Decision ID: 422a704d-7ab5-5e97-92ea-6dafd15b760c
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen  am 17. Januar 2008 verliess und am 3. Februar 2008 unter  der Identität A._ respektive B._, geboren (...), in der Schweiz um Asyl ersuchte,
dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und  Basel vom 22. Februar 2008 sowie der direkten Anhörung vom 25. März 2008 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen vorbrachte, er stamme aus D._, E._ State,
dass nach dem Tod seines Vaters im April 2005 Mitglieder des  seine Mutter und ihn aufgesucht und ihnen mitgeteilt hätten, dass sein Vater Mitglied dieses Geheimbundes gewesen sei und  zugesagt habe, das sein Sohn nach seinem Tod seinen Platz einnehmen werde,
dass er, der Beschwerdeführer, sich aber geweigert habe, den Ogboni beizutreten,
dass in der Folge Mitglieder dieses Bundes ihn und seine Mutter  zu Hause überfallen und ihm Verletzungen zugefügt hätten,
dass schliesslich sein Mutter im September 2006 aufgrund der  einen tödlichen Herzinfarkt erlitten habe,
dass er darauf bei einem Bekannten seiner Mutter namens G._ in F._ gelebt habe, aber die Überfälle der Ogboni sich auch dort fortgesetzt hätten,
dass G._ deswegen schliesslich einen Bekannten namens H._ kontaktiert habe, um seine Ausreise zu organisieren,
dass er von Lagos auf dem Seeweg in ein ihm unbekanntes Land gelangt und von dort mit Hilfe eines Schleppers per Flugzeug in die Schweiz gereist sei,
dass er im Übrigen in seinem Heimatstaat nie über irgendwelche  verfügt habe und für die Flugreise einen falschen  benutzt habe, welchen der Schlepper jeweils vorgewiesen habe,
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dass ein Fingerabdruckvergleich ergab, dass der Beschwerdeführer im November 2003 durch die Polizei in Wien, Österreich unter der  D._, geboren (...), Nigeria, wegen Rauschgifthandels erkennungsdienstlich erfasst wurde und am 14. November 2003 eine Überprüfung bei den deutschen und schweizerischen Behörden stattfand,
dass der Beschwerdeführer ausserdem seit dem 12. Dezember 2003 von den österreichischen Behörden zur Einreiseverweigerung in die Schengenstaaten ausgeschrieben ist,
dass dem Beschwerdeführer anlässlich der direkten Anhörung vom 25. März 2008 das rechtliche Gehör zu diesen Umständen gewährt wurde, wobei er diese bestritt und an der gegenüber den  in der Schweiz angegebenen Identität festhielt,
dass das BFM mit Verfügung vom 3. April 2008 – gleichentags eröffnet – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Art. 32 Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das  des Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Beschwerdeführer habe den Asylbehörden innerhalb der eingeräumten Frist keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, ohne dafür  Gründe angeben zu können,
dass seine Schilderungen betreffend der Reise aus seinem  in die Schweiz völlig realitätsfremd und offensichtlich unglaubhaft seien, dies umso mehr als er seit November 2003 bei den , deutschen und schweizerischen Behörden  erfasst sei,
dass im Weiteren die Asylvorbringen des Beschwerdeführers in wesentlichen Punkten (Anzahl und zeitliche Einordnung der Überfälle durch die Ogboni) widersprüchlich ausgefallen seien und insgesamt vage und undetailliert seien,
dass ferner angesichts der erkennungsdienstlichen Erfassung durch die österreichischen Behörden im November 2003 davon auszugehen sei, dass er sich seither in Europa aufgehalten habe und entgegen sei-
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nen Angaben im Zeitraum der angeblichen Behelligungen durch die Ogboni gar nicht in Nigeria gewesen sei,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 10. April 2008 gegen diesen Entscheid beim  Beschwerde erhob und dabei unter anderem beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und sein Asylgesuch , eventualiter die vorläufige Aufnahme zu gewähren,
dass er in prozessualer Hinsicht ferner um Gewährung der  Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 11. April 2008 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),
dass dementsprechend in einem diesbezüglichen  ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft  ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
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dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach Prüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts – überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von - oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,
dass angesichts der stereotypen, unsubstanziierten und  Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich seiner Reise von Nigeria in die Schweiz als unglaubhaft erachtet werden muss, dass er über keine Identitätspapiere im Sinne von Art. 1 Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) verfügt und ohne solche gereist ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Ausführungen des Beschwerdeführers davon ausgeht, er habe für seine Reise  Identitäts- und Reisepapiere verwendet, welche er jedoch innert 48 Stunden und bis heute in Verletzung seiner gesetzlichen  (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen Behörden nicht aushändigte, zumal in der Beschwerde nichts geltend gemacht wird, was diesbezüglich allenfalls zu einer anderen  führen könnte,
dass im Übrigen aufgrund der pflichtwidrigen Nichtabgabe  Dokumente die Identität des Beschwerdeführers bis heute nicht feststeht und dadurch auch seine persönliche Glaubwürdigkeit in Frage gestellt ist,
dass dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint hat und zusätzliche Abklärungen zu deren Feststellung beziehungsweise derjenigen von Wegweisungsvollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat,
dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage, wie sie sich nach der Befragung im Empfangszentrum vom 22. Februar 2008 und
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der Anhörung vom 25. März 2008 darstellt, unter Verzicht auf  tatbeständliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der eindeutige Schluss gezogen werden kann, dass der Beschwerdeführer offensichtlich die  nicht erfüllt, und einem Vollzug seiner Wegweisung keine  entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG),
dass das BFM in der Entscheidbegründung zu Recht ausführt, die  seien in wesentlichen Aspekten widersprüchlich, undetailliert und vage, sowie mit der erkennungsdienstlichen Erfassung des Beschwerdeführers in Europa im Jahre 2003 nicht zu vereinbaren und daher mangels Glaubhaftigkeit offensichtlich flüchtlingsrechtlich nicht relevant,
dass zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG),
dass die Ausführungen in der Beschwerdeschrift, in welcher im Wesentlichen die Vorbringen im erstinstanzlichen Verfahren wiederholt sowie auf die Praktiken der nigerianischen Geheimbünde verwiesen wird, ohne auf die Argumente des BFM zur Begründung der  der Vorbringen des Beschwerdeführers einzugehen, an  Ergebnis nichts zu ändern vermögen,
dass sich die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur  zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der  oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses noch gar zur direkten Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1),
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Art. 32 Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des  nicht eingetreten ist,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht  oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu  (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass der Wegweisungsvollzug mangels anderweitiger gegenteiliger Anhaltspunkte als zulässig, zumutbar und möglich im Sinne des Gesetzes zu betrachten und er in Beachtung der massgeblichen - und landesrechtlichen Bestimmungen - vorab Art. 3 EMRK -  zulässig ist, weil keine Hinweise auf Verfolgung vorliegen und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind,
dass vollumfänglich auf die Erwägungen des BFM gemäss  Verfügung verwiesen werden kann und aus den gesamten  Akten und Umständen keine Vollzugshindernisse allgemeiner oder individueller Art hervorgehen,
dass zudem die Untersuchungspflicht der Asylbehörden hinsichtlich Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerde  Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substan-
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ziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), und es bei missbräuchlich  tatsächlicher Identität oder Herkunft nicht Sache der Behörde sein kann, näher nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu ,
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass schliesslich das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der Frage der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist, da die Beschwerdebegehren nach dem Gesagten als zum Vornherein  zu bezeichnen sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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