Decision ID: 88a33968-e55d-4640-a7e2-e33b072f0ff9
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1962
geborene
X._
war ab dem
2
9.
April 1987
bei der
Y._
AG
als
Sägereimitarbeiter
angestellt und als solcher
bei der
Suva
obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am
2
0.
August 1996 zog er sich bei der Arbeit mit einer Kreissäge eine Schnittwunde am
linken
Daumen zu (
Urk.
10/1).
Anlässlich der Erstbehandlung am
Spital Z._
diagnostizierten die behandelnden Fachärzte eine subtotale Amputation des linken Daumenendgliedes knapp über der Basis mit
ossärer
Trümmerzone; die operative Versorgung erfolgte am 20/2
1.
August 1996 (
Urk.
10/3). Infolge Insta
bilität des Daumenen
d
gliedes links wurde am 1
4.
Januar 1997 ein zweiter opera
tiver Eingriff erforderlich (Spanplastik,
Urk.
10/13). Für die Folgen des Unfalls am linken Daumen sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom
2.
Sep
tember 1997 eine Integritätsen
t
schädigung
ausgehend von einer Integri
täts
einbusse von 5
%
zu und lehnte die Ausrichtung von Rentenleistungen ab (
Urk.
10/27).
1.2
Am 2
6.
September 2017 zog sich der
weiterhin
im gleichen Betrieb
tätige
Versi
cherte bei der Arbeit an einer Hobelmaschine
eine Verletzung am rechten Zeige- und Mittelfinger zu (
Urk.
9/2). Eine erste Operation erfolgte am 2
7.
September 2017 am
Spital A._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie (
Urk.
9/13). Mit Schreiben vom
5.
Oktober 2017 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht für die Folgen des Unfalls vom 2
6.
September 2017 (
Urk.
9/8). Im Zusammenhang mit einer Wundheilungsstörung/-infektion sowie einer Osteomyelitis wurden insgesamt vier weitere Operationen nötig (
7.
Dezem
ber 2017,
Urk.
9/57 S. 2; 1
3.
Dezember 2017,
Urk.
9/24; 2
8.
März 2018,
Urk.
9/67 S. 2;
2
9.
Juni
2018,
Urk.
9/84). Am 2
9.
Mai 2018 kündigte die Arbeit
geberin des Versicherten das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen, wobei
auf die Möglichkeit einer Liquidation der AG hingewiesen wurde (
Urk.
9/71 S. 2); diese erfolgte per 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
9/115 S. 1,
Urk.
9/118). Mit Schreiben vom 1
4.
November 2018 stellte die Suva den Fallabschluss per 3
1.
Dezember 2018 in Aussicht (Urk. 9/120); die abschliessende kreisärztliche Untersuchung datiert vom 1
3.
Dezember 2018 (
Urk.
9/148), die Beurteilung des Integritätsschadens erfolgte am 1
4.
Dezember 2018 (
Urk.
9/147). Mit Verfügung vom
7.
Januar 2019 sprach die Suva dem Versicherten ausgehend von einer Erwerbsunfähigkeit von 16
%
eine Invalidenrente zu nebst einer Integritätsent
schädigung bei einer Integritäts
einbusse von 6
%
(
Urk.
9/155). An dieser Ein
schätzung hielt die Suva – nach erneu
ter
kreis
ärztlicher Beurteilung am 1
3.
Mai 2019 (
Urk.
9/179) – mit
Ein
sprache
entscheid
vom 3
0.
August 2019 fest (
Urk.
9/191 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am
3.
Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, es seien die Versicherungsleistungen zu erhöhen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2019 beantragte die Vertreterin der Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.2
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1
des
Bundesge
setz
es über die Unfallversicherung; UVG
). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird ent
spre
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dau
ernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder
stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträch
tigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versi
cherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezo
gene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschlies
senden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschä
di
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschä
digung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchst
betrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
1.4
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Ein
zelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll,
sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass
hinsichtlich des Unfalls vom 2
0.
August 1996 keine Berichte auflie
gend seien, aus welchen auf psychische Beschwerden geschlossen werden könnte. Für allfällige psychische Beschwerden nach einem Intervall von 20 Jahren könne die natürliche Kausalität verneint werden (
Urk.
2 S. 7 f.). Bezüglich des Unfalls vom 2
6.
September 2017 sei von einem mittelschweren Unfall im leichteren Bereich auszugehen (S. 9). Das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs allfälliger psychischer Beschwerden sei aufgrund der massgebenden
Kriterien
prüfung
(S. 10 f.) zu verneinen (S. 11).
Aufgrund der Angaben der
Y._
AG sei
von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
72'020.-- auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit erscheine demge
genüber unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abz
ugs von 10
%
ein Ein
kommen von
Fr.
60'846.45 zumutbar, was zu einem Invaliditätsgrad von 16
%
führe (S. 15).
Aufgrund der vorliegenden ärztlichen Einschätzungen sei die Fest
setzung des Integritätsschadens in der Höhe von 6
%
nicht zu beanstanden (S. 17).
2.2
Der Vertreter des Beschwerdeführers machte beschwerdeweise geltend, dass sich die B
eschwerdegegnerin zum Thema «Le
idensabzug gemäss Bundesgericht für Hilfshand» mit keinem Wort geäussert habe, was einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gleichkomme. Zudem hätte das Taggeld während einer angemessenen Über
gangszeit nach dem 3
1.
Dezember 2018 weiterhin ausgerichtet werden müssen; auch zu dieser
einspracheweise
vorgebrachten Einwendung habe sich die Beschwerdegegnerin nicht geäussert und das rechtliche Gehör verletzt (
Urk.
1 S. 5 f.).
In materieller Hinsicht führte der Vertreter des Beschwerdeführers aus, dass die kreisärztliche Abschlussuntersuchung sowie die nachfolgende Aktenbeurteilung keine fachärztlichen Beurteilungen seien, da beide involvierten Ärzte nicht Fach
ärzte für Handchirurgie seien. Zudem seien die Akten des Erstunfalls erst nach erfolgter kreisärztlicher Abschlussuntersuchung beigezogen worden, sodass diese kein taugliches Beweismittel sei; insbesondere sei es dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich gewesen
,
die
zunehmende Einschränkung am linken Daumen mit der rechten Hand zu kompensieren (S. 6). Weiter sei die Adäquanz ohne weiteres
zu bejahen, sodass die Beschwerdegegnerin auch für allfällige psychogene Beschwerden leistungspflichtig sei. Die rechte Hand könne nur noch als Hilfshand eingesetzt werden, sodass gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ein leidensbedingter Abzug von 20 bis 25
%
zu gewähren sei (S. 8). Weiter sei das
Valideneinkommen
aufgrund der im GAV festgehaltenen generellen Lohn
anpassungen oder zumindest anhand der Nominallohnentwicklung zu erhöhen (S. 8 f.). Zuletzt sei die Integritätseinbusse ausgehend vom
Handwert
von 40
%
zu bemessen, was wesentlich mehr ergebe als 6
%
(S. 9).
2.3
Im Zuge der Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2019 liess die Beschwerde
gegnerin ergänzend ausführen, dass der Unfall vom 2
6.
September 2017
ein mit
telschweres Geschehen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen darstelle und die Adäquanz zu verneinen sei (
Urk.
8 S. 5). Auch bei einem
Valideneinkommen
wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von
16
%
(S. 6). Bezüglich der Integritätsentschädigung sei keineswegs von einer
Funktionseinbusse der gesamten Hand auszugehen (S. 7). Was die geltend gemachte Übergangsfrist betreffe, sei
en
ein verfrühter Fallabschluss sowie eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu verneinen (S. 6).
3.
3.1
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen
schaft
(
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlich
keitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die
Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äus
sern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E.
3.1 mit Hinweisen).
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen
Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Ent
schei
des muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfech
ten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittel
instanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand
auseinander setzen
muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts
punkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entschei
denden Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des recht
lichen Gehörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grund
satz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Ver
fahrensmängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig ange
hobenen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Heilungsmöglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Gewäh
rung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zuge
mutet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförder
lichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E.
2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.2
Die Beschwerdegegnerin
nahm einen
leidensbedingten Abzug von 10
%
vo
m
Invali
deneinkommen vor
. Aus dieser Einschätzung lässt sich e
contrario
schlies
sen, dass sie einen weitergehenden Abzug in der Höhe von 20 bis 25
%
- wie
ihn
der Vertreter des Beschwerdeführers
berücksichtigt haben wollte
– für nicht
ange
messen
h
ie
lt
. Eine
sachgerechte
Anfechtung der getroffenen Entscheidung war dem Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund ohne weiteres möglich. Zudem ist anzumerken, dass es im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs nicht erfor
derlich ist, dass sich die Verwaltung
ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behau
ptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt.
Gleiches gilt für
den Umstand
, dass sich die
Beschwerdegegnerin
nicht ausdrück
lich mit der «Übergangsfrist» beim Taggeld auseinandergesetzt hat. Unbestritten blieb dabei, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung nach dem 3
1.
Dezember 2018 keine namhafte Besserung mehr zu erwarten gewesen ist. Bei dieser Ausgangslage ist die Einstellung des Taggeldes aber ohne Gewährung einer Übergangsfrist nach Gesetz und Rechtsprechung ohne weiteres zulässig (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_443/2016
vom 1
1.
August 2016
E. 2.3).
Insgesamt kann demnach im Verhalten der Beschwerdegegnerin keine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt werden.
Aber selbst
wenn man
eine Verle
tzung des rechtlichen Gehörs des
Beschwerdeführers
durch d
ie Beschwerdegegnerin bejahte
, wäre sie jedenfalls geringfügig und als vor dem über volle Kognition ver
fügenden
hiesigen G
ericht geheilt zu betra
chten (vgl. BGE 127 V 437 f. E
.
3d/
aa
mit Hinweis).
4.
4.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates, stellte anlässlich seiner kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 1
3.
Dezember 2018
(Bericht vom 1
7.
Dezember 2018)
die folgende Diagnose:
-
Hobelverletzung vom Zeigefinger und Mittelfinger der Hand rechts (dominant) am 2
5.
September 2017 mit
-
I
ntraartikulärer P1-Köpfchenfraktur des Zeigefingers
-
Partialläsion der Strecksehnen vom Zeige- und Mittelfinger
ulnarseitig
-
Weichteildefekt am Zeigefinger
ulnar
mit Läsion des
ulnaren
Digital
nervs
-
Weichteilverletzung am Mittelfinger über dem PIP-Gelenk dorsal
-
Status nach
Débridement
, Fixation P2
Dig
II Hand rechts mit 2x1.2
Aptus
-Handschrauben, Implantation einer
Silastic
Prothese PIP-Gelenk Zeigefinger rechts,
epineurale
Koaptation
des
N.
digitalis
radialis
Zeige
finger rechts, Exploration und Hautadaption dorsale Wunde Mittel
finger rechts am 2
7.
September 2017
-
Status nach
Débridement
Dig
II und Bergung des freien Knochenfrag
ments am
7.
Dezember 2017 bei Wundheilungsstörung
-
Status nach
Débridement
Zeigefinger rechts, Nagelplatten-Entfernung und Deckung mit
Interme
tacarpalelappen
nach
Oberlin
von der
2.
Kommissur am 1
3.
Dezember 2017 bei Weichteildefekt und lokalem
Infektgeschehen
-
Status nach OSME 2-Schrauben (2x1.2) P2 Hand rechts, Entfernung Swanson
Spacer
PIP II Hand rechts, Sampling Knochen und Gewebe, Einlage
Palaxos
Spacer
in das PIP Gelenk II Hand recht
s
im antibio
tischen Fenster am 2
8.
März 2018
-
Status nach Entfernung Zement
Spacer
PIP II rechts, Einlage eines
Silastic
Spacers
Grösse 2 in das PIP II, Seitenbandplastiken PIP II beid
seits du
r
ch
tran
s
ossäre
Refixierung
am 2
9.
Juni 2018
-
Hochgradige Bewegungseinschränkung im MCP-, DIP- und PIP-Gelenk des
Dig
II rechts mit Parästhesien,
Dysästhesien
und
Hyperästhesien
bei posttraumatischer Atrophie des Mittel- und Endgliedes, funktionell einem Fingerverlust entsprechend
Als nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausale Diagnose
n
sei
en
eine Schmerz
haftigkeit und Hypermobilitätsbeschwerden im Bereich des IP-Gelenks
Dig
I links gegeben (
Urk.
9/148 S. 9).
Der Behandlungsabschluss am
Spital A._
sei am
5.
November 2018 erfolgt. Funktionell könne im Zeigefinger der rechten Hand keine Kraft entfaltet werden. Die Finger III-V sowie der Daumen würden bis auf die geringe Extensionseinschränkung keine Funktionseinschränkung aufweisen.
Es könne von einer weiteren Behand
lung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung mehr erwartet werden. In der angestammten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr, die Belastungen seien zu schwer. In einer oftmals leichten, selten mittel
schweren Tätigkeit sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Nicht zumutbar seien dabei feinmotorische und grobmanuelle Tätigkeiten für die rechte Hand sowie Tätigkeiten mit vibrierenden, schlagenden oder stossenden Maschi
nen (S. 8 f.).
4.2
In seiner medizinischen Beurteilung vom 1
4.
Dezember 2018 führte
Dr.
B._
aus, dass die funktionelle Einschränkung an der rechten Hand im Quervergleich dem Verlust des Zeigefingers rechts entspreche, sodass entsprechend der Tabelle 3 der Integritätsentschädigung gemäss UVG von einem Integritätsschaden von 6 % auszugehen sei (
Urk.
9/147).
4.3
Dr.
med.
C._
, Arzt für Allgemeinmedizin (Kreisarzt), führte in seiner
ärzt
lichen Beurteilung vom 1
3.
Mai 2019 aus, dass sich auch unter Würdigung der Vorschädigung des linken Daumens aufgrund der beruflichen Unfallverletzung vom 2
0.
August 1996 gegenüber der Einschätzung vom 1
7.
Dezember 2018 keine Änderung des Zumutbarkeitsprofils ergebe. So sei der Beschwerdeführer bis zu seiner Handverletzung rechts am 2
6.
September 2017 in der Lage gewesen
,
seiner angestammten Tätigkeit als
Sägereimitarbeiter
zu 100 % nachzugehen. Aufgrund der Verletzung an der rechten Hand sei nun von einem umfangreich geminderten Zumutbarkeitsprofil auszugehen, sodass sich aufgrund der Bewegungsstörung im
linken Daumenendgelenk keine weiteren qualitativen oder quantitativen Ein
schrän
kungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ergeben würden (
Urk.
9/179 S.
10).
5.
5.1
Dr.
B._
legt den medizinischen Sachverhalt – was die Verletzung an der rechten Hand betrifft – in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar. So berücksichtigt er ausreichend die medizinischen
Vorakten
und weist detailliert auf die erfolgten Operationen hin. Was die fachärztliche Kompetenz betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass d
ie Kreisärzte der Suva nach ihrer Funktion und beruf
lichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin
sind
und unabhängig von ihrem ursprünglich erworbenen Facharzttitel über besonders ausgeprägte
trau
ma
tologische
Kenntnisse und Erfahrungen
verfügen
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_510/2007 vom 3. Oktober 2008 E. 7.5.4, Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2019 vom 24. Oktober 2019 E. 5.4).
Vor diesem Hintergrund ist die fach
liche Eignung von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
im konkret vorliegenden Fall nicht in Frage zu stellen. Dabei ist anzumerken, dass sich vorliegend keine kom
plizierten fachspezifischen Fragen stellen, wie dies etwa
im Rahmen
einer Kausa
li
tätsbeurteilung
typisch
ist. Vielmehr sind sowohl die Schäden an der rechten wie auch der linken Hand als Unfallfolgen anerkannt und es geht in erster Linie um die Festsetzung des Leistungsprofils. Gerade in diesem Bereich verfügen aber die Kreisärzte der Suva über eine grosse Erfahrung. Die anfängliche Nicht
berück
sichtigung der Schädigung des linken Daumens wurde im Rahmen der Beurtei
lung von
Dr.
C._
vom 1
3.
Mai 2019 korrigiert; insgesamt ist die kreisärzt
liche Einschätzung
der somatischen Un
fallfolgen nicht zu beanstanden.
5.2
5.2.1
Was allfällige psychische Unfallfolgen des Unfalls vom 2
0.
August 1996 betrifft, blieb die Einschätzung der Beschwerdegegnerin beschwerdeweise unbestritten (
Urk.
1 S. 8). Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen im ange
fochtenen
Einspracheentscheid
verwiesen werden (
Urk.
2 S. 6 ff.). Unbeanstandet blieb auch die Qualifikation des Unfallgeschehens vom 2
6.
September 2017 als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen (
Urk.
1 S. 8). Auch diesbezüglich kann auf die zutreffende
n Ausführungen der Beschwerde
gegnerin
wie auch
auf das Urteil des Bundesgericht
s
8C_7
7/2009 vom
4.
Juni 2009 E. 4.1.2
verwiesen werden (
Urk.
2 S. 8 f.,
Urk.
8 S. 5).
Auszugehen ist dem
nach bezüglich des Geschehens vom 2
6.
September 2017 von einem mittel
schweren Unfall im Grenzbereich
zu den leichten Unfällen, wobei zu prüfen bleibt, ob für allfällige psychische Unfallfolgen die Adäquanz zu bejahen wäre.
5.2.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesund
heitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffal
lend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise aus
schlag
gebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien heran
gezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglich
er
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
5.2
.3
Bei der
gegebenen
Unfallschwere
(mitte
lschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
)
müssten
die massgebenden
Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein
.
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht auf Grund des sub
jektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls des Versicherten (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E. 10.1). Der nachfolgende Heilungsprozess ist nicht relevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_806/2007
vom 7.
August 2008 E. 11.1).
Am
2
6.
September 2017
wollte der Beschwerde
führer ein verstopftes Absaugrohr für die Holzspäne bei laufender Hobelmaschine mit der rechten Hand etwas säubern und geriet dabei
mit dieser
unter das Hobel
messer (
Urk.
9/148 S. 2). Bei diesem Hergang
kann aus objektiver Warte nicht von b
esonders dramatischen Begleitum
ständen oder einer besonderen Eindrück
lichkeit des Unfalls gesprochen werden. J
edem mindestens mittelschweren Unfall
ist
eine ge
wisse Eindrücklichkeit eigen
, welche
aber
noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann
(Bun
desgerichtsurteil 8C_949/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.2.1). In jüngerer Zeit be
jahte das Bun
desgericht dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Auto
bahn, bei einem Zusammenstoss zwi
schen einem Personenwagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden
Kolli
sionen mit der Tunnelwand oder
bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattel
schlepper und einem Personen
wagen, wobei der Fahrer des Sattelschlep
pers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versi
cherten Person noch auf einer länge
ren Distanz vor sich herschob, wobei die Insassen des Personenwagens verzwei
felt versuchten, den Unfallverursacher auf sie auf
merksam zu machen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_949/2008 vom 4. Mai 2009, E. 4
.2.1 mit zahlreichen Hin
weisen)
.
Den
medizinischen Akten sind überdies
keine
Hinweise auf eine ärztliche Fehl
behandlung zu entnehme
n; weiter kann weder von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung gesprochen werden noch von einem unfallbe
dingt schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen.
Auch wenn
beim
Beschwerdeführer mehrere
Operationen
nötig geworden sind, konnte doch
etwa
innert Jahresfrist ein Endzustand erreicht werden
.
Hinsichtlich der Arbeits
unfähigkeit ist gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung spätestens ab
Mitte November
2018
zumindest in einer
optimal
angep
assten Tätigkeit von einer voll
ständigen Arbe
itsfähigkeit auszugehen
(vgl. ärztliche Beurteilung von
Dr.
B._
vom 1
3.
November 2018;
Urk.
9/111)
, sodass noch nicht von einer übermässig langen Dauer der Arbeitsfähigkeit auszugehen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_116/2009 vom 2
6.
Juni 2009 E. 4.6; Kriterium bejaht bei voll
ständiger Arbeitsunfähigkeit während drei Jahren)
.
Schwere Handverletzungen wirken für manuell tätige Versicherte erfahrungsgemäss oft besonders traumati
sierend, jedoch ist auch bei diesen Personen auf die gesamten Umstände des Ein
zelfalles abzustellen, wozu auch das Behandlungsresultat gehört (Urteil des Bun
desgerichts U 37/06 vom 2
2.
Februar 2007 E. 7.2.1). Das Kriterium
der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung ist angesichts dessen, dass
zwei F
inger betroffen
waren,
die rechte Hand weiterhin
einsatzfähig
(vgl. E. 6.2 nach
folgend
) und von
eine
r
typische
n
Verletzung in der massgebenden Berufsgruppe
auszugehen ist, zu verneinen
.
Vor diesem Hintergrun
d kann offen
bleiben, ob der Beschwerdeführer
aufgrund der unfallkausalen so
matischen Beschwerden an körperlichen Dauerschmerzen leidet. Aufgrund der medizinischen Akten ist dies
bezüglich davon auszugehen, dass die Beschwerden eher belastungsanhängig sind, was zumindest den Schluss zulässt, dass dieses Kriterium nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist.
So sprach sich der Beschwerdeführer auch gegen eine Amputation des Zeigefingers aus, obschon dadurch eine Verbesserung der Funktionalität der rechten Hand in Aussicht gestellt wurde (
Urk.
9/148 S. 8).
Zusammenfassend ist somit höchstens ein Krit
erium und dieses in nicht beson
ders
ausgeprägter Weise erfüllt, so dass die Adäquanz
allfälliger
psychischen Be
schwer
den zu verneinen ist.
6.
6.1
Bezüglich der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist darauf hinzuweisen, dass die Kündigung des Arbeitsverhältnisses am
2
9.
Mai 2018 aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt ist (
Urk.
9/71 S. 2). Die definitive Einstellung des Betriebes erfolgte dabei spätestens per 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
9/115). Damit kann das
Valideneinkommen
nicht anhand des einst erzielten Lohnes bei der
Y._
AG ermittelt werden.
Vor diesem Hintergrund
sind
sowohl das Validen- als auch das Invalidenein
kommen anhand statistischer Durchschnittswerte (Schweizerische Lohnstruk
tur
erhebung, LSE) zu ermitteln.
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
erscheint es dabei aufgrund der rund dreissigjährigen produktionsspezifischen Berufserfah
rung des Beschwerdeführers gerechtfertigt, das Vergleichseinkommen anhand der Daten des Kompetenzniveaus 2 zu ermitteln.
Aufgrund des beruf
lichen Werde
gangs erscheint es dabei überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer weiterhin in der Holzproduktion tätig gewesen wäre, wobei diesbezüglich per 2018 von einem durchschnittlichen Einkommen von
Fr.
5'889.-- auszugehen ist (
Tabelle TA1_
tirage_skill_level, Ziffer 16-18
)
.
Nach Berücksich
t
igung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeits
zeit, detail
lierte Daten, Normalar
beitsstunden)
sowie der bis 201
9
eingetretenen
Nominal
lohnentwicklung (Schwei
zeri
scher Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Männer, Stand 2018: 2260, Stand 2019: 2279
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbsein
kommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
ergibt sich per 2019
ein Jahres
einkommen von Fr.
74'290
.75.
6.2
Was das Invalideneinkommen betrifft, ist g
estüt
zt auf die Daten der LSE 2018
von einem monatlichen Einkommen
von Fr. 5‘417.-- auszugehen (LSE 2018
TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1
). Nach Berücksicht
igung der durch
schnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeits
zeit, detaillierte Daten, Normalarbeits
stunden)
sowie der bis 2019
eingetretenen
Nominallohnentwicklung
(Schweize
rischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Männer, Stand 2018: 2260, Stand 2019: 2279
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
ergibt sich per 2019
ein Jahreseinkommen von Fr. 68'336.40
.
Das Bundesgericht nimmt bei faktischer
Einhändigkeit
oder Beschränkung der domi
nanten Hand als
Zudienhand
eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit der Arbeits
fähigkeit auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt an, welche einen leidensbedingten Abzug in der Höhe von 20 - 25 % vom Tabellenlohn zu recht
fer
tigen vermag (vgl. Urteil des Bundesgericht
s 8C_58/2018 vom 7. August 2018
E.
5.3 mit zahlreichen Hinweisen).
Allein aus der Tatsache, dass der Beschwerde
führer keine schwereren und auch keine feinmotorischen Tätigkeiten mehr aus
führen kann, ist aber noch nicht auf eine fun
ktionelle
Einhändigkeit
zu schlies
sen. So hielt
Dr.
B._
im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
3.
Dezember 2018 fest, dass die Finger III-V sowie der Daumen bis auf die
geringe Extensionseinschränkung keine Funktionseinschränkung aufweisen würden (
Urk.
9/148 S. 8). Dies korreliert auch mit den Angaben des Beschwerde
führers, dass er noch Autofahren könne, sofern er das Lenkrad mit dem rechten Zeigefinger nicht berühre (
Urk.
9/148 S. 5). Ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von 20
%
oder mehr fällt
daher
ausser Betracht.
Mit
Blick auf die bundes
gerichtliche Rechtsprechung ist weiter anzumerken, dass
die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns
führt
. Viel
mehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. Septem
ber 2019 E. 6.3.2).
Da der Beschwerdeführer aber unbestrittener
massen nicht nur bei schweren, sondern auch bei feinmotorischen Tätigkeiten aufgrund seiner Verletzungen an der rechten wie auch an der linken Hand
ein
geschränkt
ist, erscheint
ein leidensbedingter Abzug in de
r Höhe von 10
%
als angemessen, was zu einem massgebenden Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
61'502.75 führt.
6.3
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
74'290.75
ergibt sich d
amit ein Invaliditätsgrad von 17
%
([
Fr.
74'290.75
- Fr.
61'502.75
] x 100 / Fr.
74'290.75 = 17.21
).
Für die Zeit ab 1. Januar 2019
hat der Beschwerdeführer demnach Anspruch auf eine Invalidenrente ausgehend v
on einem Invaliditätsgrad von 17
%.
7.
7.1
Hinsichtlich des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung
anerkannte die Suva das Vorliegen einer erheblichen und bleibenden Schädigung an der rechten Hand.
Die Beschwerdegegnerin führte dabei aus, dass die erlittene Verletzung einem Verlust des Zeigefingers gleichzustellen sei, was zu einem Integritäts
schaden von 6
%
führe (
Urk.
2 S. 16 ff.).
7.2
Die Einschätzung der Beschwerdegegnerin ist unter Berücksichtigung der mass
gebenden Tabelle (
Integritätsent
schädigung gemäss UVG, Tabelle 3, Integritäts
schaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten) nicht zu beanstanden. Die getroffene Einschätzung überzeugt auch in Anbetracht der kreisärztlichen Feststellung, dass von einer Amputation des rechten Zeigefingers eher eine Verbesserung der funktionellen Leistung der rechten Hand zu erwarten wäre (
Urk.
9/148 S. 8). Nicht zu überzeugen vermag demgegenüber die Argumen
tation des Vertreters des Beschwerdeführers, dass von einem Handverlust (40
%
) auszugehen sei (
Urk.
1 S. 9). Dies widerspricht sowohl der weitgehend erhaltenen Funk
tionalität der Finger III-V sowie des Daumens an der rechten Hand (
Urk.
9/148 S. 8), wie auch den Angaben des Beschwerdeführers, dass er noch Auto
fahren könne (S. 5).
8.
8.1
Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, wobei hinsichtlich des Rentenanspruchs aufgrund der veränderten Festsetzung des
Valideneinkom
mens
von einem Invaliditätsgrad von 17
%
auszugehen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.