Decision ID: c4f8ad29-5d8a-4f8a-99f5-8c59dd77191f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war seit dem 1. Oktober 1988 bei der
Y._
AG als Aussendienstmitarbeiter angestellt und als solcher bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsun
fällen versichert. Am 27. Mai 1990 stürzt
e der Versicherte mit dem Glei
tschirm ab und zog sich eine komplette Lendenwirbelkörper 1
Berstungsfraktur mit inkompletter Paraplegie zu
(vgl. Urk. 7/1
,
Urk. 7/70-72 Urk. 7/78
). Nach der ope
rativen Versor
g
ung (Urk.
7/70-72
,
Urk. 7/78
) weilte der Versicherte
am Schweizer
Paraplegiker
-Zentrum
Z._
zur stationären Rehabilitation (Urk. 7/
85
).
Die Suva richtete dem Versicherten mit Verfügung vom 27. Mai 1990 (Urk. 7/104) eine Integritätsentschädigung
aufgrund
einer Integritätseinbusse von 70 % aus und sprach ihm am 12. Februar 1993
rückwirkend ab 1. Januar 1993
basierend auf einer 50%igen Erwerbsunfähigkeit
eine
Invalidenrente zu (Urk. 7/112).
1.2
Der Versicherte
wechselte per
1. Mai 1994
die Arbeitsstelle und arbeitete fortan
als Aussendienst-Verkäufer in einem 50%-Pensum bei der
A._
AG (Urk. 7/128). Ab 1996 wechselte er mit gleichem
Arbeits-
Pensum zu
r
B._
AG (Urk. 7/144), die
2014
vom Unternehmen
C._
AG übe
rnommen wurde. Bei der
C._
AG war er sodann ab 1. April 2014 versuchsweise als Filialleiter im Vollzeitpensum (100 %) tätig (Urk. 7/56)
. Aufgrund des dabei erzielten rentenausschliessende
n
Einkommen
s
hob die Suva mit unangefo
chten gebliebe
ner Verfügung
vom 9. November 2015 (Urk. 7/49)
die Invalidenrente per 1. März 2015 auf.
1.3
Nachdem der Versicherte seine Filialleiterstelle
bei der
C._
AG
aus gesund
heitlichen Gründen wieder aufgeben musste, fand er ab
1. April 2016 als Fach
experte Rollstühle und Hilfsmittel
bei der
D._
Stiftung
in einem 60%-Pensum Anstellung
(Urk. 7/58).
Mit Verfügung vom 2. September 2016
sprach
ihm
die Suva für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 27. Mai 1990
und ausgehend von einer Erwerbseinbusse von 30 %
ab 1. Apr
il 2016 eine Invalidenrente zu
(Urk. 7/183). Gegen die Rentenverfügung erhob der Versicherte am 3. Oktober 2016 Einsprache und verlangte die Erhöhung des Invaliditätsgrades (Urk. 7/187). Die Suva hielt
mit
Einspracheentscheid
vom 3. Oktober 2016
an ihrer Einschätzung fest (Urk. 7/194 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 3. Oktober 2016 (Urk. 2) erhob der Ver
si
cherte am 10.
Januar 2017 Beschwerde
und beantragte, dieser
sei au
f
zuheben und es sei ihm rückwirkend ab 1. April 2016 mindestens eine Invalidenrente basierend
auf einem Invaliditätsgrad von 52 % auszurichten. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
10. Februar 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
22. Februar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Die
Invalidenversicherung verneinte nach Eingang eines
am 17. März 2016 gestellten
erneuten Gesuchs um Ausrichtung einer Invalidenrente mit Verfügung vom 2. Dezember 2016
gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 31
%
die Ausrichtung einer Invalidenrente
. Dagegen erhob der V
ersicherte ebenfalls Beschwerde
beim
Sozialversicherungsgericht
, wobei im Wesentlichen die glei
chen Beschwerdegründe vorgebracht wurden
(Verfahren Nr. IV.2017.00021).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
ent
sprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
27. Mai 1990
ereignet
und die Rentenrevision wurde im Jahr 2016 vorgenommen
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1
.2
Anlass zur Revision einer I
nvalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs.
1 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer mate
riellen Prüfung des Rentenans
pruchs beruht (BGE 134 V 131 E.
3 mit Hinweisen; BGE 133 V 108 E. 5.4).
Liegt ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tat
säch
licher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E
.
2.3 mit weiteren Hinweisen). Wird eine IV-Rente als Folge der Revision geändert, so erfolgt auch eine Revision der Rente der Unfallversicherung (Art. 34 Abs. 1 UVV).
1.3
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.4
Als
Valideneinkommen
gilt dasjenige Einkommen, das die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit ohne den Unfall erzielt hätte (
BGE 134 V 322
E.
4.1
, Urteil des Bundesgerichts 8C_145/2012 vom 9. November 2012 E.
3.1; vgl.
RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht, Bun
des
gesetz über die Unfallversicherung [UVG],
4.
Aufl. 2012
, S.
126 f.). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (
BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis
).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grund
lage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2,
BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
und E. 4.2.2
1.5
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerb
lichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der
–
kumu
lativ
–
be
sonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301).
2.
2.1.
In medizinischer Hinsicht blieb unbestritten, dass
der Beschwerdeführer mit der
gegenwärtig vo
n ihm
ausgeübte
n
Tätigkeit in einem 60%-Pensum
die ihm ver
bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft
, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen (vgl. Verfügung vom 2. September 2016
, Urk. 7/183
S. 2
; medizinische Berichte der Ärzte des
E._
, Urk. 7/50, Urk. 7/53; kreisärztliche Untersuchung vom 6. Juli 2016, Urk. 7/65)
.
Verglichen mit de
r
Einstellungsverfügung vom 9. November 2015 (Urk. 7/49)
, als noch von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangenen wurde
(Urk. 7/49)
,
liegt eine
g
esundheitliche
und erwerbliche
Verschlechterung
vor, weshalb
die Beschwerdegegnerin
zu Recht
einen Revision
sgrund nach Art. 17 ATSG bejaht hat.
Zu prüfen bleibt demnach allein der Anspruch
des Beschwerdeführers
auf eine Invalidenrente
mittels Einkommen
s
vergleichs
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
bezüglich der Rentenfrage damit,
dass
gestützt auf die Angaben der Invaliden
versicherung
von einem Verdienst im Jahr 2006 von Fr. 80'522.00 aus
zugehen sei, welcher indexiert auf das Jahr 2016 ein
Valideneinkommen
von Fr. 89'442.-- erg
ebe
.
Es sei vorliegend nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer auch ohne Unfall eine Karriere mit entsprechender
Entlöhnung
absolviert hätte.
Es hätten im Zeitpunkt des Unfalls keine Anzeichen bestanden, dass er seine Stelle als Aussendienstmitarbeiter bei der
Y._
AG habe aufgeben und in eine andere Branche habe wechseln wol
len. Auch die
Absolvierung der Handelsschule sei allein kein Anhaltspunkt für die Annahme, dass er ohne Unfall eine ähnliche Karriere wie als gesundheitlich Beeinträchtigter gemacht hätte, zumal die Handelsschule und das dabei erworbene Wissen in Ergänzung zu den Lehrabschlüssen als Wagner und Schreiner wohl Voraussetzung gewesen seien, im Verkauf als Aussen
dienst
m
itarb
eiter tätig sein zu können (S. 4
f.).
Unter Berücksichtigu
ng des Invalideneinkommens ergebe sich ein Invaliditäts
grad von 30 % (S. 6).
2.3
Demgegenüber
vertritt
der Beschwerdeführer
die
Ansicht, dass das von der Beschwerdegegnerin veranschlagte
Valideneinkommen
als Aussendienstmit
ar
beiter in der Holzbranche von Fr. 89'442.-- zu tief angesetzt sei. Die Beurteilung des hypothetischen
Valideneinkommens
orientiere sich an der Biografie der ver
sicherten Person. Welches Einkommen er ohne Gesundheitsschaden verdienen könnte, hänge von seinen beruflichen Fähigkeiten und seiner Stellung vor Eintritt der Invalidität ab. Bereits zum Unfallzeitpunkt hätten konkrete Anhaltspunkte für einen späteren beruflichen Aufstieg vorgelegen. Die abgeschlossene Handels
schule habe ihn bereits damals für höhere Aufgaben qualifiziert. Ab 1996, somit seit rund 20 Jahren und schon wenige Jahren nach seinem Unfall, sei er stets in einer leitenden Funktion im Verkauf tätig gewesen und habe zahlreiche Mitar
beiter geführt. Werde nun das
Valideneinkommen
anhand eines durchschnittli
chen Einkommens eines Aussendienstmitarbeiters berechnet, würden damit seine Biografie, sein intellektuelles Potenzial, seine berufliche Bewährung im ange
stammten Bereich (Verkauf) und sein besonders hoher leistungsmässiger Einsatz ausser Acht gelassen
werden
. Das
Valideneinkommen
sei deshalb
gestützt auf das
Einkommen
eines leitenden Verkaufsangestellten zu berechnen. Eine Berechnung mit dem Lohnrechner
Salarium
zeige, dass er auch in der Holzbranche in einer
leitenden Funktion im Verkauf heute ein jährliches Einkommen von Fr. 130'296.
-
erzielen könnte. Aus dem Einkommensvergleichs würde dann eine Invaliden
rente von 52 % resultieren (Urk. 1 S.4 ff.).
3.
3
.1
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Tätigkeit per 2016 (Rentenbeginn) ein Einkommen von Fr. 62'400.-- erzielen kann (Urk. 7/179, 7/183).
Die von der Rechtsprechung geforderten Voraussetzungen (vgl.
vor
ste
hend E. 1.5) sind erfüllt, weshalb ohne Weiterungen
auf dieses Invaliden
ein
kommen
abzustellen ist.
Strittig ist demnach allein die Höhe des
Valideneinkommens
(vgl. vorstehend E. 2
)
,
insbesondere
die Berücksichtigung einer
mutmasslichen
beruflichen Wei
ter
entwicklung.
3
.2
Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl.
Art.
8
Abs.
1 ATSG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass
konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beein
trächti
gung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsäch
lich realisi
ert worden wären
(vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_298/2013, 8C_34
0/2013 vom 2
0.
Dezember 2013 E.
5.2.3, nicht
publ
. in: BGE 140 V 41
, aber in: SVR 2014 UV Nr.
10 S. 32,
Urteil des Bundesgerichts
8C_1
45/2012 vom
9.
No
vember 2012 E.
3.1).
Im Revisionsverfahren besteht insoweit ein Unterschied zur ursprünglichen Rentenfestsetzung, als der in der Zwischenzeit tatsächlich durch
laufene beruflich-erwerbliche Werdegang als invalide Person bekannt ist. Eine trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung erlaubt allen
falls (weitere) Rückschlüsse auf die
mutmassliche
Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesundheitsschadens bis zum Revisions
zeitpunkt gekommen wäre (
BGE 139 V 28
E. 3.3.3.2 in
fine
; SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, Urteil des Bundesgerichts
8C_550/2009
vom 12. November 2009
E
.
4.2). Aller
dings darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeits
be
reich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (
RKUV 2005 Nr. U 554 S.
315,
Urteil des Bundesgerichts
U 340/04
vom 9. März 2005 E. 2.2
).
3
.3
Der
für das Versicherungsverhältnis massgebe
nde
Sachv
erhalt stellt sich gemäss Lage
der Akten wie folgt dar:
Seit dem 1. Oktober 1988 war der Beschwerdeführer im Aussendienst für die
Y._
AG als Verkäufer tätig. Seine Aufgabe habe gemäss Angaben des Personalwesens dieser Firma darin bestanden, Rohhölzer zu verkau
fen. Deswegen habe er auch in den verschiedenen Schreinereien vorsprechen und die Kundschaft beraten müssen. Bis zum Unfall habe er sehr zuverlässig gearbei
tet
. Der Lohn würde per 1. Januar 1991 brutto Fr. 4'050.-- betragen, zuzüglich ein
es
13. Monatslohn
s
.
Hinzu
komme noch ein monatlicher Provisionsanteil von Fr. 460.-- (Urk. 7/88 S. 4).
Für das Jahr 1992 betrage das Einkommen ohne Unfall und unter Berücksichtigung einer 4%igen Lohnerhöhung per 1. Januar
1992
monatlich
Fr. 4'225.-- (x
13)
zuzüglich einer
Provision von Fr. 480.-- (x
12), mit
hin total Fr. 60'685.
-- (Urk. 7/105 S. 1).
Dem Arbeitgeberbericht vom 27. Oktober 1992 lässt sich sodann entnehmen, dass der Beschwerdeführer ohne Unfall nach wie vor im Aussendienst eingesetzt
worden wäre
und sich sein Lohn als leistungsfähiger Einkäufer auf Fr. 65'000.-- (13
x Fr 5'000.--) belaufen würde (Urk. 7/109 S. 1).
Im Jahr 1996 ergäbe dies gemäss telefonischer Auskunft
beim ehemaligen Arbeitgeber
(Urk. 7/131) inklusive einer monatliche
n Provision von Fr. 480.-- ein
en
Betrag von total Fr. 70'760.-- (13
x Fr. 5000.
--
plus Provision).
Gestützt darauf und indexiert auf das Jahr 2016 errechnete die Beschwerdegeg
nerin einen
Validenlohn
von Fr. 88'168.
--
(vgl.
Urk. 2 S. 5 oben), stellte aber auf
den von der Abteilung Versicherungs
leistungen verfügte
n
Validenlohn
von Fr. 89'442.--, basierend auf das im Jahr 2006 von der Invalidenversicherung fest
gelegte
Valideneinkommen
von Fr. 80'522.
--,
ab (Urk.
2
S. 4
f.
).
Nach dem Unfall war
der Beschwerdeführer ab
Mai 1994 als
Aussendienst
mit
ar
beiter
/Verkaufsförderer bei der Firma
A._
AG (später
F._
AG) in einem 5
0 %-Pensum angestellt (Urk. 7/12
4
; Urk. 7/128
) und ab 1. Oktober 1996 im
gleichen
Pensum als Verkäufer/Administration bei der
B._
AG
, wel
che
schliesslich
von der Firma
C._
AG übernommen wurde
(vgl.
Urk. 7/56 S. 1)
. Ab 1. August 2014 erhöhte der Beschwerdeführer in der Funktion als Filialleiter kurzzeitig das Pensum auf 100 %
, wobei er dabei ein Ein
kommen von jährlich Fr. 123‘500.-- erzielte (
Urk. 7/48 S. 2;
Urk. 7/56
). Ab 1. April 2016 war er sodann als Fachexperte Rollstühle und Hilfsmittel in einem 60%-Pensum bei der
D._
Stiftung angestellt
mit einem
jährliche
n
Einkommen von Fr. 62‘400.--
(Urk
. 7/58
).
3
.4
D
er Bes
chwerdeführer beanstandete die beschwerdegegnerische
Auffassung, dass er wohl ohne Unfall noch immer in der Holzbranche arbeiten würde. Vielmehr war er der
Meinung
, dass bereits zum Unfallzeitpunkt im Mai 1990 konkrete Anhaltspunkte für einen späteren beruflichen Aufstieg bestanden hätten. Als solche nannte er die abgeschlossene Handelsschule und
den Umstand, dass
die im Unfall
zeitpunkt inne gehabte Stelle lediglich
als
Zwischenstation in seiner beruf
lichen Laufbahn gedacht gewesen sei (Urk. 1 S. 5).
Diese Anhaltspunkte sind aber vorliegend zu
ungewiss
, um darauf ab
s
tellen
zu können
. Zwar
trifft es zu
, dass das lebenslange Ausüben eines einmal erlernten B
eruf
s in den heutigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen immer weni
ger die Regel bildet und die ständige berufliche Qualifizierung weit verbreitet ist (Urk. 1 S. 4 am Schluss),
dennoch genügen blosse Absichtserklärungen nicht.
Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sein
(BGE 139 V 28 E. 3.3.3.2)
.
Der Abschluss einer Handelsschule lässt nicht per se darauf
schliessen
, der Beschwerdeführer habe die im Unfallzeitpunkt ausgeübte Tätigkeit als
Aussendienstmitarbeiter
lediglich als Karrieresprungbrett für eine weitere Ausbildung und
einen
damit verbundene
n
Aufstieg auf der Karriereleiter gesehen
, zumal auch
nicht ersichtlich ist, dass
eine berufliche Fortbildung geplant war und eine solche auch vom Beschwerdeführer nie dargetan wurde.
Darüber hinaus lässt sich dem Arbeitgeberbericht vom 27. Oktober 1992 entnehmen, dass der Beschwerdeführer
anlässlich einer Besprechung im Betrieb gegenüber dem protokollierenden Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin angab, dass er
ohne den
Unfall sicher noch im Aussendienst tätig wäre
(Urk. 7/109 S. 2
), was ebenfalls gegen die beschwerdeweise geltend gemachte Sichtweise spricht.
3.5
Ebenso
unbehelflich
ist das Vorbringen,
das
Valideneinkommen
sei anhand
des
Einkommens eines leitenden Verkaufsangestellten zu ber
echnen, mithin basierend auf dem
letzte
n
Gehalt
von jährlich Fr.
123'500.--
,
welches
er in einer Tätigkeit im Verkauf als Filialleiter bei der
C._
AG
erzielte habe
(Urk. 1 S. 6).
Aus dem Umstand, dass er mit gesundheitlichen Einschränkungen in der Lage war, dieses Einkommen kurzzeitig zu erzielen, kann nicht geschlossen werden, als Gesunder
würde er gleich viel verdienen
. Dafür fehlen konkrete Indizien, was Voraussetzung dafür wäre, beim
Valideneinkommen
eine entsprechende Ent
wicklung seit der ursprünglichen Rentenverfügung zu berücksichtigen.
Ohne seinen leistungsmässigen Einsatz zu schmälern
,
ist darauf hinzuweisen, dass aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich (Rollstuhl- und Reha
-T
echnik-Berater) nicht ohne Weiteres abgeleitet werden kann, der Beschwerdeführer hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angesta
mmten Tätigkeitsgebiet erreicht
, zumal er beruflich einen Werdegang ein
geschlagen hat, der direkt mit den gesundheitlichen Folgen seines Unfalles zusammenhängt.
Unter diesen Umständen kann aus der erfolgreichen Invaliden
karriere im neuen Tätigkeitsbereich nicht abgeleitet werden,
der Beschwerde
führer
hätte im angestammten Beruf ohne Invalidität
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
eine vergleichbare Position erreicht.
Nach dem Gesagten können bei dieser Ausgangslage aus der beruflichen Weiter
entwicklung, wie sie vorliegend nach dem Unfall tatsächlich erfolgte, keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die berufliche Weiterentwicklung, wie sie ohne Unfall stattgefunden hätte, gezogen werden.
Aus diesem Grund ist das
Validen
einkommen
gestützt auf die Verkäufer-Tätigkeit in der Holzbranche festzusetzen.
3
.6
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte
das
Valideneinkommen
gestützt auf die Angaben der Invalidenversicherung
. Ausgehend von einem Verdienst im Jahr 2006 von Fr. 80'522.-- und angepasst an die Nominallohnentwicklung resultierte für das Jahr
2015 ein
Valideneinkommen
von Fr. 88'997.-- (vgl.
rechtskräftige Verfügung vom 9. November 2015,
Urk. 7/49 S. 2 oben) und für 2
016 ein
solches
von Fr. 89'442.--
(Urk. 2 S. 4 f.).
Zieht man das Einkommen der
letzten
Arbeitsstelle des Beschwerdeführers vor dem Unfall bei und indexiert
dieses
auf das Jahr 2016, so ergibt
sich
gemäss
Beschwerdegegnerin
e
in
Betrag
von Fr. 88'168.-- (vgl.
vorstehend E. 3.3;
Urk. 2 S. 5 oben),
womit ein Einkommen in der von der Beschwerdegegner
in ange
nom
menen Höhe resultiert
.
Auf das von der Beschwerdegegnerin veranschlagte
Vali
den
einkommen
ist somit abzustellen, zumal das Sozialver
siche
rungs
gericht sein
Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und sich nur auf Gegebenheiten abstützen kann, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen
(BGE 137 V 71 E. 5.2, 116 V 307 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_556/2016 vom 23. November 2016 E. 4.1)
, was vorliegend nicht der Fall ist
.
3.7
Auch
im Vergleich zur
Ermittlung des
Valideneinkommens
anhand
der statisti
schen Durchschnittwerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 201
4
)
ergibt sich
ein
ähnliches Bild
.
Dabei
erscheint ein Abstellen auf das Total der Tabelle TA1
_b,
Unteres Kader
, Männer, angezeigt. Der monatliche Bruttolohn männlicher Arbeitskräfte betrug dabei im
Holz verarbeitende
n
Gewerbe Fr. 6‘356.--
, was nach Berücksichtigung der betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit per 201
6
von 41.7 Stunden
und unter
Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
(vgl. Nominallohnindex 2011-2016, Tabelle T1.1.10 Herstellung von Holzwaren)
zu
einem J
ahreseinkommen von rund Fr. 79‘194
.
--
führt
(Fr. 6‘356.-- x
12 :
40 x 41.7 x 1.003 x [-1.007])
.
A
uch
in
Anwendung der Tabelle TA1_tirage_skill_level
und dort ausgeh
end vom Kompetenzniveau 3
(
komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein
grosses
Wissen in einem Spezialgebiet voraus
setzen
)
ergibt sich
unter der Berücksichtigung der betriebsüblichen durchschnitt
lichen Arbeitszeit
im Sektor Herstellung von Holzwaren
sowie nominallohnange
passt
ein
Valideneinkommen
von rund Fr.
85‘
872
.-- (Fr. 6‘
892
.
-- x
12
:
40 x 41.7
x 1.0
0
3 x [-1.0
0
7])
.
Ebenfalls zu keinem anderen Ergebnis vermag der beigelegte Auszug des Beschwerdef
ührers aus dem Berechnungstool
Salarium
vom Bundesamt für Sta
tistik (Urk. 3) zu führen. Beide
n
Instrumentarien, sowohl
den
Tabellenlöhne
n
als auch
dem
Berechnungstool, liegen die gleichen vom Bundesamt für Statistik erhobenen Daten zugrunde. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Diffe
renz liegt vielmehr in der Auswahl der Parameter bei
seiner
individuellen
Sala
rium-Lohnberechnung
begründet. Anzumerken ist lediglich, dass die Ver
gleichs
einkommen aufgrund gesamtschweizerischer Tabellenlöhne zu bestimmen sind (SVR 2012 UV Nr. 26 S. 93, Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2011 vom 25. April 2012 E. 5.2) und dass im vorliegenden Fall das
Valideneinko
mmen
mit monatlich rund Fr. 7‘454
.
-- verglichen mit den Löhnen im verarbeitenden Gewerbe
zwar als eher knapp bemessen
, aber mit Blick auf die
dargelegten
Tabellenlöhne
jedenfalls
als
noch vertretbar
erscheint
.
3.8
Nach dem Gesagten ist
auf den
von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben der Invalidenversicherung ermittelte
n
Validenlohn
für das Jahr 2016 von Fr. 89'442.
--
abzustellen
(vgl. vorstehend E. 3.6)
.
Unter Berücksichtigung des unbestritten gebliebenen Invalideneinkommens von Fr. 62‘400.-- (
vgl. vorstehend E. 3.1;
Urk. 7/183 S. 2) ergibt
sich
– wie von der Beschwerdegegnerin errechnet
–
ein
Invaliditätsgrad von rund 30 % und darauf basierend ein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Die Beschwerde erweist sich
folglich
als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.