Decision ID: f5031565-baa9-4db9-ae86-37106ad7d144
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1979
geborene
X._
war
bei der
Z._
AG angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft
AG
(heute: Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG; nachfolgend: Helvetia) gegen die Folgen von
Unfällen versichert,
als er am
22
.
Dezember
2013
beim Boxtraining stolperte, den Sandsack ungünstig traf und dabei
Schmerzen
in der
linken Schulter
verspürte
(Schadenmeldung vom 26. Februar 2014 [Urk. 26/K1] sowie ergänzende Angaben zur Unfallmeldung [Urk. 26/M2]). Bei persistierenden Beschwerden im Bereich der linken Schulter konsultierte
der Versicherte am 3. März 2014
Dr. med.
A._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, welche als Diagnose eine
Periarthr
opathia
hume
ros
capularis
(PHS) bei Status nach Distorsion beim Boxen am 2
2
. Dezember 2013 nannte
und Physiotherapie verordnete (Urk. 26/M3)
.
Gestützt auf die ärzt
liche Beurteilung von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH Chirurgie, beraten
der Arzt der Helvetia, vom 1
8
. März 2014 (Urk. 26/M4)
,
teilte die
Helvetia
dem Versicherten mit Schreiben vom
19. März 2014
(Urk.
26
/
K2
) mit, mangels
Unfallkausalität zwischen dem Ereignis vom 22. Dezember 2013 und den gel
tend gemachten Beschwerden
bestehe
für die Behandlung
en
ab März 2014
kein Anspruch auf Le
istungen der Unfallversiche
rung
. Der Versicherte erklärte sich damit nicht einverstanden (Urk.
26/K3
)
, worauf die
Helvetia
nach Einholung einer weiteren Stellungnahme bei Dr.
B._
(Stellungnahme vom 3. Juni 2014, Urk. 26/M6)
mit Verfügung vom
11
.
Juni 2014
(Urk.
26/K4
)
wie angekündigt
einen Leistungsanspruch verneinte
.
Nachdem ein
e
von Dr.
A._
am 20. Juni 2014 veranlasste MRI-Untersu
chung
gemäss dem untersuchenden Radiologen
unter anderem
eine kleine
Par
ti
alruptur
der
Supraspinatussehne
,
wenig Flüssig
keit in der Bursa
subacromialis
(vereinbar mit einer leichten Bursitis)
sowie etwas Ödem im AC-Gelenk
(verein
bar mit Status nach AC-Luxation)
zur Dar
stellung gebracht hatte
(Urk. 26/M7
M8), erhob der Versicherte gegen die leistungsabweisende Verfügung Einsprache (Urk. 26/K10).
Mit Entscheid vom 11. November 2014
wies die
Helvetia
die
se
Einsprache
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 13. Dezember 2014 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, es sei festzustellen, dass zwischen den ab März 2014 behandelten Beschwerden und dem Unfall vom 22. Dezember 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang bestehe. Die Beschwerdegegnerin sei infolgedessen zu verpflichten, die gesetzlichen Leistun
gen gemäss dem Bundesgesetz über die
Unfallversicherung
(UVG)
zu erbringen (Urk. 1 S. 1).
Gestützt auf eine
erneute
ärztliche
Beurteilung der Aktenlage
durch den Vertrauensarzt Dr.
B._
sowie
Dr. med.
C._
, Radio
logie FMH,
vom 16. Februar 2015,
welche zum Schluss gekommen waren, dass
es anlässlich de
s Unfalles vom 22. Dezember 2013
zu einem Labrumriss gekommen sei
(Urk. 26/
M12
)
, erlie
ss die Beschwerdegegnerin am 5.
März 2015 einen Wiedererwägungsentscheid
(Urk. 12)
, mit welchem sie ihre
Leistungs
pflicht
für
die diagnostizierte
Labrumläsion anerkannte
,
und
ersuchte
um Abschreibung des Verfahrens infolge Gegenstandslosigkeit
(Urk. 11)
. Der Beschwerdeführer nahm dazu am 11. Mai
2015 Stellung (Urk. 22)
und bean
tragte, es sei festzustellen, dass zwischen dem Unfallereignis vom 22. Dezember 2013 und sämtlichen in der linken Schulter vorhandenen Schäden ein Kausal
zusammenhang bestehe.
Ausserdem sei die Ziffer 3 des
Wiedererwägungs
entscheides
,
mit welcher festgehalten worden sei, dass
es zu keiner Subluxation bzw. Luxation des AC-Gelenkes ge
kommen sei, aufzuheben. Im Übri
gen hielt er an seinen Anträgen fest.
Mit Eingabe vom 19. Juni 2015 (Urk. 25 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 26/1-2, Urk. 26/K1-K37, Urk. 26/M1-M12)
schloss
die Beschwerdegegnerin
auf
Abweisung der
Beschwerde
, soweit darauf
einzutreten sei
. Dies wurde
dem Beschwerdeführer am 15. Juli 2015 mitgeteilt (Urk. 27).
Der Beschwerdeführer reichte am 19. September 2015 eine weitere Stellungnahme ein
(Urk. 32)
, welche der
Beschwerdegegnerin am 1. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk. 34).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
G
estützt auf die medizinischen
Aktenb
eurteilungen von Dr.
B._
vom 3. Juni 2014 und 19. August 2014
erwog die Beschwerdegegnerin
im
Einspracheent
scheid
vom 11. November 2014 (Urk. 2)
,
die diagnostizierte kleine partielle Ruptur der
Supraspinatussehne
und die diagnostizierte Bursitis
subacromialis
seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 22. Dezember 2013 verursacht worden.
D
iese Verletzungen seien
vielmehr
auf das
vom Beschwerdeführer durchgeführte
sehr intensiv
e Training des Oberkör
pers
zurückzuführen. Folglich handle es sich
bei den beklagten Beschwerden
überwiegend
wahrscheinlich
um Überlastungsschmerzen
.
Eine
Leistungspflicht
im Zusammenhang mit den Behandlungen ab März 2014
sei
somit
zu Recht verneint
worden
.
1.2
Im
Wiedererwägungsentscheid vom 5. März 2015
(Urk. 12)
führte die
Beschwer
de
gegnerin
aus, weitere Abklärungen hätten ergeben,
dass das MRI vom 20. Juni 2014 einen deutlichen Riss des Labrums zeige. Dieser Labrumriss sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Stolpersturz am 22. Dezember 2013 verursacht worden und vermöge die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden zu erklären. Die diagnostizierte
Supraspinatusläsion
sei hingegen nicht unfallkausal, ausserdem habe
mittels MRI
vom 20. Juni 2014
keine Subluxation bzw. Luxation festgestellt werden können. Aufgrund der Labrumläsion stünden die ab dem 3. März 2014 durchgeführten Behandlungen der linken Schulter
in einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammen
hang zum
Unfalle
reignis vom 22.
Dezember 201
3.
Dementsprechend hob die Beschwerdegegnerin den
Einspracheentscheid
vom 11. November 2014 und die Verfügung vom 11. Juni 2014 wiedererwägungsweise auf und sicherte die Erbringung von Leistungen gemäss Unfallversicherungsgesetz für die Behand
lung der linken Schulter aufgrund der dia
gnostizierten Labrumläsion zu. Zusätzlich
stellte sie fest, dass die kleine partielle Ruptur der
Supraspinatus
sehne
links nicht unfallkausal sei und
k
eine Subluxation bzw. Luxation des AC
Gelenkes vorliege
(Urk. 12).
2.
2.1
Nach
Art.
53
Abs.
3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) kann der Versicherungsträger eine Verfügung oder einen
Einspracheentscheid
, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange
wie
dererwägen
, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Die neue Verfügung oder der neue
Einspracheentscheid
beendet den Streit insoweit, als damit den Anträgen der
beschwerdeführenden
Partei entsprochen wird. Soweit den Beschwerdeanträgen nicht stattgegeben wird, besteht der Rechtsstreit wei
ter; in diesem Fall muss die Beschwerdebehörde auf die Sache eintreten, ohne dass die
beschwerdeführende
Partei die neue Verfügung oder den neuen
Ein
spracheentscheid
anzufechten braucht (vgl. BGE 113 V 237).
Hat der pendente
lite
erlassene Entscheid eine Schlechterstellung zum Inhalt, kommt diesem Ent
scheid lediglich der Charakter eines Antrages an das Gericht zu (BGE 127 V 234 E. 2b/
bb
).
2.2
D
ie Beschwerdegegnerin
sicherte
mit Wiedererwägungsentschei
d vom
5. März 2015
einzig
die Erbringung von Leistungen gemäss Unfallversicherungsgesetz
im Zusammenhang mit der
diagnostizierten Labrumläsion zu
, stellte jedoch
gleichzeitig fest, dass die Teilruptur der
Supraspinatussehne
nicht unfallkausal sei (E. 1.2).
Damit entspricht sie den Anträgen des Beschwerdeführers nicht vollumfänglich, da dieser die Anerkennung der Leistungspflicht der
Beschwer
de
gegnerin
für
sämtliche
Verletzungen
an der linken Schulter
,
namentlich
für die
Teilruptur
der
Supraspinatussehne
,
beantragte
(Urk. 1 S. 6, 10, Urk. 22 S. 4 f.)
.
D
er
pendente
lite
erlassene Wiedererwägungsentscheid beendet
den vorliegen
den Rechtsstreit somit nur insoweit, als
die Leistungspflicht für die diagnosti
zier
te Labrumläsion anerkannt wurde, weshalb er in diesem Umfang als gegen
standslos geworden abzuschreiben ist.
Im Übrigen
besteht der Rechtsstreit weiter. Dem Antrag der Beschwerdegegnerin, auf die Beschwerde sei mangels Anfechtungsobjekt nicht einzutreten (Urk. 25 S. 3), kann somit nicht gefolgt werden.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob
über die von der Beschwerdegegnerin als
Unfall
folge
anerkannte Labrumläsion hinaus
noch weitere
unfallbedingte
Gesund
heitsschäden
vorliegen.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das Ereignis vom 22. Dezember 2013
von den Parteien übereinstimmend als
Unfall
ereignis im Sinn
von
Art.
4 ATSG
qualifiziert wird.
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3.
3
.1
Dr.
A._
hielt nach der Erstbehandlung vom 3. März 2014 (Urk. 26/M3
)
fest, beim Boxen am 22. Dezember 2013 sei es zu einem einschiessenden Schmerz im Bereich der linken Schulter gekommen. In den darauffolgenden Weihnachtsfe
rien habe der Schmerz nachgelassen, bei Wiederaufnahme des Trainings sei er jedoch
wieder
unverändert vorhanden gewesen. Als Diagnose nannte sie eine
Periarthr
o
pathia
humeroscapularis
(PHS)
bei Status nach Distorsion
beim
Boxen am 2
2
. Dezember 2013
und
verordnete Physiotherapie (Weichteiltechniken für
Supraspinatus
und
Subscapularis
).
3.2
Der beratende Arzt
der Beschwerdegegnerin, Dr.
B._
,
teilte
am 11. März 2014
nach Beurteilung der Aktenlage
zuhanden der Beschwerdegegnerin mit, ein Kausalzusammenhang zwischen der Behandlung ab dem 3. März 2014 und dem Ereignis vom 22. Dezember 2013 sei nicht überwiegend
wahrscheinlich
, sondern lediglich möglich
(Urk. 26/M4).
3.3
Nachdem die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mitgeteilt hatte, dass
mangels Unfallfolgen für die Behandlung
en
ab März 2014 kein Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung
bestehe (vgl. Sachverhalt E. 1), teilte Dr.
A._
mit
Schreiben vom 7. April 2014 (Urk. 26/M5) zuhanden der Beschwerdegeg
nerin mit, ihrer Ansicht nach
stünden die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden
in Zusammenhang
mit dem Erei
gnis vom 22. Dezember 201
3.
Bei
diesem
Ereignis sei es wahrscheinlich zu einer Subluxation der Schulter gekommen. In der klinischen Untersuchu
ng hätten klar die Sehnen des
Musculus
supraspinatus
und des
Musculus
biceps
brachii
angegeben, was sich gut mit dem zugrunde liegenden Ereignis in Verbindung bringen lasse.
3.4
Dr.
B._
hielt in Beurteilung der Aktenlage am 3. Juni 2014 dafür (Urk. 26/M6),
e
s sei davon auszugehen, dass
Beschwerden bei einfachen
Kontu
sion
en
nach wenigen Tagen, jedoch spätestens nach drei bis vier Wochen, abklingen. Dies
sei auch beim Beschwerdeführer,
bei dem die Schmerzen nach drei Wochen
abgenommen hätte
n
, der Fall gewesen
. Die Schmerzen
seien
danach
jedoch
bei intensivem Training
(Wing-
Xung
,
Bankdrücken im
Body
pump
) erneut
aufgetreten. Dabei habe es sich
um Überlastungsschmerzen
gehandelt
. Versicherungsmedizinisch sei der Status quo ante nach spätestens sechs Wochen erreicht gewesen.
3.5
Bei persistierenden Beschwerden veranlasste Dr.
A._
a
m 20. Juni 2014 eine MRI-Untersuchung der linken Schulter (Bericht des
D._
vom 20. Juni 2014, Urk. 26/M7). Der untersuchende Radiologe
, Dr. med.
E._
,
Facharzt FMH Radiologie, berichtete über wenig Flüs
sigkeit
in der Bursa
subacromialis
/
subdeltoidea
,
vereinbar mit
einer leichten
Bursitis im Rahmen eines
Impingements
, DD posttraumatisch
,
etwas
Ödem im AC-Gelenk, vereinbar mit einem Statu
s nach Distorsion (AC-Luxation), sowie über eine
kleine gelenkseitige Partialruptur der
Supraspinatussehne
distal am Ansatz.
Ossäre
Läsionen bestünden nicht.
3.6
Dr.
A._
berichtete
daraufhin
am 25. Juni 2014 zuhanden der
B
eschwerde
gegnerin
über diese mittels MRI-Untersuchung erhobenen Befunde (
Partial
ruptur
der
Supraspinatussehne
und Bursitis
subacromialis
) und teilte mit,
diese Befunde würden die von ihr in der Vergangenheit erhobenen klinischen Befunde bestätigen, wozu sie auf ihre bereits eingereichten Berichte verwies (Urk. 26/M8).
3.7
Am 19. August 2014 nahm Dr.
B._
erneut zur Aktenlage Stellung (Urk. 26/M9). Er hielt dafür, die neuen ärztlichen Berichte würden an
seiner
vorhergehenden Beurteilung nichts ändern. Es sei mit einer kleinen partiellen Ruptur d
er
Supraspinatussehne
weiterhin
erträglich
,
Sport zu
treiben
. E
in durchschnittlicher Sportler gehe wegen einer solchen
partiellen
Ruptur nicht zum Arzt. Es bestehe ein überwiegend wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang
zwischen der partiellen Ruptur der
Supraspinatussehne
und dem intensiven Training des Oberkörpers. Ein Kausalzusammenhang zwischen der erlittenen partiellen Ruptur der
Supraspinatussehne
und dem Unfall vom 22. Dezember 2013 sei
(bloss)
möglich. Es sei jedoch biomechanisch unwahrscheinlich, dass ein Stoss auf einen mobilen S
andsack eine Ruptur verursache
.
3.8
Am 8. Dezember 2014
teilte
Dr.
A._
der Beschwerdegegnerin
in
Präzisie
rung
ihres Berichtes vom 7. April 2014 (E. 3.3)
mit,
dass
der von
ihr in diesem Bericht verwendete Ausdruck „in Verbindung bringen“
bedeute
, dass sich die klinisch festgestellten Beschwerden mit höchster Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 22. Dezember 2013 zurückführen liessen
(Urk. 26/M10).
3.9
Am 20. Januar 2015 nahm erneut Dr.
B._
Stellung (Urk. 26/M11). Er hielt dafür, es erscheine nur als möglich, dass die kleine partielle Ruptur der
Supra
spinatussehne
durch
das Ereignis
vom 22. Dezember 2013
, bei welchem der Beschwerdeführer infolge Stolperns in den Schlag hineingefallen sei und den Sandsack mit der Faust getroffen habe,
verursacht
worden sei. Ein Sandsack sei mobil. Wenn
d
r
aufgeschlagen
werde, gebe
dieser
nach. Deshalb sei es biome
chanisch unwahrscheinlich, dass der verpatzte Schlag die Ruptur verursacht
habe. Die Beschwerden seien a
usserdem
in den ersten Wochen nach dem Unfall sukzessive zurückgegangen, was gegen eine wesentliche Pathologie spreche. Die Beschwerden seien sodann wieder beim Training aufgetreten.
Der
Beschwerde
führer
trainiere beinahe täglich.
Die kleine partielle Ruptur der
Supraspinatus
sehne
sei daher überwiegend wahrscheinlich auf einen Überlastungs
sc
haden zurückzuführen.
Diesbezüglich sei darauf hinzuweisen, dass d
ie meisten Schä
den am Bewegungsapparat sukzessive über Mikrotraumen
entstünden
.
3.10
Dr.
B._
holte
in der Folge zusätzlich
die Bilder der MRI-Untersuchung
vom 20. Juni 2014
ein
(Urk. 26
/M11, Urk. 26/K27) und besprach diese am 11. Februar 2015 mit Dr.
C._
(Urk. 26/M12)
. Dr.
B._
hielt im Bericht vom 16. Februar 2015, welcher von Dr.
C._
mitunterzeichnet
wurde
,
dafür, gemäss Dr
.
C._
hätte
n
sich auf den MRI-Bilder
n
vom 20. Juni 2014
folgende Befunde gezeigt: E
in Riss
der
Supraspinatussehne
, ein Buford-Komplex (angeboren) sowie ein deutlicher Riss im Labrum. Im AC-Gelenk hätten sich gemäss Dr.
C._
keine Hinweise für eine durchgemachte AC
Luxation ergeben, dafür jedoch Hinweise auf eine
Abrasion
(Sport).
Dr.
C._
sei
der
Meinung
, dass der winzige Riss der
Supraspinatussehne
nicht für die Symptomatologie des Beschwerdeführers verantwortlich sei. Bezüglic
h des Labrumrisses
sei Dr.
C._
zum Schluss gekommen
, dass dieser sich
er posttraumatisch bedingt sei (Urk. 26/M12 S. 2). Im Ergebnis sei festzuhalten, dass der neu entdeckte Labrumriss
die Symptomatologie des Beschwerdeführers
zu erklären vermöge
und dieser
Riss mit grosser Wahr
scheinlichkeit posttraumatisch
bedingt, d.h. wahrscheinlich auf den Stolpersturz vom 22. Dezember 2013 zurückzuführen, sei
. Die
Supraspinatusläsion
links stehe
hingegen
nicht im überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Unfal
lereignis vom 22.
Dezember 2013 und e
ine Subluxation oder Luxa
tion des AC-Gelenks habe mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht stattgefunden.
3.11
Auf Nachfrage hin teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin
am 5. März 2015
mit
(Urk. 26/K33)
, dass die Behandlung vorläufig abgeschlossen
sei
. Er mache die in der Physiotherapie erlernten Übungen. Er habe noch immer Beschwerden, könne aber in diesem Rahmen damit leben.
4.
4.1
Ob neben dem
diagnostizierten
Labrumriss
, für welche die Leistungspflicht aner
kannt wurde (E. 1.2)
,
noch weitere unfallbedingte Gesundheitsschäden vor
liegen, kann gestützt auf die vorliegende Aktenlage nicht schlüssig beurteilt werden.
Hinsichtlich der diagnostizierten Teilruptur der
Supraspinatussehne
verneinten die Ärzte
Dres
.
B._
und
C._
ein
en
überwiegend wahr
scheinliche
n
Kausalzusammenhang mit dem Unfall (E. 3.10).
Eine Begründung für diese Einschätzung findet sich im genannten Bericht jedoch nicht. Aus den vorhergehenden Berichten von Dr.
B._
ergibt sich, dass
der beratende Arzt
eine solche Kausalität nicht für überwiegend wahrscheinlich hielt, da
er
es bio
mechanisch
als
unwahrscheinlich
erachtete
, dass ein Stoss auf einen
Sandsack
, welcher
beim Draufschlagen nachgebe
,
eine Ruptur verursache
(E. 3.7, E. 3.9)
.
Diesbezüglich setzte sich Dr.
B._
jedoch nicht mit
dem
Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander, wonach der
Boxsack
aufgrund seiner Masse
(
mindestens
60 kg bei einer Länge von 2 Metern)
nur seh
r verzögert reagiere
und sich bei einem Faustschlag kaum bewege
(Urk. 1 S.
9
,
Urk. 32 S. 8 f., vgl.
auch Urk. 3/9
).
Weshalb der missglückte Schlag auf den
Boxsack
sodann über
wiegend wahrscheinlich einen Labrumriss verursachte, es jedoch unwahrschein
lich
ist
, dass dieser Schlag zu einer kleinen Partialruptur
der
Supraspinatus
sehne
führ
t
e
,
erscheint nicht ohne weitere Erklärung schlüssig
.
Es
ist somit festzuhalten, dass
die Schlussfolgerung im Bericht der
Dres
.
B._
und
C._
, wonach der
Teilriss
der
Supraspinatussehne
nicht unfallkausal sei,
nicht in einer Weise begründet
wurde
, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, weshalb
auf deren Beurteilung nicht
abgestellt werden kann (BGE
125 V 351 E. 3a
).
Jedoch kann auch nicht ohne weiteres
der
Beur
teilung
der behandelnden Ärztin Dr.
A._
gefolgt werden
, zumal sie bei ihre
n
Einschätzung
en
(E. 3.6, E. 3.8) noch davon ausging, dass
kein Labrumriss
vorliege
(vgl. Bericht von
Dr.
E._
, welcher einen Labrumriss verneinte, Urk. 26/M7) und
ihrer Beurteilung somit eine
unvollständige
Befundlage zugrunde lag
.
Was sodann
die
von Dr.
E._
diagnostizierte
Bursitis
betrifft (E.
3.5), welche
de
r
Radiologe
differentialdiagnostisch als posttraumatisch erachtete
,
so
nahmen die Ärzte
Dres
.
C._
und
B._
dazu
keine Stellung
(E. 3.10)
. Gleiches gilt auch für das von Dr.
E._
diagnostizierte Ödem im AC-Gelenk, welches er als vereinbar mit einem Status nach AC-Luxation erachtete (E. 3.5).
4.2
G
estützt auf die vorliegende Aktenlage
kann
somit nicht
abschlissend
festge
stellt
werden, ob neben dem
diagnostizierten
Labrumriss noch weitere
unfallbe
dingte
Gesundheitsschäden vorliegen
,
weshalb
die Sache
in Aufhebung des angefochtenen Entscheids
an die Beschwerdeg
eg
n
erin zurückzuweisen
ist
. Diese wird -
soweit Leistungen
zur Diskussion stehen
, welche
nicht dur
ch den
Lab
rumriss
begründet und deshalb von der
Leistungsanerkennung
der
Beschwerde
gegnerin
nicht
gedeckt sind
–
weitere medizinische Abklärungen zu tätigen
haben
, um hernach über diese weiteren Leistungsansprüche zu befinden.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen
.
5.
5.1
Liegt keine
anwaltschaftliche
Vertretung vor, besteht der Anspruch auf eine Parteientschädigung nur, wenn die Vertretung für das in Frage stehende Rechtsgebiet besonders qualifiziert ist und wenn nicht anzunehmen ist, dass sie kostenlos erfolgt (BGE 108 V 270 E. 2; ZAK 1991 S. 421 E. 2).
5.2
Der Beschwerdeführer
bestellte nach Einreichen der Beschwerdeschrift
Y._
zu seinem Vertreter
(Urk. 8). Aus den Akten ergibt sich kein
erlei
Hin
weis
darauf
, dass dieser
betreffend das Unfallversicherungsrecht
als besonders qualifiziert gelten
müsste
. Damit kann offen bleiben, ob die Vertretung kosten
los war. Die ob
en
genannten Voraussetzungen sind nicht erfüllt, weshalb keine Prozessentschädigung auszurichten ist.
Soweit der - im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch nicht vertretene - Beschwerdeführer selber einen Anspruch auf Parteientschädigung geltend macht (
Urk.
1 S. 1), ist er auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzu
weisen, wonach grundsätzlich nicht entschädigt wird, wer seine Interessen im Beschwerdeverfahren selber wahrnimmt (BGE 129 V 116 E. 4f.; BGE 110 V 134 E. 4d). Da der Arbeitsaufwand und die Umtriebe des Beschwerdeführers im vor
liegenden Verfahren nicht den Rahmen dessen überschritten, was der Einzelne
zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat, ist dem Beschwerdeführer keine Prozessentschädigung zuzusprechen.