Decision ID: 0c9ae8ab-aeff-4d01-893a-83086b5a7e0a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
19
73, wurde von der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), mit Verfügungen vom 6. Juli 2012 eine ganze Rente ab dem 1. Dezember 2010 und ab dem 1. April 2011 eine halbe Rente sowie je eine Kinderrente für ihre beiden Kinder
Y._
, geboren 1991, und
Z._
, geboren 1997, zugesprochen (Urk. 9/51,
Urk. 9/55-56). Mit Verfügung vom 8. November 2012 hob die IV-Stelle die
Kin
derrente
für
Y._
per 31. Juli 2012 mit der Begründung auf, deren Ausbildung sei beendet
, und forderte d
ie bereits ausgerichteten Leistun
gen
für die Monate
August
bis Oktober 2012
im Gesamtbetrag von Fr. 1‘236.--
(3 x Fr. 412.--)
zurück (Urk.
9/60
).
Die dagegen erhobene Beschwerde
vom 10. Dezember 2012
(Urk. 9/62/3-8) hiess das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 30. Juni 2014
im Verfahren Nr.
IV.
2012.01291
in dem Sinne gut, dass die
angefochtene Verfügung auf
ge
hob
en
und die
Sache an die IV-Stelle zur Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
zurückgewiesen wurde (Urk. 9/99/6).
1.2
In der Folge
teilte
die
AHV-
Ausgleichskasse
IMOREK (nachfolgend:
Imorek
) der Versicherten mit Schreiben vom 15. August 2014
mit, dass
das Leistungs
be
gehren
für
eine Kinderrente
der
Tochter
Y._
für die Zeit während ihres Repetenten-Kursbesuches von August 2013 bis Juni 2014 abgewiesen werde und die IV-Stelle eine entsprechende Verfügung erlasse. Ausserdem setzte sie ihr eine Frist bis zum 5. September 2014 zur Stellungnahme an (Urk. 9/106), welche die Ver
sicherte mit Schreiben vom
26. August 2014 erstattet (Urk.
9/108). Mit Schrei
ben
vom 8.
September 2014
gab die
Imorek
der Ver
si
cher
ten zudem Gelegen
heit, einen Nachweis für
die Bezugsberechtigung der
Kin
der
rente
, namentlich eine Ausbildungsbestätigung für die Tochter
Y._
insbe
sondere auch in Bezug auf die Zeit vom August bis Oktober 2012 zu erbringen und
Stellung dazu zu nehmen, weshalb die Tochter von August 2012 bis Juli 2013 Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen habe
.
Zudem kündigte sie an, dass die IV-Stelle ohne diesen Nachweis eine neue
Rückforde
rungsverfügung
erlassen werde (Urk. 9/110). Die Versicherte nahm hierzu mit Schreiben vom 29. September 2014
Stellung (Urk. 9/118).
Die
IV-Stelle verneinte daraufhin mit undatierter Verfügung
wie angekündigt
einen Anspruch auf die Kinderrente
für die Tochter
Y._
für die Zeit von August 2012 bis Juli 2013
und forderte die bereits ausgerichteten Leistun
gen für die Monate
August
bis Oktober 2012 im Gesamtbetrag von Fr. 1‘236.-- (3 x Fr. 412.--) zurück
(Urk. 2/2).
Mit zweiter, ebenfalls undatierter Verfügung ver
neinte sie
zudem
den Anspruch auf eine Kinderrente für die Tochter
Y._
für die Zeit
vom August 2013 bis Juni 2014 (Urk. 2/1).
2.
Dagegen erhob die Versicherte
mit Eingabe vom 18.
November 2014
Beschwerde und beantragte
, es seien die beiden undatierten Verfügungen der IV-Stelle betreffend Kinderrente aufzu
heben und es sei ihr für die Tochter
Y._
ab dem 1. August 2012 eine Kinderrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die
Be
schwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom 29. Januar 2015 a
uf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
In der Replik vom
2
0. April 2015
hielt die Beschwerdeführer
in an ihren Anträgen fest (Urk. 15
S. 2). Die
Beschwer
de
gegnerin
verzichtete mit Eingabe vom
27. Mai 2015
auf eine Duplik (Urk. 1
7
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Anfechtungs- und Streitgegenstand bildet der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Kinderrente für ihre erwachsene Tochter für die Zeit
von
Anfang
August 2012
bis Ende
Juni 2014 und
die Rückerstattungsforderung der Beschwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 1‘236.-- betreffend die Monate August bis Oktober 2012 (Urk. 1, Urk. 2
/1-2
). Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht über
steigt, fällt die Beurteilung der Be
schwerde in die einzelrichterliche Zustän
digkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben in Anwendung von Art. 35 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und
Hinter
lassen
enversicherung
beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente.
Anspruch auf eine Waisenrente haben nach Art. 25 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist. Der Anspruch auf die Waisenrente entsteht
gemäss
Art. 25 Abs. 4 AHVG am ersten Tag des dem Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats. Er erlischt mit der Vollendung des 18. Altersjahres oder mit dem Tod der Waise.
