Decision ID: fe6ddc6d-54df-4e4c-a4c3-c16c4aef3079
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene
,
zuletzt
als Verkäuferin tätig
gewesene
X._
meldete sich am
6.
August 2018 unter Hinweis auf eine
im Mai 2017 erlittene
unfallbedingte Verletzung
an
der Schulter bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen an (
Urk.
6/6).
Die IV-Stelle
tätigte
in der Folge
medizinisch-erwerbliche Abklärun
gen, in deren Rahmen sie
die Akten des Unfallversicherers bei
zog
(
Urk.
6/10
,
6/
44
-45
), einen IK-Auszug erstellen
liess (
Urk.
6/9) und sich beim Arbeitgeber erkundigte (
Urk.
6/12).
Nachdem auch
die im Juni 2018 erfolgte,
zweite Schul
teroperation keine Verbesserung der gesundheitlichen
Situation erbracht hatte (
Urk.
6/
44
/
4-
7
) und die Versicherte
weiterhin vollständig
arbeitsunfähig blieb (
Urk.
6/44/63
), liess die IV-Stelle
X._
poly
disziplinär
(internistisch, psychiatrisch, orthopädisch, neurologisch)
abklären.
Gestützt auf das am
1
5.
Juni 2020
von der
Y._
GmbH
erstattete
Gutachten (
Urk.
6/60)
zeigte die IV-Stelle der Versicherten an, ihr eine vom
1.
Februar bis zum 3
1.
Mai 2019 befristete
,
ganze Rente zusprechen zu wollen (Vorbescheid vom 2
9.
Juli 2020,
Urk.
6/73).
Hieran hielt sie auf
Einwand der Versicherten hin (
Urk.
6/74-76
) mit Verfügung vom 2
7.
September 2021 (
Urk.
2) fest.
2.
Gegen die
Befristung der
mit Verfügung vom 2
7.
September 2021 zugesproche
ne
n
Rente erhob
X._
am 2
4.
Oktober 2021 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Weiterausrichtung der ganzen Inva
lidenrente über den 3
1.
Mai 2019 hinaus (
Urk.
1). Mit Verfügung vom
1.
Dezem
ber 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am
6.
Dezember 2021 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich,
in den
nachfolgend
en Erwägungen
einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sach
verhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020
vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Ab
stufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjeni
gen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzuset
zenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hin
weisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1
.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E
. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sach
verhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdi
gen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, seit dem 1
5.
Mai 2017 sei die Beschwerde
führerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin eingeschränkt. Nachdem ihr seit dem
1.
März 2019 eine angepasste Tätigkeit zu 70
%
möglich sei, bestehe ab diesem Zeitpunkt ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 31
%
. Mithin habe sie
unter Berücksichtigung
des Wartejahrs und 6 Monate nach Eingang der Anmeldung ab
1.
Februar bis zum 3
1.
Mai 2019 Anspruch auf eine befristete ganze Rente der Invalidenversicherung
(
Urk.
2).
Dem hielt die Beschwerdeführe
rin entgegen, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Rente nur befristet zuge
sprochen worden sei, habe sich ihr Gesundheitszustand doch nicht verbessert, sondern im Gegenteil vielmehr verschlechtert (
Urk.
1).
3.
3.1
Am 2
9.
April und
6.
Mai 2020 wurde die Beschwerdeführerin polydisziplinär (Innere Medizin, Orthopädie, Psychiatrie, Neurologie) ab
geklärt (Expertise der
Y._
GmbH vom 1
5.
Juni 2020,
Urk.
6/60).
Im Rahmen der Konsensbeurteilung stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
S.
9):
-
Chronische Schulterbeschwerden der dominanten linken Seite (ICD-10 M79.61/Z98.8)
-
Symptomatische Gonarthrose rechts (ICD-10 M17.1)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.00)
-
Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
3.2
Der internistische Gutachter berichtete, die Beschwerdeführerin habe sich aus all
gemeininternistischer Sicht vorwiegend über wiederholte Übelkeit und Brechreiz beklagt. Die bisherigen Abklärungen hätten indessen keine Pathologie im Magendarmbereich gezeigt und auch die klinischen Untersuchungen hätten keinen Anhalt für eine
Abdominalerkrankung
ergeben.
Zeichen von Metastasen
oder das Fortschreiten eines Tumors - die Beschwerdeführerin habe sich im Jahr 2003 einer Darmteilresektion wegen eines Tumors unterziehen müssen - hätten sich nicht finden lassen und die übrigen klinischen Befunde hätten im Norm
bereich gelegen. Auch die kurz vor der Begutachtung angeordneten Laborunter
suchungen hätten allesamt normwertige Befunde
geliefert
. Aus internistischer Sicht lasse sich damit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen (
S.
26).
3.3
Anlässlich der
orthopädischen
Untersuchung
beklagte die Beschwerdeführerin
chronische Schulterbeschwerden links und rechtsseitige Knieschmerzen. Selbst leichte Gegenstände könne sie mit der linken Hand nicht ohne Schmerzen tragen;
auch das Tragen mit der rechten Hand löse Schmerzen aus (
S.
39).
Der Gutachter diagnostizierte als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schulter
schmerzen der dominanten linken Seite (ICD-10 M79.61/Z98.8) und eine sympto
matische Gonarthrose rechts (ICD-10 M17.1).
Er notierte, der ebene Gang sei praktisch
hinkfrei
erfolgt und die Gangarten hätten gut durchgeführt werden können. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule habe sich die Beweglichkeit thorakal etwas vermindert, in den übrigen Abschnitten jedoch weitgehend frei gezeigt, indem die bei der expliziten Prüfung eingeschränkte Kopfrotation unter Ablenkung durchaus bis in
die Endposition gelungen sei. A
n den oberen und unteren Extremitäten habe mit Ausnahme der linken Schulter eine freie Be
weg
lichkeit erhoben werden könn
en. Bei der Schulter habe eine auffallend diffuse, weder klar reproduzierbare noch anatomisch zuordenbare
Druckdolenz
verschie
denster Abschnitte vorgelegen. Die gesamte ausführliche Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen habe bei eingeschränkter Kooperation zeitweise nur erschwert durchgeführt werden können. Während die fokussierte Prüfung des rechten Kniegelenks kaum gelungen sei, sei diese unter Ablenkung keiner rele
vanten Einschränkung unterworfen gewesen. Während eine funktionelle Prüfung der linken Schulter infolge massivster Schmerzäusserung kaum
habe durchge
führt werden können
, habe die Umfangmessung nur eine geringe Atrophie der
vermeintlich
seit Jahren geschonten Extremität ergeben.
Auf radiologischer Ebene hätten an der linken Schulter eine Partialläsion der
Supraspinatussehne
sowie Zeichen der
glenohumeralen
Degeneration, im Übrigen indessen regel
rechte postoperative Verhältnisse bei unauffälliger Darstellung des Plexus
brachialis
dokumentiert werden können. An der HWS bestünden leichtgradige degenerative Veränderungen ohne Neurokompression. Am rechten Kniegelenk liege eine ausgeprägte, medial betonte
Pangonarthrose
und an den Hüft- und
Iliosakralgelenken
ein altersentsprechender Befund vor (
S.
46).
Zusammenfassend sei festzustellen, dass sich die beklagten Beschwerden durch die klinischen,
radiologischen und
infiltrativen
Befun
de keinesfalls klar begründen lie
ssen. Dezidiert nachvollziehbar sei der Leidensdruck bezüglich des rechten Knie
gelenks, kaum aber an der linken Schulter, sodass nicht zuletzt aufgrund der inkonsistenten klinischen Präsentation an eine deutliche nicht-organische Beschwerdekomponente zu denken sei.
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der orthopädische Gutachter fest, für überwiegend ste
hende und gehende sowie körperlich mittelschwere Verrichtungen einschliess
lich jener im Verkauf bestehe aufgrund der aktuellen Untersuchung eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit spätestens seit dem letzten, am 2
9.
Juni 2018 erfolg
ten Schul
tereingriff. Für körperlich sehr leichte, überwiegend sitzende Verrich
tungen unter Wechselbelastung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bei ganztägigem Pensum mit um 20
%
reduzierter Leistung aufgrund eines vermehrten Pausen
bedarfs. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten von über 5 kg, das Über
winden von Treppen und unebenem Grund, die Einnahme kniender und kauernder Positionen sowie der Einsatz der linken oberen Extremität oberhalb des Brust
niveaus
sollten dabei vermieden werden. Eine retrospektive Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit sei zwar schwierig, es könne jedoch davon ausgegan
gen werden, dass in den letzten Jahren für derartige Verrichtungen keine
das obengenannte
Ausmass übersteigende Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (
S.
49).
3.4
Der neurologische Gutachter erklärte, es bestehe bei der Beschwerdeführerin eine chronische Schmerzsymptomatik im Bereich der linken Schulter mit Beteiligung des gesamten linken Arms. In den letzten Monaten seien mehrere neurologische Untersuchungen durchgeführt worden, die wie auch anlässlich der aktuellen Begutachtung keine objektivierbaren Befunde ergeben hätten, welche die Beschwerden erklären würden. Bei allen Untersuchungen hätten sich diverse Diskrepanzen ergeben, so dass auch rein von der Symptomatik her eine neurolo
gische Ursache nicht zu vermuten sei. Mithin sei aus neurologischer Sicht eine medizinisch begründete Funktionsstörung nicht feststellbar (
S.
57).
3.5
Aus psychiatrischer Sicht wurde
n
eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig leichte Episode (ICD-10 F33.00)
,
sowie eine undifferenzierte Somatisie
rungsstörung (ICD-10 F45.1)
diagnostiziert
, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einschränkten (
S.
33).
Der Gutachter führte aus, bei der Explorandin seien die diagnostischen Kriterien einer leichten depressiven Episode, gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen mit verminderter Freude, aber auch durch erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, Insuffizienz
gedanken und leichte Konzentrationsstörungen sowie einer undifferenzierten Somatisierungsstörung mit wechselnden somatischen Beschwerden wie Schmer
zen im Bewegungsapparat, Schwindelbeschwerden und Übelkeit erfüllt. Diagnos
tisch sei von einer rezidivierenden depressiven Störung auszugehen. Mangels ausgeprägter Symptomatik könne die Diagnose einer posttraumatischen Belas
tungsstörung nicht gestellt werden. Die Beschwerdeführerin habe zwar keinen Kontakt mehr zur Herkunftsfamilie, es sei ihr im Untersuchungsgespräch aber gelungen, über die traumatischen Erinnerungen zu sprechen, ohne dabei in sich selbst zu versinken oder mit einem Erregungszustand zu reagieren. Deutlich auf
fallende Persönlichkeitszüge bestünden nicht
, jedoch
eine Vulnerabilität für eine psychische V
erschlechterung (
S.
33-34). Wegen der aufgrund der Depression bedingten erhöhten Ermüdbarkeit bestehe eine Leistungseinschränkung von 30
%
. Gemittelt über den Verlauf sei ab 2019 von dieser Arbeitsfähigkeit
(70
%
)
auszugehen, da sich ab diesem Zeitpunkt fachärztliche psychiatrisch
e Befunde in den Akten finden lie
ssen
(
S.
36).
3.6
Zusammenfassend erklärten die Gutachter im Rahmen der Konsensbeurteilung
, die von der Beschwerdeführerin vorwiegend ausgeübte Tätigkeit im Verkauf sei seit Mai 2017 nicht mehr zumutbar, da die Belastungen über das Belastbarkeits
profil
des
Bewegungsapparat
es
hinausgingen. In einer körperlich leichten, über
wiegend sitzenden Tätigkeit mit einer Gewicht- und Hebebelastung von maximal 5 kg sei ein tägliches Pensum von sechs bis acht Stunden zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit durch die psychische Problematik mit depressiver Verstim
mung und auch die Schmerzen bei erhöhtem Pausenbedarf und reduziertem Rendement verringert sei. Insgesamt bestehe ab März 2019 eine 70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit i
n angepassten Tätigkeiten (
S.
11).
4.
4.1
Das Gutachten der
Y._
GmbH erfüllt alle Anforderungen, denen eine beweis
kräftige Expertise zu genügen hat: Es enthält eine ausführliche Anamnese (S. 23, 30
ff., 38
f., 51
f.)
,
beruht auf umfassenden Untersuchungen in den Disziplinen internistische Medizin (S. 25
f.), Psychiatrie (S. 29 ff.),
Orthopädie (S
.
41 ff.) sowie Neurologie (S. 54) und erging unter Berücksichtigung der relevanten
Vorakten
(S.
15 ff.) sowie
der von der Beschwerdeführerin g
eklagten Beschwerden (S. 23 f., 29 ff., 37 ff., 52 f.).
Die erhobenen Diagnosen und daraus gezogenen Schlüsse sind eingehend und nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt es die von der Recht
sprechung fo
rmulierten Anforderungen (E. 1.6
), weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin zur
Entscheidfindung
auf das von ihr eingeholte Gutachten abgestellt hat (
Urk.
6/
71/12).
4.2
Was die Beschwerdeführerin dagegen vorträgt, rechtfertigt keine andere Betrach
tungsweise.
H
ervorzuheben
ist
, dass
die von ihrer Hausärztin benannten
Beschwerden und Befunde
(
Urk.
1)
bereits
bekannt waren
(vgl. auch U
rk.
6/106/5)
und in die Beurteilung der Gutachter Eingang fanden. So erklärte der internisti
sche Gutachter, für die von der Beschwerdeführerin beklagte Übelkeit und den Brechreiz habe sich keine Pathologie finden lassen
und auch die übrigen Abklä
rungen und Untersuchungen seien ohne Anhalt für eine relevante Pathologie geblieben, welche eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin aus internistischer S
icht zu begründen vermöchte
(E. 3.2). Auch die nach der Begutachtung
durchgeführten
Untersuchungen förderten nichts zu Tage,
was
die
von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden
aus somatischer S
icht begründen könnte; dies räumte
die Hausärztin
der Beschwerdeführerin denn auch ein
(
Urk.
1).
So
blieb
insbesondere
die Genese der
von der Beschwerdeführerin geklagten
Abdominalbeschwerden
weiterhin
unklar
, während sich aber
eine akute Pathologie ausschliessen
liess
(
Urk.
6/86/5).
Ferner war die im Oktober
2020
erfolgte
operative Sanierung
des offenen
Foramens
ovale erfolgreich
(vgl.
Bericht des Z._
von Januar 2021 [Eingang],
Urk.
6/94/3, wonach diesbezüglich ein Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin nicht zu erwarten ist
, so wie auch
Be
richte der A._
vom 2
3.
November 2020
Urk.
6/96/
3
und
vom 2
1.
April 2021
Urk.
6/99/5-7
, wo ein
strukturell und funktionell normales Herz beschrieben
und routinemässige kardiologische Kontrolluntersuchungen nicht für nötig erachtet wurden
)
,
hin
sichtlich
Restless
legs
-Syndrom
s
eine akute Symptombesserung
erzielt worden
und ergaben sich bei der neurologisch be
schwerdefreien Patientin aus der
MRI-Verlaufskontrolle des Schädels keine neuen Gesichtspunkte (vgl. Bericht von
Dr.
med. B._
,
Neurologie, vom 2
6.
November 2020,
Urk.
6/93/4).
Auss
erdem
setzte
sich der orthopädische Gutachter
eingehend
mit den
Vorakten
und früheren Untersuchungen aus orthopädischer Sicht auseinan
der (
Urk.
6/60 S. 47) und wurde
den aktenkundigen Schulter- und Knieschmerzen von den Gutachtern Rechnung getragen, als sie das Belastungsprofil ausdrücklich auf körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten beschränkten (E. 3.6).
Bloss ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass
die Gutachter einen rechtsseitigen Kniegelenkersatz als grundsätzlich klar indiziert erachteten (
Urk.
6/60 S. 50
; vgl. auch S. 40, 46, wonach die Beschwerdeführerin aktuell von einem Kniegelenks
ersatz absieht
),
und
ein solcher Eingriff - würde er denn überhaupt durchgeführt - nicht zu einer Verschlimmerung, sondern vielmehr zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation
aus somatischer Sicht
führen würde.
Schliesslich
befasste sich der psychiatrische Gutachter ausführlich mit den von der behandelnden Psychiaterin gestellten Diagnosen (vgl.
Urk.
6/60
S. 15) und legte nachvollziehbar dar, weshalb sich die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht bestätigen
lässt
. Unter Berücksichtigung
von Konsistenz und Plausibilität sowie in Würdigung
der Fähigkeiten, Ressourcen und Belastun
gen der Beschwerdeführerin begründete er sodann
plausibel
die Diagnose einer rezidivierenden depressive
n
Störung, gegenwärtig leichte Episode
, sowie deren funktionelle Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
(S.
33 ff.).
Mithin trug er auch den Anforderungen in Bezug auf das strukturierte Beweisverfahren (E. 1.5) hinreichend Rechnung.
Wichtige Aspekte, die ihm verborgen geblieben wären, vermochte die
B
ehandlerin
nicht darzutun (Urk.
6/85/1-6).
Zusammenfassend sind keine
Anhaltspunkte auszumachen, welche Anlass böten, die gutachterliche Einschätzung in F
rage zu stellen.
Eine bloss
abweichende
Würdigung
der erhobenen Befunde und Diagnosen
durch die
Hausärztin
(Urk.
6/75/5
,
Urk.
1
) vermag
hierfür nicht auszureichen, zumal es an einer Aus
einandersetzung mit dem Gutachten fehlt.
4.3
Damit ist der Anspruchsbeurteilung das Gutachten der
Y._
GmbH zugrunde zu legen, wonach die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Verkauf ab Mai 2017 nicht mehr zumutbar ist, ab März 2019 indessen von einer Arbeits
fähigkeit von 70
%
in angepasster Tätigkeit auszugehen ist.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die auf
ein Pensum von 70
%
in
angepasste
r
Tätigkeit (Anforderungsprofil: E. 3.6) eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
.2
Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt (
Urk.
6/6/5) und war in ver
schieden
en
Hilfstätigkeiten erwerbstätig, zuletzt mehrheitlich als Verkäuferin (
Urk.
6/9). Als Modeverkäuferin in einem 80%-Pensum erzielte sie im Jahr 2017 ein Einkommen von jährlich
Fr.
44'720.-- (
Urk.
6/12/5), was die Beschwerde
gegnerin auf ein 100%-Pensum hochrechnete
und ein
Valideneinkommen
von
Fr.
55'900.--
ermittelte
(
Urk.
6/70)
.
Zur Festsetzung des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin auf den Tabellenwert der LSE 2016, Total aller Frauen, K
ompetenz
niveau 1
(
Hilfs
arbeiten
, monatlicher Bruttolohn
Fr.
4'363.--
)
, ab und
errechnete
unter Berück
sichtigung
der wöchentlichen Arbeitszeit sowie
der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2017
einen Lohn
von
Fr.
54'799.45 beziehungsweise für das der Beschwerdeführer
in noch zumutbare Pensum von 70
% ein Einkommen von
Fr.
38'359.6
0.
Von der Gewährung eines leidensbedingten Abzuges sah sie ab, da im Anforderungsprofil und angepassten Pensum alle Faktoren bereits berücksich
tigt seien (
Urk.
6/70).
Angesichts der Erwerbsbiographie und persönlichen Situation der Beschwerde
führerin
(vgl. etwa
Urk.
6/60 S.
24)
gibt dieses Vorgehen keinen Anlass zur Beanstandung.
5.3
5.3.1
Den Gutachtern zufolge war die Arbeitsfäh
igkeit der Beschwerdeführerin ab
Mai 2017 und erster Schulteroperation im September 2017 bis Januar 2018 sowie ab Juni 2018 (nach der zweiten Schulteroperation) bis zum Februar 2019 vollständig aufgehoben. Ab März 2019 ist von der aktuellen Arbeitsfähigkeit, wonach in an
gepasster Beschäftigung ein Pensum von 70
%
zumutbar ist, auszugehen (Urk. 6/60/11
; E. 1.4
).
Nachdem sich die Beschwerdeführerin am
6.
August 2018 zum Leistungsbezug anmeldete, besteht
unter Berücksichtigung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehend)
ab
1.
Februar 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invali
denversicherung (
Art.
28
Abs.
1
lit
. c und
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG).
5.3
.2
Ab Juni 2019 (
Art.
88
a
Abs.
1 IVV)
ist
die gesundheitliche Verbesserung (E. 1.4)
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit zu einer solchen
von 70
%
in angepasster Tätigkeit
zu berücksichtigten
und damit
ein
Invalideneinkommen
von rund Fr. 38'360.--
anzurechnen
(E
.
5.2.2). Verglichen mit dem
Validenein
kommen
von
Fr.
55'900.-- (E. 5.2.2) resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
17'540.-- und mithin ein rentenausschliessender (E. 1.3) Invaliditätsgrad von rund 31
%
(Fr. 17'540.
-- :
F
r.
55'900
.--
x 100).
5.4
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin einen befristeten Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung vom
1.
Februar 2019 bis zum 3
1.
Mai 201
9.
Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin erweist sich damit als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.