Decision ID: 2da9a004-bf08-4fd5-a189-cb2437aaa679
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1967, absolvierte eine Lehre als Fleischver
käuferin (Urk. 6/1/11 und 6/3/4). Diesen Beruf übte sie während einigen Jahren aus. Sie war auch als Speditionsangestellte, Allrounderin, Büroangestellte und Mitarbeiterin Hauswirtschaft erwerbstätig (Urk. 6/8/3, 6/9/5-17 und 6/17). Vom 17. Oktober 2005 bis zum 31. Juli 2009 arbeitete sie bei den Spitäler Y._, zuerst mit einem Pensum von 80 % als Mit
arbeiterin der Reinigungsequipe, ab dem 1. Oktober 2006 mit einem Pensum von je 40 % als Mitarbeiterin im hauseigenen Restaurant und im Reinigungs
dienst (Urk. 6/9/5). Im August 2009 begann die Versicherte eine Weiterbildung zur Pfle
gefachfrau HF (Urk. 6/3/4), die sie im August 2012 mit Diplom erfolgreich abschloss (Urk. 6/1/14). Vom 6. August 2012 bis zum 30. September 2013 arbeitete sie mit einem Pensum von 80 % als Pflegefach
frau HF auf der psychiatrischen Langzeitstation des Psychiatriezent
rums Z._ (Urk. 6/9/3). Ab dem 1. Oktober 2013 war sie mit einem Pensum von 80 % bei der sozialpädagogischen und psychiat
rischen Einrichtung A._ als Pflegefachfrau angestellt (Urk. 6/3/4 und 6/22).
1.2
Bereits in ihrer Jugend war die Versicherte an Morbus Crohn erkrankt. Verwach
sungen im Bauchraum führten zu einem Darmverschluss, der am 29. Juni 2014 notfallmässig operiert werden musste (Urk. 6/14). Die behandeln
den Ärzte attes
tierten der Versicherten darauf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/1/12-13 und 6/15/3). Mit Schreiben vom 27. Oktober 2014 kündigte sie ihr Arbeitsver
hältnis (Urk. 6/22/9).
1.3
Am 3. Dezember 2014 meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3). Diese tätigte erwerbliche (Urk. 6/8/3, 6/9-10, 6/16-17 und 6/22) und medizi
nische (Urk. 6/14-15, 6/21, 6/25 und 6/30) Abklärungen. Am 1. April 2015 nahm die Versicherte eine 60%ige Erwerbstätigkeit als Betriebs
mitarbeiterin Bistro & Char
cuterie in der Metzgerei B._ AG auf (Urk. 6/30, 6/38/2-4 und 6/42). Die IV-Stelle führte ein Vorbescheidverfahren durch (vgl. Urk. 6/46 ff.) und sprach der Versicherten, ausgehend von einem Invaliditäts
grad von 47 % (vgl. Urk. 6/56-58), mit Verfügung vom 1. März 2016 ab Juni 2015 eine Viertelsrente zu (Urk. 6/64). Dagegen liess die Versicherte Beschwerde erheben mit dem
Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und es sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten; eventua
liter sei die Sache für ergänzende berufliche Abklärungen und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen (Urk. 6/69/4). Die IV-Stelle beantragte darauf die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen, da der medi
zinische Sachverhalt nicht rechtsgenügend abgeklärt worden sei (Urk. 6/70). Das Sozialversicherungsgericht drohte der Versicherten mit Beschluss vom 9. Juni 2016 eine reformatio in peius an (Urk. 6/71). In der Folge reduzierte die Ver
sicherte ihr Pensum bei der Metzgerei B._ AG per 1. Juli 2016 auf 50 % (Urk. 6/72/8-10). Sie hielt mit Eingabe vom 7. Juli 2016 an ihren Beschwerdean
trägen fest und verlangte, es sei auf die beantragte Rückweisung zu verzichten (Urk. 6/72/2). Mit Urteil IV.2016.00442 vom 19. Oktober 2016 hiess das Sozial
versicherungsgericht die Beschwerde in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts und zum Erlass einer neuen Verfügung über den Rentenanspruch ab Juni 2015 an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 7/73). Diese gab ein polydiszipli
näres Gutachten in Auftrag (vgl. Urk. 6/79 ff.), welches die Begutachtungsstelle C._ am 23. Oktober 2017 nach gut
achterlichen Untersuchungen vom 3. und 4. Mai sowie vom 12. Juli 2017 erstat
tete (Urk. 6/104). Die Rechtsvertreterin der Versicherten teilte der IV-Stelle mit Schreiben vom 8. November 2017 mit, ihre Mandantin habe die Arbeitsstelle bei der Metzgerei B._ AG per 31. Juli 2017 aus gesundheitlichen Gründen gekündigt (Urk. 6/105).
Mit Vorbescheid vom 15. November 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten erneut eine Viertelsrente ab Juni 2015 in Aussicht (Urk. 6/109). Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben und eine halbe Invalidenrente, eventualiter weitere berufliche Abklärungen beantragen (Urk. 6/114). Die IV-Stelle sprach der Ver
sicherten mit Verfügung vom 9. April 2018 wie angekündigt eine Viertelsrente zu (Urk. 2, vgl. auch Urk. 6/119-120 und 6/130).
2.
Gegen die Verfügung vom 9. April 2018 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Katja Nikolova Hiller, mit Eingabe vom 14. Mai 2018 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und es sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten; alles unter Kos
ten- und Ent
schädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am 18. Juni 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Davon wurde der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 19. Juni 2018 Kenntnis gegeben (Urk. 7). Mit Schreiben vom 21. August 2018 liess die Beschwerdeführe
rin dem Gericht mitteilen, sie habe am 17. Mai 2018 eine Stelle bei der D._ AG im Stundenlohn angetreten und sei seit dem 8. Juni 2018 während ca. vier Stunden pro Woche in einem Kosmetik-Atelier tätig. Überdies sei sie weiterhin bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet (Urk. 8 mit Hinweis auf Urk. 9/1-5). Dies wurde der Gegenpartei schriftlich zur Kenntnis gegeben (Urk. 10). Mit Verfügung vom 28. August 2018 wurde die Pensionskasse E._ zum Prozess beigeladen und derselben eine Frist von 30 Tagen angesetzt, um eine Stellungnahme einzureichen (Urk. 11; vgl. auch Urk. 12). Sie liess sich nicht vernehmen.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die im Beschwerde
verfahren neu eingereichten Unterlagen (Urk. 9/1-5) wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Zur Begründung der angefochtenen Verfügung vom 9. April 2018 wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Versicherten sei seit Juni 2015 die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (in der Metzgerei B._ AG) oder eine andere behinderungs
ange
passte Tätigkeit mit einem Pensum von 50 % zumutbar. Die für den Einkom
mensvergleich massgeblichen Einkommen seien anhand von Tabellen
löhnen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln, wobei für das hypothetische Valideneinkommen vom Durchschnitts
lohn (Zentralwert) für Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen, Kompetenz
niveau 3, und für das hypothetische Invalideneinkommen vom Durchschnittslohn (Zentralwert) für Frauen im Detailhandel, Kompetenzniveau 1, auszugehen sei. Dementsprechend sei das im Jahr 2014 mit einem Pensum von 80 % theoretisch erzielbare Valideneinkommen von Fr. 64'593.20 dem mit einer 50%igen behin
derungs
angepassten Tätigkeit erzielbaren Invaliden
einkommen von Fr. 28'389.85 gegenüberzustellen. Daraus resultierten eine Einschränkung von 56 % im erwerb
lichen Bereich und ein Invaliditätsgrad von 45 %, der einen Anspruch auf eine Viertelsrente begründe (vgl. Urk. 2).
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin geltend machen, die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Bistro- und Charcuteriemitarbeiterin in der Metzgerei B._ AG sei nicht behinderungsangepasst. Sie habe das betreffende Arbeitsver
hältnis aus medizinischen Gründen per 31. Juli 2017 gekündigt. Es sei auch nicht richtig, dass bei der Stellensuche keine behinderungsbedingten Einschränkungen bestünden. Die Beschwerdegegnerin hätte für die Ermittlung des erwerblich nutz
baren Leistungsvermögens und für die Frage der zumutbaren Tätigkeit, in Ergän
zung der medizinischen Unterlagen, die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einschalten müssen, zumal die Versicherte seit dem 1. August 2017 nicht mehr für die Metzgerei B._ AG tätig gewesen sei und um berufliche Abklärungen ersucht habe. Schliesslich sei die Invaliditätsbemessung in mehrfacher Hinsicht nicht korrekt, insbesondere hätte die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens nicht auf einen Tabellen
lohn abstellen dürfen (vgl. Urk. 1).
3.
3.1
Im Gutachten der C._ vom 23. Oktober 2017 wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 6/104/12):
1.
Morbus Crohn mit Status nach Ileozökalresektion und Rektosigmoid
re
sektion 1997, Status nach Perianalfistel-Spaltung 2013, Status nach lapa
roskopischer Cholezystektomie und Adhäsiolyse 2009, Status nach Revi
sionslaparatomie, Adhäsiolyse, Lavage wegen Bridenileus und sekundärem Wundverschluss 2014, K50, K80.4
2.
Depressive Episode, aktuell, bei subtherapeutischem AD-Spiegel, am ehes
ten leicht- (bis mittel-)gradig (ICD-10: F32.0)
-
vermutlich aus einer Anpassungsstörung (spätestens nach Bridenileus 2014) hervorgegangen
3.
Agoraphobie mit Panikstörung (leichtgradig; ICD-10: F40.01)
4.
Posttraumatische Belastungsstörung (nach kompliziertem Verlauf nach Bridenileus 2014), aktuell weitgehend abgeklungen, mit noch persistieren
der Restsymptomatik (ICD-10: F43.1)
5.
Migräne ohne Aura (ICD-10: G43.0).
Die Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Psychiatriefachpflegefrau sei seit dem 29. Juni 2014 anhaltend aufgehoben (Urk. 6/104/14-15).
In einer angepassten Tätigkeit sei die Versicherte seit dem 1. Juni 2015 zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 6/104/15). Sie müsse die Möglichkeit haben, die Arbeit für Toilettengänge zu unterbrechen und ausreichend Pausen einzuhalten. Grundsätz
lich sollte die Arbeitszeit gleichmässig über die Woche verteilt werden. Es werde von der Versicherten gegenwärtig zwar ganztägige Arbeitspräsenz geleistet, dies sei aus gesamtmedizinischer Sicht indessen als eher ungünstig zu beurteilen. Arbeiten mit Termin- oder Zeitdruck, hochfrequentem oder anspruchsvollem Kundenkontakt sowie Nacht- und Schichtarbeit seien ebenfalls ungünstig. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit in der Metzgerei B._ AG entspreche weitge
hend einer angepassten Tätigkeit (Urk. 6/104/15).
3.2
Das Gutachten der C._ wurde in Kenntnis sämtlicher medizinischen Vorakten erstattet (Urk. 6/104/20-29, vgl. auch Urk. 6/87, 6/89-90, 6/98 und 6/104/29). Es beruht auf den
fach
ärztlichen internistischen, gastroenterologischen, neu
rolo
gischen und psychiatrischen Untersuchungen der
Versicherten am 3. und 4. Mai sowie am 12. Juli 2017 (Urk. 6/104/3-4 und 6/104/30; vgl. auch Urk. 6/100). Die Gutachter führten jeweils eine sorgfältige Anamnese- und Befunderhebung durch (vgl. Urk. 6/104/6-11, 6/104/33-41, 6/104/50-57 und 6/104/66-69). Sie
berück
sichtigten die geklagten Beschwer
den ange
messen und beantworteten die gestell
ten Fra
ge
n umfassend. Ihre Ausführungen sind schlüssig und nachvollziehbar begründet.
In der Beschwerdeschrift wurde einzig moniert, es sei nicht plausibel, weshalb die Tätigkeit in der Metzgerei B._ AG als weitgehend angepasst gewertet worden sei (Urk. 1 S. 5 f.). Dem ist entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Begutachtung schilderte, sie arbeite im Bereich der Kasse, wo sie Kunden berate und bediene. Selten müsse sie auch Waren einräumen und dabei Lasten tragen. Meistens sei ihre Tätigkeit körperlich jedoch nicht anstrengend, ausser dass sie lange stehen müsse. Sie arbeite donnerstags, freitags und samstags; meis
tens sechs Stunden am Donnerstag (bzw. von 7.00 bis 13.15 Uhr; Urk. 6/104/38), zehn Stunden am Freitag (bzw. von 7.00 bis 18.30 Uhr; Urk. 6/104/38) und neun Stunden am Samstag (bzw. von 6.30 bis 15.30 Uhr; Urk. 6/104/38). Sie mache viel Überzeit. Durch die lange Präsenzzeit seien ihre Toilettengänge eingeschränkt (Urk. 6/104/6-7). Sie vermeide es möglichst, zur Toilette zu gehen. Sie habe auch kaum mal Pause, ausser sie müsse die Toilette aufsuchen, was sie sich aber zu oft verklemme und dann abends sowie am Wochenende mit Beschwerden büsse. Nun habe sie ihr Arbeitsverhältnis per Ende Juli 2017 gekündigt (Urk. 6/104/33).
Es trifft somit nicht zu, dass keine Möglichkeit bestanden hätte, bei Bedarf die Toilette aufzusuchen, wie es in der Beschwerdeschrift behauptet wurde (Urk. 1 S. 4). Vielmehr war problematisch, dass die Beschwerdeführerin – trotz der ver
einbarten Reduktion – mit rund 25 Stunden pro Woche ein deutlich höheres Arbeitspensum leistete als ein solches von 50 %. Dies geht auch eindrücklich aus dem Bericht des Behandlers Dr. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie vom 17. April 2017 hervor (Urk. 7/98, insbesondere 7/98/3), auf welchen in der Beschwerdeschrift verwiesen wurde (Urk. 1 S. 3 f. und 5). Ebenfalls nicht optimal war die offenbar fehlende Möglichkeit, an fünf Tagen pro Woche halbtags zu arbeiten. Dies ändert indessen nichts daran, dass die von der Beschwerdeführerin damals noch ausgeübte Tätigkeit in der Metzgerei B._ AG als Verkäuferin weitgehend behinderungsangepasst war. In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin mehr als zwei Jahre erfolgreich an dieser Stelle arbeitete, wobei sie ihren eigenen Angaben zufolge speziell in den Stosszeiten eingesetzt worden sei, da sie die Kunden sehr gut bedient habe (Urk. 6/104/7).
Darüber hinaus ist nichts ersichtlich, was die Darlegungen der Gutachter in Zwei
fel zu ziehen vermöchte.
Das
Gutachten erfüllt auch sonst sämtli
che von der Rechtspre
chung statu
ierten Anforderungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch ab Juni 2015 (Urk. 1, 2, 6/3 und 6/73; Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Zwischen den Parteien besteht Einigkeit darüber, dass die Beschwerdeführerin als zu 80 % Erwerbstätige ohne Aufgabenbereich zu qualifizieren ist (vgl. Urk. 1 S. 6, 2 S. 6, 6/107/3 und 6/114/2). Ebenso wurde zu Recht von keiner Seite in Frage gestellt, dass der Invaliditätsgrad
gemäss Art. 16 ATSG i
n Verbindung mit Art. 28a Abs. 3
Satz 1
IVG aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu
ermitteln ist (Urk. 1 S. 6 und 2 S. 5 f.)
.
4.2
Beim Einkommensvergleich
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Per
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum
sog. Valideneinkommen
.
Dieses ist bei Teil
zeiterwerbstätigen ohne Aufgabenbereich gemäss der bundesgerichtlichen Recht
sprechung
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbs
tätigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; wiedergegeben in BGE 142 V 290 E. 5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in BGE 142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist.
4.3
Am 1. Januar 2018 sind die neuen Bestimmungen von Art. 27
bis
Abs. 2 bis 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. Der Bundes
rat hat sie aufgrund des Urteils 7186/09 des Europäischen Gerichtshofs für Men
schenrechte vom 2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz betref
fend die schweizerische Methode der Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte mit Aufgabenbereich (sogenannte gemischte Methode) und der nach
folgenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung erlassen. Sie lauten wie folgt:
Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Artikel 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads folgende Invaliditätsgrade summiert (Abs. 2):
a.
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit;
b.
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich.
Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Artikel 16 ATSG, wobei (Abs. 3):
a.
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstä
tigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird;
b.
die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird.
Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 Buchstabe b und einer Voller
werbstätigkeit gewichtet (Abs. 4).
4.4
In seinem Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH), Stand 1. Januar 2018, hielt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) fest, Art. 27
bis
Abs. 3 IVV sei auch auf Teilerwerbs
tätige ohne Aufgabenbereich anwendbar (KSIH Rz 3042.2 und 3078). Dieser Auf
fassung stehen zwar weder der Wortlaut der erwähnten Bestimmung noch der Titel von Art. 27
bis
IVV (Teilerwerbstätige und Versicherte, die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten) entgegen. Mit Bezug auf die Systematik fällt indessen auf, dass die Abs. 3 und 4 den Abs. 2 von Art. 27
bis
IVV konkretisieren, indem sie regeln, wie der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich einerseits und im Haushaltsbereich andererseits bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Artikel 7 Abs. 2 IVG betätigen, zu bemessen ist. Dass sich Art. 27
bis
Abs. 2 bis 4 IVV nur auf Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich und nicht auch auf solche ohne Aufgabenbereich bezieht, ergibt sich denn auch aus dem erläuternden Bericht des BSV zur Änderung der IVV, mit dem Titel Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte (gemischte Methode) per 1. Januar 2018 (abrufbar unter: w
ww.bsv.admin.ch/bsv/de/
home/publikationen-und-
s
ervice/medieninformati
-
onen/
nsb-
anzeigeseite.msg-id-
6
6736.html
). Darin wird wörtlich ausgeführt, in den Absätzen 2 bis 4 (von Art. 27
bis
IVV) werde geregelt, wie die Invaliditätsbe
messung nach der gemischten Methode bei Teilerwerbstätigen, die daneben auch im Aufgabenbereich tätig sind, vorzunehmen sei (S. 10). Damit im Einklang steht die Übergangsbestimmung zur Änderung vom 1. Dezember 2017, in welcher von Renten, die in Anwendung der gemischten Methode zugesprochen wurden (vgl. Abs. 1) beziehungsweise von teilerwerbstätigen versicherten Personen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Artikel 7 Abs. 2 IVG betätigen (vgl. Abs. 2), die Rede ist.
Ebenso hat das Bundesgericht in den Urteilen 8C_793/2017 vom 8. Mai 2018 (E. 7.1), 9C_671/2017 vom 12. Juli 2018 (E. 3.2.2), 8C_145/2018 vom 8. August 2018 (E. 6.2), 9C_219/2018 vom 8. August 2018 (E. 2), 8C_122/2018 vom 27. August 2018 (E. 4.5) und 8C_197/2018 vom 25. September 2018 (E. 5.2)
– ohne dass es im jeweils konkreten Fall von Bedeutung gewesen wäre – ausge
führt, mit Art. 27
bis
Abs. 2 bis 4 IVV sei ein neues Invaliditäts
berechnungs
modell für Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich eingeführt worden. Besonders deutlich äusserte es sich im Urteil 8C_504/2018 vom 19. Oktober 2018, in dem es festhielt, Art. 27
bis
Abs. 3 IVV betreffe Teilerwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgaben
bereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen und für die der Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode ermittelt werde. Die Invaliditätsbemessung für Teiler
werbstätige ohne Aufgabenbereich erfolge in Anwendung der Einkommensver
gleichsmethode im Sinne der in BGE 142 V 209 (richtig: 290) präzisierten Recht
sprechung (E. 3.4).
Damit erscheint es zumindest fraglich, ob Rz 3078 KSIH korrekt und Art. 27
bis
Abs. 3 IVV auch auf Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich anwendbar ist. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht mit der Praxisänderung in BGE 142 V 290 eine Gleichstellung der Teilerwerbstätigen mit und ohne Auf
gabenbereich einerseits und der Vollerwerbstätigen andererseits erreichen wollte. Wörtlich führte es aus: «Unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung muss die Einbusse, die eine versicherte Person in einem bestimmten (...) erwerblichen Teil
pensum (...) erleidet, in diesem Bereich zum selben Invaliditätsgrad führen, unab
hängig davon, ob sie daneben (...) keinen Aufgabenbereich hat (...), in einem Auf
gabenbereich tätig ist (...), oder ein weiteres erwerbliches Teilpensum hat und damit als vollerwerbstätig gilt». Auf die Absicht der Gleichbehandlung verwies es auch in den Urteilen 9C_897/2017 vom 4. Mai 2018 (E. 3.2.1.2) und 8C_100/2018 vom 22. August 2018 (E. 4.4) im Zusammenhang mit der Neuregelung der Inva
liditätsbemessung gemäss Art. 27
bis
Abs. 3 IVV, ohne sich zu deren Anwendbar
keit auch auf Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich zu äussern.
Folgt man der oben skizzierten Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich bei Teilerwerbstätigen mit Aufgabenbe
reich nach Art. 27
bis
Abs. 3 IVV, jener von Teilerwerbstätigen ohne Aufgabenbe
reich weiterhin nach der in BGE 142 V 290 festgelegten Methode zu ermitteln ist, wird der beabsichtigten Gleichbehandlung gerade nicht Genüge getan, weil die beiden Methoden – wie nachstehend (E. 7.2) zu zeigen sein wird – zu unterschied
lichen Invaliditätsgraden führen.
4.5
Ungeachtet der aufgezeigten Problematik sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs, das heisst am 3. Juni 2015 massgebend (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. Urk. 6/3), wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222; vgl. auch BGE 142 V 547 E. 3).
5.
5.1
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist somit entscheidend, was die Ver
sicherte im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns am 3. Juni 2015 nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst ange
knüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsscha
den fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 134 V 322 E. 4.1 und 129 V 222 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
5.2
Bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens am 29. Juni 2014 war die Beschwerde
führerin im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses als Pflegefachfrau HF für die A._ tätig. Dieses Arbeitsverhältnis hatte sie zwar lediglich einige Monate zuvor am 1. Oktober 2013 angetreten (Urk. 6/3/4, 6/16/2 und 6/22/1). Es sind jedoch keinerlei Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass sie als Gesunde nicht dort weitergearbeitet hätte (vgl. Urk. 6/22). Solche ergeben sich insbesondere auch nicht aus ihrer Erwerbsbiographie, welche konstante und über
wiegend mehrjährige Arbeits
verhältnisse aufweist (Urk. 6/8/3 und 6/9/3-17; vgl. auch Urk. 1 S. 7). Ebenso wenig erscheint dies aufgrund des von der Beschwer
degegnerin angeführten Umstands, ab dem 24. Januar 2014 sei es wiederholt zu krankheitsbedingten Abwesenheiten gekommen (Urk. 2 S. 6), welche sich in der Regel auf einen Tag bis auf maximal drei Tage beschränkten (Urk. 6/22/3), als überwiegend wahrscheinlich.
5.3
Die Beschwerdeführerin beanstandete daher zu Recht, die Beschwerdegegnerin hätte das hypothetische Valideneinkommen ausgehend vom zuletzt bei der A._ erzielten Lohn ermitteln müssen anstatt auf einen LSE-Tabellenlohn abzustellen (Urk. 1 S. 6). Ihr Lohn betrug Fr. 5'710.50 brutto pro Monat beziehungsweise Fr. 74'236.50 pro Jahr (Urk. 6/16/2 und 6/22/2; vgl. auch Urk. 1 S. 7). Nach der Rechtsprechung sind geleistete Überstunden und sons
tige Erwerbszusätze ebenfalls zu berücksichtigen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_922/2012 vom 26. Februar 2013 E. 5.2 mit Hinweisen). In der Zeit vom 1. Oktober 2013 bis Ende Juni 2014 wurden der Beschwerdeführerin durch
schnittlich Fr. 417.30 pro Monat für Abend-, Wochenend- und Pikettdienste aus
bezahlt (vgl. Urk. 6/22/3, 6/49/2 und 6/49/25-33), welche sie aufgrund ihrer arbeitsvertraglichen Verpflichtungen zu erbringen hatte (Urk. 6/22/6). Dies ent
spricht Fr. 5'007.60 pro Jahr, welche zusätzlich zu berücksichtigen sind. Daraus resultiert ein Einkommen von Fr. 79'244.10. Dieses ist der Nominallohnentwick
lung von 0,5 % (Nominallohnindex für Frauen, 2015: 0,5; vgl. auch Urk. 1 S. 7) anzupassen.
5.4
Als Zwischenergebnis ist daher festzuhalten, dass von einem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 79'640.30 im Jahr 2015 auszugehen ist.
6.
6.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Grundsätzlich gilt der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn, wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit ausübt, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind, anzu
neh
men ist, dass die versicherte Person die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 135 V 297 E. 5.2). Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
ge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen wer
den (BGE 126 V 75 E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.2 und
1
29 V 472 E. 4.2.1).
6.2
Bereits am 1. April 2015 hatte die Beschwerdeführerin eine 60%ige Erwerbstätig
keit als Betriebs
mitarbeiterin Bistro & Charcuterie in der Metzgerei B._ AG aufgenommen (Urk. 6/30, 6/38/2-4 und 6/42). Seither, insbesondere im hier interessierenden Zeitraum ab Juni 2015, verdiente sie brutto Fr. 2'610.-- pro Monat (zuzüglich eines 13. Monatslohns), das heisst Fr. 33'930.-- pro Jahr (vgl. Urk. 6/38/2-4 und 6/42/1). Erst per 1. Juli 2016 reduzierte sie ihr Pensum auf 50 %, womit sich das Einkommen – ausgehend von derselben 100%-Basis (Fr. 4'350.-- x 13; Urk. 6/42/1 und 6/72/8) – auf brutto Fr. 2'175.-- pro Monat
(x 13) beziehungsweise Fr. 28'275.-- pro Jahr verminderte (Urk. 6/72/8-10).
Gestützt auf das Gutachten der C._ vom 23. Oktober 2017 ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit bereits mit dem 50%igen Arbeitspensum bei der Metzgerei B._ AG in zumutbarer Weise voll ausschöpfte. Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014, TA1_tirage_skill_level, betrug der standardisierte Monatslohn für Frauen
im Detailhandel (Ziffer 47) im Kompetenzniveau 2, welches praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pfle
ge/Datenver
arbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst erfasst, Fr. 4'380.-- pro Monat. Unter Berücksichtigung einer betriebs
übli
chen Wochen
arbeitszeit von 41,7 Stunden und der Nominallohn
entwicklung von 0,5 % ent
spräche dies bei einem Pensum von 50 % einem jährlichen Einkommen von Fr. 27'533.90. Dieses divergiert nur geringfügig vom Einkommen von Fr. 28'275.-- für das 50 %-Pensum bei der Metzgerei B._ AG, womit feststeht, dass das tatsächlich erzielte Einkommen angemessen und kein Sozial
lohn war. Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführerin – bis Ende Juli 2017 – die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der ihr zumut
baren Selbsteingliederung verwertet hat.
Es trifft zwar zu, dass das (zwischenzeitlich gekündigte) zweijährige Arbeitsver
hältnis nicht als besonders stabil zu qualifizieren ist. Dennoch kann die Beschwer
degegnerin, welche sowohl von der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin als auch vom damit erzielten Einkommen Kenntnis hatte, der Invaliditätsbemessung ab Juni 2015 nicht einfach ein höheres hypothetisches Invalideneinkommen zugrunde legen, welches anhand eines Tabellenlohns (von Fr. 4'517.-- pro Monat; vgl. Urk. 6/106) ermittelt wurde. Vielmehr hat sie den im Rahmen der Zumutbar
keit tatsächlich erzielten Verdienst im Betrag von Fr. 28'275.-- pro Jahr zu berücksichtigen.
6.3
Ab dem 1. August 2017 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 9. April 2018 war die Versicherte nicht mehr erwerbstätig (vgl. Urk. 8 S. 1, 9/1-5). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für diesen Zeitraum einen Tabellenlohn gemäss LSE herangezogen hat. Massgeblich ist grundsätzlich die neueste LSE, mithin diejenige von 2014 (BGE 144 I 203 E. 5.3.2.3 und 143 V 295 E. 4.1.3).
Gemäss dem ärztlich umschriebenen Zumutbarkeitsprofil kann die Beschwerde
führerin mit einem Pensum von 50 % – ohne einen erhöhten Pausenbedarf – halbtags Verkaufstätigkeiten ausüben, sofern sie die üblichen Pausen beziehen und deren Zeitpunkt frei bestimmen kann. Derartige Tätigkeiten sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, insbesondere im Detailhandel zahlreich vorhanden. Die Beschwerdeführerin verfügt überdies über eine abgeschlossene Lehre als Ver
käuferin und über mehrjährige berufliche Erfahrung in diesem Bereich. Es erscheint deshalb gerechtfertigt, das
hypo
thetische Invalideneinkommen ausge
hend vom Durchschnittslohn (Zentralwert) für Frauen für praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschi
nen und elektronischen Geräten/Sicherheits–dienst/Fahrdienst im Detailhandel
von Fr. 4‘380.-- pro Monat zu ermitteln (vgl. LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_
skill_level, Ziff. 47, Kompetenzniveau 2, Frauen). Das von der Beschwerde
gegnerin angewandte Kompetenzniveau 1 (mit einem höheren Ein
kommen von Fr. 4'517.-- pro Monat) umfasst einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, für welche die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesund
heitlichen Einschränkungen und ihrer Ausbildung weniger prädestiniert erscheint.
Unter Berücksichtigung einer betriebs
übli
chen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stun
den und der Nominallohn
entwicklung (von 0,5 % im Jahr 2015, 0,8 % im Jahr 2016 und 0,4 % im Jahr 2017) ist folglich von einem hypothetischen Invaliden
einkommen von Fr. 27'865.20 im Jahr 2017 als Verkäuferin im Detailhandel aus
zugehen. Das Lebensalter wirkt sich bei weiblichen Verkaufskräften (vgl. LSE 2014, T17, Ziffer 52, Frauen, >=29 Jahre, 30-49 Jahre und >= 50 Jahre), ebenso wie generell bei Frauen ohne Kaderfunktion im Segment von 40 bis 64/65 Jahren (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_857/2017 vom 24. August 2018 E. 4.3.1 mit Hinweis auf LSE 2014, Tabelle TA9, Frauen, Median, ohne Kaderfunktion), lohnerhöhend aus. Es spielt deshalb keine Rolle, dass die Beschwerdeführerin im August 2017 bereits über 50 Jahre alt war. Dasselbe gilt bezüglich des Umstands, dass für die Beschwerdeführerin lediglich noch eine Teilzeitarbeit mit einem 50%-Pensum in Frage kommt.
Gemäss der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differen
zierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen, die im Anhang des vom Bundes
amt für Sozialversicherungen herausgegebenen IV-R
undschreibens Nr.
328 vom 2
2.
Oktober 2014 veröffentlicht wurde, bestand bei Frauen ohne Kaderfunktion zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74
%
propor
tional bezogen auf ein 100%-Pensum (
Fr. 5'733.--
) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (
Fr.
5'214.
--
) eine Differenz von
Fr. 519.--
zu Guns
ten von Teilzeitmitarbeitenden. Mit einem finanziellen Nachteil aufgrund des Teil
zeitpensums ist daher nicht zu rechnen. Schliesslich kommt auch der Anzahl der Dienstjahre bei gewöhnlichen Verkaufstätigkeiten im Detailhandel keine wesent
liche Bedeutung für die Lohnfestsetzung zu. Auf den von der Beschwerdeführerin geforderten leidensbedingten Abzug (Urk. 1 S. 8 f.). ist daher zu verzichten.
7.
7.1
Aus der Gegenüberstellung der relevanten Ver
gleichseinkommen für das Jahr 2015 resultieren eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 64,5 % ([Fr. 79'640.30 - Fr. 28'275.--] : Fr. 79'640.30 x 100) und ein Invaliditätsgrad von 51,6 % (64,5 % : 100 x 80) ab Juni 2015.
7.2
Für den Einkommensvergleich bezüglich der Zeit ab August 2017 ist das hypo
thetische Valideneinkommen von Fr. 79'640.30 im Jahr 2015 der Nominallohn
entwicklung anzupassen (2016: 0,8 %, 2017: 0,4 %) und dem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 27'865.20 im Jahr 2017 gegenüberzustellen. Daraus resultieren eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 65,42 % ([Fr. 80'596.-- - Fr. 27'865.20] : Fr. 80'596.-- x 100) und ein Invaliditätsgrad von 52,34 % (65,42 % : 100 x 80).
Die Anwendung der Berechnungsmethode gemäss Art. 27
bis
Abs. 3 IVV ab Januar 2018 ergäbe einen Invaliditätsgrad von 57,87 % ([Fr. 80'596.-- : 80 x 100] – Fr. 27'865.20)
x 80 :
(Fr.
80'596
.-- : 80 x 100) und würde zu keinem höheren Rentenan
spruch führen.
7.3
Lediglich der Vollständigkeit halber bleibt zu bemerken, dass hier bloss der Sach
verhalt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 9. April 2018 zu beur
teilen ist, weshalb die späteren Änderungen in den erwerblichen Verhältnissen unberücksichtigt zu bleiben haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweis; vgl. Urk. 8 S. 1, 9/1-5).
7.4
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juni 2015 eine halbe Inva
lidenrente hätte zusprechen müssen. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
geg
nerin aufzuerlegen.
8.2
Gemäss § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsie
gens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens entsprechend hat die Beschwerdefüh
re
rin Anspruch auf eine Parteientschädigung, wobei unter Berücksich
tigung der erwähnten Kriterien ein Betrag von Fr. 1'700.-- (inklusive Barauslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.