Decision ID: 148f639d-c55e-47ab-ac91-b3590eec73d4
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Ass. iur. Katja Ziehe, Ziehe & Reetz Rechtsanwältinnen,
Gustav-Siber-Weg 4, Postfach 1616, 8700 Küsnacht ZH,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 17. Februar 1998 bei der B._ AG
als Maschinenführer berufstätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als er am 3. Juli 2008 eine Störung am Förderband beheben wollte
und dabei aus einer Höhe von 1,5 - 2m von der Treppe stürzte (Suva-act. 1, 12, 24). Im
erstbehandelnden Spital C._ wurden eine linksforaminale Discushernie L5/S1 mit
Kompression der linken L5-Wurzel, ein Status nach Sturz aus 2m Höhe am 3. Juli 2008,
persistierende Schmerzen LWS, Hyp-/Parästhesie Dermatom L5 sowie ein
metabolisches Syndrom, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, stammbetonte Adipositas,
gestörte Glukosetoleranz, Status nach Helicobacter pylori Gastritis (04/05), Verdacht
auf obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und eine kleine axiale Hiatushernie
diagnostiziert. Aufgrund der Schmerzen in der LWS wurde eine peridurale Infiltration
vorgenommen, die eine kurzzeitige Besserung brachte; eine Mobilisation war jedoch
nur zögerlich möglich und die Hypästhesie des Dermatoms L5 persistierte (Suva-act. 2,
10).
A.b Vom 3. Juli 2008 bis 21. Juli 2008 hielt sich der Versicherte im Spital C._ auf und
war zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 3). Im Konsilium vom 11. Juli 2008 wurde von
den Ärzten des Kantonsspitals St. Gallen, Klinik für orthopädische Chirurgie, ein
konservatives Vorgehen empfohlen. Am 21. Juli 2008 wurde der Versicherte zur
stationären Rehabilitation in die Klinik Valens, Klinik für Rheumatologie und
Rehabilitation des Bewegungsapparates, verlegt, wo er sich bis am 21. August 2008
aufhielt. Am 31. Juli 2008 wurde nochmals eine periradikuläre Nervenwurzelinfiltration
L5 durchgeführt. Nach dem stationären Aufenthalt wurde für weitere zwei Wochen eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, anschliessend sollte ein langsam gesteigerter
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Arbeitsversuch eingeleitet werden (Suva-act. 6, 7). Die Suva erbrachte die gesetzlichen
Leistungen (Taggelder und Heilbehandlung; Suva-act. 86).
A.c Mit Bericht vom 23. Oktober 2008 sprach sich PD Dr. med. D._, leitender Arzt
der Abteilung Neurochirurgie, Facharzt FMH für Neurochirurgie/spez.
Wirbelsäulenchirurgie, für die Erstellung eines neuen MRI und bei persistierendem
Befund für eine Resektion aus (Suva-act. 20). Mit Bericht vom 8. Dezember 2008 hielt
Hausarzt Dr. Dr. med. E._, Facharzt FMH für Chirurgie, fest, dass keine wesentliche
Besserung eingetreten sei und wegen sehr starken Schmerzen mit der Physiotherapie
nicht begonnen werden könne (Suva-act. 30).
A.d Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 7. Januar 2009 (Suva-act. 32)
diagnostizierte Dr. med. F._, Facharzt FMH für Chirurgie, ein lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5 mit/bei infraforaminaler Diskushernie L5/S1 links. Es sei von einer
Verschlimmerung (temporär oder richtungsweisend sei noch nicht beurteilbar) der
wahrscheinlich vorbestehenden Diskushernie auszugehen. Die durchgeführten
konservativen Therapien hätten zu einer geringen Linderung der Beschwerden geführt,
wobei vor allem das Gangbild verbessert worden sei. Dr. F._ erachtete das
konservative Vorgehen als sinnvoll.
A.e Das MRI der LWS vom 16. Januar 2009 zeigte im Vergleich zur Voruntersuchung
am 8. Juli 2008 eine unveränderte linkslaterale, intraforaminale Diskushernie LWK5/
SWK1 mit Kompression der Wurzel L5 links (Suva-act. 35).
A.f Mit Bericht vom 27. Januar 2009 äusserte Dr. F._ die Ansicht, dass die
konservativen Therapien voll ausgenutzt werden sollten und eine stationäre
Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon durchgeführt werden sollte (Suva-act. 38).
PD Dr. G._ empfahl am 12. Februar und 12. März 2009 im Fall einer persistierenden
Symptomatik die operative Entfernung des Befunds (Suva-act. 42, 51).
A.g Mit Schreiben vom 20. März 2009 kündigte die B._ AG das Arbeitsverhältnis des
Versicherten auf den 30. Juni 2009 (Suva-act. 56).
A.h Mit Consilium (Second Opinion) vom 11. Mai 2009 (Suva-act. 65) sah Dr. med.
H._, Orthopädische Chirurgie FMH/FMCH, ebenfalls dringend eine operative
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Dekompression (und allenfalls Stabilisation) als indiziert an. Der Versicherte entschloss
sich daraufhin zur Operation (Suva-act. 63, 64, 66). Mit Bericht vom 28. Mai 2009
(Suva-act. 71) äusserte sich PD Dr. G._ dahingehend, dass möglicherweise eine
gewisse Entkoppelung von Struktur und Schmerz vorliege, da bei insgesamt über fast
ein Jahr hinweg regredientem radiologischem Befund immer intensiver die Symptome
beklagt würden. Seines Erachtens sei hier, wenn überhaupt chirurgisch vorgegangen
werde, höchstens die Kompression und gleichzeitige Stabilisation L5/S1 mittels P-LIF
zu diskutieren. Aufgrund dieser Beurteilung entschied sich der Versicherte gegen eine
Operation (Suva-act. 72).
A.i Mit Bericht vom 17. September 2009 (Suva-act. 91) sah Dr. med. I._, Chefarzt
Neurologie, ein dekompressives operatives Vorgehen eher ohne Stabilisation als
indiziert an. Bei der Standortbestimmung vom 21. September 2009 beschrieb der
Versicherte eine Verschlimmerung der Schmerzen, nachdem er am 17. September
2009 beim Neurologen in der Schulthess Klinik gewesen war (Suva-act. 89).
A.j Über den Aufenthalt des Versicherten in der Rehaklinik Bellikon vom 10. Dezember
2009 bis 14. Januar 2010 wurde im Austrittsbericht vom 20. Januar 2010 berichtet
(Suva-act. 108). Es sei eine mässige Symptomausweitung beobachtet worden. Für die
Tätigkeit als Maschinenwart wurde dem Versicherten ab 15. Januar 2010 eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. In Bezug auf andere berufliche Tätigkeiten sei eine
leichte bis mittelschwere Arbeit möglich. Als spezielle Einschränkung wurde
festgehalten, dass es sich um eine wechselbelastende Tätigkeit ohne häufige
vorgeneigte Rumpfhaltung und Zwangshaltung der LWS ohne Krafteinsatz handeln
müsse und kein repetitives Treppensteigen oder Leitersteigen möglich sei.
Zusammenfassend habe bei mässiger Leistungsbereitschaft und Konsistenz keine
Verbesserung der Schmerzsymptomatik erreicht werden können.
A.k Mit Schreiben vom 15. April 2010 wurde die ärztliche Behandlung abgeschlossen
und das Taggeld auf den 30. April 2010 eingestellt (Suva-act. 116). Nachdem die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers geltend gemacht hatte, dass die Einstellung
der Taggeldleistungen verfrüht sei, wurden diese bis 31. März 2011 wieder
aufgenommen (Suva-act. 119, 131, 141). Die Suva erteilte Kostengutsprache für das
Zurzacher interdisziplinäre Schmerzprogramm (ZISP) in der RehaClinik J._ (Suva-
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act. 123, 129), wo sich der Versicherte vom 21. Juni 2010 bis 19. Juli 2010 aufhielt
(Suva-act. 125, 129). Im Austrittsbericht vom 19. Juli 2010 (Suva-act. 129) wurde ihm
aufgrund der psychischen Komponente eine Arbeitsunfähigkeit von 50% im bisher
ausgeführten Beruf bescheinigt.
A.l Mit Verfügung vom 14. März 2011 (Suva-act. 147, 148, 149) sprach die Suva dem
Versicherten ab 1. April 2011 eine Invalidenrente von Fr. 1'244.55, gründend auf einer
Erwerbsunfähigkeit von 24%, sowie eine Integritätsentschädigung in Höhe von
Fr. 44'100.--, gründend auf einer Integritätseinbusse von 35% zu.
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 12. April 2011 (act. G 1.1/7) mit
Ergänzung vom 12. Mai 20011 (act. G 1.1/8) wurde mit Einspracheentscheid vom
16. Juni 2011 (act. G 1.1/1) abgewiesen.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 15. August 2011 (act. G 1) liess der Versicherte gegen
diesen Entscheid durch Rechtsanwältin Ass. iur. Katja Ziehe, Küsnacht, beantragen,
die Verfügung vom 16. Juni 2011 sei aufzuheben und es sei ihm nach Massgabe eines
Invaliditätsgrads von mindestens 69%, eventualiter von mindestens 41% ab 1. April
2011 eine Erwerbsunfähigkeitsrente auszurichten. Es sei ihm eine
Integritätsentschädigung nach Massgabe einer Integritätseinbusse von 50%
auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin insbesondere an,
die Beschwerdegegnerin habe den Sachverhalt nicht richtig ermittelt. Das rechtliche
Gehör sei verletzt. Der Beschwerdeführer hätte auch nach dem Unfall beinahe den
vollen Bonus erhalten, weshalb der mutmassliche Lohn ohne Unfall Fr. 76'877.--
betrage. Aus den Akten gehe nicht hervor, worauf sich das von der
Beschwerdegegnerin aufgeführte Zumutbarkeitsprofil stütze. Die den DAP-Blättern
zugrunde gelegten Tätigkeiten würden dem Zumutbarkeitsprofil des
Beschwerdeführers nicht entsprechen. Daher habe die Beschwerdegegnerin das
Invalideneinkommen der Tabelle 1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
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zugrunde gelegt. Ein Nebeneinander beider Verfahren sei jedoch unzulässig. Die
Beschwerdegegnerin hätte eine neue anfechtbare Verfügung erlassen müssen. Der
Einspracheentscheid sei daher aufzuheben und das Verfahren an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin habe bei Anwendung
der LSE TA1 ausser Acht gelassen, dass der Beschwerdeführer auch in angepasster
Tätigkeit körperliche Einschränkungen habe und über eine Arbeitsfähigkeit von
maximal 50% in angepasster Tätigkeit verfüge. Die Beschwerdegegnerin habe der
Berechnung den Durchschnitt aller Hilfsarbeiterlöhne zugrunde gelegt. Zu körperlich
schweren oder besonders anstrengenden Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer rein
somatisch gar nicht in der Lage. Der unzureichend erscheinende Leidensabzug von
10% sei von der Beschwerdegegnerin nicht begründet worden.
C.b Am 16. August 2011 wurde das Verfahren mit Rücksicht auf das vom
Beschwerdeführer in Auftrag gegebene Parteigutachten bei Dr. med. K._,
Orthopädische Chirurgie FMH, bis Ende Oktober 2011 sistiert (act. G 2, 4).
C.c Am 17. Oktober 2011 reichte die Rechtsvertreterin das Gutachten von Dr. K._
und ihre Stellungnahme dazu ein (act. G 6, G 6.1). Die Rechtsbegehren änderte sie
insofern, als sie eine Erwerbsunfähigkeitsrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrads
von 100%, eventualiter von 85%, und subeventualiter von mindestens 74% ab 1. April
2011 sowie eine Integritätsentschädigung nach Massgabe einer Integritätseinbusse
von 45% beantragte.
C.d Mit Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2011 (act. G 13) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im
Wesentlichen vor, dass eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt
betrachtet werden müsse, da sich der Beschwerdeführer vor dem angerufenen
Versicherungsgericht frei äussern könne. Eine Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin führe zu einem formalistischen Leerlauf. Der Beschwerdeführer
sei aufgrund der Aktenlage aus rein physischer Sicht in leidensadaptierten leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten zweifelsohne zu 100% arbeitsfähig. In Bezug auf die
physisch nicht objektivierbare Symptomausweitung und die psychischen Aspekte habe
eine separate Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis zu erfolgen. Spätestens im
Januar 2010 sei der medizinische Endzustand erreicht gewesen. Da keines der
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Kriterien erfüllt sei, fehle es am adäquaten Kausalzusammenhang. Den Validenlohn
bzw. die abnehmenden Bonuszahlungen habe die Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers mit der Tatsache erklärt, dass sich vor dem Unfall das soziale
Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber seinen Vorgesetzten und Arbeitskollegen
in zunehmendem Masse verschlechtert habe. Dieser Faktor gelte als Teil der
persönlichen Leistungsbeurteilung. Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei
der Methodenwechsel von DAP zu LSE korrekt erfolgt. Der Integritätsschaden sei
abstrakt und egalitär anhand der objektivierten Funktionseinschränkungen und nicht
nach dem subjektiven Schmerzklagen des Beschwerdeführers zu ermitteln. Das
Panvertebralsyndrom habe dabei ausser Acht zu bleiben. Ein Integritätsschaden von
45% sei nicht gerechtfertigt
C.e Mit Replik vom 26. März 2012 (act. G 20) rügte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers im Wesentlichen eine Verletzung des Devolutiveffekts durch die
Beschwerdegegnerin und beantragte die Erstellung eines Obergutachtens.
C.f Mit Duplik vom 23. April 2012 (act. G 22) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem
bisherigen Standpunkt fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör verletzt und
den Grundsatz des Devolutiveffekts missachtet hat.
1.2 Der Beschwerdeführer lässt in formeller Hinsicht beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin nach Beschwerdeerhebung die versicherungsmedizinische
Stellungnahme vom 12. Dezember 2011 (Suva-act. 170) veranlasste und
Erkundigungen beim ehemaligen Arbeitgeber des Versicherten über die mutmasslichen
Bonuszahlungen in den Jahren 2008 bis 2011 einholte (Suva-act. 171 f.). Der
Beschwerde kommt als ordentliches Rechtsmittel Devolutiveffekt zu. Die Behandlung
der Angelegenheit geht mit Einreichung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz
über. Insoweit ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach
Einreichung der Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen. Nach
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der Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie z.B. Einholen von
Bestätigungen oder Rückfragen) zugelassen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.
Zürich/Basel/Genf 2009, N 73 zu Art. 61). Eine Ausnahme vom Prinzip des
Devolutiveffekts gilt im Beschwerdeverfahren insofern, als der Versicherungsträger den
angefochtenen Einspracheentscheid bis zu seiner Vernehmlassung in Wiedererwägung
ziehen kann (Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]; Kieser, a.a.O., N 74 zu Art. 61 und
N 46 ff. zu Art. 53). Wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was
im kantonalen Verfahren noch zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, bilden die
inhaltliche Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung für die (Streit-)Sache und die
zeitliche Intensität allfälliger weiterer Abklärungsmassnahmen (BGE 127 V 228 E. 2b/
bb). Im konkreten Fall holte die Beschwerdegegnerin eine versicherungsmedizinische
Stellungnahme zum Privatgutachten von Dr. K._ vom 7. Oktober 2011 ein. Ob dies
über das Einholen einer Bestätigung oder Rückfrage hinausgeht, kann vorliegend offen
bleiben, zumal sich die Beschwerdegegnerin aufgrund des - während dem eigens dafür
sistierten Beschwerdeverfahren - eingereichten Gutachtens von Dr. K._ vom
7. Oktober 2011 dazu veranlasst sah, den medizinischen Sachverhalt auch ihrerseits
nochmals fachärztlich beurteilen zu lassen. Dies ist ihr zuzugestehen. Die
Beschwerdegegnerin muss grundsätzlich die Möglichkeit haben, zu einem mit der
Beschwerde aufgelegten Parteigutachten Stellung zu nehmen - wenn ihr dazu das
nötige Fachwissen fehlt, erscheint es zulässig, die Stellungnahme beim
versicherungsmedizinischen Dienst einzuholen. Eine Verletzung des Devolutiveffekts ist
darin nicht zu erblicken. Bei der Erkundigung über die Gründe, weshalb der
Beschwerdeführer ohne Unfall bei Weiterbeschäftigung laufend abnehmende
Bonuszahlungen im Sinn der Angaben vom 22. Februar 2011 erhalten hätte, handelt es
sich schliesslich um eine punktuelle Abklärung, die auch weder in zeitlicher noch in
inhaltlicher Hinsicht unzulässig erscheint. Der Beschwerdeführer konnte sich sodann im
Rahmen des vom Versicherungsgericht angeordneten zweiten Schriftenwechsels
nachträglich zur kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. L._, Facharzt für Chirurgie
FMH (Suva-act. 170) und dem Schreiben vom 5. Januar 2012 des ehemaligen
Arbeitgebers des Beschwerdeführers (Suva-act. 172) äussern, womit auch dem
Anspruch auf rechtliches Gehör Genüge getan ist (vgl. dazu Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
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Bundesgerichts] vom 29. April 2003, I 679/02, E. 1.3). Diese Abklärungen sind daher
auch aus prozessökonomischen Gründen zu verwerten.
1.3 Der Beschwerdeführer lässt im Weiteren rügen, dass im angefochtenen
Einspracheentscheid nicht auf seine in der Einsprache zur Verfügung vorgetragenen
Argumente eingegangen worden sei. Dadurch sei das rechtliche Gehör verletzt worden.
Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren
Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die
Anforderungen an die Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des
Einzelfalls sowie der Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so
abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid
stützt. Je grösser der Spielraum der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je
stärker der Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen
sind an dessen Begründung zu stellen (BGE 112 Ia 107 E. 2b mit Hinweisen). Die
Verwaltung darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre
Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und sich
dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die
Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann
(BGE 124 V 180 E. 2b). Ein Mangel in der Verfügungsbegründung kann unter
bestimmten Voraussetzungen im Beschwerdeverfahren geheilt werden (Urteile des
Bundesgerichts vom 23. April 2012, 8C_896/2011, E. 3.4.2 und vom 15. Juni 2011,
8C_766/2011, E. 3.3). Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des
rechtlichen Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit
erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie
die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des
Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 46 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, [VRP; sGS 951.1]). Die Beschwerdegegnerin begründete den
angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 1.1/1) im Wesentlichen mit dem Hinweis
auf die rechtlichen Grundlagen bei der Bemessung der Invaliditätsrente und
Integritätsentschädigung, sowie die Zumutbarkeitsbeurteilung vom 20. Januar 2010 der
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Rehaklinik Bellikon und die Beurteilung vom 1. Februar 2010 von Dr. F._. Sie zeigte
damit die Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in zureichender Weise auf und
setzte sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Eine Verpflichtung,
sich mit jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand zu
befassen, besteht nicht (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a). Ein Begründungsmangel ist somit
nicht ersichtlich. Aber selbst wenn - wie der Beschwerdeführer rügen lässt - von einer
Verletzung der Begründungspflicht auszugehen wäre, könnte der Mangel im
vorliegenden Verfahren als geheilt gelten.
2.
Der Beschwerdeführer lässt die Edition der Akten der Invalidenversicherung
beantragen (act. G 1 S. 2). Da der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die
unfallbedingten Beschwerden bereits aus den Akten der Unfallversicherung hervorgeht
und die Invalidenversicherung auch unfallfremde Faktoren miteinzubeziehen hat, die
vorliegend ausser Acht gelassen werden können, sind vom beantragten Aktenbeizug
aller Voraussicht nach keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten. Des Weiteren
kommt die unfallversicherungsrechtliche Adäquanzprüfung in der Invalidenversicherung
nicht zur Anwendung. Auf den Beizug kann unter diesen Umständen verzichtet werden.
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2003, S. 42 ff.). Während es
Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 46; BGE 125 V 456;
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123 III 110; 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn
von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V 359, E. d/bb, unten, mit
Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; 118 V 286, E. 3a). Sind dagegen die
Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen
Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung
nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133, E. 6c/aa vorzunehmen.
3.2 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente,
wenn er infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
beschreibt Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird wiederum als der
durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt umschrieben (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bei der Bemessung
des Invaliditätsgrads sind die Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 16 ATSG anwendbar.
Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt die Invalidenrente bei
Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität wird sie
entsprechend gekürzt.
3.3 Die versicherte Person hat Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung, wenn sie durch einen Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24
Abs. 1 UVG). In den Richtlinien des Anhangs 3 der Verordnung über die
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Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung geregelt (Art. 25 Abs. 1 UVG).
3.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
4.
4.1 Dass beim Beschwerdeführer eine organische Unfallrestfolge in Form eines
lumboradikulären Schmerzsyndroms mit/bei linkslateraler intraforaminaler Diskushernie
LWK5/SWK1 mit Kompression der Wurzel L5 links vorhanden ist, blieb von Seiten der
Beschwerdegegnerin unbestritten (vgl. auch angefochtener Entscheid vom 16. Juni
2011, E. 2 und 3; Suva-act. 2, 10, 32, 35).
4.2 In materieller Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob die psychischen Beschwerden
des Beschwerdeführers in einem natürlichen und adäquat kausalen Zusammenhang
zum Unfall vom 3. Juli 2008 stehen. Des Weiteren sind die Höhe der im
Einspracheentscheid zugesprochenen Invalidenrente und Integritätsentschädigung
streitig.
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4.3 Psychische Beschwerden blieben in den medizinischen Akten bis zum
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 20. Januar 2010 (Suva-act. 108) unerwähnt
und deren Vorhandensein wurde bis dahin weder von den behandelnden Ärzten
vermutet, noch vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Im erwähnten Austrittsbericht
wird sodann festgestellt, dass keine psychische Störung vorliege, welche eine
arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könne. Dr. Dr. E._ erwähnt in
seinem Bericht vom 4. Mai 2010, der Beschwerdeführer habe nach dem Unfall ein
PTBS-Syndrom entwickelt (Suva-act. 122). Aus der im Austrittsbericht der RehaClinic
J._ vom 19. Juli 2010 (Suva-act. 129) aufgeführten Diagnoseliste ist jedoch keine
psychisch pathologische Diagnose zu entnehmen, obwohl die im angestammten Beruf
bestehende 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich aufgrund der psychischen
Komponente attestiert wurde. Aus der Beurteilung geht schliesslich hervor, dass eine
erhebliche Angststörung vorliege und physisch eine Beeinflussung des
Beschwerdebilds nicht erreichbar gewesen sei. In den klinisch-psychologischen
Einzelgesprächen habe sich gezeigt, dass der Beschwerdeführer durch den
Arbeitsunfall und die nachfolgenden Behandlungen emotional stark aufgewühlt sei und
deutliche körperliche Zeichen von Angstzuständen entwickelt habe. Eine gesamthafte
ängstliche Destabilisierung und ein intensives Beobachten von körperlichen Reaktionen
seien die Folge gewesen. Der bewusste Zugang zu diesen emotionalen Reaktionen sei
dem Beschwerdeführer nicht möglich. Es seien im Rahmen der psychotherapeutischen
Bearbeitung der Schluckstörungen Ess- und Schluckübungen gemacht worden, die
deutliche Angstreaktionen zu Tage gebracht hätten und die der Beschwerdeführer mit
einem individuellen Verhaltensmuster bewältigt habe. Eine Variation des Verhaltens sei
nicht möglich gewesen. Die Wiedergewinnung des Vertrauens in den eigenen Körper
und natürliche Vorgänge sei nur bedingt möglich gewesen. Dr. K._ stellt in seinem
vom Beschwerdeführer eingeholten Gutachten vom 7. Oktober 2011 fest, dass er als
Orthopäde nicht entscheiden könne, ob die Einschätzung der RehaClinic J._ für eine
F-Diagnose genügen würde (act. G 6.1). Er könne lediglich feststellen, dass es nicht
ganz nachvollziehbar sei, dass ein offenbar sehr stark schmerzhafter Patient die
Möglichkeit der Verbesserung durch einen operativen Eingriff nicht wahrnehmen wolle.
Implizit wird im Bericht der RehaClinik J._ und von Dr. Dr. E._ davon ausgegangen,
dass die natürliche Kausalität zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall
vom 3. Juli 2008 gegeben sei. Dass der vom Beschwerdeführer beauftragte Dr. K._
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sich einer Meinungsäusserung darüber enthält, ob die Einschätzung der RehaClinic
J._ für einen bei der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit relevanten
psychopathologischen Befund ausreicht, spricht eher gegen die natürliche Kausalität,
zumal die RehaClinic J._ auch keine psychiatrische Diagnose stellte und dennoch
eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ausschliesslich aufgrund der psychischen
Komponente attestierte. Die Rehaklinik Bellikon ging denn auch nach entsprechender
psychosomatischer Mitbetreuung durch Dr. med. M._ davon aus, dass keine
psychische Störung vorliege, obwohl bereits dort eine erhöhte
Selbstbeobachtungstendenz, Ängstlichkeit, Unsicherheit und Wahrnehmung jeglicher
Körpersymptome festgestellt wurden (Suva-act. 108 S. 3). Unabhängig davon, ob das
Vorliegen einer psychischen Störung und deren natürlicher Kausalzusammenhang zum
Unfall vom 3. Juli 2008 zu bejahen wäre, fehlt es jedoch, wie nachfolgend zu zeigen
sein wird, am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen der psychischen
Beeinträchtigung und dem Unfallereignis.
4.4 Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall
und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung
der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6)
vom objektiv fassbaren Unfallereignis auszugehen. Dabei besteht ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall, wenn
dem Unfall eine massgebende Bedeutung für deren Entstehung zukommt. Dies trifft
dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft
ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis
anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen
banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und
schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während
der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche
unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2;
2001 UV Nr. 8 S. 32 E. 3, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien
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entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die
Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 115 V
133 E. 6c/aa): besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
und Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Bei der Beurteilung der
Frage, ob diese Kriterien erfüllt sind, ist die psychisch bedingte Beeinträchtigung
auszuklammern und nur der somatische Anteil zu berücksichtigen (BGE 134 V 109
E. 6.1; 123 V 98 E. 2a).
4.4.1 Gemäss Arztbericht vom 15. Juli 2008 und seinen eigenen sachbezüglichen
Angaben wollte der Beschwerdeführer eine Störung am Förderband beheben und
stürzte dabei von der Treppe/Leiter aus etwa 1,5-2m Höhe (Suva-act. 1, 2, 5). Am
25. Oktober 2008 präzisierte er den Unfallhergang dahingehend, dass eine Maschine
einen Wasserschaden gehabt und an einer anderen Maschine eine Störung
aufgeleuchtet habe. Vermutlich habe er noch nasse Schuhsohlen wegen des
Wasserschadens gehabt. Auf jeden Fall sei er fast zuoberst auf dem Treppentritt
ausgerutscht und mit voller Wucht auf den Hintern gefallen. Er habe sich noch
überdreht und sei schlussendlich auf die linke Schulter auf den Betonboden gefallen
(Suva-act. 12). Aufgrund des augenfälligen Unfallhergangs mit den sich dabei
entwickelnden Kräften und mit Blick auf die Rechtsprechung in ähnlich gelagerten
Fällen (Urteile des Bundesgerichts vom 7. Juni 2011, 8C_213/2011, E. 7; vom
9. Dezember 2010, 8C_748/2010 E. 4.1; vom 3. Juli 2008, 8C_798/2007 E. 4.1 mit
Hinweisen) ist von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen
auszugehen. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit dann zu bejahen,
wenn eines der hiervor in E. 4.4 aufgezählten Adäquanzkriterien in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt wäre, oder wenn vier dieser Kriterien in gehäufter oder
auffallender Form erfüllt wären (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2011,
8C_213/2011, E. 7).
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4.4.2 In den Akten finden sich unbestrittenermassen keine Hinweise auf eine ärzt
liche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten. Der
Heilungsverlauf kann nicht als besonders schwierig bezeichnet werden und den Akten
zufolge traten auch keine Komplikationen auf.
4.4.3 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder
besonderen Eindrücklichkeit eines Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund
des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999
Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07,
E. 6.1). Zu beachten ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses
Adäquanzkriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2009,
8C_1020/2008, E. 5.2 mit Hinweisen). Die echtzeitlichen Akten und die Tatsache, dass
der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis noch 2-3 Stunden weiterarbeitete und
erst kurz bevor er sich in ärztliche Behandlung begab von diesem Vorfall überhaupt
berichtete, sprechen gegen eine besondere Eindrücklichkeit oder besonders
dramatische Begleitumstände beim Unfall vom 3. Juli 2008.
4.4.4 Der Unfall vom 3. Juli 2008 traf keine erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule
(Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2012, 8C_237/2012, E. 6.2.2 mit Hinweis). Der
Beschwerdeführer gab von Beginn weg an, dass er vor diesem Treppensturz
überhaupt nie Probleme mit dem Rücken gehabt habe und deswegen nie in
Behandlung gewesen sei, weshalb eine besondere Art der erlittenen Verletzungen zu
verneinen ist (Suva-act. 12). Eine gewisse Schwere der erlittenen Verletzungen,
insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen, lässt sich vorliegend nicht gänzlich absprechen, zumal der
Beschwerdeführer vom Unfall nebst der links foraminalen Diskushernie L5/S1 noch
immer eine Kompression der L5-Wurzel links, eine Hyp- und Parästhesie des
Dermatoms L5 sowie ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5 links trägt. Das
Kriterium ist allerdings - wenn überhaupt - lediglich in einfacher Form als erfüllt zu
betrachten (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 8C_563/2011, E. 5.2.2).
4.4.5 Für das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
sind die Art und Intensität der Behandlung von Bedeutung sowie die Frage, inwieweit
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davon noch eine Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war. Vorausgesetzt
wird eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer
(Urteil des EVG vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3). Der Beschwerdeführer
befand sich seit dem Unfall vom 3. Juli 2008 bis zum 21. Juli 2008 im Spital C._ in
Behandlung (Suva-act. 5). Anschliessend hielt er sich bis zum 21. August 2008
stationär in der Klinik Valens zur Rehabilitation auf (Suva-act. 7). Es wurden während
dieser Zeit zwei Infiltrationen durchgeführt (Suva-act. 2, 5, 6, 7, 10) und ein
konservatives Vorgehen empfohlen (Suva-act. 16, 20, 32, 38). Aufgrund der Persistenz
der Beschwerden wurde ein operatives Vorgehen diskutiert (Suva-act. 42, 51, 65, 91),
jedoch vom Beschwerdeführer verworfen, nachdem der die Operation zunächst
befürwortende PD Dr. G._ sich dazu skeptisch äusserte (Suva-act. 71). Es wurden
zwei weitere Rehabilitationsaufenthalte - vom 10. Dezember 2009 bis 14. Januar 2010
in der Rehaklinik Bellikon und vom 21. Juni bis 19. Juli 2010 in der RehaClinik J._ -
durchgeführt, wobei der letzte Rehabilitationsaufenthalt um zwei Wochen verkürzt
wurde, da der Beschwerdeführer letztlich vom angebotenen Programm nicht profitieren
konnte (Suva-act. 108, 129). Eine ungewöhnlich lange Dauer ist aus diesem Verlauf
nicht ersichtlich, weshalb das Kriterium zu verneinen ist.
4.4.6 Der Beschwerdeführer beklagte mehrfach körperliche Dauerschmerzen, so
etwa im Kreuz, mit brennendem Charakter, mit Ausstrahlungen in den linken
Oberschenkel sowie in den linken Unterschenkel bis zur Aussenseite des linken
Fusses. Diese Fussschmerzen hätten ebenfalls brennenden Charakter und gelegentlich
verspüre er eine Kraftlosigkeit im linken Fuss. Ausserdem leide er unter starker
Wetterfühligkeit sowie morgendlichen Anlaufschmerzen (vgl. Suva-act. 65). Im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 108) wurden vom Beschwerdeführer
dauerhafte Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in den gesamten Rücken über die linke
Halsseite ins linke Ohr, in die linke Leiste als auch über das Gesäss in das gesamte
Bein bis zu den Zehen links beschrieben. Die Schmerzen seien zunehmend bei
Belastung und bei Bewegung. Die Grosszehe links sei taub und habe ein komisches
Gefühl entlang der Aussenseite des linken Beins. Die Kraftminderung im linken Bein sei
ihm ebenfalls aufgefallen. Zudem sei die Schlafqualität reduziert und er habe
Nachtschweiss. Eine Schmerzreduktion konnte auch anlässlich des
Rehabilitationsaufenthalts in der RehaClinic J._ nicht erzielt werden (Suva-act. 129).
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Das Kriterium ist als erfüllt zu betrachten, jedoch nicht derart ausgeprägt, dass es allein
deswegen oder selbst in Verbindung mit einer allfälligen Schwere der erlittenen
Verletzungen zur Bejahung der Adäquanz führen würde.
4.4.7 Das Kriterium der Dauer und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist nicht als
erfüllt zu betrachten. Seit dem Unfallereignis vom 3. Juli 2008 hat der
Beschwerdeführer die Arbeit nicht wieder aufnehmen können, weshalb die
Arbeitgeberin per 30. Juni 2009 die Kündigung aussprach (Suva-act. 56). Im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 20. Januar 2010 (Suva-act. 108) wird im
angestammten Beruf als Maschinenwart zwar eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab
15. Januar 2010 attestiert. In einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit wurde jedoch -
wenn auch mit speziellen Einschränkungen - eine volle Arbeitsfähigkeit zugemutet.
Versuche, sich in den Arbeitsprozess in einer leidensadaptierten Tätigkeit
einzugliedern, sind nicht dokumentiert. Die von der RehaClinic J._ attestierte
psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% hat vorliegend ausser Acht zu bleiben
(Suva-act. 129). Demnach bestand eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis eine volle
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, was nicht als übermässig lange Dauer
zu betrachten ist.
4.4.8 Da somit höchstens zwei der zu berücksichtigenden Kriterien in nicht
ausgeprägter Weise erfüllt sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs
zwischen den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers und dem Unfall vom
3. Juli 2008 praxisgemäss zu verneinen.
5.
5.1 Unter Berücksichtigung der unfallkausalen somatischen Beschwerden ist die
verbliebene Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu bestimmen.
5.2 Herrührend vom Unfallereignis vom 3. Juli 2008 persistieren beim
Beschwerdeführer eine links foraminale Diskushernie L5/S1 mit Kompression der L5-
Wurzel links, Schmerzen in der LWS, Hyp- und Parästhesie des Dermatoms L5 sowie
ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5 links (Suva-act. 108). Das metabolische
Syndrom (arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, stammbetonte Adipositas, gestörte
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Glukoseintoleranz), das allenfalls bestehende Schlafapnoe-Syndrom, die kleine axiale
Hiatushernie sowie die im Beschwerdeverfahren geltend gemachte Angina pectoris
und allenfalls bevorstehende Bypass-OP aufgrund der Koronarproblematik haben
aufgrund ihrer fehlenden Unfallkausalität bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
unberücksichtigt zu bleiben.
5.3 Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist unverkennbar und auch unter den
Parteien herrscht Einigkeit darüber, dass der Beschwerdeführer im angestammten
Beruf als Maschinenwart zu 100% arbeitsunfähig ist (Suva-act. 108; act. G 6.1). Im
Austrittsbericht vom 20. Januar 2010 (Suva-act. 108) wird dem Beschwerdeführer
jedoch eine leichte bis mittelschwere Arbeit zugemutet, soweit es sich um eine
wechselbelastende Tätigkeit ohne häufige vorgeneigte Rumpfhaltung und
Zwangshaltung der LWS ohne Krafteinsatz handelt, die kein repetitives Treppen- oder
Leiternsteigen erfordert. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wendet ein,
dass dieses Zumutbarkeitsprofil nicht aus den Akten hervorgehe und dem
Austrittsbericht bzw. den Ergebnissen des Assessments widerspreche. Dem
Austrittsbericht ist jedoch zu entnehmen, dass das Ausmass der demonstrierten
physischen Einschränkungen sich nur zum Teil mit den objektivierbaren pathologischen
Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den
Diagnosen erklären lasse. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich auch auf
medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen
bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Eine weitgehende
Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen.
Auch in der zusammenfassenden Beurteilung ist die Rede von einer Akzentuierung der
aktuellen Beschwerdeproblematik durch Symptomausweitungstendenzen. Es wurden
eine mässige Leistungsbereitschaft und Konsistenz festgestellt. Zwar geht aus den
Assessments hervor, dass der Beschwerdeführer max. 30 Minuten Sitzen oder Stehen
könne. Eine zeitliche Einschränkung beim Gehen wurde jedoch nicht festgehalten und
zum Gehtempo wird bei den Hinweisen zur Interpretation erwähnt, dass ein solches
von 4,5 km/h der Grundbelastbarkeit im Alltag entspreche, obwohl beim Austritt
lediglich ein Gehtempo von 3,3 km/h festgestellt worden war. Ausserdem gab der
Beschwerdeführer bereits anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 7. Januar
2009 (Suva-act. 32) an, dass er seit der zweiten Infiltration kaum mehr sitzen könne,
und dabei stellte der Kreisarzt fest, dass der Beschwerdeführer während des gesamten
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Anamnesegesprächs von 08.25 - 09.15 Uhr ruhig auf dem Stuhl gesessen sei. Ein
Widerspruch bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit und des Zumutbarkeitsprofils lässt
sich weder zum Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon selbst, noch zu anderen
medizinischen Berichten erkennen. Zur physisch bedingten Arbeitsfähigkeit äussert
sich der Bericht der RehaClinic J._ vom 19. Juli 2010 nicht. Dr. Dr. E._ liess eine
Begründung für die von ihm attestierte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vermissen
(act. G 1.1/34). Insbesondere geht aus diesem ärztlichen Zeugnis nicht hervor, ob die
Beurteilung lediglich mit Blick auf die angestammte oder auch in Bezug auf eine
angepasste Tätigkeit formuliert wurde. Dr. K._ ging in seinem Gutachten vom
7. Oktober 2011 davon aus, dass eine theoretische Arbeitsfähigkeit von einigen bzw.
2-3 Stunden in mehrheitlich sitzender Tätigkeit oder Tätigkeit mit etwas
Wechselbelastung grundsätzlich möglich wäre, der Beschwerdeführer sich jedoch
faktisch nicht eingliedern lasse. Er formulierte schliesslich doch eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit aufgrund des ganzen Schmerzbilds und neu auch aus
internistischen Gründen (act. G 6.1 S. 9 f., 15 f.). Dass Dr. K._ einerseits von einer
theoretischen Arbeitsfähigkeit ausgeht und anschliessend doch eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit festlegt, wobei der unfallbedingte Anteil aus dieser Beurteilung nicht
hervorgeht, macht das Gutachten bei der Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit
unbrauchbar. Allgemein ist zu beachten, dass gesundheitliche Störungen nicht nur mit
einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, sondern auch mit einer angepassten Tätigkeit
Rechnung getragen werden kann. Dass die Ärzte der Rehaklinik Bellikon der
Auffassung sind, es bestehe eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers, ist daran ersichtlich, dass sie ihm nur noch Tätigkeiten mit den von
ihnen formulierten Einschränkungen zumuten. Selbst wenn der Arbeitsfähigkeitsgrad
von 100% hinsichtlich der konkret zumutbaren Verweisungstätigkeit nicht ausdrücklich
erwähnt wird, geht insgesamt aus den Angaben unmissverständlich hervor, dass eine
Einschränkung im Pensum nicht für notwendig erachtet wurde. Gerade auch der
Umstand, dass in Bezug auf die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführer eine
volle Einschränkung erwähnt wird, kann nichts anderes heissen, als dass der
Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig
betrachtet wurde. Auf diese überzeugende und beweistaugliche Beurteilung ist daher
abzustellen. Da der medizinische Sachverhalt diesbezüglich klar und vollständig
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erscheint, ist in antizipierter Beweiswürdigung auf das Einholen eines gerichtlichen
Obergutachtens zu verzichten (vgl. BGE 124 V 90 E. 4b).
5.4 Die Beschwerdegegnerin ging bei der Ermittlung des Valideneinkommens vom
Einkommen aus, das der Beschwerdeführer gemäss Angaben der B._ AG im Jahr
2011 verdient hätte, wäre das Unfallereignis vom 3. Juli 2008 nicht eingetreten (Suva-
act. 142). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist der Ansicht, dass sich eine
Überprüfung der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers
aufgedrängt habe, da dieser aufgrund der fehlenden Teuerungsanpassung und
sinkenden Bonuszahlungen im Jahr 2011 weniger verdient hätte als im Jahr 2008. Der
zuletzt erzielte hohe Verdienst ist nur dann zur Bestimmung des Valideneinkommens
heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass dieser
weiterhin hätte bezogen werden können (Urteil des Bundesgerichts vom 22. März
2010, 8C_781/2009, E. 4.2 mit Hinweis). Dass zwecks Herstellung einer
Lohngerechtigkeit innerhalb der Gruppe beim Beschwerdeführer ab 2009 keine
Teuerungsanpassung erfolgt wäre, wurde mit Schreiben vom 11. April 2011 seitens der
ehemaligen Arbeitgeberin in glaubwürdiger Weise bestätigt (act. G 1.1/10). Hinsichtlich
der Bonuszahlungen verwies die ehemalige Arbeitgeberin auf das Reglement
Bonussystem (act. G 1.1/11), wobei es sich um ein variables Bonussystem handle,
welches vom Geschäftsgang und der persönlichen Arbeitsleistung abhängig sei. Die
Bonuszahlungen würden erst immer im Folgejahr ausbezahlt werden. Beim Bonus
handelt es sich um AHV-beitragspflichtigen Lohn (Art. 7 der Verordnung über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Dass der Geschäftsgang
der B._ AG trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten und einem gewissen
Umsatzrückgang in den vergangenen Jahren gut gewesen war, ist aus den öffentlich
zugänglichen Kennzahlen und Protokollen der Generalversammlungen ab 2007
ersichtlich Eine Reduktion der Bonusleistungen aufgrund eines schlechten
Geschäftsgangs ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen und
wurde im Übrigen auch von Seiten der B._ AG nicht behauptet. Die persönliche
Arbeitsleistung des Beschwerdeführers bis zum Unfallereignis Mitte 2008 muss in etwa
gleich gut bewertet worden sein wie diejenige im Jahr 2007, da die in den Folgejahren
2008 bzw. 2009 ausbezahlten Boni Fr. 4'684.-- bzw. Fr. 4'400.-- betrugen. Die
Bonuszahlungen in den Jahren 2010 und 2011 wurden von der ehemaligen
Arbeitgeberin mit Fr. 2'000.-- bzw. Fr. 1'500.-- beziffert. Mit Schreiben vom 5. Januar
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2012 (Suva-act. 172) begründete sie die Abnahme der mutmasslichen Bonuszahlungen
mit dem sich negativ entwickelnden Verhalten des Beschwerdeführers im Umgang mit
Vorgesetzten, aber auch in der Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitenden. Das
Verhalten vom Beschwerdeführer sei aufgrund ihrer damaligen Beobachtungen als
abnehmend beurteilt worden, weshalb auch die Bonuszahlungen unabhängig vom
Unfall und dessen Verlauf entsprechend tiefer ausgefallen wären. Diese Angabe deckt
sich allerdings weder mit den auf Grundlage der Arbeitsleistung im Jahr 2008
festgelegten Bonuszahlung im Jahr 2009, noch mit dem an den Beschwerdeführer
anlässlich des Dienstjubiläums gerichtete Schreiben vom 18. Februar 2009 oder den
ausgestellten Arbeitszeugnissen der ehemaligen Arbeitgeberin, wo ihm gegenüber
Vorgesetzten und Mitarbeitenden ein jederzeit korrektes Verhalten attestiert wurde
(act. G 20.1/41, 42, 43). Insofern sind keine Gründe ersichtlich, die eine so grosse
Abweichung in den mutmasslichen Bonuszahlungen rechtfertigen würden und auf die
diesbezüglichen Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin ist nicht abzustellen, da sie
nicht zu überzeugen vermögen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer als langjähriger Mitarbeiter auch in den
Folgejahren die Bonuszahlung in Höhe von Fr. 4'684.-- bei gleichbleibender
persönlicher Arbeitsleistung ohne Unfallereignis hätte generieren können. Bei einem
monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'861.-- und monatlichen Schichtzulagen in Höhe von
Fr. 750.-- ergibt dies einen Validenlohn in Höhe von jährlich Fr. 76'877.--.
5.5 Bei der Bemessung des Invalideneinkommens lässt der Beschwerdeführer rügen,
die Beschwerdegegnerin habe beim Wechsel von der DAP- zur LSE-Methode keine
Verfügung erlassen, sondern durch den Erlass des Einspracheentscheids die
Gelegenheit genommen, allfällige Einwände vorzubringen. Aus dem Urteil des EVG
vom 10. Oktober 2003, U 340/00, E. 3.1.1 geht jedoch klar hervor, dass allfällige
Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der
Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall grundsätzlich im Einspracheverfahren zu
erheben sind, damit sich die Suva im Einspracheentscheid damit auseinandersetzen
kann. Wenn die Suva nicht in der Lage ist, im Einzelfall den bundesgerichtlichen
Anforderungen an die DAP-Methode zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf
den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden. Die Suva hat diesfalls im
Einspracheentscheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Die Rüge
geht daher fehl. Der Beschwerdeführer ist zwar nur noch für leichte bis mittelschwere
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Tätigkeiten arbeitsfähig und damit bei der Wahl einer neuen Stelle als Hilfsarbeiter
behinderungsbedingt eingeschränkt, so dass ihm nicht mehr das gesamte Spektrum
an Hilfsarbeiten offensteht. Das bedeutet aber nicht, dass der Beschwerdeführer die
ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit nur noch in einer bestimmten Branche verwerten kann.
Es ist vielmehr davon auszugehen, dass in praktisch allen Branchen mit wenigen
Ausnahmen (so z.B. Gartenbau oder Baugewerbe) leichte bis mittelschwere
Hilfsarbeiten nachgefragt werden und der Beschwerdeführer zahlreiche Tätigkeiten
finden kann, welche seinem Zumutbarkeitsprofil entsprechen. Dass einzelne Grössen
im Fall des Beschwerdeführers wegfallen, vermag nicht bereits die Unrichtigkeit des
Durchschnittswerts zu begründen. Gemäss LSE 2008, Tabelle A1, beträgt der auf die
betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 im Jahr 2011 umgerechnete durchschnittliche
monatliche Bruttolohn von Männern für einfache und repetitive Tätigkeiten
(Anforderungsniveau 4) im Jahr Fr. 60'123.--. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis 2011 (2009: 2,1%, 2010: 0,8%, 2011: 1,0%) ergibt dies ein
Jahreseinkommen von Fr. 62'495.--. Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom
Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen,
dass ein Versicherter, der gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten
ausführen kann, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem
können weitere persönliche und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 126 V 75, E. 5a mit
Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der eine Schätzung darstellt und von der
Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen
nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V
75, E. 6). Der heute 54-jährige Beschwerdeführer kam 1983 in die Schweiz und hatte im
Ausland eine 3-jährige Berufslehre als Kellner absolviert. Bei der B._ AG war der
Beschwerdeführer seit 1998 als Maschinenwart (qualifizierte Hilfskraft) tätig
(act. G 20.1/41 ff.). Aufgrund seiner beruflichen Qualifikationen ist der
Beschwerdeführer auch in Zukunft auf die Ausübung von Hilfsarbeiten angewiesen.
Durch sein Lebensalter und sein Dienstalter (11 Jahre bei der B._ AG) ist der
Beschwerdeführer auf dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt bei der Stellensuche nicht eingeschränkt, da ersteres sich bei Männer-
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Hilfsarbeitertätigkeiten im hier relevanten Anforderungsniveau 4 sogar lohnerhöhend
auswirkt und letzteres im privaten Sektor an Bedeutung abnimmt, je niedriger das
Anforderungsprofil ist (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07,
E. 8.4). Daran vermögen die Ausführungen der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers nichts zu ändern. Der Tabellenlohnabzug von 10% ist im Ergebnis
nicht zu beanstanden und es resultiert für den Einkommensvergleich ein
massgebendes Invalideneinkommen von jährlich 56'246.--.
5.6 Aus der Gegenüberstellung des Validen- und Invalideneinkommens ergibt sich
somit ein Invaliditätsgrad von 27%.
6.
Die von der Beschwerdegegnerin festgesetzte Integritätsentschädigung basiert auf der
kreisärztlichen Beurteilung von Dr. F._ vom 1. Februar 2010 (Suva-act. 111). Dieser
erachtet die Anwendung der Feinrastertabelle 7.2 Ziffer 3 (<http://www.suva.ch/
startseite-suva/unfall-suva/versicherungsmedizin-suva/integritaetsentschaedigung-
suva.htm>, abgerufen am 6. September 2012) als sachgerecht. Der Beschwerdeführer
lässt anbringen, dass der Kreisarzt bei der Beurteilung des Integritätsschadens zu
Unrecht mit der Begründung einer "nachgewiesenen mässiggradigen
Symptomausweitung" nicht die Schmerzfunktionsskala +++ angewendet habe. Die
Verstärkung der Schmerzen sei allein auf die Übungen, die er in der Rehaklinik Bellikon
habe ausführen müssen, zurückzuführen gewesen. Es sei eine
Integritätsentschädigung auf Grundlage einer Integritätseinbusse von 50%
auszurichten. Hausarzt Dr. Dr. E._ findet einen 20%-igen Integritätsschaden auf
Grund der nachgewiesenen Diskushernie indiskutabel. Der Beschwerdeführer habe
neurologische Ausfälle, weshalb der Integritätsschaden nach Ansicht von Dr. Dr. E._
nicht weniger als 50% betragen sollte (act. G 1.1/39). Mit Gutachten vom 7. Oktober
2011 bezeichnet Dr. K._ die globale Einschätzung von Dr. Dr. E._ als "so nicht
richtig". Dr. K._ möchte die Schmerzfunktionsskala +++ mit der Begründung
angewendet wissen, dass Schmerz grundsätzlich subjektiv sei. Ausgehend von einer
Integritätseinbusse von 30% gelangt er bei Anwendung derselben Parameter wie
Dr. F._ (Erhöhung wegen neurologischer bleibender Ausfälle um 15%) zu einer
Integritätseinbusse von 45%. Seine Argumentation vermag jedoch nicht zu
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überzeugen. Tatsache ist, dass eine gewisse Symptomausweitung beim
Beschwerdeführer festgestellt wurde und dass die Beurteilung des Integritätsschadens
nicht subjektiv, sondern abstrakt und egalitär zu erfolgen hat (Suva-act. 170). Beim
gleichen medizinischen Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich;
die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen
Umständen des Einzelfalles ab (BGE 124 V 29 E. 3c; 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen).
Zudem ging Dr. F._ von der maximalen Integritätseinbusse in der
Schmerzfunktionsskala ++ aus (was zugleich auch dem Minimum in der
Schmerzfunktionsskala +++ entspricht). Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden und
erscheint mit der zusätzlichen maximalen Erhöhung um 15% bei bleibenden
neurologischen Ausfällen sogar als grosszügig, zumal Dr. K._ noch erwähnt, dass die
neurologischen Ausfälle nicht so gravierend seien, der Beschwerdeführer durch das
Nichtbeachten der Operationsempfehlung auch noch etwas dazu beigetragen habe,
dass der aktuelle Zustand nicht ideal sei, und dass der Umstand, dass nur ein Segment
an der Wirbelsäule pathologisch verändert sei ihn davon abhalten würde, 50% oder
mehr zu berechnen. Die sorgfältig vorgenommene Einschätzung des
Integritätsschadens durch Dr. F._ ist nachvollziehbar und schlüssig, weshalb auf sie
abzustellen ist.
7.
Gestützt auf die obigen Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn teilweise
gutzuheissen, dass dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2011 eine
Invalidenrente auf Grund eines Invaliditätsgrads von 27% zuzusprechen ist.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der teilweise
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung durch die
Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG; Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Aufgrund des geringgradigen
Obsiegens - lediglich 3% bei beantragten 100% bzw. 74% und dies nur wegen des
nicht berücksichtigten Bonus sowie vollständiges Unterliegen bezüglich
Integritätsentschädigung - ist diese auf pauschal Fr. 2'000.-- festzulegen (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP