Decision ID: 8d5e115d-0059-481a-b201-989a2199b4d4
Year: 2009
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. A und B (nachfolgend der bzw. die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen)
haben in der Steuererklärung 2007 ein steuerbares Einkommen von Fr. 64'359.-
(Staats- und Gemeindesteuern) und Fr. 66'609 (direkte Bundessteuer) deklariert. Ge-
mäss Verzeichnis belief sich ihr Wertschriften- und Guthabenertrag 2007 auf
Fr. 1'796.-. Ihre Investition in der C, bewerteten sie per Ende 2007 mit Fr. 160'000.-,
den entsprechenden Ertrag pro 2007 gaben sie mit Fr. 0.- an. Mit Auflage vom
5. Januar 2009 forderte das kantonale Steueramt die Pflichtigen u.a. auf, Unterlagen
zu dieser Kapitalanlage zu liefern. Hierauf reichten sie am 12. Januar 2009 eine Ab-
rechnung der C ein, gemäss der sich der Saldo per Ende 2007 zugunsten der Pflichti-
gen auf Fr. 228'678.- und die ihnen zugewiesenen Gewinne für dieses Jahr auf
(Fr. 7'780.- + Fr. 8'679.- + Fr. 11'317.- + Fr. 8'383.- =) Fr. 36'159.- beliefen. Sodann
legten sie am 25. Januar 2009 den mit der C abgeschlossenen Verwaltungsauftrag
vom 22. August/1. September 2005 sowie die Quartalsabrechnungen 2007 vor. Daraus
ging hervor, dass die entsprechenden Bruttogewinne total Fr. 45'198.78 betrugen, wo-
von die C (jeweils) 20% für ihre Bemühungen abgezogen hatte, sodass für die Pflichti-
gen eben Fr. 36'159.- verblieben. In der Folge rechnete das kantonale Steueramt den
Bruttobetrag zu den steuerbaren Einkünften, ebenso den nicht deklarierten Zins von
Fr. 561.45 einer Geldmarktanlage; daneben hob es den deklarierten Wert der Anlage C
um Fr. 68'678.- an. Dergestalt ergab sich für die Staats- und Gemeindesteuern 2007
gemäss Einschätzungsentscheid vom 11. Februar 2009 ein steuerbares Einkommen
von Fr. 110'100.-; das steuerbare Vermögen betrug Fr. 712'000.-. Am 24. Juli 2009
erging die entsprechend korrigierte Bundessteuerveranlagung 2007, worin das steuer-
bare Einkommen auf Fr. 112'300.- festgesetzt wurde.
B. Am 27. Februar 2009 erhoben die Pflichtigen Einsprache gegen die Ein-
schätzung 2007 und verlangten, das steuerbare Einkommen um "mindestens
Fr. 45'198.-" herabzusetzen. Sodann wandten sie sich mit Einsprache vom 7. August
2009 unter Hinweis auf die soeben erwähnte Eingabe auch gegen die entsprechende
Bundessteuerveranlagung. Dabei verfochten sie, die Gutschriften der C bildeten steu-
erfreie Kapitalgewinne. Nachdem das kantonale Steueramt erfolgreich weitere Unterla-
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gen zum Engagement bei der C eingefordert hatte, wies es die Einsprachen mit ge-
trennten Entscheiden vom 26. August 2009 ab.
C. Mit separaten Eingaben erhoben die Pflichtigen hiergegen am
24. September 2009 Rekurs und Beschwerde. Dabei erneuerten sie die Einsprachean-
träge.
Mit Rekurs-/Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2009 schloss das kantonale
Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung ver-
zichtete auf eine Vernehmlassung.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer
vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997
(StG) bzw. Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten
Steuern für Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) unterliegen alle
wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Dazu gehören laut
Art. 20 Abs. 1 DBG und § 20 Abs. 1 StG namentlich die Erträge aus beweglichem
Vermögen, wie Zinsen aus Guthaben (je lit. a) und Dividenden, Gewinnanteile und Vor-
teile aus Beteiligungen aller Art (je lit. c). Hingegen sind Kapitalgewinne aus der Ver-
äusserung von Privatvermögen – mit Ausnahme von Grundstückgewinnen bei den
Gemeindesteuern – nach Art. 16 Abs. 3 DBG und § 16 Abs. 3 StG steuerfrei. Entspre-
chend sind die auf diesem Vermögen realisierten Kapitalverluste nicht abzugsfähig.
a) Ein steuerfreier Kapitalgewinn bzw. ein nicht abzugsfähiger Kapitalverlust
liegt (namentlich) dann vor, wenn der Mehr- bzw. Minderwert eines Vermögensrechts
des beweglichen Privatvermögens dadurch realisiert worden ist, dass dieses Recht
veräussert worden, das heisst wirtschaftlich betrachtet aus dem Vermögen des Steu-
erpflichtigen ausgeschieden ist. Steuerfrei sind deshalb all jene Wertzuflüsse beim
Steuerpflichtigen, welche als Gegenwert (Erlös) für das durch Veräusserung realisierte
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Vermögensrecht erscheinen (RB 1987 Nr. 20 = StE 1988 B 24.4 Nr. 11). Hingegen
sind Einkünfte, die dem Steuerpflichtigen aus einem privaten beweglichen Vermögens-
recht zufliessen, ohne dass ihr Zufluss Folge einer Veräusserung im umschriebenen
Sinn ist, gemäss Art. 20 Abs. 1 DBG und § 20 Abs. 1 StG (je lit. a, ev. lit. c) steuerbarer
Vermögensertrag (vgl. für die direkte Bundessteuer: BGr, 10. Juli 2001, StE 2001
B 21.1 Nr. 10 und 21. Oktober 1996, ASA 66, 377 E. 2b). Fasst eine Vermögensver-
walterin ihr anvertraute Kundengelder in einem Pool zusammen, so gelten entspre-
chende Auszahlungen oder Gutschriften mit Ausnahme von Einlagerückzahlungen laut
konstanter Praxis des Bundesgerichts als Vermögensertrag (8. August 2007,
2A.613/2006 und 2A.214/2006, www.bger.ch, mit Verweisungen, auch zum Folgen-
den). Dabei kommt es auf die Finanzierung nicht an. Selbst wenn die ausgewiesenen
Erträge nicht real erwirtschaftet worden, sondern bloss fingiert sind, ändert dies nichts
daran. Darum spielt es keine Rolle, dass getätigte Auszahlungen aus zu Beginn der
Abrechnungsperiode bereits vorhandenem Kapital oder aus zugeflossenen Neugeldern
finanziert worden sind. An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht bis jetzt trotz
heftiger Kritik festgehalten (so zuletzt am 15. Januar 2008, 2C_565/2007, auch zum
Folgenden). Bei alledem ist unbeachtlich, dass ein den Gewinnausweisen allenfalls
zugrunde liegendes Umverteilsystem nicht den vereinbarten Anlegerichtlinien ent-
spricht und sogar als widerrechtlich erscheint.
Die blosse Geldanlage in einer Vermögensverwaltungsgesellschaft begründet
noch keinen rechtlichen oder wirtschaftlichen Anspruch auf die Werte, welche diese
Gesellschaft hält bzw. erwirbt (StRK I, 21. Januar 2003, StE 2003 B 24.1 Nr. 2, mit
Hinweisen, auch zum Folgenden). Werden aufgrund von Wertschriften- oder Devisen-
gewinnen, welche die Gesellschaft erwirtschaftet hat, Beträge an die Anleger ausge-
richtet, erzielen diese keinen steuerfreien Kapitalgewinn, sondern steuerbaren Vermö-
gensertrag. Ein steuerfreier Kapitalgewinn ist nur dann anzunehmen, wenn die
Gesellschaft bestimmte Werte wie Wertpapiere, Devisen etc. individuell namens oder
wenigstens auf Rechnung des Steuerpflichtigen erwirbt und damit als dessen direkter
oder indirekter Stellvertreter auftritt und einen Mehrwert realisiert. Dergestalt verfügt
der Anleger über einen rechtlich und/oder wirtschaftlich individualisierten Anspruch auf
die Werte bzw. den Erfolg der getätigten Geschäfte (VGr, 7. Dezember 994, ZStP
1995, 51); anderseits trägt er auch das Risiko eines entsprechenden (Kapital-)Verlusts.
Fliesst die Geldeinlage hingegen in einen Pool und werden daraus Wertschriften oder
andere Anlagen finanziert, fehlt es bezogen auf den einzelnen Anleger an der individu-
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ellen Abgrenzung und Zuordnung. Die Anzahl Stufen, über welche die Anlage getätigt
wird, spielt bei alledem keine Rolle. Mithin ist nicht massgeblich, ob die Kapitalanlage-
gesellschaft die Anlage direkt selber vornimmt oder sie über eine oder mehrere andere
Marktteilnehmer vornehmen lässt. Entscheidend ist einzig, wie sich die Verhältnisse
letztlich bei der konkreten Endanlage darstellen.
b) Laut Art. 209 Abs. 2 DBG und § 49 Abs. 2 StG (vgl. auch Art. 63 Abs. 2
StHG) gilt für natürliche Personen das Kalenderjahr als Steuerperiode. Das steuerbare
Einkommen bemisst sich gemäss Art. 210 Abs. 1 DBG und § 50 Abs. 1 StG (bzw.
Art. 64 Abs. 1 StHG) nach den Einkünften der Steuerperiode. Nach allgemeinen steu-
errechtlichen Grundsätzen ist ein Einkommen dann als zugeflossen und damit als er-
zielt zu betrachten, wenn die steuerpflichtige Person Leistungen vereinnahmt oder ei-
nen festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich verfügen kann.
Vorherrschend ist die Besteuerung im Zeitpunkt des Forderungserwerbs. Ausnahms-
weise wird aber von diesen Grundsätzen abgewichen, namentlich wenn die Erfüllung
der Forderung als unsicher betrachtet werden muss (vgl. zum Ganzen u.a. BGE 113 Ib
23 E. 2e; 105 Ib 238 E. 4a; StE 2005 A 24.21 Nr. 16 E. 4.1). Eine besondere Unsicher-
heit bezüglich der Einkommenssituation liegt namentlich dann vor, wenn ein Umstand
den Zufluss im Zeitpunkt des Forderungserwerbs zu verhindern vermochte.
c) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG und § 132 Abs. 1 StG haben die Steuerbehörden
zusammen mit dem Steuerpflichtigen alles zu tun, um die für die vollständige und rich-
tige Besteuerung massgeblichen tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse festzustel-
len. Diese Behörden haben der Veranlagung bzw. Einschätzung nur jene Tatsachen
zugrunde zu legen, von deren Vorhandensein sie sich nach durchgeführter Untersu-
chung selber überzeugt haben (RB 1987 Nr. 35). Im Rekurs- bzw. (erstinstanzlichen)
Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz, dass der Steuerpflichtige von sich aus eine
substanziierte Sachdarstellung für steueraufhebende bzw. -mindernde Tatsachen vor-
zutragen hat. Gemäss der allgemeinen Regel trägt die Steuerbehörde die Beweislast
für steuerbegründende oder -erhöhende, der Steuerpflichtige dagegen für steuermin-
dernde oder -aufhebende Tatsachen (BGr, 1. Oktober 2008, 2C_288/2008, E. 4.4 und
4. April 2008, 2C_637/2007, E. 2.4, www.bger.ch; 21. Februar 2002, StR 2002, 816 E.
2.3).
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Macht der Steuerpflichtige geltend, ein Vermögenszufluss sei steuerfrei, so ist
er hierfür beweisbelastet und hat er die seiner Behauptung zugrunde liegenden
steuermindernden Tatsachen von sich aus durch eine substanziierte Sachdarstellung
darzulegen, aus welcher sich ohne weitere Untersuchung der Schluss auf das Vorlie-
gen eines einkommenssteuerfreien Vorgangs ziehen lassen muss (VGr, 6. Mai 1997,
StE 1998 B 21.3 Nr. 3; RB 1994 Nr. 33, 1987 Nr. 35, 1975 Nr. 55). Die dem Steuer-
pflichtigen obliegende Beweisleistung setzt in erster Linie und in jedem Fall eine –
spätestens vor Rekurskommission zu gebende – substanziierte Sachdarstellung vor-
aus. Substanziiert ist die Sachdarstellung dann, wenn aus ihr im Einzelnen Art, Motiv
und Rechtsgrund des geltend gemachten steuermindernden Umstands in der Weise
hervorgehen, dass bereits gestützt darauf – aber unter Vorbehalt der Beweiserhe-
bung – die rechtliche Beurteilung der Abzugsfähigkeit solcher Aufwendungen möglich
ist. Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung, so hat die Rekurs-
kommission keine Abklärungen zu treffen, um sich die erforderlichen Grundlagen zu
beschaffen (RB 1987 Nr. 35, 1975 Nr. 64). Für die von ihm verfochtenen, hinreichend
substanziierten tatsächlichen Behauptungen hat der Steuerpflichtige von sich aus be-
weiskräftige Unterlagen einzureichen oder die Beweismittel wenigstens unter genauer
Bezeichnung anzubieten (vgl. RB 1975 Nr. 55).
2. a) Die Pflichtigen haben 2005 mit der C einen Verwaltungsauftrag abge-
schlossen. Der Vertrag wurde von ihnen am 22. August 2005 in D unterschrieben, von
den Zeichnungsberechtigten der in den E domizilierten Gesellschaft am 1. September
2005 in F. Darin haben die Pflichtigen die C beauftragt, das von ihnen bei der G einge-
zahlte Kapital gemäss den Geschäftsbedingungen der Gesellschaft für Devisen- und
Edelmetallgeschäfte zu verwalten. Sodann wurde ausdrücklich vereinbart, es seien
ausschliesslich Devisengeschäfte inkl. Optionen zu tätigen und der Verlust dürfe nicht
mehr als 10% des investierten Kapitals übersteigen. Aus den Geschäftsbedingungen
geht hervor, dass die Geschäfte ausschliesslich über renommierte Bankinstitute und
Brokerhäuser abgewickelt werden. Die C tätigt ihre Anlagen in der Regel mittels Ver-
waltungsauftrag. Ihre Verwaltungstätigkeit lässt sie vierteljährlich mit 20% der realisier-
ten Gewinne entgelten.
Die C führte für die Pflichtigen ein individuelles Konto. Demnach betrug der
Saldo zu deren Gunsten am 1. Januar 2007 Fr. 176'354.-. Am 10. Januar, 25. Juni und
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23. Juli 2007 überwiesen diese von ihrem H-Konto Fr. 20'000.-, Fr. 10'000.- und
Fr. 20'000.- auf das Konto Nr. ... der C bei der G. Sodann wies die C den Pflichtigen in
den Quartalsabrechnungen per Ende März, Juni, September und Dezember 2007 sal-
dierte Bruttogewinne von Fr. 9'725.01, Fr. 10'848.76, Fr. 14'145.91 und Fr. 10'479.10,
insgesamt Fr. 45'198.78, aus, welche Beträge jeweils einige Tage nach dem Stichtag
um den der C vertragsgemäss zustehenden Gewinnanteil von 20% (= total
Fr. 9'039.78) gekürzt zur Auszahlung gelangten. Dies heisst, dass der Quartalsgewinn
Oktober - Dezember 2006 am 9. Januar 2007, jener für die entsprechende Zeitspanne
im Jahr 2007 (mutmasslich) indes erst im Folgejahr ausbezahlt wurde. Den detaillierten
Quartalsabrechnungen, welche die Gewinne und Verluste pro Währungseinheit aus-
wiesen, lagen jeweils Aufstellungen über in der entsprechenden Zeitspanne getätigte
Devisentransaktionen ("Kasse & Termingeschäfte") bei.
b) Aus dem Verwaltungsauftrag mit der C geht einzig hervor, dass die Pflichti-
gen diese beauftragt haben, ihr Kapital gemäss den Geschäftsbedingungen dieser
Gesellschaft zu verwalten. Nähere Angaben, inwiefern dies zu geschehen hat, finden
sich auch in den Geschäftsbedingungen vom 01.2001 nicht. Dort wird lediglich ausge-
führt, die Gesellschaft sei spezialisiert auf die Beratung in sowie die Vermittlung und
den Handel von bzw. mit Devisengeschäften (in der Regel in Hartwährungen) und
Edelmetallgeschäften, inklusive Optionen. Ausgenommen seien bestimmte – wohl
speziell risikoreiche – Geschäfte (Ziff. 1, auch zum Folgenden). Dispositionen würden
ausschliesslich über renommierte Bankinstitute und Brokerhäuser abgewickelt. Speziell
für Kunden mit Wohnsitz (oder Sitz) in der Schweiz würden Optionsgeschäfte ausser-
halb der Schweiz getätigt. Daher könne ein Teil des einbezahlten Kapitals im Ausland
deponiert werden. Sodann wird festgehalten, die Gesellschaft entfalte ihre Tätigkeit in
der Regel mittels Verwaltungsauftrag (Ziff. 2). Die ihr erteilten Weisungen und Aufträge
des Kunden oder seines Bevollmächtigten gälten bis zum bei ihr eintreffenden Widerruf
(Ziff. 3). Im Übrigen behalte sich die Gesellschaft die jederzeitige Änderung der Ge-
schäftsbedingungen vor (Ziff. 7).
Damit wird nicht einmal gesagt, die C sei verpflichtet gewesen, direkt oder
indirekt über ein Bankinstitut (namentlich die G) oder andere Marktteilnehmer individu-
ell für die Pflichtigen Devisentermin- oder andere Geschäfte zu tätigen. Ebenso wenig
ist erstellt, dass die Gesellschaft derart vorgegangen ist. Vielmehr stand es ihr frei, die
von ihren Anlegern einbezahlten Geldmittel zu poolen und gemeinsam anzulegen bzw.
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anlegen zu lassen. Auch aus den Jahres- und Quartalsabrechnungen der C geht in
keiner Weise hervor, dass für die Pflichtigen individuell Devisengeschäfte getätigt wor-
den sind. Richtig gesehen zeigen die Auszüge einzig, dass die C für die Pflichtigen als
Anleger ein individuelles Konto geführt hat, was nicht nur zu erwarten, sondern auch
notwendig war. Hingegen lässt sich keinem Aktenstück entnehmen, dass die Geschäf-
te individuell für die Pflichtigen durchgeführt worden sind, sei es direkt von der G, zu
welcher sie zwecks Verwendung durch die C Gelder überwiesen haben, sei es indirekt
über eine oder mehrere weitere Banken oder Broker. Die detaillierten Quartalsabrech-
nungen zeigen einzig auf, wie hoch die Gewinne und Verluste aus Kassa- und Termin-
geschäften mit Devisen, (quotal) bezogen auf die Pflichtigen, gewesen sind bzw. ge-
wesen sein sollen, welche die C hat bewerkstelligen lassen. Notwendig gewesen wäre
ein klarer Nachweis der Individualisierung des einzelnen konkreten Engagements aus-
schliesslich auf Rechnung und Gefahr der Pflichtigen. Das aber ist nicht geschehen.
Ohnehin liegt es auf der Hand, dass sich Devisengeschäfte regelmässig nur
bei betragsmässig sehr hohen Einsätzen lohnen, bei Beträgen nämlich, welche die
Möglichkeiten der Pflichtigen bei weitem übersteigen. Dies nicht nur wegen der kurz-
zeitig geringen Schwankung von Devisenkursen, welche normalerweise zwischen An-
und Verkaufszeitpunkt bzw. zwischen Termin- und Tagespreis pro Einheit besteht,
sondern auch wegen den ungünstigen Wechselkursen bzw. hohen Gebühren bei ver-
hältnismässig kleinen Beträgen. Es liegt gleichsam in der Natur der Sache, dass solche
Geschäfte nur mit grossen Kapitalien getätigt werden, was bei Kleinanlegern wie den
Pflichtigen zwingend einen Pool voraussetzt. Mit dieser Erkenntnis decken sich den
Erläuterungen auf der Webseite der C. Dort wird ausgeführt, C fasse die Gelder von
Kleinanlegern (Kunden mit Einlagen ab Fr. 25'000.-) zusammen, um das nötige Volu-
men ("mal einige Millionen [Euros]") zu generieren, um erfolgversprechend Devisen
erwerben und veräussern zu können. Dass die I, als Provider nachträglich bestätigt
hat, dass diese Seite angeblich im Sommer 2005 auf Anweisung von C gelöscht und
im April 2009 lediglich aus Versehen wieder aktiviert worden sein soll, spielt bei alle-
dem keine Rolle. Wesentlich ist, dass sich das Geschäftsgebaren offenkundig so ab-
gespielt haben muss und tatsächlich so abgespielt hat.
c) Die Pflichtigen halten vorab dafür, dass ihnen ein jederzeit individualisierter
Anspruch auf die Gelder der C zugestanden habe. Darauf kommt, wie gesehen, indes
nichts an. Entscheidend ist, ob die einzelne am Markt getätigte Anlage gepoolt ist.
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Dass diese Voraussetzung in concreto erfüllt war, gestehen die Pflichtigen sogar selber
zu, da die Abwicklung kleinerer Positionen am Devisenmarkt auch aus ihrer Warte gar
nicht möglich ist. Die Pflichtigen waren am einzelnen Geschäft jeweils partiell beteiligt;
das aber genügt eben nicht, um die Transaktion als individuell erscheinen zu lassen.
Unter solchen Umständen ist der ihnen obliegende Nachweis der individuell (einzig) für
sie getätigten Anlage von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wohl sind die Abrech-
nungen der C als Finanz- und Investmentgesellschaft je Kunde individualisiert. Die
Pflichtigen verkennen indes, dass dies nach der Rechtsprechung nicht genügt, um als
Einzelgeschäft des Kunden zu gelten. Nur wenn diese Bedingung – anders als hier –
erfüllt ist, können aus einer Geldanlage Kapitalgewinne anfallen. Aus dem genannten
Grund haben die Transaktionsjournale einkommenssteuerlich keine Bedeutung.
Sodann berufen sich die Pflichtigen auf die Zürcher Praxis. Demnach soll das
kantonale Steueramt Vermögenszugänge, wie sie hier streitig sind, bei anderen Steu-
erpflichtigen für steuerfrei erklärt haben. Zum Nachweis wird ein Einsprachepapier vom
16. Mai 2008 vorgelegt. Wohl trifft es zu, dass dort eine "Aufrechnung ..." annulliert
wurde. Doch zeigt die Begründung, dass schon der Ansatz dieser Korrektur falsch war,
wurde doch ausgeführt, ein Pooling könne angesichts der "Einzeltransaktionsbelege"
nicht nachgewiesen werden, weshalb von einem steuerfreien Kapitalgewinn auszuge-
hen sei. Denn bei Licht betrachtet oblag und obliegt es, wie gesehen, nicht der Steuer-
behörde, ein Pooling nachzuweisen, sondern vielmehr dem Steuerpflichtigen, darzutun
und zu belegen, dass kein Pooling, sondern individuelle Anlagen auf seine Rechnung
vorliegen; nur dann ist Steuerfreiheit gegeben. Diese Regel hat die Verwaltung in je-
nem Fall missachtet oder übersehen. Es trifft im Übrigen - entgegen der Ansicht der
Pflichtigen – nicht zu, dass das Steueramt am 16. Mai 2008 entschieden hat, es liege
kein Pooling vor; richtig betrachtet wurde, wie soeben erwähnt, einzig festgehalten, es
fehle am Nachweis eines Poolings.
Eine falsche Rechtsanwendung in einem oder wenigen Fällen kann von vorn-
herein keinen Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung im Unrecht verleihen. Selbst
wenn die Verwaltung das Recht in gleichen Fällen, wie hier streitbetroffen, oder in
gleichartigen Fällen bis vor Kurzem im Sinn der Pflichtigen wie soeben geschildert
– falsch – angewandt haben sollte, worauf die Vernehmlassung vom 22. Oktober 2009
schliessen lässt, vermöchten diese daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn
das kantonale Steueramt hat klar zu erkennen gegeben, dass es Vermögenszugänge
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unter Verhältnissen wie hier nun generell der Einkommenssteuer unterwerfe. Mithin
verhilft die Verwaltung damit der richtigen Rechtsanwendung zum Durchbruch. Inso-
fern darin eine Praxisänderung zu erblicken ist bzw. wäre, steht einer solchen nichts
entgegen. Denn eine Praxisänderung ist nach Lehre und Rechtsprechung zulässig,
wenn – wie hier – ernsthafte sachliche Gründe dafür vorliegen, das Gebot der Rechts-
sicherheit beachtet wird und die Praxisänderung in grundsätzlicher Hinsicht erfolgt
(Häfelin/Haller/Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7.A., 2008, S. 222 Rz. 769;
BGE 127 I 49 E. 3c S. 52; 126 I 122 E. 5 S. 129, je mit Hinweisen).
d) Die hier verfochtene Rechtsauffassung weicht von der veröffentlichten
Rechtsprechung der Steuerrekurskommission I nicht ab (StE 2003 B 24.1 Nr. 2). Je-
denfalls deckt die Konsultation der massgebenden allgemeinen Erwägungen keine
Differenz auf. Sodann ist dort ausdrücklich festgehalten, dass die damals aktive K, bei
welcher der Steuerpflichtige sein Geld angelegt hatte, ausschliesslich auf dessen
Rechnung Devisengeschäfte getätigt hat. Die Anlagegeschäfte, so weiter, seien indivi-
dualisiert gewesen; der Anspruch des Kunden habe sich nicht auf einen näher be-
stimmten Anteil am allfälligen Gewinn aus von der Investment-Gesellschaft auch noch
für andere Kunden abgewickelten Devisentransaktionen bezogen. Insofern unterschei-
det sich jener Sachverhalt wesentlich vom hier zu beurteilenden. Ob die damalige
Würdigung den tatsächlichen Gegebenheiten gerecht geworden ist, muss hier aller-
dings offenbleiben.
e) Nach alledem ist nicht erstellt, dass die C für die Pflichtigen individuelle
(Devisen-)Geschäfte getätigt hat. Das muss zu deren Nachteil ausschlagen.
Dies führt dazu, dass das Steueramt die von der C ausgewiesenen Gewinne
zu Recht als Vermögenserträge qualifiziert hat. Die Beträge als solche sind in quantita-
tiver Hinsicht nicht strittig. Streitig ist lediglich die Qualifikation der Vorgänge, nicht aber
der erzielte "Gewinn", d.h. Vermögensertrag von brutto Fr. 45'198.-, dessen Steuerre-
levanz nun feststeht. In der Eingabe vom 12. Januar 2009 haben die Pflichtigen gel-
tend gemacht, die 2007 zugunsten der C einbezahlten Fr. 50'000.- gehörten dem in
Australien lebenden Sohn L. Was sie glaubten, daraus ableiten zu können, ist unklar.
Jedenfalls ist ein Treuhandverhältnis nicht ausgewiesen; ebenso wenig ein Passivdar-
lehen zu dessen Gunsten, zumal es an einer entsprechenden Deklaration fehlt. Die
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Praxis%E4nderung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-49%3Ade&number_of_ranks=0#page49 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Praxis%E4nderung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-122%3Ade&number_of_ranks=0#page122
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Pflichtigen haben ihren Einwand denn auch im Rechtsmittelverfahren nicht aufrecht
erhalten. Ein Einfluss auf die steuerliche Beurteilung ergibt sich daraus jedenfalls nicht.
f) Schliesslich kann Folgendes angemerkt werden: Angesichts der geltenden
Rechtsprechung darf dahingestellt bleiben, ob die C die ausgewiesenen Gewinne tat-
sächlich realisiert oder aber ob diese nur auf dem Papier ausgewiesen sind. Ebenso
kann offen bleiben, ob diese Gewinne nur gutgeschrieben oder tatsächlich ausbezahlt
worden sind. Denn die steuerlichen Folgen sind identisch. Wohl könnte aus dem Jah-
resauszug der C geschlossen werden, die Quartalsgewinne seien jeweils überwiesen
bzw. ausgerichtet worden. Indessen fehlt es an entsprechenden Belegen. Nähere Ab-
klärungen in dieser Hinsicht erübrigen sich, weil der genaue Sachverhalt die Steuer-
einschätzung eben nicht beeinflusst.
3. Demnach sind der Rekurs und die Beschwerde abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Pflichtigen aufzuer-
legen (Art. 144 Abs. 1 und § 151 Abs. 1 StG).