Decision ID: 68c779a8-a238-597b-80e7-8e5dfd0d9f14
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Am 2
7.
Februar 2008 wurde die
Y._
gmbh im Handelsregister des Kantons
Z._
eingetragen. Sitz der
Y._
gmbh war
A._
. Mit Statutenänderung vom 3
0.
April 2012 wurde die
Y._
gmbh in
B._
GmbH u
m
benannt. Gleichzeitig wurde
eine
Sitz
verlegung
von
A._
nach
C._
statuiert
. Die
Gesellschaft
wurde am
8.
Mai 2012 im Handelsregister des Kantons
Z._
gelöscht und neu im Handelsregister des Kantons
D._
ein
getragen. Am
8.
Juni 2012 wurde über die
B._
GmbH der Konkurs eröffnet
. Das Konkursverfahren wurde am 2
6.
August 2013 als geschlossen erklärt und die Gesellschaft von Amtes wegen im Handelsregister gelöscht
(Auszüge aus den Handelsregistern der Kantone
Z._
und
D._
,
Urk.
3/3).
Mit Verfügung vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
3/2) verpflichtete die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
X._
als ehemali
ge
n
Gesellschafter und Geschäftsführer
der Gesellschaft
zur Bezahlung von Schadenersatz für ungedeckt gebliebene Be
i
träge im Konkurs
der
B._
GmbH
in Höhe von
Fr.
37‘298.7
0.
Die dagegen erhobene Einsprache hiess die Aus
gleichskasse mit
Einsprachee
ntscheid vom 1
4.
November 2014 teilweise gut und reduzierte den Schadenersatzbetrag auf
Fr.
37‘075.50 (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1
2.
Dezember 2014 beim hiesigen Gericht Beschwerde und beantragte, es sei festzustellen, dass der Ausgleichskasse keine Beiträge geschuldet seien (
Urk.
1).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenver
sicherung (AHVG) hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrläs
sige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Aus
gleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so können subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in Anspruch genommen werden (BGE 123 V 12 E. 5b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.5).
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach
Art.
52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestimmungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (
Art.
66 des Bundesgesetzes über die Invalidenvers
icherung), Erwerbsersatz
-
(
Art.
21
Abs.
2 des Bundesgesetzes über
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge
(
Art.
6 des Bun
desgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz
entschädigung)
sowie auf jene
an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (
Art.
25 lit. c).
1.
2
Art.
52
Abs.
5 AHVG bestimmt mit Bezug auf die örtliche Zuständigkeit in Scha
denersatzprozessen gemäss
Art.
52 AHVG, dass in Abweichung von
Art.
58
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (
ATSG
)
für die Beschwerde gegen Schadenersatzverfügungen das Versi
cherungsgericht des Kantons zuständig ist, in welchem der Arbeitgeber seinen Wohnsitz hat.
Im Vergleich zu dem bis 3
1.
Dezember 2002 geltenden Klageverfahren hat sich seit Inkrafttreten des ATSG in dem nun geltenden Beschwerdeverfahren gegen Schadenersatzverfügungen an der Regelung der örtlichen Zuständigkeit nichts geändert.
Gemäss der Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versi
cherungsgerichts zu dem bis 3
1.
Dezember 2002 gültig gewesenen
Art.
81
Abs.
3
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV)
waren Schadenersatzklagen gegen juristische Personen und deren Organe bei der Rekursbehörde jenes Kantons zu erheben, in welchem die juristische Person ihren Sitz hat oder vor dem Konkurs hatte, und zwar ohne Rücksicht auf den Wohnsitz der in Anspruch genommenen Organe (BGE 110 V 35
1
E. 4b).
Der Grundsatz, wonach bei Schadenersatzforderungen gegen juristische Personen oder deren Organe die Beschwerde dort zu erheben ist, wo die juristische Person ihren Sitz hat oder vor dem Konkurs hatte, wurde
auch nach Ink
rafttreten des ATSG und von
Art.
52
Abs.
5 AHVG
mehrfach
höchstrichterlich bestätigt (vgl. die Urteile des Bundesgerichts
9C_725/2009 vom
1
5.
März 2010;
H 130/06 vom 1
3.
Februar 200
7; H 184/06 vom 2
5.
April 2007
sowie H 202/06 vom
6.
Juli 2007).
Art. 52 Abs. 5 AHVG geht als lex specialis auch der Bestimmung von Art. 84 Abs. 1 AHVG vor, weshalb es unbeachtlich ist, dass eine kantonale Aus
gleichskasse verfügte.
2.
Die
Y._
gmbh bzw.
B._
GmbH verlegte ihren Sitz am
8.
Mai 2012
von
A._
nach
C._
(
Urk.
3/3).
Im Zeitpunkt der Konkurseröffnung am
8.
Juni 2012 (
Urk.
3/3) hatte sie somit ihren Sitz nicht mehr im Kanton
Z._
, sondern im Kanton
D._
. Demzufolge ist das hiesige Gericht für die Beurteilung der Beschwerde betreffend sozialversicherungsrechtliche Beiträge und darauf geschuldete Nebenkosten nicht zuständig
. Auf die Beschwerde ist daher nicht
einzutr
eten; diese ist dem Verwaltungsgericht
des Kantons
D._
zu überweisen
(Art. 58 Abs. 3 ATSG)
.