Decision ID: 1e00ca80-a76f-4cad-a3a6-100ed8ed9cc7
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1956, meldete sich am 3. Mai 2006 erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/4). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht und gewährte Arbeitsvermittlung (Urk. 7/33). Am 16. Feb
ruar 2007 teilte die Versicherte mit, dass sie eine neue Anstellung in einem Pen
sum von 80 % gefunden habe (Urk. 7/46), worauf die IV-Stelle mit Mitteilung vom 15. Mai 2007 den erfolgreichen Abschluss der Arbeitsvermittlung festhielt und auf einen separaten Entscheid betreffend Rente hinwies (Urk. 7/55). Mit Ver
fügung vom 9. Juni 2007 wies sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 15 % ab (Urk. 7/60).
1.2
Am 21. Mai 2013 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/63). Nach Eingang zahlreicher medizini
scher Berichte veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Abklärung im Y._ (Y._; Gutachten vom 22. Januar 2016, Urk. 7/154). Mit Vorbescheid vom 4. März 2016 stellte die IV-Stelle die Verneinung des Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung in Aussicht (Urk. 7/156). Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingaben vom 19. April 2016 (Urk. 7/162) vorsorglich und am 20. Mai 2016 (Urk. 7/165) begründet Einwand. Die IV-Stelle wies am 22. Juli 2016 das Begehren um Leistungen der Invaliden
versicherung ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 14. September 2016 Beschwerde mit dem An
trag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen und zur Festsetzung einer Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2013 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ferner sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und die unentgeltliche
Rechtsver
beiständung
durch die Unterzeichnende zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2016 (Urk. 6) auf Abwei
sung der Beschwerde, was der Beschwerdeführer am 23. November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und
Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In je
dem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
abhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
–
fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
auszuschliessen
sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen
einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018
E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundes
gerichts 8C_409/2017 vom 2
1.
März 2018 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Ab
stellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten
–
allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten
–
eine schlüssige Beurteilung anhand der
mass
geblichen
Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom
1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Leistungsabweisung damit (Urk. 2), die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass aus somatischer Sicht keine Be
funde und Diagnosen vorliegen würden, welche sich auf die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im kaufmännischen Bereich oder als Betriebsassis
tentin auswirkten. Aus psychiatrischer Sicht sei eine depressive Störung, gegen
wärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), diagnostiziert worden. Diese Diagnose sei bei der Invalidenversicherung nicht versichert. Es liege somit weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht ein Gesundheitsschaden vor, wel
cher eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit begründe. Selbst eine rezidivierende depressive Störung mit einer mittelgradigen depressi
ven Episode sei nur dann invalidisierend, wenn eine Therapieresistenz vorliege. Die Beschwerdeführerin gehe zwar regelmässig in psychiatrische Therapie, jedoch lägen Hinweise vor, dass das verordnete Antidepressivum nicht regelmässig ein
genommen werde; eine Therapieresistenz sei aktuell nicht ausgewiesen. Eine In
validität aus psychiatrischer Sicht könne deshalb weiterhin nicht anerkannt wer
den.
2.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin vor (Urk. 1 S. 4 f.), die Beschwerdegeg
nerin habe es unterlassen, die Invalidität mittels Einkommensvergleichs zu ermit
teln.
Die Reduktion des Arbeitspensums auf 80 % an der letzten Stelle sei krank
heitsbedingt erfolgt und die Invalidität sei mit der Methode des reinen Einkom
mensvergleichs zu ermitteln.
Sie leide unter einer langjährigen rezidivierenden depressiven Störung sowie ei
ner posttraumatischen Belastungsstörung. Die Belastungsstörung sei insofern res
sourcenmindernd, als sie nicht in der Lage sei, die depressive Störung adäquat zu überwinden.
Aufgrund des Zusammenspiels der psychischen Störungen sei sie vom Gutachter als teilweise arbeitsunfähig erachtet und es sei eine kritische Prog
nose gestellt worden (S. 6). An ihrer letzten Stelle sei sie am 28. Dezember 2012 arbeitsunfähig geworden und nach der gutachterlichen Feststellung habe die Ar
beitsfähigkeit aus medizinisch-theoretischer Sicht in angestammter und adaptier
ter
Tätigkeit von Ende 2012 bis Mitte 2013 50 % betragen. Danach sei es zu einer Verbesserung gekommen und es sei ihr per Mitte 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 60 % attestiert worden. Nach Ablauf des Wartejahres und da aus rein psychiatri
scher Sicht eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von 40 % adaptiert und angestammt vorgelegen habe, ergebe sich aus rein psychiatrischer Sicht ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
(S. 7). Betreffend die diagnostizierte obstruktive Schlafapnoe und die diesbezüglichen Einschränkungen könne nicht auf das Gut
achten der Y._ abgestellt werden. Insbesondere fehle eine konkrete Ausein
andersetzung mit Berichten, welche die Beschwerdeführerin aufgrund der Folgen der Schlafapnoe als kaufmännische Angestellte ab 1. Januar 2012 bis auf Weite
res zu nurmehr 50 % arbeitsfähig einschätzten (S. 10). Sie leide auch seit ihrer Kindheit unter einer Einschränkung des Sehvermögens und es zeigten sich Aus
fälle in der Peripherie, sodass ein selbständiges Autofahren nicht mehr möglich und sie in einer kaufmännischen Tätigkeit stark eingeschränkt sei. In einer sol
chen Tätigkeit komme es zu einer schnellen Ermüdbarkeit, woraus ein erhöhter Pausenbedarf resultiere. Hinsichtlich der geltend gemachten Sehbehinderung seien von der Beschwerdegegnerin keine Abklärungen vorgenommen worden und diese seien nachzuholen (S. 10 f.).
2.3
Die Beschwerdeführerin reichte bereits im 2006 bei der damals zuständigen IV-Stelle ein Leistungsgesuch ein (Urk. 7/4). Nachdem sie nach Gewährung von Mass
nahmen beruflicher Art (Urk. 7/33) eine neue Anstellung in einem Pensum von 80 % gefunden hatte (Urk. 7/46), ermittelte die IV-Stelle einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 15 % und wies das Leistungsbegehren im Juni 2007 ab (Urk. 7/60). Von April 2008 bis im Mai 2013 war die Beschwerdeführerin in einer neuen Tätigkeit in einem Pensum zu 80 % angestellt, wobei das Arbeits
verhältnis aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst wurde (Urk. 7/76/1-6 und Urk. 7/76/7). Hierauf meldete sie sich am 21. Mai 2013 erneut zum Leistungsbe
zug an (Urk. 7/63). Aufgrund dieser Ausgangslage ist das Leistungsgesuch gleich wie eine Erstanmeldung zu behandeln (Urteil des Bundesgerichts 8C_876/2017 vom 15. Mai 2018 E. 4.1 mit Hinweisen).
Aufgrund der A
nmeldu
ng vom 21. Mai 2013 (Urk. 7/63) fallen
Rentenleistungen na
ch Ablauf des Wartejahrs
frühestens
nach sechs Monaten
ab November 2013 in Betracht (
Art.
28 i
n Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 IVG; E. 1.3 hiervor), sodass für
die
vorliegende
Streitsache
die attestierten Arbeitsfähigkeiten
in
den medizi
nischen Berichten vor November 2012
ohne Relevanz sind.
Die seither
auf
gelegten
Arztberichte wurden im Gutachten des
Y._ vom 22. Ja
nuar 2016
(Urk. 7/154/8-17)
zusammengefasst, weshalb sie vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen jedoch darauf Bezug genommen.
3.
3.1
Im Gutachten des Y._ vom 22. Januar 2016 (Urk. 7/154 S. 1-51), welches durch Dr. med. Z._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. A._, Fach
arzt für Rheumatologie FMH, Dr. med. B._, Facharzt für Pneumologie, und Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstellt wurde, hiel
ten die Experten die folgenden Diagnosen fest (S. 18 f.):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Epi
sode (
ICD-10
F33.0)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
2.
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
3.
Adipositas Grad II (BMI 36.2 kg/m2)
4.
Chronische Gastritis (Erstdiagnose 2008), Zustand nach HP-Eradikation
5.
Kongenitaler Strabismus beidseits
6.
Zustand nach
Cholezystektomie
1996
7.
Zustand nach Uterus-Exstirpation 1996
8.
Leichtes
cervicospondylogenes
Syndrom rechts
9.
Muskuläre
Dekonditionierung
3.2
3.2.1
Der internistische Teilgutachter hielt aufgrund seiner Untersuchung vom 28. Ok
tober 2015 fest (S. 45 ff.), als Hauptproblem beklage die Beschwerdeführerin psy
chische Probleme. Sie habe keine Energie und Kraft mehr, leide unter Schlafstö
rungen bei schlechten Träumen und auch das Interesse an früheren Freizeitakti
vitäten habe nachgelassen. In ihrer früheren Ehe habe sie Gewalterlebnisse gehabt und auch aufgrund der Augenprobleme, die seit dem Kindesalter bestünden, sei sie psychisch am Ende. Des Weiteren gebe sie Schmerzen im Bereich der Halswir
belsäule und des Kopfes sowie der Brustwirbelsäule mit Ausstrahlung ins rechte Bein an. Die rechte Schulter sei schmerzhaft in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und zeitweise bestünden auch Oberbauchbeschwerden mit Übelkeit sowie Schmerzen und eitrige Sekret-Absonderung aus der Nase bei chronischer Neben
höhlenentzündung.
Auf internistischem Gebiet sei in den Akten von 2013 bis 2015 mehrmals eine arterielle Hypertonie erwähnt, für die sich sowohl in der Untersuchung wie auch in der kürzeren Vergangenheit keine Hinweise finden liessen und in den vorlie
genden Berichten auch keine Blutdruckwerte aufgeführt seien. Ebenso sei die Be
zeichnung in den Akten für ein metabolisches Syndrom nicht richtig, da neben der fehlenden Hypertonie auch keine Diabetes-Stoffwechsellage vorliege. Auf in
ternistischem Gebiet sei allenfalls eine chronische Gastritis auffällig, die aber un
ter
Pantoprazol
-Therapie aktuell nur sehr geringe Symptome verursache. Auf
grund der Adipositas Grad II sei eine körperlich schwere Arbeit nicht zuzumuten. Für die bisherige Tätigkeit und in einer Verweistätigkeit liege
die Arbeitsfähigkeit aus internistischer Sicht bei 100 % (S. 51).
3.2.2
Der rheumatologische Experte berichtete aufgrund der Untersuchung vom 12. November 2015 (Urk. 7/154/54 f.), die Beschwerdeführerin gebe Schmerzen im Nacken und in den Schultern und Einschlafen in den Armen und auch Schmerzen in den Hüften an. Die Schmerzen verursachten einen belastenden Tag, und sie könne nur noch leichte Hausarbeiten machen. In den Zug einsteigen sei manchmal schwierig. Sie laufe aber jeden Tag lange draussen und sei dann an der frischen Luft. Das tue ihr gut. Sie habe so auch den Blutdruck herunterholen können. Die Schmerzen verursachten eine Unruhe, gleichzeitig verspüre sie eine enorme Müdigkeit, die Konzentrationsschwächen ausmachten (S. 55).
Zum Tagesablauf gebe sie an, sie sei geschieden und lebe mit ihrem Partner, der Oldtimer restauriere, in einer 3-Zimmer Mietwohnung. Sie schaue, dass sie einen strukturierten Tag habe, und versuche jeden Tag sinnvoll zu gestalten. Um sieben Uhr stehe sie auf, besorge die Toilette und bereite das Frühstück zu. Anschliessend wasche sie ab und dann gehe sie nach draussen an die frische Luft und laufe etwas. Danach müsse sie abliegen. Später bereite sie das Mittagessen vor und lege sich nach dem Essen hin. Sie könne dann aber nicht schlafen, weil sie ins Grübeln komme. Am Nachmittag gehe sie wieder laufen, besorge Blumen oder Zimmer
pflanzen. Einmal wöchentlich gehe sie zum Tischleindeckdich, wo man verbilligte Nahrungsmittel erhalte. Sie gehe auch an den Flohmarkt, um unter Leuten zu sein. Sie habe eine grosse Familie, die sie besuche und von der sie besucht werde. Manchmal gehe sie auch mit der Nachbarin und ihrem Hund spazieren. Etwa um zehn Uhr abends gehe sie zu Bett (S. 55).
Im rheumatologischen Status zeige sich ein leichtes
cervicospondylogenes
Syn
drom rechts mit einer
Trapeziustendomyose
und einem schmerzhaften AC-Gelenk
rechts bei leicht eingeschränkter Rotation der Halswirbelsäule (HWS) nach rechts. Ein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom sei nicht nachweisbar. Die Hohlrund
rückenkonfiguration entspreche auch dem Bild der muskulären Insuffizienz und zusammen mit der Adipositas sei damit die Schwerfälligkeit beim
Einbeinstand
oder beim Aufrichten aus der Hocke begründet. Die objektivierbaren
musku
loskelettalen
Befunde seien für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit
nicht limitierend
und in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Versicherungsex
pertin und als Betriebsassistentin in einer Firma für Hörgeräte betrag die Arbeits
fähigkeit 100 % (S. 57).
3.2.3
Der Pneumologe stellte aufgrund seiner Untersuchung vom 23. November 2015 (Urk. 7/154/59 f.) einen normalen pulmonalen Befund fest. Die Beschwerdefüh
rerin habe während der ganzen Untersuchung keinen Husten gehabt, die Sauer
stoffsättigung habe 97 % betragen, der Puls sei bei 84 gelegen und regelmässig gewesen, Lunge und Bronchien seien gesund und der in den Akten mehrfach erwähnte chronische Husten respektive das „Upper
Airway
Cough
Syndrome" sei derzeit klinisch und vor allem auch für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit irrelevant. Der Experte hielt fest, in der D._ sei eine obstruktive Schlafap
noe, REM-Schlaf assoziiert, nachgewiesen worden und eine dort etablierte CPAP-Therapie sei zumindest von der Compliance her erfolgreich gewesen. Die persis
tierende Tagesmüdigkeit und -schläfrigkeit lasse sich nicht (mehr) auf die Schlafapnoe zurückführen und habe andere Gründe. Aus isoliert
pneumologi
scher
und auch schlafmedizinischer Optik sei die Beschwerdeführerin für alle kör
perlich leichten bis mittelschweren Arbeiten voll arbeitsfähig. Dies gelte insbe
sondere auch für die früheren Tätigkeiten als Sekretärin, Sachbearbeiterin und Verkäuferin. Vorsicht wäre bei Tätigkeiten geboten, wo eine erhöhte kognitive Leistung und absolute Wachheit gefordert seien, zum Beispiel als Berufschauffeur oder
Kontrolle von komplexen Arbeitsabläufen/Steuerungen
etc
(S. 62).
Aufgrund der am
2
3.
November 2015
erfolgten psychiatrischen Untersuchung hielt der Experte fest (Urk. 7/154/33-46), die Beschwerdeführerin äussere, sie habe „überall" Schmerzen. Sie leide an Kopfschmerzen, Schmerzen im Schulter-Nackenbereich, in den Armen und Händen, am Rücken, in den Beinen bis in die Füsse. Sie leide zudem an Gleichgewichtsstörungen und es bestehe eine Schlafap
noe, die seit April 2015 mittels CPAP-Maske behandelt werde. In körperlicher Hinsicht leide sie zudem an chronischer Vereiterung im Bereich der Nasenneben
höhlen und sie habe häufig Hals- und
Ohrenweh
. Sie habe Sehstörungen, ein eingeschränktes Blickfeld und fahre deswegen auch schon seit längerem nicht mehr Auto. In psychischer Hinsicht habe sie resigniert, sei „des Lebens müde", wobei sie aber Suizidgedanken eindeutig verneine (S. 34).
Den Tagesablauf schildere sie folgendermassen: gegen 7.00 Uhr stehe sie auf, bereite das Frühstück vor, trinke aber nur Kaffee, ihr Partner esse etwas. Danach gehe sie ins Bad, kleide sich an, mache anschliessend einen Spaziergang, wobei die Dauer vom Wetter abhänge; bei schlechtem Wetter gehe sie eine halbe Stunde spazieren, bei gutem Wetter auch deutlich länger, bis zu zwei Stunden. Nach dem Spaziergang lege sie sich auf die Couch, schlafe auch ein. Danach bereite sie das Mittagessen zu, das sie ca. um 12.00 Uhr mit ihrem Partner einnehme. Anschlies
send mache sie einen Mittagsschlaf von einer bis eineinhalb Stunden. Danach gehe sie wieder hinaus, unternehme einen Spaziergang. Wenn sie zurückkomme, mache sie etwas im Haushalt, wobei sie nur körperlich leichte Arbeiten verrichte und ihr der Partner wegen der Beschwerden im Schulter-/Nackenbereich vieles abnehme. Das Staubsaugen, das Ausräumen des Geschirrspülers und das Versor
gen des Geschirrs wie auch das Auf- und Abhängen der Wäsche übernehme der Partner. Gegen 19.00 bis 19.30 Uhr nehme
sie das Nachtessen ein, schaue dann in der Regel mit dem Partner die Tagesschau und gehe gegen 22.00 Uhr zu Bett. Sie habe eine gute Kollegin, mit der sie sich häufig treffe, und sie besuche auch regelmässig ihre Schwester, die etwas weiter entfernt wohne. Im Sommer suche sie mit der Kollegin regelmässig Flohmärkte auf. Ihre Kollegin und sie würden verschiedene Waren verkaufen, so könne sie sich ein paar Franken verdienen. Sie habe den Führerausweis, fahre aber schon seit längerem wegen ihrer Sehstörung nicht mehr Auto und benutze die öffentlichen Verkehrsmittel (S. 34 f.).
Zum psychiatrischen Befund hielt der Experte fest (S. 38), die Auffassung der Beschwerdeführerin sei nicht erschwert, die Konzentration zeige sich in der Un
tersuchungssituation nicht beeinträchtigt und sie habe ohne Einschränkung am Untersuchungsgespräch teilnehmen, auf Zwischenfragen zügig antworten und auch komplexere und umfangreichere Themen stringent darstellen können und dabei den Gesprächsfaden nie verloren. Hinweise für intellektuelle Defizite hätten sich keine ergeben und die höheren kognitiven Leistungen (problemlösendes Den
ken, Urteilsvermögen) seien angemessen differenziert. Sie sei bewusstseinsklar, zu allen Qualitäten (autopersonell, situativ, zeitlich, örtlich) vollständig orientiert und sie spreche mit gut modulierter Stimme, in adäquater Geschwindigkeit. Der formale Gedankengang sei geordnet und es zeigten sich in der Untersuchungssi
tuation keine Wahngedanken, keine Halluzinationen, keine illusionären Verken
nungen, und anamnestisch hätten sich auch keine Hinweise für diesbezügliche psychopathologische Auffälligkeiten ergeben. Das Langzeitgedächtnis habe im klinisch-psychopathologischen Befund
unbeeinträchtigt
gewirkt. Die Beschwer
deführerin berichte anamnestisch, dass durch die Schlafapnoe das Kurzzeitge
dächtnis angegriffen sei, wobei sie vermutlich meine, dass bei zeitweiliger Tages
müdigkeit die Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen und sich zu merken, beeinträchtigt sei, was auch durchaus plausibel
erscheine. Hinweise für eine gra
vierende, alltagrelevante Merkfähigkeitsschwäche hätten sich aber weder anam
nestisch, noch aufgrund der Beobachtungen in der Untersuchungssituation erge
ben. Sie
berichte
über Albträume im Zusammenhang mit verschiedenen gewalt
tätigen Übergriffen, insbesondere zwei Vergewaltigungsversuche durch Fremde (im Alter von 16 Jahren) und Gewalt einschliesslich Vergewaltigungen, die sie in ihrer Ehe (vom 19. Lebensjahr bis Mitte 20) erlebt habe. Es handle sich offen
sichtlich um (nächtliche) sich aufdrängende Erinnerungen an die genannten Er
eignisse im Sinne einer posttraumatischen Symptomatik. Der Willen und der An
trieb zeigten sich unter Berücksichtigung von Psychomotorik und Gesprächsak
tivität in der Untersuchungssituation nicht beeinträchtigt. Anamnestisch ergebe sich unter Berücksichtigung des mitgeteilten Tagesablaufs sowie der Freizeitin
teressen und -aktivitäten, eine leichte Antriebsminderung im Sinne erhöhter Er
müdbarkeit. Es zeige sich eine dysphorisch-bedrückte Grundstimmung und die Beschwerdeführerin wirke durch eine schwierige Biographie sowie aktuelle sozi
ale und finanzielle Probleme deutlich belastet, teilweise fast verbittert. Bei Wech
sel des Themas, weg von der Biographie und aktuellen Schwierigkeiten, erscheine sie aber auch schnell aufgeheitert, lache und mache auch kleinere Scherze. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt. Es zeige sich eine leichte Affektlabilität, aber keine Affektinkontinenz, keine Interesselosigkeit, kein aus
gewiesener Rückzug, keine
Anhedonie
und es seien auch keine Zwänge und Pho
bien und keine Zwangssymptome vorhanden (S. 39).
Es wurde darauf hingewiesen, dass die zusätzlichen Laboruntersuchungen einen sehr niedrigen
Escitalopram
-Spiegel ergeben hätten, was darauf hindeute, dass die Beschwerdeführerin dieses Medikament gar nicht oder zumindest sehr unre
gelmässig einnehme. Der Experte diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0, S. 39), und be
merkte zur Arbeitsfähigkeit, aufgrund der depressiven Symptomatik und der zu
sätzlich bestehenden, ressourcenmindernden posttraumatischen Belastungsstö
rung bestünden relevante Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhaltefähig
keit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie Selbstbehauptungs- und Durch
setzungsfähigkeit. Dadurch ergebe sich eine quantitative Verminderung in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsassistentin als auch in adaptierten Tätig
keiten von 30 %, das heisse die Arbeitsfähigkeit betrage in der bisherigen und in einer Verweistätigkeit 70 % (S. 43).
3.3
Aus gesamtmedizinischer Sicht hielten die Gutachter zur Arbeitsfähigkeit fest
(S. 20 f.)
,
diese sei unter Berücksichtigung sämtlicher Fachgebiete quantitativ rein aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt und betrage sowohl in der bisherigen, als auch in einer adaptierten Tätigkeit 70 %.
Retrospektiv ergebe sich, dass für die Zeit nach der Verfügung vom 9. Juni 2007 die Arbeitsfähigkeit nur aus psy
chiatrischen Gründen eingeschränkt gewesen sei und sich ab Ende 2012 eine mit
telgradige depressive Episode entwickelt habe. Aus medizinisch-theoretischer Sicht habe die Arbeitsfähigkeit damals 50 % betragen. Da ab Ende 2012 und An
fang 2013 noch ein massiver Arbeitsplatzkonflikt einschliesslich juristischen Auseinandersetzungen bestanden habe, sei nachvollziehbar, dass die Beschwer
deführerin damals nicht an ihren Arbeitsplatz habe zurückkehren können, wes
halb ihr bis Ende des Beschäftigungsverhältnisses, bis Mitte 2013, eine Arbeits
unfähigkeit von 100 % attestiert worden sei. Bei schwankendem Verlauf hinsicht
lich der depressiven Symptomatik dürfte rein medizinisch-theoretisch die Ar
beitsunfähigkeit ab Mitte 2013 zwischen 30 und 50 % gelegen haben. Aktuell liegt sie bei 30 %. Ab wann eine Besserung (im Anschluss an den letzten Bericht des E._ vom April 2015) eingetreten sei, könne mit ausreichender
Sicherheit nicht näher festgelegt werden. Dies gelte auch für eine adaptierte Tätigkeit.
4.
4.1
Das umfangreiche Gutachten der
Y._
erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vor
stehend E. 1.4), setzt sich mit den Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchti
gungen der Beschwerdeführerin auseinander und berücksichtigt auch die medi
zinischen
Vorakten
und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nach
vollziehbar und vermag
in formaler Hinsicht
zu überzeugen
4.2
Was die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht anbelangt, ist mit Blick auf die Untersuchungsbefunde nachvollziehbar, dass die Experten keine Diagnosen aufführten, welche die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Sekretärin, Sachbearbeiterin und Verkäuferin von somatischer Seite her beein
trächtigen (vgl. Urk. 7/154/19 f.). Insoweit die Beschwerdeführerin geltend machte, die Folgen einer Schlafapnoe und einer Sehbehinderung, die sie hindere, einer kaufmännischen Tätigkeit nachzugehen, seien nicht berücksichtigt worden (Urk. 1 S. 10), kann ihr nicht gefolgt werden. Denn einerseits ergibt sich aus dem Bericht des D._ vom 11. Juni 2014 (vgl. Urk. 7/154/89), dass selbst die behandelnden Ärzte eine kompensierte, REM-
assozierte
obstruktive
Schlafapnoe
unter
entsprechender Behandlung mit
nächt
licher Ventilationstherapie mit CPAP
festhielten und ausführten, dass subjektiv eine deutlich verbesserte Schlafsituation sowohl in Bezug auf die Schlafqualität als auch im Hinblick auf die Tagesmüdigkeit eingetreten sei. Der
pneumologische
Experte begründete vor diesem Hintergrund nachvollziehbar, dass d
ie
weiterhin angegebene
pers
istierende Tagesmüdigkeit und –S
chläfrigkeit
bei
normalen pul
monalen Befund
und unter Verweis auf die Berichte des D._
nicht (mehr) auf d
ie Schlafapnoe zurückführen sei und andere Gründe
habe
n müsse (vgl. E.
3.2.3).
Daran vermag auch der spätere Bericht des D._ vom 6. Februar 2015 (Urk. 7/131) nichts zu ändern, wird doch darin rückwirkend ab Januar 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert, was bereits deshalb nicht plausibel ist, weil die Beschwerdeführerin bis Ende 2012 ohne wesentlichen krankheitsbedingten Absenzen an ihrer letzten Anstellung tätig war (Urk. 7/79/4).
Zur geltend gemachten Sehbehinderung sodann ist den Akten zu entnehmen, dass im zur medizinischen Abklärung in der Y._ mitgebrachten «Ärztlichen At
test» des F._ vom 22. Juni 2015 (Urk. 7/154/67) eine
Esotropie
links, eine
Anisokorie
und beim Gesichtsfeld periphere Ausfälle aufgeführt wur
den und ein selbständiges Autofahren vor diesem Hintergrund als nicht mehr möglich erachtet wurde. Weitergehenden Einschränkungen wurden hingegen nicht angegeben. Die Ausführungen im Gutachten, wonach
Vorsicht bei Tätig
keiten
geboten sei
,
die
eine erhöhte kognitive
Leistung und absolute Wachheit
e
r
fordert
en
(
zum Beispiel Berufschauffeur, Kontrolle von komplexen A
rbeitsab
läufen/Steuerungen), stehen damit im Einklang und es ist kein Widerspruch darin zu erkennen, dass aufgrund dieser somatischen Gegebenheiten
für die früheren Tätigkeiten als Sekretärin, S
achbearbeiterin und Verkäuferin keine Einschränkun
gen in der Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde. Die von den Gutachtern aus so
matischer Sicht in bisheriger und angepasster Tätigkeit attestierte 100%ige Ar
beitsfähigkeit, ist damit nicht anzuzweifeln.
5.
5.1
Damit fussen die postulierten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit in bishe
riger und angepasster Tätigkeit ausschliesslich auf der psychischen Symptomatik. Angesichts der Diagnose einer r
ezidivierende
n
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (
ICD-10
F33.0)
und einer posttraumatischen Belastungsstörung, der die
Begutachter jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimassen, und in Anbetracht dessen, dass die juristische Anspruchsprüfung in jedem Fall Aufgabe des Rechtsanwenders ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 4.), ist die Beurteilung des tatsächlich er
reichbaren Leistungsvermögens anhand des in BGE 141 V 281 aufgestellten Ka
talogs von Indikatoren vorzunehmen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1). Diese Stan
dardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) an
derseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1). Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4, zum Ganzen vgl. auch E. 1.2 hiervor).
5.1.1
Hinsichtlich des Komplexes Gesundheitsschädigung ergibt sich, dass bei der Be
schwerdeführerin aufgrund von gewalttätigen Übergriffen im Alter von 16 Jahren und während der ersten Ehe vom 19. bis zum 25. Lebensjahr die Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) vorliegt. Der psychiatrische Gutachter hat diesbezüglich festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bei der Anamneseerhebung nichts über diese Problematik berichtet und die Symptomatik erst auf Nachfrage geschildert habe. Sodann wurde darauf hingewiesen, dass trotz der bereits langjährig bestehenden Symptomatik eine gute berufliche Stabilität und Leistungsfähigkeit habe erreicht werden können. Eine besonders schwere Ausprägung der Störung wird damit von den befassten Ärzten nicht beschrieben, was im Einklang mit der
zwischen 2008 und Ende 2012
ausgeübten Erwerbstä
tigkeit steht, der im Wesentlichen uneingeschränkt nachgegangen werden konnte. Der diagnostizierten PTBS fehlt es daher von vornherein an der erforder
lichen Schwere, was auch der gutachterlichen
Einschätzung entspricht, wonach der PTBS kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zukomme. Hinzu kommt ein lang
jähriges depressives Geschehen, welches sich im Zusammenhang mit einer Ar
beitsplatzproblematik im Jahr 2004/2005 und mit einer Arbeitskonfliktsituation per Ende 2012 entwickelt hat; damit stehen invaliditätsfremde Faktoren im Vor
dergrund des Krankheitsbildes, das zur Arbeitsunfähigkeit führte (vgl. Urk. 7/154/35). Aus somatischer Sicht besteht sodann nach dem hiervor gesagten (E. 4) in bisheriger und angepasster Tätigkeit keine Einschränkung, so dass es an einer (schweren) Ausprägung des Gesundheitsschadens im Sinne des entspre
chenden Indikators mangelt.
Zum Indikator „Behandlungserfolg und -resistenz“ ist dem psychiatrischen Gut
achten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2005 mit Un
terbrüchen in ambulanter psychiatrischer Behandlung steht, aber nie eine Be
handlung mit teil- oder stationärem Aufenthalt wahrgenommen und einen sol
chen Vorschlag mit der Begründung abgelehnt hat, dass sie eine gute Tagesstruk
tur habe. Den Angaben im Gutachten folgend nimmt sie aktuell eine ambulante psychiatrische Behandlung im G._ wahr, etwa alle zwei Wochen (vgl. Urk. 7/154/35). Die Blutuntersuchungen zeigten einen sehr niedri
gen
Escitalopram
-Spiegel, was darauf hinweist, dass das verordnete Antidepres
sivum
Cipralex
nicht oder nicht regelmässig eingenommen wird (Urk. 7/154/39), weshalb nicht von einem therapieresistenten Leiden zu sprechen ist.
Die Beschwerdeführerin leidet zwar in somatischer Hinsicht an verschiedenen Be
gleiterkrankungen (vorstehend E. 3.1), die sie jedoch - wie gesagt - weder aktuell noch im früheren Erwerbsleben beeinträchtigten. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die
ophtalmologische
Störung, an welcher sie seit Kindheit leidet, die aber ihre Leistungsfähigkeit nicht negativ beeinflusst. Daran ändert nichts, dass sie deswegen
nicht Auto fahren kann, da sie darauf in ihrer Tätigkeit im kaufmän
nischen Bereich nicht angewiesen ist. Damit sind keine massgeblichen Komorbi
ditäten ersichtlich.
5.1.2
Die Ressourcen der Beschwerdeführerin liegen gemäss Untersuchungsbefunden weitgehend im Normbereich respektive zeigten keine Auffälligkeiten, wurden doch ein altersentsprechender gepflegter Eindruck und ein situationsadäquates Verhalten der mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereisten Beschwerdeführerin beschrieben (Urk. 7/154/37 f). Deren
Auffassung
zeigte sich nicht erschwert und
die Konzentration und
die Teilnahme am
Untersuchungsgespräch
waren nicht beeinträchtigt. Sodann wurden die Fragen
zügig
beantwortet
und auch komple
xere und umfangreichere Themen stringent dar
gestellt, ohne dass dabei der
Ge
sprächsfaden verloren
ging
.
I
ntellektuelle
Defizite
zeigten sich keine
und die hö
heren kognitiven Leistungen (problemlösendes Denken, Urteilsvermögen)
waren angemessen differenziert; die Beschwerdeführerin wurde als
bewuss
tseinsklar, zu allen Qualitäten
vollständig orientiert
mit geordnetem
formale Gedankengang
ohne Anzeichen für Wahngedanken, Halluzinationen, illusionären Verkennungen
beschrieben (vgl. Urk. 7/154/38 f.). Es ist somit davon auszugehen, dass die Per
sönlichkeit die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht einschränkt.
5.1.3
Bezüglich der Kategorie Konsistenz fällt auf, dass sich die Beschwerdeführerin selber weder körperlich noch geistig in der Lage sieht, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (Urk. 7/64). Sie verfügt aber über einen gut strukturierten und ge
regelten Tagesablauf. So schilderte sie, dass
sie gegen 7.00 Uhr
auf
stehe
,
das Frühstück vor
bereite, zusammen mit
ihr
em Partner esse, nach der Morgentoilette einen Spaziergang unternehme, wobei dieser je nach Wetter bis zu zwei Stunden daure, um 12.00 Uhr das
Mittagessen
zusammen mit ihrem Partner einnehme und nach einem weiteren Spaziergang am Nachmittag
leichte Arbeiten
im Haushalt
verrichte
,
zwischen
19
.00
und 19.30 Uhr
das
Abendessen
ein
nehme und nach der
Tagesschau gegen 22.00 Uhr zu Bett
gehe
.
Häufig treffe
sie eine Kollegin, mit der sie
regelmässig Flohmärkte
besuche und auch Waren verkaufe, und
regelmässig
treffe sie auch ihre
Schwester
(vorstehend E. 3.2.4).
Damit zeigen die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Aktivitäten keine besonderen Auffälligkeiten. Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsni
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen kann nicht als erstellt angesehen werden. Namentlich ergeben sich bei der Pflege von sozialen Kontakten keine Einschränkungen, und die Beschwerdeführerin ist in der Verrichtung alltäglicher Dinge wie auch in der Führung des Haushalts selbständig.
5.1.4
Hinsichtlich des Aspekts des behandlungsanamnestisch ausgewiesenen Leidens
drucks hielt der psychiatrische Gutachter fest, dass bereits seit Anfang 2003 das Antidepressiva (
Cipralex
) verordnet und nie ein Versuch eines Wechsels des An
tidepressivums versucht worden sei. Als problematisch sei auch anzusehen, dass das
Cipralex
offensichtlich inzwischen gar nicht mehr eingenommen werde. Es sei auch noch nie eine teil-
oder vollstationäre psychiatrische Behandlung unter
nommen worden, was aktuell nicht erforderlich sei, bei einer Verschlechterung der Depression als Behandlungsoption in jedem Fall aber in Anspruch genommen werden sollte (vgl. Urk. 7/154/42). Die lediglich spärlichen psychopathologischen Untersuchungsbefunde bei weitgehend fehlender medikamentöser Behandlung korrelieren damit mit der lediglich einmal alle zwei Wochen erfolgten ambulant Behandlung (Urk. 7/154/35) und lassen — wie gesagt — nicht auf anhaltend hohen Leidensdruck schliessen. Es ist auch nicht einzusehen, weshalb den Beschwerden bei anhaltend hohem Leidensdruck nicht mit anderen therapeutischen Ansätzen begegnet worden wäre. Ein
eingliederungsanamnestischer Leidensdruck ist damit nicht auszumachen.
5.2
Damit ist ein erheblicher funktioneller Schweregrad des Leidens im Verfügungs
zeitpunkt zu verneinen, nachdem sich aus der psychischen Symptomatik kein invalidisierender Gesundheitsschaden darstellen lässt, welcher es der Beschwer
deführerin verunmöglicht, ihre Restarbeitsfähigkeit in ihrer bisherigen, wie auch in einer den somatischen Gegebenheiten angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.2.2 und E. 3.2.3) vollzeitig zu verwerten. Angesichts der klaren Aktenlage sind in diesem Zusammenhang von weiteren Beweismassnahmen (etwa der Einholung eines wei
teren Gutachtens) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu ver
zichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt damit, wie sich das Leistungsvermögen seit der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 21. Mai 2013 im zeitlichen Verlauf entwickelt hat; die Gut
achter wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich E
nde 2012 eine mittelgradige depressi
ve Episode entwickelt habe
und Anfang 2013 ein massiver Arbeitsplatzkonflikt einschliesslich juristische Auseinandersetzungen
hinzuge
kommen sei.
Ab wann eine Besserung (im Anschluss an den letzten Bericht des
E._
vom April 2015) eingetreten sei, k
o
nn
t
e
n sie
nicht mit ausreichender Sicherheit
festlegen (Urk. 7/154/21 f.)
.
Die behandelnde Dr. H._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, bescheinigte der Beschwerdeführerin aufgrund einer mittelschweren Depression mit heftigster psychosomatischer Reaktion bei Arbeitsplatzproblematik seit 28. Dezember 2012 Arbeitsunfähigkeiten (Urk. 7/79/3).
Im Formularbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 23. August 2013 (Urk. 7/88) hielten die Ärzte des E._
eine erstmalige Vorstellung der Beschwerdeführerin am 11. März 2013 und eine ambulante Be
handlung seit 22. April 2013 fest. Sie diagnostizierten eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), und attestierten bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit 100 %. Im Formularbericht vom 7. April 2014 (Urk. 7/99) führten sie neben der bisherigen Diagnose der
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
,
gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.11), ein mittelschweres obstruktives Schlafapnoe-/
Hypopnoe
-Syndrom und eine psychophysiologische Insomnie auf. Aus der Verbindung der verschiedenen Störungen (insbesondere Depression und Schlafapnoesyndrom) sei eine gegenseitige Verstärkung wahrscheinlich. Es wurde weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Im Bericht des E._ vom 12. Juni 2014 (Urk. 7/125/4 f.) zu Händen der Krankentaggeldversicherung hielten die Ärzte die Diagnose einer Angst- und depressiven Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) und differentialdiagnostisch eine
rezidivierende depressive Störung gegenwärtig
leicht bis
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
fest und bestätigten weiterhin die 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
In einem weiteren
Formularbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin berichteten die Ärzte der I._ am 24. April 2015 (Urk. 7/135) über eine ressourcenorientierte verhaltenstherapeutische Behandlung seit 7. Januar 2015 in zweiwöchentlichen Abständen; sie erläuterten zur Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der schweren Depressionen mit Rückzugsverhalten sowie immer wieder auftretenden Todessehnsüchten in Form von Ruhewünschen sei die Belastbarkeit der Patientin sehr eingeschränkt und sie sei zurzeit zu 100 % arbeitsunfähig.
Der begutachtende Psychiater, Dr. med. C._, wies nach seiner Untersuchung vom 23. November 2015 betreffend den psychiatrischen Verlauf einerseits darauf hin, dass ab
Ende 2012 aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode die Arbeitsunfähigkeit medizinisch-theoretisch 50 % betragen und anderseits noch ein massiver Arbeitsplatzkonflikt einschliesslich juristischer Auseinandersetzung bestanden habe, weshalb nachvollziehbar sei, dass die Beschwerdeführerin nicht an ihren Arbeitsplatz habe zurückkehren können und ihr bis Ende des Beschäftigungsverhältnisses eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert worden sei. Bei schwankendem Verlauf hinsichtlich der depressiven Symptomatik dürfte die Arbeitsfähigkeit zwischen 30 und 50 % gelegen haben (Urk. 7/154/45), was in die
bidisziplinäre
Gesamtbeurteilung übernommen wurde (Urk. 7/154/21 f.).
6.2
Im Verlauf rechtfertigt es sich damit, das Wartejahr im Dezember 2012 zu eröffnen, weshalb nach der Anmeldung am 21. Mai 2013 ein Anspruch auf Rentenleistungen frühestens ab Dezember 2013 in Betracht fällt (Art. 29 Abs. 1 IVG, vgl. E. 2.3 hiervor).
Dem Y._-Gutachten ist zu entnehmen, dass von somatischer Seite unverändert eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit im gesamten fraglichen Zeitraum seit Dezember 2013 gilt. Diese Einschätzung wird durch die behandelnde Dr. H._ - die seit 28. Dezember 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestierte (Urk. 7/79/3) - nicht entkräftet, da sie neben den somatischen auch die psychischen Beeinträchtigungen mitberücksichtigte, obwohl diese nicht in ihren Fachbereich fallen.
In psychiatrischer Hinsicht wurden zwar unterschiedliche Arbeitsunfähigkeiten bescheinigt. Allerdings haben sich die psychischen Verhältnisse im Verlauf nicht derart verändert, dass die Frage der invalidisierenden Wirkung des Gesundheitsschadens (vorstehende E. 5.1) im Zeitablauf unterschiedlich zu beurteilen wäre. Insbesondere ist nicht belegt, dass eine vorübergehende Verschlechterung angehalten hätte. Unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage hielten die
Gutachter denn auch fest, dass der Zeitpunkt einer gesundheitlichen Änderung (Besserung) nicht mit ausreichender Sicherheit festlegt werden könne (Urk. 7/154/21 f.).
Wenn sich im Verlauf auch die Diagnosen und die attestierten Arbeitsunfähigkeiten verändert haben, ist aufgrund der dargelegten Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich in psychiatrischer Hinsicht wesentliche gesundheitliche Veränderungen gezeigt hätten. Die Y._-Gutachter bescheinigten zwar ab Mitte 2013 eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 30 und 50 % und hernach eine solche von nurmehr 30 % (vorstehend E. 3.3). Da sich die Beschwerdeführerin indes die grösstmögliche Arbeitsfähigkeit anrechnen lassen muss, ergibt sich daraus aus medizinischer Sicht über den ganzen Zeitraum eine unveränderte Arbeitsfähigkeit von 70 %.
In Bezug auf die massgeblichen Indikatoren sind im Verlauf keine Veränderungen ersichtlich und auch nicht geltend gemacht, so dass für die gesamte vorliegend zu beurteilende Periode ab Dezember 2013 keine rentenbegründende Invalidität belegt ist, auch wenn die Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen zeitweise bis 50 % betragen haben sollte.
6.3
Mangels eines invalidisierenden
Gesundheitsschaden
s
hat die Beschwerdegegne
rin den Rentenanspruch zu Recht verneint. Damit erübrigt sich auch die Ermitt
lung des Invaliditätsgrades aufgrund eines Einkommensvergleichs (zum diesbe
züglichen Vorbringen vgl. Urk. 1 S. 4). Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei auf ihr Gesuch hin eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, den Prozess
selber zu führen, ihr die nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als aussichtslos erscheint.
Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts setzt voraus, dass die Ge
such stellende Person sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des Prozes
ses ausgeschöpft hat.
7.2
D
ie
Beschwerdeführer
in
trifft im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechts
pflege eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit (vgl. etwa Urteile des Bundes
gerichts 4A_264/2014 vom 1
7.
Oktober 2014 E. 3.2 und 4A_403/2013 vom 1
1.
Oktober 2013 E. 3.2.2). An die klare und gründliche Darstellung der finan
ziellen Situation durch die gesuchstellende Person dürfen umso höhere Anforde
rungen gestellt werden, je komplexer die Verhältnisse sind (BGE 120
Ia
179
E. 3a). Das Gericht hat weder den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts 4A_114/2013 vom 2
0.
Juni 2013 E. 4.3.1). Schliesslich steht es dem Gericht frei, für die Abklärung der finanziellen Voraus
setzungen einen Fragebogen
einzuverlangen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_606/2013 vom
7.
März 2014 E. 2.1.3).
7.3
Mit Verfügung vom 24. Oktober 2016 (Urk. 8) wurde die
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer
in aufgefordert,
das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vollständig auszufüllen und dieses dem Gericht unter Beilage sämt
licher Belege zur finanziellen Situation einzureichen. Damit verbunden war die Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden respektive ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen wird, dass keine pro
zessuale Bedürftigkeit besteht.
Am 21. November 2016 übermittelte die
Beschwerdeführer
in
d
as ausgefüllte For
mular (Urk. 11
). Darin vermerkte
sie, sie
lebe mit
ihrem
Konkubinatspartner
im gleichen Haushalt, welche
r
als
Selbständigerwerbender
mit
Einzelfirma ein mo
natliches Einkommen von Fr. 0.-- bis Fr. 500.-- erziele. Sie
selber verfüge über
keine
m
onatlichen Einkünfte. Demgegenüber machte sie folgende
monat
-
lichen
Ausgaben
geltend:
Miete
inklusive Nebenkosten Fr. 690.-- (Hälfte von Fr. 1'380.--, vgl. Urk. 12/3); Krankenkassenprämie Fr. 331.90
; ung
edeckte Gesundheits
kosten Fr. 3
00.--;
Sozialversicherungsbeiträge Fr. 501.40
;
insgesamt Fr. 1'523.30.
Das Vermögen
betrage
Fr. 12.97.
Nebst dem ausgefüllten Formular reich
te die
Beschwerdeführer
in
unter anderem den Mietvertrag (41⁄2-Zimmerwohnung, Urk. 12/3), eine Prämienmitteilung
der Krankenkasse über die monatl
iche Nettoprämie KVG von Fr. 331.9
0
(Urk. 12
/5)
, eine Mitteilung über die Prämienverbilligung für das Jahr 2015 von Fr. 1'728.-- (Urk. 12/8), Bescheinigungen über drei zinslose Darlehen von insgesamt Fr. 11'900.-- (Urk. 12/9 bis 12/11), eine Schlussrechnung für die Staats- und Ge
meindesteuer 2015 (Urk. 12/14), eine provisorische Rechnung
für die Staats- und Gemeindesteuer 2016 (Urk. 12/15), einen Auszug (Bankkonto) über einen Saldo per 2. November 2016 von
Fr. 5.12 (Urk. 12/21
) sowie
einen Beleg über den Ver
kauf von Goldschmuck und einer Münzensammlung im Betrag von Fr. 1'000.-- ein (Urk. 12/23).
D
amit
wird zwar dargetan, dass die Beschwerdeführerin und ihr
Konkubinats
partner
nur sporadisch und maximal über monatliche Einkünfte von Fr. 500.--
verfügten. Diesen Einnahmen stehen aber bereits für Wohnungs-, Werkstattmiete und Krankenkassenprämie Ausgaben gegenüber, die diese Einnahmen um ein Vielfaches überschreiten. Letztlich bleibt gänzlich unklar
, wie die Beschwerde
führerin und ihr
Konkubinatspartner
den Lebensunterhalt bestreiten
, obwohl sie keine Sozialhilfe beziehen (Urk. 11 S. 2). Entgegen ihrer Mitwirkungspflicht un
terliess die Beschwerdeführerin diesbezügliche Erläuterungen
.
In diesem Zusam
menhang wurde insbesondere auch die letzte von der Beschwerdeführerin unter
schriebene Steuererklärung nicht
eingereicht, worauf im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ausdrücklich hingewiesen wurde und woraus sich regelmässig weitere Erkenntnisse ergeben (Urk. 11 S. 6 Ziff. 12). Dies wäre umso gebotener gewesen, als den Akten zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin über weitere Vermögenwerte verfügt (auflösbare Lebensversicherung), weshalb sie keine Unterstützung vom Sozialamt erhält (vgl. Urk. 7/128, Urk. 7/137).
Auf
grund der eingereichten Unterlagen kann
damit
nicht rechtsgenügend auf Be
dürftigkeit geschlossen werden
.
Zusammengefasst hat die
Beschwerdeführer
in
in Missachtung
ihrer
Mitwir
kungsobliegenheiten die massgebenden finanziellen Verhältnisse nicht hinrei
chend belegt. Bei dieser Sachlage ist – wie mit Verfügung vom
24. Oktober 2016 (Urk. 8
) angedroht –
ohne weiteres
davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht. Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgelt
liche Rechtspflege mangels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit nicht stattgegeben werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5).
8.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und entsprechend d
essen Ausgang der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.