Für Kinder, die noch in Ausbildung sind, daue
rt der Rentenanspruch nach Art.
25 Abs. 5 AHVG bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum vollen
deten 25.
Altersjahr. Der Bundesrat kann festlegen, was als Ausbildung gilt.
Zweck der Bestimmung über den Anspruch auf Waisenrente während der Aus
bil
dung ist die Förderung der beruflichen Ausbildung (
Kieser
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Alters-
und
Hinterlas
senen
ver
sicherung
, 3.
Auflage 2012, Art. 25
Rz
5).
Das volljährige Kind eines invali
den Elternteils soll durch die Invalidität seines Vaters oder seiner Mutter in sei
nem beruflichen Wei
terkommen nicht behindert sein (BGE 139 V 122 E. 4.3)
2.2
2.2.1
Der Bundesrat hatte von seiner Kompetenz, festzulegen, was als Ausbildung gilt, ursprünglich keinen Gebrauch gemacht. Auf den 1. Januar 2011 hat er die
Ver
ordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
um die Art. 49
bis
und Art. 49
ter
ergänzt.
Grund für diese Ergänzung war
gemäss
den Erläuterungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) zu
den Än
de
run
gen der AHVV auf den 1.
Januar 2011
(nachfolgend: BSV-Erläuterungen)
die Zu
nahme un
klarer Fälle. Ange
sichts der vielfältigen Ausbildungswege der jun
gen Leute sei nicht mehr immer eindeutig, ob sie sich in Ausbildung be
fin
den oder nicht. Unter anderem solle durch den Erlass von Art. 49
bis
AHVV die Mög
lichkeit ge
nutzt werden, Brückenangebote wie Motivationssemester und
Vor
leh
ren
als Aus
bildung anzuerkennen (BGE 139 V 122 E. 3.2).
Bei der Aus
bil
dung im Sinne von Art.
49
bis
AHVV
könne es sich um eine erstmalige Aus
bil
dung, eine Weiter
bildung, eine Zusatz- oder eine Zweitausbildung handeln (BSV-Erläuterungen S. 7 ff. einsehbar unter
www.bsv.admin.ch/themen/ahv/
00016/
index.html?lang
=de
;
Wegleitung des
BSV
über die Renten in der
Eidge
-
nössischen
Alters-, Hinter
lassenen- und Inval
idenversicherung, RWL,
Rz
3358
).
2.2.2
Gemäss
Art. 49
bis
Abs. 1 AHVV ist ein Kind nunmehr in Ausbildung, wenn es sich auf der Grundlage eines
ordnungsgemässen
, rechtlich oder zumindest fak
tisch anerkannten Bildungsganges syste
matisch und zeitlich überwiegend ent
weder auf einen Berufsabschluss vor
be
reitet oder sich eine Allgemeinaus
bildung erwirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb verschiedener Berufe
(Abs. 1)
.
Als in Ausbildung gilt ein Kind auch, wenn es Brückenangebote wahr
nimmt wie Motivationssemester und Vorlehren sowie Au-pair- und
Sprach
aufenthalte
, sofern sie einen Anteil Schulu
nterricht enthalten (Abs. 2).
Nicht als in Aus
bil
dung gilt ein Kind, wenn es ein durchschnittliches monatliches
Er
werbsein
kommen
erzielt, das höher ist als die max
imale volle Altersrente der AHV
(Abs.
3).
Nach Art. 49
ter
AHVV ist m
it einem Berufs- oder Schulabschluss
die Ausbildung beendet (Abs. 1).
Die Ausbildung gilt auch als beendet, wenn sie abgebrochen oder unterbrochen wird oder wenn ein Anspruch a
uf eine Invalidenrente ent
steht (Abs. 2).
Nicht als U
nterbrechung im Sinne von Abs.
2 gelten die fol
gen
den Zeiten, sofern die Ausbildung unmittelbar danach fortgesetzt wird:
a.
üb
li
che unterrichtsfreie Zeiten und Ferien von längstens 4 Monaten;
b.
Mili
tär- oder Zivildienst von längstens 5
Monaten; c.
gesundheits- oder
schwanger
schaftsbe
dingte
Unterbrüche von längstens 12 Monaten.
2.2.3
Unter den Begriff der Ausbildung fallen
danach
ordentliche Lehrverhältnisse sowie Tätigkeiten zum Erwerb von Vorkenntnissen für ein Lehrverhältnis, aber auch Kurs- und Schulbesuche, wenn sie der berufsbezogenen Vorbereitung auf eine Ausbildung oder späteren Berufsausübung dienen. Bei Kurs- und Schul
be
suchen sind Art der Lehranstalt und Ausbildungsziel unerheblich, soweit diese im Rahmen eines ordnungsgemässen, (faktisch oder rechtlich) aner
kannten Lehrganges eine systematische Vorbereitung auf das jeweilige Ziel bieten. Danach gilt nur als Bestandteil der Ausbildung, wenn zwischen diesem und dem Berufsziel ein Zusammenhang besteht
(BGE 140 V 314 E. 3.2)
.
2.2.4
D
ie
systematische Vorbereitung
auf ein Ausbildungsziel im Sinne von Art. 49
bis
AHVV erfordert g
emäss
der
Wegleitung des
BSV
über die Renten in der
Eidge
-
nössischen
Alters-, Hinter
lassenen- und Inval
idenversicherung (RWL
), dass das Kind die Ausbildung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlicher Frist abschliessen zu können. Während der Ausbildung muss sich das Kind zeitlich überwiegend dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt nur dann als erfüllt, wenn der gesamte Ausbildungsaufwand (Lehre im Betrieb, Schul
unterricht, Vorlesungen, Kurse, Vor- und Nachbereitung,
Prüfungsvorbe
reitung
, Selbststudium, Verfassen einer Diplomarbeit, Fernstudium etc.) min
destens 20 Stunden pro Woche ausmacht
.
Der effektive Ausbildungsaufwand kann teilweise nur mittels Indizien, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit, eruiert werden. Dabei ist ins
besondere auch auf Auskünfte des Ausbildungsanbieters über die durch
schnitt
lich aufzuwendende Zeit für die je
weilige Ausbildung abzustellen
(RWL
Rz
3359
Stand 1.
Januar 2012
[identisch m
it der ab 1.
Januar 2013
und ab 1.
Januar 2014
gültigen Fassun
g
en
]
)
.
Wer wöchentlich nur eine geringe Anzahl
Kurslektionen besucht (zum Beispiel 4
Lektionen abends) und daneben zur Hauptsache arbeitet (ohne
Ausbildungs
charakter
) oder auch gar keinem Erwerb nachgeht, vermag den erforderlichen überwiegenden Ausbildungsaufwand nur schwer nachzuweisen
(RWL
Rz
3360 Stand 1. Januar 2012
[identisch m
it der ab 1.
Januar 2013
und ab 1. Januar 2014
gültigen Fassung
en])
.
RWL
Rz
33
60
nennt
das
folgende Beispiel: Eine bei der Abschlussprüfung ge
scheiterte
Lehrab
gän
gerin
, die im anschliessenden Jahr ledig
lich ein paar wenige
Repetitions
kurse
belegt, befindet sich nicht mehr in Aus
bildung, wenn es ihr nicht gelingt, einen überwiegenden Ausbildungsaufwand nachzuweisen
(vgl. auch BGE 140 V 314 E. 3.2)
.
2.2.5
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Ent
scheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zu
lassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von
Verwaltungs
w
ei
sungen
ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der recht
lichen Vor
gaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch in
terne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rech
nung getragen (
BGE
140 V 314 E. 3.3,
139 V 122
E.
3.3.4
,
je
mit Hin
weisen).
3.
3.1
In verfahrensrechtlicher Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, die Beschwerdegegnerin habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie sie vor Zustellung der beiden angefochtenen Verfügungen nicht kontaktiert und auch kein Vorbescheid erlassen habe. Einzig die Ausgleichskasse
Imorek
habe sie mit Schreiben vom 15. August und 8. September 2014 eingeladen, den Nachweis für einen überwiegenden Ausbildungsaufwand zu erbringen
,
beziehungs
weise eine Ausbildungsbestätigung einzureichen (Urk. 1 S. 4). Ausser
dem sei sie mit ihren Beweisanträgen, namentlich Zeugenaussagen, nicht gehört worden, was eben
falls ihren rechtlichen Gehörsanspruch verletzt
habe (Urk. 1 S. 7 f. und S. 11
f.). Beides führe zur
Aufhebung der Verfügungen (Urk.
15 S. 2 f.). Im Übrigen sei die Ausgleichskasse nicht Partei in diesem Ver
fahren, weshalb ihre Stellungnahme vom 21. Januar 2015 (Urk. 10
/1) aus dem Recht zu weisen sei
(Urk. 15 S. 3).
3.2
3.2.1
Die IV-Stelle hat gemäss Art. 57a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versi
cherung (IVG) der versicherten Person den vorge
sehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher ge
währten Leistung mittels Vorbescheid mitzuteilen (Satz 1).
Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 42 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG; Satz
2).
Die Parteien kön
nen inner
halb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum
Vorbescheid vor
brin
gen (Art. 73
ter
Abs. 1 der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV).
Gegenstand des
Vorbescheids sind nach Art. 73
bis
Abs. 1 IVV (in der seit dem 1. Januar 2012 gültigen Fassung) Fragen, die in den Aufgabenbereich gemäss Art. 57 Abs. 1
lit
. c-f IVG
(in der seit dem 1. Januar 2012 gültigen Fassung)
der IV-Stellen fallen. Dazu zählen
unter anderem
die Ab
klärung der
versicherungs
mässigen
Voraussetzungen (Art. 57 Abs. 1
lit
.
c IVG
, Art.
69 Abs. 1 IVV)
und die Bemessung der Invalidität (
Art. 57 Abs.
1
lit
.
f
IVG
)
. Nicht erfasst vom Gegenstand des
Vorbescheidverfahrens
sind e
contrario
Fragen, die in den Auf
gabenbereich gemäss Art. 57 Abs. 1
lit
. a, b, g, h und
i IVG fallen, insbeson
dere die Verfügungen über die Leistun
gen der Invalidenver
sicherung (
lit
. g). Sinn und Zweck des
Vorbescheidverfahrens
besteht darin, eine unkomplizierte Dis
kussion des Sachverhalts zu ermög
li
chen und dadurch die Akzeptanz des
Ent
-
scheids
bei den Versicherten zu ver
bessern
. Die Regelung von Art. 73
bis
Abs.
1 IVV ist gesetzesmässig
(
vgl.
zu Art. 73
bis
Abs. 1 IVV in der bis Ende 2011 gültig gewesenen Fas
sung: BGE 134 V 97
E. 2.1,
E. 2.7
und E. 2.9.1
).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
entscheidet die IV-Stelle mittels Verfügung, wobei sie sich darin mit den relevanten Einwänden der Parteien aus
einanderzusetzen hat (Art. 74 Abs. 1 und 2 IVV). Verfügungen der kanto
na
len IV-Stellen sind direkt beim Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle an
fechtbar (Art. 69 Abs. 1
lit
. a IVG).
3.2.
2
Das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV],
Art. 42 ATSG
), ist auch dann zu gewähren, w
enn kein
Vorbescheidverfahren
durchgeführt wer
den muss
(
BGE 134 V 97
E. 2.8
).
Der
Anspruch auf rechtliches Gehör
der
versi
cher
ten Person
im Sinne von Art. 42 ATSG (Art. 57a Abs. 1 Satz 2 IVG)
umfasst
das Recht
, vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent
scheids sich zur Sache zu äussern, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit er
heb
lichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn darauf abgestellt werden soll (BGE
121 V 150 E. 4a mit Hinweisen).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt daher grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Ent
schei
des. Vorbehalten sind rechtsprechungsgemäss diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht be
sonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann (vgl. BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen).
Eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs hat - auf Antrag oder von Amtes wegen - die Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsaktes und die Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung unter Wahrung der Verfah
rens
rechte der betroffenen Partei zur Folge. Davon kann nur ausnahmsweise abge
se
hen werden, wenn die Rechtsmittelinstanz in tatsächlicher und recht
li
cher Hinsicht über uneingeschränkte Kognition verfügt und wenn die
Rück
weisung
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge
rungen füh
ren würde, die mit dem der Anhörung gleichgestellten Interesse der Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 15. Januar 2010 E. 2.1-2).
3.2.3
Mit Urteil
vom 30. Juni 2014
im Verfahren Nr. IV.2012.01291 hat das hiesige Gericht die zwischen den Parteien strittige Sache betreffend den Anspruch auf eine Kinderrente für die Tochter der Beschwerdeführerin ab August 2012 und betreffend die Rückforderung der für die Monate
August
bis Oktober 2012 bereits ausgerichteten Leistun
gen von insgesamt Fr. 1‘236.-- zur Durchführung des
Vor
bescheidverfahrens
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (Urk. 9/99/6).
Das Urteil erwuchs in Rechtskraft. Auf die Frage, o
b
die IV-Stelle
in diesem Urteil
zu Unrecht zur Durch
füh
rung
eines
Vorbe
scheid
verfahrens
im Sinne von Art. 57a IVG angewiesen wurde, wie die Ausgleichskasse
Imorek
in ihrem Schreiben an die IV-Stelle vom 13. August 2014 festhielt (Urk. 9/105),
muss hier, wie sich aus dem Folgenden ergibt,
nicht weiter eingegangen wer
den.
Wie die Beschwerdeführerin zutreffend feststellte, war es in der Folge
zwar
nicht die IV-Stelle, welche die Beschwerdeführerin zur Stellungnahme zu den vorge
sehenen Entscheiden der IV-Stelle aufforderte, sondern die
Aus
gleichs
kasse
Imorek
(Schreiben vom 15. August und 8. September 2014, Urk. 9/106, Urk
.
9/110).
Aus den Schreiben ging
jedoch
klar hervor, dass die
Imorek
für die IV-Stelle zur Stellungnahme aufforderte und dass
und wie
die
vorgesehenen
Entscheide von der IV-Stelle erfolgen würden. Soweit die Be
schwerdeführerin darin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sieht, wäre eine solche auf jeden Fall als geheilt anzusehen, zumal sie ihr Anliegen in diesem Verfahren vor einem Gericht mit
in tatsächlicher und recht
li
cher Hinsicht uneingeschränkte
r
Kognition
vorbringen konnte.
D
ie erneute Rückweisung an die IV-Stelle würde
zudem
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge
run
gen füh
ren, die mit dem der Anhörung gleichgestellte
n
Interesse der Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der
Sache nicht zu vereinbaren wären.
3.3
Entgegen der Ansicht de
r Beschwerdeführerin
besteht sodann kein Grund, das Schreiben der Ausgleichskasse
Imorek
vom
21. Januar 2015 (Urk. 10/1)
aus dem Recht zu weisen. Die Beschwerdegegnerin hat eine Beschwerdeantwort einge
reicht und
darin
nebst eigenen Ausführungen auf dieses Schreiben verwiesen
(Urk. 8)
, was nicht unzulässig ist.
3.4
Das Vorbringen der Beschwerdeführerin
in der Replik
schliesslich, die
Aus
gleichs
kasse
habe bei der Weiterausrichtung der Kinderrente seit Studienbeginn von
Y._
an der
A._
(
Herbstsemester 2014
; Urk. 3/14
)
mit de
m
strittigen
Rück
forderungsbetrag
von Fr. 1‘236.-- verrechnet, was unzulässig sei, da die
Rücker
stattungs
verfügung
noch nicht rechtskräftig sei (Urk. 15 S. 3)
, betrifft nicht den Anfechtungsgegenstand
der angefochtenen Verfügungen
, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
4.
4.1
In materiell-rechtlicher Hinsicht stellte sich die
Beschwerdegegnerin in den ange
fochtenen Verfügungen auf den Standpunkt
, der
Lehrgang
der Tochter der Beschwerdeführerin
vom Typus „Kauf
frau mit eidg
enössischem
Fähigkeits
zeug
nis
und Berufsmatur“
h
abe vom 17. August 2009 bis 13.
Juli 2012 ge
dauert. Die Kinderrente sei
darüber hinaus bis Ende Oktober 2012 ausge
richtet worden, nachdem die Tochter
am 16.
Juli und 1. Ok
tober 2012 telefonisch mit
geteilt habe, dass sie
im September 2012 ein Studium beginne. Als keine ent
spre
chende Studienbestätigung zugestellt wor
den sei, sei die Leistung ein
gestellt worden. Zur Begründung einer Bezugsberechtigung einer Kinderrente für die Zeit von August 2012 bis Juli 2013 sei be
hauptet wor
den, dass
sich
die Tochter
im Selbststudium mit einer Dauer von wöchent
lich 21 Stunden auf die Wieder
holung der Prüfung im Sommer
(2013)
vor
be
reitet habe und dass sie wegen des grossen Lernaufwandes nicht
habe
arbeiten könne
n
.
Diese Tätigkeit könne indes nicht als Ausbildung aner
kannt werden, da kein Bildungsgang absolviert wor
den sei, es keine Bestätigung eines Ausbildungsanbieters über den Lern
auf
wand gebe, die Tochter
die Prüfung im Som
mer 2013 nicht
wie angekündigt wieder
holt habe und
das Er
fordernis des ob
jektiv zumut
baren Einsatzes, um die Aus
bildung in nützlicher Frist abzu
schlies
sen, völlig fehle. Zudem seien der Tochter von März bis Juli 2013 Tag
gelder der Arbeits
losen
versicherung
(ALV)
ausbe
zahlt worden,
weshalb sie somit gegen
über der ALV als
arbeits
ver
mittlungsfähig
gegolten habe (Urk. 2/2).
Bezüglich der Zeit von August 2013 bis Juni 2014
gehe aus der
Schulbestä
ti
gung
der
B._
hervor, dass der durchschnittliche wöchent
liche zeitliche
Ausbildungsa
ufwand
inklusive Selbststudium 10 Stun
den betrage
.
Die
Behauptungen der Tochter und die Aussagen von möglichen Zeu
gen vermöchten keinen überwiegenden Aus
bildungsaufwand von mehr als 20
Stun
den nachzuweisen. Für das
Wiederholen
der drei nicht bestandenen Fächer bis zum erfolgreichen Abschluss habe die Tochter zwei Jahre benötigt, weshalb das Erfordernis, die Ausbildung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz zu betreiben, um sie innert nützlicher Frist abzuschliessen,
damit nicht erfüllt
sei (Urk. 2/1).
4.2
Die Beschwerde
führerin
bringt dagegen vor,
ihre Tochter
Y._
habe ihre kauf
männische Lehre zur Kauffrau im Juli 2012 beendet, aber die
Berufs
matu
ritäts
schule
-(BMS-)Prüfungen nicht bestanden, weshalb ihr das Eidgenössische Berufsmaturitätszeugnis nicht erteilt worden sei.
Y._
habe stets das Ziel ge
habt, danach an der
A._
Wirtschaftsrecht zu studieren. Zulassungsbedingung dafür sei die
Berufs
ma
tu
rität
, was ein anerkannter Titel sei. Die nicht bestandenen BMS-Prüfungen habe
Y._
erst im Juni 2013 wiederholen können. Sie habe sich von Sommer 2012 bis Sommer 2013 ausschliesslich im Selbststudium nach einem detail
lier
ten Stundenplan wöchentlich während 21 Stunden auf diese
R
epetitions
prüfun
gen
vorbereitet.
Es sei nicht zulässig, die Kinderrente von einer Bestä
tigung eines Ausbildungsanbieters abhängi
g zu machen. Der Ausbildungsauf
wand könne
auch auf andere Weise beleg
t werden. Hierzu seien
Y._
, ihr Vater, ihr Bruder und sie selbst, die Beschwerdeführerin, als Zeugen/Auskunfts
personen genannt worden.
Die Behauptung,
Y._
habe die Prüfung im Sommer 2013 nicht wie ange
kündigt wiederholt, sei falsch. Nicht bestandene Maturitäts
prüfungen könnten frühestens nach einem Jahr wiederholt werden. Eine frühere Repetition sei nicht möglich gewesen. Leider habe sie die Repetitionsprüfungen
im Sommer 2013 nicht bestanden
. Di
es weil
sie von der Schulleitung der
C._
, wo sie ihre Ausbildung zur Kauffrau absolviert habe,
fäl
schlicherweise dahin
gehend orientiert worden sei, dass
bei Repetenten, die keine
Repetitions
kurse
ge
macht hätten,
die Erfahrungsnoten
ebenfalls
berück
sichtigen würden
.
Daher habe sie auf die Belegung der Repetitionskurse ver
zichtet und sich selb
ständig auf die Repetitionsprüfungen vorbereitet.
Zudem seien die Kurse an der
C._
teuer und sie habe erst später erfahren, dass diese Kurse an der
B._
unentgeltlich angeboten würden.
Die gegen die Noten des Berufsmaturitätsprüfung 2013 erhobene Einsprache sei von der
kan
tonalen Prü
fungskommission gutgeheissen worden
und
Y._
habe die Prüfungen im Juni 2014 noch
mals wiederholen können.
Hierzu habe
sie
wäh
rend fünf Stun
den pro Woche
die
Repetentenkurse
an der
B._
besucht und
mit zwei Schulkameradinnen regelmässig zwei- bis dreimal pro Woche nach dem Unterricht gemeinsam gelernt. Zusätzlich habe sie sich - soweit mit dem Unter
richt vereinbar - gemäss ihrem Stundenplan auf die Prüfungen vor
bereitet.
Bei dem in der Bescheinigung der
B._
an
gegebenen Auf
wand für das
Selbststudium von lediglich fünf Stunden pro Woche möge es sich um einen Durchschnittswert handeln. Tatsache aber sei, dass sich
Y._
inten
siver vorbereitet habe.
Ins
gesamt habe der Lern
-
aufwand auch in der Zeit August 2013 bis Juni 2014 durch
schnittlich min
destens 21 Stunden pro Woche betragen. D
ie Berufsmaturitätsprüfungen im Juni 2014
habe sie
bestanden.
Seit September 2014 studiere sie Wirtschaftsrecht an der
A._
. Dass die Wieder
ho
lung der Prüfungen zwei Jahre gedauert habe, sei nicht
ihr Verschulden
. Das Wiederholen von Prüfungen zähle zur
Ausbil
dungs
dauer
.
Die
Wiederholungs
zeit
könne
im Übrigen
auch
als
Über
brückungs
massnahme
im Sinne von RWL
Rz
3363 betrachtet werden. Damit sei d
er An
spruch auf die Kinderrente
nicht
erloschen, da sich
Y._
noch in Aus
bildung befunden habe
(Urk. 1 S.
5 ff.
)
.
4.3.
4.3.1
Es ist ausgewiesen, dass die Tochte
r der Beschwerde
füh
rerin
Y._
v
om 17.
August 2009 bis 14. Juli 2012 die Tageshandelsschule Typus „Kauffrau mit
eidg
. Fähigkeitszeugnis und Berufsmatur“ an der
C._
besuchte und
abschloss, jedoch
ihr
das eidgenössische
Berufsmaturitäts
zeug
nis
wegen vi
er ungenügenden Abschlussnoten in
Fran
zösisch, Mathema
tik, Geschichte und Staatslehre sowie
Finanz- und Rechnungs
wesen
nicht erteilt wurde (Urk. 9/62/14, Urk. 9/68/1). In der Bestätigung der
C._
vom 22. Oktober 2012 wurde zudem festgehalten, dass die Tochter die BMS im Sommer 2013 repetieren werde (Urk. 9/68/1).
Die Wiederholung der Prüfungen in den ge
nannten Fächern fand im Juni 201
3
statt (Urk. 3/12 S. 1, Urk. 9/75/10)
, worauf sich
Y._
unstrittig
ausschliesslich
im Selbststudium vorbereitete. Sie
erreichte
bei diesen vier Prüfungen
eine genügende Note
im Fach
Geschichte
und Staats
lehre sowie
je eine un
ge
nügende
Fachnote
im schulischen Teil in den drei übri
gen Fächern (Urk.
3/12).
Mit Beschluss
der Prüfungskommission
Kauf
män
nische Berufe Zürich vom 23. Septem
ber 2013
wurde die Einsprache
gegen das N
ichtbestehen der
Repetiti
onsprüfung
teilweise gutge
heissen
und es wurde
Y._
erlaubt, die
Berufsma
turitätsprüfung
in den drei nicht bestan
denen
Fächern
Fran
zösisch, Mathematik und Finanz- und Rech
nungs
wesen
im Juni 2014
zu wiederholen
. Die Prüfung im Fach Geschichte und Staatslehre musste sie nicht erneut ablegen
(Urk. 3/12)
. Weiter ist
mit der Bestätigung der
B._
vom 15.
August 2013 unstrittig
ausgewiesen, dass
Y._
dort
in den Fächern Mathematik, Finanz- und Rechnungswesen sowie Fran
zösisch von Mitte August
2013
bis Ende Mai 2014 am Montag und Dienstag jeweils von 15:45 bis 17:20 Uhr sowie am Mittwoch jeweils von 13:50 bis 15:30
Uhr
zur Vorbereitung auf die drei Wiederholungsprüfun
gen im Juni 2014
Repe
tentenkurse
besuchte
(Urk. 9/103/1
).
Ebenfalls belegt ist, dass sie die
Wie
derholungs
prüfungen im Juni 2014 bestanden hat und
in der Folge
das
Herbst
semester
2014 an der
A._
den Studiengang Bachelor-Studium Wirt
schaftsrecht in der Studien
form eines Teilzeitstudiums belegte (Urk. 3/14).
4.3.2
Der
Besuch der Tageshandelsschule Typus „Kauffrau mit
eidg
. Fähi
g
keitszeugnis und Berufsmatur“ an der
C._
erfüllte
bis zu den Abschlussprüfungen Mitte Juli 2012 (Urk. 9/68/1)
unstrittig
den Begriff der Ausbildung im Sinne von Art. 49
bis
Abs.
1 AHVV
.
Die von
Y._
im Juni 2013 und
im Juni
2014 abgelegten
Repe
titions
prüfungen
zur Berufsmatur als Aufnahmebedingung für den im Anschluss
daran
an
getretenen
Studiengang Bachelor-Studiengang Wirt
schafts
recht
an der
A._
sind
zwar
als Teil dieses
ordnungs
ge
mässen
, recht
lich aner
kannten Bildungsgang
es anzusehen.
Für
den Begriff der Ausbildung nach Art. 49
bis
Abs. 1 AHVV
muss jedoch
zusätz
lich
das
Krite
rium einer systema
tischen und zeitlich überwiegenden
Vorbe
rei
tung
auf den Erwerb der
Allge
mein
ausbildung
oder
auf
einen Berufs
abschluss
erfüllt sein
,
wie es in der RWL des BSV entsprechend den BSV-Erläu
terungen zur
Ver
ord
nungs
än
de
rung
2011 (S. 7 ff.) konkretisiert wurde (vgl. E. 2.2.4 hiervor)
.
In Bezug auf die Zeit von August 2013 bis Juni 2014 bescheinigte der
B._
vom 14. August 2014, dass nebst dem wöchent
lichen Schul
unter
richt von insgesamt fünf Stunden der durchschnittlich vorge
sehene wöchentliche Aufwand für das Selb
st
studium lediglich weitere fünf Stun
den betrug (Urk. 3/16).
Es wurde somit für die Vor
bereitung auf die in drei Fächern abzulegenden Wiederholungsprüfungen im Juni 2014 (Mathematik, Finanz- und Rechnungs
wesen sowie Fran
zösisch) ein Aus
bildungsaufwand von nur
10
Stunden pro Woche bescheinigt
, was nach der massgeblichen
Rz
3359 RWL
nicht
als zeitlich überwiegende Vorbereitung gilt, wo ein Ausbildungsaufwand von insgesamt mindestens 20 Stunden pro Woche gefordert wird.
Daraus kann
zudem auch
für die Zeit von August 2012 bis Mai 2013, welche der Vor
bereitung von vier Wieder
holungs
prüfungen
(Mathematik, Finanz- und Rech
nungs
wesen, Fran
zösisch und Geschichte inklusive Staatslehre)
gedient hatte, ge
schlossen werden, dass hierfür ebenfalls ein Ausbildungsaufwand von jedenfalls unter 20 Stunden pro Woche bescheinigt würde. Hinzu kommt in Bezug auf die Zeit von August 2012 bis Mai 2013, dass die Vorbe
reitung von vier Wiederholungsprüfungen
während fast eines Jahres aus
schliesslich mittels Selbst
studiums ohne Kursbesuche und/oder Gruppen
arbeit oder ähnliche
r
regelmässige
r
(
äussere
r
)
Struktur
gebung
nicht als syste
matische Vorbereitung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz, um sie innert nützlicher Frist ab
schlies
sen zu können, be
zeichnet werden kann
; dies gilt
mit Blick auf die zu fordernde
Effizienz der Vorbereitung im Rahmen eines objektiv zumutbaren Einsatzes
selbst dann,
wenn das Selbststudium nach einem selbst er
stellten Lernplan
erfolgte
, wie ihn die Be
schwerdeführerin
zu den ersten
BMS-Repetitions
prüfungen
im Juni 2013 mit insgesamt 21 Stun
den pro Woche
vorgelegt hatte
(
Urk.
9/62/15; vgl. auch neuere Fassung: Urk. 3/10
).
Das Vorliegen einer
Aus
bildung mit systematischer und zeitlich überwiegender Vor
bereitung ist für diese Zeit
daher
zu ver
neinen.
In der Zeit
bis zu den
Repetitionsprüfungen
im Juni 2014 b
esuchte
Y._
zur Vorbereitung der
drei BMS-
Repetitionsp
rüfungen
in
Mathematik, Finanz- und Rech
nungs
wesen sowie Fran
zösisch
zwar
wie erwähnt
drei
Repetentenkurs
e
an der
B._
. Auch
lernte
sie nach eigenen Angaben
im Anschluss an die Kurse zwei- bis dreimal pro Woche mit Schul
kameradinnen
. Dass
Y._
zum
für die Kurse
bescheinigten Aufwand
von 5
Stunden
plus 5
Stunden für das Selbst
studium (Urk. 3/16) min
destens weitere 10 Stunden für das Selbst
studium pro Woche aufwendete, ist
jedoch
nicht überwiegend wahr
scheinlich.
Denn s
elbst nach dem vorgelegten Plan
, welcher
für die Zeit ohne Kurse
bis Juni 2013 erstellt worden war (Urk.
17/2),
lag der Aufwand für die Vorbereitung der drei Fächer ohne Ge
schichte
bei
15
Stunden und damit unter 20 Stunden.
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Zeit von August 2013 bis Juni 2014 einen zeitlich überwiegenden Aufwand für die Prüfungsrepetition verneinte.
4.3.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, handelt es sich bei den Vorbe
reitungen auf die einzelnen BMS-Repetitionsprüfungen im Juni 2013 und Juni 2014 zudem nicht um Brückenangebote
im Sinne von Art. 49
bis
Abs. 2 AHVV, sondern um den Abschluss des ersten Teils eines anerkannten Bildungs
ganges. Sie kann daher aus Art. 49
bis
Abs. 2 AHVV nichts zu ihren Gunsten ableiten.
4.4
D
ie Beschwerdegegnerin
verneinte
mit den ange
foch
tenen undatierten Ver
fügun
gen
somit
zu Recht den Anspruch der Be
schwerde
führerin
auf eine
Kin
derrente
für die Tochter
Y._
für die Zeit von August 2012 bis Juni 2014 (Urk.
2/1-2).
An diesem Ergebnis vermögen sämt
liche weiteren Vorbringen de
r
Beschwerdeführer
in
nichts zu ändern.
Namentlich sind v
on weiteren Beweismassnahmen keine an
deren
entscheid
relevanten
Er
kenntnisse zu erwarten, weshalb
die Beschwerdeführerin davon absehen durfte und auch in diesem Verfahren
davon abzusehen ist. Eine Ver
letzung des recht
lichen Gehörs, welche
die
Beschwerde
führer
in
gel
tend macht (Urk. 1 S. 7 f.
und S. 11
), ist darin aufgrund der Zulässigkeit einer solchen anti
zipierten Beweiswürdigung (vgl. BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts I 613/02 vom 10. März 2003 E. 1.2) nicht zu erblicken.
5.
5.1
Nach
Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind
unrechtmässig
bezogene Leistungen zu
rück
zuerstatten.
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist
mass
ge
bend
(Art. 25 Abs. 2 ATSG)
.
5.2
Die Auszahlung der Kinderrente für die Monate
August bis Oktober 2012 im Betrag von insgesamt Fr. 1‘236.-- erfolgte
- wie hiervor ausgeführt - ohne Rechts
grundlage
. Dieser Betrag
wurde daher im Sinne von Art. 25 Abs. 1 ATSG
unrechtmässig
bezogen
. Die Beschwerdeführerin forderte
ihn daher
zu Recht zurück, zumal eine Verjährung der Rückforderung von Fr. 1‘236.-- (Urk. 2/2 S. 2) unstrittig nicht einge
treten ist, nachdem die erste
Rückfor
derungs
verfü
gung
bereits am 8. November 2012 erfolgt war (Urk. 9/60).
6.
Nach dem Gesagten
sind die angefochtenen Verfügungen (Urk. 2/1-2)
rechtens
. Die
Beschwerde
ist folglich
abzuweisen.