Decision ID: f10d8808-1a09-485e-a36e-e237c4d0b24e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ (Jg. 1951) erlitt am 25. September 1999 bei einem Autounfall eine schwere
Verletzung am linken Bein (insbesondere eine Trümmerfraktur des linken
Unterschenkels). Am 4. Oktober 1999 wurde er an der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals B._ operiert (Fremdakten). Im Sommer 2000 unterzog er
sich einer Rehabilitation in der Klinik C._. Im Austrittsbericht vom 26. Juli 2000
(Fremdakten) wurde eine Arbeitsfähigkeit von 50% ab 14. August 2000 und von 100%
ab 11. September 2000 attestiert. Diese Schätzung bezog sich nicht auf den bisherigen
Arbeitsplatz, sondern auf eine adaptierte Erwerbstätigkeit ohne Heben und Tragen von
Lasten und ohne längeres Gehen oder Stehen. Der Kreisarzt der Suva hielt am
5. Dezember 2000 fest (Fremdakten), die Aussage des Versicherten, er sei nicht in der
Lage, eine leichte sitzende Tätigkeit auch am Nachmittag oder am Abend zu verrichten,
stimme nicht mit den medizinischen Befunden überein. Für eine körperlich leichte
Arbeit, wechselbelastend zwischen Sitzen, Gehen und Stehen mit dem Schwergewicht
auf Sitzen, ohne Bewältigung von Lasten, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 75-100%.
In einem Bericht vom 21. November 2001 (Fremdakten) führte der Kreisarzt der Suva
aus, die vom Vorgesetzten des Versicherten angegebene Leistungseinbusse von 50%
an einem behinderungsgerechten Arbeitsplatz sei ausserordentlich hoch und nicht
ganz nachvollziehbar. Bei einer weitgehend sitzenden Arbeit sei eine
Ganztagespräsenz zu erwarten (Fremdakten). D._ als Arbeitgeberin gab am 25. März
2002 an (Fremdakten), der Lohn des Versicherten hätte ohne den Gesundheitsschaden
in den Jahren 2001 und 2002 Fr. 59'194.-- betragen. Am 12. April 2002 wies sie
ergänzend darauf hin (Fremdakten), dass diese Zahl um Fr. 5'000.- erhöht werden
müsse (Nachtdienst, Sonntagsdienst usw.). Die Sachbearbeiterin der Suva schlug am
23. Mai 2002 vor (Fremdakten), ein Valideneinkommen von Fr. 64'194.-- mit einem
zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 53'100.-- zu vergleichen, was einen
Invaliditätsgrad von 18% ergebe. Dieses zumutbare Invalideneinkommen beruhte auf
einem Fächer behinderungsadaptierter Hilfsarbeiten, die der Versicherte zu 100% hätte
ausüben können (Fremdakten). Die Suva stellte also nicht auf das nach dem Unfall bei
der D._ effektiv erzielte Einkommen ab, wohl weil der Versicherte dort nicht ideal
eingegliedert war. Mit einer Verfügung vom 25. Juni 2002 sprach die Suva dem
Versicherten eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 18% zu (Fremdakten).
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A.b Bereits am 23. Mai 2000 hatte sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung
für eine Umschulung angemeldet (IV-act. 2). Dr. med. E._, FMH Allgemeine Medizin,
hatte am 3. September 2000 angegeben (IV-act. 7), die Arbeitsfähigkeit am konkreten
(neuen) Arbeitsplatz bei der D._ betrage vorläufig 75%. Der Berufsberater der IV-
Stelle hatte am 31. Juli 2001 festgehalten (IV-act. 12), es seien keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich, weil damit die Gesamtsituation nicht verbessert
werden könne. Die Suva erwarte eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Am 1. Juli 2002
notierte der Berufsberater (IV-act. 18), der Versicherte arbeite im Versand. Dabei erleide
er eine Erwerbseinbusse von 18%. Diese Einbusse werde durch die Rente der SUVA
kompensiert. Der Versicherte sei abschliessend eingegliedert. Mit einer Verfügung vom
5. September 2002 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche
Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 21). Die D._ nahm eine Teilpensionierung im
Umfang von 50% vor (IV-act. 22-2 f.), wobei sie zur Bemessung des Invaliditätsgrads
auf die Einschränkung in der bei der D._ konkret ausgeübten (nicht optimal
adaptierten) Erwerbstätigkeit abstellte.
A.c Am 31. August 2005 stellte der Versicherte ein Rentengesuch (IV-act. 27).
Dr. med. F._, berichtete am 17. November und 8. Dezember 2005 (IV-act. 42, 49), es
bestünden schwere Restschäden mit neurologischen Symptomen. Ausserdem habe
sich der Versicherte vor wenigen Monaten einer Diskushernienoperation unterzogen.
Seit dem 10. Oktober 2002 sei er im zuletzt ausgeübten Beruf zu 70% arbeitsunfähig.
Nach dem Unfall habe der Versicherte zu 30% (Anwesenheit am Arbeitsplatz 50%) bei
der D._ gearbeitet. Wegen des Rückenleidens seien momentan auch diese 30%
nicht mehr möglich. Die D._ teilte am 20. Dezember 2005 mit (IV-act. 52), der
Versicherte habe vom 1. März 2003 bis zum 8. September 2005 zu 50% gearbeitet. Der
Lohn habe Fr. 29'597.-- betragen. Die Sachbearbeitung der IV-Stelle hielt am 13.
Februar 2006 fest (IV-act. 60), der Versicherte erhalte eine Rente der Suva von 18%. Da
weiterhin ein "Suva-Grad" von 18% bestehe, könne ein Nichteintretensentscheid
erlassen werden. Die entsprechende Verfügung erging am 15. Februar 2006 (IV-act.
62). Der Versicherte liess mit der Begründung Einsprache erheben (IV-act. 73), zwar
richte die Suva nach wie vor eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 18% aus. Es
seien aber zusätzliche, unfallfremde Faktoren (Rückenleiden) aufgetreten, die den
Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit erheblich verschlechtert hätten. Dr.
med. G._, Assistenzarzt an der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals B._,
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berichtete am 18. Juli 2006 (IV-act. 75), es liege ein St. n. Fenestration,
Sequestrektomie und Nukleotomie LWK 4/5 am 13. Juni 2005 vor. Nach dem Eingriff
hätten sich die sensomotorischen Defizite komplett zurückgebildet. Der Versicherte
klage aber immer noch über Lumbalgien und pseudoradikuläre Ausstrahlungen in die
rechte untere Extremität. Ein bildgebendes Korrelat dazu gebe es nicht. Die
angebotene Facettengelenksinfiltration sei abgelehnt worden. Lumbal sei der
Versicherte voll arbeitsfähig. Dr. med. H._ vom RAD konstatierte am 3. August 2006
(IV-act. 76), die adaptierte Restarbeitsfähigkeit von 30% (angestammte Tätigkeit) sei
wieder erreicht. Aus der Sicht des Fuss-/Beinleidens bestehe eine adaptierte
Arbeitsfähigkeit von 30%. Demnach sei der Nichteintretensentscheid korrekt. Der
Versicherte liess am 4. Dezember 2006 darauf hinweisen, dass Dr. F._ eine massiv
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von lediglich 30% angegeben habe. Diese
Stellungnahme sei aktueller als diejenige des RAD. Die IV-Stelle wies die Einsprache
am 14. Dezember 2006 mit der Begründung ab (IV-act. 86), Dr. F._ habe die
Arbeitsfähigkeitsschätzung dem tatsächlichen Arbeitspensum des Versicherten
angepasst. Weil keine wesentliche Veränderung ausgewiesen sei, sei zu Recht nicht
auf das Rentenbegehren eingetreten worden. Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen ordnete am 6. Juni 2008 an (IV-act. 101), dass auf die Neuanmeldung
einzutreten sei, da Dr. F._ am 8. Dezember 2005 angegeben habe, dass die
Arbeitsunfähigkeit immer noch 100% betrage und dass noch nicht abzusehen sei, ob
der Versicherte die frühere Arbeitsfähigkeit wieder erreichen werde.
A.d Prof. Dr. med. I._, Orthopädische Klinik des Kantonsspitals J._, berichtete Dr.
F._ am 18. November 2008 (IV-act. 115), der Versicherte habe gemäss eigenen
Angaben immer Schmerzen am oberen Sprunggelenk gehabt. Diese Schmerzen hätten
die Erwerbstätigkeit (stehend und sitzend) eingeschränkt. Inzwischen habe der
Versicherte den Arbeitsplatz verloren. Es bestehe eine Mal-Union (aussenrotiert,
varisiert, flektiert) bei St. n. 2- bis 3°iger offener Unterschenkelfraktur links 2000, St. n.
Versorgung mit Fixateur externe für vier Monate mit anschliessender
Schraubenosteosynthese einer Pilon-tibiale-Fraktur und St. n. verschiedenen
Fussfrakturen links. Auffällig seien eine Fehlstellung des Unterschenkels mit Varisation
von ca. 15°, Aussenrotation und flektierter Position des Fusses und eine
Valgusfehlstellung des Kniegelenks links. Die Unterschenkelmuskulatur links weise eine
deutliche Atrophie bei erhaltener Funktion auf. Die Weichteil- und Knochensituation
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erlaube ein operatives Vorgehen. Mit einer valgisierenden, innenrotierenden und leicht
extendierenden Osteotomie und einer anschliessenden Plattenversorgung sollte das
Gangbild verbessert und ev. eine Schmerzreduktion im oberen Sprunggelenk erreicht
werden. Bei gutem Gangbild könnte dann im Verlauf eine OSG-Prothese implantiert
werden mit dem Ziel eines Erhalts der Beweglichkeit und einer Schmerzreduktion. Trotz
der medialen Malleolusverletzung bestehe eine gute Kongruenz des oberen
Sprunggelenks. Als Angestellter sei der Versicherte seit dem 14. November 2008 zu
70% arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei noch zu 70% zumutbar, wenn sie
wechselnd stehend oder sitzend, aber vorwiegend sitzend ausgeübt werden könne.
Sitzende Tätigkeiten ohne lange belastende Laufwege seien zu 50% zumutbar. Dr.
F._ hielt dazu am 11. Dezember 2008 fest (IV-act. 116), der Versicherte sei vom 25.
September 1999 bis 13. August 2000 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Ab dem 14.
August 2000 bis zum 7. Januar 2001 sei er noch zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Dann
sei ein Arbeitsversuch mit einer Arbeitsfähigkeit von 75% unternommen worden, der
aber habe abgebrochen werden müssen. Seit dem 10. Oktober 2002 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 70%. Der Versicherte habe jeweils einen halben Tag mit
reduzierter Leistung gearbeitet, was einer Arbeitsfähigkeit von 30% entsprochen habe.
Dr. med. K._ vom RAD empfahl eine orthopädische Begutachtung mit der Frage, ob
sich die Arbeitsfähigkeit seit Mitte 2002 wesentlich und anhaltend geändert habe (IV-
act. 117). Dr. med. L._, Orthopädische Chirurgie FMH, berichtete in seinem
Gutachten vom 16. Juni 2009 (IV-act. 122), er habe folgende Diagnosen erhoben: OSG-
Arthrose nach in Fehlstellung verheilter Pilon-tibiale-Fraktur links, M. Dupuytren beider
Hände, Osteochondrose bei St. n. Diskushernienoperation L4/5 und Spondylose und
Spondylarthrose der unteren LWS. Die schwere Fussverletzung links mit offener
Unterschenkelfraktur und Fraktur der Fusswurzel sei in Fehlstellung verheilt, so dass
der linke Fuss vermindert belastbar geblieben sei. Die Statik sei gestört, ohne dass
Zeichen einer lokalen Überlastung vorlägen. Im oberen Sprunggelenk habe sich eine
Arthrose entwickelt, welche die Beweglichkeit eingeschränkt habe. Mitte 2005 habe
eine Diskushernie L4/5 mit neurologischen Ausfällen operativ angegangen werden
müssen. Die motorische Schwäche sei dadurch verschwunden, die
belastungsabhängigen lumbalen Schmerzen aber seien geblieben. Aus der Sicht des
Resultats der Diskushernienoperation wäre die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit
Sortieren von Briefpost und gelegentlichen Gängen vollschichtig zumutbar. Das
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Zeugnis des Kantonsspitals J._ schwanke in der Arbeitsfähigkeit zwischen 70% und
30%, wobei Schreibfehler nicht sicher auszuschliessen seien. Daneben seien aber
auch 50% erwähnt worden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ (30% in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit) sei insofern nicht nachvollziehbar, als bei einer
Halbtagspräsenz nicht die volle Leistung habe erbracht werden können. Dr. L._
führte weiter aus, eine adaptierte Tätigkeit sei zu drei Vierteln im Sitzen auszuüben, zu
einem Viertel im Stehen, besser im Gehen. Die Sitzdauer sollte eine Stunde nicht
überschreiten. Es dürften nicht wiederholt Lasten über 10 kg gehoben werden müssen
und wegen des Rückens dürften auch keine Zwangshaltungen des Oberkörpers
vorkommen. In einer solchen Tätigkeit sei eine zeitliche Einschränkung um 30% zu
attestieren. Der Grund seien zunehmende Schmerzen und vermehrte Pausen. Eine
Operation des linken Fusses hätte keine Zunahme der Belastbarkeit zur Folge. Von
Seiten des Fusses liege seit Mitte 2002 ein stationärer Zustand vor. Die Operation der
Diskushernie habe nur eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge
(keine Zwangshaltungen des Oberkörpers). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des
Kantonsspitals J._ könne nicht verwertet werden. Dr. F._ habe seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bezogen. Sie sei
abhängig gewesen von der erforderlichen Gehleistung. Dr. K._ vom RAD hielt dazu
am 10. Juli 2010 fest (IV-act. 123), ab 5. Dezember 2000 sei von einer Arbeitsfähigkeit
von 70% auszugehen (mit einer Unterbrechung Mitte 2005 wegen
Bandscheibenvorfalls). Diese Einschätzung decke sich im Wesentlichen mit derjenigen
des Suva-Kreisarztes. Die IV-Stelle nahm einen Einkommensvergleich vor, bei dem sie
ein Einkommen 2008 als Angestellter von Fr. 67'324.-- einem Einkommen aus einer
adaptierten Hilfsarbeit (Beschäftigungsgrad 70%, zuzüglich Abzug 10%) von Fr.
42'414.-- gegenüberstellte. Es resultierte ein Invaliditätsgrad von 37% (IV-act. 132). Mit
einem Vorbescheid vom 5. Januar 2010 teilte sie dem Versicherten mit (IV-act. 135),
dass sie beabsichtige, sein Rentengesuch abzuweisen. Dr. F._ gab dem
Rechtsvertreter des Versicherten am 4. Februar 2010 an (IV-act. 140), er habe seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung (30%) immer auf die früher ausgeübte Tätigkeit bezogen.
Die Situation sei eine andere, wenn man von einer leidensadaptierten Tätigkeit
ausgehe. Bei der von Dr. L._ angegebenen zeitlichen Einschränkung von 30% und
den zusätzlichen wesentlichen Einschränkungen (keine schweren Lasten heben,
abwechselnd sitzen und gehen) sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50% angemessen. Das
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sei wohl sinngemäss auch die Aussage von Dr. L._. Mit einer Verfügung vom 8. März
2010 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 143).
B.
B.a Der Versicherte liess am 26. April 2010 Beschwerde erheben und die Zusprache
einer Invalidenrente beantragen (act. G 1). Zur Begründung führte sein Rechtsvertreter
an, die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters bezogen auf eine adaptierte
Tätigkeit (70%) könne nicht zutreffen, da neben der zeitlichen Einschränkung von 30%
zusätzliche Einschränkungen bestünden, die von der Beschwerdegegnerin nicht
berücksichtigt worden seien.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 31. Mai 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Sie machte geltend, die Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine
adaptierte Erwerbstätigkeit könne nicht aufgrund von Problemen, die bei einer solchen
Tätigkeit gar nicht auftreten könnten, reduziert werden.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 2. August 2010 einwenden (act. G 9), Dr. F._,
das Kantonsspital J._ und der vertrauensärztliche Dienst der D._ seien alle von
einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von 50% und mehr
ausgegangen. Da es sich dabei nicht um Hausärzte, sondern um Spezialärzte handle,
könne nicht ohne weiteres auf das Gutachten abgestellt werden. Deshalb sei die Sache
zur Klärung der Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im
übrigen wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, vor der Zusprache einer
Rente berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen.
B.d Die Beschwerdegegnerin machte am 13. August 2010 geltend (act. G 11), ihrer
Auffassung nach könne nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Pensionskasse
abgestellt werden, weil diese aus dem Jahr 2002 stamme und deshalb nicht mehr
aktuell sei. Der Verweis auf den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" sei nicht
stichhaltig, weil gar kein Rentenanspruch bestehe.

Erwägungen:
1.
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1.1 Mit der Verfügung vom 5. September 2002 hat die Beschwerdegegnerin trotz der
missverständlichen Überschrift "Berufliche Massnahmen" auch einen Anspruch auf
eine Invalidenrente verneint. Bei der Anmeldung zum Bezug einer Invalidenrente vom
31. August 2005 handelt es sich also um eine Neuanmeldung i.S. von Art. 87 Abs. 3
IVV (bis 31. Dezember 2011: aArt. 87 Abs. 4 IVV). Es musste also eine nach dem 5.
September 2002 eingetretene erhebliche Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht
werden, damit auf die Neuanmeldung eingetreten werden konnte. Der
Beschwerdeführer hat in seiner Anmeldung vom 31. August 2005 keine derartige
Veränderung glaubhaft gemacht. Er ist allerdings weder im vorgedruckten
Anmeldeformular noch nachträglich durch die Beschwerdegegnerin auf die
Notwendigkeit der Glaubhaftmachung einer erheblichen Veränderung hingewiesen
worden. Die Beschwerdegegnerin hat stattdessen selbst dafür gesorgt, dass eine
erhebliche Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht worden ist. Sie hat nämlich bei
Dr. F._ einen Arztbericht eingeholt. Darin ist auf eine wenige Monate zuvor
eingetretene, bereits operativ versorgte Diskushernie hingewiesen worden. Damit ist
Art. 87 Abs. 3 IVV Rechnung getragen gewesen, so dass die Beschwerdegegnerin zu
Recht auf die Neuanmeldung vom 31. August 2005 eingetreten ist.
1.2 Massgebend ist ausschliesslich die Sachlage, die aufgrund des Zeitpunkts der
Anmeldung (31. August 2005) zu beurteilen ist (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG und aArt. 48
Abs. 2 IVG in der vor dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung, vgl. die höchstrichterlich
bestätigte intertemporalrechtliche Regelung in den IV-Rundschreiben Nr. 253 und Nr.
300 des BSV). Zu prüfen ist also ein allfälliger Rentenanspruch ab 1. August 2004, denn
das sogenannte Wartejahr ist anhand der Arbeitsunfähigkeit am angestammten
Arbeitsplatz bereits vor diesem Datum absolviert gewesen.
2.
Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer zu mindestens 40% invalid ist (Art. 28 Abs. 2
IVG). Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrades das Einkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie
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erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Das
ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens -
und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der Grad der verbliebenen
Arbeitsfähigkeit.
2.1 Bevor der massgebende Arbeitsfähigkeitsgrad ermittelt werden kann, muss
feststehen, auf welche Art von Erwerbstätigkeit er sich beziehen soll. In dem der
angefochtenen Verfügung vorausgegangenen Verwaltungsverfahren scheint das nicht
der Fall gewesen zu sein, denn ein Teil der medizinischen Fachpersonen hat sich bei
der Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die nach dem Unfall bei der D._ ausgeübte
Erwerbstätigkeit bezogen, während der andere Teil auf eine fiktive
behinderungsadaptierte Hilfsarbeit abgestellt hat. Die Invaliditätsbemessung durch die
Pensionskasse der D._ hat die Weiterbeschäftigung als Invalidenkarriere qualifiziert.
