Decision ID: 5eed6391-d4b0-5e06-a3c6-b70e0d2bcdc9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, reiste im Jahre 1974 aus Italien in die Schweiz ein (Urk. 7/
5
/
1
), wo er bis 199
1
als Motorenwickler arbeitete (Urk. 7/
5
/5
, Urk. 7/96/7
). Danach
lebte
und arbeitete
der Versicherte im Ausland
,
bevor er im Jahr 2004 wieder in der Schweiz Wohnsitz nahm
und temporär als Maler arbeitete (Urk. 7/3
6
/34
).
Zu
letzt war er bis Ende Oktober 2008 als
Hilfsarbeiter im Trocken
bau
tätig
(Urk.
7/
5
/
5, Urk. 7/3
6
/34)
.
Danach ging er keiner Beschäftigung mehr nach (
vgl. den IK-Auszug vom 2
1.
Februar 2013 [
Urk. 7/5
5]
, vgl. auch
Urk.
7/119
). Am 16. Juni 2010 meldete er sich unter Hinweis auf einen Status nach
Hüfttotalendoprothese
links wegen
Femurkopfnekrose
links (21. April 2010) sowie
Pangonarthrose
links bei der So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/
5
, Urk. 7/1
1
).
Nach durchge
führten Abklärungen sprach d
ie IV
Stelle
dem Versicherten m
it Verfügung
en
vom 3. April 2013 für den Zeitraum vom 1. September 2011 bis 30. Juni 2012 eine ganze Invalidenrente und für den Zeit
raum vom 1. Juli bis 30. September 2012 eine halbe Invalidenrente zu
(Urk. 7/58,
Urk.
7/64
,
Urk.
7/83/12-17
)
.
Die dagegen vom Versicherten am
8.
Mai 2013 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/81/4-11) wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit rechtskräftigem Urteil
IV.2013.00438 vom 22. August 2014 ab (Urk. 7/97).
1.2
Am 1
8.
November 2016 meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine Ver
schlechterung seines Gesundheitszustandes wieder bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
7/106-107).
Im Rahmen ihrer
Abklärungen holte die
IV-Stelle die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) ein (
Urk.
7/118). Zudem
ersuchte sie um einen
Bericht des H
ausarztes des Beschwer
deführers
, welcher ihr am 1
5.
Februar 2017 zuging (
Urk.
7/123
, Aktenverzeichnis zu Urk. 7/1-137
).
Hernach holte die IV-Stelle die Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
10
.
März 2017 ein (
Urk.
7/124/5). Mit Vorbe
scheid vom 2
4.
April 2017 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie sein neues Leistungsbegehren ab
wei
sen werde (
Urk.
7/125).
Dagegen liess der Versicherte am 30. Mai 2017 Einwand erheben (Urk. 7/127). Mit Eingabe vom
5.
Juli 2017 liess er seinen Einwand ergänzend begründen (Urk. 7/130). Nach Prüfung des Einwandes
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
mit Verfügung vom 1
0.
August 2017
wie vorbeschieden
ab (
Urk.
2)
.
2.
Dagegen führte
X._
am
14
.
September 2017
Beschwerde und beantrag
te,
in Aufhebung der Verfügung vom 1
0.
August 2017 se
i
ihm eine Rente aus
zu
richten. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen im Sinne
einer medizinischen Begutachtung zu tätigen (
Urk.
1 S. 2). In verfahrens
recht
licher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
8
.
Oktober 2017
beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/
1-137
), was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 2
0
.
Oktober 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundes
gesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert,
so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE
117
V
198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prü
fungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
1.
4
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
1.
4
.2
Hervorzuheben ist, dass nach der Rechtsprechung bei der Berechnung des Inva
li
deneinkommens von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) aus
zu
gehen ist. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer ver
schie
denster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b). Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hin
sichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatz
möglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind (Urteil 9C_910/2011 vom 3
0.
März 2012 E. 3.1). Je rest
riktiver das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist, desto ein
gehender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und nachzuweisen (Urteil U 42/06 vom 2
3.
Oktober 2006 E. 3.2.3 am Ende). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeits
plätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem so
zialen Entge
genkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil 9C_124/2010 vom 2
1.
September 2010 E. 2.2 mit Hinweis). Von einer Arbeits
gelegenheit kann jedoch dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumut
bare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus
geglichene Arbeits
markt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis
tischem Entgegenkom
men eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen erscheint (Urteil 9C_253/2017 vom 6.
Juli 2017 E.
2.2.1 mit Hinweis; Urteil 8C_133/2018 vom 2
6.
Juni 2018 E. 2.2.1;
Urteil des Bundesge
richts 8C_117/2018 vom 3
1.
August 2018 E. 2.2.2
).
1.4.3
Das fortgeschrittene Alter wird, obwohl an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren persön
lichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer ver
sicher
ten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Ver
wertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invali
denrente begründet
(Urteil 8C_253/2017 vom
6.
Juli 2017 E. 2.2.2 mit Hinwei
sen). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heits
schadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
auf
wand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vor
handene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138 V 457 E. 3.1). Somit hängt die Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE
138 V 457 E. 3.2). Für den Zeitpunkt, in dem die Frage nach der Verwert
barkeit der (Rest-) Arbeitsfä
higkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medi
zinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE
138 V 457 E. 3.3). Dieses ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachver
haltsfeststellung erlauben (BGE
138 V 457 E. 3.4; Urteil 8C_403/2017 vom 2
5.
August 2017 E. 5.3 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesge
richts 8C_117/2018 vom 3
1.
