Decision ID: 7d37efae-ca19-4058-8da0-342033e95af8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, arbeitete seit dem 1. Januar 2017 als Koch in ein
em 80 %-Pensum bei der Stiftung
Y._
und war in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) für die Folgen von Berufs- und Nichtb
erufsunfällen versichert (Urk. 8
/A1
[Unfallmeldung UVG vom 19. Februar 2019]
). Daneben war er
durchschnittlich 23.8 Wochenstunden für die
Z._
AG (Urk.
8/A5
) sowie 9.8 Wochenstunden für die
A._
AG als
Zeitungsverträger
tätig (Urk.
8/A10
, Urk. 1 S. 3)
. Am 31. Januar 2019 erlitt der Versicherte als Lenker eines
Personenwagens einen Unfall, als
er mit einem entgegenkommenden Fahrzeug
kollidierte
(Urk. 8
/A1-A2
, Urk. 1 S. 3
). Die erstbehandelnden Ärzte des
Spitals B._
diagnostizier
ten
am Unfalltag
ein Schleudertrauma mit/bei
Contusio
Capiti
s
mit Prellmarke und Exkoriation supraorbital rechts
, HWS-, BWS- und LWS-Kontusion,
Thoraxkon
tusion
dorsal linksseitig Höhe Costa X-XII sowie einer Kniekontusion rechts mit Exkoriationswunde (Urk. 9/M4). Die AXA kam
vorerst
für die Heilbe
handlung
s
kosten
auf und erbrachte
Taggeldleistungen (Urk. 8/A31,
A34
, A49
).
Nachdem die AXA das Dossier ihrem beratenden Arzt, Dr. med.
C._
, Facharzt FMH
für Neurologie, vorgelegt hatte (Stellungnahme vom 7. August 2019 [Urk. 9/
M12]),
stellte
sie
die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung infolge Errei
chens des Status quo sine
mit Verfügung vom
19. September 2019 per 31. Juli 2019 ein
und entzog einer allfälligen Einsprache d
ie aufschiebende Wirkung (Urk. 8
/A65).
Dagegen erhob der Versicherte am
17. Oktober 2019
Einsprache
(Urk. 8
/A74) und begründete diese
– unter Beilage eines Berichtes von Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin
,
vom 30. September 2019 (Urk. 9/M13) –
mit Eingabe vom 18. N
ovember 2019 (Urk. 8
/A82).
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 28. November 2019 wies die AXA den in der Einsprache gestellten Antrag auf Wiederherstellung der a
ufschiebenden Wirkung ab (Urk. 8
/A84).
Die dagegen erhobene Beschwerde
wies das
Sozialversiche
rungs
gericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 3. August 2020 ab
, soweit
es darauf eintrat
(UV.2020.00008, Urk.
8/A104).
Nachdem die AXA das Dossier ihrem be
ratenden Arzt, Dr. med.
E._
,
Facharzt FMH für Rheumatologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vorgelegt hatte (Stellungnahme vom
27. September
2020 [Urk. 9/M22]), wies sie die Einsprache mit Entscheid vom 26. Oktober 2020 ab (Urk. 2 = Urk. 8/A105)
und legte
diesem
eine Kopie der Stellungnahme von Dr.
E._
vom 27. September
2020
bei (Urk.
2
S. 11
, Urk. 9/M22
)
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 27. November 2020 Beschwerde und bean
tragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom 26. Oktober 2020 aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin anzuweisen, ein rechtskonformes
Einspracheverfahren
durc
h
zuführen. Eventuell sei durch das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich ein Gerichtsgutachten einzuholen.
Subeventualiter
beantragte der
Beschwerde
führer
die Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Be
schwerdegegnerin
(Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2021 schloss die AXA auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 7), was dem
Beschwerde
führer
mit Verfügung vom 25. Februar 2021 angezeigt wurde (Urk. 10).
Mit Ver
fügung vom 31. August 2021 wurden die Akten der Eidgenössischen Invaliden
ver
sicherung in Sachen des
Beschwerdeführer
s beigezogen (Urk. 11). Mit Ein
gabe
n
vom 29. September 2021 (Urk. 19) und
vom
18. Oktober 2021
(Urk. 20) nahmen die Parteien
– aufforderungsgemäss (Urk. 14) –
zu den beigezogenen Akten (Urk. 13)
Stellung
.
Mit Schreiben vom 20. Oktober 2021 wurden die Stel
lungnahmen den Parteien wechselseitig zugestellt (Urk. 21).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht machte der Beschwerdeführer eine Verletzung des An
spruchs
auf rechtliches Gehör geltend, da ihm die Beschwerdege
gnerin die Stel
lungnahme ihres beratenden Arztes, Dr.
E._
, v
om
27. September 2020
(vgl. Urk.
9/M22
) vor Erlass ihres
Einspracheentscheides
vom
26. Oktober 2020
n
icht vorgelegt habe (Urk. 1 S. 4-5
).
1.2
Gemäss Art. 29 Abs.
2
der Bundesverfassung
(
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung ein
grei
fenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör folgt, dass grundsätzlich sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, dass die Verfügungsadressaten vor Erlass eines für sie nachteiligen Ver
wal
tungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen können. Das Aktenein
sichts
recht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung. Die Betroffenen können sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder bezeichnen, wenn ihnen die Möglichkeit ein
geräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung gestützt hat. Das rechtliche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs
recht im Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der Versicherer, welcher neue Akten beizieht, auf die er sich in seiner Verfügung zu stützen gedenkt, grund
sätzlich verpflichtet ist, die Beteiligten über den
Aktenbeizug
zu informieren. Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrens
ausgang belanglos. Es muss vielmehr den Betroffenen selber überlassen sein, die Releva
nz der Akten zu beurteilen (BGE
132 V 387 E. 3 mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
let
zung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betrof
fene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichge
stellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
1.5
Die von der
Beschwerdegegnerin
im Rahmen des
Einspracheverfahrens
eingeholte Stellungnahme von Dr.
E._
vom
27. September
2020 wurde dem
Beschwerde
führer
zusammen mit dem
Einspracheentscheid
vom 26. Oktober 2020 zur Kennt
nis gebracht (vgl. Urk. 2 S. 11).
Da die
Beschwerdegegnerin
im
Einspracheentscheid
insbesondere auch auf die
betreffende
Stellungnahme von Dr.
E._
abstellte und ihrem Entscheid zu Grunde legte (vgl. Urk. 2
S. 6 ff.)
, ohne diese dem
Beschwerdeführer
vorgängig zuzustellen, verletzte sie sein Recht auf Akteneinsicht beziehungsweise seinen Anspruch auf rechtliches Gehör.
1.6
Zu prüfen
ist
, ob die Gehörsverletzung ausnahmsweise als geheilt gelten kann. Bevor die
Beschwerdegegnerin
am 19. September 2019 die Leistungseinstellung per 31. Juli 2019 verfügte (
Urk. 8
/A65
),
legte
sie das Dossier ihrem beratenden Arzt, Dr.
C._
,
vor
, welcher am 7. August 2019 eine Stellungnahme erstattete (Urk. 9/M12). Darin kam er zum Schluss, dass
– bei bereits vor dem Unfall vom
31. Januar 2019 in manifester Weise beeinträchtigtem Gesundheitszustand –
keine
strukturellen Veränderungen bestünden, welche durch den Unfall entstanden seien
. Eine vorübergehende Verschlimmerung durch den Unfall könne nicht ausge
schlossen werden, der Status quo sine sei
gestützt auf die klinische Erfahrung
allerdings am 31. Juli 2019 erreicht
worden
(Urk. 9/M12 S. 6).
In Übereinstim
mung dazu
schloss auch Dr.
E._
in seiner Stel
lungnahme vom 27. September 2020
auf
multiple Vorzustände, welche
durch den Unfall vom 31. Januar 2019 vorübergehend verschlimmert
worden seien
, allerdings ohne Auswirkungen auf der Strukturebene
. Der Gesundheitszustand stagniere seit dem 1. August 2019
(Urk. 9/M22
S. 9 und 13
).
Dementsprechend enthielt die Stellungnahme von
D
r.
E._
vom 27. September 2020
keine für die
Entscheidfindung
der
Be
schwe
r
degegnerin
andere Beurteilung oder entscheidende Schlussfolgerung und
liegt keine besonders schwerwiegende Gehörsverletzung vor. Dem
Beschwerdeführer
war eine Beurteilung der Sach- und Rechtslage möglich, was
sich auch dadurch zeigt,
dass er in seiner Beschwerde Einwände gegenüber der Stellungnahme von Dr.
C._
vom 7. August 2019
vortrug
(Urk. 1 S. 6-8)
, sich indessen nicht z
um Inhalt der Stellungnahme von Dr.
E._
vom 27. September 2020 äusserte (vgl. Urk. 1
; vgl. dazu nachstehend E. 5.3 in
fine
).
Im Ergebnis ist die Verletzung des Gehörsanspruches des
Beschwerdeführer
s als geheilt anzusehen, da sich dieser vor dem hiesigen Sozialversicherungsgericht vollumfänglich zur Sache äussern konnte, wobei das Gericht sowohl den Sach
verhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 135 I 279 E. 2.6.1
, Urteil des
Bundesgerichts 8C_446/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 4, jeweils mit weite
ren Hinweisen
).
2.
2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper,
die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
2.2
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
2.3
2.3
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, lieg
t die entsprechende Beweislast –
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzu
sam
menhang gegeben ist –
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bun
desgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
2.4
2.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.4.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sund
heitsschädigung herbeizufü
hren, ist nach der in BGE 115 V
133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men
wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander
seits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.4.
3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzu
führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zu
nächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzu
sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herange
zogen
werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das
Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trau
ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
2.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
trä
ger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3
.
3
.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete ihren Entscheid
gestützt auf
die Berichte ihrer beratenden Ärzte Dr.
C._
und Dr.
E._
damit, dass
vorliegend für die neuropsychologischen Funktionsstörungen ein Kausalzusammenhang zum Ereig
nis vom 31. Januar 2019 infolge Beweislosigkeit gänzlich verneint werden müsse. Betreffend die Knieproblematik rechts sei es bei Fehlen
jeglicher unfallbedingter objektivierbarer Befunde
allenfalls zu einer temporären Aktivierung de
s Vorzu
standes gekommen, welche
spätestens am 31. Juli 2019 abgeheilt gewesen sei. Allerdings gelte es darauf hinzuweisen, dass das Knie nicht direkt traumatisiert
worden sei. Die Schürfwunde habe sich unter dem Knie am Unterschenkel be
fun
den. Schlussendlich könne dieser Punkt allerdings vernachlässigt werden, da bis Erreichen des postulierten Status quo sine ohnehin keine Behandlungen am rechten Knie durchgeführt worden seien. Betreffend die geltend gemachten HWS-Beschwerden bestehe ab dem 1. August 2019 weder ein natürlicher noch ein adä
quater Kausalzusammenhang
(Urk. 2 S. 10 f. Ziff. 2.3.3)
. Der anfänglich aner
kannte Kausalzusammenhang zwischen den HWS-Beschwerden sowie der vor
über
gehenden Verschlimmerung des aktenkundigen Vorzustandes am rechten Kni
e zum Ereignis vom 31. Januar 2019 sei somit überwiegend wahrscheinlich dahin
gefallen (Urk. 2
S. 8 Ziff. 2.3.1.13
, vgl. auch Urk. 7
).
3
.2
Dahingegen vertritt der
Beschwerdeführer
den Standpunkt
, die
Beschwerde
geg
nerin
wäre
dazu verpflichtet gewesen, eine versicherungsexterne Begutachtung in Auftrag zu geben.
A
us dem
Bericht des behandelnden Arztes Dr.
D._
vom 30. September 2019
würden sich
zumindest geringe Zweifel an der Beurteilung von Dr.
C._
vom 7. August 2019
ergeben
.
Jedenfalls vermöge die
Beschwerde
gegnerin
damit den ihr obliegenden Beweis des Wegfalls des Kausalzusam
men
hangs nicht zu erbringen.
Die
Einholung einer weiteren vertrauensärztlichen Stel
lungnahme stelle
ein unzulässiges Vorgehen dar (Urk. 1
S. 5-8
)
.
4
.
4
.
1
Am Unfalltag fand eine notfallmässige Vorstellung des
Beschwerdeführer
s im
Spital B._
statt.
In ihrem Bericht vom 31. Januar 2019 stellten Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie sowie für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie med.
pract
.
G._
folgende Diagnosen (Urk. 9/M4):
-
Schleudertrauma vom 31. Januar 2019 mit/bei
-
Contusio
Capitis
mit Prellmarke und Exkor
i
ation supraorbital rechts
-
HWS-, BWS- und LWS-Kontusion
-
Thoraxkontusion
dorsal linksseitig Höhe Costa X-XII
-
Kniekontusion rechts mit Exkoriationswunde
Die Ärzte hielten fest, d
er
Beschwerdeführer
habe seit dem Unfall Schmer
zen an der gesamten Wirbelsäule
sowie Thorax- und Knieschmerzen rechts angegeben. Zudem habe er sich eine Schürfwunde am rechten Auge zugezogen. Am rechten Knie habe eine 1
x
3 cm messende Exkor
i
ation lateral
proximaler Unterschenkel bestanden, ohne Hämatom, Schwellung o
der Rötung. Es habe kein Gelenk
erguss
ausgemacht werden können
und die Patella sei leicht
druckdolent
gewesen. Über der Patella- und der
Quadrizepssehne
habe kein Druckschmerz bestanden
(Urk. 9/M4).
Dr. med.
H._
, Facharzt FMH für Radiologie und Oberarzt am
Spital B._
, ers
tellte am Unfalltag ein
Computertomogramm
(
CT
)
von
Neuro
kra
nium
, HWS, Thorax, Abdomen, BWS und LWS sowie Röntgenaufnahmen des rechten Knies.
Das
CT
habe
in Zusammenschau mit der Sonographie vom 27. November 2017 keine akuten
Traumafolgen
intrakraniell, thorakal, abdomi
nell oder
ossär
ergeben
(Urk. 9/M9).
Die Röntgenaufnahmen des rech
ten Knies zeigten keine frische
oss
äre
Läsion
und keinen Gelenk
erguss. Es wurde
n
eine me
dial betonte
Femorotibial
- sowie
Femoropatellararthrose
sowie eine verkal
kende
Ansatztendinose
der
Quadr
izepssehne
festgehalten
(Urk. 9/M9).
4
.2
Am 1. März 2019 wurde im Röntgeninstitut
I._
ein MRI des rechten Knies durchgeführt. Dr. med.
J._
, Facharzt FMH für Radiologie, hielt eine Retropatellararthrose mit
full
thickness
Knorpelläsion laterale Facette betref
fend mit s
ubkortikalen Geröllzysten, eine
beginnende Knorpeldegeneration medi
al
und
wenig Gelenkerguss fest. Der Knorpelüberzug sei
femoral
und
tibial
altersent
sprechend gewesen
. Es habe keine wesentliche
Meniscusläsion
bestanden, Kreuz
bänder und Kollate
ralbänder seien intakt gewesen
(Urk. 9/M9).
4.3
Dr. med.
K._
, Fachärztin FMH für Neurologie, hielt in ihrem Bericht vom 4. Juni 2019 fest, dass sich weder anamnestisch noch klinisch Hin
weise
auf
eine Läsion neuraler Strukturen fänden, dies in Ü
bereinstimmung mit dem MRI der H
WS vom 17. Mai 201
9.
Aus neurologischer Sicht seien somit keine weiteren Abklärungen notwendig, es werde eine weiterhin möglichst aktive phy
si
kalische Therapie empfohlen, auch im Sinne einer
Rekonditionierung
(Urk. 9/M
9).
4
.4
Dr.
C._
führte
in seiner Stellungnahme vom 7. August 2019
aus,
beim
Be
schwerdeführer
würden
multiple, teilweise
chronifizierte
Schmerzzustände und eine nicht klare axiale
Spondarthropathie
mit ISG-Arthritis, eine idiopathische
Osteochondrose
, ein schon früher bestehendes
thorako
-lumbales Schmerzsyn
drom, unklare Beschwerden am Handgelenk beidseitig rec
htsbetont
wie auch
eine
symptomatische
Femoropatellararthrose
beidseitig und eine
Epicondylopathie
radialis
und
ulnaris
beidseitig seit
einem
S
turz vom 16. Juli 2016 bestehen. D
ies nebst den
an anderer Stelle
genannten unfallfremden Diagnosen. Dr.
C._
hielt fest
, er könne sich durchaus vorstellen, dass der
Beschwerdeführer
von einer stationären Rehabilitation profitieren könne, sehe eine solche
jedoch
nicht als unfallkausal notwendig an, sondern krankheitsbedingt. Die
aktuell
beklagten Be
schwerden würden nicht mehr überwiegend wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 31. Januar 2019 stehen. Es würden
gegenwärtig
in etwa die gleichen Beschwerden wie vor dem Unfall bestehen. Durch den Unfall seien keine strukturellen Veränderungen entstanden. Die Ge
sundheit des
Beschwerdeführer
s sei bereits vor dem Unfall in manifester Weise beeinträchtigt gewesen. Eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustan
des durch den Unfall könne nicht ausgeschlossen werden. Der Status quo sine sei gestützt auf die klinische Erfahrung allerdings am 31. Juli 2019 erreicht g
ewesen.
Unfallkausal sei eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben
(Urk. 9/M
12
S. 6 f.
)
.
4
.5
In seinem Bericht vom 30. September 2019 führte Dr.
D._
aus
, der
Beschwer
deführer
leide seit dem Unfall an wechselnden Nacken
-
und Kopfschmerzen, die vorher nicht in dieser Intensität
vorgelegen
hätten
.
Er
werde
in der Universi
täts
klinik
L._
in der Abteilung Chiropraktik behandelt, zudem fänden
gleichen
orts
regelmässige Kontrollen auf der Rheumatologie
sowie
Physiotherapie statt. Trotzdem sei es nicht zu einer Beruhigung der Situation gekommen. Der Vorzu
stand sei somit nicht eingetreten. Zudem leide der
Beschwerdeführer
an ver
stärkten Knieschmerzen nach dem direkten Trauma mit Hautverletzung. Beson
ders störend seien ein Schwindel, der in letzter Zeit verstärkt aufgetreten sei, sowie Konzentrationsstörungen, die den
Beschwerdeführer
sogar bei den Haus
halts
arbeiten beeinträchtigten. Der
Beschwerdeführer
klage auch über vermehrte Vergesslichkeit. Die Familienangehörigen würden wahrnehmen, dass er verein
barte Tätigkeiten zuhause nicht ausführe oder nicht ausführen könne, dies führe zu Spannungen und Konflikten. Der
Beschwerdeführer
berichte auch, dass er in den letzten Wochen
verstärkt reizbar
gewesen
sei
.
Seitens
der Rheumatologie
der Universitätsklinik
L._
sei der
Beschwerdeführer
nun zur neurokognitiven Abklärung am
Universitätsspital
M._
angemeldet
worden
. Dr.
D._
hielt fest
, aus seiner Sicht
sei es
nicht gerechtfertigt, den Unfall so abzuschliessen. Der
Beschwerdeführer
habe vor dem Unfall noch regelmässig gearbeitet, dies sei sei
t dem Unfall nicht mehr möglich.
E
s bestehe eine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit und der Gesundheit
(Urk. 9/M13)
.
4
.6
Im
Bericht
der Klinik für Neurologie des
Universitätsspitals M._
zur n
europsychologische
n
Unter
suchung
vom 8. April 2020
wurde festgehalten,
die Befunde würden auf eine aktuell leichte bis mittelgradige neuropsychologische Funktionsstörung mit
fronto
-subkortikalen Dysfunktionen hindeuten
. Diese Funktionsstörung könne grundsätzlich mit dem
cervikalen
Beschleunigungstrauma in Zusammenhang stehen, insbesondere unter Berücksichtigung der
Fatiguesymptomatik
, welche die formalen Befunde noch etwas akzentuieren dürfte. Zusätzlich leistungsmindernde Einflüsse aufgrund der geringen Schulbildung, der
Fremdsprachigkeit
, dem frem
den Kulturkreis und der psychischen Belastung durch das Unfallereignis sowie durch die chronische Schmerzbelastung könnten nicht ausgeschlossen werden. Gemäss den Kriterien zur Bestimmung des Schweregrades einer neuropsycho
logischen Funktionsstörung liege eine leichte bis mittelgradige neuropsycho
lo
gische Störung vor, die einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % bis 50 %
entspreche
(Urk. 9/M21).
4
.7
Dr.
E._
hielt in seiner Stellungnahme vom 27. September 2020 fest
, aufgrund
der Feststellungen zum Zeitpunkt des Erstbefundes und d
er neurologischen Un
ter
suchung vier
Monate später könne davon ausgegangen werden, dass durch das
Ereignis vom 31. Januar 2019 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weder struk
turelle noch funktionelle Neurodefizite verursacht worden seien. Auch
mus
ku
loskelettale
Strukturdefizite traumatischer Art seien aufgrund der verschie
denen Abklärungen ausgeschlossen
. Dagegen bestehe ein umfangreicher rheuma
to
lo
gischer Vorzustand mit verschiedenen Diagnosen.
Unter anderem bestehe eine
HLA-B27 negative axiale
Spondylarthropathie
mit Symptombeginn im Februar 201
3
.
Ausgehend von dieser chronischen Erkrankung stünden die festgestellten Beschwerden
im Bereich des rechten Fusses, des linken Fusses, des Beckenrings, der drei Wirbelsäulenabschnitte, der
Sternoklavikulargelenke
, der sternalen
Syn
chondrosen
und der
Acromioclaviculargelenke
im Zusammenhang mit dieser Erkran
kung. Daneben bestünden degenerative Veränderungen der Hals
-
und der Brustwirbelsäule und ein Zustand nach Deckplattenimpression des 6. Brustwir
bel
körpers (Erstdiagnose 1. Mai 2010). Dazu kämen rezidivierende Arthralgien, vor allem im Bereich der Handgelenke und der Sprunggelenke, die von der Uni
versitätsklinik
L._
in einen
Zusammenhang mit der axialen
Spondylarthro
pathie
beziehungsweise einer entzündlich rheumatischen Erkrankung gestellt würden
. Am rechten Handgelenk bestünden posttraumatische Veränderungen bei Status nach distaler Radiusfraktur vor 30 Jahren und erfolgter Operation nach
Sauve
Kapandji
vom 15. April 200
8.
In den Berichten würden seit dem 17. Juni 2010 auch regelmässig
myofasziale
Schmerzen des Nackens- und des Schulter
gürtels festgehalten. Im Bereich der Kniegelenke sei seit Mai 2012 eine
Femoropa
tel
lar
arthrose
beidseits bekannt. Kniebeschwerden
seien
ers
tmals am 18. Mai 2010
berichtet und
bereits
früher ausgiebig bildgebend abgeklärt worden, unter ande
rem seien im Jahr 2016 Kniegelenkspunktionen im Rahmen eines aktivierten Schubes erfolgt. 2016 sei eine konventionell-radiologische Abklärung erfolgt, die einen Befund mit Hinweisen auf die bereits damals vorliegende
Patellofe
moral
arthrose
gezeigt habe. Die im MRI vom 1. März 2019 festgestellte
Chondromalazie
in der lateralen
retropatellären
Facette sei in klassischer Weise typisch
für einen degenerativen Vorgang in diesem Gelenk mit entsprechenden reaktiven bezie
hungs
weise ödematösen Weichteilreaktionen. Es hätten sich zudem degenerative Veränderungen auch am
femorotibialen
Gelenk und am Ansatz der
Quadrizeps
sehne
gezeigt. Es werde hier nicht überwiegend deutlich das Bild einer frischen Kontusionsfolge dargestellt. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass der
Beschwerde
führer
die erlittene Verletzung unterhalb des rechten Knies und nicht direkt am Knie selber lokalisiert habe. Zusätzlich seien verschiedene
Tendinopathien
und eine chronische
Epicondylopathia
humeri
radialis
und
ulnaris
seit 2016 bekannt. Es würden auch noch weitere internistische Diagnosen bestehen. Es sei davon aus
zugehen, dass dieser degenerative beziehungsweise entzündliche rheumatisch bedingte Vorzustand mit unterschiedlichen Ausprägungen in verschiedenen Be
schwer
deregionen einen eigenständigen chronischen Verlauf nehme, und zwar bereits vor dem Ereignis vom 31. Januar 201
9.
Es sei auch durchaus nachvoll
ziehbar, dass jenes Ereignis diese Vorzustände vorübergehend verschlimmert habe,
allerdings ohne Auswir
kungen auf der Strukturebene. Im
Kontext der vorüberge
henden
Verschlimmerung sei auch die im Rahmen des Ereignisse
s vom 31. Januar 2019 festgestellte Aktivierung der
Patellofemoralarthrose
zu sehen
. Wären aller
dings richtung
gebend verschlimmerte strukturelle Verletzungen aufgetreten, wären
fokal
exazerbierte
Schmerzzustände, die sich von den Grundbeschwerden abhe
ben, zu erwarten gewesen und insbesondere wären diese bildgebend erfasst wor
den. Unter Umständen wäre der
Beschwerdeführer
in einer solchen Situation nach dem Ereignis nicht bereit
s
nach fünf
Stunden aus der Notfallstation wieder entlassen, sondern stationär
unfalltraumatologisch
behandelt worden. Eine bleibende beziehungsweise richtunggebende Verletzung liege nicht vor, so dass die traumatisch bedingte Verschlimmerung ausschliesslich
distorsionell-kontu
sio
nell
und somit vorübergehend gewesen sei. Der ausgiebigen
traumatologischen
Literatur zufolge heilten derartige Fol
gen in der Regel innerhalb von drei
Monaten aus beziehun
gsweise seien spätestens nach sechs
Monaten ausgeheilt. Dies gelte für die Zustände im
myofaszialen
Bereich, in den Kniegelenken und in der
kraniozervikalen
Region. Mit einer unf
allkausalen Verlaufsdauer von sechs
Monaten werde auch dem Umstand Rechnung getragen, dass
die strukturellen
Verhältnisse im
kraniozervikalen
Bereich
durch ein Ereignis vom 14. August 2002
mit Schädel
kontusion und einem leichten
Schädel-Hirn-Trauma (ohne neuro
stru
k
turelle Folgen), durch eine erste Distorsion der Halswirbelsäule nach Treppen
sturz vom 19. Januar 2009 und durch eine zweite Distorsion der Halswirbelsäule bei einem Verkehrsunfall vom 15. Juni 2010 möglicherweise bereits
fragilisiert
ge
wesen seien
. Daraus ergebe sich, dass der S
tatus quo sine mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit am 31. Juli 2019 erreicht worden
sei
. Die danach gemeldeten Beschwerden seien mit den mehrfach prätraumatischen Zuständen vergleichbar und erklärbar
(Urk. 9/M22
S. 8 f.
).
5.
5.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich in medizinischer Hinsicht auf die Beurtei
lungen
ihrer beratenden Ärzte
vom 7. August 2019 und vom 27. September 2020,
welche
– was
den
Beweiswert anbelangt – Berichten von versicherungsinternen Ärzten grundsätzlich gleichzusetzen sind
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_
646/2019 vom 6. März 2020 E. 4.3 mit Hinweis
)
. Dr.
C._
und Dr.
E._
gingen
in den betreffenden Berichten
davon aus
, dass beim
Beschwerdeführer
ein ausgeprägter Vorzustand bestand
en habe
, der Unfall vom 31. Januar 2019 zu keinen struktu
rellen Verä
nderungen geführt habe und der S
tatus quo sine
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
am 31. Juli 2019 erreicht worden sei
(E. 4.4, E. 4.7).
Ihre
Stellungnahmen
beruhen auf fundierten Aktenkenntnissen (Urk. 9/M12 S. 1-6, Urk. 9/M22 S. 1-7). Die Ärzte haben
sodann
die medizinischen Zusammenhänge schlüssig dargelegt und ihre Beurteilung der medizinischen Situation leuchtet
ein (Urk. 9/M12 S. 6-7, Urk. 9/M22
S. 7-14).
Insbesondere steht die Einschätzung von Dr.
C._
und Dr.
E._
, wonach der Unfall vom 31. Januar 2019 zu keinen
strukturellen Verletzungen geführt habe, im Einklang mit der umfangreichen zeit
nah zum Unfall erstellten Bildgebung (CT
Neurokranium
, HWS, Thorax, Abdo
men,
BWS, LWS vom 31. Januar 2019 [E. 4.1]; Röntgen Knie rechts vom 31. Janu
ar 2019 [E. 4.1]; MRI Knie rechts vom 1. März 2019 [E. 4.2]; MRI Ganzkörper vom 6. Mai 2019 [Urk. 9/M9]; MRI HWS vom 17. Mai 2019 [Urk. 9/M9]), was von Seiten des
Beschwerdeführer
s denn auch nicht in Zweifel gezogen wurde.
Damit erfüllen die Stellungnahmen
von Dr.
C._
und Dr.
E._
die
formellen Vor
aus
setzungen an eine beweiskräftige medizin
ische
Entscheidgrundlage
(E. 2.5
).
5.2
Folgt man dem
Beschwerdeführer
, so
kommt der Aktenbeurteilung von Dr.
C._
vom 7. August 2019 keine Beweiskraft zu und
ist gestützt auf die vorliegende Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Kausal
zu
sammenhang zwischen dem Unfall vom 31. Januar 2019 und den über den 31. Juli 2019 hinaus bestehenden Beschwerden
weggefallen ist.
D
er
Beschwerde
führer
stützt sich
dabei auf
den Bericht von
Dr.
D._
vom 30. September
2019
(Urk. 1 S. 6-8).
Soweit sich Dr.
D._
auf vor dem Unfall geringer ausgeprägte Nacken-, Kopf- und Knieschmerzen beruft,
lässt
er sich einerseits von der unzu
lässigen Beweismaxime «
post
hoc ergo
propter
hoc» leiten, woraus beweisrecht
lich kein natürlicher Kausalzusammenhang abzuleiten ist (
BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts
8C_772/2019
vom 4. August 2020 E. 4.2.2 mit Hinweisen)
. Andererseits bestätigt er dadurch den
– sich auf die ausführliche zeitnah zum Unfallereignis erstellte Bildgebung stützenden (Urk. 9/M9) –
Schluss von Dr.
C._
auf einen symptomatischen Vorzustand.
Dass
behandlungs
be
dürftige
Beschwerden am Nacken bereits vor dem Unfall bestanden, hatte der
Beschwerdeführer
sodann bereits im Rahmen der Erstkonsultation
im
Spital B._
vom Unfalltag
angegeben (Urk. 9/M3
S. 2
).
Ferner ist anzumerken, dass der
Beschwerdeführer
bereits in seiner Anmeldung zum Leistungsbezug bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 21. April 2011 (Eingangsdatum) auf starke Schmerzen an Schulter, Arm, Händen sowie am Knie und der Wirbelsäule und auf eine Arthrose hingewiesen hatte (Urk. 13/3/7).
Einem direkten Anpralltrauma am rechten Knie, womit Dr.
D._
die verstärkten Knieschmerzen erklärt (vgl. E. 4.5), steht der Bericht des
Spitals B._
vom 31. Januar 2019
entgegen, worin eine Hautabschürfung am proximalen Unter
schenkel, nicht jedoch am Knie selber festgehalten wurde (Urk. 9/M4
S. 2
). Gegen eine Unfallkausalität der Kniebeschwerden spricht
schliesslich
auch die Aussage des
Beschwerdeführer
s anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung vom 8. April 2020, wonach er die Arbeit als Küchenchef aufgrund von Arthrose nicht mehr habe ausführen können und er danach bis zum Unfall in der Küche eines kleinen Altersheims als Koch in einem 80 %-Pensum gearbeitet habe (Urk. 9/M21
S. 1
, vgl. dazu auch den Bericht von Dr. med.
N._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 7. März 2019, wo
rin
ebenfalls eine vorbe
stehende Arthrose festgehalten wurde [Urk. 9/M2]).
Insgesamt lässt sich dem
Bericht
von Dr.
D._
vom 30. September 2019
keine nachvollziehbare
Begründung dafür
entnehmen
, inwiefern die über den verfügten Fallabschluss hinaus bestehenden Beschwerden trotz Fehlen
s
von durch den Unfall verursachten strukturellen Veränderungen überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sein sollen. Obwohl auch Dr.
D._
eine Vielzahl an vorbeste
henden Leiden aufführte und einen ausgeprägten Vorzustand nicht in Abrede stellte
(vgl. in diesem Sinne auch die Ber
ichte der behandelnden Ärzte der
Universitäts
klinik
L._
[Urk. 9/M5,
9/
M8
,
9/
M9
])
, äusser
te er sich nicht
konkret
dazu, inwiefern sich seine
Traumagenese
ungeachtet
dessen –
und im Widerspruch zur Einschät
zung von Dr.
C._
–
rechtfertige. Damit liegen keine konkreten und differen
zierten Einwände des behandelnden Arztes vor, welche geeignet sind, zumindest geringe Zweifel an der Beurteilung des beratenden Arztes der
Beschwerde
geg
nerin
zu erwecken. Vor diesem Hintergrund ist entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführer
s (Urk. 1 S. 6
) nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegeg
nerin
das Dossier erneut einem beratenden Arzt zur Stellungnahme unterbreitete und
darauf verzichtete, ein
externes Gutachten ein
zuholen
(
Urteil des Bundes
gerichts 8C_679/2016 vom 7. Dezember 2016 E. 3.3.1
mit Hinweis auf das
Urteil des Bundesgerichts 8C_800/2011 vom 31. Januar 2012 E. 3.3).
In Anbetracht
dessen
, dass im Bericht von Dr.
D._
erstmals Schwindel und Konzentra
tions
schwierigkeiten, Vergesslichkeit und Reizbarkeit erwähnt werden (E.
4.5
)
, es sich dabei aber nicht um fachärztlich erhobene objektive Befunde handelt
(vgl. auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 3. August 2020 UV.2020.00008 [Urk. 8/A104 S. 8
E.
4.3.1])
, welche sich konkret und differenziert gegen die Beurteilung des
beratenden
Arztes aussprechen, hat die
Beschwerdegegnerin
dem Untersuchungs
grundsatz mit der Einholung einer weiteren Aktenbeurteilung
eines beratenden Arztes
hinreichend Rechnung getragen. Dies
hat umso mehr zu gelten, als vor
liegend ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fach
ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2020 vom
3. September
2020 E.
4.3
mit Hinweisen).
5.3
In seiner Stel
lungnahme vom 27. September 202
0
nahm
Dr.
E._
im Einzelnen
dazu Stellung, inwiefern beim
Beschwerdeführer
ein umfangreicher rheumato
logischer Vorzustand bestanden hatte. Gestützt darauf
folgerte
er
,
der degenera
tive beziehungsweise entzündlich rheumatisch bedingte Vorzustand mit unter
schiedlichen Ausprägungen in verschiedenen Beschwerderegionen
habe
bereits vor dem Ereignis vom 31. Januar 2019 einen eigenständigen chronischen Verlauf genommen
.
Eine
richtunggebende Verschlimmerung
des Vorzustandes verneinte Dr.
E._
in schlüssiger Weise damit, dass keine strukturellen Veränderungen hätten erhoben werden können
und fokal
exazerbierte
Schmerzzustände nicht dokumentiert seien
(E. 4.7)
.
Auch in Bezug auf die von Dr.
D._
erwähnten
neu
ropsychologischen Defizite erachtete Dr.
E._
einen
Kausalzusammenhang
nicht
als
gegeben
.
Er begründete dies damit,
dass
die unspezifischen Symptome
in den ereignisnahen sowie den unmittelbar
darauf folgenden
medizinischen Berichten nicht festgehalten worden
seien
und auch die Bildgebung keine
neuro-trauma
tologische
n
Defizite belege
(
Urk. 9/M22 S. 14
)
, was sich mit Blick auf die Vor
akten
bestätigt (Urk. 9/M4-
M5,
9/M8-
M9)
.
So hatte
insbesondere
auch Dr.
K._
in ihrem Bericht vom 4. Juni 2019 festgehalten
,
weder anamnestisch noch klinisch
fänden sich
Hinweise auf eine Läsion neuraler Strukturen, was in Übereinstimmung mit dem MR
I der HWS vom 17. Mai 2019 stehe
. Weitere Abklärungen aus neurologischer Sicht erachtete
sie
als nicht erforderlich (E. 4.3
). In seine Beurteilung eines fehlenden Kausalzusammenhangs der neuropsycho
logischen Defizite
zog Dr.
E._
auch den Bericht der Klinik für Neurologie des
Universitätsspitals M._
vom 8. April 2020 mit ein, worin eine aktuell leichte bis mittelgradige neu
ropsychologische Funktionsstörung festgehalten wurde
(E. 4.6)
. Dass Dr.
E._
einen Kausalzusammenhang auch diesbezüglich verneinte und weitere Abklä
rungen nicht als erforderlich erachtete,
erweist sich vor dem Hintergrund, dass die Berichterstatter
des
Universitätsspitals M._
einen Kausalzusammenhang bloss als möglich
,
nicht indes als überwiegend wahrscheinlich bezeichneten (E. 4.6, vgl. auch E. 2.3), und auch angesichts der langen Latenzzeit der augen
fällig
insbesondere unter dem Eindruck der Leistungseinstellung geltend gemachten neuropsychologischen Be
schwerden als nachvollziehbar.
Entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers
(Urk. 20)
vermag auch
das
bei den
beigezogene
n IV-Akten
liegende
polydisziplinäre Gutachten der
O._
AG vom 5. Februar 2021 die Beurteilungen
der beratenden Ärzte der Beschwerde
gegnerin
nicht in Frage zu stellen.
So gehen die gutachterlichen Abhandlungen – soweit sie sich überhaupt auf den Unfall
vom 31. Januar 2019
beziehen – inhaltlich nicht über eine von Seiten des
Beschwerdeführer
s
nach dem Unfall
geklagte Schmerzzunahme im Nacken-/Schulter- und Armbereich
hinaus
(
Urk. 13/196/77, 13/196/80
-81
, vgl. auch Urk. 20
)
, was
beweisrechtlich nicht ge
nügt, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen natürlichen Kausalzu
sammenhang schliessen zu können
(vgl. dazu bereits obige E. 5.2 [
«
post
hoc ergo
propter
hoc»
])
.
Objektive Befunde – insbesondere mit dem Unfall eingetretene strukturelle Veränderungen –, welche
für
eine Unfallkausalität der über den 31. Juli 2019 hinaus geklagten Beschwerden
spr
ä
chen, lassen
sich
auch
dem Gut
achten nicht entnehmen.
Vielmehr
wird
darin
der von Dr.
E._
und Dr.
C._
beschriebene
ausgeprägte Vorzustand bestätigt. So verwiesen die Gutachter auf eine
lange
und umfangreiche
Vorgeschichte mit multiplen Verletzungen und Beschwerden am Bewegungsapparat
seit mindestens 1989
sowie nachgewiesenen degenerativen Veränderungen
an verschiedenen Gelenken
(
Urk.
13/196/16,
13/196/20-22,
13/196/77-
81
)
.
Die
aus
somatisch-rheumatologischer Sicht vor
wie
gend
bestehend
en
muskuläre
n
Beschwerden im Nackenbereich und im Schul
ter
gürtel rechts
seien
erstmals 2002 aufgetreten und seither immer wieder in der Krankengeschichte des
Beschwerdeführer
s aufgetaucht
, wobei es nach dem
A
kze
leratio
ns-D
ezel
erati
o
ns
trauma
beim Autounfall
vom 31. Januar 2019 zu einer erneuten Exazerbati
on
dieser Beschwerden
gekommen sei
(Urk. 13/196/20
, 13/196/77
).
Zu den ausserhalb der invalidenversicherungsrechtlichen Fragestel
lung liegenden Aspekten der Unfallkausalität und des Erreichens des S
tatus q
u
o sine äusserten sich die Gutachter indes nicht.
Anzumerken bleibt, dass der
Beschwerdeführer
g
egenüber der Stellungnahme von Dr.
E._
vom 27. September 2020 keine
materiellen
Einwände
erhob
, obwohl ihm dies im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ohn
e
Weiteres
mög
lich gewesen wäre
respektive sich
in Anbetracht
der geltend gemachten Gehörs
verletzung
(vgl. dazu E. 1)
geradezu aufgedrängt hätte.
5.4
Zusammengefasst
steht
der
Einschätzung
der beratenden Ärzte der
Beschwerde
gegnerin
, wonach der U
nfall vom 31. Januar 2019 bloss
eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes
bis zum Erreichen des Status quo sine
per 31.
Juli 2019
bewirkt hat, keine begründete
abwei
chende medizinische Beurteilung entgegen und sind auch im Weiteren keine Gründe dafür auszumachen, um dieselbe in Frage zu stellen.
Bei dies
er Aktenlage
sind weiter
gehende medizinische Erhebungen
nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
5.5
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf und ist aber davon aus
zugehen, dass durch den Unfall lediglich ein Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer nur Leistungen für das un
mittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen und es entfällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Urteile
des
Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai
2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom
30. September
2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 un
d 4).
G
estützt auf
die versicherungsmedizinische
n
Aktenbeurteilung
en
von
Dr.
C._
vom 7. August 2019 und von Dr.
E._
vom 27. September 2020
hat die Unfall
versicherung den Beweis dafür erbracht, dass die unfallbedingten Ursachen
nach dem 31. Juli 2019
ihre kausale Bedeutung verloren haben (vgl.
dazu
Urteil des Bundesgerichts 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012
E. 2
mit Hinweisen).
Danach sind die geklagten Beschwerden au
f den
ausgeprägten
Vorzus
tand zurückzu
führen (vgl. E. 2.3
.2
).
6.
6.1
Selbst
wenn im Zeitpunkt des durch die
Beschwerdegegnerin
vorgenommenen
Fallabschlusses vom 31. Juli 2019 eine natürliche Kausalität gegeben wäre, müsste
, wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, die Adäquanz des Kausal
zusammenhangs verneint werden
.
D
ie
Beschwerdegegnerin
ist im
angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 26. Oktober 2020
zu Recht davon ausgegangen, dass
die vom
Beschwerdeführer
über Ende Juli 2019 hinaus geklagten Beschwerden nicht einem organisch hinreichend objektivierbaren unfallbedingten Substrat zu
zu
ordnen sind (Urk. 2 S. 8 ff.).
Sodann hielt sie dafür
, dass die Adäquanzprüfung nach der mit BGE 117 V 359 begründeten und mit BGE 134 V 109 präzisierten sogenannten Schleudertrauma-Praxis zu erfolgen hat (Urk. 2 S. 9 Ziff. 2.3.2.3). Ob diese Auffassung zutrifft oder ob die Adäquanz
nach den Kriterien von BGE
115 V 133 (sogenannte Psycho-Rechtsprechung)
zu beurteilen ist, kann an dieser Stelle dahingestellt bleiben
, zumal auch die Beurteilung nach der für den
Be
schwerdeführer
günstigeren
Schleudertrauma-
Praxis
(vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_156/2016 vom 1. September 2016 E. 4.2 mit Hinweis)
zur Verneinung der Adäquanz führt.
6.2
Im Hinblick auf die Adäquanzprüfung ist zunächst die Schwere des Unfallereig
nisses zu würdigen.
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfall
geschehen zugeordnet werden können (BGE 13
4 V 109 E. 10.1, 115 V 133
E. 6,
Urteil des Bundesgerichts
8C_609/2020 vom 18. März 2021 E. 3.4
).
Die Beschwer
degegnerin ist von einem mittelschweren
Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ausgegangen und begründete dies damit, dass der Einsprecher eine Frontalkollision bei
einer Geschwindigkeit von circa
30 km/h erlitten habe (Urk. 2
S. 9 Ziff. 2.3.2.5).
Der Beschwerdeführer vertritt dahingegen den Standpunkt, vor
liegend
sei
davon auszugehen, dass der Unfallgegner mit circa 50 km/h unter
wegs gewesen sei und er
selber
mit circa
30 bis 40 km/h. Folglich sei der Unfall den mittelschweren Ere
i
gnissen im engeren Sinne
zuzuordnen (Urk. 1 S. 8 f.).
Der Unfallmeldung vom 19. Februar 2019 lässt sich zum Unfallhergang ent
neh
men
, dass der
Beschwerdeführer
eine Frontalkollision erlitt, da das entgegen
kom
mende Fahrzeug die Vortrittsregel nicht beachtet hat (
Urk. 8/A1).
Im
«
Doku
men
tationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungs
trauma
»
wurde festgehalten, der
Beschwerdeführer
habe einen Autounfall mit 30
bis 40 km/h erlitten. Der
Beschwerdeführer
habe angegeben, dass er Fahrer gewesen sei und sich eine Seitenkollision zugetragen habe. Es sei zu einem Kopf
anprall an der Kopfstütze gekommen. Auf die Kollision sei er gefasst gewesen. Die Kopfstellung sei gerade gewesen und er habe sich in einer aufrechten Sitz
position befunden. Den Sicherheitsgurt habe er getragen und der Airbag sei aus
gelöst worden.
Er sei nicht bewusstlos geworden und es würde keine Gedächtnis
lücke bestehen. Es sei
en Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit sowie
eine Angst- und/oder Schreckreaktion eingetreten (Urk.
9/M3
).
Gegenüber den erstbehandelnden Ärzten des
Spitals B._
gab der
Beschwerdeführer
am Unfalltag an, er habe mit einem PW und einer Geschwindigkeit von circa 30 km/h einen Verkehrsunfall mit einem anderen PW gehabt (Urk. 9/M4). Dem Bericht von Dr.
K._
vom 4. Juni 2019 lässt sich zum Unfallhergang entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
als Lenker des eigenen Wagens, angegurtet und mit ange
pass
ter Kopfstütze, von einem entgegenkommenden Wagen links vorne ange
fah
ren
worden sei (Urk. 9/M9).
Aus dem Aktenauszug der Stellungnahme von Dr.
C._
vom 7. August 2019 geht hervor, dass der
Beschwerdeführer
auf einer Strasse fuhr, als ein vortrittsbelasteter Linksabbieger
seine
Fahrbahn blockiert habe. Die Fahrzeuge seien frontal kollidiert beziehungsweise vorne links am Fahrzeug des
Beschwerdeführer
s. Beide Fahrzeuge seien als technischer Totalschaden abge
schrie
ben worden (Urk. 9/M12 S. 1 [31.01.2019]).
Anlässlich der neuropsycholo
gischen Untersuchung vom 8. April 2020 führte der
Beschwerdeführer
zur Unfall
anamnese
aus, er sei bei G
rün über eine Kreuzung gefahren, als ein entgegen
kommendes Fahrzeug seine Vorfahrt missachtet habe und in ihn gefahren sei (Urk. 10/M21).
Im Aktenauszug des neurologischen Gutachtens vom 27. Septem
ber 2020 wird die Einvernahme des
Beschwerdeführer
s durch die Kantonspolizei Zürich am
Unfalltag zitiert. Bezüglich des
Unfallhergang
s
geht daraus hervor, der
Beschwerdeführer
habe beschleunigt
, nachdem die Ampel auf Grün
g
eschalt
et habe. Er sei
circa 30 bis 40 km/h gefahren
,
als er plötzlich ein Fahrzeug auf sich zukommen gesehen habe und es zur Kollision gekommen sei. Es habe einen lauten Knall der Airbags gegeben und er habe dann nicht mehr viel gesehen. Aufgrund heftiger Schmerzen
im Bereich des rechten Beins
habe er nicht aus
steigen können. Der
Beschwerdeführer
habe angegeben, zu glauben, dass er be
wusstlos gewesen sei, habe dies aber dadurch relativiert, dass er gemeint habe, ein «bisschen benebelt von den Airbags» gewe
sen zu sein (Urk. 13/196/87
).
Mit Blick auf die Aktenlage ist somit erstellt, dass der
Beschwerdeführer
mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 km/h geradeaus fuhr,
mit dem Unfallgegner fron
tal-seitlich kollidierte und es sich dementsprechend nicht um eine eigentliche Frontalkollision
ge
handelt
hat
, bei welcher die Geschwindigkeit
en
beider Fahr
zeuge
zur Beurteilung der Wucht des Aufpralls
gewissermassen
zu addieren
sind
(vgl. in diesem Zusammenhang die gestützt auf die Akten zutreffende Rekon
struk
tion des Unfallhergangs durch die
Beschwerdegegnerin
[Urk. 7 S. 6 Ziff. 4])
.
Angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt der Verkehrsunfall vom
31. Januar 2019 somit gesamthaft betrachtet höchstens ein mittelschweres Un
fall
ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen dar
(
vgl.
etwa
Urteile des
Bundesgerichts 8C_493/2018 vom 12. September 2018 E. 5.3.1, 8C_791/2014 vom
1. April 2015 E. 4.2,
8C_190/2009 vom 3. September 2009 E. 6.2
;
vgl. dahingegen die
vom Bundesgericht als mittelschwere
Unfälle im
engeren Sinne qualifizierten
Unfallereignisse
im
Urteil
8C_212/2019 vom 21. August 2019 E. 4.2.2).
Die Adäquanz eines allfälligen natürlichen Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn eines der massgebe
nden Adäquanzkriterien (E. 2.4.3
) in besonders ausgeprägter Weise oder vier dieser Kriterien in einfacher Form erfüllt
wären
(Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 5.2 mit Hin
weisen).
6.3
Der Unfall vom 31. Januar 2019 ereignete sich unbestrittenermassen weder unter besonders dramatischen Begleitumständen noch war er von besonderer Eindrück
lichkeit. Ebenfalls steht gestützt auf die Akten ausser Frage, dass die beiden Kri
terien der ärztlichen Fehlbehandlung, we
lche die Unfallfolgen erheblich
ver
schlim
merte, und der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen – eine solche kann praxisgemäss nicht bereits aus der Diagnose einer HWS-Dis
torsion oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung abgeleitet werden (BGE 134 V 109 E. 10.2.2) – nicht gegeben sind
.
Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung
ist objektiv und nicht aufgrund des Empfindens der versicherten
Person
zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_970/2008 vom 30. April 2009 E. 5.4).
Im Falle des
Beschwer
deführer
s
kann nicht von einer fortgesetzten und belastenden ärztlichen Behand
lung ausgegangen werden, zumal Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen im Rahmen dieses Kriteriums nicht zu berücksichtigen sind und auch die nebst der medikamentösen Behandlung zur Anwendung gelangenden physio
therapeutischen Massnahmen
(vgl.
Urk. 9/M1, 9/M7,
13/
196/72, 13/196/
92, 13/196/104, 13/196/120 f.)
nicht
auf eine fortgesetzte ärztliche Behandlung schliessen lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_234/2011 vom 4. Juli 2011 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
Da eine stationäre Behandlung unfallversiche
rungs
recht
lich nicht indiziert war (Urk. 9/M12 S. 6, Urk. 9/M22 S. 13) und
in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.4)
insgesamt kaum belastende Behandlungen stattgefun
den haben, kann
auch nicht auf erhebliche Beschwerden geschlossen werden
.
Besondere Gründe, welche zur Bejahung des Kriteriums des schwierigen Hei
lungs
verlaufs und/oder der erheblichen Komplikationen, welche die Heilung beein
trächtigten, erforderlich wären, sind nicht auszumachen. So stellen weder die Einnahme vieler Medikamente noch die Durchführung verschiedener Therapien sowie der Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerde
freiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnte, Faktoren dar, welche zur Bejahung dieses Kriteriums genügten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_234/2011 vom 4. Juli 2011 E. 5.3).
Ebenfalls
nicht erfüllt ist
beim
Beschwerdeführer
schliesslich
das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen
,
zumal ledig
lich die Zeit bis zum 31. Juli 2019 massgebend ist
.
Die Tatsache, dass er
seine
angestammte
Tätigkeit als Hilfskoch
ab dem 1. Juli 2019
teilweise
wiederaufge
nommen
hat
(Urk. 13/196/36)
, geht dabei nicht über das hinaus, was von einer versicherten Person im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht
zumutbarer
weise
erwartet werden kann.
Demnach ist von den sieben massgebenden Adäquanzkriterien keines
erfüllt
(vgl. auch Urk. 2 S.
10 Ziff. 2.3.
2.6), was vom Beschwerdeführer denn auch nicht in Abrede gestellt wurde (vgl. Urk. 1 und Urk. 20)
. Das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 31. Januar 2019 und den nach dem 31. Juli 2019 noch geklagten Beschwerden ist deshalb zu verneinen.
7.
Nach dem Gesagten
erweist sich die Leistungseinstellung per 31. Juli 2019 als rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.