Decision ID: c9bb625c-0850-4e3c-808b-b28e548c05e3
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 13.04.2015 Art. 43. Abs. 1 ATSG. Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, da der rechtserhebliche Sachverhalt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. April 2015, IV 2013/53).
Entscheid Versicherungsgericht, 13.04.2015
Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Marie
Löhrer; Gerichtsschreiberin Lea Locher
Entscheid vom 13. April 2015
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rohner thurnherr wiget & partner,
Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Dezember 2010 zur Früherfassung bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Er gab an, wegen eines Bandscheibenvorfalls (seit
April 2008) und Asthma arbeitsunfähig zu sein. Seit dem 1. Juli 2009 sei er arbeitslos.
Zuvor habe er zwei Jahre lang als Schichtarbeiter bei der B._ AG gearbeitet. Laut
einem beigelegten Bericht von Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 14.
August 2010, seien dem Versicherten mittlere oder schwerere körperliche Tätigkeiten
wegen eines Rücken- und Bandscheibenleidens nicht mehr zumutbar (IV-act. 2). Am
13. Januar 2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, sich bei der IV anzumelden
(IV-act. 4). Der Versicherte meldete sich fristgerecht am 17. Januar 2011 für
Massnahmen für die berufliche Eingliederung an (IV-act. 5). Er gab an, in D._
aufgewachsen zu sein. Von 1992 bis 1996 habe er in E._ ein Studium in
Lebensmittelchemie absolviert und von 1997 bis 1998 in D._ als Lehrer gearbeitet.
A.b Anlässlich eines telefonischen Gesprächs vom 8. Februar 2011 mit RAD-Ärztin
Dr. med. F._ berichtete Dr. med. G._, Allgemeine Medizin FMH, der Versicherte
leide seit 8 bis 9 Monaten an Schmerzen im Lendenbereich mit Ausstrahlung in die
Beine bei einer Diskushernie L4/5 und L5/S1 sowie einer Nervenwurzelkompression
L4/5 beidseits (IV-act. 15). Im Dezember 2010 habe sich der Versicherte einer
Herniotomie unterziehen müssen und am 20. Januar 2011 sei er wegen einer akuten
Prostatitis hospitalisiert worden. Die bisherige Tätigkeit als Fabrikationsmitarbeiter sei
dem Versicherten nicht mehr zumutbar, da er keine schweren Lasten mehr heben
dürfe. In einer leichten, rückenschonenden Tätigkeit in Wechselposition sei er vorerst
vier Stunden pro Tag arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit sei je nach Symptomatik
steigerbar. Dr. G._ unterzeichnete das Gesprächsprotokoll am 20. Februar 2011 (IV-
act. 26). RAD-Ärztin Dr. F._ erklärte am 8. Februar 2011, dass die Angaben des
Hausarztes plausibel seien (IV-act. 14). Die angestammte Tätigkeit sei dem
Versicherten nicht mehr zumutbar. Die operierte Leistenhernie und die aktuelle
Prostataentzündung hätten nach der Ausheilung keine Auswirkungen auf die
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Arbeitsfähigkeit. Eine körperlich leichte, rückenschonende Tätigkeit in wechselnder
Position sei dem Versicherten noch zumutbar.
A.c Die B._ AG berichtete am 15. Februar 2011, dass sie den Versicherten vom
1. Mai 2007 bis 30. April 2009 als Maschinenführer beschäftigt habe (IV-act. 17). Die
Kündigung sei aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Dem beigelegten Lohnjournal war
zu entnehmen, dass der Versicherte monatlich Fr. 3'600.-- (zzgl. Schichtzulage,
Leistungsprämie und 13. Monatslohn) verdient hatte. Gemäss dem IK-Auszug hatte der
Versicherte im Jahr 2008 ein Einkommen von Fr. 55'246.-- erzielt (IV-act. 18).
A.d Die Neurochirurgie des KSSG hatte am 30. August 2010 berichtet, dass der Ver
sicherte an einer Lumbalgie mit Ausstrahlung in die linke untere Extremität leide (IV-
act. 32-16 f.). Die Hauptschmerzstrasse lasse sich nicht genau eruieren. Eine
Computertomographie der LWS vom 11. August 2010 (IV-act. 32-18) habe eine
multisegmentale Degeneration im Bereich der LWS gezeigt. Die am meisten
fortgeschrittene Degeneration befinde sich zwischen LWK3 bis LWK5 mit beginnender
Osteochrondrose und Spondylarthrose mit begleitender Ligamenta flava Hypertrophie
und konsekutiver Enge des Spinalkanals. Am 20. September 2010 hatte dieselbe Klinik
erklärt, dass der Versicherte an einer Lumbalgie mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in
die linke untere Extremität bei Verdacht auf ein ISG-Syndrom links leide (IV-act. 32-14
f.). Die Magnetresonanztomographie vom 20. September 2010 habe keine
Kompression neuraler Strukturen gezeigt (vgl. IV-act. 32-13). Besonders die S1-Wurzel
und die L5-Wurzel auf der linken Seite seien frei gewesen. Eine operative Sanierung sei
nicht indiziert. In der Folge war am 19. Oktober 2010 eine ISG-Infiltration durchgeführt
worden (IV-act. 32-10). Vom 21. bis 27. Dezember 2010 war der Versicherte wegen
einer lateralen Inguinalhernie links im Spital H._ hospitalisiert gewesen (IV-act. 32-4
f.). Die Spitalfachärztin hatte angegeben, dass der Versicherte vor dem Austritt über
einen Sensibilitätsausfall am linken Oberschenkel geklagt habe. Motorik und
Durchblutung seien regelrecht gewesen. Da die Beschwerden erst drei Tage
postoperativ aufgetreten seien, sei ein Zusammenhang mit der Operation nicht
ersichtlich. Die Klinik für Urologie des KSSG hatte am 20. Januar 2011 berichtet, dass
der Versicherte an rechtsseitigen Hoden-Schmerzen leide (IV-act. 32-2). Am 23.
Februar 2011 erklärte dieselbe Klinik, dass ein Verdacht auf eine Epididymitis links
bestehe (IV-act. 28).
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A.e Am 17. März 2011 wurde der Versicherte von RAD-Ärztin Dr. F._, Fachärztin für
Allgemeinmedizin FMH, untersucht (Bericht vom 23. März 2011, IV-act. 35). Der
Versicherte gab bei der Untersuchung an, dass die Rückenschmerzen erstmals im
November 2008 aufgetreten seien. Die Arbeitsstelle sei ihm aufgrund seiner
gesundheitlichen Absenzen gekündigt worden. Seit Mai 2009 leide er unter
anhaltenden starken Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein. Die ISG-
Infiltration vom 11. Oktober 2010 (richtig: 19. Oktober 2010) habe keine wesentliche
Linderung gebracht. Dr. F._ gab als Hauptdiagnose eine Lumbalgie mit Ausstrahlung
ins linke Bein bei Diskushernie L5/S1 und Tangierung der Nervenwurzel L4 und L5,
ohne Nachweis einer Nervenwurzelkompression, an. Als Nebendiagnosen gab sie
einen Status nach laparoskopischer Herniotomie links (Dezember 2010) und einen
Status nach Prostatitis bei Chlamydien-Infekt (Januar 2011) an. Zusammenfassend
hielt Dr. F._ fest, dass die Beweglichkeit der lumbalen Wirbelsäule schmerzbedingt
etwas eingeschränkt sei. Sie habe in der Untersuchung jedoch keine Hinweise auf eine
Nervenwurzelkompression gefunden. Schwere körperliche Tätigkeiten wie die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit seien dem Versicherten wegen der Diskushernie nicht mehr
zumutbar. In einer körperlich leichten Tätigkeit im Sitzen und in Wechselposition sei er
aber zu 100 % arbeitsfähig. Mit Schreiben vom 4. April 2011 teilte der Versicherte der
RAD-Ärztin mit, dass der postoperative Verlauf der Herniotomie links weder unauffällig
noch unproblematisch verlaufen sei, da er seit diesem Eingriff kein Gefühl mehr im
linken Oberschenkel habe (IV-act. 36). Der dadurch verursachte schräge Gang löse
Rückenschmerzen aus. Auch sei nicht richtig, dass er in einer adaptierten Tätigkeit zu
100 % arbeitsfähig sei. Er habe mithilfe des RAV vom 1. Dezember 2009 bis 31. Mai
2010 ein Praktikum in einem Labor absolviert. Das Vollpensum habe er nur mit
Schmerzmitteln und Therapien (Massage) bewältigen können. Die RAD-Ärztin
antwortete dem Versicherten am 18. April 2011, dass sie die eingenommenen
Medikamente im Dossier vermerkt habe und dass er die abschliessende Beurteilung
von der IV-Stelle erhalten werde (IV-act. 37).
A.f Am 14. Februar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die beruflichen
Massnahmen abgeschlossen würden, weil es nicht gelungen sei, ihn innert
angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren (IV-act. 59).
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A.g Dr. med. I._, Facharzt für Innere Medizin, gab in seinem Bericht vom 5. April
2010 die folgenden Diagnosen an (IV-act. 63): Status nach Discushernie L4/L5 mit
lumboradikulärem Schmerzsyndrom, 2 x PRT, persistierendes lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und chronisches cervikothorakovertebrales Schmerzsyndrom. Für
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit empfehle er eine medizinische Abklärung durch die
IV. Der Oberarzt und der Sozialarbeiter des Psychiatrischen Zentrums J._ berichteten
am 17. April 2012, dass der Versicherte nur kurze Zeit bei ihnen in Behandlung
gewesen sei (IV-act. 64). Zwischen dem 27. Oktober 2011 und dem 13. März 2012
hätten drei Konsultationen beim Sozialarbeiter, eine davon in Anwesenheit des
Oberarztes, stattgefunden. Aus psychiatrischer Sicht lägen keine IV-relevanten
Erkrankungen vor.
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 4. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die Abweisung seines Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 67). Die Abklärungen
hätten ergeben, dass ihm seine angestammte Tätigkeit als Maschinenführer und
andere schwere körperliche Tätigkeiten seit Mai 2009 nicht mehr zumutbar seien. In
körperlich leichten Tätigkeiten im Sitzen und in Wechselposition sei er aber aus
medizinischer Sicht weiterhin uneingeschränkt voll arbeitsfähig. Er sei in der Lage,
mindestens das gleiche Einkommen wie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, d.h.
Fr. 55'246.--, zu erzielen. Der Invaliditätsgrad betrage daher 0 %. Dagegen wendete
der Versicherte am 11. Juni 2012 ein, dass es ihm nicht möglich sei, zu 100 % zu
arbeiten (IV-act. 71). Neben den bekannten Beschwerden leide er unter
Atemproblemen. In einer Computertomographie von letzter Woche sei Asbest
festgestellt worden. Sogar bei der Erledigung leichter Haushaltarbeiten sei er nach
kurzer Zeit völlig erschöpft und steif und benötige eine lange Pause. Wenn ihm die IV-
Stelle nicht glaube, sei er bereit, sich einem körperlichen Leistungstest zu unterziehen.
B.b Der Chiropraktor Dr. K._ berichtete am 12. Juni 2012, dass der Versicherte an
einem pseudoradikulären lumbovertebralen Syndrom bei Diskopathie L5/S1 und evtl.
an einer Schmerzverarbeitungsstörung leide (IV-act. 80). Beim Ausfüllen des
Bournemouth-Fragebogens für Patienten mit Rückenschmerzen habe er oft die
höchste Schmerzintensität angegeben, obwohl er problemlos ohne fremde Hilfe und
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ohne sichtliche Mühe in das Sprechzimmer habe hineingehen können. Auch bei der
Anamnese sei eine Diskrepanz zwischen den Fragebogenaussagen und dem optischen
Erscheinungsbild des Versicherten aufgetreten. Der Chiropraktor befand u.a., dass die
Sensibilität der unteren Extremität intakt sei. Die Pneumologie des KSSG berichtete am
26. Juli 2012, dass der Versicherte an folgenden Diagnosen leide (IV-act. 79-1,
vollständige Version: IV-act. 86-4 f.):
1. Verkalkte Pleuraplaque antero-lateral rechter Oberlappenbereich (CT 05.06.2012
RODIAG)
- DD: posttuberkulös, Asbest weniger wahrscheinlich
2. Asthma bronchiale, ED 2010
- am 06.07.2012 partiell kontrolliert mit mittelschwerer obstruktiver Ventilations
störung
- am 23.07.2012 kontrolliert ohne Obstruktion
- FENO mit 22 ppb im Normalbereich
- Prick-Test ohne Nachweis einer Sensibilisierung (23.07.2012)
3. Psychosoziale Problematik bei Migrationshintergrund
- vor 10 Jahren aus D._ eingewandert
- arbeitslos und ausgesteuert
- gelernter Lebensmittelfachmann
- diffuse Schmerzproblematik
Der leitende Arzt gab an, dass der Versicherte einen chronischen Husten mit wenig
Auswurf beklagt habe. Bei Staubexposition und kalter Luft komme es zu Nasenlaufen
und Dyspnoe. Das Asthma bronchiale sei bisher unbefriedigend therapiert worden; nun
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bestehe ein kontrolliertes Asthma mit entsprechender Verbesserung der Symptomatik.
Bezüglich der pleuralen Verkalkung erscheine die Situation computertomographisch
unverdächtig. Zurzeit sei der Versicherte diesbezüglich asymptomatisch. Weitere
Kontrollen seien nicht indiziert.
B.c Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG berichtete am 23. August 2012,
der Versicherte leide an einem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom bei
vorbekannter Diskopathie L5/S1 sowie an einem cervikobrachialen Schmerzsyndrom
(IV-act. 87-12 f.). Die Klinik befand, dass sich neurologisch ein unauffälliges Bild der
unteren Extremität gezeigt habe. Die funktionelle Beweglichkeit der LWS sei, mit
leichter Provokation im Bereich der Reklination, intakt gewesen. Im Röntgenbild habe
sich eine moderate Degeneration im Segment L5/S1 ohne neurogene komprimierende
Anteile gezeigt. Zur besseren Eingrenzung des Befundes erfolge die Anmeldung zu
einem MRI der LWS und der HWS. Am 13. September 2012 berichtete dieselbe Klinik,
dass der Versicherte an einer Diskusdegeneration L3/4 mit relativer Spinalkanalstenose
und einer Kyphosierung der HWS Segment 2-6 mit relativer Spinalkanalstenose leide
(IV-act. 87-10 f.). Der Versicherte habe über eine Verschlechterung der Symptomatik
berichtet. Sensible Defizite bestünden nicht. Es liege keine massive Wurzelaffektion
vor. Aufgrund der relativ diffusen Schmerzsymptomatik und einer fehlenden
eindeutigen Diskushernie sei dem Versicherten zunächst eine epidurale Infiltration im
Segment L3/4 empfohlen worden. Sollte sich keine Verbesserung ergeben, müsste sich
der Versicherte in der Schmerzklinik vorstellen. Am 5. Oktober 2012 berichtete die
Neurochirurgie des KSSG über die epidurale Infiltration vom 5. Oktober 2012 (IV-act.
85). Da der Versicherte postinterventionell seine Beine nicht mehr aktiv habe bewegen
können und er kein Gefühl mehr in den Beinen gehabt habe, sei er zur Überwachung
bis am 6. Oktober 2012 hospitalisiert worden. Die umschriebene Symptomatik sei im
Verlauf absolut regredient gewesen. Die Pneumologie des KSSG berichtete am 24.
Oktober 2012, dass das Asthma bronchiale und die psychosoziale Problematik
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten (IV-act. 86-2 f.). Die verkalkte
Pleuraplaque antero-lateral rechter Lungenoberlappen (DD: posttuberkulös oder nach
Asbestexposition) habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Wegen des
allergischen Asthmas dürfe der Versicherte keiner Kälte- oder Staubexposition
ausgesetzt sein. Im Übrigen könnten keine zuverlässigen Angaben zur Arbeitsfähigkeit
gemacht werden. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG gab am 4.
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Dezember 2012 an, dass der Versicherte wegen der Rückenschmerzen in seiner
bisherigen Tätigkeit eingeschränkt sei (IV-act. 87-1). Die bisherige Tätigkeit sei ihm
jedoch noch zumutbar; die Klinik nannte allerdings keinen zeitlichen Rahmen. Aus
orthopädischer Sicht bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit. Sodann gab die
Klinik an, dass zurzeit nicht beurteilbar sei, ob mit einer Wiederaufnahme der
beruflichen Tätigkeit bzw. einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden
könne.
B.d Die RAD-Ärztin Dr. F._ hielt am 13. Dezember 2012 fest, dass sich bezüglich der
Rückenproblematik seit der letzten Stellungnahme nichts geändert habe (IV-act. 88).
Das Asthma bronchiale habe gut eingestellt werden können. Der Versicherte sei in
einer körperlich leichten, sitzenden/wechselbelastenden Tätigkeit ohne Kälte- und
Staubexposition zu 100 % arbeitsfähig.
B.e Mit Verfügung vom 3. Januar 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den
im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 89).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 2. Februar 2013 Beschwerde (act. G 1). Er erklärte, mit der Verfügung nicht
einverstanden zu sein. Vor allem verstehe er nicht, wie er trotz seiner
Rückenschmerzen zu 100 % arbeitsfähig sein solle. Der Beschwerdeführer beantragte
eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung. Am 11. Februar 2013 liess der inzwischen
rechtlich vertretene Beschwerdeführer erneut eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung
und gegebenenfalls zum Rückzug der Beschwerde beantragen (act. G 2). Innert
erstreckter Frist reichte der Rechtsvertreter am 20. März 2013 die
Beschwerdeergänzung ein (act. G 6). Er stellte die folgenden Rechtsbegehren:
1. Die Verfügung vom 3. Januar 2013 sei aufzuheben.
2. Das Verfahren sei zur Vornahme einer polydisziplinären Begutachtung
(orthopädisch/ pneumologisch/psychiatrisch), beinhaltend eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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3. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. August 2011 eine halbe
IV-Rente auszurichten.
4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Zur Begründung führte der Rechtsvertreter an, die einzigen bildgebenden Abklärungen
(CT und MRI) im IV-Dossier stammten vom Herbst 2010. Das KSSG habe aufgrund
einer Computertomographie an den Wirbeln L3-S1 Diskushernien festgestellt, wobei
zumindest in den Bereichen L3/4 und L4/5 eine Tangierung bzw. Kompression der
Nervenwurzel attestiert worden sei. Im MRI habe eine Kompression im Bereich der
linken Nervenwurzel weder eindeutig nachgewiesen noch ausgeschlossen werden
können. Bestätigt worden sei immerhin die rezessale Tangierung der Nervenwurzeln
L4/L5 sowie eine Einengung des Spinalkanals. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb im
Herbst 2012 keine neuen Röntgenbilder angefertigt worden seien. Für eine Irritation
(evtl. Kompression) der Nervenwurzel sprächen die Tatsachen, dass es beim
Beschwerdeführer nach jedem operativen Eingriff zu Sensibilitätsstörungen im Bereich
der Beine v.a. linksseitig gekommen sei, diese nach der Leistenhernien-OP persistiert
und die durchgeführten Infiltrationen zu keiner massgeblichen Verbesserung der
Beschwerdesituation beigetragen hätten. Vor allem die beständigen Gefühlsstörungen,
die damit verbundene Fehlhaltung und die daraus resultierenden Rückenbeschwerden
bei längerdauernder Arbeitstätigkeit seien von der Beschwerdegegnerin nicht
berücksichtigt worden. Die Pneumologie des KSSG habe erklärt, dass die
Arbeitsfähigkeit nicht zuverlässig beurteilbar sei. Dr. I._ habe eine medizinische
Abklärung durch die IV empfohlen. Dr. G._ habe die Arbeitsfähigkeit auch in einer
leidensadaptierten Tätigkeit auf 50 % festgelegt. Dieser habe zudem erstmals eine
depressive Verstimmung festgestellt. Bereits aus dem Gesprächsprotokoll der
Früherfassung vom 10. Januar 2011 ergäben sich Hinweise auf einen beginnenden
sozialen Rückzug. Und schliesslich führte der Rechtsvertreter noch an, dass
rechtsprechungsgemäss eine versicherungsexterne Begutachtung angeordnet werden
müsse, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und der Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen des RAD bestünden. Einem
beigelegten Bericht von Dr. G._ vom 13. März 2013 war zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer als Folge der Diskushernie an einem chronischen lumbovertebralen
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Syndrom leide (act. G 6.1 Beilage 9). Die chronischen Schmerzen verhinderten eine
körperliche Aktivität und verursachten zusätzlich eine depressive Verstimmung. Aus
medizinischer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste körperliche
Aktivität von mehr als 50 % nicht zumutbar.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 29. April 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 9). Zur Begründung führte sie an, dass der RAD-
Untersuchungsbericht vom 23. März 2011 von einer Fachärztin erstellt worden sei, die
Kenntnis aller relevanter medizinischen Akten gehabt und eine eigene Untersuchung
durchgeführt habe. Ihre Beurteilung sei kohärent und widerspruchsfrei. Eine weitere
Röntgenuntersuchung brächte keine neuen Erkenntnisse, da ein Röntgenbild allein für
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht massgebend sei. Für die Beurteilung der
funktionellen Einschränkungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei der
klinische Befund wesentlich und massgebend.
C.c Am 14. Mai 2013 gewährte das Gericht die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung
von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für
das Beschwerdeverfahren (act. G 10).
C.d Mit Replik vom 10. Juli 2013 liess der Beschwerdeführer an den mit der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren festhalten (act. G 14). Sein Rechtsvertreter
machte geltend, weitere Abklärungen hätten zutage gefördert, dass der
Beschwerdeführer bereits seit dem 7. August 2012 in psychiatrischer Behandlung
stehe. Diesbezüglich verwies der Rechtsvertreter insbesondere auf den beigelegten
Bericht von Dr. med. L._. Weiter sei der postoperative Verlauf nach der
Leistenhernienoperation entgegen der Behauptung der RAD-Ärztin nicht unauffällig und
unproblematisch gewesen; den beklagten Sensibilitätsstörungen sei nicht
nachgegangen worden. Dr. L._, Arzt Psychiatrie/Psychotherapie, hatte am 27. Juni
2013 berichtet, dass der Beschwerdeführer an einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradig (F33.1), leide (act. G 14.1.1). Als Differentialdiagnose
hatte er eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) angegeben. Der
Beschwerdeführer habe ihn Anfang August 2012 das erste Mal aufgesucht. Er habe
über seit längerer Zeit bestehende Beschwerden wie Nervosität, Explosivität,
Lustlosigkeit, deprimierte Stimmung, Hoffnungslosigkeit, Kraftlosigkeit,
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Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Suizidgedanken, fast jede Nacht auftretende
Angstträume und ausgeprägte Schlafstörungen geklagt. Seit 2010 "bestehe
Arbeitsunfähigkeit". In der Beurteilung hatte Dr. L._ angegeben, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2010 gesundheitlich einen deutlichen Knick in seiner
Lebenslinie erlitten habe. Die depressive Störung sei im Gefolge der somatischen
Probleme aufgetreten. Ursächlich seien vermutlich die traumatischen Erlebnisse in
D._ und M._ (Kriegserlebnisse). Die Prognose betreffend die Wiedererlangung der
vollen körperlichen und psychischen Gesundheit mit entsprechender Erwerbsfähigkeit
sei schlecht.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 16).
C.f Am 7. Januar 2014 reichte der Rechtsvertreter einer Kostennote über den Betrag
von Fr. 3'456.-- ein (act. G 18).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2013 hat die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem
Invaliditätsgrad von 0 % abgelehnt. Strittig ist demnach, ob der Beschwerdeführer
einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
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verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Unbestritten und aufgrund der klinischen und bildgebenden Befunde ausgewiesen
ist, dass der Beschwerdeführer wegen seiner Rückenbeschwerden in körperlich
mittelschweren und schweren Tätigkeiten und damit auch in seiner angestammten
Tätigkeit als Maschinenführer nicht mehr arbeitsfähig ist. Umstritten ist, ob dem
Beschwerdeführer die Ausübung einer körperlich leichten Tätigkeit noch zumutbar ist.
Die Neurochirurgie des KSSG hat am 30. August 2010 angegeben, dass der
Beschwerdeführer an einer Lumbalgie mit Ausstrahlung in die linke untere Extremität
leide. Am 20. September 2010 hat dieselbe Klinik erklärt, dass ein aktueller MRI-
Befund keine Kompression neuraler Strukturen gezeigt habe. RAD-Ärztin Dr. F._ hat
angegeben, dass auch die klinische Untersuchung vom 17. März 2011 keine Hinweise
auf eine Nervenwurzelkompression ergeben habe; sie hat die Diagnose der
Neurochirurgie des KSSG bestätigt. Die RAD-Ärztin hat auch ‒ entgegen der
Behauptung des Rechtsvertreters ‒ die geltend gemachten Sensibilitätsstörungen in
den Beinen untersucht. Der Befund ist diesbezüglich allerdings unauffällig und die
Sensibilitätsstörung segmental nicht zuordenbar gewesen (siehe IV-act. 35-2); zudem
haben weder der Chiropraktor Dr. K._ (Juni 2012) noch die Klinik für Orthopädische
Chirurgie des KSSG (September 2012) sensible Defizite in den Beinen feststellen
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können. Die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit im Sitzen und in
Wechselposition ist von der RAD-Ärztin auf 100 % geschätzt worden. Diese hat ihre
Einschätzung unter Berücksichtigung der Anamnese sowie unter Berücksichtigung der
Angaben des Beschwerdeführers, der aktuellen bildgebenden Befunde (MRI vom 20.
September 2010) und aufgrund der eigenen klinischen Untersuchung abgegeben. Ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist angesichts der objektiven gesundheitlichen
Einschränkungen (Diskushernien L5/S1 ohne Nachweis einer
Nervenwurzelkompression) gut nachvollziehbar. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie
hat im August 2012 ein neues Röntgenbild erstellt: Dieses hatte eine moderate
Degeneration im Segment L5/S1 ohne neurogene komprimierende Anteile gezeigt. Ein
MRI vom September 2012 hat zudem eine Diskusdegeneration L3/4 mit relativer
Spinalkanalstenose und einer Kyphosierung der HWS im Segment 2-6 mit relativer
Spinalkanalstenose gezeigt. Die Klinik hat erklärt, dass weder sensible Defizite noch
eine massive Wurzelaffektion bestünden. Es liege eine relativ diffuse
Schmerzsymptomatik vor; eine eindeutige Diskushernie fehle. Einerseits sind somit ‒
entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters ‒ im Herbst 2012 neue Röntgen- und
MRI-Aufnahmen erstellt worden. Andererseits haben die aktuellen bildgebenden
Befunden neue, im MRI vom September 2010 noch nicht vorhandene degenerative
Veränderungen gezeigt. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG hat im
Dezember 2012 zwar eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Ihre Angaben sind
jedoch widersprüchlich und deshalb von Vornherein nicht beweiskräftig: So hat die
Klinik einerseits erklärt, dass dem Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit noch
zumutbar sei. Andererseits hat sie angegeben, dass momentan nicht beurteilbar sei, ob
mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit
gerechnet werden könne. RAD-Ärztin Dr. E._ hat ebenfalls im Dezember 2012 zu den
neuen medizinischen Berichten Stellung genommen. Sie hat sinngemäss erklärt, dass
die neuen MRI-Befunde keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit hätten, d.h. dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit nach wie
vor zu 100 % arbeitsfähig sei. Der Hausarzt Dr. G._ hat indessen im März 2013
erklärt, dass der Beschwerdeführer wegen der chronischen Schmerzen auch in einer
adaptierten Tätigkeit nur zu 50 % arbeitsfähig sei. Die Einschätzung von Dr. G._
überzeugt nicht: Aus den im Recht liegenden medizinischen Berichten geht klar hervor,
dass die Schmerzen des Beschwerdeführers nur teilweise durch die objektiven
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Befunde erklärt werden können. Der Chiropraktor Dr. K._ hat sogar den Verdacht auf
eine Schmerzverarbeitungsstörung gestellt. Es muss daher davon ausgegangen
werden, dass sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ hauptsächlich auf die
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers stützt. Die Arbeitsfähigkeit bemisst sich
jedoch einzig nach der Arbeitsleistung, die einer versicherten Person objektiv
betrachtet noch zumutbar ist. Demgegenüber ist die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der
RAD-Ärztin unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die neuen degenerativen
Veränderungen nicht erheblich sind, insbesondere keine massive Wurzelaffektion und
keine eindeutige Diskushernie besteht, überzeugend. Es ist daher aus orthopädischer
Sicht auch im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (Januar 2013) von einer 100 %igen
Arbeitsfähigkeit adaptiert auszugehen.
2.2 Der Rechtsvertreter hat weiter geltend gemacht, dass zur Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht eine EFL hätte durchgeführt werden müssen.
Der RAD kann bei der Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsanspruchs die geeigneten Prüfmethoden im Rahmen seiner medizinischen
Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei
wählen (Art. 49 Abs. 1 IVV). RAD-Ärztin Dr. F._, die den Beschwerdeführer im März
2011 untersucht hat, hat keine EFL angeordnet bzw. durch die zuständige IV-
Sachbearbeiterin anordnen lassen. Es ist somit davon auszugehen, dass sie die
Durchführung einer EFL als nicht indiziert erachtet hat. Dies ist im vorliegenden Fall gut
nachvollziehbar: Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schmerzen lassen
sich anhand der bildgebenden und klinischen Befunde nur teilweise erklären. Unter
diesen Umständen ist eine EFL offensichtlich nicht geeignet, einen Beitrag zur
Schätzung der aus objektiver Sicht noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu leisten. Denn
eine EFL liefert nur ein überzeugendes Resultat, wenn der Proband bei der
Durchführung der funktionellen Tests an seine Leistungsgrenzen geht. Angesichts der
sehr pessimistischen Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers muss davon
ausgegangen werden, dass er eine EFL eher dazu nutzen würde, seine
Arbeitsunfähigkeit zu demonstrieren.
2.3 Der Rechtsvertreter hat alsdann kritisiert, dass die Beschwerdegegnerin keine
pneumologische Begutachtung in Auftrag gegeben habe. Die Pneumologie des KSSG
hat am 26. Juli 2012 berichtet, dass der Beschwerdeführer an einer verkalkten
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Pleuraplaque antero-lateral rechter Oberlappenbereich (DD: posttuberkulös, Asbest
weniger wahrscheinlich) und einem Asthma bronchiale leide. Bezüglich ersterer
Diagnose sei der Beschwerdeführer zurzeit ohne erkennbare Symptome. Das Asthma
sei in der Vergangenheit unbefriedigend therapiert worden; nun bestehe aber ein
kontrolliertes Asthma mit entsprechender Verbesserung der Symptomatik. Dieselbe
Klinik hatte am 24. Oktober 2012 angegeben, dass die verkalkte Pleuraplaque antero-
lateral rechter Lungenoberlappen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Das
Asthma bronchiale habe insoweit einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, als sich der
Beschwerdeführer bei der Arbeit nicht Kälte oder Staub aussetzen dürfte. Diese
Einschätzung der Pneumologie des KSSG ist schlüssig und gut nachvollziehbar. Zwar
hat die Klinik im Bericht vom 24. Oktober 2012 noch angegeben, dass sie gestützt auf
die ihr vorliegenden Unterlagen keine zuverlässigen Angaben zur Arbeitsfähigkeit
machen könne. Aufgrund der klaren Angaben zur Arbeitsfähigkeit in pulmonaler
Hinsicht ist jedoch davon auszugehen, dass sie sich hierbei auf die Arbeitsfähigkeit in
polydisziplinärer Hinsicht, d.h. u.a. auch unter Berücksichtigung der von ihr
angegebenen psychosozialen Problematik, bezogen hat. Aufgrund der überzeugenden
Angaben des KSSG erübrigt sich eine pneumologische Begutachtung. Der
Beschwerdeführer ist folglich in pulmonaler Hinsicht nur insoweit in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, als eine adaptierte Tätigkeit keine Staub- oder
Kälteexposition beinhalten darf.
2.4 Der Rechtsvertreter hat schliesslich noch vorgebracht, dass die
Beschwerdegegnerin eine psychiatrische Begutachtung hätte in Auftrag geben
müssen. Den ersten Hinweis, dass auch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung
bestehen könnte, hat der Chiropraktor Dr. K._ am 12. Juni 2012 geliefert, indem er
den Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung geäussert hat. Die Pneumologie
des KSSG hat am 26. Juli 2012 festgehalten, dass eine psychosoziale Problematik bei
Migrationshintergrund bestehe (arbeitslos, diffuse Schmerzproblematik etc.). Am 24.
Oktober 2012 hat dieselbe Klinik erklärt, dass diese psychosoziale Problematik Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit habe. Der Hausarzt Dr. G._ hat in seinem Bericht vom
13. März 2013 festgehalten, dass die chronischen Schmerzen eine depressive
Verstimmung verursachten. Mit Replik vom 10. Juli 2013 hat der Rechtsvertreter einen
Bericht des Psychiaters Dr. L._ vom 27. Juni 2013 eingereicht. Der Psychiater hat
darin erklärt, dass sich der Beschwerdeführer Anfang August 2012 und damit rund ein
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halbes Jahr vor Verfügungserlass in seine Behandlung begeben habe. Dr. L._ hat
dem Beschwerdeführer eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradig, diagnostiziert. Als Differentialdiagnose hat er eine posttraumatische
Belastungsstörung angegeben. Dem Bericht ist zudem folgender Satz zu entnehmen:
"Seit 2010 besteht Arbeitsunfähigkeit". Es ist unklar, ob es sich hierbei um die
Einschätzung des Psychiaters oder die Angaben des Beschwerdeführers handelt. Es ist
auch unklar, ob sich die Beurteilung auf die Arbeitsfähigkeit in somatischer,
psychiatrischer oder polydisziplinärer Hinsicht bezieht; ebenso wenig ist ersichtlich, ob
diese Einschätzung für die angestammte oder auch für adaptierte Tätigkeiten gilt.
Daneben enthält der Bericht auch keine Angaben zum psychopathologischen Befund.
Trotzdem weckt der Bericht des Psychiaters Zweifel daran, ob im Verfügungszeitpunkt
nicht doch eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestanden haben könnte. Diese
Zweifel vermag auch der Bericht des Psychiatrischen Zentrums J._ vom April 2012,
wonach keine IV-relevante psychiatrische Erkrankung vorliege, nicht zu nehmen. Denn
es haben nur drei Konsultationen beim Sozialarbeiter stattgefunden, wobei nur einmal
eine psychiatrische Fachperson anwesend gewesen ist. Der Sachverhalt ist folglich
nicht mit dem notwendigen Beweisgrad erstellt. Die Sache ist daher an die
Beschwerdegegnerin zur Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung
zurückzuweisen.
2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Sache zur Durchführung einer psy
chiatrischen Begutachtung und zur anschliessenden Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Da mit der neuen Verfügung frühestens Mitte
2015 zu rechnen ist und die letzten medizinischen Berichte betreffend das
Rückenleiden in diesem Zeitpunkt zweieinhalb Jahre alt sein werden, wird die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zudem zu seiner somatischen
Verlaufskontrolle, allenfalls durch den RAD, aufbieten müssen.
3.
3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
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Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
3.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter hat eine Honorarnote über den Betrag von Fr. 3'456.-- eingereicht. Die
eingereichte Honorarnote bezieht sich jedoch nur auf den Fall, dass ‒ zufolge der
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ‒ der Staat die Parteientschädigung zu
bezahlen gehabt hätte, was bei Unterliegen des Beschwerdeführers der Fall gewesen
wäre (gekürztes Honorar, vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Da der
Verfahrensausgang jedoch als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten ist,
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf ein ungekürztes Honorar zu einem
Stundenansatz von Fr. 250.-- (mittleres Honorar, vgl. Art. 21 Abs. 1 HonO).
Aufgerechnet auf das mittlere Honorar beträgt die geforderte Parteientschädigung Fr.
4'320.-- (16 Stunden x Fr. 250.-- zzgl. 8 % MwSt.). In einem Fall mit mittlerem Aufwand
und Schwierigkeitsgrad richtet das Versicherungsgericht aber praxisgemäss nur eine
Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- aus. Vorliegend hat es sich zudem um einen
eindeutig unterdurchschnittlich aufwändigen Fall gehandelt: Das Aktendossier ist dünn,
die Aktenlage klar gewesen und es haben sich keine schwierigen Rechtsfragen gestellt.
Der vom Rechtsvertreter geltend gemachte Vertretungsaufwand von 16 Stunden
erweist sich daher als deutlich übersetzt. Eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'000.-- erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat den
Beschwerdeführer deshalb mit Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht