Decision ID: adbcc454-ee08-50be-bd9b-11589e903aad
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin ihren Hei-
matstaat am 30. Oktober 2008 und gelangte am 19. Dezember 2008 in
die Schweiz, wo sie gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 6. Januar
2009 wurde die Beschwerdeführerin im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Basel befragt. Das BFM hörte sie am 17. April 2009 zu den
Asylgründen an. Im Wesentlichen machte die Beschwerdeführerin gel-
tend, sie sei aus Kinshasa und habe dort bis zu ihrer Ausreise gelebt.
Sie sei fünf Jahre zur Schule gegangen, dann seien ihre Eltern bei
einem Autounfall ums Leben gekommen. In der Folge habe sie keine
Schule mehr besucht und auch keinen Beruf erlernt. Später habe sie
einen ruandischen Staatsangehörigen geheiratet. Im Jahre 1998 sei es
in ihrem Wohnquartier zu Unruhen gekommen, die sich gegen die
ansässigen Ruander gerichtet hätten. Ihr Ehemann habe deshalb zu-
sammen mit den beiden ältesten Söhnen den Kongo verlassen und sich
nach Ruanda begeben. Daraufhin habe sie sich in einer Kirche
versteckt. Ab dem Jahre 2000 habe sie als Hausangestellte gearbeitet.
Im Jahre 2007 habe sie einen Brief mit Fotos ihres in Ruanda als Sol-
dat lebenden Sohnes B._ erhalten. Sie habe den Brief und die
Fotos ihrem Arbeitgeber gezeigt, welcher sie in der Folge als
Landesverräterin angezeigt habe. Am Morgen des 15. Oktober 2008 sei
sie von Soldaten zu Hause abgeholt und ins Gefängnis gebracht
worden. Weil sie mit einem Ruander verheiratet gewesen sei, sei sie
als Verräterin bezeichnet, bedroht und geschlagen worden. Am 29.
Oktober 2008 habe ein neuer Kommandant den Dienst im Gefängnis
übernommen. Da dieser, wie sie selber, vom Stamm der C._ sei
und sie am folgenden Tag hätte umgebracht werden sollen, habe er
sich entschlossen, ihr zu helfen. Am Abend des 30. Oktober 2008 habe
der Kommandant sie aus ihrer Zelle geholt und in einem Auto zum
Hafen gebracht. Mit einem Boot habe sie den Fluss überquert und sich
anschliessend zu einer ihr bekannten Familie in Brazzaville begeben,
die für sie die Ausreise organisiert und finanziert habe.
B.
Mit Verfügung vom 9. Juli 2009 stellte das BFM fest, die Beschwerde-
führerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asyl-
gesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung und deren Vollzug
aus der Schweiz an.
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C.
Mit Eingabe vom 10. August 2009 an das Bundesverwaltungsgericht
beantragte die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter, die
angefochtene Verfügung sei betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben
und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Es sei ihr die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und von der Erhebung eines Kos-
tenvorschusses abzusehen.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 16. August 2009 verwies der Instruktions-
richter den Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt und verzichtete an-
tragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Sodann
setzte er der Beschwerdeführerin Frist zur Einreichung eines aktuellen
ärztlichen Berichts sowie zur Entbindung der behandelnden Ärzte von
der Schweigepflicht.
E.
Mit Schreiben vom 3. September 2009 reichte die Beschwerdeführerin
die Entbindungserklärung und mit Eingabe vom 16. September 2009
einen ärztlichen Bericht von Dr. med. D._, FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, und lic. phil. E._, Psychotherapeutin SPV,
vom 10. September 2009 zu den Akten.
F. Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 9. Oktober 2009 die
Abweisung der Beschwerde. Am 19. Oktober 2009 stellte der Instrukti-
onsrichter der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung zur Kenntnis-
nahme ohne Replikrecht zu.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG
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liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die  ist durch die angefochtene Verfügung besonders  und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung; sie ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 108 AsylG sowie 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Die vorliegende Beschwerde richtet sich allein gegen den Vollzug der
Wegweisung. Die Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2
(Ablehnung des Asylgesuchs) und 3 (verfügte Wegweisung) des Dis-
positivs der Verfügung des BFM vom 9. Juli 2009 sind demnach man-
gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen.
4. 4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt  ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner , der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).
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4.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
4.3 Der Grundsatz der Nichtrückschiebung schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Vorliegend hat das BFM die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin als nicht glaubhaft
erkannt und rechtskräftig festgestellt, dass die Beschwerdeführerin die
Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Dennoch wird in der Rechtsmitte-
leingabe an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen festgehalten und vor-
gebracht, aufgrund der vielen emotionalen Reaktionen der Beschwer-
deführerin anlässlich der Anhörung liege der Schluss nahe, dass sie
das Ereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit tatsächlich erlebt
habe. Der Bericht des UK Home Office zur DR Kongo vom 21. Mai
2008 bestätige denn auch, dass ab dem Jahre 1998 in Kinshasa mas-
siv gegen Tutsi vorgegangen worden sei.
Auch wenn im geltend gemachten Zeitraum in Kinshasa gegen Tutsi
vorgegangen wurde, ist vorliegend nicht nachvollziehbar, weshalb die
heimatlichen Behörden erst über zehn Jahre später gegen die Be-
schwerdeführerin vorgegangen sein sollen. Die Beschwerdeführerin hat
nach der angeblichen Flucht ihres Ehemannes weiter im Quartier
F._ gelebt, mithin musste bekannt gewesen sein, dass ihr
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Ehemann aufgrund seiner Staatsangehörigkeit nach Ruanda
zurückgekehrt war. Sodann sprechen gezeigte Emotionen für sich allein
noch nicht für die Glaubhaftigkeit von geschilderten Ereignissen. Dazu
bedarf es detaillierter und in sich stimmiger Aussagen, welche überdies
den Eindruck zu vermitteln vermögen, dass sie von der betroffenen
Person tatsächlich erlebt wurden. Diese Kriterien weisen die Aussagen
der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht auf. Insoweit vermag sie
aus diesen Erklärungsversuchen nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des  Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine  Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien,  vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der  Bestimmungen zulässig.
4.4 4.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
4.4.2 In der angefochtenen Verfügung führte das BFM zur  aus, die Beschwerdeführerin habe ihr ganzes Leben in Kinshasa verbracht, weshalb davon ausgegangen werden könne, dass sie dort über ein Netz von Anknüpfungspunkten verfüge. Unter anderem  sich eine in Kinshasa lebende Patin um die drei minderjährigen
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Kinder der Beschwerdeführerin. Es könne daher von einem  sozialen Beziehungsnetz ausgegangen werden, auf dessen Hilfe und Unterstützung die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr  könne. Ausserdem könne vom Vorhandensein eines familiären Beziehungsnetzes im Heimatstaat ausgegangen werden. Die  habe zwei erwachsene Söhne. Da ihre Verfolgung wegen eines ihrer Söhne nicht glaubhaft sei, würden auch Zweifel  bestehen, dass sich ihre Söhne an einem nicht näher bekannten Ort im Kriegsgebiet aufhalten würden und den Kontakt zur  abgebrochen hätten. Die Frage des familiären Netzes könne jedoch nicht abschliessend geprüft werden, da es die  den Asylbehörden durch ihre unglaubhaften Aussagen zu ihrer angeblichen Verfolgung, damit auch zu ihrem familiären  und somit in Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht verunmöglicht habe, ihrer Untersuchungspflicht abschliessend nachzukommen.  würden aufgrund der Akten auch keine Hinweise vorliegen, die dafür sprechen würden, dass die Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Lage geraten würde. Denn gemäss ihren Aussagen habe die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2000 als Hausangestellte gearbeitet und sei somit für ihren  selbständig aufgekommen. Was die gesundheitlichen  anbelange, so ergebe sich aus den ärztlichen Zeugnissen, dass die Beschwerdeführerin in körperlicher Hinsicht in einem guten  Allgemeinzustand sei; allerdings leide sie unter einer  Belastungsstörung. Diese Probleme seien nicht in Abrede zu stellen. Bezüglich der geltend gemachten Ursachen würden indes ernstzunehmende Zweifel bestehen, da die geltend gemachte  nicht glaubhaft sei. Demzufolge liege die Vermutung nahe, dass ihre Leiden mit grosser Wahrscheinlichkeit mit der bevorstehenden Wegweisung zusammenhängen würden und somit durch die aktuelle Lebenssituation bedingt seien. Schliesslich könne ein  nicht mit dem Argument verhindert werden, die stationäre  und das medizinische Know-how im Heimatland entspreche nicht demjenigen der Schweiz.
4.4.3 In der Rechtsmitteleingabe wird die Zumutbarkeit des  bestritten. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz verfüge die alleinstehende und bereits ältere Beschwerdeführerin über kein tragfähiges Beziehungsnetz in Kinshasa. Ihr Ehemann und ihre Söhne seien im Jahre 1998 nach Ruanda geflohen; seither habe sie keinen Kontakt mehr zu ihnen. Abgesehen von ihrer jüngeren Schwester habe
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die Beschwerdeführerin keine Verwandten, zu welchen sie Kontakt habe. Ihre zurückgebliebenen Kinder seien sodann noch minderjährig und die sie betreuende Patin sei nicht in der Lage, die  finanziell oder sozial zu unterstützen. Damit verfüge die  über kein tragfähiges Beziehungsnetz. Im Weiteren habe die Beschwerdeführerin keine Berufsausbildung absolviert und werde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihr gesamtes Leben am Rande des Existenzminimums leben müssen. Es sei nicht davon , dass ihr ehemaliger Arbeitgeber sie wieder anstellen werde. Aufgrund ihres Alters sei auch eine Reintegration in den Arbeitsmarkt mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Schliesslich sei die  in einer schlechten psychischen Verfassung. Selbst wenn lediglich eine Anpassungsstörung vorliegen würde, sei der  der Wegweisung nicht zumutbar.
4.5 Das BFM stellt in der Vernehmlassung fest, die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin seien nicht glaubhaft. Infolgedessen seien die  ihrer psychischen Probleme entgegen der im ärztlichen Bericht vom 10. September 2009 gemachten Einschätzung nicht in der  Verfolgung, sondern einem anderen Zusammenhang oder Umfeld zu suchen. Sollte die Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr eine psychotherapeutische Behandlung benötigen, sei eine solche im Universitätsspital von Kinshasa, am Centre Neuro-Psycho- (CNPP) du Mont Amba oder im Zentrum TELEMA grundsätzlich gewährleistet. Allerdings sei zu bemerken, dass die medizinische  in der Demokratischen Republik Kongo, insbesondere in Kinshasa, in einem schlechten Zustand sei. Bei der Behandlung vor Ort sei die Betreuung durch die Angehörigen entscheidend. Entgegen der Einschätzung der Beschwerdeführerin sei davon auszugehen, dass sie im Heimatstaat über ein Beziehungsnetz verfüge.
4.6 4.6.1 Vorliegend wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung, weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar sei.
4.6.2 Im ärztlichen Bericht werden unter der persönlichen Anamnese die Kindheit der Beschwerdeführerin sowie die von ihr im Rahmen des Asylverfahrens geltend gemachten Asylgründe wiedergegeben. Zur Krankheitsanamnese und aktuellen Situation wird im ärztlichen Bericht ausgeführt, seit der erlebten Gewalt habe die Beschwerdeführerin
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Schmerzen am ganzen Körper. Sie habe 15 Kilo Gewicht verloren und leide unter Schlafstörungen, Alpträumen, Gedächtnis- und , depressiver Verstimmung, Gefühl der Sinn- und , innerer Unruhe, Nervosität, Antriebslosigkeit und  über die erlittenen Gewalt im Gefängnis. Ferner zeige sie die Tendenz, sich zu isolieren, habe kein Grundvertrauen in die , inbesondere zu Männern und könne sich sexuelle Kontakte nicht mehr vorstellen. Häufig habe sie das Gefühl von Verlassenheit und Verlorenheit und eine negative Sicht der Zukunft. Aufgrund dieser Befunde wurde eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie zusätzlich eine sexuelle Störung nach sexueller Gewalt (ICD-10: F66.2) diagnostiziert. Zur Beurteilung und Behandlung wird weiter ausgeführt, die Befunde würden mit der vorgebrachten  und der geschilderten Gewalterfahrung mit sehr grosser  übereinstimmen. Die erwähnten Störungen seien mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auf die erlittene Gewalt . Es seien regelmässige psychotherapeutische Behandlungen mit einer wöchentlichen Sitzung bei einer auf die Behandlung von  spezialisierten Psychotherapeutin angezeigt. Ohne eine solche Therapie werde sich der psychische Zustand, insbesondere die  sehr wahrscheinlich verschlimmern. Eine zwangsmässige Rückschaffung hätte mit grosser Wahrscheinlichkeit folgende : Solange der militärische Konflikt zwischen Kongo und Ruanda fortdaure, müsse die Beschwerdeführerin befürchten, als Ehefrau eines Ruanders erneut politisch verfolgt und inhaftiert zu werden,  sie retraumatisiert würde.
4.6.3 Vorliegend geht sowohl das BFM als auch das  davon aus, dass die Beschwerdeführerin an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Allerdings ist , dass die behandelnde Ärztin und Therapeutin ihren Bericht auf die vorliegend im Rahmen des Asylverfahrens als nicht glaubhaft  Angaben der Beschwerdeführerin abgestützt haben. Vor diesem Hintergrund ist zu schliessen, dass der diagnostizierten  Belastungsstörung andere Ursachen zu Grunde liegen.  der Aktenlage und insbesondere des Alters der  sowie der Tatsache, dass sie hier in der Schweiz über keine sozialen Beziehungen verfügt und auch keiner Beschäftigung , drängt sich der Schluss auf, dass die Ursache der  posttraumatischen Belastungsstörung im ungewissen  der Beschwerdeführerin hier in der Schweiz begründet ist. Dem
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Bundesverwaltungsgericht ist bekannt, dass Ausländerinnen, deren Asylgesuche abgelehnt werden oder die in lang andauernder  über ihren Aufenthaltsstatus im Gastland leben, in depressive Stimmung verfallen können.
Im ärztlichen Bericht wird festgehalten, die Beschwerdeführerin sei zwischen dem 10. Juli und dem 10. September 2009 während sechs Stunden untersucht beziehungsweise behandelt worden und bedürfe bis auf weiteres einer wöchentlichen Sitzung bei einer . Diese zeitlichen Angaben zeigen auf, dass die  offensichtlich nicht auf eine intensive und engmaschige  angewiesen ist und überdies auch keiner medikamentösen  bedarf. Im Hinblick auf einen Vollzug der Wegweisung  die Therapeutin und die Ärztin sodann nicht aus, dass sich das Zustandsbild der Beschwerdeführerin verschlechtern könnte, sie im schlimmsten Fall in die depressive Symptomatik zurückfallen könnte.
Vorweg ist festzustellen, dass die Ärztin und die Therapeutin zunächst fälschlicherweise von einem nach wie vor fortdauernden militärischen Konflikt zwischen Kongo und Ruanda ausgehen. Weiter – und dies ist entscheidrelevant – ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer besonders schweren Form einer posttraumatischen  leidet. Es ist ihr daher in Zusammenarbeit mit ihrer Psychotherapeutin zuzumuten, sich in den kommenden Wochen im Rahmen der angezeigten Sitzungen im Gespräch und allenfalls unter Zuhilfenahme von entsprechenden Medikamenten gezielt auf eine Rückkehr nach Kinshasa vorzubereiten. Sollte die Beschwerdeführerin auch nach einer Rückkehr in ihren angestammten Kulturkreis und die ihr bekannte Umgebung auf eine Behandlung durch einen  angewiesen sein, ist eine solche nach den Erkenntnissen des  auch in Kinsahasa möglich. So verfügt das Centre Neuro-Psycho-Pathologique (CHPP) du Mont Amba über drei Abteilungen verfügt (Psychiatrie, Neurologie, Kinder- und ) und beite auch Gratisbehandlungen an. Auch in dem von katholischen Nonnen unterhaltenen Zentrum TELEMA oder bei  internationaler Organisationen ist eine Behandlung möglich, wenn auch das Versorgungsniveau nicht mit demjenigen  Länder und insbesondere der Schweiz zu vergleichen ist. Was die Finanzierung einer allfälligen Therapie anbelangt, ist es der  unbenommen, beim BFM einen Antrag auf  Rückkehrhilfe zu stellen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75
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AsylV 2). Damit liegen insgesamt keine Hindernisse medizinischer Art vor, welche dem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen.
Weiter ist festzuhalten, dass die heute 54-jährige Beschwerdeführerin von Geburt bis Ende Oktober 2008 in Kinshasa gelebt, dort ihre  Familie gegründet und auch gearbeitet hat. Sodann leben gemäss den eigenen Angaben der Beschwerdeführerin ihre drei Kinder im Alter zwischen zwölf und vierzehn Jahren nach wie vor in Kinshasa bei deren Patin. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an ihrem Herkunftsort über ein soziales  verfügt, welches ihr bei einer Rückkehr die Reintegration erleichtern wird. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, genügen jedenfalls nach der Rechtsprechung der ARK, welche auch für das Bundesverwaltungsgericht Gültigkeit hat, nicht, um eine Gefahr im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. EMARK 1994 Nr. 19 E. 6b S. 148 f.). Schliesslich ist es der Beschwerdeführerin auch , sich wieder um eine Anstellung zu bemühen, dies um so mehr,
als sie über langjährige Erfahrungen als Hausangestellte verfügt. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung somit als zumutbar.
4.7 Es obliegt der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen  des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen  zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), womit der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
5. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der  zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine  der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
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7. 7.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG. Gemäss dieser Bestimmung wird von der Erhebung von Verfahrenskosten abgesehen, wenn die  nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihre Begehren nicht aussichtslos erscheinen.
7.2 Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist durch die  des G._ vom 7. August 2009 ausgewiesen. Sodann ist die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen ist. Der Beschwerdeführerin sind demnach keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
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