Decision ID: 6296cb78-ac0b-49f0-b401-a46404c1f6dd
Year: 2017
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

der Grundgebühr um 20.63 %, in ihren Ausführungen zum Sachverhalt
spreche sie jedoch von einer Reduktion von 20.43 %. Dies sei jedoch
letztlich irrelevant, zumal es um eine Reduktion von rund 20 % gehe und
eine solche Differenz bei einer Pauschalierung noch im Rahmen des
Zulässigen liege.
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7. Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Juli 2016 gewährte der
Einzelrichter der Beschwerde im Umfang der bestrittenen Gebühren die
aufschiebende Wirkung.
8. In ihrer Replik vom 25. August 2016 formulierte die Beschwerdeführerin
ihre Rechtsbegehren wie folgt: "1. [unverändert].
2. Es sei der Beschwerdeführerin Akteneinsicht in die beiden Beilagen 1 und 2 der
Beschwerdegegnerin zu geben und unter Ansetzung einer angemessenen Frist zu
einer allfälligen Ergänzung dieser Replik.
3. Es seien die Gebühren für Abwasser, Wasser und Abfall für das Mehrfamilienhaus
in X._ für das Jahr 2015 insoweit neu festzulegen, indem die Grundgebühren
ohne den Anteil "Historische Substanz" im Gebäudeversicherungswert zu
berechnen und die von der Vorinstanz verfügten Gebühren entsprechend um
20.43 % zu reduzieren sind. 4. [unverändert]."
Betreffend Berücksichtigung der "historischen Substanz" im
Gebäudeversicherungswert hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen
an ihrer Position fest. Hätte die Beschwerdegegnerin gar auf die amtliche
Schätzung vom Oktober 2015 abgestellt (aktueller
Gebäudeversicherungswert im Veranlagungszeitpunkt), so würde eine
Gebührenreduktion von rund 25 % resultieren. Eine solche Differenz liege
nicht mehr im Rahmen dessen, was bei einer Pauschalisierung zulässig
sei. Man habe nie behauptet, dass der Entscheid des Bundesgerichts
2P.266/2003 mit dem vorliegenden Fall vergleichbar sei. Denn in diesem
Fall sei es um eine Gebührenbemessung für ein luxuriöses
Einfamilienhaus gegangen und nicht um ein Mehrfamilienhaus mit
"historischer Substanz". Die grundsätzlichen Erwägungen des
Bundesgerichts seien jedoch über jenen Fall hinaus von Bedeutung.
9. In der Ergänzung zur Replik vom 6. September 2016 betreffend der um
Edition ersuchten Beilagen äusserte sich die Beschwerdeführerin
dahingehend, dass für die Gebührenbemessung grundsätzlich die
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Schätzungseröffnung "Eigentümer A" massgeblich sei, welche auf dem
Verteiler auf dem Folgeformular "Eigentümer A2" die Gemeinde vorsehe.
Erhalte also die Gemeinde nur das "Formular C" – und damit offenbar
eine verkürzte Form – ändere dies nichts an der Tatsache, dass auf dem
Formular "Eigentümer A" die "historische Substanz" ausgewiesen sei.
10. Innert der gewährten Fristerstreckung hielt die Beschwerdegegnerin mit
Duplik vom 27. September 2016 an ihren Anträgen und Standpunkten
unverändert fest. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend darlege, sei die
Beschwerdegegnerin zwar auf dem Verteiler aufgeführt, dies ändere
jedoch nichts daran, dass ihr einzig das "Formular C" zugestellt worden
sei. Überdies könne die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten
ableiten, indem sie in ihrer Replik ausführe, dass auf den aktuellen
Gebäudeversicherungswert abzustellen sei. Vorliegend seien die
Gebühren anhand der von der Gebäudeversicherung Graubünden
zugestellten Daten und mithin auf einem Gebäudeversicherungswert von
Fr. 4'438'300.-- errechnet worden. Hätte die Beschwerdegegnerin – wie
somit von der Beschwerdeführerin als korrekt erachtet – auf den aktuellen
Gebäudeversicherungswert abgestellt, so wären die Grundgebühren
entsprechend höher ausgefallen.
Im Weiteren müsse gemäss Rechtsprechung eine "sehr luxuriöse
Liegenschaft mit ungewöhnlich grossem Raumangebot" (Urteil des
Verwaltungsgerichts [VGU] A 04 79) resp. eine "besonders luxuriöse
Wohnbaute" (Urteil des Bundesgerichts 2C_160/2014) vorliegen. Erst
dann sei eine Anpassung der Grundgebühren geboten.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie im angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das
Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert
Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und keine Rechtsfragen von
grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden sind. Das Anfechtungsobjekt
bildet in diesem Fall der Einspracheentscheid vom 28. April 2016 des
Gemeindevorstands der Gemeinde X._. Die dem
Einspracheentscheid zugrundeliegenden Gebührenrechnung 2015 mit
den Positionen Wasser-, Abwasser- und Abfallgrundgebühren im Umfang
von unter Fr. 5'000.-- wurden in diesem Entscheid vom
Gemeindevorstand bestätigt, womit der Streitwert mit anderen Worten
Fr. 5'000.-- nicht überschreitet. Da keine Rechtsfrage von grundsätzlicher
Bedeutung zu entscheiden ist, sind die Voraussetzungen für die
einzelrichterliche Zuständigkeit erfüllt.
b) Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des ergangenen Entscheids,
weshalb sie über ein schutzwürdiges Interesse in Bezug auf dessen
Aufhebung verfügt (Art. 50 Abs. 1 VRG). Dieser Entscheid ist weder
endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden.
Auf die zudem frist- und formgerecht eingegangene Beschwerde vom
30. Mai 2016 hat das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden damit
einzutreten (Art. 52 VRG).
2. Strittig und zu prüfen ist in materieller Hinsicht einzig die Frage, ob die
von der Beschwerdegegnerin in Rechnung gestellten Abwasser-, Wasser-
und Abfallgrundgebühren im noch bestrittenen Umfang rechtmässig sind.
Mit anderen Worten ist zu prüfen, ob die Grundgebühren für Wasser,
Abwasser und Abfall auch auf dem auf der amtlichen Schätzung als
"historischer Wert" ausgewiesenen Neuwert zu leisten sind.
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3. a) Die Beschwerdeführerin beanstandet im vorliegenden Fall zu Recht nicht,
dass für die erhobenen Wasser-, Abwasser- und Abfallgrundgebühren
keine genügende gesetzliche Grundlage besteht. Die massgeblichen
gesetzlichen Grundlagen sehen jeweils, nebst einer
verbrauchsabhängigen Mengengebühr, eine verbrauchsunabhängige,
vom Gebäudeversicherungswert abgeleitete Grundgebühr vor.
b) Gemäss Art. 82 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Graubünden
(KV; BR 110.100) sorgen Kanton und Gemeinden für die angemessene
Versorgung des Kantonsgebiets bezüglich Wasser. Nach Art. 17 Abs. 1
des Einführungsgesetzes des Kantons Graubünden über den Schutz der
Gewässer (KGSchG; BR 815.100) ist der Bau und Betrieb öffentlicher
Abwasseranlagen Sache der Gemeinden. Auf Bundesebene verpflichtet
Art. 60a Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer
(GSchG; SR 814.20) die Kantone, dafür zu sorgen, dass die Kosten für
Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz der Abwasseranlagen, die
öffentlichen Zwecken dienen, mit Gebühren oder anderen Abgaben den
Verursachern überbunden werden.
