Decision ID: 7f8d20d4-7732-43b7-81f5-5662d92952a1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1971 geborene
X._
, Vater
dreier 2007,
2008
und
201
2
geborener Kinder
(
Urk.
17/95/14)
, arbeitete zuletzt vom 1
9.
August 2002 bis
31.
August 2005
als
M
itarbeiter Waschstrasse bei der
Y._
, wobei der letzte effektive
Arbeitstag
am
1
8.
Mai 2005
erfolgte
(
Urk.
17
/7
/1
).
Aufg
rund der
Anmeldung
vom 3
0.
Mai 2006
(
Urk.
17/3)
sowie
nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen
sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
dem Versicherte
mit Verfügung vom
2.
April 2007
bei einem Invaliditätsgrad v
on 1
00
%
eine ganze Rente
ab
1.
Mai 2006 zu (
Urk.
1
7
/21), welche per
1.
August 2007 (Verfüg
ung vom 27.
August 2007,
Urk.
17
/25) beziehungsweise per
1.
Dezember 2008 (Verfü
gung vom
8.
Januar 2009,
Urk.
17
/33) jeweils um eine akzessorische Kinderrente ergänzt wurde. Im Rah
men einer ersten revisionsrechtlich
en Überprüfung Ende 2007, anlässlich wel
cher die IV-Stelle
den Versicherten psychiatrisch begutachten liess
(
Gutachten
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik
A._
, v
om 9.
Juli 2008, Urk. 17/32)
,
bestätigte
die IV-Stelle
de
ssen
unverändert
en
Anspruch
auf eine
ganze
Invalidenrente
(Mitteilung
vom
12.
Juni 2009,
Urk.
10/38).
1.2
Die aus beruflicher Vorsorge ebenfalls leistungspflichtige Pensionskasse liess
den Versicherten
ab Nov
ember 2011 observieren (
Urk.
17
/55) und stellte die Ergebnisse hieraus der IV-Stelle im
März 2012
zur Verfügung (
Urk.
17/50, Urk.
17
/61/1, Ermittlu
ngsberichte inkl. 2 DVD,
Urk.
17/53-54
=
Urk.
18/1-4
).
Im Rahmen des
im
August 2012
eröffnete
n
zweiten amtlichen
Revisionsverfahren
s
(Urk.
17/41ff.)
stellte die IV-Stelle dem Versicherten den Frage
bogen „Revision der Invalidenrente“ zu
(
Urk.
17
/41),
zog
einen Auszug aus dem Individuell
en Konto (IK
-Auszug vom 1
4.
August 2012,
Urk.
17
/42)
bei
und ersuchte den Ver
sicherten mit Fragebogen vom 1
7.
August 2012 um zusätzliche Auskünfte (
Urk.
17
/43). Anschliessend lud sie ihn am
8.
Oktober 2012
zu einem persönli
chen Gespräch
ein
,
anlässlich welchem sie ihm das Observationsmaterial vor
legte sowie eine Sistierung der Invalidenren
te in Aus
sicht stellte (Urk
.
17
/59)
. M
it Verfügung vom 26.
Oktober 2012
sistierte die IV-Stelle
die laufende ganze Invalidenrente im Sinne einer vorsorglichen Massnahme per sofort
(Urk.
17/71)
. Die
dagegen
erhobene Beschwerde wurde
vom hiesigen Gericht
mi
t Urteil IV.2012.001148 vom 27.
Mai 2013 abgewiesen
(
Urk.
17/97)
.
Im Hinblick auf die
Abk
lärung des medizinischen Sachverhalts gab die IV-Stelle bei der
B._
ein
bidisziplinäres
(Psychiatrie/Neuropsy
chologie
, letzteres mit
Symp
tomval
i
dierung
)
Gutachten in Auftrag, welches am 2
1.
Mai 2013 erstattet
wurde
(
Urk.
17/95)
. Am
7.
August 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die
Arbeitsvermittlung werde
mit
dess
en Einverständnis beendet (Urk.
17/101).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
4.
Oktobe
r 2013,
Urk.
17/110;
Einwand vom 2
7.
November 2013,
Urk.
17/117
, mit ergän
zender Begründung vom 2
0.
Januar 2014,
Urk.
17/119
) hob die IV-Stelle die
laufende
Invaliden
rente
mit Verfügung vom 29.
Januar 2014
bei
einem
Invali
ditätsgrad
von 0
%
und
unter
Vormerknahme
der Renteneinstellung seit November 2012
auf
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin
Ursula Reger-
Wyttenbach
,
am
5.
März 2014 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 2
9.
Januar 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm (dem Beschwerdeführer) ab
1.
November 2012 weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten.
In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihm in der Person vo
n
Rechtsanwä
lt
in Ursula Reger-
Wyttenbach
ein
e
unentgelt
liche
Rechtsbeis
t
ä
nd
in
zu
bestellen
(
Urk.
1 S.
2)
. Mit Eingabe
vom
10.
April 2014 (
Urk.
7)
reichte der Beschwerdeführer das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
8) ein und legte verschie
dene Belege (
Urk.
9/2-5)
sowie
den
Bericht von
C._
, Psycho
therapeut, vom 2
4.
März 2014 (
Urk.
10)
auf.
Mit Eingabe vom 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
14) wies der Beschwerdeführer weitere Unterlagen betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
ins Recht (
Urk.
15/2-5).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Mai 2014
(
Urk.
16) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
5.
Mai 2014 (
Urk.
19) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Nach telefonischer Aufford
erung reichte
die
Rechtsvertre
ter
in
Ursula Reger-
Wyttenbach
a
m 2
7.
April 2015
ihre
Honorarnote ein (
Urk.
20)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Allgemeinen Teils des
Sozi
alversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebre
chen
, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min-
destens
zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro-zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung
, die medizinischen Abklä
rungen hätte
n
ergeben, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Sommer 2008 insofern verbessert habe, als dass eine psychische Stabilisie
rung eingetreten sei. In seiner bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiter einer Wasch
strasse betrage die Arbeitsfähigkeit seither 50
%
. In einer seiner Behinderung
angepassten
Tätigkeit mit flexibler Zeitei
nteilung, in einem kleinen Team und
mit einem verantwortungsvollen Vorgesetzten sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig.
Aus dem
Einkommensvergleich
resultiere ein
rentenaus
schliessender
Inval
i
di
tätsgrad von 0
%
(
Urk.
2).
2.2.
Der Beschwerdeführer
brachte demgegenüber
im Wesentlichen
vor
, in dem der Renteneinstellung zugrundeliegende
n
Gutachten von
Dr.
D._
werde
von einer gesundheitlichen Besserung seit der gutachterlichen Untersuchung im Sommer 2008 ausgegangen. Eine Begründung hierfür werde im Gutachten allerdings nicht
ausgeführt
. Vielmehr ergebe sich aus dem Gutachten von
Dr.
Z._
gerade
, dass keine Verbesserung gegenüber der ursprünglichen
Rentenzusprache
erfolgt sei (
Urk.
1 S. 11).
Wie sich au
s den vorliegenden ärztlichen Beurteilun
gen ergebe, seien dieselben Diagnosen erhoben worden.
Im Gutachten
von
Dr.
D._
werde
zus
ätzlich eine Aggravation des Beschwerdeführers aufgeführt, welche zur Hauptsache mit den Resultaten der neuropsychologischen Testung begrün
det werde. Die
Ergebnisse die
ser
Teste seien indes allein schon aufgrund der mangelnden schriftlichen Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers
in Frage zu stellen. Ausserdem habe
Dr.
Z._
eine familiäre Vorbelastung hin
sichtlich psychischer Erkrankungen festgestellt. Damit fehle eine nachvollzieh
bare und einleuchtende Begründung für das Vorliegen von Aggravation
. Nach
dem aus den Akten auch hervorgehe, dass ihm alle seine Arbeitsstellen auf
grund seines – klar krankheitsbedingten – schwierigen Verhaltens gekündigt worden seien, und sich diesbezüglich keine Veränderung ergeben habe, sei die Feststellung einer eingetretenen Besserung nicht nachvollziehbar. Insbesondere werde auch darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer seit der Observation im Dezember 2011/Januar 2012 mit seiner Familie dreimal umgezogen sei. Grund sei jeweils das starke Gefühl
gewesen,
verfolgt un
d beobachtet zu wer
den,
was den „Verfolgungswahn“ des Beschwerdeführers untermauere
(
Urk.
1
S.
12).
Das Gutachten von
Dr.
D._
stelle
deshalb eine
andere Beurteilung eines unverände
rt gebliebenen Sachverhalts dar, was gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung eine ungenügende Grundlage für die Vornahme einer
Renten
einstellung
bilde
.
Schliesslich
liessen die durchgeführte
n
Observationen bezüg
lich der bei ihm vorliegenden psychischen Beschwerden keine Rückschlüsse zu (
Urk.
1 S. 1
2f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand de
s
Beschwerdefüh
re
rs
im massgeblichen Zeitraum zwischen der rechtskräftigen Verfügung vom
2.
April 2007
, mit welcher de
m Beschwerdeführer
eine ganze Rente zugespro
chen wurde,
bzw. der Mitteilung vom 1
2.
Juni 2009 (
Urk.
10/38)
und der ange
fochtenen Verfügung vom
2
9.
Januar 2014
, welche die zeitliche Grenze für den zu beurteilenden
Sachverhalt bildet, derge
stalt verbessert hat, dass nunmehr kein Rentenanspruch besteht.
3.
Massgeblich für die Beurteilung des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom
2.
April 2007
war
gemäss Feststellungsblatt zum Beschluss vom 1
3.
Dezember 2006 (
Urk.
17/14, vgl. auch
Urk.
2 S. 3) im Wesentlichen der Bericht von Dr. med.
E._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie
uns Psychotherapie
,
vom 1
9.
September 2006 (
Urk.
17/13).
Darin stellte die seit Oktober 2003 behandelnde
, an
C._
dele
gierende
,
Dr.
E._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (
Urk.
17/13/1):
Paranoide Schizophrenie F20.0
Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) F43.1
Der Beschwerdeführer leide an Schwierigkeiten mit den Mitmenschen, vor allem am Arbeitsplatz. Er
habe von
ei
ner ausgeprägten Reizbarkeit sowie der
Angst
berichtet
, seine aggressiven Impul
se im Um
g
a
ng mit fordernden Kunden nicht mehr kontr
ollieren zu können. Weiter habe er
depressive
Verstimmung
s
zu
stände
mit dem Wunsch nach Rückzug
beklagt
. Gleichzeitig habe er grosse Angst vor dem Alleinsein, da er dann von Geistern besucht werde. Er höre diese sprechen, werde auch angespr
o
chen
,
und diese würden versuchen, ihm zu befehlen. Suizidgedanken versuche der Beschwerdeführer durch Ignorieren zu ü
berwinden. Er müsse immer einen Kollegen haben
,
der bei ihm wohne. Seit seiner erneuten Heirat besteh
e
eine Entlastung durch die Anwesenheit seiner Ehefrau. Die Medikamente würden ihm sehr helfen, sich von den Stimmen zu distanzieren. Gleichzeitig meine der Beschwerdeführer
, ohne diese
auch nicht
mehr denken zu
können. Er studiere und spreche ständig mit ihnen. Die Medi
kamente würden sehr helfen und auch den Druck nehmen, da diese ihm helfen würden,
seine Aufmerksamkeit auch auf A
nderes lenken zu können. Der Beschwerdeführer bete sehr viel und lese im Koran, was ihm helfen würde.
Sodann
habe er auf Nachfragen
ängstlich und mit leiser Stimme berichtet, sein Telefon werde abgehört
und er
habe das Gefühl
, ständig beobachtet zu werden. Eine Mütze zu tragen helfe manchmal, da er (der Beschwerdeführer) dann für Geistwesen unsichtbar sei.
Der
Beschwerdeführer habe mit leiser Stimme, vor
sichtig, zurückhaltend und ängstlich berichtet.
Bewusstsein, Orientierung und Gedächtnis seien intakt.
Demgegenüber seien Aufmerksamkeit
und
Konzentrati
onsvermögen
vermindert. Der Beschwerdeführer sei leicht ablenkbar. Sei
n
Den
ken sei formal unauffällig, inhaltlich jedoch geprägt von Beobachtungs- und Verfolgungsideen durch böse Geister, welche ihm schaden wollten.
Er
sei sehr beschäftigt mit Plänen für die Zukunft und er suche nach Mitteln, welche ihn vom Druck und der Angst und den Geistern befreien könnten. Weiter
würden
N
achhallerinnerungen an Traumatisierungen in der Kindheit, Alpträume sowie akustische Halluzinationen
bestehen
.
Auch
seien Ichstörungen vorhanden. Die Stimmung sei ängstlich besorgt, unsicher, zei
tweise reizbar und misstrauisch
im Kontakt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei eingeschränkt. Ein Rapport entstehe.
Sodann seien
verminderte Vitalgefühle, ein sozialer Rückzug, Schlaf
störungen und innere Unruhe
feststellbar
(
Urk.
17/13/2).
Schliesslich beschrieb
Dr.
E._
im Rückblick verschiedene Phasen seit ihrem ersten Kontakt mit dem Beschwerdeführer im Jahre 200
2.
