Decision ID: a63b9bf6-03a9-56c4-885a-f10b133ec23b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen (Früherfassung)
Sachverhalt:
A.
A.a Am 6. April 2009 ging bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen eine Meldung von Dr. med. A._, Polymedes Schmerzzentrum, vom
19. März 2009 zur Früherfassung Erwachsener bei der Invalidenversicherung für die
1973 geborene C._ ein. Die Versicherte hatte das Formular am 30. März 2009
unterzeichnet. Seit dem 28. Oktober 2008 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig und habe
wiederholte (regelmässige) Absenzen bzw. "chronische" Kurzabsenzen seit März -
August 2008 gehabt. Sie leide an Beschwerden im Becken und im Hüftbereich und
habe einen Bandscheibenvorfall. Seit November 1993 (Einreise) bis Oktober 2008 sei
sie zu 100 % als Tänzerin und Barfrau tätig gewesen (IV-act. 1 f.).
A.b Am 23. April 2009 fand das Früherfassungsgespräch bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen statt. Vorgängig war die
Versicherte mit Schreiben vom 15. April 2009 darauf hingewiesen worden, das
Gespräch dauere rund eine Stunde, diene einer Standortbestimmung und bilde
Grundlage für das weitere Vorgehen. Es müsse eine Person anwesend sein, die das
Gespräch übersetzen könne; sie möchte dafür sorgen, dass sie eine Begleitperson bei
sich habe (IV-act. 3). Die Versicherte erschien allein zum Termin. Die Sachbearbeiterin
protokollierte am 25. April 2009, die Versicherte ... habe ein ... Jahre altes Kind. Seit
dessen Geburt habe sie Schmerzen im Rücken und Hüftbereich, mit den Jahren
zunehmend. Die Behandlung erfolge durch Massagen, Wärmetherapie und Aquafit.
Zurzeit nehme sie keine Medikamente. Gegenstände Heben, langes Sitzen oder Stehen
seien ihr nicht möglich. In der Heimat habe sie eine Lehre als Coiffeuse absolviert. Sie
habe ihre Stelle als Tänzerin und Barfrau im Oktober 2008 zufolge ihrer
gesundheitlichen Situation gekündigt. Sie werde sich demnächst beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelden. Ihr Arzt habe ihr gesagt, die IV organisiere
ihr eine Arbeitsstelle oder bezahle eine Umschulung. Was sie aber genau machen
wolle, wisse sie nicht. Die IV-Eingliederungsberaterin hielt fest, die Versicherte verstehe
kaum Deutsch. Sie habe der Versicherten erklärt, dass die Aussage des Arztes, die IV
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werde ihr eine Arbeitsstelle organisieren und eine Umschulung bezahlen, nicht korrekt
sei und welche Möglichkeiten die IV tatsächlich biete; die Versicherte sei sich nun
bewusst, in welchem Rahmen die IV helfen könne. Sie habe sie ausserdem darüber
informiert, dass eine Anmeldung bei der IV angezeigt sei und dass die Leistungen
gekürzt oder verweigert werden könnten, falls die Anmeldung nicht unmittelbar erfolge
(IV-act. 4).
A.c Auf die Aufforderung vom 28. April 2009 (IV-act. 5) hin füllte die Versicherte am
7. Mai 2009 das Anmeldeformular für Erwachsene zur beruflichen Integration/Rente (IV-
act. 8) aus und legte eine Liste ihrer Arbeitsorte von 2005 bis 2008 bei (IV-act. 9). Ob
sie berufliche Massnahmen oder eine Rente oder beides beanspruche, bezeichnete sie
nicht.
A.d Dr. A._ berichtete der IV-Stelle am 26. Mai 2009, die Versicherte leide an einem
radikulären Schmerzsyndrom L5/S1 links bei Diskusprotrusionen lumbal, einer ISG-
Dysfunktion links und an Hüftschmerzen links. Die Leisten- und Hüftschmerzen links
bestünden seit der ersten Niederkunft (mit Saugglocke) ..., die lumboradikulären
Schmerzen L5/S1 seit ca. Beginn 2008. Die Versicherte stehe seit dem 18. April 2008
(vgl. auch IV-act. 8-7/9) in ambulanter Behandlung. Nach einer Wurzelbehandlung S1
links hätten sich die lumboradikulären Beschwerden gebessert. Bei konsequenter
Physiotherapie und angepasstem Belastungsprofil könne eine weitere Verbesserung
erreicht werden. Die Arbeit als Tänzerin sei nicht mehr möglich (volle Arbeitsunfähigkeit
vom 28. Oktober 2008 bis 25. Januar 2009). Bei einer Umschulung auf eine andere
Tätigkeit mit Wechselbelastung sei eine Integration ins Arbeitsleben möglich. Seit dem
27. Januar 2009 seien der Versicherten Tätigkeiten im Sitzen und im Stehen zeitlich je
zu 50 % möglich, wechselbelastende Tätigkeiten zu 100 %. Vorwiegend im Gehen
auszuübende Tätigkeiten seien zu 25 % möglich. Die Gewichtslimite liege bei 5 kg.
Nicht zumutbar seien: Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien, Rotation im Sitzen/
Stehen, Heben/Tragen, auf Leitern/Gerüste Steigen und Treppensteigen.
Konzentrations- und Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit
seien nicht eingeschränkt (IV-act. 18).
A.e Am 29. Mai 2009 beurteilte der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der
Invalidenversicherung den Arztbericht von Dr. A._ zur Arbeitsfähigkeit der
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Versicherten in der angestammten Tätigkeit als Tänzerin als gut nachvollziehbar.
Aufgrund der Gesamtsituation sei ein schrittweiser Wiedereinstieg ins Erwerbsleben in
einer leidensangepassten Tätigkeit sinnvoll, beginnend mit 50 % und steigerbar bis auf
mindestens 80 % (IV-act. 19). - Der Versicherten wurde am 9. Juni 2009 mitgeteilt, es
seien Abklärungen bezüglich der Möglichkeiten einer beruflichen Eingliederung
notwendig (IV-act. 27).
A.f Am 15. Juli 2009 fand ein Frühinterventions-Assessment (in Anwesenheit der
zuständigen Sozialarbeiterin) statt. Im Protokoll vom 16. Juli 2009 wurde festgehalten,
dass die Versicherte nicht beim RAV gemeldet sei, ein Arztbesuch bei Dr. med. B._,
Allgemeinmedizin FMH, geplant und die IV-Anmeldung auf Veranlassung des
Sozialamtes erfolgt sei. Die Versicherte sage, sie sei zu 100 % arbeitsunfähig, sie habe
wieder Schmerzen und es gehe ihr schlechter. Sie verstehe gut Deutsch, spreche aber
nur zögerlich; lesen und schreiben könne sie eher nicht. Unter "Vereinbarungen/
Weiteres Vorgehen" wurde vermerkt: "schwierige Gesprächssituation, da die vP nicht
gut deutsch spricht bzw. versteht" (IV-act. 30-2).
A.g Die IV-Eingliederungsverantwortliche hielt zum Abschluss der
Frühinterventionsphase am 4. August 2009 fest, die versicherte Person fühle sich
subjektiv nicht arbeitsfähig, weshalb abzuschliessen und der Rentenanspruch zu
prüfen sei (IV-act. 30-3). Dem Frühinterventions-Triage-Protokoll ebenfalls vom 4.
August 2009 war zu entnehmen, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich
seien, da die Versicherte nur gebrochen Deutsch könne, viele Schmerzen angebe und
sich zu 100 % arbeitsunfähig bezeichne. Aus medizinischer Sicht sei die Sachlage
genügend dokumentiert, um abschliessend zur Rentenprüfung Stellung nehmen zu
können. Die Versicherte sei nicht in ärztlicher Behandlung und seit 27. Januar 2009
bestehe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit. Potential für eine
Anmeldung für Medizinisch-Arbeitsmarktliche Assessments mit Case Management
(MAMAC) sei nicht vorhanden. Ein Nachbesprechungstermin mit der Versicherten
wurde nicht vorgesehen (IV-act. 31).
A.h Im Einkommensvergleich vom 4. August 2009 wurden einander ein Validen- und
ein Invalideneinkommen von je Fr. 45'600.-- gegenübergestellt (das
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Invalideneinkommen ausgehend von einem Tabellenlohn von Fr. 51'032.-- wegen
Minderverdienstes herabgesetzt).
A.i Am 13. August 2009 wurde der Abschluss der Arbeitsvermittlung verfügt. Laut
Besprechung vom 8. Mai 2009 sei die Versicherte damit einverstanden, dass die
Unterstützung bei der Stellensuche beendet werde. Da sie sich subjektiv nicht
arbeitsfähig fühle, seien keine weiteren beruflichen Massnahmen angezeigt (IV-act. 35).
A.j Gleichentags wurde der Versicherten mit einem Vorbescheid angekündigt, ein
Anspruch auf eine Invalidenrente werde abgelehnt. Sie sei in der angestammten
Tätigkeit als Barfrau und Tänzerin eingeschränkt, mit Behinderung sei ihr eine aus
medizinischer Sicht leidensangepasste Tätigkeit aber weiterhin zu 100 % zumutbar.
Eine Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergebe keine
Erwerbseinbusse (IV-act. 36 f.). Mit Verfügung vom 25. September 2009 wurde ein
Rentenspruch verneint (IV-act. 38).
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 20. Oktober 2009
(Poststempel: 21. Oktober 2009). Die Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene
Verfügung zu prüfen, und sinngemäss, sie aufzuheben. Sie habe sich auf Anraten von
Dr. A._ zur Früherfassung für die berufliche Integration angemeldet, weil ihr die
angestammte Tätigkeit mit ihrem Leiden nicht mehr möglich sei. Sie sei am 9. Juni
2009 darüber informiert worden, wer für sie zuständig sei. Am 15. Juli 2009 habe sie
einen Termin auf dem Sozialamt gehabt. Mit der zuständigen Eingliederungsberaterin
der IV sei vereinbart worden, dass sie (die Beschwerdeführerin) ihren Fähigkeiten
entsprechende mögliche Arbeitsbereiche notieren würde. Die Eingliederungsberaterin
werde sich bei ihr wieder melden. Am 18. September 2009 habe sich ihr Berater in
ihrem Auftrag über den Stand der Dinge erkundigt. Er sei abgewiesen worden, weil
ohne Vollmacht keine Auskunft gegeben werde. Völlig überraschend habe sie Ende
September 2009 die Verfügung erhalten. Der Inhalt entspreche nicht der Vereinbarung,
Unterstützung, Betreuung und Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Arbeit mit
ihrer Behinderung zu leisten.
C.
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Mit Beschwerdeantwort vom 1./3. Dezember 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werde. Formell richte sich
die Beschwerde gegen die Rentenabweisung vom 25. September 2009, inhaltlich
jedoch gegen die Verfügung betreffend Arbeitsvermittlung vom 13. August 2009. Die
Verfügung vom 13. September 2009 betreffend Arbeitsvermittlung sei rechtskräftig
geworden und könne nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sein. Da es der
Beschwerdeführerin frei stehe, jederzeit ein neues Gesuch um Arbeitsvermittlung zu
stellen und sie sich nun offenbar auch subjektiv arbeitsfähig fühle, werde sie (die
Beschwerdegegnerin) die Beschwerdeeingabe als Gesuch um Arbeitsvermittlung
behandeln. Einen Rentenanspruch habe die Beschwerdeführerin auf alle Fälle nicht, da
sie in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsfähig sei. Die angefochtene Rentenverfügung
sei nicht zu beanstanden.
D.
D.a Am 18. Dezember 2009 nahm die Beschwerdeführerin am Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen (in Begleitung ihres Beraters) Einsicht in die Akten.
D.b Mit Replik ("Einsprache" gegen die Verfügungen betreffend Abschluss der
Arbeitsvermittlung vom 13. August 2009 und betreffend Rente vom 25. September
2009 bzw. "Antwort auf den Vorbescheid" betreffend Abschluss der Arbeitsvermittlung)
vom 7./8. Januar 2010 bringt die Beschwerdeführerin vor, bei der Akteneinsicht sei sie
auf den Vorbescheid, das Gesprächsprotokoll Früherfassung und das
Assessmentprotokoll gestossen. Sie beantrage, die Verfügung betreffend die
Arbeitsvermittlung rückgängig zu machen. Sie habe ihre Stelle im Oktober 2008 nicht
gekündigt, sondern mit ihrer Behinderung, bestätigt durch den beigelegten Bericht von
Dr. A._ vom 7. Juli 2009, keinen neuen Vertrag mehr abschliessen können. Nach
ihrem Verständnis sei Ziel des Gesprächs vom 15. Juli 2009 gewesen, eine Tätigkeit zu
finden, die sie mit ihrer Behinderung ausüben könne. Von November 2008 bis April
2009 sei sie zeitweise zum Gehen auf Krücken angewiesen gewesen. Sie habe von Dr.
B._ ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis für ihre bisherige Tätigkeit; eine angepasste
Tätigkeit wäre ihr sicherlich möglich. Sie sei nach wie vor bestrebt, raschmöglichst -
wenn auch eingeschränkt - wieder arbeiten zu können. Auch die für sie zuständige
Person vom Sozialamt habe das so verstanden. Aktuell sei bei ihr (der
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Beschwerdeführerin) immer noch der Bandscheibenvorfall. Am 8. Dezember 2009 habe
eine ambulante Untersuchung bei Dr. med. D._, Klinik für Neurochirurgie am
Kantonsspital St. Gallen, stattgefunden. Der Arzt habe ein neues MRI angeordnet. Der
nächste Termin sei auf den 26. Januar 2010 vereinbart worden. Die Verfügung (sc. wohl
zur Arbeitsvermittlung) habe sie nicht erhalten und habe deshalb darauf nicht reagieren
können. Dass sie sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle, entspreche nicht ihren
Aussagen. Eine Arbeitsvermittlung durch die IV habe nicht stattgefunden. Im Gegenteil
sei die Zusammenarbeit mit dem RAV beeinträchtigt worden. Eine Rente habe sie nie
beantragt.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 15./18. Januar 2010 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.
F.
Am 5. März 2010 ist dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege vom 12. Januar 2010 entsprochen worden.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 25. September 2009 hat die
Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin, namentlich einen
Rentenanspruch, abgewiesen. Die Beschwerdeführerin beantragt die Prüfung der
angefochtenen Verfügung und sinngemäss ihre Aufhebung deshalb, weil sie der ihr in
Aussicht gestellten Unterstützung, Betreuung und Hilfe bei der Suche nach einer
geeigneten Arbeit nicht entspreche. Ihr Antrag zielt daher auf die Gewährung von
beruflichen Massnahmen zu ihrer Integration in eine adaptierte Tätigkeit nach Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Im Mai 2009 hatte sich die
Beschwerdeführerin auf Anraten der Beschwerdegegnerin im Rahmen der
Früherfassung für die berufliche Integration bzw. eine Rente angemeldet. Die
Frühinterventionsphase wurde am 4. August 2009 (IV-act. 30 f.) mit der internen
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Feststellung abgeschlossen, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen abgelehnt
würden und eine Rentenprüfung zu erfolgen habe. In der Folge wurde einzig die
Verfügung über den Abschluss der Arbeitsvermittlung erstellt. Eine Mitteilung gemäss
Art. 1 lit. b IVV ist nicht ergangen. Die Ablehnung des Anspruchs der
Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen ist implizit in der Rentenverfügung zu
sehen. Auch das Fehlen einer Verfügung über die beruflichen Massnahmen könnte die
Beschwerdeführerin im Rahmen der Rentenverfügung rügen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S P. vom 23. Mai 2006, I 2/06; vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 8. April 2009, 9C_885/08 E. 7).
1.2 Die Arbeitsvermittlung (als Teil möglicher beruflicher Massnahmen) hat die
Beschwerdegegnerin vorliegend mit der Verfügung vom 13. August 2009
abgeschlossen. Sie beantragt diesbezüglich Nichteintreten auf die Beschwerde, weil
diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwachsen sei. Die Beschwerdeführerin
dagegen legt in ihrer Replik vom 7./8. Januar 2010 nach der Akteneinsicht vom
18. Dezember 2009 dar, sie habe diese Verfügung nicht erhalten und habe deshalb
darauf auch nicht reagieren können. Sie erhebt in ihrer Replik "Einsprache" (recte:
Beschwerde) gegen diese Verfügung. Diese Beschwerde ist innert 30 Tagen seit der
Akteneinsichtnahme der Beschwerdeführerin erfolgt.
1.3 Ob die Verfügung betreffend Arbeitsvermittlung in Rechtskraft erwachsen oder ob
sie nicht zugestellt worden und die Beschwerde gegen sie rechtzeitig nach
Kenntnisnahme erhoben worden sei, ist insofern nicht von Bedeutung, als auf die
Beschwerde gegen die Arbeitsvermittlungsverfügung jedenfalls nicht eingetreten
werden kann. Ist die Verfügung durch Versand am 13. August 2009 bei der
Beschwerdeführerin eingetroffen, liegt der Grund in der mangelnden Rechtzeitigkeit der
Beschwerde. Ist aber davon auszugehen, dass ein Nachweis der bestrittenen
Eröffnung der fraglichen Verfügung (geplant durch A-Post) nicht ausreichend erfolgen
kann, so ist die Beschwerde zwar rechtzeitig, aber es bestand und besteht kein
Rechtsschutzinteresse daran. Denn die Beschwerdegegnerin hatte gemäss ihrer
Beschwerdeantwort vom 1./3. Dezember 2009 die Beschwerdeeingabe der
Beschwerdeführerin vom 20./21. Oktober 2009 bereits als neues Gesuch um
Arbeitsvermittlung entgegengenommen, als die Beschwerde betreffend
Arbeitsvermittlung am 8. Januar 2010 anhängig gemacht wurde. Auf die Beschwerde
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vom 7./8. Januar 2010 kann deshalb - im Unterschied zur Beschwerde vom
20./21. Oktober 2009 - nicht eingetreten werden.
2.
2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte
versicherte Personen grundsätzlich Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern,
und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 IVG unter anderem in
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit. a ) und
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung,
Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe; lit. b). Versicherte, die seit mindestens
sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind, haben nach
Art. 14a IVG Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche
Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die
Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Abs. 1). Als
Integrationsmassnahmen gelten gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete
Massnahmen zur sozial-beruflichen Rehabilitation und Beschäftigungsmassnahmen
(Abs. 2).
2.2 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im
bis
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Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V
99 f. E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit
auch tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich
(Rz 3046 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens
über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.2 Nach der medizinischen Aktenlage ist die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit seit Oktober 2008 unbestrittenermassen nicht mehr
arbeitsfähig. - Was eine angepasste Tätigkeit betrifft, hat Dr. A._ am 26. Mai 2009
berichtet, eine Integration ins Arbeitsleben sei bei einer Umschulung auf eine Tätigkeit
mit Wechselbelastung möglich. Er beschreibt im Einzelnen, welche Tätigkeiten (ab dem
27. Januar 2009) noch in welchem Ausmass zumutbar sind und welche nicht mehr.
Tätigkeiten im Sitzen und solche im Stehen sind demnach zu 50 % möglich,
Tätigkeiten, die vorwiegend im Gehen auszuüben sind, lediglich zu 25 %. Gewisse
Tätigkeiten sind ganz ausgeschlossen (etwa Bücken, Heben/Tragen, Rotation im Sitzen
oder Stehen). Die Gewichtslimite liege bei 5 kg. Wechselbelastende Tätigkeiten sind
danach zu 100 % zumutbar. Die Beschwerdegegnerin geht gestützt auf diese
letztgenannte Feststellung von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit aus.
Der RAD hat allerdings am 29. Mai 2009 festgehalten, aufgrund der Gesamtsituation
sei ein schrittweiser Wiedereinstieg der Beschwerdeführerin in eine leidensangepasste
Tätigkeit sinnvoll, beginnend mit 50 % und steigerbar bis auf mindestens 80 % (IV-act.
19). Ob in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden
könnte, erscheint daher fraglich. Dazu kommt, dass die Beschwerdeführerin beim
Frühinterventionsassessment vom 15. Juli 2009 eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes mit voller Arbeitsunfähigkeit angezeigt hat. Sie habe wieder
Schmerzen und plane, Dr. B._ aufzusuchen. Unter diesen Umständen erscheint es
nicht sachgemäss, dass die Beschwerdegegnerin am 4. August 2009 ohne weiteres
von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit
ausging und wegen subjektiv empfundener voller Arbeitsunfähigkeit die
Voraussetzungen für (Integrations- oder) Eingliederungsmassnahmen für nicht gegeben
hielt. Es hätte sich aufgedrängt, einen Arztbericht von Dr. B._ einzuverlangen oder
die geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustands anderweitig
abzuklären. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des
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Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 25. September 2009 entwickelt hat. Wie
nun nachträglich der Replik vom 7./8. Januar 2010 zu entnehmen ist, hat die
Beschwerdeführerin Dr. B._ offenbar aufgesucht. Aus der Replik geht ferner hervor,
dass der Bandscheibenvorfall immer noch aktuell sei und die Beschwerdeführerin
deswegen am 8. Dezember 2009 auf der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen untersucht worden sei, wo die Anfertigung eines neuen MRI angeordnet
worden sei. Dass sie sich für gänzlich arbeitsunfähig bezeichnet habe, bestreitet die
Beschwerdeführerin im Übrigen. Die Beschwerdegegnerin wird demnach noch
ergänzende Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu treffen haben.
Danach wird sie über die Möglichkeiten einer allfälligen (Integration und) Eingliederung
und gegebenenfalls über einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu
befinden haben.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde vom 20./21. Oktober
2009 unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 25. September 2009
teilweise zu schützen und die Sache ist zur weiteren Abklärungen im Sinne der
Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt im IV-Bereich praxisgemäss aus
prozessualer Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl.
SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der
Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1
IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege ist obsolet. Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht