Decision ID: bf1fc6a5-a61e-5526-9af8-8909e9a8271d
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besass den Führerausweis der Kategorien B und BE sowie der Unterkategorien
D1 und D1E seit dem 5. Januar 1976. Nach einer polydisziplinären Begutachtung im
Rahmen einer Abklärung der Erwerbsfähigkeit meldete die IV-Stelle des Kantons St.
Gallen dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen am
12. November 2012 den Verdacht auf eine Einschränkung der Fahrtauglichkeit von X.
In einem vom Strassenverkehrsamt in Auftrag gegebenen Aktengutachten vom
11. Dezember 2012 kam das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen
(IRM) zum Schluss, dass er an einer Benzodiazepinabhängigkeit erkrankt sei und es
nicht ausgeschlossen werden könne, dass zusätzlich auch eine Abhängigkeit von
Tramal (zentral wirksames, suchterzeugendes Schmerzmittel vom Opioid-Typ) vorliege.
Somit sei er derzeit nicht fahrgeeignet, wobei aufgrund der gleichzeitigen Einnahme
von mehreren suchterzeugenden, zentralwirksamen Medikamenten, von einer
besonders starken Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit auszugehen sei, zumal gemäss
den Angaben des IV-Gutachtens auch eine verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie
eine schnellere Ermüdbarkeit bestehe. Vor einer verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Untersuchung sei eine mindestens zwölfmonatige,
fachtherapeutisch betreute und kontrollierte Abstinenz von suchterzeugenden
zentralwirksamen Medikamenten durchzuführen. Auf Anordnung des
Strassenverkehrsamts wurde er am 18. April 2013 vom IRM verkehrsmedizinisch und
verkehrspsychologisch untersucht. Die Fahreignung wurde wegen einer
Benzodiazepinabhängigkeit, einem zumindest schädlichen Gebrauch von Tramal sowie
einer insgesamt mindestens mittelstark bis zum Teil markant beeinträchtigten
Leistungsfähigkeit nicht befürwortet. Das Strassenverkehrsamt entzog X deshalb den
Führerausweis für alle Kategorien mit Verfügung vom 29. August 2013 auf unbestimmte
Zeit. Als Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs wurden der Nachweis einer
mindestens siebenmonatigen, fachtherapeutisch betreuten und kontrollierten Abstinenz
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von suchterzeugenden zentral wirksamen Medikamenten (insbesondere
benzodiazepinähnlichen Substanzen und Tramal) gemäss Merkblatt zum Nachweis
einer Abstinenz sowie eine positiv lautende verkehrsmedizinische sowie
verkehrspsychologische (Leistungsdiagnostik) Kontrolluntersuchung festgelegt.
B.- Mit Schreiben vom 7. Juni 2014 beantragte X die Wiedererteilung des
Führerausweises und legte ein Zeugnis seines Hausarztes bei. Das
Strassenverkehrsamt teilte mit Schreiben vom 17. Juni 2014 mit, dass kein positiv
lautendes verkehrsmedizinisches und verkehrspsychologisches Gutachten und kein
Bericht der Suchtfachstelle vorliegen, weshalb die Wiedererteilungsbedingungen nicht
erfüllt seien, und wies das Gesuch ab.
Am 4. März 2015 wurde X von Y, Fachpsychologin für Verkehrspsychologie FSP,
begutachtet. Im Gutachten vom 26. März 2015, das von Z, Fachpsychologin für
Verkehrspsychologie FSP, visiert war, kam sie zum Schluss, dass er aufgrund von
Hirnleistungsdefiziten zum jetzigen Zeitpunkt als Lenker eines Motorfahrzeugs
überfordert wäre. Die Defizite hätten ein nicht mehr kompensierbares Ausmass und
erfahrungsgemäss seien die Möglichkeiten zur Wiederherstellung der kognitiven
Fahreignung bei dieser Ausgangslage sehr beschränkt.
Mit Schreiben vom 8. September 2017 ersuchte X erneut um die Wiedererteilung des
Führerausweises und legte zwei ärztliche Zeugnisse bei. Mit Schreiben vom
13. September 2017 erklärte das Strassenverkehrsamt, dass gemäss der Verfügung
vom 29. August 2013 über eine Wiedererteilung des Führerausweises erst entschieden
werden könne, wenn eine siebenmonatige Abstinenz bestätigt sei und wenn ein
verkehrsmedizinisch-verkehrspsychologisches Gutachten die Fahreignung bestätige.
Da ein solches nicht vorliege, sei das Gesuch abzuweisen. X teilte daraufhin mit, dass
er sich einer verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen
Kontrolluntersuchung unterziehen werde. Am 16. Juli 2018 wurde er am IRM
untersucht. Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 16. Oktober 2018 kamen die
Ärzte zum Schluss, dass bei noch ausstehender verkehrspsychologischer
Untersuchung der kognitiven Leistungsfähigkeit die Fahreignung nicht abschliessend
beurteilt werden könne. Am 4. Juli 2019 liess sich X bei W, Verkehrspsychologe FSP,
untersuchen. Im verkehrspsychologischen Gutachten vom 25. Juli 2019 führte dieser
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aus, dass die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und das Gedächtnis in
den erfassten Parametern mehrheitlich unterdurchschnittlich bzw. nicht ausreichend für
die sichere Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr seien. Diese Mängel wurden
als nicht kompensierbar eingeschätzt. Aus verkehrspsychologischer Sicht könne die
Fahreignung aktuell nicht bejaht werden. Möglicherweise könne es durch ein kognitives
Training zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit kommen, was aber erheblicher
Anstrengung bedürfe. Mit Schreiben vom 5. August 2019 wies das
Strassenverkehrsamt das Gesuch um Wiedererteilung des Führerausweises ab. Für
eine Aufhebung des Entzugs sei gemäss dem Gutachten ein kognitives Training von
10 Stunden und eine positiv lautende verkehrspsychologische Untersuchung nötig.
Letztere sei aber nur zu veranlassen, wenn das Training zum gewünschten Erfolg
geführt habe.
C.- Mit Schreiben vom 21. Januar 2020 forderte X erneut seinen Führer-ausweis zurück
und legte dem Schreiben diverse Arztberichte bei. Mit Verfügung vom 4. Februar 2020
wies das Strassenverkehrsamt das Gesuch um Wiedererteilung des Führerausweises
ab.
D.- Dagegen erhob X mit Eingaben vom 6. Februar 2020 (Datum der Postaufgabe:
7. Februar 2020) und 16. März 2020 (Datum der Postaufgabe: 17. März 2020) Rekurs
bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Er beantragte die
sofortige Wiedererteilung des Führerausweises. Die aufgelaufenen Kosten von
Fr. 18'119.65 samt 5% Zins seit dem 1. Mai 2013 seien vollumfänglich
zurückzuerstatten und ihm sei eine Entschädigung von Fr. 25'000.– für entstandene
Schäden im privaten und beruflichen Bereich zuzusprechen. Das Strassenverkehrsamt
verzichtete am 27. März 2020 auf eine Vernehmlassung. Mit Schreiben vom 7. April,
11. Mai, 26. Mai und 5. Juni 2020 reichte X weitere Stellungnahmen und Akten ein. Auf
die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- a) Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
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vom 6. Februar 2020 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 16. März 2020 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist grundsätzlich
einzutreten.
b) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz vom 4. Februar 2020. Darin
wurde das Gesuch um Wiedererteilung des Führerausweises abgewiesen. Nicht
Gegenstand der Verfügung und somit in diesem Verfahren nicht Streitgegenstand sind
die Fragen der Tragung der aufgelaufenen Kosten im Zusammenhang mit der
Fahreignungsabklärung und allfällige Schadenersatzansprüche, worüber zu
entscheiden die VRK ohnehin nicht zuständig wäre. Auf diese Punkte ist daher nicht
einzutreten. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Kosten verkehrsmedizinischer
Untersuchungen unter anderem gestützt auf das Verursacherprinzip grundsätzlich dem
betroffenen Inhaber des Führerausweises auferlegt werden (Urteil des Bundesgerichts
[BGer] 1C_248/2011 vom 30. Januar 2012 E. 4.2).
2.- Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz das Gesuch um Wiedererteilung des
Führerausweises zu Recht abgewiesen hat.
a) Dem Rekurrenten wurde der Führerausweis mit Verfügung vom 29. August 2013
gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. a des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt:
SVG) auf unbestimmte Zeit entzogen, da damals aus verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Gründen eine mangelnde Fahreignung bestand. Dieser
Massnahme kommt die Bedeutung eines Sicherungsentzugs zu. Der Betroffene muss
für die Wiedererteilung des Führerausweises gemäss Art. 17 Abs. 3 SVG nachweisen,
dass der Eignungsmangel behoben ist. Die Entzugsbehörde, die auch
Wiedererteilungsbehörde ist, hat ihrerseits zu entscheiden, was sie für den Nachweis
der Behebung des Eignungsmangels verlangt. Die Vorinstanz machte die
Wiedererteilung in der Verfügung vom 29. August 2013 vom Nachweis einer
mindestens siebenmonatigen, fachtherapeutisch betreuten und kontrollierten Abstinenz
von suchterzeugenden zentral wirksamen Medikamenten (insbesondere
benzodiazepinähnliche Substanzen und Tramal) gemäss Merkblatt zum Nachweis einer
bis
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Abstinenz und einer positiv lautenden verkehrsmedizinischen sowie
verkehrspsychologischen (Leistungsdiagnostik) Kontrolluntersuchung abhängig.
b) Im verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen Gutachten vom 5. Juli
2013, welches zum Entzug des Führerausweises auf unbestimmte Zeit führte, wurde
unter anderem festgehalten, dass insgesamt mindestens eine mittelstarke bis zum Teil
markante Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit (vor allem bei Aufgaben, wo mehrere
Faktoren zur gleichen Zeit zu beachten sind, bei der visuellen Strukturierung und bei
der Fehlerkontrolle) vorliege (act. 13/11). Bei einer weiteren verkehrspsychologischen
Abklärung der kognitiven Fahreignung vom 4. März 2015 wurde geschlossen, dass die
Testresultate für verkehrsrelevante kognitive Defizite in allen getesteten Funktionen
sprechen würden. Als übergeordnete Problematik sei von einer sehr geringen
kognitiven Kapazität auszugehen, die zu Beeinträchtigungen in der Fähigkeit,
Informationen schnell und korrekt verarbeiten zu können, führen würde. Der Rekurrent
sei zurzeit als Lenker eines Motorfahrzeugs überfordert. Die Defizite hätten ein nicht
mehr kompensierbares Ausmass angenommen. Erfahrungsgemäss seien die
Möglichkeiten zur Wiederherstellung der kognitiven Fahreignung bei dieser
Ausgangslage sehr beschränkt (act. 13/115). Im Rahmen des letzten Gesuchs um
Wiedererteilung des Führerausweises wurde der Rekurrent am 4. Juli 2019 erneut
untersucht. Der Verkehrspsychologe, welcher mit dem Fall bis anhin nicht befasst war,
kam zum Schluss, dass die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und das
Gedächtnis in den erfassten Parametern mehrheitlich unterdurchschnittlich bzw. nicht
ausreichend für die sichere Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr seien. Diese
Mängel schätze er als nicht kompensierbar ein. Aufgrund dieser Beeinträchtigungen sei
es hochwahrscheinlich, dass es dem Rekurrenten nicht mehr gelinge, in komplexen
Verkehrssituationen ausreichend schnell und sicher zu handeln. Aus
verkehrspsychologischer Sicht könne die Fahreignung nicht bejaht werden
(act. 13/374). Diese drei verkehrspsychologischen Abklärungen kommen
übereinstimmend zum Resultat, dass aufgrund kognitiver Defizite keine Fahreignung
gegeben sei. Der Rekurrent reichte diverse Arztberichte von behandelnden Ärzten ein,
welche sich auch zum kognitiven Zustand äusserten. Der Hausarzt V, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin FMH, schrieb am 19. April 2018, der Rekurrent sei aus
medizinischer Sicht voll fahrtauglich. Er nehme aktuell keine Medikamente ein und
habe seine Sitzungen bei der Suchtfachstelle vollumfänglich wahrgenommen. Eine
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Abhängigkeit von Medikamenten liege nicht vor. Er sei beim Autofahren
sensomotorisch und kognitiv nicht eingeschränkt (act. 13/302). U, Facharzt für
Neurochirurgie FMH, schrieb am 27. August 2019, dass sich der Rekurrent als
umgänglich erwiesen habe. Seine Angaben seien stets glaubhaft gewesen und er habe
bei ihm nie irgendwelche Anzeichen eines gestörten Geisteszustandes feststellen
können (act. 13/419). Im Verlaufsbericht vom 17. Januar 2020 hielt er fest, dass es für
ihn nicht nachvollziehbar sei, dass der Rekurrent den Führerausweis wegen seines
mentalen Zustandes nicht wiedererhalte (act. 13/417 f.). Am 28. März 2018 war er noch
zurückhaltender und hatte dafürgehalten, dass die Fahreignung aufgrund des Fehlens
funktioneller Defizite seitens des Rückens nicht beeinträchtigt sei. Falls andere Gründe
vorlägen, so entziehe sich dies seiner Kompetenz als Wirbelsäulenchirurgen
(act. 13/341). T, Facharzt für Neurologie, führte im Bericht vom 13. Dezember 2019
aus, dass im Gespräch keine Auffälligkeiten im kognitiven Bereich feststellbar gewesen
seien (act. 8 / Beweis Nr. 8). Ein solches Gespräch vermag eine
verkehrspsychologische Untersuchung jedoch nicht zu ersetzen. Diese ärztlichen
Stellungnahmen von behandelnden Ärzten beruhen nicht auf konkreten, spezifischen
Untersuchungen der kognitiven Leistungsfähigkeit, weshalb sie die übereinstimmenden
und mittels Tests belegten verkehrspsychologischen Ergebnisse der Fachleute nicht in
Zweifel zu ziehen vermögen. Die drei verkehrspsychologischen Gutachten aus den
Jahren 2013 (act. 13/12 ff.), 2015 (act. 13/109 ff.) und 2019 (act. 13/370 ff.) stimmen
trotz des Zeitablaufs entgegen den Ausführungen des Rekurrenten nicht nur im
Ergebnis (fehlende Fahreignung), sondern auch in der Begründung (erhebliche
Probleme bei der Durchführung der standardisierten Leistungstests) und damit
inhaltlich überein. Mehrheitlich unterdurchschnittlich bzw. nicht ausreichend für eine
sichere Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr waren namentlich die Ergebnisse
in den Bereichen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis
(act. 13/374, 115 und 13 f.).
c) Der Rekurrent macht wiederholt geltend, dass schon lange keine
Benzodiazepinabhängigkeit mehr bestehe und dass er sich im Strassenverkehr auch
nie irgendein Vergehen zu Schulden kommen lassen habe.
Ein Wesensmerkmal des Sicherungsentzugs nach Art. 16d Abs. 1 SVG ist, dass er
alleine wegen fehlender Fahreignung und im Prinzip unabhängig von einer schuldhaften
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Widerhandlung im Strassenverkehr angeordnet wird. Eine Verkehrsregelverletzung oder
ein allfälliges Verschulden sind somit keine Voraussetzung für den Sicherungsentzug.
Dieser wird bei Fahrzeugführern angeordnet, die – selbstverschuldet oder nicht – nicht
(mehr) die nötige Fahreignung aufweisen (BSK SVG-Rütsche/D'Amico, Art. 16d N 4).
Somit kann der Rekurrent weder aus einem ungetrübten automobilistischen Leumund
noch aus seiner Behauptung, er habe nur die verschriebenen Medikamente genommen
und allfällige negativen Auswirkungen seien nicht ihm anzulasten, etwas zu seinen
Gunsten ableiten. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Ablehnung des Gesuchs um
Wiedererteilung des Führerausweises in der angefochtenen Verfügung einzig mit der
nicht ausreichenden kognitiven Leistungsfähigkeit und nicht (mehr) mit einer
Benzodiazepinabhängigkeit begründet wird. In einem Fall wie diesem, bei welchem die
Vorinstanz zwei Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs des Führerausweises
verfügte, wäre nach dem Nachweis einer der beiden Bedingungen (Abstinenz von
suchterzeugenden zentral wirksamen Medikamenten) zu überlegen, diese eine
Bedingung als erfüllt zu bezeichnen oder bezeichnen zu lassen. Für den Betroffenen
wäre dann einfacher, sich auf die noch nicht erfüllte zweite Bedingung und die noch
bestehenden Fahreignungsmängel zu konzentrieren. Selbst wenn aber keine
Benzodiazepinabhängigkeit mehr vorliegt, wäre die Fahreignung aufgrund der
kognitiven Leistungseinbussen nicht gegeben. Was letztlich zu den kognitiven Defiziten
geführt hat, der Rekurrent geht von einer falschen Medikation nach Rückenoperationen
im Jahr 2007 aus (act. 13/129), spielt ebenfalls keine Rolle. Für die Verkehrssicherheit
und damit für den Fortbestand des Sicherungsentzugs genügt bereits, dass er
aufgrund seiner geistigen Verfassung nicht in der Lage ist, ein Motorfahrzeug im
Strassenverkehr sicher zu führen.
3.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das
verkehrspsychologische Gutachten vom 24. Juli 2019 abstellte und dem Rekurrenten
die Wiedererteilung des Führerausweises wegen mangelnder kognitiver
Leistungsfähigkeit und somit fehlender Fahreignung verweigerte. Der Rekurs ist damit
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Rekurrenten
zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
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angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist damit zu verrechnen.