Decision ID: f62fbc8e-1217-4fea-b7b9-5a6413ffe423
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1991,
Student, ist seit dem
7. April 2008 in einem Teilzeitpensum als Buchhalter bei der
Y._
angestellt und dadurch bei der Visana Versicherungen AG (nachfolgend: Visana
) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom
4. August
2014
meldete die Arbeitgeberin
der Visana, dass der Versicherte am 1
7.
Juli 2014 beim Sport auf der Allmend in Zürich gestürzt sei und sich am Rücken verletzt habe (
Urk.
6/1)
. Am 4. August 2014 wurde der Ver
sicherte wegen anhaltender Rückenschmerzen in der
Z._ untersucht, wobei die gleichentags durchgeführte Röntgenun-tersuchung
keine ossäre Läsion
zeigte (Urk. 6/22). Die Visana erbrachte Heilbe
handlungsleistungen, welche sie per 17. September
2014 einstellte (vgl. Urk. 6/28).
Im Bericht vom 29. Januar 2015 diagnostizierten die Ärzte der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie der A._ beim Versicherten
ein anhaltendes lumbales Schmerzsyndrom nach Sportunfall am
17. Juli 2014 (Urk. 6/3-4). Im am 28. April 2015 durchgeführten MRI der Lende
n
wirbelsäule
(LWS)
war eine grosse
Di
skushernie L5/S1 ersichtlich (Urk. 6/13-14
). Am 1
8.
Mai 2015 unterzog sich der Versicherte in der
A._
einem operativen Eingriff
an der LWS (Sequest
rektomie und Nukleotomie L5/S1 rechts unter mikroskopischer Kontr
olle;
Urk.
6/
18-
19). Am 1
2.
Juni 2015 gab
Dr. med. B._
, FMH Chirurgie, beratender Arzt der Visana, eine Stellungnahme ab (
Urk.
6/23
-24
).
Nach entsprechendem Schrei
ben vom 24. Juni 2015 (Urk. 6/26) verneinte die Visana mit Verfügung vom 31. Juli 2015 (Urk. 6/45-48) einen Anspruch auf Versicherungsleistungen für die ab dem 29. Januar 2015 erneut zu Behandlungen führenden Beschwer
den
mangels eines überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzu
sam
men
hangs zum Unfallereignis vom 17. Juli 2014. Die dagegen vom Versicherten am 10. September 2015 erhobene Einsprache (Urk. 6/54-57) wies die Visana mit Entscheid vom 5. Dezember 2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 24. Januar 2017 Beschwerde und beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es seien ihm sämtliche Kosten für alle Leistungen, die nach dem Unfallereignis vom 17. Juli 2014 zur Behandlung der Schmerzen im LWS-Bereich angefallen seien, zu erstatten.
In
prozessualer Hinsicht beantragte er die Durchführung einer Verhandlung
(Urk. 1
).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am 2. März 2017 angezeigt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit r
echtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu b
eurteilende Unfall hat sich am 17. Juli 2014
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt –
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Beru
fs
krankheiten gewährt.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
-
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mass
gebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehand
lungs
kosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit, dass beim Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis vom 17. Juli 2014 keine strukturellen Läsionen der Wirbelsäule und namentlich keine Wirbelsäulen
frakturen hätten festgestellt werden können. Das Kriterium der besonderen Schwere des Unfallereignisses sei deshalb zu verneinen. Fraglich sei das Vor
liegen eines unverzüglich auftretenden vertebralen oder radikulären Syndroms, welches zu einer sofortigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Die Erstkonsul
tation habe erst knapp drei Wochen nach dem Ereignis stattgefunden. Eine Arbeitsunfähigkeit sei im Rahmen dieser Konsultation nicht attestiert worden. Der Beschwerdeführer habe denn auch erst sechs Monate nach der Erstkonsul
tation nochmals einen Arzt aufgesucht. Entsprechend seien die in der bundes
ge
richtlichen Rechtsprechung dargelegten Voraussetzungen für eine unfallbe
dingte Diskushernie nicht erfüllt. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwische
n dem Ereignis vom 17. Juli 2014 und den ab dem 29. Januar 2015 erneut geltend gemachten Beschwerden sei deshalb zu verneinen (Urk. 2 S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass das Unfallereignis beim Rugbyspiel vom 17. Juli 2014 kein gewöhnlicher Sturz, sondern ein soge
nanntes „Tackling“ gewesen sei. Das heisse, dass ein Spieler einen Gegenspieler in vollem Lauf durch Rammen mit seinen Schultern stoppe. Die starken Beschwerden in der unteren LWS seien noch auf dem Spielfeld aufgetreten und hätten für ihn zu einem Spielabbruch geführt. Im Juli und August 2014 seien an der C._ Semesterferien gewesen, wodurch ihm eine
Ruhig
stellung und Vermeidung jeglicher Anstrengung möglich gewesen sei. Nach
zwei Wochen ohne Besserung sei aber der vorgesehene Wiederholungskurs (WK) näher gerückt, und ein Arztbesuch sei unabdingbar gewesen. Am 4. August 2014 seien ihm dann starke Schmerzmittel, ein Muskelrelaxans und Physiotherapie verordnet worden. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis der behan
deln
den Ärztin wäre allerdings nutzlos gewesen, da ihm ein Militärarzt eine Arbeitsunfähigkeit hätte attestieren müssen, um ihn vom WK zu befreien. Nach dem Einrückprozedere unter grossen Schmerzen sei ihm im WK eine Frei
stellung von körperlicher Arbeit zugesagt worden. Nach Beendigung des WK hätten ihm Physiotherapie, Dafalgan und ähnliche Schmerzmittel und die Tatsache, dass er als Student der C._ keine Präsenzveranstaltungen habe besuchen müssen, geholfen. Ende Dezember 2014 sei er mit seiner Familie in die Ferien geflogen, und nach vierstündigem unbequemem Sitzen im Flugzeug seien in der unteren LWS akute Schmerzen aufgetreten. Nach der Rückreise in die Schweiz habe er sich deshalb entschieden, einen Spezialisten zu konsul
tie
ren. Das Unfallereignis vom 17. Juli 2014 sei somit von ausreichender Schwere gewesen, die Symptome seien unverzüglich aufgetreten und eine Arbeitsun
fähigkeit sei an sich ausgewiesen gewesen. Eine degenerative oder krank
heits
bedingte Veränderung der LWS einer 23-jährigen Person, die so schnell fort
schreite und innert weniger Monate einen derart drastischen Verlauf nehme, scheine hingegen unwahrscheinlich (Urk. 1).
3.
3.1
Die Ärzte der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie der A._ diagnostizierten im Bericht vom 29. Januar 2015 betreffend
die gleichentags durchgeführte Konsultation ein anhaltendes lumbales Schmerz
syndrom
nach Sportunfall vom 17. Juli 2014. Sie erklärten, dass sich diese Rückenschmerzen bei einem WK verschlimmert hätten. Der Beschwerdeführer beklage jetzt tief lumbale Schmerzen, die rechts über das Gesäss in den Fuss ziehen würden. Beim Laufen nehme dieser Schmerz zu, ebenso beim Rück
neigen. Mitunter trete auch ein links ausstrahlender Schmerz auf, allerdings seltener. Physiotherapie, Schmerzmittel und Muskelrelaxantien hätten keine Besserung gebracht. Zurzeit nehme der Beschwerdeführer bei Bedarf Dafalgan ein. Seine sportlichen Betätigungen habe er vollständig einstellen müssen. Die radiologische Untersuchung der LWS vom 9. Januar 2015 habe eine völlig ent
lordisierte Haltung gezeigt. Es bestehe eine Erniedrigung der Intervertebral
räume L4/5 und L5/S1. Ein Hinweis auf eine frische knöcherne Läsion finde sich nicht (Urk. 6/3-4).
3.2
Im Bericht vom 4. März 2015 diagnostizierten die Ärzte der A._ eine grosse Diskusprotrusion L5/S1. Sie gaben an, dass man im MRI einen grossen Diskusvorfall L5/S1 sehe, der beide Wurzeln L1 rezessal bedränge. Zunächst solle versucht werden, durch eine Infiltrationsbehandlung eine Besse
rung des erheblichen Beschwerdebildes zu erreichen. Der Beschwerdeführer sei zu einer epiduralen Infiltration mit Sakralblock aufzubieten (Urk. 6/5-6).
3.3
Im Bericht vom 27. April 2015 hielten die Ärzte der A._ fest, dass am 5. März 2015 ein Sakralblock (bei grosser Diskusprotrusion L5/S1 mit intermittierenden radikulären Ausfällen) erfolgt sei. Der Beschwerdeführer habe leider nur vier Wochen vom Sakralblock profitieren können. Vor der Entschei
dung zur Operation sollte noch einmal eine Infiltration erfolgen (Urk. 6/11-12).
3.4
Im Bericht vom 28. April 2015 diagnostizierten die Ärzte der A._
ein exazerbiertes lumbales Schmerzsyndrom bei grosser Diskushernie L5/
S1. Das gleichentags durchgeführte MRI der LWS habe ergeben, dass der mediane Diskusprolaps L5/S1 etwas an Grösse zugenommen habe. Er führe zu einer erheblichen Spinalkanalstenose (Urk. 6/13-14).
3.5
Im Bericht vom 5. Mai 2015 erklärten die Ärzte der A._, dass die Sakralblockinfiltrationen (vom 5. März und 28. April 2015) nur eine Teilwirkung entfaltet hätten und eine ausreichende Schmerzlinderung nicht ein
getreten sei. Mit dem Beschwerdeführer sei deshalb die mikroskopische Dekompression L5/S1 von rechts besprochen worden. Der Beschwerdeführer wünsche eine operative Versorgung (Urk. 6/15-16).
3.6
Im Operationsbericht vom 18. Mai 2015 hielt Dr. med. D._ von der A._ fest, dass eine Sequestrektomie und Nukleotomie L5/S1 rechts unter mikroskopischer Kontrolle durchgeführt worden sei. Aufgrund der stark degenerativ veränderten Segmente und bei Verdacht auf Instabilität bei Prü
fung der Mobilität während der Operation sei bei einem Rezidivvorfall eine Fusi
onsoperation dieses Segments indiziert. Leider zeige auch das darüber liegende Segment schwere degenerative Veränderungen (Urk. 6/18-19).
3.7
Im Austrittsbericht vom 2. Juni 2015 (Druckdatum) erklärten die Ärzte der A._, dass sich der weitere Verlauf nach dem operativen Eingriff komplikationslos gestaltet habe. Es sei eine Mobilisation mit Gang- und Rückenschulung unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen worden, welche sich gut gestaltet habe. Am 20. Mai 2015 sei der Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand und mit trockenen und reizlosen Wundverhältnissen aus der stationären Behandlung entlassen worden (Urk. 6/20-21).
3.8
Dr. med. E._, FMH Innere Medizin, von der Z._ gab im Arztzeugnis UVG vom 4. Juni 2015 an, dass die Erstbehandlung des Beschwerdeführers nach dem Unfall vom 17. Juli 2014 am 4. August 2014 stattgefunden habe. In der damaligen Röntgenuntersuchung 2014 sei keine ossäre Läsion nachweisbar gewesen. Initial sei dem Beschwerdeführer eine medikamentöse und physikalische Therapie verordnet worden. Nach dem 15. August 2014 hätten bei ihnen keine weiteren Konsultationen stattgefunden. Am 7. Mai 2015 sei bei ihnen die präoperative Untersuchung erfolgt und am 2. Juni 2015 die Wundkontrolle nach der mikrochirurgischen Sequestrektomie und Nukleotomie L5/S1 bei therapieresistentem lumbalem Radikulärsyndrom L5/S1 (Urk. 6/22).
3.9
Dr. B._ erklärte in der Stellungnahme vom 12. Juni 2015, dass die heutigen Beschwerden, die im Zusammenhang mit der am 18. Mai 2015 operativ
behandelten Diskushernie L5/S1
stehen würden, überwiegend wahr
scheinlich ni
cht auf das Sturzereignis vom 17. Juli 2014 zurückzuführen seien (Urk. 6/23-24).
4.
4.1
Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degene
rativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur aus
-
nahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Dis
kushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofor
tiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2007
vom
4.
Juli 2008
E. 2.3 mit Hinweisen).
Ist indessen die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schm
erzsyndrom zu erbringen
. Solange der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer diesfalls gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2007
vom
4.
Juli 2008
E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Nach derzeitigem medizinischen Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Ver
schlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüb
li
chen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (
Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2007
vom 4.
Juli 2008
E. 2.3.2 mit Hinweisen).
4.2
Dr. B._ schloss überwiegend wahrscheinlich einen natürlichen Kausal
zu
sammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 17. Juli 2014 und den ab dem 29. Januar 2015 erneut geltend gemachten LWS-Beschwerden aus mit der Begründung, dass es erstens keine vorstellbare äussere Gewalteinwirkung gebe, die eine lumbale Bandscheibe isoliert schädigen könnte. Zweitens komme es bei
axialer Gewalteinwirkung auch bei degeneriert veränderten Bandscheiben immer
zuerst zu Wirbelfrakturen. Drittens bleibe der Faserring bei Wirbelfrakturen in der Regel intakt. Viertens komme es bei Überstrecken, Überbeugen, Rotation oder Kombination derselben erst zu einer Diskusläsion, wenn die ligamentären Strukturen oder die Wirbelgelenke beseitigt worden seien. Gemäss dem Bericht von Dr. med. F._ der A._ vom 4. März 2015 habe der Beschwerdeführer seit über einem halben Jahr nach einem Sturz beim Rugby
spiel unter erheblichen Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine gelitten, die unter anderem seine Sportfähigkeit eingeschränkt hätten. Die Feststellung, dass die Beschwerden erst nach einem Ereignis aufgetreten seien, sei nach der soge
nannten post hoc, ergo propter hoc-Formel aber kein Beweis dafür, dass die operierte Diskushernie durch dieses bedingt gewesen sei. Der Status quo sine sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sechs bis acht Wochen nach dem Ereig
nis erreicht gewesen. Die grosse Diskushernie L5/S1 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich auf ereignisfremde Faktoren zurückzuführen (Urk. 6/23-24).
4.3
Diese fachärztliche Beurteilung von Dr. B._, die er in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vorakten abgab, ist einleuchtend, plausibel und steht in Einklang mit der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend die medizinischen Erfahrungstatsachen beim Vorliegen einer Diskus
hernie. Ärztliche Berichte, die dieser Kausalitätsbeurteilung widersprechen würden, liegen sodann nicht vor.
4.4
Was den Unfallhergang vom 17. Juli 2014 anbelangt, gab der Beschwerdeführer gegenüber Dr. E._ von der Z._ am 4. August 2014 an, dass er beim Rugby jemanden gehoben habe, dabei gestürzt sei und sofort einen zwickenden Schmerz im Rücken mit Ausstrahlung ins rechte Bein gespürt habe (Urk. 6/22). Am 29. Januar 2015 sprach er gegenüber den Ärzten der
A._
von einem Sturz beim Rugby und einem Verdrehen des R
umpfs. Er habe zunächst weiterspielen können, und am Abend seien Schmer
zen aufgetreten (Urk. 6/4). Erst in der Einsprache vom 8. September 2015 erklärte der Beschwerdeführer dann, dass er sich am 17. Juli 2014 im Rahmen eines
„
Tacklings
“
verletzt habe, was auf dem Spielfeld zu starken Beschwerden in der unteren LWS und einem Spielabbruch für ihn geführt habe (Urk. 6/57; vgl. auch E. 2.2).
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend bemerkte (Urk. 2 S. 4), kommt sogenannten „Aussagen der ersten
Stunde
“ – das heisst vorliegend den Aussagen des Beschwerdeführers
zum Unfallhergang gegenüber Dr. E._ im August 2014 und gegenüber den Ärzten der A._ im Januar 2015
- in beweismässiger Hinsicht in der Regel jedoch grösseres Gewicht zu als späte
ren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Über
le
-
gungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE
121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Eine sehr starke äussere Gewalteinwirkung ist somit nicht ausgewiesen. Selbst wenn man aber von der Unfallschilderung des Beschwerdeführers in der Einsprache vom 8. September 2015 ausgehen würde, wäre ein überwiegend wahrscheinlicher natürlicher Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 17. Juli 2014 und den ab dem 29. Januar 2015 geltend gemachten LWS-Beschwerden zu verneinen. Denn wie sich aus den nachvollziehbaren Darlegungen von Dr. B._ ergibt, kann eine unfallbedingte Schädigung aufgrund der vorliegenden Befunde (iso
lierte Schädigung der lumbalen Bandscheibe, Fehlen einer Wirbelfraktur, geschä
digter Faserring, noch vorhandene ligamentäre Strukturen und Wirbel-gelenke) offenbar selbst unter der Annahme, dass eine sehr starke äussere Gewalteinwirkung stattgefunden hat, ausgeschlossen werden (vgl. Urk. 6/24).
4.5
Im Weiteren wies die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin (Urk. 2 S. 5), dass die Erstbehandlung bei Dr. E._ in der Z._ erst knapp drei Wochen nach dem Unfallereignis vom 17. Juli 2014 stattfand, was gegen ein Unfallereignis von besonderer Schwere und eine unverzüglich auf
getretene (schwere) Symptomatik spricht. Überdies hat der Beschwerdeführer gemäss den Lohnabrechnungen der Y._ der Monate September und November 2014 (Urk. 6/62 und Urk. 6/65) nebst den im Jahres
arbeits
ver
trag fix vorgesehenen 8,5 Stunden pro Woche in diesen beiden Monaten noch zusätzliche zehn respektive 37 Stunden gearbeitet (vgl. dazu auch die Telefon
notiz betreffend das Gespräch zwischen den Parteien vom 11. März 2016, Urk. 6/69). Sein Vorbringen, er habe die Tätigkeit bei der Y._ ruhen lassen können, da er als Buchhaltungsverantwortlicher erst am Ende des Jahres 2014 Resultate habe abliefern müssen (Urk. 1), erscheint daher wenig glaubhaft.
4.6
Beim Hinweis
der Ärzte der A._, wonach der Beschwerdeführer nun seit über einem halben Jahr – nach einem Sportunfall – unter Rücken
schmerzen leide, die rechts ausstrahlen würden (Urk. 6/3),
handelt es sich im Wesentlichen
sodann
um die Argumentation
„post hoc, ergo propter hoc“. Dabei wird eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb).
Zum Beweis des natürlichen Kausal
zusammenhangs ebenfalls nicht zu genügen vermag schliesslich auch der allge-meine Hinweis des Beschwerdeführers darauf, dass eine degenerative oder
krankheitsbedingte Veränderung der LWS einer 23-jährigen Person, die so schnell fortschreite und innert weniger Monate einen derart drastischen Verlauf nehme, unwahrscheinlich scheine (vgl. E. 2.2).
4.7
Es ist somit festzuhalten, dass
d
ie Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines rechtsgenüglichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 1
7.
Juli 2014
und den vom
Be
schwerdeführer ab dem 29. Januar
2015 – im Sinne eines Rückfalls - gemeldeten
LWS-Beschwerden
und damit eine Leistungspflicht hierfür
zu Recht verneint hat.
5.
5.1
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.2
Der Antrag des Beschwerdeführers, es sei eine Verhandlung durchzuführen, ist im Übrigen abzuweisen. Denn aufgrund der Ausführungen in der Beschwer
de
ist davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer in erster Linie darum geht
, noch selbst vom Gericht befragt zu werden (Urk. 1). Damit ist der Beschwerde
begründung aber nicht zu entnehmen, dass mit dem betreffenden Rechtsbegehren die von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) geschützte Kontrolle und Transparenz der Rechts
findung durch Anwesenheit von Publikum und Presse an einer Gerichtsverhandlung bezweckt wurde. Ein klarer und unmissverständlicher Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne der EMRK
liegt somit nicht vor, und eine weitere
Beweisabnahme drängt sich
nicht auf (vgl. BGE 122 V 47
E. 3a).