Decision ID: 8a912089-0a3d-58d1-a3da-2e3af76c63ab
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer deponierte am 12. November 2007 schriftlich ein Asylgesuch auf der Schweizer Botschaft in Colombo. In seiner  erläuterte er seine Gesuchsgründe und ersuchte um die  von Visa für die Einreise in die Schweiz für ihn sowie seine .
B. Mit Schreiben vom 16. November 2007 wurde der Beschwerdeführer von der Schweizer Botschaft aufgefordert, sein Asylgesuch detaillierter zu begründen.
C. Am 10. Dezember 2007 reichte der Beschwerdeführer bei der  ein inhaltlich weitgehend identisches Schreiben ein und gab verschiedene Beweismittel (Kopien von Ausweisen,  und eine Bestätigung der Human Rights Commission of Sri Lanka) zu den Akten.
D. Die Schweizer Botschaft in Colombo übermittelte in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) am 21. Januar 2008 die Asylakten mit ihrem Bericht an das BFM. Im Bericht wurde festgehalten, es sei entschieden worden, keine  mit dem Beschwerdeführer durchzuführen, da dieser die  zur Erteilung von Asyl nicht erfülle.
E. Mit Eingabe vom 15. Februar 2008 an die Schweizer Botschaft in  wiederholt der Beschwerdeführer zusammenfassend seine  und gab gleichzeitig als weiteres Beweismittel die Fotokopie einer Haftbestätigung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Colombo zu den Akten. Am 29. Februar 2008 wurde diese  an das BFM übermittelt.
F. Mit Verfügung vom 17. März 2008, welche dem Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizer Botschaft in Colombo am 31. März
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2008 mit Empfangsbestätigung zugestellt wurde, verweigerte das BFM die Einreise in die Schweiz und lehnte gleichzeitig das Asylgesuch ab.
G. Mit Beschwerde vom 16. April 2008 ersucht der Beschwerdeführer sinngemäss um Aufhebung der Verfügung vom 17. März 2008 und um Überprüfung und Gutheissung seines Asylgesuchs.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden  und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3 Aus prozessökonomischen Gründen wird auf eine Rückweisung der englischsprachigen Beschwerde zur Übersetzung in eine  verzichtet, da die gestellten Rechtsbegehren verständlich  sind.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
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3. Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche Beschwerde, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die  des Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Das Bundesamt kann die Einreise in die Schweiz verweigern oder ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die  Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die  in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 20 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das  Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder  zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und  (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen,  die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG besteht.
4.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung  Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der  Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische  und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche  die voraussichtlichen Eingliederungs- und  in Betracht zu ziehen (vgl. die zutreffenden und weiterhin  Erwägungen in Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2e-g S. 131 ff.).
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5. Die Verfügung vom 17. März 2008 begründete das BFM im  folgendermassen: Der Beschwerdeführer habe weder in der  vom 12. November 2007 noch in derjenigen vom 10. Dezember 2007 seine Asylgründe detailliert erläutert. So werde beispielsweise nicht klar, weshalb er unter Polizeischutz gestellt worden sei. Immerhin sei den Akten zu entnehmen, dass er nach knapp zwei Monaten  worden sei und kein Verfahren sowie keine Untersuchungen  ihn anhängig seien. Sowohl die Probleme mit der LTTE als auch mit der srilankischen Armee hätten lediglich lokalen Charakter, denen er sich durch einen Wegzug nach Colombo entzogen habe und wo er vom Gefühl der Unsicherheit abgesehen keine Probleme gehabt habe. Der als unbescholten geltende Beschwerdeführer müsse nicht mit  Wahrscheinlichkeit mit einem gezielten Verfolgungsinteresse der Behörden rechnen oder eine direkte Verfolgunsmotivation der Sicherheitskräfte befürchten. Auch seine Herkunft aus B._  kein asylerhebliches Risikoprofil, zumal Tausende von in  lebenden Tamilen von dort stammten. Weder verschärfte Sicherheitsbestimmungen noch seine schwierige soziale Situation stellten eine einreisebeachtliche Verfolgung dar. An den vorstehenden Erwägungen würden auch die eingereichten Dokumente nichts ändern. Zusammenfassend sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht schutzbedürftig im Sinne von Art. 3 AsylG, das Asylgesuch deshalb abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei.
6. Zur Begründung seiner Beschwerdeschrift vom 16. April 2008 bringt der Beschwerdeführer sinngemäss vor, er habe sich wegen echter Gründe an die Schweizer Botschaft gewandt. Sein Leben sei derart stark bedroht worden, dass er sich an die Kommission für  von Sri Lanka habe wenden müssen. In B._ werde er immer noch von der srilankischen Armee gesucht, welche seinen Aufenthaltsort herauszufinden versuche. Die Armee habe dazu auch seine beiden älteren Brüder im C._ Army Camp zu seiner Adresse und Telefonnummer befragt. Trotz massiver Drohungen hätten die beiden Brüder keine Einzelheiten über seinen Verbleib preisgegeben. Die Tochter seiner Schwester werde nun ebenfalls bedrängt, seinen Aufenthalt zu verraten. Er nehme mittlerweile Frau und Kinder überallhin mit, sogar zum Einkaufen, und sei gezwungen, seinen Wohnsitz oft zu wechseln, um einer Verfolgung zu entgehen. Wenn er nach der Freilassung in B._ geblieben wäre, wäre er
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damals umgebracht worden. Indessen könne er auch nicht in D._ bleiben.
7.
7.1 In einem Leitentscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. November 2007 (vgl. BVGE 2007/30) wurde auf die grundsätzliche gesetzliche Verpflichtung hingewiesen, asylsuchende Personen auch im Auslandverfahren persönlich anzuhören. Von einer Befragung kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus  oder kapazitätsmässigen Gründen unmöglich ist. Das Bundesamt ist gehalten, den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen.
7.2 Vorliegend hat die Botschaft in Colombo auf eine persönliche  des Beschwerdeführers verzichtet. Die konkreten Gründe  wurden in der drei Monate nach dem erwähnten Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts verschickten BFM-Verfügung nicht ; der Verfügung ist keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung mit den vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismitteln (oder auch nur deren konkrete Erwähnung) zu entnehmen. Den rechtserheblichen Sachverhalt qualifizierte die Vorinstanz im Ergebnis selber als nicht hinreichend erstellt, indem zur Begründung der Ablehnung des  ausgeführt wird, der Beschwerdeführer habe in seinem  vom 12. November 2007 sowie im Schreiben vom 10.  2007 seine Vorbringen nicht genügend erläutert und es werde  nicht klar, weshalb er unter Polizeischutz gestellt und und von welchem Gericht er in Schutzhaft genommen worden sei (vgl.  Verfügung S. 3). Genau solche Fragen hätten gemäss dem vom Gesetzgeber vorgesehenen Verfahrensgang durch eine Anhörung des – in D._ lebenden – Beschwerdeführers geklärt werden müssen (vgl. dazu ausführlich BVGE 2007/30 E. 5 S. 362 ff.).
7.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den  Sachverhalt unvollständig festgestellt und die behördliche Untersuchungspflicht sowie den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat. Sie hat es auch versäumt, den erfolgten Verzicht auf die Befragung in der angefochtenen Verfügung zu . Eine Heilung dieser Verfahrensmängel im Rahmen des  steht schon deshalb nicht zur Debatte, weil die  Verfügung nach Ausfällung des Leitentscheids des Bundesver-
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waltungsgericht erstellt worden ist. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben und die Akten zur vollständigen  und zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
8. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die  Verfügung vom 17. März 2008 aufzuheben und die Vorinstanz , den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig festzustellen und in der Sache neu zu entscheiden.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat sich für das Verfahren nicht vertreten lassen, folglich sind ihm  Kosten erwachsen. Aus den Akten gehen auch keine weiteren zu entschädigende Auslagen hervor. Daher ist ihm keine  zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 ff. des  vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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