Decision ID: f67aaf80-655a-435e-9b95-cf150ec6f6a3
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Erhöhung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Januar 1991 wegen eines Rückenleidens zum Bezug
von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Mit Verfügungen vom 20. Juni 1991 und vom 12.
Februar 1993 sprach die IV-Stelle dem Versicherten Umschulungen zu (IV-act. 16 und
28).
A.b Am 22. März 2000 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 41). Dem MEDAS-Gutachten vom 2. Juni 2003 (IV-act. 59;
nachfolgend: 1. MEDAS-Gutachten) sind folgende Diagnosen mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: Eine Persönlichkeitsstörung mit
narzisstischen und histrionischen Zügen, eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, ein chronifiziertes lumbovertebrales Syndrom sowie eine sensible
radikuläre Symptomatik C8 rechts und L5 links bei degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen mit einer relativen, durch Osteophyten bedingte
Spinalkanaleinengung. Laut dem psychiatrischen Konsilium von Dr. med. B._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bestehe die Persönlichkeitsstörung
hauptsächlich in einem Mangel des Selbstwertgefühls mit erhöhter Kränkbarkeit,
Anerkennungssuche durch Leistung und Tendenz zur überhöhten Selbstdarstellung.
Die Selbstwertproblematik führe einerseits direkt, andererseits indirekt ‒ via
inadäquates Verhalten und soziale Sanktionen ‒ zu depressiven Reaktionen. Diese
seien anamnestisch vorhanden, jedoch nicht aktuell. Die Rückenproblematik sei
psychisch überlagert. Wegen des psychosomatischen Leidens sei der Versicherte für
eine rückenadaptierte Tätigkeit seit Anfang 1998 schätzungsweise 40 %
arbeitsunfähig. Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit hänge von den
Arbeitsbedingungen ab. Wegen der beschriebenen Persönlichkeitsdynamik sei der
Versicherte nicht in der Lage, längere Zeit in einem kleinen Team, unter ständigem
Zeitdruck oder autoritärer Führung zu arbeiten. Seine optimale Arbeitsleistung würde er
wahrscheinlich bei freier Arbeitseinteilung und klar abgegrenztem
Verantwortungsbereich erbringen. Laut dem orthopädischen Konsilium von Dr. med.
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C._, orthopädische Chirurgie FMH, sei die Funktion der Wirbelsäule sowohl im
lumbalen als auch im zervikalen Bereich aufgrund von nachweisbaren degenerativen
Veränderungen eingeschränkt. Der Versicherte dürfe daher nicht wiederholt schwere
Lasten heben oder verschieben. In der Tätigkeit als Hauswart sei er zu 40 %
arbeitsunfähig. In adaptierten Tätigkeiten, welche sitzend und stehend abwechselnd
ausgeübt werden könnten, bestehe ‒ v.a. aus zeitlichen Gründen ‒ seit September
1998 eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %. Polydisziplinär wurde die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten in der angestammten Tätigkeit auf 50 % ab ca. Februar 1998 geschätzt. In
adaptierten Tätigkeiten bestehe bei einem Vollpensum eine um 40 % verminderte
Leistungsfähigkeit.
A.c Mit zwei Verfügungen vom 15. Januar 2004 wurde dem Versicherten rückwirkend
ab dem 1. März 1999 eine halbe Rente zugesprochen (IV-act. 69 und 78). Die IV-Stelle
ging dabei von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % in einer adaptierten Tätigkeit aus. Für
die Berechnung des Invalideneinkommens wurde auf den Durchschnittslohn gemäss
BFS-Statistik für Männer im gesamten privaten Sektor abgestellt. Dieser hatte im Jahr
1998, aufgerechnet auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.9 Stunden und
dem damals gültigen Teuerungsstand, monatlich Fr. 4'471.-- betragen. Weiter wurde
ein Tabellenlohnabzug von 10 % vorgenommen, da der Versicherte seine Arbeits- und
Einsatzzeit individuell müsse einteilen können. Daraus resultierte ein
Invalideneinkommen von Fr. 28'968.-- (0.6 × 4'471.-- × 12 × 0.9). Als
Valideneinkommen wurde das Einkommen des Versicherten, welches er im Jahr 1998
als Industrielackierer bei der D._ verdiente, herangezogen; es betrug Fr. 65'000.--
(IV-act. 65). Der Invaliditätsgrad wurde deshalb auf 55 % festgelegt (IV-act. 66).
A.d Am 5. Mai 2004 reichte der Versicherte einen Fragebogen für die Revision der
Invalidenrente ein (IV-act. 82). Im Verlaufsbericht vom 9. Juni 2004 gab Prof. E._,
Orthopädie F._, an, der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär (IV-act.
88). Am 23. Juni 2004 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine Änderung
festgestellt worden sei, die sich auf die Rente auswirke (IV-act. 91). Er habe deshalb
weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente.
A.e Am 29. September 2004 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass es ihm
gesundheitlich sehr schlecht gehe. Er bat um die Anforderung von Arztberichten (IV-
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act. 94). Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. G._, gab im Verlaufsbericht vom 9.
November 2004 an, dass im Rahmen einer neu diagnostizierten funktionellen und
morphologischen Instabilität L4 bis S1 eine Exacerbation des lumbospondylogenen
Syndroms entstanden sei (IV-act. 97). In einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte
mindestens vier Stunden pro Tag arbeitsfähig. Prof. E._ gab im Verlaufsbericht vom
3. Dezember 2004 an, dass der Gesundheitszustand des Versicherten ‒ bei immer
wieder auftretenden Schmerzanfällen ‒ seit ca. einem Jahr stationär sei (IV-act. 99). In
einer leidensadaptierten Tätigkeit könne er vier Stunden pro Tag arbeiten. Mit
Verfügungen vom 29. April 2005 wurde dem Versicherten rückwirkend ab dem
1. September 2004 eine Dreiviertelsrente zugesprochen (IV-act. 107 und 111). Die IV-
Stelle ging dabei von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % aus. Für die
Berechnung des Valideneinkommens wurde wieder das zuletzt erzielte Einkommen als
Industrielackierer herangezogen und nach der Indexierung auf Fr. 70'200.-- festgelegt.
Für das Invalideneinkommen wurde auf die Lohnstrukturerhebung des Jahres 2004,
Privater Sektor, Männer, Niveau 4, abgestellt und ein Teilzeit- und Tabellenlohnabzug
von je 10 % vorgenommen. Das Invalideneinkommen wurde deshalb auf Fr. 23'520.--
festgesetzt (0.5 × 12 × 4'900.-- × 0.8; IV-act. 102). Daraus resultierte ein
Invaliditätsgrad von 66 %.
A.f Am 4. Mai 2006 reichte der Versicherte erneut einen Fragebogen für die Revision
der Invalidenrente ein (IV-act. 113). Die IV-Stelle ordnete eine rheumatologisch-
psychiatrische Verlaufsbegutachtung an, die im März 2007 stattfand (Gutachten vom
18. Mai 2007; IV-act. 136; nachfolgend: 2. MEDAS-Gutachten). Neu wurden ‒ neben
den bereits im 1. MEDAS-Gutachten gestellten Diagnosen ‒ Anpassungsstörungen mit
der Störung von Gefühlen und des Sozialverhaltens festgestellt. Weiter wurde das im 1.
MEDAS-Gutachten festgestellte lumbovertebrale Syndrom neu als diffuses chronisches
Schmerzsyndrom cervicocephal und -brachial rechts sowie lumbofemoral
umschrieben. Laut den Gutachtern gebe es einige Zeichen, die für das Vorliegen eines
nichtorganischen Krankheitsverhaltens sprächen. Gemäss Dr. B._ hatte der
Versicherte bei der Untersuchung einen depressiven Eindruck gemacht. Der
Fragebogen und der Test hätten einerseits eine Verschlechterung, andererseits eine
Aggravation aufgezeigt. Es seien mehrere Zusatzkriterien nach Foerster erfüllt: Erstens
handle es sich bei der Persönlichkeitsstörung und dem depressiven Zustand um eine
langandauernde, schwerwiegende, ausgeprägte psychiatrische Komorbidität von
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erheblicher Ausprägung. Zweitens habe ein ausgeprägter sozialer Rückzug in allen
Lebensbelangen stattgefunden. Und drittens seien Rehabilitationsmassnahmen
kontraproduktiv gewesen (somatische Fixierung, Arztwechsel), wobei eine mangelnde
Motivation des Beschwerdeführers, psychotherapeutische Hilfe anzunehmen,
störungsbedingt sei. Die Gutachter schätzten die Arbeitsfähigkeit für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als technischer Sachbearbeiter oder ähnliche, körperlich eher
leichte bis vereinzelt mittelschwere, rückenadaptierte Tätigkeiten auf 50 %. Die
Reduktion der Arbeitsfähigkeit im Vergleich zum 1. MEDAS-Gutachten sei auf nicht
reversibel einzuschätzende Anteile der depressiven Störung (verminderte
Schmerztoleranz, Konzentrationsstörungen, Ermüdbarkeit, Verlangsamung)
zurückzuführen.
A.g Mit Verfügung vom 4. Juli 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass bei
der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei, die sich
auf die Rente auswirke (IV-act. 143). Er habe deshalb weiterhin Anspruch auf die
bisherige Invalidenrente. Bezüglich des Valideneinkommens stellte die IV-Stelle
wiederum auf das der Teuerung angepasste, zuletzt erzielte Einkommen als
Industrielackierer ab und setzte es auf Fr. 72'376.-- (70'200.-- × 1.031) fest. Für die
Berechnung des Invalideneinkommens stellte sie erneut auf den Tabellenlohn der
Lohnstrukturerhebung des Jahres 2004 ab und nahm einen Tabellenlohn- und
Teilzeitabzug von 20 % vor. Daraus resultierte ein Invalideneinkommen von Fr.
24'249.-- (0.5 × 12 × 5'052.-- × 0.8). Der Invaliditätsgrad betrug demnach 66.5 % (IV-
act. 141).
B.
B.a Mit Schreiben vom 14. Juni 2010 stellte der Versicherte erneut ein
Revisionsgesuch (IV-act. 156). Am 14. Juli 2010 reichte er diverse medizinische
Berichte nach (IV-act. 161 ff.). Dr. med. H._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie und für Allgemeinmedizin, hatte beim Versicherten eine
Persönlichkeitsstörung mit impulsiven, depressiven, histrionischen und narzisstischen
Zügen, eine somatoforme Schmerzstörung und eine rezidivierend depressive Störung
diagnostiziert (Bericht vom 22. Oktober 2008; IV-act. 164). Gemäss Dr. H._ sei der
Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit seit mindestens 2. Oktober 2007 zu 100
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% arbeitsunfähig. Eine selbständige Arbeitsausübung in angestellter oder selbständiger
Tätigkeit sei durch die affektiven und kognitiven Defizite des Versicherten stark
begrenzt. Mit einer Verbesserung der psychischen Belastbarkeit sei nicht mehr zu
rechnen. Sowohl psychotherapeutische als auch psychopharmakologische
Massnahmen hätten über den Zeitraum eines Jahres (Oktober 2007 bis 2008) keinerlei
Veränderung bewirkt. Die Klinik für Chirurgie und Orthopädie des Spital H._ hatte
beim Versicherten am 3. Februar 2009 ein subacromiales Impingement diagnostiziert
(IV-act. 165). Weiter hatte die Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen am 28. Mai
2010 eine ventrale Stabilisation von C5 bis C7 durchgeführt (IV-act. 162 S. 3 ff.).
Gemäss dem Bericht vom 2. Juli 2010 zeigte sich bei einer Nachuntersuchung am 1.
Juli 2010 klinisch ein Taubheitsgefühl über den Fingern I-III der linken Hand sowie ein
leicht reduzierter Faustschluss (IV-act. 162 S. 1 f.). Das Taubheitsgefühl sei als Folge
der Operation zu werten. Bedingt durch dieses Taubheitsgefühl nehme der Versicherte
Gegenstände in der Hand nicht mehr richtig wahr und lasse diese fallen (z.B. Gläser).
Dem Bericht der Psychiatrie-Dienste J._ vom 2. Juli 2010 (IV-act. 163) sind die
Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung (gegenwärtig mittelgradige
Episode) sowie einer sonstigen spezifischen Persönlichkeitsstörung zu entnehmen. Der
behandelnde Arzt gab an, dass sich der Versicherte seit dem 8. Mai 2009 im
Psychiatrie-Zentrum K._ in Behandlung befinde. Die therapeutischen Interventionen
seien bis zum heutigen Zeitpunkt ohne erkennbaren Erfolg geblieben. Nach einem
erneuten operativen Eingriff im Mai 2010 habe sich der Zustand des Versicherten
verschlechtert. Ab dem 22. April 2010 sei er in der Klinik L._ stationär behandelt
worden. Aufgrund des protrahierten Verlaufs, der Chronifizierung der
Schmerzerkrankung sowie der depressiven Erkrankung auf der Basis einer
bestehenden Persönlichkeitsstörung erscheine eine Verbesserung der Symptomatik
auf ein Niveau, das eine Arbeitsfähigkeit generieren könnte, mittelfristig äusserst
unwahrscheinlich.
B.b Am 5. Juli 2010 reichten die Psychiatrie-Dienste J._ einen Bericht über die
stationäre Behandlung des Versicherten in der L._ vom 22. bis 26. Juni 2010 ein (IV-
act. 174). Dem Bericht ist zu entnehmen, dass der Versicherte an einer chronifizierten,
therapieresistenten Schmerzerkrankung sowie einer depressiven Erkrankung auf dem
Boden einer Persönlichkeitsstörung leide. Im Verlauf der Hospitalisation sei es zu einer
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gewissen psychischen Stabilisierung gekommen, so dass der Versicherte bei fehlender
Selbst- oder Fremdgefährdung auf seinen Wunsch habe entlassen werden können.
B.c Gemäss dem Verlaufsbericht der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
vom 20. September 2010 (IV-act. 176) habe sich an den Kreuz- und Nackenschmerzen
des Versicherten im Vergleich zum 1. MEDAS-Gutachten nicht allzu viel geändert. Es
sei nicht davon auszugehen, dass operative Massnahmen zu einer Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit führen würden. Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung im 1. MEDAS-
Gutachten habe nach wie vor Gültigkeit.
B.d Am 21. November 2010 reichten die Psychiatrie-Dienste J._ Psychiatrie-
Zentrum K._) einen Verlaufsbericht ein (IV-act. 179). Sie gaben an, dass sie die
Diagnosen der 2. MEDAS-Begutachtung (Anpassungsstörung und somatoforme
Schmerzstörung) nicht stützten. Sie hätten eine rezidivierende depressive Störung
(gegenwärtig mittelgradige Episode) und eine sonstige spezifische
Persönlichkeitsstörung (mit impulsiven, depressiven, histrionischen und narzisstischen
Zügen) festgestellt.
B.e Das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Verlaufsgutachten der MEDAS
Ostschweiz vom 16. September 2011 (IV-act. 187; nachfolgend: 3. MEDAS-Gutachten)
ergab folgende Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: Ein
chronifiziertes, generalisiertes Schmerzsyndrom, eine rezidivierende depressive
Störung (gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, beginnend chronifiziert), eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und histrionischen Zügen sowie
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Gemäss den Gutachtern sei eine
Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit gegenüber dem 1. MEDAS-Gutachten weder aus
somatischer noch aus psychiatrischer Sicht objektivierbar. Bei subjektiver Zunahme
des ausgedehnten muskuloskelettalen Beschwerdebildes gegenüber der
Vorbegutachtung stehe aus somatischer Sicht unverändert ein chronifiziertes,
generalisiertes, diffuses Schmerzsyndrom bei deutlichen Zeichen eines
nichtorganischen Krankheitsverhaltens im Vordergrund. Insbesondere seien weder
klinisch-neurologisch noch elektroneurophysiologisch Hinweise für sensomotorische
Defizite, ein peripheres Nervenentrapment oder eine Affektion des Brachial- oder
Lumbosacralplexus gefunden worden. Eine leichte bis mässiggradige Polyneuropathie
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sei neurographisch bestätigt worden. Auch gebe es keine Hinweise für eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach den operativen Eingriffen an der
linken Schulter und cervical. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer
Sicht könne aufgrund des chronifizierten Beschwerdebildes nicht erwartet werden. Der
psychische Zustand des Versicherten habe sich seit der 1. MEDAS-Begutachtung nicht
wesentlich verändert. Aufgrund des nun schon länger bestehenden Zustandsbildes mit
schwankendem Verlauf müsse inzwischen die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung gestellt werden. Eine Anpassungsstörung könne gemäss den
Kriterien der ICD-10 nach einem Verlauf von über zwei Jahren nicht mehr gestellt
werden. Dr. med. M._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stützte sich bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die von Foerster für psychiatrische Begutachtungen
formulierten Kriterien. Gemäss dem Gutachter liege beim Versicherten eine chronische
psychiatrische Begleiterkrankung mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter
oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission in Form der beginnend
chronifizierten mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden
depressiven Störung auf dem Boden der kombinierten Persönlichkeitsstörung vor. Es
sei von einem teilweisen sozialen Rückzug auszugehen. Die psychiatrische
Symptomatik sei nicht als ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer
innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewältigung zu interpretieren. In Bezug auf die Psychotherapiemotivation liege
eine Ambivalenz vor, was nur zum Teil mit einer eingeschränkten Krankheitseinsicht in
Zusammenhang stehe. Durch die somatoforme Symptomatik bestehe jedoch auch ein
sekundärer Krankheitsgewinn in Form von Schonung und Anteilnahme. Auch müsse
der Versicherte keine berufliche Tätigkeit in vollem Rahmen mehr ausüben. Aus
psychiatrischer Sicht seien die Behandlungsoptionen noch nicht voll ausgeschöpft.
Eine Fortführung und gegebenenfalls auch Intensivierung der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung, insbesondere auch eine weitere Optimierung der
antidepressiven Medikation und Kontrolle der regelrechten Medikamenteneinnahme,
erscheine indiziert. Zusammengefasst sei festzuhalten, dass die Foerster-Kriterien in
Bezug auf die somatoforme Schmerzstörung zum Teil vorlägen. Dem Versicherten sei
die Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung möglich, um die Schmerzen und
sonstigen somatoformen Beschwerden zu überwinden und zumindest in Teilzeit wieder
in adaptierte Tätigkeiten einzusteigen. Die weiterhin mittelgradigen Einschränkungen
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der Arbeits- und Leistungsfähigkeit seien durch die depressive Symptomatik und die
Einschränkungen der Aufmerksamkeit, der Ausdauer und der Konzentrationsfähigkeit
bedingt. Die emotionale Belastbarkeit sowie die Stress- und Frustrationstoleranz seien
deutlich vermindert. Auch bestünden Defizite der sozialen Kompetenzen, eine deutlich
erhöhte Kränkbarkeit, eine verminderte Konflikt- und Abgrenzungsfähigkeit sowie eine
Tendenz zu ungünstiger Kommunikation mit den Mitmenschen. Es sei noch eine
gewisse, aber wohl voraussichtlich keine wesentliche Besserung des psychischen
Zustandsbildes zu erwarten. Gemäss dem Gutachter stimmten die psychiatrischen
Diagnosen mit denjenigen der Psychiatrie-Dienste J._ und denjenigen von Dr. H._
überein. Dr. M._ schätzte die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus
psychiatrischer Sicht auf 50 %. Die Diskrepanz zu den Arbeitsfähigkeitseinschätzungen
der behandelnden Ärzte sei wohl darauf zurückzuführen, dass diese von einem
biopsychosozialen Krankheitsmodell ausgingen und aus diesem Grunde psychosoziale
Belastungsfaktoren in ihre Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit mit einbezögen; dies sei
nach den IV-rechtlichen Kriterien allerdings nicht erlaubt. Gesamthaft schätzten die
Gutachter die Restarbeitsfähigkeit des Versicherten in den früher ausgeführten
Tätigkeiten wie auch in anderen körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten
ohne Zeitdruck, möglichst mit freier Einteilung und in Zusammenarbeit mit
ausgeglichenen Vorgesetzten und Kollegen, auf 50 %.
B.f Mit einem Vorbescheid vom 28. Oktober 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass die Abweisung des Erhöhungsgesuchs vorgesehen sei (IV-act. 191). Zur
Begründung gab sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten wie auch dessen Arbeitsfähigkeit seit der
Zusprache der Teilrente nicht wesentlich verändert hätten. Für die Berechnung des
Valideneinkommens wurde wie bei den bisherigen Berechnungen auf das zuletzt
erzielte Einkommen als Industrielackierer abgestellt und dieses der Teuerung bis 2009
angepasst; daraus resultierte ein Valideneinkommen von Fr. 72'629.--. Für das
Invalideneinkommen wurde wiederum auf den Tabellenlohn (Lohnstrukturerhebung des
Jahres 2009, Tabelle TA 1, Lohnniveau 4) abgestellt und ein Teilzeit- und ein
Tabellenlohnabzug von je 10 % vorgenommen; das errechnete Invalideneinkommen
betrug Fr. 23'992.-- (0.5 × 12 × 4'998.-- × 0.8). Daraus ergab sich ein Invaliditätsgrad
von 67 % (IV-act. 201). Am 3. Januar 2012 liess der Versicherte einen Einwand erheben
(IV-act. 199). Der Rechtsvertreter brachte vor, dass zusätzlich zur somatoformen
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Schmerzstörung eine eigenständige, losgelöste psychische Erkrankung in Form einer
psychischen Komorbidität und somit rechtsprechungsgemäss ein invalidisierender
Gesundheitsschaden vorliege. Da der Versicherte zusätzlich unter einer rezidivierenden
depressiven Störung und an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leide, verfüge er
nicht über hinreichende Ressourcen, um einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu
können. Dem Versicherten sei eine ganze Rente auszurichten, da eine
Verschlechterung der Gesundheit seit dem Erlass der Verfügung am 4. Juli 2007
glaubhaft gemacht worden sei.
B.g Mit Verfügung vom 11. Januar 2012 (act. G 1.3) wies die IV-Stelle das
Erhöhungsgesuch aus den im Vorbescheid dargelegten Gründen ab. Zum Einwand
hielt sie fest, Dr. M._ habe im Verlaufsgutachten der MEDAS festgehalten, dass sich
bei der Begutachtung ein im Vergleich mit den Beschreibungen im Gutachten von Dr.
B._ im Wesentlichen unveränderter psychischer Zustand präsentiert habe. Zudem sei
dem Versicherten gemäss der überzeugenden Beurteilung von Dr. M._ die
Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung möglich, die Schmerzen und
sonstigen somatoformen Beschwerden zu überwinden und zumindest in Teilzeit wieder
eine adaptierte Tätigkeit auszuüben. Demnach liege keine erhebliche Veränderung des
Gesundheitszustandes und der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit seit der letzten
umfassenden Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vor.
C.
C.a Am 9. Februar 2012 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
Beschwerde gegen diese Verfügung erheben (act. G 1). Er liess die Ausrichtung einer
ganzen IV-Rente ab 1. Juni 2010, eventualiter die Einholung eines multidisziplinären
Obergutachtens, beantragen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten
der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Der Rechtsvertreter brachte vor,
dass das 3. MEDAS-Gutachten einer genaueren Prüfung nicht stand halte. Zwar sei der
Beschwerdeführer von einem Neurologen untersucht worden, doch sei ‒ im Gegensatz
zur MEDAS-Untersuchung vom 12. März 2003 ‒ kein orthopädisches Konsilium mehr
durchgeführt worden. Da Dr. C._ im 1. MEDAS-Gutachten für eine adaptierte
Tätigkeit aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % festgestellt habe,
hätte die Beschwerdegegnerin zwingend einen Orthopäden beiziehen müssen. Eine
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Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht dränge sich auf, weil der
Beschwerdegegner wegen des Taubheitsgefühls über Daumen und radialem Unterarm
häufig Gegenstände aus der Hand fallen lasse. Sodann hätte eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt werden müssen. Weiter werde im
3. MEDAS-Gutachten behauptet, die Behandlungsoptionen seien aus psychiatrischer
Sicht noch nicht voll ausgeschöpft worden. Im 2. MEDAS-Gutachten sei
demgegenüber festgehalten worden, dass von einer Psychotherapie keine Besserung
zu erwarten sei und berufliche Massnahmen nicht erfolgsversprechend seien. Auch
dem Bericht der Psychiatrie-Dienste J._ vom 2. Juli 2010 sei sinngemäss zu
entnehmen, dass weitere Behandlungen die Arbeitsfähigkeit nicht erhöhen könnten.
Weiter sei unzutreffend, dass die Foerster-Kriterien nur zum Teil vorlägen. So seien die
Sachverständigen im 3. MEDAS-Gutachten lediglich von einem teilweisen sozialen
Rückzug ausgegangen, obwohl im 2. MEDAS-Gutachten ein ausgewiesener sozialer
Rückzug festgestellt worden sei. Auch liege beim Versicherten eine mitwirkende,
psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Dauer und
Ausprägung vor. Mit der Beurteilung der Psychiatrie-Dienste J._ vom 2. Juli und 21.
November 2010 sei davon auszugehen, dass sich seit der 2. MEDAS-Begutachtung
der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers verschlechtert habe und dieser
heute gänzlich arbeitsunfähig sei. Dieser Beurteilung komme ein erhöhtes Gewicht zu,
da der Beschwerdeführer dort seit dem 8. Mai 2009 in Behandlung gewesen sei; der
MEDAS-Gutachter habe für die Exploration nur etwas mehr als zwei Stunden Zeit
gehabt. Weiter sei im 2. MEDAS-Gutachten festgehalten worden, dass der
Beschwerdeführer an einer Anpassungsstörung leide. Im 3. MEDAS-Gutachten sei
demgegenüber eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert worden. Diese
Änderung der Diagnose beweise eine wesentliche Verschlechterung des psychischen
Zustandes des Beschwerdeführers. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass Dr.
M._ von einem unveränderten psychischen Zustand ausgehe. Und schliesslich hätte
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geprüft werden müssen, wenn auf das
3. MEDAS-Gutachten abgestellt würde. Vor allem bei einfachen Kontrolltätigkeiten
benötige man eine hohe Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer; diese Eigenschaften
fehlten dem Beschwerdeführer gänzlich. Zudem benötige man bei körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeiten vor allem die Hände; bedingt durch das
Taubheitsgefühl in Daumen, Zeigefinger sowie im radialen Unterarm könne der
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Beschwerdeführer Gegenstände in der Hand nicht mehr richtig wahrnehmen, weshalb
er sie auch schon fallen gelassen habe. Falls also noch eine Restarbeitsfähigkeit
bestehe, müsse davon ausgegangen werden, dass die qualitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit so stark sei, dass auch auf dem allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt keine Stelle mehr existiere, an welcher es dem Beschwerdeführer möglich
wäre, seine Restarbeitsfähigkeit einzusetzen. Da die Restarbeitsfähigkeit somit
wirtschaftlich nicht mehr verwertbar sei, bestehe auch für den erwerblichen Teil eine
vollständige Invalidität.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 27. April 2012 (act. G 4) brachte die
Beschwerdegegnerin vor, dass die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich medizinisch-
theoretisch zu bestimmen sei. Der Beschwerdeführer würde eine EFL nur dazu
benutzen, zu "beweisen", dass er in hohem Mass arbeitsunfähig sei. Da er seine
Arbeitsfähigkeit erheblich pessimistischer einschätze, als diese tatsächlich sei, wäre die
bei einer EFL gezeigte Leistung ohnehin nicht relevant. Bei einer EFL sei es nämlich
nicht möglich, den Anteil allfälliger Motivationsmängel vom willentlich nicht steuerbaren
Unvermögen, eine volle Leistung zu erbringen, abzugrenzen. Der Einschätzung der
MEDAS komme grosses Gewicht zu, weil es sich um eine für die IV geschaffene
spezialisierte Gutachterstelle handle, die mit IV-rechtlichen Fragestellungen bestens
vertraut sei. Im Gegensatz zu behandelnden Ärzten folge die MEDAS strikt
versicherungsmedizinischen Prämissen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
habe die MEDAS kein orthopädisches Konsilium durchführen müssen. Ein
Rheumatologe befasse sich mit der schmerzhaften Erkrankung von Gelenken, Muskeln,
Bändern und Sehnen. Er sei deshalb ohne Weiteres in der Lage gewesen, die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten gesundheitsbedingten Einschränkungen der
Gelenke zu erkennen. Der Beschwerdeführer sei anlässlich der 3. MEDAS-
Begutachtung vom Rheumatologen der MEDAS ausführlich untersucht worden. Dieser
habe sich auch auf eine elektrophysiologische Untersuchung durch einen Neurologen
der MEDAS Ostschweiz vom 19. April 2011 sowie auf zahlreiche Röntgenbilder
abstützen können. Auch habe der Rheumatologe die Anamnese und die medizinischen
Vorakten berücksichtigt. Es sei daher nicht ersichtlich, inwiefern dessen
Arbeitsfähigkeitsschätzung rechtsfehlerhaft sein sollte, zumal beim Beschwerdeführer
keine neurologischen Ausfälle vorgelegen hätten. Anlässlich der 3. MEDAS-
Begutachtung habe der Beschwerdeführer die Taubheitsgefühle am Daumen und
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Unterarm nicht mehr erwähnt. Ohnehin sei nicht erkennbar, inwiefern diese harmlosen
postoperativen Beschwerden sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers auswirken könnten. Weiter sei dem Beschwerdeführer im 2.
MEDAS-Gutachten vor allem gestützt auf die Diagnose der Persönlichkeitsstörung eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden. Die MEDAS habe beim
Beschwerdeführer bereits damals eine depressive Symptomatik vorgefunden, diese
jedoch (noch) nicht als depressive Episode oder Störung beurteilt. Der
Beschwerdeführer leite aus der diagnostischen Umcodierung der Anpassungsstörung
in eine mittelgradige depressive Störung zu Unrecht eine erhebliche Verschlechterung
seines psychischen Zustands ab, zumal das 2. und das 3. MEDAS-Gutachten in etwa
den gleichen psychiatrischen Befund angegeben hätten. Im Übrigen handle es sich bei
der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Störung um eine reaktive
Begleiterscheinung zur Schmerzstörung, die keine Komorbidität darstelle, weil kein von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbarer verselbständigter und
pathologischer Gesundheitsschaden vorliege. Trotz der Persönlichkeitsstörung sei der
Beschwerdeführer immer wieder in der Lage gewesen, für längere Zeiträume
Erwerbseinkommen von über Fr. 30'000.-- pro Jahr oder sogar in der Grössenordnung
eines Hilfsarbeiters in einem Vollzeitpensum zu erzielen. Die Persönlichkeitsstörung
habe somit keinen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
gehabt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung im 3. MEDAS-Gutachten von nur noch 50 %
aus psychiatrischer Sicht sei daher bereits ziemlich grosszügig. Auf den Bericht der
Psychiatrie-Dienste J._, gemäss welchem der Beschwerdeführer voll arbeitsunfähig
sei, könne demnach nicht abgestellt werden: Aus diesem Bericht ergebe sich, dass das
Psychiatrie-Zentrum vor allem auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
abgestellt habe. Zudem sei die Arbeitsfähigkeitsschätzung eines nicht von einer
versicherten Person unabhängigen Arztes wegen der formellen Natur des Anspruchs
auf einen unabhängigen Experten auf jeden Fall unbeachtlich. Da der Bericht des
Psychiatrie-Zentrums auch keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vorbringe, die
im Rahmen einer Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen, sei voll auf das 3. MEDAS-Gutachten abzustellen.
Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig, da die MEDAS die geltend
gemachten Einschränkungen des Beschwerdeführers ausführlich abgeklärt habe.
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C.c In der Replik vom 7. Juni 2012 (act. G 6) brachte der Rechtsvertreter vor, eine
objektive EFL sei zwar in Situationen, in welchen der Schmerz das Verhalten der ver
sicherten Person massgeblich präge, wegen allfälliger Selbstlimitierungen schwieriger.
Gerade in solchen Fällen erlaube es eine EFL jedoch, die Arbeitsfähigkeit zu schätzen.
Weiter könne dem 3. MEDAS-Gutachten entnommen werden, dass das
Taubheitsgefühl immer noch bestehe. Auch könne es nicht als harmlos abqualifiziert
werden. Das Gericht habe sämtliche Beweismittel ‒ ungeachtet ihrer Herkunft ‒
objektiv zu prüfen. Schliesslich treffe es nicht zu, dass der Bericht der Psychiatrie-
Dienste J._ einzig auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstütze.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).
C.e Am 17. Dezember 2013 reichte der Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. G._
vom 9. Dezember 2013 und MRI-Berichte von Schädel und HWS des Spitals I._ vom
25. November 2013 ein (act. G 9). Dr. G._ erklärte, dass bezüglich der HWS eine
Progression der Erkrankung stattgefunden habe, die bildgebend nachgewiesen werden
könne. Zudem müssten auch die Uratarthropathie (Gicht), die Hüftarthrose und die
Schlafstörung als weitere Aspekte der zunehmenden Invalidität in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen werden.

Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten
rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
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Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen).
1.2 Gegenstand dieses Verfahrens ist, ob die Beschwerdegegnerin das Erhöhungs
gesuch zu Recht abgewiesen hat. Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ist
letztmals anlässlich der Revisionsverfügung vom 4. Juli 2007 materiell geprüft worden.
Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand bzw. die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zwischen dem 4. Juli 2007 und dem 11.
Januar 2012 (Zeitpunkt des Verfügungserlasses) derart verändert hat, dass daraus eine
Änderung des Invaliditätsgrades resultiert, welche zu einer Änderung des
Rentenanspruchs führt.
2.
2.1 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere die MEDAS-Gutachten aus den
Jahren 2003, 2007 und 2011, der Bericht des behandelnden Arztes Dr. H._, drei
Berichte der Psychiatrie-Dienste J._, ein Bericht der Klinik für Chirurgie und
Orthopädie des Spital I._ sowie zwei Berichte der Neurochirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen im Recht.
2.2 Der Beschwerdeführer hat nach Abschluss des Schriftenwechsels zudem MRI-
Berichte des Schädels und der HWS vom 25. November 2013 und einen
dazugehörigen Bericht von Dr. G._ vom 9. Dezember 2013 einreichen lassen.
Gemäss dem Bericht von Dr. G._ habe bezüglich der HWS eine Progression der
Erkrankung stattgefunden. Zudem sei der Beschwerdeführer an Gicht erkrankt, habe
eine Hüftarthrose und Schlafstörungen. Dem MRI-Bericht der HWS ist hauptsächlich zu
entnehmen, dass die Unkarthrose und Retrospondylose im Segment C4/5 beidseits mit
linksseitiger Betonung gegenüber einem MRI vom Januar 2010 zugenommen habe. Im
Rahmen der 3. MEDAS-Begutachtung am 19. April 2011 ist eine Röntgenaufnahme der
HWS gemacht worden, die eine z.T. fortgeschrittene Spondylarthrosis der mittleren
und unteren HWS sowie eine Osteochondrosis mit leichter Retroosteophytenbildung
gezeigt hat. Im 3. MEDAS-Gutachten ist somit bereits eine Progression der Arthrose
der HWS berücksichtigt worden. Die geltend gemachten Schlafstörungen bestehen
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anamnestisch mindestens seit der 2. MEDAS-Untersuchung im Jahr 2007. Den Akten
sind keine Hinweise zu entnehmen, dass sich die Schlafstörungen seit der 2. MEDAS-
Untersuchung verschlimmert hätten. Bezüglich der Uratarthropatie ist festzuhalten,
dass bei der 3. MEDAS-Untersuchung noch keine Anzeichen des Vorliegens einer
solchen Erkrankung haben festgestellt werden können. Der Bericht von Dr. G._ ist
zwei Jahre nach Erlass der strittigen Revisionsverfügung erstellt worden. Es besteht
daher keine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich die Uratarthropathie
zum Verfügungszeitpunkt auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat. Der
Beschwerdeführer hat bereits anlässlich der 3. MEDAS-Untersuchung über Schmerzen
in der rechten Hüfte geklagt (IV-act. 187 S. 3). Dem 3. MEDAS-Gutachten ist zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei der Beweglichkeitsprüfung der Hüften
heftigste lumbale Rückenschmerzen geäussert habe, weshalb das
Bewegungsausmass der Hüftgelenke nicht habe bestimmt werden können (IV-act. 187
S. 12). Der Beschwerdeführer leidet unter einem chronifizierten generalisierten
Schmerzsyndrom und kann deshalb nur noch körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten ausüben. Es ist davon auszugehen, dass er ‒ insofern eine solche zum
Verfügungszeitpunkt überhaupt vorgelegen hat ‒ durch die Hüftarthrose nicht noch
stärker in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt wird, als er dies ohnehin schon durch
die Nacken,- Rücken- und Schulterschmerzen ist. Den nachträglich eingereichten
Berichten fehlt es somit an der notwendigen Beweiskraft, eine weitere Reduktion der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zwischen der 3. MEDAS-Begutachtung und
dem Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Revisionsverfügung als überwiegend
wahrscheinlich erscheinen zu lassen.
3.
3.1 Als Nächstes ist zu prüfen, ob zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen
Revisionsverfügung auf das 3. MEDAS-Gutachten abgestellt werden kann.
3.2 Der Beschwerdeführer hat einwenden lassen, dass aus verschiedenen Gründen
nicht auf das 3. MEDAS-Gutachten abgestellt werden könne: Als Erstes hat der
Rechtsvertreter vorgebracht, dass der Beschwerdeführer zusätzlich von einem
Orthopäden hätte untersucht werden müssen. Einerseits habe Dr. C._ im 1. MEDAS-
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Gutachten eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % aus orthopädischer Sicht festgestellt.
Andererseits müsse das Taubheitsgefühl im Daumen und Unterarm bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt werden. Orthopäden wie auch
Rheumatologen sind auf Erkrankungen des Bewegungsapparates spezialisiert und
somit beide kompetent, die vom Beschwerdeführer geltend gemachten somatischen
Beschwerden (Rücken-, Nacken-, Schulter-, Hüft- und Knieschmerzen) fachmännisch
zu beurteilen. Weiter stimmen die vom Orthopäden und vom Rheumatologen
festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Wesentlichen überein: Beide
diagnostizierten ein Schmerzsyndrom, welches die Arbeitsfähigkeit einschränke.
Während der Orthopäde die Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht auf 20 %
festgelegt hat, hat es der Rheumatologe unterlassen, die Arbeitsunfähigkeit aus
somatischer Sicht zu beziffern. In beiden Gutachten kamen die Sachverständigen
allerdings zum Schluss, dass die Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht von der
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht konsumiert werde. Weiter wurde das
geltend gemachte Taubheitsgefühl bei der 3. MEDAS-Begutachtung eingehend
untersucht und eine leichte bis mässiggradige Polyneuropathie diagnostiziert. Die
Gutachter kamen jedoch zum Schluss, dass diese keine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers habe, da weder sensomotorische Defizite noch
ein peripheres Nervenentrapment oder eine Affektion des Brachial- oder
Lumbosacralplexus hätten festgestellt werden können. Diese Beurteilung erscheint
schlüssig und es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb bezüglich der
Taubheitsgefühle weitere Abklärungen hätten vorgenommen werden müssen.
3.3 Als zweites Argument brachte der Rechtsvertreter vor, dass eine EFL hätte
durchgeführt werden müssen. Die Überprüfung der Leistungsfähigkeit durch eine EFL
bedingt eine aktive Mitwirkung der versicherten Person. Ob eine versicherte Person bei
einer EFL mitwirkt, hängt von ihrem Willen und damit davon ab, ob sie sich selbst noch
(zu einem gewissen Grad) als leistungsfähig betrachtet. Der Beschwerdeführer hat
angegeben, dass er sich zu 100 % arbeitsunfähig fühle. Während der Prüfung des
Neurostatus anlässlich der 3. MEDAS-Untersuchung hat der Beschwerdeführer sich
geweigert, den Zehen- und Fersengang und die Hocke auszuführen. Zudem konnten
aufgrund seines Verhaltens mehrere Tests nicht lege artis durchgeführt werden
(Motorik, Resistivtests, Lasèguezeichen und Upper-Limb-Test; IV-act. 187 S. 11 f.).
Unter den gegebenen Umständen ist eine EFL offensichtlich nicht geeignet, einen
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Beitrag zur Schätzung der Arbeitsfähigkeit zu leisten. Die Beschwerdegegnerin hat
somit zu Recht auf die Durchführung einer EFL verzichtet.
3.4 Der Rechtsvertreter hat sich drittens auf den Standpunkt gestellt, dass alle
Foerster-Kriterien erfüllt seien: Es liege eine psychische Komorbidität von erheblicher
Schwere, Intensität, Dauer und Ausprägung vor und es müsse von einem
ausgewiesenen sozialen Rückzug ausgegangen werden. Die psychiatrischen
Behandlungsoptionen seien bereits voll ausgeschöpft. Zudem beweise die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung eine Verschlechterung des psychischen
Zustandes. Nach der Rechtsprechung kommt einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) ebenso wie grundsätzlich sämtlichen pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische
Grundlage (BGE 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283) nur ausnahmsweise ein invalidisierender,
d.h. einen Rentenanspruch begründender Charakter zu (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3
Abs. 1 und Art. 6 ATSG; grundlegend BGE 130 V 352). Entscheidend ist, ob und
inwiefern die versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr
erlauben, trotz den subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V
352 E. 2.2.4 S. 355; 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a S. 299 unten). Umstände, die
bei Vorliegen eines solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen
Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen können, sind: Eine
Komorbidität im Sinne eines vom Schmerzgeschehen losgelösten eigenständigen
psychischen Leidens von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer,
chronische körperliche Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, sozialer
Rückzug, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf
einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgeführten
Behandlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der
versicherten Person (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71; 130 V 352 E 2.2.3 S. 353 ff.; Urteil
9C_1061/2009 vom 11. März 2010 E. 5.4.3.1.1). Umgekehrt sprechen u.a. eine
erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten
Verhalten oder der Anamnese, die Angabe intensiver in der Umschreibung vager
Schmerzen oder behauptete schwere Einschränkungen im Alltag bei weitgehend
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intaktem psychosozialen Umfeld gegen das Vorliegen eines invalidisierenden
Gesundheitsschadens (BGE 131 V 49 E. 2.1 S. 51; Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar
2012 E. 1.1). Die Diagnosen der 2. und der 3. MEDAS-Untersuchung unterscheiden
sich insoweit, als in der 2. Begutachtung eine Anpassungsstörung und in der
3. Begutachtung eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert worden ist. Dr.
M._ hat im 3. MEDAS-Gutachten darauf hingewiesen, dass sich der psychische
Zustand des Beschwerdeführers seit der 1. MEDAS-Begutachtung nicht wesentlich
verändert habe. Aufgrund des schon länger bestehenden Zustandsbildes mit
schwankendem Verlauf müsse inzwischen die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung gestellt werden. Eine Anpassungsstörung könne nach einem
Verlauf von über zwei Jahren nicht mehr gestellt werden. Während Dr. B._ im 2.
MEDAS-Gutachten das Vorliegen einer psychischen Komorbidität, eines ausgeprägten
sozialen Rückzugs in allen Lebensbelangen, eines primären Krankheitsgewinns sowie
von gescheiterten Rehabilitationsmassnahmen bejaht hat, hat Dr. M._ das
Vorhandensein dieser Kriterien im 3. MEDAS-Gutachten verneint und die mittelgradige
depressive Episode als chronische psychiatrische Begleiterkrankung qualifiziert. Trotz
dieser unterschiedlichen psychiatrischen Einschätzungen haben beide Gutachter die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf 50 % geschätzt. Dies kann nur damit
erklärt werden, dass die psychiatrischen Gutachter einen im Wesentlichen
unveränderten medizinischen Zustand in Bezug auf die Diagnose, nicht aber in Bezug
auf die Arbeitsfähigkeit, anders beurteilt haben.
3.5 Als Nächstes hat der Rechtsvertreter geltend gemacht, dass der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung der behandelnden Ärzte ein höheres Gewicht zukommen
müsse, da die MEDAS-Gutachter für die Exploration nur etwas mehr als zwei Stunden
Zeit gehabt hätten. Es liegt in der Natur der Sache, dass behandelnde Ärzte mehr Zeit
mit einer versicherten Person verbringen als ein Sachverständiger, der eine versicherte
Person lediglich gutachterlich untersucht. Daraus kann jedoch nicht geschlossen
werden, dass der Arbeitsfähigkeitseinschätzung der behandelnden Ärzte ein höheres
Gewicht zukommt bzw. dass deren Einschätzung realitätsnaher ist. Denn aufgrund
ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und im Hinblick auf einen möglichen Ziel-
und Interessenskonflikt (Behandlung versus Begutachtung) ist davon auszugehen, dass
behandelnde Ärzte im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Namentlich in
umstrittenen Fällen kann deshalb nicht ohne weiteres auf die Angaben eines
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behandelnden Haus- oder Spezialarztes abgestellt werden (EVGE I 814/03 vom 5. April
2004, E 2.4.2). Des Weiteren verfügen Gutachter in der Regel über mehr Erfahrung
hinsichtlich der versicherungsmedizinisch relevanten Arbeitsfähigkeitsschätzung als
Haus- und Spezialärzte. So tragen behandelnde Ärzte dem
arbeitsfähigkeitsspezifischen Element der zumutbaren Willensanstrengung zur
Überwindung der Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung erfahrungsgemäss zu wenig
Rechnung. Und schliesslich verfügen in der Regel nur die Gutachter über die
vollständigen Vorakten, weshalb ihre Beurteilungen des Gesundheitszustandes
regelmässig umfassender ausfallen als jene der Haus- und Spezialärzte. Daraus ergibt
sich, dass den Arbeitsfähigkeitseinschätzungen von unabhängigen Sachverständigen
regelmässig ein höherer Beweiswert beigemessen werden muss als jenen der
behandelnden Ärzte. Im vorliegenden Fall haben Dr. H._ sowie die Psychiatrie-
Dienste J._ die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf 100 % geschätzt. Die
psychiatrischen Gutachter der 2. und 3. MEDAS-Begutachtung kommen
demgegenüber zum Schluss, dass die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
lediglich 50 % betrage. Im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten hat Dr. M._ im 3.
MEDAS-Gutachten eingehend und schlüssig dargelegt, aus welchen Gründen die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers eingeschränkt ist (depressive Symptomatik,
Einschränkungen der Aufmerksamkeit, der Ausdauer und der Konzentrationsfähigkeit,
verminderte emotionale Belastbarkeit, verminderte Stress- und Frustrationstoleranz,
Defizite in den sozialen Kompetenzen etc.). Zudem hat er zu den abweichenden
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen der behandelnden Ärzte Stellung genommen und die
unterschiedlichen Einschätzungen damit begründet, dass behandelnde Ärzte in der
Regel psychosoziale Belastungsfaktoren in die Arbeitsfähigkeitseinschätzung
einbeziehen würden. Diese Erklärung scheint gerade im vorliegenden Fall als plausibel,
da für die depressive Symptomatik auch verschiedene psychosoziale
Belastungsfaktoren mitverantwortlich gemacht werden (u.a. Probleme mit
Partnerinnen, schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Verschuldung; vgl. IV-act. 136
S. 19).
3.6 Aus dem Gesagten lässt sich schliessen, dass keine Gründe ersichtlich sind, die
geeignet wären, Zweifel an der aktuellsten Einschätzung des Gesundheitszustandes
und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch die MEDAS zu wecken. Für die
Diagnosen und die daraus resultierende Arbeitsfähigkeitsschätzung kann daher
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vollumfänglich auf das 3. MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Es ist daher
überwiegend wahrscheinlich, dass sich weder der physische noch der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Rentenüberprüfung
wesentlich verändert hat und damit zwischenzeitlich auch keine Verschlechterung der
Arbeitsfähigkeit eingetreten ist.
3.7 Der Rechtsvertreter hat schliesslich geltend gemacht, dass ‒ falls überhaupt eine
Restarbeitsfähigkeit bestehe ‒ diese wirtschaftlich nicht mehr verwertbar sei. Da sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Rentenrevision nicht
wesentlich verändert hat, kann sich auch die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht verändert haben. Es erübrigt sich deshalb,
diese Frage neu zu prüfen.
4.
4.1 Somit muss lediglich noch die Bemessung des Invaliditätsgrads überprüft werden.
Die Beschwerdegegnerin hat für die Berechnung des Valideneinkommens auf das
Einkommen des Beschwerdeführers als Industrielackierer im Jahr 1998 abgestellt. Das
ist problematisch, denn der Beschwerdeführer war im Jahr 1991/1992 zum
technischen Kaufmann umgeschult worden (IV-act. 16 und 24). Dabei geht es
allerdings nicht um die revisionsrechtlich einzig relevante Frage, ob sich der erhebliche
Sachverhalt wesentlich verändert hat, sondern darum, ob bei der ursprünglichen
Rentenberechnung von der richtigen Validenkarriere ausgegangen worden ist, d.h. ob
das Valideneinkommen richtig beziffert worden ist. Würde sich das Gericht vorliegend
mit dieser Frage beschäftigen, würde es unzulässigerweise ein
Wiedererwägungselement in ein Rentenrevisionsverfahren einbringen. Aus diesem
Grund muss offen gelassen werden, ob die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung
des Valideneinkommens zu Recht auf das Einkommen als Industrielackierer abgestellt
hat. Für die Bemessung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin
richtigerweise auf den Tabellenlohn der Lohnstrukturerhebung des Jahres 2009,
Lohnniveau 4, Tabelle TA 1, abgestellt; bei der Berechnung hat sie jedoch
versehentlich den Tabellenlohn des Jahres 2008 und nicht jenen des Jahres 2009
beigezogen. Ein Tabellenlohn- und Teilzeitabzug von je 10 % erscheint unter den
gegebenen Umständen zwar als grosszügig, liegt jedoch im Rahmen des Ermessens
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der Beschwerdegegnerin. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 24'494.-- (0.5 x
12 x 5'103.-- x 0.8). Daraus resultiert ein IV-Grad von 66 %. Da eine ganze Rente erst
ab einem IV-Grad von 70 % zuzusprechen ist, ist die Abweisung des
Erhöhungsgesuchs durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Die
Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
5.
Da der unterliegende Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
hat (Art. 61 lit. g ATSG e contrario), ist auch dieses Begehren des Beschwerdeführers
abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die
Gerichtsgebühr richtet sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dieser
erweist sich im vorliegenden Fall als durchschnittlich. Die Gerichtsgebühr ist deshalb
praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzen. Die Gerichtsgebühr ist dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie ist durch den vom Beschwerdeführer geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP