Decision ID: fb5008a5-0e69-41ea-a281-f0fcb285683f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 19
6
2 geborene
X._
, Mutter zweier
Kinder
(geboren
1978
und
1985
), ohne Berufsausbildung,
reiste 1976 in die Schweiz ein und
arbeitete zuletzt vom 1. Oktober 1978 bis am 3
0.
Juni 2015 als Mitarbeiterin Qualitäts
kontrolle bei der
Y._
AG
. Am
3
1.
Juli 2015
(Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte mit Hinweis auf
Rücken
beschwerden und psychisch
e Beschwerden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
4
und
Urk.
6/24
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse holte die IV
-
Stelle
Unterlagen
des Krankentaggeldversicherers Swica (
Urk.
6/7
, 6/27,
Urk.
6/30
und
Urk.
6/36-41
) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
6/17
,
Urk.
6/25
,
Urk.
6/45-46,
Urk.
6/48-52 und
Urk.
6/56
), zog einen Auszug aus dem individuellen Kon
t
o bei (
Urk.
6/11) und verlangte einen Arbeitgeberbericht ein (
Urk.
6/24).
Mit Mitteilung vom 2
5.
Januar 2016 informierte die IV-Stelle die Versicherte, dass aufgrund ihres Gesundheits
zustandes aktuell keine beruflichen Massnahmen möglich seien (
Urk.
6/32).
Am 2
6.
September 2017 wurde die Versicherte von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie
des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
orthopädisch-chirurgisch untersucht (Bericht vom 16. Oktober 2017,
Urk.
6/57).
Mit Vorbescheid vom
4.
Januar 2018 wurde der Versicherten ab
1.
Januar 2017 eine ganze und vo
m
1.
Januar bis 3
1.
März 2018 eine Dreiviertels
rente in Aussicht gestellt (
Urk.
7/6
1
). Dagegen erhoben sowohl die Pensionskasse
Y._
am 1
1.
Januar 2018 als auch die Versicherte
am
2.
Februar und detailliert am
5.
März 2018
unter Beilage eines Berichts vom 2. Februar 2018 der Klinik
A._
Einwände
(
Urk.
6/62, Urk.
6/67-68 und Urk.
6/80).
Nach Eingang
einer weiteren
Stellungnahme der
Versicherten vom 2
4.
April 2018
(
Urk.
6/84) wurde sie am 2
8.
Juni 2018 erneut durch
Dr.
Z._
untersucht (Bericht vom
2.
Juli 2018,
Urk.
88)
, wozu die Versicherte wiederum am 3
1.
August 2018 Stellung nahm (
Urk.
6/92)
.
Am 1
7.
Dezember 2018 reichte
Dr.
med.
B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, der Orthopädie
C._
seine
Berichte
zu den Akten (
Urk.
6/96). Mit
Verfügung vom
1
4.
März 2019 sprach die IV-Stelle der Versicherten
ab
1.
Januar 2017 eine ganze
,
vom 1.
Januar bis am 31.
März 2018 eine Dreiviertelsrente zu
und verneinte ab
1.
April 2018 einen Rentenanspruch
(
Urk.
6/9
9
).
2.
Die Versicherte erhob am
2
9.
April 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
4.
März 2019
und beantragte, ihr sei in Aufhebung der angefochtenen
Verfügung
ab
1.
Januar 2018 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, e
ventualiter sei die Angelegenheit zwecks
Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
3
1.
Mai 2019
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
), was der Beschwerdeführerin am
3.
Juni 2019
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
7
).
3.
Auf Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten, wird soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerde
fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbs
tätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an
ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, es seien verschiedene Abklärungen im Hinblick auf die gesundheitliche wie auch berufliche Situation getätigt worden. Im September 2017 sei die Beschwerde
führerin vom
RAD
untersucht worden. Diese Untersuchungsergebnisse hätten als Entscheidungsgrundlage gedient. Vor Eintritt der gesundheitlichen Beein
trächtigung sei die
Beschwerdeführerin
im 100%-Pensum als Qualitäts
kontrolleurin tätig gewesen. Diese Arbeit sei ihr seit 2016 nicht mehr zumutbar. Bei Ablauf der einjährigen
Wartefrist
im Januar 2017 sei die Beschwerdeführerin in ihrer
Erwerbsfähigkeit
zu 100
%
eingeschränkt gewesen. Diese
Einschränkung
entspreche auch dem Invalid
i
tätsgrad, was zum Bezug einer ganzen Rente berechtige. Im September 2017 habe sich der
Gesundheitszustand verbessert und die Beschwerdeführerin sei in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig gewesen. Aus dem entsprechenden Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 60
%
. Somit werde di
e
bisherige ganze Ren
te per Januar 2018 auf eine Drei
viertelsrente reduziert. Ab 1.
Januar 2018 sei eine angepasste Tätigkeit sogar wieder in einem Pensum von 80
%
möglich. Aus dem entsprechenden Einkommensvergleich ergebe sich damit ein renten
ausschliessender Invaliditätsgrad von 36
%
. Demnach habe die Beschwerde
führerin seit dem
1.
April
2018 keinen Rentena
n
s
pruch mehr. Nach dem Einwand
sei eine erneute Untersuchung beim RAD erfolgt, wobei sich herausgestellt habe, dass sich keine Befundänderung ergeben habe. Es bestehe weiterhin eine freie Funktion in beiden Ellenbogengelenken und Handgelenken, so dass
angepasste
Tätigkeiten bis 90 Grad Abduktion unter Anteversion möglich seien (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, die Beschwerdegegnerin habe versäumt, sie von einer medizinischen Begutachtungsstelle untersuchen zu lassen. Dies trotz der offensichtlich schon seit Jahren
persistierenden
, viel
schichtigen Beschwerden. Allein schon deshalb sei die angefochtene
Verfügung
aufzuheben und die
vorliegende
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
Es könne nicht auf die Beurteilungen der Vertrauensärzte der Swica
als Krankentaggeldver
s
i
cherung des
ehemaligen
Arbeitgebers der
Beschwerde
führerin
sowie
auf jene des RAD abgestellt werden. Es seien jedoch sowohl psychiatrische als auch somatische Beschwerden zu
berücksichtigen
. Es sei schleierhaft wie der RAD-Arzt bei der Beschwerdeführerin eine Verbesserung des Gesundheitszustands habe feststellen könne
n
. Vielmehr sei das
Gegenteil
der Fall. Ebenso wenig begründet sei der Leidensabzug im Umfang von lediglich 5
%
. Nich
t
nur
l
ägen
lediglich
noch wenige
Berufsjahre
vor ihrer Pensionierung
,
auch sei sie zuvor während rund 36 Jahren für denselben Arbeitgeber tätig gewesen. Zu gewähren
sei
ein Abzug
von
10
%
. Korrekt sei jedoch ohnehin einzig
die
Ein
schätzung v
on
Dr.
D._
, welcher di
e
A
rbeitsfähigkeit
bereits
mit
Arzt
bericht
vom
3.
Dezember 2015 zutreffend mit lediglich 30
%
taxier
t habe
.
Im Übrigen
werde
auch durch den Bericht von
Dr.
E._
vom
2.
Februar 2018
belegt, d
ass die
Arbeitsfähigkeit
von 80
%
vollkommen unrealistisch sei.
Demgemäss
habe die Beschwerdegegnerin ihre Abklärungspflicht verletzt und
es sei eine
p
o
lydisziplinär, insbesondere psychiatrisch
e
sowie
rheumatologisch
e
und orthopädisch
e
Begutachtung notwendig
. Dies für
den
Fall, dass
ihr
das Gericht nicht wider Erwarten ohnehin auch über den 3
1.
März 2018 hinaus und bis auf Weiteres eine ganze Invalidenrente zuspr
e
che (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
F._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie,
führte
im
Bericht vom 2
7.
August 201
5
aus, dass die Beschwerde
führerin an einem
chronisch
lumbovertebralen
Syndrom
und einer Depression
leide
.
Sie
sei seit
Ende Oktober
2014 in ihrer bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsunfähig (
Urk.
6/17/1-
3
).
3.
2
Dr.
med.
G._
, Fachärztin
Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
welche die Beschwerdeführerin am
2.
November 2015
im Auftrag der Swica begutachtete
,
hielt
im
Bericht vom
2
9.
November 2015 keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie folgende Diagnosen (
Urk.
6/30/6
-7
):
-
Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts bei/mit
-
Klinisch keine radikuläre Symptomatik
-
Segmentale Irritation über L4/L5
-
Leichte degenerative Veränderungen in Form von
-
Mässiggradigen
Spondylarthrosen
v.a. Höhe L3 – L5
-
Keine Anhaltspunkte für Diskushernie oder Spinalkanalstenose (MRI 21.7.2015)
-
Chronische
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts mit
Impingement
(US vom 11.11.2015)
-
Klinisch
Druckdolenzen
über AC-Gelenk,
Pro
c
.
coracoide
u
s
,
sulcus
intertubercularis
Aus somatischer Sicht sei die Beschwerdeführerin ab sofort in ihrer bisherigen Tätigkeit voll arbeitsfähig. Die einzige aktuelle Einschränkung beziehe sich auf das rechte Schultergelenk mit der
Impingement
Symptomatik. Länger dauernde Über-Kopf-Arbeiten seien zu vermeiden. Ansonsten sei die Beschwerdeführerin für leichte bis mittelschwer
e
Arbeiten voll arbeitsfähig (
Urk.
6/30/7-8).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom
3.
Dezember 2015 eine rezidivierende Depression, gegenwärtig
schwergradige
Episode (ICD-10: F33.2), chronische
Periarthropathia
humeroscapu
l
aris
rechts mit
Impingement
und ein chronisch rezidivierendes lumbovertebrales und –
spondylogenes
Syndrom bei
Spondylarthrose
L5/S1 (
Urk.
6/25/1). Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit noch 30
%
arbeitsfähig sei. Frühestens ab Sommer 2016 könne mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit auf 60
%
gerechnet werden (
Urk.
6/25/3).
3.4
Die
Swica
holte
weiter
ein
bidisziplinäres
Gutachten ein
(Expertise vom
1
0.
März 2016
,
Urk.
6
/
36
)
. Die
orthopädische
Untersuchung erfolgte am
9.
März 2016
durch
Dr.
med.
H._
, Fachärztin
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates
. Die psyc
hiatrische Untersuchung fand gleichentags
durch
Dr.
med.
I._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, statt
.
Darin
wird das
aktenkundige
medizinische Gutachten
von
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
1.
Februar 2015
zuhanden
der Swica
zusammengefasst (
Urk.
6/36/15-16
), weshalb
es
nicht noch einmal wieder
gegeben
wird.
Dr.
H._
nannte
in den letzten Wochen eingetretene Funktions
einschränkungen der rechten Schulter bei PHS sowie rezidivieren
de Beschwerden lumbal bei
Fehls
t
at
ik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und
ver
schmächtigter
Rumpfmuskulatur, kein nervenwurzelbezogenes
neurologisches
Defizit
und
beidseits verkürzte
Ischi
o
kruralmuskulatur
.
Bezüglich de
r
Einschränkungen
an
der rechten Schulter werde zu einer Abklärung mittels MRT geraten.
Rückwirkend ergebe sich etwa ab Januar
2016
eine volle Arbeits
unfähigkeit für die Dauer von
zwei
Monaten. In
zwei
Monaten soll
t
e eine Arbeits
fähigkeit von mindestens 50
%
für angepasste Tätigkeiten
vorliegen
. Auf die
Dauer
sei die Beschwerdeführer
i
n nur
noch
für körperlich
sehr
leichte und leichte Tätigkeiten einsetzbar, primär wegen ihres Habitus
. Heben und tragen mittel
schwerer bis schwerer Lasten, häufiges Bücken, ständige Zwangshaltungen und Tätigkeiten über Kopf sollten vermieden werden (
Urk.
6/36/
9-11
)
Dr.
I._
nannte in seinem Gutachten keine
Diagnosen
mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
.
Unter
den Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
erwähnte er die abgeklungene
depressive
Reaktion/Anpassun
g
sstörung nach Kündigung (ICD-10 F43.21), welche jedoch
vollständig
remittiert
sei
.
Es lägen zwar erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren vor (Pflegebedürftigkeit des Sohnes, finanzielle Probleme wegen fehlender Taggeldzahlungen), die zwar nach wie vor einen Einfluss auf die emotionale Befindlichkeit der Beschwerdeführerin hätten, jedoch vom Schweregrad her keine depressiven Symptome mehr erzeugen würden. Letztere seien vollständig remittiert, trotz der psychosozialen Belastungs
faktoren. Die Beschwerdeführerin sei seit geraumer Zeit psychiatrisch unauffällig und stabil, bei fortgesetzter Psychotherapie und Pharmakotherapie. Diese sollten auch künftig fortgesetzt werden. Weitere therapeutische Massnahmen seien nicht vorzuschlagen.
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe heute keine Einschränkung der Leistungs-
und Arbeitsfähigkeit mehr (Urk.
6/
36/24-2
9
).
3.
5
Im Verlaufsbericht vom
6.
Juni 2016 erhob
Dr.
D._
noch
die Diagnose einer
rezidivierenden
Depression, aktuell leichtgradige Episode (ICD-10
:
F33.0)
, wobei er keine Befunde erhob
.
Hinsichtlich
der psychischen Verfassung bestehe eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit
(
hinsichtlich der
körperlichen Einschränkungen
eine volle Arbeitsunfähigkeit) in der bisherigen Tätigkeit. In einer angepassten Tätig
keit, in ähnlichem, vergleichbare
m Bereich (
Fertigung, Band, Maschinen etc.
)
bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 50
%
(Urk. 6/46/1
-2
).
Bei den Fähigkeiten notierte er schliesslich keine schweren Einschränkungen und lediglich, dass die Durchhaltefähigkeit und die Belastbarkeit im Beruf mittel eingeschränkt sei (
Urk.
6/46/2)
3.6
Im Verlaufsbericht vom
8.
Juni 2016 hielt
Dr.
F._
die Beschwerdeführerin auf
grund von LWS-Schmerzen bei Lumbago und einer Depression weder in der bisherigen noch in einer angepassten Tätigkeit für arbeitsfähig (
Urk.
6/45/1-2).
3.7
Dr.
med.
E._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, welcher die Beschwerdeführerin aufgrund der Zuweisung
des
Rheumatologen
Dr.
med.
K._
bezüglich der Beschwerden an der rechten Schulter
untersuchte, führte in seinem Bericht
vom 2
7.
August 2016
folgende Diagnosen auf
(
Urk.
6/49/6)
:
-
Subacromiales Schmerzsyndrom rechts bei subtotaler gelenksseitiger
Supraspinatusruptur
(Pasta-Läsion von ca. 90
%
der Sehnendicke über die gesamte Sehnenbreite) mit deutlich instabiler Bizeps
longus
Sehne sowie aktivierter AC-Gelenksarthrose
-
St. n. mehreren
subacromialen
Steroidinfiltration
en
rechts – jeweils für
einige
Tage deutliche Symptomlinderung
-
Chronisch rezidivierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine subtotale
Supraspinatus
-Partialruptur mit de
utlich instabiler Bizeps
longus
-
Sehne. In der Tat sei in dieser Situation die arthrosko
pische
Supraspinatusrekonstruktion
mit
Bicepstenodese
empfehlenswert. Dies umso mehr, als die
Beschwerdeführerin
jeweils für kurze
Zeit
auf die Steroidinfiltration angesprochen habe (
Urk.
6/49/7)
.
3.
8
Im
Bericht vom 3
1.
Januar 2017
führte
Dr.
E._
aus, d
rei Monate post
operativ bestünden noch klinisch Zeichen
einer
postoperativen
retraktile
n
Kapsulitis
. Assoziiert damit hätten sich Myogelosen der
Trapeziusmuskulatur
und d
e
r
latissimus
dorsi
Muskulatur rechts ausgebildet.
Die Prognose bleibe günstig. Es sei mit einem Rehabilitationsverlauf von drei bis sechs Monaten zu rechnen.
Es besteh
e
noch eine volle
Arbeitsunfähigkeit
bis voraussichtlich
April
2017 (
Urk.
6/50/
5).
3.
9
Dr.
K._
führte
in seinem Bericht
vom 7. Juni 2017 folgende Diagnosen auf:
-
Postoperative
retraktile
Kapsulitis
Schulter rechts bei Status nach Bizeps
longus-Tenodese
,
subacromialer
Dekompression PASTA-
Repair
2016
-
Chronisch rezidivierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
-
Intermittierendes
cervicovertebrales
und –
cephales
Schmerzsyndrom
Es zeige sich intermittierend und rasch wechselnd eine Schultergelenks
symptomatik rechts mit Ziehen in den Armen, positionsabhängig und teilweise gutem, teilweise nicht so gutem Ansprechen im Sinne einer Schmerzreduktion auf die Einnahme von Analgetika. Die Schultergelenksbeweglichkeit habe sich ab Januar 2017 bis Mai 2017
wesentlich
verbessert. Weiterhin intermittierend bestünden
lumbovertebrale
und
spondylogene
Schmerzen
ohne sichere sensible
oder motorische Defizite. Gemäss der aktuellen Situation
bestehe bis im August 2017
eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/51
).
3.10
Aufgrund der unklaren Aktenlage bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin aus somatischer Sicht fand am 26. September 2017 eine orthopädische-chirurgische Untersuchung beim RAD statt
(Untersuchungsbericht vom 1
6.
Oktober 2017,
Urk.
6/57)
.
Dr.
Z._
hielt mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit folgende Diagnose fest:
-
Schmerzhafte Bewegungseinschränkung der rechten Schulter mit/bei
-
Einschränkung der Anteversion aktiv und passiv (110 Grad)
-
Abduktion (90 Grad)
-
Ruhe-, Belastungs- und Bewegungsschmerz
-
Status nach Arthroskopie rechte Schulter mit Rekonstruktion der
Supra
spinatusruptur
, Tenotomie und
Tenodese
der langen
Bicepssehne
,
Bursektomie
und
Acromioplastik
rechts am 28.10.2016
-
Bewegu
ng
sschmerz, Belastungsschmerz der LWS mit/bei
-
Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz
-
Dekonditionierung
-
Aktuell keine neurologischen Defizite, keine motorischen Defizite, keine Lähmungen
-
Radiolog
isch nachgewiesene mässige
Spondy
l
arthrosen
ohne Spinalkanalstenose (MRI 7/2015)
Bezüglich der Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verwies der RAD-Arzt auf die RAD-Stellungnahme vom 1
6.
Juni 201
6.
Bei der Beschwerde
führerin sei anhand der
vorliegenden
medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin seit dem
1.
Januar 2016 voll arbeitsunfähig. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei Erkrankungen der Lendenwirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittel
schweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körperposition sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Aus medizinischer Sicht sollten bei vorgeschädigter
Schulter
Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrations
einwirkungen auf die rechte
Schulter
sowie Überk
o
pfarbeiten und Arbeiten in ständiger Armvorhalteposition, insbesondere
repetitive
Tätigkeiten mit Belastung des rechten Armes nicht mehr zugemutet werden. Das Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5-8 kg (unte
r ungünstigen Hebeln), in günstiger Belastungsposition (körpernah, bis Lendenhöhe) über 20 kg sollte verm
ie
den
werden. Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis max. 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, seien medizinisch theoretisch zumutbar.
Die Beschwerdeführerin sei in einer angepassten Tätigkeit vom
1.
Januar bis am 30. April 2016
zu
100
%
, vom
1.
Mai bis 3
1.
Mai 2016
zu
50
%
, vom
1.
Juni 2016 bis am 2
6.
September 2017
zu
100
%
und vom 2
7.
September bis am 3
1.
Dezember 2017
zu
50
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem
1.
Januar 2018 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Es sei weiterhin eine höhere Pausen
notwendigkeit gegeben. Eine Fortsetzung der Physiotherapie wie auch einer MTT
(medizinische Trainingstherapie)
sei indiziert. Eine erneute Ruptur oder Ver
letzung der
Rotatorenmanschette
werde im aktuellen MRI ausgeschlossen. Es könne weiter eine intensive Mobilisation durchgeführt werde
n
(
Urk.
6/57/
7
-9).
3.11
Dr.
E._
führte
im Bericht
vom
2.
Februar 2018 aus, gut 15 Monate postoperativ bestünden noch belastungsabhängige Schmerzen
subacromial
rechts. Die Beweglichkeit der rechten Schulter bleibe schmerzbedingt einge
schränkt. Eine Kontroll-MRI-Untersuchung vom September 2017 zeige intakte Sehnen der
Rotatorenmanschette
. Die ausgeprägten Myogelosen könnten die Schulterbeweglichkeit sehr stark weiterhin einschränken. Langfristig sehe er keine Möglichkeit der Arbeitsfähigkeit mehr. Er empfehle in dieser Situation eine gutachterliche Beurteilung (
Urk.
6/68).
3.1
2
Im Bericht vom 1
2.
Juni 2018 ergänzte
Dr.
E._
, es bestünden
subacromiale
Schmerzen bei Abduktion und Flexion über Schulterblattebene. Er empfehle dennoch weiterhin ein rein konservatives Vorgehen. Eine nochmalige Arthroskopie mit
subar
s
comialem
Débridement
bringe voraussichtlich langfristig keine massive Verbesserung (
Urk.
6/86).
3.13
Am 2
8.
Juni 2018 wurde die Beschwerdeführerin erneut von
Dr.
Z._
vom,
RAD untersucht. Im Untersuchungsbericht vom
2.
Juli 2018
hielt er neben den unveränderten Belastungsprofilen
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest
:
-
Persistierende Schmerzsymptomatik rechtes Schultergelenk mit/bei
-
Unveränderte
r
Einschränkung der Anteversion aktiv und passiv (110 Grad)
-
Abduktion (90 Grad)
-
Painful
arc
-
Ruhe-, Belastungs- und Bewegungsschmerz
-
Klinisch Hinweise auf
Impingement
, Beteiligung der
Supraspinatus
- und
Bicepssehne
, AC-Gelenkbeteiligung im Sinne einer leichten AC-Arthrose
-
Radiologisch Aussch
l
uss einer
Reruptur
(MRI 16.10.2017)
-
Status nach Arthroskopie rechtes Schultergelenk mit
Biceps
longus
Sehnen
Tenodese
,
subacromialer
Dekompression und PASTA-
Repair
einer gelenksseitigen
Supraspinatus
-Partialsehne
n
ruptur
-
LWS-Syndrom mit/bei
-
Belas
t
ungsschmerz, Bewegung
s
schmerz
-
Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz
-
Dekonditioni
e
rung
-
Aktuell keine neurologischen Defizite, keine Lä
h
mungen, keine motorischen Defizite
-
Radiologisch
nachgewiesen
mässige
Spondylarthr
osen
ohne
Spinalkanalstenose (MRI 7/2015
)
In Hinsicht der aktuellen Untersuchung fänden sich unverändert noch eine klinische Symptomatik des rechten Schultergelenkes mit deutlichen klinischen Hinweisen auf eine
Impingement
- und
Supraspinatus
-Symptomatik mit AC-Beteiligung vor. Die klinischen Untersuchungsbefunde entsprächen auch den radio
logischen Befunden im letzten MRI vom 2
1.
September 201
7.
Im Verlauf habe die Schmerzmedikation verändert bzw. bei Unverträglichkeit reduziert werden können. Insgesamt habe aber eine Verdeutlichungstendenz der Schmerzsymptomatik sowohl in Hinsicht auf die Schulter- wie auch die Rücken
schmerzen bestanden. Aus medizinischer Sicht sei eine nochmalige Abklärung der anhaltenden Schultersymptomatik zu empfehlen, die klinischen Untersuchungs
befunde der Schulter
wiesen
auf eine
Impingement
wie auch auf eine SSL-Symptomatik bei AC-Beteiligung hin. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe
aber
weiterhin unverändert eine 80%
ige
Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit seit Januar 201
8.
In Hinsicht auf die Beweglichkeit sei im Vergleich zur Voruntersuchung eine Verbesserung eingetreten. Klinisch fänden sich aber
unverändert
noch Hinweise auf ein
Impingement
-Syndrom mit
SSL
-
Symptomatik
(
Urk.
6/
100
/
3-
5
)
.
4.
4.1
Die RAD-Berichte
(E. 3.10 und E. 3.13)
, welche Grundlage für die Einschätzung de
s
Gesundheits
zustands
und
der
Arbeitsfähigkeit
aus somatischer Sicht
bilden, basieren auf umfassenden Untersuchungen
(
Urk.
6/57/3-7 und
Urk.
6/88/3-7)
.
Der RAD-Arzt
verfasste
seine
Expertise
n
in detaillierter Kenntnis der Vorakten (
Urk.
6/82
, 6/57/8 und
Urk.
6/88/8
). Die Beschwerdeführerin konnte ihre geklagten Beschwerden ausführlich schildern (
Urk.
6/57/1-3 und
Urk.
6/88/1-3
). Die medizinische Situation und Zusammenhänge werden einleuchtend dargelegt und begründet; die Schlussfolgerung
en sind
nachvollziehbar. Damit vermögen die RAD-Berichte die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten
Anforderungen (E. 1.4) vollumfänglich zu erfüllen und es kommt ihnen voller Beweiswert zu
.
4.2
Die Einschätzung des RAD-Arztes
vom 1
6.
Ok
tober 2017 erfolgte schlüssig. Im erstellten Belastungsprofil wurden die
Einschränkungen der Lendenwirbelsäule sowie d
er
geschädigte
n
Schulter
berücksichtigt
.
Dass
der RAD-Arzt
infolgedessen auf eine
volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
unter Fortsetzung der Physiotherapie und einer intensiven MTT - eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf 80 % per Januar 2018 erwartete,
ist
demnach
nicht zu beanstanden.
Entgegen den Ausführungen
der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1 S.
8
f.)
ändert auch
der Bericht von
Dr.
E._
vom
2.
Februar 2018
(
Urk.
6/68)
nichts
an der Beur
teilung
.
Dieser
enthält fast identische Untersuchungsbefunde bezüglich
der Beweglichkeit der Schulter
wie der RAD-Bericht
.
Ferner hielt
Dr.
E._
fest, die ausgeprägten Myogelosen könnten die Schulterbeweglichkeit weiterhin sehr stark einschränken. Langfristig sehe er keine Möglichkeit der Arbeitsfähigkeit mehr. Er empfehle in dieser Situation eine gutachterliche Beurteilung (Urk.
6/68/2). Daher
kann davon
ausgegangen
werden, dass
Dr.
E._
die Ansicht des RAD-Arztes, die Beschwerdeführerin sei
in der bisherige
n Tätigkeit voll
a
rbeitsunfähig, teilte.
Was den Umfang der noch zumutbaren angepassten Tätigkeit anbelangt
,
legte er sich nicht selber fest
und
verwies
auf eine gutachterliche Beurteilung
(
Urk.
6
/68/2)
.
A
uch sein aktuellerer
Bericht
vom 12.
Juni 2018
(Urk. 6/86)
führt zu keinen neuen
medizinischen Erkenntnisse
n und lässt im Übrigen
Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit
gänzlich vermissen.
Aufgrund de
r
Arztbericht
e
fand am 2
8.
Juni 2018 nochmals eine Untersuchung beim RAD statt
.
Im Untersuchungsbericht
führte der RAD-Arzt nachvollziehbar aus, weshalb
die Arztberichte
von
Dr.
E._
nicht
s
an seiner Einschätzung zu ändern vermögen.
Des Weiteren hielt er
schlüssig fest
,
dass
im Vergleich zur Voruntersuchung eine
leichte
Verbesserung der Beweglichkeit eingetreten
sei
. Klinisch
lägen
aber unverändert Hinweise auf
ein
Impingement
-Syndrom mit
SSL
-Symptomatik
vor
, weshalb
unverändert eine 80
%
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seit Januar 2018 bestehe, mithin er
schliesslich an
den vorherigen Ausführungen zur
Arbeitsfähigkeit und zum Belastungsprofil
festhielt (Urk.
6/
88/
8-
9)
.
Die
nach der RAD-Untersuchung eingereichten
Berichte von
Dr.
B._
vom 1
5.
Oktober, 3
0.
Oktober und 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
6/96/1-3) und der Bericht von
Dr.
L._
, Facharzt Radiologie, vom 2
6.
September 2018 (Urk.
6/96/4-5)
legen
die bekannte Schädigung der
rechten Schulter dar,
äussern sich
aber
überhaupt nicht zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
oder zur Bewegungseinschränkung, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat
.
Entsprechendes gilt für den Bericht von
Dr.
E._
vom 2
8.
März 2019 über die gleichentags erfolgte Untersuchung, der auf die vorstehend genannten Berichte Bezug nimmt (Urk. 6/103). Diese Berichte vermögen die Einschätzung durch den RAD nicht in Frage zu stellen.
4.3
Auch kann die Beschwerdeführerin
aus dem Umstand, dass
der RAD
-Arzt
nicht auf
ihre
Vorbringen
bezüglich der
einzelnen
Diagnosen
eingegangen war
(
Urk.
1 S. 10), nicht
s
zu ihren Gunsten ableiten
.
Die diagnostische Einordnung eines Gesundheits
schadens ist nicht entscheidend, sondern dessen konkreten Aus
wirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1).
Die
unterschiedliche diagnostische Einschätzung ist daher ohne Belang
, mass
gebend ist die d
a
raus resultierende Einschränkung der Beweglichkeit der
rechten
Schulter, welche der RAD
-Arzt
im Belastungsprofil berücksichtigte
und
in der zweiten Untersuchung nochmals überprüfte
. Es ist demnach
auch nicht wider
sprüchlich
,
wenn
der RAD aus medizinischer Sicht eine nochmalige Abklärung der anhaltenden Schultersymptomatik empfahl, da die genaue Diagnose für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich ist, jedoch eine adäquate Behandlung ermöglichen könnte.
4.4
Zusammenfassend ergeben sie keine begründeten Zweifel an der Beurteilung des RAD.
Von weiteren Abklärungen, wie
von der Beschwerdeführerin
gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweis
würdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinwiesen) zu verzichten ist.
5.
5.1
Aus psychiatrischer Sicht brachte die Beschwerdeführerin vor,
dass ihre
psychischen
Beschwerden bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
nicht berück
sichtigt worden seien
(
Urk.
1 S. 5)
.
Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass
der So
zialversicherungsträger befugt ist
, auch nicht von ihm selber veranlasste ärztliche Berichte und Gutachten zu berücksichtigen, soweit diese zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes beitragen können, und die Verfahrens
grundsätze, welche namentlich in BGE 137 V 210 umschrieben wurden, grund
sätzlich die medizinischen Gutachten, welche der mit dem streitigen sozial
versicherungsrechtlichen Leistungsanspruch befasste Versicherungsträger selber einholt, beschlagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_15/2015 vom 3
1.
März 2015 E. 6.4)
. Vorliegend existieren zwei voneinander unabhängige
,
von der Swica in Auftrag gegebene psychiatrische
Gutachten, welche
b
eide nachvollziehbar und
schlüssig
spätestens per Anfang März 2015
aus psychiatrischer Sicht
von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgehen (E. 3.4
,
vgl. auch
Urk.
6/36/16
).
Hinsichtlich
de
s
Bericht
s
von Dr.
D._
vom
6.
Juni 2016
(E. 3.5)
hat das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Ferner
kann vorliegend schon deshalb nicht
darauf
abgestellt werden, da
Dr.
D._
darin keine Befunde erhob und
die Arbeitsunfähigkeit von 50
%
nicht ausführlich und widerspruchsfrei begründete
. Nach diesem Zeitpunkt befinden sich bei den Akten keine Dokumente mehr, welche
auf eine
psychische Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin
hinweisen
würden.
5.2
Ferner
gab die Beschwerdeführerin i
n der
zweiten psychiatrischen
Begutachtung vom
9.
März 2016
mithin
selber an, die anfänglichen Depressionen
nach der Kündigung
seien in der Z
wischenzeit wieder
«
gut
»
geworden
, d
ies
dank der regel
mässigen Gespräche mit
dem
Psychiater (
Urk.
6/
36/19-20)
.
Hinzu kommt, dass
die Beschwerdeführerin
weder in de
n
RAD-Untersuchungen
im Jahr 2017
noch in der RAD-Untersuchung im Jahr
2018
, in welchen sie zu ihrem aktuellen Gesundheits
zustand befragt wurde,
über
allfällige
psychische
n
Einschränkungen
klagte. Sie
gab
auch
ihren Psychi
ater nicht mehr als behandelnden
Arzt
an
(
Urk.
6/57/1 und
Urk.
6/88/1).
5.3
Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass bei der Beschwerdeführerin
mit
überwiegend
er
Wahrscheinlich
keit
keine psychische
n
Einschränkung
en
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
vorliegen
. Somit war sie auch nicht gehalten, weitere Abklärungen im Rahmen der Unter
suchungspflicht
von
Art.
43 ATSG
vorzunehmen.
5.4
Im Sinne eines Zwischenfazit ist die Beschwerdeführerin demnach
aus somatischer Sicht
im Umfang des Belastungsprofils in einer leidensangepassten Tätigkeit seit
September 2017 wieder zu 50
%
und seit
dem 1. Januar 2018 80
%
arbeitsfähig (E. 3.10 und E. 3.13). Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.
Trotz des p
flegebedürftigen Sohnes war die Beschwerdeführerin immer in einem 100%-Pensum tätig (
Urk.
6/24).
Es ist daher
nicht zu beanstanden, dass der Invaliditätsgrad vorliegend mittels eines reinen Einkommensvergleichs im Sinne von
Art.
28a
Abs.
1 IVG bemessen wurde, zumal dies von der Beschwerdeführer
in auch nicht beanstandet wurde (E. 1.6).
6.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.
2
Die Arbeitgeberin hatte
der Beschwerdeführerin
wegen wiederholter Verletzung der Sorgfaltspflicht per 3
0.
Juni 2015 gekündigt, mithin aus
invaliditätsfremden Gründen, so dass
sie im Zeitpunkt des Rentenbeginns auch ohne die gesund
heitlichen Einschränkungen nicht mehr bei dieser
angestellt wäre
, weshalb das Valideneinkommen
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
zu ermitteln ist. Da die Beschwerde
führerin über 36 Jahre bei der
Y._
AG arbeitete
(
Urk.
6/24/1)
und nicht lediglich
Hilfstätigkeiten ausführte (
Urk.
6/24/5)
, ist davon auszugehen, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen nach wie vor in der Branche Herstellung v. Nahru
ngsmittel
im Kompetenzniveau 2 arbeiten würde
. Somit ist
das Valideneinkommen aus
gehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 2016,
TA1
, Branche
Herst
.
v
. Nahrungs
mitteln 10-11,
Kompetenzniveau
2, Frauen zu ermitteln.
Dies führt unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
6
von
42.3
Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02) bei einem Vollzeitpensum zu einem
Valideneinkommen
von
Fr.
57'
193
.
85
(
Fr.
4’507
.-- x
12 :
40 x
4
2.
3
).
Das Jahreseinkommen ist der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung bei
Frauen
bis
ins Jahre 201
7
– den
frühe
st
möglichen Rentenbeginn - anzupassen (
Fr.
57'
193
.
85
.-: 1
0
5
.
6
x
10
6
.
2
; vgl. die Tabelle T1.
2
.10 [Nominallohnindex,
Frauen
2011-2018] Branche
Verarbeitendes Gewerbe/
Herstellung von
Waren
10-
33
von 10
5
.
6
[2016
] auf
106.2
[201
7
] bei einem Index 2010=100).
Das Validen
einkommen
für das Jahr 2017
beträgt demnach
rund
Fr.
57'
519
.--
.
Des Weiteren ist d
as Jahreseinkommen
für die Bemessung des Invaliditätsgrades ab
1.
Januar 2018
der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung bei
Frauen
bis
ins Jahre 201
8
anzupassen
. Dies
ergibt
für das Jahr 2019
ein Valideneinkommen von
rund
Fr.
57'
627
.--
(
Fr.
57'
193
.
85
.-: 105.6 x 106.4; vgl. von 105.6 [2016] auf 106.4 [2018] bei einem Index 2010=100)
.
6.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.
4
Die Beschwerdeführerin
kann
ihre
angestammte Tätigkeit
als Mitarbeiterin Qualitäts
kontrolle
seit Januar 2016 nicht mehr ausüben. Eine angepasste Tätig
keit ist
ihr
jedoch seit
2
7
.
September
2017 zu 50
%
und seit
1.
Januar
201
8 zu 80
% zumutbar (vorstehend E.
3.10 und E. 3.13
).
Da
der
Beschwerdeführerin von Januar bis
am
2
6.
September
2017 keine Erwerbs
tätigkeit zumutbar war, beträgt das Invalideneinkommen für diesen Zeit
raum
Fr.
0.--. Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ab
2
7.
September
2017 rechtfertigt es sich, den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten S
ektors gemäss LSE heranzuziehen, da die Beschwerdeführerin
die bisherige Arbeitstätigkeit in der
Branche
Herst
. v. Nahrungsmitteln
nicht mehr zumutbar ist und
sie
über keine Berufsausbildung verfüg
t.
Das im Jahr 2016
standardisierte monatliche Einkommen für
weibliche
Hilfskräfte
betrug pro Monat
Fr.
4’363
.-- (LSE 2016,
Tabelle TA 1
, Total
Frauen
, Kompetenz
niveau 1
)
, mithin
rund
Fr.
52’356
.-- pro Jahr. Unter Berücksichtigung der
durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2017 von 41.7 Stunden (
Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02
)
sowie der
allgemeinen Lohnentwicklung von
Frauen bis ins
Jahr 2017 (Tabelle
T.39
,
2709 [2016] auf 2719 [2017]
)
ergibt dies
bei einem Vollzeitpensum
ein Invalideneinkommen von
Fr.
54'
782.60
(
Fr.
52’356
.--
: 270
9
x 2719
: 40 x 41.7) für das Jahr 2017
bei einem 100%-Pensum, mithin von
Fr.
27'
391
.30
bei einem 50%-Pensum
.
Für den Einkommensvergleich ab
1.
Januar 2018 ist die allgemeine
Lohn
entwicklung von Frauen bis ins Jahr 201
8 zu berücksichtigen
(Tabelle T.39, 2709 [2016] auf
2732
[201
8
])
, wobei bei einem 80%-Pensum ein Invalideneinkommen von
Fr.
44'035.60
resultiert (
Fr.
52’356.
-- :
2709 x 27
32
: 40 x 41.7
x 0.8
)
.
6.
5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabel
lenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundes
gerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin gewährte
der Beschwerdeführerin
einen leidens
bedingten Abzug
von 5
%
mit der Begründung, dass
nach 37 Jahren beim
gleichen Arbeitgeber und mit 55 Jahren eine besonders grosse Umstellungs
fähigkeit gefordert sei, um sich auf eine neue Arbeitsstelle einzulassen
(
Urk.
2
). Die Beschwerdeführerin forderte hingegen einen leidensbedingten Abzug von 10
%
, da vor
ihrer
Pensionierung nur noch wenige Berufsjahre
lägen
und sie zuvor während rund 36 Jahren für denselben Arbeitgeber tätig
gewesen sei
(
Urk.
1 S. 7).
Nach ständiger Rechtsprechung werden
Hilfsarbeiten auf dem mass
gebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 2
5.
August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2
016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.4.3), weshalb das Kriterium, es lägen nur noch wenige Jahre vor der Pensionierung, keinen Abzug rechtfertigt.
Des Weiteren bildet das Kriterium der grossen Umstellungsfähigkeit rechtsprechungsgemäss keinen Abzugs
grund.
Vorliegend ist
jedoch
in diesem speziellen Fall mit Blick auf die doch zweifache Einschränkung durch Beschwerden an der rechten Schulter und
der LWS
sowie der überdurchschnittlich lange
n
Betriebszugehörigkeit der Beschwerde
führerin zu Gunsten der Beschwerdeführerin
der
leidensbedingte Abzug von 5
%
nicht zu beanstanden.
Weitere Gründe, welche einen Abzug rechtfertigen würden, wurden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich.
Demnach resultiert bei einem 50%-Pensum ab 2
7.
September 2017 ein Invaliden
einkommen von
rund
Fr.
26'
022.--
und bei einem 80%-Pensum ab
1.
Januar 2018 ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
41'
834.--
.
6.
6
Da sich die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
im Verlaufe des Jahres 2017
bis ins Jahr 2018
stufenweise geändert bzw. verbessert hat
,
sind jeweils drei verschiedene Einkommensvergleiche vorzunehmen.
Der Beschwerdeführerin
war
vom
1.
Januar bis
am 2
6.
September
2017 keine Erwerbs
tätigkeit zumutbar, weshalb für diesen Zeitraum ein e
ine ganze Rente begründende
r
Invaliditätsgrad von 100
%
resultiert.
Für den Zeitraum
vom 2
7.
September
bis
3
1.
Dezember 2017
ergibt der Vergleich des Valideneinkommens von
Fr.
57'
519
.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr.
26’022
.-- eine Einkommenseinbusse von
Fr.
31’
497
.-- und damit einen
Invaliditätsgrad von rund
55
%
.
Für den Zeitraum ab
Januar
201
8
ergibt der Vergleich des Valideneinkommens von
Fr.
57'
627
.-- mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
41’834
.-- eine Einkommens
einbusse von
Fr.
15
’
793
.-- und damit einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund
27
%
.
6.
7
Die per
2
7.
September
2017
bzw. per
1.
Januar
201
8
eingetretene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in
ist unter Berücksic
htigung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV
erst nach drei Monaten, mithin per
Januar
bzw. per
April
201
8
zu berücksichtigen.
7.
Nach dem Gesagten hat
die Beschwerdeführerin
von Januar bis
Dezember 2017
Anspruch auf eine ganze Rente
. Von
Januar
bis
März
201
8
besteht ein
Anspruch auf eine
h
albe
Rente
, wobei zu Gunsten der Beschwerdeführerin
die von der Beschwerde
gegnerin
berechnete
Dreiviertelsrente
von Januar bis März 2018 nicht
korrigiert wird
. Ab
April 2018
besteht
schliesslich
kein Rentenanspruch mehr. Dies führt zu
r
Abweisung
der Beschwerde.
8.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren v
or dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die
Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
9
00.-- festzusetzen und de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.