Decision ID: ea4a3988-8bea-5f89-bb07-8d5dd0f9ee89
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die Beschwerdeführenden - türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie aus D._, Provinz E._ - verliessen ihre Heimat am 14. März 2006 und gelangten am 19. März 2006 via ihnen unbekannte Länder illegal in die Schweiz, wo sie am folgenden Tag um Asyl nachsuchten. Am 30. März 2006 erhob das BFM im Empfangszentrum Kreuzlingen ihre Personalien und befragte sie zu ihrem Reiseweg sowie - summarisch - zu ihren Asylgründen. Am 10. April 2006 hörte das BFM die Beschwerdeführenden einlässlich zu ihren Asylgründen an.
Dabei machte der Beschwerdeführer namentlich geltend, er sei Ende Oktober 2005 in die Türkei zurückgekehrt, nachdem er zwischen April 1999 und Oktober 2005 als Asylbewerber in F._ gelebt habe und nach definitiver Ablehnung seines dortigen Asylantrags in seine Heimat rücküberstellt worden sei. Während der ersten 20 Tage nach seiner Rückkehr in die Türkei habe er keinerlei behördliche Probleme gehabt. Bereits kurz nach seiner Rückkehr in die Türkei habe er  Kontakt zu seinem Bruder G._ aufgenommen, welcher seit dem Jahre 1997 Guerilla bei der PKK (Partiya Karkerên Kurdistan, Kurdische Arbeiterpartei) sei. In der Folge hätten sie etwa einmal  miteinander telefoniert. Im November 2005 hätten Soldaten der türkischen Armee im Dorfe D._ nach ihm gesucht. Er habe damals - im Garten seines Elternhauses befindlich - Stimmen von nahenden Soldaten vernommen, welche sich bei Kindern nach seinem Haus erkundigt hätten, worauf er Zuflucht bei einem Nachbarn gefunden habe. Seit diesem Vorkommnis habe er sich an verschiedenen Orten versteckt und nur noch sporadisch und jeweils sehr kurz zu Hause aufgehalten. In der Folge hätten die Soldaten etwa dreimal wöchentlich in seinem Heimatdorf nach ihm gesucht. Anlässlich einer Hausdurchsuchung seien auch mehrere Zeitschriften sowie Fotos, auf denen sein Bruder G._ abgebildet gewesen sei, konfisziert worden. Die Soldaten seien verschiedentlich von einem Mann aus einem Nachbardorf begleitet worden, welcher laut Angaben von Dorfbewohnern beim militärischen Geheimdienst arbeiten soll. Letzterer habe ihm eines Tages angeboten, gegen ein Entgelt dafür zu sorgen, dass die militärische Suche nach seiner Person eingestellt würde. Auf seine Weigerung hin habe dieser ihm vorgeworfen, verschiedentlich mit seinem Bruder G._ telefoniert zu haben
Seite 2
D-5926/2006
und ihn zusätzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass diese Telefonkontakte aufgezeichnet worden seien. Er habe indessen dem Geheimdienstagenten gegenüber bestritten, derlei telefonische Kontakte mit seinem Bruder G._ unterhalten zu haben.
Am 18. November 2005 sei er beim Versuch, sich unter falschem  eine Identitätskarte ausstellen zu lassen, auf der  in H._ von der Polizei festgenommen worden. Am folgenden Tag sei er freigelassen worden, wobei man ihn aufgefordert habe, wöchentlich seine Unterschrift auf dem Polizeiposten zu leisten. In dieser Angelegenheit seit ein Verfahren gegen ihn eröffnet worden. Nachdem er zweimal seiner Meldepflicht nachgekommen sei, habe ihn ein Polizist informell darauf hingewiesen, dass er ein grosses Risiko eingehe, woraufhin er nicht mehr bei der Polizei erschienen sei.
Im Weiteren sei er auch wiederholt wegen seines bis heute nicht  Militärdienstes behördlich gesucht worden.
All diese Gründe hätten ihn schliesslich veranlasst, seine Heimat Mitte März 2006 erneut zu verlassen.
Die Beschwerdeführerin fügte ergänzend an, sie habe zufolge der zahlreichen Vorsprachen der Soldaten in ihrem Haus befürchtet, eines Tages das Opfer eines tätlichen Übergriffs werden zu können. Darüber hinaus sei auch ihre Tochter in der Schule immer wieder von Soldaten aufgesucht worden, welche sie nach dem Aufenthaltsort ihres Vaters gefragt hätten. Sie habe diesen Zustand schliesslich nicht mehr  und sich deshalb zur gemeinsamen Ausreise mit ihrer Familie entschlossen.
B. Mit - selben tags eröffneter - Verfügung vom 11. April 2006 stellte das BFM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die  nicht und lehnte deren Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es ihre Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, ihre  hielten teils den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), teils denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Darüber hinaus erweise sich der Wegweisungsvollzug als , zumutbar und möglich.
Seite 3
D-5926/2006
C. Mit an die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) gerichteter Eingabe vom 10. Mai 2006 beantragten die  mittels ihrer Rechtsvertreterin, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass sie die  erfüllen würden. Es sei ihnen in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter seien die Unzumutbarkeit, Unzulässigkeit und Unmöglichkeit der Wegweisung festzustellen und sie seien in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Im Weiteren beantragten die , es sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu . Die Beschwerdeführenden legten ihrer Rechtsmitteleingabe unter anderem die Kopie einer Aufzeichnung der am (...) ausgestrahlten Sendung des kurdischen Satellitensenders I._ bei, wo der Beschwerdeführer als Teilnehmer aufgetreten sei und  für die Anerkennung der Kurden votiert habe. Darüber hinaus reichten sie eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung der Asyl- J._ vom 2. Mai 2006 sowie zwei fremdsprachige Dokumente zu den Akten und stellten in diesem Zusammenhang den Antrag, deren Übersetzung in einer Schweizer Amtssprache sei aufgrund ihrer bescheidenen finanziellen Verhältnisse auf Kosten der Staatskasse vorzunehmen.
D. Mit Verfügung vom 22. Mai 2006 bestätigte der Instruktionsrichter der ARK den Eingang der Beschwerde und hielt ergänzend fest, die  könnten den Ausgang des Asylverfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zufolge Nichtaussichtslosigkeit der Erfolgschancen der  gut, wies indessen das Gesuch um Gewährung der  Rechtsverbeiständung mangels Erforderlichkeit ab. Schliesslich sandte er Kopien der von den Beschwerdeführenden eingereichten zwei fremdsprachigen Dokumente an diese zurück und forderte sie  Hinweis auf ihre gesetzliche Mitwirkungspflicht auf, diese bis zum 6. Juni 2006 - zumindest ihrem wesentlichen Inhalte nach - in eine Amtssprache der Schweiz übersetzt zu retournieren, ansonsten  auf die bestehende Aktenlage entschieden werde.
Seite 4
D-5926/2006
E. Mit Begleitschreiben vom 6. Juni 2006 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden drei Bestätigungsschreiben von in der Schweiz als Flüchtling anerkannten Landsleuten des  (Schreiben seines K._ L._ vom 22. Mai 2006, von M._ vom 8. Mai 2006 sowie von N._ vom 13. Mai 2006) ein, worin diese bestätigen, dass der Beschwerdeführer in der Türkei unter anderem wegen der politischen Aktivitäten seines in den Reihen der PKK wirkenden Bruders G._ verfolgt werde. Darüber hinaus reichte sie eine Übersetzung der beiden am 22. Mai 2006 zu diesem Zweck an sie retournierten fremdsprachigen Dokumente (vgl. Sachverhalt Bst. D) in deutscher Sprache ein. Dem Bestätigungsschreiben des Dorfvorstehers von D._ - O._ - vom 10. April 2006 ist zu entnehmen, dass die Gendarmerie das Gemeindeamt des Dorfes D._ aufgefordert habe, nach dem Beschwerdeführer zu fahnden und diesen festzunehmen. Im Weiteren figurieren die Personalien des Beschwerdeführers auf einer 51 Namen umfassenden militärischen Liste männlicher Personen aus dem Dorf D._, welche wegen Militärdienstverweigerung gesucht werden.
F. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 14. Juni 2006 die Abweisung der Beschwerde. Ergänzend hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung des Standpunktes des  rechtfertigen könnten. Die als Beweismittel nachgereichten Schreiben würden an der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des  nichts ändern, handle es sich doch bei solchen  erfahrungsgemäss oft um Gefälligkeitsschreiben, denen kaum ein Beweiswert zukomme. Gerade vor dem Hintergrund der  Vorbringen des Beschwerdeführers könnten die nachgereichten Dokumente keine Beweiskraft entfalten. Daran vermöge auch die nachträglich eingesandte DVD-Aufzeichnung aus dem Jahr 2001 nichts zu ändern.
G. Am 4. Juli 2006 machten die Beschwerdeführenden mittels ihrer Rechtsvertreterin von dem ihnen eingeräumten Replikrecht Gebrauch. Zunächst sei es nicht angängig, sämtlichen eingereichten Schreiben einzig deswegen jegliche Beweiskraft abzusprechen, weil die Vorbrin-
Seite 5
D-5926/2006
gen des Beschwerdeführers nach Ansicht der Vorinstanz unglaubhaft sein sollen. Im Übrigen könnten das Schreiben des Dorfvorstehers von D._ vom 10. April 2006 sowie die militärische Suchliste aufgrund ihres kompromittierenden Inhalts sowie des Umstands, dass die jenen Beweismitteln zugrundeliegenden Sachverhaltsmomente seitens der Vorinstanz unbestritten geblieben seien, nicht als „Gefälligkeitsschreiben” bezeichnet werden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden  und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die bei der vormaligen ARK am 31. Dezember 2006 hängig gewesenen  übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neuem  ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführenden haben das Verfahren vor dem  eingeleitet, sind durch die angefochtene Verfügung besonders  und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung. Damit sind sie zur Einreichung der Beschwerde  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 und 52 VwVG). Demzufolge ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
Seite 6
D-5926/2006
2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
3. 3.1 Zunächst bleibt zu prüfen, ob die Aussage des Beschwerdeführers als glaubhaft erscheint, er sei wegen seiner telefonischen Kontakte mit dem im Irak lebenden und für die PKK kämpfenden Bruder G._ behördlich gesucht worden.
3.1.1 Tatsächlich leuchtet, wie von der Vorinstanz (vgl. Verfügung BFM S. 3, E. I/1., Abs. 3) ausgeführt, keineswegs ein, weshalb der  nach seiner - in Istanbul registrierten (vgl. act. A1 S. 5 unten) - Rückkehr in die Türkei bereits wenige Tage später mit seinem bei der PKK weilenden Bruder G._ in telefonischen Kontakt hätte treten beziehungsweise diesen hätte fortsetzen sollen, musste er doch aufgrund seines langjährigen Auslandaufenthalts sowie des noch nicht abgeleisteten Militärdienstes mit einer verschärften Beobachtung seiner Person durch die heimatlichen Behörden rechnen. Dass er - wie auf Beschwerdeebene vorgetragen - eines gewissen Risikos zwar  gewesen sei, des hohen Stellenwerts der Familie wegen den Kontakt zum Bruder aber nicht habe abbrechen wollen (vgl.  S. 5), erscheint vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar und weckt bereits aus diesem Grund erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit
Seite 7
D-5926/2006
der Behauptung des Beschwerdeführers, nach seiner Rückkehr in die Türkei mit jenem Bruder telefonische Kontakte unterhalten zu haben und aus diesem Grund behördlich gesucht worden zu sein. Darüber hinaus erscheint aber auch die Behauptung des Beschwerdeführers, das Risiko einer Entdeckung der starken Verbundenheit mit seinem Bruder wegen auf sich genommen zu haben, in sich nicht stimmig: So war der Beschwerdeführer beispielsweise bei seiner Bundesanhörung vom 10. April 2006 offensichtlich nicht in der Lage, die Telefonnummer seines Bruders G._ zu nennen (vgl. act. A14 S. 7 oben). Dass er die lange Telefonnummer, welche er nicht memorieren könne, bei seiner Ausreise aus der Türkei aus Sicherheitsgründen nicht auf sich habe tragen wollen (vgl. act. A14 S. 7), mutet mit Blick auf das frühere furchtlose Verhalten des Beschwerdeführers (wöchentliche Telefonate mit seinem Bruder G._ in der Türkei) nicht nachvollziehbar an, zumal den türkischen Behörden diese Telefonnummer zufolge der behaupteten aufgezeichneten Telefonate zwischen ihm und seinem Bruder G._ ohnehin bekannt gewesen wäre. An dieser Feststellung vermag auch die nachträgliche Beibringung der Telefonnummer des Bruders G._ auf Replikebene nichts zu ändern.
3.1.2 Darüber hinaus vermag der Beschwerdeführer auch der  der Vorinstanz, wonach es erfahrungsgemäss nicht möglich sei, mit einem PKK-Kämpfer „problemlos” zu telefonieren (vgl.  BFM S. 3, E. I/1., Abs. 3), nichts Substanzielles . So behauptet er zwar in der Beschwerde, nicht er (der ), sondern sein Bruder G._ habe jeweils die telefonischen Kontakte initiiert (vgl. Beschwerde S. 5 und 6). Letztere Behauptung findet in den Akten indessen keine hinreichende Stütze. Zwar hielt der Beschwerdeführer anlässlich seiner Anhörung durch das BFM vom 10. April 2006 zunächst fest, sein Bruder habe ihn eine Woche nach seiner Ankunft zuhause erstmals angerufen, um gleich anschliessend festzuhalten, er (der Beschwerdeführer) habe ihn danach immer wöchentlich angerufen (vgl. act. A14 S. 6 unten). Dabei habe sein Bruder die Telefonate nicht selbst entgegen genommen, sondern jeweils eine andere Person, die seinen Bruder dann ans Telefon geholt habe (vgl. act. A14 S. 7 oben). Gegen die Behauptung des Beschwerdeführers, jeweils auf die Anrufe seines Bruders gewartet zu haben, spricht im Übrigen auch der Umstand, dass er zunächst erklärte, im Besitze der Nummer des Telefonanschlusses seines Bruders gewesen zu sein (vgl. act. A14 S. 7, Abs. 1 bis 3). Die
Seite 8
D-5926/2006
erst nachträgliche - gegenteilige - Behauptung, die Anschlussnummern hätten gewechselt (vgl. act. A14 S. 7, Abs. 4), erscheint mit Blick auf das Gesamte als unbehelflicher Versuch, nachträglich den Anschein zu wecken, der Beschwerdeführer selbst habe keinerlei Möglichkeit gehabt, seinen Bruder G._ aus eigener Initiative telefonisch zu erreichen. Es darf indes generell als ausgeschlossen gelten, dass einzelne Verbände der PKK als  Aussenstehenden Telefonnummern bekanntgeben , unter denen sie erreichbar sind, würde hierdurch doch nur das unnötige Risiko geschaffen, Opfer einer behördlichen Abhöraktion zu werden, damit Aktivitäten von Sicherheitskräften auszulösen und schlimmstenfalls eine Gefangennahme gewärtigen zu müssen.
3.1.3 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte behördliche Suche zufolge seiner angeblichen Telefonate mit seinem bei der PKK  Bruder G._ als nicht glaubhaft erscheinen.
3.2 Der Beschwerdeführer vertritt ferner den Standpunkt, er sei im Falle einer Rückkehr in die Türkei auch aufgrund seiner politischen  in der Türkei vor seiner Ausreise nach F._ im Jahr 1999 sowie seiner exilpolitischen Aktivitäten in F._ (...) einer asylrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr ausgesetzt. So habe er vor seiner Ausreise nach F._ für die P._ gearbeitet. In den Jahren 1998 und 1999 sei er im Rahmen der Newroz (Neujahrs)- Feierlichkeiten zweimal festgenommen und verhört worden. Er habe diese Festnahmen anlässlich der Befragung in der Empfangsstelle einzig deshalb nicht erwähnt, weil er geglaubt habe, die dortige Frage, ob er sonst noch einmal inhaftiert gewesen sei, habe sich auf den Zeitraum nach seiner Inhaftierung in H._ am 19. November 2005 bezogen. Im Weiteren sei er auch während seines Aufenthalts in F._ politisch aktiv gewesen. So seien in F._ regelmässig unter seinem Namen Artikel in der Q._ erschienen. Zudem habe man ihn am 13. Juni 2001 in einer Sendung des kurdischen Satellitensenders I._ sehen können, wo er für die Anerkennung der Kurden eingetreten sei. Diese Sendung hätten auch die Behörden in der Türkei mitverfolgen können. Er sei sich dessen erst bewusst geworden, nachdem ihn einer seiner Brüder nach seiner Rückkehr in die Türkei hierauf aufmerksam gemacht und ihm auch eine Aufzeichnung jener Sendung ausgehändigt habe. Darüber hinaus drohe ihm insbesondere wegen seines als PKK-Rebellen aktiven
Seite 9
D-5926/2006
Bruders G._ eine Reflexverfolgung in der Türkei (vgl. Beschwerde S. 7 bis 9).
3.2.1 Einleitend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer weder anlässlich seiner summarischen Befragung im Empfangszentrum Kreuzlingen am 30. März 2006 noch bei seiner Bundesanhörung vom 10. April 2006 geltend gemacht hat, er sei nach seiner Ende Oktober 2005 erfolgten Rückkehr in die Türkei im Zusammenhang mit früheren politischen Aktivitäten in der Türkei beziehungsweise in F._ behördlich gesucht worden. Bereits vor diesem Hintergrund entbehren die entsprechenden, erst auf Beschwerdeebene vorgetragenen  und insbesondere auch die Rüge, die Vorinstanz habe es unterlassen, das Vorliegen eines subjektiven Nachfluchtgrundes zu prüfen (vgl. Beschwerde S. 12 Ziff. 3), jeglicher Grundlage. Soweit der Beschwerdeführer behauptet hat, zufolge der nach seiner Rückkehr in die Türkei aufgenommenen Telefongespräche mit seinem Bruder G._ behördlich gesucht worden zu sein, erachtet das Gericht die entsprechenden Vorbringen - wie unter Ziff. 4.1.1 bis 4.1.3 vorstehend ausgeführt - als unglaubhaft. Dass er demgegenüber allein aufgrund der Tatsache, einen bei der PKK aktiven Bruder zu haben, nach seiner Rückkehr in die Türkei Ende Oktober 2005 behördlichen Behelligungen ausgesetzt gewesen sei, hat er nie geltend gemacht, weshalb vorliegend keine Veranlassung besteht, die Frage einer allfälligen Reflexverfolgung des Beschwerdeführers zufolge seiner Verwandtschaft mit einem angeblich in der PKK aktiven Bruder einer materiellen Prüfung zu unterziehen.
3.2.2 Hinzu kommt, dass die angeblichen politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers vor seiner Ausreise aus F._ wie auch die angeblichen exilpolitischen Aktivitäten in F._ während seines dortigen Asylverfahrens - immer unter der Annahme, er habe diese Vorbringen dazumal auch geltend gemacht - bekannt waren, weshalb diesfalls davon ausgegangen werden muss, dass sie bereits von den (...) Asylbehörden einlässlich gewürdigt worden sind. Die Rückführung des Beschwerdeführers Ende Oktober 2005 in die Türkei nach abgeschlossenem (...) Asylverfahren impliziert dabei, dass auch die (...) Behörden - sofern sie vom Beschwerdeführer überhaupt darüber informiert wurden -, keine Veranlassung sahen, zufolge der behaupteten (exil-)politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers von dessen Rückführung in die Türkei abzusehen.
Seite 10
D-5926/2006
3.2.3 Zusammenfassend ist deshalb festzustellen, dass entgegen den diesbezüglichen Behauptungen in der Beschwerde keine Hinweise  bestehen, dass dem Beschwerdeführer in der Heimat als Folge  angeblichen früheren politischen Aktivitäten in der Türkei und in F._ eine asylbeachtliche Verfolgung droht. An dieser  vermögen die drei Bestätigungsschreiben von L._, M._ sowie N._ nichts zu ändern, zumal diese bloss in allgemeiner und teilweise identisch formulierter Form festhalten, der Beschwerdeführer weile aus politischen Gründen in der Schweiz und habe namentlich seines bei der PKK befindlichen Bruders (G._) wegen Schwierigkeiten in seiner Heimat gehabt. Schliesslich wird auch die angebliche Veröffentlichung von Artikeln in regimekritischen Presseerzeugnissen durch keinerlei Dokumente .
3.3 Der Beschwerdeführer macht im Weiteren geltend, er sei auch im Zusammenhang mit seinem noch nicht geleisteten Militärdienst  gesucht worden.
3.3.1 Gemäss Praxis stellen allfällige strafrechtliche Konsequenzen wegen Refraktion, Dienstverweigerung oder Desertion bei einer  ins Heimatland grundsätzlich keine Verfolgung im Sinne des  dar. Es ist das legitime Recht jedes Staates, seine Bürger zum Militärdienst einzuberufen, weshalb strafrechtliche oder  Massnahmen bei Pflichtverletzungen grundsätzlich nicht als  motivierte oder menschenrechtswidrige  zu betrachten sind (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen [EMARK] 2006 Nr. 3 E. 4.2, mit weiteren Hinweisen). Wehrpflichtige Männer werden in der Türkei aufgrund der Staatsangehörigkeit und  Jahrgangs für das Militär aufgeboten, ohne dass dieser  eine asylrechtlich relevante Verfolgungsabsicht des Staates  liegen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet  Soldaten während des obligatorischen Militärdienstes gegen  ihrer eigenen Ethnie eingesetzt werden, ist sehr gering, und es kann ausgeschlossen werden, dass dies auf systematische Weise geschieht. Ausserdem ist der Ausnahmezustand in allen türkischen Provinzen mittlerweile aufgehoben worden. Eine allfällige Bestrafung wegen Nichtleistens des Militärdienstes, Wehrdienstverweigerung oder Desertion wäre vorliegend als legitime staatliche Massnahme zur Durchsetzung einer staatsbürgerlichen Pflicht und damit als  nicht relevant zu charakterisieren. Bisher wurde auch nicht be-
Seite 11
D-5926/2006
kannt, dass kurdische Refraktäre und Dienstverweigerer ihrer Ethnie oder ihres Gewissens wegen im Sinne eines "Malus" generell  Strafen zu gewärtigen hätten als Refraktäre und Dienstverweigerer türkischer Ethnie. Nachdem sich die vom Beschwerdeführer allenfalls zu erwartenden strafrechtlichen Sanktionen als nicht relevant im Sinne des Asylgesetzes erweisen (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 2 S. 12 ff.), liegt auch in dieser Hinsicht keine objektiv begründete Furcht vor  vor.
3.3.2 Ferner liegen in casu - wie unter Ziff. 4.2.1 bis 4.2.3 vorstehend dargelegt - auch keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass sich der  zufolge früherer politischer Aktivitäten in einem  exponiert hätte, welches Anlass zur Befürchtung geben könnte, er müsste im Falle seines Einzugs in den Militärdienst mit einer  harten Behandlung als Wehrdienstangehöriger rechnen (sog. „Politmalus”).
3.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie sei zufolge der häufigen Vorsprachen der Soldaten in ihrem Haus stark verunsichert und verängstigt worden, bleibt festzuhalten, dass die Besuche der  bei der Beschwerdeführerin (und deren Schwiegereltern) einzig darauf abzielten, den Aufenthaltsort ihres Ehemannes in Erfahrung zu bringen, da sich dieser seit der erstmaligen behördlichen Suche  Tage nach seiner Rückkehr in die Türkei versteckt hielt. Wiewohl derlei Vorsprachen seitens Angehöriger von Gesuchten als  und unangenehm empfunden werden können, erfüllen sie die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht, weshalb die Beschwerdeführerin hieraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag.
3.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den  nicht gelungen ist, Asylgründe im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Das BFM hat ihre Asylgesuche daher zu Recht und mit zutreffender Begründung abgelehnt. Es erübrigt sich, auf  Vorbringen in der Beschwerde einzugehen, da diese am Ergebnis nichts zu ändern vermögen.
4. 4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
Seite 12
D-5926/2006
4.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).
5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
5.2 5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
5.2.2 Der Grundsatz der Nichtrückschiebung schützt nur Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den  nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der
Seite 13
D-5926/2006
Beschwerdeführenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des  Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche  drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren ; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die  Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den  zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.
5.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
5.3 5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
5.3.2 Weder die allgemeine Lage in der Türkei noch die persönliche Situation der Beschwerdeführenden lassen auf eine konkrete  schliessen. Angesichts der heutigen Lage in der Türkei kann nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen werden, welche für die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr eine konkrete  darstellen würden. Sodann bestehen auch keine anderen Hinweise, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr in den Heimatstaat in eine konkrete, ihre Existenz bedrohende Situation  könnten. Der Beschwerdeführenden verfügen in der Türkei über ein familiäres Beziehungsnetz, leben doch die Eltern sowie (...) Ge-
Seite 14
D-5926/2006
schwister des Beschwerdeführers nach wie vor in der Türkei (vgl. act. A1 S. 3, Ziff. 12). Die Beschwerdeführerin lebte eigenen Angaben zufolge während des F._aufenthalts ihres Ehemannes bei ihren Schwiegereltern in D._ (vgl. act. A14 S. 10) und wurde dabei sowohl von ihrem Schwiegervater als auch von ihren Schwagern unterstützt. Die Eltern der Beschwerdeführerin sowie zwei ihrer  leben zwar in der Schweiz (vgl. act. A2 S. 3, Ziff. 12), können die Beschwerdeführenden aber in der Türkei zumindest finanziell , was ihre Bemühungen, sich in der Türkei eine neue  aufzubauen, erleichtern dürfte. Ausserdem hat sich der Beschwerdeführer während seiner Aufenthalte in F._ und in der Schweiz in der Gastronomie weitergehende Berufserfahrungen aneignen können (vgl. act A1 S. 2, Ziff. 8 und E. Ziff. 9 nachstehend). Angesichts der gesamten Umstände kann der Vollzug der Wegweisung - entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Auffassung - auch als zumutbar bezeichnet werden.
5.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der  Vertretung ihres Heimatstaates die für eine Rückkehr  Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),  der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
6. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu . Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig,  und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf  Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]). Mit Verfügung vom 22. Mai 2006 hat der Instruktionsrichter zwar das von den Beschwerdeführenden
Seite 15
D-5926/2006
gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen (vgl. Sachverhalt Bst. D). Wie indessen aktuelle Abklärungen ergeben haben, ist der  seit dem 1. September 2007 ununterbrochen (...) erwerbstätig, weshalb heute nicht mehr von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden auszugehen und folglich die am 22. Mai 2006 gewährte unentgeltliche Rechtspflege wiedererwägungsweise aufzuheben ist.
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 16
D-5926/2006