Decision ID: 3cd83266-a9ec-5e7e-99dd-daef81e97c9b
Year: 2017
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern veranlagte A._ mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 108ʹ700.-- für die Kantons- und  2007 und von Fr. 120ʹ100.-- für die direkte Bundessteuer 2007 (Einspracheentscheide vom 12.6.2013). Das steuerbare Einkommen 2008 bestimmte sie auf Fr. 103'900.-- für die Kantons- und Gemeindesteuern und auf Fr. 115'000.-- für die direkte Bundessteuer (Einspracheentscheide vom 15.4.2014). Für die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 veranlagte sie A._ mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 104'900.-- und für die direkte Bundessteuer mit einem solchen von Fr. 119'000.-- ( vom 10.9.2014).
B.
Mit Eingaben vom 5. Juli 2013, 1. Mai 2014 bzw. 6. Oktober 2014 gelangte A._ bezüglich dieser Veranlagungen an die  des Kantons Bern (StRK). Diese vereinigte die Rekurs- und  und entschied am 15. Dezember 2015 wie folgt: Die Rekurse betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2007 und 2008 wies sie unter Vornahme einer Reformatio in Peius ab, soweit sie darauf eintrat, wobei sie das steuerbare Einkommen neu auf Fr. 111ʹ300.-- (2007) bzw. Fr. 106ʹ100.-- (2008) veranlagte. Den Rekurs betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 hiess sie, soweit sie darauf eintrat, teilweise gut und reduzierte das steuerbare Einkommen auf Fr. 104ʹ400.--. Soweit sie auf diese eintrat, hiess sie die Beschwerden betreffend die direkte  2007 und 2008 ebenfalls teilweise gut und reduzierte das steuerbare Einkommen auf Fr. 117ʹ900.-- (2007) bzw. Fr. 112ʹ300.-- (2008). Die  betreffend die direkte Bundessteuer 2009 wies sie ab, soweit sie darauf eintrat. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 3'000.-- auferlegte sie vollumfänglich A._.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2017, Nrn. 100.2016.14/15U, Seite 3
C.
In einer einzigen Rechtsschrift vom 14. Januar 2016 hat A._  bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundessteuer 2007-2009 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Entscheide und in  Hinsicht eine Reduktion seines steuerbaren Einkommens.
Am 15. Januar 2016 hat der Abteilungspräsident die Verfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer vereinigt.
Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Vernehmlassung und Beschwerdeantwort vom 7. bzw. 17. März 2016 je auf Abweisung der .
Mit Eingabe vom 19. April 2016 hat sich A._ erneut vernehmen lassen.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den  der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der  hat an den vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren , ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2
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i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist unter Vorbehalt von E. 1.2 f. einzutreten.
1.2 Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sind grundsätzlich auf den Streitgegenstand beschränkt, welcher durch den angefochtenen Entscheid, das sog. Anfechtungsobjekt, einerseits und die Vorbringen im dagegen erhobenen Rechtsmittel andererseits bestimmt wird (vgl. BVR 2011 S. 391 E. 2.1). – Angefochten sind die Entscheide der StRK vom 15. Dezember 2015, mit denen über die Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuern der Jahre 2007, 2008 und 2009  worden ist (vgl. vorne Bst. A und B). Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss auch beantragt, ihm seien die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer dieser Jahre zu erlassen, beschlägt dies Fragen des Steuerbezugs und nicht der Veranlagung. Das Begehren liegt somit ausserhalb des Streitgegenstands, weshalb auf die Beschwerden insoweit nicht einzutreten ist.
1.3 Der Beschwerdeführer beanstandet am Rand, dass die StRK für die Entscheidfindung zweieinhalb Jahre benötigt habe. Soweit darin eine Rüge wegen Rechtsverzögerung zu erblicken sein sollte, ist darauf nicht . Die Vorinstanz hat ihren Entscheid getroffen und es besteht kein praktisches Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung einer allfälligen Rechtsverzögerung mehr (vgl. VGE 2014/24 vom 17.12.2014, E. 2).
1.4 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und  als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das  zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil vorliegend die einschlägigen Bestimmungen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten,  sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich , kantonaler und eidgenössischer Steuern.
1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).
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2.
Vorab macht der Beschwerdeführer in verschiedener Hinsicht eine  seines Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend (vgl. Art. 21 ff. VRPG; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]).
2.1 Zunächst rügt er, die Vorinstanz habe zu Unrecht auf eine Heilung von im Veranlagungsverfahren begangenen Gehörsverletzungen . – Die StRK ist in den angefochtenen Entscheiden zum Schluss , die Steuerverwaltung habe den Gehörsanspruch des  insofern verletzt, als sie verschiedene Abzüge mangels Belegen gekürzt oder verweigert habe, ohne die fehlenden Belege vorgängig . Weil die Steuerverwaltung dem Beschwerdeführer im  Gelegenheit gegeben habe, die fehlenden Belege , seien diese Gehörsverletzungen jedoch als geheilt anzusehen (vgl. angefochtene Entscheide, E. 4.3). Dies ist nicht zu beanstanden: Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, welche die strittige Frage mit  Kognition wie die Vorinstanz überprüfen kann, und ihr aus der Heilung kein Nachteil erwächst (BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5; vgl. auch BGE 138 II 77 E. 4). In Anbetracht dessen, dass der Steuerverwaltung in ihrer Funktion als Einspracheinstanz eine uneingeschränkte Überprüfungsbefugnis  (Art. 191 Abs. 1 und Art. 192 Abs. 1 StG; Art. 134 Abs. 1 und Art. 135 Abs. 1 DBG) und dass sie das im Veranlagungsverfahren  im Einspracheverfahren nachgeholt hat, durfte die StRK die  als geheilt betrachten, zumal diese nicht schwer wogen (vgl. zum Ganzen Zweifel/Casanova, Schweizerisches , 2008, § 15 N. 9 sowie § 21 N. 13; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 134 N. 5; Martin Zweifel, in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 135 N 5; BGer 2A.471/2005 vom 10.11.2006, E. 2.5).
2.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Vorinstanz habe die bloss tabellarische Begründung der Einspracheentscheide zu Unrecht
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für genügend erachtet. – Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt die Pflicht der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (statt vieler BGE 138 I 232 E. 5.1; BVR 2013 S. 407 E. 3.2 je auch zum ). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich sowohl die Betroffenen als auch die Rechtsmittelinstanz über dessen Tragweite ein Bild machen und Erstere ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Dabei ist es zulässig, dass in einem Entscheid auf die Begründung eines (im Instanzenzug) vorangegangenen Erkenntnisses oder auch auf andere aktenkundige Dokumente verwiesen wird (vgl. BGE 140 II 262 E. 6.2, 123 I 31 E. 2c; BGer 2C_1207/2012 vom 20.12.2012, E. 2.2). Wie bereits die StRK erwogen hat (vgl. angefochtene Entscheide, E. 4.4), legte die Steuerverwaltung dem Beschwerdeführer jeweils (wenige Monate) vor Erlass des Einspracheentscheids in einem Schreiben dar, weshalb die geltend gemachten Abzüge nicht gewährt bzw. seine verfahrensrechtlichen Beanstandungen als unbegründet erachtet würden (vgl. Schreiben vom 2.4.2013 [act. 6B pag. 24 f.], vom 18.1.2014 [act. 6D pag. 95-94] und vom 26.5.2014 [act. 6F pag. 64-63]). Dem Beschwerdeführer war es denn auch ohne weiteres möglich, die Einspracheentscheide vor der StRK  anzufechten. Die StRK hat somit eine Gehörsverletzung wegen mangelnder Begründung zu Recht verneint.
2.3 Ferner beanstandet der Beschwerdeführer, die StRK hätte sich in den angefochtenen Entscheiden nicht nur zur Frage der Verjährung,  auch zu jener der «Verwirkung» der Steuerforderungen äussern . Zu Unrecht: Soweit sich dieses Vorbringen auf die absolute  bezieht, die als Verwirkungsfirst ausgestaltet ist (vgl. Michael Beusch, Der Untergang der Steuerforderung, 2012, S. 283 ff.), genügt der angefochtene Entscheid den gesetzlichen Begründungsanforderungen (vgl. vorne E. 2.2) ohne weiteres, hat die StRK doch nachvollziehbar dargelegt, weshalb die absolute Verjährung noch nicht eingetreten ist (angefochtene Entscheide, E. 2.2). Soweit sich der Beschwerdeführer über die  Verjährungs- und Verwirkungsfristen hinaus pauschal auf eine  gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 11 Abs. 2 KV; Art. 9 BV) berufen will, ohne auch nur im Ansatz besondere Umstände darzutun, die auf ein treuwidriges Verhalten der Steuerbehörden schliessen liessen (vgl. VGE 2016/151/152 vom 10.8.2016, E. 2.5 mit Hin-
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weisen), war die StRK nicht gehalten, auf den Einwand einzugehen.  liegt somit ebenfalls keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Eine solche kann schliesslich auch nicht darin erblickt werden, dass die StRK den Beschwerdeführer zur Verfahrensvereinigung nicht vorgängig angehört hat. Solches ist bei prozessleitenden Anordnungen nicht zwingend  (vgl. Art. 21 Abs. 2 Bst. a VRPG; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 19), wobei ohnehin nicht ersichtlich ist, inwieweit die Verfahrensvereinigung dem Beschwerdeführer zum Nachteil gereichen könnte (sogleich E. 3.1).
3.
Der Beschwerdeführer erhebt verschiedene weitere Verfahrensrügen.
3.1 Er beanstandet zunächst, dass die StRK Rekurs und Beschwerden betreffend die Steuerjahre 2007-2009 gemeinsam behandelt hat, ohne  näher zu erläutern, weshalb diese Verfahrensvereinigung  gewesen sein sollte. – Die instruierende Behörde kann die  vereinigen, wenn getrennt eingereichte Eingaben den gleichen Gegenstand betreffen (Art. 17 Abs. 1 VRPG), wobei insoweit die  massgebend ist. Wichtigste Richtschnur beim Entscheid über eine Vereinigung bildet die Prozessökonomie; der instruierenden Behörde kommt diesbezüglich ein grosser Ermessensspielraum zu (vgl. VGE 2015/239/240/254/255 vom 21.3.2016, E. 1.3; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 17 N. 1 und 5). – Der Beschwerdeführer hat die drei Einspracheentscheide der Steuerverwaltung mit praktisch gleich lautenden Eingaben angefochten (vgl. Rekurs und Beschwerde vom 5.7.2013 [act. 6A pag. 11-9], vom 1.5.2014 [act. 6C pag. 13-10] und vom 6.10.2014 [act. 6E pag. 13-10]). Er will in allen Verfahren insbesondere mittels Abzügen eine Reduktion seines steuerbaren Einkommens erreichen, weshalb die Verfahrensthematik (zumindest teilweise) dieselbe ist. Unter diesen Umständen war eine Verfahrensvereinigung nicht nur gerechtfertigt, sondern drängte sich geradezu auf. Rechtsverletzung ist darin jedenfalls keine zu erkennen.
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