Decision ID: 58d44975-3a1a-4c2c-beb2-dd90dc7237df
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1951 geborene
X._
war seit dem 1. August 2003 als
Ver
wal
tungsassistentin
bei
m
Y._
angestellt
und damit bei der AXA Versicherungen AG
(AXA)
im Rahmen des Bun
desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert. Am 3. November 2007 stolperte sie im
Z._
über eine Schwelle und fiel auf ihre linke Hüfte (Urk. 9/1).
Dabei zog sie sich
auf der linken Seite eine
late
rale Schenkelhalsfraktur (
Urk.
10/2)
und
eine Fissur im Schambein
ast
(Urk.
10/3
und
Urk.
10/7
) zu.
Die AXA
erbrachte
in der Folge
die gesetzlichen
Leis
tungen
im Zusammenhang mit diesem Ereignis
.
Am 26. April 2010 teilte sie der Versi
cherten
– unter Hinweis darauf, dass von der Fortsetzung der Heilbehandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten sei – mit
, sie wer
de ihre
Leistung
en
per 30. April 2010
e
instellen
(Urk.
9/27).
Ein knappes Jahr
später
ersuchte
X._
mit Eingabe vom 15. April 2011
um
Erlass einer
be
schwer
defähigen
Verfü
gung
(
Urk.
9/31).
Am 2. Mai 2011
verfügte
die AXA die
Leistungseinstellung
(
Urk.
9/33). Die dagegen erhobene Einsprache vom 3. Juni 2011
(
Urk.
9/35)
wies sie mit Entscheid vom 27.
Dezember 2011 (
Urk.
9/44 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 27. Dezember 2011 (
Urk.
2) erhob die Ver
si
cherte am
2.
Februar 2012 Beschwerde und beantrag
t
e,
der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben, es sei ein rechtskonformes
Einspracheverfahren
durchzu
führen und es seien ihr weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistun
gen aus
zu
richten (
Urk.
1
S.
2
). Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2012 schloss die Unfallversicherung auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Replik vom
24.
Sep
tember 2012 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (
Urk.
15). Am 25. Oktober 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin erneut die Ab
weisung der Beschwerde (Duplik,
Urk.
19)
, wovon der Beschwerdeführerin am
26. Oktober 2012 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 20)
.
In der Folge reichte die Be
schwerdeführerin
unaufgefordert eine Stellungnahme zur Duplik
und eine
Rech
nung der
A._
ein
(
Eingabe vom 1
2.
November 2012
[
Urk.
21
-22]
)
, was der Beschwerdegegnerin am 13.
November 2012 zur Ken
ntnis gebracht wurde (Urk. 23).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 10 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige
Behandlung ihrer Unfallfolgen. Bis zu welchem Zeitpunkt Heilbehandlung durch
den Unfallversicherer zu gewähren ist, kann Art. 10 UVG
jedoch
nicht entnom
men
werden. Dieser Zeitpunkt ergibt sich indessen aus Art. 19 UVG des zweiten Kapitels über Beginn und Ende der Invalidenrente, die, sofern die Vo
raussetz
ung
en für deren Ausrichtung erfüllt sind, den vorübergehenden Leis
tungen folgt.
Danach entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Be
handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versi
cher
ten
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Inva
lidenversicherung abgeschlossen sind (Abs. 1 erster Satz). Mit dem
Renten
be
ginn
fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Abs.
1 zweiter Satz).
Nach konstanter Rechtsprechung heisst dies, der Versi
cherer hat – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung abgeschlossen
sind – die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur so
lange zu gewähren, als von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall
unter Einstellung der vorübergehenden Leistun
gen mit gleichzeitiger Prüfung
des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung ab
zu
schliessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_81/2013 vom 16. April 2013 E. 3.1.1 mit weiteren Hinweisen). Der Ab
schluss des Falls durch den Unfallversicherer be
dingt daher nicht, dass eine me
dizinische Behandlung nicht länger erforder
lich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 3.3).
1.2
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands des Versicher
ten („
une
sensible
amélioration
de
l’état
de
l’assuré
, „
un
sensibile
miglioramento
della
salute
dell’assicurato
“ in der französischen respektive italienischen Text
fassung des Art. 19
Abs.
1 UVG) zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht
näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzep
tion nach
auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist (vgl. etwa die Art. 1a und 4 UVG)
,
wird sich dies namentlich nach
Massgabe der zu erwartenden Stei
ge
rung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt be
ein
träch
tigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes „namhaft“
durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende
Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht
(BGE 134 V 109 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Leistungseinstellung per 30. April 2010
damit, dass
durch die Fortsetzung der medizinischen Behandlung über diesen Zeit
punkt hinaus keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands zu er
warten sei
.
Seit Juli 2008 bestehe überdies wieder eine uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit
, was eine Besserung der körperlichen Beschwerden illustriere
. Eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität sei sodann aus den me
di
zinischen Akten nicht ersichtlich,
weshalb
auch kein Anspruch auf eine
Inte
gri
tätsentschädigung
bestehe.
Die fehlende Zustellung der während des
Einspra
che
verfahrens
eingeholten medizinischen Berichte
an die Beschwerde
führerin
stelle keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar
(
Urk.
2, 8 und 19).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt,
die Beschwerdegegnerin habe im
Einspracheverfahren
medizinische Berichte bei Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
und bei Dr. med.
D._
, Innere Medizin und Rheuma
tologie FMH,
eingeholt (
Urk.
10/14-1
7
), ohne ihr vor Erlass des Entscheids Ge
legenheit zur Stellungnahme
dazu
einzuräumen. Mit diesem Vorgehen sei ihr An
spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden
.
In materieller Hinsicht brachte sie vor,
eine namhafte Besserung des Gesundheits
zustands sei vorliegend rein medizinisch und ohne Blick auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit zu beurteilen
(
Urk.
1)
.
Denn sobald
wieder eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit bestehe, sei die ärztliche Behandlung solange zu fi
nanzieren, als sie medizinisch indiziert,
wirtschaftlich und wirksam sei.
Die Integritätseinbusse lasse sich auf Grund der Aktenlage nicht beurteilen (Urk. 15).
3.
3.1
In formeller Hinsicht ist zunächst zu bemerken, dass der Versicherungsträger ge
mäss
Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen hat. Leistungen, Forderungen und Anord
nungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können in Anwendung von
Art. 51 Abs. 1 ATSG in einem formlosen Verfahren behandelt werden. Die be
troffe
ne Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (Art.
51 Abs.
2 ATSG).
Erlässt ein Versicherer über eine Leistung, welche erheblich ist, zu Unrecht keine
Verfügung, sondern erledigt er die Herabsetzung einer Leistung im formlosen Verfahren und ist die betroffene Person damit nicht einverstanden, hat sie dies grundsätzlich innerhalb eines Jahres zu erklären.
Diesfalls
hat der Versicherer
eine Verfügung zu erlassen, gegen welche Einsprache erhoben werden kann. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksamkeit, wie
wenn er zulässigerweise im Rahmen von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre (vgl.
BGE 134 V 1
45 E. 5.3.2 S. 152
).
Die Beschwerdegegnerin teilte der Beschwerdeführerin mit formlosen Schreiben vom 26. April 2010 mit, sie werde ihre Leistungen auf Ende des Monats hin ein
stellen (Urk. 9/27). Die Beschwerdeführerin verlangte in Nachachtung der dar
ge
legten Rechtsprechung rechtzeitig innerhalb eines Jahres mit Eingabe vom 15.
April
2011 den Erlass der entsprechenden Verfügung (Urk. 9/31), so dass ihr die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht die Wirksamkeit des Entscheids vom 26. April 2010 entgegen hielt, sondern die Verfügung vom 2. Mai 2011 erliess.
3.2
Gemäss Art. 29 A
bs. 2 der Bundesverfassung (BV)
sowie Art. 42 ATSG haben die
Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Ge
hör dient einerseits der
Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
persönlich
keitsbezogenes
Mit
wirk
ungs
recht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer
Person eingreift. Dazu gehört ins
besondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstel
lung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebli
che Be
weise beizubringen, Einsicht in die Akt
en zu nehmen, mit erheblichen Beweis
anträgen gehört zu wer
den und an der Er
hebung wesentli
cher Beweise ent
weder mit
zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses
geeig
net ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 S. 370 mit Hin
wei
sen).
Nach der Rechtsprechung kann eine
nicht besonders schwerwiegende
Ver
letz
ung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer
de
instanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechts
lage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
S. 437). Von einer Rückweisung der Sache an die Ver
waltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Ge
hörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalisti
schen
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der
Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 390 mit Hinweis).
3.3
In die im Zeitpunkt der formlosen Leistungseinstellung vom 26. April 2010 vor
lie
genden Akten konnte die Beschwerdeführerin Einsicht nehmen (Urk. 9/28
29
).
Hingegen ist ausgewiesen und unbestritten, dass sie vor Erlass des ange
foch
te
nen
Einspracheentscheids
weder von den von der Beschwerdegegnerin im
Ein
spra
cheverfahren
eingeholten Berichten von Dr.
B._
und Dr.
C._
(Urk. 10/15)
noch von der Aktenbeurteilung durch den Vertrauensarzt der
Beschwerdegeg
ne
rin
, Dr.
D._
, betreffend den Integritätsschaden (Urk. 10/17) Kenntnis nehmen
konnte. Die Beschwerdegegnerin gewährte der Beschwerdeführerin im
Einspra
che
verfahren
somit nicht Einblick in sämtliche Akten und verletzte daher deren Anspruch auf rechtliches Gehör.
Zu prüfen bleibt, ob die Gehörsverletzung ausnahmsweise als geheilt gelten kann
.
Die im
Einspracheverfahren
eingeholten medizinischen Berichte von Dr.
B._
und Dr.
C._
bestätigen im Wesentlichen die bereits anlässlich der Mitteilung vom 26. April 2013 vorgelegene, von Dr.
B._
am 22. März 2010 genannte
Schmerzproblematik
in der linken Hüfte (vgl. Urk. 10/12); sie
enthalten
weder
neue,
entscheidrelevante
Gesichtspunkte
noch
zeigen
sie
eine wesentliche Ver
än
derung des medizinischen Zustands auf.
Die Aktenbeurteilung von Dr.
D._
vom 22. Dezember 2011 verneint den Integritätsschaden ebenso wie Dr.
J._
am 13. April 2010 (vgl. Urk. 10/13). Der Beschwerdegegnerin ist daher bei
zupflichten, dass die neuesten Arztberichte im Vergleich zu den bei der
Leis
tungseinstellung
vorhandenen Berichte
n
keine weiteren, für die
Entscheidfindung
wesentlichen Informationen enthalten. Die Beschwerdeführerin konnte daher durchaus auch in Unkenntnis der neuen Berichte die Sach- und Rechtslage be
ur
teilen.
Im Ergebnis ist die Verletzung des Gehörsanspruchs als geheilt anzusehen, zu
mal sich die Beschwerdeführerin vor dem Sozialversicherungsgericht im Rah
men
eines zweifachen Schriftenwechsels vollumfänglich zur Sache äussern konnte, wobei das Gericht sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüft. Die
Aufhebung des
Einspracheentscheides
vom 27. Dezember 2011 und
Rückwei
sung
der Angelegenheit zwecks Gewährung der Akteneinsicht und erneuter Verfüg
ung käme sodann einem formalistischen Leerlauf gleich, was nicht im Interesse der Beschwerdeführerin liegen kann.
4
.
4
.1
Die Beschwerdeführerin
befand sich
nach ihrem
Stolpers
turz vom 3. bis am
14. November 2007 im
E._
,
F._
,
in Spitalpflege
, wo
ihre
Fraktur
des Schenkelhalses link
s
am 4. November 2007 operativ versorgt
wurde
(Urk.
10/2
-5). Im Anschluss daran hielt sie sich bis am 1. Dezember 2007 im
G._
in
H._
zur stati
onären Rehabilitation auf. Dort
wurde zu
sätzlich eine linksseitige mediale Schambeinastfissur
erhoben
(
Urk.
10/3 und
Urk.
10/7)
.
4
.2
Der behandelnde Dr.
I._
des
E._
führte am 21. April 2008 aus, die Beschwerdeführerin stehe noch in physiotherapeutischer Behandlung und
alle drei Monate fänden ärztliche Beratungen statt (Urk. 10/8). Dies bestätigte er am 22. September 2008 (Urk. 10/10).
In Absprache mit Dr.
I._
attestierte
Dr.
med.
J._
vom medizinischen
Dienst der Beschwerdegegnerin
am 19. Juni 2008
eine uneinge
schränkte Ar
beits
fähigkeit
ab
1. Juli 2008 (
Urk.
10/9).
4
.3
Die Ärzte des
E._
berich
tete
n
am
19. Dezember 2008
über die am
13. Dezember 2008 stattgefundene Un
tersuchung. E
s bestehe
eine
reizlose Narbe a
m linken lateralen Oberschenkel und
i
nspektorisch
h
abe
sich keine Asymmetrie der Oberschenkelmuskulatur mehr finden lassen. Es
sei e
in
hinkfreies
Gangbild
festzustellen
und der Zehen
spitzen-Gang und der
Einbeinstand
seien
problemlos möglich.
Die Beschwer
deführerin
berichte
über eine weitgehende
Beschwerde
frei
heit
unter konstant weitergeführter
Physiotherapie.
B
ei einem sehr erfreu
lichen
klinischen und radiologischen Ergebnis
werde
die ambulante Behandlung am
E._
abgeschlossen
(Urk.
10/11).
4
.4
De
m Bericht von
Dr.
B._
vom 2
2.
März 2010 kann entnommen wer
den, dass
die Beschwerdeführerin unter gelegentlichen Hüftschmerzen mit
Schonhin
ken
leidet. Die gegenwärtige
und weitere
Behandlung
bestehe aus Physio
the
ra
pie und die medizinischen Beratungen würden alle drei bis sechs Monate statt
finden (
Urk.
10/12).
4.5
In seiner aufgrund der Akten verfassten
Beurteilung
vom 13. April 2010 gelangte
Dr.
J._
zum Schluss, die Fortführung der Physiotherapie führe zu keiner namhaften Besserung des Gesundheitszustands. Es habe sich bereits anlässlich der Jahres
k
ontrolle
im
E._
ein erfreuliches postope
ratives Ergeb
nis gezeigt und auf die Metallentfernung sei bislang verzichtet worden.
Die te
le
fonische Rücksprache mit
Dr.
B._
habe ergeben, dass die
ser den Fall nach der letzten physiotherapeutischen Behandlung im Dezember 2009 abgeschlossen habe
. Eine dauernde erhebliche Schädigung der körperli
chen Integrität bestehe nicht
(
Urk.
10/
13).
4.6
Gestützt auf die Ergebnisse der Untersuchung vom 23. Mai 2011 hielt
Dr.
C._
ei
nen Tag später fest
(
Urk.
10/16)
, bei den Beschwerden der Beschwerdeführerin han
dle es sich höchstwahrscheinlich um eine
residuelle
, narbenbedingte
Schmerz
symptomatik
im Bereich des linken Oberschenkels
.
Der
geklagte
Schmerz
habe bei der Untersuchung nicht ausgelöst werden können und trete nur bei
Rotationsbewegungen der linken Hüfte unter Belastung auf (S. 2).
Die Beschwer
deführerin zeige ein regelrechtes, flüssiges
Gangbi
ld
ohne erkennbares
Schon
hinken
. Zehenspitzen- und Fersengang sei
e
n problemlos durchführbar. Die link
e Hüfte sei äusserlich reizlos und es sei keine Rötung oder Schwellung er
sichtlich (S. 1). Da die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Schmerzfreiheit auch nach einer Metallentfernung nicht sehr hoch sei, sei beim jetzi
gen, wenig stark aus
ge
prägten Leidensdruck der Beschwer
deführerin eine ope
rative Versorgung nicht
indiziert (S. 2).
4.7
Dr.
B._
führte am 1. September 2011
aus, die Beschwerdeführerin berichte von persistierenden Schmerzen über dem linken Oberschenkel bei Rotationsbe
wegungen.
Nebst der bereits bei
Dr.
C._
durchgeführten orthopädischen Ab
klärung seien diesbezüglich keine weiteren geplant.
Neuerliche
(hausä
r
z
t
liche)
Kontrollen würden Ende Jahr stattfinden.
Momentan sei die Beschwerdeführerin in physiotherapeutischer Behandlung (Urk. 10/14).
4.8
Dr.
D._
,
beraten
der Arzt der Beschwerdegegnerin, verneinte in seinem Bericht vom
22.
Dezember 2011 einen Integritätsschaden
, da die derzeitigen
Hüftbe
schwer
den
nicht als gelenksbedingt einzustufen seien
. Die Stabilität des pro
thetisch versorgten linksseitigen Hüftgelenks sei intakt und es liege kein erheb
li
cher und objektivierbarer organischer Schaden vor. Die derzeitigen Beschwerden
würden oberflächlich im Bereiche der Hautnerven zu liegen scheinen und möglicherweise lediglich die Narbensituation
betreffen (
Urk.
10/17).
5.
Im massgebenden Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. April 2010 (
Urk.
2) war die Beschwerdeführerin seit mehreren Jahren wieder uneingeschränkt ar
beitsfähig (
Urk.
10/9).
Die nach Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfä
hig
keit
am 1. Juli 2008
verordnete Physiotherapie bezweckte hauptsächlich den
Mus
kelaufbau (
Urk.
9/20 S. 4) respektive die Kräftigu
ng der Muskulatur (Urk.
9/22
S.
4)
und d
ie
schliesslich
durchgeführte Behandlung in der
Naturheil
praxis
von
K._
bestand
einzig
noch
aus klassischen Massagen
(
Urk.
9/20
S.
3
, 9/22
S.
3
und 9/30
S.
2
f.
).
Vor diesem Hintergrund war kein als namhaft im Sinne von Art. 19
Abs.
1 UVG zu taxierender Erfolg mehr zu er
warten.
Seitens der Beschwerdeführerin wird denn auch nicht geltend gemacht, die erfolg
te
n – auch ärztlichen –
Behandlung
e
n
hätte
n
eine Verbesserung ge
brach
t. Sie klagt vielmehr
über
– nachdem sie anlässlich der
Jahresk
ontrolle
am 13. Dezember 2008
über eine weitgehende Beschwerdefreiheit berichtet hatte
(
Urk.
10/10) –
nach wie vor (gelegentlich) auftretende
Schmerz
en im
Bereich des
linken Oberschenkels
(
Urk.
10/12, 10/14 und 10/16)
.
Selbst wenn die Be
find
lich
keit
der
Beschwerdeführerin
durch die Fortsetzung der medizinischen Behand
lung – so
z.B. durch die nicht aktenkundige Behandlung beim
Chiro
praktor
Dr.
med.
L._
(vgl.
Urk.
15 S. 4) –
noch verbessert werden könnte,
besteht hier keine Veranlassung, von der Regel abzuweichen, dass der Fall abzuschliessen ist,
wenn die versicherte Person wieder in der Lage ist, in ihrer angestammten Tätigkeit vollzeitlich erwerbstätig zu sein
(
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum
Sozialversiche
rungsrecht
, Bundesgesetz über die Unfall
versicherung, Zürich 2012, S. 144).
Daran ändert auch nichts, dass Dr.
D._
bei Stabilität des operativ versorgten Hüftgelenks eine instabile Situation im Be
reich des linken Oberschenkels erwähnte. Denn für die Leistungseinstellung ist nicht entscheidend, dass die Beschwerden (vollständig) abgeklungen sind, sondern ob noch eine namhafte Besserung erwartet werden kann.
Davon kann hier angesichts der klaren medizinischen Aktenlage nicht ge
sprochen
werden, weshalb die Leistungseinstellung per 30. April 2010 nicht zu beanstanden ist.
6.
6.1
Nach Art. 24 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Ein
Integritäts
schaden
gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, au
genfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 der Verordnung über die Un
fallversicherung [UVV]).
Die Entschädigung wird mit der Invalidenrente festge
setzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24
Abs.
2 UVG).
6.2
6.2.1
Nach den gesetzlichen Regelungen der Art. 19
Abs.
1 UVG und 24
Abs.
2 UVG sind im Zeitpunkt des Fallabschlusses d
ie Heilbehandlungs- und
Taggeldleis
tung
en
einzustellen und der Anspruch der versicherten Person auf eine Invali
denrente und eine Integritätsentschädigung zu prüfen.
In der von der
Be
schwerdegegnerin
am
2.
Mai 2011
verfügten und mit
Einspracheentscheid
vom
2
7.
Dezember 2011 (
Urk.
2) bestätigten
Einstellung ihrer (Heilbehandlungs-)
Lei
s
tungen
rückwirkend per 3
0.
April 2010
(Urk. 9/33) ist gleichzeitig
eine im
plizite Ver
weigerung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integri
tätsent
schädigung
zu sehen
. Daher stellt der angefochtene
Einspracheentscheid
auch für
die Frage
nach
einer Integritätsentschädigung ein taugliches
Anfech
tungsobjekt
dar.
6.2.2
D
en medizinischen Akten lässt sich keine augenfällige
oder starke
Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität entnehmen
.
Dr.
D._
und Dr.
J._
verneinten mit einleuchtender und nachvollziehbarer
Begründung
eine
erhebliche
Integritätseinbusse
(Urk. 10/17 und Urk. 10/13).
Dies
bezüglich ist der Beschwerdegegnerin
im Übrigen
zuzustimmen,
dass die bis
lang durchgeführten klini
schen und bildgebenden Untersuchungen keine Hin
weise auf Befund
e oder Einschränkungen enthalte
n
, die einen Anspruch auf eine
Integritäts
entschädigung
begründen würden
(vgl.
Urk.
8 S. 5).
7.
Nach dem Gesagten erweist sich die Leistungseinstellung der
Beschwerdegegne
rin
per 3
0.
April 2010 wie auch die
(implizite)
Verneinung
des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.