Decision ID: 8c1cc723-1f5c-48a3-99fb-f91937fd12a2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X._
, Telegrafistin, war ab
1995
bei der
Y._
tätig, ab 2012
als Mitarbeiterin im Compliance-Team im Schichtb
etrieb in einem 90%-Pensum
(Urk. 9/1). Am 27. September 2012 (Eingangsdatum) mel
dete sie sich unter Hinweis auf eine seit Januar 2012 bestehende Depression nach Mobbing am Arbeitsplatz
(nebst einer gesundheitlichen
Beeinträchtigung
seit Schlaganfall 2009)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 9/3). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab
. Am 15. November 2012 (Eingangsdatum) beantragte die Versicherte bei der IV
Stelle eine Hörgeräteversorgung (Urk. 9/11).
Die IV-Stelle
teilte der Versi
cherten am 14. Dezember 2012 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen
möglich seien (Urk. 9/17),
und
erteilte
der Versicherten
am 19. De
zember 2012
Kosteng
utsprache für eine Hörgerätepauschale (Urk. 9/20).
Nach weiteren Abklärungen erteilte sie
der Versicherten
a
m 4. September 2013
sodann
Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung am
Z._
(Urk. 9/42). Die Versicherte meldete sich am 11. September 2013 telefonisch bei der IV-Stelle und
teilte mit
, dass sie nicht in der Lage sei, die berufliche Abklä
rung weiterzuführen (Urk. 9/46), weshalb die IV-Stelle a
m 13. September 2013
die zuvor erteilte Kostengutsprache
per dato
auf
hob
(Urk. 9/50).
Am 10. Januar 2014 veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung de
r Versi
cherten (Urk. 9/61). Das
A._
erstattete das Gutachten am 28. April 2014 (Urk. 9/71).
Mit Vorbescheid vom 31. Juli 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente vom 1. Juni 2013 bis zum 31. Dezember 2013 in Aus
sicht (
Urk. 9/78/4-9
).
Am
5. August 2014 informierte die Versicherte
die IV
Stelle darüber
,
dass
sie einen Kurs als Masseurin
besucht
habe
, und erbat um Übernahme der Kurskosten
(Urk. 9/75; vgl. auch Urk. 9/77
).
Am
21. August 2014 erhob die Versicherte
sodann Einwand gegen den Vorbescheid
vom 31. Juli 2014
(Urk. 9/79
). Die IV-Stelle tätigte
in der Folge
weitere medizinische Abklärungen. Am 6. Juli 2015
beantragte die Versicherte
, mittlerweile anwalt
lich vertreten,
Frühinterventionsmassnahmen in Form einer Arbeitsvermittlung im Hinblick auf eine Stellenbewerbung (Urk. 9/95). Vom 28. Juli bis zum 19. August 2015 nahm
sie
an einem IV-Kurs zur Bewerbungstechnik teil (Urk. 9/107).
Am 31. August 2015 ergänzte d
ie Versicherte ihren Einwand
und beantragte erneut Integrationsmassnahmen und berufliche Massnahmen
(Urk. 9/108). Mit Verfügung vo
m 19. November 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze Invalidenrente vom 1. Juni 2013 bis zum 31. Dezember 2013 zu (Urk. 2 [= Urk. 9/120 und Urk. 9/113 f.). Am 27. November 2015 bean
tragte die
Versicherte bei der IV-Stelle die Durchführung von Eingliederungs
massnahmen (Urk. 9/121).
2.
Am 5. Januar 2016 erhob die Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Simon Kehl,
Beschwerde gegen die Rentenverfügung vom 19. November 2015 und beantragte, diese sei aufzuheben, und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, mit der Beschwerdeführerin Integrationsmassnahmen und berufliche Mass
nahmen durchzuführen und hernach über den Rentenanspruch zu befinden; eventuell sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, der Beschwerdeführerin eine Rente auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Am 15. Januar 2016 teilte Rechtsanwalt Simon Kehl mit, dass neu an seiner Stelle Rechtsanwältin
Evalotta
Samuelsson die Beschwerdeführerin vertreten werde (Urk. 7).
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8)
. Am 27. Juni 2016 wies sich Rechtsanwältin
Evalotta
Samuelsson als neue Vertreterin der Beschwerdeführerin aus und ersuchte um Aktenzustellung und Ansetzung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 10 und Urk. 11). Mit Verfügung vom 29. Juni 2016 wurden Rechtsanwältin
Evalotta
Samuelsson
die Akten
zugestellt;
auf die Anordnung
eines weiteren
Schriften
wechsels
wurde hingegen verzichtet, da ein solcher nicht erforderlich sei
(Urk. 12). Am 22. August 2016 reichte Rechtsanwältin
Evalotta
Samuelsson eine Eingabe (Urk. 14)
sowie drei Beilagen (Urk. 15/1-3) zu den Akten.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Entsprechend der Zielsetzung der Invalidenversicherung, die wirtschaftlichen Folgen der Invalidität zu mildern, ist das versicherte Risiko in der Invalidenver
sicherung die Erwerbsinvalidität, die von der effektiven, gesundheitlich beding
ten Erwerbseinbusse abhängt. Eine versicherte Person, welche im
Gesundheits
fall
ihr wirtschaftliches Potential nicht voll ausnützt, indem sie zwar in der Lage wäre, voll erwerbstätig zu sein, sich aber für eine Teilzeitstelle entscheidet, um mehr Freizeit zu haben, begnügt sich mit einem Teilzeitlohn und verzichtet damit freiwillig auf einen Teil des Lohnes, den sie erzielen könnte, wenn sie vollerwerbstätig wäre. Dass ihr Erwerbseinkommen vermindert ist, stellt die
Folge ihrer Wahl dar. Der nicht verwertete Teil ihrer Erwerbsfähigkeit ist damit nicht versichert und ein Ausgleich durch die Invalidenversicherung demzufolge nicht statthaft. Aus diesen Überlegungen ergibt sich, dass eine teilerwerbstätige versicherte Person ohne Aufgabenbereich eine gesundheitlich bedingte
Erwerbs
einbusse
lediglich im Rahmen des versicherten Bereiches, welcher dem (hypo
thetischen) Beschäftigungsgrad entspricht, erleidet und deshalb auch nur in diesem Umfang ein Ausgleich stattfinden kann. Es verhält sich nicht anders als bei den Vollerwerbstätigen, bei welchen wegen des auf 100
%
Bezug nehme
n
den Einkommensvergleichs (Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG) ebenfalls maximal ein dem versicherten Bereich (100
%
) entsprechender Invaliditätsgrad (mithin maximal 100
%
) resultieren kann
. In Präzisierung der
Rechtsprechung gemäss BGE 131 V 51
ist
bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein ve
rsicherten erwerblichen Bereich
proportional - im Umfang der hypothetischen Teilerwerbstä
tigkeit - zu berücksichtigen
. Der Invaliditätsgrad entspricht der proportionalen Einschrän
kung im erwerblichen Bereich und kann damit den versicherten Bereich, wel
cher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen. Denn andernfalls könnte ein das hypothetische erwerbliche Pensum überstei
gender Invaliditätsgrad resultieren, womit indirekt
unzulässigerweise
eine Ein
schränkung in den weder Erwerbs- noch Aufgabenbereich darstellenden, nicht versicherten Freizeita
ktivitäten mitabgegolten würde
(zur Publikation vorgese
henes
Urteil
des Bundesgerichts
9C_178/2015 vom
4.
Mai 2016
E. 7
mit weite
ren Hinweisen)
.
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.7
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsa
chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, be
rücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitge
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E.
4 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin, die Beschwer
de
führerin sei seit dem 1. Juni 2012 in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt. Der Gesundheitszustand habe sich per Ende September 2013 aber wieder verbessert. Ab dem
1.
Juni 2013 (einjährige Wartezeit) habe
die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine ganze Rente. Seit Ende September 2013 sei ihr die bisherige Tätigkeit, welche als angepasst zu bewerten sei, wieder zu 80 % zumutbar. Die 20%ige Einschränkung
sei
orthopädisch begründet. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Frist bei Verbesserungen erfolge die
Ren
tenaufhebung
somit per Januar 2014 (Urk. 2/1).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin zusammengefasst geltend,
im Hinblick auf die seit Jahren bestehende Polyarthritis würden sich die im Gut
achten gestellten Diagnosen eines
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms, eines
zervikovertebralen
Syndroms und einer beginnenden Handwurzelarthrose als falsch und unvollständig erweisen (Urk. 1 S. 3-5
und S. 14
). Mit Blick auf die falschen Diagnosen sei auch die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus orthopä
discher Sicht nicht nachvollziehbar, die notwendig
en Pausen würden das reali
sierbare
Arbeitsvolumen auf ein 25%iges Pensum reduzieren (Urk. 1 S. 5 f.
und S. 14 f.
).
Zur Begutachtung seien keine neuen Röntgenbilder angefertigt worden (Urk. 1 S. 15 f.).
Die Beschwerdeführerin leide seit einem Hörsturz unter einem
Dauertinnitus
und einer Schwerhörigkeit beidseits. Sie sei deshalb auf ein
Ein
zelbüro
bzw. zumindest auf einen speziellen Schallschutz um den eigenen Arbeitsplatz angewiesen (Urk. 1 S. 6
und S. 16
). Die Trübungen der Augen sei nicht berücksichtigt worden; eine Computerarbeit sei nicht mehr möglich (Urk. 1 S. 6 f.
und S. 17
). Auch die Folgen des Schlaganfalls wirkten sich auf die Leistungsfähigkeit aus (Urk. 1 S. 7
und S. 17 f.
). Psychische Probleme hätten sodann schon länger bestanden
; die Beschwerdeführerin sei wiederholt in ein tiefes Loch gefallen
und nehme regelmässig starke Medikamente
ein
(Urk. 1 S. 7 f.
und S. 18
).
Weiter sei sie bei der Arbeit bekannt dafür gewesen, die
Sitz
position
ständig ändern zu müssen. Auch ihre Belastungsfähigkeit sei seit vielen Jahren durch die psychische Problematik herabgesetzt gewesen. Die zusätzli
chen körperlichen Beschwerden hätten ebenfalls Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gehabt. Sie habe über all die Jahre faktisch einen geschützten Arbeitsplatz innegehabt mit einem sehr toleranten, verständnisvollen Vorge
setzten. Nach dem Wechsel auf die neue Abteilung anfangs 2012 habe niemand mehr auf ihre gesundheitlichen Einschränkungen Rücksicht genommen (Urk. 1 S. 11 f.
und S. 20
). Da sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden mit einem 100%-Pensum bereits seit vielen Jahren am Limit gewesen sei, habe sie ihr Arbeitspensum im Jahr 2003 auf 90 % reduziert (Urk. 1 S. 12
und S. 25
).
Hinsichtlich der Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung erweise sich das Gutachten als
widersprüchlich (Urk. 1 S. 19)
. Die Gutachter hätten sodann die Wechselwirkungen
zwischen den
einzelnen Beschwerden nicht genügend berücksichtigt (Urk. 1 S. 22). Die Beschwerdeführerin habe Anspruch auf Mass
nahmen der Frühintervention und
auf
Eingliederungsmassnahmen, da sie zur Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf Unterstützung angewiesen sei (Urk. 1 S. 23).
In der Eingabe vom 22. August 2016
(Urk. 14)
führte die Beschwerdeführerin sodann aus, aus dem beigelegten Bericht der Handchirurgin ergebe sich, dass ihr nur eine leichte angepasste Tätigkeit von circa 2 Stunden täglich zumutbar sei; eine Bürotätigkeit sei nicht mehr möglich.
Weiter habe die durch das Regi
onale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) durchgeführte Eingliederungsmass
nahme ergeben, dass die Tätigkeit am Telefon wegen der Schwerhörigkeit nicht ideal sei und Arbeiten am PC und am Scanner wegen der Augentrübungen unzumutbar
seien
. Auch der Wechsel ins
B._
sei misslungen, sodass der Integrationsversuch schliesslich abgebrochen worden sei. Aus dem neusten rheumatologischen Bericht gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin wegen der Komplexität der statischen und gleichzeitig degenerativen Problematik nicht mehr als 50 % arbeitsfähig sei. Aufgrund der ausgeprägten multifaktoriell begründeten Polymorbidität stelle sich die Frage nach der Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit.
3.
3.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den
beschwer
deweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3.2
Mit der angefochtenen Verfügung wurde ausschliesslich über die von der Beschwerdeführerin beantragte Rente entschieden. Soweit die Beschwerde
führerin mehr oder anderes verlangt, kann daher auf ihre Beschwerde nicht ein
getreten werden.
4.
4.1
Das von der IV-Stelle eingeholte polydisziplinäre Gutachten der
A._
vom 28. April 2014 beruht auf Untersuchungen in den Fachgebieten
Innere Medizin,
Orthopä
die/Traumatologie,
Neurologie,
O
torhinolaryngologie
(HNO)
und Psy
chiatrie (Urk. 9/71/1
-56
).
Im Gutachten wurden die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit aufgeführt (Urk. 9/71/14):
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
k
linisch funktionell zurzeit asymptomatischer
Spondylolisthesis
vera
L5/S1
Meyerding
I,
praesacrale
Osteochondrose
Cervicovert
ebrales
Syndrom – klinisch-funktionell zurzeit weitgehend asymptomatisch bei röntgenologisch fortgeschrittenen
bisegmentalen
Osteochondrosen
und reaktiven
Spondylolysen
C5/6 und C6/7 sowie bei MRI-gesicherter Diskushernie C3/4 (05/2013)
Beginnende Handwurzelarth
r
ose beidseits (
Scaphoid
/
Trapezium
)
Anpassungsstörung ICD-10 F43.2 (Mobbingproblematik entsprechend psy
chiatrischer Berichters
tattung Dr.
C._
24.06.2013)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden genannt (Urk. 9/71/14 f.):
Beginnende mediale Gonarthrose beider Kniegelenke (Röntgenbefund) – klinisch-funktionell zurzeit asymptomatisch
Intoleranz auf Milchprodukte und andere
Allergisches Asthma
Anamnestisch Kolitis
Status nach Hysterektomie 2010
Missbrauch von Benzodiazepin
(
ICD-10 F13.1
)
Autonome
somatoforme
Störung
(
ICD-10 F45.4
)
Rezidivierende Depression, derzeit remittiert
(
ICD-10 F33.4
)
Probleme am Arbeitsplatz
(
ICD-10 Z56
)
Spannungskopfschmerz
Status nach Apoplex 2008
Sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits, hochbetont mittleren Grades
Hörverlust rechts 36 %, links 23 %
Status nach beidseitiger Hörgeräteversorgung Dezember 2012
Chronischer
Dauertinnitus
beidseits seit 2004, wahrscheinlich im Rahmen des
sensorineuralen
Hörverlustes zu interpretieren
Unter dem Titel
„
Synthese aus allen
untersuchten
Fachgebieten nach
Konsens vom 24.04.
2014
“
wurde ausgeführt, die Anpassungsstörung sei isoliert im Hin
blick auf den tatsächlichen letzten Arbeitsplatz zu betrachten. Anderweitige Tätigkeiten als Bankangestellte seien uneingeschränkt möglich. Darüber hinaus bestünden aus überwiegend präventiven Gründen geringe Beeinträchtigungen von Seiten des orthopädischen Fachgebietes. Es handle sich um teils fortge
schrittene röntgenpathologische Befunde im Bereich der Hals- und
Lendenwir
belsäule
und beider Handwurzelgelenke mit einer aktuell nur geringen klinisch funktionellen Symptomatik. Die orthopädischen Befunde begründeten eine Minderung der Leistungsfähigkeit von 20 % (Urk. 9/71/15).
In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine globale Restarbeitsfähigkeit von 80 % bei vollem Pensum und einer orthopädisch begründeten Minderung der Leistungsfähigkeit von 20 %.
Der Beschwerdeführerin seien präventiv und zur Vermeidung von Beschwerdeprovokationen folgende orthopädisch reduzierte Tätigkeiten (
Belas
tungs
-/Ressourcenprofil) zumutbar: Leichte Arbeiten, wechselbelastend mit der Möglichkeit, die Arbeitsposition jeweils in einem freien Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Umhergehen ändern zu können. Zu meiden seien Arbeiten in Zwangshaltungen für die Halswirbelsäule (HWS) und für die Lendenwirbelsäule (LWS), z.B. auch mehrstündige ununterbrochene Bildschirmarbeiten. Gelegentli
che PC-Arbeiten seien möglich. Repetitive Bewegungsanforderungen an den Rumpf seien zu meiden. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 10
kg limitiert. Tätigkeiten, welche ein ständiges festes Zupacken, Festhalten oder auch Feinarbeiten mit den Händen voraussetzten, seien ungünstig und würden Handwurzelbeschwerden provozieren. Wegen der beidseitigen Schwer
hörigkeit
bestehe
die Notwendigkeit eines von Störgeräuschen freien A
rbeits
platzes
. Die Beschwerdeführerin sollte nicht in einem Grossraumbüro unterge
bracht sein. Ideal wäre ein Einzelbüro oder zumindest ein Mehrpersonenbüro mit einem gewissen individuellen Schallschutz um den eigenen Arbeitsplatz herum (Urk. 9/71/16).
Die Gutachter hielten sodann fest,
Dr.
C._
habe der Beschwerdeführerin im September 2013 aufgrund der multiplen körperlichen Schmerzzustände auf
grund der Arthrose, des Zustands nach Steissbeinfraktur sowie der Depression eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Offenbar sei sie damals noch deut
lich depressiv verstimmt gewesen. Seither habe eine deutliche Besserung der Depression stattgefunden. Arztberichte seit September 2013 lägen nicht mehr vor, so dass nicht festgestellt werden könne, ab wann sich die Depression deut
lich gebessert habe. Eine präzise Rückdatierung einer orthopädisch begründeten
Minderung der Arbeitsfähigkeit sei anhand der vorliegenden Akten und aus der Anamnese nicht möglich. Es werde daher vorgeschlagen, ab dem Datum der Auflösung des letzten Arbeitsvertrages von einer Restarbeitsfähigkeit aus ortho
pädischer Sicht von global 80 % auszugehen. Die Prognose gelte mittelfristig als günstig. Naturgemäss sei allerdings im Laufe der Jahre mit einem Voran
schreiten der degenerativen
skelettären
Veränderungen zu rechnen. Eine Re-Evaluation mache bei einer deutlich klinisch funktionell in den Vordergrund tretenden Symptomatik Sinn (Urk. 9/71/17).
Der
begutachtende Orthopäde führte aus, die allgemeine Mobilität sei
inspekto
risch
nicht beeinträchtigt, das Gangbild sicher und harmonisch. Die
Positions
wechsel
seien problemlos. Die circa 40minütige anamnestische Befragung werde problemlos sitzend toleriert
(Urk. 9/71/23). Die statischen Belastungsreserven der LWS, der HWS und beider Handwurzeln
seien infolge frühzeitiger degene
rativer
Aufbruchschäden
eingeschränkt. Röntgenologisch sei eine
Spondylo
listhesis
vera
L5/S1 identifiziert worden, welche möglicherweise und irrtümlich in den früheren Dokumentationen als Steissbeinfraktur interpretiert worden sei. Das Steissbein selbst sei röntgenanatomisch vollständig intakt dargestellt. Die radiologisch am 28. Mai 2013 im MRI beschriebene kleine Diskushernie C3/4 trete klinisch-funktionell kaum in Erscheinung. Eine assoziierte Neuropatholo
gie liege nicht vor (Urk. 9/71/26).
Gegenüber dem begutachtenden Internist
en
schilderte die Beschwerdeführerin ihren Tagesablauf und die Freizeitgestaltung wie folgt: Sie stehe zwischen 07.00 und 08.00 Uhr auf, mache ihre Toilette und erledige die Hausarbeit. Bevor sie aus dem Haus gehe, kleide sie sich an, dann erledige sie Einkäufe, besuche manchmal ein Fitness-Studio und bringe das Mittagessen zu ihrer Mutter, wel
che in der Nähe wohne. Anschliessend spaziere sie oder fahre Velo. Nach ihrer Rückkehr nach Hause mache sie erneut Hausarbeiten. Lesen oder Arbeiten am PC könne sie nur sehr kurzfristig. Um 19.00 Uhr nehme sie manchmal ein Nachtessen ein, in der letzten Zeit esse sie häufig nichts mehr. Der Abend ver
gehe mit Fernsehen und Herumliegen. Zwischen 23.00 und 01.30 Uhr lege sie sich zur Nachtruhe hin. Mit
Temesta
schlafe sie gut ein und werde bloss wegen Ny
k
turie oder Wallungen geweckt (Urk. 9/71/30
; vgl. auch den gegenüber dem begutachtenden Neurologen [Urk. 9/71/37] und dem begutachtenden Psychiater [Urk. 9/71/45]
ähnlich
geschilderten Tagesablauf).
Der Facharzt für Neurologie hielt in seinem Teilgutachten fest, es sei von erheblicher Schwerhörigkeit beidseits auszugehen, welche mit Hörgeräten nicht opti
mal versorgt werde.
Die
Umgangssprache werde aber in der
Untersuchungs
situation
ohne Einschränkungen gut verstanden, so dass aus der Schwerhörig
keit keine Leistungsminderung resultiere. Die Beschwerdeführerin berichte über Schmerzen im Steissbein und in beiden Oberschenkeln. Deshalb könne sie nicht lange sitzen. Bei der durchgeführten Exploration sitze sie aber über 90 Minuten, ohne im Weiteren irgendwelche verbalen oder nonverbalen Schmerzen anzuge
ben. Die neurologische Untersuchung zeige im Bereich des Rückens keinerlei Auffälligkeiten, sodass davon ausgegangen werden könne, dass Schmerzen in den angegebenen Bereichen, sollten sie bestehen oder bestanden haben, derzeit nicht relevant seien (Urk. 9/71/40). Betreffend den Schlaganfall im Jahre 2008 zeige sich kein umschriebenes neurologisches Defizit. Die übermittellebhaften Reflexe sprächen für einen gesteigerten vegetativen Tonus im Rahmen der psy
chiatrischen Grunderkrankung (Urk. 9/71/41).
Der
begutachtende Psychiater hielt zum Affekt Folgendes fest: Die
Stimmungs
lage
sei ausgeglichen, die affektive Auslenkbarkeit
und Schwingungsfähigkeit seien leicht eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin berichte völlig frei und ohne Einschränkungen. Rasch komme ein Dialog zu Stande, der auch von der Beschwerdeführerin unterhalten und vorangetrieben werde. Nur beim Anspre
chen der als „Mobbing“ erlebten Situation am Arbeitsplatz zeige sie sich kurz depressiv verstimmt, sie vergiesse Tränen und die Stimme werde brüchig. Rasch kehre sie aber wieder in die ursprüngliche, weitgehend unauffällige affektive Ausgangslage zurück (Urk. 9/71/47). Der Gutachter äusserte sich angesichts der Vorgeschichte verwundert über das aktuelle Auftreten der Beschwerdeführerin. Offenbar sei durch die bisherige psychiatrische Behandlung die depressive Symptomatik fast vollständig zum Verschwinden gebracht worden. Die vormals diagnostizierte rezidivierende Depression sei fast vollständig remittiert. Das jetzige Bild entspreche einer leichten Anpassungsstörung. Soweit aus den Akten zu entnehmen
sei
, habe bisher keine befriedigende Erklärung für die Schmerzen im Bereich des Steissbeins und in den Schultern gefunden werden können. Angesicht
s
der Vorgeschichte mit häufigen Schlägen in der Kindheit sei dies als autonome
somatoforme
Störung zu diagnostizieren. Diese sei allerdings gering ausgeprägt (Urk. 9/71/49).
Zudem zeige sich keine andere psychische Komorbi
dität, zum Beispiel keine ausgeprägte Depression von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Auch andere schwere chronische
Begleit
erkrankungen
liessen sich nicht feststellen. Die Beschwerdeführerin sei aktiv, habe selbst eine andere Ausbildung begonnen, plane, in einigen Monaten als Masseurin zu arbeiten
,
und versorge ihre Mutter. Somit sei kein sozialer Rückzug festzustellen. Auch sei kein verfestigter Verlauf der Erkrankung fest
zustellen. Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin heute allenfalls noch leicht depressiv im Rahmen ihrer An
passungsstörung wirke, sei sodann
von guten Behandlungsergebnissen auszugehen. Die Einschätzung
des zuletzt
behandelnden Psychiaters, wo sich die Beschwerdeführerin nach ihren eigenen Angaben zuletzt Ende 2013 vorgestellt habe, und des
Z._
seien aus heutiger Sicht in keiner Weise nachvollziehbar. Vermutlich habe sich in den letzten Monaten weiter eine deutliche Verbesserung des psychischen Befundes ergeben (Urk. 9/71/49).
4
.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom 9. September 2014 im Wesentlichen aus, es treffe auch heute noch zu, dass bei der Beschwerdeführerin ein wechselhafter Verlauf mit ungünstiger Prognose bestehe.
Sie leide unter wiederkehrenden Depressio
nen, die vor allem in Belastungssituationen reaktiviert würden, wobei als Aus
löser äusserer Druck, aber auch ihre diversen Schmerzzustände angesehen wer
den könnten. Trotz langjähriger, intensiver Behandlung mittels psychologischer und pharmakologischer Methoden hätten die Rezidive bis heute nicht verhindert werden können, die letzte grössere und längere depressive Phase habe von Februar bis April 2014 gedauert und sei erneut hochdosiert medikamentös behandelt worden. Als beste Therapie habe sich ihre Ausbildung in Wellness-Ma
ssage herausgestellt. Diese Aufg
abe im Kontakt mit Menschen habe ihr eine gewisse Befriedigung und Stabilität gegeben. Allerdings sei der zeitliche Einsatz aufgrund der diversen schmerzhaften körperlichen Einschränkungen sehr beschränkt auf circa 2-3 Stunden pro Tag.
Eine erneute Tätigkeit im Büro komme weder aus psychiatrischen noch aus körperlichen Gründen in Frage. Die Beschwerdeführerin könne bestenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreichen (Urk. 9/83).
4
.3
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie, hielt im Bericht vom 8. Januar 2015 fest, er behandle die Beschwerdeführerin aufgrund einer beidseitigen
Peritrapezialarthrose
(an den Händen). Eine
Trapeziumresek
tionsarthroplastik
rechts sei für den 20. Januar 2015 und links circa 2 Monate später vorgesehen. Auf Grund der Operationen resultiere eine Arbeitsunfähigkeit von je circa 10 Wochen, insgesamt also ungefähr 20 Wochen. Danach sollte der Daumen wieder voll einsetzbar sein. Auf Grund dieser Diagnose resultiere keine
bleibende Invalidität (Urk. 9/86/6
).
4
.4
Im Bericht vom 7. April 2015 stellte
Dr.
C._
die Diagnose einer rezidivieren
den depressiven Störung, nach schwerer Episode (ICD-10 F33.2) momentan mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), seit Juni 201
2. Dr.
C._
verwies
auf seine Berichte vom 9. September 2014 und vom 19. September 2013 und erklärte, diese hätten noch immer ihre volle Gültigkeit. Die eine Hand sei inzwischen aufwändig operiert worden (
Dr.
D._
), und der Eingriff
an
der zweiten Hand stehe bevor. Das Resultat sei bis heute nicht befriedigend
, die
Beschwerdeführerin leide unter Schmerzen und Einschränkungen. Dies wiede
rum habe Auswirkungen auf die von der Beschwerdeführerin absolvierte Aus
bildung in therapeutischer Massage. Wegen der Handprobleme sei auch diese Arbeitsintegration gescheitert, und die Beschwerdeführerin sei abermals in eine tie
fe, lange Depression gefallen. S
ie werde weiterhin intensiv betreut, auch mit hoch dosierten Antidepressiva. Die Beschwerdeführerin sei im Februar 2015 am Rande eines Suizids gestanden, eine erneute psychiatrische
Hospitalisation
habe aber durch die Aufnahme und Pflege bei ihrem Bruder abgewendet werden können. Eine geeignete Eingliederung sei bei der Beschwerdeführerin bei der komplexen Situation beim besten Willen nicht zu sehen, so sehr sich die Beschwerdeführerin den Erhalt einer gewissen Restarbeitsfähigkeit auch wün
sche. Sie sei arbeitsunfähig und es bestehe auch keine realistische Möglichkeit einer beruflichen Massnahme oder Eingliederung. Ihr sei deshalb eine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 9/91/1-7).
5
.
5
.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten
der
A._
vom
28. April 2014 (Urk.
9/71
) vermag
die an eine beweiskräftige ärztli
che Expertise
gestellten Anforderungen voll
umfänglich zu erfüllen (E. 1.6
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfas
s
ende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwer
den und begrün
deten ihre Einschätzu
ng in nachvollzieh
barer Weise sowie in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
. Die Gutachter
legten die medizinischen Zusam
men
hänge und die medizinische Situat
ion einleuchtend dar und begrün
deten ihre Schlussfolge
rungen nachvoll
ziehbar. Dem Gutachten kommt somit volle Beweis
kraft zu.
5
.2
Der Umstand, dass der begutachtende
Orthopäde kein
e neuen Röntgenbilder anfertigen liess
,
vermag
den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern
. Die
dem Gutachter
zur Verfügung stehenden Röntgenaufnahmen waren
nicht ver
altet
,
d.h.
zwischen 11 und 13 Monate
alt (Urk. 9/
71/25). Grundsätzlich steht es
sodann
im Ermessen des Gutachters, welche Untersuchungen er als notwendig erachtet oder nicht.
Dass er vorliegend auf neue bildgebende Abklärungen ver
zichtete, ist nicht zu beanstanden,
insbesondere
da die Beschwerdeführerin
zu diesem Zeitpunkt
nicht über neu hinzugetretene Beschwerden geklagt hatte und
sich
radiologisch
erhobene Veränderungen im (degenerativen)
Wirbelsäulenbe
fund
nicht notwendigerweise im Ausmass der funktionellen Einschränkung niederschlagen. Es gehört daher zur Aufgabe des Gutachters, den Befund anhand der Klinik zu überprüfen und dessen Auswirkungen bei der Untersu
chung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu gehören insbesondere auch
Angaben zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Konsistenz der gemachten Angaben, wie auch Hinweise, welche zur Annahme von Aggravation führen (Urteil 8C_282/2012 des Bundesgerichts vom 11. Mai 2012 E. 5).
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die von
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, im Bericht vom 9. Dezember 2015 (Urk. 3/6) geübte
Kritik am Gutachten fehlgeht, da
Dr.
E._
keinen
von ihm erhobenen Befund beschrieb
, sondern seine Ein
schätzung bloss auf den radiologischen Befund vom 11. November 2015 (Bericht der Radiologie der
F._
vom 12. November 2015 [Urk. 3/5])
stützte, welcher für sich allein
e
keine Rückschlüsse auf die Arbeitsfä
higkeit zulässt.
Im Übrigen kann dem begutachtenden Orthopäden nicht vorge
worfen werden, er habe die
von ihm
erhobenen Befunde
in seiner Beurteilung
nicht berücksichtigt. Er
schätzte
die
Beschwerden betreffend den Bewegungs
apparat als
(teilweise)
erklärbar
ein
und begründete damit eine 20%ige Minde
rung der Leistungsfähigkeit. Auch erstellte er ein Belastungsprofil
für eine angepasste Tätigkeit, damit
Beschwerdeprovokationen
vermieden werden könnten
(Urk. 9/71/26).
Ferner wies er darauf hin, dass im Verlauf der nächsten Jahre mit einem kontinuierlichen Voranschreiten der degenerativen Schäden am Bewegungsapparat zu rechnen sei und eine Re-Evaluation bei einer klinisch in Erscheinung tretenden Progredienz der Symptomatik erforderlich werde (Urk. 9/71/27). Von einer klinisch in Erscheinung tretenden Progredienz
konnte
Dr.
E._
allerdings nicht
berichten
(Urk. 3/6).
Zu erwähnen bleibt no
ch, dass die Beschwerdeführerin, welche angab, nicht lange sitzen zu können (vgl. auch Urk. 1 S. 11),
anlässlich der
neurologischen Untersuchung
in der Lage war,
über 90 Minuten
zu sitzen
, ohne im Weiteren irgendwelche verbalen oder n
onverbalen Schmerzen anzugeben
(Urk. 9/71/40).
Auch die circa 40minütige anamnestische Befragung des Orthopäden wurde problemlos si
tzend toleriert (Urk. 9/71/23; i
n Bezug auf die übrigen Untersuchungen fehlen entsprechende Hinweise
)
.
Der
im Beschwerdeverfahren eingereichte
Bericht
(Urk. 15/3) von Dr.
med. G._
, Facharzt FMH für Rhe
umatologie,
worin ebenfalls zur gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit Stellung genommen wird,
datiert vom 19. August 2016 und ist
daher
im vorliegenden
Beschwerdever
fahren
nicht mehr zu berücksichtigen (E. 1.7).
Es ist aber darauf hinzuweisen, dass in der Anamnese von einem unveränderten Beschwerdebild berichtet wurde.
5
.3
Ein Widerspruch im Gutachten betreffend die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung (Urk. 1 S. 19) lässt sich nicht erkennen. Der begutachtende Psychiater äusserte sich lediglich zu den
jenigen Beschwerden, welche
somatisch nicht hinreichend erklärbar
waren
,
und diagnostizierte in diesem Zusammen
hang
angesichts der Vorgeschichte mit häufigen Schlägen in der Kindheit
eine
autonome
somatoforme
Störung, welche allerdings gering ausgeprägt sei (Urk. 9/71/49).
Dies steht nicht im Widerspruch zur Feststellung des begutach
ten
den
Orthopäden, d
ass die Beschwerden, soweit sie
den Bewegungsapparat beträf
en
,
morphologisch erklärbar seien (Urk. 9/71/26).
Aus seiner
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
erhellt, dass er die objektivierbaren Schmerzen durchaus berücksichtigte, im Übrigen aber nicht auf die subjektiven Schilderungen der Beschwerdeführerin abstellte.
Was die autonome
somatoforme
Störung anbe
langt, ist sodann festzuhalten, dass die Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurde, was bei einer Prüfung anhand der Indikatoren von BGE 141 V 281 nachvollziehbar erscheint, zumal nicht davon auszugehen ist, die Beschwerdeführerin sei am Rand ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit. Der Tagesablauf der Beschwerdeführerin
(E. 4
.1)
lässt auf einige vorhandene Ressourcen schliessen.
5
.4
Auf die Beurteilung des
sowohl vor der Begutachtung als auch danach
behan
deln
den Psychiaters
Dr.
C._
kann sodann nicht abgestellt werden. Der begut
achtende Psychiater äusserte sich angesichts der Vorgeschichte verwun
dert über das aktuelle Auftreten der Beschwerdeführerin. Offenbar sei durch die bisherige psychiatrische Behandlung die depressive Symptomatik fast vollstän
dig zum Verschwinden gebracht worden. Die vormals diagnostizierte rezidi
vierende Depression sei fast vollständig remittiert (Urk. 9/71/49). Die Einschätzung des zuletzt behandelnden Psychiaters, wo sich die Beschwerde
führe
rin nach ihren eigenen Angaben zuletzt Ende 2013 vorgestellt habe, sei in keiner Weise nachvollziehbar (Urk. 9/71/49).
Im Übrigen ist
in Bezug auf die Berichte von Dr.
C._
de
m Umstand Rechnung zu tragen
,
dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5
.5
Weiter wurde e
ine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Trübungen der Augen
von einem Facharzt der Ophthalmologie nie attestiert
.
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Ophthalmologie, hielt in ihrem Bericht vom 9. Januar 2013 fest, gegen solche Glaskörpertrübungen könne man nichts machen, damit könne man aber leben (Urk. 9/26).
5
.6
Nach der durchgeführten Operation an der rechten Hand
durch Dr.
D._
(E. 4
.3)
begab sich die Beschwerdeführerin
neu
zu
Dr.
med.
I._
, Fachärztin FMH für Handchirurgie und Orthopädische Chirurgie
,
in Behand
lung. Diese führte in ihrem
– im Beschwerdeverfahren eingereichten –
Bericht vom 27. Januar 2016
(Urk. 15/1)
aus, im Vordergrund stünden Klagen über
persistierende Schmerzen im Bereich des operierten rechten Daumens ausge
hend von der Daumenbasis, vor allem bewegungs- und belastungsabhängig, welche anders seien als die präoperativ geklagten Schmerzen. Dadurch
bestün
den
eine erhebliche funktionelle Einschränkung sowohl für feinmotorische Tätigkeiten wie auch für längeres Arbeiten mit der Maus als auch ein
Kraftver
lust
.
Auf der rechten, operierten Seite bestünden zwei Problemkreise. Einerseits dürfte mindestens ein Teil der geklagten Schmerzen von der persistierenden Arthrose zwischen
Scaphoid
und Trapezoid ausgehen. Hier käme grundsätzlich die
Reoperation
mit
Hemitrapezektomie
und Interposition eines Seh
n
enstreifens infrage, mit an sich guten Erfahrungen bei diesem Vorgehen. Vorgängig zu einer solchen Behandlung sei es aber sinnvoll, das Gelenk zwischen
Shaphoid
und Trapezoid unter
Bildwandlerkontrolle
mit Lokalanästhe
sie und je nach Wunsch
der Beschwerdeführerin auch mit Steroiden zu infiltrieren. Sollte sich dabei eine relevante Besserung zeigen, könnte eine ähnliche Wirkung von einer
Reoperation
erwartet werden. Leider sei nicht dokumentiert, ob die Beschwer
deführerin bereits präoperativ dieses ungünstige Greifmuster aufgewiesen habe. Von ihr selbst werde dies negiert. Jedenfalls müsste hier mit
Schienenan
passungen
und ergotherapeutischem Training versucht werden, das Greifmuster zu ändern. Auf der linken Seite w
ürden
in erster Linie NSAR lokal (
Flector
-Pflaster) und die ergotherapeutische Schienenversor
gung vorgeschlagen. Als nächster
Schritt könne allenfalls eine Steroidinfiltration, insbesondere des STT
Gelenkes,
durchgeführt werden;
ultima
ratio
sei eine Operation
. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Resultate deutlich besser seien, wenn bei gleichzeitiger STT-Arthrose die Trapezektomie und
Aufhängeplastik
mit einer
Hemiresektion
des Trapezoids kombiniert
würden
.
Bezüglich der Problematik der Hände bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 75 %. Vorstellbar wäre z.B. ein Einsatz circa zwei Stunden pro Tag in einer leichteren Tätigkeit wie die Betreu
ung von Kindern am Mittagstisch, Aufgabenhilfe oder Ähnliches. In einer Bürotätigkeit sei die Beschwerdeführerin derzeit nicht arbeitsfähig.
Von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit g
ing bereits
Dr.
D._
aus (E. 4
.3).
Offensichtlich bestehen auch gemäss Dr.
I._
weitere
Behand
lungsoptionen
, weshalb nicht von einer längerdauernden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden kann.
5
.7
Der Schlussbericht des Stellennetzes vom 18. Februar 2016 (Urk. 15/2)
eignet sich sodann
nicht,
um
an der Verwertbarkeit des Gutachtens etwas zu ändern, zumal darin vorwiegend
bloss
die subjektiven Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin wiedergegeben werden.
5.8
Nach dem Gesagten ist auf das Gutachten der
A._
abzustellen, womit
erstellt
ist
,
dass de
r Beschwerdeführerin
jedenfalls im Zeitpunkt
dieser
polydis
ziplinären
Begutachtung, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits einige Monate früher,
bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E.
1.2 mit Hinweisen)
eine
100
%ige Arbeits
tätigkeit
als Bankangestellte
zumutbar war
.
Zu berücksichtigen ist das von den Gutachtern erstellte Belastungsprofil beziehungsweise die damit einhergehende 20%ige Leistungsminderung.
6
.
Daraus folgt, dass
zur Bemessung des Invaliditätsgrades
ein
Prozentvergleich vorgenommen werden kann. Entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde, wonach die Reduktion des Arbeitspensums aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei (Urk. 1 S. 25), gab die Beschwerdeführerin anlässlich des
Standort
gesprächs
vom 19. Oktober 2012 an, das Pensum vor einigen Jahren auf 90 % reduziert zu haben, um ihrem Hobby mehr Zeit widmen zu können (Urk. 9/8/2). Dementsprechend
ist davon auszugehen, dass
sie auch
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in einem freiwillig reduzierten Pen
sum von 90
% erwerbstätig wäre.
Damit wird ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % nicht einmal bei einem
maximalen, vorliegend nicht gerechtfertigten,
Abzug von
2
5
% erreicht (
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
18
% [= {100 % - 80 %} x 90 %] plus Abzug von
20
% [= 25 % von
80
%] ergibt
38
%)
.
Demzu
folge besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Für die Zeit vom 1. Juni 2013 bis zum 31. Dezember 2013 ist die der Beschwerdeführerin zugesprochene ganze Invalidenrente hingegen zu bestätigen, was indes auch nicht strittig ist.
7
.
Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden, was zur
Abwei
sung der Beschwerde führt, soweit darauf einzutreten ist.
8
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).