eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent
attestiert werde. Richtigerweise hätten die Sachverständigen eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestieren müssen. Retrospektiv
könne aus orthopädischer Sicht für die Zeit nach dem Abschluss der Heilbehandlung
der rechten Hand im Jahr 1998 lediglich für die Zeit ab dem Motorradunfall vom 22.
Mai 2013 eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit attestiert werden, und zwar bis zur
knöchernen Festigung des linken Oberschenkelknochens, die gemäss den Berichten
des Spitals C._ am 15. Oktober 2014 erreicht gewesen sei. Die orthopädische
Prognose bezüglich der rechten Hand sei günstig. Die Schulter- und
Ellenbogenproblematik aus den Jahren 1998 und 1999 habe sich günstig entwickelt.
Von einem lokalen Schmerzsyndrom oder von einer Algodystrophie könne keine Rede
mehr sein. Der Zustand sei zwischen etwa Mitte 1998 und dem 22. Mai 2013 stabil
gewesen. Ausgehend von einer einschlägigen gutachterlichen Erfahrung insbesondere
bei Handverletzungen mit Fingerteilamputationen müsse davon ausgegangen werden,
dass durch eine Gewöhnung und Anpassung eine faktische und funktionelle
Verbesserung eingetreten sei. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, aus
psychiatrischer Sicht könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt werden. Retrospektiv ergebe sich weder aus der Exploration noch aus den
Akten ein Hinweis auf eine länger andauernde invalidenversicherungsrechtlich relevante
psychiatrische Störung. In der Konsensbeurteilung waren folglich nur die
orthopädischen Befunde und Diagnosen ausschlaggebend. Der RAD-Arzt Dr. med.
F._ erachtete das Gutachten am 29. Dezember 2015 als überzeugend (IV-act. 159).
A.d Mit einem Vorbescheid vom 26. Januar 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie die revisionsweise Aufhebung der laufenden Rente auf das Ende des der
Zustellung der noch zu erstellenden Verfügung folgenden Monats vorsehe (IV-act. 162).
Dagegen wandte der Versicherte am 28. Februar 2016 ein (IV-act. 166), das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen habe in einem aktuellen Entscheid (IV
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2013/446 vom 3. Februar 2016) festgehalten, dass eine im Vergleich zur ursprünglichen
Beurteilung durch die Sachverständigen strengere aktuelle Beurteilung keinen
Revisionsgrund darstelle. Da sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der
ursprünglichen Rentenzusprache nicht wesentlich verändert habe, sei die vorgesehene
revisionsweise Rentenaufhebung folglich rechtswidrig. Die Sachverständigen der E._
wiesen am 14. April 2016 bezugnehmend auf die Einwände des Versicherten darauf hin
(IV-act. 173), dass es aus medizinischer Sicht nicht lege artis gewesen wäre, wenn sie
statt auf die objektiven klinischen Befunde bloss auf die ursprüngliche Beurteilung von
vor 20 Jahren abgestellt hätten. Wie es sich bezüglich der Verbindlichkeit der
ursprünglichen Rentenzusprache aus juristischer Sicht verhalte, könnten die
medizinischen Sachverständigen nicht beurteilen. Aus medizinischer Hinsicht ergebe
sich aus den Einwänden des Versicherten jedenfalls kein Anhaltspunkt, der Zweifel am
Gutachten wecken würde. Der RAD-Arzt Dr. F._ erachtete diese Ausführungen als
überzeugend (IV-act. 174). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten am 18. Mai 2016
die Möglichkeit, zu den Ausführungen der E._ und zur Aktenwürdigung des RAD
Stellung zu nehmen (IV-act. 175). Dieser liess am 6. Juni 2016 geltend machen (IV-act.
180), er verweise erneut auf die geltende Rechtsprechung betreffend eine blosse
Neubeurteilung eines unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes. Mit einer
Verfügung vom 6. Juli 2016 erhöhte die IV-Stelle die laufende Rente mit Wirkung ab
dem 1. November 2013 auf eine ganze Rente; mit Wirkung ab dem 1. Februar 2015
setzte sie die Rente auf eine halbe Rente herab und mit Wirkung ab dem 1. September
2016 hob sie sie auf (IV-act. 188).
B.
B.a Am 13. September 2016 liess der Versicherte (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Juli 2016 erheben
(act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und die Weiterausrichtung mindestens einer halben Rente, eventualiter die
Einholung einer orthopädischen Oberexpertise und subeventualiter die Rückweisung
der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur Durchführung
des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens. Zur Begründung führte er an, die
Rentenaufhebung sei unzulässig, weil kein Revisionsgrund vorliege. Die
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Sachverständigen der E._ hätten lediglich einen unverändert gebliebenen
Sachverhalt anders beurteilt.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Oktober 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4).
B.c Am 29. Oktober 2018 wies das Versicherungsgericht den Beschwerdeführer
darauf hin (act. G 9), dass sich die vorübergehende Erhöhung der halben auf eine
ganze Rente auf jenen Zeitraum beziehe, in dem die Folgen des Motorradunfalls vom
22. Mai 2013 ausgeheilt seien. Während einer medizinischen Eingliederungsphase
könne gemäss der Rechtsprechung des Versicherungsgerichtes des Kantons St.
Gallen keine rentenbegründende Invalidität entstehen. Folglich bestehe die Möglichkeit,
dass das Gericht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine befristete ganze
Rente für den Zeitraum vom 1. November 2013 bis zum 31. Januar 2015 verneinen
könnte. Angesichts dieser drohenden reformatio in peius habe der Beschwerdeführer
die Möglichkeit, seine Beschwerde zurückzuziehen. Der Beschwerdeführer erklärte am
19. November 2018, dass er seine Beschwerde nicht zurückziehen wolle (act. G 10).

Erwägungen
1.
Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich um eine abgestufte
Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG, denn mit ihr hat die
Beschwerdegegnerin eine formell rechtskräftig zugesprochene, laufende Rente der
Invalidenversicherung per 1. November 2013 erhöht, per 1. Februar 2015 herabgesetzt
und schliesslich per 1. September 2016 aufgehoben. Die Erhöhung per 1. November
2013 und die Herabsetzung per 1. Februar 2015 beziehen sich auf eine
vorübergehende Verschlechterung des Beschwerdeführers infolge eines
Verkehrsunfalls. Die Aufhebung der Rente per 1. September 2016 hat dagegen nichts
mit den Folgen des Verkehrsunfalls zu tun. Für die Überprüfung der angefochtenen
Verfügung auf ihre Rechtmässigkeit bietet es sich im Interesse der Verständlichkeit an,
die Erhöhung per 1. November 2013 und die Herabsetzung per 1. Februar 2015
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einerseits und die Aufhebung per 1. September 2016 andererseits getrennt zu
behandeln.
2.
2.1 Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich infolge des
Verkehrsunfalls am 22. Mai 2013 offenkundig verschlechtert, denn der
Beschwerdeführer hat sich dabei einen Knochenbruch am linken Oberschenkel
zugezogen. Der Heilverlauf hat sich schwierig gestaltet, weil ein Wundinfekt aufgetreten
ist, der zu einer Pseudarthrose geführt hat, die mittels einer zweiten Operation und
einer länger dauernden antibiotischen Medikation hat behandelt werden müssen. Die
Berichte des Spitals C._ belegen mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass die Heilbehandlung am 15. Oktober 2014
definitiv abgeschlossen gewesen ist und dass es dem Beschwerdeführer damals
wieder möglich gewesen ist, sich ohne Gehstöcke frei und schmerzfrei zu bewegen;
nur für das Treppensteigen sind Schmerzen angegeben worden. Trotz dieses
erfreulichen Endzustandes haben sowohl die behandelnden Ärzte des Spitals C._ als
auch der orthopädische Sachverständige der E._ festgehalten, dass dem
Beschwerdeführer kniebelastende Tätigkeiten nur noch in einem eingeschränkten Mass
zumutbar seien. Der orthopädische Sachverständige der E._ hat diese qualitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers überzeugend mit der
Gefahr einer Überlastung des vorgeschädigten linken Beins begründet. Aus
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht hat der Verkehrsunfall vom 22. Mai 2013 also
eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit für die Dauer der Heilbehandlung zur Folge
gehabt; beim Abschluss der Heilbehandlung ist nur noch eine qualitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Vermeidung von kniebelastenden Tätigkeiten)
vorhanden gewesen.
2.2 Laut dem Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG setzt der Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung voraus, dass die Erwerbsfähigkeit der versicherten Person nicht
(mehr) durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder
verbessert werden kann. Solange sich die Erwerbsfähigkeit also noch durch
Eingliederungsmassnahmen beeinflussen lässt, kann keine Invalidität im Sinne des Art.
28 Abs. 1 IVG vorliegen. Teilweise wird die Ansicht vertreten, das gelte nur für
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berufliche, aber nicht für medizinische Eingliederungsmassnahmen. Es gibt aber keinen
vernünftigen Grund, zwischen diesen beiden Arten von Eingliederungsmassnahmen zu
unterscheiden, denn beide wirken gleichermassen auf die Erreichung eines
„Endzustandes“ mit einer möglichst hohen Erwerbsfähigkeit hin. Die massgebenden
Bestimmungen des ATSG zeigen denn auch, dass mit Blick auf die Eingliederung nicht
zwischen medizinischen und beruflichen Massnahmen unterschieden wird. Gemäss
dem Art. 7 Abs. 1 ATSG gilt nämlich als Erwerbsunfähigkeit der durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte und nach der zumutbaren Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Mit der „zumutbaren
Behandlung“ kann offensichtlich nur eine medizinische Behandlung als medizinische
Eingliederungsmassnahme gemeint sein. Damit übereinstimmend sieht der Art. 16
ATSG vor, dass für die Bemessung der Invalidität das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen gesetzt wird, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben
wäre. Daraus ist zu schliessen, dass keine rentenspezifische Erwerbsunfähigkeit
respektive Invalidität (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) vorliegen kann, wenn sich die
Erwerbsfähigkeit der versicherten Person noch durch medizinische oder berufliche
Eingliederungsmassnahmen verbessern lässt. Diese Schlussfolgerung wird im Bereich
der Invalidenversicherung mit dem Schlagwort „Eingliederung vor Rente“ umschrieben
(vgl. etwa UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Vorbemerkungen N 81 ff.,
mit Hinweisen). Dabei geht es nicht nur darum, möglichst um eine Wiedereingliederung
der versicherten Person bemüht zu sein. Vielmehr trägt der Grundsatz „Eingliederung
vor Rente“ auch der allgemeinen Schadenminderungspflicht (vgl. KIESER, a.a.O.,
Vorbemerkungen N 85, mit Hinweisen) Rechnung, die darin besteht, dass die
versicherte Person einen versicherten Schaden möglichst gering zu halten hat, das
heisst unter anderem alles Mögliche und Zumutbare unternehmen muss, um nach dem
Eintritt einer Gesundheitsbeeinträchtigung wieder einen maximalen Grad an
Erwerbsfähigkeit zu erlangen. Eine Rente der Invalidenversicherung soll also nur jene
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Erwerbsunfähigkeit entschädigen, die nach der vollumfänglichen Erfüllung der
Schadenminderungspflicht verbleibt.
2.3 Allerdings stellt sich die Frage, was für jene Fälle gilt, in denen die vollständige
Erfüllung der Schadenminderungspflicht während längerer Zeit unmöglich oder
unzumutbar ist (z.B. wenn eine versicherte Person erst nach einer Organtransplantation
wieder ins Erwerbsleben eingegliedert werden kann, aber auf unbestimmte Zeit
zuwarten muss, bis ein Organ zur Verfügung steht, das transplantiert werden kann)
oder in denen der Erfolg einer schadenmindernden Eingliederungsmassnahme erst
nach einer längeren Zeit eintritt (z.B. wenn eine medizinische Therapie eine längere Zeit
durchgeführt werden muss, bis sie erste Erfolge zeitigt). In solchen Fällen ist zwar
prognostisch damit zu rechnen, dass die Erwerbsfähigkeit der versicherten Person nur
vorübergehend „stabil“ beeinträchtigt ist, weil für einen späteren Zeitpunkt noch mit
relevanten Eingliederungserfolgen gerechnet werden kann, aber für die Dauer einer
solchen vorübergehenden länger dauernden Phase lässt sich die Erwerbsfähigkeit der
versicherten Person (vorerst) nicht massgeblich beeinflussen. Da der Art. 8 Abs. 1
ATSG nicht nur die voraussichtlich bleibende (prognostisch definitive), sondern auch
eine längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit als Invalidität qualifiziert, erlaubt er es
grundsätzlich, auch für eine länger dauernde Phase einer „stabilen“, durch
Eingliederungsmassnahmen vorerst nicht beeinflussbaren Erwerbsunfähigkeit eine
Invalidität anzuerkennen und eine Rente zuzusprechen.
2.4 Nach dem Verkehrsunfall vom 22. Mai 2013 ist der Beschwerdeführer zunächst
vollständig arbeitsunfähig gewesen. Die Heilbehandlung hätte die vor dem Unfall
vorhandene Erwerbsfähigkeit grundsätzlich relativ rasch (innerhalb weniger Wochen)
wieder herstellen können. Infolge von Komplikationen hat sich der Abschluss der
Heilbehandlung aber wesentlich verzögert, sodass diese letztlich rund 17 Monate
gedauert hat. Während diesen 17 Monaten hat sich der Beschwerdeführer zwar
intensiv medizinisch behandeln lassen, und ist damit seiner Schadenminderungspflicht
vollumfänglich nachgekommen. Aber die Eingliederungsbemühungen haben erst nach
diesen 17 Monaten einen relevanten Erfolg gezeitigt. Damit ist der Beschwerdeführer
also nach dem Unfall vom 22. Mai 2013 während rund 17 Monaten vorübergehend,
aber „stabil“ vollständig erwerbsunfähig gewesen. Da die Zeitspanne von 17 Monaten
sicherlich als „länger dauernd“ im Sinne des Art. 8 Abs. 1 ATSG qualifiziert werden
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kann, hat der Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 22. Mai 2013 bis zum 15.
Oktober 2014 grundsätzlich einen Anspruch auf eine ganze Rente gehabt hat. Infolge
der dreimonatigen Verzögerung im Sinne der bundesgerichtlichen Interpretation des
Art. 88a IVV hätte die laufende halbe Rente eigentlich mit jeweils drei Monaten
Verzögerung per 1. September 2013 auf eine ganze Rente erhöht und per 1. Februar
2015 wieder auf eine halbe Rente herabgesetzt werden müssen. Da der
Beschwerdeführer die Verschlechterung seines Gesundheitszustandes aber erst im
Rahmen der im November 2013 eingeleiteten periodischen Überprüfung seines
Rentenanspruchs gemeldet hat, hat die Rente gemäss dem Art. 88bis Abs. 1 lit. b IVV
erst per 1. November 2013 erhöht werden können. Bezüglich der Erhöhung der halben
Rente auf eine ganze Rente per 1. November 2013 und der Herabsetzung der ganzen
Rente auf eine halbe Rente per 1. Februar 2015 erweist sich die angefochtene
Verfügung damit als rechtmässig.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob die Aufhebung der Rente per 1. September 2016 rechtmässig
gewesen ist. Für die Beantwortung dieser Frage kommt dem Gutachten der E._ eine
massgebende Bedeutung zu. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers erweist
sich dieses Gutachten durchwegs als überzeugend. Die Sachverständigen haben die
Vorakten eingehend gewürdigt, den Beschwerdeführer umfassend persönlich
untersucht und sich akribisch mit den objektiven klinischen Befunden, den Angaben in
den Vorakten und den subjektiven Klagen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt.
Sie haben ihre Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzungen überzeugend
begründet. Die Einwände des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, Zweifel am
Gutachten zu wecken. Auch aus dem Gutachten selbst oder aus anderen
medizinischen Akten ergeben sich keine Hinweise, die Zweifel an der
Überzeugungskraft des Gutachtens wecken würden. Insbesondere haben die
Sachverständigen überzeugend aufgezeigt, dass und weshalb die
Arbeitsfähigkeitsschätzung für leidensadaptierte Tätigkeiten im Gutachten vom 5.
Oktober 1998 aus medizinischer Sicht als falsch qualifiziert werden muss. Folglich
steht gestützt auf das Gutachten der E._ mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
Begutachtung für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig
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gewesen ist und dass diese uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten bereits bei der ursprünglichen Rentenzusprache
bestanden hatte.
3.2 Die Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG kompensiert eine Unsicherheit in der
Sachverhaltsgrundlage bei der Zusprache einer Dauerleistung beziehungsweise Rente:
Die Zusprache einer Rente muss sich nämlich für die Zukunft notwendigerweise auf
eine Prognose über die Sachverhaltsentwicklung stützen, die im Zeitablauf jederzeit
wegen einer Sachverhaltsveränderung falsch werden kann (vgl. RALPH JÖHL, Die
Revision nach Art. 17 ATSG, in: JaSo 2012, S. 153). Eine rentenzusprechende
Verfügung setzt sich mit anderen Worten notwendigerweise der Gefahr aus, dass sich
der effektive Sachverhalt nicht so entwickelt, wie er im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses prognostiziert worden ist. In der Regel besteht diese nachträgliche
tatsächliche Unrichtigkeit darin, dass sich der Dauersachverhalt verändert, während die
Sachverhaltsprognose von einem unveränderten Andauern ausgegangen ist (JÖHL,
a.a.O., S. 155 f.). Die nachträgliche Abweichung des effektiven leistungsbegründenden
Sachverhaltes von der Sachverhaltsprognose hat eine mit den materiell-rechtlichen
Anspruchsvoraussetzungen nicht mehr übereinstimmende Leistungsausrichtung zur
Folge. Die Leistung liegt jetzt über oder unter dem materiell-rechtlich definierten
Leistungsbedarf der anspruchsberechtigten Person. Die Revision nach Art. 17 ATSG
dient (allein) dazu, die nachträglich unrichtig gewordene Dauerleistungsverfügung für
die Zukunft zu korrigieren, das heisst die Leistungszusprache einer neuen, sich auf den
veränderten effektiven Sachverhalt abstützenden Sachverhaltsprognose anzupassen
(JÖHL, a.a.O., S. 156). „Es gehört also nicht zur Aufgabe der Revision, Fehler in der
Sachverhaltsermittlung oder der Rechtsanwendung zu beheben, die bei der
ursprünglichen Leistungszusprache oder bei einer früheren Revision begangen worden
sind. Würde man ein Revisionsverfahren dazu benützen, auch derartige Fehler zu
korrigieren, käme es zu einer unzulässigen Vermengung der Revision auf der einen und
der prozessualen Revision beziehungsweise der Wiedererwägung auf der anderen
Seite“ (JÖHL, a.a.O., S. 162 f.). Es kann „nicht zum Inhalt eines Revisionsverfahrens
gehören, formell rechtskräftige, aber fehlerhafte frühere Revisionsverfügungen zu
korrigieren. Das muss mittels einer prozessualen Revision oder einer Wiedererwägung
jener früheren Revisionsverfügungen geschehen“ (JÖHL, a.a.O., S. 164). Zur
Vermeidung einer solchen unzulässigen Vermengung von Revision und
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Wiedererwägung gilt es zu beachten, dass eine bloss unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes keinen Revisionsgrund
darstellen kann (KIESER, a.a.O., Art. 17 N 26, mit Hinweisen).
3.3 Das Bundesgericht geht dagegen davon aus, dass beim Vorliegen eines
Revisionsgrundes der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht
umfassend zu prüfen sei, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen bestehe (BGE
141 V 9 E. 2.3 S. 11 mit Hinweisen). Abgesehen von der keine Grundlage im Gesetz
findenden Behauptung, dass die Revision eine ex nunc et pro futuro in allen Punkten
rechtmässige Leistungsausrichtung sicherstellen wolle, hat das Bundesgericht bis
heute keine Begründung für seine hinter dieser Rechtsauffassung stehende
Praxisänderung geliefert. Mit der Argumentation des Versicherungsgerichtes des
Kantons St. Gallen hat es sich nicht auseinandergesetzt; das entsprechende Schrifttum
hat es ignoriert (vgl. das Urteil des Bundesgerichtes 8C_668/2016 vom 5. Dezember
2016, insb. E. 5.2.3). Die Anwendung der aktuellen Bundesgerichtspraxis zum Art. 17
ATSG würde es nicht nur ermöglichen, formell rechtskräftige Verfügungen abzuändern,
ohne dass die strengen Voraussetzungen für eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2
ATSG) erfüllt sein müssten. Auch formell rechtskräftige Gerichtsurteile, die vom
(wahren) Sinn und Zweck des Art. 17 ATSG her zwingend revidierbar sein müssen (vgl.
JÖHL, a.a.O., S. 161 f.), könnten in Anwendung der aktuellen Bundesgerichtspraxis
von der IV-Stelle abgeändert werden. Das wäre sogar zulässig, wenn es das
massgebende kantonale Verfahrensrecht (wie etwa im Kanton St. Gallen) nicht einmal
den Gerichten selbst erlauben würde, die eigenen formell rechtskräftigen Urteile in
Wiedererwägung zu ziehen. Damit läuft die aktuelle Bundesgerichtspraxis auf eine
Untergrabung der Verbindlichkeit von formell rechtskräftigen Verfügungen und von
formell rechtskräftigen Gerichtsurteilen hinaus. Wenn man die aktuelle
Bundesgerichtspraxis dennoch anwenden würde, würde sich ein Revisionsverfahren in
nichts mehr von einem Verfahren betreffend eine erstmalige Leistungszusprache
unterscheiden, denn in beiden Arten von Verfahren ginge es schliesslich darum, ex
nunc et pro futuro einen in allen Punkten rechtmässigen Leistungsentscheid ohne jede
Bindung an frühere Beurteilungen zu fällen. Folglich müsste der Sachverhalt in einem
Revisionsverfahren genauso umfassend wie in einem Verfahren betreffend eine
erstmalige Leistungszusprache abgeklärt werden. Eine blosse Prüfung des
Sachverhaltes im Hinblick auf allfällige Veränderungen seit der letzten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
Leistungsfestsetzung liesse sich nicht mit dem Art. 43 Abs. 1 ATSG vereinbaren, der für
eine umfassende Neufestsetzung einer Leistung eine ebenso umfassende
Sachverhaltsabklärung fordert. Selbstverständlich könnte eine IV-Stelle nicht willkürlich
wählen, ob sie nur ein „echtes“ Rentenrevisionsverfahren oder ein Revisionsverfahren
im Sinne der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis durchführen will; das
Gleichbehandlungsgebot zwänge die IV-Stellen dazu, den Sachverhalt in jedem
Rentenrevisionsverfahren umfassend abzuklären. Der entsprechende Mehraufwand
dürfte von den IV-Stellen wohl kaum zu bewältigen sein. Zusammenfassend erweist
sich die aktuelle Bundesgerichtspraxis (nach wie vor) als nicht überzeugend; sie lässt
sich nicht mit den massgebenden gesetzlichen Grundlagen in Übereinstimmung
bringen. Die Bindung des Versicherungsgerichtes an das Gesetz (Art. 190 BV) erlaubt
es dem Versicherungsgericht vor diesem Hintergrund nicht, die offenkundig
gesetzwidrige Bundesgerichtspraxis anzuwenden.
3.4 Da die Sachverständigen der E._ ausdrücklich festgehalten haben, dass sich der
massgebende medizinische Sachverhalt (abgesehen von der vorübergehenden
Verschlechterung nach dem Verkehrsunfall im Mai 2013) seit der ursprünglichen
Rentenzusprache nicht wesentlich verändert hatte, und da sich in den Akten auch kein
anderer Hinweis auf einen möglichen Revisionsgrund findet, erweist sich die
Rentenaufhebung per 1. September 2016 als rechtswidrig. Diesbezüglich ist die
angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es ist
festzustellen, dass der Beschwerdeführer auch über den 31. August 2016 hinaus einen
unveränderten Anspruch auf die bisherige halbe Rente gehabt hat.
4.
Die Gerichtskosten von 600 Franken sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von
600 Franken zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung auszurichten. Diese ist angesichts des durchschnittlichen
erforderlichen Vertretungsaufwandes praxisgemäss auf 3’500 Franken (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.