Decision ID: 3c777a83-0dde-4a66-9315-f977e9ce80d1
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
SWICA Versicherungen AG, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Katharina Wolfensberger, SWICA
Gesundheitsorganisation, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
und
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G._,
Beigeladener,
betreffend
medizinische Massnahmen (Schiel-Operation) für G._
Sachverhalt:
A.
A.a G._, Jahrgang 1989, litt an einem Subduralempyem links fronto-temporal mit/bei
frontaler Cerebritis und Status nach Sinusitis und Orbitaphlegmone, das am 24. Januar
2003 im Kantonsspital St. Gallen operativ behandelt wurde. In der Folge wurde er zur
Nachbetreuung in das Ostschweizer Kinderspital verlegt, in dessen Bericht vom 20.
März 2003 unter anderem von nach der Operation wiederholt aufgetretenen
Doppelbildern berichtet und eine fraktionsbedingte Fehlsichtigkeit sowie ein manifester
Strabismus divergens festgestellt wurden (act. G 4.1/9.1). In einem weiteren Bericht
vom 30. Januar 2007 erweiterte das Kinderspital die Diagnose auf einen Status nach
subduralem Empyem mit residueller komplex-partieller/sekundär generalisierter
Epilepsie (Anfall am 16. November 2006) sowie postentzündlichem psychoorganischem
Syndrom (POS) mit Auffälligkeiten in Affektivität, Antrieb und kognitiven Funktionen
sowie eine Adipositas permagna (act. G 4.1/37.3).
A.b Bereits nach der Operation vom 24. Januar 2003 war klar, dass trotz vorerst
abgeschlossener Leidensbehandlung eine Störung vorliegt, die beim damals 14-
jährigen Versicherten eine spätere berufliche Entwicklung in Frage stellt (act. G 4.1/10).
Dies bestätigte sich nach Abschluss der Realschule im Juli 2006, weshalb die
Invalidenversicherung dem Versicherten mit Mitteilung vom 9. August 2007 eine
Kostengutsprache für die erstmalige berufliche Ausbildung erteilte. Diese sollte im
Rahmen eines Vorlehrjahrs im C._, St. Gallen, vom 12. August 2007 bis zum 11.
August 2008 erfolgen (act. G 4.1/46).
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A.c Am 23. Mai 2008 beantragte der Versicherte medizinische Massnahmen in Form
einer Kostengutsprache für eine Augenoperation zur Behandlung der Doppelbilder (act.
G 4.1/54). Mit Arztbericht vom 10. Juli 2008 führte Prof. Dr. med. A._, Augenklinik am
Kantonsspital St. Gallen, aus, es liege eine dekompensierende Exo- und Hyperphorie
des linken Auges bei geringen Motilitätseinschränkungen und eine leichte Brauenptose
bei Fazialisparese des Stirnastes sowie eine Hyposensibilität des Nervus ophthalmicus
am rechten Auge vor. Der Versicherte leide seit der Kraniotomie an Doppelbildern,
weshalb eine Schieloperation notwendig sei (act. G 4.1/60).
A.d Mit Vorbescheid vom 29. August 2008 fasste die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
eine Abweisung des Gesuchs ins Auge. Die medizinischen Abklärungen hätten
ergeben, dass der Versicherte seit der Sinusitis-Operation an Diplopie leide und eine
erneute Operation auf Grund des Schielens notwendig sei. Da die Problematik der
Doppelbilder und damit das Schielen nicht angeboren, sondern aus einer Erkrankung
(Sinusitis) entstanden sei, fielen die Kosten der Operation weder unter Art. 12 IVG noch
unter Art. 13 IVG und seien somit nicht von der Invalidenversicherung zu tragen (act. G
4.1/64).
A.e Mit Einwand vom 29. September 2008 machte die Krankenversicherung des
Versicherten, Swica, geltend, die erstmalige berufliche Ausbildung des Versicherten sei
nach dem Vorlehrjahr noch nicht abgeschlossen. Die Invalidenversicherung habe
deshalb die beruflichen Möglichkeiten weiter zu prüfen. Sinngemäss sei die
vorgeschlagene Operation geeignet, die Eingliederungsfähigkeit zu verbessern,
weshalb die IV die Massnahme gemäss Art. 12 IVG zu übernehmen habe (act. G
4.1/68). Mit Verfügung vom 29. Oktober 2008 wies die IV-Stelle das Gesuch um
medizinische Massnahmen ab. Das Schielen sei nicht das berufliche Hauptproblem,
sondern die neuropsychologischen Ausfälle nach Subduralempyem. Die Gewährung
von beruflichen Massnahmen sei auf Grund der Hirnschädigung erfolgt. Wäre das
Schielen für die bereits angelaufene berufliche Massnahme tatsächlich ein Handicap
gewesen, wäre eine medizinische Massnahme schon längst notwendig gewesen (act.
G 4.1/71).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der Swica vom 25. November
2008 mit dem Antrag, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für die
Schieloperation aufzukommen. Eventualiter sei das Verfahren zur weiteren Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung wird im Wesentlichen
vorgebracht, gemäss dem Bericht von Prof. A._ vom 10. Juli 2008 könne die
Möglichkeit der Eingliederung ins Erwerbsleben durch die Operation wesentlich
verbessert werden. Demgegenüber habe sich die Beschwerdegegnerin in ihrer
Feststellung vom 22. Juli 2008 nicht mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern die
geplante Operation die beruflichen Chancen des Versicherten verbessern könne (act. G
1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG sei Voraussetzung für die Gewährung von
medizinischen Massnahmen unter anderem, dass die Erwerbsfähigkeit dauernd und
wesentlich verbessert werden könne. Vorliegend sei die Augenproblematik als
unmittelbare Folge der Anfang 2003 erlittenen Krankheit aufgetreten und bereits im
Bericht des Kinderspitals vom 20. März 2003 erwähnt worden. Bisher sei von keiner
Seite behauptet worden, das Augenleiden habe den Versicherten in seiner
Leistungsfähigkeit massgeblich beeinträchtigt, so dass es geeignet wäre, die
schulische und berufliche Laufbahn zu beeinträchtigen. Wie sich aus dem Bericht des
C._ ergebe, seien andere Faktoren limitierend (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 17. Februar 2009 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Die Beschwerdegegnerin gehe offenbar davon aus, dass der Versicherte auf
Grund anderer Beschwerden als der Augenproblematik nicht in der Lage sein werde,
eine schulische bzw. berufliche Laufbahn zu absolvieren, weshalb die
Eingliederungswirksamkeit der Schieloperation schon gar nicht geprüft werden müsse.
Der Bericht des C._ vom 11. Juli 2008 beurteile jedoch die beruflichen Möglichkeiten
des Versicherten als grundsätzlich positiv. Auch aus dem neuropsychologischen
Untersuchungsbericht gehe hervor, dass der Versicherte über ein hohes allgemeines
kognitives Leistungsniveau verfüge, jedoch für eine höher qualifizierte Ausbildung
länger benötige. Andere Einschränkungen ausserhalb der Augenproblematik beständen
nicht. Vielmehr sei der Versicherte aktuell vor allem durch die Augenproblematik an
einer weiteren beruflichen Entwicklung gehindert (act. G 6).
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B.d Mit Duplik vom 31. März 2009 weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass der
Versicherte zwar eingliederungsfähig sei, dass jedoch keine hinreichenden Hinweise
darauf beständen, dass die Augenproblematik eine relevante Auswirkung auf die
Eingliederungsfähigkeit habe.
B.e Der am 3. April 2010 in das Verfahren beigeladene Versicherte liess sich nicht
vernehmen (act. G 9, 10).

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch
die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Als
Spezialbestimmung regelt Art. 49 Abs. 4 ATSG, dass ein Versicherungsträger eine
Verfügung, die die Leistungspflicht eines anderen Trägers berührt, auch ihm zu
eröffnen hat, woraufhin dieser dieselben Rechtsmittel ergreifen kann wie die versicherte
Person. Die Beschwerdeführerin ist die Krankenversicherung des Beigeladenen.
Verneint die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht in Bezug auf die beantragte
Schieloperation, so ist die Beschwerdeführerin diesbezüglich allenfalls
leistungspflichtig. Sie ist von der angefochtenen Verfügung also berührt und demnach
zur Beschwerdeführung legitimiert.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. In
zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der
Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 132 V 215,
E. 3.1.1). Dabei ist der Eintritt des Versicherungsfalls massgebend, nicht externe
Faktoren wie der Zeitpunkt der Anmeldung, des Verfügungserlasses oder der
Behandlung (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2009 [8C_419/2009], E. 3.2
f.; Rundschreiben Nr. 253 des BSV vom 12. Dezember 2007). Vorliegend besteht die
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Diplopie seit der operativen Evakuation des Subduralempyems im Januar 2003; eine
Behandlungsbedürftigkeit (Notwendigkeit einer Operation) im Hinblick auf die
berufliche Eingliederung ist aber gemäss Aktenlage nicht vor 2008 ausgewiesen (vgl. E.
3.2). Somit kommen grundsätzlich die ab 1. Januar 2008 in Kraft stehenden
Bestimmungen zur Anwendung. In Bezug auf unter 20-jährige Versicherte erfolgte
jedoch weder mit der 4. noch mit der 5. IV-Revision eine Änderung der Rechtslage.
2.2 Nach Art. 12 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr
Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an
sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den
Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor
wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Um Behandlung des Leidens an sich geht
es in der Regel bei der Heilung oder Linderung pathologischen Geschehens. Die
Invalidenversicherung übernimmt in der Regel nur solche medizinische Vorkehren, die
unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur stabiler oder wenigstens relativ
stabilisierter Defektzustände oder Funktionsausfälle hinzielen und welche die
Wesentlichkeit und Beständigkeit des angestrebten Erfolges gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG
voraussehen lassen (BGE 120 V 277 E. 3a, mit Hinweisen auf BGE 115 V 194 neues
Fenster f. E. 3, BGE 112 V 349 neues Fenster E. 2, BGE 105 V 19 neues Fenster und
149 E. 2a, BGE 104 V 82 neues Fenster E. 1).
Vom strikten Erfordernis der Korrektur stabiler Funktionsausfälle oder Defekte ist im
Falle von Minderjährigen gegebenenfalls abzusehen (vgl. Art. 5 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8
Abs. 2 ATSG). Hier können medizinische Vorkehren schon dann überwiegend der
beruflichen Eingliederung dienen und trotz des einstweilen noch labilen Charakters des
Leidens von der Invalidenversicherung übernommen werden, wenn ohne diese
Vorkehren eine Heilung mit Defekt oder ein anderer stabilisierter Zustand einträte,
welcher die Berufsbildung oder die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich beeinträchtigen
würde. Die entsprechenden Kosten werden bei Minderjährigen also von der
Invalidenversicherung getragen, wenn das Leiden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit
zu einem schwer korrigierbaren, die spätere Ausbildung und Erwerbsfähigkeit erheblich
behindernden stabilen pathologischen Zustand führen würde (BGE 131 V 9 E. 4.2, mit
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Hinweisen auf AHI 2000 S. 64 E. 1; BGE 105 V 19 neues Fenster f.; ZAK 1981 S. 548 E.
3a).
3.
3.1 Vorliegend verneinte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht mit der
Begründung, die Diplopie stelle nicht das gesundheitliche Hauptproblem des
Beschwerdeführers dar, ansonsten die beantragte Schieloperation schon viel früher
hätte durchgeführt werden müssen. Vielmehr seien für den Beschwerdeführer
hauptsächlich die neuropsychologischen Ausfälle nach Subduralempyem limitierend.
Die Gewährung von beruflichen Massnahmen (erstmalige berufliche Ausbildung) sei auf
Grund der Hirnschädigung (neuropsychologische Ausfälle, POS) erfolgt. Auch aus dem
Abschlussbericht des C._ vom 11. Juli 2008 gehe hervor, dass nicht das
Augenleiden, sondern andere Faktoren limitierend seien. Demgegenüber beruft sich die
Beschwerdeführerin auf den Bericht von Prof. A._ vom 10. Juli 2008, gemäss dem
die Möglichkeit der Eingliederung des Beigeladenen ins Erwerbsleben durch weitere
medizinische Massnahmen, regelmässige ophtalmologische Kontrollen und die
beantragte Schieloperation wesentlich verbessert werden könne.
3.2 Aus besagtem Arztbericht geht zwar die medizinische Notwendigkeit der fraglichen
Schieloperation hervor. Indessen wird nicht näher ausgeführt, inwiefern die Operation
die Eingliederungsfähigkeit des Beigeladenen verbessern könnte (act. G 4.1/60.3 f.).
Weitere Abklärungen sind indessen nicht zu tätigen. Mit der Beschwerdegegnerin ist
festzustellen, dass die Doppelbilder bereits kurz nach der Operation des Empyems
auftraten und im Bericht des Kinderspitals vom 20. März 2003 erstmals erwähnt
wurden (act. G 4.1/9.2). Obwohl der RAD-Arzt ursprünglich noch den Zusammenhang
zwischen den Doppelbildern und dem Empyem bzw. der Emypemausräumung in Frage
stellte (act. G 4.1/70.1), ist dies vorliegend zu Recht nicht mehr umstritten. Nachdem
keinerlei Anzeichen dafür bestehen, dass solche Beschwerden bereits früher
aufgetreten wären, ist der Zusammenhang überwiegend wahrscheinlich (post hoc ergo
propter hoc). Im Übrigen geht auch Prof. A._ von einem Zusammenhang aus (act. G
4.1/60.4). Indessen werden die entsprechenden Beschwerden weder während der
restlichen Schulzeit, die der Beigeladene 2006 abgeschlossen hatte, noch während
den beiden Vorlehrjahren in der Schreinerei Dobler (16. Oktober 2006 bis 11. August
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=%22Art.+12+Abs.+1+IVG%22+Operation&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-V-19%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page19
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2007; act. G 4.1/34) sowie beim C._ (12. August 2007 bis 11. August 2008; act. G
4.1/61) erwähnt. Im Schlussbericht des C._ vom 11. Juli 2008 werden als
Einschränkungen einzig das langsame Arbeitstempo sowie die manchmal etwas
vorlaute Kommunikation bemängelt. In gesundheitlicher Hinsicht werden das starke
Übergewicht sowie die epileptischen Anfälle genannt. Im Weiteren wird erwähnt, dass
der Beigeladene seinen Wunschberuf als Logistiker (nicht infolge des Schielens,
sondern) wegen der Epilepsieanfälle habe aufgeben und sich neu habe orientieren
müssen (act. G 4.1/61.1 - 3). In den medizinischen Akten wird die dekompensierende
Exo-/Hyperphorie vom Kinderspital auch in seinem Bericht vom 30. Januar 2007
wiederum als Befund erwähnt. Der Augenbefund fand jedoch - wie bereits im Bericht
vom 20. März 2003 - keinen Eingang in die Diagnose und wurde auch nicht als
behandlungsbedürftig erachtet. Als behandlungsbedürftiger Befund wurde lediglich die
Epilepsie betrachtet (act. G 4.1/37 f.). Ebenso erwähnte Dr. med. B._, Allgemeine
Medizin FMH, in seinem Bericht vom 2. Februar 2007 keine Schielproblematik (act. G
4.1/38.5 f.). Diese wurde erst im Arztbericht von Prof. A._ vom 10. Juli 2008 wieder
diagnostiziert und als behandlungsbedürftig eingestuft (act. G 4.1/60.3 f.). Somit wurde
die Exo- und Hyperphorie zwar im März 2003 erstmals in den medizinischen Akten
erwähnt, bis Juli 2008 jedoch nicht als behandlungsbedürftig angesehen.
3.3 Im Weiteren ist nicht ersichtlich, inwiefern die Schieloperation eine zukünftige
berufliche Ausbildung fördern könnte. So war die weitere berufliche Ausbildung des
Beigeladenen im Juli 2008, als Prof. A._ die Operationsindikation stellte, noch völlig
offen, mit Neigung in Richtung Handel, Verwaltung und Verkehr (vgl. Schlussbericht
C._, act. G 4.1/61.1 f.). Mithin kann weder gesagt werden, die Operation diene der
unmittelbaren Ermöglichung einer konkreten Ausbildung, die ohne die Operation nicht
möglich wäre, noch ergibt sich aus den medizinischen Akten die Möglichkeit einer
weiteren Verschlechterung der Augenproblematik und der Eingliederungsfähigkeit für
den Fall, dass die Operation nicht durchgeführt wird. Vielmehr ist davon auszugehen,
dass die vorgesehene Operation in engem sachlichem Zusammenhang mit dem
Grundleiden steht (vgl. KSME 11.05, Rz.43). So erfolgte am 14. Januar 2003 die
operative Empyemausräumung, bei welcher offenbar auch das linke Auge in
Mitleidenschaft gezogen wurde. Im Anschluss daran traten die Doppelbilder auf. Mit
einer weiteren Behandlung soll nun diese Folge der Grunderkrankung behoben werden.
Mithin steht vorliegend die Behandlung des Leidens an sich und nicht die Korrektur
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eines stabilen Funktionsausfalls und damit die Eingliederung in eine konkrete Tätigkeit
im Vordergrund. Dass eine auf Leidensbehandlung - und damit auf eine Verbesserung
der Gesundheit - gerichtete Operation auch eine Verbesserung der allgemeinen
Leistungsfähigkeit und damit der beruflichen Eingliederungsfähigkeit oder
Erwerbsfähigkeit bewirken kann, liegt in der Natur der Sache und vermag daran nichts
zu ändern (vgl. Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., S.
126). Ansonsten müsste - wie der RAD-Arzt zu Recht bemerkt (act. G 5.1/70.2) -
praktisch jede (nicht nur Schiel-) Operation bei unter 20-Jährigen von der
Invalidenversicherung übernommen werden.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend, ist diese vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran
anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG