Decision ID: 332d1079-b4e9-4d9c-958c-d486e3585151
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, war seit August 1994 als Maschinenmonteur bei der
Y._
AG tätig (
Urk.
6/14), als er sich am 2
6.
August 2008 bei der Arbeit ein
Verhebetrauma
mit persistierenden
lumboradikulären
Schmerzen L5 links bei paramedianer Diskushernie L4/5 links
zuzog
(
Urk.
6/12/3-4).
Infolge
dessen war er ab dem
1.
September 2008 arbeitsunfähig (
Urk.
6/13/3). Nach
M
eldung zur Früherfassung durch die Arbe
itgeberin im Oktober 2008 (Urk.
6/2) und ersten medizinischen und erwerblichen Erhebungen durch die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, (
Urk.
6/3) meldete sich
X._
im Dezember 2008 zum Leistungsbezug bei der Invalidenver
siche
rung an (
Urk.
6/6). Die IV-Stelle zog
in der Folge
die Akten der Krankentag
geld
versicherung (
Urk.
6/11) sowie
der
Suva
bei (
Urk.
6/12) und ersuchte den Haus
arzt
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin
,
(Berichte vom
1
7.
Dezember 2008,
Urk.
6/13
,
und vom 2
0.
Januar 2010 samt Beilagen
,
Urk.
6/
37) wie auch die behandelnden Fachärzte verschiedener Institutionen (Berichte des
Spitals
A._
vom
3.
und
4.
Mä
rz 2009 samt diverser Beilagen,
Urk.
6/22-23
, des Sanatoriums
B._
vom 2
4.
Februar 2010,
Urk.
6/40,
der p
sychiatri
schen Klinik
C._
vom 1
2.
Februar 2010
,
Urk.
6/44
,
und der
p
sychiatris
chen K
linik
D._
, vom 13.
September 2010
,
Urk.
6/49) und die Arbeitgeberin (
Arbeitgeberbericht vom 8.
Januar 2009
,
Urk.
6/14) um Auskünfte. Zwischenzeitlich
hatte sich
der Versicherte mehrmals in stationärer
beziehungs
weise teilstationärer
psychiatrischer Beh
andlung
befunden
(
Urk.
6/40,
Urk.
6/44 und
Urk.
6/49) und die
Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis
per Ende Juli 2009 gekün
digt (
Urk.
6/24)
. Die
Suva
hatte zudem
ihre Leistungen (Heilkosten und Taggeld) per 2
2.
März 2010 eingestellt (
Urk.
6/42).
Die
IV-Stelle
holte
bei
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, das fachspezifische Gutachten vom 1
7.
Dezember 2010 ein (
Urk.
6/54) und prüfte beruflich
e
Eingliederungsmassnahmen mit dem Ergebnis, dass sie eine Unterstützung bei der Stellensuche aufgrund der subjektiven E
in
schätzung des
Versicherten
für im Moment
nicht angezeigt erachtete (Urk.
6/63).
Am 2
4.
Mai 2011 berichteten die behandelnden Fachpersonen der
K
linik
F._
über den stati
onären Aufenthalt
des Versicherten
vom 20.
März bis
9.
April 2011 (
Urk.
6/64). Ferner berichtete
Dr.
med.
G._
,
Facharzt
FMH
für
Psychiatrie und Psychotherapie, am 1
5.
November 2011 über die bei ihm aufgenommene psychiatrische Behandlung (
Urk.
6/69 samt Beilage,
Urk.
6/70)
und die
D._
reichte ihren Verlaufsbericht vom 2
7.
Oktober 2011 ein (
Urk.
6/68). Hierauf ergänzte die IV-Stelle ihr Dossier
um
die aktuellen Unfallversiche
rungsakten (
Urk.
9/77), darunter das von der
Suva
zwischenzeitlich eingeholte Gutachten von
Dr.
med.
H._
, Leitender Arzt Wirbe
lsäulenchirurgie des Kantonsspi
tals
I._
, vom 1
0.
Oktober 2011, (
Urk.
6/77/9-15) und gab beim
Begutachtungsinstitut J._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
6/76), welches da
tierend vom 28.
August 2012 am
4.
September 2012 erstattet wurde (
Urk.
6/101).
In der Folge stellte die IV-Stelle dem Versi
cher
ten, welcher
sich
zwischenzeitlich erneut mehrmals in stationärer bezieh
ungs
weise teilstationärer psychiatrischer Behandlung
b
efunden hatte
(Urk.
6/124/3
2-33
,
Urk.
6/124/34-37 und Urk.
6/100)
,
mit Vorbescheid vom
1
4.
Dezember 2012 (
Urk.
6/111)
in Aussicht, ihm eine vom 1.
September 2009 bis 3
1.
Januar 2010 befristete ganze Invalidenrente
auszurichten
. Dagegen liess der
Versicherte mit Eingabe vom 6.
Februar 2013 Einwände vorbringen und bean
tragen, das Verfahren sei zu sistieren, bis das von ihm bei
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
in Auftrag gege
bene psychiatrische Zweitgutachten vorliege (
Urk.
6/116). Dieses schliesslich vom 1
8.
Juni
2013 datierende Gutachten (Urk.
6/124) kam der IV-S
telle am 2
5.
Juni 2013 zu (Urk.
6/125). Ferner wurde ihr der Austrittsbericht der
D._
vom 1
4.
Mai 2013 über eine weitere stationäre Behandlung
des Versicherten
vom 1
5.
Januar bis 29.
März 2013 (
Urk.
6/121) zugestellt.
Mit
Verfügung vom 2
8.
August 2013 sprach die IV-Stelle wie vorbeschieden dem Versicherten eine befristete ganze Invalidenrente für die Dauer vom
1.
September 200
9 bis 3
1.
Januar 2010 zu (Urk. 6/133
; Verfügungsteil 2
,
Urk.
6/128
).
Die vom Versicherten
dagegen
erho
bene Beschwerde (
Urk.
6/139/3-21) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 26. September 2014 (
Urk.
6/164) in dem Sinne gut, dass die angefochtene Ver
fügung vom 2
8.
August 2013 insoweit aufgehoben wurde, als sie einen Renten
anspruch nach dem 3
1.
Januar 2010 verneint, und die Sache wurde an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese eine ps
ychiatrische Abklärung einholt,
allenfalls
auch
unter Einbezug der
geltend gemachte
n
Versch
lechterung in somatischer Sicht
, und hernach üb
er den Rentenanspruch ab dem 1.
Februar 2010 neu verfügt.
1.2
Der
Versicherte
war
vom
3.
März bis 3
0.
März 2015 zwecks interdisziplin
ärer Rehabilitation in der Rehaklinik
L._
(
Urk.
6/181)
und
vom 2
7.
April bis
2
6.
Juni 2015
(Urk.
6/227/13-16) und vom
5.
bis 2
9.
September
2015 (Urk.
6/227/
9-12) erneut im Sanatorium
B._
in stationär
-
psychiatrischer Behandlung.
Am
2.
Mai 2016 erstattet
en
die Gutachter der MEDAS
M._
der IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
6/193), welches diese
in
Nachachtung des Urteils des hiesigen Gerichts
vom 2
6.
September
2014 (Urk.
6/164)
in Auftrag gegeben hatte (Urk. 6/179).
Vom 1
3.
Juni bis 1
3.
Juli 2016 war der Versicherte
erneut
in stationärer Behandlung im Sanatorium
B._
(
Urk.
6/227/6-8).
Nachdem die
M._
-Gutachter
am
2
4.
Oktober 2016 eine Zusatzfrage
der IV-Stelle
beantwortet hatte
n
(
Urk.
6/208), stellte die IV-Stelle m
it Vorbescheid vom
2
5.
November 2016 in Aussicht, das Leistungsbegehren
des Versicherten
abzuweisen (
Urk.
6/214). Dagegen erhob der Versicherte unter Beilage zweier Berichte des
Zentrums
N._
(
Urk.
6/222 und
Urk.
6/223) Einwand
und beantragte, es sei ihm ab dem
1.
Februar 2010 und bis auf Weiteres eine ganze Invalidenrente auszurichten
(
Urk.
6/216 und
Urk.
6/224).
Vom 1
2.
Januar 20
1
7 bis 2
8.
Januar 2017
hielt sich
der Ver
sicherte
erneut
zur
stationär-psychiatrische
n
Behandlung im Sanatorium
B._
auf
(Urk.
6/227
/3-5
)
.
In der Folge gab die IV-Stelle eine weitere polydis
ziplinäre Untersuchung
beim
Zentrum
O._
in Auftrag (
Urk.
6/239).
Nachdem sich der Versicherte v
om
3.
Oktobe
r 2017 bis 1
3.
November 2017
in stationärer Behandlung in der Reha
P._
befunden (
Urk.
6/238) und im
Januar und Februar 2018 die Untersu
chung
en im
O._
stattgefunden hatten, wurde das
O._
-Gutachten am 2
3.
April 2018 erstatte
t
(
Urk.
6/243). Am 1
7.
Juli 2018 liess sich der Versicherte
unter Bei
lage einer Stellungnahme des
N._
(
Urk.
6/252)
dazu
vernehmen (
Urk.
6/251).
Mit Verfügung vom 1
0.
Oktober 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 1
2.
November 2018 Beschwerde erheben und beantragen (
Urk.
1), es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die ab
1.
September 2009 ausgerichtete und per 3
1.
Januar 2010 eingestellt Rente weiter
hin, das heisst ab dem
1.
Februar 2010 und bis auf Weiteres
,
zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Dezember 2018 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5),
was dem Beschwerdeführer am 12.
Dezember 2018 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer befristeten oder abgestuften Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mung
en (
Art.
17
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialver
siche
rungsrechts, ATSG,
in Verbindung mit
Art.
88a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_
399/2016 vom 1
8.
Januar 2017 E.
4.8.1).
Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wend
baren
Art.
88a
Abs.
1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 2
5.
August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom
5.
Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.2.4
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen
Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März
2018 E.
5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der
Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
Oktober 2018 (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer behinde
rungs
an
gepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist, was ihm die Erzielung eines renten
ausschliessenden Einkommens ermögliche.
2.2
Der Beschwerdeführer liess dagegen im Wesentlichen einwenden (
Urk.
1),
er bestreit
e
, dass er in einer angepassten Tätigkeit noch zu 80
%
arbeitsfähig sei. Die gemäss Beschwerdegegnerin bloss 20
%
ige Einschränkung der Arbeits
fähig
keit aus psychiatrischer Sicht widerspreche den Einschätzungen der Behandl
er
, die aufgrund der jahrelangen schweren Depressionen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten ausgingen. Die Gutachten der
M._
vom
2.
Mai 2016 und des
O._
vom 2
3.
April 2018 erfüllten die rechtspre
chung
s
gemässen Anforderungen an beweistaugliche medizinische Gutachten nicht. Die vom psychiatrischen
M._
-Gutachter
Dr.
Q._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
gestellte Hauptdiagnose einer blossen «sonstigen Reaktion auf eine schwere Belastung»
beziehungsweise einer «Verbitterungs
störung»
sei in keiner Weise mit der Aktenlage zu vereinbaren, sie stünde im klaren Wiederspruch zum dokumentierten Krankheitsverlauf und Dutzenden von anderslautenden Arztberichten sowie auch den
übrigen
Gutachten. Mit diesen habe sich
Dr.
Q._
offensichtlich nicht substantiiert auseinandergesetzt.
D
ie richtige psychiatrische Hauptdiagnose
,
eine rezidivierende depressive Störung (gegen
wärtig schwere depressive Episode),
sei
von den Behandlern vom
N._
in ihrem Bericht vom
7.
März 2017 überaus plausibel, detailliert und damit nach
vollziehbar begründet
worden
.
Das Gutachten des
O._
vom 2
3.
April 2018 habe seine explizit gestellte Zu
satzfrage
hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit ab Februar 2010 und des Zeitpunktes einer allenfalls vorliegenden länger andauernden Arbeitsfähigkeit
nicht beantwortet. Das Gutachten sei nur schon deshalb offensichtlich unvoll
ständig. Es sei
zudem
offenkundig, dass die zentrale gutachterliche Einschätzung,
wonach ein «Leidensdruck nicht nachvollziehbar» sei, in offenkundigem Wider
spruch
zur
Aktenlage
mit insbesondere langjährig
en Therapien mit Psychophar
maka-Einnahme
und zahlreichen
Hospitalisationen
nach Suizidversuchen
stehe.
Mittlerweile sei die vom angerufenen Gericht im Urteil vom 2
6.
September 2014 aufgeworfene Frage nach der Verwertbarkeit des «periodischen Zugewinnes an zumutbarer Arbeitsfähigkeit beantwortet. Die hohe Kadenz der Hospitalisie
rung
en halte seither nämlich an. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit w
ährend dieser Aufenthalte werde
auch von den Gut
achtern anerkannt. Die nachhaltige
Aus
übung einer Erwerbstätigkeit zwischen diesen häufigen und in rascher Folge auf
tretenden Krisen
sei
schlicht illusorisch.
3.
3.1
Im Gutachten
der
M._
vom
2.
Mai 2016
(
Urk.
6/193
) werden die bis zur Begutachtung des Beschwerdeführers aktenkundigen medizinischen Berichte zu
sammengefasst (
Urk.
6/193/7 ff.
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergege
ben werden. Soweit erforderlich
wird in den nachfolgenden Erwä
gungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Die Gutachter der
M._
hielten in ihrem Gutachten vom
2.
Mai 2016 (
Urk.
6/193
) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
6/193/38):
-
sonstige Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.8)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
chronisch wieder
kehrende Lumbalgien bei Rezidiv
-Disku
s
hernie im Seg
ment L4/5 linksseit
ig, bei Status nach
Sequestrekt
omie
L4/5 links am 2
7.
April 2009, bei
Bandscheibenprotrusion
in den Segmenten L3/4 und L5/S1, degenerativen LWS-Veränderungen und geringer Wirbelsäu
len
fehl
statik – MRI vom 1
9.
Jan
u
a
r 2014 mit hieraus resultierender Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule, ohne
radikuläre
Komponente
-
chronisch wiederkehrend
e
Zervikalgien
bei Diskushernie im Segment C5/6
mediolateral
links mit Do
r
salverlagerung der Wurzel C6 im
Rezessus
links und diskreten degenerativen HWS-Veränderungen, ohne Hinweis auf weitere Wurzelaffektionen und ohne signifikante Spinalkanalstenose – MRI Februar 2014
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannten die
M._
-Gut
achter (
Urk.
6/193/38):
-
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)
-
Spreizfuss beidseits
-
k
ein neurologisches
radikuläres
Korrelat bei
Zervikobrachial
gi
e
links bei
im
MRI nachgewiesener Diskushernie C5/6 links
-
k
ein neurologisches Korrelat bei chronischem lumbalen Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in beide Beine
-
Restless
-
Legs
-Syndrom
-
Lipidstörun
g
, bisher nicht therapiert
-
d
eutliche Leukozytose, am ehesten bedingt durch Nikotinabusus, even
tuell
auch
durch bestehe
nde
Verletzung
Die Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer
für die angestammte Tätigkeit als Maschinenmonteur vorrangig aufgrund der verminderten Rückenbelastbarkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, das heiss
e
in einem vollschichtigen Arbeitspensum eine Leis
tung
s
fähigkeit von 80
%
.
Retrospektiv bestehe in der angestammten Tätigkeit hinsichtlich der verminderten Rückenbelastbarkeit auch nach Ende Oktober 2009 (ein halbes Jahr nach dem Eingriff an der LWS am 2
7.
April 2009) die Arbeitsunfähigkeit. Für eine leidens
adaptierte Tätigkeit sei hingegen mindestens ab Oktober 2009 rein auf das Rückenleiden bezogen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr
plausi
bi
li
sierbar
. In einer Verweistätigkeit sei jedoch aus psy
chia
trischer Sicht von einer höchstens 20%igen Arbeitsunfähigkeit ab etwa Ende 2011 auszugehen. Die weiter zurückliegende Zeit sei aus versicherungspsychiatrischer Sicht angesichts der auch erheblich bestehenden und den Verlauf überlagernden psychosozialen Aspekte nicht hinreichend valide zu bewerten (
Urk.
6/193/39)
.
3.3
Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, welche psychiatrischen Diagnosen sich medizinisch-theoretisch nach Abstrahierung der psychosozialen Belastungen, insbesondere der Schulden stellten und welche Arbeitsfähigkeit sich dann ergebe (
Urk.
6/194), antwortete
der psychiatrische Gutachter der
M._
,
Dr.
Q._
,
am 2
4.
Oktober 2016 (
Urk.
6/208), bei der Diagnose ICD-10 F43.8 handle es sich nicht um eine reine psychosoziale Belastungssituation. Sie hätten bei ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bereits bewusste Anteile und willentlich beeinflussbare Störungen abstrahiert, da diese versicherungsmedizinisch nicht relevant seien.
In der Gesamtkonstellation, unter Berücksichtigung der sonstigen in dem psychia
trischen Gutachten genannten Diagnosen,
habe
sich die von ihnen angegebene Arbeitsunfähigkeit für die angestammte und eine ideal angepasste Verweis
tätig
keit
ergeben
.
3.
4
Die Ärzte des Sanatoriums
B._
hielten mit Austrittsbericht vom
3.
März 2017 (
Urk.
6/227/3-5), welcher sich auf den stationären Aufenthalt des Beschwer
de
führers vom 1
2.
Januar bis 2
8.
Februar 2017 bezog, als Hauptdiagnosen fest:
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
a
bsichtliche Selbstschädigung (ICD-10 X84.9)
-
Status nach Selbstverletzung (Schneiden)
9.
Januar 2017
-
Status nach Suizidversuch
2012, 2015
Als Nebendiagnosen
nannten sie
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeitssyndrom und eine chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psy
chischen Faktoren (ICD-F45.41).
Der Eintritt bei ihnen sei freiwillig erfolgt. Bei Eintritt habe sich der Be
schwer
deführer stark niedergeschlagen und hoffnungslos gezeigt. Er habe über ober
fläch
liche Schnittverletzungen in der Woche vor Eintritt bei Suizidideen
berich
tet
; eine medizinische Versorgung sei nicht notwendig gewesen. Seit seinem letzten stationären Aufenthalt habe sich sein depressives Zustandsbild langsam aber kontinuierlich ohne einen konkreten Auslöser verschlechtert. Der Beschwer
defüh
r
er habe sich durch seine sozialen Umstände, namentlich Schwierigkeiten beim Suchen einer neuen Unterkunft
und Geldprobleme
, stark belastet gezeigt. Er habe wiederholt Termine beim hausinternen Sozialdienst wahrgenommen. Im Verlauf seines Aufenthaltes habe der Beschwerdeführer die Zusage für eine neue Wohnung erhalten, worüber er sichtlich erleichtert gewesen sei. Zusätzlich habe die Beziehung zu den Kindern st
abilisierend gewirkt. Der Beschwerdeführer sei bei deutlich stabilisiertem psychischen Zustandsbild und, im Vergleich zum Ein
tritt, klarer Distanzierung von suizidalen Absichten im gegenseitigen Einver
ständnis aus dem Sanatorium
B._
entlassen worden.
3.5
Dr.
med.
Q._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, und
Dr.
phil.
klin
. psych.
R._
vom
N._
nahmen
auf V
eranlassung
des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
am 7.
März 2017 zum
M._
-Gut
achten Stellung (
Urk.
6/222). Sie erklärten, die Aktenlage sei unvollständig. So fehle der Bericht des
N._
vom
9.
Februar 201
5.
Dies sei schwerwiegend, da in diesem Bericht über eine neuropsycholo
gische Abklärung berichtet werde. Einzig
Dr.
Q._
habe eine Verbitterungs
störung diagnostiziert. Er weiche damit auch von den Vorgutachtern des
J._
und
Dr.
K._
ab, welche eine mittelgradige Depression diagnostiziert hätten. Die Begründung von
Dr.
Q._
basiere vor allem auf den Schulden. Der Beginn der Depression sei im Jahr 2009 gewesen, die Schulden hätten jedoch erst 2013 begonnen. Die schwere Depression sei durch den Verlust des Lebensmittelpunktes (Arbeit) und die Schmerzen und nicht durch psychosoziale Umstände begründet. Die richtige Diagnose sei rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode (ICD-10 F33.2). Der Beschwerdeführer sei für sämtliche Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.6
Dr.
med.
S._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
und
T._
, eidgenössisch a
nerkannter Psychotherapeut,
von der Reha
P._
hielten mit Bericht vom 1
2.
Dezember 2017
(
Urk.
6/238
)
, welcher sich auf den statio
nären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
3.
Oktober bis 1
3.
November 2017 bezog, als Diagnosen fest:
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
Status nach Suizidversuchen, zuletzt 2015
-
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
c
hronisch lumbales Schmerzsyndrom
-
mediolaterale
D
iskushe
rnie C5/6 links
-
Status nach
Sequestrektomie
L4/5 links am 2
7.
April 2009
Dr.
S._
und Psychotherapeut
T._
attestierten dem Beschwerde
führer sowohl für die Dauer des stationären Aufenthaltes wie auch nach der Ent
lassung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.7
Die
O._
-Gutachter nannten in ihrem Gutachten vom 2
3.
April 2018 (
Urk.
6/243
) als Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/243/102)
:
-
c
hronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom ohne
Rad
i
kulopathie
mit/bei
-
a
ktivierter
Osteochondrose
auf Höhe L4/L5 und L5/S1 sowie
multi
eta
gerer
Diskusprotrusion
betont L3/L4, L4/L5 sowie L5/S1
-
Status nach mikrochirurgischer
Sequestrektomie
im Segment L4/L5 am 2
7.
April 2009
-
r
ezidivierender Lumbalgie bei Rezidiv-Diskushernie im Segment L4/L5 links
-
c
hronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
bei
-
m
oderater
Osteochondrose
im Segment C4/C5
-
m
ultietagerer
Diskusprotrusion
betont im Segment C4/C5 sowie C5/C6
-
r
ezidivierenden
Z
e
rvikalgien
bei Diskushernie im Segment C5/C6
medio
lateral
links mit Dorsalverlagerung der Wurzel C6 im
Rezessus
links mit diskreten degenerativen HWS-Veränderungen
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die
O._
-Gut
ach
t
er
(
Urk.
6/243/102)
:
-
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0), Rentenneurose
-
p
sychische und Verhaltensstörungen dur
ch Stimulanti
e
n (Coffein; ICD-10 F15.1), Abhäng
i
gkeit (10 bis 15 Tassen Kaffee/Tag)
-
p
sychische und Verhaltensstörung
e
n durch Tabak (ICD-10 F17.1), schäd
licher Gebrauch (etwa 60 pack
years
)
-
Dyslipidämie
In der bis zu seinem am 2
6.
August 2008 erlittenen
Verhebetrauma
ausgeübten Tätigkeit als Maschinenmonteur, welche als körperlich mittelschwer bis intermit
tie
rend schwer einzustufen sei, sei de
r Beschwerdeführer seit dem 26.
August 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer rückenadaptierten, körperlich leichte
n
, wechselbelastenden, überwiegend sitzenden, optimal angepassten Tätigkeit sei
er
aus interdisziplinärer Sicht unverändert zu 80
%
arbeitsfähig. Dies gelte durch
gehend seit dem Erstantrag zum Bezug von Leistungen für Erwachsene, datierend auf den 2
6.
August 200
8.
Ausgenommen hiervo
n
seien die Zeiträume der diver
sen stationären Rehabilitationsmassnahmen und psychiatrischen
Hospitalisa
tionen
. Während dieser Zeiten habe auch in adaptierter Tätig
k
e
i
t eine 100%i
ge Arbeitsunfähigkei
t bestanden (Urk.
6/243/115).
3.8
Dr.
Q._
und
Dr.
phil.
R._
nahmen mit einem mit
6.
Juli 2017 da
tierten Bericht Stellung zum
O._
-Gutac
hten vom 2
5.
Februar 2018 (Urk.
6/252).
Nach H
underten von Therapiestunden hätten verschieden
e
Langzeitbehandl
er
beim Beschwerdeführer entweder eine schwere oder mittelgradige Depression
diag
nostiziert. Der Verlauf im
N._
seit 2014 mit bisher 62 Sitzungen zwischen den stationären Aufenthalten zeige klar ebenfal
ls eine schwere Depression. Med.
pract
.
U._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
O._
lege den Fokus fachfremd vor allem auf das Schmerzgeschehen und stelle nur Motivationslosigkeit, Lustlosigkeit
sowie
Zittern bei Status nach Suizidversuch fest und beurteile den Beschwerdeführer vor allem im Lichte einer Selbstlimi
tie
rung und Regression sowie einer Rentenneurose ohne Leidensdruck.
Der Gut
ach
terin
entgehe der langjährige, bisher leider
unkorrigierbar
des
o
late Verlauf bei durchgängig mindestens mittelgradigen oder schweren Depressionen bei Thera
pie
resistenz und dem nur geringen Erfolg einer Reduzierung der Suizidalität. Es könne wohl nicht sein, dass drei verschiedene Klinik nach mehrmonatigen Auf
ent
halten sowie das
N._
nach Hunderten von Sitzungen die Situation des Be
schwerdeführers nu
r
im Hinblick auf die immer wieder geäusse
r
te Befangenheit falsch beurteilten und einzig die drei Gutachterstellen nach einer gesamten Gut
achterzeit von höchstens 10 Stunden psychiatrisch lediglich Rentenneurosen ohne Leidensdruck feststellten. Der Beschwerdeführer sei heute nicht mehr wegen de
s
Unfall
s
und der Kündigung, sondern längst
komorbid
mit dem Gefühl eines zerstörten Lebens und der Schmerzen
schwerst
depressiv. Psychosoziale Um
stände spielten längst keine Rolle mehr, vielmehr handle es sich um ein negatives Gedankenkreisen bis hin zu Suizidgedanken und völlig irrationalen Entschei
dungen (ohne Ehekonflikte verlasse e
r
die Familie, weil er Ruhe haben müsse) im Rahmen der Depression. Anstatt die Depression in der Schwere exakt zu explo
rieren konstruierten die Gutachter erneut psychosoziale Umstände und Renten
neu
rosen als Hauptgrund für das Zustandsbild des Beschwerdeführers
,
um schliesslich kaum Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit festzustellen. Die Prob
lematik der Komorbidität werde nicht exploriert.
4.
4.1
Die Gutachten der
M._
vom
2.
Mai 2016 (
Urk.
6/193) und des
O._
vom 23.
April 2018 (
Urk.
6/243) erfüllen
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche medizinische Gutachten.
Die Gutachten
sind
für die streitigen Belange umfassend,
sie beruhen
auf eingehenden fachärztlichen Untersuchungen,
sie berücksichtigen
die geklagten Beschwerden,
sie leuchten
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion ein, und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar be
grün
det (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a; E. 1.3).
4.2
Der Beschwerdeführer brachte gegen das
M._
-Gutachten diverse Einwände vor
(vgl.
Urk.
1 S. 8 ff.)
, welch
e
e
r im Wesentliche
n auf die Stellungnahme von Dr.
Q._
und
Dr.
phil.
R._
vom
7.
März 2017 (E. 3.5
) stützte. Dazu ist festzuhalten, dass entgegen
dem
entsprechenden Einwand des Beschw
e
rde
führers
aus der Unkenntnis der Gutachter eines einzigen Berichtes der behan
deln
den
Fachpersonen
des
N._
nicht geschlossen werden
kann
, die Beurteilung be
ruhe auf unvollständigen Akten. Dies gilt umso mehr, als zahlreiche
Berichte der behandelnden Ärzte - u
nter anderem auch des
N._
(Urk.
6/193/17) – von den Gutachtern
berücksichtigt wurden
(vgl.
Urk.
6/193/7 ff.)
. Hinsichtlich des Ein
wandes des Fehlens einer neuropsychologischen Untersuchung gilt es zu beach
ten,
dass es
grundsätzlich Sache des begutachtenden Arztes
ist
zu entscheiden,
w
elche Abklärungen
und Untersuchungen für eine umfassende Expertise als
notwendig erscheinen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_530/2015
, 8C_563/2015
vo
m
6.
Januar
2016 E.
5.2).
Analoges gilt auch für die Rücksprache mit den Behand
lern. Der Entscheid, ob eine Rücksprache mit den behandelnden Ärzten angezeigt ist, ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht von der untersuchten Person oder von deren behandelnden Ärzten zu treffen, sondern
steht
allein im Ermessen der mit der Begutachtung be
trauten medizinischen Experten
und
ist
nicht zwingend (Urteil des Bundesgerichts 9C_191/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.2.3 mit Hinweisen).
Entgegen dem
Einwand des Beschwerdeführers blendeten
die
M._
-Gutachter auch die Vielzahl
der stationären L
ang
zeitbehandlung
en
nich
t
aus.
Die Gutachter attestierten für den Zeitraum der stationären Aufenthalte
nicht nur eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten (
Urk.
6/
1
9
3/
29
), sondern sie legten auch dar, dass die Krankhe
it
als solche vom
Beschwerdeführer
als Ausweg aus der prekär erleb
t
en Belastungssituatio
n wa
h
r
ge
nommen werd
e
und aus psych
ia
trisch-psychodyna
m
i
s
cher Sicht von einem Appell auszugehen sei (
Urk.
6/193/26). Es trifft auch nicht zu, dass sich die Gut
achter auf psychosoziale Umstände fo
k
ussierten. Die Gutachter legten vielmehr dar, da
ss anh
altende beziehungsweise dauerhafte Beeinträchtigungen der All
tags
funktionen nicht überzeugend dargestellt
w
erden konnten. Die gesch
ilderten Funktionsbeeinträchtigu
ngen und die zu erui
e
renden Aktivitäten des täglichen Lebens
stünd
en nicht regelmässig im Einklang
(
Urk.
6/193/28)
.
Dass darüber hin
aus jedoch psychosoziale Belastungen das Beschwerdebild beeinflussen
,
ergibt sich ohne weiteres aus den aktenkundigen Berichte der behandelnden Ärz
te. So wies
en beispielsweise die Ärzte des San
a
toriums
B._
in ihrem Bericht vom
3.
März 2017 darauf hin, dass der Beschwerdeführer durch seine sozialen Um
stände stark belastet ist (
Urk.
6/227/4
, E. 3.4
).
Entgegen dem Beschwerdeführer steht auch fest, dass die finanziellen Probleme bereits unmittelbar nach dem Unfall begonnen
ha
tten
, sah er sich nach dem Unfall doch gezwungen, einen zuvor gekauften Club mit Verlust zu verkaufen (
Urk.
6/193/25).
Weiter ist nicht ersichtlich, inwieweit die Befundaufnahme
durch die Gutachter
rudimentär sein soll (vgl.
Urk.
6/193/23-24).
Ebenso zielt der Einwand ins Leere, die Begutachtung sei nicht lege
artis
erfolgt, weil keine fremdan
amnestischen Angaben eingeholt
worden seien
. Der Entscheid, ob fremdanamnestische Angaben eingeholt werde
n, obliegt
grundsätzlich alleine der Fachkenntnis und dem Ermessens
spiel
raum des medizinischen Experten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_457/2018 vom
7.
Septem
ber 2018 E.
3.2 mit Hinweis
).
Dem Gutachten ist auch korrekt zu ent
nehmen, dass der Beschwerdef
ü
h
r
er im Zeitpunkt der Begutachtung in stationärer Behandlung
stand
(
Urk.
6/193/21
;
vgl.
Urk.
6/227/9-12).
4.3
Hinsichtlich des
O._
-Gutachtens wendete der Beschwerdeführer unter anderem ein, die Gutachter hätten sich entgegen der explizit gestellten Frage nicht zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit geäussert (
Urk.
1 S. 10).
Der Beschwerdeführer lässt dabei ausser Acht, dass die Gutachter
ihm
in der angestammten Tätigkeit ab dem 2
6.
August 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten
(
Urk.
6/243/115)
. In einer angepassten Tätigkeit hielten sie demgegenüber seit dem gleichen Zeit
punkt eine 80%ige Arbeitsfähigkeit fest, welche lediglich durch die Zeiträume der diversen stationären Rehabilitationsmassnahmen und psychiatrischen
Hospita
li
sa
tionen
unterbrochen
worden war
. Für diese Zeiten hielten die Gutachter eine 100%oige Arbeitsunfähigkeit fest. Es trifft auch nicht zu,
wie der Beschwer
de
führer unter Berufung auf den Bericht von
Dr.
Q._
und
Dr.
phil.
R._
vom
6.
Juli 2017 (richtig wohl
6.
Juli 2018;
Urk.
6/252, E. 3.8) geltend macht,
dass der psych
iatrische
n
O._
-Gutachterin
med.
pract
.
U._
der langjähr
ig
e Verlauf
ent
gangen ist
(vgl.
Urk.
1 S. 11). Vielmehr
wies sie
darauf hin, dass das Gesamt
bil
d
einer Rentenneurose entspricht und der Beschwerdeführer nach der ursprüng
lich gesicherten körperlichen Störung wegen des psychischen Zustandes zu einer Aggravation der Symptome neigt, die nun schon seit
zehn
Jahren anh
ielten
(
Urk.
6/243/95). Die Folgerung des Beschwerdeführers,
er
habe über viele Jahre intensive Therapien in Anspruch genommen und von den behandelnden Ärzten sei eine Depression dia
gnostiziert worden, weshalb
nicht nachvollziehbar sei, dass nun «lediglich» eine
Dysthymia
vorliege, geht offensichtlich fehl
, besteht doch
ein Unterschied zwischen
Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4)
.
4.4
Die Einschätzung der Ärzte des Sanatoriums
B._
in ihrem Be
r
icht vom 3.
März 2017
(E. 3.4)
steht der Einschätzung der
M._
- und der
O._
-Gutachter nicht en
t
gegen. Wie dargelegt (E. 4.2) weisen auch die Ärzte des San
a
toriums
B._
auf die psychosozialen Belastungen des Beschwerdeführers hin. Für die Zeit des Aufenthaltes im San
a
torium
B._
attestierten
zudem
die Gutachter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/193/29 und
Urk.
6/243/1
25
).
Im Übrigen ergibt sich
aus dem Bericht der Ärzte des Sanato
riums
B._
vom
3.
März 201
7
,
dass
de
r Beschwerdeführer bei deutlich
stabilisiertem Zustandsbild ent
lassen
wurde
(
Urk.
6/227/4).
4.5
Bei der Würdigu
ng des Berichts von
Dr.
S._
und
T._
von der Reha
P._
vom 1
2.
Dezember
2017 (vgl. E.
3.6), mit welchem dem Be
schwerdeführer sowohl für die Dauer des stationären Aufenthaltes wie auch für die Zeit danach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, gi
lt es zu be
rücksichtigen, dass
Dr.
S._
und
T._
zwar über eine psy
cho
therapeutische
beziehungsweise
psychosomatische Ausbildung verfügen, jedoch im Gegensatz zu den begutachtenden
Dr.
Q._
und med.
pract
.
U._
nicht
Fachärzte für Psychia
t
rie
und Psychotherapie sind. Darüber hinaus gilt es auch der
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag
Rechnung zu tragen
(vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4)
. Der Bericht von
Dr.
S._
und
T._
von der Reha
P._
vom 1
2.
Dezember 2017 ist daher nicht geeig
net, die Einschätzung der
M._
- und
O._
-Gutachter infrage zu stellen.
4.6
Nach dem Gesagten
erfüllen die
M._
- und
O._
-Gutachten die rechtspre
chungs
gemässen Anforder
ungen an beweistaugliche
medizinische
Gutachten (vgl. E. 1.4). Es kann daher darauf abgestellt werden. In Anbetracht dessen, dass
der Beschwerdeführer an einer psychischen Erkrankung leidet, ist seine Leistung
s
fähigkeit
jedoch
im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens zu prüfen
(vgl. E. 1.2)
.
5.
5.1
5.1.1
Bezüglich des Komplexes „Gesundheitsschädigung” respektive des Indikators „Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde” ist festzuhalten,
dass aus psychia
trischer Sicht die
M._
-Gutachter eine sonstige Reakt
ion auf schwere Belastung (ICD-
10 F43.8), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.; E.
3.2) und die
O._
-Gutachter eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0), Rentenneurose, eine psychische und Verhaltensstörungen durch Stimulanti
e
n (Coffein; ICD-10 F15.1), Abhängigkeit (10 bis 15 Tassen Kaffee/Tag) sowie p
s
ychische und Verhaltensstörungen durch Tabak (ICD-10 F17.1), schäd
licher Gebrauch (etwa 60 pack
years
; E.
3.7
) diagnostizierten. Unabhängig der konkreten Diagnosestellung ergibt sich aus beiden Gutachten, dass die diagnose
relevanten Befunde nur leichtgradig ausgeprägt sind
.
Im Rahmen der psychia
tri
schen
M._
-Begutachtung konnten keine relevanten kognitiven
Defizite
repro
duziert werden. Eine relevante affektive Störung, die über eine
dysphorische
und resignative Haltung hinausgehen würde, konnte ebenfalls gutachterlich nicht festgestellt werden. Gemäss
dem psychiatrischen
M._
-Gutachter,
Dr.
Q._
,
resultier
e
die Müdigkeit und Erschöpfbarkeit, welche der Beschwerdeführer berich
tet habe, allenfalls aus seiner Motivationslage und der vorwiegenden Schonung, welche auf die Unzufriedenheit mit seiner Lebenssituation und die anhaltenden Konflikte mit seinem sozialen Umfeld zurückzuführen
sei
en
.
Das
Rückzugsverhalten bezieht sich
beim Beschwerdeführer
gemäss
Dr.
Q._
vor
nehmlich darauf, dass er wegen der hohen Schulden seinen Familienangehörigen und Kollegen nicht unbeschwert gegenübertreten
könne
. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Schlafstörung wies
Dr.
Q._
darauf hin, dass eine wirksame Verhaltensänderung voraussichtlich sehr schnell zu einer Norma
lisierung des Schlafes führen würde (
Urk.
6/193/27).
Die
psychiatrische
O._
-Gutachter
in, med.
pract
.
U._
,
legte dar, dass beim Beschwerde
fü
hrer ein chro
nisch depressives Syndrom in Form einer
Dysthymia
vorliege, das heisse
eine chronische, mehrere Jahre andauernde Verstimmung, die jedoch überwiegend weder hinreichend schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug
sei
, um die Kriteri
e
n einer leichten, mittelgr
a
di
g
en oder schweren rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33) zu erfüllen. Lediglich zwischenzeitlich sei es zu einzelnen depressiven Episoden gekommen, dies sei jeweils zum Zeitpunkt der psychia
t
rischen
Hospitalisationen
der Fall gewesen. Im Rahmen der Begutach
tung konnten die
O._
-Gutach
t
er keine Depressivität feststellen (U
r
k.
6/243/95
und
Urk.
6/243/116-117
)
.
5.
1.2
Betreffend den Indikator «
Behandlungs- und Eingl
iederungserfolg oder –
resistenz
»
ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
vom 2
4.
August bis
am
1
6.
September 2009
und
vom
9.
Oktober bis
am
1
0.
Dezember 2009 im Sana
torium
B._
(
Urk.
6/40/2
), vom 1
0.
Dezember 2009 bis
am
7.
Januar 2010 in der p
sychiatrisch
e
n
Klinik
C._
(
Urk.
6/
44/2
), vom
7.
Januar bis
am
5.
Febru
ar 2010 wieder im Sanatorium
B._
(
Urk.
6/40/2), vom
7.
Juni bis
am
9.
Juli 2010
in der Akut-Tagesklinik der
D._
(
Urk.
6/124/29-31), vom 20.
März bis
am
9.
April 2011 in der
K
linik
F._
(
Urk.
6/64), vom 1
5.
bis
am
1
9.
Juni 2011 im Kriseninterventionszentrum der
D._
(
Urk.
6/124/32-33), vom
1
7.
Januar bis
am
1
6.
Februar 2012 in der
Tagesklinik der
D._
(Urk.
6/124/34-37),
vom 1
5.
Mai bis
am
1
8.
Juni 2012
(
Urk.
6/100) und
vom 15.
Januar 2013 bis
am
2
9.
März 201
3 erneut in der
D._
(
Urk.
6/121),
vom 5.
Juni bis
am
4.
Juli 2013 (
Urk.
6/138/1-2) und vom 1
4.
Februar bis
am
7.
April 2014 wieder im Sanatorium
B._
(
Urk.
6/157), vom
3.
bis
am
3
0.
März 2015 in der Reha
k
lini
k
L._
(
Urk.
6/181), v
om 2
7.
April bis
am
2
6.
Juni 2015
(
Urk.
6/227/13-16),
vom
5.
bis
am
2
9.
September 2015 (Urk.
6/227/9-12), vom 1
3.
Juni bis
am
1
3.
Juli
20
16 (
Urk.
6/227/6-8) und vom 12.
Januar bis
am
2
8.
Februar 2017 abermals im Sanatorium
B._
(Urk.
6/227/3-5) und vom
3.
Oktober bis
am
1
3.
November 2017 in der Reha
P._
(
Urk.
6/238) in stationärer
beziehungsweise
teilstatio
närer
psychiatrischer
Behandlung war.
Daneben nahm
beziehungsweise
nimmt der Beschwerdeführer auch ambulante Be
handlungen wa
h
r (vgl.
Urk.
6/69,
Urk.
6/151
und
Urk.
6/164/27-29
). Aus diversen Austrittsb
erichten betreffend sta
t
io
näre
beziehungsweise
teilstationäre Aufenthalte des Beschwerdeführers ergibt sich, dass sich sein Zustand während der Aufenthalte jeweils
besserte
(
bei
spiels
weise
Urk.
6/157/5,
Urk.
6/181/3,
Urk.
6/227/4,
Urk.
6/227/8,
Urk.
6/227/11
;
Urk.
6/243/94
)
. So wurde denn auch von den
M._
- und den
O._
-Gutachtern für die Zeit nach den stationären
beziehungsweise
teilstationären Aufenthalten jeweils wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (
Urk.
6/193/29 und U
rk.
6/243/115). Auch wenn
es nach den Austritten aus den Kliniken
jeweils wieder zu Verschlechterungen gekommen ist,
ist
aufgrund der zwischenzeitlich immer wieder erreichten Verbesserung der Beschwerden
eine generelle Behand
lu
ngsresistenz
zu verneinen.
5.
1.
3
Im Rahmen des Aspekts «Komorbiditäten» sind nebst Begleiterkrankungen mit eigenständiger invalidisierender Bedeutung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) sämt
liche Störungen, welchen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung bei
zu
messen ist (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1), in die Würdigung miteinzubeziehen. Neben den genannten psychischen Erkrankungen (vgl. E. 5.1
.1
) leidet der Be
schwer
deführer aus somatischer Sicht insbesondere an einem chronischen
lumbo
sakralen
und einem chronischen
zervikozephalen
Schmerzsyndrom, welche ihm
die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Maschinenmonteur
sowie sämt
liche weiteren mittelschweren oder gar schweren körperlichen Tätigkeiten
verun
möglichen
(
Urk.
6/243/
110
). Die somatischen und die psychischen Beschwerden
beeinflussen sich gegenseitig (
Urk.
6/243/
121-
122
und Urk.
6/193/34
). Die Kom
or
biditäten wirken sich
grundsätzlich
ressourcenhemmend aus.
Dies is
t jedoch insoweit zu relativier
en, als sich im Rahmen der rheum
a
tologischen Unter
su
chung im
O._
eine auffallende Diskrepanz zwischen den anamnestisch ge
schilderten Beschwerden, dem demonstrier
t
en Bewegungsmuster sowie der klini
schen Untersuchung zeigte. So betonte der B
e
sch
w
e
r
deführer im Rahmen der Anamneseerhebung mehrfach, da
ss er seit viel
en Jahren eine konstant anhal
tende, ausgeprägte Schmerzsymptomatik im Bereich der gesamten Wirbelsäule erfahre, mit einer anhaltenden Schmerzintensität zwischen VAS 6 bis VAS
9.
Im Rahmen der klinischen Untersuchung wurde der Beschwerdeführe
r zur Anam
nesee
rhebung sowie zur klinischen Untersuchung vom Gutachter aus der Warte
zone abgeholt.
D
er Beschwerdeführer
erhob sich
zügig
aus dem Sessel im Warte
bereich und folgte dem Gu
t
achter über den Flur ins Untersuchungszimmer. Dabei demonstrierte er ein freies, sicheres und
hinkfreies
Gangbild mit raumgreifender, zügiger Schrittfolge. Auch der jeweilige sitzende, stehe
nde sowie gehende Posi
tions
wech
s
e
l erfolgte frei und in zügigem Tempo. Die allgemeine Motorik erschien
dem Gutachter
nicht beeinträchtigt. Im Rahmen der klinischen Unter
suchung des Achsenorga
n
s
beklagte der
Beschwerdef
ü
hr
e
r eine ausgeprägte para
vertebrale Schmerzsymptomatik.
Palpatorisch
zeigte sich indessen weder ein Hart
spann der paravertebralen Muskulatur noch der Nackenstrecker. Die Mobili
tät der HWS erwies sich nicht
als
eingeschränkt. Auch im Hinblick auf die Überprüfung der LWS beklagte der
Beschwerdeführer eine diffuse,
beidseitige, vom
thorakolumbalen
bis zum
lumbosakra
le
n
Übergang reichende
, ausgeprägte Schmerzsymptomatik mit einem aktuellen Punktwert von VAS
8.
S
owohl unter oberflächlicher, leichter Palpation der Muskulatur als auch bei forcierter Kr
aft
anwendung wurde seitens des Beschwerdeführer
s
ein seitengleich auslösbarer Schmerz von VAS 9/10 angegeben. Bei der gezielten Untersuchung konnten die Beschwerden dabei keinem
Dermatom
zugeordnet werden.
Palpatorisch
bestand keine erhöhte Tonisierung der beidseitigen paravertebralen Muskulatur. Auch zeigte sich keine
Myogelosenbildung
. Die einzelnen Segmente waren stabil. Die Palpation der
LWS
wurde im Rahmen des Untersuchungsgangs sowohl in steh
ender, sitzender als auch
in liegender
Körperposition mehrmals wiederholt. Die
vom Beschwerdeführer
dabei beklagten Schmerzen erwiesen sich
gemäss dem Gut
achter als
inkonsistent und in ihrer lokalen Ausprägung variabel. Bei der Überprüfung der Mobilität der LWS forderte der Gutachter den Beschwerdeführer auf
,
eine Rumpfbeuge durchzuführen. Dem kam der Beschwerdeführer de facto
nicht nach. Mit den am Körper gestreckt anliegenden Armen führt
e
er de facto weder eine Beugung seiner
LWS
noch seines Beckens durch. Der gemessene Finger-Boden-Abstand von 80 cm
entsprach
somit dem Abstand der in ge
streckter Position neben dem Körper befindlichen Arme zum Fussboden. Bei einer zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführten, weniger offensichtlichen Über
prüfung desselben Bewegungsmusters im
Langsitz
war es dem Beschwerdeführer hingegen möglich, seine Fingerspitzen den Zehenspitzen bis auf 15 cm anzu
nähern. Auch war es dem Beschwerdeführer im Rahmen des An- und Entkleidens möglich, in einer gestreckten Körperposition seine Socken über seinen jeweiligen Fuss zu streifen (
Urk.
6/243/84-85).
5.
2
Hinsichtlich des Komplexes «Persönlichkeit» i
st
den
negativen Durchhalte
stra
tegien
des Beschwerdeführers
mit dysfunktionalen Verhaltensmustern, welche zur Aufrechterhaltung der Symptomatik beitragen
,
Rechnung zu tragen (vgl.
Urk.
6/243/96). Die
M._
-Gutachtern
stellten diesbezüglich die Diagnose einer
Persönlichkeitsakzentuierung
(vgl. E.
3.2)
.
Eine Persönlichkeitsstörung liegt je
doch nicht vor (
Urk.
6/243/96).
5.
3
Zum Komplex
«
sozialer Kontext
»
ist festzuhalten
,
dass sich die schwierige finanzielle Situation
des Beschwerdeführers
negativ auswirkt (
Urk.
6/243/120).
Demgegenüber lebt
der Beschwerdeführer zwar seit
etwa drei Jahren von seiner Ehefrau
getrennt (
Urk.
6/243/99)
, er
pflegt
aber weiterhin regen Kontakt mit ihr (
Urk.
6/243/91).
Er
hat auch weiterhin einen guten Kontakt zu sei
n
en Kindern. So wird der Haushalt von seiner Tochter geführt. Die Tochter acht
et auch d
a
r
auf, dass
er
seine Medikamente regelmässig einnimmt
und seine Termine einhält (Urk.
6/243/91)
.
Um die Einkäufe kümmern sich auch die a
nderen Kinder
.
Der Beschwerdeführer
pflegt
auch
Kontakt zu seiner Mutter und seinen Geschwistern (
Urk.
6/243/119-120
und
Urk.
6/193/22
).
M
it den guten und regelmässigen Kontakten mit
seinen Kindern sowie den Kontakten mit der Ehefrau, den Ge
schwistern und der Mutter enthält der soziale Lebenskontext
des Beschwerde
führers
trotz der belastenden finanziellen Situation
potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E. 6.2).
5.
4
5.
4
.1
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Aspekts der gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist festzuhalten,
dass der Beschwerdeführer angibt, nicht mehr arbeiten zu können (
Urk.
6/
193/23). Insbesondere die
O._
-Gutachter stellten jedoch
deutliche An
haltspunkte für eine Aggravation der Beschwer
d
en fest (
Urk.
6/243/118
). H
in
sichtlich
der
somatische
n
Beschwerden
wurden die Inkonsistenzen vorstehend
aufgezeigt (
vgl. E. 5.
1.
3
).
Darüber hinaus war in der
psychiatrischen
Begut
achtungssituation kein Leidensdruck feststellbar.
Etliche wichtige Daten (unter anderem
Geburtsdaten seiner Kinder) wusste
der Beschwerdeführer
nicht zu nennen, ohne dass sich psychopathologische Hinweise auf ein dementielles Syndrom ergeben hätten. Bei der Bestimmung de
s
Medikamentenspiel
s
anlässlich der
O._
-Begutachtung
lag einzig Lithium im therapeutischen Bereich, die Konzentration der Schmerzmittel befand sich teilweise weit unterhalb des Refe
renzbereiches (
Urk.
6/243/99). Demgegenüber zeigte der Blutspiegel anlässlich der
M._
-Begutachtung Wert
e
im therapeutischen Bereich, wobei
gemäss den Gutachtern
nicht ausgeschlossen werden konnte,
dass aufgrund der Begutach
tungssituation
ein nicht bestimmu
ngsgemäss
er
Gebrauch vorlag (Urk.
6/193/61). Auch die
M._
-Gutachter stellten jedoch eine Diskrepanz
zwischen der Be
schwerdeschilderung, der subjektiven Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit und den objektivierbaren (reproduzierbaren) psychischen Beeinträchtigungen in der Untersuchungssituation
beziehungsweise
den anamnestisch geschilderten Aktivitäten fest. Die geschilderten Funktionsbeeinträchtigungen und die zu eruierenden Akt
ivitäten des täglichen Lebens (beispielsweise
Autofahren) standen
nach Einschätzung der Gutachter
nicht regelmässig im Einklang. Anhaltende beziehungsweise dauerhafte Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen konnten den Gutachtern nicht überzeugend darg
estellt werden (
Urk.
6/193/28).
5.
4
.2
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungsanam
nes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks
gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschwer
deführer seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung steht und auch bereits x-fach in stationärer
beziehungsweise
teilstationärer psychiatrischer Behandlung war (vgl. E. 5.
1.
2).
Dabei
gilt es
jedoch
zu beachten, dass es gemäss den
O._
-Gutachtern möglich erscheint, dass der
Beschwerdeführer
unbewusst zu den
Hospitalisationen
motiviert war, weil er
dadurch
persönliche Zuwendung und Aufmerksamkeit erhielt (
Urk.
6/243/95). Nichtsdestotrotz ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit e
in Leidensdruck ausgewiesen
.
5.
5
Bei gesamthafter Würdigung der massgeblichen Indikatoren und in Anbetracht der Tatsache,
dass bereits aus somatischer Sicht für die angestammte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit besteht,
ist die von den Gutachtern erhobene
grundsätzliche 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
aus recht
licher Sicht nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2018 vom
4.
Juni 2018 E. 4.1.)
.
Es gilt jedoch zu beachten, dass dem Beschwerdeführer
von der Beschwer
de
gegnerin
mit Verfügung vom 28.
August
2013 für die Dauer vom 1.
September
2009 bis 3
1.
Januar 2010
eine ganze Rente
zugesprochen
worden war
(
Urk.
6/133
)
und die
se
Rentenzusprache
vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
6.
September 2014 nicht infrage gestellt wurde, und die Sache lediglich zur Prüfung des Ren
ten
anspruchs ab dem
1.
Februar 2010 an die Beschwerdegegnerin zurückge
wiesen wurde (
Urk.
6/164). Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist e
ine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und vor
aussichtlich weiterhin andauern wird.
Wie im Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
6.
September 2014 dargelegt, war der Beschwerdeführer Anfang Februar 2010 noch in stationärer Behandlung im Sanatorium
B._
(
Urk.
6/40/2), weshalb
zu
diesem Zeitpunkt noch keine relevante Verbesserung des Gesundheits
zu
stan
des
angerechnet werden kann
(E. 4.5 des Urteils).
Nachdem der Beschwerdeführer am
5.
Februar 2010 aus dem Sanatorium
B._
ausgetreten war (
Urk.
6/40/2), war er ab dem
7.
Juni 2010 wieder in teilstationärer Behandlung
in der Akut-Tageskl
inik der
D._
(
Urk.
6/124/29-31).
Diese Behandlung dauerte bis am
9.
Juli 201
0.
In der Folge war der Beschwerdeführer während mehr als acht Monaten
nicht mehr in stationärer Behandlung
(vgl.
Urk.
6/68/2)
. Es
ist daher ab Juli 2010 von einer wesentlichen Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerde
füh
rers auszugehen, weshalb in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV ab November 2010 grundsätzlich von der von den
Gutachtern attestierten Arbeits
fähigkeit
von 80
%
auszugehen ist.
Dabei
gilt es aber zusätzlich zu berücksichtigen, dass die grundsätzliche 80%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angestammter Tätigkeit durch mehrere stationäre Aufenthalte unterbrochen wurde
. Insgesamt war der Beschwerdeführer zwischen dem
1.
November 2010 und dem 1
0.
Oktober 2018, dem Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
, während
484
Tagen
(
Klinik
F._
vom
2
0.
März bis
am
9.
April 2011 [Urk.
6/64]: 21 Tage, Kriseninterventionszentrum der
D._
vom 1
5.
bis
am
19.
Juni 2011 [Urk.
6/124/32-33]: 5 Tage,
Tagesklinik der
D._
vom 1
7.
Januar bis
am
16.
Februar 2012
[
Urk.
6/124/34-37
]: 31 Tage,
D._
vom 1
5.
Mai bis am
18.
Juni 2012 [
Urk.
6/100]: 35 Tage,
D._
vom
1
5.
Januar 2013 bis
am
29.
März 2013
[
Urk.
6/121]: 74 Tage, Sanatorium
B._
vom
5.
Juni bis
am
4.
Juli 2013
[Urk.
6/138/1-2]: 30 Tage, Sanatorium
B._
vom
1
4.
Februar bis
am
7.
April 2014
[
Urk.
6/157]: 53 Tage, Reha
klinik
L._
vom
3.
März bis
am
3
0.
März 2015
[
Urk.
6/181]: 28 Tage, Sanatorium
B._
vom
2
7.
April bis
am
2
6.
Juni 2015
[
Urk.
6/227/13-16]: 61 Tage, Sanatorium
B._
vom
5.
September bis 2
9.
September 2015
[
Urk.
6/227/9-12]: 25 Tage, Sanatorium
B._
vom
13.
Juni bis
am
1
3.
Juli 2016
[
Urk.
6/227/6-8]: 31 Tage, Sanatorium
B._
vom
1
2.
Januar bis
am
2
8.
Februar 2017
[
Urk.
6/227/3-5]: 48 Tage und Reha
P._
vom
3.
Oktober
bis
am
1
3.
November 2017 [
Urk.
6/238]: 42 Tage)
in
sta
tio
närer
beziehungsweise
teilstationärer
Behandlung, das heisst während
einem Sechstel
sämtlicher
Tage
(484 : 2'901)
. Dies rechtfertigt eine zusätzliche
Reduk
tion der
verbleibenden
Arbeitsfäh
i
gkeit
um einen Sechstel
.
5.
6
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass bis Juli 2010
beziehungsweise
Oktober 2010 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) von einer 100%igen und ab November 2010 von einer
66,67
%igen
(80
%
:
6 x 5)
Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
auszugehen ist.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
ge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Auch
wenn
die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die
Y._
AG auch durch wirtschaftliche Gründe beeinflusst war, ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Kündigung hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen erfolgt war, führte die Arbeitgeberin für andere Mitarbeiter doch Kurzarbeit ein (
Urk.
6/24).
Der Beschwerdeführer erzielte vor Eintritt des Gesundheitsschadens bei der
Y._
AG
im Jahr 2008
ein Einkommen von Fr. 62'400.
--
(
Urk.
6/14/3). In Anpassung an die Nominallohnentwicklung entspricht dieses Einkommen im Jahr 2010 einem Einkommen von Fr.
64'159.85 (Fr. 62'400.
-- :
2092 x 2151
[
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, Tabelle T39, Nominallöhne Männer])
.
6.3
6.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind
grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.3.2
Bis und mit Oktober 2010
ist
dem Beschwerdeführer
kein Erwerbseinkommen anrechenbar
, weshalb das Invalideneinkommen bis Oktober 2010 Fr. 0.
--
beträgt.
Nachdem der Beschwerdeführer auch ab November 2010 keiner Erwerbstätigkeit nachging, ist das
Valideneinkommen
ab November 2010 gestützt auf die Tabel
lenlöhne der LSE zu berechnen.
Massgebend ist dabei die Tabelle TA1 der LSE 201
0.
Innerhalb dieser Tabelle ist auf den Totalwert für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen, mithin Fr. 4‘901.--.
Bei einer betrie
b
s
üblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2010 von 41,6 Stunden (vgl. Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total) entspricht dies bei einem 100%-Pensum einem jährlichen Ein
kommen von Fr. 61‘164.50 (
Fr. 4‘901.
x
12 :
40 x 41,6) und bei einem Pensum von 66,67
%
einem solchen
von Fr. 40‘776.35.
6.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
ding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Wie
vorstehend
dargelegt, ist d
er
Beschwerdeführer durchschnittlich zu 66
,67
%
arbeitsfähig in einer behinderungsangepassten Tätigkeit. Da
er
jedoch auch nach November 2010 jeweils intermittierend zu 100
%
arbeitsunfähig war, w
ar
ihm die Verwertung seiner Arbeit
sfähigkeit nur erschwert
beziehungsweise
nur unter
Inkauf
nahme
einer Lohneinbusse möglich
. Es ist daher ein Abzug vom Tabellen
lohn vorzunehmen. Dieser ist unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer
aufgrund seiner somatischen Beschwerden
nur noch rückenadaptierte, körperlich leichte, wechselbelastende, überwiegend sitzende Tätigkeit
ausüben kann
(
Urk.
6/243/115)
, e
rmessensweise auf 15
% festzusetzen.
6.3.4
Unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn in Höhe von 15
%
ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 34'659.90 (
Fr. 40‘776.35 x 0,85)
6.4
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 64'159.85 und einem Invalideneinkommen von Fr. 34'659.90 ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 29'499.95 (Fr. 64'159.85 – Fr. 34'659.90) und ein Invaliditätsgrad von gerundet 46
%
(Fr. 29'499.
95 :
Fr. 64'159.85). Der Beschwerdeführer hat somit ab
1.
November 2010 Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
7.
Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer – auch – für die Zeit vom
1.
Februar bis 3
1.
Oktober 2010 Anspruch auf eine ganze Rente. Ab
1.
November 2010 hat
er
Anspruch auf eine
Viertelsrente
. Die Beschwerde ist in dem Sinne teilweise gutzuheissen.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen.
Der Beschwerdeführer
obsiegt im Vergleich zum angefochtenen Entscheid in dem Sinne, dass
er
bis Ende
Oktober 2010
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
und ab
1.
November 2010 auf eine
Viertelsrente
hat. Mit
seinem Antrag
auf eine unbefristete
ganze Rente unterliegt er hingegen
. Es rechtfertigt sich
, die Gerichts
kosten den Parteien je zur Hälfte
(
je
Fr.
4
00.--) aufzuerlegen.
8
.2
Bei Obsiegen hat die vertretene Partei gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessent
schädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze erweist sich eine Parteientschädigung von
Fr.
2
’
2
00
.-- (inkl. Baraus
lage und Mehrwertsteuer) als angemessen. Obwohl dem Begehren
des Beschwer
de
führers
nur teilwe
ise entsprochen wurde, hat sein «
Überklagen»
den Prozess
aufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kürzung der Prozessent
schä
digung ist d
aher
abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).