Decision ID: 8f61e065-9dc0-5381-b0b8-06f13e0681eb
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer sein Heimatland eigenen Angaben zufolge im
(...) verliess, am 25. August 2018 illegal in die Schweiz einreiste und am
28. August 2018 im (vormaligen) Empfangs- und Verfahrenszentrum
Kreuzlingen um Asyl nachsuchte,
dass am 4. September 2018 die Befragung zur Person (BzP) stattfand und
der Beschwerdeführer vom SEM am 12. Mai 2020 ausführlich zu seinen
Asylgründen angehört wurde,
dass er zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen vorbrachte,
er sei vor langer Zeit einmal wegen eines Verkehrsdelikts zwei Tage ver-
haftet worden und habe – ebenfalls vor längerer Zeit – eine Auseinander-
setzung mit einem Verkehrspolizisten gehabt, worauf er vorübergehend
von der Polizei festgehalten worden sei,
dass er seit seiner Studentenzeit politisch aktiv gewesen und auch andere
Leute ermutigt habe, sich für ihre Rechte zu wehren,
dass er im Jahr 2015/2016 eine Partei namens «(...)» gegründet und zu-
sammen mit Parteikollegen Parolen an Mauern gesprayt sowie Bilder von
Khamenei verbrannt habe,
dass er zudem im (...) an einer Protestkundgebung in B._ teilge-
nommen und in der Folge von einem Freund erfahren habe, die Sepah
(Revolutionsgarde) betrachte ihn als Anführer dieser Unruhen,
dass er eine Verhaftung befürchtet und daher Mitte (...) ausgereist sei,
dass die Sepah ungefähr zwei Jahre nach seiner Ausreise bei seinen An-
gehörigen nach ihm gefragt habe,
dass der Beschwerdeführer ausserdem exilpolitische Aktivitäten geltend
machte, wobei er vorbrachte, er sei Mitglied der (...) ([...]) geworden und
habe einmal in traditioneller belutschischen Kleidung an einer Kundgebung
von Kurden gegen das iranische Regime teilgenommen,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens
seine Identitätskarte, die Shenasnameh (Kopie), eine Heiratsurkunde, Ko-
pien der Shenasnameh seiner Ehefrau und Kinder, ein Universitätsdiplom
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(Kopie), eine Bescheinigung betreffend die Beendigung des Militärdiens-
tes, ein Bestätigungsschreiben der (...) vom 31. Mai 2020, einen Facebook-
Screenshot sowie mehrere Fotos zu den Akten reichte,
dass das SEM mit Verfügung vom 14. September 2020 – eröffnet am
16. September 2020 – das Asylgesuch des Beschwerdeführers ablehnte
und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass es zur Begründung im Wesentlichen anführte, die geltend gemachte,
erstmalige Suche der Sepah nach dem Beschwerdeführer im (...) sei nicht
glaubhaft, zumal davon auszugehen sei, die Behörden hätten sich schon
zu einem früheren Zeitpunkt nach seinem Verbleib erkundigt,
dass die zwei längere Zeit zurückliegenden Vorfälle (Verhaftung wegen ei-
nes Verkehrsdelikts, Auseinandersetzung mit einem Polizisten) nicht asyl-
relevant seien, da kein genügender Zusammenhang zur Ausreise im (...)
bestehe,
dass die Teilnahme an einer Kundgebung in der Schweiz sowie die Mit-
gliedschaft bei der (...) für sich genommen nicht geeignet sei, die Flücht-
lingseigenschaft zu begründen,
dass die Flüchtlingseigenschaft daher zu verneinen und das Asylgesuch
abzulehnen sei,
dass der Vollzug der Wegweisung in den Iran zulässig, zumutbar und mög-
lich sei,
dass der Beschwerdeführer diesen Entscheid mit Beschwerde an das Bun-
desverwaltungsgericht vom 16. Oktober 2020 anfocht und beantragte, die
vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigen-
schaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren, eventuell sei er infolge Un-
durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen, sub-
eventuell sei die Sache zur ausführlichen Begründung an die Vorinstanz
zurückzuweisen,
dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung (inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses) sowie um unentgeltliche Verbeiständung ersuchte,
dass der Beschwerde eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit vom
24. September 2020 beilag,
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dass das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde mit
Schreiben vom 19. Oktober 2020 bestätigte,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel
– und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m.
Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass für das vorliegende Verfahren das bisherige Recht gilt (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das Urteil
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
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dass der Beschwerdeführer in formeller Hinsicht rügt, die angefochtene
Verfügung sei ungenügend begründet und seine Asylgründe seien nicht
richtig gewürdigt worden, da das SEM seine ausführlichen Aussagen in ei-
nem einzigen Satz für unglaubhaft erklärt und die Person, welche den Ent-
scheid verfasst habe, ihn gar nie persönlich gesehen habe,
dass indessen ein rechtskonform erstelltes Anhörungsprotokoll grundsätz-
lich eine ausreichende Grundlage für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit
und Asylrelevanz der Asylvorbringen darstellt,
dass zudem kein Anspruch darauf besteht, dass die Erhebung des Sach-
verhalts anlässlich der Anhörung(en) und die darauffolgende Würdigung im
Rahmen der Entscheidfällung von derselben Person vorgenommen wer-
den (vgl. dazu beispielsweise das Urteil des BVGer D-6586/2019 vom
12. Mai 2020, E. 4.2),
dass das SEM zwar kurz, aber in nachvollziehbarer Weise und mit hinrei-
chender Tiefe begründet hat, weshalb es die Asylvorbringen des Be-
schwerdeführers teilweise als unglaubhaft erachtet (vgl. Ziff. II. 1 der
vorinstanzlichen Erwägungen),
dass der Umstand, dass der Beschwerdeführer mit den Erwägungen des
SEM inhaltlich nicht einverstanden ist, für sich genommen nicht auf eine
mangelhafte Begründung schliessen lässt, und es ihm im Übrigen offen-
sichtlich ohne Weiteres möglich war, die vorinstanzliche Verfügung sach-
gerecht anzufechten,
dass demnach keine Verletzung der Prüfungs- und Begründungspflicht
(vgl. Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 1 VwVG; Art. 29 Abs. 2 BV) festzustellen
ist,
dass der Beschwerdeführer ausserdem geltend macht, er sei psychisch
krank und nehme das Medikament (...) ein, der medizinische Sachverhalt
sei hinsichtlich der Frage der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs
nicht ausreichend geklärt worden, und es sei ein Arztbericht zu erstellen,
dass er indessen im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens aussagte, er
sei gesund (vgl. A13 Ziff. 8.02 und A36 F4), und auch auf Beschwerde-
ebene weder substanziierte Angaben zu allfälligen Krankheiten machte
noch entsprechende Beweismittel einreichte,
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dass die Einnahme eines Antidepressivums mutmasslich hauptsächlich
seinen Sorgen um die Familie (vgl. A36 F4) geschuldet ist, dieser Umstand
alleine jedoch nicht auf eine schwerwiegende psychische Erkrankung
schliessen lässt,
dass demnach nicht davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer an
vollzugsrelevanten medizinischen Problemen leidet,
dass der rechtserhebliche Sachverhalt bei dieser Sachlage als ausrei-
chend erstellt zu erachten ist,
dass bezüglich der Bemerkung des Beschwerdeführers in der Beschwer-
de, die Aussagen seines Bruders C._ (vgl. N [...]) dürften nicht ge-
gen ihn verwendet werden, da er diese nicht kenne, festzustellen ist, dass
das SEM in der angefochtenen Verfügung lediglich – gestützt auf eine Aus-
sage des Bruders – darauf hinwies, ein (anderer) Bruder des Beschwerde-
führers sei Staatsangestellter,
dass dem Beschwerdeführer diese Tatsache indessen offensichtlich be-
kannt ist, zumal er diese auch selber angesprochen hat (vgl. A36 F103),
weshalb deren Erwähnung in den vorinstanzlichen Erwägungen keine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs darstellt,
dass die formellen Rügen nach dem Gesagten allesamt unbegründet sind
und der damit einhergehende (eventualiter gestellte) Kassationsantrag
demnach abzuweisen ist,
dass gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich
Asyl gewährt und Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder
im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Natio-
nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer poli-
tischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält,
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dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent-
lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den
Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-
fälschte Beweismittel abgestützt werden,
dass die Verhaftung wegen eines Verkehrsdelikts sowie die Auseinander-
setzung mit einem Polizisten den Angaben des Beschwerdeführers zufolge
bereits viele Jahre zurückliegen, für ihn keine weiteren Konsequenzen hat-
ten und weder in sachlicher noch in zeitlicher Hinsicht einen Zusammen-
hang zu seiner Ausreise im (...) aufweisen, weshalb deren Asylrelevanz zu
verneinen ist,
dass der Beschwerdeführer betreffend seine angeblich mehrere Jahre an-
dauernden politischen Tätigkeiten keinerlei direkte Beweismittel zu den Ak-
ten reichte, sondern lediglich ein Bestätigungsschreiben der (...),
dass in diesem Schreiben nur in allgemeiner Weise erwähnt wird, der Be-
schwerdeführer sei Menschenrechtsaktivist gewesen, hingegen nicht Be-
zug genommen wird auf die von ihm konkret geltend gemachten Aktivitäten
(z.B. Parteigründung),
dass der Beschwerdeführer selber erst in der Anhörung geltend machte, er
habe eine Partei gegründet, während er in der BzP zu diesem Thema le-
diglich vorgebracht hatte, Parteien seien an seinem Herkunftsort eigentlich
verboten, aber man habe ihn (erfolglos) als Mitglied der Volkspartei der
Belutschen gewinnen wollen,
dass aus diesen Gründen Zweifel an den geltend gemachten politischen
Aktivitäten bestehen, weshalb auch nicht erstaunt, dass der Beschwerde-
führer deswegen nie in den Fokus der iranischen Behörden geraten ist,
dass es ferner realitätsfremd erscheint, dass – wie der Beschwerdeführer
von einem bei der Sepah tätigen Freund erfahren haben will – die Sepah
ihn als Anführer der Unruhen vom (...) betrachtete und festnehmen wollte
(vgl. A36 F54), da die Unruhen offenbar von Studenten aus B._ or-
ganisiert worden waren (vgl. A36 F80) und nicht nachvollziehbar ist, wes-
halb die Behörden stattdessen den ihnen bisher nicht als regimefeindlich
bekannten Beschwerdeführer hätten verdächtigen sollen,
dass der Beschwerdeführer zudem widersprüchliche Angaben bezüglich
des Zeitpunkts machte, in welchem er von seinem Sepah-Freund kontak-
tiert worden sein will (vgl. A13 S. 9: einen Monat vor der Ausreise, d.h. ca.
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im [...]; A36 F54 und F78: drei Tage nach der Teilnahme an der Kundge-
bung, d.h. ungefähr Ende [...]),
dass er zudem bis zu seiner Ausreise im (...) offensichtlich nicht aktiv von
den Behörden gesucht wurde, was gegen ein damals bestehendes Verfol-
gungsinteresse spricht,
dass sich die iranischen Behörden angeblich (erstmals und gleichzeitig
auch letztmals) im (...) bei der Mutter sowie dem Sohn des Beschwerde-
führers nach seinem Verbleib erkundigten, was als realitätsfremd zu erach-
ten ist,
dass die Erklärungsversuche in der Beschwerde (abgelegenes Gebiet,
auswärtige Beamte, SIM-Karte nicht in Betrieb) nicht überzeugen und viel-
mehr davon auszugehen ist, dass die Sepah im Falle eines ernsthaften
Verfolgungsinteresses umgehend – und damit noch vor seiner Ausreise –
mit der Suche nach ihm begonnen hätte, zumal sie offenbar am Herkunfts-
ort des Beschwerdeführers über eine Zweigstelle verfügt (vgl. A36 F90),
dass der Beschwerdeführer die angebliche Suchaktivität der Sepah im
März 2020 in der BzP nicht erwähnt hatte, sondern diesen Asylgrund erst
in der Anhörung nachschob,
dass es nach dem Gesagten nicht glaubhaft ist, dass er im Zusammenhang
mit der Teilnahme an einer Kundgebung im (...) im Visier der iranischen
Behörden steht und im Frühjahr (...) aktiv gesucht wurde,
dass angesichts dessen auch zu bezweifeln ist, dass gegen ihn aus asyl-
relevanten Gründen ein Reiseverbot verhängt wurde (vgl. A36 F54 und
F102),
dass schliesslich die vom Beschwerdeführer dargelegten exilpolitischen
Aktivitäten (Mitgliedschaft bei der [...], einmalige Teilnahme an einer Kund-
gebung von Kurden gegen das iranische Regime) ebenfalls nicht geeignet
sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, da aufgrund der geltend ge-
machten marginalen exilpolitischen Tätigkeit in Verbindung mit den als un-
glaubhaft respektive nicht asylrelevant erachteten Vorfluchtgründen nicht
davon auszugehen ist, dass er das Profil eines exponierten Regimegeg-
ners aufweist, welcher gegebenenfalls von den iranischen Behörden als
ernsthafte Bedrohung für das politische System wahrgenommen werden
würde (vgl. dazu BVGE 2009/28 E. 7.4.3),
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dass insgesamt keine konkreten Hinweise dafür vorliegen, dass der Be-
schwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise einer asylbeachtlichen Verfol-
gung oder entsprechenden Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im
Falle seiner Rückkehr in den Iran ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3
AsylG zu gewärtigen hätte,
dass an dieser Einschätzung auch die übrigen aktenkundigen Beweismit-
tel, namentlich die mit Eingabe vom 16. Juni 2020 kommentarlos einge-
reichten Fotos und ein Facebook-Screenshot (vgl. A37), nichts zu ändern
vermögen,
dass das SEM daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das
Asylgesuch abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat
(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen
besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen
steht und zu bestätigen ist,
dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-
weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]),
dass in Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshinder-
nissen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-
standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie
sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-
nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des
Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AIG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
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AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es
dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in
Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-
ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,
dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat
drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3
BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter
und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung
oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-
kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG),
dass im Iran keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und der Vollzug
der Wegweisung dorthin in konstanter Praxis trotz der dort herrschenden
totalitären Staatsordnung und der sich daraus ergebenden Probleme als
generell zumutbar erachtet wird,
dass die vom Beschwerdeführer erst auf Beschwerdeebene geltend ge-
machten psychischen Probleme nicht zur Annahme der Unzumutbarkeit
des Wegweisungsvollzugs führen (vgl. dazu bereits die vorstehenden Aus-
führungen),
dass der Hinweis des Beschwerdeführers auf die in seiner Herkunftspro-
vinz herrschenden prekären Lebensbedingungen einem Vollzug der Weg-
weisung ebenfalls nicht entgegenstehen, da der Beschwerdeführer eige-
nen Angaben zufolge aus einer wohlhabenden Familie stammt, eine gute
Ausbildung genossen hat, vor seiner Ausreise ein eigenes Geschäft führte
und in der Herkunftsregion über zahlreiche Verwandte verfügt,
dass aus diesen Gründen nicht davon auszugehen ist, er würde bei einer
Rückkehr an seinen Herkunftsort in eine existenzbedrohende Situation ge-
raten,
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dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-
staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen
(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-
schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und
dazu auch BVGE 2008/34 E. 12),
dass auch die aktuelle COVID-19-Pandemie kein Vollzugshindernis zu be-
gründen vermag, da davon auszugehen ist, dass es sich dabei – wenn
überhaupt – bloss um ein temporäres Hindernis handelt, welchem im Rah-
men der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu
tragen ist,
dass der vom Staatssekretariat verfügte Vollzug der Wegweisung demnach
zu bestätigen ist,
dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1
AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist,
dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
unentgeltliche Verbeiständung ungeachtet der geltend gemachten Bedürf-
tigkeit abzuweisen sind, da die Beschwerdebegehren nach dem Gesagten
als aussichtslos zu erachten sind,
dass das Beschwerdeverfahren mit dem vorliegenden Urteil abgeschlos-
sen ist, weshalb sich der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses als gegenstandslos erweist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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