Decision ID: fdef93f7-1e8d-54de-a918-dd33f7effd80
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 27.03.2017 Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung unter Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. März 2017, IV 2014/326). Entscheid vom 27. März 2017 Besetzung Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Tobias Bolt Geschäftsnr. IV 2014/326 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Juli 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe in seinem Herkunftsland eine
dreijährige Ausbildung zum Schreiner absolviert. Seit dem Jahr 1999 sei er als
Mitarbeiter in der Gussnachbehandlung tätig gewesen. Der Allgemeinmediziner Dr.
med. B._ gab am 15. Juli 2008 telefonisch an (IV-act. 12–1 f.), der Versicherte leide
an einer peripheren Verschlusskrankheit und an einem chronischen lumbo-
vertebrogenen und lumbo-radiculären Schmerzsyndrom. Der Versicherte sei an seinem
angestammten Arbeitsplatz zu 50 Prozent arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit sei kaum
steigerbar. Der Neurochirurg Dr. med. C._ hatte am 8. Juni 2007 berichtet
(Fremdakten), der Versicherte habe schon seit Jahren über chronische Lumbalgien
geklagt. Im Februar 2005 sei zusätzlich eine Lumboischialgie aufgetreten, weshalb im
Mai 2005 ein MRI angefertigt worden sei, das eine mediane breitbasige Discushernie
L5/S1 und eine Spondylarthrose L4/5 und L5/S1 gezeigt habe. Die anschliessende
Behandlung mittels fraktionierter periduraler Infiltrationen habe einen guten Erfolg
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gezeitigt. Nun habe der Versicherte aber angegeben, seit etwa einem Jahr wieder
vermehrt an Beschwerden zu leiden. Ein MRI, das im Mai 2007 angefertigt worden sei,
habe einen im Vergleich zum früheren MRI vom Mai 2005 praktisch unveränderten
Befund gezeigt. Nach einer erneuten Infiltrationstherapie seien die Lumbalgien und die
Lumboischialgie nun wieder „völlig rückläufig“. Eine Operation sei nicht indiziert. Er
habe dem Versicherten die Wiederaufnahme seiner Tätigkeit zu 100 Prozent
empfohlen. Im Januar 2008 hatte eine Kernspintomographie eine hochgradige
abgangsnahe Stenose der Arteria iliaca communis rechts gezeigt (Fremdakten). Laut
einem Austrittsbericht der Klinik für Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 21.
Februar 2008 (IV-act. 12–6 ff.) war dem Versicherten deshalb am 7. Februar 2008 ein
Bypass eingesetzt worden. Gemäss einem Sprechstundenbericht vom 15. Mai 2008
war in der Kontrolluntersuchung ein befriedigendes postoperatives Ergebnis
festgestellt worden (IV-act. 12–3). Der Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung,
Dr. med. D._, hatte am 6. Mai 2008 berichtet (Fremdakten), er empfehle bezüglich
der anhaltenden Rückenbeschwerden eine weitere Serie Physiotherapie. Sollte diese
keine Wirkung zeigen, müsse eventuell nochmals ein MRI angefertigt werden. Da der
Versicherte bei seiner angestammten Tätigkeit teilweise schwere Gewichte heben
müsse, sei ihm nicht mehr als das aktuelle Pensum von 50 Prozent zumutbar. Auf dem
„freien Arbeitsmarkt“ könne die „medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit“ nicht
gesteigert werden; die Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent müsse als „zurzeit fix“
betrachtet werden. In seinem Bericht betreffend die im August 2008 durchgeführte
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit führte Dr. D._ aus (Fremdakten), die
vom Versicherten geschilderten Schmerzen und Einschränkungen liessen sich durch
die klinischen und bildgebenden Befunde weitgehend erklären. Bei den Tests und bei
der Untersuchung sei eine ausgeprägte Insuffizienz der Rumpfmuskulatur festgestellt
worden, weshalb der Versicherte in fast allen Tests Mühe gehabt habe, die Wirbelsäule
zu stabilisieren. Aus ärztlicher Sicht werde deshalb ein intensives progredientes
muskuläres Aufbautraining empfohlen. Eventuell sollte ein weiteres MRI angefertigt und
im Rahmen eines neurochirurgischen Konsiliums nochmals Stellung zur
Operationsindikation genommen werden. Zurzeit sei der Versicherte nur zu 50 Prozent
arbeitsfähig. Er dürfe keine Lasten von mehr als zehn Kilogramm hantieren, nicht über
Kopf hantieren und nur wenig und kurzzeitig in vorgeneigten Positionen arbeiten. Die
Belastungen am angestammten Arbeitsplatz lägen gerade noch im Rahmen der
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Zumutbarkeit. Bei einer guten Compliance sei mittels eines muskulären Aufbautrainings
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 Prozent innerhalb von vier oder fünf
Monaten zu erwarten. Eine leichte Tätigkeit sei ganztags zumutbar. Denkbar sei auch,
dass der Versicherte die aktuelle Tätigkeit weiterhin zu 50 Prozent und daneben eine
leichte Tätigkeit zu 50 Prozent ausübe. Die Arbeitgeberin des Versicherten berichtete
im August 2008 (IV-act. 16), sie beschäftige diesen als Mitarbeiter in der
Gussnachbehandlung. Seit dem 1. Januar 2008 habe sich der Jahreslohn auf 58'474
Franken belaufen. Infolge der Gesundheitsbeeinträchtigung sei das Pensum reduziert
worden. Am 5. Januar 2009 notierte Dr. med. E._ vom IV-internen regionalen
ärztlichen Dienst (RAD), mittels eines Aufbautrainings könnte zwar die Belastbarkeit
gesteigert werden, doch würde der Eingliederungsprozess gefährdet, wenn ein solches
Training scheitern würde; ohnehin sei der Versicherte für eine leichte körperliche
Tätigkeit schon uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 23). Am 6. Januar 2009 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen
oder eine Rente habe (IV-act. 25). Am 15. Januar 2009 liess der nun anwaltlich
vertretene Versicherte den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung verlangen (IV-
act. 26). Diese wurde ihm am 17. Februar 2009 eröffnet (IV-act. 29).
A.b Mit einem Entscheid vom 21. Februar 2011 (IV 2009/128; vgl. IV-act. 48) hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine gegen die Verfügung vom 17.
Februar 2009 erhobene Beschwerde gut. Es führte aus, der medizinische Sachverhalt
sei ungenügend abgeklärt worden. Die Angaben des Vertrauensarztes Dr. D._ seien
teilweise widersprüchlich. Weil trotz einer entsprechenden Empfehlung von Dr. D._
kein neues MRI erstellt worden sei, könne die Frage nach einer allfälligen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Jahr 2008 nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden.
Die IV-Stelle werde folglich weitere medizinische Abklärungen zu tätigen haben.
Anschliessend werde sie allfällige Eingliederungsmassnahmen zu prüfen haben. Hierfür
wies das Versicherungsgericht die Sache an die IV-Stelle zurück. Diese beauftragte am
1. April 2011 die medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Bern mit der Erstellung eines
polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 53). Dieses Gutachten wurde am 22. August 2011
erstattet (IV-act. 61). Der fallführende internistische Sachverständige führte aus, der
Versicherte habe angegeben, sein Zustand habe sich nach der Operation im Februar
2008 weiter verschlechtert. Er könne nicht mehr arbeiten; körperlich gehe gar nichts
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mehr. Der Befund der kursorischen internistischen Untersuchung sei abgesehen von
einer Einschränkung der Rückenbeweglichkeit, einem Lidflattern und Blutlaborwerten,
die den Verdacht auf einen Diabetes mellitus geweckt hätten, unauffällig gewesen. Die
orthopädische Sachverständige hielt fest, in der klinischen Untersuchung habe sie eine
Fehlstatik der Wirbelsäule mit einer geringen Protraktion des Kopfes bei einer
abgeflachten, tiefgezogenen Brustkyphose und eine vermehrte Aufrichtung der
Lendenlordose, eine vermehrte kraniale Aufrichtung des Beckens, eine deutliche
Einschränkung der Inklination, eine Dekonditionierung und im Übrigen einen
altersentsprechenden, weitgehend unauffälligen Befund erhoben. Die vorgetragenen
Beschwerden der Wirbelsäule fänden zwar klinisch und radiologisch ihr Korrelat,
jedoch nicht in einem die Arbeitsfähigkeit quantitativ beeinträchtigenden Ausmass.
Körperlich leichte Arbeiten, die bevorzugt im Sitzen verrichtet werden könnten, seien
uneingeschränkt zumutbar. Nach einer Gewöhnung an den Arbeitsprozess wäre auch
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit wieder zumutbar. Angesichts der Dekonditionierung
seien derzeit aber mittelschwere und zeitweise schwere Tätigkeiten nicht zumutbar.
Der neurochirurgische Sachverständige führte aus, ein im Juli 2011 angefertigtes MRI
habe im Vergleich mit den MRI aus den Jahren 2005 und 2007 einen unveränderten
Befund gezeigt. Schon das MRI aus dem Jahr 2007 habe keine einseitige
Lumboischialgie erklären können. Das aktuelle MRI schliesse eine radiculäre
Kompression sicher aus. Zwar sei eine strukturelle Läsion der untersten Bandscheibe
L5/S1 vorhanden. Sie habe sich aber über mehr als vier Jahre nicht verändert. Auch die
spondylarthrotische Verplumpung der Facettengelenke L5/S1 sei nicht progredient
verlaufen. Insgesamt sei das Lumbovertebralsyndrom allenfalls mässig ausgeprägt.
Eine leichte Tätigkeit sei dem Versicherten ohne weiteres uneingeschränkt zumutbar.
Der angiologische Sachverständige hielt fest, drei Jahre nach der Anlage eines femoro-
poplitealen Kunststoffbypasses bestehe klinisch und hämodynamisch eine weitgehend
normalisierte arterielle Ruheperfusion. Auf der linken Seite sei die arterielle Perfusion
etwas beeinträchtigt, jedoch gut kompensiert. Aus angiologischer Sicht sei der
Versicherte im Alltag kaum eingeschränkt, weshalb auch eine leichte Arbeit ohne
weiteres zumutbar sei. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, der Versicherte
weise akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge auf, die jedoch keineswegs das
Ausmass einer Persönlichkeitsstörung erreichen würden. Eine schwerwiegende
depressive Problematik könne im Moment nicht nachgewiesen werden. Allenfalls
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entspreche die aktuelle Symptomatik einer leichtgradigen depressiven Episode. Das
chronische Schmerzsyndrom sei vor dem Hintergrund der
Persönlichkeitsakzentuierung und allenfalls teilweise auch durch psychische Faktoren
unterhalten zu interpretieren. Zum Teil seien die Schmerzen auch organisch
nachvollziehbar. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte uneingeschränkt
arbeitsfähig. In ihrer Konsensbeurteilung hielten die Sachverständigen fest, der
Versicherte leide an einem chronischen lumbo-vertebrogenen Schmerzsyndrom sowie
– ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer leichtgradigen depressiven
Episode, an einem chronischen Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen
Faktoren und an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit der unteren
Extremitäten. Ausserdem bestehe der Verdacht auf einen Diabetes mellitus Typ 2. Der
Versicherte sei nicht mehr in der Lage, als Gussputzer zu arbeiten. Eine körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeit in einem geheizten Raum sei dagegen
uneingeschränkt zumutbar. Für die Wiedereingliederung ins Erwerbsleben erscheine
eine Angewöhnung an den Arbeitsprozess als sehr wichtig. Die RAD-Ärztin Dr. E._
qualifizierte das Gutachten am 14. September 2011 als überzeugend (IV-act. 64).
A.c Ein Eingliederungsverantwortlicher der IV-Stelle (vgl. IV-act. 93) lud den
Versicherten am 18. Oktober 2011 zu einem Gespräch bezüglich beruflicher
Eingliederungsmassnahmen ein. Der Versicherte gab an, er habe kein Interesse und
nehme Termine nur über seinen Anwalt wahr. Diverse weitere Versuche, den
Versicherten zu einem Eingliederungsgespräch zu motivieren oder dessen Anwalt zu
erreichen, schlugen fehl. Am 2. Mai 2013 lud der Eingliederungsverantwortliche den
Versicherten und dessen Anwalt zuletzt schriftlich zu einem Gespräch am 16. Mai 2013
ein. Das Gespräch fand dann bereits am 15. Mai 2013 statt. In der Folge konnte eine
dreimonatige berufliche Abklärung in die Wege geleitet werden, die am 2. September
2013 startete. Am 12. September 2013 teilte der Einsatzbetrieb dem
Eingliederungsverantwortlichen mit, dass der Versicherte ein Arztzeugnis eingereicht
habe, laut dem er bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig sei. Am 4. Oktober 2013
informierte der Einsatzbetrieb den Eingliederungsverantwortlichen darüber, dass der
Versicherte erneut krankgeschrieben worden sei. Insgesamt sei er in der Zeit vom 2.
September 2013 bis zum 4. Oktober 2013 nur an 6,5 Tagen anwesend gewesen. Er
habe keine Motivation gezeigt. Der Eingliederungsverantwortliche und der
Einsatzbetrieb beschlossen deshalb den Abbruch der Massnahme. Nach dem
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Eintreffen des Schlussberichts des Einsatzbetriebes (IV-act. 91) schloss der
Eingliederungsverantwortliche die berufliche Eingliederung am 21. Oktober 2013 ab (IV-
act. 92).
A.d Mit einem Vorbescheid vom 5. November 2013 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act.
97). Dagegen liess dieser am 11. Dezember 2013 einwenden (IV-act. 98), er habe sich
dem Arbeitsversuch nicht widersetzt, sondern diesen abgebrochen, weil er sich nicht in
der Lage gesehen habe, ihn fortzuführen. Die Absenzen seien medizinisch begründet
gewesen. Seinem Schreiben legte er einen Bericht von Dr. F._ vom 3. Dezember
2013 bei (IV-act. 99). Dieser hatte ausgeführt, der Arbeitsversuch sei wegen starken
Rückenschmerzen und Parästhesien in den Beinen gescheitert. Die RAD-Ärztin Dr.
E._ notierte am 17. Dezember 2013 (IV-act. 101), Dr. F._ habe weder neue Befunde
noch neue Diagnosen angeführt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS Bern sei
nach wie vor massgebend. Die Eingliederungsbemühungen seien durch die
Schmerzklagen des Versicherten und die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von Dr. F._
„torpediert“ worden. Von weiteren Eingliederungsmassnahmen seien keine besseren
Ergebnisse zu erwarten. Der Versicherte müsste seine Einstellung ändern. Mit einer
Verfügung vom 19. Dezember 2013 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Massnahmen ab (IV-act. 103). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in formelle
Rechtskraft.
A.e Mit einem Vorbescheid vom 23. Januar 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie auch sein Rentenbegehren abweisen werde (IV-act. 107). Dagegen liess
dieser einwenden (IV-act. 108), da ihm seine angestammte Tätigkeit nicht mehr
zumutbar sei, bestehe ab Februar 2009 ein Anspruch auf eine ganze Rente. Das
Gutachten der MEDAS Bern sei unvollständig respektive nicht nachvollziehbar, denn
die Sachverständigen hätten nicht erklärt, weshalb dem Versicherten überhaupt eine
leichte Tätigkeit zumutbar sein sollte. Sie hätten sich auch nicht zur Frage geäussert,
ab wann eine adaptierte Tätigkeit zumutbar sei. Das könne frühestens im Zeitpunkt der
Erstellung des Gutachtens (22. August 2011) der Fall gewesen sein. Der Anspruch auf
die ganze Rente bestehe folglich mindestens bis und mit dem 21. August 2011. Beim
Einkommensvergleich sei kein Tabellenlohnabzug berücksichtigt worden, obwohl dem
Versicherten in der Beschwerdeantwort im Verfahren IV 2009/128 noch ein Abzug von
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zehn Prozent zugebilligt worden sei. Die RAD-Ärztin Dr. E._ notierte am 18. März
2014 (IV-act. 109), die Sachverständigen der MEDAS Bern hätten überzeugend
begründet ab Sommer 2008 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Der gescheiterte Arbeitsversuch ändere daran
nichts. Am 28. März 2014 räumte die IV-Stelle dem Versicherten die Gelegenheit ein,
zur Aktennotiz von Dr. E._ Stellung zu nehmen; zugleich teilte sie mit, dass sie einen
Tabellenlohnabzug von zehn Prozent berücksichtigen werde (IV-act. 110). Dieser liess
am 16. Mai 2014 geltend machen (IV-act. 114), die Angabe der Sachverständigen zur
Arbeitsfähigkeit in der Vergangenheit sei so zurückhaltend formuliert, dass
angenommen werden müsse, die Sachverständigen seien sich diesbezüglich nicht
sicher gewesen. Die übrigen Einwände seien von Dr. E._ nicht wiederlegt worden. Mit
einer Verfügung vom 27. Mai 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 115).
B.
B.a Dagegen liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) am 27. Juni
2014 eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung, die Zusprache einer ganzen Rente und eventualiter die
Rückweisung der Sache zur erneuten Begutachtung. Zur Begründung führte er aus, die
IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe nach dem Eingang des
Gutachtens „sage und schreibe fast drei (!) Jahre“ bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung benötigt. Da sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter
verschlechtert habe, sei das Gutachten nicht mehr aktuell. Der Beschwerdeführer
befinde sich neu in psychiatrischer Behandlung. Die Psychiaterin Dr. med. G._ habe
eine mittelgradige depressive Störung diagnostiziert. Angesichts des Alters des
Beschwerdeführers sei es unrealistisch, dass er noch eine Arbeit finden würde.
