Decision ID: f9d0c3c5-4e3c-4d6a-a924-2a8836bed8b5
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1990, war zuletzt vom
«...»
2019 bis am
«...»
2020 als Berufsfussballer für die
Y._
AG tätig (Urk.
6/67
).
Am 28. Oktober 2020 meldete er sich
beim
Regionalen Arbeitsver
mittlungszentrum (RAV)
Z._
für ein Pensum von 100 % zur Arbeitsver
mittlung an und am 29. Oktober 2020 beantragte er die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung
ab
dem
Anmeldungsdatum
(Urk. 6/65).
Am
«...»
2020 unterzeichnete der
Versicherte
einen vom
«...»
2020 bis am
«...»
2021 befristeten Arbeitsvertrag mit der
A._
AG (Urk. 6/6).
In der Folge verneinte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) mit Verfügung vom 12. Januar 2021 die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten und damit einen
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für die Zeit ab 28.
Oktober
2020 (Urk.
6/
2). Daran hielt es nach der Einsprache des Versicherten vom 8. Februar 2020 (Urk. 6/9) mit
Einspracheentscheid
vom 26. April 2021 fest (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Zimmer
mann, am 28. Mai 2021 Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid
vom 26. April 2021 sei vollumfänglich aufzuheben und die Vermittlungsfähigkeit ab 28. Oktober 2020 sei zu bejahen. Es seien ihm die
gesetzlich
geschuldeten
Leistungen, insbesondere die geschuldeten Taggelder der Arbeitslosenversiche
ru
ng ab 28. Oktober 2020, zuzusprechen (Urk. 1).
Der Beschwerdegegner schloss mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Juli 2021 in Kenntnis ge
setzt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
lit
. f
des Bundesgesetzes
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent
schädi
gung
; AVIG
). Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG ist die arbeitslose Person vermittlungsfähig,
wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzuneh
men
und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Zur Vermittlungsfähig
keit ge
hört demnach nicht nur die Arbeits
fähigkeit im objektiven Sinn, sondern sub
jektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persön
liche
n Ver
hält
nissen währ
end der üblichen Arbeitszeit ein
zu
setzen (BGE 125 V 51 E. 6a).
Hiezu
genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermitt
lungs
bereitschaft nicht; die versicherte Person ist vielmehr gehalten, sich der öffent
lichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzusehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_99/2012 vom 2. April 2012 E. 2 mit Hinweis).
Die Frage der Vermittlungsfähigkeit ist prospektiv - das heisst von jenem Zeit
punkt aus und aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Ablehnungsverfügung beziehungsweise des
Einspracheentscheids
entwickelt haben (BGE 120 V 385 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_966/2012 vom 16. April 2013 E. 4.1) - und aufgrund einer gesamthaften Würdigung der für die Anstellungschancen im Einzelfall wesentlichen, objektiven und subjektiven Faktoren zu beurteilen. Ausser dem Umfang des für die versicherte Person in Betracht fallenden Arbeitsmarktes ist auch die Art der gesuchten zumutbaren
Arbeit von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_966/2012 vom 16. April 20
13 E. 2.3 mit Hinweis).
1.2
Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person, die Versicherungsleis
tungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühungen nachweisen können.
Die Arbeitssuche hat gezielt zu erfolgen, in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung (Art. 26 Abs. 1
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und di
e Insolvenzentschädigung, AVIV
). Die versicherte Person hat ihre Arbeitsbemühungen ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder durch vorgängige Abgabe eines Merkblattes vorzunehmen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.3
Ungenügende Arbeitsbemühungen können nicht nur eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG nach sich ziehen, sondern auch zur Verneinung der Vermittlungsfähigkeit führen (BGE 112 V 215 E. 1b mit Hinweisen). Fehlende Vermittlungsfähigkeit darf aber nicht allein aus
dem Umstand geschlossen werden, dass unzureichende Stellenbemühungen unter
nommen werden. Selbst dürftige Bemühungen um eine neue Stelle sind in der
Regel nur Ausdruck mangelhafter Erfüllung der gesetzlichen Schadenmin
de
run
gs
pflicht und nicht Folge davon, dass die versicherte Person effektiv gar keine neue Anstellung finden will. Für die Annahme fehlender Vermitt
lungsbe
reitschaft auf
grund ungenügender Stellensuche bedarf es daher qualifizierter Gründe (ARV
1996/97
N 8 S. 31 ff. E. 3 und 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_966/2012 vom 16.
April 2013 E. 2.2).
1.4
Das Bundesgericht hat betreffend die Vermittlungsfähigkeit von Fussballspielern festgehalten,
dass
Profisportler
n, die
nach Eintritt der Arbeitslosigkeit lediglich eine neue Arbeit im bi
sherigen Tätigkeitsbereich suchten
, nicht von Anfang an
die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen werden
könne. Vielmehr
dürf
t
e
n
sich
diese
zunächst auf die Stellensuche in
ihrer
angestammten Tätigkeit b
eschränken. Im beurteilten Fall
kam das Bundesgericht zum Schluss, dass der damalige Beschwer
deführer
aufgrund des geringen Arbeitsmarktes
seine Arbeitssuche lediglich bis zum Ende der auf den Eintritt der Arbeitslosigkeit folgenden Transferperiode auf
die Tätigkeit als Profifussballer konzentrieren durfte und
verneinte
für die darauf
folgende Zeit
aufgrund seiner Erklärung, weiterhin nur eine Stelle im bezahlten Fussball zu suchen,
die subjektive Seite der Vermittlungsfähigkeit
(
Urteil des Bun
desgerichts C 244/05 vom 22. November 2006 E. 2.1 und
E. 2.3).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete die Verneinung der Vermittlungsfähigkeit im angefochtenen Entscheid damit, dass der Be
schwerdeführer im
am 20. Dezember 2020 eingereichten
Fragebogen zur Abklärung seines Anspruchs auf Leistungen der Arbeitslosenversi
cherung die Frage, ob er bereit
wäre
,
auch ausserhalb der Fussbal
l
branche Stellen zu suchen und eine solche Stelle anzunehmen, verneint habe. Spätestens beim Erhalt des Fragebogens habe ihm die Relevanz der Stellen
suche ausserhalb des Fussballbereichs bewusst sein müssen. Selbst wenn eine solche
Stellensuche
mangels Aufklärung nicht erfolgt sein sollte, wäre zu erwar
ten gewesen, dass er die Bereitschaft hierzu bereits im Rahmen des Fragebogens erwähnt hätte. Sein Vorbringen, bei gehöriger A
ufklärung bereit
gewesen zu sein, eine andere Stelle anzutreten, vermöge unter diesen Umständen nicht zu über
zeugen. Der Vorwurf der Verletzung der Aufklärungs- und Beratungspflicht gehe insofern fehl (Urk. 2 S. 2).
Der Vertrag mit dem FC
A._
sei von
«...»
2020 bis Ende
«...»
2021 befristet, wobei zwar eine Kündigungsmöglichkeit bestehe, die jedoch nur ausge
übt werden könne, wenn ein besseres Angebot eines anderen Arbeitgebers vorlie
ge. Der Arbeitsmarkt im Profifussballbereich sei stark begrenzt, da es nur wenige
Vereine gebe, die eine professionelle Tätigkeit anbieten würden
. Ausserdem müsste
der Verein bereit und in der Lage sein, mehr al
s Fr. 4'000.--
beziehungsweise ab
dem 1. Februar 2021 Fr. 5'500.-- zu bezahlen. Hinzu komme, dass
sich
das T
rans
fer
fe
nster in der Schweiz am 12. Oktober 2020 geschlossen und sich erst Anfang Januar 2021 wieder geöffnet habe.
Erfahrungsgemäss
sei es im Winter immer schwieriger, einen Transfer abzuschliessen und die Fussballvereine seien zudem wegen der Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten. Insgesamt sei von einem äusserst begrenzten Arbeitsmarkt und von geringen A
nstellung
schancen inner
halb dieses Marktes auszugehen. Ausserdem sei der Beschwerdeführer grundsätz
lich an die befristete Tätigkeit beim FC
A._
gebunden und es könne auf
grund der Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses nicht davon ausgegangen werden,
dass er jederzeit eine zumutbare Stelle ausserhalb des Profifussballs antreten könnte, mit der die
Arbeitslosigkeit
definitiv, vollumfänglich und kurzfristig beendet werden könnte. Daran ändere auch nichts, dass
er
im Februar
2021 Bewerbungen auf anderweitige Stellen vorgenommen habe, dass
Arbeitneh
menden
mit Berufen mit einem kleinen Stellenmarkt zunächst die Gelegenheit zu geben sei, Tätigkeiten im erlernten Beruf oder in der bisherigen Tätigkeit zu suchen und
d
ass die Arbeitsbemühungen vom RAV als g
enügend beurteilt wor
den seien (Urk. 2 S. 3 f.).
In einer gesamthaften Würdigung der im Einzelfall für die Anstellungschancen wesentlichen objektiven und subjektiven Faktoren,
sei die Vermittlungsfähigkeit zu Recht ab dem 28. Oktober 2020 verneint worden (Urk. 2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor,
es gehe nicht an, spezielle Berufe mit einem kleinen Stellenangebot
v
on Anfang an vom Versicherungsschutz auszu
schliessen. Vielmehr sei auch
Arbeitnehmenden
in solchen Berufen bei Eintritt der Arbeitslosigkeit zunächst die Gelegenheit einzuräumen, Tätigkeiten im erlern
ten Beruf oder in der
bisherigen Tätigkeit zu suchen
(Urk. 1 S. 6). Das Bundes
gericht habe in einem Fall eines Fussballprofis ausgeführt, dass einem Profi
sport
l
er, der nach Eintritt der Arbeitslo
s
igkeit lediglich eine Arbeit im bisherig
en Tätigkeitbereich suche,
nicht von Anfang an die Vermittlungsbereitschaft abge
sprochen werden
könne
. Genau
so sei
e
r in Absprache mit dem RAV vorgegangen
,
wobei die Vermittlungsbemühungen in diesem Bereich bis und mit 5. Februar 2021 als genügend qualifiziert worden seien. Daher sei er seit der Anmeldung als vermittlungsfähig zu qualifizieren (Urk. 1 S. 7).
Es sei unstatthaft und wider
sprüchlich, im Nachhinein zu behaupten, seine Stellenbemühungen seien unzu
rei
chend gewesen (Urk. 1 S. 8).
Die Behauptung, er sei aufgrund des Vertrages mit dem FC
A._
objektiv gar nicht vermittelbar gewesen
,
sei unhaltbar und falsch.
Der
Vertrag
sei
aus
drücklich so ausgestaltet worden,
dass es ihm möglich gewesen wäre
,
diesen
kurz
fristig zu beenden, falls ihm eine ande
re Stelle angeboten worden wäre
(Urk. 1 S.
8)
.
Der Beschwerdeführer führte weiter aus, er sei erst mit Erlass der angefochtenen Verfügung vom 12. Januar 2021 erstmals darauf hingewiesen worden, dass die
Arbeitslosenversicherung von ihm
nicht bloss Arbeitsbemühungen in seiner bis
he
rigen Tätigkeit verlange, sondern nunmehr auch in irgendeiner Tätigkeit.
Der Umstand,
dass er nach dieser Aufklärung
begonnen
habe
, sich für Tätigkeiten ausserhalb des P
rofifussballs zu bewerben
,
zeige,
dass er nach
der gehörigen
A
ufklärung
bereit gewesen sei, einer anderen Tätigkeit nachzugehen, woz
u er - wenn er vorher über seine
Rechte und Pflichten informiert worden wäre - auch
bereits
früher bereit gewesen wäre. Eine solche Aufklärung sei vorliegend jedoch nicht erfolgt.
D
ies sei eine Ve
rletzung des Grundsatzes von Tre
u und Glauben
aber
auch eine Verletzung der Aufklärungs- und Beratungspflicht gemäss Art. 27 Abs. 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des S
ozialversiche
rungs
rechts (ATSG)
. Das ATSG sehe für einen derartigen Fall das M
ahnverfahren vor, das
vorliegend nicht
durchgeführt
worden
sei
(Urk. 1
S.
10
). Im
Einsprache
ent
scheid
werde behauptet, dass ihm spätestens beim Erhalt des Fragebogens Ende Dezember die Relevanz der Stellensuche ausserhalb des Fussballbereichs hätte bewusst sein müssen. Die Beraterin des RAV sei jedoch anderer Meinung gewesen und habe ihn auch anders beraten, eine nachträglich andere Einschätzung des Beschwerdegegners könne ihm nicht entgegengehalten werden. Allenfalls liege auch
hier
ein Fall von Vertrauensschutz in eine unrichtige behördliche Auskunft vor (Urk. 1 S. 11 f.). Selbst wenn man die Argumentation des AWA übernehmen würde (Kenntnis der Bedeutung spätestens seit 20. Dezember 2020)
,
hätte er zu
mindest bis zu diesem Datum Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenver
siche
rung (Urk. 1 S. 12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer ab dem 28. Oktober 2020 ver
mittlungsfähig im Sinne von
Art. 8 Abs. 1
lit
. a
i.V.m
. Art. 15 Abs. 1 AVIG war.
3.
3
.1
Zur Frage, ob der Beschwerdeführer
im Sinne von Art. 15 Abs. 1 AVIG in der Lage war, eine zumutbare Arbeit
anzunehmen
(objektive Seite der Vermitt
lungs
fähigkeit)
,
ist auszuführen, das
s
dieser
ab dem
«...»
2020 mit einem bis am
«...»
2021 befristeten Arbeitsvertrag beim FC
A._
angestellt
war
(Urk. 6/6), wobei die Vertragsparteien vereinbart hatten, dass der Beschwerde
führer den Vertrag innerhalb von sieben Tagen kündigen könne, falls er eine bessere Anstellung bei einem anderen Arbeitgeber erhalten sollte (Urk. 6/6/4). Dafür
,
dass es dem Beschwerdeführer aufgrund der Ausgestaltung dieses Arbeits
verhältnisses nicht möglich sein sollte, jederzeit eine zumutbare Stelle ausserhalb des Profifussballs anzutreten, mit der die Arbeitslosigkeit definitiv, vollum
fän
glich und kurzfristig beendet werden könnte,
wie dies für die Vermittelbarkeit von Personen im Zwi
schenverdienst erforderlich ist
(vgl. AVIG Praxis ALE,
Rz
. B234)
,
bestehen entgegen de
r Auffassung des
Beschwerdegegner
s
keine Hinweise, beschränkt sich die Kündigungsmöglichkeit doch nicht auf ein finanziell lukra
tiveres Angebot eines anderen Fussballvereins. Ein
Stellena
ngebot in einem anderen Tätigkeitsbereich wird dadurch nicht ausgeschlossen, sodann wird der Begriff einer «besseren Anstellung» nicht genauer definiert, so dass es sich nicht einzig um ein höher
entlöhntes
Arbeitsverhältnis handeln könnte, sondern allen
falls auch andere Kriterien - wie zum Beispiel die fehlende Befristung eines
Arbeitsverhältnisses - hinzugezogen werden könnten.
Da des Weiteren keine Hin
weise dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer nicht berechtigt wäre
(vgl. Art.
15
Abs. 1 AVIG)
, eine zumutbare Arbeit anzunehmen, ist
seine
obj
ektive Vermitt
lungs
fähigkeit
somit zu bejahen.
3
.2
Was die subjektive Seite der Vermittlungsfähigkeit betrifft - mithin die Bereit
schaft, jederzeit eine zumutbare Stelle anzutreten -
ist
festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer zwar insoweit beizupflichten ist,
dass es
gemäss der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung
n
icht angeht
, spezielle Berufe mit einem kleinen Stellenangebot von Anfang an vom Versicherungsschu
tz auszuschliessen. Viel
mehr
ist
auch
Arbeitnehmenden
mit solchen Berufen bei Eintritt der Arbeits
losigkeit zunächst die Gelegenheit einzuräumen, Tätigkeiten im erlernten Beruf oder in der bisherigen Tätigkeit zu suchen.
Ab wann und in welchem Ausmass
der Verzicht auf ausserberufliche Arbeitsbemühungen arbeitslosen Personen unter
dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht zum Vorwurf
gemacht werden kann
, beurteilt
sich auf Grund der konkreten Umstände des Einzelfalls, so etwa in Berücksichtigung der auf dem Arbeitsmarkt für die bisherige Tätigkeit vor
han
denen Stelle
nangebote. Diese Kriterien sind
auc
h anzuwenden, wenn es darum geht
, einer Person die Vermittlungsbereitschaft abzusprechen, wenn sie weiterhin nur Stellen im bisherigen Tätigkeitsberei
ch oder im erlernten Beruf sucht (Urteil des Bundesgerichts C 244/05 vom 22. November 2006 E. 2.1)
.
Der
befristete Vertrag des Beschwerdeführers bei der
Z._
AG
lief
per
«...»
2020 aus, wobei
d
er
Beschwerdeführer
beziehungsweise die für ihn tätige Agentur bereits während des
(Früh-)
Sommers 2020 versucht
hatte
, eine Anstellung bei einem anderen Fussballclub zu finden
(Urk. 6/5/3, Urk. 6/7)
. N
achdem die
Sommert
ransferperiode
- gemäss Angaben de
s
Beschwerdegegner
s
- am 12. Oktober 2020 (Urk. 2 S. 3) abgelaufen war
und es
dem Beschwerdeführer
nicht gelungen war, in dieser
ersten Transferz
eit eine neue Anstellung zu finden, hätte er sich
angesichts der Tatsache, dass bei je 10 Mannschaften in der Super - sowie der Challenge League der Arbeitsmarkt ohnehin sehr beschränkt war und die Situation durch die
Coronapandemie
noch vers
chärft wurde
,
ab diesem Zeit
punkt auch um andere Stellen bemühen müssen.
Die besonderen Schwierigkeiten auf dem Transfermarkt ergeben sich
auch
aus dem Schreiben des Vertreters der Agentur des Beschwerdeführers vom 21. Dezember 2020, worin dieser mitteilte, die Zeiten hätten sich geändert und die Schweizer Fussballclubs würden mit argen finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Transfers seien sehr schwierig geworden. Die Clubs würden vermehrt Verträge auslaufen lassen und nur Spieler verpflich
ten, wenn dies dringend nötig sei, da sie es sich schlichtweg nicht mehr leisten könnten, einen grossen, teuren Kader zu halten.
Er wies
sodann darauf hin, dass allfällige Arbeitsverträge erst ab dem 1. Januar 2021 vergeben würden und es im Winter erfahrungsgemäss schwieriger sei, einen Transfer abzuschliessen, wobei die
Coronapandemie
zusätzlich zur diffusen Situation beitrage (Urk. 6/3).
Ab dem Ende des Sommertransferfensters bis zum Beginn des Wintertransferfensters am 1. Januar 2021 war es sodann einzig in streng begrenzten Ausnahmefällen überhaupt möglich, eine Anstellung als Fussballspieler zu erhalten (vgl. Art. 10 Abs. 1
des Reglements über die Qualifikation der SLF-S
pieler
), insbesondere nach
dem der Beschwerdeführer am 4. November 2020 einen Vertrag beim FC
A._
unterzeichnet hatte (Urk. 6/6).
V
on dieser Einschränkung hatte der Be
schwerdeführer Kenntnis, ist doch dem Fragebogen vom 20. Dezember 2020 zu entnehmen, es sei unmöglich, vor dem Wintertransferfenster ein finanziell lukra
tiveres Angebot im Profifussball anzutreten, da das Transferfenster erst am 2.
Januar 2021 öffne (Urk. 6/5/2).
Der Beschwerdeführer
hätte unter diesen Um
ständen
spätestens per Ende der Transferperiode
erkennen
müssen, dass das Fin
den einer neuen Anstellung als professioneller Spieler wenig aussichtsreich war
, zumal er im Fragebogen vom 20. Dezember 2020 selbst darauf hinwies, dass die
Coronapandemie
auch im Fussball deutlich spürbar sei (Urk. 6/5/3)
.
Dennoch erklärte
er
noch
im Dezember 2020, er sei nicht bereit, eine Stelle ausserhalb des Profifussballs
zu suchen und
anzunehmen
(Urk. 6/5/3)
. Angesichts der
dadurch ausdrücklich verneinten
Bereitschaft, eine ausserberufliche Tätigkeit anzuneh
men
,
ist der Beschwerdeführer daher grundsätzlich ab dem Zeitpunkt der Anmel
dung am 28. Oktober 2020 als vermittlungsunfähig zu betrachten.
Daran ändert auch nichts, dass die zuständige Beraterin des RAV
seine
Stellenbemühungen als genügend ansah, hatte sie dem Beschwerdeführer doch bereits bei seiner An
mel
dung am 28. Oktober 2020
mitgeteilt, dass die Sache zur Prüfung der An
spruchs
voraussetzungen an die Arbeitslosenkasse überwiesen werde (Urk. 6/64/16) und standen somit ihre Einschätzungen von Anfang an unter dem Vorbehalt der Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit durch die Arbeitslosenkasse
beziehungs
weise das AWA
.
3.3
Der Beschwerdeführer brachte vor, die
Verwaltung
habe ihre Beratungspflicht verletzt, indem sie ihn nicht vor der Verfügung vom 12. Januar 2021 darüber informiert habe, dass er auch Stellen ausserhalb seines bisherigen Tätigkeits
be
reiches suchen müsse
,
und machte geltend, dass er bei gehöriger Aufklärung bereits in einem früheren Zeitpunkt zur Ausdehnung seines Suchbereichs
bereit gewesen wäre (Urk. 1 S. 10
). Dazu ist
zunächst
auszuführen,
dass
die versicherte Person auf Grund der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.2) selbst alles Zumutbare zu unternehmen hat, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen
und
von sich aus, d.h. ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes,
ihr Möglichstes zur Schaden
minderung
vorzukehren
hat
(ARV 198
0 Nr. 44 S. 109; Urteil
C 199/05 vom
29. September 2005 E. 2.2). So hat sie
sich
auch
bereits während der Kündigungsfrist und vor ihrer Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung unauf
gefordert um Stellen zu bemühen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E. 3.5 mit Hinweisen)
.
Ferner ergibt sich aus dem Beratungsprotokoll, dass der
Beschwerdeführer bereits im ersten Beratungsgespräch darauf hingewiesen worden
war, dass er seinen Suchbereich ausweiten müsse (Urk. 6/64/16).
Ob eine darü
berhinausgehende Beratung erforderlich gewesen wäre, kann
indessen letztlich offenbleiben, da der Beschwerdeführer auch nach der spätestens durch die Verfü
gung vom 12. Januar 2021 erfolgten Aufklärung sein Verhalten zunächst nicht änderte und erst Ende Februar 2021 - mithin eineinhalb Monate später bezie
hungsweise nachdem er das gesamte Wintertransferfenster abgewartet hatte - mit der Stellensuche ausserhalb des Fussballbereiches begonnen hatte. Dass er dies bei früherer Aufklärung bereits in einem früheren Zeitpunkt getan hätte, erscheint unter diesen Umständen und angesichts der noch im Fragebogen vom 20. Dezem
ber 2020 vorbehaltlos verneinten Bereitschaft, eine solche Stelle zu suchen beziehungsweise anzunehmen
(Urk. 6/5/3)
, nicht als überzeugend.
3.4
Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, er habe nun begonnen, sich für Tätigkeiten ausserhalb des Profifussballs zu bewerben und sei bereit, einer anderen Tätigkeit nachzugehen.
Seine Vermittlungsfähigkeit für die Zukunft sei daher zu bejahen.
Zum Beleg seiner Bemühungen verwies er auf die im Monat Februar 2021 getätigten Stellenbemühungen (Urk. 1 S. 10).
Tatsächlich ergibt sich aus dem Formular «Nachweis der persönlichen Arbeits
bemühungen»
des Monats Februar,
dass
sich
der Beschwerdeführer
zwischen
dem 24.
und dem 26.
Februar 2021
um eine
Voll- und
drei
Teilzeitstellen ausserhalb seines bisherigen Tätigkeitsbereichs beworben
hat (Urk. 6/50)
. Dabei hat er immerhin bereits eine vom 1. März bis am 31. Mai 2021 befristete Teilzeitstelle gefunden und auch angenommen (Urk. 6/52).
Für die Monate März und April 2021 - mithin bis zum Ende des vorliegend zu beurteilenden Zeitraums - tätigte er jedoch wiederum
keinerlei
S
tellenbemühungen für Tätigkeiten ausserhalb des professionellen Fussballs und reichte einzig die von seiner Agentur getätigten Vermittlungsbemühungen ein
(
Urk. 6/53-56).
Diese spärlichen, einzig an drei Tagen Ende Februar
getätigten Stellenbemühungen im ausserberuflichen Bereich reichen nicht aus, um eine Änderung der noch im Fragebogen vom 20. Dezember 2020 vorbehaltlos geäusserten
Überzeugung, noch vier bis fünf Jahre als Profi
fussballspieler tätig sein
zu
können und zu
wollen, genügend zu belegen
,
legte
der Beschwerdeführer doch in diesem Zeitpunkt noch
ausdrücklich dar
,
es gehe ihm in erster Linie darum, weiter als Fussballspieler zu arbeiten. E
r sei im besten Fussballalter und sei überzeugt davon, weiter als Fussballspieler tätig sein zu können und einen neuen Verein zu finden (Urk. 6/5/3)
.
Demnach fehlte es dem Beschwerdeführer
- zumindest bis zum massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen
Einspracheentscheides
-
weiterhin
an der subjektiven Seite der Vermittlungsbereitschaft.
3.5
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdegegner die Vermittlungsfähigkeit zu Re
cht verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.