Decision ID: 8312e66c-b2ce-4586-94e6-78c4400b083f
Year: 2022
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

gegnerin getroffenen Sachverhaltsabklärungen nicht beantwortet werden
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli
Parteien A._, Beschwerdeführerin, vertreten durch Georg Ranert, Advokat, Schulstrasse 23, 4132 Muttenz
gegen
Ausgleichskasse Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 , Beschwerdegegnerin
Betreff Beiträge
A. Mit Schreiben "Anschlussbestätigung als Nichterwerbstätige" vom 1. Juli 2021 teilte die
Ausgleichskasse Basel-Landschaft (Ausgleichskasse) A._ mit, dass der getrenntlebende
Ehemann im Jahr 2019 aufgrund der Ausbezahlung von Krankentaggeldern kein AHV-pflichtiges
Einkommen erzielt habe. Da auch das Erwerbseinkommen der Versicherten im Jahr 2019 nicht
ausgereicht habe, um sie von der Beitragspflicht als Nichterwerbstätige zu befreien, sei sie für
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die Zeit vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 als solche bei der Ausgleichskasse ange-
schlossen worden. Ab dem Jahr 2020 sei die Versicherte wieder durch die Beiträge des Eheman-
nes mitversichert. Mit gleichentags erlassener Verfügung setzte die Ausgleichskasse den
AHV/IV/EO-Beitrag von A._ für die Beitragsperiode 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019
auf den Betrag von Fr. 2'228.70 fest. Aus der Berechnung geht hervor, dass der Beitrag als Nicht-
erwerbstätige anhand des gemeinsamen ehelichen Vermögens mit Stichtag 31. Dezember 2019
sowie des kapitalisierten, halbierten Renteneinkommens des Ehemannes berechnet wurde. Die
dagegen von der Versicherten am 1. September 2021 erhobene Einsprache wies die Ausgleichs-
kasse mit Einspracheentscheid vom 8. November 2019 ab. Sie begründete ihren Entscheid da-
mit, dass der IK-Auszug des Ehemannes für das Jahr 2019 eine Beitragslücke aufweise, weshalb
diesem die Anmeldung als Nichterwerbstätiger zugestellt worden sei. Die Anmeldung sei vom
Ehemann ausgefüllt und retourniert worden. Unter Hinweis auf Art. 29quinquies Abs. 3 lit. c des Bun-
desgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946
und Art. 28 Abs. 4 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom
31. Oktober 1947 hielt die Ausgleichskasse zudem fest, dass die Versicherte und der Ehemann
nach wie vor verheiratet seien, weshalb das gemeinsame Vermögen für die hälftige Beitragsbe-
messung beigezogen werden müsse.
B. Dagegen liess A._, vertreten durch Advokat Georg Ranert, mit Eingabe vom 10. De-
zember 2021 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht), Beschwerde erheben. Die Rechtsbegehren lauten wie folgt:
1. Es seien der Einspracheentscheid der SVA Basel-Landschaft vom 8. November 2021 und die Bei-
tragsverfügung Nichterwerbstätige vom 1. Juli 2021 aufzuheben, als Folge sei die Beschwerdefüh-
rerin für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 nicht als Nichterwerbstätige
der Ausgleichskasse anzuschliessen und der AHV-Beitrag der Beschwerdeführerin für das Jahr
2019 habe aufgrund des Einkommens des Ehemannes und der daraus abgeführten AHV-Beiträge
als bezahlt zu gelten.
2. Eventualiter seien der Einspracheentscheid der SVA Basel-Landschaft vom 8. November 2021 und
die Beitragsverfügung Nichterwerbstätige vom 1. Juli 2021 aufzuheben und die Angelegenheit zur
ergänzenden Abklärung der Problematik rund um das Einkommen des Ehemannes im Jahre 2019

im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Subeventualiter seien der Einspracheentscheid der SVA Basel-Landschaft vom 8. November 2021
und die Beitragsverfügung Nichterwerbstätige vom 1. Juli 2021 aufzuheben und die Angelegenheit
zur Neuberechnung des Beitrages für Nichterwerbstätige im Sinne der Erwägungen zurückzuwei-
sen.
4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichnenden als unent-
geltlichem Rechtsbeistand für das vorliegende Beschwerdeverfahren zu gewähren.
5. Unter o/e-Kostenfolge.
Die Beschwerdeführerin rügte zunächst die Verletzung des rechtlichen Gehörs, da ihr auf Gesuch
hin keine Akteneinsicht gewährt worden sei. In materieller Hinsicht machte sie eine ungenügende
Sachverhaltsfeststellung geltend, indem die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise davon aus-
gegangen sei, dass der Ehemann im Jahr 2019 kein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt, sondern
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lediglich Krankentaggelder bezogen habe, von denen keine AHV-Beiträge abgezogen und abge-
führt worden seien. Die bisherige Vertreterin der Beschwerdeführerin habe am 1. September
2021 unter anderem eine Lohnabrechnung des Ehemannes für den Monat Oktober 2019 einge-
reicht. Daraus gehe hervor, dass von der B._ AG im Oktober 2019 ein AHV-Beitrag in der
Höhe von Fr. 444.55 abgezogen worden sei. Was genau mit diesen Sozialabzügen geschehen
sei, lasse sich ohne zusätzliche Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin nicht klären. Es
seien die üblichen Sozialabzüge getätigt, diese dann jedoch mit dem Beitrag an die Pensions-
kasse verrechnet worden. Weiter sei ersichtlich, dass dem Ehemann im Oktober 2019 Repräsen-
tationsspesen in der Höhe von Fr. 1'000.-- ausbezahlt worden seien. Diese würden üblicherweise
nur im Falle der Ausübung einer Erwerbstätigkeit bezahlt werden. Auch dieser Umstand spreche
dafür, dass der Ehemann im Jahr 2019 ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt habe. Neben der
Lohnabrechnung habe die ehemalige Vertreterin der Beschwerdeführerin auch einen Auszug aus
der gemeinsamen Steuerveranlagung der Ehegatten für das Jahr 2019 eingereicht. Unter den
Rz. 500, 510 und 520 habe die Steuerverwaltung diverse Abzüge gewährt, die von Gesetzes
wegen nur bei tatsächlicher Arbeitstätigkeit gewährt würden. Damit sei davon auszugehen, dass
die vom Ehemann entrichteten Beiträge höher als der doppelte Mindestbeitrag seien, sodass der
AHV-Beitrag der Beschwerdeführerin durch die auf das Einkommen des Ehemannes entfallenden
AHV-Beiträge als bezahlt gelten müsse. Allenfalls seien durch die Beschwerdegegnerin weitere
Abklärungen zu tätigen, um alle offenen Fragen über das Einkommen des Ehemannes im Jahr
2019 zu beseitigen. Falls das Kantonsgericht zum Schluss komme, dass der Ehemann tatsäch-
lich kein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt habe und der Anschluss der Beschwerdeführerin als
Nichterwerbstätige korrekt gewesen sei, werde die Berechnungsmethode des Beitrags gerügt.
Dabei sei nicht auf das Vermögen und das Renteneinkommen abzustellen. Die Ehegatten unter-
stünden dem ehelichen Güterstand der Gütertrennung. Zudem habe der Ehemann ein Einkom-
men in der Höhe von Fr. 111'875.-- erzielt. Die Beschwerdeführerin habe keinerlei wirtschaftliche
Berechtigung am Vermögen oder am Einkommen des Ehemannes. Die Begleichung der Forde-
rung von Fr. 2'228.70 sei ihr nicht möglich, da sie von der Sozialhilfe unterstützt werde.
C. Mit Vernehmlassung vom 26. Januar 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab-
weisung der Beschwerde. Sie führte aus, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin vom 1. April
2018 bis 3. April 2020 Krankentaggelder bezogen habe, was aus der Anmeldung des Ehemannes
als Nichterwerbstätiger hervorgehe. In der Folge habe man weitere Belege verlangt, so eine Ko-
pie des Jahreslohnausweises 2019 und eine Kopie der vollständigen IV-Verfügung. Diese Unter-
lagen seien am 16. März 2021 zugestellt worden. Nach Prüfung des IK-Auszuges und der An-
meldung sowie der vollständigen IV-Verfügung sei das Ehepaar für das Jahr 2019 als Nichter-
werbstätige angeschlossen worden. Im Falle der Beschwerdeführerin hätten als Grundlage für
die Beitragsverfügung vom 1. Juli 2021 die Berechnung der Vermögenswerte von ihr und dem
getrenntlebenden Ehemann (Vermögenswerte Fr. 396'228.90 und Krankentaggelder Fr.
111'875.--) gedient. Der Lohnabrechnung Oktober 2019 sei zu entnehmen, dass die auf dem
Lohn abgezogenen AHV/IV/EO-Beiträge über Fr. 444.55 wieder gutgeschrieben worden seien,
weil Krankentaggeld bezogen worden sei. Dies werde mittels Minuszeichen bei der Lohnsumme
von Fr. 8'674.15 angegeben. Da aus dem neuen IK-Auszug vom 20. Januar 2022 keine Korrek-
turen ersichtlich gewesen seien, habe man keinen Lohn oder Lohnanteil an die Beiträge 2019 als
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Nichterwerbstätiger anrechnen können. In Bezug auf die Berechnung der Beiträge führte die Be-
schwerdegegnerin aus, dass sich die Beiträge – unabhängig vom Güterstand – nach Massgabe
des hälftigen Vermögens und Renteneinkommens der Eheleute bemessen würden. Dies gelte
auch im Falle einer gerichtlichen Ehetrennung und für den Fall, dass nur ein Ehegatte beitrags-
pflichtig sei.
D. Die Beschwerdeführerin hielt in der Replik vom 6. April 2022 an ihren Anträgen fest und
führte gestützt auf die eingereichten Unterlagen der Beschwerdegegnerin aus, dass, entgegen
der Darstellung der Beschwerdegegnerin, der Lohnausweis des Ehemannes für das Jahr 2019
fehle, da dieser auf Aufforderung hin stattdessen den Lohnausweis für das Jahr 2018 eingereicht
habe. Es fehle damit ein wichtiges Dokument für die abschliessende Prüfung der Frage, woraus
das Einkommen des Ehemannes im Jahr 2019 bestanden habe. Weiter gehe aus den Unterlagen
vor, dass die Angaben des Ehemannes nicht plausibel seien. Wenn er angebe, dass er vom 1.
April 2018 bis 3. April 2020 Krankentaggelder erhalten habe, hätte gestützt auf die vorhandenen
Unterlagen auffallen müssen, dass die Angaben in sich nicht plausibel seien. Wenn der Ehemann
während neun Monaten des Jahres 2018 Krankentaggelder bezogen hätte, die nicht AHV-
pflichtig seien, dann wäre im IK-Auszug für das Jahr 2018 kaum ein AHV-pflichtiges Einkommen
von Fr. 130'292.-- angegeben worden, und die B._ AG hätte gemäss Lohnausweis 2018 nicht
Sozialbeiträge in der Höhe von Fr. 9'596.-- abziehen können. Auch die sich in den Akten befind-
liche Veranlagungsverfügung 2019 hätte Anlass für die Beschwerdegegnerin sein müssen, die
Angelegenheit genauer abzuklären. Unter anderem sei für die Einzahlung in die 3. Säule die
Erzielung eines AHV-pflichtigen Einkommens notwendig. Wenn die Steuerverwaltung diesen Ab-
zug akzeptiert habe, sei dies ein weiterer Hinweis dafür, dass im Jahr 2019 vom Ehemann ein
AHV-pflichtiges Einkommen erzielt worden sei. Auch die E-mail vom 25. Juni 2019 zuhanden des
Ehemannes deute darauf hin, dass er im 2018 für die B._ AG tätig gewesen sei. Bei diesen
widersprüchlichen Unterlagen reiche es nicht aus, dass die Beschwerdegegnerin bei der Aus-
gleichskasse C._ weitere Abklärungen getätigt habe. Dazu hätte sie beim Ehemann und bei
der B._ AG bzw. beim zuständigen Krankentaggeldversicherer weitere Erkundigungen treffen
müssen.
E. Die Beschwerdegegnerin führte in der Duplik vom 3. Mai 2022 aus, es sei durchaus
möglich, dass der Ehemann Emails habe bearbeiten können und somit in geringem Umfang ge-
arbeitet habe. Falls er weniger als 50 % gearbeitet habe und die einbezahlten Beiträge nicht die
Hälfte der Beiträge als Nichterwerbstätiger ausmachen würden, gelte das Ehepaar trotzdem als
nichterwerbstätig. Dies sei gemäss IK-Auszug klar ersichtlich. Weiter hielt die Beschwerdegeg-
nerin fest, dass unselbständig Erwerbende die Leistungen aus Taggelder und Renten bei der
Steuererklärung aufführen würden, wenn sie vom Versicherungsträger direkt an den Steuerpflich-
tigen überwiesen worden seien und sie dementsprechend im Lohnausweis fehlen würden.
Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g :
1. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 10. Dezember 2021 ist einzu-
treten. Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
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nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.--
durch Präsidialentscheid. Gemäss der Beitragsverfügung vom 1. Juli 2021 belaufen sich die ge-
genüber der Beschwerdeführerin erhobenen Beiträge für das Jahr 2019 auf Fr. 2'228.70. Der
Streitwert liegt damit unter dem massgebenden Schwellenwert von Fr. 20'000.--, weshalb die An-
gelegenheit präsidial zu entscheiden ist.
2. Streitig und zu prüfen sind die Beiträge der Beschwerdeführerin für die Beitragsperiode
1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob die Beschwer-
degegnerin den Sachverhalt rechtsgenüglich abklärte und gestützt darauf den Ehemann der Be-
schwerdeführerin im Jahr 2019 zu Recht als Nichterwerbstätigen einstufte.
3.1 Nach Art. 3 Abs. 1 AHVG sind die versicherten Personen beitragspflichtig, solange sie
eine Erwerbstätigkeit ausüben. Für versicherte Personen, die nicht erwerbstätig sind, beginnt die
Beitragspflicht am 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dauert bis zum Ende des
Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer das 65. Altersjahr vollendet haben. Gemäss Art.
3 Abs. 3 lit. a AHVG gelten die eigenen Beiträge als bezahlt, wenn bei nichterwerbstätigen Ehe-
gatten der erwerbstätige Ehegatte Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Mindestbei-
trages bezahlt hat.
3.2 Art. 4 Abs. 1 AHVG entsprechend werden die Beiträge von erwerbstätigen Versicherten
in Prozenten des Einkommens aus selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit festge-
setzt. Gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständi-
ger Anstellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Art. 6 AHVV sieht vor, dass
zum Erwerbseinkommen das im In- und Ausland erzielte Bar- oder Naturaleinkommen aus einer
Tätigkeit einschliesslich der Nebenbezüge gehört. Gemäss Abs. 2 lit. b dieser Bestimmung ge-
hören Versicherungsleistungen bei Unfall, Krankheit oder Invalidität nicht zum Erwerbseinkom-
men. Ebenfalls nicht zum massgebenden Lohn gehören gemäss Art. 9 Abs. 1 AHVV Unkosten.
Unkosten sind Auslagen, die dem Arbeitnehmer bei der Ausführung seiner Arbeiten entstehen.
Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung zählen aber die regelmässige Entschädigung des Arbeitge-
bers für die Fahrt des Arbeitnehmers vom Wohnort zum gewöhnlichen Arbeitsort sowie diejenige
für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnlichen Arbeitsort grundsätzlich zum
massgebenden Lohn.
3.3 Gemäss Art. 10 Abs. 1 AHVG bezahlen Nichterwerbstätige einen Beitrag nach ihren
sozialen Verhältnissen. Der Mindestbeitrag beträgt für das Beitragsjahr 2019 Fr. 395.-- und der
Höchstbeitrag jeweils das 50-fache des Mindestbeitrages. Erwerbstätige, die im Kalenderjahr,
gegebenenfalls mit Einschluss des Arbeitgeberbeitrags, weniger als Fr. 395.-- entrichten, gelten
ebenfalls als Nichterwerbstätige. Der Bundesrat kann den Grenzbetrag nach den sozialen Ver-
hältnissen der versicherten Person erhöhen, wenn diese nicht dauernd voll erwerbstätig ist.
Art. 28 Abs. 1 AHVV bestimmt, dass sich die Beiträge der Nichterwerbstätigen, für die nicht der
jährliche Mindestbeitrag von Fr. 395.-- vorgesehen ist, aufgrund ihres Vermögens und ihres Ren-
teneinkommens bemessen. Die Beiträge werden nach der in Art. 28 Abs. 1 AHVV enthaltenen
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Tabelle berechnet. Verfügen Nichterwerbstätige gleichzeitig über Vermögen und Renteneinkom-
men, so wird der jährliche Rentenbetrag mit 20 multipliziert und zum Vermögen hinzugerechnet
(Art. 28 Abs. 2 AHVV). Ist eine verheiratete Person als Nichterwerbstätige beitragspflichtig, so
bemessen sich ihre Beiträge aufgrund der Hälfte des ehelichen Vermögens und Renteneinkom-
mens (Art. 28 Abs. 4 Satz 1 AHVV). Abs. 5 dieser Bestimmung sieht sodann vor, dass sich nicht-
erwerbstätige Ehegatten, deren Beiträge nicht als bezahlt gelten (Art. 3 Abs. 3 AHVG), bei der
zuständigen Ausgleichskasse zu melden haben.
4. Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben der
Versicherungsträger oder das Durchführungsorgan und im Beschwerdefall das kantonale Versi-
cherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs.
1 AHVG; BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Zu beachten ist, dass der Untersuchungsgrundsatz die Be-
weislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache der ver-
fügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusammentragung
des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln,
der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen
(BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer-
defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem
Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern
das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die
es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 45
E. 2a).
5.1 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin – aufgrund der im Einspracheverfahren ein-
gereichten Belege – in Bezug auf die Frage, ob der Ehemann im Jahr 2019 ein AHV-pflichtiges
Einkommen erzielte, weitere Sachverhaltsabklärungen hätte treffen müssen.
5.2.1 Der Beschwerdegegnerin lagen im Zeitpunkt des Einspracheentscheids die folgenden
Aktenstücke vor:
5.2.2 Mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 hielt die Ausgleichskasse C._ gegenüber der
Beschwerdegegnerin fest, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin gemäss Beschluss der IV-
Stelle D._ vom 10. Dezember 2020 ab 1. März 2019 bis 30. September 2019 Anspruch auf
eine halbe Invalidenrente habe (act. 1). Das Ehepaar sei seit dem 28. November 2003 verheiratet,
lebe jedoch gerichtlich getrennt. Daher werde ersucht, die rückwirkende Beitragspflicht des Ehe-
paares als nichterwerbstätige Personen abzuklären. Die Ausgleichskasse C._ legte dem
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Schreiben die beiden IK-Auszüge des Ehepaares bei. Dem IK-Auszug der Beschwerdeführerin
vom 16. Oktober 2020 kann entnommen werden, dass ihr Arbeitgeber im Jahr 2019 für die Mo-
nate November und Dezember insgesamt ein Einkommen von Fr. 4'287.-- meldete (act. 2). Aus
dem IK-Auszug des Ehemannes vom 19. Oktober 2020 (act. 3) geht hervor, dass die B._ AG
im Jahr 2018 ein Einkommen von Januar bis Dezember 2018 in der Höhe von Fr. 130'292.--
deklarierte. Für das Jahr 2019 fehlt ein Eintrag.
5.2.3 Auf Aufforderung der Beschwerdegegnerin meldete sich der Ehemann der Beschwerde-
führerin am 13. Februar 2021 bei der Beschwerdegegnerin als Nichterwerbstätiger an (act. 4-9).
In der Anmeldung hielt er fest, dass er vom 29. März 2018 bis 3. April 2021 krank gewesen sei.
Er sei immer noch als Arbeitnehmer bei der B._ AG tätig. Er arbeite vollzeitlich in einem 100 %
Pensum und erziele ein Jahreseinkommen von brutto Fr. 130'000.--. Weiter gab er an, dass er
vom 1. April 2018 bis 3. April 2020 Krankentaggelder in der Höhe von monatlich Fr. 8'000.-- be-
zogen habe.
5.2.4 Weiter liegt ein Arztzeugnis von Dr. med. E._, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin
FMH, vom 18. November 2020 betreffend den Ehemann der Beschwerdeführerin bei den Akten.
Darin bestätigte Dr. E._ die 100 %-ige Arbeitsfähigkeit des Patienten ab 1. Mai 2020 (act. 10).
Ebenfalls vorhanden ist eine Verfügung der Gerichtspräsidentin des Gerichts F._, mit der den
Ehegatten per 1. April 2020 das Getrenntleben bewilligt wurde (act. 11).
5.2.5 Mit Schreiben vom 4. März 2021 forderte die Beschwerdegegnerin den Ehemann auf,
eine Kopie des Jahreslohnausweises 2019 und eine Kopie der kompletten IV-Verfügung einzu-
reichen (act. 12). Auf diese Aufforderung hin stellte der Ehemann mit Schreiben vom 11. März
2021 den Lohnausweis für das Jahr 2018 zu (act. 14). Daraus gehen ein Jahresbruttoeinkommen
von Fr. 130'600.--, Abzüge für AHV/IV/EO/ALV/NBUV von Fr. 9'596.-- und Pauschalspesen von
Fr. 12'000.-- hervor. Ebenfalls reichte er die IV-Verfügung vom 5. Januar 2021 ein (act. 15-21),
mit der ihm vom 1. März 2019 bis 30. September 2019 eine halbe Invalidenrente zugesprochen
wurde. Diese wurde allerdings mit der Forderung der G._ Krankentaggeldversicherung in der
Höhe von Fr. 8'295.-- verrechnet.
5.2.6 Weiter liegt die definitive Veranlagungsverfügung Staatssteuer 2019 vom 10. Dezember
2020 für die Ehegatten bei den Akten (act. 24). Daraus geht ein steuerbares Einkommen des
Ehemannes aus unselbständiger Erwerbstätigkeit im Betrag von Fr. 111'875.-- hervor. Ebenfalls
ist zu entnehmen, dass die Steuerverwaltung dem Ehemann in vollem Umfang Abzüge für die
Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, für die Kosten für die auswärtige Verpflegung
sowie für berufsnotwendige Kosten bewilligte.
5.2.7 Aus der Lohnabrechnung Oktober 2019 der B._ AG vom 25. Oktober 2019 geht her-
vor, dass die Arbeitgeberin dem Ehemann im Oktober 2019 einen Lohn von netto Fr. 9'494.75
ausbezahlte. Die aufgeführten Abzüge für die Beiträge an die AHV, die ALV, die Nichtberufsun-
fallversicherung und die Krankentaggeldversicherung wurden mit dem Abzug für die Pensions-
kasse verrechnet, Fr. 67.40 wurden als Sozialabzüge vermerkt. Weiter kann entnommen werden,
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dass die B._ AG dem Ehemann einen Betrag von Fr. 1'000.-- für Repräsentationsspesen
auszahlte (act. 41).
5.3 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführerin ausserdem die
Steuererklärung des Ehepaares vom 20. März 2020 für das Jahr 2019 (Beilage 11) sowie eine
Kopie einer Geschäftsemail vom 25. Juni 2019 an den Ehemann in seiner Funktion als Arbeit-
nehmer der B._ AG (Beilage 12) ein.
6.1 Mit der Beschwerdeführerin ist zunächst davon auszugehen, dass sich ohne weitere Ab-
klärungen bei der B._ AG nicht beurteilen lässt, wie die Lohnabrechnung für den Monat Ok-
tober 2019 im Gesamtkontext zu verstehen ist. Fraglich ist, weshalb Sozialabzüge getätigt, diese
dann aber wieder mit den PK-Abzügen verrechnet wurden. Zudem ist fraglich, ob die B._ AG
dem Ehemann den vollen Lohn zahlte und darauf allenfalls noch AHV-Abzüge tätigte. Weiter wird
von der Beschwerdeführerin zu Recht die Frage aufgeworfen, weshalb der Ehemann gemäss
Lohnabrechnung vom Oktober 2019 Repräsentationsspesen im Umfang von Fr. 1'000.-- erhielt,
obwohl er gemäss Behauptung der Beschwerdegegnerin das ganze Jahr 2019 ausschliesslich
Krankentaggelder bezogen haben solle. Auch die definitive Steuerveranlagung des Ehepaares
für das Jahr 2019 gibt Anlass zu weiteren Abklärungen, da die Steuerbehörden beim Ehemann
diverse berufsbezogene Abzüge genehmigten, die wohl nur bei effektiver Arbeitstätigkeit in Ab-
zug gebracht werden dürfen. Weiter weist die Beschwerdeführerin zu Recht darauf hin, dass der
Ehemann in der Anmeldung angegeben habe, dass er vom 1. April 2018 bis 3. April 2020 Kran-
kentaggelder bezogen habe, diese Angaben aber nicht mit dem Jahreslohnausweis 2018 und
dem IK-Auszug für 2018 übereinstimmen. Denn wenn der Ehemann während neun Monaten des
Jahres 2018 zu 100 % krankgeschrieben gewesen wäre, hätte er kaum ein Einkommen von Fr.
130'292.-- erzielt und hätte die B._ AG nicht Sozialbeiträge von Fr. 9'596.-- abgezogen. Es
stellt sich die Frage, ob der Ehemann während der beiden Jahre 2018 und 2019 nur während
gewissen Phasen zu 100 % krankgeschrieben war und zu anderen Phasen teilzeitlich arbeitete.
Dies würde auch die Geschäfts-Email vom Juni 2019 erklären.
6.2 Gestützt auf die vorliegenden Akten bestehen somit konkrete Hinweise dafür, dass der
Ehemann der Beschwerdeführerin im Jahr 2019 ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt und
dadurch AHV-Beiträge geleistet haben könnte, auch wenn im IK-Auszug für das Jahr 2019 kein
Einkommen verzeichnet wurde. Bevor diesbezüglich nicht weitere Abklärungen getroffen worden
sind, kann die Frage, ob die AHV-Beiträge der Beschwerdeführerin nicht als durch die Beiträge
des Ehemannes bezahlt gelten müssen und daher ein Anschluss der Beschwerdeführerin als
Nichterwerbstätige im Jahr 2019 gar nicht notwendig ist, nicht rechtsgenüglich beantwortet wer-
den.
6.3 Die Beschwerdegegnerin hätte im Rahmen der ihr obliegenden Abklärungspflicht ge-
mäss Art. 43 Abs. 1 ATSG das Erwerbseinkommen des Ehemannes im Jahr 2019 weiter abklären
müssen. Dieser Aspekt ist relevant, weil er die Beitragshöhe der Beschwerdeführerin beschlägt.
Da es die Beschwerdegegnerin trotz gewichtiger Hinweise unterliess, den Sachverhalt in diesem
Punkt rechtsgenüglich abzuklären, und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Ver-
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waltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, ist der angefochtene Einspracheent-
scheid aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Sachverhalt ergänzend abzu-
klären. Die Beschwerdegegnerin wird beim Ehemann erneut den Jahreslohnausweis für das Jahr
2019 einzufordern haben. Zudem wird sie bei der B._ AG sämtliche monatlichen Lohnabrech-
nungen für das Jahr 2019 verlangen müssen. Gleichzeitig wird sie sich bei der B._ AG erkun-
digen müssen, ob der Ehemann im Jahr 2019 in gewissen Phasen aufgrund einer teilweisen
Arbeitsunfähigkeit teilzeitlich arbeitete oder ob er während des ganzen Jahres zu 100 % krank-
geschrieben war. Beim Krankentaggeldversicherer G._ Versicherungen wird sie die Abrech-
nungen der geleisteten Krankentaggelder vom 1. April 2018 bis 3. April 2020 einholen müssen,
um abzuklären, ob während des ganzen Jahres Krankentaggelder für eine volle Arbeitsunfähig-
keit geleistet wurden, oder ob es auch Zeitspannen gab, wo Krankentaggelder für eine teilweise
Arbeitsunfähigkeit geleistet wurden.
7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass aufgrund der vorliegenden Akten
die Rechtmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheids vom 8. November 2021 nicht
überprüft werden kann. Die Angelegenheit ist deshalb in Aufhebung des angefochtenen Ein-
spracheentscheids an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese in geeigneter Form
den Sachverhalt beziehungsweise die für die Beurteilung der Beitragspflicht entscheidenden tat-
sächlichen Verhältnisse im Sinne von Erwägung 6.3 hiervor abklärt und danach über die Beiträge
der Beschwerdeführerin für das Jahr 2019 neu entscheidet. Die Beschwerde ist in dem Sinne
gutzuheissen. Ob sich mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht gerügte
Gehörsverletzung eine Rückweisung bereits aus formellen Gründen gerechtfertigt hätte, braucht
bei diesem Verfahrensausgang nicht näher geprüft zu werden.
8.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden. Beim Ent-
scheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro-
zessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht einen bei ihm angefochtenen Einspracheent-
scheid auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Ausgleichskasse zurück, so gilt in prozessualer
Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die Ausgleichskasse
als unterliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen).
8.2 Der seit 1. Januar 2021 in Kraft stehende Art. 61 lit. fbis ATSG hält fest, dass das Verfah-
ren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig ist, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz
vorgesehen ist. Das AHVG sieht in Art. 85bis Abs. 2 keine Kostenpflicht vor, weshalb der vorlie-
gende Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat.
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 6. April 2022 für das vorliegende Verfahren ei-
nen Zeitaufwand von 14 Stunden und 45 Minuten geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich
in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen und in Berücksichtigung, dass
ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt wurde, als angemessen. Die Bemühungen sind zu
Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht
dem vom Rechtsvertreter geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 230.-- zu entschädigen.
Nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen von Fr. 120.80. Der Beschwerde-
führerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'513.30 (14,75 Stunden à Fr.
230.-- + Auslagen von Fr. 120.80) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen.
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar,
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG)
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende