Decision ID: 542a9a6b-12bb-472e-8b1b-b6d598f39ebc
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. September 2009 bei der B._ GmbH
tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die
Folgen von Unfällen obligatorisch versichert, als er am 13. August 2010 bei der Arbeit
ausrutschte und auf die rechte Schulter stürzte (Suva-act. I/1). Dr. med. C._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, stellte ein Impingement-Syndrom sowie eine
eingeschränkte Beweglichkeit fest und erhob einen Verdacht auf Zerrung der
Rotatorenmanschette rechts. Es erfolgte eine kurze konservative Behandlung, eine
Arbeitsunfähigkeit attestierte Dr. C._ nicht (vgl. Suva-act. I/3). Die Suva erteilte am
30. August 2010 Kostengutsprache für die Heilbehandlung (Suva-act. I/2).
A.a.
Am 17. Januar 2011, als er bei der D._ GmbH tätig und dadurch weiterhin bei
der Suva versichert war, rutschte der Versicherte erneut aus und stürzte auf seine linke
Schulter (Suva-act. II/1). Bei einem Verdacht auf Zerrung der Rotatorenmanschette
links behandelte ihn Dr. C._ konservativ und attestierte ihm keine Arbeitsunfähigkeit.
Nachdem am 19. März 2011 eine Abschlussuntersuchung erfolgt war, konsultierte der
Versicherte Dr. C._ am 8. November 2011 erneut wegen Schulterschmerzen links
(Suva-act. II/8). Die Arbeitgeberin meldete der Suva am 19. Januar 2012 einen Rückfall,
worauf diese die Kosten der Heilbehandlung übernahm (Suva-act. II/14, II/16).
A.b.
Dr. C._ hatte dem Versicherten am 30. Dezember 2011 Physiotherapie verordnet
(Suva-act. I/14, vgl. auch Suva-act. I/21). Mit Schreiben vom 3. Januar 2012 hatte Dr.
C._ den Versicherten zwecks Erstellung eines MR der rechten Schulter dem E._
A.c.
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zugewiesen. Er hatte ausgeführt, der Versicherte habe sich bei Status nach
Schultertrauma vom 13. August 2010 wegen zunehmender Beschwerden im Bereich
der rechten Schulter wieder bei ihm gemeldet (Suva-act. I/3). Das MRT, das am 5.
Januar 2012 durchgeführt worden war, hatte eine Ruptur der Supraspinatus- und
Subscapularissehne sowie eine fettige Atrophie des Musculus Subscapularis zur
Darstellung gebracht (Suva-act. I/4). Ab 21. März 2012 attestierte Dr. C._ dem
Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, ab 3. April 2012 eine solche von 50%
und ab 1. Mai 2012 eine solche von 75% (Suva-act. I/22, I/24).
Am 6. Juni 2012 unterzog sich der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
einer partiellen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion und einer Weichteil-
Bicepstenodese rechts. In ihrem Austrittsbericht vom 13. Juni 2012 hielten die
behandelnden Ärzte fest, es liege eine irreparable Rotatorenmanschettenruptur rechts
vor. Sie attestierten dem Versicherten vom 5. Juni bis 7. Oktober 2012 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. I/30, vgl. Suva-act. I/28 f., I/35, I/38).
A.d.
Vom 25. Oktober bis 29. November 2012 befand sich der Versicherte stationär in
der Rehaklinik Bellikon. Die behandelnden Ärzte berichteten, es bestünden permanente
Schulterschmerzen beidseits rechtsbetont sowie eine deutlich eingeschränkte
Schulterbeweglichkeit vor allem rechts (Suva-act. I/80). Sie erachteten die
angestammte Tätigkeit als Hilfsschreiner für nicht, eine adaptierte Tätigkeit für
ganztags zumutbar (Suva-act. I/80). Ein am 15. November 2012 durchgeführtes MR
hatte bezüglich der linken Schulter eine transmurale Ruptur der Supraspinatussehne
sowie eine Oberrandläsion der Subscapularissehne ergeben. Bezüglich der rechten
Schulter zeigte sich die bekannte Ruptur der Supraspinatussehne sowie eine Re-
Ruptur der Subscapularissehne bei Status nach Rekonstruktion (Suva-act. I/80-10). Die
Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis per 28. Februar 2013 (Suva-act. I/87).
A.e.
Der Versicherte wurde am 22. April 2013 im Sinne einer Zweitmeinung (vgl. die
diesbezügliche Korrespondenz der Parteien; Suva-act. I/97 ff.) durch Dr. med. F._,
Facharzt FMH für Chirurgie, untersucht. Dieser beurteilte am 24. April 2013, im rechten
Schultergelenk könne nur noch die Implantation einer Inversprothese eine
Verbesserung bringen. Bezüglich des linken Schultergelenks sei seiner Ansicht nach
A.f.
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mit einer antero-lateralen Deltoideuslappenplastik eine erhebliche Verbesserung
erreichbar (Suva-act. I/115).
Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. Peter, Zürich, beantragte
am 21. Mai 2013, es sei ihm vorab eine Akontozahlung von Fr. 15'000.-- im Sinne einer
Teilzahlung für die geschuldete Integritätsentschädigung der Schulter links zu
gewähren. Er könnte mit dieser Akontozahlung die von der Suva nicht gedeckten
Kosten einer von Dr. F._ durchgeführten Operation finanzieren (Suva-act. I/121). Die
Suva entsprach diesem Antrag am 31. Mai 2013 (Suva-act. I/122 ff.).
A.g.
Am 11. September 2013 führte Dr. F._ eine Défilée-Erweiterung und Akromion-
Aufrichteosteotomie, eine AC-Gelenksresektion, eine Rekonstruktion der grossen
Rotatorenmanschettenruptur mit einer anterolateralen Deltoideuslappenplastik sowie
eine Bicepstenotomie und Schlüsselloch-Tenodese der langen Bicepssehne im Sulcus
intertubercularis links durch (Suva-act. II/48). Der Heilverlauf war in der Folge
schleppend. Dr. F._ attestierte dem Versicherten weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit
von 100% (Suva-act. I/146, I/150, I/153, I/158, I/169).
A.h.
Am 19. September 2014 stürzte der Versicherte von einer Leiter und prallte mit
seiner rechten Körperhälfte auf den Boden. Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals
G._, wo er sich vom 19. bis 29. September 2014 stationär befand, berichteten über
eine Rippenserienfraktur rechts 3-12 mit LWK-1 Querfortsatz-Fraktur, mit
Schürfwunden sowie einer Rissquetschwunde am rechten Oberarm mit
Schulterkontusion und mit einem zunehmenden Pleuraerguss rechts (Suva-act. III/1).
Die Suva kam für die Folgen des Unfalls auf (Suva-act. III/4 f.).
A.i.
Eine am 9. Dezember 2014 durchgeführte CT der Schulter rechts ergab eine
ausgeprägte AC-Gelenks-Arthrose, eine Omarthrose mit beginnender Dekonfiguration
des Humeruskopfs und einen Humeruskopfhochstand (Suva-act. I/170 f.). Am 4. Mai
2015 wurde dem Versicherten im KSSG eine inverse Schulter-Totalprothese rechts
implantiert (Suva-act. I/181). Die behandelnden Ärzte attestierten ihm vom 4. Mai bis
14. Juni 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. I/183).
A.j.
Dr. med. H._, Fachärztin für Neurologie FMH, hatte am 25. Mai 2015 befunden,
es liege wahrscheinlich eine obere Plexusläsion nach inverser Oberarmprothese rechts
A.k.
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B.
am 4. Mai 2015 vor (Suva-act. I/190). Am 3. Juni 2015 hatte sie die Plexusläsion noch
für möglich gehalten (Suva-act. I/191). Am 22. Januar 2016 wurde der Versicherte im
Spital I._ untersucht. Die zuständige Ärztin berichtete am 17. März 2016 unter
anderem über einen Verdacht auf eine C6-Neuralgie rechts mit Beginn der
Symptomatik im Anschluss an den Schulterprothesen-Eingriff 2015 (Suva-act. I/218).
Am 24. August 2016 wurde der Versicherte von Suva-Kreisarzt med. pract. J._,
Facharzt für Neurochirurgie, untersucht. Dieser hielt gleichentags als Diagnosen einen
Status nach inverser Schulter-Totalprothese rechts am 4. Mai 2015 sowie einen Status
nach der Operation vom 11. September 2013 bei grossem
Rotatorenmanschettendefekt links fest. Eine adaptierte Tätigkeit sei ganztags
umsetzbar. Nach Fallabschluss sei der Versicherte auf weitere Behandlungen
angewiesen (Suva-act. I/231). Den Integritätsschaden schätzte er auf 40% (Suva-act. I/
232).
A.l.
Mit Schreiben vom 29. August 2016 teilte die Suva Rechtsanwalt Dr. Peter mit,
sie werde die Taggeldleistungen per 1. Oktober 2016 einstellen, für die
Behandlungskosten jedoch weiterhin aufkommen (Suva-act. I/239). Mit Verfügung vom
31. August 2016 sprach die Suva dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2016
eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 25% sowie eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 40% zu (Suva-
act. I/241).
A.m.
Am 21. September 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
Peter, Einsprache gegen die Verfügung vom 31. August 2016 (Suva-act. I/250, vgl.
auch Schreiben vom 5. September 2016; Suva-act. I/247).
B.a.
Nachdem Dr. med. K._, Leitender Arzt Spital I._, den Versicherten am 26.
August 2016 untersucht hatte (vgl. act. G1.17), befand er am 22. September 2016 auf
Nachfrage von Rechtsanwalt Dr. Peter (vgl. Suva-act. I/254), betreffend die linke
Schulter könne noch nicht von einem medizinischen Endzustand ausgegangen werden.
Dem Versicherten seien adaptierte Tätigkeiten zu 50 bis maximal 75% zumutbar.
Bezüglich der rechten Schulter bestehe ein Integritätsschaden von 25%, bezüglich der
B.b.
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C.
linken ein solcher von 10 oder eher 15% (Suva-act. I/253). Rechtsanwalt Dr. Peter
begründete am 3. Oktober 2016 mit Verweis auf diese Beurteilung die Einsprache
(Suva-act. I/255).
Kreisarzt med. pract. L._, Facharzt für Chirurgie, beurteilte am 9. Februar 2018
aufgrund der Akten, der Einschätzung von Kreisarzt med. pract. J._ könne gefolgt
werden. Die Stellungnahme von Dr. K._ vermöge daran keine begründeten Zweifel zu
erwecken (Suva-act. I/275).
B.c.
Im Auftrag von Rechtsanwalt Dr. Peter untersuchte Dr. med. M._, Spezialarzt
FMH für Orthopädische Chirurgie, den Versicherten am 16. April 2018. Am 25. April
2018 beurteilte dieser, der medizinische Endzustand sei eingetreten. Eine adaptierte
Tätigkeit sei dem Versicherten in einem Pensum von 50% zumutbar. Den
Integritätsschaden schätzte er auf 50% (Suva-act. I/282). Rechtsanwalt Dr. Peter
reichte die Beurteilung von Dr. M._ am 11. Mai 2018 zusammen mit seiner
Stellungnahme der Suva ein (Suva-act. I/283).
B.d.
Mit Entscheid vom 30. Mai 2018 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. I/
284).
B.e.
Gegen den Einspracheentscheid vom 30. Mai 2018 liess der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) durch Rechtsanwalt Dr. Peter die vorliegende
Beschwerde vom 21. Juni 2018 erheben und dessen Aufhebung beantragen. Die
Aktenbeurteilung von med. pract. L._ vom 9. Februar 2018 sei aus den Akten zu
entfernen. Es sei vorab unter Wahrung der Gehörsrechte der Parteien durch ein
Gerichtsgutachten eines erfahrenen und unabhängigen Schulterspezialisten der
rechtserhebliche medizinische Sachverhalt (Endzustand, Leistungsfähigkeitsprofil
sowie Integritätseinbusse) festzustellen sowie anschliessend über die Höhe der Rente
und der Integritätsentschädigung gerichtlich zu befinden. Es sei ihm auf der Basis eines
Invaliditätsgrades von mindestens 53% eine UVG-Rente von mindestens Fr. 2'616.85
pro Monat sowie für beide Schultern auf der Basis einer Integritätseinbusse von je
mindestens 25% eine Integritätsentschädigung von total mindestens Fr. 63'000.-- zu
C.a.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem Ereignisse aus den Jahren 2010, 2011 und 2014 zur Diskussion
stehen, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe das Recht auf ein
faires Verfahren verletzt, weil sie den rechtserheblichen Sachverhalt nicht durch einen
verwaltungsexternen Gutachter habe beurteilen lassen. Die Beurteilung von med. pract.
L._ sei aus den Akten zu entfernen (act. G1).
gewähren. Es seien ihm die Kosten der Beurteilung von Dr. M._ in der Höhe von Fr.
2'400.-- zurückzuerstatten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).
Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2018 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 30. Mai 2018 (act. G3).
C.b.
Der Beschwerdeführer liess die angesetzte Frist zur Einreichung einer Replik
unbenützt ablaufen (vgl. act. G4 f.).
C.c.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln,
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
2.1.
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Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und
BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 bzw. Art. 29 der Bundesverfassung
(BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK;
SR 0.101) geben keinen formellen Anspruch auf eine versicherungsexterne
Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es
den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines
Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung
jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit eines Berichts oder Gutachtens eines
versicherungsinternen Arztes, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V
470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012,
8C_592/2012, E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E.
7.5.4). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine Beurteilungen aufgrund der
Akten beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni
2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1).
Vorliegend wurde der Beschwerdeführer am 24. August 2016 durch Kreisarzt med.
pract. J._ untersucht und in Kenntnis der Vorakten umfassend beurteilt (Suva-act. I/
231). Rechtsanwalt Dr. Peter stellte darauf diverse Fragen (Suva-act. I/254) an Dr.
K._, welche dieser am 22. September 2016 beantwortete (Suva-act. I/253). Wie
bereits zuvor (vgl. Suva-act. I/108, I/247, I/250) beantragte Rechtsanwalt Dr. Peter in
seiner Einsprachebegründung vom 3. Oktober 2016 unter anderem, es sei ein
verwaltungsexterner Schulterspezialist beizuziehen und danach neu zu verfügen (Suva-
act. I/255). Die Beschwerdegegnerin beauftragte stattdessen Kreisarzt med. pract.
L._ mit einer Aktenbeurteilung, welche dieser am 9. Februar 2018 erstellte (Suva-act.
2.2.
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3.
In materieller Hinsicht umstritten und vorliegend zu prüfen ist die Höhe des Anspruchs
des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente sowie die Höhe der ihm zustehenden
Integritätsentschädigung. Wie sich nachfolgend ergibt, ist der Zeitpunkt der
Rentenfestlegung und der Integritätsentschädigung bzw. der Fallabschluss (vgl. Art. 19
Abs. 1 UVG) per 1. Oktober 2016 nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer
beantragt in seiner Beschwerde denn auch nicht mehr die Weiterausrichtung
vorübergehender Leistungen. Med. pract. J._ ging am 24. August 2016 von einem
auf schlechtem Niveau stabilisierten Zustand der beiden Schultern aus. Nach
Fallabschluss sei der Beschwerdeführer auf weitere Behandlungen angewiesen (Suva-
act. I/231). Gestützt darauf stellte die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen per
1. Oktober 2016 ein, kam jedoch für die Behandlungskosten weiterhin auf (Suva-act. I/
239). Med. pract. L._ schloss sich der Beurteilung von med. pract. J._ an (Suva-
act. I/275). Dr. M._ erachtete die kreisärztliche Beurteilung zur Frage des
medizinischen Endzustandes ebenfalls für zutreffend (Suva-act. I/282). Dr. K._ ging
am 22. September 2016 von einem medizinischen Endzustand bezüglich der rechten
Schulter aus. Er hielt fest, betreffend die linke Schulter seien noch weitere Abklärungen
im Gange. Es könnte zumindest auch eine Rekonstruktion der Subscapularissehne
I/275). Med. pract. L._ gab seine Beurteilung in Kenntnis der Vorakten ab und
begründete seine Einschätzung unter Berücksichtigung derselben ausführlich. Weiter
ist festzustellen, dass med. pract. L._ als Facharzt für Chirurgie und med. pract. J._
als Facharzt für Neurochirurgie über die fachliche Qualifikation für die medizinische
Würdigung des konkreten Falles verfügen. Die Kreisärzte der Beschwerdegegnerin sind
ausserdem nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der
Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich Unfallpatienten, unfallähnliche
Körperschädigungen und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen sowie Heil- und
Therapieverläufe prüfend beobachten bzw. diesbezüglich Empfehlungen und
Einschätzungen abgeben, verfügen sie über besonders ausgeprägte traumatologische
Kenntnisse und Erfahrungen (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008,
8C_510/2007, E. 7.5.4.), welche im konkreten Fall gefragt sind. Angesichts der obigen
Darlegungen ist kein Verstoss gegen die verfassungsrechtlichen Verfahrensgarantien
erkennbar und es sprechen keine formell-rechtlichen Gründe gegen den Einbezug der
kreisärztlichen Beurteilungen von med. pract. J._ und med. pract. L._. Ob letztlich
auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiell-
rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen. Der Antrag des
Beschwerdeführers auf Entfernung der Beurteilung von med. pract. L._ aus den
Akten ist damit abzuweisen.
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versucht werden. Ob jedoch effektiv durch eine allfällige Reintervention an der linken
Schulter eine Verbesserung erreicht werden könne, könne noch nicht abschliessend
beurteilt werden (Suva-act. I/253). Wie jedoch med. pract. L._ überzeugend
ausführte, lassen sich den Akten keine weiteren Abklärungen im Hinblick auf allfällige
weitere Behandlungsmassnahmen im Bereich der linken Schulter entnehmen (Suva-
act. I/275).
4.
5.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10% invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente
zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (Fallabschluss; Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit
der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der
Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).
4.1.
Angesichts der in Erwägung 4.1 aufgeführten gesetzlichen Bestimmungen besteht
ausserdem eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181, E. 3; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den
natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 55, 58; BGE 125 V 456; 123 III 110; 143 II 661). Im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (vgl. BGE 117 V 359, E. 5d/bb, unten, mit Hinweisen auf Lehre und
Rechtsprechung; BGE 118 V 286, E. 3a).
4.2.
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Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 1. Oktober 2016 lagen beim
Beschwerdeführer unbestritten noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vor. Med.
pract. J._ beschrieb aus den Unfällen vom 13. August 2010 und 17. Januar 2011 bei
Status nach den bekannten Schulteroperationen starke bewegungs- und
belastungsabhängige Schmerzen in beiden Schultern sowie aus dem Unfall vom 19.
September 2014 ein belastungsabhängiges Schmerzsyndrom rechtsthorakal (Suva-act.
I/231, vgl. auch Suva-act. I/275). Im Folgenden ist jedoch die Frage zu klären, ob die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Der
angefochtene Einspracheentscheid stützt sich in medizinischer Hinsicht im
Wesentlichen auf die Beurteilungen der Kreisärzte med. pract. J._ und med. pract.
L._ (Suva-act. I/284, vgl. Suva-act. I/231, I/275). Der Beschwerdeführer spricht
diesen die Beweiskraft ab und hält ihnen die Einschätzungen von Dr. K._ und Dr.
M._ entgegen (Suva-act. I/253, I/282).
Med. pract. J._ befand nach seiner Untersuchung vom 24. August 2016, eine
adaptierte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar. Es müsse sich um
eine sehr leichte, bis allenfalls gelegentlich leichte Tätigkeit handeln, ausübbar bis
maximal auf Höhe der Lenden. Nicht möglich seien Rotationsbewegungen im
Schultergelenk, Arbeiten mit vibrierenden Maschinen, Hämmern/Schlagen, Arbeiten auf
Brustniveau/über Kopf sowie Besteigen von Leitern. Heben und Tragen bei
gestrecktem Arm sei gelegentlich bis maximal 5kg zumutbar (Suva-act. I/231).
Entgegen der Kritik von Dr. M._ (vgl. Suva-act. I/282) liess med. pract. J._ das
belastungsabhängige Schmerzsyndrom rechtsthorakal bei seiner Beurteilung nicht
"einfach weg". Er erwähnte dieses als verbleibende Beschwerde, war aber
offensichtlich nicht der Ansicht, dass dies über die erwähnten Adaptionskriterien hinaus
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe (vgl. Suva-act. I/231-9). Davon ist auch
nicht auszugehen, zumal weder Dr. K._ noch med. pract. L._ über zusätzliche
Einschränkungen durch das rechtsthorakale Schmerzsyndrom berichteten (vgl. Suva-
act. I/253, I/275). Im Übrigen hielt selbst der kritisierende Dr. M._ keine
diesbezüglichen Beeinträchtigungen fest (vgl. Suva-act. I/282). Dasselbe gilt für die nur
als Verdachtsdiagnose festgestellte C6-Neuralgie rechts, deren Unfallkausalität zudem
gemäss der überzeugenden Einschätzung von med. pract. L._ nicht überwiegend
wahrscheinlich ist (vgl. Suva-act. I/218, I/275-13). Auch berücksichtigte med. pract.
J._ entgegen der Kritik des Beschwerdeführers (vgl. act. G1, S. 9) die bestehende
Schulterarthrose des Beschwerdeführers mit dem genannten Anforderungsprofil
genügend (vgl. dazu auch die Schätzung des Integritätsschadens; Suva-act. I/232).
Med. pract. L._ hielt im Wesentlichen die gleichen Adaptionskriterien fest wie med.
pract. J._. Davon abweichend erachtete er Rotationsbewegungen im Schultergelenk
5.1.
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nur dann für unzumutbar, wenn sie repetitiv seien. Er führte aus, Heben und Tragen von
Lasten bis 5kg körpernah und nur selten Heben und Tragen von Gewichten von mehr
als 1kg körperfern seien möglich (Suva-act. I/275). Wie die Beschwerdegegnerin zu
Recht geltend machte (Suva-act. I/284), sind diese geringfügigen Unterschiede im
Zumutbarkeitsprofil nicht entscheidend und haben keinen Einfluss auf die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit. Dr. K._ hielt fest, er stimme bezüglich des Leistungsprofils
weitgehend mit med. pract. J._ überein und wiederholte die von diesem genannten
Adaptionskriterien im Wesentlichen (Suva-act. I/253). Schliesslich wich auch Dr. M._
bei seinem Zumutbarkeitsprofil nicht wesentlich von demjenigen von med. pract. J._
ab. Er bezeichnete das gelegentliche Heben und Tragen von Gewichten bis zu 5kg bei
gestreckten Arm als illusorisch, hielt dies in seinem Leistungsfähigkeitsprofil im
Widerspruch dazu jedoch als ganz selten bis gelegentlich möglich. Insoweit Dr. M._
sich zu divergierenden Einschätzungen bezüglich der Zumutbarkeit von
Rotationsbewegungen der Schultern äussert, ist erneut darauf hinzuweisen, dass dies
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht von entscheidender Bedeutung ist (vgl.
Suva-act. I/282-2 f.). Zudem berücksichtigte die Beschwerdegegnerin die
Unmöglichkeit von Rotationsbewegungen im Schultergelenk bei der Bestimmung des
Tabellenlohnabzugs (vgl. nachfolgende E. 6.3; act. G3, S.4).
Dr. K._ stellte sich auf den Standpunkt, adaptierte Tätigkeiten seien höchstens
zu 50% bis maximal 75% möglich. Aufgrund der eventuell resultierenden Schmerzen
müsse (zur Vermeidung der Zunahme der Schmerzen) auf vermehrte Pausen geachtet
werden (Suva-act. I/253). Wie med. pract. L._ überzeugend ausführte, sind eventuell
auftretende Schmerzen kein geeignetes Kriterium für eine deutliche Einschränkung der
Arbeitszeit im bereits angepassten Zumutbarkeitsprofil. Weiter wies er darauf hin, dass
die Schmerzsymptomatik gemäss einem Bericht des behandelnden Arztes des KSSG
vom 30. Mai 2017 nicht gänzlich erklärbar sei, jedoch nicht nur von den Schultern zu
kommen scheine. Weder cervikogene Beschwerden noch ein TOS (Thoracic outlet
syndrom), welche als mögliche Ursachen der Schmerzen in Betracht kämen, seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal (Suva-act. I/275-14, vgl. Suva-act. I/
266). Dr. M._ befand, eine ganztägige Arbeit gehe nicht mehr, da auch mit diesem
Profil die Erholungszeit so sei, dass noch knapp ein 50%-Pensum erreicht werden
könne (Suva-act. I/282). Weshalb trotz adaptierter Tätigkeit unter Berücksichtigung
sämtlicher Adaptionskriterien zusätzliche Erholungszeit notwendig sein sollte,
begründete er jedoch nicht. Dies erscheint nicht nachvollziehbar.
5.2.
Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer damit überwiegend wahrscheinlich in
einer angepassten Tätigkeit, entsprechend den Adaptionskriterien von med. pract.
5.3.
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6.
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit ist im
Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
J._, voll arbeitsfähig. Ergänzende medizinische Abklärungen, insbesondere die vom
Beschwerdeführer beantragte Begutachtung (vgl. act. G1), erübrigen sich.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im
Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der
Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322
E. 4.1). Gemäss Angaben der letzten Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hätte sein
Einkommen im Jahr 2016 Fr. 5'500.-- pro Monat betragen und er hätte einen 13.
Monatslohn in gleicher Höhe erhalten (Suva-act. I/206). Es ergibt sich folglich ein
massgeblicher Jahreslohn von Fr. 71'500.-- (13 x Fr. 5'500.--).
6.1.
Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen.
Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht für dessen
Ermittlung der Beizug von Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund
(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 2015, Art. 16 N 46 ff.). Da dem ungelernten
Beschwerdeführer wie im Validenfall Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar sind, rechtfertigt
es sich, das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE, Total sämtlicher
Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer, zu bestimmen. Der entsprechende
Lohn belief sich im Jahr 2014 auf Fr. 5'312.-- monatlich bzw. Fr. 63'744.-- jährlich (die
im Zeitpunkt des Einspracheentscheids noch nicht publizierte LSE 2016 darf
rechtsprechungsgemäss nicht angewendet werden [vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1 mit weiteren Hinweisen]). Aufgerechnet auf
die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (2014, total) und
angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2016 (Index 2014: 2'220, 2016: 2'239)
ergibt sich ein massgebliches Jahreseinkommen von Fr. 67'022.--.
6.2.
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter-)Tätigkeiten behindert
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
6.3.
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7.
Weiter ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung zu
beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihm eine solche basierend auf einem
Integritätsschaden von 40% zu (Suva-act. I/284).
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie in E. 5.1
ausgeführt, hat der Beschwerdeführer zahlreiche qualitative Einschränkungen.
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin einen Tabellenlohnabzug von 20% anerkannt
(Suva-act. I/241 f., I/284). Die Frage nach der Höhe des Tabellenlohnabzugs ist eine
typische Ermessensfrage. Das kantonale Gericht darf sein Ermessen nicht ohne
triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf
Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 S. 73; 126 V 75 E. 6 S. 81). Da
dies vorliegend nicht der Fall ist, rechtfertigt es sich dementsprechend, den
Tabellenlohnabzug bei 20% zu belassen. Folglich reduziert sich das massgebliche
Invalideneinkommen auf Fr. 53'618.--.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
resultiert bei einem Valideneinkommen von Fr. 71'500.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 53'618.-- ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von
25%.
6.4.
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist
der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die
Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen.
Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte
Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
7.1.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf://137-V-71:de&number_of_ranks=0#page71 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf://126-V-75:de&number_of_ranks=0#page75
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(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
Med. pract. J._ schätzte den Integritätsschaden auf 40%. Er verwies dabei auf
die Suva-Tabelle 1 (fälschlicherweise 2 genannt) "Integritätsschaden bei
Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten" gemäss welcher die eingeschränkte
Beweglichkeit der Schulter bis zur Horizontalen mit 15% bewertet werde. Eine schwere
Omarthrose rechtfertige eine Integritätsentschädigung von 10-25%, eine
Gelenksresektion oder Arthrodese 25% (vgl. Suva-Tabelle 5 "Integritätsschaden bei
Arthrosen"). Der Beschwerdeführer sei durch die bestehende schmerzhafte, deutlich
limitierte Bewegungsfähigkeit beider Schultern schlechtergestellt als ein Versicherter
mit einem Bewegungsausmass bis zur Schulterhorizontalen. Andererseits sei er etwas
bessergestellt als ein Versicherter im Zustand der schweren Omarthrose oder
Arthrodese des Schultergelenks. Im Quervergleich bewertete er daher den
Integritätsschaden überzeugend für beide Schultergelenke mit jeweils 20%, gesamthaft
40% (Suva-act. I/232). Med. pract. L._ schloss sich der Beurteilung von med. pract.
J._ an (Suva-act. I/275-17). Dr. K._ verwies ebenfalls auf die Werte für Arthrose der
Suva-Tabelle 5 und schätzte den Integritätsschaden für die rechte Schulter auf 25%.
Da links nur eine mässige Arthrose mit noch relativ guter Beweglichkeit, aber
gleichzeitig eine schwere Rotatorenmanschettenläsion vorliege, sei von einem
Integritätsschaden von 10%, wahrscheinlich eher 15%, auszugehen. Insgesamt
resultiert somit auch gemäss Dr. K._ ein Integritätsschaden von 40% (25% + 15%).
Er hielt fest, diese Angaben bezögen sich nur auf den Integritätsschaden bei Arthrosen,
nicht auf die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers (Suva-act. I/253). Die
(qualitative) Arbeitsunfähigkeit an sich rechtfertigt jedoch keine
Integritätsentschädigung. Dr. M._ führte fälschlicherweise aus, die
Beschwerdegegnerin und Dr. K._ "gäben für rechts die 25% IE für eine Schulter mit
einem schlechten Verlauf nach Prothese". Hier sei man sich einig über die 25% (Suva-
act. I/282). Die Beschwerdegegnerin ging jedoch von einem Integritätsschaden von
20% für die rechte Schulter aus (Suva-act. I/232, I/242). Weiter führte Dr. M._ aus, für
eine Schulter, wie sie sich auf der linken Seite präsentiere, könne eine
Integritätsentschädigung von 15-25% gegeben werden. Wenn man bedenke, dass auf
der linken Seite - mit oder ohne inverse Prothese - funktionell irgendwann der gleiche
Zustand erreicht sein werde wie auf der rechten Seite, könne man getrost ebenfalls
25% geben. Ob man das nun für die Arthrose oder für den schlechten Verlauf nach
Endoprothese geben wolle, sei dahingestellt (Suva-act. I/282). Entsprechend der
Beurteilung der Kreisärzte liegt für beide Schultern der gleiche Integritätsschaden von
7.2.
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8.
Der Beschwerdeführer beantragt weiter, es seien ihm die Kosten der Beurteilung von
Dr. M._ in der Höhe von Fr. 2'400.-- zurückzuerstatten (act. G1, vgl. Suva-act. I/281
f.). Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die Kosten der
Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine solchen
angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die
Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich
zugesprochener Leistungen bilden. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt
(act. G3), trifft dies auf die Stellungnahme von Dr. M._ nicht zu. Soweit sie nicht
ohnehin mit den Einschätzungen der Kreisärzte bzw. Dr. K._ übereinstimmt, enthält
sie keine überzeugenden Begründungen, welche die Beurteilungen der Kreisärzte in
Zweifel zu ziehen vermöchten. Sie war damit nicht unerlässlich für die Festlegung des
Leistungsanspruchs. Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin die
entsprechenden Kosten nicht zu tragen und der Antrag ist abzuweisen.
20% vor. Aus den Ausführungen von Dr. M._ ergibt sich nicht schlüssig, weshalb
dies auf je 25% erhöht werden sollte.
Der Beschwerdeführer und Dr. M._ machen geltend, absehbare zukünftige
Verschlechterungen der Einschränkungen seien im Sinne von Art. 36 Abs. 4 UVV zu
berücksichtigen (act. G1, Suva-act. I/282). Für den Integritätsschaden ist grundsätzlich
der Befund vor einer Prothesenversorgung relevant (vgl. z.B. Urteile des EVG vom 4.
September 2001, U 40/01, E. 3.c, und vom 4. September 2003, U 313/02, E. 4),
weshalb eine Verschlechterung der rechten Schulter ohnehin ausser Betracht fällt.
Allfällige zukünftige Verschlechterungen bezüglich der linken Schulter können nicht
abgeschätzt werden und sind folglich ebenfalls nicht zu berücksichtigen. Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt (Suva-act. I/284), ist zudem davon
auszugehen, dass vor Eintritt einer massiven Verschlechterung im Bereich der linken
Schulter eine Prothese implantiert werden würde und damit der Integritätsschaden
entsprechend der genannten Rechtsprechung "eingefroren" würde, so dass nie ein
Integritätsschaden über den geschätzten 20% erreicht werden könnte. Eine höhere
Integritätsentschädigung als zugesprochen, insbesondere für das nur vermutungsweise
vorliegende und nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausale Schmerzsyndrom im
Dermatom C6 (vgl. Suva-act. I/281, act. G1, S. 8), fällt ausser Betracht. Angesichts der
vorstehenden Ausführungen steht aber auch eine reformatio in peius (Art. 61 lit. d
ATSG) wie von der Beschwerdegegnerin sinngemäss beantragt (act. G3, S. 6 III Ziff.
4.4/c) nicht zur Debatte. Auch bezüglich des Integritätsschadens erübrigen sich weitere
medizinische Abklärungen.
7.3.
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9.