Decision ID: d89ed057-e498-5495-8279-f23f30873f23
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene X._ arbeitete na
ch diversen Anstellungen im Mar
keting-Bereich
, seit
2011
in
der
eigenen
Firma
A._ AG.
Am 30. April 2012 erlitt sie einen Sturz. Danach arbeitete sie in
reduzierten Masse für ihre Firma (vgl.
Urk.
6/10 und
Urk.
6/89/30-37).
Am 5. November 2012 meldete sie sich wegen Rückenbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (vgl. Urk. 1 S. 2, Urk. 6/2, Urk. 6/9/6). Zur Klärung der erwerblichen und medizi
nischen Verhältnisse zog die IV-Stelle nebst den Akten der Unfall
versicherung einen Auszug aus dem individuellen Konto bei und holte Berichte der behandeln
den Ärzte ein. Zwischenzeitlich hatte sie mit Mitteilung vom 28. Dezember 2012 (Urk. 6/15) die Versicherte darüber informiert, dass die Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes in gegenseitigem Einvernehmen abgeschlossen werde. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk. 6/44, Urk. 6/46 und Urk. 6/71) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 5. Februar 2014 (Urk. 6/82) ab.
Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Entscheid IV.2014.00264 vom 25. März 2015 (Urk. 6/98) ab, wobei das Bundesgericht mit Urteil 9C_335/2015 vom 1. September 2015 (Urk. 6/103) den
Entscheid aufhob und die Sache zwecks Einholung eines externen (orthopädischen) Gutachtens sowie zum neuen Entscheid über die Rentenfrage an die IV-Stelle zurückwies.
In der Folge ergänzte die IV-Stelle ihre Abklärungen in erwerblicher und medizi
nischer Hinsicht, wobei sie unter anderem ein orthopädisches Gutachten bei der
Universitätsklinik
B._
veranlasste, welches am 18. November 2016
(Urk. 6/138) erstattet wurde.
Nach neuerlichem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk
. 6/139,
Urk. 6
/144 und
Urk. 6/
153) wies
die IV-Stelle das Leistungsbe
gehren mit Verfügung vom 31. Oktober 2017 (Urk. 2) gestützt auf einen errech
neten Invaliditätsgrad von 17 % wiederum ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 4. Dezember 2017 (Urk. 1) Beschwerde mit den Anträgen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr spätestens ab April 2013 mindestens eine
Viertelsrente
der Eidgenössischen Invalidenversicherung zu bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Januar 2018 (Urk. 5) Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten mit Verfügung vom 30. Januar 2018 (Urk.
7
) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
in ihrer rentenabweisenden Verfügung vom 31. Oktober 2017 (Urk. 2)
aus
, dass
für die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit, bestehend aus 2/3 Bürotätigkeit und 1/3 Reisen beziehungsweise externe Termine, aus orthopädischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von 17 % auszu
gehen sei. Es bestehe somit ein Invaliditätsgrad von 17 %, welcher keine Renten
leistung begründe. In dem von der Beschwerdeführerin zugestellten Gutachten der Universitätsklinik B._ vom 24. März 2014 werde für eine leichte bis mit
telschwere, wechselbelastende Tätigkeit mit sitzenden Anteilen eine im Prinzip ganztätige Arbeitsfähigkeit festgestellt mit einer anzunehmenden geringen Leistungsminderung von 12,5 % auf Grund der Notwendigkeit zusätzlicher Pau
sen. Aus medizinischer Sicht seien die bislang erfolgten Abklärungen umfassend und das Dossier sei erschöpfend diskutiert. Eine zusätzliche rheumatologische Begutachtung sei angesichts der bereits in dem aus
führlichen orthopädischen Gutachten umfassend dokumentierten funktionellen Befunde zwar von wissen
schaftlichem Interesse, aber mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht in ver
sicherungsmedizinischer Sicht, da es diesbezüglich nicht um Diagno
sen/Differen
tialdiagnosen und Therapien ginge, sondern einzig um bestehende, funktionelle Ein
schränkungen der Leistungsfähigkeit (S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde vom
4.
Dezember 2017 (
Urk.
1) hingegen auf den Standpunkt, dass die Beschwerdegegnerin ihre
Aufklä
rungspflicht
verletzt habe, indem sie entgegen der Empfehlung der Gutachter der Universitätsklinik
B._
keine rheumatologische Abklärung vorgenommen habe (S. 4). Zudem kritisierte sie das Gutachten der
Universitäts
klink
B._
vom 18. November 2016 in verschiedener Hinsicht (S. 4-7). Im Weiteren bemängelte die Beschwerdeführerin, dass die Beschwerdegegnerin
es unterlassen habe, eine exakte Berechnung der Invalidität vorzunehmen und keinen Einkommensver
gleich vorgenommen habe (S. 7-9).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist
, ob die Beschwerdeführerin Anspru
ch auf eine Inva
li
den
rente hat.
3.
3.1
Der behandelnde Dr.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte am 12. Dezember 2012 (Urk. 6/11/1-4) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Lendenwirbelsäulen- und
Sakrumkontusion
mit
-
traumatischer
Diskusprotrusion
LWK5/S1
-
möglicher Neuroirritation L5 und S1
-
diskreter Parese
Musculus
gluteus
maximus
links (MRI 2. Juli 2012)
Er berichtete von einem Sturz der Beschwerdeführerin am 30. April 2012 auf das Gesäss (vgl. Urk. 6/9/6-7) und attestierte seit dem Sturzereignis bis am 16. Mai 2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Vom 17. Mai bis am 30. November 2012 bescheinigte er eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und im Dezember 2012 wieder eine solche von 100 %. Er führte aus, aktuell bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit und eine zwischen 50 % und 100 % schwankende (wohl) Arbeitsunfähigkeit, wobei längerfristig von einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit auszugehen sei (S. 2 f.).
3.
2
Die an der Klinik
D._
, tätigen Dr.
E._
, Chefarzt Ortho
pädie, und Dr.
F._
, Assistenzar
z
t Orthopädie, diagnostizierten am 13. März 2013 (Urk.
6
/26/1-2) eine beginnende bis mässige Dysplasie-
Coxarthrose
rechts und eine Hüftdysplasie links. Aufgrund der bereits eingetretenen degenerativen Schädigungen sahen sie keine Indikation mehr für ein gelenkerhaltendes opera
tives Vorgehen im Sinne einer
periacetabulären
Osteotomie (S.
1).
3.
3
Dr.
G._
, Facharz
t FMH für Rheumatologie, vom
Spital
H._
nannte am 16.
Mai 2013 (Urk. 6/32) nachstehende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1):
-
Hypermobiles
Sakroiliakalgelenk
(SIG) rechts und SIG-Dysfunktion links
-
in regelmässiger osteopathischer Behandlung
-
Hüftimpingement
rechts mit Ausstrahlung in die rechte untere Extremität und inguinal
-
bei ultrasonographischem Nachweis eines Labrumrisses mit
paralabra
lem
multizystischem Ganglion rechts
-
Arthro
-MRI zur Bestimmung des Ausmasses der Ruptur Januar 2013
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mass er folgenden Diagnosen zu (S. 1):
-
Status nach linksseitiger
lumbospondylogener
, gegebenenfalls auch inter
mittierend retrospektiv-
lumboradikulärer
Schmerzausstrahlung
-
Anamnestisch
Hypoferritinämie
Er berichtete, zu
Beginn hätten
lumbosakrale
Beschwerden und eine SIG-Dys
funktion links bestanden, was anamnestisch unter anderem mittels Osteopathie und
nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR) therapiert worden sei. Zudem seien auch wahrscheinlich intermittierend
diskogene
Schmerzen und eine radikuläre Komponente
auf der linken Seite bei nachge
wiesener
Osteochondrose
lumbo
sakral
und Kontakt zur L5- und S1-Wurzel durch Bandscheibenpro
trusionen auf
getreten. Aus diesem Grund sei durch Dr.
I._
, eine
epidurale
Infil
tration durchgeführt worden. Dr.
G._
berichtete weiter, in den letzten Monaten vor der Erstkonsulta
tion am 21.
Dezember 2012 habe die Beschwerde
führerin zunehmend unter un
dulierenden Schmerzen mit Betonung am Abend auf Höhe des SIG rechts gelitten. Am linken SIG und im linken Bein würden keine Beschwerden mehr bestehen. Vordergründig sei ein inguinaler Schmerz rechts. Durch ihn sei keine Ar
beitsunfähigkeit attestiert worden
(S. 1 f.).
3.4
Dr.
J._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirurgie
K._
, diagnostizierte am 2. April 2013
(Urk. 6/35) eine beidseitige
Coxarthrose
als Folge einer Dysplasie rechts mehr als links. Er berichtete von einem Grenzbereich zwischen gelenkerhaltendem und gelenkersetzendem Vorge
hen. Er bezeichnete eine ein- oder zweimalige
fluoroskopisch
- oder sono
gra
phisch-gestützte Infiltration der rechten Hüfte mit einer längerfristigen palliati
ven Bes
serung als vorteilhaft. Perspektivisch würde er endoprothetisch vorgehen.
3.5
Dr. L._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
von der Universitätsklinik B._,
nannte in seinem von
einer
deutschen
Versicherung
in Auftrag gegebenen
(vgl. Urk. 1 S. 6)
und im Zuge des
Vorbescheidverfahrens
von der Beschwerdeführerin eingereichten
ortho
pädi
schen Gutachten vom
24
.
März 2014 (Urk. 6/143)
folgende Diagnosen (S.
19 f.
):
-
Sekundäre
Coxarthrose
beidseits (rechts
symptomisch
) mit/bei
-
Schwerer Hüftdysplasie beidseits (rechts; CE-Winkel 4°; AC-index 22°)
-
Mukoider
, degenerativer
Labrumhyperthrophie
,
paralabralem
Ganglion
system
, ausgeprägten Knorpelsubstanzdefekten
acetabulär
und
femoral
in der Tragezone
-
Reaktiver
Tendinopathie
Iliopsoassehne
-
Reaktiver
Tendinopathie
und Insuffizienz der Abduktoren
-
Intermittierende,
oligosymptomatische
Lumbago mit/bei
-
Pseudoradikulärer Beinausstrahlung rechts
-
Degenerativen Veränderungen der unteren LWS mit
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Nervenwurzelkontakt S1 links und
interforaminal
L5 links
-
Status nach pseudoradikulärer Beinausstrahlung links 2012
-
Status nach
epiduraler
Infiltration mit 80 mg
Kenacort
L4/L5 ohne Schmerzlinderung (
fecit
Dr. I._
, 1
6. August 2012
)
Er führte aus, Ursache für die beklagten Beschwerden sei eine sekundäre
Cox
arthrose
als Folge einer
schweren Hüftdysplasie beidseits. Dazu geselle sich eine reaktive
Tendinopathie
der
Psoas
- und
Abduktorensehnen
mit konsekutiver Insuffizienz der
Abduktorenmuskulatur
. Die intermittierende Lumbago mit pseudo
radikulärer Beinausstrahlung trage zurzeit nicht zum Beschwerdebild im Bereich der rechten Hüfte bei (S. 21). Es seien alle von der Beschwerdeführerin erlebten Symptome erklärbar, inwieweit eine Schmerzausweitung und Chroni
fi
zierung seit Frühling seit 2012 stattgefunden habe, sei schwierig zu differen
zieren und zu quantifizieren. Das gezeigte und geschilderte Schonungs- und
Ver
mei
dungs
verhalten, um Schmerzexazerbation zu vermeiden, sei im Grund
satz nach
vollziehbar und das Ausmass der erlebten Beschwerden bekanntlich subjektiv, genauso der daraus resultierende Leidensdruck. Dennoch lasse die im Rahmen des Teilgutachtens bei dem funktionellen Test gezeigte Selbst
limitierung
vor dem Erreichen der maximalen Belastung eine höhere Belastbarkeit vermuten (S. 22).
Dr. L._ berichtete weiter, zur Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) sei an der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals M._ durch Dr. N._ ein Teilgutachten erstellt worden. Leider hätten die durchgeführten Tests kein schlüssiges Ergebnis hervorgebracht, dies aufgrund einer von der Beschwerdeführerin gezeigten Selbstlimitierung. Eine klare Gegenüberstellung der beruflich notwendigen Belastung mit der maximalen Belastbarkeit sei aus orthopädischer Sicht nicht präziser möglich als im Rahmen des Teilgutachtens durch Dr. N._. Ein zusätzliches Instrumentarium, um die maximale Belast
barkeit zu eruieren, bestehe nicht. Damit könne die funktionelle Belastbarkeit nicht anhand funktioneller Messungen abgeschätzt werden, sondern müsse medizinisch-theoretisch erfolgen. Grundsätzlich seien die erlebten Beschwerden erklärbar, nachvollziehbar und somit glaubwürdig. Die Schmerzen seien genauso wie
der Leidensdruck jedoch subjektiv. Die aufgrund der Beschwerden erlebten Einschränkungen und Verminderung der Belastbarkeit seien ebenfalls subjektiv und im vorliegenden Fall im Grundsatz nachvollziehbar, in ihrer Ausprägung jedoch nur zum Teil (S. 25 f.).
Davon ausgegangen, dass wie im Teilgutachten durch Dr. N._ dokumentiert eine je 50%ige Arbeitszeitbelastung bezüglich Büro- und Reisetätigkeit bestehe, bestehe seiner Meinung nach in beiden Teiltätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In der Beurteilung im Teilgutachten von Dr. N._ sei fest
gehalten, dass die Beschwerdeführerin medizin-theoretisch aus funktioneller Sicht für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit im Prinzip ganztags arbeitsfähig sei unter Annahme der wechselbelastenden Tätigkeit. Eine wechselbelastende Tätigkeit sei im Rahmen der Bürotätigkeit möglich und bereits durch die Beschwerdeführerin umgesetzt. Der zu erwartenden Beschwerdekumulation im Tagesverlauf, sollte jedoch mit einer zusätzlichen Pause von 10 Minuten pro Stunde entgegengewirkt werden. Dies sei höher angesetzt als durch Dr. N._, da nicht ein 8- sondern 12-Stundentag zu bewältigen sei und die Beschwerdeku
mulation sich kaum linear verhalte. Aus diesem Grund bestehe seiner Meinung nach eine 16%ige Leistungsminderung beziehungsweise Arbeitsunfähigkeit für die Bürotätigkeit. Die Aussendiensttätigkeit zeichne sich durch längeres Reisen (Flugzeug oder Bahn) aus, Tragen von Gegenständen bis zu 25 kg sowie Kunden
kontakt mit längerem Sitzen als auch Degustationen, bei denen längeres Stehen notwendig sei. Regelmässige Pausen im Rahmen der Reisetätigkeit und des Kun
denkontaktes dürften schwierig umzusetzen sein und die Aussendiensttätigkeit sei nicht etwa ein 50%-Anteil eines jeden Tages, sondern finde konzentriert statt, sodass aufgrund der beklagten Beschwerden diesbezüglich eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert werde. Aus diesem Grund bestehe gesamthaft für die aus
geübte berufliche Tätigkeit eine Berufsunfähigkeit von 58 %. Eine Berufsunfä
higkeit von über 50 % (exakt: 51 %) resultiere auch unter der Annahme, dass die Arbeitsverteilung 7 Stunden (58,33 %) Büro- und 5 Stunden (41,67 %) Aussen
diensttätigkeit sei. Diese Berufsunfähigkeit von über 50 % (58 beziehungswiese 51 %) sollte nach seiner Meinung temporär und zeitlich limitiert sein. Da die Beschwerde
führerin bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht den Wunsch
orthopä
den gefunden habe, sei die Attestierung einer Berufsunfähigkeit von 58 % nur für maximal ein Jahr gegeben und sinnvoll, um in diesem Zeitraum entweder durch eine multimodale Schmerzbehandlung eine relevante Beschwerdelinderung zu erreichen oder durch eine aus orthopädischer Sicht durchaus zumutbare Implantation einer Hüft-
Totalendoprothese
rechts (S. 26 f.).
3.6
Dr. O._, Facharzt für Orthopädie,
nannte in seinem von der deutschen Renten
versicherung in Auftrag gegebenen orthopädischen Gutachten vom 18. Juli 2014 (Urk. 6/113/13-24) folgende Diagnosen (S. 8):
-
Coxarthrose
beidseits durch Hüftdysplasie
-
94R52R
-
Basisnaher Anriss des
Acetabulum
anterior
-
Chronisches Schmerzsyndrom
Er führte aus, aufgrund der bei der Arbeit auftretenden Belastungen in Form von Sitzen, Stehen, Laufen und Au
ss
endiensttätigkeiten sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage
,
die letzte berufliche Tätigkeit auszuüben. Das Leistungs
vermögen sei qualitativ sowie quantitativ eingeschränkt. Zwar sei sie für die Aus
übung der zuletzt verrichteten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte auf Dauer ungeeignet. Hingegen könne sie körperlich leichte Frauenarbeiten im Wechsel
rhythmus
ohne Überkopfarbeiten in wohl temperierten Räumen vollschichtig aus
führen. Schwere körperliche Arbeiten gingen zulasten der Restgesundheit. Das Anheben und Tragen von Lasten > 10 kg sowie überwiegendes Ste
hen/Bücken/Ein
nahme von Zwangshaltungen als auch Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sollte nicht abverlangt werden; ebenso wenig regelmässiges Klettern oder Treppensteigen unter Zusatzlast. Auch das Arbeiten in Kälte, Nässe und im Freien verschlechtere das Krankheitsbild und sollte somit nicht durchgeführt wer
den. Die Wegefähigkeit sei eingeschränkt gegeben. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei ungeeignet. Aufgrund der gutachterlichen Untersuchung sei sie nicht mehr in der Lage, diese Tätigkeit auszuüben (S. 9).
Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei sie mit angegebenen Einschränkungen in der Lage, leichte bis mittelschwere kör
perliche Arbeiten in Wechselpositionen 3 bis unter 6 (wohl: Stunden) auszuüben (S. 10).
3.7
Dr. P._, Facharzt für Schmerztherapie SSIPM, FMH Rheumatolo
gie/Innere Medizin von der Klinik Q._, welchen die Beschwerde
führerin am 26. September 2016 konsultiert hatte,
nannte in seinem
Bericht
vom
27
.
September 2016
(Urk. 6/
133
) folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
Proliferative
Synovitis
Hüfte beidseits
-
Differentialdiagnostisch im Rahmen einer
seronegativen
rheumatoiden Arthritis, Morbus Still des Erwachsenen, undifferenzierte Kollagenose
-
Hüftgelenkdysplasie
Er führte aus
, Treiber der
Synovialitis
im Bereich der Hüften scheine ein rheuma
tologisches Grundleiden zu sein. Hier zeige sich ein Mischbild im Sinne einer undifferen
zierten Arthritis und einer Kollagenose. Allerdings sei der Verlauf erstaunlich wenig
erosiv
und die Laborbefunde und die klinische Präsentation mit hohem Fieber und
Polyserositis
sprächen eher für eine auto-inflammatorische Erkrankung (S. 2).
3.8
Dr.
R._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie stellvertretender Klinikdirektor Orthopädie und Leiter Hüft-/Beckenchirurgie, und Dr.
S._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Oberarzt i.V. Ortho
pädie,
von
der Universitätsklinik
B._
nannten in ihrem von der Beschwerde
gegnerin in
Auftrag gegebenen orthopädischen Gutachten vom 18. Novem
ber 2016 (Urk. 6/
138
) folgende Diagnosen (S. 46):
-
Sekundäre
Coxarthrose
rechts fortgeschrittener als links bei Hüftdysplasie beidseits mit/bei
-
rechts: LCE-Winkel 3°, AC-
lndex
23°, links: LCE-Winkel 16°, AC-index 22°
-
vermehrter
femoraler
Antetorsion beidseits, rechts 43°, links 38°
-
ausgeprägten
synovialen
Proliferationen beidseits als Zeichen einer
Synovialitis
-
Lumbalgie mit pseudoradikulärer Ausstrahlung rechts mit/bei
-
Facettengelenksarthrosen L4/5, L5/S1 sowie leichter Diskusdege
nera
tion
-
medianer
Diskusprotrusion
L5/S1, ohne Neurokompression
-
Status nach
epiduraler
Infiltration L4/5 am 16. August 2012 (Dr. med. I._), ohne Schmerzlinderung
-
Status nach entzündlichem Zustandsbild mit symptomatischem
Perikar
derguss Mai 2010 unklarer
Aetiologie
-
Differentialdiagnostisch: rheumatische Genese
Die Gutachter führten aus, als Ursache für die beklagten Beschwerden sähen sie zwei Pathologien
:
Erstens die Lumbalgie mit pseudoradikulärer Ausstrahlung rechts bei beschriebenen degenerativen Veränderungen der LWS, insbesondere der Facettengelenksarthrosen
L4/5 sowie L5/S1. Zweitens die sekundäre
Cox
arthrose
rechts fortgeschrittener als links bei Hüftdysplasie und vermehrter
femo
raler
Antetorsion beidseits (S. 49). Es seien alle derzeit beklagten Symptome, mit Ausnahme der Unterschenkel- und Fussschmerzen rechts, erklärbar. Die Intensität der erlebten Beschwerden sowie der daraus resultierende Leidensdruck seien bekanntermassen subjektiv und korrelierten weder zwangsläufig mit der klini
schen Untersuchung noch der Bildgebung. Auch ein gewisses Vermeidungs
ver
halten sei plausibel und als normal zu werten. Es lasse sich aber aufgrund des Ausmasses dieses Schonungs- und
Vermeidungsverhaltens, welches sämtliche Lebensbereiche der Beschwerdeführerin dominiere, eine Chronifizierung der Schmerzen sowie eine Symptomausweitung bei fehlenden
Copingmechanismen
vermuten (S. 51).
Zur Arbeitsfähigkeit, so die Gutachter, seien der erlebte Leidensdruck und die daraus resultierende Einschränkung subjektiv. Dennoch bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den bestehenden Pathologien und dem Ausmass der von der Beschwerdeführerin beschriebenen, verminderten Belastbarkeit, welche aus orthopädischer Sicht nicht erklärt werden könne. Von ihr werde eine maximal mögliche Arbeitsdauer von 2 - 3 Stunden pro Tag in einer Bürotätigkeit mit der Möglichkeit, wechselnde Positionen einzunehmen, angegeben. Dies stehe im Widerspruch zu der von ihr gemachten Schilderung eines durchschnittlichen Arbeitstages. Hier resultierten additiv insgesamt 5 Stunden Arbeitszeit. Im Gespräch habe nicht herausgearbeitet werden können, wie dieser Unterschied zustande komme. Ebenso bleibe unklar, wie die restliche Zeit des Tages ausgefüllt werde, abgesehen von den ab 18.00 Uhr für ca. 30 - 60 Minuten durchgeführten Heimübungen beziehungsweise Physiotherapie. Es fehle eine explizite Schilde
rung, dass die restliche Zeit für Pausen zur Erholung aufgewendet werden müsse. Darüber hinaus wären derart ausgedehnte Pausen zur Regeneration bei den bestehenden Pathologien aus orthopädischer Sicht auch in
keinster
Weise nach
vollziehbar. In einer Bürotätigkeit mit der Möglichkeit, wechselnde Positionen einzunehmen, sahen die Gutachter aus orthopädischer Sicht bei den genannten Diagnosen und beschriebenen Beschwerden keine Verminderung der Arbeitsfä
higkeit und somit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Auch die erlebte Ein
schränkung betreffend die Geschäftsreisen sei in ihrem Ausmass nicht nachvoll
ziehbar. So gebe sie an, dass Reisen mit der Bahn nach München durchaus möglich seien. Allein die Dauer der Zugfahrt betrage hier im Minimum knapp 4 Stunden. Hinzu komme der Weg zum und vom jeweiligen Bahnhof. Auch unter
nehme sie selbständig Flugreisen zu ihren Angehörigen nach Düsseldorf, sodass eine derartige Reise mit einem Gepäckstück unbekannten Gewichtes offensicht
lich möglich sei. Eine Reisefähigkeit von mindestens 5 Stunden in einem Ver
kehrsmittel, welches wechselnde Positionen zulasse, sei also durchaus gegeben. Nach der Einschätzung der Gutachter, unter Berücksichtigung der geschil
derten Anamnese sowie der genannten Befunde, sei auch das Tragen eines Gepäck
stückes von 15 kg zumutbar. Da die beschriebenen Kundentermine konzentriert stattfänden und nicht immer das Einnehmen einer wechselnden Position zulassen würden, gingen sie bezüglich der Geschäftsreisen von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus.
Unter Berücksichtigung der Angaben der
Beschwerdeführerin betreffend ihre bisherige Tätigkeit, welche sie in 2/3 Büro
tätigkeit und 1/3 Reisen beziehungsweise externe Termine aufgeteilt habe, gingen die Gutachter aus orthopädischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit von 16.67 % aus (0 % von 2/3 Bürotätigkeit, 50 % von 1/3 Reisen/externe Termine). In einer angepassten Tätigkeit im Sinne einer Tätigkeit, welche es zulasse, wech
selnde Positionen einzunehmen und das Tragen von Lasten über 15 kg aus
schliesse, bestehe dementsprechend eine Arbeits
fähigkeit von 100 % (S. 55 f.).
3.9
Dr. R._ und Dr. S._ von der Universitätsklinik B._ führten in ihrer Stellungnahme vom 6. Juni 2017 (Urk. 6/149) zum Einwand der Beschwerde
führerin vom 2. Februar 2017 (Urk. 6/144) und zum Gutachten der Universitäts
klinik B._ vom 24. März 2014 (E. 3.5) zu Händen der Beschwerdegegnerin aus, im Rahmen des Gutachtens sei eine ausführliche Funktionsprüfung vorge
nommen und auch entsprechend dokumentiert worden. Die Funktionstests ent
hielten sowohl qualitative wie auch quantitative Aspekte. Sie entsprächen den gängigen Standards gemäss Vorgaben des SIM (Swiss Insurance Medicine). Das Gutachten sei hinsichtlich Analyse der Funktionsstörungen vollständig und ent
spreche somit den Vorgaben des Bundesgerichts (S. 2). Tatsächlich hätten sie im Gutachten eine rheumatologische Abklärung empfohlen, um ein zusätzlich zu den orthopädischen Pathologien bestehendes Krankheitsbild aus dem rheumati
schen Formenkreis nachzuweisen oder auszuschliessen (S. 2 f.). Das Gutachten für die Deutsche Rentenversicherung vom 18. Juli 2014 sowie das Gutachten von Dr. O._ habe ihnen nicht oder nur bruchstückhaft vorgelegen. Eine Ausei
nandersetzung mit diesen Gutachten sei daher nicht möglich gewesen. Es gelte jedoch anzumerken, dass im vorhandenen Teil des Gutachtens von Dr. O._ beschrieben sei, dass die Beschwerdeführerin körperlich leichte Frauenarbeit im Wechselrhythmus ohne Überkopfarbeiten in wohltemperierten Räumen voll
schichtig ausführen könne (S. 3). Grundsätzlich sei eine
Coxarthrose
eine progre
diente Pathologie. Die Geschwindigkeit des Voranschreitens der
Coxarthrose
sei jedoch äussert individuell. Des Weiteren korreliere das Ausmass der Beschwerden und die durch dieses Krankheitsbild hervorgerufenen funktionellen Einschrän
kungen nicht zwangsläufig mit dem radiologischen Schweregrad. Es könne also nicht à priori davon ausgegangen werden, dass sich im Zeitraum von 2014 - 2016 eine weitere Leistungsminderung ergeben habe (S. 4). In der Beurteilung von Dr. N._ sei festgehalten, dass die Beschwerdeführerin medizin-theoretisch aus funktioneller Sicht für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter Annahme der wechselbelastenden Tätigkeit im Prinzip ganztags arbeitsfähig sei. Die Ein
schätzung von Dr. N._ decke sich also mit ihren Ausführungen. Die in ihrem
Gutachten vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gründe in einer detaillierten Beschreibung der Arbeitstätigkeit durch die Beschwerdeführerin selbst.
Da sie angegeben habe, dass Reisen beziehungsweise externe Termine 1/3 und Bürotätigkeiten 2/3 ihrer bisherigen Tätigkeit ausgemacht hätten, hätten sie eine Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit von 16,67 % (0 % von 2/3 Bü
rotätigkeit, 50 % von 1/3 Reisen/externen Termine) gefolgert. Dr. L._ sei von einem Anteil von 58,33 % an Bürotätigkeit und 41,67 % Aussendienst
tätig
keit ausgegangen, sodass hierin ein Grund für die unterschiedliche Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit liege (S. 5).
4.
4.1
Das
orthopädische Gutachten der Universitätsklinik
B._
vom 18. No
vem
ber 2016
(E. 3.
8
) unter Einbezug der ergänzenden Stellungnahme vom 6. Juni 2017 (E. 3.
9
) beruht
auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und nach Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berück
sichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. Die Gutachter haben die medizi
nischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
fol
ge
rungen nachvollziehbar begründet. Damit entspricht es den bundes
gerichtlichen Vorgaben an ein beweiskräftiges Gutachten (
vgl. E. 1.4
).
Die Gutachter legten die gesundheitlichen Einschränkungen detailliert dar und erkannten die ausgewiesenen Pathologien in der Hüfte und der Lendenwirbel
säule. Ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit begründeten sie unter Bezugnahme auf die Erkrankungen unter Einbezug der klinischen Feststellungen und die Angaben der Beschwerdeführerin. In diesem Sinne erscheint es als nachvollzieh
bar, dass sie bei Reisen erheblich eingeschränkt ist, bei Bürotätigkeit mit der Mög
lichkeit zum Positionswechsel hingegen vollzeitlich arbeitsfähig ist.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin bemängelte,
die Beschwerdegegnerin
habe ihre Aufklä
rungspflicht verletzt
, indem sie entgegen der Empfehlung der Gutachter der Uni
versitätsklinik
B._
keine rheumatologische Abklärung vorgenommen habe
(Urk. 1 S. 4).
Dazu ist zu bemerken, dass es
grundsätzlich den Gutachterpersonen überlassen
ist
, über Art und Umfang der aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden
.
Gegenstand der Rheumatologie sind Schmerzen des Bewegungsapparates, was
unter anderem
auch auf die Orthopädie zutrifft
(vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2017 vom 14. Februar 2018 E. 6).
Weshalb insbesondere die
Orthopädie
nicht in der Lage gewesen sein soll, die Beschwerden
an der Hüfte
der Versicherten kompetent zu beurteilen, ist nicht ersichtlich, zumal die unterschiedliche Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfä
higkeit der
Ärzte nicht auf fachspezifischen Differenzen beruht.
Der Vorschlag der Gutachter der Universitätsklinik B._,
allenfalls eine rheumatologische Untersuchung durchzuführen,
geht
lediglich
auf
differential
diagno
stische Über
legungen zurück,
ein
allfällig
es
Krankheitsbild aus dem
rheuma
tologischen For
menkreis nachweisen oder aus
schliessen zu können
. Aus
schlag
gebend ist nicht die Diagnose, sondern die Beeinträchtigung
des Bewe
gungs
apparates beziehungs
weise
die
funktionellen Einschränkungen und die damit einhergehende Auswir
kung auf Leistungsfähigkeit respektive Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin (Urteil des Bundesgerichts vom
9C_617/2008 vom 6.
August 2009 E.
4.5)
. Dies ist
mit der
orthopädische
n
Untersuchung
durch die Gutachter der
Universitätsklink
B._
in genügender Weise erfolgt (vgl.
Urk. 6/138 S. 39-41).
Eine Verletzung der Abklärungspflicht seitens der Beschwerdegegnerin liegt nicht vor.
4.2.2
Die Beschwerdeführerin brachte weiter vor, der Gutachter der Universitätsklinik
B._
habe insgesamt nur eine circa 10-minütige Funktionsprüfung vorge
nommen, was nicht geeignet sei, den genauen Funktionsausfall zu bewerten.
Dem ist zu entgegen, dass die Funktionsprüfung des Gutachters der Universitäts
klink
B._
lege
artis
erfolgte. Die Gutachter erhoben eine detaillierte Beschrei
b
ung der Arbeitstätigkeit (Urk. 6/138 S. 35 f.), erfassten an Hand von Ausführun
gen der Beschwerdeführerin
,
in welchen Situationen die Beschwerden auftraten (S. 37 f.) und führten eigene eingehende Untersuchungen des ortho
pädischen Status der rechten und linken Hüfte, des Becken
s
, der Wirbelsäule, beider Knie, beider Füsse, der Schultern, der Ellenbogen und der Hand
ge
lenke/Hände durch (S. 39-41), wobei insbesondere die Funktionalität, Beweg
lich
keit, Schmerz
empfindlichkeit und Kraft überprüft wurden.
Damit ist
der praxisgemäss
geforderten Überprüfung mittels qualitativer und quanti
tativer Analyse der Funktionsstörung
des Bewegungsapparates
[
Bundes
ge
richts
urteil 9C_335/2015 vom 1. September 2015
E. 4.2.2]
in ausreichender Weise Genüge getan.
4.2.3
Im Weiteren kritisierte die Beschwerdeführerin, das Gutachten setzte sich in keiner Art und Weise mit dem Gutachten für die
D
eutsche Rentenversicherung vom 18. Juli 2014 sowie dem Gutachten von Dr.
O._
auseinander. Diese bei
den Gutachte
r
hätten eine wesentlich höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Urk. 1 S. 5)
.
Dazu ist zu bemerken, dass es sich nicht um zwei verschiedene Gutachten handelt, sondern um das Gutachten von Dr.
O._
vom 18. Juli 2014 (Urk. 6/113/13
2
2
) und ein mit Schlussblatt 1 und 2 bezeichnetes, wenig aussa
gekräftiges Formular vom 18. Juli 2014 (Urk. 6/
113/23-24
), welches mit einem Stempel der Berufsausübungsgemeinschaft
Dres
.
T._
,
O._
,
U._
und
V._
versehen ist, und lediglich von einer Person unterschrieben
wurde. Wegen dem gleichen Datum und aus dem im Formular unter dem Titel «Beschreibung des Leistungsbildes» enthaltenen Absatz, welcher deckungsgleich mit dem Abschnitt «Epikrise» im Gutachten von Dr. O._ (S. 8 f.), ist wird klar, dass das Formular Teil des Gutachtens von Dr. O._ bildet. Dr. O._ benennt in seinem Gut
achten keine
Aspekte, die bei der Begutachtung
der Universitätsklinik B._
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind
. Zudem ist die Schlussfolgerung von Dr. O._ nicht schlüssig respektive ausdifferenziert. Zwar formuliert er ein eindeutiges Belastbarkeitsprofil, welches leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten in Wechselpositionen als zumutbar umschreibt, sieht jedoch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit aufgrund der Tatsache, dass keine Reisefähigkeit bestehe und sitzende sowie stehende Tätigkeiten nicht mehr möglich seien, als gänzlich ungeeignet an (vgl. E. 3.6). Er differenzierte indes nicht aus, welche Tätigkeiten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in welcher Form und zu welchem Grad einge
schränkt sind. Ebenso wenig wird klar, wie sich daraus eine 40%ige Arbeitsunfä
higkeit ableiten lassen soll, wie gestützt auf sein Gutachten vom Landrat Rheinisch-
Bergerischer
Kreis angenommen wurde (vgl. Urk. 6/138/119-120). Darüber hinaus lag das Gutachten von Dr. O._ den Gutachtern der Universitätsklink vor und wurde berücksichtigt (vgl. Urk. 6/138 S. 26).
4.2.4
Ferner bemängelte die Beschwerdeführerin, das Gutachten der Universitätsklinik
B._
stehe in einem eklatanten Widerspruch zum Gutachten derselben Klinik von Dr.
L._
. Der Unterschied von 58 % zu 16,66 % Arbeitsunfähigkeit hätte diskutiert werden müssen.
Vorweg zu nehmen ist, dass sich die beiden medizinischen Einschätzungen der jeweiligen Gutachter der Universitätsklinik B._ aus den Jahren 2014 und 2016 (vgl.
E. 3.5 und E. 3.
8
) decken
und kein Widerspruch besteht, wie dies Dr. R._ und Dr. S._ in ihrer Stellungnahme vom 6. Juni 2017 schlüssig dar
legten. So gingen sie von keiner abweichenden Pathologie aus, sondern legten vielmehr dar, dass nicht ohne weiteres davon auszugehen sei, dass sich seit der Beurteilung durch Dr. L._ im Jahr 2014 eine Leistungsminderung eingestellt habe. Die Geschwindigkeit des Voranschreitens der
Coxarthrose
sei individuell (Urk. 6/149/4).
Z
ur Diskrepanz der unterschiedlichen Einschätzungen der Arbeitsfähig
keit ist es in erster Linie dadurch gekommen, dass Dr. L._ von einem Anteil von 58,33 % an Bürotätigkeit sowie 41,67 % Aussendiensttätigkeit, einer gänzlichen Unzumutbarkeit der Reisefähigkeit und einer Einschränkung der Bürotätigkeit bei einem 12-Stundentag mit einem erhöhten Pausenbedarf ausging und beim Gut
achten aus dem Jahr 2016 hingegen von 2/3 Bürotätigkeit sowie 1/3 Reise
tätig
keit, einer zu 50 % eingeschränkten Reisefähigkeit und keiner Einschränkung der Bürotätigkeit ausgegangen
wurde (vgl. E. 3.5 und E. 3.
8
).
Was die Einschränkung der durch Dr. L._ postulierten 100%igen Reiseun
fähigkeit angeht, ist diese nicht schlüssig. Er führt diese auf die Schwierigkeit der Umsetzung von regelmässigen Pausen im Rahmen der Reistätigkeit und bei Kundenkontakten zurück sowie auf den Umstand, dass die Aussendiensttätigkeit kon
zentriert stattfinde. Rein aus diesen Umständen auf eine gänzliche Reiseun
fähig
keit zu schliessen, greift zu kurz. Die Einschätzung der Gutachter der Universi
tätsklinik B._ 2016 erweist sich diesbezüglich als detaillierter. Diese kamen zu einer Einschätzung einer 50%igen Einschränkung der Reisefähigkeit und legten differenziert dar, wie sie zu dieser gelangten. Zugreisen nach München sowie Flüge nach Düsseldorf seien möglich – also Reisen von mindestens 5 Stun
den mit Verkehrsmitteln, welche wechselnde Positionen zulassen und Gepäck bis 15 kg (vgl. Urk. 6/138 S. 55 f.). Dies war Dr. L._ entgangen.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin schloss aufgrund der ermittelten Arbeitsunfähigkeit von 17 % mittels Prozentvergleichs auf einen Invaliditätsgrad von 17 %. Dieses Vor
gehen erweist sich als nicht korrekt.
5.2
Die Beschwerdeführerin war bei der Ausgleichskasse als
Unselbständiger
wer
bende
angemeldet. Allerdings ergibt sich, dass sie eine
Einfrau
-AG führte, wes
halb sich gewisse Parallelen zu einer selbständigen Erwerbstätigkeit ergeben. Vorliegend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin teils im Büro und teils aus
wärts arbeitet. Dabei hat sie Reisen zu unternehmen und an Degustationen sowie Messen teilzunehmen, wobei sie dort mehrheitlich stehen muss (Urk. 1 S. 8). Aus den Akten ergibt sich nicht klar, in welchem Umfang die einzelnen Tätigkeiten anfallen. Die Gutachter gingen von einer Tätigkeit im Büro von 2/3 und einer Reisetätigkeit von 1/3 aus, die Beschwerdeführerin machte geltend, sie sei zu 2/3 aus
wärts und 1/3 im Büro tätig (Urk. 1 S. 8).
Wie es sich damit genau verhält, kann offen bleiben. Es ist augenfällig, dass die erwerblichen Einschränkungen massiv höher sind als die Arbeitsunfähigkeit. Denn längere Reisen stellen eine Schwierigkeit dar und der Beschwerdeführerin dürfte es nach der Ankunft nicht möglich sein, sich sogleich ihrer Arbeit zu wid
men und ihre Dienstleistungen zu erbringen. Vor allem dann, wenn sie in gleich
bleibender Haltung zu arbeiten hat, wie dies bei einer Degustation oder auch bei Produktpräsentationen an einer Messe der Fall sein dürfte. Bei dieser Ausgangs
lage führt auch ein erwerblich gewichteter Betätigungsvergleich zu keiner richti
gen Lösung, kann doch die Beschwerdeführerin für den ihr nur eingeschränkt zumutbaren Teil der Arbeit nicht auf eine Hilfskraft zurückgreifen, sondern erlei
det sie dadurch einen weitreichenderen Einkommensverlust. Dies etwa dadurch, dass sie allenfalls Aufträge nicht in der sonst möglichen Dichte annehmen kann.
5.3
5.3.1
Festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführerin die Aufgabe ihrer erst vor kurzem aufgenommenen Erwerbstätigkeit in ihrer eigenen Unternehmung ohne weiteres zumutbar ist, sofern sie andernorts ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen kann.
5.3.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, als
Validenlohn
seien die bisherigen Löhne, die sie vor ihrer Arbeit in ihrem „Einmannbetrieb“ erzielt habe, anzu
nehmen, denn das seien die letzten Arbeitsstellen gewesen, bei denen sie ohne gesundheitliche Einschränkungen voll habe arbeiten können. Bekanntlich habe sie sich bereits seit 2009 wegen der aufgrund der Dysplasie bestehenden Rücken
beschwerden in ärztliche Behandlung begeben müssen, weshalb die Einkommen der Jahre 2007 bis 2009
massgebend
seien (Urk. 1 S. 8).
Es ist wohl zutreffend, dass die Beschwerdeführerin bereits seit längerer Zeit an Rückenbeschwerden leidet. Dass sie deswegen seit 2009 dauernd arbeitsunfähig wäre, ist indes nicht erstellt. Den Akten ist vielmehr zu entnehmen, dass nach dem Sturz vom 30. April 2012 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde und her
nach keine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit zurückerlangt wurde. Die frühe
ren Beschwerden waren 2011 abgeklungen (Urk. 6/138/11 unten).
Damit sind für die Berechnung des
Valideneinkommens
nicht die drei bis fünf Jahre vor der Anmeldung erzielten Löhne
massgebend
, sondern ist grundsätzlich das im Rahmen der Erwerbstätigkeit in ihrer eigenen Gesellschaft erwirtschaftete Einkommen abzustellen. Dieses betrug nach Aufnahme der Erwerbstätigkeit in ihrer eigenen
Gesellschaft in den Monaten April bis Dezember 2011 Fr. 18‘000.
- (Urk. 6/6/1). Dies bildet keine brauchbare Grundlage, befand sich die A._ AG doch noch im Aufbau.
Wenn davon ausgegangen wird, dass die Beschwerdeführerin auch mit ihrer eigenen Unternehmung Löhne in der Höhe ihres zuletzt erzielten Einkommens hätte erwirtschaften können, ergäbe sich ein Wert in der
Grössenordnung
zwischen Fr. 130‘000.-- und Fr. 140‘000.-- (Urk. 6/6). Dies liegt massiv über dem von der Beschwerdeführerin selber genannten Wert von Fr. 60‘000.-- bis Fr. 90‘000.-- pro Jahr (Urk. 6/89/32).
Ihre Angaben zum angestrebten Einkom
men von Fr. 150'000.-- sind rein hypothetischer Natur, in keiner Weise belegt und somit nicht zu berücksichtigen (Urk. 6/89/31).
5.3.3
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist vorwegzuschicken, dass
kein Grund
satz
besteht
, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, anstatt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sek
tor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Versicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S.
63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das Heranziehen der Tabelle TA11 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert und
Quartilbereich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") ange
zeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S. 163, 8C_671/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2013 vom 7. März 2014 E. 4.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4).
Nachdem die Beschwerdeführerin in den Jahren 1986 bis 1993 die Höhere Handelsschule/Wirtschaftsfachschule mit dem Abitur (Fachhochschulreife) und eine kaufmännische Ausbildung zur Gross- und Handelskauffrau abgeschlossen hatte, besuchte sie ab 1993 die Universität und studierte Wirtschafts
wissenschaften. 1997 wurde sie als Kauffrau diplomiert. Danach folgten mehrere Anstellungen in verschiedenen Branchen (Kosmetik/Luxusgüter, Getränke/Ga
stro
nomie, Konsumgüter,
Pharma
und Strategieberatung).
An
ihre
r
letzten Stelle arbeitete sie als Marketing
Director
bei
W._
AG und berichtete dem Geschäftsführer und dem Verwaltungsrat
(Urk. 6/10/1-7 und Urk. 6/10/8-9
).
Aufgrund des von
den Gutachtern
formulierten Anforderungsprofils, das die Aus
übung von qualifizierten Tätigkeiten zulässt, und der Ausbildung der Beschwer
deführerin kann für die Bestimmung des Invalideneinkommens auf die Tabelle T11 (monatlicher Bruttolohn nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht, privater Sektor und öffentlicher Sektor zusammen) abgestellt werden. Vor dem Hintergrund ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeit mit Führungsauf
gaben und Budgetverantwortung in verschiedenen Wirtschafts
zweigen recht
fer
tigt es sich, vom Anforderungsniveau 1+2 (oberstes, oberes und mittleres Kader) auszugehen. So dürfte sie aufgrund ihrer breiten beruflichen Erfahrung und ihrer intellektuellen Fähigkeiten durchaus in der Lage sein, nebst einer Aufgabe im Marketing auch in einem neuen Aufgabenbereich anspruchsvolle Arbeiten in leitender Funktion erfolgreich auszuführen. Bei einem anrechenbaren Monats
lohn von Fr.
8
‘5
44
.-- (
LSE 2012, Universitäre Hochschule, Frauen
,
Median;
basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) ergibt sich auf
gerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden pro Woche im
massgebenden
Jahr 2013 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, Bundesamt für Statistik, Tabelle T 03.02.03.01.04.01
) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne der Frauen von
Index 101.8
im Jahr 201
2
auf
104.4
im Jahr 2013 (
Nominallohnindex Frauen 2011-2016, Bun
desamt für Statistik, Tabelle T1.2.10
) im für den Einkommensvergleich massge
benden Jahr 2013 ein
Einkommen
von Fr.
109’615
.--.
Ein allfälliger Abzug vom Tabellenlohn wäre mit der eingeschränkten Einsetz
barkeit der Beschwerdeführerin für Aktivitäten ausser Haus begründet, wobei ihr kürzere Reisen zumutbar sind. Wollte man einen Abzug von 10 % gewähren, resultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 98'654.--.
5.4
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass selbst bei Heranziehen des für die Beschwer
deführerin bestmöglichen
Valideneinkommens
von Fr. 150'000.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 98'654.-- ein Invaliditätsgrad von 34 % resultiert, bei welchem Ergebnis kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.