Decision ID: e8e5a281-5b33-46d8-b6f6-2f294505d7a0
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach,
9401 Rorschach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a M._ meldete sich am 3. November 1997 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (act. G 6.1/1). Ihre letzte Stelle als Küchenhilfe beim
Pflegeheim hatte sie per 31. Januar 1992 verloren (act. G 6.1/10). Mit Verfügung vom 4.
März 1998 wies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch ab, da es ihr trotz
wiederkehrender gesundheitsbedingter Absenzen zumutbar sei, in
rentenausschliessenden Ausmass zu arbeiten (act. G 6.1/13). Mit Schreiben vom 22.
Februar 1999 meldete der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. A._, Allgemeine
Medizin, die Versicherte erneut bei der IV an, da diese inzwischen verschiedene
Erkrankungen durchgemacht habe und seiner Ansicht nach zu 100 % arbeitsunfähig
sei (act. G 6.1/14). In der Folge sprach die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten gestützt
auf ein Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 22. Mai 2000, die ein chronisches
lumboradikuläres Reizsyndrom L5/S1, ein Zervikobrachialsyndrom rechts sowie eine
Adipositas diagnostizierte und von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer körperlich
leichten Beschäftigung ausging, ab 1. Januar 1999 eine halbe Rente (Härtefallrente) bei
einem Invaliditätsgrad von 42 % zu (Verfügung vom 27. September 2001; act. G 6.1/25
und 43). Eine im Jahr 2003 durchgeführte Revision ergab keine Veränderung; neu
wurde jedoch ein Invaliditätsgrad von 50 % aufgeführt (act. G 6.1/56).
A.b Am 6. Februar 2006 meldete der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. A._, der IV-
Stelle St. Gallen, die Versicherte sei gemäss einem Arztbericht der Klinik Gais aus
psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig (act. G 6.1/66). Im entsprechenden
Bericht der Klinik Gais vom 13. Januar 2006 diagnostizierte Dr. med. B._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige bis schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2), eine
generalisierte Fibromyalgie sowie eine Adipositas (act. G 6.1/66). Im
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Revisionsfragebogen vom 22. Februar 2006 gab die Versicherte an, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit etwa einem Jahr wegen psychischer Belastung
verschlechtert (act. G 6.1/67). Mit Verlaufsbericht vom 3. März 2006 führte sodann Dr.
A._ aus, die Versicherte sei mindestens seit Herbst 2005 vollständig arbeitsunfähig
und eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr zu erwarten. Es liege eine
zunehmende Verschlechterung der depressiven Störung vor (act. G 6.1/71.5).
A.c In der Folge wurde eine erneute Begutachtung bei der MEDAS Zentralschweiz
durchgeführt. Diese kam in ihrem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten vom
12. Oktober 2007 zum Schluss, es bestehe ein vorwiegend unspezifisches
Rückenschmerzsyndrom (Panvertebralsyndrom) bei möglicher Mitbeteiligung einer
erosiven Osteochondrose L5/S1 mit nur geringgradig objektivierbaren Befunden sowie
- ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - unter anderem ein Verdacht
auf Femoropatellararthrose, ein Verdacht auf diffuse idiopathische skelettale
Hyperostose, mögliche rezidivierende depressive Episoden, zurzeit nicht depressiv, bei
unzulänglicher Fähigkeit der Lebensbewältigung (Z73.4). Schwere körperliche
Tätigkeiten seien der Versicherten nicht mehr zumutbar. Bezüglich körperlich leichten
bis mittelschweren Tätigkeiten sei von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
(act. G 6.1/81.13 f.).
A.d Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine
Abweisung des Revisionsgesuchs in Aussicht, da sich der Gesundheitszustand nicht
verschlechtert habe (act. G 6.1/89). Mit Einwand vom 5. März 2008 (Datum
Poststempel) sowie Begründung vom 5. Juni 2008 machte der Rechtsvertreter geltend,
das Gutachten sei in psychiatrischer Hinsicht fehlerhaft und unvollständig. So gehe Dr.
B._ von einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom und
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus. Das Psychiatrie-Team (psychiatrisches
Konsilium) halte eine Wiedereingliederung der Versicherten in den Arbeitsmarkt
ebenfalls für unvorstellbar. Trotzdem werde ausgeführt, es liege keine
Arbeitsunfähigkeit in einem relevanten Ausmass vor. Mithin bejahe das Psychiatrie-
Team die IV-Relevanz der psychischen Situation der Versicherten. Es fehle gemäss
Gutachten nur am genügenden Ausmass der Arbeitsunfähigkeit. Streitig sei somit nur
der Grad der Arbeitsunfähigkeit. Das Gutachten sei auch unvollständig, indem es keine
Diagnose finde. Die von den Gutachtern angeführten ungünstigen Startschwierigkeiten
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im Leben der Versicherten seien für die heutige psychische Situation ebenso wenig
verantwortlich wie die Assimilations- und Integrationsproblematik. Dr. med. C._,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gehe in seinem Bericht vom 29.
Mai 2008 von der wenig bekannten Diagnose der unzulänglichen Fähigkeit der
Lebensbewältigung (Z73.4) aus. Angesichts der übereinstimmenden Angaben aller
psychiatrischen Gutachter betreffend Undenkbarkeit der Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit müsse zwingend von einem schweren Fall ausgegangen werden. Die
Versicherte leide zudem an einer andauernden Persönlichkeitsveränderung (F62). Es
könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden. Vielmehr sei die Versicherte zu 100
% arbeitsunfähig (act. G 6.1/97).
A.e Mit Verfügung vom 7. August 2008 wies die IV-Stelle St. Gallen das
Revisionsgesuch mangels Verschlechterung des Gesundheitszustands ab, weshalb
nach wie vor Anspruch auf eine halbe Rente bestehe (wobei die IV-Stelle von einem
Invaliditätsgrad von 50 % ausging; act. G 6.1/99).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 11.
September 2008 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der
Beschwerdeführerin sei sodann eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Subeventuell sei ein Obergutachten einzuholen. Zur Begründung werden im
Wesentlichen die Ausführungen im Einwand wiederholt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Dezember 2008 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Das fragliche MEDAS-Gutachten sei von einer
qualifizierten Fachstelle erstellt worden und basiere auf umfassender Kenntnis des
Sachverhalts. Die Anamnese sowie die Befunde seien erhoben worden und die
Begutachtung umfasse eine eingehende Untersuchung sowie ein psychiatrisches und
ein rheumatologisches Konsilium. Auch die Beschwerdebeschreibung der
Beschwerdeführerin habe in das Gutachten Eingang gefunden. Die Beurteilung der
zumutbaren Arbeitsleistung sei schliesslich nach Kenntnisnahme der Vorakten sowie
als polydisziplinäre medizinische Einschätzung abgegeben worden. Somit sei auf das
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Gutachten abzustellen. Das psychiatrische Teilgutachten unterscheide zwischen der
Festlegung der adaptierten Arbeitsfähigkeit in medizinisch-theoretischer Hinsicht und
der Frage nach deren konkreten Umsetzung. Dass es unvorstellbar sei, dass sich die
Beschwerdeführerin in einen Arbeitsprozess einfüge, basiere auf den Angaben der
Beschwerdeführerin, wonach sich diese selber nicht mehr in einem Arbeitsverhältnis
sehe. Dies widerspreche der Feststellung des Gutachters, dass keine arbeitsrelevanten
Diagnosen vorlägen, nicht. Könne der Untersucher keine Anhaltspunkte für eine solche
psychische Erkrankung feststellen, könne er auch keine entsprechende Diagnose
stellen. Es treffe somit nicht zu, dass der Gutachter auf Grund einer unvollständigen
oder fehlerhaften Untersuchung keine Diagnose gefunden habe. Die von Dr. C._
gestellte Diagnose einer psychischen Störung nach Z73.4 habe der psychiatrische
Gutachter ebenfalls gestellt, diese jedoch als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eingestuft. Es bestehe kein Anlass, nicht auf das Gutachten abzustellen (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 10. Februar 2009 macht der Rechtsvertreter geltend, dass die
Ausführungen der Beschwerdegegnerin die in der Beschwerde aufgezeigten Mängel
nicht zu erklären vermöchten. So führe der Gutachter aus, dass man sich schlicht nicht
mehr vorstellen könne, dass sich die Beschwerdeführerin in einen Arbeitsprozess
gegen Lohn einfügen lasse. Dabei werde nicht einfach eine Aussage der
Beschwerdeführerin wiedergegeben. Vielmehr handle es sich um eine Würdigung
dieser Aussage durch den Gutachter. Wenn der Gutachter sodann eine
Arbeitsunfähigkeit schlicht verneine, sei dies mehr als widersprüchlich. Sodann habe
der Gutachter keineswegs eine Diagnose gestellt, und schon gar nicht die gleiche wie
Dr. C._. Tatsache sei vielmehr, dass Dr. D._ keine Diagnose gefunden habe, die die
Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess verneine, und trotzdem keine
Arbeitsunfähigkeit sehen wolle (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
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1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende
Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach einer neuen
Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351
E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
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geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 In Nachachtung der vorstehend zitierten Rechtsprechung ist der massgebende
Vergleichszeitpunkt die rentenzusprechende Verfügung vom 27. September 2001.
Dieser Rentenzusprache ging eine umfassende Anspruchsprüfung mit gutachterlicher
medizinischer Abklärung sowie Einkommensvergleich voraus. Demgegenüber erfolgte
die Anspruchsbestätigung im Jahr 2003 nur per Mitteilung vom 4. August 2003, der -
ausser eines Verlaufsberichts und einer Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes, Dr.
A._, vom 24. März 2003 bzw. vom 24. April 2003 (act. G 6.1/51.3 f. und 53) - keine
weitergehenden Abklärungen oder Beweiswürdigungen vorangingen (act. G 6.1/56).
2.2 Die Beschwerdeführerin macht im vorliegenden Verfahren eine Verschlechterung
ihres psychischen Gesundheitszustands geltend, während das rheumatologische
Gutachten der Klinik Hirslanden ausdrücklich anerkannt wird. Dabei stützt sie sich im
Wesentlichen auf die Angaben der behandelnden Ärzte, namentlich Dr. B._, der in
seinem Bericht vom 13. Januar 2006 über den Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom
17. November bis 7. Dezember 2005 in der Klinik Gais von einer 100 %-igen
Arbeitsunfähigkeit ausging. Dr. B._ begründete diese Annahme mit einer
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom, die im Verlauf des
Klinikaufenthaltes wenig habe gebessert werden können (act. G 6.1/66).
Die in der Folge durch die Beschwerdegegnerin getätigten Abklärungen in Form einer
erneuten MEDAS-Begutachtung (psychiatrisches Konsilium des Psychiatrie-Teams
Stans vom 10. Juli 2007) ergab keine psychiatrische Diagnose mit relevanter
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde
eine rezidivierende depressive Episode anamnestisch zwar für möglich gehalten,
gegenwärtig sei die Beschwerdeführerin jedoch nicht depressiv. Es liege bei der
Beschwerdeführerin eine unzulängliche Fähigkeit der Lebensbewältigung vor
(unzulängliche Fähigkeiten, nicht andernorts klassifiziert, Z73.4). Während der frühere
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psychiatrische Gutachter, Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, in seinem Gutachten vom 28. April 2000 die Diagnose einer
Rentenbegehrlichkeit bei einfacher und unreifer, ungebildeter Persönlichkeit (F60.8,
Z76.5) gestellt hatte (act. G 6.1/25.23), wollte der jetzige Gutachter Dr. med. D._,
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Begriff der Rentenbegehrlichkeit
Abstand nehmen und den Schwerpunkt mehr auf die negativen soziokulturellen
Rahmenbedingungen legen, die in der Heimat der Beschwerdeführerin ihre Wurzeln
hätten und auch durch längere Aufenthalte in Österreich und der Schweiz nicht hätten
überwunden werden können. Zudem hielt Dr. D._ ausdrücklich fest, dass seit der
letzten MEDAS-Begutachtung keine Zunahme eines psychiatrischen Leidens im
engeren Sinn stattgefunden habe (act. G 6.1/81.26).
Als Zwischenergebnis ist davon auszugehen, dass gemäss gutachterlicher Beurteilung
keine Veränderung bzw. Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin stattgefunden hat. Vielmehr legt Dr. D._ bei dem seit 2000 gleich
gebliebenen Zustand den Schwerpunkt anders als Dr. E._. Hingegen hat sich mit der
(nach den vagen Angaben der Beschwerdeführerin etwa 2004 eingetretenen und 2007
noch anhaltenden) Arbeitslosigkeit des Ehemannes wohl die materielle
Versorgungslage der Beschwerdeführerin verschlechtert. Zudem fand eine weitere
Dekonditionierung der Beschwerdeführerin statt, da nun ihr Ehemann den Haushalt
besorgt. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Beschwerdeführerin nach
Stellenverlust im Januar 1992 mit der IV-Anmeldung rund sechs Jahre zuwartete. Auch
nach Zusprache einer halben (Härtefall-)Rente verwertete sie ihre verbliebene
Arbeitsfähigkeit von 70 % nicht.
2.3 Im Weiteren macht der Rechtsvertreter geltend, das psychiatrische Konsilium des
Psychiatrie-Teams Stans sei widersprüchlich. So halte auch das Gutachten eine
Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in den Arbeitsprozess für schlicht nicht
vorstellbar. Das Gutachten bejahe also die IV-Relevanz der psychischen Situation der
Beschwerdeführerin. Trotzdem gehe es davon aus, dass keine Arbeitsunfähigkeit in
einem relevanten Ausmass, d.h. von über 40 %, gegeben sei. Streitig sei damit nicht
die IV-Relevanz der psychischen Krankheit, sondern allein der Grad der daraus
resultierenden Arbeitsunfähigkeit.
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Zwar wird der Beschwerdeführerin im vorliegenden Gutachten nicht ausdrücklich
Simulation und Rentenbegehrlichkeit vorgehalten. Indessen geht Dr. D._ in seinem
Konsilium offensichtlich nicht davon aus, es handle sich bei der (Sammel-)Diagnose
Z73.4 um ein Geschehen mit Krankheitswert, das der Beschwerdeführerin objektiv
verunmöglichen würde, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Vielmehr geht er wie Dr.
E._ davon aus, dass der Beschwerdeführerin aus rein psychiatrischer Sicht eine
Arbeitstätigkeit zumutbar wäre. Adäquat dazu begründete er die Ansicht, dass die
Beschwerdeführerin wohl kaum mehr in den Arbeitsmarkt integriert werden könne, mit
deren tiefsitzenden Überzeugung und fehlender Arbeitsmotivation. Im Übrigen wird in
den Akten mehrfach das ungepflegte Aussehen der Beschwerdeführerin erwähnt (act.
G 6.1/25.22, 71.10, 81.18), was bei den Gutachtern verständlicherweise die Vorstellung
einer Wiederbeschäftigung, etwa gar in einer hygienisch anspruchsvollen Tätigkeit wie
Küchenarbeit, erschwert haben dürfte.
Mit der Beschwerdegegnerin ist sodann festzustellen, dass bei der Beschwerdeführerin
nicht von einer Persönlichkeitsänderung im Sinn von F62 ausgegangen werden kann.
Wie in der RAD-Stellungnahme vom 6. August 2008 überzeugend dargelegt wurde, ist
eine solche nach der Aktenlage auszuschliessen, da es weder Hinweise auf
Extrembelastungen (Folter, Katastrophen usw.) noch auf schwere psychische
Erkrankungen gibt (act. G 6.1/98).
2.4 Zusammenfassend erweist sich das angegriffene Gutachten als vollständig und
nachvollziehbar. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten abgegeben. Nachdem nicht von einer wesentlichen Änderung des
psychischen Gesundheitszustands auszugehen ist, leuchtet auch ein, dass sich die
daraus abgeleitete Arbeitsfähigkeit nicht verschlechtert hat. Es ist darauf abzustellen.
Ein Revisionsgrund ist damit zu verneinen.
2.5 Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sich in der Zeit von 2000 bis 2007
keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse ergeben hat.
Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin auch im Jahr 2003, anlässlich der ersten Revision, unverändert
war. Davon ging auch die Beschwerdegegnerin aus. Zwar meldete Dr. A._ in seinem
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Verlaufsbericht vom 24. März 2003 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands,
da die Beschwerdeführerin zunehmend unter Depressionen, Kopfschmerzen,
Vergesslichkeit, Inkontinenz und Schlafstörungen leide (act. G 6.1/51.3). In einem
weiteren Schreiben vom 24. April 2003 teilte er der Beschwerdegegnerin mit, er
beurteile die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für körperlich leichte Tätigkeit mit
drei bis vier Stunden pro Tag (act. G 6.1/53).
Indessen teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ohne weitere
Abklärungen in ihrer Mitteilung vom 4. August 2003 mit, es bestehe (bei einem
Invaliditätsgrad von 50 %) weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente (act. G 6.1/56),
weshalb auch nach dem 1. Januar 2004 eine halbe Rente ausbezahlt wurde. Die
Beschwerdeführerin verlangte keine einsprachefähige Verfügung (vgl. act. G 6.1/56.2).
Die Beschwerdegegnerin ist in ihrer Mitteilung vom 4. August 2003 nicht auf die
Revision eingetreten, und hat weder weitere medizinische Abklärungen getätigt noch
den Invaliditätsgrad neu berechnet, sondern lediglich unveränderte Verhältnisse und
damit einen unveränderten Rentenanspruch konstatiert. Der Klammerbemerkung
"(Invaliditätsgrad: 50 %)" kommt daher nicht der Charakter der rechtskräftigen
Verfügung einer ("echten") halben Rente gestützt auf Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31.
Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) zu. Vielmehr blieb es auch nach der
Mitteilung vom 4. August 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 42 % und der
Ausrichtung einer halben Rente gestützt auf Art. 28 Abs. 1 aIVG (Härtefallrente).
Mit der Reform vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; in Kraft seit 1. Januar 2004) wurde
Art. 28 Abs. 1 aIVG - und damit der Anspruch auf eine halbe Rente im Härtefall
(Härtefallrente) - aufgehoben. Gemäss Übergangsregelung in den
Schlussbestimmungen der Änderung vom 21. März 2003 (Bestimmung d) erfolgte bei
Personen, die bereits vor dem 1. Januar 2004 Anspruch auf Ergänzungsleistungen
hatten, keine Besitzstandswahrung in der IV, da diese Personen einen entsprechend
höheren Anspruch auf Ergänzungsleistung hatten. Rentenberechtigte Personen, die im
Dezember 2003 keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen hatten, hatten
demgegenüber - unter Vorbehalt des Vorliegens der weiteren Voraussetzungen nach
Abs. 2 lit. a bis d - Anspruch auf Besitzstandswahrung, d.h. die weitere Ausrichtung der
halben Härtefallrente oder aber auf eine Verbesserung ihrer Position, falls die
Viertelsrente und die Ergänzungsleistungen zusammen mehr als die halbe Rente
bis
bis
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betragen (vgl. zum Verständnis Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2008
[9C_496/2008] E. 5). Sind die Voraussetzungen für eine Besitzstandswahrung per 1.
Januar 2004 erfüllt, so müssen die wirtschaftlichen Voraussetzungen des Härtefalls
nach bisherigem Recht periodisch, mindestens alle vier Jahre geprüft werden (Abs. 3
der Schlussbestimmungen IVV der Änderung vom 21. Mai 2003).
Mithin wäre vorliegend die Ausrichtung einer Härtefallrente über den 31. Dezember
2003 hinaus nur dann korrekt gewesen, wenn die Beschwerdeführerin im Dezember
2003 keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen hatte und die - nunmehr auf Grund
einer Viertelsrente berechneten - Ergänzungsleistungen zusammen mit dieser
Viertelsrente niedriger als die halbe Rente wären (vgl. Abs. 2 lit. d). Aus den Akten ist
nicht ersichtlich, ob die Beschwerdeführerin im Dezember 2003 Anspruch auf
Ergänzungsleistungen hatte oder nicht und ob sie damit unter Abs. 1 oder 2 von
Bestimmung d der Schlussbestimmungen gefallen wäre. Im Weiteren ist nicht
ersichtlich, ob sie - im zweiten Fall - insbesondere Abs. 2 lit. d derselben Bestimmung
erfüllt hätte, oder ob allenfalls die Viertelsrente zusammen mit den
Ergänzungsleistungen gleich oder höher gewesen wäre als die halbe Rente, womit
Anspruch auf diese beiden Leistungen bestanden hätte. Nachdem die
Beschwerdegegnerin die in Abs. 2 lit. c der Schlussbestimmungen per 1. Januar 2004
vorgesehene Härtefallprüfung nicht vorgenommen hat, ist dies nachzuholen, und je
nach Ergebnis für die Folgezeit periodisch weiter zu prüfen (vgl. erwähnte
Schlussbestimmung IVV). Die Beschwerdegegnerin wird demnach auch zu prüfen
haben, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ergänzungsleistungen hatte. Dabei
rechtfertigt es sich wohl nicht, der Beschwerdeführerin ein hypothetisches Einkommen
anzurechnen. Je nach Ergebnis wird über den Anspruch auf eine halbe oder
Viertelsrente ab dem 1. Januar 2004 neu zu verfügen sein.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinn abzuweisen, als die
Verfügung vom 7. August 2008 aufzuheben und die Streitsache zur Prüfung des
Härtefalls per 1. Januar 2004 und zur neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist. Damit unterliegt die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag auf eine
ganze Rente vollumfänglich, weshalb sie grundsätzlich die Gerichtskosten zu tragen
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hat. Nachdem die Rückweisung jedoch auf Grund eines Verfahrensfehlers der
Beschwerdegegnerin notwendig wird, rechtfertigt sich eine Beteiligung der
Beschwerdegegnerin an den Kosten im Umfang von einem Viertel. Die Gerichtskosten
bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
(Art. 69 Abs. 1 IVG). Der konkrete Verfahrensaufwand erweist sich als
durchschnittlich, so dass praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu erheben
ist. Demgemäss hat die Beschwerdeführerin einen Anteil von Fr. 450.--, die
Beschwerdegegnerin einen solchen von Fr. 150.-- zu tragen. Der Beschwerdeführerin
wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-angerechnet und
dementsprechend im Umfang von Fr. 150.-- zurückerstattet.
3.2 Der vorliegende Verfahrensausgang ist in Bezug auf die Parteientschädigung als
teilweises Obsiegen anzusehen, weshalb die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
entsprechende Parteientschädigung hat. Diese ist vom Gericht ermessensweise
festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand
Rechnung zu tragen ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung
von pauschal Fr. 3'600.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Entsprechend dem Ausmass des Obsiegens zu einem Viertel ist die
Parteientschädigung auf Fr. 900.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht