Decision ID: 2e8ae4d5-d2c8-42b4-bcdc-ce3954b67698
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 14. Dezember 2010 (CG090046)
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Rechtsbegehren:
"1. Die Beklagte habe dem Kläger aus dem Unfallereignis vom 24. Februar 1999 im Sinne einer Teilklage für Erwerbsausfallschaden vom 1. Mai 2003 bis 30. September 2008 Fr. 483'345.- zuzüglich 5% Zins seit 7. Februar 2009 zu entrichten.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten."
Urteil des Bezirksgerichtes Bülach:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 13'000.-. Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
3. Die Kosten des Verfahrens werden dem Kläger auferlegt. Die Kosten werden jedoch einstweilen auf die Staatskasse genommen. Das Nachforderungsrecht des Staates gemäss § 92 ZPO bleibt vorbehalten.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung von Fr. 22'000.- inkl. MWST zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
6. Eine Berufung gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Zustellung an schriftlich und im Doppel beim Bezirksgericht Bülach erklärt werden.
Berufungsanträge:
des Klägers (Urk. 62 S. 2):
"1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 14. Dezember 2010 sei .
2. Die Beklagte habe dem Kläger aus dem Unfallereignis vom 24. Februar 1999 im Sinne einer Teilklage für Erwerbsausfallschaden vom 1. Mai 2003 bis 30. September 2008 Fr. 483'345.00 zuzüglich 5% Zins seit 7. Februar 2009 zu entrichten.
3. Die Sache sei zur materiellen Beurteilung ans Bezirksgericht Bülach .
4. Dem Kläger sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und der unterzeichnende Anwalt sei als unentgeltlicher  beizugeben.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten vor allen .
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der Beklagten (Urk. 67 S. 2):
Die Berufungsanträge seien abzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.

Erwägungen:
1. Sachverhaltsüberblick
1. Am 24. Februar 1999 fuhr der Kläger und Berufungskläger (nachfolgend: der
Kläger) um ca. 22.45 auf der Autobahn (...) in seinem Personenwagen
Peugeot ... vor C._ in Richtung D._. Aufgrund eines Unfalls auf
der Autobahn musste der Kläger sein Fahrzeug abbremsen. Die nachfol-
gende Lenkerin eines Lieferwagens bemerkte dies zu spät und fuhr auf das
Heck des Peugeot ... auf. Der Halter des Lieferwagens ist bei der Beklagten
und Berufungsbeklagten (nachfolgend: die Beklagte) haftpflichtversichert.
2. Am Tag nach dem Unfall konsultierte der Kläger Dr. med. E._ (FMH In-
nere Medizin) in F._. Dieser diagnostizierte ein HWS-Beschleuni-
gungstrauma nach Verkehrsunfall bei degenerativ veränderter HWS. Die
O._ anerkannte ihre Leistungspflicht, kam für die Heilungskosten auf
und erbrachte Taggeldzahlungen für den Arbeitsausfall.
3. Am 6. April 1999 nahm der Kläger die Erwerbstätigkeit bei seiner damaligen
Arbeitgeberin im Umfang von 50% wieder auf. Ab dem 10. Mai 1999 arbeite-
te der Kläger wieder mit einem Pensum von 100%. Per 30. April 2001 kün-
digte der Kläger die Stelle bei seiner früheren Arbeitgeberin und war fortan
als selbständig Erwerbender tätig.
4. Aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes wurde dem
Kläger ab Januar 2002 zur Wahrnehmung von therapeutischen Interessen
eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bescheinigt. Am Mai 2002 wurde dem Klä-
ger eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert.
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5. Am 16. Mai 2003 unterzog sich der Kläger bei Dr. med. G._ (FMH Neu-
rochirurgie) einer Operation an der HWS. Nachdem die Beschwerden des
Klägers im Anschluss an die Operation andauerten, sprach die IV-Stelle
D._ dem Kläger ab Mai 2004 eine ganze IV-Rente zu, wobei sie den In-
validitätsgrad für die Zeit von Mai 2004 bis September 2005 auf 100% und
ab Oktober 2005 auf 80% festsetzte.
6. Bereits vorher, d.h. am 28. Dezember 2004, erstattete PD Dr. med. H._
vom Institut ... (...) ein von der O._ veranlasstes neurologisches Gut-
achten. Da dieses Gutachten zum Schluss kam, dass die Beschwerden des
Klägers nicht auf das Unfallereignis vom 24. Februar 1999 zurückzuführen
seien, stellte die O._ mit Verfügung vom 13. September 2005 ihre Leis-
tungen per Ende September 2005 ein.
7. Gegen diese Verfügung der O._ vom 13. September 2005 erhob der
Kläger Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Luzern. Im Ver-
lauf des Verfahrens ordnete das Verwaltungsgericht die polydisziplinäre Be-
gutachtung des Klägers an. Den Auftrag wurde Dr. med. I._, Chefarzt
der J._-Stelle (J._) in D._ erteilt. Am 20. Oktober 2008 erstat-
tete die J._ Zentralschweiz das vom Verwaltungsgericht angeforderte
polydisziplinäre Gutachten (nachfolgend: J._ Gutachten). Gestützt auf
dieses Gutachten wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern die Be-
schwerde gegen den Leistungseinstellungsentscheid der O._ vom
13. September 2005 ab.
2. Prozessgeschichte
1. Am 25. Mai 2009 erhob der Kläger im Zusammenhang mit dem Unfall vom
24. Februar 1999 die obgenannte Teilklage gegen die Beklagte, d.h. die ob-
ligatorische Haftpflichtversicherung des Halters des unfallverursachenden
Lieferwagens. Als Folge des Unfalls machte der Kläger einen Erwerbsaus-
fallschaden von Fr. 424'919.00 geltend. Dieser Erwerbsausfall bezieht sich
auf die Zeit von Mai 2003 (Operation der Halswirbelsäule bei Dr. med.
G._) bis einstweilen September 2008.
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2. Die Beklagte bestreitet gestützt auf das J._ Gutachten, dass der Kläger
nach Mitte Mai 1999 an unfallbedingten Beschwerden gelitten habe.
3. Mit Urteil vom 14. Dezember 2010 (in unbegründeter Fassung) wies die Vo-
rinstanz die Klage ab (Urk. 48), worauf der Kläger die Begründung des Ur-
teils verlangte (Urk. 50). In der begründeten Fassung hielt das Bezirksge-
richt Bülach im Wesentlichen fest, dass der Kläger anlässlich des Verkehrs-
unfalls vom 24. Februar 1999 zwar eine HWS-Distorsion erlitten habe
(Urk. 58 S. 8). Allerdings könne namentlich aufgrund der Erkenntnisse des
J._ Gutachtens nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus-
gegangen werden, dass die Beschwerden des Klägers in der Zeit vom
1. Mai 2003 bis 30. September 2008 auf den Verkehrsunfall vom
24. Februar 1999 zurückzuführen seien (Urk. 58 S. 21).
4. Gegen die am 21. Februar 2011 zugestellte begründete Fassung des Urteils
vom 14. Dezember 2010 erklärte der Kläger rechtzeitig die Berufung
(Urk. 59). Am 23. März 2011 erstattete der Kläger die Berufungsbegründung
mit den obgenannten Anträgen (Urk. 62). Mit Berufungsantwort vom 25. Mai
2011 stellte die Beklagte die obgenannten Anträge und verwies zur Begrün-
dung auf ihre Darstellung vor der Vorinstanz, die Akten und die vorinstanzli-
che Beweiswürdigung (Urk. 67). Mit Verfügung vom 1. Juni 2011 wurde die
Berufungsantwortschrift der Gegenpartei zur Kenntnis zugestellt und der
Schriftenwechsel für abgeschlossen erklärt (Urk. 68).
5. Auf telefonische Anfrage erklärten die Parteien, auf eine öffentliche Urteils-
beratung zu verzichten (Urk. 70).
3. Prozessuales
1. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung in Kraft ge-
treten. Für Rechtsmittelverfahren, die vor diesem Zeitpunkt eingeleitet wur-
den, ist das bisherige Recht weiterhin anwendbar (Art. 404 ZPO). Im vorlie-
genden Fall wurde das angefochtene Urteil am 14. Dezember 2010 gefällt
und zunächst in unbegründeter Fassung verschickt. Der Umstand, dass das
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begründete Urteil erst nach dem 1. Januar 2011 zugestellt wurde, ändert
nichts daran, dass das bisherige kantonale Prozessrecht anwendbar ist. Das
Berufungsverfahren untersteht daher den Verfahrensvorschriften der bishe-
rigen kantonalzürcherischen Zivilprozessordnung (ZPO/ZH).
2. Gemäss § 268 ZPO/ZH werden die Parteien nach Eingang der Berufungs-
antwort zur mündlichen Berufungsverhandlung vorgeladen; für die Replik
und Duplik kann jedoch auch das schriftliche Verfahren angeordnet werden
(Abs. 1). Wenn der Berufungsbeklagte keine Antwort einreicht oder auf die
Akten verweist, wird keine Berufungsverhandlung durchgeführt (Abs. 3); in
diesem Fall entfällt ein Anspruch des Berufungsklägers auf eine mündliche
oder schriftliche Replik (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcheri-
schen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 1997, § 268 N 3). Da sich die
Beklagte in der Berufungsantwort darauf beschränkte, auf ihre Darstellung
vor der Vorinstanz, die Akten und die überzeugende vorinstanzliche Be-
weiswürdigung zu verweisen (Urk. 67), wurde der Schriftenwechsel mit Ver-
fügung vom 1. Juni 2011 für abgeschlossen erklärt (Urk. 68). Gemäss § 265
ZPO/ZH ist aufgrund der Akten zu entscheiden.
4. Materielles
1. Die Vorinstanz hielt zutreffend und unangefochten fest, dass der Kläger sei-
ne Forderung auf Art. 58 SVG stütze, wonach der Halter für den Schaden
hafte, der durch den Betrieb eines Motorfahrzeugs verursacht werde. Eben-
falls zutreffend und unangefochten ging die Vorinstanz davon aus, dass dem
Kläger gestützt auf Art. 65 Abs. 1 SVG ein unmittelbarer Anspruch gegen
den Haftpflichtversicherer zustehe (Urk. 58 S. 9 E. 3.1). Weiter hielt die Vo-
rinstanz auch zutreffend und unangefochten fest, dass der Kläger - nebst
dem Schaden - den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Schaden und dem Tatbestand dartun müsse, an welchen er die
Haftung anknüpfen wolle (Urk. 58 S. 9 E. 3.2).
2. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass ein natürlicher Kausalzusammen-
hang zwischen der Auffahrkollision und dem gesundheitlichen Beschwerden
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des Klägers zu bejahen ist, wenn die Kollision nicht weggedacht werden
kann, ohne dass die eingetretene Schädigung entfiele oder anders ausgefal-
len wäre (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 117 V 359 E. 4a S. 360, je mit Hin-
weisen). Die natürliche Kausalität als Tatsachenfrage ist von derjenigen
Prozesspartei zu beweisen, die aus ihr Rechte ableitet, wobei die beweisbe-
lastete Partei die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (BGE 128 III 271
E. 2a/aa S. 273). Beweislosigkeit liegt vor, wenn die anspruchsbegründen-
den oder anspruchsvernichteten Tatsachen nicht dem bundesrechtlichen
Beweismass entsprechend von der beweisbelasteten Partei nachgewiesen
sind. Nach dem bundesgerichtlichen Regelbeweismass gilt ein Beweis als
erbracht, wenn das Gericht von der Richtigkeit einer Sachbehauptung so
überzeugt ist, dass allfällige Zweifel unerheblich erscheinen. Anstelle des
Regelbeweismass der vollen Überzeugung gilt jedoch für den natürlichen
Kausalzusammenhang nach ständiger Rechtsprechung das Beweismass
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 132 III 715 e. 3.2 S. 720, 128
III 271 E. 2b/aa S. 276, je mit Hinweisen). Nach dem Beweismass der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die
Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gerichtspunkten derart ge-
wichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünf-
tigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen (BGE 132 III 715 E. 3.1
S. 720, 130 III 321 E. 3.3 S. 325, je mit Hinweisen). Es ist daher zu prüfen,
ob aufgrund der medizinischen Fakten die Ursächlichkeit des Auffahrunfalls
für die behauptete Schädigung im Sinn einer überwiegenden Wahrschein-
lichkeit zu bejahen ist. Dies ist eine Frage der Beweiswürdigung.
3. Die Vorinstanz hielt im Rahmen der Beweiswürdigung aufgrund der bisheri-
gen medizinischen Erhebungen (Urk. 58 S. 11 ff. E. 4.1 bis 4.8) und nament-
lich des J._ Gutachtens (Urk. 58 S. 15 ff. E. 4.9) fest, dass eine über-
wiegende Wahrscheinlichkeit der Ursächlichkeit des Unfalls für die Be-
schwerden des Klägers in der Zeit vom 1. Mai 2003 bis zum 30. September
2008 zu verneinen sei (Urk. 58 S. 18-21 E. 5). In der Berufung beanstandet
der Kläger im Wesentlichen, dass das J._ Gutachten schlechthin einem
"gerichtlichen Gutachten" gleichgestellt werde (Urk. 62 S. 5 Rz. 9). Da die
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Vorinstanz entgegen seinem Antrag die gerichtliche Anordnung eines poly-
disziplinären (Ober-)Gutachtens abgelehnt habe, habe diese sowohl Art. 8
ZGB und § 133 ZPO/ZH (Anspruch auf Beweis) als auch Art. 29 Abs. 2 BV
(Anspruch auf rechtliches Gehör) und Art. 6 EMRK (Anspruch auf faires Ver-
fahren) verletzt (Urk. 62 S. 5 Rz. 10 f.). Aufgrund von unterschiedlichen ärzt-
lichen Kausalitätsbeurteilung sei es nicht vertretbar, dass im Rahmen der
Beweiswürdigung einzig auf das J._ Gutachten abgestellt werde
(Urk. 62 S. 6 f. Rz. 12 ff.).
4. Vorab ist festzuhalten, dass der Kläger der Vorinstanz zu Unrecht eine Ver-
letzung von Art. 8 ZGB (Recht auf Beweis) vorwirft (so Urk. 62 S. 5
Rz. 10 f.). Art. 8 ZGB regelt einerseits die Beweislastverteilung und die Fol-
gen der Beweislosigkeit. Anderseits gibt diese Bestimmung der beweispflich-
tigen Partei einen Anspruch darauf, für rechtserhebliche Sachvorbringen
zum Beweis zugelassen zu werden. Wenn das Gericht aufgrund einer Wür-
digung von Beweismitteln zu einer Überzeugung gelangt, wird das in Art. 8
ZGB verankerte Recht auf Beweis nicht tangiert. Mit welchen Beweismitteln
ein Beweis erbracht wird, ist eine Frage der Beweiswürdigung, die von Art. 8
ZGB nicht geregelt wird. Art. 8 ZGB schreibt dem Gericht nicht vor, mit wel-
chen Beweismitteln der Sachverhalt abzuklären ist, und Art. 8 ZGB schliesst
selbst eine antizipierte Beweiswürdigung nicht aus (ständige Rechtspre-
chung seit BGE 114 II 289 E. 2a S. 290).
Im vorliegenden Fall führte die Vorinstanz ein Beweisverfahren durch, wel-
ches insbesondere die Frage der natürlichen Kausalität des Unfallereignis-
ses vom 24. Februar 1999 für die behaupteten Einschränkungen bzw. Be-
schwerden des Klägers zum Gegenstand hatte (Urk. 29 [Beweisauflage]
sowie Urk. 34 und 35 [Beweisabnahme]). Wenn sich die Vorinstanz alsdann
dafür entschied, nebst anderen Beweismitteln in erster Linie auf das J._
Gutachten abzustellen und darauf zu verzichten, ein vom Kläger beantragtes
polydisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen (Urk. 33), ist darin ei-
ne antizipierte Beweiswürdigung zu sehen. Wie erläutert wird das in Art. 8
ZGB verankerte Recht auf Beweis durch eine antizipierte Beweiswürdigung
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nicht tangiert. Auch von einer Verletzung von § 133 ZPO/ZH kann keine Re-
de sein, weil diese Bestimmung definiert, was bewiesen werden muss, aber
nicht regelt, wie der Beweis zu führen ist.
5. Sodann erweist sich die Berufung auch insofern als unbegründet, als der
Kläger der Vorinstanz eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorwirft
(Urk. 62 S. 5 Rz. 11). Der verfassungsrechtlich garantierte Anspruch auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verbietet die antizipierte Beweiswürdi-
gung nicht. Die Vorinstanz ist auf die Ausführungen des Klägers eingegan-
gen und hat ausgeführt, weshalb sie das J._ Gutachten aufgrund der
Beweislage für beweisbildend hält und auf die Einholung eines gerichtlich
angeordneten polydisziplinären Obergutachtens verzichtet. Von einer Ge-
hörsverletzung (Art. 29 Abs. 2 BV) kann unter diesen Umständen keine Re-
de sein. Ebenso wenig wird der Anspruch auf ein faires Verfahren (Art. 6
EMRK) von einer antizipierten Beweiswürdigung tangiert.
6. Zu prüfen ist somit einzig die Frage, ob die Vorinstanz für die Frage der Be-
urteilung der natürlichen Kausalität hauptsächlich auf das J._ Gutach-
ten abstellen und in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Beweiserhe-
bungen - insbesondere die Einholung eines vom Kläger beantragten poly-
disziplinären medizinischen Obergutachtens - verzichten durfte. Dabei ist
zunächst zu prüfen, ob ein J._ Gutachten grundsätzlich beweistauglich
(nachfolgend lit. a) und im vorliegenden Fall beweiskräftig ist (nachfolgend
lit. b).
a) Die grundsätzliche Beweistauglichkeit des J._ Gutachtens als Be-
weismittel in einem Gerichtsverfahren wird vom Beklagten zu Recht
nicht gerügt. In sozialrechtlichen Streitigkeiten bejahte die Rechtspre-
chung bis vor kurzem selbst die Beweistauglichkeit von Administrativ-
gutachten, die vom Sozialversicherungsträger (z.B. IV-Stelle) eingeholt
wurden; zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass es
sich bei solchen Administrativgutachten nicht um Parteigutachten
handle (BGE 136 V 376 insbes. E. 4.2.2 S. 379 f.). In einem jüngst ge-
fällten (und sehr ausführlich begründeten) Entscheid wurde die Praxis
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zur Beweistauglichkeit von J._ Gutachten zwar etwas relativiert,
aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt (BGE 137 V 210 ff.); im Sinn
einer Änderung der Rechtsprechung wird neu unter anderem voraus-
gesetzt, dass das Versicherungsgericht bei festgestellter Abklärungs-
bedürftigkeit nicht auf ein vom Sozialversicherungsträger eingeholtes
Administrativgutachten, sondern nur auf ein vom Versicherungsgericht
angeordnetes Gerichtsgutachten abstellen dürfe (a.a.O., insbes.
E. 4.4.1.3 und 4.4.1.4 S. 264 f.). Grundsätzlich ändert dies aber nichts
daran, das J._ Gutachten als beweistaugliche Beweismittel anzu-
sehen sind. Aber nicht nur in sozialrechtlichen, sondern auch in zivil-
rechtlichen Streitigkeiten wird regelmässig auf J._ Gutachten ab-
gestellt (vgl. z.B BGE 131 III 12 ff. [insbes. nicht amtlich publizierter
vollständiger Sachverhalt]).
Im vorliegenden Fall stützte sich die Vorinstanz für ihren Entscheid
hauptsächlich auf das J._ Gutachten vom 20. Oktober 2008
(Urk. 6/20/1 [J._ Zentralschweiz]). Bei diesem Gutachten handelt
es sich nicht um ein Administrativgutachten eines Sozialversicherungs-
trägers, sondern um ein von der Sozialversicherungsrechtlichen Abtei-
lung des Verwaltungsgerichts Luzern eingeholtes Gerichtsgutachtens.
Da es sich bei dieser Abklärung um ein Gerichtsgutachten handelt,
welches die in BGE 137 V 210 verdeutlichten Verfahrensgarantien
wahrt, ist die grundsätzliche Beweistauglichkeit des J._ Gutach-
tens vom 20. Oktober 2008 nicht in Frage gestellt. Insbesondere ver-
fängt die Auffassung des Klägers nicht, das J._ Gutachten sei
fälschlicherweise einem gerichtlichen Gutachten gleichgestellt worden
(Urk. 62 S. 5 Rz. 9 Satz 1), zumal der Kläger selbst einräumt, dass es
sich beim J._ Gutachten um ein gerichtlich angeordnetes Gutach-
ten handelte (Urk. 62 S. 5 Rz. 9 Satz 2). Die grundsätzliche Be-
weistauglichkeit des J._ Gutachtens kann daher nicht in Frage ge-
stellt werden.
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b) Damit ist im Folgenden zu prüfen, ob die Vorinstanz unter dem Ge-
sichtspunkt der Beweiskraft auf das an sich beweistaugliche J._
Gutachten abstellen durfte.
− Die Vorinstanz hielt ausführlich fest, dass das vom Verwaltungsgericht
Luzern eingeholte J._ Gutachten das bisher einzige polydisziplinä-
re Gutachten sei. Den Gutachtern seien die medizinischen Vorakten
zur Verfügung gestanden und der Kläger sei umfassend untersucht
worden. Das Gutachten leuchte in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge ein (Urk. 58 S. 18 f. E. 5.3). Der Kläger unterlasse es
zu begründen, weshalb das J._ Gutachten bezüglich der Kausali-
tätsbeurteilung unzutreffend sei, sondern verweise lediglich auf die ab-
weichenden monodisziplinären Beurteilungen von Dr. G._, Dr.
K._ und PD Dr. H._. Die medizinischen Einschätzungen der
drei genannten Ärzte seien jedoch nicht geeignet, die Ergebnisse des
polydisziplinären J._ Gutachtens zu erschüttern (Urk. 58 S. 19 f.
E. 5.5). Da nicht ersichtlich sei, wie angesichts des nachvollziehbaren
und schlüssig begründeten J._ Gutachtens eine weitere polydis-
ziplinäre medizinische Begutachtung oder die Befragung der involvier-
ten Ärzte als Zeugen zusätzliche Erkenntnisse bringen könnten, beste-
he kein Anlass für die Einholung eines weiteren Gutachtens oder für
eine Zeugenbefragung (Urk. 58 S. 21 E. 5.7).
− Die vom Kläger gegen diese Begründung vorgebrachten Einwände
sind nicht überzeugend.
− Soweit der Kläger geltend macht, aufgrund der vom J._ Gut-
achten abweichenden Einschätzungen der drei genannten Ärzte
(Dr. G._, Dr. K._ und PD Dr. H._) hätte auf jeden
Fall ein polydisziplinäres Ergänzungsgutachten eingeholt werden
müssen (Urk. 62 S. 6 Rz. 13), ist ihm entgegen zu halten, dass
die Vorinstanz ausführlich begründete, weshalb die Erkenntnisse
des J._ Gutachtens auch in Kenntnis der erwähnten abwei-
chenden Einschätzungen nachvollziehbar und schlüssig sind. Al-
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lein der Umstand, dass abweichende medizinische Einschätzun-
gen vorliegen, relativiert den Beweiswert eines überzeugenden
Gutachtens nicht.
− Unbegründet ist auch der Einwand, dass die Vorinstanz bei der
Beweiswürdigung überhaupt nicht auf die biomechanische Kurz-
beurteilung durch Dr. L._ und Prof. Dr. M._ abgestellt
und auch die Arztberichte von Dr. E._ und der N._-
Klinik völlig unbeachtet gelassen habe (Urk. 62 S. 7 Rz. 14). Ei-
nerseits ist zu berücksichtigen, dass die erwähnten Berichte, auf
die sich der Kläger bezieht, in der Zeit unmittelbar nach dem Un-
fallereignis (Bericht N._ Klinik vom 2. März 1999 [Urk. 6/11]
und Arztzeugnis ... von Dr. E._ vom 22. März 1999
[Urk. 6/8]) erstellt wurden bzw. sich auf die Jahre 2000 bis 2002
beziehen (Biomechanische Kurzbeurteilung von Dr. L._ und
Prof. Dr. M._ vom 22. Mai 2002 [Urk. 6/10] sowie Berichte
der N._ Klinik vom 5. Oktober 2000 [Urk. 6/12], vom
4. September 2001 [Urk. 6/13], vom 22. Januar 2002 [Urk. 6/14]
und vom 26. Februar 2002 [Urk. 6/15]) und für die Beurteilung der
Ursachen der Beschwerden des Klägers im hier interessierenden
Zeitraum vom 1. Mai 2003 bis 30. September 2008 nur be-
schränkten Beweiswert haben. Anderseits wurden zahlreiche me-
dizinische Unterlagen - unter anderem auch die vom Kläger nam-
haft gemachten Berichte - bei der Kausalitätsbeurteilung durch
das polydisziplinäre J._ Gutachten mitberücksichtigt (vgl. die
Belege in Urk. 6/20/1 unter "Ziff. 1.1.1 Medizinische Unterlagen").
Entgegen der Auffassung des Klägers kann daher keine Rede
davon sein, dass wesentliche Berichte und Beurteilungen unbe-
rücksichtigt geblieben seien. Im Gegenteil geht das polydisziplinä-
re J._ Gutachten auf alle verfügbaren (medizinischen) Unter-
lagen ein und setzt sich bei der Kausalitätsbeurteilung detailliert
damit auseinander, weshalb die Vorinstanz nicht eigens auf jede
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einzelne Beurteilung eingehen musste, die bereits im gerichtlich
angeordneten J._ Gutachten abgehandelt wurde.
− Unbegründet ist die Berufung schliesslich auch insoweit, als der
Kläger dem J._ Gutachten insofern Widersprüchlichkeit vor-
wirft, als einerseits davon ausgegangen werde, der Kläger sei bis
zum Unfall beschwerdefrei gewesen, andrerseits aber die Ursa-
che für die Beschwerden in einer angeborenen Fehlbildung der
HWS gesehen werde (Urk. 62 S. 7 f. Rz. 15). Der Kläger über-
sieht, dass sich das polydisziplinäre J._ Gutachten an ver-
schiedenen Stellen mit diesem angeblichen Widerspruch ausei-
nandersetzt. So wird ausgeführt, dass die erhebliche Fehlform der
HWS des Klägers (vermutlich vom Typ Klippel-Feil) mit an Si-
cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon zum Zeitpunkt des
Unfalls am 24. Februar 1999 vorgelegen habe, auch wenn der
Kläger nach seinen eigenen Aussagen vor dem Unfall beschwer-
defrei gewesen sei. In Laufe der Jahre nach dem Unfall sei es zu
einer Progression der degenerativen Veränderung gekommen,
was aufgrund des natürlichen Verlaufs auch bei Patienten ge-
schehe, die keinen Unfall erlitten hätten. Der Reumathologe gehe
daher davon aus, dass die heutigen Befunde am Bewegungsap-
parat im Nacken-/Schulterbereich mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit heute auch ohne den am 24. Februar 1999 erlittenen Un-
fall vorlägen (Urk. 6/20/1 S. 32 unten). An anderer Stelle wird im
J._ Gutachten ausgeführt, aufgrund der angeborenen Fehl-
form der HWS sei anzunehmen, dass die jetzt etablierten Be-
schwerden auch ohne Unfallereignis wahrscheinlich eingetreten
wären (Urk. 6/20/1 S. 33 f.). Und schliesslich wird unter dem Titel
"Beantwortung des Fragenkatalogs" festgehalten, dass die Be-
schwerden des Klägers nicht mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit auf den Auffahrunfall vom 24. Februar 1999 zurückzuführen,
sondern durch die krankhaften Veränderungen an der HWS des
Klägers erklärbar seien (Urk. 6/20/1 S. 38 Beantwortung der Fra-
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ge 7; vgl. auch die Beantwortung der Fragen 4-6). Entgegen der
Auffassung des Klägers leidet das J._ Gutachten somit kei-
neswegs unter einem unüberbrückbaren Widerspruch.
− Aus diesen Gründen sind die Einwände des Klägers, welche dieser
gegen die (antizipierte) Beweiswürdigung der Vorinstanz vorbringt,
nicht überzeugend.
c) Da das gerichtlich angeordnete J._ Gutachten aus den dargeleg-
ten Gründen beweistauglich (vgl. oben lit. a) und inhaltlich beweiskräf-
tig ist (vgl. oben lit. b), durfte die Vorinstanz für die Beurteilung der
Kausalität des Unfallereignisses vom 24. Februar 1999 für die hier inte-
ressierenden Beschwerden in der Zeit vom 1. Mai 2003 bis zum
30. September 2008 bei der Beweiswürdigung auf dieses Beweismittel
abstellen und in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Beweiser-
hebungen - und insbesondere auf die Einholung eines zweiten Ge-
richtsgutachtens - verzichten. Die Berufung ist daher abzuweisen.
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen; unentgeltliche Prozessführung
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kosten- und
Entschädigungsregelung zu bestätigen.
2. Auch für das Berufungsverfahren wird der Kläger ausgangsgemäss kosten-
und entschädigungspflichtig, wobei bei der Bemessung der Prozessent-
schädigung zu berücksichtigen ist, dass sich die Beklagte im Wesentlichen
darauf beschränkte, einen Antrag zu stellen, und im Übrigen auf ihre bishe-
rigen Ausführungen und die Akten verwies (Urk. 67 S. 2).
3. Der Kläger ersucht im Berufungsverfahren ausdrücklich um die Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung und die Ernennung eines unentgeltli-
chen Rechtsbeistandes (Urk. 62 S. 2).
a) Vorab ist nochmals in Erinnerung zu rufen, dass das Berufungsverfah-
ren übergangsrechtlich dem bisherigen kantonalen Prozessrecht unter-
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steht (vgl. oben, E. 3.1). Im erstinstanzlichen Verfahren wurde dem
Kläger das Armenrecht mit Beschluss vom 7. Juli 2009 gewährt
(Urk. 14). Obwohl das Armenrecht gemäss dem bisherigem kantonalen
Prozessrecht nicht nur für die angerufene Instanz gilt, kann die
Rechtsmittelinstanz für ihr Verfahren einen selbständigen Entscheid
fällen (§ 90 Abs. 2 ZPO/ZH). Da der Kläger im vorliegenden Fall nicht
nur die Berufung erklärte, sondern gleichzeitig eine vollständig begrün-
dete Berufungsschrift einreichte (Urk. 62), und da das Verfahren nach
der Erstattung der Berufungsantwort spruchreif ist (vgl. oben, E. 3/2),
ist im Rahmen des vorliegenden Entscheides auch über die Frage des
Entzugs des Armenrechts für das Berufungsverfahren zu befinden.
b) Nach § 84 Abs. 1 ZPO/ZH wird einer mittellosen Partei auf Gesuch die
unentgeltliche Prozessführung bewilligt, sofern der Prozess nicht als
aussichtslos erscheint. Gemäss § 87 ZPO/ZH wird der betreffenden
Partei unter den gleichen Voraussetzungen eine unentgeltliche
Rechtsvertretung bestellt, wenn sie zur gehörigen Führung des Pro-
zesses einer solchen bedarf. Nach ständiger Rechtsprechung gelten
Rechtsbegehren bzw. Rechtsmittel als aussichtslos, bei denen die Ge-
winnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und
deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können, nicht aber,
wenn die Gewinnaussichten und die Verlustgefahren sich ungefähr die
Waage halten oder wenn jene nur wenig geringer sind als diese. Mas-
sgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel ver-
fügt, sich bei vernünftigen Überlegungen zu einem Prozess entschlies-
sen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rech-
nung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können,
weil er sie nichts kostet. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten
bestehen, beurteilt sich nach den Verhältnissen zur Zeit, zu der das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt wurde, und beruht auf
einer summarischen Prüfung (BGE 133 III 614 E. 5 S. 616, 129 I 129
E. 2.3.1 S. 135 f., je mit Hinweisen).
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c) Im vorliegenden Berufungsverfahren ist im Wesentlichen umstritten, ob
sich die Vorinstanz für die Beweiswürdigung auf das J._ Gutach-
ten abstützen und trotz dem Beweisantrag des Klägers darauf verzich-
ten durfte, ein polydisziplinäres (Ober-)Gutachten einzuholen. Wie er-
läutert handelt es sich beim gerichtlich angeordneten J._ Gutach-
ten um ein Beweismittel, das beweistauglich und inhaltlich beweiskräf-
tig ist. Insbesondere basierte das polydisziplinäre J._ Gutachten,
an welchem mehrere Experten mitwirkten, auf sämtlichen verfügbaren
medizinischen Berichten und einer umfassenden Untersuchung des
Klägers. Da im angefochtenen Urteil detailliert aufgezeigt wurde, wes-
halb auf das J._ Gutachten abgestellt werden konnte und sich die
Einholung eines Obergutachtens erübrigte, musste der Kläger damit
rechnen, dass bezüglich seiner Kritik an der (antizipierten) Beweiswür-
digung die Gewinnaussicht beträchtlich geringer ist als die Verlustge-
fahr ist und kaum als ernsthaft bezeichnet werden kann.
d) Zufolge Aussichtslosigkeit ist dem Kläger daher das Armenrecht für
das Berufungsverfahren zu entziehen.