Decision ID: 13511a1a-da59-5e64-a4b8-fc66546d0d63
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene
X._
war zuletzt arbeitslos und in dieser Eigen
schaft bei der Suva unfallversichert. In der Schadenmeldung vom
1
5.
April 2020 wurde angegeben
,
dass der Versicherte am
2.
Februar 2020 in der Waschanlage beim Montieren der Antennen auf nassem Boden ausgerutscht
sei
und sich mit der rechten Hand aufgefangen habe (
Urk.
6/1). Die Erstkonsultation fand am 1
2.
Februar
2020 bei
Dr.
med. Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, statt, welcher festhielt,
dass
seit ca. einem Monat
Prodromi
mit
Impingement
ähnlichen Symptomen an der rechten Schulter ohne Unfallereignis vorlägen
. Vor vier Tagen seien plötzlich auftretende, massivste Schmerzen hinzugekommen. Diese hätten sich wieder etwas gelockert (
Urk.
6/33). Nach Erstellen eines MRI hielt
Dr.
Y._
am 2
0.
Februar 2020 eine kleine
Supraspinatusläsion
unter
flächenartig mit möglicherweise kleinen Kalksplittern fest (
Urk.
6/20).
Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzl
ichen Leistungen (vgl.
Urk.
6/5
).
Mit
Schreiben vom
2.
Juni 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie den Fall abschl
iesse
und den Anspruch auf weitere
Versicherungsleistungen ablehne
(
Urk.
6/28), woran sie mit
Verfügung vom 2
8.
Juli 2020
festhielt (
Urk.
6/37). Hiergegen erhob der Versicherte am
5.
August 2020 Einsprache (
Urk.
6/41), welche die Suva mit Einspracheentscheid vom 1
7.
November 2020 abwies (Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
7.
November 2020 Beschwerde am hiesigen Gericht und beantragte
sinngemäss die Aufhebung des Ein
spracheentscheides und die A
usrichtung der gesetzlichen Leistungen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Januar 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
6/1-49), worüber der Beschwerdeführer am 1
8.
Januar 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nach
f
olgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür
(
Urk.
1 und
Urk.
5)
, dass
in den ersten Arzt
berichten kein Unfallereignis verme
rkt gewesen sei.
Dr.
Y._
habe
sogar fest
gehalten
, dass die Beschwerden ohne Unfallereignis bestanden hätten. Das erst zwei Monate später gemeldete Unfallereignis sei damit nicht glaubwürdig. Ergän
zend sei festzuhalten, dass gemäss der schlüssigen und überzeugenden kreisärzt
lichen Beurteilung durch
Dr.
med. Z._
, Facharzt
für Physikalische Medizin und Rehabilitation
, vom 2
3.
Juli 2020 die festgestellten Läsionen der
tendinopathisch
veränderten
Supraspinatussehne
unter Berücksichtigung des Verlaufs und der radiologischen Befunde nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Entsprechend bestehe kein Anspruch auf Leistungen.
Ein Leistungsanspruch aufgrund einer Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
sei ebenfalls zu verneinen, da das Ursachenspektrum mangels eines initial benennbaren Ereig
nisses einzig aus Elementen bestehe, welche für Abnützung und Erkrankung sprächen.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor, dass
er am
2.
Februar 2020 in der Waschanlage ausgerutscht sei und sich mit der rechten Hand habe auffangen können. In der Folge habe er
zunehmende
Schmerzen
verspürt
und habe sich in Behandlung begeben wollen. Seine Hausärztin habe aber selbst einen Unfall gehabt, so dass er direkt zu
Dr.
Y._
überwiesen worden sei. Das MRI habe dann einen Sehnenriss gezeigt. In der Folge seien verschiedene Behandlungen besprochen worden und er habe sich für eine Operation entschieden.
Die Suva habe mit Schreiben vom 1
7.
April 2020 bestätigt, dass sie die Kosten für die Operation übernehme. Am Tag der Operation hätten sie die Einstellung der Leis
tungen angezeigt. Er habe vor dem Unfall keinerlei Beschwerden gehabt, daher könne man dies
e
nicht auf sein Alter bzw. degenerative Befunde schieben (
Urk.
1).
2.
2.1
Gemäss Art. 6 UVG werden -
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt.
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
2.2
2.2.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 146 V 51 E. 7.1 sowie BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen).
2.2.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss BGE 146 V 51 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die
Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversiche
rers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilen
den Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnüt
zung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlas
tungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (E. 8.6).
2.3
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.1
Dr.
Y._
hielt in seinem Bericht vom 1
3.
Februar 2020 über die Erstbehand
lung des Beschwerdeführers vom 1
2.
Februar 2020 fest (
Urk.
6/33), dass
bezüg
lich der
rechten Schulter
seit ungefähr einem Monat
Prodromi
mit
Impingement
ähnlichen Symptomen
ohne Unfallereignis
vorlägen. Vor vier Tagen seien plötz
lich auftretende, massivste Schmerzen hinzugekommen. Bis zum Untersu
chungstag habe sich dies wieder etwas gelockert. Klinisch zeige sich ein Bild der Pseudoparalyse rechts bei unauffälligem Schulterrelief beidseits. Die linke Schul
ter sei frei beweglich. Die Funktionstests seien negativ. Im radiologischen Befund der rechten Schulter zeige sich eine minimale AC-Gelenksarthrose,
ossär
sonst keine Au
f
fälligkeiten. Es gebe keine Hinweise auf Tendinitis calcarea.
3.2
Am 1
8.
Februar 2020 erfolgte ein MRI der rechten Schulter (
Urk.
6/14), wobei eine
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
rechts mit kleiner
root
tear
am ventralen und dorsalen Zügel und dorsalseitige kleinzystische Veränderungen des
Humeruskopfes
als Zeichen einer begleitenden ossären Reizreaktion festgestellt wurden.
3.3
Anlässlich der Besprechung des MRI am 2
0.
Februar 2020 konstatierte
Dr.
Y._
(
Urk.
6/20), dass eine intraartikuläre Infiltration möglich sei, sie beschlössen aber, darauf zu verzichten, um auch die schmerzbedingte Hemmung im Fitness nicht zu kompromittieren. Operative Massnahmen seien nicht notwen
dig.
Am 2
0.
März 2020 erfolgte die Verlaufskontrolle, wobei
Dr.
Y._
eine prak
tisch unveränderte Situation feststellte und der Beschwerdeführer eine Infiltration ablehnte.
Dr.
Y._
vermerkte im Bericht vom
8.
Mai 2020
(
Urk.
6/20)
, dass die rechte Schulter nun doch von der Suva übernommen werde. Dem Beschwerdeführer sei ein Sturz in der Waschanlage mit Auffangbewegung ca. am
2.
Februar 2020 erinnerlich. Der Beschwerdeführer wünsche ein aktives Vorgehen auch angesichts der guten Resultate auf der linken Seite. Er mache den Beschwerdeführer noch ei
n
mal auf die Möglichkeit einer intraartikulären Infiltration aufmerksam, wobei es sich um einen kleinen Einriss handle. Möglicherweise müsse tatsächlich operiert werden, er vergebe sich diese Chance aber nicht. Der Beschwerdeführer wolle dezidiert ein aktives Vorgehen. Dies beinhalte eine Arthroskopie, je nach intraartikulärem Befund
eine
Rotatorenmanschetten
-Plastik/
Tenodese
Bizeps
longus
. Der Termin werde auf den
2.
Juni 2020 festgelegt.
3.4
Die
Kreisärztin med. pract. A._
, Fachärztin für Chirurgie, führte in ihrer Stellungnahme vom 1
4.
Mai 2020 aus, dass die Unfallkausalität der geklagten Beschwerden unwahrscheinlich sei. Die Schadenmeldung sei nicht echtzeitlich und ein zeitnaher Arztbesuch sei nicht erfolgt. Die Ausführungen von
Dr.
Y._
vom
8.
Mai 2020 seien auffallend und es klinge konstruiert, wenn das Trauma erstmalig nach drei Monaten erwähnt werde. Die klinischen Befunde und die
Befunde des MRI seien problemlos mit degenerativen Veränderungen beim 65jährigen Beschwerdeführer zu vereinbaren (
Urk.
6/21/2).
3.5
Am 2
6.
Mai 2020 äusserte si
ch Kreisärztin med. pract. B._
, Fachärztin für Anästhesiologie, zur Unfallkausalität und konstatierte, dass der Unfall nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt habe und d
ie Operation
nicht auf den Unfall zurückzuführen
sei
. Bezüg
lich der Begründung sei auf die Ausführungen von med. pract.
A._
zu verweisen. Spätestens 12 Wochen nach dem Ereignis spielten Unfallfolgen im Beschwerde
bild keine Rolle mehr (
Urk.
6/24).
3.6
Dr.
Z._
und med. pract.
B._
nahmen am 2
3.
Juli 2020 gemeinsam Stellung zur Unfallkausalität
(
Urk.
6/36/4 f.)
. Sie hielten dafür, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom
2.
Februar 2020 bei der Untersuchung vom 1
3.
Februar 2020 kein Unfallereignis angegeben habe, was gegen das Vor
liegen eines solchen spreche. Auch erscheine merkwürdig, dass
Dr.
Y._
bei der Konsultation vom
8.
Mai 2020 dokumentiert habe, dass die rechte Schulter nun doch von der Suva übernommen werde und dem Beschwerdeführer ein Sturz in der Waschanlage erinnerlich sei. Bei einer traumatischen
Rotatorenmanschet
tenläsion
, welche an sich schmerzhaft sei, sei ein Szenario, an dem sich die ver
letzte Person nun nach mehreren Monaten an den auslösenden Sturz erinnern könne, äusserst unwahrscheinlich. Dass die Schadenmeldung mehr als zwei Monate nach dem angegebenen Schadendatum eingereicht worden sei, verstärke die Zweifel an der traumatischen Genese der festgestellten
Supraspinatussehnen
läsion
.
Nicht nur der Verlauf, sondern auch der radiologische Befund weise keine klaren Hinweise auf eine traumatisch bedingte Läsion der
Rotatorenmanschette
auf. Im
Arthro
-MRI der rechten Schulter vom 1
8.
Februar 2020, mithin 16 Tage nach dem angegebenen Ereignis, zeige sich eine
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
mit kleiner
root
tear
am ventralen und dorsalen Zügel sowie dorsalseitige kleinzysti
sche Veränderungen des
Humeruskopfes
. Die kleinen Läsionen der
tendino
pathisch
veränderten
Supraspinatussehne
seien überwiegend wahrscheinlich auf die vorliegende Degeneration zurückzuführen. Dass die Degeneration schon deut
lich länger als seit dem Unfallereignis bestehe, zeige sich auch durch die klein
zystischen Veränderungen des
Humeruskopfes
. MR-tomografisch gebe es keiner
lei Hinweise auf Begleitverletzungen, welche im
Arthro
-MRI vom 1
8.
Februar 2020, 16 Tage nach dem Ereignis, durchaus zu erwarten gewesen wären.
Unter Berücksichtigung des Verlaufs und der radiologischen Befunde sei die fest
gestellte
Supraspinatussehnenläsion
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom
2.
Februar 2020 zurückzuführen.
4.
4.1
Vorab zu prüfen ist, ob ein Unfallereignis vorliegt. Im Bericht vom 1
3.
Februar 2020 hielt
Dr.
Y._
diesbezüglich ausdrücklich fest, dass seit ca. einem Monat
Prodromi
mit
Impingement
ähnlichen Symptomen ohne Unfallereignis vorlägen. Die Unfallmeldung erfolgte erst am 1
5.
April 2020 - mithin zwei Monate nach der Erstkonsultation bei
Dr.
Y._
.
Aufgrund der Angaben von
Dr.
Y._
sowie der erst sehr spät getätigten Unfallmeldung ist unter Berücksichtigung, dass die Gerichte im Bereich
des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab
stellen
, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überle
gungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
, ein Unfallereignis ni
cht über
wiegend wahrscheinlich.
4.2
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin infolge einer unfallähnlichen Kör
perschädigung leistungspflichtig ist.
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin fü
hrte aus, dass die Leistungspflicht streng beschränkt sei auf Sehnenrisse und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Einbe
zug der übrigen Sehnenpathologien einschliesslich Krankheiten des Begleitgewe
bes ausgeschlossen seien. Entsprechend liege keine Listendiagnose vor (
Urk.
5). In
casu
kann offenbleiben, ob
eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG vorliegt
:
4.2.2
Wie bereits gezeigt (E. 4.1) ist ein initiales
erinnerliches
und benennbares Ereignis nicht überwiegend wahrscheinlich.
Des Weiteren beruht d
ie Beurteilung der Beschwerdegegnerin
auf den Beurteilun
gen der Kreisärzte
Dr.
Z._
und med. pract.
B._
.
Dr.
Z._
und med. pract.
B._
verfügen über
eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte medizinische Ausbildung. Sie berücksichtigten sämtliche medizinischen Vorakten und
sie konstatierten schlüssig, dass sowohl der Verlauf als auch der radiologische Befund keine klaren Hinweise auf eine traumatisch bedingte Läsion der
Rotatorenmanschette
aufweise. Im
Arthro
-MRI vom 1
8.
Februar 2020 zeigten sich kleine Läsionen der
tendinopathisch
veränderten
Supraspinatussehne
, welche überwiegend auf die vorliegende Degeneration zurückzuführen seien. Dass die Degeneration schon deutlich länger als seit dem Unfallereignis bestehe, zeige sich auch durch die kleinen zystischen Veränderun
gen des
Humeruskopfes
.
MR-tomographisch zeigten sich auch keine Hinweise auf Begleitverletzungen, welche 16 Tage nach dem geltend gemachten Unfallereignis zu erwarten gewesen wären
(
vgl. E. 3.6)
.
4.2.3
Der Beschwerdeführer brachte hiergegen vor, dass er vor dem Ausrutschen in der Waschanlage keinerlei Schmerzen gehabt habe (
Urk.
1).
Nun
ist
aber
die
Argu
mentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie n
ach diesem aufgetreten ist,
beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Der Vollständigkeit halber ist
festzuhalten, dass keine ärztlichen Berichte bzw. objektive Befunde vorliegen, welche eine Unfallkausalität der Schulterbeschwer
den überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen würden.
4.2.4
Damit vermögen die
Vorbringen des Beschwerdeführers
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Abklärungen zu wecken (vgl. E. 2.3). Es ist mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Schulterbeschwerden im Ursachenspektrum überwiegend wahrscheinlich zu mehr als 50 % auf dege
nerative Veränderungen zurückzuführen sind. Bei dieser Aktenlage sind weiter
gehende medizinische Erhebun
gen nicht erforderlich (antizi
pierte Beweiswürdi
gung; BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen
5.
Das Verfahren ist kostenlos.