Gestützt auf das GschG bzw. das KGSchG hat die Gemeinde X._
das Gesetz über die Abwasserentsorgung (AbwG) erlassen. Nach Art. 23
AbwG erhebt die Gemeinde zur Deckung ihrer Auslagen kostendeckende
und verursachergerechte Gebühren. Gemäss Art. 30 AbwG ist für alle an
die öffentlichen Abwasseranlagen angeschlossenen Grundstücke und
Brunnen eine jährlich wiederkehrende Grundgebühr zu entrichten. Diese
beträgt pro Gebäude (ohne Nebenbauten wie Ställe, Garagen, Remisen,
etc.) bei einem jährlichen Wasserverbrauch bis 4'000 m3 0,05 % vom
Gebäudeversicherungswert (vgl. Anhang zum AbwG lit. b Ziff. 1).
c) Betreffend Wassergrundgebühren ist festzuhalten, dass das
Verursacherprinzip für den Frischwasserbezug weder auf Bundes- noch
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auf kantonaler Ebene vorgeschrieben ist (Urteil des Bundesgerichts
2C_995/2012 vom 16. Dezember 2013 E.7.4). Auf kommunaler Ebene
sieht Art. 22 des Gesetzes über die Wasserversorgung der Gemeinde
X._ (WvG) – entsprechend dem AbwG in Art. 23 – die Erhebung von
kostendeckenden und verursachergerechten Gebühren vor. Für alle an
die öffentlichen Anlagen der Wasserversorgung angeschlossenen
Grundstücke ist eine jährlich wiederkehrende Grundgebühr zu entrichten
(Art. 30 WvG). Die Grundgebühr pro Gebäude (ohne Nebenbauten wie
Ställe, Garagen, Remisen, etc.) beträgt bei einem Mengenverbrauch bis
4'000 m3 ebenfalls 0.05 % des Gebäudeversicherungswerts (vgl. Anhang
zum WvG lit. c Ziff. 1).
d) Das in Art. 2 USG verankerte Verursacherprinzip spielt auch im Bereich
der Abfallbeseitigung eine wichtige Rolle. Gemäss Art. 32a USG haben
die Kantone dafür zu sorgen, dass die Kosten für die Entsorgung der
Siedlungsabfälle, soweit sie ihnen übertragen ist, mit Gebühren oder
anderen Abgaben den Verursachern überbunden werden. In diesem
Sinne sieht Art. 22 des Abfallentsorgungsgesetzes (AbfG) der Gemeinde
X._ vor, dass für versicherte Gebäude eine jährlich wiederkehrende
Grundgebühr für die Abfallbeseitigung zu bezahlen ist. Davon
ausgenommen sind Nebenbauten wie Ställe, Garagen, Remisen etc.
Bemessungsgrundlage bildet dabei der aktuelle
Gebäudeversicherungswert. Pro Gebäude erhebt die Gemeinde jeweils
eine Grundgebühr entsprechend 0.01 % des aktuellen
Gebäudeversicherungswerts (vgl. Anhang zum AbfG lit. a).
4. a) Zunächst ist darauf einzugehen, ob die von der Beschwerdegegnerin
basierend auf einem Gebäudeversicherungswert von Fr. 4'438'000.--
vorgenommene Veranlagung der Grundgebühren das oben erwähnte
Verursacherprinzip (siehe E.3) bei der Gebührenerhebung für Abwasser
verletzt.
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b) Das in Art. 74 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 220) verankerte
Verursacherprinzip besagt, dass derjenige, der schädliche Einwirkungen
auf die Umwelt verursacht, die Kosten für die Beseitigung zu tragen hat.
Gemäss Art. 60a Abs. 1 lit. a GschG werden bei der Ausgestaltung der
Abgaben insbesondere die Art und Menge des erzeugten Abwassers
berücksichtigt. Entsprechend der gewässerschutzrechtlichen Zielsetzung
normiert Art. 21 Abs. 1 KGSchG in Umsetzung von Art. 60a Abs. 1
GSchG explizit das Kostendeckungs- und das Verursacherprinzip im
Bereich der Abwasserbeseitigung. Aus diesem Grund wird im Bereich der
Abwasserbeseitigung – mit Blick auf eine verursachergerechte
Abgabenbelastung – unterschieden zwischen Grundgebühren und
Verbrauchsgebühren. Die Grundgebühren (auch als
Bereitstellungsgebühren bezeichnet) sind als Entgelt für die
Aufrechterhaltung der Infrastruktur konzipiert. Die Verbrauchsgebühren
sind variabel; sie richten sich nach der tatsächlichen Benutzung der
Abwasseranlage (vgl. PETER KARLEN, Die Erhebung von
Abwasserabgaben aus rechtlicher Sicht, URP 1999 S. 539 ff., hier S.
556).
c) Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit der Bemessung von
Anschlussgebühren schon mehrfach festgehalten, dass der
Gebäudeversicherungswert als zulässige Grundlage für die Bemessung
betrachtet werden kann (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
2C_356/2013 vom 17. März 2014 E.5.2.2 m.w.H.). Gemäss Praxis des
Bundesgerichts ist es ebenfalls zulässig, Verbrauchsgebühren anhand
einer vom Versicherungswert abgeleiteten Grundgebühr in Kombination
mit einer mengenabhängigen Gebühr zu ermitteln (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_160/2014 vom 7. Oktober 2014 E.6.4.2 ff. m.w.H.).
Art. 60a GSchG verlangt nicht, dass die Abwassergebühren
ausschliesslich proportional zur effektiv produzierten Menge des
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Abwassers erhoben werden, doch muss zwischen den
Benützungsgebühren und dem Ausmass der Beanspruchung der
Entsorgungseinrichtung ein gewisser Zusammenhang bestehen; die
Abgabenhöhe muss eine Abhängigkeit zur Abwassermenge aufweisen,
was eine Schematisierung dieses Faktors aber nicht ausschliesst (vgl.
BGE 129 I 290). Da die Infrastruktur für die Abwasserentsorgung
unabhängig von der tatsächlichen Inanspruchnahme durch die einzelnen
Liegenschaften aufrechterhalten werden muss, darf ein Teil der damit
verbundenen Aufwendungen den Benützern durch eine
mengenunabhängige Grundgebühr überbunden werden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2P.266/2003 vom 5. März 2004 E.3.2 m.w.H.). Für die
Festsetzung dieser Grundgebühr ist der Gebäudeversicherungswert
solange ein vertretbares Kriterium, als er die Grösse der Liegenschaft und
damit das Ausmass von deren möglicher Nutzung zum Ausdruck bringt,
von der auch die wahrscheinliche oder maximal zu erwartende
Inanspruchnahme der öffentlichen Entsorgungseinrichtungen abhängt.
Untauglich für die Bemessung der Grundgebühr ist der
Gebäudeversicherungswert hingegen, wenn seine Höhe durch
Besonderheiten der Baute bedingt ist und nicht das mögliche Ausmass
der entsorgungsrelevanten Nutzung zum Ausdruck bringt, wie dies z.B.
Luxusvillen mit spärlicher Belegung/Unternutzung der Fall ist (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 2P.266/2003 vom 5. März 2004 E.2.2; Urteil des
Verwaltungsgerichts A 11 45/46/47 vom 19. Juni 2012 E.3a). Diese
primär für den Bereich Abwasser entwickelte Rechtsprechung kann
sinngemäss auf den Bereich Frischwasserbezug und Abfallbeseitigung
übertragen werden (vgl. VGU A 04 79 vom 7. Januar 2005 E.3b).
d) Die Beschwerdeführerin vertritt in diesem Zusammenhang die
Auffassung, dass im Falle des Mehrfamilienhauses der aktuelle
Gebäudeversicherungswert (Fr. 4'710'000.--) nicht die Grösse der
Liegenschaft und das Ausmass deren möglicher Nutzung mit Blick auf die
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Beanspruchung von kommunalen Ver- und Entsorgungseinrichtungen
zum Ausdruck bringe. Der im aktuellen Gebäudeversicherungswert
enthaltene Anteil der "historischen Substanz" (Fr. 1'179'000.--) stelle –
gestützt auf die Praxis des Verwaltungsgerichts in VGU A 11 45/46/47
vom 19. Juni 2012 E.3a und A 11 55 vom 22. August 2012 E.3b und unter
Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung im Entscheid
2P.266/2003 vom 5. März 2004 E.3.3 – lediglich ein Zuschlag für eine
frühere besondere Bauweise und die Nutzung besonderer Baumaterialien
dar und sei deshalb bei der Bemessung nicht zu berücksichtigen. Dem
hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass es im Entscheid
2P.266/2003 um eine "sehr luxuriöse Liegenschaft" gegangen sei. Die
Nutzungsmöglichkeit habe in diesem Fall offensichtlich nicht mehr der
tatsächlichen Nutzungsmöglichkeit entsprochen. Deshalb sei der dem
Bundesgerichtsentscheid zugrundeliegende Sachverhalt nicht mit
demjenigen in diesem Verfahren vergleichbar.
e) Grundlage für die Bemessung der Grundgebühren gemäss den
kommunalen Regelungen bildet, wie gesehen, der
Gebäudeversicherungswert. Das Amt für Schätzungswesen ermittelt im
Auftrag der Gebäudeversicherung die für die Versicherung
massgebenden Daten (Art. 19 Abs. 1 Gesetz über die
Gebäudeversicherung im Kanton Graubünden [GebVG; BR 830.100).
Gebäude sind in Graubünden grundsätzlich zum Neuwert versichert.
Dieser Wert bildet den Kostenaufwand ab, der für die Erstellung eines
Gebäudes gleicher Art, gleicher Grösse und gleichen Ausbaus am
gleichen Standort erforderlich ist (Art. 11 Verordnung über die amtlichen
Schätzungen [SchV; BR 850.110]). Bei Altbauten und bei Gebäuden von
historischer und denkmalpflegerischer Bedeutung entspricht der Neuwert
den geschätzten Kosten für den Wiederaufbau in der vorhandenen
Bauweise oder in vergleichbarer Ausführung (Art. 13 Abs. 1 SchV). Der
"historische Wert" wurde mit Schätzung vom 2015 erstmals separat
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ausgewiesen. In den Schätzungen der Vorjahre wurde der Wert der
"historischen Substanz" beim Neuwert berücksichtigt, jedoch nicht separat
ausgewiesen. Dies ergibt sich bereits aus den alten Schätzungen, welche
im 1999 einen Neuwert von Fr. 3‘806‘000.-- und im Jahre 2006 einen
solchen von Fr. 3‘893‘900.-- aufführten (jeweils ohne separat
ausgewiesene "historische Substanz"). Würde man nun den Neuwert aus
der Schätzung aus dem Jahre 2015 ohne die "historische Substanz"
berücksichtigen, würde dies heissen, dass trotz steigendem
Baupreisindex (von 2006 bis 2015 von 108 auf 123.1) eine Senkung des
Neuwertes des Mehrfamilienhauses eingetreten wäre, nämlich von
Fr. 3‘893‘900.-- auf Fr. 3‘531‘600.--. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Vielmehr wurde die "historische Substanz" – wenn auch allenfalls weniger
detailliert – bereits in den Schätzungen der Vorjahre berücksichtigt.
f) Die hier interessierende Baute wurde im Jahre 1888, unter Einbezug der
alten Anstalt aus dem Jahre 1806, vollständig um- und ausgebaut. Mit
Totalrenovation und Umbau des Gebäudes in den Jahren 1994 und 1995
wurden acht Wohnungen geschaffen (vgl. beschwerdeführerische Beilage
[Bf-act.] 3).
Ob es sich bei dieser Baute um ein Objekt mit besonderer Bauweise resp.
Baumaterialien handelt, kann offen gelassen werden, zumal die
Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall nicht geltend macht, dass es
sich beim hier interessierenden Objekt um eine Luxusbaute mit spärlicher
Belegung/Unternutzung handelt. Das Verwaltungsgericht Graubünden hat
jedoch in VGU A 11 45/46/47 vom 19. Juni 2012 festgehalten, dass sich
ein Abweichen von der schematischen Erhebung der Grundgebühren auf
der Basis des Gebäudeversicherungswertes lediglich aufdrängt, wenn die
Höhe des Gebäudeversicherungswerts durch Besonderheiten der Baute
(z.B. besondere Bauweise, Baumaterialien, etc.) massgeblich beeinflusst
wird und nicht das mögliche Ausmass der entsorgungsrelevanten
Nutzung zum Ausdruck bringt (z.B. Luxusvillen mit spärlicher Belegung).
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Beide Aspekte müssen kumulativ vorliegen. Im vorliegenden Fall wird
keine spärliche Belegung bzw. Unternutzung geltend gemacht. Vielmehr
befinden sich im Mehrfamilienhaus acht Wohnungen. Der
Gebäudeversicherungswert bringt im vorliegenden Fall durchaus das
mögliche Ausmass der entsorgungsrelevanten Nutzung zum Ausdruck.
Dass der Gebäudeversicherungswert durch die historische Bauweise
bzw. durch die historischen Baumaterialien mit beeinflusst wird, ändert an
dieser Tatsache nichts.
Es kann denn auch nicht angehen, dass Grundgebühren beispielsweise
von Luxusbauten und bei Bauten mit "historischer Substanz"
unterschiedlich bemessen werden: Bei einer Luxusbaute wird in der
amtlichen Schätzung nicht ein separater Wert für luxuriöse
Aufwendungen ausgewiesen, jedoch bei der Bemessung von Gebühren
ebenfalls mitberücksichtigt. Gemäss Auffassung des Einzelrichters sind
keine Gründe ersichtlich, weshalb sich dies bei einem Bauobjekt mit
"historischer Substanz" anders verhalten sollte. Letztlich stellt die
"historische Substanz" nichts anders als eine besondere Luxusbaute dar.
Denn bei einem Bauobjekt mit einer "historischen Substanz" geht es
darum, eine Baute mit einer historischen Bauweise/Baumaterialien zu
bauen oder eben wieder aufzubauen. Diese auf Einzelheiten bedachte
und in diesem Sinne exklusive Bauweise führt unbestrittenermassen zu
Mehrkosten. Jedoch entstehen auch bei einer klassischen luxuriösen
Baute aufgrund des höheren Ausbaustandards Mehraufwände, welche
bei der Bemessung der Grundgebühren nicht ausgeklammert werden
(vgl. sinngemäss Urteil des Bundesgerichts 2C_656/2008 vom 29. Mai
2009 E.3.5). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist somit in
Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im konkreten Fall
ein Abweichen von diesem System – d.h. das Abstellen bei der
Berechnung von Abwassergrundgebühren auf den
Gebäudeversicherungswert inklusive "historischer Substanz" – nicht
angezeigt. An der Bemessungsgrundlage gibt es vorliegend nichts
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auszusetzen und die Veranlagung der Abwassergebühren halten vor dem
Verursacherprinzip stand. Die vorgebrachte Rüge erweist sich demnach
als unbegründet.
5. a) Weiter ist streitig, ob die von der Beschwerdegegnerin veranlagten
Abwasser-, Wasser- und Abfallgrundgebühren aufgrund der Bemessung
gestützt auf den gesamten Gebäudeversicherungswert (d.h. inkl.
"historischer Substanz") dem Äquivalenzprinzip und dem daraus
fliessenden Gleichbehandlungsgebot Stand halten.
b) Periodische Benutzungsgebühren für die Inanspruchnahme einer
öffentlichen Einrichtung müssen dem aus dem Willkürverbot ableitbaren
Äquivalenzprinzip Stand halten (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 9 BV). Es
bestimmt, dass eine Gebühr nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis
zum objektiven Wert der Leistung stehen darf und sich in vernünftigen
Grenzen halten muss. Der Wert der Leistung bemisst sich dabei nach
dem Nutzen, den sie dem Pflichtigen bringt, oder nach dem
Kostenaufwand der konkreten Inanspruchnahme im Verhältnis zum
gesamten Aufwand des betreffenden Verwaltungszweigs, wobei
schematische, auf Wahrscheinlichkeit und Durchschnittserfahrungen
beruhende Massstäbe angelegt werden dürfen. Es ist nicht notwendig,
dass die Gebühren in jedem Fall genau dem Verwaltungsaufwand
entsprechen; sie sollen indessen nach sachlich vertretbaren Kriterien
bemessen sein und nicht Unterscheidungen treffen, für die keine
vernünftigen Gründe ersichtlich sind (BGE 132 II 371 E.2.1; 126 I 180
E.3a/bb).
c) Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die veranlagten Grundgebühren
ohne den Anteil "historische Substanz" – ausgehend somit von einem
Gebäudeversicherungswert von Fr. 3'531'600.-- rechtsgleich neu zu
bemessen seien. Die "historische Substanz" könne vorliegend nicht
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miteinbezogen werden, zumal dieser Zuschlag von Fr. 1'179'900.-- kein
Bezug zu den Bereitstellungskosten, geschweige denn zu den
Benützungs- und Verbrauchskosten im Zusammenhang mit den
kommunalen Versorgungseinrichtungen für Wasser, Abwasser und Abfall
habe. Bei einem Gebäudeversicherungswert von Fr. 4'710'600.-- umfasse
der nicht gebührenrelevante Anteil der "historischen Substanz" immerhin
rund 25 %. Eine solche Differenz liege nicht mehr im Rahmen dessen,
was bei einer Pauschalierung zulässig sei. Auch führe eine solche
Gebührenerhebung zu unsachlichen Ergebnissen und damit auch zu
einer rechtsungleichen Behandlung der Beschwerdeführerin gegenüber
andern Grundeigentümern.
Dem wendet die Beschwerdegegnerin ein, dass bei der Veranlagung der
Grundgebühren auf einen Gebäudeversicherungswert von Fr. 4'438'300.--
abzustellen sei. Ein anderes Vorgehen – d.h. mit Abzug der "historischen
Substanz" – sei mit dem Gleichbehandlungsgebot nicht vereinbar. In der
Gemeinde würden diverse alte Gebäude existieren, bei denen in der
amtlichen Schätzung möglicherweise ein solcher Anteil "historische
Substanz" ausgewiesen sei. Es sei nicht mit dem
Gleichbehandlungsgebot vereinbar, im vorliegenden Fall vom
Versicherungswert einen Abzug für die "historische Substanz" zu machen
und in den anderen Fällen – mangels Kenntnis davon – nicht. Hätte die
Beschwerdegegnerin auf den Gebäudeversicherungswert gemäss
amtlicher Schätzung vom 2015 abgestellt, so hätten für die
Beschwerdeführerin gar höhere Grundgebühren resultiert. Letztlich gehe
es um eine Reduktion von rund 20 % der Grundgebühren und eine solche
Differenz liege bei einer Pauschalierung noch im Rahmen des Zulässigen.
d) Wie bereits in Erwägung 4f ausgeführt, kann es nicht angehen, dass bei
einer luxuriösen Baute die Mehrkosten für den gehobenen
Ausbaustandard bei der Bemessung der Grundgebühren berücksichtigt
werden, hingegen bei einer Baute mit "historischer Substanz" die
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objektbezogenen Mehrkosten bei der Gebührenermittlung ausgeklammert
werden. Indem die Veranlagung der Grundgebühren also basierend auf
den Gebäudeversicherungswert inklusive "historischer Substanz" zu
erfolgen hat, entsteht entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung
gar kein "Missverhältnis" von rund 20 %.
Sodann behandelt die Beschwerdegegnerin auch ohne genaue Kenntnis
über die sich in der Gemeinde befindenden denkmalgeschützten Bauten
– indem sie eben alle Grundgebühren sowohl für luxuriöse als auch für
historische Bauten auf dem gesamten Gebäudeversicherungswert
veranlagt – alle Grundeigentümer gleich. Ein anderes Vorgehen wäre mit
dem Grundsatz der Gleichbehandlung nicht vereinbar. Im Übrigen legt die
Beschwerdeführerin auch nicht dar, inwiefern die Beschwerdegegnerin in
vergleichbaren Fällen bei der Erhebung der Abwassergebühr nicht auf
den gesamten Gebäudeversicherungswert abgestellt hätte. Ein Verstoss
gegen das Äquivalenzprinzip und das daraus fliessende
Gleichbehandlungsgebot liegt demnach nicht vor, weshalb auch dieses
Vorbringen unbegründet ist.
6. Eine andere Frage stellt das Verhältnis zwischen den erhobenen
Grundgebühren für Wasser, Abwasser und Abfall und der ebenfalls
erhobenen Mengengebühr dar. Im vorliegenden Fall bildet das Verhältnis
zwischen den Grundgebühren und den entsprechenden
Verbrauchsgebühren nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, weil
die Beschwerdeführerin dieses Verhältnis weder in ihrer Einsprache noch
in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet hat (vgl. zum
Verhältnis der Grund- und Verbrauchsgebühr das Urteil des
Bundesgerichts 2P.266/2003 E.3.1 [Abfall] und VGU A 11 45/46/47 vom
19. Juni 2012 E.3b [Wasser und Abwasser]).
7. Die Beschwerdegegnerin hat die strittigen Grundgebühren 2015 am
10. März 2016 auf der Grundlage der Schätzung von 2006 erhoben,
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obwohl im Zeitpunkt der Rechnungsstellung bereits die neue Schätzung
vom 12. Oktober 2015 mit dem höheren Neuwert bzw.
Gebäudeversicherungswert vorlag. Mit anderen Worten hat die
Beschwerdegegnerin zu tiefe Grundgebühren in Rechnung gestellt.
Gemäss Art. 56 VRG ist das Verwaltungsgericht unter Vorbehalt
abweichender gesetzlicher Bestimmungen an die Anträge der Parteien
gebunden. Im Bereich der Abwasser-, Wasser- und Abfallgrundgebühren
bestehen keine abweichenden gesetzlichen Regelungen. Im vorliegenden
Fall sind somit die Grundgebühren nicht auf der Grundlage des im
Veranlagungszeitpunkt geltenden Versicherungswertes von
Fr. 4'710'600.-- zu erheben. Vielmehr bleibt die von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Grundgebührenveranlagung –
basierend auf dem Gebäudeversicherungswert der amtlichen Schätzung
aus dem Jahre 2006 im Betrag von Fr. 4'438'300.-- – bestehen.
8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die von der Beschwerdegegnerin
veranlagten Grundgebühren für Wasser, Abwasser und Abfall
rechtmässig sind und damit weder gegen das Äquivalenzprinzip noch
gegen das sich daraus ergebende Gleichbehandlungsgebot verstossen.
Wie ebenfalls aufgezeigt, halten auch die veranlagten
Abwassergrundgebühren dem Verursacherprinzip stand. Der
angefochtene Einspracheentscheid hinsichtlich der veranlagten, noch
strittigen Wasser-, Abwasser- und Abfallgrundgebühren erweist sich
daher als rechtmässig, was zu dessen Bestätigung und der Abweisung
der dagegen erhobenen Beschwerde führt. Bei diesem
Verfahrensausgang gehen die Gerichtskosten zu Lasten der
unterliegenden Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 VRG). Da die
Gemeinde in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt, steht ihr gemäss
Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu.
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