Decision ID: d0ce8747-8e79-44ac-a91d-318c63458179
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
, welcher die Schule während vier Jahren besucht hatte und über keine Berufsausbildung verfügt,
reiste im Jahr 1989 in die Schweiz ein und war nach seiner Einreise bei verschiedenen Arbeit
gebern als Bauarbeiter im Strassenbau tätig
. In den letzten vier Jahren seiner Berufstätigkeit (2004 bis September 2008) arbeitete er in einfacher Hilfsfunktion für
Temporärbüros
(Urk. 8/11, Urk. 8/21/21 und Urk. 8/35/1-2)
. Am 2. März 2009 (Eingangsdatum) meldete er sich wegen einer im Jahr 2008 aufgetretenen Wirbelsäulenproblematik bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 8/2). Im Rahmen der Abklärung
en
der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ver
anlasste die IV-Stelle eine Begutachtung bei Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin. Dieser erstattete sein Gut
achten am 26. November 2009
(Urk. 8/21)
und ergänzte es am 11. Februar 2010 (Urk. 8/23). Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle nach durch
geführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom 26. April 2010 [Urk. 8/27] und Verzicht auf Einwände im Schreiben vom 13. Juli 2010 [Urk. 8/32]) mit Verfügung vom 20. Juli 2010 (Urk. 8/34) einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 18 %.
1.2
Am 21. April 2011 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle unter Hinweis auf die bekannte gesundheitliche Beeinträchtigung im Zusammen
hang mit dem Rücken erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 8/35). Da der Versicherte seiner Neuanmeldung keine Unterlagen zur Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes beige
legt hatte, wurde er von der IV-Stelle mit Einschreibebrief vom 25. Mai 2011 aufgefordert, bis am 27. Juni 2011 aktuelle Beweismittel nachzureichen, welche sich zu einer allfälligen Veränderung seines Gesundheitszustandes zu äussern hätten; gleichzeitig wies die IV-Stelle darauf hin, dass auf das Gesuc
h ansonsten nicht eingetreten we
rde (Urk. 8/36). Mit Eingabe vom 9. Juni 2011 reichte der Versicherte innert Frist zwei Berichte von Rückenoperationen, welche am 18. Januar 2011 und am 24. Mai 2011 stattgefunden hatten, sowie weitere medi
zinische Berichte zur Glaubhaftmachung der Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes ein (Urk. 8/37 f.). Die IV-Stelle klärte daraufhin die medizinischen Verhältnisse ab und wies das Leistungs
begehren nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom 30. Januar 2012 [Urk. 8/45]) mit Verfügung vom 14. März 2012 ab (Urk. 8/46). Mit gleichentags versandter Eingabe wandte der Versicherte ein, er sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden, und er werde am 23. März 2012 erneut operiert (Urk. 8/48 f.
). Die
IV-Stelle hob die Verfügung
vom 14. März 2012 am 4. Mai 2012 wiedererwägungsweise auf (Urk. 8/56), klärte die medizinischen Verhältnisse nach erfolgter Operation erneut ab und wies das Leistungsbegehren nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 25. Juni 2013 [Urk. 8/75], Einwand vom 29. Juli 2013 [Urk. 8/80]) mit Ver
fügung vom 13. September 2013 ab (Urk. 8/81). Die vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde vom 16. Oktober 2013 (Urk. 8/85/3-7) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 19. Dezember 2014 – auf entsprechenden Antrag der IV
Stelle in der Beschwerdeantwort vom 21. November 2013 (Urk. 8/88) – in dem Sinne gutgeheissen,
dass
die angefochtene Verfügung vom 13. September 2013 aufgehoben und die Sache zur erneuten Prüfung eines Anspruchs an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 8/92).
Die IV-Stelle nahm in de
r Folge weitere Abklärungen vor – wobei sie den behandelnden Hausarzt sowie den damaligen Rechts
vertreter immer wieder zur Einreichung der erforderlichen Unterlagen ermahnen musste –
und veranlasste
am 11. Mai 2016
eine
polydisziplinäre
Begut
achtung des Versicherten (Urk. 8/124
).
Das
Z._
erstattete sein Gutachten
am
27. Dezember 2016 (Urk.
8
/140
/
1-51
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
8. Mai 2017
[Urk.
8/
143
]; Einwand vom
13. Juli 2017 [Urk.
8/
148
]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
18. Juli 2017
einen Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versi
cherung
bei einem Invaliditätsgrad von 16 % (Urk. 2 [= Urk. 8/151
]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 11. September
2017 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zuspre
chung
einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab dem 1. Oktober 2011; eventuell sei eine ganze Rente ab dem 1. Oktober 2011 und ab dem 1. Oktober 2013 eine
Viertelsrente
zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und eventuell die Veranlassung einer polydisziplinären Begutachtung (Urk. 1 S.
2). Mit Beschwerde
antwort vom
19. Oktober 2017
beantragte die Beschwerdegegnerin die
teilweise Gutheissung der
Beschwerde
im Sinne einer Zusprechung einer befristeten ganzen Rente vom 1. Oktober 2011 bis am 31. Januar 201
3.
Im Übrigen sei die Beschwerde abzu
weisen (Urk.
7).
Daraufhin wurde mit Verfügung vom 23. Oktober 2017 ein zwei
ter Schriftenwechsel angeordnet. Dem Beschwerdeführer wurde sodann die unent
geltliche Rechtspflege gewährt (Urk. 9).
Replicando
hielt der Beschwerde
führer an seinen Anträgen fest (Replik vom 11.
Januar 2018 [Urk. 12]), während
die Beschwerdegegnerin am 7. Februar 2018 auf das Einreichen einer Duplik ver
zichtete (Urk. 14). Davon wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. Februar 20
18 in Kenntnis gesetzt (Urk. 15
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BG
E 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbs
einkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere m
edizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegeben
en
falls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegeben
en
falls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.4.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach B
GE 141 V 281 zu unterziehen (E.
7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diag
nostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat
(BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten
–
allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten
-
eine schlüssige Beurteilung anhand der
massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 18. Juli 2017 (Urk. 2) auf das
Z._
-Gutachten vom 27. Dezember 2016 und ging demzufolge von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepass
ten Tätigkeit von 80 % aus. Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich ergab einen
rentenauschliessenden
Invaliditätsgrad von 16 %.
2.2
Der Beschwerdeführer wandte demgegenüber in seiner Beschwerde vom 11. Sep
tember 2017 (Urk. 1) ein,
auf das
Z._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Die Berichte von Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopä
dische Chirurgie,
vom 23. März 2012 und vom 12. Juli 2012 s
eien von den Gut
achtern
in der Aktenzusammenfassung nicht erwähnt worden. Zudem sei keine neue bildgebende Untersuchung der Wirbelsäule angeordnet worden. Das Gut
achten sei damit unvollständig (Urk. 1 S. 7). Der begutachtende Rheumato
loge habe sich nicht mit der Einschätzung von Dr.
A._
auseinander
gesetzt (Urk. 1 S. 8). Auch das psychiatrische Teilgutachten vermöge nicht zu über
zeu
gen, insbesondere liege ein Widerspruch zwischen der psychiatrischen und der rheumatologischen Beurteilung hinsichtlich der Schmerzproblematik vor. Da die aktuelle Arbeitsfähigkeit nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt worden sei, dränge sich eine durch das Gericht veranlasste polydisziplinäre Begutachtung auf (Urk. 1 S. 9 f.). Es bestehe zudem keine Verwertbarkeit einer allfälligen Rest
arbeitsfähigkeit (Urk. 1 S. 11-
13). Sollte dennoch von einer Verwertb
arkeit ausge
gangen werden,
könn
e der Invaliditätsgradbemessung der Beschwerde
gegnerin nicht gefolgt wer
den (Urk. 1 S. 14 f.).
2.3
In der Replik vom 11. Januar 2018 brachte d
er Beschwerdeführer
vor
, aufgrund der notwendigen Rekonvaleszenz nach der letzten Operation habe eine vollum
fängliche Arbeitsunfähigkeit bis mindestens Ende
Juni 2013 gedauert, weshalb ihm eine ganze Invalidenrente bis Ende September 2013 zustehe (Urk. 12 S. 5).
Zudem könne aufgrund der neusten Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht angenommen werden, eine leichte depressive Symptomatik sei wegen fehlender Therapieresistenz nicht invalidisierend
. Das Gutachten sei zwar nicht verwertbar, der begutachtende Psychiater habe aber nachvollziehbar festgestellt, dass die Arbeitsfähigkeit durch die depressive Symptomatik reduziert sei
(Urk. 12
S. 4
).
Selbst wenn auf das Gutachten
abgestellt würde, bestünde
ab dem 1. Oktober 2013
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr (Urk. 12 S. 5 f.).
3.
Das von der IV-Stelle eingeholte polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 27. Dezember 2016 (Urk. 8/140) beruht auf internistischen,
rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen (Urk. 8/140/3).
Im Gutachten wurden
aus interdisziplinärer Sicht
die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit aufgeführt (Urk. 8/140/10
):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits bei degene
rativen
LWS
-Veränderungen mit
Osteochondrose
n
und
Spondylarthrosen
sowie Status nach PLIF L4-S1 am 18. Januar 2011, Status nach
Verlän
ger
ungsspondylodese
L2-L4 am 24. Mai
2011, St
atus
n
ach
Revisions-PLIF L5/S1
beidseits mit
Neurolyse
S1 beidseits am 23. März
2012 und Re
Spondylodese
L5/S1 und
Osteosynthesematerial
-Entfernung bei nach
ge
wi
esenem
Durchbau
L2-L4 und Cage-Entfernung L5/S1 am 12. Juli
2012
-
gemäss CT der LWS vom
2. April
2014 intaktes
Spondylodesematerial
und lockerungsfreie Cages in d
en Segmenten LWK 4/5 und LWK 5/S
1 und sichtbarer
ossärer
Durchbau
-
(
ICD-10 M54.4)
-
Langdauernde leichte de
pressive Episode (ICD-10 F32.0)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden im Gutachten die folgenden genannt (Urk. 8/140/10):
-
Ausgeprägte Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung mit pseudoneurolo
gischen Ausfällen, positiven
Waddell
-Zeichen, Fibromyalgie-Druck
punk
ten und Kontrollpunkten sowie variable Bewegungsausmasse ver
schiede
ner Gelenke und de
r HWS, nicht einem rheumatologisc
hen Krankheitsbild entsprechend
-
Anamnestisch
Dyslipidämie
-
Adipositas (BMI 30,1 kg/m
2
)
In der medizinischen Beurteilung aus interdisziplinärer Sicht wurde festgehalten, s
ub
jektiv ganz im Vordergrund stehe
eine Rückenschmerzproblematik,
welche im Jahr 2005 begonnen habe
und im Jahr 2008
exazerbiert
sei
, wobei sich die Schmerzsymptomatik in der Fol
ge ausgebreitet habe
. Bei klar objektivier
baren degenerativen
LWS
-Veränderu
ngen mit
Ost
e
o
chondrosen
und
Spondylarthrosen
und Status nach vi
ermaligen lumbalen Wirbelsäuleneingriffen bestehe
ein ein
deutiger organischer Kern der Schmerzsymptomatik, wobei gleichzeitig ausge
prägte Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung mit pseudoneurologischen Aus
fäl
len (eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfal
lsymptomatik bestehe
nicht), posit
iven
Waddell
-Zeichen, Fibromyal
gie-Druck- und Kontrollpunkten sowie Inkon
sisten
zen im
Bewegungsausmass der verschiede
nen Gelenke in
verschiede
nen Situa
tionen vorlägen. Daneben könne
die Diagnose einer langdauernden leichten depressiven Episode mit relevanter Reduktion der Schlafdauer, Traurigkeit, ver
mindertem Antrieb, gesteigerter Ermüdbarkeit, Verlust des Selbstvertrauens und passiven Sterbewünschen gestellt werden
(Urk. 8/140/10)
.
Die Gutachter gelangten zum Schluss, i
n der angestammten Tätigkeit als Hilfsar
beiter auf dem Bau, welche als körperlich schwere, rückenbe
lastende Tätigkeit anzusehen sei, bestehe
wahrscheinlich seit Juni 2009 bleib
end keine Arbeitsfä
higkeit mehr.
In einer körperlich leichten bis mittelschweren rückenadaptierten Tätigkeit ohne wiederholtes Bücken, ohne Torsionsbewe
gungen oder länger andauernde Arbeitshaltungen dauernd oder repetiti
v
vornüber
geneigt
oder
rekli
niert
besteh
e
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%. Die Einschrän
kung der Arbeitsfä
higkeit in einer derart adaptierten Tätigkeit von 20
% sei
dabei vor allem durch die Schlafstörung bedingt.
Die 80%ige Arbeitsfähigkeit sei
ganztags verwertbar, wobei dem
Beschwerdeführer
die Möglichkeit zum Einschalten von etwas länge
ren Pausen gegeben werden sollte, zumindest bis sich
die Schlafstörung verbes
sert habe
(Urk. 8/140/12
)
.
Im rheumatologischen Teilgutachten vom 14. September 2016 wurde sodann festgehalten,
e
ntsprechend den lokal beschriebenen Schmerzen, der verminderten Beweglichkeit und auch den lokalen Weichteilreaktionen im Sinne des paraver
tebralen Muskelhart
spannes lumbal beidseits fä
nd
en sich die klinischen Symp
tome
des
lumbospon
dylogenen
Schmerzsyndromes
beidseits. Diese Diagnose korreliere
gut
mit der Aktenlage und entspreche
auch den Angaben im rheuma
tol
ogischen Vorgutachten vom 26. November
2009 und auch dem Austrittsbe
richt der
B._
vom
4. Dezember
2014.
Aktuell fä
nden sich in der klinischen Untersuchung keine Zeichen einer
Radikulärsymptomatik
. Das Beschwe
rdebild deutlich beherrschend lä
gen typische Ze
ichen einer Schmerzfehl
verarbei
tung vor.
In der
klinischen Untersuchung seien die entsprechen
den Zeichen d
eutlich festgehalten. Es handle
sich um pseudoneurologische Symptome wie Gefühlsstörungen oder Krafteinschränkungen ohne Korrelat zu entsprechen
den
Dermatomen
. Auch die Beweglichke
it der Hüft- und Kniegelenke sei
nur unter Untersuchungsbedingungen
deutlich eingeschränkt. Auffallend seien
vor allem die stere
otyp zuckenden Abwehrbewegun
gen und Schmerzreaktionen des
Beschwerdeführers
auf Berühren u
nd leichtes Beklopfen der gesamten Brustwir
belsäule (BWS)
und
der Lendenwirbelsäule (
LWS
)
ohne segmentalen Befund und auch be
im Prüfen der
Fibromyalgiedruck
punkt
e
und der Kontrollpunkte. Es sei
aufgrund dieser Untersuchungsbefunde davon auszugehen, dass der über
wiegende Anteil der subjektiv wahrgenommenen Beschwerden nicht einem eigentlichen somatisch
en Krankheitsbild zuzuordnen sei
.
Dies wiederspiegle
sich auch in den anamnestischen Angaben, indem bezüglich de
r vier durch
geführten Operationen an der
LWS
jeweils eine Unwirksamkeit, zum Teil eine verstärkte Schm
erzsymptomatik beschrieben worden sei
, auf Nac
hfrage dann aber doch festgehal
ten
worden sei
, dass insgesamt die Beschwerden nach der vierten Ope
ration
deutlich geringer ge
wesen seien als vor der ersten. Auffallend im Vergl
eich zum Vorgutachten vom 26. November 2009 seien
auch die Angaben zum Tages
ablauf
, der sich nahezu identisch präsentiert habe
und auch die Angabe zu den physiotherapeutischen Behandlungen.
Passend zu einer relevanten Überlage
rungssymptomatik
resp
ektive Schmerzfehlverarbeitung
s
eien
auch die Angaben
zu deutlich eingeschränkten
Funktionen und
zur
Mobilität. Auf Nachfrage
seien
dann aber Informat
ionen bezüglich Reisetätigkeit erhältlich gewesen.
Zudem
habe der Beschwerdeführer
ein
geräumt
, dass er
noch selbst Auto fahre. Dies sei kaum verein
bar mit dem klinischen Bild, welches
er während d
er aktuellen Begutachtung gezeigt habe; er habe
immer wieder aus der sit
zenden Position aufstehen müssen
und bei praktisch jeglichen Bewegungen im Bereich des Rückens zu
ckende Schmerzreaktionen aufgewiesen
.
Es lägen insgesamt
erhebli
che Inkonsistenzen vor
. In guter Korrelation zum rheumatologischen Vorgutach
ten vom 26. November 2009 gelte weiterhin, dass dem Beschwerdeführer ohne Beachtung der Zeichen der Schmerzfehlverarbeitung eine leichte bis mittel
schwere und rückenadaptierte Tätigkeit – ohne wiederholte Bück- oder Torsions
bewegung
en oder Arbeitshaltungen längerdauernd oder repetitiv
vornüber
ge
neigt
oder
rekliniert
–
zumutbar sei. Dies gelte sei
t
der Erstbegutachtung im November 2009. Selbstverständlich sei es
während den
peri
- und postoperativen Phasen im Rahmen der vier Operationen an der Lendenwirbelsäule vorüberge
hend zu einer vollständigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, auch in einer adaptierten Tätigkeit, gekommen. Entsprechend dem Bericht vom 27. August 2012 des behandelnden Wirbelsäulenorthopäden, der eine
Rekonvaleszenzzeit
von vier bis
sechs
Monaten nach dem letzten Eingriff angegeben habe, bestehe auch in einer adaptierten Tätigkeit retrospektiv eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Januar 2011 bis
Ende Januar 2013 (Urk. 8/140/47-49
).
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 23. September 2016 wurde festgehalten,
in den Akten seien keine psychiatrischen Dokumente vorhanden. Auf der affek
tiven Ebene liege höchstens eine leichte depressive Episode vor. Diese könne auch zur Verstärkung von Schlafproblemen führen. Früher habe der Beschwerdeführer eine Schlafdauer von 8-9 Stunden gehabt. Subjektiv erlebe er die Schlafdauer aktuell im Bereich von 4 bis 4.5 Stunden. Aufgrund seiner Schilderungen könne die Schlafdauer auch etwas höher liegen. Für die Arbeitsfähigkeit sei die Schlaf
störung, welche die Durchhaltefähigkeit reduziere, relevant (Urk. 8/140/35).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
Z._
-
Gutachten vom
27. Dezember 2016
vermag
die an eine beweiskräftige ärztli
che Expertise
gestellten Anforderungen vollumfänglich zu
erfüllen (E
. 1.4
.1
). So
tätigten die Gutachter sorgfältige, umfass
ende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwer
den und begründeten ihre Einschätzu
ng in nachvollzieh
barer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. Die Gutachter
legten die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situat
ion einleuchtend dar und begrün
deten ihre Schlussfolge
rungen nachvoll
ziehbar. Dem Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
4.2.1
Der begutachtende Rheumatologe erhob einen ausf
ührlichen Befund
(Urk. 8/140/45
f.)
und konnte keine
Zeichen einer
Radikulärsymptomatik
in der klinischen Untersuchung finden
. Er gelangte aufgrund seiner Untersuchungs
be
funde in nachvollziehbarer Weise zum Schluss, dass der überwiegende Anteil der subjektiv wahrgenommenen Beschwerden nicht einem eigentlichen somati
schen Krankheitsbild zuzuordnen sei
(Urk. 8/140/47).
Der Umstand, dass der begutach
tende Rheumatologe keine neuen Computertomographiebilder anfer
tigen liess
(vgl. das Vorbringen in Urk. 1 S. 7)
,
vermag
den Beweiswert seines
Gutachtens nicht zu schmälern
. Es steht grundsätzlich
im Ermessen des Gutachters, welche Untersuchungen er als notwendig erachtet oder nicht.
Der
dem Gutachter
zur Verfügung stehende
Radiologiebericht
über das CT der LWS datierte vom 2. April 2014 und damit nach der vierten und vorerst letzten Rückenoperation vom 12. Juli 2012. Gemäss dem
Radiologiebericht
vom 2. April 2014 soll sich das von
dorsal her eingebrachte
Spondylodese
-Material weiterhin intakt und lockerungs
frei im Knochen liegend präsentiert haben. Die Cages im Segment L4/5 und L5/S1 seien ebenfalls intakt und lägen lockerungsfrei in den Bandscheibenfächern bei sichtbarem Progress des
ossären
Durchbaus. Sichtbar sei auch ein
ossärer
Durch
bau in den
posterioren
Segmenten, rechtsbetont, bei ausgeprägten
spondylarthro
tischen
Veränderungen der Facettengelenke. Bei Status nach Entfernung von
Ver
tebrodesematerial
würden sich
randsklerosierte
Bohrkanäle in den Segmenten L2
L4 zeigen. Soweit bei ausgeprägten Metallartefakten zu beurteilen, bestehe kein Anhaltspunkt für eine
Kompro
mittierung
von neuralen Strukturen (Urk. 8/140/40 f.
).
Dass
der begutachtende Rheumatologe aufgrund dieses
Radiologieberichts
sowie des
eigens
erhobenen
klinischen
Befunds
auf neue bild
gebende Abklärungen verzichtete, ist nicht zu beanstanden,
insbesondere
da
der Beschwerdeführer
nicht über
seit der letzten Operation
neu hinzugetretene Beschwerden geklagt hatte
.
Vielmehr hatte der Beschwerdeführer
auf entspre
chendes Nachfragen
angegeben, dass die Beschwerden nach der vierten Operation deutlich geringer gewesen seien als vor der ersten (Urk. 8/140/47).
Darüber hin
aus ist bekannt, dass
sich radiologisch
erhobene Veränderungen im (degenerati
ven) Wirbelsäulenbefund
nicht notwendigerweise im Ausmass der funktionellen Einschränkung niederschlagen. Es gehört daher zur Aufgabe des Gutachters, den Befund anhand der Klinik zu überprüfen und dessen Auswirkungen bei der Untersuchung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu gehören insbesondere auch Angaben zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Konsistenz der gemachten Angaben, wie auch Hinweise, welche zur Annahme von Aggra
vation führen (Urteil 8C_282/2012 des Bundesgerichts vom 11. Mai 2012 E. 5).
Beim Beschwerdeführer konnte der begutachtende Rheumatologe
erhebliche
Inkons
istenzen feststellen
(vgl.
dazu
E. 3)
.
4.2.2
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Operationsberichte von Dr.
A._
vom 23. März 2012 und vom 12. Juli 2012 fänden sich nicht in der Aktenzusammenfassung des Gutachtens
, weshalb letzterem
keinerlei Beweiskraft zuzumessen sei (Urk. 1 S. 7), geht sodann fehl.
Der
Operationsbericht vom 23. März
2012
findet sich
nicht
in den
Vorakten
;
Dr.
A._
hatte
der
Beschwerdegegnerin
bloss
einen undatierten Bericht über den Verlauf seit der Operation vom 23. März 2012
erstattet
(Eingang
des Berichts
bei der Beschwerdegegnerin am 18. Juni 2012 [vgl. das Aktenver
zeichnis]
).
Auf diesen undatierten
Bericht
nahmen
die Gutachter in der Aktenzu
sammenfassung
Bezug und bezeichneten ihn
als Bericht vom 2. Mai 2012
(Urk. 8/140/19 f.
)
.
Der
Operationsbericht vom 12. Juli 2012
lag demgegenüber
bei den Akten;
d
er
Besch
werdeführer hatte ihn im
Einwandverfahren
eingereicht (Urk. 8/70/9 f.)
. Da
die Gutachter
auf
den
Operationsbericht vom 12. Juli 2012
keinen Bezug
nahmen
,
ist
in der Tat
davon auszugehen
, dass ihnen dieser
nicht vorgelegt
worden war
.
Es lässt sic
h jedoch nicht erkennen, welche
für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung relevanten
Information
en
die Gutachter diesem
Operationsbericht
, welcher
im Wesentlichen detaillierte technische Angaben über den durchgeführten Eingriff enthielt,
hätten
entnehmen
sollen.
Die notwendigen Angaben über die Art des Eingriffs enthielt auch de
r
den Gutachtern vorgelegte
(Urk. 8/140/20)
Bericht von Dr.
A._
vom 27. August 2012
(Urk. 8/63
)
. Darin nahm dieser Bezug auf die am 12. Juli 2012 durchgeführte Operation
. Er führte sodann
aus,
wegen des Verdachts auf
Pseudarthrose
und Schraubenlockerung S1 links sei
eine Re
Spondylodese
L5/S1, eine Osteosynthese-Material-Entfernung bei nachge
wiese
nem
Durchbau
L2/4 sowie eine Cage-Entfernung L5/S1 links durchgeführt wor
den.
Zurzeit bestehe eine
Rekonvaleszenzzeit
bei immer noch nachvoll
ziehbaren postoperativen Belastungsbeschwerden im Lumbalbereich. Aufgrund der diversen Eingriffe sei der Beschwerdeführer seit längerer Zeit voll arbeits
unfähig. Er werde dies auch noch längere Zeit sein, insbesondere werde auch nach der üblichen
Rekonvaleszenzzeit
von vier bis sechs Monaten nach dem letzten Eingriff eine Reintegration in den schweren Beruf nicht mehr möglich sein. Das Ziel sei eine Verbesserung der Lebensqualität, nicht der Belastbarkeit. Somit werde auf Dauer eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bestehen, monotones Stehen und Sitzen sowie
Tragen von Gewichten über 10 Kilogramm
seien dauerhaft zu mei
den (Urk. 8/63).
Diese Einschätzung widerspricht derjenigen des begutachtenden Rheumatologen
im Grundsatz
allerdings nicht. Letzterer ging ebenfalls von einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aus und erachtete lediglich eine rückenadaptierte, leichte
(
bis mittelschwere
)
Tätigkeit als zumutbar (Urk. 8/140/49).
Im Bericht vom 2. September 2013 führte Dr.
A._
aus, in leichter, angepasster Tätigkeit mit Wechselbelastungen käme eine Teilarbeitsfähigkeit eventuell in Frage, aber der Beschwerdeführer dürfe nicht länger als 20 Minuten am Stück stehen oder sitzen und sollte keine Ge
wichte über 10 Kilogramm
tragen. Es bleibe jedoch abzuwarten, was die ISG-Arthrosen-Behandlung noch am Beschwerdebild ändern könne (Urk. 8/84). Zu dieser Einschätzung drängen sich
folgende
Bemerkungen auf:
Dr.
A._
erac
htete eine angepasste Tätig
keit
grundsätzlich
als zumutbar, äusserte sich allerdings nicht dazu, in welchem Umfang
.
Dabei b
erücksichtigte
er
die vom Beschwerdeführer subjektiv noch immer geklagten Rückenbeschwerden, welche
im geklagten Ausmass
gemäss begutachtendem Rh
eumatologen allerdings
nicht objektiviert werden konnten.
Vielmehr
stellte der begutachtende Rheumatologe
bei seiner Untersuchung
erheb
liche
Inkonsistenzen fest
(E. 3)
.
Es ist daher
darauf hinzuweisen, dass
i
n Bezug auf die Arbeitsfähigkeits
beurtei
lung von
behandelnden Ärzten
zudem
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
ist
, dass
diese
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.2.3
Entgegen der Annahme des Beschwerdeführers liegen keine Gründe vor, welche den Beweiswert oder die Aussagekraft des rheumatologischen Teilgutachtens zu schmälern vermöchten. Es ist daher auf die Einschätzung des begutachtenden Rheumatologen
abzustellen
, wonach aus somatischer Sicht
spätestens seit der Begutachtung
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptier
ten leichten Tätigkeit
mehr
begründet werden
kann
.
4.2.4
Retrospektiv ging der begutachtende Rheumatologe
infolge
der
mehr
fachen Ein
griffe am
Rücken von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit von Januar 2011 bis Ende Januar 2013 aus (Urk. 8/140/49).
Dies
ist
ausgewiesen und wurde von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2017 (Urk. 7) auch nicht mehr bestritten.
Fraglich bleibt aber
eine
über den Januar 2013 hin
ausgehende Arbeitsunfähigkeit
; der Beschwerdeführer ging jedenfalls von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis spätestens Ende Juni 2013 aus (Urk. 1 S. 13)
.
Der
begutachtende Rheumatologe berücksichtigte bei seiner Einschätzung eine vier- bis sechsmonatige
Rekonvaleszenzzeit
nach dem letzten Eingriff
(Juli 2012)
.
Die
s erscheint durchaus angemessen, nachdem Dr.
A._
eine solche
Rekonvaleszenzzeit
in seinem Bericht vom 27. August 2012 erwähnt hatte (vgl.
E. 4.2.2 und Urk. 8/63).
4.3
4.3.1
Zu überzeugen vermag a
uch das psychiatrische Teilgutachten.
Aufgrund der erhobe
nen Befunde diagnostizierte der begutachtende Psychiater
in nachvollzieh
barer Weise
eine leichte depressive Episode (Urk. 8/140/31-34).
Der begutach
tende Psychiater hielt sodann fest, der dysfunktionale Umgang mit
den Schmer
zen –
auch in der aktuellen
somatischen Untersuchung hätten
Inkonsistenzen
beobachtet werden können –
, könne nicht als somatoforme Schmerzstörung nach ICD-10 diagnostiziert werden. Für die Diagnose werde ein kontinuierlicher, an den meisten Tagen anhaltender Schmerz gefordert.
Im geschilderten Alltag liege der Hauptfokus der Aufmerksamkeit aber nicht auf dem Schmerz
(Urk. 8/140/35), was angesichts der
im psychiatrischen Teilgutachten wiedergegebenen Schilde
rungen des Beschwerdeführers
schlüssig erscheint
.
Gegenüber dem begutachten
den Psychiater gab der Beschwerdeführer an, sich viele Sorgen um die Zukunft zu machen. Vor allem dann, wenn er Mühe habe, einzuschlafen, komme er ins
Grübeln. Er habe wirtschaftliche Ängste und berichte von einer andauernd vor
handenen Unruhe und einer inneren Nervosität. Dies sei vor allem dann stark, wenn er etwas machen wolle, dies aber nicht gehe. Manchmal habe er beispiels
weise nicht die Kraft, aus dem Haus zu gehen, um kleine Besorgungen für seine Ehefrau zu tätigen. Dann fühle er sich schlecht. Nervös werde er auch, wenn seine Enkelin ihm nicht gehorche. Er sei häufig traurig und weine, manchmal täglich, dann weniger. Dies komme vor allem vor, wenn er über die wirtschaftliche Situ
ation nachdenke. Das Selbstwertgefühl sei deutlich reduziert. Er habe immer wieder passive Sterbewünsche. Suizidgedanken habe er auch schon gehabt, in traurigen Phasen bestehe auch schon Handlungsdruck, aktuell allerdings nicht. Er habe aber häufig den starken Wunsch, aus der Situation zu fliehen. Manchmal halte er Menschen fast nicht aus, er habe aber trotzdem regelmässige Kontakte zu Bekannte
n. Sein engster Kollege sei
nach Portugal zurückgekehrt
(Urk. 8/140/31 f.)
.
Der Beschwerdeführer wandte ein, es liege ein Widerspruch zur Einschätzung des begutachtenden Rheumatologen vor und es sei fraglich, ob die beiden Gutachter überhaupt zu einem interdisziplinären Austausch ge
langt seien. Auffallend sei
, dass die beiden Gutachter eine sehr unterschiedliche Beschreibung des Beschwer
deführers vorgenommen hätten (Urk. 1 S. 9). Die
s
dü
rfte
allerdings
dem Umstand geschuldet sein, dass sich der Beschwerdeführe
r
widersprüchlich
präsentierte, zumal der begutachtende Rheumatologe, wie bereits
erwähnt
,
erhebliche Inkon
sistenzen
feststellen konnte, während dem
begutachtende
n
Psychiater
keine
über
trieben
e
n Schmerzäusserungen auffielen.
4.3.2
Der begutachtende Psychiater gelangte zum Schluss, d
urc
h die Reduktion der Schlafdauer beziehungsweise durch die Schlafstörung, welche wahrscheinlich schmerzbedingt
sei
, sei
die Durchhaltefähigkeit eingeschränkt, was zu einer Ein
schränkung der Leist
ungsfähigkeit von mindestens 20 % führe (Urk.
8/140/3
3 und Urk. 8/140/3
7).
Diese Einschätzung ist schlüssig und vermag auch vor dem Hintergrund der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu überzeugen (E.
1.2.2 und E. 1.4.2): Zum einen scheinen p
sychosoziale Belastungsfaktoren
bei der
bloss leichtgradig ausgeprägte
n
psychische
n
Symptomatik
des Beschwerde
führers eine nicht untergeordnete Rolle zu spielen.
Zum anderen nimmt der Beschwerdeführer keine psychiatrische Therapie in Anspruch, was nicht von einem ausgeprägten Leidensdruck zeugt. Überdies verfügt der Beschwerdeführer
über ehebliche Ressourcen. Er gab an, zwischen 5 und 7 Uhr aufzustehen, dies sei abhängig von den Schmerzen
, er habe grosse Schlafschwierigkeiten. Seine Frau gehe früh zu Bett und
stehe früh auf, um zur Arbeit zu gehen. Er sei dann allein.
Am Morgen brauche er eine Stunde fürs Duschen und das Anziehen. Dann nehme er einen Kaffee und die Medikamente.
Manchmal kämen die Enkelkinder vorbei.
Am Morgen gehe er einmal etwa einen Kilometer spazieren, ab und zu komme ein Kollege mit. Er schaue ausserdem etwas fern.
Im Haushalt helfe er praktisch nichts, seine Frau bereite ihm das Essen vor, sodass er es am Mittag in der Mikrowelle aufwärmen könne. Er schaue viel fern, besuche Freunde oder erhalte Besuch von Freunden.
Nachmittags mache er meist einen Mittagsschlaf (eine Stunde) und dann wieder einen kleinen Spaziergang
.
Er spaziere auf flachem Gelänge, maximal 30 Minuten, und müsse sich immer wieder hinsetzen.
Am Abend komme dann seine Frau und koche das Nachtessen. Abends schaue er sitzend fern. Er schaue gerne Filme oder Fussballspiele am Fernsehen oder por
tugiesische Nachrichten
. Er fahre selbst noch immer Auto, allerdings n
ur selten und maximal fünf
Kilometer am Stück. Das Auto habe eine Handschaltung. Als Beifahrer könne er maximal 45/60 Minuten im Auto sitzen
(Urk. 8/
140/30 und Urk. 8/140/42
f.).
Wenn der begutachtende Psychiater zum Schluss gelangte, aus psychiatrischer Sicht seien die Verkehrsfähigkeit, die Selbstpflege, die Spontan
aktivitäten, die Gruppenfähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten, das
Entschei
dungs
- und Urteilsvermögen, die Anwendung fachlicher Kompetenzen, das Planen und Strukturieren von Arbeiten und das Reden in Routinen nicht beein
trächtigt
(Urk. 8/140/33), erscheint dies
schlüssig.
Insgesamt
ergibt
sich damit auch unter Berücksichtigung der im Regelfall beachtl
ichen Standardindi
katoren
-
selbst wenn von einer somatoformen Schmerzstörung auszugehen wäre
keine
die bereits attestierte Leistungseinschränkung von 20 % üb
ersteigende
funk
tionelle Auswirkung
der
psychischen Symptomatik
.
4.4
Nach dem Ges
agten ist festzuhalten, dass dem
Beschwerdefü
hrer
gemäss der gut
achterlichen Einschätzung mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl
ichkeit
von Januar 2011 bis Ende Januar 2013 keine Tätigkeit
zumutbar
war. Ab dem 1. Februar 2013 ist ihm
hin
gegen
wieder
eine
zumindest
leichte, wechselbe
lastende
und rückenschonende
Tätigkeit
ganztags
zumutbar
, wobei
die Leistungsfähigkeit aufgrund der Schlaf
störung und der Notwendigkeit, etwas längere Pausen einzuschalten, um 20 % reduziert ist
.
Weiterführende medizinische Abklärungen, insbesondere die Einho
lung eines neuen Gutachtens, sind nicht notwendig.
Obwohl die Gutachter im Vergleich zum Vorgutachten von einem unveränderten Gesundheitszustand aus
gingen (Urk. 8/140/13), drängt sich ein neuer Ein
kommensvergleich auf. Zum einen wurde neu eine leichte depressive Episode diagnostiziert, zum anderen führten vier Eingriffe an der Wirbelsäule zu einer längerdauernden Verschlech
terung des Gesundheitszustandes
(Januar 2011 bis Ende Januar 2013)
.
5.
5.1
Mit Verfügung vom 20. Juli 2010 (Urk. 8/34) hatte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente abgelehnt.
Der Einkom
mensvergleich hatte – unter Berücksichtigung, dass dem Beschwerde
führer die
bisherige
Tätigkeit als Bauarbeiter
nicht mehr
, eine
behinderungs
angepasste Tätigkeit
hingegen zu 100 % zumutbar war –
einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 18 %
ergeben
.
Am 21.
April 2011 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der
Beschwerdegegnerin
erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk.
8/35).
Gemäss der gutachterlichen Einschätzung war dem Beschwerdeführer von
Januar 2011 bis Ende Januar 2013
jegliche Arbeitstätigkeit unzumutbar.
Gemäss der
höchst
richterlichen Rechtspre
chung
muss
eine versicherte Person, die in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, deren Rentenanspruch jedoch deshalb verneint wurde, weil sie mit einer angepassten Tätigkeit ein rentenaus
schliessendes Einkommen erzielen konnte, kein neues Wartejahr mehr bestehen, wenn sie später wegen
einer Ver
schlechterung des Gesundheitszu
standes
auch die angepasste Tätigkeit nicht mehr in rentenausschliessendem Mass ausüben kann (
vgl. das
Urteil des Eidge
nössischen Versicherungsgerichts
I 285/02
E
. 4.3
).
Ei
n Rentenanspruch
(vor
liegend ein Anspruch auf eine ganze Rente) konnte demzufolge
gemäss Art. 29 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 29 Abs. 3 IVG frühestens nach der sechsmonat
igen Anmeldefrist, das heisst per
1. Oktober 2011, entstehen.
Aufgrund der
medizi
nisch-theoretischen
Verbesserung des Gesund
heitszu
standes per Ende Januar 2013 ist
die ganze Rente
allerdings
wieder aufzuheben,
was sich aus dem nach
folgend vorzunehmenden Einkommens
vergleich ergibt. Die Verbesserung ist ab dem Zeitpunkt
zu berücksichtigen, ab dem sie
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monat
e angedauert hat
und davon auszugehen
ist
, d
ass sie weiterhin andau
ern wird
(Art. 88a IVV). Dem Beschwerdeführer ist
demzufolge
vom 1. Oktober 2011 bis am 30. April 2013 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzu
sprechen.
5.2
Für die Beurteilung, ob auch nach diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch besteht, ist ein Einkommensvergleich
durchzuführen
. Den nachfolgenden Erwägungen ist Folgendes vorauszuschicken: Der Beschwerdeführer machte eine Unverwert
bar
keit der Restarbeitsfähigkeit geltend (Urk. 1 S. 11 ff.). Für die Frage der Verwert
barkeit ist auf den Zeitpunkt, als dem Beschwerdeführer wieder eine vollumfäng
liche Arbeitstätigkeit (mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit) zumutbar war, abzustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3 f.). Im hier massgeblichen Zeitpunkt (Mai 2013
; vgl. E. 5.1
) war der Beschwerdeführer 55 Jahre alt und noch nicht in fort
geschrittenem Alter. Es stand ihm noch eine Aktivitätsdauer von fast zehn Jahren bevor. Auch wenn gemäss Gutachten die Flexibilität und Umstellfähigkeit auf
grund des Bildungsstandes, der schlechten sozialen und sprachlichen Integration
in die Schweiz sowie der Grundpersönlichkeit deutlich reduziert waren (Urk. 8/140/33), waren diese dennoch nicht aufgehoben. Der begutachtende Psychiater schloss eine Wiedereingliederung denn auch nicht aus, sondern erach
tete eine längere Unterstützung für das Erarbeiten eines neuen Tätigkeitsfeldes als notwendig (Urk. 8/140/33).
Der Beschwerdeführer beantragte allerdings keine derartige Unterstützung.
Das
aus den medizinischen Unterlagen abzuleitende Zumutbarkeitsprofil
(E. 3)
liess beziehungsweise lässt durchaus
verschiedene Tätigkeiten wie Kontroll- und Überwachungstätigkeiten oder Hilfsarbeiten zu, soweit sie
körperlich kaum belastend sind. Bei der Invaliditätsbemessung bildet nicht der effektive, sondern der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt Referenzpunkt. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen gesundheitlich Beeinträchtigter, tatsächlich eine zumut
bare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2012 vom 12. Februar 2013 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
5.
3
Nachdem der letzte effektive Arbeitst
ag des Beschwerdeführers der 9. September 2008 gewesen war, sind
zur
Ermittlung des
Valideneinkommens
die Tabellen
löhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen. Da der Anspruch auf eine Invalidenrente per 1. Mai 2013 zu prüfen ist, kann entgegen den Parteien nicht auf die LSE 2014 abgestellt werden. Abzustellen ist auf das standardisierte monatliche Einkommen
von Fr. 5'
430
.-- für männliche Arbeits
kräfte gemäss LSE 2012, TA1, Ziff. 41-43, Baugewerbe,
Kompetenz
niveau 1
. Dieses monatliche Einkommen
ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen A
rbeitszeit im Jahr 2013 von 41,5
Stunden pro Woche (vgl. Bun
desamt für Sta
tistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen [NOGA 2008],
in Stun
den pro Woche,
1990-2017
,
F
41
43 [veröffentlicht am 24. Mai 2018]
) sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2013 (Indexstand 2188 [2012] auf 2204 [2013
], vgl. Bundesamt für Statistik, Ar
beitsmarkt
indikatoren 2016, T 39
Ent
wicklung der Nominallöhne, der Kon
sumenten
pre
ise und der Reallöhne, 2010
2017
, Nominallöhne Männer) auf
ein Jahreseinkommen für eine 100
%ige Tätig
keit hochzurech
nen. Es resultiert somit ein
V
alidenein
kommen
von Fr. 68’098
.
-- (
Fr. 5'
430
.-- x
12 :
40 x 41,5
:
2188
x
2204
).
5.
4
Da der Beschwerdeführer über keine
Berufsausbildung verfügt, ist zur Bemessung des
Invalideneinkommens
auf das
standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfskräfte (LSE 201
2
, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer)
abzustellen, welches
Fr. 5‘
210
.--
beträgt
. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2013
von 41,7 Stunden pro Woche (
vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 1990-2017, A-S 01-96 [veröffentlicht am 24. Mai 2018]
) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr
2013
(Indexstand 2188 [2012] auf 2204 [2013], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2017, Nominallöhne Männer)
au
f ein Jahreseinkommen für eine 8
0%ige Tätigkeit hochzurechnen. Es resultiert somit ein Invalideneinkommen von Fr.
52’523
.
-- (
Fr. 5‘
210
.--
x
12 :
40 x 41,7:
2188 x 2204
x 8
0 %).
Ei
n Leidensabzug ist nicht zu berücksichtigen. Dass der Beschwerdeführer keine schweren Arbeiten mehr leisten kann,
führt entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 14) nicht automatisch zu einem leidensbedingten Abzug.
Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzli
chen
leidensbedingten Abzug, weil der
Tabellenlohn im Kompetenz
niveau
1 bereits eine Vielzahl von leichten
Tätigkeiten umfasst
. Angesichts des Zumutbar
keitsprofils ist von einem
genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verwei
sungstätigkeiten auszugehen, auch wenn der
Beschwerdeführer über keine Berufsausbildung verfügt und bisher vorwiegend körperlich schwere Arbeiten
ausübte. Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt
werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt als ausserordentlich zu bezeichnen sind. Solche Umstände sind vorliegend nicht
ersichtlich.
Die leidensbedingten Einschränkungen wurden bereits im Belastungsprofil berücksichtigt und dürfen nicht nochmals
-
als abzugsrele
vant
herangezogen werden (
Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018
E. 6.5.2
mit Hinweisen
).
Auch
fällt das Alter des
Beschwerd
eführers, der im Zeitpunkt des hier zu prüfen
den Rentenanspruchs
55 Jahre alt war,
nicht negativ ins Gewicht, weil Hilfsar
beiten auf dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig angeboten werden und sich das Alter im Kompe
tenzniveau 1 sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unbe
rücksichtigt bleiben (Urteil des Bun
desgerichts 8C_808/2013 vom 14. Februar
2014 E.
7.3).
Im Hinblick auf die dem
Beschwerdeführer
zumutbare Erwerbstätig
keit im Kompetenzniveau 1 lässt sich ein Abzug vom Tabellenlohn infolge sprachlicher Schwierigkeiten ebenfalls nicht rechtfertigen.
Gleich
e
s gilt für den Umstand, dass er
dem Arbeitsmarkt
seit Jahren
fernblieb
(Urteil des Bundesge
richts
8C_939/2011
vom
13. Februar 2012 E. 5.2.3
mit
weiteren
Hinweisen).
5.
5
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt
Fr.
15
’
575.-- (
Valideneinkommen
von
Fr. 68’098
.--
abzüglich Invalidenein
kommen von
Fr.
52’523
.
--
), was einem
Invaliditätsgrad von gerundet 23 % ent
spricht.
Damit besteht ab dem 1. Mai 2013 kein Rentenanspruch mehr.
6.
Nach dem Gesagten
ist dem Beschwerdeführer in teilweiser Gutheissung der Beschwerde eine befristete ganze Rente der Invalidenversicherung vom
1. Okto
ber 2011 bis am 30.
April 2013
zuzusprechen.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und den Parteien ausgangsgemäss je hälftig
aufzuerlegen
, wobei d
er Anteil der Gerichtskosten des Beschwerdeführers
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen ist.
7.2
Nach § 34 Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch oh
ne Rücksicht auf den Streitwert. V
orliegend ist die Ent
schä
digung – unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Beschwerde vom 11. September 2017 (Urk. 1)
in weiten Teilen der Stellungnahme
beziehungsweise dem Einwand
der
Rechts
vertreterin
Tania Teixeira vom 13. Juli 2017 (Urk. 8/148) entspricht,
wofür
von der Beschwerdegegnerin bereits eine Entschädigung
im Umfang
von Fr. 1'893.-- (inkl. Auslagenersatz und
MWSt
) entrichtet wurde (Urk. 8/158) –
auf Fr. 1’500.-- (= Fr. 1’0
00.-- aus Honorar inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer von 8 % bis 31. Dezember 2017 sowie Fr. 500.-- aus Honorar inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer von 7.7 % ab 1. Januar 2018
)
festzusetzen. D
ie Beschwerdeg
egnerin
ist
zu verpflichten, der
mit Verfügung vom 23. Oktober 2017 (Urk. 9) bestellten
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Tania Teixeira,
hiervon
die Hälfte, also
Fr.
750
.--
, als reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen. I
m weitergehenden Umfang von Fr.
75
0
.-- ist Rechtsanwältin Tania Teixeira
aus der
Gerichtskasse zu entschädigen
.
7.3
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der
ihm aufer
legten
Gerichtskosten und der
aus der Gerichtskasse geleisteten
Ent
schädigung an
Rechtsanwältin
Tania Teixeira
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.