Angesichts der medizinischen Ungewissheiten sei allenfalls der Abschluss eines
Vergleichs angezeigt. Der Beschwerde lag eine Stellungnahme von Dr. F._ vom 25.
Juni 2014 bei (act. G 1.4), der ausgeführt hatte, der Beschwerdeführer leide an einer
motorischen, axonal demyelisierenden Polyneuropathie, an einer mittelgradigen
depressiven Episode mit einem somatischen Syndrom, an einer generalisierten
Arteriosklerose sowie an einem chronischen lumbo-vertebrogenen und lumbo-
radiculären Schmerzsyndrom. Die Schmerzen im rechten Bein seien „zum grössten Teil
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auf die Problematik mit den Bandscheiben (generalisierte Arteriosklerose)
zurückzuführen“. Als Hausarzt sehe er „keine objektive Möglichkeit“, den
Beschwerdeführe wieder in die Arbeitswelt zu integrieren, wobei man auch dessen
Alter nicht aus den Augen verlieren sollte. Am 4. Juli 2011 hatte Dr. G._ berichtet (act.
G 1.5), die Kündigung der Arbeitsstelle habe zu einer massiven Kränkung und der
Entwicklung einer depressiven Symptomatik geführt. Aktuell zeige sich das Bild einer
mittelgradigen depressiven Episode. Mittels einer antidepressiven Medikation und
stützenden, ressourcenorientierten Gesprächen habe die Arbeitsfähigkeit nur auf 50
Prozent gesteigert werden können.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14. August 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, das Scheitern des
Arbeitsversuchs sei für die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht massgebend. Dr. F._
habe keine neuen Aspekte genannt und seine pessimistische
Arbeitsfähigkeitsschätzung massgeblich mit den subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers begründet, die aber nicht relevant seien. Entscheidrelevant bleibe
folglich das Gutachten der MEDAS Bern.
B.c Am 7. November 2014 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten
(act. G 10). Zur Begründung führte sein Rechtsvertreter ergänzend aus, das Gutachten
der MEDAS sei im Zeitpunkt der Verfügung längst veraltet gewesen. Zudem sei es
unvollständig, denn der Beschwerdeführer hätte eingehend internistisch begutachtet
werden müssen. Er leide nämlich an einem Hypogonadismus, der seit Januar 2005
fachärztlich behandelt werde. Der Beschwerdeführer sei also nicht ein „alter fauler
Sack“, wie man meinen könnte, wenn man zwischen den Zeilen lese, sondern ein
bedauernswerter Mann, der aufgrund einer Krankheit zu schnell altere und mit den
körperlichen Folgeerscheinungen nicht klar komme. Die Neurologin Dr. med. H._
habe am 3. Oktober 2012 über eine motorische, axonal demyelisierende
Polyneuropathie berichtet. Diese Erkrankung verlaufe in der Regel fortschreitend.
Diesbezüglich dränge sich eine erneute neurologische Begutachtung auf. Da der
Beschwerdeführer schon 61 Jahre alt sei, wäre es aber sinnvoller, ihm eine halbe und
ab Feststellung der Polyneuropathie eine ganze Rente zuzusprechen. Der Urologe Dr.
med. I._ hatte am 16. Oktober 2014 berichtet (act. G 10.1.3), er behandle den
Beschwerdeführer seit dem 18. Januar 2005. Schon in der ersten Untersuchung habe
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er einen Hypogonadismus diagnostiziert. Die Therapie habe zu einer leichten
Besserung geführt. Der Hypogonadismus sei erfahrungsgemäss für eine Vielzahl von
Beschwerden verantwortlich, nämlich für Rückenschmerzen, für eine erektile Impotenz,
für eine Depression, für rezidivierende Prostataentzündungen, für einen Diabetes
mellitus sowie für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Am 10. Oktober 2012
hatte Dr. H._ berichtet (act. G 10.1.4), sie habe elektrophysiologisch eine motorische,
axonal demyelisierende Polyneuropathie erfasst. Die Diagnosekriterien für eine
chronische inflammatorische demyelisierende Polyneuropathie seien nicht erfüllt.
Differentialdiagnostisch sei an eine Autoimmunneuropathie oder an eine Assoziation zu
einer infektiösen oder neoplatischen Erkrankung zu denken. Sie empfehle weitere
Abklärungen zu den möglichen Ursachen.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 12).
B.e Am 13. Oktober 2015 liess der Beschwerdeführer ergänzend ausführen (act. G 13),
sein Oberschenkelbypass habe am 7. September 2015 notfallmässig ersetzt werden
müssen, weil sein Körper auf das Bypass-Material reagiert habe. Das sei ein weiteres
Indiz für einen „körperlichen Niedergang“. Wichtig sei der Hinweis auf eine
hypertensive Herzkrankheit, die nicht von einem Tag auf den andern auftrete und
möglicherweise einen Teil der Müdigkeit erkläre. Der Eingabe lag ein Austrittsbericht
der Klinik für Gefässchirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 22. September 2015
bei (act. G 13.1), laut dem der Bypass am 7. September 2015 ersetzt und dem
Beschwerdeführer nach einem tachykarden Vorhofflimmern eine Dauerantikoagulation
verschrieben worden war.

Erwägungen
1.
Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der
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Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu
jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblichen
wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).
2.
Der Beschwerdeführer hat zwar seinen eigenen Angaben zufolge in seinem
Herkunftsland eine Schreinerausbildung absolviert, verfügt aber über keinen
entsprechenden, anerkannten Berufsabschluss. In der Schweiz hat er denn auch nicht
als Schreiner gearbeitet, sondern typische Hilfsarbeiten verrichtet. Seine letzte
Arbeitgeberin hat angegeben, sie habe ihm ab dem 1. Januar 2008 einen Jahreslohn
von 58'474 Franken bezahlt. Dieser Lohn hat ziemlich genau dem statistischen
Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im Jahr 2008 entsprochen. Dieser hatte sich nämlich
gemäss den Ergebnissen der vom Bundesamt für Statistik regelmässig durchgeführten
Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2008 bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40
Stunden auf 4'806 Franken pro Monat belaufen (BfS, LSE 2008, TA1). Bei einer
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Wochen (BfS, Betriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen) hat dies einem Jahreslohn von 59'979 Franken
entsprochen. Zwar ist der effektiv bezogene Lohn des Beschwerdeführers also minimal
tiefer als dieser statistische Durchschnittslohn gewesen, doch sind keine
Anhaltspunkte ersichtlich, die gegen die Annahme sprechen würden, er sei
durchschnittlich leistungsfähig gewesen. Die minimale Diskrepanz zwischen dem
effektiv erzielten und dem statistisch durchschnittlichen Lohn ist folglich auf
arbeitsmarktliche Zwänge zurückzuführen, die bei der Invaliditätsbemessung aber nicht
massgebend sind, weil nicht auf den tatsächlichen, sondern auf den allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen ist. Mit anderen Worten besteht die
Validenkarriere des Beschwerdeführers in der Verrichtung einer durchschnittlich
entlöhnten Hilfsarbeit. Das Valideneinkommen entspricht dem Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne.
3.
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3.1 Für die Beantwortung der Frage nach dem zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommen kommt der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung eine
entscheidende Bedeutung zu. Nach dem Rückweisungsentscheid des
Versicherungsgerichtes vom 21. Februar 2011 hat die Beschwerdegegnerin ein
polydisziplinäres Gutachten zur Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in Auftrag gegeben. Die Sachverständigen der MEDAS Bern haben
diesen internistisch, orthopädisch, neuro¬chirurgisch, angiologisch und psychiatrisch
untersucht. Damit ist eine umfassende Untersuchung aller relevanten, aktenkundigen
Beschwerden gewährleistet gewesen. Die Sachverständigen haben die von ihnen in
den jeweiligen persönlichen Untersuchungen erhobenen objektiven klinischen Befunde
detailliert wiedergegeben und die relevanten medizinischen Akten eingehend
gewürdigt. Die Befundschilderung der orthopädischen Sachverständigen hat sich dabei
weitgehend mit der (knappen) Befundschilderung des Berichtes von Dr. D._ zur
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit gedeckt, denn auch dieser hatte
abgesehen von einer Dekonditionierung respektive einer Insuffizienz der
Rumpfstabilisierungsmuskulatur nur äusserst diskrete krankheitswerte Befunde
erheben können. Der neurochirurgische Sachverständige hat überzeugend dargelegt,
dass Dr. C._ (der dem Beschwerdeführer die Wiederaufnahme der bisherigen
Tätigkeit zu 100 Prozent empfohlen hatte, was diesem dann auch problemlos möglich
gewesen war) das MRI falsch interpretiert habe. Die drei MRI aus den Jahren 2005,
2007 und 2011 zeigten abgesehen von einer Discopathie im Segment L5/S1 mit einer
facettären Überlastung keine Auffälligkeiten. Insbesondere lägen weder eine
kompressive Discushernie noch eine Spinalkanalstenose vor. Die (auch von der
orthopädischen Sachverständigen beschriebene) ausgeprägte Inklinationshemmung in
der klinischen Untersuchung habe aufgrund der sonstigen Beweglichkeit und
Untersuchungsbefunde unnatürlich gewirkt. Der übrige klinische Untersuchungsbefund
sei weitgehend unauffällig gewesen. Weder die orthopädische noch die
neurochirurgische Untersuchung hat also einen objektiven klinischen Befund ergeben,
mit dem eine Arbeitsunfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten begründet werden
könnte. Der angiologische Sachverständige hat überzeugend aufgezeigt, dass die
Herz-Kreislaufbeschwerden den Beschwerdeführer nicht einmal im Alltag wesentlich
beeinträchtigten. Der psychiatrische Sachverständige hat ebenfalls keinen
krankheitswertigen Befund erheben können. Zwar ist nachträglich bekannt geworden,
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dass sich der Beschwerdeführer schon im Februar 2009 in eine psychiatrische
Behandlung begeben hatte. Die Psychiaterin Dr. G._ hatte in ihrem Bericht vom 4.
Juli 2011 aber keine objektivierbaren Befunde genannt, die ihre Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Störung hätten belegen können. Sie hatte ihre Diagnose
und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung nur mit den subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers begründet. Dagegen hat sich der psychiatrische Sachverständige
der MEDAS Bern eingehend zum klinischen Befund geäussert und überzeugend
dargelegt, dass keine Beeinträchtigung vorliege, die eine Arbeitsunfähigkeit erklären
könnte. Zusammenfassend haben die Sachverständigen der MEDAS Bern
überzeugend begründet aufgezeigt, dass kein objektiver klinischer Befund vorgelegen
hat, der eine Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit hätte erklären
können.
3.2 Die Berichte der behandelnden Hausärzte Dr. B._ und Dr. F._ wecken keine
Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens der MEDAS Bern, denn diese haben
ihre Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht mit objektiven klinischen Befunden, sondern
mit den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers begründet. Ausserdem haben sie
die medizinische Frage nach der Arbeitsfähigkeit teilweise mit der Frage nach der
Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit vermischt und sich dabei massgeblich von den
Verhältnissen auf dem – nicht massgebenden – tatsächlichen Arbeitsmarkt leiten
lassen. Zudem hat Dr. F._ in seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2014 die
überzeugend begründeten Schlussfolgerungen des neurochirurgischen
Sachverständigen ohne jede Begründung ignoriert und weiterhin die Auffassung
vertreten, die Schmerzen im rechten Bein fänden ihre Ursache in einem
Bandscheibenschaden, was der neurochirurgische Sachverständige gestützt auf die
MRI aus den Jahren 2005, 2007 und 2011 schon längst als falsch widerlegt hatte. Auch
der Umstand, dass der Urologe Dr. I._ eine neue Diagnose genannt hat, die
angeblich sämtliche Beschwerden erklären soll, schmälert die Beweiskraft des
Gutachtens der MEDAS Bern nicht. Der Beschwerdeführer befindet sich nämlich schon
seit Januar 2005 in urologischer Behandlung wegen des von Dr. I._ geltend
gemachten Hypogonadismus. Folglich hat er schon im Zeitpunkt der Begutachtung
durch die MEDAS Bern an dieser Krankheit gelitten. Dennoch hat diese im
massgebenden klinischen Befund keine nennenswerten Einschränkungen gezeitigt.
Selbst wenn die Sachverständigen der MEDAS Bern also einen Hypogonadismus
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übersehen und infolgedessen eine unvollständige Diagnose gestellt haben sollten,
ändert dies nichts daran, dass der Beschwerdeführer damals angesichts der
massgebenden objektiven klinischen Befunde zweifellos uneingeschränkt arbeitsfähig
für leidensadaptierte Tätigkeiten gewesen ist. Sodann hat Dr. I._ selbst geltend
gemacht, der Zustand des Beschwerdeführers habe sich nach einem Wechsel der
Medikation im Jahr 2010 leicht gebessert. Damit ist die Vermutung einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach der Begutachtung durch die
MEDAS Bern widerlegt. Die Neurologin Dr. H._ hat zwar rund ein Jahr nach der
Begutachtung eine neue Diagnose gestellt. Die ausführliche klinische
Befundschilderung in ihrem Bericht vom 10. Oktober 2012 ist aber als weitestgehend
unauffällig zu qualifizieren. Zudem hat Dr. H._ darauf hingewiesen, dass die
Diagnosekriterien für eine chronische inflammatorische demyelisierende
Polyneuropathie nicht erfüllt seien. Ihre Beurteilung hat sich auf die Empfehlung
beschränkt, differentialdiagnostische Erwägungen nochmals mit dem
Beschwerdeführer zu besprechen und eine rein symptomatische Behandlung zu
beginnen. Offensichtlich hat sich diesbezüglich im weiteren Verlauf nichts Wesentliches
ergeben, denn ansonsten hätte der auf eine umfassende medizinische Information
bedachte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers entsprechende Berichte eingereicht.
Dem Umstand, dass der Bypass wegen einer Materialunverträglichkeit hat ersetzt
werden müssen, kommt in Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung keine relevante
Bedeutung zu. Der Hinweis auf eine hypertensive Herzkrankheit im entsprechenden
Bericht vom 22. September 2015 weckt für sich allein noch keinen Verdacht, die
massgebende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei vom angiologischen
Sachverständigen der MEDAS Bern falsch eingeschätzt worden oder im Zeitpunkt der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung nicht mehr aktuell gewesen. Schliesslich ist
auch der gescheiterte Arbeitsversuch nicht geeignet gewesen, Zweifel an der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS Bern zu wecken, weil das Scheitern nicht
medizinisch begründet gewesen ist. Zusammenfassend erweist sich die medizinische
Aktenlage als eindeutig: Überwiegend wahrscheinlich sind dem Beschwerdeführer
bereits seit der IV-Anmeldung (Sommer 2008) bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar gewesen.
4.
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4.1 Dem Beschwerdeführer kann die Verrichtung einer leidensadaptierten Hilfsarbeit
ohne weiteres zugemutet werden. Der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens entspricht somit dem Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne und
folglich auch dem Valideneinkommen. Mathematisch kann der Betrag bei der
Berechnung des Invaliditätsgrades keine Rolle spielen. Dieser entspricht dem
Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls korrigiert um einen Abzug vom Tabellenlohn
(sogenannter Prozentvergleich).
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat einen Tabellenlohnabzug von zehn Prozent
berücksichtigt. Dies ist ungerechtfertigt, denn es sind keine Anhaltspunkte dafür
ersichtlich, dass der Beschwerdeführer in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit
betriebswirtschaftlich-ökonomisch gesehen nur noch eine unterdurchschnittliche
Arbeitsleistung erbringen könnte, was einen ökonomisch denkenden Arbeitgeber
veranlassen könnte, nur einen unterdurchschnittlichen Lohn auszubezahlen. Ein
Tabellenlohnabzug ist nicht zu berücksichtigen. Selbst bei Anwendung des maximalen
Tabellenlohnabzuges (25 Prozent; vgl. BGE 126 V 75) würde im Übrigen angesichts der
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
resultieren.
4.3 Auch wenn der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Arbeitsaufgabe bereits 55
Jahre alt und im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung bereits 61
Jahre alt gewesen ist, spricht nichts gegen die Verwertung der uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten. Das fortgeschrittene Alter dürfte
diese zwar auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt stark erschweren,
invalidenversicherungsrechtlich ist aber nicht der tatsächliche, sondern der allgemeine
und ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend, der einen breiten Fächer von offenen
Stellen kennt, in denen auch ein rund 60 Jahre alter Hilfsarbeiter seine Arbeitsfähigkeit
noch verwerten kann, zumal Hilfsarbeiten definitionsgemäss ohne jede Ausbildung und
ohne eine Vorbereitung jederzeit sofort ausgeübt werden können.
4.4 Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer nicht invalid im Sinne des Art. 28
Abs. 1 IVG respektive des Art. 16 ATSG. Die angefochtene Verfügung erweist sich
damit im Ergebnis als rechtmässig.
5.
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Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen
Vertretungsaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Diese Kosten sind durch den von
diesem geleisteten Vorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.