Decision ID: d8e39472-599d-4c44-b71e-d8f3fe7bbf72
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Elektromonteur-Lehrling bei der B._
AG, obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er im
dritten Lehrjahr, am 29. April 2006, als Lenker eines Personenwagens verunfallte. Der
Versicherte wurde mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen (KSSG) überführt (Suva-
act. 2; vgl. auch Suva-act. 19), wo die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie ein
Polytrauma bei Personenwagen-Selbstunfall und ein schweres Schädelhirntrauma mit
geringer intraventrikulärer Blutung im rechten Hinterhorn und geringem Hirnödem der
rechten Hemisphäre diagnostizierten. Die Befunderhebung entsprechend der Glasgow-
Coma-Skala (GCS) ergab einen Wert von 3. Am 21. Mai 2006 konnte der Versicherte in
gutem Allgemeinzustand, in wiedererlangter Selbständigkeit und bei neurologisch
unauffälligem Status, allerdings mit noch leichten Defiziten bei der Feinmotorik und im
kognitiven Bereich, aus dem KSSG entlassen werden (Suva-act. 15). Vom 23. Mai bis
20. Juli 2006 hielt er sich zur stationären Neurorehabilitation in der Klinik Valens auf, wo
sich in der neuropsychologischen Teildiagnostik ein insgesamt mittelgradig bis
teilweise deutlich vermindertes Teilleistungsprofil mit Hauptschwierigkeiten im
logischen Denkvermögen, im Eigenantrieb, bei der Unterscheidung zwischen
Wesentlich und Unwesentlich, in der fokussierten und geteilten Aufmerksamkeit, beim
verbalen Lernen, im sprachlichen und figurativen Gedächtnis, beim Spurverhalten, in
der visuell-räumlichen Wahrnehmung, in der visuo-konstruktiven Praxis, in der
figurativen Denkflexibilität, beim Organisieren und Planen sowie im
Problemlösungsvermögen zeigte. Dem Versicherten wurde für die Dauer der
Rehabilitation und auch anschliessend eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt
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(Suva-act. 25 f.). Die Elektromonteurlehre konnte er nicht fortsetzen (Suva-act. 28). Die
Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen; vgl. u.a. Suva-act. 31).
A.b Die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des KSSG hatten anlässlich der
ambulanten Nachkontrolle vom 21. Juni 2006 festgestellt, dass die Behandlung von
neurochirurgischer Seite abgeschlossen werden könne und weitere Nachkontrollen
oder neue bildgebende Untersuchungen nicht notwendig seien (Suva-act. 16).
A.c Nachdem der Versicherte zunächst den Wunsch gehegt hatte, seine begonnene
Lehre als Elektromonteur zu Ende zu führen (Suva-act. 38/2), anerkannte er im Verlauf
die Notwendigkeit einer Umorientierung der beruflichen Zielsetzung (Suva-act. 58),
welche zunächst in Form eines Wechsels zur einfacheren Lehre als Montageelektriker
(Einstieg ins 3. Lehrjahr) bei der B._ AG verfolgt wurde (Suva-act. 78, 85). Nach
einem Scheitern an der Lehrabschlussprüfung (Suva-act. 92) wurde zunächst die
Wiederholung des 3. Lehrjahrs als Montagelektriker angestrebt (Suva-act. 95). Diese
wurde jedoch von Seiten des Lehrbetriebs per 15. September 2008 abgebrochen
(Suva-act. 101). Nach einer Abklärung im Zentrum für berufliche Abklärung für
Menschen mit Hirnschädigung (ZBA), Luzern (Suva-act. 115), absolvierte der
Versicherte ab dem 1. August 2009 eine berufliche Grundausbildung zum Kaufmann
Profil B in geschütztem Rahmen im C._ (vgl. dazu Suva-act. 112, 115/4, 124, 140,
143, 148).
A.d Zwischenzeitlich hatten am 12. März 2007 und 16. Juni 2008 weitere
neuropsychologische Abklärungen bzw. ambulante Nachkontrollen in der Klinik Valens,
durchgeführt durch Dr. phil. D._, Leitender Fachpsychologe für Neuropsychologie
FSP/SVNP und Verkehrspsychologie, lic. phil. E._, Psychologin FSP, Abteilung
Neuropsychologie, und lic. phil. F._, Abteilung Neuro- und Verkehrspsychologie,
stattgefunden (Suva-act. 69, 99). Am 14. Februar 2011 wurde durch dieselben
Fachleute eine weitere neuropsychologische Untersuchung durchgeführt (Suva-act.
136). Laut Bericht von Dr. med. G._, Leitender Arzt, Facharzt Neurologie, Klinik
Valens, vom 27. Mai 2011 war zusätzlich eine neurologische Verlaufsbeurteilung erfolgt
(Suva-act. 137). Am 27. April 2012 fand sich der Versicherte abermals zur
neuropsychologischen Abklärung in der Klinik Valens ein. Die Untersuchung wurde von
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Dr. phil. D._ zusammen mit lic. phil. H._, Abteilung Neuro- und
Verkehrspsychologie, Klinik Valens, vorgenommen (Suva-act. 157).
A.e Am 31. Juli 2012 erlangte der Versicherte das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis
als Kaufmann Basisbildung (Suva-act. 151). Aufgrund der nun bestehenden Möglichkeit
eine entsprechende Arbeitsstelle zu finden, teilte die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen, IV-Stelle, dem Versicherten und der Suva am 31. Juli 2012 den
erfolgreichen Abschluss der beruflichen Massnahmen bzw. die erfolgreiche
Eingliederung ohne Rentenanspruch mit (Suva-act. 155).
A.f Am 27. November 2012 beurteilte Dr. med. I._, Neurologie FMH, Abteilung
Versicherungsmedizin der Suva, die Untersuchungsergebnisse der Neuropsychologen
der Klinik Valens im Hinblick auf die Schätzung des Integritätsschadens (Suva-act.
161). Am 20. Dezember 2012 nahm er zu weiteren Fragen Stellung - Erreichen des
medizinischen Endzustands, Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer Tätigkeit im
büropraktischen Bereich und in einer sonst dem Leiden angepassten Tätigkeit (Suva-
act. 162).
A.g Mit Verfügung vom 9. Januar 2013 sprach die Suva dem Versicherten für die
Folgen des Unfalls eine Invalidenrente für eine Erwerbsunfähigkeit von 16% ab 1.
August 2012 sowie eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 35%
zu (Suva-act. 169).
B.
B.a Mit Einsprache vom 5. Februar 2013 beantragte der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. oec. H. Grosser, Altstätten, die Invalidenrente und die
Integritätsentschädigung seien angemessen zu erhöhen (Suva-act. 173). Am 15. April
2013 reichte der Rechtsvertreter des Versicherten die Einsprachebegründung mit dem
geänderten Antrag ein, die Integritätsentschädigung sei angemessen zu erhöhen,
mindestens auf 50% (Suva-act. 176).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 20. September 2013 wies die Suva die Einsprache
ab (Suva-act. 178).
C.
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C.a Mit Beschwerde vom 18. Oktober 2013 liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter beantragen, der Entscheid der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 20. September 2013 sei aufzuheben und die
Integritätsentschädigung sei angemessen zu erhöhen. Eventuell sei die Sache zur
weiteren Abklärung und Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2013 schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids (act. G 3).
C.c Mit Schreiben vom 26. Februar 2014 ersuchte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers um Sistierung des Beschwerdeverfahrens mit der Begründung, die
behandelnden Ärzte der Klinik Valens würden eine neue medizinische Beurteilung
vornehmen, entsprechend deren Ausgang an der Beschwerde festgehalten oder diese
zurückgezogen werde (act. G 9). Mit Schreiben vom 27. März 2014 sistierte der
zuständige Abteilungspräsident des Versicherungsgerichts das hängige
Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen der angekündigten ärztlichen Beurteilung (act.
G 11). Mit Schreiben vom 30. März 2015 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers einen neuropsychologischen Untersuchungsbericht der Fachleute
der Klinik Valens, Dr. phil. D._ und J._, Abteilung für Neuro- und
Verkehrspsychologie, vom 10. März 2015 ein. Die entsprechende Untersuchung hatte
am 9. Oktober 2014 stattgefunden. Am 13. Oktober 2014 hatte sich der
Beschwerdeführer zudem bei Dr. G._ für eine ambulante Verlaufskontrolle vorgestellt.
Der diesbezügliche Bericht war am 14. Oktober 2014 erstellt worden. Anschliessend
hatte zwischen Dr. phil. D._ und Dr. G._ am 21. Oktober 2014 eine
Fallbesprechung stattgefunden (act. G 17, G 17.1 f.).
C.d Mit Replik vom 8. Juni 2015 (act. G 21) und Duplik vom 20. August 2015 (act. G
26) hielten die Parteien - die Beschwerdegegnerin unter Einreichung einer
neurologischen Beurteilung von Dr. I._ vom 11. August 2015 (act. G 26.1) - an ihren
Anträgen fest.
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C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Entschädigung der dauernden erheblichen
Schädigung der körperlichen und geistigen Integrität mit 35% rechtmässig ist. Die
Berechnung des Rentenanspruchs basierend auf einem Invaliditätsgrad von 16% blieb
bereits in der Einsprachebegründung vom 15. April 2013 (Suva-act. 176)
unangefochten, weshalb die Verfügung vom 9. Januar 2013 (Suva-act. 169)
diesbezüglich in (Teil-) Rechtskraft erwachsen ist. Die Beschwerdegegnerin legte im
angefochtenen Einspracheentscheid (Suva-act. 178, E. 2) die rechtlichen
Voraussetzungen der Bemessung von Integritätsentschädigungen zutreffend dar;
darauf ist zu verweisen.
2.
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. September 2013 (Suva-act. 178)
stützt sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung des Integritätsschadens
hauptsächlich auf die neurologische Beurteilung bzw. Integritätsschadenschätzung von
Dr. I._ vom 27. November 2012 (Suva-act. 161). Diese erfolgte aufgrund eines
eingehenden Studiums der vorhandenen Akten. Sofern ein lückenloser Befund vorliegt
und es im Wesentlichen um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, haben Aktengutachten rechtsprechungsgemäss
vollen Beweiswert (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95, 1988 Nr. U 56 S. 371). Auch den
Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann Beweiswert beigemessen
werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125
V 353 E. 3b/ee mit Hinweis).
3.
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3.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer beim
Verkehrsunfall vom 29. April 2006 ein schweres Schädelhirntrauma erlitten hat und als
Folge davon bei ihm von dauerhaften Störungen im kognitiven sowie im psychischen
Bereich auszugehen ist (vgl. dazu Suva-act. 15 f., 136, 161). Dr. I._ wendet bei seiner
Integritätsschadensschätzung die Suva-Tabelle 8 „Integritätsschaden bei
Hirnfunktionsstörungen nach Hirnverletzung“ an. Die Störungen werden aufgrund
neuropsychologischer Untersuchungen als minimal, leicht, mittel und schwer eingestuft
und entsprechend bemessen. Posttraumatische Hirnfunktionsstörungen (=
psychoorganisches Syndrom, POS), welche sich in Störungen der
neuropsychologischen Hirnleistungen (wie Gedächtnis, Merkfähigkeit und
Konzentration) sowie Störungen der Persönlichkeit (Wesensveränderung wie Antriebs-
und Affektstörungen usw.) äussern, werden entsprechend dem Schweregrad der
Beeinträchtigungen von 0-100% gewichtet. Dr. I._ setzte den Integritätsschaden des
Beschwerdeführers entsprechend der in der Suva-Feinrastertabelle 8 aufgeführten
leichten bis mittelschweren Störung auf 35% fest. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt demgegenüber aufgrund der Suva-Tabelle 8 eine
Einstufung gemäss einer mittelschweren Störung und geht damit von einem Wert von
50% aus (act. G 1, G 19).
3.2 In der Suva-Tabelle 8 sind lediglich die leichte sowie die mittelschwere Störung
umschrieben. Die leichte Störung umfasst kognitive Störungen entsprechend einer
leichten Minderleistung einzelner Funktionen. Betroffen sind vor allem die
Daueraufmerksamkeit, die Gedächtnisleistungen bei erhöhten Anforderungen und die
komplexeren exekutiven Funktionen (Handlungsplanung, Problemlösen). Die
Hirnverletzung verursacht ausserdem psychische Störungen gleich einer leichten
Persönlichkeitsveränderung durch leichte Antriebs- und Affektstörungen oder leichte
Störungen der Kritikfähigkeit. Der Patient wirkt in seinem sozialen Milieu kaum
verändert. Die Ausübung des früheren Berufs ist möglich. Bei Berufen mit hohen
kognitiven Anforderungen ist die Funktionsfähigkeit eingeschränkt (Ziff. 3.3). Die
mittelschwere Störung beinhaltet kognitive Störungen wie deutliche Minderleistungen
einer oder mehrerer kognitiver Funktionen. Die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und
die exekutiven Funktionen sind fast immer betroffen. Störungen können aber auch
andere Funktionsbereiche betreffen. Als übrige psychische Störungen findet sich
meistens eine deutliche Persönlichkeitsänderung. Der Antrieb, Affekt, die Kritikfähigkeit
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und das Sozialverhalten sind einzeln oder kombiniert deutlich gestört. Eine Rückkehr
an den angestammten Arbeitsplatz ist auch in Berufen mit geringen kognitiven
Anforderungen deutlich beeinträchtigt. Der Patient kann nur noch Teile der
Arbeitsabläufe, meist einfachere, ausführen. Das soziale Umfeld beschreibt den
Patienten als verändert (Ziff. 3.4).
4.
4.1 Der Kernpunkt der Voraussetzung der deutlichen Beeinträchtigung einer
Rückkehr an den angestammten Arbeitsplatz auch in Berufen mit geringen kognitiven
Anforderungen für die Annahme einer mittelschweren Störung liegt nicht in der
deutlichen Beeinträchtigung einer Rückkehr an den angestammten Arbeitsplatz,
sondern in der Formulierung „auch in Berufen mit geringen kognitiven Anforderungen“.
Dies ergibt sich aus der Abgrenzung der mittelschweren Störung von der leichten
Störung gemäss Ziff. 3.3 der Suva-Tabelle 8, bei welcher die Ausübung des früheren
Berufs möglich ist und nur bei Berufen mit hohen kognitiven Anforderungen die
Funktionsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.2 Der Beschwerdeführer ist seit April 2013 als kaufmännischer Angestellter bei der
K._ AG angestellt. Laut eigenen Angaben übt er dabei Tätigkeiten als Sachbearbeiter
im Bereich Bauadministration, sowohl im Innen- als auch im Aussendienst, aus (vgl.
Suva-act. 179, act. G 17.2). Der Beschwerdeführer konnte zwar seine Lehre als
Elektromonteur infolge des Unfalls vom 29. April 2006 aus gesundheitlichen Gründen
unbestrittenermassen nicht abschliessen. Angesichts der Erwägung 3.2 schliesst die
Beschwerdegegnerin jedoch in der Duplik vom 20. August 2015 (act. G 26) bezogen
auf die faktischen Verhältnisse richtig, dass beim Beschwerdeführer bezüglich der
beruflichen Möglichkeiten die Voraussetzungen für eine mittelschwere Störung nicht
erfüllt sind. Angesichts des vorgenannten Tätigkeitsbeschriebs stellt die Tätigkeit bei
der K._ AG an den Beschwerdeführer offensichtlich normale - nicht nur geringe -
kognitive Anforderungen. Bereits die Ausbildung zum Kaufmann B-Profil setzte fraglos
nicht nur geringe kognitive Fähigkeiten voraus und stellte offensichtlich die erwartete
bzw. geeignete Ausbildung für die ausgeübte Tätigkeit dar. Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer zur Erfüllung seiner beruflichen Aufgaben auf ein System von
externen Merkhilfen, Notizen und Kalendereinträgen zurückgreift (vgl. act. G 17.2), ist in
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Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin als konstruktive und zu erwartende
Massnahme zur Problemlösung und nicht als Hinweis auf eine Beeinträchtigung oder
deren Schwere zu werten.
4.3 Zusammenfassend ist mithin fürs Erste festzuhalten, dass die vom
Beschwerdeführer ausgeführte berufliche Tätigkeit mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu U. Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.
Zürich/Basel/Genf 2015, N 46 zu Art. 43) gegen die Annahme einer mittelschweren
Störung spricht.
5.
5.1 Für die Beurteilung des Schweregrads der hirnorganisch bedingten psychischen
Störungen des Beschwerdeführers sind sodann seine konkreten kognitiven und
übrigen psychischen Störungen zu beachten. Grundlage hierfür bilden die von den
Fachleuten der Klinik Valens erhobenen neuropsychologischen Befunde sowie die
ärztlichen Beurteilungen von Dr. I._ (vgl. dazu W. Gilg/H. Zollinger, Die
Integritätsentschädigung nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern
1984, S. 100 f.; Th. Frei, Die Integritätsentschädigung nach Art. 24 und 25 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, Dissertation Freiburg 1998, S. 68). An
dieser Stelle ist vorweg zu nehmen, dass Dr. I._ die Testergebnisse der Fachleute der
Klinik Valens an sich nicht in Frage stellt, diese jedoch in der Gesamtheit im Rahmen
der in der Suva-Tabelle 8 definierten Schweregrade anders einordnet.
5.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen
Einspracheentscheids (hier: 20. September 2013) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE
129 V 356 E. 1 mit Hinweisen; U. Kieser, a.a.O., N 99 zu Art. 61). Berichte, welche nach
diesem Zeitpunkt datieren, sind zu berücksichtigen, sofern sie Rückschlüsse in Bezug
auf die im Zeitpunkt der Leistungszusprechung bestehende Situation erlauben (BGE
121 V 366 E. 1b, 99 V 102, je mit Hinweisen).
5.3 Der Beschwerdeführer wurde von den Fachleuten der Klinik Valens während
seines stationären Rehabilitationsaufenthalts vom 23. Mai bis 20. Juli 2006 (Suva-act.
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25) und nachfolgend im Rahmen von Verlaufskontrollen vom 12. März 2007 (Suva-act.
69), 16. Juni 2008 (Suva-act. 99), 14. Februar 2011 (Suva-act. 136) und - letztmals vor
Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids - vom 27. April 2012 (Suva-act. 157)
neuropsychologisch abgeklärt. Nachdem Dr. I._ in seiner neurologischen Beurteilung
vom 20. Dezember 2012 mehr als sechs Jahre nach dem initialen schweren
Schädelhirntrauma von einem medizinischen Endzustand ausging (vgl. dazu Art. 19
Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 UVG [Suva-act. 162]; eine ärztliche
Behandlung war seit längerer Zeit nicht mehr nötig [vgl. Suva-act. 127] und ist
aktenmässig auch nicht dokumentiert), ist nachfolgend hauptsächlich von den
Ergebnissen der neuropsychologischen Untersuchung vom 27. April 2012 auszugehen.
Die neuropsychologische Untersuchung in der Klinik Valens vom 9. Oktober 2014 (act.
G 17.1) erfolgte nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids. Dies gilt es
insbesondere hinsichtlich der im entsprechenden neuropsychologischen
Untersuchungsbericht vom 10. März 2015 gesamthaft festgestellten leichten
Verschlechterung der Ergebnisse zu beachten. Nach Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids eingetretene, bei Erlass nicht voraussehbare Verschlimmerungen
des Gesundheitszustands haben - sofern tatsächlich von solchen auszugehen wäre - in
Anbetracht der Erwägung 5.2 im vorliegenden Beschwerdeverfahren unberücksichtigt
zu bleiben. Einer Revision bzw. einer nachträglichen Erhöhung wären sie jedoch
zugänglich (SZS 1988, 274). Anders würde es sich verhalten, wenn bereits im Zeitpunkt
des Erlasses des Einspracheentscheids eine künftige Verschlimmerung nach
zuverlässiger Prognose überwiegend wahrscheinlich gewesen wäre (vgl. dazu Th. Frei,
a.a.O., S. 197). Den medizinischen Akten sind jedoch keine Hinweise auf eine solche zu
entnehmen.
5.4
5.4.1 Die Fachleute der Klinik Valens prüften beim Beschwerdeführer am 27. April
2012 - wie bereits in den vorangegangenen Verlaufsuntersuchungen - verschiedene
neuropsychologische Funktionen mit jeweils einzelnen Modalitäten: Aufmerksamkeit
und visuelle Orientierung (gerichtete und geteilte Aufmerksamkeit, räumlich-visuelle
und konstruktive Wahrnehmung); Verbales Lernen, verbales und figuratives
Gedächtnis; Exekutive Funktionen (Umstellfähigkeit, Handlungsplanung); Logisches
Denken, Rechnen und Lesesinnverständnis (Suva-act. 157). Im Untersuchungsbericht
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vom 26. September 2012 (Suva-act. 157) beurteilten sie die neuropsychologische
Hirnleistungsfähigkeit aufgrund der erhobenen Befunde als mindestens mittelstark
beeinträchtigt. Obwohl sich der Beschwerdeführer Mühe gebe, zeigten sich neben
Gedächtnisschwierigkeiten vor allem Probleme beim Organisieren und Planen, dem
Problemlösen und in der Umstellfähigkeit.
5.4.2 Wie bereits erwähnt, sind in der Suva-Tabelle 8 nur die leichte und die
mittelschwere Störung definiert. Hinsichtlich der leichten bis mittelschweren Störung
wird lediglich der Wert der Integritätseinbusse von 35% angeführt, eine Definition liegt
keine vor. Die leichte bis mittelschwere Störung ist mithin anhand der vorhandenen
Definitionen zu bestimmen bzw. von diesen abzuleiten. Sinngemäss kann die
Formulierung leichte bis mittelschwere Störung nichts anderes bedeuten, als dass
diese zwischen einer leichten und einer mittelschweren Störung liegt. Eine - wie von
den Fachleuten der Klinik Valens, aber auch von Dr. I._ vorgenommene -
Gesamtbewertung der in den verschiedenen neuro-psychologischen Funktionen
erhobenen Befunde nach den Merkmalen leicht und mittelschwer erscheint sodann
grundsätzlich richtig. Laut Untersuchungsbericht der Fachleute der Klinik Valens vom
26. September 2012 hatte der Beschwerdeführer am 27. April 2012 eine leicht
auffällige verbale Gedächtnisleistung gezeigt. Ebenso wurde eine leichte Auffälligkeit
bezüglich des figurativen Gedächtnisses ermittelt. In den exekutiven Funktionen zeigte
er bezüglich der Modalitäten figurative Umstellfähigkeit und Handlungsplanung
mittelstark beeinträchtigte Leistungen. Bei der normalen Umstellfähigkeit wurde dafür
eine normale Leistung ermittelt. In sämtlichen übrigen Funktionen (Aufmerksamkeit und
visuelle Orientierung; Logisches Denken, Rechnen und Lesesinnverständnis) zeigte der
Beschwerdeführer höchstens leichte, wenn nicht sogar (knapp) genügende bzw.
normale Befunde (Suva-act. 157). Die Feststellung einer insgesamt mindestens
mittelstark eingestuften Beeinträchtigung ist angesichts dieser Sachlage nicht
nachvollziehbar. Die Gewichtung ist, wie bereits erwähnt, in der Summe der erhobenen
Befunde vorzunehmen. Eine mittelstarke Beeinträchtigung nur in einer Funktion bzw.
einzelner Modalitäten davon ergibt jedoch in der Summe keine mittelstarke bzw.
mittelschwere Störung. Die von Dr. I._ in der neurologischen Beurteilung vom 27.
November 2012 (Suva-act. 161) nach umfassender und zutreffender Wiedergabe der
neuropsychologisch erhobenen Befunde gesamthaft vorgenommene Gewichtung der
neuropsychologischen Auffälligkeiten im Bereich einer leichten bis mittelschweren
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kognitiven Beeinträchtigung erscheint hingegen als Grundlage für eine
Integritätsentschädigung ohne weiteres schlüssig. Beim Beschwerdeführer liegen keine
deutlichen Minderleistungen einer oder mehrerer kognitiver Funktionen - insbesondere
nicht hinsichtlich der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der exekutiven
Funktionen - vor, wie es die Annahme einer mittelschweren Störung voraussetzen
würde. Es liegt jedoch gegenüber einer leichten Störung insofern eine erschwerte
Situation vor, als einzelne kognitive Funktionen nicht nur leichte, sondern im Bereich
der Modalitäten auch mittelschwere Minderleistungen aufzeigen. Eine Einstufung des
Integritätsschadens entsprechend einer leichten bis mittelschweren Störung erscheint
damit ausgewogen und den Umständen des konkreten Falls angemessen. Untermauert
wird diese Wertung, wie von Dr. I._ festgestellt, durch die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer die Ausbildung zum Kaufmann im geschützten Bereich erfolgreich
beendet hat.
5.4.3 Laut Dr. I._ sind sodann die Wesensveränderungen des Beschwerdeführers
mit emotionaler Labilität bei dieser Einstufung berücksichtigt. Nachdem eine
Persönlichkeitsänderung als weitere psychische Störung in der Gesamtbewertung des
neuropsychologischen Untersuchungsberichts der Fachleute der Klinik Valens vom 26.
September 2012 nicht ausdrücklich erwähnt wird, erscheint seine Annahme als
angemessen (Suva-act. 157). Im Bericht vom 21. März 2011 (Suva-act. 136/3) hatten
die Neuropsychologen die Berücksichtigung der Schwankung im emotionalen Bereich
neben der kognitiven Einschränkung bei der Arbeitsfähigkeit verlangt. Arbeitsfähigkeit
und Integritätsschaden stellen jedoch grundsätzlich in der
Unfallversicherungsgesetzgebung voneinander unabhängige Rechtsbegriffe dar. Eine
Gesamtbewertung im Sinne der Festlegung des Schweregrads der psychischen
Störung, wie sie bezüglich des Integritätsschadens vorzunehmen ist, enthielt jedoch
dieser Bericht nicht. Die Aussage von Dr. I._, dass die von den Fachleuten der Klinik
Valens angenommene mittelschwere Störung insbesondere in der Feststellung, der
Beschwerdeführer benötige Strukturierung, zu sehen sei (vgl. Suva-act. 161/7), macht
die Einschätzung des Integritätsschadens durch die Neuropsychologen nicht
überzeugender. Der unbestrittene Bedarf nach Strukturierung wird zwar im
neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 26. September 2012 von den
Fachleuten der Klinik Valens erwähnt („Herr A._ braucht im Rahmen des Möglichen
eine strukturierte Aufgabe.“). Dies jedoch im Zusammenhang mit der Eingliederung des
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Beschwerdeführers in die freie Marktwirtschaft und nicht mit der Beurteilung der
medizinischen Befunde.
5.5 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass sich auch die Testergebnisse
der zuvor wiederholt durchgeführten neuropsychologischen Verlaufsuntersuchungen
der Fachleute der Klinik Valens (Suva-act. 69, 99, 136) sowie das Testergebnis vom 9.
Oktober 2014 (act. G 17.1) - wie von der Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 20.
August 2015 festgestellt (act. G 26) - überwiegend im Bereich der Norm oder einer
bloss leichten bis mittelschweren Beeinträchtigung bewegen. Eine mittelschwer
verminderte Leistung war am 9. Oktober 2014 nur beim verbalen Lernen feststellbar.
Gestützt auf welche Überlegungen die Fachleute der Klinik Valens die
Untersuchungsergebnisse vom 12. März 2007 insgesamt als mittel- bis schwer
beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil einstuften, ist demnach nicht
nachvollziehbar. Dies zumal sich die Leistungen offensichtlich gegenüber der
Untersuchung vom 20. Juli 2006 (Suva-act. 25) in gewissen Bereichen verbessert
hatten bzw. sich in der Norm bewegen (vgl. Suva-act. 69). Im Bericht vom 6.
September 2008 über die Verlaufsuntersuchung vom 16. Juni 2008 (Suva-act. 99) und
in der folgenden Verlaufsuntersuchung vom 14. Februar 2011 (Suva-act. 136), bei
welcher im Vergleich zur letzten Testung in gewissen Bereichen erneut Verbesserungen
festgestellt worden waren, wurden die Testresultate uneingeschränkt als genügend,
durchschnittlich, unauffällig, adäquat, nur leicht/knapp unterdurchschnittlich/reduziert
bzw. knapp unter der Norm liegend, normentsprechend bzw. im Normbereich
bezeichnet. Als mittelschwer beeinträchtigt wurde keine der getesteten Funktionen
gewichtet. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einstufung des
Integritätsschadens von Dr. I._ als leichte bis mittelschwere Störung mithin auch
angesichts des dargestellten Heilungsverlaufs ohne Weiteres stimmig ist.
5.6 Aus dem Umstand, dass gemäss Berichten von Dr. G._ vom 14. Oktober 2014
und der Neuropsychologen der Klinik Valens vom 10. März 2015 die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit bzw. die effektive theoretische Leistungsfähigkeit bei 50%
liegt (act. G 17.1 f.), lässt sich für die Integritätsschadensschätzung nichts ableiten. Von
der Höhe der Arbeitsunfähigkeit bzw. des Invaliditätsgrades kann nicht auf eine
entsprechend hohe Integritätsentschädigung geschlossen werden (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 14. August 2008, 8C_660/2007, E. 4.2).
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5.7 Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass die Integritätsschadenschätzung
von Dr. I._ sorgfältig vorgenommen wurde sowie nachvollziehbar und schlüssig
erscheint, weshalb auf sie abzustellen ist (vgl. Suva-act. 161).
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 20. September 2013 abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).