Decision ID: 8b407a41-b6bb-484d-b6a2-175fda6fb948
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, war seit November 2007 als Head Securities & Fund
Execution
bei der
Y._
tätig und im Rahmen dieser Anstellung bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am
14. Januar 2017
beim Snowboarden von einer Skifahrerin angefahren wurde und sich dabei einen Bruch des 12. Brustwirbelkörpers (BWK) zuzog (Urk. 8/K1). Die Helsana erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 30. November 2018 (Urk. 8/K21) sprach
die
Helsana
dem Versicherten
eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätsein
busse von 5 % zu. Die vom Versicherten am
18. Dezember 2018 dagegen erho
bene Einsprache (Urk. 8/K29) wies die Helsana mit
Einspracheentscheid
vom 18. März 2019 ab (Urk. 8/K30 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 23. April 2019 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 18. März 2019 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ihm eine Integritätsentschädigung von 15 % beziehungsweise Fr. 22'230.-- zuzusprechen. Eventuell sei ein Gerichtsgutachten einzuholen und hernach über seinen Anspruch neu zu entscheiden (Urk. 1 S. 2).
Die Helsana beantragte mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2019 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 20. Mai 2019 (Urk. 9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Nach Art.
36 der Verordnung über die Unf
allversicherung (UVV
) gilt der Integritätsschaden als
dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in glei
chem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psy
chische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (
Abs.
1).
1.3
Der Integritätsentschädigung liegt das Konzept zugrunde, dass sie sich abstrakt-egalitär, d. h. allein nach der Schwere des medizinisc
hen Befundes bemisst (Urteil des Bundesgerichts U 109/06 vom 4. April 2007 E.
6 sowie Urteil
des Bundesge
richts 8C_459/2008 vom 4. Februar 2009 E.
2.3, je mit Hinweisen). Die Bemes
sung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1; 113 V 221 E. 4b mit Hinweisen). Die Bemessung der Integritätsentschädigung obliegt deshalb vorwiegend den Medizinern, welche zum einen objektiv festhalten müssen, welche funktionellen Defizite der Versi
cherte erleidet und zum andern, auf wie viel sich die daraus ergebende Beein
trächtigung der Integrität beläuft (
Frésard
/Moser-
Szeless
,
L'assurance-accidents
obligatoire
, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Soziale Sicher
heit,
3.
Aufl. 2016, N 317).
Die Integrit
ätsentschädigung wird laut Art.
25 UVG in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Ver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abgestuft (
Abs.
1). Der Bundesrat regelt die Bemessung der Entschädi
gung (
Abs.
2).
Von
dieser Befugnis hat er in Art.
36 UVV Gebrauch gemacht
. Gemäss Abs.
2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig an
erkannten, nicht abschlie
ssenden Skala (BGE 113 V 218 E.
2a) häufig vorkom
mende und typische Schäden prozen
tual gewichtet (BGE 124 V 29 E.
1b mit Hin
weisen). Die Entschädigung für spezielle und nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet. In diesem Zusam
menhang hat die Suva in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für den Richter nicht bindend. Soweit sie jedoch Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur
UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, bestätigt z. B. im Urteil des Bundesgerichts 8C_19/2017 vom 22. Mai 2017 E.
4.2).
Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die Ent
schädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrags des
versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs.
1), wobei im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben
möglich sind (BGE 116 V 156 E.
3a).
Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Ver
schlimmerung von grosser Tragweite ist u
nd nicht voraussehbar war (Art. 36 Abs.
4 UVV).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
bzw. der Anam
nese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Auch Gutachten, welche der Unfallversicherer während des Administrativverfahrens von seinen eigenen Ärzten einholt, sind beweistauglich, solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird. Ebenso sind ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten nicht an sich unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von persönli
chen Untersuchungen vorhanden sind (
BGE 134 V 2
31 E.
5.1 m
it Hinweis auf BGE 125 V 351 E.
3b/
ee
). Auch unter Berücksichtigung der neueren Rechtspre
chung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte besteht kein förmli
cher Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung. Eine solche ist indessen aber anzuordnen, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellu
ngen bestehen (BGE 135 V 465 E.
