Decision ID: 552dbbce-4866-47cb-9c63-888055b90d60
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2011 bei der Invalidenversicherung des Kantons St.
Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Als gesundheitliche
Beeinträchtigungen gab sie permanente Lendenwirbelschmerzen sowie einen
Bandscheibenvorfall und einen Infekt an. Die Versicherte war als Büroangestellte bei
der B._ AG, zuletzt in einem 75%-Pensum tätig (IV-act. 1, 11). Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, gab im Gespräch mit dem IV-internen
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 18. Juli 2011 an, bei der Versicherten bestehe
ein LWS-Syndrom bei Status nach Mikrodiskektomie mit Dekompression L3/L4 und
dynamischer Stabilisation L3/L4 und L4/L5 am 26. Januar 2011 sowie bei Status nach
Revisionsoperation vom 13. Mai 2011. Die Versicherte sei seit dem 25. Januar 2011 zu
100% arbeitsunfähig (IV-act. 15).
A.b Vom 11. bis 28. Juli 2011 wurde die Versicherte in der Klinik Valens stationär
behandelt. Im Austrittsbericht vom 28. Juli 2011 nannte die Klinik als Diagnosen ein
chronisches lumbovertebrales Syndrom, Hyperlaxizität, muskuläre Dysbalance, Status
nach Einlage zweier interspinöser Implantate L3/L4 und L4/L5 und Mikrodiskektomie
L3/L4 bei chronischem lumbospondylogenem Schmerzsyndrom 01/2011, Status nach
lumbaler Wundexzision von nekrotischem Gewebe bei postoperativem Wundinfekt
03/2011, Status nach Entfernung des Osteosynthesematerials L3/L4 und L4/L5 bei
periprothetischem Infekt mit Propionibacterium acnes 05/2011 sowie
Anpassungsstörung. Die lumbovertebralen Schmerzen seien auf eine ungenügende
Stabilisationsfähigkeit der Wirbelsäule bei Hyperlaxizität (Beighton Score 8/9 Punkte)
und muskulärer Dysbalance mit konsekutiver Wirbelsäulenfehlform und -haltung
zurückzuführen. Die Ärzte gaben an, die Versicherte sei seit dem 25. Januar und bis
zum 21. August 2011 zu 100% arbeitsunfähig, danach bestehe für die angestammte
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leichte wechselbelastende Tätigkeit als kaufmännische Angestellte im aktuellen
Teilzeitpensum von 80% eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 19).
A.c Am 10. Januar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie übernehme die
Kosten für einen ergonomischen Stuhl und eine Fussstütze (IV-act. 33; vgl. auch IV-act.
21, 25, 30). In einer Mitteilung gleichen Datums gewährte die IV-Stelle zudem Beratung
und Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes durch die
Eingliederungsberatung (IV-act. 34).
A.d Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, Schmerzzentrum
des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) diagnostizierte im Bericht vom 9.
Februar 2012 ein chronifiziertes nozizeptives lumbales und lumbosakrales
Schmerzsyndrom. Er führte aus, die Versicherte sei durch ihre Schmerzen bei der
Arbeit sowohl im Sitzen als auch im Stehen massiv behindert. Wechselbelastungen
seien möglich, jedoch nicht über längere Zeit (IV-act. 37). Im Bericht vom 29. Mai 2012
führte Dr. D._ aus, die Versicherte bekomme bei längerem Sitzen mehr Schmerzen
im Bereich der unteren LWS und am lumbo-sakralen Übergang, welche das weitere
Sitzen behinderten und die Versicherte zum Aufstehen und Herumgehen zwängen. Dies
verhindere eine längerdauernde sitzende Position und längeres Arbeiten in dieser
Position. Ihr sei die bisherige Tätigkeit zu 50% zumutbar (IV-act. 54). Im Arztbericht
vom 25. Juli 2012 äusserte Dr. D._ nach Durchführung eines MRI der Wirbelsäule
den Verdacht auf eine Erkrankung aus dem rheumatologischen Formenkreis (IV-act. 65,
72-41/41).
A.e Dr. med. E._, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, führte im
Bericht vom 6. August 2012 aus, es fänden sich keine Hinweise für eine entzündlich-
rheumatische Erkrankung im Sinne einer Kollagenose oder einer rheumatoiden Arthritis,
weder in der klinischen Untersuchung noch sonographisch oder labormässig (IV-act.
67).
A.f Anlässlich des Assessmentgesprächs vom 27. September 2012 hielt die IV-Stelle
fest, es seien keine weiteren beruflichen Massnahmen angezeigt. Gemäss telefonischer
Besprechung mit der Arbeitgeberin der Versicherten vom 11. Juni 2012 sei der
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Arbeitsplatz gesichert, solange die Versicherte nicht weniger als 50% arbeite (vgl. das
FI-Ergebnis-Protokoll nach Assessementgespräch, IV-act. 71).
A.g Nach Einholung weiterer medizinischer Berichte (IV-act. 72f.), unter anderem eines
Verlaufsberichts von Dr. D._ vom 22. Oktober 2012, in welchem dieser den
Gesundheitszustand der Versicherten als stationär bezeichnete (IV-act. 73), teilte die
IV-Stelle der Versicherten am 20. November 2012 mit, es sei eine polydisziplinäre
Begutachtung angezeigt (IV-act. 83, vgl. auch IV-act. 89).
A.h Mit interdisziplinärem Medas Gutachten des Zentrums für interdisziplinäre
medizinische Begutachtungen AG, Schwyz (ZIMB) vom 28. April 2013 (IV-act. 99)
beurteilten die Gutachter die Versicherte als aus rein somatischer (internistischer,
rheumatologischer, orthopädisch-chirurgischer und neurologischer) Sicht als
Sachbearbeiterin in einem Büro in ihrer Arbeitsfähigkeit als nicht eingeschränkt. Aus
versicherungspsychiatrischer Sicht bestehe aber eine 30%-ige Arbeitsunfähigkeit,
bedingt durch die depressive Symptomatik; die gedankliche Flexibilität sei reduziert,
ebenso die Belastbarkeit. Vom Januar bis Ende August 2011 habe aufgrund der
Rückenoperation sowie der operativen Revisionen vorübergehend eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Dann habe die Versicherte wieder begonnen, zu 50% zu
arbeiten. Aufgrund der aktuell gutachterlich erhobenen Befunde sei es ihr ab sofort
zumutbar, das Pensum auf 70% zu erhöhen.
A.i Am 16. Dezember 2013 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
Arztbericht von Dr. med. F._, Facharzt FMH Physikalische und Rehabilitative Medizin,
leitender Arzt Departement Innere Medizin, Rheumatologie/Rehabilitation, KSSG, vom
14. November 2013 ein (IV-act. 109). Darin wurde neu die Diagnose einer peripheren
und axialen Spondyloarthritis gestellt. Der RAD holte daraufhin sämtliche ambulanten
Behandlungsberichte inklusive Laborbefunde der Versicherten beim KSSG ein (IV-act.
112f.) und kam am 4. Februar 2014 zum Schluss, dass das neu geltend gemachte
Vorliegen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung aufgrund der objektivierbaren
Befunde nicht nachvollzogen werden könne und der Gesundheitszustand im Vergleich
zum Medas Gutachten vom April 2013 stationär sei (IV-act. 117-2).
A.j Daraufhin wurden die beruflichen Massnahmen mit Schreiben vom 21. Februar 2014
abgeschlossen (IV-act. 120).
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A.k Mit Vorbescheid vom 16. April 2014 stellte die IV-Stelle in Aussicht, den
Rentenanspruch der Versicherten bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 22% zu
verneinen. Der dagegen erhobene Einwand vom 2. Juni 2014 (IV-act. 130) wurde mit
Verfügung vom 3. Juni 2014 abgewiesen (IV-act. 131).
B.
B.a Mit Beschwerde vom 4. Juli 2014 (act. G 1) liess die Versicherte durch
Rechtsanwalt lic. iur. Markus Schultz, St. Gallen, beantragen, ihr sei ab dem 14. Mai
2013 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; unter voller Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung liess sie insbesondere vorbringen, die im
Gutachten geschätzte 70%-ige Arbeitsfähigkeit werde am ursprünglichen Pensum von
75% gemessen und nicht an einem Vollpensum. Dadurch ergebe sich eine
Arbeitsfähigkeit von 52,5% bzw. eine Arbeitsunfähigkeit von 22,5%. Sie habe aufgrund
des Alters der Kinder und deren Betreuungsbedarfs ihr Pensum vor Eintritt der
Invalidität nicht auf über 75% erhöhen können. Spätestens im Jahr 2013, als ihr
jüngstes Kind 16 Jahre alt geworden sei, hätte sie ihr Pensum auf 100% erhöht. Ihre
derzeitige Arbeitsstelle sei optimal adaptiert. Es sei offensichtlich, dass eine
vergleichbare Arbeitsstelle auf dem freien Arbeitsmarkt nicht zu finden sei, weshalb
vorliegend zusätzlich eine versteckte Soziallohnkomponente von mindestens 10% zu
berücksichtigen sei. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 50% und damit ab _ 2013
(16. Geburtstag des jüngsten Kindes) der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2014 (act. G 4) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen an, es könne offen bleiben, ob sich die Arbeitsunfähigkeit auf der
Grundlage eines 75%-Pensums errechne. Die mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom sei nicht invalidisierend. Es ergebe sich aus dem
psychiatrischen Teilgutachten klar, dass die mittelschwere depressive Symptomatik als
Begleiterscheinung der von einer Rückenoperation vom 26. Januar 2011 herrührenden
Schmerzstörung anzusehen sei. Zudem seien hinsichtlich der depressiven
Symptomatik die zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft, da sich
die Beschwerdeführerin erst seit kurzem in einer psychotherapeutischen Behandlung
befinde. Damit bestehe keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung
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der Arbeitsfähigkeit und die nach der Rechtsprechung erforderlichen Kriterien lägen
nicht in genügender Weise vor, um die Schmerzstörung als invalidisierend anzusehen.
B.c Am 8. September 2014 legte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
Arztbericht von Dr. F._ und Prof. Dr. G._, Facharzt FMH für Innere Medizin und
Rheumatologie, Fachimmunologe DGfl, Klinikleiter Departement Innere Medizin, Klinik
für Rheumatologie, KSSG, vom 27. August 2014 ins Recht (act. G 6.1).
B.d Mit Replik vom 8. Oktober 2014 (act. G 7) brachte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin vor, der Gesundheitszustand habe sich nachweislich
verschlechtert.
B.e Mit Schreiben vom 24. Oktober 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine
Duplik und hielt am bisherigen Antrag vollumfänglich fest (act. G 9).
B.f Nach entsprechender Orientierung und Anhörung der Parteien (act. G 11 ff.) gab
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 1. Juni 2015 ein orthopädisches
und psychiatrisches Gerichtsgutachten bei der asim Begutachtung, Universitätsspital
Basel, in Auftrag, welches zwecks Klärung allfälliger entzündlicher Prozesse um ein
rheumatologisches Aktenkonsil ergänzt wurde (act. G 14, G 17).
B.g Im Gerichtsgutachten vom 3. Mai 2016 (act. G 19) wurden als Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom,
eine mittelgradige depressive Episode und eine Persönlichkeitsakzentuierung nach
Vernachlässigung und ungünstigen Bindungserfahrungen in der Kindheit diagnostiziert.
Gesamtmedizinisch bestehe seit Ende Juli 2011 eine 50%ige Arbeits- und
Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf als Büroangestellte, wobei die bisherige
Tätigkeit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen optimal angepasst sei.
B.h Mit Stellungnahme vom 19. Mai 2016 (act. G 21) hielt die Beschwerdegegnerin
fest, das polydisziplinäre Gerichtsgutachten und das polydisziplinäre Gutachten des
ZIMB enthielten vor allem in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
divergierende Schlussfolgerungen. In somatisch-rheumatologischer Hinsicht bestätige
das Gerichtsgutachten implizit die Beurteilung des ZIMB-Gutachtens. Die
Nachvollziehbarkeit der Schmerzsymptomatik sei in der wirbelsäulenchirurgischen
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Beurteilung im asim-Gutachten einzig mit einer Aggravation des schon vor den
operativen Eingriffen bestehenden Schmerzsyndroms aufgrund der
komplikationsreichen Operation begründet worden. Bei der Beschwerdeführerin seien
weder schwere degenerative Veränderungen ausgewiesen noch lägen Instabilitäten
oder eine ausgeprägte Fehlstatik vor, was auch schon das somatische
Abklärungsergebnis der ZIMB-Begutachtung gezeigt habe. Vor diesem Hintergrund
erweise sich die im asim-Gerichtsgutachten rein somatisch begründete 30%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als nicht schlüssig. Die Therapiemöglichkeiten seien
bei Weitem nicht ausgeschöpft worden, weshalb nicht auf Therapieresistenz und
demzufolge auch nicht auf das Vorliegen einer invalidisierenden depressiven
Erkrankung geschlossen werden könne. Auch die diagnostizierte
Persönlichkeitsakzentuierung nach Vernachlässigung und ungünstigen
Bindungserfahrungen vermöge keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu
begründen.
B.i Mit Stellungnahme vom 20. Juni 2016 (act. G 24) äusserte sich der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin dahingehend, dass auf das Gerichtsgutachten abzustellen sei.
Die Arbeitsfähigkeit im Beruf liege bei einem Arbeitspensum von 70% bei 35%.
Einschränkungen in der Haushaltsführung seien ebenfalls zu berücksichtigen und
(allenfalls) die gemischte Methode anzuwenden.
B.j Zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin vom 19. Mai 2016 nahm der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 5. September 2016 Stellung (act. G 28). Es
sei verfehlt zu behaupten, die Schmerzsymptomatik sei objektiv nicht nachvollziehbar
und die Beschwerdeführerin sei aufgrund der mittelgradig depressiven Episode nicht
arbeitsunfähig.

Erwägungen
1.
1.1 Zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
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Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) und kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die
Arbeitsfähigkeitsschätzung und die Umschreibung der trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und zumutbaren Tätigkeiten (vgl. Art. 6
ATSG). Dabei ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich
berücksichtigt.
1.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen
Beeinträchtigung vereinbar ist.
1.3 Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
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Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen und somit den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das
Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens
ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich
mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor
allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls
in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in
der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind,
dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).
1.5 Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nicht ohne zwingende Gründe von den
Einschätzungen der medizinischen Experten ab. Ein Grund zum Abweichen kann
vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht
eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen
gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche
Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen,
die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die
Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne
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Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen
zieht (BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.6; BGE 125 V 351 E. 3a und 3b/aa mit Hinweis; UELI
KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N55 zu Art. 43).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der rentenablehnenden Verfügung vom 3. Juni
2014 auf das Gutachten des ZIMB vom 28. April 2013 gestützt, in welchem der
Beschwerdeführerin eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
attestiert wurde (IV-act. 99-51, vgl. vorne A.h). Im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin
hat das Versicherungsgericht das Gutachten des ZIMB vom 28. April 2013 nicht als
rechtsgenügliche Grundlage zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin erachtet: Im Bericht von Dr. F._/Prof. G._ vom 27. August
2014 wurde der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf eine mittel- bis schwergradig
funktionsgeminderte Lenden-Becken-Hüftregion beiderseits (M54.5) mit
schmerzbedingten Minderinnervationen L3 und L4 beiderseits, einer peripheren und
axialen Spondyloarthritis (M46.0) sowie einer mittelgradigen depressiven Episode
(F32.1; ohne Hinweise für somatoforme Schmerzstörung) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
in der zuvor ausgeübten Tätigkeit attestiert und eine darauf ausgerichtete Therapie
festgehalten (act. G 6.1). Bei diesen relativ stark divergierenden Einschätzungen,
namentlich in somatischer Hinsicht, vor dem Hintergrund einer misslungenen
Rückenoperation hat das Versicherungsgericht eine weitere medizinische Abklärung in
Form eines Gerichtsgutachtens als notwendig erachtet.
2.2 Zu klären ist damit die Frage, ob die medizinische Aktenlage mit der Erstellung des
asim-Gerichtsgutachtens des Universitätsspitals Basel vom 3. Mai 2016 (act. G 19;
nachfolgend asim-Gutachten) eine rechtsgenügliche Beurteilung der
Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Im asim-Gutachten wurden als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, eine mittelgradige depressive Episode sowie eine
Persönlichkeitsakzentuierung nach Vernachlässigung und ungünstigen
Bindungserfahrungen in der Kindheit festgehalten. Gesamtmedizinisch bestehe im
angestammten Beruf als Büroangestellte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Nach
Einschätzung der Sachverständigen sollte rein wirbelsäulenchirurgisch aufgrund der
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aktuellen klinischen und radiologischen Befunde eine Tätigkeit als Büroangestellte, die
einer optimal angepassten leichten wechselbelastenden Tätigkeit mit Möglichkeit zur
Einnahme von Entlastungspositionen entspreche, ein Arbeitspensum von 70% möglich
sein. Im Bereich der Lendenwirbelsäule sei zwar zweimal eine Operation durchgeführt
worden. Ein nachweisbarer erheblicher struktureller Schaden sei davon jedoch nicht
verblieben. Nachvollziehbar sei, dass bei zweifach operierter Wirbelsäule eine gewisse
Belastungsminderung vorliege. Das Ausmass der Beschwerdeschilderung sei, auch
wenn die Beschwerden differenziert vorgebracht würden, orthopädisch nicht
vollständig erklärbar. Aufgrund der psychiatrischen Diagnose könne die ausgeübte
Tätigkeit nur zu 50% umgesetzt werden. Es beständen Einschränkungen aufgrund der
gestörten Durchhaltefähigkeit. Die Fähigkeit, sich an Regeln und Routinen anzupassen,
sei eingeschränkt. Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sei bei chronischem
Schmerzsyndrom ebenso reduziert. Die Beschwerdeführerin brauche mehrere Pausen
während des Arbeitstages, die sie flexibel gestalten könne. Es bestehe eine
Konzentrationsstörung durch Schmerzen und Ablenkung bei dysfunktionalen
Kognitionen im Rahmen der Persönlichkeitsakzentuierung. Eine Überlastung über die
eigene Belastungsgrenze hinaus sei ungünstig; die Beschwerdeführerin sei nur
eingeschränkt in der Lage, diese adäquat wahrzunehmen. Aktuell leiste die
Beschwerdeführerin ein 70% Pensum aus rein finanzieller Notwendigkeit, was einer
konstanten Überforderung gleichkomme und auf dem Hintergrund der biographischen
Entwicklung und bei bestehender mittelgradiger Depression auch prognostisch
ungünstig sei und die Gefahr einer schwerer wiegenden Dekompensation beinhalte
(act. G 19 S. 8 f.).
2.3 Während die Beschwerdeführerin die im asim-Gutachten aus gesamtmedizinischer
Sicht auf 50% angesetzte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich anerkennt
(act. G 24 Ziff. 1), kritisiert die Beschwerdegegnerin die Arbeitsfähigkeitseinschätzung
im asim-Gutachten.
2.4 Die Beschwerdegegnerin rügt, die rein somatisch begründete 30%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht schlüssig; die Beschwerdeführerin sei
somatisch in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Sie begründet dies damit, dass
entgegen den Berichten des KSSG mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
entzündliche rheumatologische Erkrankung in Form einer Spondylarthritis vorliege.
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Damit werde implizit bestätigt, dass aus rein rheumatologischer Sicht in adaptierter
Tätigkeit keine Einschränkung bestehe (act. G 21 Ziff. III/5). Weiter führt die
Beschwerdegegnerin als Begründung der von ihr vorgebrachten uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht an, dass weder schwere degenerative
Änderungen ausgewiesen seien noch Instabilitäten oder eine ausgeprägte Fehlstatik
vorliegen würden. In einer solchen Konstellation vermöge eine nicht durch organische
Befunde erklärbare Schmerzsymptomatik keine quantitative Einschränkung der
Leistungsfähigkeit zu begründen (act. G 21 Ziff. III/7). Zur Arbeitsfähigkeit in
psychiatrischer Hinsicht bringt die Beschwerdegegnerin vor, die Therapiemöglichkeiten
für die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode seien noch nicht ausgeschöpft,
weshalb nicht auf Therapieresistenz und demzufolge nicht auf das Vorliegen einer
invalidisierenden depressiven Erkrankung geschlossen werden könne. Die
mittelgradige depressive Episode begründe daher keine Arbeitsunfähigkeit (act. G 21
Ziff. III/12). Mangels Persönlichkeitsstörung vermöge auch die diagnostizierte
Persönlichkeitsakzentuierung keine invalidenversicherungsrechtlich relevante
Arbeitsunfähigkeit zu begründen (act. G 21 Ziff. III/13).
2.4.1 Es trifft zu, dass die asim-Gutachter die Diagnose einer entzündlichen
Spondyloarthritis anders als das KSSG für sehr unwahrscheinlich halten (act. G 19 S.
11 f.). Daraus lässt sich allerdings nichts gegen die Beurteilung der Gutachter ableiten;
vielmehr zeigt sich darin die Sorgfalt der Gutachter, die sich unvoreingenommen mit
allen Vorakten auseinandersetzen und nachvollziehbar beschreiben, weshalb sie eine
Diagnose als ausgewiesen oder nicht ausgewiesen erachten. Aus dem
rheumatologischen Aktengutachten geht auch hervor, dass sich eine aktivierte lumbale
Fazettengelenksarthrose zeige, was bei Menschen mit Hypermobilität häufig
angetroffen werde. Zudem habe die frustrane Mikrodiskektomie und Versteifung der
Wirbelsäule die Symptomatik nicht verbessert, sondern verschlechtert (act. G 19,
rheumatologisches Aktengutachten S. 2). Es trifft sodann nicht zu, dass nur eine durch
organische Befunde nicht erklärbare Schmerzsymptomatik vorliegt. Im
wirbelsäulenchirurgischen Gutachten wird festgehalten, dass sich die lumbalen
Schmerzen in Folge der retrospektiv nicht klar indizierten Operation verschlechtert
hätten, was zweifellos durch den langsam schwelenden Infekt der Implantate erklärt
werden könne, welche im Rahmen der Infektsanierung korrekterweise entfernt worden
seien. Dadurch sei zwangsläufig ein Flurschaden an den Bändern zwischen den
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Dornfortsätzen entstanden. Zwar führe dieser nicht zu einer grundsätzlichen
gravierenden Instabilität der Wirbelsäule, lasse aber die Aggravation des vorher schon
bestehenden Schmerzsyndroms nachvollziehen (act. G 19, wirbelsäulenchirurgisches
Gutachten S. 7 f.). Dass das initiale Schmerzsyndrom gemäss dem
wirbelsäulenchirurgischen Gutachten nicht ganz erklärt werden kann, spielt vorliegend
keine Rolle. Eine mögliche Ursache der Schmerzen wird im benignen
Hypermobilitätssyndrom mit einem Beighton Score von 8/9 Punkten gesehen.
Chronische Schmerzzustände im Bereich der Wirbelsäule seien bei diesem
Krankheitsbild gehäuft vorliegend (act. G 19, rheumatologisches Aktengutachen S. 2).
Massgebend bleibt, dass die Aggravation des bestehenden Schmerzsyndroms durch
die komplikationsreiche Operation aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht nachvollziehbar
ist. Auch wenn die Wirbelsäule nach den verschiedenen Eingriffen als stabil und
grundsätzlich belastbar angesehen werden müsse, würden sich Einschränkungen aus
der ebenso nachvollziehbaren Schmerzhaftigkeit ergeben (act. G 19,
wirbelsäulenchirurgisches Gutachten S. 8). Zudem wird festgehalten, dass die
Operation selbst, die Revisionsoperation sowie die vielen anschliessenden Infiltrationen
der Wirbelsäule rückblickend die Chronifizierung der Schmerzen gefördert hätten (act.
G 19, asim-Gutachten S. 13). Diese Feststellungen führen gemäss den
Sachverständigen zu einer rein somatisch betrachteten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit um 30% aufgrund der Notwendigkeit von regelmässigen Ruhepausen
und der Möglichkeit zum Abliegen. Zudem müssten noch Ressourcen zur Erledigung
des Haushalts und zur Durchführung einer regelmässigen Physiotherapie freigehalten
werden. Diese sei notwendig, um eine weitere Dekonditionierung zu vermeiden und die
Arbeitsfähigkeit zu erhalten (act. G 19, wirbelsäulenchirurgisches Gutachten S. 8). Es
ist demnach medizinisch unbegründet, allein von fehlenden schweren degenerativen
Veränderungen und der fehlenden Instabilität ohne weiteres darauf zu schliessen, die
Leistungsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Vor allem aber ist es verfehlt, jede Diagnose
einzeln für sich alleine zu betrachten und für jede Diagnose einzeln zu beurteilen, ob
diese für sich isoliert betrachtet eine Arbeitsunfähigkeit begründet oder zu keiner
Arbeitsfähigkeitseinschränkung führt (so die Ansicht der Beschwerdegegnerin, act. G
21). Zwar sind die Schmerzen, wie die Beschwerdegegnerin korrekt vorbringt, nach
Angaben der Gutachter nicht vollständig organisch erklärbar (vgl. act. G 19, asim-
Gutachten S. 13), was aber nicht mit Beschwerden ohne jegliche organische Grundlage
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gleichzusetzen ist. Vielmehr bedeutet dies, dass nur das Ausmass der
Beschwerdeschilderung aus rein orthopädischer Sicht nicht vollständig erklärbar ist
(act. G 19, asim-Gutachten S. 8). Auch werden im asim-Gutachten nirgends eine
Aggravation oder auch nur Verdeutlichungstendenzen der Beschwerdeführerin
festgehalten. Letztere fällt vielmehr durch Kooperation und Konsistenz bei der
Schmerzschilderung auf.
2.4.2 Das fachärztlich diagnostizierte chronische Schmerzsyndrom (eine somatoforme
Schmerzstörung hingegen wurde mangels Diagnosekriterien verneint [act. G 19, asim-
Gutachten S. 13, psychiatrisches Fachgutachten S. 12]) ist ebenfalls nicht isoliert für
sich alleine zu betrachten. Die versicherte Person ist - insbesondere vor dem
Hintergrund, dass ihre gesamthaft vorhandenen Ressourcen (vgl. BGE 141 V 281, E.
3.4.2. ff. und E. 4.3.1.3 betreffend Komorbidität) eine wesentliche Rolle bei der Frage
nach der ganzen oder teilweisen Arbeitsfähigkeit spielen - gesamtheitlich, respektive,
wie es im Fazit des asim-Gutachtens heisst, gesamtmedizinisch (act. G 19, asim-
Gutachten S. 8) zu betrachten und daraus folgend, ihre Arbeitsfähigkeit ebenso
gesamtheitlich zu beurteilen. Die diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigungen
haben gegenseitige Wechselwirkungen mit Einfluss auf die vorhandenen Ressourcen,
weshalb es verfehlt ist, das chronische Schmerzsyndrom einerseits und die
mittelgradige depressive Episode andererseits je einzeln und für sich isoliert zu
betrachten. Entsprechend erachten die Sachverständigen im asim-Gutachten bei
ausgeprägtem Schmerzsyndrom und gleichzeitiger mittelgradiger Depression, vor
allem auch vor dem Hintergrund der im psychiatrischen Fachgutachten diskutierten
Persönlichkeitsaspekte, eine Arbeitsfähigkeit von 50% für möglich, eine 70%ige
Arbeitstätigkeit hingegen für nicht zumutbar, jedoch bei Verbesserung der Depression
in Zukunft für durchaus erreichbar (act. G 19, asim-Gutachten S. 14). Was schliesslich
das Vorbringen der Beschwerdegegnerin betrifft, invalidenversicherungsrechtlich lasse
sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, ist zu beachten, dass die
Behandelbarkeit einer psychischen Störung für sich allein betrachtet nichts über deren
invalidisierenden Charakter aussagt (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2013,
9C_947/2012, E. 3.2.1 mit Hinweis). Das Bundesgericht hat klargestellt, dass die
Behandelbarkeit eines psychischen Leidens sogar bei grundsätzlich guter Prognose
einen - allenfalls befristeten - Rentenanspruch nicht zum Vorneherein ausschliesst
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2014, 8C_148/2014 E. 3.1 mit Hinweis auf
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das Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2014, 8C_56/2014, E. 4.1). Vor dem
Hintergrund, dass die Beschwerden und die vorhandenen Ressourcen einer
versicherten Person gesamtheitlich zu betrachten und zu beurteilen sind, wie dies im
asim-Gutachten geschehen ist, kann dem Argument der fehlenden invalidisierenden
Wirkung des psychischen Leidens im vorliegenden Fall nicht gefolgt werden. Es
besteht demnach kein Anlass, der medizinisch bescheinigten Arbeitsunfähigkeit aus
rechtlicher Sicht eine Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit abzusprechen.
2.4.3 Schliesslich ist ebenso festzuhalten, dass angesichts der klaren Formulierung im
asim-Gutachten, wonach gesamtmedizinisch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im
angestammten Beruf als Büroangestellte bestehe (act. G 19, S. 8), und der Ausführung
im psychiatrischen Gutachten, wonach die Explorandin in ihrer angestammten, optimal
angepassten Tätigkeit zu etwa 50% - explizit "4 Stunden täglich" - arbeitsfähig sei (act.
G 19, psychiatrisches Fachgutachten S. 14), nicht von einer lediglich 35%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht wird (vgl.
act. G 24 Ziff. 3).
2.5 Zusammenfassend ist auf das asim-Gutachten sowie auf die darin interdisziplinär
festgestellte 50%ige Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten abzustellen.
3.
3.1 Im Folgenden ist ausgehend von der medizinisch-theoretisch 50%igen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu ermitteln, ob sich ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad ergibt.
3.2 Den Akten zufolge war die Beschwerdeführerin vor Eintritt der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen zuletzt im Pensum von 75% arbeitstätig (vgl. IV-act. 1, 11; Pensum
wäre nach Angaben der Beschwerdeführerin eigentlich 80%, sie komme aber nicht
ganz auf ihre Stunden und bekomme deshalb nur Lohn für ein 75% Pensum, vgl. IV-
act. 30-3). Sie gab gegenüber der Eingliederungsverantwortlichen am 19. Februar 2014
glaubhaft an, im Gesundheitsfall 100% zu arbeiten, da ihre Kinder erwachsen seien (IV-
act. 116). Vorliegend besteht kein Anlass, die Beschwerdeführerin nicht als
Vollzeiterwerbstätige im Vollpensum zu qualifizieren.
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3.3 Im Zusammenhang mit dem Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG bestimmt
sich das Valideneinkommen nach dem Erwerbseinkommen, welches die versicherte
Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG letzter
Teilsatz). Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE
135 V 297 E. 5.2). Sind die Validen- und die Invalidenkarriere dieselben, so kann der
Einkommensvergleich auf die Untervariante des Prozentvergleichs beschränkt werden.
Die Beschwerdeführerin arbeitete seit Januar 2003 stets bei der gleichen Arbeitgeberin
(vgl. IV-act. 11-1). Ihr bisheriger Arbeitsplatz ist gesichert, solange sie nicht weniger als
50% arbeitet (IV-act. 71-1), was mit ihrem 50%-Pensum der Fall ist (vgl. IV-act. 125).
Es liegen demnach stabile Verhältnisse vor. Die Beschwerdeführerin schöpft mit dem
effektiv geleisteten 50%-Pensum die ihr zugemutete Restarbeitsfähigkeit von 50% voll
aus. Gemäss Angaben der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin vom 28. März 2014
entspricht der im Arbeitspensum von 50% ausbezahlte Lohn der erbrachten
Arbeitsleistung (IV-act. 125). Der ausgerichtete Lohn weist also keine
Soziallohnkomponente auf. Die Invalidenkarriere stimmt somit mit der Validenkarriere
überein. Beim Prozentvergleich entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit, unter Berücksichtigung eines allfälligen Leidensabzugs. Letzterer
entfällt im vorliegenden Fall, solange die Invalidenkarriere mit der Validenkarriere
übereinstimmt. Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin beträgt 50% (E. 2.5).
Damit ergibt sich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 50%.
3.4 Die Beschwerdeführerin beantragt eine Rente mindestens ab dem _ 2013, da ihr
jüngstes Kind an diesem Tag sechzehn Jahre alt wurde und die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall spätestens ab diesem Zeitpunkt in einem 100% Pensum tätig gewesen
wäre. Der Rentenanspruch beginnt gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG frühestens nach
Erfüllung des Wartejahrs. Seit der Operation am 26. Januar 2011 war die
Beschwerdeführerin stets durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (act.
G 19, asim-Gutachten S. 9). Die Anmeldung bei der IV-Stelle erfolgte am 27. Juni 2011
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(IV-act. 1). Der _ 2013 liegt damit auch nach dem Ablauf von sechs Monaten ab
Geltendmachung des Leistungsanspruches (Art. 29 Abs. 1 IVG). Die Rente wird
gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der
Rentenanspruch besteht, was vorliegend somit im Mai 2013 der Fall ist.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen. Die
Sache ist zur Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Ausgangsgemäss hat die
unterliegende Beschwerdegegnerin die Kosten für das Gerichtsverfahren, die
angesichts des überdurchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf Fr. 1'000.--
festzusetzen sind, und die Kosten für das Gerichtsgutachten von Fr. 10'912.30 zu
bezahlen. Sie hat der Beschwerdeführerin zudem eine dem überdurchschnittlichen
Vertretungsaufwand entsprechende Parteientschädigung von Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.