Decision ID: 55b866e1-c643-5503-abb0-3f6b14d00622
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
F._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.aF._ erlitt am 27. Juli 2004 bei einem Sturz eine intraartikuläre Radiusfraktur links.
Die Suva erbrachte in der Folge bis 31. Oktober 2005 Taggeldleistungen. Mit
Verfügung vom 7. August 2006 sprach sie der Versicherten eine
Integritätsentschädigung zu (UV-act. 35) und mit Verfügung vom 7. September 2006
hielt sie fest, dass die Voraussetzungen für die Gewährung von Rentenleistungen nicht
erfüllt seien (UV-act. 37). F._ meldete sich daraufhin am 21. September 2006 bei der
IV zum Bezug einer Rente an (IV-act. 3). Ihre letzte Arbeitsstelle als Hilfsarbeiterin in der
Spedition (38 Stunden pro Woche) bei der B._, hatte ihr die Arbeitgeberin aus
wirtschaftlichen Gründen per 31. Juli 2005 gekündigt (IV-act. 12-5). Die Tätigkeit als
Raumpflegerin bei der C._ im Umfang von vier Stunden pro Woche konnte sie
beibehalten (IV-act. 21). Der behandelnde Arzt Dr. med. A._, FMH Chirurgie, erklärte
im Arztbericht vom 14. November 2006, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe
seit 27. Juli 2004 eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit, diese betrage seit
Oktober 2005 25% bzw. die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin zu 50-75%
noch zumutbar, wobei keine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Leichtere
handwerkliche Tätigkeiten sowie Wechselbelastungen seien der Beschwerdeführerin
für sechs Stunden zumutbar, wobei eine Leistungseinschränkung von ca. 20%
bestehe. Die Teilarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit sei sowohl ganztags mit
reduzierter Leistung als auch Teilzeit mit voller Leistung möglich. Insgesamt dürfte eine
Leistungseinschränkung von minimal 25%, maximal 40-50% vorliegen, wahrscheinlich
sollte anfänglich mit einer halbtägigen Arbeit begonnen werden, um diese dann im
Laufe der Monate zu steigern (IV-act. 15-5f.).
A.b Aufgrund einer internen Anfrage hielt Dr. med. D._ vom Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD) fest, bei der Versicherten lägen noch Restbeschwerden im Sinne von
Schmerzen im Bereich der Narbe sowie im Ausstrahlungsgebiet des Nervus medianus
und eine Belastungseinschränkung inklusive Kraftminderung vor. Die Beweglichkeit
des Handgelenks sei gut; radiologisch finde sich eine kleine intraartikuläre Stufe. Das
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linke Handgelenk sei zweifellos vermindert belastbar. In einer angepassten Tätigkeit,
wo die linke, adominante Hand nur als Zudienhand mit Heben und Tragen von
Gewichten bis etwa 1 kg und ohne Notwendigkeit repetitiver Bewegungen eingesetzt
werde, sollte die Versicherte mindestens 80%, eher sogar 90% arbeitsfähig sein (IV-
act. 17-2).
A.c Mit Vorbescheid vom 23. März 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
ihr Leistungsbegehren abgewiesen werde, da der Invaliditätsgrad 28% betrage (IV-act.
28). Mit Schreiben vom 3. Mai 2007 liess die Versicherte geltend machen, gemäss
behandelndem Arzt betrage die gesundheitliche Einschränkung der Erwerbsfähigkeit
40 bis 50%. Zudem sei ein Leidensabzug von 25% gerechtfertigt. Es seien berufliche
Massnahmen zu prüfen (IV-act. 34). Nach nochmaliger interner Nachfrage beim RAD
lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Juni 2007 das Rentenbegehren der
Versicherten ab (IV-act. 36).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 9. Juli 2007 von
Rechtsanwalt Michael B. Graf, St. Gallen, als Vertreter der Versicherten mit den
Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei
mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei eine umfassende
interdisziplinäre Begutachtung durchzuführen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht er geltend, auf die Einschätzung des
RAD-Arztes, die derjenigen des behandelnden Facharztes widerspreche, könne nicht
abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 25 bis
50% arbeitsunfähig, es sei daher von einer Arbeitsfähigkeit von 60% auszugehen.
Davon sei ein Teilzeitabzug von 10% zu gewähren und zusätzlich ein Leidensabzug
von 20%. Der IV-Grad betrage damit 57%. Sollte auf den Arztbericht des
behandelnden Facharztes nicht abgestellt werden können, sei eine interdisziplinäre
Begutachtung notwendig (act. G 1). Mit Beschwerdeergänzung vom 3. September
2007 macht der Vertreter der Beschwerdeführerin sodann geltend, die Einschätzung
der Suva, wonach der Beschwerdeführerin ab dem 1. November 2005 eine 75%-
Arbeitstätigkeit zumutbar sei, sei unhaltbar (act. G 3).
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B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2007 macht die Beschwerdegegnerin
geltend, der Invaliditätsbegriff in der Invalidenversicherung stimme mit demjenigen in
der obligatorischen Unfallversicherung grundsätzlich überein, weshalb die
Invaliditätsschätzung mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden im Regelfall
zum selben Ergebnis zu führen habe. Die Suva sei ab November 2005 von einer 100%-
igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer der Behinderung angepassten
Erwerbstätigkeit ausgegangen. Abzustellen sei auf die Berichte des Suva-Kreisarztes
vom 24. Oktober 2005 und 9. Juni 2006 und nicht auf die davon abweichende
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. A._ (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 7. Dezember 2007 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin fest,
eine Bindungswirkung der IV an die Berechnung des Invaliditätsgrades durch den
Unfallversicherer bestehe nicht. Im vorliegenden Fall sei nicht nachvollziehbar, weshalb
die Suva keine Rente gewährt habe, obwohl nach wie vor eine leistungsmässige
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit bestanden habe (act. G 9).
B.d Mit Schreiben vom 9. Dezember 2007 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine
Duplik (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 5. Juni 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist
(BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegenddie bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar.
2.
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2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%,
auf eine drei Viertel Rente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40%
invalid ist.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.3 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 Abs. 1
und Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der Versicherungsträger bzw. im
Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin wurde von der Beschwerdegegnerin zu Recht als im
Gesundheitsfall Vollerwerbstätige qualifiziert, nachdem sie vor ihrem Unfall insgesamt
42 Stunden pro Woche gearbeitet hatte. Ihre Nebentätigkeit als Raumpflegerin (vier
Stunden pro Woche) hat sie auch nach dem Eintritt des Gesundheitsschadens
beibehalten, wobei glaubhaft erscheint, dass sie sich seit dem Unfall bei dieser
Tätigkeit durch ihre Tochter unterstützen liess bzw. lässt. Im Weiteren steht fest, dass
die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen ihre linke Hand nicht mehr voll
belasten kann, weshalb sie in ihrer bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in der
Spedition (die einem 86% Pensum entsprach, vgl. IV-act. 12-2 und UV-act. 10)
teilweise arbeitsunfähig blieb. Nachdem dieses Arbeitsverhältnis per 31. Juli 2005
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gekündigt worden ist, stellt sich für die Bemessung der Invalidität gemäss Art. 8 ATSG
die Frage, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten
Tätigkeit auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt arbeitsfähig ist.
3.2 Gestützt auf den Arztbericht von Dr. A._ macht die Beschwerdeführerin geltend,
in einer leidensadaptierten Tätigkeit nur zu 60% arbeitsfähig zu sein. Die
Beschwerdegegnerin ist demgegenüber in der angefochtenen Verfügung gestützt auf
die Berichte des RAD-Arztes Dr. D._ von einer Arbeitsfähigkeit von 85% in einer
adaptierten Tätigkeit ausgegangen. In ihrer Beschwerdeantwort geht die
Beschwerdegegnerin neu davon aus, dass die Beschwerdeführerin für eine
leidensadaptierte Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei, dies gestützt auf die
rechtskräftige Suva-Verfügung, wonach die Beschwerdeführerin keinen UV-
Rentenanspruch habe, und der dieser zugrundeliegenden kreisärztlichen
Untersuchungen.
3.3 In der Unfallversicherung besteht bereits ab einem Invaliditätsgrad von mindestens
10% Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Indem die Suva einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin verneinte, ging sie somit klarerweise davon aus, dass die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit (uneingeschränkt) arbeitsfähig sei.
Nach der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts besteht jedoch für die
Invalidenversicherung keine Bindungswirkung an die Invaliditätsschätzung der
Unfallversicherung im Sinne von BGE 126 V 288 neues Fenster (BGE 133 V 555 E. 6.4).
Allerdings schliesst das Bundesgericht nicht aus, dass die IV-Stellen gestützt auf die
Unfallversicherungsakten den Invaliditätsgrad für den Bereich der
Invalidenversicherung bestimmen können (Urteil des Bundesgerichts in Sachen A. vom
27. März 2008, 8C_206/2007, E. 3.3). Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin
die Suva-Akten beigezogen. Das Gericht hat somit grundsätzlich frei - ohne Bindung an
die rechtskräftige Suva-Rentenverfügung - zu prüfen, ob gestützt auf die vorliegenden
Akten die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit festgelegt werden kann.
3.4 Wie sich aus den Suva-Akten ergibt, war die Beschwerdeführerin nach dem Unfall
vom 27. Juli 2004 zunächst vollständig arbeitsunfähig. Ab 18. Oktober 2004 bestand
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eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit, wobei die Arbeitgeberin die Beschwerdeführerin nur für
leichteste Tätigkeiten (Etikettierarbeiten etc.) einsetzte, die sie auch schon vorher
gemacht hatte. Den Paket- und Postversand, der pro Tag etwa eine Stunde ausmachte
und mit dem Heben und Tragen von Gewichten verbunden war, musste sie nicht mehr
ausführen. Die Beschwerdeführerin arbeitete in dieser adaptierten Tätigkeit ab 18.
Oktober 2004 halbtags mit voller Leistung. Ab 10. Januar 2005 bis zur erneuten
Operation des Handgelenks am 9. März 2005 bestand sodann keine Arbeitsunfähigkeit
mehr, d.h. die Beschwerdeführerin konnte die adaptierte leichte Tätigkeit ganztags
ausführen (vgl. UV-act. 10). Nach der am 9. März 2005 erfolgten operativen
Metallentfernung sowie Neurolyse war die Beschwerdeführerin zunächst wieder voll
arbeitsunfähig und ab 25. April 2005 zu 50%, dies bis zum Ende des
Arbeitsverhältnisses (UV-act. 13, 16). Am 24. Oktober 2005 erfolgte eine kreisärztliche
Untersuchung zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit. Der Kreisarzt hielt in seinem Bericht
fest, dass die linke Hand in Funktion und Belastung eingeschränkt sei, wahrscheinlich
verbleibend, jedoch mindestens als Zudienhand mit auch Heben bis ca. 1 kg
einsetzbar. Die Suva könne aufgrund der Zumutbarkeit die Vermittelbarkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt festlegen (UV-act. 28 S. 3). Die Suva teilte daraufhin der
Versicherten am 27. Oktober 2005 mit, sie gehe aufgrund der kreisärztlichen
Untersuchung ab 1. November 2005 von einer 75% Arbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt und damit von einer vollen Vermittlungsfähigkeit aus,
weshalb sie ihre Taggeldleistungen einstelle (UV-act. 22). Auf Anregung des Kreisarztes
fand im November 2005 zusätzlich eine konsiliarische Beurteilung durch Dr. med.
E._, FMH Chirurgie und Handchirurgie, St. Gallen, statt. Dr. E._ ging in ihrem
ärztlichen Bericht vom 29. Dezember 2005 von einer möglichen Wiederaufnahme der
Arbeit zu 75% ab 1. November 2005 aus (UV-act. 27). Am 5. Januar 2006 bestätigte sie
eine Arbeitsfähigkeit auf Dauer von 75% (UV-act. 28). Eine weitere kreisärztliche
Untersuchung fand am 9. Juni 2006 einzig zur Beurteilung der Integritätsentschädigung
statt. Der Kreisarzt hielt dabei fest, aufgrund seiner provisorischen
Zumutbarkeitsbeurteilung habe die Administration die Versicherte als voll vermittelbar
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erklärt. Die medizinische
Zumutbarkeitsbeschränkung gemäss seinem letzten Bericht für repetitive,
handgelenkbelastende Tätigkeiten links verbleibe (UV-act. 31). Anlässlich eines
Telefongesprächs vom 31. Juli 2006 erklärte Dr. A._ gegenüber der Suva, Dr. E._
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habe die Versicherte am 5. Juli 2006 erneut untersucht und festgehalten, dass die
Arbeitsfähigkeit um 30 bis 50% reduziert sei (UV-act. 33). In ihrer Verfügung vom 7.
September 2006 führte die Suva aus, aufgrund der Abklärungsergebnisse stehe fest,
dass die Restfolgen des Unfalles die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich beeinträchtigten.
Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestünde eine grosse Auswahl an Tätigkeiten, die
sie (die Beschwerdeführerin) ohne erhebliche Einbusse, in Bezug auf ihr bisheriges
Einkommen, ausführen könne. Deshalb seien die Voraussetzungen für die Gewährung
von Rentenleistungen nicht erfüllt (UV-act. 37).
3.5 Nachdem die Suva somit noch mit Schreiben vom 27. Oktober 2005 von einer
reduzierten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
von 75% ausgegangen war, erhöhte sie die zumutbare Arbeitsfähigkeit mit ihrer
Verfügung vom 7. September 2006 rückwirkend ab dem 1. November 2005 auf 100%.
Eine Begründung für diese Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit fehlt in der Verfügung.
Der Kreisarzt selbst hat sich zum Umfang der Arbeitsfähigkeit nicht explizit geäussert,
sich in seinen Untersuchungsberichten insbesondere auch nicht mit den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. E._ und Dr. A._ auseinandergesetzt.
Aufgrund der Suva-Akten kann somit die Frage der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin nicht schlüssig beantwortet werden.
4.
Aber auch der Arztbericht des behandelnden Arztes Dr. A._ vom 14. November 2006
erscheint nicht schlüssig. So bestätigt Dr. A._ zunächst eine Arbeitsunfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit von 25% seit Oktober 2005 und dann im gleichen
Arztbericht, dass die bisherige Tätigkeit noch zu 50 bis 75% zumutbar sei (vgl. IV-act.
15-5f.). Während bezogen auf die bisherige Tätigkeit keine verminderte
Leistungseinschränkung bestehen soll, sei eine solche verminderte
Leistungseinschränkung bei einer adaptierten Tätigkeit von sechs Stunden pro Tag im
Umfang von ca. 20% gegeben. Damit ist seine Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine
adaptierte Tätigkeit insgesamt tiefer als diejenige für die bisherige Tätigkeit. Wie der
RAD-Arzt zu Recht festhält (vgl. IV-act. 35-2), macht dies grundsätzlich keinen Sinn.
Allerdings gilt zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin gemäss UV-Akten
auch bei ihrer letzten Arbeitgeberin nach dem Unfall eine leidensadaptierte Tätigkeit
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ausüben konnte (nur noch leichteste Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von
Gewichten) und sich die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. A._ damit bereits
während der Fortdauer dieses Arbeitsverhältnisses auf diese leidensadaptierte Tätigkeit
bezogen hatte.
5.
5.1 Somit stellt sich die Frage, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gestützt
auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes festgelegt werden kann. Bei diesen
Stellungnahmen handelt es sich um Berichte im Sinne von aArt. 49 Abs. 3 IVV. Ihre
Funktion besteht darin, den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu
würdigen. Dazu gehört auch, bei sich widersprechenden medizinischen Akten eine
Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht
abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Nach der
Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, gestützt auf im
Wesentlichen oder sogar ausschliesslich von einem Versicherungsträger intern
eingeholte medizinische Unterlagen zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei
auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen
Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 122 V 157 E. 1d S.
162; Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 2008 i.S. M., 9C_55/2008, E. 4.2).
5.2 Vorliegend gilt zu berücksichtigen, dass der RAD-Arzt zunächst davon
ausgegangen war, dass seine Einschätzung mit derjenigen von Dr. A._ und Dr. E._
sowie des Suva-Kreisarztes übereinstimme (vgl. IV-act. 47-2). Tatsächlich ergibt sich
jedoch aus den Suva-Akten, dass der Kreisarzt selbst zum Umfang der Arbeitsfähigkeit
nicht explizit Stellung genommen hat und Dr. A._ ebenso wie Dr. E._ von einer
höheren Arbeitsunfähigkeit von minimal 25% bis 50% ausgehen (vgl. UV-act. 33 und
36). Indem der RAD-Arzt eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 90% in einer
leidensadaptierten Tätigkeit angenommen hat, ist er sowohl von der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Suva als auch von derjenigen von Dr. A._ und Dr.
E._ abgewichen. Nachdem er die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht
hat, kann bei der gegebenen Aktenlage mit sich widersprechenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht auf seine davon nochmals divergierenden
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Stellungnahmen abgestellt werden. Vielmehr erscheint der Sachverhalt nicht genügend
abgeklärt. Insbesondere wäre es Sache der Beschwerdegegnerin gewesen, bei Dr.
E._, die offenbar aufgrund einer nochmaligen Untersuchung der Beschwerdeführerin
vom 5. Juli 2006 ihre ursprüngliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nach unten korrigiert
hat, einen weiteren Bericht einzuholen. Es ist nicht auszuschliessen, dass bei der
Beschwerdeführerin im Sommer 2006 eine relevante gesundheitliche Verschlechterung
eingetreten ist. Ebenso wäre eine Klärung der in sich widersprüchlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. A._ durch entsprechende Rückfrage angezeigt
gewesen. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
den Sachverhalt vollständig abklärt, wozu auch die Einholung eines orthopädischen
Fachgutachtens erforderlich sein wird.
6.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen,
die Verfügung vom 5. Juni 2007 aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung zurückzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit hat die Beschwerdegegnerin die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
7.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin für ihre Anwaltskosten
Anspruch auf eine Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG). Das Honorar in der
Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht beträgt gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. b
der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) Fr.
bis
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1000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Vertreter der Beschwerdeführerin hat eine Kostennote
eingereicht und diese auch begründet (act. G 13). Er macht ein Honorar von Fr.
6'012.50, pauschale Barauslagen (ohne den geleisteten Kostenvorschusses von Fr.
600.--) von Fr. 120.25 sowie eine Mehrwertsteuer von Fr. 466.10 (7,6%), total somit
einen Betrag von Fr. 6'598.85 geltend. Entgegen seiner Begründung kann der
vorliegende Fall - trotz beigezogener Suva-Akten und zusätzlich eingereichter
Beschwerdeergänzung - nicht als überdurchschnittlich komplex oder aufwändig
gewertet werden. Das geltend gemachte Honorar ist daher im Vergleich zu den in
invalidenversicherungsrechtlichen Streitsachen üblicherweise zugesprochenen
Parteientschädigungen zu hoch. Aufgrund der Akten und in Relation zu den in
vergleichbaren Fällen zugesprochenen Entschädigungen erscheint vielmehr ein
Honorar inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer von Fr. 3'500.-- als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG