Decision ID: 6b4edc91-b750-49d5-8e6a-a194d89d760e
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2009 zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).
A.b In einem internen Protokoll vom 5. Januar 2010 (IV-act. 9-1 f.) nannte Dr. med.
B._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD) nach einem gleichentags stattgefundenen Gespräch mit dem Hausarzt Dr.
med. C._, Arzt für Allgemeine Medizin, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden
Diagnosen einer Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte), einer rezidivierenden
depressiven Verstimmung, einer Osteochondrose L5/S1, evtl. Psoriasis Arthopathie,
einer Hypertonie, einer leichten Lactoseintoleranz, eines Status nach Operation einer
Umbilicalhernie 2007 sowie eines Status nach Helicobaktereradikationstherapie 2008.
Der Versicherten seien leichte körperliche Tätigkeiten vollschichtig zumutbar, wobei mit
wiederkehrenden Kurzzeitabsenzen gerechnet werden müsse. Dr. C._ unterzeichnete
das Protokoll am 8. Januar 2010 (IV-act. 9-2).
A.c Am 17. Mai 2010 erstattete Dr. C._ ein ärztliches Zeugnis. Darin schrieb er die
Versicherte ab dem 9. März 2010 arbeitsunfähig (IV-act. 22).
A.d Dem FI-Assessmentprotokoll vom 17. Juni 2010 ist zu entnehmen, dass die Ver
sicherte sich nicht arbeitsfähig fühlte und die Rentenprüfung wünschte (IV-act. 26-1 ff.).
A.e Am 25. Juni 2010 erstattete die D._ AG einen Arbeitgeberbericht. Die Versicherte
sei vom 9. April 2008 bis 12. März 2009 als Verpackungs- und Logistikarbeiterin im
Unternehmen tätig gewesen und habe im Vollzeitpensum gearbeitet. Der aktuelle
Verdienst ohne Gesundheitsschaden würde aktuell Fr. 43'550.-- betragen (IV-act. 28-1
ff.). Im beigelegten Schreiben "Auflösung des Arbeitsvertrags als Mitarbeiterin" vom
13. März 2009 war festgehalten worden, dass das Arbeitsverhältnis aufgelöst worden
sei, weil die Versicherte unerlaubterweise die Arbeit niedergelegt und den Arbeitsplatz
verlassen habe (IV-act. 28-8).
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A.f Am 30. Juli 2010 teilte die Versicherte der IV-Stelle auf deren Anfrage mit, dass sie
ca. vor 2.5 Jahren bei Dr. E._ in psychiatrischer Behandlung gewesen sei (IV-act. 33).
In der Folge brachte Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie & Psychotherapie,
der IV-Stelle am 18. August 2010 zur Kenntnis, dass er die Versicherte von März bis
Juni 2002 ca. sechs Mal gesehen habe; seither habe er die Versicherte nicht mehr
gesehen. Daher retourniere er den ihm zugestellten Fragebogen (IV-act. 38-1).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH
am 28. Februar 2011 ein polydisziplinäres Gutachten unter Einschluss eines internis
tischen/allgemeinmedizinischen, psychiatrischen und rheumatologischen
Teilgutachtens (IV-act. 47-2 ff.). Die Gutachter nannten als Hauptdiagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikal sowie lumbal betontes panvertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.8) sowie eine Psoriasis vulgaris (ICD-10 L 40.0). Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), ein metabolisches Syndrom (ICD-10
E88.9), eine gastroösophageale Refluxkrankheit (ICD-10 K21.9), eine anamnestisch
leichte Laktoseintoleranz (ICD-10 G73.9), eine Hepatopathie unklarer Ätiologie (ICD-10
K76.9) sowie einen chronischen Nikotinabusus (ICD-10 F17.1) an (IV-act. 47-19 f.). Die
Gutachter hielten fest, für die angestammte sowie jegliche weitere körperlich schwere
und mittelschwer belastende berufliche Tätigkeit bestehe seit Frühjahr 2009 eine
50 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Für körperlich leicht belastende berufliche
Tätigkeiten bestehe eine 100 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, welche in einer
normalen, ganztägigen Arbeitsleistung in der freien Wirtschaft zu verwerten sei. Einzig
körperlich regelmässig mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten seien
nicht zumutbar (IV-act. 47-21 f.).
A.h In einer internen Stellungnahme vom 5. April 2011 führte Dr. B._ vom RAD aus,
dass auf das Gutachten der ABI GmbH vollumfänglich abgestützt werden könne (IV-
act. 48-1 f.).
A.i Mit Vorbescheid vom 7. Juli 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Ab 1. April 2009 sei eine leidensadaptierte
Tätigkeit vollumfänglich zumutbar. Der Invaliditätsgrad betrage 0 % (Validen- und
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Invalideneinkommen: Je Fr. 43'550.--). Somit bestehe kein Anspruch auf eine Rente
(IV-act. 50-1 f.).
A.j Mit Verfügung vom 19. September 2011 lehnte die IV-Stelle den Antrag der
Versicherten auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 52-1 f.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtete sich die am 15. Oktober 2011 erhobene
Beschwerde. Die Beschwerdeführerin beantragte sinngemäss, die Verfügung vom
19. September 2011 sei aufzuheben und es seien weitere medizinische Abklärungen
durchzuführen. Alsdann sei der Beschwerdeführerin eine ganze IV-Rente zuzu
sprechen. Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin geltend, die Abklärungen
der ABI GmbH seien nur lückenhaft durchgeführt worden. Ihre langjährigen Leiden
seien nicht umfassend berücksichtigt worden. Sie verweise auf den beiliegenden
Hausarztbericht, worin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Die
verschiedenen Leiden liessen sich durch gründliche Abklärungen feststellen. Mit ihrem
Krankheitsbild sei es ihr weder möglich, im angestammten Beruf als Mitarbeiterin in
einer Bürstenfabrik noch in einer anderweitigen Tätigkeit zu arbeiten (act. G 1). Der
Beschwerde lag der Bericht von Dr. C._ vom 6. Oktober 2011 (act. G 1.2) bei. Darin
führte der Mediziner aus, als langjähriger Hausarzt sei er der Meinung, dass die
Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Gemäss seinen Akten habe er einmal
eine Arbeitsunfähigkeit seit dem 9. März 2010 bestätigt. Die Gründe der
Arbeitsunfähigkeit seien depressive Verstimmungen, eine Osteochondrose der
Lendenwirbelsäule (LWS), möglicherweise im Rahmen einer Psoriasis Arthropathie. Die
manchmal ausgeprägte Psoriasis, eine Stressinkontinenz und eine leichte
Laktoseintoleranz verstärkten die depressive Erkrankung der Beschwerdeführerin
wegen den somatischen Beschwerden.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen aus, der Bericht des Hausarztes vom 6. Oktober 2011 sei nicht geeignet,
die Ergebnisse des ABI-Gutachtens zu widerlegen. Es sei deshalb gemäss den ABI-
Experten davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten
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Tätigkeit voll arbeits- und leistungsfähig sei. Da die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit keine Erwerbseinbusse erleiden würde, habe sie keinen
Rentenanspruch. Die angefochtene Verfügung sei nicht zu beanstanden (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 6).

Erwägungen:
1.
1.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 %
invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist
gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Demnach wird für die Be
stimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden. Beim zur Bemessung des IV-Grads
vorzunehmenden Einkommensvergleich sind Werte aus demselben Vergleichsjahr
beizuziehen.
1.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die Arbeits
fähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können, ist
die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
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dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sach
verhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden
Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs
gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.
Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bezüglich Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die
Begutachtung durch die ABI GmbH.
2.1.1 Aus psychiatrischer Sicht sind keine Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Der Gutachter Dr. med. F._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, hat in seinem Teilgutachten (IV-act. 47-8 ff.) als Diagnose ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10
F45.4) genannt. Dr. F._ hat in der psychiatrischen Beurteilung folgendes beschrieben:
Das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden und die subjektive
Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten durch die
somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, so dass eine psychische
Überlagerung angenommen werden müsse. Es handle sich um eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung. Zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht hat der
Gutachter ausgeführt, es bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ausser der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne keine weitere psychiatrische
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Diagnose gestellt werden. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug lasse sich nicht
feststellen. Dass alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, hänge wesentlich
damit zusammen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der ausgeprägten subjektiven
Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, trotz allfälliger Restbeschwerden sich
aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder
auszusetzen. Schwere lebensgeschichtliche Belastungen fänden sich nicht. Es fänden
sich auch keine Hinweise auf einen therapeutisch nicht mehr angehbaren,
innerseelischen Verlauf einer missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn). Der Beschwerdeführerin könne es
daher zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige
Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit
nachzugehen (IV-act. 47-11). Mithin hat der psychiatrische Gutachter auch die
Erfüllung der Foerster'schen Kriterien geprüft und ist unter Berücksichtigung sämtlicher
Umstände zum Schluss gelangt, dass aus psychiatrischer Sicht von keiner
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Das Teilgutachten basiert auf
umfassenden Kenntnissen des Sachverhalts. Eigene Befunde und Beobachtungen sind
erhoben worden. Auch die Beschwerdebeschreibung der Beschwerdeführerin und die
IV-Akten haben in das Teilgutachten Eingang gefunden. Die Beurteilung der
zumutbaren Arbeitsleistung ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
worden. Die Schlussfolgerungen des Experten sind begründet. Somit entspricht dieses
Teilgutachten den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
2.1.2 Die rheumatologische Begutachtung (IV-act. 47-12 ff.) ist durch Dr. med.
G._, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, erfolgt, der die Diagnosen in seinem
Teilgutachten unter anderem auf die am 31. Januar 2010 angefertigten Röntgenbilder
der Halswirbelsäule (HWS) und LWS, beider Hände und Füsse abgestützt hat (IV-act.
47-15). Der Gutachter hat in der rheumatologischen Beurteilung folgendes berichtet:
Aus rheumatologischer Sicht könne festgestellt werden, dass für die von der
Beschwerdeführerin geklagten zervikalen sowie lumbalen Beschwerden klare
objektivierbare pathoanatomische Befunde vorlägen, dass jedoch die Arthralgien an
den oberen sowie unteren Extremitäten nicht im Rahmen einer durchaus theoretisch
möglichen Psoriasisarthropathie bestünden, sondern aufgrund des chronischen
Reizzustandes am ehesten im Rahmen der Psoriasis erklärt werden könnten.
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Diesbezüglich hat der rheumatologische Gutachter in der bildgebenden Untersuchung
beider Hände folgendes ausgeführt: "Unauffällige Knochenmineralisation und
Darstellung der Radiokarpal- sowie Radioulnargelenks ohne erosive oder produktive
ossäre Veränderungen. Carpus unauffällig. MCP-Gelenke mit völlig normaler
Gelenkspaltweite, PIP- und DIP-Gelenke unauffällig dargestellt. Insgesamt keine
Hinweise für erosive oder produktive ossäre Veränderungen im Sinne einer möglichen
Psoriasisarthropathie, insbesondere unauffälliger Befund im Bereich MCP und PIP I
und II". Auch zu der bildgebenden Untersuchung beider Füsse hat der
rheumatologische Gutachter festgehalten, dass insgesamt kein Hinweis für erosive
oder produktive Veränderung im Sinne einer Psoriasisarthropathie vorläge (IV-act.
47-15). Zur Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht hat er ausgeführt, dass der
Beschwerdeführerin aufgrund der erhobenen pathologischen Befunde im Bereiche
HWS und LWS sämtliche regelmässig mittelschwer bis schwer belastende berufliche
Tätigkeiten nicht mehr zuzumuten seien. Körperlich selten mittelschwere und
wechselbelastende berufliche Tätigkeiten (darunter falle die letzte berufliche Tätigkeit
als Betriebsmitarbeiterin in einer Bürstenfabrik, mit damals mehrheitlich fixierter
Körperhaltung und stereotypen fein- sowie grobmanuellen Belastungen beider Hände,
oder die frühere Tätigkeit in einer Wäscherei, in Hauspflege sowie im Reinigungsdienst)
seien der Beschwerdeführerin zu 50 % ganztägig verwertbar zuzumuten. Die
Umsetzung dieser 50 %igen Arbeitsfähigkeit bedinge folgende
Arbeitsplatzbedingungen: Es seien aktive Hautschutzmassnahmen durch die Be
schwerdeführerin durchzuführen; der direkte Kontakt mit Reinigungsmitteln, Lösungs
mitteln etc. sei zu vermeiden. Repetitive grobmanuell belastende Tätigkeiten seine
nicht zuzumuten, hingegen seien selten grobmanuell und regelmässig feinmanuell
belastende Tätigkeiten in diesem Rahmen zumutbar. Arbeiten in anhaltender
Oberkörpervorneigeposition seien ebenso ungünstig wie stereotype
Rotationsbewegungen von HWS und LWS. Das repetitive Heben, Stossen Ziehen und
Tragen von Lasten bis zur Taille seien auf maximal 10 kg zu limitieren, über der Taille
auf maximal 5 kg. Körperlich nur leichte, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten
seien unter den oben umschriebenen und unabdinglich einzuhaltenden
Arbeitsplatzbedingungen der Beschwerdeführerin hingegen zu 100 % ganztägig
verwertbar zuzumuten (IV-act. 47-17 f.). Auch dieses Teilgutachten basiert auf
umfassenden Kenntnissen des Sachverhalts. Die rheumatologische Anamnese, der
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rheumatologische und neurologische Status sowie die rheumatologischen Befunde
sind erhoben worden. Auch die Beschwerdebeschreibung der Beschwerdeführerin und
die IV-Akten, im speziellen die Röntgenbilder der HWS, LWS, beider Hände und Füsse
der Praxis H._ vom Januar 2010, haben in das Teilgutachten Eingang gefunden (IV-
act. 47-15). Die Beschreibung der Einschränkungen bei Arbeitstätigkeiten ist begründet
und plausibel. Somit entspricht auch dieses Teilgutachten den Anforderungen der
Rechtsprechung.
2.1.3 Polydisziplinär (inklusiv internistische/allgemeinmedizinische Begutachtung)
ist im Gutachten ausgeführt worden, dass die allgemeine internistische Untersuchung
im Wesentlichen ein metabolisches Syndrom bei Adipositas, arterieller Hypertonie und
Dyslipidämie ergeben habe. Zusätzlich fänden sich erhöhte Leberparameter im Sinne
einer chronischen Hepatopathie, differenzialdiagnostisch im Rahmen des
metabolischen Syndroms, eventuell medikamentös bedingt. Diese internistischen
Diagnosen hätten aber keinen Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Zusammenfassend könne aus interdisziplinärer Sicht festgestellt
werden, dass bei der Beschwerdeführerin in ihrer früher angestammten sowie jeder
weiteren, körperlich nur selten mittschwerer und wechselbelastenden beruflichen
Tätigkeit, unter spezifischen qualitativen Arbeitsplatzbeschränkungen, eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft bestehe. Für körperlich nur leichte,
wechselbelastende berufliche Tätigkeiten bestehe unter den gleichen Bedingungen
eine 100 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Einzig körperlich regelmässig
mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten seien nicht in der freien
Wirtschaft umsetzbar (IV-act. 47-21). Das polydisziplinäre Gutachten ist aufgrund der
Aktensowie eigener Untersuchungen (unter anderem auch Labor), erstellt worden.Es ist
umfassend, berücksichtigt die geltend gemachten Beschwerden und begründet in
nachvollziehbarer Weise die Schlussfolgerungen der Experten. Damit vermag das
Gutachten den höchstrichterlich geltenden Anforderungen an ein solches zu genügen.
2.2 Soweit in der Beschwerde sinngemäss geltend gemacht wird, die von den
Experten im ABI-Gutachten bescheinigte volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit in
adaptierter Arbeitstätigkeit lasse sich aufgrund der nicht umfassenden
Berücksichtigung der langjährigen Leiden der Beschwerdeführerin nicht halten, kann
dem nicht beigepflichtet werden, denn die im Bericht von Dr. C._ vom 6. Oktober
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2011 (act. G 1.2) genannten gesundheitlichen Einschränkungen der Osteochondrose
der LWS, der Psoriasis sowie der leichten Laktoseintoleranz sind in der
Diagnosestellung des ABI-Gutachtens bereits miterfasst worden (IV-act. 47-19 f.).
Hinsichtlich der durch den Hausarzt im erwähnten Bericht diagnostizierten depressiven
Verstimmungen sowie der Stressinkontinenz ist auf die plausiblen Ausführungen im
psychiatrischen Teilgutachten in der Stellungnahme zu früheren psychiatrischen
Einschätzungen zu verweisen. Darin ist Bezug auf die von Dr. C._ erwähnten
(rezidivierenden) depressiven Verstimmungen genommen und ausgeführt worden, dass
eine eigentliche depressive Störung nicht diagnostiziert werden könne. Die
Beschwerdeführerin leide darunter, nicht in ihrer Heimat leben zu können, sei in der
Schweiz nicht integriert, und ihr grösster Wunsch sei seit Jahren eine baldige Rückkehr
in ihre Heimat. Es bestünden auch wirtschaftliche Schwierigkeiten. Sie leide unter
diesen psychosozialen Belastungssituationen. Ausser der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden (IV-act.
47-12). Was im Übrigen Berichte von Hausärzten angeht, darf und soll die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten
ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 D. 3b/cc). Der Bericht von Dr. C._ ist
mithin nicht geeignet, Zweifel am Beweiswert des Gutachtens zu wecken. Die übrigen
medizinischen Akten – sofern sie überhaupt eine abweichende Beurteilung beinhalten –
vermögen ebenfalls keinen Zweifel an der Beweistauglichkeit des ABI-Gutachtens
entstehen zu lassen. Es steht deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass
die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
2.3 Aufgrund dieser Aktenlage erscheint der medizinische Sachverhalt für den
massgebenden Zeitraum gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG als genügend abgeklärt. Von
weiteren medizinischen Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten,
weshalb dem Antrag der Beschwerdeführerin auf eine umfassende medizinische
Abklärung nicht zu entsprechen ist (antizipierte Beweiswürdigung).
2.4 Zu prüfen ist im Weiteren die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene
Invaliditätsbemessung. Diese hat mittels Einkommensvergleichs zu erfolgen.
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2.5 Für die Ermittlung des Einkommens, welches die Beschwerdeführerin ohne Inva
lidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Da das
Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG mit dem Eintritt der - zeitlich und
masslich genügenden - Arbeitsunfähigkeit, definiert als "Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich" (BGE 130 V 99 E. 3.2
mit Hinweisen), beginnt, und ausgehend davon, dass die im ABI-Gutachten
festgestellte nur noch 50 %ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit April
2009 angenommen wurde (IV-act. 47-21) sowie die Anmeldung im Dezember 2009
erfolgt ist (Art. 29 Abs. 1 IVG), sind bei einem allfälligen Leistungsanspruch ab Juni
2010 somit dem Einkommensvergleich die Lohnverhältnisse im Jahre 2010 zu Grunde
zu legen. Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte die
Beschwerdeführerin im Jahr 2010 ein Einkommen von Fr. 43'550.-- erzielt (IV-act.
28-3). Das Valideneinkommen ist somit auf diesen Betrag festzusetzen.
2.6 Die Beschwerdeführerin war nach Eintritt des Gesundheitsschadens nicht mehr
erwerbstätig. Beim Invalideneinkommen ist daher auf die Tabellenlöhne der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) abzustellen (BGE 129 V 472 Erw. 4.2.1). Das Durchschnittseinkommen der Hilfs
arbeiterinnen gemäss Anhang 2 der Textausgabe IVG der Informationsstelle, welche
auf die LSE abstellt, belief sich im Jahr 2010 auf Fr. 52'790.--. Die Beschwerdeführerin
erzielte somit vor Eintritt der Gesundheitsschädigung einen unterdurchschnittlichen
Verdienst. Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit
einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen, kann für das Validen
einkommen und für den Ausgangspunkt zur Bestimmung des Invalideneinkommens
vom selben Wert ausgegangen werden. Der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen
Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges
vom Tabellenlohn (Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom
8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).
2.7 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
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erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 Erw. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen behinderungs
bedingten Abzug (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die
Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen
persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden Faktoren - des
konkreten Einzelfalls ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische Vornahme des Tabellen
lohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 Erw. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und
BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat keinen Abzug
vorgenommen (IV-act. 53). Vorliegend erscheint es jedoch plausibel, dass sich der
Wechsel von einer bisher mittelschweren Tätigkeit als Verpackungs- und Logistikmit
arbeiterin in eine nur noch leichte Tätigkeit nachteilig auf die Einkommenserzielung in
einer Verweistätigkeit auswirken (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_133/2011
vom 29. April 2011 E. 3.2, 9C_17/2010 vom 22. April 2010 E. 3.3.3). Unter diesen Um
ständen erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10 % als angemessen.
2.8 Der Invaliditätsgrad stellt sich demnach auf maximal 10 % (100 % - [1 x 90 %]).
Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht der Beschwerdeführerin keine Rente
zugesprochen.
3.
3.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte
die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. An
gesichts des vollen Unterliegens der Beschwerdeführerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten unter Anrechnung des von ihr in selbiger Höhe geleisteten Kostenvor
schuss gesamthaft aufzuerlegen.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP