Decision ID: 7f129449-562d-5b28-8bcd-b1346baf616c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1976 geborene
X._
,
gelernte
Dentalas
sistentin (
Urk. 6
/1/1-3)
,
arbeitet
seit dem
Jahr 2010
als Sachbearbeiterin
bei der
Y._
(Urk. 6/142).
Am
6. August 2002
(Eingangsdatum) meldete sich
di
e Versi
cherte erstmals
unter Hinweis auf eine generalisierte Epilepsie unklarer Ätiologie (seit November 1996), ein Non-Hodgkin-Lymphom (Juli 1995) sowie eine reaktive Depression (seit
1997) beim Sozialversicherungs
amt Schaffhausen, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug
an (Urk
. 6/6
). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach ihr die IV-Stelle Schaffhausen, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50 %, ab dem 1. Mai 2003 eine
halbe Invalidenrente zu (
Verfügung vom 12. Januar 2004,
Urk. 6
/29).
Am 31. März 2004 zog die Versicherte in den Kanton Zürich um (Urk. 6/33).
Anlässlich der
in den Jahren 2006, 2007 und 2010
durch
geführten Revisionsverfahren
bestätigte die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
einen
Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (Urk. 6/52,
6/61
,
6/77).
Nach
der
Anmeldung
vom 26. März 2013 (Eingangsda
tum
, Urk. 6/81
)
zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
kam
die IV-Stelle
zum Schluss
,
die Versicherte
sei
ab Juli 2007 als im Haushalt und im Erwerbsbereich tätig zu qualifizieren
,
weshalb die
IV-Stelle
unter Neuberechnung des
Invalidi
tätgrades
mit Verfügung vom 2. Juli 2014
die bisherige Rente der Versicherten wiedererwägungsweise auf
hob
(Urk. 6/124).
Die dagegen
erhob
ene
Beschwerde
wies das
hiesige Gericht mit Urteil vom 31. Mai 2016 ab (Urk. 6/129
,
Verfahrens
nummer
IV.2014.00886
).
1.
2
Nachdem die IV-Stelle auf ein von der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf das Urteil des Europäischen Gerichtshof
s
für Menschenrechte zur gemischten Methode gestellte
s
Wiedererwägungsgesuch (Urk. 6/133) nicht eingetreten war (Urk. 6/134), meldete sich die Versicherte am
26. Februar 2018
(Eingangsdatum
)
unter
Bezugnahme
auf
die
am 1. Januar 2018 in Kraft getretene
Gesetzesände
rung
vom Dezember 2017
erneut zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/136,
6/137)
.
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwe
rbliche Abklärungen (Urk. 6/139, 6/142,
6/143
,
6/148
,
6/150)
, woraufhin m
it Vorbescheid vom 14. August 2018 der Ver
sicherten
die Abweisung des
Leistungsbegehren
s
in Aussicht
gestellt wurde
(Urk. 6/151). Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben (Urk. 6/154 und Urk. 6/157). Mit Verfügung vom 12. November 2018
hielt
die IV-Stelle
an ihrem Entscheid fest und wies
das Leistungsbegehren ab (Urk. 2 [=Urk. 6/159]).
2.
Gegen die Verfügung vom
1
2.
November 2018
liess die Versicherte mit Eingabe vom
13. Dezember 2018
Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente auszurichten.
Even
tualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Beschwerdeführerin medizinisch begutachten zu lassen und danach erneut über den Leistungsan
spruch zu entscheiden. In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführe
rin die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1
S. 2
). Mit Beschwer
deantwort vom 22. Januar 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
23. Januar 2019 angezeigt wurde
.
Gleichzeitig
wurde mitgeteilt, das Gericht erachte die Anordnung eines weiteren Schriften
wechsels nicht als erforderlich
, es sei den Parteien jedoch unbenommen, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen
(Urk. 7)
.
Die
Beschwerdeführerin liess si
ch danach nicht mehr vernehmen.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Nach Absatz 1 der Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezem
ber 2017 ist für am 1. Januar 2018 laufende
Dreiviertelsrenten
, halbe Renten und
Viertelsrenten
, die in Anwendung der gemischten Methode zugesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzu
leiten. Wurde eine Rente vor dem 1. Januar 2018 wegen eines zu geringen Inva
liditätsgrads einer teilerwerbstätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich betätigte, verweigert, so wird eine neue Anmeldung geprüft, wenn die Berechnung des Invaliditätsgrads nach Artikel 27
bis
Absätze 2–4 IVV voraussichtlich zu einem Rentenanspruch führt (Absatz 2 der Übergangsbestim
mung).
1.
2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog im angefochtenen Entscheid, es sei a
ufgrund der Übergangsbestimmung
zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017
(fortan: Übergangsbestimmung)
auf die Neuanmeldung eingetreten und in der Folge der Leistungsanspruch neu geprüft worden. Die medizinische Abklärung habe erge
ben, dass die Beschwerdeführerin in der angepassten Tätigkeit als Mitarbeiterin im Sekretariat 100 % arbeitsfähig sei. Es seien keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf die B
e
u
r
teilung abgestellt werden könne.
Die von den Allgemeinmedi
zinern attestierte
50%ige
Arbeitsfähigkeit sei
keine fachärztliche Beurteilung
und es sei dabei auch
die soziale Situation der Beschwerdeführerin
berücksichtigt
worden, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Es sei auch nicht relevant, dass im Rahmen der früheren
Rentenzusprache
von einer 50
%
igen Arbeitsunfä
higkeit ausgegangen worden sei, eine solche sei nicht mehr ausgewiesen
(Urk. 2 S. 3)
.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin
zusammengefasst
her
vor, es sei
der Beschwerdegegnerin verwehrt,
im Rahmen einer Neuanmeldung aufgrund der Übergangsbestimmung eine umfassende materielle Sachverhaltsprüfung vorzu
nehmen
(Urk. 1 S. 5)
. D
i
e Rente der Beschwerdeführerin sei im Jahr 2013 auf
grund der Geburt
en
ihrer Kinder wiedererwägungsweise au
f
gehoben worden.
Im
Abklärungsbericht vom 10. Januar 2007
sei festgehalten worden, der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin
sei
stationär, weshalb erstellt sei, dass die Statusänderung von
Voll-
zu
Teilerwerbstätigkeit
nur aus familiären Gründen erfolgt
sei
.
Die Übergangsbestimmung
habe zum Ziel,
eine Ungleichbehandlung von laufenden und neuen Renten
zu
verhindern
.
In den Arztberichten von Dr. med.
Z._
und Dr. med.
A._
sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit beschei
nigt worden. Ebenso habe Dr. med.
B._
festgehalten, dass der Gesundheits
zustand stationär sei.
Aus
diesem Bericht könne
aber
nicht darauf geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin 100 % arbeitsfähig sei. Es sei eher so zu verstehen, dass im Rahmen des aktuellen Pensums
von 50 %
keine weiteren Ein
schränk
ung
en bestehen würden
. Die Beschwerdeführerin sei daher weiterhin als Vollerwerbstätige zu beurteilen und habe deshalb einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
(Urk. 1 S.
5
-10)
.
3.
3.1
Mit Bericht vom 2
2.
Dezember 2017 (
Urk.
6/143/1-2) führte PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt Neurologie,
C._
, folgende Diagnosen auf:
-
Symptomatische fokale Epilepsie seit circa 2
0.
Lebensjahr mit einfach-fokalen Anfällen, komplex-fokalen Anfällen und sekundär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen bei histologisch gesicherter
Hippokampussklerose
-
Selektive Amygdala-
Hippokampektomie
rechts am 05.04.2001
Als übernommene Diagnosen nannte er:
-
Chronische Kopfschmerzen
-
Depression, unter anderem Status nach dreimaligen Suizidversuchen (Tablet
tenintoxikationen)
-
Status nach malignem Non-Hodgkin-Lymphom mit ausgedehntem Befall des Magen-
Antrums
, Zustand nach VACP-B-Chemotherapie vom 09.0
8.
bis 25.10.1995 mit anhaltend kompletter Remission
PD
Dr.
B._
notierte, im Beobachtungszeitraum (seit der letzten ambulanten Konsultation vom 1
8.
Mai 2017) hätten sich drei Anfallsrezidive ereignet. Ein Rezidiv sei im Mai 2017 tagsüber aufgetreten, zwei hätten sich nachts aus dem Schlaf heraus ereignet und seien von der im selben Zimmer schlafenden Tochter bemerkt worden. Die anfallspräventive Medikation sei von der Patientin regel
mässig eingenommen und
Topamax
sogar über die zuletzt empfohlene Dosis hin
aus erhöht worden. Infolge verstärkter Nebenwirkungen habe diese Medikation indes wieder umgestellt werden müssen.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Hausärztin der Beschwerdeführerin, berichtete am 16. März 2018 (
Urk.
6/139), die Beschwerdeführerin leide trotz Medikation an einer symptomatischen Epilepsie. Sodann bestünden ein chronischer Spannungs
kopfschmerz, eine Migräne sowie eine rezidivierende depressive Episode. Die Prognose hinsichtlich Arbeitsfähigkeit erscheine in reduziertem Pensum bis maximal 50
%
günstig. Zwar sei die Beschwerdeführerin an ganzen Tagen ein
setzbar, jedoch nicht zu 100
%
. Zu berücksichtigen sei auch ihre soziale Situation als alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder (
Urk.
6/139/3).
3.3
Am 2
5.
Juli 2018 (
Urk.
6/150) erklärte PD
Dr.
B._
auf die Frage, ob der Beschwerdeführerin auch ein höheres als das bisherige 50
%
-Pensum möglich wäre, aufgrund der Epilepsie bestehe eine qualitative
,
jedoch nicht eine quanti
tative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Das bedeute, dass bestimmte Arbeiten wie das Führen von Fahrzeugen oder Maschinen ausgeschlossen seien, was aber nicht zu einer zeitlichen Einschränkung des Arbeitspensums führe. Die übrigen gesundheitlichen Einschränkungen der Patientin sollten indes auch berücksich
tigt werden. Aus neurologischer Sicht seien die Befunde unverändert. Die Beschwerdeführerin sei Sachbearbeiterin in einem
Betrieb für Orthopädietechnik
. Eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Die Prognose bleibe zum aktuellen Zeitpunkt zwar offen, gegebenenfalls sei es möglich, durch weitere Anpassungen der anfallspräventiven Medikation eine Anfallsfreiheit oder zumindest eine deutliche Besserung der Anfallsfrequenz zu erreichen.
4.
4.1
Mit Verfügung vom
2.
Juli 2014 hob die Beschwerdegegnerin die der Beschwer
deführerin bislang ausgerichtete halbe Invalidenrente mit der Begründung auf, ab Juli 2007 sei die Beschwerdeführerin als im Erwerb und im Haushalt tätig zu qualifizieren, weshalb unter Anwendung der gemischten Methode ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad resultiere (
Urk.
6/124). In Bestätigung dieses Ent
scheids hielt das hiesige Gericht mit Urteil vom 3
1.
Mai 2016 (
Urk.
6/129, Ver
fahrensnummer IV.2014.00886) fest, mangels Zugrundelegung der gemischten Methode s
ei sowohl die Mitteilung vom 8.
Februar 200
8 als auch jene vom 1
0.
Juli 2010 als zweifellos unrichtig zu betrachten, da eine korrekte Invaliditäts
bemessung einen Invaliditätsgrad von maximal 22
%
ergeben hätte (E. 5.4 des Urteils,
Urk.
6/129/19). Alsdann gelangte das Gericht zum Schluss, dass - für den Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
2.
Jul
i 2014 - von einer höchstens 60
%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auszugehen sei (E. 6.2.2 des Urteils,
Urk.
6/129/21). Unter der Ann
ahme einer 50
%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen als auch einer angepassten Tätigkeit, was sich - so das Gericht - jedenfalls als sehr grosszügig erweise (E. 6.3 des Urteils,
Urk.
6/129/22), resultiere im Erwerbsbereich eine gewichtete Teilinvalidität von höchstens 10
%
. Nachdem im Haushaltsbereich keine Einschränkung ausgewie
sen sei, resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von 10
%
, womit kein Anspruch auf e
ine Rente bestehe (E. 6.4 - 6.6
des Urteils,
Urk.
6/129/22-24). Dieses Urteil vom 3
1.
Mai 2016 erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Soweit die Beschwerdeführerin nun vortragen lässt, die Rentenaufhebung sei zu Unrecht erfolgt, weshalb sie noch heute als Vollerwerbstätige zu beurteilen sei und mithin noch immer Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (
Urk.
1 S. 10), vermag sie nicht durchzudringen. So fehlt es zum einen an einem in Sachen der Beschwerdeführerin ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (nachfolgend: EGMR) und mithin an einem Revisionsgrund nach
Art.
122 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG), weshalb die Berufung auf BGE 143 I 50 ins Leere zielt. Zum anderen vermag sie auch aus BGE 143 I 60 nichts für sich zu gewinnen, erwuchs das Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2016 doch unangefochten in Rechtskraft. Damit fällt auch eine Umsetzung, wie sie das Bundesgericht für noch hängige Verfahren vorsah, ausser Betracht.
4.2
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die - vorliegend zur Anwendung gelangende - Übergangsbestimmung (vgl. E. 1.1) stehe einer umfassenden mate
riellen Überprüfung entgegen (
Urk.
1 S. 8). Weder hätten sich der medizinische Sachverhalt noch ihre berufliche Tätigkeit verändert. Würde sie noch heute eine Invalidenrente beziehen, was der Fall wäre, wen
n bereits im Jahr 2013 ein EMRK-
konformer Zustand geherrscht hätte, so läge kein Revisionsgrund vor, welcher eine Anpassung der Leistungen rechtfertigte (
Urk.
1 S. 9-10).
Würde, der Beschwerdeführerin folgend, darauf abgestellt, dass keinerlei Verän
derung ausgewiesen sei, liesse sich, wie nachfolgend gezeigt, ein Rentenanspruch nicht begründen.
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbst
ätig
keit richtet sich nach Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
, wobei das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Bei einem mit (maximal) 60
%
zu veranschlagenden Erwerbsbereich (E. 4.1; vgl. auch Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 3
1.
Mai 2016,
Urk.
6/129) wäre das
Vali
deneinkommen
mit 100, die Arbeitsunfähigkeit mit 50 und die Erwerbseinbusse mit 50 zu beziffern, was zu einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 50
%
und gewichtet von 30
%
(50
%
x 0.6) führte. Bei - auch im Haushaltsbereich unveränderten Verhältnissen - resultierte mithin ein Gesamtinvaliditätsgrad von 30
%
, was nicht zu einer Rente berechtigte.
Angesichts dieses Resultats hätte die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 2
6.
Februar
2018 nicht eintreten dürfen (E.
1.1).
4.3
Infolgedessen kann dahingestellt bleiben, ob, wie die Beschwerdegegnerin annimmt (
Urk.
2,
Urk.
6/155/6), in bisheriger als auch in angepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliegt. Immerhin ist an dieser Stelle festzuhalten, dass sich in den aufliegenden Akten Hinweise für eine erhebliche Verbesserung der gesundheitlichen und/oder der erwerblichen Situation der Beschwerdeführe
rin finden lassen. So fällt insbesondere ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin gemäss Angaben ihres Arbeitgebers im Jahr 2015 ein Einkommen von
Fr.
40'700.--, im Jahr 2016 ein solches von Fr. 45'143.-- und im Jahr 2017 von
Fr.
68'652.-- erzielte (
Urk.
6/142/5). Im Vergleich zum Jahreseinkommen im 50
%
-Pensum von
Fr.
32'500.-- ab Juli 2012 (vgl. Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2016,
Urk. 6/
129/22) entspricht dies einer Leistungsfähigkeit im Erwerbsbereich mit Beschäftigungsgrad von rund 60
%
(2015) beziehungsweise 70
%
(2016) oder 100
%
(2017). Mit Blick auf diese Gegebenheiten erscheint auch die Einschätzung von PD
Dr.
B._
- dessen Formulierung im Übrigen entge
gen der Ansicht der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 9) keinerlei Inter
pretations
spielraum offenlässt –
, wonach die Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Sach
bearbeiterin durch die Epilepsie keine quantitative Einschränkung in der Arbeits
fähigkeit erfahre (E. 3.3), ohne weiteres als plausibel. Weshalb alsdann gemäss Arbeitgeberbericht ab Januar 2018 nur mehr noch eine Arbeitszeit von 21.25 Stunden («Arbeitszeit der versicherten Person nach Eintritt des Gesundheitsscha
dens»)
geleistet
sowie ein Monatslohn von Fr. 2'800.--
ausgerichtet wurde
(
Urk.
6/142/2-3), ist angesichts des Vorgenannten nicht nachvollziehbar, zumal die Beschwerdeführerin das Vorliegen unveränderter Verhältnisse geltend machen lässt. Jedenfalls lässt sich solches nicht mit der medizinischen Aktenlage begründen.
4.4
Gestützt auf diese Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Kosten des
Verfahrens sind auf Fr.
6
00.
-
- festzusetz
en
und ausgangsgemäss der Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.