Decision ID: 07b3c461-e09b-4c3c-8602-efa0612e8b98
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. wurde am 19. August 1981 in Skënderaj im Kosovo geboren. Dort heiratete er
am 23. August 2001 die am 3. Mai 1981 geborene Landsfrau A.B., welche am 1.
Dezember 1996 zu ihren Eltern in die Schweiz eingereist war und
niederlassungsberechtigt ist. Am 22. August 2003 reiste X.Y. zu seiner Ehefrau in die
Schweiz. Seine Aufenthaltsbewilligung wurde nach Abschluss einer
Integrationsvereinbarung am 17. November 2010 letztmals am 1. Dezember 2010 unter
gleichzeitiger ausländerrechtlicher Verwarnung bis 21. August 2011 verlängert. Die
gemeinsamen Kinder, nämlich die Tochter C. (geb. 2005) und der Sohn D. (geb. 2010),
sind niederlassungsberechtigt.
B./ Das kantonale Migrationsamt verweigerte X.Y. mit Verfügung vom 27. Oktober 2011
eine erneute Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Er erhob dagegen am 10.
November 2011 Rekurs und trat am 19. Dezember 2011 eine Vollzeitstelle an. Das
Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs am 16. Oktober 2012 ab. Die
Entscheidgebühr von 1'000 Franken wurde X.Y. auferlegt, zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege jedoch vom Kanton getragen. Die Rechtsvertreterin
wurde zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit 1'500 Franken zuzüglich
Mehrwertsteuer ausseramtlich entschädigt.
Im Rekursentscheid wird zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt, X.Y. habe – da
seine Ehefrau und die beiden gemeinsamen Kinder über eine
Niederlassungsbewilligung und damit über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügten
– grundsätzlich Anspruch auf eine Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Als
Bedingung für die Verlängerung der Bewilligung sei am 1. Dezember 2010 festgehalten
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worden, X.Y. habe eine geregelte Erwerbstätigkeit aufzunehmen, keine neuen Schulden
zu verursachen und bestehende zurückzuzahlen sowie seinen finanziellen
Verpflichtungen ordnungsgemäss nachzukommen. Zwar habe er während des
Rekursverfahrens eine feste Anstellung gefunden, jedoch seien die Ausstände der
Familie beim Sozialamt auf einen Betrag von knapp 55'400 Franken angestiegen und
bestehende Schulden nicht abgebaut worden. Damit seien die Bedingungen nicht
erfüllt worden, wobei die Frage des Verschuldens nicht von Belang sei. Die Familie sei
mittlerweile seit mehr als vier Jahren unterstützungsbedürftig. Ihre Ausstände beim
Sozialamt seien erheblich. X.Y. habe trotz der Integrationsvereinbarung vom 17.
November 2010 und der Verwarnung vom 1. Dezember 2010 keine ernsthaften
Anstrengungen unternommen, sich von der Sozialhilfe zu lösen. Erst nachdem seine
Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert worden sei, habe er eine vollzeitliche
Erwerbstätigkeit aufgenommen, bei der er monatlich Einkünfte von 3'500 Franken
brutto erziele. Sein Verhalten weise auf leichtfertige Schuldenmacherei hin und lasse
darauf schliessen, dass für ihn und seine Familie auch künftig Sozialhilfe geleistet
werden müsse. Eine realistische Sanierungsmöglichkeit bestehe nicht, umso mehr als
seine Ehefrau nicht mehr erwerbstätig sei und selbst beträchtliche Schulden habe. Da
X.Y. während acht seiner neun Jahre in der Schweiz keine Arbeitsstelle gehabt habe
und ihm bezüglich der wirtschaftlichen Integration keine günstige Prognose gestellt
werden könne, überwiege das öffentliche Interesse an der Fernhaltung sein privates
Interesse am weiteren Aufenthalt in der Schweiz, zumal er bis zum Alter von 22 Jahren
in seinem Herkunftsland gelebt und seine Heimat gelegentlich besucht habe. Auch
seine Ehefrau habe ihre Kinder- und Jugendzeit in ihrem Heimatland verbracht. Die
sieben- und zweijährigen Kinder befänden sich in einem anpassungsfähigen Alter. Der
Ehefrau und den Kindern könne – allenfalls – zugemutet werden, X.Y. ins gemeinsame
Heimatland zu folgen; ansonsten könne der Kontakt über gegenseitige Besuche,
Telefon und Internet aufrechterhalten werden. Sei es den Familienmitgliedern
zumutbar, ihre Beziehung im Ausland zu leben, sei auch der Anspruch auf Achtung des
Familienlebens nicht verletzt.
C./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements (nachfolgend Vorinstanz) vom 16. Oktober 2012
durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 31. Oktober 2012 und Ergänzung vom
23. November 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter
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Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und
seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Auf die Ausführungen zur Begründung des

Antrags wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Dem Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung entsprach
der Präsident des Verwaltungsgerichts mit Verfügung vom 30. November 2012. Die
Vorinstanz verwies am 11. Dezember 2012 auf den angefochtenen Entscheid und
beantragte, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Umstritten ist die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, welche dem
Beschwerdeführer erstmals im Jahr 2003 zum Verbleib bei seiner Ehefrau erteilt und
letztmals am 1. Dezember 2010 – unter gleichzeitiger Verwarnung – bis 21. August
2011 verlängert wurde. In Frage steht weder ein eigener Anspruch des
Beschwerdeführers auf Anwesenheit in der Schweiz noch die Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung nach fünfjährigem ordnungsgemässem und
ununterbrochenem Aufenthalt gemäss Art. 43 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, abgekürzt AuG).
2.1. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung kann sowohl im Landesrecht (vgl. dazu nachfolgend E. 2.1.1.)
als auch im Völkerrecht (vgl. dazu nachfolgend E. 2.1.2.) eine Rechtsgrundlage finden.
2.1.1. Ausländische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben
gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Da unbestritten ist,
dass die im Jahr 1981 geborene Ehefrau des Beschwerdeführers im Jahr 1996 im
Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz reiste und – ebenso wie die
gemeinsamen im Jahr 2005 und 2010 geborenen Kinder – über eine
Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verfügt und der Beschwerdeführer mit ihnen
zusammenwohnt, hat er grundsätzlich einen Anspruch auf die Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung.
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2.1.2. Da seine Angehörigen mit der Niederlassungsbewilligung über ein
Anwesenheitsrecht mit einem gefestigten Rechtsanspruch verfügen, fällt der Anspruch
des Beschwerdeführers nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich
auch in den Geltungsbereich von Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK), welcher
insbesondere das Recht auf Achtung des Familienlebens schützt (vgl. BGE 130 II 281
E. 3.1). Ein staatlicher Eingriff in dieses Recht auf Familienleben liegt indessen nicht
vor, wenn es den Familienangehörigen zumutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu
führen; ist es dem in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Familienmitglied in diesem
Sinn zumutbar, mit dem Ausländer, dem eine fremdenpolizeiliche Bewilligung
verweigert worden ist, auszureisen, ist Art. 8 EMRK somit von vorneherein nicht verletzt
(BGE 122 II 289 E. 3b). Bei jeder familiären Beziehung sind die freie Wahl des Wohnorts
und damit die Niederlassungsfreiheit für einzelne Familienmitglieder unabhängig von
behördlichen Massnahmen unweigerlich eingeschränkt, weil anders ein
Zusammenleben am gleichen Ort ausgeschlossen erscheint. Muss ein Ausländer, dem
eine fremdenpolizeiliche Bewilligung verweigert worden ist, das Land verlassen, haben
dies seine Angehörigen – besondere Umstände vorbehalten – hinzunehmen, wenn es
ihnen "ohne Schwierigkeiten" möglich ist, mit ihm auszureisen; eine umfassende
Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK erübrigt sich unter diesen Umständen.
Anders verhält es sich, falls die Ausreise für die Familienangehörigen "nicht von
vornherein ohne weiteres zumutbar" erscheint (BGE 135 I 153 E. 2.1 mit Hinweisen auf
Rechtsprechung und Literatur).
Die Frage der Zumutbarkeit beurteilt sich nicht nach den Wünschen der Betroffenen,
sondern ist unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse und aller Umstände
objektiv zu prüfen (BGE 122 II 1 E. 2). In der Schweiz geborenen Kindern ist die
Ausreise zusammen mit ihren Eltern zumutbar, wenn sie sich noch in einem
anpassungsfähigen Alter befinden (BGE 127 II 60 E. 2b). Bei – in den konkreten Fällen
zwei- bzw. knapp dreijährigen - Kleinkindern ist dies regelmässig der Fall (BGer 2A.
534/2006 vom 19. Oktober 2006 E. 2.2; 2A.551/2000 vom 15. März 2001 E. 4b/bb und
cc). Bei der etwas mehr als achtjährigen, in der Schweiz geborenen Tochter aus dem
Kosovo stammender Angehöriger der Minderheit der Kosovo-Ägypter hat das
Bundesgericht festgehalten, sie werde sich, wenn auch mit gewissen Schwierigkeiten,
in der Heimat zurechtfinden können (BGer 2A.688/2006 vom 29. Juni 2007 E. 4.3). Als
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sich in einem anpassungsfähigen Alter befindend bezeichnete das Bundesgericht
sodann die zwölf-, neun- und sechsjährigen in der Schweiz geborenen Kinder aus dem
Kosovo stammender Serben (BGer 2C_138/2008 vom 28. Juli 2008 E. 2.4). Als wohl
kaum zumutbar stufte das Bundesgericht anderseits die Rückkehr der eingebürgerten
siebzehnjährigen Tochter mazedonischer Staatsangehöriger ein, die bereits in die
Lehre ging; die Rückkehr ihres dreizehnjährigen, noch nicht eingebürgerten Bruders
wurde als nicht einfach erachtet. Unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 EMRK wäre
angesichts des (strafrechtlichen) Verschuldens des Vaters und des Umstandes, dass
die Familie in den vorangegangenen fünf Jahren ohne ihn – er befand sich im
Strafvollzug – auskommen musste, auch eine Trennung der Familie hinzunehmen
gewesen (BGer 2C_162/2007 vom 16. August 2007 E. 2.3). Für den Fall, dass die in der
Schweiz geborenen zwölf-, sechzehn- und siebzehnjährigen Kinder mit dem Vater in
dessen Heimat zusammenwohnen möchten, erachtete das Bundesgericht deren
Ausreise in die Heimat des Vaters als zumutbar (BGer 2C_190/2008 vom 16. Dezember
2010 E. 2.3.4).
Die Ehefrau des Beschwerdeführers reiste am 1. Dezember 1996 im Alter von fünfzehn
Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein. Sie lebt seit mittlerweile
16 1/2 Jahren in der Schweiz und ist niederlassungsberechtigt. Dass sie hier eine
schulische oder berufliche Ausbildung absolviert hätte, ist nicht ersichtlich. Sie war
lediglich zeitweilig erwerbstätig (act. 11/Akten Migrationsamt, Dossier der Ehefrau des
Beschwerdeführers, 106-112 [Micarna SA, Bazenheid, Juli 2002 bis März 2003],
Dossier des Beschwerdeführers, 121-128, 155 sowie 204 [BrockiShop Blaues Kreuz,
Wil, August 2009 bis Februar 2011]). Bereits vor der Einreise ihres Ehemannes am 22.
August 2003 und der Geburt der Kinder war sie am 4. Juli 2003 im Betreibungsregister
Flawil mit sieben Betreibungen über insgesamt knapp 12'390 Franken (2001 5'580
Franken, 2002 6'140 Franken, 2003 670 Franken) verzeichnet, wovon fünf in der Höhe
von insgesamt rund 8'760 Franken erloschen oder bezahlt waren. Für eine Forderung
in der Höhe von rund 2'960 Franken wurde die Ehefrau des Beschwerdeführers mit
ungenügender Deckung gepfändet. Die Betreibung aus dem Jahr 2003 über knapp 670
Franken war noch offen (act. 11/Akten Migrationsamt, Dossier der Ehefrau des
Beschwerdeführers, 105). Strafrechtlich wurde die Ehefrau des Beschwerdeführers am
20. Dezember 2002 wegen eines geringfügigen Vermögensdelikts (Diebstahl) mit
neunzig Franken (act. 11/Akten Migrationsamt, Dossier der Ehefrau des
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Beschwerdeführers, 36/37), am 1. Oktober 2003 wegen mehrfachen Ungehorsams
gegen amtliche Verfügungen mit 180 Franken (act. 11/Akten Migrationsamt, Dossier
der Ehefrau des Beschwerdeführers, 129/130) sowie am 22. August 2007 erneut wegen
eines geringfügigen Vermögensdelikts (Diebstahl) mit hundert Franken (act. 11/Akten
Migrationsamt, Dossier der Ehefrau des Beschwerdeführers, 136/137) gebüsst. Da sie
rund die Hälfte ihres bisherigen Lebens im Kosovo verbrachte und - soweit aus den
Akten ersichtlich - ihre berufliche und gesellschaftliche Integration in der Schweiz nicht
als gefestigt bezeichnet werden kann, erscheint es ihr zumutbar, gegebenenfalls mit
dem Beschwerdeführer in die gemeinsame Heimat auszureisen. Die Kinder sind acht-
und dreijährig und damit nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung noch in einem
anpassungsfähigen Alter. Eine Ausreise zusammen mit ihren Eltern, welche mit den
Verhältnissen in ihrer Heimat nach wie vor vertraut sind, ist – wenn auch vor allem für
die ältere Tochter möglicherweise mit gewissen Schwierigkeiten verbunden – zumutbar
und möglich.
Unter den dargelegten Umständen berührt die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers den Anspruch auf Schutz des
Familienlebens im Sinn von Art. 8 EMRK nicht.
2.2. Der Anspruch nach Art. 43 Abs. 1 AuG erlischt gemäss Art. 51 Abs. 2 Ingress und
lit. b AuG, wenn Widerrufsgründe nach Artikel 62 vorliegen. Nach Art. 62 AuG können
Bewilligungen, ausgenommen die Niederlassungsbewilligung, unter anderem dann
widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer erheblich oder wiederholt
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat (lit. c; vgl. dazu
nachfolgend E. 2.2.2.), eine mit der Verfügung verbundene Bedingung nicht einhält (lit.
d; vgl. dazu nachfolgend E. 2.2.1.) oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat,
auf Sozialhilfe angewiesen ist (lit. e; vgl. dazu nachfolgend E. 2.2.3.).
2.2.1. Nach Auffassung der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer die Bedingung, unter
welcher seine Aufenthaltsbewilligung am 1. Dezember 2010 gestützt auf Art. 33 Abs. 2
AuG und unter Androhung der Folgen gemäss Art. 62 Ingress und lit. d AuG verlängert
worden war, nicht eingehalten, obwohl die gegen ihn vorliegenden offenen
Verlustscheine über knapp 4'800 Franken nicht mehr anstiegen und er während des
Rekursverfahrens eine Anstellung fand. Da jedoch die Ausstände seiner Familie beim
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Sozialamt von etwas mehr als 33'500 Franken per 31. August 2010 (act. 11/Akten des
Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 129/130) auf knapp 55'400 Franken
per 19. Juni 2012 (act. 11/Rekursakten 15) zunahmen, habe er nicht nur bestehende
Schulden nicht abgebaut, sondern neue verursacht. Ob der mittlerweile seit Dezember
2011 vollzeitlich erwerbstätige Beschwerdeführer – was in der Beschwerde nicht
ausdrücklich bestritten wird - damit eine mit der Aufenthaltsbewilligung verbundene
Bedingung im Sinn von Art. 62 Ingress und lit. d AuG nicht eingehalten hat, kann
indessen offen bleiben.
2.2.2. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, der Beschwerdeführer habe auch gegen
die öffentliche Ordnung verstossen, da er trotz der angedrohten ausländerrechtlichen
Nachteile weder den Willen gezeigt habe, seine mangelhaften Deutschkenntnisse - mit
denen seine Ehefrau die Erfolglosigkeit seiner Stellensuche begründete (act. 11/Akten
des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 156) - zu verbessern, noch
bereit gewesen sei, den Arbeitseinsätzen in Beschäftigungsprogrammen des
Sozialamtes aufforderungsgemäss Folge zu leisten, sondern leichtfertig weitere
Schulden gemacht habe. Auch dieser Widerrufsgrund wird in der Beschwerde nicht
ausdrücklich bestritten.
Gemäss Art. 80 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR
142.201, abgekürzt VZAE) liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung unter anderem vor bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und
behördlichen Verfügungen (Abs. 1 Ingress und lit. a) sowie bei mutwilliger
Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen (Abs. 1
Ingress und lit. b). Erforderlich sind konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Aufenthalt
des Ausländers in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 VZAE). Dabei muss
absichtlich, böswillig oder zumindest leichtfertig gehandelt worden sein. Von
Mutwilligkeit ist nicht leichthin auszugehen. Nach einer durch eine Verschuldung
begründeten ausländerrechtlichen Verwarnung ist ein Widerruf tunlich, wenn keine
wesentliche Verbesserung eingetreten ist und das vom Gesetz als unerwünscht
bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde (vgl. VerwGE B 2011/150 vom 15. Dezember
2011 E. 2.2.). Allein der Umstand, dass es dem Betroffenen bislang nicht gelungen ist,
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aus der Schuldenwirtschaft herauszukommen, reicht zur Annahme von Mutwilligkeit
allerdings nicht aus (vgl. BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 4.3).
Der Beschwerdeführer reiste im August 2003 zu seiner Ehefrau in die Schweiz. Aus den
Akten ergibt sich, dass er im Dezember 2004 und im Januar 2005 in einem
Gipsergeschäft angestellt war (act. 11/Akten des Migrationsamtes, Dossier des
Beschwerdeführers, 94). Im Auftrag des Amtes für Arbeit besuchte er im Herbst 2005
einen Deutschkurs, bei dem seine verschiedenen Absenzen einen wirklichen
Lernfortschritt erschwerten und für den ihm nach der Beurteilung des Kursleiters "die
richtige Motivation zu fehlen" schien (act. 11/Akten des Migrationsamtes, Dossier des
Beschwerdeführers, 64). Von August bis Dezember 2006 bezog er für 88 Tage
kontrollierter Arbeitslosigkeit Taggelder (act. 11/Akten des Migrationsamtes, Dossier
des Beschwerdeführers, 57). Anfangs Juli 2007 war er im Betreibungsregister Flawil mit
einer offenen Betreibung über rund 480 Franken (Zahlungsbefehl Kanton St. Gallen/
Politische Gemeinde Flawil, Steueramt Flawil, vom 4. Juni 2007) verzeichnet (act. 11/
Akten des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 69). In dieser Zeit war der
Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter bei der Stiftung für Arbeit beschäftigt (act. 11/Akten
des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 76, 78 und 95). Ab 1. Juli 2008
war er wiederum beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum Oberuzwil angemeldet
(act. 11/Akten des Migrationsamts, Dossier des Beschwerdeführers, 154). Im
September 2009 war der Beschwerdeführer auf Stellensuche (act. 11/Akten des
Migrationsamts, Dossier des Beschwerdeführers, 81). Gemäss dem Auszug aus dem
Betreibungsregister Flawil vom 29. September 2009 war der Ausstand vom 4. Juni
2007 beglichen, jedoch waren in den Jahren 2008 und 2009 Betreibungen für
Steuerschulden über rund 3'850 Franken hinzugekommen; ein Verlustschein über rund
2'540 Franken war offen (act. 11/Akten des Migrationsamts, Dossier des
Beschwerdeführers, 91 und 92). Bis 22. September 2010 kamen keine weiteren
Betreibungen hinzu; es bestanden offene Verlustscheine über rund 4'780 Franken (act.
11/Akten des Migrationsamts, Dossier des Beschwerdeführers, 150 und 151). Bis 18.
Juni 2012 kam ein Zahlungsbefehl für eine Forderung des Berufs- und
Weiterbildungszentrums Wil über 125 Franken hinzu; bei den offenen Verlustscheinen
änderte sich bis zu diesem Zeitpunkt nichts (act. 11/Rekursakten 14).
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Für die Ehefrau des Beschwerdeführers wies das Betreibungsregister am 29.
September 2009 Betreibungen in der Höhe von rund 11'500 Franken aus, wovon drei
Beträge von zusammen rund 2'200 Franken auch gegenüber dem Beschwerdeführer in
Betreibung gesetzt worden waren (beglichen rund 520 Franken, bestehende
Lohnpfändung für rund 1'680 Franken). Betreibungen über rund 9'300 Franken betrafen
nur die Ehefrau (beglichen knapp 5'300 Franken, Verlustscheine über etwas mehr als
4'000 Franken). Offen waren Verlustscheine in der Höhe von rund 470 Franken (act. 11/
Akten des Migrationsamts, Dossier des Beschwerdeführers, 97 und 98). Bis 22.
September 2010 kamen drei Betreibungen über insgesamt rund 640 Franken hinzu, für
welche eine Lohnpfändung bestand; zudem waren drei Verlustscheine über zusammen
rund 2'710 Franken offen (act. 11/Akten des Migrationsamts, Dossier des
Beschwerdeführers, 152 und 153).
Bis anfangs Juli 2007 hatten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau beim Sozialamt
Flawil noch keine finanzielle Sozialhilfe bezogen (act. 11/Akten des Migrationsamts,
Dossier des Beschwerdeführers, 71). Die in den Jahren 2008 bis 2010 für die Familie
des Beschwerdeführers erbrachten Unterstützungsleistungen führten per 31. August
2010 zu Ausständen von rund 33'500 Franken (act. 11/Akten des Migrationsamts,
Dossier des Beschwerdeführers, 129 und 130). Der Abschluss der
Integrationsvereinbarung vom 17. November 2010 und die Verwarnung durch das
kantonale Migrationsamt führten nicht dazu, dass der Beschwerdeführer eine
Erwerbstätigkeit aufnahm. Zwar kamen keine neuen Betreibungen hinzu (act. 11/Akten
des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 196-199), jedoch erhöhten sich
die Ausstände seiner Familie beim Sozialamt Flawil per 19. Juni 2012 auf rund 55'400
Franken (act. 11/Rekursakten 15). Der Beschwerdeführer macht geltend, im Jahr 2012
sei die Sozialhilfe im Wesentlichen für Krankenkassenprämien und Arztkosten
beansprucht worden. Sie werde sich nach Prämienverbilligungen und
Rückerstattungen durch die Krankenkasse in bescheidenem Rahmen bewegen. Weder
zusammen mit der Beschwerde noch im weiteren Verlauf des Verfahrens hat der
Beschwerdeführer Beweismittel angeboten oder beigebracht, welche belegen würden,
dass die Sozialhilfe für die behaupteten Zwecke beansprucht wurde und die neuen
Ausstände – wie geltend gemacht – mittlerweile weitgehend durch
Prämienverbilligungen und Krankenkassenrückerstattungen gedeckt sind.
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Nachdem am 27. Oktober 2011 eine weitere Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung verweigert worden war, kam der Beschwerdeführer in die Lage,
am 19. Dezember 2011 – und damit mehr oder weniger umgehend – eine feste Stelle
anzutreten, welche er zudem entsprechend dem Zwischenzeugnis vom 13. Juli 2012
zur vollen Zufriedenheit seiner Arbeitgeberin ausfüllt (act. 11/Rekursakten 19). Bis dahin
kam er Arbeitseinsätzen nur mit Widerwillen und nach nochmaliger ausführlicher
Aufforderung nach, begründete die erfolglose Suche nach einer Erwerbstätigkeit mit
fehlenden Deutschkenntnissen, ohne sich allerdings um eine Verbesserung dieser
Sprachkenntnisse zu bemühen (act. 11/Akten des Migrationsamtes, Dossier des
Beschwerdeführers, 204). Der Beschwerdeführer reicht zwar Kopien der Nachweise der
erfolglosen persönlichen Arbeitsbemühungen ein, welche er für die Monate Januar
2010 bis und mit Juli 2011 gegenüber der Arbeitslosenversicherung dokumentierte
(act. 11/Akten des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 179-195).
Abgesehen davon, dass damit die Bewerbungen als solche nicht belegt sind, kann
auch allein aus der Zahl der aufgelisteten Anfragen noch nicht auf die Ernsthaftigkeit
der Bemühungen geschlossen werden. So hinterliess der Beschwerdeführer, dessen
Deutschkenntnisse sich nicht als so mangelhaft erwiesen, wie geltend gemacht,
beispielsweise anlässlich des Integrationsgesprächs vom 27. Oktober 2010 beim
Ausländeramt einen unmotivierten und "faulen" Eindruck (act. 11/Akten des
Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 159). In der Beschwerde wird
zudem lediglich geltend gemacht, die Vorinstanz habe die aktuelle Entwicklung zu
wenig berücksichtigt. Die zeitliche Abfolge der Ereignisse weist - wie die Vorinstanz in
ihrem Entscheid ausgeführt hat – darauf hin, der Beschwerdeführer habe erst eine
vollzeitliche Erwerbstätigkeit aufgenommen, nachdem das Migrationsamt seine
Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert und damit "Druck" aufgesetzt habe. Bis dahin
habe er weder den Willen, seine mangelnden Deutschkenntnisse zu verbessern, noch
die Bereitschaft gezeigt, den Aufforderungen des Sozialamtes zu Arbeitseinsätzen in
Beschäftigungsprogrammen Folge zu leisten (angefochtener Entscheid E. 3b/bb).
Insgesamt lassen die Tatsachen, wie sie sich den Akten entnehmen lassen, den
Schluss zu, dass der Beschwerdeführer trotz der am 17. November 2010
abgeschlossenen Integrationsvereinbarung und der am 1. Dezember 2010
ausgesprochenen ausländerrechtlichen Verwarnung es mutwillig unterlassen hat,
weitere Schulden zu vermeiden und sich ernsthaft um eine Erwerbstätigkeit zu
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bemühen. Die Vorbringen in der Beschwerde sind mit Blick auf das langjährige
Verhalten des Beschwerdeführers nicht geeignet, an dieser Schlussfolgerung etwas zu
ändern.
2.2.3. Ob – wie die Vorinstanz annimmt und der Beschwerdeführer bestreitet – auch
der Widerrufsgrund der Gefahr fortgesetzter und erheblicher Sozialhilfeabhängigkeit
erfüllt ist, kann unter diesen Umständen offen bleiben.
Angemerkt sei immerhin, dass das Bundesgericht bei der Beurteilung der Erheblichkeit
der Unterstützungsleistungen immer eine auf die ganze Familie bezogene
Gesamtbeurteilung vorgenommen und den fraglichen Betrag nicht auf die betroffenen
Einzelpersonen aufgeteilt hat. Sollte der Beschwerdeführer, wie in der Beschwerde
geltend gemacht wird, im Moment ohne Unterstützung auskommen, ist dies von
untergeordneter Bedeutung, erfolgte die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit doch
reichlich spät und erst unter dem Druck der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Seit seiner Einreise in die Schweiz war der Beschwerdeführer
nicht in der Lage und unternahm keine ernsthaften Anstrengungen, für sich und seine
Familie aufzukommen, und musste daher in erheblichem Ausmass vom Gemeinwesen
unterstützt werden. Gleichzeitig kamen der Beschwerdeführer und seine Ehefrau ihren
finanziellen Verpflichtungen nur teilweise und nach der Einleitung von
Betreibungsverfahren nach, was einerseits zu einer Schuldenwirtschaft und anderseits
zu einer dauerhaften und erheblichen Abhängigkeit von finanzieller Sozialhilfe führte
(Bezüge 2008 20'808 Franken, 2009 28'105 Franken, 2010 29'887 Franken, 2011
40'315 Franken, 2012 [bis 19. Juni] 7'268 Franken, zusammen während viereinhalb
Jahren 126'383 Franken; Ausstände 2008 7'997 Franken, 2009 9'554 Franken, 2010
11'666 Franken, 2011 19'398 Franken, 2012 [bis 19. Juni] 6'753 Franken, zusammen
während viereinhalb Jahren 55'368 Franken).
Wie die Vorinstanz entsprechend den Akten zutreffend festgestellt hat, nahm der
Beschwerdeführer eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit erst auf, nachdem seine
Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert worden war. Auch wenn er zurzeit ein
monatliches Einkommen von brutto 3'500 Franken erzielt, waren er und seine Familie
auch im Jahr 2012 auf finanzielle Sozialhilfe angewiesen. Dass der Beschwerdeführer
sich nun definitiv von der Sozialhilfeabhängigkeit losgelöst hätte, ist aufgrund seines
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langjährigen Verhaltens zweifelhaft, wobei sich zudem die relativ hohe Verschuldung
negativ auf die Zukunftsprognose auswirkt (vgl. dazu BGer 2C_358/2011 vom 28.
November 2011 E. 4.3).
2.3. Bei Art. 62 AuG handelt es sich um eine "Kann-"Bestimmung. Gemäss Art. 96 Abs.
1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Bei der Prüfung sind namentlich die
Schwere des Verschuldens bei Straftaten, der Grad der Integration bzw. die Dauer der
bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden
Nachteile zu beachten (BGE 135 II 377 E. 4.3).
2.3.1. Die Vorinstanz hat das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des
Beschwerdeführers als erheblich bezeichnet. Da er während acht seiner neun Jahre in
der Schweiz ohne feste Arbeitsstelle gewesen sei und sich im schweizerischen
Wirtschaftsleben nicht zurechtgefunden habe, könne ihm keine günstige Prognose
gestellt werden. Bei der Würdigung der privaten Interessen führt die Vorinstanz an, der
Beschwerdeführer halte sich zwar seit mehr als neun Jahren in der Schweiz auf, habe
aber bis zum 22. Altersjahr in seinem Herkunftsland gelebt und später dort auch
gelegentlich seine Familie besucht. Die mit der zumutbaren Rückkehr allenfalls
verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten habe er sich selbst zuzuschreiben und
seine beruflichen Aussichten seien in der Schweiz kaum günstiger. Die
niederlassungsberechtigte Ehefrau des Beschwerdeführers habe ihre Kinder- und
Jugendzeit bis zum Alter von 15 Jahren im gemeinsamen Heimatland verbracht. Die
sieben- und zweijährigen Kinder befänden sich in einem anpassungsfähigen Alter. Es
könne ihnen zugemutet werden, dem Beschwerdeführer ins gemeinsame Heimatland
zu folgen, so dass der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nicht verletzt sei.
Ansonsten könne der Kontakt über gegenseitige Besuche, Telefon und Internet
aufrechterhalten werden.
In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe die aktuelle Entwicklung
zu wenig berücksichtigt. Es sei dem Beschwerdeführer gelungen, eine Arbeitsstelle zu
finden, die er seit beinahe einem Jahr halte. Es sei ihm bewusst, dass er sein Verhalten
für sich und die Familie ändern müsse. Sein Arbeitgeber bestätige, dass er sich zu
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einem hervorragenden Fachmitarbeiter entwickelt und schnell und gut ins
Unternehmen integriert habe. Die Vorinstanz habe dieses Zwischenzeugnis nicht
einmal erwähnt und damit ein unvollständiges Bild des Beschwerdeführers gezeichnet.
Es könne davon ausgegangen werden, dass er über eine gefestigte Stelle verfüge und
in Zukunft den Unterhalt der Familie bestreiten könne. Damit habe sich die finanzielle
Situation wesentlich verbessert und es müsse nicht davon ausgegangen werden, die
Sozialhilfeschuld werde das vom Bundesgericht als erheblich bezeichnete Mass von
80'000 Franken erreichen. Nachdem die Ehefrau seit 15 Jahren ununterbrochen in der
Schweiz lebe, sei von einem besonders gefestigten Anwesenheitsrecht auszugehen.
Damit sei die Sozialhilfeabhängigkeit als Widerrufsgrund ausgeschlossen. Es sei davon
auszugehen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers mit den beiden Kindern, von
denen das ältere bereits eingeschult sei, in der Schweiz bleiben und die Wegweisung
des Vaters faktisch zu einer Trennung der Familie führen würde. Eine solche Trennung
sei aber weder dem Vater noch den Kindern zuzumuten. Das private Interesse des
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz sei sehr hoch zu gewichten und
überwiege das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts.
2.3.2. Der Beschwerdeführer hat bis zum Alter von 22 Jahren in seiner Heimat gelebt
und dort damit auch die prägende Zeit der Kindheit und Jugend verbracht. Nach seiner
Einreise im Jahr 2003 hat er sich trotz der familiären Bindungen in der Schweiz, dem
Abschluss einer Integrationsvereinbarung am 17. November 2011, welche er im
Übrigen nicht erfüllte, und einer ausländerrechtlichen Verwarnung am 1. Dezember
2011 während mehrerer Jahre beruflich und wirtschaftlich nicht integriert. Soweit die
Familie nicht Sozialhilfe bezog oder sich verschuldete, wurde der Lebensunterhalt im
Wesentlichen durch seine Ehefrau gedeckt, welche mit Unterbrüchen teilzeitlich
erwerbstätig war. Erst nachdem seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert
worden war, kam der Beschwerdeführer in die Lage, dauerhaft einer vollen
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Auch nach einem knapp zehnjährigen Aufenthalt in der
Schweiz, während dem sich der Beschwerdeführer zudem bis zur Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung kaum um eine berufliche und wirtschaftliche Integration
bemühte, erscheint die Reintegration in seiner Heimat, wo er aufgewachsen ist und
seine Herkunftsfamilie lebt, nicht unzumutbar.
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Die Ehefrau des Beschwerdeführers, die ebenfalls aus dem Kosovo stammt, reiste
1996 im Alter von 15 Jahren zu ihren Eltern in die Schweiz ein. Während ihrer rund 17-
jährigen Anwesenheit in der Schweiz hat sie – soweit aus den vorliegenden Akten
ersichtlich – zwar mit Unterbrüchen verschiedene teilzeitliche Erwerbstätigkeiten
ausgeübt, jedoch weder eine Schul- noch eine Berufsausbildung absolviert. Auch ihre
berufliche und wirtschaftliche Integration erweist sich damit nicht als stabil. Will sie
dem Beschwerdeführer in die Heimat folgen, erscheint auch ihre Reintegration nicht mit
besonderen Schwierigkeiten verbunden. Die beiden gemeinsamen Kinder befinden sich
– wie bereits festgehalten – noch in einem anpassungsfähigen Alter. Die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers ist
dementsprechend auch verhältnismässig.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht