Decision ID: 25dceb96-2208-4017-9e1b-167d4663caf0
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a M._, geboren 1948, meldete sich am 9. Dezember 2005 zum Bezug von IV-
Leistungen (Umschulung für eine neue Tätigkeit, eventuell Rente) an. Er gab an, an
Schulterschmerzen rechts, unklaren Parästhesien, Augenproblemen, einem
Magengeschwür, hohem Blutdruck, einer Herzkranzerkrankung mit Stent und zu viel
Cholesterin zu leiden (act. G 5.1). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Arztbericht vom 10. Februar 2006 mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schulterschmerzen rechts mit/bei: radiologisch
diskreter Omarthrose, ausgedehnter Partialruptur der Supraspinatussehne rechts,
Partialruptur der Supraspinatussehne links und beidseitiger AC-Gelenksarthrose. In der
vom Versicherten zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter in einem
metallverarbeitenden Betrieb (vgl. act. G 5.8) bestehe seit 23. Juni 2005 bis auf
weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Leichte, den rechten Arm nicht belastende
Tätigkeiten seien zumindest teilweise realisierbar (act. G 5.9.1 ff.).
A.b Die IV-Stelle beauftragte am 11. Oktober 2006 die Aerztliches
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) mit einer interdisziplinären Begutachtung (act.
G 5.24). Der Versicherte wurde am Nachmittag des 22. November 2006 internistisch,
psychiatrisch und rheumatologisch untersucht (act. G 1.2). Die Gutachter
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine chronische
Periarthropathia humeroscapularis rechts (ICD-10 M75.0), mit
Rotatorenmanschettenruptur rechts bei subacromialem Impingement und sekundärer
Frozen shoulder rechts; ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
linksbetont (ICD-10 M54.5) mit deutlicher Spondylarthrose L4/5 sowie L5/S1, ventraler
Spondylose LWK3/4, beginnender Osteochondrose der unteren LWS, bei muskulärer
Dysbalance mit Abschwächung der abdominellen und rückenstabilisierenden
Muskelgruppen. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Eine nur leichte bis selten intermittierend mittelschwere
wechselbelastende berufliche Tätigkeit sei dem Versicherten unter folgenden
Voraussetzungen zu 100% zumutbar: Eine körperliche Belastung der rechten oberen
Extremität sei zu unterlassen, insbesondere sollten keine Lasten angehoben oder
repetitiv getragen werden, auch seien Arbeiten über der Horizontalen zu vermeiden.
Vor allem in Bezug auf die Wirbelsäulenproblematik sei es unabdingbar, dass der
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Versicherte eine eventuelle Arbeitsposition regelmässig wechseln könne. Das längere
fixierte Stehen oder Sitzen am Ort sei auf maximal 30 bis höchstens 60 Minuten zu
limitieren. Ebenso seien stereotype repetitive Rotationsbewegungen der Wirbelsäule
oder fliessbandähnliche Arbeitssituationen zu vermeiden (act. G 5.29.1 ff.).
A.c Mit Vorbescheid vom 23. Februar 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung abzulehnen.
Gestützt auf das Gutachten der ABI legte sie dem Einkommensvergleich eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu Grunde und ermittelte einen
Invaliditätsgrad von 0% (act. G 5.36).
B.
B.a Der Versicherte erhob am 23. März 2007 Einwand gegen den Vorbescheid vom
23. Februar 2007. Er brachte vor, eine am 10. Januar 2007 erfolgte
Röntgenuntersuchung habe eine 1,5 cm breite Ruptur des Sehnenansatzes in der
rechten Schulter ergeben. Die ABI-Gutachter hätten lediglich die LWS untersucht. Sie
hätten einfach die Diagnose der Rotatorenmanschettenruptur übernommen, ohne
weiter darauf einzugehen. Das Amt für Arbeit habe zwischenzeitlich die
"Vermittlungsfähigkeit" des Versicherten vom Februar bis November 2006 zu 50%,
jedoch nicht mehr, anerkannt. Die durch die ABI-Gutachter beschriebene
Verweisungstätigkeit sei völlig illusorisch. Dem Versicherten sei es nicht möglich, eine
ideale Tätigkeit ganztags auszuüben. Der von ihm selbst gewählte und über das RAV
organisierte Arbeitsversuch in einer Velowerkstatt habe mehrmals über längere Zeit
unter- und schliesslich ganz abgebrochen werden müssen. Die rheumatologische
Untersuchung der ABI sei zu kurz gewesen, um einen umfassenden und zuverlässigen
Eindruck geben zu können. Ferner erstaune es, dass keine orthopädische
Untersuchung stattgefunden habe. Die orthopädischen Fachärzte des KSSG hätten
eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 50% attestiert (act. G 5.37). Der Einwandeingabe
legte der Versicherte ärztliche Berichte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
KSSG vom 4. Dezember 2006, 26. Januar und 13. Februar 2007 (act. G 5.39.1 ff.)
sowie einen radiologischen Untersuchungsbericht des Instituts für Radiologie des
KSSG vom 10. Januar 2007 (act. G 5.39.3) bei.
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B.b Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) verfügte die IV-
Stelle am 7. Mai 2007 im Sinn des Vorbescheids. Zu den Einwänden des Versicherten
führte sie aus, dass die beim KSSG erhobenen Befunde zum Zeitpunkt des Gutachtens
bekannt gewesen und von den Gutachtern ausreichend gewürdigt worden seien. Die
eingereichten medizinischen Berichte des KSSG seien nicht geeignet, Zweifel am ABI-
Gutachten entstehen zu lassen. Weitere Abklärungen seien nicht angezeigt (act.
G 5.45).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 6. Juni 2007. Der
Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren
Aufhebung und die Ausrichtung mindestens einer Dreiviertelsrente ab April 2006.
Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Ferner ersucht er
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung. Es sei
unverständlich, warum die ABI betreffend die Schulterproblematik keine orthopädische
Spezialuntersuchung einschliesslich bildgebender Verfahren durchgeführt habe. Selbst
die ABI-Gutachter hätten eine fachärztlich-orthopädische Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit vermisst, diesen Mangel jedoch nicht behoben. Es sei schleierhaft,
warum die ABI-Gutachter die rechte Schulter nicht näher untersucht hätten. Im Übrigen
lautet die Begründung im Wesentlichen gleich wie diejenige des Einwandes vom
23. März 2007 (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 10. August 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Sie stellt sich auf den
Standpunkt, dass das Gutachten der ABI aussagekräftig sei. Die Schulterproblematik
sei ausreichend berücksichtigt und gewürdigt worden. Es liege im ärztlichen Ermessen,
ob die Gutachter zur Beurteilung neuere Röntgenbilder für erforderlich erachteten. Es
stünden die Funktionsausfälle im Vordergrund. Die neusten bildgebenden
Untersuchungen hätten indessen keine neuen Erkenntnisse betreffend
Funktionsausfälle gebracht. Dass den Gutachtern das genaue Ausmass der Ruptur
nicht bekannt gewesen sein solle, spiele daher keine Rolle. Die Auffassung, die
Arbeitsplatzbeschreibung der ABI-Gutachter sei illusorisch, könne nicht geteilt werden
(act. G 5).
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C.c Der Beschwerdeführer macht in der Replik vom 12. Oktober 2007 geltend, dass die
leistungspflichtige Krankentaggeldversicherung bis 30. September 2006 gestützt auf
eine Arbeitsunfähigkeit von 50% Taggelder erbracht habe. Bevor nicht ein erfahrener
Orthopäde eine klare Beurteilung der Schulterproblematik vorgenommen habe, sei der
Abklärungspflicht nicht genüge getan. Den ABI-Gutachtern sei das genaue Ausmass
der Ruptur nicht bekannt gewesen. Es sei zweifellos davon auszugehen, dass die
Berichte des KSSG vom 30. November 2006, 10. Januar und 13. Februar 2007 auf die
Einschätzung der ABI-Gutachter Einfluss gehabt hätten. Die Ärzte des KSSG hätten
von einer deutlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gesprochen. Die
Argumentation der Beschwerdegegnerin, das Gutachten habe dies bereits
berücksichtigt, sei unzutreffend, da die Berichte des KSSG erst nach der Begutachtung
ergangen seien. Das Gutachten leide ferner an Widersprüchen. So könne nicht
nachvollziehbar von den ABI-Gutachtern quasi die Unbrauchbarkeit der rechten oberen
Extremität postuliert und dann aber behauptet werden, der Beschwerdeführer könne
jegliche leichte Tätigkeit uneingeschränkt ausüben. Sollte der Rentenantrag nicht
geschützt werden, sei eine stationäre Abklärung in Valens durchzuführen. Was den
Einkommensvergleich anbelange, so sei ein Minderverdienst von 5,1% sowie ein
Leidensabzug von 25% zu berücksichtigen (act. G 10).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer begründeten Duplik
verzichtet (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des IVG in
Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 127 V 467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (7. Mai 2007) eingetretenen
Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegend die bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
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Streitgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der Anspruch des
Beschwerdeführers auf Rentenleistungen.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
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die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
2.3 Rechtsprechungsgemäss kommt einem Gutachten oder anderen medizinischen
Beurteilungen schon dann kein voller Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht feststehen, dass die medizinischen
Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen entsprechen, was nicht mit medizinischen
Fachpersonen besetzte Behörden in der Regel nicht beurteilen können (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 2002, I 779/01, E. 4.2).
3.
3.1 Der angefochtenen Verfügung wurde das Gutachten der ABI vom 6. Februar 2007
zugrunde gelegt (act. G 5.29.1 ff.). Die ABI-Gutachter kommen darin zum Schluss, dass
dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte bis nur intermittierend mittelschwere
adaptierte, wechselbelastende Tätigkeit unter spezifischen
Arbeitsplatzeinschränkungen vollumfänglich zumutbar sei (act. G 5.29.16). Nachfolgend
ist zu prüfen, ob das ABI-Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an
beweistaugliche Gutachten erfüllt.
3.2 Vorab ist festzustellen, dass an der Begutachtung keine orthopädische
Fachperson, sondern ein Rheumatologe und Internist sowie ein Psychiater
teilgenommen haben. Der Beschwerdeführer rügt, dass angesichts der im Vordergrund
stehenden Rotatorenmanschettenruptur eine fachärztliche orthopädische
Untersuchung samt spezialärztlichen (bildgebenden) Untersuchungen zu Unrecht
unterblieben sei (act. G 1).
Die fachliche Qualifikation des Experten oder Teilgutachters spielt – entgegen der
Auffassung des RAD (act. G 5.40) – für die richterliche Würdigung einer Expertise eine
erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen
sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse der Experten verlassen können.
Deshalb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten
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medizinischen Disziplin ein entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen
Fachkenntnisse dienender, spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zumindest des
den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG vom 16. Oktober 2002,
I 779/01, E. 4.1). Im vorliegend zu beurteilenden Fall wäre eine zusätzliche
orthopädische Untersuchung samt bildgebenden Befunden wohl wünschenswert
gewesen. Das Fehlen einer orthopädischen Beurteilung im Rahmen der ABI-
Begutachtung vermag indessen im vorliegend zu beurteilenden Fall die gutachterliche
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu erschüttern. Denn aus den nach der
Untersuchung der ABI-Gutachter vom 22. November 2006 ergangenen Berichten der
Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 4. Dezember 2006, vom 26. Januar
und 13. Februar 2007 (act. G 5.39.1 ff) – letztere fussen auf einer Kernspintomographie
der rechten Schulter vom 10. Januar 2007 (act. G 5.39.3) – gehen keine
entscheidrelevanten objektiven Anhaltspunkte hervor, die bei der ABI-Beurteilung
unberücksichtigt geblieben wären und Zweifel an der gutachterlichen
Leistungsfähigkeitsbeurteilung entstehen lassen. Ferner erfolgte die Einschätzung der
ABI-Gutachter in Übereinstimmung mit den vor der Begutachtung ergangenen
orthopädischen Diagnosen und berücksichtigte bei der Bestimmung einer
leidensadaptierten Tätigkeit die vorhandenen körperlichen Beeinträchtigungen (act.
G 5.29.15). Diesbezüglich ist auch auf die Stellungnahme des RAD vom 3. April 2007
zu verweisen. Darin führt der RAD-Arzt in Würdigung der medizinischen Akten des
KSSG schlüssig aus, dass diese nicht geeignet seien, das Gutachtenergebnis
umzustossen. Es könne den KSSG-Berichten keine grundlegende Änderung des
Gesundheitszustandes entnommen werden (act. G 5.40).
3.3 Auch in der übrigen medizinischen Aktenlage wird keine andauernde (zumindest
teilweise) Arbeitsunfähigkeit für zumutbare leidensadaptierte Tätigkeiten schlüssig und
näher begründet ausgewiesen. So attestierte etwa Dr. A._ am 23. Mai 2005 lediglich
im Rahmen eines Kurzberichts – ohne Begründung – eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(act. G 5.29.43). Damals war der Beschwerdeführer aber noch als Betriebsmitarbeiter
angestellt (act. G 5.8). In dieser angestammten Tätigkeit besteht auch nach der
Einschätzung der ABI-Gutachter eine volle Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.29.15). Die
behandelnde Ärztin der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG hielt sich im
Bericht vom 13. Februar 2007 mit der Festlegung einer Arbeitsunfähigkeit zurück,
nachdem das KSSG zuvor noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (act.
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G 5.39.8). Die genannten Einschätzungen der behandelnden Ärzte vermögen daher die
gutachterliche Beurteilung nicht in Zweifel zu ziehen.
3.4 Wie der Beschwerdeführer richtig bemerkt hat (vgl. act. G 1, S. 7), wirft die
Arbeitsplatzumschreibung in der angefochtenen Verfügung vom 7. Mai 2007 insofern
mehr als nur Verständnisfragen auf, wenn pauschal gefordert wird, dass ihm leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten zu 100% zumutbar seien (act. G 5.45). Denn die ABI-
Gutachter hielten einschränkend fest, dass dem Beschwerdeführer bloss leichte bis nur
selten intermittierend mittelschwer wechselbelastende Tätigkeiten, unter der
Voraussetzung, dass keine körperliche Belastung der rechten oberen Extremität
notwendig sei, zugemutet werden könnten (act. G 5.29.13 und 5.29.15). Der genannte
Mangel in der Verfügung bleibt jedoch ohne Relevanz für die Leistungsbeurteilung, da
den Beschwerden der rechten Schulter im ABI-Gutachten hinreichende Beachtung
geschenkt und dem Beschwerdeführer – zumindest – für leichte leidensangepasste
Arbeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde (act. G 5.29.16).
3.5 Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass die Begutachtung zwar auf einem Studium
der Vorakten und ärztlichen Untersuchungen beruhe, in zeitlicher Hinsicht jedoch zu
kurz gewesen sei. Nach Abzug von Begründung und ausserhäuslichen
Röntgenaufnahmen habe die internistisch-rheumatologische Untersuchung höchstens
eine Stunde betragen, was ungenügend sei (act. G 1, S. 8 f.). Der Beschwerdeführer
vermag indessen nicht darzulegen, welche objektiv wesentlichen Punkte bei der
rheumatologisch-internistischen Untersuchung ausser Acht gelassen worden sind. Es
ergeben sich auch keine aus den Akten. Seine Kritik am zeitlichen Umfang der
Begutachtung stösst damit ins Leere.
3.6 Was das psychiatrische Teilgutachten (act. G 5.29.8 ff.) anbelangt, bringt der
Beschwerdeführer keine Mängel vor. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte,
die geeignet sind, Zweifel an der Zuverlässigkeit der psychiatrischen Begutachtung
entstehen zu lassen. Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
dargetan, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht in seiner
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist (act. G 5.29.10).
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3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers das interdisziplinäre, auf eigenen Untersuchungen vom
22. November 2006 beruhende, in Kenntnis und Würdigung der wesentlichen Vorakten
ergangene Gutachten der ABI vom 6. Februar 2007 für die vorliegend zu beurteilenden
Belange aussagekräftig ist. Es besteht keine Veranlassung vom schlüssigen Gutachten
abzuweichen. Gestützt darauf ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer für leidensadaptierte Tätigkeiten, wie sie im
Gutachten detailliert umschrieben sind (act. G 5.29.15), zu 100% arbeitsfähig ist. Damit
erübrigen sich die vom Beschwerdeführer beantragten weiteren medizinischen
Abklärungen.
4.
Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der 100%igen Arbeitsfähigkeit
für leidensadaptierte Tätigkeiten. Im vorliegenden Fall kann indessen offen bleiben, ob
im Rahmen des Einkommensvergleichs – wie vom Beschwerdeführer gefordert (act. G
10, S. 8) – ein Minderverdienst zu berücksichtigen sowie ein Leidensabzug von 25%
vorzunehmen gewesen wäre. Denn auch diesfalls resultiert im Rahmen eines
Prozentvergleiches ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 25%. Die
angefochtene Verfügung vom 7. Mai 2007 erweist sich damit im Ergebnis als richtig.
5.
5.1 In Bestätigung der angefochtenen Verfügung vom 7. Mai 2007 ist die Beschwerde
abzuweisen.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 29. August 2007 bewilligt (act. G 6). Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat
entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP/SG).
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5.3 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
5.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.--
festzulegen und um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat
den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht