Decision ID: b7892801-8654-4cac-96c2-2582f32b5e47
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Hermann Rüegg, Bahnhofstrasse 11, Postfach 670,
8630 Rüti ZH,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1965 geborene G._ war bei der A._ als Schichtleiterin tätig und dadurch
bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als ihr Ehemann als Lenker und sie als
Beifahrerin am 30. November 2005 in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden. Ein
vortrittsbelastetes Fahrzeug fuhr von einer Nebenstrasse rechts seitlich in den auf der
Hauptstrasse fahrenden Personenwagen der Versicherten und deren Ehemanns
(Polizeirapport vom 24. Dezember 2005, act. G 5.4). Die Versicherte wurde mit der
Ambulanz ins Kantonsspital St. Gallen (KSSG) gebracht. Laut Berichten des KSSG vom
30. November sowie 2. Dezember 2005 gab die Versicherte einen Schmerzzustand am
Kopf sowie linksseitige Nackenschmerzen, insbesondere beim Kopfwenden nach links,
an. Prellmarken seien jedoch keine feststellbar gewesen. Es habe keine Amnesie und
keine Bewusstlosigkeit vorgelegen. Die Versicherte habe jedoch über Übelkeit ohne
Erbrechen geklagt. Im Bereich des Thorax habe es keine Anhaltspunkte für eine
Pneumonologie gegeben. Ein Erguss oder Frakturzeichen hätten nicht vorgelegen.
Überhaupt weise nichts auf ein Thoraxtrauma hin. Als Diagnosen wurden schliesslich
eine Contusio capitis bzw. Schädelprellung und eine Distorsion der Halswirbelsäule
(HWS) gestellt (act. G 5.2/ZM1, G 5.2/ZM8). Der nachbehandelnde Hausarzt, Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, attestierte der Versicherten eine volle
Arbeitsunfähigkeit vom 30. November bis 4. Dezember 2005 (act. G 5.2/ZM2). Danach
arbeitete sie wieder zu 100%. Die Zürich erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen).
A.b Mit Schreiben vom 10. Juli 2006 teilte Dr. B._ der Zürich mit, dass die
Versicherte auf Grund des Unfalls das letzte Mal am 12. Januar 2006 in seiner
Sprechstunde gewesen sei (act. G 5.2/ZM5). Am 30. November 2006 berichtete er, die
Situation habe sich bald nach dem Unfall wieder beruhigt. Zu Beginn des Jahres 2006
seien hingegen wieder vermehrt Probleme - zunehmende Kopf-, Nacken- und
Rückenschmerzen mit Muskelverspannungen - zum Vorschein gekommen. Seither sei
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die Versicherte wieder mehr oder weniger regelmässig in seiner Sprechstunde sowie in
augenärztlicher Kontrolle gewesen. Vom 31. Juli bis 8. August 2006 habe eine weitere
100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (act. G 5.2/ZM 6). Das unfallanalytische
Gutachten vom 17. Juli 2007 kam zum Schluss, dass die kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung des Autos der Versicherten zwischen 2 und 8 km/h mit
einem Queranteil von ca. 65% läge. Infolge des Aufpralls dürften sich die Personen im
Fahrzeug leicht nach rechts und gleichzeitig etwas nach vorne bewegt haben. Ein
Kopfanprall sei in dieser Situation aus unfallanalytischer Sicht eher unwahrscheinlich.
Ein leichter Kopfanprall könne jedoch nicht ganz ausgeschlossen werden (act. G 5.1/
Z32).
A.c Am 17. August 2007 unterbreitete die Zürich den Schadenfall ihrer beratenden
Ärztin, Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
Rheumatologie, spez. Schmerztherapie und Manuelle Medizin des Rheumazentrums
Hirslanden, Zürich (act. G 5.2/ZM16). Gestützt auf deren Beurteilung eröffnete die
Zürich der Versicherten mit Verfügung vom 26. September 2007, dass die aktuellen
Beschwerden nicht mehr in einem überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang zum
Ereignis vom 30. November 2005 stünden. Zudem sei auch der adäquate
Kausalzusammenhang ohne weiteres zu verneinen, weil lediglich ein leichter Unfall
vorliege. Die Leistungen würden deshalb ab dem 1. Juli 2006 eingestellt (act. G 5.1/
Z38).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. M. Graf, St. Gallen, mit Eingabe vom 10. Oktober 2007 Einsprache mit dem Antrag,
die Verfügung sei aufzuheben und der Versicherten seien die gesetzlichen Leistungen
ab 1. Juli 2006 bis auf Weiteres auszurichten (act. G 5.1/Z44). Am 14. November 2007
reichte der Rechtsvertreter der Versicherten die Einsprachebegründung, insbesondere
unter Beilage eines audio-neurootologischen Berichts von Dr. med. D._, Spezialarzt
FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 12. November 2007,
nach (act. G 5.1/Z52, act. G 5.2/ZM17).
B.b Mit Entscheid vom 25. Januar 2008 wies die Zürich die Einsprache der
Versicherten ab (act. G 5.1/Z54).
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C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte durch Rechtsanwalt Graf
mit Eingabe vom 27. Februar 2008 Beschwerde erheben. Der Rechtsvertreter stellte
den Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei
zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen auch ab 1. Juli
2006 auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das vorliegende
Beschwerdeverfahren und für das Einspracheverfahren. Zur Begründung führte er aus,
dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für den Unfall vom 30. November
2005 anerkannt, ihre Leistungen jedoch mit Verfügung vom 26. September 2007
plötzlich rückwirkend eingestellt habe. Dies sei widerrechtlich. In formeller Hinsicht sei
zu beachten, dass es sich bei der Behauptung der entfallenen Kausalität um eine
anspruchsaufhebende Tatsache handle, für welche der Versicherer die Beweislast
trage. Die Beschwerdeführerin habe kein klassisches Schleudertrauma, sondern eine
HWS-Distorsion mit Kopfanprall erlitten. Der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und den nach wie vor bestehenden typischen Beschwerden nach
einer HWS-Distorsion sei zu bejahen. Ein behandlungsfreies Intervall habe nicht
stattgefunden, Dr. B._ habe fälschlicherweise weitere Konsultationen über die
Krankenkasse abgerechnet. Die gegnerische Einschätzung einer fehlenden
überwiegenden Unfallkausalität mit dem Hinweis auf Erkrankungen Ende 2002 und im
April 2003 sei durch
Dr. D._ widerlegt worden. Was die thorakalen Beschwerden betreffe, sei der Verweis
der Beschwerdegegnerin auf den Vorzustand der LWS nicht nachvollziehbar. Auf die
Beurteilung von Dr. C._ könne nicht abgestellt werden, weil diese die
Beschwerdeführerin nicht untersucht habe. Sodann sei ihre Begründung nicht
schlüssig und nachvollziehbar. Als beratende Ärztin sei sie auch nicht unabhängig. Der
adäquate Kausalzusammenhang der geltend gemachten Beschwerden zum
Unfallereignis sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin zu bejahen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2008 beantragte die anwaltlich vertretene
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei;
enventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur
Begründung führte sie aus, dass sie ihre Leistungspflicht nicht anerkannt habe,
sondern stets darauf hingewiesen habe, dass weitere Abklärungen nötig seien. Sodann
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habe sie nach dem 12. Januar 2006 keine Leistungen mehr erbracht. Die Beweislast
hinsichtlich des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den geltend gemachten
Beschwerden und dem Unfallereignis trage deshalb die Beschwerdeführerin. Dieser
Beweis sei misslungen, weil mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststehe, dass der
Unfall vom 30. November 2005 nicht Ursache der geltend gemachten Beschwerden
sei. Dr. C._ sei eine unabhängige, nicht versicherungsinterne Fachärztin, auf deren
Beurteilung im Gegensatz zu derjenigen von Dr. D._ abgestellt werden könne. Dieser
begründe seine Einschätzung hauptsächlich mit der Maxime "post hoc ergo propter
hoc", welche bekanntlich nicht massgebend sei. Der adäquate Kausalzusammenhang
sei schliesslich bei Anwendung der präzisierten Kriterien von BGE 134 V 109 zu
verneinen.
C.c Mit Replik und Duplik vom 28. April bzw. 19. Mai 2008 hielten die Parteien
unverändert an ihren Anträgen und Standpunkten fest.
C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des
Unfalls vom 30. November 2005 und erbrachte entsprechende
Versicherungsleistungen. Mit Verfügung vom 26. September 2007 stellte sie ihre
Leistungen per 30. Juni 2006 ein. Die Beschwerdegegnerin hat ab 13. Januar 2006 bis
zum Erlass der Verfügung bzw. des angefochtenen Einspracheentscheids keine
Versicherungsleistungen mehr erbracht. Die Leistungseinstellung ab 1. Juli 2006 hat
folglich keinen rückwirkenden Charakter und ist ohne weiteres zulässig. Streitig und zu
prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin für die nun nach dem 30. Juni
2006 geltend gemachten gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin
aufzukommen hat.
2.
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2.1 Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem
versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden,
wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von
jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133, 117 V 359 und BGE 134 V
109). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b je
mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem
Unfall adäquat-kausal zusammenhängen. Während es Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht
die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III
110 E. 3a). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/
bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung
der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss
auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma
erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140
E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass eine versicherte
Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten
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Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den
Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch
auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumata
anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen eines Schleudertraumas
vergleichen lassen (vgl. Urteil des EVG vom 17. August 2004 [U 243/03] i/S O.G.; RKUV
2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit
Hinweisen). Auch Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärzte bzw. von Ärzten,
die vom Unfallversicherer während des Administrativverfahrens förmlich bestellt
wurden, sind beweistauglich, solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien
erschüttert wird. Ebenso sind ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie
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vorliegend die Stellungnahme von Dr. C._ vom 17. August 2007 (act. G 5.2/ZM16),
nicht an sich unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von persönlichen
Untersuchungen vorliegen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95, 1988
Nr. U 56 S. 371). Ob sie auch in Bezug auf die medizinischen Aussagen genügen bzw.
zu überzeugen vermögen, bleibt im Einzelfall zu prüfen.
2.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die
Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte. - Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Fall Leistungen ausgerichtet und
per 30. Juni 2006 eine Leistungseinstellung verfügt. Sie hat damit das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen des von der Beschwerdeführerin
geklagten Gesundheitsschadens nachzuweisen. Für diese anspruchsaufhebende
Tatfrage trägt sie die entsprechende Beweislast (vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 72). Die Beschwerdegegnerin muss jedoch
nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie
vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig
hat der Unfallversicherer den negativen Beweis zu erbringen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 [U 258/02] i/S Z. und vom 25.
Oktober 2002 [U 143/02] i/S L.).
3.
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Den medizinischen Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach die von der
Beschwerdeführerin über den 30. Juni 2006 hinaus geklagten Beschwerden mit klar
ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn nachweisbarer unfallkausaler
struktureller Veränderungen erklärbar wären. Die HWS der Beschwerdeführerin wurde
im KSSG orthopädisch untersucht, wobei sich offensichtlich keine Hinweise auf eine
strukturelle Verletzung ergaben. Klinisch erhobene Druckdolenzen, Muskelhartspann
sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen praxisgemäss kein klar
fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3. August 2005 [U 9/05] i/
S M., E. 4 und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B., E. 2.2). Von
neurochirurgischer Seite bestand sodann kein Hinweis auf eine Schädelverletzung,
weshalb auf eine CT-Untersuchung verzichtet wurde (act. G 5.2/ZM1). Laut
Physiotherapiebericht vom 10. Januar 2007 leidet die Beschwerdeführerin unter
Schmerzen im Brustkorb von Th8 - 12 mit Ausstrahlung über die Rippen bis zum
Zwerchfell (act. G 5.2/ZM9). Gemäss Angaben im Fragebogen für die Abklärung von
HWS-Fällen erlitt die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 30. November 2005 eine
Rippenprellung (act. G 5.1/Z7). Die Untersuchung des Thorax im KSSG zeigte indessen
von chirurgischer Seite keine Hinweise auf ein Thoraxtrauma, insbesondere keine
Hinweise auf Frakturen (act. G 5.2/ZM1, act. G 5.2/ZM8). Im echtzeitlichen Zeugnis von
Dr. B._ vom 5. Januar 2006 ist ebenfalls keine Thoraxverletzung vermerkt.
Entsprechend wurde eine unfallkausale strukturelle Thoraxverletzung auch in den
weiteren medizinischen Akten nicht in Betracht gezogen. Für das vom Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers in der Beschwerde erwogene Nervenkompressionssyndrom im
Bereich der oberen BWS gibt es sodann keinerlei konkrete Anhaltspunkte. Selbst wenn
im vorliegenden Fall von einem leichten Kontusionstrauma des Thorax ausgegangen
würde, wäre auf die medizinische Erfahrungstatsache zu verweisen, wonach solche
Verletzungen mit der Zeit abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden
gänzlich zurückbilden.
4.
4.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
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Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).
4.2 Distorsionen der HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer
Überdehnung und Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem Kopfanprall
verbunden sein können. Ein eigentliches Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn
durch die plötzliche Beschleunigung des getroffenen Fahrzeugs der Kopf des Insassen
- ohne dass sein Kopf anprallt - zuerst nach hinten zu knicken scheint und
anschliessend nach vorne beschleunigt wird. Führt der Beschleunigungsmechanismus
zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem Schleudertrauma, sondern von einer
HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, HWS-
Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem
Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das so
genannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und rechtliche Aspekte
der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.). - In den echtzeitlichen
medizinischen Akten wurde die Diagnose einer HWS-Distorsion gestellt (act. G 5.2/
ZM1, ZM2, ZM7). Ein eigentliches Schleudertrauma fällt angesichts der obigen
Darlegungen bezogen auf das streitige Ereignis bzw. den fraglichen
Unfallmechanismus ausser Betracht. Diagnostiziert wurde ausserdem eine
Schädelprellung bzw. eine Contusio capitis. Die Feststellung im Bericht des KSSG vom
2. Dezember 2005 sowie von Dr. B._ in seinem Bericht vom 30. November 2006, die
Beschwerdeführerin habe sich im Bereich des Schädels verletzt (act. G 5.2/ZM1, ZM6),
basiert offensichtlich einzig auf der Unfallschilderung der Beschwerdeführerin. Die
neurochirurgische Untersuchung im KSSG ergab indessen keine Hinweise auf eine
Commotio cerebri oder eine sonstige Schädelverletzung. Laut Bericht des KSSG vom
30. November 2005 beklagte die Beschwerdeführerin isoliert Schmerzen am Kopf,
Prellmarken waren jedoch nicht feststellbar (act. G 5.2/ZM1). Dr. B._ gab sodann
lediglich in seinem Arztbericht vom 5. Januar 2006 gegenüber dem
Haftpflichtversicherer - nicht aber im gleichentags erstellten Bericht gegenüber dem
Unfallversicherer - an, dass sich die Beschwerdeführerin zusätzlich eine Schnittwunde
an der Stirn zugezogen habe (act. G 5.2/ZM2, G 5.1/Z52). Im KSSG wurde ebenfalls
kein solcher Befund erhoben (act. G 5.2/ZM1, ZM8). Bei der Beschwerdeführerin lagen
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zudem nach dem Unfall weder eine Bewusstlosigkeit noch eine Amnesie vor (act. G
5.2/ZM1, ZM6, ZM8). - Es ist einzuräumen, dass sich ein Kopfanprall mit dem
Unfallgeschehen grundsätzlich vereinbaren liesse (G 5.1/Z32). Ob die
Beschwerdeführerin eine HWS-Distorsion mit oder ohne Kopfanprall und zusätzlich
eine Schädelprellung bzw. ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat, braucht jedoch nicht
abschliessend geklärt zu werden. Es darf jedenfalls angenommen werden, dass sie
eine Beschleunigungsverletzung der HWS erlitten hat, auch wenn sich diese
unbestrittenermassen nicht als strukturelle Verletzung zeigte. Abzuklären bleibt, ob
bzw. inwieweit die geklagten Beschwerden auch ohne nachweisbare pathologische
bzw. organische Befunde als (weiterhin) unfallkausal zu bezeichnen sind.
5.
5.1 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung muss jedoch nicht in seiner umfassenden
Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.
Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder
an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 [U 215/05]
i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Die
anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung
typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem
Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
5.2 Bei der Beschwerdeführerin sind laut echtzeitlichen Akten innerhalb der
erforderlichen Latenzzeit Beschwerden in der Halsregion bzw. an der HWS aufgetreten.
Zusätzlich wurden von ihr die typischerweise ebenfalls meist eher sofort nach
Beschleunigungsverletzungen auftretenden Kopfschmerzen, Übelkeitsgefühle sowie
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Augenprobleme beklagt (act. G 5.2/ZM1, act. G 5.1/Z7; vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J.
Senn Hrsg., Schleudertrauma- neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case
Management, 1. Aufl. Zürich 2004, S. 14 f.). Die weiteren Beschwerden wie
Rückenschmerzen mit Muskelverspannung, Schmerzen im Brustkorb mit Ausstrahlung
über Rippen bis Zwerchfell, Gefühlsstörungen in der rechten Hand begleitet von einer
Morgensteifigkeit der Finger beider Hände, Schwindel- und
Gleichgewichtsbeschwerden, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, reduzierte
Belastbarkeit sowie Rachenbeschwerden mit Schluckweh sind in den Akten erst nach
einer längeren Latenzzeit erwähnt (act. G 5.2/ZM6, ZM9, ZM15, ZM17). Insbesondere
die Schwindelbeschwerden können zwar als Folgeerscheinungen der Kopf- und
Nackenschmerzen gewertet werden. Grundsätzlich sind jedoch die neuartig
aufgetretenen Symptome aufgrund ihres späten Auftretens nicht als natürlich-kausale
Unfallfolgen zu betrachten. Bei den BWS- bzw. Thoraxbeschwerden kommt hinzu,
dass es sich hierbei nicht um ein nach einer Beschleunigungsverletzung typischerweise
auftretendes Symptom handelt (vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J. Senn, a.a.O., S. 14 f.).
Nachdem jedoch bei der Beschwerdeführerin innerhalb der erforderlichen Latenzzeit
vier der für einen Beschleunigungsmechanismus der HWS typischen Symptome
aufgetreten sind, kann von einem typischen bunten Beschwerdebild mit einer Häufung
von Beschwerden gesprochen werden, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines
HWS-Traumas zu betrachten ist. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin zunächst
einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin bis 30. Juni 2006 anerkannt.
6.
6.1 In Bezug auf den vorliegenden Fall - Verneinung der Leistungspflicht des
Unfallversicherers ab 1. Juli 2006 - stellt sich nun die Frage, ob anhand der
vorliegenden medizinischen Akten mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit eine unfallkausale gesundheitliche Beeinträchtigung per
Einstellungsdatum zu verneinen ist bzw. die geklagten Beschwerden keiner fassbaren
unfallkausalen gesundheitlichen Beeinträchtigung mehr zugeschrieben werden können
(vgl. dazu BGE 119 V 341 E. 2b/bb). Die Beschwerdegegnerin liess die Frage der
natürlichen Kausalität durch ihre beratende Ärztin Dr. C._ beurteilen. Diese erachtete
die ab August 2006 wieder aufgetretenen Beschwerden als nicht überwiegend
wahrscheinlich mit dem Unfallereignis in Zusammenhang stehend. Kurze Zeit nach
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dem Unfall habe sich bei der Beschwerdeführerin eine rasche Besserung eingestellt,
sodass sie bei der Konsultation vom 12. Januar 2006 bei Dr. B._ nur noch
gelegentlich pulsierende Kopfschmerzen angegeben habe. Zwischen Januar und
August 2006 seien keine Behandlungen dokumentiert, so dass von einem weitgehend
beschwerdefreien Intervall und somit von einem Abheilen der unfallbedingten
Beschwerden ausgegangen werden könne. Im August 2006, d.h. bei Wiederaufnahme
der Behandlung, habe der Schwerpunkt gemäss Physiotherapiebericht vom 10. Januar
2007 im thorakalen Bereich gelegen. Die Nacken- und Schulterschmerzen hätten bis
Oktober 2006 weitgehend gelindert werden können. Die Kausalität sei vor allem auch
vor dem Hintergrund zu verneinen, dass bereits Ende 2002 und im April 2003 invasive
Therapien an der HWS zur Behandlung von Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen
durchgeführt worden seien. Die Brustkorbbeschwerden stünden sodann nicht in einem
überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis, weil dort
initial Nacken- und nicht thorakale Beschwerden beklagt worden seien. Als Ursache
kämen diesbezüglich die Befunde an der Wirbelsäule in Frage (act. G 5.2/ZM16). - Dr.
C._ begründet die fehlende Kausalität also hauptsächlich mit einem
beschwerdefreien Intervall von rund einem halben Jahr und den aktenmässig belegten,
verschiedenen Vorzuständen. Von Seiten des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
wird das Vorliegen eines beschwerdefreien Intervalls bestritten und ein kausaler
Zusammenhang zwischen den Vorzuständen und den nach dem Unfall geklagten
Beschwerden verneint.
6.2 Mit Schreiben vom 10. Juli 2006 teilte Dr. B._ der Beschwerdegegnerin mit, die
Beschwerdeführerin sei aufgrund des Unfalls letztmals am 12. Januar 2006 in seiner
Sprechstunde gewesen. Sie habe über gelegentliche pulsierende Kopfschmerzen bei
intensiver Augenbelastung gesprochen, weshalb sie anschliessend beim Augenarzt
gewesen sei (act. G 5.2/ZM 5). Entgegen dieser Mitteilung hielt Dr. B._ in seinem
Bericht vom 30. November 2006 fest, die Situation habe sich bald nach dem Unfall
beruhigt. Zu Beginn des Jahres 2006 seien jedoch wieder vermehrt Probleme zum
Vorschein gekommen. Seither sei die Beschwerdeführerin wieder mehr oder weniger
regelmässig in seiner Sprechstunde sowie in augenärztlicher Kontrolle gewesen. Sie
habe zunehmende Kopf- und Nackenschmerzen mit Muskelverspannung beklagt. Er
habe ihr deshalb Manipulativtherapien sowie Physiotherapie und Medikamente
verordnet (act. G 5.2/ZM6). Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters der
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Beschwerdeführerin ist im Folgenden auf das Fallabschlusschreiben von Dr. B._ vom
10. Juli 2006 abzustellen und damit von einem beschwerdefreien Intervall von rund
einem halben Jahr auszugehen. Es ist in keiner Weise erkennbar, weshalb die Angaben
im vorgenannten Schreiben nicht der wirklichen Anamnese entsprechen sollten. Laut
Unfallschein UVG, ärztlichem Zeugnis sowie Bericht von Dr. B._ vom 5. Januar bzw.
30. November 2006 war die Beschwerdeführerin bereits fünf Tage nach dem Unfall,
d.h. ab 5. Dezember 2005, wieder zu 100% arbeitsfähig (act. G 5.2/ZM2, ZM3, ZM6).
Eine weitere Arbeitsunfähigkeit - vom 31. Juli bis 8. August 2008 - ist in den Akten erst
wieder im Bericht von Dr. B._ vom 30. November 2006 vermerkt (act. G 5.2/ZM6).
Die von ihm im Bericht vom 30. November 2006 angeführten Arbeitsunfähigkeiten
stimmen demnach mit den Angaben im Schreiben vom 10. Juli 2006 überein.
Massgebend ist schliesslich, dass selbst die Beschwerdeführerin den Herbst 2006 als
Zeitpunkt bezeichnete, als es ihr wieder schlechter gegangen sei (act. G 5.1/Z14). Dass
die Beschwerdeführerin Dr. B._ laut dessen Bestätigung vom 18. Februar 2008 auch
am 16. und 28. März sowie am 20. Juni 2006 konsultierte, vermag zutreffen. Diese
Daten - eine Konsultation vom 23. Februar 2006 ausgenommen (vgl. act. 9 zur Replik) -
gehen auch aus den beiden Aufstellungen des Krankenversicherers der
Beschwerdeführerin hervor (act. G 5.1/Z19, act. 2 zur Beschwerde). Dr. B._ hat
jedoch diese Behandlungen offensichtlich nicht über die Beschwerdegegnerin, sondern
über den Krankenversicherer abgerechnet. Daraus ist der überwiegend
wahrscheinliche Schluss zu ziehen, dass die Behandlungen nach dem 12. Januar 2006
nicht die Unfallfolgen betrafen und damit - in Übereinstimmung mit Dr. C._ -
insgesamt von einem rund halbjährigen behandlungs- und beschwerdefreien Intervall
auszugehen ist.
6.3
6.3.1 Gemäss Abklärungen der Beschwerdegegnerin weist die Anamnese der
Beschwerdeführerin auf mehrere Vorzustände hin. Seit 1992 sind eine verkalkte
Diskushernie L5/S1, eine mässige Osteochondrose L5/S1 und eine geringe
Rechtsskoliose im thoraco-lumbalen Übergang bekannt. Im Jahr 2000 litt die
Beschwerdeführerin an stärkeren Schwindelepisoden, Druck im Kopf und im
Augenbereich, weswegen sie Dr. D._ aufsuchte. Die Beschwerden konnten mit
Medikamenten und einem visuo-vestibulären Habituationstraining deutlich verbessert
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werden. Im September 2001 traten wieder Schwindelbeschwerden in Form einer visuo-
vestibulären Funktionsstörung und psycho-vegetativer Dysfunktion auf, so dass Dr.
D._ erneut eine medikamentöse Therapie durchführte. Im November 2002 wurde die
Beschwerdeführerin auf Grund andauernder Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen
sowie Schwindel mit stereotaktischer Denervierung der Facettengelenke mittels
gepulster Radiofrequenz-Neurotomie therapiert. Am 8. Januar 2003 wurde sie
notfallmässig wegen Hyperventilation im Rahmen einer chronischen Angststörung
(Platzangst) behandelt (act. G 5.3/V2). Im April 2003 erfolgte eine stereotaktische
Blockade der Rami dorsalis und medialis der Spinalnerven C3/4, nachdem wieder
Kopf- und Nackenschmerzen aufgetreten waren, sowie eine Bestätigungsblockade.
Der behandelnde Arzt, Dr. rer. nat. E._, Klinik St. Georg, Goldach, hielt dazu fest, die
Schmerzprobleme würden durch die Überlagerung mit Klaustrophobie, anderen
Angstzuständen und Depression erschwert. Ebenfalls im Januar 2003 sowie
nachfolgend auch im Juli 2003 und Juli 2004 konsultierte die Beschwerdeführerin
abermals Dr. D._ wegen Lagerungsschwindel bzw. Drehschwindelepisoden mit
nuchaler Verspannung und Druck im Kopf. Die Behandlung des Lagerungsschwindels
ab Juli 2003 dauerte bis November 2003 (act. G 5.3, G 5.2/ZM17). Aus der Aufstellung
der vom Krankenversicherer der Beschwerdeführerin vom 1. Januar 2002 bis März
2007 bezahlten Behandlungen ist sodann ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin
mindestens seit Januar 2002 bei Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
in psychiatrischer Behandlung stand (act. G 5.1/Z19).
6.3.2 Laut Bericht von Dr. D._ vom 12. November 2007 weisen die beiden vor
dem Unfall beschriebenen Schwindelarten keine Brückensymptome zum Unfall vom
30. November 2005 auf. Die Beschwerdeführerin sei damit vom November 2003 bis
November 2005, d.h. während zwei Jahren, schwindelfrei gewesen. Die
Schwindelbeschwerden nach dem Unfall würden zudem andere
Schwindelcharakteristika aufweisen, was neuro-otometrisch habe objektiviert werden
können. Zugleich seien diese Schwindelbeschwerden von anderer Begleitsymptomatik
wie prätraumatisch begleitet (act. G 5.2/ZM17). Zu den von Dr. D._ festgestellten
Befunden ist allgemein festzuhalten, dass es sich nach der Rechtsprechung bei dem
von ihm durchgeführten Verfahren der Posturographie um eine in Fachkreisen zwar
nicht unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit
längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode handelt, deren Wissenschaftlichkeit
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nach dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu
gewinnenden Erkenntnisse sind indessen beschränkt. Die Posturographie liefert zwar
zusätzlich Informationen, und es lassen sich damit sonst nicht fassbare
Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur
Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt
sich daraus nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung
vestibulärer Störungen. Daraus folgt, dass sich aus der Beurteilung des medizinischen
Sachverhalts durch Dr. D._ direkt verwertbare Aussagen zur Unfallkausalität nicht
ableiten lassen (vgl. Urteil des EVG vom 29. März 2006 [U 254/04] i/S J., E. 2.3.2).
Aufgrund der medizinischen Akten steht ausserdem zweifelsfrei fest, dass die
Beschwerdeführerin gerade hinsichtlich Schwindelbeschwerden sowie zerviko-
zephalen Schmerzen einen sich über mehrere Jahre vor dem Unfall - im Übrigen
ebenfalls mit beschwerdefreien Intervallen erstreckenden - Vorzustand aufweist.
Bereits vor dem Unfall stellten sich die Schwindelbeschwerden verschiedenartig dar.
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Vorzustände nicht unabhängig von
den posttraumatischen Beschwerden zu betrachten sind.
6.4 Die von Dr. C._ angeführten Kriterien - beschwerdefreies Intervall, Vorzustände
- bilden für die Beurteilung des Dahinfallens der kausalen Bedeutung des
Unfallereignisses vom 30. November 2005 per 30. Juni 2006 eine massgebende
Grundlage. Nachdem die Kriterien in Bezug auf den vorliegenden Fall erfüllt sind,
erscheint eine weitergehende (Teil-)Unfallkausalität gegenüber einer rein
krankheitsbedingten Kausalität zwar möglich, jedoch nicht - wie im
Sozialversicherungsrecht gefordert - überwiegend wahrscheinlich (vgl. dazu Th.
Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 451 f.). Damit
wieder aufgetretene Beeinträchtigungen auch noch nach einer längeren Zeit, während
der sich die anfängliche Symptomatik zurückgebildet hat, mit hinreichender
Zuverlässigkeit dem Unfall als dem versicherten Ereignis zugerechnet werden können,
muss der Beschwerdeverlauf eine gewisse Kontinuität aufweisen. Dieser zeitliche
Zusammenhang ist gerade nach Distorsionsverletzungen der HWS von grosser
Bedeutung für die Beurteilung der Kausalität, weil ein Zervikalsyndrom - als das nach
einer Schleudertraumaverletzung meist zentrale Symptom - in dem Sinne ätiologisch
unspezifisch ist, als oft auch andere Faktoren (degenerative Veränderungen,
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eigenständige psychische Beeinträchtigungen, muskuläre Dysbalance etc.) als
massgebende Ursachen für diese Beeinträchtigungen in Betracht fallen (vgl. Urteil des
EVG vom 6. Juni 2006 [U 12/06] i/S P., E. 4.2). Im Falle der Beschwerdeführerin sind
solche Faktoren gerade in Form der mehrfachen Hinweise auf einen psychiatrischen
Vorzustand augenfällig. Insbesondere unmittelbar vor dem Unfall konsultierte sie
regelmässig ihren Psychiater Dr. med. F._ (Bericht von Dr. E._ vom 13. Juni 2003
[act. G 5.3], act. G 5.1/Z19).
6.5 Wegen der sofort nach dem Unfall aufgetretenen Augenprobleme konsultierte die
Beschwerdeführerin am 16. Februar 2006 ihren Augenarzt Dr. med. G._, Facharzt
FMH für Ophthalmologie. Die Visusprüfung ergab eine Abnahme der Sehschärfe für die
Nähe von 1.0 auf 0.9. Die Sehschärfe für die Ferne lag vor und nach dem Unfall
unkorrigiert bei beidseits 1.25. Dr. G._ führte zudem aus, die Augenuntersuchung
habe im Weiteren unauffällige zeitgerechte Verhältnisse (unauffälliger
Gesichtsfeldbefund, keine Diplopie) ergeben, die sich auch bei der letzten
Kontrolluntersuchung am 23. November 2006 bestätigt hätten. Es sei anzunehmen,
dass das Schädel-Hirntrauma zu passageren, d.h. vorübergehenden Sehstörungen mit
Problemen bei der Arbeit am Computer geführt haben könne. Da jedoch zu oben
genannten Befunden in der Kontrolle am 23. November 2006 Beschwerdefreiheit
angegeben worden sei, sei nicht von einer dauerhaften Beeinträchtigung auszugehen
(act. G 5.1/Z52). Angesichts dieser augenärztlichen Beurteilung sowie des Umstands,
dass in den späteren medizinischen Akten Augenprobleme nicht mehr erwähnt sind, ist
davon auszugehen, dass auch diese, wie von Dr. G._ vorausgesagt, kurze Zeit nach
dem Unfall an Bedeutung verloren haben bzw. der allfällige unfallkausale Anteil
spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung als abgeheilt betrachtet werden kann.
7.
7.1 Selbst bei Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den über
den 30. Juni 2006 hinaus geklagten Beschwerden und dem streitigen Unfall müsste -
wie nachfolgend zu zeigen sein wird - eine weitergehende Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des kumulativ vorausgesetzten adäquaten
Kausalzusammenhangs verneint werden. Abklärungen bezüglich der psychischen
Komponente der Beschwerdeführerin wurden von der Beschwerdegegnerin keine
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vorgenommen. Eine Rückweisung der Sache zwecks Vornahme einer psychiatrischen
Untersuchung erübrigt sich indessen. Dasselbe gilt in Bezug auf eine polydisziplinäre
Begutachtung. Derartige weiteren Abklärungen wären nämlich lediglich geeignet, den
natürlichen Kausalzusammenhang weiter auszuleuchten. Eine abschliessende
Beantwortung der in Bezug auf die Adäquanzprüfung massgebenden Frage, ob eine
bestehende psychische Problematik als Teil des für schleudertraumaähnliche
Verletzungen typischen, einer Differenzierung kaum zugänglichen somatischen
Beschwerdebilds zu betrachten ist, oder aber ein von diesem zu trennendes,
eigenständiges psychisches Leiden darstellt, kann ebenfalls unterbleiben (vgl. dazu
BGE 123 V 98 ff.; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 ff.), nachdem die Adäquanz auch bei
Anwendung der Kriterien nach BGE 134 V 109 zu verneinen ist.
7.2 Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt
erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht solange von einer Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann
(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG, SR 832.20]; Urteil des EVG vom 11. Februar 2004 [U 246/03]
i/S K.; BGE 134 V 112 ff.). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss erfüllt, ist
der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung
des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen. Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des
Bundesgerichts 8C_467/2008 vom 4. November 2008 (E. 5.2.2.2) lediglich, dass von
weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr
erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger
erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen (RKUV
2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).
7.3 Am Unfalltag wurde die Beschwerdeführerin auf der Notfallabteilung des KSSG
untersucht und mit Analgetika behandelt (act. G 5.2/ZM1, ZM8). Gemäss Aufstellung
des Krankenversicherers über die durchgeführten Behandlungen (act. G 5.1/Z19; act. 2
zur Beschwerde), konsultierte sie sodann am 11. und 12. Januar 2006 ihren Hausarzt
Dr. B._. Laut Ausführungen in Erwägung Ziff. 6.2 ist davon auszugehen, dass danach
die Unfallbehandlung abgeschlossen war und während rund eines halben Jahres keine
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Behandlungen von allfälligen Unfallrestfolgen mehr vorgenommen wurden. In seinem
Schreiben vom 10. Juli 2006 hielt Dr. B._ sodann fest, dass zurzeit keine weiteren
Abklärungen und Behandlungen mehr geplant seien. Ob weitere Behandlungen
notwendig seien, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden (act. 5.2/ZM5). -
Angesichts dieser Aktenlage war der Moment für den Fallabschluss grundsätzlich im
Januar 2006 erreicht. Faktisch stellte die Beschwerdegegnerin die Leistungen gestützt
auf das Schreiben von Dr. B._ vom 10. Juli 2006 per 30. Juni 2006 ein. Dieser
Zeitpunkt, in welchem sie die Adäquanzprüfung vorgenommen hat, ist insbesondere
auch mit Blick auf die Erwägungen in Ziff. 6.3 ff. nicht zu beanstanden. Im Anschluss
an die Leistungseinstellung fanden zwar wegen an sich schleudertraumatypischer
Beschwerden ärztliche Kontrolluntersuchungen, Manipulativ- und Physiotherapien (act.
G 5.2/ZM9, act. G 5.1/19) statt. Die Beschwerdeführerin wurde ausserdem wieder mit
Analgetika behandelt (act. G 5.2/ZM6). Massgebende neue, intensive Therapieformen
wurden jedoch nicht näher in Erwägung gezogen. Insgesamt dienten die bei der
Beschwerdeführerin durchgeführten Therapien der Schmerzlinderung sowie der
Stabilisierung des Befindens. In Anbetracht des Gesagten wurde spätestens im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung in keiner Weise mehr von einer namhaften
Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin ausgegangen. Die
Therapieempfehlung von Dr. D._ in seinem Bericht vom 12. November 2007 (act. G
5.2/ZM17) vermag an der Rechtmässigkeit des Fallabschlusses nichts zu ändern.
Bereits vor dem Unfall wurde die Beschwerdeführerin einmal auf dessen Zuweisung in
der Klinik St. Georg entsprechend behandelt (Bericht von Dr. E._ vom 28. November
2002 [act. G 5.3]). Insofern liegt ein gegenüber früher durchgeführten Behandlungen
identischer Therapievorschlag vor.
7.4 Bezüglich der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs der fortdauernd
geklagten Beschwerden ging die Beschwerdegegnerin beim Unfall vom 30. November
2005 von einem leichten Ereignis aus und verneinte die Adäquanz ohne weiteres.
Inwiefern diese Annahme gerechtfertigt ist, kann offenbleiben, weil die folgende
Beurteilung zeigt, dass die Adäquanz selbst bei Annahme eines mittelschweren Unfalls
im mittleren Bereich - wie sie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vertritt - zu
verneinen ist. Die in diesem Bereich zu erfüllenden Zusatzkriterien sind weder in
gehäufter noch in auffallender Weise erfüllt.
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7.5 Der Unfall vom 30. November 2005 hat sich weder unter besonders dramatischen
Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet - von besonderer
Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art zur Folge. Die Diagnosen einer HWS-Distorsion und einer Contusio
capitis bzw. Schädelprellung vermögen die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen
Schwere der für die obigen Diagnosen typischen Beschwerden oder besonderer
Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können
beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den dadurch
bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3). Solche
Umstände sind vorliegend nicht ausgewiesen (vgl. act. G 5.1/Z32, act. G 5.4). Die von
der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden - auch solche einer, wenn überhaupt
erlittenen, leichten Rippenprellung - sind wohl unangenehm. Um schwere
gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie sie nach Verkehrsunfällen auftreten können,
handelt es sich jedoch nicht. Strukturelle Schädigungen oder äussere Verletzungen hat
die Beschwerdeführerin bekanntlich nicht erlitten. Nicht erfüllt sind sodann die Kriterien
der ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden, der
fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung sowie der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Nach dem Unfall befand sich
die Beschwerdeführerin lediglich während rund einem halben Monat in hausärztlicher
Behandlung. Die angewandte Therapie beschränkte sich auf die Einnahme von
Schmerzmitteln. Fünf Tage nach dem Unfall war die Beschwerdeführerin wieder zu
100% arbeitsfähig. Eine weitere Arbeitsunfähigkeit ist in den Akten erst wieder nach
Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG, d.h. ab 31. Juli 2006 vermerkt. Wie in
Erwägung Ziff. 6.2 erwogen, ist im vorliegenden Fall nach der anfänglichen, sehr kurzen
Behandlungs- sowie Arbeitsunfähigkeitsphase bis zum Fallabschluss von einem
behandlungs- und beschwerdefreien Intervall auszugehen. Dass im Falle der
Beschwerdeführerin überhaupt je intensive, belastende Therapien durchgeführt worden
wären, geht aus den Akten nicht hervor. Die Erheblichkeit der Beschwerden beurteilt
sich sodann unter anderem nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Selbst wenn
davon ausgegangen wird, dass die Beschwerdeführerin auch während des
angenommenen beschwerdefreien Intervalls unter gewissen Beschwerden gelitten und
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sich wegen Pflichtbewusstseins und aus Angst vor dem Verlust der Arbeitsstelle stets
gegen eine ärztlich empfohlene Reduktion des Arbeitspensums bzw. eine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gewehrt hat, war der Lebensalltag der
Beschwerdeführerin offensichtlich nicht derart eingeschränkt, dass das Kriterium der
erheblichen Beschwerden in der geforderten Ausprägung als erfüllt bezeichnet werden
könnte. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hat, kann schliesslich ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem
schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Letztere können nicht
schon dann angenommen werden, wenn die Therapien zu keinem Heilungserfolg
führten. - Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass im vorliegenden Fall keines der
Zusatzkriterien als erfüllt betrachtet werden kann. Die Adäquanz zum Unfall vom 30.
November 2005 ist daher zu verneinen.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG