Decision ID: 7b67de53-3e43-56b3-bcf2-3171c973a01f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953, war von Oktober 2001 bis Juli 2011 bei der
Firma Y._
als IT-
Supporter
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 3. No
vember 2009 war (
Urk.
5/11/3,
Urk.
5/13
Ziff.
2.1-3 und
Ziff.
2.7).
Unter Hin
weis auf
einen
hohen Blutdruck, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen mel
dete sich
der Versicherte
am
23. März 2010
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/7
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und holte beim
Zentrum Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
20. Juni 2011
erstattet wurde (
Urk.
5/38
)
.
Am 9. September 2011 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Arbeitsvermitt
lung
(
Urk.
5/47.)
Am 27. Januar 2012
wies sie ihm einen Arbeitsplatz zur Durchführung eines
Arbeitsversuchs
zu
(
Urk.
5/53)
.
Am
27. April 2012
wurde der Arbeitsversuch
bis
am
29. Juli 2012
verlängert
(
Urk.
5/61)
.
Mit Mitteilung vom
11. Juni 2013
(
Urk.
5/96)
wurde die Arbeitsvermittlung
abgebrochen
(
Urk.
5/96).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/85,
Urk.
5/88,
Urk.
5/99)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 23. Januar 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
5/103
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 21. Februar 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
23. Januar 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine ganze Rente
zuzusprechen, eventuell sei
die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2
oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
24. März 2014
(
Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am 6. Mai 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
gestützt auf das
Z._
-Gutachten
davon aus, dass dem Beschwerdeführer nach
Ablauf des Wartejahres
die bisherige Tätigkeit als IT-
Supporter
zu 80
%
zumutbar ge
wesen sei
, womit
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20
%
resul
tiere.
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber gel
tend, das
Z._
-Gutachten aus dem Jahr 2011 sei überholt. In den aktuellen Arztberichten werde von
einer
mind
estens 50
%
igen
Einschränkung ausgegan
gen und auch
der durchgeführte
Arbeitsversuch habe gezeigt, dass
ihm
ein hö
heres Pensum
nicht
zumutbar
sei
. Des Weiteren hätten nach der Begutachtung noch weitere Operationen stattgefunden
(S. 3 unten, S. 4 oben).
A
ufgrund
seines
Alter
s
und
des einschränkenden
Belastungsprofil
s
sei die
Restarbeitsfähigkeit von 50
%
nicht
me
hr verwertbar
,
weshalb
ihm eine ganze Rente zuzusprechen sei (S. 4 f.).
Eventuell sei eine
Rückweisung
angezeigt
, da
bis anhin
nicht schlüssig beantwortet
worden
sei, ob die neuen Beschwerden zu weitergehenden Einschränkun
gen der Arbeitsfähigkeit
führten (S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch d
es Beschwerdeführers und
ob der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt wurde.
3.
3.1
Am
20. Juni
2011
erstatteten die Ärzte des
Zentrums Z._
ein p
olydisziplinäres Gutach
ten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
5/38
/1-45
)
. Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 6 ff.) sowie ihre am 12., 16., 23., 25. und 30. Mai 2011 durchgeführten Untersuchungen in den Fachbereichen All
gemeinmedizin (S. 16 ff.),
Psychiatrie und Psychotherapie (S. 20 ff.), Kardiologie
(S. 23 ff.),
Otorhinolaryngologie
(S. 29 ff.) sowie Neurolog
i
e (S. 34 ff.; vgl. S. 4 unten).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Ar
-
beitsfä
higkeit
(S. 40 oben):
periphere
Vestibulopathie
links unklarer Ätiologie (Erstsymptomatik De
zember 2008)
partielle Besserung bei beginnender zentraler Kompensation
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutach
ter an (S. 40 unten):
arterielle Hypertonie
Status nach
hypertensiven
Entgleisungen im Dezember 2008, März 2009 und September 2009
konzentrisch
e lin
k
sventrikuläre Hypertrophie,
normale
E
jektionsfrak
tion
(60-65
%
, Echo im Dezember 2008)
Ergometrie
vom Mai 2011
: mittelschwer
eingeschränkte Belastbarkeit von 71
%
der Sollleistung wegen limitierender Beinermüdung ohne Dyspnoe
Arachnoidalzyste
im Kleinhirnbrückenwinkel rechts
periphere arterielle Verschlusskrankheit (
PAVK
)
Grad I - II
links bei Ver
dacht auf
Arteria
femoralis
superficialis
-Stenose
Adipositas
Grad I
Nikotinabusus
Die Gutachter führten aus, aus psychiatrischer Sicht könne keine Störung mit Krankheitswert eruiert werden. Eine Einschränkung d
er Arbeitsfähigkeit
lasse sich nicht begründen (S. 4
1 Mitte).
Aus kardiologischer Sicht sei der Beschwerdeführer für schwere körperliche Ar
beiten ungeeignet, wobei bei entsprechendem Trainingsaufbau auch schwere körperliche Arbeiten zumutbar wären. Insofern sei er
als
für jegliche körperliche Arbeit zu 100
%
arbeitsfähig anzusehen
(S. 41 unten, S. 42 oben).
Aus
otorhinolaryngologischer
Sicht bestünden in Anbetracht der peripheren
vestibulären
Funktionsstörung links mit inkompletter zentraler Kompensation und mit konsekutiven intermittierenden kurzzeitigen Schwindelbeschwerden qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, sodass sturzgefährdende Tä
tigkeiten sowie Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung nicht geeignet seien. Auch das
berufsmässige
Führen eines Kraftfahrzeugs sei nicht geeignet. In einer angepassten Tätigkeit bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(S. 42 Mitte).
Die neurologische Abklärung habe noch diskrete Befunde der peripheren
Ves
tibulopathie
links
ergeben. Es hätten sich keine erheblichen Einschränkungen der Gleichgewichtsfunktionen gezeigt. Auch die koordinativen Funktionen seien nicht namhaft eingeschränkt gewesen. Es habe sich somit ein höchstens diskre
tes klinisches Korrelat der bildmorphologisch beschriebenen
Kleinhirnpathologie in der zere
bralen Magnetresonanztomographie (MRT) feststellen lassen. Gegen
wärtig bestünden eher geringfügige alltagsrelevante Einschränkungen. Diese ergäben sich vor allem situativ im Moment von Schwindelattacken im Rahmen
von
auslösenden Kopfbewegungen und Lage
rungen (S. 42 unten
). Die in den Akten dokumentierten Arbeitsunfähigkeiten vom
2.
Januar 2009 bis 31. März 2010 könnten unverändert übernommen werden. Aufgrund der noch bestehen
den Beschwerden und Befunde könne für die angestammte Tätigkeit als
IT-Sup
porter
ab dem 1. April 2010 eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit Einräu
mung einer 20%igen Leistungseinschränkung attestiert werden. Eine anhaltend invalidisierende Funktionseinschränkung könne nicht begründet werden. Es sei aber einzuräumen, dass bei intermittierenden Schwindelattacken vorüberge
hende kurzfristige Leistungseinschränkungen möglich seien und dass der Be
schwerdeführer
bei bestimmten Verrichtungen/Bewegungsabläufen zeitweise etwas eingeschränkt sei. Aktuell
h
ätten die Provokationsmanöver
keine
nam
haften Einschränkungen
ergeben, was aber nicht ausschliesse, dass die Ein
schränkungen zu anderen Zeiten möglicherweise etwas deutlicher seien. Immer
hin sei als organisches Korrelat eine periphere
Vestibulopathie
mit nur zögerli
cher zentraler Kompensation dokumentiert
. Unter Berücksichtigung aller dieser Faktoren ergebe sich die genannte Einschätzung einer Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit von 20
%
(S. 43 Mitte).
Gesamtmedizinisch sei die
periphere
Vestibulopathie
für die Fes
tlegung der zu
mutbaren Arbeitsfähigkeit entscheidend
.
Es
müsse angenommen werden, dass seit dem erstmaligen Auftreten der Schwindelbeschwerden im Dezember 2008 eine mindestens 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Für die Zeit bis zum 31. März 2010
könne
auf die in der Aktenlage dokumentierten
Ar
beitsunfähigkeitsdaten
verw
ie
sen werden
. Ab dem 1. April 2010 sei eine
voll
schichtige
Arbeitsfähigkeit mit Einräumung einer 20%igen
Leistungseinschrän
kung
in der angestammten Tätigkeit a
ls IT-
Supporter
zu attestieren, unter Be
rücksichtigung der qual
itativen Einschränkungen aus
ot
orhinolaryngologischer
Sicht (S. 43 unten, S. 44 oben).
3.2
Bei diagnostizierter PAVK führten d
ie
Ärzte des
Spitals A._
am
2.
August 2011 eine
perkutane
transluminale
Angioplastie
(
PTA
) der
Arteria
femoralis
superficialis
und der
Arteria
poplitea
links und am 16. Oktober 2012 eine PTA
der
Arteria
poplitea
links
mit
drug-eluting
balloon
(DEB)
durch
(vgl.
Urk.
5/79/1 Mitte
sowie
Urk.
5/79/7 und
Urk.
5
/79/11).
Am 30. November 2012
(
Urk.
5/79/1-2)
berichteten die Ärzte
des
Zentrums B._
,
es
finde sich ein aus
gezeichnetes
Inter
ventionsresul
tat
links ohne Reststenosen der
Arteria
popli
tea
mit entsp
r
echend normalisierter peripherer R
uhedurchblutung (
Urk.
5/79/2
oben).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine und In
n
ere Medizin, berich
tete am 18. April
2012
(
Urk.
5/60/1-4), den Beschwerdeführer seit Januar
2012
zu behandeln (
Ziff.
1
.
2). Er nannte folgende
Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
a
rterielle Hypertonie
k
oronare Herzkrankheit (
Nikotinabusus
)
Status nach vier
hypertensiven
Krisen
Tinnitus (periphere
vestibuläre
Unterfunktion, Erstmanifestation im
De
-
zem
ber
2008)
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
tiefe Arterienverkalkungen Bein links
Status nach PTA
Arteria
femoralis
und
Arteria
poplitea
links am
2.
Au
-
gust
2011
Diabetes Typ II
Adipositas (BMI 31 kg/m
2
)
In der Tätigkeit als
Supporter
im EDV-Bereich attestierte
Dr.
C._
dem Beschwer
deführer eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
vom 1. Februar bis 31. Juli 201
2.
Er führte aus, die Produktivität des Beschwerdeführers sei eingeschränkt aufgrund von Ermüdbarkeit, Schwindel, Übelkeit sowie einer
sich
einschlei
chenden Konzentrationsschwäche (
Ziff.
1.7). Ab 15. April 2012 könne mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit auf 60 bis 70
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9). Der Beschwerdeführer sei demotiviert, weshalb die Prognose eher schlecht sei (
Ziff.
1.4).
3.4
Am 6. November 2012 berichtete
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Allge
meine Innere Medizin und
für Rheumatologie (
Urk.
5/73/5
-8
)
,
bei welchem
der Beschwerdeführer seit August
2012
in Behandlung
steht
(
Ziff.
1.2).
Dr.
D._
nannte folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
metabolisches Syndrom (Di
abetes mellitus Typ II, Hypertonie)
PAVK, Status nach PTA im August 2011 mit
Rezidivstenosen
rezidivierende Arthritis
urica
peripher-
vestibuläre
Unterfunktion links mit chronischem Schwindel
Er führte aus, der Beschwerdeführer leide unter Schwindelattacken, weshalb er Pausen benötige. Aufgrund von
Claudicatiobeschwerden
seien längeres Gehen und Belastung zu vermeiden. Die bisherige Tätigkeit sei ihm maximal zu 49
%
(
Ziff.
1.7)
beziehungsweise zu 50
%
(
Ziff.
1.12) zumutbar.
3.5
Aufgrund einer Bauchwandhernie wurde der Beschwerdeführer am 9. Januar 2013 im
Spital A._
oper
iert
. Am 18. Februar 2013 berichteten die dorti
gen Ärzte von einem den Umständen entsprechend normalen postoperativen Verlauf. Es sei nicht ersichtlich,
weshalb aufgrund
dieses
Eingriff
s
ein
Ren
ten
begehren
gestellt worden sei
(
Urk.
5/81/6).
3.6
Am
4.
Juni
2013
berichtete
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4) zu
Handen
des Rechts
vertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
5/98). Er führte aus, der Beschwer
deführer leide seit dem Jahr 2008 an einem chronischen
Schwankschwindel
bei Gleichgewichtsorganreizung (
vestibuläre
Reizung) und morphologisch einer Zyste nahe des Kleinhirnbereichs. Daneben bestünden weitere Leiden, welche aber für die Invalidenversicherung nicht relevant seien. Die Schwindelattacken seien gemäss Angaben des Beschwerdeführers nicht besser geworden, weshalb er ihn im Ber
e
ich PC-Support als zu 100
%
arbeitsunfähig erachte. Die von der Beschwerdegegnerin angenommene
höhergradige
Arbeitsfähigkeit sei nicht plausibel, da zwei Ar
beitsversuche
des Beschwerdeführers bei leichter körperli
cher Belastung
gescheitert
seien (Schwindel, mangelnde Konzentration, eventu
ell aus neuropsychologischen Gründen). Damit
sollte eine Arbeitstäti
gkeit wei
terhin nicht zumutbar sein. Falls noch nicht erfolgt
,
sollte eine neuropsycholo
gische
Untersuchung
durchgeführt werden.
3.7
In seiner Stellungnahme vom
1
2.
August
2013
(
Urk.
5/102/3)
führte med.
pract
.
E._
, Facharzt für Neurologie,
R
egionaler
Ä
rztlicher Dienst (RAD)
,
aus, bezüglich des Zeitraums nach Mai 2011 sei festzustellen, dass die
Bauch
wandhernienoperation
keine andauernde Arbeitsunfähigkeit begründe. Auch die PAVK nach Intervention vom August 2011 und Oktober 2012
sei
nicht erkenn
bar dauerhaft arbeitsunfähigkeitsbegründend. Der medizinische Sachverhalt habe sich seit der Begutachtung nicht geändert.
4.
4.1
Im Mai 2011 wurde der Beschwerdeführer von den
Ärzten des
Zentrums Z._
allseitig
untersucht.
Die Beweiswertigkeit des im Juni 2011 erstatteten Gutachtens (vor
stehend E. 3.1) wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage ges
tellt: Das Gutachten
wurde in Kenntnis
der
medizinischen
Vorakten
abgegeben und basiert auf
s
orgfältige
n
Befunderhebung
en
in den beteiligten Fachdisziplinen
(
vgl.
Urk.
5/38/18 ff.,
Urk.
5/38/48 f.,
Urk.
5/38/60 f.,
Urk.
5/38/70 ff.)
.
Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
wurden in den jeweiligen
Teilgut
achten
einlässlich wiedergegeben (vgl.
Urk.
5/38/17 unten,
Urk.
5/38/46 f.,
Urk.
5/38/53 f.,
Urk.
5/38/67 ff.) und dementsprechend b
erücksichti
gt.
In ihrer interdisziplinären Beurteilung legten die Gutachter u
nter Bezugnahme auf die Untersuchungsergebnisse
in nachvollziehbar
er
und schlüssig begründeter Weise dar, dass sich eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers einzig aus neurologischer Sicht begründen l
iess
, dies im Sinne einer 20%igen Leistungseinschränkung bei vollschichtiger
Arbeitsfähigkeit auf
grund von intermittierend auftretenden Schwindelattacken im Rahmen einer peripheren
Vestibulopathie
, und dass aus
otorhinolaryngologischer
Sicht in An
betracht der peripheren
vestibulären
Funktionsstörung links zudem eine quali
tative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in dem Sinne be
stand
, als der Be
schwerdeführer keine sturzgefähr
deten
Tätigkeiten, keine Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung und keine Tätigkeiten, bei welchen berufsmässig ein Kraftfahrzeug zu führen ist, ausüben sollte.
Unter diesen Voraussetzungen
be
zeichneten
die
Gutachter
die
angestammte
Tätigkeit als IT-
Supporter
weiterhin
als zumutbar.
Das
Z._
-Gutachten
erfüllt alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.
5
) vollumfänglich, so dass
grundsätzlich darauf abzustellen ist.
4.2
Fraglich ist, ob
- wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht -
gestützt auf die
seit dem
Z._
-Gutachten er
gangenen
medizinischen
Berichte von einer bis zum Verfügungszeitpunkt im
Januar 2014
eingetretenen Verschlechterung
des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit
auszugehen ist oder ob gestützt darauf eine Verschlechterung zumindest möglich erscheint und weitere A
bklä
rungen zu veranlassen sind.
4.3
Nach Einsicht in die seit dem
Z._
-Gutachten ergangenen medizinischen Berichte gelangte der
RAD-Neurologe
Dr.
E._
in seiner Stellungnahme vom August 2013 (vorstehend E. 3.7) zum Schluss, dass sich der medizinische Sach
verhalt seit der Begutachtung
im
Mai 2011
nicht verändert habe.
Aufgrund der Aktenlage besteht kein Anlass, diese
Beurteilung
anzuzweifeln
.
Den seit der Begutachtung ergangenen Berichten
(vorstehend E. 3.2-6)
ist zu entnehmen, dass die - bereits im
Z._
-Gutachten diagnostizierte - PAVK im August 2011 und im Oktober 2012 zwei
Katheterinterv
enti
o
nen
erforderl
ich machte. Dass diese zu einer massgebliche
n,
andauernden Arbeitsunfähigkeit geführt hätten, ist
jedoch
nicht ersichtlich. D
ie Gefässspezialisten
berichteten
im
November 2012
vielmehr
von einem ausgezeichneten Interventionsresultat
(vgl. vorstehend 3.2)
.
Abgesehen davon hatten die
Z._
-Gutachter festgehalten, dass
eine Ei
n
s
chrä
n
kung der
Arbeitsfähigkeit
durch die (asymptomatische) PAVK nicht b
eg
ründet werden könne (
Urk.
5/38/44 unten).
4.4
Auf
g
rund der im Januar 2013
im
Spital A._
durchgeführten
Bauch
-
wand
hernienoperation
wurde dem Beschwerdeführer
von den dortigen Ärzten
ebenfalls
keine längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit at
testiert; d
i
e
Ärzte
massen dem durchgeführten Eingriff keine R
entenrelevan
z bei
(vgl. vorstehend E. 3.5).
4.5
Die von den behandelnden Ärzten
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3) und
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4 und E. 3.6) beschriebenen Schwindelbeschwerden und Gleichgewichtsstörungen wurden im
Rahmen der
Z._
-Begutachtung einge
hend abgeklärt und bei der Arbeitsfähigkeitsbeur
t
eilung berücksichtigt.
Es ist nicht ersichtlich, dass diesbezüglich seit der Begutachtung eine Verschlechte
rung eingetreten ist
.
Die Aussage des Beschwerdeführers, wonach die
Schwin
delattacken
nicht besser geworden seien (vgl. vorstehend E. 3.6), lässt vielmehr auf einen
unveränderten Zustand schliessen
.
Insgesamt sind den Berichten von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
keine (neuen) Diagnosen oder Befunde zu entnehmen, welche
- in Abweichung zur gutachterlichen Einschätzung - die Annahme einer
nurmehr
50%ige
n Arbeitsfähigkeit
(
Dr.
C._
,
vgl.
vorstehend E. 3.3
)
bezie
hungswiese
gar einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit (
Dr.
D._
,
vgl.
vorste
hend E. 3.6)
rechtfertigt
en.
Der (neu) diagnostizierte Diabetes
mellitus
ist nicht arbeitsfähigkeitsrelevant - wovon im Übrigen auch
Dr.
D._
ausging (vgl. vorstehend E. 3.6) - und eine
koronare
Herzkrankheit, wie
Dr.
C._
sie
ohne nä
here Begründung diagnostizierte,
i
st
nicht
fachärztlich
bestätigt
. Der a
m
Z._
-Gutachten beteiligt
e Kardiologe hielt vielmehr fest, eine Herzerkran
kung wie ein Vitium
,
eine
Kardiomyopathie
od
er eine koronare Herzkrankheit
,
sei
nicht
feststellbar
und sei auch nie feststellbar gewesen
(
Urk.
5/38/72 oben)
.
4.6
Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer im durchgeführten Arbeitsversuch das Anfangspensum von 50
%
aufgrund mangelnder
Konzentrations
fähigkeit
nicht auf das vereinbarte Zielpensum von 80
%
(vgl.
Urk.
5/57/1 Mitte) steigern konnte (vgl.
Urk.
5/64/1 Mitte), vermag die gutachterlich attestierte medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 80
%
nicht in Frage zu stellen.
Für die vom Beschwerdeführer (subjektiv) beklagten Konzentrationsstörungen ist kein medizinisches Substrat ausgewiesen. Die
Hy
p
othese von
Dr.
D._
, wonach
diese
neuropsychologischen Ursprungs sein könnten,
findet in den medizini
schen Akten keine hinreichende Stütze
.
Dem
Z._
-Gutachten
aus dem Jahr 2011, insbesondere dem neurologischen und dem psychiatrischen Teilgutachten,
sind keine Hinweise auf neuropsych
ologische Defizite zu entnehmen.
Dass der
Beschwerdeführer rund zwei Jahr
e später an solchen leiden soll
, überzeug
t nicht
.
Naheliegend ist vielmehr, dass die geltend gemachten Konzentrations
s
törungen zu einem wesentlichen Teil
mit den
bereits im
Z._
-Gutachten beschriebenen schwierigen psychosozialen Umstände
n
mit
längerer
Arbeitslo
sigkeit sowohl des Beschwerdeführers als auch seiner Ehefrau
sowie
Zukunfts
sorgen
(vgl.
Urk.
5/38/79 Mitte,
Urk.
5/82/81 Mitte,
Urk.
5/38/82 oben,
Urk.
5/92/3 Mitte)
und
der nachlassenden Motivation des Beschwerdeführers
(vgl.
Urk.
5/60
Ziff.
1.4,
Urk.
5/92/4 unten,
Urk.
5/92/5 Mitte) zusammenhän
gen.
4.7
Zusammenfassend ist nicht von einer seit der
Z._
-Begutachtung eingetrete
nen Verschlechterung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Von weiteren medizinischen Abklärungen, na
mentlich neuropsychologischen, sind keine massgeblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb sich - entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdefüh
rers - auch keine Rückweisung aufdrängt (antizipierte Beweiswürdigung, BGE
122 V 157).
Damit
ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass dem Be
schwerdeführer die angestammte
Tätigkeit als IT-
Supporter
- unter Berücksichtigung der im
Z._
-Gutachten aus
otorhinolaryngologischer
Sicht beschriebenen qualitati
ven Einschränkungen -
weiterhin zu 80
%
zumutbar ist. Mit einer entsprechen
den Restarbeitsfähigkeit kann der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen, sodass sich weitergehende Ausführungen zu den erwerblichen Auswirkungen erübrigen.
4.8
Zu bejahen ist auch d
ie Verwertbarkeit
der attestierten
Restarbeitsfähigkeit
,
da
der
im Invalidenversicherungsrecht massgebliche
ausgeglichene
A
rbeitsmarkt
im IT-Bereich
genügend
Stellen bereit hält, welche für den Beschwerdeführer in Frage kommen. Dass es für den Beschwerdeführer angesichts seines Alters und seiner langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
wohl
schwierig sein wird, im
rea
len
Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden, hat
n
icht die Invaliden
versicherung zu vertreten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3)
.
Demnach erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind
ermessensweise
auf
Fr.
700.-- anzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.