Decision ID: 2016839e-bcba-5f51-b2e6-cdd93aee10f7
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Vor der EL-Anmeldung von A._ im Jahr 2017 (vgl. act. G 3.1/10) hatte sich deren
Ehemann B._ am 6. Dezember 2013 wegen Achselbeschwerden zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 7). Dr. med. C._, Chefarzt
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der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), hatte am 20. Dezember 2013 folgende
Diagnosen gestellt: persistierender Schulterschmerz rechts mit/bei: Status nach
Schulterarthroskopie rechts am 7. März 2013, Status nach glenohumeraler Infiltration,
Status nach subacromialer Infiltration im Oktober 2012 mit aktenkundig positivem
Ansprechen am 15. August 2013 sowie symptomatische AC-Gelenksprobleme;
bekannte degenerative Veränderungen C5-C7 (IV-act. 25-1). Der Hausarzt von B._,
Dr. med. D._, Facharzt Allgemeine Medizin, hatte am 18. Dezember 2013
festgehalten, B._ könne, nachdem er seit dem 3. September 2012 zu 100%
arbeitsunfähig gewesen sei, seit dem 22. April 2013 halbtags leichte Tätigkeiten
ausführen (IV-act. 17). Am 7. März 2014 hatte die IV-Stelle B._ die Ablehnung seines
Gesuchs um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in Aussicht gestellt (IV-act.
31). Nachdem am 19. Mai 2014 ein erneuter operativer Eingriff an der rechten Schulter
von B._ vorgenommen worden war (IV-act. 60 f.), war B._ nach Ansicht diverser
Ärzte ab diesem Zeitpunkt zu 100% arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 59, 80-13). Innert
erstreckter Frist liess er am 20. Juni 2014 gegen den negativen Vorbescheid einen
Einwand erheben (IV-act. 45).
A.b Am 31. Januar 2015 hatte Dr. D._ B._ bis zum 22. Februar 2015 infolge
persistierender Schulterschmerzen rechts und einer Periarthorpathie der linken
Schulter als zu 100% arbeitsunfähig erklärt (IV-act. 72-1). Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie, der B._ im Jahr 2013 operiert hatte (vgl. IV-act. 2-10 f.),
hatte am 18. Februar 2015 festgehalten, die geklagten Beschwerden könnten, da sie
gemäss den Angaben von B._ erheblich von klimatischen Einflüssen abhingen, nicht
durch einen Eingriff behoben werden. Es sei B._ daher geraten, seinen Tagesablauf
zu ändern, aktiver zu werden und eine Mehrdurchblutung des Bewegungsapparates
anzustreben (IV-act. 84). Am 9. Mai 2015 hatte Dr. D._ B._ ab dem 23. Februar
2015 bis zum 31. Mai 2015 sowie bis auf Weiteres eine 50% Arbeitsunfähigkeit
attestiert (IV-act. 103-3). Am 8. Juni 2015 hatte Dr. E._ erklärt, er könne keine
konkrete Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben, doch seien manuell weniger belastende
Tätigkeiten ganztags durchaus zumutbar (IV-act. 87). Am 10. Juni 2015 sowie am 29.
Juli 2015 hatte Dr. D._ angegeben, der Versicherte sei bis 30. August 2015 zu 50%
arbeitsfähig, könne also den ganzen Tag leichtere Arbeit verrichten. Vom 3. bis 10. Juni
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2015 sei er jedoch aufgrund eines Schmerzschubs zu 100% arbeitsfähig gewesen (IV-
act. 103-1 f.).
A.c Die kantonale Arbeitslosenkasse hatte am 15. Oktober 2015 angegeben, B._ sei
seit dem 1. Dezember 2014 als arbeitslos gemeldet; er suche seitdem für ein
Arbeitspensum von 100% eine Stelle. Dieses Pensum entspreche sowohl der von ihm
angegebenen als auch der festgelegten Vermittlungsfähigkeit. Entsprechende
Taggeldleistungen würden seit dem 23. Februar 2015 bis voraussichtlich zum 30.
November 2016 ausbezahlt (IV-act. 102). Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen
bidisziplinären Gutachten des Swiss Medical Assessment- and Business-Centers
(SMAB AG) vom 11. März 2016 waren weder orthopädische noch psychiatrische
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten worden. Ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden aus orthopädischer Sicht folgende
Diagnosen: Leichtes Impingementsyndrom linkes Schultergelenk mit leicht bis
mittelgradig demonstrierter Funktionseinschränkung und leicht- bis mittelgradiger
Funktionseinschränkung der rechten Schulter nach zweimaliger Schulterarthroskopie
(am 7. März 2013 und 19. Mai 2014) ohne Hinweis auf fortgeschrittene Degeneration.
Nur mittelschwere bis schwere Tätigkeiten sowie Tätigkeiten überwiegend in Kopf- und
Überkopfhöhe seien nicht mehr möglich. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit
Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 Kilogramm sei der Versicherte sowohl in der
angestammten - wenn das Belastungsprofil nicht überschritten werde - als auch einer
adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Der Versicherte sei spätestens Anfang Juli
2014 adaptiert wieder zu 100% arbeitsfähig gewesen, da die Rekonvaleszenzzeit nach
einer Schulteroperation jeweils maximal vier bis sechs Wochen betrage (IV-act. 122-13
f.). Die IV-Stelle hatte B._'s Leistungsgesuch daraufhin am 22. Juni 2016 abgewiesen
(IV-act. 136). Dagegen hatte B._ am 13. Juli 2016 Beschwerde erheben und die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente spätestens ab Februar 2014, eventualiter eine
Umschulung und subeventualiter die Erstellung eines Obergutachtens beantragen
lassen (IV-act. 142). Die IV-Stelle beantragte mit Verweis auf die bestehende 100%
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit die Abweisung der Beschwerde (vgl. IV-
act. 144). Es blieb der Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen abzuwarten.
B.
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B.a A._ meldete sich am 8. Februar 2017 zum Bezug von Ergänzungsleistungen an
(act. G 3.1/10). Im Anmeldeformular gab sie an, sie habe ab dem 1. April 2017 einen
Anspruch auf eine AHV-Rente von monatlich Fr. 485.-- (act. G 3.1/6). Ihr Ehemann
B._, der von 2008-2014 bei der F._ AG gearbeitet habe, sei derzeit nicht
erwerbstätig (act. G 3.1/6-5, vgl. auch IV-act. 63). Gemäss einer Zinsbescheinigung der
Bank G._ vom 1. Januar 2017 schuldete B._ der Bank G._ im Rahmen eines
Privatkredites Fr. 9'190.45 (act. G 3.1/8-2). Der Saldo des Privatkontos von B._ bei
der Bank H._ betrug per 31. Dezember 2016 Fr. 1'791.16 (act. G 3.2/16-30 f.); das
Sparkonto der Versicherten wies einen Negativsaldo von Fr. 41.70 aus (act. G 3.1/8-3).
Nach eigenen Angaben lebte die Versicherte mit I._, J._ und B._ in einer 4-
Zimmerwohnung an der K._ in L._. I._ werde allerdings nur "bis Ende
Sommerferien" bei ihnen wohnen. Gemäss dem eingereichten Mietvertrag hatten der
Nettomietzins seit dem 1. Juli 2005 monatlich Fr. 940.-- und die Nebenkosten
monatlich Fr. 140.-- (inkl. Fr. 15.-- für das Kabelfernsehen) betragen. Ab dem 1.
Februar 2014 war der Nettomietzins auf Fr. 836.-- reduziert worden, während die Heiz-
und Nebenkosten auf Fr. 200.-- erhöht worden waren (act. G 3.1/6, 10). Laut den
Kontoauszügen zahlten die Versicherte und B._ jedoch nach wie vor regelmässig
einen monatlichen Mietzins in Höhe von Fr. 1'080.-- (vgl. act. G 3.1/8-4), was die
Versicherte auf Nachfrage mit (noch) höheren Nebenkosten als vertraglich vereinbart
begründete (act. G 3.2/19-3 f.). Die EL-Durch¬führungsstelle erklärte am 21. Juni 2017,
dass sie lediglich den vertraglich festgelegten Mietzins von momentan Fr. 1'036.--
akzeptieren könne. Die Fr. 44.--, welche die Beschwerdeführerin und B._ aufgrund
der hohen Nebenkostennachzahlung mehr bezahlen müssten, könnten nicht
berücksichtigt werden, solange die Nebenkostenpauschale nicht dementsprechend
vertraglich angepasst werde (act. G 3.2/17).
B.b In einer internen Notiz vom 21. Juni 2017 hielt die EL-Durchführungsstelle u.a. fest,
B._ sei ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen, bis ein rechtskräftiger
IV-Entscheid vorliege (act. G 3.2/13). Das Sozialamt L._ gab am 11. Juli 2017 an,
dass es für den Zeitraum vom 1. April bis 31. August 2017 Krankenkassenprämien
inHöhe von Fr. 3'628.50 bevorschusst habe (act. G 3.2/14).
B.c Am 25. August 2017 sprach die EL-Durchführungsstelle der Versicherten
rückwirkend ab dem 1. April 2017 Ergänzungsleistungen in Höhe der sogenannten
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Minimalgarantie von monatlich Fr. 812.-- zu. Sie erklärte, sie habe den Mietzins ohne
die Kosten für den TV-/Radioanschluss berücksichtigt, da diese bereits über den
Lebensbedarf gedeckt seien. Weil bis Juli 2017 neben der Versicherten und B._ zwei
weitere Personen im Haushalt gelebt hätten, sei eine hälftige Mietzinsaufteilung
vorgenommen worden. Die Prämien der Krankenversicherung seien bereits durch das
Sozialamt bis und mit August 2017 ausbezahlt worden, weshalb eine Auszahlung durch
die EL-Durchführungsstelle an den Krankenversicherer erst ab September 2017
erfolge. Dennoch werde die Prämienpauschale aus systemtechnischen Gründen in der
EL-Berechnung berücksichtigt. Zudem werde B._ ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet, da dieser keiner Erwerbstätigkeit nachgehe, obwohl
er gemäss dem letzten IV-Entscheid voll arbeitsfähig sei. Somit berücksichtigte die EL-
Durchführungsstelle ab dem 1. April 2017 als Ausgaben Prämienpauschalen für die
Versicherte und B._ in Höhe von jährlich Fr. 9'744.--, einen Mietzins von Fr. 6'096.--
(Fr. 12'192.-- abzüglich des Anteils der Mitbewohner von Fr. 6'096.--) sowie einen
Lebensbedarf von Fr. 28'935.--. Auf der Einnahmenseite berücksichtigte sie ein
Sparguthaben von Fr. 1'748.-- und Schulden von Fr. 9'190.--, woraus sich nach Abzug
des gesetzlich vorgesehenen Freibetrags ein anrechenbarer Vermögensverzehr von Fr.
0.-- ergab, ein hypothetisches Erwerbseinkommen von B._ in Höhe von jährlich Fr.
55'409.-- und eine AHV-Rente der Versicherten in Höhe von Fr. 5'820--. Ab dem 1.
August 2017 teilte die Beschwerdegegnerin den Mietzins nicht mehr auf, rechnete also
den vollen Mietzins von Fr. 12'192.-- an. Der EL-Anspruch veränderte sich dadurch
jedoch nicht, weil die Höhe des Ausgabenüberschusses nach wie vor nur die
sogenannte Minimalgarantie in Höhe der IPV-Pauschalen zuliess (act. G 3.2/7 ff.).
B.d Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 20. September 2017 Einsprache
erheben und die Zusprache von Ergänzungsleistungen von April bis Juli 2017 in Höhe
von monatlich mindestens Fr. 3'415.75 sowie ab August 2017 von monatlich
mindestens Fr. 3'754.25 beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, dass von
April bis Juli 2017 neben ihr und B._ nur eine weitere Person im Haushalt gewohnt
habe. Somit sei ausgabenseitig nicht die Hälfte, sondern zwei Drittel des Mietzinses zu
berücksichtigen. Zudem habe sich B._ – unabhängig vom laufenden IV-Verfahren –
stets im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht um eine Arbeitsstelle bemüht; er
tue dies weiterhin. Die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens sei
deshalb nicht rechtens (act. G 3.3/24). Ergänzend liess die Versicherte Nachweise der
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Arbeitsbemühungen von B._ von Februar 2015 bis November 2016 sowie von Januar
bis Oktober 2017 einreichen, gemäss denen sich B._ im Jahr 2015 monatlich auf fünf
bis neun, im Jahr 2016 monatlich auf sieben bis zehn und im Jahr 2017 monatlich auf
fünf Stellen beworben hatte (act. G 3.3/18, 20). Sie liess auch das Bewerbungsdossier
von B._ einreichen, gemäss dem dieser u.a. im Jahr 2015 temporär als
Betriebsmitarbeiter bei der Holz- und Metallwerkstatt M._ gearbeitet hatte (act. G
3.3/11).
B.e Mit einer Verfügung vom 18. Dezember 2017 passte die EL-Durchführungsstelle
den EL-Anspruch der Versicherten per 1. Januar 2018 an, indem sie die
Prämienpauschale auf Fr. 5'016.-- pro Person erhöhte. Der EL-Anspruch erhöhte sich
somit auf monatlich Fr. 836.-- (act. G 3.3/13 f.). Am 5. Januar 2018 liess die Versicherte
anmerken, sie gehe davon aus, dass die Verfügung vom 18. Dezember 2018 aufgrund
des hängigen Einspracheverfahrens als mitangefochten gelte, sodass diesbezüglich
keine separate Einsprache erfolgen müsse (act. G 3.3/8). Die EL-Durchführungsstelle
bestätigte dies am 9. Januar 2018 (act. G 3.3/7).
B.f In einer internen Notiz vom 10. Januar 2018 hielt die EL-Durchführungsstelle fest,
dass aufgrund des hängigen IV-Verfahrens der für die EL-Berechnung relevante
Sachverhalt noch nicht feststehe, weshalb das Einspracheverfahren zu sistieren sei, bis
ein rechtskräftiger IV-Entscheid vorliege (act. G 3.3/6). Zwei Auszügen aus dem
Einwohnerregister vom 24. Januar 2018 war zu entnehmen, dass sowohl I._ als auch
J._ per Ende Juli 2017 von L._ nach N._ gezogen waren (act. G 3.3/4).
B.g Am 25. Januar 2018 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache der
Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, dass die Auskunft der Versicherten,
bis Ende Juli 2017 hätten insgesamt vier Personen in ihrem Aushalt gelebt, durch den
Auszug aus dem Einwohnerregister vom 24. Januar 2018 bestätigt worden sei.
Während dieser vier Monate sei deshalb zu Recht nur die Hälfte des Mietzinses als
Ausgabe angerechnet worden. Auch die Anrechnung des hypothetischen
Erwerbseinkommens sei korrekt gewesen. Weil sie an den (von der IV-Stelle
ermittelten) Invaliditätsgrad gebunden sei, habe sie unter Berücksichtigung der IV-
Verfügung vom 22. Juni 2016 von einem IV-Grad von 0% ausgehen müssen. Zwar
habe B._ gegen diese Verfügung eine Beschwerde beim Versicherungsgericht des
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Kantons St. Gallen erhoben, doch sei dieses Verfahren noch hängig. Weil B._ in
diesem Beschwerdeverfahren einen Anspruch auf eine volle IV-Rente geltend gemacht
und entsprechend erklärt habe, er könne keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, müsse
davon ausgegangen werden, dass er sich für arbeitsunfähig gehalten und somit nicht
ernsthaft nach einer Arbeitsstelle gesucht habe, weshalb es zwangsläufig nicht zu einer
Anstellung habe kommen können. Die Anrechnung des hypothetischen
Erwerbseinkommens sei deshalb nicht zu beanstanden (act. G 3.3/2).
B.h Am 21. Februar 2018 wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im
Entscheid IV 2016/249 die Beschwerde von B._ ab. Es hielt fest, B._ sei
gesamtmedizinisch betrachtet in seiner angestammten - sofern das Belastungsprofil
nicht überschritten werde – sowie in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig.
Somit sei es ihm möglich, ein Einkommen in Höhe von Fr. 66'130.-- zu erzielen.
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) vom 25. Januar 2018 liess die Versicherte (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 23. Februar 2018 eine Beschwerde erheben und die
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die Zusprache von
Ergänzungsleistungen von April bis Juli 2017 in Höhe von monatlich mindestens Fr.
3'245.25 und ab August 2017 von monatlich mindestens Fr. 3'753.25 beantragen. Zur
Begründung liess sie ausführen, dass B._ trotz seiner Anmeldung bei der IV-Stelle
Leistungen der Krankentaggeldversicherung erhalten habe, bis er ausgesteuert
gewesen sei. Anschliessend habe er, da die kantonale Arbeitslosenkasse nach
anfänglichen Zweifeln an seiner Vermittlungsfähigkeit doch von einer solchen
ausgegangen sei, bis zur Aussteuerung Arbeitslosentaggelder erhalten. Seine
Arbeitsbemühungen seien durch die Mitarbeiter der Arbeitslosenkasse als dergestalt
beurteilt worden, dass er damit seiner Schadenminderungspflicht, welche sich nicht
von jener gegenüber der Beschwerdegegnerin unterscheide, nachgekommen sei. Die
Qualität seiner Arbeitsbemühungen sei von der Beschwerdegegnerin nicht bemängelt
worden. Ihm seien die gesetzlichen Bestimmungen, nach denen bis auf Weiteres vom
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von der IV-Stelle festgelegten IV-Grad auszugehen sei, bekannt. Daran halte er sich wie
bereits zu Zeiten seines Arbeitslosentaggeldbezugs. Er unterscheide seine Ansichten,
die er gegenüber der IV-Stelle vertrete, von dem Umstand, dass nach wie vor von
einem IV-Grad von 0% auszugehen sei und er sich im Rahmen der
Schadenminderungspflicht zu bewerben habe. Dies werde aus den vorgelegten
Arbeitsbemühungen ersichtlich. Er bewerbe sich regelmässig anhand der von ihm in
Zusammenarbeit mit dem RAV erworbenen Kenntnisse und in Anbetracht seines Alters
um Stellen. Es könne deshalb nicht die Rede davon sein, dass er nicht in genügendem
Masse willens und bereits gewesen sei, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. März 2018 die Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf ihre Ausführungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
C.c Die Beschwerdeführerin liess am 15. Mai 2018 ausführen, der Gesetzgeber
verlange eine andere Ansicht als die Invalidenversicherung zu vertreten und nach den
gesetzlichen Vorgaben die Sach- und Rechtslage durch das zuständige kantonale
Gericht beurteilen zu lassen. Nach der Auffassung der Beschwerdegegnerin müsste
einer Person, die sich bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen angemeldet hätte,
stets ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden, da sich jeder nur
deshalb anmelde, weil er sich in seiner Arbeits- resp. Erwerbsfähigkeit massgeblich
eingeschränkt fühle. Stattdessen sei davon auszugehen, dass behinderte Personen, die
nicht offensichtlich vermittlungsunfähig seien und sich bei der Invalidenversicherung
angemeldet hätten, bis zu deren Entscheid als vermittlungsfähig gälten. Dies könne nur
bedeuten, dass der einzige Massstab für die Erfüllung der EL-spezifischen
Schadenminderungspflicht die Qualität und Quantität der Arbeitsbemühungen sein
könne. Der guten Ordnung halber sei anzumerken, dass B._ seine Beschwerde an
das Bundesgericht (vom 18. April 2018) gegen den Entscheid IV 2016/249 (am 26. April
2018) zurückgezogen habe (act. G 12).
C.d Nach Abschluss des Schriftenwechsels liess die Beschwerdeführerin am 19.
September 2018 ein Schreiben des RAV vom 10. September 2018 einreichen, in
welchem u.a. bestätigt wurde, dass B._ sich am 30. August 2018 beim RAV zur
Arbeitsvermittlung angemeldet und am 10. September 2018 an einem
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Beratungsgespräch teilgenommen habe. Er habe in der Vergangenheit bereits ein
mehrtägiges Coaching absolviert (act. G 15.1). Die Beschwerdeführerin liess dazu
ausführen, dass die Arbeitsbemühungen auch unter dem Aspekt dieses Schreibens zu
würdigen seien (act. G 15).

Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat den Einspracheentscheid vom 25. Januar 2018 betreffend
die Einsprache gegen die erste leistungszusprechende Verfügung vom 25. August 2017
angefochten. In ihrer Beschwerde hat die Beschwerdeführerin ausschliesslich die
Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens von B._ beanstandet. Weil der
angefochtene Einspracheentscheid jedoch die erste leistungszusprechende Verfügung
vom 25. August 2017 aufgehoben und ersetzt hat, umfasst der Streitgegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht nur die Frage, ob die Beschwerdegegnerin
ein bestimmtes hypothetisches Erwerbseinkommen hat anrechnen dürfen, sondern
darüber hinaus auch die Frage, ob sie die übrigen Einnahmen- und Ausgabenposten
korrekt ermittelt hat.
2.
2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Ehepaare bilden bei der
Anspruchsberechnung eine wirtschaftliche Einheit, sodass ihre Ausgaben und
Einnahmen zusammengerechnet werden (Art. 9 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR
831.30; ELG]). Laut der EL-spezifischen Schadensminderungspflicht muss ein EL-
Ansprecher oder eine in die Anspruchsberechtigung einbezogene Person ihren
Existenzbedarf soweit möglich und zumutbar aus eigener Kraft finanzieren, weswegen
Ergänzungsleistungsbezüger und ihre Ehegatten gleichermassen verpflichtet sind, ihren
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Beitrag an den Unterhalt der Ehegemeinschaft zu leisten. Kommt eine Person dieser
Pflicht nicht oder nur unzureichend nach, indem sie beispielsweise keiner
Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl ihr dies möglich und zumutbar wäre, oder ist sie
ohne zwingenden Grund zu einem zu tiefen Lohn oder unentgeltlich erwerbstätig, sieht
der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG die Anrechnung fingierter Erwerbseinkünfte – in der Praxis
als hypothetisches Erwerbseinkommen bezeichnet – als Reaktion darauf vor. Für die
Beantwortung der Frage, wie hoch das zumutbarerweise erzielbare hypothetische
Erwerbseinkommen ist, sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalls zu
berücksichtigen. Namentlich ist allfälligen Gesundheitsbeeinträchtigungen, der
beruflichen Ausbildung, der bisherigen Berufskarriere, den Verhältnissen auf dem
konkreten, tatsächlichen Arbeitsmarkt und allfälligen Hinderungsgründen wie etwa
Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern Rechnung zu tragen (vgl.
RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 125 f.).
2.2 Zunächst stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin überhaupt auf die
Einsprache hat eintreten dürfen. Aufgrund des hängigen IV-Beschwerdeverfahrens
hatte sie nämlich geplant, das Einspracheverfahren bis zum Vorliegen eines
rechtskräftigen IV-Entscheides zu sistieren (vgl. act. G 3.3/6). Stattdessen hat die
Beschwerdegegnerin die Einsprache am 25. Januar 2018 beurteilt und abgewiesen.
Zur Begründung hat sie ausgeführt, dass sie gemäss der höchstrichterlichen
Rechtsprechung an den durch die IV-Stelle bestimmten IV-Grad gebunden sei und von
diesem nicht abweichen dürfe. Deshalb sei trotz des hängigen IV-
Beschwerdeverfahrens gestützt auf die angefochtene IV-Verfügung von einem IV-Grad
von 0% auszugehen (act. G 3.3/2, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 9. Oktober
2007, S. 2 [P 25/06]). Zunächst ist festzuhalten, dass das Bundesgericht die von der
Beschwerdegegnerin zitierte Auffassung im Zusammenhang mit der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens im Rahmen von Art. 14a Abs. 2 der Verordnung
über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(SR 831.301; ELV) vertreten hat. Die Anwendbarkeit des Art. 14a Abs. 2 ELV hat das
Bundesgericht auf teilinvalide EL-Bezüger beschränkt (vgl. URS MÜLLER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, Art. 11 Rz 516). Dass die
Beschwerdegegnerin sich im vorliegenden Fall in Bezug auf die Bindungswirkung des
durch die IV-Stelle verfügten IV-Grades auf die Bundesgerichtspraxis zu Art. 14a Abs. 2
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ELV gestützt hat, impliziert zunächst, dass sie – entgegen der Praxis des
Bundesgerichts – korrekt die Ansicht vertritt, dass Art. 14a Abs. 2 ELV nicht nur auf
teilinvalide EL-Bezüger, sondern auch auf teilinvalide, in die Anspruchsberechnung
einbezogene Personen wie B._ anwendbar sei (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 21. November 2017, EL 2016/34 E. 2.4).
Allerdings hat das Bundesgericht im zitierten Entscheid einzig auf die Bindung der EL-
Durchführungsstellen an einen rechtskräftigen Entscheid der IV-Stellen betreffend den
IV-Grad hinweisen wollen. Im vorliegenden Fall ist ein Beschwerdeverfahren hängig
gewesen, weshalb der IV-Grad von B._ zum Zeitpunkt des Erlasses des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 25. Januar 2018 eben noch nicht
rechtskräftig bestimmt gewesen ist. Die von der Beschwerdegegnerin angeführte
Rechtsprechung hätte deshalb eigentlich eine Sistierung des Verfahrens bis zum
Eintritt der Rechtskraft verlangt und nicht, wie von der Beschwerdegegnerin
angenommen, die Beurteilung der Sache erlaubt. Abgesehen davon, dass Art. 14a Abs.
2 ELV grundsätzlich keine Bindungswirkung entfaltet (die einen durch eine IV-Stelle
rechtskräftig verfügten IV-Grad EL-rechtlich zu einem definitiv feststehenden,
vorgegebenen Sachverhaltselement macht und die den gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG
für die EL-Durchführungsstellen geltenden Untersuchungsgrundsatz darauf beschränkt,
den durch eine IV-Stelle bestimmten IV-Grad in Erfahrung zu bringen), handelt es sich
vorliegend um einen Anwendungsfall des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG und nicht des Art.
14a Abs. 2 ELV. B._ hat nämlich im Rahmen des IV-Verfahrens geltend gemacht, zu
100% invalid zu sein und am 13. Juli 2016 hat er eine Beschwerde gegen die
rentenabweisende IV-Verfügung erhoben. Gleichzeitig hat er aber von Februar 2015 bis
Ende November 2016 Arbeitslosentaggelder bezogen und auch im Rahmen des EL-
Verfahrens Arbeitsbemühungen für Vollzeitstellen getätigt (vgl. IV-act. 102, act. G
3.3/18, 20). Die Beschwerdegegnerin hat somit im Rahmen des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
beurteilen müssen, ob B._ unter der Berücksichtigung seines gesundheitlichen
Zustands ab dem Beginn des EL-Anspruchs der Beschwerdeführerin, also ab April
2017, überhaupt einer Erwerbstätigkeit hätte nachgehen können. Zu dieser Frage hatte
die IV-Stelle bereits Abklärungen getätigt, indem sie den Arbeitsfähigkeitsgrad des
Beschwerdeführers hatte feststellen lassen und indem sie die IV-Akten auf ihre
Glaubwürdigkeit überprüft hatte (vgl. beispielsweise IV-act. 97). Angesichts des nach
wie vor uneingeschränkt geltenden Untersuchungsgrundsatzes und der Pflicht, den
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Sachverhalt umfassend zu würdigen, hat die Beschwerdegegnerin auch eigene
Abklärungen tätigen und sich anhand derer sowie der vollständig vorliegenden IV-
Akten selbstständig ein Urteil über die Arbeitsfähigkeit von B._ bilden dürfen, ohne
den Eintritt der Rechtskraft des IV-Entscheides abwarten zu müssen. Das
Einspracheverfahren hat deshalb nicht sistiert werden müssen. Ein Verfahrensfehler
liegt somit nicht vor. Im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens kann also eine
materielle Überprüfung des angefochtenen Einspracheentscheids erfolgen.
2.3 In ihrer Beschwerde hat die Beschwerdeführerin primär geltend gemacht, ihr sei
kein hypothetisches Erwerbseinkommen von B._ anzurechnen, da dieser sich stets
genügend beworben habe und somit unverschuldet arbeitslos gewesen sei (vgl. act. G
1). Aus den vorliegenden Unterlagen ergibt sich, dass sich B._ im Jahr 2017
nachweislich auf Stellen beworben hat (act. G 3.3/18). Allerdings hat er am 13. Juli
2016 gegen die leistungsabweisende IV-Verfügung vom 22. Juni 2016 eine
Beschwerde erhoben und geltend gemacht, er sei zu 100% arbeitsunfähig (IV-act.
142). Die Beschwerdegegnerin hat aus diesem Grund die Ernsthaftigkeit seiner
Stellenbemühungen verneint (act. G 3.3/2). Der Beschwerdeführer hat jedoch erklärt,
ihm sei bewusst gewesen, dass er bis zum Abschluss des IV-Verfahrens von dem von
der IV-Stelle festgelegten IV-Grad ausgehen müsse und dass er seine im Rahmen des
IV-Verfahrens vertretenen Ansichten von dem Umstand unterschieden habe, dass er
sich nach wie vor, ausgehend von einem IV-Grad von 0%, bewerben müsse (act. G 1).
Dies erscheint als nicht nachvollziehbar, denn die im Rahmen der EL-spezifischen
Schadenminderungspflicht zu tätigenden Arbeitsbemühungen sind nicht als blosse
"Pflichtübung" zu betrachten, die ein EL-Ansprecher oder eine in die
Anspruchsberechnung einbezogene Person ohne Weiteres vor der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens bewahrt. Diese Arbeitsbemühungen dienen
vielmehr als Beweis dafür, dass sich eine versicherte Person ernsthaft sowie qualitativ
und quantitativ genügend um Arbeit bemüht hat und daher nicht selbstverschuldet
arbeitslos ist. Es ist nicht möglich, einerseits von der eigenen vollen Arbeitsunfähigkeit
überzeugt zu sein und andererseits gleichzeitig gegenüber potentiellen Arbeitgebern –
ebenso überzeugt – die Auffassung zu vertreten, man sei voll arbeitsfähig (vgl. hierzu
auch den Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 5. März 2019, EL
2018/7, E 4.3.1). B._ kann also in dem im vorliegenden Fall massgeblichen Zeitraum
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von Januar bis Dezember 2017 nur entweder sich ernsthaft um eine IV-Rente bemüht
oder aber ernsthafte Arbeitsbemühungen getätigt haben.
2.4 B._ ist seit dem 30. November 2016 bei der Arbeitslosenkasse ausgesteuert
gewesen. Er hat sich also zwei Jahre lang erfolglos mithilfe der Arbeitslosenkasse um
eine Arbeitsstelle bemüht. Wenige Monate vor der Aussteuerung, am 13. Juli 2016, hat
er gegen die Verfügung der IV-Stelle Beschwerde erhoben und sich um eine ganze IV-
Rente bemüht. Im Rahmen des IV-Beschwerdeverfahrens ist B._ anwaltlich vertreten
gewesen. Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung ist ihm nicht gewährt worden.
B._ hat somit nicht nur seine anwaltliche Vertretung, sondern auch den für ein IV-
Beschwerdeverfahren regelmässig anfallenden Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.--
aus "eigener Tasche" bezahlen müssen. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein
Versicherter, der gemeinsam mit seiner Ehefrau finanziell so aufgestellt ist, dass er
wenige Monate später um die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen ersuchen muss,
bereit ist, diese Kosten auf sich zu nehmen, wenn er eigentlich ohnehin davon ausgeht,
dass er kaum eine Chance auf eine Gutheissung seiner Beschwerde hat, weil er
eigentlich weiss, dass er nicht rentenbegründend invalid ist. Die Annahme der
Ernsthaftigkeit der parallel im Jahr 2017 getätigten Arbeitsbemühungen würde nämlich
voraussetzen, dass es als überwiegend wahrscheinlich erschiene, dass B._ ein
allfälliges Jobangebot sofort angenommen hätte. Die Annahme eines Jobangebotes
hätte jedoch automatisch zu einer Abweisung des IV-Rentenanspruchs geführt. Dann
wäre B._ in jedem Fall auf seinen sinnlos generierten Kosten für das IV-
Beschwerdeverfahren sitzen geblieben. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass
B._ am 18. April 2016 gegen den abweisenden Gerichtsentscheid vom 21. Februar
2018 zunächst eine Beschwerde beim Bundesgericht erhoben hat. In der Regel würde
eine versicherte Person wohl auf einen solchen Schritt verzichten, wenn sie nicht von
der Unrechtmässigkeit des erstinstanzlichen, leistungsabweisenden
Gerichtsentscheids überzeugt wäre. Dass B._ seine Beschwerde an das
Bundesgericht – wohl aus taktischen Gründen in Hinblick auf das hängige EL-
Beschwerdeverfahren der Beschwerdeführerin – wenige Tage später, am 26. April
2018, zurückgezogen hat, vermag an den bestehenden Zweifeln an der Ernsthaftigkeit
seiner im Jahr 2017 getätigten Arbeitsbemühungen nichts zu ändern.
Zusammenfassend erscheint es im vorliegenden Fall als überwiegend wahrscheinlich,
dass die im für die Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens per April
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2017 und per Januar 2018 massgeblichen Zeitraum von Januar bis Dezember 2017
getätigten Arbeitsbemühungen von B._ nicht ernsthaft gewesen sind. Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit
angenommen und gestützt auf Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet.
2.5 Selbst wenn man davon ausginge, dass B._ angesichts der seit 2015
vorliegenden Arztberichte und Gutachten sowie angesichts der von der
Arbeitslosenkasse bestätigten Vermittlungsfähigkeit von 100% eigentlich hätte
annehmen müssen, er sei zu 100% arbeitsfähig und er habe die Beschwerde gegen die
anspruchsabweisende IV-Verfügung lediglich in der vagen Hoffnung erhoben,
schliesslich doch noch eine ganze Invalidenrente zu erhalten, könnte dies nicht zu
seinem Vorteil ausgelegt werden. Die oben aufgeführten Argumente (E 2.3 f.) sowie der
Rückgang der Zahl der Arbeitsbemühungen von monatlich neun auf monatlich fünf
nach der Aussteuerung bei der Arbeitslosenkasse würden nämlich nach wie vor grosse
Zweifel an der Ernsthaftigkeit der getätigten Arbeitsbemühungen wecken. Weitere
Sachverhaltsabklärungen wie beispielsweise die Befragung der in den
Arbeitsbemühungen aufgeführten potenziellen Arbeitgeber wären im vorliegenden Fall
nicht erfolgsversprechend. Es wäre nämlich weder davon auszugehen, dass diese
allfällige, zwei Jahre alte Bewerbungsunterlagen von B._ aufgehoben hätten, noch
dass sie – sofern sie sich überhaupt an ein persönliches Vorsprechen erinnern könnten
– in der Lage wären, die Ernsthaftigkeit der damals getätigten Arbeitsb¬mühungen
einzuschätzen. Weil die inneren Überlegungen und Beweggründe von B._
grundsätzlich nicht überprüfbar sind, könnte also nicht in antizipierter
Beweiswürdigung ermittelt werden, ob er im massgeblichen Zeitraum von Januar bis
Dezember 2017 von seiner 100% Arbeitsunfähigkeit oder von seiner 100%igen
Arbeitsfähigkeit überzeugt gewesen wäre. In analoger Anwendung des Art. 8 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210), gemäss welchem derjenige das
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen hat, der aus ihr Rechte
ableitet, würde sich diese objektive Beweislosigkeit zu Lasten der Beschwerdeführerin
auswirken. Selbst wenn also Zweifel an der Ernsthaftigkeit des IV-
Beschwerdeverfahrens bestünden, wäre die unverschuldete Arbeitslosigkeit von B._
in antizipierter Beweiswürdigung nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bewiesen, weshalb die Beschwerdegegnerin
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aufgrund des Gesagten auch in diesem Fall zu Recht ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet hätte.
2.6 Bei der Festlegung der Höhe des hypothetischen Erwerbseinkommens von B._
von Fr. 55'409.-- (act. G 3.2/7 ff.) ist die Beschwerdegegnerin gemäss einer internen
Notiz von einem Bruttoeinkommen in Höhe von Fr. 59'088.-- ausgegangen (act. G
3.2/13). B._ hat keine Ausbildung absolviert und ist in der Vergangenheit als
Hilfsarbeiter tätig gewesen (vgl. act. G 3.3/11). Gemäss dem IV-Gutachten ist er in
jeder Tätigkeit, die keine Überkopfarbeiten erfordert, zu 100% arbeitsfähig gewesen
(vgl. IV-act. 122 f.). Deshalb ist für die Bestimmung der Höhe des hypothetischen
Erwerbseinkommens von B._ der Zentralwert der Tabelle TA1 (Kompetenzniveau 1,
Männer) der Lohnstrukturerhebung 2016 des Bundesamtes für Statistik (nachfolgend
LSE 2016) massgebend. Dabei darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass diese
Tabelle zwar die gesamtschweizerischen Durchschnittslöhne der betreffenden
Wirtschaftszweige aufzeigt, regionale Begebenheiten aber nicht widerspiegelt. Im
Allgemeinen ist das Lohnniveau in der Grossregion Ostschweiz rund 9,5% tiefer als das
gesamtschweizerische Lohnniveau gewesen (Fr. 5'657.-- ÷ 5'935.-- = 0,953, vgl.
https://www.bfs.admin.ch/bfs/ de/home/statistiken/arbeit-erwerb/loehne-
erwerbseinkommen-arbeitskosten/lohnniveau-grossregionen.html, zuletzt aufgerufen
am 5. März 2019). Da für die Ermittlung des hypothetischen Erwerbseinkommens
abgeklärt werden muss, welcher Verdienst tatsächlich hätte erzielt werden können,
muss also auf den entsprechenden Zentralwert in der Grossregion Ostschweiz
abgestellt werden (vgl. Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, ERWIN CARIGIET/UWE
KOCH, 2. Auflage 2009, S. 159). Im Jahr 2016 hätte B._ somit monatlich Fr. 4'832.70
verdienen können (Fr. 5'340.-- - 9,5%) verdienen können. Davon sind die
Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen. Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich
mit hypothetischen Sozialversicherungsbeiträgen von 6,225% gerechnet, die jedoch
nur die Beiträge an die AHV/IV/EO und an die Arbeitslosenversicherung beinhalten.
Somit hat sie es unterlassen, auch hypothetische Prämien für die obligatorische
Unfallversicherung inkl. Nichtberufsunfallversicherung und für die berufliche Vorsorge
zu berücksichtigen. Das Bundesgericht hat diesbezüglich festgehalten, dass je nach
konkreter Arbeitsstelle sehr unterschiedlich hohe Beiträge an die berufliche Vorsorge
zu entrichten seien. Weil es selbst im Rahmen einer auf Annahmen beruhenden
Berechnung zu weit gehe, solche hypothetischen Feststellungen zu treffen, genüge es,
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einzig die in ihrem prozentualen Ausmass klar feststehenden AHV-/IV-/EO-Beiträge
abzuziehen (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 9. Oktober 2007, P 35/06, E 5.2.3
sowie Bundesgerichtsentscheid vom 5. Dezember 2017, 9C_729/2017, E 3). Dem ist
entgegenzuhalten, dass auch die Höhe des Erwerbseinkommens je nach konkreter
Arbeitsstelle sehr stark variieren kann. Dennoch entspricht es der allgemeinen Praxis,
gestützt auf statistisch ermittelten Zentralwerten ein frankengenaues, hypothetisches
Bruttoerwerbseinkommen für den Einzelfall zu bestimmen. Es ist deshalb nicht
einzusehen, weshalb Abzüge von einem auf diese Art ermittelten hypothetischen
Bruttoerwerbseinkommen ignoriert werden sollen, deren konkrete Höhe ebenso wenig
bekannt ist wie die konkrete Höhe des Bruttoerwerbseinkommens selbst. Deshalb ist –
in vollem Bewusstsein dessen, dass die Prozentsätze der Unfallversicherungsbeiträge
und der Beiträge für die berufliche Vorsorge (ebenso wie die Höhe eines
Erwerbseinkommens) einzelfallabhängig sind – an der Praxis des
Versicherungsgerichts St. Gallen festzuhalten und auf hypothetische
Sozialversicherungsbeiträge von insgesamt 9% abzustellen (vgl. zum Ganzen auch das
Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 26. April 2016, EL 2014/46, E 4.8).
Das monatliche hypothetische Erwerbseinkommen beträgt somit unter
Berücksichtigung der entsprechenden Durchschnittslöhne von Hilfsarbeitern in der
Grossregion Ostschweiz gemäss der LSE 2016 und eines Abzugs in Höhe von 9% für
Sozialversicherungsbeiträge Fr. 4'397.75. Ein Tabellenlohnabzug rechtfertigt sich trotz
des Alters von B._ (1958) nicht, weil dieser bis auf die Überkopfarbeiten
uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Unter der Berücksichtigung der Lohnentwicklung
(Nominallohnindex 2016: 2'239; Nominallohnindex 2017: 2'249) hätte B._ also im
Jahr 2017 monatlich Fr. 4'417.40 verdienen können, weshalb ihm ab dem 1. April 2017
ein hypothetisches Erwerbseinkommen von jährlich Fr. 53'009.-- anzurechnen ist. Im
Sinne eines obiter dictum ist festzuhalten, dass von einer Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens frühestens ab dem auf den Rückzug der
Beschwerde ans Bundesgerichts am 26. April 2018 folgenden Monat, also ab Mai
2018, wird abgesehen werden können, weil der in diesem Verfahren vorliegende und
zur objektiven Beweislosigkeit führende Widerspruch frühestens zu diesem Zeitpunkt
weggefallen ist.
3.
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3.1 Abgesehen vom hypothetischen Erwerbseinkommen hat die Beschwerdeführerin
in ihrer Einsprache auch die Höhe des angerechneten Mietzinses beanstandet und
geltend gemacht, dass von April bis Juli 2017 nebst ihr und B._ nur eine weitere
Person im Haushalt gewohnt habe, weshalb nicht die Hälfte, sondern zwei Drittel des
Mietzinses auf der Ausgabenseite zu berücksichtigen seien (act. G 3.3/24). Gemäss
Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG werden der Mietzins einer Wohnung und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten – bei Ehepaaren in Höhe von maximal Fr.
15'000.-- – als Ausgabe anerkannt. Ob Nebenkosten berücksichtigt werden können,
entscheidet sich nicht danach, ob sie im Mietvertrag als solche aufgeführt werden.
Massgeblich ist vielmehr, ob sie eng mit dem Gebrauch des Mietobjekts
zusammenhängen oder dazu dienen, die Mietsache in einem zum vorausgesetzten
Gebrauch tauglichen Zustand zu erhalten. Somit ist zunächst zu überprüfen, ob die
jeweiligen Kostenpositionen direkt aus dem Wohnbedürfnis resultieren oder ob sie zum
allgemeinen Lebensbedarf zählen (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 72).
3.2 Zunächst stellt sich die Frage, in welcher Höhe der durch die Beschwerdeführerin
geschuldete Mietzins grundsätzlich im Rahmen der EL-Berechnung als Ausgabe
berücksichtigt werden kann. Dem ursprünglichen, ab Juli 2005 geltenden Mietvertrag
ist zu entnehmen, dass der monatliche Mietzins Fr. 940.-- und die Nebenkosten Fr.
140.-- betragen hatten. Dabei sind Fr. 15.-- der Nebenkosten für das Kabelfernsehen
vorgesehen gewesen (act. G 3.1/10-1). Gemäss einem Schreiben vom 6. November
2013 haben ab dem 1. Februar 2014 der Mietzins monatlich Fr. 836.-- und die Heiz-
und Nebenkostenpauschale Fr. 200.-- betragen (act. G 3.1/10-3). Eine genaue
Aufschlüsselung dieser neuen Nebenkostenpauschale kann den Akten nicht
entnommen werden. Die Beschwerdegegnerin hat wohl deshalb einfach einen
pauschalen Abzug von monatlich Fr. 20.-- für die Kosten für den TV- und
Radioanschluss vorgenommen (act. G 3.2/7). Weil eine Wohnung auch ohne den
Betrieb eines Radio- oder Fernsehgerätes bestimmungsgemäss genutzt werden kann
und ein Kabelanschluss nur die kulturellen Bedürfnisse der Beschwerdeführerin deckt,
fallen die dafür anfallenden Kosten unter den Grundbedarf für den Lebensunterhalt.
Trotz der baulichen Verbindung des Kabelanschlusses mit der Wohnung zählen die
daraus entstehenden Kosten demnach nicht zu den Nebenkosten (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2016, EL 2014/56, E 1.2).
Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für den Kabelanschluss daher grundsätzlich
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zu Recht nicht als Teil der EL-rechtlich abzugsfähigen Nebenkosten berücksichtigt.
Allerdings wird der Anspruch auf Ergänzungsleistungen regelmässig anhand
frankengenau bestimmter Einnahmen und Ausgaben berechnet. Weil im ursprünglichen
Mietvertrag ein exakt bezifferter Betrag für die Kosten für den Kabelanschluss
aufgeführt gewesen ist, ist es durchaus möglich, dass auch seit der Mietzinsänderung
im Jahr 2013 eine genaue Aufschlüsselung der Nebenkostenpauschale vorgenommen
werden kann. Die Beschwerdegegnerin wäre daher in Erfüllung des
Untersuchungsgrundsatzes gehalten gewesen, die tatsächlichen Kosten für den
Kabelanschluss zu eruieren. Den Akten sind keine Dokumente zu entnehmen, die
belegen würden, dass die Beschwerdegegnerin versucht hätte, den genauen
Nebenkostenanteil für den Kabelanschluss herauszufinden. Zwar liegt eine Heiz- und
Nebenkostenabrechnung für die Periode vom 1. April 2015 bis 31. März 2016 vor, doch
lebt gemäss dieser sowohl im 3. als auch im 4. Obergeschoss des von der
Beschwerdeführerin bewohnten Mehrfamilienhauses eine Familie A._ in einer 4-
Zimmerwohnung. Während bei der im 3. Obergeschoss lebende Familie A._ unter
Kabel TV "30.90" aufgeführt ist, steht bei der im 4. Obergeschoss lebenden Familie
"plombiert" (act. G 3.2/19-14). Es ist nicht bekannt, in welchem Stockwerk die
Beschwerdeführerin lebt; somit ist es durchaus möglich, dass ihr Kabelanschluss
plombiert ist und ein entsprechender Abzug vom Mietzins somit unzulässig wäre. Der
zur Bestimmung des anrechenbaren Mietzinses massgebliche Sachverhalt steht also
insgesamt nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest. Die Beschwerdegegnerin wird den Vermieter der
Beschwerdeführerin in Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht um eine Aufschlüsselung
der Nebenkosten bitten und ihn dabei insbesondere auf den konkreten Kostenanteil für
den Kabelanschluss ansprechen. Bei dieser Gelegenheit wird sie ausserdem beim
Vermieter nachfragen, weshalb die eigentlich vereinbarte Nebenkostenpauschale nicht
mit der tatsächlich gemäss dem Mietvertrag geschuldeten Nebenkostenpauschale
übereinstimmt und warum eine Anpassung des Mietvertrages an die tatsächlichen
Begebenheiten bislang unterblieben ist. Anschliessend wird sie die mit dem Gebrauch
der Wohnung im Zusammenhang stehenden Kosten unabhängig davon, ob sie im
Mietvertrag aufgeführt sind (vgl. E 3.1), unter dem Ausgabeposten "Mietzins"
berücksichtigen.
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3.3 Wenn feststehen wird, in welcher Höhe der geschuldete Mietzins grundsätzlich EL-
rechtlich als Ausgabe angerechnet werden kann, wird die Beschwerdegegnerin
bestimmen, in welchem Umfang dies tatsächlich möglich ist. Es ist nämlich zu
berücksichtigen, dass der Mietzins, sofern eine Wohnung auch von Personen bewohnt
wird, die nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, auf die einzelnen Personen
aufzuteilen ist, wobei die Mietzinsanteile der Personen, die nicht in die EL-Berechnung
eingeschlossen sind, bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistungen ausser
Betracht zu lassen sind (vgl. Art. 16 ELV). Im Anmeldeformular hat die
Beschwerdeführerin angegeben, dass sie mit I._, J._ und B._ in einem Haushalt
lebe (act. G 3.1/6-4). Weil nur B._ in die EL-Anspruchsberechnung einbezogen ist,
hat die Beschwerdegegnerin unter der Berücksichtigung des Art. 16 ELV zu Recht ab
dem Zeitpunkt der erstmaligen Leistungszusprache am 1. April 2017 eine
Mietzinsaufteilung vorgenommen und den hälftigen Mietzins angerechnet. Ab dem 1.
August 2017 hat die Beschwerdegegnerin den gesamten Mietzins als Ausgabe
angerechnet, weil I._ und J._ gemäss den Auszügen aus dem Einwohnerregister
vom 24. Januar 2018 per 31. Juli 2017 ihren Hauptwohnsitz von der K._ in L._, also
der Adresse der Beschwerdeführerin, nach N._ verlegt haben (act. G 3.3/4 f.).
Sachverhaltsveränderungen, die im Laufe eines Kalendermonats erfolgen, werden
praxisgemäss erst ab dem Folgemonat berücksichtigt (vgl. Art. 17 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [SR 830.1;
ATSG] i.V.m. Art. 25 ELV). Es ist somit relevant, wann genau die beiden Mitbewohner
ausgezogen sind. Das in den Auszügen aus dem Einwohnerregister vermerkte Datum
belegt einzig den Zeitpunkt der amtlichen Abmeldung aus der Gemeinde und –
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – nicht das effektive Umzugsdatum.
Dem EL-Anmeldeformular ist zu entnehmen, dass I._ "bis Sommer Ferien" im selben
Haushalt gewohnt habe (act. G 3.1/6-4). Dies könnte sowohl bedeuten, dass I._
bereits per Anfang der Sommerferien (also Anfang Juli 2017) oder aber erst per Ende
der Sommerferien (Mitte August 2017) ausgezogen ist. Betreffend den Auszug von
J._ hat die Beschwerdeführerin gar keine Angaben gemacht. Sie hat jedoch im
Rahmen ihrer Einsprache bestritten, dass von April bis Juli 2017 insgesamt vier
Personen in ihrem Haushalt gelebt hätten, und sie hat geltend gemacht, es seien
stattdessen nur drei gewesen (act. G 3.3/6). Aus den Akten geht somit weder in Bezug
auf I._ noch in Bezug auf J._ eindeutig hervor, wann der effektive Umzug aus der
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Wohnung der Beschwerdeführerin nach N._ erfolgt ist. Die Beschwerdegegnerin wird
deshalb in Erfahrung bringen müssen, wann genau I._ und J._ aus dem Haushalt
der Beschwerdeführerin ausgezogen sind. Die Höhe des anrechenbaren Mietzinses der
Beschwerdeführerin wird sie unter Berücksichtigung des Art. 16 ELV ab dem auf den
jeweiligen Auszug folgenden Monat entsprechend anpassen.
4.
In Bezug auf die übrigen Rechnungspositionen ergeben sich keine Hinweise darauf,
dass die angerechneten Beträge falsch sein könnten.
5.
5.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Betreffend den
Mietzins steht der massgebliche Sachverhalt nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Der Einspracheentscheid ist somit
diesbezüglich in Verletzung der Untersuchungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG
ergangen und als rechtswidrig aufzuheben. Die Sache ist im Sinne der Erwägungen zur
weiteren Sachverhaltsabklärung in Bezug auf die Höhe des anrechenbaren Mietzinses
sowie der eigentlichen Mietnebenkosten an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Auch in Bezug auf das hypothetische Erwerbseinkommen ist der angefochtene
Einspracheentscheid als rechtswidrig aufzuheben; die Sache ist zur Anrechnung des
korrekten hypothetischen Erwerbseinkommens in Höhe von Fr. 53'009.-- an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Die Rückweisung zur Neubeurteilung der EL-Berechnung zugunsten des EL-
Bezügers gilt praxisgemäss in Bezug auf die Verfahrenskosten als volles Obsiegen
(BGE 132 V 215 E. 6.2). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende Partei Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. Die
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Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor dem
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.--
bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote
eingereicht. Der objektiv gerechtfertigte Vertretungsaufwand erscheint trotz des
insgesamt umfangreichen Aktendossiers als unterdurchschnittlich, weil der
Rechtsvertreter den Ehemann der Beschwerdeführerin bereits in dessen IV-
Beschwerdeverfahren vertreten hatte, sodass ihm der Grossteil der entsprechenden
Akten bereits bekannt gewesen ist, und insbesondere weil lediglich ein einfacher
Schriftenwechsel stattgefunden hat. Damit erweist sich eine Parteientschädigung in
Höhe von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.