Decision ID: 2cc7aa45-055f-49a6-8220-aa62f556db26
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Flurin Turnes, Neugasse 35, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Erhöhung)
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Sachverhalt:
A.
A._ war zuletzt bis August 1991 zu 100% als Sekretärin erwerbstätig (vgl. IV-act. 12).
Sie bezieht seit 1. August 1992 unter anderem auf der Grundlage einer diagnostizierten
schwerwiegenden Charakterneurose mit impulsiven und narzisstischen Zügen (IV-
act. 23) eine halbe IV-Rente (IV-act. 6 und 28). Die Invalidenversicherung begründete in
der Verfügung vom 28. Juli 1994 (IV-act. 28) die Zusprache dieser Leistung damit, dass
die Versicherte zu 50% als Erwerbstätige bzw. zu 50% als Hausfrau einzustufen sei
und sich bei einer Einschränkung von 100% im erwerblichen Bereich (anteilmässig
50%) sowie einer von 12% im Haushaltsbereich (anteilmässig 6%) ein Invaliditätsgrad
von 56% ergebe (IV-act. 31). Im Rahmen der von Amtes wegen eingeleiteten
Revisionsverfahren wurde die halbe Rente wiederholt bestätigt (vgl. Verfügung vom
2. Mai 1996, IV-act. 32, sowie Mitteilungen vom 21. Dezember 1998, 14. Februar 2000,
9. April 2002 und 9. Juli 2004, IV-act. 33, 34, 35 und 41).
B.
B.a Am 15. August 2008 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Verfahren um
Rentenrevision ein (IV-act. 50 f.). In der Folge holte sie verschiedene Arztberichte ein
(IV-act. 52-55, 61, 72, 74, 77). Sodann veranlasste sie eine interdisziplinäre
Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung
(IV-act. 64), gestützt auf die Feststellung, dass seit 1994 neue Diagnosen
hinzugekommen seien, aus der Aktenlage aber nicht hervorgehe, ob und in welchem
Ausmass dadurch die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei (IV-act. 62).
B.b Der RAD-Arzt Dr.med. B._, Facharzt für Innere Medizin/ Pneumologie/
Arbeitsmedizin und Sozialmedizin (D), untersuchte am 11. Februar 2010 die Versicherte
und stellte folgende Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten: Erstens,
langjähriger Diabetes mellitus I (ICD-10: E10.7), aktenanamnestisch diabetische
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Retinopathie, Nephropathie, Polyneuropathie und periphere Angiopathie; Mai 2006
Gangrän linke Grosszehe, Teilamputation; Juli 2006 PTA bei Verschluss der A. tibialis
posterior links; August 2006 lumbale Sympathektomie links; zweitens, 2008
Erstdiagnose eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms (ICD-10: G47.3), CPAP-
Therapie; drittens, chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (ICD-10: J44.8) mit leichter
obstruktiver Ventilationsstörung; computertomographisch Bronchiektasie im Bereich
der Lingula; endoskopisch gesteigerte Beweglichkeit der trachealen Pars
membranacea; und viertens, arterielle Hypertonie (ICD-10: I15.0), ausgeprägte
Belastungshypertonie unter Medikation. Aus internistischer Sicht bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 50% in einer körperlich leichten bis mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeit, wobei Zeitdruck, Stress, grössere Höhendifferenzen
(mehr als zwei Stockwerke) und Gehstrecken von mehr als 500 Meter zu vermeiden
seien. Staub, Dämpfe oder Rauch, welche die Atemwege reizten, seien ungünstig -
ebenso Kälte, Nässe und Zugluft. Auch Schicht-, Nacht- und Akkordarbeit scheide aus.
Ferner stehe eine schlechte Behandlungscompliance fest. Der Versicherten sei es
darum im Sinn der Schadenminderungspflicht zumutbar, bei der Umsetzung der
medizinischen Massnahmen mitzuwirken, damit sich der Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit nicht verschlechtern würden. Es sei psychiatrisch zu prüfen, ob die
eingeschränkte Compliance der Versicherten in Bezug auf die medizinischen
Massnahmen überwiegend durch eine psychische Störung bedingt sei (IV-
act. 86/12-15).
B.c Der RAD-Arzt Dr.med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (D),
untersuchte am 28. April 2010 die Versicherte und führte die Diagnosen Dysthymia
(ICD-10: F34.1) und kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) an, welche sich
auf die Arbeitsfähigkeit wie folgt auswirkten: Die zuletzt ausgeübten Bürotätigkeiten,
aber auch der angestammte Beruf seien als adaptiert anzusehen und "in einem
Pensum von 70% mit vollem zeitlichen Pensum (Arbeitsunfähigkeit 30%) zumutbar".
Neuropsychiatrisch ergäben sich durch die sensible Polyneuropathie betreffend
Beschaffenheit des Arbeitsplatzes Weiterungen allenfalls dahingehend, dass körperlich
leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeiten, möglichst wenig im
Stehen, durchgeführt werden sollten. Eine Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes sei gegenüber der Referenzlage 1994 nicht eingetreten. Die
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frühere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit müsse retrospektiv nach den heutigen Kriterien
als sehr grosszügig bezeichnet werden (IV-act. 86/23-25).
B.d Gestützt auf eine interdisziplinäre Konsensdiskussion hielten die RAD-Ärzte im
Untersuchungsbericht vom 29. Juli 2010 fest, die Versicherte sollte unter Beachtung
der medizinischen Vorgaben aus somatischer Sicht einer halbtägigen Erwerbsfähigkeit
nachgehen können. Das psychiatrische Zustandsbild habe sich verbessert. Eine
Eingliederungsfähigkeit sei nach Umsetzung medizinischer Massnahmen vorhanden.
Eine ausreichende Einsichts- und Steuerungsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht
gegeben. Gesamthaft bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 50%, so dass sich aus
versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht im Vergleich zum Referenzzeitpunkt
1994 keine Änderung der Arbeitsfähigkeit ergebe (IV-act. 86/26).
C.
C.a Mit Schreiben von 2. August 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
sie bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt habe, die
sich auf die Rente auswirke (IV-act. 89). Diesbezüglich verlangte Rechtsanwalt F.
Turnes am 1. September 2010 im Namen der Versicherten eine beschwerdefähige
Verfügung
(IV-act. 101).
C.b Daraufhin fand am 10. März 2011 eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und
Stelle statt. Dabei habe sich die Frage des Ausmasses der Einschränkungen im
Haushalt erübrigt, weil die Versicherte aktuell als Vollerwerbstätige zu qualifizieren sei.
Sie brachte aber aufgrund einer Urin- und Stuhlinkontinenz eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes vor (IV-act. 109).
C.c Mit Schreiben vom 21. März 2011 machte die Versicherte mit eingehender
Begründung geltend, der Abklärungsbericht Haushalt habe der Verschlechterung des
Gesundheitszustandes nicht genügend Rechnung getragen (IV-act. 110/8 ff.).
C.d Gemäss Bericht der Klinik für Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 13. April
2011 wurde die Versicherte vom Juli 2010 bis Dezember 2010 ambulant und vom
31. August 2010 bis 9. September 2010 stationär behandelt. Sie sei wegen schwerer
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Stuhlinkontinenz bei endosonographisch und klinisch nachgewiesenem
Sphinkterdefekt operiert worden. Postoperativ sei ein erfreulicher Verlauf zu
verzeichnen (IV-act. 111). Gestützt darauf hielt der RAD in einer Stellungnahme vom
27. Mai 2011 fest, die Arbeitsfähigkeit habe sich seit den RAD-Untersuchungen vom
11. Februar 2010 und 28. April 2010 nicht verändert: Die Stuhlinkontinenz sei bereits
thematisiert worden und in die damalige Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen (IV-
act. 112).
C.e Mit Vorbescheid vom 30. Juni 2011 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
vorgesehene Abweisung des Gesuchs um Rentenerhöhung an, weil kein medizinischer
Revisionsgrund vorliege und sich bei einer Qualifikation als Vollerwerbstätige ein
Invaliditätsgrad von 56% ergebe (IV-act. 117). Dagegen liess die Versicherte am 5.
September 2011 Einwand erheben, mit Begründung vom 22. September 2011 (IV-
act. 119 und 124). In einer Stellungnahme des Fachbereichs SVA vom 23. September
2011 wurde festgehalten: Mit dem Wechsel des Status auf Vollerwerb sei ein
Revisionsgrund vorhanden. Ein neuer Einkommensvergleich könne somit auf der Basis
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden. Im Ergebnis bleibe aber ein
Anspruch auf eine halbe Rente bestehen (IV-act. 123). Mit Verfügung vom
26. September 2011 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente
ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 50% ermittelte (IV-act. 125).
C.f Die Versicherte war vom 11. bis 13. Oktober 2011 gemäss Bestätigung des
Spitals D._ vom 14. Oktober 2011 aufgrund einer schweren Hypoglykämie im
Rahmen des Diabetes mellitus Typ I hospitalisiert. Trotz genauer Anamnese sei der
Grund der Hypoglykämie nicht eruierbar gewesen. Die Versicherte berichte glaubhaft,
dass sie normalerweise die Anzeichen der Hypoglykämie bemerke und auch nachts
aufwache. Weshalb sie diesmal nicht aufgewacht sei, könne sie sich nicht erklären (IV-
act. 131).
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 26. September 2011 erhob Rechtsanwalt F. Turnes für
die Versicherte am 27. Oktober 2011 (Datum Postaufgabe) Beschwerde mit den
Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das Gesuch um
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Rentenerhöhung sei im Sinn einer Zuerkennung einer ganzen Rente, eventuell einer
Dreiviertelsrente, gutzuheissen - die Beschwerdegegnerin sei entsprechend
anzuweisen. Zudem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung
sowie Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung führt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, der Gesundheitszustand sei nicht richtig
festgestellt worden, was durch die Tatsache belegt werde, dass die
Beschwerdeführerin am 11. Oktober 2011 zusammengebrochen sei und nur dank
einem Zufall überlebt habe. Die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 50% sei
weltfremd, sei es doch ungewiss, ob die Beschwerdeführerin den nächsten Tag
erleben dürfe. Deshalb sei ein neutrales Gutachten zur Abklärung des
Gesundheitszustandes in Auftrag zu geben. Die Stellungnahme Fachbereich, auf die
sich die Beschwerdegegnerin stütze, sei teilweise nicht nachvollziehbar. Überdies sei
zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin Hunderte von Bewerbungen
geschrieben habe, wobei der Erfolg ausgeblieben sei (act. G 1).
D.b Mit Eingabe vom 16. Januar 2012 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin Arztberichte des Kantonsspitals St. Gallen vom 30. März 2011 und
3. November 2011 ein (act. G 9).
D.c Dazu nahm der RAD am 24. Januar 2012 Stellung: Aus den medizinischen Unter
lagen gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin eine wechselnde Adhärenz bezüglich
CPAP-Therapie zeige. Bei ihr liege jedoch die Verantwortung für eine regelmässige
Behandlung - und dies gelte auch für die Behandlung der Blutzucker-Erkrankung. Ihr
sei somit zumutbar, erforderliche medizinische Massnahmen umzusetzen, um ein
weiteres Fortschreiten der Krankheitsfolgen abzuwenden. Die eingereichten Unterlagen
legten keine Änderung der Leistungsschätzung nahe; eine Indikation für weitere
medizinische Abklärungen ergebe sich nicht (IV-act. 140).
D.d Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den
Standpunkt, der RAD-Untersuchungsbericht erfülle die Anforderungen an die
Beweistauglichkeit, und verweist zudem auf Stellungnahmen vom Fachbereich SVA
vom 23. September 2011 und vom 24. Januar 2012 sowie auf die
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Schadenminderungs- und Selbsteingliederungspflicht der versicherten Person. Ferner
hätten die RAD-Ärzte wohl einen im Wesentlichen gleich gebliebenen
Gesundheitszustand sowie eine gleich gebliebene Arbeitsfähigkeit über die Jahre
hinweg bestätigt; gestützt darauf habe kein Revisionsgrund bestanden. Mit der
Änderung der Qualifikation zur Vollerwerbstätigen könne auf der Basis der neuen
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Fall neu geprüft werden. Zu bemerken sei, dass die
Beschwerdeführerin bisher eigentlich gar keinen Anspruch auf Rente gehabt hätte und
die Beschwerdegegnerin dem Erhöhungsgesuch somit sogar faktisch entsprochen
habe (act. G 11).
D.e Am 22. Februar 2012 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren vor dem Versicherungsgericht entsprochen
worden (act. G 12).
D.f Mit Replik vom 15. Juni 2012 macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
geltend, für die Prüfung des Rentenanspruchs seien die Lungen- und die
Zuckererkrankung massgebend. Deshalb beantragt er die Einholung eines ärztlichen
Zeugnisses der mit dieser Problematik der Beschwerdeführerin befassten Ambulatorien
des KSSG sowie die Befragung der Beschwerdeführerin (act. G 18).
D.g Die Beschwerdegegnerin hat Kenntnis von der Replik genommen und mit Eingabe
vom 22. Juni 2012 an ihren Ausführungen und dem Antrag in der Beschwerdeantwort
festgehalten (act. G 20).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Erhöhung der
bis anhin bezogenen halben Invalidenrente hat.
1.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze IV-Rente, wenn sie
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mindestens zu 70% invalid ist; bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% besteht
ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem von mindestens 50% auf eine halbe
Rente und bei einem von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]); sie umfasst mit anderen Worten die
erwerblichen Folgen der Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Die Invalidität setzt
daher voraus, dass der Gesundheitsschaden sowie dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit festgestellt worden sind. Dabei sind die rechtsanwendenden Behörden
auf die Einschätzung der medizinischen Lage durch Fachpersonen angewiesen, welche
den Gesundheitszustand beurteilen und dazu Stellung nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Gestützt darauf ermittelt die Verwaltung den Invaliditätsgrad in der Regel
anhand eines Vergleichs zwischen den möglichen Erwerbseinkommen ohne und mit
Gesundheitsschaden (Art. 16 ATSG).
1.2 Wenn sich der Invaliditätsgrad der rentenbeziehenden Person erheblich ändert,
wird die Invalidenrente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349
E. 3.5, vgl. BGE 133 V 545). Der Invaliditätsgrad kann sich in erheblicher Weise ändern,
wenn sich der Gesundheitszustand (Regelfall, SVR 2004 IV Nr. 17; BGE 113 V 275
E. 1a), die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit (Angewöhnung an den
Gesundheitsschaden), die zu vergleichenden Einkommen (BGE 113 V 27 E. 3b; SVR
1998 IV Nr. 5; SVR 2002 IV Nr. 21), die anwendbare Methode der
Invaliditätsbemessung (BGE 130 V 350 E. 3.5; BGE 126 V 162 E. 5; BGE 117 V 199
E. 3b; BGE 97 V 243 E. 1) oder die erwerblichen Auswirkungen eines gleich
gebliebenen Sachverhalts (BGE 130 V 350 E. 3.5; BGE 113 V 275 E. 1a) verändert
haben (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2009, Rz 17-21 zu
Art. 17; Miriam Lendfers, Die IVV-Revisionsnormen [Art. 86 – 88 ] und die anderen
Sozialversicherungen, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2009, St. Gallen 2010, S. 49; Thomas Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, § 38 Rz 6 S. 254).
ter bis
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1.3 Eine anspruchsbeeinflussende Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu berücksichtigen, sobald sie
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Eine Erhöhung der
Invalidenrente erfolgt bei einer Revision von Amtes wegen frühestens von dem für
diesen vorgesehenen Monat an (Art. 88 Abs. 1 lit. b IVV). Vorliegend leitete die
Beschwerdegegnerin am 15. August 2008 das Verfahren um Rentenrevision ein (IV-
act. 50 f.).
1.4 Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; BGE 130 V 77
E. 3.2.3). Im vorliegenden Fall ist somit der Sachverhalt, welcher der
rentenzusprechenden Verfügung vom 28. Juli 1994 (IV-act. 28) zugrunde liegt, mit dem
Sachverhalt zur Zeit der nun angefochtenen Verfügung vom 26. September 2011 (IV-
act. 125) zu vergleichen.
2.
Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den RAD-
Untersuchungsbericht vom 29. Juli 2010 (IV-act. 86) abgestellt hat.
2.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt die Einholung eines
neutralen Gutachtens zur Abklärung des Gesundheitszustandes, ohne konkrete Rügen
zu nennen, die gegen die Unbefangenheit der RAD-Ärzte sprechen würden. Die
versicherte Person hat aber keinen formellen Anspruch auf Beizug eines
versicherungsexternen Gutachtens. Wenn die IV-Stelle im Wesentlichen gestützt auf
Beweisgrundlagen des RAD entscheidet, sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4; BGE 122 V 162 E. 1d in fine).
bis
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2.2 Den von versicherungsinternen Ärzten erstellten Berichten kann voller Beweiswert
zukommen, wenn sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit vorliegen (Urteil des
Bundesgerichtes vom 20. November 2007, I 142/07, E. 3.2.1). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a;
BGE 122 V 160 E. 1c).
2.3 Der RAD hat sich vorliegend nicht damit begnügt, eine Einschätzung der Arbeits
fähigkeit nach der Aktenlage zu treffen (Art. 59 Abs. 2 zweiter Satz IVG), sondern er
hat eine eingehende klinische Untersuchung durchgeführt (vgl. Art. 49 Abs. 2 IVV). Der
Untersuchungsbericht dokumentiert ausführlich die Vorgeschichte (IV-act. 86/6-10 und
20-22) und schliesst Lücken betreffend Einschätzung des Ausmasses der sich aus den
neuen Diagnosen ergebenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 62). Er
beantwortet nachvollziehbar die entscheidende Frage, ob eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes im Vergleich mit dem Referenzjahr 1994 eingetreten ist: Aus
internistischer Sicht wird eine solche Verschlechterung eindeutig bejaht, indem der
Beschwerdeführerin aus rein somatischen Gründen nur noch eine Leistungsfähigkeit
von 50% verblieben sei. Mit medizinischen Massnahmen könnte einerseits eine
progrediente Verschlechterung des Diabetes sowie des obstruktiven
Schlafapnoesyndroms verhindert werden - sofern die Beschwerdeführerin ihre
Einstellung gegenüber ihrer Erkrankung ändere und bei der Behandlung mitwirke; der
psychische Zustand habe sich andererseits verbessert und die Beschwerdeführerin
verfüge über die nötige Einsichts- und Steuerungsfähigkeit, um bei der Umsetzung der
medizinischen Massnahmen zu kooperieren (IV-act. 86/14 f. und 24-26). Die RAD-Ärzte
berücksichtigen zwar die geklagten Beschwerden, stellen aber gestützt auf die
Vorakten fest, inwiefern eine schlechte Compliance den Gesundheitszustand
beeinflusst, und beziehen folgerichtig die Schadenminderungspflicht in die Beurteilung
bis
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der Arbeitsfähigkeit mit ein. Damit machen sie einsichtig und verständlich, wie sie zu
ihren Schlussfolgerungen gekommen sind. Mithin ist der RAD-Untersuchungsbericht
beweiskräftig.
2.4 Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, soweit
er auf weitere Abklärungen der Lungen- und der Zuckererkrankung besteht: Er will zum
einen in der Hospitalisationsbestätigung des Spitals D._ vom 14. Oktober 2011 (vgl.
IV-act. 131) Indizien gegen die Zuverlässigkeit des RAD-Untersuchungsberichts sehen.
Dieser Argumentation ist entgegenzuhalten: Ein Diabetes mellitus kann zwar tödliche
Folgen haben, insbesondere bei schlechter Compliance; von einer terminalen
Erkrankung bzw. einem irreversiblen Zustand kann jedoch nach der Aktenlage nicht die
Rede sein. Mit den am 16. Januar 2012 eingereichten Berichten des KSSG wird
sodann im Wesentlichen eine Problematik dargelegt, welche die RAD-Untersuchung
bereits beurteilt hat: Aus dem Bericht des Departements Innere Medizin Pneumologie
am KSSG vom 30. März 2011 geht hervor, dass sich aus pneumologisch-
schlafmedizinischer Sicht eine derzeit positive Situation ergebe: Der CPAP-
Therapieverlauf sei günstig und die Compliance habe zugenommen; die
Beschwerdeführerin zeige sich mit den etablierten Einstellungen und Medikamenten
zufrieden und wünsche sich deren Fortsetzung (act. G 9.1). Gemäss Bericht des
Departements Innere Medizin Pneumologie am KSSG vom 3. November 2011 stimmte
das Verhalten der Beschwerdeführerin mit den therapeutischen Vorgaben oft nicht
überein: Auf Abschnitte mit guter Therapie-Adhärenz seien längere Phasen mit
schlechter Compliance und mangelhafter Gerätenützung gefolgt. Im Verlauf des letzten
Jahres habe die Beschwerdeführerin den Ventilator nur während gut einem Drittel der
Tage in ausreichender Dauer benutzt. Darauf angesprochen habe sie nicht sehr erfreut
reagiert und dann die Therapieunterbrüche mit starkem Schwitzen während der
Sommermonate erklärt. Im Winter sei die Adhärenz deutlich besser gewesen. Wenn die
Therapie angewendet werde, komme es auch zu einem guten und objektiv
dokumentierbaren Erfolg und bestehe auch subjektiv ein deutlich besserer Nachtschlaf
(act. G 9.2). Der Beweiswert eines an sich überzeugenden Administrativgutachtens
kann nur entkräftet werden, wenn andere Arztberichte objektiv feststellbare
Gesichtspunkte enthalten, die dem Administrativexperten entgangen sind: Aspekte, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben und die geeignet
sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichtes vom
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28. Januar 2011, 9C_746/2010, E. 3.1; vom 13. März 2006, I 676/05, E 2.4 in fine und
vom 2. August 2006, U 58/06, E. 2.2 in fine). Dies ist hier nicht der Fall. Von der
Einholung von neuen Berichten des KSSG, wie in der Replik vom 15. Juni 2012
beantragt, sind - in antizipierter Beweiswürdigung - keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten.
2.5 Der Beweiswert des Untersuchungsberichtes vom 29. Juli 2010 wird somit durch
keine anderslautende fachärztliche Feststellung erschüttert. Auf die Einschätzung, dass
eine Restarbeitsfähigkeit von 50% besteht und sich die medizinische Situation
insgesamt im Vergleich zum Referenzzeitpunkt 1994 nicht verschlechtert hat, kann
abgestellt werden. Demzufolge liegt kein Revisionsgrund wegen Veränderungen des
Gesundheitszustandes vor.
3.
Nach dem oben Gesagten (Erw. 1.2) kann sich ein Revisionsgrund jedoch unter
anderem daraus ergeben, dass sich die erwerblichen Auswirkungen eines gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes, die anwendbare Methode der
Invaliditätsbemessung oder die zu vergleichenden Einkommen geändert haben.
Gemäss leistungsgewährender Verfügung vom 28. Juli 1994 war die
Beschwerdeführerin zu 50% als Erwerbstätige und zu 50% als Hausfrau eingestuft
worden (IV-act. 28, 31). Damals war die jüngere Tochter erst zwei Jahre alt; zum
Zeitpunkt der amtlichen Rentenrevision (August 2008) war diese bereits 16 Jahre alt
und die ältere Tochter hatte den gemeinsamen Haushalt längst verlassen. Anlässlich
der am 10. März 2011 durchgeführten Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle gab
die Beschwerdeführerin an, sie wäre im Gesundheitsfall seit langem aus
wirtschaftlicher Notwendigkeit, aber auch aus Freude an einer Bürotätigkeit
vollerwerbstätig gewesen. Ihr Einkommen bestehe ausschliesslich aus der
Invalidenrente und den Ergänzungsleistungen. Sie habe sich um Fr. 35 ́000.--
verschuldet, nachdem ihr Ehemann im Jahre 2003 aus dem Ausland zurückgekehrt sei.
Für die jüngere Tochter habe sie nie Unterhaltsbeiträge erhalten. Die sich aus dem
Scheidungsurteil ergebenden Ansprüche seien nicht durchsetzbar, weil der Ex-
Ehemann selber Rentenbezüger sei und kein Vermögen ausweise (IV-act. 109).
Angesichts dessen leuchtet ein, dass sich die erwerbliche Situation der
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Beschwerdeführerin, wenn gesund, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geändert
hätte. Folgerichtig gilt sie für den Gesundheitsfall neu als vollerwerbstätig. Dieser
unbestrittene Statuswechsel führt zur Anwendung einer anderen Methode der
Invaliditätsbemessung. Es ist im Folgenden zu prüfen, inwieweit sich auf dieser
Grundlage eine erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrads ergibt.
4.
Bei Erwerbstätigen erfolgt die Bestimmung des Invaliditätsgrads anhand eines
Einkommensvergleichs: Das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), wird zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen), in Beziehung gesetzt (Art. 16 ATSG).
4.1 Die Einkommensermittlung erfolgt in der Regel gestützt auf den letzten vor Eintritt
der Gesundheitsschädigung erzielten Lohn (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai
2001, I 42/01, E. 3a mit Hinweisen), weil die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall
meist weitergeführt würde (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00,
E. 1.2). Die Beschwerdeführerin arbeitete nur während kürzerer Zeit im gelernten Beruf
und wechselte aufgrund krankheitsfremder Umstände in verschiedene andere
Tätigkeiten. Seit August 1991 ist sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Für
eine genaue Festsetzung der Vergleichseinkommen bestehen keine zuverlässigen
Anhaltspunkte. Aufgrund dessen ist praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) abzustellen. Zeitlicher
Referenzpunkt ist das Jahr 2008, als das Verfahren um Rentenrevision amtlich
eingeleitet wurde.
4.2 Gemäss Arbeitsanamnese war die Beschwerdeführerin nach Abschluss der
Ausbildung zur Arztgehilfin in diesem Beruf etwa zweieinhalb Jahre tätig gewesen.
Dann habe sie in die Elektronik-Sparte gewechselt. Nach der Betreuungsphase ihres
ersten Kindes sei sie stundenweise in der Möbelbranche tätig gewesen, habe später
als Sekretärin, Telefonistin und z.B. als Sachbearbeiterin einer Versicherung gearbeitet
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(IV-act. 86/13); wenn sie gesund geblieben wäre, wären ihr auch fortan überwiegend
wahrscheinlich Büroarbeiten, die gewisse Qualifikationen erfordern, offen gestanden.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist die Tabelle TA1, LSE 2008,
Anforderungsniveau 3, heranzuziehen: Frauen mit Berufs- und Fachkenntnissen, die
2008 im privaten Sektor 3 Dienstleistungen (50-93) beschäftigt waren, erzielten bei
einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden ein durchschnittliches
Erwerbseinkommen von Fr. 62'687.-- im Jahr (Fr. 5'023.-- x 12: 40 x 41.6).
4.3 Bei der Festlegung des hypothetischen Invalideneinkommens ist davon
auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund der krankheitsbedingten langen
Absenz vom Arbeitsmarkt (17 Jahre) ohne Umschulungsmassnahmen nicht möglich
wäre, ihre bisherige Bürotätigkeit (Arztgehilfin, Sekretärin oder Sachbearbeiterin) wieder
aufzunehmen. Ein Wiedereinstieg ins Erwerbsleben ohne berufliche Eingliederung wäre
hingegen für einfache und repetitive Tätigkeiten im Dienstleistungssektor denkbar. Mit
einer solchen Tätigkeit hätte die Beschwerdeführerin gemäss LSE 2008, Tabelle TA1,
Anforderungsniveau 4, ein durchschnittliches Erwerbseinkommen von Fr. 51 ́030.-- im
Jahr erreichen können (Fr. 4 ́089.-- x 12: 40 x 41.6). Bei einer Restarbeitsfähigkeit von
50% ergäbe sich ein Invalideneinkommen von Fr. 25 ́515.--.
4.4 Ferner kann der Tabellenlohn nach Ermessen bis zu 25% herabgesetzt werden,
wenn behinderungsbedingte sowie persönliche und berufliche Umstände - auch
invaliditätsfremde Faktoren - dafür sprechen, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten könnte (BGE 126 V 79 E. 5b,
bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Aus
internistischer Sicht darf die Beschwerdeführerin gewöhnlichen Anforderungen der
Arbeitswelt wie Zeitdruck und Stress nicht ausgesetzt werden. Die Verweistätigkeit soll
zudem vorwiegend sitzend und wenig stehend ausgeführt werden und der Arbeitsplatz
muss bestimmte speziell schonende Bedingungen erfüllen (vgl. IV-act. 86/15 und 24 f.).
Die Beschwerdeführerin leidet unter insulinpflichtigem Diabetes mit Verminderung der
Sehkraft, Atemwegschwierigkeiten sowie Stuhl- und Urininkontinenz (vgl. IV-
act. 110/8-11). Ihre lange Absenz vom Arbeitsmarkt und die Schwierigkeit, den
erforderlichen medizinischen Vorgaben zu folgen, führen dazu, dass sie dekonditioniert
ist und gegenüber einer gesunden Konkurrentin für einen bestimmten Arbeitsplatz ein
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deutlich höheres Krankheitsrisiko hat. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig
zu bleiben, müsste sie mit einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Diese Umstände
rechtfertigen einen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn von 15%, weshalb das
Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der personell-individuellen Umstände
Fr. 21 ́688.-- beträgt (Fr. 25 ́515.-- x 0.85).
4.5 Wird dieses Invalideneinkommen von Fr. 21 ́688.-- mit dem Valideneinkommen
von Fr. 62'687.-- verglichen, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 40 ́999.-- bzw. ein
Invaliditätsgrad von 65%. Auf dieser Basis besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m.
Art. 88 Abs. 1 lit. b IVV ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ab August 2008.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom
26. September 2011 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1. August 2008 eine Dreiviertelsrente auszurichten.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
angemessen. Mit Blick auf das Obsiegen der Beschwerdeführerin hat die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Aufgrund des Obsiegens hat die
Beschwerdeführerin für ihre Anwaltskosten Anspruch auf eine Parteientschädigung zu
Lasten der Beschwerdegegnerin. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem Prozessausgang erübrigt sich die
Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP