Decision ID: 6b94f4cc-3a1c-4cb8-af0e-f025503f0847
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb am 8. Mai 1989 den Führerausweis der Kategorien A1, B, D1, BE
und D1E. Im Rahmen einer Verkehrskontrolle vom 6. April 2016 wurde er als Lenker
eines Personenwagens angehalten und bei ihm mittels Atemlufttests eine
Blutalkoholkonzentration von 1.55 und 1.47 Gewichtspromille ermittelt. Der
Führerausweis wurde ihm von der Polizei auf der Stelle vorläufig abgenommen. Die
Auswertung der zusätzlich abgenommenen Blutprobe ergab eine
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1.67 Gewichtspromille im Zeitpunkt der
Verkehrskontrolle.
B.- Aufgrund dieses Ereignisses wurde X mit Verfügung des Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamts des Kantons St. Gallen vom 19. April 2016 der Führerausweis aller
Kategorien, Unter- sowie Spezialkategorien vorsorglich ab sofort und rückwirkend seit
dem 6. April 2016 entzogen. Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2017 ordnete das
Strassenverkehrsamt eine verkehrsmedizinische Untersuchung an, der sich X am
6. Dezember 2016 unterzog; das entsprechende Gutachten wurde am 17. Januar 2017
erstattet.
C.- Am 14. Februar 2017 verfügte das Strassenverkehrsamt nachträglich einen
dreimonatigen Warnungsentzug des Führerausweises vom 6. April bis zum 5. Juli 2016,
der im Verfügungszeitpunkt bereits vollzogen war. Mit separater Verfügung vom
14. Februar 2017 erteilte es X gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom
17. Januar 2017 den Führerausweis unter der Auflage einer vollständigen, kontrollierten
Alkoholabstinenz von unbestimmter zeitlicher Gültigkeit wieder. Eine Aufhebung der
Abstinenzkontrolle solle frühestens nach Ablauf eines Jahres überprüft werden können.
Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Dagegen liess X am 2. März 2017 durch seinen Rechtsvertreter bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen Rekurs erheben. Er beantragte
die vollumfängliche Aufhebung der Verfügung des Strassenverkehrsamts vom
14. Februar 2017 (Auflagen), die Erteilung des Führerausweises frei von Auflagen und
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die Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Das Strassenverkehrsamt verzichtete am 30. März 2017 auf eine
Rekursvernehmlassung. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. Juni 2017 wies der
Abteilungspräsident das Gesuch um Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung ab
(ZV-2017/43).
Auf die Ausführungen im Rekurs zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich,

in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 2. März 2017 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt in formeller und materieller Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
von Art. 41 lit. g , Art. 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(sGS 951.1; abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Streitig ist zunächst, ob die Vorinstanz den massgebenden Sachverhalt richtig
feststellte und zu Recht auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 17. Januar 2017
abstellte.
a) Der Rekurrent macht geltend, die Vorinstanz habe den massgebenden Sachverhalt
unrichtig festgestellt, indem sie seinen Führerausweis mit einer
Alkoholabstinenzauflage versehen und ihn "in die Kategorie von Suchtabhängigen
(Alkoholiker) eingeordnet" habe, obwohl anhand der medizinischen Abklärungen klar
nachvollzogen werden könne, dass er dies nicht sei. Zum einen lägen die im Rahmen
der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 6. Dezember 2016 ermittelten Blutwerte
innerhalb der angegebenen Normen. Zum anderen habe die Haarprobe vom 4. Januar
2017 eine EtG-Konzentration von weniger als 7 pg/mg ergeben, was auf keinen
regelmässigen relevanten Alkoholkonsum hinweise. Darüber hinaus liege der
hausärztlich gemessene CDT-Wert vom 23. Juni 2016 mit 1.8 % eindeutig unter dem
Schwellenwert von 2.5 %, aber auch ausserhalb des Graubereichs von 1.9 bis 2.5 %.
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Die Feststellung im Gutachten vom 17. Januar 2017, wonach dieser CDT-Wert im
oberen Graubereich von 1.9 bis 2.5 % liege, sei offenkundig falsch. Auch die
gutachterliche Empfehlung von Beratungsgesprächen bei der Suchtberatungsstelle sei
nicht nachvollziehbar, zumal im Gutachten festgehalten werde, dass keine
Alkoholabhängigkeit und kein verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch festgestellt
werden könne. Vollends willkürlich sei schliesslich die gutachterliche Schlussfolgerung,
die angeblich unauffällige Fahrweise des Rekurrenten unter deutlichem Alkoholeinfluss
weise darauf hin, dass dieser vorgängig einen teilweise riskanten Alkoholkonsum
betrieben habe. Dabei würden sämtliche Ergebnisse der Blut- und Haaranalyse
ignoriert und aus dem Bauch heraus auf eine verkehrsrelevante Alkoholgefährdung
geschlossen. Insbesondere sei nicht aktenkundig, dass der Rekurrent sein Fahrzeug
ohne Auffälligkeiten gelenkt habe.
b) Die Verwaltungsbehörde ermittelt den Sachverhalt und erhebt die Beweise von
Amtes wegen unter anderem durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten und
Sachverständigen (vgl. Art. 12 Abs. 1 VRP). Dabei steht ihr im Rahmen der freien
Beweiswürdigung ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. BGE 120 Ia 31, E. 4b), was
grundsätzlich auch für Gutachten von Sachverständigen gilt. In Sachfragen darf von
solchen aber nicht ohne triftigen Grund abgewichen werden und allfällige
Abweichungen müssen begründet werden; ein Abweichen ist zulässig, wenn die
Glaubwürdigkeit des Gutachtens durch die Umstände ernsthaft erschüttert ist. Daher
ist zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der
Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen
aufdrängen. Erscheint die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten
zweifelhaft, sind nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu
erheben. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise oder der Verzicht auf die
gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen kann gegen das aus Art. 9 der
Bundesverfassung (SR 101; abgekürzt BV) abgeleitete Verbot willkürlicher
Beweiswürdigung verstossen (BGE 133 II 384, E. 4.2.3 und 132 II 257, E. 4.4.1).
Darüber hinaus ist die Beweiswürdigung willkürlich, wenn die Behörde das ihr
zustehende Ermessen überschreitet, indem sie erhebliche Beweise ausser Acht lässt
oder aus solchen offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht (vgl. Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_403/2016 vom 27. März 2017, E. 1.3). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines verkehrsmedizinischen Gutachtens ist entscheidend, ob es auf
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umfassenden verkehrsmedizinischen Abklärungen beruht, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung des Experten
auf einer schlüssigen, nachvollziehbaren und in sich geschlossenen Begründung
beruhen (vgl. BGer 1C_7/2017 vom 10. Mai 2017, E. 3.5 mit Verweis auf
BGE 125 V 351, E. 3a).
c) Die im Rahmen der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 6. Dezember 2016 im
Blut des Rekurrenten gemessenen Alkoholmarker MCV, GOT, GPT und GGT liegen alle
in den vorgegebenen Normbereichen (act. 8/57). Auch der am 23. Juni 2016 vom
Hausarzt des Rekurrenten gemessene CDT-Wert von 1.8 % (act. 8/41) liegt unterhalb
des vom Gutachter indirekt angegebenen Grenzwerts von 2.5 % ("Graubereich von 1,9
bis 2,5 %"). Bei den beiden diesbezüglichen Aussagen im Gutachten vom 17. Januar
2017, wonach der CDT-Wert des Rekurrenten "mit 1,8 % zwar unterhalb des
Grenzwerts von 1,5 %", aber "im oberen Bereich des üblicherweise zusätzlich
angegebenen Graubereichs von 1,9 bis 2,5 %" liege (act. 8/59), handelt es sich
einerseits um einen klar erkennbaren Tippfehler und andererseits um eine
offensichtliche Fehlformulierung. Zum einen merkt jedermann angesichts der
Obergrenze des angegebenen Graubereichs ("1,9 bis 2,5 %") unweigerlich, dass der
Gutachter richtigerweise einen CDT-Wert von 2.5 % als absoluten pathologischen
Grenzwert anstelle des versehentlich genannten CDT-Werts von 1.5 % gemeint haben
muss. Zum anderen lässt sich unschwer erschliessen, dass der Gutachter darauf
hinweisen wollte, dass zuweilen von einem erweiterten ("zusätzlich angegebenen")
Graubereich eines pathologischen CDT-Werts von 1.6 % bis 2.5 % statt wie
üblicherweise von 1.9 bis 2.5 % ausgegangen werde. Die CDT-Referenzwerte hängen
nämlich massgeblich von der gewählten Messmethode ab (vgl. BGE 129 II 82, E. 6.2.1),
wobei die Normbereichsgrenze teilweise bereits bei 1.3 % gesetzt wird (vgl. Torsten
Arndt, Möglichkeiten und Grenzen des Kohlenhydrat-defizienten Transferins (CDT) als
Kenngröße missbräuchlichen Alkoholkonsums, in: Rolf Aderjan [Hrsg.], Marker
missbräuchlichen Alkoholkonsums – Klinische und rechtliche Bedeutung, Stuttgart
2000, S. 82 ff., S. 89).
Grundsätzlich sind die Alkoholmarker MCV, GOT, GPT, GGT und auch CDT lediglich
indirekte Indikatoren eines Alkoholkonsums; direkten Aufschluss über den
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Alkoholkonsum gibt hingegen eine Haaranalyse (vgl. BGE 140 II 334, E. 3). Die am
4. Januar 2017 in einer Haarprobe des Rekurrenten gemessene EtG-Konzentration von
weniger als 7 pg/mg für den Zeitraum der vorangehenden fünf Monate (act. 8/57) ist
praxisgemäss sowohl mit einer totalen Alkoholabstinenz als auch mit einem mässigen
Alkoholkonsum vereinbar. Ein regelmässiger relevanter Alkoholkonsum ist bei einem
solchen Wert im betreffenden Zeitraum jedenfalls nicht nachgewiesen (siehe
BGE 140 II 334, E. 7), was im verkehrsmedizinischen Gutachten ausdrücklich so
festgehalten wird (act. 8/57). Nach der überzeugenden Ansicht des Gutachters erfüllt
der Rekurrent denn auch lediglich eines der sechs Kriterien einer Alkoholabhängigkeit
gemäss ICD 10 (siehe dazu etwa Michael Soyka/Heinrich Küfner, Alkoholismus –
Missbrauch und Abhängigkeit, 6. Aufl., Stuttgart 2008, S. 11 ff.), weshalb folgerichtig
und in Übereinstimmung mit dem hausärztlichen Zeugnis vom 26. Juni 2016 (act. 8/40)
festgehalten wurde, dass weder eine Alkoholabhängigkeit noch ein verkehrsrelevanter
Alkoholmissbrauch feststellbar seien (act. 8/58 f.).
Demgegenüber diagnostiziert der Gutachter beim Rekurrenten eine verkehrsrelevante
Alkoholgefährdung (act. 8/59). Eine solche liegt vor, wenn zwar gerade noch kein
Alkoholmissbrauch oder schädlicher Alkoholgebrauch diagnostizierbar ist, aber
gleichwohl klare Anhaltspunkte vorhanden sind, die auf eine Entwicklung dazu
hinweisen (vgl. Philippe Weissenberger, Administrativrechtliche Massnahmen bei
Alkohol- und Drogengefährdung, in: René Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2004, St. Gallen 2004, S. 105 ff., S. 117), wie etwa ein
episodenhaft überhöhter Alkoholkonsum mit besonderer Alkoholtoleranz (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts [VwGer] B 2014/237 vom 28. Mai 2015, E. 3.1, im Internet
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Eine Alkoholsucht oder Alkoholabhängigkeit kann
diesfalls gerade nicht festgestellt werden, wobei aufgrund des konkreten Ereignisses
des Fahrens unter Alkoholeinfluss aber von einer Unfähigkeit, den Alkoholkonsum und
das Führen eines Motorfahrzeugs konsequent trennen zu können, ausgegangen
werden muss (Bruno Liniger, Verkehrsmedizin: Fahreignungsbegutachtung und
Auflagen, in: René Schaffhauser [Hrsg.], a.a.O., S. 81 ff., S. 91; vgl. BGer 6A.106/2001
vom 26. November 2001, E. 3c/dd). Vorliegend schloss der Gutachter gestützt auf die
Tatsache, dass der Rekurrent sein Fahrzeug unter deutlichem Alkoholeinfluss ohne
grobe Auffälligkeiten habe lenken können, auf einen teilweise riskanten Alkoholkonsum
zumindest in einem davorliegenden Zeitraum und somit auf eine verkehrsrelevante
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Alkoholgefährdung (act. 8/57). Diesbezüglich ist dem Rekurrenten zuzustimmen, dass
die Akten, soweit ersichtlich, keine expliziten Ausführungen zu seinem Fahrverhalten
vorgängig und anlässlich der Verkehrskontrolle vom 6. April 2016 enthalten. Seine
Beteuerung gegenüber dem diensthabenden Polizisten, er habe sich trotz der
gemessenen Blutalkoholkonzentration von mindestens 1.67 Gewichtspromille "völlig
fahrtüchtig gefühlt" und hätte andernfalls ein Taxi genommen (act. 8/9), ist angesichts
der Umstände und der absehbaren Konsequenzen wohl eher als Schutzbehauptung zu
werten. Es steht hingegen fest, dass der Rekurrent nicht aufgrund fahrerischer
Auffälligkeiten, sondern im Rahmen einer systematischen Verkehrskontrolle eher
zufällig angehalten und erst wegen des Alkoholgeruchs im Fahrzeug auf seine
Fahrfähigkeit hin überprüft wurde (act. 8/5). Bei der polizeilichen Einvernahme machte
er trotz einer gewissen Angetriebenheit und einer verwaschenen Sprache einen optisch
unauffälligen Eindruck und verfügte über eine sichere Standfähigkeit (act. 8/11).
Typische Ausfallerscheinungen wie Übelkeit, Bewusstseinstrübung oder Erbrechen
wurden somit trotz der erhöhten Blutalkoholkonzentration nicht festgestellt.
Dahingehend ist auch die gutachterliche Feststellung zu verstehen, dass der Rekurrent
sein Fahrzeug unter deutlichem Alkoholeinfluss ohne grobe Auffälligkeiten habe lenken
können (act. 8/59). Dabei erweist sich die Schlussfolgerung, dass die beim Rekurrenten
gemessene Blutalkoholkonzentration ohne entsprechende Ausfallerscheinungen nur
nach einschlägigen "Trinktrainings" zu erreichen sei und für eine mittlerweile
stattgefundene Toleranzentwicklung spreche (act. 8/58), als durchaus nachvollziehbar.
Praxisgemäss ist nämlich bei Personen, die im Strassenverkehr mit einer
Blutalkoholkonzentration von 1.6 Gewichtspromille und mehr auffällig werden, eine
regelmässige, häufig schwere gesundheitliche Belastungen nach sich ziehende
Alkoholaufnahme von wesentlich mehr als 80 g Alkohol täglich über längere Zeiträume
anzunehmen (BGE 129 II 82, E. 5 mit Verweis auf Egon Stephan, Trunkenheitsdelikte
im Verkehr: Welche Massnahmen sind erforderlich?, AJP 1994, S. 445 ff., S. 453; vgl.
Bruno Liniger, a.a.O., S. 92 ff.; BGE 126 II 361, E. 3b). Zum Erreichen einer derart
hohen Blutalkoholkonzentration muss ein durchschnittlicher Mann innert zweier
Stunden rund 2.5 l Bier oder 1.0 l Wein konsumieren, wobei eine
Missbrauchsproblematik oder gar eine Suchterkrankung – selbst bei Alkoholersttätern
– naheliegt (vgl. Botschaft zu Via sicura, Handlungsprogramm des Bundes für mehr
Sicherheit im Strassenverkehr vom 20. Oktober 2010, BBl 2010 8447, S. 8500; René
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Schaffhauser, Zur Entwicklung von Recht und Praxis des Sicherungsentzugs von
Führerausweisen, AJP 1992, S. 17 ff., S. 34 f.). Insofern ist es jedenfalls nicht abwegig,
wenn der Gutachter dem Rekurrenten – zumindest in der Zeit vor der Trunkenheitsfahrt
vom 6. April 2016 – einen riskanten Alkoholkonsum unterstellt und gestützt darauf eine
verkehrsrelevante Alkoholgefährdung ausmacht. Die Auswertung der Haaranalyse
bezieht sich insbesondere nur auf den ungefähren Zeitraum von Anfang Juli bis Anfang
Dezember 2016 (act. 8/57) und die Analyse der Alkoholmarker MCV, GOT, GPT und
GGT deckt lediglich den Zeitraum einiger Wochen vor dem 6. Dezember 2016
(act. 8/57). Der beim Rekurrenten gemessene CDT-Wert stammt vom 23. Juni 2016
(act. 8/41) und lässt nur Aussagen zum übermässigen Alkoholkonsum über eine relativ
kurze Trinkdauer von rund 14 Tagen zu. Nach etwa einer bis drei Wochen
Alkoholabstinenz normalisiert sich der CDT-Wert wieder und insbesondere kurze
Alkoholexzesse werden ausgeblendet (vgl. BGE 129 II 82, E. 6.2.1). Insofern stehen die
Ergebnisse der Haar- und Blutanalysen einem vereinzelt exzessiven Alkoholkonsum in
der Zeit vor dem 6. April 2016 mangels zeitlicher Übereinstimmung nicht entgegen.
d) Insgesamt vermag der Rekurrent durch seine Einwendungen keine ernsthaften
Zweifel am Gutachten vom 17. Januar 2017 zu begründen. Dieses beruht auf
umfassenden verkehrsmedizinischen Abklärungen in Kenntnis der Vorakten
(act. 9/51 ff.). Zudem leuchtet die Beurteilung der verkehrsmedizinischen
Zusammenhänge ein und sind die Feststellungen sowie Schlussfolgerungen des
Gutachters – trotz der erwähnten redaktionellen Nachlässigkeiten – grundsätzlich
schlüssig, nachvollziehbar und stimmig begründet. Somit bestand für die Vorinstanz
keine Notwendigkeit für den Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. Februar
2017 zusätzliche Sachverhaltsermittlungen vorzunehmen und sie durfte zu Recht auf
das Gutachten vom 17. Januar 2017 abstellen. Von diesem Ergebnis unabhängig bleibt
zu beurteilen, ob die von ihr vorgenommene Umsetzung der gutachterlichen
Empfehlungen unter den gegebenen Umständen rechtmässig war (siehe dazu hinten
E. 4).
3.- Im Weiteren ist zunächst die gerügte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör und des Vertrauensgrundsatzes zu prüfen.
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a) Der Rekurrent führt zur Begründung dieser Rüge aus, die Vorinstanz sei in der
angefochtenen Verfügung vom 14. Februar 2017 nicht auf seine Ausführungen zu den
geltend gemachten Ungereimtheiten und Widersprüchen im verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 17. Januar 2017 eingegangen. Dies zeige, dass die Vorinstanz ihre
Meinung bereits gefasst habe, bevor sie die Ergebnisse der verkehrsmedizinischen
Tests und Untersuchungen gekannt habe; es genüge nicht, wenn sie die
Stellungnahmen des Rekurrenten lediglich erwähne und erkläre, diese geprüft zu
haben. Indem sie es trotz der Stellungnahmen und Fakten hinsichtlich der klaren
Untersuchungsergebnisse unterlassen habe, den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen, habe sie zudem den Vertrauensgrundsatz verletzt.
b) Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die
Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person tatsächlich
hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung
der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie
sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne
Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich
die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn
in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Behörde leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt (statt vieler BGer 1C_50/2017
vom 16. Mai 2017, E. 3.2).
c) Mit Stellungnahme vom 30. Januar 2017 wies der Rekurrent darauf hin, dass das
Gutachten vom 17. Januar 2017 in sich widersprüchlich sei, weil der Gutachter
fälschlicherweise davon ausgehe, der gemessene CDT-Wert von 1.8 % beschlage den
oberen Graubereich von 1.9 bis 2.5 % (act. 8/65 ff.). Mit zusätzlicher Stellungnahme
vom 10. Februar 2017 beanstandete er im Weiteren, das Gutachten vom 17. Januar
2017 sei inhaltlich weder schlüssig, nachvollziehbar noch widerspruchsfrei, weil der
Gutachter entgegen den Ergebnissen der Blut- und Haaranalysen eine
verkehrsrelevante Alkoholgefährdung diagnostiziere, obwohl er gleichzeitig eine
Alkoholabhängigkeit und einen verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch ausschliesse
(act. 9/70 ff.). Im Wesentlichen bemängelte er in seinen beiden Stellungnahmen somit
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einerseits den Tippfehler und die Fehlformulierung im Gutachten vom 17. Januar 2017
sowie andererseits die darin enthaltene Schlussfolgerung, dass trotz ausgeschlossener
Alkoholabhängigkeit und fehlendem Alkoholmissbrauch eine verkehrsrelevante
Alkoholgefährdung vorliege. Wie gezeigt sind der Tippfehler und die Fehlformulierung
derart offenkundig, dass sich aus dem Kontext ohne weiteres die eigentliche Aussage
des Gutachters erschliesst und die Vorinstanz deshalb nicht gesondert auf diese
Beanstandungen einzugehen brauchte. Was die Diagnose der Alkoholgefährdung
anbelangt, ist dem Rekurrenten entgegenzuhalten, dass eine solche auch oder gerade
dann gestellt werden kann, wenn weder eine Alkoholabhängigkeit noch ein
Alkoholmissbrauch vorliegen (siehe dazu vorne E. 2c). Deswegen bestätigte die
Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung vom 14. Februar 2017 ausdrücklich, dass
beim Rekurrenten unbestrittenermassen weder eine Alkoholabhängigkeit noch ein
verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch vorliege. Die Tatsache, dass er ein
Motorfahrzeug ohne grobe Ausfälligkeiten unter deutlichem Alkoholeinfluss gelenkt
habe, weise aber darauf hin, dass er zumindest in der Zeit vor der Trunkenheitsfahrt
einen teilweise riskanten Alkoholkonsum betrieben habe. Somit liege aus
verkehrsmedizinischer Sicht eine verkehrsrelevante Alkoholgefährdung vor, weshalb
der Gutachter die Wiedererteilung des Führerausweises mit der Auflage einer
kontrollierten Alkoholabstinenz empfehle. Da dieses Begutachtungsergebnis schlüssig
und insgesamt überzeugend erscheine, sei an der empfohlenen Auflage festzuhalten
(act. 2/2 und 8/80 ff.). Insofern setzte sich die Vorinstanz zwar knapp, aber in
hinreichender Ausführlichkeit mit den wesentlichen Vorbringen des Rekurrenten
auseinander. Dabei gab sie diesem nachvollziehbar zu verstehen, dass die
gutachterlich festgestellte Alkoholgefährdung nicht auf eine Alkoholabhängigkeit oder
auf einen Alkoholmissbrauch, sondern auf das ihm zur Last gelegte Trinkverhalten
zurückzuführen sei, auf das die Gegebenheiten der Verkehrskontrolle vom 6. April 2016
schliessen lassen würden. Darüber hinaus legte sie dar, dass sie bei der Anordnung
der umstrittenen Auflagen der Empfehlung des verkehrsmedizinischen Gutachters
folge, weshalb der Vorwurf einer bereits vor Erstattung des Gutachtens gefassten
Meinung jeglicher Grundlage entbehrt.
d) Alles in allem befasste sich die Vorinstanz somit ausreichend mit den substanziellen
Argumenten in den Stellungnahmen des Rekurrenten und zeigte diesem dabei
nachvollziehbar auf, welche Überlegungen der angefochtenen Verfügung zugrunde
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liegen. Unter diesen Umständen ist weder eine Gehörsverletzung noch eine nicht weiter
substantiierte Verletzung des Vertrauensgrundsatzes dargetan.
4.- Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz den Führerausweis des Rekurrenten
zu Recht mit einer vollständigen, kontrollierten Alkoholabstinenz von unbestimmter
zeitlicher Gültigkeit versah.
a) Die Vorinstanz begründet die streitige Auflage mit einem Verweis auf das
verkehrsmedizinische Gutachten vom 17. Januar 2017, das eine Wiedererteilung des
Führerausweises wegen der festgestellten Alkoholgefährdung nur unter Anordnung
einer kontrollierten Alkoholabstinenzauflage und Fortsetzung der Beratungsgespräche
bei der Suchtberatungsstelle empfiehlt (act. 2/2 und 8/80). Der Rekurrent hält dem
entgegen, dass spätestens zum heutigen Zeitpunkt weder ein riskanter Alkoholkonsum
noch eine verkehrsrelevante Alkoholgefährdung mehr vorlägen, die eine entsprechende
Abstinenzauflage rechtfertigen würden. Deren unbestimmte Geltungsdauer sei zudem
unverhältnismässig, was insbesondere angesichts der Einmaligkeit der
Trunkenheitsfahrt und seines tadellosen automobilistischen Leumunds während
27 Jahren gelte. Seine reuige Einsicht zeige zudem, dass er sehr wohl in der Lage sei,
den Konsum von Alkohol und das Führen eines Motorfahrzeugs zu trennen.
Schliesslich sei zu bedenken, dass er mehr als zehn Monate aus dem Strassenverkehr
gezogen worden sei, womit der Verkehrssicherheit genügend Rechnung getragen
worden sei.
b) Die Wiedererteilung eines auf unbestimmte Zeit entzogenen Führerausweises setzt
gemäss Art. 17 Abs. 3 SVG unter anderem voraus, dass die betroffene Person die
Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat. Bestehen
danach noch Bedenken hinsichtlich der Fahreignung, kann die Wiedererteilung des
Führerausweises an die Einhaltung bestimmter Auflagen geknüpft werden (vgl. BGer
1C_26/2011 vom 25. Juli 2011, E. 4.1). Im Rahmen der Verhältnismässigkeit ist es nach
den allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen nämlich stets zulässig, aus
besonderen Gründen den Führerausweis mit Auflagen zu versehen, wenn diese der
Sicherstellung der Fahreignung und damit der Verkehrssicherheit dienen sowie mit dem
Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen. Erforderlich ist dabei, dass sich die
Fahreignung nur mit dieser Massnahme aufrechterhalten lässt und die Auflagen erfüll-
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und kontrollierbar sind (BGE 131 II 248, E. 6.2; VwGer B 2014/237 vom 28. Mai 2015,
E. 3.1). Bei Fahrzeuglenkern, die zum Alkoholmissbrauch neigen, kann die
Wiedererteilung des Führerausweises nach einem Sicherungsentzug je nach den
konkreten Umständen für mehrere Jahre an eine Abstinenzauflage geknüpft werden
(BGer 1C_342/2009 vom 23. März 2010, E. 2.4). Denn die Fahreignung solcher Lenker
bedarf der besonderen Kontrolle, selbst wenn grundsätzlich keine Alkoholsucht im
medizinischen Sinne besteht (BGE 131 II 248, E. 6.3).
c) Der Rekurrent lenkte am 6. April 2016 unbestrittenermassen ein Fahrzeug mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1.67 Gewichtspromille. Dabei zeigte er trotz
der hohen Blutalkoholkonzentration keine weiteren Ausfallerscheinungen, was
erfahrungsgemäss auf einen regelmässigen und fortwährenden Konsum erheblicher
Mengen Alkohol hindeutet und eine gewisse Missbrauchsproblematik oder sogar eine
Suchterkrankung vermuten lässt (siehe dazu vorne E. 2c). Entgegen diesen
Erfahrungswerten konnte beim Rekurrenten im Rahmen einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung aber weder ein verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch noch eine
Alkoholabhängigkeit, sondern lediglich eine Alkoholgefährdung festgestellt werden,
und zwar einzig gestützt auf Annahmen zum Konsumverhalten in der Zeit vor der
Trunkenheitsfahrt (act. 8/59). Gemäss seinen eigenen Aussagen trank er zu keiner Zeit
regelmässig oder häufiger Alkohol (act. 8/53); anderweitige Hinweise konnte der
Gutachter nicht ausmachen (act. 8/59). Nach der Trunkenheitsfahrt vom 6. April 2016
stellte der Rekurrent seinen Alkoholkonsum – trotz eines letztlich zehn Monate
dauernden Ausweisentzuges – aus eigenem Antrieb gänzlich oder weitestgehend ein
(act. 8/53 und 8/59), was während rund sechs Monaten durch entsprechende Blut- und
Haarproben belegt ist (siehe dazu vorne E. 2c in fine) und insofern als Zeichen der
Läuterung verstanden werden kann. Jedenfalls brachte er auf diese Weise eine
gewisse Reue und Einsicht zum Ausdruck. Diese Tatsachen sprechen insgesamt
dagegen, dass sich die Fahreignung des Rekurrenten nur mittels vollständiger,
kontrollierter Alkoholabstinenzauflage aufrechterhalten liesse. Abgesehen vom Ereignis
vom 6. April 2016 verfügt er nämlich, soweit aus den Akten ersichtlich, über einen
ungetrübten automobilistischen Leumund (vgl. act. 8/51) und es liegen insbesondere
keinerlei erschwerenden Begleitumstände vor, aufgrund derer sich trotz erstmaliger
Trunkenheitsfahrt ernstzunehmende Anhaltspunkte auf ein besonderes Risiko für
andere Verkehrsteilnehmer oder ernsthafte Bedenken an der Fahreignung ergäben
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(siehe BGer 6A.106/2001 vom 26. November 2001, E. 3c/cc). Des Weiteren konnte bei
ihm weder ein Alkoholmissbrauch oder eine entsprechende Neigung festgestellt
werden, noch bestehen aufgrund der unauffälligen CDT- und EtG-Werte
diesbezügliche Verdachtsmomente. Dementsprechend ist auch keine regelmässige
Kontrolle seiner Fahreignung angezeigt, welche die Auflage einer vollständigen,
kontrollierten Alkoholabstinenz unter fachlicher Betreuung rechtfertigen könnte (siehe
BGE 131 II 248, E. 6.3; VwGer B 2014/237 vom 28. Mai 2015, E. 3.1). Alles in allem
stellt sich eine solche als nicht erforderlich und somit als unverhältnismässig heraus. In
diesem Punkt ist dem verkehrsmedizinischen Gutachten nicht zu folgen. Dies bedeutet
letztlich aber auch, dass nicht in allen Fällen, in denen die Fahreignung
verkehrsmedizinisch oder -psychologisch abgeklärt wird (vgl. Art. 15d SVG), der
Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen oder mit einer Auflage versehen werden
muss.
d) Zusammenfassend erweist sich die von der Vorinstanz bei der Wiedererteilung des
Führerausweises dem Rekurrenten erteilte Auflage einer vollständigen, kontrollierten
Alkoholabstinenz unter fachlicher Betreuung als unverhältnismässig und ist daher
gänzlich aufzuheben. Die Erteilung dieser Auflage erfolgte mit Verfügung vom
14. Februar 2017. Mit dieser wurde dem Rekurrenten der Führerausweis wiedererteilt,
ohne dies jedoch im Rechtsspruch zu erwähnen und den vorsorglichen
Führerausweisentzug vom 19. April 2016 förmlich aufzuheben. Da dieser mit der
Wiedererteilung des Führerausweises am 14. Februar 2017 dahinfiel, wäre die
Vorinstanz gehalten gewesen, die Aufhebung des vorsorglichen Führerausweisentzugs
im Rechtsspruch ausdrücklich festzuhalten. Dies ist folglich im vorliegenden
Rekursverfahren nachzuholen. Entsprechend sind in vollständiger Gutheissung des
Rekurses sowohl die angefochtene Verfügung vom 14. Februar 2017 als auch der
vorsorgliche Führerausweisentzug vom 19. April 2016 aufzuheben.
5.- a) Die Kosten des Zwischenverfahrens zur aufschiebenden Wirkung von Fr. 200.–
(ZV-2017/43) sind vom Rekurrenten zu bezahlen, da er mit seinem Gesuch unterlegen
ist. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist damit zu verrechnen und dem Rekurrenten
im Restbetrag von Fr. 1'000.– zurückzuerstatten. Demgegenüber sind die amtlichen
Kosten des Hauptverfahrens dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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Entscheidgebühr von Fr. 1'000.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung [sGS 941.12]).
b) Der vollständig obsiegende Rekurrent liess sich anwaltlich vertreten. Er hat gemäss
Art. 98 Abs. 2 und Art. 98 VRP Anspruch auf eine vollständige Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten, soweit diese als notwendig und angemessen erscheinen. Der
Beizug eines Rechtsvertreters war im vorliegenden Rekursverfahren geboten.
Im Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale
ausgerichtet. Es beträgt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [sGS 963.75; abgekürzt
HonO]). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeiten
des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19
HonO). Eine Kostennote wurde nicht eingereicht. Angesichts der sich stellenden, teils
eher anspruchsvollen Fragen in tatsächlicher und insbesondere rechtlicher Hinsicht
sowie des durchschnittlichen Aktenumfangs und der schriftlichen Eingaben erscheint
eine Entschädigung von Fr. 2'000.– zuzüglich Fr. 80.– Barauslagen (4 % von
Fr. 2'000.–) und Fr. 166.40 Mehrwertsteuer (8 % von Fr. 2'080.–) als angemessen
(Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 HonO). Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten
sind dem Rekurrenten die ausseramtlichen Kosten von insgesamt Fr. 2'246.40
vollständig zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 VRP); entschädigungspflichtig ist der
Staat (Strassenverkehrsamt). Kein Entschädigungsanspruch besteht demgegenüber für
das Zwischenverfahren IV-2017/47; denn das Gesuch des Rekurrenten um Erteilung
der aufschiebenden Wirkung wurde abgewiesen.