Decision ID: bf0a18bb-4b09-5e33-8f5e-662f35b7c789
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 4. Dezember 2014 publizierte die Einwohnergemeinde (EG) Lengnau im Anzeiger «Büren und Umgebung» folgende Verkehrsanordnung des Gemeinderats:
«Einführung Parkzone Nordost (Krähenberg)
[...]
Inhalt der Verkehrsmassnahme:
Schaffung einer Parkzone mit Parkscheibenpflicht für die  Gebiete von Lengnau. Parkiert werden darf auf markierten oder signalisierten Parkplätzen. Ausserhalb der Parkfelder gilt ein  Parkverbot. Es gelten die Regelungen der Blauen Zone. Bei der Gemeindeverwaltung Lengnau können Parkkarten für die  Benutzung der Parkfelder erworben werden (Berechtigung und Tarife gemäss gültigem Parkplatzreglement und dazugehöriger Parkplatzverordnung).
Die neue Parkzone umfasst folgenden Bereich: - Rainweg - Oelestrasse (Abschnitt Jurastrasse-Bärengässli) - Krähenbergstrasse - Jurastrasse - Alpenstrasse, Standweg, Bordweg, Höheweg - Grienbergstrasse, Dahlienweg - Rosenweg, Grotweg
Auf folgenden Strassen werden Parkfelder angeordnet (Blaue Zone): - Rohrweg (inkl. Wendeplatz bei Stichstrasse Süd) - Jurastrasse - Krähenbergstrasse - Dahlienweg/Solothurnstrasse (Umwandlung bestehende weisse
Parkfelder in Blaue Zone)
[...]»
B.
Dagegen erhob neben anderen A._ Beschwerde beim  (RSA) Biel/Bienne. Mit Entscheid vom 13. März 2015 wies der Regierungsstatthalter die Beschwerde ab.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.08.2015, Nr. 100.2015.115U, Seite 3
C.
Gegen den Entscheid des RSA hat A._ am 13. April 2015 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt sinngemäss, der Entscheid des RSA vom 13. März 2015 sei aufzuheben.
Die EG Lengnau beantragt mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2015, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; eventuell sei sie abzuweisen. Der Regierungsstatthalter schliesst mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2015 auf Abweisung der Beschwerde. Am 9. Juni 2015 hat sich A._ nochmals zur Sache geäussert.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist als unmittelbar an die Parkzone Nordost  Anwohnerin durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Soweit die Gemeinde geltend macht, die Beschwerde sei mangelhaft begründet, weil die Beschwerdeführerin sich nicht mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetze (, S. 2), kann ihr nicht gefolgt werden. Zwar sind die Ausführungen der Beschwerdeführerin über weite Strecken schwer verständlich und nehmen kaum Bezug auf die Erwägungen im Entscheid der Vorinstanz. Insgesamt bringen sie indes zum Ausdruck, weshalb die  dem angefochtenen Entscheid nicht folgen kann. Damit erfüllt die Beschwerde die für Laieneingaben herabgesetzten Anforderungen an eine rechtsgenügliche Begründung (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG;
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.08.2015, Nr. 100.2015.115U, Seite 4
BVR 2006 S. 470 E. 2.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15). Die Gemeinde führt weiter aus, die Beschwerdeführerin beschreite laufend mutwillig bzw. missbräuchlich den Rechtsweg. So sei auch die vorliegende Beschwerde haltlos. Zwar ist gemäss Art. 45 VRPG auf Eingaben, die auf querulatorischer oder  Prozessführung beruhen, nicht einzutreten. Dass es sich beim hier zu beurteilenden Rechtmittel um eine Eingabe bar jeder Vernunft handelt oder es der Beschwerdeführerin offensichtlich nur darum geht, die Gemeinde zu schikanieren oder zu lähmen (Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 45 N. 2 ff.), kann jedoch nicht gesagt werden. Das Verfahren ist allerdings auf den Streitgegenstand beschränkt, d.h. auf die umstrittene Verkehrsmassnahme. Soweit die Beschwerdeführerin die bestehenden Verhältnisse auf der Krähenbergstrasse im Zusammenhang mit der  im Grot kritisiert und Massnahmen fordert, liegen ihre Vorbringen ausserhalb des Streitgegenstands (vgl. zum Streitgegenstand statt vieler BVR 2011 S. 391 E. 2.1). Das Gleiche gilt, soweit die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend macht, die Einhaltung der Parkordnung werde seitens der Gemeinde nicht bzw. nicht ausreichend kontrolliert. Abgesehen von diesen Einwänden, die an der Sache vorbeigehen, ist nach dem Gesagten auf die Beschwerde einzutreten.
1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). Verkehrsbeschränkungen der hier in Frage stehenden Art sind regelmässig mit komplexen  verbunden. Entsprechend der Natur der Sache liegt die  für die Zweckmässigkeit und Wirksamkeit solcher Massnahmen in erster Linie bei den verfügenden Behörden. Die zuständigen Organe  dabei einen erheblichen Gestaltungsspielraum. Ein Eingreifen des Gerichts ist erst gerechtfertigt, wenn die zuständigen Behörden von  tatsächlichen Annahmen ausgehen, bundesrechtswidrige  verfolgen, bei der Ausgestaltung der Massnahme ungerechtfertigte Differenzierungen vornehmen oder notwendige Differenzierungen  oder sich von erkennbar grundrechtswidrigen Interessenabwägungen leiten lassen (BGE 139 II 145 E. 5, 136 II 539 E. 3.2; auch zum Folgenden: VGE 2012/473 vom 23.1.2014, E. 1.4 mit Hinweisen). Auch auferlegt sich das Verwaltungsgericht insoweit eine gewisse Zurückhaltung, als die Be-
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urteilung von der Würdigung der örtlichen Verhältnisse abhängt, welche die kantonalen und kommunalen Behörden besser kennen und überblicken.
2.
Gestützt auf die Vorarbeiten im Parkraumkonzept vom 14. Dezember 2012 haben die Stimmberechtigten der EG Lengnau am 5. Dezember 2013 das Parkplatzreglement (PPR) und der Gemeinderat am 12. August 2014 die Parkplatzverordnung (PPV) beschlossen. Beide Erlasse sind am 1. Juli 2014 in Kraft getreten (Art. 23 PPR; Art. 3 PPV). Sie regeln die  der Abstellplätze für Motorfahrzeuge auf öffentlichem Grund (Art. 1 PPR). Nach Art. 7 Abs. 1 PPR kann der vom Gemeinderat zu  Parkzonenplan (vgl. Art. 18 Bst. a PPR) verschiedene Parkzonen für die Kurz- und solche für die Langzeitparkierung bezeichnen, namentlich Blaue Zonen (C bzw. D mit Dauerparkkarten). Mit der hier umstrittenen Parkzone Nordost will der Gemeinderat das Parkraumkonzept im Gebiet Krähenberg umsetzen. Es soll eine Blaue Zone entstehen mit der , Dauerparkkarten zu beziehen. Parkiert werden darf nur auf den  markierten oder signalisierten Parkfeldern, die auf den  Strassen(abschnitten) angeordnet werden sollen. Ausserhalb der Parkfelder – und namentlich in den anderen Strassen(abschnitten) der Zone – ist danach das Parkieren untersagt (vgl. vorne Bst. A).
3.
Die Beschwerdeführerin beanstandet die Parkzone Nordost zunächst in verfahrensrechtlicher Hinsicht. Sie macht geltend, die Gemeinde habe das Parkverbot zu kurzfristig und während der Ferien publiziert und sie habe vorgängig nicht abgeklärt, ob an der Parkzone überhaupt ein Bedürfnis der Bevölkerung bestehe.
3.1 Gemäss Art. 3 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19.  1958 (SVG; SR 741.01) sind die Kantone bzw. die Gemeinden befugt, für bestimmte Strassen Fahrverbote, Verkehrsbeschränkungen und
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