Decision ID: ecc61e29-188f-453a-80cf-d284d6815647
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Geldwäscherei
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht, vom 10. September 2020 (GB200005)
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Anklage:
Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 7. April 2020
(Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 39 S. 24 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Die Beschuldigte A._ ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1
StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 10.–,
entsprechend CHF 900.–, sowie mit einer Busse von CHF 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an
deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
4. Die Privatkläger 1 (B._) und 2 (C._) werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 900.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 800.00 Gebühr Vorverfahren;
Fr. 8'369.70 amtliche Verteidigung Rechtsanwältin MLaw X._ (inkl. Barauslagen und MwSt.);
Fr. 10'069.70 Total
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die Entscheid-
gebühr auf zwei Drittel.
6. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren) sowie des gerichtlichen Verfahrens,
einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt,
diejenigen der amtlichen Verteidigung indessen einstweiligen auf die Gerichtskasse ge-
nommen. Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
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7. [Mitteilungssatz]
8. [Rechtsmittel]"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 58 S. 2):
1. Ziff. 1, 2, 3 und 6 des Urteils vom 10. September 2020 seien aufzuheben.
2. Die Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
3. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren beider
Instanzen, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf
die Gerichtskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich)
Kein Antrag

Erwägungen:
I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-
dung von Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid verwiesen werden (Urk. 39 S. 3 E. I.).
1.2. Die Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 10. September 2020
gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und
bestraft. Gegen dieses Urteil liess sie mit Eingabe vom 17. September 2020 frist-
gerecht Berufung anmelden (Urk. 34 A). Die Berufungserklärung der Beschuldig-
ten vom 18. Februar 2021 ging ebenfalls innert Frist bei der Berufungsinstanz ein
(Urk. 42; vgl. dazu Urk. 37). Mit Präsidialverfügung vom 24. Februar 2021 wurde
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den Privatklägern sowie der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung zuge-
stellt, diesen Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet
ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen sowie um zum Beweisantrag
der Beschuldigten (Gutachten zur Schuldfähigkeit) Stellung zu nehmen. Weiter
wurde die Beschuldigte aufgefordert, dem Gericht ein Datenerfassungsblatt sowie
diverse Unterlagen einzureichen (Urk. 44). Mit Eingabe vom 12. März 2021 ver-
zichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung und nahm zum Be-
weisantrag Stellung (Urk. 46). Mit Eingabe vom 22. März 2021 liess die Beschul-
digte die verlangten Unterlagen einreichen (Urk. 48-50/1-5). Mit Präsidialverfü-
gung vom 1. April 2021 wurde der Beweisantrag abgelehnt (Urk. 51).
1.3. Am 28. Juni 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die
Beschuldigte in Begleitung ihrer amtlichen Verteidigerin erschien (Prot. II S. 5 ff.).
2. Was den Umfang der Berufung anbelangt, so blieben die Dispositiv-Ziffern 4
und 5 des vorinstanzlichen Entscheids unangefochten. In diesem Umfang er-
wuchs dieser in Rechtskraft, was mit Beschluss festzuhalten ist. Im Berufungsver-
fahren zur Disposition stehen damit die Dispositiv-Ziffern 1-3 und 6 des vo-
rinstanzlichen Entscheids.
3. In prozessualer Hinsicht gilt sodann Folgendes: Soweit für die tatsächliche
und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen
der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4
StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. Weiter ist an dieser
Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör die Pflicht des
Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Die Begründung muss kurz die
wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen
und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich aber auf die wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatsächli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen und diese
widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken. Ein unverhältnismässiger Motivationsaufwand kann nicht eingefor-
dert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der Weise auslegen,
dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde (vgl. dazu statt
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Weiterer Urteil des Bundesgerichtes 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019
E. 1.5.2., mit Hinweisen).
II. Schuldpunkt
1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus dem beigehefteten Strafbefehl,
darauf kann verwiesen werden. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass
der äussere Sachverhalt erstellt und der objektiv Tatbestand im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 1 StGB erfüllt ist (Urk. 39 S. 3 f. E. II.1. und S. 6 f. E. III.1.). Mit
dem in diesem Zusammenhang erhobenen Einwand der Verteidigung, wonach
die Beschuldigte nicht als Täterin gehandelt habe, sondern durch eine unbekann-
te Täterschaft als Tatmittlerin missbraucht worden sei, weshalb mangels Tatherr-
schaft keine objektive Tatbestandsmässigkeit gegeben sei, hat sich bereits die
Vorinstanz unter Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung zutreffend ausei-
nandergesetzt (a.a.O., S. 4 f. E. II.2.1.), auch darauf kann ergänzungslos verwie-
sen werden.
2. Die Beschuldigte bestreitet den inneren Sachverhalt bzw. die subjektive Tat-
bestandsmässigkeit. Sie sagte aus, sie habe nicht in Betracht gezogen, dass die
von einem Konto der beiden Privatkläger auf ihr Konto bei der D._ transfe-
rierten Fr. 26'958.04 aus einer verbrecherischen Handlung stammen könnten
(Urk. 6/3 F/A 43; Prot. I S. 11 ff.) bzw. liess durch ihre Verteidigung geltend ma-
chen, sie habe nicht eventualvorsätzlich gehandelt (Urk. 31 S. 2 ff.; Urk. 58
S. 4 ff.). Sie liess dazu insbesondere ausführen, sie bestreite nicht, dass sie aus
heutiger, nicht angstbehafteter Sicht aufgrund der Umstände hätte misstrauisch
werden können. Sie habe sich aber zum Tatzeitpunkt nicht in einem stabilen, be-
sonnenen Zustand sondern in einer völligen Panik befunden und sei in diesem
Moment nicht in der Lage gewesen, einen klaren Gedanken zu fassen. Die einzi-
ge Möglichkeit, aus der für sie sehr beängstigenden Situation zu entkommen, ha-
be sie darin gesehen, den Auftrag auszuführen. Da sie aufgrund ihres Zustands
nicht die Möglichkeit besessen habe, die Warnhinweise zu erkennen, könne ihr
auch kein eventualvorsätzliches Handeln vorgeworfen werden (Urk. 31 S. 10; Urk.
58 S. 4 ff.).
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3. Die Vorinstanz hat die wesentlichen rechtlichen Grundlagen zur subjektiven
Tatbestandsmässigkeit im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB richtig dargestellt
(Urk. 39 S. 7 E. III.2.1), darauf kann verwiesen werden. Auch auf die in diesem
Zusammenhang gemachten zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen zu den
genauen Tatumständen und den dazu von der Vorinstanz angestellten, ebenfalls
zutreffenden Überlegungen (Urk. 39 S. 8-12 E. III.2.4.-2.8.) kann vorab verwiesen
werden. Aufgrund der erstellten äusseren Umstände (Arbeitsvertrag ohne persön-
liches Vorstellungsgespräch, Abklärungen des Leumunds und ihrer Fähigkeiten;
ungewöhnlich hoher Lohn bei geringer Arbeitsbelastung; Überweisung eines ho-
hen Geldbetrags auf ihr persönliches Bankkonto für angeblich geschäftliche Zwe-
cke; sehr detaillierte und auffällige Anweisungen, wie das Geld schnellstmöglich
in bar bezogen und unter falschen Angaben an eine ihr völlig unbekannte Adresse
in Russland zu verschicken ist) ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte be-
reits vor dem Bargeldbezug, spätestens aber vor dem Versand des Geldes nach
Russland merkte oder annehmen musste, dass der auf ihr persönliches D._-
Konto überwiesene Geldbetrag aus einem Verbrechen stammen könnte, womit
sie die verbrecherische Herkunft des Geldes zumindest in Kauf nahm. Ebenso
muss davon ausgegangen werden, dass die Beschuldigte in Kauf nahm, dass sie
durch den Bezug des überwiesenen Betrags in bar und dessen Weiterleitung an
eine Adresse in Russland die Wiederauffindung und Rückführung des Geldbe-
trags an die Geschädigten vereitelte oder zumindest massiv erschwerte. Die Be-
schuldigte gab denn auch in der polizeilichen Einvernahme vom
21. November 2019 zu Protokoll, die Überweisung sei für sie schon eigenartig
gewesen und ihr suspekt vorgekommen (Urk. 4/8 F/A 32 f.). Auch sei ihr suspekt
vorgekommen, dass sie deklarieren sollte, es befänden sich lediglich Fr. 20.– im
Couvert und dass sie die Anweisung erhalten habe, niemandem davon zu erzäh-
len (a.a.O., F/A 53). Weiter erklärte sie bei der Staatsanwaltschaft am
4. März 2020 – ebenfalls in Bezug auf die Einzahlung – es sei "irgendwie ko-
misch" gewesen. Es sei ein Gefühl gewesen, auf welches sie besser gehört hätte.
Sie habe einfach keine andere Möglichkeit gesehen. Es sei sehr viel Geld gewe-
sen. Sie habe blind ihren Auftrag erfüllt (Urk. 6/3 F/A 42). Die Beschuldigte stellte
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schliesslich auch nicht in Abrede, dass aufgrund der dargelegten Umstände bei
ihr "die Alarmglocken hätten läuten müssen" (a.a.O., F/A 69).
4. Die Beschuldigte macht geltend, sie habe wegen krankheitsbedingter Panik
Warnhinweise nicht erkennen können (Prot. I S. 11 ff. bzw. Urk. 31 S. 10 und
Urk. 58 S. 7). Dieser Einwand verfängt nicht. Wie dargelegt, führte sie selbst aus,
dass ihr der inkriminierte Vorgang eigenartig, suspekt und irgendwie komisch vor-
gekommen sei (vgl. dazu soeben unter E. II.3.) und nahm damit einschlägige
Warnsignale offensichtlich durchaus wahr. Im Übrigen kann auch in diesem Zu-
sammenhang auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 39
S. 11 f. E. III.2.8.), die sich mit diesem Einwand bereits umfassend und zutreffend
auseinandergesetzt hat.
5. Festzuhalten ist damit, dass sich die Beschuldigte im Sommer 2019 zwar in
einer herausfordernden persönlichen Situation befand. Der Umstand, dass sie
den Auftrag trotz der von ihr erkannten Warnsignale ausführte, ist indes nicht der
geltend gemachten psychischen Belastung zuzuschreiben, sondern dem Um-
stand, dass die Beschuldigte in der neuen Arbeit die Lösung ihrer finanziellen
Probleme sah und aufkommende Zweifel an der Rechtmässigkeit ihres Tuns aus
diesem Grund offenbar verdrängte. So erklärte sie vor Vorinstanz denn auch
selbst: "Ich wollte den Job richtig machen, da ich den Lohn haben wollte" (Prot. I
S. 12). Somit ist auch der subjektive Tatbestand im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1
StGB als erstellt zu betrachten.
6. Schliesslich ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Beschuldigte
im Tatzeitpunkt sehr wohl in der Lage war, ihre Handlungen zu reflektieren und
entsprechend zu handeln. Auch die Ausführungen ihres behandelnden Therapeu-
ten, welcher nicht eine eigentliche Aufhebung der Steuerungsfähigkeit beschreibt,
sondern vielmehr aufgrund seiner eigenen Annahme, dass die Beschuldigte nicht
willentlich und wissentlich eine strafbare Handlung begehe, und sie im Übrigen
eine intelligente und sehr differenzierte Frau sei, ausführt, es sei wahrscheinlich,
dass sie in einem "Notprogramm" gehandelt habe bzw. ein "Tunnelblick" vorgele-
gen habe, in welchem sie unter Ausblendung wichtiger Aspekte einfach gehandelt
habe (Urk. 28 S. 2). Dies vermag keine ernsthaften Zweifel an ihrer Schuldfähig-
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keit zu wecken. Zum gleichen Schluss führt auch der Umstand, dass die Beschul-
digte offenbar in der Lage war und ist, ihr Leben selbststimmt und vernunftge-
mäss zu führen und lediglich hinsichtlich des anklagten Vorganges geltend macht,
ihr habe die Steuerungsfähigkeit gefehlt. Weshalb dies aber ausgerechnet hin-
sichtlich dieses singulären Vorfalles der Fall gewesen sein sollte, wird nicht klar.
Weiter spricht auch der Ablauf der Tat, welche hinsichtlich der einzelnen Tathand-
lungen ebenfalls ein gesteuertes und überlegtes Vorgehen verlangte, klar gegen
die These der Beschuldigten, sie sei gänzlich schuldunfähig gewesen. Insgesamt
liegen demnach keine objektivierbaren Anhaltspunkte vor, welche Zweifel an der
Schuldfähigkeit der Beschuldigten wecken würden. Die Einholung eines entspre-
chenden Gutachtens konnte und kann entsprechend unterbleiben (vgl. dazu in
diesem Sinne auch Urk. 39 S. 13 E. III.3. sowie Urk. 51). Zu Ihren Gunsten kann
indessen von einer marginalen Verminderung der Schuldfähigkeit ausgegangen
werden, welche indessen weit davon entfernt ist, in den Bereich einer gänzlichen
Aufhebung zu fallen, und lediglich bei der Strafzumessung zu beachten sein wird.
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschuldigte sowohl die
objektiven als auch die subjektiven Tatbestandsmerkmale der Geldwäscherei im
Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB erfüllt hat, wobei von einer eventualvorsätzlicher
Tatbegehung auszugehen ist. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe
liegen nicht vor. Die Beschuldigte ist demnach wegen Geldwäscherei im Sinne
von Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen ist.
III. Sanktion
1. Die Beschuldigte setzt sich mit der Strafzumessung der Vorinstanz in keiner
Weise kritisch auseinander (Urk. 42 und Urk. 58).
2. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen und die Strafzumessungsregeln zu-
treffend dargelegt (Urk. 39 S. 15 E. IV.1. f.), darauf kann verwiesen werden.
3. Was die konkrete Strafzumessung betrifft, so hat die Vorinstanz zur subjek-
tiven und objektiven Tatkomponente sowie zur Täterkomponente ebenfalls zu-
treffende Ausführungen gemacht (Urk. 39 S. 16-19 E. IV.3. f.), auf die verwiesen
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werden kann. Ergänzend ist beim subjektiven Tatverschulden zugunsten der Be-
schuldigten zu veranschlagen, dass sie nicht direkt-, sondern eventualvorsätzlich
handelte. Die persönlichen finanziellen Verhältnisse der Beschuldigten haben sich
seither nicht Wesentlich verändert (Urk. 57 S. 1 f.). In Abweichung zum vo-
rinstanzlichen Entscheid strafmindernd zu berücksichtigen ist indessen die zu
Gunsten der Beschuldigten anzunehmende leichte Verminderung der Schuldfä-
higkeit. Dies rechtfertigt eine Reduktion der aufgrund der Tat- und Täterkompo-
nente sowie der auszufällenden Verbindungsbusse – mit der Vorinstanz (Urk. 39
S. 21 E. IV.7.3) – auf 90 Tagessätze festzusetzenden Geldstrafe um
15 Tagessätze auf 75 Tagessäze.
4. In Bezug auf die angezeigte Strafart und Tagessatzhöhe kann wiederum
vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 39
S. 19-21 E. IV.5. f.), diese sind ebenfalls zutreffend. Nicht zu beanstanden sind
sodann die vorinstanzlichen Ausführungen zur ausgefällten Verbindungsbusse
und der dafür festgesetzten Ersatzfreiheitsstrafe (Urk. 39 S. 21 E. IV.7. f.), auch
darauf kann verwiesen werden. Insgesamt erscheint eine Geldstrafe von
75 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie die Busse von Fr. 300.– angemessen.
5. Was den gewährten bedingten Vollzug der ausgefällten Geldstrafe und die
angesetzte Probezeit von zwei Jahren anbelangt, kann ebenfalls vollumfänglich
auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 39 S. 22 E. V.).
IV. Kosten
1. Die vorinstanzliche Kostenregelung ist ausgangsgemäss zu bestätigen.
2. Die Gebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.–
festzusetzen. Die Parteien tragen die Kosten im Berufungsverfahren nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte
unterliegt im Berufungsverfahren mit ihrem Antrag auf Freispruch. Leicht obsiegt
sie hingegen in Bezug auf die Strafhöhe, welche aufgrund der leichten Verminde-
rung der Schuldfähigkeit zu Ihren Gunsten angepasst wird. Es rechtfertigt sich, ihr
die Kosten des Berufungsverfahrens zu 5/6 aufzuerlegen und im Übrigen auf die
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Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind ebenfalls
zu 5/6 einstweilen und zu 1/6 definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Vorbe-
halten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschuldigten im Umfang von 5/6 nach
Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.
3. Die amtliche Verteidigerin der Beschuldigten, Rechtsanwältin MLaw
X._, reichte anlässlich der Berufungsverhandlung ihre Honorarnote mit der
Auflistung ihrer Aufwendungen und Auslagen im Berufungsverfahren ein
(Urk. 59). Diese sind ausgewiesen und erweisen sich als angemessen. Zu korri-
gieren ist lediglich die von der amtlichen Verteidigung auf vier Stunden geschätzte
Dauer der Berufungsverhandlung, welche tatsächlich nur ca. eine Stunde gedau-
ert hat (Prot. II S. 5 und 7), wobei der amtlichen Verteidigung darüber hinaus der
Hin- und Rückweg von je 30 Minuten sowie ca. eine Stunde Urteilsstudium bzw.
Nachbesprechung zu entschädigen ist. Dementsprechend ist Rechtsanwältin
MLaw X._ mit Fr. 3'500.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen.