Decision ID: 50e545a3-4fac-5dfc-9b89-788fb55f007d
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a R._ meldete sich im Mai 2004 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung
an (IV-act. 1). Im Bericht vom 2. Juli 2004 diagnostizierte Dr. med. A._ bei der
Versicherten einen degenerativen Rheumatismus, eine Tendenz zu Fibromyalgie,
Schlafstörungen und Kopfschmerzen, eine Adipositas sowie rezidivierende depressive
Episoden, aktuell remittierend. Sie sei seit 10. März 2003 in der bisherigen Tätigkeit als
Spinnereimitarbeiterin zu 100 % arbeitsunfähig. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit sei
mit etwas eingeschränkter Leistungsfähigkeit ca. einen halben Tag zumutbar (IV-act.
11). Nach Durchführung einer interdisziplinären Begutachtung der Versicherten im
Medizinischen Zentrum Römerhof (MZR; IV-act. 25) errechnete die IV-Stelle des
Kantons St. Gallen ein Validen- und zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 33'708.--,
ging von einer Aufteilung Haushalt/Erwerb im Verhältnis 30/70 aus und verneinte mit
Verfügung vom 19. Januar 2006 einen Rentenanspruch der Versicherten (IV-act. 30).
Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
A.b Am 25. Oktober 2006 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(IV-act. 31). Nachdem sie die eingereichten ärztlichen Berichte (IV-act. 40, 41) dem
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vorgelegt und dieser Stellung genommen hatte (IV-
act. 42), stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 16. März 2007 das
Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht mit der Begründung, mit dem
neuen Gesuch seien keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden (IV-act. 46).
Hierauf reichte die Versicherte weitere medizinische Berichte ein (IV-act. 49). Nach
Durchführung weiterer Abklärungen (IV-act. 51, 58, 65) eröffnete die IV-Stelle der
Versicherten mit Vorbescheid vom 19. August 2008, ihr Leistungsbegehren werde
abgewiesen. Der Invaliditätsgrad sei mit 10 % errechnet worden, wobei auf den
Erwerbsteil ein Teilinvaliditätsgrad von 8.5 % (Anteil von 85 % mit 10 %iger
Einschränkung) und auf den Haushaltteil ein solcher von 1 % (Anteil von 15 % mit
Einschränkung von 6.46 %) entfallen würden. Das Valideneinkommen betrage
Fr. 42'338.-- und das Invalideneinkommen (unter Berücksichtigung eines
Leidensabzuges von 10 %) Fr. 38'104.-- (IV-act. 69). Nachdem die Versicherte hierzu
am 12. September 2008 Einwände vorgebracht hatte (IV-act. 72), verfügte die IV-Stelle
am 4. Dezember 2008 im Sinn des Vorbescheids.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 9. Januar 2009
Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese gegebenenfalls zusätzliche
Abklärungen zur Neuberechnung des Invaliditätsgrades vornehmen könne; eventualiter
sei ihr bei einem Invaliditätsgrad von 40 % und mehr eine Rente zuzusprechen. Zur
Begründung führte die Beschwerdeführerin unter anderem aus, sie wäre bei guter
Gesundheit zu 90 % beruflich tätig. Ihr Gesundheitszustand habe sich in den letzten
zwei Jahren unter anderem durch das Auftreten von Epilepsie-ähnlichen Anfällen sowie
einer Depression verschlechtert. Ihr sei es daher nicht mehr möglich, eine Arbeit an
Maschinen, wie sie sie früher ausgeübt habe, zu leisten. Warum ihr trotzdem keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werde, sei ihr unerklärlich. Beim
Invalideneinkommen müsse eine Kürzung der Tabellenlöhne von mindestens 15-20 %
erfolgen, da Teilzeitbeschäftigte in der Regel überproportional weniger verdienen
würden als Vollzeitangestellte, sie auch für leichtere Arbeiten nicht uneingeschränkt
einsatzfähig sei und überdies auch das Alter und die Betriebszugehörigkeit (in ihrem
Fall 25 Jahre) zu berücksichtigen seien. Trotz ihrer eingeschränkten sprachlichen
Ausdrucksfähigkeit habe sie beim MZR zuerst vor einem Ärztegremium verschiedene
Fragen beantworten müssen. Später sei sie von einer Rheumatologin ebenfalls ohne
Übersetzer befragt worden. Bei der Befragung durch einen Doktor der
Allgemeinmedizin sei die Tochter dabei gewesen. Die letzte Untersuchung durch den
Neurologen Dr. med. B._ habe sie als demütigend und erniedrigend empfunden.
Dieser habe sie zu Beginn immer wieder angeschrien, da er auf seine Frage präzise
Antworten verlangt habe. Dies sei ihr jedoch nicht möglich gewesen, weil ihre
Schmerzen nicht regelmässig und immer an verschiedenen Orten auftreten würden.
Ihre Beschwerden seien durch die oberflächliche Abklärung gar nicht ernst genommen
worden. Sie sei teilweise bei den Abklärungen sprachlich überfordert gewesen. Die
Schlussfolgerungen seien zu hinterfragen, zumal sie Anspruch auf eine Begutachtung
in ihrer Muttersprache gehabt hätte. Zur Feststellung, dass die Aufgabenhilfe bei den
zwei jüngsten Kindern vom Ehemann oder vom ältesten Sohn übernommen werden
könnte, sei zu sagen, dass ihr Mann den ganzen Tag arbeitsbedingt abwesend sei und
die ältesten Kinder bereits ausser Haus leben würden. Das Thema einer
Haushaltabklärung könne nur die behinderungsbedingte Einschränkung ihrer eigenen
Leistungsfähigkeit sein.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 2. April 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter anderem dar, es könne
offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin als Gesunde zu 85 oder 90 % erwerbstätig
wäre, weil auf jeden Fall keine Rente resultiere. Die psychiatrische Exploration beim
MZR sei mit Hilfe einer Dolmetscherin durchgeführt worden. Bei den somatischen
Untersuchungen sei kein Dolmetscher eingesetzt worden. Dies sei nicht nötig
gewesen, weil sich die Beschwerdeführerin ausreichend auf Deutsch habe unterhalten
können. Es ergäben sich keine Hinweise, dass der neurologische Gutachter gegenüber
der Beschwerdeführerin befangen gewesen sei. Der Vorwurf, dieser Gutachter habe sie
angeschrien, sei nicht belegt. Hätte sich ein solcher Vorfall wirklich abgespielt, hätte
die Beschwerdeführerin bereits während der Begutachtung intervenieren müssen. Dies
habe sie nicht getan, weshalb ihr Einwand nicht glaubhaft sei. Es sei auf das MZR-
Gutachten abzustellen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 42'359.-- (90 %-Pensum)
und einem Invalideneinkommen von Fr. 38'708.-- (90 %-Pensum; 10 % Leidensabzug)
resultiere im Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad von 7.8 % (8.6 % x Erwerbsanteil von 90
%). Selbst wenn die Beschwerdeführerin im Haushalt voll arbeitsunfähig wäre, ergäbe
sich beim vorausgesetzten Anteil von 10 % lediglich ein Invaliditätsgrad von 10 %. Der
Gesamtinvaliditätsgrad würde 18 % betragen.
B.c Mit Replik vom 17. April 2009 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Standpunkt
fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467
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Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
4. Dezember 2008, wobei im Wesentlichen ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, ist für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
7. Juni 2006 [I 428/04] Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
2007 gültig gewesenen Rechtslage brachte. Nachfolgend werden die seit 1. Januar
2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Streitig ist vorliegend, ob bei der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der
Neuanmeldung vom 25. Oktober 2006, auf welche die Beschwerdegegnerin eintrat und
das Gesuch materiell prüfte, eine rentenbegründende Invalidität vorliegt. Ebenso wie
bei einer Rentenrevision nach Art. 17 ATSG setzt auch eine Rentenzusprechung
aufgrund einer Neuanmeldung nach vorangegangener Ablehnung eines Rentengesuchs
gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV in Verbindung mit Abs. 3 dieser Bestimmung voraus, dass
seit der letzten rechtskräftigen Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 Erw. 5, 130 V 71
Erw. 3.2.3), eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, welche zu
einem höheren Invaliditätsgrad führt, der nunmehr einen Rentenanspruch begründet
(BGE 133 V 108 Erw. 5). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
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Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Bei Teilerwerbstätigen (bzw. bei Personen, die ohne die
Behinderung teilerwerbstätig wären) bemisst sich die Invalidität für den
nichterwerblichen Teil nach der Einschränkung im bisherigen Aufgabenbereich
(sogenannte 'gemischte Methode', Art. 27 i.V.m. Art. 27 IVV). Die gemischte Methode
der Invaliditätsbemessung ist auch anwendbar auf ausschliesslich im Haushalt tätige
Personen, falls diese ohne ihren Gesundheitsschaden weiterhin teilweise erwerbstätig
wären (vgl. Rz 3105 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit, KSIH).
2.
2.1 Eine Begutachtung der Beschwerdeführerin im MZR vom Oktober 2005 ergab
gemäss Bericht vom 16. Dezember 2005 die Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit einer Gonarthrose links, einer Rhizarthrose und Instabilität im MCP-
Gelenk I rechts, einer chronischen Epicondylopathia humero radialis links mehr als
rechts, eines rezidivierenden Cervikocephalsyndroms mit Osteochondrosen C5/6 und
C6/7 und einer chronischen Metatarsalgie mit Spreiz-Senkfüssen beidseits, Status
nach Hammerzehen-Operation und Hallux valgus beidseits. Bei der
Beschwerdeführerin bestehe eine Mehretagenproblematik, die auf degenerative
Veränderungen zurückzuführen sei. Begünstigend für den progredienten Verlauf sei die
allgemeine Hyperlaxität und die Adipositas. Eine vorwiegend stehende oder gehende
Tätigkeit sei aufgrund der Gonarthrose und den Metatarsalgien nicht mehr zumutbar.
Repetitive Bewegungsabläufe und das Tragen und Heben von schweren Lasten über
10 kg seien aufgrund der beidseitigen Epicondylopathie und Rhizarthrose zu
vermeiden. Für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit, die vorwiegend sitzend
ausgeführt werden könne, bestehe hingegen eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Aus
internistischer Sicht (metabolisches Syndrom) bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei medizinisch-theoretisch eine 100 %ige
Arbeitsfähigkeit möglich. Mit der Führung des Haushalts sei die Beschwerdeführerin
jedoch ausreichend ausgelastet, so dass nur eine Teilzeittätigkeit zu empfehlen sei, da
ansonsten zu erwarten sei, dass sie wegen der Doppelbelastung eine psychiatrische
Symptomatik entwickeln könnte. Insgesamt bestehe für alle leichten,
behinderungsangepassten Tätigkeiten ohne repetitive Belastungen der oberen
Extremitäten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Um der Entwicklung psychischer
bis
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Symptome vorzubeugen, werde nur die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit von ca. 50 %
empfohlen, um eine Doppelbelastung zu vermeiden. Der Grund dafür sei aber
invaliditätsfremd. Anzustreben sei eine Gewichtsreduktion und eine muskuläre
Trainingstherapie (IV-act. 25 S. 13f).
2.2 Dr. med. C._, Neurologie FMH, Spital Linth, hielt im Bericht vom 19. Dezember
2006 fest, bei der Beschwerdeführerin bestünden rezidivierende Synkopen, die ohne
ersichtliche Vorboten oder Auslöser auftreten würden. Sie finde sich jeweils am Boden
wieder. Zudem beschreibe sie rezidivierende visuelle Sensationen, die jeweils wenige
Sekunden andauern würden. Die klinisch-neurologische Untersuchung ergebe einen
normalen Befund. Auch der Farbduplex zeige keine wesentliche Pathologie, so dass
cerebrovasculäre Synkopen unwahrscheinlich seien. Im EEG bestünden Zeichen einer
fokal erhöhten cerebralen Erregbarkeit mit Nachweis von Epilepsie-verdächtigen
Potentialen. Somit erscheine ein epileptisches Äquivalent im Sinn von atonischen
Anfällen mit konsekutiven Stürzen möglich. Zwar würden gelegentlich bei Migräne-
Patienten ähnliche EEG-Veränderungen gesehen; die fokalen Epilepsie-verdächtigen
Potentiale würden hingegen für eine echte hirnelektrische Störung sprechen (IV-act.
49-4/9). Im Bericht vom 7. Februar 2007 stellte Dr. med. D._, Physikalische Medizin
FMH, die Diagnosen eines chronischen ubiquitären Schmerzsyndroms, von
fibromylalgieartigen Beschwerden, von muskulären Dysbalancen, Dekonditionierung
und allgemeiner Bandlaxität, eines Panvertebralsyndroms (massive Chondrosen C5/6
und C6/7, beginnende Chondrose L3/4 und L4/5, Spondylolisthesis L5 von 7mm), einer
beginnenden Heberdenarthrose, Rhizarthrose und Arthrose im IP-Gelenk des rechten
Daumens, einer chronischen Epicondylopathia lateralis beidseits, von
Vorfussschmerzen rechts nach Hammerzehenoperation 2003 sowie einer Adipositas.
Für eine leichte körperliche Tätigkeit mit Lasten bis 10 kg und Wechselpositionen mit
Sitzen, Stehen und Gehen sei die Patientin zu 40-50 % eingeschränkt. Ständige
Vorneigehaltung sei aufgrund der Degeneration der HWS nur manchmal zu verlangen.
Insgesamt habe sich die Situation aufgrund seiner Untersuchung im Vergleich zu
Februar 2006 verschlechtert, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule (IV-act. 40). Am
13. Februar 2007 teilte Dr. A._ mit, in den vergangenen Monaten hätten sich
einerseits die bekannten Beschwerden verschlimmert, anderseits seien weitere
Diagnosen mit einschränkendem Charakter dazu gekommen. Bei den involvierten
Ärzten seien daher zur Neubeurteilung entsprechende Arztberichte einzuholen (IV-act.
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41). Die RAD-Ärzte Dr. E._ und Dr. F._ kamen - ohne Untersuchung der
Beschwerdeführerin - im Bericht vom 13. März 2007 zum Schluss, im Rahmen der
degenerativen Beschwerden sei ein Fortschreiten der Erkrankung denkbar und eine
Zunahme der Beschwerden nicht auszuschliessen. Diese Umstände würden jedoch mit
hoher Wahrscheinlichkeit keine Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 40-50 % innerhalb
von 16 Monaten begründen. Im Rahmen der fibromyalgieartigen Beschwerden stelle
sich zusätzlich die Frage, ob diese überwindbar seien, denn für das Vorliegen einer
Ausnahme mit Unzumutbarkeit im Sinn der Rechtsprechung bestünden derzeit keine
Hinweise. Eine objektivierbare wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der MZR-Begutachtung liege nicht vor. Bei der Beurteilung
von Dr. D._ handle es sich um eine unterschiedliche Beurteilung des im Wesentlichen
gleichen Gesundheitszustandes (IV-act. 42). Dr. A._ bestätigte am 27. April 2007
zunehmende Cephalgien, teils von Migränecharakter, eine aktuell bestehende
depressive Episode, einen Status nach bisher viermaligen Stürzen mit Nachweis fokaler
EEG-Veränderungen sowie Schlafstörungen bei restless legs syndrom (IV-act. 49-7/9).
Ein MRI des Schädels vom 30. April 2007 ergab eine altersentsprechend unauffällige
Darstellung des Cerebrums (IV-act. 50).
2.3 Eine Abklärung im Haushalt der Beschwerdeführerin vom 5. Juli 2007 ergab
gemäss Bericht vom 31. August 2007 eine Einschränkung im Haushalt (Anteil von 30 %
von April 2006 bis April 2007 und von 15 % ab Mai 2007) von 6.46 %. Im Bericht wurde
unter anderem festgehalten, während der Abklärung sei auch die Tochter der
Beschwerdeführerin anwesend gewesen. Ohne Behinderung würde die
Beschwerdeführerin seit Mai 2007 einer 80-90 %igen Erwerbstätigkeit nachgehen
(bisher 70 %). Sie habe zum Bericht noch ausführliche Angaben gemacht, welche
jedoch am Resultat nichts ändern würden (IV-act. 58). Der Neurologe Dr. C._
berichtete am 24. August 2007 über die zwischenzeitlich durchgeführte Behandlung. Er
hielt unter anderem fest, das Weiterführen einer antiepileptischen Schutztherapie sei
empfehlenswert (IV-act. 60). Die MZR-Gutachter stellten gestützt auf neue
Untersuchungen der Beschwerdeführerin im Mai und Juni 2008 im Gutachten vom 30.
Juli 2008 die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einer medial und
retropatellar betonten Pangonarthrose links, einer Rhizarthrose beidseits (rechts mit
Instabilität im MCP-Gelenk), eines chronischen, generalisierten myofaszialen bzw.
tendomyogenen Schmerzsyndroms mit Akzentuierung eines lumbospondylogenen und
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cervicobrachialen Schmerzsyndroms sowie einer kryptogenen fokalen Epilepsie (seit
August 2007 unter antiepileptischer Monotherapie anfallsfrei). Als Diagnosen ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie eine initiale Coxarthrose beidseits, eine
Migräne ohne Aura, eine Adipositas, anamnestisch eine Hypothyreose unklarer
Ätiologie und eine leichtgradige depressive Episode auf. Aus internistischer Sicht lasse
sich aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Bei der
rheumatologischen Untersuchung hätten eine erhebliche Selbstlimitation und multiple
Inkonsistenzen imponiert. Aus rheumatologischer und neurologischer Sicht bestehe für
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Die
bestehenden Kopfschmerzen seien prinzipiell behandelbar und würden nicht zu einer
dauerhaft eingeschränkten Arbeitsfähigkeit führen. Die Epilepsie führe zu einer
Einschränkung im Beruf als Näherin und Schneiderin. Zudem müsse auf anderweitige
berufliche Tätigkeiten an laufenden, potentiell gefährlichen und verletzungsträchtigen
Maschinen verzichtet werden. Ein Schichtdienst komme aufgrund der Epilepsie
ebenfalls nicht mehr in Frage. Hingegen lasse sich für die Arbeit als Packerin im
Speditionsbereich aus neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
rechtfertigen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin zu 100 %
arbeitsfähig. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe für eine behinderungsangepasste,
körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Verletzungsgefahr keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im Vergleich zur Begutachtung vom Dezember
2005 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht wesentlich
verschlechtert. Als zusätzliche Problematik seien im Jahr 2006 unklare Stürze
aufgetreten, die im Rahmen einer kryptogenen fokalen Epilepsie zu beurteilen seien;
unter der aktuellen Behandlung sei die Beschwerdeführerin seit August 2007 anfallsfrei.
Eine somatoforme Schmerzstörung bzw. eine Fibromyalgie könne nicht diagnostiziert
werden (IV-act. 65). Der RAD stimmte dem Begutachtungsergebnis am 18. August
2008 zu und hielt unter anderem fest, die Einschränkungen im Haushalt würden sich
aus medizinischer Sicht nicht zwangsläufig nachvollziehbar vor allem mit
Ellbogenschmerzen begründen. Sie seien im Rahmen des chronischen, generalisierten
myofaszialen bzw. tendomyogenen Schmerzsyndroms zu sehen (IV-act. 66).
3.
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3.1 Vorliegend ist aufgrund der medizinischen Berichte als ausgewiesen zu erachten,
dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit der MZR-
Begutachtung 2005 in einem gewissen Grad verschlechterte (IV-act. 40, 41, 49-7/9,
65). Streitig ist der Umfang der Verschlechterung bzw. die Frage, ob sich seit der
erstmaligen Rentenablehnung (Verfügung vom 19. Januar 2006) eine
rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit ergeben hat. Zu prüfen sind dabei die
Verhältnisse bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (4. Dezember 2008).
Hinsichtlich der im Bericht vom 7. Februar 2007 von Dr. D._ angeführten
fibromyalgieartigen Beschwerden (IV-act. 40) ist vorab festzuhalten, dass anlässlich der
späteren MZR-Begutachtung eine Fibromyalgie nicht bestätigt werden konnte (IV-act.
65 S. 40). Die MZR-Gutachter legten mit nachvollziehbarer Begründung dar, dass die
objektiven Befunde im Wirbelsäulenbereich aus rheumatologischer Sicht nicht zu einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen würden, wobei sie unter anderem auf
Selbstlimitation und multiple Inkonsistenzen verwiesen (IV-act. 65 S. 35). Unbestritten
geblieben ist sodann die Feststellung im MZR-Gutachten 2008, dass die im Jahr 2007
neu diagnostizierte fokale Epilepsie aufgrund der durchgeführten Behandlung im
Wesentlichen unter Kontrolle gebracht werden konnte (IV-act. 65 S. 37). Die
Schlussfolgerungen sowie die Arbeitsfähigkeitsschätzung im MZR-Gutachten 2008
erscheinen somit inhaltlich begründet.
3.2 Die Beschwerdeführerin wendet gegen die MZR-Begutachtung 2008 ein, ein
Dolmetscher sei lediglich bei der psychiatrischen Begutachtung beigezogen worden.
Der Neurologe habe sie zu Beginn der Untersuchung immer wieder angeschrien mit
dem Hinweis, dass er auf seine Fragen präzise Antworten haben wolle (act. G 1). Die
Durchführung einer medizinischen Abklärungsmassnahme in der Muttersprache einer
versicherten Person oder unter Beizug eines Übersetzers ist in erster Linie eine Frage
der richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Es
geht nicht in erster Linie um die Teilnahme der versicherten Person am Verfahren im
Sinne der Mitwirkung bei der Erstellung der tatsächlichen Entscheidungsgrundlagen im
Hinblick auf die beantragten Leistungen. Ob eine medizinische Abklärung in der
Muttersprache der Explorandin oder unter Beizug eines Übersetzers im Einzelfall
geboten ist, hat grundsätzlich die begutachtende Person im Rahmen sorgfältiger
Auftragserfüllung zu entscheiden. Dazu gehört auch die Wahl des Dolmetschers sowie
die Frage, ob allenfalls bestimmte Teile der Abklärung aus sachlichen und persönlichen
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Gründen in dessen Abwesenheit durchzuführen sind (Urteil des EVG vom 30.
Dezember 2003 i/S I. [I 245/00], Erw. 4.2.1; BGE 125 V 352 Erw. 3a). Bei
psychiatrischen Abklärungen kommt der bestmöglichen Verständigung zwischen
Experte und versicherter Person besonderes Gewicht zu (Urteil des EVG vom 19. April
2005 i/S A. [I 771/04], Erw. 3.2.1, und i/S P. vom 2. Mai 2005 [I 715/04], Erw. 3.1, i/S M.
vom 28. Februar 2005 [I 380/04], Erw. 1.2 und i/S L. vom 25. Juli 2003 [I 642/01] Erw.
3.1). Dasselbe gilt freilich auch für die Spontaneität, den Tonfall und die nonverbalen
Äusserungen (z.B. Mimik), mit denen sich ein Explorandin anlässlich einer
psychiatrischen Untersuchung ausdrückt (Urteil des EVG vom 26. April 2006 i/S G. [I
28/06] Erw. 3.1). Entscheidend dafür, ob und in welcher Form bei medizinischen
Abklärungen dem Gesichtspunkt der Sprache bzw. der sprachlichen Verständigung
Rechnung getragen werden muss, ist letztlich die Bedeutung der Massnahme im
Hinblick auf die in Frage stehende Leistung. Es geht um die Aussagekraft und damit
die beweismässige Verwertbarkeit des Gutachtens als Entscheidungsgrundlage.
Danach müssen die Feststellungen des Experten nachvollziehbar sein, seine
Beschreibung der medizinischen Situation muss einleuchten und die
Schlussfolgerungen müssen begründet sein (Urteil des EVG vom 30. Dezember 2003 i/
S I. [I 245/00], Erw. 4.2.1; BGE 125 V 352 Erw. 3a). - Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen.
In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997,
281 Erw. 1a).
Bei den internistischen, neurologischen und rheumatologischen Untersuchungen durch
das MZR wurde keine Dolmetscher-Person eingesetzt. Dieser Entscheid der Gutachter
lässt sich vor dem Hintergrund, dass eine ausreichende Kommunikation auf
Schweizerdeutsch möglich war (IV-act. 65 S. 13), nicht beanstanden. Auch war die
Beschwerdeführerin offensichtlich in der Lage, den Gutachtern ihre gesundheitliche
Situation detailliert zu schildern (IV-act. 65 S. 16f und S. 27f). Im Teilgutachten des
Neurologen Dr. med. B._ finden sich keine Äusserungen, welche auf eine
Befangenheit des Gutachters hindeuten würden (IV-act. 65-47-51ff). Das Vorbringen,
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der Gutachter habe sie angeschrien bzw. in einem unangebrachten Tonfall verlangt,
seine Fragen genau zu beantworten (act. G 1, 9), machte die Beschwerdeführerin
erstmals im Beschwerdeverfahren. Im Einwand gegen den Vorbescheid (IV-act. 72)
wurden solche Umstände nicht angesprochen. Auch anlässlich der abschliessenden
Orientierung der Beschwerdeführerin durch die MZR-Gutachter (vgl. IV-act. 65 S. 40)
brachte die Beschwerdeführerin dies soweit ersichtlich nicht zur Sprache.
Nachvollziehbar erscheint grundsätzlich, dass ein Gutachter auf seine Fragen präzise
Antworten haben möchte (vgl. act. G 1 S. 2). Selbst wenn bei wiederholter Nachfrage
des Neurologen in seinem Tonfall eine gewisse Ungeduld zum Ausdruck gekommen
sein sollte, vermöchte dies
- auch wenn ein Gutachter ungeduldiges Verhalten vermeiden sollte - für sich allein
keine Befangenheit bzw. Unbrauchbarkeit seiner medizinischen Feststellungen zu
begründen. Die Beschwerdeführerin brachte zudem in diesem Verfahren keine
gesundheitlichen Aspekte vor, welche sie gegenüber dem Neurologen nicht zureichend
zum Ausdruck bringen konnte (vgl. act. G 9). Ein Anlass, welcher das Ergebnis der
MZR-Begutachtung 2008 in Frage zu stellen vermöchte, ist bei der geschilderten
Sachlage weder hinsichtlich der medizinischen Feststellungen noch bezüglich des
Ablaufs der Begutachtung ausgewiesen. Ein Grund für eine erneute medizinische
Abklärung liegt daher nicht vor.
4.
4.1 Im Abklärungsbericht Haushalt vom 5. Juli 2007 wurde mit Wirkung ab Mai 2007
von einem Haushaltanteil von 15 % und einem Erwerbsanteil von 85 % ausgegangen.
Dies mit dem Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde einer
80-90 %igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde (IV-act. 58 S. 14). Die
Beschwerdeführerin selbst hatte jedoch im Bericht angemerkt, dass sie als Gesunde
seit Anfang 2006 in einem 90 %-Pensum arbeiten würde (IV-act. 58 S. 12). Die Frage,
in welchem Umfang eine Person ohne Vorliegen eines Gesundheitsschadens
erwerbstätig gewesen wäre, wird nach den persönlichen, familiären, sozialen und
erwerblichen Verhältnissen beurteilt. Abzustellen ist auf die Verhältnisse, wie sie sich
bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids entwickelt haben (BGE 125 V 146 Erw.
2c). Ob eine Person als ganz- oder teilerwerbstätig bzw. in welchem Ausmass sie als
erwerbstätig zu betrachten ist, ergibt sich aus der Antwort auf die Frage, was sie - bei
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im Übrigen unveränderten Umständen - täte, wenn keine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestünde. Eine revisionsrechtlich relevante neue Hypothese in Bezug
auf diese sogenannte Validenkarriere kann nur bei überwiegend wahrscheinlichem
Verlauf angenommen werden (BGE 117 V 194 Erw. 3b; vgl. Gabriela Riemer-Kafka,
Veränderungen der familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in:
R. Schaffhauser/F. Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der
Sozialversicherung, S. 111). Ein Methodenwechsel setzt eine Nachführung der
hypothetischen Lebensentwicklung voraus. Dabei wird auf den realen Verlauf der
persönlichen und familiären Verhältnisse abgestellt. Aus dieser Realität wird auf eine
allfällige wesentliche Änderung im massgebenden hypothetischen Sachverhalt, in der
Validenkarriere, geschlossen (BGE 117 V 198 Erw. 3b). Sowohl bei der erstmaligen
Rentenzusprache als auch im Rentenrevisionsverfahren sind für die Festlegung des von
einer versicherten Person im Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten
Aufgabenbereiches ausser der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit
(wieder) aufzunehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten, die
Ausbildung und die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (BGE
117 V 194 Erw. 3b). Dabei kommt bei der Beantwortung der Frage, ob im
Gesundheitsfall eine Änderung der bisherigen Aufteilung vollzogen worden wäre,
keinem dieser Kriterien zum vornherein vorrangige Bedeutung zu (AHI-Praxis 1997, 289
Erw. 2b). Beim Beweis einer hypothetischen Lebensgestaltung ist zu beachten, dass
schon die Gesundheitsfiktion als solche Mühe machen kann und auch in der
Validenkarrierehypothese eine Freiheit zu spontanen Lebensveränderungen mitgedacht
werden muss. Nicht zuletzt wandeln sich auch die Gepflogenheiten im sozialen Umfeld.
Insgesamt ist bei der Festlegung von Quoten mit einem groben Raster zu messen. Die
Aufnahme einer Berufstätigkeit darf in dem Umfange vermutet werden, in welchem sie
nach den Umständen zumutbar wäre und objektiv üblichen Gepflogenheiten entspricht.
4.2 Mit Bezug auf die erwerbliche und familiäre Situation der Beschwerdeführerin
ergibt sich aus den Akten, dass sie nach Absolvierung einer dreijährigen Ausbildung als
Näherin in Italien 1976 in die Schweiz einreiste und hier bis März 1996 mit einem 100
%-Pensum in einer Spinnerei tätig war. Im Mai 1996 wurde sie Mutter von Zwillingen.
Nach einer Familienpause arbeitete sie bei derselben Arbeitgeberin ab August 1997 in
der Spedition mit einem 70 %-Pensum (IV-act. 58 S. 12, 65 S. 33). Bei Erlass des
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angefochtenen Entscheids war sie 51jährig und lebte zusammen mit ihrem Mann und
den beiden Kindern in einem Haus mit fünf Zimmern (IV-act. 77-8/18). Die Annahme,
dass die Beschwerdeführerin ohne Vorliegen eines Gesundheitsschadens einer
ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von 85% nachginge, erscheint
gegenüber einer 90%-Erwerbstätigkeit nicht als plausibler, zumal die
Beschwerdeführerin das hypothetische Pensum von 90 % schon im Einwand gegen
den ersten Vorbescheid vom 16. März 2007 festgehalten hatte (IV-act. 49). Bei diesem
Sachverhalt ist von der Annahme auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als
Gesunde seit 2006, d.h. im Jahr, in welchem die beiden jüngeren Kinder 10 Jahre alt
wurden, eine 90%-Teilzeittätigkeit angestrebt und die verbleibende Zeit für den
Haushalt verwendet hätte. Die Invaliditätsbemessung hat daher auf der erwähnten
Basis zu erfolgen.
4.3 Die Beschwerdegegnerin ging für die Bemessung des Valideneinkommens von
dem von der Beschwerdeführerin im Jahr 2002 mit einem 70 %-Pensum erzielten
Jahreseinkommen von Fr. 32'946.-- (IV-act. 6 und 7) aus und rechnete es auf ein 90 %-
Pensum, d.h. auf einen Betrag von Fr. 42'359.-- auf. In der Annahme, dass sich
Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich entwickeln würden, sah sie von einer
nominellen Aufwertung bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses ab. Dies lässt sich
grundsätzlich nicht beanstanden (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 16. Januar 2001 i/S H.A. [IV 1999/18] S. 6), wenn beim
Invalideneinkommen ebenfalls auf die Zahlen des Jahres 2002 abgestellt wird.
4.4 Das zumutbare Invalideneinkommen ist anhand der LSE zu ermitteln und dabei auf
Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen.
Zugrunde zu legen sind wie erwähnt die Zahlen des Jahres 2002. Die
Beschwerdeführerin ist zwar auf leichte Hilfsarbeiten beschränkt, aber sie wäre in der
Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor
Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom
allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen gemäss LSE 2002 TA 1 Niveau 4, von Fr.
45'840.-- (12 x Fr. 3'820.--); aufgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche
Arbeitszeit 2002 von 41.7 Stunden pro Woche ergibt sich ein Wert von 47'788.--. Bei
einem Pensum von 90% resultiert ein Wert von Fr. 43'009.--. Mit Blick auf die relativ
geringe betragliche Differenz zum Valideneinkommen (Fr. 42'359.-- von unter 5 % stellt
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sich die Frage der Unterdurchschnittlichkeit des letzteren und damit diejenige der
Einkommensparallelisierung nicht.
Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn
im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die
gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben (vgl. BGE 126 V 75 Erw. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzuges,
der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 Erw. 6). Die Beschwerdeführerin kann
leichte Tätigkeiten lediglich wechselbelastend ausüben. In Betracht kommen nur
solche Arbeiten, die keine Verletzungsgefahr bergen. Diesem Umstand trägt ein Abzug
von 10% zureichend Rechnung. Mit zusätzlichen 5 % berücksichtigt werden kann die
lange Betriebszugehörigkeit von über 25 Jahren. Demgegenüber rechtfertigt die
Limitierung auf ein Teilzeitpensum bei Frauen nach der Rechtsprechung keinen Abzug
(Urteil des EVG vom 18. Juli 2005 i/S A.P.-G. [I 104/05] Erw. 3 mit Hinweisen). Dem
Valideneinkommen von Fr. 42'359.-- steht demgemäss ein Invalideneinkommen von
Fr. 36'558.-- gegenüber, woraus sich ein Erwerbsunfähigkeitsgrad im Erwerbsteil von
14 % errechnet. Die Frage, ob die Einschränkung im Haushalt von der
Beschwerdegegnerin zutreffend festgelegt wurde, kann offenbleiben. Denn selbst wenn
bei einem Haushalt-Anteil von 10 % von einer vollumfänglichen Einschränkung (100 %)
auszugehen wäre und überdies beim Invalideneinkommen im Erwerbsteil ein
Leidensabzug von 20 % gewährt würde, ergäbe sich insgesamt kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad.
4.5 Die Beschwerdegegnerin lehnte unter diesen Umständen den Rentenanspruch für
die Zeit nach der ersten, in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 19. Januar 2006
zu Recht ab. Die Frage des Vorliegens eines allfälligen befristeten Rentenanspruchs für
die Zeit vor der MZR-Begutachtung 2005 kann sich in diesem Verfahren nicht mehr
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stellen, da der Rentenanspruch und damit auch der Anspruch auf eine befristete Rente
mit Verfügung vom 19. Januar 2006 rechtskräftig abgelehnt worden war.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
Verfügung vom 4. Dezember 2008 abzuweisen. Die vollumfänglich unterliegende
Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten zu tragen. Diese bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG