Decision ID: ecd13b11-18eb-48e0-a1c1-0fdfca2d8eed
Year: 2020
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Vorinstanz zurückzuweisen; 2. Es sei der Sachverhalt vollständig festzustellen; 3. Es sei die Er-
satzbeistandschaft für C._ bis zum Abschluss einer Vereinbarung zwischen dem Ersatzbei-
stand und der Beschwerdeführerin fortzuführen; 4. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdefüh-
rerin zu keinem Zeitpunkt auf eine Entschädigung für ihre Tätigkeit als Beiständin verzichtet habe;
5. Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführerin eine Entschädigung für ihre Tätigkeit als
Beiständin von C._ zustehe; 6. Unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde
beantragt, es sei das Beschwerdeverfahren bis zum Entscheid über ein am 17. Juni 2019 bei der
KESB B._ eingereichtes Wiedererwägungsgesuch zu sistieren. Zudem sei eine Parteiver-
handlung durchzuführen.
N. Am 2. Juli 2019 liess sich die Vorinstanz vernehmen und schloss auf kostenfällige Ab-
weisung der Beschwerde. Hierin hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Entwicklungen über die
letzten Jahre und auch der Schlussbericht des Ersatzbeistands vom 15. Mai 2019 nahelegten,
dass die Parteien vom Abschluss einer Betreuungsvereinbarung weit entfernt seien.
O. Am 15. August 2019 fand eine Vorverhandlung am Kantonsgericht statt, anlässlich wel-
cher die Beschwerdeführerin diverse Dokumente einreichte. Die Parteien verständigten sich da-
rauf, den Abschluss einer Betreuungsvereinbarung erneut zu prüfen, weshalb das Verfahren in
der Folge mit Präsidialverfügung vom 16. August 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sistiert
wurde.
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P. Mit Schreiben vom 31. Dezember 2019 setzte die Beschwerdeführerin das Gericht dar-
über in Kenntnis, dass die Verhandlungen betreffend den Abschluss einer Betreuungsvereinba-
rung ohne Ergebnis geblieben seien, weshalb sie das Gericht darum ersuche, den Parteien einen
Vergleichsvorschlag zu unterbreiten; eventualiter seien die Parteien aufzufordern, einen Ver-
gleich zu finden.
Q. Mit Schreiben vom 9. Januar 2020 nahm die KESB B._ zum weiteren Vorgehen
Stellung und ersuchte das Gericht um Fortsetzung des Verfahrens. Beigeschlossen reichte die
KESB B._ den Bericht und die Rechnung der Berufsbeiständin vom 30. Oktober 2019 für die
Berichtsperiode vom 10. August 2018 bis 30. September 2019 ein.
R. Mit Präsidialverfügung vom 8. Januar 2020 wurde die Sistierung des Verfahrens aufge-
hoben und der Beschwerdeführerin Frist zur Replik gesetzt.
S. Am 12. Februar 2020 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein, mit welcher sie an
Begehren und Begründung vollumfänglich festhielt.
T. Am 5. März 2020 liess sich der Ersatzbeistand von C._ vernehmen und schloss auf
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde.
U. Mit Präsidialverfügung vom 18. März 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung
im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Zudem wurde verfügt, dass von Beweismassnah-
men abgesehen und die entsprechenden Beweisanträge der Beschwerdeführerin abgewiesen
werden.

Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde
Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes
über die Einführung des Zivilgesetzbuchs (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Be-
urteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis
450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts an-
wendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt,
die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die
ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Ent-
scheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als direkte Verfahrensbeteiligte grundsätzlich
zur Beschwerdeerhebung legitimiert.
1.2 Näher ist zu prüfen, ob und gegebenenfalls auf welche der von der Beschwerdeführerin
gestellten Rechtsbegehren eingetreten werden kann. Die Beschwerdeführerin beantragt die voll-
ständige Feststellung des Sachverhalts (Ziffer 2 der Rechtsbegehren), die Feststellung, dass sie
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zu keinem Zeitpunkt auf eine Mandatsträgerentschädigung verzichtet habe (Ziffer 4 der Rechts-
begehren), sowie die Feststellung, dass ihr eine Entschädigung für ihre Tätigkeit als Beiständin
zustehe (Ziffer 5 der Rechtsbegehren). Nach den allgemeinen Prozessregeln kommt Feststel-
lungsbegehren im Verhältnis zu Leistungs- oder Gestaltungsbegehren subsidiärer Charakter zu
(vgl. BGE 141 II 113 E. 1.7 mit Hinweisen). Sie sind nur zulässig, wenn ein gleichwertiger rechts-
gestaltender Entscheid ausgeschlossen ist, und setzen ein entsprechendes schutzwürdiges
rechtliches oder tatsächliches Interesse voraus, das aktuell und praktisch ist (BGE 137 II 199
E. 6.5; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom
17. Juli 2013 [810 13 134] E. 1.2). Im vorliegenden Leistungsbegehren nach Ziffer 1, der Ent-
scheid der KESB B._ vom 14. Mai 2019 sei aufzuheben, sind die vorgenannten Feststellungs-
begehren bereits enthalten, weshalb auf die Feststellungsbegehren (Ziffer 2, 4 und 5) nicht ein-
zutreten ist.
1.3 Im Übrigen ist fraglich, ob hinsichtlich des Begehrens gemäss Ziffer 3, wonach die Er-
satzbeistandschaft bis zum Abschluss einer Betreuungsvereinbarung fortzuführen sei, ein
Rechtsschutzinteresse besteht. Die Beschwerdeführerin wurde mit Entscheid bzw. Rektifikat vom
10. Juli 2018 aus ihrem Amt entlassen, weshalb betreffend den Abschluss einer Betreuungsver-
einbarung kein Interessenkonflikt mehr besteht. Ob allein die durch die Beschwerdeführerin vor-
gebrachten Effizienzüberlegungen ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse zu begründen ver-
mögen, darf bezweifelt werden. Im Lichte der nachfolgenden Ausführungen kann diese Frage
allerdings offenbleiben. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt, weshalb auf die Be-
schwerde im aufgezeigten reduzierten Umfang eingetreten werden kann.
2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1),
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemes-
senheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde somit volle Kognition zu.
3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die KESB B._ zu Recht davon aus-
gegangen ist, dass die Beschwerdeführerin für die Periode vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember
2016 auf eine Mandatsträgerentschädigung verzichtet habe. Ferner ist streitig, ob die KESB
B._ zu Recht die für den Abschluss einer Betreuungsvereinbarung errichtete Ersatzbeistand-
schaft aufhob.
4.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst verschiedene Gehörsverletzungen. Diese sind
aufgrund ihrer formellen Natur vorab zu behandeln (Urteil des Bundesgerichts 5A_401/2015 vom
7. September 2015 E. 3.1 m.w.H.).
4.2 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV) vom 18. April 1999 verankerte Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör gewährleistet
dem Einzelnen allgemein eine effektive Mitwirkung im Verfahren zum Erlass von Entscheidungen,
die in seine Rechtsstellung eingreifen (GEROLD STEINMANN, in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler
Kommentar zur schweizerischen Bundesverfassung, 3. Auflage, Zürich 2014, N 42 ff. zu Art. 29
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BV). Als Teilgehalte des rechtlichen Gehörs zählen in der Rechtsprechung und Lehre die Ansprü-
che auf vorgängige Äusserung und Anhörung, der Anspruch auf Berücksichtigung der Vorbrin-
gen, der Anspruch auf Teilnahme am Beweisverfahren unter Einschluss des Rechts, Beweisan-
träge zu stellen, das Recht auf Akteneinsicht und das Recht auf einen begründeten Entscheid
(BGE 142 I 86 E. 2.2; BGE 141 V 557 E. 3.1; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 4.1;
MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungs-
verfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 206 ff.; JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER,
Grundrechte in der Schweiz, 4. Auflage, Bern 2008, S. 846 ff.). Der Anspruch auf rechtliches
Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind,
damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V
71 E. 4.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 132 V 368 E. 3.1).
4.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die KESB B._ habe es unterlassen, ihr den Inhalt
des Entscheids vom 14. Mai 2019 vorab bekannt zu geben, und auch der Schlussbericht des
Ersatzbeistands sei ihr nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden. Hiermit habe die KESB
B._ ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
4.3.2 Die KESB B._ macht demgegenüber hinsichtlich der vorgebrachten Gehörsverlet-
zungen geltend, die Beschwerdeführerin sei mit Schreiben vom 15. November 2018 in Ermange-
lung handfester Fortschritte betreffend den Abschluss einer Betreuungsvereinbarung auf den Kla-
geweg verwiesen und es sei ihr mitgeteilt worden, dass die Ersatzbeistandschaft bei ausbleiben-
der Klageerhebung aufgehoben und ihr die Geltendmachung von Entschädigungsforderungen
als Verzicht auf eine Mandatsträgerentschädigung ausgelegt werde. In der Folge habe die Be-
schwerdeführerin mehrmals um Fristerstreckung ersucht, wobei ihr bei der vierten und letzten
Erstreckung mitgeteilt worden sei, dass ohne Weiteres entschieden werde. Der Beschwerdefüh-
rerin sei der Inhalt des Entscheids vom 14. Mai 2019 somit hinlänglich bekannt gewesen.
4.3.3 Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, die KESB B._ habe ihr den Inhalt des Ent-
scheids vom 14. Mai 2019 vorab bekannt geben müssen, verkennt sie, dass hierauf nach dem
verfassungsrechtlichen Mindestanspruch gemäss Art. 29 Abs. 2 BV kein Anspruch besteht; es
genügt, wenn die Parteien Gelegenheit erhalten, sich zu den Grundlagen des Entscheids, insbe-
sondere zum Sachverhalt sowie zu den anwendbaren Rechtsnormen, vorweg zu äussern
(vgl. BGE 134 V 97 E. 2.8.2 m.w.H.; BGE 132 II 257 E. 4.2). Vorliegend hat die KESB B._ die
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15. November 2018 unzweideutig darüber in Kenntnis
gesetzt, wie sie zu entscheiden gedenke, sollte bis zum 31. Januar 2019 keine Klageerhebung
bzw. Geltendmachung der Entschädigungsforderungen erfolgt sein. Diese Fristen liess sich die
Beschwerdeführerin erstmals mit Schreiben vom 29. Januar 2019 unter Verweis auf krankheits-
bedingte Abwesenheiten erstrecken. Mit der gleichen Begründung ersuchte die Beschwerdefüh-
rerin am 20. Februar 2019 um Fristerstreckung. Auch diesem Begehren wurde stattgegeben, wo-
bei die KESB B._ ausdrücklich darauf hinwies, dass es sich hierbei um eine letzte Fristerstre-
ckung handle. Am 6. März 2019 begehrte die Beschwerdeführerin dennoch um eine weitere Er-
streckung der Frist und gab zur Begründung an, eine Lösung in der Frage um den Abschluss
einer Betreuungsvereinbarung scheine absehbar. In der Folge wurde die Frist ein viertes Mal bis
zum 25. März 2019 verlängert und darauf hingewiesen, dass bei ausbleibender Eingabe ohne
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Weiteres entschieden werde. Nach dem Gesagten war der Beschwerdeführerin der voraussicht-
liche Entscheidinhalt somit fraglos bekannt, weshalb sie sich nicht in guten Treuen auf das Ge-
genteil berufen kann. Wohl ist zu bemängeln, dass die KESB B._ das Schreiben vom 15. No-
vember 2018 nicht eventualiter mit einer ausdrücklichen Aufforderung zur Stellungnahme versah,
doch war für die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin die Gelegenheit zur vorgängigen
Äusserung ohne Weiteres zu erkennen. Im Nachgang zum Schreiben vom 15. November 2018
liess die Beschwerdeführerin diese Möglichkeit während mehr als vier Monaten jedoch zur Gänze
ungenutzt und begnügte sich auch nach dem letzten Schreiben der KESB B._ vom 25. März
2019 damit, erneut einen vermeintlich kurz bevorstehenden Vertragsabschluss in Aussicht zu
stellen. Es ist ferner zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerdeführerin vor Erlass des ange-
fochtenen Entscheids zuletzt mit Schreiben vom 12. Juli 2018 umfassend in der Sache äusserte
und unter Verweisung auf frühere Eingaben darlegte, weshalb sie an den mit Eingabe vom
21. Mai 2016 gemachten Forderungen festhalte und sie den Abschluss einer Betreuungsverein-
barung auch weiterhin begrüssen würde.
4.3.4 Ebenfalls nicht als Verletzung des Gehöranspruchs ist der Umstand zu werten, dass die
Beschwerdeführerin den Schlussbericht des Ersatzbeistands vom 15. Mai 2019 unbestrittener-
massen nicht zur Kenntnisnahme zugestellt erhielt. Hierzu wäre die Behörde nur verpflichtet ge-
wesen, wenn der Ersatzbeistand im entsprechenden Bericht erhebliche Gesichtspunkte geltend
gemacht hätte, zu denen sich die Beteiligten noch nicht hatten äussern können (vgl. BERNHARD
WALDMANN, in: Honsell/Vogt [Hrsg.], Basler Kommentar zur Bundesverfassung, Basel 2015, N 49
zu Art. 29 BV). Der besagte Schlussbericht enthält allerdings nichts dergleichen: Dr. Michel Hopf
führt knapp aus, dass er seinen Standpunkt der Beschwerdeführerin bereits mit Schreiben vom
8. November 2016 zur Kenntnis gebracht habe. Aufgrund erneuter Kontakte mit dem Rechtsver-
treter der Beschwerdeführerin habe er einzig einen Vorschlag für die Mandatsträgerentschädi-
gung für die Jahre 2013 und 2016 gemacht und im Übrigen darauf hingewiesen, dass die Ent-
schädigung für die Jahre bis 2012 bereits rechtskräftig festgelegt worden sei. Mangels neuer
Tatsachen habe er seither der KESB B._ keine neuen Anträge mehr gestellt. Dieser Inhalt ist
mit der Korrespondenz zwischen den beiden Rechtsvertretern kongruent, weshalb festzustellen
ist, dass er der Beschwerdeführerin bereits bekannt war. Für die KESB B._ gab es somit
keinen Anlass und auch keine Pflicht, der Beschwerdeführerin den Schlussbericht des Ersatzbei-
stands zur Kenntnis zu bringen. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist auch
hierin nicht ersichtlich.
4.4.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Anspruch auf
rechtliches Gehör eine Verletzung der Begründungspflicht. Sie bringt in ihrer Beschwerde vom
17. Juni 2019 bzw. in ihrer Replik vom 12. Februar 2020 vor, die KESB B._ habe sich im
angefochtenen Entscheid nicht oder nur partiell mit den von ihr festzustellenden rechtserhebli-
chen Sachverhaltselementen befasst. Sie habe es insbesondere unterlassen, sich materiell mit
der Frage einer Entschädigung für die persönliche Betreuung und Pflege von C._ auseinan-
derzusetzen. Weil mit dem Entscheid der KESB B._ vom 14. Mai 2019 eine Mandatsträger-
entschädigung faktisch verunmöglicht werde, verletze dieses Vorgehen den Anspruch auf einge-
hende Begründung eines behördlichen Entscheids.
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4.4.2 Die Begründung eines Entscheids entspricht den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV,
wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu
beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die
Begründungspflicht soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt,
und der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Dies ist nur
möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Über-
legungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen. Dies bedeutet indessen
nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen
Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 129 I 232 E. 3.2; KGE VV vom
31. Oktober 2018 [810 17 223] E. 5.2; KGE VV vom 20. Dezember 2017 [810 17 93] E. 5.1;
STEINMANN, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV).
4.4.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen in diesem Zusammenhang nicht zu
überzeugen. Es ist festzustellen, dass der angefochtene Entscheid den vorgenannten Anforde-
rungen vollumfänglich entspricht. Die KESB B._ legt in stringenter Weise dar, weshalb sie die
Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Ersatzbeistandschaft nicht mehr als gegeben an-
sieht und weshalb sie hinsichtlich der Entschädigungsforderungen von einem Verzicht habe aus-
gehen dürfen. Hiervon zeugt auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Folge offen-
sichtlich in der Lage war, die Tragweite der Entscheidung richtig einzuschätzen und den Ent-
scheid der KESB B._ vom 14. Mai 2019 sachgerecht anzufechten. Der grundsätzliche An-
spruch der Beschwerdeführerin auf eine Mandatsträgerentschädigung wurde durch die KESB
B._ – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – zu keinem Zeitpunkt in Abrede gestellt, wes-
halb die entsprechende Rüge, sie habe sich damit im Entscheid nicht hinreichend auseinander-
gesetzt, zum Vornherein fehlschlägt. Wenn die Beschwerdeführerin sodann vorbringt, die Be-
gründung sei deshalb ungenügend, weil der angefochtene Entscheid im Ergebnis ihren Entschä-
digungsanspruch beschneide, schliesst sie in konträrer und somit unzulässiger Weise von der
Subsumtion auf deren Prämisse. Anders ausgedrückt ist für die Beurteilung der Entscheidbe-
gründung unwesentlich, welche Schlussfolgerung sich aus ihr ergeben, sofern die Überlegungen
nachvollziehbar erscheinen. Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit dem angefoch-
tenen Entscheid nicht einverstanden ist, kann sie demgemäss an dieser Stelle nichts zu ihren
Gunsten ableiten.
4.5 Im Lichte des Vorstehenden ist festzuhalten, dass der KESB B._ keine Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör vorgeworfen werden kann.
5.1 Die Beschwerdeführerin bringt in Beschwerde und Replik sodann vor, die Feststellung
der KESB B._, dass sie auf eine Mandatsträgerentschädigung verzichte, sei nachweislich
falsch. Es sei der KESB B._ hinlänglich bekannt gewesen, welche existenzielle Bedeutung
die Entschädigungsfrage für sie trage, und die KESB B._ habe selbst auf die Entschädigungs-
pflicht ihrer Aufwendungen hingewiesen. Sie habe keinen entsprechenden Antrag gestellt, weil
sie davon ausgegangen sei, dass auch diese Frage mit dem Ersatzbeistand geregelt werden
solle. Der Sachverhalt sei entsprechend falsch festgestellt worden.
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5.2 Wenn die Beschwerdeführerin im Ausschluss der Mandatsträgerentschädigung durch
die KESB B._ eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts rügt, verkennt sie den rechtlichen
Charakter der mit Schreiben vom 15. November 2018 angekündigten und mit Entscheid vom
14. Mai 2019 durch die KESB B._ erstellten Verzichtsfiktion. Es ergibt sich unzweideutig aus
den Akten, dass die KESB B._ zu keinem Zeitpunkt tatsächlich davon ausging, die Beschwer-
deführerin würde willentlich und wissentlich auf eine Mandatsträgerentschädigung verzichten.
Vielmehr entschied sie sich in Anbetracht der langen Verfahrensdauer und der fortwährenden
Weigerung der Beschwerdeführerin, die eingeforderten Akten beizubringen, dazu, im offensicht-
lichen Gegensatz zum tatsächlichen Parteiwillen eine an unterbliebene Parteihandlungen ge-
knüpfte Vermutung aufzustellen. Dieses Vorgehen ist nachvollziehbar, dienen Fiktionen doch ge-
rade in verfahrensrechtlichen Belangen oft dazu, dem Fortgang eines Verfahrens Vorschub zu
verschaffen. So hat beispielsweise nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine beschwer-
deführende Partei, welche zu einer ihr zugestellten Vernehmlassung eine Stellungnahme einrei-
chen möchte, diese unverzüglich einzureichen oder Frist zur Einreichung zu beantragen, andern-
falls davon auszugehen ist, dass auf eine Stellungnahme verzichtet wird (BGE 138 I 484 E. 2.2
m.w.H.). Es liegt dabei in der Natur einer Rechtsfiktion, dass die aus ihr begründete Vermutung
den tatsächlichen Gegebenheiten entgegenstehen darf. Aus diesem Umstand allein kann des-
halb keine unrichtige Feststellung des Sachverhalts abgeleitet werden.
6.1 Fraglich ist nach dem Gesagten vielmehr, ob die KESB B._ zu Recht einen fiktiven
Verzicht auf Entschädigung annehmen durfte.
6.2.1 Art. 404 Abs. 1 ZGB hält fest, dass der Beistand oder die Beiständin Anspruch auf eine
angemessene Entschädigung und auf Ersatz der notwendigen Spesen aus dem Vermögen der
betroffenen Person hat. Die Höhe der Entschädigung wird nach Absatz 2 der vorgenannten Be-
stimmung durch die KESB B._ festgelegt, wobei sie den Umfang und die Komplexität der im
Rahmen der Beistandschaft übertragenen Aufgaben zu berücksichtigen hat. Der Gesetzgebungs-
auftrag zum Erlass von Ausführungsbestimmungen nach Art. 404 Abs. 3 ZGB wurde für den Kan-
ton Basel-Landschaft in § 73 EG ZGB sowie in § 18 GebV umgesetzt. Die KESB B._ hat sich
demnach bei der Festsetzung der Mandatsträgerentschädigung an den in § 18 Abs. 2 GebV fest-
gelegten Ansätzen zu orientieren, wobei sie diese nach § 18 Abs. 3 GebV angemessen erhöhen
bzw. reduzieren kann, sollte sich die Entschädigung eindeutig als zu niedrig oder zu hoch erwei-
sen. Dem Wortlaut dieser Bestimmung lässt sich eindeutig entnehmen, dass eine Reduktion der
Entschädigung nur in jenen Fällen angezeigt ist, in denen die tatsächlichen Bemühungen der
Beiständin oder des Beistands selbst mit dem tiefsten Ansatz noch überhöht entlöhnt würden; die
Möglichkeit eines kompletten Entschädigungsausschlusses ist hierin jedoch nicht ersichtlich. Die
Absenz einer entsprechenden Regelung ist als qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers zu
interpretieren und bringt somit seinen Willen zum Ausdruck, dass die KESB einer Beiständin oder
einem Beistand die Mandatsträgerentschädigung unter keinen Umständen versagen darf (vgl. Ur-
teil des Obergerichts des Kantons Bern [KES 16 814] vom 5. April 2017 E. 2.6; RUTH E. REUSSER,
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum ZGB I, 6. Auflage, Basel 2018, N 21 zu
Art. 404 ZGB). Für eine behördlich erstellte Verzichtsfiktion fehlt es nach dem Gesagten an einer
hinreichenden gesetzlichen Grundlage. Bringt ein Beistand oder eine Beiständin die im Zusam-
menhang mit der Mandatsträgerentschädigung eingeforderten Formulare und Belege nicht bei
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oder sind diese unklar oder unvollständig, bleibt der grundsätzliche Anspruch auf Entschädigung
zufolge einer Beistandstätigkeit hiervon unberührt. In diesem Fall hat die KESB B._ die Ent-
schädigungsforderung gestützt auf die Akten und nach Massgabe von Art. 404 Abs. 2 ZGB i.V.m.
§ 18 GebV unter Fristansetzung selbst vorzunehmen oder den Eintritt der Verjährung abzuwar-
ten.
6.2.2 Was den Verzicht auf Mandatsträgerentschädigung durch die Beiständin oder den Bei-
stand selbst betrifft, ist festzustellen, dass insbesondere Berufsbeistände in Ermangelung einer
gesetzlichen Grundlage und aufgrund des arbeitgeberseitigen Entschädigungsanspruchs gegen-
über der KESB nicht rechtsgültig auf eine Entschädigung verzichten können (KGE VV vom
29. Mai 2019 [810 18 301] E. 8). Wird eine Beistandschaft allerdings – wie vorliegend – in privater
Kapazität ausgeübt, so steht es der Beiständin oder dem Beistand grundsätzlich frei, einseitig auf
eine Mandatsträgerentschädigung zu verzichten.
6.3 Wie bereits ausgeführt, ist gestützt auf die Akten anzunehmen, dass die KESB B._
nicht davon ausging, ein Anspruchsverzicht würde dem tatsächlichen Willen der Beschwerdefüh-
rerin entsprechen. Der Beschwerdeführerin ist auch beizupflichten, dass sie zu keinem Zeitpunkt
hinsichtlich ihres gesetzlichen Anspruchs auf Entschädigung eine ausdrückliche Verzichtserklä-
rung abgegeben hat. Wohl trifft es zu, dass sie den Aufforderungen der KESB B._ um Gel-
tendmachung der Entschädigungsforderungen wiederholt nicht nachgekommen ist, hierin alleine
kann jedoch kein stillschweigender Verzicht durch konkludentes Verhalten erblickt werden. Viel-
mehr lässt sich aus der aktenkundigen Korrespondenz der Schluss ziehen, dass die Beschwer-
deführerin bis zuletzt noch auf den Abschluss einer Betreuungsvereinbarung hoffte und somit
erkennbar nicht bereit war, auf eine Entschädigung zu verzichten. Ein Verzicht auf Entschädigung
durch die Beschwerdeführerin ist demgemäss nicht erfolgt.
6.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt auf
ihre Mandatsträgerentschädigung verzichtet hat und dass die KESB B._ in Ermangelung einer
gesetzlichen Grundlage nicht befugt war, diesbezüglich einen fiktiven Verzicht anzunehmen. Die
Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die
KESB B._ zurückzuweisen.
7.1.1 Die Beschwerdeführerin ersucht sodann um Fortführung der per 28. Juli 2016 errichteten
Ersatzbeistandschaft. Deren Aufhebung begründet die KESB B._ im angefochtenen Ent-
scheid vom 14. Mai 2019 ausschliesslich mit den ausbleibenden Fortschritten im Zusammenhang
mit dem Abschluss einer Betreuungsvereinbarung. Für die Periode bis und mit dem Jahr 2012
sei bereits rechtskräftig entschieden worden und für sämtliche nachfolgenden Jahre sei festzu-
stellen, dass bis heute keine Einigung zwischen den Parteien zustande gekommen sei und die
Beschwerdeführerin es entgegen der entsprechenden Aufforderung unterlassen habe, den Kla-
geweg zu beschreiten. Gemäss Abklärungen des Ersatzbeistands habe C._ im Jahr 2016
insgesamt sechs Nächte bei seiner Mutter verbracht; zudem begleite diese ihren Sohn noch zu
Arzt- und Therapieterminen. Der Abschluss einer Betreuungsvereinbarung sei daher auch nicht
angezeigt. Gesamthaft bestehe für die Fortdauer der Ersatzbeistandschaft kein Grund mehr, wes-
halb diese gemäss Art. 399 ZGB aufzuheben sei. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Juli 2019 hält
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die KESB B._ ergänzend fest, dass die Beschwerdeführerin betreffend den Abschluss einer
Betreuungsvereinbarung seit dem 21. Mai 2016 keine neuen Vorbringen eingereicht habe. Auch
in jüngerer Vergangenheit habe sie stets eine vereinbarungsgemässe Lösung in Aussicht gestellt,
sich aber nie näher dazu geäussert. In der Eingabe vom 9. Januar 2020 hält die KESB B._
sodann fest, dass die ausbleibende Einigung der Parteien eine plausible Folge der aktuellen Ver-
mögenssituation von C._ darstelle. Hinsichtlich der Aufhebung der Ersatzbeistandschaft hält
sie zudem fest, dass die Interessenkollision mittlerweile ausgeräumt sei. Für den Fall, dass die
ordentliche neue Beiständin nicht handeln könne, würde die KESB B._ nötigenfalls einen Ent-
scheid treffen.
7.1.2 Die Beschwerdeführerin nimmt in ihrer Beschwerde von 17. Juni 2019 zur Frage der
Weiterführung der Ersatzbeistandschaft nicht in substanziierter Weise Stellung. Sinngemäss
macht sie geltend, dass die Feststellung der KESB B._, es würden keine Fortschritte im Ab-
schluss einer Betreuungsvereinbarung erzielt, nicht zutreffe. Sie führt aus, dass sie ihren Sohn in
der Regel jeden Samstag von 14.00 bis ca. 20.00 Uhr sowie regelmässig am Mittwochnachmittag
betreue, zudem begleite sie ihn zu Spital- und REHA-Aufenthalten. Rund 6 Mal pro Jahr über-
nachte C._ bei ihr und habe dort auch ein eigenes Zimmer. Hinsichtlich des Abschlusses einer
Betreuungsvereinbarung seien Fortschritte erzielt worden und ausgereifte Entwürfe lägen vor,
wobei die Unterzeichnung noch nicht erfolgt sei. Es sei für sie nicht einfach, angesichts des unter
Verzicht auf Erwerbseinkommen ausserordentlich aufopferungsvollen Wirkens als Beiständin
eine relativ bescheidene Entschädigung anzuerkennen. In ihrer Replik vom 12. Februar 2020 hält
die Beschwerdeführerin sodann fest, dass es für sie von Anfang an klar gewesen sei, dass sie
gegen ihren eigenen Sohn nicht klageweise vorgehen würde. Sie habe sich fortwährend um eine
Lösung bemüht, diesbezüglich sei zu erwähnen, dass zum Abschluss einer Vereinbarung auch
die Mitwirkung des Ersatzbeistands erforderlich sei. Zuletzt bringt sie vor, es würde dem Grund-
satz der Verfahrenseffizienz entsprechen, wenn der Ersatzbeistand sein Mandat zu Ende führte.
Zwar bestehe aktuell keine Interessenkollision, welche das Fortführen der Ersatzbeistandschaft
als zwingend erscheinen liesse, jedoch sei der bestehende Ersatzbeistand mit den umfangrei-
chen Akten bereits vertraut und habe sich vertieft mit der Materie auseinandergesetzt. Die Aus-
einandersetzung mit der Angelegenheit durch die neue Beiständin würde zu grossem Aufwand
führen, welcher unverhältnismässig sei. Ferner bemängelt die Beschwerdeführerin den Rechen-
schaftsbericht der Berufsbeiständin vom 30. Oktober 2019 mit dem Argument, dass der hierin
ausgewiesene jährliche Vermögensverzehr von 15% nicht zutreffe. Zudem könne sich die KESB
B._ nicht darauf berufen, die aktuelle Vermögenssituation würde eine Entschädigung nicht
erlauben, da die Tatsache des Vermögensverzehrs bereits 2014 bekannt gewesen sei. Zuletzt
sei an das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen vom 13. Dezem-
ber 2006 zu erinnern, woraus sich das Recht auf Wohnung ergebe. Der Aufenthalt in der Woh-
nung der Mutter mit Nutzung eines eigenen Zimmers sei für C._ von eminenter Bedeutung.
Hiervon und von der Wichtigkeit der Nähe zur Beschwerdeführerin habe sich das Kantonsgericht
im Rahmen der Vorverhandlung überzeugen können.
7.2.1 Gemäss Art. 399 Abs. 2 ZGB hebt die Erwachsenenschutzbehörde eine Beistandschaft
von Amtes wegen auf, sobald für deren Fortbestehen kein Grund mehr gegeben ist. Bei der Er-
satzbeistandschaft handelt es sich nicht um eine Beistandschaft sui generis oder um eine weitere
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gesetzliche Beistandsart, sondern um das Surrogat eines bestehenden Beistands, welchem in
der auslösenden Angelegenheit die gleiche Stellung zukommt wie dem zu ersetzenden Beistand
(vgl. YVO BIDERBOST, in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Fachhandbuch
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 8.74 ff.). Hieraus ergibt sich,
dass die Ersatzbeistandschaft das rechtliche Schicksal der ihr zugrundeliegenden ursprünglichen
Beistandschaft teilt und mithin aus den gleichen Gründen aufgehoben werden kann (vgl.
REUSSER, a.a.O, N 18 und N 24 zu Art. 403 ZGB).
7.2.2 Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gemäss Art. 5 Abs. 2 BV bzw. Art. 389 Abs. 2
ZGB ist bei der Errichtung von behördlichen Massnahmen streng zu beachten (vgl. BGE 140 III
49 E. 4.3.1). Als Teilgehalt der Verhältnismässigkeit verlangt die Erforderlichkeit, dass sich der
verfolgte Zweck nicht mit milderen Mitteln erreichen lässt. Erscheint eine Massnahme zur Gänze
nicht mehr gerechtfertigt, fällt etwa der verfolgte Zweck dahin oder ist dessen Verwirklichung nicht
mehr möglich, ist die Massnahme auch nicht mehr erforderlich und demgemäss aufzuheben (vgl.
PHILIPPE MEIER, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwachsenenschutz, Bern
2013, N 15 zu Art. 399 ZGB). Dieser Grundsatz findet für das Erwachsenenschutzrecht unter
anderem im besagten Art. 399 Abs. 2 ZGB Ausdruck. Als mögliche Aufhebungsgründe sind etwa
denkbar, dass die verbeiständete Person keine Hilfe mehr benötigt oder die notwendige Betreu-
ung künftig durch die Familie übernommen wird. Wurde eine Beistandschaft ausschliesslich zur
Abwicklung eines punktuellen Auftrags errichtet, entfällt der konstituierende Grund im Zeitpunkt
der auftragsgemässen Erledigung (vgl. PHILIPPE MEIER, a.a.O., N 16 zu Art. 399 ZGB), wobei
auch in diesen Fällen ein förmlicher Aufhebungsentscheid notwendig ist (URS VOGEL, in: Geiser/
Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., N 10 zu Art. 421 ZGB). Das Gleiche muss nach dem Gesagten
gelten, wenn die Erfüllung des die Beistandschaft begründenden Auftrages unmöglich geworden
ist.
7.2.3 Vorliegend stellte die KESB B._ mit Schreiben vom 15. November 2018 fest, dass
bislang keine Einigung zustande gekommen sei, und forderte die Beschwerdeführerin auf, bis
zum 31. Januar 2019 Klage einzureichen, andernfalls die Ersatzbeistandschaft aufgehoben
würde. Die Beschwerdeführerin ersuchte mehrfach erfolgreich um Erstreckung dieser Frist
(vgl. E. 4.3.3 hiervor) und stellte der KESB B._ in den Fristerstreckungsgesuchen vom 6. bzw.
25. März 2019 einen vereinbarungsgemässen Abschluss der Angelegenheit in Aussicht. Diese
Einschätzung erwies sich offensichtlich als falsch, zumal sich die Parteien auch nach der Sistie-
rung des vorliegenden Verfahrens zwecks erneuter Verhandlung und somit bis heute in der Sa-
che nicht einigen konnten.
7.2.4 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass sich die Parteien auch heute noch darüber
uneins sind, in welchem Ausmass und in welcher Form vergangene und künftige Betreuungs-
und Pflegeleistungen der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Sohn zu vergüten sind. Es ist
somit der KESB B._ beizupflichten, dass sich die Sachlage spätestens seit der ersten Stel-
lungnahme des Ersatzbeistands vom 8. November 2016 mehr oder minder unverändert präsen-
tiert. Bereits die lange Verhandlungsdauer von mehr als drei Jahren deutet darauf hin, dass ein
vereinbarungsgemässer Abschluss zunehmend unwahrscheinlich erscheint. Vorliegend tritt zu-
dem hinzu, dass der Ersatzbeistand als Interessenvertretung von C._ den Abschluss einer
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Betreuungsvereinbarung zuerst für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2013 für denkbar hielt, spä-
testens aber seit seinem Zwischenbericht vom 21. März 2018 kontinuierlich als entbehrlich beur-
teilte und dem Gericht mit seiner Vernehmlassung vom 5. März 2020 beantragte, die Aufhebung
der Ersatzbeistandschaft zu bestätigen. Es ist demgemäss festzustellen, dass eine Vertragspartei
nicht mehr gewillt ist, die Verhandlungen über den Abschluss einer Betreuungsvereinbarung fort-
zuführen, womit der die Ersatzbeistandschaft rechtfertigende Zweck dahingefallen ist. Wenn die
Beschwerdeführerin in ihrer Replik zumindest implizit vorbringt, der Ersatzbeistand lasse es an
Mitwirkung missen und habe bei seiner Arbeit die Interessen der betreuten Person nicht hinrei-
chend berücksichtigt, kann diesen Vorbringen nicht gefolgt werden. Der Ersatzbeistand hat sich
bei der Erfüllung seiner Aufgaben ausschliesslich von den Interessen der verbeiständeten Person
leiten zu lassen (Art. 406 Abs. 1 ZGB). Wohl mag es zutreffen, dass die Höhe der Mandatsträ-
gerentschädigung für die Beschwerdeführerin von existenzieller Wichtigkeit ist und eine im Ver-
gleich zu den ursprünglichen Forderungen tiefere Entschädigung auch für die verbeiständete Per-
son negative Konsequenzen – etwa der Wegfall der Wohngelegenheit bei der Mutter – zeitigen
könnte. Dies alleine lässt jedoch nicht auf eine ungenügende Interessenswahrung schliessen,
zumal die den Ansprüchen der Beschwerdeführerin entgegenstehenden finanziellen Interessen
von C._ nicht minder wichtig erscheinen. Auch bestehen keinerlei Anzeichen, nach welchen
dem Ersatzbeistand eine mangelhafte Amtsausübung anzulasten wäre. Er hat die unterbreiteten
Vereinbarungen anweisungsgemäss und mit der gebotenen Sorgfalt geprüft und die Interessen
von C._ in redlicher Weise vertreten. Insoweit besteht kein Anlass, die Ergebnisse der Ver-
tragsprüfung in Zweifel zu ziehen und die Ersatzbeistandschaft bzw. Beistandschaft zum Zweck
einer erneuten Prüfung aufrechtzuerhalten. Für eine allfällige Durchsetzung ihrer Forderungen
wurde die Beschwerdeführerin durch die KESB B._ richtigerweise auf den Klageweg verwie-
sen. Aus dem Umstand, dass sie aus moralischen Gründen nicht bereit ist, gegen ihren Sohn
klageweise vorzugehen, vermag sie nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
7.3 Im Übrigen ist festzustellen, dass die KESB B._ in ihrem Schreiben vom 9. Januar
2020 zu Recht darauf hinwies, dass die ursprüngliche Interessenkollision nicht mehr gegeben
sei. Vorliegend amtet die Beschwerdeführerin seit dem 10. August 2018 nicht mehr als Beistän-
din, weshalb hinsichtlich des Abschlusses einer Betreuungsvereinbarung unbestrittenermassen
keine Interessenskonflikte mehr vorliegen. Die Ersatzbeistandschaft ist folglich auch aus diesem
Grund aufzuheben (Art. 403 Abs. 1 ZGB e contrario; vgl. REUSSER, a.a.O., N 24 zu Art. 403 ZGB).
Wohl ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass die Entlassung des Ersatzbeistands in Inef-
fizienzen resultieren dürfte, diese vermögen die Aufrechterhaltung der Ersatzbeistandschaft je-
doch nicht alleine zu rechtfertigen. Die Aufhebung der Ersatzbeistandschaft ist demgemäss auch
aus diesem Grund zu schützen.
7.4 Gesamthaft ist festzustellen, dass der im Entscheid vom 28. Juli 2016 für die Ersatzbei-
standschaft definierte Zweck – die Prüfung des Abschlusses der unterbreiteten Betreuungsver-
einbarungen – vollumfänglich erfüllt wurde und die KESB B._ gestützt auf Art. 399 Abs. 2
ZGB zu Recht entschieden hat, die Ersatzbeistandschaft aufzuheben. Die Beschwerde ist in die-
sem Punkt abzuweisen.
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8. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen sind die Anträge der Beschwerdeführerin
auf Durchführung einer Parteiverhandlung und Unterbreitung eines Vergleichsvorschlags durch
das Gericht abzuweisen. Die Parteien hatten anlässlich der Vorverhandlung und während der
Verfahrenssistierung hinreichend Gelegenheit, sich gütlich zu einigen; zudem bestehen hinsicht-
lich der Verhandlungspositionen keinerlei Zweifel mehr. Eine weitere Handreichung mittels Ver-
gleichsvorschlag oder eine Anhörung der Parteien durch das Gericht scheint nicht gewinnbrin-
gend und ist demgemäss nicht angezeigt. Ebenfalls ist nicht ersichtlich, welchen Mehrwehrt die
blosse Aufforderung zum Vergleich durch das Gericht zeitigen soll, weshalb auch dieser Antrag
der Beschwerdeführerin abzuweisen ist.
9.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1
VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Ver-
fahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel
der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ausgangs-
gemäss werden die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- je zur Hälfte, d.h.
im Umfang von je Fr. 700.--, der Beschwerdeführerin und der KESB B._ auferlegt.
9.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts oder
einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen
werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Ausgangsgemäss ist der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin
eine partielle Parteientschädigung zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
macht in seiner Honorarnote vom 1. April 2020 für sich und einen weiteren, auf dem Mandat
arbeitenden Juristen einen Aufwand von 32.40 Stunden geltend. Ein Aufwand in dieser Höhe
erscheint nicht angemessen, zudem enthält die Honorarnote zahlreiche Kostenpositionen aus
den Vertragsverhandlungen, die nicht zum Streitgegenstand des kantonsgerichtlichen Verfah-
rens gehören. Ferner macht der Rechtsvertreter für die Auslagen eine Kleinspesenpauschale in
der Höhe von 4% des Gesamthonorars geltend. Eine derartige Berechnung der Auslagen wider-
spricht § 16 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November
2011, wonach Telefonauslagen, Porti und ähnliche Auslagen nach dem tatsächlichen Aufwand
in Rechnung zu stellen sind (§ 16 Abs. 1 TO). Insgesamt erscheint unter Berücksichtigung der
vorstehenden Aspekte ein Stundenaufwand von 20 Stunden à Fr. 250.-- gerechtfertigt. Die Klein-
spesenpauschale ist nicht zu vergüten. Damit hat die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für das
Verfahren vor Kantonsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt
Fr. 2'692.50 (inkl. 7.7% Mehrwertsteuer) auszurichten.
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