Decision ID: c484e92b-010e-580c-83bd-bac1d337b2d6
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der aus der Türkei stammende Beschwerdeführer (Jahrgang 1983) reiste am 18. Juli 2002 illegal in die Schweiz ein und stellte  ein Asylgesuch. Dieses wurde mit Verfügung des Bundesamts für Flüchtlinge (BFF, heute BFM) abgewiesen. Das daraufhin angestrengte Beschwerdeverfahren wurde infolge Rückzugs der Beschwerde am 30. Juni 2003 abgeschrieben.
B. Am 21. Mai 2003 heiratete der Beschwerdeführer eine um dreissig Jahre ältere Schweizer Bürgerin. Gestützt auf diese Ehe wurde ihm am 16. Juni 2003 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, welche in der Folge regelmässig verlängert wurde, letztmals bis zum 20. Mai 2007. Am 7. August 2003 wurde dem Beschwerdeführer zudem der Stellenantritt bewilligt.
C. Mit Schreiben vom 5. April 2004 wandte sich die Ehefrau an das  des Kantons Zürich (nachfolgend Migrationsamt). Sie teilte darin mit, dass der Beschwerdeführer bereits am 19. Juli 2003 die eheliche Wohnung verlassen habe. Zudem habe er sie auf massivste Art und Weise bedroht und psychisch unter Druck gesetzt. Dem Schreiben beigelegt waren eine Verfügung des Bezirksgerichts X._ vom 26. August 2003, mit der ein von der Ehefrau eingeleitetes Eheschutzverfahren infolge Rückzugs abgeschrieben wurde, ein die Ehefrau betreffendes ärztliches Zeugnis sowie Kopien diverser handschriftlicher Dokumente. Die darin erhobenen Vorwürfe (unter Druck setzen zwecks Eingehung einer Scheinehe, Drohungen) nahm die Ehefrau am 17. Mai 2004 schriftlich zurück und kündigte an, die eheliche Gemeinschaft gegen Ende des Jahres wieder aufnehmen zu wollen. Per 19. Mai 2004 wurde die freiwillige Trennung .
D. Nachdem der Beschwerdeführer sich per 13. Oktober 2006 alleine an einer neuen Adresse angemeldet hatte, liess ihm das Migrationsamt am 1. November 2006 einen Fragenkatalog bezüglich der ehelichen Situation zukommen. Gemäss der Stellungnahme des  vom 8. Dezember 2006 hätten sich die Ehegatten Mitte August
Seite 2
C-6699/2007
2006 getrennt und mittlerweile ein gemeinsames Scheidungsbegehren eingereicht. Grund für das Scheitern der Ehe sei vor allem der schlechte Gesundheitszustand der Ehefrau gewesen. Deren  hätten ihn, den Beschwerdeführer, überfordert. Mit Urteil des Bezirksgerichtes X._ vom 5. Februar 2007 wurde die Ehe geschieden.
E. Am 31. Mai 2007 unterbreitete die zuständige Behörde des  die anstehende Verlängerung der Aufenthaltbewilligung der Vorinstanz zur Zustimmung. Nachdem dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt worden war, verweigerte die Vorinstanz mit Verfügung vom 31. August 2007 die beantragte Zustimmung, ordnete die Wegweisung an und setzte eine Frist zur Ausreise. Zur  wies sie zunächst darauf hin, dass das Bundesrecht keine Grundlage für die vom Kanton Zürich praktizierte "Dreijahresregel" enthalte, wonach die Aufenthaltsbewilligung regelmässig verlängert werde, wenn das eheliche Zusammenleben mehr als drei Jahre  habe; vielmehr sei bei einer Ehedauer von weniger als fünf  bei jedem Gesuch zu prüfen, ob die Bedingungen für eine  erfüllt seien. Sodann führte sie aus, dass mit der Scheidung vor Ablauf von fünf Jahren kein eigenständiger Anspruch auf eine  des Aufenthaltes entstanden sei. Es liege kein Härtefall vor und die Rückkehr ins Heimatland sei für den Beschwerdeführer . Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich.
