Decision ID: fa464e21-0da0-5393-98dc-279e24af309b
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 8. Februar 2004 wurde das Gemeindehaus S. (Vers.-Nr. ....) beschädigt. Wind
hat Teile des Kupferdachs beim Dachausbau weggerissen. Als Folge davon drang
Wasser in die darunter liegende Wohnung ein. Das Schadenereignis wurde der
Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (abgekürzt GVA) am 9. Februar
2004 gemeldet. Gemäss Schadenermittlungsprotokoll vom 10. Februar 2004 beläuft
sich die Schadensumme auf Fr. 25'000.--.
Am 9. März 2004 teilte der Leiter Schadendienst der Grundeigentümerin mit, für den
geltend gemachten Schaden werde keine Versicherungsleistung erbracht, weil er nicht
auf "Sturmwind" im Sinn eines versicherungsrelevanten Ereignisses zurückzuführen
sei. In der Folge, am 22. März 2004, ersuchte der Gemeinderat S. die GVA, es sei
diesbezüglich eine anfechtbare Verfügung zu erlassen. Er hielt fest, gemäss
Augenzeugenberichten sei es am Schadendatum zu Windböen mit einer
Geschwindigkeit von wohl über 100 km/h gekommen. Am 29. März 2004 lehnte es die
GVA ab, Versicherungsleistungen zu erbringen. Dies wurde damit begründet, der
Schaden sei nicht durch einen "Sturmwind" im Sinn des Gesetzes verursacht worden.
Die Politische Gemeinde S. erhob am 6. April 2004 gegen die Ablehnung der
Schadenübernahme vom 29. März 2004 Rekurs bei der Verwaltungskommission der
GVA und stellte das Rechtsbegehren, es sei auf die Beurteilung des Schadenfalls vom
8. Februar 2004 (Sturmschaden am Dach des Gemeindehauses S.) zurückzukommen
und die Versicherungsleistungen seien vollumfänglich zu erbringen. Am 21. Oktober
2004 wies die Verwaltungskommission den Rekurs ab. Auch die Rekursinstanz kam
zum Ergebnis, der geltend gemachte Schaden sei nicht versichert.
B./ Am 11. November 2004 erhob die Politische Gemeinde S. gegen den Entscheid der
Verwaltungskommission der GVA vom 21. Oktober 2004 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Sie stellte das Rechtsbegehren, es sei auf die Beurteilung des
Schadenfalls vom 8. Februar 2004 (Sturmschaden am Dach des Gemeindehauses S.)
zurückzukommen, der Entscheid der Verwaltungskommission der GVA vom 21.
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Oktober 2004 sei aufzuheben und die Versicherungsleistungen seien vollumfänglich zu
erbringen. Die Eingabe wird vorab damit begründet, "Sturmwind" sei ein
Versicherungsrisiko, das nicht an irrelevante Bedingungen geknüpft werden dürfe. Ein
Sturmschaden liege vor, unabhängig davon, ob er durch weitflächige starke Winde
oder durch eine örtlich auftretende Böe verursacht worden sei.
Die Verwaltungskommission der GVA beantragte am 10. Dezember 2004, die
Beschwerde sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
a) Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid sachlich zuständig (Art. 56 des Gesetzes
über die Gebäudeversicherung, sGS 873.1, abgekürzt GVG, in Verbindung mit Art.
59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt
VRP). Ferner entspricht die Beschwerdeeingabe vom 11. November 2004 zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
b) Nach Art. 64 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP steht der zuständigen
Behörde einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-
rechtlichen Anstalt das Beschwerderecht zur Wahrung öffentlicher Interessen zu. Sind
juristische Personen des öffentlichen Rechts, insbesondere auch Gemeinden, von einer
Verfügung in gleicher Weise betroffen wie ein Privater, richtet sich ihre
Beschwerdebefugnis indessen nach Art. 45 Abs. 1 VRP (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 409 mit
Hinweisen). Das ist beispielsweise der Fall, wenn das Gemeinwesen zu einer Leistung
verpflichtet wird oder ihm eine Leistung vorenthalten wird, wenn einer Gemeinde oder
dem Kanton ein Unterstützungsbeitrag nicht gewährt wird oder wenn das
Gemeinwesen als Grundeigentümer betroffen ist (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 446).
Dies trifft im vorliegenden Fall zu, hat es die GVA doch abgelehnt, einen am
Gemeindehaus entstandenen Schaden zu übernehmen.
c) Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2./ Zu prüfen ist, ob die Schäden am Gemeindehaus S. auf ein versichertes Ereignis in
Form eines "Sturmwinds" zurückzuführen sind.
a) Die GVA erbringt gemäss Art. 31 Ziff. 3 GVG u.a. Versicherungsleistungen, wenn
Gebäudeschäden durch "Sturmwind" entstanden sind; ausgenommen sind Schäden,
die im wesentlichen auf andere Ursachen zurückgehen. Anspruch auf
Versicherungsleistungen besteht nach Art. 45 der Verordnung zum Gesetz über die
Gebäudeversicherung (sGS 873.11, abgekürzt GVV), wenn ein versichertes Ereignis
vorliegt, ein Gebäudeschaden entstanden ist, der unmittelbar auf das versicherte
Ereignis zurückgeführt werden kann und die Ereigniseinwirkung nicht
bestimmungsgemäss war. Eine Ereigniseinwirkung ist nach Art. 48 GVV
bestimmungsgemäss, wenn sie zufolge ordentlicher Abnützung oder ordentlicher
Erfüllung des Zweckes des Gebäudes oder Gebäudeteils eintritt. Geht der
Gebäudeschaden überwiegend auf das versicherte Ereignis zurück, wird er ihm
gemäss Art. 47 Abs. 1 GVV sodann voll zugerechnet. Geht der Gebäudeschaden ganz
oder überwiegend auf andere Ereignisse zurück, wird er nicht entschädigt. Nicht
vergütet werden insbesondere Schäden, die auf fortgesetztes Einwirken zurückgehen
oder die nicht auf eine plötzliche, aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen
sind, wie unter anderem Schäden zufolge fehlerhafter Konstruktion oder verwahrlostem
Zustand (Art. 47 Abs. 2 GVV). Geht der Gebäudeschaden weder überwiegend auf das
versicherte Ereignis noch überwiegend auf andere Ereignisse zurück, wird er dem
versicherten Ereignis anteilmässig zugerechnet (Art. 47 Abs. 3 GVV). Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs somit durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (vgl. GVP 2003 Nr. 42 mit Hinweis auf VerwGE vom 22. Januar
2002 i.S. W.K.).
b) Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR
210, abgekürzt ZGB) hat derjenige, der ein Recht behauptet, die Sachumstände zu
beweisen, die nach dem massgebenden Rechtssatz diese Rechtsfolge erzeugen. Auch
im Privatversicherungsrecht gilt der Grundsatz, wonach Personen, die gegenüber
einem Versicherer einen Versicherungsanspruch erheben, im Sinn von Art. 8 ZGB
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bezüglich der Frage, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist, grundsätzlich
behauptungs- und beweispflichtig sind. Behauptet der Versicherer indessen eine die
Leistungspflicht ausschliessende oder herabsetzende Tatsache, ist es an ihm, diese zu
beweisen (vgl. GVP 2003 Nr. 42 mit Hinweis auf A. Maurer, Schweizerisches
Privatversicherungsrecht, 3. Aufl., Bern 1995, S. 381 und RB/ZH 1983, S. 171 mit
Hinweisen). Diese Beweislastverteilung gilt auch im öffentlichen
Gebäudeversicherungsrecht, namentlich bei der Anwendung von Art. 31 Ziff. 3 GVG
(vgl. GVP 2003 Nr. 42).
3./ Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, Ursache des Schadens am
Kupferdach beim Dachausbau des Gemeindehauses und des damit
zusammenhängenden Schadens in der darunter liegenden Wohnung sei ein heftiger
Windstoss und damit ein "Sturmwind" im Sinn des Gesetzes. Verweise der Vorinstanz
auf Durchschnittswerte, mittlere Windgeschwindigkeiten und Messwerte der
Messstation Glarus seien nicht stichhaltig. Sodann gehe es nicht an, die Uebernahme
eines Schadens davon abhängig zu machen, dass das Ereignis Kollektivschäden
verursacht habe. Demzufolge habe die GVA den Schaden zu übernehmen.
a) Art. 31 Ziff. 3 GVG führt nicht näher aus, was unter "Sturmwind" zu verstehen ist. Es
handelt sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der dadurch gekennzeichnet ist,
dass die Umschreibung des Tatbestands unbestimmt ist. Die Norm bedient sich
Worten, die - aus sich heraus - keinen genügenden Aufschluss darüber geben, ob ein
bestimmter Sachverhalt noch unter den Normtatbestand fällt oder nicht. Die nähere
Bestimmung eines unbestimmten Rechtssatzes wird als Rechtsfrage angesehen. Das
in der Kognition grundsätzlich auf die Rechtskontrolle beschränkte Verwaltungsgericht
ist somit befugt, die Konkretisierung durch die Vorinstanz frei zu überprüfen (vgl.
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 724 mit Hinweisen). Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts
darf einer vertretbaren Auslegung eines unbestimmten Begriffs durch die Verwaltung
bzw. die Vorinstanz die Anerkennung indessen nicht versagt werden (vgl. Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 725 mit Hinweisen).
b) Nach der Praxis der Vorinstanz gilt ein Wind als "Sturmwind" im Sinn von Art. 31 Ziff.
3 GVG, wenn er eine Geschwindigkeit von wenigstens 75 km/h aufweist und Gebäude
abdeckt oder Bäume umwirft, so dass Kollektivschäden entstehen, d.h. gleichzeitig
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mehrere Gebäude in der Umgebung der versicherten Sache vom selben Sturmereignis
betroffen sind (vgl. dazu A. Kleiner, Das Recht der öffentlichen
Gebäudeversicherungen, Separatdruck aus: "Mitteilungen" Jahrgänge 1978/79 des
Interkantonalen Rückversicherungsverbandes Bern [abgekürzt IRV] und der
Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen, S. 64 f. sowie Hauswirth/Suter,
Sachversicherung, 2. Aufl., Bern 1990, S. 162, PVG 1975 Nr. 77 und Schweizerische
Versicherungs-Zeitschrift, Jahrgang 1974/75, S. 213). Wer Entschädigung beansprucht,
muss nachweisen, dass am Versicherungsort oder in der Umgebung durch den Sturm
Bäume gefällt oder Dächer abgedeckt worden sind. Der Grund liegt darin, dass oft ein
fehlerhaft konstruiertes Gebäude Angriffsziel des Windes ist. Erleidet dieses Schäden
oder fällt es gar in sich zusammen, so ist die mangelhafte Konstruktion der Grund
hiefür und nicht der Sturm (vgl. Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 162).
Die Windstärke wird im öffentlichen Gebäudeversicherungsrecht anhand der Beaufort-
Skala gemessen (vgl. dazu Kleiner, a.a.O., S. 65 und Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 162)
und bezieht sich nach der Praxis der Vorinstanz auf eine Mittelungszeit von 10 Minuten.
Auch der IRV betrachtet "Sturm" nur dann als versichertes Elementarereignis, wenn
eine atmosphärisch bedingte Luftbewegung von mindestens 75 km/h im 10-Minuten-
Mittel in der Umgebung der versicherten Sachen Bäume umwirft oder Gebäude
abdeckt (vgl. IRV Referenzprodukt Elementar, Ausgabe Januar 2005).
c) Stürme müssen mit elementarer Naturgewalt plötzlich und unwiderstehlich
hereinberechen, so dass Kollektivschäden entstehen, d.h. gleichzeitig mehrere
Gebäude vom selben Sturmereignis, allenfalls an verschiedenen Orten, betroffen
werden (vgl. Kleiner, a.a.O., S. 65). Was die von der Vorinstanz vorausgesetzte
Windgeschwindigkeit anbetrifft, ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass ein
Schadenbild dieser Art auch dann auftreten kann, wenn die atmosphärisch bedingte
Luftbewegung im 10-Minuten-Mittel nicht 75 km/h oder mehr aufweist. Hinzu kommt,
dass die Meteo Schweiz mit ihrem Messnetz nicht in der Lage ist, für jeden Ort in der
Schweiz die genaue Windgeschwindigkeit anzugeben. Unbestritten ist weiter, dass
Windgeschwindigkeiten örtlich verschieden sein können. Windmessungen können
demzufolge nur im Sinn eines Indizes Aufschluss darüber geben, welche Windstärke an
einem bestimmten (anderen) Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt geherrscht hat. Weil
ein direkter Beweis nicht möglich ist, kann er indirekt erbracht werden, d.h. durch den
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Beweis von Sachumständen, die den Schluss auf andere rechtswesentliche Tatsachen
zulassen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 621; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar
zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Rz. 5 zu Art.
19 mit Hinweisen). Im Fall eines behaupteten Sturmschadens ist ein derartiger
Sachumstand in erster Linie das Schadenbild, das sich in der Umgebung präsentiert.
Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin muss der "Sturmwind"
dementsprechend grundsätzlich Kollektivschäden zur Folge haben, d.h. gleichzeitig
müssen mehrere Gebäude vom selben Sturmereignis, allenfalls an verschiedenen
Orten, betroffen werden (vgl. Kleiner, a.a.O., S. 65). Sodann kann das Vorliegen von
Kollektivschäden bzw. von Schäden an ordnungsgemäss erstellten und unterhaltenen
Gebäuden oder an gesunden Bäumen die Vermutung zulassen, die geforderte
Windstärke sei erreicht worden und müsse deshalb nicht erhoben werden (vgl. dazu
Kleiner, a.a.O., S. 66). Allerdings kann ein Sturm ausnahmsweise eng begrenzt
auftreten und nur ein Gebäude treffen, z.B. als Böe eine Hütte in einer Waldlichtung.
Dies ist allerdings jeweils im konkreten Fall zu prüfen (vgl. Kleiner, a.a.O., S. 65).
Die Vorinstanz stellt bei der Beurteilung der Frage, ob ein versichertes Ereignis in Form
eines "Sturmwinds" vorliegt, denn auch in erster Linie auf das Schadenbild ab und
schliesst nicht aus, dass ein "Sturmwind" im versicherungstechnischen Sinn
ausnahmsweise eng begrenzt auftreten und nur ein Gebäude treffen kann, dass somit
eine oder mehrere Böenspitzen nur ein versichertes Objekt beschädigen. Sie hält
indessen zu Recht dafür, dies erfordere eine eingehende Abklärung der
Schadenursache, zumal bei Einzelschäden meist sturmfremde Faktoren, insbesondere
fehlerhafte Konstruktion oder mangelhafter Unterhalt des Gebäudes für den Schaden
mitverantwortlich sind (vgl. Art. 31 Ziff. 3 GVG und Art. 47 Abs. 1 GVV; vgl. auch
Kleiner, a.a.O., S. 65 f.). Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Auslegung des
Begriffs "Sturmwind" wie sie die Vorinstanz vornehme, sei sachlich nicht haltbar,
erweist sich somit als unbegründet.
d) Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, am 8. Februar 2004 seien in der
näheren Umgebung des beschädigten Gemeindehauses Kollektivschäden entstanden
bzw. es seien gleichzeitig mehrere Gebäude vom selben Ereignis betroffen worden.
Sodann weisen die Daten der Messstation Glarus vom 8. Februar 2004 einzig um die
Mittagszeit zwei Böenspitzen mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als 75 km/h
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auf. Nach Angaben der Beschwerdeführerin ist der Schaden am Gemeindehaus
indessen gegen Abend entstanden, als die Windgeschwindigkeit diese Intensität nicht
mehr erreichte. Somit durfte die Vorinstanz grundsätzlich davon ausgehen, der
Schaden am Gemeindehaus sei nicht auf ein versichertes Ereignis in Form eines
"Sturmwinds" zurückzuführen. Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin in diesem
Zusammenhang vor, sie habe die Beweisaufnahme verunmöglicht, weil sie ihrer
Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen und gegen das Veränderungsverbot
verstossen habe. Sodann sei die Aussage des Schadenexperten unbestritten
geblieben, wonach die Isolation durchnässt und die Balkenlage nass und faul gewesen
sei. Auch aus diesem Grund muss nach Ansicht der Vorinstanz davon ausgegangen
werden, dass der Einzelschaden am Gemeindehaus überwiegend auf sturmfremde
Faktoren und nicht auf einen versicherungsrelevanten "Sturmwind" zurückzuführen ist.
aa) Nach Art. 43 GVG hat der Versicherte nach Eintritt des Schadenereignisses alle
zumutbaren Massnahmen zur Minderung des Schadens zu ergreifen und Weisungen
der Verwaltung zu befolgen. Art. 44 GVG schreibt vor, dass an beschädigten
Liegenschaften keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen, durch welche die
Abklärung der Schadenursache oder die Schätzung des Schadens verunmöglicht oder
erschwert wird. Vorbehalten bleiben besondere Anordnungen sowie Abbruch- und
Aufräumungsarbeiten, die zur Feststellung des Schadens notwendig sind.
bb) Unwidersprochen geblieben ist die Feststellung der Vorinstanz, wonach die
Isolation des Dachausbaus gemäss Aussage des Schadenexperten durchnässt und die
Balkenlage nass und faul gewesen ist. Somit hatte die Vorinstanz Grund zur Annahme,
der Schaden sei überwiegend auf Umstände zurückzuführen, die keinem versicherten
Ereignis zuzurechnen seien, weil ein konstruktiv einwandfreier Dachaufbau durch eine
Windböe nicht einfach zerfetzt worden wäre. Die Beschwerdeführerin wendet indessen
ein, es treffe nicht zu, dass sie gegen das Veränderungsverbot nach Art. 44 GVG
verstossen habe. Weil Wasser in die im Dachgeschoss des Gemeindehauses gelegene
Mietwohnung geflossen sei, sei sie auf Grund von Art. 43 GVG gehalten gewesen, den
Wassereinbruch umgehend zu unterbinden. Um schlimmere Schäden zu verhindern
habe sie demzufolge den Dachdecker beauftragt, die lecken Stellen sofort abzudecken.
Dieser habe die durch den Sturm völlig verbogenen Blechteile, die beim Gemeindehaus
unverändert aufbewahrt würden, vom Dach entfernen müssen. Abgesehen davon, dass
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der Schadenexperte über die Anordnung der Reparaturarbeiten informiert gewesen sei,
wäre die Installation einer Notabdeckung vorab aus Kostengründen unverhältnismässig
gewesen.
cc) Zutreffend ist, dass der Versicherte mit dem Eintritt des Schadenereignisses als
erstes verpflichtet wird, Massnahmen zur Schadenminderung zu ergreifen. Dadurch
soll vermieden werden, dass ein Schaden, den jemand von einem Versicherer tragen
lassen kann, unnötig vergrössert wird. Dabei hat der Versicherungsnehmer die
Weisungen des Versicherers zu beachten. Er hat sie auch dann zu befolgen, wenn er
sie für unzweckmässig hält (vgl. dazu Kleiner, a.a.O., S. 96 und Hauswirth/Suter, a.a.O.,
S. 127 f.). Unter Vorbehalt der Pflicht zur Schadenminderung ist der
Versicherungsnehmer sodann gehalten, Lage und Beschaffenheit der vom Ereignis
betroffenen Sachen in dem Zustand zu belassen, in den sie durch den Schadenfall
versetzt worden sind, damit der Versicherer einen Augenschein nehmen kann. Das
Veränderungsverbot soll verhindern, dass der Versicherungsnehmer durch eine
Verfälschung des angerichteten Zustandes die Ermittlungen über den Sachverhalt
erschweren oder verunmöglichen oder sogar unberechtigte Ansprüche geltend machen
kann (vgl. Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 128 f.).
dd) Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin bestand im vorliegenden Fall keine
Veranlassung, das beschädigte Blechdach zu entfernen und das Dach umgehend, vor
der Abklärung der Schadenursache, in Stand stellen zu lassen. Dies gilt umso mehr, als
der Schadenexperte nach ihren eigenen Angaben am 9. Februar 2004 erklärt hatte, er
werde auf dem Dach einen Augenschein vornehmen, sobald das Gerüst stehe. Am 10.
Februar 2004, als er den Schaden vor Ort aufnahm, war das Blechdach aber bereits
demontiert, weshalb die genaue Ursache des Schadens nicht mehr geklärt werden
konnte. Weil es in der näheren Umgebung des Gemeindehauses zu keinen
vergleichbaren Gebäudeschäden gekommen ist, wäre dies indessen zur Klärung der
Frage, ob ein Versicherungsfall vorliegt, unabdingbar gewesen. Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin keine Ausführungen macht, warum es ihr aus sachlichen Gründen
nicht möglich gewesen sein sollte, am beschädigten Dach vorerst eine Notabdeckung
anzubringen. Sie macht lediglich geltend, sie habe aus Kostengründen darauf
verzichtet. An dieser Beurteilung vermag sodann nichts zu ändern, dass die
Beschwerdeführerin zu Recht davon ausgeht, sie sei verpflichtet gewesen, den
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Wassereinbruch zu unterbinden. Es besteht indessen kein Grund zur Annahme, dies
wäre mit einer Notabdeckung nicht möglich gewesen.
4./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Die
Beschwerdeführerin vermag den Nachweis nicht zu erbringen, dass "Sturmwind" im
Sinn des Gesetzes am Gemeindehauses S. Schäden verursacht hat.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Nach Art. 95 Abs. 3 VRP werden vom Gemeinwesen, wenn es nicht
überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, in der Regel keine amtlichen Kosten
erhoben. Ueberwiegend finanzielle Interessen werden verfolgt in Rechtsstreitigkeiten
um geldwerte Ansprüche und Verpflichtungen, wobei die finanziellen Gesichtspunkte
im Vordergrund stehen müssen (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 109 mit Hinweis).
Dies trifft im vorliegenden Fall zu. Auf die Erhebung der Kosten bei der
Beschwerdeführerin wird demnach nicht verzichtet. Die Gebühr ist mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ueber ein Gesuch um Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung ist nicht zu
befinden.