Decision ID: fa1c2bb2-1620-4ead-8f32-44c8acea4432
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 19. Dezember 2013 erneut beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St. Gallen zur Arbeitsvermittlung an und stellte bei
der kantonalen Arbeitslosenkasse Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1/
C212, C194). Das RAV hielt im Anmeldeblatt vom 10. Dezember 2014 einen
(möglichen) Stellenantritt ab 1. Januar 2015 fest (act. G 3.1/C212).
A.b Vom 24. Juni 2013 bis 24. Februar 2014 war der Versicherte bei der B._ AG
angestellt gewesen (act. G 3.1/C194). Da er ab 18. Dezember 2013 krankgeschrieben
war, wurden die Anträge auf Arbeitslosenleistungen vorerst pendent gehalten.
Schliesslich wurde der Versicherte erneut auf Grund der Folgen eines Unfalls vom 9.
Juli 2010 von den behandelnden Ärzten bis im Dezember 2014 arbeitsunfähig
geschrieben. Die zuständige Krankentaggeldversicherung erbrachte Taggelder bis die
Suva eine Leistungspflicht anerkannte (act. G 3.1/C190, C180, B117 S. 490). Mit
Abrechnung vom 13. November 2014 erbrachte die Suva rückwirkend für die Zeit vom
19. März bis 21. April 2014 Taggelder in Höhe von Fr. 169.45 gestützt auf eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 22. April bis 19. Mai 2014 gestützt auf eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% und vom 20. Mai bis 30. Juni 2014 gestützt auf eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (act. G 3.1/B117, S.490).
A.c Mit Verfügung vom 23. Dezember 2014 sprach die Suva dem Versicherten für die
verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 9. Juli 2010 (Knieleiden links)
rückwirkend ab 1. Juli 2014 eine Invalidenrente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit
von 13% zu (act. G 3.1/C170).
A.d Mit Schreiben vom 11. Februar 2015 teilte die Arbeitslosenkasse dem Versicherten
mit, sie habe in der für ihn geltenden Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. Januar
2013 bis 31. Dezember 2014 insgesamt eine Beitragszeit von 8.980 Monaten
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berechnet. Sofern ein Grund für die Befreiung von der Beitragszeit vorliege, ersuche sie
ihn, die entsprechenden Unterlagen einzureichen (act. G 3.1/C139).
A.e In der Stellungnahme vom 16. Februar 2015 machte der Versicherte geltend, er sei
vom 28. November 2012 bis 5. Juni 2013 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit
der C._ AG als Bauschreiner gestanden. Kündigungsgrund sei der Rückgang der
Auftragslage gewesen. Somit verfüge er durch das Arbeitsverhältnis mit der C._ AG
über eine Beitragszeit von 6 Monaten und 8 Tagen, durch das Arbeitsverhältnis mit der
B._ AG vom 24. Juni 2013 bis 24. Februar 2014 über eine Beitragszeit von 7.980
Monaten (gemäss seiner Berechnung jedoch 9 Monaten entsprechend) und auf Grund
der Bezüge von Suva-Taggeldern vom 19. März 2014 bis 30. Juni 2014 über eine
Beitragszeit von 104 Tagen, was 3.14 Monaten entspreche. Insgesamt ergebe sich
nach der Rechnung der Arbeitslosenkasse eine Beitragszeit von 17.92 Monaten (act. G
3.1/B117).
A.f Mit Schreiben vom 2. März 2015 und Nachtrag vom 9. März 2015 nahm der
Versicherte Bezug auf ein Gespräch mit der Arbeitslosenkasse vom 25. Februar 2015.
Er ersuchte um Anrechnung der Guthaben aus dem Zwischenverdienst bei der C._
AG, wobei sich sein Restanspruch am 18. Juli 2013 auf 144.6 Taggelder belaufen habe
(act. G 3.1/B107 und B102).
A.g In den Abrechnungen vom 17. März 2015 für die Monate Januar und Februar 2015
hielt die Arbeitslosenkasse einen versicherten Verdienst von Fr. 4‘722.--, ein Taggeld
von Fr. 152.30 und einen Höchstanspruch auf 260 Taggelder fest (act. G 3.1/B83 f.).
A.h Am 24. März 2015 reichte der Versicherte gegen die Abrechnungen vom 17. März
2015 Einspruch ein mit dem Antrag, es sei eine Verfügung zu erlassen oder die
Abrechnung sei zu korrigieren. Er bemängelte insbesondere die Berechnung des
versicherten Verdienstes, da dieser von der Suva auf Fr. 73‘438.-- festgelegt worden
sei. Auch stimme der Anspruch auf 260 Taggelder nicht, da gemäss den Unterlagen
der Arbeitslosenkasse ab Alter 55 ein Anspruch auf 520 Taggelder bestehe. Zudem
seien aus den ursprünglich 5 Wartetagen nun 10 geworden (act. G 3.1/B81 S. 368,
B79). In einer gleichentags versandten E-Mail erklärte die Arbeitslosenkasse dem
Beschwerdeführer, dass er lediglich eine Beitragszeit von 13.073 Monaten nachweisen
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könne, weshalb ihm 260 Taggelder zustünden, erst ab einer Beitragszeit von 22
Monaten würden ihm 520 Taggelder zustehen. Der versicherte Verdienst sei auf Fr.
5‘428.-- bei 100% festgesetzt und auf Grund der Suva-Rente im Umfang von 13% auf
Fr. 4‘722.-- reduziert worden (act. G 3.1/B81).
A.i Mit Verfügung vom 20. Mai 2015 setzte die Arbeitslosenkasse den versicherten
Verdienst auf Fr. 4‘688.--, die Wartezeit auf 10 Tage und den Anspruch innerhalb der
Rahmenfrist für den Leistungsbezug auf 260 Taggelder fest. Für die Berechnung des
versicherten Verdienstes habe sie sich auf die Arbeitsverhältnisse bei den Firmen B._
AG und C._ AG abgestützt. Die Berechnung habe bei einem 100%-Pensum einen
versicherten Verdienst von Fr. 5‘389.-- ergeben. Da der Versicherte zudem von der
Suva eine Rente gestützt auf einen IV-Grad von 13% erhalte, sei der versicherte
Verdienst auf ein 87%-Pensum anzupassen, womit sich ein Betrag von Fr. 4‘688.--
ergebe. Während seinen beiden Arbeitsverhältnissen habe er eine Beitragszeit von
insgesamt 13.073 Monaten nachweisen können. Da er im übrigen
Bemessungszeitraum Suva-Taggelder bezogen habe, jedoch nicht in einem
Arbeitsverhältnis gewesen sei, könne diese Zeit nicht als Beitragszeit angerechnet
werden. Auf Grund dieser Beitragszeit habe er für den Leistungsbezug einen Anspruch
auf 260 Tage. Erst bei einer Beitragszeit von 18 Monaten hätte sich die Anzahl der
Taggelder erhöht. Da er bei einem 100%-Pensum einen versicherten Verdienst von
über Fr. 5‘000.-- pro Monat aufweise, habe er die allgemeine Wartezeit von 10 Tagen
zu bestehen (act. G 3.1/B53).
A.j Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte bei der Arbeitslosenkasse
Einsprache ein (Eingang am 29. Mai 2015). Zur Begründung machte er geltend, der
Berechnung des versicherten Verdienstes lägen falsche Wochenarbeitszeiten zu
Grunde, es würde nur das Grundgehalt angerechnet und die Krankentage nicht
berücksichtigt. Seit er in der Schweiz arbeite, habe er wöchentlich nie weniger als 45
Stunden gearbeitet. Das gehe auch aus der Suva-Verfügung hervor. Zudem werde ein
falscher Stundenlohn zu Grunde gelegt. Schliesslich sei auch der Anspruch auf 260
Taggelder nicht korrekt, da die Krankentage als Beitragszeit anerkannt werden
müssten. Nur weil die Suva-Rente erst am 1. Januar 2015 rückwirkend ab 1. Juli 2014
anerkannt worden sei, dürfe er nicht bestraft werden. Da ab Alter 55 ein Anspruch auf
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520 Taggelder bestehe, dürfe ihm nicht nur die Hälfte zugesprochen werden (act. G
3.1/A42).
B.
B.a Mit Einspracheentscheid vom 16. Juli 2015 hiess die Arbeitslosenkasse die
Einsprache in dem Sinne teilweise gut, als sie die Verfügung vom 20. Mai 2015 aufhob
und den versicherten Verdienst auf Fr. 4‘773.--(Vermittlungsgrad 87%) festlegte. Im
Weiteren hielt sie jedoch daran fest, dass der Versicherte innerhalb der Rahmenfrist für
den Leistungsbezug einen Anspruch auf 260 Taggelder bei einer Wartezeit von 10
Tagen habe. Zur Begründung der Höhe des versicherten Verdienstes gab sie an, es
ergebe sich ein versicherter Verdienst von Fr. 5‘468.-- bei einem Vermittlungsgrad von
100%. Zur Berechnung sei der Verdienst der letzten sechs Monate berücksichtigt
worden, weil diese Berechnung für den Versicherten vorteilhafter sei als eine
Berechnung gestützt auf die letzten zwölf Monate. Da von der Suva eine 13%ige Rente
ausbezahlt werde, müsse der versicherte Verdienst auf 87% reduziert werden. Damit
resultiere ein Betrag von Fr. 4‘773.--. Bei der Berechnung werde mit 42 Stunden pro
Woche gerechnet, weil dies gemäss dem GAV Personalverleih Holzbaugewerbe die
normale wöchentliche Arbeitszeit (Normalarbeitszeit) darstelle. Mehrstunden seien
demgegenüber nicht versichert. Sein Pensum sei somit von 110.04 resp. 112 auf 100
Prozent gekürzt worden. Als Stundenlohn werde ein Betrag von Fr. 30.-- (Grundlohn
von Fr. 27.70 und Anteil 13. Monatslohn) berücksichtigt, dagegen sei in der letzten
Berechnung mit einem falschen Grundlohn von Fr. 26.91 gerechnet worden (act. G 3.1/
A25).
B.b Die Suva erhöhte mit Einspracheentscheid vom 30. Juli 2015 den
Erwerbsunfähigkeitsgrad des Versicherten ab 1. Juli 2014 von 13% auf 14% (act. G
3.1/A17).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid der Arbeitslosenkasse vom 16. Juli 2015 richtet
sich die vorliegende Beschwerde vom 13. August 2015. Deren Begründung deckt sich
mit jener der vorangegangenen Einsprache (act. G 1).
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C.b Am 18. August 2015 verfügte die Arbeitslosenkasse eine Rückzahlungspflicht des
Versicherten von Fr. 30.65 (netto). Sie begründete diese damit, dass infolge der
Erhöhung der Suva-Rente von 13% auf 14% auch der Vermittlungsgrad bei der
Arbeitslosenversicherung von 87% auf 86% reduziert werden müsse (act. G 3.1/A11).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 18. September 2015 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf
den angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 3).
C.d Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 4).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen sind vorliegend die Höhe des versicherten Verdienstes, die
Anzahl der Taggelder innerhalb der Rahmenfrist und die Dauer der Wartezeit.
1.1 Zunächst ist über den versicherten Verdienst zu befinden.
1.2 Als versicherter Verdienst nach Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR
837.0) gilt der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während
eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen
normalerweise erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten
regelmässigen Zulagen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte
Inkonvenienzen darstellen. Aus dieser gesetzlichen Umschreibung ergibt sich, dass der
versicherte Verdienst an den massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10)
anknüpft.
1.3 Gemäss Art. 37 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) bemisst
sich der versicherte Verdienst nach dem Durchschnittslohn der letzten sechs
Beitragsmonate (Art. 11 AVIV) vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Er
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bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn
der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist als
derjenige nach Abs. 1 (Art. 37 Abs. 2 AVIV).
1.4 Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte zur Berechnung des versicherten
Verdienstes den Verdienst des Beschwerdeführers der letzten sechs Monate, weil
diese Berechnung für ihn vorteilhafter sei als eine Berücksichtigung der Verdienste der
letzten zwölf Monate. Sie ging bei einem Vermittlungsgrad von 100% von einem
versicherten Verdienst von Fr. 5‘468.-- aus und reduzierte diesen auf Grund der ihm mit
Verfügung der Suva vom 23. Dezember 2014 (act. G 3.1/C170) zugesprochenen Suva-
Rente von 13% auf 87%. Laut ihrer Berechnung ergebe dies einen versicherten
Verdienst von Fr. 4‘773.-- (act. G 3.1/A25).
1.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Suva von einem ganz anderen
Lohn ausgegangen sei und der von der Beschwerdegegnerin berechnete somit nicht
korrekt sein könne. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Suva ihre Lohnberechnung
gestützt auf Art. 15 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) und Art. 22ff. der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
und somit nach anderen gesetzlichen Grundlagen vorzunehmen hat als die
Arbeitslosenversicherung. Die Suva stellte hinsichtlich ihrer Leistungspflicht infolge des
Unfalls des Beschwerdeführers vom 9. Juli 2010 auf den Lohn ab, den jener im Jahr
2010 erzielt hatte (vgl. Suva-Verfügung, act. G 3.1/C170). Demgegenüber hat die
Beschwerdegegnerin - wie oben ausgeführt (Erwägung 1.3) - auf den
Durchschnittslohn der letzten sechs oder zwölf Beitragsmonate vor Beginn der
Rahmenfrist für den Leistungsbezug abzustellen, also auf die Monate vor dem 1.
Januar 2015.
1.6 Gestützt auf den Gesamtarbeitsvertrag für das Holzbaugewerbe (Art. 12 Abs. 2)
ging die Beschwerdegegnerin zudem von einer wöchentlichen Normalarbeitszeit von
42 Stunden aus. Dagegen macht der Beschwerdeführer geltend, er habe
durchschnittlich mehr als 42 Stunden pro Woche gearbeitet. Da jedoch lediglich der
„normalerweise erzielte Lohn“ (vgl. Art. 23 AVIG) für die Ermittlung des versicherten
Verdienstes beizuziehen ist, sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sowohl
Überzeit- als auch Überstundenentschädigung (Entschädigung für über die
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arbeitsvertraglich festgelegte oder im Betrieb geltende Normalarbeitszeit hinaus
geleistete Arbeit) vom versicherten Verdienst ausgenommen (vgl. BGE 116 V 283 E. 2d,
BGE 129 V 108f. E. 3.3). Die als Lohnzuschlag bezahlte Ferienentschädigung kann nur
in denjenigen Monaten angerechnet werden, in denen Ferien tatsächlich bezogen
werden (BGE 125 V 42). Damit ist für die Berechnung des versicherten Verdienstes
nicht relevant, ob der Beschwerdeführer mehr arbeitete als er gemäss
Gesamtarbeitsvertrag hätte müssen. Den Lohnabrechnungen der B._ AG kann
zudem entnommen werden, dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom 24. Juni bis
18. Dezember 2013 durchaus normalerweise nicht mehr als 42 Stunden pro Woche
gearbeitet, jedoch in dieser Zeit kaum Ferien bezogen hat (vgl. act. G 3.1/C210). Die
Berechnung der Beschwerdegegnerin ist somit auch hinsichtlich der berücksichtigten
42-Stunden-Woche korrekt.
1.7 Was demgegenüber die zusätzlich zum Grundlohn ausgerichtete
Feiertagsentschädigung anbelangt, hat die Beschwerdegegnerin sie gestützt auf die für
sie verbindliche AVIG-Praxis (ALE) Rz C2 des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco)
vom versicherten Verdienst ausgenommen. Diese Weisung des Seco widerspricht
jedoch der geltenden Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach solche
Feiertagsentschädigungen in den versicherten Verdienst einzubeziehen sind (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 14. September 2015, 8C_467/2015, E. 6.2.2, BGE 125 V 42).
Somit ist dies vorliegend zu korrigieren.
1.8 Weiter ist gestützt auf die Aktenlage festzuhalten, dass der von der
Beschwerdegegnerin berücksichtigte Lohn aus dem Arbeitsverhältnis mit der B._ AG
nicht aus behinderungsbedingten Gründen tiefer als ein für diese Tätigkeit üblicher
Lohn ausfiel. Mit anderen Worten entsprach die Entlöhnung für diese Tätigkeit somit
einer üblichen 100%-Stelle.
2.
2.1 Bei Versicherten, die unmittelbar vor oder während der Arbeitslosigkeit eine
gesundheitsbedingte Beeinträchtigung ihrer Erwerbsfähigkeit erleiden, ist gemäss Art.
40b AVIV der Verdienst massgebend, welcher der verbleibenden Erwerbsfähigkeit
entspricht. Art. 40b AVIV betrifft nicht allein die Leistungskoordination zwischen
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Arbeitslosen- und Invalidenversicherung, sondern - in allgemeinerer Weise - die
Abgrenzung der Zuständigkeit der Arbeitslosenversicherung gegenüber anderen
Versicherungsträgern nach Massgabe der Erwerbsfähigkeit. Nach Sinn und Zweck der
Verordnungsbestimmung soll die Leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung auf
einen Umfang beschränkt werden, welcher sich nach der verbleibenden
Erwerbsfähigkeit der versicherten Person während der Dauer der Arbeitslosigkeit
auszurichten hat. Durch das Abstellen auf die verbleibende Erwerbsfähigkeit soll
verhindert werden, dass die Arbeitslosenentschädigung auf einem Verdienst ermittelt
wird, den die versicherte Person nicht mehr erzielen könnte (BGE 140 V 91f. E. 5.1).
2.2 Die Suva verfügte die Zusprache einer Invalidenrente am 23. Dezember 2014
gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 13% (act. G 3.1/C170). Mit
Einspracheentscheid vom 30. Juli 2015 erhöhte sie den Erwerbsunfähigkeitsgrad des
Beschwerdeführers von 13% auf 14% (act. G 3.1/A17). Nach der Rechtsprechung stellt
das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache grundsätzlich auf
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids der
Beschwerdegegnerin (hier 16. Juli 2015) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. BGE 129 V
4 E. 1.2 und 129 V 169 E. 1, je mit Hinweis). Der Versicherungsträger kann gemäss Art.
53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) jedoch auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Der
Einspracheentscheid der Suva vom 30. Juli 2015 bringt einen rückwirkend geänderten
Sachverhalt mit sich, welchen die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 18. August
2015 (act. G 3.1/A11) in die Leistungspflicht miteinbezogen hat, indem sie den
versicherten Verdienst anpasste und zuviel bezogene Taggelder zurückforderte bzw.
sie mit nachfolgenden Zahlungen verrechnete. Diese Verfügung ist als Antrag ans
Gericht aufzufassen, den rückwirkend geänderten Sachverhalt in die Beurteilung
miteinzubeziehen. Da gegenüber der Suva ein Erwerbsunfähigkeitsgrad in Höhe von
mindestens 14% unbestritten erscheint - ob sich die Rentenhöhe der Suva gegen oben
noch verändern wird, ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch offen - , hat eine
Anpassung des versicherten Verdienstes an den anerkannten Grad der
Erwerbsfähigkeit zu erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2016,
8C_86/2016, E. 5.5).
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2.3 Somit ist zu prüfen, ob für den Beschwerdeführer der versicherte Verdienst
gestützt auf die letzten sechs oder die letzten zwölf Monatslöhne vorteilhafter ist. Der
Beschwerdeführer erzielte bei der B._ AG vom 26. August 2013 bis 24. Februar 2014
einen Grundlohn von Fr. 27.70 pro Stunde, zusätzlich eine Feiertagsentschädigung von
Fr. 0.99 (vgl. act. G 3.1/C210) und einem Anteil am 13. Monatslohn von 8.33%, was
insgesamt einen massgebenden Stundenlohn von Fr. 31.10 ergibt (=[Fr. 27.70 + Fr.
0.99] x 108.33%). Unter zusätzlicher Berücksichtigung einer täglichen Arbeitszeit von
8.4h (42h : 5) und durchschnittlich 21.7 Arbeitstagen pro Monat (vgl. Art. 40a AVIV)
resultiert somit für die letzten sechs Monate ein durchschnittlicher Monatslohn von Fr.
5‘669.-- (= Fr. 31.10 x 8.4 x 21.7). Berücksichtigt man die letzten zwölf Monate, ist für
die zwei Monate vom 24. Juni bis 23. August 2013 bei der B._ AG von einem
Grundlohn von Fr. 26.91 auszugehen. Gestützt auf diesen Grundlohn, eine
Feiertagsentschädigung von Fr. 0.97 (vgl. act. G 3.1/C210) und einen Anteil am 13.
Monatslohn von 8.33% (vgl. act. G 3.1/C210) resultiert ein massgebender Stundenlohn
von Fr. 30.20 (=[Fr. 26.91 + Fr. 0.97] x 108.33%) und ein durchschnittlicher Monatslohn
von Fr. 5‘505.--. Für die Zeit bei der C._ AG ist von einem Grundlohn von Fr. 28.--,
einer Feiertagsentschädigung von Fr. 1.-- (3.58% des Grundlohns) und einem Anteil am
13. Monatslohn von Fr. 2.41 (8.33% des Grundlohns inklusive Feiertagsentschädigung)
bzw. insgesamt von Fr. 31.40 auszugehen (vgl. act. G 3.1/B117). Daraus ergibt sich ein
durchschnittlicher Monatslohn von Fr. 5‘724.--. Somit resultiert für die letzten zwölf
Monate ein durchschnittlicher Monatslohn von Fr. 5‘660.-- ([6 x Fr. 5‘669.-- + 2 x Fr.
5‘505.-- + 4 x Fr. 5‘724.--] : 12). Nachdem dieser tiefer ist als derjenige aus den letzten
sechs Monaten, ist auf den höheren von Fr. 5‘669.-- abzustellen.
2.4 Dieser Monatslohn entspricht jedoch einer Erwerbsfähigkeit von 100%. Infolge der
von der Suva erbrachten (mittlerweile) 14%igen Invalidenrente, ist der versicherte
Verdienst auf 86% zu reduzieren. Damit resultiert ein versicherter Verdienst von Fr.
4‘875.--. Auf diesen ist abzustellen.
3.
3.1 Sodann ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die
Höchstanzahl Taggelder zu Recht auf 260 beschränkt hat.
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3.2 Gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafür
vorgesehenen Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten
eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Angerechnet werden auch Zeiten,
in denen der Versicherte zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber wegen Krankheit
oder Unfalls keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt (Art. 13 Abs. 2 lit. c
AVIG).
3.3 Auf Grund seines Antrags zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar
2015 gilt für den Beschwerdeführer eine Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. Januar
2013 bis 31. Dezember 2014. In diesem Zeitraum arbeitete der Beschwerdeführer vom
24. Juni 2013 bis 24. Februar 2014 für die B._ AG (vgl. act. G 3.1/C226), wodurch er
eine Beitragszeit von 7.980 Monate erfüllte. Ausserdem war er vom 28. November 2012
bis 4. Juni 2013 bei der C._ AG angestellt (vgl. act. G 3.1/B111, B113) und erfüllte
somit in der vorliegend relevante Rahmenfrist ab 1. Januar bis 4. Juni 2013 eine
Beitragszeit von 5.093 Monaten. Zeiten, in denen der Beschwerdeführer zwar Kranken-
oder Unfalltaggelder erhielt, aber nicht in einem Arbeitsverhältnis stand, werden bei der
Beitragszeitbemessung nicht berücksichtigt. Daher ist die Zeit vom 25. Februar bis 31.
Dezember 2014, während welcher der Beschwerdeführer Taggelder der Elips
Versicherungen AG bzw. der Suva erhielt (vgl. act. G 3.1/B117), bei der Berechnung
der Beitragszeit nicht zu berücksichtigen. Insgesamt erfüllte der Beschwerdeführer
somit eine Beitragszeit von 13.073 Monaten.
3.4 Innerhalb der Rahmenfrist für den Leistungsbezug (Art. 9 Abs. 2 AVIG) bestimmt
sich die Höchstzahl der Taggelder nach dem Alter der Versicherten sowie nach der
Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG). Die versicherte Person hat Anspruch auf höchstens
260 Taggelder, wenn sie eine Beitragszeit von insgesamt 12 Monaten, und auf
höchstens 400 Taggelder, wenn sie eine Beitragszeit von insgesamt 18 Monaten
nachweisen kann (Art. 27 Abs. 1 und 2 lit. a und b AVIG). Eine versicherte Personen,
die eine Beitragszeit von mindestens 22 Monaten nachweisen kann und (kumulativ) das
55. Altersjahr zurückgelegt hat, hat Anspruch auf höchstens 520 Taggelder (Art. 27
Abs. 2 lit. c AVIG).
3.5 Vorliegend hat der zum Zeitpunkt des Leistungsbeginns 58-jährige
Beschwerdeführer (vgl. act. G 3.1/A34) zwar bereits das 55. Altersjahr zurückgelegt; da
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er aber die Mindestbeitragsdauer von 22 Monaten nicht erreicht, bleibt sein Anspruch
gestützt auf obige Rechtsgrundlagen auf 260 Taggelder beschränkt.
4.
4.1 Hinsichtlich der beanstandeten Wartezeit ist schliesslich Art. 18 Abs. 1 AVIG
anwendbar. Danach beginnt der Anspruch auf Taggelder nach einer Wartezeit von 5
Tagen kontrollierter Arbeitslosigkeit. Für Personen ohne Unterhaltspflichten gegenüber
Kindern unter 25 Jahren beträgt die Wartezeit jedoch 10 Tage bei einem versicherten
Verdienst zwischen Fr. 60 001.-- und Fr. 90 000.-- (lit. a), 15 Tage bei einem
versicherten Verdienst zwischen Fr. 90 001.-- und Fr. 125 000.-- (lit. b) und 20 Tage bei
einem versicherten Verdienst über Fr. 125 000.-- (lit. c).
4.2 Wie oben ausgeführt, beträgt der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers Fr.
4‘875.-- pro Monat bzw. Fr. 58‘500.-- pro Jahr. Die Beschwerdegegnerin ging davon
aus, dass der versicherte Verdienst gemäss Art. 18 Abs. 1 AVIG einem 100%-Pensum
entsprechen müsse. Daher rechnete sie ihn auf 100% hoch. Dieser Auslegung kann
jedoch nicht gefolgt werden, da weder Gesetz noch Verordnung eine solche Regelung
enthalten. Das Bundesgericht hat in einem Entscheid vom 23. März 2015
(8C_746/2014, E. 5.2) in einem Fall mit Vorleistung der Arbeitslosenkasse und späterer
Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung festgehalten, dass sich eine
(rückwirkende) Verringerung des versicherten Verdienstes auf die zu bestehende
Wartezeit auswirke. Es bestätigte in besagtem Fall, bei welchem bei einem
Invaliditätsgrad von 50% ein versicherter Verdienst von monatlich Fr. 4‘509.--
resultierte, fünf allgemeine Wartetage. Folglich ist auch vorliegend der versicherte
Verdienst von Fr. 4‘875.-- für die Wartezeit massgeblich, so dass der
Beschwerdeführer nur eine Wartezeit von 5 Tagen zu bestehen hat.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der
Einspracheentscheid vom 16. Juli 2015 wie folgt abzuändern: Der versicherte Verdienst
ist auf Fr. 4‘875.-- und die Dauer der zu bestehenden Wartezeit auf 5 Tage
festzusetzen. Die Sache ist zur Berechnung und Ausrichtung der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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Arbeitslosenentschädigung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).