Decision ID: fbd19ae9-84f2-5cab-b7bd-b6285b1cb5a2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, arbeitete seit August 2003 als Hilfspfleger im Spital
Y._
und meldete sich am 20. Juli 2013 unter Hinweis auf Be
schwerden am Handgelenk bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/
11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ver
neinte mit Verfügung vom 1. Dezember 2015 einen Leistungsanspruch (Urk.
7/
85).
Die dagegen am 13. Januar 2016 erhobene Beschwerde (Urk.
7/
94/3-8) hiess das
hiesige Gericht mit Urteil vom 15.
Dezember
2016 im Verfahren Nr. IV.2016
.00050 gut und wies die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurück (Urk.
7/
96).
Die IV-Stelle veranlasste eine psychiatrische und eine orthopädische Unter
su
chung
(Urk.
7/
112, Urk.
7/
113) durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und ver
neinte mit Verfügung vom 8. Januar 2018 einen Leistungsanspruch (Urk.
7/
122).
Die dagegen am
8. Februar 2018
erhobene Beschwerde (Urk.
7/123/3
-
7
) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 26. Juli 2018 im Verfahren Nr. IV.2018.00156 gut und wies die Sache wiederum zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zu
rück (Urk.
7/131
).
1.2
Die IV-Stelle holte Arztberichte (Urk. 7/136-137, Urk. 7/142, Urk. 7/145) und ein polydisziplinäres Gutachten ein, das von den Ärzten der
Gutach
ten
stelle
Z._
am
24. Oktober 2019
erstattet (Urk. 7/
159
) und am
28. Novem
ber 2019
ergänzt (Urk. 7/
162
) wurde.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/165, Urk. 7/171) verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom 16. März 2020 einen Rentenanspruch (Urk. 7/173
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 5. Mai 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 16.
März 2020 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzu
weisen (Urk. 1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2020 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 23. Juni 2020 - unter gleichzeitiger Bewilligung der beantragten unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung - zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
lidi
täts
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dem Beschwerdeführer
sei
eine näher umschriebene angepasste Tätigkeit
seit August 2013 zu 100 % zumutbar, und der Invaliditätsgrad betrage 5 % (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), auf
die nach erfolgter Rückfrage durch zwei der Gutachter abgegebene (andere) Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
könne nicht abgestellt werden
(S. 3 Mitte)
,
die
Schlussfolgerungen
im Gutachten seien «für einen Teil des
RAD
»
nicht nachvollziehbar
und für einen anderen Teil
weitgehend nach
voll
ziehbar
gewesen
(S. 4 oben).
Die RAD-Ärzte hätten die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit eigenmächtig abgeändert, der angefochtene Entscheid sei fehlerhaft und deshalb aufzuheben, und die Sache zur neuen polydisziplinären Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 4 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob auf das eingeholte Gutachten abgestellt werden kann und wie es sich mit einem allfälligen Rentenanspruch des Beschwer
deführers verhält.
3.
3.1
Dr.
med.
Dr.
sc. nat.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte mit Bericht vom 22. August 2013
(
Urk. 7/
20)
als Diagnosen eine
multidirektionale Insta
bilität des MCP-Gelenkes Daumen rechts, wahrscheinlich durch chronische Überlastung
, sowie einen
ver
mutlich schnellende
n
Finger
Dig
. III Hand links
. Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass der Beschwerdeführer voll ar
beitsfähig sei, aber mit dem Chef bespre
chen müsse, ob er weniger im Gipszim
mer arbeiten könne. Aufgrund der deut
lichen Handbelastung könne er im Gips
zimmer nicht mehr arbeiten.
3
.2
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie,
Vertrauensarzt der Pensionskasse Stadt Zürich,
nannte
in seinem Bericht
vom 24. Oktober 2013 (
Urk. 7/
24) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit invalidisierende Ellbogen-, Hand- und Fussschmerzen (S. 2
Ziff.
1). Zur Prognose für bisherige und andere Tätigkeiten führte er aus,
es
sei
die Ursache der vom Beschwerdeführer
g
eklagten Schmerzen in Händen und Füssen unklar. Aufgrund der unklaren Diagnostik sei eine Prognose für eine Verweistätig
keit nicht möglich (S. 5
Ziff.
7.1. und
Ziff.
7.2). Aktuell bestehe eine Arbeitsfä
higkeit von 50
%
in einer Verweistätigkeit (S. 6
Ziff.
9.1). In Bezug auf die bis
herige Tätig
keit sei von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk. 7/
24/7 unten).
3.3
Dr.
med.
C._
nannte m
it Bericht vom 3. Juni 2014 (
Urk. 7/
3
5
/
1-4) als Diagnosen Brennschmerzen der Hände und Füsse sowie
nozizeptive
Gelenk
schmerzen beider Hände (
Ziff.
1.1) und attestierte eine
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 100
%
seit 26. August 2013
bis auf Weiteres. So
dann führte sie aus, dass bei körperlicher Arbeit mit den Hän
den die Schmerzen so stark würden, dass der Beschwerdeführer sie nicht mehr aushalten könne. Eine
Arbeit im Gipszimmer und Betten
schieben sei unmöglich; eine leichtere Arbeit
wäre machbar
(
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2)
führte mit Bericht vom 3.
/
5. Juni 2014 (Urk. 7/36)
aus, in der angestammten Tätigkeit (Gipszimmer, Transport)
bestehe
eine dau
ernde Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer behinderungsangepassten
Tätig
keit sollte nach Durchführung der geplanten Massnahmen (stationäre, psycho
so
ma
tisch orientierte Rehabilitation) eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 50
%
in einer Verweistätigkeit möglich sein (S. 7
Ziff.
9.1).
3.5
M
ed.
pract
.
D._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie,
RAD,
führte mit Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2014 (
Urk. 7/
40
S.
5) aus, aus ihrer Sicht
sei
anhand der Akten davon auszugehen, dass die ange
stammte Tätigkeit im Patiententransport zugleich angepasst sei, da verstärkte Anforde
rungen an das rechte Daumensattelgelenk nicht zu erwarten
seien. Da
mit wäre
medizinisch-
theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % angestammt
=
angepasst ausgewiesen.
3.6
Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Vertrauens
arzt
der
Pensionskasse Stadt Zürich,
nannte
mit Bericht vom 31. Oktober 2014 (Urk. 7/50) folgende Diagnosen (S. 2):
-
diagnostisch bisher nicht geklärte psychische Symptomatik: mittel
schwere depressive Symptomatik, Hinweise für mindestens latente Suizi
dalität, Hinweise für generalisierte Angststörung, Hinweise auf dissozia
tive Symptome
-
brennende Hand- und Fussschmerzen
-
Instabilität Daumengrundgelenk rechts
-
chronische Magen-Darm-Beschwerden unklarer Ursache
-
chronische beidseitige
bitemporale
Kopfschmerzen
-
Status nach mehreren Nasen- und Kieferhöhlen-Operationen wegen chro
nischer Sinusitis
-
Status nach Operationen am Oberkiefer wegen einer Missbildung in der Türkei und am
F._
bis 2003
Die
Arbeitsunfähigkeit
betrage
zurzeit 100
%
für alle Tätigkeiten (S. 7
Ziff.
9.1).
3.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Vertrau
ensarzt der Pensionskasse Stadt Zürich, hielt im Gutachten vom 24. De
zember 2014 (
Urk. 7/
55) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit fest und
nannte
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit eine Soma
tisierungsstörung nach F45.0 (S. 2
Ziff.
1).
Die
Ar
beitsfähigkeit
betrage
aus psy
chiatrischer Sicht 100
%
in bisheri
ger Tätigkeit (S. 12
Ziff.
1).
3.8
Mit Stellungnahme vom 13. Januar 2015 (
Urk. 7/
83 S.
2) führte
med.
pract
.
D._
(vorstehend E.
3.5)
aus, dass Dr.
G._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit feststelle, eine Somatisierungsstörung diag
nostiziere und hinsichtlich der geklagten körperlichen Symptome auf zahlreiche Inkonsistenzen hinweise. Da
mit stütze der psychiatrische Befund ihre Stellung
nahme vom 22. Juli 2014, und es könne daran festgehalten werden.
3.9
Dr.
E._
(vorstehend E.
3.6)
führte mit Bericht vom 13.
Januar
2015 (Urk. 7/60) aus, in
der bisherigen Tätigkeit
bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 1
Ziff. B.1). Eine angepasste Tätigkeit für leichte Arbeiten (Gewichte bis max
imal
10 kg, rechte Hand nur mit leichter Belastung des Daumens) sei ab 1. April 2015 zumutbar, ein Arbeitsversuch mit gestaffeltem Einstieg sei sofort zumutbar (S. 2 f. Ziff. B.2, B.3).
Im Bericht vom 28. Februar 2015 (Urk. 7/64) hielt Dr.
E._
in der Zwi
schen
an
amnese fest,
die Abklärung der Magen-Darm-Beschwerden
habe
eine erhöhte Säureexpositionszeit des Oesophagus ergeben
, u
nd dass wegen der Kiefergelenk
schmerzen rechts einmal wöchentlich eine Physiotherapie durchge
führt
werde
. Wegen der Fussschmerzen erfolge eine Behandlung mit dem Versuch einer
Ruhigstellung des linken Fusses mit
Vacuped
-Schiene
(S. 3 Ziff. A3.1)
. Leichte sitzende Tätigkeiten seien aktuell zu 50
%
zumutbar; eine Steigerung des zeit
lichen Umfangs sei möglich (S. 5
Ziff.
A7.2).
3.10
Die Ärzte der Universi
tätsklinik
H._
nannten mit Bericht
vom 6. Mai 2015 (Urk. 7/71
= Urk. 7/137/11-12
)
als Diagnose
einen symptomatischen
Pes
plano
valgus
links mit Stressreak
tion in den
Ossa
Metatarsalia
II und III sowie den
Ossa
cuneiformia
. In der Be
ur
teilung hielten sie fest, der Beschwerdeführer
stehe
einer korrigierenden Ope
ration ablehnend gegenüber und
es werde
eine konservative Therapie mittels Schuheinla
genanpassung nach Mass mit medialer Abstützung sowie intensiver physiothera
peutischer
Beübung
zur Stärkung der in- und extrinsi
schen Musku
la
tur des Fus
ses vereinbart
.
3.11
Dr. med.
I._
, Facharzt für Neurologie,
nannte
mit Bericht vom 20.
M
ai 2015 (Urk. 7/73/8-9)
als Diagnose
Handgelenks- und Fingerschmerzen mit
Dys
ästhesien
wahrscheinlich im Rahmen einer Polyarthrose, wobei es elek
trodiag
nostisch beidseits keine Hinweise für eine Kompressionsneuropathie des
Nervus
medianus
und
ulnaris
gebe. In der Beurteilung hielt er unter anderem fest, insgesamt
bestehe
der Eindruck, dass beim Beschwerdeführer eine rheumatolo
gisch-entzündliche Ursache im Bereich der Fingergelenke,
differentialdiagnos
tisch eine
Rhizarthrose
oder Fingerpolyarthrose
,
die Beschwerden erklären dürfte.
3.12
Dr. med.
J._
, Facharzt für
Chirurgie und für
Handchirurgie, nannte mit Bericht vom 23. Juni 2015 (Urk. 7/73/1-7) folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 1.1)
:
-
Beugesehnensynovitis
D
ig
.
III rechts
-
Heberden
- und
Bouchardarthrosen
-
Instabilität des radialen Seitenbandes am MP-Gelenk I rechts
-
Carpaltunnelbeschwerden
-
Narbenschmerzen
D
ig
.
III links nach Ringbandspaltung
Dr.
J._
führte aus, es
handle
sich um degenerative belastungsabhängige Be
schwer
den, prognostisch werde keine grosse Besserung eintreten (
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Beschwerden an beiden Hän
den
seit der Konsultation am 6. März 2015
nicht arbeitsfähig (
Ziff.
1.6). Bei den Beschwerden handle es sich um Abnützungsbeschwerden aufgrund der jahrelan
gen schweren
körperlichen Arbeit (
Ziff.
1.7). Bei sehr leichter Tätigkeit (Gewichte von 100 bis 200 Gra
mm, keine repetitiven Arbeiten
) könne er halbtags arbeiten (
Urk. 7/
73/3).
3.13
Med.
pract
.
D._
(vorstehend E. 3.5)
führte mit Stellungnahme vom 22. August
2015 aus, die Funktionsminderung im Bereich der Hand
sei
seit lan
gem bekannt und in der Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2014 berücksichtigt worden. Dem neuen
Bericht von Dr.
J._
vom 23. Juni 2015 seien keine neuen Tatsachen zu ent
nehmen. Die Plattfüsse seien durch Einlagen oder eine korrigierende Operation adäquat behandelbar. An den Stellungnahmen vom 22. Juli 2014 und vom 13. Januar 2015 könne daher festgehalten werden (Urk. 7/83 S. 4).
3.1
4
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
mit
Bericht vom 22. Oktober 2015 (Urk. 7/80)
als Diagnosen
ein unklares
Angst-/
Panik-
Syndrom mit deutlich paranoidem Einschlag, nebst nachvoll
ziehbaren Real
ängs
ten, sowie ein Schmerzsyndrom bei rheumatologischen orthopädischen Proble
men an Händen und Füssen (S. 1
Ziff.
1.1). Die Leistungsfähigkeit in der bisheri
gen Tätigkeit sei auch aus psychiatrischer Sicht markant eingeschränkt; die berufliche Reintegration scheine wichtig trotz der Arbeitsunfähigkeit von aktuell 100
%
(S. 3
Ziff.
1.8).
3.15
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. Dezember 2016 (Urk. 7/96) wurde ausge
führt,
z
usammenfassend erweise sich die medizinische Aktenlage sowohl in somati
scher als auch in psychischer Hinsicht als unzureichend abgeklärt, weshalb die Sache zur polydisziplinären Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen sei. Danach werde die Beschwerdegegnerin – nach der Prüfung von Ein
glie
derungsmassnahmen – erneut über den Leistungsanspruch des Beschwerde
füh
rers zu verfügen haben (S. 10 oben).
4.
4.1
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.12) berichtete am 10. Oktober 2016 über eine gleichen
tags erfolgte Operation an den Fingern
D
ig
.
I und III rechts (Urk. 7/101/4
= Urk. 7/137/8
).
4.2
Dr. med.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 3. März 2016 (Urk. 7/111/3-4
= Urk. 7/136/10-11
) als Diagnose einen symptomatischen
Pes
planovalgus
mit Stress
reaktionen im Mittelfussbereich links (S. 1 Mitte) und führte aus, die Ursache für die angegebenen Fussbeschwerden bleibe letztendlich ungeklärt, sie seien im Rahmen eines symptomatischen
Pes
planovalgus
mit Stressreaktionen zu erklä
ren. Persönlich tendiere er auf die konservativen Mög
lichkeiten, die
Kollegen in der Klinik
H._
hätten auch ein operatives Vorgehen vorgeschlagen (S. 2 oben).
4.3
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3) führte in ihrem Bericht vom
13. März 2017 (Urk. 7/101/1-3) aus, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (Ziff. 1.1). Der psychische Zustand sei massiv schlechter geworden (Ziff. 1.3). Es bestehe keine Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.1).
4.4
Dr.
L._
(vorstehend E. 4.2)
hielt in einem Eintrag in der Krankenge
schichte
vom 30. März 2017 (Urk. 7/107) persistierende chronische Fussschmer
zen fest.
4.5
Dr.
J._
(vorstehend E.
3.12)
führte in seinem Bericht vom 18.
April
2017 (Urk.
7/103) aus, die Ope
ration vom 10. Oktober 2016 (vgl. vorstehend E. 4.1) habe nur eine partielle Ver
besserung erbracht (Ziff. 1.2). Der Beschwerdeführer sei aufgrund multipler Schmerzen weiterhin nicht arbeitsfähig (Ziff. 2.1).
4.6
PD Dr. med.
M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 13. Juli 201
6
(Urk. 7/111/6-7) als Hauptdiagnose einen
Pes
planovalgus
beidseits, symptoma
tisch links mit Stressreaktion in
Metatarsale
(MT) II und III sowie alle 3
Ossa
cuneiformia
(MRI vom 16. Januar 2015), und als Nebendiagnose eine rheumato
ide Arthritis (S. 1 Mitte). Er empfahl ein näher umschriebenes operatives Vorge
hen (S. 2 oben).
4.7
Am 27. September 2017 berichtete Dr. med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, RAD, über seine am 18. Juli 2017 - im Beisein von med.
pract
.
D._
, RAD, als Dolmetscherin (S. 1 oben) - erfolgte
Untersuchung (Urk. 7/112). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 1 ff.)
, die Angaben des Beschwerdeführers (S. 19 ff.) und die von ihm erhobenen Be
funde (S. 20 ff.).
In seiner Beurteilung nannte er keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit und nannte folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 32 Ziff. 11):
-
ängstliche Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung (nach Arbeitsplatzverlust; ICD-10 F43.1)
-
Verdacht auf Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
Verdacht auf Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1)
Er nannte folgende f
unktionale Einschränkun
g
en
(S. 33 oben)
:
«
Leichte bis mit
telgradige psychische Einschränkungen in Bezug auf die Tätigkeit als
Hilfspfleger sind aufgrund des auffälligen Kommunikationsstils bezüglich Teamfähigkeit,
Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit bei entsprechenden beruflichen An
forderungen
anzunehmen
.»
Das Belastungsprofil formulierte er wie folgt (S. 33 oben): «
Klar strukturierte, wenig teamorientierte
Tätigkeiten.
»
In der bisherigen Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit 0 %, sie würde den genannten adaptierten Bedingungen entsprechen (S. 33).
4.8
Ebenfalls am 27. September 2017 berichtete med.
pract
.
D._
(vorstehend E.
3.5), RAD, über ihre am 18. Juli 2017 erfolgte Untersuchung (Urk. 7/113).
Sie nannte keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und nannte folgende als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9 Ziff. 8):
-
Handschmerzen unklarer Genese bei Status nach Ringbandspaltung an beiden Händen
-
Senk-Knickfüsse ohne Kontrakturen
-
beginnende Daumengrundgelenksarthrose rechts
Sie führte unter anderem aus, PD
Dr.
M._
(vgl. vorstehend E. 4.6)
dokumen
tier
e
einen weitgehend
blanden
k
l
inischen
Untersuchungsbefund
und empfehle
eine komplexe
Operation der Füsse, was vom Beschwerdeführer
nicht gewünscht
werde
und nach
ihrer
Auffassung
und derjenigen
von Dr.
L._
auch nicht zu empfehlen
sei
.
Im Rahmen der RAD-Untersuchung
seien
Laborbefunde erho
ben
worden;
die angegebenen
Medikamente
seien
im Blut nicht nachweisbar
gewesen.
Im Rahmen der heutigen Untersuchung
habe
die Diagnose eine
r
Poly
arthrose nicht
nachvollzogen werden
können
. Es
hätt
en sich keine Hinweise auf wesentliche Funktionsminderungen
der Hände oder Füsse
gefunden
.
Aus Sicht des RAD
sei
die bisherige Tätigkeit als Hilfspfleger auch bei Vorliegen einer
beginnenden Arthrose des rechten Daumengrundgelenks weiterhin zumutbar. Für das
Bewegen von Krankenbetten
sei
die volle Belastbarkeit des Daumengrundge
lenks nicht
entscheidend, da das Bettende im 4-Fingergriff umfasst
werde
und mit den Handballen
vorwärtsgeschoben w
e
rd
e
. Das Abbremsen erfolg
e
ebenfalls ohne besonderen Einsatz der
Daumen.
Es
hätten
sich keine objektiven Anhalts
punkte für eine Einschränkung der Geh- oder
Stehfähigkeit
gefunden
.
Zusam
menfassend
habe
aus somatisch-orthopädischer Sicht kein dauerhafter
Gesund
heitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
gefunden werden können (S. 10).
In der bisherigen Tätigkeit als Hilfspfleger bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % seit jeher. Auch für andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hätten sich keine wesentlichen Einschränkun
gen gefunden (S. 11 Ziff. 10).
4.9
Das hiesige Gericht führte in seinem Urteil vom 26. Juli 2018
aus
(Urk. 7/
131
), a
us
näher
genannten Gründen
halte
die angefochtene Verfügung einer Über
prüfung nicht stand, womit sie in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwer
de aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
sei
, damit sie die erforderlichen Abklärungen tätige
(S. 12 E. 5.4)
.
5.
5.1
Dr.
L._
(vorstehend
E. 4.2)
führte mit Bericht vom
30.
November
2018 (Urk. 7/136/1-9)
aus, er behandle den Beschwerde
führer seit Oktober 2013 (Ziff.
1.1) zirka alle 6 Monate (Ziff.
1.2). Die Frage, wie der Verlauf der bisher attestierten Arbeitsunfähigkeit in Prozent aussehe, beantwortete er mit «keine» (Ziff. 1.3). Als Diagnose nannte er einen symptomatischen
Pes
plano-
valgus
(Ziff. 2.5). Aus orthopädischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit 4-6 Stunden am Tag zumutbar (Ziff. 4.1) und eine angepasste Tätigkeit 8 Stunden (Ziff. 4.2).
5.2
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3)
führte mit Bericht vom
17. Dezember 2018 (Urk. 7/137/1-7)
aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit Oktober 1996 (Ziff. 1.1) einmal pro 2 Monate (Ziff. 1.2). Er leide seit 2013 an Handschmerzen, Fussschmerzen, Schlaflosigkeit und paranoiden Gedanken (Ziff. 2.1). Als Diag
nosen nannte sie Handschmerzen seit 2012 und ein chronisches posttrau
ma
tisches Syndrom seit 2014 (Ziff. 2.5). Die Prognose bezeichnete sie als schlecht (Ziff. 2.7, Ziff. 4.3).
5.3
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte mit Bericht vom
13. März 2019 (Urk. 7/142)
aus, er behandle den Beschwer
de
führer seit dem 18. Januar 2019 (Ziff. 1.1) vierzehntäglich (Ziff. 1.2). Er nannte folgende psychiatrische Diagnosen (Ziff. 2.5):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
unklare, fast psychotisch wirkende Symptome (Halluzinationen? Wahn?)
Eine Prognose zur Arbeitsfähigkeit
sei
schwierig zu stellen, da er den Beschwer
deführer erst seit Januar 2019 kenne (Ziff. 2.
7
).
5.4
Dr.
J._
(vorstehend E.
3.12)
führte mit Bericht vom
7.
Mai
2019 (Urk
.
7/145/8
13)
aus, er behandle den Beschwerdeführer seit März 2015 (Ziff. 1.1), und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dann (Ziff. 1.3). Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5):
-
schmerzhafte Sensibilitätsstörungen im Bereich der Handflächen innen beidseits
-
starke Schmerzen beider Mittelfinger und des Ringfingers bei Status nach Operation einer Tendovaginitis
stenosans
-
insuffizientes MP-Gelenk I rechts
-
Depression
Aufgrund der komplexen Schmerzhaftigkeit der beiden Hände sei der Patient weiter zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 2.7).
Er sehe keine Eingliede
rungsmög
lich
keit, wahrscheinlich müsse man den Fall mit einer Rente abschliessen (Ziff. 4.3).
6.
6.1
Die Ärzte der
Gutachtenstelle
Z._
erstatteten am 24. Oktober 2019 ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/159). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 14 ff.
), die Angaben des Beschwer
deführers (S. 23 ff., S. 29 ff., S. 39 ff., S. 51 ff.
)
und die von ihnen am 14. und 23.
August 2019
(S. 5)
durchgeführten Untersuchungen allgemeininternistischer (S. 23 ff.), psychiatrischer (S. 29 ff.), orthopädischer (S.
39 ff.) und handchirurgi
scher (S. 51 ff.) Richtung.
6.2
Die Gutachter nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 8 Ziff. 4.2
lit
. a):
-
Arthrose MP-Gelenk Daumen rechts mit Instabilität
-
Fingerpolyarthrose Hände beidseits
-
s
ymptomatischer Knick-Senk-Spreizfuss links
-
radiologisch Stressreaktionen im Rück- und Mittelfuss sowie leichte Gross
zehengrundgelenksarthrose links (MRI 16. Januar 2015 und Rönt
gen 30. April 2015
)
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0, F32.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nannten sie (S.
4
f. Ziff.
4.2
lit
. b):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45.41)
-
unklares Sch
m
erzsyndrom Hände beidseits
-
Status nach Ringbandspaltung
Dig
. III links und
Dig
. I und II rechts
-
chronisch rezidivierende Hämorrhoidalbeschwerden mit/bei
-
O
b
stipation
6.3
Zur interdisziplinären Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, der Explorand habe vor allem Schmerzen in den Händen und psychische Prob
leme angegeben. Diese schränkten aufgrund der objektiven medizinischen Be
funde die Arbeitsfähigkeit auch in gewissem Ausmass ein. Aus handchirurgischer Sicht sei dies vor allem eine Arthrose im MP-Gelenk des rechten Daumens mit
Instabilität sowie Fingerpolyarthrosen in beiden Händen. Dadurch sei die Belastbarkeit der Hände mit Kraftanwendungen eingeschränkt. Aus orthopä
di
scher Sicht bestehe ein symptomatischer Knick-Senk-Spreizfuss links und eine leichte Grosszehengrundgelenksarthrose links. Die Belastbarkeit vor allem des linken Fusses sei eingeschränkt, so dass andauernd stehende Tätigkeiten sowie längere Gehstrecken nicht geeignet seien. Bei der psychiatrischen Untersuchung sei eine leichte bis mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden. Durch die depressive Symptomatik arbeite der Explorand etwas verlangsamt und die Leistungsfähigkeit sei leicht eingeschränkt. Bei der psychiatrischen Untersuchung sei auch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
toren diagnostiziert worden. Diese erkläre Beschwerden des Exploranden, welche
bei den somatischen Untersuchungen nicht ausreichend objektiviert hätten wer
den können. Insbesondere würden bei der handchirurgischen Untersuchung unklare Schmerzen der Hände beidseits mit brennenden Beschwerden bei Status nach Ringbandspaltungen erwähnt. Bei der allgemeininternistischen Untersuchung seien weitgehend unauffällige Befunde erhoben
worden
(S. 9 Ziff. 4.3)
.
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führten die Gutachter aus, der Explorand könne 7-8 Stunden anwesend sein. Dabei sei die Leistungsfähigkeit aufgrund vermehrt notwendiger Pausen vermindert.
Die Arbeits- und Leistungs
fähigkeit betrage 60 %. Eine verminderte Belastbarkeit der Hände und Füsse bestehe seit 2013. Das genaue Ausmass der Einschränkung sei retrospektiv auf
grund der Akten schwierig anzugeben. 2014 habe sich der Explorand in psychia
tri
sche Behandlung begeben und der Psychiater eine zusätzliche Arbeitsunfähig
keit aus seiner Sicht bestätigt. Es sei daher anzunehmen, dass die aktuell fest
ge
stellte Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit seit Mitte 2014 be
stehe. Hinweise
auf
vorübergehende Phasen von höherer Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit ergäben sich aus den Akten und den anamnestischen Angaben des Exploranden nicht (S. 10 Ziff. 4.6).
Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führten sie aus, es handle sich dabei um eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne grob-manuelle Arbeiten mit der Möglichkeit, immer wieder eine sitzende Position einzunehmen. Dabei sei eine maximale Präsenz von 7-8 Stunden täglich möglich. Wegen der Depression seien vermehrte Pausen notwendig. Die Arbeits- und Leistungsfähig
keit betrage 80 %. Aufgrund der Anamnese und der Untersuchungsbefunde ergäben sich keine Hinweise, dass die Arbeitsfähigkeit für die angepasste Tätig
keit seit dem Jahr 2014 längerdauernd und
höhergradig
als aktuell festgestellt eingeschränkt gewesen sei (S. 10 Ziff. 4.7).
Zur Begründung der gesamthaften Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsfähigkeit fü
hrten sie aus, die Belastbarkeit des Bewegungsapparates, welche bei der angestammten Tätigkeit mit längeren Geh- und Stehstrecken sowie Handbelastung bestanden habe, sei aufgrund der orthopädischen und handchirurgischen Befunde einge
schränkt. Die vermehrt notwendigen Pausen könnten hingegen für die Entlastung der Hände und der Füsse genutzt werden. Aufgrund der zusätzlichen depressiven Symptomatik sei aber der Umgang des Exploranden mit den Beschwerden schwieriger, so dass die Arbeitspausen verlängert werden müssten. Eine vollstän
dige Kumulation der einzelnen Arbeitsunfähigkeiten sei hingegen nicht möglich, da sich die körperlichen und psychischen Beschwerden teilweise auf dieselbe Ur
sa
che
bez
ög
en und die ähnlichen Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Pausen genutzt werden
könn
t
en
(S. 10 f. Ziff. 4.8)
.
Bei der angepassten Tätigkeit wirk
e
sich lediglich das psychische Leiden ein
schränkend auf
die Arbeitsfähigkeit aus. Sowohl aus orthopädischer wie auch aus handchirurgischer Sicht
seien
keine Leistungseinschränkungen bei angepasster Tätigkeit festgestellt
worden (S. 11 oben)
.
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde zu
r
Arbeitsfähigkeit
ausgeführt, alle somatisch angepassten und den Fähigkeiten entsprechende Tätigkeiten seien zu
mutbar, dies während 7-8 Stunden pro Tag. Aufgrund der durch die Depression bedingten erhöhten Ermüdbarkeit bestehe eine Leistungseinschränkung bis zu 20
%. Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit im freien Arbeitsmarkt 80 %. Auch gemittelt über den Verlauf könne eine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit nicht be
gründet werden (
S. 37
Ziff. 8.2).
Aus
orthopädisch
er Sicht
wurde ausgeführt, für körperlich leichte und mittel
schwere, immer wieder auch sitzende Verrichtungen bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 25 kg sollte dabei vermieden werden (S. 48 Ziff. 8.2.1).
Aus
handchirurgisch
er Sicht wurde ausgeführt, eine optimal angepasste Tätigkeit bestehe in einer manuellen Tätigkeit mit nur leichter Belastung beider Hände, insbesondere ohne Kälteexposition und Vibrationsexposition und unter Vermei
dung von repetitiven Arbeitsabläufen (S. 56 Ziff. 8.2.1).
6.4
Zum Behandlungsverlauf wurde im psychiatrischen Teilgutachten ausgeführt, es bestehe eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Eine antidepressive Medikation bestehe offenbar gegenwärtig nicht wegen angeblich verschiedenen Unverträglichkeiten auf Antidepressiva. Sei eine Depression aber nicht schwer ausgeprägt, so überwögen bei Antidepressiva die Nebenwirkungen gegenüber den positiven Wirkungen, da ja gar nicht viel an positiven Wirkungen
erwartet werden könne beziehungsweise möglich sei. Trotzdem könnte die regel
mässige Einnahme eins sedierenden und schmerzmodulierenden Antidepressi
v
ums auf die Nacht hilfreich sein, nämlich auch bereits in niedriger Dosierung. Tagesstrukturierende Massnahmen könnten hilfreich sein. Der Explorand erhalte ein Benzodiazepin als Bedarfsmedikation, dessen Einnahme kontrolliert werden sollte. Auch unter einer optimalen Behandlung werde aber kaum erreicht werden können, dass der Explorand wieder einer Erwerbstätigkeit
nachgehen werde. Die Prognose sei aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung für die Wiederaufnähme einer Arbeit ungünstig (S. 35 Ziff. 7.2).
6.5
Betreffend
Belastungsfaktoren und Ressourcen
führten die Gutachter aus, d
er Explorand ha
be
Ressourcen für eine berufliche Tätigkeit. Er
habe
jahrelang eine
angelernte Arbeit mit einem vollen Pensum verrichtet. Er
gebe
auch gewisse Alltagsaktiv
i
täten
an und ha
be
einige gesellschaftliche Kon
takte. Die Belas
tungs
faktoren lä
gen im
psychosozialen Be
reich. Nach Verl
ust der Arbeitsstelle wegen Arbeitsunfähigkeit
hätt
en
sich finanzielle Probleme
ergeben
. Der Explorand
sei
auf die Sozialhilfe angewiesen. Auch die
mangelnde berufliche Ausbildung und der Status als ehemaliger Asyl
suchender
wirk
t
en sich negativ
auf
seine
subjektive Arbeitsfähigkeit aus
(S. 9 Ziff. 4.4)
.
Der Tagesablauf des Exploranden sei gemäss seinen Angaben geprägt vom Be
such der Physio-, Ergotherapie und den Arztterminen. Es gehe ihm sonst schlecht, er wisse nicht, wie er seinen Tag verbringen solle. Er habe Angst alleine zu Hause. Deshalb höre er Radio, so habe er das Gefühl, dass jemand da sei. Einen Fernseher habe er nicht. Kochen könne er nicht mit seinen Händen, deshalb brauche er dazu Handschuhe, wenn er mit dem Wasser in Kontakt komme. Er könne nicht einmal ein Glas Wasser mit den Händen heben. Bei den Haushaltsarbeiten helfe ihm eine pensionierte Arbeitskollegin, die in der Nähe wohne. Die Waschmaschine sei im Keller, auch beim Tragen der Wäsche helfe ihm eine gute Nachbarin. Lesen sei ihm nicht möglich, da er sich nicht konzentrieren könne und Angst habe. In der Nacht schlafe er schlecht, er habe Albträume (S. 31 unten).
Zur Konsistenz führten
d
ie
Gutachter
aus, bei den
somatischen Untersuchungen
hätten
die vom Exploranden angegebenen
Beschwerden nicht vollständig objek
tiviert werden
können
. Es
sei
der Eindruck einer
psychischen Überlagerung
ent
standen
. Auch die Einschränkungen, welche der Explorand im Alltag
angegeben habe, seien
nicht vollständig mit den m
edizinischen Befunden erklärbar (S.
9 Ziff.
4.5).
Der Explorand lebe nach wie vor alleine und sei sonst bezüglich der Lebensführung selbstständig. Er k
önne
seinen Haushalt durchaus organisieren, indem er auch Hilfe in
Anspruch
nehme
. Er
habe
an
gegeben
, keine Kollegen mehr
zu haben
, aber auch
, von
einem Kollegen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis
P._
begleitet worden zu
sein und dann von dort aus
bis nach
Z._
alleine weitergefahren zu sein
(S. 35 Ziff. 7.3.2)
.
6.6
Zwei der
Gutachter führten in Beantwortung
von Ergänzungsfragen
der Be
schwerdegegnerin (vgl. Urk. 7/16
0
) in ihrer Stellungnahme vom 28. November 201
9 (Urk. 7/162) aus, im angestammten Bereich könnten sie aus den im Gut
achten dargelegten Gründen
den Einschränkungen einen tei
l
weise kumulativen Effekt zuerkennen (S. 1
unten
).
Sie könnten weiterhin bestätigen,
dass
retro
spektiv wie aktuell eine höhere Arbeitsunfähigkeit als 20 % nicht längerfristig
psychiatrisch
zugeordnet werden könne, dass jedoch beim unsicheren, kontro
versen Verlauf bis Ende 2018 ein zur handchirurgischen Einschränkung kumula
tiver Effekt nicht bestätigt werden könne (S. 1 f.). Verlaufsmässig habe ab August 2013 die Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich 75 %, umsetzbar über
7-8
Stunden pro Tag betragen, was sich ab Januar 2019 auf 60 % reduziert habe. In adaptierten Verweistätigkeiten bestätigten sie bis Ende 2018 keine wesentliche Arbeitsunfähigkeit und ab Januar 2019 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % (S. 2 oben).
6.7
Laut Feststellungsblatt vom 9.
Januar
2020 (Urk. 7/164) führte
n
med.
pract
.
D._
und Dr. med.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD
,
in ihrer Stellungnahme vom 11. Dezember 2019 aus, aus Sicht des RAD sei die Arbeitsunfähigkeit von 20 %, die psychiatrisch attestiert werde, nicht geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % aus handchirurgischer Sicht um zusätzliche 15 % zu erhöhen. Die
(diesbezügliche)
Begründung der
Gut
achter
sei nicht nachvollziehbar (S. 6 unten). Sodann führte
n
sie aus, die Schluss
folgerungen aus den erhobenen medizinischen Befunden seien «weitgehend plau
sibel», auf das Gutachten könne nach Beantwortung der Rückfragen abgestellt werden (S. 7 oben). Schliesslich bezifferte
n
sie die Arbeitsunfähigkeit in ange
stammter Tätigkeit mit 25 % seit August 2013 und auf Dauer, mithin ohne die von den Gutachtern attestierte Verschlechterung ab Januar 2019, und in ange
passter Tätigkeit mit 100 % seit August 2013 und Dauer, mithin ebenfalls ohne die gutachterlich ab Januar 2019 attestierte Einschränkung um 20 % (S. 7 Mitte).
7.
7.1
Nachdem nebst der Daumen- und Fussproblematik auch eine psychische Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert wurde (vorstehend E. 6.2), hat die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bereits auf der Stufe des Gutachtens unter Bezugnahme auf die Standardindikatoren zu erfolgen (vorstehend E. 1.2).
Die Gutachter haben sich eingehend mit den Standardindikatoren (vorstehend E.
1.3
) auseinander
gesetzt
(vgl. E. 6.4). Ihre Beurteilung umfasste das ganze Leis
tungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesent
lichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. Der psychiatrische Gutachter ist bei der Beantwortung der Frage, wie er das Leistungsvermögen einschätzte, den einschlägigen Indikatoren gefolgt, hat aus
schliess
lich funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheit
lichen Beeinträchtigung sind, und seine versicherungsmedizinische Zumutbar
keitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsan
wendung zu prüfende Frage, ob sich die Gutachter an die massgebenden norma
tiven Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichti
gung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standard
in
dikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nachweisen, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist.
7.2
In der Beschwerde wurde eingewendet,
seitens des RAD sei das Gutachten von verschiedener Seite unterschiedlich qualifiziert worden. Dies trifft nicht zu. Die beschwerdeweise angeführten Textstellen wurde
n
alle von med.
pract
.
D._
und Dr.
Q._
gezeichnet und sind auch keineswegs widersprüchlich.
Als
«nicht nachvollziehbar» wurde seitens des RAD lediglich die Begründung im Gutachten für eine teilweise Kumulation der Arbeitsunfähigkeit aus handchi
rur
gischer und psychiatrischer Sicht qualifiziert (S. 6 unten), weshalb denn auch die Schlussfolgerungen des Gutachtens als
(lediglich)
«weitgehend plausibel» - näm
lich mit Ausnahme der eben erwähnten Kumulation
- erachtet wurden (S. 7 oben)
,
und schliesslich die Arbeitsfähigkeit anders als im Gutachten beziffert wurde (S.
7 Mitte).
Inwiefern dies der Verwendbarkeit des Gutachtens, das alle praxisgemässen Krite
rien (vorstehend E. 1.4)
wie auch diejenigen des strukturierten Beweisverfahrens
vollumfänglich erfüllt
(vorstehend E. 7.1)
, Abbruch tun sollte, ist weder ersicht
lich noch geltend gemacht worden.
7.3
Ob die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
60 % seit
August
2013, wie im Gutachten ausgeführt (vorstehend E. 6.3), oder
75
% bis Ende 2018 und 60 % ab Januar 2019, wie in der ergänzenden Stellungnahme ausgeführt (vorste
hend E. 6.6), oder 75 %, wie seitens des RAD postuliert (vorstehend E. 6.7),
be
trägt,
kann
offen bleiben
, da dies für eine allfällige Invaliditätsbemessung irrele
vant ist.
7.4
Die Arbeitsfähigkeit in
einer
den somatischen Einschränkungen angepasste
n
Tätigkeit bezifferten die Gutachter mit 80 %, dies laut Gutachten seit August 2013 (vorstehend E. 6.3) und laut ergänzender Stellungnahme ab Januar 2019 (vor
stehend E. 6.6). Seitens des RAD wurde sie durchgängig mit 100 % beziffert (vor
ste
hend E. 6.7), wovon die Beschwerdegegnerin sodann bei der Invaliditätsbe
messung (Urk. 7/163) ausging.
Was hier zutrifft, braucht, da ohne Einfluss auf das Ergebnis (nachstehend E. 7.5), nicht abschliessend erörtert zu werden. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass dem Gutachten seitens des RAD die Verwendbarkeit nicht grundsätzlich abge
sprochen wurde (
diesfalls
wäre ein neues Gutachten erforderlich gewesen). Vor diesem Hintergrund unterliegt ein Abweichen von den Schlussfolgerungen des Gutachtens im letztlich einzigen anspruchsrelevanten Punkt einer erhöhten Be
gründungspflicht. Dieser ist nicht Genüge getan, indem die diesbezügliche Be
gründung der Gutachter seitens des RAD bloss als nicht nachvollziehbar qualifiziert wird, ohne dies in einer sachbezogenen und nachvollziehbaren Argumentation zu erläutern.
7.5
Die Beschwerdegegnerin ging b
eim Einkommensvergleich vom 9. Januar
2020
(Urk.
7/163) vom 2013 zuletzt erzielten Einkommen aus und ermittelte für das Jahr 2019 ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 71'345.-- (S. 2). Das Invalidenein
kommen bezifferte sie, ausgehend vom tiefsten mittleren Einkommen gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), mit Fr.
67
’
743.-- im Jahr 2019
, wobei sie die vom RAD festgesetzte Arbeitsfähigkeit von 100 % über
nahm
(S. 1).
Stellt man auf die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % ab, so beläuft sich das Invalideneinkommen auf
rund
Fr.
54'194.--
(Fr. 67'743.-- x 0.8)
. Bei
eine
m
Valideneinkommen
von Fr. 71'345.-- resultiert eine Einkommensein
busse von Fr. 17'151.--, was einen Invaliditätsgrad von rund 24
% ergibt.
Auch dieser Invaliditätsgrad begründet keinen Rentenanspruch, so dass sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtens erweist, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
8.
8.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies
unter Hinweis auf § 16 Abs. 4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
8.2
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
8.3
Der unentgeltliche Rechtsvertreter führte in der Beschwerde aus, sein Aufwand habe
10 Stunden
betragen
, ohne dies näher zu belegen
(Urk. 1 S. 4 Ziff. 6)
.
Dem kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerde umfasst
nur gerade
drei
ganze
Textseiten
und nimmt lediglich Bezug auf eine Stelle im Gutachten, auf die rund eine Textseite umfassende ergänzende Stellungnahme der Gutachter und auf zwei Passagen im Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin vom 9. Januar 2020. Dafür ist ein Aufwand von allerhöchstens 3 Stunden gerechtfertigt.
Beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) und einer Kleinspesenpauschale von 3 % ist der unentgeltliche Rechtsvertreter somit mit Fr. 732.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse
genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Gian Andrea Danuser, Hausen am Albis,
wird mit Fr.
732
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Gian Andrea
Danuser
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.