Decision ID: 2a474e4e-cc96-4aaa-a07b-60c1059ab12f
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 196
1
, war
ab
1.
März
2017
als
Servicefachangestellter
bei
m
Restaurant
Y._
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der
SWICA
Ver
sicherung
en
AG
(nachfolgend:
SWICA
) gegen die Folgen von Berufs- und Nicht
berufsun
fällen versichert (vgl. Urk. 8/
3
)
.
Der
Versicherte liess die
SWICA
mit
Unfall
meldung UVG vom
7
. März 2017 (Urk. 8/
3
) wissen, dass
er
am
1
. März 2017
beim Tragen eines Geräts
seine Schulter verletzt habe
.
Der erstbehand
e
l
nde Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, welcher den Versicherten am 1. März 2017 untersucht hatte,
diagnostizierte
in seinem Bericht vom 13. März 2017
einen Status nach
Verhebe
trauma
am 1. März 2017
mit
akuter
Periarthritis
humeroscapularis
(PHS)
ankylosans
rechts
und
Bursar
eizung
(Urk. 8/
10
).
Die
SWICA
tätigte in der Folge medizinische Abklärungen
. Unter anderem
holte
sie
bei
Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
und
Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
Zentrum C._
ein
bidisziplinäres
(ortho
pädisch-
traumatologisch
es
und psychiatrisch
es
)
Gutachten ein, welches am
31
.
Mai
201
8
(Urk. 8/
95
) erstattet
wurde.
Mit Schreiben vom
8. Juni 2018 (Urk. 8/99) kündigte die SWICA dem Versicherten an, dass sie die Leistungen ab 11. Juni 2018
– zuvor hatte sie die gesetzlichen Leistungen erbracht
(Heilbehand
lung und Taggeld [vgl. Urk. 8/8, Urk. 8/64, Urk. 8/82, Urk. 8/98, Urk. 8/99
S. 2
]
)
–
einstellen werde
,
und
stellte ihm das
C._
-Gutachten zu
r Gewährung des
rechtliche
n
Gehör
s zu
. Nach Eingang seiner Stellungnahme vom 16. Juli 2018 (Urk. 114) veranlasste die SWICA eine Rückfrage
beim
C._
,
die
am
18. September
2018
(Urk. 8/120)
beantwortet
wurde.
1.2
Mit Verfügung vom
2
.
Oktober
201
8
(Urk. 8/
121
) stellte die
SWICA
fest, dass mangels Kausalität der geklagten Beschwerden kein Anspruch mehr auf
Leis
tungen
ab dem
11
.
Juni
2018
besteht
.
Die
vom
Versicherten am
1
.
November
2018
(Urk. 8/1
27
) erhobene und am
15
.
Juni
2020
(Urk. 8/
131
) ergänzte
Einspra
che wies die
SWICA
mit Entscheid vom
9
.
Juli
2020 ab (Urk. 2).
1.3
Daneben hatte sich der Beschwerdeführer am 7. September 2017 unter Hinweis auf Schulterschmerzen wegen des Unfalls, chronische Rückenschmerzen und eine
Depression bei der
Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum Leistungs
bezug angemeldet. Unter anderem gestützt auf das Gutachten der
C._
vom
31. August 2018 hatte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV
Stelle
,
den Anspruch auf eine Invalidenrente
mit Verfügung vom
23. Januar
2019
verneint
(vgl. Urk. 8/131/3-19 S. 2 f.).
Die
dagegen erhobene Beschwerde hatte das hiesige Gericht danach im Verfahren IV.2019.00143 mit Urteil vom 20. Mai 2020 (Urk. 8/131/3-19) in dem Sinne gutgeheissen, als es die angefoch
tene Ver
fügung aufhob und die Sache an die
IV-Stelle
für weitere Abklärungen zurück
wies.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
9. Juli 2020
erhob der Versicherte am
3
.
September
2020 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es
sei
die Beschwerdegegnerin anzuweisen,
ab 11. Juni 2018 die weiteren gesetzlichen
Leistungen
aus
dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
, insbesondere Taggelder und Heilungskosten,
zu
bezahlen
. Eventualiter sei die
Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und zum Neuentscheid betreffend Leistungspflicht ab 11. Juni 2018
an die
Beschwerdegegnerin
zurück
zuweisen (S. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom
9
.
Oktober
2020 (Urk. 7) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was
dem
Beschwerde
führer mit Verfügung vom
13
.
Oktober
2020 (Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Eingabe vom 24. März 2021 (Urk. 10) wies der Beschwerdeführer daraufhin, dass
im
parallellaufenden
IV-
Verfahren ein
bidisziplinäres
,
psychiatrisch-rheu
matologisches
Gutachten eingeholt werde
,
und
stellte als zusätzlichen Even
tualantrag, dass das vorliegende Verfahren sistiert werde, bis das Gutachten vorliege. Mit Stellungnahme vom 23. April 2021 (Urk. 14) beantragte die Beschwer
de
gegnerin neuerlich die Abweisung der Beschwerde
. I
n antizipierte
r
Beweiswürdigung
sei
von der Beteiligung am Gutachten
abzusehen und der Antrag auf Sistierung abzuweisen. Dies wurde
dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 26. April 2021 (Urk. 15) zur Kenntnis gebracht.
Mit Verfügung vom 16. August 2021 (Urk. 16) zog das hiesige Gericht die IV
Akten
in Sachen des Beschwerdeführers
bei
(Urk. 18
/1-118
)
.
Den Parteien wurde daraufhin je eine Kopie des von der
IV
veranlassten
rheumatologischen
Gut
achtens
von Dr. med.
D._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medi
zin FMH, vom 3. Juli 2021 (Urk. 18/114) zugestellt
(vgl. Urk. 19)
.
I
n ihren
Stellungnahme
n
vom
16. September 2021
(Urk. 22) und vom 2
1.
Oktober 2021 (
Urk.
26)
hielt die Beschwerdegegnerin am Antrag auf Beschwerdeabweisung fest. Der
Beschwerdeführer
beantragte am
27. September 2021 (Urk. 23)
und am 25. Oktober 2021 (
Urk.
27)
,
bis zum
Behandlungsabschluss am
1.
März 2019 sei
en Taggelder und Heilungskosten zu übernehmen und
ab
diesem Zeitpunkt sei der Anspruch auf eine UVG-Invalidenrente zu prüfen. Ebenfalls zu prüfen sei der
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
23 S. 2).
Die weiteren Stellung
nahmen
vom 21. Oktober 2021 (Urk. 26) und vom 25. Oktober 2021 (Urk. 27)
wurden den Parteien am
28. Oktober 2021 (Urk. 28) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden –
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
lichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zu
sammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfall
versicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungs
prozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweis
würdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere
Beweis
massnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierende Be
weiswürdigung; BGE 136 I 229 E.
5.3 mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Voll
ständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmass
nahmen
noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundes
gerichts 9C_662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den
Einspracheentscheid
(Urk. 2) gestützt auf das
C._
-
Gutachten damit,
es
sei
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die natürliche Kausalität betreffend die
auf das Ereignis vom 1. März 2017 zurückgehenden
Schulterbeschwerden rechts und somit die Leistungspflicht
aus
UVG ab 11. Juni 2018 zu verneinen sei
. A
ngesichts des unterschiedlichen Abklärungs- und Prüfungsbedarf
es
in der Invalidenversicherung vermöge der Beschwerdeführer
aus dem Urteil des Sozi
al
versicherungsgerichts vom 20.
Mai 2020, welches das
C._
-Gutachten zur Beurteilung der Leistungspflicht in der Invalidenversicherung als nicht
rechts
genüglich
beurteilt habe, im Unfallversicherungsverfahren nichts zu seinen Gunsten abzuleiten
. Weitere medizinische Abklärungen liessen keine neuen Erkennt
nisse erwarten, weshalb davon abzusehen sei
(S. 5-9
; vgl. auch die Beschwer
deantwort vom 9. Oktober 2020 [Urk. 7]
sowie die
Stellungnahme vom 23. April 2021
[Urk. 14 S. 2 f.]
)
.
In ihrer Stellungnahme
vom 16. September 2021 (Urk. 22)
zum rheumatolo
gischen IV-Gutachten hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest, dieses komme in Übereinstimmung mit dem
C._
-Gutachten zum Schluss, dass die bestehenden Beschwerden und
die
Arbeitsunfähigkeit nicht unfallkausal seien (S.
4 Ziff. 3
)
. Aufgrund des
C._
-Gutachtens sei der Beweis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht, dass die natürliche Kausalität betreffend die Schul
terbeschwerden rechts und somit ihre Leistungspflicht ab 11. Juni 2018 zu ver
neinen sei
en
(S. 5 Ziff. 5; vgl. auch die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 21.
Oktober 2021 [Urk. 26 S. 3 f.]).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend,
angesichts der zahlreichen divergierenden fachärztlichen Stellungnah
men vermöge das
C._
-Gutachten nicht zu überzeugen. Entgegen sämtlichen übrigen Arztberichten werde im
C._
-Gutachten nicht nur die Unfallkausalität, sondern auch die Diagnose einer
Frozen
Shoulder
beziehungsweise einer
Kapsu
litis
bestritten.
Es
sei auch auf das
Urteil im IV-Verfahren vom 20.
Mai 2020 verwiesen. D
arin werde festgehalten, dass Zwe
ifel an der Einschätzung des
ortho
pädisch-
traumatologischen
C._
-Gutachter
s
bestünden.
Anstatt auf das
C._
-Gutachten sei auf die übrigen medizinischen Berichte abzustellen. Gemäss Bericht des
Spitals E._
vom 10.
Oktober 2018 sei zumindest bis dahin im Beruf als Servicemitarbeiter von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
zu
gehen gewesen. Somit bestehe
auch nach dem 11.
Juni 2018 Anspruch auf Taggelder und auf Übernahme der Heilungskosten. Wie sich der weitere Verlauf nach dem 10. Oktober 2018 präsentiere und ob inzwischen die Behandlung der
Unfallbeschwerden als abgeschlossen zu betrachten sei, sei ergänzend medizi
nisch abzuklären. Dasselbe gelte auch, falls die medizinischen Berichte nicht als genügende Grundlage erachtet würden (S. 4 f. Ziff. 4-6).
In seiner Stellungnahme zum rheumatologischen IV-Gutachten vom 27. Sep
tember 2021 (Urk. 23) hielt der Beschwerdeführer ergänzend fest, aus diesem ergebe sich, dass zum Zeitpunkt des von der Beschwerdegegnerin verfügten Fall
abschlusses per 11. Juni 2018 die Behandlung unfallbedingter Schulterbeschwer
den noch nicht abgeschlossen gewesen sei (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des
Ereignisses
vom
1
. März 2017 (
Tragen eines schweren Kopiergeräts, welches dabei auf die rechte Schulter rutschte
) und der darauf zurückgehenden Beschwerden der
rechten
Schulter auch über den
11. Juni 2018
hinaus leistungspflichtig ist.
3.
3.1
Dr.
Z._
, der
den Beschwerdeführer
am Tag des
Vorfalles mit dem Kopiergerät
als Erster behandelt hatte, nannte in seinem Bericht vom 13.
März
201
7
(Urk.
8/10) als Diagnose
einen
Status nach
Verhebetrauma
am 1.
März 2017
mit akut
er PHS
ankylosans
rechts und
Bur
sareizung
.
3.2
Dr. med.
F._
, Fachärztin
FMH
für Rheumatologie und Innere Medizin, stellte in ihrem
Bericht vom
3
.
März
2017 (Urk
. 8/2)
unter anderem
folgende
Diagnose:
-
Status nach
Verhebetrauma
am 1. März 2017
-
akute
PHS
ankylosans
rechts mit intakter
Rotatorenmanschette
und
Bizepssehne
, Bursa-Reizung
3.
3
Dr. med.
G._
und Dr. med.
H._
vom Departement Chirurgie des
Kantonspitals E._
berichteten am
1.
Juni 20
17 (Urk. 8/33)
,
k
linisch zeige sich der eindrückliche Ver
lauf einer adhäsiven
Kapsulitis
.
Für die Arbeit im Service sei der Beschwerde
führer nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig
bis Ende Juni
(S. 2)
.
3
.
4
Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Allgemei
n- und Unfallchirurgie, hielt auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin in seiner Aktenbeurteilung vom 16. Juni 2017 (Urk. 8/36) fest,
die vom Beschwerdeführer subjektiv beklagten Beschwerden könnten anhand der Unterlagen nicht vollumfänglich objektiviert werden
. Im MRI hätten keine pathologi
schen Befunde nachgewiesen werden können. Auf
grund der klinischen Befunde müsse aber davon ausgegangen werden, dass eine entzündliche Veränderung an der rechten Schulter im Sinn einer
Kapsulitis
vor
gelegen habe (S. 2 Ziff. 1).
Unter der Voraussetzung, dass das Ereignis als Unfall
eingestuft werde, müsse man mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
ge
hen, dass dieses Ereignis eine
K
apsulitis
, das heisse eine Entzündung der Gelenk
kapsel des Schultergelenks
,
ausgelöst habe (Ziff. 4.1).
3.5
Dr. med.
J._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, berichtete in seiner von der
Beschwerdegegnerin
in Auftrag gegebenen Kurz
beurteilung vom 2. Oktober 2017 (
Urk. 8/58
), die Schmerzen und Bewegungs
einschränkungen seien eindeutig objektivierbar, da sowohl klinisch eine klare
Frozen
Shoulder
Situation bestehe mit deutlicher Einschränkung und hartem Anschlag in Aussen- und Innenrotation wie auch MR-tomographisch (S. 3 oben).
Frozen
Shoulder
Situationen hinterliessen praktisch nie Residuen und da der Beschwerdeführer nicht unter einer Stoffwechselstörung leide, werde sich die Situation sicher lösen. In erster Linie würden die Schmerzen vollständig ver
schwinden, die Schulter noch etwas steif bleiben und dann auch die Reststeifig
keit verschwinden. Es sei trotz günstiger Prognose schwierig vorauszusagen, ob
sich die Situation in den nächsten 3-6 Monaten bereits vollständig verbessern werde, da der durchschnittliche Ablauf einer
Frozen
Shoulder
Situation bis 18
Monate dauere (S. 3 Mitte).
Die Unfall
ursache sei mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit für den
jetzigen
Schulterzustand verantwortlich (adhäsive
Schul
ter
kapsulitis
)
. Ein Vorzustand liege nicht vor. Zumindest sei dieser nicht doku
men
tiert und im MRI seien keine wesentlichen degenerativen Veränderungen manifest, die dafür verantwortlich sein könnten (
S. 4 oben
)
.
D
er Beschwerde
führer sei aufgrund der adhäsiven
Schulterkapsulitis
, die die rechte dominante Extre
mität betreffe, noch
zu
100 % arbeitsunfähig (S. 5 Mitte).
3.6
Dr.
A._
und Dr.
B._
vom
C._
stellten in ihrem von der
Beschwerdegegnerin
in Auftrag gegebenen
bidisziplinären
orthopädisch-
traumatologischen
und psy
chiatrischen Gutachten vom 31. Mai 2018 (Urk.
8
/
95
)
keine unfallrelevanten und
folgende nicht unfallrelevante Diagnosen
(S. 8):
-
Zustand nach Schultergelenkdistorsion rechts vom 1. März 2017
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.2)
Die Gutachter gaben an,
die Symptomatik des rechten Schultergelenkes sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht mit überwiegender W
ahrscheinlichkeit
auf das Ereignis vom
1.
März 2017 zurückzuführen. Die klinischen Befunde einer Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenkes könnten bei unauffäl
ligem beidseitig seitengleichem Muskelmantel ebenfalls nicht objektiviert werden. E
s ergebe sich kein bildgebendes Korrelat, das eine
mässiggradige
Bewe
gungseinschränkung begründen könne. Hieraus resultiere, dass die demonstrier
ten Funktionseinschränkungen für die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit nicht von Relevanz seien
. Bereits die zeitnahen klinischen und bildgebenden Befunde schlössen ein traumatisch bedingtes Verletzungsmuster des rechten Schultergelenkes weitgehend aus
.
Die Beschwerden könnten aus
orthopädisch-
traumatologi
scher
Sicht
hinsichtlich einer traumatischen Genese mit
m
ä
ssig
gradiger
Bewegungseinschränkung des rechten
Schultergelenkes nicht erklärt werden. Es besteh
e
ein offensichtlicher Widerspruch zwischen
subjektiven Beschwerden und klinisch objektivierbaren Befunden
(S. 8)
. Aus psychiatrischer Sicht seien die Kriterien für eine mittelgradige Depression erfüllt. Daraus lasse sich eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % ableiten
(S. 8)
.
A
us versicherungsmedizi
nischer Sicht sei die Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenks ohne vernünftige Zweifel auf eine Selbstlimitierung des Beschwerdeführers zurückzu
führen, da weder ein erklärender klinischer Befund im Sinne eines Kapselmusters vorliege, noch bildgebende pathologische Befunde hierfür nachweisbar seien (S. 13 oben).
Der Unfall vom 1. März 2017 sei weder die einzige noch eine Mit
ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung (S. 13 Mitte).
Aufgrund unfallbedingter Ursachen sei der Beschwerdeführer als Servicefachangestellter zu 100 %, aufgrund krankheitsbedingter Ursachen zu 70 % und insgesamt zu 70 % arbeitsfähig (S. 14 unten).
Dr.
A._
kam in seinem rheumatologischen Teilgut
achten zum Schluss, dass sowohl unfallbedingt als auch nicht unfallbedingt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestehe (S. 23 oben).
3.
7
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin hielt Dr.
A._
vom
C._
in seiner Stellungnahme vom
18.
September 20
18 (Urk. 8/120)
fest,
Dr.
I._
und
Dr.
J._
hätten die Schmerzen und die funktionellen Einschränkungen nach dem Ereignis vom 1. März 2017 im Sinne einer adhäsiven
Kapsulitis
interpretiert
(S. 1)
.
Die
adhäsive
Kapsulitis
verlaufe in drei Stadien, einer Entzündungs-, einer
Einsteifungs
- und einer Auftauphase. Der Zeitraum der einzelnen Phasen sei individuell sehr unterschiedlich und betrage 12 bis 36 Monate. Laut Bericht vom 1. Juni 2017 seien die Schmerzen
drei
Monate nach dem 1
.
März 2017 bereits deutlich
regredient
gewesen. In beiden Stellungnahmen fehlten medizinische Nachweise für einen überwiegenden kausalen Zusammenhang zwischen der
Kapsulitis
und dem Ereignis vom 1. März 201
7.
Aus der Tatsache, dass kein Vor
zustand
vorgelegen habe
und keine strukturelle traumatische Läsion am Schulter
gelenk bildgebend nachgewiesen
worden sei
,
könne
der kausale Zusammenhang zwischen
der
K
apsulitis
und
dem
Ereignis vom
1
.
März
2017 im Sinne des
«
post
hoc, ergo
propter
hoc»
nicht zwingend
a
bgeleitet werden. Hier irritiere
vor allem die Aussage von Dr.
I._
«Unter der Voraussetzung,
dass sie vom juristischen Standpunkt her das Ereignis als Unfall einstufen, so muss man mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, d
ass dieses Ereignis eine
Kapsuli
tis
, das heisst
eine Entzündung der Gelenkkapsel des
Schultergelenkes, ausgelöst hat
»
.
Am 16.
Juni
2017
habe
Dr.
I._
in seiner Aktenbeurteilung
noch
mitgeteilt, dass die beklagten Beschwerden
nach Kenntnis der Unterlagen nicht vollumfäng
lich objektiviert werden könn
t
en.
Nachweisl
ich der bil
dgebenden Befunde eines Ultraschalls und eines MRI
habe
in Folge des
Ereignisses vom
1
.
März 2
017 zu keinem Zeitpunkt eine traumatisch
strukturelle
Läsion am
Schultergelenk belegt werden
können. Demzufolge müss
t
e man von einer primären
adhäsiven
Kapsu
litis
ausgehen, deren Ursache weitgehend unbekannt
sei
.
Die Prävalenz
werde
in
den meisten wissenschaftlichen Studien zwi
schen 2-5
% angegeben und beziehe
sich auf
alle
Erkrankungen, nicht allein auf die Situation nach Unfällen
(S. 2)
.
3.
8
Oberärztin Dr. med.
K._
vom Schmerzzentrum des
Kantonspitals E._
nannte in ihrem Bericht vom 10. Oktober 2018 (Urk. 8/127
/3-5
) unter anderem folgende Diagnosen:
-
Posttraumatische
Kapsulitis
Schulter rechts mit/bei
Verhebetrauma
am 1. März 2017
-
Orthopädische Beurteilung zuletzt am 23. März 2018 durch Dr.
H._
Dr.
K._
berichtete, bezüglich der
Kapsulitis
rechts
bestehe eine lückenlose Dokumen
tation, dass diese als Folge des
Verhebetraumas
am 1. März 2017 ent
standen sei. Eine strukturelle Verletzung habe in der Bildgebung weitestgehend ausgeschlossen werden können, wobei das MRI wegen Bewegungsartefakten nur eingeschränkt beurteilbar gewesen sei (S. 2
oben
).
3.
9
Dr.
D._
stellte in seinem von der
IV
in Auftrag gegebenen rheumatolo
gischen Gutachten vom 3. Juli 2021 (Urk. 18
/114
) folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom links und
thorakovertebrales
Syndrom
-
Radiologisch diffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
(DISH) thorakal, lumbal degenerative Veränderungen L4/5
-
Anamnestisch, klinisch und radiologisch keine Hinweise für das Vor
liegen einer
seronegativen
Spondylarthropathie
-
Chronische Schulterschmerzen rechts seit Kontusion März 2017
-
Klinisch
kapsuläre
Bewegungseinschränkung im Sinne einer
Frozen
shoulder
Daneben diagnostizierte Dr.
D._
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Symptomausweitung mit Diskrepanzen und Inkonsistenzen; differentialdiagnostisch im Rahmen der psychiatrischen Diagnosen (S. 8).
Dr.
D._
hielt fest, bei der
Frozen
shoulder
handle es sich um eine häufig spontane, teilweise auch durch ein minimales Trauma ausgelöste Entzündung der
Schultergelenkskapsel
, welche in der Folge
fibrosiere
und zu einer
kapsulären
Bewegungseinschränkung sowohl der Aussenrotation wie auch Eleva
tion/Abduk
tion im
Schultergelenk führe
.
Typischerweise
fänden
sich keine struk
turellen pathologischen
Veränderungen im Schultergelenk, wie das auch beim
Beschwer
deführer
sowohl in der
Arthro
-MRI
wie auch
bei
verschiedenen
sono
grafischen
Untersuchungen bestätigt
worden sei
. Der Verlauf einer
adhäsiven
K
apsulitis
sei
in aller Regel günstig mit spontaner
Regredienz
der
Bewegungs
einschränkung und Schmerzen innerhalb eines bis maximal zweier Jahre. Die
Persistenz der schmerzhaften Bewegungseinschränkung auch vier Jahre nach dem
Unfall
ereignis
sei
medizinisch nicht ohne weiteres plausibel
(S. 21). Weiter gab
Dr.
D._
an
, im zeitlichen Verlauf
könne die Arbeitsunfähigkeit ab 1. März 2017 aufgrund der akuten
Periarthropa
th
ie
der rechten Schulter mit 100 %, ab 1. Juli 2017 bis heute aus rein somatischer Sicht mit 50 % festgelegt werden. Die Beurteilung einer vollen
Arbeitsfähigkeit
im orthopädischen Gutach
ten vom 31. Mai 2018 sei
somatisch
nicht nachvollziehbar.
Dies
weil die damals offen
sichtlich best
andene
kapsuläre
Bewegungseinschränkung durch den Gut
achter nicht erkannt beziehungsweise nicht gewürdigt worden sei
und zusätzlich im Unfallgutachten die krankheitsbedingten Rückenschmerzen nicht in die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit einbezogen worden seien
(S. 24
; vgl. auch die
bidisziplinäre
, psychiatrisch-rheumatologische
Beurteilung vom
9.
August 2021,
Urk.
18/115 S. 25 ff.
).
4.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei
ihrer
Leistungseinstellung
per 11.
Juni 2018
auf die gutachterliche Beurteilung durch das
C._
(E.
2.1
).
4.2
4.2.1
Die gutachterliche Beurteilung von Dr.
A._
vom
C._
v
ermag nicht zu über
zeugen. Einerseits bestehen Widersprüche in der Argumentation von
Dr.
A._
selbst
und andererseits steht
sie
der
einhelligen
Einschätzung
aller anderen
involvierten
Fachärzte entgegen
, welche Diskrepanz nicht ausgeräumt wurde
.
4.2.2
I
m G
utachten
vom 31. Mai 2018
ging
Dr.
A._
noch
davon aus
, dass
die
Bewe
gungseinschränkungen des rechten Schultergelenks ohne Zweifel
in sich
erschöp
fend
auf
Selbstlimitierung
en
des Beschwerdeführers zurückzuführen
seien;
sie
also nicht Folge einer
-
unfallbedingt
en
oder nicht
-
Kapsulitis
seien. Er stellte denn auch keine solche Diagnose
, sondern ging lediglich von einem
Zustand nach Schultergelenkdistorsion
am
1.
März 2017
aus
und attestierte eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit unabhängig davon, ob unfallbedingt oder nicht
(E. 3.6). Dagegen stellte er sich in seiner nachgängigen Stellungnahme, in welcher
er
spezifisch Kritik an den anderweitigen fachärztlichen Meinungen äusserte, auf den Standpunkt, dass von einer
-
s
einer Ansicht nach nicht
auf das das Ereignis vom 1. März 2017 zurückgehende
n
-
primären
Kapsulitis
unbekann
ter Ursache
ausgegangen werden müsste
(E. 3.7)
.
Dies steht aber im Widerspruch zu seiner zuvor postulierten reinen Selbstlimitierung, indem nun doch zumindest auch e
in Krankheitsbild
- unfallbedingt oder nicht -
vorliegen
könnte
, welches geeignet ist, die
Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter zu erklären
.
4.2.3
Dr.
A._
begründete
die fehlende Kausalität
zwischen dem Ereignis vom
1.
März 2017 und
de
n
Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter im Wesentlichen mit
der
fehlenden Objektivierbarkeit
der Beschwerden
, da
weder ein erklärender klinischer Befund noch
erklärende
bildgebende Befunde
nachweisbar seien (E. 3.6)
. Er hielt di
e abweichenden Meinungen der übrigen Fachärzte
deswegen auch nicht für nachvollziehbar
(E. 3.7).
Dies
überzeugt nicht.
Die
Einschätzung
von Dr.
A._
steht
alleine und
entgegen der einhellig vertre
tenen Ansicht
sämtlicher
anderen involvierten Fachärzte
.
So ging der behandelnde Dr.
F._
von einem akuten PHS nach
Verhebe
trauma
am 1. März 2017
aus
(E. 3.2). Ebenso sahen Dr.
G._
und Dr.
H._
vom
Kantonspital E._
einen
eindrücklichen
klinischen
Verlauf
einer
Kapsulitis
für gegeben an (E. 3.3), was Dr.
K._
vom Schmerzzentrum des
Kantonspitals E._
am 10. Oktober 2018
(E. 3.8)
bestätigte.
Dies
im
Bewusstsein, dass eine strukturelle Verletzung in der Bildgebung
weitestgehend
ausgeschlossen werden konnte (E. 3.8).
Auch die
beratenden Ärzte
der Beschwerdegegnerin
Dr
es
.
I._
und
J._
teilten
die
Auffassung
einer auf das Ereignis vom
1. März 2017 zurückgehende
n
Schulterverletzung (E. 3.4-5).
Dabei berücksichtigte Dr.
I._
- entgegen dem Vorbringen von Dr.
A._
in seiner Stellungnahme (E. 3.7) - gerade
den Umstand, dass die vom Beschwerdeführer subjektiv beklagten Beschwerden nicht gänzlich objektiviert werden konnten und im MRI keine pathologischen Befunde hatten nachgewiesen werden können. Dass
Dr.
I._
bei der Kausalitätsbeurteilung die Bedeutung der Einschätzung des Vorfalles vom
1
. März 2017 als Unfall her
vorhob, ist entgegen
der
Meinung von Dr.
A._
(E. 3.7) gerade nicht merkwürdig oder in seinen Worten irritierend
;
vielmehr zeugt sie vom Verständnis des Unfallversicherungsrechts. So bedarf es doch - sofern keine Listendiagnose nach Art. 6 Abs. 2 UVG vorliegt - für die Leistungs
p
flicht des Unfallversicherers ein als Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG zu qualifizierendes Ereignis. Auch die an Dr.
J._
Beurteilung geäusserte Kritik mit dem Verweis auf die «
post
hoc, ergo
propter
hoc»-Rechtsprechung vermag nicht zu überzeugen. Dr.
J._
hob unter Berücksichtigung der klinisch eindeutig festgestellten
und damit objekti
vierten
Frozen
Shoulder
lediglich hervor, dass auch der Umstand eines nicht dokumentierten Vorzustandes ohne im MRI festzustellende degenerative Verän
derung für
eine
Kausalität
spreche
(E. 3.5).
Auch
Dr.
D._
äusserte sich
in seinem im
IV-P
arallelverfahren
nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (
ATSG
;
vgl. Urk. 18/108)
eingeholten
rheumatologische
n
Gutachten
vo
m
3. Juli 2021 (E. 3.9)
dahingehend
, dass eine
Frozen
Should
er
vorlieg
e
mit dem
e
xpliziten Hinweis darauf, dass diese von den
C._
-G
utachtern verkannt worden
sei
(
Urk.
18/114 S. 24, vgl. auch S. 20)
. Dies mit
der Feststellung einer diesbezüglichen Arbeitsunfähigkeit ab
1
. März 2017
, was die Bejahung einer
K
ausalität zum Ereignis am
1
. März 2017
auch
durch Dr.
D._
- wenn
gleich nicht ausdrücklich erwähnt
und entgegen der gegenteiligen Behauptung der Beschwerdegegnerin (E. 2.1) -
doch
nahelegt
(E. 3.9).
Bezüglich des mehr
fach
en
Vorbringens
der Beschwerdegegnerin
,
Entscheidgrundlagen
der IV würden gegenüber der Unfallversicherung keine Bindungswirkung entfalten (Urk. 14 S. 2 Mitte, Urk. 22 S. 2 Mitte), ist zu bemerken, dass die von ihr dazu zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung damit meint, dass die
Invaliditäts
schätzung der Invalidenversicherung
- und somit die Bemessung des Invaliditäts
grades -
gegenüber dem Unfallversicherer rechtsprechungsgemäss keine Bindungs
wirkung
entfaltet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_85/2015 vom 28. Oktober 2015 E. 2.2 mit Verweis auf BGE 133 V 549 und BGE 131 V 362). Ein nach
Art.
44 ATSG eingeholtes Gutachten ist jedoch hinsichtlich der Fest
stellung des medizinischen Sachverhaltes zu berücksichtigen
wie sämtliche übrigen Beweismittel im Übrigen auch.
Nach dem Gesagten
vermag
das
C._
-Gutachten
nicht zu überzeugen und ist
als
massgebliche
Grundlage zur Beur
teilung
der Frage der Kausalität und somit
des
weiteren
UVG-Leistungsanspruchs ungeeig
net.
4.3
Nachdem sich das
C._
-Gutachten als ungeeignet für die Beurteilung der Kausalität herausstellt (E. 4.2),
sind
dafür die übrigen vorhanden
en
medizinischen Akten
heranzuziehen
. Aus diesen ist ersichtlich, dass
nach einhelliger
fachärzt
licher
Meinung
zumindest zeitweise eine
auf das Ereignis vom 1. März 2017 zurückgehende
relevante Beeinträchtigung
vorlag und somit eine natürliche Kausalität gegeben war (vgl. E. 3.1-5, E. 3.8 und E. 4.2 vorstehend).
Gerade was
jedoch die im vorliegenden Verfahren im Streit liegende Leistungs
pflicht für die Zeit ab dem
11. Juni 2018
angeht (vgl. E. 2.3),
lässt sich
aufgrund der vorliegenden Unterlagen die Frage der Leistungspflicht
respektive
der
Kausa
lität
nicht
hinreichend
beantworten
. So bleibt unklar
,
in welchem
Zeitpunkt
die auf den Vorfall vom 1. März 2017 zurückgehende
n
Schulterbeschwerden
abge
heilt war
en
respektive
eine
Verbesserung durch die Behandlung nicht mehr zu erwarten war
oder
ob
gar
eine
unfallbedingte
Beeinträchtigung weiterhin vor
liegt
.
Was das im IV-Verfahren eingeholt
e
rheumatologische Gutachten
von Dr.
D._
vom 3. Juli 2021
(E. 3.9)
angeht,
kann dieses
für die Frage der Kausalität nicht als Grundlage dienen.
So attestierte Dr.
D._
auch
auf
grund der
Periarthropat
h
ie
eine weiterhin bestehende
50
%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, bezeichnete aber gleichzeitig die
Persistenz der schmerzhaften Bewegungseinschränkung vier Jahre nach dem Unfallereignis
als nicht
plausibel
und gab für eine Ausheilung eine Dauer von in der Regel maximal zwei Jahren an (E. 3.9)
.
Auch die im Zuge des IV-Verfahrens eingeholten
Berichte
der Behandler
, welche zum Teil auch die Schulterbeschwerden zum Gegenstand haben, äussern sich nicht ausdrücklich zur Frage der Kausalität und eignen sich somit nicht für
deren
abschliessende
Beurteilung
(vgl.
den
undatierte
n
Bericht von Dr.
K._
[Urk. 18/103] und
den
Kantonspital
E._
-Bericht vom 2. November 202
0
[Urk. 18/104]).
Angesichts dieser Aktenlage, ist demzufolge nicht
auszuschlie
ss
en
, dass aufgrund
des auf den Vorfall vom
1
. März 2017 zurückgehenden
Schulterleidens
allenfalls über den
11. Juni 2018 hinaus
relevante Einschränkung
en
bestanden
haben.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
J._
bei einer
Frozen
Shoulder
von einer durchschnittlichen Rekonvaleszenz von 18 Monaten (E. 3.5) und Dr.
D._
von einer maximalen Rekonvaleszenz von zwei Jahren (E. 3.9) ausgeh
t
und Dr.
A._
gar eine Dauer von maximal je 36 Monaten für jede der drei Phasen (Entzündungs-,
Einsteifungs
- und Auftauphase) für möglich hält (E. 3.7).
Dies kann jedoch aufgrund der vorliegenden Akten
für den konkreten Fall des Beschwerdeführers
nicht
rechtsgenüglich
beurteilt werden.
Es fehlt somit an einer für die Beurteilung der Kausalität
der fortdauernden Schulterschmerzen
genügenden medizinischen Grundlage.
4
.
4
Nachdem der Sachverhalt in Bezug auf die
Kausalität der
fortdauernden
Schulter
beschwer
den
nicht ausreichend abge
klärt ist, ist
der
angefochtene
Einspracheent
scheid
vom
9. Juli
2020
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin
fü
r
ergänzende
gutachterliche
Abklärungen
zurückzuweisen
Im Anschluss wir
d sie über
die Ansprüche
auf Heilbehandlung und Taggeld
nach dem 1
2.
Juli 2018
und gege
benenfalls Invalidenrente und Integritätsentschädigung neu zu entschei
den haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5
.
Nach
§
34
Abs.
1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwer
deführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Demzufolge ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer, der keine Honorarnote einreichen liess, eine angemessene Prozessentschädigung in der Höhe
von Fr. 2'500.
--
(inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen
.