Decision ID: 8ee6f722-b2e5-4e61-8e85-0d85c15579f9
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
arbeitete bei der
Y._
AG als Ver
käuferin in einem 100%-Pensum und war dadurch bei der Basler Versicherung AG (nachfolgend: Basler) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
,
als sie am 1
1.
Januar 2018
zu Hause stolperte und
ihre Schulter am Türrahmen anhängte
(vgl. Schadenmeldung vom 1. Februar 2018
Urk.
11/1/1).
Am 30.
Januar 2018 fand die Erstuntersuchung
in der Sportmedizin der
Klinik
Z._
statt
. Nach durchgeführter Ultra
schall
untersuchung der rechten Schul
ter, gingen die untersuchenden Ärzte von einer Reizung der
Bizepssehne
rechts aus mit mög
lich
erweise einer Partialläsion beziehungsweise einer
Pulley
-L
äsion (vgl.
Arzt
bericht vom 3
0.
Januar 2018, Urk. 11/2/1). Zur Beurteilung der intra
ar
tikulären Strukturen der Schulter wurde eine Magnetresonanztomographie (MRI) ange
ordnet, welche am
3.
Februar 201
8 durchgeführt wurde (vgl.
Urk.
11/2/2). Es zeige sich eine
transmurale
Supra
spina
tus
sehnen-Ruptur
bei vorbestehender
Sub
acro
mial
einengung
(vgl. Arzt
bericht vom
5.
Februar 2018,
Urk.
11/2/3). Zur Beurteilung der Therapie
empfehlungen bei MR-tomographisch nachgewiesener
Ro
ta
toren
manschetten
läsion
wurde die
Versicherte
bei
Dr.
med.
A._
, Oberarzt Orthopädie Obere Extremi
täten in der
Klink
Z._
, vorstellig. Dieser er
ach
tete die Indikation für eine Schulter
arthroskopie mit
Rotatoren
manschetten
repair
, LBS-Tenotomie inklusive
Teno
dese
,
subacromialer
Bursektomie
und
Acro
mio
plastik
für gegeben (vgl. Arzt
bericht vom 1
4.
Februar 2018,
Urk.
11/2/4)
, welche am 1
9.
März 2018 durch
geführt wurde
(vgl.
Operationsbericht vom 19.
März 2018,
Urk.
11/2/10)
.
Hiervor holte die Basler a
m 1
4.
März 2018 eine Second Medical Opinion ein, in welcher der natürliche Kausalzusammen
hang
zum Unfallgeschehen
verneint wurde (vgl.
Urk.
11/2/7).
Gestützt darauf
ging die Basler per
7.
März 2018 von einem Status quo sine aus und ver
neinte mit Ver
fügung vom 2
8.
März 2018 ab dem 8.
März 2018 einen Leistungs
anspruch aus der obligatorischen Unfall
ver
sicherung (
Urk.
11/1/8). Darüber setzte sie auch die Krankenkasse der Versicherten in Kenntnis. Nach einer ausserplan
mässigen Wiedervorstellung zur Besprechung versicherungs
technisch
er Angele
gen
heiten bei
Dr.
A._
(vgl. Arzt
bericht vom 1
8.
April 2018, Urk. 11/2/15) erhob die Versi
cherte am 2
6.
April 2018 (
Urk.
11/1/12) sowie er
gänzend am 1
7.
Juli 2018 (
Urk.
11/1/16) gestützt auf die Stellungnahme von Dr.
A._
vom 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
11/2/16) Einsprache.
In der Folge veranlasste d
ie Basler eine akten
basierte Ein
schätzung durch
Dr.
B._
, Spezialarzt für Allgemein- und Unfallchirurgie FMH sowie Vertrauens
arzt S
GV (vgl. Aktengutachten vom 15.
No
vember 2018,
Urk.
11/2/19), gestützt
worauf sie mit Verfügung vom 3.
De
zember 2018 die Einsprache der Versicherten teilweise
guthiess und ein
en
Anspruch auf Taggeldleistungen und Heilungskosten bis 1
1.
Juni 2018
bejahte. Danach be
stehe kein Anspruch auf UVG-Leistungen
mehr
, da der Status quo sine bezüglich der Schulterbeschwerden rechts erreicht sei (
Urk.
11/1/19 =
Urk.
2
/1
).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
1
7.
Januar 2019 Beschwerde und beantragte, der
Einspracheentscheid
vom
3.
Dezember 2018 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungs
leistungen zu erbringen. Eventualiter seien ergänzende Abklärungen insbeson
de
re zur Frage
der Kausalität und der richtung
gebenden Verschlimmerung vorzu
nehmen (
Urk.
1 S. 2).
Nach wiederholter Fristerstreckung (
Urk.
6,
Urk.
8) schloss die Beschwerde
gegne
rin mit Beschwerdeantwort vom
7.
Mai 2019 (
Urk.
9) unter Hinweis auf die von ihr eingereichten Akten (
Urk.
11/1/1-19,
Urk.
1
1/2/1-19) und insbesondere eine
weitere Stellungnahme des Aktengutachters
Dr.
B._
vom 9. Februar 2019 (
Urk.
10) auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2019 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet
(
Urk.
12)
. Am 2
6.
Juli 2019 reichte die Be
schwer
deführerin eine Replik ein, wobei sie an den bereits gestellten Rechts
begehren vollumfänglich festhielt (
Urk.
15) und eine Stellungnahme von
Dr.
med.
C._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, zu den Akten legte (Urk. 16). Unter Beilage einer weiteren Stellungnahme von
Dr.
B._
vom 12. Sep
tember 2019 (
Urk.
24) reichte die Beschwerdegegnerin am 1
5.
Oktober 2019 eine Duplik ein, in der sie weiterhin an ihrem
Einspracheentscheid
festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte (
Urk.
23), was der Beschwerde
führerin mit Verfügung vom 1
6.
Oktober 2019 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
wer
den
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1
UVG
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbe
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.
3
1.3
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
1.4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
1.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5.3
Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich festste
henden medizinischen Sachverhaltes geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 1
7.
Dezember 2015 E. 3.3.3 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
3.
Dezember 2018 (
Urk.
2/1) ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere der Beurteilung von
Dr.
B._
vom 1
5.
November 2018, davon aus, dass der Status quo sine 10 bis 12 Wochen nach der Operation, am 1
1.
Juni 2018, erreicht
worden
sei. Ab dem 1
2.
Juni 2018 bestehe daher kein Anspruch mehr auf UVG
Leistung
en.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 17.
Januar 2019 (Urk. 1) sowie in der Replik vom 2
6.
Juli 2019 (
Urk.
15) zusammen
gefasst geltend, auch der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin erachte die Kausalität z
wischen der Teilruptur der
Subsc
apularissehne
sowie der Ruptur des
Pulley
-Systems als gegeben. Bei einem Sehnenriss handle
es sich immer um eine richtung
gebende Verschlimmerung, folglich ein Status quo ante
vel
sine nicht mehr eintreten könne. Die Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin sei somit auch über den 1
1.
Juni 2018 hinaus zu bejahen. Ferner entspreche es der allgemeinen Erfahrungstatsache, dass bei einer operativen Sanierung eines Sehnenrisses in der Schulter die Rekonvaleszenz bzw. Behand
lungsdauer immer weit über 12 Wochen liege. Demgemäs
s sei, auch wenn keine richtung
gebende Verschlimmerung vor
liegen würde, der Status quo sine nicht bereits 12 Wochen nach der Operation erreicht.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob
die
Beschwerdeführer
in
infolge des Unfallereignisses vom
1
1.
Januar 2018
über den
1
1.
Juni 2018
hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat. Dabei stellt sich die Frage, ob am
1
1.
Juni 2018
der sogenannte Status quo sine erreicht war.
3
.
3
.1
Die Erstkonsultation fand am
3
0.
Januar 2018
in der Sportmedizin der
Klinik
Z._
statt. Dabei habe die Beschwerdeführerin berichtet, am 1
1.
Januar 2018 aus
gerutscht zu sein und den Sturz durch Halten eines Geländers abgefangen zu haben, wobei
k
ein Anschlag erfolgt sei. Anfänglich hätten nur wenig Beschwer
den bestanden, im Verlauf hätte sich aber zunehmend eine Schmerz
haftigkeit bei aktiver Be
wegung gezeigt.
Im Rahmen der Befunderhebung zeige sich der Be
we
gungsumfang symmetrisch und seitengleich. Bei Bewegungen oberhalb der Horizontallinie würden rechtsseitig ausstrahlende Schmerzen
anterolateral
am Oberarm verspürt werden, wobei
keine
Druckdolenzen
ausgelöst werden könnten. Die zur Beurteilung der
Rotatorenmanschette
durchgeführten Tests seien teilweise positiv.
Gestützt auf die
Ultraschalluntersuchung
der rechten Schulter
sowie die Befunde
gingen d
ie unter
suchenden Ärzte von einer Reizung der
Bizepssehne
rechts aus mit möglicher
weise einer Partialläsio
n beziehungs
weise einer
Pulley
-L
äsion. Die
Rotatoren
manschette
imponiere intakt, eine Läsion
der
Supraspina
tus
sehne
(SSP)
sei aber nicht auszuschliessen, aufgrund der guten Kraft allerdings weniger wahrscheinlich. Ferner sei eine geringfügige Bursitis
subacromialis
fest
gestellt worden, wobei diese klinisch nur wenig schmerzhaft sei (vgl. Arztbericht vom 3
0.
Januar 2018, Urk. 11/2/1).
3
.2
Das zur Beurteilung der intraartikulären Strukturen der Schulter angeordnete MRI
vom
3.
Februar 2018 zeige eine
transmurale
Ruptur der distalen
Supraspinatus
sehne
mit konsekutivem Übertritt von Kontrastmittel in die Bursa
subdeltoidea
und
subacromialis
ohne abgrenzbare Atrophie oder fettige Degeneration der Muskulatur. Die lange
Bizepssehne
(LBS)
, welche regelrecht im
Sulcus
intertuber
cularis
verlaufe und kein abgrenzbarer Labrumriss zeige, lasse sich regelrecht darstellen. Ersichtlich sei auch eine leichtgradige Einengung des
Subakromial
raumes
, welcher 6.5 mm messe. Die
Acromionmorphologie
entspreche einem Typ II nach
Bigliani
(Urk. 11/2/2)
.
3
.3
Am 1
4.
Februar 2018 wurde die Beschwerdeführerin an
Dr.
A._
überwiesen.
Zum Unfallhergang hielt d
ieser in
s
einem Bericht fest, als die Beschwerdeführerin Mitte Januar stürzte und sich mit Retroversionsbewegungen des Arms an einem Geländer fest
zuhalten versuchte, hätten sich schmerzhafte Beschwerden vor allem bei Über
kopf
tätigkeiten und Innenrotations-/Retroversionsbewegungen ent
wick
elt. An
hand der bildgebenden Befunde zeige sich eine sympto
matische
Rotatoren
man
schetten
ruptur
(
transmurale
SSP-Ruptur/Partial
läsion
der
Subsca
pu
laris
sehne
(
SSC
)
) mit Instabilität der
langen
Bizepssehne
sowi
e auch be
gleitendem
Impingement
, entsprechend
eine Schulter
arthroskopie mit
Rotato
ren
manschet
ten
repair
, LBS-Tenotomie inkl.
Tenodese
,
subacromialer
Bursek
tomie
und
Acromioplastik
indiziert
sei
(vgl. Urk. 11/2/4).
Eine dynamische Ultraschall
unter
suchung vom 1
4.
März 2018 ergab neben der Totalruptur der SSP-Sehne eine kraniale Läsion der SSC-Sehne. Die übrige
Rotatorenmanschette
sei intakt. Ferner zeige sich ein deutlicher
peritendinöser
Erguss um die aktuell im
Sulcus
liegende
Bizepssehne
sowie eine AC-Arthrose (
vgl.
Urk.
11/2/5).
3
.4
Im Rahmen einer Second Medical Opinion konstatierte
Dr.
med.
D._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, am 14.
März 2018 (
Urk.
11/2/7), das Unfallereignis vom 1
1.
Januar 2018 sei nicht ge
eignet, die kernspin
tomographisch nachgewiesene Körperschädigungen der rech
ten Schulter zu verursachen. Die Körperschädigungen seien mit über
wiegen
der Wahrschein
lich
keit
degenerativ verursacht und vorbestehend. Unfall
kausale strukturelle Körperschädigungen seien im MRI vom
3.
Februar 2018 mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nicht nachgewiesen. Durch den Unfall vom 1
1.
Januar 2018 sei es zu einer vorübergehenden, nicht richtungsweisenden Ver
schlech
te
rung des Vorzustandes gekommen. Der Status quo sine sei acht Wochen nach dem Ereignis, am
8.
März 2018, erreicht (Urk. 11/2/7).
3
.5
Am 1
9.
März 2018
fand in
der
Klinik
Z._
der operative Eingriff statt, im Rahmen dessen n
ach der Schulterarthroskopie eine
Tenodese
der langen
Bizeps
sehne
mit gleichzeitiger
Refixation
der Supra- und
In
fra
spinatussehne
durchge
führt wurde
. Ausserdem wurde eine
subacromiale
Bursektomie
und
Acro
mio
plastik
durchgeführt (
Urk.
11/2/10).
In der Folge berichtete
Dr.
A._
von einem insgesamt regelrechten postoperativen Verlauf. Nach physiotherapeutischer Anleitung habe die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand in die ambulante Weiter
behandlung entlassen werden können. Vorgesehen seien klinisch-radiologische und -
sonographische
Kontrollen sechs Wochen sowie drei und sechs Monate postoperativ. Eine Arbeitsunfähigkeit sei bis mindestens zur zweiten Verlaufskontrolle gegeben (vgl. Austritts
bericht vom 1
9.
März 2018, Urk.
11/2/11).
Dr.
A._
attestierte
der Be
schwer
de
führerin eine vollständige Arbeits
unfähigkeit b
is 2
0.
Juni 2018 (Urk. 11/2/12).
3.6
Im Rahmen der Besprechung versicherungstechnischer Ange
leg
en
heiten hielt
Dr.
A._
am
1
8.
April 2018 fest
, vor dem Unfallereignis am 11.
Januar 2018 hätten weder schmerzhafte Beschwerden noch eine Funktions
ein
schränkung im Bereich der rechten Schulter bestanden. Weder MR-tomo
graphisch noch intra
operativ könne die genaue Ätiologie der Ruptur bewiesen werden. Dass degene
ra
tive Ver
änderungen bereits vorbestehend gewesen seien, scheine möglich, diese seien jedoch sicherlich asymptomatisch gewesen, sodass durch das Unfallereignis durch
aus eine wegweisende Verschlechterung eines degenerativen Vorzustandes ver
ursacht worden sei. Somit habe letztlich diese Beschwerdesituation zum operativen Eingriff vom 1
9.
März 2018 geführt. Ein Status quo sine könne seiner Ansicht nach nicht attestiert werden. Da
s
s eine degenerative
Rotatoren
man
schetten
läsion
früher oder später ohnehin ent
sprechende Beschwerden verursacht hätte, könne nicht gelten, würde doch ein Grossteil der degenerativen Sehnen
rupturen
asymptomatisch verbleiben (Urk.
11/2/15). Dies bestätigte er im Rahmen einer weiteren Stellungnahme am 1
4.
Juni 2018, in der er festhielt, anhand der intraoperativen Befunde könnten gewisse alter
sentsprechend
e
degenerative Ver
änderungen (
Sehnendelamination
SSP/ISP-Sehne) nicht ausgeschlossen werden. Anhand der MR-Bildgebung wie auch der
Sonographie erscheine das Unfall
er
eignis jedoch eine massgebliche Ver
schlechterung eines asymptomatischen Vor
zu
standes beigeführt zu haben. Das Unfallereignis
vom
1
1.
Januar 2018 habe zu einer richtunggebenden Verschlim
me
rung eines asymptomatischen Vorzu
standes gefü
hrt. Bei gut erhaltender Mus
kulatur und
sonographischen
Anzeichen einer frischen Ruptur könne dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestätigt werden (
Urk.
11/2/16).
Dr.
A._
attes
tierte der Bes
chwerdeführerin vom 1
1.
bis 30.
Sep
tember 2018 eine 50%ige Ar
beits
unfähigkeit, vom
1.
bis 1
4.
Oktober 2018 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 1
5.
Oktober 2018 wieder
eine
voll
ständig
e
A
rbeitsfähig
keit
(Urk.
11/2/17).
3
.
7
Im Rahmen einer aktenbasierten Einschätzung
verwies
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 1
5.
November 2018
(
Urk.
11/2/19)
auf die degenerativen Befunde bei vor
be
stehendem
subakromialem
Impingement
und
-
neu als richtungs
weisen
de Ver
schlim
merung
-
die Instabilität der langen
Bizepssehne
aufgrund einer wahr
scheinlichen
Pulley
-L
äsion (Ruptur des Ligamentum
transversum
humeri
).
Er
erachtete ein Traktions-Rotationstrauma auf die betreffende Schulter mit nach
folgend persistierender Instabilität aufgrund des Ereignisses vom 11. Ja
nuar 2018 als plausibel
. Dafür spreche die umfassende und korrekte klinische Untersuchung mit den entsprechenden Befunden am 1
4.
Februar 2018 durch
Dr.
A._
sowie die nachvollziehbar interpretierte Instabilität der langen
Bizepssehne
, welche an
lässlich der Operation vom 1
9.
März 2018 bestätigt wurde.
Dr.
B._
hielt
fol
gende Diagnosen fest:
-
Frische
Pulley
-L
äsion Schulter rechts
-
Vorbestehendes
subakromiales
Impingement
der rechten Schulter
Gemäss seiner Erfahrung sei die Persistenz von nachgewiesenen
Pulley
-Rupturen auch bei einer vorbestehend degenerativ veränderten Schulter eine oft gesehene Ursache persistierender Beschwerden seit einem geltend gemachten Ereignis und daher unfallkausal mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Unfall
kausal ausgewie
sen sei die Teilruptur der
Subsc
apularissehne
zusammen mit der Ruptur des
Pulley
-Systems. Alle anderen erhobenen Befunde seien degenera
tiv, vorbestehend und als unfallfremd zu beurteilen. Damit sei mit der Ausheilung der
Bizepsse
h
nenteno
dese
und der Abheilung der
Subsc
apularisnaht
nach 10 bis 12 Wochen der Status quo sine erreicht. Alle weiteren therapeutischen Mass
nahmen an der betroffenen Schulter würden nicht mehr zulasten des Ereignisses vom 1
1.
Januar 2018 gehen.
3
.8
Im Zuge des Beschwerdeverfahrens bestätigte
Dr.
B._
a
m
9.
Februar 2019
seine Beurteilung vom 15.
No
vember 2018 und führte aus, an der beklagten rechten Schulter der Be
schwer
de
führerin würden sich relevante, vorbestehende, ausschliesslich degene
ra
tive Befunde
zei
gen. D
ie
subakromiale
Einengung mit/bei
subakromialem
Impingement
und me
cha
nischer Irritation und Einfluss auf die gesamte
Rotatorenmanschette
sowie die konsekutive
Tendi
n
ose
des
Supra
spi
natus
- und
Subs
c
apularisparenchyms
in Form von nachgewiesenen
Par
enchym
delamina
tionen
würden
pathologisch-ana
tomisch einem offensicht
lich
en dege
nerativen Vorzustand entspreche
n
und das
subakromiale
Impinge
ment
morphologisch fass
bar belege
n
.
Das geschilderte Er
eig
nis sei nicht geeignet, eine Ruptur der
Rotato
ren
manschette
geschweige denn degenerative Ver
änderungen der
Supraspinatus
-,
Infraspinatus
- und
Subsc
apu
lari
s
sehne
zu verursachen.
Es sei von einer Ruptur des vorgeschädigten und im Rahmen des
Impingements
expo
nierten
Pulleys
der langen
Bizepssehne
auszu
gehen, was die Instabilität der langen
Bizepssehne
mit dem entsprechenden per
sistie
renden Beschwerdebild zur Folge
habe
. Die Einheilung der erfolg
ten
Bizeps
sehnentenodese
s
e
i
als vorüber
gehende Verschlimmerung mit einem Status quo sine von 10 bis 12 Wochen ange
messen (
Urk.
10).
3
.
9
In seiner Stellungnahme vom
3.
Juni 2019
(
Urk.
16)
konstatierte
Dr.
C._
, bei der
Bizepssehnentenodese
werde die lange
Bizepssehne
von ihrem Ansatz gelöst und am Oberarmkopf angeheftet. Moderne Operationsmethoden und Anker wür
den Eingriff technisch relativ einfach machen, es müsse aber, insbesondere bei Begleiteingriffen wie bei der Beschwerdeführerin (
Akromioplastik
und
Bur
sek
to
mie
), mit einer relativ langen Rehabilitation über vier bis acht Monate ge
rechnet werden. Die Verschlimmerung sei richtunggebend, weshalb der Status quo ante
vel
sine nicht mehr erreicht werden könne
.
3
.
10
Dr.
B._
stellte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
September 2019 (
Urk.
24) klar, der Begriff der richtungsweisenden Verschlimmerung ergebe sich aus der chirurgisch-orthopädischen Tatsache, dass eine instabile
Bizepssehne
vom Moment eines
angeschuldeten
Ereignisses (vorliegend 1
1.
Januar 2018) unbehandelt keine Besserung mehr erfahren werden könne bzw. das Beschwerdebild in sich bestehen bleibe. Der Befund sei von da an als unbehandelt, richtungsweisend verschlimmert zu beurteilen. Mit dem Eingriff erfahre die Schulter mit der defi
nitiven Korrektur der
Biz
e
psinstabilität
(
Bizepssehnen
tenodese
) eine Ver
änderung mit Terminierung der ursprünglich richtungs
weisenden Ver
schlimme
rung während einer noch postoperativen Nachbehand
lungs
zeit, welche für diesen Teil
eingriff praktisch
nie
länger als 10 bis 12
Wochen
, dem behandlungs
bedingten Ende der vormals unbehandelten, richtungs
weisenden Verschlim
me
rung entspre
che. Mit diesem Zeitpunkt sei der Status quo sine erreicht, weil der Beschwerde
führerin keine relevanten ereigniskausalen Nachteile vom 1
1.
Januar 2018 zurückbleiben würden. Was nun an der Schulter an Befunden und Beschwerden sowie denkbaren weiteren Behandlungsoptionen zurückbleibe, seien ursächlich die zweifelsfrei festge
haltenen, vorbestehenden, degenerativen, ereig
nis
fremden (bezogen auf das Ereignis vom 1
1.
Januar 2018) Befunde.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid im Wesent
li
chen auf das Aktengutachten von
Dr.
B._
vom
1
5.
November 2018 (vgl.
E. 3.7
). Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegen
wärti
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungs
befund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vor
hande
nen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bun
des
ge
richts 8C_833/2009 vom 2
6.
J
anuar 2010 E. 5.1 mit Hinweisen
), was vorliegend der
Fall ist. Das Gutachten von Dr.
B._
erfüllt die Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(vgl. vorne E.
1.5
). Der Umstand, dass der Gutachter keine eigene Untersuchung durch
geführt hat, ver
mag den Beweis
wert seiner Beurteilung nicht zu schmälern, zumal es mit der
Fra
ge nach der Unfallkausalität einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Unter
suchungen notwendig gewesen wären. Praxis
gemäss kann unter diesen Voraus
setzungen auch ein reines Akten
gut
achten voll beweis
wertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2009 vom 2
3.
Sep
tember 2009 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Aus den Aus
führungen von Dr.
B._
ergibt sich denn auch, dass er über sämtliche für die Beurteilung der Unfall
kau
salität erfor
der
lichen Unterlagen verfügte.
4.2
Gemäss
Dr.
B._
sind die Teilruptur der SSC-Sehne sowie
Ruptur des
Pulley
-Systems unfallkausal ausgewiesen. Alle anderen erhobenen Befunde seien dege
ne
rativ, vorbestehend und als unfallfremd zu beurteilen (vgl. E. 3.7). Das ist unbestritten und angesichts der im Rahmen der Bildgebung ausgewiesenen
Ein
engung des
Subakromialraumes
(vgl. E. 3.2)
einleuchtend
.
Im Übrigen
erachtete auch
Dr.
A._
gewisse altersentsprechende degenerative Veränderungen (
Sehnen
delamination
SSP/ISP-Sehne) als vorbestehend (vgl. E. 3.6).
Soweit Dr.
A._
die
Unfallkausalität der Schulterbeschwerden der Be
schwerdeführerin mit dem Umstand
begründete
, dass diese erst nach dem Unfall vom 1
1. Ja
nuar 2018 sympto
matisch geworden seien, ist dem entgegenzuhalten,
dass eine gesundheit
liche Schädigung nicht schon dann als durch einen Unfall verursacht gelten kann, weil sie nach diesem aufgetreten ist
(
post
hoc, ergo
propter
hoc) und zum Beweis eines natürlichen Kausalzusammenhanges nicht genügt
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
mit Hinweis, Urteil des Bundesgerichts 8C_636/2016 vom 1
6.
No
vember 2016 E.
5.2 mit weiteren Hinweisen).
4.3
4.3.1
Was nun die Folgen des Unfalles vom
1
1.
Januar 2018
betrifft, so geht die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Stellungnahmen
von
Dr.
B._
vom
15. No
vember 2018
(
E. 3.7
)
und vom
9.
Februar 2019 (E. 3.8)
davon aus, dass dieser Unfall nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes
an der Schulter rechts der
Beschwerde
führer
in
geführt habe. Der
status
quo sine sei spätestens am
11. Juni 2018
erreicht gewesen (E.
2.1
vorst
ehend). Demgegen
über vertritt die
Beschwer
de
führer
in
den Standpunkt, dass es aufgrund des Unfalles vom
11. Januar 2018
zu einer richtunggebenden Verschlimmerung gekom
men sei. Folglich müssten
über den 1
1.
Juni 2018 hinaus geltend gemachte Be
schwer
den mit diesem Unfall in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzu
sam
men
hang stehen (E.
2.2
vorstehend).
4.3.2
Von einer richtunggebenden Verschlimmerung wird dann gesprochen, wenn ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper trifft und aus ärztlicher Sicht feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht we
rden können (Urteil
des Bundesgerichts
8C_352/2015,
8C_353/2015 vom 24.
Sep
tem
ber 2015 E. 3.1 mit Hinweis). Eine solche richtunggebende Verschlimmerung sah
Dr.
B._
in der
auf den Unfall vom 1
1.
Januar 2018 zu
rück
zu
führende
n
Teil
ruptur der SSC-Sehne sowie
der
Ruptur des
Pulley
-Systems
nicht gegeben. Diese hätten
nur eine vorübergehende Verschlimmerung bewirkt
(
Urk.
10, Urk. 24), was angesichts deren operativen Versorgung (
Bizepssehnentenodese
) am 1
9.
März 2018 sowie der Tatsache, dass sich der operative Eingriff und der postoperative Verlauf regelrecht gestalteten (vgl. E. 3.5), nachvollziehbar ist.
D
ie Vorbringen
de
r
Beschwerdeführer
in
sind nicht geeignet, Zweifel an der Einschätzung
von Dr.
B._
zu wecken
.
Dr.
A._
konstatierte, durch das Unfallereignis sei eine wegweisende Verschlechterung des degenerativen Vorzustandes verursacht worden, was zu einem operativen Eing
riff geführt habe (vgl. E. 3.6). Dies
schliesst die Erreichung eines Status quo sine nach Ausheilung der
Bizepssehnentenodese
jedoch
nicht per se aus.
Nach der definitiven Korrektur der
Bizepsinstabilität
die, soweit aus den Akten ersichtlich, komplikationslos verlaufen ist - und deren Abheilung stellt der Unfall keine natürliche Ursache für die bei der Beschwerde
führerin allenfalls noch vorhandenen Beschwerden in der rechten Schulter mehr dar. Eine Unfallkausalität der ausgelösten Beschwerden ohne zeitliche Be
schrän
kung kann nicht bejaht werden.
Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass es für die Beendigung
der Leistungspflicht des Unfallversicherers
genügt
, dass der Status quo ante
vel
sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten ist. Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss dabei nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesund
heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteile des Bun
desgerichts 8C_79/2011 vom
9.
März 2011 E. 2.2
;
8C_901/2009 vom 1
4.
Juni 2010 E. 3.2 und 8C_847/2008 vom 2
9.
Januar 2009 E. 2, je mit Hinweisen)
, was vorliegend gestützt auf die medizinische Aktenlage im Zeitpunkt der Leistungs
einstellung der Fall war
. Dem Vorbringen der Be
schwerdeführerin, wonach gemäss
Dr.
C._
erfahrungsgemäss mit einer Rekon
valeszenz von vier bis acht Monate
n
gerechnet werden müsse
(vgl. E. 2.
2
)
, steht die Aussage des behandeln
den Arztes Dr.
A._
gegenüber, der nach der Operation am 1
9.
März 2018 eine Arbeitsun
fähigkeit von mindestens drei Monate
n
(bis 2
0.
Juni 2018)
attestierte (vgl. E. 3.5)
.
M
ithin
entspricht
die von Dr.
B._
angenommene Rehabilita
tionszeit von 10 bis 12 Wochen
einer üblichen Einschätzung
.
A
us den Akten
ergeben sich
keine Hinweise auf einen protrahierten Verlauf
, weshalb
nicht mit einem längeren Heilungsverlauf ge
rechnet werden muss
te
.
Hier gilt es
auch
zu beachten, dass
sich
der konkrete Zeitpunkt, an dem der Status quo sine erreicht wurde, von der Natur der Sache her nicht auf den Tag genau feststellen lässt, sondern lediglich mehr oder minder präzise geschätzt werden kann (Urteile
des Bundesgerichts
8C_506/2016 vom 4.
No
vember 2016 E. 3.2.1; 8C_341/2009 vom 2
4.
Juli 2009 E. 4.2;
vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundes
ge
richts zum Sozialversicherungsrecht, UVG,
4.
Auflage, Zürich 2012, S.
55)
. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin den Fall
12 Wochen postoperativ
auf den
1
1.
Juni 2018
abschloss. Dass
die
Beschwerdeführer
in
in diesem Zeitpunkt
möglicherweise
nicht beschwerdefrei war
- was anhand der Akten nicht ausge
wiesen ist -
, steht dem nicht entgegen, ist doch für die Erreichung des Status quo sine einzig relevant, dass die
Folgen des Aufpralls vom
1
1.
Januar 2018
bis zu diesem Moment abgeklungen waren
(
Urteil
des Bundesgerichts 8C_167/2018 vom 28. Februar 2019, E. 6.5).
4.4
Einen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann, soweit letzterer unfallbedingt beeinträchtigt ist. Aufgrund des Erreichens des Status quo sine im Zeitpunkt der Leistungseinstellung besteht keine unfallbedingte Gesundheitsbeeinträchtigung
mehr
, welche durch eine Fortsetzung der Beha
ndlung verbessert werden könnte
.
4.5
.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerde
führerin auf weitere Leistungen zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich
als unbegründet und ist abzuweisen
.