F. Mit Rechtsmitteleingabe vom 3. Oktober 2007 beantragt der  die Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz sowie die Erteilung der Zustimmung zur Verlängerung der . Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, dass die  der Zustimmung unverhältnismässig sei. Sie widerspreche auch der langjährigen Praxis des Kantons Zürich, welche von der  seit Jahren gebilligt worden sei. Eine Praxisänderung auf  sei unzulässig, da sie gegen die Prinzipien der  und Rechtssicherheit verstosse. Es gehe nicht darum, dass die Vorinstanz die "Dreijahresregel" automatisch und ohne sorgfältige Prüfung des Einzelfalles anzuwenden habe. Eine solche sorgfältige Prüfung müsse aber im Falle des Beschwerdeführers zu einem  Entscheid führen: Er verfüge über einen einwandfreien Leumund, habe eine feste Arbeitsstelle, sei finanziell unabhängig und spreche
Seite 3
C-6699/2007
gut Deutsch. Er habe Familie in der Schweiz und einen grossen Bekannten- und Freundeskreis. Durch die Verweigerung der  zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung werde das Recht auf Schutz des Privatlebens gemäss Art. 8 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verletzt. Der Beschwerde beigelegt war ein Zwischenzeugnis des Arbeitgebers des Beschwerdeführers.
G. Mit Vernehmlassung vom 10. Dezember 2007 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.
Mit der Vernehmlassung reichte die Vorinstanz neben den Vorakten auch die Akten des Kantons Zürich ein.
H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht, unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen, Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden.  fallen Verfügungen des BFM betreffend Zustimmung zur  bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung und betreffend Wegweisung. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und 4 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts  bestimmt.
Seite 4
C-6699/2007
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht  Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2. Mit Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) am 1. Januar 2008 wurde das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) aufgehoben (Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I Anhang AuG). Da das der angefochtenen Verfügung zugrunde liegende Verfahren vor Inkrafttreten des AuG  wurde, ist gemäss Art. 126 AuG das bisherige Recht, d.h. das aANAG und die darauf abgestützten, per 1. Januar 2008 ebenfalls  Verordnungen (Art. 91 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]), anwendbar.
3. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht  und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).
4. Die Kantone sind zuständig für die Erteilung und Verlängerung von  (Art. 15 Abs. 1 und 18 aANAG sowie Art. 51 der  vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der  [aBVO, AS 1986 1791]). Vorbehalten bleibt jedoch die Zustimmung durch das BFM (Art. 51 letzter Satz aBVO i.V.m. Art. 1 der Verordnung über das Zustimmungsverfahren im Ausländerrecht [, AS 1983 535]). Gemäss Art. 1 Abs. 1  ist die Zustimmung erforderlich, wenn bestimmte Gruppen
Seite 5
C-6699/2007
von Ausländern im Interesse der Koordination der Praxis auf  der Zustimmungspflicht unterstellt werden (Bst. a), wenn der Ausländer keine gültigen oder anerkannten heimatlichen  besitzt und in der Schweiz weder als Flüchtling noch als  anerkannt ist (Bst. b) oder wenn das BFM die Unterbreitung im Einzelfall verlangt (Bst. c). Gemäss Ziffer 132.4 Bst. f der  und Erläuterungen über Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt (3. Auflage 2006) des BFM (aANAG-Weisungen, im Internet unter: www.bfm.admin.ch -> Themen -> rechtliche Grundlagen -> Weisungen und Kreisschreiben -> Archiv Weisungen und Kreisschreiben) ist dem BFM die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einer ausländischen Person nach der Scheidung vom schweizerischen Ehegatten oder nach dessen Tod zur Zustimmung zu unterbreiten, sofern diese nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der EG stammt. Über die  oder Verweigerung der Zustimmung entscheidet das BFM im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem  nach pflichtgemässem Ermessen (Art. 4 aANAG). Eine Bindung an die kantonale Beurteilung besteht nicht (Urteil des  C-497/2006 vom 21. April 2008 E. 4 mit Hinweisen). Auf die Erteilung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung besteht grundsätzlich kein Anspruch, es sei denn, der Ausländer oder seine in der Schweiz lebenden Angehörigen können sich auf eine Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrages berufen (BGE 131 II 339 E. 1 S. 342 f., 130 II 388 E. 1.1 S. 389 f., 130 II 281 E. 2.1 S. 284).
4.1 Aufgrund der am 21. Mai 2003 erfolgten Heirat mit einer Schweizer Bürgerin verfügte der Beschwerdeführer ursprünglich über einen  Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der  (vgl. Art. 7 Abs. 1 erster Satz aANAG). Mit der Scheidung vor Ablauf der Fünfjahresfrist gemäss Art. 7 Abs. 1 zweiter Satz  ist dieser Anspruch erloschen.
4.2 Als Anspruchsnormen kommen daneben Art. 8 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen  vom 18. April 1999 (BV, SR 101) in Betracht, die beide ein Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gewährleisten. Ein Eingriff in den Schutzbereich des Familienlebens macht der  zu Recht nicht geltend, da ein solcher in erster Linie das  mit der Kernfamilie (Ehegatte sowie minderjährige, im selben Haushalt lebende Kinder) umfasst, die er nicht besitzt. Es stellt sich damit höchstens die Frage, ob die Garantie auf Achtung des Pri-
Seite 6
C-6699/2007
vatlebens dem Beschwerdeführer einen Aufenthaltsanspruch  könnte. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt  Anspruch in ausländerrechtlichen Fällen zwar grundsätzlich eine selbständige Auffangfunktion gegenüber dem engeren, das  betreffenden Schutzbereich zu; das Bundesgericht hat  allerdings festgehalten, dass es hierfür besonders intensiver, über eine normale Integration hinausgehender privater Bindungen  oder beruflicher Natur bzw. entsprechender vertiefter sozialer Beziehungen zum ausserfamiliären bzw. ausserhäuslichen Bereich bedürfe (BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286 mit Hinweisen);  sei "eine perfekte Integration, eine eigentliche Verwurzelung in der Schweiz in dem Sinn, dass die Lebensgestaltung anderswo,  im Heimatland, praktisch unmöglich erscheint" (Urteil des Bundesgerichts 2C_425/2007 vom 13. November 2007 E. 2.1.2). In der Lehre wird demgegenüber die Meinung vertreten, nach einer  (bzw. zehnjährigen) Anwesenheitsdauer in der Schweiz eine so starke Verbundenheit mit der Schweiz anzunehmen, dass diese dem Schutzbereich des Privatlebens zuzuordnen wäre (RAHEL , Zweckbindung der Aufenthaltsbewilligung erwerbstätiger , Zürcher Studien zum öffentlichen Recht, Zürich/ Basel/Genf 2006, S. 176 f.; MARTIN BERTSCHI/THOMAS GÄCHTER,  aufgrund der Garantie des Privat- und Familienlebens, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2003 S. 225 ff., S. 262).
4.2.1 Mit Blick auf die zitierte Rechtsprechung können nur über das Normalmass hinausgehende, besonders intensive Bindungen oder  – die ohnehin nur in Ausnahmefällen denkbar sind – zu  solchen Anspruch führen.
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass Familienmitglieder von ihm in der Schweiz lebten, und er einen grossen Bekannten- und  habe. Sein Leumund sei einwandfrei und er komme für  Lebensunterhalt selber auf.
Aufgrund dieser Darlegungen ist davon auszugehen, dass der  sich recht gut in die hiesigen Verhältnisse eingelebt hat. Der Grad der sozialen und beruflichen Integration, wie er sich aus den Akten ergibt, ist jedoch nicht so hoch, dass er zu einem Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung im Sinne der bundesgerichtlichen
Seite 7
C-6699/2007
Rechtsprechung zum Anspruch auf Schutz des Privatlebens gemäss Art. 8 EMRK führen könnte.
4.2.2 Auch wenn man, dem Vorschlag der Lehre folgend, auf die  des Aufenthaltes in der Schweiz abstellen würde, kommt man zu keinem anderen Ergebnis. Der Beschwerdeführer ist erstmals am 18. Juli 2002 in die Schweiz eingereist. Am 21. Mai 2003 entstand durch die Eheschliessung mit einer Schweizer Bürgerin der Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. Je nach Sichtweise kann dem  bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 31. August 2007 eine Aufenthaltsdauer von 5 Jahren und 1 Monat bzw. 4 Jahren und 3 Monaten zugerechnet werden. Der seither verstrichene , den der Beschwerdeführer aufgrund des laufenden Verfahrens in der Schweiz verbracht hat, kann hierbei nicht berücksichtigt werden. Auch aufgrund der Dauer seines Aufenthaltes kann somit nicht von  besonders starken Verbundenheit mit der Schweiz ausgegangen werden.
4.2.3 Damit ist festzustellen, dass keine ausserordentlichen Umstände vorliegen, welche die Nicht-Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung als einen unrechtmässigen Eingriff in den durch Art. 8 Abs. 1 EMRK geschützten Anspruch auf Achtung des Privatlebens qualifizieren könnten.
4.3 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, dass aufgrund der vom Kanton Zürich seit Jahren praktizierten "Dreijahres-Regel" ein  auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bestehe, wenn die Ehe mehr als drei Jahre gedauert habe. Diese Ansicht geht fehl. Zur Begründung kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz auf Seite 3 der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.
5. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass der  weder aus dem geltenden Landesrecht noch aus staatsvertraglichen Bestimmungen einen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung herleiten kann. Eine  kann wegen der intertemporalen Unterstellung der vorliegenden Streitsache unter das alte Recht (vgl. oben E. 2) namentlich nicht in Art. 50 AuG erblickt werden, der bei Auflösung der Ehe neue  einführt (vgl. das erwähnte Urteil des  C-497/2006 E. 5 mit Hinweisen).
Seite 8
C-6699/2007
6. Die Frage der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ist daher von der Behörde nach freiem Ermessen zu beurteilen (Art. 4 aANAG). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bewilligungsbehörde in ihrer  völlig frei wäre. Insbesondere hat sie die geistigen und  Interessen sowie den Grad der Überfremdung des Landes zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 1 aANAG und Art. 8 Abs. 1 der  vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über  und Niederlassung der Ausländer [aANAV, AS 1949 228]).  ist eine Abwägung der öffentlichen Interessen der Schweiz und der privaten Interessen des Betroffenen vorzunehmen, wobei ein strengerer Massstab zur Anwendung gelangt als bei jenen Aufenthaltsbewilligungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht.
6.1 Was das öffentliche Interesse anbelangt, ist festzuhalten, dass die Schweiz hinsichtlich des Aufenthalts von Ausländerinnen und  aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum (nachfolgend ) eine restriktive Politik betreibt (vgl. BGE 133 II 6 E. 6.3.1 S. 28). Diese Politik findet ihren Ausdruck insbesondere in den strengen  Zulassungsbeschränkungen der Begrenzungsverordnung, denen erwerbstätige Drittstaatsangehörige namentlich in Gestalt hoher Anforderungen an die berufliche Qualifikation (Art. 8 aBVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 aBVO) unterworfen sind. Das erhebliche  des öffentlichen Interesses an der Durchsetzung der restriktiven Einwanderungspolitik gegenüber Drittstaatsangehörigen zeigt sich daran, dass humanitäre Gründe in diesem rechtlichen Zusammenhang erst Bedeutung erlangen, wenn die Betroffenheit des Einzelnen die Grenze zum schwerwiegenden persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 13 Bst. f aBVO überschreitet. Nach der Auflösung der Ehe, durch welche die ausländische Person von den restriktiven qualitativen und quantitativen Zulassungsvoraussetzungen der  ausgenommen wird, muss die ausländische Person dieses  Interesse grundsätzlich wieder gegen sich gelten lassen, auch wenn sie gemäss Art. 12 Abs. 2 aBVO den Höchstzahlen der  nach wie vor nicht untersteht. Es ist deshalb ein vergleichsweise strenger Massstab angebracht, wenn es zu beurteilen gilt, ob nach Wegfall des Privilegierungsgrundes private Interessen , denen gegenüber das öffentliche Interesse an der  der restriktiven Migrationspolitik zurückzustehen hat (vgl. das  Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes C-497/2006 E. 6.1 mit Hinweis).
Seite 9
C-6699/2007
6.2 Bei der Prüfung der Frage, ob die auf dem Spiele stehenden  Interessen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung , ist zu untersuchen, inwieweit es der ausländischen Person in , wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zugemutet werden kann, den Aufenthalt in der Schweiz aufzugeben, in ihre Heimat  und dort zu leben. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige Situation im Ausland den persönlichen Verhältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen. Darüber ist nach Massgabe der gesamten  des Einzelfalles zu befinden. Dazu gehören allgemeine, von der Ehe unabhängige Elemente, wie die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, der Grad der sozialen und wirtschaftlichen Integration in die hiesigen Verhältnisse, das Alter und der gesundheitliche Zustand, das Alter und die schulische Integration von Kindern sowie die Unterkunft und die Reintegrationsmöglichkeiten in der Heimat, ferner  Elemente, wie die Dauer der Ehe und die Umstände ihrer . Dabei ist besonders in Rechnung zu stellen, wenn der  Person eine Weiterführung der ehelichen Beziehung nicht  zugemutet werden konnte, namentlich weil sie Opfer von  geworden war (vgl. das erwähnte Urteil des  C-497/2006 E. 6.2.1).
6.3 Die notwendige Schwere der Betroffenheit in den persönlichen Verhältnissen ist mit Blick auf die Regelung von Art. 7 Abs. 1 aANAG zu beurteilen, die dem ausländischen Ehegatten nach fünf Jahren Ehe auf schweizerischem Territorium einen vom weiteren Bestand der Ehe unabhängigen Anspruch auf Aufenthalt vermittelt. Vor dem Erreichen dieser zeitlichen Grenze kommt es entscheidend darauf an, welche Bedeutung den ehespezifischen Elementen im konkreten Einzelfall , dass heisst der Ehedauer in der Schweiz und den Umständen der Auflösung der Ehe. Je mehr diese Elemente ins Gewicht fallen, um so eher wird man von einer hinreichend schweren Betroffenheit  können. Umgekehrt rechtfertigt sich ein umso strengerer , als die Härte nicht gerade in der Dauer der Ehe in der Schweiz und den Umständen ihrer Auflösung erblickt werden können (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2A.212/2004 vom 10. Dezember 2004 E. 4.4; Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76 E. 15.2 im Zusammenhang mit der Auflösung der Ehe durch Tod des  Ehegatten).
6.3.1 Die Ehe des Beschwerdeführers wurde nach drei Jahren und acht Monaten geschieden. Die eheliche Gemeinschaft wurde jedoch
Seite 10
C-6699/2007
bereits zwei Monate nach der Heirat durch den Auszug des  aus der ehelichen Wohnung ein erstes Mal aufgelöst. Diese Trennung wurde den Behörden erst durch ein Schreiben der Ehefrau vom 5. April 2004 zur Kenntnis gebracht und dauerte bis zum 27. Mai 2004, als der Beschwerdeführer sich wieder an der Adresse seiner Frau anmeldete. Per 13. Oktober 2006 meldete sich der  von der gemeinsamen Adresse ab; die eheliche  wurde gemäss Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 8. Dezember 2006 zuhanden des Migrationsamtes jedoch bereits Mitte August 2006 aufgegeben. Insgesamt lebte der Beschwerdeführer somit lediglich knapp 21⁄2 Jahre in ehelicher Gemeinschaft. Bezüglich den Umständen der Auflösung der Ehe kann den Akten nichts  entnommen werden. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sich der grosse Altersunterschied sowie der Gesundheitszustand der Ehefrau, der geprägt war von grossen Stimmungsschwankungen, belastend ausgewirkt hätten.
In Bezug auf mögliche Auswirkungen der geltend gemachten  der Ehefrau lässt sich den kantonalen Akten Folgendes entnehmen: Am 5. April 2004 wandte sich die Ehefrau schriftlich an das Migrationsamt. Sie machte geltend, dass sie nur auf Druck eines Onkels des Beschwerdeführers geheiratet habe, dass sie vom Beschwerdeführer getrennt lebe und sich scheiden lassen wolle. Dem Beschwerdeführer gehe es nur um seine Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz, ihr Gesundheitszustand sei ihm egal. Am 17. Mai 2004 nahm die Ehefrau sämtliche Vorwürfe zurück und erklärte, dass sie sich getrennt hätten, weil es ihr gesundheitlich nicht gut gegangen sei und sie Abstand gebraucht habe. Sie wollten die eheliche  gegen Ende Jahr wieder aufnehmen. Beiden Schreiben war eine Kopie eines ärztlichen Zeugnisses vom 1. März 2004 beigelegt, welches der Ehefrau eine depressive ängstliche Erkrankung sowie mehrere somatische Erkrankungen attestiert. Gemäss dem  sei die Patientin durch die gesundheitlichen Probleme sowie durch die neue Eheschliessung körperlich und psychisch deutlich überfordert.
Demgegenüber finden sich Hinweise in den Akten, welche bezüglich der Motive des Beschwerdeführers für die Eheschliessung Fragen : So war dieser von einem negativen Asylentscheid betroffen, der nach dem Beschwerderückzug – welcher nach der Eheschliessung erfolgte – in Rechtskraft erwuchs; die Ehe wurde mit einer um dreissig
Seite 11
C-6699/2007
Jahre älteren Frau geschlossen, die bereits damals an  Problemen litt (gemäss dem ärztlichen Zeugnis seit 1991);  zwei Monate nach der Eheschliessung kam es erstmals zur , ohne dass die Behörden darüber informiert worden wären; schliesslich deutete die Ehefrau an, eine Scheinehe eingegangen zu sein. Erfahrungsgemäss zeigen sich solche Elemente in Fällen von Scheinehe bzw. von rechtsmissbräuchlichem Festhalten an einer nur noch formell bestehenden Ehe zum Zwecke der Sicherung des . Der Beschwerdeführer bestreitet in der Beschwerdeschrift den im Jahre 2004 von seiner damaligen Ehefrau gemachten Vorwurf der Scheinehe. Zur Begründung führt er jedoch nur deren labilen  an. Angesichts der erwähnten Indizien, welche nicht im Zusammenhang mit den gesundheitlichen Problemen seiner Ex- stehen, sind Zweifel an der Motivation des Beschwerdeführers, die Ehe einzugehen, angebracht.
6.3.2 Aufgrund der Dauer der Ehe, der Umstände der Eheschliessung und des weiteren Verlaufs der Ehe kann somit nicht von einer  Härte ausgegangen werden. Es rechtfertigt sich daher, einen strengen Massstab bezüglich der privaten Interessen des  anzulegen.
6.4 Bei der Frage, ob es dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, seinen Aufenthalt in der Schweiz aufzugeben und in seine Heimat , ist auf die Situation des Beschwerdeführers in persönlicher, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht abzustellen und diese der zu  Situation im Heimatland gegenüber zu stellen.
6.4.1 Der Beschwerdeführer ist im Jahre 2002 mit 19 Jahren in die Schweiz gekommen. Er hat seit mehreren Jahren eine Stelle in einem italienischen Restaurant, wo er im Laufe der Zeit vom Pizzaiolo zum Pasta-Koch avanciert ist. Er hat offenbar Deutsch gelernt und sich  Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut. Zudem leben einige  ebenfalls in der Schweiz.
Der Beschwerdeführer hat somit den grössten Teil seines Lebens in seinem Heimatland verbracht. Die Rückkehr dorthin erscheint daher zumutbar. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass er sich  seines Alters und der relativ kurzen Abwesenheit von seinem Heimatland mit einer gewissen Leichtigkeit wieder integrieren kann und sich, anknüpfend an seine Jugendzeit, ein neues soziales Netz
Seite 12
C-6699/2007
aufbauen kann, sollte er, entgegen der Lebenserfahrung, über kein solches mehr verfügen.
6.5 Daraus ergibt sich, dass der Verlängerung der  ein überwiegendes öffentliches Interesse entgegensteht. Die  der Vorinstanz ist insofern nicht zu beanstanden.
7. Aus der Rechtmässigkeit der Zustimmungsverweigerung folgt ohne weiteres die Rechtmässigkeit der Wegweisung aus der Schweiz (vgl. Art. 12 Abs. 3 aANAG). Es bleibt daher zu prüfen, ob  für den Vollzug der Wegweisung anzunehmen sind (Art. 14a Abs. 2 bis 4 aANAG), so dass das zuständige Bundesamt gestützt auf Art. 14a Abs. 1 aANAG die vorläufige Aufnahme hätte verfügen müssen. Weder aus den Akten noch aus den Vorbringen in der  ergeben sich Anhaltspunkte, die gegen die Zulässigkeit und  des Wegweisungsvollzugs in die Heimat des  sprächen: Dem Vollzug seiner Wegweisung stehen weder  Verpflichtungen der Schweiz entgegen noch wird eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 aANAG behauptet. Der Beschwerdeführer ist insbesondere weder gesundheitlich  noch sonst von einer Krankheit betroffen, deren medizinische Behandlung im Heimatland nicht gewährleistet wäre. Die recht gute Integration in der Schweiz einerseits sowie die Hinweise auf die schlechteren Zukunftsperspektiven in der Heimat andererseits sind, was die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs betrifft, jedenfalls unbeachtlich. Der Wegweisungsvollzug ist zweifellos auch möglich.
8. Die angefochtene Verfügung ist somit als rechtmässig zu bestätigen (Art. 49 VwVG) und die Beschwerde demzufolge abzuweisen.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv S. 14)
Seite 13
C-6699/2007