Decision ID: b0a1fe0b-8524-4a0b-9148-7590836020a8
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S. J., geboren am 12. März 1989, serbischer Staatsangehöriger, reiste im Rahmen
des Familiennachzugs zum Verbleib bei seinem Vater M. J., geboren am 28. April 1957,
serbischer Staatsangehöriger, am 23. April 1999 in die Schweiz ein. Seither verfügte er
über die Niederlassungsbewilligung, die letztmals bis 11. April 2010 verlängert wurde.
S. J. ist ledig und kinderlos. Er geht keiner geregelten Erwerbstätigkeit nach.
Das Verhalten von S. J. gab in strafrechtlicher Hinsicht zu Klagen Anlass. In den Jahren
2004 bis 2010 wurde er wie folgt verurteilt:
"1) Urteil der Jugendanwaltschaft St. Gallen vom 26. März 2004:Schuldigerklärung
wegen Sachbeschädigung und Übertretung des Bundesgesetzes über den Transport
im öffentlichen Verkehr. Von einer Massnahme oder Strafe wurde abgesehen;
2) Strafentscheid der Jugendanwaltschaft Uznach vom 18. September 2006:
Verurteilung wegen Reisens ohne gültigen Fahrausweis zu einer Busse von Fr. 80.--;
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3) Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 7. Oktober 2009:
Verurteilung wegen Überlassens eines Motorfahrzeuges an eine nicht
führungsberechtigte Person zu einer Busse von Fr. 200.--;
4) Bussenverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. Juni 2010:
Verurteilung wegen Überlassens eines Motorfahrzeuges an eine nicht
führungsberechtigte Person zu einer Busse von Fr. 300.--;
5) Urteil des Kreisgerichtes St. Gallen vom 21. Juni 2010: Verurteilung wegen Raub und
gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage zu
einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten (unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren
und Anordnung der Bewährungshilfe für die Dauer der Probezeit) und einer Busse von
Fr. 600.--;
6) Bussenverfügung des Bussenzentrums der Staatsanwaltschaft St. Gallen vom
25. Oktober 2010: Verurteilung wegen Widerhandlung gegen das
Personenbeförderungsgesetz zu einer Busse von Fr. 60.--."
B./ Am 12. April 2011 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von
S. J. und wies ihn an, die Schweiz bis spätestens 17. Juni 2011 zu verlassen. Die
Verfügung wird im Wesentlichen damit begründet, S. J. habe in strafrechtlicher Hinsicht
zu schweren Klagen Anlass gegeben. Sodann gehe er keiner geregelten
Erwerbstätigkeit nach, und er habe die Termine bei der Bewährungshilfe über lange
Zeit hinweg nicht wahrgenommen. Im Weiteren fehle S. J. die nötige Einsicht, seine
psychische Erkrankung behandeln zu lassen. Vor diesem Hintergrund müsse damit
gerechnet werden, dass er die öffentliche Sicherheit und Ordnung auch in Zukunft
verletzen oder zumindest gefährden werde.
C./ Am 27. April 2011 erhob S. J., vertreten durch Rechtsanwalt M.A. in Law HSG D. G.
gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom 12. April 2011 Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement. Er stellte die Rechtsbegehren, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und die Niederlassungsbewilligung sei zu verlängern,
eventuell sei die Vorinstanz anzuweisen, die Niederlassungsbewilligung zu verlängern
und den Widerruf der Niederlassungsbewilligung anzudrohen. Subeventuell sei die
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Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, den Sachverhalt aufgrund
der aktuellen Situation unter Berücksichtigung des Krankheitsbildes abzuklären und
neu über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu befinden. Am 16. Juni 2011
wurde S. J. die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung ab 30. Mai
2011 gewährt. Am 23. Juni 2011 musste die Polizei an der O-strasse xxx, S.,
intervenieren, weil S. J. Gegenstände auf die Strasse geworfen und aus dem Fenster
geschrien hatte. Er verhielt sich sowohl gegenüber dem Amtsarzt als auch gegenüber
den Polizeibeamten renitent und wurde im Rahmen des Fürsorgerischen
Freiheitsentzugs in die Psychiatrische Klinik Wil eingewiesen. Gemäss Vollzugsauftrag
für Strafen des Amtes für Justizvollzug vom 16. November 2011 hat S. J. vom 16.
November 2011 bis 5. Januar 2012 in der Strafanstalt Saxerriet eine
Ersatzfreiheitsstrafe verbüsst. Am 7. Dezember 2011 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement den Rekurs ab und lud das Migrationsamt ein, S. J. eine neue Frist
zur Ausreise anzusetzen.
D./ Am 5. Januar 2012 erhob S. J., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt M.A. in
Law HSG D. G., gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 7.
Dezember 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er stellte folgende
Rechtsbegehren:
"1) Es sei der Entscheid der Vorinstanz in Ziffer 1 und 2 und die angefochtene
Verfügung aufzuheben und dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung
praxisgerecht zu verlängern;
2) es sei der angefochtene Entscheid der Vorinstanz in Ziffer 3 dahingehend zu ändern,
dass die unentgeltliche Rechtsverbeiständung mit CHF 2'457.00 gemäss eingereichter
Honorarnote entschädigt wird;
3) es sei dem Beschwerdeführer unter Befreiung von amtlichen Kosten, insbesondere
Kostenvorschüssen, und unter Bestellung des Unterzeichneten als Rechtsbeistand die
unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 99 VRP i.V.m. Art. 117 ff ZPO für
vorliegendes Beschwerdeverfahren zu gewähren;
4) es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Nachfrist, mindestens 20 Tage, zur
umfassenden Beschwerdebegründung einzuräumen;
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jeweils unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Am 12. Januar 2012 gewährte der Präsident des Verwaltungsgerichts S. J. die
unentgeltliche Prozessführung und die Rechtsverbeiständung. Rechtsanwalt M.A. in
Law HSG D. G. wurde als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestimmt.
Mit der Beschwerdeergänzung vom 31. Januar 2012 reichte S. J. folgende Unterlagen
ein: eine Stellungnahme des Psychiatrischen Zentrums, Ambulatorium, St. Gallen, vom
23. Januar 2012, einen Einsatzvertrag als Spezialreinigungsmitarbeiter mit der W. P.
AG sowie ein Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung. Am 7. Februar 2012
beantragte das Sicherheits- und Justizdepartement, die Beschwerde sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. (...).
3. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon
ausgegangen, er könne sich nicht auf Art. 8 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) und Art. 13 der
Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) berufen. Wenn die
Vorinstanz die Akten gelesen und den Beweisanträgen entsprochen hätte, wäre sie
zum Ergebnis gelangt, dass er die Beziehung zu S. B., einer Schweizer Bürgerin, lebe
und dass das Verhältnis von Nähe geprägt sei. Wenn er die Schweiz verlassen müsse,
werde ihm aufgrund der Ausbildung seiner Verlobten zur Fachangestellten Gesundheit
verunmöglicht, seine Partnerschaft zu leben. Es sei ihr nicht möglich, nach Serbien zu
reisen, um ihn zu sehen.
3.1. Art. 8 EMRK gewährleistet den Schutz des Familienlebens. Die EMRK verschafft
an sich kein Recht auf Aufenthalt in einem bestimmten Konventionsstaat. Hat ein
Ausländer nahe Verwandte in der Schweiz und ist diese familiäre Beziehung intakt und
wird sie tatsächlich gelebt, kann es hingegen das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. in Art. 13
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Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens verletzen, wenn ihm die
Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird. Nach der Rechtsprechung des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist der Begriff des Familienlebens im
Sinn von Art. 8 EMRK weit zu fassen, so dass unter Umständen, bei besonders
intensiven privaten Beziehungen in der Schweiz, auch rein faktische familienähnliche
Beziehungen darunter fallen können (VerwGE B 2010/275 vom 3. Mai 2011, abrufbar
unter www.gerichte.sg.ch mit Hinweis auf BGE 2A.575/2002 vom 17. März 2003 E. 3.4
mit Hinweis). Dementsprechend wird in der Lehre die Meinung vertreten, dass
Lebenspartnern von Schweizern unter dem Aspekt von Art. 8 EMRK grundsätzlich eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen sei, wenn eine faktische Lebensgemeinschaft
nachgewiesen bzw. die Führung einer entsprechenden Partnerschaft in der Schweiz
aufgrund der Vorgeschichte glaubhaft sei (VerwGE B 2010/275 vom 3. Mai 2011 mit
Hinweis auf Schwander/Spescha, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.],
Ausländerrecht, Basel 2009, Rz. 15.23 ̧vgl. auch BGer 2C_219/2008 vom 11. Juli 2008
mit Hinweis auf BGE 126 II 425).
3.2. Im Verwaltungsverfahren gilt grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Die
Verwaltungsbehörden haben den rechtserheblichen Sachverhalt somit von Amtes
wegen richtig und vollständig zu ermitteln und die Beweise zu erheben (Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 589 mit Hinweisen). Es sind indessen lediglich die von den Beteiligten
angebotenen und leicht zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen
aufzunehmen, wenn zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine besonderen
Erhebungen notwendig sind (Art. 12 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 VRP). Die
Untersuchungsmaxime wird sodann durch die Mitwirkungspflicht der Parteien
relativiert. Diese Pflicht ist insofern gerechtfertigt, als die Beteiligten den Sachverhalt
nicht nur besser kennen, sondern oft auch ein eigenes Interesse daran haben, ihre
Darstellung des Sachverhalts beweismässig zu untermauern (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 599). Sie führt dazu, dass die Verfahrensbeteiligten vor allem dort, wo sie eine
Bewilligung oder eine staatliche Leistung beanspruchen und deren Erteilung nicht
ausnahmsweise im öffentlichen Interesse liegt, das tatsächliche Fundament ihres
Begehrens weitgehend selbst behaupten und die Beweise dafür anbieten müssen
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 605 mit Hinweis). Kann von den Privaten nach den
Umständen eine Handlung oder eine Äusserung erwartet werden und bleibt eine solche
aus, so haben die Behörden nicht nach Tatsachen zu forschen, die nicht aktenkundig
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sind. Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung von
Unterlagen, welche nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von
Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörde (Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1630 mit Hinweis
auf BGE 130 II 499, 464 und 128 II 139, 142 f.).
3.3. Im Rahmen des Rekursverfahrens hat der Beschwerdeführer in seiner Eingabe
vom 16. November 2011 lediglich ausgeführt, dass er seit nunmehr einem Jahr mit
derselben Freundin, S. B., zusammen sei. Weiterführende Angaben hat er nicht
gemacht, obschon es an ihm gewesen wäre, näher zu begründen, warum es sich um
eine ernsthafte, auf Dauer ausgerichtete Beziehung handeln solle. Demzufolge war die
Vorinstanz nicht gehalten, den Sachverhalt diesbezüglich näher abzuklären.
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat sich der Beschwerdeführer am 21. Januar
2012 darauf berufen, er habe ein enges Verhältnis zu S. B., einer Schweizerin, mit der
er sich zwischenzeitlich verlobt habe. Er beantragt, seine Freundin sei als Zeugin zu
befragen, und hält fest, das Zivilstandsamt sei in der Lage, dem Gericht über seinen
Ehewillen und denjenigen von S. B. Auskunft zu erteilen. Zur Begründung führt der
Beschwerdeführer aus, er sei mit S. B. bereits in den Jahren 2004 und 2006
zusammengewesen und das beiliegende Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung
vom 7. Januar 2012 sei bisher lediglich nicht eingereicht worden, weil die
Ledigkeitsbescheinigung aus Serbien noch nicht eingetroffen sei. Der
Beschwerdeführer hat in der Folge aber darauf verzichtet, dem Gericht im
Zusammenhang mit der Eheschliessung weitere Angaben zu machen oder
sachdienliche Unterlagen einzureichen. Demzufolge ist davon auszugehen, dass das
Gesuch um Vorbereitung der Ehe in der Zwischenzeit nicht eingereicht worden ist. Es
kann deshalb kaum als Indiz dafür gelten, dass zwischen dem Beschwerdeführer und
S. B. eine tragfähige Beziehung besteht, die allenfalls den Schutz von Art. 8 EMRK
geniessen könnte. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auch vor
Verwaltungsgericht nicht näher begründet, warum sein Verhältnis zu S. B., das gemäss
eigenen Angaben bereits zweimal gescheitert ist, nun intensiv und tragfähig sein sollte.
4. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b des Bundesgesetzes über
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die
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Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer zu einer
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche
Massnahme im Sinn von Artikel 64 oder Artikel 61 des Strafgesetzbuches (SR 311.0)
angeordnet wurde. Beim Begriff der längerfristigen Freiheitsstrafe handelt es sich um
einen unbestimmten Rechtsbegriff. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
liegt eine längerfristige Freiheitsstrafe dann vor, wenn eine ausländische Person zu
einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 379 E. 4.2),
wobei sich die ein Jahr überschreitende Dauer einer längerfristigen Gefängnisstrafe auf
ein einziges Strafurteil stützen muss. Eine Zusammenrechnung von mehreren kürzeren
Strafen, die in ihrer Gesamtheit mehr als ein Jahr ausmachen, ist nicht zulässig (BGE
137 II 299 E. 2). Sodann liegt ein Widerrufsgrund vor, wenn die Ausländerin oder der
Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder
die äussere Sicherheit gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Eine Person verstösst in der
Regel dann in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung,
wenn durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die
körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet
wurden. Vergleichsweise weniger gravierende Pflichtverletzungen können
beispielsweise dann als schwerwiegend bezeichnet werden, wenn sich eine
ausländische Person von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und
damit zeigt, dass sie auch zukünftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die
Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 304 mit Hinweis auf BBl 2002 3709, 3810 zu
Art. 62 AuG).
Die Vorinstanz ist zum Ergebnis gelangt, der Beschwerdeführer habe den
Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG gesetzt. Sie
hat es offen gelassen, ob auch die Voraussetzungen von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt
seien.
Der Beschwerdeführer wendet ein, die angemessene Berücksichtigung seines
Gesundheitszustandes gestatte es nicht, davon auszugehen, er habe den
Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe erfüllt. Fest steht aber, dass ihn das
Kreisgericht St. Gallen am 21. Juni 2010 des Raubes und des gewerbsmässigen
betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage schuldig erklärt und zu
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einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt hat, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe
mit einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben und für diese Zeit Bewährungshilfe
angeordnet wurde. Dieses Urteil ist in Rechtskraft erwachsen. Somit hat der
Beschwerdeführer den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art.
62 lit. b AuG gesetzt. Die Frage, welcher Stellenwert der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers im Rahmen des Verfahrens betreffend Widerruf der
Niederlassungsbewilligung hat, ist im Rahmen der Abwägung zwischen öffentlichen
und privaten Interessen zu prüfen.
5. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtfertigt sich nur, wenn die jeweils im
Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die entsprechende Massnahme auch
als verhältnismässig erscheinen lässt. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer des bisherigen Aufenthalts
sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen
(BGE 135 II 381 E. 4.3).
5.1. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, die Verurteilung des Beschwerdeführers
wegen Raubes und gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage wiege in ausländerrechtlicher Hinsicht schwer. Insbesondere
beim Raub, einem Gewaltdelikt, sei in dieser Hinsicht ein strenger Massstab anzulegen,
was dafür spreche, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des
Beschwerdeführers gegenüber seinem privaten Interesse am Verbleib in der Schweiz
überwiege. Unbestritten geblieben ist sodann, dass die Untersuchungshaft von zehn
Tagen den Beschwerdeführer nicht davon abgehalten hat, während des laufenden
Strafverfahrens weiterhin in erheblichem Mass zu delinquieren, indem er eine
Datenverarbeitungsanlage gewerbsmässig und betrügerisch missbraucht hat. Der
Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Beschwerdeführer damit zum Ausdruck
gebracht hat, dass er unbelehrbar und unverbesserlich ist. Zudem hat er mit diesem
Verhalten ein erhebliches Mass an Unverfrorenheit an den Tag gelegt, indem er mit der
Treibstoffkarte einer Drittperson 87 Mal Benzin oder Diesel bezogen hat. Wie noch zu
zeigen sein wird (vgl. Ziff. 5.2.2. hienach), spricht auch die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer erst unter Druck bereit war, sich an die Bewährungshilfe zu wenden,
nicht dafür, dass er gewillt und in der Lage ist, sich in Zukunft so zu verhalten, dass er
zu keinen Beschwerden Anlass gibt.
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5.2. Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, er sei ein psychisch kranker Mensch,
was zu seinen Gunsten nicht angemessen berücksichtigt worden sei. Es werde ihm
lediglich vorgeworfen, er habe sich nicht wohlverhalten, seine Bewährungsauflagen
nicht erfüllt und es könne ihm keine günstige Prognose gestellt werden. Weder die
Vorinstanz noch das Migrationsamt hätten ihn zum Beweis zugelassen, dass seine
Krankheit massgeblichen Einfluss auf seine Delinquenz, auf sein Verhalten im Rahmen
der Bewährungsauflagen und auf die Prognose bezüglich seines zukünftigen
Verhaltens habe. Die Vorinstanz habe sein rechtliches Gehör verletzt bzw. den
Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt, weil sie die von ihm angebotenen
Beweise, insbesondere die Erstellung eines Gutachtens sowie die Befragung des
Bewährungshelfers und des behandelnden Arztes in der Psychiatrischen Klinik Wil,
A. H.-K., als Zeugen, nicht abgenommen habe. Diese Beweise seien im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens zuzulassen. Aus dem beiliegenden Bericht des Psychiatrischen
Zentrums, Ambulatorium, St. Gallen, vom 23. Januar 2012 ergebe sich sodann, dass er
an einer chronischen psychiatrischen Krankheit leide, die in Schüben auftrete und dass
er, soweit feststellbar, Krankheitseinsicht zeige.
5.2.1. Im ausländerrechtlichen Verfahren besteht nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung regelmässig kein Raum, die Beurteilung des Strafrichters in Bezug auf
das Verschulden zu relativieren (BGer 2C_488/2007 vom 6. Februar 2008 E. 3.1 mit
Hinweis auf BGer 1A.16/2007 vom 10. Mai 2007 E. 3.1.1, BGer 2A.373/2006 vom
15. September 2006 E. 3.1 und BGer 2A.503/2004 vom 24. September 2004 E. 4.1).
Der Vorinstanz kann somit nicht vorgeworden werden, sie wäre gehalten gewesen, die
Ausführungen des Kreisgerichts St. Gallen zum Verschulden des Beschwerdeführers in
Bezug auf seine Delinquenz in Frage zu stellen und den Sachverhalt diesbezüglich
weiter abzuklären. Hinzu kommt, dass dem Urteil Straftaten zugrunde liegen, die der
Beschwerdeführer im Oktober 2007 (Raub) und im Juli 2009 (gewerbsmässiger
betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage) verübt hat, während A. H.-
K., Oberarzt der psychiatrischen Klinik Wil, die Diagnose "Paranoide Schizophrenie,
Verlauf unklar, Beobachtungszeitraum weniger als ein Jahr" wesentlich später, am
2. November 2010, zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers gestellt
hat. Aus dem Bericht des Oberarztes geht zudem hervor, dass es sich um eine
Verdachtsdiagnose handelt bzw. dass eine definitive Diagnose nicht gestellt werden
kann, weil die Beobachtungszeit noch nicht erfüllt ist. Somit bestand und besteht kein
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Anlass, ein Gutachten erstellen zu lassen und A. H.-K. sowie den Bewährungshelfer als
Sachverständigen dazu zu befragen, ob die Krankheit des Beschwerdeführers für
seinen Lebenswandel und die verübten Straftaten ursächlich gewesen sein könnte.
Selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, würde dies sodann nicht bedeuten, dass die
Niederlassungsbewilligung nicht widerrufen werden könnte, zumal die Gefahr besteht,
dass der Beschwerdeführer die öffentliche Sicherheit und Ordnung auch in Zukunft
gefährdet. Unbestritten ist, dass die Prognose bezüglich des künftigen Verhaltens bei
der Beurteilung, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung verhältnismässig sei,
mitentscheidend ist. Ausserhalb des Geltungsbereichs des Freizügigkeitsabkommens
ist im Zusammenhang mit Gewaltdelikten selbst ein relativ geringes Restrisiko nicht
hinzunehmen (BGE 130 II 185 ff. E. 4.2 bis 4.4 mit Hinweisen). Auch die Tatsache, dass
gegen den Betroffenen nur eine bedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen worden ist,
bedeutet nicht, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgeht. Für die
Fremdenpolizeibehörden darf ein strengerer Massstab gelten (BGer 2C_578/2009 vom
23. Februar 2010 mit Hinweisen).
5.2.2. Im Rahmen des Rekursverfahrens hat der Beschwerdeführer behauptet, er habe
die Bewährungsauflagen erfüllt, was der Bewährungshelfer als Zeuge bestätigen
könne. Dies trifft offensichtlich nicht zu, auch wenn der Beschwerdeführer vom 7.
September bis 26. Oktober 2010 in der Psychiatrischen Klinik Wil weilte. Aktenkundig
ist, dass der Beschwerdeführer auf die Aufforderungen der Bewährungshilfe zur
Kontaktaufnahme vom 30. Juli 2010 (act. 164) und vom 18. August 2010 (act. 165),
somit vor seinem Eintritt in die Klinik, nicht reagiert hat, weshalb er am 25. August
2010, somit ebenfalls vor seinem Eintritt in die Klinik, gemahnt wurde (act. 166). Aus
einem Schreiben der Bewährungshilfe vom 25. November 2010 an das Kreisgericht
St. Gallen geht zudem hervor, dass der Beschwerdeführer schon während der
Untersuchungshaft deutlich gemacht habe, dass er keine Bewährungshilfe benötige
und dass er damals keine Reue bezüglich seines strafbaren Verhaltens gezeigt habe
(act. 167/168). Erst nach einer Einvernahme durch den Untersuchungsrichter am
6. Dezember 2010 im Rahmen eines Widerrufsverfahrens hat sich der
Beschwerdeführer mit der Bewährungshilfe in Verbindung gesetzt und einen
Besprechungstermin vereinbart (act. 177-180). Obschon der Beschwerdeführer zu
einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt worden war fehlte es ihm offensichtlich
an der Einsicht, dass er sich nicht nur strafbar gemacht, sondern in erheblichem Mass
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gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung verstossen hatte und dass es deshalb
angezeigt gewesen wäre, mit der Bewährungshilfe zu kooperieren und damit zum
Ausdruck zu bringen, dass er gewillt ist, sein Verhalten zu ändern. Dies gilt unabhängig
vom Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Die Vorinstanz war deshalb nicht
gehalten, den Bewährungshelfer bezüglich des Verhaltens des Beschwerdeführers im
Zusammenhang mit Bewährungsmassnahmen als Zeuge zu befragen, und eine solche
Befragung ist auch im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht erforderlich.
5.2.3. Es ergibt sich somit, dass dem Beschwerdeführer bezüglich seines künftigen
Verhaltens keine gute Prognose gestellt werden kann. Die Vorinstanz hält in diesem
Zusammenhang zwar fest, nach dem Interventionsrapport der Stadtpolizei vom
23. Juni 2011 sehe der Beschwerdeführer zwar ein, dass er psychische Probleme habe
und er habe ausgesagt, er nehme in diesem Zusammenhang Medikamente ein. Dem
Rapport kann aber ebenfalls entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer
äusserst renitent verhalten hat, was laut Aussage des Amtsarztes auch von
Drogenkonsum hergerührt haben könnte, und dass er Drohungen und Schimpfwörter
ausgesprochen hat. Auch wird dort festgehalten, dass der Beschwerdeführer auf der
Hauptwache ausgesagt hat, er lasse sich von niemandem etwas vorschreiben.
