Decision ID: ea8ab663-79c1-58cc-838a-f6c5aa33bf9f
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 23. August 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie leide an einer Rückenkrümmung,
an Nervenproblemen, an Rücken- und an psychischen Beschwerden und sie sei seit
dem 13. Mai 2009 zu 100% arbeitsunfähig. Gemäss dem Auszug aus dem individuellen
Beitragskonto (IK) hatte sie im Jahr 2008 Fr. 41'575.-- verdient (IV-act. 9). Vom 1.
Oktober 2003 bis zum 31. August 2009 (recte: 31. Mai 2009, vgl. IV-act. 13-11) war die
Versicherte zu 50% bei der B._ AG als Maschinen- und Anlagebedienerin zu einem
Lohn von Fr. 3'455.-- angestellt gewesen (IV-act. 13-2). Somit bezieht sich die Angabe
der Arbeitgeberin zum beitragspflichtigen Lohn der versicherten Person von Fr.
44'915.-- auf eine Entschädigung bei einem Pensum von 100%. Die Arbeitgeberin
hatte der Versicherten aufgrund der anhaltend schlechten Auftragslage am 19. März
2009 auf Ende Mai 2009 gekündigt. Die Klinik Z._ hatte der Versicherten am 3. Juni
2009 eine leichte linkskonvexe degenerative LWS-Skoliose (Scheitel L3) und eine
leichte diffuse Discusprotrusion (L2-L5) attestiert (IV-act. 19-10). Am 30. Juni 2009
hatte die Klinik E._ berichtet, die Versicherte leide an einer linkskonvexen
grossbogigen lumbalen Skoliose mit Cobb-Winkel von 25 Grad (IV-act. 19-8). Es
bestehe kein Nachweis auf eine Diskushernie. Die Versicherte zeige rechts ein massiv
theatralisch wirkendes antalgisches Gangbild (IV-act. 19-6). Bemerkenswert sei, dass
die Versicherte trotz der Angabe massiver Schmerzen im Bereich des Rückens und des
rechten Beins beim Aufsteigen auf die Untersuchungsliege sofort spontan in den
Langsitz gegangen sei. Es handle sich um eine somatoforme Störung, möglicherweise
im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung, weshalb keine weiteren
Infiltrationen und auch keine Operationen im Bereich der Lendenwirbelsäule empfohlen
seien. Aus neurologischer Sicht liege eine Arbeitsfähigkeit von 100% vor, obwohl aus
psychiatrischer Sicht möglicherweise eine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Im Auftrag der
Swica erstellten Prof. Dr. med. C._, Neurologie FMH, und Dr. med. D._,
Psychiatrie, am 16. September 2009 ein neurologisches und psychiatrisches Gutachten
(Swica-act. 2 und 3). Dr. D._ führte aus, dass aufgrund eines depressiv-ängstlichen
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Syndroms mit Somatisierung und Verdacht auf eine posttraumatische
Belastungsstörung eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe, welche mindestens
noch für weitere sechs Monate anhalten werde. Dr. C._ berichtete, die Versicherte
leide an einem depressiven Syndrom mit Verdacht auf Somatisierung, an Hypertonie
und möglicherweise an Migräne. Die erhobenen neurologischen Befunde zeigten
keinen sicheren oder wahrscheinlichen Hinweis für eine behindernde Läsion am
zentralen oder peripheren Nervensystem. Sie seien somit nicht ausreichend für eine
neurologisch begründbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die von der
Versicherten vorgetragenen Beschwerden (Schmerzen entlang der Wirbelsäule,
Hemikranien) seien am ehesten im Kontext eines depressiven Syndroms zu verstehen
und zu behandeln. Es liege ein erhebliches depressives Syndrom vor, welches eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% - zunächst begrenzt für sechs Monate - rechtfertige. Am
24. September 2009 bestätigten zwei andere Ärzte der Klinik E._ die bisher gestellten
Diagnosen. Sie berichteten, dass die Beschwerden nur unwesentlich besser geworden
seien, weshalb davon ausgegangen werden könne, dass die linkskonvexe lumbale
Skoliose weder die Ursache der Rücken- noch die Ursache der Beinschmerzen sei.
Insbesondere die Beinschmerzen der Versicherten könnten nicht erklärt werden. Aus
wirbelsäulenchirurgischer Sicht gebe es deshalb keine Möglichkeit, die Beschwerden
zu verbessern (IV-act. 19-5).
A.b Am 14. Dezember 2009 berichtete Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie, dass die invasiv tätigen Spezialisten kaum im Stande seien, die
Gesamtproblematik der Versicherten korrekt einzuschätzen (IV-act. 19-1). Aus dem
ortho¬pädischen respektive wirbelsäulenchirurgischen Fachgebiet könne bezüglich der
beruflichen Belastbarkeit keine Aussage gemacht werden. Aufgrund der im MRI, im
Röntgenbild sowie im CT vorliegenden Befunde sei es möglich, dass die Versicherte
einer ganztätigen (100%) Tätigkeit nachgehen könne. Es sei aber auch möglich, dass
ihr die vorliegenden Befunde invalidisierende Schmerzen verursachten. Gemäss dem
Austrittsbericht des Spitals G._ vom 16. Dezember 2009 litt die Versicherte an einer
posttraumatischen Belastungsstörung mit aktuellen Bauchschmerzen (IV-act. 24). Am
25. Januar 2010 hielt Dr. med. H._, Allgemeine Medizin FMH, fest, dass bei der
Versicherten eine passive Strategie mit einer erheblichen Therapieresistenz bestehe
(IV-act. 23). Am 13. Februar 2010 gab Dr. med. I._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, an, aufgrund der Kriegserlebnisse der Versicherten lägen eine chronifizierte,
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subsyndromale posttraumatische Belastungsstörung, eine posttraumatische
Persönlichkeitsveränderung und eine rezidivierende depressive Episode mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 24-2). Trotz der Schwere des
psychischen Leidens sei die Versicherte als Produktionsmitarbeiterin jahrelang tätig
gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage aus rein psychiatrischer Sicht ungefähr 70%.
Gleichwohl sei eine weitere Krankschreibung von mehr als 50% kontraindiziert, da sich
die depressive Symptomatik aufgrund des dann eintretenden Verlustes an Aktivität und
Sozialkontakten eher verstärken würde. Die Arbeitszeit sei stufenweise zu erhöhen, um
die drohende Invalidisierung zu vermeiden. Er empfehle eine berufliche Massnahme.
Von einer Berentung rate er ab. Konkret sei die Versicherte ab dem 1. März 2010
wieder zu 50% arbeitsfähig. Am 28. Juni 2010 berichtete Dr. med. J._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, die Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode
im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung mit zwei Suizidversuchen (IV-
act. 37). Aufgrund von Konzentrationsstörungen, einer stark verminderten
Leistungsfähigkeit und starken Anpassungsschwierigkeiten könne sie momentan keine
Arbeit ausführen. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr
zumutbar.
A.c Am 7. Juli 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund des
Gesund¬heitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien
und des¬halb ein Anspruch auf eine Rente geprüft werde (IV-act. 40). Die Swica
beauftragte Dr. med. K._, Psychiatrie und Psychotherapie, am 28. September 2010
mit der Erstellung eines Gutachtens. In seinem Gutachten vom 14. Oktober 2010 hielt
Dr. K._ fest, dass es keine Hinweise für eine willentliche Herbeiführung oder eine
massive Verdeutlichung psychischer oder körperlicher Störungen im Sinne einer
Aggravation oder Simulation gebe. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für jede Tätigkeit
unter den Bedingungen der freien Wirtschaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Die
Prognose einer kurzfristigen Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei angesichts des deutlich
prolongierten Behandlungs- und Heilverlaufs sowie der ungünstigen psychosozialen
Kontextfaktoren wenig wahrscheinlich (IV-act. 50). Am 5. November 2010 hielt die
Klinik L._ nach dem stationären Aufenthalt der Versicherten vom 4. Mai 2010 bis zum
2. Juli 2010 fest, dass die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne und dass eine
traumaspezifische Therapie indiziert sei. Der beginnende Rollenwechsel und der
Migrationshintergrund seien als soziale Faktoren krankheitsauslösend bzw. -erhaltend
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(IV-act. 46). Am 12. Dezember 2010 füllte die Versicherte den Fragebogen zur
Haushaltsabklärung aus. Dabei gab sie an, in allen Bereichen auf die Hilfe der
Schwiegertochter, des Mannes oder des Sohnes angewiesen zu sein (IV-act. 52). Am 3.
Januar 2011 erteilte die IV-Stelle den Auftrag, die Versicherte über drei bis fünf Tage zu
überwachen und festzustellen, ob diese wirklich gesundheitliche Einschränkungen
aufweise (IV-act. 55). Im Bericht zu den Observationsermittlungen vom 29. April 2011
wurde ausgeführt, die Versicherte sei zwei Mal ausser Haus gegangen, einmal
zusammen mit einer jüngeren Frau in ein Brockenhaus und einmal alleine in einen
Lebensmittelladen. Dabei sei ihr Verhalten insgesamt unauffällig gewesen. Beim
Besuch im Brockenhaus und beim Einkauf im Lebensmittelladen habe sie sich ohne
Bewegungseinschränkungen und ohne irgendwelche Anzeichen von Schmerzen
strecken und bücken können. Bei einer herzlichen Begrüssung einer Bekannten habe
die Versicherte gelächelt. Typische Zeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung
hätten nicht festgestellt werden können. Im Widerspruch zu den behaupteten
Beschwerden stehe der zu Fuss erfolgte Besuch des ca. 500 Meter entfernten
Brockenhauses ohne Erschöpfungs- oder Müdigkeitserscheinungen (IV-act. 70-5).
A.d Am 1. Juni 2011 gab die Versicherte anlässlich einer Abklärung an Ort und Stelle
("Abklärungsbericht Haushalt") an, nach einem vierwöchigen Aufenthalt in der Klinik
L._ seien alle Beschwerden immer noch genau gleich wie vorher (IV-act. 72).
Allgemein habe sie am ganzen Körper starke Schmerzen. Im Alltag könne sie praktisch
nichts mehr alleine verrichten und sei in allem auf Hilfe angewiesen. Aufgrund des
Taubheitsgefühls könne sie nicht einmal mehr ein Glas selber halten. Die
Abklärungsperson der IV-Stelle berichtete, dass sich die Versicherte demonstrativ
schwer krank gezeigt habe. Die Versicherte sei während des Gesprächs nur 15 Minuten
sitzen geblieben und die restlichen zwei Stunden aufgrund der Schmerzen gestanden.
Im ganzen Gespräch sei eine gewisse Rentenbegehrlichkeit zu spüren gewesen. Beim
Abschied habe sich die Versicherte jedoch normal bewegt, sei normal gegangen und
habe auch einen festen Händedruck gehabt. Die angegebenen Einschränkungen seien
deshalb nicht nachvollziehbar und auch nicht glaubhaft. Eine eigentliche
Einschränkung in den Haushaltstätigkeiten bestehe nur in einem geringen Ausmass.
Mit der Schadenminderungspflicht des Ehemannes und des Sohnes seien diese
möglichen Einschränkungen wieder egalisiert. Zudem ergaben die Ermittlungen zur
Erwerbstätigkeit, dass gemäss den Ausführungen des Arbeitgebers die Versicherte
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ausschliesslich an den Wochenenden (Samstag/Sonntag) gearbeitet habe. Aufgrund
der damit verbundenen Zulagen sei der ausbezahlte Lohn für ein Pensum von 50%
auch dementsprechend hoch. Im Verlaufsbericht vom 18. August 2011 berichtete die
Klinik L._ von einer Persistenz der mittelgradig depressiven Symptomatik in
Kombination mit Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung sowie von
einer als somatoform eingeschätzten Schmerzsymptomatik im rechten Bein (IV-act.
75). Die Versicherte habe über Insomnie geklagt und im Alltag eine verminderte
Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit gezeigt. In der medizinischen Stellungnahme der
IV-Stelle vom 6. September 2011 hielt Dr. med. M._, zertifizierter medizinischer
Gutachter SIM, fest, dass das angeblich invalidisierende depressive Syndrom, die
Orientierungsstörungen sowie die körperlichen Einschränkungen durch die Observation
widerlegt worden seien. In der Klinik habe die Versicherte nicht das Bild einer
mittelschwer depressiven Frau gezeigt, da sie "motiviert" teilgenommen habe. Eine
gewisse Angstsymptomatik und ein sozialer Rückzug als sekundäre
Persönlichkeitsveränderung nach Kriegserlebnissen seien erklärbar und stellten eine
eigenständige Komorbidität dar, was die Versicherte bis anhin aber nicht am Arbeiten
gehindert habe. Das Zumutbarkeitsprofil umfasse leichte manuelle Arbeiten ohne
Zeitdruck (IV-act. 77). Am 23. November 2011 bestätigte das Spital Y._,
Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer, die bisher gestellten Diagnosen und
berichtete, dass die Versicherte therapiemotiviert sei, einen Deutschkurs besuche und
eigentlich gerne wieder arbeiten würde (IV-act. 90-10).
A.e Am 14. Dezember 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mittels eines
Vorbescheids mit, dass sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen. Verschiedene
Ärzte hätten eine Arbeitsfähigkeit von 100% attestiert, die geltend gemachten
Einschränkungen seien aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar und die
Observationsergebnisse sprächen gegen eine Arbeitsunfähigkeit. Sowohl aus
psychiatrischer als auch aus somatischer Sicht sei es ihr zumutbar, weiterhin zu 100%
einer angepassten Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 82). Am 16. Dezember 2011
bestätigte Dr. J._ ihre bereits früher gestellte Diagnose. Demzufolge sei die
Versicherte in der freien Wirtschaft voll arbeitsunfähig und in einem geschützten
Rahmen ungefähr 80% arbeitsunfähig (IV-act. 90-8). Am 17. Februar 2012 wandte Frau
Barth (Paralegal bei memos, Rechtsberatung und Übersetzungen) als Vertretung der
Versicherten ein, dass die Schlussfolgerungen aus der Observation nicht gerechtfertigt
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seien und dass auch sonst der Gesundheitszustand nicht richtig eingeschätzt worden
sei (IV-act. 90-1). Am 10. April 2012 nahm Dr. M._ zu diesem Einwand Stellung. Er
hielt fest, es sei nicht erwiesen, dass die Versicherte aus einer grossen Gruppe von
bosnischen Kriegsflüchtlingen schwer traumatisiert sei. Zudem handle es sich aufgrund
der Akten eher um ein syndromales Leiden als um eine posttraumatische
Persönlichkeitsveränderung. Das Observationsmaterial widerlege evident die monierten
körperlichen, mentalen, psychischen und sozialen Einschränkungen und zeige
umgekehrt ein gutes Eingliederungspotential (IV-act. 91). Im Rahmen des rechtlichen
Gehörs reichte Frau Barth am 15. Mai 2012 zwei Arztberichte ein und hielt an ihren
Ausführungen fest (IV-act. 94). Am 9. Mai 2012 hatte Dr. J._ die posttraumatische
Belastungsstörung bestätigt (IV-act. 94-6). Das Ambulatorium für Folter- und
Kriegsopfer des Universitätsspitals Zürich hatte am 14. Mai 2012 festgehalten, dass
aufgrund der Befunde und im Einvernehmen mit sämtlichen bisher involvierten Ärzten
und Gutachtern das Vorliegen einer arbeitsrelevanten Erkrankung evident sei (IV-act.
94-7). Am 20. August 2012 räumte Dr. M._ ein, dass ein verspäteter Beginn
invalidisierender Traumafolgen zwar grundsätzlich nicht unmöglich, aber im
vorliegenden Fall eher unwahrscheinlich sei. Mittels der Observation habe der
Versicherten zwar ein höheres und den monierten Einschränkungen deutlich
widersprechendes Funktionsniveau nachgewiesen werden können, aber für die direkte
Ableitung einer vollen Arbeitsfähigkeit sei das Material etwas dürftig (IV-act. 95).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Begutachtungsstelle Medizinisches Zentrum
Römerhof (MZR) am 25. Juli 2013 gestützt auf Untersuchungen der Versicherten vom
8. November 2012, 13. Dezember 2012 und 4. Juli 2013 ein tridisziplinäres Gutachten
(IV-act. 113). Der Sachverständige für Psychiatrie und Psychotherapie stellte die
Diagnose einer leichtgradigen rezidivierenden depressiven Störung und Dysthymie mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er führte aus, die Durchführung einer Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) würde mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht
zu konsistenten Ergebnissen führen, da angesichts des Verhaltens der Versicherten
keine objektiven Ergebnisse zu erwarten seien und die Versicherte aus rein
rheumatologischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Ab sofort sei die Versicherte zu 70%
arbeitsfähig (Gutachten S. 32). Der Sachverständige für Rheumatologie und manuelle
Medizin stellte fest, dass sich die Versicherte in unbeobachteten anders als in
beobachteten Situationen verhalten habe und dass sie an einer Schmerzentwicklung
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leide, die rheumatologisch-somatisch weder nachvollziehbar noch erklärbar sei. Eine
volle Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein volles Pensum in einer leichten bis
mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, ebenfalls in der angestammten Tätigkeit,
sei zumutbar und ausgewiesen (Gutachten S. 41). Die Sachverständige für
Neuropsychologie hielt fest, dass ein begründeter Verdacht auf eine nicht-authentische
neuropsychologische Störung vorliege, da kein Leidensdruck spürbar gewesen sei und
da die Versicherte Verhaltensweisen an den Tag gelegt habe, die nicht durch
psychiatrische, neurologische oder entwicklungsbedingte Faktoren erklärbar seien. Die
Testergebnisse hätten auf ein Aggravationsverhalten der Versicherten schliessen
lassen, weshalb die Ergebnisse der Leistungstests inhaltlich nicht hätten ausgewertet
werden können. Deshalb könne aus neuropsychologischer Sicht keine Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden (Gutachten S. 53).
A.g Am 17. Oktober 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mittels eines
Vorbescheids mit, dass sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen. Gestützt auf
das Gutachten der MZR führte die IV-Stelle aus, dass es etliche Hinweise auf eine
subjektive Krankheitsüberzeugung und eine bewusstseinsnahe
Schmerzverdeutlichung, eine Selbstlimitierung, eine Diskrepanz und Inkonsistenzen in
den Aussagen und im Bewegungsverhalten der Versicherten gebe. Alle geklagten
Beschwerden hätten nicht objektiviert werden können, weshalb ernsthafte Zweifel
bestünden, ob überhaupt eine relevante psychische Erkrankung vorliege. Der
sozialversicherungsrechtlich relevante Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit werde damit nicht erreicht. Zudem werde vermutet, dass die
Beschwerden mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwunden werden könnten.
Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht liege somit kein relevanter
Gesundheitsschaden und damit auch keine anerkannte Arbeitsunfähigkeit vor, weshalb
auch kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 119). Am 15. November 2013 liess die
Beschwerdeführerin einwenden, dass eine eigenständige depressive Erkrankung
vorliege, welche nicht bloss die Begleiterscheinung einer somatoformen
Schmerzstörung sei. Eine invalidisierende Wirkung sei deshalb nicht von vornherein
auszuschliessen. Ausgehend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
und einer Arbeitsunfähigkeit von 70% in der angepassten Tätigkeit sei der
Einkommensvergleich zur Bestimmung des Invaliditätsgrads vorzunehmen (IV-act.
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122). Mit einer Verfügung vom 3. Dezember 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch
vom 17. Oktober 2013 ab (IV-act. 125).
B.
B.a Am 20. Januar 2014 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 3. Dezember 2013 (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) Beschwerde erheben. Sie beantragte die Aufhebung der
Verfügung, die Anerkennung der Arbeitsunfähigkeit und die Ausrichtung von IV-
Leistungen. Eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen.
Zur Begründung liess sie anführen, keines der Abklärungsergebnisse sei so eindeutig,
dass die Abweisung des Leistungsbegehrens gerechtfertigt wäre. Die Glaubwürdigkeit
der Beschwerdeführerin sei nicht anzuzweifeln (act. G 1). Die Beschwerdeführerin
reichte einen Bericht der Klinik L._ vom 7. Januar 2014 ein, der ihren Aufenthalt vom
11. November 2013 bis zum 12. Dezember 2013 betraf. Darin war angeführt worden,
die Beschwerdeführerin sei freiwillig in die Klinik eingetreten. Durch die medikamentöse
Einstellung hätten eine Stabilisierung des depressiven Zustandsbildes sowie eine
Verbesserung des Schlafes und der suizidalen Gedanken erreicht werden können. Zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machte die Klinik keine Angaben (act. G 1.6).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. Mai 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie aus, dass die Akten der
Taggeldversicherung berücksichtigt und gewürdigt worden seien. Zudem habe die
neuropsychologische Begutachtung sehr wohl eine Bedeutung, denn wenn bei der
neuropsychologischen Abklärung nicht valide Ergebnisse festgestellt würden, habe
dies nicht zur Folge, dass die Abklärung keine Aussagekraft habe. Die Feststellung
eines nicht validen Ergebnisses könne ein wichtiger Hinweis auf eine
bewusstseinsnahe Aggravation sein. Im Gesamtzusammenhang mit der Feststellung
nicht objektivierbarer körperlicher Leiden und Schilderungen von schwer
nachvollziehbaren psychischen Beschwerden habe die Feststellung einer
bewusstseinsnahen Aggravation eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Die
Aussagekraft des Gutachtens werde durch die Ergebnisse der neuropsychologischen
Abklärungen nicht geschwächt, sondern gestärkt. Der neu ins Recht gelegte
Austrittsbericht der Klinik L._ betreffe den Klinikaufenthalt, der einige Wochen vor
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dem Verfügungserlass erfolgt sei. Im Einwand vom 15. November 2013 sei dieser
jedoch nicht erwähnt worden, weshalb die Kosten bei einer allfälligen Rückweisung der
Sache zur ergänzenden Abklärung der Beschwerdeführerin aufzuerlegen wären.
Inhaltlich vermöge der Bericht an der Gesamtbeurteilung nichts zu ändern, da er sich
zum Beispiel nicht zur Arbeitsfähigkeit äussere. Der Klinikaufenthalt sei zudem auch im
Zusammenhang mit dem IV-Verfahren zu sehen. Es sei häufig so, dass sich Versicherte
nach dem Erhalt eines für sie ungünstigen Vorbescheids in stationäre Behandlung
begäben. Dies sei eine nachvollziehbare Reaktion auf die als existenzgefährdend
empfundene negative Nachricht, aber auch das Bemühen um Verdeutlichung der
Beschwerden. Beides sei jedoch IV-rechtlich nicht relevant. Jedenfalls hätten die Ärzte
der Klinik auch von Fortschritten berichtet.
B.c Am 7. Juli 2014 reichte die Beschwerdeführerin die Replik ein und führte aus, dass
das Gutachten mangelhaft sei, da es alle materiellen Voraussetzungen nicht erfülle (act.
G 9). Der Klinikaufenthalt sei unerwartet während des Einwandverfahrens zum
Vorbescheid erfolgt. Aufgrund ihres schlechten Zustandes habe sie zum damaligen
Zeitpunkt niemanden informieren können.
B.d Am 3. September 2014 reichte die Beschwerdegegnerin die Duplik ein und machte
geltend, dass nicht auf die Rüge, das Gutachten des MZR sei mangelhaft, eingetreten
werden könne, da diese nicht näher begründet werde (act. G 11). Es sei daran
festzuhalten, dass die nicht validen Ergebnisse nicht auf eine ungenügende
Begutachtung, sondern auf eine mangelhafte Mitwirkung der Beschwerdeführerin
hinwiesen. Daraus könne die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten.
(act. G 12).

Erwägungen
1.
Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu
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mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu dem
Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).
2.
2.1 Bei der Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist
entscheidend, wie sich die Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit der
versicherten Person auswirkt, das heisst, welche erwerbsrelevanten Einschränkungen
die Gesundheitsbeeinträchtigung verursacht und welche erwerbsrelevanten
Ressourcen der versicherten Person trotz der Einschränkungen noch zur Verfügung
stehen. Dabei handelt es sich um eine medizinische Frage, die entsprechend von
medizinischen Fachpersonen zu beantworten ist. Vorliegend haben sich nebst diversen
behandelnden Ärzten verschiedene medizinische Sachverständige in einem
bidisziplinären, in einem psychiatrischen und in einem tridisziplinären Gutachten zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin geäussert.
2.2 Das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene tridisziplinäre Gutachten sollte in Bezug
auf die Arbeitsfähigkeit die Frage beantworten, seit wann eine medizinisch begründete
Arbeitsunfähigkeit von 20% oder mehr bestehe und wie sich der Grad der
Arbeitsunfähigkeit entwickelt habe. Im Vordergrund steht die Beurteilung der noch
verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Nebst den Akten und den Aussagen der
Beschwerdeführerin stützten sich die Befunde der Sachverständigen insbesondere auf
die Erkenntnisse, welche an den drei Untersuchungstagen gewonnen werden konnten.
Die drei medizinischen Sachverständigen haben die Beschwerdeführerin an je einem
Tag begutachtet. Untersuchungsergebnisse von drei unterschiedlichen Tagen und drei
verschiedenen Sachverständigen steigern in Bezug auf das Gesamtbild die
Zuverlässigkeit der Aussagen über das Verhalten der Explorandin. Die erste
Untersuchung fand am 8. November 2012 statt, bei der die Beschwerdeführerin
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rheumatologisch untersucht wurde. Am 13. Dezember 2012 wurde sie
neuropsychologisch begutachtet und am 4. Juli 2013 fand die psychiatrische
Untersuchung statt. Das tridisziplinäre Gutachten (IV-act. 113) überzeugt inhaltlich
unter anderem dadurch, dass die Gutachter die Befunde in den anderen Disziplinen
jeweils abwarteten und zur Kenntnis nahmen. Gemäss der rheumatologischen
Beurteilung leide die Beschwerdeführerin an einer Schmerzentwicklung, die
rheumatologisch-somatisch weder nachvollziehbar noch erklärbar sei. Deshalb könne
auch keine Arbeitsunfähigkeit begründet werden. Die Untersuchungsbefunde wurden
im rheumatologischen Teilgutachten verständlich wiedergegeben. Die detaillierte
Auflistung der Diskrepanzen und Inkonsistenzen, welche beim spontanen
Bewegungsverhalten beobachtet wurden, wurden nachvollziehbar beschrieben. Sie
machen deutlich, dass die Beschwerdeführerin sich in beobachteten Situationen
anders verhielt als in unbeobachteten oder wenn sie abgelenkt war. Der psychiatrische
Sachverständige stellte die Diagnose einer leichtgradigen rezidivierenden depressiven
Störung oder einer möglichen Dysthymie. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf 70%
festgelegt. Er führte jedoch auch aus, dass aus rein psychiatrischer Sicht die
Arbeitsfähigkeit nur annährend beurteilt werden könne. Im neuropsychologischen
Teilgutachten konnte ein inkonsistentes Verhalten beobachtet werden. Insgesamt
waren die neuropsychologischen Testbefunde zwar nicht verwertbar, aber aufgrund
der Testergebnisse und des Verhaltens der Beschwerdeführerin bestehe ein
begründeter Verdacht auf eine nicht-authentische neuropsychologische Störung,
welche auf ein Aggravationsverhalten schliessen lasse. Dieser Verdacht wurde dadurch
erhärtet, dass auch andere Ärzte ein aggravierendes Verhalten der Beschwerdeführerin
festgestellt hatten. Diese Erkenntnisse sprechen gegen eine schwere Depression und
lassen vermuten, dass die Beschwerdeführerin auch bei den anderen Untersuchungen,
welche nicht mit Tests überprüft werden können, nicht wahrheitsgetreu ausgesagt
hatte. Der neuropsychologische Sachverständige meinte, dass aufgrund dieses
Verhaltens die Leistungstests inhaltlich nicht ausgewertet und dadurch keine
verwertbaren neuropsychologischen Befunde ermittelt werden könnten. Folglich war
keine Arbeitsfähigkeitsschätzung in neurologischer Hinsicht möglich. Auch aus
rheumatologischer Sicht war eine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht möglich, da die
Schmerzentwicklung, die von der Beschwerdeführerin geschildert wurde,
rheumatologisch-somatisch weder nachvollziehbar noch erklärbar sei. Beim Fehlen
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eines somatischen Korrelates und bei einem diskrepanten Bewegungsverhalten
respektive bei widersprüchlichen Befunden werde eine volle Arbeitsfähigkeit bezogen
auf ein volles Pensum in einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden
Tätigkeit als zumutbar und ausgewiesen betrachtet. Somit konnte nur das
psychiatrische Teilgutachten sich zur Arbeitsfähigkeit äussern und diese bei adaptierter
Tätigkeit auf 70% festsetzen. Das psychiatrische Teilgutachten überzeugt insofern, als
dass es sich ausführlich mit der Aktenlage beschäftigte und sich mit den in der
Vergangenheit gestellten Befunden auseinander gesetzt hat. Die Anamnese gab ein
aufschlussreiches Bild zur Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin und zum
Verlauf der Beschwerden. Der Sachverständige beobachtete das Verhalten der
Beschwerdeführerin während der Untersuchung sorgfältig und konnte dadurch die
geschilderten Beschwerden besser auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Auch die
psychischen Befunde wurden vom medizinischen Sachverständigen ausführlich und
nachvollziehbar geschildert. Nachdem er die Beobachtungen bei der Exploration
wiedergab, folgte anschliessend die Schilderung der Krankengeschichte und der
Beschwerden aus Sicht der Beschwerdeführerin. Durch diese sorgfältige
Vorgehensweise und das stetige Abwägen der subjektiven Schilderungen mit den
medizinischen Erkenntnissen erscheint das daraus fliessende Ergebnis als
nachvollziehbar und überzeugend. Der psychiatrische Sachverständige würdigte
sowohl die Aussagen der Beschwerdeführerin als auch die psychiatrischen Befunde
kritisch und berücksichtigte bei seiner Beurteilung auch die IV-fremden psychosozialen
Faktoren. Das psychiatrische Teilgutachten erscheint insgesamt als professionell, da es
sich auch mit den einzelnen Störungsbildern getrennt auseinandergesetzt hat. Der
medizinische Sachverständige ging auf den Verlauf der depressiven Störung ein und
erklärte verständlich, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
verbessert habe, wobei nach wie vor eine geringe Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
nicht ausgeschlossen werden könne. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt der Gutachter auch die Medikamenteneinnahme. Die Berücksichtigung
der verschiedenen Faktoren und die Erwähnung aller relevanten Aspekte im Gutachten
lassen darauf schliessen, dass sich der Gutachter sorgfältig mit dem
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt hat. Das Ergebnis
der Arbeitsfähigkeitsschätzung erklärt er allerdings nicht. Das psychiatrische Gutachten
enthält keine Erklärung, weshalb noch eine Arbeitsfähigkeit von 70% besteht. Für den
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medizinischen Laien ist die Schlussfolgerung nicht nachvollziehbar, weil aufgrund des
geschilderten Gesundheitszustandes auch eine andere Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit denkbar wäre. Das psychiatrische Teilgutachten beantwortet die Frage,
weshalb die Beschwerdeführerin genau noch zu 70% arbeitsfähig sei, nicht. Vielmehr
räumt der Gutachter ein, dass aus rein psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit nur
annährend beurteilt werden könne. Deshalb muss an der Arbeitsfähigkeit von 70%
gezweifelt werden, da diese nicht mit der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen worden ist. Das tridisziplinäre Gutachten ist also insofern überzeugend,
als dass es aus neurologischer und rheumatologischer Sicht nicht möglich ist,
Aussagen zur Arbeitsfähigkeit zu machen. Das psychiatrische Gutachten überzeugt
insoweit, als dass die Eruierung des Gesundheitszustandes und die Diagnose
nachvollziehbar sind. Jedoch wird nicht erläutert, weshalb im Ergebnis eine
Arbeitsfähigkeit von 70% vorliegt.
2.3 Das tridisziplinäre Gutachten hat sich zudem nicht zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit
vor dem Untersuchungszeitpunkt im November 2012 geäussert. Dem Gutachten lässt
sich nur entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ab "sofort" zu 70% arbeitsfähig sei.
Für die Vergangenheit kann deshalb nicht anhand dieses Gutachtens beurteilt werden,
in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin tatsächlich arbeitsunfähig gewesen ist.
2.4 Die Beschwerdeführerin hatte sich im August 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet, weshalb der Rentenanspruch gemäss dem Art. 29
Abs. 1 IVG frühestens im März 2010 hat entstehen können (vgl. BGE 138 V 475 zum
Übergangsrecht in Bezug auf den Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Beginn des Wartejahres
gemäss dem Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG kann noch nicht bestimmt werden, da der Beginn
der Arbeitsunfähigkeit noch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt
werden konnte. Die Berichte der Ärzte decken sich nämlich nicht und zeigen zudem ein
inkonsistentes Bild des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Am 3. Juni
2009 war die Beschwerdeführerin erstmals (gemäss den vorliegenden Akten) wegen
Rückenbeschwerden bei dem Radiologen Prof. Dr. med. N._ (IV-act. 19-10)
gewesen. Seine Diagnose der linkskonvexen LWS-Skoliose wurde in der Klinik E._
am 30. Juni 2009 bestätigt (IV-act. 19-8). Bereits 2 Monate später hielt die Klinik E._
am 12. August 2009 im neurologischen Befund fest, dass die Beschwerdeführerin
rechts ein massiv theatralisch wirkendes antalgisches Gangbild aufweise und trotz der
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Angabe von massiven Schmerzen im Bereich von Rücken und rechtem Bein beim
Aufsteigen auf die Untersuchungsliege sofort spontan in den Langsitz gegangen sei
(IV-act. 19-6). Sie stellten zudem fest, dass es sich um eine somatoforme Störung,
möglicherweise im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung, handle. Alle
Fachärzte, welche sich somatisch mit den Beschwerden der Beschwerdeführerin
auseinandersetzten, stellten bei der Beschwerdeführerin ein Aggrationsverhalten fest.
Da unabhängig von verschiedenen Seiten von einem aggravierenden Verhalten
berichtet wurde, ist diese Feststellung glaubhaft. Somatisch konnte sodann auch keine
Erklärung für die Schmerzen der Beschwerdeführerin gefunden werden, sodass die
Klinik E._ und Dr. F._ aufgrund der vorliegenden Befunde eine Arbeitsfähigkeit von
100% attestiert hatten. Die anderen medizinischen Fachpersonen hatten sich nicht zur
Arbeitsfähigkeit geäussert, kamen aber ansonsten auf die gleichen Ergebnisse. Da die
Schmerzen somatisch nicht erklärt werden konnten, wurde versucht, die Beschwerden
psychiatrisch zu behandeln.
2.5 Am 6. Januar 2010 äusserte sich die Klinik O._ zum psychischen Befund der
Beschwerdeführerin (IV-act. 34). Dabei schilderte sie, wie sich die Beschwerdeführerin
bei der Untersuchung präsentiert bzw. was sie der Klinik O._ berichtet hatte. Die
geklagten Leiden der Beschwerdeführerin wurden unreflektiert und ohne kritische
Würdigung widergegeben. Der Auftrag der Klinik O._ bestand jedoch auch
hauptsächlich darin, im Rahmen einer Indikationsprüfung zu beurteilen, ob eine
stationäre psychosomatische Rehabilitationsbehandlung in der Klinik durchzuführen
sei. Sie empfahl das Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des Universitätsspitals
Zürich oder die Psychiatrische Klinik P._, welche sich mit einer eigenen Abteilung auf
fremdsprachige Patienten spezialisiert hat. Die Angaben im Bericht beschränken sich
deshalb darauf, eine Einschätzung betreffend einer zukünftigen Behandlung
abzugeben. Zur Arbeitsfähigkeit wurden keine Aussagen gemacht.
2.6 Dr. I._ berichtete am 13. Februar 2010 nebst einer posttraumatischen
Belastungsstörung von einer rezidivierenden mittelgradigen depressiven Episode (IV-
act. 24-2). Er erläuterte nicht näher, wie er auf diese Diagnose kam. Seine
Symptombeschreibung stützt sich überwiegend auf das, was die Beschwerdeführerin
ihm erzählt hatte. Eine objektive Befunderhebung liegt keine vor und für den
medizinischen Laien besteht der Eindruck, dass allzu sehr auf die Selbsteinschätzung
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der Beschwerdeführerin abgestellt wurde. Deshalb vermag die
Arbeitsunfähigkeitsschätzung nicht zu überzeugen. Zudem ist es widersprüchlich, dass
er einerseits eine Arbeitsunfähigkeit von 70% angenommen hat, gleichzeitig aber eine
Krankschreibung von mehr als 50% als kontraindiziert betrachtet hat, weil sich die
depressive Symptomatik aufgrund des eintretenden Verlusts an Aktivität und
Sozialkontakten eher verstärken würde (IV-act 24-4). Unter diesen Umständen vermag
die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 30% nicht zu überzeugen.
2.7 Am 28. Juni 2010 hielt Dr. J._ fest, die Beschwerdeführerin leide an einer
schweren depressiven Episode (IV-act. 37). Die Verschlechterung im Gegensatz zur
Diagnose von Dr. I._, der bloss eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert
hatte, ist jedoch aufgrund der Befunderhebung nicht nachvollziehbar. Folglich ist auch
die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar. Die
Diagnose gründet dabei weitgehend auf den Angaben der Beschwerdeführerin,
weshalb die Arbeitsunfähigkeit von 100% wenig objektiv erscheint. Dr. J._ machte
keine Angaben zum Wahrheitsgehalt der Aussagen der Beschwerdeführerin und führte
nicht näher aus, was genau der Grund für die komplette Arbeitsunfähigkeit sein soll.
Die Arbeitsfähigkeitsschätzung kann deshalb nicht nachvollzogen werden. Am 16.
Dezember 2011, mehr als ein Jahr nach der ersten Berichterstattung, stellte Dr. J._
erneut die gleichen Diagnosen. Im Bericht führte sie ebenfalls die Diagnosen der Klinik
L._ auf, welche bei der Beschwerdeführerin aber bloss eine mittelschwere depressive
Störung diagnostiziert hatte. Dr. J._ erklärte weder, weshalb nach wie vor eine
schwere depressive Episode vorliege, noch wie diese Diskrepanz zur Diagnose der
Klinik L._ zu erklären sei. Am 9. Mai 2012 äusserte sich Dr. J._ erneut zur
gesundheitlichen Verfassung der Beschwerdeführerin bzw. hielt sie fest, was die
Beschwerdeführerin ihr angegeben hatte (IV-act. 94). Auf Wunsch der
Beschwerdeführerin wiederholte Dr. J._ in einem Schreiben, ebenfalls vom 9. Mai
2012, was ihr die Beschwerdeführerin über die erlebten Ereignisse im Krieg und über
ihre Beschwerden erzählt hatte (IV-act. 123). Die Angaben der Beschwerdeführerin
wurden von Dr. J._ nicht verifiziert und sie nahm auch keine Stellung zur
Arbeitsfähigkeit. Vor dem Hintergrund des tridisziplinären Gutachtens überzeugen die
Einschätzungen von Dr. J._ nicht, da sie zu wenig differenziert über die
Krankheitssymptome und deren Auswirkungen berichtete. Die Diagnose und die
Arbeitsunfähigkeit wurden nicht begründet. Kritische Auseinandersetzungen mit den
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Angaben der Beschwerdeführerin fehlten gänzlich und es ist zu vermuten, dass die
Angaben der Beschwerdeführerin für die Beurteilung unreflektiert übernommen worden
sind. Angesichts der Einschätzungen des Gesundheitszustandes durch das
tridisziplinäre Gutachten vermögen die Aussagen von Dr. J._ nicht zu überzeugen.
2.8 Auch die Klinik L._ hat sich zweimal nach einem stationären Aufenthalt zum
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin geäussert. Nach einem stationären
Aufenthalt vom 4. Mai 2010 bis zum 2. Juli 2010 habe die depressive Symptomatik
gemäss dem Austrittsbericht kontinuierlich verbessert werden können (IV-act. 46). Es
wird jedoch nicht erläutert, mit welcher Diagnose die Beschwerdeführerin entlassen
wurde. Zudem gibt der Bericht keine Auskunft zur Arbeitsunfähigkeit nach dem
Aufenthalt, weshalb er für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht hilfreich ist. Nach
dem stationären Aufenthalt vom 3. Mai 2011 bis zum 31. Mai 2011 wurde die
depressive Störung nicht mehr wie im Juli 2010 als schwer, sondern als mittelschwer
bezeichnet (IV-act. 75). Da jedoch auch bei dieser zweiten stationären Behandlung
keine Arbeitsfähigkeitsschätzung erfolgte, ist die Aussagekraft im Gegensatz zum
tridisziplinären Gutachten sehr gering. Jedenfalls sind die Berichte der Klinik L._ nicht
überzeugend.
2.9 Die behandelnden Ärzte diagnostizierten häufig nebst der depressiven Störung
auch eine posttraumatische Belastungsstörung. Das tridisziplinäre Gutachten hat sich
mit dieser Diagnose ebenfalls auseinandergesetzt und festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin auch auf Nachfrage hin nicht von "Flashbacks" im eigentlichen
Sinne berichtet habe. Zudem werde die posttraumatische Belastungsstörung von den
Vorbehandlern und Vorgutachtern nicht eindeutig belegt, sondern aufgrund der
vorliegenden Symptomatik angenommen. Der psychiatrische Sachverständige
berichtete, dass es weder möglich sei, diese Diagnose eindeutig zu stellen, noch sei sie
mit Sicherheit auszuschliessen. Oftmals werde sie deshalb lediglich als
Verdachtsdiagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Die
geschilderten traumatischen Kriegserlebnisse führten dazu, dass die
Beschwerdeführerin im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des
Universitätsspitals Zürich fünf Sitzungen besuchen konnte (IV-act. 113). Es fällt auf,
dass im Bericht im Rahmen des Erstgesprächs keine konkreten Angaben zu den
Kriegserlebnissen aufgeführt wurden. Es wurde lediglich berichtet, dass die
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Beschwerdeführerin sagte, sie habe "ein Kriegstrauma" und dass ihr Mann im Krieg
ums Leben gekommen sei und sie habe mitansehen müssen, wie das Haus nieder
gebrannt sei. Später sei sie mit ihren sieben und achtjährigen Kindern zuerst nach
Q._ und dann in die Schweiz geflüchtet. Im Bericht des Ambulatoriums wurden zwar
die Diagnosen der posttraumatischen Belastungsstörung, der mittelgradig depressiven
Episode und der chronischen Schmerzstörung aufgeführt, jedoch wurde offenbar auch
hier unkritisch darauf abgestellt, was die Beschwerdeführerin geschildert hatte.
Behauptete Symptome wie etwa Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit,
Niedergeschlagenheit oder ein Wertlosigkeitsgefühl können bei einer ambulanten
Untersuchung nicht verifiziert werden. Der Bericht vom 23. November 2011 ist deshalb
in Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeitsschätzung wenig
aussagekräftig.
2.10 Die behandelnden und begutachtenden Ärzte hielten fast ausnahmslos ein
übertriebenes, oftmals nicht den Schmerzangaben adäquates Bild der
Beschwerdeführerin fest, weshalb ihr oftmals ein aggravierendes Verhalten
vorgeworfen wurde. Die Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Observation waren
jedoch aufgrund der Tatsache, dass psychische Störungen nicht mit Observationen
nachweisbar sind, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit weder für die
Beschwerdegegnerin noch für das zu beurteilende Gericht ausschlaggebend (IV-act.
72). Gemäss dem Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 23. November 2011
erzählte die Beschwerdeführerin, dass sie nicht mehr viel aushalten könne und schnell
aggressiv werde. Sie habe sich einmal vor Wut beim Gurken rüsten in den Finger
geschnitten (IV-act. 90-12). Diese Aussage widerspricht der Aussage, dass sie nicht
einmal mehr ein Glas halten könne. Aufgrund solcher Widersprüche ist es nicht nur
schwierig, ein einheitliches Bild zum Zustand der Beschwerdeführerin zu erhalten,
sondern es wirkt sich auch negativ auf die Glaubwürdigkeit aus. Einen Einfluss auf die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hat auch die Therapieresistenz der
Beschwerdeführerin, denn wenn mit einer Therapie die Arbeitsfähigkeit gesteigert
werden könnte und ihr somit die Verminderung der Arbeitsfähigkeit zumutbar wäre,
müsste eine Therapieresistenz bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt
werden. Dies würde bedeuten, dass ihr eine geringere Arbeitsunfähigkeit attestiert
würde.
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2.11 Anhand der Berichte der behandelnden Ärzte ist es nicht möglich, ein einheitliches
Bild über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu
erhalten, da die Angaben zu wenig objektiv sind. Die Angaben der behandelnden Ärzte
sind ausserdem tendenziell zu pessimistisch. Dies verwundert aber aufgrund der
Tatsache, dass sie einem Behandlungsauftrag unterstehen, nicht. Erfahrungsgemäss
sind behandelnde Ärzte weniger objektiv, da sie darauf bedacht sind, alles zu
vermeiden, was die Gesundheit der Patienten möglicherweise gefährden oder
beeinträchtigen könnte. Folglich können keine sachlichen Schlüsse gezogen werden
und die Widersprüche der einzelnen Arztberichte bleiben ungelöst.
2.12 Das von der Swica in Auftrag gegebene Gutachten war ein neurologisches
Gutachten in Kombination mit einem psychiatrischen Gutachten (Swica-act. 2 und 3).
Das psychiatrische Gutachten überzeugt jedoch nicht, weil die relativ harmlosen
Diagnosen des Psychiaters Dr. D._ nicht mit der anschliessenden Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit zusammen zu führen sind. So sprach er lediglich von einer
subdepressiven nicht auflockerbaren Stimmung, welche die affektive
Schwingungsfähigkeit und die mimische Beweglichkeit leicht- bis mittelgradig einenge,
von einem leicht reduzierten Antrieb und von einer leichten psychomotorischen
Unruhe. Aufgrund dieser medizinischen Klassifikationen ist die Folgerung, die
Arbeitsunfähigkeit betrage 100%, nicht verständlich. Zusätzlich wurde nicht ausgeführt,
wie die Gutachter aufgrund der geschilderten Beschwerden zum Schluss kommen,
dass die Beschwerdeführerin überhaupt nicht mehr arbeitsfähig ist. Es kann deshalb
nicht nachvollzogen werden, wie die Arbeitsfähigkeitsschätzung zustande gekommen
ist. Der Neurologe Dr. C._ bestätigte im bidisziplinären Gutachten die Diagnose des
depressiven Syndroms mit Verdacht auf Somatisierungsstörung, führte dies jedoch
nicht näher aus. Im Rahmen des klinischen Untersuchungsbefunds äusserte er sich
betreffend der Stimmung und dem Affekt bloss dahingehend, dass die Stimmung
ängstlich depressiv wirke. In der Beurteilung berichtete er dann aber wiederum von
einem erheblich depressiven Syndrom und verwies dazu auf das psychiatrische
Gutachten. In diesem war jedoch nie die Rede von einem erheblich depressiven
Syndrom, sondern Dr. D._ beschrieb das psychiatrische Zustandsbild der
Beschwerdeführerin unter anderem als subdepressive Stimmung und leichte
psychomotorische Unruhe. Gesamthaft betrachtet überzeugt das bidisziplinäre
Gutachten nicht, da die beiden Teilbereiche der Psychiatrie und der Neurologie
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vollkommen separat abgehandelt wurden und keine Konsensprüfung stattfand. Die
medizinischen Erkenntnisse der beiden Teilgutachten wurden nicht zusammengeführt,
so dass eine Gesamtbeurteilung fehlte. Zudem wurden die gestellten Diagnosen und
Ergebnisse nicht nachvollziehbar vorgetragen und es besteht der Eindruck, dass bloss
widergegeben wurde, was die Beschwerdeführerin beklagt hatte. Der Beweiswert des
tridisziplinären Gutachtens wird durch das Gutachten der Swica nicht beeinträchtigt.
2.13 Etwa ein Jahr, nachdem die Swica bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte,
beauftragte sie am 28. September 2010 Dr. K._ mit einer psychiatrischen
Begutachtung der Beschwerdeführerin (IV-act. 50). Der Sachverständige
diagnostizierte eine mittel-schweregradige depressive Episode im Rahmen einer
rezidivierend depressiven Störung. Die posttraumatische Belastungsstörung und die
somatoforme Schmerzstörung könnten als Ursache für die vorliegende
Arbeitsunfähigkeit ausgeschlossen werden. Obwohl der Sachverständige keine
weiteren Diagnosen aufführte, ist er trotzdem zum Schluss gekommen, dass aus
psychiatrischer Sicht für jede Tätigkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung ist deshalb
nicht nachvollziehbar. Zusätzlich zählte Dr. K._ etliche nichtmedizinische Probleme
auf, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen, so zum Beispiel geringe kulturelle
Integration, Arbeitsplatzverlust oder geringer Ausbildungsstand. Solche Faktoren
dürfen jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht mitberücksichtigt werden.
Trotzdem überzeugt die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht, weil das Gutachten offen
lässt, weshalb die Beschwerdeführerin ganztags nicht mehr arbeiten kann.
3.
3.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass alleine das tridisziplinäre Gutachten
insofern überzeugend ist, als dass es sich kritisch mit den Äusserungen der
Beschwerdeführerin auseinandersetzt und auch die Angaben der behandelnden Ärzte
und die Gutachten der Swica würdigte. Folglich überzeugen die Einschätzung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ab dem Begutachtungszeitpunkt vom
8. November 2011 und die gestellten Diagnosen. Das Gutachten sagt jedoch nichts
über den Beginn und den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit aus. Zudem fehlt bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70% die Begründung. Die Sache ist deshalb für die
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genaue Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vor der Begutachtung, für die
genaue Bestimmung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit und für die Begründung der
noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 70% an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. Die Ergebnisse des tridisziplinären Gutachtens, ausgenommen der soeben
erwähnten fehlenden Punkte, sind dabei von einer erneuten Beurteilung auszunehmen.
Die angefochtene Verfügung vom 3. Dezember 2013 ist deshalb in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur Vornahme weiterer
Abklärungen und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.