Decision ID: 286cf2cd-6ce4-48cc-b6d6-7ef330b0a67c
Year: 2020
Language: de
Court: BS_SVG
Chamber: BS_SVG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: social_law

Tatsachen
I.
a) A_ (Beschwerdeführer), geboren [...] 1976, erlitt in den Jahren 1995, 1999 und 2004 drei Verkehrsunfälle mit HWS-Beteiligung. Er war jeweils bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unfallversichert. Diese richtete zunächst Taggelder aus und kam für die Kosten der Heilbehandlung aufkam. Mit Verfügung vom 15. März 2007 sprach sie dem Beschwerdeführer schliesslich ab Dezember 2006 eine (Komplementär-)Rente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 100 % zu (vgl. SUVA-Akte 53; Dossier I). Mit Verfügung vom 8. September 2010 gestand die SUVA dem Beschwerdeführer überdies für alle drei Unfälle zusammen eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 45 % zu (vgl. SUVA-Akte 67; Dossier I).
b) Im August 2018 nahm die SUVA die Berichte der D_ Klinik (Dr. E_) vom 2. Mai 2018 und vom 16. Mai 2018 betreffend röntgendiagnostische Abklärungen der Schultern des Beschwerdeführers zu den Akten (vgl. SUVA-Akten 163 und 164; Dossier I). Am 12. Oktober 2018 äusserte sich die Kreisärztin zur medizinischen Situation (vgl. SUVA-Akte 168; Dossier I). Daraufhin teilte die SUVA dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 16. Oktober 2018 mit, es bestehe kein Kausalzusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden links und dem Unfall von 1995, 1999 oder 2004 (vgl. SUVA-Akte 169; Dossier I). Damit zeigte sich der Beschwerdeführer nicht einverstanden. Er liess der SUVA ein Schreiben von Dr. F_ vom 27. Oktober 2018 zukommen, wonach die Unfallkausalität zu bejahen sei (vgl. SUVA-Akte 170; Dossier I). In der Folge holte die SUVA die ärztliche Beurteilung vom 12. November 2018 ein (vgl. SUVA-Akte 174; Dossier I). Mit Verfügung vom 27. November 2018 verneinte sie eine Leistungspflicht in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geklagten Schulterbeschwerden beidseits (vgl. SUVA-Akte 178, S. 1 f.; Dossier I). Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 15. Januar 2019 Einsprache. Er beantragte, es seien für die Folgen der gemeldeten Schulterbeschwerden beidseitig die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen (vgl. SUVA-Akte 187; Dossier I). Mit Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019 wurde die Einsprache abgewiesen (vgl. SUVA-Akte 205; Dossier I).
II.
a) Hiergegen hat der Beschwerdeführer am 27. Juni 2019 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt erhoben. Er beantragt Folgendes: (1.) Es seien die Verfügung der SUVA vom 27. November 2018 und der Einspracheentscheid der SUVA vom 27. Mai 2019 aufzuheben. (2.) Es sei die SUVA zu verurteilen, dem Beschwerdeführer für die Folgen der gemeldeten Schulterbeschwerden beidseits die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. (3.) Es seien sämtliche Gerichts- und Anwaltskosten der SUVA aufzuerlegen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht der Beschwerdeführer um Bewilligung des Kostenerlasses.
b) Die SUVA (Beschwerdegegnerin) schliesst mit Beschwerdeantwort vom 3. September 2019 auf Abweisung der Beschwerde.
c) Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 10. September 2019 wird dem Beschwerdeführer der Kostenerlass bewilligt.
d) Ebenfalls mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 10. September 2019 wird der Beizug der IV-Akten angeordnet.
e) Der Beschwerdeführer hält mit Replik vom 27. November 2019 an seiner Beschwerde fest. Der Eingabe hat er zusätzliche medizinische Unterlagen beigelegt.
f) Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Duplik vom 16. Januar 2020 weiterhin auf Abweisung der Beschwerde.
III.
Am 10. März 2020 findet die Beratung der Sache durch die Kammer des Sozialversicherungsgerichts statt.

Entscheidungsgründe
1.
1.1. Das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt ist als einzige kantonale Instanz zuständig zum Entscheid über die vorliegende Streitigkeit (§ 82 Abs. 1 des Gesetzes vom 3. Juni 2015 betreffend die Organisation der Gerichte und der Staatsanwaltschaft [Gerichtsorganisationsgesetz], GOG; SG 154.100). Die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt sich aus Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).
1.2. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.
2.
2.1. Die Beschwerdegegnerin macht im Wesentlichen geltend, gestützt auf die vorliegenden (medizinischen) Unterlagen – insbesondere die Beurteilung der Kreisärztin – könnten die vom Beschwerdeführer geklagten Schulterbeschwerden beidseits nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt angesehen werden (vgl. insb. den Einspracheentscheid; siehe auch die Beschwerdeantwort). Diese Einschätzung wird vom Beschwerdeführer infrage gestellt (vgl. insb. die Beschwerde; siehe auch die Replik).
2.2. Zu prüfen ist daher im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht mit Verfügung vom 27. November 2018, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019, gestützt auf die vorliegenden Akten eine Leistungspflicht in Bezug auf die vom Beschwerdeführer beidseits geklagten Schulterbeschwerden verneint hat.
3.
3.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) erbringt die Versicherung – soweit das Gesetz nicht etwas anderes bestimmt – Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten.
3.2. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 142 V 435, 438 E. 1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise oder nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177, 181 E. 3.1; BGE 129 V 402, 406 E. 4.3.1). Die Adäquanz spielt im Sozialversicherungsrecht als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356, 358 E. 3.2).
3.3. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177, 181 E. 3.1).
4.
4.1. 4.1.1. Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallens ist in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231, 232 E. 3a mit Hinweis auf BGE 125 V 352).
4.1.2. Die Beschwerdegegnerin erachtet im Wesentlichen die Beurteilung der Kreisärztin vom 12. November (SUVA-Akte 174, Dossier I) für massgebend. Dagegen hält der Beschwerdeführer die Einschätzungen der ihn behandelnden Ärzte (insb. diejenigen von Dr. F_ und von Dr. E_) für relevant (vgl. insb. S. 8 ff. der Beschwerde).
4.1.3. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225, 229 E. 5.2; BGE 135 V 465, 469 E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2016 vom 12. April 2017 E. 3.2). Allerdings vermag auch eine Vielzahl ärztlicher Abhandlungen mit einem abweichenden Resultat nicht per se Zweifel an der Zuverlässigkeit von Berichten, die der Versicherung nahestehende Experten erstattet haben, zu erwecken (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 8C_809/2016 vom 5. April 2017 E. 3.2.2.). Aussagen von behandelnden Ärzten sind grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen, da es einer Erfahrungstatsache entspricht, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465, 470 E. 4.5 mit Hinweisen).
4.2. 4.2.1. In der ausführlichen Beurteilung vom 12. November 2018 (SUVA-Akte 174, Dossier I) führte die Kreisärztin aus, der Versicherte habe sich im Rahmen von drei Verkehrsunfällen, die er in den Jahren 1995, 1999 und 2004 erlitten habe, rezidivierende HWS-Distorsionen zugezogen. Anlässlich der Schadenfälle von 1995 und 2004 habe er überdies jeweils eine Commotio cerebri erlitten. Im Rahmen des Schadenfalles von 1999 sei es zusätzlich zu einer Distorsion des linken Handgelenkes sowie einer partiellen VKB-Ruptur am linken Knie sowie Prellungen der LWS und des rechten Armes gekommen. Bis auf die partielle VKB-Ruptur seien alle Verletzungen im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung zu deuten. Unfallkausale strukturelle Läsionen seien nicht dokumentiert. Insbesondere ergebe sich aus den vorliegenden Unterlagen kein Zusammenhang zwischen den Beschwerden an der linken Schulter mit einem der drei Schadensereignissen. Bis zum Jahr 2013 seien in den Unterlagen keine Beschwerden im Bereich der linken Schulter oder des AC-Gelenkes erwähnt worden. Am 12. April 2013 sei eine Sonographie des linken Schultergelenkes vorgenommen worden, welche keine pathologischen Veränderungen gezeigt habe. Das MRI der linken Schulter von 2018 habe dann eine Partialruptur der Supraspinatussehne ohne Muskelatrophie auf sowie eine moderate AC-Gelenksarthrose aufgewiesen.
4.2.2. Zur Begründung ihrer Einschätzung brachte die Kreisärztin vor, die Sehnen der Rotatorenmanschette würden im Laufe des Lebens degenerativen Veränderungen unterliegen. Eine Beschwerdesymptomatik trete nicht regelhaft auf. Bei traumatischen Verletzungen der Rotatorenmanschette sei hingegen von einer sofortig eintretenden Beschwerdesymptomatik auszugehen. Eine solche habe im vorliegenden Fall nicht bestanden. Im Jahr 2013 seien erstmals Beschwerden im Bereich der linken Schulter geäussert worden. Eine am 12. April 2013 durchgeführte Sonographie der linken Schulter habe keine pathologischen Veränderungen gezeigt. Auch hätten radiologisch keine Veränderungen im Bereich der AC-Gelenke bestanden. Die im Jahr 2018 durchgeführte MRI der linken Schulter habe dann eine Partialruptur der Supraspinatussehne ohne Muskelatrophie gezeigt. Bei länger bestehenden Schäden der Rotatorenmanschette komme es im Verlaufe der Zeit zu einer Atrophie der Muskulatur, sodass im vorliegenden Fall ein pathologischer Prozess über vierzehn Jahre (seit dem letzten Unfall 2004) oder mehr auch unter diesem Aspekt ausgeschlossen werden könne. Im Bereich der rechten Schulter liege keine MRI vor. Konventionell-radiologisch hätten sich ein zentriertes glenohumerales Gelenk sowie kleine Osteophyten am lateralen Claviculaende mit beginnender AC-Gelenksarthrose gezeigt. Aus den vorliegenden Unterlagen ergäben sich keine Hinweise auf eine Beteiligung der rechten Schulter an einem der genannten Schadenfälle. Die nachgewiesene AC-Gelenksarthrose sei als degenerativ zu werten und stehe in keinem unfallkausalen Zusammenhang.
4.3. 4.3.1. Dieser Einschätzung der Kreisärztin vom 12. November 2018 kann gefolgt werden. Sie erfüllt die Anforderungen an beweiskräftige medizinische Erhebungen (vgl. dazu Erwägung 4.1.1. hiervor). Insbesondere hat sich die Kreisärztin mit den relevanten (medizinischen) Vorakten auseinandergesetzt und ihre Beurteilung der Kausalität plausibel begründet (vgl. im Einzelnen die nachstehenden Überlegungen).
4.3.2. Wie von der Kreisärztin plausibel dargetan wird, ist bei traumatischen Verletzungen der Rotatorenmanschette grundsätzlich eine sofort eintretende Beschwerdesymptomatik zu erwarten. Gestützt auf die (im Internet einsehbare) medizinische Literatur ist überdies davon auszugehen, dass der Betroffene bei einem frischen Riss einer Sehne der Rotatorenmanschette über plötzlich einsetzende stechende Schmerzen, vor allem bei Bewegungen des Armes nach oben über den Kopf, klagt. Häufig ist auch die Kraft des Armes beim Heben vermindert und es können Arbeiten oberhalb der Schulter nicht mehr ausgeführt werden. Aufgrund einer Reizung des Schleimbeutels, der zwischen Sehne und Schulterdach liegt, kommt es häufig auch zu nächtlichen Schulterschmerzen, die regelmässig in den Oberarm ausstrahlen. Patienten berichten über eine gestörte Nachtruhe, weil sie regelmässig wegen der Schmerzen aufwachen, insbesondere wenn sie auf der betroffenen Seite liegen (vgl. dazu unter anderen die am Ausführungen der Orthopädischen Klinik und Poliklinik der Universität München [orthopädisches Behandlungssprektrum; Schulterchirurgie; Probleme und Therapien; Rotatorenmanschettenruptur; Symptome]). Davon kann jedoch im vorliegenden Fall nicht ausgegangen werden (vgl. die nachstehenden Überlegungen).
4.3.3. Im Protokoll der Kantonspolizei [...] betreffend den Unfall vom 7. Juli 1995 wurde zwar als Verletzung unter anderem auch eine Prellung an der linken Schulter erwähnt (vgl. SUVA-Akte 49, S. 57; Dossier II) und in der Unfallmeldung vom 11. Juli 1995 wurden Prellungen am linken Arm festgehalten (vgl. SUVA-Akte 49, S. 69; Dossier II). Im Bericht des G_spitals vom 12. Juli 1995 wurde dann aber festgehalten, die Schulter links sei frei beweglich und der Schürzen- und Nackengriff ohne Befund gewesen (vgl. SUVA-Akte 49, S. 48; Dossier II). In der darauffolgenden Zeit hat der Beschwerdeführer auch nicht mehr über Schulterbeschwerden geklagt (vgl. SUVA-Akte 49, S. 1 bis S. 47 bzw. SUVA-Akte 1, S. 1 bis S. 69; jeweils Dossier II). Vielmehr machte er primär Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel geltend (vgl. u.a. die diversen Berichte des G_spitals vom 12. Juli 1995, vom 25. September 1995, vom 7. November 1995, vom 22. Januar 1996, vom 25. März 1997, vom 5. September 1997, vom 14. November 1996, vom 30. September 1997, vom 2. Dezember 1998 und vom 4. Mai 1998 [SUVA-Akte 49, S. 44, S. 36 f., S. 34 f., S. 19 bzw. SUVA-Akte 1, S. 6 f., S. 8 f., S. 12 f., S. 16 f., S. 29 f.]; siehe auch die Berichte von Dr. H_ vom 5. Februar 1996, vom 11. Juli 1996, vom 27. März 1997, vom 29. September 1997, vom 14. Dezember 1998 [SUVA-Akte 49, S. 28 und S. 26 bzw. SUVA-Akte 1, S. 5, S. 14, S. 15] sowie die Berichte des Kreisarztes vom 23. Oktober 1995 und vom 21. August 1996 [SUVA-Akte 49, S. 41 ff. und S. 23 f.]).
4.3.4. Am 17. August 1999 erlitt der Beschwerdeführer den zweiten Verkehrsunfall (vgl. SUVA-Akte 1, S. 59). Ausweislich der vorliegenden Akten beklagte er sich auch im Nachgang an diesen Unfall nicht über Schulterbeschwerden (vgl. insb. die Berichte von Dr. H_ vom 13. Oktober 1999 und vom 22. November 1999 [SUVA-Akte 1, S. 55 bzw. S. 47; Dossier III]; siehe auch den Bericht des G_spitals vom 7. Dezember 1999 [SUVA-Akte 1, S. 37 ff.; Dossier III], den Bericht des I_-Spitals vom 10. April 2000 [SUVA-Akte 1, S. 30 ff.; Dossier III], das psychiatrische Gutachten von Dr. J_ vom 2. August 2000 [SUVA-Akte 1, S. 14 ff.; Dossier III], den Bericht des G_spitals vom 2. Juli 2001 [SUVA-Akte 2, S. 84 Dossier III], den Bericht von Dr. H_ vom 14. Juni 2002 [SUVA-Akte 189, S. 77, Dossier III] sowie den Bericht von Dr. K_ vom 6. November 2003 [SUVA-Akte 2, S. 6 ff.; Dossier III]). Im Austrittsbericht der L_klinik [...] vom 7. Februar 2003 (SUVA-Akte 2, S. 43 ff.; Dossier III) wurde explizit festgehalten, der Schulterstand sei symmetrisch und der Schulter- und Nackengriff unauffällig (vgl. S. 9 des Berichtes).
4.3.5. Nach dem dritten Unfall vom 10. Juni 2004 (vgl. SUVA-Akte 1, S. 1; Dossier I) äusserte der Beschwerdeführer ebenfalls keine Schulterbeschwerden. Vielmehr berichtete er erneut über Kopf- und zervikale Schmerzen (vgl. u.a. den ärztlichen Zwischenbericht vom 30. Juni 2004 [SUVA-Akte 8; Dossier I]; siehe auch den Bericht von Dr. K_ vom 3. August 2004 [SUVA-Akte 11; Dossier I] sowie den Bericht von Dr. M_ vom 25. November 2005 [SUVA-Akte 4, Dossier III]). Im Zwischenbericht vom 25. September 2012 gab Dr. F_ weiterhin an, die Beschwerden und Diagnosen seien unverändert (vgl. SUVA-Akte 71; Dossier I). Einzig im Bericht über die Sonografie der linken Schulter vom 14. April 2013 wurde erwähnt, dass der Beschwerdeführer über Schulterschmerzen links klage. Allerdings ergab die Sonografie keinen relevanten Befund (vgl. SUVA-Akte 76, Dossier I). In der darauffolgenden Zeit klagte der Beschwerdeführer auch nicht (mehr) über Schulterschmerzen. Es kann in Zusammenhang unter anderem auf den Bericht der Klinik N_ vom 30. Juni 2014 (SUVA-Akte 118, S. 2 ff.; Dossier III) verwiesen werden. Speziell hervorzuheben ist schliesslich, dass selbst im orthopädischen Gutachten von Dr. O_ vom 14. März 2015 (SUVA-Akte 159, S. 131 ff.; Dossier I) dargetan wurde, der Beschwerdeführer berichte über Schmerzen im Bereich der HWS, der LWS, der Hand links, des linken Knies und des rechten Fusses (vgl. S. 2 des Gutachtens). Schulterschmerzen waren somit auch damals kein Thema. Im Übrigen gab Dr. F_ in den Berichten vom 8. Oktober 2015 (vgl. SUVA-Akte 95; Dossier I) und vom 10. Februar 2017 (SUVA-Akte 117; Dossier I) weiterhin an, es habe (in somatischer Hinsicht) keine Änderung stattgefunden.
4.4. 4.4.1. Angesichts der geschilderten Aktenlage – insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer während Jahren keine Schulterschmerzen geltend gemacht hat – ist es daher nicht als überwiegend wahrscheinlich zu erachten, dass die von ihm seit dem Frühjahr 2018 (vgl. dazu unter anderem den Bericht von Dr. E_ vom 2. Mai 2018; SUVA-Akte 163, Dossier I) geklagten beidseitigen Beschwerden auf einen der in den Jahren 1995, 1999 und 2004 erlittenen Unfälle zurückzuführen ist. Namentlich ist ein Zusammenhang zwischen der im Rahmen der MRT-Untersuchung des linken Schultergelenkes vom 14. Mai 2018 festgestellten "Unterf!ächenpartialruptur der Supraspinatussehne" (vgl. SUVA-Akte 172, Dossier I) und einem der drei Unfälle nicht als überwiegend wahrscheinlich zu erachten. Diesbezüglich weist die Kreisärztin überdies zu Recht darauf hin, dass ein pathologischer Prozess über vierzehn Jahre oder länger ausgeschlossen werden könne, zumal keine Muskelatrophie auszumachen gewesen sei (vgl. die Beurteilung vom 12. November 2018 [SUVA-Akte 174; Dossier I]; siehe auch die Beurteilung vom 12. Oktober 2018 [SUVA-Akte 168; Dossier I]).
4.4.2. Auf die Einschätzung von Dr. F_ vom 27. Oktober 2018 (SUVA-Akte 170, Dossier I) kann hingegen – insbesondere mangels näherer Begründung – nicht abgestellt werden. Gleiches gilt auch für den Bericht von Dr. E_ vom 15. November 2018 (SUVA-Akte 176, Dossier I). Soweit Dr. E_ in seinen Berichten vom 5. Februar 2019 (SUVA-Akte 193; Dossier I), vom 3. Juni 2019 (Beschwerdebeilage 12) und vom 11. November 2019 (Replikbeilage 3) von posttraumatischen Schulterbeschwerden spricht, vermag dies nichts zu ändern. Denn unter "posttraumatisch" verursachten Leiden sind nicht zwingend unfallkausale, sondern eben erst nach dem Unfall entstandene Beschwerden zu verstehen. Der Begriff "posttraumatisch" wird im medizinischen Sprachgebrauch zwar häufig gleichbedeutend mit "unfallkausal" verwendet. Nach üblichem, allgemein geläufigem Sprachverständnis wird der Ausdruck "post" oft aber doch auch mit der zeitlichen Abfolge – unter Ausschluss des Verhältnisses von Ursache und Wirkung – in Verbindung gebracht. Vor diesem Hintergrund ist in jedem Einzelfall zu prüfen, welche Bedeutung den Begriffen "post" beziehungsweise "posttraumatisch" beizumessen ist (vgl. u.a. das Urteil des Bundesgerichts 8C_555/2018 vom 17. Oktober 2018 E. 4.1.1.). Zumal Dr. E_ keine Begründung für eine allfällige Kausalität der Schulterbeschwerden lieferte, ist davon auszugehen, dass er "posttraumatisch" im Sinne von "erst nach dem Unfall entstanden" verwendet hat.
4.5. Zusammenfassend kann daher festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht mit Verfügung vom 27. November 2018, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019, eine Leistungspflicht in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geklagten Schulterbeschwerden beidseits verneint hat.
5.
5.1. Den obigen Ausführungen zufolge ist die Beschwerde somit abzuweisen und der Einspracheentscheid vom 27. Mai 2019 ist zu bestätigen.
5.2. Das Verfahren ist kostenlos.
5.3. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Da dem Beschwerdeführer der Kostenerlass bewilligt worden ist, ist seinem Vertreter ein angemessenes Kostenerlasshonorar zuzusprechen. Diesbezüglich ist zu bemerken, dass das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt in durchschnittlichen Fällen mit doppeltem Schriftenwechsel – bei einem vollständigen Unterliegen – regelmässig ein Kostenerlasshonorar von Fr. 2'650.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich Mehrwertsteuer zuspricht. Vorliegend liegt in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen ein überdurchschnittlicher Fall vor. Insgesamt lässt sich daher ein Kostenerlasshonorar von Fr. 3'000.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7 % rechtfertigen.