Decision ID: 4aa8dfa2-2714-4d9d-9196-f24b451db67c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, Frohburg
strasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 19_, füllte am 15. März 2012 ein Gesuch zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung aus. Sie beantragte namentlich Massnahmen für
die berufliche Wiedereingliederung und eine Rente. Sie sei aufgrund einer
Erschöpfungsdepression, Panikattacken und eines Eisenmangels seit ca. 12 Monaten
gesundheitlich beeinträchtigt. Vom 7. September bis 6. Oktober 2011 sei sie zu 100 %,
vom 6. Oktober 2011 bis zum 1. März 2012 zu 80 % und vom 2. bis 13. März 2012
wieder zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Bezüglich ihrer Erwerbstätigkeit führte die
Versicherte aus, dass sie mit einem Pensum von je 10 % als Pflegehelferin für die Z._
und als Fusspflegerin arbeite (IV-act. 1). Die Versicherte reichte das Anmeldeformular
am 16. März 2012 direkt beim Schalter der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen ein. Beim Schaltergespräch teilte sie der Sachbearbeiterin mit, dass sie vor
ihrer Tätigkeit bei der Z._ jeweils Anstellungen im Umfang von 50-60 %
nachgegangen sei. Wenn es ihr Gesundheitszustand zulassen würde, würde sie wieder
ein solches Pensum absolvieren. Grundsätzlich sei sie an beruflichen
Eingliederungsmassnahmen interessiert (IV-act. 6).
A.b Am 3. April 2012 fand ein Telefongespräch zwischen Dr. med. B._, RAD
Ostschweiz (nachfolgend: RAD-Arzt), und Dr. med. C._, Eidg. Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, statt (IV-act. 26). Dr. C._ gab an, dass sich die
Versicherte seit dem 17. Januar 2012 bei ihr in ambulanter Behandlung befinde. Die
Psychotherapie finde alle ein bis drei Wochen statt. Die Versicherte leide an
Anpassungsstörungen mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10
F43.23) und an einer Panikstörung (vereinzelte Panikattacken, ICD-10 F41.0). Diese
Erkrankungen beeinträchtigten die Arbeitsfähigkeit. Dr. C._ führte weiter aus, dass
sie der Versicherten eine Medikation mit Cipralex und Lyrica empfohlen habe. Die
Versicherte habe aber bis anhin auf die Einnahme pflanzlicher Präparate bestanden;
aktuell nehme sie ein Johanneskrautpräparat ein. Die Versicherte sei aus
psychiatrischer Sicht seit dem 16. März 2012 ausgehend von einem Vollpensum zu 50
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% arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit sei bei gutem Verlauf schrittweise steigerbar.
Aktuell bestünden noch eine Müdigkeit mit rascher Erschöpfung, vereinzelte
Panikattacken und eine reduzierte Ausdauer. Dr. C._ wies zudem darauf hin, dass die
Versicherte ihr gegenüber erklärt habe, dass am Arbeitsplatz eine "mobbingähnliche"
Situation bestehe. Gründe, die gegen einen sofortigen Beginn der Wiedereingliederung
sprächen, lägen keine vor. Die Prognose, dass die Versicherte zukünftig wieder die
volle (ursprüngliche) Arbeitsfähigkeit erreichen werde, sei günstig. Dr. C._ reichte das
unterzeichnete Gesprächsprotokoll am 30. April 2012 ein. Sie ergänzte es insoweit, als
sie eine chronische Müdigkeit und eine depressive Störung (mittelgradige Episode) als
Differentialdiagnosen angab. Im Begleitschreiben informierte sie darüber, dass sich der
psychische Zustand der Versicherten seit dem 16. April 2012 deutlich verschlechtert
habe und dass sie die Versicherte in der Klinik Teufen angemeldet habe. Die
Versicherte sei vom 16. bis 30. April 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.
A.c Bereits am 13. April 2012 fand ein Triagegespräch zwischen der zuständigen
Sachbearbeiterin der IV-Stelle, dem RAD-Arzt und der Eingliederungsverantwortlichen
statt (IV-act. 21). Dabei wurde beschlossen, die Eingliederungsverantwortliche mit einer
Frühintervention zu beauftragen.
A.d Am 30. April 2012 ging bei der IV-Stelle der durch die Z._ ausgefüllte, nicht
unterzeichnete Fragebogen für Arbeitgebende ein (IV-act. 25). Dem Fragebogen ist zu
entnehmen, dass die Versicherte seit dem 1. Februar 2009 bei der Z._ angestellt war.
Die Z._ gab an, sie habe das Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2012 aufgelöst, da die
Versicherte aus psychologischen Gründen die Betreuung und Grundpflege von Kunden
nicht mehr ausführen könne. Im Betrieb bestünden keine
Umplatzierungsmöglichkeiten. Die Versicherte habe bis am 7. September 2011 für die
Z._ gearbeitet. Ihr Stundenlohn habe Fr. 20.20 (inkl. Ferienentschädigung) betragen.
A.e Am 14. Mai 2012 fand zwischen Dr. C._ und dem RAD-Arzt ein Kurztelefonat
statt (IV-act. 35). Dr. C._ informierte, dass die Versicherte seit dem 16. April bis zum
18. Mai 2012 100 % arbeitsunfähig sei. Sie habe die Versicherte in der Klinik D._ für
einen ca. vierwöchigen stationären Aufenthalt angemeldet. Die Versicherte beklage
eine ausgeprägte Müdigkeit, zeige sich nicht motiviert und verweigere die Einnahme
jeglicher Antidepressiva mit der Begründung, dass sie auf alle allergisch reagiere. Dr.
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C._ gab an, dass sie klinisch bisher jedoch noch keine Anzeichen für eine allergische
Reaktion habe erkennen können. Die Versicherte habe auch das
Johanneskrautpräparat mit der gleichen Begründung abgesetzt. Am darauffolgenden
Tag fand ein weiteres Gespräch zwischen Dr. C._ und dem RAD-Arzt statt (IV-act.
35). Dr. C._ erklärte, dass die Versicherte es ablehne, in die Klinik D._ zu gehen.
Sie wolle lieber in die Klinik E._ gehen. Es sei allerdings fraglich, ob die Kosten für
eine ausserkantonale Behandlung übernommen würden. Die Versicherte sei aus
psychiatrischer Sicht seit dem 19. Mai 2012 mindestens noch zu 50 % arbeitsunfähig.
Sie habe inzwischen die Stelle im Altersheim gekündigt. Dr. C._ betonte, dass die
Behandlung nicht vorankomme, da die Versicherte Behandlungsoptionen ablehne.
A.f Am 6. Juni 2012 schrieb Dr. C._ die Versicherte vom 19. bis zum 22. Mai 2012
zu 50 % arbeitsunfähig (IV-act. 31). Am 23. Juli 2012 attestierte med. pract. F._,
Assistenzärztin im Ambulatorium der Psychiatrischen Klinik G._, der Versicherten
vom 23. bis 31. Juli 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (IV-act. 33).
A.g Am 12. Juni 2012 fand ein Assessmentgespräch zwischen der Eingliederungsver
antwortlichen und der Versicherten statt (IV-act. 45). Die Versicherte berichtete, dass
die Krankheit während der Ehe ausgebrochen sei. Sie sei von ihrem Ehemann ge
schlagen, "geplagt" und massiv unter Druck gesetzt worden. Sie sei immer das aus
gleichende Glied zwischen ihrem Ehemann und ihrem Sohn gewesen. Ihr Befinden
habe sich aber nach dem Auszug des Sohnes nicht sonderlich verbessert. Auch nach
der Scheidung im Jahr 2009 sei es ihr nicht besser gegangen. Vor ca. einem Jahr
sei es dann schlimmer geworden. Sie habe Blockaden gehabt, begleitet von Magen
krämpfen, Durchfall, Schwindel und Atemnot. In der Nacht sei sie aufgewacht, weil sie
keine Luft mehr bekommen habe. Seit sie nicht mehr im Altersheim arbeite, gehe es ihr
besser. Sie könne unter Druck nicht funktionieren, sei sehr lärmempfindlich und halte
Menschenansammlungen nicht aus. Sie halte den Druck höchstens bis zum Mittag aus.
In der Pflege habe sie daher nicht mehr arbeiten können. Sie gehe ca. alle zwei
Wochen bei Dr. C._ in die Psychotherapie. Sie habe jedoch das Gefühl, dass sie dort
nicht weiter komme. Deshalb wolle sie die Therapeutin wechseln. Die Versicherte führte
weiter aus, dass sie bei einem "Anfall" Temesta nehme, obwohl sie Probleme mit
diesem Medikament habe. Ansonsten nehme sie ‒ trotz allergischer Reaktionen auf
Korbblütler ‒ Mittel auf Johanniskraut-Basis. Dr. C._ traue sich nicht, ihr ein anderes
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Medikament zu geben; die Medikamente müssten in der Klinik eingestellt werden. Seit
der Heirat habe sie nie zu mehr als 50 % gearbeitet. Sie sei als Bürokraft, Verkäuferin,
Lagermitarbeiterin und Pflegehelferin tätig gewesen. Zuletzt sei sie bei der Spitex in
einem 60 %-Pensum angestellt gewesen. Nachdem sie im März 2011 ausgesteuert
und auf die Sozialhilfe angewiesen gewesen sei, habe sie sich als Fusspflegerin
selbständig gemacht. Sie gehe dieser Tätigkeit mit einem Pensum von 10 % nach. Die
Versicherte gab schliesslich noch an, dass sie gerne wieder zu 50 % arbeitstätig wäre,
wenn es die Gesundheit zulassen würde. Eine neue Arbeitsstelle müsste aber ruhig und
stressfrei sein und ihr Knie nicht zu sehr belasten.
A.h Am 6. August 2012 fand zwischen der IV-Sachbearbeiterin, dem RAD-Arzt und der
Eingliederungsverantwortlichen ein Assessmentgespräch statt (IV-act. 34). Im Protokoll
wurde festgehalten, dass die Versicherte zu 60 % als Erwerbstätige und zu 40 % als
Hausfrau zu qualifizieren sei. Sie sei aus medizinischer Sicht in ihrer angestammten
Tätigkeit bei einem Pensum von 100 % zu 50 % arbeitsfähig. In einer adaptierten
Tätigkeit wäre sie bei einem Pensum von 60 % zu 100 % arbeitsfähig.
A.i Am 6. August bzw. 3. September 2012 bescheinigte med. pract. F._ der Ver
sicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die Monate August und September
2012 (IV-act. 36 f.).
A.j Am 9. Oktober 2012 reichten Dr. med. H._, Oberarzt, Leiter Ambulatorium G._,
und med. pract. F._ den angeforderten Arztbericht ein (IV-act. 39). Als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie eine rezidivierende depressive Störung
(gegenwärtig mittelgradige Episode: mit somatischem Syndrom; ICD-10 F33.11) und
eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1; nachfolgend: PTBS) an. Die
Störungen bestünden anamnestisch seit der Geburt des Sohnes im Jahr 1987. Die
Versicherte sei seit dem 16. Juli 2012 im Ambulatorium in Behandlung. In der
Anamnese ist festgehalten worden, dass die Versicherte in der Kinder- und Jugendzeit
gewalthafte sexuelle Übergriffe erlebt habe, diese aber noch nicht näher beschreiben
könne. Die Ausbildung zur Laborassistentin habe sie nach Übergriffen durch den
Vorgesetzten abgebrochen. Bis zur Geburt des Sohnes im Jahr 1987 habe sie als
Bürogehilfin gearbeitet. Im selben Jahr habe sie den Vater des Kindes geheiratet; 2006
sei es zur Trennung gekommen. Lange Zeit sei sie Mutter und Hausfrau gewesen, dann
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habe sie zusätzlich in Teilzeit an verschiedenen Arbeitsstellen gearbeitet (Bürogehilfin,
an der Tankstelle, in der Lebensberatung, als Fusspflegerin, als Pflegehelferin). Über
lange Zeit habe sie schwere Gewalt in der Ehe erlebt. Laut Krankheitsanamnese
bestünden bei der Versicherten von Kindheit an schwere Traumatisierungen.
Anamnestisch seit 1987 habe sie immer wiederkehrende depressive Phasen. 1990 und
2011 sei sie je ca. 6 Monate lang wegen einer Depression ambulant behandelt worden.
Von Januar bis Juli 2012 sei sie bei Dr. C._ in Behandlung gewesen. Unter dem
Stichwort Prognose hielten Dr. H._ und med. pract. F._ fest, dass die Versicherte
unter einer chronischen psychiatrischen Erkrankung leide. Ihr Zustand sei aktuell
deutlich beeinträchtigt. Sie könne zurzeit keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Im
Vordergrund stehe derzeit die Stabilisierung des Zustandes. Die Versicherte zeige sich
therapiemotiviert und stehe unter Leidensdruck. Sie nehme regelmässig an einer
Kunsttherapie teil und habe mittlerweile in einen Tagesrhythmus hineinfinden können.
Da die Versicherte gut mitarbeite, sei die Prognose langfristig gesehen eher gut. Es sei
aber davon auszugehen, dass der Prozess bis zur Wiederaufnahme einer beruflichen
Tätigkeit langwierig sein werde. Bezüglich der gegenwärtigen Behandlung ist dem
Bericht zu entnehmen, dass sich die Versicherte bei med. pract. F._ in integrierter
psychiatrischer Behandlung befinde. In zweiwöchentlichem Abstand würden
therapeutische Gespräche durchgeführt. Eine Medikation finde zurzeit nicht statt. Die
Versicherte sei seit dem 16. Juli 2012 bis heute als Fusspflegerin 100 % arbeitsunfähig.
Bezüglich der gesundheitlich bedingten Einschränkungen in der bisherigen Tätigkeit
gaben Dr. H._ und med. pract. F._ an, dass die Versicherte stark in ihrer
Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Es bestehe eine ausgeprägte
Affektlabilität mit Insuffizienzgefühlen, stark reduzierten Vitalgefühlen und einer
Energielosigkeit mit rascher Erschöpfbarkeit, Ängsten und einer triggerausgelösten
Hyperarousal. Das Konzentrationsvermögen der Versicherten sei mittelgradig und die
Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien stark eingeschränkt. Unter der aktuellen
Behandlung sei davon auszugehen, dass langfristig eine berufliche
Wiedereingliederung möglich sei. Die Angaben würden seit der ambulanten
Behandlung am 16. Juli 2012 gelten.
A.k Für die Monate Oktober 2012, Januar und Februar 2013 attestierte med. pract.
F._ der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % (IV-act. 41 und 43 f.).
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A.l Am 18. März 2013 fand ein Standortgespräch zwischen der Versicherten, der
Eingliederungsverantwortlichen, dem Sozialarbeiter des Sozialdienstes des
Ambulatoriums G._, einer Vertreterin des Sozialamtes H._ sowie med. pract. F._
statt (IV-act. 46). Letztere hielt im Protokoll fest, dass die Versicherte aktuell zu 80 %
arbeitsunfähig sei. Es sei davon auszugehen, dass in den nächsten Wochen bis
Monaten die Arbeitsunfähigkeit auf 50 % reduziert werden könne. Die Voraussetzungen
für eine Wiedereingliederung seien deshalb nicht erfüllt. Der Aufbau und die
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit stünden bei der Behandlung der Versicherten im
Vordergrund. In der Folge wurde der Versicherten am 25. März 2013 mitgeteilt, dass
sie keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 48).
A.m Am 23. April 2013 reichte die Versicherte den Fragebogen zur Rentenabklärung ein
(IV-act. 49). Sie gab darin an, zurzeit 10 Stunden pro Woche erwerbstätig zu sein. Seit
September 2008 arbeite sie aus gesundheitlichen Gründen 14 Stunden weniger pro
Woche. Die Versicherte führte weiter aus, dass sie ohne Behinderung wegen der
Scheidung seit Ende 2009, spätestens aber seit dem Ende der nachehelichen Unter
haltspflicht im Oktober 2012, zu 100 % als Fusspflegerin oder bei der Spitex
arbeitstätig wäre.
A.n Am 13. Juni 2013 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt (IV-act. 53). In Bezug
auf ihre körperlichen Beeinträchtigungen gab die Versicherte an, am ganzen Körper an
Rheuma zu leiden. Seit einer Meniskus-Operation im Jahr 2000 habe sie zudem
Arthrose im Knie. Bezüglich ihres psychischen Zustandes führte sie an, dass sie für die
Aufarbeitung von 23 Jahren Zeit benötige. Inzwischen sei aber eine Stabilität
eingetreten. Eigentlich sei sie schon länger krank, habe dies aber nie gemeldet. Von
Januar bis November 2008 habe sie bei der Spitex als Pflegerin und Haushalthilfe mit
einem Pensum von 60 % gearbeitet. Am 7. September 2011 habe sie die Tätigkeit als
Fusspflegerin aufgegeben. Die Haushaltabklärung ergab keine Einschränkung der
Versicherten bei der Erledigung der Haushaltarbeiten. Die Sachbearbeiterin der IV-
Stelle hielt im Protokoll fest, dass an der vom RAD festgestellten Arbeitsfähigkeit von
60 % in einer adaptierten Tätigkeit festzuhalten sei. Die Versicherte habe geltend
gemacht, dass sie aufgrund des Wegfallens der nachehelichen Unterhaltsleistungen
ohne Behinderung eine vollzeitige Arbeitstätigkeit ausüben würde. Dies sei ihres
Erachtens bei der Bemessung des Valideneinkommens zu berücksichtigen. Aufgrund
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der Beschilderungen des Parkplatzes und der Hausfassade und aufgrund des
eingerichteten Studios in der Wohnung sei jedoch davon auszugehen, dass die
Versicherte weiterhin als Fusspflegerin tätig sein werde. Da sie mit dieser Tätigkeit zum
jetzigen Zeitpunkt keinen relevanten Verdienst erziele, müsse davon ausgegangen
werden, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 80 % als
Pflegehelferin arbeiten würde. Weiter sei beim Invalideneinkommen der
Minderverdienst zu berücksichtigen. Am 24. Juni 2013 sandte die Versicherte das
Protokoll unterzeichnet und mit den nachfolgenden Korrekturen versehen zurück: Beim
Valideneinkommen sei nicht lediglich eine Erwerbstätigkeit von 80 %, sondern eine
solche von 100 % zu berücksichtigen. Zur Begründung führte sie an, dass sie
spätestens seit dem Wegfall der Unterhaltspflicht des geschiedenen Ehemannes aus
ökonomischen Gründen gezwungen gewesen wäre, einer Vollerwerbstätigkeit
nachzugehen. Mit einem Teilzeitpensum als Fusspflegerin oder Pflegehelferin könnte
sie nicht einmal das erweiterte betreibungsrechtliche Existenzminimum von monatlich
mind. Fr. 3'000.-- decken. Schliesslich gab die Versicherte noch an, dass die
Reduktion der Erwerbstätigkeit im September 2008 die Folge eines Unfalls gewesen
sei. Die psychischen Einschränkungen bestünden schon sehr viel länger und erklärten
ihre Teilzeitpensen.
B.
B.a Mit einem Vorbescheid vom 10. Juli 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass die Ablehnung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 57). Die Abklärungen
hätten ergeben, dass bei der Versicherten aus medizinischer Sicht für adaptierte
Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe. Da die Versicherte bisher nie einer
vollen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, könne sie nicht als Vollzeiterwerbstätige
eingestuft werden. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage werde sie aber zu 80 % als
Erwerbstätige und zu 20 % als im Haushalt tätige Person qualifiziert. Bei der Erledigung
der Haushaltarbeiten sei sie gesundheitlich nicht eingeschränkt. In der Erwerbstätigkeit
sei medizinisch eine Arbeitsfähigkeit von 60 % ausgewiesen. Das Valideneinkommen
der Versicherten betrage Fr. 31'119.-- und ihr Invalideneinkommen Fr. 19'605.--. Dies
ergebe einen Invaliditätsgrad von 30 %. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, habe
die Versicherte keinen Rentenanspruch.
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B.b Am 10. September 2013 liess die Versicherte gegen den Vorbescheid einen Ein
wand erheben (IV-act. 64). Sie liess beantragen, dass der Vorbescheid aufzuheben und
sie bei der Invaliditätsbemessung als Vollerwerbstätige zu qualifizieren sei. Ihre
Vertreterin brachte vor, dass die Versicherte im Fragebogen vom 23. April 2013 sowie
in der Korrektur zum Haushaltabklärungsbericht angegeben habe, dass sie 100 % er
werbstätig wäre, wenn sie nicht unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden
würde. Zwar habe die Versicherte beim Assessmentgespräch im August 2012 (richtig:
12. Juni 2012) gesagt, dass sie gerne 50 % arbeiten würde. Diese Aussage habe sich
aber auf den Status als Kranke und nicht als Gesunde bezogen. Es sei nicht korrekt,
dass die Versicherte mit der Begründung, sie habe als Selbständigerwerbende keinen
relevanten Verdienst erwirtschaftet, zu 80 % als Erwerbstätige und zu 20 % als im
Aufgabenbereich tätige Person eingestuft worden sei. Ob die Versicherte als
selbständig Erwerbstätige einen Gewinn erzielt habe, sei nicht massgebend;
massgebend seien die Einschränkungen in der selbständigen Tätigkeit. Korrekterweise
müsste daher eine Betriebsabklärung durchgeführt werden.
B.c Mit Verfügung vom 26. September 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus
den im Vorbescheid genannten Gründen ab (act. G 1.2). Zum Einwand führte sie aus,
dass der Versicherten auch dann kein Rentenanspruch zustehen würde, wenn sie als
Vollerwerbstätige qualifiziert würde. Als vollerwerbstätige Pflegehelferin könnte sie ein
Jahreseinkommen von Fr. 38'899.-- erzielen; bei einer Arbeitsfähigkeit von 60 % in
einer adaptierten Tätigkeit ein solches von Fr. 24'506.-- (LSE Fr. 53'255.-- abzgl.
Minderverdienst = Fr. 40'844.--, davon 60 %). Dies ergäbe einen Invaliditätsgrad von
37 %, der keinen Rentenanspruch begründen würde.
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der inzwischen anwaltlich vertretenen
Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhobene Beschwerde vom 28.
Oktober 2013 (act. G 1) mit den Anträgen, die Verfügung vom 26. September 2013 sei
aufzuheben und die Angelegenheit zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; zudem sei ihr die unentgeltliche
Rechtspflege inkl. Rechtsverbeiständung zu bewilligen bzw. eine Parteientschädigung
zuzusprechen. Der Rechtsvertreter erklärte, es sei falsch, die Tätigkeit im Bereich der
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Fusspflege und Massage ohne weitere Überprüfung mit einer Haushaltstätigkeit zu
vergleichen. Die Beschwerdegegnerin hätte mindestens eine Invaliditätsabklärung für
Selbständigerwerbende durchführen und eine Invaliditätsbemessung vornehmen
müssen. Die Beschwerdegegnerin habe sich einfach auf den Standpunkt gestellt, dass
die Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt/selbständige Erwerbstätigkeit nicht
eingeschränkt sei. In dieser Hinsicht sei die Invaliditätsbemessung unvollständig und
fehlerhaft. Weiter habe die Beschwerdegegnerin nicht geprüft, ob die
Beschwerdeführerin ohne die Behinderung heute einer unselbständigen
Vollerwerbstätigkeit nachgehen würde. Die Beschwerdeführerin habe glaubhaft
dargelegt, dass sie aufgrund der Scheidung und des Auslaufens der Unterhaltsbeiträge
auf ein Erwerbseinkommen von 100 % angewiesen wäre. Wäre die
Beschwerdeführerin gesund, hätte sie sich überlegen müssen, ob sie die bisher nicht
oder noch nicht lukrative selbständige Tätigkeit stark reduzieren oder ganz aufgeben
sollte. Aufgrund der finanziellen Notwendigkeit sei ausgewiesen, dass die
Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit eine Erwerbstätigkeit von 100 % ausüben
würde. Wäre dies bei der Bemessung des Valideneinkommens berücksichtigt worden,
hätte sich bereits ein Invaliditätsgrad von über 40 % ergeben. Da die
Beschwerdeführerin schon seit Jahren gesundheitsbedingt eingeschränkt sei, hätte
zudem davon ausgegangen werden müssen, dass sie ohne ihre gesundheitlichen Be
schwerden vermutungsweise eine besser bezahlte Stelle hätte annehmen können. Für
die Eruierung des Valideneinkommens könne deshalb nicht das zuletzt erzielte
Einkommen als Spitex-Mitarbeiterin herangezogen werden, sondern es müsse auf ein
Tabellenlohneinkommen abgestellt werden.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2013 (act. G 3) hielt die
Beschwerdegegnerin fest, med. pract. F._ habe bei der Beschwerdeführerin eine
PTBS diagnostiziert. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung werde eine
PTBS nur als leistungsbegründend anerkannt, wenn sie mit einer Latenz von wenigen
Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder
katastrophenartigem Ausmass auftrete, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung
hervorrufen würde. Hinsichtlich einer Traumatisierung erwähne der Bericht von med.
pract. F._ (IV-act. 39) einzig, dass die Beschwerdeführerin in der Kinder- und
Jugendzeit von sexuellen Übergriffen betroffen gewesen sei. Zwischen dem erwähnten
sexuellen Missbrauch in der Kindheit/Jugend und der psychischen Dekompensation
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liege bei der 50-jährigen Beschwerdeführerin eine lange Zeitspanne, während der sie
einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, geheiratet und einen Sohn geboren und
erzogen habe. Offensichtlich habe die Assistenzärztin bei der Diagnosestellung in
erster Linie auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt. In
rechtlicher Hinsicht sei in Anbetracht der sehr langen Zeitspanne zwischen Trauma und
psychischer Dekompensation das Vorhandensein einer zu Arbeitsunfähigkeit führenden
Belastungsstörung nicht als überwiegend wahrscheinlich zu beweisen. Die Folgen der
Beweislosigkeit würden sich zu Lasten der Beschwerdeführerin auswirken. Was die
zusätzlich zur PTBS gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom anbelange, könne
angesichts der lediglich alle zwei Wochen stattfindenden Therapiegespräche nicht von
einer konsequenten ambulanten Behandlung gesprochen werden. Weiter habe sich die
Beschwerdeführerin bisher unter dem Vorwand einer angeblich allergischen Reaktion
geweigert, sich einer medikamentösen Therapie mit Antidepressiva zu unterziehen.
Daraus könne geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin die depressive
Störung offenbar nicht als besonders schwer erlebe und die psychische
Beeinträchtigung keinen invalidisierenden Charakter aufweise. Dem Umstand, dass
fachärztlicherseits nicht bloss eine depressive Episode, sondern eine mittelschwere
depressive Störung diagnostiziert worden sei, komme keine entscheidende Bedeutung
zu. Denn eine depressive Episode unterscheide sich von einer depressiven Störung
hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere der
Erkrankung. Leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven
Formenkreis seien therapierbar. Es sei nicht ersichtlich, warum es sich bei der
Beschwerdeführerin anders verhalten sollte. Bei objektiver Betrachtung stehe daher
fest, dass mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens kein Rentenanspruch
bestehe. Die Durchführung eines Einkommensvergleichs erübrige sich daher. Im
Ergebnis sei die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden.
C.c Am 17. Dezember 2013 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 4).
C.d In der Replik vom 3. Februar 2014 (act. G 6) führte der Rechtsvertreter an, dass
die relevanten Angaben und Dokumente, welche für eine Qualifikation der
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Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige sprächen, in der Beschwerdeantwort mit
keinem Wort erwähnt worden seien. Weiter könne - wie bereits in der
Beschwerdeschrift erläutert - die Methodenwahl nicht offen bleiben, da bei korrekter
Anwendung der LSE-Tabellen beim Abstellen auf den Einkommensvergleich ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiere. Die Beschwerdegegnerin habe bisher
eine invalidisierende Krankheit anerkannt. Selbst in der angefochtenen Verfügung sei
sie in einer adaptierten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % ausgegangen.
Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin habe sich nur mit dem Bericht der
Psychiatrischen Klinik G._ vom 9. Oktober 2012 beschäftigt und sich nicht mit den
IV-eigenen Akten auseinandergesetzt. Die Diagnosen der bisherigen Berichte wie
Anpassungsstörungen mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen oder auch die
Panikstörung seien nicht abgehandelt worden. Die Beschwerdegegnerin habe im
Feststellungsblatt vom 2. Juli 2013 festgehalten, dass gemäss RAD für adaptierte
Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe. Zu diesem Zeitpunkt habe die
Diagnose der PTBS noch gar nicht vorgelegen. Folglich habe der RAD die PTBS auch
nicht beurteilen können. Die neue Diagnose sei aus rechtlicher Sicht
anerkanntermassen als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
betrachten. Es müsse jedoch beachtet werden, dass sich das Bundesgericht in der
neueren Rechtsprechung nicht mehr gleich deutlich zum "Erfordernis der Latenz" ge
äussert habe. Weiter müsse bezweifelt werden, dass die neue Diagnose der rezidi
vierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem
Syndrom, keinen zusätzlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Der RAD-Arzt
habe sich mit dieser neu gestellten Diagnose gar nicht weiter auseinandergesetzt. Im
Übrigen könne bei einer regelmässigen Behandlung mit einem Intervall von 14 Tagen
durchaus von einer konsequenten ambulaten Behandlung gesprochen werden.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) Versicherte, die ihre
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Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind. Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG)
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.3 Die Feststellung des Gesundheitsschadens, das heisst die Befunderhebung und
die gestützt darauf gestellte Diagnose, aber auch die Prognose und die Ätiologie, die
durch den festgestellten Gesundheitsschaden verursachte Arbeitsunfähigkeit sowie
das noch vorhandene funktionelle Leistungsvermögen oder das Vorhandensein und die
Verfügbarkeit von Ressourcen sind Tatfragen (BGE 132 V 398 E 3.2), deren
Beantwortung entsprechendes Fachwissen voraussetzt. Im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) hat die IV-Stelle daher in aller Regel
ärztliche Sachverständige zur Beantwortung dieser Fragen beizuziehen (vgl. Art. 43
Abs. 2 ATSG und Art. 69 Abs. 2 IVV), so etwa jene des IV-internen regionalen ärztlichen
Dienstes (RAD; vgl. Art. 49 Abs. 1 IVV) oder solche einer MEDAS. Aufgabe der IV-Stelle
und des Versicherungsgerichts ist es, diese Tatsachen rechtlich zu würdigen, das
heisst zu beurteilen, ob die ärztlichen Aussagen und Schätzungen die zuverlässige
Beurteilung des Leistungsanspruchs erlauben und, falls dies der Fall ist, gestützt auf
diese Feststellungen sowie die Feststellungen zu den beiden Vergleichseinkommen
den Invaliditätsgrad zu bemessen (vgl. BGE 132 V 398 f. E. 3.2 f.).
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2.
2.1 In medizinischer Hinsicht liegen die Berichte von Dr. C._ und med. pract. F._
(und Dr. H._) im Recht. Dr. C._ hat bei der Beschwerdeführerin Anpassungs
störungen mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen und eine Panikstörung
(vereinzelte Panikattacken) diagnostiziert. Später hat sie als Differentialdiagnosen eine
chronische Müdigkeit sowie eine depressive Störung (mittelgradige Episode)
angegeben. Med. pract. F._ hat demgegenüber eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom und eine
PTBS diagnostiziert. Die Diagnosen von Dr. C._ und med. pract. F._ stimmen somit
nur insoweit überein, als beide Ärztinnen vom Vorliegen einer mittelschweren
depressiven Störung ausgehen, wobei es sich bei der Diagnose von Dr. C._ um eine
Differentialdiagnose handelt. Die Angaben von Dr. C._ zum Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin sind sehr spärlich, enthalten mithin keine Anamnese und keinen
Befund. Es ist daher unklar, worauf sie ihre Diagnosen gestützt hat. Sie hat auch die
später gestellten Differentialdiagnosen nicht näher erläutert. Weiter hat Dr. C._
gegenüber dem RAD-Arzt am 3. April 2012 angegeben, dass von einer günstigen
Prognose auszugehen sei und die Arbeitsfähigkeit bei gutem Verlauf schrittweise
steigerbar sei. Am 14. bzw. 15. Mai 2012 hat sie dann aber mitgeteilt, dass sich der
psychische Zustand der Versicherten verschlechtert habe und sie mit der Behandlung
nicht vorankomme. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ist somit im
Zeitraum, in dem sie sich bei Dr. C._ in Behandlung befunden hat (Januar 2012 bis
Mai/Juli 2012), nicht stabil gewesen. Aus den genannten Gründen sind die Angaben
von Dr. C._ für die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
im Verfügungszeitpunkt nicht geeignet. Im Gegensatz zu den Angaben von Dr. C._ ist
der Bericht von med. pract. F._ relativ ausführlich; so enthält er unter anderem eine
Anamnese, einen Befund und eine Prognose. Allerdings ist der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin auch zum Zeitpunkt der Ausstellung des Berichts, d.h. am 9.
Oktober 2012, noch nicht stabil gewesen. So spricht med. pract. F._ im Bericht
davon, dass der Zustand der Beschwerdeführerin aktuell deutlich beeinträchtigt sei
und die Stabilisierung des Zustandes im Vordergrund stehe. Damit steht fest, dass
auch der Bericht von med. pract. F._ nicht geeignet ist, den Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (26. September 2013), sprich
über ein Jahr nach Ausstellung des Berichts, festzustellen. Bei der Durchsicht des
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Berichtes von med. pract. F._ fällt zudem auf, dass sie die von der
Beschwerdeführerin gegenüber Dr. C._ vorgebrachte "mobbingähnliche" Situation
am letzten Arbeitsort nicht erwähnt hat. Die schweren Gewalterfahrungen, welche die
Beschwerdeführerin in der Ehe erlebt haben soll, werden im Bericht zwar
angesprochen; es wird insbesondere aber nicht erläutert, ob zwischen der
diagnostizierten PTBS und diesen Erlebnissen ein Zusammenhang besteht. Weiter ist
dem Bericht von med. pract. F._ zu entnehmen, dass zum Zeitpunkt der Ausstellung
des Berichts (9. Oktober 2012) keine Medikation stattgefunden habe. Depressive
Störungen können medikamentös behandelt werden. So wäre gemäss Dr. C._ bei
der Beschwerdeführerin eine Medikation mit Antidepressiva denn auch indiziert
gewesen. Die Beschwerdeführerin hat eine Einnahme von Antidepressiva allerdings mit
der Begründung verweigert, dass sie auf diese Medikamente allergisch reagiere. Dr.
C._ hat jedoch keine klinischen Anzeigen für eine allergische Reaktion erkennen
können. Dem Bericht von med. pract. F._ ist nicht zu entnehmen, ob diese eine
Behandlung mit Antidepressiva nicht als indiziert betrachtet hat oder ob die
Beschwerdeführerin eine solche Medikation weiterhin abgelehnt hat. Wäre letzteres der
Fall, wäre zu prüfen gewesen, ob die Verweigerung der Medikamenteneinnahme als
Teil des Krankheitsbildes angesehen werden musste oder ob die Beschwerdeführerin
damit die Schadenminderungspflicht nach Art. 7 IVG verletzt hatte. Im Übrigen zweifelt
zumindest der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin die Qualität des Berichts von
med. pract. F._ selber an. So hat er med. pract. F._ in der Beschwerdeantwort
vorgeworfen, dass sie die Diagnose PTBS in erster Linie gestützt auf die subjektiven
Angaben der Beschwerdeführerin gestellt habe. Auch kann die Beschwerdegegnerin
nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass bis anhin keine konsequente Behandlung
der depressiven Störung erfolgt sei, weil die Therapiegespräche nur alle zwei Wochen
stattgefunden haben. Grundsätzlich obliegt die Ausgestaltung einer Therapie und damit
auch die Festlegung der zeitlichen Intervalle von Therapiegesprächen dem
behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin. Ob eine konsequente Behandlung
erfolgt ist, ist daher durch eine medizinische Fachperson einzelfallbezogen zu
beurteilen. Die Beschwerdeführerin hat schliesslich noch geltend gemacht, dass ihre
Arbeitsfähigkeit in gewissen Tätigkeiten wegen einer Kniearthrose und wegen Rheuma
auch in physischer Hinsicht eingeschränkt sei. Die Beschwerdegegnerin hat diesem
Vorbringen keinerlei Beachtung geschenkt: Sie hat weder Auskünfte bei behandelnden
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Ärzten eingeholt noch medizinische Abklärungen veranlasst. Sie hätte zudem zuwarten
müssen, bis sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stabilisiert hätte, um
dann eine medizinische Abklärung der psychischen und physischen Leiden bzw. der
Arbeitsfähigkeit in Auftrag zu geben. Indem die Beschwerdegegnerin dies unterlassen
hat, hat sie den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt.
2.2 Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung festgehalten, dass aus medizinischer Sicht für in den Leiden angepasste
Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 60 % ausgewiesen sei. Den Akten ist zu ent
nehmen, dass die Beschwerdegegnerin geglaubt hat, sie stütze sich auf die Angaben
des RAD-Arztes. Dieser hat gemäss dem Protokoll des Assessmentgesprächs vom
6. August 2012 aber nur erklärt, dass die Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht
in der angestammten Tätigkeit zu 50 % und in einer adaptierten Tätigkeit voll
arbeitsfähig sei. In diesem Protokoll ist auch festgehalten, dass die Beschwerdeführerin
zu 60 % als Erwerbstätige und zu 40 % als Hausfrau einzustufen sei. Gemäss dem
RAD-Arzt ist die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit bei einem Pensum
von 60 % somit zu 100 % arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 60 %
durch die Sachbearbeitung der Beschwerdegegnerin beruht daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf einem Versehen und entbehrt einer medizinischer Grundlage.
Um die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person einschätzen zu können, muss ein
stabiler Gesundheitszustand vorliegen. Wie in der vorangegangenen Ziffer erläutert, ist
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zumindest im Oktober 2012, d.h. zum
Zeitpunkt der Ausstellung des Berichts durch med. pract. F._, noch nicht stabil
gewesen. Die Arbeitsfähigkeitseinschätzungen von Dr. C._, von med. pract. F._ wie
auch diejenige des RAD-Arztes sind daher nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses rechtsgenüglich zu
bestimmen. Abgesehen davon entbehrt die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD-Arztes
ohnehin einer ausreichenden Beweiskraft, da dieser die Beschwerdeführerin weder
selber untersucht noch dargelegt hat, in welcher Art von Tätigkeiten die
Beschwerdeführerin 100 % arbeitsfähig sein soll. Die Beschwerdegegnerin hat den
Invaliditätsgrad somit gestützt auf eine unbrauchbare Arbeitsfähigkeitseinschätzung
ermittelt. Die Beschwerdegegnerin wird die notwendigen medizinischen Abklärungen
zur Bestimmung der massgebenden Arbeitsfähigkeit nachholen. Die damit beauftragte
medizinische Fachperson wird auch prüfen müssen, ob eine Behandlung der
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psychischen Leiden mit Psychopharmaka eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit hätte
bewirken können. Wäre dies der Fall, müsste zudem geklärt werden, ob eine allfällige
Verweigerung einer wirksamen medikamentösen Behandlung als Teil des
Krankheitsbildes angesehen werden müsste. Eine allfällige vorwerfbare Verletzung der
Schadenminderungspflicht durch die Verweigerung einer psychopharmakologischen
Therapie wäre bei der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen.
3.
3.1 Für die Wahl der Bemessungsmethode muss im konkreten Fall geprüft werden,
welche Tätigkeit die versicherte Person ausüben würde, wenn sie nicht gesundheitlich
beeinträchtigt wäre (Rz. 3005 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung, KSIH). Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin
zu 80 % als Erwerbstätige und zu 20 % als im Haushalt tätige Person eingestuft. Sie
hat die Anwendung der gemischten Methode damit begründet, dass die
Beschwerdeführerin bisher nie einer vollen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Zudem
habe die Beschwerdeführerin selber angegeben, dass sie ohne Behinderung zu 50 %
erwerbstätig wäre. Diese Argumentation ist widersprüchlich, da die
Beschwerdegegnerin von einer Erwerbstätigkeit im "Gesundheitsfall" von 80 % (und
nicht von 50 %) ausgegangen ist. Die Beschwerdeführerin hat im Schaltergespräch am
16. März 2012 und im Gespräch mit der Eingliederungsverantwortlichen am 12. Juni
2012 zwar angegeben, dass sie gerne einer Arbeitstätigkeit von 50-60 % nachgehen
würde, wenn es ihr Gesundheitszustand zulassen würde (IV-act. 45 S. 2). Wie die
Beschwerdeführerin in der Stellungnahme zum Vorbescheid hat darlegen lassen, legt
die Formulierung nahe, dass die Beschwerdeführerin diese Aussage wohl in Bezug auf
ihren tatsächlichen Gesundheitszustand und nicht auf einen hypothetischen Zustand
als gesunde Person bezogen hat. So stellt sich die Beschwerdeführerin denn auch auf
den Standpunkt, dass sie im Gesundheitsfall seit der Scheidung Ende 2009,
spätestens jedoch seit dem Ende der nachehelichen Unterhaltspflicht, d.h. seit Oktober
2012, 100 % erwerbstätig wäre. Denn weder als Fusspflegerin noch als Pflegehelferin
könnte sie in Teilzeitarbeit einen ihren Lebensunterhalt deckenden Lohn verdienen.
Zwar ist die Beschwerdeführerin ‒ zumindest seit der Geburt ihres Sohnes im Jahr
1987 ‒ stets nur Teilzeit erwerbstätig gewesen. Während der Ehe und der Dauer der
nachehelichen Unterhaltszahlungen hat die Beschwerdeführerin ihren Lebensunterhalt
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aber auch nur teilweise selbständig finanzieren müssen. Hinzu kommt, dass die
psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin gemäss med. pract. F._
anamnestisch seit 1987 besteht und daher möglicherweise auch einen Einfluss auf die
Höhe des Arbeitspensums gehabt hat. Die von der Beschwerdegegnerin angeführten
Gründe dafür, dass die Beschwerdeführerin im "Gesundheitsfall" nie einer
Vollerwerbstätigkeit nachgegangen wäre, sind somit nicht stichhaltig. Hinzu kommt,
dass die Beschwerdeführerin weder über eine Berufsausbildung noch über namhafte
Berufserfahrung in einem spezifischen Bereich verfügt. Deshalb könnte sie im fiktiven
"Gesundheitsfall" nur einen Hilfsarbeiterinnenlohn erzielen. Die Beschwerdeführerin hat
sich am 15. März 2012 bei der Invalidenversicherung angemeldet. Sie hätte daher
frühestens ab dem 1. September 2012 Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 29
Abs. 1 IVG). Sie hat von Oktober 2009 bis September 2012 nacheheliche
Unterhaltsbeiträge erhalten. Während dieses Zeitraumes hätte sie im fiktiven
"Gesundheitsfall" eine Vollzeitarbeitstelle suchen müssen, da sie ab dem 1. Oktober
2009 aus finanziellen Gründen auf ein Einkommen aus einer Vollerwerbstätigkeit
angewiesen gewesen wäre. Realistischerweise hätte sie nicht erst am 1. Oktober 2012
eine Erwerbstätigkeit von 100 % aufgenommen, sondern irgendwann zwischen dem
Zeitpunkt der Scheidung und dem Ende der Unterhaltspflicht. Es ist somit überwiegend
wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns am 1. September 2012 ‒ und
damit bereits einen Monat vor dem Ende der Unterhaltspflicht ‒ 100 % erwerbstätig
gewesen wäre.
3.2 Die Invaliditätsbemessung ist somit anhand eines (reinen) Einkommensvergleichs
vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin
ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung als Pflegehelferin arbeiten würde und dabei
bei einem Pensum von 100 % ein Jahreseinkommen von Fr. 38'899.-- (Fr. 31'119.-- /
0.8) erwirtschaften würde. Sie geht dabei vom Einkommen aus, das die
Beschwerdeführerin im Jahr 2008 als Pflegehelferin bei der Spitex verdient hat. Med.
pract. F._ hat in ihrem Bericht erwähnt, dass die psychische Erkrankung
anamnestisch bereits seit 1987 bestehe. Auch die Beschwerdeführerin selbst hat
darauf hingewiesen, dass die psychischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen schon
lange vor dem Jahr 2008 bestanden hätten. Die Berechnung des Valideneinkommens
kann daher nicht gestützt auf das Einkommen, das die Beschwerdeführerin im Jahr
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2008 erzielt hat, berechnet werden, da dieses die erwerbliche Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung nicht mit der nötigen
Wahrscheinlichkeit abzubilden vermag. Für die Festsetzung des Valideneinkommens
muss daher auf statistische Werte (Tabellenlöhne) abgestellt werden, denn die
Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung abgeschlossen. Sie hat in der
Vergangenheit verschiedene (Hilfs-) Tätigkeiten (Bürogehilfin, Kassiererin, Verkäuferin
und Lagermitarbeiterin) ausgeübt. Zuletzt hat sie als Pflegehelferin und Fusspflegerin
gearbeitet. Die Tätigkeiten als Pflegehelferin und als Fusspflegerin können dabei nicht
einer Berufsausbildung gleichgesetzt werden: Der Theoriekurs für die Ausbildung zur
Pflegehelferin hat lediglich 120 Stunden gedauert und das dazugehörige Praktikum 12
Tage (IV-act. 32 S. 9 f); die Tätigkeit als Fusspflegerin basiert auf dem Wissen eines
Kurses für Kosmetische Fusspflege und Pedicure, der nur 21 Stunden gedauert hat (IV-
act. 32 S. 13). Die Beschwerdeführerin ist daher als Hilfskraft einzustufen. Der
Zentralwert der Bruttolöhne der weiblichen Hilfskräfte im privaten Sektor hat gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik im
Jahr 2010 Fr. 4'225.-- betragen. Umgerechnet von 40 Wochenarbeitsstunden auf den
schweizerischen Durchschnitt von 41.6 Wochenarbeitsstunden ergibt dies einen
durchschnittlichen Bruttolohn von Fr. 4'394.--. Unter Berücksichtigung der
Lohnentwicklung bis und mit dem Jahr 2012 ist daher von einem Valideneinkommen
von Fr. 53'681.-- (12 × Fr. 4'473.--) auszugehen. Ausgehend von diesem Betrag wird,
nachdem die Arbeitsfähigkeit feststeht, auch das zumutbare Invalideneinkommen zu
ermitteln sein.
4.
4.1 Nach dem Gesagten erfordert eine abschliessende Beurteilung des Leistungsan
spruchs eine medizinische Abklärung des Gesundheitszustandes und der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei Vorliegen eines stabilen
Gesundheitszustandes. In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 26. September 2013 deshalb aufzuheben und die Sache ist
zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und zur neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Entsprechend dem
Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gesamthaft der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP).
4.3 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Die Parteikosten werden vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist
sich eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gegenstandslos geworden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP