Decision ID: 2b315c4b-0dea-49cd-a768-0b31780464a7
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 19
56
geborene
X._
ist seit dem
1
.
November 2009
als
Ba
n
k
-
ange
stellter
bei der
Y._
angestellt und damit bei der
Generali
Allgemeine
Versicherungen
AG
(
Generali
) im Rahmen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert. Mit
Unfall
meldung
vom
7
.
September
2012 liess der Versicherte der
Generali
mitteilen, er habe sich am 1
5
.
Februar
2012 beim
Anziehen des Skischuhs die Schulter ver
letzt, wobei vermutlich ein Anriss der
Bizepssehne
vorliege
(
Urk.
9
/1). Die
Z._
diagnostizierte in der Folge
im Operationsbericht vom
28. November 2012 eine Intervall-Läsion mit medialer Subluxation einer langen
Bicepssehne
an der linken Schulter. Zudem sei der Limbus
cranial
längs ent
sprechend einer SLAP-IV-
Komponente
(SLAP = «
superior
labrum
anterior
to
posterior
»)
durchgerissen
(
Urk.
9/32/1
).
Mit Verfügung vom
5
.
November
2012 verneinte die
Generali
ihre
Leistungs
pflicht
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
5
.
Februar
2012, da es sich dabei um keinen Unfall gehandelt habe und auch keine unfallähnliche
Körper
schädigung
vorliege (
Urk.
9
/
36/
9). Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid
am 2
2.
November 2012
erhobene
und am 21. Januar 2013 ergänzend begrün
dete
Einsprache (
Urk.
9/31/1,
Urk.
9/36/1
) wies die
Generali
mit
Einspracheent
scheid
vom 15. März 2013
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die
Protekta
Rechtsschutz-Versi
cherung AG, mit Eingabe vom 15. April 2013 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids
sowie
die Ausrichtung der gesetz
lichen Leistungen
und die Erstattung der Kosten für die Berichte von
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Chirurgie
(
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2013 schloss die
Generali
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Verfü
gung vom 26. Juni 2013 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
11), am 2
2.
Juli 2013 liess der Versicherte
die
Replik erstatten (
Urk.
14)
, wobei er die Erstattung der nunmehr höheren Kosten für die Berichte von
Dr.
A._
beantragte
und am 27. August 2013 reichte die
Generali
die Duplik ein (
Urk.
19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.
2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfall
versicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurück
zuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten
Körper
schädigungen
ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.
3
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach Art. 4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich,
worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälli
ger - eben
unfall
ähnlicher
- Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43
E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspotenzial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 14. November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspru
chung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.3).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach Art. 9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Abliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im
Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
1.
4
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Beste
hen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt
die blosse Möglichkeit genügt nicht
, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die
Generali
verneinte ihre Leistungspflicht
im
Einspracheentscheid
vom
15. März 2013
im Wesentlichen mit der Begründung, das Ereignis vom
15. Februar 2012 sei nicht als Unfall zu qualifizieren
, da
d
ie
erlittene Schulterverletzung weder auf die Einwirkung eines äusseren Faktors noch auf dessen Ungewöhn
lichkeit zurückzuführen sei. Die diagnostizierte SLAP-IV-Läsion der linken Schulter falle als Sehnenriss zwar unter die in Art. 9
Abs.
2 UVV aufgeführten Körperschädigungen, doch zwischen den Schulter
-
beschwerden und dem Vorfall vom 15. Februar 2012 fehle es an einem mit d
em
Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit dargetanen
natürlichen Kausalzusammenhang
(
Urk.
2).
Mit der Duplik vom 28. August 2013 führte die Beschwerdegegnerin neu aus, dass eine SLAP-Läsion keine unfallähnliche Körperschädigung darstelle (
Urk.
19 S. 5).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei insbesondere auf die vier medi
zinischen Beurteilungen in den versicherungsmedizinischen Stellungnahmen und Aktenbeurteilungen der
B._
vom 17. Oktober 2012, vom 29. Oktober 2012, vom
25. Februar 2013 und vom 1
2.
Juni 2013 (
Urk.
9/17,
Urk.
9/20,
Urk.
9/41,
Urk.
9/47).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
in der Beschwerde vom 15. April 2013
hauptsächlich auf den Standpunkt,
bei der SLAP-
IV-
Läsion handle es sich um einen Listenschaden gemäss Art. 9
Abs.
2
lit
. f
UVV. Z
um Anziehen des Skischuhs - was grundsätzlich als alltägliche Lebensverrichtung gelte - seien weitere äussere Momente hinzugetreten. Er habe einerseits einen erhöhten Kraftaufwand aufwenden müssen, um durch Ziehen an der verklemmten Skilasche in den
Skischuh
zu gelangen und ander
er
seits habe jemand Drittes seine Hilfe benötigt, weshalb er sich beeilt habe und seine Bewegung deshalb unkontrollierter geworden sei. Angesichts dieser Gegebenheiten sei ein schädi
gender äusserer Faktor zu bejahen, weshalb die Voraussetzungen einer
unfall
ähnlichen
Körperverletzung im Sinne von Art. 9 UVV erfüllt seien (
Urk.
1).
Dabei blieb er auch in der Replik vom 2
2.
Juli 2013 (
Urk.
14).
Der Beschwerde
führer verwies dabei insbesondere auf die medizinischen Beurteilungen von
Dr.
A._
vom 18. Dezember 2012 (
Urk.
3/3),
vom 29. März 2012 (
richtig
wohl: 29. März 2013;
Urk.
3/5)
und vom 11. Juli 2013 (
Urk.
15/2).
3.
3.1
Im
Sonogra
ph
ieprotokoll
der Schulter hielt
Dr.
med.
C._
,
ärztlicher Leiter des Institutes für Sonographie des Bewegungsapparates am
D._
,
am 23. März 2012 fest, der Versicherte sei vor vier Wochen bei einer
Distrakti
onsbewegung
ausgerutscht und habe einen massiven schmerzhaften Zwick in der linken Schulter verspürt
. Ob es sich bei
der
umschriebenen Verkalkung vor dem
Tuberculum
minus um einen kleinen
Flakeausriss
oder um eine vorgängig persistierende Verkalkung handle, welche bei dieser forcierten Bewegung die Bursa traumatisiert habe, könne nicht mit Sicherheit auseinandergehalten wer
den und werde der Verlauf zeigen
(
Urk.
9/2/1).
3.2
Gemäss der Anamnese im Konsultationsbericht der
Z._
vom
6. September 2012 traten die Schulterbeschwerden im Anschluss an eine ruckar
tige Bewegung beim Anziehen der Skischuhe auf, wobei der Versicherte unmit
telbar bei dieser Bewegung einen Knall in der linken Schulter verspürt habe
. Als Diagnose wurde ein Verdacht auf eine posttraumatische SLAP-Läsion oder eine Intervall-Läsion der linken Schulter festgehalten
(
Urk.
9/3/1).
3.3
In der Schadensmeldung vom 7. September 2012 beschrieb der Versicherte den Unfall
hergang
so, dass er beim Anziehen des Skischuhs, die Lasche mit einem Ruck nach oben gerissen habe
, da diese geklemmt habe
. Es habe einen hörbaren
Knall gegeben und ein sehr starker, blitzartiger Schmerz habe seine Schulter durchzogen (
Urk.
9/1).
3.4
Am 5. Oktober 2012 gab der Versicherte im Fragebogen zu den Umständen des Schadenereignisses an, dass er während des Anziehens des Skischuhs bemerkt habe, dass die Person neben ihm Hilfe benötige. Damit er in seinen
Skischuh
habe gelangen können, in welchem er schon halb drin gewesen sei, habe er die Lasche mit einem kräftigen Ruck herausgezogen, weil sie festgeklemmt gewesen sei. Ein blitzartiger
,
sehr starker Schmerz habe seinen Körper durchzogen, er habe gut hörbar einen Knall vernommen und
vor Schmerz
aufgeschrien (
Urk.
9/9/1).
3.5
Im Operationsbericht der
Z._
vom 28. November 2012 wurde aus
geführt, dass der Versicherte i
m Februar 2012 beim Anziehen der Skischuhe
eine ruckartige Bewegung gemacht habe, welche zu einem Knall mit einschies
sendem Schmerz in der Schulter geführt habe. Als Befund wurde eine klare traumatische Intervall-Läsion mit
zerissenem
medialem
Pulley
und konsekutiv medial su
b
luxierender langer
Bizepssehne
, welche die
craniale
Subscapula
r
is
sehne
delam
ini
ere
, festgehalten.
Zudem sei der Limbus
cranial
längs einge
rissen, entsprechend einer SLAP-IV-Komponente (
Urk.
9/32).
4.
4.1
Die
für einen Unfall vorausgesetzte
Ungewöhnlichkeit bezieht sich auf den Fak
tor selbst und nicht auf dessen Wirkungen auf den menschlichen Körper. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet (BGE 134 V 72 E. 4.3.1). Bei unkoordinierten Bewegungen ist die Ungewöhnlichkeit zu bejahen, wenn der normale Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges wie Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes unterbrochen beziehungsweise gestört wird (
Urteil des Bundesgerichts U 491/2006 vom 20. August 2007 E. 4.1.3).
4.2
Gestützt auf die vom Be
schwerdeführer gemachte
Hergangs
schilderung
steht fest, dass er am 15. Februar 2012 einen
Skischuh
anzog.
Von einem Ausrut
schen ist nur im
Sonogra
ph
ieprotokoll
von
Dr.
C._
vom 23. März 2012 die Rede (
Urk.
9/2/1).
D
a der Versicherte
selbst
ein solches Ausrutschen weder in der Schadensmeldung
vom 7. September 2012
noch im Fragebogen zu den Umständen des Schadensfalls
vom 5. Oktober 2012
angegeben hat (
Urk.
9/1,
Urk.
9/9/1), ist
nicht von einem solchen Ausrutschen auszugehen
.
Selbst
falls
die
Skischuhl
asche klemmte und eine Drittperso
n
die
Hilfe
des Versicherten
benötigte, fehlt es an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor, welcher das in einer solchen Situation Alltägliche oder Übliche überschreitet
. Mangels
der Voraussetzung der Ungewöhnlichkeit
kann der fragliche Vorfall daher nicht als
Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG qualifiziert werden
. Dies wird
i
m Übrigen auch
vom
Beschwerdeführer selbst
nicht bestr
itten
(
Urk.
1
S. 5
).
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt, ob das Ereignis vom 15. Februar 201
2
unfallähnlich war.
Bei unfallähnlichen Körperschädigungen nach Art. 9
Abs.
2 UVV müssen
wie er
wähnt
zur Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Aus
nahme der Ungewöhnlichkeit die Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt sein
, wobei der
Voraussetzung des äusseren Ereignisses
besondere Bedeutung zufällt (vgl. E. 1.
3
)
.
Mit Urteil U 574/06 vom 5. Oktober 2007 E. 6.2 hielt das Bundes
gericht fest, dass
beim
Befestigen des Skis mittels Einklicken des Schuhs in die Bindung kein gesteigertes Gefährdungspotential vorhanden sei. A
uch das
An
ziehen eines Skischuhs
stellt eine alltägliche und gewöhnliche Verrichtung dar, welche nicht mit einem erhöhten Gefährdungspotential verbunden ist.
Dabei ist eine gebückte Haltung, wie sie der Versicherte einnahm, beim Skischuhanziehen als üblich anzusehen
.
Auch falls eine Lasche
des Skischuhs
klemmt
e
,
wie dies vom Versicherten ausgeführt worden ist,
war
das Anziehen
des
Skischuhs
den
noch
eine alltägliche und gewöhnliche Verrichtung
. Eine klemmende
Skischuh
lasche
kann nicht als
relevanter
äusserer Faktor angesehen werden
,
auch wenn
eine Person, welche Hilfe benötigt
e
,
den Versicherten ablenkte und irritierte und
es sich um eine ältere und sturzgefährdete Person gehandelt
hat
(
Urk.
1 S. 3). Jedenfalls ist
aufgrund der Schilderung
in den Akten
von keiner
akuten
Notlage
der Drittperson
auszugehen
und auch nicht davon, dass diese Drittperson den Versicherten erschreckte. Ihr
e
Anwesenheit und ihr Verhalten
stellt
en
keinen
relevanten
äusseren Faktor dar
, de
m
ein gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnte
.
5.2
Es hat
somit
kein äusserer Faktor
mit erheblichem Schädigungspotenzial
auf den Versicherten eingewirkt, als er beim Skischuhanziehen die Skischuhlasche her
aus
zog. D
eshalb kann gemäss der Rechtsprechung
(vgl. E. 1.
3
)
keine
unfall
ähnliche
Körperschädigung vorliegen.
Damit entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers
aus Art. 9
Abs.
2 UVV.
Offenbleiben kann bei dieser Sach
lage
, ob es sich bei einer SLAP-IV-Läsion um eine Listenverletzung
im Sinne von Art. 9
Abs.
2
lit
. f UVV
handelt sowie ob zwischen dem Vorfall vom
15. Februar 2012 und den geklagten Beschwerden ein
Kausalzusammenhang
besteht
.
6
.
6.1
Nach dem Gesagten ergibt
sich, dass das Ereignis vom 15. Februar 201
2
nicht
als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist
und
dass die Voraus
setzungen für die Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss
Art. 9
Abs.
2 UVV
nicht erfüllt
sind. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.2
Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ausgangsgemäss keine
Parteient
-
schädi
gung
zuzusprechen.
Die Kosten privat eingeholter Gutachten sind dann zu vergüten, wenn die
Partei
expertise
für die
Entscheidfindung
unerlässlich war (
BGE 115 V 62
E. 5c S. 63). Dies gilt unter Umständen auch dann, wenn die versicherte Person in der Sache unterliegt (RKUV 2005 Nr. U 547 S. 221, U 85/04; 2004 Nr. U 503 S. 186, U 282/00 E. 5.1). D
ie
vom Versicherten eingereichte
n
Berichte
von
Dr.
A._
vom
1
8.
Dezember 2012 (
Urk.
9/43b), vom 2
9.
März 2013 (
Urk.
9/43d) und vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
15/2)
waren weder notwendig noch für die
Entscheidfindung
- die Abweisung der Beschwerde - unerlässlich, weshalb die Voraussetzungen einer Kostenübernahme nicht erfüllt sind.