Decision ID: 539b19a8-b581-4352-85bf-0d976a3d259e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974
,
von Beruf Krankenpflegerin
mit Fähigkeitsausweis (
FA
)
SRK
,
meldete sich am
1
1.
August 2002
unter Hinweis auf einen
am
5.
September 2000 erlittenen Verkehrsunfall
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3
Ziff.
6.2 und
Ziff.
8.2
,
Urk.
7/17
Ziff.
3
). Die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Ka
ntons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihr mit Verfügung vom 1
3.
August 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine
halbe
R
ente ab September 2001 und bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
eine
Viertelsrente
ab Februar 2004 zu (
Urk.
7/53).
1.2
In einem am
2
8.
September 2012
ausge
füllte
n
Revisio
nsfragebogen
(
Urk.
7/61/1-3
)
machte
die Versicherte
eine Verschlechterung ihres Gesund
heitszustands geltend
. Gleichentags stellte sie
e
in Gesuch um Erhöhung der bis
herigen Rente auf eine halbe Rente (
Urk.
7/62).
Die
IV-Stelle
klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab und
vera
nlasste eine Haushaltabklärung
(
Urk.
7/64 ff.
,
Urk.
7/83
). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/87,
Urk.
7/89)
hob
sie
mit Verfüg
ung vom 2
6.
November 2013 (
Urk.
7/96 =
Urk.
2) die bisher ausgerichtete Rente
auf.
2
.
Die Versicherte erhob am
1
0.
Januar 2014 Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
6.
November 2013 (
Urk.
2)
und
beantragte,
diese sei a
ufzuheben und die Invalidenrente zu
erhöhen, und es sei ab 2
8.
Sep
tember 2012 eine halbe Invali
denrente auszuzahlen.
Die IV-Stelle beantragte m
it Beschwerdeant
wort vom 1
1.
Februar 2014 (
Urk.
6)
die
Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
2
4.
März 2014 (
Urk.
8)
wurde
das Gesuch um Wieder
herstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
und
um
Aus
richtung einer
Viertelsrente
für die Dauer des Verfahrens
(vgl.
Urk.
1
S. 1 unten
)
abgewiesen und der
Beschwe
rdeführer
in die Beschwe
rdeantwort zugestellt.
Eine weitere Eingabe der Beschwerdeführerin vom
4.
April 2014 (
Urk.
1
0) wurde
der Beschwerdegegnerin am
9.
April
2014 zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung sowie Veränderung betreffen
den rechtlichen Grundlagen
(
Art.
28
,
Art.
28a und
Art.
31
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
;
Art.
16 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 S. 1 f.). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Ein Revisionsgrund ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt, wobei allerdings nicht ohne zwingende Notwendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditätsschätzung zu
grunde gelegten Bemessungskriterien abgewichen wer
den soll. So hat das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsschätzung die künftige Rechtsstellung der versicherten Person nicht präjudiziert, sondern dass die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähigkeit einerseits und der Unmöglich
keit der Betätigung im nicht erwerblichen Aufgabenbereich anderseits im Ein
zelfall einander ablösen können (BGE 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.1).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.
3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig
und zu prüfen ist, ob die Einstellung der bisherigen
Viertelsrente
rech
tens
ist
oder ob die Rente zu erhöhen ist
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
qualifizierte die Beschwerdeführerin in der
angefochte
nen Verfügung (
Urk.
2)
als zu 50
%
im Erwerbsbereich
und zu 50
%
im Haus
halt Tätige. Sie
ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
ange
stam
mt
en
Tätigkeit
als
M
itarbeiterin
in der Pflege
sowie für alle anderen Tätigkeiten
zu 60
%
arbeitsfähig sei
(S. 2 oben, S. 2 unten
)
und im Erwerbsbereich keine Einbusse erleide
.
Die Einschränkung im Haushalt be
zifferte sie
auf 22.2
%
. Gestützt darauf
ermittelte
sie
n
ach der gemischten Methode der
Invaliditätsbe
messung
ein
en nunmehr rentenausschliessenden
Gesamti
nvaliditätsgrad von 11.1
%
(S. 3 f.).
2.3
Die Beschwerdeführerin
wandte sich
in ihrer Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die vorge
no
mmene Qualifikation (S. 4 ff.), gegen die
der Invaliditätsbemessung zu
grunde gelegten
Einschränkungen im Erwerbs- und im Haushaltbereich (S. 6 ff.)
sowie gegen
die von der Beschwerdegegnerin e
rmittelten Vergleichseinkommen (S. 9 f.) und machte einen eine halbe Rente begründenden
Gesamtinvaliditäts
grad
von 57.93
%
geltend (S. 10).
3.
3.1
Am
5.
September 2000 wurde die Beschwerdeführerin
beim Überqueren einer Strasse
von einem Auto
erfasst
(vgl.
Urk.
7/8).
D
abei
zog sie sich diverse Verlet
zungen zu, unter anderem ein Schädelhirntrauma (vgl.
Urk.
7/17/11 Mitte).
3.2
I
m Auftrag des Unfallversicherers
erstatteten d
ie Ärzte des
Y._
am 2
6.
März 2003
ein rheuma
tologisches Gutachten
(
inklusive Evaluation der f
unktionellen Leistungsfäh
ig
keit
, EFL)
,
welchem zudem ein
psychiatrisches
Konsilium von
Dr.
med.
lic
. phil.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
9.
Februar 2003 (
vgl.
Urk.
7/20
/2-4
) zugrunde lag
(
Urk.
7/19). Die Gutachter nannten fol
gende (Haupt-)Diagnosen (S. 10
Ziff.
4):
chronisches
Zervikozephalsyndrom
und
zervikospondylogenes
Syndrom links
gemischte Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des
Sozial
ver
haltens
bei nicht-intentionaler innerpsychischer Konfliktabwehr
Die Gutachter
führten aus, aktuell bestehe
ein
posttraumatisch bedingtes protra
hiertes Zustandsbild mit somatisch im Vordergrund stehender
myofaszialer
Schmerzkomponente
einerseits
sowie
kognitiven Funktionsstörungen auf psy
chischer Ebene mit Anpassungsstörung und Störung der Gefühle auch im Rah
men des Sozialverhaltens
andererseits
(S. 7 oben).
Gesamtheitlich
betrachtet bestehe für eine leichte bis knapp mittelsch
wer
e Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 8 unten).
In seinem Konsilium vom
9.
Februar 2003 (
Urk.
7/20) hatte
Dr.
Z._
ausge
führt, bei der neurokognitiven Leistungsprüfung sei die Beschwerdeführerin bemüht gewesen; arbeitsrelevante kognitiv-
mnestische
Defizite seien nicht
eru
ierbar
gewesen. Die Befunde wiesen darauf hin, dass die Beschwerdeführerin unter Arbeitsbelastung schlecht ihr eigentliches Potential umsetzen könne. Unter Stress zeigten sich erhebliche Defizite in der Übersichts- und
Umstellfä
higkeit
. Es bestünden keine Hinweise für eine hirnorganische Beeinträchtigung (S. 2 Mitte). Der Krankheitsverlauf sei am ehesten im Rahmen einer psychischen Dekompensation bei psychophysischer Erschöpfung auf dem Boden einer nar
zisstisch-
histrionischen
Fehlverarbeitung zu interpretieren (S. 2 unten).
3.3
Am
1
6.
Februar 2004 berichtete
Dr.
Z._
über die am 1
3.
Februar 2004 erfolgte
Reevaluation
(
Urk.
7/28). In seiner arbeitsprognostischen
Gesamtbeur
teilung
führt
e
er aus,
medizinisch
-theoretisch sei im Rahmen einer
versiche
rungspsychiatrischen
Rezeption des globalen neuropsychischen
Funktions
poten
zials
per
1.
Februar 2004
eine Arbeitsunfähigkeit/Erwerbsunfähigkeit von 40
%
(e
ntsprechend einem Leistungspensum von 60
%
)
probatorisch
zumutbar.
Klinisch-deskriptiv zeige die Beschwerdeführerin h
eute allenfalls
ein
leichtes depressives Zustandsbild.
Es sei von einer „v
ulnerable
n
Persönlichkeitsdisposi
tion
“
mit
nicht-intentionaler (
unbewusster
)
, teils
histrionisch
-innerpsychischer Konfliktabwehr mit
somatoformer
Symptomenausbildung (Schwindelanfälle, Schmerzerleben)
auszugehen
.
Eine e
rneute Steigerung der berufl
ichen Funkti
onsfähigkeit von 10 bis
20
%
erachte er in den nächsten Monaten
als durchaus „
zumutbar
“
und therapeutisch-rehabilitativ
„
zweckmässig
“
(S. 2).
3.4
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 2
1.
März 2005 (
Urk.
7/31/5 f.) und nannte als Diagnose einen Status nach Schädelhirntrauma mit psychischen Folgeerscheinungen (ängstlich-depressive Entwicklung mit Beziehungs- und Arbeitsproblematik nach Stellenverlust und Ausbildungsabbruch, Existenz- und Zukunftsängsten
;
S. 1 Mitte).
Er führte aus, d
ie Beschwerdeführerin habe per
1.
Februar 2004 ihr Arbeitspensum von 50
%
auf 60
%
gesteigert. Es sei zu hoffen, dass sie diese Arbeitsfähigkeit von 60
%
aufrechterhalten könne, da sie dabei an ihr Limit gestossen sei. Eine weitere Verbesserung erscheine unrealistisch (S. 2).
3.5
Dr.
med. B._
, Facharzt für
Psychiatrie
,
diagnostizierte
in seinem am 1
6.
September 2005 im Auftrag des Unfallversicherers erstatteten Gutachten
(
Urk.
7/35/4-35)
ein
organischen
Psych
osyndrom nach Schädelhirntrauma,
ICD
10 F07.2
(
S. 11 Mitte, S. 15 Mitte)
.
Er führte aus, die Beschwerdeführerin leide heute noch unter erhöhter Ermüdbarkeit bei Anstrengungen, besonders bei der Berufsarbeit, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei der Hausarbeit, unter Kon
zentrationsmängeln bei der Erledigung geistiger Aufgaben, einer Verlangsa
mung ihrer geistigen Prozesse, unter einer retrograden Amnesie bezüglich des Unfallgeschehens und unter erhöhter Anfälligkeit für K
opfschmerzen, Nausea, Schwindel,
depressive und ängstliche Verstimmungen sowie unter Schwierig
keiten im zwischenmenschlichen Bereich
(S. 15 Mitte)
.
Angesichts der seit dem Unfall
vergangene
n
Zeit
sei
anzunehmen, dass
sich die Beschwerden nicht mehr weiter zurückbildeten
(S. 14 unten, S. 16 oben).
Er schätze die Beschwerdefüh
rerin in ihrem bisherigen Beruf (gemessen an einem 100
%
-Pensum) als zu 40
%
beeinträchtigt, wobei es sich wirklich um eine Schätzung handle und er sich
dabei
vor allem auf die Aussagen der derzeitigen Vorgesetzten der Beschwerdeführerin im Alterszentrum
C._
(vgl. S. 3 Mitte, S. 10 unten) stütze, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf 60
%
einer gesunden Person einschätze und überzeugt sei, dass die Beschwerdeführer
in
damit an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sei. In einer anderen Tätigkeit würde er die Einschränkung der Arbeitskraft nicht wesentlich anders einschätzen
(S. 2
f.
li
t
.
ee
-ii in Verbindung mit S. 17
lit
.
ee
-ii). Es gebe k
eine Arbeiten,
welche
die B
eschwerdeführerin
als Pflegende FA SRK grundsätzl
i
c
h nicht ausführen könnte; die
Beschränkung ihrer Arbeitskraft bestehe zur Hauptsache darin, dass sie bei der Arbeit im Verlaufe der Zeit rascher ermüde als eine Gesunde.
Auch sei mit häufigeren krankheitsbedingten Abwesenheiten am Arbeitsplatz zu rechnen. Eine Einschränkung der Arbeitskra
ft sei zudem bei geistigen Arbei
ten zu befürchten, indem die Beschwerdeführerin dabei länger brauche; entsprechend w
erde
sie
wahrscheinlich kaum mehr je eine
Vorge
setztenfunktion
übernehmen können (S. 17
oben
).
3.6
Gestützt auf diese Akten
lage
ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
3.
Aug
u
st
2007 davon aus, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf der einjährigen Wartezeit im September 2001 zu 50
%
und ab
1.
Februar 2004 zu 60
%
arbeits- und erwerbsfähig gewesen sei, und sprach ihr bei einem
Invalidi
tätsgrad
50
%
eine halbe Rente ab September 2001 und bei einem
Invaliditäts
grad
von 40
%
eine
Viertelsrente
ab
Februar 2004
zu (
Urk.
7/53
Verfügungs
teil
2).
4.
4.1
Der
rentenaufhebende
n
Verfügung vom 2
6.
November 2013
(
Urk.
2)
lagen im Wesentlichen folgende
Berichte
zugrunde
:
4.2
Am 2
3.
August 2012 füllte
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgeme
ine Innere M
edizin, den Revisionsfragebogen aus (
Urk.
7/61/3). Sie gab an, die Beschwerdeführerin seit Juli 2008 zu behandeln. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihr maximal
an zwei bis drei Tagen beziehungsweise zu maximal 50
%
zumutbar, was elf Arbeitstagen pro Monat entspreche
, wobei die Beschwerdeführerin
nur als Mitarbeiter
in
in
der Pflege und nicht in einer höh
eren Funktion tätig sein könne.
4.3
Am 2
2.
Januar 2013 erstattete
Dr.
D._
einen weiteren Bericht (
Urk.
7/72) und am 2
8.
Februar 2013 eine ergänzende Stellungnahme (
Urk.
7/76).
Im Bericht
vom 2
2.
Januar 2013
(
Urk.
7/72)
nannte
sie
folg
ende Diagnosen mit Auswir
kungen auf d
ie Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Status nach Verkehrsunfall mit Schädelhirntrauma,
Pyramidenlängsfrak
tur
rechts,
Thoraxkontusion
links,
Distorsion
der
Halswirbelsäule (HWS
)
,
A
k
romio
k
lavikulargelenksverletzung
Tossy
II rechts, nicht dislozierte
r
Os
metatarsale
V Basisfraktur
posttraumatische Belastungsstörung
Dr.
D._
führte aus
,
d
ie Beschwerdeführerin leide unter sehr häufigen
Kopf
schmerzen,
einer Konzentrationsschwäche (das gleichzeitige Durchführen von mehreren Tätigkeiten sei
ihr
nicht möglich) sowie
vermehrt
en
Nackenschmerzen seit
der
Geburt
einer
Tochter
am 2
6.
Oktober 2012 (vgl.
Ziff.
1.1). Die psychi
sche
Belastbarkeit
sei seit der Geburt
der Tochter
sicher noch mehr einge
schränkt mit vermehrter Nervosität und Unruhe (
Ziff.
1.4)
.
Wegen der fehlenden Belastbarkeit als Krankenpflegerin FA SRK sei
die Beschwerdeführerin
nurmehr
als Mitarbeiterin in der Pflege angestellt
.
Ab dem Zeitpunkt der
ersten
Konsul
tation am 2
2.
Juli 2008 bis zur Geburt der Tochter am 2
6.
Oktober 2012 sei die Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin in der Pflege
- nicht dagegen in einer höheren Stellung -
maximal zu 50
%
arbeitsfähig gewesen.
S
eit
dem
2
2.
Januar 2013
belaufe sich ihre Arbeitsfähigkeit als Mitarbeiterin in der Pflege bis auf weiteres auf maximal
50
%
, tendenziell eher weniger
(
Ziff.
1.6-7
,
Urk.
7/76
).
4.4
Med.
pract
.
E._
, Facharzt fü
r Allgemeinmedizin, Regionaler Ä
rztlicher Dienst
(RAD)
, führte in seiner Stellungnahme vom 1
3.
Februar 2
013
aus, aus
versicherungsmedizinischer Hinsicht sei eine
massgebliche und anhaltende Ver
änderung des G
esundheitszustands im Vergleich zum Zeitpunkt der
Rentenzu
sprache
nicht erkennbar.
Es sei nach wie vor von einer Arbeitsunfähigkeit von
40
%
für sämtliche Tätigkeiten auszugehen (
Urk.
7/85 S. 3 f.).
4.
5
Im Bericht vom
8.
August 2013 über die am 1
8.
Juni 2013 durchgeführte
Haus
haltabklärung
(
Urk.
7/83)
qualifizierte die Abklärungsperson die Beschwerde
führerin bis zur Geburt der Tochter am 2
6.
Oktober 2012 als vollzeitlich Er
werbstätige und
ab dem
1.
März 2013
(Ende der Mutterschaftsentschädigung Ende Februar 2013)
als zu 50
%
im Erwerbsbereich und zu 50
%
im Haushalt Tätige (S. 4 oben).
Die Abklärung ergab eine Einschränkung im
Haushaltsbe
reich
von 16.9
%
(
Ziff.
6.1-8).
In ihrer e
rgänzende
n
Stellungnahme
vom
2.
September 2013 (
Urk.
7/95 S. 4 ff.) hielt die Abklärungsperson an der im Abklärungsbericht vorgenommenen Qua
lif
ikation fest (S. 4 Mitte). Die Einschränkung im Haushaltbereich bezifferte sie neu mit
22.2
%
(S. 4 ff.
Ziff.
6.1-8).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin
hat
a
m 2
6.
Oktober 2012 eine Tochter
geboren
(
Urk.
7/67/5)
. Damit ist es unbestrittenermassen (vgl.
Urk.
1 S. 4 f.) zu ein
em Statuswechsel gekommen
, welcher zur Folge hat, dass die Invalidität nicht mehr nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, sondern - was ebenfalls unbestritten ist - nach der gemischten Methode zu bemessen ist. Darin ist ein Revisionsgrund zu erb
licken (vgl. vorstehend E. 1.2)
und es i
st zu prüfen,
ob sich der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin rentenrelevant verändert hat.
5.2
Im Hinblick auf die
zu beurteilenden
Fragen
ist
v
orab
auf den beruflich-erwerb
li
chen Werdegang
der Beschwerdeführerin einzugehen.
Die 1974 geborene Beschwerdeführerin schloss im Jahr 1994
die
zweijährige Lehre
als Krankenpflegerin FA SRK
ab und war in der Folge als solche tätig. Im Zeitpunkt des Unfallereignisses vom
5.
September 2000 war sie vollzeitlich beim Krankenheim
F._
angestellt, dies seit September 1997 (vgl.
Urk.
7/14).
Anfang 2000 hatte sie zudem
ein
einjähriges, berufsbegleitendes
Passa
rel
len
pro
gramm
zur Erreichung des Diplomniveaus I
begonnen, welches sie
nach dem Unfallereignis
nicht wieder aufnahm
(
vgl.
Urk.
7/1/1 Mitte,
Urk.
7/24 S. 2 oben
,
Urk.
7/15/3 oben
).
Nach einer befristeten Teilzeitanstellung als Krankenpflegerin FA SRK im
Kran
kenheim
G._
von Januar bis Juli 2001 (vgl.
Urk.
7/12)
, zwei teilzeitlichen
Anstellungen
ausserhalb
des angestammten Berufsfeldes
(
vgl.
Urk.
7/1/1 oben,
Urk.
7/10)
und einem gescheiterten Versuch zur Erlangung des Bürofachdiploms (vgl.
Urk.
7/1/1 Mitte,
Urk.
7/24 S. 2 oben) war
die Beschwerdeführerin
ab
1.
April 2003 in
einer
Pflegeabteilung
des Alters- und
Spitexzentrums
C._
angestellt. Dort war sie zunächst als Pflegende FA SRK in einem Pensum von 50
%
tätig. Per
1.
Februar 2004
erhöhte sie
das Pensum a
uf 60
%
. Mit Änderungskündigung vom 1
5.
Januar 2007 wurde die Beschwerdeführerin in
ihrer Funktion herabgestuft und war ab
1.
Mai
2007
nur
mehr
als Mitarbeiterin
in der
Pflege angestellt, dies zunächst in einem Pensum von 60
%
und ab
1.
August 2009 in einem Pensum von 50
%
(
Urk.
7/21,
Urk.
7/61/5,
Urk.
7/65
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.7-9,
Urk.
7/88/1 oben)
. Vom 1
2.
März bis 1
7.
Augu
s
t 2012 besuch
te die Beschwerdeführerin eine zehn
Kurstage (80 Lekt
i
onen à 45 Minu
ten) umfassende
Weiterbi
l
d
ung im Bereich Behandlungspflege
, welche sie erfolg
reich abschloss (vgl. Zertifikat vom 1
7.
August 2012,
Urk.
7/88/3).
Nach der Geburt ihrer Tochter
am 2
6.
Oktober 2012
kündigte
sie
das Arbeitsverhältnis mit dem Alters- und
Spitexzentrum
C._
per Ende Februar 2013 (
Urk.
7/83 S. 2 unten,
Urk.
7/88/1).
Per
1.
Dezember 2013 trat die Beschwerde
führerin in der
H._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychothera
pie, eine 40%-Stelle als Pflegeassistentin an (vgl. Arbeitsvertrag vom 1
4.
November 2013,
Urk.
3/1).
5.3
D
ie Beschwerdeführerin
machte
geltend,
ihre angestammte
Tätigkeit
als Pfle
gende FA SRK
mit leitender Funktion
nicht mehr ausüben
zu
könne
n
. Die von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.4) und
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.5) im Jahr 2005 angenommene Arbeitsfähigkeit von 60
%
in leitender Funktion
, wie sie der rentenzusprechenden Verfügung vom August 2007 zugrunde gelegt worden sei,
habe sich in der Praxis als zu hoch herausgestellt.
Gestützt auf die Berichte von
Dr.
D._
sei ausgewiesen, dass s
ie
nu
r noch als Mitarbeiterin
in der
Pflege ohne leitende Funktion tätig sein
könne und sie in dieser Tätigke
it zu 50
%
arbeits
(
un
)fähig sei (
Urk.
1 S. 6 f.).
5.4
Dr.
D._
orientierte
sich bei
ihre
r
Beurteilung, wonach die Beschwerdeführerin nicht mehr als Krankenpflegerin FA SRK tätig sein könne und sie auch als Mit
arbeiterin in der Pflege eine 50%ige
Einschränkung erfahre
(vgl. vorstehend E.
4.2-3)
,
offensichtlich an den
von der Beschwerdeführerin im Alters- und
Spitexzentrum
C._
effektiv ausgeübten Funktionen
und
Pensen
bezie
hungsweise den
Angaben der Beschwerdeführer
in
. Eine
durch objektive Befunde
untermauerte
medizinische Begründung, welche eine (aus
medizinisch-theore
tischer Sicht
bestehende
)
Arbeitsunfähigkeit im
attestierten
Umfang
plausibili
sieren
würde, liefert
e
Dr.
D._
nicht.
In
seiner Stellungnahme
vom März 2013 (vorstehend E. 4.4)
wies R
AD-Arzt
med.
pract
.
E._
z
utreffend darauf hin, dass
die von
Dr.
D._
beschriebenen Kopfschmerzen und die Konze
n
trationsschwä
che bereits
im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
bekannt waren
(
Urk.
7/85 S. 3 unten)
. Den
daraus resultierenden Einschränkungen
sowie auch eine
r
allenfalls leichte
n
(ängstlich-)
depressive
n
Symptomatik
wurde
im
Rahmen der
damaligen
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
en
denn auch
Rechnung getragen
(vgl. vorstehend E.
3.3-
3.5).
Dass
sich die Beschwerdeführerin seit
der
Geburt
ihrer
Tochter ver
mehrt nervös und unruhig
fühlt,
ist
zwar nachvollziehbar. Darin
kann
indes keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung des psychi
schen Zustandsbilds
erblickt werden
, zumal
die Beschwerdeführerin
seit dem Jahr 2004 keine
psychiatr
i
s
che Unterstützu
ng mehr in Anspruch genommen hat
(vgl.
Urk.
7/72
Ziff.
1.2)
.
Der von der Beschwerdeführerin vertretene Standpunkt, wonach
die im Jahr 2007 erfolgte Funktionsrückstufung und die Reduktion des Pensums von 60
%
auf 50
%
medizinisch begründet
gewesen seien
, findet i
n den
medizinischen Akten keine hinreichende Stütze
.
Aus der Änderungskündigung vom 1
5.
Januar 2007
(
Urk.
7/61/5)
geht vielmehr hervor, dass die Funktionsrückstufung auf
grund
fehlende
r
Fachlichkeit
erfolgte
, wobei
die Vorgesetzte der Beschwerde
füh
rerin bereits im Jahr 2003 angegeben hatte, dass die fachlichen Kompeten
zen der Beschwerdeführerin knapp seien
(
Urk.
7/35/12 unten)
.
Die von der
Vorgesetzten im Jahr 2003
geäusserte
Vermutung, wonach die Fach
kompeten
zen vor dem Unfall
wohl
besser gewesen seien (
Urk.
7/35/12 unten),
ist nicht weiter belegt.
Dass die Beschwerdeführerin
aufgrund
des Unfalls Fach
wissen verloren haben soll, ersche
int denn auch wenig überzeugend, zumal die von
Dr.
Z._
im Februar 2003 durchgeführte neurokognitive Leistungs
prüfung keine arbeitsrelevanten kognitiv-
mnestischen
Defizite ergab (vgl. vor
stehend E.
3.2) und
Dr.
B._
eine retrograde Amnesie nur in Bezug auf das
Unfallge
schehen
beschrieb (vorstehend E. 3.5)
. Abgesehen davon
ist
in diesem Zusam
menhang
nicht zuletzt
erwähnenswert,
dass
Dr.
B._
die Intelligenz der Be
schwerdeführerin
als
angeboren
etwas
mässig
bezeichnete und
er darauf hin
wies, dass
dies z
ur Repeti
ti
on einer (Primarschul-)klasse und zu leichten Schwie
rigk
e
iten in der späteren beruflichen Weiterbildung gefüh
rt
hat
(vgl.
Urk.
7/35/14 Mitte, vgl. auch
Urk.
7/35/7 Mitte und
unten).
5.5
Nach dem Gesagten
kann nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der über
wie
gen
den Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten, d
ass die Funktionsrückstufung und die
Pensumsreduktion
medizinisch begründet war
en
. Die von
der Beschwer
de
führerin im Alters- und
Spitexzentrum
effektiv ausgeübten Funktio
nen und
Pensen
lassen daher keine Rückschlüsse auf die
ihr medizin
i
sch-theo
retisch
zumutbare
Arbeitsfähigkeit
zu
.
Es liegen keine medizinischen Berichte vor, gestützt auf welche die
von den Fachärzten in den Jahren 200
4 und 2005 attestierte Arbeits
fähigkeit von 60
%
in der (angestammten) Tätigkeit als Kran
kenpflegerin FA SRK
in Frage
zu stellen wäre. Dahe
r ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdeführerin weiterhin davon ausging, dass die Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Krankenpflegerin FA SRK zu 60
%
arbeitsfähig ist.
6.
6.1
D
ie Beschwerdeführerin
wandte
sich
gegen di
e von der Beschwerdegeg
nerin vorgenommene Qualifikation
und machte
geltend,
dass sie im Gesundheitsfall seit Ende des Mutterschaftsurlaubs im Umfang von 80
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre
. Dass sie
nach dem Mutterschaftsurlaub keine 80
%
-Stelle sondern lediglich eine 40
%
-Stelle gesucht (und per
1.
Dezember 2013 auch gefunden) habe
,
liege darin begründet, dass sie infolge des Unfalls aus gesundheitlichen Gründen zu 50
%
einge
schränkt sei
. D
ie angetretene 40
%
-Stelle entspreche einer 80
%
-Stelle für eine Gesunde, womit sie den Beweis dafür erbracht habe, dass sie im Gesundheitsfall zu 80
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Schon im November 2012 habe sie die Tochter für einen Betreuungsplatz in einer Kinderkrippe angemel
det. Auch habe sie sich nach Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV)
gemeldet und intensiv eine neue Stelle gesucht. Es sei ihr ein Anliegen gewesen und immer noch ein Anliegen, ihre gute Ausbildung zu verwerten. Sie sei auch an Weiterbildung und der Übernahme einer leitenden Funktion interessiert. Während einer gewissen Zeit habe sie in leitender Stellung gearbeitet und diese einzig aus gesundheitlichen Gründen abgeben müssen. Mit dem seit ihrer Ausbildung und nach dem Unfall gearbeiteten Pensum, der absolvierten Weiterbildu
ng
und der Übernahme einer leitenden Stellung habe sie bewiesen, dass ihr die Stellung und Entwicklung im Beruf sehr wichtig seien. Im Weiteren lebten sie und ihr Ehemann eine partner
schaftliche Ehe mit hälftiger Teilung der Kinderbetreuungsaufgaben, weshalb sie bei voller Gesundheit beide zu 80
%
erwerbstätig wären. Schliesslich seien sie auf beide Einkommen angewiesen. Auch der Ehemann arbeite nur reduziert und es seien zwei Kredite abzuzahlen. Zudem verursache das Kind nun ebe
nfalls erhebliche Zusatzkosten
(
Urk.
1 S. 4 ff.).
6.2
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist
,
ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesund
heitsschaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Beantwortung der
Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willensentschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachver
halt - auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
6.3
Im
massgebenden
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom November 2013
(
Urk.
2)
war die Beschwerdeführerin 39 Jahre alt und Mutter einer
rund
dreizehn Monate alten
und damit noch vollumfänglich
betreuungs
bedürftigen
Tochter
.
Als gewichtiges Argument gegen die von
ihr
geltend ge
machte 80%ige Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall
ist
mit der Abklärungsperson (vgl.
Urk.
7/83
Ziff.
2.5)
anzuführen, dass die Beschwerdeführerin bereits vor
der Geburt der Tochter die ihr medizinisch-theoretisch zumutbare (vgl. vorste
hend E.
5.4-5
) Arbeitsfähigkeit
von 60
%
nicht ausgeschöpft hat
. S
eit Dezember 2013
geht sie
einer lediglich
40%igen Erwerbstätigkeit nach
(
Urk.
3/1)
, womit sie die ihr zumutbare Restarbeitsfähigkeit auch weiterhin nicht
ausschöpft
.
E
nt
gegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
kann n
ach dem Gesagten (vor
stehend E. 5.4-5)
nicht
als erstellt gelten
, dass sie aus gesundheitlichen Gründen zu 50
%
eingeschränkt ist. Aus dem Argument, wonach die
in der Klinik
H._
angetretene 40
%
-Stelle einer 80
%
-Stelle für Gesunde entspreche
,
kann sie daher nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Sodann lassen
weder die Tat
sache, dass
die Beschwerdeführerin
ihre Tochter bereits im November 2012 für einen Betreuungsplatz in der Krippe angemeldet hat
, noch der Umstand,
dass
die Beschwerdeführerin
sich nach Bee
ndi
g
u
ng des le
tzten Arbeitsverhältnisses
beim RAV
gemeldet hat (vgl.
Urk.
1 S. 5 Mitte),
einen Rückschluss
auf das im Gesundheitsfall
hypothetisch
ausg
eübte Erwerbspensum zu.
Ausweislich der Akten hat der
1967 geborene Ehemann der Beschwerdeführerin
und Kindsvater
(
vgl.
Urk.
7/67) eine Juristenlaufbahn absolviert und
arbeitet
a
ls Berater beim Bund
(vgl.
Urk.
7/35/8 oben,
Urk.
7/83 S. 2 Mitte
)
.
Vor diesem Hintergrund ist der
Abklärungsperson
beizupflichten
, dass auch die
erwerbli
chen Verhältnisses der Familie
eine 80%ige E
r
werbstätigkeit
der Beschwerde
führer
in
nicht zwingend
erfordern
(vgl.
Urk.
7/83
Ziff.
2.5)
, entgegen der Auf
fassung der Beschwerdeführerin auch dann nicht,
wenn
noch ein für eine Zusatzausbildung des
Ehemann
s aufgenommener Kredit abzuzahlen ist und die Geburt des Kindes
unter anderem
die Anschaffung eines
grösseren
Autos erfor
derlich machte (vgl.
Urk.
7/83 S. 2 Mitte).
Schliesslich
legen
weder
die von der Beschwerdeführerin absolvierte
Grundaus
bildung noch der Umstand, dass sie im Jahr 2012
eine
zehn
Kurstage
umfas
sende Weiterbildung im Bereich Behandlungspflege
absolviert hat
(vgl. vorste
hend E. 5.2)
den (hypothetischen) Schluss auf eine im Gesundheitsfall ausgeübte 80%ige E
rwerbstätigkeit
nahe. In diesem Zusammenhang gilt es zum einen zu bemerken,
dass der von der Beschwerdeführerin absolvierte Ausbildungsgang zur Krankenpflegerin FA SRK dem zweittiefsten Ausbildungsniveau im Pflege
bereich (heute entsprechend dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis auf Sekun
darstufe II)
entspricht
. Auch wenn die Beschwerdeführerin im Rahmen dieser Tätigkeit
zeitweise
die Funktion einer Tagesver
ant
wor
tlichen
übernommen hatte (vgl.
Urk.
7/83 S. 3
Ziff.
2.5) und sie im Krankenheim
F._
(eigenen Angaben zufolge) zeitweise auch als Gruppenleiterin tätig war
(
vgl.
7/1/1 oben)
,
lässt dies
noch nicht auf besondere berufliche Ambitionen
schliessen
, welche die
Be
schwer
deführer
in
im Gesundheitsfall
dazu bewogen hätten, unmittelbar im An
schluss an den Mutterschaftsurlaub wie
der im Umfang von 80
%
einer Erwerbs
tätigkeit
nachzugehen.
6.4
In Würdigung der gesamten Umstände
kann nicht mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten, dass die Beschwerdefüh
rerin im Gesundheitsfall zu 80
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde
. Die von der
Beschwerdegegnerin
für den Zeitpunkt des Verfügungserlasses (2013)
vorgenommene Qualifikation
als zu 50
%
im E
r
werbsb
ereich und zu 50
%
im Haushalt Tätige ist nicht zu beanstanden.
7.
Zusammen
gefasst ist die Beschwerdeführerin (neu) als zu 50
%
im
Erwerbs
bereich
und zu 50
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren. Nachdem sie ihre angestammte Tätigkeit als FA SRK (weiterhin) i
m Umfang von 60
%
ausüben und ein entsprechendes Einkommen erzielen könnte
, erfährt sie im
Erw
erbsbe
reich
keine Einschränkung, da sie im Gesundheitsfall im mit 50
%
gewichteten Erwerbsbereich lediglich ein Erwerbseinkommen für eine 50%ige Tätigkeit als Krankenpflegerin FA SRK erzielen würde
(vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014,
Art.
2
8a
Rz
180
)
.
Damit aber resultier
te
in Anwendung der massgeblichen
gemischten Methode
selbst dann kein rentenbegründender (Gesamt-)Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
, wenn im Haushaltbereich - wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (
Urk.
1 S. 7 ff.) - von einer Einschränkung von 35.5
%
ausgegangen würde. Von weiteren Ausführungen zur Einschränkung im Haushaltbereich kann daher abgesehen werden.
Damit ist die von der Beschwerdegegnerin verfügte Aufhebung der bisherigen
Viertelsrente
nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist entsprechend abzuwei
sen.
8.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
8
00.-- a
nzuset
zen und
ausgangsgemäss
der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.