Decision ID: 4e1e1aac-7d11-5c2e-9a5c-452e5c949162
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978,
betreibt
seit
1.
Oktober 2015
einen Imbissstand
mit Event-Catering
(Urk. 7/1, Urk. 7/11-12)
.
Ihr Einzelunternehmen ist im Handels
register des Kantons Zürich eingetragen
(Urk. 7/1)
.
X._
ist der Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als
Selbständig
er
wer
ben
de
angeschlossen (Urk. 7/13). Der
Eh
emann von
X._
ist bei ihrem
Imbiss
stand
als Arbeitnehmer angestellt
(
Urk.
7/6-7
)
.
Am
11
.
November
2020 (Ein
gangsdatum) meldete sich
X._
b
ei der
Aus
gleichs
kasse
für den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die Verordnung über Mass
nah
men bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(
Covid
-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall) an
(Urk.
7/131
).
Die Ausgleichskasse ver
neinte mit Ver
fügung vom
15
.
Dezember
2020
einen Anspruch von
X._
auf Ausrich
tung einer
Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
wegen
erheb
licher
Einschrän
kun
g
der selbständigen Erwerbstätigkeit
für die Monate September und Oktober
2020
. Zu Begrün
dung führte sie aus, dass
X._
im Jahr 2019 nicht über ein Einkommen von mindes
tens
Fr.
10'000.-- abgerechnet habe, weshalb sie die An
spruchsvoraus
setzungen
für die Corona-Erwerbsausfallentschädigung
nicht erfülle
(
Urk. 7/138
).
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 2
8
.
Dezember
2020
(Eingangs
datum)
Einsprache (Urk. 7/14
3
).
Am
Folgetag
ersuchte
sie
die Aus
gleichskasse zudem um die Aus
richtung einer Corona-
Erwerbsausfallent
schä
di
gung
für ihren im Betrieb mitarbeitenden Ehegatten
(Urk. 7/146)
.
Im An
melde
formular gab sie unter anderem an, dass ihr Betrieb seit dem 17.
September 2020 und bis zum 3
1.
Januar 2021 geschlossen sei (Urk. 7/146/2). Die Ausgleichskasse wies die
Einsprache
von
X._
gegen die Verfügung
vom 1
5.
Dezember 2020 (
Urk.
7/138) mit Einspracheentscheid vom
19
.
Februar
2021
ab (Urk. 2
).
In der Folge richtete
sie
X._
mit Abrechnung vom
3.
März 2021 für die Zeitperiode vom 1
7.
September bis 3
1.
Oktober 2020
ein
e
Corona-Er
werbsaus
fall
entschädigung in der Höhe von Fr. 852.55
wegen annullierter Veranstal
tungen
aus
(
Urk.
7
/163). Für dieselbe Zeit
periode sprach sie
ihr
am 3. März 2021
überdies
unter dem Titel Personen in arbeitgeberähnlichen Stellung für ihren mitarbeitenden Ehegatten
eine
Corona-
Erwerbsausfallentschädigung in der Höhe von Fr. 757.95 zu (
Urk.
7/
164).
2.
G
egen
den Einspracheentscheid vom 19. Februar 2021
erhob
X._
a
m 25
.
Februar
202
1
(Eingangsdatum)
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
,
dass ihr eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung auszurichten sei
(Urk. 1). Die Be
schwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2020 Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage der Kassenakten, Urk.
7/1-180), was
de
r
Beschwer
deführer
in
mit Verfügung vom
2
9
. März
2021
angezeigt wurde (Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusse
ren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 lit. a des Regierungs- und Ver
waltungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des
Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stütz
t
en - am 20. März 2020 die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt (Art. 11 Abs.
1 und
2
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom 20.
März 2020
). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen
des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom 25. September 2020
(Covid-19-Gesetz) wurde rück
wirkend per 17. September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall ge
schaffen (Art. 15 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz).
Seit ihrem Inkraft
treten per 17. März 2020 wurde die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbs
ausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
1.2
1.2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungs
gericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
1.2.2
Demnach ist die rechtliche Beurteilung des angefochtenen Einspracheentscheids (Urk. 2) anhand der bis
19. Februar 2021
gültig gewesenen Rechtsvorschriften vorzunehmen.
Ausschlaggebend ist sodann
, dass
sich d
ie Beschwerdeführerin
am 11. Novem
ber
2020 für
die Ausrichtung einer Corona-
Erwerbsaus
fallent
schä
digung an
gemeldet
hat
(Urk. 7/131)
und der Einspracheentscheid die Erwerbsausfallentschädigung für die Monate September und Oktober 2020 betrifft (vgl.
Urk.
7/138)
.
Vorliegend
sind somit die
vom Bundesrat
am 4. November 2020 rück
wirkend per 17. Septem
ber 2020 in Kraft
gesetzten
Art.
2
Abs.
3
bis
und Abs.
3
ter
der Covid-19-Verord
nung Erwerbsausfall
anwendbar
.
Soweit nicht anders vermerkt,
werden
sie
nach
folgend in dieser Fassung zitiert.
1.3
1.3.1
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
der
Covid
-19-Verordnun
g Erwerbsausfall
sind
Selb
stän
dig
erwerbende
im Sinne von Art. 12
des Bundesgesetz
es über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
und Personen nach Art. 31 Abs. 3
lit.
b und
lit.
c
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG
)
, welche im Sinne des
Bundes
gesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
obli
gatorisch ver
sichert sind, anspruchs
berechtigt, wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Mass
nahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b.
s
ie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; un
d
c.
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbsein
kom
men von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung
gilt sinngemäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurd
e; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraussetzung proportional zu deren Dauer.
1.3.2
Die Erwerbstätigkeit gilt als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 55 Prozent
(
in der vorliegend anwendbaren, bis
1
8.
Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung.
Vom
1
9.
Dezember
2020 bis 3
1.
März 2021 waren es 40 Prozent und
ab
1.
April 2021 30 Prozent)
im Vergleich
zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015–2019 vorliegt. Wurde
die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durch
schnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 55 Prozent
(ab
1.
April 2021: 30 Prozent)
im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindestens drei Monaten vor
liegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Um
sätzen (Art.
2
Abs.
3
ter
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall).
1.3.3
Für die Bemessung der Entschädigung anspruchsberechtigter
Selbständiger
wer
bender
nach
Art.
2
Abs.
1
bis
lit. b
Ziff.
2,
Abs.
3 oder 3
bis
ist das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2019 massgebend. Sobald die Höhe der Entschä
digung festgesetzt wurde, kann sie nicht aufgrund einer aktuelleren Berech
nungs
grundlage neu festgesetzt werden (
Art.
5
Abs.
2
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall)
.
F
ür anspruchsberechtigte
Selbständigerwerbende
nach
Art.
2
Abs.
1
bis
lit. b
Ziff.
2,
Abs.
3 oder 3
bis
, die bereits eine Entschädigung gemäss dieser Verordnung in der bis zum 1
6.
September 2020 geltenden Fassung bezogen haben, bleibt die Berechnungsgrundlage die gleiche
(
Art.
5
Abs.
2
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall)
.
1.4
1.4.1
Gemäss Rz
106
5
des Kreisschreibens
des Bundesamtes für Sozialversicherungen
(BSV)
über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz
(
KS
CE), in der vorliegend massgebenden, ab 17.
Septem
ber 2020 gültigen Version, bildet Grundlage für die Bemessung der Entschä
di
gung für selbstständig Erwer
bende grundsätzlich das Erwerbseinkommen, welches
im Jahr 2019 erzielt wurde. Als Basis ist das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Beitragsrechnungen für das Jahr 2019 (
Akonto
rech
nun
gen
) herangezogen wurde. Liegt im Zeitpunkt der Festsetzung der Ent
schädigung die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, ist auf diese abzustellen. Für Anspruchsberechtige die bereits eine Entschädigung gemäss der
bis zum 1
6.
September 2020 geltenden Version der Covid-19-Verord
nung Erwerb
s
ausfall bezogen haben, bleibt die Berechnungsgrundlage die gleiche
(vgl. auch
Art.
5
Abs.
2
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall)
.
1
.
4
.2
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Gesetzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen
Aufsichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchfüh
rung
sorgane, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E.
4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Be
stimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als
sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE
123 V 70 E.
4a
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. Februar 2021 aus,
entgegen den Vorbringen der
Beschwerdeführerin
sei die
Steuerklärung 2019
nicht massgebend, sondern
laut KS CE
sei
als Basis das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Beitrags
rech
nung für das Jahr 2019 (
Akontorechnungen
) herangezogen worden sei.
Es könne
a
uf die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2019
abgestellt werden
, wenn diese im Zeitpunkt der Festsetzung der Entschädigung
bereits vorliege
(Urk.
2 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass ihre Buchhaltung 2019 belegen würde, dass sie im Jahr 2019 ein Einkommen von über
Fr.
10'000.-- erzielt habe
. Ihre Buchhaltung sei Grundlage für ihre
Steuer
klärung
2019 gewesen. Zud
em sei zu berücksichtigen, dass ihr Buchhalter nach einem Auslandaufenthalt im Dezember 2019 Covid-19-bedingt erst im Juli 2020 wieder habe in die Schweiz einreisen dürfen. Infolgedessen habe er
nach seiner Rückkehr in die Schweiz
sehr viel Arbeit gehabt. W
egen dieser Arbeits
belastung
habe er
beim Ausfüllen des
Anmeldef
ormulars
für den Bezug einer Corona-Erwerbsausfallsentschädigung
einen Fehler gemacht. Sie sei dringend auf das Geld angewiesen
. Sie habe seit Monaten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können (
Urk.
1).
3.
3.1
Wie festgehalten (E. 1.3.1)
,
wird gemäss Art.
2
Abs.
3
bis
lit. c
der
Covid-19-Verord
nun
g Erwerbsausfall für den Anspruch auf eine Corona-Erwerbsaus
fall
ent
schä
digung
unter anderem
vorausgesetzt, dass der oder die Selbständig
ewerbende im Jahr 2019
durch
diese Tätigkeit
ein AHV-pflichtiges Erwerbs
ein
kommen von mindes
tens Fr. 10'000.-- erzielt hat
.
Aus den Kassenaktenakten
(
Urk.
7/1-180)
ist ersichtlich,
dass
b
is zum an
gefochtenen Einspracheentscheid
betreffend Corona-Erwerbsaus
fallent
schä
di
gung
vom 19.
Februar 2021 (
Urk.
2)
für die Beschwerde
führerin
für das Beitragsjahr 2019 noch keine
definitive Beitragsverfügung
(
Art.
25
Abs.
1 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVV
)
oder eine Steuermeldung (
Art.
23
Abs.
1 und
Art.
27 AHVV)
vorlag. D
ie Beschwerdegegnerin
hat
die
Akontobeiträge
für das Beitragsjahr 2019 mit Mittei
lung vom 29.
Januar 2019 auf Basis der
Vorjahresperiode ausgehend von einem voraussichtlichen beitrags
pflichtigen Einkommen in der Höhe von Fr.
8'800.-- bemessen (Urk.
7/80/1).
D
ie
Akonto
beiträge
wurden
in der Folge
bis zum ange
fochtenen Einspracheentscheid vom 19. Februar 2021 (
Urk.
2) nicht angepasst.
Für die Bestimmung
des
anspruchsbegründenden
beitragspflichten Einkommens für das Jahr 20
19 im Sinne von
Art.
2
Abs.
3
bis
lit. c
der
Covid-19-Verord
nung Erwerbsausfall ist
vorliegend
auf die
Bemessungsgrundlage
der
Akontobeiträge
2019
abzustellen.
Weil
dieses Einkommen unter
Fr.
10'000.-- lag, ist die Voraus
setzung von Art.
2
Abs.
3
bis
lit. c
der
Covid-19-Ver
ord
nun
g Erwerbsausfall nicht erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat einen An
spruch der Beschwerde
führerin auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung ge
mäss Art.
2
Abs.
3
bis
der
Covid-19-Verord
nun
g Erwerbsausfall somit zu Recht ver
neint.
3.2
3.2.1
Was die
Beschwerde
führerin
dagegen einwendet, führt nicht zu einer
anderen
Betrach
tungsweise. Zunächst ist
ihr
entgegenzuhalten, dass sie Gelegenheit gehabt hätte, der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2019
rechtzeitig
ein
den effektiven Ver
hältnissen entsprechendes
höheres Einkommen zu
melden. In ihrer Mitteilung betreffend die
Akontobeiträge
2019
vom 2
9.
Januar 2019
führte
d
ie
Be
schwer
degegnerin
unter anderem aus, dass d
ie
Beschwerde
führer
in
gebeten werde,
ihr
wesentliche Abwei
chungen des effektiven
Erwerbs
einkommens von den proviso
rischen Berech
nungsgrundlagen (mehr als 25 Prozent) umgehend mit
zu
teilen
(Urk. 7/80/
3
).
Dabei
wies sie auf
die in
Art.
41
bis
Abs.
1 lit. f AHVV geregelte Verzugszinspflicht für
Selbständigerwerbende
hin
, falls die
Akon
to
bei
träge
mindes
tens 25 Prozent unter den tatsächlich geschul
deten Beiträgen liegen und nicht bis zum
1.
Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgen
den Kalenderjahres ent
richtet werden
.
Alsdann haben
Selbständig
erwer
bende
g
e
mäss Art. 24 Abs. 4 AHVV wesentliche Abweichungen vom voraussicht
lichen Ein
kommen zu melden
. Als wesentlich gilt laut Rz
1155 der Wegleitung
des BSV
über die Beiträge der
Selbstän
digerwerbenden
und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO (WSN) eine Abweichung des erzielten vom voraus
sicht
lichen Jahreseinkommen von mindes
tens 25
Prozent
(
gleichlautend in den ab
1.
Januar 2019 und ab
1.
Januar 2021 gültigen Versionen)
.
Die
Beschwerde
führerin macht geltend, dass sie gemäss ihrer Buchhaltung mit ihrer selbststän
digen Tätigkeit im Jahr 2019 einen Gewinn in der Höhe von
Fr.
33'831.25 erzielt habe (
Urk.
3,
Urk.
7/144/10). Diesen Gewinn deklarierte sie in ihrer Steuer
erklärung 2019
(aus
gedruckt am
7.
November 2020)
als Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätig
keit (Urk. 7/144/6). Wird darauf ab
gestellt, so ist eine wesentliche Abweichung
zum
den
Akonto
beitrags
rech
nun
gen
2019
zugrunde liegenden
voraussichtlichen
beitrags
pflichtigen Einkommen in der Höhe von
Fr.
8'800.
-- (Urk. 7/80/1
) zu be
jahen.
D
ie Beschwerdeführerin
hat nicht behauptet, dass diese wesentliche Ab
wei
chung für sie nicht erkennbar war. Sie muss sich somit vorhalten lassen, dass
sie die
Akontobeiträge
während des Jahres 2019 nicht
anpassen
liess.
Hinzu kommt
, dass die Beschwerdeführerin von der Beschwerde
gegnerin mit der Mit
teilung betreffend
Ak
ontobeiträge
für das Jahr 2020 vom 2
9.
Januar 2020 ausdrücklich aufgefordert
wurde
, ihr eine Abweichung von me
hr als 25 Prozent vom bislang für das Jahr 2019 erfassten Einkommen
zu melden
(
Urk.
6/98/5)
.
Davon machte die Beschwerdeführerin ebenfalls keinen Gebrauch.
Wie vorste
hend ausgeführt,
wurden die
Akonto
beiträge
2019
auch danach nicht angepasst.
3.2.2
Zum nicht weiter substantiierten Vorbringen der Beschwerdeführer
in, wonach ihr Buchhalter beim Ausfüllen des
Anmeldeformulars für den Bezug einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung (
Urk.
7/131) einen Fehler gemacht habe (
Urk.
1), ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
den Sachverhalt von Amtes wegen abklären muss (
Art.
4
3
Abs.
1 ATSG; Anwendbar im Bereich der Corona-Erwerbs
-
ausfallentschädigung
gestützt
auf
Art.
1 der
Covid-19-Verordnung Erwerbs
-
ausfall
und
Art.
2 ATSG)
.
Das heisst, dass die Angaben des Buchhalters im Anmeldeformular für die Abweisung des Leistungsbegehrens nicht entscheidend waren. Die Beschwerdegegnerin tätigte ihre eigenen Abklärungen zum AHV-pflichtigen Einkommen der Beschwerdeführerin im Jahr 2019 (
Urk.
2 S. 1). Ihre Schlussfolgerung, wonach die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung habe, weil sie
im Jahr 2019 kein
AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 10'000.--
abgerechnet
habe
(Urk. 2 S. 1)
, war richtig (E. 3.2.1)
.
3.2.3
Ebenso wenig
kann die Beschwerdeführerin aus ihrer Buchhaltung 2019 (Urk. 3,
Urk. 7/144/9-10) und Steuererklärung 2019 (Urk. 7/144/5-8)
etwas
zu ihren Gunsten
ableiten. Für eine Abweichung vom Einkommen, welches Grundlage für die Festsetzung der Beitragsrechnungen (
Akontorechnungen
) für das Jahr 2019 bildete, muss gemäss Rz 1065
KS
CE
ein
e definitive Steuer
veran
lagung -
nicht
lediglich eine Steuererklärung und/oder ein Buchhaltungs
abschluss -
vorliegen
(E. 1.4.1)
.
Der Vollständigkeit halber ist
sodann
zu erwähnen, dass laut Rz 1065
KS
CE
für Anspruchsberechtige, die bereits eine Entschädigung gemäss der bis zum 16. September 2020 geltenden Version der Covid-19-Verord
nung Erwerbs
ausfall bezogen haben, die Berechnungsgrundlage die gleiche bleiben würde. Dies
e Norm kommt hier
indes
nicht
zur Anwendung
, weil
die Beschwerdeführerin
nach Lage der Akten (Urk.
7/1-180) vor dem 1
7.
September 2020 keine Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung bezogen
bzw. beantragt
hat
te (vgl.
Urk.
7/131/2)
.
Die bis 1
7.
September 2020 gültig gewesenen und für die Anspruchsvor
aus
set
zungen
bis dahin möglichen
Berechnungsgrundlagen können nach dem Verord
nungswortlaut nicht
subsidiär herangezogen werden
(vgl. Verfügung vom
3.
Febru
ar 2020 betreffend persönliche Beiträge 2016,
Urk.
7/101).
3.2.4
Was das Vorbringen der Beschwerdeführerin betrifft, wonach sie ohne Corona-
Erwerbsausfallentschädigung ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen könne (Urk.
1
), ist darauf hinzuweisen, dass sie bei der Sozialhilfe Unterstützung bean
tragen kann.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
wegen erheb
licher Einschränkung der selbständigen Erwerbstätigkeit ab 1
7.
September 2020 zu Recht verneint
hat, weil die Voraussetzung gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
lit. c
der
Covid-19-Verord
nun
g
Erwerbsausfall
(
AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen
im Jahr 2019
von mindes
tens Fr. 10'000.--
) nicht erfüllt ist. Was die Beschwerde
führerin dagegen einwen
det, erweist sich als unbegründet.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.