Decision ID: e5882ff5-2079-4806-af0c-4ccc8d82f1a7
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
- 2 -
Rechtsbegehren: (act. 1)
" 1. Wir ersuchen Sie, das zuständige Grundbuchamt C._, ... [Adresse], im Sinne von Art. 961 ZGB einstweilen anzuweisen, zugunsten der Gesuchstellerin und zulasten des Grundstückes des Gesuchsgegners, Grundbuch C._, Grundbuch Blatt ...,  Nr. ..., D._-Strasse ..., ein Bauhandwerkerpfandrecht für die Pfandsumme von CHF 34'064.75, nebst 5 % Zins seit dem 30.05.2016 (Mittlerer Verfall) vorläufig im Grundbuch einzutragen.
2. In einer superprovisorischen Verfügung sei das Grundbuchamt C._ sofort anzuweisen, das in Ziff. 1 hiervor beantragte  sofort vorläufig im Grundbuch vorzumerken.
3. Der Klägerin sei eine Frist von drei Monaten, gerechnet ab  des Befehlsentscheids betreffend vorläufige Vormerkung, , um Klage auf definitive Eintragung des  gemäss Ziffer 1 hiervor zu Lasten Grundbuch C._, Grundbuch Blatt ..., Kataster Nr. ..., D._-Strasse ..., einzureichen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des /Grundeigentümer."

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Die Gesuchstellerin beantragte mit Eingabe vom 4. August 2016 (Datum
Poststempel) die (vorerst) superprovisorische Eintragung eines Bauhandwerker-
pfandrechts gemäss den oben genannten Rechtsbegehren. Diesem Gesuch wur-
de – in Berichtigung der Verfügung vom 9. August 2016 (act. 3) – mit Verfügung
vom 10. August 2016 entsprochen (act. 5) und das Grundbuchamt C._ wur-
de angewiesen, das Pfandrecht vorläufig im Grundbuch einzutragen. Gleichzeitig
wurde der Gesuchsgegnerin Frist zur Stellungnahme zum Begehren der Gesuch-
stellerin bis 5. September 2016 angesetzt, unter Androhung eines Aktenent-
scheids im Säumnisfall (act. 3 und 5). Nachdem sich die Gesuchsgegnerin innert
Frist bzw. bis dato nicht hat vernehmen lassen, ist androhungsgemäss aufgrund
der Akten zu entscheiden.
- 3 -
2. Unter Berücksichtigung der Eingabe der Gesuchstellerin und der eingereich-
ten Unterlagen (act. 2/1-13) erscheint als glaubhaft bzw. ist unbestritten geblie-
ben, dass die E._ AG für die eingetragene Pfandsumme auf dem Grundstück
der Gesuchsgegnerin (Prot. S. 2) im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB Ma-
terial und Arbeit geleistet hat (vgl. SCHUMACHER, Das Bauhandwerkerpfandrecht,
3. Aufl. 2008, N 362; BGE 97 II 212), ein Betrag in der Höhe der eingetragenen
Pfandsumme bisher unbezahlt geblieben ist, die Viermonatsfrist gemäss Art. 839
Abs. 2 ZGB mit der vorläufigen Eintragung gewahrt wurde (vgl. SCHUMACHER,
a.a.O., N 1185) und der Zins von 5 % seit dem 30. Mai 2016 (mittlerer Verfall) ge-
schuldet ist. Weiter ist glaubhaft bzw. unbestritten, dass die betreffende Forde-
rung an die Klägerin im Sinne von Art. 164 Abs. 1 OR abgetreten wurde, so dass
diese im vorliegenden Verfahren aktivlegitimiert ist (act. 1 S. 3 ff.; act. 2/1; vgl.
SCHUMACHER, a.a.O., N 532 f., N 541 ff.). Die einstweilige Anweisung an das
Grundbuchamt C._ ist daher als vorläufige Eintragung im Sinne von Art. 961
ZGB zu bestätigen.
3. Sodann ist der Gesuchstellerin Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Ein-
tragung des Pfandrechts gegen die Gesuchsgegnerin anzuheben. Die Prosequie-
rungsfrist ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei allfällige Gerichtsfe-
rien bei der Fristansetzung berücksichtigt werden. Eine Verlängerung dieser Frist
ist möglich, bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches (Art. 144
Abs. 2 ZPO); dieses würde in einem kostenpflichtigen Nachverfahren behandelt.
Als zureichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO
werden nur entweder die Zustimmung der Gegenpartei oder von der Partei nicht
vorhersehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe anerkannt.
4. Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Es ist von einem Streitwert von CHF 34'064.75 auszuge-
hen, wobei die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 8
Abs. 1 und § 10 Abs. 2 GebV OG auf CHF 2'000.– festzusetzen ist.
- 4 -
5. Über den Pfandanspruch der Gesuchstellerin ist noch nicht definitiv ent-
schieden. Es wird im ordentlichen Verfahren festzustellen sein, ob die Gesuch-
stellerin endgültig obsiegt. Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren
lediglich eine einstweilige Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Ein-
zelgerichts des Handelsgerichts des Kantons Zürich sind die Gerichtskosten im
Verfahren betreffend die vorläufige Eintragung des Pfandrechts von der Gesuch-
stellerin zu beziehen, wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordent-
lichen Verfahren vorbehalten bleibt.
6. Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen ist dem ordent-
lichen Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Gesuchstellerin ihren An-
spruch jedoch nicht prosequieren sollte, ist der Gesuchsgegnerin mangels pro-
zessualem Aufwand keine Entschädigung zuzusprechen. Der Gesuchstellerin ist
für diesen Fall ebenfalls keine Entschädigung zuzusprechen.