Decision ID: 6107030d-9b88-4c80-ac5d-ffddf2ef1591
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend Versicherte) meldete sich erstmals im September 2004 unter
Hinweis auf eine seit Kindheit bestehende psychische Erkrankung zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an
(IV-act. 1). Die IV-Stelle führte verschiedenste Abklärungen durch (IV-act. 2 ff.) und
verneinte mit Verfügung vom 17. Oktober 2006 einen Leistungsanspruch, nachdem die
Versicherte sich nicht in den vorgeschlagenen Berufswahlprozess habe einlassen und
berufliche Massnahmen mitmachen wollen (IV-act. 47).
A.a.
Vom 28. April 2010 bis 30. Juni 2012 war die Versicherte in einem 80 %-Pensum
als Maschinen-Bedienerin bei der C._ AG tätig und dadurch bei der Sammelstiftung
B._ berufsvorsorgeversichert (IV-act. 66, act. G 1.2). Im Juni 2012 stellte sie nach
zuvor erfolgter Anmeldung zur Früherfassung (IV-act. 49) erneut, unter Hinweis auf eine
Depression und einen Nervenzusammenbruch, ein Gesuch zum Leistungsbezug bei
der IV (IV-act. 55). Mit Verfügung vom 1. Oktober 2012 verneinte die IV-Stelle einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen. Der Versicherten sei nach
einer Gesamtbeurteilung der Unterlagen jede Tätigkeit, in welcher sie keine
Nachtschicht zu verrichten habe, zumutbar (IV-act. 72).
A.b.
Im März 2014 erfolgte eine weitere Anmeldung zum Leistungsbezug bei der IV-
Stelle. Als gesundheitliche Beeinträchtigungen gab die Versicherte eine nervliche
Erschöpfung, eine schwer verminderte Belastbarkeit bei der Arbeit sowie eine
Überforderung im Haushalt und in der Erziehung der drei Kinder an (IV-act. 80). Mit
Verfügung vom 14. August 2014 wurde auf das Leistungsbegehren mangels
A.c.
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B.
Glaubhaftmachens einer Veränderung des Gesundheitszustands nicht eingetreten (IV-
act. 92).
Im April 2015 meldete sich die Versicherte erneut, unter Hinweis auf
Depressionen, Angstzustände, Überforderung, Burn-out und posttraumatische
Belastung, zum IV-Leistungsbezug an (IV-act. 97). Auf die Wiederanmeldung wurde
eingetreten (IV-act. 116). Die IV-Stelle führte verschiedenste Abklärungen durch (IV-act.
118 ff) und veranlasste auf Empfehlung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) eine
psychiatrische Begutachtung bei PD Dr. med. D._, Leitender Arzt, Klinik E._,
Universitätsspital Zürich (IV-act. 149). Die Untersuchungen/Gespräche wurden am 6.
und 13. Juli 2017 durchgeführt (IV-act. 151) und das Gutachten am 7. September 2017
erstellt (IV-act. 152). Dr. D._ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittel- bis schwergradige Episode, und eine subsyndromal ausgeprägte
posttraumatische Belastungsstörung als Folge von anhaltender und wiederholter
physischer Gewalt durch den Vater in der Jugend. Es sei von einer Arbeitsfähigkeit von
nicht mehr als 50 % in angepassten Tätigkeiten auszugehen. Aufgrund des
mutmasslichen Verlaufs der derzeitigen gesundheitlichen Störung werde vermutet,
dass die Arbeitsfähigkeit seit mindestens Frühjahr 2014 nicht höher als 50 % gewesen
sei. Eine retrospektiv genauere Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich
und wäre zu spekulativ (IV-act. 152-53 ff.). Mit Verfügung vom 25. Juli 2019 sprach die
IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50 % ab dem 1. Oktober 2015
eine halbe IV-Rente zu (IV-act. 182).
A.d.
Mit Schreiben vom 2. März 2020 ersuchte die in diesem Verfahren durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, St. Gallen, vertretene Versicherte die
Sammelstiftung B._ um Berechnung der halben BVG-Invalidenrente (act. G 1.6). Mit
Schreiben vom 8. April 2020 verneinte die Sammelstiftung B._ ihre Leistungspflicht.
Es mangle am zeitlichen Konnex (act. G 1.7).
A.e.
Mit Klageschrift vom 16. Juni 2021 gelangte die Versicherte (nachfolgend:
Klägerin), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Pedergnana, an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Die Sammelstiftung B._ (nachfolgend:
Beklagte) sei zu verpflichten, der Klägerin die aufgelaufenen Invalidenleistungen ab
B.a.
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Erwägungen
1.
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ist
unbestrittenermassen gegeben (vgl. Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40] in Verbindung mit Art.
65 Abs. 1 lit. e des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
2.
dem 1. Oktober 2015 in Höhe von Fr. 25'909.-- zu bezahlen, zuzüglich 5 % Zins ab
Klagezeitpunkt. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ab Juni 2021 die
gesetzlichen Invalidenleistungen zu erbringen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Beklagten zuzüglich Mehrwertsteuer (act. G 1).
In der Folge zog das Versicherungsgericht die IV-Akten bei (act. G 4).B.b.
Mit Klageantwort vom 22. Oktober 2021 beantragte die Beklagte die
vollumfängliche Abweisung der Klage, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Klägerin (act. G 9).
B.c.
Replizierend liess die Klägerin am 6. Januar 2022 an ihren Anträgen vollumfänglich
festhalten (act. G 15). Auch die Beklagte hielt in der Duplik vom 28. Februar 2022
vollumfänglich an ihren Anträgen fest (act. G 19).
B.d.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
B.e.
bis
Die obligatorische Versicherung beginnt mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses
(Art. 10 Abs. 1 BVG). Die Versicherungspflicht endet, wenn der Anspruch auf
Altersleistung entsteht, das Arbeitsverhältnis aufgelöst, der Mindestlohn unterschritten
oder die Ausrichtung von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung eingestellt wird;
vorbehalten bleibt Art. 8 Abs. 3 BVG (Art. 10 Abs. 2 BVG). Für die Risiken Tod und
Invalidität bleibt der Arbeitnehmer während eines Monats nach Auflösung des
Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert. Wird vorher
2.1.
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/ecc2e31c-f065-49f9-b872-9f66cb24a00e/b6240896-269b-4cb0-b176-168452e60eae?source=document-link&SP=7|nzfa1e https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/ecc2e31c-f065-49f9-b872-9f66cb24a00e/b6240896-269b-4cb0-b176-168452e60eae?source=document-link&SP=7|nzfa1e
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ein neues Vorsorgeverhältnis begründet, so ist die neue Vorsorgeeinrichtung zuständig
(Art. 10 Abs. 3 BVG).
Anspruch auf Versicherungsleistungen haben gemäss Art. 23 lit. a BVG Personen,
die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren.
Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten
Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse
daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht
notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der
Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der
Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus
dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
einer während der Versicherungsdauer aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit geschuldete
Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn
sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 263 f. E. 1a, 118 V 45 E.
5). Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die jeweilige Haftung mehrerer
Vorsorgeeinrichtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit
bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die
Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversicherung
zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in
diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber
derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit angehörte (BGE 130 V 275 E. 4.1). Der Zeitpunkt des Eintritts der
berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch
nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden. Die
Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt und sich auf das
Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in
Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an
Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit
entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch
2.2.
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/ecc2e31c-f065-49f9-b872-9f66cb24a00e/0a57614d-3244-4f5d-8a1f-555408013c53?source=document-link&SP=2|axwplw https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/ecc2e31c-f065-49f9-b872-9f66cb24a00e/f895f60a-0ece-424e-a0d6-2ff6ca24e094?source=document-link&SP=8|4ql1gx https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/ecc2e31c-f065-49f9-b872-9f66cb24a00e/f895f60a-0ece-424e-a0d6-2ff6ca24e094?source=document-link&SP=8|4ql1gx
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3.
Zu prüfen ist im Folgenden, ob es während der Versicherungsdeckung bei der
Beklagten (28. April 2010 bis 30. Juni 2012, bei Nachdeckung bis 31. Juli 2012) zu
einer relevanten Arbeitsunfähigkeit der Klägerin von mindestens 20 % gekommen ist
und bejahendenfalls, ob zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der von der IV-Stelle
ab 1. Oktober 2015 anerkannten Invalidität von 50 % (IV-act. 179-3) ein enger
sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht.
gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle (Urteil des Bundesgerichts vom 17.
Juni 2013, 9C_91/2013, E. 4.1.2, mit Hinweisen).
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer
beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung
des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist
erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und
zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 275 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt
ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende
Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt
hat. Der zeitliche Zusammenhang setzt voraus, dass die versicherte Person nach
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig geworden
ist. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten
Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die
versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit
veranlasst haben (vgl. BGE 134 V 22 ff. E. 3.2, E. 3.2.1 und E. 5.3). Eine Unterbrechung
des zeitlichen Konnexes ist anzunehmen, wenn während mehr als dreier Monate eine
Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist (BGE
144 V 63 E. 4.5).
2.3.
Die Klägerin meldete sich am 12. Mai 2012 bei bescheinigter Arbeitsunfähigkeit
von 100 % seit dem 15. März 2012 während des Versicherungsschutzes bei der
Beklagten zur Früherfassung bei der IV-Stelle an (IV-act. 49 f.; Anmeldung für IV-
Leistungen am 18. Juni 2012 [IV-act. 55]). Dr. med. F._, Psychiatrie, Psychotherapie
FMH, welcher die Klägerin in den Jahren 2004 bis 2010 und danach nach rund
zweijähriger Behandlungspause erneut ab dem 12. März 2012 behandelte,
diagnostizierte mit Bericht vom 1. Mai 2012 zuhanden der Taggeldversicherung G._
eine chronische Überforderung mit psycho-physischer Erschöpfung und eine
vorbestehende psychische Beeinträchtigung nach langjähriger seelischer
3.1.
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/17550983-22cd-4fac-84ca-5250dc633db1?citationId=015f9985-37a7-4ec7-8ff3-360a405ec373&source=document-link&SP=12|4ql1gx https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/20f4128c-0bf8-44ae-ab16-8579148e228f?citationId=55154078-2051-4165-98ad-33680a0eaf28&source=document-link&SP=8|4ql1gx https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/60d529ef-a342-453a-a488-24ec73fb822d?citationId=ea26a3a2-5a07-4645-b5ee-bd55da4dbd94&source=document-link&SP=8|4ql1gx
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Dauerbelastung wegen Gewalterfahrung in der Kindheit. Es sei bei der Klägerin mit der
Doppelbelastung (Familienarbeit mit zwei Kindern tagsüber; 80 % Tätigkeit in der
Nachtschicht) zu einer zunehmenden Erschöpfung bis zum vollständigen
Zusammenbruch gekommen. Aktuell, nach bereits fünfwöchiger medikamentöser
Behandlung, sei eine deutliche Entspannung und Verbesserung der Grundstimmung
eingetreten. Sie sei aber noch nicht arbeitsfähig und müsse sich weiterhin erholen,
wobei sie ordentliche Fortschritte mache. Zukünftig sei neben den Familienpflichten
und der anspruchsvollen Erziehungsaufgabe eine Anstellung von 30 % bis maximal 50
% tagsüber vorstellbar. Die Prognose sei grundsätzlich gut, es mache allerdings wenig
Sinn, neben der Familienarbeit allzu grosse Pensen zu erzwingen (act. G 1.3). Gestützt
auf diesen Arztbericht von Dr. F._ ist eine berufsvorsorgerechtlich relevante,
zumindest temporäre, Arbeitsunfähigkeit bei chronischer Überforderung mit psycho-
physischer Erschöpfung während des Versicherungsschutzes bei der Beklagten
hinlänglich ausgewiesen. Dies wird seitens der Beklagten auch nicht bestritten.
Unbestritten ist weiter, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der von der
IV-Stelle ab 1. Oktober 2015 anerkannten Invalidität von 50 % der vorausgesetzte
sachliche Zusammenhang besteht (vgl. dazu act. G 9, Klageantwort vom 22. Oktober
2021, S. 9 f. Ziff. 15). Die Klägerin leidet seit langem (mindestens seit 2003) und
anhaltend an psychischen Beschwerden, namentlich an einer rezidivierenden
depressiven Störung und einer (subsyndromal ausgeprägten) posttraumatischen
Belastungsstörung (IV-act. 152-53, 56 ff.). Diese Beschwerden führten schliesslich zum
Anspruch auf eine halbe Rente der IV.
3.2.
Umstritten sind indes der ebenfalls vorausgesetzte zeitliche Konnex und in diesem
Zusammenhang die Auswirkungen der psychischen Beschwerden auf die
Arbeitsfähigkeit im Verlauf, namentlich im relevanten Zeitraum vom 15. März 2012
(Beginn der Arbeitsunfähigkeit; vgl. vorstehende E. 3.1) bis 1. Oktober 2014
(invalidenversicherungsrechtlich festgelegter Beginn der Wartezeit; IV-act. 179-3). Eine
Bindungswirkung an die Feststellungen der IV-Organe besteht diesbezüglich nicht. Die
Kriterien, die betreffend Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit sowie in Bezug auf die
(zeitliche) Konnexität zur Anwendung kommen, und diejenigen, die den Beginn der
Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) bestimmen, sind nicht deckungsgleich (vgl.
dazu ergänzend den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
23. Mai 2018, BV 2016/22, E. 4.2). Zu erwähnen bleibt, dass die Beweislast für das
Bestehen des zeitlichen Zusammenhangs, entgegen deren Ansicht (act. G 15, Replik
3.3.
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vom 6. Januar 2022, S. 4 f. Ziff. 11), bei der Klägerin liegt (Urteil des Bundesgerichts
vom 3. April 2014, 9C_915/2013, E. 2).
Während die Klägerin geltend macht, sie sei seit dem Jahr 2012 bis zum IV-
Rentenbeginn nie mehr während längerer Zeit (mindestens drei Monate) wieder zu
mindestens 80 % arbeitsfähig geworden, womit der zeitliche Zusammenhang nicht
unterbrochen worden sei (vgl. vorstehende E. 2.3), erachtet die Beklagte eine relevante
Arbeitsunfähigkeit seit 1. Oktober 2012 bis 30. September 2014 für nicht hinlänglich
ausgewiesen, womit kein Anspruch auf Leistungen bestehe.
3.3.1.
Bezüglich des psychischen Gesundheitszustands der Klägerin resp. dessen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit insgesamt und im relevanten Zeitraum (15. März
2012 bis 1. Oktober 2014) liegen das von der IV-Stelle eingeholte
Administrativgutachten vom 7. September 2017 von Dr. D._ sowie die Berichte der
behandelnden Fachärzte Dr. F._ und H._, Dipl. Arzt, Dignität FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, Fachpsychotherapeut für Traumatherapie, im Recht.
3.3.2.
Dr. D._ diagnostizierte im Administrativgutachten eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradige Episode, und eine
subsyndromal ausgeprägte posttraumatische Belastungsstörung als Folge von
anhaltender und wiederholter physischer Gewalt durch den Vater in der Jugend.
Bezüglich Verlauf der Beeinträchtigungen führte der Gutachter aus, dass im Oktober
2004 erstmals eine seit Jahren bestehende depressive Symptomatik im Rahmen einer
Anpassungsstörung fachärztlich dokumentiert sei. Auf der Grundlage dieser
Informationen sei davon auszugehen, dass sich eine klinisch ausgeprägte depressive
Symptomatik in pathologischer Ausprägung spätestens im Laufe des Jahres 2003
entwickelt habe. Im Mai 2005 sei erstmals die Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Episode bei rezidivierender depressiver Störung gestellt worden. Der im
weiteren Verlauf erfolgreiche berufliche Wiedereinstieg und die fehlenden Arztberichte
würden darauf hindeuten, dass sich die depressiven Symptome wieder gebessert
hätten, wobei nicht sicher beurteilt werden könne, ob es zu einer vollständigen
Remission der depressiven Episode gekommen sei. Der "Nervenzusammenbruch" im
Frühjahr 2012 lege ein in diesem Zeitraum erfolgtes Rezidiv oder eine erneute
Verschlechterung der depressiven Störung nahe. In der eingeleiteten Behandlung
scheine es im Laufe des Jahres 2012 zu einer gewissen Besserung der depressiven
Symptomatik gekommen zu sein, eine weitere Verbesserung scheine dann jedoch bis
Frühjahr 2014 ausgeblieben zu sein. Die späteren Arztberichte von Dr. H._ deuteten
darauf hin, dass sich die depressive Symptomatik seither nicht mehr verbessert,
3.3.3.
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sondern eher verschlechtert habe. Zusammenfassend werde vermutet, dass sich eine
erstmalige relevante depressive Symptomatik spätestens im Jahr 2003 entwickelt, sich
bis Mai 2005 verschlechtert und anschliessend wieder gebessert habe. Seit dem
Frühjahr 2012 habe sich eine erneute depressive Episode entwickelt, welche initial zwar
ein wenig gebessert, seit ca. Frühjahr 2014 bis aktuell aber in relativ ähnlicher
Ausprägung angehalten oder sich möglicherweise gar verschlechtert habe. Im Weiteren
gehe man davon aus, dass sich eine relevante posttraumatische Symptomatik
irgendwann zwischen 2002 und 2004 entwickelt, sich danach möglicherweise ähnlich
wie die depressive Symptomatik wieder verbessert habe und ab 2015 wieder stärker
geworden sei (IV-act. 152-56 ff.). Bezüglich Verlauf der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. D._
fest, dass die Arbeitsfähigkeit seit mindestens Frühjahr 2014 nicht höher als 50 %
gewesen sei. Eine retrospektiv genauere Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit sei nicht
möglich und wäre spekulativ (IV-act. 152-62 f.). Es wird zu Recht nicht bestritten, dass
dem umfassenden und schlüssigen Gutachten von Dr. D._ volle Beweiskraft
zuzuerkennen ist. Es basiert auf einer eingehenden klinischen Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Die Klägerin
konnte sich ausführlich äussern. Die Befunde wurden sorgfältig erhoben, der Verlauf
wurde nachvollziehbar dargelegt und die schliesslich abgeleiteten Diagnosen und
Einschränkungen (vgl. dazu IV-act. 152-62) wurden schlüssig, insbesondere auch in
Würdigung der früheren und aktuellen medizinischen Aktenlage, begründet. Damit ist
spätestens seit Frühjahr 2014 von einer höchstens 50%-igen Arbeitsfähigkeit der
Klägerin auszugehen.
Bezüglich der vorliegend entscheidenden Frage, ob es im Zeitraum seit 15. März
2012 bis Frühjahr 2014 resp. bis 1. Oktober 2014 (Beginn der langdauernden Krankheit
gemäss IV-Stelle) zu einer derartigen Besserung der psychischen Problematik
gekommen ist, dass über längere Zeit (mindestens drei Monate) von keiner relevanten
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % auszugehen ist (wie es plausibel nach dem
Wiedereinstieg ins Erwerbsleben bei fehlenden psychiatrischen Behandlungen bis 15.
März 2012 der Fall war; IV-act. 152-57; vgl. ferner IV-act. 84-2), was den Unterbruch
des zeitlichen Zusammenhangs zur Folge hätte, äusserte sich Dr. D._ nicht explizit.
Er legt indes in Würdigung der medizinischen Akten nachvollziehbar den
gesundheitlichen Verlauf seit dem "Nervenzusammenbruch" im Frühjahr 2012 dar,
wonach es im Laufe des Jahres 2012 zu einer gewissen Besserung der depressiven
Symptomatik gekommen sei, eine weitere Verbesserung dann jedoch bis Frühjahr 2014
ausgeblieben sei. Diese Ausführungen zum Gesundheitszustand decken sich mit den
Berichten der behandelnden Ärzte Dr. F._, welcher die Klägerin bis Sommer 2015
3.3.4.
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behandelte, sowie Dr. H._, welcher ab Oktober 2015 die Klägerin betreute (IV-act. 77,
84, 106, 112, 120, 130, 141). Selbst wenn Dr. D._ die Arbeitsfähigkeit der Klägerin
retrospektiv nicht genauer quantifizierte, so legen seine Ausführungen ohne weiteres
den Schluss nahe, dass er die Klägerin auch vor Frühjahr 2014 in ihrer
ausserhäuslichen Erwerbsfähigkeit und damit unabhängig von ihren familiären
Verpflichtungen eingeschränkt sah. Auch in Würdigung der weiteren Umstände sind
keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche auf einen fehlenden zeitlichen Konnex resp. auf
Beweislosigkeit in Bezug auf den zeitlichen Zusammenhang schliessen liessen. Die
Klägerin war auch nach Abschluss der Akutphase im Herbst 2012 immer in
regelmässiger fachärztlicher Behandlung und wurde relevant medikamentös mit
Antidepressiva und Benzodiazepinen (vgl. IV-act. 77-3, 112-2) behandelt. Beide
behandelnden Ärzte attestierten der Klägerin andauernd Arbeitsunfähigkeiten in
erheblichem Ausmass (act. G 1.4, 1.8 ff.). Zwar führte Dr. F._ die Schwangerschaft
sowie die Betreuung der Kinder und des Haushalts als Grund an, weshalb ein
Wiedereinstieg ins Erwerbsleben erschwert sei (IV-act. 77, 84). Er lässt indes in seinen
Berichten auch keinen Zweifel daran, dass es sich dabei lediglich um erschwerende
Umstände handelte, deren Dahinfallen nicht dazu führte, dass die Klägerin wieder in
berufsvorsorgerechtlich relevantem Ausmass ausserhäuslich erwerbsfähig gewesen
wäre. Bezüglich bestrittener Relevanz der Berichte von Dr. F._ ist festzuhalten, dass
es zwar zutrifft, dass diesbezüglich der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung
Rechnung zu tragen ist. Nachdem die Klägerin aber auch im Administrativgutachten als
bemüht und weder appellativ noch theatralisch beschrieben wird (IV-act. 152-61),
wobei allfällige Diskrepanzen nicht als Folge einer (bewussten) Aggravation oder
Vortäuschung qualifiziert wurden (IV-act. 152-60), halten die von der Klägerin
beklagten, sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden, von Dr. F._ auch nach Herbst
2012 beschriebenen Einschränkungen einer Konsistenzprüfung stand. Gestützt auf das
Gesagte ist, selbst wenn die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit ab Herbst 2012 bis Frühling 2014 nicht mehr exakt eruiert werden kann,
überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass diese zu keinem Zeitpunkt die
berufsvorsorgerechtlich relevante Schwelle (von 80 % über einen Zeitraum von
mindestens drei Monaten) zur Unterbrechung des zeitlichen Konnexes überschritten
hätte.
Damit ist hinlänglich ausgewiesen, dass während des Vorsorgeverhältnisses bei
der Beklagten eine berufsvorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit der Klägerin
von mindestens 20 % eingetreten ist (vgl. vorstehende E. 3.1), welche in sachlichem
(vgl. vorstehende E. 3.2) und zeitlichem (vgl. vorstehende E. 3.3) Zusammenhang zu
der von der IV-Stelle ab 1. Oktober 2015 anerkannten Invalidität von 50 % steht.
3.4.
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4.
Entsprechend ist die Beklagte leistungspflichtig resp. der Klägerin steht ein Anspruch
auf Rentenleistungen, konkret auf eine halbe Invalidenrente inklusive Kinderrenten,
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50 %, ab 1. Oktober 2015 (vgl. dazu Art. 26
BVG), zu. Die in der Duplik vom 28. Februar 2022 erhobene Verjährungseinrede für die
Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 17. Juni 2016 (act. G 4 S. 4 Ziff. 12) zielt in Anwendung
von Art. 41 Abs. 1 BVG, wonach die Leistungsansprüche nicht verjähren, sofern die
Versicherten im Zeitpunkt des Versicherungsfalles die Vorsorgeeinrichtung nicht
verlassen haben, resp. in Beachtung von BGE 140 V 213, demzufolge unter
Versicherungsfall nach Art. 41 Abs. 1 BVG der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, zu verstehen ist, ins Leere.
Der Rechtsvertreter der Klägerin beantragt in seiner Klage vom 16. Juni 2021, die
Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die aufgelaufenen Invalidenleistungen ab dem
1. Oktober 2015 (bis und mit Mai 2021) in Höhe von Fr. 25'909.-- zu bezahlen,
zuzüglich 5 % Zins ab Klagezeitpunkt. Für die Zeit danach beantragt er, naturgemäss
ohne Bezifferung, die gesetzlichen Invalidenleistungen für die Zukunft (ab Juni 2021;
act. G 1 S. 2). Die Beklagte bestreitet die von der Klägerin berechnete Höhe und
beantragt in der Klageantwort vom 22. Oktober 2021, dass die konkrete Höhe der zu
erbringenden Leistung von ihr zu berechnen sei (act. G 9 S. 8 Ziff. 12).
4.1.
Praxisgemäss sind die kantonalen Berufsvorsorgegerichte nicht gehalten, die
Rentenberechnung detailliert vorzunehmen, sondern es reicht aus, wenn sie nur dem
Grundsatz nach über den Leistungsanspruch entscheiden und die Sache zur Ermittlung
des Rentenbetrags an die zuständige Vorsorgeeinrichtung überweisen. Dies hat das
Bundesgericht insbesondere mit Hinweis auf die Gebote der Einfachheit und Raschheit
des Verfahrens nach Art. 73 Abs. 2 BVG begründet, wobei es auch die Nähe zum
Sozialversicherungsprozess betont hat (BGE 129 V 453 f. E. 3.4). Vorliegend hat die
Klägerin ihren Antrag für den Zeitraum bis zur Klageeinreichung zwar beziffert (Fr.
25'909.--). Sie verhält sich indes widersprüchlich, indem sie dem Grundsatz nach
Invalidenleistungen ab 1. Oktober 2015 beantragt, ihrer Berechnung aber Leistungen
erst ab 1. Oktober 2016 zugrunde legt (act. G 1 S. 9 Ziff. 37). Entsprechend scheint es
sachgerecht, die Sache zur Festsetzung der Rentenbeträge ab 1. Oktober 2015 an die
Beklagte zu überweisen. Diese Vorgehensweise widerspricht auch nicht der im
Klageverfahren grundsätzlich geltenden Dispositionsmaxime, nachdem das
Versicherungsgericht/Berufsvorsorgegericht des Kantons St. Gallen in Anwendung von
Art. 66 in Verbindung mit 56 Abs. 1 VRP entscheidet, ohne an die Anträge der
Beteiligten gebunden zu sein.
4.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/13
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5.
6.
Die Klägerin beantragt einen Verzugszins zu 5 % für die bis Klageeinreichung am
16. Juni 2021 aufgelaufenen Invalidenleistungen (act. G 1 S. 2). Auf Invalidenleistungen
sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 104 f. des Obligationenrechts
(OR; SR 220) anwendbar ist. Der Verzugszins ist vom Tag der Anhebung der
Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5 %,
sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (vgl.
Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur beruflichen Vorsorge, 4. Aufl. 2019,
S. 108, mit Verweis auf die Rechtsprechung). Das Vorsorgereglement der Beklagten
(act. G 9.4) enthält keine Regelung bei Verzug. Damit ist ein Verzugszins von 5 % vom
Tag der Anhebung der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Klägerin sind folglich für
die bis zur Klageerhebung am 16. Juni 2021 (act. G 1) fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse (bis und mit Mai 2021) ab 16. Juni 2021 Verzugszinsen von 5 %
zuzusprechen. Mangels Antrags auf Verzinsung für die Rentenbetreffnisse für die Zeit
danach ab Juni 2021 sind diesbezüglich keine Verzugszinsen geschuldet.
4.3.
Gestützt auf das Gesagte ist die Klage in dem Sinne gutzuheissen, als die Beklagte
zu verpflichten ist, der Klägerin ab 1. Oktober 2015 die gesetzlichen und
reglementarischen Invalidenleistungen bei einem Invaliditätsgrad von 50 % samt 5 %
Verzugszins im Sinne der Erwägungen zu erbringen. Die Sache ist zur Festsetzung der
Leistungen an die Beklagte zu überweisen.
5.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).5.2.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind der grossmehrheitlich obsiegenden
Klägerin in Anwendung von Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP die Parteikosten von der
unterliegenden Beklagten zu erstatten. Der Vertreter der Klägerin hat eine nach
Zeitaufwand bemessene Honorarnote über Fr. 6'955.80 (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) eingereicht (act. G 15.1). Ein Honorar nach Zeitaufwand sieht die
Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) im Verfahren vor dem Versicherungsgericht aber
nicht vor. Es beträgt nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
15'000.--. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in BVG-Prozessen
gestützt auf die vorgenannte Bestimmung regelmässig eine (ungekürzte) pauschale
Entschädigung zwischen Fr. 2'500.-- und Fr. 4'500.-- zu. Die beantragte
Entschädigung überschreitet diesen Rahmen in einem Umfang, dass auf die
Honorarnote des Rechtsvertreters nicht abgestellt werden kann. Vorliegend handelt es
sich um ein durchschnittliches, allenfalls leicht überdurchschnittliches Verfahren. Eine
Entschädigung von Fr. 4'000.-- erscheint dem notwendigen Aufwand angemessen.
5.3. bis
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Da der vorsitzende Richter verhindert ist, wird der Entscheid für diesen stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 VRP).