4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid (Urk. 2) damit, dass bei Ky
phosen von 10-20° und mässigen Belastungsschmerzen, wie sie medizinisch aus
gewiesen seien, gemäss Suva Tabelle 7.2 der Integritäts
schaden bei 0-10 % fest
gelegt
werde
. Vorliegend betrag
e
die Kyphose 10-12° und liege somit klar im unteren Bereich. Hinzu komme, dass ein Teil der Beschwerden auf den vorbeste
henden Morbus Scheuermann
zurückzuführen sei, was zudem eine Kürzung der Integritätsentschädigung rechtfertigen würde (S. 7).
2.2
Demgegenüber
stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), ge
mäss den medizinischen Akten sei unbestritten, dass im 12. BWK eine Kyphose von 10 bis 12° bestehe, welche unfallbedingt sei (S. 5 oben). Die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin h
ätten
die tatsächliche Schmerzlage
indes
nicht richtig eingeschätzt und seien davon ausgegangen, dass eine krankheitsbedingte Morbus Scheuermann-Veränderung in den be
nachbarten Lendenwirbel
n
L1 und L
2 die Rückenschmerzen mitunterhielten, was nicht zutreffe, denn die Residuen stamm
ten aus der Kindheit beziehungsweise Jungendzeit, von welchen in den letzten 20 bis 25 Jahren keine Beschwerden ausgegangen seien. Die Integritätseinbusse von 5 % sei unangemessen tief (S. 7 f.).
2.3
Streitig ist die Höhe der von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen Integritäts
entschädigung.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde am 14. Januar 2017 beim Snowboarden von einer Skifahrerin angefahren und zog sich dabei einen Bruch des 12. BWK zu (vgl. Urk. 8/K1; Urk. 8/
M1). Die Erstbehandlung erfolgte
gleichentags
im
Z._
, wo radiologisch eine BWK12
–Lendenwirbelkörper (LWK)2
-
Fraktur
festgestellt wurde und die Computertomografie (CT) eine frische Fraktur des BWK12 mit älteren Schäden der LWK1-2 zeigte (Urk. 8/M1 S. 1 f.)
3.2
Dem Arztzeugnis von Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 14. September 2017 (Urk. 8/M2) läs
st sich als Befund eine Fraktur des 1
2.
BWK, wahrscheinlich auch LWK 1 und 2, entnehmen (Ziff. 4).
3.3
Dr. med. B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
führte im UVG-Zwischenbericht vom 4. Oktober 2017 (Urk. 8/M3) aus, es bestehe eine zeit
gerechte Heilung der Fraktur bei muskulärer
Dysbalance
mit entsprechenden Be
schwerden als Folge der Verletzung (Ziff. 2).
Mit Zwischenbericht vom 25. Oktober 2018 (Urk. 8/M4) hielt die Ärztin ergän
zend fest, der Beschwerdeführer leide aktuell gelegentlich an wahrscheinlich mus
kulär bedingten Rückenschmerzen (Ziff. 2).
3.4
PD Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und
Wirbelsäu
lenchirurgie, untersuchte den Beschwerdeführer am 30. Oktober 201
8.
In seinem Bericht vom 2. November 2018 (Urk. 8/M5) führte er aus,
dieser habe
nach dem Unfall noch die Piste herunterfahren können, habe sich dan
n aber in ärztliche Behandlung b
egeben. Die Abklärung im
Z._
habe die Diagnose BWK12-Fraktur ergeben, welche konservativ behandelt worden sei. In der Folge sei dann Physiotherapie verordnet worden. Insgesamt
bestehe ein or
dentlicher Verlauf, je
doch sei der Beschwerdeführer nie ganz beschwerdefrei gewesen
. Der Beschwer
deführer habe den
Indoor
-Klettersport
wiederaufgenommen, was bisher ohne Be
hinderung
habe
gemacht werden könne
n
, aber es komme immer wieder zu lum
balen Beschwerden. Langes Ausschlafen am Sonntag sei
wegen
thorakolumbaler
Restbeschwerden
nicht mehr möglich
(S. 1). Aufgrund der Sachlage bestehe hier ein Status nach ventraler Kompressionsfraktur
thorakal am 12. Brustwirbel (
TH12
)
mit ventral verbleibender
Angulation
um zirka 12°. Sensomotorische Aus
fälle
bestünden keine. Eine gewisse Restbeschwerdehaftigkeit sei gegeben. Die prognostische Belastung durch die
Kyphosierung
sei erfahrungsgemäss zu be
rücksichtigen, so dass insgesamt bei unfallkausal fehlender Invalidität doch eine kleine Integritätsentschädigung vorliege, welche aufgrund der S
uva
-Tabelle mit zirka 8 % zu veranschlagen wäre (S. 2 am Schluss).
3.5
Der beratende Arzt der Besc
hwerdegegnerin, Dr. med. D._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, gelangte in seiner Beurteilung vom 7. No
vember 2018 (Urk. 8/M6) zum Ergebnis, die posttraumatische Kyphose
TH
12 sei sehr gering (10-12°), womit fraglich sei, ob dadurch die beschriebenen Schmerzen unterhalten würden. Zudem müssten die
post
Scheuermann Residuen in unmit
telbarer Nachbarschaft berücksichtigt werden. Diese seien nicht gering ausge
prägt und könnten krankheitsbedingt Beschwerden unterhalten. Es sei schwierig
,
die beiden Aspekte voneinander abzugrenzen. Durch
die unfallbedingte Kyphose würden aber die erwähnten Residuen ungünstig belastet und beeinflusst. Deshalb stelle sich auch die Frage, ob eine Integritätsentschädigung gerechtfertigt sei, da gemäss Suva-Tabellen dafür ein Schmerz vorausgesetzt werde (IE 0-5; S. 2 Ziff. 1.1). Der Endzustand sei erreicht, da keine wesentliche Besserung unter fort
gesetzte
r
Behandlung zu erwarten sei
,
und
er
attestiere eine
Integritätseinbusse
von maximal 5 % gemäss den Suva-Tabellen (S. 2 Ziff. 2.1).
3.6
Prof. Dr. med. E._
, Facharzt für O
r
thopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, teilte am
26. November 2018 seine Falleinschätzung mit (Urk. 8/M7). Er verwies
auf die sehr ausführlichen und gut objektivierbaren Befunde und Überlegungen von Dr.
C._
vom 5. November 2018 und hielt ergänzend fest, die posttra
umati
sche Kyphose auf Höhe des
t
horakolumbalen
Überganges werde in einer genü
gend langen Verlaufsdauer mit 10-12° keilförmiger Deformation des frakturierten 12. Brustwirbels gemessen. Zusätzlich bestünden Residuen eines lumbalen Mor
bus Scheuermann (Ziff. 1.1). Die keilförmige Deformierung TH 12 mit lokalisierter
akzentuierter
Kyphosierung
des
t
horakolumbalen
Übergangs sei für ein
en
Teil der Beschwerden anzuschuldigen. Entsprechend der Suva-Tabellen sei bei dieser De
formität bei mässigen Beanspruchungsschmerzen eine Integritätsentschädigung von 5-10 % ausgewiesen. Hier erfolge eine Kürzung um 50
%
auf den oberen Wert von 10 % wegen des lumbalen Morbus Sch
euer
mann, der typischerweise zu den im Bericht von Dr.
C._
erwähnten Lumbalgien passe. Die Integritätsentschä
digung gemäss Tabelle 7.2 betrage nach erfolgter Kürzung 5 % (Ziff. 2.1).
3.7
Der vom Beschwerdeführer eingereichten Akte der Krankengeschichte bei der
F._
(Urk. 3/14) ist unter anderem zu entnehmen, dass der Be
schwerdeführer über
jahrelange
Rückenbeschwerden klagte und am 14. Dezember 2010 die erhobenen bildgebenden Befunde besprochen wurden. Diagnostizier
t wurde ein Status nach lumbalem
Morbus
Schuermann
mit Keilbildung Lenden
wirbelkör
per
(LWK) 1+2 und
Osteochondrosen
L2/L3 (S.
2).
4.
4.1
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG mit der Invaliden
rente festgesetzt oder, wenn kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt. Diese Bestimmung schreibt dem Unfallversiche
rer nicht nur vor, wann er über eine Integritätsentschädigung zu verfügen hat, sondern legt auch den massgeblichen Zeitpunkt fest, in dem die materiellen An
spruchsvoraussetzungen zu prüfen sind (BGE 113 V 48 E. 4).
Weil die Integritäts
entschädigung dem Ausgleich von Dauerschäden dient, kann dieser Anspruch erst beurteilt werden, wenn sich der Gesundheitszustand der versicherten Person stabilisiert hat und von medizinischen Massnahmen keine Besserung mehr er
wartet werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_820/2011 vom 2
5.
April 2012 E. 2.3). Vorliegend ist unstreitig, dass der medizinische Endzustand erreicht und keine wesentliche Besserung unter fortgesetzter Behandlung zu erwarten
war
, was explizit aus der unwidersprochenen Einschätzung
von Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.5)
hervorgeht
.
Dementsprechend
hat die Beschwerdegegnerin zu Recht über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung entschieden (Urk. 2; Urk. 8/K21)
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Beurteilung der Integritätsentschädigung des Beschwerdeführers auf die Berichte ihrer beratenden Ärzte Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.5)
und Prof.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.6)
, welch
e
überein
stimmend
nach sorgfältiger Prüfung des Sachverhaltes
und
unter
Beizug
der Suva-
Tabelle 7, Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen, Position 1, Frak
turen im Bereich Lendenwirbel, Brustwirbel und Halswirbel,
und
der
Schmerz
funktionsskala
, ausgehend von mässigen Belastungsschmerzen,
die Funktions
einschränkung
beurteilten
und
unter Berücksichtigung der vorbestehenden Mor
bus Scheuermann-Veränderung
eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 5 % für angemessen hielten.
4.3
Auf diese Einschätzungen kann abgestellt werden. So erfüllen sie
die formalen Beweiswert-Anforderungen (vgl. vorstehend E. 1.4) ohne weiteres, sind sie doch für die streitigen Belange umfassend
und
wurden in Kenntnis der
Vorakten
ab
gegeben. Darüber hinaus leuchten die in sich widerspruchsfreien Ausführungen auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthalten nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen. Schliesslich sind auch keine Indizien ersichtlich, welche ge
gen ihre Zuverlässigkeit
sprechen
.
Insbesondere stehen
die
se Einschätzungen
auch
im Einklang mit den Erhebungen von Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.4)
,
in dem die beratenden Ärzte auf die Berück
sichtigung der
(unfallfremden)
Residuen eines lumbalen Morbus Scheuermann hinwiesen, welche sich gemäss Dr.
C._
i
n Form von lumbalen Beschwerden
äus
ser
t
en (vgl. vorstehend E. 3.4).
Für die Einschätzung von Dr.
E._
spricht auch im Weiteren der Umstand, dass die posttraumatische Kyphose
mit 10-12 % keilförmiger Deformation
e
her gering ausfiel
und es gemäss Dr.
D._
gar frag
lich sei, ob die Kyphose die beschriebenen Schmerzen unterhalten würde (vgl. vorstehend E. 3.5), weshalb demzufolge unter Ausklammerung der zusätzlich die Beschwerden verursachenden
krankheitsbedingten
Residuen
die Beeinträchti
gung gemäss
Suva-
Tabelle
folgerichtig auch eher
tief angesetzt wurde
.
Bei dieser Sachlage
und in Berücksichtigung auch der Einschätzung von Dr.
C._
, welcher
im Gegensatz
zu
de
n
beratenden Ärzte
n
der Beschwerdegegnerin
der prognosti
schen
Kyphosierung
mehr Gewicht beimass, weshalb er die Integritätseinbusse auf zirka 8 % veranschlagte, ist
kein triftiger Grund ersichtlich, wonach das So
zialversicherungsgericht sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Verwaltung stellen darf, mithin ist keine abweichende Ermessensausübung angezeigt.
4.4
Was der Beschwerdeführer
gegen die Höhe der auf 5
%
eingeschätzten Integri
tätseinbusse
vorbringt, vermag
hingegen
nicht zu überzeugen:
Gemäss Position 1 der Tabelle 7
des Feinrasters er
gibt sich bei Frakturen der LWS/
BWS/HWS inklusive
Spondylodese
, Kyphose oder Skoliose bei einem De
formationswinkel von 10-20° und unter der Berücksichtigung der Schmerzfunk
tionsskala + (
mässige Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder keine, gute und rasche Erholung
) eine In
tegritätseinbusse von 5-1
0 %.
Der Beschwerdeführer beanstandete die aus seiner Sicht falsche Einschätzung der tatsächlichen Schmerzlage und geht von einer Einbusse von 15 % aus (Urk. 1). Dabei stellte er - losgelöst vom
erstellten
medizinischen Sachverhalt
(vgl. vorstehend E. 3)
und entgegen seiner, basierend auf
der
Einschätzung von Dr.
C._
im
Einsprachever
fahren
geltend gemachte
n
Einbusse von 8
-10
%
(vgl. Urk. 8/K29)
-
neu auf die Schmerzfunktionsskala ++ ab, welche in der Position 1 eine Integritätseinbusse von 10-20
%
vorsieht.
Es ist festzuhalten, dass die Bemessung der Integritätsentschädigung auf einer medizinisch-theoretischen Einschätzung der Beeinträchtigung der (hier körperli
chen) Integrität fusst. Von den individuellen Auswirkungen des Gesundheitsscha
dens wird somit abstrahiert
(Urteil des Bundesgericht U 326/03 vom 17. Januar 2005 E. 1.2)
.
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Schmerzanfälligkeit ist auch auf das seit 2010 dokumentierte
Lumbovertebralsyndrom
bei Status nach lumbale
m
Morbus Scheuermann zurückzuführen, weshalb die in die vorliegenden Schmerzen hineinspielende Symptomatik bei der Bemessung der Integritätse
nt
schädigung keine Rolle spielt
und von den beratenden Ärzten der Beschwerde
gegnerin für die Bemessung der Integritätsentschädigung zu Recht ausgeklam
mert
beziehungsweise deren Anteil abgezogen
wurde
.
Das
Vorbringen
des Be
schwerdeführers
, wonach er in den letzten 20 bis 25 Jahren im fraglichen Rücken
bereich nie Schmerzen gehabt habe,
findet mit
Blick auf die Ausführungen ge
mäss Krankengeschichte, wonach
er
im Jahr 2010
wegen
lumbale
n
Rücken
schmerzen in Behandlung war,
in den Akten keine Stütze
(Urk. 3/14 S. 2).
Ebenso wies d
ie Beschwerdegegnerin zu Recht auf
den
unter der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc» bekannten Fehlschluss hin
, wonach Auskünfte, die allein auf der Argumentation beruhen, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfallereignis aufgetreten, beweisrechtlich nicht zu verwerten
sind
(vgl. Urk. 7 S. 3 Ziff. 4).
Auch lassen die Ausführungen der behandelnden und bera
tenden Ärzte nicht auf Dauerschmerzen schliessen, ist doch von einer gewissen Restbeschwerdehaftigkeit und Unmöglichkeit von langem Ausschlafen aufgrund der
thorakolumbalen
Restbesch
werden gemäss Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.4) beziehungsweise von mässigen Beanspruchungsschmerzen gemäss Prof.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.6)
sowie von gelegentlich muskulär bedingte
n
Rü
ckenschmerzen
gemäss
Dr.
B._
(
vgl. vorstehend E. 3.3)
die Rede.
Schliesslich ist die posttraumatische Kyphose mit 10-12° keilförmiger Deformation gemäss Dr.
D._
sehr beziehungsweise zu
gering, um die vom Beschwerdeführer nun
mehr geltend gemachten Beschwerden
(alleine)
zu verursachen (vgl. vorstehend E. 3.5).
Demzufolge kann die tatsächliche Schmerzlage gemäss Schmerzfunktionsskala und entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, dessen Schmerzen bezüglich der Wirbelsäule nicht in Abrede gestellt werden wollen, nicht mit ++ (geringe Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt, au
ch in Ruhe) eingeschätzt werden, sondern sind
mit der Beschwerdegegnerin
auf der Schmerzfunktionsskala mit + (mässige Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder keine, gute und rasche Erholung) zu bemessen.
5.
Zusammenfassend ging die Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf die über
zeugenden Einschätzungen ihrer beratenden Ärzte vom November 2018 von einer Integritätsentschädigung auf der Grundlage einer Integritätseinbusse von 5 % aus.
Bei dieser Aktenlage sind weitergehende medizinische Erhebungen nicht er
forderlich (antizipierte Be
weiswürdigung; BGE 136 I 229 E.
5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
Der
Einspracheentscheid
vom 18. März 2019
(Urk. 2)
ist zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.