Decision ID: 4a73bb0c-ae39-435d-8053-d3568d9ebf19
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ leidet am Geburtsgebrechen 404 (vgl. IV-act. 17-2). Die IV-Stelle gewährte
ihm gestützt auf die IV-Anmeldung vom Januar 2001 ab 16. November 2000
medizinische Massnahmen (IV-act. 12, 36 und 40). Am 20. Januar 2010 meldeten seine
Eltern ihn für Massnahmen der beruflichen Eingliederung an (IV-act. 41). Nachdem er
im Sommer 2011 die obligatorische Schulzeit auf Niveau Kleinklasse abgeschlossen
hatte, begann der Versicherte am 1. August 2011 eine Ausbildung zum
Automobilassistenten EBA bei der B._ AG (vgl. IV-act. 51 und 53).
A.a.
Mit E-Mail vom 21. August 2012 teilte der Verantwortliche der B._ AG mit, der
Versicherte habe sehr grosse Probleme in den Einführungskursen sowie bei den
praktischen Arbeiten. An einen positiven Lehrabschluss sei im Moment nicht zu
denken. Der Versicherte werde aus sozialen Gründen weiterbeschäftigt (IV-act. 50). Am
6. September 2012 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die invaliditätsbedingten
Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung (IV-act. 55). Am 2. Juli 2013 teilte
die Mutter des Versicherten mit, er habe seine Lehrabschlussprüfung zum
Automobilassistenten nicht bestanden. Gemäss Aussage seines Lehrmeisters könne er
in dieser Tätigkeit kein wirtschaftliches Einkommen erzielen (IV-act. 57; vgl. auch IV-
act. 58-1 und 81).
A.b.
Mit Arztbericht vom 27. Juli 2013 teilte Dr. med. C._, Facharzt FMH für Kinder
und Jugendliche, mit, der Versicherte falle durch seine schwankende Konzentration
und wechselnde Aufnahmefähigkeit auf. Er brauche starke äussere Strukturen und sehr
viel persönliche Betreuung, sei aber pünktlich und zuverlässig. Wenn der Versicherte
A.c.
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einen entsprechenden Arbeitsplatz finden könne, könne er einen Teil seines
Lebensunterhalts selber verdienen. Er sei aber auf zusätzliche Unterstützung von den
Eltern sowie einem verständnisvollen Arbeitgeber angewiesen. Die Arbeit müsse
praktisch manuell sein, jedoch nicht zu stark körperlich betont. Er könne bei reduzierter
Leistungsfähigkeit vollzeitig anwesend sein (IV-act. 61).
Ab 16. September 2013 besuchte der Versicherte das Einsatzprogramm D._ (IV-
act. 100-3). Vom 6. Januar 2014 bis 28. März 2014 fand eine berufliche Abklärung beim
E._ statt (vgl. IV-act. 74 und 100-4 f.). Mit Mitteilung vom 17. April 2014 übernahm
die IV-Stelle die Mehrkosten für die berufliche Ausbildung zum Lackierassistenten EBA
beim E._ vom 29. März 2014 bis 31. Juli 2016 (IV-act. 90; vgl. auch IV-act. 93).
A.d.
Mit Arztbericht vom 16. Januar 2015 teilte Dr. med. F._, Facharzt für Kinder- und
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie FMH sowie Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, mit, die intellektuellen Fähigkeiten des Versicherten lägen unter dem
Durchschnittsbereich (IV-act. 78).
A.e.
Der Versicherte schloss die Ausbildung zum Lackierassistenten EBA per 31. Juli
2016 erfolgreich ab (vgl. IV-act. 100-5 und 102-1). Der E._ gab im Schlussbericht,
welcher am 6. Oktober 2016 bei der IV-Stelle einging, an, es bestehe bei
gleichbleibenden repetitiven Aufgaben eine Leistungsfähigkeit von 70% auf dem ersten
Arbeitsmarkt. In der Arbeitspraxis bei der G._ AG sei die Leistungsfähigkeit auf
maximal 50% geschätzt worden (IV-act. 102-5 f.).
A.f.
Im Schlussbericht der Berufsberatung vom 7. November 2016 ging der zuständige
Berufsberater vom Mittelwert, d.h. von einer Leistungsfähigkeit von 60% im ersten
Arbeitsmarkt aus und bezifferte das Jahreseinkommen eines Industrielackierers mit
EBA auf Fr. 48'100.-- bei einem Vollzeitpensum (Fr. 3'700.-- x 13; IV-act. 101). Mit
Mitteilung vom 2. Dezember 2016 schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab
(IV-act. 104).
A.g.
Mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer Viertelsrente in Aussicht (IV-act. 115). Gegen diesen Vorbescheid
erhob der Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube, am
29. November 2017 Einwand (IV-act. 119).
A.h.
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B.
Mit Stellungnahme vom 11. Dezember 2017 hielt RAD-Arzt H._ fest, aus
versicherungsmedizinischer Sicht sei der vom Berufsberater angenommene Mittelwert
einer Leistungsfähigkeit von 60% gut nachvollziehbar. Damit werde der Tatsache
Rechnung getragen, dass der Versicherte zwar bei einem gleichbleibenden repetitiven
Aufgabenbereich eine Leistungsfähigkeit von 70% erbringen könne, dass seine
Leistungsfähigkeit aber bei komplexeren und anspruchsvolleren Arbeiten geringer sei.
Zudem sei auf die Einschätzung des Hausarztes, Dr. med. I._, Facharzt für
Allgemeine Medizin, Psychosomatische und psychosoziale Medizin, hinzuweisen. In
dessen Arztbericht vom 16. Januar 2017 habe er mitgeteilt, dass die bisherige Tätigkeit
aus medizinischer Sicht noch zumutbar sei. Dabei bestehe eine verminderte
Leistungsfähigkeit, allerdings "Leicht wegen der eingeschränkten Feinmotorik".
Demnach bestehe versicherungsmedizinisch kein Grund, von der bisherigen
Beurteilung abzuweichen (IV-act. 120 mit Hinweis auf IV-act. 112-3 f.).
A.i.
Im Besprechungsprotokoll vom 23. März 2018 hielt die IV-Stelle fest, weitere
berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, da der Versicherte bereits über das RAV
und den E._ in der Stellensuche unterstützt werde. Die Unterstützung des E._ habe
er nach Lehrabschluss nicht wahrgenommen. Mit der Zusprache einer Viertelsrente
könne der Versicherte sich auch im zweiten Arbeitsmarkt bewerben (IV-act. 126).
A.j.
Mit Verfügung vom 17. April 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. August 2016 eine Viertelsrente zu (IV-act. 131 und 127).
A.k.
Gegen diese Verfügung erhebt A._ am 11. Mai 2018 Beschwerde. Er beantragt,
ihm sei ab 1. August 2016 eine höhere Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Er habe
mit massiver Unterstützung durch den E._ die Ausbildung zum Lackier-Assistenten
EBA abschliessen können. Der Produktionsleiter der Lackiererei der G._ habe
festgestellt, die Leistungsfähigkeit bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt liege maximal
bei 50%. Er habe über 100 vergebliche Bewerbungen gemacht. Nun habe er den Rat
der Beschwerdegegnerin, sich im zweiten Arbeitsmarkt zu bewerben, weiterverfolgt. Er
habe beim E._ eine Stelle als Lackierer zu einem Monatslohn von Fr. 1'400.--
erhalten. Dies ergebe ein Invalideneinkommen von jährlich Fr. 18'200.--. Hierbei sei von
B.a.
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stabilen Verhältnissen im Sinne der Rechtsprechung auszugehen. Dies sei die
zumutbare Realisierung der Resterwerbsfähigkeit. Der erste Arbeitsmarkt sei wie von
den Praktikern befürchtet eine Stufe zu hoch. Die vom RAD veranschlagte
Leistungsfähigkeit von 60% im ersten Arbeitsmarkt sei nicht haltbar. Sie beruhe auf
einer übersteigerten Falscheinschätzung des Beschwerdeführers selbst (70%) und den
50% laut Produktionsleiter der Lackiererei der G._, der dies als Maximum gesehen
habe. Die angefochtene Verfügung sei widersprüchlich, indem einerseits eine
realisierbare Leistungsfähigkeit von 60% am ersten Arbeitsmarkt behauptet,
andererseits die Suche einer Stelle am zweiten Arbeitsmarkt empfohlen werde. Die
Beschwerdegegnerin habe das Valideneinkommen zu tief festgelegt. Sie hätte das
Einkommen heranziehen müssen, das der Beschwerdeführer als Nichtinvalider erzielen
könnte (act. G1).
Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde sei insofern gutzuheissen, als der Beschwerdeführer ab dem 1. August
2016 Anspruch auf eine halbe Rente habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen.
Zur Festlegung der Leistungsfähigkeit von ADHS-Patienten sei eine Beobachtung der
Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum sinnvoll. Dem E._ sei das möglich
gewesen, womit seinen Angaben hohes Gewicht zukomme. Die Einschätzung einer
Leistungsfähigkeit von 60% durch den Berufsberater, welcher sich auch der RAD
anschliesse, erscheine somit als angemessen. Der Beschwerdeführer habe wegen
seiner Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben können. Er sei
aufgrund seines Geburtsgebrechens 404 in seinem erlernten Beruf lediglich zu 60%
arbeitsfähig und könne damit gestützt auf die Stellungnahme der Berufsberatung vom
24.Oktober 2016 ein Einkommen von Fr. 28'860.-- verdienen. Das Valideneinkommen
sei nach Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201) zu bestimmen und betrage Fr. 65'600.-- (80% von Fr. 82'000.--). Der
Beschwerdeführer könne seine Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
verwerten. Damit ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 56% und ein Anspruch auf eine
halbe Rente ab 1. August 2016 (act. G4).
B.b.
Mit Replik vom 3. Juli 2018 macht der Beschwerdeführer geltend, die
Beschwerdegegnerin blende die seit 2016 getätigten erfolglosen Bemühungen aus,
sich im ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. In der angefochtenen Verfügung habe sie
B.c.
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Erwägungen
1.
ihm empfohlen, sich eine Stelle im zweiten Arbeitsmarkt zu suchen. Er habe beim E._
eine Stelle als Lackierer erhalten. Es sei davon auszugehen, dass er seine
Arbeitsfähigkeit damit bei einem Einkommen von Fr. 1'400.-- pro Monat (x 13 pro Jahr)
in zumutbarer Weise voll ausschöpfe. Deshalb gelte der tatsächlich erzielte Verdienst
als Invalidenlohn. Er habe vom 17. Juni 2016 bis 19. Januar 2017 insgesamt 60
Bewerbungen in der Autobranche gemacht, die zu keiner Anstellung geführt hätten
(act. G6).
Mit Schreiben vom 25. Juli 2018 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine
Duplik (act. G8).
B.d.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
1.2.
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2.
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
Streitig ist, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im ersten Arbeitsmarkt
verwertbar ist. Wäre dies nicht der Fall, so wäre dem Beschwerdeführer lediglich
dasjenige Einkommen als Invalideneinkommen anzurechnen, das er auf dem zweiten
Arbeitsmarkt erzielen kann.
2.1.
Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetisch
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es
sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten,
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI-
Praxis 6/1998 S. 291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer
Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare
Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe
zum Ganzen Entscheid des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5
mit Hinweisen).
2.2.
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Vorliegend bringt der Beschwerdeführer vor, er habe trotz zahlreicher
Bewerbungen keine Stelle im ersten Arbeitsmarkt gefunden. Zum Nachweis reicht er
eine Liste mit dem Titel "Bewerbungen für Stellen 2018" ein, welche 18 Bewerbungen
im sozialen Bereich, namentlich bei Kindertagesstätten bzw. Kinderkrippen enthält
(act. G1.4). Für eine solche Erwerbstätigkeit weist der Beschwerdeführer weder eine
Ausbildung noch Berufserfahrung aus. Zudem ist mit Blick auf seine gesundheitlichen
Einschränkungen fraglich, ob die Betreuung von (Klein-)Kindern einer adaptierten
Tätigkeit entspricht. Aus der Tatsache, dass er auf diese Bewerbungen hauptsächlich
Absagen oder aber Angebote für ein Praktikum erhalten hat, kann der
Beschwerdeführer deshalb nicht ableiten, dass seine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt nicht verwertbar ist. Auch eine gesunde Person hätte in diesem Bereich
unter den gleichen Voraussetzungen nicht auf eine Festanstellung hoffen dürfen.
2.3.
Der Beschwerdeführer reicht sodann eine Liste mit dem Titel
"Arbeitsbemühungen" ein. Darin nennt er die Betriebe, bei denen er sich, offenbar in
der Funktion eines Lackierassistenten, zwischen dem 17. Juni 2016 und dem
19. Januar 2017 beworben hat (vgl. act. G6.2). Daraus, dass der Beschwerdeführer
keine Anstellung in einem dieser Betriebe erhalten hat, kann nicht gefolgert werden,
dass seine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht verwertbar ist. Im
Gegenteil sind diese Bewerbungen ein Hinweis darauf, dass sowohl der
Beschwerdeführer selbst als auch die ihn unterstützenden Personen (RAV-Berater,
allenfalls Eltern) davon ausgegangen sind, er könnte im ersten Arbeitsmarkt arbeiten,
wenn er eine entsprechende Stelle bei einem wohlwollenden Arbeitgeber erhalten
würde. Ob der Beschwerdeführer konkret ein Arbeitsverhältnis auf dem ersten
Arbeitsmarkt eingehen kann, ist eine Fragestellung der Arbeitslosenversicherung. Für
die Invalidenversicherung ist hingegen einzig relevant, ob er seine Arbeitskraft
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften entsprechen würden, wobei auch Nischenarbeitsplätze zu
berücksichtigen sind (siehe E. 2.2 vorstehend). Dies ist vorliegend der Fall. Der
Beschwerdeführer konnte nicht nur seine erste Lehrstelle im ersten Arbeitsmarkt dank
Unterstützung der Beschwerdegegnerin und hohem sozialem Entgegenkommen der
damaligen Arbeitgeberin während zweier Jahre halten. Er konnte auch während der
Ausbildung zum Lackierassistenten EBA beim E._ bei zwei Betrieben des ersten
Arbeitsmarktes Kurzpraktika absolvieren (vgl. IV-act. 102-5). Sowohl er selbst wie auch
der Produktionsleiter Lackiererei der G._ und der Verantwortliche beim E._
erachteten den Beschwerdeführer als auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitsfähig (bei
allerdings eingeschränkter Leistungsfähigkeit, vgl. IV-act. 102-5). Daran ändert nichts,
dass der Beschwerdeführer bei der Stellensuche erfolglos war. Neue medizinische
2.4.
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3.
Befunde oder Erkenntnisse aus der praktischen Berufstätigkeit, welche eine
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausschliessen, liegen nicht vor. Somit ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
verwertbar.
Die Beschwerdegegnerin geht von einer Leistungsfähigkeit von 60% bei einer
Anwesenheit von 100% auf dem ersten Arbeitsmarkt aus. Der Beschwerdeführer
bestreitet dies. Demnach ist gestützt auf die Akten zu entscheiden, von welcher
Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.
3.1.
Der E._ ist eine professionelle Organisation, welche Menschen mit Behinderung
ein vielfältiges Lern- und Arbeitsangebot anbietet. Er hat einen reichen
Erfahrungsschatz im Umgang mit beeinträchtigten Personen und in der realistischen
Einschätzung ihrer Leistungsfähigkeit. Beim Beschwerdeführer ging er im
Schlussbericht vom Oktober 2016 von einer Leistungsfähigkeit von 70% bei einer
Anwesenheit von 100% bei einem gleichbleibenden repetitiven Aufgabenbereich aus.
Im Schlussbericht wurden Merkmale aus den Bereichen Fach-, Methoden-, Sozial- und
Selbstkompetenz beurteilt und die Beurteilung jeweils ausführlich begründet. Dabei
wurden sowohl die Stärken als auch die Lernfelder des Beschwerdeführers dargelegt.
Beispielsweise wurde erwähnt, dass der Beschwerdeführer bei Ausbildungsende als
drittbester Lackierer EBA gewürdigt worden sei. Im Arbeitsalltag könne er die gelernten
Arbeitstechniken aber nicht jederzeit abrufen und sei diesbezüglich auf Unterstützung
angewiesen. Es habe ihm scheinbar an Ehrgeiz und Wille gefehlt, die Arbeiten stets
genau zu bearbeiten und eine sorgfältige Endkontrolle zu machen. Die qualitativen
Ergebnisse seien abhängig von der Tagesform, wobei er die Fähigkeit, millimetergenau
zu arbeiten, grundsätzlich besitze. Er lasse sich schnell ablenken und berichte von
Konzentrationsschwierigkeiten. Sein Arbeitstempo sei unterdurchschnittlich. Gelerntes
sei oft wieder verloren gegangen oder habe nicht abgerufen werden können. Bei
Serienarbeiten habe der Beschwerdeführer die Abläufe selbständig vorbereiten und
angehen können. Mit dem Material habe er einen sorgfältigen Umgang gezeigt und auf
sparsamen Verbrauch geachtet. Er habe sich zurückhaltend, hilfsbereit und freundlich,
manchmal unsicher gezeigt, sei im Team akzeptiert worden, habe gute Kontakte
gepflegt und Verständnis für andere gezeigt. Kritik habe er meistens gut annehmen
können. Er sei stets pünktlich zur Arbeit erschienen und habe Abmachungen
eingehalten. Belastbarkeit und Durchhaltewillen schätzt der E._ als mässig ein (vgl.
IV-act. 102-1 bis 102-4). Der E._ gab sodann im Schlussbericht an, der
Beschwerdeführer selber habe zu seiner Arbeitsleistung geäussert, er würde ca. 70%
3.2.
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Einsatz und Leistung geben. Seitens E._ habe man sich oft die Frage gestellt, ob der
Beschwerdeführer nicht mehr Einsatz geben könne oder wolle. Der jetzige
Ausbildungsstand stelle den E._ nicht ganz zufrieden. Zwischen der guten
Abschlussnote von 4.9 und der tatsächlich geleisteten Arbeit zeige sich eine
Diskrepanz (IV-act. 102-4 und 102-6). Bemerkenswert ist, dass der Beschwerdeführer
auch bei der B._ AG die schulischen Anforderungen besser meisterte als die
praktische Arbeit (vgl. IV-act. 81).
Der Schlussbericht des E._ wurde sorgfältig erstellt und erscheint ausgewogen.
Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit wurde umfassend anhand diverser Merkmale
bestimmt. Da der E._ als Ausbildungsbetrieb den Beschwerdeführer über lange Zeit
beobachten und begleiten konnte, kommt seiner Beurteilung entsprechend hoher
Beweiswert zu. Die Angaben des E._, wonach der Beschwerdeführer bei
gleichbleibenden repetitiven Aufgaben zu 70% leistungsfähig ist, vermag deshalb
grundsätzlich zu überzeugen.
3.3.
Im Schlussbericht E._ wird indes auch erwähnt, dass der Produktionsleiter
Lackiererei der G._ die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf maximal 50%
schätzte (IV-act. 102-5). Das Praktikum bei der G._ war zwar nur kurz, doch handelt
es sich bei der Einschätzung des Produktionsleiters Lackiererei um eine Beurteilung
aus dem ersten Arbeitsmarkt. Die G._ zog offenbar ernsthaft in Betracht, den
Beschwerdeführer nach der Lehre anzustellen, entschied sich dann aber aufgrund
seiner Defizite dagegen (vgl. IV-act. 102-6). Dies spricht dafür, dass sie seine
Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt – soweit dies in Anbetracht der kurzen
Praktikumszeit möglich war – gründlich abgeklärt und möglichst realistisch
eingeschätzt hat. Ihrer Beurteilung darf deshalb ebenfalls ein gewisses Gewicht
zugebilligt werden. Dass es sich bei der von ihr geschätzten Leistungsfähigkeit von
50% um einen Maximalwert handeln soll, ist allenfalls darauf zurückzuführen, dass der
Beschwerdeführer lediglich kurze Zeit bei der G._ im Praktikum war, wobei er
wahrscheinlich viele neue Eindrücke aufnehmen und zuerst eingearbeitet werden
musste. In einer noch besser adaptierten Tätigkeit, d.h. bei gleichbleibenden repetitiven
Aufgaben und in einem wohlwollenden Arbeitsumfeld, sollte es dem Beschwerdeführer
gemäss Bericht des E._ möglich sein, eine höhere Leistungsfähigkeit dauerhaft zu
erbringen.
3.4.
Zusammenfassend ist mit dem RAD von einer zwischen 50 und 70% liegenden
Leistungsfähigkeit auszugehen. Der von der Beschwerdegegnerin angenommene
Mittelwert von 60% (IV-act. 101) erscheint damit als korrekt. Somit beträgt die
3.5.
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4.
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in der erlernten wie in jeder anderen
adaptierten Tätigkeit 60% bei einer Anwesenheit von 100%.
Nachdem die Arbeitsfähigkeit verwertbar ist und der Umfang der
Leistungsfähigkeit festgelegt wurde, ist nun der Invaliditätsgrad zu bestimmen.
4.1.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
4.2.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 131 V
51 E. 5.1.2). Wenn die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden
beruflichen Kenntnisse erwerben konnte, entspricht das Erwerbseinkommen, das sie
als Nichtinvalide erzielen könnte, gewissen nach Alter abgestuften Prozentsätzen des
jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik (nachfolgend: LSE; vgl. Art. 26 Abs. 1 IVV). Unter Art. 26
Abs. 1 IVV fallen die Personen, welche infolge ihrer Invalidität überhaupt keine
Berufsausbildung absolvieren können, aber auch jene, welche zwar eine
Berufsausbildung beginnen und allenfalls auch abschliessen, zu Beginn der Ausbildung
jedoch bereits invalid sind und mit dieser Ausbildung nicht dieselben
Verdienstmöglichkeiten realisieren können wie eine nichtbehinderte Person mit
derselben Ausbildung (Entscheide des Bundesgerichts vom 12. September 2019,
8C_291/2019, E. 5.2 und vom 19. Februar 2015, 9C_611/2014, E. 3.2; Kreisschreiben
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand: 1. Januar
2018, Rz 3035).
4.3.
Vorliegend konnte der Beschwerdeführer seine erste Ausbildung nicht
abschliessen, da er die Prüfungen nicht bestanden hatte und sein damaliger
Lehrbetrieb davon ausging, er könnte selbst bei erfolgreicher Wiederholung der
Prüfungen seine erworbenen Fachkenntnisse nicht verwerten. Die zweite Ausbildung
fand im geschützten Rahmen statt. Sie konnte zwar erfolgreich abgeschlossen werden,
aber nur dank erheblicher Unterstützung des E._. Zudem kann der Beschwerdeführer
bei einer Anwesenheit von 100% lediglich eine Leistung von 60% erbringen, was seine
4.4.
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Verdienstaussichten weiter schmälert. Es ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer
im Gesundheitsfall einen anderen beruflichen Werdegang eingeschlagen und
zumindest ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis erworben hätte, womit er heute in
erwerblicher Hinsicht wesentlich bessergestellt wäre. Damit entspricht eine Tätigkeit als
Lackierassistent der Invalidenkarriere, nicht der Validenkarriere. Dem
Beschwerdeführer stehen invaliditätsbedingt nicht die gleichen Verdienstmöglichkeiten
offen wie einer Person mit einem eigentlichen Lehrabschluss oder einer sonstigen
ordentlichen Ausbildung. Somit ist das Valideneinkommen, wie inzwischen beide
Parteien einräumen, nach Art. 26 Abs. 1 IVV zu bestimmen. Diese Bestimmung sieht
nach Alter abgestufte Prozentsätze des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss
LSE vor. Bis zur Vollendung des 21. Altersjahres beträgt der Prozentsatz 70, bis zur
Vollendung des 25. Altersjahres 80, danach 90 und nach Vollendung von
30 Altersjahren ist zu 100% auf den Medianwert abzustellen (Art. 26 Abs. 1 IVV).
Vorliegend interessiert der Zeitraum ab 1. August 2016. Zu diesem Zeitpunkt war
der Beschwerdeführer bereits 21 Jahre alt, sodass der anwendbare Prozentsatz 80
beträgt. Der anwendbare Medianwert beträgt für das Jahr 2016 Fr. 82'500.-- (IV-
Textausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019, S. 139, basierend auf der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Das
Valideneinkommen beträgt deshalb für das Jahr 2016 Fr. 66'000.-- (Fr. 82'500.- x
80%).
4.5.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der kumulativ
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne gemäss LSE
beigezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2 je mit Hinweisen).
4.6.
Der Beschwerdeführer möchte für das Invalideneinkommen auf sein Einkommen
beim E._ von jährlich Fr. 18'200.-- abstellen. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar
darf insofern von stabilen Verhältnissen ausgegangen werden, als der
Beschwerdeführer mit dem E._ ein unbefristetes Arbeitsverhältnis abgeschlossen hat
4.7.
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5.
(act. G6.1). Jedoch ist das kumulative Erfordernis, dass der Beschwerdeführer damit
seine verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, nicht erfüllt.
Gemäss der Berufsberatung der Beschwerdegegnerin kann ein Industrielackierer mit
EBA bei einem Vollzeitpensum ein Jahreseinkommen von Fr. 48'100.-- generieren (IV-
act. 101-2). Bei einer Leistungsfähigkeit von 60% wäre es dem Beschwerdeführer
somit möglich, ein Jahreseinkommen von Fr. 28'860.-- zu erzielen. Darauf ist
abzustellen.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin ihm
nicht empfohlen, auf dem zweiten Arbeitsmarkt eine Anstellung zu suchen. Sie hat
lediglich darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer sich mit der Zusprache einer
Teilrente auch im zweiten Arbeitsmarkt bewerben könne (IV-act. 126). Wie erwähnt ist
in der Invalidenversicherung nicht auf den konkreten Arbeitsmarkt, sondern auf den
hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen. Wenn der Beschwerdeführer
aktuell im ersten Arbeitsmarkt keine Anstellung finden kann, erscheint es allerdings
sinnvoll, die Arbeitsfähigkeit zumindest auf dem zweiten Arbeitsmarkt zu verwerten, bis
ein Wechsel vollzogen werden kann.
4.8.
Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 66'000.-- und des
Invalideneinkommens von Fr. 28'860.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 56%. Damit
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
4.9.
Es sei angemerkt, dass ab dem 25. Altersjahr des Beschwerdeführers im Jahr
2019 bei ansonsten gleichgebliebenen Verhältnissen auf einen Prozentsatz von 90 des
Medianwertes abzustellen ist (Art. 26 Abs. 1 IVV). Der anwendbare Medianwert für das
Jahr 2019 beträgt Fr. 83'000.-- (IV-Textausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2019, S. 139, basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE
des Bundesamtes für Statistik). Aus einem Einkommensvergleich könnte sich ab dem
25. Geburtstag des Beschwerdeführers somit eine Dreiviertelsrente ergeben. Da die
angefochtene Verfügung am 17. April 2018 erlassen wurde, ist diese Rentenabstufung
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
4.10.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und dem Beschwerdeführer
mit Wirkung ab 1. August 2016 eine halbe Rente zuzusprechen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Da die Sache
5.1.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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