Er habe sich jeweils in Krisen gemeldet,
die durch aggressive Impulse und
Stimmen
hören
gekennzeichnet gewesen seien und
aufgrund dessen
er schon
früher alle Arbeitsstellen verloren
habe
. Medika
mente und Krankschrei
b
ung für zwei bis drei Wochen hätten
jeweils Entlastung
und zu Beginn die Symptome gar zum Verschwinden gebracht. Allerdings habe der Beschwerdeführer die Medikamente immer wieder abgesetzt. Er habe sich jeweils mit Arbeit, Fitnesstraining und Kollegen von den Halluzinationen und Gedanken an die Geistwesen tagsüber
abzulenken versucht. Die Kri
sen hätten sich gehäuft, bis die Situation
im April 2005
am Arbeitsplatz
zu
folge aggressi
ven Umgangs mit den Kunden
zu
eskalieren gedroht
habe
. Die Medikamente, welche der Beschwerdeführer dann wieder einzunehmen begonnen habe, hätten zwar die Symptome gemildert, ihn aber in wirksamen Dosen zu sehr ermüdet. Die Krankschreibung habe Entlastung gebracht. Die Einsichtsfähigkeit in die Notwendigkeit einer regelmässigen Medikamenteneinnahme
habe
sich seither deutlich gebessert. Die regelmässigen psychotherapeutischen Gespräche in der Muttersprache bei Herrn
C._
, zu welchem der Beschwerdeführer ein gutes Vertrauen habe aufbauen können, hätten sich stabilisierend ausgewirkt.
Allerdings sei d
ie Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit aufgrund der
Residual
symptomatik
sowie
der paranoiden Verarbeitung von Ereignissen am Arbeits
platz, wenn der Beschwerdeführer
unter
Druck gerate, aktuell und auf längere Sicht nicht a
ngezeigt.
Obwohl es ihm bisher immer gelungen sei, seine aggres
siven Impulse zu kontrollieren, bestehe bei Exazerbation der Erkrankung durch
aus die Gefahr einer Fremdgefährdung. Trotz
neuroleptischer
und antidepressiv medikamentöser Therapie bleibe die
residuelle
Symptomatik mit affektiver Ver
flachung, verminderten Vitalgefühlen, Ichstörungen und akustischen Halluzina
tionen bestehen. Die Belastbarkeit und die Leistungsfähigkeit seien erheblich eingeschränkt. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100
%
, langfristig, bei ungünsti
ger Prognose (
Urk.
17/13/3).
4.
Im Rahmen
einer
ersten revisionsrechtlichen Überprüfung Ende 2007
gab
die
IV-Stelle
bei der Klinik
A._
ein psychiatrisch
es
Gutachten in Auftrag.
Im
seinem psychiatrischen
Gutachten vom
9.
Juli 2008
diagnostizierte
Dr.
Z._
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische paranoide
Schizo
-
phrenie
, episodisch mit stabilem Residuum
(ICD-10: F20.02)
,
und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach posttraumatischer Belastu
ngsstörung (ICD-10: F43.1,
Urk.
17/32/6).
Der Beschwerdeführer habe ordentlich gepflegt, bewusstseinsklar und allseits orientiert gewirkt. Während des Gesprächs hätten sich keine Hinweise auf Störungen der
mnestischen
Funk
tionen ergeben. Im formalen Denken sei der Beschwerdeführer zeitweise stark sprunghaft gewesen, zeitweise ausgeprägt weitsch
w
eifig. Inhaltlich habe er ein
deutig Verfolgungswahnideen sowie akustische Wahnideen aufgewiesen. Es hätten sich keine Hinweise auf Ich-Störungen ergeben. Im Affekt sei der Bes
chwerdeführer leicht deprimiert,
hintergründig
indes
massiv verängstigt und leicht
dysphorisch
gereizt sowie affektiv modulierbar. Ein affektiver Rapport sei gut herstellbar. Im Antrieb und in der Motorik sei
der Beschwerdeführer
unauf
fällig gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung ergeben
(
Urk.
17/32/4f.).
Im Rahmen der testpsychologischen Untersuchung habe das Beck
Depressions
Inventar (BDI) auf eine deutlich erhöhte depressive Sympt
omatik hingewiesen. Die
erhobene
n
Konzentrations- und
Sorgfaltsleis
tung
en
sei
en
sehr stark unterdurchschnittlich. Das Bearbeitungstempo liege deutlich unter dem Durchschnittsbereich. In der Testaufführung sei der Beschwerdeführer qualitativ sehr stark unterdurchschnittlich und quantitativ deutlich unterdurchschnittlich
gewesen. Beim Konzentrations-Verlaufs-Test (KVT) hätten Tempo-, Sorgfalts- und Konzentrationsleistung (Fehlerzahl) unter dem Durchschnittsbereich gelegen, wobei die Tempoleistung nur leicht unter
durchschnittlich gewesen sei (
Urk.
17/32/5). Beim Beschwerdeführer sei es bereits zu einer
Chronifizierung
der paranoiden Schizophrenie gekommen, sodass trotz optimalen therapeutischen Massnahmen mit
einer
Verbesserung seiner Arbeitsfähigkeit nicht mehr zu rechnen sei. Während der Untersuchung habe er sowohl formale als a
u
ch inhaltliche Denkstörungen sowie Affektlabilität aufgewiesen. Die Verfolgungswahnideen und die akustischen Halluzinationen seien als sogenannte produktive psychotische Symptome anzunehmen und würden eigentlich die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie bestätigen (
Urk.
17/32/6f.). Der Beschwerdeführer sei
seit Mai 2005
aufgrund der sehr stark reduzierten psychischen Belastbarkeit im Rahmen von formalen und inhaltli
chen Denkstörungen
für jegliche
Tätigkeit
en
zu 100
%
arb
eitsunfähig
(
Urk.
17/32/7).
5
.
Im Rahmen des im
August
201
2
eingeleiteten Revisionsverfahrens finden sich im Wesentlichen die
Observierungsunterlagen
(
Urk.
17/53-54)
sowie das
bi
dis
ziplinäre
(Psychiatrie und Neuropsychologie,
letztere
mit Symptomvalidierung)
Gutachten
der
B._
vom 2
1.
Mai 2013 bei den Akten
(
Urk.
17/95/1-44)
.
5
.
1
Im psychiatrischen
Teilg
utachten vom 2
1.
Mai 2013 stellte
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psych
o
therapie, folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
17/95/34):
Paranoide Schizophrenie mit unvollständiger Remission (F20.04),
differenzialdiagnostisch anhaltende wahnhafte Störung (F22.0)
Chronische (eher leichte beziehungsweise
subsyndromale
) posttraumati
sche Belastungsstörung (F43.1 beziehungsweise F43.8)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellt
e
Dr.
D._
akzentu
ierte Persönlichkeitszüge (F73.1) im Sinn von erhöhter
Misstrauenshal
tung
, schlecht abgrenzbar von der oben genannten
Traumafolgestörung
(chro
nische posttraumatische Belastungsstörung)
fest (
Urk.
17/95/34).
Die diagnostische Beurteilung habe sich als komplex erwiesen. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung habe der Beschwerdeführer in spezifischer Weise psy
chotische Phänomene beschreiben können, was darauf hinweise, dass er so
l
che zuminde
s
t schon erlebt habe. Andererseits würden diejenigen
Beeinflussungs
phänomene
, die er für den aktuellen Zeitpunkt oder die letzten Tage beschrie
ben habe, relativ blass und
distant
und
atypisch
wirken
, sodass aktuell
kein Vollbild ein
es schizophrenen Syndroms gege
b
e
n ersch
ei
ne. Auch habe der Beschwerdeführer in seiner Interaktion mit dem Untersuchenden, die durch
Aufmerksamkeit, teils Verdeutl
ichung, a
ber auch deutliche Beziehungsaufnah
m
e
und Interakti
on gekennzeichnet gewesen sei, keineswegs wie ein chronisch psy
chotischer Patient
gewirkt
. Ferner habe es auch Bereiche gegeben, zu denen der Beschwerdeführer nicht habe befragt werden wollen (n
ähere Angaben hierzu, weshalb es so schwierig sei, über die Art der Einflussnahme des Geistes zu spre
chen), wobei das diesbezügliche Abwehrverhalten mit der Bitte, nicht weiter zu fragen, eigentlich interpersonell
kompetent gewirkt habe,
während
dem
psycho
tische Patienten an solchen Gesprächsstellen oft daneben antworten oder
sicht
barerweise
mit psychot
ischen Zeichen reagieren würden (
Urk.
17/95/25)
. Gegen
eine authentische Beschwerdeschilderung
würden sodann die Ergebnisse der neuropsychologischen Testung mit Verfahren der
Symtomvalidierung
(vgl. nachfolgend E. 5.2) sprechen (
Urk.
17/95/27).
Dr.
D._
kam zum Schluss, dass d
ie von der ICD geforderten – detailliert beschriebenen (
Urk.
17/95/28) – Krite
rien für das Vorliegen einer Schizophrenie
aktuell
nicht mit genügender Ein
deutigkeit erfüllt
seien
. Letzteres umso
weniger angesichts des vom Beschwer
deführer beschriebenen und für eine Schizophrenie atypischen Stimmenhörens. I
m Abgleich mit den Fremdauskünften (gemäss Telefonat mit der behandelnden
Dr.
E._
sowie dem behandelnden Psychologen
C._
;
Urk.
17/95/20,
Urk.
17/95/22)
habe sich denn auch
ergebe
n
, dass die aktuellen
Häufigkeitsan
gaben
des Stimmenhörens
gegenüber dem Untersuchenden wahrscheinlich bewusst übertrieben worden seien.
Die Überwachung durch ein Geisteswesen, welches auch seine Gedanken beeinflussen könne und seinerseits auch mit dem Herrscher von
F._
in Verbindung stehe, sei vor dem transkulturellen Hintergrund nur eingeschränkt verwertbar. Ausserdem seien die Angaben zu wenig konturiert, um dadurch Beeinflussungen im Sinne von Ich-Störungen dokumentieren zu können. Die übrigen Angaben zu
den möglichen aufgeführ
ten Kri
teri
e
n seien ebenfalls zu
wenig konturiert, um insbesondere für den
aktu
ellen Zeitpunkt die Diagno
se eines schizophrenen Syndroms beziehungswiese einer chronischen schizophrenen Störung belegen zu können
(
Urk.
17/95/29)
.
Im Rahmen seiner diagnostischen Überlegungen hinsichtlich der auffällig wir
kenden Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers kam
Dr.
D._
zum Schluss,
der emotionale Erlebnisdruck beim Wiedererinnern
an die langen Jahre von wiederholten traumatischen Erlebnissen im Kinderheim während des
Liba
nonkrieges
, die akustischen Flashbacks (Schreie der Kinder, Stimme der Lehre
rin) beziehungsweise allenfalls das dissoziative Stimmenhören und die emotio
nale Instabilität, das Misstrauen sowie die Übererregung
seien
am ehesten
als leichte chronische oder nur
subsyndromale
PTBS (F43.1) zu klassifizieren;
sub
syndromal
deshalb, weil das Kriterium von „Vermeidung“ des Themas nicht gegeben sei
(
Urk.
17/95/31f.)
.
Davon abzugrenzen seien Komponenten einer schwierigen Sozialisation (
Urk.
17/95/32).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erscheine es angesichts der in den
Untersu
chungsgesprächen
erhobenen Befunde so, dass diese nicht durch die psychoti
schen Phänomene (Stimmen oder Einflüsse des Geistes) ihre Begrenzung erfahre, sondern eher durch die leichte Kr
ä
nkbarkeit und das Misstrauen sowie durch das grundsätzlich erhöhte Erregungsniveau und die nur ungenügend kontrollierte Impulsivität des Beschwerdeführers. Alle
s
dies führe dazu, dass
L
etzterer sowohl in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern als auch im
Kun
denkontakt
bei einem weiten Spektrum von denkbaren Tätigkeiten einge
schränkt sei beziehungsweise, dass solche Tätigkeiten auf dem freien Arbeits
markt früher oder später ein Ende finden würden, wenn es zu einem unschönen Vorfall käme. Der Beschwerdeführer sei in erheblicher Weise in seiner
Kon
trollfähigkeit
bezüglich aggressiven Impulsen und Situationen der Kränkung und in seiner affektiven Stabilität gemindert
(
Urk.
17/95/32)
.
Die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Mitarbeiter in einer Waschstrasse, mit wahrscheinlich erhebli
cher Stressbelastung bei hoher Kundendichte, sei angesichts der wahrscheinli
chen E
i
nschrän
k
ungen des Beschwerdeführers wenig geeignet und würde wahrscheinlich bald wieder zu einer Dekomp
ensation
bei dieser Arbeit führen (
Urk.
17/95/34).
D
emgegenüber
würde die observierte Tätigkeit einer vermuteten Vermittlung von Kontakten beim Handel von Altautos in Zusammenarbeit mit libanesischen Kollegen wohl einen Sektor darstellen, in welchem der Beschwer
deführer relativ optimal funktionsfähig sei (
Urk.
17/95/32).
Diesbezüglich sei ferner zu vermerken, dass auch chronisch psychotische Patienten je nach Art und Ausprägung der psychotischen Symptomatik in angestammten Tätigkeiten ohne intensiven interpersonellen Kontakt durchaus arbeitsfähig sein könnten (
Urk.
17/95/33). In einer Tätigkeit, die nur einen relativ losen Kontakt zu ande
ren bringe und ebenfalls ein eher loses Unterstellungsverhältnis unter eine
n
Chef beinhalte
, die er weitgehend selber strukturieren könne und wo kaum Rei
bereien unter Stress auftreten würde
n
, der
Vorgesetzte
idealerweise relativ fle
xibel und geschickt im Umgang mit charakterlich schwierigen Migranten sein müsse, sei der Beschwerdeführer weitgehend vollschichtig
(80
%
- 100
%
)
arbeitsfähig
(
Urk.
17/95/34f.)
. Eine regelmässige Betätigung wäre für den Zustand des Beschwerdeführers wahrscheinlich stabilisierend
(
Urk.
17/95/34). Eine Besserung des psychischen Zustandsbildes sei wahrscheinlich ab dem Jahre 2008 – wahrscheinlich auch bedingt durch eine Stabilisierung infolge
Wieder
verheiratung
und Gründung einer Familie - eingetreten (
Urk.
17/95/34,
Urk.
17/95/31,
Urk.
17/05/35,
Urk.
17/95/36
).
5
.2
Am
1
1.
Februar 2013
wurde der Beschwerdeführer von
lic
. phil.
G._
,
Neuropsychologe und Psychologe
,
neur
opsychologisch untersucht (Urk.
17/95/37-44).
In seinem Bericht vom 1
1.
Februar 2013 hielt
lic
. phil
.
G._
fest,
der Beschwerdeführer
habe
weit unterdurchschnittliche Testergebnisse in den Berei
chen der selektiven Aufmerksamkeit und Impulskontrolle sowie exekutiver Teilfunktion (verbale Interferenzkontrolle, figurale Ideenproduktion) erzielt. Bei den weiteren durchgeführten Tests
würden
überwiegend unterdurchschnittliche Resultate
vorliegen
. In der Norm liegende Ergebnisse seien in den Bereichen der
phasischen
Alertness
, der visuellen Merkspanne und in einem
fahreignungsspe
zifischen
Test mit Anforderung an die visuelle Wahrnehmungsleistung und Auffassungsschnelligkeit zu verzeichnen gewesen. Bei alleiniger Betrachtung des kognitiven Testprofils würde man annehmen, dass eine mittelschwere neu
ropsychologische Störung vorliege. Die Durchführung einer standardisierten Sym
p
tomvalidierung nach Slick und Mitarbeitern (1999) habe jedoch Hinweise auf eine wahrscheinliche Aggravation der Beschwerden ergeben. Im Rahmen der drei durchgeführten Symptomvalidierungstests („The b Test“, Boone et al., 2002; MSVT, Green 2004; TOMM, Tombaugh, 1996) habe der Beschwerdeführer auffällige Ergebnisse erzielt, welche auf eine negative, bewusste
Antwortver
zerrung
im Bereich der kognitiven Fähigkeiten hinweise. Insbesondere im „The b Test“ habe sich ein sehr auffälliges Testergebnis gezeigt, wobei hier der Ver
gleich mit einer normativen Stichprobe von Patienten mit der Dia
g
nose einer Schizophrenie erfolgt sei, welche strengere Kriterien als der Vergleich mit der Gesamtstichprobe berücksichtige. Es hätten sich auch
Inkonsistenzen innerhalb der Testergebnisse ergeben. Die unterdurchschnittlichen Ergebnisse im Bereich der Aufmerksamkeitsfunktionen seien nicht mit dem durchschnittlichen Resultat bei einem anspruchsvolleren fahreignungsspezifischen Test zur
Auffassungs
schnelligkeit
vereinbar. Die Fehlermuster hätten stark voneinander abgewichen: Während der Beschwerdeführer bei einem Test zur selektiven Aufmerksamkeit keine Verwechslungsfehler begangen habe, sei es bei einem ähnlichen Test zu einer ausserordentlich hohen Anzahl solcher Fehler gekommen (
Urk.
17/95/42). Im Rahmen weiterer kognitiver Tests habe sich ebenfalls eine ungewöhnlich hohe Fehlerrate gezeigt, welche selbst bei Patienten mit schweren kognitiven Einschränkungen nur selten vo
rkomme
. Das kognitive Testprofil habe sehr aus
geprägte kognitive Einschränkungen zum Ausdruck gebracht, welche sich nicht in dem Ausmass im Verhalten des Beschwerdeführers während der Untersu
chung offenbart h
ätten
und auch nicht mit der Tatsache vereinbar sei
en
, dass derselbe imstande sei, im Alltag ein Fahrzeug zu lenken. Im Rahmen eines Fremdbeurteilungsverfahrens zur Symptomvalidierung psychischer Symptome (M-FAST, Miller, 2001) sei der Cut-off-Wert knapp überschritten worden, was auf Verfälschungstendenzen bezüglich der vom Beschwerdeführer beklagten und geschilderten psychopathologischen Symptome hinweise.
Bei
Vorliegen
einer
wahrscheinlichen Aggravation sei die Glaubhaftigkeit des Ausmasses der angegebenen Beschwerden oder diagnostisch festgestellten Leistungseinbussen in Frage zu stellen.
Das im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung ermittelte kognitive Testprofil und die vom Beschwerdeführer beklagten und angegebenen psychopathologischen Symptome würde
n
damit nur geringe Aussagekraft besitzen, beziehungsweise seien nicht plausibel. Der Schweregrad der neuropsychologischen Störung sei unter diesen Umständen entsprechend schwierig einzuschätzen, aber auf jeden Fall geringer, als es das Testprofil dar
lege.
Aufgrund d
er wahrscheinlichen Aggravation der Beschwerden könne keine valide Beurteilung der beruflichen Funktionsfähigkeit und der Fahreignung erfolgen
(Urk.
17/95/43)
.
6.
6.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat für ihren abweisenden Entscheid auf das Gutachten der
B._
abgestellt (
vgl. Feststellungblatt
für den Beschluss, Urk.
17/108/9
f.
).
Das
Gutachten
stützt sich auf die klinische Untersuchung
inklusive
Laboruntersuchung
(Medikamentenspiegel) vom 11.
Februar 2013
sowie
neuropsychologische Testung mit Symptomvalidierung vom 2
1.
Februar 2013
und wurde
in Kenntnis
sowie
in differenzierter Auseinandersetzung mit den medizinischen
Vorakten
und den beklagten Beschwerden
abgegeben, womit es
sämtliche Kriterien
erfüllt
, denen ein beweistaugliches Gutachten zu genügen hat
.
Insbesondere hat
Dr.
D._
die
sich als komplex erweisende
diagnostische Beurteilung detailliert
und sorgfältig
diskutiert und
sowohl
seine Schlussfolge
rungen
als
auch
die
Antworten auf die
Fragen der Beschwerdegegnerin
nach
vollziehbar begründet
.
Im Einzelnen
führte
Dr.
D._
unter Erläuterung
und Einbezug
der
einschlägigen
ICD-Kriterien
in
überzeugender
Weise aus
, weshalb
eine
schizophrene Psychose
im Zeitpunkt seiner Untersuchung
nicht
mit genü
gender Eindeutigkeit
diagnostiziert werden
konnte
(E. 4.2,
Urk.
17/96/26ff.).
Sodann wies er darauf hin, dass
die
beschriebenen
visuelle
n
Halluzinationen
und das Stimmenhören
atypisch fü
r eine Schizophrenie
seien
und
vielmehr den naiven Vorstellungen von medizinisch Unkundigen
entsprechen
würden
, die eine
Psychose glauben machen woll
t
en (
Urk.
17/95/26)
.
Weiter
hat Dr.
D._
nachvollziehbar
dargelegt, dass
Dr.
E._
für das
Jahr
2005 und
teilweise
2006 ein
Zustands- und Beschw
erdebild beschrieb
, welches
ungeachtet gewisser Restz
weifel
die Kriterien einer paranoiden Schizophrenie eher wahrscheinlich erfülle
n würden
.
Jedenfalls
ist
die damalige Diagnose aus heutiger Sicht
für
Dr.
D._
nicht offensichtlich unrichtig.
Als r
elativierend hinsichtlich des
dama
lige
n
Schweregrad
s
bezeichnete er indes den Umstand
,
dass der Beschwerde
führer in dieser Zeit seine jetzige Ehefrau kennenlernte und schl
iesslich heira
tete
(
Urk.
17/95/30f.,
Urk.
17/95/36
).
Demgegenüber sind d
ie
vo
n
Dr.
Z._
erhobenen Befunde
nach überzeugender Feststellung
von
Dr.
D._
mit de
r
vom ersteren
diagnostizierten chronisch paranoiden Schizophrenie
nicht
in Verbin
dung zu bringen.
Vielmehr
vermag
die
von
Dr.
Z._
erhobene
Befundlag
e, welche der
aktue
llen
in weiten Teilen entspr
icht
, weder
für den damal
igen Zeit
punkt noch
aktuell zweifelsfrei das Vorliegen eines schizophrenen Syndroms
zu
belegen. Insbesondere ha
t
es
letzterer
versäumt,
die beschriebenen
Verfol
gungsideen
sowie akustischen Wahnideen näher
zu
erläutert
en und seine Diag
nosen
mit den vom ICD-10 geforderten Kriterien
zu belegen
, wie es
gemäss
Dr.
D._
für eine kritische Diagnosestellung nötig gewesen wäre.
Im Übrigen relativierte bereits
Dr.
Z._
d
ie
in Überein
s
t
immung mit
Dr.
E._
diag
nostizierte posttraumatis
che Bela
s
tungsstörung
,
indem
er diese unter den Diag
nosen
ohne Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit aufführt
e
(Urk.
17/95/
30f.
).
Vor diesem Hintergrund kam
Dr.
D._
– entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers -
in einsichtiger Weise zum Schluss, dass
spätesten
s
seit
Juli
2008
(Datum der gutachterlichen Untersuchung von
Dr.
Z._
)
eine Besserung
des psychischen Zustandes
eingetreten ist, mitunter begünstigt durch
die
Stabi
lisierung infolge Wiederverheiratung im Jahre 2006 (
Urk.
17/95/25), womit
im Zeitpunkt seiner Begutachtung nunmehr
höchstens
eine paranoide Schizophre
nie mit un
vollständiger Remission vorlag
(F20.04).
Damit im Einklang steh
t
sowohl
die
Fremdanamnese
vo
n
Dr.
E._
, wonach
der Beschwerdeführer
seit langem keine Klagen
über Stimmen mehr
angegeben habe (
Urk.
17/95/21)
,
als auch
die
eigenen Angaben des
Beschwerdefüh
r
er
s
, wonach
er
sich
im Klaren
darüber
sei, da
ss nur er diese Stimmen erlebe
,
sowie der Umstand, dass
er die Häufigkeit und
den zeitlichen Rahmen des Stimmenhörens
anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
D._
kaum anzugeben vermochte und
auf entspre
chende Nachfrage inhaltliche und formale Denkstörungen sowie Ich- Störungen grösstenteils negierte (
Urk.
17/95/19,
Urk.
17/95/21,
Urk.
17/95/27).
Im Übrigen gab der Beschwerdeführer bereits
im persönlichen Gespräch mit der
Beschwer
degegnerin
vo
m
8.
Oktober 2012
auf Vorhalt der Observierungsunterlagen
an,
er glaube
auch
,
es sei eine Verbesserung eingetreten. Er fühle sich gesund und wolle arbeiten
(
Urk.
17/58/4,
Urk.
17/59/1).
Schliesslich figurierte
denn
auch
der
von
Dr.
D._
gemessene Medikamentenspiegel betreffend das Neuroleptikum
Seroquel
respektive
Quetiapin
als generischer Wirkstoff deutlich unter dem Referenzbereich
.
Dr.
D._
erwog
hierzu
, die niedrige Dosierung von
Seroquel
diene dem Beschwerdeführer möglicherweise
noch
als allgemeines Beruhi
gungsmittel und schlafanstossendes Mittel (
Urk.
8/95/29).
Zusammenfassend
ist
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiege
nden Wahrscheinlich erstellt
, dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers jedenfalls
ab
Juli 2008 in
revisionse
rhebli
chem
Ausmass verbesserte und er
spätestens im Zeitpunkt der Renteneinstellung
zu 100
%
arbeitsfähig
war und weiterhin
ist.
Insbesondere
ist nicht zu bean
standen, da
ss die Beschwerdegegnerin
(bei der von
Dr.
D._
attestierten medi
zinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 80-100%)
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausging.
Sind
doch
für die Beurteilung einer Erwerbsunfähig
keit
aus juristischer Sicht
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung massgeblich (
Art.
7
Abs.
2 ATSG), ohne Rücksicht auf
invali
ditätsfremde
persönliche Gründe des Beschwerdeführers sowie insbesondere auf Aggravation.
Demgegenüber f
ührte
Dr.
D._
aus, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erfahre angesichts der in der Untersuchung erhobenen Befunde eher nicht durch psychotische Phänomene ihre Begrenzung, sondern vielmehr durch das grundsätzlich erhöhte Erregungsniveau und der nur unge
nügend kontrollierten Impulsivität des Beschwerdeführers (
Urk.
17/95/32).
Sodann liessen
die
divergierenden und diffusen Angaben zu seinem Tagesablauf sowie betreffend die Häufigkeit des Stimmenhörens und den Verlauf von psy
chotischen Phänomenen, ebenso wie die
aktiven Verfälschungstendenzen und die erzielten nicht authentischen Leistungen im Rahmen der neuropsychologi
schen Testung erhebliche Zweifel an den Beschwerdeschilderungen
auf
kommen (
Urk.
17/95/27). Ausserdem verwiesen
lic
. phil.
G._
und
Dr.
D._
überein
stimmend auf
eine
Aggravation des Beschwerdeführers (
Urk.
17/95/36
,
Urk.
17/95/41,
Urk.
17/95/43
).
A
ufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht
-
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
-
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizi
pierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
6.2
Den Beweiswert des Gutachtens der
B._
vermag auch der beschwerdeweise eingereichte Bericht vo
n
Dr.
E._
vom 19.
November
2012 (recte: 2013,
Urk.
3)
nicht zu schmälern
. Insbesondere
übernimmt
Dr.
E._
die von Dr.
D._
gestellten Diagnosen und
bringt
sie
im Übrigen
keine neuen medizinischen Erkenntniss
e vor. Ihr Einwand
,
Dr.
D._
habe auf eine Beschrei
bung der dem Beschwerdeführer zumutbaren angepassten Tätigkeit verzichtet
,
geht ins Leere.
Beschrieb er doch
wiederholt
die Merkmale einer adäquaten Verweistätigkeit
und hielt darüber hinaus fest, die Vermittlung von Kontakten beim Handel von Autos stelle eine Tätigkeit dar, in welchem der Beschwerde
führer noch optimal funktionsfähig sei
(
Urk.
17/95/32,
Urk.
17/95/34
)
.
6.3
Auf die
Stellungnahme
des
delegiert
behandelnden Psychotherapeuten
C._
vom 2
4.
März 2014 (
Urk.
10)
, der
ebenfalls die Diagnosen von Dr.
D._
übernommen hat,
kann
schon deshalb nicht allein
abgestellt werden,
weil er kein Arzt und die Ar
beitsfähigkeit nach der Rechtspr
echung auf der Grundlage von me
dizinischen Stellungnahmen zu beurteilen ist (BGE 130 V 99
E. 3.2 mit Hin
weisen).
Im Übrigen
hat das Gericht der Erfahrungstatsache Rech
nung zu tragen, dass behandelnde
Fachpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE V 465 E. 4.5 S. 470; Urteil 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2).
6.4
Dem
Einwand
des Beschwerdeführers
,
die Ergebnisse der neuropsychologischen
Testung
seien bereits
zufolge
seiner
mangelhaften
schriftlichen
Deutschkennt
nisse
in Frage zu stellen,
ist zunächst entgegenzuhalten,
dass
dem
ausführlichen
neuropsychologischen Bericht
vom 1
1.
Februar 2013 (
Urk.
17/95/37-44)
kei
nerlei Anhaltspunkte für
irgendwie geartete sprachliche
Verständigungsprob
leme
zu entnehmen
sind
.
Sodann ist nicht einsichtig und hat der Beschwerde
führer auch nicht ausgeführt, inwiefern schriftliche Sprachkenntnisse bei der
vorgenommen
Testung von visuell-räumlichen Fähig
keiten,
Aufmerksamkeits
leistungen
und visuellem Explorationsverhalten, sowie
Gedächtnisleistungen, namentlich anhand der visuellen und verbalen Merkspanne (durch
Zahlen
nachsprechen
), von Relevanz sein soll
en
.
Ferner
erfolgte bei der weitaus über
wiegenden Anzahl der verwendeten Tests eine bildungskorrigierte Auswertung. Das heisst
,
die vom Beschwerdeführer erbrachten Resultate wurden mit durch
schnittlichen Leistungen einer normativen Stichprobe von gesunden Probanden gleichen Bildungsniveaus verglichen (
Urk.
17/95/39). Im Übrigen sprechen die
festgestellten
bewussten Verfälschungs- und Aggravationstendenzen des Beschwerdeführers
eindeutig
gegen die Annahme
von (schriftlichen)
Verständi
gungsprobleme
n
.
6.5
Dass die Ereignisse der durchgeführten Observation keine Rückschlüsse auf die psychischen Beschwerden d
es Beschwerdeführers zulassen würden
und
diese
in keiner
Weise geeignet seien
,
eine gesundheitliche Verbesserung des Beschwer
deführers zu belegen
,
geht
angesichts der gutachterlichen Beurteilung
(vgl.
E.
6.1)
ins Leere. Ungeachtet dessen ist darauf hinzuweisen, dass
RAD-Arzt
Dr.
H._
in seiner
fachärztliche
n
Stellungnahme vom 2
0.
Juni 2012
zum Schluss kam
, im Rahmen der Observation
liesse
n
sich
Antriebsstörung,
Ver
langsamung, sozialer Rückzug oder
Angst vor anderen Menschen
nicht
nach
weisen
(
Urk.
17/56
/2
f.
)
,
und
selbst
der Beschwerdeführer im persönlichen Gespräch mit der Beschwerdegegnerin vom
8.
Oktober 2012 auf Vorhalt der
Observierungsunterlagen an
gab
, er glaube auch, es sei eine Verbesserung ein
getreten. Er fühle sich gesund und wolle arbeiten (
Urk.
17/58/4,
Urk.
17/59/1).
Mit seinen
weiteren
Rügen
ist der Beschwerdeführer
nicht zu hören.
7.
Der
Einkommensvergleich blieb be
schwerdeweise unbestritten.
Die
Beschwerde
gegnerin
stützte sich bei der Ermittlung des
Valid
eneinkommens
auf das in der rechtskräftigen Rentenverfügung vom
2.
April 2007 für das Jahr 2006 festge
legte Einkommen vom
Fr.
49‘579.9
0.
Unter Berücksichtigung der
Nominallohn
entwicklung
für
männliche Arbeitskräfte
bis ins massgebliche Jahr 20
08 (Ein
tritt der Gesundheitsverbesserung;
Nominallohnindex
115.5 [2006
] auf
120.00 [2008
], Schweizerischer Nominallohnindex T1.93,
T
OTAL
, Bundesamt f
ür Sta
tistik – Lohnentwicklung, einzusehen
unter: h
ttp://www.bfs.admin.ch/bfs/por
tal/de/index/themen/03/04/blank/data/02.html) ergibt sich damit – in
diskreter
ziffernmässiger Abweichung der Berechnungen der
Beschwerdegegnerin
- ein Jahreseinkommen von rund
Fr.
51‘511.60
.
—
für ein Pensum von 100
%
.
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens s
tell
te die Beschwerdegegnerin
auf den im Rahmen der Lohn
strukturerhebung des Bundesamts für Statistik
(LSE)
ermittelten
Median
lohn
für männliche Arbeitskräfte
, die einfache und repeti
tive Tätigkeiten ausführen
(LSE 2008, Tabelle
TA
1, TOTAL, Niveau 4)
, ab
und ermit
telte unter Berücksichtigung der im Jahr 20
08 betriebsüblichen durch
schnitt
lichen Arbeitszeit von wöchentlich 41.6 Stunden (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsa
bteilungen [NOGA 2008]
, in Stunden pro Woche,
Bundesamt für Statistik, einzusehen unter: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/02/blank/data/07.html
) ein Invalideneinkommen von
Fr.
59‘978.90
(
Fr.
4'
806.--: 40 x 41.6
x 12).
Aus dem
Vergleich des
Valideneinkommens
mit dem Invaliden
einkommen
resul
tiert keine Erwerbseinbusse.
Selbst bei Berücksichtigung des maximal zulässigen Leidensabzuges von 25
%
liesse sich kein
rentenanspruchsbegrün
dender
Invaliditätsgrad bestimmen.
8.
8.1
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV)
ist
bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflus
sende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der Leistung in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird
. Die Herabsetzung
oder Aufhebung einer Rente erfolgt im Normalfall
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an
(
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV).
Rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an darf eine Leistung nur dann aufgehoben werden, wenn die unrichtige Leistungsausrichtung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss
Art.
77 IVV zumutbaren Melde
pflicht nicht nachgekommen ist (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV).
Gemäss
Art.
77 IVV hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesentli
che Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-Stelle
anzu
-zeigen.
8.2
Zwar kann dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der fachärztlich ausge
wiesenen Verbesserung
per 2008
der subjektive Vorgang
eine
r
bewusste
n
Meldepflicht
verletzung
nicht nachgewiesen werden.
Sodann
gab
er
in den Revisionsfragebögen vom
8.
August 2012 und 1
2.
August 2012 beziehungs
weise im persönlichen Gespräch mit der Beschwerdegegnerin vom
8.
Oktober 2013
schliesslich
zu, Arbeitsversuche unternommen zu haben (
Urk.
17/41
/1), Kollegen im Auto- und
Töffhandel
geholfen zu haben (
Urk.
17/43
/2
) und hierbei zweimal
Fr.
150.-- erzielt zu haben (
Urk.
17/58
/2
). Demgegenüber machte er letztere Angaben erst auf eingehendere Befragung und hat er seine Einkünfte der Beschwerdegegnerin nie von sich aus gemeldet.
I
m R
ahmen des
Beschwer
deverfahrens
IV.2012.01148 gegen die Rentensistierungsverfügung
vom 2
6.
Oktober 2012
legte er
beim hiesigen Gericht
schliesslich sieben
Quittungen
ins Recht
, wonach er im November/Dezember 2008 jeweils eine
Vermittlungs
provision
zwischen
Fr.
50.-- und
Fr.
100.-- sowie am
9.
August 2010
Fr.
120.-- und am 1
7.
August 2010
Fr.
100.--, jeweils von verschiedenen Personen,
mithin einen Gesamtbetrag von
Fr.
500.--, erha
lt
en hat
.
Sodann
sind die
im
Rahmen des
Revisionsverfah
rens beschriebene
psychosoziale Situation sowie der geschilderte Tagesablauf inkohärent, indem der Beschwerdeführer einerseits angab, er habe keine Kollegen, spreche ungern mit Menschen und sei haupt
sächlich zu
Hause
,
und andererseits davon berichtet
e
, er
habe
seinen Kollegen im Auto- und
Töffhandel
aus
geholfen
. Der geltend gemachte
soziale Rückzug im Alltag (
Urk.
17/43/3,
Urk.
17/43/5,
Urk.
17/58/3)
lässt sich denn auch
mit den
Obervationserkenntnissen
(
Urk.
17/53-54 =
Urk.
18/1-4)
nicht in Überein
stimmung
bringen
(vgl. E. 6
.
5)
.
Soweit der Beschwerdeführer seine Erwerbseinkünfte erst im
Beschwerdeverfah
ren
IV.2012.01148
gegen die Sistierungsverfügung
darlegte
und
im Rahmen
des
im
August 2012 angehobenen Revision
sverfahrens
seine psychosoziale Situa
tion
und psychischen Einschränkungen
zumindest
aggraviert
darstellte,
ist
ihm
diesbezüglich
eine Meldepflichtverletzung respektive Falschaussage betreffend anspruchsrelevante Sachverhalte vorzuwerfen.
8.
3
Die vorsorgliche Rentensistierung stellt eine vollstreckungsmässige Vorweg
nahme der Rentenaufhebung bis zum Zeitpunkt der endgültigen Beurteilung dar. Im Rahmen der bei der Sistierung vorbehaltenen nachträglichen Überprü
fung der vorsorglichen Massnahme ist daher nicht nur zu prüfen, ob per Datum der Sistierung aufgrund der Gegebenheiten im Zeitpunkt der Sistierung eine Rentenaufhebung zulässig gewesen wäre, sondern ist auch die weitere Ent
wicklung so zu berücksichtigen, wie wenn anstelle der Sistierung die Aufhe
bung der Rente erfolgt wäre.
8.4
Zusammenfassend steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich fest, dass sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers jedenfalls seit Juli 2008 in
rentenaussc
hliessen
dem
Ausmass verbesserte
, womit seit Oktober 2008 die gesetzlichen Vorausset
zungen zum Erlass einer rentenaufhebenden Verfügung mit Wirkung per
1.
Dezember
2008 erfüllt waren (E.
8
.1).
Da
in der Folge unbestrittenermassen weder bis zum Zeitpunkt
der
sofortigen
Rentensistierung mit Verfügung vom
2
6.
Oktober 2012
noch
bis
zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 2
8.
Januar 2014
eine
einen
neuen Rentenanspruch begründende Änderung des Invaliditätsgrads im Sinne von
Art.
17 ATSG in Verbindung mit
Art.
87
Abs.
3 IVV
ein
ge
tre
t
en ist
, entsprach die vorsorgliche Sistierung der Re
nte
der materi
ellen Re
chtslage
des
entscheiderheblichen
Sachverhalts bis
und mit Zeitpunkt des
Verfügungserlass
es
,
weshalb die mit der angefoch
tenen Verfügung vom 2
9.
Januar 2014
(
Urk.
2) erfolgte Rentenaufhe
bung per Datum der
vorsorglichen
Sistierung
ohne Wei
teres zu bestätigen ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.
9
.
9
.1
Der Beschwerdeführer stellte ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Da der Prozess nicht als aussichtslos betrachtet wer
den kann und die übrigen Voraussetzungen gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) unter wohlwollender Prüfung erfüllt sind (vgl.
Urk.
8,
Urk.
9/2-5,
Urk.
15/1-6), ist dem Beschwerde
führer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihm in der Person von
Ursula Reger-
Wyttenbach
eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestel
len.
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
GSVGer
).
9
.2
Die gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG auf
Fr.
600
.-- festzusetzenden Gerichtskos
ten werden ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
9
.3
Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
machte mit Honorarnote vom
27. April 2015 (
Urk.
20
) eine
n Aufwand
von
Fr.
1‘691.95 (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
geltend, was angemessen erscheint.
Sie ist daher
mit
Fr.
1‘691.95
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom 5. März 2014 wird dem Beschwerdeführer Rechtsanwältin Ursula Reger-Wyttenbach, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt, und es wird ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
, Zürich, wird mit
Fr.
1‘691.95
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer
wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hin
gewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5.