Decision ID: 15942f60-fc3f-440a-bdf2-33b6c97cf4c4
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Thürlemann, Neff Rechtsanwälte,
Poststrasse 17, Postfach 841, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a S._ war als Systembetreuer bei der A._ angestellt und dadurch bei der Suva
versichert, als am 30. März 2005 ein Lastwagen auf den von ihm gelenken
Personenwagen auffuhr. Im Landeskrankenhaus Bludenz wurde im Nachgang zum
Unfall eine HWS-Distorsion ohne Frakturhinweise diagnostiziert (UV-act. 2, 3). Am 11.
April 2005 nahm der Versicherte die Arbeit wieder zu 100% auf (UV-act. 7).
A.b Am 6. Februar 2006 rutschte der Versicherte aus und stürzte auf das Gesäss. In
der Folge war er bis 17. Februar 2006 zu 50% arbeitsunfähig (UV-act. 15) und nahm
danach seine Tätigkeit wieder vollumfänglich auf (UV-act. 23). Am 4. April 2006 erlitt
der Versicherte eine Sprunggelenksverletzung rechts mit Fraktur des Malleolus medialis
rechts. Im Nachgang zu einer Operation war er seit 29. Mai 2006 wieder vollumfänglich
arbeitsfähig (vgl. UV-act. 27a, 28).
A.c Nach Durchführung von weiteren ärztlichen Behandlungen und Abklärungen stellte
die Suva die Versicherungsleistungen betreffend den Unfall vom 30. März 2005 mit
Verfügung vom 27. November 2006 auf den 30. November 2006 ein. Die beklagten
Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar. Die Adäquanz (nach
BGE 117 V 359) sei zu verneinen. Ein Anspruch auf Invalidenrente und
Integritätsentschädigung liege daher nicht vor (UV-act. 53). Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache (UV-act. 54) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 15.
März 2007 ab.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Michael Thürlemann, St.
Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 26. März 2007 Beschwerde mit den
Anträgen, es seien die Verfügung vom 27. November 2006 und der
Einspracheentscheid vom 15. März 2007 aufzuheben und dem Beschwerdeführer die
Versicherungsleistungen gemäss den gesetzlichen Bestimmungen zuzusprechen. In
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der Begründung vom 5. Juli 2007 führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, der
Beschwerdeführer habe (neben Nacken- und Kopfschmerzen) seit dem Unfallereignis
Probleme mit den Augen. Die Sehfähigkeit der Augen habe geschwankt bzw. habe
trotz diversen Versuchen nicht befriedigend korrigiert werden können, wie die
Ergebnisse und die Häufigkeit der Konsultationen bei Augenarzt und Optiker zeigen
würden. Wie der behandelnde Augenarzt Dr. B._ dem Beschwerdeführer am 2. Juli
2007 auf Anfrage bestätigt habe, sei es durchaus möglich, dass die Visusstörungen auf
das Unfallereignis zurückzuführen seien. Dass der vorbestehende krankhafte Zustand
aufgrund der konkreten Umstände (Ausprägung des Zustandes, Alter des
Beschwerdeführers) überhaupt zu einem Beschwerdezustand wie dem vorliegenden
(status quo sine) geführt hätte, sei nicht erstellt. Die blosse Tatsache eines
vorbestehenden krankhaften Zustandes lasse jedenfalls nicht automatisch den Schluss
zu, dass ab einer gewissen Zeit die Beschwerden nur noch darauf zurückzuführen
seien. Der Sachverhalt sei aus ärztlicher Sicht vom Unfallversicherer nicht genügend
abgeklärt worden, um zuverlässig über die Herkunft aller Gesundheitsleiden ab dem
Autounfall vom 30. März 2005 über das strittige Einstelldatum hinaus befinden und
gestützt darauf den Kausalzusammenhang zwischen der unfallbedingt erlittenen HWS-
Verletzung und den immer noch geklagten Beschwerden mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit faktisch ausschliessen zu können. Über die Teil- und
Hauptursachen und das Ausmass der tatsächlich unfallkausalen Faktoren habe
deshalb ein gerichtliches Gutachten Klarheit zu verschaffen. Diesbezüglich sei darauf
hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die angenommene
Geschwindigkeitsänderung (delta-v) von 10-15 km/h (UV-act. 40) anzweifle bzw. höher
einschätze. Die Beschwerdegegnerin habe das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 19. Juli 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur
Begründung verwies sie auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid. Es müsse
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer weder ein Schleudertrauma
noch eine äquivalente Verletzung erlitten habe. Gemäss seinen eigenen Angaben
hätten sich Nackenschmerzen erst vier Tage nach dem Unfall eingestellt. Das typische
Beschwerdebild eines Schleudertraumas mit einer Häufung von Beschwerden habe
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sich auch später nie manifestiert. Daher entfalle auch eine Adäquanzprüfung nach BGE
117 V 359. Die Adäquanz sei nach BGE 115 V 133 zu prüfen; sie sei zu verneinen.
Selbst bei (falscher) Annahme eines Schleudertraumas und einer Prüfung nach BGE
117 V 359 müsste die Adäquanz verneint werden.
B.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf eine Replik.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Einstellung der Leistungen durch die Beschwerdegegnerin per
30. November 2006 (Taggelder und Heilungskosten) zu Recht erfolgt ist oder ob sie
auch nach diesem Zeitpunkt Leistungen aufgrund des Unfalls vom 30. März 2005 zu
erbringen hat. Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass die Leistungspflicht
in Bezug auf die in den Akten verschiedentlich erwähnten Unfälle vom 6. Februar 2006
(Sturz auf das Gesäss) und vom 4. April 2006 (Sprunggelenksverletzung) nicht
Gegen¬stand dieses Verfahrens bilden, zumal sie auch im angefochtenen Entscheid
und in der diesem zugrunde liegenden Verfügung nicht behandelt wurden. Ist ein
Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein
für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression,
Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit in der
Regel anzunehmen. Hiebei genügt es für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung
eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e).
Hingegen bilden auch bei Schleudertraumen der Halswirbelsäule zuallererst die
medizinischen Fakten die massgeblichen Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung.
Die geklagten Beschwerden müssen medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen
Beeinträchtigung zugeschrieben werden können, welche ihrerseits mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfall
steht (vgl. BGE 119 V 335 Erw. 2b; vgl. auch BGE 122 V 415).
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1.2 Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - der
Unfallversicherer insofern eine Beweislast, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid
zu seinen Ungunsten ausfällt (RKUV 1992 S. 75 Erw. 4b). Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG
werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom 18. Februar 2003 i/S. S., U 287/02, Erw. 4.4).
Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 122 V 162 Erw. 1d, RKUV 1999 Nr. U 332 S. 194 Erw. 2a/bb, 1997
Nr. U 281 S. 282 Erw. 1a; vgl. auch BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc).
1.3 Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma gab der Beschwerdeführer an, es seien im Nachgang zum
streitigen Unfall Nackenschmerzen aufgetreten; das Bestehen von Schwindel, Übelkeit
und Erbrechen verneinte er (UV-act. 3). Im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-
Fällen gab er an, die Nackenbeschwerden seien vier Tage nach dem Unfall aufgetreten
(UV-act. 17). Gemäss Polizeibericht vom 6. April 2005 erklärte der Beschwerdeführer,
am Unfalltag habe er leichte Schmerzen im Genickbereich verspürt. Am 4. April 2005
seien die Schmerzen stärker geworden, und es seien zusätzlich Kopfschmerzen
aufgetreten, weshalb er sich in das Landeskrankenhaus Bludenz begeben habe (UV-
act. 33 Beilage). Eine MRI-Aufnahme der HWS vom 4. Mai 2005 zeigte beim
Beschwerdeführer mehrsegmentale Diskusprotrusionen C4/C5 bis C6/C7 ohne
Nachweis wesentlicher ossärer Degenerationen und ohne Myelopathie (UV-act. 5). Dr.
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med. C._ bestätigte am 31. August 2005 eine HWS-Distorsion sowie
Bewegungseinschränkungen der HWS und Kopfschmerzen. Der Beschwerdeführer
habe die Arbeit seit 11. April 2005 wieder zu 100% aufgenommen (UV-act. 7). Dr. med.
D._, Facharzt für Orthopädie, bescheinigte am 6. Dezember 2005, die im HWS-MR
nachgewiesenen Veränderungen seien degenerativ; durch den Auffahrunfall seien sie
jedoch aktiviert worden (UV-act. 11, 21). Gemäss Bericht des Arztes vom 25. März
2006 arbeitete der Beschwerdeführer - bei weiterhin andauernder Behandlung - zu
100% (UV-act. 23). Am 29. April 2006 bestätigte Dr. D._ unter anderem, durch die
Therapie seien die Beschwerden weitgehend abgeklungen (UV-act. 24). Mit Schreiben
vom 27. August 2006 teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, er sei -
entgegen den Feststellungen im Bericht des Suva-Kreisarztes Dr. med. E._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 2. Juni 2006 (UV-act. 27a) - absolut nicht
beschwerdefrei (UV-act. 39). Gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung vom 12.
September 2006 berichtete Dr. E._ unter anderem, an der HWS fänden sich keine
strukturell fassbaren Unfallfolgen. Hingegen bestünden im MRI nachgewiesene
degenerative Veränderungen an der HWS. Aufgrund ausschliesslich unfallkausaler
Befunde bestehe weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit. Weitere Behandlungen seien
nicht mehr unfallkausal (UV-act. 42). Am 18. September 2006 hielt Dr. E._ ergänzend
fest, es ergäben sich mehrere Abklärungshinweise, welche auf haltungsbedingte
Beschwerden am Arbeitsplatz im Bereich der Wirbelsäule, insbesondere der HWS,
zurückzuführen seien (UV-act. 45). Eine Begutachtung bei Dr. med. F._, Spezialarzt
FMH für Neurologie, ergab gemäss Bericht vom 16. Oktober 2006 unter anderem,
klinisch-neurologisch seien am Untersuchungstag nur relativ geringe Zeichen eines
persistierenden Zervikalsyndroms auszumachen gewesen. Im Neurostatus hätten sich
keine Hinweise auf fokale neurologische Ausfälle gefunden. Nachvollziehbar akzentuiert
würden die Nackenschmerzen durch die berufliche Tätigkeit ganztags sitzend vor
grossen CAD-Bildschirmen. Der Arbeitsplatz sei nicht ergonomisch eingerichtet. Die
vom Beschwerdeführer beschriebene Arbeitshaltung bzw. Kopfstellung aktiviere
glaubhaft Nackenschmerzen, auch wenn kein dokumentierbares, unfallkausales
Verletzungskorrelat vorliege (UV-act. 50).
2.
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2.1 Nach Lage der medizinischen Akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
erstellt zu erachten, dass sich die vom Beschwerdeführer aktuell angegebenen
Beschwerden nicht auf eine objektivierbare organische Unfall-Schädigung bzw. eine
strukturelle Veränderung an der HWS zurückführen lassen, die mit dem Unfall vom 30.
März 2005 in Zusammenhang zu bringen ist. Die Veränderungen an der HWS sind
degenerativer Natur und bestanden schon vor dem Unfall (vgl. UV-act. 11, 21, 42, 45,
50). Es kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei diesem
Unfall eine HWS-Distorsion erlitt und Nacken- und Kopfschmerzen relativ rasch nach
dem Ereignis auftraten (vgl. echtzeitliche Angaben im Polizeibericht, UV-act. 33
Beilage; UV-act. 3). Wenn im entsprechenden Erhebungsblatt bzw. in einem
Gesprächsprotokoll vermerkt worden war, Nackenschmerzen seien erst vier Tage (UV-
act. 17) bzw. drei bis vier Tage (UV-act. 28) nach dem Unfall aufgetreten, so ist damit
soweit ersichtlich nicht das eigentliche Auftreten, sondern die Verstärkung der
Nackenschmerzen am 4. April 2005 gemeint (vgl. UV-act. 33 Beilage; UV-act. 50
[Vorgeschichte]; act. G 4 Beilage 2). Eine biomechanische Beurteilung vom 10. August
2006 ergab eine durch den Unfall vom 30. März 2005 bedingte
Geschwindigkeitsänderung des Personenwagens des Beschwerdeführers von
innerhalb oder oberhalb 10-15 km/h. Die Beschwerden wurden als durch den Unfall
"im Normalfall eher erklärbar" beurteilt (UV-act. 40). Auch nach der neueren
Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. November
2005 i/S K. [U 312/05]) muss nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um bei
Unfällen mit HWS-Beteiligung von einer Unfallkausalität ausgehen zu können. Innerhalb
der Latenzzeit von drei Tagen nach dem Unfall müssen sich sodann lediglich Nacken-
bzw. HWS-Beschwerden manifestieren, und nicht auch jene, die typischerweise im
Rahmen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten können (vgl. Urteil des
EVG vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3 mit Hinweisen). Ein
Beschwerdebild, wie es typischerweise nach schleudertraumaähnlicher Verletzung
auftreten kann, lässt sich vorliegend den Akten nicht ohne weiteres entnehmen, zumal
der Beschwerdeführer im Nachgang zum Unfall neben Schmerzen im Nackenbereich
und Verspannungen ausschliesslich eine Kälteempfindlichkeit angab (vgl. UV-act. 11,
21, 43). Erst gegenüber Dr. F._ erwähnte er - eineinhalb Jahre nach dem Unfall -
Gedächtnisprobleme und gelegentlichen (leichten) Schwindel, verneinte jedoch
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depressive Verstimmungen und Schlafschwierigkeiten (UV-act. 50 S. 3). In der
Einsprache machte er dann unter anderem eine extreme Wetterfühligkeit, migräneartige
Kopfschmerzen, fallweises Schwindelgefühl sowie Vergesslichkeits- und
Konzentrationsprobleme geltend (UV-act. 54). Wenn in diesem Verfahren sodann
Augenprobleme erwähnt und in Verbindung mit dem streitigen Unfall gebracht werden
(vgl. act. G 4 S. 3), so ist festzuhalten, dass selbst bei möglicherweise unfallkausalen
Visusstörungen (act. G 4 S. 4 oben) eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität
noch nicht belegt wäre. Auch wegen des teilweise um viele Monate verzögerten
Auftretens der erwähnten Symptome lassen sie sich nicht ohne weiteres auf das
Unfallereignis vom 30. März 2005 zurückführen; ebenso wahrscheinlich erscheint eine
vollständig unfallfremde Ursache. In beweismässiger Hinsicht ist sodann zu beachten,
dass die Behauptungen (insbesondere hinsichtlich der Augenprobleme) im Nachgang
zur Verfügung vom 27. November 2006 (UV-act. 53) bewusst oder unbewusst von
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (Urteil
des EVG vom 26. September 2003 i/S D. [U 28/03] Erw. 2.3.2). Die
Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer - wenn auch zeitlich befristeten -
Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre Leistungspflicht bis 30. November 2006
anerkannte.
2.2 Soweit trotz der erwähnten Vorbehalte davon auszugehen wäre, dass während des
ganzen zu prüfenden Zeitraums bis 15. März 2007 (Datum des angefochtenen
Entscheids; vgl. BGE 121 V 362 Erw. 1b mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 27. August 2002 [U 172/00] Erw. 3.2 und 4.2) ein teilweise
unfallkausales typisches Beschwerdebild für die Zeit nach dem streitigen Unfall vom
30. März 2005 zu bejahen sei, bliebe zu klären, ob die vom Beschwerdeführer
angeführten Beschwerden auch nach dem 30. November 2006 eine adäquat-kausale
Folge des Unfalls darstellten. Beim Ereignis vom 30. März 2005 ist in Anbe¬tracht der
Unfallumstände sowie der dokumentierten Fahrzeugschäden (UV-act. 16, 40) von
einem mittelschweren Unfall auszugehen. An dieser Einstufung vermöchte auch eine
vom Beschwerdeführer verlangte (act. G 4 S. 6) umfassende technische Unfallanalyse
nichts zu ändern, zumal die von ihm angeführten Sachverhalts-Aspekte (act. G 4 S. 6)
in der biomechanischen Kurzbeurteilung berücksichtigt wurden. Insbesondere wäre
eine Unfallanalyse nicht geeignet, unter den konkreten Umständen einen schweren
Unfall im Sinn der Rechtsprechung zu belegen. Eine besondere Eindrücklichkeit oder
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dramatische Begleitumstände sind nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen
und nicht das subjektive Erleben des Ereignisses massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu
diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64,
sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2.
März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]). Bei der erlittenen HWS-Distorsion als solcher
handelt es sich nicht um eine Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere Art
charakterisiert wäre (vgl. Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]).
Hinsichtlich der Länge der Behandlungsdauer ist festzuhalten, dass die Behandlung
gemäss Bericht von Dr. D._ vom 25. März 2006 weiterhin andauerte (UV-act. 23). Am
29. April 2006 meldete der Arzt dann jedoch ein weitgehendes Abklingen der
Beschwerden (UV-act. 24). Suva-Arzt Dr. E._ verneinte in der Folge mit Hinweis auf
die krankheitsbedingten Schädigungen der HWS die Unfallbedingtheit der Behandlung
(UV-act. 42). Dr. F._ hielt - ebenfalls mit Verweis auf unfallfremde Diskusprotrusionen
im HWS-Bereich und unter Verneinung eines unfallkausalen Verletzungskorrelats - fest,
ein therapeutischer Durchbruch könne durchaus mit der Einrichtung eines
ergonomischen Arbeitsplatzes erreicht werden (UV-act. 50). Die versicherte Person hat
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für
so lange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Aufgrund der dargelegten
Umstände kann die Notwendigkeit einer eigentlichen (unfallbedingten) Behandlung
über den Einstellungszeitpunkt hinaus nicht bejaht werden. Die Ablehnung weiterer
Heilbehandlungen über den 30. November 2006 hinaus war damit gerechtfertigt, zumal
die einschlägige Literatur (Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45 ff) davon ausgeht, dass
nach einem Unfall mit fehlenden strukturellen Schädigungen der Wirbelsäule eine
vorübergehende Verschlimmerung von Rückenbeschwerden nach spätestens einem
Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist. In diesem Sinn sind eine lange
Behandlungsdauer, aber auch ein schwieriger Heilverlauf und erhebliche
Komplikationen zu verneinen. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung ist ebenfalls nicht
auszugehen.
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Nach der Rechtsprechung (vgl. zusammenfassende Darstellung im Urteil des EVG vom
30. August 2001 [U 56/00] Erw. 3d) wäre eine lang dauernde Arbeitsunfähigkeit zu
bejahen, wenn ein rein durch den streitigen Unfall bedingter, erheblicher Anteil einer
(lang dauernden) Arbeitsunfähigkeit als nachgewiesen anzusehen wäre. Der
Beschwerdeführer war im Nachgang zum Unfall vom 30. März 2005 nur in der ersten
Aprilwoche 2005 nicht arbeitstätig; weitere Arbeitsunterbrüche ergaben sich wegen
dieses Unfalls lediglich für Therapiesitzungen (UV-act. 7, 23, 42, 50 S. 3), so dass eine
lang dauernde Arbeitsunfähigkeit von vorneherein ausser Betracht fällt. Das Vorliegen
von Dauerschmerzen lässt sich gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers in
den medizinischen Akten ebenfalls nicht bejahen. Vielmehr nehmen die Beschwerden
nach seinen Darlegungen, insbesondere bedingt durch die (nicht ergonomische)
Arbeitsposition, im Verlauf des Tages zu (UV-act. 50 S. 2). Ein konkreter Anlass für die
Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen ist nicht ersichtlich. Damit lässt es
sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate Unfallkausalität
der HWS-Beschwerden für die Zeit ab 30. November 2006 verneint hat.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 15. März 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG