Decision ID: 9fce9093-7015-5559-bb4f-9ea6fd2784ed
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
, von Beruf K
inderk
onfektionsverkäuferin
und Mutter dreier 1985, 1987 und 1991 geborener Kinder
, arbeitete zuletzt bis Ende April 2016
als Verkäuferin
/Kassiererin
im
Stundenlohn und
flexiblen
P
ensum
bei
der
Genossenschaft Y._
(
Urk.
7/23/4,
Urk.
7/33
f
f.)
; letzter effektiver Arbeitstag war offenbar der 2
5.
Juni 2015 (vgl. die Monatsjournale der Arbeitsgeberin,
Urk.
7/33/12)
. Unter Hinweis auf Knieprobleme meldete sie sich erstmals mit Da
tum
vom 2
7.
Januar 2014 bei der Eid
genössischen
Invaliden
versicherung
zum Leitungsbezug
an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
tätigte medizin
i
sch-erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (
Urk.
7/8
/1-6
,
Urk.
7/18
/1-10). Mit Vorbescheid
vom 2
1.
Oktober 2014 (
Urk.
7/20) und Verfügung vom
1.
Dezember 2014 (
Urk.
7/22) wies sie das Leistu
ngsbegehren der Versicherten ab.
1.2
Mit Datum vom 1
6.
November 2015 meldete sich die Versicher
te unter Hinweis auf eine Kniea
rthrose erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/23). Die IV-Stelle tätigte erneut Abklärungen und zog die Akten der Unfallversiche
rung bei (
Urk.
7/30
/1-9
). Zudem
veranlasste
sie
die orthopädische Untersuchung
durch
Dr.
Z._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, Regional Ärztlicher Dienst [RAD]
,
vom
2
0.
April 2017 (vgl. Bericht vom 2
1.
April 2017,
Urk.
7/51
/1-8
) und beauftragte ihren Abklärungsdienst mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Haushalt (Abklärungsbericht vom
9.
Juni 2017,
Urk.
7/54
/1-9
). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
7/66,
Urk.
7/73)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 2
8.
August 2018 gestützt auf
einen nach der gemischten Methode bemessenen Gesamtinvaliditätsgrad
vo
n
72
%
befristet vom
1.
Juni 2016 bis 3
0.
April 2017 eine ganze Rente und
gestützt auf einen Gesamti
nvaliditätsgrad von 47
%
ab dem
1.
Januar 2018 eine unbefristete
Viertelsrente
zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
6.
September 2018 Beschwerde und beantragte, es sei ihr
in
Abänderung der angefochtenen Verfügung
vom 2
8.
August 2018
«
auch ab Mai
2017
eine Invalidenrente und ab dem
1.
Januar 2018 eine
eine
Viertelsrente
übersteigende Rente auszurichten
»
. In prozessualer Hinsicht er
suchte die Beschwerdeführerin um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Oktober 2018 schloss die Beschwer
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
6.
November 2018 zur Kenntnis gebracht wurde; zeitgleich wurde ein zweiter
Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
8). Die Beschwerdeführerin hielt
am 2
8.
Feb
ruar 2019
replicando
an ihren Anträgen fest (
Urk.
11). Mit Nachtrag vom
4.
März
2019 gab sie weitere
Unterlagen
zu den Akten (
Urk.
13,
Urk.
14/1-3).
In ihrer
Duplik vom 12. März 2019 hielt
die
Beschwerdegegnerin daran fest, es sei die Beschwerde abzuweisen (
Urk.
16), was der Beschwerdeführerin am 1
4.
März 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Allgemeinen Teil des Sozialver
si
cherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lich
kei
ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
ti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung
über die Invali
den
versicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1).
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilf
lo
sigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be
rücksich
tigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter
hin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 ̧ je mit Hinweisen).
1.
4
1.
4
.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte
Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Ge
samtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.
4
.2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Be
zug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invali
ditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.4
.
3
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berü
cksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den RAD-Berichten, die zu den
so
ge
nannten versicherungsinternen Beurteilungen gehören, kann
Beweiswert beige
messen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrü
n
det so
wie in sich widerspruchsfrei sind und
keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E.
5.2;
135 V 465
E.
4.4
und E.
4.7).
1
.6
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mas
sgabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen de
tailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Ab
klärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthal
tenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmass
lichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesge
richts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
erwog
die Beschwerdegegnerin, die Beschwer
deführer
in
sei seit Juni 2015 in ihrer Arbeitsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt. Nach Ablauf des Wartejahres sei sie
weiterhin
zu 100% arbeitsunfähig gewesen.
Sodann hätten die
Abklärungen ergeben, dass die Beschwerdeführerin
im Haus
haltsbereich zu 44 % eingeschränkt sei. Bei einer je hälftigen Aufteilung der Tä
tigkeiten Erwerb und Haushalt
resultiere
aufgrund der gemischten Methode
ein Gesamtinvaliditätsgrad von
72
%
.
Im Januar 2017 sei eine wesentliche Besserung
eingetreten;
seither sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig.
Unter Berücksichtigung eine
s leidensbedingten Abzugs von 5
% ergebe sich bei gleichbleibender
Qualifikation
und Einschränkung im Haus
haltsbereich ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von 23
%
.
Damit
bestehe
befristet vom
1.
Juni 2016 bis
3
0.
April 2017
ein
Anspruch auf eine ganze Rente. Ab dem
1.
Januar 2018 habe die Beschwerdeführerin
bei einem nach Mas
sgabe der zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Gesetzesänderung neu berech
neten Gesamtinvaliditätsgrad von 47
%
sodann
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, die im Januar 2017 eingetretene Verbesserung sei lediglich vorübergehend gewesen; nach der versicherungsinternen Untersuchung vom April 2017 habe sich ihr Zustand wie
derum verschlechtert.
Insbesondere sei im Mai 2017 ein bösartiger Hautkrebs di
agnostiziert worden und habe das Karpaltunnelsyndrom beidseits ein invalidisie
rendes Ausmass erreicht; die linke Hand sei im Juni 2017 operiert worden.
Zudem habe sich im Juni 2017 der hochgradige Verdacht auf eine Prothesenlockerung im
linken Knie ergeben. Bei all
dem bestehe ein durchgehender oder zumindest ab Januar 2018 ein eine
Viertelsrente
übersteigender Rente
nanspruch.
Bei
der Invaliditätsbemessung
sei
ein 25%iger Malus-Abzug
vorzunehmen
(
Urk.
1).
Replicando
stellte s
ich die Beschwerdeführerin schliesslich
auf den Standpunkt, es sei im Gesundheitsfall von einer zumindest 60%igen ausserhäuslichen
Er
werbstätig
keit auszugehen (
Urk.
11).
3.
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdege
gnerin die ab 1. Juni 2016 zuge
sprochene ganze Invalidenrente zu Recht per
3
0.
April 2017
eingestellt hat, mit
hin, ob sich der Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
bis zu diesem Zeit
punkt
– nach Massgabe
der damals
gültigen Berechnungsmethode
(vgl. E. 1.3.1
)
-
in r
enten
ausschliessender
Weise verbessert hat
. Strittig und zu prüfen ist so
dann, ob die Beschwerdeführerin gestützt auf die am
1.
Januar 2018 in Kraft getretene Gesetzesänderung
(E. 1.4.2)
einen die zugesprochene
Viertelsrente
über
steig
enden Rentenanspruch hat
.
4.
4.1
Im orthopädis
chen Untersuchungsbericht vom 2
1.
April 2017
hielt
RAD-Arzt Dr.
Z._
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
fest
(Urk.
7/51/7):
-
C
hronische, belastungsabhängig verstärkte Schmerzen und persistierende geringe Funktionseinschränkung des linken Kniegelenkes bei
-
Zustand nach
Knie-TEP-Wechsel links am 0
9.
Juni 20
16 bei aseptischer Lockerung der
tibialen
Prothesenkomponente
-
Zustand nach
primärer
Knie-
TEP
-
lmplantation
am 0
8.
Oktober
2013 und zweizeitigem Ret
ropatellarflächenersatz am 1
4.
März 20
14
-
Zustand nach
Knie-Arthroskopie links (Januar
2013) mit medialer
Teil
meniskektomie
bei medialer Gonarthrose und
Osteonekrose
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt er zudem folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/51/7):
-
beginnende Gonarthr
ose rechts bei
Genu
varum
und Zustand nach
medi
aler
Teilmeniskektomie
(Kniegelenksarthroskopie rechts 1995)
-
anamnestisch und klinisch
Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom beidseits,
links stärker als rechts
Die Beschwerdeführerin habe berichtet,
andauernde und
im Tagesverlauf progre
diente Schmerzen
im
linken Knie zu haben. Jeden Morgen gehe sie mit ihrem Hund eine Stunde spazieren, danach habe sie ein Spannungsgefühl im Kniegelenk und das Treppenabsteigen sei «nicht mehr so gut». Schwellungen habe sie indes nicht. Treppenabsteigen sei prinzipiell schwieriger als Treppenaufsteigen. Nach längerem Gehen komme es zudem zu einem Hitzegefühl im linken Kniegelenk. Auf ebener Strecke könne sie maximal eine Stunde gehen. Sitzen könne sie auch maximal eine Stunde, alsdann werde das linke Bein «nervös» und müsse sie sich hinlegen. Seit etwa zwei Jahren habe sie auch Probleme im rechten Kniegelenk. Dort sei auch eine Arthrose festgestellt worden. Diesbezüglich seien noch keine Therapien angedacht/geplant.
Zudem
spüre sie oft ein «Einschlafen» resp. Schmerzen in den Händen, links deutlich mehr als rechts. Diesbezüglich sei sie noch nicht untersucht worden. Im Rahmen ihrer letzten Anstellung bei
Y._
habe sie vornehmlich an der Kasse gearbeitet, gelegentlich aber auch Regale aufgefüllt. Weil sie mit ihrem Knie ständig Probleme gehabt habe, habe sie die Stelle indes von sich aus gekündigt
. Seither habe
sie
sich nicht um eine neue Stelle bemüht, zumal sie nicht wisse, was sie eigentlich noch machen könnte und auch alters
halber nicht glaube, eine neue Stelle finden zu können
(
Urk.
7/51/1 ff.)
.
In objektiver Hinsicht hielt
Dr.
Z._
fest, die adipöse Beschwerdeführerin habe sich
rasch aus der tiefen Sitzgelegenheit in der Wartezone
erhoben und sei mit einem
mittelschrittigen
,
im Vergleich zur Nor
m vielleicht etwas verlangsamten, aber
hinkfreien
Gangbild
in den Untersuchungsraum ge
folgt
. Die relativ lange
und steile Treppe im Untersuchungsgebäude
habe
sie
zwar ver
langsam
t
und mit sicherndem Festhalten links am Geländer, jedoch überwiegend im Wechselschritt
bewältigt
. Während der ca. 45 Minuten dauernden
orthopädischen
Anamnese
habe die Beschwerdeführerin
ruhig auf dem Stuhl
gesessen
, ohne verbale oder mimische Schmerzäusserungen. Das Auskleiden der unteren Extremitäten
sei
nach Aufforderung flüssig im Sitzen
erfolgt
, ohne Schmerzäusserungen. Auch das spätere Ankleiden der Hose und der Schuhe
sei
flüssig im Sitzen
gelungen
.
Beim Untersuch der Handgelenke
habe sich eine leichte
Druckdolen
z
über dem Karpaltunnel links mit Ausstrahlung in die Z
eige- und Mittelfinger ergeben. Es seien indes
s
ämtliche Griffvariante
n
uneingeschränkt möglich.
Betreffend die un
teren Extremitäten notierte
Dr.
Z._
ein
geringes
Streckdefizit
des
rechten Knie
gelenk
s
. Der
Fersenstand
sei
links nur eingeschränkt möglich und schmer
zhaft.
Ein t
iefer
Hocksitz
sei
nicht möglich; die
maximale Kniebeugung
betrage schmerzbedingt lediglich etwa 100°.
Sodann bestünden
im Kniegelenk links i
m Seitenvergleich
eine
deutliche
«
Verplumpung
»
der
Gele
nkkontur durch Kapsel
schwellung
sowie
eine eingeschr
änkte
Patellaverschieblichkeit
und starke
Druck
schmerz
en
über dem
an
teromedialen
Kapselkompartiment, insbesondere
am me
dialen
Tibiaplateau
,
sowie im Bereich der
Tuberositas
tibiae
mit l
eichte
r
ödemat
öse
r
Schwellung des gesamten Unterschenkels. Druckschmerz
en bestünden auch
an der gesamten
Tibiavorderkante
bis fast zum Sprunggelenk, ausserdem
ein
Klopfschmerz des
Tibiakopfes
.
Demgegenüber sei b
ei der segmentalen Untersu
chung der groben Kraft in den Kennmuskeln der unteren Extremität keine Re
duktion aufgefallen
.
Gestützt auf das vorhandene Bildmaterial bestünden
kein
e
r
lei
Hinweis
e
auf eine Lockerung der Prothesenkomponenten,
heterotope
Ossifi
kationen oder andere knöcherne Pathologien speziell der
Tibia
(
Urk.
7/151/4 ff.)
.
Dr.
Z._
kam zum Schluss, d
ie subjektiven Beschwerden
seien
trotz radiologisch unauffälligem Befund mit anatomisch korrektem Sitz der
Endoprothese
,
ohne Lo
ckerungszeichen und klinisch fehlenden Hinweisen auf eine Entzündungskompo
nente
,
insgesamt glaubhaft
;
in der Literatur
sei
ein solches, doch relativ
unbefrie
digendes
Ergebnis bei einem statistisch gesehen kleinen Anteil
der operierten Fälle bekannt
. Von einer wesentlichen Besserung der Beschwerdesymptomatik
sei
in die
sem Fall nicht mehr auszugeben. Vielmehr sei
überwiegend wahrscheinlich von einer bleibenden Beeinträchtigung der
funktionellen Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit auszugeben
.
In ihrer bisherigen bzw. zuletzt ausgeübten Tätig
keit als
Verkäuferin/Kassiererin in einem
Y._
-Lebensmittelmarkt sei die Be
schwerdeführerin
seit Juni 2016 (TEP-Wechsel-Operation)
definitiv nicht mehr arbeitsfähig;
diese Tätigkeit
sei
einerseits verbunden mit längerem Sitzen mit rechtwinklig gebeugtem Kniegelenk (Kasse), andererseits mit häufigem, tiefem
Bücken oder sogar auch Knien beim Einräumen
der Regale. In einer optimal an
g
epassten Tätigkeit mit körperlich sehr leichter
Arbeit
,
wechselbelastend,
mit der Möglichkeit, die Körperposition zwischen Sitzen, Stehen und Gehen von Zeit
punkt und Dauer her selbst zu wählen
, ohne Knien, Hocken und Kauern und
ohne Notwendigkeit
des
häufigen Bückens, Treppensteigens
oder Gehens auf unebe
nem Boden
sei die Beschwerdeführer
in
medizin
isch
-
theoretisch
zu
etwa 50%
ar
beitsfähig, das heisse mit einer halbtägigen Präsenz und
zwischenzeitlich mehre
ren Pausen
von insgesamt etwa einer Stunde (
Urk.
7/51/7 f.)
.
Letzteres gelte spä
testens ab dem Untersuchungsdatum (2
0.
April 2017), jedoch überwiegend wahr
scheinlich retrospektive seit dem 1
0.
Januar 2017 (Datum des Verlaufsbericht
s
von
Dr.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie,
Urk.
7/49/3;
Urk.
7/64/7).
4.2
Im beschwerdeweise eingereichten Bericht vom 1
1.
Mai 2017 hielt
Dr.
B._
, Fachärztin FMH für Neurologie
,
ein mittelschweres bis schweres Karpaltunnelsyndrom links und ein leicht- bis mittelschweres Karpaltunnelsyn
drom rechts fest. Seit ca. einem Jahr bestünden zunehmende Einschlafgefühle, Kribbeln und Schmerzen in beiden Händen, links mehr als rechts. Dadurch wache die Beschwerdeführerin 3-4 Mal nachts auf.
Zudem
nehme das Feingefühl
fort
schreitend ab;
das Vibrationsempfinden an den Händen
malleolär
betrage beid
seits 4/
8.
Es
hätten sich anlässlich
der elektroneurographischen Unter
suchung
Zeichen einer schweren senso
motorischen
,
demyelinisierenden
Schädigung des
Nervus
medianus
im Bereich des Karpaltunnels links
und
eine leichte bis mittel
schwere Schädigung rechts ergeben. Beim schwerwiegenden Befund und auf
grund des
subjektiv
starken Leidens sei zur Entlastung eine Oper
ation links indi
ziert;
die Operation erfolgte
am 1
4.
Juni 2017
(vgl. OP-Bericht von
Dr.
C._
, Facharzt FMH für Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chi
rurgie sowie Facharzt FMH für Chirurgie)
und
der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos (
Urk.
3/
3/
2
-8
).
4.3
Bei persistierenden Schmerzen, vor allem im Unterschenkel links, wurde im Juni 2017 eine Skelettszintigraphie des linken Knies durchgeführt. Diese ergab
den
«hochgradige
n
Verdacht» auf eine beginnende Lockerung der
Tibiakomponente
der Knie-
TEP
links, möglicherweise auch der
Femurkomponente
(Bericht des Kan
tonsspitals
D._
vom
9.
Juni 2017,
Urk.
7/57).
4.4
Mit Bericht vom
2.
März 2018 dokumentierte
Dr.
A._
progrediente Schmerzen – sowohl bei Ruhe als auch bei Belastung. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, längere Zeit zu sitzen, zu stehen oder zu gehen. Lastenheben sei eben
falls nicht möglich.
Es
bestehe e
ine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/75).
4.5
Anlässlich der klinischen Verlaufskontrolle vom 1
3.
August 2018 habe die Be
schwerdeführerin erneut anhaltende Ruhe- und Belastungsschmerzen beklagt. Sitzen könne sie maximal eine halbe Stunde. Die Gehstrecke sei limitiert und auch das Treppensteigen sei mühsam. Zur Analgesie nehme sie aktuell
Dafalgan
. Das
nichtsteroidale
Antirheumatikum (
NSAR
) habe sie aufgrund der gastrointes
tinalen Nebenwirkungen zwischenzeitlich abgesetzt. Klinisch zeigten sich ein links entlastendes Gangbild und
verschiedentlich diffuse
Druckdolenz
en
.
Der Be
wegungsumfang für Extension und Flexion betrage 0/5/120° mit Endphasen
schmerz. Die Option eines Prothesenwechsels
habe man
bei fraglichen Erfolg
saussichten hinsichtlich einer
Beschwerderegredienz
z
ugunsten eines
weiteren konservativen Therapieversuch
s
mit ACP-Infiltrationen
verworfen
. Die Beschwer
deführerin sei noch immer zu 100
%
arbeitsunfähig (
Bericht von
Dr.
A._
vom 1
4.
August 2018,
Urk.
7/91 =
Urk.
3/5).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
1.
August 2018 (Urk. 2) i
n medizinischer Hinsicht auf den
fachärztlich-orthopä
disch
e
n
Bericht
von Dr.
Z._
vom 21. April 2017
,
welcher
den in der Rechtspre
chung des Bundesgerichts entwickelten Anforderungen
(vgl. E. 1.5
) in allen Teilen genügend als beweiskräftig anzusehen und auf welche
n
daher
unbestrittenermas
sen
(vgl.
Urk.
1)
abzustellen ist
.
5.2
Die Beschwerdeführerin
machte
allerdings
geltend, es sei im Nachgang der
Un
tersuchung durch
Dr.
Z._
eine Verschlechterung eingetreten. Soweit sie
letzteres
mit dem im Mai 2017 diagnostizierten Hautkrebs respektive der im Juni 2017 erfolgten Handoperation links begrü
ndete (
Urk.
1 S. 5 f.), kann der Beschwerde
führerin
nicht gefolgt werden.
Insbesondere
ist den beschwerdeweise eingereich
ten Berichten
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 1
4.
Juni 2017 an der linken Hand operiert wurde; der postoperative Verlauf ge
staltete sich kom
plikationslos
und es
bestanden b
ereits
eine Woche postoperativ
keine Funktions
beeinträchtigung
en
mehr. Zudem
stellte sich offenbar auch an der rechten Hand eine spontane Besserung ein (
Urk.
3/3/2-8
).
Vor diesem Hintergrund sowie mit Blick auf die
zuvor
vornehmlich nachts auf
getreten
en
Taubheitsgefühle bei an
sonsten
uneingeschränkte
r
Beweglichkeit
und Schmerzfreiheit
(vgl.
Urk.
3/3/1-2,
Urk.
7/51/5) ist nicht einzusehen, inwiefern aufgrund
des beidseitigen Karpaltun
nelsyndroms
eine
wesentliche,
anhaltende
Verschlechterung anzunehmen wäre.
Alsdann
trifft es mit Bezug auf die Knieproblematik zwar zu, dass
im Juni 2017
ein hochgradiger
Verdacht auf eine Prothesenlockerung
diagnostiziert wurde.
Al
lerdings konnte
in diesem Kontext
sowohl ein
periprothetischer
Infekt als auch
eine
allergische Reaktion auf das
Prothesematerial
(vgl.
diesbezüglich die nukle
armedizinischen Abklärungen am
D._
, Bericht vom 2
8.
März 2018,
Urk.
7/84
[entspricht inhaltlich dem beschwerdeweise eingereichten Bericht vom 2
6.
März 2018,
Urk.
14/2]
, sowie die
Abklärungen in der Dermatologischen Klinik des Uni
versitätsspitals
E._
, Bericht
vom 1
5.
Juni 2018,
Urk.
7/86)
ausgeschlossen
werden
und
wurde
von einer Prothesenrevision abgesehen
(
E.
4.5
, vgl. auch
Urk.
14/1)
.
Zudem
sind den Berichten von
Dr.
A._
keine neuen und insbeson
dere kaum objektive
Befunde zu entnehmen. Vielmehr dokumentierte er vor
nehmlich die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
, namentlich progre
diente Schmerzen
.
Selbst
bei der Annahme, die Beschwerdeführerin
könne nun
mehr schmerzbedingt
maximal eine halbe Stunde sitzen
(
Urk.
7/91/1
,
statt einer
Stunde gemäss
früheren
Angaben gegenüber
Dr.
Z._
,
Urk.
7/51/1)
ergäbe sich daraus keine über
das seitens
Dr.
Z._
definierte Belastbarkeitsprofil hinausge
hende Einsc
hränkung. Dasselbe gilt für die
im
Bericht vom 1
4.
August 2018
aus
serdem dokumentierten Limitierungen der Gehfähigkeit und beim
Treppensteigen
(
Urk.
7/91/1)
, h
at doch
Dr.
Z._
lediglich Tätigkeiten mit in zeitlicher Hinsicht frei wählbaren
Körperposition
en, ohne Knien, Hocken und Kauern und
ohne Not
wendigkeit des häufigen Bückens, Treppensteigens oder Gehens auf unebenem Boden
als zumutbar taxiert (
Urk.
7/518).
Mit anderen Worten
bleibe
es der Be
schwerdeführer
in
unbenommen, ihre Köper- und Arbeitsposition nach Massgabe
der
akute
n Beschwerden in frei wählbaren Abständen
zu ändern
/anzupassen
.
Bei all
dem
ist
jedenfalls nicht von einer
invalidenv
ersicherungsrechtlich relevante
n
Verschlechterung
auszugehen. Daran v
erm
ag
freilich auch die von Dr.
A._
– unbegründet -
wiederholt postulierte 100%ige Arbeit
sunfähigkeit nichts zu än
dern
(vgl. E. 4.4 f.)
. Kommt hinzu, dass
das Gericht
der Erfahrungstatsache Rech
nung zu tragen
hat
, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Endlich erging das Knie-MRI rechts am 2
5.
September 2018 (vgl.
Urk.
14/3)
und somit nach Erlass der angefochtenen Verfügung. Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das So
zialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids demgegenüber in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver
fügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Dasselbe gilt für die Stel
lungnahme von
Dr.
A._
datierend vom 2
8.
Februar 2019 (
Urk.
14/1). Ganz ab
gesehen davon,
dass sich daraus
keine
neuen, wesentlichen Erkenntnisse ergeben
.
5.3
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
die Beschwerdefüh
rerin seit
Juni 2016
in ihrer bisherigen Tä
tigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
war
und ihr
im Sinne einer wesentlichen Besserung
jedenfalls seit Januar 2017
eine
– näher umschriebene
-
Verweistätigkeit zu
5
0 %
zuzumuten
ist
.
6.
6
.1
Damit bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Einschränkun
gen zu prüfen, wobei sich vorab die Frage stellt, in welchem
Ausmass
die
Be
schwerdeführer
in
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diesbezüglich
postulierte die
Beschwerdeführer
in eine
60%ige
ausserhäusliche Erwerbstätigkeit
im Gesundheitsfall
(
Urk.
11), wohingegen
d
ie Beschwerdegegne
rin
gestützt auf den Abklärungsbericht vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
7/54)
den Anteil der Erwerbstätigkeit auf
5
0 % und den Anteil der Haushaltstätigkeit auf
5
0 % festgesetzt hat
(
Urk.
2).
6
.2
Der
Abklärungsbericht
ist von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtli
chen und räumlichen Verhältnisse verfasst worden sowie begründet, plausibel und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen, womit er den an ihn gestellten Anforderungen entspricht
(vgl. E. 1.6)
.
Im Zusammenhang mit der strittigen Frage
ist
dem Bericht
zu entnehmen,
die Beschwerdeführerin habe von 2001
– 2009 zu 50-60%
in einer Bäckerei
und ab 2011 im
50%
-Pensum
bei
Y._
gearbeitet
. Sodann habe
die Beschwerdeführerin mitgeteilt, sie hätte bei guter Gesundheit
bis zum Pensionsalter
im ursprünglichen Pensum von 50
% weitergearbeitet (
Urk.
7/54/3). Andernorts gab sie
zudem
an,
es sei ihr bei
Y._
wichtig gewesen, lediglich nachmittags zu arbeiten;
dadurch
hätte sie
morgens
jeweils Zeit gehabt
für Hund und Haushalt (
Urk.
7/54/2).
Die Abklärungsperson kam
zum
- mit Blick auf das entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin bei
Y._
tatsächlich geleistete Pensum von
durchschnittlich
weniger als 50
% (vgl. die Buchungen
in
den
Monatsjournalen,
Urk.
7/3
3/10 ff.
)
wohlwollenden
-
Schluss,
es könne den Angaben der
Beschwerdeführerin
,
wonach
sie
bei guter Gesundheit einer
50%igen
ausserhäuslichen
Erwerbstätigkeit nachginge, gefolgt werden (
Urk.
7/54/3)
. Daraus ergibt sich
indes
kein Anlass zur gerichtlichen Kor
rektur.
Insbesondere greift
das Gericht
in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn
klar feststellbare Fehleinschät
zungen oder Anhaltspunkte für die Un
richtigke
it der Abklärungsresultate (bei
spielsweise infolge von Widersprüchlich
keiten
) vorliegen. Das gebietet insbe
sondere der Umstand, dass die fachlich kom
petente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Be
schwerdefall zuständige Gericht (BGE 128 V 94 E. 4).
Dies gilt nicht nur
für die
– vorliegend unbestritten gebliebenen
-
Angaben zu Art und Umfang der
Behin
derung im Haushalt,
sondern analog
auch
für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen).
Soweit die Beschwerdeführer
in
in ihrer Replik erstmals eine 60%ige ausser
häusliche Arbeits
tät
igkei
t im Gesundheitsfall postuliert
(
Urk.
11),
ist
zudem
auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die sogenannten spontanen «Aussagen
der ersten Stunde» in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2.a mit Hinweis
).
Mithin ist gestützt auf die beweiskräftigte Haushaltsabklärung vom 1
6.
Mai 2017 davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin auch bei guter Gesundheit in keinem höheren Pensum als
5
0 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nach
ginge
(
Urk.
7/54/8)
.
7.
7.1
Da die Beschwerdeführerin als teilerwerbstätige Person mit einem ausserhäuslichen Erwerbspensum von
5
0 % zu qualifizieren ist, kommt die gemischte Me
thode bei der Invaliditätsbemessung zur Anwendung. Die Invalidität bestimmt sich demnach dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Haus
haltsbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird (E. 1.4), wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und ge
wichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 396 E.
3.3).
7.2.
Nach
Ablauf der einjährigen Wartezeit per 1.
Juni 2016
(vgl. E. 1.2)
bestand
im erwerblichen Bereich
eine
100%ige
Arbeits
un
fä
higkeit, was bei einer hypotheti
schen Erwerbstätigkeit von 50 % einen Teilinvaliditätsgrad von 50 % ergibt. Wei
ter hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Haushaltsabklärung für den Haushaltsbereich einen Teilinvaliditätsgrad von 21.78 % (0.5 x 43.55 %) ermittelt (Urk. 7/64/8). Daraus resultierte ein Gesamtinvaliditätsgrad von (gerundet) 72 %,
womit
ab
dem
1. Juni 2016 (Art. 29 Abs. 3 IVG) Anspruch auf eine ganze Rente
(E. 1.2)
bestand
.
7.3
Strittig und zu prüfen bleibt sodann die Rentenaufhebung per 30. April 2017.
7.3.1
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das
55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der
diesfalls
grund
sätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbstein
gliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Ar
beitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versi
cherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist
oder
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1).
Die Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgelegtem 55. Alters
jahr oder mehr als fünfzehn Jahre dauerndem Rentenbezug grundsätzlich Ein
gliederungsmassnahmen durchzuführen gilt, findet auch dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der
Rentenzusprache
über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (
BGE 145 V 209
E. 5.4). Denn die rückwirkende
Zusprache
einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten Invalidenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Renten
anspruchs nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Auch in dieser Konstellation sind Versi
cherte betroffen, die zufolge invalidisierender Beeinträchtigung ihrer Gesundheit (d.h. invaliditätsbedingt) über einen mehr oder weniger langen Zeitraum über
haupt nicht mehr oder nur noch beschränkt eingegliedert waren (E. 5.3).
W
elches dabei der für die Ermittlung des Eckwerts des 5
5.
Altersjahres massge
bliche Zeitpunkt sein soll - der Zeitpunkt der Verfügung selbst, derjenige der darin verfügten Rentenabstufung bzw. -aufhebung (vgl. BGE 141 V 5) oder jener des Feststehens der entsprechenden medizinischen Zumutbarkeit (BGE 138 V 457) -,
hat das Bundesgericht bisher
offen
gelassen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_759/2018 vom 13. Juni 2019 E.
9.2.2
;
9C_574/2019
vom
1
6.
Oktober 2019
E. 3.2)
.
7.3.2
Die 1959 geborene Beschwerdeführerin hat unabhängig davon, welcher Zeitpunkt massgebend ist, die Schwelle des 55.
Altersjahres
überschritten.
Anhaltspunkte
dafür
,
dass sie
sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters ohne Hilfestellungen wie
der in das Erwerbsleben integrieren
könnte, liegen nicht vor. Die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin kann sie nicht mehr ausüben. Gegenüber Dr.
Z._
gab sie an, sie habe sich nach der Kündigung bei
Y._
nicht um eine neue Stelle bemüht, weil sie nicht wisse, was sie eigentlich noch machen könnte und auch nicht glaube, dass sie in ihrem Alter noch eine neue Stelle finden würde (Urk. 7/51/3). Aufgrund dieser Angaben kann die subjektive Eingliederungsfähig
keit nicht von vornherein verneint werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_797/2018 vom 1
0.
September 2019
E. 5.1;
9C_231/2015 vom
7.
September 2015
E. 4.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin wird daher zunächst
Ein
gliederungsmassnahmen
zu prüfen und durchzuführen haben, bevor sie über die revisionsweise Aufhebung der Rente entscheidet.
7.4
Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und es ist festzustellen, dass die Be
schwerdeführerin einstweilen weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente hat.
8.
8
.1
Die Kosten
des Verfahrens
sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
vorliegend auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Ausgangsgemäss
steht der Beschwerdeführerin eine volle Prozessentschädigung
zu
Rechtsanwältin
Stephanie Schwarz
machte mit Honorarnote vom
9.
Juli 2019
(Urk.
18
) einen Aufwand von
12.5
Stunden geltend. Dieser Aufwand erscheint angesichts dessen, dass das vorliegende Verfahren von der Untersuchungsma
xime geprägt ist und darüber hinaus keine schwierigen Rechtsfragen zu klären waren, übersetzt. Vorliegend können eine Stunde Aufwand für Instruktion, drei Stunden für Aktenstudium sowie drei weitere Stunden für das Abfassen der Be
schwerde
schrift und schliesslich eine Stunde für das Abfassen der Replik
als ge
rechtfertigt betrachtet werden. Eine Stunde kann zudem für das Studium des Ge
richtsentscheides anerkannt werden. Die Aufwendungen
für die verschiedentlich geführten Telefonate
, das Abfassen diverser Briefe und Emails sowie schliesslich
für die Durchsicht der Gerichtskorrespondenz
sind nicht zu berück
sichtigen (vgl. Urk.
18
)
. Bei
m ge
richtsüblichen Ansatz von Fr. 220.-- pro Stunde ergibt dies zu
züglich einer Auslagenpauschale und der Mehrwertsteuer von 7.7 % eine Ent
schädigung von Fr.
2’2
00.--.
Diese ist
ausgangsgemäss
von der Be
schwerdegeg
nerin zu bezahlen
.