Decision ID: 32c66eee-728b-49ce-a24c-44da56bbf35a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, arbeitete seit dem 19. November 2001 als Chauffeur bei der
Y._
und war bei der Schweizerischen
Unfallversi
cherungsanstalt
(SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am 25. August 2002 beim Abladen seines Lieferwagens von der Ladebrücke auf die Füsse fiel (Fallhöhe: rund 1 m) und mit dem Rücken an die Kante der Ladebrücke stiess (vgl. Urk. 2/7/VI/7 Sachverhalt Ziff. 1.1).
Mit Verfügung vom 20. Juli 2004 (Urk. 2/7/I/95) sprach die SUVA dem Versicher
ten ab 1. August 2004 eine auf einem Invaliditätsgrad von 26 % basierende Invalidenrente zu. Schliesslich verneinte die SUVA mit Verfügung vom 13. August 2004 (Urk. 2/7/I/101) den Anspruch des Versicherten auf eine Integritätsentschädigung und teilte weiter mit, dass zum Zeitpunkt des
Renten
beginns
sowohl die Taggeld- als auch die Heilbehandlungsleistungen eingestellt würden. Die gegen die beiden genannten Verfügungen gerichteten Einsprachen des Versicherten wies die SUVA mit Entscheid vom 14. Oktober 2004 (Urk. 2/7/I/115) ab.
Nach dagegen erhobener Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht die Sache mit Urteil vom 11. Mai 2006 an die SUVA zur weiteren Abklärung zurück. Die SUVA gelangte in der Folge an das Bundesgericht, welches das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 11. Mai 2006 mit Entscheid vom 30. Oktober 2007 aufhob und damit die angefochtenen
Einspracheentscheide
bestätigte (vgl. zum Ganzen die Sammelbeilage Urk. 2/7/I/125).
1.2
Am 1. Mai 2005 stürzte der Versicherte, der zu diesem Zeitpunkt als Bezüger von Arbeitslosenversicherungsleistungen bei der SUVA unfallversichert war, auf einer Treppe und verletzte sich dabei an beiden Schultern und am rechten Knie (Urk. 2/7/II/1-2). Die SUVA richtete in der Folge Heilbehandlungs- und
Tag
geldleistungen
aus.
Mit Verfügung vom 12. April 2008 (Urk. 2/7/II/130) sprach die SUVA dem Versi
cherten gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 17. Januar 2008 (Urk. 2/7/II/108:
mässiggradige
Periarthropathie
eines Schultergelenks) eine Integritätsentschädigung von 10 % zu. Dagegen liess der Versicherte mit Ein
gabe vom 9. Mai 2008 (Urk. 2/7/II/140) Einsprache erheben und die Ausrich
tung einer Integritätsentschädigung von mehr als 10 % beantragen.
1.3
1.3.1
Bereits mit Schadenmeldung vom 7. Februar 2008 (Urk. 2/7/III/1) war der SUVA mitgeteilt worden, dass der Versicherte, der seinerzeit (ab dem 1. Februar 2008) bei der
Z._
angestellt gewesen sei, am 5. Februar 2008 beim Tragen von zwei
Kebabspiessen
einen Unfall erlitten habe. Der
erst
behandelnde
Arzt, Dr. med.
A._
, Spezialarzt FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte eine
Rotatorenmanschettenläsion
(Urk. 2/7/III/2).
Mit Verfügung vom 8. Juli 2008 (Urk. 2/7/III/72) sprach die SUVA dem Versicher
ten rückwirkend per 5. Februar 2008 ein Taggeld von Fr. 121.10 zu (Anpassung des Taggeldes), basierend auf einem versicherten Verdienst von Fr. 55'237.3
0.
Mit Eingabe vom 5. August 2008 (Urk. 2/7/III/76) liess der Versi
cherte gegen diese Verfügung Einsprache erheben und die Ausrichtung eines höheren, nämlich auf einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 81'900.
basierenden Taggelds beantragen.
1.3.2
Mit Verfügung vom 30. September 2008 (Urk. 2/7/III/97) stellte die SUVA die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 30. September 2008 ein und erhöhte die Invalidenrente ab 1. Oktober 2008 von 26 % auf 30 %. Den Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung, als dem Versicherten bereits mit (angefochtener) Verfügung vom 12. April 2008 (Urk. 2/7/II/130) zugesprochen worden war (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2), verneinte die SUVA. Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 17. Oktober 2008 (Urk. 2/7/III/109) Einsprache erheben und (unter anderem) beantragen, es
seien
ihm weiterhin Taggelder auszurichten und eventualiter eine ganze Invaliden
rente zuzusprechen.
1.4
Mit Entscheid vom 10. Dezember 2008 (Urk. 2/7/III/127) wies die SUVA die Ein
sprachen gegen die Verfügungen vom 12. April, 8. Juli und 30. September 2008 (vgl. Sachverhalt Ziffern 1.2-1.3) ab.
1.5
1.5.1
Am 15. April 2009 meldete der Versicherte, der zu diesem Zeitpunkt erneut als Bezüger von Arbeitslosenversicherungsleistungen bei der SUVA unfallversichert war, einen weiteren Unfall: Er sei am 20. Februar 2009 über die
Balkontür
schwelle
gestolpert, vornüber gefallen und
habe
sich dabei an der Schulter ver
letzt (Urk. 2/7/IV/1/3). Mit Verfügung vom 23. Dezember 2009 (Urk. 2/7/IV/101) stellte die SUVA diesbezüglich ihre Leistungen per 13. September 2009
ein
, da nach kreisärztlicher Beurteilung zu diesem Zeitpunkt der Status quo sine einge
treten sei. Die noch vorliegenden Beeinträchtigungen seien nicht unfallbedingt,
sondern krankhafter Natur. Dagegen liess der Beschwerdeführer am 2. Februar 2010 Einsprache erheben (Urk. 2/7/IV/107; vgl. auch Urk. 2/7/IV/116).
1.5.2
Bereits am 17. April 2009 hatte der Versicherte der SUVA einen weiteren Unfall gemeldet (vgl. Urk. 2/7/V/1/2-7): Er hatte sich
am 2. April 2009
die rechte Schulter an der Haus
türe angeschlagen. Mit Verfügung vom 8. Februar 2010 (Urk. 2/7/V/57) stellte die SUVA ihre Leistungen in Bezug auf die Fälle vom 20. Februar 2009 und 2. April 2009 per 31. Januar 2010 ein. Dagegen liess der Beschwerdeführer am 1
0.
März 2010 Einsprache erheben (Urk. 2/7/V/59).
1.5.3
Mit Entscheid vom 16. September 2010 (Urk. 2/7/IV/132) wies die SUVA diese Einsprachen ab.
1.6
1.6.1
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 10. Dezember 2008 (Urk. 2/7/III/127; vgl. oben Sachverhalt Ziff. 1.4) liess der Versicherte mit Eingabe vom 26. Januar 2009
(Urk. 2/7/VI/
1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Der Einsprache-Entscheid vom 10. Dezember 2008 sei aufzuhe
ben.
2.
Die Taggelder ab dem 05.02.2008 seien mit dem Taggeldansatz, basierend auf einem versicherten Verdienst von Fr. 81'900.
, neu zu berechnen. Es sei die bis heute geschuldete Differenz nachzu
zahlen.
3.
Dem Beschwerdeführer sei bis auf weiteres
ein
ganzes Taggeld aus
zurichten.
4.
Bei Erreichen eines Endzustandes sei dem Beschwerdeführer min
destens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
5.
Ferner sei ihm bei Erreichen eines Endzustandes eine
Integritäts
entschädigung
von mehr als 10 % auszurichten.
6.
Eventualiter sei die Sache zur neuen medizinischen Abklärung, Testung der funktionellen Leistungsfähigkeit und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.
Es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.
8.
Dem Beschwerdeführer sei die UP/URB zu gewähren.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
1.6.2
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 16. September 2010 (Urk. 2/7/IV/132; vgl. Sachverhalt Ziff. 1.5.3) liess der Versicherte mit Eingabe vom 20. Oktober 2010 (Urk.
2/7/VI/5/Beilage 1
) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Der Einsprache-Entscheid vom 16. September 2010 sei aufzuhe
ben.
2.
Dem Beschwerdeführer sei bis auf weiteres ein ganzes Taggeld, basierend auf einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 81'900.
auszurichten.
3.
Eventualiter - bei Erreichen eines Endzustandes - sei dem Beschwerdeführer für sämtliche SUVA-versicherten
Körperschä
den
unter Einschluss der Unfälle vom 20.02.2009 und 02.04.2009 eine ganze Invalidenrente auszurichten.
4.
Eventualiter - bei Erreichen eines Endzustandes - sei eine
Integri
tätsentschädigung
von nicht unter 25 % auszurichten.
5.
Subeventualiter
sei die Sache zur polydisziplinären Abklärung unter Beteiligung eines
infektiologischen
Experten an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
1.6.3
In der Folge wurden diese beiden Beschwerdeverfahren vereinigt. Mit Urteil vom 31. Mai 2011 (Urk. 2/7/VI/7) wurden die Beschwerden in dem Sinne teil
weise gutgeheissen, dass die
Einspracheentscheide
vom 10. Dezember 2008 und 16. September 2010 - soweit sie nicht die Höhe des ausgerichteten Taggeldes zum Gegenstand hatten - aufgehoben wurden und die Sache im Sinne der Erwägungen (Einholung eines polydisziplinären verwaltungsunabhängigen Gut
achtens) an die SUVA zurückgewiesen wurde.
1.6.4
Auf die dagegen von der SUVA erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Urk. 2/7/VI/8) trat das Bundesgericht mit Urteil 8C_586/2011 vom 9. Dezember 2011 (Urk. 2/7/VI/12) nicht ein.
Auch die vom Versicherten gegen das Urteil vom 31. Mai 2011 erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erledigte das Bundesge
richt durch Nichteintreten (Urteil 8C_592/2011 vom 15. Februar 2012 [Urk. 2/7/VI/14]), nachdem es das Gesuch des Versicherten um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit seiner Prozessbegehren abgewiesen (Verfügung vom 9. Dezember 2011 [Urk. 2/7/VI/13]) und der Versicherte den geforderten Kostenvorschuss nicht geleistet hatte.
1.7
Im Juni 2010 wandte sich der Versicherte beziehungsweise sein damaliger Rechts
vertreter erneut an die SUVA und stellte ein Gesuch um Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung
(vgl. Urk. 2/7/VIII/1-8). Mit Verfügung vom 23. September 2011 (Urk. 2/7/VIII/15) wies die SUVA dieses Gesuch ab.
1.8
Die SUVA
holte
in Nachachtung des in Rechtskraft erwachsenen Urteils des
Sozi
alversicherungsgerichts
vom 31. Mai 2011 (Urk. 2/7/VI/7) ein
polydiszipli
näres
Gutachten bei der
B._
ein
. Ober
arzt med.
pract
.
C._
, Facharzt FMH für Arbeitsmedizin, Assistenzarzt
Dr.
med.
D._
, PD
Dr.
med.
E._
, Leitender Oberarzt,
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Neurologie, und
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, reichten ihr Gutachten
(nachfolgend:
B._
-Gutachten) am 4. Oktober 2013 zu den Akten (Urk.
2/
7/VII/303).
Mit Verfügung vom 15. November 2013 (Urk. 2/7/VII/312) reduzierte die SUVA die mit (nicht in Rechtskraft erwachsener und später mit Urteil vom 31. Mai 2011 aufgehobener [vgl. dazu Urk. 2/7/VI/7]) Verfügung vom 30. September 2008 erhöhte Invalidenrente (Erhöhung des Gesamtinvaliditätsgrades von 26 % auf 30 %) wieder auf eine auf einem Invaliditätsgrad von 26 % basierende Rente (vgl. dazu auch Sachverhalt Ziff. 1.3.2) und forderte die vom
1. Oktober 2008 bis zum 30. November 2013 zu viel entrichteten Rentenleistungen zurück
.
Die SUVA verzichtete gleichzeitig
auf die Rückforderung der ihres Erachtens ebenfalls zu Unrecht ausgerichteten Integritä
tsentschädigung von 10 %.
1.9
Mit
Einspracheentscheid
vom 24. Januar 2014 (Urk. 2/7/VII/337) wies die SUVA die Einsprachen des Versicherten gegen die Verfügungen vom 23. September 2011 (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.7 [
Hilflosenentschädigung
]) und vom 15. November 2013 (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.8) ab.
2.
2.1
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 20. Februar 2014 (Urk. 2/1) Beschwerde mit folgenden Anträgen:
1.
Der Einsprache-Entscheid vom 24. Januar 2014 sei aufzuheben.
2.
Die Taggelder ab dem 05.02.2008 seien mit dem Taggeldansatz, basierend auf einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 81‘900.
neu zu berechnen. Es sei die bis heute geschuldete Differenz nachzuzahlen.
3.
Dem Beschwerdeführer (als
X._
) sei bis auf weiteres
ein gan
zes
Taggeld auszurichten.
4.
Bei Erreichen eines Endzustandes sei dem Beschwerdeführer (als
X._
) mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
5.
Ferner sei an mich bei Erreichen eines Endzustandes eine
Integri
tätsentschädigung
von mehr als 10 % auszurichten.
6.
Eventualiter sei die Sache zur neuen medizinischen Abklärung, Testung der funktionellen Leistungsfähigkeit und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.
Es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.
8.
Dem Beschwerdeführer (als
X._
) sei die UP/URB zu gewäh
ren.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die SUVA schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 31. März 2014 (Urk.
2/
6) auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Mit Urteil vom 31. August 2015 (Urk. 2/10) wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab, soweit darauf eingetreten wurde. Die dagegen vom Versi
cherten erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil
8C_757/2015
vom 14. Dezember 2015 (Urk. 2/15) teilweise gut, hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an das Sozialversicherungsgericht zurück. Das
Sozialversiche
rungsgericht
wurde angewiesen
, die vom Versicherten beantragte
öffentliche Verhandlung durchzuführen.
2.2
Am 22. März 2016 fand am Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich eine öffentliche Verhandlung (Kollegialgericht unter
Beizug
einer Übersetzerin) statt. Erschienen war der Versicherte. Die SUVA, der das Erscheinen freigestellt war, liess sich nicht vertreten (Prot. S. 1 ff.).
2.3
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Soweit der Beschwerdeführer erneut die Frage der Taggeldberechnung bezie
hungsweise die Höhe des versicherten Verdienstes zur Diskussion stellt (vgl. Antrag Ziff. 2), erweist sich die Beschwerde als unzulässig. Darüber wurde bereits abschliessend und rechtskräftig befunden (vgl. dazu insbesondere die Verfügung des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2011 [Urk.
2/
7/VI/12] und das Urteil 8C_592/2011 vom 15. Februar 2012 [Urk.
2/
7/VI/14] sowie das Urteil des hiesigen Gerichts vom 31. Mai 2011 [UV.2009.00026; Urk.
2/
7/VI/7]). Auch im angefochtenen
Einspracheentscheid
wurde diese Thematik nicht wieder aufge
griffen. Demzufolge ist auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten.
2.
2.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) nicht abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet,
steht ihr nach Art. 24 Abs. 1 UVG eine angemessene Integritätsentschädigung zu. Bei Hilflosigkeit im Sinne von Art. 9
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
hat die versicherte Person Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
(Art. 26 UVG), deren Höhe sich nach dem Grad der Hilflosigkeit bemisst (vgl. Art. 27 UVG).
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
2.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.3.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352
E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549
S.
237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kop
fes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen wer
den darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen
Gesund
heitsschaden
zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser
fahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheits
schäden
zu bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium beson
deres beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin gab im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 24. Januar 2014 (Urk. 2/2) die medizinische Aktenlage sowie den Ablauf des Verwaltungsverfahrens und die vorangehenden Gerichtsverfahren in sehr detaillierter Weise wieder. Darauf kann verwiesen werden. Die
Beschwerdege
g
nerin
kam gestützt auf das
B._
-Gutachten vom 4. Oktober 2013 zum Ergebnis, dass keine der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden als unfallkausal zu qualifizieren sei, weshalb grundsätzlich weder ein Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
noch ein Rentenanspruch bes
t
ehe
. Aus formellen Gründen habe
der Beschwerdeführer aber weiterhin Anspruch auf die ihm rechtskräftig zugesprochene Invalidenrente von 26 % (bestätigt mit
Bundesge
richtsurteil
vom 30. Oktober 2007 (vgl. Sachverhalt
Ziff. 1.1). Die mit Verfü
gung vom 30. September 2008 und
Einspracheentscheid
vom 10. Dezember 2008 zugesprochene Erhöhung der Invalidenrente von 26 % auf 30 % (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.3.2 und 1.4) sei jedoch nicht in Rechtskraft erwachsen, wes
halb diese Erhöhung angesichts der neu gewonnenen medizinischen Erkennt
nisse nicht zu bestätigen sei. Demzufolge sei auch nicht zu beanstanden, dass mit Verfügung vom 15. November 2013 der in der Zeit vom 1. Oktober 2008 bis 30. November 2013 zu viel entrichtete Rentenbetrag von Fr. 10'191.65 zurück
gefordert worden sei (S. 14 f.).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 31. März 2014 (Urk. 2/6) verwies die
Beschwer
degegnerin
im Wesentlichen auf die Ausführungen im angefochtenen
Einspracheentscheid
. Auf die Teilnahme an der mündlichen Hauptverhandlung vom 2
2.
März 2016 verzichtete sie (vgl. Urk. 5).
3.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift (Urk.
2/
1) im Wesentlichen geltend, dass auf das
B._
-Gutachten nicht abge
stellt werden könne. Die Untersuchung bei PD
Dr.
E._
habe nur eine Minute und zehn Sekunden gedauert. Er sei sehr schlecht behandelt worden. Sogar die
B._
-Geschäftsleitung (Frau
lic
.
iur
.
H._
) habe die Untersuchung von PD
Dr.
E._
nicht akzeptiert und eine neue Untersuchung bei Prof.
Dr.
med.
I._
organisiert. Die Begutachtung sei fehlerhaft; er akzeptiere sie nicht. Die Begutachtung sei nicht fair und korrekt gewesen. Die Begutachtung bei Prof.
Dr.
I._
habe er nicht akzeptiert. Nicht nur die Beschwerdegegnerin habe ihn zu Prof.
Dr.
I._
schicken wollen, sondern auch sein damaliger Rechtsanwa
lt
Ausfeld
. Dieser
ha
be Druck auf ihn ausgeübt. Da h
a
b
e er gemerkt, dass Rechtsanwalt
Ausfeld
mit der Beschwerdegegnerin zusammenarbeite; des
halb habe er ihn „verlassen“ (Beendigung des Mandates). Es sei aber nicht so, dass Rechtsanwalt
Ausfeld
- wie es die Beschwerdegegnerin behaupte - das Mandat niedergelegt habe. Die
B._
-Begutachtung sei nicht akzeptabel; das werde ja dadurch bewiesen, dass die Geschäftsstelle eine neue Begutachtung bei Prof.
Dr.
I._
habe durchführen wollen. Wenn die Begutachtung durch PD
Dr.
E._
korrekt gewesen wäre, weshalb hä
tte man ihn dann nochmals bei P
rof.
Dr.
I._
begutachten lassen sollen? Die Beschwerdegegnerin übe psychi
schen Druck auf ihn aus. In einer Minute und zehn Sekunden könne man nicht entscheiden, ob die Beschwerden unfallkausal seien oder nicht.
Im Rahmen der durchgeführten Hauptverhandlung hielt der Beschwerdeführer an seinen Standpunkten fest (vgl. Prot. S. 1-11). Er vertrat insbesondere die Auffassung, dass er disk
r
iminiert worden sei und unter
dem
Rassismus leide (S. 3 f.). Andere Personen, die nicht so schlimme Unfälle gehabt hätten, seien zu mindestens 25 % invalid. Man habe seine Begründungen nicht berücksichtigt.
Das Gutachten habe 122 Seiten. Wie könne das Sozialversicherungsgericht
sagen
, dass 122 Seiten glaubwürdig seien? Die Kontrolle habe nur 1,5 Minuten gedauert. Wie seien 122 Seiten zustande gekommen, wenn es nur 1,5 Minuten gedauert habe?
Dr.
E._
habe ihm eine Schachtel Taschentücher nachge
worfen. Wie wenn er ein Hund
wäre
. Trotz Schmerzen habe er versucht, die Schachtel aufzunehmen. Die Berichte der
B._
, der SUVA, de
r
MEDAS und der
Befas
seien eina
nder alle so ähnlich. Alle hätten
voneinander abgeschrieben (S. 4). Die Beschwerdegegnerin habe versucht, das Gericht zu beeinflussen. Deswegen habe man ihn des Betruges beschuldigt (S. 5). Wegen der öffentlichen Verhandlung wolle das Bundesgericht eine Antwort vom
Sozialversicherungs
gericht
. Das Sozialversicherungsgericht habe gesagt, es mache nochmals den
selben Entscheid. Das Sozialversicherungsgericht habe gesagt, dass es nichts ändern werde (S. 6).
Das
J._
habe festgestellt, d
ass er an der rechten Schulter ei
nen bleibenden Schaden habe. Er habe auch am rechten Knie Probleme. An der rechten Schulter habe er eine hochgradige Entzündung (S. 7). Das Sozialversicherungsgericht habe von 122 Seiten erzählt, aber am 30. August 2013 habe es einen neuen Termin gegeben. Die Begutachtung sei nicht neutral gewesen. Die Begutachtung habe nach den Wünschen der Beschwerdegegnerin stattgefunden. Er habe eine neutrale Begutachtung gewollt. Das sei abgelehnt worden. Das Gericht tue mit Absicht so, als ob es den Termin vom 30. August 2013 nicht kenne. Das 122seitige Gutachten sei fehlerhaft; des
halb habe er einen neuen Termin bekommen (S. 8). Das
Sozialversicherungsge
richt
verhalte sich parteiisch zugunsten der Beschwerdegegnerin (S. 9). Das Sozialversicherungsgericht und die Beschwerdegegnerin verhielten sich sehr diskriminierend (S. 10).
3.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine auf einem höheren Invaliditätsgrad als 26 % basierende Invalidenrente, eine
Integ
ritätsentschädigung
von mehr als 10 % und eine
Hilflosenentschädigung
hat
(vgl. dazu die Ausführungen in der Beschwerdeschrift [Urk. 2/1 vorletzte Seite]).
3.4
Anzumerken ist, dass das Sozialversicherungsgericht gegenüber dem Beschwerde
führer entgegen dessen Behauptungen in der Hauptverhandlung
(Prot. S. 6)
-
wenn man vom kassierten Urteil
vom 31. August 2015
absieht -
zu keinem Zeitpunkt irgendwelche
Aussagen betreffend Prozessausgang gemacht hat.
4.
4.1
Im Folgenden werden die überaus umfangreichen medizinischen Akten nur inso
weit wiedergegeben, als sie sich für die Beurteilung der streitentscheidenden
Kausalitätsfrage als relevant erweisen. Des Weiteren kann auf die
Aktenzusam
menfassungen
in den Urteilen des hiesigen Gerichts vom 11. Mai 2006 (UV.2005.00017; vgl. Urk. 2/7/I/125) und vom 31. Mai 2011 (UV.2009.00026; Urk. 2/7/VI/7) verwiesen werden. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass gestützt auf die frühere Aktenlage gerade die Kausalitätsfrage nicht beantwortet wurde, wie das hiesige Gericht in seinem Urteil 31. Mai 2011 festgestellt hatte.
4.2
4.2.1
Med.
pract
.
C._
, Dr. med.
D._
, PD
Dr.
E._
,
Dr.
F._
und
Dr.
G._
hielten im
B._
-Gutachten vom 4. Oktober 2013 (Urk. 7/VII/303) folgende Diagnosen fest (S. 69-71):
Diagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)
1.
Chronisches zervikales und
zervikozephales
Schmerzsyndrom (M54.82, M42.12, M47.22) mit/bei
-
Chondrosen
C3/4, C4/5
-
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
C5/6, rechtsseitiger
dorso
lateral-foraminaler
Diskushernie mit Kompression der Wurzel C6 rechts
-
Osteochondrose
,
Spondylarthrose
und Facettenarthrose C6/7, linksseitiger
dorsolateral-foraminaler
Diskushernie mit leichter Wurzelkompression C7 links
-
neurologisch: sensiblem
radikulärem
Reizsyndrom C6 rechts
-
zervikaler Spinalstenose
ohne
-
Anzeichen einer Myelopathie
-
Störung des
Alignementes
oder Instabilität
2.
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (M54.16, M51.2, M47.27) mit/bei
-
kleiner
Diskusprotrusion
L4/5
-
Diskushernie L5/S1 leicht
regredient
(MRI 17.07.2012)
-
Osteochondrose
,
Foraminalstenose
und Facettenarthrose L5/S1
-
St. n. Rückenkontusion am 25.08.2002
-
mögliches sensibles
radikuläres
Reizsyndrom mit/bei
-
mediolateral
rechts gelegener Diskushernie LWK5/SWK1 mit möglicher
Kompromittierung
der L5- und S1-Wurzeln
bds
. (diverse MRI)
3.
Schme
rzhafte Funktionsstörung der rechten Schulter (M25.51, M24.21, M00.81, M75.0) bei
-
St. n. Ereignis vom 01.05.2005: Anschlagen der rechten Schul
ter an Mauer
-
St. n. Schulterarthroskopie am 06.01.2006
-
Diagnose: SLAP II-Läsion, gelenkseitige Partialläsion der
Supraspinatussehne
ventrales Drittel, fransiger
Subscapula
risoberrand
, Bursitis
subacromialis
, AC-
Arthropathie
-
Operation: SLAP-
Repair
,
Refixation
Supraspinatussehne
, AC-Gelenkresektion,
Bursektomie
und
Acromioplastik
-
St. n. Schulterarthroskopie am 13.02.2007
-
Diagnose:
Frozen
shoulder
,
Synovitis
und V. a.
low
grade Infekt, Lockerung ein
e
s Ankers, Bursitis
subacromialis
.
Rotatorenmanschette
geheilt
-
Operation:
Zirkumferentie
lle
Kapsulotomie
, Entfernung
Fa
den
anker
,
Bizepssehnen
-Tenotomie,
Biopsieentnahme
für Bakteriologie, Narkose-Schultermobilisation
-
St. n. Ereignis vom 05.02.2008: Anschlagen der rechten Schul
ter an Mauer
-
St. n. Schulterarthroskopie am 03.04.2008
-
Diagnose:
Infektverdacht
auf
Propioni
acnes
Keime,
Chondro
malazie
Grad I am
Humeruskopf
anterosuperior
,
posteroinferior
beginnende
Arthrosezeichen
.
Supraspi
natussehne
vollständig inseriert
-
Operation:
Biopsieentnahme
,
subacromiale
Revision
-
St. n. mehrwöchiger Antibiose 2008 mit
-
aktuell erneut
transtendinösem
Riss der
Supraspinatussehne
im ventralen Drittel mit Retraktion des Sehnenstumpfes, Verdünnung der restlichen Sehnendrittel, bekannter
artiku
larseitiger
Partialläsion der
Infraspinatussehne
, geringer
Omarthrose
mit oberflächlichen
Knorpelabrasionen
an
Glenoid
und
Humeruskopf
, partiell reseziertem AC-Gelenk und
tenodesierter
langer
Bicepssehne
(MRI vom 02.07.2013)
4.
Schmerzhafte Funktionsstörung der linken Schulter (M25.51, M24.21, M00.81) bei
-
St. n. Schulterarthroskopie links am 08.01.2010
-
Diagnose: Partialläsion der
Subscapularissehne
und der
Sup
raspinatussehne
, AC-
Arthropathie
, Bursitis
subacromia
lis
-
Operation:
Refixation
des
Subscapularis
-Oberrandes, AC-Gelenksresektion,
Bursektomie
und
Acromioplastik
,
Bizepssehnentenotomie
und -
tenodese
-
St. n. Schulterarthroskopie links am 03.02.2010
-
Diagnose: Schulter- und AC-Gelenkinfekt mit
Pr
op
ioni
acnes
-
Operation: Spülung;
Débridement
, Probenentnahme für Bak
teriologie/Histologie
-
St. n. Schulterarthroskopie links am 05.02.2010
-
geplante zweite Spülung
-
St. n. Schulterarthroskopie links am 04.05.2010
-
Diagnose: leichte
Synovitis
und Bursitis, korrekte Insertion der
Subscapularis
-,
Supraspinatus
- und
Infraspinatus
-Seh
nen
-
Operation: Probenentnahme
-
St. n. sechsmonatiger Antibiose mit
Rivactan
/
Tavanic
mit
-
aktuell Retraktion des bei der AC-Resektion abgelösten M.
tra
pezius-Anteils
um 2 cm,
Subscapularisseh
nen
-Insertion
intakt, Seh
nenanker in situ,
Supraspinatus
- und
Infraspi
natussehnen
durchgängig intakt, keine
Entzündungszei
chen
, keine Zysten im
Tuberculum
majus
, sonst keine
Arthrosezeichen
, frühere Muskellücke im M.
deltoideus
geschlossen
5.
Medial betonte Gonarthrose rechts (M17.1) bei
-
St. n. Ereignis vom 01.05.2005: „Anschlagen des rechten Knies auf Treppenstufe“
-
St. n.
Plica
medialis
-Syndrom
Weitere Diagnosen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)
1.
V. a. beginnende
Coxarthrose
links
2.
Senk-Spreizfuss
bds
.
3.
Anamnestisch
Calcaneodynie
beidseits
4.
Hüftgelenksnahe
enchondrome
Femur
/
Acetabulumpfeiler
rechts ohne Krankheitswert
5.
Biliäre
Pankreatitis
06/2011 (aktenanamnestisch) mit ERCP,
Papil
lotomie
6.
Aktenanamnestisch axiale Hiatus-Hernie,
Cholezystolithiasis
,
Ant
rum-Gastritis
, Zustand nach Hepatitis B
7.
Unzureichender Vitamin-D-Spiegel
8.
Zustand nach Hepatitis-B-Infektion
Von psychiatrischer Seite her seien die Kri
t
erien für eine anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren erfüllt, wel
che die Diskrepanz zwischen den im orthopädischen Fachgutachten festgestell
ten Veränderungen des Bewegungsapparates und den vom Beschwerdeführer postulierten Schmerzen e
rkläre. Zusätzlich bestehe der V
erdacht auf eine
Per
sönlichkeitsakzentuierung
mit narzisstischen und paranoiden Zügen. Diese Diagnosen würden aber im Vergleich zu den orthopädisch nachweisbaren Befunden in den Hintergrund treten. Der Beschwer
deführer sei in der Lage, sein V
erhalten situationsadäquat anzupassen (S. 73).
4.2.2
Wie bereits vorgutachterlich festgestellt worden sei, seien dem Beschwerdefüh
rer die angestammte Tätigkeit als Chauffeur/Lieferant wie auch alle anderen körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten nicht mehr möglich. Aus gesamtmedizinischer Sicht sei er in der Lage, körperlich leichte,
wechselbelas
tende
Arbeiten in einem Umfang von 70 % auszuüben. Auch bei leichter kör
perlicher Arbeit seien Tätigkeiten, die mit gehäuftem Treppensteigen, dem Besteigen von Leitern oder Arbeiten
oberhalb der Brusthöhe einherginge
n
,
blei
bend nicht mehr möglich. Ab dem Unfall vom 20. Februar 2009 bis zum Früh
jahr 2012 habe eine teils unfall-, teils krankheitsbedingte vollständige Arbeits
unfähigkeit vorgelegen. Der heute bezüglich zumutbarer Arbeitsleistung festge
stellte stabilisierte Gesundheitszustand dürfte nach bestem Ermessen dem Zustand entsprechen, der seit der Untersuchung im
K._
vom 12. April 2012 vorgelegen habe. Es könnten keine medizinischen Massnahmen, einschliesslich operativer Verfahren, angegeben werden, welche die Arbeitsfä
higkeit in relevantem Umfang verbessern könnten (S. 74).
4.2.3
Die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit sei auf ein somatisches (und nicht auf ein psychisches oder psychosomatisches) Leiden zurückzuführen (S. 74). Trotz Wahrnehmen der therapeutischen Optionen berichte der Beschwerdeführer von progredienten Beschwerden, welche vor allem im Bereich der Schultern soma
tisch - wenn auch nicht in dem geschilderten Umfang - nachvollzogen werden könnten. In Bezug auf die
psychiatrischerseits
diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem Kausalzusammenhang mit den Unfallereignissen auszugehen. Hätte der Beschwerdeführer keine
Unfaller
eignisse
erlitten, so wäre es eher unwahrschei
nlich, dass es zur Entwicklung d
er
somatoformen
Problematik gekommen wäre. Die
somatoforme
Störung sei aber nicht konsequent therapeutisch angegangen worden und führe nicht zu einer unüberwindbaren dauernde
n
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit sei ausschliesslich somatisch zu begründen (S. 75).
4.2.4
Hinsichtlich der fraglichen Kausalzusammenhänge äusserten sich die
B._
-Gut
achter detailliert auf S. 65-
70
des Gutachtens:
Es sei unzweifelhaft, dass die HWS-Beschwerden und die bildgebenden strukturel
len Befunde rein degenerative
r
Art seien und einen schicksalhaften Verlauf genommen hätten. Keines der fünf Unfallereignis
se
sei (auch auf
fort
geleitetem
indirektem Mechanismus) in der Lage, einen Schaden an der
Hals
wirbelsäule
zu verursache
n
(S. 65).
Bezüglich
des
Lumbalsyndrom
s
erübrige es sich im Grunde, auf die
Kausalitäts
frage
einzugehen, da mit der bundesgerichtlich bestätigten, rechtskräftigen Unfallrente von 26 % ein kausaler Zusammenhang erstellt sei. Aus medizini
scher Sicht sei jedoch darauf hinzuweisen, dass eine traumatische
Diskusher
nienentstehung
nach breiter Literatur und allgemeiner Rechtspraxis ein seltener Fall sei. Überwiegend wahrscheinlich sei das nur, wenn neben einem geeigneten Unfallmechanismus sofortige neurologische Ausfälle zu verzeichnen seien; das sei hier beides nicht gegeben. Auch die weiteren Unfälle seien nicht geeignet gewesen, eine solche Verletzung hervorzurufen (S. 65 f.).
Kein
er der
erlittene
n
Unf
älle
sei geeignet gewesen, die Schädigungen an der rechten Schulter hervorzurufen. Dies gelte insbesondere auch für das
Unfaller
eignis
vom 1. Mai 2005 (Anschlagen der rec
hten Schulter an einer Mauer). Nur bei Vorlie
gen ganz bestimmter Unfallmechanismen und g
leichzeitigem Fehlen aller Dege
n
er
ationszeichen könne eine traumatische Entstehung angenommen werden. Zu den ungeeigneten Mechanismen gehöre ganz explizit die direkte Prellung der Schulter (wie im vorliegenden Fall): Anatomisch überdeckten
das knöchern
e
Akromion
, das
korako-akromiale
Band und der polsternde Delta
muskel die Sehnen der
Rotatorenmanschette
so schützend, dass - ausser dur
ch Stich
verletzung - eine schädigende Krafteinwirkung auf die
Rotatorenman
schette
durch Kontusion nicht möglich sei. Die Operation vom 6. Januar 2006 sei auf die Behandlung degenerativer Schäden ausgerichtet gewesen und leider von Komplikationen begleitet worden (S. 67). Die Ereignisse vom 5. Februar 2008, 2
0.
Februar 2009 und 2. April 2009 hätten zu keiner richtunggebenden Verschlechterung des Vorzustandes geführt; dieser habe vielmehr seinen schicksalsmässigen, langsam progredienten Verlauf genommen. Noch im MRI vom 29. Oktober 2010 sei die
Supraspinatussehne
, die gelenkseitige Unregel
mässigkeiten aufgewiesen habe, oberhalb des
Tuberculum
majus
refixiert
wor
den, und es habe sich keine Re-Ruptur abgrenzen lassen. Diese sei erst nach diesem Datum zu einem unbekannten Zeitpunkt und oh
ne
äussere Einwirkung entstanden (S. 66-68).
Eine direkte Verletzung der linken Schulterregion sei bei keinem der fünf Ereig
nisse etabliert. Bereits im Jahr 2005 sei bildgebend eine Degeneration erkennbar gewesen. Ein kausaler Zusammenhang liege aufgrund der bildge
b
end doku
mentierten Entwicklung, der grundsätzlichen Ausführungen zur
Rotatorenpa
thologie
und zu den ungeeigneten Mechanismen nicht vor (S. 68).
Bezüglich der Beschwerden im rechten Knie sei zwar ein kausaler Zusammen
hang mit d
em Ereignis vom 1. Mai 2005
allenfalls möglich, aber nicht überwie
gend wahrscheinlich. Eine unfallfremde idiopathische
Gonarthroseentwicklung
habe die grössere Wahrscheinlichkeit für sich (S. 68).
Abschliessend hielten die Gutachter fest, sie hätten für keine der vorliegenden somatischen Pathologien einen hinreichend wahrscheinlichen Kausalzusam
menhang objektiv begründen können. Dies stehe in grossem Ge
gensatz zu vie
len bisherigen An
nahmen in den medizinischen Akten und zur Überzeugung des Beschwerdeführers. Sie hätten jedoch in den Akten keine wissenschaftlich begründete Auseinandersetzung mit der Kausalität gefunden, die man hätte untersuchen und diskutieren können. Die behandelnden Spezialisten stellten objektivierbare Schäden fest und seien auf mögliche Therapien fokussiert gewesen, wofür die Kausalitätsfrage ja nicht relevant sei, weshalb sie keine diesbezüglichen Aussagen gemacht hätten. Die von ihnen verwendeten Termini „Ruptur“ und „Läsion“
enthielten
im üblichen medizinischen Sprachgebrauch keine Aussagen über die Ätiologie. Der hausärztlich in Anfangszeugnissen und Überweisungsbri
e
fen verwendete (und dann in Diagnoselisten weiterkopierte) Terminus „posttraumatisch“ könne nur im wörtlichen Sinn als Angabe über die Zeitenfolge gesehen werden, stelle ab
er
kein
e
Kausalitätsanalyse dar (S. 68 f.).
4.3
Anlässlich der Hauptverhandlung vom 22. März 2016 reichte der Beschwerdefüh
rer diverse Arztberichte ins Recht (vgl. Urk. 8/1-4). Dabei han
delte es sich zum einen um bereits in den Akten befindliche Berichte älteren Datums und zum anderen um neuere Berichte. Ihnen gemein ist allerdings, dass sich ihnen keine Kausalitätsbeurteilungen entnehmen lassen.
4.3.1
Dem Bericht der Rheumaklinik des
J._
vom 20. November 2012 (Urk. 8/1) ist zu entnehmen, dass anhand der Klinik und Bildgebung ein
zervikoradikuläres
Syndrom C6 rechts besteh
t
. Aufgrund der grossen
Dis
kushernie
sei durch eine allfällige Wurzelinfiltration C6 rechts nur eine kurz
fristige Besserung zu erwarten. Deshalb habe man den Beschwerdeführer in der Neurochirurgie zur Evaluation
einer
operativen Dekompression angemeldet.
4.3.2
Auch dem Bericht von Oberarzt
Dr.
med.
L._
und Assistenzärztin
Dr.
med.
M._
von der Klinik für Rheumatologie des
J._
über die
funktionelle Ultraschall
untersuchung vom 9. März 2016 (Urk. 8/3) lassen sich keine Erkenntnisse betreffend d
ie
Frage der Unfallbedingtheit der
Gesund
heitsbeeinträchtigungen
entnehmen.
4.3.3
Entsprechendes gilt auch für den Bericht von Oberarzt PD
Dr.
med. univ.
N._
und Assistenzarzt med.
pract
.
O._
vom Institut für Diagnostische und
Inter
ventionelle
Radiologie des
J._
vom 17. März 2016 (Urk. 8/2). Auch diese beiden Ärzte äussern sich nicht zur Kausalitätsfrage.
4.3.4
Bei den in der Sammelbeilage Urk. 8/4
enthaltenen
Dokumenten handelt es sich (im Wesentlichen) um bereits früher vom Beschwerdeführer, zusammen mit der Beschwerdeschrift vom 20. Februar 2014 (Urk. 2/1) eingereichte Beilagen (damals als Urk. 2/3/1-18
akturiert
). Diesen Beilagen ist keine
Kausalitätsbeur
teilung
zu entnehmen.
5.
5.1
Vorweg ist festzuhalten, dass das
B._
-Gutachten sämtliche in E. 2.4 wiedergege
benen Anforderungen betreffend Beweiswert eines Gutachtens erfül
lt. Es ist umfassend
, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein. Die gutachterlichen Schlussfolgerungen sind begründet und nachvollziehbar. Dies trifft insbesondere in Bezug auf die Frage der Unfallkausalität zu. Die
B._
-Gutachter erläuterten diese Frage in Bezug auf jede einzelne in Frage kommende Körperregion ausführlich und ein
gehend und
,
wo dies angezeigt erschien, auch unter Berücksichtigung der medi
zinischen Fachliteratur.
Die Kritik des Beschwerdeführers am
B._
-Gutachten erweist sich im Wesentli
chen als
unsubstantiiert
. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb das
B._
-Gut
achten nicht neutral abgefasst worden sein sollte. Es gibt insbesondere keine objektiven
Hinweise
dafür, dass die Begutachtung - wie der Beschwerdeführer geltend machte (Prot. S. 8) - nach den Wünschen der SUVA stattgefunden hätte.
Auch der Umstand, dass die bei Prof.
Dr.
I._
am 3
0.
August 2013 geplante zusätzliche Untersuchung nicht stattfinden konnte, schmälert den Beweiswert des
B._
-Gutachtens - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. etwa Prot. S. 8) - nicht im Geringsten. Wie sich aus der entsprechenden Erklärung auf S. 4 des
B._
-Gutachtens (Urk.
2/
7/V
II
/303)
ergibt, wollte
die
B._
, nach
dem sich der Beschwerdeführer im Anschluss an die orthopädische Untersu
chung über diese beklagt hatte,
ihm
Gelegenheit geben, sich auch noch von Prof.
Dr.
I._
, dem ehemaligen Chefarzt Orthopädie des
P._
, untersuchen zu lassen. Dieses Angebot lehnte der Beschwerdeführer mehrmals (und teilweise unter Hinweis auf seinen
damaligen, politisch moti
vierten
Hungerstreik) ab (vgl.
etwa Urk. 2/7/VII/289 und Urk. 2/7/V
II
/300). Die Tatsache, dass die zusätzliche Untersuchung bei Prof.
Dr.
I._
wegen der nicht nachvollziehbaren Weigerung des Beschwerdeführers nicht durchgeführt wer
den konnte, ändert aber nichts am Beweiswert des
B._
-Gutachten
s
, denn diese zusätzliche Begutachtung war offensichtlich nicht nötig, um zu schlüssigen
und wissenschaftlich fundierten
Ergebnissen zu kommen.
Sie hätte - soweit ersicht
lich - wohl eher der Besänftigung des Beschwerdeführers dienen sollen.
Schliesslich ist auch die Kritik des Beschwerdeführers an der orthopädischen Untersuchung beziehungsweise an PD
Dr.
E._
(vgl. etwa Prot. S. 4) nicht stichhaltig. Selbst wenn der eigentliche Untersuch von PD
Dr.
E._
nur 1,5 Minuten gedauert haben sollte, würde das nichts ändern, denn die eigentliche orthopädische Untersuchung wurde von
Dr.
D._
durchgeführt (Supervision durch PD
Dr.
E._
[vgl. Urk. 7/VII/303 S. 103]). Soweit der Beschwerde
führer weiter geltend machte, dass das Vorgehen von PD
Dr.
E._
, der ihm (angeblich) eine Schachtel Taschentücher nachgeworfen (nicht: nach ihm geworfen) habe, ist ihm entgegenzuhalten, dass damit offenbar seine Beweg
lichkeit in einer
für ihn
überraschenden Situation getestet werden sollte, wofür es im Rahmen einer Begutachtung durchaus triftige Gründe gibt. Für eine Her
abminderung der Person des Beschwerdeführers (vgl. Prot. S. 4 „Hund“) gibt es hingegen keine objektiven Anzeichen (wohingegen er selbst PD
Dr.
E._
als
„Dreck“ und
„Hund“ titulierte [Urk. 7/VII/316
S. 4
]).
Aus dem Gesagten folgt, dass auf das
B._
-Gutachten und die darin gezogenen Schlüsse vollumfänglich abzustellen ist.
5.2
Wie sich aus den ausführlich und nachvollziehbar begründeten Erwägungen im
B._
-Gutachten zur Kausalitätsfrage (vgl. oben E. 4.2.4) ergibt, besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zwischen den erlittenen Unfällen und den zahlreichen somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen kein natürlicher Kau
salzusammenhang
(mehr).
Demzufolge lässt sich mit den bestehenden somati
schen Gesundheitsbeeinträchtigungen weder ein
(weitergehender)
Rentenan
spruch, noch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung oder gar eine unfallbedingte Hilflosigkeit begründen.
Entsprechend fallen auch weitere Tag
geld- und Heilbehandlungsleistungen ausser Betracht (vgl. zum stabilisierten Gesundheitszustand E. 4.2.2).
Die Beschwerde erweist sich somit insoweit als unbegründet.
5.3
5.3.1
Die diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren ist gemäss Einschätzung der
B._
-Gutachter auf die erlittenen Unfälle zurückzuführen
. Hätte der Beschwerdeführer keine
Unfaller
eignisse
erlitten, so wäre es eher unwahrscheinlich, dass es zur Entwicklung der
somatoformen
Problematik gekommen wäre. Die
somatoforme
Störung sei aber nicht konsequent therapeutisch angegangen worden und führe nicht zu einer unüberwindbaren dauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. oben E. 4.2.3).
Angesichts dessen,
dass
diese Schmerzstörung zu keiner Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit führt, ist ein Rentenanspruch
auch insoweit
ohne Weiteres zu verneinen
.
Schliesslich
besteht
gemäss Einschätzung der
B._
-
Gut
achter auch keine
unfallbedingte
Integritätseinbusse
(vgl. Urk. 2/7/VII/303
S. 69). Dass die Voraussetzungen für eine
Hilflosenentschädigung
nicht gegeben sind, wurde im invalidenversicherungsrechtlichen Kontext bereits im rechts
kräftigen Urteil des hiesigen Gerichts vom 31. August 2015 (Prozess Nr. IV.2014.00787
, Urk. 9
) festgestellt. Darauf kann verwiesen werden.
5.3.2
Überdies
ist festzuhalten, dass zwischen der
diagnostizierte
n anhaltenden
somato
formen
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren und den erlittenen Unfällen kein adäquater Kausalzusammenhang gegeben ist, wes
halb - selbst wenn
im Sinne einer
reinen
Arbeitshypothese
durch die genannte psychische Gesundheitsbeeinträchtigung die Arbeitsfähigkeit vermindert, die Integrität beeinträchtigt oder eine Hilflosigkeit begründet worden wäre - ent
sprechende Ansprüche zu verneinen wären.
Die erlittenen Unfälle sind, soweit sie nicht als leicht anzusehen sind, höchstens als mittelschwer, an der Grenze zu den leichten Unfällen zu qualifizieren. Während bei leichten Unfällen die Adäquanz zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen
in der Regel ohne Weiteres zu verneinen ist (vgl. oben E. 2.3.3), ist bei mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen erforderlich, dass mindesten
s
vier Adäquanzkriterien oder eines in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_131/2010 vom 8. April 2010 E. 4.1 mit Hinweisen).
Bei mehreren Unfällen ist zwar die Adäquanzprüfung in aller Regel für jeden Unfall einzeln durchzu
führen; angesichts der klaren Sachlage und des Umstandes, dass medizinisch offenbar nicht geklärt werden kann, infolge welchen Unfalls die psychische Fehlentwicklung in Gang gesetzt wurde (beziehungsweise diese offenbar von allen gemeinsam ausgelöst wurde), ist davon nachfolgend abzuweichen. Die Unfälle werden (was für den Beschwerdeführer günstiger ist) zusammen beur
teilt; dabei ist jedoch stets zu berücksichtigen, dass es sich um verschiedene und nicht miteinander zusammenhängende Unfallereignisse handelt.
Sämtliche
erlittenen Unfälle
waren weder dramatisch noch besonders eindrück
lich
. Die dabei zugezogenen Verletzungen waren nicht schwer oder besonderer Art; namentlich waren sie
erfahrungsgemäss nicht
geeignet, psychische Fehl
entwicklungen auszulösen. Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung sind nicht ersichtlich. Auch das Kriterium „schwieriger Heilverlauf und erhebliche Komplikationen“ ist vorliegend nicht gegeben. Die vom Beschwerdeführer insoweit angeführte
bakterielle Infektion
anlässlich
einer Operation (vgl. dazu etwa Prot. S. 2) ist keine Unfallfolge; die fragliche Operation war nämlich auf die Behandlung degenerativer Schäden ausgerichtet (vgl. Urk. 2/7/VII
/303
S. 67). Ob und inwieweit die verbleibenden drei Kriterien, nämlich „ungewöhn
lich lange Dauer der ärztlichen Behandlung“, „körperliche Dauerschmerzen“ sowie „Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit“, erfüllt sind, kann letztlich offen bleiben. Zum einen ist auszuschliessen, dass eines
der genannten Kriterien
in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
wäre
; zum anderen müssten mindestens vier (und nicht nur drei) Kriterien erfüllt sein, um die Adä
quanz zu begründen. Zudem müsste wohl angesichts der vielen erlittenen Unfälle auch das Kriterium „ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behand
lung“ wenigstens bezogen auf die einzelnen Unfallereignisse als
nicht
gegeben betrachtet werden. Die Adäquanz ist jedenfalls zu verneinen.
5.4
Anzufügen bleibt, dass auch die von der Beschwerdegegnerin angeordnete Rück
forderung der zu viel ausgerichteten
Rentenbetreffnisse
(Rückgängigma
chung der Rentenerhöhung von 26 % auf 30 %; vgl. oben Sachverhalt Ziff. 1.8) im Quantitativ nicht in Zweifel gezogen wurde und angesichts der vorstehenden Erwägungen (insbesondere Nichtvorhandensein von adäquat kausalen Unfall
folgen) korrekt ist. Aus formellen Gründen hat der Beschwerdeführer jedoch weiterhin Anspruch auf die ihm rechtskräftig zugesprochene Invalidenrente von 26 %.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzu
treten ist.