Decision ID: 5893a349-6e5e-4098-913e-256a9be37120
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. Mit Verfügung vom 6. Juli 2012 wies die IV-Stelle, im Wesentlichen gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten von Dr. med. Y._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, das Leistungsbegehren des Versicherten ab (Urk. 2, Urk. 7/38). Dagegen erhob die Vertreterin des Versicherten am 6. September 2012 Beschwerde und beantragte, es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Rente auszurichten (Urk. 1). Unter Hinweis auf das Gutachten von Dr. Y._ vom 6. Mai 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2012 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
2. Mit Schreiben vom 24. Januar 2013 reichte die Vertreterin des Beschwerdeführers einen ausführlichen ärztlichen Bericht der behandelnden Psychiater ein (Bericht von Dr. med. Z._ und Dr. med. A._ vom 17. Dezember 2012; Urk. 10), welcher der Beschwerdegegnerin zur freigestellten Stellungnahme zugestellt wurde. Mit Schreiben vom 3. April 2013 beantragte diese in der Folge die Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen (RAD-Untersuchung, Urk. 14). Mit Schreiben vom 29. April 2013 teilte die Vertreterin des Beschwerdeführers mit, dass sie mit einer Abklärung im Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer in Zürich oder Bern einverstanden seien; die Beschwerdegegnerin stimme einem solchen Vorgehen ebenfalls zu (Urk. 18 f.).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Während Dr. Y._ in seinem Gutachten vom 6. Mai 2011 eine Angst- und depressive Störung gemischt diagnostizierte (ICD-10 F41.2, Urk. 7/38 S. 13), ist gemäss dem Bericht von Dr. Z._ und Dr. A._ von einer schwergradigen, chronisch verlaufenden posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), einem Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig agitierte, mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), sowie einer Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20) auszugehen (Urk. 10).
2. Aufgrund der medizinischen Aktenlage bedarf insbesondere die von Dr. Z._ und Dr. A._ diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung sowie der Verdacht auf Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung der weiteren Abklärung. Entsprechend dem - auch von der Beschwerdegegnerin akzeptierten - Vorschlag der beschwerdeführenden Partei (Urk. 18 f.) erscheint dabei eine Abklärung im Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer in Zürich oder Bern sinnvoll zu sein. Dazu ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führt.
3. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4. Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen des Beschwerdeführers gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie nach Einsicht in die Honorarnote vom 29. April 2013 (Urk. 18) auf Fr. 3'485.05 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass zu den Parteikosten im Sinne von Art. 61 lit. g ATSG auch Auslagen für Abklärungsmassnahmen gehören, welche durch den Versicherungsträger durchzuführen gewesen wären. So sind Kosten für ein Gutachten zu ersetzen, sofern dieses für die Beurteilung der Streitsache massgebend war (Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Rz. 113 zu Art. 61). Vor diesem Hintergrund sind dem Beschwerdeführer die Kosten für die Einholung des ausführlichen ärztlichen Berichts von Dr. Z._ und Dr. A._ (Urk. 10) in der Höhe von Fr. 2‘000.-- zu ersetzen, was zu einer Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 5‘485.05 führt.