Decision ID: 91b25401-c414-4012-9788-ee18dd315ed1
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1956, zuletzt von 9. Januar 2001 bis 30. November 2003 (letzter effektiver Arbeitstag: 30. November 2003) als Lagermitarbeiter angestellt gewesen, meldete sich erstmals am 16. September 2003 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Gestützt auf ihre medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Einspracheentscheid vom 18. April 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 44 % ab 1. Mai 2003 eine Viertelsrente und bei Vorliegen eines Härtefalls eine halbe Rente vom 1. Mai bis 31. Dezember 2003 zu (Urk. 7/49). Diese Rentenzusprache wurde vom Gericht mit Urteil vom 4. Septem
ber 2007 im Prozess Nr. IV.2006.00459 bestätigt (Urk. 7/77).
1.2
Im Zuge eines am 28. Dezember 2007 (Urk. 7/78) eingeleiteten Revisions
verfahrens erhöhte die IV-Stelle die Rente gestützt auf ihre medizinischen Abklä
rungen und nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 19. März 2009 ab Dezember 2007 auf eine Dreiviertelsrente (Urk. 7/105).
1.3
Am 19. August 2009 leitete die IV-Stelle erneut ein amtliches Revisions
verfah
ren ein (Urk. 7/109), in dessen Verlauf sie beim Y._ das interdisziplinäre Gutachten vom 28. Dezember 2010 (Urk. 7/125) einholte. Gestützt darauf kündigte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 19. Oktober 2011 die Herabsetzung der Rente auf eine Viertelsrente an (Urk. 7/134). Nachdem der Versicherte hiergegen am 14. November 2011 Ein
wände erhoben hatte (Urk. 7/136; Ergänzungen vom 16. Januar 2012, Urk. 7/139, und 22. Oktober 2012, Urk. 7/154), gab die IV-Stelle beim Y._ erneut eine interdisziplinäre Begutachtung in Auftrag (Gutachten vom 24. Febru
ar 2014, Urk. 7/173). Nach einem stationären Aufenthalt des Versicher
ten in einer psychiatrischen Klinik holte die IV-Stelle beim Y._ das psychiatrische Gutachten vom 20. Oktober 2015 (Urk. 7/214) ein. Dazu nahm der Versicherte am 4. und 8. Januar 2016 Stellung (Urk. 7/219-220). Mit Vor
bescheid vom 10. August 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 7/235). Dagegen erhob dieser am 13. September 2016 Einwände (Urk. 7/239), worauf die IV-Stelle am 5. Januar 2017 die Renteneinstellung verfügte (Urk. 7/253 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 5. Januar 2017 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 5. Februar 2017 Beschwerde und beantragte deren Aufhebung und die Weiter
ausrichtung der Dreiviertelsrente. Im Eventualantrag ersuchte er um Ausric
h
tung einer Viertelsrente (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 15. März 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 4. April 2017 ersuchte das Gericht das Y._ um eine ergänzende Stellungnahme (Urk. 8), welche am 9. Mai 2017 erstattet wurde (Urk. 11). Der Beschwerdeführer nahm dazu am 6. Oktober 2017 Stellung (Urk. 17), wohingegen die Beschwerde
geg
nerin auf eine Stellungnahme sowohl zur Eingabe des Y._ als auch zu der
jenigen des Beschwerdeführers verzichtete (vgl. Urk. 15 und Urk. 22).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspra
cheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hin
weisen).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenaufhebung damit (Urk. 2), dass eine Verbesserung des Gesundheitszustandes vorliege und dem Beschwerde-führer seit Dezember 2013 angepasste Tätigkeiten zu 100 % zumutbar seien (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen im Wesentlichen ein (Urk. 1), bezüglich der rheumatologischen Befunde liege keine Verbesserung vor, sondern die Gut
achter des Y._ hätten den gleichen Sachverhalt anders beurteilt als die Vor
gutachter (S. 10 Ziff. 11). Die psychiatrischen und neuropsychologischen Abklärungen bewiesen eine seit der Zusprache der Dreiviertelsrente bestehende depressive Störung (S. 14 Ziff. 13). Anhand der somatischen und psycho
pathologischen Befunde sei erwiesen, dass keine Zustandsverbesserung eingetreten sei. Die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Zustandes sei im Rahmen der Revision unbeachtlich, weshalb der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente weiterhin ausgewiesen sei (S. 15 Ziff. 14).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers seit der Zusprache der Dreiviertelsrente am 19. März 2009 derart ver
bessert hat, so dass kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente besteht. Damals ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass sich in somatischer Hinsicht keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem 18. April 2006 ergeben habe, und nahm die Verschlechterung des Gesundheitsschadens allein aufgrund der psychiatrischen Beschwerden an (vgl. Feststellungsblatt vom 24. Juli 2008, Urk. 7/89 S. 2).
3.
3.1
Der frühere Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ergibt sich aus den folgenden ärztlichen Beurteilungen:
3.2
3.2.1
Die Gutachter der Z._ stellten im Gutachten vom 6. Juni 2005 folgende Diagnosen (Urk. 7/31 S. 22 Ziff.4):
-
chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts mit/bei:
-
breitbasiger mediolateral rechtsseitiger Diskusprotrusion L4/5 mit wahrscheinlich Behinderung des Abgangs der Nervenwurzel L5 intra
spinal, Discopathie L3/4
-
intermittierendem lumboradikulären Reiz- und sensiblem Ausfalls-syn
drom L5 rechts und L3/4 links
-
rechtskonvexer Skoliose und muskulärer Dysbalance mit/bei:
-
Beinlängendifferenz 1 Zentimeter rechts gegenüber links mit Beckenschiefstand rechts
-
Symptomausweitung und Selbstlimitierung
-
Differenzialdiagnose: anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
chronisches Cervicobrachialsyndrom links
-
ohne fassbare Strukturpathologie
Aufgrund der klinischen Untersuchung, der vorhandenen Strukturpathologie im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Discopathie und der nun vorliegenden Deko
nditionierung, aber auch aufgrund der somatoformen Schmerzausweitung erachteten die Gutachter eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten als maximales Pensum. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines therapeutischen Belastungsaufbaus habe nicht erreicht werden können (Urk. 7/31 S. 22 Ziff. 5). Das Aufbringen des Willens für das postulierte 50%ige Restpensum entspreche daher auch dem, was vom Beschwerdeführer im Sinne der Schadenminderungspflicht als Einsatz bei der Überwindung seines Leidens beziehungsweise seiner wirtschaftlichen Situation gefordert werden könne (Urk. 7/31 S. 23 unten).
3.2.2
In der ergänzenden Stellungnahme vom 19. September 2005 (Urk. 7/36) führten die Gutachter aus, auch ohne Berücksichtigung der im Gutachten vom 6. Juni 2005 aufgeführten Symptomausweitung, der wiederholt dokumentierten Selbst
limi
tation beziehungsweise einer ebenfalls im Gutachten aufgeführten differen
tialdiagnostisch nebst den degenerativen Veränderungen möglichen anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und der Dekonditionierung sei eine höhere Arbeitsfähigkeit in qualitativer und quantitativer Hinsicht nicht gegeben.
3.3
Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 14. Februar 2008 (Urk. 7/81) bei den bekannten somatischen Diag
nosen rezidivierende depressive Episoden mit somatischen Symptomen, mittel
gradig, bestehend seit 2006 (Ziff. 2.1 S. 1). Der Beschwerdeführer sei psy
chomotorisch etwas verlangsamt, bewege sich mit Vorsicht (auch ausserhalb der Praxis) und sitze verkrampft. Er spreche wenig spontan und beklage sich über starke Schmerzen, die ein normales Leben verunmöglichten. Eine Gedächt
nis
schwäche habe anhand der klinischen Prüfung nicht bestätigt werden können und sei als subjektive Störung zu interpretieren. Bei der Prüfung der Aufmerk
samkeit und Konzentration mache der Beschwerdeführer wiederholte Fehler in der Mitte der Subtraktion (100 minus 7 usw.), was für eine mittlere Störung
spreche. Das formale Denken sei eingeengt auf Schmerzen. Es seien keine inhalt
liche Störung, keine Zwangssymptome oder Phobien und keine Sinnes
täuschungen beziehungsweise Wahnsymptome zu beobachten. Die Grundstim
mung sei mässig depressiv, der Beschwerdeführer erlebe die invalidisierenden Schmer
zen als Kränkung. Früher sei er sportlich sehr aktiv (Fussballspieler und Jungend
trainer) gewesen, habe aber das Interesse dafür verloren und schaue sogar im Fernsehen nur selten Spiele. Er habe Durchschlafstörungen, der Appetit sei eher schlecht, er müsse sich zum Essen zwingen (Ziff. 4.5 S. 2). Seit Dezember 2004 habe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, seit Januar 2007 bestehe eine solche von 65 % (Ziff. 3 S. 2).
3.4
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kar
dio
logie, diagnostizierte im Bricht über die kardiologische Abklärung vom 24. Juni 2008 (Urk. 7/117/5) Folgendes (S. 1):
-
koronare Herzkrankheit
-
akuter inferoposteriorer Myokardinfarkt mit erfolgreicher Strepto
ki
nase-Lyse März 2008
-
elektive Koronarangiographie April 2008
-
Hypercholesterinämie
-
Status nach Nikotinabusus, seit März 2008 sistiert
-
dilatative Aortopathie
-
leichtgradig dilatierte Aortenwurzel (43 mm) und Aorta ascendens (41 mm)
Drei Monate nach erlittenem Myokardinfarkt als Erstmanifestation einer koro
naren Herzkrankheit weise der Beschwerdeführer ein exzellentes Verlaufs
resul
tat auf. Weder im Ruhe-EKG noch echokardiographisch könnten Residuen des stattgehabten Myokardinfarktes nachgewiesen werden. Bei den seit dem Ereig
nis wiederholt beklagten belastungsunabhängig manifesten Thoraxschmerzen handle es sich um funktionelle Beschwerden mit begleitenden Hyperventila
tions
symptomen. Als Zufallsbefund habe eine leichtgradige Dilatation der Aortenwurzel wie auch der Aorta ascendens nachgewiesen werden können.
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand stellt sich folgendermassen dar:
4.2
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 4. September 2009 (Urk. 7/112/5) eine chronische Lumboischialgie bei Diskushernie L5, eine koronare Herzkrankheit mit Status nach inferio
pos
te
riorem Myokardinfarkt am 1. März 2008 sowie einen Verdacht auf PAVK rechts. Nach dem Myokardinfarkt habe sich der Beschwerdeführer nur schleppend erholt. Aufgrund der chronischen Lumboischialgie habe er wiederholt die Rheu
matologin aufgesucht und habe regelmässig Physiotherapie erhalten. Diesbe
züglich sei der Zustand unverändert mit starker Einschränkung der Mobilität, insbesondere langes Stehen, Gehen oder Sitzen sei nicht möglich. Bezüglich der kardiopulmonalen Situation sei er kompensiert, jedoch körperlich wenig belast
bar. Aufgrund der rheumatologischen und kardiologischen Situation bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit.
4.3
Dr. med. D._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabili
tation, stellte im Bericht vom 4. September 2009 (Urk. 7/113) folgende Diag
no
sen (Ziff. 1.1 S. 2):
-
chronisches lumboradikuläres Reizsyndrom mit sensiblem Ausfall L5 und S1 rechts bei bilateraler Discushernie L4/5 mit geringer L5-Nerven
wurzel
kom
pression beidseits, Retrolisthesis LWK4 und Sacralisation LWK5, mediane Protrusionen L3/4 und L4/5
-
chronisches Cervicovertebralsyndrom bei Fehlhaltung und Fehlbelastung der Wirbelsäule
-
koronare Herzkrankheit, Status nach inferoposteriorem Myocardinfarkt
-
dilatative Aortopathie
-
chronische Periarthropathia humeroscapularis polytendinotica beidseits, links
betont
-
arterielle Hypertonie
Die Lumbalgien/Lumboischialgien seien chronifiziert bei recht fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der distalen/lumbalen Segmente mit persistie
ren
den Dysästhesien in beiden Beinen, vor allem rechts, wobei der Beschwer
deführer weder rückenbelastende Arbeiten noch solche mit längerem Stehen oder Gehen ausüben könne. Seit dem Herzinfarkt sei seine körperliche und auch geistige Belastbarkeit limitiert, dabei bleibe eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 20 bis 30 % pro Tag (S. 6).
4.4
Dr. A._ wiederholte im Bericht vom 27. Oktober 2009 (Urk. 7/114) die im Bericht vom 14. Februar 2008 (E. 3.3) gestellte psychiatrische Diagnose (Ziff. 1.1 S. 2). Der psychopathologische Befund entspricht demjenigen im Bericht vom 14. Februar 2008 (E. 3.3). Bis Juni 2008 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 65 % bestanden, seit Juli 2008 bestehe eine solche von 70 % (Ziff. 1.6 S. 3).
4.5
Nach der kardiologischen Abklärung vom 25. August 2009 berichtete Dr. B._ (Urk. 7/116/2-3 = Urk. 7/117/2), gegenüber der Voruntersuchung von Juni 2008 bei damals als Zufallsbefund festgestellter dilatativer Aortopathie könne echo
kardiographisch erfreulicherweise keine zwischenzeitliche Progression derselben nachgewiesen werden. Die anamnestische Schilderung der gelegentlich beklag
ten belastungsunabhängig manifesten Thoraxschmerzen seien sehr gut mit einer muskuloskelettalen Genese vereinbar.
4.6
4.6.1
Am 28. Dezember 2010 erstatteten Dr. med. E._, Facharzt für Allge
meine Medizin, Dr. med. F._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, das polydisziplinäre Gutachten des Y._ (Urk. 7/125).
4.6.2
Die Gutachter des Y._ stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 6.1 S. 39)
-
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont mit/bei:
-
diskreter Fehlhaltung
-
Status nach Morbus Scheuermann
-
medio-bilateraler Diskushernie LWK4/5 mit geringer L5-Nerven
wurzel
kompression beidseits, geringer Retrolisthesis von LWK4 auf LWK5
-
Hinweisen auf früher durchgemachte Wurzelschädigungen L5 und S1 rechts im EMG vom 20. Dezember 2007, jedoch ohne Hinweise für eine frische Läsion
-
aktuell ohne radikuläre Symptomatik
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie folgende verkürzt dargestellten Diagnosen (Ziff. 6.2 S. 40):
-
chronisches cervicothorakales-cervicospondylogenes Schmerzsyndrom
-
rezidivierendes
cervicocephales Schmerzsyndrom
-
anamnestisch Gonarthralgie links
-
leichte depressive Episode (F32.0)
-
Agoraphobie (F40.00)
-
koronare Eingefässerkrankung
-
dilatative Aortopathie
4.6.3
Die klinische internistische Untersuchung sei altersentsprechend normal, ohne Hinweise für eine Links- oder Rechtsherzinsuffizienz oder für eine Lungener
krankung. Anamnestisch bestehe eine stabile beziehungsweise asymptomatische koronare Herzkrankheit bei erhaltender linksventrikulärer Pumpfunktion; die kar
diovaskulären Risikofaktoren seien unter der aktuellen medikamentösen Behandlung gut eingestellt. Die vom Hausarzt vermutete periphere arterielle Verschlusskrankheit sowie ein vermuteter Diabetes mellitus Typ 2 habe nicht bestätigt werden können. Somit lasse sich aus internistischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (S. 44).
4.6.4
Bei der rheumatologischen Untersuchung imponierten beim Beschwerdeführer eine erhebliche Selbstlimitation und zahlreiche Inkonsistenzen. Die demon
strierten Beschwerden seien deutlich variabel und im beklagten Ausmass nicht plausibel. Die aktuellen Bildgebungen von Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbel
säule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) ergäben zwar multisegmentale dege
ne
rative Veränderungen, diese seien gesamthaft jedoch nicht über das alters
entsprechende Mass hinausgehend und erklärten das Ausmass der beklag
ten Schmerzen nicht. Es bestehe aber eine gewisse Insuffizienz der wirbelsäulen
stabilisierenden Muskulatur, welche zusammen mit der Fehlhaltung und der diskreten Fehlstatik zu einer ständigen Fehlbelastung des Achsenorgans und aufgrund des Schonverhaltens zu muskulären Dysbalancen geführt habe. Be
züglich der beklagten belastungsabhängigen Knieschmerzen links hätten in der klinischen und radiologischen Untersuchung keine entsprechenden Pathologien objektiviert werden können. Auch habe keine Schultergelenkspathologie objek
tiviert werden können, der Beschwerdeführer habe auch keine Schulter
gelenks
beschwerden beklagt habe. Aktuell bestehe aus rheumatologischer Sicht eine reduzierte Belastbarkeit der LWS, welche als die Arbeitsfähigkeit limitierender Gesundheitsschaden imponiere. Aufgrund der aktuellen Arbeitsplatzanamnese mit hälftig leichten und hälftig mittelschweren körperlichen Tätigkeiten bestehe für die bisherige Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (S. 45 f.).
4.6.5
Aus psychiatrischer Sicht handle es sich diagnostisch um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die dafür erforderlichen ICD-10-Kriterien seien beim Beschwerdeführer durchaus erfüllt. In der Schmerzschilderung wirke er leidend, die Schmerzen ständen im Hauptfokus seiner Aufmerksamkeit, er ver
suche die Schmerzen aktiv zu lindern, allerdings ohne bleibenden Erfolg. Auch die stationären Aufenthalte hätten bisher keine ausreichende Besserung ge
bracht. Der Beschwerdeführer sei fest davon überzeugt, körperlich krank zu sein, einen psychischen Auslöser für die Schmerzen sehe er nicht. Im Verlauf der Jahre sei es zu einer deutlichen Symptomausweitung gekommen. Neben den Schmerzen gebe der Beschwerdeführer agoraphobische Ängste mit Schweissaus
bruch, Herzrasen und Atemproblemen an. Die Angststörung stelle allerdings aufgrund ihrer Ausprägung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar. Weiter klage der Beschwerdeführer über eine seit circa 4-5 Jahren bestehende depressive Symptomatik, die allerdings nur leichtgradig ausgeprägt sei. Hin
weise für eine Aggravation seien während des Untersuchungsgespräches nicht festzustellen. Unter Berücksichtigung der Förster-Kriterien könne eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit postuliert werden (S. 45 f.).
4.6.6
Zusammenfassend bestehe aus rheumatologischer Sicht für die bisherige Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, für eine angepasste Tätigkeit bestehe eine solche von 100 %. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine zumutbare Rest
arbeitsfähigkeit von 70 %. Aus internistischer Sicht bestehe eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit (S. 46). In einer dem Leiden optimal angepassten, körperlich leichten Tätigkeit bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine Restar
beitsfähigkeit von 70 % (S. 47).
4.6.7
Am 21. März 2011 führten Dr. med. H._, Chefarzt des Y._, und Dr. E._ ergänzend aus (Urk. 7/127), die Zusprache der Dreiviertelsrente ab Dezember 2007 habe auf einem Bericht des damals behandelnden Psychiaters, Dr. A._, beruht, der aufgrund der gestellten Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung mittelgradiger Ausprägung (F33.11) von einer Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 65 bzw. 70 % ausgegangen sei. Aus psychia
tri
scher Sicht liege derzeit nur noch eine leichte depressive Episode vor (F32.0). Dafür spreche unter anderem die fehlende antidepressive Medikation und die nur noch selten stattfindenden therapeutischen Gespräche. Es sei somit von einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes auszugehen.
4.7
Im Bericht des I._, wo sich der Beschwerde
füh
rer vom 21. Mai bis 16. Juli 2012 in tagesklinischer Rehabilitationsbe
hand
lung befand, wurde im Bericht vom 18. Oktober 2012 (Urk. 7/153 = Urk. 3/2) neben den bekannten somatischen Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) genannt (S. 1). Den psychopathologischen Befund beschrieben die Behandler folgender
massen: «äusserlich gepflegt, altersentsprechend, bewusstseinsklar und allseits orientiert; in der emotionellen Kontaktaufnahme abwartend, distanziert, sach
lich, aktiv im Spontanverhalten; Stimmung deutlich depressiv-resigniert, affek
tiv unkontrolliert, im Gesprächsverlauf verbal mitteilungsaktiv, schildert sein Symptomerleben und -verhalten in Zusammenhang mit den Schmerzen. Kogni-tiv in Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis verlang-samt bzw. deutlich eingeschränkt, deutliche Vergesslichkeit, Denken formal beweglich, inhaltlich problemzentriert. Keine AP für psychotische Erlebnis
weisen (Wahn, Wahrnehmungs- oder Ich-störungen). Anamnestisch deutlichere Suizid
gedanken/-wünsche, keine SV, keine konkreten Ausführungspläne, aktuell keine akute Suizidalität.» (S. 3 Mitte). Der Beschwerdeführer sei leicht gebessert, weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig aus der Behandlung entlassen worden (S. 4 unten).
4.8
4.8.1
Am 24. Februar 2014 erstatteten med. pract. J._, Fachärztin für Chirurgie, Dr. med. K._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. L._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, Dr. med. M._, Facharzt für Neurologie, Dr. sc. hum. Dipl. Psych. N._ und Dr. med. O._, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, ein weiteres polydisziplinäres Gutachten des Y._ (Urk. 7/173).
4.8.2
Die - hier verkürzt dargestellten - Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit lauten folgendermassen (S. 69):
-
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont mit/bei:
-
MRI-nachgewiesener zirkulärer Diskusprotrusion auf Höhe L4/5
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden (ver
kürzt dargestellt) genannt (S. 69):
-
stattgehabter Morbus Scheuermann in der Adoleszenz mit verbliebenen Schmorlschen Knötchen im Bereich der Deckplatte BWK6
-
Beinlängenverkürzung um 1 cm zu Ungunsten des rechten Beines mit konsekutivem Beckenschiefstand rechts
-
chronisches cervicothorakales-cervicospondylogenes Schmerzsyndrom
-
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F32.0)
-
koronare Eingefässerkrankung
-
dilatative Aortopathie
4.8.3
Im Rahmen der chirurgisch-allgemeinmedizinischen Untersuchung könne in Anbetracht der schon früher beschriebenen Diskrepanzen und der aktuell fest
gestellten zahlreichen Inkonsistenzen von einer uneingeschränkten kardiopul
monalen Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Aus chirurgisch-allgemein
me
di
zinischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begrün
den, weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus angepassten Verweistätigkeit (S. 72 f.).
4.8.4
Bei der orthopädischen Untersuchung habe sich eine augenfällige Diskrepanz zwischen den beschriebenen Beschwerden, dem Bewegungsmuster und den Befunden der klinischen Untersuchung gezeigt. Aufgrund der klinischen und radio
logischen Befunde bestehe auf orthopädisch-chirurgischem Fachgebiet eine Einschränkung hinsichtlich der Lendenwirbelsäule. Schwere körperliche Arbei
ten, insbesondere das Heben von Lasten, Arbeiten in Zwangshaltungen, häu
figes Bücken sowie rein stehende Tätigkeiten mit Rotationsbewegungen seien nicht mehr zumutbar. In der bisherigen Tätigkeit als Lagermitarbeiter sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Eine behinderungsangepasste, wech
selbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Tragen und Heben von Lasten, ohne mehr als gelegentliche Arbeiten in Zwangshaltungen, ohne mehr als gelegentliche Arbeiten über die Horizontale hinaus und ohne repetitive, stereotype Bewegungsabläufe sei bezogen auf ein volles Schichtpensum nach wie vor zu 100 % möglich.
4.8.5
Bei der neurologischen Untersuchung hätten sich - bis auf eine Hypästhesie im
Oberschenkelbereich ventral, lateral und dorsolateral und im Unterschenkel rechts
lateral sowie eine Hypästhesie bis Analgesie rechter Fuss an der Aussenkante und Grosszehe rechts - keine weiteren fokal neurologischen Defizite ergeben. Während der Untersuchung seien ein Aggravationsverhalten und eine Selbst
limitierung deutlich geworden.
Die im Rahmen der Abklärung durchgeführte native multiplanare MRI der HWS, BWS und LWS hätten bis auf eine mediale Diskushernie auf Höhe Th8/Th9 ohne wesentliche raumfordernde Wirkung, Discopathien auf Höhe L2/L3 und L3/L4 ohne wesentliche raumfordernde Wirkung und eine zirkuläre Diskusprotrusion auf Höhe L4/L5 mit möglicher rezessaler Affektion der Radix L5 beidseits und möglicher foraminaler Affektion der Radix L4 beidseits keine weiteren patho
logischen Auffälligkeiten ergeben. Im Hinblick auf die berichteten HWS-Ver
spannungen und -Schmerzen mit Ausstrahlung bis zum Kopf okzipital beidseits fänden sich in der Untersuchung keine Auffälligkeiten. Im Hinblick auf die LWS-Schmerzen hätten bis auf die oben beschriebene Sensibilitätsstörung im Bereich der rechten unteren Extremität keine weiteren fokal neurologischen Defizite festgestellt werden können. Insbesondere sei der Zehen- und Hacken-gang ohne Probleme durchführbar gewesen.
Auf neurologischem Fachgebiet bestehe durch die eingeschränkte Belastbarkeit der LWS eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In einer behinderungs
ange
passten, wechselbelastenden, leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne Tragen und Heben von Lasten, ohne Arbeiten in Zwangshaltungen und ohne repetitive stereotype Bewegungsabläufe bestehe aus neurologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 73 f.).
4.8.6
Bei der neuropsychologischen Untersuchung lasse die Zusammenstellung der Befunde auf ein Aggravationsverhalten schliessen. Daher könnten die Ergebnisse der Leistungstests nicht inhaltlich ausgewertet werden und lieferten wegen mangelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde. Unter diesen Umständen bestehe andererseits auch das Risiko, dass tatsächliche und spezifische kognitive Defizite differenzialdiagnostisch nicht festgestellt werden könnten (S. 74).
4.8.7
Bei der psychiatrischen Exploration seien die Kriterien für eine depressive Störung mit leichter Episode erfüllt. Dazu gehörten die depressive Stimmung, die Interesselosigkeit, die Schlafstörungen und der reduzierte Antrieb. Die Krite
rien für eine mittelgradige depressive Episode seien nicht ganz erfüllt, da die Gesamtzahl von mindestens 6-7 Symptomen nicht vorlägen. Es bestehe einzig ein sozialer Rückzug, welcher im Rahmen der depressiven Störung auftrete. Eine schwerwiegende psychische Störung bestehe nicht, Konflikte seien nicht eruier
bar. Der Beschwerdeführer gebe an, keine sonstigen Ängste oder Panikattacken zu haben. Das Einkaufen sei möglich, es bestünden auch keine Ängste in Menschenmassen oder in freien Räumen. Das Liftfahren sei in Begleitung mög
lich, hier gebe es eine gute Besserungstendenz. Der Beschwerdeführer sehe sich durch die Schmerzempfindungen stark beeinträchtigt. Es falle auf, dass die Stimmung und auch die Libido vom Schmerzempfinden abhängig seien. Auch die Konzentration sei abhängig vom Schmerzempfinden. Im Labor habe das Efexor nicht im therapeutischen Bereich gelegen. Somit sei die Medika
men-teneinnahme fraglich beziehungsweise nicht wirksam genug. Eine somatoforme Schmerzstörung sei nicht mehr nachweisbar.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
4.8.8
Zusammenfassend sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Lagermitarbeiter nicht mehr arbeitsfähig. Für eine dem Leiden optimal ange
passte, wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei er zu 100 % arbeitsfähig.
4.9
Die Ärzte der P._, in welcher der Beschwerdeführer vom 9. Januar bis 26. Februar 2015 hospitalisiert war, diagnostizierten im Bericht vom 2. März 2015 (Urk. 7/185) eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (S. 2; vgl. auch Kurzaus
trittsbericht vom 26. Februar 2015, Urk. 3/5 S. 1). Der Beschwerdeführer sei allseits orientiert mit depressiver Stimmung. Formalgedanklich sei er auf das Thema Schmerzen eingeschränkt. Die Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien beeinträchtigt. Es gebe keine Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen, keine Ängste, keine Zwänge, keine Sinnestäuschungen und keine Ich-Störungen. Der Antrieb sei deutlich reduziert, der Appetit regelrecht. Der Schlaf sei mit Unter
brüchen nicht erholsam. Es träten intermittierende passive Suizidgedanken auf, es bestünden keine Hinweise auf Fremdgefährdung. Während der Dauer des Aufenthaltes habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 4).
4.10
Im Bericht vom 28. August 2015 des
I._
(Urk. 7/207
= Urk. 3/3), wo sich der Beschwerdeführer vom 26. Mai bis 17. Juli 2015 erneut in tagesklinischer Rehabilitationsbehandlung befand, wurden aus dem psychiatrischen Fachbereich eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) diagnostiziert (S. 1). Der psychopathologische Befund entspricht wortwörtlich demjenigen im Bericht vom 18. Oktober 2012 (E. 4.7). Der Beschwerdeführer sei stabilisiert, weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig aus der Behandlung entlassen worden (S. 4 unten).
4.11
Dr. med. D._ diagnostizierte im Bericht vom 1. September 2015 (Urk. 7/211) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, eine koronare Herzkrankheit bei Status nach inferiorem Myokardinfarkt, eine dila
tative Aortopathie, ein chronisches lumbospondylogenes und rezidivierendes lumboradikuläres Reizsyndrom L5 rechts bei Diskushernie L5/S1 sowie ein
chronisches Thorakovertebralsyndrom bei Diskushernie BWK8/9. In einer leidens
angepassten Tätigkeit ohne Heben und Tragen schwerer Lasten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30 %.
4.12
Im psychiatrischen Verlaufsgutachten des Y._ vom 20. Oktober 2015 (Urk. 7/214) stellte Dr. O._ keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (S. 11). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte er eine depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (F32.0) sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) an (S. 11).
Im Vergleich zur letzten Begutachtung zeige der Beschwerdeführer bezüglich der depressiven Störung keine wesentliche Änderung. Weiterhin sei von einer leichten depressiven Episode auszugehen. Es falle auf, dass der Beschwerde
führer stärkere körperliche und psychovegetative Beschwerden angebe. Trotz der ambulanten psychiatrischen und tagesklinischen Behandlungsmassnahmen berichte er, dass er keine Besserung der gesundheitlichen Situation bemerkt habe. Es bestehe hier eine Diskrepanz zwischen der subjektiv geschilderten Inten
sität und der Vagheit der Beschwerden zu den objektiv wahrgenommenen psychopathologischen Befunden. Eine Aggravationstendenz der geschilderten Beschwerden sei deutlich ersichtlich. Der psychopharmakologische Medikamen
tenspiegel zeige, dass von einer Compliance bezüglich Medikamenteneinnahme ausgegangen werden könne, wobei die Dosierung des einen Medikaments noch angepasst werden müsste. Aufgrund der geschilderten Schmerzsymptomatik sei von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
to
ren auszugehen, welche keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Ein sozialer Rückzug bestehe nicht und eine stärkere psychiatrische Komorbidität auch nicht (S. 10 f).
4.13
Am 5. Januar 2016 berichteten die Ärzte des I._ (Urk. 7/221/1-3= Urk. 3/4/1-3) über die weiteren neuropsychologischen Abklä
rungen und beschrieben die im Juni 2012 (S. 1), Juli und Dezember 2015 (S. 2 f.
) vorgelegenen Resultate.
4.14
Nachdem der Beschwerdeführer vom 22. September bis 12. Oktober 2016 in der Q._ hospitalisiert gewesen war, stellten die Ärzte im vorläufigen Austrittsbericht vom 11. Oktober 2016 folgende – hier verkürzt dargestellte – Diag
nosen (Urk. 7/246 = Urk. 3/6, S. 1 f.):
-
Schmerzexazerbation mit Schmerzausstrahlung in den linken lateralen Ober
schenkel
-
chronischer Schulter-/Armschmerz links
-
Kopfschmerz- und Schwindelsymptomatik unklarer Genese
-
koronare Herzerkrankung
-
arterielle Hypertonie
-
Somatisierungsstörung
-
Depression
Aufgrund der multifokalen Schmerzsymptomatik sei der Rehabilitationsprozess lang
sam verlaufen. Daneben habe eine Muskelverspannung paravertebral über die ganze Wirbelsäule bestanden (S. 2). Unter Lyrica gegen neuropathische Schmer
zen und Wassertherapie habe sich eine leichte Verbesserung der Schmer
zen gezeigt und die Gehstrecke habe verlängert werden können. Der Be
schwerdeführer sei in stabilem Allgemeinzustand und gebesserter Mobilität sowie gebesserter Schmerzsymptomatik entlassen werden (S. 3).
4.15
Am 9. Mai 2017 nahm Dr. K._ des Y._ zu vom Gericht gestellten Fragen zu den Gutachten des Y._ Stellung (Urk. 11). Anlässlich der ersten Begutachtung (vgl. E. 4.6) seien die diagnostischen Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (F45.40) aus näher dargelegten Gründen nicht ausreichend erfüllt gewesen, sondern es hätte stattdessen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gemäss F45.41 diagnostiziert werden müssen (S. 2). Im Gutachten vom 24. Februar 2014 (E. 4.8) habe keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vor
ge
legen. Die damals gestellten Diagnosen seien ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit. Die zum ersten Mal durchgeführte neuropsychologische Untersuchung habe auf ein Aggravationsverhalten des Beschwerdeführers schliessen lassen, weshalb die Ergebnisse inhaltlich nicht hätten ausgewertet werden können. Auch die Beobachtungen im Verhalten des Beschwerdeführers hätten eine klare Diskrepanz und Inkonsistenzen belegt (S. 3). Auch im Verlaufsgutachten vom 20. Oktober 2015 (E. 4.12) seien nur Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit gestellt worden. Die neuropsychologische Untersuchung habe erneut auf ein Aggravationsverhalten schliessen lassen. Im Vergleich zur psychia
trischen Begutachtung im polydisziplinären Gutachten vom 24. Februar 2014 habe sich die depressive Störung betreffend keine wesentliche Änderung erge
ben. Im Vergleich falle auf, dass der Beschwerdeführer stärkere körperliche und psychovegetative Beschwerden angegeben habe (S. 4).
5.
5.1
Gestützt auf das Gutachten der Z._ (E. 3.2) wurde dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab Mai 2003 eine Viertelsrente zugesprochen. Das Gericht erachtete das Gutachten der Z._ im Urteil vom 4. September 2007 als beweistauglich und ging mit den Gutachtern davon aus, dass allein schon aus rheumatologischer Sicht - ohne Berücksichtigung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung - bloss eine 50%ige Arbeits
fähig
keit für leichte Tätigkeiten bestehe (Urk. 7/77 E. 4.4).
Anlässlich der erstmaligen Rentenrevision ging die Beschwerdegegnerin auf-grund der eingeholten Berichte der behandelnden Ärzte davon aus, dass sich in somatischer Hinsicht trotz des stattgehabten Herzinfarktes nichts Wesentliches geändert, sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers jedoch in psy
chiatrischer Hinsicht derart verschlechtert hatte, dass ihm in behinderungs-angepasster Tätigkeit nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 35 % zumutbar war (vgl. Feststellungsblatt vom 24. Juli 2008, Urk. 7/89 S. 2 f.).
Als aktuellen Revisionstatbestand, der nunmehr zur angefochtenen Rentenauf
hebung (Urk. 2) führte, nahm die Beschwerdegegnerin eine Verbesserung des Gesundheitszustandes in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht an.
5.2
Der Beschwerdeführer erlitt im März 2008 einen Myokardinfarkt. Der behan
delnde Herzspezialist (E. 3.4) beschrieb drei Monate nach dem Infarkt ein exzellentes Verlaufsresultat ohne echokardiographischen Nachweis von Residuen. Die wiederholt beklagten belastungsunabhängig manifesten Thoraxschmerzen ord
ne
te er funktionellen Beschwerden mit begleitenden Hyperventilationssymp
to
men zu. Die Beschwerdegegnerin ging damit im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenrevision, welche mit Verfügung vom 19. März 2009 (Urk. 7/105) ihren Abschluss fand, zu Recht davon aus, dass sich aufgrund des Herzinfarktes in somatischer Hinsicht keine die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Änderung erge
ben hatte.
5.3
Die Gutachten der Z._ (E. 3.2) und des Y._ (E. 4.6 und E. 4.8) stimmen dahingehend überein, als dass in allen Gutachten ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts als die Arbeitsfähigkeit einschrän
kende wesentliche Diagnose genannt wurde (E. 3.2.1, E. 4.6.2 und E. 4.8.2). Die Gutachter der Z._ beschrieben eine breitbasige mediolaterale rechtsseitige Diskusprotrusion L4/5 und eine weitere Discopathie L3/4. Klinisch bestanden beidseits segmentale Sensibilitätsstörungen, die durchaus den Inner
vationsgebieten der betroffenen Segmente entsprechen konnten, andere objek
tivierbare neurologische Defizite konnten nicht nachgewiesen werden (Urk. 7/31 S. 23). Die Gutachter des Y._ beschrieben multisegmentale degenerative Ver
än
derungen und eine gewisse Insuffizienz der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur, welche zusammen mit der Fehlhaltung und der diskreten Fehlstatik zu einer ständigen Fehlbelastung des Achsenorgans und aufgrund des Schon
verhaltens zu muskulären Dysbalancen geführt haben (E. 4.6.4). Die bildge
ben
den Abklärungen ergaben eine mediale Diskushernie auf Höhe Th8/Th9 und Discopathien auf Höhe L2/L3 und L3/L4 je ohne wesentliche raumfordernde Wirkung und eine zirkuläre Diskusprotrusion auf Höhe L4/L5 mit möglicher rezessaler Affektion der Radix L5 beidseits und möglicher foraminaler Affektion der Radix L4 beidseits (E. 4.8.5). Die Y._-Gutachter gingen wie die Gutachter der Z._ davon aus, dass eine reduzierte Belastbarkeit der Len
denwirbelsäule vorliege, welche als die Arbeitsfähigkeit limitierender Gesund
heitsschaden imponiere (E. 4.6.5 und E. 4.8.4).
Die Gutachter des Y._ attestierten dem Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht in behinderungsangepasster Tätigkeit im Unterschied zu den Gutachtern der Z._ eine vollständige Arbeitsfähigkeit und wiesen darauf hin, dass laut den Gutachtern der Z._ eine Steigerung der 50%igen Arbeitsfähigkeit bisher nicht möglich gewesen sei, ohne dass diese die geringe Leistungsbereitschaft und Selbstlimitierung des Beschwerdeführers er
wähnt hätten. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden, hielten doch die Gutachter der Z._ in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 19. September 2005 (E. 3.2.2) fest, dass auch ohne Berücksichtigung der Symp
tomausweitung, der wiederholt dokumentierten Selbstlimitation und der Dekonditionierung eine höhere Arbeitsfähigkeit als die von ihnen attestierte nicht gegeben sei. Selbst wenn dem so wäre, liegt keine Verbesserung des Gesundheitszustandes vor, sondern lediglich eine andere Beurteilung des gleich
gebliebenen Sachverhalts, was im Übrigen von den Y._-Gutachtern auch be
stätigt wurde (vgl. etwa Urk. 7/173 S. 77) und unbeachtlich ist.
6.
6.1
Im Zeitpunkt der Rentenerhöhung im März 2009 litt der Beschwerdeführer laut Bericht von Dr. A._ in psychiatrischer Hinsicht an rezidivierenden mittel
gradigen depressiven Episoden mit somatischen Symptomen (E. 3.3). Die Be
schwer
degegnerin erachtete die psychischen Beschwerden im Zeitpunkt der
Renten
auf
hebung gestützt auf die
Y._
-Gutachten (E. 4.6.5, E. 4.8.7 und E. 4.12
) als der
art gebessert, dass sie die Arbeitsfähigkeit nicht mehr einschränken.
Laut den Gutachten des Y._ hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht seit März 2009 stetig verbessert: So wurde im Gutachten vom 28. Dezember 2010 in psychiatrischer Hinsicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (E. 4.6.5), im Gutachten vom 24. Februar 2014 eine vollständige Arbeitsfähigkeit (E. 4.8.7) und im Gutachten vom 20. Oktober 2015 ebenfalls eine vollständige Arbeitsfähigkeit postuliert, unter dem Hinweis, dass sich der Gesundheitszustand seit der letzten Begut
achtung verbessert habe (E. 4.12). Diagnostisch wurde im Gutachten vom 28. Dezember 2010 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4), welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt (E. 4.6.2), im Gutachten vom 24. Februar 2014 eine depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F32.0), welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt (E. 4.8.2), und im Verlaufsgutachten vom 20. Oktober 2015 eine depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (F32.0) sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41), welche sich beide nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten (E. 4.12), erhoben.
Auf entsprechende Nachfrage des Gerichts hin (vgl. Urk. 8) führte Dr. K._ des Y._ aus, aufgrund der diagnostischen Kriterien hätte im Gutachten vom 28. Dezember 2010 statt eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) diagnostiziert werden müssen (E. 4.15). Die Frage indessen, weshalb im Gutachten vom 24. Februar 2014 die somatoforme Schmerzstörung als remit
tiert erachtet wurde, aber die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung nicht erwähnt wurde, obwohl sich die geklagten Schmerzen nicht objektivieren beziehungsweise nicht im angegebenen Ausmass erklären liessen, sodann aber im Gutachten vom 20. Oktober 2015 eine chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren wieder diagnostiziert wurde, blieb unbeant
wortet. Unbeantwortet blieb auch die Frage, welches Verhalten sich anlässlich der Begutachtung vom 20. Oktober 2015 gegenüber den Vorgutachten verän-dert hat, so dass nunmehr von einem aggravatorischen Verhalten auszugehen war.
6.2
Laut Dr. G._ des Y._ (E. 4.6.5) muss, um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diagnostizieren, ein emotionaler Konflikt oder eine psy
cho
soziale Belastungssituation in zeitlichem Zusammenhang mit dem Auftre-ten der Schmerzsymptomatik gegeben sein, die schwerwiegend genug sein sollte, um als entscheidender ursächlicher Faktor gelten zu können. Als schmerz
aus
lösende Belastungssituation sah er die Zerstörung des Eigenheimes in Bosnien durch den Krieg im Jahre 1995 und den Tod des Vaters im gleichen Jahr (Urk. 7/125 S. 36).
Dr. O._ (E. 4.8.7) begründete die Remission der somatoformen Schmerz
störung damit (Urk. 7/173 S. 68), dass die Kriterien für die Diagnose nicht erfüllt seien. Es fehle der mit den Schmerzen gekoppelte emotionale und entscheidende innere Konflikt. Die Schmerzzustände hätten einen psychogenen Ursprung, die im Verlauf der depressiven Störung aufgetreten seien. Weshalb der von Dr. G._ angeführte Verlust des Eigenheims und der Tod des Vaters als schmerzauslösendes Element nicht (mehr) herangezogen werden kann, erklärt Dr. O._ ebenso wenig wie den Umstand, weshalb er - angesichts dessen, dass schon bei der ursprünglichen Rentenzusprache eine Symptom
aus
weitung bekannt war - davon ausging, die Schmerzen seien im Verlauf der depressiven Störung aufgetreten.
Wäre von Dr. G._, was gemäss Dr. K._ (E. 4.15) richtig gewesen wäre, anstelle einer somatoformen Schmerzstörung eine chronische Schmerzstörung diagnostiziert worden, fragt es sich, weshalb Dr. O._ angesichts der im Gut
achten vom 24. Februar 2014 erwähnten Schmerzzustände eine chronische Schmerzstörung nicht nannte, dagegen aber im Gutachten vom 20. Oktober 2015 unter Hinweis auf die geschildete Schmerzsymptomatik, die er als seit jeher vorhanden betrachtete, die Diagnose aufführte. Auch kann keine Erklä
rung dafür gefunden werden, weshalb Dr. O._ bei ähnlichen neuropsychologischen Ergebnissen wie im Vorgutachten eine Aggravationstendenz erst im Gutachten vom 20. Oktober 2015 in seine Beurteilung hat einfliessen lassen.
Schliesslich erachtete Dr. O._ im Gutachten vom 24. Februar 2014 (E. 4.8.7) die Kriterien einer mittelgradigen depressiven Episode als nicht ganz erfüllt, was für den medizinischen Laien so viel bedeutet, wie wenn die leichte Episode an der Grenze zur mittelgradigen liegt. Daher erscheint die von den behandelnden Ärzten des I._ (E. 4.7) diagnostizierte mittel
gradige Depression nicht abwegig, zumal diese entgegen der Ansicht von Dr. O._ mit einem ausführlichen Befund untermauert wurde. Dass der Beschwerdeführer - wie von Dr. O._ im Gutachten vom 20. Oktober 2015 behauptet (Urk. 7/214 S. 12) - während des Aufenthalts in der P._ keine antidepressive Medikation erhalten haben soll, ist aktenwidrig, wurde ihm doch ab 20. Januar 2015 Venlafaxin abgegeben (vgl. Urk. 7/221/5).
6.3
Angesichts der widersprüchlichen psychiatrischen Beurteilungen der Fachärzte des Y._ erweisen sich ihre Einschätzungen nicht als geeignet, eine Verbesse
rung des psychischen Leidens des Beschwerdeführers auszuweisen.
7.
Nachdem eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation weder in soma
tischer noch psychiatrischer Hinsicht ausgewiesen ist und keine Hinweise be
stehen, dass sich die erwerblichen Verhältnisse wesentlich verändert haben, besteht kein Grund zur revisionsweisen Aufhebung der bisherigen Rente. Dem
entsprechend ist die Verfügung vom 5. Januar 2017 (Urk. 2) in Gutheissung der Beschwerde ersatzlos aufzuheben.
8.
8.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 900.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.
8.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine Pro
zess
entschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr. 3’000.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwer
degegnerin aufzuerlegen ist.