Decision ID: 496b4553-c79d-544b-ad15-e09f9e467a53
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ erlitt am 10. März 1998 bei der Arbeit einen Schlag auf die linke Hand durch
eine umgestürzte Karrette. Dabei zog er sich eine intraarticuläre proximale
Grundgliedfraktur des "V. Fingers" links zu (Bericht von Dr. med. B._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom
13. März 1998, act. G 4.2). Am 24. Mai 1999 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um
Arbeitsvermittlung (act. G 4.1.2). Dieses Gesuch lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8. Dezember 1999 ab, da keine unmittelbar drohende Invalidität und keine
durchschnittlich 20%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisher ausgeübten Erwerbstätigkeit
bestehe (act. G 4.1.15).
A.b Am 14. August 2006 meldete sich der Versicherte wegen Rückenbeschwerden
zum Bezug von IV-Leistungen (Arbeitsvermittlung, "evtl." Rente) an (act. G 4.1.16). Der
behandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, berichtete am 1.
September 2006, dass der Versicherte an einem chronischen bzw. chronifizierten
Lumbovertebralsyndrom leide. Für die angestammte Tätigkeit als Gartenhilfsarbeiter
und Bauarbeiter bescheinigte er folgende Arbeitsunfähigkeiten: 100% vom 7.
September 2005 bis 2. Januar 2006; 50% vom 3. Januar bis 27. April 2006; 100% vom
28. April bis 14. Mai 2006 und 50% vom 15. Mai 2006 bis auf weiteres. Andere
Arbeiten wie etwa im Rahmen eines angelernten Arbeiters in einer Fabrik ohne Heben
von schweren Lasten über 20 kg seien dem Versicherten acht Stunden pro Tag
zumutbar (act. G 4.1.22-1 ff.). Der ebenfalls behandelnde Dr. med. D._, Facharzt für
Physikalische Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 4. September 2006 ein
chronisches Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen Veränderungen und bei
relativer Spinalstenose L3-L5, bei Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung und bei
lang andauernder Arbeitslosigkeit. Für die angestammte Tätigkeit hielt er den
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Versicherten zu 100% arbeitsunfähig. Für eine körperlich wenig belastende Arbeit
bescheinigte er dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1.28-7). Bei
gegebenen "spärlichen Befunden" sei eine IV-Berentung nicht gerechtfertigt (Bericht
Dr. D._ vom 19. April 2006, act. G 4.1.28-10).
A.c Am 4. April 2007 wurde der Versicherte orthopädisch durch Dr. med. E._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, und am 7. Mai 2007 durch Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, begutachtet. Im psychiatrischen Teilgutachten vom 30. Juni
2007 diagnostizierte Dr. F._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine leichte depressive Störung
(ICD-10: F32.0). Aus psychiatrischer Sicht sei dem Versicherten die bisherige Tätigkeit
zu 50% zumutbar bei 75% der üblichen Stundenpräsenz. Leidensangepasste
Tätigkeiten seien ihm acht Stunden am Tag zumutbar. Dabei bestehe eine um 25%
verminderte Leistungsfähigkeit (act. G 4.1.53-10 ff.). Dr. E._ diagnostizierte im
orthopädischen Gutachten vom 27. Juli 2007 eine mässige Osteochondrose und
Spondylose C5 bis 7 mit Diskushernie C6/7 und vorwiegend spondylogener
linksforaminaler Enge sowie leichter C7 Nervenwurzelkompression links foraminal; eine
mässige Osteochondrose und Spondylarthrose L4/5 mit mässiger Spinalkanalenge
ohne Nervenkompression und mässige Spondylarthrose L5/S1 sowie weniger
ausgeprägt L3/4; eine Adipositas sowie ein Asthma bronchiale. Aus orthopädischer
Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiter im Baugewerbe 40% und für
leidensangepasste Tätigkeiten 90%. "Anlässlich der gemeinsamen orthopädisch-
psychiatrischen Beurteilung vom 23. Juli 2007" sei die Arbeitsfähigkeit gesamthaft in
bisheriger Tätigkeit auf 40% bei voller Stundenpräsenz und auf 75% in adaptierten
Tätigkeiten festgelegt worden (act. G 4.1.53-1 ff.).
A.d Am 20. November 2007 berichteten die behandelnden Psychiater des
Psychiatrischen Zentrums Wil, dass der Versicherte zurzeit für jegliche Tätigkeit zu
100% arbeitsunfähig sei. Er habe sich gewünscht, eine stationäre Behandlung in
Anspruch zu nehmen (act. G 4.1.62). Die RAD-Ärztin Dr. med. G._, Fachärztin für
Arbeitsmedizin FMH, verneinte in der Stellungnahme vom 1. Dezember 2007 eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Versicherten (act. G 4.1.65-1).
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A.e Mit Vorbescheiden vom 4. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
in Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen (act. G 4.1.69) und auf
Arbeitsvermittlung "zur Zeit" (act. G 4.1.71) zu verneinen.
A.f Gegen beide Vorbescheide erhob der Versicherte am 11. Februar 2008 Einwand
(act. G 4.1.75 f.).
A.g Im Verlaufsbericht vom 30. September 2008 gaben die behandelnden Psychiater
an, dass der Gesundheitszustand stationär geblieben sei. Der Versicherte sei vom
29. Mai bis 1. Juli 2008 stationär in der Psychiatrischen Klinik Wil behandelt worden.
Nach dem Austritt habe er sich nicht mehr für eine weitere ambulante Behandlung
gemeldet (trotz Empfehlung der Klinik, act. G 4.1.84). Im Austrittsbericht vom 8. Juli
2008 diagnostizierten die behandelnden Psychiater der Psychiatrischen Klinik Wil eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Somatisch bestünden ein
Asthma bronchiale und ein Status nach Bandscheibenprolaps (act. G 4.1.91).
A.h In der RAD-Stellungnahme vom 25. März 2009 kam Dr. G._ zum Schluss, dass
weiterhin für leidensangepasste Tätigkeiten von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit bei
voller Stundenpräsenz ausgegangen werden könne (act. G 4.1.92).
A.i Mit Verfügungen vom 14. Mai 2009 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des
Versicherten auf Rentenleistungen (act. G 4.1.94) und Arbeitsvermittlung (act.
G 4.1.95).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 14. Mai 2009 betreffend Rente richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 22. Juni 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin
unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Ausrichtung von
mindestens einer Dreiviertelsrente. Eventualiter sei die ganze Sache zur weiteren
Abklärung und Neubeurteilung an die Verwaltung zurückzuweisen. Der
Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass die angefochtene Verfügung auf
einer unvollständig abgeklärten bzw. einer unzuverlässigen medizinischen Grundlage
beruhe. Das Gutachten vom 27. Juli 2007 sei veraltet und überholt. Die RAD-Ärztin
habe in ihrer Beurteilung die Rückenbeschwerden ausgeblendet. Ihre Beurteilung sei
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fragwürdig. Im Gutachten sei die Frage nach der willentlichen Schmerzüberwindung
viel zu oberflächlich abgehandelt worden. Des Weiteren sei die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit im orthopädischen Teilgutachten nicht
schlüssig. Sie widerspreche zudem der Beurteilung von Dr. D._. Im Arztbericht vom
20. Oktober 2007 habe das Sozialpsychiatrische Zentrum Wil unter den erhobenen
Befunden eine leicht- bis mittelgradige Depression erwähnt. Bei der Diagnosestellung
sei die Depression hingegen offensichtlich vergessen worden. Am von der
Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einkommensvergleich rügt der
Beschwerdeführer die Höhe des Valideneinkommens. Ferner hätte bei der Bestimmung
des Invalideneinkommens nicht bloss ein 10%iger, sondern ein mindestens 15%iger
Leidensabzug vorgenommen werden müssen (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 12. August 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung führt sie aus, dass
das bidisziplinäre Gutachten aussagekräftig sei. Insbesondere habe sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung nicht wesentlich
verschlechtert. Neu ist die Beschwerdegegnerin der Auffassung, dass mit Blick auf die
willentliche Schmerzüberwindung aus psychiatrischer Sicht von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, mithin lediglich eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten bestehe. Die Bestimmung des Valideneinkommens sei
zu Recht gestützt auf die Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, Männer, erfolgt. Ein
höherer als 10%iger Leidensabzug sei vorliegend nicht gerechtfertigt (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 13. November 2009 an den
Beschwerdeanträgen unverändert fest. Zur Begründung verweist er auf die
Beschwerde vom 22. Juni 2009. Der von der Beschwerdegegnerin vertretene
Standpunkt, dass für leidensangepasste Tätigkeiten eine 90%ige Arbeitsfähigkeit
bestehe, sei haltlos. Es lägen Faktoren vor, die einer zumutbaren Willensanstrengung
entgegen stehen würden (act. G 11).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 13).

Erwägungen:
1.
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Zwischen den Parteien ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenleistungen
streitig.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
14. Mai 2009 (act. G 4.1.94) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
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wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss kommt
einem Gutachten oder anderen medizinischen Beurteilungen schon dann kein voller
Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht
feststehen, dass die medizinischen Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen
entsprechen, was nicht mit medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden in der
Regel nicht beurteilen können (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober
2002, I 779/01, E. 4.2).
1.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der
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entscheid-relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. U. Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).
2.
Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung auf das orthopädische
Gutachten vom 27. Juli 2007 (act. G 4.1.53-1 ff.) und das psychiatrische Gutachten
vom 30. Juni 2007 (act. G 4.1.53-10 ff.). Der Beschwerdeführer hält diese
gutachterliche Beurteilung für nicht beweiskräftig (act. G 1).
2.1 Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt zunächst auf, dass die
Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten vom 27. Juli 2007 dem Zweck
einer interdisziplinären Begutachtung nicht gerecht wird. Dieser besteht gerade darin,
alle relevanten Gesundheitsschädigungen zu erfassen und die daraus jeweils
abgeleiteten Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit würdigend in einem Gesamtergebnis
auszudrücken. Eine einfache Addition verschiedener Teilarbeitsunfähigkeiten kann je
nach den konkreten Fallmerkmalen ein zu hohes oder aber auch zu niedriges Ergebnis
zeitigen (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.1). Entsprechend vermag bei mehreren
fachärztlich ausgewiesenen Teilarbeitsunfähigkeiten das isolierte Abstellen lediglich auf
die Teilarbeitsunfähigkeit einer Fachdisziplin ohne nähere Auseinandersetzung und
Diskussion des Verhältnisses zu den übrigen Teilarbeitsunfähigkeiten nicht zu
überzeugen. Vorliegend diskutierten die Gutachter nicht, ob und inwiefern sich die in
den jeweiligen Fachgebieten geschätzten Teilarbeitsunfähigkeiten überschneiden bzw.
die Gesamtbeurteilung beeinflussen. Vielmehr stellten sie ohne jegliche Begründung
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit allein auf die
vom orthopädischen Gutachter vertretene Auffassung ab (60% Arbeitsunfähigkeit),
während bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten
dann wieder allein auf die psychiatrische Einschätzung verwiesen wird (75%ige
Arbeitsfähigkeit, act. G 4.1.53-9). Damit bringen die Gutachter zum Ausdruck, dass die
psychischen Beschwerden bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit vollständig durch die somatischen Beeinträchtigungen
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konsumiert werden. Im Gegensatz hierzu lassen sie aber dann die somatischen
Beschwerden bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten vollständig durch die psychischen Beschwerden konsumieren. Dies
erscheint ohne nähere Begründung indessen nicht nachvollziehbar und es ist damit zu
beanstanden, dass keine fassbare Abstimmung und Diskussion zwischen den
Erkenntnissen aus der somatischen und jenen aus der psychiatrischen Untersuchung
stattgefunden hat. Damit geht einher, dass die gesamtgutachterliche Beurteilung vom
psychiatrischen Experten nicht unterzeichnet worden ist (vgl. act. G 4.1.53-9).
2.2 Die isolierte Betrachtungsweise wird durch das psychiatrische Gutachten vom
30. Juni 2007 erhärtet. So erfolgten die psychiatrische Begutachtung vom 7. Mai 2007
und die darin diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung offenbar ohne genügende
Berücksichtigung der von Dr. E._ erhobenen somatischen Grundlage. So kam der
orthopädische Gutachter zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer geklagten
Schmerzen grösstenteils (lumbale Schmerzen, Nacken- und HWS-Schmerzen) durch
objektive Befunde erklärt, mithin auf eine organische Grundlage zurückgeführt werden
können. Lediglich die - nicht im Vordergrund stehenden - Schmerzen in den
Unterschenkeln und Füssen hätten nicht plausibilisiert werden können (act. G 4.1.53-6).
Demgegenüber stützte sich der psychiatrische Gutachter im Wesentlichen auf
Vorakten, die eine Objektivierbarkeit der Beschwerden verneinten (act. G 4.1.53-11). Es
bestehen daher erhebliche Zweifel an der vom psychiatrischen Gutachter gestellten
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung, zumal er diese rundweg auf "die
beschriebenen Diskrepanzen zwischen objektivierbaren Befunden und subjektivem
Leidensempfinden des Versicherten" stützte (act. G 4.1.53-17) und diese Auffassung
nicht ohne Weiteres mit den Ausführungen von Dr. E._ zu vereinbaren ist.
2.3 Mit Blick auf die von Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie FMH, im Bericht
vom 18. August 2006 beschriebenen "chronifizierten Spannungskopfschmerzen" (act.
G 4.1.21; zu den auch anlässlich der psychiatrischen Begutachtung geschilderten
Kopfschmerzen vgl. act. G 4.1.53-14) wirft die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung ohnehin Fragen auf. Denn Spannungskopfschmerzen bilden ein
Ausschlusskriterium für die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung (H. Dilling/
H. J. Frey-berger [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer
Störungen, 4. Auflage, Bern 2008, S. 195). Zumindest wäre aufgrund der in den Akten
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ausgewiesenen Spannungskopfschmerzen vom psychiatrischen Gutachter fassbar
darzulegen gewesen, weshalb er trotz Vorliegens eines Ausschlusskriteriums zur
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung gelangt.
2.4 Zusammenfassend fehlt es für die Beurteilung des Rentenanspruchs bereits aus
den genannten Gründen an einer aussagekräftigen interdisziplinären medizinischen
Grundlage. Es kann daher offen gelassen werden, ob die weiteren gegen das
Gutachten der Dres. E._ und F._ vorgebrachten Rügen des Beschwerdeführers
(etwa, dass die Begutachtung im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits rund
zwei Jahre zurücklag, act. G 1) stichhaltig sind. Die Sache ist daher an die
Beschwerdegegnerin zur Vornahme einer interdisziplinären Begutachtung durch eine
MEDAS zurückzuweisen. In der Folge wird die Beschwerdegegnerin über den
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen haben.
2.5 Bei diesem Verfahrensausgang erübrigen sich Weiterungen zur Bestimmung der
Vergleichseinkommen. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass
invaliditätsfremde Faktoren bei der Bestimmung des Leidensabzugs von vornherein
keine Berücksichtigung fänden (act. G 4.1.94 und G 4, S. 6), bedarf indessen bereits an
dieser Stelle einer Korrektur. Die Beschwerdegegnerin verweist zur Untermauerung
ihres Standpunktes einzig auf die in "AHI-Praxis 1999 S. 237 f." publizierte
höchstrichterliche Praxis. Dabei ist festzustellen, dass die von der Beschwerdegegnerin
ins Feld geführte Rechtsprechung nicht einschlägig ist. Denn das damalige EVG hatte
nicht zu beurteilen, ob der Faktor Alter bzw. invaliditätsfremde Aspekte beim
Leidensabzug zu berücksichtigen sind oder nicht. Es hatte sich lediglich mit der Frage
auseinanderzusetzen, ob "nebst" dem gewährten Leidensabzug von 25% ein weiterer
Abzug vom Invalideneinkommen wegen des fortgeschrittenen Alters vorgenommen
werden kann. Lediglich diese Frage wurde verneint (AHI Praxis 1999 S. 242 E. 4c). Im
Übrigen hat das Bundesgericht die bisherige konstante Praxis (BGE 126 V 79 E. 5b,
bestätigt etwa in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen) bestätigt,
wonach bei der Bemessung des Leidensabzuges auch invaliditätsfremde Faktoren
berücksichtigt werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. September
2008, 9C_677/08).
3.
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3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
14. Mai 2009 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung und zu neuer
Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss des Beschwerdeführers von Fr. 600.-- ist
ihm zurückzuerstatten.
3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP