Decision ID: 43189b32-3aa2-59da-ad27-24f7036a4403
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ D. und T.D. sind Eigentümer eines Reiheneinfamilienhauses an der X. Strasse in St.
Gallen. Infolge von intensiven Niederschlägen am 16. Juli 2002 drang Wasser über
einen Lichtschacht und durch das dort befindliche Kellerfenster in die Räume des
Untergeschosses, weshalb es zu einem Gebäudeschaden kam. Der Schadenfall wurde
am 18. Juli 2002 der Gebäudeversicherungsanstalt (abgekürzt GVA) gemeldet.
Mit Verfügung vom 23. August 2002 lehnte die GVA die Versicherungsleistung
vollumfänglich ab. Sie kam zum Ergebnis, der geltend gemachte Gebäudeschaden sei
nicht auf ein bei ihr versichertes Ereignis, sondern auf einen Baumangel
zurückzuführen. Das Dachwasser sei nicht ordnungsgemäss abgeleitet worden. Es
werde in die Geröllpackung im Bereich des Sitzplatzes an der Kelleraussenwand
geleitet.
B./ Mit Eingabe vom 10. September 2002 erhoben T. und D.D. Rekurs bei der
Verwaltungskommission der GVA mit dem Antrag, die Verfügung der GVA vom 23.
August 2002 sei aufzuheben und die Versicherungsleistung zu erbringen.
Am 17. Dezember 2003 wies die Verwaltungskommission der GVA den Rekurs ab. Sie
erwog, aufgrund eines Gutachtens vom 26. Mai 2003 stehe fest, dass sich der
intensive Regen nicht sturzbachartig - z.B. unter einer Türschwelle hindurch -, mithin
als eigentliches Oberflächenwasser, in das Haus der Rekurrenten ergossen und so den
Schaden verursacht habe. Vielmehr hätten die Niederschläge über einen bestimmten
Zeitraum hinweg den Boden um das Gebäude immer mehr mit Wasser aufgefüllt.
Dieses habe sich mangels genügender Ableitung bis zur Höhe des Kellerfensters im
Lichtschacht aufgestaut, wo es dann in das Gebäude einzudringen vermocht habe. Es
liege damit keine plötzliche, aussergewöhnliche Einwirkung vor. Die
Schadenentstehung sei vielmehr mit einem Rückstau aus der Kanalisation zu
vergleichen. Demzufolge sei nicht die Überschwemmung, wenn überhaupt von einer
solchen gesprochen werden könnte, sondern vielmehr der Rückstau des Regens im
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Boden Hauptursache des eingetretenen Schadens. Deshalb sei es auch ohne
Bedeutung, ob ein Baumangel vorgelegen habe.
C./ Mit Eingabe vom 15. Januar 2004 erhoben T. und D.D. durch ihren Rechtsvertreter
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der angefochtene Beschluss sei
aufzuheben und die GVA sei anzuweisen, für den Elementarschadenfall vom 16. Juli
2002 Versicherungsleistungen zu erbringen bzw. den Schadenfall zu übernehmen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdeführer machen im
wesentlichen geltend, ihr Gebäude leide nicht an einem Konstruktions- oder
Planungsmangel, insbesondere sei die Geröllpackung im Lichtschacht nicht
mangelhaft. Das Wasser sei nicht als Grundwasser in das Gebäude eingedrungen,
sondern habe seinen Weg von der Oberfläche her in das Gebäude gefunden. Deshalb
sei der Schaden ausschliesslich Folge des Eindringens von Oberflächenwasser und
damit als Überschwemmung zu taxieren.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 16. Februar 2004 auf Abweisung
der Beschwerde. Im wesentlichen macht sie geltend, dass eine Überschwemmung gar
nicht vorliege. Das Wasser sei nicht sturzbachartig als eigentliches Oberflächenwasser
ins Gebäude eingedrungen, sondern es habe sich im Lichtschacht über eine gewisse
Zeit hinweg gestaut und irgendwann einmal die Höhe des unter Terrain liegenden
Kellerfensters erreicht. Von einer plötzlichen, aussergewöhnlichen Einwirkung könne
daher nicht die Rede sein.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 56 des
Gesetzes über die Gebäudeversicherung, sGS 873.1, abgekürzt GVG; Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 15. Januar 2004
erfüllt zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
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Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2./ Streitig ist, ob es sich beim Wasserschaden im Untergeschoss des Gebäudes der
Beschwerdeführer um einen versicherten Gebäudeschaden handelt bzw. ob ein
Anspruch auf Versicherungsleistungen besteht.
a) Nach Art. 31 Ziff. 3 GVG erbringt die GVA Versicherungsleistungen, wenn
Gebäudeschäden durch Sturmwind, Hagel, Hochwasser, Überschwemmungen,
Schneedruck, Schneerutschungen, Lawinen, Steinschlag, Erd- und Felsrutschungen
entstanden sind; ausgenommen sind Schäden, die im wesentlichen auf andere
Ursachen zurückgehen. Versichert sind somit nach Art. 31 Ziff. 3 GVG Schäden, die
ihre Ursache in Elementarereignissen haben, d.h. die auf naturbedingte Einwirkungen
zurückzuführen sind.
b) Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist von Hochwasser im Sinne
von Art. 31 Ziff. 3 GVG dann die Rede, wenn Wasser als Folge von übermässigen
Niederschlägen die ihm von der Natur oder Menschenhand künstlich gezogenen
Grenzen übersteigt (VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. W.K. GmbH und i.S.
Erbengemeinschaft K.W.-R.). Hochwasser bedeutet Ansteigen des Wasserspiegels und
Überborden von Flüssen und Seen. Dadurch kann auch Hochwasser zu
Überschwemmungen führen (VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. Erbengemeinschaft
K.W.-R. mit Hinweis auf A. Kleiner, Das Recht der öffentlichen
Gebäudeversicherungen, Separatdruck aus: "Mitteilungen" Jahrgänge 1978/79 des
Interkantonalen Rückversicherungsverbandes Bern und der Vereinigung Kantonaler
Feuerversicherungen, S. 68, und Hauswirth/Suter, Sachversicherung, 2. Aufl., Bern
1990, S. 160 f., sowie H.R. Suter, Sachversicherung, Leitfäden für das
Versicherungswesen, Neue Folge, Band 8, Bern und Zürich 1982, S. 119).
Überschwemmungen bestehen in der Überflutung von Land, Grund, Boden und
Bauwerken, die nach ihrem Zweck oder ihrer Bewirtschaftung nicht zur Aufnahme von
Wasser bestimmt sind. Sie spielen sich auf ebener Erde ab und setzen Gebietsteile
unter Wasser. Von diesen aus dringt das Oberflächenwasser in Räume und Keller ein
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(VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. W.K. GmbH mit Hinweis auf Hauswirth/Suter, a.a.O.,
S. 161).
Das Verwaltungsgericht hat noch unter der alten, bis 31. Dezember 2000 geltenden
Verordnung zum GVG (nGS 22-65, abgekürzt aVV zum GVG) entschieden, dass es für
die Beurteilung der Frage, ob ein Hochwasser- oder Überschwemmungsschaden
vorliege, von entscheidender Bedeutung sei, wie das Wasser seinen Weg ins Gebäude
gefunden habe. Wasser, das sich von der Oberfläche her in ein Gebäude ergiesse,
verursache einen Elementarschaden. Gelange hingegen das Wasser auf andere Weise
in ein Gebäude, liege in der Regel kein versicherter Elementarschaden im Sinne Art. 31
Ziff. 3 GVG vor. Eine Ausnahme sei beispielsweise dann gegeben, wenn sowohl
Oberflächenwasser als auch Wasser aus dem Erdinnern in ein Gebäude gelange und
wenn beide Arten von Wasserschaden (durch Oberflächenwasser und Grundwasser)
erkennbar und in enger zeitlicher Abfolge durch ein Elementarereignis verursacht
worden seien. Daher seien Schäden, die infolge von Rückstau in der Kanalisation
entstehen würden, nicht von der Versicherung gedeckt (VerwGE vom 22. Januar 2002
i.S. Erbengemeinschaft K.W.-R.).
An dieser Rechtsprechung ist auch mit Blick auf die neue VV zum GVG festzuhalten,
um so mehr, als die Praxis des Verwaltungsgerichts im Wortlaut von Art. 47 Abs. 2 der
geltenden Verordnung zum Gesetz über die Gebäudeversicherung (sGS 873.11,
abgekürzt VV zum GVG) besser zum Ausdruck gebracht wird als in Art. 50 Abs. 2 aVV
zum GVG.
Art. 50 Abs. 2 aVV zum GVG lautete wie folgt: "Geht der Gebäudeschaden ganz oder
überwiegend auf andere Ursachen zurück, so wird er nicht entschädigt. Nicht vergütet
werden insbesondere Schäden, die auf fortgesetztes Einwirken oder die nicht auf eine
plötzliche, aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen sind, wie Schäden
zufolge schlechten Baugrundes, ungenügender Fundamente, fehlerhafter Konstruktion,
verwahrlosten Zustandes, Eindringens von Schnee und Regenwasser,
Kanalisationsrückstaus und periodischer Hochwasserstände." In Art. 47 Abs. 2 VV zum
GVG ist der Begriff "Eindringens von Schnee und Regenwasser" durch die Begriffe
"eingedrungenen Schnee- und Regenwassers sowie Schäden durch Grundwasser .. "
ersetzt; im übrigen ist die Bestimmung identisch. Die Vorschrift wurde somit
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ausschliesslich dahingehend geändert, dass nicht nur das fortgesetzte Einwirken von
Schnee- und Regenwasser, sondern neu auch das Eindringen von Grundwasser als
nicht versichertes Ereignis qualifiziert wird.
c) Nach den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz sind am 16. Juli 2002
intensive Niederschläge über dem Osten der Stadt St. Gallen niedergegangen, in deren
Folge über den Lichtschacht und das Kellerfenster Wasser in die Kellerräume eindrang
und dort einen Schaden verursachte. Ebenso steht fest, dass das Wasser nicht von
oben, also nicht von der Erdoberfläche, in den Lichtschacht gedrungen ist, sondern
von unten, indem es sich in der Baugrube gestaut hat, durch die Geröllpackung in den
Lichtschacht eingedrungen und darin allmählich angestiegen ist, bis es schliesslich das
unter dem Terrain liegende Kellerfenster erreichte und durch dieses in das Gebäude
eindrang. Strittig ist hingegen, ob das eingedrungene Wasser als Oberflächenwasser
aufzufassen ist. Nach den Erwägungen der Vorinstanz ist das Wasser nicht
sturzbachartig in das Haus gedrungen und kann damit nicht als Oberflächenwasser
bezeichnet werden. Demgegenüber behaupten die Beschwerdeführer, dass kein
Grundwasser ins Gebäude eingedrungen sei.
Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist Wasser dann als
Oberflächenwasser zu bezeichnen, wenn es seinen Weg in das Haus oberirdisch
gefunden hat. Nicht mehr von Oberflächenwasser wird gesprochen, wenn das Wasser
unterirdisch in das Gebäude einzudringen vermochte (VerwGE vom 22. Januar 2002
i.S. Erbengemeinschaft K.W.-R. bzw. i.S. W.K. GmbH). Diese Differenzierung kann nur
vor dem Hintergrund der konkreten Fälle verstanden werden.
Im Fall W.K. GmbH bildeten sich Risse in den Bodenplatten des Kellers, weil das
Wasser vom Erdinnern her nach oben drückte und es zufolge Überdrucks durch das
Fundament in das Gebäude eindringen konnte. Der Überdruck seinerseits war auf
einen Hochwasserstand am Tage des Schadenseintritts zurückzuführen, jener
wiederum war Folge heftiger Niederschläge, die eine Woche zuvor fielen.
Im anderen Fall wurde das Untergeschoss des Gebäudes der Erbengemeinschaft
K.W.-R. unter Wasser gesetzt. Ursache dafür war der Hochwasserstand des
Bodensees, der über die Ufer trat und an die Hausfassade gelangte. Dank wirksamer
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Präventionsmassnahmen konnte aber das Wasser weitgehend von der Fassade
ferngehalten werden. Es schaffte insbesondere nicht, die Schwellen oder
Fensterunterkanten zu überfluten. Dadurch konnte verhindert werden, dass oberirdisch
Wasser ins Innere des Gebäudes gelangen konnte. Somit war der Wassereintritt unter
Terrain die Schadensursache.
Beiden Fällen ist gemeinsam, dass Wasser von unten in die Untergeschosse eindrang
und dass das Eindringen Folge eines Hochwasserstandes war. Sodann ist ihnen
gemeinsam, dass der Hochwasserstand nicht Resultat einer plötzlich eintretenden
Einwirkung war, sondern auf länger andauernde Naturereignisse zurückzuführen war. In
beiden Fällen wurde die Versicherungsleistung verweigert, weil das Wasser von unten
in die Gebäude eindrang.
In der Expertise vom 26. Mai 2003 wird festgehalten, die Liegenschaft der
Beschwerdeführer weise nur ein Schmutzwasserleitungssystem auf. Das Dachwasser
werde über einen Schlammsammler dem Schmutzwasserleitungssystem zugeführt.
Das Terrassenwasser werde in den Sitzplatzkoffer eingeleitet. Eine Sickerleitung sei
nicht vorhanden und auch nicht erlaubt. Der Lichtschachtboden weise einen Kieskoffer
auf, welcher eine gute Abflussleistung aufweise. Das Geröllpack für die
Terrasseneinleitung sei dagegen nicht sehr sickerfähig. Die Baukonstruktion weise
keine offensichtlichen Mängel oder Fehler auf. Der Experte kam zum Schluss, die
Baukonstruktion und die Liegenschaftsentwässerung entsprächen den Regeln der
Baukunde und den Vorschriften des Entsorgungsamtes der Stadt St. Gallen. Das von
der Terrasse anfallende Regenwasser habe den Wasserschaden nicht verursachen
können. In den zweieinhalb Stunden Regendauer seien von der Terrasse maximal 1000
Liter Wasser ins Terrain eingeleitet worden, was nicht ausreichen könne, den
vorgelegenen Wasserstand in der Baugrube zu verursachen. Die vorhandenen
Sickerungsmassnahmen auf der Liegenschaft hätten die durch die starken Regenfälle
bedingten grossen Sicker- und Hangwassermengen nicht mehr abzuleiten vermocht,
was zu einem Rückstau in der Baugrube geführt habe. Die Schadensursache liege
somit beim Versagen der Baugrubenentwässerung (Sickerungsleistung). Daraus könne
aber keine Wertung der vorhandenen Sickerungsmassnahmen abgeleitet werden, denn
es sei offen, welche Umstände schliesslich zum Rückstau in der Baugrube geführt
hätten.
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Damit steht fest, dass das Wasser nicht von der Oberfläche her in das Gebäude
eingedrungen ist, sondern von unten. Von Oberflächenwasser könnte im vorliegenden
Fall nur dann gesprochen werden, wenn das Wasser von der Erdoberfläche direkt in
den Lichtschacht geflossen wäre, diesen aufgefüllt hätte und durch das Kellerfenster in
das Untergeschoss eingedrungen wäre. Dass es sich so verhalten hätte, wird auch von
den Beschwerdeführern nicht behauptet. Vielmehr ist der Schaden dem unterirdisch
eindringenden Wasser zuzuordnen. Dieses floss zuvor von der Oberfläche ins Erdreich
der Baugrube und liess den Wasserstand in dieser allmählich ansteigen. Da die
Abfluss- und Versickerungsmöglichkeiten nicht ausreichend waren, um den hohen
Wasseranfall abzuleiten, erhöhte sich der Wasserstand in der Baugrube allmählich und
stieg durch die Geröllpackung im Lichtschacht an, bis das Wasser durch das unter
dem Terrain liegende Fenster eindringen konnte. Ein solcher Vorgang ist
gleichzusetzen mit einem Rückstau aus einer Kanalisation. Als Kanalisation ist nicht nur
eine Ableitung von Wasser mittels Leitungen bzw. Röhren zu verstehen, sondern auch
eine natürliche Ableitung oder Versickerung. Ist diese Ableitung ungenügend, kann
Wasser durch den allgemeinen Anstieg des unterirdischen Wasserspiegels in das
Gebäude eindringen. Es liegt damit ein fortgesetztes Einwirken und nicht ein
plötzliches, aussergewöhnlich heftiges Ereignis vor.
Wie erwähnt ist ein Schaden, der durch einen Kanalisationsrückstau verursacht wurde,
nicht versichert (Art. 47 Abs. 2 VV zum GVG). Diese Bestimmung steht mit Art. 31 Ziff. 3
GVG nicht im Widerspruch. Wenn der Verordnungsgeber Rückstaus aus Kanalisationen
nicht den Überschwemmungen oder Hochwassern gleichsetzt, sondern den anderen,
nicht im Gesetz explizit aufgeführten Schadensursachen, so ist dies rechtlich nicht zu
beanstanden.
Ob der Rückstau auf einen Baumangel zurückzuführen ist, ist nicht ausschlaggebend.
Nach den Feststellungen des Experten ist im Umstand, dass die
Baugrubenentwässerung das bei starkem Regen anfallende Wasser nicht genügend
abzuleiten vermochte, kein Baumangel zu erblicken. Auch die GVA behauptet im
übrigen zu Recht nicht mehr, es liege ein Baumangel vor. Entscheidend ist, dass
aufgrund des Kanalisationsrückstaus der Schaden im Untergeschoss des Hauses nicht
als Hochwasser bzw. Überschwemmung im Sinne von Art. 31 Ziff. 3 GVG zu
qualifizieren ist.
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d) Zusammenfassend ergibt sich, dass kein versichertes Ereignis vorliegt. Somit hat die
Vorinstanz eine Leistungspflicht der GVA zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist
sich demnach als unbegründet und ist abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).