Decision ID: 9f5e0a47-4d58-4e78-b4a0-ccd559fafb53
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene
X._/Y._
, von Beruf Pädagogin und Mutter zweier 1996 und 1997 geborener Kinder, reiste im Jahre 1993 aus
Z._
in die Schweiz ein (
Urk.
7/3) und war zuletzt bis Ende Juli 2012 als Kinderkrippenleiterin
bei
der
A._
AG
tätig (
Urk.
7/13)
. Mit Datum vom 1
3.
Juni 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Osteomyelitis
cronica
, ein chronische
s
Lymphödem im rechten Bein sowie eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3). Die IV-Stelle zog einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK
Auszug vom 2
1.
August 2013,
Urk.
7/7)
bei
und tätigte medizinische und berufliche Abklärungen.
Insbesondere veranlasste sie das polydiszipli
näre (Allgemeine Innere Medizin/
Angiologie
/
Orthopädische Chirurgie und
Traumatolgie
des Bewegungsapparates
/Psychiatrie
) Gutachten
der
B._
, Polydisziplinäre Begutachtungsstelle (MED
AS), vom 2
0.
Oktober 2014 (Urk.
7/19/1-146)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
30.
Januar 2015,
Urk.
7/20; Einwand vom 2
4.
Februar 2015,
Urk.
7/22)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 1
7.
März 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._/Y._
mit Datum vom 2
9.
April 2015 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben
. I
n
prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juni 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
8.
Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde. Gleichzeitig teilte
ihr
das Gericht mit, ein zweiter Schriftenwechsel werde als nicht erforder
lich betrachtet (
Urk.
8).
Mit
Eingabe vom
7.
Juli 2015 (Eingangsdatum)
präzi
sierte
die Beschwerdeführerin
ihr Rechtsbegehren:
es sei die angefochtene Ver
fügung aufzuheben und
es seien
ihr Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen, Invalidenrente) zuzusprechen. Eventualiter seien wei
tere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen.
Subeventualiter
sei eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) anzuordnen. In prozessualer Hinsi
cht ersuchte die B
e
schwerdeführerin
erneut um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
9 S. 2).
Ausserdem reichte sie den Bericht von
lic
. phil.
C._
, Psychologin FSP, vom 2
2.
April 2015 zu den Akten (
Urk.
10).
Mit Mitteilung vom
8.
Juli 2015 wurde der Beschwerdegegnerin das Doppel dieser Eingaben zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
Das Gericht legte den Prozess unter dem Namen „
X._
“ an; dies deshalb, weil die AHV-Nummer der Beschwerdeführerin diesen Familiennamen anführte. In den vorliegenden Akten nennt sich die Beschwerdeführerin durchgehend
Y._
(Reisepass, Niederlassungsbewilligung), weshalb das Rubrum beide Namen aufführt.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(
Art.
8
Abs.
1
des Allgemeinen Teils des
Sozi
alversicherungsrechts
[ATSG])
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgese
tzes über die Invalidenversiche
rung [IVG])
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperli
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.
2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesun
dheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen
werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.
3
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min-
destens
zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro-zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn
sie mindestens zu 40 Prozent in
valid sind.
2.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
6
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung
im Wesentli
chen
,
die Beschwerdeführerin sei
seit Juli 2012 in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt. Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass die Osteomyelitis seit 2004 saniert sei und das
Beinödem
keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründe. Die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung sowie die Anpassungsstörung würden aus IV-rechtlicher Sicht ebenfalls keine andauernde Arbeits
un
fähigkeit rechtfertigen. Es liege somit kein länger dauernder IV-recht
lich relevanter Gesundheitsschaden vor (
Urk.
2 S. 1).
3
.2
Die Beschwerdeführerin wandte
dagegen
zusammengefasst ein,
die behan
delnden Ärzte seien mit dem abweisenden Leistungsentscheid nicht einverstan
den. Die Frage nach dem Gesundheitszustand sei eine medizinische Frage, welche nur von medizinischen Fachpersonen bean
twortet und geprüft werden könn
e (
Urk.
1 S. 3). In ihrer Eingabe vom
7.
Juli 2015 führte die Beschwerde
führerin ergänzend aus, sie habe gestützt auf die Feststellungen der MEDAS-Gutachter
mindestens
Anspruch auf eine
befristete Rente (
Urk.
9 S.
3).
Lic
. phil.
C._
habe in ihrem Bericht vom 2
2.
April 2015 festgehalten, die psychischen Leiden seien zwar therapierbar. Demgegenüber hätten sich seit Behandlungsbeginn nur leichte Verbesserungen gezeigt. Hinsichtlich einer
lei
densangepassten
Tätigkeit sei der medizinische Sachverhalt gemäss Frau
C._
noch weiter abzuklären. Damit würden sich Diskrepanzen zum MEDAS-Gut
achten ergeben. Darüber hinaus habe auch der behandelnde
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, mitgeteilt, es seien aktuell verschiedentlich medizinische Abklärungen am Laufen
(
Urk.
9 S. 3)
. Schliesslich sei in Anbetracht des stark eingeschränkten Belastungsprofils eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (
EFL
)
, gegebenenfalls
eine
Potentialabklärung, durchzuführen (
Urk.
9 S. 4).
4
.
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
D
ie Verfügung vom 1
7.
März 2015 (
Urk.
2),
welche aus
schliesslich den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zum Inhalt hat, bildet
den Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens und stellt die Sachurteilsvoraussetz
ung dar (BGE 125 V 413 E. 1a).
Sowe
it die
Beschwerdeführer
in
im vorliegenden Beschwerdeverfahren
berufliche Massnah
men beantragt, liegt ihr
Rechtsbegehren folglich ausserhalb des
Anfechtungsge
genstandes
u
nd
es
ist
diesbezüglich auf die Be
schwerde nicht einzutreten.
5
.
5
.
1
Die medizinische Aktenlage betreffend den Zeitraum vor der Begutachtung wur
de im MEDAS-Gutachten vom 2
0.
Oktober 2014
im Wesentlichen und
zusam
menfassend wiedergegeben (
Urk.
7/19/2
-4
,
Urk.
7/19/15 f.,
Urk.
7/19/31
f.,
Urk.
7/19/47 f.,
Urk.
7/19/78 f.,
Urk.
7/19/92 f.,
Urk.
7/19/109 f.,
Urk.
7/19/126 f.
). Auf die betreffenden Ausführungen wird verwiesen.
5
.2
Im MEDAS-
Gutachten vom 2
0.
Oktober 2014 werden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (
Urk.
7/19/67
):
Gegenwärtig klinisch stumme
Osteitis
des
Femurschaftes
rechts mit peri
ostaler Abszedierung und rezidivierenden Weichteilabszedierungen im Adduktorenkanal; derzeit ohne Beleg für eine chronische Osteomyelitis
Sekundäres Beinlymphödem rechts im Stadium II nach
Földi
nach rezidivierender
Osteomyelitis mit zahlreichen Operationen
Funktionelle Einschränkung der Kniebewegung rechts in der Beugung sowie geminderte Muskelkraft durch Muskelatrophie im Bereich der Adduktorenloge bei Status nach mehreren Operationen mit Minderung der freien Gehstrecke
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig noch leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0)
Anpassungsstörung mit ängstlich-vermeidendem, dysfunktionalem Ver
halten (ICD-10: F43.2)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter folgende Diag
nosen (
Urk.
7/19/67):
Multiple ungünstige Ha
utnarbenbildung und Weichteilvern
arbungen, teils mit knochentiefen Einziehungen rechter Oberschenkel betont medial bei Status nach mehrfachen Operationen
Chronisch venöse Insuffizienz, Stadium I nach Widmer rechts mit kom
pletter
Stammvarikosis
der
Vena
saphena
magna (Hach III) sowie
Seiten
astvarikosis
Lipohypertrophie
beider Oberschenkel
Status nach anamnestisch tiefer Beinvenenthrombose
re
. ohne
post
thrombotisches
Syndrom
Migräne
Intermittierende arterielle Hypotonie
Hypercholesterinämie
Allgemeinmedizinisch-internistisch sei lediglich das rechtsseitige
Bein
lymph
ödem
von Relevanz, welches mit einem erheblichen Schwere- und teilweise schmerzhaften Spannungsgefühl einhergehe. Hier
bei
handle es sich am ehesten um e
in sekundäres Beinlymphödem infolge multipler operativer Eingriffe (erst
mals 1977 im Alter von 7 Jahren in
Z._
nach einem Sturz aus
grosser Höhe mit anschliessend rezidivierenden Abszedierungen, vgl.
Urk.
7/19/94,
Urk.
7/19/106,
Urk.
7/19/109
,
Urk.
7/19/119
)
.
In den darauffolgenden Jahren sei es zu einer fortschreitenden Volumenzunahme gekommen, welche die Arbeits
fähigkeit zunächst nicht beeinträchtigt habe. Im Jahre 2011 sei es zu einer sig
nifikanten Verschlechterung gekommen, wobei ein auslösendes Ereignis nicht zu eruieren sei.
Die
Varikosis
tret
e
dabei
lediglich bei längerem Stehen und Sit
zen
s
ymptomverstärkend hinzu und sei für sich allein genommen nur von untergeordneter klinischer Relevanz
. Jedenfalls bestünden aus allgemein-inter
nistischer Sicht keine Erkrankungen, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin in der angestammten oder in einer adaptierten Tätigkeit beeinträch
tigten
(
Urk.
7/19/12 f.,
Urk.
7/19/87
,
Urk.
7/19/89,
Urk.
7/19/90
).
A
uf orthopä
dischem Fachg
ebiet bestehe
ak
t
u
ell
eine Minderbeweglichkeit des rechten Knies im t
ageszeitlichen Verlauf zufolge
Zunahme einer
Weichteil
schwellung
unter vertikaler Belastung (Gehen und Stehen).
Aus den
schwel
lungsbedingte
n
Schmerz
en sowie
aufgrund des beklagten
bleiernen
Schwere
gefü
hl
s
resultiere
eine Reduktion
der freien Gehstrecke
auf 500 m.
Zufolge
der
periphere
n
unterschenkel- und fussbetonte
n
Schwellung
könne die Beschwer
deführerin kein festes
Schnürschuhwerk oder Stiefel tragen
.
Weiter
sei die
Kraft für die Kniebeugung und -streckung
sowie für die Fussbewegung
aufgrund der Schwellung und der
Muskelvermagerung
im re
chten Oberschenkel
geringfügig vermindert
.
Die a
ktenanamnestisch
ehemals konstatierte rezidivierende Osteo
myelitis
oder
Osteitis
(im Sinne einer Entzündung des
Femurknochens
)
könne
seit spätestens
2004
al
s ausgeheilt betrachtet werden. Aufgrund
der
vorhande
nen
Bildbefunde
sei
bereits 1993 keine typische Knochen
beteiligung mehr aus
gewiesen
. Dasselbe gelte für die bildgebenden Untersuchungen (MRI, CT, und Röntgen) in den Jahren 2004 und 2012
(
Urk.
7/19/68 f.
,
Urk.
7/19/73
)
.
Die geklagten
Schmerzen
seien
zumindest symptomatisch medikamentös behandel
bar.
Allerdings
nehme die Beschwerdeführerin keine Schmerzmedikation ein.
Ebenso wenig seien die
üblicherweise bei Schwellungen und Lymph- oder fib
rösen Ödemen angewandten physikalischen therapeutischen Massnahmen und Hilfsmittel konsequent durchgeführt worden
. In ihrer angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin fachorthopädisch seit dem 3
1.
Juli 2012 zu
4
0
%
arbeits
un
fähig,
zumal das Heben und Tragen von Kindern oder das Spiel in gebückter Haltung oder kniend auf dem Boden sitzend nicht
mehr
leidensge
recht
sei. In einer adaptierten Verweistätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit dem 3
1.
Juli 2012 indes zu 100 % arbeitsfähig
(
Urk.
7/19/43 ff.,
Urk.
7/19/71 ff.
,
Urk.
7/19/104 f
f
.
).
Die
angiologisch-
lymphologische
Untersuchung sowie die apparativen
Zusatz
untersuchungen
hätten
ein Beinlymphödem rechts im Stadium II nach
Földi
,
eine chronisch venöse Insuffizienz sowie eine
Lipohypertrophie
beider Hüften und Oberschenkel
bestätigt
.
Das
Ausmass des Beinlymphödems, welches auf die multiplen Operationen und Funktionen bei chronisch rezidivierender Osteo
myelitis zurückgeführt werden k
önne, sei
ohne Zweifel
weit
est
gehend
erklärend
für die
geschilderten Beschwerden
(Schwere- und Spannungsgefühl)
.
Die ange
gebenen Schmerzen im rechten Bein nach einer Gehstrecke von max. 500 Meter
seien
aus
angiologisch-lymphologische
r
Sicht
demgegenüber
nicht hinreichend erklärbar
. Die Schmerzen liessen sich jedoch
aufgrund
der funktionellen Ein
schränkung der Kniebewegung rechts sowie der geminderten Muskelkraft durch Muskelatrophie im Bereich der Adduktorenloge orthopädisch teilweise erklären.
Zusätzlich könnten psychiatrische Aspekte der veränderten
Schmerzwahrneh
mung
eine Rolle spielen.
Sowohl die
Varikosis
als auch die
Lipohypertrophie
seien
aufgrund ihres geringen Ausprägungsgrades
hinsichtlich der Funktionali
tät der Beschwerdeführerin von nachrangiger Bedeutung
. Demgegenüber sei
letztere
durch das Ausmass des sekundären B
einlymphödems rechts fu
nktionell
relevant
beeinträchtigt. Vor allem in stehender, sitzender und hockender
Kör
perposition
sei
von einer erheblichen, raschen, allerdings auch reversiblen Verschlechterung d
es
beklagten
Schwere- und Spannungsgefüh
l auszugeben. Tätigkeiten, die mit Einnahme einer andauer
nden Zwangsh
altung einhergingen
, würden daher perspektivisch zu einer Verschlechterung des klinischen
Bildes führen. Das Gleiche ge
lt
e
für das repetitive Heben schwerer Lasten mit Betäti
gung der Bauchpresse sowie Tätigkeiten unter hohen Aussentemperaturen
.
In der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus
angiologisch-
lymphologische
r
Sicht
daher
nicht mehr arbeitsfähig. In einer ideal angepassten – näher umschriebenen - Tätigkeit sei
sie indes
seit August 2012 zu 50
%
arbeitsfähig.
Grundsätzlich bestehe
hinsichtlich der klinische
n Symptomatik aus
angiologisch-
lymphologischer
Sicht eine günstige Prognose, da das aktuell bestehende Lymphödem bisher noch keiner konsequenten
lymphologischen
Therapie unterzogen
worden sei
und im Unterschenkel- und Vorfussbereich sowohl klinisch wie auch
sonographisch
mobilisierbare
Flüssigkeitsansammlun
gen
in erheblichem Umfang
bestünden
.
Voraussetzung sei
allerdings, dass sich die
Beschwerdeführerin
den notwendigen
Massnahmen
(vollständige komplexe physikalische
Entstauungstherapie
, bestehend aus manueller Lymphdrainage, Anlage mehrschichtiger
lymphologischer
Kompressionsverbände, Tragen einer massgefertigten
lymphologischen
Kompressionsbestrumpfung
in flachgestrickter
Nahtware
, gymnastischer Übungsbehan
dlung und intensiver Hautpflege)
konse
quent unterziehe
und
sie
insbesondere
regelmässig Kompr
essionsstrümpfe trage
.
Damit könne mit hinreichender Sicherheit innerhalb von sechs Monaten hin
sichtlich einer leidensangepassten Verweistätigkeit eine vollschichtige
Arbeits
fähigkeit erreicht werden
(
Urk.
7/19/25
ff.,
Urk.
7/19/69
f
.
,
Urk.
7/19/73
f.
,
Urk.
7/19/119 f.
)
.
Aus psychiatrischer Sicht sei
es aufgrund der chronischen psychischen Belas
tungssituation
zufolge der langjährigen Alkoholkrankheit ihres Ehemannes (vgl. 7/19/128),
zu einer rezidivierenden depressiven Störung gekommen, zuletzt einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode, die mittlerweile unter der laufenden ambulanten Therapie als leichte allenfalls mittelschwere depres
sive Episode eingestuft
werden kö
nn
e
. Die depr
essive Symptomatik bestehe
seit ungefähr zwei Jahren. Obwohl die Symptomatik eine
Besserung aufweise, verbleibe
ein Vermei
dungsverhalten,
welches
verstärkt we
rd
e
durch die
beste
henden Funktionseinschränkungen und Schmerzen im erkrankten Bein. Eine hinreichende Änderungsbereitschaft ihres Verhaltens
lasse sich
bei der Beschwerdeführerin
noch nicht erkennen. Die
negativen,
katastrophierenden
Kognitionen, die Ausdr
uck einer Anpassungsstörung seien, s
ollten in einer fort
gesetzten Psychotherapie neu besetzt werden. Die depressive Symptomatik
könne
mittlerweile als teilweise remittiert betrachtet werden, wobei derzeit immer noch die Kriterien einer leichten depressiven Episode erfüllt
seien
, deren Überwindung aktuell noch durch dysfunktionale Prozes
se erschwert bzw. ver
unmöglicht we
rd
e
. Das ängstliche, vermeidende und damit maladaptive Ver
halten be
i der bestehenden Anpassungsstöru
ng
sei
im Rahmen einer stationären psychosomatischen Reha über 4-6 Wochen versicherungsmedizinisch relevant beeinflussbar
(
Urk.
7/19/70 f.)
.
Die therapeutischen Möglichkeiten der psychiat
rischen Leiden seien somit Erfolg versprechend. Insbesondere habe die Beschwerdeführerin über Jahre hinweg trotz erheblicher psychosozialer Belas
tungen und der chronischen körperlichen Begleiterkrankung vollschichtig eine verantwortungsvolle Tätigkeit ausüben können. Das hohe Bildungsniveau, das über Jahre hinweg gezeigte Durchhaltevermögen sowie die frühere Anpassungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin würden daher für eine gute Prognose spre
chen. Die ambulante Psychotherapie habe denn auch bere
its teilweise Erfolge gebracht
. In ihrer bisherigen Tätigkeit, welche emotional belastend und mit einem hohen Grad an Verantwortung einher gehe, sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht seit Juli 2012 dauerhaft zu 100
%
arbeitsunfähig. Nach Abschluss eines psychosomatischen Heilverfahrens über 4-6 Wochen mit begleitender beruflicher Orientierung sei eine Wiedereingliederung in eine
lei
densangepasste
Tätigkeit unter Berücksichtigung der qualitativen Einschrän
kungen (keine ständige hohe emotionale Belastung, kein übermässiger Zeit
druck, keine hohe Verantwortung für Personen, ohne wechselnde Arbeitszeiten
und ohne Nachtschic
h
ttätigkeit) wieder
zu 100
%
möglich
(
Urk.
7/19/60 ff.,
Urk.
7/19/74).
Die Gutachter kamen zum Schluss, d
ie
Beschwerdeführerin sei in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Kinderkrippenleiterin seit
dem 3
1.
Juli 2012
(letzter effektiver Arbeitstag) aus
angiologischer
sowie psychiatrischer Sicht zu 100
%
resp.
aus orthopädischer Sicht zu
4
0
%
arbeits
un
fähig
.
In einer
leidensange
passten
Tätigkeit sei
sie
seit
her
aus orthopädischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig.
In einer ideal adaptierten Verweistätigkeit (leichte bis allenfalls mittelschwere körperliche Tätigkeit
,
mit häufigem
Wechsel zwischen stehender, sitzen
der und gehender Körperposition, mit
kurze
n
Pausen zur Hochlagerung der betroffenen Extremität
,
ohne
Tätigkeit in stark schmutzbelasteter Umgebung
,
ohne
Tätigkeit unter ext
remen klimatischen Bedingungen [Hitze, Kälte], mit
ausreichende
n
Pausen zur Durchführung der gymnastischen Übungen)
sei
aus
angiolo
gisch
/
lymphologischer
Si
cht eine Arbeitsfähig
keit
von 50
%
seit Ende Juli bzw. August 2012 ununterbrochen bis zum heutigen Tag anzunehmen.
B
ei konse
quenter
,
komplexer
,
physikalischer
Entstauungstherapie
und entsprechender Compliance der
Beschwerdeführerin
könne
aus
angiologisch
/
lymphologischer
Sicht
innerhalb von sechs Monaten
allerdings
eine vollschichtige A
rbeitsfähig
keit erreicht werden
.
A
us fachpsychiatrischer Sicht
sei
d
ie Arbeitsfähigkeit
s
eit Ende Juli 2012 b
is zum Abschluss eine medizinischen
Rehabilitationsmass
nahme
auch
in einer leidensangepasste
n
Tätigkeit
zu 100
%
aufgehoben
.
Es
sei
jedoch davon auszugeben, dass nach Abschluss eines psychosomatischen Heil
verfahrens über
4-6 Wochen mit begleitender beru
flicher Orientierung eine Wiedereingliederung in eine leidensangepass
te
Tätigkeit
(ohne
stän
dige, hohe emotionale Belastung, ohne
hohe Verantwortung für Personen, ohne übermäs
sigen Zeitdruck, ohne ständig wechselnde Arbeitszeiten
und ohne
Nacht
schichttätigkeit
)
im Umfang von
100
%
erfolgen
könne
(
Urk.
7/19/71 f.)
. Zusammenfassend
sei
die Beschwerdeführerin nach Abschluss der genannten
angiologischen
und psychiatrischen Therapiemassnahmen aller Voraussicht nach in sechs Monaten vollschichtig eingliederungsfähig (
Urk.
7/19/73).
6
.
6.
1
Das
MEDAS-Gutachten
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und den geklagten Beschwerden sowie gestüt
zt auf die
klinischen und
bildgebenden
Untersuchung
en vom
9.
September 201
4.
Es leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hinsicht
lich der im Einklang mit den erhobenen Befunden gest
ellten Diagnosen schlüs
sig. Ins
besondere haben die Gutachter zu den Beurteilungen in den
Vorakten
Stellung bezogen und – soweit Diskrepanzen bestanden – ihre abweich
ende Einschät
zung plausibel begründet (
Urk.
7/19/88
,
Urk.
7/19/105 f.,
Urk.
7/19/120 f.,
Urk.
7/19/
141
). Damit genügt das Gutachten den an eine beweiskräftige
Ent
scheidungsgrundlage
gestellten Anforderungen (
vgl. E. 3
.5
), womit zur
Ent
scheidfindung
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
6
.2
Die Gutachter kamen
zusammenfassend
überein, die Beschwerdeführerin sei
aus polydisziplinärer Sicht
in ihrer angestammten Tätigkeit
als Krippenleiterin
nicht mehr arbeitsunfähig. In einer ideal angepassten
Verweistätigkeit wiesen sie der
Beschwerdeführer
in
im Zeitpunkt der Begutachtung eine 50%ige (aus
angiolo
gisch-lymphologischer
Sicht) resp. 100%ige (aus psychiatrischer Sicht) Arbeits
unfähigkeit
aus.
N
ach Abschluss der
im Gutachten
genannten
angiologischen
und psychiatrischen Therapiemassnahmen
sei die Beschwerdeführerin demge
genüber
„aller Voraussicht nach in sechs Monaten“
zu
100
%
a
rbeits
fähig. Der orthopädische Gutachter notierte hinsichtlich einer adaptierten Verweistätigkeit
eine seit jeher bestehende 100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/19/71,
Urk.
7/19/73
)
.
6
.3
Zunächst handelt es sich bei der diagnostizierten Anpassungsstörung
grund
sätzlich um ein vorübergehendes und deshalb an sich nicht invalidisierendes Leiden (Urteile des Bundesgerichts 9C_4/2013 vom 1
9.
Dezember 2013 E. 2.2 und 8C_322/2010 vom
9.
August 2010 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Weiter
fallen
leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivie
rend oder episodisch,
n
ach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen thera
pieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des
Art.
7
Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 bis 3.7.3). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig aus
geschöpft wurden (BGE 140 V 193 E. 3.3; BGE 137 V 64 E. 5.2 mit Hinweis;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 1
2.
Mai 2016 E. 4.1).
Dabei
gilt
insbesondere eine
leichte depressive Episode grundsätzlich nicht
als
geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom
7.
April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
Entsprechend
hat
sich die depressive Symptomatik
der Beschwerdeführerin
sowohl subjektiv (vgl. 7/19/144) als auch nach übereinstimmende
n
Feststellungen des psychiatrischen Gutachters sowie der behandelnden
lic
. phil
.
C._
seit
Aufnahme einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung mitunter antidepressiver Medikation ver
bessert
(
Urk.
7/19/141,
Urk.
10).
Darüber hinaus
hielt der
MEDAS-Psychiater fest,
die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht mittels stationärer psychosomatischer Behandlung in nur 4-6 Wochen
vollständig
rehabilitations
fähig
. Eine stationäre Therapie sei denn auch zweifelsfrei zumutbar und im Hinblick auf eine Wiederherstellung der vollständigen Arbeitsfähigkeit hinrei
chend Erfolg versprechend
(
Urk.
7/19/143)
.
Kommt hinzu, dass die geklagten Funktionseinschränkungen und das daraus resultierende niedrige
Aktivitäts
niveau
der Beschwerdeführerin nach
überzeugender
Einschätzung des psychiat
rischen Gutachter nicht mit dem aktuellen psychiatrischen Befund korrelieren, sondern vielmehr Ausdruck des ängstlich-
vermeidenen
Verhaltens sowie der negativen, depressiv gefärbten Kognition der Beschwerdeführerin
sind
(
Urk.
7/19/144)
.
Zusammenfassen
d
kann mangels
ausgeschöpfter
Behandlungs
ressourcen
resp.
Therapieresistenz von einer
invalidisierenden Leidensresistenz
vorliegend
nicht die Rede sein
.
Die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der MEDAS-Gutachter erweist sich unter juristischen Gesichtspunkten damit als unbeachtlich.
6
.4
In somatischer Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass sich die
angegebenen Schmerzen im rechten Bein
nur teilweise objektiv
ieren liessen und
als
medika
mentös behandelbar
beurteilt wurden
(
Urk.
7/19/26,
Urk.
7/19/47,
Urk.
7/19/119, E. 5
.2)
.
Sodann ist nicht einsichtig, w
eshalb die Beschwerdefüh
rerin hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit
aus
angiologisch-
lympho
logischer
Sicht
im Untersuchungszeitpunkt
lediglich im Umfang von 50
%
arbe
itsfähig gewesen sein soll
. Insbesondere wurden die als problematisch taxierten und mit einer möglichen Zustandsverschlechterung in Verbindung gebrachten Tätigkeiten
,
mitunter Einnahme einer andauernden Zwangshaltung, mit repetitivem
Heben schwerer Lasten unter Be
tätigung der Bau
ch
presse sowie Tätigkeiten unter hohen Aussentemperaturen
,
aus dem medizinischen
Belas
tungsprofil
au
sgeschlossen (vgl.
Urk.
7/19/121
f.).
Jedenfalls ist nicht einleuch
tend und
hat
denn auch die Beschwerdeführerin
nicht dargetan, inwiefern ihr
eine leichte bis allenfalls mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ausserhalb einer schmutzbelasteten Umgebung und unter Vermeidung
von
extreme
n
kli
matische
n
Bedingungen (
Hitz
/Kälte)
sowie mit ausreichenden Pausen zur Durchführung der gymnastischen Übungen
–
ungeachtet
de
s akuten Zustands des Beinlymphödems
im Zeitpunkt
der Untersuchung -
nicht zugemutet werden könnte.
Vielmehr
erhellt aus dem Gutachten, dass das Ausmass des
Lymph
ödems
keine massive Beeinträchtigung der Mobilität bedingt
. Damit korrelie
rend wurde
b
eim vorliegenden Schweregrad
bereits eine ambulante
physikali
sche
Entstauun
gstherapie
als
grundsätzlich
ausreichend
beurteilt
(
Urk.
7/19/12
3 f.
).
Sodann kann
die Beschwerdeführerin ohne Begleitung sowohl öffentliche Verkehrsmittel benutzen als auch ihre Arztbesuche wahrnehmen. Der orthopä
dische Gutachter hielt
in diesem Zusammenhang
konkret fest, das Erreichen des Arbeitsplatzes sei unter Benützung öffentlicher Ver
kehrsmittel möglich. Ausser
dem könne eine Gehstrecke von 500 m auch mehrmals täglich innert adäquater Zeit (innerhalb von 20 Minuten) absolviert werden (
Urk.
7/19/107,
Urk.
7/19/1
23,
Urk.
7/19/144).
Erwähnenswert sind schliesslich die gutachterli
chen Hinweise darauf, dass ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten für posttraumatische Schwellungszustände, für Gefässverletzungen sowie für
post
thrombotische
Syndrome bestehe, welche indes allesamt nicht ausgeschöpft worden seien (
Urk.
7/19/121 f.
,
Urk.
7/19/47). Demgegenüber sei d
ie Prognose
bei konsequent durchgeführter komplexer
Entstauungstherapie
günstig
.
Jeden
falls sei
eine generelle und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
aufgrund des
Bein
lymphödems
nicht
zu erwarten
(
Urk.
7/19/12
3
)
.
Dass sich die Beschwerdeführe
rin nach eigenen Angaben
schämt
, mit „diesen Beinen“ in die Öffentlichkeit zu gehen (vgl. 7/19/111)
, vermag
selbstredend keine sozialversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Dasselbe gilt für die
im Gutachten
mehrfach erwähnte fehlende Compliance
sowie Änderungsbereitschaft
resp. passive-ablehnende Haltung
der Beschwerdeführerin
gegenüber den bewährten Behandlungsmöglichkeiten des Lymphödems
(
Urk.
7/19/120
,
Urk.
7
/
19/139 f.
)
.
Im Gegenteil
ist
die
Beschwerdeführerin im Sinne der im
Sozialversicherungs
recht
allgemein geltenden Selbsteingliederungspflicht
angehalten, die
vorlie
gend
gebotenen Behandlungsmassnahmen
eigenverantwortlich und
konsequent in
Anspruch zu nehmen.
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – auch kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
Mit
ihren
übrigen Vorbringen ist die Beschwerdeführerin mangels
Entscheid
relevanz
nicht zu hören.
6
.5
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass es der Beschwerdeführerin bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen)
jedenfalls seit Ende Juli/Anfang August 2012
zuzumuten ist,
eine
r
leichte
n
bis allenfalls mittelschwere
n
körperliche
n
Tätigkeit, mit häufigem Wechsel zwischen stehender, sitzender und gehender Körperposition, mit
aus
reichenden
Pausen zur Hochlagerung der betroffenen Extremität
resp.
Durch
führung der gymnastischen Übungen
und unter Ausschluss von
Tätigkeit
en
in st
ark schmutzbelasteter Umgebung oder
unter ext
remen klimatischen Bedin
gungen (Hitze, Kälte)
im Umfang von 100
%
nachzugehen
.
7
.
7
.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mensvergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
herungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Invaliden
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Prozentver
gleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die kon
kreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invali
deneinkommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden
Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder untersch
r
eitet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
7
.2
Da die Beschwerdeführerin ihre letzte Arbeitsstelle aus leid
ensfremden Gründen verlor (
Konkurs,
vgl.
Urk.
7/13/1
), ist zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen.
Die
Beschwerdefüh
rerin
hat
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen
. Mangels einer in der Schweiz anerkannten Berufsausbildung kann zur Bestim
mung des Invaliden- und des
Valideneinkommens
auf den Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten gemäss der vom Bundes
amt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukt
urerhebung (LSE) abgestellt wer
den.
Damit erübrigt sich ein ziffernmässiger Einkommensvergleich und es kan
n mit Verweis auf das unter E. 7
.1 Gesagte eine Gegenüberstellu
ng blosser Pro
zentzahlen vorgenommen werden.
Es
resultiert ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von 0
%
. Allfälligen lohnmindernden Faktoren wie Nationalität oder Aufenthaltskategorie, mangelnde Ausbildung
und/oder
fehlende Berufserfahrung wären – soweit überhaupt
invalidenversicherungs
rechtlich
relevant -
sowohl beim hypothetischen Vali
den- als auch beim
Invali
deneinkommen
im
gleichen Masse Rechnung zu tra
gen, womit sich ein (
behin
derungsbedingt
oder anderweitig begründeter) Abzug beim Prozentvergleich naturgemäss erübrigt.
Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens und die Beschwerde ist entsprechend abzuweisen.
8
.
8
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--
festge
-legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
600.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
8
.2
Die Beschwerdeführerin wird von der Sozialhilfe unterstützt. Da auch die
übri
-gen Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
gegeben sind, ist ihrem Gesuch vom 2
9.
April 2015 zu entsprechen und die Kostenpauschale einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Beschwer-
deführerin
ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4 des G
esetzes über das
Sozialversi
che
rungsgericht
,
GSVGer
).