Da es sich dabei um eine offenbar nicht ganz behinderungsadaptierte Tätigkeit
gehandelt hat, ist die verbliebene Arbeitsfähigkeit - und mit ihr die Invalidität - hoch
ausgefallen. Die Pensionskasse der D._ hat dem Beschwerdeführer nämlich auf der
Grundlage eines Invaliditätsgrads von 50% eine Rente ausgerichtet. Die Suva hat eine
andere Invalidenkarriere gewählt, nämlich diejenige einer ideal
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit. Sie ist gestützt auf die Einschätzung ihres
Kreisarztes davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer in dieser Invalidenkarriere
zu 100% arbeitsfähig sei. Der Invaliditätsgrad von 18% hat einzig daraus resultiert,
dass der Lohn in der vor dem Unfall bei der D._ mit einem Beschäftigungsgrad von
100% ausgeübten Erwerbstätigkeit um 18% höher gewesen ist als der mit einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 100%
erzielbare Hilfsarbeiterlohn. Massgebend für die Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens muss jene Erwerbstätigkeit sein, in der die versicherte Person
den höchsten Arbeitsfähigkeitsgrad aufweist, da es sich dabei in aller Regel um die
bestmögliche Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit handelt. Grundsätzlich
müsste auch noch das erzielbare Lohnniveau angehoben werden, indem eine
Umschulung erfolgen würde. Kommt eine Umschulung - wie im vorliegenden Fall -
offensichtlich nicht in Frage, so besteht die Invalidenkarriere in einer ideal
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit. Vorliegend ist das zumutbare Invalideneinkommen
also, dem Vorbild der Suva folgend, anhand einer Invalidenkarriere zu ermitteln, die von
Dr. L._ im Gutachten vom 16. Juni 2009 folgendermassen umschrieben worden ist:
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Zu drei Vierteln im Sitzen und zu einem Viertel im Stehen oder besser Gehen
auszuüben, Sitzdauer eine Stunde nicht übersteigend, kein wiederholtes Heben von
Lasten über 10 kg, keine Zwangshaltungen des Oberkörpers, Möglichkeit vermehrter
Pausen. Das gilt auch für die Zeit vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der
D._ per 8. September 2005, denn es wäre dem Beschwerdeführer zumutbar
gewesen, rechtzeitig auf den Abschluss der Rehabilitation nach der Unterschenkel-
und Fussverletzung hin eine ideal behinderungsadaptierte Stelle zu suchen, in der er
die verbliebene Arbeitsfähigkeit optimal hätte verwerten können. Er erhielt nämlich von
der Pensionskasse der D._ eine halbe Invalidenrente und war deshalb finanziell nicht
zwingend auf eine unmittelbar an den Abschluss der Rekonvaleszenz anschliessende
Weiterbeschäftigung durch die D._ angewiesen.
2.2 Die Zusprache einer Invalidenrente der Suva bei einem Invaliditätsgrad von 18%
am 25. Juni 2002 beruhte auf einer abschliessenden Stellungnahme des Kreisarztes
vom 21. November 2001, laut der für eine der Behinderung angepasste
Erwerbstätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand. In der Folge wurde
keine Verschlechterung des Gesundheitszustands und damit der Arbeitsfähigkeit
bekannt. Erst im Juni 2005 traten erstmals Lumbalgien auf, wie sich dem Bericht von
Dr. G._ vom 18. Juli 2006 entnehmen lässt. Diese waren auf einen sequestrierten
Bandscheibenvorfall mit Neurokompression zurückzuführen, so dass der
Beschwerdeführer sofort operiert werden musste. Die Hospitalisation dauerte vom 10.
bis 21. Juni 2005. Die letzte Untersuchung im Rahmen der Nachbehandlung erfolgte
am 1. Februar 2006. Die bildgebende Diagnostik zeigte zu diesem Zeitpunkt keine
Ursache mehr für die vom Beschwerdeführer weiterhin beklagten Beschwerden
(Lumbalgien, pseudoradikuläre Ausstrahlung in die rechte untere Extremität). Eine
Facettengelenksinfiltration wurde vom Beschwerdeführer abgelehnt. Die Ausführungen
von Dr. G._ vom 18. Juli 2006 lassen darauf schliessen, dass die
Rückenbeschwerden nach einer langen Phase einer erhaltenen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit aufgetreten sind und dass der Beschwerdeführer nach
einer kurzen postoperativen Rekonvaleszenz bezogen auf eine behinderungsadaptierte
Erwerbstätigkeit wieder arbeitsfähig geworden ist, so dass die als Folge der akuten
Rückenerkrankung eingetretene vollständige Arbeitsunfähigkeit für jede Art von
Erwerbstätigkeit zu kurz gewesen ist, um einen Anspruch auf eine ganze Rente
entstehen zu lassen. Dr. F._ hat bezogen auf die Arbeitsfähigkeit des
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Beschwerdeführers in einer behinderungsadaptierten Tätigkeit widersprüchliche
Angaben gemacht. Am 17. November 2005 hat er angegeben, in der bisherigen
Tätigkeit bei der D._ (gemeint war die dort nach dem Unfall ausgeübte
"Ersatztätigkeit") bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70%, die nur auf die
Unterschenkel- und Fussfrakturen zurückzuführen sei. Er hat die Rückenprobleme
ausdrücklich als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit qualifiziert. In der
Berichtsergänzung vom 8. Dezember 2005 hat er dann aber angegeben, der
Beschwerdeführer habe von der Bandscheibenoperation her noch Beschwerden,
weshalb momentan noch keine Arbeitsfähigkeit bestehen könne. Die definitive
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei wegen der starken Rückenschmerzen noch nicht
möglich. Diese Angaben dürften direkt auf den Selbstangaben des Beschwerdeführers
beruhen, die offenbar ein subjektiv deutlich schlechteres Bild des Gesundheitszustands
nach der Bandscheibenoperation gezeigt haben, als Dr. G._ gestützt auf die
bildgebenden Verfahren und wohl auch auf seine klinischen Untersuchungen ermittelt
hatte. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ weist einen deutlich höheren
Beweiswert auf, da die zur versicherten Person in einem Therapieverhältnis stehenden
Ärzte erfahrungsgemäss dazu neigen, die pessimistische Selbsteinschätzung bzw. die
entsprechenden Klagen ihrer Patienten für objektiv gerechtfertigt zu halten, und da sich
Dr. F._ nicht mit den abweichenden Untersuchungsergebnissen von Dr. G._
auseinandergesetzt hat. Der orthopädische Gutachter Dr. L._ hat am 16. Juni 2009
die Einschätzung von Dr. G._ bestätigt. Er hat das Resultat der Rückenoperation als
gut bezeichnet und als einzige nachteilige Folge eine Beschränkung auf höchstens
mittelschwer belastende körperliche Arbeiten angegeben. Zusammenfassend ist also
davon auszugehen, dass es sich bei der Rückenerkrankung, was die Auswirkung auf
die quantitative Arbeitsfähigkeit betrifft, um eine kurzzeitig auftretende interkurrente
Krankheit gehandelt hat, die in bezug auf einen allfälligen Rentenanspruch irrelevant
gewesen ist. In bezug auf die Unterschenkel- und Fussbeschwerden hat sich erst im
Jahr 2008 wieder ein Arzt zur aktuellen Situation und zur Auswirkung auf die
quantitative Arbeitsfähigkeit geäussert. Prof. Dr. I._ hat am 18. November 2008
gestützt auf eine Untersuchung des Zustands nach Unterschenkel- und Fussfraktur für
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zunächst eine Arbeitsunfähigkeit von 70% und dann
eine Arbeitsfähigkeit von 70% angegeben. Für eine sitzende Tätigkeit ohne lange,
belastende Laufwege hat er die Arbeitsfähigkeit auf 50% geschätzt. Derart
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widersprüchliche Angaben vermögen keinen Beweiswert zu entfalten. Dr. L._ hat am
16. Juni 2009 für eine von ihm präzis umschriebene adaptierte Erwerbstätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 30% angegeben. Er hat diese Arbeitsunfähigkeit mit der
Schmerzzunahme im Verlauf des Arbeitstags und mit einem erhöhten Pausenbedarf
überzeugend begründet. Abschliessend hat er festgehalten, dass seitens des Fusses
seit Mitte 2002 ein stationärer Zustand vorliege und dass die Rückenproblematik nur zu
einer qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt habe. Dr. F._ und der
Vertrauensarzt der Pensionskasse der D._ haben zwar Arbeitsfähigkeitsschätzungen
abgegeben, die tiefer ausgefallen sind als diejenige von Dr. L._. Diese
Einschätzungen haben sich aber nicht auf eine optimal behinderungsadaptierte
Erwerbstätigkeit, sondern auf eine den Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung nur
teilweise Rechnung tragende Erwerbstätigkeit bei der D._ und damit nicht auf die hier
massgebende Invalidenkarriere bezogen. Das zumutbare Invalideneinkommen ist somit
ausgehend von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% zu ermitteln. Da von einem
stationären Zustand des beeinträchtigten Unterschenkels und Fusses auszugehen ist,
gilt diese Arbeitsfähigkeit für die gesamte Zeit nach der Erfüllung des Wartejahrs, also
ab 1. August 2004.
2.3 Da ein Rentenanspruch ab 2004 zur Diskussion steht, hat der
Einkommensvergleich aufgrund der Einkommen 2004 zu erfolgen. Im Jahr 1998 (der
Unfall hat sich 1999 ereignet) hat der Beschwerdeführer gemäss den Angaben der
D._ ein Einkommen von Fr. 64'062.-- erzielt. Gemäss den vom Bundesamt für
Statistik herausgegebenen Lohnentwicklungen 2002 und 2004 ist - dem
durchschnittlichen Nominallohnindex aller Branchen entsprechend - für 2004 von
einem Jahreslohn von Fr. 69'416.-- auszugehen. Dieser Betrag ist als
Valideneinkommen in den Einkommensvergleich einzusetzen. Der ebenfalls vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
2004, Anhang Tabelle TA1, gemäss belief sich das Durchschnittseinkommen der
Hilfsarbeiter auf Fr. 4'588.--, umgerechnet von 40 auf den schweizerischen
Durchschnitt von 41,6 Wochenarbeitsstunden auf Fr. 4'771.52 bzw. Fr. 57'258.--. Bei
einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 40'081.--.
Da der Beschwerdeführer gegenüber gesunden, zu 100% arbeitsfähigen Hilfsarbeitern
eine Reihe von Nachteilen aufweist, die einen potentiellen Arbeitgeber veranlassen
würden, ihm einen unterdurchschnittlichen Lohn zu zahlen, ist zur Kompensation dieser
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
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Nachteile ermessensweise ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn von 10%
vorzunehmen. Daraus resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 36'073.--.
Die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse beträgt somit 33'343.--. Sie entspricht einem
Invaliditätsgrad von 48%. Der Beschwerdeführer hat deshalb rückwirkend ab August
2004 einen Anspruch auf eine Viertelsrente. Damit ist der Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., N. 47) nicht verletzt, denn eine
Umschulung wäre nicht mehr verhältnismässig, weil die verbleibende erwerbliche
Aktivitätsphase bei dem 1951 geborenen Beschwerdeführer zu kurz wäre.
3.
Dem Beschwerdeführer ist demnach mit Wirkung ab 1. August 2004 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des Rentenbetrags und zur Ausrichtung der
entsprechenden Nachzahlung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der
obsiegende Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese
ist ausgehend von einem durchschnittlichen Vertretungsaufwand praxisgemäss auf
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Das
Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr richtet sich
nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da auch diesbezüglich von einem
Durchschnittsfall auszugehen ist, beträgt die Gerichtsgebühr praxisgemäss Fr. 600.--.
Sowohl die Parteientschädigung als auch die Gerichtsgebühr sind durch die
unterliegende Beschwerdegegnerin zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP