Decision ID: 34828bd4-18c7-5fb9-bed9-bfcfd5d67027
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hanfländerstrasse 67,
Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rückerstattung von Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a R._ (Jahrgang 1952) bezieht seit längerem Ergänzungsleistungen (EL) zu seiner
halben Invalidenrente (EL-act. 98 und 119). Gemäss dem von der AHV-Zweigstelle
A._ am 29. November 2005 eingereichten Arbeitsvertrag der B._ ging er seit
11. Oktober 2005 einer Arbeitstätigkeit nach. Dabei ist ihm von der Arbeitgeberin ab
dem 3. Monat ein Lohn von Fr. 3'000.-- garantiert worden. Bis dahin basiere die
Entlöhnung auf Provision für den Abschluss von Neukunden (EL-act. 69). Die EL-
Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen verlangte deshalb am 29. Dezember 2005
die detaillierten Lohnabrechnungen ein (EL-act. 67). Noch bevor diese eintrafen,
verfügte die EL-Durchführungsstelle am 3. Februar 2006 die monatliche
Ergänzungsleistung ab 1. Februar 2006 in der Höhe von Fr. 853.-- und die
ausserordentliche Ergänzungsleistung von Fr. 19.--. Dabei ging sie davon aus, der
Versicherte würde ab Februar den vertraglich garantierten Lohn von Fr. 3'000.--
verdienen (EL-act. 65). Am 6. Februar 2006 gingen bei der EL-Durchführungsstelle die
Lohnabrechnungen der Monate Oktober 2005 bis Januar 2006 ein. Im Oktober 2005
hat der Versicherte Fr. 828.--, im November Fr. 1'840.--, im Dezember Fr. 2'063.-- und
im Januar 2006 Fr. 3'204.-- verdient (EL-act. 64). Daraufhin passte die EL-
Durchführungsstelle die EL ab März 2006 mit Verfügung vom 23. Februar 2006 erneut
an und sprach dem Versicherten eine EL von insgesamt Fr. 954.-- zu. Dabei
berücksichtigte sie ein Erwerbseinkommen von Fr. 38'448.-- (EL-act. 62).
A.b Am 2. März 2006 teilte der Versicherte der EL-Durchführungsstelle mit, er
verdiene ab Februar 2006 nur das Fixum von Fr. 3'000.-- pro Monat. Ausserdem habe
er sehr hohe Spesen. Er müsse den ganzen Tag unterwegs sein, brauche das
Generalabonnement und müsse auswärts Essen (EL act. 61). Die EL-
Durchführungsstelle verlangte am 10. Mai 2006 die Kopien der letzten
Lohnabrechnungen. Sie bezog sich dabei auf das Telefongespräch vom 2. März 2006,
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worin der Versicherte mitgeteilt habe, dass er ab Februar 2006 nur noch ein Fixum von
Fr. 3'000.-- verdienen würde (EL-act. 60). Am 22. Mai 2006 reichte der Versicherte die
Lohnabrechnung von Februar bis April 2006 sowie die Kündigung der B._ vom
31. März 2006 auf Ende April 2006 ein (EL-act. 59). Aus den Lohnabrechnungen der
B._ vom Februar und März 2006 ist ersichtlich, dass der Versicherte im Februar Fr.
2'500.-- und im März Fr. 3'000.-- verdient hat. Die April-Abrechnung dagegen stammte
von der C._ AG und nicht mehr von der B._ und gab einen Lohn von Fr. 1'183.35
an. Gemäss der auf der Kündigung vermerkten Notiz der EL-Durchführungsstelle hatte
die B._ auf Nachfrage hin angegeben, dem Versicherten während der
Kündigungsfrist keinen Lohn mehr ausbezahlt zu haben, weil dieser nur auf Provision
angestellt gewesen sei (EL-act. 59). Mit Verfügung vom 6. Juni 2006 sprach die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten eine EL ab Juni 2006 in der Höhe von insgesamt
Fr. 2'146.-- zu. Dabei rechnete sie ein Erwerbseinkommen von Fr. 14'200.-- an. Sie
begründete die neue Höhe der EL damit: "Neuberechnung, da Sie eine neue Stelle
haben. Falls sich der Lohn nochmals verändert, muss dies unverzüglich mitgeteilt
werden" (EL-act. 51). Am 9. Juni 2006 verfügte sie eine Nachzahlung von Fr. 1'805.--,
indem sie unter anderem das reduzierte Erwerbseinkommen ab April 2006
berücksichtigte (EL-act. 50).
A.c Mit Verfügung vom 29. Dezember 2006 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten eine monatliche EL ab 1. Januar 2007 von total Fr. 2'191.-- zu. Wiederum
war in der Berechnung neben dem Renteneinkommen ein Erwerbseinkommen von
Fr. 14'200.-- angerechnet worden (EL-act. 49). Am 17. September 2007 reichte der
Versicherte den angepassten Mietvertrag zur Neuberechnung der EL ein (EL-act. 48).
Die EL-Durchführungsstelle passte die monatliche EL daraufhin mit Verfügung vom
4. Oktober 2007 an (EL-act. 47).
A.d Am 21. Dezember 2007 verfügte die EL-Durchführungsstelle die monatliche EL in
der Höhe von Fr. 2'519.-- ab 1. Januar 2008. Dabei wurde weiterhin von einem
Erwerbseinkommen von Fr. 14'200.-- ausgegangen (EL-act. 45).
A.e Anlässlich der periodischen Überprüfung der EL gab der Versicherte im
Fragebogen an, er habe ein Erwerbseinkommen von Fr. 30'387.-- erzielt und eine
Invalidenrente von Fr. 11'244.-- erhalten. Er habe Auslagen für auswärtige Verpflegung
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in der Höhe von Fr. 37'200.-- gehabt. Sodann bestünden Schulden im Umfang von Fr.
63'334.10. Seit 1. Januar 2008 sei er bei der D._ angestellt und verdiene Fr. 2'672.--
pro Monat. Dieser Fragebogen ging am 23. Juni 2008 bei der EL-Durchführungsstelle
ein (EL-act. 43). Gemäss dem beiliegenden Lohnausweis der D._ AG vom 6. Februar
2008 ist dem Versicherten im Jahr 2007 ein Bruttolohn von Fr. 34'480.-- und ein
Nettolohn von Fr. 30'387.-- ausbezahlt worden (EL-act. 43). Die EL-
Durchführungsstelle verlangte daraufhin am 31. Oktober 2008 den Lohnausweis fürs
Jahr 2006 sowie die entsprechende Steuerveranlagung ein und fragte nach der
Begründung der Gewinnungskosten von Fr. 37'200.-- (EL-act. 41). Mit "provisorischer"
Verfügung vom 5. November 2008 kürzte die EL-Durchführungsstelle die EL auf Fr.
1'919.-- pro Monat ab 1. November 2008. Als Erwerbseinkommen wurde der Betrag
von Fr. 34'480.-- eingesetzt (EL-act. 39). Gegen die Verfügung vom 5. November 2008
liess der Versicherte am 5. Dezember 2008 Einsprache erheben. Er beantragte die
Aufhebung der Verfügung und den Verzicht auf die Reduktion der
Ergänzungsleistungen (EL-act. 35).
A.f Mit Verfügung vom 23. Dezember 2008 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten eine EL in der Höhe von Fr. 1'990.-- ab 1. Januar 2009 zu. Das
Erwerbseinkommen wurde mit Fr. 34'480.-- berücksichtigt (EL-act. 31).
A.g Am 29. Januar 2009 liess der Versicherte die Einsprache vom 5. Dezember 2008
zurückziehen (EL-act. 29). Gleichentags liess der Versicherte mitteilen, die
Gewinnungskosten von Fr. 37'200.-- seien nicht ausgewiesen. Die tatsächlichen
Vermögensverhältnisse würden sich aus der Steuerveranlagung ersehen lassen, die
zusammen mit den verlangten Lohnausweisen beiliegen würden (EL-act. 26). Aus
diesen Lohnausweisen für das Jahr 2006 geht hervor, dass die B._AG dem
Versicherten im Jahr 2006 (Januar bis März) einen Lohn von gesamthaft Fr. 8'704.--
bezahlt hat. Für die Beschäftigungsdauer vom 6. April bis 23. Juni 2006 beim E._
beziehungsweise bei der C._ AG hat der Versicherten einen Lohn von Fr. 3'610.--
erhalten. Anschliessend hat der Versicherte vom 26. Juni bis 30. November 2006 für
die F._ AG gearbeitet und Fr. 14'549.-- verdient. Vom 1. November bis 31. Dezember
2006 bestand eine Anstellung bei der G._, die zu einem Einkommen von Fr. 6'110.--
geführt hatte. Insgesamt liegt somit ein Einkommen für das Jahr 2006 von Fr. 32'973.--
vor (EL-act. 26).
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A.h Mit Verfügung vom 11. Februar 2009 forderte die EL-Durchführungsstelle zuviel
bezahlte EL für die Zeit vom 1. Februar 2006 bis 31. Oktober 2008 in der Höhe von
Fr. 25'238.-- zurück (EL-act. 17). Dabei berücksichtigte sie für das Jahr 2006 ein
Erwerbseinkommen von Fr. 32'973.-- und für das Jahr 2007 und 2008 ein solches von
Fr. 34'480.-- (EL-act. 21 bis 25).
A.i Der Versicherte liess am 6. März 2009 gegen die Verfügung vom 11. Februar
2009 Einsprache erheben. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und den
Verzicht auf die Rückforderung von ausgerichteten Ergänzungsleistungen (EL-act. 10).
In der nachgereichten Begründung vom 14. April 2009 gab der Versicherte an, die EL-
Durchführungsstelle sei seit längerem im Besitz der Lohnabrechnungen Januar bis
März 2006. Seit dem 16. Juni 2008 lägen der Revisionsfragebogen sowie die
Steuerveranlagung 2007 vor. Dementsprechend komme die einjährige Verjährungsfrist
gemäss Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zur Anwendung. Deshalb werde
betreffend die Rückforderung der EL zwischen 1. Februar 2006 und 11. Februar 2008
die Verjährung geltend gemacht. Schliesslich werde er um Erlass der Rückforderung
ersuchen, weil diese für ihn eine grosse Härte bedeute (EL-act. 3).
A.j Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen wies mit
Entscheid vom 23. Juni 2009 die Einsprache des Versicherten ab, soweit sie darauf
eintrat. Sie führte in der Begründung aus, unrechtmässig bezogene EL-Leistungen
seien gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG zurückzuerstatten. Die Unrechtmässigkeit eines
Leistungsbezugs sei einzig nach normativen Kriterien zu prüfen. Ob ein EL-Bezüger
seine Mitwirkungspflicht verletzt habe, sei dabei unerheblich. Gestützt auf die
Lohnausweise Januar bis April 2006 sei die EL entsprechend angepasst worden. Der
höhere Lohn ab Juni 2006 sei nicht gemeldet worden. Im Juni 2008 sei der
Lohnausweis für das Jahr 2007 eingereicht worden. Für die vorangegangene Zeit seien
die entsprechenden Unterlagen erst am 30. Januar 2009 eingegangen. Die einjährige
Verjährungsfrist habe deshalb für die Rückforderung betreffend EL 2007 erst am 16.
Juni 2008 und für das Jahr 2006 erst am 30. Januar 2009 zu laufen begonnen. Eine
Verwirkung liege damit nicht vor. Die Berechnung der Rückforderung selbst werde
nicht bestritten. Betreffend Erlass der Rückforderung sei anschliessend an die
Rechtskraft des Einspracheentscheids oder eines allfälligen Gerichtsurteils ein
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Erlassgesuch einzureichen. Diesbezüglich könne auf die Einsprache nicht eingetreten
werden (EL-act. 142).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid lässt der Versicherte am 24. August 2009 Beschwerde
erheben. Er beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 23. Juni 2009 und
den Verzicht auf die Rückforderung der ausgerichteten Ergänzungsleistungen.
Eventualiter sei der Rückforderungsbetrag erheblich zu reduzieren. Der
Beschwerdeführer gibt in seiner Begründung an, seine Arbeitsstelle bei der B._ sei
auf Ende April 2006 gekündigt worden. Hingegen habe er der EL-Durchführungsstelle
nicht mitgeteilt, sein neues Einkommen betrage Fr. 1'883.35. Weil er nämlich weiterhin
für das E._ gearbeitet habe, dieses die Lohnabrechnungen jedoch von der C._ AG
ausführen gelassen habe, stamme der Lohnausweis vom April 2006 von der C._ AG
statt vom E._. Er habe gewusst, dass er beim E._ ein Fixum von Fr. 3'000.-- werde
verdienen können, was er der Beschwerdegegnerin am 2. März 2006 mitgeteilt habe.
Ihm sei jedoch die Abrechnung durch eine fremde Firma nicht aufgefallen. Vielmehr sei
er davon ausgegangen, auch die Beschwerdegegnerin würde zur Berechnung der EL
von diesem Fixum von Fr. 3'000.-- ausgehen, statt auf die Abrechnungen der C._ AG
abzustellen. Weil die Beschwerdegegnerin von diesem höheren Einkommen gewusst
habe, sei die einjährige Verjährung gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG anwendbar, weshalb
die Rückforderungen der zuviel ausgerichteten EL für die Jahre 2006 bis 2008 verjährt
seien. Weil die Beschwerdegegnerin ihm nie mitgeteilt habe, dass seine telefonische
Mitteilung vom 2. März 2006 der Mitwirkungspflicht nicht genüge, könne ihm auch der
gute Glaube nicht abgesprochen werden. Der Einspracheentscheid sei deshalb
aufzuheben (G act. 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 28. August 2009 unter Verweis auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (G act. 3).
B.c Weil die Beschwerdegegnerin auf weitere Ausführungen verzichtet, schliesst das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen den Schriftenwechsel am 31. August
2009 (G act. 4).

Erwägungen:
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1.
Mit der Verfügung vom 11. Februar 2009 hat die Beschwerdegegnerin
Ergänzungsleistungen zurückgefordert. Von einem unrechtmässigen Leistungsbezug
im Sinne von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG kann allerdings erst dann ausgegangen
werden, wenn die formell rechtskräftige Verfügung, auf die sich der
Sozialversicherungsträger damals bei der Leistungsausrichtung gestützt hat,
aufgehoben und durch eine neue Verfügung ersetzt worden ist, mit der neu tiefere
Leistungen zugesprochen werden oder mit der neu ein Leistungsanspruch verneint
wird. Die ursprüngliche, formell rechtskräftige Leistungsverfügung muss also
prozessual revidiert (Art. 53 Abs. 1 ATSG), wiedererwogen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) oder
rückwirkend an eine Sachverhaltsveränderung angepasst bzw. herabgesetzt oder
aufgehoben werden (Art. 17 ATSG), damit von einem unrechtmässigen Leistungsbezug
ausgegangen und eine Rückforderung verfügt werden kann. Der Wortlaut der
Verfügung vom 11. Februar 2009 enthält keinen Hinweis auf eine Korrektur der
früheren, formell rechtskräftigen Leistungsverfügungen. Dem Wortlaut nach zu urteilen
würde die Beschwerdegegnerin Ergänzungsleistungen zurückfordern, die gestützt auf
eine formell rechtskräftige Verfügung (und die darauf folgenden formell rechtskräftigen
Revisionsverfügungen) und damit im Sinne von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG
rechtmässig ausgerichtet worden sind. Wäre die Verfügung vom 11. Februar 2009
beziehungsweise der sie ersetzende angefochtene Einspracheentscheid vom 23. Juni
2009 nur dem Wortlaut gemäss zu interpretieren, müsste der angefochtene
Einspracheentscheid also ohne weiteres als rechtswidrig, weil gegen Art. 25 Abs. 1
Satz 1 ATSG verstossend, aufgehoben werden. Nun sind Verfügungen (und
Einspracheentscheide) aber nicht nur nach ihrem Wortlaut auszulegen. Massgebend ist
vielmehr der vom erlassenden Sozialversicherungsträger beabsichtigte Inhalt der
Verfügung (oder des Einspracheentscheids). Das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen geht in ständiger Praxis davon aus, dass Verfügungen der Beschwerdegegnerin,
die als reine EL-Rückforderungsverfügungen abgefasst sind, auch eine
wiedererwägungs- oder revisionsweise Korrektur der früheren, formell rechtskräftigen
Leistungsverfügung enthalten. Mit der Verfügung vom 11. Februar 2009 und den ihr zu
Grunde liegenden neuen EL-Berechnungen (EL-act. 20 - 25) sind somit die
Verfügungen vom 3. Februar 2006, vom 23. Februar 2006, vom 6. Juni 2006, vom
29. Dezember 2006, vom 4. Oktober 2007 und vom 21. Dezember 2007 aufgehoben
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und durch eine (abgestufte) Leistungszusprache mit Wirkung ab 1. Januar 2006 ersetzt
worden. Dabei handelt es sich um eine rückwirkende Anpassung an eine
Sachverhaltsveränderung.
2.
2.1 Im vorliegenden Fall war die ausgerichtete Ergänzungsleistung ab 1. Februar
2006 unbestrittenermassen teilweise nicht mehr mit dem relevanten Sachverhalt
vereinbar, weil der Beschwerdeführer ein deutlich höheres Erwerbseinkommen erzielt
hat, als ihm bei der EL-Anspruchsberechnung als Einnahmen angerechnet wurde. Im
Differenzbetrag fiel die Ergänzungsleistung ab 1. Februar 2006 damit zu hoch aus.
Dass der Beschwerdeführer damit zu Unrecht EL bezogen hat, ist unbestritten. Er lässt
jedoch geltend machen, dass er nicht rückerstattungspflichtig sei, weil der
Rückanforderungsanspruch gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG verjährt sei. Nach dieser
Bestimmung erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres,
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber
mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Gemäss
der bundesgerichtlichen Praxis beginnt die einjährige Verjährungsfrist in dem Zeitpunkt
zu laufen, in dem die Versicherungseinrichtung bei Beachtung der ihr zumutbaren
Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine
Rückerstattung bestehen. Dies ist der Fall, wenn alle im konkreten Einzelfall
erheblichen Umstände zugänglich sind, aus deren Kenntnis sich der
Rückforderungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass gegenüber
einer bestimmten rückerstattungspflichtigen Person ergibt (vgl. BGE 111 V 114 E. 3).
Verfügt die Versicherungseinrichtung über genügende Hinweise auf einen möglichen
Rückforderungsanspruch, sind die Unterlagen aber noch unvollständig, hat sie die
noch erforderlichen Abklärungen innert angemessener Zeit vorzunehmen. Bei Säumnis
ist der Beginn der Verwirkungsfrist auf den Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die
Verwaltung mit zumutbarem Einsatz ihre unvollständige Kenntnis so zu ergänzen im
Stande gewesen wäre, dass der Rückforderungsanspruch hätte geltend gemacht
werden können. Die einjährige Verwirkungsfrist beginnt auf jeden Fall, wenn und sobald
sich aus den Akten bereits die Unrechtmässigkeit der Leistungserbringung ergibt, ohne
dass Zeit für eine weitere Abklärung zugestanden würde (Urteil K 70/06 vom 30. Juli
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2007 E. 5.1 mit Hinweisen, nicht publiziert in: BGE 133 V 579, aber in: SVR 2008
KV Nr. 4 S. 11).
2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegnerin hätte seit seinem
Telefonanruf vom 2. März 2006 von seinem Einkommen von Fr. 3'000.-- pro Monat
beim E._ gewusst. Er sei deshalb davon ausgegangen, die Beschwerdegegnerin
stelle auf dieses Einkommen ab. Ihm sei nicht aufgefallen, dass die Abrechnung durch
eine andere Firma durchgeführt worden sei. Er sei gar nicht bei der C._ AG angestellt
gewesen, sondern habe für das E._ gearbeitet (G act. 1). Die Beschwerdegegnerin
führt dagegen aus, gestützt auf die Lohnabrechnungen Januar bis April 2006 sei die EL
entsprechend angepasst worden. Die Lohnerhöhung ab Juni 2006 sei nicht gemeldet
worden. Erst im Revisionsverfahren 2008 habe sie von einem höheren Einkommen
erfahren, wobei die entsprechenden Lohnnachweise fürs 2006 erst am 30. Januar 2009
eingegangen seien (EL-act. 26). Grundsätzlich besteht die Pflicht zur Rückerstattung
unrechtmässig bezogener Ergänzungsleistungen unabhängig von einer allfälligen
Melde- oder Anzeigepflichtverletzung des Beschwerdeführers. Die Frage der
Verwirkung der Rückforderung (vgl. BGE 119 V 431 E. 3a) ist jedoch abhängig davon,
in welchem Zeitpunkt die Beschwerdegegnerin unter Beachtung der ihr zumutbaren
Aufmerksamkeit hätte feststellen müssen, dass dem Beschwerdeführer zu Unrecht EL
ausgerichtet worden sind und wie hoch die unrechtmässigen EL waren.
2.3 Aus der Aktennotiz zum Telefonat vom 2. März 2006 geht hervor, dass der
Beschwerdeführer mitgeteilt hat, er würde als Lohn ab Februar 2006 nur das Fixum von
Fr. 3'000.-- erhalten und habe hohe Spesen zu verzeichnen (EL-act. 61). Von welcher
Firma dieses Fixum ausgerichtet werden soll, geht aus dieser Notiz nicht hervor. Am
22. Mai 2006 hat der Beschwerdeführer die Kündigung der B._ vom 31. März 2006
eingereicht sowie unter anderem die Lohnabrechnung vom April 2006 der C._ AG.
Weil die Kündigungsfrist bei der B._ bis Ende April gedauert hat, hat die
Beschwerdegegnerin nachgefragt und erfahren, dass im April kein Lohn mehr
ausbezahlt worden sei, weil der Beschwerdeführer nur auf Provision angestellt
gewesen sei (EL-act. 59). Da der Telefonanruf des Beschwerdeführers vom 2. März
2006 vor der Kündigung eingegangen ist, durfte die Beschwerdegegnerin annehmen,
der Beschwerdeführer habe damals von seiner Anstellung bei der B._ gesprochen
und den garantierten Lohn gemäss Arbeitsvertrag vom 11. Oktober 2005 gemeint.
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Sodann lagen keine Anzeichen vor, dass der Beschwerdeführer bereits von der
bevorstehenden Auflösung des Vertrags auf Ende April und der Aussicht auf eine neue
Stelle wusste. Indessen konnte die Beschwerdegegnerin auch nicht davon ausgehen,
der garantierte Lohn der B._ von Fr. 3'000.-- gelte weiter, nachdem der Vertrag
gekündigt worden ist und die Lohnabrechnung einer anderen Arbeitgeberin für den
April 2006 einen viel tieferen Lohn auswies. Schliesslich erscheint dem Gericht nicht
nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer beim E._ beziehungsweise der C._
AG monatlich Fr. 3'000.-- verdient haben soll, wenn ihm gemäss Lohnausweis vom
29. Januar 2007 für die Zeit vom 4. April bis 23. Juni 2006 lediglich Fr. 3'610.--
ausbezahlt worden sind (EL-act. 26). Dies war denn auch der Grund für die Erhöhung
der EL im Juni 2006 (EL-act. 51). Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin bei der
ihr zumutbaren Aufmerksamkeit nicht davon ausgehen konnte, dass der
Beschwerdeführer ab März 2006 weiterhin Fr. 3'000.-- pro Monat würde verdienen
können, nachdem ihm die betreffende Arbeitsstelle gekündigt worden und der Lohn an
der neuen Stelle bedeutend tiefer war. Die einjährige Verjährungsfrist begann deshalb
noch nicht im März 2006 zu laufen.
2.4 Die Beschwerdegegnerin verfügte im Jahr 2006 auch nicht über Hinweise auf
eine Veränderung des Erwerbseinkommens auf Grund der verschiedenen
Stellenwechsel. Der Beschwerdeführer hat die entsprechenden Lohnausweise
unbestrittenermassen erst Ende Januar 2009 eingereicht (EL-act. 42 und 43). Somit
war die Beschwerdegegnerin auch nicht verpflichtet, den Beschwerdeführer erneut
aufzufordern, weitere Lohnabrechnungen einzureichen. Im Übrigen hat sie auf die
Pflicht, Lohnänderungen zu melden, in der Verfügung vom 6. Juni 2006 hingewiesen
(EL-act. 51). Der Beschwerdegegnerin sind somit auch keine fehlenden
Abklärungsmassnahmen vorzuwerfen.
2.5 Anlässlich des ordentlichen Revisionsverfahrens im Jahr 2008 hat der
Beschwerdeführer angegeben, er habe ein Renteneinkommen von Fr. 11'244.-- sowie
ein Erwerbseinkommen von (netto) Fr. 30'387.-- erzielt. Der entsprechende
Lohnausweis für das Jahr 2007 lag bei (EL-act. 43). Der Revisionsfragebogen ist am
23. Juni 2008 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen. Bereits am 31. Oktober 2008
hat sie weitere Unterlagen zur Überprüfung der Einkommenssituation 2006 und 2007
verlangt (EL-act. 41). Die Lohnausweise 2006 sind am 30. Januar 2009 bei der
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Beschwerdegegnerin eingetroffen. Mit Verfügung vom 11. Februar 2009 hat sie die
zuviel bezahlte EL von insgesamt Fr. 25'238.-- zurückgefordert. Damit hat sie die
einjährige Frist ab Kenntnis der Sachverhaltsveränderung gewahrt. Auch die absolute
Frist von fünf Jahren seit Ausrichtung der Leistung ist gewahrt. Die Rückforderung ist
deshalb nicht verwirkt.
2.6 Der Beschwerdeführer hat im Jahr 2006 ein Erwerbseinkommen von insgesamt
Fr. 32'973.-- und in den darauffolgenden Jahren ein solches von Fr. 34'480.-- erzielt.
Stattdessen hat die Beschwerdegegnerin ein Erwerbseinkommen von Fr. 14'200.--
berücksichtigt. Deshalb ergab sich eine Rückforderung von insgesamt Fr. 25'238.-- bis
Oktober 2008. Die Neuberechnung nach erfolgter Anpassung erweist sich
betragsmässig als korrekt. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Der
Beschwerdeführer wird darauf hingewiesen, dass diese Rückforderung gemäss Art. 25
Abs. 1 ATSG bei gutem Glauben und gleichzeitigem Vorliegen einer grossen Härte
erlassen werden kann. Ein entsprechendes Gesuch wäre nach dem Eintritt der
Rechtskraft des Entscheides über die Rückforderung der Beschwerdegegnerin
einzureichen.
2.7 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde demnach
abzuweisen. Die Rückforderung der zu Unrecht ausgerichteten EL in der Höhe von Fr.
25'238.-- ist rechtmässig. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG