Decision ID: 69f07084-2a6b-40ee-a4e4-97f9a1f70064
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 21. Juni 2012 (Urk. 1) wurde die am 4. Dezember 2002 zwischen
X._
und
Y._
geschlossene Ehe geschieden. Nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils am 11. September 2012 (vgl. Rechtskraftbescheinigung in Urk. 1 S. 67) wurden die Akten an das Sozialversicherungsgericht überwiesen zwecks Teilung der wäh
rend der Ehe erwirtschafteten Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge (an
zuwendender Teilungsschlüssel: 50 : 50; Dispositiv Ziffer 9 des Scheidungsur
teils [Urk. 1 S. 66]).
2.
2.1
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2012 (Urk. 4) wurde
Y._
auf
gefordert, Aufschluss über
die Höhe seines Freizügigkeitskapital
s
im Zeitpunkt d
er Ehe
schliessung zu geben. Am 11. November 2012
teilte
Y._
dem Gericht mit, dass er zum genannten Zeitpunkt über kein Freizügigkeitskapital verfügt habe
(Urk. 8)
.
Mit Verfügung vom 14. November 2012 (Urk. 10) wurden die Swiss Life AG, die Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft
(nachfolgend: Allianz)
und die
Vorsorgestiftung VSAO
(nachfolgend: VSAO)
aufgefordert, dem Gericht per Datum der Rechtskraft der Scheidung (11. September 2012) aktualisierte Ab
rechnungen über die zu teilenden Austrittsleistungen einzureichen und sich über die Durchführbarkeit der Teilung auszusprechen.
Gleichzeitig wurden den Vorsorgeeinrichtungen sämtliche notwendigen Angaben mitgeteilt (unter an
derem auch, dass
Y._
im Zeitpunkt der Eheschliessung über kein Frei
zügigkeitskapital verfügte).
2.2
Die
VSAO
meldete am 16. November 2012 für
X._
eine zu teilende Austrittsleistung per 11. September 2012 in der Höhe von Fr. 111‘321.90 und bestätigte die Durchführbarkeit der Teilung (Urk. 13; vgl. auch Urk. 14).
Die Allianz erklärte mit Schreiben vom 19. November 2012 (Urk. 15), dass
die Austrittsleistung
von
Y._
im Zeitpunkt der „voraussichtlichen Schei
dung (14.09.2012)“
Fr. 121‘074.
betra
ge und bestätigte sinngemäss die grundsätzliche Teilbarkeit.
Die Swiss Life AG meldete am 21. November 2012 (Urk. 19) für
Y._
eine zu teilende Austrittsleistung per 11. September 2012 in der Höhe von Fr. 147‘212.
und bestätigte die Durchführbarkeit der Teilung.
2.3
Mit Verfügung vom 28. November 2012 (Urk. 22) wurde
X._
und
Y._
Frist zur Stellungnahme zu den von den Vorsorgeeinrichtungen gemeldeten Guthaben sowie zu den eingereichten Dokumenten angesetzt.
Mit Schreiben vom 19. Dezember 2012 (Urk. 24) teilte
Y._
dem Gericht mit, dass die Allianz die Austrittsleistung falsch berechnet habe (falsches Datum der Rechtskraft der Ehescheidung) und dass er davon ausgehe, dass
X._
dem Scheidungsrichter eine Anstellung verheimlicht habe.
Mit Verfügung vom 17. Januar 2013 (Urk. 25) wurde
X._
Frist ange
setzt, um zum Vorwurf von
Y._
Stellung zu nehmen. Die Allianz wurde aufgefordert, eine korrekte Abrechnung einzureichen.
Mit Schreiben vom 6. Februar 2013 (Urk. 28) meldete die Allianz für
Y._
eine Austrittsleistung von „CHF 121‘074.00 (Valuta 01.09.2012)“.
2.4
Mit Schreiben vom 15. Februar 2013 (Urk. 29) wies das Gericht die Allianz da
rauf hin, dass ihre Abrechnungen in mehrerer Hinsicht offensichtlich falsch
seien (vgl. im Einzelnen Urk. 29 Ziffern 1 bis 3), und forderte sie auf, eine kor
rekte und nachvollziehbare Abrechnung einzureichen
.
Am 28. Februar 2013 meldete die Allianz, dass die Austrittsleistung von
Y._
„im Zeitpunkt der voraussichtlichen Scheidung (11.09.2012)“ Fr. 122’260.
betrage
(Urk. 30)
.
Mit Schreiben vom 19. März 2013 (Urk. 32) liess
X._
versichern, dass sie über keine weiteren Vorsorgeguthaben verfüge, sondern nur über das von der VSAO gemeldete Konto.
2.5
Y._
teilte dem Gericht am 24. März 2013 mit, dass er den Berechnun
gen der Allianz, die ständig zu anderen Ergebnissen komme, keinen Glauben mehr schenken könne
,
und beantragte
sinngemäss
, die Berechnung durch einen unabhängigen Experten vornehmen zu lassen
(Urk. 34)
.
Mit Verfügung vom 4. April 2013 (Urk. 35)
wurde die Allianz unter Hinweis auf die Mängel ihrer früheren Abrechnungen abermals aufgefordert, dem Gericht eine nachvollziehbare Berechnung der relevanten Austrittsleistung einzureichen. Zudem wurde die Allianz darauf aufmerksam gemacht, dass das vorliegende Verfahren nur in der Regel kostenlos sei.
Mit Eingabe vom 19. April 2013 (Urk. 38) bestätigte die Allianz den gemeldeten Betrag von Fr. 122‘260.
(Wert per 11. September 2012)
und erklärte ihre Be
rechnung beziehungsweise die früheren Differenzen. Am 17. Juni 2013 nahm
Y._
dazu Stellung und hielt an seinem Antrag fest, es sei eine Berech
nung durch einen unabhängigen Experten vornehmen zu lassen (Urk. 44; vgl. auch Urk. 40).
X._
liess sich nicht mehr vernehmen, obwohl ihr dazu Gelegenheit geboten worden war (vgl. Urk. 42 und 43/2).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 122 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) hat jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz (Bundesgesetz über die Freizü
gigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, FZG) für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten, wenn ein Ehegatte einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge angehört oder beide Ehegatten einer solchen angehören und bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten ist. Stehen den Ehegatten gegenseitig Ansprüche zu, so ist nur der Differenzbetrag zu teilen (Art. 122 Abs. 2 ZGB).
1.2
Laut Art. 142 Abs. 1 ZGB entscheidet das (Scheidungs
)Gericht über das Ver
hält
nis, in welchem die Austrittsleistungen zu teilen sind, wenn keine Ver
ein
barung zustande kommt. Sobald der Entscheid über das Teilungsverhältnis rechtskräftig ist, überweist das Gericht die Streitsache von Amtes wegen dem nach dem Freizügigkeitsgesetz zuständigen Gericht (Art. 142 Abs. 2 ZBG). Ge
mäss Abs. 3 derselben Bestimmung ist diesem insbesondere der Entscheid über das Teilungsverhältnis (Ziffer 1), das Datum der Eheschliessung und das Datum der Ehescheidung (Ziffer 2), die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, bei de
nen den Ehegatten voraussichtlich Guthaben zustehen (Ziffer 3), und die Höhe der Guthaben der Ehegatten, die diese Einrichtungen gemeldet haben (Ziffer 4), mitzuteilen.
2.
2.1
Den Akten lassen sich die notwendigen Eckdaten für die Teilung der Austrittsleis
tungen entnehmen:
-
Datum der Eheschliessung: 4. Dezember 2002 (Urk. 1 S. 1)
-
Rechtskraft der Scheidung: 11. September 2012 (Urk. 1 S. 67)
-
Teilungsverhältnis: 50 : 50 (Urk. 1 S. 66 Dispositiv Ziffer 9)
-
zu teilendes Guthaben von
X._
: Fr.
111‘321.90
(vgl. E
. 2.2
.3
)
-
zu teilendes Guthaben von
Y._
: Fr. 269‘472.
(vgl. E
. 2.3
.3
)
2.2
2.2.1
Das zu teilende, während der Ehe erworbene Vorsorgeguthaben von
X._
beträgt gemäss Meldung der VSAO vom 16. November 2012 (Urk. 13) Fr. 111‘321.90.
2.2.2
X._
liess dagegen keine Einwendungen erheben.
Y._
machte demgegenüber am 19. Dezember 2012 geltend, dass es mög
lich sei, dass für
X._
weitere Vorsorgekonti
bei anderen, ihm unbekannten Vorsorgeeinrichtungen geführt w
ü
rden (Urk. 24). Mit Verfügung vom 17. Januar 2013 (Urk. 25) wurden deshalb
X._
und ihr Recht
s
vertreter aufgefordert
, dem Gericht wahre und vollständige Angaben zu ma
chen, insbesondere sämtliche Vorsorgeeinrichtungen zu nennen. Mit Eingabe vom 19. März 2013 (Urk. 32) liess
X._
versichern, dass für sie bei keiner anderen Vorsorgeeinrichtung als der VSOA
Konti geführt werden.
Y._
hielt in seiner Eingabe vom 22. April 2013 (Urk. 40) an seiner Auffassung fe
st.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass
das Vorbringen von
Y._
durch keine konkreten Indizien oder gar Beweise untermauert w
i
rd. Aus den Akten ist vielmehr ersichtlich, dass ein namhaftes Vorsorgeguthaben aus
Z._
auf das Konto von
X._
bei der VSAO überwiesen wurden (vgl. Urk. 14 unter der Rubrik „Bemerkungen“), weshalb nicht davon auszugehen bezie
hungsweise durch nichts belegt ist, dass
X._
in
Z._
über weitere Vorsorgeguthaben verfügt. Zudem ist notorisch (und im Übrigen unter
www.vorsorgestiftung-vsao.ch
abrufbar), dass sowohl das
A._
als auch die
B._
zur Durchführung der beruflichen Vor
sorge der VSAO angeschlossen sind, weshalb die Behauptung von
Y._
,
X._
hätte aufgrund ihrer Anstellung bei den genannten Spitälern an
dernorts Vorsorgeguthaben,
einer
Grundlage entbehrt.
2.2.3
Aus dem Gesagten folgt, dass kein objektiver Grund ersichtlich ist, weshalb an der Erklärung von
X._
, dass sie über keine weiteren Vorsorgegutha
ben verfüge, zu zweifeln sein sollte. Demzufolge ist auf die Meldung der VSAO vom 16. November 2012 (Urk. 13) abzustellen und in Bezug auf
X._
von einer zu teilenden Austrittsleistung von Fr. 111‘321.90 auszugehen.
2.3
2.3.1
Die Swiss Life AG meldete am 21. November 2012 in Bezug auf
Y._
einen Freizügigkeitsanspruch
per 1
1.
September
2012 in der Höhe von Fr. 147‘212.
(Urk. 19). D
er von der
Swiss
Life AG
gemachte
Einwand
, dass sie sein Guthaben im Zeitpunkt der Eheschliessung nicht kenne
, ist irrelevant. An
gesichts dessen, dass bei Eheschliessung kein entsprechendes Kapital vorhanden war, was den involvierten Vorsorgeeinrichtungen mit Verfügung vom 14. November 2012 [Urk. 10] mitgeteilt worden war, ist ohne Weiteres von einer zu teilenden Austrittsleistung von Fr. 147‘212.
(Urk. 19) auszugehen.
2.3.2
Wie bereits ausgeführt wurde, reichte die Allianz dem Sozialversicherungsge
richt diverse Berechnungen ein, die in verschiedener Hinsicht mangelhaft wa
ren. Darauf wird nachfolgend bei der Frage der Auferlegung der Verfahrens
kosten zurückzukommen sein
(vgl. E. 5)
.
Das ändert jedoch – entgegen der Auffassung von
Y._
– nichts daran, dass die Allianz am 19. April 2013 (nach etlichen Interventionen des Sozialver
sicherungsgerichts) schliesslich eine ausführliche und nachvollziehbare Berech
nung ins Recht gereicht hat. Der Einwand von
Y._
, dass er den Aus
führungen der Allianz angesichts der diversen Fehlmeldungen keinen Glauben mehr schenken können, ist zwar subjektiv nachvollziehbar, ändert aber nichts daran, dass keine objektiven Anhaltspunkte vorhanden sind, die für eine (neu
erliche) Unrichtigkeit der Berechnung der Allianz sprechen würden.
Dem Ver
fahrensantrag von
Y._
, es sei auf Kosten der Allianz ein externes Gut
achten zur Berechnung der Austrittsleistung einzuholen, ist demzufolge nicht stattzugeben.
Aus dem Gesagten folgt vielmehr, dass auf die Meldung der Allianz vom 19. April 2013 (Urk. 38) abzustellen und von einer zu teilenden Austrittsleistung per 11. November 2012 von Fr. 122‘260.
auszugehen ist.
2.3.3
Somit ergibt sich, dass
Y._
per 11. November 2012
bei der Swiss Life AG
über ein
zu teilende
s
Vorsorgeguthaben
von Fr. 147‘212.
(vgl. E. 2.3.1) und bei der Allianz
über
eine solche
s
von Fr. 122‘260.
(vgl. E. 2.3.2)
verfügte
.
Insgesamt handelt es sich um eine Summe von Fr. 269‘472.
(= Fr. 147‘212.
+ Fr. 122‘260.
).
2.4
Soweit
Y._
einwandte, dass auf seinem Konto bei der Swiss Life AG auch freiwillige Zahlungen enthalten seien und dass diese „herauszurechnen“ seien
(Urk. 8)
, ist ihm entgegenzuhalten, dass dies nicht Gegenstand des vorlie
genden berufsvorsorgerechtlichen Verfahrens ist. Dabei handelt es sich um eine Frage der güterrechtlichen Auseinandersetzung, die in die sachliche Zuständig
keit des Ehescheidungsgerichts fällt. Das hiesige Gericht ist jedenfalls an den im rechtskräftigen Scheidungsurteil festgelegten Teilungsschlüssel gebunden, so dass eine nachträgliche Korrektur der
relevanten Guthaben (aus güterrechtli
chen Gründen)
von vornherein und unabhängig
vom Güterstand
nicht
in Frage kommen kann
.
2.5
Des Weiteren ist festzuhalten, dass die beteiligten Vorsorgeeinrichtungen die Durchführbarkeit der Teilung bestätigten,
X._
und
Y._
gegen die grundsätzliche Durchführung der Teilung keine Einwendungen erhoben und auch keine Anzeichen ersichtlich sind, die gegen die Zulässigkeit einer Teilung sprächen.
3.
Ausgehend von den in E. 2.1 genannten Faktoren (vgl. auch E. 2.2-2.5) ist die Teilung folgendermassen durchzuführen:
Das von
X._
während der Ehe angesparte Freizügigkeitskapital be
trägt Fr. 111‘321.90 (vgl. E. 2.2.3), dasjenige von
Y._
Fr. 269‘472.
(vgl. E. 2.3.3). Insgesamt beläuft sich das während der Ehe angesparte Kapital somit auf Fr. 380‘793.9
0.
Davon steht bei Anwendung des im bezirksgerichtli
chen Scheidungsurteil (Urk. 1 Dispositiv Ziffer 9) angeordneten Teilungsschlüs
sels (50 : 50)
X._
und
Y._
je die Hälfte zu, mithin Fr. 190‘396.9
5.
Daraus ergibt sich eine Transferleistung zu Gunsten von
X._
und zu Lasten von
Y._
in der Höhe von Fr. 79‘075.05 (= Fr. 190‘396.95 ./. Fr. 111‘321.90).
Demzufolge ist die Allianz zu verpflichten, den Betrag von Fr. 79‘075.05 zu Lasten von
Y._
auf
das
Konto von
X._
bei der VSAO zu überweisen.
4.
Rechtsprechungsgemäss (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 6. Juni 2006, B 17/06) ist die einem ausgleichsberechtigten Ehegatten im Falle der Scheidung zustehende Austrittsleistung vom massgebenden Stichtag der Teilung (Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils) an bis zum Zeitpunkt der Überweisung oder des Beginns der Verzugszinspflicht zu verzinsen. Dabei hat die Vorsorgeeinrichtung den Mindestzinssatz von Art. 12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvo
rsorge (BVV 2; ab 1. Januar 2012 mindestens 1,5 % p.a. [Art. 12 lit. g
B
VV 2]) oder den allenfalls höhe
ren reglementarischen Zins zu vergüten. Für den Fall
des Eintritts der Ver
zugszins
pflicht (nach Ablauf von dreissig Tagen seit Re
chtskraft des vorliegen
den Ent
scheids) beliefe sich der anzuwendende Z
inssatz auf den BVG
Mindestzins
satz plus einem Prozent (Art. 2 Abs. 4 FZG und Art. 26 Ab
s. 2 FZG in Verbin
dung mit Art. 7 der Freizügigkeitsverordnung).
Demzufolge ist die
X._
geschuldete Austrittsleistung im Sinne der Erwägungen zu ver
zinsen, und zwar zu mindestens
1,5
% ab 11. September 2012 beziehungsweise nach Ein
tritt eines allfälligen Verzugsfalles nach dem genannten höheren Verzugszins.
5.
5.1
Das Verfahren vor dem zürcherischen Sozialversicherungsgericht ist in der Re
gel kostenlos (§ 33 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer]). Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, können je
doch eine Spruchgebühr und die Verfahrenskosten auferlegt werden (§ 33 Abs. 2 GSVGer).
5.2
Wie aus dem oben wiedergegebenen Sachverhalt und insbesondere den Akten ersichtlich ist, wurde der Fortgang des vorliegenden Verfahrens durch das pro
zessuale Verhalten der Allianz in aussergewöhnlicher Weise gestört. Die Allianz reichte erst nach mehrfacher Aufforderung des Gerichts (vgl. die Verfügungen vom 14. November 2012 [Urk. 10] und vom 17. Januar 2013 [Urk. 25], das Schreiben vom 15. Februar 2013 [Urk. 29] und die Verfügung vom 4. April 2013 [Urk. 35]) eine nachvollziehbare und korrekt erscheinende Berechnung der zu teilenden Austrittsleistung ein. Zuvor hatte die Allianz offensichtlich falsche und auf unrichtigen Tatsachen beziehungsweise Daten fussende
Berechnungen ins Recht gereicht (vgl. dazu die Ausführungen im Schreiben vom 15. Februar 2013 [Urk. 29] und die Verfügung vom 4. April 2013 [Urk. 35]).
Beispielhaft sei erwähnt, dass die Allianz auch noch in ihrer Berechnung vom 28. Februar 2013 (Urk. 30) vom „Zeitpunkt der
voraussichtlichen
Scheidung (11.09.2012)“ sprach, obwohl ihr bereits mehrfach mitgeteilt worden war, dass das Scheidungsurteil am 11. September 2012 in Rechtskraft erwachsen war (erstmals mit Verfügung vom 14. November 2012 [Urk. 10]). Die Allianz nahm die Verfügungen und Mitteilungen des hiesigen Gerichts offenbar nicht mit der gebotenen Ernsthaf
tigkeit zur Kenntnis.
Das prozessuale Gebaren der Allianz, das nicht nur dem Gericht einen erheblichen Mehraufwand verursacht hat, sondern
(wenigstens aus subjektiver Sicht)
auch geeignet ist, das Vertrauen d
er Rechtssuchenden in die Seriosität
der notwendigen Urteilsgrundlagen zu beeinträchtigen, ist zumin
dest als leichtfertig, wenn nicht gar als mutwillig zu qualifizieren
. Deshalb sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens der Allianz zu auferlegen.
5.3
Von der Zusprechung von Prozessentschädigungen an die übrigen Parteien zu Lasten der Allianz ist allerdings abzusehen, da diesen durch das Verhalten der Allianz kein (erheblicher) Mehraufwand entstanden ist respektive sie nicht ver
treten waren.