Decision ID: 983f8eee-4b5a-4fc5-b0de-f67a8a42dcb9
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 6. Februar 2013 wegen einer Depression und körperlicher
Beschwerden zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 4). Vom 5. bis 15. November
2013 war der Versicherte aufgrund von Erbrechen und Übelkeit in den Spitälern B._
hospitalisiert. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten:
1. chronisches Erbrechen, DD im Rahmen von Diagnose 2, psychosomatische
Überlagerung; 2. eine ulceröse Refluxösophagitis; 3. eine arterielle Hypertonie sowie
4. eine Depression. Bezüglich des chronischen Erbrechens werde, wie bereits in den
Vorakten aufgeführt und auch vom Versicherten selbst als Ursache vermutet, von einer
im Vordergrund stehenden psychogenen Komponente ausgegangen (IV-act. 71-6 ff.).
Am 5. Februar 2014 berichtete der behandelnde med. pract. C._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, der Versicherte leide an einer rezidivierenden
depressiven Episode, gegenwärtig schwerer Verlauf (ICD-10: F33.2; seit mehreren
Jahren zunehmend), einer Panikstörung (ICD-10: F41.0; seit Jahren), einer abhängigen
Persönlichkeitsstörung (vermutlich seit Kindes-/Jugendzeit), diversen
schwerwiegenden Hautkrankheiten und einer Refluxösophagitis. Für den
angestammten Beruf als Lackierer bescheinigte er dem Versicherten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 40).
A.a.
Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erstattete Dr. med. D._, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, am 22. Februar 2014 ein psychiatrisches
Gutachten, dem eine persönliche Untersuchung des Versicherten vom 4. Februar 2014
zugrunde liegt. Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine leichte (bis
mittlere) depressive Episode (ICD-10: F32.0/32.1). Grundsätzlich sei die
Arbeitsfähigkeit auf dem freien Markt nicht eingeschränkt. Es sollte aber unbedingt eine
A.b.
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stufenweise gestaltete Arbeitsaufnahme berücksichtigt werden (fremd-act. 4,
insbesondere fremd-act. 4-11 und 4-13).
Ein im Rahmen einer Integrationsmassnahme von der IV-Stelle finanziertes
Belastbarkeitstraining in der Stiftung E._ (vorgesehene Dauer vom 1. November 2014
bis 31. Januar 2015, IV-act. 56) wurde wegen vermehrter Magenprobleme vorzeitig
abgebrochen (IV-act. 61-1 und IV-act. 65-1 unten). Dr.med. F._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 15. Mai 2015 u.a. einen
Verdacht auf eine Angststörung (ICD-10: F41.9), DD: Somatisierungsstörung (ICD-10:
F45) mit Erbrechen bei Depression, eine Neurodermitis/Psoriasis und eine arterielle
Hypertonie (IV-act. 71).
A.c.
Am 16. Juli 2015 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für ein Aufbautraining
in der Stiftung E._ vom 16. Juni 2015 bis 30. November 2015 (IV-act. 76; zu den
Taggeldleistungen siehe die Verfügung vom 18. August 2015, IV-act. 78; zum
Zwischenbericht über die Integrationsmassnahme vom 16. Oktober 2015 [Datum
Posteingang] siehe IV-act. 79-10 ff.). Weil das Aufbautraining nicht habe fortgesetzt
werden können, brach die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen am 16. November
2015 rückwirkend per 12. November 2015 ab (IV-act. 83).
A.d.
Der seit 9. März 2014 behandelnde Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, berichtete am 12. März 2016, der Versicherte leide an einem
depressiv-ängstlichen Symptomenkomplex, einem dysthymen Störungsbild sowie an
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (IV-act. 90). In der Stellungnahme vom
2. April 2016 führte die RAD-Ärztin med. pact. H._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, aus, medizinisch-theoretisch sei keine auf dem ersten Arbeitsmarkt
verwertbare Arbeitsfähigkeit und kein Eingliederungspotential erkennbar. Im
geschützten Rahmen bestehe möglicherweise eine gewisse Arbeitsfähigkeit von 30 bis
50% für Routinetätigkeiten, ohne höheren Anspruch an die kognitiven Funktionen und
mit der Möglichkeit für vermehrte Pausen (IV-act. 92). Gestützt auf diese Einschätzung
wies die IV-Stelle das Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen ab
(Mitteilung vom 4. April 2016, IV-act. 96).
A.e.
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Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 8., 14. und 15. Dezember 2016
sowie am 1. März 2017 polydisziplinär (dermatologisch, allgemeininternistisch,
psychiatrisch und gastroenterologisch) in der MEDAS Bern, ZVMB GmbH, begutachtet.
Als Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit erhoben die Gutachter und die
Gutachterin eine somatoforme autonome Funktionsstörung (oberes
Verdauungssystem; ICD-10: F45.31). Ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit bestünden
eine Persönlichkeitsakzentuierung; Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der
Lebensbewältigung (ICD-10: Z73.0/Z73.1); psychische und Verhaltensstörungen durch
Cannabinoide sowie Sedativa/Hypnotika, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10:
F19.2) und eine atopische Dermatitis. Sowohl bezüglich der angestammten Tätigkeit
als Autolackierer als auch für andere Verweistätigkeiten bescheinigten die Gutachter
und die Gutachterin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
gelte - abgesehen von den Spitalaufenthalten - auch retrospektiv (Gutachten vom
19. Juni 2017, IV-act. 114, insbesondere IV-act. 114-31 ff.). Falls die therapeutischen
Optionen konsequent und adäquat genutzt würden, sei prospektiv von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 114-31 oben). Die RAD-Ärztin Dr. med. I._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt die gutachterliche Beurteilung für
beweiskräftig (Stellungnahme vom 8. September 2017, IV-act. 115).
A.f.
Mit Vorbescheid vom 27. September 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht, da er bei Ausschöpfung der
therapeutischen Optionen keine Erwerbseinbusse erleide (IV-act. 117). Dagegen erhob
der Versicherte am 19. Oktober 2017 vorsorglich Einwand (IV-act. 122), den er am
1. Dezember 2017 begründete. Er machte geltend, die gutachterliche Beurteilung sei
nicht beweiskräftig (act. G 130-1 ff.), und reichte eine Stellungnahme von Dr. med.
J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. November 2017 ein,
worin sie sich kritisch zum MEDAS-Gutachten äusserte (IV-act. 130-13 ff.). Die RAD-
Ärztin Dr. I._ setzte sich am 22. Februar 2018 mit dem Einwand und der
Stellungnahme von Dr. J._ auseinander. Sie gelangte zur Auffassung, dass deren
Kritik grösstenteils nicht haltbar sei (IV-act. 133). Am 8. März 2018 ging bei der IV-Stelle
ein ärztliches Zeugnis der behandelnden Dr. med. K._, Fachärztin für Innere Medizin,
vom 2. März 2018 ein. Diese diagnostizierte rezidivierende, unklare
Oberbauchbeschwerden. Sie habe den Versicherten seit 2. September 2015 betreut.
A.g.
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B.
Wiederholt sei er «in Extremis» mit massiven Bauchkrämpfen und Erbrechen
gekommen. Seit Juni 2017 habe sie den Versicherten nicht mehr gesehen (IV-act. 135
und IV-act. 134-2).
Auf die Nachfrage der IV-Stelle vom 4. Mai 2018 (IV-act. 141) antwortete der
psychiatrische MEDAS-Gutachter am 17. Juli 2018 und gab die Dauer der einzelnen
Untersuchungen bekannt. Bezüglich der seit der Begutachtung ergangenen
medizinischen Akten führte er aus, dass sich daraus keine relevante Veränderung des
Gesundheitszustands ergebe. Somit ändere sich nichts an der gutachterlichen
Beurteilung (IV-act. 148). Hierzu nahm der Versicherte am 24. September 2018 Stellung
und stellte die Einreichung einer konsiliarischen psychiatrischen Begutachtung in
Aussicht (IV-act. 152). Am 22. Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs. Da der Untersuchungsgrundsatz vollumfänglich erfüllt worden sei,
müsse das angekündigte psychiatrische Konsilium nicht abgewartet werden (IV-
act. 153).
A.h.
Gegen die Verfügung vom 22. Oktober 2018 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 23. November 2018. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren
Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Rente. Eventualiter sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Rentenanspruch neu zu prüfen. Es sei direkt
oder auf dem Weg der Rückweisung ein neues versicherungsexternes polydisziplinäres
- insbesondere psychiatrisches, neurologisches und neuropsychologisches -
Gutachten einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung
führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass die gutachterliche Beurteilung
der MEDAS Bern nicht beweiskräftig sei. Zudem habe die Beschwerdegegnerin Art. 43
ATSG verletzt, da sie vor Erlass der angefochtenen Verfügung das psychiatrische
Konsilium nicht abgewartet habe (act. G 1).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 25. Januar
2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält daran fest, dass die medizinische
Situation mit dem Gutachten der MEDAS Bern spruchreif abgeklärt worden sei und auf
der Grundlage der darin bescheinigten 80%igen Arbeitsfähigkeit kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiere (act. G 3).
B.b.
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Erwägungen
1.
Am 30. Januar 2019 wird dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht
entsprochen (act. G 4).
B.c.
In der Replik vom 21. März 2019 hält der Beschwerdeführer unverändert an seiner
Beschwerde fest (act. G9) und reicht ein psychiatrisches Konsilium von Dr. med. L._,
Leitender Arzt, und med. pract. M._, Stellvertretende Oberärztin, Integrierte
Psychiatrie N._, vom 25. Februar 2019 ein (act. G 9.1). Darin kritisieren sie die
Beurteilung der MEDAS Bern. Ausserdem seien «die somatischen Abklärungen noch
nicht vollständig erhoben, sodass ein IV-Entscheid bisher noch nicht abschliessend
vorbereitet war, was leider im Gutachten nicht erwähnt wurde» (act. G 9.1, S. 19 oben).
Gleichentags reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Honorarnote ein
(act. G 10).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits in der Duplik vom 10. Mai 2019
unverändert an der beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 12). Sie reicht eine
Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. I._ vom 7. Mai 2019 ein, worin sich diese kritisch
zum psychiatrischen Konsilium vom 25. Februar 2019 äusserte. Die darin enthaltenen
Vorbringen seien nicht geeignet, das MEDAS-Gutachten zu entkräften (act. G 12.1).
B.e.
In der Stellungnahme vom 21. August 2019 bringt der Beschwerdeführer vor, die
Beschwerdegegnerin lehne Leistungen bislang unter anderem mit der Begründung ab,
es liege beim Beschwerdeführer generell eine unzureichend erkannte Suchtproblematik
vor, weshalb er bereits aus diesem Grund von Leistungen ausgeschlossen sei. Dieser
Standpunkt sei angesichts der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juli 2019, 9C_724/2018) nicht mehr haltbar (act. G 14).
B.f.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine weitere Eingabe (act.
G 15).
B.g.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.1.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
1.4.
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2.
Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu prüfen, ob der
Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif abgeklärt wurde. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich für die Abweisung des Rentengesuchs auf das
MEDAS-Gutachten vom 19. Juni 2017 (siehe hierzu IV-act. 114). Der Beschwerdeführer
hält dieses für nicht beweiskräftig.
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
Im psychiatrischen Konsilium vom 25. Februar 2019 kritisieren die psychiatrischen
Fachpersonen der ipw im Wesentlichen, insgesamt erscheine die inhaltliche
Gewichtung im Gutachten verschoben. Entscheidende Punkte seien zu kurz
gekommen. Dafür seien Vorwürfe erhoben worden, laut welchen der Beschwerdeführer
ein ausgeprägtes Verdeutlichungsverhalten zeige. Dass er verzweifelt sei und leide und
natürlich darauf aufmerksam mache, sei bei seinen Beschwerden und der schwierigen
Beweisbarkeit seiner Situation nachvollziehbar. Sein Verhalten als histrionisch und «als
weiteren Beweis gegen seine Unglaubwürdigkeit [richtig wohl: Glaubwürdigkeit]
darzustellen» gehe ohne beweisführende Diagnostik weit über einen
Ermessensspielraum hinaus (act. G 9.1, S. 19).
2.1.
Die psychiatrischen Fachpersonen der ipw übersehen bei ihrer Kritik das
Folgende: Bei nicht organisch erklärbaren Schmerzleiden und bei (anderen)
psychischen oder psychosomatischen Krankheitsbildern steht das Beweisproblem im
Vordergrund, weil sich die Beurteilung dieser Gesundheitsschäden und der dadurch
bedingten Arbeitsunfähigkeiten - mangels zuverlässiger bzw. bewährter Messmethodik
- zwangsläufig zunächst auf die Angaben der versicherten Person und deren
Leidenspräsentation stützt, da es an einer eigentlichen davon unabhängigen, direkten
Objektivierbarkeit fehlt. Deshalb ist die umfassende Prüfung der Konsistenz und der
Plausibilität der Leidensschilderung sowie -präsentation für die möglichst objektive
bzw. medizinisch-wirklichkeitsgetreue Beurteilung der gesundheitlichen
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von zentraler Bedeutung (vgl. hierzu bereits die
2.1.1.
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Ausführungen im Rechtsgutachten Prof. Dr. O._ und Dr. iur. P._ vom 20. November
2012, S. 66 ff. mit Hinweis auf den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. Juni
2012, IV 2010/336, E. 3.2.3; dieser Entscheid wurde vom Bundesgericht unter der
damaligen Praxis gemäss BGE 137 V 64 und 130 V 352 im Urteil vom 13. Januar 2013,
8C_552/2012, aufgehoben; zur inzwischen erfolgten Praxisänderung des
Bundesgerichts siehe etwa BGE 141 V 281). Um eine möglichst objektive, von der
Selbsteinschätzung der Versicherten unabhängige, der tatsächlichen
Funktionsfähigkeit entsprechende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Sinn von Art. 7
Abs. 1 und 2 ATSG zu gewährleisten (vgl. hierzu bzw. zur Massgeblichkeit des
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens etwa das Urteil des Bundesgerichts vom
11. Mai 2020, 9C_765/2019, E. 4.2), haben die medizinischen Fachpersonen nebst den
Erkenntnissen der eigenen Untersuchung deshalb nach Möglichkeit bei ihrer Expertise
sämtliche Lebensaspekte zu würdigen, bei denen Beeinträchtigungen und Ressourcen
einer versicherten Person in Erscheinung treten. Dabei sich zeigende Umstände wie
etwa Inkonsistenzen, die auf krankheitsfremde Faktoren deuten oder ernsthafte Zweifel
am objektiven Umfang der geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigung begründen,
sind zu benennen. Geltend gemachte Beeinträchtigungen, die auf solchen
krankheitsfremden bzw. nicht krankheitswertigen Faktoren beruhen oder zweifelhaft
erscheinen, sind bei der Beurteilung des Gesundheitsschadens sowie der
Arbeitsfähigkeit auszuklammern. Denn massgebend für die Ermittlung der
Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität sind nur gesundheitliche Beeinträchtigungen, deren
Vorhandensein aus objektiver Sicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann. Aus diesen Gründen sehen die
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP (3. vollständig überarbeitete und
ergänzte Auflage, 16. Juni 2016) denn auch vor, dass eine Stellungnahme zur
Authentizität von Beschwerden, von präsentierten Symptomen und von
Leistungseinschränkungen obligatorischer Bestandteil eines
versicherungspsychiatrischen Gutachtens zu sein hat. Das beinhaltet eine
Stellungnahme zur Frage, ob die berichteten Beschwerden und präsentierten
Symptome in sich konsistent sind oder ob Diskrepanzen, allenfalls sogar Widersprüche
bestehen. Dies gelingt am ehesten durch eine Gegenüberstellung der erhobenen
Informationen mit Hilfe der verschiedensten methodischen Zugänge. Diesbezüglich
sind Hinweise aus der Verhaltensbeobachtung und dem Anamneseverlauf relevant
(Qualitätsleitlinien, S. 29). Eine besondere Bedeutung bei der Exploration kommt der
detaillierten Beschreibung eines üblichen Tagesablaufs durch die versicherte Person
zu, da sich hieraus häufig Hinweise auf Interessen, Aktivitäten, Alltagsgewohnheiten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
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und damit Potential und Ressourcen, jedoch auch Diskrepanzen zu anderen Angaben
oder zum Verhalten in der Untersuchung ergeben (Qualitätsleitlinien, S. 16; siehe zum
Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 5. Juni 2020, IV 2018/124,
E. 3.1).
Das MEDAS-Gutachten beruht namentlich auf umfassenden Abklärungen zu den
Alltagsaktivitäten des Beschwerdeführers (u.a. Motoradfahrten, Haushaltserledigung
und Rasenmähen; siehe etwa IV-act. 114-43 oben und IV-act. 114-48) und einer
schlüssigen Ressourcenprüfung (IV-act. 114-25). Im Rahmen einer umfassenden
Konsistenzprüfung ist auch nicht zu beanstanden, dass die Gutachter in mit den
Vorakten zu vereinbarender Weise festhielten, aus den früheren medizinischen
Berichten gehe hervor, dass eine Therapie eher nur sporadisch stattfand, teilweise nur
dann, wenn Entscheidungen bevorstanden oder auch Leistungen zur Disposition
standen (IV-act. 114-25 oben). Gleiches gilt hinsichtlich der Ausführung zu den
Verdeutlichungstendenzen und der Überzeichnung der Beschwerden (IV-act. 114-18
Mitte und unten).
2.1.2.
Unklar bleibt, was die psychiatrischen Fachpersonen der ipw mit der Aussage
zuungunsten der gutachterlichen Beurteilung zum Ausdruck bringen wollen, es
erscheine so, als hätten sich die vier Gutachter in ihrer Beurteilung abgesprochen (act.
G 9.1, S. 19 unten). Denn der Sinn einer polydisziplinären Begutachtung liegt ja gerade
in der interdisziplinären Absprache und Konsensfindung. Nur eine solche gewährleistet
eine umfassende und ganzheitliche Beurteilung eines geklagten mehrschichtigen
Leidensbilds.
2.2.
Der von den psychiatrischen Fachpersonen der ipw gegenüber den Gutachtern
erhobene Vorwurf, diese hätten «durchgehend ihre vorgeschriebene Objektivität und
Unvoreingenommenheit» verlassen (act. G 9.1, S. 19), fällt auf sie selbst zurück.
Vorweg ist festzustellen, dass dieser Vorwurf allgemein gehalten ist und keine
konkreten Anhaltspunkte für ein unvoreingenommenes oder sonstwie sachfremdes
Verhalten der Gutachter benannt werden. Ein solches ist auch nicht ersichtlich. Zudem
weist die RAD-Ärztin Dr. I._ zutreffend auf Formulierungen der psychiatrischen
Fachpersonen der ipw hin, die auf eine Voreingenommenheit und Einseitigkeit
zugunsten des Beschwerdeführers schliessen lassen (act. G 12.1, S. 2 oben; siehe
etwa: «das Gutachten [lese sich] wie eine Auflistung von Anschuldigungen»; «sehr
undifferenziert»; «Es erscheint mehrfach der Eindruck, [der Beschwerdeführer] werde
regelrecht abgekanzelt»; das Gutachten «scheint nur dem Zweck zu dienen, einen
leidenden Menschen möglichst schnell abzuweisen»; «verfestigt den Verdacht, dass
[der Beschwerdeführer] abgeschoben werden sollte»; act. G 9.1, S. 19). Dieser
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
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Eindruck wird durch die mehrfachen telefonischen Kontakte zwischen den
psychiatrischen Fachpersonen und dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
bekräftigt (siehe hierzu act. G 10). Hinzu kommt, dass die psychiatrischen
Fachpersonen der ipw die Leidensangaben des Beschwerdeführers vorbehaltlos
übernehmen und gerade keine objektive Konsistenz- und Ressourcenprüfung
vorgenommen haben.
Soweit die psychiatrischen Fachpersonen der ipw das Gutachten unter
somatischen Aspekten in Frage stellen (siehe etwa act. G 9.1, S. 19 oben), so fehlt
ihnen hierfür die erforderliche Fachkompetenz. Entscheidend ist, dass sich der
gastroenterologische Gutachter schlüssig zu den somatisch bedingten
Verdauungsbeschwerden äusserte (IV-act. 114-46 ff.) und im Rahmen des
Gesamtgutachtens nachvollziehbar dargelegt wurde, dass teilweise von einer
somatoformen autonomen Funktionsstörung mit vorwiegenden Beschwerden im
oberen Verdauungssystem (ICD-10: F45.31) auszugehen sei (IV-act. 114-28). Zu
beachten ist weiter, dass bereits die medizinischen Fachpersonen der Spitäler B._ im
Bericht vom 28. November 2013 bezüglich des Erbrechens von einer psychogenen
Komponente ausgingen (IV-act. 71-7). Auch Dr. F._ ging primär von einem
psychischen Geschehen aus (V.a. Angststörung, DD Somatisierungsstörung mit
chronischem [»chr.»] Erbrechen bei Depression; IV-act. 71-2). Die im psychiatrischen
Konsilium der ipw wiedergegebenen Ausführungen der Ehefrau, der Beschwerdeführer
müsse sehr gut auf die Ernährung achten, es gebe nicht so viel, was er noch essen
könne, und gar nicht vertrage er eiweissreiche Mahlzeiten (act. G 9.1, S. 17), stehen im
Widerspruch zur gegenüber dem internistischen und gastroenterologischen MEDAS-
Gutachter geäusserten Angabe des Beschwerdeführers, dass er «meistens Würstchen
mit Brot» bzw. «Wienerli mit Brot» bzw. «dazwischen» Sandwiches esse (IV-act. 114-43
und IV-act. 114-48).
2.4.
Entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers liegt keine «unzureichend
erkannte Suchtproblematik» vor (act. G 14). Im MEDAS-Gutachten wird schlüssig
dargelegt, dass der Cannabis-Konsum des Beschwerdeführers nicht zu einer die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Krankheit geführt hat (IV-act. 114-25 Mitte; siehe
zur ausführlichen Diskussion des Cannabis-Konsums IV-act. 114-17 und -24 Mitte).
Der Beschwerdeführer legt denn auch weder dar noch ist ersichtlich, inwiefern die
gutachterlichen Aussagen mit der von ihm referenzierten Rechtsprechung (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juli 2019, 9C_724/2018 = BGE 145 V 215) nicht zu
vereinbaren wären. Mit der Praxisänderung in BGE 145 V 215 unterstellte das
Bundesgericht Suchtleiden der Rechtsprechung im Sinn des BGE 141 V 281. Gerade
2.5.
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3.
Da der Beschwerdeführer die bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit auch in der
angestammten Tätigkeit verwerten kann, sämtliche gesundheitlich bedingten
Beeinträchtigungen in der Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten sind und er noch nicht
im fortgeschrittenen Alter steht, rechtfertigt sich kein Tabellenlohnabzug. Im Rahmen
eines Prozentvergleichs resultiert folglich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad
von 20%.
auf dieser Grundlage und der dort im Vordergrund stehenden Konsistenz- und
Ressourcenprüfung beruht die gutachterliche Beurteilung der MEDAS Bern (siehe
hierzu etwa die Vorgaben im Gutachtensauftrag vom 14. Oktober 2016, IV-act. 104-1;
zur Konsistenzbeurteilung siehe etwa IV-act. 114-31 Mitte).
Bei der Würdigung des Gutachtens der MEDAS Bern vom 19. Juni 2017 (IV-act.
114) fällt ausserdem ins Gewicht, dass es auf eigenständigen, gründlichen
polydisziplinären Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die
medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert. Die vom Beschwerdeführer
geklagten Leiden wurden berücksichtigt und nachvollziehbar im Rahmen u.a. einer
ausführlichen Konsistenz- und Ressourcenprüfung gewürdigt. Die vorgenommene
Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Insbesondere
nahmen sie eine schlüssige Ausscheidung der erheblichen krankheitsfremden
psychosozialen Belastungsfaktoren vor (IV-act. 114-17 oben und unten). Des Weiteren
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Ergänzend kann auf die in allen Punkten überzeugende
und ausführliche Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. I._ vom 7. Mai 2019 zur Kritik der
psychiatrischen Fachpersonen der ipw verwiesen werden (act. G 12.1). Eine relevante
gesundheitliche Verschlechterung in der Zeit zwischen dem MEDAS-Gutachten und
dem Erlass der Verfügung vom 22. Oktober 2018 lässt sich den Akten nicht
entnehmen, worauf die Beschwerdegegnerin zutreffend hinweist (act. G 12, Rz 3).
Insgesamt ist gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-Gutachten vom 19. Juni 2017
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer sowohl bezüglich der angestammten
Tätigkeit als Autolackierer als auch für andere Verweistätigkeiten über eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit (Leistung 80%, bei ganztägiger Präsenz) verfügt und auch retrospektiv
keine längerdauernde, rentenrelevante höhere Arbeitsunfähigkeit bestand (IV-
act. 114-32 f.).
2.6.
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4.
Zu prüfen bleibt die Rüge des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe
Art. 43 ATSG verletzt, weil sie das in Aussicht gestellte psychiatrische Konsilium vor
Erlass der Verfügung nicht abgewartet habe (act. G 1, S. 8 Mitte; vgl. auch die
Ausführungen des Beschwerdeführers in der Eingabe vom 24. September 2018, IV-
act. 152-2 oben).
5.
Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren,
nimmt die notwendigen Abklärungen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Die
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (siehe etwa Urteil
des Bundesgerichts vom 13. Februar 2020, 8C_831/2019, E. 3.2.1).
4.1.
Der Beschwerdeführer legt weder konkret dar noch ist ersichtlich, inwiefern die
Beschwerdegegnerin den in Art. 43 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz verletzt
hat. Sie hat sich um Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen bemüht
und diese in ihre Anspruchsprüfung miteinbezogen. Des Weiteren holte sie ein
Administrativgutachten ein (IV-act. 114) und konfrontierte die Administrativgutachter
mit der Kritik des Beschwerdeführers und dem von ihm eingereichten Bericht von Dr.
J._ vom 23. November 2017 (IV-act. 130; zur ergänzenden Stellungnahme der
MEDAS Bern vom 17. Juli 2018 siehe IV-act. 148). Die Beschwerdegegnerin hat folglich
den Untersuchungsgrundsatz erfüllt und den medizinischen Sachverhalt spruchreif
abgeklärt.
4.2.
Der Vollständigkeit halber ist zu ergänzen, dass das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin auch keine Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers
auf rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG) darstellt. Die Beschwerdegegnerin begründete in
der angefochtenen Verfügung, dass sie den Sachverhalt für spruchreif abgeklärt hielt
und von der vom Beschwerdeführer in Aussicht gestellten konsiliarischen Beurteilung
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien, weshalb diese auch nicht abzuwarten sei
(IV-act. 153-2). Weder aus den Ausführungen des Beschwerdeführers noch aus den
Akten geht hervor, dass die von der Beschwerdegegnerin vorweggenommene
Beweiswürdigung unrechtmässig war (siehe hierzu BGE 136 I 236 f. E. 5.3), zumal
bereits die ausführliche Stellungnahme von Dr. J._ vom 23. November 2017 (IV-
act. 130-13 ff.) im Verwaltungsverfahren berücksichtigt wurde.
4.3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.5.1.
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