Aktenkundig ist ebenfalls, dass der Beschwerdeführer bereits am 7. September 2010
wegen Fremd- und Eigengefährdung durch den Amtsarzt in die Psychiatrische Klinik
Wil eingewiesen werden musste. Auch hat der Leiter des Ambulatoriums des
Psychiatrischen Zentrums St. Gallen am 23. Januar 2012 zuhanden des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers Stellung genommen und festgehalten, der
Beschwerdeführer leide an einer chronischen psychiatrischen Krankheit, welche in
Schüben auftrete. Der Gesundheitszustand sei aktuell stabilisiert, der
Beschwerdeführer nehme Medikamente ein und soweit feststellbar zeige er eine
Krankheitseinsicht. Daraus kann aber nicht gefolgert werden, die Gefahr, dass der
Beschwerdeführer die öffentliche Sicherheit und Ordnung erneut verletzen oder
gefährden könnte, sei gebannt. Vielmehr ist aufgrund der gesamten Umstände damit
zu rechnen, dass das Verhalten des Beschwerdeführers auch in Zukunft zu
Beanstandungen Anlass geben wird.
5.3. Im Zusammenhang mit der Interessenabwägung wurde weiter berücksichtigt, dass
der Beschwerdeführer seit seinem zehnten Altersjahr, somit seit rund 13 Jahren, in der
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Schweiz lebt. Gemäss Befragungsprotokoll der Kriminalpolizei Appenzell Ausserrhoden
vom 16. August 2009 hat er in der Heimat einen Kindergarten besucht und die ersten
drei Schuljahre absolviert, bevor er nach zwei Jahren Primarschule W. während dreier
Jahre die Realschule in L. ("...") besuchte. In Betracht fällt weiter, dass der
Beschwerdeführer, der nicht verheiratet ist und keine Kinder hat, über keine
Berufsausbildung verfügt. Er hat eine Lehre als Dachdecker ebenso abgebrochen wie
eine Anlehre als Polymechaniker/Mechaniker. In der Zeit vom 24. Juni 2009 bis 11.
August 2009 war der Beschwerdeführer bei der E. AG als Hilfsarbeiter angestellt. Weil
er nicht mehr zur Arbeit erschien, wurde er aber nicht weiter beschäftigt (act. 174, 187,
191). Während der übrigen Zeit seines Aufenthalts in der Schweiz war der
Beschwerdeführer, soweit ersichtlich, ohne feste Anstellung. Er hält in seinem Gesuch
um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung selber fest, er sei
mittellos und verfüge in Ermangelung einer Anstellung über kein regelmässiges
Einkommen. Auch habe er zufolge seiner psychischen Krankheit keine reelle Chance,
auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
macht der Beschwerdeführer zwar geltend, er habe für ein Temporärbüro gearbeitet,
weshalb er als im Arbeitsprozess integriert bezeichnet werden könne. Davon ist aber
nicht auszugehen, zumal der Arbeitseinsatz des Beschwerdeführers bei der R. AG in G.
gemäss Arbeitsvertrag ab dem 19. Juli 2011 nach höchstens drei Monaten geendet hat
und zu diesem Arbeitsverhältnis im Übrigen keine weiteren einschlägigen Angaben
gemacht werden. Unter diesen Umständen erweist sich der Vorwurf des
Beschwerdeführers, die Vorinstanz wäre gehalten gewesen, bezüglich seines Einsatzes
als temporärer Mitarbeiter Beweise zu erheben, als unbegründet. Sodann bestehen
keine Anhaltspunkte, wonach der Beschwerdeführer in der Schweiz gut integriert sein
könnte. Er beruft sich zwar darauf, er sei aufgrund seiner privaten Verbindungen hier
verwurzelt und er habe ein enges Verhältnis zu seiner Verlobten. Wie ausgeführt (vgl.
Ziff. 3.3. hievor) verzichtet er aber darauf darzulegen, warum er ein besonders enges
tragfähiges Verhältnis zu S. B. haben sollte. Sodann mag es zwar zutreffen, dass der
rund 23-jährige Beschwerdeführer familiäre Beziehungen zu Verwandten in der
Schweiz, insbesondere zu seinem Vater, pflegt. Mit dem Hinweis auf innerfamiliäre
Kontakte vermag er aber nicht glaubhaft darzulegen, dass er ein tragfähiges
ausserfamiliäres Beziehungsnetz hat und dass sich dieses nicht nur aus Landsleuten
zusammensetzt. Hinzu kommt, dass ihn Kontakte zu Familienangehörigen nicht daran
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gehindert haben, Straftaten zu begehen und in erheblichem Mass gegen die öffentliche
Ruhe und Ordnung zu verstossen. Im Weiteren erscheint es nicht glaubwürdig, wenn
der Beschwerdeführer geltend macht, er und seine in der Schweiz lebenden
Angehörigen hätten keine Beziehungen zum Heimatland mehr. Selbst wenn dies
zutreffen sollte und er sich in der Heimat ein neues Beziehungsnetz aufbauen müsse,
wäre ihm die Rückkehr aber zumutbar, auch wenn sie mit wirtschaftlichen und sozialen
Nachteilen verbunden ist. In Betracht fällt in diesem Zusammenhang insbesondere
auch, dass der Beschwerdeführer nicht geltend macht, er spreche die Sprache seines
Herkunftslandes nicht und es sei dort nicht möglich, seine psychische Krankheit zu
behandeln. Den Kontakt zu den Familienangehörigen und Bekannten in der Schweiz
kann er mittels Briefen, Telefongesprächen, Besuchsaufenthalten und via Internet
aufrechterhalten.
6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich der angefochtene Entscheid als
recht- und verhältnismässig erweist. Der Beschwerdeführer hat zu schweren Klagen
Anlass gegeben und es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche
Interesse an seiner Fernhaltung höher gewichtet als sein privates Interesse am Verbleib
in der Schweiz. Folglich ist die Beschwerde von S. J. abzuweisen.
7. (...).
8. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die amtlichen Kosten
grundsätzlich zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss verfahrensleitender Verfügung
vom 12. Januar 2012 trägt indessen der Staat die amtlichen Kosten. Eine Gebühr von
Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7, Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 99 Abs. 2 VRP).
Im Weiteren wurde dem Beschwerdeführer mit verfahrensleitender Verfügung vom 12.
Januar 2012 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Nach Art. 22 Abs. 1 lit.
b HonO beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine Kostennote im Betrag
von Fr. 3'935.15 eingereicht. Auf die Kostennote kann aber nicht abgestellt werden,
weil sie Positionen aufweist, deren Berechtigung nicht plausibel erscheint. So
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begründet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführersden Umstand, dass das
Verfahren vor Verwaltungsgericht 14 1⁄4 Arbeitsstunden in Anspruch genommen haben
soll, u.a. damit, dass er für Vorkehrungen betreffend "Weiterzug" Fr. 125.--
veranschlagt und für die Einreichung des Gesuchs um unentgeltliche Prozessführung
und Rechtsverbeiständung Fr. 400.--. Diese Beträge liegen ausserhalb jedes
vernünftigen Verhältnisses. Sodann enthält die Kostennote Positionen, die mit der
Führung des Beschwerdeverfahrens keinen direkten Zusammenhang haben, wie E-
mails mit der Psychiatrischen Klinik Wil (Gesamtbetrag von Fr. 175.--), Treffen
betreffend Arbeitszeugnisse, allfällige Ganztagestherapie (Fr. 150.--) und Telefonate
und Treffen betreffend Verlobung, Arbeitszeugnisse (Fr. 100.--). Für den
"Beschwerdeentwurf" werden Fr. 625.-- in Rechnung gestellt, für die
Beschwerdebegründung Fr. 1'500.-- und für das Studium der Vernehmlassung der
Vorinstanz - die auf eine Vernehmlassung verzichtet hat - Fr. 25.--. In Anbetracht der
Tatsache, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Beschwerdeschrift
samt Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung mit
Beilagen und eine Beschwerdeergänzung mit Beilagen eingereicht hat, erachtet es das
Gericht als gerechtfertigt, seinem Rechtsvertreter gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO
für das Beschwerdeverfahren einen Betrag von Fr. 2'000.-- zuzüglich MWSt
zuzusprechen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht