Decision ID: f1ecd70e-59b9-45c6-89fd-d1e2efc3f2ac
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 25. April 2019 (FE170093-C)
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Rechtsbegehren der Klägerin: (Prot. S. 20 ff.; Prot. S. 36; act. 83; sinngemäss)
1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden. 2. Es sei die elterliche Sorge für die Tochter C._, geboren am
tt.mm 2012, der Klägerin zuzuteilen. 3. Die gemeinsame Tochter C._ sei unter die Obhut der Kläge-
rin zu stellen. 4. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass bereits durch die KESB
Brig mit Beschluss vom 20. März 2014 und 24. April 2014 für die Tochter C._ eine Beistandschaft i.S.v. Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB errichtet wurde.
5. Der Beklagte sei ab dem Zeitpunkt seiner Haftentlassung  Entlassung aus dem Massnahmevollzug berechtigt und  zu erklären, das Besuchsrecht für die Tochter C._ wie folgt auszuüben:
a) Während acht Monaten jeweils am ersten und dritten Samstag eines Monats an einem neutralen Ort begleitet durch eine  Familienbegleitung für jeweils drei Stunden.
b) Sofern die Beiständin von C._ keinen anderslautenden Antrag an die zuständige KESB stellt, sei der Beklagte nach  dieser acht Monate für weitere drei Jahre berechtigt und  zu erklären, C._ am Wohnort der Klägerin jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr auf eigene Kosten zu besuchen oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
c) Sofern die Beiständin von C._ keinen anderslautenden Antrag an die zuständige KESB stellt, sei der Beklagte nach  dieser drei Jahre berechtigt und verpflichtet zu erklären, C._ jeweils auch über ein ganzes Wochenende mit  auf eigene Kosten zu besuchen oder mit sich auf  zu nehmen und sie ausserdem für zwei Wochen während der Sommerschulferien sowie für weitere zwei Wochen in den Frühlings- oder Herbstferien auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Der Beklagte hat die Ausübung seines Ferienbesuchsrechts der Klägerin mindestens drei Monate im Voraus mitzuteilen.
6. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der Tochter C._, geb. tt.mm 2012, einen monatlichen Unterhaltsbeitrag zuzüglich allfällige  oder vertragliche Kinder-/Familienzulagen zu bezahlen, und zwar im Voraus auf den ersten eines jeden Monats, wie folgt: - Fr. 2'400.– ab 1. April 2019 bis zum 31. Juli 2022 - Fr. 1'871.– ab 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2028
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- Fr. 1'100.– ab 1. August 2028 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung auch über die Mündigkeit hinaus (Art. 277 Abs. 2 ZGB), solange die Tochter im Haushalt der Klägerin lebt und keine eigenen  gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
Der Kindesunterhaltsbeitrag sei gerichtsüblich zu indexieren. 7. Es sei festzustellen, dass der Beklagte mangels finanzieller Leis-
tungsfähigkeit zu keinen nachehelichen Unterhaltsleistungen an die Klägerin verpflichtet werden kann.
8. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien während der Ehe zu keinem Zeitpunkt ein BVG-pflichtiges Einkommen erzielt haben, weshalb sie gegenseitig auf einen Vorsorgeausgleich .
9. Es sei festzuhalten, dass die Parteien güterrechtlich vollständig auseinandergesetzt sind, jedoch sei jede Partei zu verpflichten, die auf ihren Namen lautenden Schulden alleine zu tragen.
Rechtsbegehren des Beklagten:
(act. 52, Prot. S. 30 ff., act. 89; sinngemäss) 1. Die Anträge der Klägerin in den Ziffern 1, 3, 4, 8 und 9 sind aner-
kannt. Die übrigen Anträge seien abzuweisen. 2. Es sei die gemeinsame Tochter C._, geboren am tt.mm
2012, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Eltern zu .
3. Es sei der Beklagte berechtigt und verpflichtet zu erklären, mit der Tochter C._ regelmässigen Kontakt zu pflegen und dies  vor seiner Entlassung aus dem Strafvollzug. Der Beistand sei zu verpflichten, regelmässige Besuche im Gefängnis oder in der Massnahmevollzugsanstalt zu organisieren, gegebenfalls  der Mutter des Beklagten, sofern sich die Klägerin weigert, mitzuwirken.
Sobald der Beklagte aus dem Strafvollzug entlassen wird, sei er berechtigt und verpflichtet zu erklären, das Besuchsrecht für die Tochter C._ wie folgt auszuüben:
a) In einer ersten Phase sei die Beiständin berechtigt und  zu erklären, ein Besuchsrecht für C._ im Sinne des Kindeswohls anzuordnen, insbesondere sei ein begleitetes  für die Dauer von maximal sechs Monaten zu , sofern dies notwendig erscheint.
b) Die Beiständin sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, zu entscheiden, wann die Installierung des üblichen Besuchsrechts im Interesse des Kindeswohls liegt.
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c) Es sei zwischen dem Beklagten und C._ das folgende  Besuchsrecht festzulegen: jedes erste und dritte  eines Monats von Freitagabend nach der Schule bzw. von Samstagmorgen bis Sonntagabend, wobei der Beklagte  werden soll, C._ spätestens um 18.30 Uhr zur Klägerin zurückzubringen, jedes zweite Jahr an Weihnachten und an  sowie während zwei Wochen in den Sommerschulferien und während der Hälfte der übrigen Schulferienwochen.
d) Sollte die Klägerin ihren Wohnsitz nach D._ [Ortschaft] verlegen, sei sie zu verpflichten, dem Beklagten C._ auf  Strecke zu übergeben oder sich an den Kosten für die  des Besuchsrechts zu beteiligen.
4. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keine nachehelichen Unterhaltsbeiträge i.S.v. Art. 125 ZGB schulden.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der Klägerin.
Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 25. April 2019: (Urk. 109 S. 51 ff.)
1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden.
2. Die Tochter C._, geboren am tt.mm 2012, wird unter der gemeinsamen
elterlichen Sorge der Parteien belassen.
3. Die Obhut für die Tochter C._ wird der Klägerin zugeteilt.
4. Der Beklagte wird für berechtigt erklärt, die Tochter C._ jeden zweiten
Samstag für die Dauer von 4 Stunden in Begleitung eines Beistands bzw. in
einem begleiteten Besuchstreff am Wohnort der Tochter zu besuchen.
Dieses Besuchsrecht ist entsprechend dem Stand der Vater-Kind-Beziehung
so bald als möglich sukzessive zu einem gerichtsüblichen unbegleiteten Be-
suchsrecht von zwei Tagen pro zwei Wochen inklusive Ferienbesuchsrecht
zu erweitern.
Es obliegt dem Beklagten C._ für die Ausübung des Besuchsrecht je-
weils an deren Wohnort abzuholen und wieder dorthin zurückzubringen.
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5. Die bereits errichtete Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 für die
Tochter C._ wird aufrechterhalten. Die Beiständin wird ergänzend zu ih-
ren bestehenden Aufgaben mit den folgenden Aufgaben betraut:
- die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat zu unterstützen;
- Überwachung und Durchführung des begleiteten Besuchsrechts ge-
mäss Dispositivziffer 4 Abs. 1;
− sukzessive Überführung des anfänglich begleiteten Besuchsrechts in ein unbegleitetes Besuchsrecht gemäss Dispositivziffer 4 Abs. 2;
- Festlegung der Modalitäten der begleiteten und hernach unbegleiteten
Treffen zwischen dem Beklagten und dem Kind (Übergabeort, -zeit,
etc.);
- Überwachung dieser begleiteten und hernach unbegleiteten Treffen in-
sofern, als sie in regelmässigen Abständen die Einhaltung und die
Durchführung bei den Eltern, den Vertrauenspersonen und allfälligen
Fachpersonen in Erfahrung bringt;
- Unterstützung und Beratung der Eltern bei allen Problemen rund um
das Besuchsrecht.
6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt und die Erzie-
hung des Kindes monatliche, im Voraus auf den ersten des Monats zahlbare
Unterhaltsbeiträge (jeweils zuzüglich allfällige von ihm bezogene gesetzliche
oder vertragliche Kinder- bzw. Ausbildungszulagen) wie folgt zu bezahlen:
− Fr. 0.– ab Rechtskraft Scheidungsurteil bis und mit 31. Juli 2019 (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)
− Fr. 889.– ab 1. August 2019 bis und mit 31. Juli 2022 (davon Fr. 214.– als Betreuungsunterhalt)
− Fr. 889.– ab 1. August 2022 bis und mit 31. Juli 2024 (davon Fr. 14.– als Betreuungsunterhalt)
− Fr. 875.– ab 1. August 2024 bis zum Abschluss einer  Erstausbildung, auch über die Volljährigkeit  (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)
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Zahlbar an die Klägerin, solange das Kind in deren Haushalt lebt, keine
selbständigen Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Be-
klagten stellt und keine andere Zahlstelle bezeichnet.
Zur Deckung des gebührenden Unterhalts von C._ fehlen monatlich die
folgenden Beträge:
von Rechtskraft Scheidungsurteil bis und mit 31. Juli 2019: Fr. 2'035.50 (davon Fr. 1'306.50 Betreuungsunterhalt)
ab 1. August 2019 bis und mit 31. Juli 2021:
Fr. 743.50 (davon Fr. 743.50 Betreuungsunterhalt)
ab 1. August 2021 bis und mit 31. Juli 2022:
Fr. 23.50 (davon Fr. 23.50 Betreuungsunterhalt)
ab 1. August 2022 bis und mit 31. Juli 2024:
Fr. 223.50 (davon Fr. 223.50 Betreuungsunterhalt)
ab 1. August 2024:
Fr. 0.–
7. Die Kinderunterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 6 sind indexgebunden;
sie basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesam-
tes für Statistik, Stand per Ende März 2019 (102.2 Punkte; Basis Dezember
2015 = 100 Punkte).
Sie werden jeweils jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand vom vorange-
gangenen 30. November proportional angepasst. Eine Erhöhung der Unter-
haltsbeiträge unterbleibt in dem Masse, als die unterhaltspflichtige Partei
nachweist, dass sich ihr Einkommen nicht entsprechend der Teuerung er-
höht hat. Demnach berechnen sich die Unterhaltsbeiträge wie folgt:
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Neuer  =
alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
8. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden
allein der Klägerin angerechnet. Es ist Sache der Klägerin, die betroffenen
Ausgleichskassen zu informieren.
9. Es wird festgestellt, dass der Beklagte mangels wirtschaftlicher Leistungsfä-
higkeit keinen nachehelichen Unterhaltsbeitrag leisten kann.
10. Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen
Verhältnissen der Parteien ausgegangen:
Einkommen Beklagter:
von bis und mit % Pensum Fr. 0.– Rechtskraft
Scheidungsurteil 31. Juli 2019 arbeitslos
Fr. 4'000.–* 1. August 2019 Abschluss Erstausbildung C._
100 %
* Hypothetisches Nettoeinkommen pro Monat (inkl. 13. Monatslohn, ohne Familienzulagen)
Einkommen Klägerin:
von bis und mit % Pensum Fr. 0.– Rechtskraft Schei-
dungsurteil 31. Juli 2021 arbeitslos
Fr. 1'650.– * 1. August 2021 (Eintritt Kindergarten E._)
31. Juli 2029
50 %
Fr. 2'660.– * 1. August 2029 (Eintritt Oberstufe E._)
31. Juli 2033 80 %
Fr. 3'320.– * 1. August 2033 (E._ 16-jährig)
Abschluss Erstausbildung C._
100 %
* Jeweils hypothetisches Nettoeinkommen pro Monat (inkl. 13. Monatslohn, ohne Familien-
zulagen)
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Einkommen C._:
von bis und mit Bemerkung Fr. 200.– Rechtskraft
Scheidungsurteil 31. Juli 2024 Familienzulage
Fr. 250.– 1. August 2024 Abschluss Erstausbildung
Familienzulage
Bedarfsberechnung:
Von Rechtskraft Scheidungsurteil bis und mit 31. Juli 2019
Beklagter: Klägerin: C._:
Grundbetrag: Fr. 1'200.– Fr. 1'350.– Fr. 400.–
Wohnkosten  Nebenkosten ( ohne ):
Fr. 1'000.–
Fr. 775.– *
Fr. 387.–*
Krankenkasse: Fr. 341.– Fr. 308.– Fr. 142.– (inkl. VVG)
Haftpflicht- /Mobiliarversicherun g:
Fr. 30.– Fr. 30.– Fr. 0.–
Kommunikation und Mediennutzung:
Fr. 120.–
Fr. 150.–
Fr. 0.–
Arbeitsweg: Fr. 100.– (für Stellensuche)
Fr. 0.– Fr. 0.–
Auswärtige :
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 0.–
Total: Fr. 2'791.– Fr. 2'613.– für  relevantes Total: Fr. 1'306.50 (es  je 1⁄2 auf C._ und auf E._)
Fr. 929.–
* Mietzins der Klägerin entspricht 1/2 des gesamten Mietzinses von Fr. 1'550.–; je 1/4 ent-
fällt auf die beiden Kinder der Klägerin (auch auf das nicht gemeinsame, im gleichen Haus-
halt lebende Kind E._)
Von 1. August 2019 bis und mit Abschluss Erstausbildung C._
Beklagter: Klägerin: C._:
Grundbetrag: Fr. 1'200.– Fr. 850.– Fr. 400.– ab 1. August 2022: Fr. 600.–
Wohnkosten  Nebenkosten (je-
Fr. 1'000.–
Fr. 667.–*
Fr. 333.–*
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doch ohne ):
Krankenkasse: Fr. 341.– Fr. 308.– Fr. 142.–
Haftpflicht- /Mobiliarversicherun g:
Fr. 30.– Fr. 15.– (Kosten können mit  geteilt )
Fr. 0.–
Kommunikation und Mediennutzung:
Fr. 120.–
Fr. 75.– (Kosten  & Festnetzanschluss können mit Lebenspartner geteilt werden)
Fr. 0.– ab 1. August 2024: Fr. 50.–
Arbeitsweg: Fr. 200.– Fr. 0.– ab 1. August 2021: Fr. 100.– ab 1. August 2029: Fr. 160.–
Fr. 0.–
Auswärtige :
Fr. 220.– Fr. 0.– ab 1. August 2021: Fr. 110.– ab 1. August 2029: Fr. 176.–
Fr. 0.–
Total: Fr. 3'111.– Fr. 1'915.– für  relevantes Total: Fr. 957.50 (es entfällt je 1⁄2 auf C._ und auf E._) ab 1. August 2021: Fr. 2'125.– für  relevantes Total nach Abzug  Klägerin: Fr. 237.50 (es entfällt je 1⁄2 auf C._ und auf E._) ab 1. August 2024: Betreuungsunterhalt wird allein E._ zugerechnet (C._ ist 12 Jahre alt und die Klägerin müsste mit ihr alleine 80% arbeiten, ohne dass  anfielen. Die Klägerin könnte ihren Bedarf dann mit ihrem Einkommen decken.) ab 1. August 2029: Fr. 2'251.–
Fr. 875.– ab 1. August 2022: Fr. 1'075.– ab 1. August 2024: Fr. 1'125.–
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* Mietzins der Klägerin entspricht 2/6 des gesamten hypothetischen Mietzinses von
Fr. 2'000.–; weitere 2/6 entfallen auf ihren Lebenspartner und Vater von E._ und je 1/6
entfällt auf die beiden Kinder der Klägerin (auch auf das nicht gemeinsame, im gleichen
Haushalt lebende Kind E._)
11. Es wird festgestellt, dass die Parteien über keine ehelich geäufneten Gutha-
ben aus der beruflichen Vorsorge verfügen und demzufolge kein Ausgleich
nach Art. 122 ZGB vorgenommen werden kann.
12. Es wird festgestellt, dass die Parteien güterrechtlich bereits vollständig aus-
einandergesetzt sind, wobei jede Partei verpflichtet wird, die auf ihren Na-
men lautenden Schulden alleine zu tragen.
13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 150.– Dolmetscherkosten Kinderanhörung
Fr. 6'150.– Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-
sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
14. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zu-
folge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht
gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. Die Mehrkosten für ein begründetes
Urteil trägt diejenige Partei, die eine Begründung verlangt.
15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
16. (Schriftliche Mitteilung)
17. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage)
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Berufungsanträge:
der Klägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten:
Zur Hauptberufung (Urk. 108 S. 2):
"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 25. April 2019 sei in Dispo-Ziff. 2
aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
Dispo-Ziff. 2: 'Die elterliche Sorge für die Tochter C._, geb. tt.mm.2012, sei der Berufungsklägerin zuzuteilen.'
2. Der Berufungsklägerin sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche
Prozessführung und in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7.7% MWST, zu-
lasten der Berufungsbeklagten."
Zur Anschlussberufung (Urk. 116 S. 2):
"1. Es sei die Anschlussberufung des Beklagten vom 29.11.2019 vollumfänglich
abzuweisen.
2. Im Übrigen wird an den Berufungsanträgen festgehalten.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7.7% MWST, zu-
lasten des Berufungsbeklagten.
des Beklagten, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers (Urk. 114 S. 2):
"1. Die Berufung sei abzuweisen und die Anschlussberufung sei gut zu heissen.
2. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 25. April 2019 sei Dispo-Ziff. 6 so
abzuändern, dass die Unterhaltsbeiträge ab Rechtskraft des  bis zur Freilassung des Beklagten auf fr. 0.– gesetzt wird. Ab seiner Freilassung, jedoch spätestens ab 1. August 2021, werden die durch das angefochtene Urteil festgesetzten Unterhaltsbeiträge bestätigt.
3. Dem Berufungsbeklagter sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche
Prozessführung und in der Person der Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der
Berufungsklägerin."
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Erwägungen:
I.
1. Die Parteien heirateten am tt. Juni 2013 in F._ [Ortschaft] und ha-
ben eine gemeinsame Tochter, C._, geboren am tt.mm 2012 (Urk. 25).
Seit 28. Februar 2014, in welchem Zeitpunkt der Beklagte in Untersuchungshaft
versetzt wurde, leben sie getrennt.
2. Am 30. März 2017 reichte die Klägerin, Berufungsklägerin und An-
schlussberufungsbeklagte (fortan Klägerin), die zu diesem Zeitpunkt in D._
wohnhaft war (Urk. 46), bei der Vorinstanz die Scheidungsklage ein (Urk. 1 und
2). Für das weitere Verfahren vor Vorinstanz kann auf die Erwägungen im ange-
fochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 109 S. 4 ff.). Ergänzt werden kann,
dass die Klägerin ca. Mitte Juni 2017 wieder in den Kanton Wallis gezogen ist,
nachdem mit Verfügung des Migrationsamtes des Kantons Zürich vom 12. Mai
2017 der Kantonswechsel in den Kanton Zürich nicht bewilligt worden war
(Urk. 41 S. 3, Urk. 42/1, Urk. 47). Am 19. Juli 2017 brachte die Klägerin ihren
Sohn E._ zur Welt (Urk. 41 S. 4, Urk. 73/2-3), welcher - nach Durchführung
des Verfahrens betreffend Anfechtung der Vaterschaft - von ihrem Lebenspartner
G._ als sein Kind anerkannt wurde (Urk. 72, Urk. 73/1). Die Klägerin hegt die
Absicht, nach der Scheidung mit ihrem Partner in D._ zusammenzuziehen
(Prot. I S. 52). Mit Urteil vom 25. April 2019 wurde die Ehe der Parteien geschie-
den und wurden die Nebenfolgen der Scheidung geregelt (Urk. 106 S. 51 ff. =
Urk. 109 S. 51 ff.). Der Entscheid wurde den Parteien zunächst unbegründet (Urk.
92 und 93) und hernach auf entsprechendes Ersuchen der Klägerin (Urk. 103 und
104) am 21. August 2019 in begründeter Form zugestellt (Urk. 106 und 107).
3. Gegen das Urteil hat die Klägerin mit Eingabe vom 19. September
2019 innert Frist Berufung mit den obgenannten Anträgen erhoben (Urk. 108,
Urk. 107). Die fristgerecht eingereichte Berufungsantwort, mit welcher Anschluss-
berufung erhoben wurde, datiert vom 29. November 2019 (Urk. 114). Die An-
schlussberufungsantwort wurde am 7. Februar 2020 erstattet (Urk. 116) und wur-
de dem Beklagten, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungskläger (fortan
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Beklagter) mit Referentenverfügung vom 13. Februar 2020 zur Kenntnisnahme
zugestellt (Urk. 117). Weitere Eingaben sind nicht erfolgt. Das Verfahren ist
spruchreif.
II.
1. Die Einlegung der Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im
Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die nicht angefochtenen Teile des Ur-
teils werden demnach von Bundesrechts wegen formell rechtskräftig und voll-
streckbar. Vorliegend sind einzig die Dispositivziffern 2 (elterliche Sorge) und 6
(Kinderunterhalt) angefochten. Das Urteil der Vorinstanz vom 8. März 2018 ist
deshalb in den nicht angefochtenen Teilen mit Ablauf der Frist zur Erstattung der
Anschlussberufung am 3. Dezember 2019 rechtskräftig geworden (vgl. zum Zeit-
punkt ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 315 N 15; BK ZPO-Sterchi, Art. 315 N 5; Steinin-
ger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 315 N 3). Dies ist vorzumerken. Da die Dispositivzif-
fern 7 (Indexklausel) und 10 (tabellarische Aufstellung der finanziellen Verhältnis-
se) eng mit Dispositivziffer 6 zusammenhängen, sind auch diese von der Rechts-
kraft auszunehmen. Auch hinsichtlich der Kostenfolgen des erstinstanzlichen Ver-
fahrens (Dispositivziffern 13-15) erfolgt keine Vormerknahme der (Teil-) Rechts-
kraft (vgl. Art. 318 Abs. 3 ZPO).
2. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen
Verfahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges
Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.w.Hinw. auf die Botschaft zur
Schweizerischen ZPO, BBl 2006, S. 7374). Mit der Berufung kann eine unrichtige
Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend
gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränk-
te Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger
Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. Ap-
ril 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hin-
reichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an-
gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genann-
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ten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden wei-
teren Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanz-
lichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen ausei-
nandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt,
wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden
erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-
fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder
deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Was
nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen entspre-
chenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht
überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln –
grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der
schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid er-
hoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.). Insofern erfährt der
Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativie-
rung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57
N 22).
III.
1. Hauptberufung: Elterliche Sorge
1.1 Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen (Urk. 109 S. 10 ff.), es sei kein
Grund nach Art. 311 ZGB ersichtlich, der eine Alleinzuteilung der elterlichen Sor-
ge an die Klägerin rechtfertigen würde. Aus den Akten erschliesse sich insbeson-
dere nicht, dass der Beklagte gegenüber C._ gewalttätig gewesen wäre oder
sich während des kurzen Zusammenlebens nicht ernstlich um sie gekümmert hät-
te. Die Aussage, wonach die Klägerin traumatisiert sei und Angst vor dem Beklag-
ten habe, erscheine als unglaubhaft. Eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit
rechtfertige eine Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge nur, wenn sich diese
negativ auf das Kindeswohl auswirke und wenn von einer Alleinzuteilung eine
Verbesserung erwartet werden könne. Für die Alleinzuteilung des Sorgerechts
bedürfe es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einer chronischen
Kommunikationsunfähigkeit zwischen den Parteien. Der Beklagte habe eine lang-
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jährige Freiheitsstrafe verbüsst und sei vom 28. Februar 2014 bis am 29. März
2018 in Haft gewesen. Durch die Inhaftierung sei der Beklagte verhindert gewe-
sen, allen Verpflichtungen nachzukommen, welche die elterliche Sorge mit sich
bringe, mithin sei der Beklagte erst nach der Haftentlassung vollumfänglich in der
Lage gewesen, an Entscheidungen mitzuwirken. Folglich könne schon aufgrund
dieses Umstands nicht von einem chronischen Konflikt ausgegangen werden. Im
Übrigen genügten die punktuellen Auseinandersetzungen der Parteien, welche
insbesondere den Kontakt zwischen dem Beklagten und C._ beträfen, nicht,
um das alleinige Sorgerecht der Klägerin zuzuteilen, zumal aus den Ausführun-
gen der Klägerin nicht konkret hervorgehe, inwiefern zwischen den Parteien Un-
stimmigkeiten herrschen würden und sich der Beklagte eines einträchtigen Zu-
sammenwirkens hinsichtlich der Kinderbelange widersetzen würde. C._ ken-
ne den Beklagten kaum, da sie im Zeitpunkt der Inhaftierung des Beklagten ein-
einhalb Jahre alt gewesen sei und ihn seit der Haftentlassung erst einige Male ge-
troffen habe. Sie habe anlässlich der Kinderanhörung ausgeführt, dass sie keine
gute Beziehung zum Beklagten habe, er kein Lieber sei, er sie nicht anrufe und
sich nicht um sie kümmere. Indem der Beklagte, wie von der Klägerin ausgeführt,
C._ am Telefon beschimpfe und anschreie, wenn sie ihm nicht "Papa" sage
beziehungsweise von ihr ständig verlange, ihm "Papa" zu sagen, bis sie sich ge-
weigert habe, mit dem Beklagten zu telefonieren, werde die Tochter in den Kon-
flikt einbezogen. Vorliegend könne durch die Zuweisung des alleinigen Sorge-
rechts an die Klägerin keine Verbesserung dieser Situation erwartet werden.
Vielmehr würde durch die Zuweisung des alleinigen Sorgerechts die Beziehung
zwischen dem Beklagten und C._ in emotionaler Hinsicht noch distanzierter
werden, was nicht im Kindeswohl liege. Es sei von wesentlicher Bedeutung, dass
der Beklagte zu seiner Tochter C._ eine Beziehung aufbauen könne, denn
es sei allgemein anerkannt, dass aufgrund des schicksalhaften Eltern-Kind-Ver-
hältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen sehr wichtig sei und
bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen könne. Indem der
Beklagte als Sorgerechtsinhaber an Entscheiden und an der Erziehung mitwirken
könne, werde zwischen dem Beklagten und C._ eine Beziehung aufgebaut.
Aufgrund der gesamten Umstände entspreche die gemeinsame elterliche Sorge
- 16 -
besser dem Kindeswohl. Somit sei die Tochter C._ unter der gemeinsamen
elterlichen Sorge der Parteien zu belassen.
1.2 Die Klägerin beansprucht mit Nachdruck das alleinige Sorgerecht. Sie
hält vorab fest, da der Beklagte unentschuldigt an keiner Gerichtsverhandlung
teilgenommen habe, ergebe sich seine Sichtweise ausschliesslich aus den Darle-
gungen seiner Rechtsvertreterin. Die persönlichen Angaben der Klägerin seien im
Urteil sehr summarisch gehalten (Urk. 108 S. 3). Zutreffend sei, dass der Beklagte
gegenüber C._ nie gewalttätig geworden sei. Hingegen gebe es keine An-
haltspunkte dafür, das sich der Beklagte je ernstlich um die Tochter gekümmert
habe. Während des Strafvollzugs habe der Beklagte sehr selten die Klägerin an-
gerufen und von ihr gefordert, ihn mit C._ zu besuchen. Bei jedem Telefon-
gespräch sei es zwischen den Parteien zum Streit gekommen, weil der Beklagte
die Klägerin mit haltlosen Vorwürfen überschüttet und ihr konstant unterstellt ha-
be, C._ von ihm zu entfremden. Zu keiner Zeit habe der Beklagte C._
Briefe geschrieben oder auch nur kleine Geschenke gemacht. Nach seiner Ent-
lassung aus dem Strafvollzug habe er C._ bis Ende 2018 lediglich drei Mal in
Anwesenheit der Eltern der Klägerin gesehen. Diese Begegnungen hätten jeweils
rund eine halbe Stunde gedauert, wobei der Beklagte dabei stets wenig Initiative
gezeigt habe, den persönlichen Kontakt zu C._ zu suchen und sich mit ihr
aktiv abzugeben. Im Jahre 2019 und bis heute sei es zu keinen weiteren Begeg-
nungen gekommen. Der Beklagte habe sich in diesem Jahr in keiner Art und Wei-
se um C._ gekümmert (Urk. 108 S. 3 f.). Tatsache sei, dass der Beklagte seit
Sommer 2018 eine Freundin aus dem Drogenmilieu habe und mit ihr in seiner
Wohnung in H._ [Ortschaft] bis Ende Juni 2019 zusammengelebt habe. Bei-
de seien anfangs Juli 2019 wegen Drogendelikten verhaftet worden und befänden
sich seither in Untersuchungshaft. Nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug
sei der Beklagte nie erwerbstätig gewesen. Eine Malerlehre habe er nach zwei bis
drei Wochen abgebrochen (Urk. 108 S. 4). Aktenkundig sei, dass der Beklagte die
Klägerin im Februar 2014 mit einer Pistole bedroht und dafür zu einer langjähri-
gen Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Der Vorfall habe die Klägerin nachhaltig
traumatisiert; seither habe sie Angst vor dem Beklagten. Die Ansicht der Vorin-
stanz, weil sich die Klägerin den Aufbau einer Beziehung des Beklagten zu
- 17 -
C._ wünsche, erscheine ihre Angst vor dem Beklagten als unglaubhaft, sei
nicht nachzuvollziehen. Die Angst stelle eine emotionale Befindlichkeit dar, woge-
gen der Wunsch eines Beziehungsaufbaus einer vernunftgemässen Überlegung
entspringe. Die Klägerin wisse, dass es für ein Kind in seiner Entwicklung wichtig
sei, dass es zu beiden Elternteilen eine Beziehung aufbauen könne (Urk. 108 S.
5). Sie stelle nicht in Abrede, dass es aufgrund der bisherigen konkreten Lebens-
situation der Parteien (vierjährige Haft) wenige konkrete Beispiele gebe, die für
grosse Unstimmigkeiten in den Auffassungen der Parteien und einer mangelhaf-
ten Kooperation des Beklagten hinsichtlich der Kinderbelange sprächen. Allein
massgebend für sie sei, dass es bei jedem Kontakt zwischen ihr und dem Beklag-
ten nach kürzester Zeit zu Streitigkeiten komme. Dies lege nahe, dass auch in
Zukunft keine konstruktive Kommunikation zwischen den Parteien möglich sein
werde. Der Beklagte habe bis heute auch keinerlei Anstalten getroffen, sich konk-
ret um das Wohl von C._ zu kümmern. Auch habe er ihr (der Klägerin) ge-
genüber zu keiner Zeit kommuniziert, es sei ihm ein Bedürfnis, eine enge Bezie-
hung zu C._ zu finden, und ihre persönliche und schulische Entwicklung lie-
ge ihm am Herzen (Urk. 108 S. 5). Ein gemeinsames Sorgerecht setze voraus,
dass zwischen den Eltern zumindest bezüglich Kinderbelange eine minimale
Kommunikation und Kooperation möglich sei und der Beklagte ein waches Inte-
resse an C._ zeige, indem er aktiv handle und Emotionen zeige. Diese Vo-
raussetzungen seien vorliegend absolut nicht gegeben. Aus Sicht der Klägerin
gebe es zusammenfassend keine positiven Anzeichen, die den Schluss zulies-
sen, dass ein gemeinsames Sorgerecht sich zum Wohl des Kindes auswirken
würde (Urk. 108 S. 6).
Die Klägerin verweist sodann auf BGE 141 III 472 E. 4.6, wonach für die
Alleinzuteilung der elterlichen Sorge gemäss Art. 298 ff. ZGB nicht die gleichen
Voraussetzungen wie für den auf Art. 311 ZGB gestützten Entzug des Sorge-
rechts gölten. Vielmehr könne auch ein schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt
oder die anhaltende Kommunikationsunfähigkeit eine Alleinzuteilung des Sorge-
rechts gebieten, wenn sich der Mangel negativ auf das Kindswohl auswirke und
von einer Alleinzuteilung eine Verbesserung erwartet werden könne (Urk. 108
S. 6). Das Bundesgericht habe in seiner Rechtsprechung verschiedene Kriterien
- 18 -
aufgestellt, die erfüllt sein müssten, um ein alleiniges Sorgerecht zu rechtfertigen.
Dazu gehörten namentlich eine erhebliche und chronische Kommunikations- oder
Kooperationsunfähigkeit der Eltern. Diese könnten insbesondere bei einem
schwerwiegenden elterlichen Dauerkonflikt oder bei anhaltender Kommunikati-
onsunfähigkeit erfüllt sein, wobei sich der Konflikt oder die Kommunikationsunfä-
higkeit auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen müssten. Diese Vorausset-
zungen seien vorliegend erfüllt. Ein gemeinsames Sorgerecht würde für die Toch-
ter eine dauernde Unsicherheit schaffen, weil sich die Eltern nicht auf praktische
Lösungen einigen könnten. Das gelte für Entscheidungen in schulischer und pä-
dagogischer Hinsicht, aber auch bei Fragen, welche die Gesundheit der Tochter
beträfen. Die Alleinzuteilung der elterliche Sorge sei vor allem dann in Betracht zu
ziehen, wenn diese geeignet sei, die sehr wahrscheinliche Beeinträchtigung des
Kindeswohls zu beseitigen oder zumindest zu lindern. Es sei namentlich zu be-
fürchten, dass C._ bei einem gemeinsamen Sorgerecht der Eltern mit zu-
nehmendem Alter das fehlende Einvernehmen in den grundsätzlichen Kinderbe-
langen noch stärker wahrnehmen werde. Das Risiko sei für C._ gross, in den
Dauerkonflikt der Eltern involviert zu werden. Die Zuweisung der elterlichen Sorge
an die Klägerin vermeide diese künftige Problematik und schaffe klare Verhältnis-
se, nicht zuletzt auch für Dritte wie bspw. Lehrer etc.. Bei einem gemeinsamen
Sorgerecht hätte der Beklagte vielfältige Möglichkeiten, C._ gegen die Mutter
zu instrumentalisieren (Urk. 108 S. 7).
1.3 Der Beklagte schliesst sich vorab der Begründung des angefochtenen
Urteils an. Weiter macht er geltend, die Mutter habe ihre Pflicht, den Kontakt des
Kindes mit dem Vater zu pflegen und zu fördern, nie eingehalten und habe somit
ihre Erziehungspflichten verletzt. Sie könne nicht jeglichen Kontakt verweigern,
wie sie das gemacht habe, um dann das alleinige Sorgerecht damit zu begrün-
den. Aus der Anhörung von C._ ergebe sich auch, dass sie ihren "Stiefvater"
als Vater ansehe. Er habe mehrmals mit dem Beistand Kontakt aufgenommen,
um das Besuchsrecht zu regeln, aber die Mutter habe nicht kollaboriert und somit
habe auch der Beistand nichts unternommen. Er habe dann nicht mehr gewusst,
wie weitermachen und habe jegliche Motivation verloren. Die Klägerin habe dem
Beistand nicht die Wahrheit gesagt, indem sie gesagt habe, er habe sich nicht um
- 19 -
C._ bemüht und diese wolle somit den Vater nicht mehr sehen. C._ ha-
be nämlich gesagt, sie möchte den Vater sehen. Auch wenn er an keiner Ver-
handlung teilgenommen habe, sei das kein Grund, ihm die elterliche Sorge zu
entziehen (Urk. 114 S. 2 f.).
Richtig sei, so der Beklagte weiter, dass er eine Malerlehre begonnen und
wieder abgebrochen habe. Er habe dann an der I._ als Aushilfe gearbeitet
und zwei Wochen vor seiner Verhaftung eine Stelle bei einem Zimmermann ge-
funden. Er sitze immer noch in Untersuchungshaft wegen Drogendelikten, was
aber auch kein Grund sei, ihm die elterliche Sorge zu entziehen. Er habe das ge-
meinsame Sorgerecht bereits während seiner vorherigen Haft gehabt und diese
Situation habe nie einen Nachteil für das Kind gebracht. Die Mutter habe keine
Probleme gehabt, das tägliche Leben des Kindes zu organisieren. Das Strafver-
fahren sei fast beendet. Wie lange er jedoch in Haft bleibe, sei noch unbekannt
(Urk. 114 S. 3).
Die neue Haftsituation ändere an der Auffassung der Vorinstanz nichts. So-
weit ihm vorgeworfen werde, sich nie bei der Kindergärtnerin um das Wohl von
C._ gekümmert zu haben, sei das gar nicht möglich gewesen, weil die Kläge-
rin alles getan habe, um ihn daran zu hindern. Sie habe ihm kein Vertrauen ent-
gegengebracht. Es stimme auch nicht, dass er seine Beziehungsbrücke über sei-
ne Mutter und seine Grosseltern nie genutzt habe, weil es diese gar nicht gege-
ben habe. Die Klägerin selber habe vor Gericht ausgesagt, dass sie der Mutter
(des Beklagten) nicht traue, weshalb sie C._ auch nie alleine bei dieser habe
lassen wollen. Wenn er das Sorgerecht verliere, werde auch der Kontakt zu sei-
ner Tochter fast unmöglich werden, da die Klägerin nicht gewillt sei, den Kontakt
zwischen Vater und Tochter zu fördern und mit diesem eine kindsgerechte Lö-
sung zu finden. Der Wille der Klägerin, das Kind von seinem leiblichen Vater zu
trennen und ihren neuen Ehemann als Vater darzustellen, sei nicht im Interesse
des Kindeswohls. Die Klägerin instrumentalisiere das Kind gegen den Vater und
nicht umgekehrt. Das werde mit einem alleinigen Sorgerecht nur schlimmer
(Urk. 114 S. 3 f.).
- 20 -
1.4. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen und Voraussetzungen
für die Alleinzuweisung der elterlichen Sorge zutreffend dargestellt (Urk. 109
S. 7 ff.). Insbesondere ist die Vorinstanz auch zutreffend davon ausgegangen,
dass die Alleinzuteilung des Sorgerechts nicht mit dem als Kindesschutzmass-
nahme verfügten Entzug der elterlichen Sorge gleichzusetzen ist (Urk. 109
S. 8 f.). Zu Recht ist sie unter Würdigung der gesamten Umstände sodann zum
Schluss gekommen, dass C._ unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der
Parteien zu belassen ist (Urk. 108 S. 10 ff.). Auf ihre Ausführungen kann vorab
verwiesen werden.
1.5 Die Kinder stehen, solange sie minderjährig sind, unter der gemeinsa-
men elterlichen Sorge von Vater und Mutter (Art. 296 Abs. 2 ZGB). In einem
Scheidungsverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil aber die alleinige
elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298
Abs. 1 ZGB). Damit bildet die gemeinsame elterliche Sorge den Grundsatz
(s.a. Art. 298a Abs. 1, Art. 298b Abs. 2 und Art. 298d Abs. 1 ZGB). Dem liegt die
Annahme zugrunde, dass dem Wohl der minderjährigen Kinder am besten ge-
dient ist, wenn die Eltern das Sorgerecht gemeinsam ausüben (BGE 142 III 1
E. 3.3). Von diesem Grundsatz soll nur dann abgewichen werden, wenn eine an-
dere Lösung die Interessen des Kindes ausnahmsweise besser wahrt. Die Zutei-
lung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein muss deshalb eine eng be-
grenzte Ausnahme bleiben. Eine solche Ausnahme fällt in Betracht, wenn die El-
tern in einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen an-
haltend kommunikationsunfähig sind (BGE 141 III 472 E. 4.6; BGE 142 III 197
E. 3.5 und 3.7.; BGE 142 III 1 E. 3.3). Vorausgesetzt ist weiter, dass sich die
Probleme zwischen den Eltern auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und
das Kindeswohl konkret beeinträchtigen. Erforderlich ist die konkrete Feststellung,
in welcher Hinsicht das Kindeswohl beeinträchtigt ist (BGer 5A_903/2016 vom
17. Mai 2017, E. 4.1). Schliesslich ist eine Abweichung vom Grundsatz der ge-
meinsamen elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo Aussicht darauf besteht, mit
der Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein eine Entlastung der
Situation herbeizuführen (BGE 142 III 197 E. 3.7). Damit ist zwangsläufig eine
Prognose darüber verbunden, wie sich das Verhältnis zwischen den Eltern entwi-
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- 21 -
ckeln wird. Dieser Wahrscheinlichkeitsaussage über die künftige Entwicklung
müssen konkrete Anhaltspunkte zugrunde liegen, die aktenmässig erstellt sind.
Mit anderen Worten muss aufgrund einer tatsachenbasierten Sachverhaltsprog-
nose geprüft werden, ob das gemeinsame Sorgerecht eine erhebliche Beeinträch-
tigung des Kindeswohls befürchten lässt (BGer 5A_903/2016 vom 17. Mai 2017,
E. 4.1). Ist sodann ein Konflikt zwar schwerwiegend, erscheint er aber singulär, ist
im Sinn der Subsidiarität zu prüfen, ob nicht ein richterlicher Entscheid über ein-
zelne Inhalte des Sorgerechts bzw. eine richterliche Alleinzuweisung spezifischer
Entscheidungsbefugnisse in den betreffenden Angelegenheiten (beispielsweise
über die religiöse Erziehung, in schulischen Belangen oder in Bezug auf das Auf-
enthaltsbestimmungsrecht) ausreicht, um Abhilfe zu schaffen (BGE 141 III 472
E. 4.7).
1.6 Gründe, die einen Sorgerechtsentzug nach Art. 311 ZGB rechtfertigen
würden, müssen auch zur alleinigen elterlichen Sorge führen (BSK ZGB I-
Schwenzer/Cottier, Art. 298 N 13). In Frage kommen Unerfahrenheit, Krankheit,
Gebrechen, Abwesenheit, Gewalttätigkeit oder ähnliche Gründe (Art. 311 Ziff. 1
ZGB), sowie ernstliches sich nicht Kümmern oder grobe Pflichtverletzungen ge-
genüber dem Kind (Art. 311 Abs. 2 ZGB). Im Sinne der Rechtsprechung zu
Art. 311 ZGB muss die alleinige Sorge dann zugeteilt werden, wenn ein Elternteil
auf Dauer und nicht absehbar nur vorübergehend zu pflichtgemässer Ausübung
seiner Aufgaben ausserstande ist (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 311/312 N 3).
Das Vorliegen solcher Gründe behauptet die Klägerin nicht. Insbesondere macht
sie nicht geltend, dass der Beklagte eine langfristige Freiheitsstrafe wird verbüs-
sen müssen, welche z.B. einer längerfristigen Abwesenheit gleichkäme. Der Be-
klagte selber rechnet offenbar mit seiner Entlassung spätestens per 1. August
2021 (vgl. Berufungsantrag Ziff. 2). Aktenkundig ist, dass der Beklagte die Kläge-
rin im Februar 2014 mit einer Pistole bedroht hat und u.a. auch dafür zu einer
Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Urk. 42/3). Dass die Bedrohung der Mutter eine
grobe Verletzung der elterlichen Pflichten gegenüber C._ darstellen würde
(Art. 311 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB), wurde nicht geltend gemacht und wäre zufolge
mangelnder Qualifizierung der Pflichtverletzung auch zu verneinen. Dass die Klä-
gerin aufgrund des Vorfalls möglicherweise Angst vor dem Beklagten verspürt,
- 22 -
was die Vorinstanz aufgrund ihres Verhaltens als unglaubhaft bezeichnete
(Urk. 109 S. 10), vermöchte daran nichts zu ändern, da sie jedenfalls rational in
der Lage ist, diese zu überwinden. Soweit die Klägerin ausführt, es gebe keine
Anhaltspunkte, dass sich der Beklagte je um die Tochter gekümmert habe, und
damit sinngemäss geltend machen wollte, dieser habe seine Pflichten gemäss
Art. 311 Abs. 1 Ziffer 2 ZGB gegenüber dem Kind gröblich verletzt, so könnte dem
nicht gefolgt werden. Wie schon die Vorinstanz festgehalten hat (Urk. 109 S. 10),
erschliesst sich aus den Akten nicht, dass sich der Beklagte während des kurzen
Zusammenlebens nicht ernstlich um C._ gekümmert hätte. Im Strafvollzug
hat er, wie die Klägerin selber vorträgt, gefordert, dass Besuche mit C._
stattfinden, und ihr vorgeworfen, sie entfremde C._ von ihm. Aktenkundig ist
auch, dass er, weil keine Besuche stattfanden, sich darum bemühte, wenigstens
mit seiner Tochter telefonieren zu dürfen (Urk. 19/1-2). Nach Angaben des Be-
klagten habe er nur zwei Mal mit seiner Tochter sprechen können; die restlichen
Male habe die Klägerin die Anrufe ignoriert oder gesagt, seine Tochter sei gerade
nicht da (vgl. den persönlichen Brief des Beklagten an die Vorinstanz, Urk. 18
S. 4). Dass er in dieser Situation nicht mehr weiter gewusst und die Motivation
verloren haben will, erscheint glaubhaft. Nach der Entlassung des Beklagten aus
dem Strafvollzug am 29. März 2018 kam es bis Ende 2018 zu drei Besuchskon-
takten mit C._ im Beisein der Eltern der Klägerin. Offenbar bemühte sich der
Beklagte darum, den Kontakt zur Tochter wieder aufzunehmen und eine Bezie-
hung zu ihr aufzubauen. Nicht verwunderlich ist, dass sich die Kontakte aufgrund
der fehlenden engen Beziehung von Vater und Tochter und der Begleitung durch
die Grosseltern von C._ eher schwierig gestalteten. Dafür, dass es nicht zu
mehr Kontakten kam, geben sich die Parteien gegenseitig die Schuld. Von einer
hinreichend qualifizierten Pflichtverletzung gemäss Art. 311 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB
kann unter Berücksichtigung der gesamten Umstände jedenfalls noch nicht ge-
sprochen werden. Daran ändert nichts, dass der Beklagte an keiner Gerichtsver-
handlung teilgenommen hat.
1.7 Es ist auch sonst nicht ersichtlich, inwiefern das Kindeswohl durch die
gemeinsame Sorge beider Eltern gefährdet sein sollte. C._ ist bald acht Jah-
re alt. Die Parteien hatten bisher die elterliche Sorge gemeinsam inne. Dass es
- 23 -
dabei zu keinen konkreten Schwierigkeiten gekommen ist, räumt auch die Kläge-
rin ein, hält aber dafür, dass aufgrund des Umstandes, dass es bei jedem Kontakt
zwischen ihr und dem Beklagten zu Streitigkeiten komme, nahe liege, dass auch
in Zukunft keine konstruktive Kommunikation zwischen den Parteien möglich sein
werde. Die blosse Befürchtung, dass sich ein Konflikt in Zukunft durch die Ein-
räumung der gemeinsamen Sorge verschärfen könnte, ist kein genügender Grund
für die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge (BGer 5A_202/2015 vom 26. Novem-
ber 2015, E. 3.4; 5A_412/2015 vom 26. November 2015, E. 7.1). Dass zu be-
fürchten sei, dass C._ das fehlende Einvernehmen mit zunehmendem Alter
stärker wahrnehmen werde bzw. das Risiko bestehe, dass sie in den Dauerkon-
flikt der Eltern involviert werde, ist reine Spekulation. Hat der Streit nicht direkt
Auswirkungen auf die Ausübung der elterlichen Sorge, führt er aber trotzdem zur
Beeinträchtigung des Kindeswohls, so ist die gemeinsame Sorge zu belassen, da
sich mit der Alleinzuteilung keine Veränderung der Situation ergibt. Davon ist
auch die Vorinstanz ausgegangen (Urk. 109 S. 11). Zu prüfen sind allenfalls flan-
kierende und stützende Kindesschutzmassnahmen, soweit sie überhaupt zu einer
Verbesserung beitragen können. Nach der Darstellung der Klägerin geraten die
Parteien stets im telefonischen Kontakt im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht
zwischen Vater und Tochter in Streit, weil der Beklagte ihr vorwirft, C._ von
ihm zu entfremden und den Kontakt zu verweigern. Andere Streitpunkte sind,
auch nach der Darstellung des Beklagten, nicht ersichtlich. Insbesondere hat es
bisher weder in schulischer oder pädagogischer Hinsicht noch bezüglich Fragen,
die die Gesundheit von C._ betreffen, Probleme gegeben. Dass bei einer Al-
leinzuteilung der elterlichen Sorge eine Verbesserung der Situation erwartet wer-
den könnte, zeigt die Klägerin nicht auf. Davon kann keine Rede sein. Es ist viel-
mehr anzunehmen, dass sich die Streitereien bezüglich Besuchsrecht mit der
durch die Vorinstanz getroffenen Besuchsrechtsregelung mit der Zeit entschärfen
werden. Auch die zum Zwecke der Durchführung und Überwachung des zuerst
begleiteten und später unbegleiteten Besuchsrechts errichtete und aufrechterhal-
tene Beistandschaft wird mit den ihr zugewiesenen mannigfaltigen Aufgaben zur
Beruhigung der Situation beitragen können. Die Befürchtung der Klägerin, der
Beklagte könnte C._ gegen die Mutter instrumentalisieren, genügt als bloss
- 24 -
abstrakte Möglichkeit als Grund für eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge
nicht. Insgesamt reicht der vorliegende Konflikt der Parteien nicht, um eine Allein-
zuteilung der elterlichen Sorge – als eng begrenzte Ausnahme - an die Klägerin
zu rechtfertigen. Zu sagen ist überdies, dass die Eltern aufgrund der entspre-
chenden Informations- und Auskunftsrechte des nicht sorgeberechtigten Eltern-
teils auch bei alleinigem Sorgerecht zu einem Zusammenwirken gezwungen wä-
ren. Die Parteien sind im Hinblick auf das Wohl des Kindes zu einem kooperative-
ren Verhalten aufzufordern und dazu, zumutbare Anstrengungen bei der gegen-
seitigen Kommunikation zu unternehmen.
1.8 Zusammengefasst ist die Berufung der Klägerin abzuweisen und das
angefochtene Urteil in diesem Punkt zu bestätigen.
2. Anschlussberufung: Kinderunterhalt
2.1. Die Vorinstanz gewährte dem arbeitslosen Beklagten eine Übergangs-
frist bis zum 31. Juli 2019, um ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Sie erwog, es
sei zu berücksichtigen, dass der Beklagte über keine abgeschlossene Berufsaus-
bildung verfüge, während mehrerer Jahre inhaftiert gewesen sei und auch vor
seiner Inhaftierung lediglich Gelegenheitsarbeiten verrichtet habe. Es sei ihm zu-
zumuten, nach einer angemessenen Übergangsfrist ins Erwerbsleben einzustei-
gen und einem Vollzeiterwerb nachzugehen. Unter Berücksichtigung einer Über-
gangsfrist von drei Monaten rechnete die Vorinstanz dem Beklagten daher ab
1. August 2019 ein hypothetisches Einkommen von netto Fr. 4'000.– pro Monat
an (Urk. 109 S. 30 f. und S. 45). Den Unterhaltsbeitrag des Beklagten an C._
setzte die Vorinstanz ab Rechtskraft Scheidungsurteil bis und mit 31. Juli 2019
auf Fr. 0.– fest, ab 1. August 2019 bis und mit 31. Juli 2022 auf Fr. 889.– (davon
Fr. 214.– als Betreuungsunterhalt), ab 1. August 2022 bis 31. Juli 2024 auf
Fr. 889.– (davon Fr. 14.– als Betreuungsunterhalt) und schliesslich ab 1. August
2024 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auf Fr. 875.– (da-
von Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) (Urk. 108 S. 45 f. und S. 53 Dispositivziffer 6.).
2.2 Mit seiner Anschlussberufung beantragt der Beklagte, dass die Unter-
haltsbeiträge an C._ an seine finanzielle Situation anzupassen seien. Als er
- 25 -
anfangs Juli 2019 endlich einen Job gefunden habe, sei er verhaftet worden und
habe wieder kein Einkommen. Er habe auch keine Möglichkeit, eines zu erzielen,
solange er inhaftiert sei. Die Unterhaltsbeiträge müssten somit sistiert und könn-
ten erst verlangt werden, wenn er wieder freigelassen werde. Solange er in Haft
sei, könne kein hypothetisches Einkommen festgesetzt werden. Er werde alles
tun, um seine Reststrafe in Halbgefangenschaft verbüssen zu können, aber das
hänge vom Gericht ab (Urk. 114 S. 4). Er verlangt, dass Dispositivziffer 6 so ab-
geändert wird, dass die Unterhaltsbeiträge ab Rechtskraft des Scheidungsurteils
bis zu seiner Freilassung auf Fr. 0.– festgesetzt werden. Ab seiner Freilassung,
jedoch spätestens ab 1. August 2021, seien die im Urteil festgesetzten Unter-
haltsbeiträge zu bestätigen (Anschlussberufungsantrag Ziff. 2 in Urk. 114 S. 2).
2.3 Die Klägerin beanstandet, es fehlten konkrete Angaben über den straf-
rechtlich relevanten Tatvorwurf sowie über den Stand der Strafuntersuchung. Der
Beklagte hätte darlegen müssen, dass er zwingend mit einer unbedingten Frei-
heitsstrafe rechnen müsse und gegebenenfalls wie diese Strafe, insbesondere in
zeitlicher Hinsicht, konkret ausfallen werde. Die Anschlussberufung sei daher
mangels Substantiierung abzuweisen. Im Übrigen sei darauf hinzuweisen, dass
nach Lehre und Rechtsprechung die Verbüssung einer Freiheitsstrafe nicht zwin-
gend zu einer Aufhebung der Unterhaltsverpflichtung des Alimentenschuldners
führen müsse. Der Beklagte habe überdies seine Erwerbsunfähigkeit durch sein
deliktisches Verhalten schuldhaft herbeigeführt. Auch ohne Inhaftierung hätte der
Beklagte voraussichtlich keine Arbeitsstelle gefunden oder finden wollen. Er habe
es versäumt, seine Behauptungen bezüglich einer neuen Arbeitsstelle auch nur
glaubhaft zu machen, geschweige denn rechtsgenügend zu beweisen.
2.4 Die inhaltlichen Anforderungen an eine ausreichende Substantiierung
der Vorbringen der Parteien ergeben sich aus dem materiellen Bundesrecht. Die
Tatsachen sind so klar vorzutragen, dass über sie Beweis geführt werden kann
(BGE 127 III 362 E. 2.b). Der Beklagte macht geltend, seit anfangs Juli 2019 we-
gen Drogendelikten in Untersuchungshaft zu sein. Wie lange er in Haft bleibe, sei
(zur Zeit) unbekannt. Solange er in Haft sei, könne er kein hypothetisches Ein-
kommen erzielen. Diese Vorbringen sind - entgegen der Ansicht der Klägerin -
- 26 -
hinreichend substantiiert und wären, soweit erforderlich, auch einer beweismässi-
gen Abklärung zugänglich. Indessen bestreitet die Klägerin gar nicht, dass der
Beklagte sich wieder in Untersuchungshaft befindet. Vielmehr hat sie das in ihrer
Berufung selber vorgebracht und mit einem Schreiben der Mutter des Beklagten
untermauert (Urk. 108 S. 4 f., Urk. 110). Für die zu beantwortende Frage, ob ihm
unter diesen Umständen ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden
kann, erscheint es irrelevant, welche Delikte dem Beklagten genau vorgeworfen
werden und ob er mit einer unbedingten Freiheitsstrafe rechnen muss, zumal der
Beklagte eine Sistierung bzw. Reduktion seiner Unterhaltsbeiträge lediglich bis zu
seiner Freilassung verlangt. Die Anschlussberufung ist daher nicht schon mangels
Substantiierung abzuweisen.
Die Einwände der Klägerin, nach Lehre und Rechtsprechung müsse die
Verbüssung einer Freiheitsstrafe nicht zwingend zu einer Aufhebung der Unter-
haltsverpflichtung des Alimentenschuldners führen und der Beklagte habe über-
dies seine Erwerbsunfähigkeit durch sein deliktisches Verhalten schuldhaft her-
beigeführt, sind nicht stichhaltig. Es geht vorliegend nicht um die Abänderung ei-
nes bereits festgesetzten Unterhaltsbeitrages, sondern um die erstmalige Fest-
setzung desselben. Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen wird auf das tat-
sächliche Leistungsvermögen abgestellt. Davon kann abgewichen und stattdes-
sen von einem hypothetischen Einkommen ausgegangen werden, falls und soweit
die betreffende Partei bei gutem Willen bzw. bei ihr zuzumutender Anstrengung
mehr zu verdienen vermöchte, als sie effektiv verdient. Gemäss Rechtsprechung
werden hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft gestellt, wenn
es um Kinderunterhalt geht und wie im vorliegenden Fall wirtschaftlich enge
Verhältnisse vorliegen (BGE 137 III 118 E. 3.1). Wo die reale Möglichkeit einer
Einkommenssteigerung fehlt, muss eine solche aber ausser Betracht bleiben
(BGE 117 II 16 E. 1b). Unterlässt es ein Ehegatte aus bösem Willen oder aus
Nachlässigkeit oder verzichtet er freiwillig darauf, ein für den Familienunterhalt
ausreichendes Einkommen zu erzielen, kann auf das Einkommen abgestellt wer-
den, das er bei gutem Willen verdienen könnte (BGE 128 III 4 E. 4.a). Die Vorin-
stanz hat dem arbeitslosen Beklagten ab 1. August 2019 ein hypothetisches Ein-
kommen angerechnet. Weil der Beklagte sich seit anfangs Juli 2019 wieder in Un-
- 27 -
tersuchungshaft befindet und allenfalls eine anschliessende Freiheitsstrafe zu
verbüssen hat, kann er dieses Einkommen effektiv nicht erzielen. Er hat sich zwar
aus Gründen, die er selber zu verantworten hat, wieder strafbar gemacht. Er hat
dies aber weder aus bösem Willen noch aus Nachlässigkeit getan, und auch bei
gutem Willen ist es ihm nicht möglich, in der Haft ein Erwerbseinkommen zu er-
zielen. Selbstverschuldetes Unvermögen ist dann zu berücksichtigen, wenn die
Verbesserung der Leistungsfähigkeit nicht mehr vom Willen des Beitragspflichti-
gen abhängt. Nach Lehre und Rechtsprechung fällt hypothetisches Einkommen
ausser Betracht, wenn der Pflichtige es unabhängig von seinem Willen nicht er-
zielen kann, z.B. weil er eine Freiheitsstrafe zu verbüssen hat (BK-Hegnauer,
Art. 285 ZGB N 57 mit Hinw.). Selbst wenn aufgrund der Straffälligkeit von einer
mutwilligen Einkommensverminderung ausgegangen werden wollte und vom zu-
letzt erzielten Einkommen auszugehen wäre (BGer 5A_297/2016 vom 2. Mai
2017, E. 3.3), führte das nicht weiter, weil der Beklagte auch vor seiner erneuten
Verhaftung anfangs Juli 2019 bzw. während und nach seiner ersten Strafverbüs-
sung arbeitslos und damit erwerbslos war. Das Vorhandensein anderer finanziel-
ler Mittel (Vermögen), welche ihm die Erfüllung der Beitragspflicht auch während
der Untersuchungshaft bzw. einem allfälligen Strafvollzug erlauben würden, ist
nicht behauptet worden. Ein hypothetisches Einkommen ist dem Beklagten daher,
in Gutheissung der Anschlussberufung und entsprechend seinem Antrag, erst ab
dem Zeitpunkt seiner Entlassung aus der Haft bzw. nach der Strafverbüssung,
spätestens aber ab 1. August 2021 anzurechnen und die Unterhaltsbeiträge an
seine Tochter C._ sind bis zu diesem Zeitpunkt auf Fr. 0.– festzusetzen. Ab
Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zur Entlassung des Beklagten aus der Haft,
fehlen zur Deckung des gebührenden Unterhalts von C._ alsdann monatlich
Fr. 1'632.50 (Fr. 675.– Barunterhalt und Fr. 957.50 Betreuungsunterhalt; vgl. Urk.
109 S. 45 f.). Ab Entlassung aus der Haft, spätestens ab 1. August 2021 bleiben
die Fehlbeträge unverändert.
2.5 Die Indexklausel (Dispositiv-Ziffer 7 des angefochtenen Urteils) wurde
von keiner Partei beanstandet und ist lediglich auf den aktuellen Stand zu brin-
gen. Ebenso wenig beanstandet wurde die tabellarische Aufstellung der finanziel-
- 28 -
len Verhältnisse der Parteien (Dispositiv-Ziffer 10 des angefochtenen Urteils).
Auch sie ist lediglich den veränderten Verhältnissen entsprechend anzupassen.
IV.
1. Die Vorinstanz hat die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens den
Parteien je zur Hälfte auferlegt (wobei die Mehrkosten für das begründete Urteil
diejenige Partei trägt, die die Begründung verlangt hat; vgl. Dispositivziffer 14 des
angefochtenen Urteils), was von keiner Partei beanstandet wurde. Die Gutheis-
sung der Anschlussberufung und damit der Umstand, dass die Unterhaltspflicht
des Beklagten gegenüber seiner Tochter etwas später einsetzt, rechtfertigt keine
Abweichung von dieser Regelung. Demnach ist die erstinstanzliche Kosten- und
Entschädigungsregelung zu bestätigen.
2. In nichtvermögensrechtlichen Kinderbelangen werden die Kosten den
Parteien unabhängig vom Ausgang regelmässig je zur Hälfte auferlegt, wenn die
Parteien unter dem Gerichtspunkt des Kindesinteresses gute Gründe zur Antrag-
stellung hatten (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). Betreffend die nichtver-
mögensrechtlichen Belange (elterliche Sorge) sind die zweitinstanzlichen Kosten
den Parteien wiederum je zur Hälfte aufzuerlegen. Hinsichtlich der Unterhaltsbei-
träge ist von einem Unterliegen der Klägerin auszugehen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
Es rechtfertigt sich insgesamt, die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens der
Klägerin zu drei Vierteln und dem Beklagten zu einem Viertel aufzuerlegen. Beide
Kostenanteile sind aufgrund der zu bewilligenden unentgeltlichen Rechtspflege
(vgl. nachstehende E. 3) einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Demzu-
folge ist die Klägerin zu verpflichten, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des
Beklagten eine auf die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Die
volle Gebühr richtet sich nach § 6 Abs. 1 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 13
Abs. 1 und 2 AnwGebV. Die hälftige Parteientschädigung ist auf Fr. 1'200.– (inkl.
Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu veranschlagen. Wegen voraussichtlicher
Uneinbringlichkeit ist diese Entschädigung der Rechtsvertreterin des Beklagten di-
rekt aus der Gerichtskasse zuzusprechen (Art. 122 Abs. 2 ZPO).
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3. Beide Parteien haben für das Berufungsverfahren den Antrag gestellt,
es sei ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und ihre Rechtsver-
treterin bzw. ihr Rechtsvertreter je als unentgeltliche Rechtsbeiständin bzw. un-
entgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (Urk. 108 S. 2; Urk. 114 S. 2). Gemäss
Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aus-
sichtslos erscheint. Bereits die Vorinstanz hat mit Verfügungen vom 9. Mai 2017
bzw. 29. August 2017 beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt
(Urk. 16 und Urk. 39). Wie sich aus dem angefochtenen Entscheid ergibt, sind die
Parteien offensichtlich mittellos (vgl. insb. Urk. 109 Dispositivziffer 10). Die
Rechtsbegehren der Parteien können sodann nicht als aussichtslos bezeichnet
werden. Es ist ihnen daher die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsver-
fahren zu bewilligen.