Decision ID: 3fbd5c9e-a662-5279-95c0-3f0bd1e9f55c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., serbischer Staatsangehöriger, wurde 1993 in der Schweiz geboren und verfügt
über eine Niederlassungsbewilligung. Er ist Vater eines 2011 geborenen Sohnes,
welcher wie seine Mutter die Niederlassungsbewilligung besitzt. In den Jahren ab 2004
war X.Y. immer wieder straffällig geworden. Nach Verurteilungen wegen Widerhandlung
gegen das Transportgesetz (Strafentscheid vom 26. Juli 2004; act. G 16/9 Blatt 9),
Tätlichkeiten, Beschimpfung und Drohung (Strafentscheid vom 25. Mai 2005; act. G
16/9 Blätter 12f.) sowie wegen falscher Anschuldigung, Verkehrsdelikten und Diebstahl
(Urteile vom 2. Februar und 3. Dezember 2007; act. G 16/9 Blätter 36-39) wurde er am
9. Juni 2008 wegen Diebstahls, Gewaltdarstellungen und Pornographie zu einem
Freiheitsentzug von fünf Tagen verurteilt; der Vollzug der Strafe wurde unter Ansetzung
einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufgeschoben (act. G 16/9 Blätter 67f.).
Danach ergab sich eine Verurteilung vom 19. Oktober 2009 wegen leichter einfacher
Körperverletzung zu einer Busse (act. G 16/9 Blätter 88f.). Mit Entscheid des
Kreisgerichtes St. Gallen (Jugendgericht) vom 17. Mai 2011 wurde er wegen
qualifizierten Raubes, mehrfachen Raufhandels, einfacher Körperverletzung und
Widerhandlungen gegen das Waffengesetz zu einer Unterbringung auf unbestimmte
Zeit in einer Erziehungseinrichtung und zu einem Freiheitsentzug von 2 1⁄2 Jahren
verurteilt; der Vollzug der Strafe wurde zugunsten der Unterbringung aufgeschoben
(act. G 16/9 Blätter 178-200).
Mit Verfügung vom 11. Januar 2012 widerrief das Migrationsamt St. Gallen die
Niederlassungsbewilligung von X.Y. mit der Begründung, dass die Widerrufsgründe
nach Art. 63 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (AuG; SR 142.20) erfüllt seien. Das öffentliche Interesse an seiner
Fernhaltung überwiege das private Interesse, in der Schweiz bleiben zu können (act. G
16/9 Blätter 400-407). Den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs, mit welchem
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X.Y. die Aufhebung der Verfügung und (eventualiter) die Sistierung des
Rekursverfahrens bis zum Abschluss der ausgesprochenen Massnahme
(Unterbringung in einer Erziehungseinrichtung) hatte beantragen lassen (act. G 16/1,
16/6), wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 6. November
2012 ab (act. G 2).
B./ Gegen diesen Entscheid liess X.Y. mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 29.
November 2012 Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben
(Ziff. 1), und es sei auf die Anordnung fremdenpolizeilicher Massnahmen gegen ihn,
insbesondere den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, die Wegweisung aus der
Schweiz und den Antrag an das Bundesamt für Migration auf Anordnung eines
Einreiseverbotes zu verzichten (Ziff. 2). Eventualiter sei das vorliegende Verfahren zu
sistieren, bis die gegen den Beschwerdeführer ausgesprochene Massnahme nach
Jugendstrafrecht (Unterbringung in einer Erziehungseinrichtung) abgeschlossen sei
(Ziff. 3). Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu gewähren (Ziff. 4); unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(Ziff. 5). Diese Anträge bestätigte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der
Beschwerdebegründung vom 11. Januar 2013 und beantragte zusätzlich die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung mit Anhörung des Beschwerdeführers,
seiner Freundin A.B., deren Vaters und der Mutter des Beschwerdeführers (act. G 6).
Mit Eingaben vom 14. und 27. März 2013 reichte die Rechtsvertreterin ein Zeugnis der
Berufsfachschulen des Kantons Zürich vom 28. Januar 2013 sowie einen
Massnahmenbericht vom 4. Februar 2013 ein (act. G 8 und 9).
Mit Präsidialverfügung des Verwaltungsgerichts vom 30. November 2012 war das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zufolge
Aussichtslosigkeit des Verfahrens abgewiesen worden (act. G 3). Diese Verfügung hob
das Bundesgericht mit Urteil vom 28. Mai 2013 (2C_63/2013) auf und wies die Sache
zu neuem Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung an das
Verwaltungsgericht zurück. Am 27. Juni 2013 teilte das Verwaltungsgericht der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit, dass auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses verzichtet werde (act. G 13).
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In der Vernehmlassung vom 11. Juli 2013 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid (act. G 15). Am 26. Februar 2014 liess das Migrationsamt dem
Verwaltungsgericht einen Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 4. November 2013
sowie einen Strafbefehl vom 22. Januar 2014 zukommen (act. G 18). Am 14. März 2014
stellte das Verwaltungsgericht diese Eingabe der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers zu und forderte sie auf, zur aktuellen beruflichen, familiären und
finanziellen Situation des Beschwerdeführers bis 1. April 2014 Stellung zu nehmen (act.
G 19). In der Folge reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers am 1. April
2014 eine Stellungnahme einschliesslich weiterer Akten ein (act. G 20f).
Auf die Vorbringen der Parteien in den erwähnten Eingaben wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die
Niederlassungsbewilligung unter anderem widerrufen werden, wenn die
Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b AuG erfüllt sind oder wenn in schwerwiegender
Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen oder
diese gefährdet wurde. Ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung liegt insbesondere
bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen
und bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen
Verpflichtungen vor (Art. 80 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201). Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG
kann die zuständige Behörde Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer
längerfristigen Freiheitstrafe verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist diese Voraussetzung erfüllt, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als
einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1). Ob die Strafe bedingt,
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teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer
2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis).
2.1. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung mit Anhörung des Beschwerdeführers, seiner Freundin A.B.,
von deren Vater und der Mutter des Beschwerdeführers. Alle könnten nebst dem
Beschwerdeführer selbst über die aktuelle Situation, insbesondere über die tatsächlich
gelebten und intensiven persönlichen Beziehungen vor allem zum Sohn T. Auskunft
geben (act. G 6 S. 3). Dazu ist festzuhalten, dass Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) auf
ausländerrechtliche Verfahren nicht anwendbar ist, weshalb gestützt auf diese
Vorschrift kein Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung besteht (BGer 2C_344/2011
vom 21. September 2011 E. 3 mit Hinweis auf BGer 2A.284/2001 vom 9. Oktober 2001
E. 2). Nach Art. 55 Abs. 1 VRP wird eine mündliche Verhandlung angeordnet, wenn sie
zur Wahrung der Parteirechte notwendig ist oder zweckmässig erscheint. Nach Art. 61
Abs. 1 VRP können mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht
Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Der Beschwerdeführer kann sich auch
darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe
auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 2 VRP).
Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer war es im Rahmen der
Beschwerdeeingabe und ihrer Ergänzungen möglich, darzulegen, inwiefern die
Vorinstanz den Sachverhalt seiner Meinung nach unrichtig oder unvollständig
festgestellt hat. Sodann konnte er seinen Rechtsstandpunkt auf diese Weise zum
Ausdruck bringen. Zur Wahrung seiner Parteirechte erscheint eine mündliche
Verhandlung deshalb nicht erforderlich.
2.2. Der Entscheid des Kreisgerichtes St. Gallen vom 17. Mai 2011 bestätigte eine
Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer Freiheitsstrafe von 2 1⁄2 Jahren und
Unterbringung auf unbestimmte Zeit in einer Erziehungseinrichtung wegen qualifizierten
Raubes, mehrfachen Raufhandels, einfacher Körperverletzung und Widerhandlungen
gegen das Waffengesetz; der Vollzug der Strafe wurde zugunsten der Unterbringung
aufgeschoben (act. G 16/9 Blätter 178-200). Die Voraussetzungen von Art. 62 Ingress
und lit. b AuG für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung sind damit grundsätzlich
erfüllt.
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Sowohl Art. 63 Abs. 2 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als
"Kann-"Bestimmungen formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen
gewissen Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist dementsprechend die
Verhältnismässigkeit der Massnahme. Eine Interessenabwägung aufgrund des
Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in jedem Fall, eine solche aufgrund des
Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene
Person das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8
Ziff. 1 EMRK beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2).
Gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind
namentlich die Schwere des Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen
Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu
berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 mit Hinweisen). An die Schwere des
Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je länger der Betroffene in
der Schweiz gelebt hat. Indessen schloss die bundesgerichtliche Rechtsprechung
selbst bei einer Person, die in der Schweiz geboren und ihr ganzes bisheriges Leben in
der Schweiz verbracht hatte (Ausländer der "zweiten Generation") bei Gewalt-, Sexual-
und Betäubungsmitteldelikten und wiederholter Straffälligkeit eine Wegweisung nicht
aus (vgl. BGE 122 II 433 E. 2c; 130 II 176 E. 4.4.2; BGer 2C_318/2010 vom 16.
September 2010 E. 3.3.1, BGer 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 E. 2.2, BGer
2C_640/2013 vom 25. November 2013, BGer 2C_224/2013 vom 27. November 2013,
BGer 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014). Neben dem strafrechtlichen Verschulden
sind insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat
verletzten Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder
mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Dem
strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist zwar im Rahmen der umfassenden
Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die Prognose über das Wohlverhalten ist
jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht der Ausländerbehörden das
Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund steht. Aus
ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je
schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat (vgl. S. Hunziker, in:
Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
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Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu Art. 63 AuG mit Hinweisen
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Was das Interesse an der Fernhaltung
betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter das Abkommen vom 21. Juni
1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit
(FZA; SR 0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung auch
generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer
2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen; BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli
2012, E. 2.5 mit Hinweisen).
2.3. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz unter anderem zum Schluss,
soweit es aufgrund der vom Beschwerdeführer begangenen Gewaltdelikte und des
damit verbundenen schweren Verschuldens überhaupt noch auf eine Rückfallgefahr
ankomme, könne selbst ein geringes Risiko nicht hingenommen werden. Trotz seines
langen Aufenthalts in der Schweiz sei er weder beruflich noch sozial integriert. Selbst
wenn dem Beschwerdeführer positive Entwicklungsschritte gelingen würden und somit
die Rückfallgefahr reduziert werden könnte, sei mit Blick auf die begangenen
Gewaltdelikte aus generalpräventiven Gründen ein Widerruf der
Niederlassungsbewilligung zulässig. Der Beschwerdeführer habe weder in affektiver
noch wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders enge Beziehung zu seinem Kind. Er habe
noch nie mit seinem Kind in einer Wohngemeinschaft gelebt. Die Ausreise nach
Serbien sei ihm zumutbar, selbst wenn er dort noch über kein Beziehungsnetz verfüge
(act. G 2 S. 10ff.). Der Beschwerdeführer lässt unter anderem vorbringen, in seinem
Heimatland habe er keine Verwandten mehr, zu denen ein engerer Kontakt bestehe. Er
möchte seine Ausbildung abschliessen, um dann für sich und seine Familie sorgen zu
können. Er plane ausserdem, A.B. (die Mutter seines Sohnes) zu heiraten, sobald der
Abschluss der Ausbildung und der Antritt einer Stelle mit ausreichendem Verdienst ihm
dies erlaube. Soweit die Vorinstanz davon ausgehe, dass er sich nur so gut führe, weil
er im Massnahmenzentrum unter Dauerbeobachtung stehe, sei das nicht zutreffend.
Das Massnahmenzentrum kenne verschiedene Regelungen der
Freiheitseinschränkung. Er dürfe seit ca. Mai 2012 jedes Wochenende von
Freitagabend bis Sonntagabend nach Hause. Zudem dürfe er seit November 2012
während der Woche noch in den Ausgang bzw. Besuch empfangen; dies als
Belohnung für sein absolut klagloses Verhalten. Der Beschwerdeführer, seine Partnerin
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und sein Sohn verbrächten sehr viel und intensiv Zeit miteinander. Soweit die
Vorinstanz davon ausgehe, er habe kein intaktes oder tatsächlich gelebtes
Familienleben sowie keine affektive Beziehung zu seinem Sohn und zu seiner Freundin,
gehe sie ungeprüft von einem falschen Sachverhalt aus. Aufgrund der strafrechtlichen
Massnahme sei das Familienleben im Vergleich zu anderen Familien nur leicht
eingeschränkt. Zu Unrecht überhaupt nicht berücksichtigt und gewürdigt habe sie auch
die im Jahr 2010 anlässlich der Begutachtung im Strafverfahren noch nicht absehbare
und daher umso positiver zu wertende Entwicklung des Beschwerdeführers in den
letzten zwei Jahren. Der Beschwerdeführer könne heute als sozial integriert bezeichnet
werden. Die schlechte Prognose aus dem damaligen Gutachten des Strafverfahrens
habe sich nicht bewahrheitet und der Beschwerdeführer habe seinem Leben eine neue
Richtung geben können (act. G 6).
2.4. Wie schon im Rekursverfahren lässt der Beschwerdeführer den (eventuellen)
Verfahrensantrag stellen, wonach das Verfahren zu sistieren sei, bis die gegen ihn
ausgesprochene Massnahme (Unterbringung in einer Erziehungseinrichtung)
abgeschlossen sei (act. G 1 S. 2). Ein weiteres Zuwarten ist jedoch nicht erforderlich,
da mit Abschlussverfügung der Jugendanwaltschaft vom 1. April 2014 die
Massnahmen der Unterbringung und ambulanten Behandlung per 31. März 2014
aufgehoben wurden; dies aufgrund des positiven Verlaufs und der stabilen
Lebenssituation des Beschwerdeführers (act. G 21/9 S. 3 unten). Wie dargelegt kommt
jedoch dem Wohlverhalten in Unfreiheit im Zusammenhang mit der Frage, ob eine
Wegweisung gerechtfertigt sei, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur
untergeordnete Bedeutung zu. Der Umstand allein, dass jemand im Strafvollzug zu
keinen Klagen Anlass gibt, genügt nicht, um eine Rückfallgefahr auszuschliessen (vgl.
BGer 2A.688/2005 vom 4. April 2006 E. 3.1.3 mit Hinweisen; BGer 2C_194/2008 vom
18. April 2008 E. 5.3, BGE 114 Ib 4 E. 3b). In Betracht fällt weiter, dass es ausserhalb
des Anwendungsbereichs des FZA nicht in entscheidender Weise darauf ankommt,
dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht. Eine günstige Prognose
hinsichtlich der Resozialisierungschancen schliesst deshalb eine Wegweisung noch
nicht aus (BGer 2C_282/2008 vom 11. Juli 2008 E. 3.2; BGE 130 II 176 E. 4.2- 4.4; 125
II 521 E. 4a/bb).
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2.5. Ausgangspunkt und Massstab der fremdenpolizeilichen Güterabwägung ist die
Schwere des Verschuldens, das sich nach dem Wortlaut des Gesetzes in einer
längeren Freiheitsstrafe niederschlagen soll. Die Administrativbehörde hat sich dabei
mit den Erwägungen des Strafrichters auseinanderzusetzen, um zu einer eigenen
Gefahrenprognose zu gelangen (Nägeli/Schoch in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser,
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 22.188). Entsprechend den Feststellungen
im Entscheid des Kreisgerichtes vom 17. Mai 2011 bezogen sich die dort dem
Beschwerdeführer vorgeworfenen Straftaten auf einen Raubüberfall auf einen
Fussgänger vom 14. März 2010, den Besitz verbotener Waffen (zwei Klappmesser, ein
Teleskopschlagstock) und einen Vorfall vom 12. September 2010 mit Raufhandel und
Körperverletzung. Im Entscheid wurde unter anderem dargelegt, die forensisch-
psychologische Gutachterin (vgl. dazu act. G 16/9 Blätter 250-254) gehe aufgrund der
bisherigen Entwicklung, der defizitären Persönlichkeitsentwicklung, des Störungsbildes
und der geringen innerfamiliären Ressourcen mittel- bis langfristig von einem mittleren
bis hohen Rückfallrisiko, insbesondere im Bereich der Gewaltdelikte aus. Eine
Einschränkung der Steuerungsfähigkeit sei bei ihm nicht festgestellt worden. Eine
stationäre Massnahme (Unterbringung in einem Erziehungsheim) werde als angezeigt
erachtet. Um den diagnostizierten Defiziten und der hohen Rückfallgefahr bezüglich
Gewaltdelikte entgegen zu wirken, werde zudem eine ambulante Behandlung
angeordnet. Die Straftaten würden insgesamt äusserst schwer wiegen. Beim
Raubüberfall vom 14. März 2010 sei das Opfer zufällig ausgesucht worden, und die Tat
sei an Sinnlosigkeit kaum mehr zu überbieten. Sie habe jegliche Wertschätzung vor
Leib und Leben anderer Menschen vermissen lassen. Die Opferrolle, in der sich der
Beschwerdeführer gerne sehe, decke sich in keiner Weise mit den Beweisergebnissen.
Demnach sei er jeweils vielmehr der Initiant des Raubüberfalls bzw. der Schlägereien
gewesen. Die Straftaten seien in teilweise sehr kurzen Zeitabständen erfolgt.
Straferhöhend sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer während des
laufenden Strafverfahrens wieder straffällig geworden sei. Ebenfalls ins Gewicht fallen
würden die Vorstrafen. Strafmindernd würden das Geständnis bezüglich des Raubes
sowie das positive Verhalten im Massnahmenzentrum berücksichtigt (act. G 16/9 Blatt
184-186).
Das Strafmass im erwähnten kreisgerichtlichen Entscheid lag mit 2 1⁄2 Jahren weit über
der Grenze für eine längerfristige Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 Ingress und lit. b
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AuG. In der geschilderten Situation bedarf es besonderer Umstände, um die
Aufrechterhaltung einer Aufenthaltsbewilligung dennoch zu rechtfertigen (sogenannte
Reneja-Praxis, vgl. BGer 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 E. 2.1.2, 2C_1029/2011
vom 10. April 2012 E. 3.3.3; BGE 135 II 377 E. 4.4, 120 Ib 6 E. 4b, 110 Ib 201). Im
ausländerrechtlichen Verfahren besteht regelmässig kein Raum, die Beurteilung des
Strafrichters in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (BGer 2C_888/2012 vom 14.
März 2013 E. 4.2.3, BGer 2C_836/2013 vom 10. Februar 2014 E. 3.2). Unter
Berücksichtigung der dargelegten Umstände, welche von einem grossen
Gewaltpotential des Beschwerdeführers im Tatzeitpunkt zeugen, wiegt das öffentliche
Interesse am Entzug der Niederlassungsbewilligung insgesamt schwer.
Am 21. Februar 2011 war der Beschwerdeführer ins Massnahmenzentrum Uitikon
eingetreten (act. G 16/9 Blatt 360). Er absolvierte dort in einem Ausbildungszentrum für
Justizvollzug bis 31. Juli 2013 eine Lehre als Metallbaupraktikant. Im
Massnahmenbericht vom 20. Dezember 2011 wurde ein sehr positiver Verlauf bestätigt
und als Legalprognose von einem mittleren Rückfallrisiko ausgegangen (act. G 16/9
Blätter 414-418). In einem Bericht vom 13. September 2012 wurde unter anderem
festgehalten, dass aufgrund einer geänderten Lebenseinstellung und einer
gewachsenen Empathiefähigkeit beim Beschwerdeführer eine reduzierte Bereitschaft
bestehe, durch delinquentes Verhalten seine Bedürfnisse zu befriedigen (act. G 16/14
Beilage). Im Zwischenzeugnis vom 19. November 2012 wurde der Beschwerdeführer
unter anderem als engagierter, ausgeglichener Lehrling beschrieben, der über eine sehr
gute Ausdauer verfüge. Er suche auf Sommer 2013 eine Anschlusslösung an die
Ausbildung. Sein Entscheid werde unterstützt (act. G 7). Sodann bestätigte der
Massnahmenbericht vom 4. Februar 2013 unter anderem ein moderates strukturelles
Rückfallrisiko (act. G 9 Beilage S. 6). Schliesslich bescheinigte die Abschlussverfügung
der Jugendanwaltschaft vom 1. April 2014 wie dargelegt einen positiven Verlauf und
der stabilen Lebenssituation des Beschwerdeführers (act. G 21/9 S. 3 unten).
Angesichts dieser Aktenlage ist von einem im Zeitverlauf verminderten Rückfallrisiko
mit Bezug auf Gewaltdelikte auszugehen. Die vom Beschwerdeführer (eventuell)
beantragte psychiatrische Begutachtung insbesondere unter dem Aspekt der
Deliktbearbeitung und der Beurteilung des Rückfallrisikos (act. G 6 S. 11) vermöchte in
dieser Situation keine zusätzlichen Aspekte zu Tage zu fördern, zumal die Prognose
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über das Wohlverhalten für sich allein nicht ausschlaggebend ist (vgl. vorstehende E.
2.2).
2.6. Den öffentlichen Interessen sind im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung die
privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz
gegenüberzustellen (vgl. BGer 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 3.3). Der
Beschwerdeführer wuchs in der Schweiz auf und verbrachte hier sein ganzes
bisheriges Leben. Im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids war er
knapp 20 Jahre alt. Beruflich ist er insofern auf dem Weg zu einer Integration, als er im
Rahmen des Massnahmenvollzugs eine Lehre als Metallbaupraktiker absolvieren
konnte (vgl. act. G 7-9) und danach auch erwerbstätig war (vgl. act. G 20 mit Hinweis
auf act. G 21/1-7). Ihm ist somit zu Gute zu halten, dass er sich nach Lage der Akten
offensichtlich bemüht, in der Schweiz beruflich Fuss zu fassen. Hinsichtlich der
weiteren beruflichen Entwicklung hatte sich der Beschwerdeführer für den Antritt einer
Arbeit anstelle einer Volllehre entschieden (vgl. Protokoll vom 1. März 2013, act. G 9
Beilage S. 4 unten). Die Feststellung im angefochtenen Entscheid, wonach der
Beschwerdeführer weder beruflich noch sozial gut integriert sei (act. G 2 S. 11), trifft in
dieser Form somit nicht zu.
2.6.1. Für seinen im Jahr 2011 geborenen Sohn ist der Beschwerdeführer nicht Inhaber
der elterlichen Sorge, weil er mit der Mutter des Kindes nicht verheiratet ist. Er lässt in
diesem Zusammenhang geltend machen, es sei diskriminierend, bei unverheirateten
und verheirateten Eltern ausländerrechtlich unterschiedliche Massstäbe anzusetzen.
Eine Heirat sei geplant. Im Fall einer Wegweisung werde er überhaupt nicht in der Lage
sein, für seinen Sohn Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. Das würde für Mutter und Kind
langfristig gesehen die Abhängigkeit von der Sozialhilfe bedeuten. Der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung sei unverhältnismässig und verstosse gegen Art. 8 EMRK,
da es ihm verunmöglicht werde, mit seiner künftigen Ehefrau und seinem Sohn
zusammenzuleben. Es sei ihm noch eine (letzte) Chance zu geben zum Beweis, dass er
eine innere Umkehr vollzogen habe (act. G 6 S. 3 und S. 13).
Nach der Rechtsprechung schützt Art. 8 EMRK im Zusammenhang mit der Bewilligung
des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit
ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 mit Hinweisen). In den
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Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen aber auch nicht rechtlich begründete familiäre
Verhältnisse, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung
besteht; entscheidend ist die Qualität des Familienlebens und nicht dessen rechtliche
Begründung (BGE 135 I 143 E. 3.1). Das Bundesgericht hat hieraus abgeleitet, dass
sich aus einem Konkubinat ein Bewilligungsanspruch dann ergibt, wenn die
partnerschaftliche Beziehung seit langem eheähnlich gelebt wird; die Beziehung der
Konkubinatspartner muss bezüglich Art und Stabilität in ihrer Substanz einer Ehe
gleichkommen. Dabei ist wesentlich, ob die Partner in einem gemeinsamen Haushalt
leben; zudem ist der Natur und Länge ihrer Beziehung sowie ihrem Interesse und ihrer
Bindung aneinander, etwa durch Kinder oder andere Umstände wie die Übernahme
von wechselseitiger Verantwortung, Rechnung zu tragen (BGE 135 I 143 E. 3.1 S. 148;
BGer 2C_458/2013 vom 23. Februar 2014 E. 2.1 mit Hinweisen) Nach Art. 8 Ziff. 2
EMRK ist ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Recht auf Familienleben
statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung, das
wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur Verhinderung
von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte
und Freiheiten anderer notwendig erscheint. Bei der Interessenabwägung im Rahmen
von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat
vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während dieser Periode, die
Auswirkungen auf die primär betroffene Person sowie deren familiäre Situation zu
berücksichtigen. Zudem sind die Dauer der partnerschaftlichen Beziehung und weitere
Gesichtspunkte relevant, welche Rückschlüsse auf deren Intensität zulassen (Geburt
und Alter allfälliger Kinder, Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der
Straftat unter Umständen nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung
sind auch die Nachteile, welche dem Partner oder den Kindern erwachsen würden,
müssten sie dem Betroffenen in dessen Heimat folgen (BGE 135 II 377 E. 4.3 mit
Hinweisen). Im Übrigen verschafft Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) in diesem Bereich dem Beschwerdeführer keine über Art. 8 EMRK hinausgehenden
Ansprüche (VerwGE B 2010/100 vom 24. August 2010, in: www.gerichte.sg.ch).
2.6.2. Der Beschwerdeführer befand sich bei der Geburt des Sohnes bereits im
Massnahmenvollzug. Die zeitliche Ausgestaltung desselben mit freien Wochenenden
zuhause liess jedoch nach seiner Schilderung einen regelmässigen Kontakt zum Kind
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und zu seiner Partnerin dennoch zu. Der Beschwerdeführer hatte darlegen lassen, die
Familie verbringe jedes Wochenende zusammen. Während der Woche komme die
Partnerin mit dem Kind nach Uitikon in die Wohngemeinschaft (act. G 6 S. 4f.). In der
Eingabe vom 1. April 2014 liess er ergänzen, er habe sich, während er nicht
erwerbstätig gewesen sei, zur Hauptsache um seinen Sohn T. gekümmert, da seine
Freundin per August 2013 eine Lehrstelle angetreten habe und somit selbst
erwerbstätig gewesen sei. Er lebe aktuell mit seiner Lebenspartnerin und seinem Sohn
zusammen und sei die Hauptbezugsperson des inzwischen zwei Jahre und drei
Monate alten Sohnes (act. G 20). Unter diesen unbestritten gebliebenen Umständen
besteht kein konkreter Anlass, eine tatsächlich gelebte affektive Beziehung zwischen
dem Beschwerdeführer, seiner Partnerin und seinem Sohn in Abrede zu stellen. Auch
wenn nicht ohne Weiteres von einer mehrjährigen partnerschaftlichen Beziehung im
Sinn der geschilderten Rechtsprechung ausgegangen werden kann, stellt das
gemeinsame Kind einen bedeutsamen Umstand dar, der die nichteheliche Beziehung
unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 Ziff. 1 EMRK als relevant erscheinen lassen kann.
Nach der Praxis kann, im Vergleich zu einer blossen Zweierbeziehung, bereits ein
deutlich kürzeres Zusammenleben einen Bewilligungsanspruch gestützt auf Art. 8
EMRK auslösen, wenn das Paar ein gemeinsames Kind hat (BGer 2C_458/2013, a.a.O.
E. 2.3). Die weitere Frage, ob mit Blick auf die von ihm unbestritten geleistete finanzielle
Unterstützung von Fr. 160.-- monatlich (act. G 16/17) auch von einer in wirtschaftlicher
Hinsicht besonders intensiven Beziehung gesprochen werden kann, war jedoch in der
Zeit vor Antritt einer Arbeitsstelle zu verneinen, da der erwähnte Betrag das
Existenzminimum des Kindes und der Mutter, welche nach Darlegungen des
Beschwerdeführers teilweise bei den Eltern der Partnerin lebten (act. G 6 S. 5),
offensichtlich nicht zu decken vermochte (vgl. dazu BGer 2D_99/2008 vom 16. Februar
2009, E. 2.4). Gemäss Massnahmebericht vom 28. Januar 2013 erhielt der
Beschwerdeführer finanzielle Unterstützung durch seine Familie (act. G 9 Beilage).
Daneben erbrachte das Sozialamt Leistungen für die Partnerin (act. G 11, G 12 Beilage
6). Mit der Tätigkeit, welche der Beschwerdeführer nach seinen Angaben am 1. Mai
2014 antreten und wo er ca. Fr. 3'700.-- pro Monat netto verdienen wird (act. G 20 S.
2), wird das Existenzminimum des Kindes und der Mutter soweit ersichtlich gedeckt
sein.
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2.6.3. Die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz würde zu einer
Trennung der Familie führen, zumal es A.B. freistünde, mit dem Sohn weiterhin in der
Schweiz zu bleiben. Anderseits fällt in Betracht, dass dem Beschwerdeführer nach
Verübung der Gewaltdelikte im Jahr 2010 und aufgrund des anschliessenden
Strafverfahrens (vgl. act. G 16/9 Blätter 178-200) hatte bewusst sein müssen, dass die
Beziehung zu dem am 23. Dezember 2011 geborenen Sohn und zur Partnerin wegen
der Straftat unter Umständen nicht in der Schweiz gelebt werden kann. Ein tadelloses
Verhalten in der Schweiz kann nicht bejaht werden, indem er mit den im Jahr 2010
verübten Straftaten einen Ausweisungsgrund im Sinn von Art. 62 lit. b AuG setzte.
Hieran vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
schweren Straftaten im Jahr 2010 rund 17 Jahre alt war, die strafrechtliche Beurteilung
dementsprechend nach jugendstrafrechtlichen Normen erfolgte (act. G 16/9 Blätter
178-200) und der Vollzug der Strafe zugunsten einer jugendstrafrechtlichen
Massnahme aufgeschoben wurde. Mit Strafbefehl vom 22. Januar 2014 wurde er
wegen nicht erlaubten Erwerbs und Tragens von Waffen (Gasspray) zu einer Busse
verurteilt worden war (act. G 18). Die Motivierung (Gewaltbereitschaft oder
Selbstschutz; vgl. act. G 20 S. 1) für den Spraybesitz lässt sich im Nachhinein nicht
mehr zuverlässig eruieren. Die lange Anwesenheit, die Bemühungen um eine berufliche
Integration sowie die Beziehung zu seinem Sohn und zur Partnerin genügen angesichts
der strafrechtlichen Gegebenheiten für sich allein nicht für einen Anspruch auf
Bewilligungserteilung.
2.6.4. Eine Rückkehr nach Serbien ist dem Beschwerdeführer insofern zuzumuten, als
er mit der Sprache und den dortigen Verhältnissen einigermassen vertraut sein dürfte.
Seine in der Metallbearbeitung erworbenen Kenntnisse können ihm auch in Serbien
von Nutzen sein. Es ist anzuerkennen, dass er unter wirtschaftlichen und persönlichen
Schwierigkeiten ein Beziehungsnetz wird aufbauen müssen. Indessen ist aufgrund
seines Umfeldes, in welchem er sich in der Schweiz bewegte, davon auszugehen, dass
er auch mit den Gepflogenheiten der serbischen Kultur vertraut ist. Unter diesen
Umständen ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch mit dem Anspruch auf
Achtung des Familienlebens nach Art. 13 BV und Art. 8 Ziff. 1 der EMRK vereinbar. Der
Beschwerdeführer wird die Beziehung zu seinem Sohn zumindest mit den gängigen
Kommunikationsmitteln und mit gegenseitigen Besuchen weiterhin aufrecht erhalten
können. Persönliche Besuche werden selbst in der Schweiz möglich sein, weil mit
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Inkrafttreten des Ausländergesetzes per 1. Januar 2008 das Instrument der
Ausweisung mit Ausnahme der sogenannten politischen Ausweisung gemäss Art. 68
AuG abgeschafft wurde. Anders als die altrechtliche Ausweisung stellt ein
Bewilligungswiderruf keine Fernhaltemassnahme mehr dar. Ein allfälliges Einreiseverbot
müsste vielmehr zusätzlich vom zuständigen Bundesamt verfügt werden (Art. 67 AuG).
Allein durch die hier streitige Massnahme werden Reisen in die Schweiz zu
Besuchszwecken bei Erfüllung der gesetzlichen Einreisevoraussetzungen nicht
verunmöglicht (BGE 2C_650/2010 vom 10. Februar 2011 E. 4.2).
2.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorinstanz keine Ermessensverletzung
bzw. willkürliche Ermessensausübung vorgeworfen werden kann, wenn sie vorliegend
das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung schwerer
gewichtete als das private Interesse am Belassen der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers. Weitere Gründe dafür, dass die Vorinstanz die Wegweisung zu
Unrecht als verhältnismässig erachtet hat, lassen sich den Akten und den Eingaben
des Beschwerdeführers nicht entnehmen. Bei fehlendem Nachweis einer
Ermessensüberschreitung bzw. eines Ermessensmissbrauchs und einer Verletzung des
Verhältnismässigkeitsgrundsatzes lässt sich der angefochtene Entscheid nicht
beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
3. Gemäss Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272; ZPO) wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, wenn
der Gesuchsteller nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und wenn das von ihm
angestrebte Verfahren nicht als aussichtslos erscheint. Als bedürftig gilt, wer die
Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne die Mittel anzugreifen, derer
er zur Deckung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf.
Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten finanziellen Situation
des Rechtssuchenden im Zeitpunkt der Entscheidfällung. Nebst den Einkünften ist
auch die Vermögenssituation einzubeziehen (Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar
zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, N. 6 zu Art. 111).
Das Bundesgericht bestätigte im Urteil 2C_63/2013 vom 28. Mai 2013 (E. 2.5) die
Nichtaussichtslosigkeit des Verfahrens. Die Bedürftigkeit des Gesuchstellers erscheint
angesichts der in den Eingaben vom 25. Juni 2013 und 1. April 2014 geschilderten
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erwerblichen und familiären Verhältnisse (vgl. act. G 11, 12 und 20) ebenfalls glaubhaft;
über Vermögen verfügt er nach Lage der Akten nicht. Unter diesen Umständen ist das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen.
3.1. Beim erwähnten Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Sie gehen indessen zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des Staates (vgl. Art. 99 Abs. 2
VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 Ingress und lit. b ZPO. Eine Entscheidgebühr
von Fr. 2'000.-- erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
3.2. Die staatliche Honorarordnung wird für Vorbereitung und Durchführung eines
Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet, wenn die unentgeltliche
Verbeiständung bewilligt ist (Art. 30 Ingress lit. b Ingress und Ziffer 2 des
Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, abgekürzt AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung
wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal CHF
1'000 bis 12'000 (Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, abgekürzt HonO). Innerhalb des für
eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Ausgehend von der Kostennote der Rechtsvertreterin mit einem um 20% gekürzten
Honorar von Fr. 3'200.-- und Barauslagen von Fr. 181.20 (act. G 22) erscheint eine
Entschädigung von Fr. 3'651.70 einschliesslich Mehrwertsteuer angemessen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht