Decision ID: 5398c686-10bc-4c48-beac-fc2d8cb3e1d2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959,
musste
aufgrund
eines Unfalls im Februar 1978 der
linke
Unterschenkel
amputiert werden, weshalb ihm
seit Mai 1978 eine Teilrente
der Unfallversicherung (Suva)
ausgerichtet wird.
(Urk. 6/18/20
)
.
I
m Anschluss an
eine
Lehre zum Elektronikmechaniker
bildete er sich
zum Ingenieur HTL in Elektronik, Mess- und Regeltechnik
weiter
(Urk. 6/9/4)
.
Zuletzt war er z
wischen 1999 und Juni 2003
an der Berufs
schule
Y._
als Dozent im Informatikbereich
erwerbs
tätig (Urk. 6/
93
/
22 f.
).
Am
22
.
Juni
2012 (Urk. 6/
10
) mel
dete sich der Versicherte aufgrund
einer
Fussprothese links, eines Ganglions am rechten Fuss und eines Verdachts auf eine
Brachialgie
in den Schultern und Händen bei der Eidgenössischen Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an. In medizinischer Hinsicht
holte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Berichte der behandelnden Ärzte
ein
und
zog
die Unfall
versicherungs
akten der Suva (Urk. 6/18) bei. Zudem
liess
sie
den Versicherten durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) orthopädisch
(Urk. 6/34)
untersuchen.
Mit Verfü
gung vom 6. Mai 2013 (Urk. 6/47)
verneinte
die IV-Stelle
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 31 %
einen Rentenanspruch (Urk. 6/47). Dagegen erhob der Versicherte am 3. Juni 2013 (Urk. 6/48/3-10) beim hiesigen Gericht Beschwerde, die mit Urteil vom 29. November 2014
(
Urk. 6/60;
Prozess Nr.
IV.2013.00517)
in dem Sinne gutgeheissen wurde, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur polydisziplinären Begutachtung, der Prüfung allfälliger Eingliederungsmassnahmen und anschliessendem neuem Entscheid an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde.
1.2
Nach der gerichtlichen Rückweisung der Sache holte die IV-Stelle zunächst den ärztlichen Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 13. März 2015 ein (Urk. 6/67).
Anschliessend gab sie
ein polydisziplinäres Gutachten der Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medi
zin, Orthopädie, Psychiatrie und Rheumatologie in Auftrag. Dieses wurde durch die Fachärzte der
A._
AG (nachfolgend:
A._
)
am
1
.
Dezember
2015 (Urk. 6/9
3
) erstattet. Mit Vorbescheid vom 16. Februar 2016 (Urk. 6/112) stellte die IV-Stelle
dem Versicherten
eine erneute Abweisung des Leistungsbegehrens aufgrund eines Invaliditätsgrades von 0 % in Aussicht. Nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Mai 2016 (Urk. 2) wie angekündigt.
2.
Mit Beschwerde vom 27. Mai 2016 (Urk. 1) beantragte der Beschwerdeführer die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung der Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung.
Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2016 (Urk. 5) beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 7. Juli 2016 (Urk. 7) wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und die Beschwerdeantwort zugestellt.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leis
ten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
1.4
Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt (
Abs.
1). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134
V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Mit der angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2016 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten. Sie führte dazu aus, ihre Abklärun
gen,
namentlich
das
A._
-Gutachten, hätten
ergeben
, dass
insbesondere
ein
chronifiziertes
Überlastungssyndrom beider Hände und eine traumatische Unterschenkelamputation links vorlägen. Dies führe in Berufen mit an
spruchsvollem körperlichem Anforderungsprofil zu erheblichen Einschrän
kungen. Körperlich eher leichte, wechselbelastende, überwiegend im Sitzen auszuführende Tätigkeiten, seien hingegen zumutbar. Dazu zähle auch die angestammte Tätigkeit als Ingenieur beziehungsweise
Ausbildner.
Mangels invaliditätsbedingter Erwerbseinbusse
bestehe
damit
kein Rentenanspruch
(Urk. 2 S. 2)
.
2.2
Demgegenüber beantragt
e
der Beschwerdeführer die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung der Sache zu weiteren Abklä
rungen
(Urk. 1 S. 1 f.)
. Er begründet
e
dies sinngemäss damit,
dass dem
A._
-Gutachten keine Beweiskraft zukommen könne, da es den Gutachtern an Fachkompetenz fehle
und
bei der Erstellung
des
Gutachtens ein wesent
liches Dokument nicht berücksichtigt worden sei
(Urk. 1 S. 2-4)
.
Er
bestreite
die gutachtliche Einschätzung,
dass
er
quantitativ
vollumfänglich arbeitsfä
hig sei
und
die
Heberden
-Arthrose keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Zudem
seien
im
orthopädische
n
Teilgutachten Aussagen von ihm
ent
halten
, die er
anlässlich der Begutachtung
nicht getätigt habe
(Urk. 1 S. 5 f.)
.
Schliesslich seien
in der angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2016 nahezu alle von ihm erhobenen Einwände
unberücksichtigt geblieben (Urk. 1
S. 6 f.
)
.
3.
Der Beschwerdeführer erhob sinngemäss die formelle Rüge, dass die Beschwer
degegnerin mangels Stellungnahme zu sämtlichen Einwänden gegen den Vorbescheid die Begründungspflicht und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG, Art. 57a
Abs.
1 IVG, Art. 29
Abs.
2 der Bundesverfassung) verletzt habe.
Die Verwaltung kann sich rechtsprechungsgemäss auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus
einandersetzen (BGE 124 V 180 E. 1a und E. 2b, 126 V 75 E. 5b/
dd
; Urteil des Bundesgerichts 8C_30/2016 vom 8. März 2016 E. 2 mit Hinweisen).
Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin auf das polydisziplinäre
A._
-Gutachten vom 1. Dezember 2015 abstellte und
der Versicherte
im
Einwandverfahren
keine neuen medizinischen Sach
verhalte vorgebracht
habe
(
Urk.
2). Die Begründung in der angefochtenen Verfügung ist im Vergleich zum Umfang der vom Beschwerdeführer erhobe
nen
Einwände eher knapp ausgefallen, wobei
die IV-Stelle sich nicht mit sämtlichen Argumenten auseinander
setzte
. Unter Berücksichtigung der vor
stehend zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist darin jedoch noch keine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör zu erblicken. Dem Beschwerdeführer war es
auch ohne Weiteres möglich, den Entscheid sach
gerecht anzufechten. Selbst wenn im Vorgehen der IV-Stelle dennoch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken wäre, wäre diese nicht derart schwerwiegend, dass eine Heilung im vorliegenden Verfahren, in welchem das Gericht den Sachverhalt und die Rechtslage frei überprüfen kann, aus
geschlossen wäre
(vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
und BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen). Damit ist die Verfügung materiell zu
über
prüfen.
4.
4
.1
Am 2. Oktober 201
3 (Urk. 6/52/6 f.
) ber
ichtete Dr. med.
B._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
Z._
über die Behandlung des Beschwerdeführers. Er
hätte
über
Schmerzen im Bereich der Schulter
geklagt
und sei
aufgrund
der aktuellen Situation
mit Schmerzen
verzweifelt
gewesen
. Er sei wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert
gewesen
. Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit
hätten
der Norm
entsprochen
. Anlässlich des Therapiegesprächs hätten sich Perse
verationen,
Eingeengtsein
, Danebenreden, Umständlichkeit und Manierismus gezeigt.
Dr.
B._
diagnostizierte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61).
Die somatoforme
Schmerzstörung
erfordere
eine psychoso
matische
Behandlung und
eine Reintegration des
Beschwerdeführer
s
in den Arbeitsmarkt sei
aufgrund
der Persönlichkeitsstörung nicht
möglich
(Urk. 6/52/6).
4
.2
In einem weiteren Bericht an
Dr.
Z._
vom 26. November 2013 (Urk. 6/87/8 f.) stellte
Dr.
B._
die Diagnosen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit
anankastischen
, paranoiden und narzisstischen Anteilen sowie eines Verdachts auf eine anhaltende Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Eine Therapie im ambulanten Rahmen halte
sie beim Beschwerde
führer für sinnlos. Sie habe ihm mitgeteilt, dass er
bei vorhandener
Behand
lungseinsicht
am meisten
von einer
psychotherapeutischen Behandlung der Persönlichkeitsstörung
in
einer psychiatrischen Klinik profitieren könnte. Eine
Rehabilitationshospitalisation
halte sie mittlerweile ebenfalls für sinnlos.
Sie
empfehle die Ausübung einer Erwerbstätigkeit sowie eine psychiatrische Begutachtung und einen IQ-Test.
Nachdem sie dies dem Beschwerdeführer mitgeteilt hätte,
h
ätt
e
dieser wutentbrannt
das Behandlungszimmer verlas
sen.
4
.3
Der Beschwerdeführer
wurde
vom 6. März bis 16. April 2014 in der Klinik
C._
stationär
behandelt.
Mit Austrittsbericht vom 30. Mai 2014 (Urk. 6/55/12-16)
stellten
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
E._
, Psychologe,
im Wesent
lichen
folgende Diagnosen
(Urk. 6/55/12)
:
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.40)
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit schizoiden und passiv-aggres
siven Anteilen (ICD-10: F61)
Zervikothorakales
Schmerzsyndrom
Unterschenkelprothese links bei Zustand nach Unfall 1978
Der Beschwerdeführer sei i
m
Zweierzimmer
aufgrund der für ihn ungewohn
ten
Nähe unter Druck gekommen
.
Darauf
habe
er
entsprechend seiner Per
sönlichkeitsstruktur reagiert, indem er fordernd und entwertend aufgetreten sei. Inhaltlich sei das Anliegen nach mehr Raum für sich bei
einer Persön
lichkeitsstörung mit
schi
zoiden Anteilen nachvollziehbar. Die Organisation eines
Zimmerwechsel
s
habe zu
eine
r
Entlastung
geführt
. Das vorwurfsvolle und eskalierende Auftreten mit einem nachvollziehbaren Anliegen habe sich
jedoch
bald wiederholt.
Der Beschwerdeführer habe die
problematische Beziehungsgestaltung
kritisch reflektieren
können. In der Folge sei es zu einer positiven Verä
nderung des Verhaltens gekommen,
weitere Eskalationen seien ausgeblieben und er sei entspannter geworden
.
Eine ähnliche Dynamik habe sich auch i
n der Patientengruppe gezeigt
(Urk. 6/55/13)
.
Seine Behand
lungsziele seien das
Verständnis und
die
Verbesserung der Schmerzsympto
matik
.
Bei Behandlungsschluss habe der Beschwerdeführer resümiert, dass er
trotz Zunahme der Schmerzbelastung
entspannter und weniger gestresst sei
. Dies stelle
eine bemerkenswerte Differenzierung von Schmerz und Wohlbe
finden dar. In der somatischen Behandlung bei
Dr.
med.
F._
sei eine
Druckdolenz
aller Finger
ge
lenke beider Hände aufgefallen. Die Beweglichkeit sei
endgradig
eingeschränkt gewesen.
A
n verschiedenen Tenderpoints des Körpers
habe eine
Druckdolenz
bestanden.
Bei b
eide
n
Schultern
sei die pas
sive Beweglichkeit nicht eingeschränkt gewesen
.
Hingegen
sei
en
sowohl
die Abduktion rechts
als
auch der Schürzengriff
endgradig
eingeschränkt gewe
sen.
D
ie Integration in ein multimodales Physiotherapieprogramm habe
keine
Schmerzreduktion
bewirkt
.
Aufgrund der deutlich eingeschränkten
körper
liche
n
Belastbarkeit
werde
eine erneute rheumatologische Standortbestim
mung empfohlen. Für die Dauer des Aufenthaltes und die
ersten
zwei Wochen
nach dem Austritt
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 6/55/15).
4
.4
Am
29. November 2014 (Urk. 6/60) beurteilte das hiesige Gericht den Sachver
halt als
bis anhin
nicht hinreichend abgeklärt, weshalb es die ange
fochtene Verfügung vom 6. Mai 2013 (Urk. 6/47) aufhob und die Sache zu
neuer Entscheidung nach
Einholung eines polydisziplinären Gutachtens der Fachdisziplinen
Orthopädie, Rheumatologie und Psychiatrie
an
die
Beschwerdegegnerin zurückwies
(Urk. 6/60/3)
.
D
ie
ses wurde von der Beschwerdegegnerin bei den
Fachärzte
n
der
A._
eingeholt (
Gutachten
vom
1. Dezember 2015
,
Urk. 6/93).
Aus allgemein-internistischer Sicht stellte
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, keine Diagnosen (Urk. 6/93/27-29).
Gegenüber dem rheumatologischen Gutachter,
Dr.
med.
H._
,
Facharzt für Rheumatologie,
klagte der Beschwerdeführer über Dauerschmerzen in der rechten Schulter
sowie im Bereich beider Daumenballen. Diese würden
sowohl am Tag als auch in der Nacht bestehen.
Während die Schmerzen i
n Ruhe
erträglich
seien
,
würden sie
bei Belastung zunehmen (Urk. 6/93/30).
Dr.
H._
diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifi
ziertes
Überlastungssyndrom beider Hände mit beginnender
Heberden
-Arthrose, eine
rechtsbetonte, beidseitige
Periarthropathia
humer
o
scapular
i
s
tendinotica
et
calcarea
sowie einen Status nach traumatischer Unterschen
kelamputation links im Jahr 1978 bei prothetischer Versorgung (Urk. 6/93/33). Er
beurteilte die rheumatologisch-pathologischen Befunde als äusserst mager. Die Wirbelsäulenuntersuchung habe
k
eine
funktionellen Einschränkungen
ergeben. Schmerzen
seien dabei
ausgeblieben und es hätten weder
spondylogene
noch
radikuläre
Zeichen festgestellt werden können.
Bei beidseitigen rechtsbetonten Schulterschmerzen sei die Rotation rechts nach innen und aussen vollumfänglich möglich
gewesen
, wobei endständig Schmerzen
aufgetreten seien
.
Auf der Ultraschall-Aufnahme seien zwar Kal
zifikationen, aber keine Ruptur der
Supraspinatussehne
ersichtlich. Dies zeige sich auch bei der klinischen Untersuchung. D
i
e beidseits vorhandenen
Heberden
-Knoten seien in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit nicht weiter limi
tierend.
Obwohl im Daumenballenbereich beider Hände dauerhafte Schmer
zen geschildert würden,
könnten keine Befunde erhoben werden. Eine Dis
krepanz zwischen den geklagten Beschwerden, vorwiegend in den Händen, aber auch in der rechten Schulter und der optimalen Funktion der Hände
,
sowie der relativ guten Funktion der Schulter
,
sei offensichtlich. Mit grösster Wahrscheinlichkeit handle es sich um ein
chronifiziertes
Überlastungssyn
drom ohne Defizite von Sensibilität, Motorik oder Funktion der Gelenke und Sehnen. Aus rheumatologischer Sicht bestehe sowohl für die ursprüngliche Tätigkeit als Ingenieur wie auch für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eines Ausbildners eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Schwere manuelle Tätigkeiten, wie zuletzt im Beschäftigungsprogramm des Sozialamtes, seien jedoch nicht zu empfehlen, da sie zu einer Exazerbation der Handschmerzen führen würden. Aufgrund der
verminderten Belastbarkeit des linken Beines bei Status nach Unterschenkelamputation 1978 seien auch rein stehende
oder
gehende Tätigkeiten sowie Arbeiten auf Leitern und Gerüsten nicht geeignet
(Urk. 6/93/34)
.
Gegenüber dem orthopädischen Gutachter,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
schil
derte der Beschwerdeführer Schmerzen
im Bereich des rechten Schultergelen
kes, im Bereich des rechten Daumengrundgelenks sowie
,
nach längeren monotonen Arbeiten
,
im Bereich beider Daumenballen (Urk
.
6/93/35).
Auf seinem Fachgebiet diagnostizierte
Dr.
I._
einen Status nach Unterschen
kelamputation links mit Prothesenversorgung, eine Schultereckgelenks
arthrose rechts sowie chronische, belastungsabhängige Handschmerzen beidseits bei beginnender Fingerendgelenksarthrose (
Heberden
-Arthrose). Diesen Diagnosen mass er einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei
(
Urk. 6/93/51). Er führte dazu aus, dass sich klinisch sowohl in der passiven als auch in der aktiven Bewegungsprüfung eine uneingeschränkte Mobilität im Bereich beider Schultergelenke gezeigt habe.
Palpatorisch
habe sich jedoch ein Druckschmerz über dem rechts
s
eitigen AC-Gelenk gezeigt, wel
cher in Lokalisation und Ausmass einer Schultereckgelenksarthrose
ent
sprochen habe. Obschon der Beschwerdeführer im Bereich beider Hand
flächen über einen Druckschmerz über dem Daumenballen geklagt habe,
habe
sich klinisch keine Schmerzsymptomatik im Bereich der beiden Dau
mengrundgelenke gezeigt. Im Bereich der Fingerendgelenke habe sich
bei uneingeschränkter Mobilität
eine begin
nende
Heberden
-Arthrose gezeigt.
Im Bereich des linken Beines liege ein beschwerdefreier Status nach Unterschen
kelamputation im Jahr 1978 mit anamnestisch sehr guter Anpassung der Unterschenkelprothese vor. Unter Würdigung dieser Untersuchungsbefunde bestehe aus orthopädischer Sicht
eine Einschränkung hinsichtlich der Belast
barkeit beider Hände, des rechten Schultergelenkes sowie des linken Beines (Urk. 6/93/52).
In einer behinderungsangepassten, wechselbelastenden, über
wiegend im Sitzen ausgeführten Tätigkeit bestehe seit dem 22. Juni 2012 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. In Würdi
gung der vorgelegenen Aktenlage,
insbesondere der Bildgebung
,
stimme er der Einschätzung der RAD-Ärztin med.
pract
.
J._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. Januar 2013 uneinge
schränkt zu (Urk. 6/93/53).
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter,
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte der Beschwerdeführer aus, er fühle sich
nicht
psychisch
krank
,
sondern könne wegen der Schmerzen nicht arbeiten.
Er leide unter Schmerzen in der rechten Schulter und an den Hand
ballen beidseits. Es handle sich um einen Druckschmerz, der bei Belastung stärker werde. Zudem leide er unter Schmerzen in den Fingern, die nicht immer vorhanden seien, sondern erst nach
einer ein- bis zweistündigen Belastung
auftreten würden
(Urk. 6
/93/55)
.
Eine in den
Vorakten
diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung liege b
eim Beschwerdeführer nicht vor. D
ie Schmerzen
seien
während des ganzen
Gesprächs mit einer Dauer von 60 Minuten nicht im Hauptfokus der Auf
merksamkeit des Versicherten gestanden und sein Denken inhaltlich nicht auf die Schmerzen eingeengt gewesen. Es liege kein andauernder, schwerer und quälender Schmerz vor.
Während der gesamten Exploration sei ke
in
Lei
densdruck bezüglich der Schmerzen spürbar gewesen und es sei
weder
zu schmerzbedingten Positionsveränderungen
noch zu
spontanen Schmer
z
-
äusserungen gekommen.
E
ine Einschränkung im Alltag
sei
nicht zu erken
nen, da der Beschwerdeführer seinen Haushalt,
wenn auch
mit Pausen, voll
umfänglich selbst führen könne. Er könne einkaufen, spazieren gehen und Velo fahren
(Urk. 6/93/58)
. Auch liege keine andere psychische Störung mit Krankheitswert vor. Insbesondere könne eine Depression oder Angststörung ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer sehe sich
denn
auch
selbst
nicht als psychisch krank.
Es gebe keine Symptomatik, welche die von der ehemals behandelnden Therapeutin gestellte Diagnose einer Persönlichkeits
störung rechtfertigen würde. Es sei festzuhalten, dass zwischen der Thera
peutin und dem Beschwerdeführer keine vertrauensvolle therapeutische Beziehung vorgelegen haben dürfte. Gemäss
dem
Austrittsbericht der Klinik
C._
(Urk.
6
/55/12-16)
habe er seine Beziehungsgestaltung
während des Aufenthaltes
kritisch reflektieren und in der Folge
auch
verändern können, so dass
es zu keinen weiteren Eskalationen gekommen sei. Dies sei ein wei
terer Hinweis darauf, dass
keine Persönlichkeitsstörung vorliege. Ansonsten wäre es dem Beschwerdeführer nicht so einfach möglich, eigene Anteile an schwierigen zwischenmenschlichen Situationen zu erkennen und das Ver
halten in der Folge anzupassen. Auch dass die Diagnose einer Persönlich
keitsstörung mit schizoiden und passiv-aggressiven Anteilen (ICD-10: F61) als Nebendiagnose gestellt werde, spreche dafür, dass die Symptomatik sich in ihrer Ausprägung nicht stark auf das Alltagsgeschehen auswirke. Auch daran sei zu erkennen, dass es sich eher um akzentuierte Persönlichkeitszüge handle. Aufgrund der Berichte sei daher von akzentuierten Persönlichkeits
zügen mit narzisstischen Anteilen (ICD-10: Z73) auszugehen, welchen kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zukomme
(Urk. 6/93/60)
.
Im Rahmen der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, der Beschwer
deführer
sei
aus rheumatologischer und orthopädischer Sicht aufgrund der verminderten Belastbarkeit seiner Hände, seiner rechten Schulter und seines linken Beines bei Status nach Unterschenkelamputation im Jahr 1978 in seiner Arbeitsfähigkeit qualitativ, nicht jedoch quantitativ eingeschränkt.
D
auerhaft stehende und gehende Tätigkeiten, Tätigkeiten auf Leitern, Gerüs
ten und schrägen Ebenen, Gehen auf unebenem Gelände, Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die Kraft der Hände und an das manuelle Geschick, mehr als gelegentliche Überkopfarbeiten, mehr als gelegentliche, repetitive kraftvolle Drehbewegungen des rechten Armes auf Schulterhöhe sowie Tätigkeiten unter Kälte- und Nässeexposition beziehungsweise Gehen auf eisglattem Untergrund
seien ihm nicht mehr zumutbar
. Unter Wahrung dieser qualitativen Schonkriterien bestehe eine uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit. Dementsprechend sei der Beschwerdeführer sowohl in seiner ursprünglichen Tätigkeit als Ingenieur als auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Ausbildner aus rheumatologisch-orthopädischer
Sicht
uneinge
schränkt arbeitsfähig. Schwere manuelle Tätigkeiten, wie im Beschäftigungs
programm des Sozialamtes, seien nicht zu empfehlen, da sie mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit zu einer Exazerbation der Handschmerzen führten. Eine zusätzliche, internistisch oder psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht ausgewiesen. Es könne angenommen werden, dass die qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit seit Ende 2011 bestünden (Urk. 6/93/69).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin setzte durch Einholung eines polydisziplinären Gut
achtens und anschliessende neue Verfügung das Urteil des hiesigen Gerichts vom 29. November 2014 um. Das
A._
-Gutachten vom 1. Dezember 2015 (Urk. 6/93)
erweist sich für die strittigen Belange als umfassend. Es
wurde in Zusammenarbeit von Fachärzten unter Berücksichtigung und in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
sowie der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auf der Grundlage
allseitiger
persönlicher Untersuchungen erstattet. Die Gutachter stellten dabei eine gewisse Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden fest (
Urk. 6/93/
67
).
I
hre medizinischen Beurteilungen
wichen
nur in psychiat
rischer Hinsicht von den Einschätzungen der be
handelnden Arztpersonen ab
.
Der psychiatrische Gutachter,
Dr.
K._
,
legte in der Folge dar, weshalb er
von
den durch
Dr.
B._
(Urk. 6/52/6, 6/67/8) und
den
Behand
lungspersonen der Klinik
C._
(Urk. 6/55/12)
gestellten
Diagnose
n
einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.
4)
und
einer kombinierten Per
sönlichkeitsstörung
(ICD-10: F61)
abwich
.
Im Rahmen der Konsensbeurtei
lung hielten die Gutachter fest, dass aufgrund der
im Bereich der Hände und des Schultergürtels bestehenden Schmerzsyndrome manuell belastende Tätigkeiten für den Beschwerdeführer nicht geeignet
seien
. Diese Schlussfol
gerung leuchtet aufgrund der erhobenen Befunde ebenso ein wie die attes
tierte vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in der ursprünglichen Tätigkeit als Ingenieur HTL für
Elektronik,
Mess
- und
Regel
technik
und der zuletzt ausge
übten Erwerbstätigkeit als Ausbildner.
5
.
2
5.2
.1
Bei der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ist insbe
sondere dem diagnoseinhärenten Schweregrad der somatoformen Schmerz
störung Rechnung zu tragen: Als "vorherrschende Beschwerde" verlangt wird "ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz" (
Dilling
/
Mom
-
bour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9.
Auflage,
Bern
2014,
S.
233). Im Gegensat
z zu anderen psychosomatischen
Störungen, die nicht schon an sich einen Bezug zum Schweregrad aufweisen, setzt die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung per definitionem
Beein
-
t
rächtigungen
der Alltagsfunktionen voraus (BGE 141 V 281 E. 2.1.1). Ein weiteres
Merkmal der Störung ist, dass sie "in Verbindung mit emotio
nalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen" auftritt, denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen zukommt
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1).
Aus dem
A._
-Gutachten geht hervor, dass während der Exploration kein Leidensdruck spürbar gewesen sei und weder schmerzbedingte Positionsver
änderungen noch spontane Schmerzäusserungen erfolgt seie
n (Urk. 6/93/37, 6/93/58 f.). Auch die für die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) vorausgesetzten Einschränkungen im Alltag sind nicht erkennbar
.
D
em Beschwerdeführer
ist es
möglich, seinen Haushalt selbst zu führen und gewissen Freizeitaktivitäten nachzugehen (Urk. 6/93/58). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass für die Entstehung der geschilderten Schmerzen nicht emotionale Konflikte oder Belastungsfak
toren ursächlich waren, sondern
diese
im Zusammenhang mit einer repetiti
ven, schweren manuellen Tätigkeit auftraten
(Urk. 6/93/
33
).
Folgerichtig diagnostizierten die Gutachter
insbesondere
ein
chronifiziertes
Überlas
tungssyndrom
beider Hände
(Urk. 6/93/
61
).
W
eder in den Berichten von Dr.
B._
vom 2. Oktober 2013 (Urk. 6/52/6 f.) und 26. November 2013 (Urk. 6/67/8 f.) noch im Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 30. Mai 2014 (Urk. 6/55/12-16)
wu
rd
e
von einem andauernden, schweren
und quälenden Schmerz berichtet.
D
ie gestellte Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung
ist damit
nicht nachvollziehbar
und wurde von
Dr.
K._
zu Recht verneint
.
5
.
2
.2
Mit Bericht vom 2. Oktober 2013 (Urk. 6/52/6
f.) stellte
Dr.
B._
zunächst unter stichwortartiger Aufzählung von Befunden und ohne weitere Begründung die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung
(ICD-10: F61). Mit dem nächsten Bericht vom 26. November 2013 (Urk. 6/67/8 f.) präzisierte
sie
die
gestellte
Diagnose einer kombinierten Per
sönlichkeitsstörung dahingehend, dass
sie neu
anankastische
, paranoide und narzisstische Anteile nannte. Auch diese Diagnose begründete sie nicht, son
dern beschränkte sich darauf, den
letztlich zum Abbruch der ambulanten Psychotherapie führenden
Behandlungsverlauf darzulegen.
Zudem ist b
ei der Würdigung der Berichte von
Dr.
B._
dem offensichtlich beein
trächtigten Vertrauensverhältnis Rechnung zu tragen
(vgl. Urk. 6/93/59)
.
Dies zeigt sich insbesondere daran, dass der Beschwerdeführer im
Gegensatz zur
Beschreibung
von Dr.
B._
(Urk. 6/67/8)
von
den
A._
-Gutach
tern
als „freundlich und kooperativ“ (
Dr.
G._
,
Urk. 6/93/27)
beziehungs
weise
„ausgesprochen kooperativ und dem Untersucher freundlich zuge
wandt“ (
Dr.
I._
,
Urk. 6/93/37)
wahrgenommen wurde
.
Schliesslich
wird die Beweiskraft der Berichte von Dr.
B._
zusätzlich eingeschränkt durch die Tatsache, dass sie
gemäss dem
Medizinalberuferegister
des Bundes
amts für Gesundheit (www.medregom.admin.ch, besucht am
6
.
März
2017)
nicht über einen
Facharzttitel in Psychiatrie und Psychotherapie verfügt (
vgl.
BGE 130 V 35
2
E.
2.2.3
, Urteil des Bundesgerichts 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1
).
Auch der
Austrittsb
ericht der Klinik
C._
bleibt in Bezug auf die gestellte Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung sehr vage.
K
on
krete Charaktereig
enschaften und Verhaltensweisen, welche
den Schluss auf
die gestellte Diagnose
zulassen würden
, fehlen
. Es wird
vage
über Konflikte im anfänglichen Zweierzimmer und in der Patientengruppe berichtet
(Urk. 6/55/13)
.
Damit ist es nicht zu beanstanden, dass
Dr.
K._
gestützt auf das psychiatrische Untersuchungsgespräch mit dem Beschwerdeführer und die Berichte der Klinik
C._
(Urk. 6/55/12-16)
beziehungsweise von
Dr.
B._
(Urk. 6/52/6 f., 6/67/8 f.)
auch
das Vorliegen
eine
r
Per
sönlichkeitsstörung
verneinte.
Entsprechend
stellte
die Beschwerdegegnerin
auf das polydisziplinäre Gutachten der
A._
vom 1. Dezember 2015 (Urk. 6/93) ab.
5
.3
5.3.1
Demgegenüber
kritisierte
d
er
Beschwerdeführer
die Fachkenntnisse der
A._
-Gutachter betreffend Schmerz- bezie
hungsweise Überlastungssyn
drome
(Urk. 1 S. 3 f.)
und die Qualifikation des rheumatologischen Gutach
ters
. Insbesondere
bemängelte
er, dass
Dr.
H._
von „sehr fortgeschrittenem
Alter
“
sei
und
nicht über die
Ausbildung zum zertifizierten Gutachter
L._
verfüge
(Urk. 1, S. 5, Urk. 3/3, S.5)
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt eine Gutachtertätigkeit für eine Sozialversicherung eine entsprechende Fachausbildung voraus
(BGE 137 V 210 E. 3.3.2 mit Hinweis auf d
as Urteil des Bundesgerichts 9C_
270/2008
vom 12. August 2008
E. 3.3). Eine
Gutachter-
Zertifizierung durch die
L._
wird hingegen nicht vorausgesetzt.
Wie auch die übrigen am Gutachten beteiligten Fachärzte,
erfüllt
Dr.
H._
als Facharzt für Rheuma
tologie
die
Voraussetzungen
für eine Gutachtertätigkeit. Zudem
ist
er als Facharzt
zur Fortbildung verpflichtet (
Art.
9 in Verbindung mit
Art.
4
Abs.
2 der Fortbildungsordnung der FMH, abrufbar im Internet unter
http://www.fmh.ch/files/pdf18/fbo_d.pdf
, abgerufen am
6
.
März
2017), Art. 40 lit. b des
Medizinalberufeg
e
setzes
,
MedBG
)
.
D
as Alter von
Dr.
H._
ist damit für
die
Frage der
Verwertbarkeit des rheumatologischen Teilgut
achtens
irrelevant
.
5.3
.2
Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass die Momentaufnahme des körper
lichen Status in keiner Weise der Belastungsabhängigkeit
seiner
gesundheitlichen Beschwerden gerecht werde (Urk. 1 S. 4
, 3/3 S. 2 f., 3/3 S. 9-11
).
Zudem fehle im Gutachten eine Diagnose, aus welcher sich ergebe, dass
neben den Händen
auch andere Körperteile, wie Nacken und Schulter, von
chronifizierten
Überlastungs- beziehungsweise Schmerzsyndromen betroffen seien (Urk. 3/3 S. 10).
Die polydisziplinäre medizinische Unter
suchung stelle nur eine Momentau
fnahme dar. Die von Dr.
med.
M._
, Oberarzt für Rheumatologie der
N._
Klinik, aufgrund einer zweijähri
gen Behandlung gestellten Diagnosen
seien deshalb
höher zu gewichten.
Ebenfalls
sei
zu berücksichtigen
, dass ihm von den behandelnden Ärzten seit mehr als drei Jahren eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde (Urk. 3/3 S. 11).
Der rheumatologische
A._
-Gutachter
,
Dr.
H._
,
stellte die
Diagnose einer
periarthropat
hia
humeroscapularis
tendinotica
et
calcarea
beidseits, rechts
betont (Urk. 6/93/33, 6/93/61)
.
Diese
beschreibt
Entzündungen und Kalkab
lagerungen an den Sehnen im Schultergürtelbereich
,
welche
belastungsab
hängige Schmerzen
verursachen
(
Hettenkofer
(Hrsg.),
Rheumatolgie
, 5.
Auflage
, Stuttgart 2003
, S. 193;
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 26
6.
Aufl
age, Berlin 2014
,
S. 946, 1631).
Damit bestehen keine
wesentlichen
Differenzen
zu
den
von
Dr.
M._
mit Bericht vom 28. Juli 2014 diagnosti
zierten
chronifizierten
Schulter-
/
Nackenschmerzen, beidseits, bei
Tendino
pathie
der
Supraspinatussehne
mit
Mikrokalzifikationen
und leichten dege
nerativen Veränderungen (Urk. 6/59/4)
.
Zwar trifft es zu, dass dem Beschwerdeführer
durch die behandelnden Arztper
sonen
während
einer Dauer von mehr als drei Jahren eine Arbeitsun
fähigkeit von 100 % attestiert wurde. Dies geschah jedoch zum grössten Teil durch Formularzeugnisse ohne jegliche Begründung.
Dies weist darauf hin
, dass diese Einschätzungen nur die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Besc
häfti
gungsprogramm betre
ff
en
.
Diese Annahme wird
auch
durch
die begründeten Berichte der behandelnden Arztpersonen
gestützt
:
Dr. med.
O._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Rheumatologie
(Urk. 6/23/10) und
Dr.
Z._
(Urk. 6/23/3) attestierten dem Beschwer
deführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Beschäftigungsprogramm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Sie
hielten jedoch eine reine Bürotätigkeit ohne wesentliche Belastungen und ohne längere Stehphasen für möglich.
Dr.
Z._
merkte im
Formularzeugnis vom 14. Dezember 2011
an
,
dass beim Beschwerdeführer belastungsabhängige Gelenkbeschwerden an beiden Händen bestehen würden und bat
deshalb
darum, ihn für Arbeiten mit ge
ring
er Belastung der Hände einzusetzen (Urk. 6/
4
/1).
Diese Einschät
zung hielt sie auch in einem gleichentags verfassten Schreiben an die zuständige Mitarbeiterin des Sozialamts fest (Urk. 6/4/3).
Dass sie mit
dem
Zeugnis
vom 14. Dezember 2011
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis am 3. Januar 2012 bestätigte, lässt einzig den Schluss zu, dass sich die
Einschät
zung nur auf die zuletzt ausgeübte manuelle Tätigkeit bezieht.
Dr.
M._
bescheinigte dem Beschwerdeführer am 3. August 2012 (Urk. 6/21/6 f.) wegen der belastungsabhängigen Schmerzproblematik eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
. Am 17. September 2012 (Urk. 6/24/7 f.) empfahl er eine Begutachtung des Beschwerdeführers zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, was er am 28. Juli 2014 (Urk. 6/59/5) bestätigte.
Es ist damit
überwiegend wahrscheinlich
,
dass sich die
durchgehend attes
tierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % lediglich auf die zuletzt ausgeübte manuelle Tätigkeit im Beschäftigungsprogramm des Sozialamts
bezieht
.
V
on d
ies
er
rieten
auch die
A._
-Gutachter ab (Urk. 6/93/69). Hingegen
wurde
dem Beschwerdeführer in Bezug auf die
-
für die Beurteilung des Rentenan
spruchs einzig massgebende
-
Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensange
passten Tätigkeit auch von den behandelnden Arztpersonen keine Arbeits
unfähigkeit attestiert.
5.
3.
3
Der Beschwerdeführer macht weiter sinngemäss geltend, dass eine von ihm verfasste Beschreibung seiner Beschwerden im
A._
-Gutachten keine Berücksichtigung gefunden habe (Urk. 1 S. 4, Urk. 3/3 S. 11-13). Zudem beurteile er die Gefahr von Exazerbationen der Hand- und Schulterschmer
zen als
gross bis sehr gross und damit
höher als die
A._
-Gutachter (Urk. 1 S. 5, 3/3 S. 5, 3/3 S. 13 f.).
Die gutachterliche Einschätzung, wonach sich die
Heberden
-Arthrose nicht weiter limitierend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, sei aufgrund seiner eigenen schmerzhaften Erfahrungen unzutreffend
(Urk. 1 S. 5, Urk. 3/3 S. 5
, Urk. 3/3 S. 15
)
.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass seine Beschwerdebeschreibung vom 10. Juli 2014 (Urk. 3/6) keine Berücksichtigung im Gutachten gefunden habe, ist dies aktenwidrig: Auf expliziten Wunsch des Beschwerdeführers hin bestätigte
Dr.
G._
am 5. Februar 2016, dass dieses Dokument in der Gesamtbeurteilung berücksichtigt und gewürdigt worden sei (Urk. 3/19). Zudem ist dieses Dokument von Vornherein ohne Bedeutung für die Beur
teilung des Rentenanspruchs
, da es sich
b
ei der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers nicht um eine verlässliche medizinische
Entscheidgrund
lage
unter Anwendung einer wissenschaftlich
anerkannten medizinisch-diagnostischen Methode
handelt
(BGE 134 V 231 E. 5.1). Dies gilt
analog für
die geltend gemachten Einschränkungen durch die
Heberden
-Arthrose
und die Einschätzung betreffend d
i
e Gefahr von Exazerbationen der Hand- und Schulterschmerzen
.
Es bleibt dem Beschwerdeführer jedoch unbenommen, sich bei tatsächlichem Eintritt einer Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation,
unter
Einreichung
entsprechender ärztlicher Berichte
,
erneut bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anzumelden.
5.
3.
4
Schliesslich macht
der Beschwerdeführer
geltend,
Teile der orthopädischen Anamneseerhebung seien unzutreffend, weshalb nicht auf das Gutachten abgestellt werden könne. Es treffe
insbesondere
nicht zu, dass er
mit
dem orthopädischen Gutachter über seinen verstorbenen Hund gesprochen habe (Urk. 1 S. 5 f., 3/3 S. 5 f., 3/3
S. 15-17
).
Es ist nachvollziehbar, dass anlässlich einer orthopädischen Begutachtung Freizeitaktivitäten
, wozu
auch
das Halten von
Haustiere
n
gehört
,
themati
siert werden.
Zudem widerspricht
sich der Beschwerdeführer selbst
, wenn er einerseits vorbringt, die von ihm erstellte Beschwerdeschilderung
(Urk.
3
/
6
)
sei von den Gutachtern nicht beachtet worden
(vgl. E. 5.
3.
3
vorstehend)
und andererseits geltend macht, die Passagen betreffend Hund im orthopädischen Teilgutachten entstammten diesem Dokument (Urk. 1 S. 6). D
er Beschwerde
führer
macht
nicht
geltend,
weshalb
die
von ihm vorgebrachte Rüge für die Zuverlässigkeit des orthopädischen Gutachtens
relevant sein sollte.
Dies ist auch nicht ersichtlich, da dessen zentrale Grundlage die körperliche Unter
suchung darstellt.
Seine
weiteren Vorbringen
beschränken sich dar
auf
, die eigene
Einschätzung seiner gesundheitlichen Situation
darzulegen. Damit
sind
sie
ebenfalls nicht geeignet, das Gutachten in Zweifel zu ziehen
(vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
G
estützt auf das polydisziplinäre
A._
-Gutachten vom 1. Dezember 2015
(Urk. 6/93)
ist
damit
davon auszugehen,
dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten
nicht rentenrelevant
einge
schränkt
ist
. Dar
u
nter
fällt sowohl
die angestammte Tätigkeit als Ingenieur HTL in Elektronik, Mess- und Regeltechnik
als auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Ausbildner
.
Mangels einer invaliditätsbedingten Erwerbsein
busse verneinte d
ie Beschwerdegegnerin
zu Recht einen Rentenanspruch
.
Da
mit
ist
die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
sicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 700.-- als angemessen. Weil die Beschwerde abzuweisen ist, sind die Kosten dem Beschwerde
führer aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung werden diese einstweilen auf die
Gerichts
kasse genommen.