Decision ID: 6a45eb3f-bf64-4cd9-85e5-bf4dbf084410
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.X. und B.Y. arbeiten im gleichen Architekturbüro (Q. AG, St. Gallen). Sie nahmen
gemeinsam am Lehrgang "Höhere Fachschule für Technik HF Hochbau" 2012 - 2015
der Baukaderschule St. Gallen teil. Nach erfolgreichem Abschluss der Vorprüfungen
wurde der Lehrgangsklasse am 14. Dezember 2014 die (für alle Teilnehmer identische)
Aufgabe für die schriftliche Diplomarbeit abgegeben; diese war im Betrieb/Büro zu
erledigen und bis 23. Januar 2015, 07:00 Uhr einzureichen. Am 13. Januar 2015
besuchte der Prüfungsexperte W.S. die Beiden an ihrem Arbeitsplatz. Anlässlich der
Korrektur der Arbeiten stellte sich heraus, dass die Arbeit von A.X. Gemeinsamkeiten
mit der von B.Y. eingereichten aufwies. Am 9. bzw. 11. Februar 2015 wurden A.X. und
B.Y. vom Verfasser der Aufgabenstellung und vom Lehrgangsleiter diesbezüglich
angehört. Am 12. Februar 2015 nahmen sie zum Vorhalt des Prüfungsbetrugs
schriftlich Stellung. Schliesslich verfügte der Prüfungsobmann der Baukaderschule am
26. Februar 2015, die beiden Arbeiten vom laufenden Prüfungsverfahren
auszuschliessen und für ungültig zu erklären, weil die Vorgaben der Eigenständigkeit
bzw. der selbständigen Bearbeitung nicht erfüllt seien. Die Diplomprüfungen seien
mithin nicht bestanden.
B. Die von A.X. und B.Y. gegen diese Verfügungen erhobenen Rekurse wies die
Berufsfachschulkommission des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums
St. Gallen mit Entscheiden vom 7. Juli 2015 ab. Der Vergleich der Arbeiten durch
mehrere Experten habe Übereinstimmungen u.a. im Baubeschrieb (Abschrankungen,
Pfähle, Montagebau in Holz, Gerüstungen, Aussentüren in Metall, plastische und
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elastische Dichtungsbeläge, Schreinerarbeiten, Bodenbeläge aus Holz), in den
Planunterlagen (Massketten, Zeichnungsbild im Schnitt A-A 1:20, Beschriftung
"Brettschichtträger", gleicher Orthographiefehler im Schnittplan A-A 1:20 beim Wort
"Hafenpavillon") und im statischen Konzept (Orthographiefehler an den Stellen
"Schwimmnachweise", "Dimensionierung" sowie "und Dimensionierungen") ergeben.
Insgesamt seien die beiden Arbeiten in wesentlichen Teilen identisch, was auch von
den übrigen Lehrgangsteilnehmern anlässlich deren Präsentation bemerkt worden sei.
B.Y. habe in seinem Schreiben vom 12. Februar 2015 eingeräumt, Grundlage seiner
Arbeit sei eine CAD-Datei von A.X. mit Vorlagen für verschiedene Wandaufbauten,
Fenster- und Storendetails sowie Textvorlagen gewesen, in die ihn dieser instruiert
habe. In dieser Vorlage habe er sein Projekt aufgezeichnet und beim Layout der Pläne
die Beschriftungs- und Vermassungstypen aus dem Diplomplan von A.X. kopiert und in
seine Arbeit eingesetzt. Auch beim Baubeschrieb habe er "ein paar Sätze" von seinem
Kollegen abgeschrieben und ferner bei den Devisierungen die Informationen zum
Bauvorhaben von ihm übernommen. Aufgrund der Übereinstimmungen und der
eingestandenen Zusammenarbeit mit A.X. könne im Fall von B.Y. nicht von einer
selbständig erstellten Arbeit ausgegangen werden. Vielmehr handle es sich bei der
Arbeit von B.Y. um ein Plagiat.
Im Rekursentscheid betreffend A.X. erwog die Berufsfachschulkommission, die
festgestellten Übereinstimmungen seien einerseits Folge der bewussten Überlassung
seiner am 14. Januar 2015 bereits weitgehend fertiggestellten Arbeit an B.Y.
Andererseits habe er nachträglich aber auch noch aufgrund von Tipps und Anregungen
aus dem Büro – offenkundig auch von B.Y. – Anpassungen vorgenommen. Angesichts
der Übereinstimmungen und der erwiesenen Zusammenarbeit mit B.Y. könne auch bei
A.X. nicht von einer selbständig verfassten Arbeit ausgegangen werden. Nicht nur das
Profitieren von fremder Leistung, sondern auch die aktive Unterstützung eines
Kandidaten sei geeignet, das Prüfungsergebnis unredlich zu verfälschen.
In beiden Entscheiden erwog die Berufsfachschulkommission, wenn nicht festgestellt
werden könne, welcher Kandidat für die in wesentlichen Teilen übereinstimmenden
Prüfungsarbeiten verantwortlich sei, sei es gerechtfertigt, beide vom Prüfungsverfahren
auszuschliessen und diese auf die Möglichkeit einer Wiederholung zu verweisen.
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C. Gegen die Entscheide der Berufsfachschulkommission erhoben B.Y. und A.X.
Rekurs beim Bildungsdepartement. Dieses wies die Rechtsmittel mit Entscheiden vom
26. Februar 2016 ab. Durch ihr Verhalten hätten die beiden Prüfungskandidaten gegen
die Prüfungsdisziplin verstossen. Ihre Arbeiten seien nicht geeignet, das Erreichen der
Ausbildungsziele nachzuweisen. Durch ihr Zusammenwirken hätten sie demnach den
Zweck der Abschlussprüfung vereitelt. Deren Bewertung sei nicht möglich, weil
wesentliche Teile der beiden Arbeiten identisch seien. Aus diesem Grund verbiete sich
auch, den disziplinarischen Verstoss – wie beantragt – lediglich mit einem Punkteabzug
bzw. einer Reduktion der Note zu ahnden. Für den Prüfungsausschluss würden zudem
generalpräventive Überlegungen sprechen.
D. Mit Eingaben vom 15. März 2016 und Ergänzungen vom 18. April 2016 erhob
Rechtsanwältin lic. iur. Susanne Vincenz-Stauffacher für A.X. (Beschwerdeführer I) und
B.Y. (Beschwerdeführer II) gegen die Rekursentscheide des Bildungsdepartementes
(Vorinstanz) Beschwerden beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte, die angefochtenen
Entscheide seien aufzuheben und die Baukaderschule St. Gallen sei anzuweisen, die
Diplomarbeit der Beschwerdeführer zuzulassen und zu bewerten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz. Diese beantragte mit
Vernehmlassungen vom 29. April 2016 Abweisung der Beschwerden. Die
Baukaderschule (Beschwerdegegnerin) und die Berufsfachschulkommission des
Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen – beide vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. Hubert Bühlmann – liessen sich am 14. Juni 2016 vernehmen und
beantragten ebenfalls, die Beschwerden seien abzuweisen. Die Beschwerdeführer
hielten in einer weiteren Stellungnahme vom 25. August 2016 an ihren Anträgen fest.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und den
angefochtenen Entscheid wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden

Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
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1.1. Beschwerden, die sich auf denselben Streitgegenstand beziehen und die
nämlichen Tatbestands- und Rechtsfragen aufwerfen, können verfahrensrechtlich
vereinigt und in einem einzigen Entscheid erledigt werden (GVP 1972 Nr. 30). Den
Beschwerdeführern werden Disziplinarfehler vorgeworfen, die sich auf denselben
Lebenssachverhalt – die gemeinsame Ausarbeitung ihrer Diplomarbeiten – beziehen.
Gegenstand des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens sind in weiten Teilen identische
Rekursentscheide, die aus gleichen Gründen mit Beschwerden angefochten wurden.
Aus Sicht der Verfahrensökonomie drängt es sich auf, die Beschwerdeverfahren
B 2016/61 und 62 zu vereinigen und das Verhalten der Beschwerdeführer in einem
einzigen Entscheid zu würdigen.
1.2. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Beschwerdeerhebung befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art.
45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerden wurden rechtzeitig erhoben und entsprechen (unter
Berücksichtigung der Beschwerdeergänzungen vom 18. April 2016) den Anforderungen
in inhaltlicher und formeller Hinsicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art.
48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerden ist einzutreten.
2. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können Rechtsverletzungen geltend
gemacht werden. Die Beschwerdeführer können sich auch darauf berufen, die
angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig
oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Als
Rechtsverletzungen gelten u.a. qualifizierte Fehler in der Ermessensausübung. Dem
Verwaltungsgericht ist es jedoch verwehrt, die Angemessenheit des angefochtenen
Entscheids zu prüfen. Eine zusätzliche Einschränkung der Prüfungsdichte kann sich
daraus ergeben, dass das Verwaltungsgericht nicht über besonderes pädagogisches
Fachwissen verfügt, weshalb es die Bewertung von Prüfungsleistungen nur mit
Zurückhaltung überprüft. Das Verwaltungsgericht kontrolliert regelmässig nur, ob die
Bewertung einer Examensleistung nachvollziehbar ist, keine Mängel aufweist und nicht
auf sachfremden Kriterien beruht (vgl. VerwGE B 2016/172 vom 26. Oktober 2016 E. 2;
B 2014/151 vom 4. Dezember 2014 E. 2.2; B 2014/108 vom 16. September 2014
E. 4.1, alle www.gerichte.sg.ch). Rügen, die organisatorische oder verfahrensrechtliche
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Gesichtspunkte einer Prüfung betreffen, prüft es indessen ohne diese Zurückhaltung
(VerwGE B 2014/108, a.a.O., E. 4.1).
3. Die Vorinstanz hat in E. 2 der angefochtenen Entscheide unter zutreffendem Verweis
auf Art. 46 Abs. 1 VRP ausgeführt, dass sie (im Gegensatz zum Verwaltungsgericht) die
bei ihr angefochtenen Entscheide nicht nur auf Rechtsfehler, sondern auch auf deren
Angemessenheit überprüfe. Sie greife aber nicht ohne Not in die Ermessensausübung
der Vorinstanz ein, wenn diese wegen ihrer grösseren Vertrautheit mit den
tatsächlichen Verhältnissen das Ermessen besser ausüben könne. Im konkreten Fall
beschränkte sich die Vorinstanz sogar auf eine Willkürprüfung, indem sie sich in E. 6.6
des angefochtenen Entscheids mit dem Begriff der "Willkür" befasste und
anschliessend darlegte, dass der verfügte Prüfungsausschluss "nicht
willkürlich" (E. 6.d) und verhältnismässig sei (E. 6.e).
3.1. Es steht ausser Frage, dass die materielle Bewertung von Prüfungsleistungen
(Benotung) zurückhaltend überprüft werden darf, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt (vgl. BGer 2D_32/2013 vom 23. Juli 2013 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 136 I
229 E. 5.4.1; BGE 131 I 467 E. 3.1; VerwGE B 2013/250 vom 8. Juli 2014 E. 2; Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 632). Rügen,
die organisatorische oder verfahrensrechtliche Gesichtspunkte betreffen, sind ohne
diese Zurückhaltung zu prüfen (vgl. auch BGer 2P.44/2007 vom 2. August 2007 E. 2.1;
2D_7/2011 vom 19. Mai 2011 E. 1.2). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nicht
das Ergebnis der Abschlussarbeit an sich, sondern die Frage, ob das Verhalten der
Beschwerdeführer den Tatbestand der groben Verletzung der Prüfungsdisziplin erfüllt.
Die Auslegung eines solchen unbestimmten Rechtsbegriffes ist eine Rechtsfrage, die –
anders als etwa die Bewertung von Examensleistungen – keine Zurückhaltung in der
Prüfung durch höhere Instanzen zulässt. Ihre Beantwortung bedarf zudem nicht des
besonderen Fachwissens einer Prüfungskommission, und mit Blick auf die
einschneidende Sanktion (Ausschluss von der Prüfung) verbietet sich unter dem
Gesichtspunkt der Gleichbehandlung eine weitgehend einzelfallorientierte
Betrachtungsweise anhand individueller Verhältnisse (vgl. BVGer, Entscheid
B-4685/2013 vom 25. Februar 2014 E. 10.5, www.bvger.ch). Beschränkt sich eine mit
voller Kognition ausgestattete Rechtsmittelinstanz auf eine reine Rechtskontrolle oder
gar auf blosse Willkürprüfung, begeht sie eine formelle Rechtsverweigerung (BGE 133 II
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35 E. 3; M. Donatsch, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 2014, N 54 zu § 20
VRG). Freilich darf auch eine Rechtsmittelbehörde, welcher volle Kognition zusteht, in
Ermessensfragen einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz respektieren. Sie hat
eine unangemessene Entscheidung zu korrigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl
unter mehreren angemessenen Lösungen überlassen (vgl. BGE 127 II 238 E. 3.b/aa;
BGE 123 II 210 E. 2.c). Eine Fach-Rekursinstanz (wie beispielsweise das
Bildungsdepartement) darf den Entscheid der Vorinstanz indessen nur dann schützen,
wenn sie geprüft hat, ob sich keine zweckmässigere, angemessenere Lösung anbietet
(BGE 130 II 449 E. 4.1; vgl. auch BGE 131 II 680 E. 2.3.2 mit Hinweisen). Darauf hat die
Vorinstanz – obwohl vom Verwaltungsgericht bereits in früheren Entscheiden darauf
hingewiesen (vgl. z.B. VerwGE B 2014/108 vom 16. September 2014 E. 4 mit
Hinweisen) – zu Unrecht verzichtet.
3.2. Der dargelegte Verfahrensmangel ist grundsätzlich nicht heilbar, da die Kognition
des Verwaltungsgerichts gegenüber jener der Vorinstanz beschränkt ist (vgl. Art. 61
Abs. 1 VRP). Von einer Aufhebung des Entscheids und der Rückweisung an die
Vorinstanz zu neuer Entscheidung gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP
ist aber ausnahmsweise abzusehen. Die Rückweisung würde einem formalistischen
Leerlauf gleichkommen, weil im Wesentlichen die Auslegung eines unbestimmten
Rechtsbegriffes und damit eine Rechtsfrage streitig ist, die das Verwaltungsgericht
selbst frei überprüfen kann und muss.
4. In formeller Hinsicht beanstanden die Beschwerdeführer diverse Verletzungen des
rechtlichen Gehörs.
4.1. Das rechtliche Gehör (Art. 15 VRP; Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV) ist das zentrale Mitwirkungsrecht der
Parteien im Verwaltungsverfahren. Es dient einerseits der Sachaufklärung und
garantiert zugleich ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien (BGE
140 I 99 E. 3.4). Diese haben insbesondere Anspruch auf Äusserung zur Sache vor
Fällung des Entscheids, auf Abnahme ihrer erheblichen, tauglichen, rechtzeitig und
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formrichtig angebotenen Beweise und auf Mitwirkung an der Erhebung von Beweisen
oder zumindest auf Stellungnahme zum Beweisergebnis (BGE 137 II 266 E. 3.2; 135 II
286 E. 5.1).
4.2. Die Beschwerdeführer machen zunächst geltend, ihre zu Handen des
Lehrgangsleiters eingereichten Stellungnahmen vom 12. Februar 2015 habe dieser
sowohl den Prüfungsexperten als auch den nachfolgend mit der Angelegenheit
befassten Mitgliedern der Kommission HF Hoch- und Tiefbau vorenthalten. Ferner
habe sich der Lehrgangsleiter gegenüber den Kommissionsmitgliedern tendenziös
ausgedrückt, indem er behauptet habe, der Beschwerdeführer 1 habe "fast
zugegeben", dass er "geschummelt" habe, während der Beschwerdeführer 2 dies
"abgestritten" habe. Niemand habe jedoch Veranlassung gehabt, "Schummeleien"
zuzugeben oder abzustreiten. Vielmehr hätten die Beschwerdeführer mündlich und
schriftlich transparent dargelegt, wie die Arbeiten individuell zu Stande gekommen
seien. Gleiches gelte für den Umstand, dass die beiden Arbeiten auf demselben Server
gespeichert worden seien. Auch diesbezüglich habe der Lehrgangsleiter in
tendenziöser Weise von "Zugeben" gesprochen und damit gegenüber den
Kommissionsmitgliedern suggeriert, die Beschwerdeführer seien sich fehlbaren
Verhaltens bewusst. Aus den erwähnten Stellungnahmen ergebe sich jedoch, dass der
Beschwerdeführer 2 zwar Bürovorlagen und Arbeitsteile des Beschwerdeführers 1
verwendet, seine Diplomarbeit in den massgebenden Teilen jedoch selbst erstellt habe.
Aufgrund der übereinstimmenden Darlegungen der beiden Kandidaten sei es möglich
gewesen, zu bestimmen, welche Teile der Beschwerdeführer 2 selbst erstellt und
welche er vom Beschwerdeführer 1 übernommen habe. Dass die Experten in ihren
Stellungnahmen festgehalten hätten, es lasse sich nicht feststellen, welche Arbeitsteile
original und welche kopiert und bearbeitet worden seien, lasse nur den Schluss zu,
dass ihnen die beiden schriftlichen Stellungnahmen der Beschwerdeführer nicht
bekannt gewesen seien. Diese offensichtliche Gehörsverletzung sei weder im erst-
noch im zweitinstanzlichen Rekursverfahren geheilt worden. Denn die Vorinstanz habe
die Rügen inhaltlich nicht geprüft, sondern die Beurteilung ihrer Vorinstanz unbesehen
übernommen. Damit habe sie selbst eine Gehörsverletzung begangen.
4.3. Aus der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 25. Februar 2015 (vi-act. 7a/12)
ergibt sich, dass sich fünf Prüfungsexperten mit den Diplomarbeiten und der
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Fragestellung des Prüfungsbetruges auseinandergesetzt haben. In der Verfügung sind
die Deckungsgleichheiten der beiden Arbeiten in nicht abschliessender Form
aufgelistet. Nach Auffassung der Experten seien deckungsgleiche Kernbereiche der
Arbeiten offensichtlich von einem der beiden Kandidaten erledigt und vom anderen
kopiert und bearbeitet worden. Welche Teile original und welche kopiert und bearbeitet
seien, lasse sich nicht feststellen. Daraus schliessen die Beschwerdeführer, ihre
Stellungnahmen seien den Experten nicht bekannt gewesen. Dies mag zutreffen,
wurden die Beschwerdeführer doch erst nach Entdeckung dieser Gemeinsamkeiten
durch die Experten zu einem Einzelgespräch mit der Lehrgangsleitung und mit einem
Vertreter der Experten eingeladen und mit dem Vorwurf des Prüfungsbetruges
konfrontiert (vgl. act. 2/3 ff.). Aufgrund dieser (logischen) zeitlichen Abfolge ist jedoch
keine Verletzung des rechtlichen Gehörs ersichtlich.
Dass der Kommission HF, welche die beiden Diplomarbeiten vor der Sitzung vom
19. Februar 2015 zunächst sichtete und dann konsultativ als Plagiate bezeichnete (vgl.
act. 9/7a/6), nicht auch die eigens vorher eingeholten schriftlichen und mündlichen
Stellungnahmen der Beschwerdeführer vorgelegen hätten, lässt sich aus den Akten
nicht ableiten. Die Kommission hat sich vielmehr eingehend mit den deckungsgleichen
Teilen in den beiden Diplomarbeiten befasst. Ob die angeblich nicht berücksichtigten
Argumente der Beschwerdeführer zu einem anderen Konsultativentscheid hätten
führen müssen, ist demnach keine Frage des rechtlichen Gehörs.
Im Übrigen gehen auch die Beschwerdeführer nicht davon aus, dem schliesslich
verfügenden Prüfungsobmann hätten diese Unterlagen nicht zur Verfügung gestanden,
zumal diese in der Verfügung explizit erwähnt sind. Es ist demnach erstellt, dass von
der entscheidenden Instanz auch die Sichtweisen der Beschwerdeführer (und nicht nur
der angeblich tendenziöse Bericht des Lehrgangsleiters) tatsächlich gehört worden
sind. Ob die Verfügung der Beschwerdegegnerin sachlich richtig und widerspruchsfrei
war, ist mithin keine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der richtigen materiellen
Rechtsanwendung. Ein formeller Mangel ist nicht ersichtlich. Zu diesem Schluss ist
auch die Vorinstanz gelangt, die sich – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer
– einlässlich mit diesen Vorwürfen befasst hat (vgl. E. 5.c ff. des angefochtenen
Entscheids).
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4.4. Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, eine zu Handen der
Berufsfachschulkommission am 11. März 2015 eingereichte Stellungnahme ihrer
Arbeitgeberin (Q. AG; Doss. B 2016/61 act. 6/14 = Doss. B 2016/62 act. 6/11) sei von
den Vorinstanzen zu Unrecht nicht gewürdigt worden. Auch dies verletze ihren
Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV).
Die Vorinstanz führte zu dieser Rüge aus, der Arbeitgeberin komme keine
Rechtsmittellegitimation zu, weshalb deren Eingabe von der
Berufsfachschulkommission nicht habe gewürdigt werden müssen. Die
Beschwerdeführer machen zu Recht geltend, dass dieser Umstand nicht über die
Zulassung dieser Stellungnahme als Beweismittel entscheiden kann, und sie frei sind,
auf wessen Standpunkte sie sich zur Begründung ihrer Anträge berufen wollen.
Inhaltlich gab die Stellungnahme indessen nichts wieder, was sich nicht auch schon
aus den mündlichen und schriftlichen Vorbringen der beiden Prüfungskandidaten
ergab. So führte die Arbeitgeberin unter anderem aus, dass die Arbeiten im Büro und
mit Hilfe von Bürovorlagen entstanden seien, was zu den offensichtlichen Ähnlichkeiten
geführt habe. Die Vorgänge, die zu diesen Ähnlichkeiten geführt haben, sind
unbestritten. Streitig ist nur deren Würdigung. Vor diesem Hintergrund verletzte es das
rechtliche Gehör der Beschwerdeführer nicht, wenn die Vorinstanzen – aus welchen
Gründen auch immer – auf die Abnahme eines (zusätzlichen) Beweises über
unbestrittene Tatsachen verzichtet haben. Aus dem gleichen Grund erübrigt sich die
Befragung der beiden Vertreter der Arbeitgeberin im verwaltungsgerichtlichen
Verfahren als Zeugen (vgl. den Antrag in act. 5, S. 5).
4.5. Im Übrigen beantragen die Beschwerdeführer weder gestützt auf die gerügten
Verfahrensfehler noch auf die vorinstanzliche Beurteilung in der Sache eine
Rückweisung der Streitsache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. Vielmehr wollen sie
die Beschwerdegegnerin anweisen lassen, ihre Diplomarbeiten zuzulassen und zu
bewerten. Ob die gerügten Verfahrensmängel erheblich sind, noch im
Beschwerdeverfahren geheilt werden können oder zur Aufhebung des angefochtenen
Entscheids führen müssen, kann daher an sich offenbleiben.
5.
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5.1. Die höhere Berufsbildung dient der Vermittlung und dem Erwerb von
Qualifikationen, die für die Ausübung einer anspruchs- oder einer
verantwortungsvolleren Berufstätigkeit erforderlich sind (vgl. Art. 26 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Berufsbildung, SR 412.10, BBG). Die höhere Berufsbildung
wird unter anderem durch eidgenössisch anerkannte Bildung an einer höheren
Fachschule erworben (Art. 27 lit. b BBG). Die höheren Fachschulen sind Gegenstand
von Art. 29 BBG. Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und
Forschung (WBF) stellt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Organisationen für die
eidgenössische Anerkennung der Bildungsgänge und Nachdiplomstudien an höheren
Fachschulen Mindestvorschriften auf. Diese betreffen die Zulassungsbedingungen,
Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Abs. 3). Die Kantone können
selber Bildungsgänge anbieten (Abs. 4) und üben die Aufsicht über die höheren
Fachschulen aus, soweit sie eidgenössisch anerkannte Bildungsgänge anbieten (Abs.
5).
5.2. Die Bildungsgänge und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen vermitteln
den Studierenden Kompetenzen, die sie befähigen, in ihrem Bereich selbständig Fach-
und Führungsverantwortung zu übernehmen. Sie sind praxisorientiert und fördern
insbesondere die Fähigkeit zu methodischem und vernetztem Denken, zur Analyse von
berufsbezogenen Aufgabenstellungen und zur praktischen Umsetzung der erworbenen
Kenntnisse (vgl. Art. 2 Abs. 1 und 2 der Verordnung des WBF über Mindestvorschriften
für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren
Fachschulen, SR 412.101.61, MiVo-HF). Die konkreten Bildungsziele und -inhalte
werden in Rahmenlehrplänen festgelegt; diese werden von den Bildungsanbietern in
Zusammenarbeit mit den Organisationen der Arbeitswelt entwickelt und erlassen und
vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) auf Antrag der
eidgenössischen Kommission für höhere Fachschulen genehmigt (vgl. Art. 6 und 7
MiVo-HF). Der Bildungsanbieter erlässt eine Promotionsordnung (Art. 8 MiVo-HF). Die
abschliessenden Qualifikationsverfahren für Bildungsgänge und Nachdiplomstudien
bestehen mindestens aus einer praxisorientierten Diplom- oder Projektarbeit und aus
mündlichen oder schriftlichen Prüfungen (vgl. Art. 9 Abs. 1 MiVo-HF).
5.3. Die Baukaderschule ist eine Höhere Fachschule für Technik und Teil des
Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen (GBS). Dessen
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Berufsschulkommission erliess am 2. Februar 2004 das Prüfungsreglement für die
Technikerschule TS Hochbau (Prüfungsreglement). Gemäss Art. 6 des
Prüfungsreglements setzt sich die Diplomprüfung aus schriftlichen und / oder
mündlichen Vordiplomprüfungen und einer schriftlichen Diplomarbeit zusammen. Die
Diplomarbeit umfasst die Themen Baukonstruktionslehre, Bauleitung und Baukosten,
ist schriftlich und dauert mindestens 40 Stunden. Sie findet am Ende des
Ausbildungsganges statt und kann im Betrieb bzw. Büro erledigt werden (vgl. Art. 8).
Eine genügende Bewertung der Diplomarbeit ist eine der Voraussetzungen für das
Bestehen der Diplomprüfung. Nach Art. 13 des Prüfungsreglements können der
Gebrauch unerlaubter Hilfsmittel sowie die grobe Verletzung der Prüfungsdisziplin den
Ausschluss von der Prüfung zur Folge haben. Über den Ausschluss entscheiden der
Leiter / die Leiterin der Baukaderschule oder der Prüfungsobmann bzw. die
Prüfungsobfrau. Art. 14 des Prüfungsreglements ist zu entnehmen, dass die
Diplomarbeit einmal und frühestens nach Ablauf eines Semesters wiederholt werden
kann.
6.
6.1. Beim Ausschluss von der Prüfung wegen "grober Verletzung der Prüfungsdisziplin"
handelt es sich um eine administrative Massnahme disziplinarischen Charakters, mit
der spezial- und generalpräventiv ein geordneter Prüfungsablauf sichergestellt werden
soll; sekundär soll die angedrohte Massnahme repressiv wirken (vgl. Häfelin/Müller/
Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 1505 ff; Wiederkehr/Richli,
Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Band I, Bern 2012, Rz. 3155, je mit
Hinweisen). Die Ergreifung einer disziplinarischen Massnahme setzt voraus, dass die
betroffene Person in einem besonderen Rechtsverhältnis (sog. "Sonderstatus") zum
oder unter besonderer Aufsichtsbefugnis des Staates steht, die Massnahme auf einer
gesetzlichen Grundlage beruht, die Person ein Verschulden trifft, die Massnahme
verhältnismässig ist und gegenüber der Person das rechtliche Gehör gewährt worden
ist (Wiederkehr/Richli, a.a.O., Rz. 3153 mit Hinweisen). Bei disziplinarischen
Massnahmen, die – wie hier – in einem Sonderstatusverhältnis ausgesprochen werden,
gelten geringere Anforderungen an die Normdichte und -stufe (vgl. BGE 135 I 79 E. 6.2
mit Hinweis auf BGE 123 I 296 E. 3; Wiederkehr/Richli, a.a.O., Rz. 3154). Im
vorliegenden Fall wurden die Beschwerdeführer wegen grober Verletzung der
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Prüfungsdisziplin sanktioniert, und zwar gestützt auf ein im Rahmen der
Anstaltsautonomie des GBS erlassenes Prüfungsreglement. Gemäss Art. 8 MiVo-HF
hat der Bildungsanbieter eine Promotionsordnung zu erlassen; die konkreten
Verhaltenspflichten sind aber weder in der einschlägigen Bundesgesetzgebung noch in
den kantonalen Ausführungserlassen erwähnt. Dennoch ist aufgrund der
Gesamtumstände von einer genügenden Gesetzesgrundlage für die disziplinarische
Sanktion auszugehen, zumal es sich konkret um Verhaltenspflichten handelt, die sich in
voraussehbarer Weise aus dem Zweck des Rechtsverhältnisses ergeben und die
angesichts der Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen, nicht geradezu sehr schwer
wiegen (vgl. Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014,
§ 43 N 31). Denn gerade im schulischen Disziplinarrecht muss die gesetzliche
Regelung nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht bis ins letzte Detail
gehen, sondern darf der Natur des Rechtsverhältnisses entsprechend weit gefasst sein
(BGE 129 I 12 E. 8.5).
6.2. Gemäss Art. 13 des Prüfungsreglements kann von der Prüfung ausgeschlossen
werden, "wer unerlaubte Hilfsmittel verwendet oder die Prüfungsdisziplin grob verletzt".
Welche Verhaltensweisen unter diesen Tatbestand fallen, ist nirgends näher ausgeführt,
weshalb es sich bei der "groben Verletzung der Prüfungsdisziplin" um einen
unbestimmten Rechtsbegriff handelt (vgl. vorne, E. 3.1). Eine konstante Praxis der
Erstinstanz ist weder bekannt noch aktenkundig. Anhaltspunkte dafür, was unter
"Prüfungsdisziplin" zu verstehen ist, in welchen Fällen sie als verletzt gilt und wann eine
solche Verletzung noch als "leicht", wann aber als "grob" gewertet wird, wurden von
keiner mit der Streitsache befassten Instanz referiert. Konturen verleiht das
Prüfungsreglement (vgl. Art. 8), wonach die Diplomarbeit im Betrieb bzw. Büro erledigt
werden kann. Zwar ist nachvollziehbar (jedoch nirgends ausdrücklich erwähnt oder
verlangt), dass die Arbeit eigenständig zu erstellen ist, doch schliesst der
Prüfungsmodus nicht aus, dass die Kandidaten vom Arbeitsumfeld in der einen oder
andern Form Unterstützung erhalten oder sich untereinander austauschen. Letzterem
ist insbesondere förderlich, dass sämtlichen Kandidaten die identische Aufgabe gestellt
wurde. Die Erwartungen an die Eigenständigkeit der Arbeiten dürfen vor diesem
Hintergrund nicht überspannt werden. Auf die Abgabe einer Eigenständigkeitserklärung
wurde zudem verzichtet. Ebenso wenig wurden disziplinarische Sanktionen explizit
angedroht für den Fall, dass die Prüfungsaufgabe mit Drittpersonen oder anderen
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Prüfungskandidaten besprochen bzw. Lösungsansätze ausgetauscht würden (vgl.
Aufgabenstellung in act. 2/2).
6.2.1. Der Beschwerdeführer 1 äusserte sich dahingehend, dass er seine Arbeit bis
zum 10. Januar 2015 im Wesentlichen erledigt und bis zum 19. Januar 2015 daran
noch "Feinjustierungen" vorgenommen habe. Beim Besuch des Prüfungsexperten W.S.
am 14. Januar 2015 sei die Arbeit fast fertig und ausgedruckt gewesen, und zwar in der
Form, in der er sie später abgegeben habe. In den letzten Tagen vor der Abgabe habe
er nach nochmaligem Durchlesen sowie Tipps und Hinweisen aus dem Büro einige
wenige Anpassungen vorgenommen. Die Arbeit habe er auf dem Firmenserver
abgespeichert, auf den ca. zehn Personen – darunter der Beschwerdeführer 2 – Zugriff
hätten. Seine Arbeit habe dem Beschwerdeführer 2 "als Kollege zur Verfügung
gestanden". Er streite nicht ab, dass er Fachgespräche mit diesem und den anderen
Mitarbeitern der Q. AG geführt habe. Das Nutzen von Bürovorlagen habe im
Baubeschrieb zu gewissen Parallelen beigetragen.
6.2.2. In seiner Stellungnahme verwies der Beschwerdeführer 2 zunächst auf ein
Fachgespräch mit der Zimmerei K. AG, das er zusammen mit dem Beschwerdeführer 1
geführt habe und woraus der Lösungsansatz entstanden sei. Den grössten Teil der
zeichnerischen Arbeit habe er am 10./11. Januar 2015 im Büro erledigt. Grundlage sei
eine CAD-Datei von der Lehrabschlussprüfung des Beschwerdeführers 1 gewesen,
worin dieser diverse Vorlagen von verschiedenen Wandaufbauten, Fenster- und
Storendetails sowie Textvorlagen abgespeichert habe. Der Beschwerdeführer 1 habe
ihm während der Arbeitszeit teilweise bei Einstellungen im CAD geholfen. Aus dessen
Diplomplan habe er Beschriftungs- und Vermassungstypen kopiert und in seinen
eigenen eingesetzt. Für den Bauleitungsteil habe er bürointerne Vorlagen verwendet.
Auch diesen Teil habe er, teils nach Rücksprache mit den Arbeitskollegen, selbständig
erarbeitet. Beim Baubeschrieb habe er ein paar Sätze vom Beschwerdeführer 1
abgeschrieben oder ihn auf Verbesserungspotenzial hingewiesen. Bei den
Devisierungen habe er die "Information zum Bauvorhaben" vom Beschwerdeführer 1
übernommen. Am 21. Januar 2015 sei er schliesslich mit der Arbeit fertig gewesen.
Den Zeitaufwand bezifferte er mit "sicher über 100 Stunden". Er gab zudem an, im
Büro mit den Arbeitskollegen und untereinander selbstverständlich über die
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Diplomarbeiten gesprochen zu haben; die Arbeiten seien jedoch selbständig erstellt
worden.
6.2.3. Die Mitglieder der Kommission HF Hoch- und Tiefbau stellten an der Sitzung
vom 19. Februar 2015 fest, die zu vielen gleichen Details sprächen gegen eigenständig
entwickelte Arbeiten. Nicht nur ein Detail sei gleich, sondern bei allen Dokumenten sei
zusammengearbeitet worden. Ein Mitglied äusserte Bedenken, weil der Nachweis, wo
zusammengearbeitet worden sei, problematisch sei (act. 9/7a/10 S. 5). In der
konsultativen Abstimmung sprachen sich hinsichtlich des Beschwerdeführers 1 zwei
Kommissionsmitglieder für bestanden und vier für nicht bestanden aus (bei einer
Enthaltung). Beim Beschwerdeführer 2 betrug das Stimmenverhältnis sechs zu eins zu
seinen Ungunsten. Zuvor hatten die Experten zuhanden der Kommission festgestellt,
dass "zeichnerische Elemente der Konstruktionspläne und der Schriftstücke aus dem
Teil Bauleitung deckungsgleiche Darstellungen und Formulierungen aufweisen" und die
teils wortwörtlich gleichen Formulierungen, deckungsgleichen Zeichnungselemente in
den Plänen und die an gleichen Stellen vorhandenen orthographischen Fehler
aufgelistet (act. 9/7a/11). Der Prüfungsobmann verwies in seiner Verfügung auf diese
Aufzählung und hielt fest, damit sei der Tatbestand des Prüfungsbetrugs erfüllt
(act. 9/7a/12)
6.2.4. Die Berufsschulkommission hielt mit Blick auf das Verhalten des
Beschwerdeführers 1 fest, er habe dem Beschwerdeführer 2 seine Arbeit bewusst zur
Bearbeitung des gleichen Themas überlassen; vor allem habe er aber aktiv mit diesem
zusammengearbeitet. Wegen der Übereinstimmungen und der erwiesenen
Zusammenarbeit könne nicht von einer selbständig erarbeiteten Arbeit ausgegangen
werden. Damit entspreche die Diplomarbeit nicht dem Ausbildungsziel des
Lehrganges. Weil nicht festgestellt werden könne, welcher Kandidat für die
Übereinstimmungen verantwortlich sei, müssten beide Arbeiten ausgeschlossen
werden. Gegenüber dem Beschwerdeführer 2 hielt die Berufsschulkommission
ergänzend fest, es genüge den Anforderungen an eine selbständige Arbeit keinesfalls,
wenn sich der Kandidat für die Ausarbeitung eines kleineren Projekts von einem
Kollegen über die Bedienung des CAD an seinem eigenen Arbeitsort instruieren lassen
müsse. Er habe den Eindruck erweckt, die Inhalte seiner Projektarbeit selbst entwickelt
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zu haben, tatsächlich basiere diese jedoch auf fremden Vorlagen. Solches Verhalten sei
unredlich; bei der Arbeit handle es sich um ein Plagiat.
6.2.5. Die Vorinstanz hielt in den angefochtenen Entscheiden fest, es sei "offensichtlich
und bedürfe keiner Begründung", dass die Prüfungsdisziplin verletzt sei, wenn
Prüfungskandidaten Inhalt ihrer Diplomarbeiten austauschen und in die eigene Arbeit
einfügen würden. Das Erreichen der Ausbildungsziele sei nur nachweisbar, wenn die
persönliche Leistung jedes einzelnen Prüflings erkenn- und beurteilbar sei. Im Fall der
Beschwerdeführer könne nicht mehr eindeutig bestimmt werden, welcher Teil der
Arbeit auf deren persönlichen Leistung beruhe. Die Übereinstimmungen (gleiche
Schreibfehler und Satzstellungen, viele übereinstimmende Details, Masslinien auf den
Plänen an derselben Stelle, Schraffurlängen millimetergenau identisch) beträfen
"wesentliche Teile" der Diplomarbeit und seien nicht lediglich auf Instruktionen zur
Bedienung des CAD zurückzuführen. Mit ihrem Verhalten hätten sie gegen die
Prüfungsdisziplin verstossen und den Zweck der Abschlussprüfung vereitelt.
6.3.
6.3.1. Die Beschwerdegegnerin und die beiden Vorinstanzen haben die
Beschwerdeführer mit der Begründung, es handle sich um eine "Teamarbeit",
disziplinarisch gleich behandelt. Eine derartige Pauschalierung ist unzulässig, zumal die
konkreten Beiträge den Beschwerdeführern durchaus zugeordnet werden können. Wie
es zu den genannten formalen und inhaltlichen Übereinstimmungen der beiden
Arbeiten kam, schilderten sie von Anfang an detailliert, übereinstimmend und plausibel.
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann anhand der Aussagen bestimmt werden,
wer die Arbeit zuerst erstellt hat – nämlich der Beschwerdeführer 1 – und wer Teile
davon übernommen hat (der Beschwerdeführer 2). Dies deckt sich mit der Feststellung
des Prüfungsexperten W.S., wonach der Beschwerdeführer 1 am 14. Januar 2015 mit
der Diplomarbeit fast fertig gewesen sei, während sich der Beschwerdeführer 2 erst
konzeptionelle Gedanken gemacht habe. Aus den aktenmässig dokumentierten
erstinstanzlichen Abklärungen ergibt sich weiter, dass es sich bei den
Übereinstimmungen um zeichnerische Elemente der Konstruktionspläne sowie um
deckungsgleiche Darstellungen und Formulierungen aus dem Teil Bauleitung handelt.
Bei näherer Betrachtung der Prüfungsarbeiten wird offensichtlich, dass das statische
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Konzept und die Konstruktionspläne auf unterschiedlichen Ansätzen beruhen, d.h.
einer gewissen Originalität nicht entbehren. Soweit im Übrigen gemeinsame (Büro-)
Vorlagen verwendet wurden, ist dies nicht zu beanstanden; solche dürften auch von
den anderen Prüfungskandidaten verwendet worden sein. Anders verhält es sich mit
den Prüfungsteilen, die der Beschwerdeführer 2 vom Beschwerdeführer 1 übernommen
bzw. abgeschrieben hat. Dabei handelt es sich nach dessen zutreffender Auffassung
jedoch um inhaltlich und fachlich eher untergeordnete Passagen. Dass die zu
erbringende Qualifikationsleistung deswegen nicht mehr messbar wäre, trifft nicht zu.
6.3.2. Das Vorliegen einer "groben Verletzung der Prüfungsdisziplin" lässt sich
gegenüber dem Beschwerdeführer 1 nicht bestätigen. Dass zwischen den
Prüfungskandidaten ein gewisser Austausch stattfindet und sowohl untereinander als
auch mit Kollegen und Vorgesetzten am Arbeitsplatz Anregungen ausgetauscht
werden, ist bei der genannten Prüfungskonzeption nicht zu vermeiden. Dass der
Beschwerdeführer 2 mit Wissen des Beschwerdeführers 1 Zugriff auf seine auf dem
Firmenserver gespeicherte Arbeit hatte, entspricht zwar wohl nicht gerade dem
erwünschten Verhalten, stellt aber noch keinen groben Verstoss gegen die
Prüfungsordnung dar. Der Prüfungsmodus ist nicht geeignet, einen solchen Austausch
zu verhindern. Wenn sie dies verhindern möchte, müsste die Beschwerdegegnerin die
Diplomarbeit anders organisieren (z.B. individuelle Aufgabenstellungen, Prüfung im
geschlossenen Raum, explizites Verbot der Kontaktaufnahme, Abgabe von
Eigenständigkeitserklärungen).
6.3.3. Auch mit Blick auf den Beschwerdeführer 2 fehlt es an der notwendigen
Intensität des Fehlverhaltens. Die Übereinstimmungen sind nur teilweise auf direktes
Abschreiben der Arbeit des Beschwerdeführers 1 zurückzuführen. Im Wesentlichen
entstanden sie, weil den Arbeiten identische Vorlagen zugrunde lagen, wie sie am
Arbeitsplatz der beiden Kandidaten zur Verfügung standen. Auch hierbei zeigt sich,
dass angesichts des Prüfungsmodus ein gewisses Mass an Unterstützung von Dritten
erlaubt sein muss bzw. geradezu damit zu rechnen ist, z.B. beim Konfigurieren dieser
Vorlagen. Dass die Unterstützung durch Kandidaten derselben Prüfung disziplinarisch
schwerer wiegt als durch Arbeitskollegen oder Vorgesetzte, ist nicht ersichtlich. Den
Beschwerdeführer 2 aufgrund der konkret erhaltenen Unterstützung zu sanktionieren,
erscheint rechtsfehlerhaft, zumal unbestritten ist, dass er keine Kopie der Arbeit des
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Beschwerdeführers 1 einreichte, sondern für seine Konstruktionsansätze lediglich
denselben Darstellungstypus verwendet hat. Unlauter handelte der Beschwerdeführer
2 jedoch insofern, als er beim Baubeschrieb die Formulierungen teilweise wortgleich
übernommen hat. Weil es sich dabei (gemessen am Arbeitsaufwand von 100 Stunden)
um untergeordnete Punkte handelte und ohnehin fraglich ist, inwiefern hierbei
Originalität überhaupt möglich war, scheidet die Annahme eines groben Verstosses
gegen die Prüfungsdisziplin jedoch aus.
7. Zusammenfassend ergibt sich, dass keiner der Beschwerdeführer grob gegen die
Prüfungsdisziplin verstossen hat. Weil es dem Fehlverhalten an der nötigen Intensität
fehlte, ist es nicht tatbestandsmässig. Angesichts dessen kann offen bleiben, ob der
verfügte Prüfungsausschluss verhältnismässig war. Dem von den Verfahrensbeteiligten
in diesem Zusammenhang diskutierten Notenabzug scheint es im Übrigen bereits an
einer gesetzlichen Grundlage zu fehlen. Die Beschwerden sind demnach gutzuheissen,
die Entscheide der Vorinstanz sind aufzuheben und die Beschwerdegegnerin ist
anzuweisen, die Diplomarbeiten zuzulassen und mit den bereits vorgenommenen
Bewertungen (Note 4.8; vgl. Doss. B 2016/61 act. 9/7a/12) zu eröffnen.
8.
8.1. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die amtlichen Kosten der
Beschwerdeverfahren zu Lasten der Beschwerdegegnerin, deren Anträge abgewiesen
werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von je Fr. 1'500.-- erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die
Erhebung der Kosten wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP). Die Kostenvorschüsse von je
Fr. 1'500.-- sind den Beschwerdeführern zurückzuerstatten.
8.2. Neu zu verlegen sind auch die amtlichen Kosten der Rekursverfahren, wobei diese
Kostenverlegung in der Regel in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile analog
dem Entscheid des Verwaltungsgerichts vorgenommen wird (vgl. R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004,
S. 103). Durch die Aufhebung der Rekursentscheide fallen auch die entsprechenden
Kostensprüche dahin. Die amtlichen Kosten dieser Rekursverfahrens gehen zu Lasten
der Beschwerdegegnerin. Auf deren Erhebung ist ebenfalls zu verzichten. Die der
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Vorinstanz geleisteten Kostenvorschüsse von je Fr. 1'500.-- sind den
Beschwerdeführern zurückzuerstatten.
Gleiches gilt für die Verfahren vor der Berufsfachschulkommission: Die amtlichen
Kosten von je Fr. 1'000.-- gehen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Auf die Erhebung
ist zu verzichten. Der Kostenvorschuss von Fr. 500.--, den der Beschwerdeführer 1 der
Berufsfachschulkommission geleistet hat, ist ihm zurückzuerstatten.
8.3. Bei diesem Verfahrensausgang hat die mit ihren Anträgen unterlegene
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführer für die ausseramtlichen Kosten der
Beschwerdeverfahren zu entschädigen. Gleiches gilt für die Rekursverfahren, erschien
doch auch hierfür der Beizug der Rechtsvertreterin angesichts der Bedeutung des
Falles und der Komplexität der Rechtslage notwendig (vgl. Art. 98 Abs. 1 und 2 sowie
Art. 98bis VRP). Eine Entschädigung von Fr. 2'000.-- für jeden Beschwerdeführer, d.h.
insgesamt Fr. 4'000.-- (zuzüglich 4% Barauslagen und Mehrwertsteuer), für sämtliche
in diesem Zusammenhang geführten Rekurs- und Beschwerdeverfahren erscheint
angemessen (Art. 6, 19, 22 Abs. 1 Ingress und lit. a bzw. b sowie Art. 28bis Abs. 1 und
Art. 29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75).