Decision ID: ea06cfc6-8020-4128-b1a5-1d9136d33222
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, wohnhaft in B._, war ab März 2018 bis Januar 2019
Verwaltungsratspräsident der C._ AG mit Sitz in B._
sowie ab Januar 2019 bis zur Löschung der Gesellschaft im März 2020
Verwaltungsratsmitglied, jeweils mit Einzelunterschriftsberechtigung. Die
C._ AG war der Ausgleichskasse des Thurgauer
Gewerbeverbandes (nachfolgend Ausgleichskasse) angeschlossen. Am
14. Oktober 2019 wurde über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet und
das Konkursverfahren mit Konkursentscheid des Regionalgerichts
D._ vom 8. November 2019 mangels Aktiven eingestellt. Am
11. März 2020 wurde die Gesellschaft im Handelsregister des Kantons
Graubünden gelöscht.
2. Weil die offenen Forderungen der Ausgleichskasse gegenüber der
Gesellschaft aufgrund des Konkurses nicht mehr beglichen werden
konnten, erliess die Ausgleichskasse am 6. Januar 2021 gegenüber
A._ gestützt auf Art. 52 AHVG eine Schadenersatzverfügung in
der Höhe von CHF 26'837.55 für entgangene
Sozialversicherungsbeiträge.
3. Am 15. Januar 2021 erhob A._ gegen die
Schadenersatzverfügung bei der Ausgleichskasse Einsprache mit dem
sinngemässen Antrag auf deren Aufhebung. Zur Begründung brachte er
im Wesentlichen vor, dass er 2020 an Krebs erkrankt sei und deshalb nicht
mehr seiner Tätigkeit als selbständiger Handelsagent habe nachgehen
können. Als ehemaliger Aktionär der C._ habe er kein Anrecht auf
Arbeitslosenentschädigung. Aufgrund der Pandemie sei in der Folge auch
seine weitere Tätigkeit (Einkauf und Vermittlung von Produkten aus Italien)
stillgestanden. Aufgrund seines Alters und der angeschlagenen
Gesundheit habe er ab Januar 2021 lediglich eine 40 %-Stelle als
Immobilienverwalter gefunden. Da dieser Lohn nicht ausreiche, lebe er
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zurzeit auf Pump und habe alles verkauft, was er verkaufen konnte. Es sei
unmöglich, diesen Betrag zu bezahlen, zurzeit auch nicht auf Abzahlung.
Er habe sich keinesfalls etwas zu Schulden kommen lassen. Nachdem er
bereits bei der Übernahme der C._ AG anfangs 2018 festgestellt
habe, dass die Gesellschaft Probleme mit ihrer Liquidität gehabt habe,
habe er ab April 2018 für sich keinen Lohn mehr bezogen und selbst Geld
in das Unternehmen gesteckt. Nachdem 2019 eine weitere Erhöhung des
Baukredits abgelehnt worden sei, habe der Bau nicht beendet werden
können. Indes seien bis zum Schluss alle Löhne, ausser sein eigener,
bezahlt worden.
4. Mit Entscheid vom 20. Mai 2021 wies die Ausgleichskasse die Einsprache
mit der Begründung ab, dass der Ausgleichskasse aufgrund
grobfahrlässiger Missachtung von Vorschriften durch Nichtbezahlung von
paritätischen Sozialversicherungsbeiträgen ein Schaden entstanden sei,
den A._ zu begleichen habe.
5. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 17. Juni
2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden.
Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Aufhebung des
Einspracheentscheids der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 und die
Verneinung einer Schadenersatzpflicht im Sinne der Arbeitgeberhaftung
nach Art. 52 AHVG. Im Wesentlichen macht der Beschwerdeführer
geltend, er habe im März 2018 das Verwaltungsratspräsidium der
C._ AG übernommen. Damals hätten gute Geschäftsaussichten
für Projekte in E._ und im Tessin bestanden. Er habe bereits im
Frühling 2018 feststellen müssen, dass es bei der Rechnungsführung der
C._ AG Probleme gegeben habe. Die Liquidität sei als Folge der
schleppenden Zahlungen des Bauprojekts in E._ sehr knapp
geworden. Die Löhne der Angestellten habe er zahlen müssen, damit
diese nicht die Arbeit niedergelegt hätten und die Bauarbeiten hätten zu
Ende gebracht werden können. Schliesslich hätten sie die Schlussarbeiten
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in E._ nicht mehr tätigen können, was eine Beschäftigungslücke
und Nichtbezahlung der Endforderungen zur Folge gehabt habe. Auch
hätten sie den Bauauftrag im Tessin nicht ausführen können. Als
Demonstration seines guten Willens zur Zahlung der offenen AHV-
Beiträge habe er aus seinem eigenen Vermögen Zahlungen an die
Ausgleichskasse getätigt und auf seinen Lohn verzichtet. Die ganze
negative Entwicklung sei in sehr kurzer Zeit geschehen und er habe nicht
mehr reagieren können. Diese Ausgangslage hätte seinen Plan zur
Zahlung der AHV-Beiträge zunichtegemacht; es sei aber nie sein Gedanke
gewesen, die AHV-Beiträge nicht zu bezahlen. Er habe auch nicht
grobfahrlässig gehandelt, vielmehr alles getan, um den Schaden auf ein
Minimum zu senken.
6. Mit Vernehmlassung vom 3. August 2021 beantragte die Ausgleichskasse
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Beschwerdeabweisung und
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 20. Mai 2021. Zur
Begründung verwies die Beschwerdegegnerin auf die Ausführungen im
angefochtenen Einspracheentscheid. Dem Vorbringen des
Beschwerdeführers hielt die Beschwerdegegnerin entgegen, dass bei
länger andauernden Beitragsausständen keine Rechtfertigung in Betracht
komme. Bei längerfristigen Engpässen gelte uneingeschränkt der
Grundsatz, dass nur so viel Lohn ausbezahlt werden dürfe, als die darauf
geschuldeten Beiträge gedeckt werden könnten.
Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und den
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen den in Anwendung von
Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) ergangenen
Einspracheentscheid vom 20. Mai 2021, mit welchem die
Beschwerdegegnerin die Einsprache des Beschwerdeführers vom
15. Januar 2021 abwies. Gegen sozialversicherungsrechtliche
Einspracheentscheide kann Beschwerde beim kantonalen
Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 57 ATSG). Für die
Beurteilung dieser Beschwerde ist in Abweichung zu Art. 58 Abs. 1 ATSG
das kantonale Versicherungsgericht örtlich zuständig, in welchem die
Arbeitgeberin ihren Wohnsitz hat bzw. bis zum Konkurs hatte (Art. 52
Abs. 5 AHVG; vgl. KIESER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG, 4. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2020, Rz. 143 zu Art. 52 AHVG). Nachdem die
Gesellschaft vor ihrer Löschung in B._ und damit im Kanton
Graubünden domiziliert war, ist für die Beurteilung der vorliegenden
Streitigkeit demnach das Versicherungsgericht des Kantons Graubünden,
d.h. das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zuständig (Art. 49
Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR
370.100]). Das angerufene Gericht ist für die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde somit örtlich und sachlich zuständig. Als formeller und
materieller Adressat ist der Beschwerdeführer vom angefochtenen
Einspracheentscheid überdies unmittelbar berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung (vgl.
Art. 59 ATSG). Auf die von ihm frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist damit einzutreten (Art. 60 f. ATSG).
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2. Vorliegend geht es um die Arbeitgeberhaftung gemäss Art. 52 AHVG,
welcher in der seit dem 1. Januar 2020 geltenden Fassung wie folgt lautet:
1Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von
Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu ersetzen. 2Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften
subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder
Liquidation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen
Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch. 3Der Schadenersatzanspruch verjährt nach den Bestimmungen des
Obligationenrechts über die unerlaubten Handlungen. 4Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schadenersatz durch Erlass einer
Verfügung geltend. 5In Abweichung von Artikel 58 Absatz 1 ATSG ist für die Beschwerde das
Versicherungsgericht des Kantons zuständig, in welchem der Arbeitgeber
seinen Wohnsitz hat. 6Die Haftung nach Artikel 78 ATSG ist ausgeschlossen.
In materieller Hinsicht unbestritten sind die Organstellung des
Beschwerdeführers als Verwaltungsratspräsident bzw. –Mitglied der
C._ AG im fraglichen Zeitraum der Jahre 2018 und 2019 (vgl.
Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 3), der Schaden (vgl. Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1 bis 10) und die Widerrechtlichkeit
(Verletzung der Beitragszahlungspflicht im Sinne von Art. 14 i.V.m. Art. 51
AHVG, Art. 34 ff. AHVV). Bestritten wird hingegen das Verschulden
(Grobfahrlässigkeit).
Die Arbeitgeber sind verpflichtet, auf den von ihnen ausgerichteten
Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit die
Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen, mit der Ausgleichskasse
abzurechnen sowie die erforderlichen Angaben zu machen, und die
Beiträge zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch der
Ausgleichskasse zu entrichten (Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG; Art. 34 ff.
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV;
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SR 831.101]). Die Missachtung dieser Pflichten verletzt Vorschriften der
Versicherung im Sinne von Art. 52 AHVG. Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine
Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor. Damit eine
Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle
Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden
eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten
des verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem muss zwischen
dem Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Schaden ein
adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein.
3.1. Nachstehend sind somit die spezifischen Haftungsvoraussetzungen
gemäss Art. 52 AHVG zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin macht einen
Schaden von CHF 26'837.55 geltend für die Periode vom 1. Januar 2018
bis zur Einstellung des Konkursverfahrens der C._ AG (in
Liquidation) mangels Aktiven am 8. November 2019 (vgl. Bg-act. 10). Der
Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG umfasst in erster Linie die
geschuldeten paritätischen AHV/IV/EO/ALV- und FAK-Beiträge sowie
Verwaltungskosten. Hinzu kommen unbezahlt gebliebene Mahngebühren,
Verzugszinsen sowie Veranlagungs- und Betreibungskosten (vgl.
REICHMUTH, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52
AHVG, Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 329 ff.; FORSTER, in: STEIGER-
SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014,
Rz. 11.6; NEDI, Die Haftung der GmbH als Arbeitgeberin nach Art. 52
AHVG und Art. 52 BVG, S. 145). In zeitlicher Hinsicht ist die Haftung
beschränkt. Der Beitragsausstand, für den das Organ haftbar gemacht
wird, muss im Zeitpunkt seines effektiven Austritts aufgelaufen sein bzw.
müssen die Beitragsforderungen bis dahin fällig sein (vgl.
FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, AHVG-/IVG-Kommentar, Aufl. 2018, Rz. 7 zu
Art. 52 AHVG; KIESER, a.a.O., Rz. 17 ff. und 86 ff. zu Art. 52 AHVG). Der
Schaden entsteht nicht schon mit der Fälligkeit der Beiträge, sondern erst
im Zeitpunkt, in dem anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus
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rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden
können, sei es durch Beitragsverwirkung, sei es durch
Zahlungsunfähigkeit der Arbeitgeberin. Zahlungsunfähigkeit wird bejaht,
wenn der Konkurs eröffnet oder ein definitiver Verlustschein ausgestellt
wurde (siehe BGE 141 V 487 E.2.2, 136 V 268 E.2.2 und 2.6, 129 V 193
E.2.2; KIESER, a.a.O., Rz. 18 zu Art. 52 AHVG).
Die Schadenspositionen über die ausstehenden
Sozialversicherungsbeiträge zuzüglich Verwaltungskosten,
Mahngebühren, Verzugszinsen und Betreibungskosten von gesamthaft
CHF 26'837.55 sind belegt (vgl. Bg-act. 10) und im Übrigen nicht
bestritten. Die C._ AG (in Liquidation) wurde nach Einstellung des
Konkursverfahrens am 8. November 2019 mangels Aktiven am 11. März
2020 im Handelsregister gelöscht (vgl. Bf-act. 3). Die infrage stehenden
Sozialversicherungsbeiträge etc. können somit im ordentlichen
Bezugsverfahren tatsächlich nicht mehr erhoben werden. Die
Beschwerdegegnerin hat folglich einen Schaden in der Höhe von
CHF 26'837.55 erlitten, womit die Haftungsvoraussetzung des Schadens
erfüllt ist.
3.2.1. Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die
Widerrechtlichkeit bzw. Pflichtverletzung. Dabei geht es um eine doppelte
Prüfung: Zum einen stellt sich die Frage, ob Vorschriften der AHV verletzt
wurden; zum anderen ist zu beantworten, ob die entsprechende
Verletzung dem Arbeitgeber bzw. dem Organ entgegenzuhalten ist
(Verletzung der Organpflicht; siehe dazu KIESER, a.a.O, Rz. 39 f. zu Art. 52
AHVG). Anwendbar sind Art. 14 Abs. 1 AHVG und Art. 51 Abs. 1 AHVG,
wonach die Beiträge vom Einkommen aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit bei jeder Lohnzahlung in Abzug zu bringen und vom
Arbeitgeber zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch zu
entrichten sind. Weiter zu beachten sind Art. 34 ff. AHVV. Der Arbeitgeber
haftet grundsätzlich nur für jenen Schaden, der durch die Nichtbezahlung
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von paritätischen Beiträgen entstanden ist, die zu einem Zeitpunkt zur
Bezahlung fällig waren, als er über allenfalls vorhandenes Vermögen
disponieren und eine Zahlung an die Ausgleichskasse veranlassen
konnte. Die Haftung des Organs setzt mit dem Eintritt in den
Verwaltungsrat ein; dabei wird auf den Tag des effektiven Eintritts und
nicht auf den Zeitpunkt des Handelsregistereintrags abgestellt (vgl.
KIESER, a.a.O., Rz. 86 ff. zu Art. 52 AHVG).
3.2.2. Der Beschwerdeführer war ab März 2018 bis Januar 2019
Verwaltungsratspräsident und ab Januar 2019 bis zur Löschung der
C._ AG (in Liquidation) im März 2020 Verwaltungsratsmitglied,
jeweils mit Einzelunterschrift (vgl. Bf-act. 3). Die C._ AG war der
Beschwerdegegnerin angeschlossen und die Verletzung der
pflichtgemässen Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge ist
unbestritten. Der Beschwerdeführer konnte sich in seiner Funktion als
Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied mit der damit verbundenen
unübertragbaren und unentziehbaren Aufgabe der Ausgestaltung des
Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung, sofern
dies für die Führung der Gesellschaft notwendig ist (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 3
des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches [Obligationenrecht, OR; SR 220]), und der Oberaufsicht
über die mit der Geschäftsführung und der Vertretung betrauten Personen,
namentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten,
Reglemente und Weisungen (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR) seiner
Verantwortung nicht entziehen.
Aktenkundig ist, dass der Ausstand der Sozialversicherungsbeiträge der
C._ AG Ende Februar 2018 mit der Jahresabrechnung für das
Jahr 2017 sprunghaft von CHF 4'206.-- um CHF 35'878.30 auf
CHF 40'084.30 anstieg (vgl. Bg-act. 10). Angesichts der finanziellen
Schieflage der C._ AG, in welcher sie sich nach eigenen Angaben
des Beschwerdeführers bereits im Frühling 2018 befand, was ihm auch
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bewusst war (siehe Beschwerde S. 1; Einsprache, Bf-act. 1), hat die
C._ AG bzw. der Beschwerdeführer als deren Organ die Pflicht
zur gesetzesmässigen Abrechnung und Beitragszahlung missachtet,
womit die Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit bzw.
Pflichtverletzung (unbestrittenermassen) zu bejahen ist.
3.3.1. Das Verschulden der Arbeitgeberin bzw. des Beschwerdeführers als
Organ aus Art. 52 Abs. 1 AHVG statuiert eine Verschuldenshaftung aus
öffentlichem Recht. Sowohl den Arbeitgeber wie auch das allfällige
Arbeitgeberorgan muss ein Verschulden treffen; verlangt wird somit ein
doppeltes oder zweistufiges Verschulden (vgl. REICHMUTH, a.a.O.,
Rz. 535; KIESER, a.a.O., Rz. 40 zu Art. 52 AHVG; BGE 136 V 268 E.3 zum
qualifizierten Verschulden). Art. 52 Abs. 1 AHVG setzt weiter für die
Haftbarkeit des Arbeitgebers voraus, dass die Missachtung von
Vorschriften in absichtlicher oder grobfahrlässiger Weise erfolgt ist. Als
Kriterien der Beurteilung des Verschuldens werden u.a. die Organisation
und Aufgabendelegierung innerhalb des Arbeitgebers, die Passivität des
Arbeitgebers und seiner Organe, die Dauer der Beitragsausstände sowie
die Unternehmensgrösse berücksichtigt (vgl. NEDI, a.a.O., S. 148 f.).
Wenn eine Gesellschaft bei objektiver Betrachtung durch einfache und
leicht überschaubare Betriebsverhältnisse (wenige Angestellte, einfache
Verwaltungsstruktur) gekennzeichnet ist, so ist ein strenger
Sorgfaltsmassstab anzulegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_763/2018 vom 16. Juli 2019 E.4.1.1). Die Ausgleichskasse, welche
feststellt, dass sie einen durch Missachtung von Vorschriften
entstandenen Schaden erlitten hat, darf rechtsprechungsgemäss
allerdings davon ausgehen, dass die Vorschriften absichtlich oder
mindestens grobfahrlässig verletzt wurden, sofern keine Rechtfertigungs-
oder Exkulpationsgründe gegeben sind (siehe BGE 119 V 401 E.4a, 108
V 199 E.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_599/2017 vom 26. Juni 2018
E.4.2.1 ff., 9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.3; vgl.
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FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 12 zu Art. 52 AHVG;
NUSSBAUMER, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in:
AJP 1996, S. 1071 ff., 1077 f. mit Hinweisen auf BGE 108 V 186 E.1b).
Der Begriff der Grobfahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG ist gleich zu
verstehen wie im übrigen Haftpflicht- und Versicherungsrecht.
Grobfahrlässig handelt, wer eine elementare Vorsichtsmassnahme
missachtet bzw. ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in
gleicher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte
einleuchten müssen. Die Verschuldensfrage wird primär nach den
Umständen beurteilt, die zum Zahlungsrückstand geführt haben (vgl. BGE
124 V 255 E.3b); dabei stellt der Normverstoss von einer gewissen
Schwere eine grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG dar (vgl.
zum Ganzen KIESER, a.a.O., Rz. 41 ff. zu Art. 52 AHVG m.H.). Das
Nichtmelden von Änderungen der massgebenden Lohnsumme und die
daraus resultierende Nichtanpassung der Beiträge ist grundsätzlich als
grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten (siehe SVR
2006 AHV Nr. 8). Gemäss Urteil des Bundesgerichts 9C_312/2021 vom
8. November 2021 E.3.2.2 ist es – allenfalls abgesehen von kurzfristigen
Ausständen – auch grobfahrlässig, Löhne zu bezahlen, wenn die darauf
geschuldeten AHV-Beiträge nicht gedeckt sind. Solches Verhalten ist den
verantwortlichen Organen grundsätzlich als qualifiziertes Verschulden
zuzurechnen, was die volle Schadenersatzpflicht nach sich zieht, sofern
ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen der schuldhaften
Verletzung von Vorschriften und dem Schadenseintritt besteht und die
Ausgleichskasse kein Mitverschulden trifft. Der Grund für diese Praxis liegt
in der besonderen Natur der AHV-Beiträge, hinsichtlich welcher der
Arbeitgeber die Funktion eines Vollzugsorgans ausübt (Art. 51 AHVG).
Daraus resultiert eine besondere Pflicht, für die ordnungsgemässe
Bezahlung der Beiträge zu sorgen. Als Exkulpationsgrund reicht demnach
nicht, dass die Auszahlung von Löhnen für die Aufrechterhaltung eines
Betriebes (und damit zur Wahrung einer minimalen Sanierungschance)
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zentral sind. So vermag der Einwand der Einbringung beachtlicher privater
Mittel in die Gesellschaft nichts an der Verpflichtung zu ändern, für die
ordnungsgemässe Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge zu sorgen.
Nach der Rechtsprechung stellt auch die Tatsache, dass ein Organ der
Gesellschaft dieser ohne rechtliche Verpflichtung eigene Mittel zuwendet
oder auf Lohnansprüche verzichtet, grundsätzlich keinen
Entlastungsgrund dar und schliesst auch das geforderte qualifizierte
Verschulden nicht aus. Ist doch für die Beurteilung der Verschuldensfrage
nicht entscheidend, was die verantwortlichen Organe zur
Aufrechterhaltung des Betriebes oder zur Vermeidung des Konkurses
allenfalls unternommen haben, sondern, ob sie (nach aussen erkennbar)
der Pflicht, für eine ordnungsgemässe Bezahlung der
Sozialversicherungsbeiträge zu sorgen, nachgekommen sind (siehe zum
Ganzen Urteile des Bundesgerichts 9C_312/2021 vom 8. November 2021
E.3.2.2 und E.4.3, 9C_41/2017 vom 2. Mai 2017 E.7.3.2 m.w.H.,
9C_247/2016 vom 10. August 2016 E.5.2 [Bejahung des Verschuldens,
weil der Arbeitgeber höhere Akontozahlungen hätte vornehmen müssen];
KIESER, a.a.O., Rz. 48 ff. zu Art. 52 AHVG).
3.3.2. Wenn auch die Sorgfaltspflicht der Organe einer Aktiengesellschaft
grundsätzlich streng ist, ist doch das Ausmass der Sorgfaltspflicht nach
den Verhältnissen im Einzelfall zu beurteilen (vgl. KIESER, a.a.O., Rz. 43 ff.
zu Art. 52 AHVG). Ob das Verhalten eines Organs als schuldhaft zu
werten ist, beurteilt sich aufgrund der ihm obliegenden
obligationenrechtlichen Sorgfalts- und Überwachungspflichten im Rahmen
der ihm von der juristischen Person übertragenen Verantwortung und den
Kompetenzen, wobei ein objektiver Verschuldensmassstab anzuwenden
ist. Das Mass der zu verlangenden Sorgfalt ist seinerseits entsprechend
der Sorgfaltspflicht abzustufen, die in den kaufmännischen Belangen jener
Arbeitskategorie, welcher der Betroffene angehört, üblicherweise erwartet
werden kann und muss. Die Differenzierung des Sorgfaltsmasstabs richtet
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sich nach der Organisation und Rechtsform des Arbeitgebers, sie ist nicht
abhängig von der Branche der Gesellschaft oder der Berufsgattung des
Organs (vgl. dazu BGE 108 V 199 E.3a; FREY/MOSIMANN/BOLLINGER,
a.a.O., Rz. 4 und 14 f. zu Art. 52 AHVG; siehe dazu auch FORSTER, a.a.O.,
Rz. 11.22 f.). So sieht Art. 717 Abs. 1 OR vor, dass die Mitglieder des
Verwaltungsrates sowie Dritte, die mit der Geschäftsführung befasst sind,
ihre Aufgaben mit aller Sorgfalt erfüllen und die Interessen der
Gesellschaft in guten Treuen wahren müssen. Vom
Verwaltungsratspräsidenten, der einziges ausführendes Organ einer
Gesellschaft ist, ist ein höheres Mass an Sorgfalt zu verlangen als vom
Organ eines Grossunternehmens, dessen Kontrollmöglichkeiten
eingeschränkt sind. Der Verwaltungsrat kann sich seiner
Überwachungspflicht im Sinne von Art. 716a OR durch eine Delegation
seiner Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnisse an Dritte nicht
entledigen. Auch wenn sich das Verwaltungsratsmitglied auf die
Überprüfung der Tätigkeit der Geschäftsleitung und des Geschäftsganges
beschränken darf, wird diesbezüglich verlangt, dass es sich laufend über
den Geschäftsgang informiert, Rapporte verlangt und sie sorgfältig
studiert, nötigenfalls ergänzende Auskünfte beizieht und Irrtümer
abzuklären versucht. Massgebend sind dabei die gesetzlich nicht
übertragbaren Pflichten des Verwaltungsrates (siehe dazu
FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O, Rz. 15 zu Art. 52 AHVG; KIESER,
a.a.O., Rz. 41 ff. zu Art. 52 AHVG m.H.). Passivität trotz möglicher
Kenntnis ausstehender Beitragszahlungen ist als grobfahrlässig zu
bewerten (vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 52
AHVG).
3.3.3. Die Beschwerdegegnerin bejaht das Verschulden des Beschwerdeführers
und weist darauf hin, dass bei länger andauernden Beitragsausständen
keine Rechtfertigung in Betracht komme und bei längerfristigen
Engpässen nur so viel Lohn ausbezahlt werden dürfe, als die darauf
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geschuldeten Beiträge gedeckt werden könnten. Der Beschwerdeführer
hingegen bestreitet, grobfahrlässig gehandelt zu haben.
3.3.4. Unter Hinweis auf obige Rechtsprechung und Lehre ist das Verschulden
des Beschwerdeführers insbesondere aufgrund nachfolgender
Überlegungen zu bejahen. Rechtsprechungsgemäss darf die
Ausgleichskasse bei einer Beitragspflichtverletzung davon ausgehen,
dass Vorschriften absichtlich oder mindestens grobfahrlässig verletzt
wurden, sofern keine Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe gegeben
sind (vgl. BGE 108 V 199 E.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_599/2017
vom 26. Juni 2018 E.4.2.1 ff., 9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.3).
Als Exkulpationsgrund für die Nichtbezahlung von
Sozialversicherungsbeiträgen gilt, wenn bei ungenügender Liquidität eine
Arbeitgeberin zunächst für das Überleben des Unternehmens wesentliche
andere Forderungen (insbesondere solche der Arbeitnehmer und
Lieferanten) befriedigt werden, sofern sie auf Grund der objektiven
Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage annehmen darf, sie
werde die geschuldeten Beiträge innert nützlicher Frist nachzahlen
können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2010 vom 18. Januar
2011 E.3.4 m.w.H.).
3.3.5. Aktenmässig erstellt sind die seit Anfang 2018 bestehenden Ausstände
bei der Beschwerdegegnerin u.a. bezüglich Sozialversicherungsbeiträge.
Der Beschwerdeführer beschreibt zunächst gute Geschäftsaussichten
bezüglich zweier Bauvorhaben in E._ und im Tessin, welche
jedoch nicht seinen Vorstellungen gemäss realisiert werden konnten, was
sich insbesondere in der immer knapper werdenden Liquidität
niederschlug und wiederum zu den Zahlungsausständen bei der
Beschwerdegegnerin führte. Konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen
von Exkulpationsgründen bzw. dafür, dass der Beschwerdeführer
rechtsprechungsgemäss objektiv und ernsthaft hätte davon ausgehen
können, dass er die geschuldeten Beiträge innert nützlicher Frist, d.h.
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innert eines Jahres, leisten könnte, wodurch eine vorübergehende
Nichtbezahlung der Beiträge ausnahmsweise rechtmässig erscheint,
werden nicht substanziiert geltend gemacht und sind auch nicht
ersichtlich. Es lag auch kein gezieltes, in zeitlicher Hinsicht konkretes
Sanierungskonzept vor, welches eine Sanierung hätte erwarten lassen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2010 vom 18. Januar 2011 E.3.4
m.w.H.). Im Mai 2019 und im Juni 2019 überwies der Beschwerdeführer
von seinem (mutmasslichen) Privatkonto insgesamt CHF 8'878.55 an die
Beschwerdegegnerin (vgl. Bf-act. 4), als die Zahlungsausstände sich
jedoch bereits auf CHF 48'713.30 bzw. CHF 37'958.15 beliefen (vgl. Bg-
act. 10). Zudem wurden die Akontobeiträge just ab Mai/Juni 2019 massiv
(auf CHF 13.00) reduziert (vgl. Bg-act. 8 bis 10), was ein starkes Indiz
dafür ist, dass die C._ AG damals nicht mehr operativ tätig war.
Damit kann die Liquiditätsspritze des Beschwerdeführers nicht als
Exkulpationsgrund gewertet werden.
3.3.6. Die Beitragsausstände waren (wenn auch in unterschiedlicher Höhe) nicht
von relativ kurzer Dauer (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2010 vom
18. Januar 2011 E.3.4 m.w.H.), sondern bestanden in der gesamten
Amtszeit des Beschwerdeführers als Organ der C._ AG (in
Liquidation) von März 2018 bis zur Löschung im März 2020. Bei der
C._ AG handelte es sich um ein Unternehmen mit einfacher
Verwaltungsstruktur. Als formelles Organ war nur der Beschwerdeführer
als Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied tätig. Die Verhältnisse bei der
C._ AG waren überschaubar und dem Beschwerdeführer
bekannt und vertraut, war er doch schon seit 2015 in leitender Funktion für
dieses Unternehmen tätig (vgl. Bf-act. 3), so dass vom einzigen
Verwaltungsrat, der die Verwaltung der Aktiengesellschaft zu besorgen
hatte, der Überblick über alle wesentlichen Belange der Gesellschaft
verlangt werden muss. So wäre er verpflichtet gewesen, die betrieblichen
und personellen Strukturen anzupassen, damit die Liquidität zur Zahlung
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der Sozialversicherungsbeiträge vorhanden gewesen wäre. Selbst wenn
die Einbringung der eigenen finanziellen Mittel etwas an der desolaten
finanziellen Situation der Gesellschaft hätte ändern können, so hätte dem
Beschwerdeführer doch bewusst sein müssen, dass er es gar nicht so weit
hätte kommen lassen dürfen, und dass er nicht weiterhin von den Löhnen
paritätische Beiträge abziehen durfte, ohne diese – zusammen mit den
Arbeitgeberbeiträgen – der Ausgleichskasse zu überweisen. In Anbetracht
der zunehmend desolaten finanziellen Lage der C._ AG hätte der
Beschwerdeführer somit erst recht für die Bezahlung dieser Beiträge
sorgen müssen. Indem der Beschwerdeführer seine ihm obliegende
Sorgfaltspflicht missachtete, hat er das ausser Acht gelassen, was jedem
verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen Umständen
als beachtlich hätte einleuchten müssen. Es sind weder Umstände
dargetan worden, welche sein Verhalten als berechtigt oder entschuldbar
erscheinen lassen, noch ergeben sich hierfür relevante Anhaltspunkte aus
den Akten (vgl. BGE 108 V 199 E.3b).
Zusammenfassend hätte der Beschwerdeführer bei pflichtgemässer
Ausübung seiner Sorgfalts-, Oberleitungs- und Überwachungspflichten als
Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied der C._ AG die
finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich die Gesellschaft spätestens ab
März 2018 erwiesenermassen befand, erkennen und mit erhöhter
Aufmerksamkeit für die Begleichung der ausstehenden
Sozialversicherungsbeiträge der Mitarbeitenden sorgen müssen. Seine
Passivität stellt eine Verletzung seiner Sorgfalts-, Oberleitungs- und
Überwachungspflichten als Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied dar,
welche ihm zumindest als grobfahrlässiges Verhalten vorwerfbar ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.3).
Damit ist auch die Haftungsvoraussetzung des Verschuldens zu bejahen.
3.4. Zwischen dem bei der Beschwerdegegnerin eingetretenen Schaden und
dem pflichtwidrigen Verhalten des Arbeitgebers muss sodann ein
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adäquater Kausalzusammenhang bestehen (vgl. BGE 119 V 406 E.4a).
Ein Ergebnis hat dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg in der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs durch das Ereignis
also allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 128 V 124 E.4 f., 125 V
456 E.5a). Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den
Schaden nicht hätte verhindern können (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_599/2017 vom 26. Juni 2018 E.4.3.1.1).
Vorliegend hat das pflichtwidrige Verhalten der C._ AG bzw. des
Beschwerdeführers als Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied dazu
geführt, dass Beitragszahlungen mangels Liquidität nicht geleistet werden
konnten. Wären die C._ AG bzw. der Beschwerdeführer als
Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied ihren Zahlungs- und
Meldepflichten rechtzeitig nachgekommen und wären die Löhne nur
insoweit ausbezahlt worden, als die darauf geschuldeten Abgaben bei
Fälligkeit hätten beglichen werden können, wäre der Schaden nicht
eingetreten bzw. geringer ausgefallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_789/2018 vom 1. Mai 2019 E.3.4). Ihre Unterlassungen waren nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung
geeignet, den eingetretenen Erfolg (Schaden) herbeizuführen. Somit ist
auch der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sämtliche
Haftungsvoraussetzungen i.S.v. Art. 52 AHVG gegenüber dem
Beschwerdeführer erfüllt sind. Die Beschwerdegegnerin hat somit den
Beschwerdeführer als Haftpflichtigen zu Recht verpflichtet, Ersatz für den
entstandenen Schaden zu leisten. Demgemäss ist die Beschwerde
abzuweisen.
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4.1. In Anwendung der geänderten Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. dazu
Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] S 21 48 vom 8. Februar 2022
E.4.1. ff. und S 21 49 vom 8. Februar 2022 E.3.1. ff.) richtet sich die
Kostenpflicht und der Kostenrahmen von versicherungsgerichtlichen
Verfahren gemäss Art. 61 ATSG bei Verfahren mit Einleitung ab dem
1. Januar 2021 (Art. 82a ATSG) im Anwendungsbereich des ATSG, die
nicht als Leistungsstreitigkeiten im Sinne von Art. 61 lit. fbis ATSG gelten,
wie insbesondere Beitragsstreitigkeiten, grundsätzlich nach dem
kantonalen Recht und somit nach den allgemeinen
Kostenverlegungsgrundsätzen für Rechtsmittel- und Klageverfahren vor
dem Verwaltungsgericht (Art. 72 ff. VRG).
4.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zu Lasten des
Beschwerdeführers (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr beträgt in der
Regel höchstens CHF 20'000.-- und richtet sich nach dem Umfang und der
Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen. Vorliegend ist
die Staatsgebühr in Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 1'000.--
festzusetzen (Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 ATSG). Der obsiegenden
Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (vgl. Art. 61 lit. g
ATSG).