Decision ID: ce57ccb1-3f50-43ea-8f3b-3a71d7a72f30
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, gebore
n 1965
, war
zuletzt
bis August 2008 als
Rhythmik
lehre
rin
in einem
20 %-Pensum
erwerbs
tätig (Urk. 8/12).
Ab August 2008 bezog sie
bei einer Vermittlungsfähigkeit von 20 % Taggelder
der Arbeitslosen
versiche
rung
(Urk. 8
/1
0/1
). Am 5. November 2009 meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug einer Rente an (Urk.
8
/4). Die IV-Stelle tätigte erwerblic
he und medizinische Abklä
rungen
, im Rahmen deren sie eine psychiatrische Abklärung bei
Dr. med.
Z._
, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
sowie eine internistisch-rheumatologische Abklärung mit Evaluation der funk
tionellen Leistungsfähigkeit (EFL) im
A._ AG
veranlasste (psychiatrische Untersuchung vom
29. Juli 2010
,
Expertise vom
24. August 2010
[
Urk. 8
/24
]; internistisch-rheumatologi
sche Untersuchungen vom 16./17. Mai 2011, Gutachten vom 23. Juni 2011 [
Urk. 8
/49]
). Gestützt auf die Abklärungen
ging die IV-Stelle von einer Arbeits
fähigkeit von 75 % in der angestammten Tätigkeit aus und verneinte bei einem Invaliditätsgrad von 25 %
einen Rentenanspruch
(Verfügung vom 2. April 2012, Urk. 8/60).
1.2
Nachdem
X._
daraufhin
mit Gesuch vom 22
. April 2012 (Urk. 10/61) um Hilfe bei der beruflichen Eingliederung ersucht hatte,
wurde
sie
diesbezüg
lich durch die Eingliederungsberatung
der IV-Stelle
(Urk. 10/89
)
sowie
ab Sep
tember 2012 durch die von der IV-Stelle beauftragte
B._
AG
(Urk. 8
/
79
)
unterstützt
.
Am 24. April 2013 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung unter Hinweis darauf, dass aktuell weitere medizinische Abklärungen im Vor
dergrund stünden und deshalb eine Vermittlun
g
noch
nicht möglich sei, ab (Urk. 8
/115).
Im Rahmen der weiteren medizinischen Abklärungen veranlasste die IV-Stelle
eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung (
neurolo
gisch/orthopädisch/psychiatrisch/internistisch/rheumato
logisch/dermatologisch) in der MEDAS
C._
(Untersuchungen
im
März/April 20
14, Gutachten vom 17. Juni 2014
[
Urk. 8
/156
]
). Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8
/162-179) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 28. Oktober 2014
erneut
einen Rentenanspruch (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
25. November 2014
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen
. Ausserdem seien berufliche Eingliederungsmassnahmen anzuordnen
. Eventualiter
sei die Sache zur Vornahme eines polydisziplinären
Gutachtens sowie einer BEFAS- und/oder EFL-Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen
.
In
prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1 S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
12. Januar 2015
(Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-
182
) schloss die Beschwerdegegnerin auf A
bweisung der Beschwerde, was der
Beschwerdeführe
r
in
mit
Verfügung
vom
22. Januar 2015
(Urk. 9) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2), gestützt auf das Gutachten der MEDAS
C._
sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Rhythmiklehrerin
zu 75 % sowie in angepassten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. Der
Invalidi
tätsgrad
betrage somit maximal 25 %, weshalb ein Rentenanspruch zu vernei
nen sei.
1.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Gutachter der MEDAS
C._
könne nicht abgestellt werden,
da diese Gutachter
nicht auf die bei ihr vorlieg
ende Erkran
kung
(Ehlers-
Danlos
-Syndrom)
spezialisiert seien. Gestützt auf die
Einschätzun
gen
ihrer behandelnden Ärzte sei von einer Arbeitsfähigkeit von 20-40 % aus
zugehen, womit sie Anspruch auf eine gan
ze beziehungsweise
mindestens eine
Dreiviertelsrente
habe. Im Übrigen habe sie bereits aufgrund des von der
Beschwerdegegnerin
anerkannten IV-Grades von 25 %
Anspruch auf berufliche Massnahmen
(Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Kra
nkheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
Die Gutachter der MEDAS
C._
(Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurolo
gie
, Dr. med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med.
F._
, Facharzt für Innere Medizin, Dr. med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, Dr. med.
H._
, Fachärztin für Dermatologie
, Dr. med.
I._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, Urk. 8/156/2)
kamen nach
am
20. und 21. März 2014 sowie 10.
und 23. April 2014 durchgeführten Untersuchungen zum Schluss, dass folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden (Urk. 8/156/22):
Kollagenopathie
;
Neigung zu einem
thorako
- und
lumbovertebralen
Syndrom bei einer Fehlstatik im Rahmen einer
Hyperlaxität
bei einem wahrscheinlichen Ehlers-
Danlos
-Syndrom, ohne relevante internistische, neurologische und dermatologische Manifestation.
Die Gutachter hielten
anamnestisch
fest, die Beschwerdeführerin habe eine im Verlauf der Jahre zunehmende allgemeine Leistungsminderung und reduzierte Belastbarkeit, Erschöpfbarkeit, Müdigkeit sowie chronische Schmerzen
,
insbe
sondere im Rückenbereich
,
beklagt.
Alles sei belastend, sie habe auf „so vielen Baustellen zu tun“, sozial und finanziell sei es knapp.
Sie habe berichtet, t
rotz intensiven
Bemühungen mit Gymnastik und Entspannung ihre gesundheitlichen Probleme nicht in den Griff
zu bekommen
. Dies führe auch zu zunehmenden psychischen Belastungen. Sie fühle sich mental wie auch körperlich überfordert, einen strukturierten Unterricht in Gruppen als auch für Einzelpersonen zu hal
ten. Sie sei auch nicht mehr in der Lage, Klavier- oder Gesangsunterricht zu
erteilen. Sie könne nur noch zirka zehn Minuten konstant spazieren gehen, ohne längere Pausen machen zu müssen. Sie könne weder längere Zeit sitzen noch stehen. Gegenstände bis zu
1 kg
könne sie nur kurz heben und tragen, so dass sie auch den Haushalt nur mit Unterstützung führen könne. Nur mit Hilfe von Medikamenten könne sie ungefähr vier Stunden schlafen. Tagsüber müsse sie sich immer wieder hinlegen und Übungen zur Entkrampfung und Lockerung durchführen. Obwohl sie gerne wieder wenigstens teilweise arbeiten würde, fühle sie sich dazu nicht in der Lage (Urk. 8/156/20).
Zur Diagnose des Ehlers-
Danlos
-Syndroms hielten die Gutachter fest, gemäss Bericht von
Dr. med.
J._
, Oberärztin
am
K._
, Ab
teilung für Stoffwechselkrankheiten
, vom 28. Dezember 2012 (vgl. Urk. 8/90), seien die von ihr erhobenen Befunde vereinbar mit einem Ehlers-
Danlos
-S
yndrom vom hypermobilen Typ III
. Bereits im Jahr 2010 sei eine Hypermobilität
im
muskuloskelettalen
System von Prof. Dr. med.
L._
festgestellt worden (vgl. Urk. 8/40/7 f.).
In der aktuellen orthopädischen Untersuchung hätten sich folgend
e
muskuloske
lettalen
Befunde objektivieren lassen: Es bestehe eine Neigung zu
einem
thorako
- und
l
u
mbovertebralen
Syndrom mit Fehlhaltung im Rahmen einer
Hyperlaxität
bei einer
Kollagenopathie
, einem wahrscheinlichen Ehlers-
Danlos
-Syndrom, ein Zustand nach Morbus Scheuermann, ein Zustand nach angebore
ner Hüftdysplasie beidseits mit nachfolgender Spreizhosen-Behandlung, eine
Heberden
- und
Bouchardarthrose
beidseits, ein Senk- und Spreizfuss beidseits, beginnende degenerative Veränderungen der Hüftgelenke sowie eine begin
nende
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
. Die angegeben
en
Beschwerden auf orthopädischem Gebiet seien nur zu einem geringen Teil objektivierbar. Es sei nachvollziehbar, dass statische Belastungen, wie das Halten von Gegenständen oder das Einnehmen einer bestimmten Körperhaltung während längerer Zeit, zu Beschwerden der Wirbelsäule und der Gelenke führen können.
Aufgrund der angeborenen
Kollagenopathie
müsse unter Belastung ein erhöhter muskulärer Aufwand betrieben werden. Ohne Belastung habe die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung aber eine stabile Haltung gezeigt und habe auch die Gelenke genügend muskulär stabilisieren können.
Auch a
us rheumatologischer Sicht
hätten
sich
sodann
keine Hinweise
auf
eine Grunderkrank
ung ergeben
, welche die subjektiv als so ermüdend empfundene Beschwerde
symptomatik mit dem angegeben
en und gezeigten hohen Bewegungsdrang erklären könnte. Die
inter
nistischen
Diagnosen eines
Mitralklappenprolaps
sowie eines
atriale
n
Sep
tumaneurysma
s
ohne Shunt würden sodann keine namhaften Funktionsstö
rungen bewirken. Eine relevante internistische Manifestation der
Kollageno
pathie
sei
somit nicht feststellbar. Auch aus dermatologischer Sicht hätten sich keine Anhaltspunkte für eine
relevante Hautmanifestation ergeben. Aus neuro
logischer Sicht hätten sich schliesslich keine Hinweise auf eine neurologische Manifestation im Sinne eines peripher neurogenen Engpasssyndroms oder einer
radikulären
Störung feststellen lassen (Urk. 8/156/20 f.).
D
ie Gutachter
hielten weiter fest, dass aus psychiatrischer Sicht
keine relevante
Diagnose gestellt werden könne. Im Vordergrund stehe bei d
er Beschwerde
führerin eine pass
iv-regressive Versorgungserwartung, wobei sie hierbei bereits Unterstützung
bei der
Mittagessen
s
verso
rgung erfahre. Die Beschwerdeführerin
erwarte weitere Unterstützung, welche sich aber auch auf ihr Alleinsein beziehe. Diese Unterstützung wirke eher zusätzlich invalidisierend.
Aus psychiatrischer Sicht liege einzig eine
histrionische
Persönlichkeitsakzentuierung
vor
, welche jedoch versicherungsmedizinisch
als
nicht relevant zu bewerten sei
(Urk. 8/156/21).
D
as aus neurologischer Sicht festgestellte leichte Schlafapnoesyndrom sei
so
dann
nicht ausreichend, um die von der Beschwerdeführerin so ausgeprägt angegebene Leistungsminderung zu begründen, zumal in keiner der erfolgten Begutachtungen eine entsprechende Tagesmüdigkeit zu beobachten gewesen sei. Vielmehr sei eine übernachhaltige Beschwerdeschilderung aufgefallen (Urk. 8/156/21).
Zusammengefasst könne somit nur hinsichtlich des
muskuloskelettalen
Systems
eine reduzierte Belastbarkeit infolge der
Kollagenopathie
mit Neigung zu
thorako
- und
lumbovertebralem
Syndrom bei Fehlstatik im Rahmen der
Hyper
laxität
bei wahrscheinlich bestehendem Ehlers-
Danlos
-Syndrom festgestellt werden. Diesbezüglich seien Tätigkeiten im Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen mit leichter bis mittelschwerer Belastung möglich. Dabei sollten Arbeiten in Zwangshaltungen sowie ausserhalb des Kö
r
perlotes, ruckartige und schnelle Bewegungen, Kälte- und Nässeexposition sowie Zugluft vermieden werden.
Auch hinsichtlich der psychischen Fähigkeiten ergebe sich nur eine leichte Einschränkung der Durchhaltefähigkeit und der Fähigkeit, sich an Regeln und Routinen anzupassen.
Für die angestammte Tätigkeit als
Rhythmiklehrerin
, wel
che
Tätigkeit
die Beschwerdeführerin selber als nicht körperlich schwer erachte,
bestehe
eine eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
von
75 % (Leistungsfähigkeit 75 %, ganztätige Arbeitspräsenz). In einer ideal angepassten Verweistätigkeit sei der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung des Fähigkeitsprofils eine volle Arbeitsfähigkeit theoretisch medizinisch zumutbar (Urk. 8/156/22).
4.
4.1
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
auf die Einschätzung der MEDAS-Gutachter, wonach die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit weiterhin zu 75 % arbeitsfähig sei, abgestellt
hat
.
Das
MEDAS-
Gutachten beruht auf den erforder
lichen und allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwer
den und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden.
Die Gut
achter führten
nachvollziehbar aus, dass aufgrund der angeborenen
Kollagen
opa
th
ie
unter Belastung ein erhöhter muskulärer Aufwand betrieben werden müsse,
ohne Belastung
jedoch eine stabile Haltung und eine genügende mus
kuläre Stabilisierung der Gelenke
bestehe
und eine Tätigkeit als
Rhythmiklehre
rin
unter diesen Umständen
bei einer reduzierten Leistungsfähigkeit von 75 % ganztags zumutbar sei
.
Die Beurteilung der MEDAS-Gutachter stimmt denn
auch mit der Einschätzung der Gutachter d
es
A._
aus dem 2011 überein
, wel
che am 16./17. Mai 2011 internistisch-rheumatologische Abklärungen getätigt und eine zweitä
g
ige Evaluation der Leistungsfähigkeit durchgeführt hatten (Urk. 8/49/11)
.
Die Gutachter waren zum Schluss gekommen, dass leichte
Ein
schränkungen im statischen Bereich
bestünden
bei einer sonst gut du
rch
schnittlichen Belastbarkeit und einer guten Stabilisationsfähigkeit
.
Jedoch sei am
Ende des zweiten Testtages eine ver
meh
rte allgemeine
Ermüdung
eingetre
ten (Urk. 8/49/8 f.)
.
Angesichts
dessen hatten die Gutachter der Gutachtensstelle
A._
bei einer verminderten Leistungsfähigkeit von 25 %
eine
Ganztagestätig
keit
ebenfalls
als zumutbar erachtet
(Urk. 8/49/11).
4.2
Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt,
es sei
auf die
Beurteilung von Dr.
J._
,
welche
-
im Gegensatz zu den MEDAS-Gutachtern
-
auf die Krank
heit des Ehlers-
Danlos
-Syndroms spezialisiert sei
und ihrer Einschätzung damit mehr Gewicht zukomme,
abzustellen
und von
eine
r
40%ige
n
Arbeits
fähigkeit
auszugehen
(E. 1.2), kann
der Beschwerdeführe
rin
nicht gefolgt werden
.
So ist darauf hinzuweisen, dass zentrales Wesens
merkmal von MEDAS-Gutachten deren interdisziplinäre Ausrichtung ist, was Voraussetzung dafür bildet, die Leistungsfähigkeit bei komplexen gesundheitli
chen Beeinträchti
gungen gestützt auf eine umfassende, die Teilergebnisse ver
schiedener medizi
nischer Disziplinen integrierende Grundlage zu erfassen. Als weiteres wesentli
ches Merkmal der Begutachtung durch eine MEDAS ist, dass ihr die rechtlich determinierten versicherungsmedizinischen Vorgaben zugrunde liegen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4). Dergestalt repräsentieren die MEDAS den medizinischen Sachverstand, welcher zur interdisziplinären Begutachtung lan
desweit zur Verfügung steht (BGE 137 V 201 E. 4.4.1.5). Entgegen dem vorge
brachten Einwand, die MEDAS-Gutachter hätten mangels entsprechender Spe
zialkenntnisse den Auswirkungen des Ehlers-
Danlos
-Syndroms auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der
Beschwerdeführerin nur unzureichend Rechnung getragen und diese damit falsch erfasst
,
ist, wie vorstehend dargelegt, davon auszugehen, dass die interdisziplinäre Beurteilung der MEDAS den Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit umfassend und beweiswertig widerspiegelt. Hinweise dafür, dass aus anderen Gründen nicht auf das Gutachten abgestellt werden könnte, lassen sich nicht finden. So ist
insbesondere darauf hinzuweisen, dass auch die
A._
-Gut
achter im Jahr 2011 nach durchgeführten ausführlichen Belastungstests zum Schluss gekommen waren, dass eine Arbeitsfähigkeit von 75 %
möglich sei
(E. 4.1)
.
Anhaltspunkte
dafür
, dass es seither zu einer relevanten Verschlechte
rung gekommen wäre
, fehlen
(vgl. diesbezüglich auch Ausführungen des ortho
pädischen MEDAS-Gutachter, welcher von einer unveränderten Befundlage spricht, Urk. 8/156/29).
4.3
Ebenso wenig
kann auf die Einschätzung der Hausärztin Dr.
med.
O._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin,
abgestellt werden, welche
wiederholt eine vollständig
e Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Urk. 8/35, Urk. 8/124/7) respek
tive zuletzt eine Arbeitsfähigkeit von
bloss
20 % als möglich erachtet hatte (Urk. 8/178). Soweit
Dr.
O._
bemängelt
, der neurologische
MEDAS-
Gutachter
habe
die
Kollagenopathie
im Gegensatz zum orthopädischen
MEDAS-
Gutachter
als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachtet
(Urk. 8/178/1), v
ermag sie die Schlüssigkeit des Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Der neurologische Gutachter hatte einzig dafürgehalten, dass das Ehlers-
Danlos
-Syndrom ohne neurologische Manifestation bleibe
(Urk. 8/156/18)
, weshalb
ohne weiteres
nachvollziehbar
ist, dass er diese Diagnose aus neurologischer
Sicht
als
ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
einstufte
.
Z
u einer allfälligen einschrän
kenden Wirkung au
s orthopädischer Sicht nahm er
zu Recht keine
Stellung.
Schliesslich widersprechen sich
auch das
rheumatologisch
e
und
orthopädische
Teilg
utachten
entgegen
der Auffassung
von Dr.
O._
(Urk. 8/178/2) nicht.
So hielt die
rheumatologisch
e
MEDAS-
Gutachter
in
fest, dass
bei Vorliegen des Ehlers-
Danlos
-Syndroms
t
rotz regelmässig durchgeführten
Kräftigungsübungen zur Stabi
lisierung des Bewegungsapparates die Kraft durch die
Laxizität
der
binde
gewebigen
Strukturen nicht optimal ü
bertragen werden könne, was zu
r relativ früheren Ermüdbarkeit führen könne, wobei
die Gutachterin
zur Beurteilung der zumutbaren Leistungsfähigkeit auf das orthopädische Gutachten verwies (Urk. 8/156/47).
I
m orthopädischen Gutachten
(Urk. 8/156/29)
respektive
in der
gemeinsamen Beurteilung aller Gutachter
(vgl. E. 3)
wurde
denn
dementspre
chend auch eine reduzierte
Leistungs
fähigkeit
attestiert
.
4.4
Zusammenfassend ergibt sich damit, dass das Gutachten der MEDAS vollum
fäng
lich überzeugt. Mittels Untersuchungen in sechs medizinischen Fachge
bieten wurden die Beschwerden der Beschwerdeführerin und die medizi
nischen Befunde äusserst sorgfältig erfasst und die Gutachter nahmen ausführ
lich und nachvollziehbar Stellung zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte (vgl. etwa den Hinweis, wonach die Beurteilung gemäss Bericht der Klinik für Schlafmedizin
P._
, das leichte Schlafapnoesyndrom biete keine Erklärung für die subjektiv angegebene Leistungsminderung und Müdigkeit, voll und ganz nachvollziehbar sei und sich im klinischen Eindruck [vgl. Urk. 8/156/16] bestätige; vgl. auch Einschätzung der psychiatrischen Gutachte
rin, wonach weder die
hausärztlicherseits
angegebene Schlaflosigkeit, noch ADHS-ähnliche Symptome oder der Bedarf an massiver Unterstützung im Haushalt nachvollziehbar seien, die bereits etablierte Unterstützung [Mittag
essen-Versorgung] demgegenüber eher leistungseinschränkend wirke [Urk. 8/156/36-37]; vgl. ebenso ausführliche Stellungnahme zur Diagnose des Ehlers-
Danlos
-Syndrom und den diesbezüglich erhobenen Befunden [Urk. 8/156/20-21]).
Es ist somit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit noch zu 75 % zumutbar ist. Weitere Abklärungen erübrigen sich bei dieser Sachlage. Die
Beschwerde
gegnerin
hat somit einen Rentenanspruch (vgl. E. 2.2) zu Recht verneint und die Beschwerde ist hinsichtlich
des Rechtsbegehrens um Zusprechung einer Rente abzuweisen.
5
.
5
.1
Was den Antrag der Beschwerdeführerin um Gewährung beruflicher Mass
nahmen betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass
im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbe
hörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfü
gung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise
weiter
ziehbaren
Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungs
gegenstand
und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
5
.2
Der Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ergibt sich aus der angefochtenen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
28. Oktober 2014
(Urk. 2), mi
t welcher ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
verneint wurde. Hinsichtlich beruflicher Massnahmen fehlt es demgegenüber am entspre
chenden Streitgegenstand, so dass diesbezüglich auf die Beschwerde nicht ein
zutreten
ist.
6
.
6
.1
Weil vorliegend die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialversiche
run
gsge
richt
(
GSVGer
) erfüllt sind
, ist der Beschwerdeführerin die unent
geltliche
Pro
zessführung
zu gewähren.
6
.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
6
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von
der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), zufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.3
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4 des
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.