August 2018 E. 2.2.3).
1.5
1.5.1
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invaliden
ver
si
cherung nach
Art.
6 ATSG
massgebende
funktionelle Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Auf
gaben
be
reich auszuüben. Sie sind in ihrem medizi
nischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG
;
BGE 137 V 210 E. 1.2.1,
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_58/2011 vom 2
5.
März 2011 E. 2.2
). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Unter
suchun
gen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersu
chungsergebnisse schriftlich fest (
Art.
49
Abs.
2 IVV).
Zudem stehen sie den IV-Stellen der Region beratend zur Verfügung
(
Art.
49
Abs. 3
IVV)
.
1.5.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann eine RAD-Stellungnahme als medizinisches Aktengutachten grundsätzlich eine zulässige Entscheidungs
grund
lage darstellen kann, wobei einem reinen Aktengutachten nur Beweiswert zu
zu
erkennen ist, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines fest
stehen
den medizinischen Sachverhaltes geht
. Den Berichten versicherungsinterner medizi
nischer Fachpersonen
kommt
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem im Verfahren nach
Art.
44 ATSG in Auftrag gegebenen Gutachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_411/2018 vom 2
4.
Oktober 2018 E. 4.2).
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vor
zuneh
men (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis).
1.6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
August 2017 führte die Beschwerde
gegnerin im Wesentlichen aus, dass
der Beschwerdeführer aufgrund mehrerer Unfallereignisse am linken Knie vom
1.
September 2011 bis 3
0.
September 2012 Anspruch auf eine Invalidenrente gehabt habe. Danach
habe eine volle Arbeits
fähigkeit für angepasste Tätigkeiten bestanden (
Urk.
2 S.
1). Alsdann sei
der Beschwerdeführer a
m 20. August 2014
am linken Knie operiert worden. Am
9.
Januar 2015 sei er
erneut
auf das linke Knie gestürzt.
Die
medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass er infolgedessen vom 2
0.
August 2014 bis 2
0.
April 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei (
Urk.
2 S. 2). Dem Beschwer
deführer sei seine angestammte Tätigkeit als Elektrowickler aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar (
Urk.
2 S.
1-2). Ab April 201
5
könne
er
in einer wechsel
belastenden leichten bis mittelschweren Tätigkeit
mit
erhöhte
m
Pausen
bedarf während eines Vollzeitpensums eine Leistung von 90 % erbringen (Urk. 2 S.
2-3). Beim Einkommensvergleich resul
tiere
damit
ein Invaliditätsgrad von 13 %. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, be
stehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber im Wesentlichen vor,
die Anpassung des Belastungsprofils mit einem vermehrten Pausenbedarf von 10
%
genüg
e
nicht, um seinen Einschränkungen gerecht zu werden. Die Beschwerdegegnerin hätte in seinem Fall nicht einzig auf den Untersuchungsbericht des Suva-Kreis
arztes abstellen dürfen.
Einerseits
sei diese Untersuchung bereits im Jahr 2015
erfolgt, weshalb die Untersuchungsergebnisse nicht mehr aktuell seien. Ander
seits würden erhebliche Diskrepanzen zwischen
der Einschätzung des Suva-Kreis
arztes und denjenigen der behandelnden Ärzte bestehen, auf welche die Be
schwerdegegnerin nicht eingegangen sei (
Urk.
1 S.
6).
Die Beschwerdegegnerin habe zu den Arztberichten der behandelnden Ärzte keine Stellung genommen (Urk. 1 S.
6).
Des Weiteren
sei festzuhalten, dass die Suva mittlerweile neue medizinische Abklärungen vornehme
n
würde
, we
shalb davon auszugehen sei, dass der medizinische Sachverhalt auch seitens der Suva
noch nicht abschliessend beurteilt worden sei (
Urk.
1 S.
6-7
).
Weil die Suva sodann nur unfallkausale Ein
schränkungen prüfe, könne aufgrund des Kreisarztberichts auch nicht festgestellt werden, ob nicht weitere, unfallfremde Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen würden (Urk. 1 S.
7)
. Diesbezüglich sei auf
das
seit dem Jahr 2014 neu bestehende chronische Schmerzverhalten hinzuweisen. Weitere Einschränkungen seien am Rücken sowie an der Hüfte (Lendenwirbel) hinzuge
kommen (
Urk.
1
S.
6).
Die Beschwerdegeg
nerin habe daher den Untersuchungs
grundsatz verletzt. Aus diesem Grund wäre zumindest die weitere medizinische Abklärung im Sinne einer Begutachtung angezeigt (
Urk.
1 S.
9).
Sofern die Ansicht ver
treten werde, dass der medizinische Sachverhalt zum aktuellen Zeitpunkt ge
nügend abgeklärt worden sei, stelle sich die Frage der Verwertbarkeit
der attes
tierten Restarbeitsfä
higkeit
. Bereits der
fe
stgehaltene Pausenbedarf von 10
%
werde ein erhebliches Defizit bei der Suche nach einer Arbeitsstelle darstellen. Insbesondere bei den Hilfsarbeiten sei ein solches Belastungsprofil zusätzlich er
schwerend, was in sei
nem Fall in keiner Weise lohnmindernd beachtet worden sei. Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit werde aufgrund seiner erheblichen körperlichen und psy
chosomatischen Beschwerden sowie aufgrund seines Alters bestritten (
Urk.
1
S.
9).
3.
3.1
Im Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00438
vom 22. August 2014 (Urk. 7/97)
wurde die medizinische Aktenlage vor der Verfügung vom
3. April 2013 (Urk. 7/58, Urk. 7/64, Urk. 7/83/12-17)
wie folgt zusammengefasst:
«3.2
Dem RAD-Untersuchungsbericht vom 4. Februar 2011 sind die Hauptdiagnosen Zustand nach
Hüfttotalendoprothesen
-Implantation links am 21. April 2010 bei
Femurkopfnekrose
sowie Zustand nach mehrfachen Arthroskopien des linken Kniegelenks bei Meniskusläsion des linken Kniegelenks zu entnehmen (Urk. 14/31/7). In der versicherungsmedizinischen Beurteilung wurde fest
ge
hal
ten, dass in der Zeit vom 21. April bis 21. Oktober 2010 aufgrund der
Hüft
total
endo
prothesen-Implantation
medizinisch-theoretisch mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit in jedweder Tätig
keit ausgegangen werden könne (Urk. 14/31/7).
3.3
Dr. Z._
, welcher den Beschwerdeführer seit 2006 behandelt (Urk. 14/30/5), diagnostizierte in seinem Bericht vom 7. Dezember 2011 einen Status nach
Knietotalendoprothese
links (22. September 2011, Urk. 14/42/93). Bei der 3-Monats-Kontrolle sei radiologisch alles in Ordnung gewesen. Der Beschwer
deführer klage noch über Schmerzen im lateralen Kompartiment. Die Muskulatur sei noch deutlich insuffizient. Die Flexion/Extension betrage aber 115/0 Grad. Gesamthaft sei der Verlauf erfreulich. Der Beschwerdeführer sei noch nicht arbeitsfähig. Es folge ein inten
siver Muskelaufbau beziehungsweise Kraft
aufbau in der Physiotherapie (Urk. 14/38/6). Dr.
Z._
veranlasste in der Folge die CT-Unter
suchung des linken Knies in der Uniklinik
A._
vom 11. Januar 2012, bei welcher ein guter Sitz der
Tuberositasschrauben
, eine begin
nende
ossäre
Konsolidation der
Osteotomiespalte
mit deutlichem, mineralisiertem, überbrü
ckendem Knochengewebe, jedoch noch nicht
durchbauter
Corticalis
, festgestellt wurde (Urk. 14/38/10). Danach hielt Dr.
Z._
am 18. Januar 2012 fest, dass es subjektiv und ob
jektiv zum Auftreten von Schmerzen in der
Tuberositas
tibiae
gekommen sei. Die CT
Kontrolle habe den noch nicht vollständigen Durch
bau ergeben. Die Schraubenköpfe seien stark
druckdolent
, müssten jedoch noch belassen werden. Die Wiederaufnahme der Arbeit sei noch nicht vorgesehen (Urk. 14/38/8).
In seinem ärztlichen Zeugnis vom 3. Juli 2012 schrieb Dr.
Z._
, dass der Beschwerde
führer ab dem Knieeingriff vom 21. Juni 2012, bei welchem die Ent
fernung der Schrauben und einer Verhärtung der Hoffa erfolgt war (Urk. 14/42/10), postoperativ
für drei Wochen vollständig arbeitsunfähig gewe
sen sei. Aufgrund der persistierenden Knie-, Oberschenkel- und Hüft
beschwerden sowie der lumbalen linksseitigen Beschwerden könne er in einer optimal adap
tierten Tätigkeit ein Pensum zwischen 20 und 40 % verrichten. Eine solche adap
tierte Tätigkeit werde der Beschwerdeführer aufgrund seines Alters und seiner Ausbildung jedoch nicht finden (Urk. 3/B8). Am 2. Mai 2013 nahm Dr.
Z._
unter Be
zugnahme auf eine CT
Untersuchung des Knies links vom 21. Januar 2013 und der 3-Phasen-Skelettszinthigraphie vom 10. April 2013 erneut Stellung und führte aus, dass die Knie-Oberschenkel-Situation links wei
terhin invalidisierend sei. Durch das Einsetzen der Knieprothese habe sich keine Verbesserung der Schmerzsymptomatik der linken unteren Extremität er
geben. Ebenfalls persistiere weiterhin ein
Lumbovertebralsyndrom
, welches
szinti
gra
phisch
dokumentiert sei und für welches sich ebenfalls keine Besserung ergeben habe. Der Beschwerde
führer sei für seine angestammte Tätigkeit als Maler/Elektrowickler nicht mehr einsetzbar. Zum jetzigen Zeitpunkt sei aufgrund der vermehrten Pausenbedürftigkeit
bei sitzender
Tätigkeit höchstens eine teilbe
lastende Tätigkeit (teils sitzend, teils stehend) von etwa zwei Stunden täglich erreichbar, was wirtschaftlich nicht verwertbar sei (Urk. 3/B9 S. 2).
3.4
SUVA-Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, untersuchte den Beschwerdeführer letztmals am 2. März 2012 (Urk. 14/39/4-14)
.
In seiner Beurteilung führte Dr.
B._
aus, dokumen
tiert seien verschiedene Traumen des linken Knies, nach zwei Meniskus
opera
tio
nen 1979 und 1986 sei bereits 1988 eine sekundäre Gonarthrose links fest
gestellt worden. Die Traumatisierung der vorbestehenden Gonarthrose links bei einem Ereignis am 8. Dezember 2004 habe erneut zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt. In den folgenden Jahren hätten immer wieder Kniebeschwerden links bestanden. Eine
arthroskopische
Behandlung sei erfolglos gewesen. Bei der Kreisarztunter
suchung am 4. August 2011 sei ein die zumutbare Belastung stark einschränken
des Zumutbarkeitsprofil formuliert worden. Bereits am 22. Septem
ber 2011 sei dann aber ein alloplastischer Kniegelenkersatz links in zementierter Technik und ohne Ersatz der
Patellarückfläche
durchgeführt worden. Der dokumentierte Ver
lauf sei günstig gewesen. Im Januar 2012 sei aber noch ein ungenügender Durch
bau der
Tuberositas
tibiae
-Osteotomie festgehalten worden, weshalb die Entfer
nung der grossen Schrauben noch nicht möglich schien (Urk. 14/39/12).
Der Beschwerdeführer gebe eine deutliche Verbesserung bezüglich Knie
beschwer
den links verglichen mit dem präoperativen Zustand an und führe aus, dass sich die
Operation gelohnt habe. Er habe noch wechselnde, bisweilen starke, teils aber auch nur leichte Schmerzen im linken Knie, während es in Ruhe gut gehe und er im Sitzen beschwerdefrei sei (Urk. 14/39/9). Bei der heutigen klinischen Unter
su
chung (2. März 2012) zeige sich knapp sechs Monate nach Implantation der
Knie
totalendoprothese
ein sehr günstiger Zustand. Der Beschwerdeführer könne wechselseitig Treppensteigen ohne stärkeres Abstützen am Geländer und er zeige beim Barfussgang ein sehr schönes Gangbild. Die Beweglichkeit und die
liga
men
täre
Stabilität des linken Knies seien gut, der verbliebene Reizzustand
nurmehr
gering. Nach wie vor be
stehe eine deutliche Hypotrophie der Muskulatur am lin
ken Bein. Diese sei aber seit Jahren vorhanden und sei auch durch die krankheits
bedingte Hüftpathologie mitverursacht. Auch radiologisch habe bei der linken Kontrolle am 7. Dezember 2011 ein günstiger Zustand bestanden (Urk. 14/39/12).
Im Rahmen der Zumutbarkeit dürfe ab 1. April 2012 von einer Teil
arbeits
fähig
keit halbtags im Rahmen des definierten Zumutbarkeitsprofils ausgegangen wer
den (wechselbe
lastende, mindestens teilweise im Sitzen zu leistende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne fixierte Zwangshaltung des linken Knies. Kurze Gehleistungen bis mehrere 100 Meter könnten ohne Einschränkungen und mit einer Zusatzbelastung bis 10 oder 15 kg zugemutet werden, ausnahmsweise sei auch das Heben und
kurzstreckige
Tragen bis zu einer
Gewichtslimite
bis 20 kg möglich. Treppensteigen sei nur manchmal zumutbar, nicht zumutbar seien Tätigkeiten mit Absturzgefahr auf Leitern oder Gerüsten. Ungünstig seien im Wei
teren Tätigkeiten mit repetierter Kraftbelastung des linken Beines mit starken Vibrationen oder Schlägen aufs linke Bein [Urk. 14/41/82]). Zwei Monate spä
ter, ab 1. Juni 2012, sei dann -
im Rahmen der def
inierten Schonarbeitsfähigkeit -
eine vollzeitliche Arbeit möglich (Urk. 14/39/13).
3.5
Am 3. April 2013 wurde im Stadtspital
C._
eine 3-Phasen-Skelettszintigraphie-Untersuchung durchgeführt. Dr.
D._
, leitender Arzt Stadtspital
C._
, führte in seiner Beurteilung vom
10. April 2013 Folgendes aus: «
Pathologisch prolongierte Heilung bei St. n.
tibialer
Osteotomie links bis in das
antero
-mediale
Tibiaplateau
reichend (DD zusätzliche chronische Fehlbelastungsreaktion
tibial
medial). Bei St. n. Knie-TP links kein Lockerungsnachweis. Ebenfalls kein Locke
rungsnachweis bei St. n. Hüft-TP links. Aktivierte Arthrosen (
talonavicular
links > rechts, Korrelation mit Röntgenauf
nahmen empfehlenswert.). Chronisch dege
nerative Skelettveränderungen ohne entzündliche Komponente (Schultergelenke
bds
.,
sternoclavicular
bds
., Hüftgelenk rechts,
Osteochondrose
und
Spondylarth
rose
LW4/
5)
»
[Urk. 3/B10].
3.6
In ihrem Arztbericht vom 6. Mai 2013 stellte Dr. med.
E._
, All
ge
meine Innere Medizin FMH, welche den Beschwerdeführer seit 2007 behandelt (Urk. 14/19/1), die Diagnosen: 1. Status nach
Hüfttotalen
doprothese
links am 21. April 2011 (richtig: 2010) bei
Femurkopfnekrose
sowie
Hüft
totalendo
prothese
links mit Verdacht auf Lockerung, 2. Status nach
Knietotalendoprothese
links im September 2011 mit
Hinkgang
, 3. Arterielle Hypertonie, 4. Hypercholes
terinämie sowie 5. Verdacht auf
Aetylabusus
(Urk. 14/79/8). Im Vergleich zur Voruntersu
chung habe sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers nicht verändert. Infolge von mehreren Unfällen sei es zur Ent
wicklung von Arthrosen an der Hüfte und am Knie links gekom
men. Als Funktionseinschränkungen wurde ein Schon
gang angegeben. Ferner könne der Beschwerdeführer nicht lange Strecken gehen. Regelmässig könne er nur noch leichte Tätigkeiten verrichten (Urk. 14/79/8
).
»
3.2
3.2.1
Im Rahmen der Neuanmeldung
des Beschwerdeführers
vom
18. November
2016 (Urk. 7/106-107
)
sind
im Wesentlichen
folgende medizi
nische Be
richte und Stel
lungnahmen
aktenkundig:
3.2.2
Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, stellte im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 2
0.
April 2015 die
folgenden
Diagnosen (
Urk.
7/118/323):
-
Belastungsintoleranz linkes Kniegelenk nach langwierigem Verlauf und zuletzt am 2
1.
August 2014 durchgeführte
r
Revisionsarthroplastik
bei Lockerung der primären Totalprothese (TP) links
-
Unfallfremd: Status nach Hüft-TP links wegen
Femurkopfnekrose
Der Beurteilung von
Dr.
F._
ist zu entnehmen,
es sei
-
auch wenn ein Sturz im Januar 2015 auf die linke Seite mit Weichteilkontusion im Bereich der linken Hüfte bezüglich des Erfolgs der
Revisionskniearthroplastik
den Verlauf wohl etwas verzögert habe
-
deutlich zu erkennen, dass seit der
Revisions
arthroplastik
eine Stabilisierung bezüglich des linken Kniegelenks eingetreten sei. Der Beschwerdeführer gebe belastungsabhängige Schmerzen an, welche wohl etwas witterungsbedingt beeinflusst seien. Er könne dennoch relativ gut gehen, mache regelmässige Spaziergänge und brauche nur wenige Medikamente. Auf
grund der Befunde des MRI vom 1
5.
Januar 2015 und der klinischen Unter
suchung sei zudem davon auszugehen, da
ss die Hüft-TP vom
Sturz i
m Januar 2015 nicht beeinflusst worden
sei
(
Urk.
7/118/323).
Gestützt auf die aktuelle Untersuchung habe das von Kreisarzt
Dr.
B._
am
4.
August 2011
erstellte Zumutbarkeits
profil nach wie vor Geltung, mit der Einschränkung, dass die
Gewichtslimite
auf 15 kg festzulegen sei. Eine solche Tätigkeit könne vollschichtig (100
%
) geleis
t
et werden (
Urk.
7/118/324).
3.2.3
PD
Dr.
med.
G._
, Teamleiter Kniechirurgie, und
Dr.
med.
H._
, Oberärztin, Kantonsspital
I._
, stellten in ihrem Bericht vom 3.
November 2016 folgende Diagnose
(
Urk.
7/106/3):
Anteriore
/
anterolaterale
Knieschmerzen links
bei
-
Überlastung
Patellaunterpol
bei Patella
baja
und Überlastung
Tractus
iliotibialis
bei Status nach Knietotalprothesenwechsel links im Herbst 2014 (PD
Dr.
J._
, Zürich) bei Lockerung
Tibiaplateau
/
Varus
fehl
stellung
Tibiaplateau
und symptomatischer Patella
baja
-
Status nach Implantation Knietotalprothese links Herbst 2011 (
Dr.
Z._
)
3.2.
4
PD
Dr.
med.
J._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, führte in seinem Bericht vom 1
0.
November 2016 zuhanden der Suva die folgenden Diagnosen an
(
Urk.
7/106/1)
:
-
Chronifiziertes
Schmerzsyndrom laterale untere Extremität
-
Posttraumatische Abduktoren
Tendinopathie
Hüfte links
-
Hämarthros
bei
-
Status nach Hüft und Knie-Kontusion links, Revisions-Knie-Total
pro
these
(TP)
links bei Status nach Lockerung
Tibiakomponente
, Mal
posi
tion,
Arthrofibrose
,
Polyetylen
Abrieb nach primär TP links
-
Status nach Hüft-Totalprothese links vor Jahren
Dem Bericht von PD
Dr.
J._
ist weiter zu entnehmen, dass in näherer Zukunft keine operative Revision durchgeführt werden sollte.
Es sei zudem darauf hin
zu
weisen, dass es dem Beschwerdeführer in den ersten Monaten nach der Revisions-Knie-TP sehr gut gegangen sei, und dass die erneute Problematik erst anlässlich des erneuten Unfalls aufgetreten sei (
Urk.
7/106/1).
%1.%2.%3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
K._
,
FMH für Allge
meinmedizin, führte in seinem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin
am 15. Februar 2017 eingegangenen Bericht (Urk. 7/123,
Aktenverzeichnis zu Urk. 7/1-137
)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chroni
fiziertes
Schmerzsyndrom laterale untere Extremität auf (
Urk.
7/123/1). Er hielt
wei
ter
fest, dass der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig sei (Urk. 7/123/3).
3.2.6
RAD-Arzt
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
nannte
in seiner Stellungnahme vom 1
0.
März 2017 die Diagnose
chronifizierte
schmerzhafte Funktionsstörung des linken Beines bei Status nach mehrfachen Eingriffen linkes Knie
(zuletzt Implantation einer Revisions-Knie-TP-Operation:
am 2
0.
August 2014)
,
Status nach Implantation einer
Hüft-Totalendopro
these
links (Operation
am
2
1.
April 2010) wegen Hüftkopfnekrose sowie
Status nach Sturz mit Kniekontusion links beim Unfall vom
9.
Januar 2015 (
Urk.
7/124/3).
Dr.
L._
hielt weiter fest, dass die vom Beschwerdeführer früher ausgeübte Tätigkeit als Maler zu schwer sei. Die Tätigkeit des Beschwerde
füh
rers als Motorenwickler entspreche jedoch
ein
er angepassten Tätigkeit (
Urk.
7/124/3).
Dr.
L._
formulierte folgende
s
Belastungsprofil: Wechselbelastend, mehr
heitlich sitzend, leicht bis mittelschwer, Meidung von Arbeiten auf Leitern
und Gerüsten, Meidung kniend hockender Arbeitsstellungen, sowie Tätigkeiten auf unebenen Böden (
Urk.
7/124/3). Aufgrund der vermehrten Schmerzen bestehe ein erhöhter Pausenbedarf von 10
%
(
Urk.
7/124/4).
Zur Frage
,
ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit
der letzten Stellungnahme durch den RAD vom 2
1.
September 2012 (wiedergegeben im Fest
stellungsblatt für den Beschluss vom
1.
November 2012,
Urk. 7/45/6, vgl.
auch
Urk. 7/124/2)
wesentlich verändert
habe, h
ielt
Dr.
L._
sodann fest, dass am 2
0.
August 2014 eine Revision der Knie-TEP links durchgeführt worden sei und eine neue Knie-TEP links ein
gesetzt worden sei. Nach zunäch
st zufrieden
stellen
dem Verlauf
sei
der
Beschwerdeführer
am
9.
Januar 2015 auf das ope
rierte linke Knie
gestürzt
und
habe
sich eine schwere Knieprellung links zu
gezogen
. Seitdem hätten die Beschwerden etwas gebessert, würden jedoch weiterbestehen. Die neue 3D-SPECT-CT mit Rotationsbestimmung vom 2
6.
August 2016 zeige eine regel
rechte Positionierung des Implantates, eine Patella
baja
(Kniescheibentiefstand) mit deutlichem patho
logischen
Uptake
im Bereich des
Patellaunterpols
als Aus
druck einer Über
lastung. Der Operateur PD
Dr.
J._
verweise auf die Schmerz
therapie, würde eine erneute Operation aber für nicht erfolgsversprechend halten und schliesse die Behandlung ab
. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich somit verschlechtert. In der angestammten Tätigkeit bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Die neue Situation erfordere
aber
eine Modi
fikation des Belastungsprofils. In angepasster Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähig
keit von 100
%
unter Beachtung
ein
es vermehrten Pausenbedarfs von 10
%
(
Urk.
7/124/4).
3.2.7
Dr.
med.
M._
, Oberarzt Orthopädie, Universitätsklinik
A._
, stellte im Bericht vom 1
0.
August 2017 die folgende Diagnose (
Urk.
3/4
S. 1
):
Schmerzhafte Knietotalprothese links (LINK) bei
-
Status nach Implantation 2014 mit/bei
-
Status nach Erstimplantation Knietotalprothese am 2
2.
September 2011
-
Status nach mehreren Voroperationen
Der Beurteilung von
Dr.
M._
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
unter einer schmerzhaften Knieprothese links leide. Auch in Durchsicht mit Prof.
N._
, Chefradiolog
e der Universitätsklinik
A._
,
könne der Verdacht auf eine Lockerung nicht bestätigt werden. Einzig eine unterschiedliche Rotation der Prothesenkomponente verglichen zur Gegenseite. Er (
Dr.
M._
) denke jedoch nicht, dass dies die Beschwerden des Beschwerdeführers erklären könnte
, weshalb e
r mit weiteren Revisionsoperationen sehr zurückhalten
d wäre
(
Urk.
3/4 S. 2).
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Erlass der
Verfügung vom 3. April 2013, mit welcher ihm die Beschwerdegegnerin für den Zeitraum vom 1. September 2011 bis 30. Juni 2012 eine ganze Invalidenrente und für den Zeit
raum vom 1. Juli bis 30. September 2012 eine halbe In
vali
den
rente zugesprochen hatte (Urk. 7/58, Urk. 7/64, Urk. 7/83/12-17), bis zum Erlass
der angefochtenen Verfügung
vom 10. August 2017
(Urk. 2) erheblich ver
schlechtert hat.
4.2
Hierbei ist zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin nach der Neuanmel
dung des Beschwerdeführers vom 18. November
2016 (Urk. 7/106-107
) weitere Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt hätte tä
ti
gen müssen. Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin
habe
den Unter
suchungsgrund
satz (Art.
43 Abs.
1 ATSG) verletzt
, weil sie keine Abklärun
gen zum neu beste
henden «chronischen Schmerzverhalten» sowie zu
seinen
Ein
schränkungen am
«
Rücken
»
und an der «
Hüfte (Lendenwirbel)
»
durchgeführt habe
(Urk.
1 S.
6).
Dem ist entgegenzuhalten, dass der
Beschwerdeführer
mit seiner Neuanmeldung vom 1
8.
November 2016 (
Urk.
7/107) einzig seine Kniebeschwerden betreffende Berichte von PD
Dr.
J._
und von PD
Dr.
G._
beziehungsweise des Kantonsspitals
I._
einreichen liess (
Urk.
7/106). Der Beschwerdeführer hatte damals noch dieselbe Vertretung wie im Verfahren IV.2013.00438
vor dem Sozialversicherungsgericht
(
vgl.
Urk. 7/97)
, womit
es
ihm grundsätzlich möglich
gewesen
wäre
,
eine Verschlechterung des damals geprüften medizinischen Sach
verhalts substantiiert geltend zu machen. Entgegen der Darstellung des Beschwer
deführers hat sich die Beschwerdegegnerin sodann nicht einzig auf eine Würdi
gung der Abklärungsergebnisse der Suva beschränkt
(Urk. 1 S.
6)
.
Nach
dem die
(erneuten)
Kniebe
schwerden des
Beschwerdeführers in den von ihm aufgelegten Berichten als Un
fallfolgen bezeichnet wurden (
Urk.
7/106)
,
hat die Beschwerde
gegnerin die Akten der für die Unfälle des Beschwerdeführers zuständige
n
Suva
(
Urk.
7/118) beigezo
gen. Hernach hielt der RAD am 1
0.
Januar 2017 fest, dass
insbesondere
zu den
aktuellen funktionell
e
n Einschränkungen
des Beschwerde
führers und zu seiner Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit weitere Arzt
berichte eingeholt werden müssten (
Urk.
7/124/3).
Mit Schreiben an seine dama
lige Vertretung
forderte sie
den
Beschwerdeführer
sodann
auf, ihr mitzutei
len, bei welchen Ärztinnen und Ärzte
n
, Institutionen
oder
Spitälern er sich derzeit in Behandlung befinde (
Urk.
7/120). Im vom Beschwerdeführer am 2
4.
Januar 2017 unterzeichneten Ant
wortschreiben gab er einzig seinen Hausarzt Dr.
K._
an, welche
n
er letzt
mals am 1
9.
Dezember 2016 konsultier
t
habe (
Urk.
7/121). Daraufhin holte die IV-Stelle bei Dr.
K._
einen Bericht ein
, in welchem
Dr.
K._
die von PD Dr.
J._
gestellten Diagnosen wieder
gab
(vgl. Urk. 7/106/1,
Urk.
7/123/1). Zudem
kreuzte
er
im Fragebogen als Ursache für
die Arbeitsun
fähigkeit des Beschwerde
führers
«
Unfall
»
an (
Urk.
7/123).
Gestützt auf
diese Aktenlage
hat die Beschwerde
gegnerin
die notwen
digen
Abklärungen getätigt und damit den Untersuchungsgrund
satz
(Art. 43 Abs. 1 ATSG)
nicht
ver
letzt
. Ebenso wenig sind
im vorliegenden Verfahren weitere Abklärungen durch
zuführen
(
Art.
61
lit
. c ATSG)
.
Der Beschwerdeführer hat den Bericht von
Dr.
M._
zu den von der Suva in der Universitätsklinik
A._
veranlassten Untersuchungen des linken Knies des Beschwerdeführers eingereicht (
Urk.
3/4). Die Untersuchungen wurden am 1
0.
August 2017 durchgeführt, mithin am selben Tag als die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) erlassen wurde.
Soweit sind die Abklärungen der Suva mithin bekannt. Aufgrund der vorliegenden Suva-Akten (
Urk.
7/118) ist zudem davon auszugehen, dass die
Suva nur die Kniebeschwerden abklär
t
, aufgrund derer sie wegen eines Kausalzusam
men
hangs zu einem Unfall eine L
eistungspflicht treffen könnte. Die Suva wird daher die übrigen vom Beschwerdeführer geklagten Leiden (
«chronische
s Schmerz
ver
halten»,
«Rücken» und «Hüfte (Lendenwirbel)»
[
Urk. 1 S. 6
]
)
nicht ab
zu
klären
hab
en, weshalb der
Be
i
zug
von weiteren Suva-Akten unterbleiben kann.
Zum vom Beschwerdeführer geltend gemachten «chronische
n
Schmerzverhalten» ist schliesslich festzuhalten, dass
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nach der Rechtsprechung nur dann anspruchserheblich sein kann, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträch
tigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 mit Hinweis). In den vorliegenden Akten findet sich aber kein Bericht einer Psychiaterin oder eines Psychiaters, in welchem eine nachvollziehbare Diagnose zur geltend gemachten Schmerzstörung gestellt würde.
4.3
Was sodann die geltend gemachte Verschlechterung der Kniebeschwerden des Beschwerdeführers betrifft, so hält RAD-Arzt Dr. med.
L._
in seiner Stellungnahme vom 10. März 2017
(Urk. 7/124/3)
- welche die
von der Recht
sprechung an den Beweiswert von RAD-Stellungnahmen aufgestellten Anforde
rung (E.
1.5.
2
) erfüllt - fest, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit weiterhin zu 100
%
arbeitsfähig
sei
. Wegen eines vermehrten Pausen
bedarfs bestehe aber eine Einschränkung
von 10
%
(
Urk.
7/124/5).
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (E. 2.2)
legte
Dr.
L._
seiner Beurteilung alle vorhandenen Akten - mithin auch jene der untersuchenden und behandeln
den Ärzte - zugrunde (
Urk.
7/125/4).
Dr.
L._
verweist sodann auf die Befunde einer bildgebenden Untersuchung vom 2
6.
August 2016 (vgl.
Urk.
7/106/8). Seine Stellungnahme ist nachvollziehbar begründet. Es ist darauf abzustellen. Dies erfolgt zu Gunsten des Beschwerde
füh
rers, den
n dem Bericht von
Dr.
M._
vom 1
0.
August 2017
ist zu entnehmen, dass
sich
die
Beschwer
den aufgrund der in der Uniklinik
A._
am selben Tag durchgeführten Rönt
genuntersuchungen an sich nicht erklären lassen (
Urk.
3/4 S. 2).
Auch aus dem Bericht von
Dr.
F._
ergeben sich geringer
e
Einschränkungen (E. 3.2.2)
.
Der
äusserst knappe
Bericht des Hausarztes
Dr.
K._
vermag schliesslich keine Zweifel an der Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
L._
zu begründen.
Dr.
K._
attestierte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit
, ohne einen Befund zu erheben oder Gründe für eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu nennen
(
Urk.
7/123/3). Weil der Allgemeinmediziner
schliesslich
auf psychosomatische Beschwerden hinwies (
Urk.
7/123/5)
,
äusserte er sich
zudem
fachfremd. Im Übrigen
ist
i
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Mit Dr.
L._
ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab dem 21. April 2015 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig war, wo
bei
wegen des vermehrten Pausenbedarfs eine Einschränkung von 10 % bestand (Urk. 7/124/4).
5.
5.1
Beim Einkommensvergleich vom 1
0.
August 2017
stellte
die Beschwerdegegnerin bezüglich
Valideneinkommen
für das Jahr 2015
auf das von der Suva ermittelte
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
69'043.-- ab (
Urk.
7/131/1). In der
betreffenden Verfügung vom
7.
Mai 2015
hatte die Suva
einen Tabellenlohn «Sektor 2 Produktion (Kompetenzniveau
1
)
»
gemäss der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) bei
gezogen
(
Urk.
7/118/357)
.
Für das Invalideneinkommen stellte die Beschwerde
geg
nerin ebenfalls auf lohnstatistische Angaben ab (LSE 2014 TA1
Ziff.
5-96) und gelangte so zu einem hypothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
59'987.
-- für das Jahr 2015
im dem Beschwerdeführer zu
mutbaren 90%-Pensum. Beim Einkom
mens
vergleich resul
tierte ein IV-Grad von 13
%
(
Urk.
7/131/1).
5.2
Dieser Einkommensvergleich gibt zu keinen Beanstandungen Anlass, zumal die Beschwerdegegnerin
in
der Verfügung vom
3.
April 2013
(Urk. 7/58, Urk. 7/64, Urk. 7/83/12-17)
bezüglich de
s
Beizug
s
der Tabellenlöhne beim Validen- und In
valideneinkommen bereits entsprechend vorgegangen ist (
Urk.
7/44/1
, vgl. auch E. 5.2 und 5.3 des Urteils des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00438 vom 22. August 2014 [
Urk.
7/97/12-13]
) und sich diesbezüglich seit der Verfü
gung vom
3.
April 2013
(Urk. 7/58, Urk. 7/64, Urk. 7/83/12-17)
keine Verände
rungen erg
e
ben habe.
Beim Einkommensvergleich vom 10. August 2017 hatte die Be
schwerdegegnerin zudem zu berücksichtigen, dass a
ufgrund der Stellung
nah
me von RAD-Arzt
Dr.
L._
vom 10.
März 2017 in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung von 10
%
besteht
(
Urk.
7/124/4).
5.3
Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass er seine Restarbeitsfähigkeit
wegen seines Alters
nicht mehr verwerte
n
könne
(E. 2.2)
.
Laut RAD-Arzt Dr.
L._
besteht
seit
dem 21.
April 2015 wieder einer 100%ige Arbeits
fähig
keit in einer angepassten Tätigkeit, wobei ein erhöhter Pausenbedarf von 10
% gegeben
ist
(
Urk.
7/124/4).
Im Zeitpunkt dieser Beurteilung im März 2017
war der 1958 geborene Beschwerdeführer
knapp
5
9jährig
(vgl.
Urk.
7/5/1).
Mit Blick
auf die
verbleibende Aktivitäts
dauer von rund
7
Jahren bis zum Erreichen des AHV-Alters 65 (
Art.
21
Abs.
1
lit
. a des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
,
AHVG)
und der relativ hohen Hürden, welche das Bundesge
richt für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwi
ckelt
hat
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_645/2017 vom 2
3.
Januar 2018 E.
4.3.2 mit Hinweis)
,
kann nicht gesagt werden, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeits
fähigkeit wegen seines Alters auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten könnte
,
umso weniger, als dem Beschwerdeführer ein Berufswechsel in eine angepasste Tätigkeit bereits im Zeitpunkt der Rentenauf
hebung per September 2012 zumutbar war, woran auch die letzte Knieoperation im August 2014 nichts geändert hat (vgl. Einschätzung des Kreisarztes
vom April 2015, E. 3.2.2). Nachdem er über Jahre verzichtet hat, seine Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu verwerten, vermag er mit seinem nicht substan
tiierten Einwand nicht durchzudringen.
Wenn der Beschwerdeführer seine Rest
arbeitsfähigkeit auch wegen seine
r
«erheblichen körperlichen und psychosomati
schen Beschwerden» als nicht mehr gegeben ansieht, so ist dazu festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem Einkommensvergleich den körperlichen Einschrän
kungen bereits genügend Rechnung getragen hat und
wie ausgeführt (E. 4.2)
mangels fachärztlich gestellter Diagnose nicht von
anspruchsrelevanten
«psychosomatischen Beschwerden» des Beschwerdeführers ausgegangen werden kann.
5.4
Bei einem Invaliditätsgrad von 13
%
besteht kein Anspruch auf eine Invaliden
rente (E. 1.2 vorstehend),
weshalb die Beschwerdegegnerin das neue Leistungs
be
gehren des Beschwerdeführers mit angefochtener Verfügung vom 1
0.
August 2017 (
Urk.
2) zu Recht abgewiesen hat.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Weil die Voraussetzungen
(§ 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialver
si
cherungsgericht,
GSVGer
) erfüllt sind
(vgl. Urk. 3/3, Urk. 9), ist dem Gesuch des Beschwerdeführers vom 14. September 2017 um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2) zu entsprechen.
7
.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehme
n.
7
.3
Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechts
pflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.