Decision ID: 4598eabd-a8a9-4979-8750-88a4c8f0b106
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, meldete sich am 12. September 2005 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/2). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Si
tuation ab und verneinte daraufhin mit Verfügung vom 9. März 2006 (Urk. 5/17) einen Rentenanspruch des Versicherten. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 5/18) hiess die IV-Stelle nach weiteren
Abklärungen schliesslich mit
Einspracheentscheid
vom
4. April 2007 (Urk. 5/33)
gut und sprach ihm bei einem Invaliditätsgrad von 85 % eine ganze
Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. September 2006 zu.
Mit Mitteilungen vom 2. Juli 2010 (Urk. 5/75) sowie 18. Mai 2015 (Urk. 5/108) wurde der Anspruch auf die bisherige Invalidenrente
– jeweils
bei
einem Invali
ditätsgrad von 71
%
-
bestätigt
.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 27. Januar 2017 (Urk. 5/119) er
suchte die IV-Stelle den Versicherten um Zustellung seines Arbeitsvertrages
sowie der entsprechenden Lohnabrechnungen (vgl. Schreiben vom
18. Mai 2017, Urk. 5/129).
Da eine Antwort ausblieb, forderte die IV-Stelle den Versicherten in der Folge mehrmals auf, die ge
nann
ten Unterlagen einzureichen
,
und wies ihn auf seine Auskunfts- und Mitwirkungspflicht hin (
Urk.
5/130;
Urk.
5/132;
Urk.
5/134).
Mit Verfügung vom 1
7.
/1
9.
Oktober 2017 (Urk. 5/140) hob die IV-Stelle die Rente infolge Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht auf. D
ie dagegen
vom Versicherten
erhobene Beschwerde (
Urk.
5/142/3) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
6.
Februar 2018 (
Prozess Nr. IV.2017.01232;
Urk.
5/144)
teilweise gutgeheissen und die Verfügung der IV-Stelle dahingehend abgeändert, dass die damit verfügte Leistungseinstellung mit Wirkung ab dem 1
0.
November 2017 aufgehoben und festgestellt w
u
rd
e
, dass die bisherigen Ren
tenleistungen ab diesem Zeitpunkt
unter Fortführung des Revisionsverfahrens
wieder auszurichten s
e
i
e
n. Die dagegen von der IV-Stelle erhobene Beschwerde (
Urk.
5/145) wies das Bundesgericht mit Urteil vom 1
8.
Dezember 2018 (Prozess Nr. 9C_282/2018;
Urk.
5/150) ab.
In Nachachtung des
Bundesgerichtsurteils setzte die IV-Stelle das Revisionsver
fahren fort
(vgl.
Urk.
5/152;
Urk.
5/154-155;
Urk.
5/158-162;
Urk.
5/164-165)
.
N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/156-157)
sistierte sie
mit Verfü
gung vom 3
0.
August 2019 (
Urk.
5/163
=
Urk.
2) die
bisherige
Invaliden
rente
rückwirkend
ab
1.
Dezember 2017
.
2.
Der Versicherte erhob am 3
0.
September 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
0.
August 2019 (
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben
und es sei ihm die Rente weiterhin auszurichten (
Urk.
1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
November 2019 (
Urk.
4) die Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer am
4.
November 2019 zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird in Anwendung von Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht
, herab
gesetzt oder aufgehoben.
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe
sondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeu
tung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt für die Zukunft, es sei denn, der unrichtigen Ausrichtung liege eine Verletzung der gemäss Art. 77
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (
IVV
)
zumutbaren Meldepflicht oder eine unrechtmässige Erwirkung zu
grunde;
diesfalls
erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten rückwir
kend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung (Art. 88
bis
Abs. 2 IVV).
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente gemäss
Art.
31
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG) nur dann im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als
Fr.
1'500.-- beträgt.
1.2
Die Verwaltung kann gestützt auf Art. 55 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 56 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) ihre Leistungen im Rahmen vorsorglicher Massnahmen einstweilen einstellen (vgl. dazu Urs Müller, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010,
Rz
2329; Franz
Schlauri
, Die Einstellung von Dauerleistungen in der Sozialversicherung,
in: Schaffhauser/
Schlauri
, Hrsg., Die Revision von Dauerleistungen, St. Gallen 1999, S. 191 ff., 216 ff.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_45/2010 vom 12. April 2010 E. 2 mit Hinweisen). Dabei hat sie in gleicher Weise wie bei der Beurteilung der Frage, ob einem Entscheid suspensive Wirkung zukommt (vgl. A
rt. 11 der Verordnung über den A
llgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSV, in Verbindu
ng mit Art. 55
VwVG
), eine Inte
res
sena
bwägung vorzunehmen und somit zu prüfen, ob die Gründe, die für die Wirksamkeit der vorsorglichen Anordnung sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können.
1.3
Bei der Abwägung der Gründe für und gegen eine einstweilige Sistierung von Rentenleistungen steht dem Interesse der Versicherung, eine Rückforderung we
gen der damit verbundenen administrativen Erschwernisse und der Gefahr der
Uneinbringlichkeit
nach Möglichkeit zu vermeiden, das Interesse der versicherten Person gegenüber, während der Dauer des Verfahrens den Lebensunterhalt ohne entsprechende Versicherungsleistungen bestreiten zu müssen. Für den Fall, dass die Erfolgsaussichten der versicherten Person im Hauptverfahren nicht eindeutig positiv sind, wird das Interesse der Verwaltung beziehungsweise der Versicherung an der Vermeidung administrativer Umtriebe und Verhinderung von Rückforde
rungsausfällen regelmässig höher gewichtet als dasjenige der versicherten Person, nicht in eine Notlage zu geraten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_110/2008 vom 7. Mai 2008 E. 2.3 und I 426/05 vom 8. August 2005 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Der Entscheid über vorsorgliche Massnahmen fusst auf einer summarischen Prü
fung und stützt sich auf den Sachverhalt, der sich aus den vorhandenen Akten ohne zeitraubende weitere Erhebungen ergibt (vgl. Urteile des Bundesgerichts I 426/05 vom 8. August 2005 E. 2.2, I 57/03 vom 3. April 2003 E. 4.1 und U 21/02 vom 11.
Dezember 2002 E. 7.2 und E. 8.2
). Auch im Rechtsmittelverfahren ist die Sache daher nicht eingehend abzuklären und wird der Entscheid in der Hauptsa
che nicht vorweggenommen. Vielmehr ist aufgrund der vorhandenen Akten zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine vorsorgliche Massnahme vorliegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_463/2009 vom
8.
Juli 2009 E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentensistierung
im Wesentlichen
damit,
dass der Beschwerdeführer am
1.
April 2016 eine neue Stelle bei der
Y._
GmbH angetreten habe und dabei ein Jahreseinkommen von
Fr.
35'750.
--
beziehungsweise
unter Berücksichtigung der Spesen von
Fr.
48'750.
--
erziele. Im Vergleich zum bisher
igen
Einkommen betrage die Vermögenssteigerung deut
lich
mehr als
Fr.
1'500.--, womit ein erwerblicher Revisionsgrund ausgewiesen sei. Auch habe der Beschwerdeführer weder die Einkommensschwankungen
in den
Jahre
n
2014 und 2015 noch die Aufnahme der Tätigkeit bei der
Y._
GmbH gemeldet. Erst auf dem im Jahr 2017 eingeholten Revisions
fragebogen habe er
den aktuellen Arbeit
geber aufgeführt, dabei allerdings
das
Einkommen wahrheitswidrig angegeben. Damit habe
er
seine Meldepflicht schuldhaft verletzt. Überdies sei das
Valideneinkommen
bisher viel zu hoch fest
gesetzt worden. Der Einkommensvergleich führe zu einer rückwirkenden Renten
herabsetzung
oder
sogar -
aufhebung. Die
bisherige
Invalidenrente sei daher per
1.
Dezember 2017 zu sistieren. Nach Abschluss der weiteren Abklärungen
– wobei auch eine erneute Begutachtung erforderlich sei -
werde über den Leistungsan
spruch entschieden (vgl.
Urk.
2 S. 2 f.).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor,
er habe
gemäss
dem Urteil des
Bundesgerichts
infolge seiner Arbeitsunfähigkeit weiterhin
Anspruch auf die Rente
. Die Abklärungsergebnisse entsprächen nicht der aktuellen Situation
(
Urk.
1)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Rentenleistungen
des Beschwerdeführers
zu Recht
rückwirkend
per
1.
Dezember 2017 sistiert hat.
3.
3.1
Dem
ursprünglich rentenzusprechenden
Einspracheentscheid
vom
4.
April 2007 (
Urk.
5/33) lag in medizinischer Hinsicht das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom
3.
März 200
7 (
Urk.
5/28) zugrunde. Gestützt darauf erachtete der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit als gegeben (
vgl.
Urk.
5/29 S. 6).
In erwerblicher Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des
Valideneinkommens
auf die Angaben der damaligen
Ar
beitgeberin
A._
GmbH, bei welcher der Beschwerdeführer seit dem
1.
Mai 2003 als Bauleiter tätig war. Als AHV-beitragspfli
chtiger Lohn wurden
Fr.
6'300.
pro Monat
(x
13
) a
ngegeben
(vgl. Arbeitgeberfragebogen vom 2
5.
Oktober 2005,
Urk.
5/8 S. 2
Ziff.
12,
Ziff.
20).
Dieser
Bruttol
ohn lässt sich auch den aktenkundigen Lohnabrechnungen der
A._
GmbH entnehmen (vgl.
Urk.
5/11/16-23).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte gestützt darauf – an
gepasst an die Nominallohnentwicklung – ein
hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
82'719.--. Das Invalideneinkommen berechnete
sie
auf Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Bundesamtes für Statistik
und dabei gestützt auf den Zentralwert
für Tätigkeiten im Baugewerbe
in der obersten
Funktionsstufe,
wobei sie – unter Berücksichtigung eines
zusätzlichen
leidensbe
dingten Abzuges von 20
%
- ein
hypothetisches
Invalideneinkommen von
Fr.
12'591.-- ermittelte (vgl. Einkommensvergleich vom
4.
April 2007,
Urk.
5/31).
Auf dieser Grundlage schloss die Beschwerdegegnerin
auf einen Invaliditätsgrad von 85
%
und sprach dem Beschwerdeführer eine ganze Inva
lidenrente mit Wir
kung ab dem
1.
September 2006
zu (vgl.
Einspracheentscheid
vom
4.
April 2007,
Urk.
5/33).
3.2
In erwerblicher Hinsicht ergab sich
im Rahmen
des
folgenden
Revisionsverfah
ren
s
, dass der Beschwerdeführer seit dem
1.
November 2006 bei der
B._
GmbH tätig
war
. Im Fragebogen für Arbeitgeber vom 1
9.
November 2009 (
Urk.
5/63) gab diese an, dass der Beschwerdeführer
jeweils
10 bis 15 Stunden pro Woche arbeite und das AHV-beitragspflichtige
monatliche
Einkommen
Fr.
2'100.-- betrage
. Die Auszahlung eines
1
3.
Monatslohn
s
wurde nicht angegeben
(vgl. S. 3 f.
Ziff.
2.9-2.10,
Ziff.
2.12).
Gestützt darauf berechnete die Beschwerdegegnerin ein Invalideneinkommen von
Fr.
25'200.-- (
Fr.
2'100.
--
x 12). Zur Bestimmung des
Valideneinkommens
stützte sie sich auf den bereits im Rahmen der ursprünglichen
Rentenzusprache
ermittelten
Lohn und berechnete – angepasst
an die Nominallohnentwicklung – ein
Valideneinkommen
von
Fr.
86'134.15 (vgl. Einkommensvergleich in
Urk.
5/74 S. 3). Gestützt darauf
er
mittelte
sie
einen Invaliditätsgrad von 71
%
und bestätigte
daher
den Anspruch auf die bisherige Invalidenrente
(vgl.
Mitteilun
g vom
2.
Juli 2010,
Urk.
5/75).
3.3
Seit dem
1.
Juli 2014 war der Beschwerdeführer sodann als Sachbearbeiter bei der
C._
GmbH tätig.
Gemäss Angaben der Arbeitgebe
rin betrug
die Arbeitszeit des Beschwerdeführers 8 bis
10 Stunden pro Woche. Als AHV-beitragspflichtigen
Lohn wu
rden
Fr.
20'000.-- bis
Fr.
22'000.-- angege
ben (
Urk.
5/97).
Der Beschwerdeführer selbst erwähnte
im
Revisionsfragebogen vom 1
6.
September 2014 (
Urk.
5/85) ein Pensum von 25
%
bei einem durch
schnittlichen Monatslohn von
Fr.
2'000.-- (vgl. S. 3
Ziff.
4.2-4.3). Die Beschwer
degegnerin verzichtete
in der Folge
auf die Erstellung eines Einkommensver
gl
eichs, da der Beschwerdeführer
immer noch
zirka
Fr.
20'000.-- bis
Fr.
21'000.-- verdiene (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss vom 1
8.
Mai 2015,
Urk.
5/107 S. 4)
,
und bestätigte mit Mitteilung vom 1
8.
Mai 2015 (
Urk.
5/108) den Anspruch auf die bisherige Invalidenrente.
4.
4.1
Die im Rahmen des
laufenden
Revisionsverfahrens
bisher
getätigten Abklärungen
zur
aktuellen
erwerblichen Situation des Beschwerdeführers
erge
ben
Folgendes:
Im
Revisionsfragebogen vom 2
7.
Januar 2017 (
Urk.
5/119)
gab
dieser
an, dass er
bei der
Y._
GmbH
in einem Pensum von 20
%
tätig sei und
dabei
Fr.
2'000.-- pro Monat verdiene (S. 3
Ziff.
4.2-4.3).
Gemäss
dem
daraufhin
ein
verlangten
Arbeitsvertrag vom 3
1.
März 2016 (
Urk.
5/142/11-12)
begann das Ar
beitsverhältnis als
Fassadenisoleur
bei der
Y._
GmbH
bereits
am
1.
Apr
il 2016; d
ies
bei
einem
P
ensum
von
25
%
während 11 Stunden pro Woche
bei freier Zeiteinteilung
. Der Bruttolohn beträgt
Fr.
2'750.-- und wird dreizehn Mal ausbezahlt (vgl. S. 1
Ziff.
1-3,
Ziff.
5). Dieser Bruttolohn ist
auch
den vor
handenen Lohnabrechnungen der Monate April 2016 bis Oktober 2017 (
Urk.
5/142/13-31) zu entnehmen, wobei zusätzlich
jeden Monat
Geschäftsspesen von
Fr.
1'000.--
ausbezahlt
w
u
rden.
4.2
Eine summarische Prüfung
ergibt,
dass die zur Begründung der Rentensistierung angeführte
Verbesserung in erwerblicher Hinsicht
tatsächlich
eingetreten sein
könnte.
D
er Beschwerdegegnerin
war
zwar bereits bekannt, dass der Beschwer
deführer einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgeht
(vorstehend E.
3.2-
3.3).
Gestützt auf den im letztmaligen Revisionsverfahren
eingeholten
IK-Auszug
hatte
sie
jedoch lediglich
Kenntnis von dem
bis ins Jahr 2013 erzielten Einkom
men, welches
i
m Jahr 2013
Fr.
31'625.
-- betrug
(vgl.
Urk.
5/88 S. 2).
Das
im
vorange
gangenen Revisionsverfahren tatsächlich
ermittelte hypothetische
Invalidenein
kommen war
überdies
deutlich
tiefer (vorstehend E. 3.2-3.3).
Demgegenüber be
trägt das vom
Beschwerdeführer
nun
bei der
Y._
GmbH erzielte monatliche Bruttoeinkommen
ausweislich des Arbeitsvertrages sowie der Lohn
abrechnungen
Fr.
2'750.
--
zu
züglich
Geschäfts
spesen von
Fr.
1'000.-- pro Monat (
vorstehend E. 4.1
).
O
b die
im Vergleich zum Grundlohn sehr hohen
und
regel
mäs
sig ausbezahlten
Pauschals
pesen bei der Bestimmung des
hypo
-
thetischen
In
valideneinkommens zu ber
ücksichtigen
sind
,
ist
im
vorliegend
en Verfahren
nicht zu
beurteilen
.
U
nter Berücksichtigung des 1
3.
Monatslohns (vgl.
Urk.
5/142/11-12 S. 1
Ziff.
5
)
erg
ibt
dies
ein Jahreseinkommen von
Fr.
35'750.-- (
Fr.
2'750.-- x 13) respektive
Fr.
48'750.-- (
Fr.
3'750.-- x 13). Damit
würde
die
Erheblichkeits
schwelle
von
Fr.
1'500.-- pro Jahr (vorstehend E. 1.1)
in jedem Fall
überschritten, womit ein erwerblicher Revisionsgrund ausg
ewiesen wäre.
Wird das
zuletzt von der Beschwerdegegnerin ermittelte
und
daher
noch nicht der Nominallohnentwicklung angepasste
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
86'134.15 (vorstehend E. 3.2) dem im Rahmen der Tätigkeit bei der
Y._
GmbH
erzielten Einkommen von
Fr.
35'750.-- respektive
Fr.
48'750.-- gegenübergestellt,
resultiert eine
Erwerbseinbusse von
Fr.
50'384.15 (Invalidi
tätsgrad von 58.49
%
) respe
k
tive
Fr.
37'384.15 (I
nvaliditätsgrad von 43.40
%
).
Gestützt darauf hätte der Beschwerdeführer
gemäss
Art.
28
Abs.
2 IVG
lediglich noch Anspr
uch auf eine
halbe Rente
respektive auf eine
Viertelsrente
. Damit lie
gen
bereits
Anhaltspunkte auf eine
mögliche
rentenrelevante Veränderung vor
,
weshalb
sich Weiterungen zu den Ausführungen
der Beschwerdegegnerin
betref
fend
Höhe des
Valideneinkommens
(vgl.
Urk.
2 S. 3) erübrigen.
E
ine schuldhafte Meldepflichtverletzung
erscheint schliesslich
zumindest möglich,
teilte der Be
schwerdeführer der Beschwerdegegnerin die Tätigkeit bei der
Y._
GmbH
nach Lage der Akten
erstmals auf dem im Januar 2017 eingeholten Revi
sionsfragebogen (
Urk.
5/119) mit, obwohl er diese bereits im April 2016 aufnahm.
4.3
Aufgrund einer Gesamtschau dieser Erkenntnisse kann nicht ausgeschlossen wer
den und bestehen erhebliche Hinweise darauf, dass sich
die erwerbliche Situation des Beschwerdeführers
nicht (mehr) so darstellt, wie
sie
der
Rentenzusprache
und den
darauf
folgenden Revisionsverfahren
z
ugrunde lag, sondern vielmehr
eine
vom
Beschwerdeführer nicht gemeldete
erwerbliche
Verbesserung eingetreten sein könnte.
Daraus folgt,
dass
angesichts der derzeitigen Aktenlage nicht gesagt werden kann, die Erfolgsaussichten des Beschwerdeführers in der Hauptsache – mithin in der Frage, ob und bejahendenfalls in welcher Höhe tatsächlich ein An
spruch auf Rentenleistungen besteht – s
eien
«eindeutig positiv». Vielmehr ist der Ausgang des Hauptverfahrens zumindest als offen zu bezeichnen. Damit über
wiegt das Interesse der Beschwerdegegnerin, mittels einer Sistierung der Leistun
gen administrative Umtriebe zu vermeiden und einen Rückforderungsausfall zu verhindern, das Interesse des Beschwerdeführers, während der Dauer des Verfah
rens den Lebensunterhalt ohne die entsprechenden Versicherungsleistungen be
strei
ten zu müssen (vorstehend E. 1.3
).
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen, unter dem Hinweis darauf, dass die Be
schwerdegegnerin das auf die Überprüfung des Leistungsanspruchs gerichtete Re
visionsverfahren mit der gebotenen
Beförderlichkeit
voranzutreiben haben wird.
5
.
Das vorliegende Verfahren ist kostenlos, weil es nicht die Bewilligung oder Ver
weigerung von IV-Leistungen zum Gegenstand hat, sondern lediglich die vorläu
fig unterbleibende Auszahlung (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
im Umkehrschluss
).