Decision ID: bebd5b1c-64c9-47fe-91a1-69209c6c38e9
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Unentgeltliche Verbeiständung im Anhörungsverfahren und IV-Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 22. Juli 2003 zum Bezug einer IV-Rente an (act. G 4.1.1 im
Verfahren IV 2010/363; soweit nicht anders vermerkt, werden nachfolgend die Akten
aus dem Verfahren IV 2010/363 zitiert). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 24./27. Februar 2004
eine somatoforme Schmerzstörung mit/bei u.a. depressivem Zustandsbild, eine kleine
cervicale Diskushernie C3/4 ohne Kompression neuraler Strukturen sowie ein diskretes
sensibles Carpaltunnel-Syndrom links. Die bisherige Schlossertätigkeit sei dem
Versicherten mit Ausnahme des Hebens schwerer Gewichte über die Horizontale
zumutbar (act. G 4.1.20.1 ff.).
A.b Vom 9. Februar bis 16. März 2005 befand sich der Versicherte zur Rehabilitation
in der Rehaklinik Bellikon. Die behandelnden medizinischen Fachpersonen kamen zum
Schluss, dass dem Versicherten leidensangepasste Tätigkeiten ganztags zumutbar
seien. Der Versicherte schöpfe seine vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten nicht
vollständig aus. Ferner wiesen sie auf eine Diskrepanz zwischen subjektiven Angaben
und objektiven Befunden hin ("Insgesamt überempfindlicher, passiver Versicherter mit
eindeutig ungenügender Kooperation", act. G 4.2.94 f.).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 23. Mai 2005 durch Dr. med.
C._, Facharzt für u.a. Rheumatologie, und am 21. Dezember 2005 durch Dr. med.
D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet. Der
rheumatologische Gutachter diagnostizierte ein radiales Handschmerzsyndrom rechts
und unspezifische Nackenbeschwerden bei Status nach Diskektomie und
Spondylodese C3/4 (Gutachten vom 7. Juli 2005, act. G 4.1.37-10). Der psychiatrische
Gutachter stellte die Diagnose einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F 43.21).
Die inadäquaten Konfliktbewältigungsmechanismen und das extrem regressive und
appellative Verhalten würden auf eine vorbestehende Persönlichkeitsstruktur mit
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unreifen und histrionischen Zügen hinweisen (psychiatrisches Gutachten 2. Januar
2006, act. G 4.1.37-13 ff.). Die beiden Gutachter kamen interdisziplinär zum Schluss,
dass der Versicherte für eine leidensangepasste Tätigkeit über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.1.37-12).
A.d Eine am 15. Mai 2006 begonnene berufliche Abklärung mit einer vorgesehenen
Dauer von 2 Monaten brach der Versicherte nach 21⁄2 Tagen schmerzbedingt ab
(Schlussbericht vom 14. Juni 2006, act. G 4.1.57).
A.e Im Verlaufsbericht vom 16. September 2006 führte der behandelnde Dr. med.
E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, aus, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe. Es bestünden trotz
Operation in der Klinik für Neurochirurgie des KSSG (Fenestration, Sequesterektomie
und Nukleotomie LWK4/5 rechts vom 24. Mai 2006) verstärkte lumbale sowie auch
cervikale Schmerzen. Der Versicherte habe so starke Schmerzen, dass für diesen keine
Arbeit vorstellbar sei (act. G 4.1.62). Im Bericht der Klinik für Neurochirurgie des KSSG
vom 6. Oktober 2006 wurde dem Versicherten für eine leidensangepasste Tätigkeit ab
26. Juli 2006 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt (act. G 4.1.63).
A.f Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. G 4.1.78) verfügte die IV-Stelle
am 27. September 2007, dass das Rentenbegehren abgewiesen werde (act. G 4.1.85).
Dagegen erhob der Versicherte am 29. Oktober 2007 Beschwerde (act. G 4.1.89-2 ff.).
Die IV-Stelle widerrief die angefochtene Verfügung am 21. November 2007 (act.
G 4.1.103) und beauftragte am 27. November 2007 die AEH Zentrum für
Arbeitsmedizin Ergonomie und Hygiene AG mit einer psychiatrisch-rheumatologischen
Begutachtung (act. G 4.1.106).
A.g Der Versicherte wurde am 4. April 2008 durch Dr. med. F._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellvertretender Chefarzt der Klinik Teufen,
begutachtet. Dieser diagnostizierte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4) und eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1). Als
wesentliche psychosoziale Belastung bestehe eine Existenzangst des Versicherten
nach subjektivem Verlust der körperlichen Integrität und Leistungsfähigkeit. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe für leidensangepasste Tätigkeiten eine 50%ige
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Restarbeitsfähigkeit (psychiatrisches Gutachten vom 14. Juli 2008, act. G 4.1.114). Am
17./18. April 2008 wurde der Versicherte somatisch in der AEH begutachtet. Dr. med.
G._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Rheumatologie FMH,
stellte folgende Diagnosen: ein chronisches zervikovertebrales und -zephales Syndrom;
Restbeschwerden und Funktionsstörung nach Daumenkontusion rechts, Tenovaginitis
stenosans und Tenovaginitis-Operation; ein chronisches, nunmehr unspezifisches
lumbospondylogenes Syndrom rechts und eine symptomatische femoropatelläre sowie
mediale Gonarthrose rechts. Aus somatischer Sicht sei dem Versicherten eine
leidensangepasste Tätigkeit mit vermehrten Pausen von 2 Stunden über den Tag
verteilt zumutbar (act. G 4.1.117).
A.h Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab 1. März 2007 in Aussicht (act.
G 4.1.122). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt I._, am
26. März 2009 Einwand und beantragte die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente
(act. G 4.1.125).
A.i Der RAD-Arzt H._, Facharzt für Arbeitsmedizin, kam in der "Medizinischen
Stellungnahme vor der Observation" vom 10. August 2009 zum Schluss, dass auf
Grund von Inkonsistenzen eine relativ gute Aussicht bestehe, dass der Versicherte in
seinem Alltag deutlich weniger eingeschränkt erscheine, als er bei der Begutachtung
demonstriert habe (act. G 4.1.129; vgl. auch die weitere Stellungnahme vom 27. August
2009, act. G 4.1.131). Am 28. August 2009 gab die IV-Stelle eine Überwachung des
Versicherten in Auftrag (act. G 4.1.132).
A.j Im Verlaufsbericht vom 25. September 2009 gab der behandelnde Dr. E._ an,
dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit September 2006
verschlechtert habe. Es komme zu einer Symptomausweitung, so dass der
Leidensdruck immer grösser werde (act. G 4.1.133).
A.k Am 1., 16. und 26. Oktober 2009 wurde der Versicherte überwacht. Im
Ermittlungsbericht vom 6. November 2009 kamen die ermittelnden Personen zum
Schluss, dass keine signifikanten körperlichen Einschränkungen und/oder
Behinderungen erkennbar gewesen seien. Insgesamt sei die Zielperson als mobil, agil
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und geschmeidig wahrgenommen worden (act. G 4.1.134-12). In der Stellungnahme
vom 17. November 2009 würdigte der RAD-Arzt H._ die Ermittlungsergebnisse. Nach
seiner Auffassung sei eine relevante Arbeitsunfähigkeit nicht ausgewiesen. Da im
Rahmen der geltend gemachten Verschlechterung im alltäglichen Verhalten -
ausserhalb von Arztkonsultationen und Gutachtenssituationen - keine relevanten
gesundheitlichen Einschränkungen erkennbar seien, müsse davon ausgegangen
werden, dass der Gesundheitszustand gegenüber dem Hausarzt und den Gutachtern
in fortgesetzter Weise nicht korrekt, bzw. nicht wahrheitsgemäss angegeben worden
sei und weiterhin nicht korrekt angegeben werde (act. G 4.1.135). Im Gespräch vom
22. Dezember 2009 konfrontierte die IV-Stelle den Versicherten mit den
Überwachungsergebnissen (act. G 4.1.143).
A.l Mit Vorbescheid vom 23. Februar 2010 stellte die IV-Stelle in Aussicht, einen
Rentenanspruch zu verneinen (act. G 4.1.151). Am 22. März 2010 teilte Rechtsanwalt
I._ der IV-Stelle mit, dass er den Versicherten nicht mehr vertrete (act. G 4.1.154).
Rechtsanwalt D. Ehrenzeller orientierte die IV-Stelle am 26. März 2010, dass er
neuerdings den Versicherten vertrete, und er ersuchte um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G 4.1.155). Am 28. April 2010 erhob der
Versicherte Einwand und beantragte die Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente
mit Wirkung spätestens ab März 2007 (act. G 4.1.159).
A.mDie IV-Stelle verfügte am 8. Juni 2010, dass das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung abgewiesen werde. Der Versicherte habe im laufenden
Verfahren nachweisbar falsche Angaben gemacht, um die Zusprache einer IV-Rente zu
erwirken. Dieses Vorgehen rücke zumindest in die Nähe eines strafrechtlich relevanten
Verhaltens. Sinn und Zweck der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung könne es nicht
sein, ein verpöntes Verhalten zu unterstützen. Die Berufung auf Verfahrensgarantien
müsse unter diesen Umständen als rechtsmissbräuchlich gelten. Somit sei die
Notwendigkeit der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verneinen. Bei der
aktuellen Beweislage müsse auch Aussichtslosigkeit des Verfahrens angenommen
werden (act. G 1.161).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 1. Juli 2010. Der
Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren
Aufhebung und die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung im
Anhörungsverfahren. Ferner ersucht er um Sistierung des Verfahrens, bis vor Gericht
über die Hauptsache entschieden werden könne (act. G 1 im Verfahren IV 2010/270).
B.b Am 20. August 2010 verfügt die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids vom
23. Februar 2010 und weist das Rentenbegehren des Versicherten ab (act. G 4.1.171).
B.c Die Beschwerdegegnerin zeigt sich am 8. September 2010 mit einer Sistierung
des Verfahrens IV 2010/270 einverstanden (act. G 3 im Verfahren IV 2010/270). Die
Präsidentin sistiert am 10. September 2010 das Verfahren bis zum Eingang der
Beschwerde gegen die Hauptsache bzw. bis zum Eingang der entsprechenden
Beschwerdeantwort (act. G 4 im Verfahren IV 2010/270).
B.d Gegen die Rentenverfügung vom 20. August 2010 richtet sich die Beschwerde
vom 17. September 2010. Der Beschwerdeführer beantragt deren Aufhebung und die
Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente mit Wirkung spätestens ab März 2007.
Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, dass gestützt auf das AEH-Gutachten
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Die Überwachungsergebnisse
würden diese gutachterliche Einschätzung nicht in Frage stellen. Im Bericht vom
23. März 2010 habe das Spital Altstätten festgehalten, dass beim linken Knie eine
Operationsindikation gegeben sei, und rechts die Belastbarkeit "wesentlich und
anhaltend eingeschränkt" sei. Dieser Befund sei im AEH-Gutachten noch nicht
berücksichtigt, sodass heute wohl eine noch grössere somatische Einschränkung
anzunehmen sei. Ferner habe auch der behandelnde Dr. J._ am 17. März 2010 eine
durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 50% seit Mai 2007 bestätigt. Des Weiteren rügt
der Beschwerdeführer die Höhe der Vergleichseinkommen (act. G 1).
B.e Am 19. November 2010 reicht die Beschwerdegegnerin in den beiden Verfahren
(unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren, IV 2010/270;
Rentenanspruch, IV 2010/363) die Beschwerdeantwort ein. Sie beantragt für beide
Verfahren die Abweisung der Beschwerde. Bezüglich des Anspruchs auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren führt sie aus, dass es an der
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Voraussetzung der Notwendigkeit fehle. Die Unterstützung bei der deliktischen
Erwirkung von Leistungen könne nie notwendig sein. Ferner könne auch nicht gesagt
werden, nachdem eine Observation durchgeführt worden sei, sei aufgrund der sich nun
stellenden komplexen Fragestellung eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung
notwendig. Betreffend den Rentenanspruch hält sie fest, dass der Beschwerdeführer
durch sein manipulatives Verhalten im medizinischen Abklärungsergebnis eine
erhebliche Unschärfe bewirkt habe. Deshalb vermöge insbesondere die gutachterlich
bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht zu überzeugen. Es fehle ein
überzeugender Nachweis für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen
Gründen. Unbestreitbar seien hingegen die somatischen Leiden, die einen Einfluss auf
die Leistungsfähigkeit hätten. Allerdings sei die im AEH-Gutachten deswegen
angenommene erhöhte Pausenbedürftigkeit als blosse Möglichkeit zu betrachten. Ein
tauglicher Beweis liege hierfür nicht vor. Ein weiterer Abklärungsbedarf bestehe nicht.
Ohnehin vermöchten die im Vordergrund stehenden somatoforme Schmerzstörung und
die daraus resultierende depressive Verstimmung nicht zu einer relevanten
Arbeitsunfähigkeit zu führen. Dem Beschwerdeführer sei die Schmerzüberwindung
offensichtlich gelungen. Eine Rente wäre aber auch deshalb zu verweigern, weil der
Beschwerdeführer mit seiner Manipulation des Beweisergebnisses auf gravierende
Weise versucht habe, unrechtmässig IV-Leistungen zu erwirken. Der
Einkommensvergleich sei im Übrigen korrekt vorgenommen worden (act. G 4).
B.f Die Präsidentin hebt nach Eingang der Beschwerdeantwort die Sistierung im
Verfahren IV 2010/270 auf, vereinigt die Beschwerdeverfahren und gibt dem
Beschwerdeführer Gelegenheit zur Replik (act. G 6 im Verfahren IV 2010/270).
B.g Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 10. Januar 2011 unverändert an den
gestellten Anträgen fest. Zur Begründung führt er aus, dass die Voraussetzungen für
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung erfüllt seien und den
Observationsergebnissen keine medizinische Aussagekraft zukomme (act. G 6).
B.h Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 14. Februar 2011 unverändert an
ihren Anträgen fest. Der Beschwerdeführer bleibe die Erklärung dafür schuldig, warum
er sich in Abklärungssituationen derart anders benehme als im Alltag. Warum komme
er ungepflegt mit Dreitagebart zur SVA? Warum habe er in den gut geheizten Räumen
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Jacke und Mütze getragen, wenn er dies sonst nicht tue? Warum habe er in einer Art
gezittert, die man von Weitem sehe, die aber im realen Leben nicht zu beobachten sei?
Warum habe er bei der Besprechung eine Manschette an der Hand getragen, wenn er
sie im Alltag, wo er die Hand belaste, nicht verwende? Es sei letztlich nur ein Schluss
möglich: Der Beschwerdeführer habe massiv aggraviert, um als vorgealteter und
schwer kranker Mann wahrgenommen zu werden und so in den Genuss von
Leistungen zu kommen. Ein solches Vorgehen dürfe nicht in Form der Zusprache eines
unentgeltlichen Rechtsbeistands unterstützt werden. Es liege kein überzeugender
Beweis dafür vor, dass der Beschwerdeführer in einer Verweistätigkeit nicht eine volle
Leistung erbringen könne (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien sind der Rentenanspruch (Verfügung vom 20. August 2010)
sowie der Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung (Verfügung vom 8. Juni
2010) im Verwaltungsverfahren umstritten.
2.
Am 1. Januar 2004 sind die neuen Normen der 4. IV-Revision und am 1. Januar 2008
sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Rentenverfügung ist am
20. August 2010 ergangen (act. G 4.1.171), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 4. und 5. IV-Revision
begonnen hat (Anmeldung vom 22. Juli 2003, act. G 4.1.1). Daher und aufgrund
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dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht
rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2003 bzw. bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Nachfolgend werden die seit
1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit
nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
3. Zunächst ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültigen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur
Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor, so besteht ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004
bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) und Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar
2008 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.4 Vorab ist zu bemerken, dass vorliegend die Observation vom 1., 16. und 26.
Oktober 2009 (vgl. den Ermittlungsbericht vom 6. November 2009, act. G 4.1.134)
zumindest die Frage nach dem hinreichenden Anfangsverdacht aufwirft. Hinzu kommt,
dass die Experten die Aggravationstendenz bei ihrer Beurteilung berücksichtigten und
sich in der Lage sahen, diesem Umstand bei der Festlegung der Restarbeitsfähigkeit
Rechnung zu tragen (vgl. act. G 4.1.117-8 ff. und G 4.1.114-7 sowie nachstehende
E. 5.5.2), so dass sich auch die Frage der Erforderlichkeit der Observation stellt. Ob die
Observation zu Recht erfolgte, kann mangels Entscheidwesentlichkeit jedoch offen
bleiben.
3.5 Was das Verhalten der Beschwerdegegnerin im Vorfeld und während des
"Standortgesprächs" vom 22. Dezember 2009 (vgl. hierzu act. G 4.1.142 f.) anbelangt,
so drängt sich ein Hinweis auf das verfassungsmässige Recht auf, dass jede Person
Anspruch darauf hat, von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und
Glauben behandelt zu werden (Art. 9 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Ferner ist
die Beschwerdegegnerin daran zu erinnern, dass sie gemäss Art. 27 Abs. 1 ATSG
verpflichtet ist, die versicherten Personen über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären.
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Dies gilt insbesondere auch für Ereignisse und Rechtsfolgen, die der versicherten
Person noch nicht bekannt sind bzw. von ihr nicht erwartet werden (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Rz 14). Die Aufklärungspflicht beinhaltet
Auskunft und Belehrung über die Tatsachen, welche die aufklärungsbedürftige Person
kennen muss, um ihre Rechte und Pflichten gegenüber dem Sozialversicherer in einer
bestimmten Entscheidungssituation richtig wahrnehmen zu können (Gebhard Eugster,
Krankenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel 2007,
Rz 1190). Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, nach abgeschlossener Observation
den Beschwerdeführer nicht über deren Art, Dauer und Gegenstand zu orientieren,
sondern zu einem "Standortgespräch" vorzuladen, wo "gemeinsam die nächsten
Schritte" hätten geplant werden sollen, und ihn über den wahren Kern des Gesprächs
(Konfrontation mit Observationsergebnissen) - trotz Nachfrage (vgl. hierzu Schreiben
vom 25. Juni und vom 7. Dezember 2009, act. G 4.1.137 und G 4.1.139) - im Dunkeln
zu lassen, weckt Bedenken. Dies umso mehr, als es auch im ersten Teil des
Standortgesprächs für den Beschwerdeführer nicht erkennbar gewesen ist, was der
wirkliche Hintergrund des Gesprächs war und vorliegend keine Gründe ersichtlich sind,
die einer Aufklärung des Beschwerdeführers nach durchgeführter Observation
entgegengestanden wären. Des Weiteren ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb die
Orientierung nach durchgeführter Observation nicht auf schriftlichem Weg hätte
erledigt werden können. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob ein Fernbleiben an
einem derartigen "Standortgespräch" eine unentschuldbare
Mitwirkungspflichtverletzung darstellen würde, was vorliegend indessen offen gelassen
werden kann.
3.6 Der Beschwerdeführer stützt den geltend gemachten Rentenanspruch auf das
interdisziplinäre AEH-Gutachten. Darin wurde ihm vom psychiatrischen Experten bei
den Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und
einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F 32.1) eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigt (act. G 4.1.114-11).
3.6.1 Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches
Substrat, das (fach)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je
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stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine
fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das
bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, die
von den belastenden soziokulturellen und psychosozialen Faktoren herrühren,
bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen
hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare
andauernde Depression im fachmedizinischen Sinn oder einen damit vergleichbaren
psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen
Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinn verselbstständigte
psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind
unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die
begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, die in den
psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden,
gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer
Gesundheitsschaden gegeben. Ist anderseits eine psychische Störung von
Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und
inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten
Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten (eventuell in
einem geschützten Rahmen) und einem Erwerb nachzugehen (Urteil des Bundes
gerichts vom 20. September 2011, 8C_302/2011, E. 2.5.1 mit Hinweis auf BGE 127 V
299 E. 5a).
3.6.2 Vorab ist zu bemerken, dass die Beauftragung von Dr. F._,
stellvertretender Chefarzt der Klinik Teufen, mit einer Begutachtung des
Beschwerdeführers ernsthafte Bedenken weckt. Denn aus den Akten ergibt sich, dass
der Chefarzt der Klinik Teufen, Dr. J._, seit 10. März 2007 behandelnder Arzt des
Beschwerdeführers war bzw. ist (act. G 4.1.92, worin er dem Beschwerdeführer - wie
später Dr. F._ - eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte). Dr. J._ wurde im
Übrigen zunächst mit der psychiatrischen Begutachtung beauftragt (vgl. Schreiben des
AEH vom 15. Februar 2008, worin Dr. J._ als psychiatrischer Gutachter aufgeführt
wurde, act. G 4.1.110). Anstatt den Gutachtensauftrag pflichtgemäss abzulehnen (vgl.
zum Erfordernis, dass ein psychiatrischer Gutachter unvoreingenommen und zwischen
versicherter Person und Versicherung neutral sein muss Leitlinien der Schweizerischen
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Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen,
Schweizerische Ärztezeitung, 2004;85: Nr 20; S. 1048) und das AEH auf das einer
Begutachtung entgegenstehende therapeutische Verhältnis hinzuweisen, liess Dr. J._
die psychiatrische Begutachtung durch seinen Stellvertreter und Untergebenen
Dr. F._ durchführen. Da aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht auf die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. F._ abzustellen ist (vgl. nachfolgende E. 3.6.3),
erübrigen sich indessen Weiterungen zur Beweistauglichkeit von dessen
psychiatrischen Gutachten.
3.6.3 Dr. F._ erhob im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung folgende
Befunde: gedrückte Stimmungslage, Antriebsstörungen, Störungen der Vitalgefühle,
Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle und Insuffizienzgefühle bei gleichzeitiger
Attribuierung auf körperliche Beschwerden. Als wesentliche psychosoziale Belastung
nannte er die Existenzangst des Versicherten nach subjektivem Verlust der
körperlichen Integrität und Leistungsfähigkeit, auf die der Versicherte seine
Selbstsicherheit und Existenzgrundlage gegründet habe (act. G 4.1.114-10). Bereits
Dr. D._ wies darauf hin, dass systemisch gesehen, die Darstellung des Leidens durch
den Versicherten möglicherweise den Zweck habe, diesen dadurch vor einem
Gesichtsverlust (nicht mehr der "König des Handwerks") zu bewahren. Ferner sprach er
von einer "Rolle als Kranker" (act. G 4.1.37-21). Auch im psychosomatischen Konsilium
der Rehaklinik Bellikon vom 1. März 2005 finden sich entsprechende Hinweise: "Die
Hauptbelastung für den Patienten scheint vor allem subjektiv von den wirtschaftlichen
Schwierigkeiten und den verdüsterten Zukunftsaussichten für seine zahlreichen Kinder
auszugehen" (act. G 4.2.78, Rückseite). Damit gehen die Feststellungen des
ehemaligen Hausarztes einher: "Da der Patient zwischenzeitlich seine Stelle verloren
hatte und seine Situation depressiv verarbeitete, war er nicht gewillt, arbeitsfähig zu
werden und auf Stellensuche zu gehen" (act. G 4.1.20-2). "Mit dem Patienten wurde
besprochen, dass seine somatischen Beschwerden durch psychosoziale Gründe
verstärkt werden, insbesondere existenzielle Ängste bei relativ grosser Familie, [...],
ebenfalls dadurch, dass er die Arbeitsstelle verloren hat" (act. G 4.1.20-3; vgl. ferner
act. G 4.1.20-5). Es handelt sich demnach um ausgeprägte psychosoziale Faktoren,
die das Beschwerdebild bestimmen und prägen. Von einem invalidisierenden
psychischen Gesundheitsschaden, dessen Überwindung dem Beschwerdeführer nicht
zugemutet werden könnte, kann unter diesen Umständen nicht gesprochen werden.
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Die von Dr. F._ bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 50% in einer angepassten
Tätigkeit ist im Rahmen der invalidenversicherungsrechtlichen Leistungszusprache
daher nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2011,
8C_302/2011, E. 2.5.2). Diese Sichtweise wird durch die vorangegangene
psychiatrische Begutachtung durch Dr. D._ bestätigt, der dem Beschwerdeführer
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigte (psychiatrisches Gutachten vom 2. Januar
2006, act. G 4.1.37-21).
3.6.4 Der somatische Experte kam im AEH-Gutachten zum Schluss, dass aus
rheumatologisch-orthopädischer Sicht ein vermehrter Pausenbedarf von 2 Stunden
über den Tag verteilt bestehe (act. G 4.1.117-11). Dabei legen sie eine leichte
Wechseltätigkeit im Sinne von nicht andauerndem Sitzen und Stehen sowie Vermeiden
von Zwangshaltungen zugrunde. Mit dieser Einschätzung wird dem verminderten
Kompensationsmöglichkeiten wegen den strukturellen Problemen der Wirbelsäule auf
verschiedenen Etagen sowie den Kniebeschwerden rechts nachvollziehbar Rechnung
getragen. Was die geltend gemachten Kniebeschwerden anbelangt (Arthrose, act. G 1,
S. 9; zum Bericht des Spitals Altstätten vom 23. März 2010 vgl. act. G 4.1.159-8), so ist
diese Problematik von den AEH-Gutachtern miteinbezogen worden (vgl. zur Diagnose
der Gonarthrose rechts, act. G 4.1.117-10). Ferner vermag eine Operationsindikation
(act. G 6, S. 4) für sich alleine kein (weiteres) invalidisierendes Geschehen zu
begründen. Ein zusätzlicher Abklärungsbedarf besteht nicht, zumal den
Kniebeschwerden bereits mit der Umschreibung der Verweistätigkeit ("leichte
Wechseltätigkeit", act. G 4.1.117-11) hinreichend Rechnung getragen ist (vgl. Urteile
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004, I 643/03, E. 4.2, und des
Bundesgerichts vom 31. Mai 2011, 9C_49/2011, E. 3.3, letzteres betreffend
Kniearthrosen).
4.
Nach dem Gesagten ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs und ausgehend von
einer 75%igen Restarbeitsfähigkeit der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
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4.1 Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine ver
sicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend
für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen
Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns
(vorliegend unbestrittenermassen das Jahr 2007; vgl. Vorbescheid vom 25. Februar
2009, act. G 4.1.122, Stellungnahme vom 26. März 2009, act. G 4.1.125, und act. G 1,
S. 2) verdient hätte. Aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers ergibt sich,
dass dieser in den letzten 5 Jahren (1998 bis 2002) beim ehemaligen Arbeitgeber stark
schwankende Jahreseinkommen erzielt hat (Grundlohn 1998: Fr. 52'000.-- [vgl.
Unfallmeldung vom 28. Mai 1998, act. G 4.2]; Jahreseinkommen 1999: 53'940.--;
Jahreseinkommen 2000: 72'817.--; Jahreseinkommen 2001: Fr. 72'985.--;
Jahreseinkommen 2002: Fr. 59'022.--; act. G 4.1.10). Es handelte sich um einen
eigentlichen Nischenarbeitsplatz, wobei die (nur) in zwei Jahren erzielten Einkommen
(2000 und 2001) mehr als 20% über dem vereinbarten Monatslohn lagen und auf
geleistete Überzeit zurückzuführen waren. Weder vorher noch nachher hat der
Beschwerdeführer je ein vergleichbar hohes Einkommen erzielt. Hinzu kommt, dass die
damalige Arbeitgeberin durch Konkurs gemäss Konkurserkenntnis des Konkursrichters
vom 19. Januar 2005 aufgelöst worden ist (vgl. Internet- Auszug des Handelsregisters,
eingesehen am 12. Dezember 2011), mithin der Beschwerdeführer auch im
Gesundheitsfall sein letztes Arbeitsverhältnis über das Jahr 2005 hinaus nicht
fortgeführt hätte. Da somit vorliegend für die Bestimmung des Valideneinkommens
keine repräsentative Grundlage besteht, ist entsprechend der Bestimmung des
Invalideneinkommens auf die Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik, Total sämtlicher Wirtschaftszweige,
Anforderungsniveau 4, Männer, abzustellen. Da die beiden Vergleichseinkommen somit
auf derselben Grundlage zu berechnen sind, kann ein Prozentvergleich vorgenommen
werden. Zu klären ist damit lediglich noch die Frage der Höhe des Tabellenlohnabzugs
bei der Bestimmung des Invalideneinkommens.
4.2 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
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pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenabzugs ist
unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der
Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass ein Abzug von mindestens 20%
vorzunehmen sei (Teilzeitabzug, Wechsel von körperlich sehr strenger zu leichter
Arbeit, Alter, fehlende Dienstjahre, lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt,
voraussehbare gesundheitliche Beschwerden und fehlende Flexibilität, act. G 1. S. 9).
Dem kann nicht gefolgt werden. Dem Beschwerdeführer ist ein leichte Wechseltätigkeit
zumutbar, grundsätzlich ganztags (act. G 4.1.117-11). Weitere Einschränkungen
bestehen nicht, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass noch ein weites
Spektrum an Verweistätigkeiten mit Anforderungsniveau 4 besteht. Der erhöhte
Pausenbedarf bzw. die damit einhergehende Verminderung der ganztägig verwertbaren
Leistungsfähigkeit wurde bereits im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsbemessung
berücksichtigt und vermag damit keinen zusätzlichen Abzug zu begründen. Der 1961
geborene Beschwerdeführer (act. G 4.1.1) war im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
vom 20. August 2010 noch nicht 50-jährig, weshalb sich sein Alter nicht lohnsenkend
auswirken dürfte. Der Beschwerdeführer begründet nicht und es ist aus den Akten
auch nicht ersichtlich, inwiefern er über das Bekannte hinaus an voraussehbaren
gesundheitlichen Beschwerden zu leiden hätte, die einen lohnmindernden Effekt zur
Folge hätten. Dass der Beschwerdeführer mit Blick auf Tätigkeiten im
Anforderungsniveau 4 an einer fehlenden Flexibilität leidet, ist nicht nachvollziehbar.
Die fehlenden Dienstjahre bzw. die geltend gemachte Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
dürften sich im Anforderungsniveau 4 - wenn überhaupt - höchstens geringfügig
auswirken. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von höchstens 10% den
Umständen angemessen.
4.3 Bei einem 10%igen Abzug resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad
von aufgerundet 33% (100% - [75% x 0.9]). Die Abweisung des Rentengesuchs durch
die Beschwerdegegnerin erfolgte damit zu Recht.
5.
Zu prüfen bleibt damit noch die Frage der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren (IV 2010/270).
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5.1 Betreffend das Verwaltungsverfahren bestimmt Art. 37 Abs. 4 ATSG, dass der
gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt wird, wo die
Verhältnisse es erfordern. Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bedeutet nicht
etwa nur die staatliche Finanzierung eines privat gewählten Rechtsbeistandes. Vielmehr
handelt es sich um ein öffentlich-rechtliches Verhältnis zwischen dem Staat und dem
Anwalt (Urteil des EVG vom 12. Januar 2006, I 501/05, E. 5.1.4). Wird ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung abgewiesen, ist die bedürftige Partei, weil
unmittelbar betroffen und damit berührt, ohne weiteres legitimiert, den Entscheid
anzufechten (Urteil des EVG vom 3. Oktober 2006, U 63/04, E. 2.1). Im Gegensatz zum
Verfahren IV 2010/290, worin die bereits bewilligte unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bzw. das bereits entstandene öffentlich-rechtliche Verhältnis
zum vormaligen Rechtsvertreter zu beurteilen war, wurde über die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung in der Person von Rechtsanwalt Ehrenzeller erst in der
angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2010 entschieden. Damit ist der
Beschwerdeführer als bedürftige Partei zur Beschwerdeerhebung gegen die
abweisende Verfügung legitimiert.
5.2 Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
sind (in Analogie zum gerichtlichen Verfahren) die finanzielle Bedürftigkeit, die fehlende
Aussichtslosigkeit und die Erforderlichkeit der Vertretung (vgl. BBl 1999 4595). Den
höheren Anforderungen im Verwaltungsverfahren soll insofern Rechnung getragen
werden, als die Erforderlichkeit der Vertretung eingehend zu prüfen ist. Dabei wird auf
die Schwierigkeit des Falles und auf die Verfahrensphase abgestellt (BBl 1999 4595;
vgl. auch BGE 132 V 201; Urteil des Bundesgerichts vom 12. März 2009, 9C_816/2008,
E. 4.1). Als Beispiel für die Notwendigkeit der unentgeltlichen Vertretung im
Verwaltungsverfahren nennt die sozialversicherungsrechtliche Literatur u.a., dass zu
einem Gutachten Stellung zu beziehen und die Erforderlichkeit von Ergänzungsfragen
zu prüfen sei oder dass komplexe sachverhaltliche oder rechtliche Fragen aufträten
(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, 2009, Rz 23 zu Art. 37).
5.3 Unbestrittenermassen erfüllt ist die Voraussetzung der finanziellen Bedürftigkeit.
Dagegen stellt die Beschwerdegegnerin die Erfordernisse der Erforderlichkeit der
Vertretung und der fehlenden Aussichtslosigkeit in Abrede.
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5.4 Mit Blick auf die Erforderlichkeit der Vertretung ist zu bemerken, dass der zu
beurteilende Sachverhalt sowohl in medizinischer wie auch rechtlicher Hinsicht
komplex ist.
5.4.1 Aus medizinischer Sicht war ein mehrjähriges Geschehen mit u.a.
unfallbedingten Folgen (vgl. hierzu act. G 4.2) zu beurteilen. Es liegt eine Vielzahl von
medizinischen Beurteilungen in den Akten.
5.4.2 Es stellen sich schwierige rechtliche Fragen. So beinhalten bereits die im
Gutachten genannten Diagnosen offensichtliches Potential für eine juristisch
anspruchsvolle Auseinandersetzung darüber, ob diese eine relevante Arbeitsunfähigkeit
begründen oder nicht. Hier ist eine differenzierte Betrachtungsweise jedenfalls
erforderlich (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts vom 27. Juli 2011, IV 2011/44,
E. 3.5). Ferner bedurfte es vorliegend einer anforderungsreichen Prüfung der
Observationsergebnisse bzw. deren Aussagekraft und ihres Verhältnisses zu den
medizinischen Grundlagen.
5.4.3 Im Licht dieser Umstände ist von einer medizinisch sowie rechtlich äusserst
anspruchsvollen Angelegenheit auszugehen, die eine rechtliche Vertretung als
erforderlich erscheinen lässt. Die Beschwerdegegnerin bringt gegen diese Sichtweise
im Wesentlichen vor, dass dem Beschwerdeführer der Vorwurf eines strafrechtlich
relevanten Aussageverhaltens nicht erspart werden könne. Es sei unvorstellbar, dass
das gleiche Rechtssystem eine Tat unter Strafe stelle und gleichzeitig deren Begehung
mittels unentgeltlichen Rechtsbeistandes unterstütze (act. G 4, Rz 13). Hierzu ist zu
bemerken, dass vorliegend keine Anhaltspunkte dafür bestehen und es wird auch von
der Beschwerdegegnerin nichts Entsprechendes geltend gemacht, der Rechtsvertreter
hätte auf das fragliche Aussageverhalten des Beschwerdeführers anlässlich
medizinischer Untersuchungen Einfluss genommen. Das Mandat des Rechtsvertreters
richtet sich darauf, dem Beschwerdeführer ein faires Verfahren zu gewährleisten,
namentlich bei der Erfassung der vorliegend medizinischen und rechtlichen
Komplexität. Die Erforderlichkeit ist umso mehr zu bejahen, als sich der
Beschwerdeführer mit dem schweren Vorwurf eines kriminellen Verhaltens konfrontiert
sieht. Der Vergleich mit dem Strafrecht ist entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin (act. G 4, Rz 13) nicht verfehlt. Denn bei der vorliegenden
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unentgeltlichen Verbeiständung geht es - wie in einem allfälligen Strafverfahren - um
die Würdigung der bereits gemachten Aussagen bzw. eines in der Vergangenheit
liegenden Verhaltens. Der Beschwerdeführer muss im Rahmen eines fairen Verfahrens
die Möglichkeit haben, den von der Beschwerdegegnerin im
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren erhobenen Verdacht in seiner Tragweite
erfassen, überprüfen und dagegen wirksam Stellung nehmen zu können. Eine
rechtsmissbräuchliche Berufung auf Verfahrensgarantien liegt damit nicht vor.
5.5 Damit verbleibt noch die Prüfung der Voraussetzung der fehlenden
Aussichtslosigkeit.
5.5.1 Prozessbegehren sind als aussichtslos anzusehen, wenn die
Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren, so dass eine
Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, bei vernünftiger Überlegung von
einem Prozess absehen würde (BGE 129 I 135 E. 2.3.1).
5.5.2 Gegen die Bejahung der Aussichtslosigkeit fällt ins Gewicht, dass die AEH-
Gutachter eine Aggravationstendenz bei ihrer Beurteilung zumindest teilweise
miteinbezogen ("auffällig ungepflegtes Äusseres", act. G 4.1.117-8; keine Erklärung für
den "Intensionstremor", "auffälliges Krankheitsverhalten", deutliche Selbstlimitierung,
"deutlich unterhalb der minimal performance", zusätzliche Inkonsistenzen, act.
G 4.1.117-9 f.; Hinweis auf Diskrepanz zwischen dem subjektiven Beschwerdebild,
insbesondere den Schmerzbeschwerden, und den erhobenen, nicht hinreichend
erklärenden Befunden, act. G 4.1.114-7) und trotzdem aus medizinischer Sicht eine
erhebliche Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten. Selbst
wenn die Observation als rechtmässig betrachtet wird (zur fraglichen Zulässigkeit der
Observation vgl. vorstehende E. 3.4) so führt dies nicht zur Bejahung der
Aussichtslosigkeit. Denn die von der Beschwerdegegnerin selbst als "unspektakulär"
bezeichneten Observationsergebnisse (act. G 4.2, Rz 2) stehen für sich allein einem
Rentenanspruch nicht entgegen. Des Weiteren ist nicht nachvollziehbar, inwiefern die
anlässlich der Observierung angefertigten Videosequenzen Rückschlüsse auf die
erwerbliche Restleistungsfähigkeit zulassen. Die Videosequenzen zeigen durchwegs
ein beschränktes Bewegungsspektrum. Der Beschwerdeführer wurde in erster Linie
beim Gehen beobachtet, beim Einsteigen in ein Auto, beim Fahren oder beim Verlassen
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des Autos. Zu sehen ist verschiedentlich auch, wie der Beschwerdeführer sich bückt
oder gewisse kleinere Handreichungen vornimmt. Offensichtlich schmerzbedingte
Bewegungseinschränkungen oder Schonhaltungen fallen zwar nicht auf; immerhin trägt
er keine Lasten in der rechten Hand. Zu beachten ist, dass es sich bei den
beschriebenen Aktivitäten ausschliesslich um körperlich leichte handelt. Solche sind
dem Beschwerdeführer selbst nach dem interdisziplinären AEH-Gutachten noch zu
50% zumutbar. Die Videosequenzen lassen keine Rückschlüsse auf die gesamte oder
gegebenenfalls eine kontinuierliche Belastung des Beschwerdeführers in der
beobachteten Zeit zu. Das Observationsvideo und die übrigen Observationsergebnisse
zeigen, dass es sich um durchwegs nicht belastende und zudem nicht repetitiv
ausgeführte Bewegungsabläufe handelt. Dass es dabei zu einem relevanten
Krafteinsatz der rechten Hand gekommen wäre, ist nicht ersichtlich, jedenfalls nicht bei
den beobachteten Bewegungen. Das Öffnen und Schliessen einer Autotüre oder einer
Motorhaube, das Fahren des Fahrzeugs sowie die Hervornahme der Brieftasche
erfordert keinen besonderen Kraftaufwand. Auch unter Einbezug der (beschränkt
aussagekräftigen) Observationsergebnisse und der einzig gestützt darauf ergangenen
RAD-Einschätzungen (Stellungnahme vom 17. November 2009, act. G 4.1.135)
erscheinen die Verlustgefahren nicht derart hoch, dass eine Partei, die über die nötigen
finanziellen Mittel verfügt, bei vernünftiger Überlegung von einem Prozess abgesehen
hätte. Schliesslich räumt auch Beschwerdegegnerin ein, dass somatische Leiden
vorhanden sind (trotz Observationsergebnisse bestehen "unbestreitbar verschiedene
somatische Leiden, die einen Einfluss auf seine Leistungsfähigkeit haben", act. G 4,
Rz 1), so dass ein Rentenanspruch nicht von vornherein ausgeschlossen werden
konnte.
5.6 Insgesamt waren deshalb die Voraussetzungen für die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren erfüllt.
6.
6.1 Die Beschwerde gegen die Rentenverfügung vom 20. August 2010 (IV 2010/363)
ist abzuweisen.
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6.2 Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren vom 8. Juni 2010 (IV 2010/270) ist
gutzuheissen. Dem Beschwerdeführer ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Verwaltungsverfahren ab Datum der Gesuchstellung zu bewilligen und
Rechtsanwalt Daniel Ehrenzeller ist zum unentgeltlichen Vertreter zu benennen. Zur
Festsetzung und Ausrichtung der Entschädigung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint im Beschwerdeverfahren IV 2010/363 als
angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten des
Verfahrens IV 2010/363 in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
6.4 Im Beschwerdeverfahren IV 2010/270 betreffend unentgeltliche Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da
es sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-Leistungen" handelt, findet
die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1 IVG keine Anwendung (vgl. Kieser, a.a.O.,
Rz 35 zu Art. 61).
6.5 Dem Prozessausgang entsprechend steht dem Beschwerdeführer im Verfahren
IV 2010/270 eine Parteientschädigung zu. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit
Blick auf die eingeschränkte Streitfrage und die Bemühungen des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (einschliesslich Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht