Decision ID: 6a92a5cc-83a1-4b94-803e-fedf9e1164aa
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (Jahrgang 1950) meldete sich am 13. August 2001 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Die Arbeitgeberin berichtete der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen am 3. September 2001, der Versicherte habe zuletzt als
Bauarbeiter gearbeitet (IV-act. 5 und 12). Dr. med. B._, Spezialarzt für Chirurgie FMH,
gab unter Beilage verschiedener Arztberichte der IV-Stelle am 4. Oktober 2001 an, der
Versicherte leide an einer reaktiven Tuberkulose mit Befallen des rechten Oberlappens
sowie einem St. n. oberer Bilobektomie. Seit 15. August 2000 bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Eine leichte Arbeit (4 bis 5 Stunden pro
Tag) sei dem Versicherten zumutbar (IV-act. 6). Dr. med. C._ von der Reha-Klinik
Walenstadtberg bestätigte in seinem Arztbericht vom 7. März 2002 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit ohne Lastenheben (IV-act. 9). Mit Verfügung
vom 23. Januar 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad
von 63% ab August 2001 eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 27). Dagegen liess der
Versicherte am 30. Januar 2003 unter Hinweis auf eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes Einsprache erheben (IV-act. 28). Mit Verfügung vom 18. Februar
2003 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 23. Januar 2003 und stellte weitere
Abklärungen sowie eine Neuverfügung in Aussicht (IV-act. 32).
A.b Am 3. September 2003 erstattete Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Innere
Medizin und Pneumologie, das Gutachten. Als Hauptdiagnosen gab der Arzt einen St.
n. Lungentuberkulose beidseits 8/2000 (geheilt), einen St. n. Bilobektomie rechts; eine
Dekonditionierung sowie eine Schlafstörung an. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden gonarthrotische Schmerzen beidseits. Eine subdepressive
Verstimmung werde vermutet. In seiner Funktion als Hilfsarbeiter auf dem Bau sei der
Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Im Augenblick sei er kaum belastbar. Ursache
davon seien Thoraxwandschmerzen, allenfalls auch Gelenksschmerzen, nicht jedoch
die pulmonale Einschränkung. Eine [leichte] bis mittelschwere körperliche Tätigkeit sei
dem Versicherten zu 50% zumutbar, auch unter der Voraussetzung einer teils
stehenden, teils sitzenden Tätigkeit. Ungünstig seien das häufige Heben von Lasten
über 10 bis 15 kg sowie Überkopfarbeiten und häufiges Bücken (IV-act. 46). Dr. med.
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E._ und Dr. med. F._ von der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
führten in ihrem Gutachten vom 6. April 2004 aus, der Versicherte leide an einer
Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F43.21), die
jedoch nicht so gravierend einzustufen sei. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
lasse sich aus dieser nicht postulieren (IV-act. 56).
A.c Mit Verfügung vom 4. November 2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
August 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 59% eine halbe Invalidenrente zu (IV-act.
66). In der internen Notiz vom 3. Juni 2004 hielt die IV-Stelle zur Invaliditätsbemessung
fest, weil dem Versicherten neu auch für mittelschwere Tätigkeiten eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert werde, könne kein Leidensabzug gewährt werden. Dafür sei
der Teilzeitabzug von 10 auf 15% erhöht worden. Somit resultiere bei einem
Valideneinkommen von Fr. 59'710.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 24'590.--
eine Einkommenseinbusse von Fr. 35'120.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von
58.82% (IV-act. 57).
B.
B.a Am 24. Mai 2005 ersuchte der Versicherte um eine Revision seiner Invalidenrente.
Sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (IV-act. 69). Gemäss Arztbericht der
Reha-Klinik Walenstadtberg vom 4. Mai 2005 stellte man bei den
Lungenfunktionsprüfungen eine mittelgradige respiratorische Limitation der
körperlichen Leistungsfähigkeit fest (IV-act. 70). Mit Verlaufsbericht vom 20. Juli 2005
bestätigte Dr. B._ einen verschlechterten Gesundheitszustand. Der Versicherte klage
über Atemnot, fehlende Ausdauer sowie körperliche Schwäche. Die Psyche wechsle
zwischen Aggressivität und Depression. Dem Versicherten sei keine Tätigkeit zumutbar
(IV-act. 77). Die Reha Klinik Walenstadtberg berichtete am 22. Dezember 2005, der
Gesundheitszustand sei im Vergleich zur Voruntersuchung im März 2005 unverändert
schlecht. Es komme bereits nach geringen Anstrengungen zur Dyspnoe. Eine
Veränderung der körperlichen Belastbarkeit dürfte im Vergleich zum März 2005 nicht
bestehen. Neu klage der Versicherte über Hüftbeschwerden (IV-act. 95). Dr. B._ gab
im Verlaufsbericht vom 16. Januar 2006 einen stationären Gesundheitszustand an. Neu
hinzugekommen seien eine Coxarthrose beidseits und eine Meniskusdegeneration
rechts. Die Arbeitsfähigkeit betrage 0% (IV-act. 96). Weitere Abklärungen folgten.
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Gemäss dem eingereichten Arztbericht der Klinik Valens vom 4. September 2006
wurde der Verdacht auf ein Impingementsyndrom der Hüftgelenke gestellt (IV-act. 128).
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz verneinte auf Grund der vorliegenden
Arztberichte aktuelle Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
durch die Diagnosen bezüglich des Bewegungsapparates. Die Lungenfunktionswerte
hätten sich im Vergleich zu den Werten im 2001 nicht wesentlich verschlechtert (IV-act.
98 und 132).
B.b Mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2006 stellte die IV-Stelle das Nichteintreten auf
das neue Leistungsbegehren in Aussicht (IV-act. 136). Dagegen liess der Versicherte
am 28. November 2006 einwenden, ein Nichteintreten zu verfügen widerspreche der
Durchführung des Revisionsverfahrens verbunden mit Abklärungen in der Sache selbst.
Gemäss Bericht der Klinik Valens vom 26. September 2006 leide er an einer
fortgeschrittenen schweren Coxarthrose rechts und ein totalendoprothetischer Eingriff
sei sinnvoll (IV-act. 140). Der Versicherte beantragte deshalb die Durchführung einer
medizinischen Begutachtung sowie die Erhöhung der Invalidenrente (IV-act. 139). Der
RAD erachtete am 18. Dezember 2006 eine polydisziplinäre Begutachtung als
angezeigt, weil mit dem Bericht der Klinik Valens vom 26. September 2006 eine
Verschlechterung ausgewiesen sei (IV-act. 145).
B.c Am 21. März 2007 beauftragte die IV-Stelle das Aerztliche Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI), Basel, mit der polydisziplinären Begutachtung des Versicherten (IV-act.
160). Das ABI untersuchte den Versicherten am 22. Mai 2007 aus psychiatrischer,
orthopädischer und pneumologischer Sicht. Aus internistischer Sicht ergab sich kein
Bedarf für eine Teilbegutachtung. Die Ärzte gaben in ihrem Gutachten vom 17. Juli
2007 zusätzlich zu den bekannten Diagnosen betreffend der Lungentuberkulose
(ICD-10: A15.8) an, der Versicherte leide an einer symptomatischen, vor allem zentral
betonten Coxarthrose beidseits, rechts > links (ICD-10: M16.0), an einer leichten
depressiven Episode (ICD-10: F32.0) sowie an einem leichtgradigen subakrominalen
Impingement der Schulter links mit Tendinopathie der langen Bizepssehne (ICD-10:
M75.4/M75.3) ohne klinische Hinweise für eine Läsion der Rotatorenmanschette. Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein St. n. zweimaliger Arthroskopie mit
partieller medialer Meniskektomie und Gelenks-Débridement Knie rechts, derzeit
klinisch weitgehend stumm (ICD-10: Z98.8). Nach dem Schulabgang habe der
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Versicherte keine Berufsausbildung gemacht und habe seit der Einreise in die Schweiz
körperlich schwer im Baugewerbe gearbeitet. Aus somatischer Sicht bestehe dafür auf
Grund der degenerativen Veränderungen an beiden Hüften sowie der mittelgradigen
respiratorischen Einschränkung bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine körperlich
leichte Tätigkeit in wechselnder Position mit einer Hebe- und Traglimite von 5 kg sei
dem Versicherten aus orthopädischer Sicht zu 80% (bei ganztägiger Präsenz mit um
20% reduzierter Leistung auf Grund eines erhöhten Pausenbedarfs) zumutbar. Auf
Grund der leichten depressiven Verstimmung sei die Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht um 20% eingeschränkt. Aus pneumologischer Sicht bestehe für
körperlich leichte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50% bei einer Präsenz von 5 1⁄2
Stunden täglich mit einer zusätzlichen Leistungseinbusse von 20% auf Grund eines
erhöhten Pausenbedarfs. Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit somit 50%; diese sei dem Versicherten nach Abschluss
der Rehabilitationsmassnahmen ab Oktober 2001 zumutbar gewesen. Das spätere
Auftreten der leichten depressiven Störung sowie der progredienten beidseitigen
Coxarthrose hätten keine kumulierenden Einfluss, da die dadurch bedingten
Einschränkungen bereits in denjenigen aus pneumologischer Sicht enthalten seien (IV-
act. 168). Der RAD erachtete am 24. September 2007 das ABI-Gutachten als
umfassend und nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
betrage seit August 2000 0% und in einer adaptierten Tätigkeit seit Oktober 2001 auf
Grund der pneumologischen Gesundheitssituation 50% (IV-act. 174).
B.d Dr. med. G._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, teilte der IV-Stelle am
15. Januar 2008 mit, sie sei mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI nicht
einverstanden. Beim Versicherten liege eine mittelgradige depressive Erkrankung mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) vor und er sei deswegen zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 176). Am 12. Februar 2008 gab der RAD in seiner Stellungnahme
an, die Diagnose und die daraus abgeleitete 100%ige Arbeitsunfähigkeit werde von der
behandelnden Psychiaterin Dr. G._ nicht durch psychopathologische Befunde
abgestützt. Eine Verschlechterung von 80% im Vergleich zur ABI-Begutachtung sei
versicherungsmedizinisch kaum nachvollziehbar. Es könne weiterhin auf das ABI-
Gutachten abgestellt werden (IV-act. 179).
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B.e Mit Vorbescheid vom 22. Februar 2008 stellte die IV-Stelle in Aussicht, es ergebe
sich keine Erhöhung der Invalidenrente. Das zumutbare Einkommen ohne Behinderung
betrage Fr. 53'953.- und mit Behinderung Fr. 22'142.--, woraus eine
Einkommenseinbusse von Fr. 31'811.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 59%
resultiere. Dieser Invaliditätsgrad begründe weiterhin den Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (IV-act. 182). Dagegen liess der Versicherte am 7. April 2008 einwenden,
die qualitativ erhöhten Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit stellten
einen Revisionsgrund dar. Sodann sei nicht nachvollziehbar, weshalb im Vergleich zur
ursprünglichen Rentenverfügung das Valideneinkommen von Fr. 59'710.-- auf Fr.
53'953.-- reduziert worden sei. Ebensowenig sei die Reduktion des
Invalideneinkommens schlüssig. Aktuell sei ein Leidensabzug von 20% gerechtfertigt.
Daraus folge der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (IV-act. 185).
B.f Mit Verfügung vom 16. Juli 2008 wies die IV-Stelle das Revisionsgesuch ab. Zu den
Einwänden des Versicherten führte die IV-Stelle aus, für die Berechnung des Validen
einkommens sei auf die aktuellen Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin abgestellt
worden. Das Valideneinkommen betrage Fr. 54'486.-- und das Invalideneinkommen
Fr. 23'832.--. Ausgehend vom Tabellenlohn 2008 und der durchschnittlichen
Wochenarbeitszeit von 41.7 Std. (Privater Sektor, Stufe 4, Männer) betrage das
Jahreseinkommen Fr. 59'908.--. Angepasst an eine 40.5 Stundenwoche betrage das
Einkommen Fr. 58'184.--. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit in Prozenten gemäss RAD-
Stellungnahme vom 24. September 2007 betrage 54%. Abzüglich eines Teilzeitabzugs
von 9% sowie eines Leidensabzugs von 10% resultiere ein Invalideneinkommen von
Fr. 23'832.--. Aus der Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen resultiere ein
Invaliditätsgrad von 56%. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit von 54% begründe sich
damit, dass der versicherten Person 5 1⁄2 Arbeitsstunden pro Tag (68% von 8.1
Arbeitsstunden) unter Abzug von 20% Leistungsminderung zumutbar seien (IV-act.
191).
C.
C.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 3. September 2008 Beschwerde
erheben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 16. Juli 2008 und die
Zusprache mindestens einer Dreiviertels-Invalidenrente. Der Beschwerdeführer gibt an,
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das aktuelle ABI-Gutachten gehe zwar wie das ältere Gutachten von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit aus, hingegen sei aus qualitativer Sicht statt einer mittelschweren nur
noch eine körperlich leichte Tätigkeit zumutbar. Die behandelnde Psychiaterin Dr.
G._ schätze in ihrem Bericht vom 26. August 2008 (G act. 1.3) die Arbeitsfähigkeit auf
70%, also etwas weniger optimistisch als das ABI. Auf die Gesamtbeurteilung dürfte
sich dieser Umstand nicht wesentlich auswirken, hingegen sei er beim Leidensabzug
zu berücksichtigen. Weil neue medizinische und arbeitsmässige Einschränkungen
hinzugekommen seien, liege ein Revisionsgrund vor. Bei der Invaliditätsbemessung sei
die Beschwerdegegnerin ohne Begründung von einem tieferen Valideneinkommen
ausgegangen als noch in der Verfügung vom 4. November 2004. Dies sei nicht
nachvollziehbar. Das Invalideneinkommen sei unter Berücksichtigung einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit gemäss ABI-Gutachten zu bestimmen. Die Korrektur des RAD auf 54%
sei unzutreffend. Sodann sei der Leidensabzug inklusive Teilzeitabzug auf Grund der
qualitativen Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit auf den Maximalbezug von 25%
festzusetzen. Daraus folge, dass ein Anspruch auf eine Dreiviertel-Rente bestehe (G
act. 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 5. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie gibt an, für die Bemessung
der Invalidität sei die Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten
Erwerbstätigkeit massgebend. Die entsprechende Arbeitsfähigkeit betrage weiterhin
50%. Ob nur noch körperlich leichte oder auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten
zumutbar seien, spiele keine Rolle, da auf dem im IV-Recht massgebenden
Arbeitsmarkt auch körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten durchaus und in
ausreichender Zahl vorhanden seien. Sodann würde der Umstand, dass dem
Beschwerdeführer neu nur noch körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar seien, keine
Erhöhung des Leidensabzugs rechtfertigen. Denn es lasse sich nicht belegen, dass bei
Männern körperlich leichte Arbeiten schlechter bezahlt seien als mittelschwere oder
schwere Arbeiten. Damit bleibe es beim ursprünglich gewährten 15%igen Abzug. Bei
einer in quantitativer Hinsicht unverändert gebliebenen 50%igen Arbeitsfähigkeit für
adaptierte Tätigkeit und bei einer fehlenden erwerblichen Veränderung müsse ein
erneuter Einkommensvergleich im Revisionsverfahren zum selben Ergebnis führen wie
der ursprüngliche Einkommensvergleich, denn sonst würde eine teilweise
Wiedererwägung praktiziert. Nach dem ursprünglichen Einkommensvergleich betrage
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der Invaliditätsgrad 59%. Da kein Revisionsgrund bestehe, habe der Beschwerdeführer
bei unverändertem Invaliditätsgrad von 59% weiterhin Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente. Im Ergebnis sei die angefochtene Verfügung somit nicht zu
beanstanden (G act. 4).
C.c Der Beschwerdeführer verzichtet in der Folge auf eine Replik, weshalb der
Schriftenwechsel abgeschlossen wird (G act. 6).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich
allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Einleitung des
Rentenrevisionsverfahrens unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Der Wortlaut des Art. 17 Abs. 1 ATSG ("Ändert sich der Invaliditätsgrad ...")
ist nicht eindeutig, weil er die Revisionsvoraussetzungen allzu verkürzt wiedergibt. Dies
zeigt ein Vergleich mit der Revisionsbestimmung für andere Dauerleistungen in Art. 17
Abs. 2 ATSG, die eine nachträgliche erhebliche Veränderung des der Dauerleistung
zugrunde liegenden Sachverhalts voraussetzt. Darin kommt das Wesen der Revision
zum Ausdruck: Verändert sich der anspruchsbegründende Sachverhalt und damit der
Leistungsbedarf, so muss die laufende Dauerleistung diesem neuen Bedarf angepasst
werden, damit nicht eine ungenügende, überhöhte oder ungerechtfertigte Leistung
ausgerichtet wird. Das bedeutet für die Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG, dass
die Veränderung des Invaliditätsgrads nur dann revisionsrechtlich relevant ist, wenn sie
auf eine Veränderung des zugrunde liegenden Sachverhalts zurückzuführen ist. Eine
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Veränderung des Invaliditätsgrads, die beispielsweise nur auf eine abweichende
Ermessensausübung bei der Schätzung des sogenannten "Leidensabzugs"
zurückzuführen ist, kann also keine revisionsweise Erhöhung, Herabsetzung oder
Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigen, weil es an der zwingend notwendigen
Veränderung des zugrunde liegenden Sachverhalts mangelt. Wenn allerdings eine
solche Veränderung vorliegt und es zur Revision kommt, dann kann bei einer
Neubemessung des Einkommensvergleichs der Leidensabzug neu festgelegt werden.
Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang sich der relevante Sachverhalt verändert
hat, ist durch einen Vergleich des aktuellen Sachverhalts mit dem Sachverhalt bei der
ursprünglichen Rentenzusprache oder gegebenenfalls bei der letzten Rentenrevision zu
ermitteln. Letzteres setzt notwendigerweise voraus, dass anlässlich jenes
Revisionsverfahrens eine umfassende Sachverhaltsabklärung erfolgt ist.
2.2 Vorliegend erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprache am 4. November 2004
rückwirkend auf den 1. August 2001 (IV-act. 66). Auf das Revisionsbegehren vom
24. Mai 2005 wollte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2006 vorerst nicht
eintreten (IV-act. 136). Nachdem ein weiterer Arztbericht eingereicht worden war, der
eine schwere Coxarthrose rechts diagnostiziert hat, hat die IV-Stelle eine
polydisziplinäre Begutachtung veranlasst (IV-act. 139 und 160). Das ABI-Gutachten
vom 17. Juli 2007 stellt damit die nächste umfassende Überprüfung seit der
ursprünglichen Rentenzusprache dar. Mit der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli
2008 hat die Beschwerdegegnerin das Rentenrevisionsverfahren abgeschlossen.
Massgeblich für die Frage nach der relevanten Sachverhaltsveränderung ist folglich der
Vergleich des Sachverhalts vom Juli 2008 mit jenem vom November 2004.
3.
3.1 Unbestrittenermassen sind beim Beschwerdeführer seit der ursprünglichen
Rentenzusprache auf Grund der Lungenkrankheit weitere Krankheiten diagnostiziert
worden. So steht seit der Untersuchung in der Klinik Valens am 25. September 2006
fest, dass der Beschwerdeführer an einer fortschreitenden Coxarthrose beidseits leidet
(IV-act. 140). Die Durchführung eines Revisionsverfahrens war somit begründet. Bei der
ABI-Begutachtung im Mai 2007 ist dazu ein leichtgradiges subakrominales
Impingement der Schulter links sowie eine leichte depressive Episode festgestellt
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worden. Die Gutachter haben angegeben, die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit werde dadurch aus orthopädischer Sicht sowie aus
psychiatrischer Sicht um 20% vermindert (IV-act. 168-27/29). Hauptsächlich ist die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers jedoch durch seine Lungentuberkulose und
der damit verbundenen pneumologischen Funktionseinschränkung limitiert. Die
Begutachtung durch Dr. D._ vom 3. September 2003 hat ergeben, dass eine leichte
respiratorische Einschränkung vorliegt und die Arbeitsfähigkeit deshalb in einer leichten
bis mittelschweren Tätigkeit um 50% eingeschränkt ist (IV-act. 46). Bereits im Mai 2005
sind bei der Untersuchung in der Reha Klinik Walenstadtberg leicht verschlechterte
Werte festgestellt worden, die einer mittelgradigen respiratorischen Einschränkung
entsprechen (IV-act. 70). Die pneumologische Funktionsüberprüfung im ABI hat nun
ergeben, dass auf Grund der gemessenen statischen und dynamischen
Lungenvolumina sowie der normalen Diffusionskapazität und den ermittelten VO max-
Werten eine mittelgradige respiratorische Einschränkung vorliegt. Aus rein
pneumologischer Sicht ist noch eine Arbeitsfähigkeit von 50% für körperlich leichte
Tätigkeit attestiert worden (IV-act. 168-25/29). Daraus folgt, dass sich die
pneumologische Situation seit 2003 leicht verschlechtert hat, indem auf Grund der
mittelgradigen respiratorischen Einschränkung nur noch körperlich leichte Tätigkeiten
zumutbar sind. Sodann beträgt die Hebe- und Traglimite neu 5 kg (statt bisher 10 bis
15 kg). Eine solch angepasste Tätigkeit kann jedoch nach wie vor in einem 50%
Pensum ausgeübt werden. Bei den aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht
hinzugekommenen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit wie der fortgeschrittenen
Coxarthrose und der leichten depressiven Störung handelt es sich nach den
Gutachtern um behandelbare Leiden. Auf Grund der bereits seit 2000 bestehenden
deutlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus pneumologischer Sicht hätten
diese Diagnosen allerdings keinen zusätzlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die
gleichen Pausen könnten in den konkreten Verhältnissen zur seelischen und
körperlichen Erholung eingesetzt werden (IV-act. 168-27/29). Für die psychische Seite
sind hier wohl gewisse Zweifel gerechtfertigt, weil nach der Lebenserfahrung
psychische Krankheitsfolgen nicht zwangsläufig in den somatisch begründeten
Arbeitspausen kompensiert werden können. Hat die psychische Behinderung zum
Beispiel eine verlangsamte Arbeitsweise zur Folge, so kann das somatische Handicap
sehr wohl verstärkt werden. Vorliegend scheint das Gutachten diesen Umstand als
2
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vernachlässigbar einzuschätzen. Auf das ABI-Gutachten kann dennoch abgestellt
werden. Der Beschwerdeführer ist somit in einer leidensangepassten Tätigkeit nach wie
vor zu 50% arbeitsfähig. Aus quantitativer Sicht hat sich somit seit der ursprünglichen
Rentenzusprache nichts verändert.
3.2 Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdegegnerin betreffend einer Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit auf 54% gemäss ihrer Begründung in der Verfügung vom 16. Juli 2008
(IV-act. 191). Die ABI-Gutachter haben in ihrer gemeinsamen
Arbeitsfähigkeitsschätzung die Leistungsfähigkeit mit 50% bei einer Präsenz von 5 1⁄2
Stunden täglich mit einer zusätzlichen Leistungseinbusse von 20% angegeben. Nun
gestützt auf eine etwas geringere Stundenpräsenz von Bauarbeitern eine höhere
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (für alle Hilfsarbeiten) zu ermitteln, vermag
nicht zu überzeugen. Die von der Beschwerdegegnerin erhöhte Arbeitsfähigkeit von
54% widerspricht daher einerseits der klaren ärztlichen Beurteilung der ABI-Gutachter,
die übrigens auch vom RAD als überzeugend und nachvollziehbar bezeichnet worden
ist (IV-act. 174). Andererseits sind leidensadaptierte Tätigkeiten in allen Hilfsarbeiten
möglich, ohne dass man von der kürzeren Stundenpräsenz wie bei Bauarbeitern
ausgehen könnte. Würde man die Stundenpräsenz auf die je nach Branche üblichen
Tätigkeiten umrechnen, so ergäbe sich für jede Stelle ein anderer Arbeitsfähigkeitsgrad.
Das ist nicht praktikabel, so dass auf die ärztliche Prozentschätzung von 50%
abgestellt wird.
4.
Für die Bemessung der Invalidität ist die Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung
angepassten Erwerbstätigkeit massgebend. Dem Beschwerdeführer ist weiterhin eine
leidensangepasste Tätigkeit als Hilfsarbeiter zu 50% zumutbar. Geändert haben sich
lediglich die qualitativen Anforderungen an eine seinen Gesundheitsbeschwerden
angepassten Tätigkeit. Auf dem im Invalidenversicherungsrecht massgebenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (BGE 134 V 64 E. 4.2.1) sind durchaus auch Stellen für
körperlich leichte Tätigkeiten in ausreichender Zahl vorhanden, zumal in Industrie und
Gewerbe Arbeiten, die physische Kraft erfordern, in zunehmendem Mass durch
Maschinen verrichtet werden, während den körperlich weniger belastenden
Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutung
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zukommt. Auch im Dienstleistungssektor gibt es entsprechende Stellen (SVR 2003 IV
Nr. 11 S. 33 Erw. 2.5). Die höheren qualitativen Anforderungen an eine
leidensangepasste Tätigkeit schränkten das Leistungsvermögen des
Beschwerdeführers als Hilfsarbeiter nicht zusätzlich ein. Somit stellt die Änderung der
qualitativen Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit keine
Sachverhaltsänderung dar, die sich erheblich auf die Erwerbsfähigkeit auswirken
würde. Daher ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zulässig, den
Leidensabzug in der abweisenden Revisionsverfügung vom 16. Juli 2008 abzuändern
(IV-act. 191). Bei korrekter Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens würde
nämlich einzig die Erhöhung des Leidensabzuges von 15% auf 19% zu einem
Invaliditätsgrad von über 60% führen, der zu einer Dreiviertelsrente berechtigen würde.
Ebenso wenig kann eine geringfügige Änderungen der allgemeinen statistischen Daten
bei unverändertem Leidensabzug (15%) zu einer Rentenerhöhung führen, weil diese
Daten ausserhalb des Umfelds der versicherten Person liegen (Urteil des
Bundesgerichts vom 24. August 2007 [9C_237/2007] E. 7.3). Im vorliegenden Fall fehlt
es somit an einer erheblichen nachträglichen Sachverhaltsänderung und somit an
einem Revisionsgrund. Daher besteht kein Anlass, auf den der ursprünglichen
Verfügung zugrundegelegten Einkommensvergleich zurückzukommen und beim
Invalideneinkommen einen höheren Leidensabzug von insgesamt 19% anzunehmen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 13. Mai 2004; I 366/2003, E. 3). Der
Invaliditätsgrad beträgt daher weiterhin 59%. Die Verfügung vom 16. Juli 2008 ist somit
im Ergebnis korrekt.
5.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, so dass das entsprechende Begehren abzuweisen ist. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dieser Aufwand rechtfertigt im vorliegenden
Fall eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Diese Gebühr ist durch den vom
Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.- gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG