Decision ID: 05c12ff4-ff6d-4b3d-83e3-ada5135dc694
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1960 geborene
X._
arbeitete
ab
1986 als selbständige
Schneiderin /
Hutmacherin (Urk. 11/2/2, Urk. 11/4/1
, Urk. 11/36/4
). Am
7
. Febru
a
r 2011 mel
dete
sie
sich
unter Angabe
eines
bei
eine
m
Leitersturz
am 7. Mai 2010
erlittenen
Bruchs der rechten Hand und zwei Bandscheibenvorfälle
n
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum
Leistungs
bezug
an (Urk. 11/
7
).
In der Folge holte die IV-Stelle erwerbliche (Urk.
11/20, Urk. 11/34, Urk. 11/36
)
und medizinische (Urk.
11/21, Urk. 11/25, Urk. 11/33
)
Auskünfte ein.
Die IV-Stelle ermittelte
für die Zeit vom 7. Mai 2010 bis zum 31. Dezember 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und
ab dem 1.
Januar
2011
eine solche
von 50 % (Urk. 11/
41/5, Urk. 11/50/2)
und sprach mit Ver
fü
gung vom
28. Dezember
2012 infolge der
am 7. Mai 2010 erlittenen
dis
talen
Radiusfraktur rechts und de
s
lumbalen Schmerzsyndrom
s
bei D
iskushernie
L5/S1
mit Nervenwurzelkompression
auf der Basis eines 50%igen Invaliditätsgrades
ab
dem 1. August 2011 eine halbe Inva
lidenr
ente zu (Urk. 11/57-62
).
Diese Verfü
gun
g erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
Daraufhin erfolgte
A
nfang 2014
eine revisionsweise Überprüfung der Rente, wobei der Fragebogen der Revision der Invalidenrente vom 6. Februar 2014 da
tiert (Urk. 11/65/3). In der Folge holte die IV-Stelle weitere erwerbliche
Aus
künfte
(Urk. 11/66, Urk. 11/71)
sowie
zwei
Arztbericht
e
(
Urk. 11/67,
Urk. 11/68) ein und liess die Versicherte
polydisz
iplinär durch die MEDAS
am 9. und 30. September 2014 sowie am 2. Oktober 2014 untersu
chen
(Gutachten vom 23. Oktober 2014; Urk. 11/78).
Mit Vorbescheid vom 5. Januar
2015 teilte die IV-Stelle mit, dass die Invalidenrente eingestellt werde (Urk. 11/85
)
. Dabei
ging
sie
von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der
angestammten als auch in einer
anderen
leidensangepassten Tätigkeit aus
. Da
raus
errechnete
sie
einen Invaliditätsgrad von 30 % (Urk. 11/83, Urk. 11/85). Die Ver
s
icherte erhob dagegen am 29. Januar 2015 Einwand (Urk. 11/87).
Mit Verfü
gung vom 18. Februar 2015 hob die IV-Stelle die bisher gewährte halbe Rente auf das Ende des der
Verfü
gungszustellung
folgenden Monats auf (Urk. 11/89
= Urk. 2
).
2.
Dagegen liess die Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Gian Andrea
Danu
ser
,
am
23. März 2015 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung vom 18. Februar 2015 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Invaliditäts
grad mindestens 50 % betrage und es sei ihr wie bisher eine halbe IV-Rente zu
zusprechen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Be
schwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2). In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Bewil
li
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen
Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
Danuser
(Urk. 1 S. 2).
Mit Be
schwerdeantwort vom 6. Mai 2015 beantragte die IV-Stelle die Ab
weisung der
Beschwerde (Urk. 10). Mit Verfügung vom 8. Mai 2015 bewilligte das Gericht der
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung, bestellte ihr Rechtsan
walt
Danuser
als unentgeltlichen Rechtsvertreter und stellte ihr die Beschwerde
antwort zu (Urk. 12).
Mit Schreiben vom 26. Mai 2015 reichte Rechtsanwalt
Danuser
seine Honorarnote ein und wies da
rauf hin, dass er seine Honorar
forderung an den Sozialdienst des Bezirkes Af
foltern abgetreten habe (Urk. 14, Urk. 15/1-2).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
ti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invaliden
versicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar i
st.
Ein psy
chischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähig
keit (Art. 6 ATSG) sei der ver
sicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zu
mutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit
Hinweisen).
1.5
Das
Sozialversicherungsge
richt
hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stel
lten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten
Person auseinander setzt - was vor allem bei psy
chischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten,
welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S.
24 f.).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Bei einer Verfügung über Versicherungsleistungen bildet grundsätzlich einzig die
Leistung Gegenstand des Dispositivs. Die Beantwortung der Frage, welcher Inva
liditätsgrad der Rentenzusprechung
oder -aufhebung
zu Grunde gelegt wurde, dient demgegenüber in der Regel lediglich der Begründung der
Verfügung.
Sie könnte nur dann zum Dispositiv gehören, wenn und insoweit sie Gegenstand einer
Feststellungsverfügung
ist. Da in jedem Fall nur das Dispositiv anfechtbar ist, muss bei Anfechtung der Motive einer
Leistungsverfügung beziehungsweise einer leistungsaufhebenden Verfügung
geprüft werden, ob damit nicht
sinnge
mäss
die Abänderung des Dispositivs beantragt wird. Sodann ist zu unter
su
chen,
ob die beschwerdeführende Person allenfalls ein schutzwürdiges Interesse an der
sofortigen
Feststellung
hinsichtlich des angefochtenen
Verfügungsbe
stand
teils
hat (
Urteil des Bundesge
richts 9C_858/2010 vom 17. Mai 2
011 E.
1.1 mit Hin
weisen).
Ein
schützenswertes Interesse
setzt
ein rechtliches oder tatsächliches und aktu
elles Interesse an der sofortigen
Feststellung
des Bestehens oder Nichtbestehens
eines Rechtsverhältnisses, dem keine erheblichen öffentlichen oder privaten Inte
ressen entgegenstehen, und welches nicht durch eine rechtsgestaltende Ver
fü
gung
gewahrt werden kann
, voraus (BGE 132 V 257 E.
1 mit Hinweisen).
D
i
e Beschwerdeführer
in
beantragt die
Feststellung
eines In
validitätsgrads von mindestens 50
%. D
ie Beschwerde
zielt
jedoch klar auf die Weitergewährung der halben Invalidenrente, und die Frage, ob und bejahendenfalls in welchem Um
fang der Beschwerdeführerin weiterhin eine Invalidenrente zusteht, bildet Streit
ge
genstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Unter diesen Umständen be
steht kein schutzwürdiges Interesse an der Feststellung des Invaliditätsgrades, dieser wird vielmehr Begründungselement des Urteilsdispositivs darstellen. Auf den Antrag auf Feststellung eines Invaliditätsgrades von mindestens 50 % ist daher nicht einzutreten.
2.
2
Zu prüfen ist
, ob aufgrund der getroffenen Abklärungen eine
revisions
rechtlich
be
deutsame Änderung in den medizinischen Verhältnissen angenom
men werden kann, welche eine Rentenaufhebung rechtfertigt. Zeitliche
Ver
gleichs
basis
ist
die Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom
28. Dezember 2012
(Urk. 11/57
)
,
mit der sie
der Beschwerdeführerin eine halbe Rente ab 1. August 2011
zu
sprach
.
2.3
Die Beschwerdegegnerin nahm gestützt auf das Gutachten der
MEDAS
vom 23. Oktober 2014 eine Verbesserung
der körperlichen Einschränkungen
an
und führte aus,
der Beschwerdeführerin
sei die angestammte Tätigkeit zu einem Pen
sum von 70 % zumutbar.
Von psychischer Seite her sei eine Verschlechte
rung eingetreten, welche allerdings durch nicht
invalidenversicherungsrechtlich
rele
vante Belastungssituationen (Wegfallen der grössten Auftraggeberin) aus
gelöst
worden
sei
und welche überwindbar sei
. De
r Invaliditätsgrad betrage 30 %
(Urk. 2)
.
2.4
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin zur Hauptsache einwenden, es liege keine Verbesserung des Gesundheitszustandes vor (Urk. 1 S. 4). Die Feststellung im Gutachten der
MEDAS
vom 23. Oktober 2014, dass bei der neurologischen Abklärung keine mit der Nervenwurzel links assoziierten klinischen Symptome feststellbar seien,
sei unrichtig und stehe im Widerspruch
zu
den von Dr. med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewe
gungsapparates
FMH
,
und Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Neurologie FMH,
in ihren Einzelgutachten gemachten Feststellungen (Urk. 1 S. 4 f.).
Sodann sei das
Teilg
utachten von Dr.
Z._
in sich selbst widersprüchlich (Urk. 1 S. 8).
Auf diese Widersprüche habe auch
Dr. med.
A._
, Fach
arzt für Allgemeine In
nere Medizin FMH,
hingewiesen
und eine neurologische Abklärung durch Dr. med.
B._
, Facharzt für Neurologie (Urk. 3/4), veranlasst
(Urk. 1 S. 9). Ge
stützt auf die
dort erhobenen
ge
sicherten und klaren Befunde sei davon auszu
gehen,
dass der gleiche Zustand
bestehe
, wie im Zeitpunkt
,
als der Beschwer
de
führerin ein Invaliditätsgrad von 50 % attestiert und eine halbe Rente zuge
sprochen worden sei. Falls das Gericht nicht vom gleichen Zustand ausgehe, sei eine neue MEDAS Beurteilung anzuordnen (Urk. 1 S. 10).
Zum
Einkommens
ver
gleich
führte die Beschwerdeführerin aus,
es sei zu berücksichtigen, dass
sie
nur noch körperlich leichte Arbeiten verrichten könne
und
dass bei einer Teiler
werbstätigkeit
wie sie ihr nur noch möglich sei,
überproportional
weniger ver
dient werde, als bei einer entsprechenden Vollzeittätigkeit. Unter Berücksich
ti
gung der konkreten Umstände sei daher ein
20%iger
Invaliditätsab
zug
vorzu
nehmen
.
Sodann sei zu beachten, dass die
Gutachter unter Berücksichtigung der
diagnostizierten mittelgradigen
Depression
eine
Restarbeits
fähigkeit
von 55 %
a
ttestiert
en (Urk. 1 S. 12).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin könne
nicht von einer Überwindbarkeit der psychischen Beeinträchtigung aus
ge
gangen werden,
weshalb die entsprechende Einschränkung der Arbeits
fähig
keit anzu
rechnen sei (Urk. 1 S. 13).
3.
Die IV-Stelle stützte sich bei der ursprünglichen Zusprechung der halben Invali
denrente am
28. Dezember
2012
auf die damals vorhandenen Arztberichte, nament
lich die
B
erichte von Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
vom 18. März 2011
,
9. Juni 2011
und 15. Juli 2011
sowie den Konsultationsbericht der
Klinik D._
vom 31. Mai 2011
(Urk. 11/
21, Urk. 11/25, 11/33).
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom 18. März 2011 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine distale
Radi
usfraktur
rechts am 7. Mai 2010 und
ein lumbales Schmerzsyndrom bei
Diskusher
nie
L5/S1
mit Nervenwurzelkompression S1, S2 bestehend seit ungefähr Juli 2010 fest
(Urk. 11/21/1).
D
ie Beschwerdefüh
rerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätig
keit
als Näherin seit dem 1. Januar 2011 zu 50 % arb
eitsfähig
. Sie arbeite sitzend
und
könne
dies
während
höchstens
vier Stunden pro Tag tun (Urk. 11/21/2).
Dem
Arzt
bericht
vom 9. Juni 2011 sind dieselben Angaben zu entnehmen (Urk. 11/25)
. Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, ob in einer optimal angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne (vgl. Urk. 11/29), hielt Dr.
C._
am 15. Juli 2011 fest, die aktuelle Arbeitsfähigkeit betrage ma
ximal 50 %.
D
ie Beschwerdeführerin könne nur wechselbelastende Arbeit
en
(sitzend-stehend) ausführen und sei als Näherin stark eingeschränkt. Längere Liege-Pausen seien
dazwischen
schmerzbedingt nötig (Urk. 11/33/1).
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich
insbesondere
aus dem Arztbericht von Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 5. März 2014 (Urk. 11/68)
und
dem polydisziplinären Gutachten der
MEDAS
vom 23. Oktober 2014 (Urk. 11/78).
4.2
Dr.
E._
führte
als Diagnosen eine chro
nische Schmerzstörung seit dem Unfall 2010 (Bandscheibenvorfall) sowie eine mittelgradige depressive Episode (reak
tiv), aktuell gebessert und ohne zu Beginn vorhandenes somatisches Syndrom (ICD-10: F32.11)
auf
(Urk. 11/68/1).
Ein Herzinfarkt
des
Lebenspartners
und
der
Zusammenbruch ihres Lebenskonzeptes (Kündigung des
Wohnverhält
nisses
und des Ateliers sowie d
ie
Geschäftsaufgabe ihrer einzigen grossen
Auf
tragskundin
) hätten im Frühjahr 2012 zu einer reaktiven, depressiven Dekom
pensation mit
Schlafstörung, Gedankenkreisen, Antriebslosigkeit, Appetitlosig
keit, Verzweif
lung,
Ohnmacht, Orientierungslosigkeit, sozialer Angst, Zukunfts- und Existenz
ängsten, Rückzug sowie Wertlosigkeitsgefühlen geführt. Auch habe der Umzug und die Räumung des Ateliers im Mai 2013 die Beschwerdeführerin bis zur physischen und psychischen Erschöpfung beansprucht. Seither habe eine leichte Verbesserung des psychischen Zustandes auf sehr niedrigem Niveau stattge
fun
den. Dieser sei jedoch sehr instabil. Aktuell forderten bereits die not
wendi
gen Haus
arbeiten (z.
B. Heizen mit Holz) die Beschwerdeführerin bis zur Grenze ihrer
Belastbarkeit, sodass sie danach Pausen einlegen und häufig auch Schmerz
mittel einnehmen müsse. Affektiv falle eine negative, deprimierte
Grundstim
mung
auf. Rückenprobleme führten täglich zu Schmerzen und damit verbun
de
ner mobiler Einschränkung sowie
zu
sozialem Rückzug. Nach wie vor bestehe eine stark verminderte Belastbarkeit und die depressive Symp
tomatik sei vor
herrschend. Aufgrund der Irreversibilität der Rückenbeschwerden könne keine günstige Prognose gestellt werden (Urk. 11/68).
Es bestehe eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit
seit
Mai 201
2.
Die psychische Belast
barkeit insgesamt sei aufgrund der depressiven Stimmung, des Antriebsmangels,
der raschen
Ermüdbarkeit,
der
Insuffizienzgefühle und
der
Schlafstörungen
ein
geschränkt
. Die Konzentration sei teilweise vermindert. Das Leistungsvermögen sei
deutlich eingeschränkt durch
auftretende
Schmerzen in unterschiedlicher Stärke nach kurzer körperlicher Betätigung. Die Beschwerdeführerin sei emotio
nal nieder
geschlagen. Gedankenkreisen, Insuffizienzgefühle, Zukunfts- und Exis
tenz
ängste wirkten sich negativ auf den Antrieb aus, schränkten die Konzen
tra
tion und die Auffassung ein und setzten die psychische Belastbarkeit insgesamt herab. Die Schlafstörung führe zu rascher Ermüdung und
zu
Schmerzen und ver
mindere das Leistungsvermögen (Urk. 11/68/4).
Zum Belastungsprofil hielt Dr.
E._
fest, die Beschwerdeführerin könne nur wechselbelastende Tätigkeiten während
zwei
Stunden pro Tag ausüben. Rein sitz
ende und stehende Tätigkeiten seien während ein bis zwei Stunden am Tag möglich (Urk. 11/68/7).
4.3
Dem polydisziplinären Gutachten
der
MEDAS
vom 23. Oktober 201
4
,
welches Fachgutachten der Orthopädie/Traumatologie, der Neurologie, der
Psychiatrie und der Inneren Medizin umfasst (Urk. 11/78)
sind als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 11/
7
8/11):
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
Rumpfmuskulärer
Dysbalance
mit reaktiver bilateraler
ileolumbaler
Ansatz
t
endinopathie
I
n der
aktuellen lumbalen MRT (30.09.2014) beschriebene gross
volu
mige und nach kaudal luxierte Diskushernie L5/S1 mit links
seitiger Wurzelkompression S1 sowie
Diskusprotrusion
L4/5
,
Spon
dylarthrosen
L4/5 und
L5/S1
Beginnende posttraumatische Handgelenksarthrose rechts bei Status nach konservativer Behandlung einer nach dorsal dislozierten distalen
Radi
usfraktur
05/2010
Mittelschwere depressive Episode (ICD-10: F32.1).
Rein orthopädisch und
einbezüglich
der neurologischen Situation resultiere eine Minderung der Arbeitsfähigkeit von 30 % sowohl in der bisherigen als auch in
anderen
qualitativ angepassten Tätigkeiten. Im
V
ergleich zur Situation
A
nfang 2011, als von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden sei (vgl.
Urk. 11/21 Urk. 11/25,
Urk. 11/
33
, Urk. 11/41/4
), habe sich die Situation aus rein
somati
scher Sicht leicht verbessert
(Urk. 11/78/12)
.
Hingegen beschreibe der Psychiater seit Mai 2013 eine psychische Dekompensa
tion mit einer mittelgradigen depressiven Episode, die bisher nur ungenügend
auf die Therapie angesprochen habe. Diese schränke die Arbeitsfähigkeit seit Mai
2013 um 40 bis 50 % ein. Eine Intensivierung der Behandlung der Depres
sion sei dringend angezeigt. Eine Besserung innert maximal einem Jahr sei zu erwar
ten. Die von den behandelnden Ärzten beschriebenen ungünstigen psy
choso
zia
len Belastungsfaktoren hätten sicher zur Auslösung der Depression bei
getragen. Im Vordergrund der die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Faktoren
stehe
aber die mittelgradige Depression
(Urk. 11/78/12)
.
Zusammenfassend habe sich die somatische Situation im Vergleich zur Situa
tion
bei Zusprache der Rente leicht gebessert, hingegen sei seit Mai 2013 neu eine mittelgradige Depression hinzugekommen, so dass die Arbeitsfähigkeit nach wie vor zu 40 bis 50 % eingeschränkt sei (Urk. 11/78/12).
In der bisheri
gen Tätigkeit bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 55 %
. In einer
leidensange
passten
Tätig
keit sei ihr ebenfalls ein 55%iges Pensum zumutbar
(Urk. 11/78/13).
Zum Belastungsprofil wurde ausgeführt, dass wechselbelastende körperlich leichte
rückenadaptierte und an die Unfallfolgen am rechten Handgelenk
angepasste
Tätigkeiten möglich seien.
Aus psychiatrischer Sicht seien Tätigkeiten unter Zeitdruck und
mit regelmässigem Publikums
verkehr ungünstig
;
längere Pausen
seien zu empfehlen
(Urk. 11/78/12).
5.
5.1
Stritt
ig
ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom
28. Dezember
2012 (Urk. 11/54)
rententangierend
verbessert hat.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit auf das polydisziplinäre Gutachten der
MEDAS
vom 23. Oktober 2014 (Urk. 11/78), insbesondere auf das orthopädische Gut
ach
ten vom
9. September 2014
(Urk. 11/78/
21-25
) und ging von einer 70%igen Ar
beitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepassten Tä
tigkeit aus. Die mittelschwere depressive Episode, welche im psych
iatr
ischen Gutachten diagnostiziert
wurde
(
vgl. Urk. 11/78/34-41)
, erachtete sie als über
windbar
(Urk. 11/83/5).
Daher ist vorerst zu prüfen, ob auf
das Gutachten
ab
gestellt werden kann.
5.2
5.
2
.1
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wendet gegen das Gutachten der
MEDAS
vom 23.
Oktober 2014 ein,
d
ie Feststellung
, dass
bei der neuro
logi
schen Abklärung
keine mit der Nervenwurzel links assoziierten klinischen Symp
to
me feststellbar
gewesen
seien, sei unrichtig und stehe im Widerspruch zu den von Dr.
Y._
und Dr.
Z._
in ihren Einzelgutachten gemachten F
est
stel
lungen (Urk. 1 S. 4 f.).
Dieser Argumentation ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
Z._
in ihrem Teilgutachten
zum Teil brennende Missempfindungen in der Gegend
von Zehe 5 und
des
Unterschenkel
s
beschrieb
, welche jedoch keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit
h
ätt
en
(Urk. 11/78/31
). Sodann wurde in der Zusam
men
fassung
der einzelnen Teilgutachten
festgehalten, dass es sich bei den geklagten Missempfindungen um ein sensibles
radikuläres
Syndrom entsprechend dem distalen Segment von S1 handle, weitere Pathologien
seien
aber diesbe
züglich nicht
zu finden
(Urk. 11/78/8). Sofern nun
unter dem Titel „Synthese aus allen untersuchten Fachgebieten nach Konsens vom 17.10.2014“
ausgeführt wurde, im Rahmen der neurologischen klinischen Abklärung seien keine an den MRT-Befund mit S1-Wurzelkompression links assoziierten klinischen Symp
tome fest
stellbar
gewesenen
und eine
radi
k
uläre
Irritation von klinischer Relevanz liege
somit nicht vor
(Urk. 11/78/12)
,
trifft dies zumindest in dem Sinne zu, dass keine
Reizung vorlag, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkt
e
(Urk. 11/78/30)
.
Insofern steht diese Aussage auch nicht im Widerspruch dazu, dass tatsächlich eine Nervenwurzelkompression besteht (Urk. 11/78/59), betrifft sie doch einzig deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
5.
2
.2
Insofern Dr.
A._
in seinem Bericht vom 10. März 2015
(Urk. 11/91/1)
aus
führt,
diese
radikuläre
Reizung und sensible Ausfallsymptomatik S1 bestehe
weiterhin, währendem
im Gutachten der MEDAS
postuliert werde, dass
die Symp
tomatik
nicht mehr relevant sei und keine Arbeitseinschränkung daraus resul
tiere
,
und deshalb der Rentenanspruch von 50 % auf 40 % reduziert werde, ent
spricht
dies
nicht den Tatsachen.
Auch
in der Verfügung vom
28. Dezember 2012
(Urk. 11/57
)
hatte
nicht die Nervenwurzelkompression zur damals festgehal
te
nen Arbeitsunfähigkeit
ge
führt, sondern wie dem Schreiben von Dr.
C._
vom 15. Juli 2011 unter
Ziff.
3 zu entnehmen ist, die starke Ein
schränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule bei bekannter Diskushernie L5/S1 (Urk. 11/33/1,
vgl. Urk. 11/29,
Urk.
11/41/2-4).
5.
2
.3
Zum Vorwurf, e
ine Verbesserung des Gesundheitszustandes
sei nicht spezifisch dargetan (Urk. 1 S. 11), ist zu bemerken, dass dem orthopädischen
Teilg
utachten
von Dr.
Y._
vom 9. September 2014 zu entnehmen ist, dass
sich
die deut
lich eingeschränkte Rumpffunktion gemäss hausärztlichem Bericht vom 15. Juli
2011 mit einem damaligen Finger-Boden Abstand von 55 cm
und
einem aktu
ellen Finger-Boden-Abstand von 38 cm gebessert
ha
be
(Urk. 11/78/23)
. Somit hat sich die Beweglichkeit der Wirbelsäule
, die wie erwähnt für die
Renten
zu
sprache
massgebend war,
gebessert (Urk. 11/78/24) und es liegt eine Verbesse
rung des Gesundheitszustandes vor.
Es
rechtfertigt sich
daher
auch
,
eine Erhöh
ung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 70 %
anzunehmen
(Urk.
11/78/24).
5.
2
.4
Aus dem Gesagten folgt, dass nichts vorgetragen wurde, was das Gutachten der
MEDAS
vom 23. Oktober 2014 als widersprüchlich oder nicht schlüssig er
schei
nen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwas Derartiges aus den Akten ersichtlich. Vielmehr erfüllt das Gutachten sämt
li
che von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizini
sches Gut
achten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5a und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht
zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
Die Einho
lun
g eines weitere
n Gutachtens erübrigt sich
.
5.
3
Mit dem Gutachten der
MEDAS
ist ausgewiesen, dass sich der somatische Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
trotz
grundsätzlich
gleich geblie
be
ner Diagnose
insofern verbessert hat, als sich die Beweglichkeit der Wirbel
säule gebessert
hat
(Urk. 11/78/23-24).
Somit
hat sich das Leiden in seiner In
tensität
und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert.
Zusätz
lich
wurde
neu als Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit eine beginnende post
trau
matische Handgelenkarthrose rechts bei Status nach konservativer Be
hand
lung
der im Mai 2010 erlittenen
Radiusfraktur
gestellt
(Urk. 11/78/23).
Überdies hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
aus psychia
trischer Sicht
verändert
.
Dem
Gutachten der
MEDAS
vom 23.
Oktober 2014
ist
neu als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10: F32.1) zu entnehmen (Urk. 11/78/11).
5.
4
Somit liegen
wesentliche Änderung
en
in den tatsächlichen Verhältnissen
vor
, die geeignet
sind
, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be
ein
flussen
. Es ist
daher
in einem weiteren Schritt zu prüfen, wie sich diese Di
ag
no
sen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
5.
5
5.5.1
Aus orthopädisch-/
traumatologischer
Sicht ist die Beschwerdeführerin gemäss
dem Gutachten der
MEDAS
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt,
weil sie nur
noch
in einem verlangsamten Tempo und mit vermehrten Pausen
arbeiten könne
.
Daraus resultiere ein uneingeschränktes Pensum mit einer Minderung der Leis
tungsfähigkeit von 30 % und somit eine globale Restarbeitsfähigkeit von 70 %. Tätigkeiten, welche mit dem Belastungsprofil korrelieren, seien ebenfalls bei
einem vollen Pensum und einer Minderung der Leistungsfähigkeit von 30 %, d.h.
auf einem globalen 70%-Niveau zumutbar (Urk. 11/78/8). Wie bereits festge
hal
ten, ist die Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes auf die Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule zurückzuführen
(vgl. Urk. 11/78/
23)
.
Deshalb ist die im Einzelgutachten festgehaltene Arbeitsunfä
higkeit nachvollziehbar, weshalb ihr gefolgt werden kann.
5.5.2
Aus psychiatrischer Sicht wurde aufgrund der psychischen Dekompensation mit einer mittelgradigen depressiven Episode
seit Mai 2013
eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 40
und
50 % festgehalten (Urk. 11/78/12).
Der von Dr.
E._
einge
reichte Bericht vom 17. März 2015 ändert daran nichts
(Urk. 11/92)
. Dieser Be
richt geht selbst von einer
Arbeitsunfähigkeit
von 50 % aus
(Urk. 11/92/2)
, was der von der
MEDAS
festgehaltenen Arbeitsfähigkeit nicht widerspricht.
Der Argumentation der Beschwerdegegnerin, die mittelschwere depressive Epi
sode sei aufgrund psychosozialer Belastungsfaktoren ausgelöst worden
,
und die Beschwerdeführerin habe weiterhin Ressourcen, um diese gesundheitlichen Ein
schränkungen zu überwinden, ist allerdings entgegen zu halten, dass
es sich
bei
der von Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie FMH, gestellten Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode (ICD-10 F32.1), um einen eigenständigen Befund
handelt
, bei welchem gegebe
nenfalls psychosoziale Belastungsfaktoren bei deren Entstehung eine Rolle spielten
(vgl.
Urk. 11/78/12)
.
Dass es sich um eine verselbständigte Diagnose handelt, wird auch
dadurch klar, dass Dr.
F._
gestützt auf diese Diagnose eine Arbeits
un
fähigkeit von
4
0 bis
5
0 % attestierte (Urk. 11/78/39-40).
Da diese depressive Episode bereits im Mai 2013 entstand und die Symptomatik auch durch die Psy
chotherapie nur leicht gebessert wurde (Urk. 11/78/39),
ist ein in
validisierender Gesundheitsschaden zu bejahen.
5.5.3
Insgesamt
wurde im Gutachten der
MEDAS
vom 23.
Oktober 2014 festgehal
ten, dass die Arbeitsfähigkeit nach wie vor zu 40 bis 50 % eingeschränkt sei, wo
bei eine Restarbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer
ande
ren
lei
densangepassten
Tätigkeit von 55 % festgehalten wurde (Urk. 11/78/12-13).
Diese Restarbeitsfähigkeit wurde nachvollziehbar
hergeleitet, bezieht alle Be
funde und Vorakten ein, weshalb
d
arauf
abzustellen
ist.
Der Arztbericht von Dr.
E._
vom 5. März 2015, welcher eine 75%ige Arbeits
unfähigkeit ausweist, erging
nicht unter
Beizug
aller Vorakten und die genannte Arbeitsunfähigkeit ist anhand der gemachten
Angaben nicht nachvollziehbar. Zudem ist
der Erfahrung
statsache Rechnung zu tragen
, dass behandelnde Ärzte und Ärz
tinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa
gen
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5.
6
Zusammenfass
end ist
hinsichtlich der resultierenden Arbeitsfähigkeit
auf soma
tischer Seite von einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes
und auf psychiatrischer Seite aufgrund der neu diagnostizierten
mittelgradigen depressi
ven Episode
von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen.
Insgesamt
besteht sowohl in der bisherigen als auch in einer
anderen
leidens
an
gepassten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
55
%
.
Auf diese Angabe ist abzu
stellen.
6.
6.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die
Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit i
n erwerb
licher Hinsicht auswirkt
.
6.2
6.2
.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Indi
vi
duellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurz
fristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
6.2.
2
Bei der
Rentenzusprache
bemass
die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkom
men
anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Sta
tistik (LSE) 2010
(Urk. 2 S. 2)
,
weil aufgrund
der Angaben im Auszug aus dem in
di
viduellen Konto (
vgl.
Urk. 11/20)
und der
eingereichten Buchhaltungen (
vgl.
Urk. 11/34) kein verlässliches Einkommen
ermittelt werden kö
nne (Urk. 11/36/7-9).
Dabei ging sie vom Einkommensniveau 3, Berufs- und Fach
kenntnisse vorausgesetzt, im Sektor Herstellung von Textilien/Bekleidung aus (Urk. 11/36/9).
Da die IV-Stelle bereits beim Einkommensvergleich im Jahre 2012 auf die LSE ab
gestellt hatte (vgl. Urk. 11/36/7-9, Urk. 11/54), dem IK-Aus
zug kein
existenz
sicherndes
Valideneinkommen
zu entnehmen ist (Urk. 11/20, Urk. 11/66) und die
Beschwerdeführerin inzwischen ihr Geschäft auf
gegeben hat (vgl. Urk. 11/68/3, Urk. 11/78/29), ist den Ausführungen der IV-Stelle zu folgen und
auch im vor
liegenden Verfahren
auf die
LSE
abzustellen
.
6.
2
.
3
Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen
à 40 Arbeitsstunden) für den Sektor 2 Produktion, Positionen 13-15 „Herstel
lung
von Textilien und Bekleidung“, Niveau 3 „Frauen“, entspricht im
Durchs
chnitt Fr. 4‘550.
--
(LSE 2010
,
TA1,
S.
26)
. Davon ist auszugehen (Urk. 11/36/9). Dieser Betrag ist auf die im Jahr 201
3 (Jahr 2014 ist nicht bekannt)
betriebsübliche wöchent
liche Arbeitszeit von 41,
4
Stunden hochzurechnen (Die Volkswirtschaft,
3/4-2015, Tabelle B 9.2)
sowie an die
Nominallohnentwicklung
anzupassen
(Bun
desamt für Statistik [B
F
S], Schweizerischer Lohnindex
nach Branche
[Basis 2010 = 100; im Internet abrufbar unter http:/www.bfs.admin.ch],
Nominal
lohn
index
Frauen,
[T1.2.10], Sektor 2 Produktion; 2014: 104.1). Daraus resul
tiert ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 58‘828.-- (Fr. 4‘550.-- x 12 : 40 x 41,4 : 100 x 104.1).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung
ebenfalls die
Tabellenlöhne gemäss LSE heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1).
Aufgrund der medizinischen Beurteilung ist die angestammte und zugleich
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit zu 55 % zumutbar. Abzüge
vom
Invalidenein
kommen
sind in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin nicht angezeigt, da die angestammte Tätigkeit weiterhin zumutbar ist. Das Invalideneinkommen 2014 beträgt somit Fr.
32‘355.40
(Fr. 58‘828.-- : 100 x 55)
.
6.4
Eine Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt einen Invalidi
tätsgrad von 45 % ([Fr. 58‘828.-- - Fr. 32‘355.40] : Fr. 58‘828.--x 100), welcher Anspruch auf eine Viertelsrente begründet. Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gericht
s
kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Da die Be
schwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt, sind die Kos
ten
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Gemäss
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Rechtsanwalt
Danuser
machte mit Eingabe vom 26. Mai 2015 (Urk. 14, Urk. 15/1-2)
einen Aufwand
bis zum 14. April 2015
von
10 Stunden 25 Minu
ten
sowie
Barauslagen von Fr. 12.40
geltend
,
was der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen erscheint. Die Prozessentschä
di
gung ist daher auf F
r. 2‘488.40 (inklusive 8% Mehrwertsteuer
und
Barausla
gen
)
festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Aufgrund der ein
gereichten Abtretung der
Honorarforderung an den Sozialdienst des Bezirkes Affoltern (Urk. 14 S. 2)
ist sie diesem auszurichten
.