Decision ID: 1384c34c-acad-44f3-9b2a-ed0c0bf49470
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen.
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente und unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 7. Mai 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (vgl. IV-act. 1). Am 1.
August 2006 hatte der Versicherte eine Kniedistorsion links erlitten. Infolge der
daraufhin im Spital B._ durchgeführten Kniegelenksarthroskopie vom 1. September
2006 war es zu Komplikationen im Heilungsverlauf gekommen, welche weitere
operative Eingriffe erforderlich gemacht hatten (IV-act. 13). Seitdem litt der Versicherte
unter persistierenden Schmerzen und war nur noch mit Hilfe von Gehstöcken mobil.
Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) veranlasste in der Folge eine
Begutachtung des Versicherten in der C._ AG (IV-act. 17). Im entsprechenden
Gutachten vom 25. Februar 2008 wurden als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen eine posttraumatische Gonarthrose links, ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie beidseitige Fersenschmerzen
genannt. Der psychiatrische Gutachter gab als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung an. Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielten die
Gutachter fest, dass die angestammte schwere Tätigkeit als Hilfsarbeiter in einer
Drechslerei dem Versicherten seit dem 1. August 2006 nicht mehr zumutbar sei. Eine
leidensadaptierte Tätigkeit sei ganztags zumutbar, wobei vermehrte Pausen (insgesamt
eine Stunde pro Tag) zugestanden werden sollten (IV-act. 29). Mit einer Verfügung vom
21. Juli 2008 wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten ab (IV-act. 51).
Gleichzeitig wurde ein Verfahren zur Abklärung von beruflichen Massnahmen eröffnet
(IV-act. 52). Im Rahmen eines Verzahnungsprogramms des D._ zeigte sich, dass der
Versicherte nur eine Arbeitsleistung von etwa 20% erbringen konnte (IV-act. 61). Aus
diesem Grund holte die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte ein. Dr. med. E._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab in ihrem Bericht vom 15. Januar 2009 als
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psychiatrische Diagnose eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom an. Sie hielt fest, dass diese im Rahmen einer längeren depressiven Reaktion
als Anpassungsstörung entstanden sei. Die Prognose sei noch nicht absehbar. Aus rein
psychiatrischer Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit seit dem 14. Oktober 2008 eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 67). Auf Veranlassung des RAD (IV-act. 68) wurde
der Versicherte polydisziplinär in der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz begutachtet. Im entsprechenden Gutachten vom 10. Juli 2009 wurden
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angegeben: Coxarthrose
links, Gonarthrose links nach medialer Meniskektomie, chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, Ansatztendinopathie Ferse plantar beidseits, Tendosynovitis
Bizepssehne beidseits, rezidivierende Thrombophlebitiden, postthrombotisches
Syndrom, chronische venöse Insuffizienz, leichte bis mittelgradige depressive Episode
ohne somatisches Syndrom sowie Verdacht auf psychische Überlagerung der
körperlichen Beschwerden. Der orthopädische Gutachter führte in der Beurteilung aus,
es hätten sich radiologisch ausgeprägte degenerative Veränderungen an linkem Hüft-
und Kniegelenk nachweisen lassen, welche die diesbezüglich geklagten Beschwerden
erklärten. Der Zustand rechtfertige auch die Benutzung der Stöcke. Wegen der
Arthrosen seien sowohl die Steh- als auch die Sitzdauer eingeschränkt. Es müssten
immer wieder Positionswechsel vorgenommen werden. Im Stehen bestehe ausserdem
eine Behinderung durch den beidseitigen Fersenschmerz. Die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. In einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40%. Der psychiatrische Gutachter hielt fest,
dass sich die von Dr. E._ attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht mehr bestätigen
lasse. Aktuell liege noch eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode vor, welche
zu einer höchstens 40%igen Arbeitsunfähigkeit führe. Die psychiatrische Behandlung,
welche bereits gute Wirkung gezeigthabe, sollte fortgesetzt werden. Aus
polydisziplinärer Sicht gingen die Gutachter von einer Arbeitsunfähigkeit in Höhe von
50% aus (IV-act. 73). Mit einer Verfügung vom 27. Juli 2010 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten ein halbe Rente mit Wirkung ab dem 1. September 2008 zu (IV-act. 107).
A.b Die vom Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wurde mit
einem Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Oktober
2012 teilweise gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wurde aufgehoben und die

Sache im Sinn der Erwägungen zur weiteren Abklärung und anschliessender Neuver
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fügung an IV-Stelle zurückgewiesen. In den Erwägungen wurde im Wesentlichen
festgehalten, dass die polydisziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-
Gutachten nicht hinreichend begründet und daher nicht nachvollziehbar sei. In
somatischer Hinsicht sei unklar, ob die attestierte 40%ige Arbeitsunfähigkeit mittels der
stattgefundenen bildgebenden Untersuchungen objektiv hinreichend zu begründen sei.
Im Hinblick auf die psychiatrisch attestierte Einschränkung gehe aus dem Gutachten
nicht hervor, ob eine Beurteilung der zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung
der Schmerzen erfolgt sei (IV-act. 130).
A.c Gemäss einem Bericht des Psychiatrischen Zentrums F._ vom 15. März 2013
war der Versicherte vom 12. September 2011 bis 10. Juli 2012 in der Tagesklinik
behandelt worden. Als psychiatrische Diagnose wurde eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, angegeben.
Die behandelnde Ärztin hielt fest, der Versicherte leide seit mehreren Jahren an einer
rezidivierenden depressiven Störung, gekoppelt mit mehreren somatischen
Beschwerden. Diese habe zunehmend zu einem sozialen Rückzug sowie Abbau einer
tragfähigen Tagesstruktur geführt. Der Versicherte befinde sich seit längerer Zeit in
ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Die bisherige Tätigkeit
als Baustellenmitarbeiter sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Aufgrund der
chronischen depressiven Erkrankung leide er unter einem Belastbarkeits- und
Leistungsdefizit sowie Konzentrationsmangel. Es habe sich gezeigt, dass er auch Mühe
habe, die Tagesstruktur in der Tagesklink aufrecht zu erhalten. Die Ursache der
Arbeitsunfähigkeit liege im somatischen Bereich (IV-act. 143).
A.d Am 11. März 2013 berichtete der Hausarzt Dr. med. G._, Innere Medizin FMH,
dass der Gesundheitszustand des Versicherten seit Januar 2009 insgesamt stationär
sei. Mit einer Besserung des Gesundheitszustandes sei nicht zu rechnen. Im Gegenteil
sei davon auszugehen, dass sowohl bezüglich der Gonarthrose links als auch
bezüglich der bekannten Coxarthrose eine Progression der degenerativen
Veränderungen eintreten werde. Als Folge der Mobilisation an Stöcken sei es zusätzlich
auch zu zunehmenden Überlastungsschmerzen im Bereich des rechten
Schultergelenks gekommen. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Aufgrund
des Verlaufs, insbesondere auch der Beschäftigung im D._, sei, abgesehen von kurz
dauernden Einsätzen (zwei bis drei Stunden pro Tag) in einer geschützten Werkstatt,
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keine Möglichkeit einer leidensadaptierten Tätigkeit ersichtlich (IV-act. 146). Auch die
behandelnde Psychiaterin Dr. E._ gab gemäss ihrem Verlaufsbericht vom 17. April
2013 einen stationären Gesundheitszustand des Versicherten an. Als psychiatrische
Diagnosen nannte sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, sowie eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom. Sie führte aus, dass die depressive Antriebs- und
Stimmungslage sowie die Schmerzen des Versicherten trotz regelmässiger
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung in ambulantem Setting und trotz
Medikamentenwechsel nicht wesentlich hätten beeinflusst werden können. Es handle
sich um eine chronifizierte depressive und Schmerzproblematik, die sich schon seit
Jahren bzw. seit dem Unfall im Jahre 2006 mit vier nachfolgenden Knieoperationen
entwickelt habe. Die seit 2008 entstandene depressive Verstimmung habe sich
ebenfalls chronifiziert und sei therapieresistent geblieben. Es könne mit keiner
Besserung der Arbeitsfähigkeit durch die psychiatrische Behandlung gerechnet
werden. In der bisherigen Tätigkeit als Drechsler/ Spitzer sei der Versicherte seit 2006
zu 100% arbeitsunfähig. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe nur eine
Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit in geschütztem Rahmen bzw. für eine seinen
körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit. In einer solchen Tätigkeit sei der Versicherte
zu 50% arbeitsfähig mit einer 70%igen Leistungsfähigkeit (IV-act. 147).
A.e Auf Veranlassung des RAD (IV-act. 136) wurde der Versicherte im August/Sep
tember 2013 im Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen AG (ZIMB)
polydisziplinär begutachtet. Im entsprechenden Gutachten vom 13. Januar 2014
wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt: Mittelgradige
depressive Episode ohne somatisches Syndrom, posttraumatische medial und
femorobital betonte Pangonarthrose links Grad III bis IV nach Kellgren, medial betonte
Gonarthrose des rechten Kniegelenks gemäss Kellgren Grad I bis II, Coxarthrose des
linken Hüftgelenks gemäss Kellgren Grad III sowie primäre Varikosis curum beidseits.
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde insbesondere ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom aufgeführt. Der internistische
Gutachter hielt fest, der Versicherte sei aufgrund seiner Varikosis für rein stehende
Tätigkeiten nicht mehr geeignet. Ansonsten ergäben sich aus internistischer Sicht keine
Einschränkungen seiner zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Der chirurgisch-orthopädische
Gutachter führte aus, dass sich beim Versicherten unter Berücksichtigung der
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klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunde ein stringentes
Beschwerdemuster der geklagten Schmerzsymptomatik hinsichtlich des linken
Hüftgelenks sowie beider Kniegelenke gezeigt habe. Die Beschwerden im Bereich der
Schulter- sowie der Ellenbogengelenke liessen sich hingegen nicht objektivieren und
entbehrten jedweder morphologischer Korrelation. Aufgrund der ausgeprägten
Pangonarthrose im Bereich des linken Kniegelenks, der medial betonten Gonarthrose
des rechten Kniegelenks sowie der linksseitigen Hüftgelenksarthrose könne der
Versicherte seine als schwer einzustufende, angestammte Tätigkeit nicht mehr
ausüben. Für eine als leicht einzustufende, überwiegend sitzende Tätigkeit sei der
Versicherte hingegen unter Beachtung der Schonkriterien für Patienten mit
Hüftgelenks- und Kniegelenksarthrose aus rein orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht
zu 100% arbeitsfähig. Der psychiatrische Gutachter hielt fest, dass durch die
mittelgradige depressive Episode eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht bestehe. Diese Einschränkung sei mit einer verminderten
Belastbarkeit des Versicherten sowie seiner raschen Erschöpfung zu begründen. Es
bestünden weiterhin subjektiv erlebte Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.
Durch die Depression seien die Auffassungsgabe des Versicherten und das flexible
Denken vermindert. Die Arbeitsfähigkeit von 50% beziehe sich jeweils auf einen ganzen
Tag. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung liege beim Versicherten nicht vor.
Aus interdisziplinärerer Sicht hielten die Gutachter fest, dass der Versicherte in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem 1. September 2006 zu 100% arbeitsunfähig sei.
In einer den körperlichen Leiden optimal angepassten Tätigkeit sei der Versicherte
zwischen Ende April 2007 und Ende 2008 zu 100% arbeitsfähig gewesen. Seit Anfang
2009 bzw. seit dem Vorliegen der depressiven Symptomatik sei dem Versicherten noch
eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit zumutbar (IV-act. 159). Gemäss seiner Stellungnahme
vom 23. Januar 2014 beurteilte der RAD das Gutachten als ausführlich, schlüssig und
nachvollziehbar (IV-act. 160). Der Rechtsdienst der IV-Stelle führte am 4. Februar 2014
aus, dass der im ZIMB-Gutachten diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode
mit somatischem Syndrom schon vom Schweregrad der Depression her keine
invalidisierende Beeinträchtigung beigemessen werden könne. Leichte bis höchstens
mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis seien therapierbar.
Angesichts der gutachterlichen Therapieempfehlungen und weil lediglich einmal pro
Monat eine Therapiesitzung bei der Psychiaterin Dr. E._ stattfinde, könne nicht von
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einer konsequenten ambulanten Behandlung gesprochen werden, die letztlich infolge
Resistenz der Krankheit als gescheitert betrachtet werden müsste. In rechtlicher
Hinsicht sei eine invalidisierende Wirkung des psychischen Leidens zu verneinen.
Damit sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer somatisch angepassten Tätigkeit
auszugehen (IV-act. 164).
A.f Gestützt auf die Stellungnahme des Rechtsdienstes stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit einem Vorbescheid vom 5. Februar 2014 die Einstellung der Rente in
Aussicht (IV-act. 168). Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 12. März
2014 einwenden, dass die Stellungnahme des Rechtsdienstes unhaltbar sei, da sie im
Widerspruch stehe zu den fachkompetenten ärztlichen Beurteilungen der ZIMB-
Gutachter und des RAD, welcher sich den Ausführungen der Gutachter vollumfänglich
angeschlossen habe (IV-act. 172). Am 10. April 2014 hielt der Rechtsvertreter
ergänzend fest, dass im Gutachten ausdrücklich festgehalten worden sei, dass beim
Versicherten keine somatoforme Schmerzstörung oder ein sonstiges syndromales
Beschwerdebild vorliege. Aufgrund dieser Feststellung hätten die Gutachter mit der
Meinung des medizinischen Laien konfrontiert und zur Stellungnahme eingeladen
werden müssen. Auch die behandelnde Psychiaterin Dr. E._ habe gemäss ihrer
Stellungnahme vom 2. April 2014 das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung
verneint und daher jede Diskussion der Försterkriterien als hinfällig erachtet. Zudem
habe sie festgehalten, dass beim Versicherten mit Sicherheit eine invalidisierende
Wirkung des psychischen Leidens auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Beim
Einkommensvergleich sei entsprechend dem Gutachten von einer höchstens 50%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen. Aufgrund des hohen
Alters, der somatischen Einschränkungen und des reduzierten Beschäftigungsgrades
sei beim Invalideneinkommen zudem ein Abzug vom Tabellenlohn von 25%
vorzunehmen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere somit ein IV-Grad von 62%,
womit der Versicherte Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe (IV-act. 177). Dr. E._
hatte auf Anfrage des Rechtsvertreters am 2. April 2014 berichtet, dass sich die beim
Versicherten vorliegende mittelgradige depressive Episode langsam entwickelt und
über die Jahre verselbständigt habe. Die Diagnose sei aufgrund der diagnostischen
Leitlinien des ICD-10 gestellt worden, da der Versicherte folgende Kriterien erfülle:
Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit sowie Schlafstörungen.
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Eine somatoforme Schmerzstörung habe weder von ihr noch von einem anderen
Kollegen diagnostiziert werden können, da die somatischen Beschwerden
objektivierbar seien. Der Versicherte sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Drechsler zu
100% arbeitsunfähig und in einer leidensadaptierten Tätigkeit in geschütztem Rahmen
zu 50% arbeitsfähig mit einer 70%igen Leistungsfähigkeit. Die mit Sicherheit
bestehende invalidisierende Wirkung des psychischen Leidens auf die Arbeitsfähigkeit
(endogene Depression) sei auch im Gutachten bestätigt worden. Es bestehe ein
ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens. Während der gesamten
Behandlung habe der Versicherte keine Aggravations- und Simulationstendenzen
gezeigt (IV-act. 178). Der Mitarbeiter des Rechtsdienstes hielt am 22. April 2014 fest, es
sei eine Rechtsfrage, ob die ärztlicherseits diagnostizierten Leiden den Rechtsbegriff
der invalidisierenden Krankheit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG erfüllten. Beim
Beschwerdeführer sei das nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung verlangte
Erfordernis für die Annahme einer invalidisierenden Wirkung einer mittelschweren
depressiven Störung, nämlich dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt
werde, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweise, nicht erfüllt. Deshalb sei von
der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen. Dem
Bericht von Dr. E._ vom 2. April 2014 seien keine relevanten Aspekte zu entnehmen,
die Anlass für eine andere Betrachtung bieten oder weitere medizinische Abklärungen
erforderlich machen würden (IV-act. 179). Mit einer Verfügung vom 24. April 2014
stellte die IV-Stelle die dem Versicherten bisher ausgerichtete halbe Rente per sofort
ein und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (IV-act. 181).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 28. Mai
2014. Darin beantragte der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Josef Jacober, die Verfügung vom 24. April 2014 sei aufzuheben und ihm sei aufgrund
eines Invaliditätsgrades von mindestens 60% ab dem 1. September 2008 eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Ergänzung des
interdisziplinären ZIMB-Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen bzw. die aufschiebende
Wirkung sei wiederherzustellen. Im Verfahren vor dem Versicherungsgericht und für
das Vorbescheidverfahren sei dem Rechtsvertreter die unentgeltliche Rechtspflege zu
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gewähren. Der Rechtsvertreter führte zur Begründung zunächst an, die
Beschwerdegegnerin habe durch die angefochtene Verfügung das rechtliche Gehör
verletzt, da sie sich nicht mit den Vorbringen des Beschwerdeführers im
Vorbescheidverfahren auseinandergesetzt habe. Weiter hielt der Rechtsvertreter fest,
dass bei einem sachgemäss erstellten medizinischen Gutachten – wie es vorliegend
unstreitig gegeben sei – die medizinischen Tatsachenfeststellung nicht willkürlich
abgeändert oder von ihr abgewichen werden könne und dürfe. Genau dies habe die
Beschwerdegegnerin aber getan, indem sie entgegen aller medizinischer
Feststellungen, ohne Rückfrage an die Gutachter völlig unbegründet behauptet habe,
in rechtlicher Hinsicht liege keine invalidisierende Wirkung des psychischen Leidens
vor. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne die invalidisierende Wirkung
einer mittelgradigen depressiven Störung nicht schlechthin ausgeschlossen werden.
Sämtliche von der Beschwerdegegnerin zitierten Bundesgerichtsentscheide befassten
sich mit somatoformen Schmerzstörungen oder sonstigen vergleichbaren unklaren
syndromalen Zuständen. Dies entspreche aber nicht der Situation des
Beschwerdeführers, welcher neben der mittelgradigen depressiven Episode diverse
somatische Leiden, und nicht "bloss" eine somatoforme Schmerzstörung habe, was
auch von den behandelnden Ärzten bestätigt werde. Dem Argument der
Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer keine konsequente
Depressionstherapie befolge, sei entgegenzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit
dem 14. Oktober 2007 bei Dr. E._ in Behandlung stehe, bereits eine 10-monatige
Behandlung im Psychiatrischen Zentrum F._ absolviert habe und neben der
internistischen Medikation auch Medikamente zur Behandlung der Depression erhalte.
Hinzu komme, dass auch die RAD-Ärztin keine Therapiemöglichkeit mehr gesehen
habe, welche die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit verbessern könnte. Keine der
medizinischen Fachpersonen habe zum Ausdruck gebracht, dass die
Depressionstherapie nicht konsequent verfolgt werde. Betreffend die unentgeltliche
Rechtspflege samt unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
habe die Beschwerdegegnerin die bundesgerichtliche Rechtsprechung missachtet,
indem sie nicht über das Gesuch entschieden habe (act. G 1).
B.b Am 4. Juli 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. In formeller Hinsicht hielt sie fest, dass ein allfälliger Anspruch auf
unentgeltliche Rechtsverbeiständung nicht Teil des Anfechtungsgegenstandes und
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daher in diesem Verfahren nicht zu prüfen sei. Über das Gesuch werde demnächst
entschieden. Betreffend die gerügte Verletzung der Begründungspflicht sei
festzuhalten, dass in der angefochtenen Verfügung die leitgebenden Überlegungen
genannt worden seien. Die Begründungspflicht verlange nicht, dass sich die Behörde
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand einlässlich
auseinandersetze. Eine allfällig vorliegende Verletzung der Begründungspflicht wäre
jedenfalls als geheilt anzusehen. In materieller Hinsicht führte die Beschwerdegegnerin
aus, es sei entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers in sämtlichen Fällen
gesundheitlicher Beeinträchtigungen, somit auch bei Depressionen, keineswegs allein
Sache der im konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, selber
abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das
medizinisch festgestellte Leiden zu einer Arbeitsunfähigkeit führe. Die
Arbeitsunfähigkeit sei ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes, welcher
vom Bundesgericht allgemein konkretisiert und von den rechtsanwendenden Behörden
praktisch gehandhabt werde. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung verlange
zudem eine Prüfung aller Beweismittel, somit auch des Sachverständigengutachtens,
auf Beweiseignung- und kraft im Einzelfall hin. Schliesslich gebiete das Prinzip des
rechtsgleichen Gesetzesvollzugs eine administrative bzw. gerichtliche Überprüfung der
ärztlichen Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweisrechtlich erforderliche
Schlüssigkeit im Einzelfall hin. Vorliegend gehe aus dem ZIMB-Gutachten hervor, dass
die 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers allein mit der
mittelschweren depressiven Störung zu begründen sei. Nebst den auf den Unfall vom
1. August 2006 zurückzuführenden Knieschmerzen leide der Beschwerdeführer seit
Jahren an multiplen Schmerzen am Bewegungsapparat, insbesondere auch an einem
chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom. Die vom Beschwerdeführer anlässlich
der Begutachtung geklagten Schmerzen im Bereich der Schulter- und
Ellenbogengelenke hätten nicht nachvollzogen werden können. Somit bestehe in
wesentlichem Ausmass seit längerer Zeit eine organisch nicht erklärbare
Schmerzproblematik. Nach der Aktenlage sei zu schliessen, dass sich die depressive
Symptomatik infolge der Schmerzsymptomatik entwickelt habe, womit es sich nicht
um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives
Leiden handle und daher invaliditätsrechtlich keine weitergehende Bedeutung habe.
Hinzu komme, dass keine konsequente Depressionstherapie durchgeführt werde,
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obwohl leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur
im Prinzip therapeutisch angehbar seien. Der psychiatrische Gutachter des ZIMB habe
eine intensivere Gesprächstherapie mit wöchentlichen Terminen und eine Überprüfung
der antidepressiven Medikation empfohlen. Zudem habe er eine stationäre Therapie als
sinnvoll erachtet. Der Beschwerdeführer nehme jedoch nur sporadisch (1x im Monat)
einen Termin bei der behandelnden Psychiaterin wahr. Weiter habe das Medikament
Trittico unter dem therapeutischen Bereich gelegen. Die zumutbaren
Behandlungsmöglichkeiten seien somit nicht optimal und nachhaltig ausgeschöpft
worden, womit dem depressiven Leiden keine invalidisierende Wirkung beigemessen
werden könne (act. G 5).
B.c Mit einer Replik vom 14. August 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Beschwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter brachte vor, das Medikament Trittico sei
im Rahmen der Behandlung in der Tagesklinik F._ eingestellt worden. Der Gutachter
habe lediglich eine höhere Dosis empfohlen. Ein Compliance-Problem bestehe seitens
des Beschwerdeführers nicht. Trotz der langandauernden Behandlung und
vorhandener Motivation beim Beschwerdeführer sei es in der Tagesklinik F._ nicht
gelungen, eine nennenswerte Verbesserung herbeizuführen. Ein davor begonnenes
Arbeitsprojekt der Gemeinde mit dem Ziel, die Depression zu bekämpfen, sei ebenfalls
erfolglos gewesen und habe abgebrochen werden müssen. Der psychiatrische ZIMB-
Gutachter sei zum Schluss gekommen, dass mittlerweile ein Chronifizierungsprozess
stattgefunden habe. Die Behandlungsempfehlungen seien wohl eher auf den Erhalt des
aktuellen Gesundheitszustandes gerichtet. Auch die RAD-Ärztin habe festgehalten,
dass sie die vom Gutachter empfohlenen therapeutischen Massnahmen zwar als
medizinisch sinnvoll erachte, aber dass aus versicherungsmedizinischer Sicht dadurch
nicht mit einer relevanten Besserung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Die
Beschwerdegegnerin spreche die beiden Begriffe Therapierbarkeit und
Überwindbarkeit des Leidens an. Sie gehe damit offensichtlich nach wie vor entgegen
allen ärztlichen Einschätzungen – insbesondere des ZIMB-Gutachtens und der
Äusserung des RAD – in willkürlicher Art und Weise davon aus, dass beim
Beschwerdeführer eine somatoforme Schmerzstörung vorliege und die Depression
lediglich eine Begleiterscheinung davon darstelle. Eine Depression gehöre nicht zu der
Gruppe von Krankheitsbildern, welche analog in die für die somatoforme
Schmerzstörung geschaffene Schmerzpraxis einbezogen werde. Das Kriterium der
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Überwindbarkeit sei vorliegend deshalb gar nicht anwendbar. Die Gutachter hätten
lediglich bei den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom erwähnt. Ein Grossteil der vom Beschwerdeführer
empfundenen Schmerzen – gerade auch im Bereich der Hüfte und damit der unteren
Wirbelsäule – seien jedoch objektivierbar. Aus diesem Grund hätten die Gutachter auch
folgerichtig eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom
diagnostiziert. Bezüglich der Therapierbarkeit sei festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer regelmässig Termine bei der behandelnden Psychiaterin
wahrnehme. Seine Compliance sei unproblematisch und er würde auch häufigere
Therapiesitzungen wahrnehmen. Dass die Psychiaterin der Auffassung sei, dass eine
höhere Therapiedichte keine Besserung herbeiführen würde bzw. zum Erhalt der
aktuellen Gesundheitszustandes nicht notwendig sei, könne dem Beschwerdeführer
nicht zum Vorwurf gemacht werden. Betreffend das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung sei ihm mit einem standardisierten Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 28. Juli 2014 mitgeteilt worden, dass die Voraussetzungen
erfüllt seien (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).
Erwägungen:
1.
1.1 In formeller Hinsicht hat der Beschwerdeführer zunächst eine Verletzung seines
Anspruchs auf rechtliches Gehör gerügt. Die Beschwerdegegnerin habe sich in der
angefochtenen Verfügung mit den Einwänden zum Vorbescheid nicht ausreichend
auseinander gesetzt. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt
unter anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen.
Die Begründung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person
diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann; in diesem
Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt
(Bundesgerichtsentscheid vom 4. Mai 2009, 8C_541/2008; BGE 134 I 83 E. 4.1). Nicht
erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten
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einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt
(Bundesgerichtsentscheid vom 28. Oktober 2008, 9C_508/2008; BGE 133 III 439 E.
3.3). Die Beschwerdegegnerin hat zu den Einwänden der Beschwerdeführerin insofern
Stellung genommen, als sie angab, gemäss dem Rechtsdienst handle es sich bei der
Beurteilung, ob ein ärztlich diagnostiziertes Leiden invalidisierende Wirkung habe, um
eine Rechtsfrage. In diesem Lichte könnten sich Konstellationen ergeben, bei welchen
von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen sei.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei davon auszugehen, dass leichte bis
höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis
therapierbar seien. Beim Beschwerdeführer sei die Voraussetzung für die Annahme
einer invalidisierenden Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung, nämlich
dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt werde, deren Scheitern das Leiden
als resistent ausweise, nicht erfüllt (vgl. IV-act. 181). Das für die Abweisung des
Rentengesuchs entscheidende Argument der Beschwerdegegnerin ist demnach, dass
der Beschwerdeführer trotz rechtsprechungsgemäss grundsätzlicher Therapierbarkeit
seines Leidens keine konsequente Depressionstherapie befolgt habe. Aus diesem
Grund ist es zu vernachlässigen, dass die Beschwerdegegnerin zum Vorbringen des
Rechtsvertreters im Einwand zum Vorbescheid, wonach beim Beschwerdeführer keine
somatoforme Schmerzstörung vorliege, keine Stellung genommen hat. Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Verfügung unter den wesentlichen, entscheidrelevanten
Aspekten kurz begründet. Zudem hat sie den vom Rechtsvertreter eingereichten
Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. E._ vom 2. April 2014 ausdrücklich
berücksichtigt. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt somit nicht vor. Falls
dennoch von einer Verletzung ausgegangen werden müsste, so jedenfalls lediglich von
einer leichten, welche zudem als geheilt gelten könnte (zum Ganzen:
Bundesgerichtsentscheid vom 26. Juni 2007, I 496/06). Im Übrigen würde eine
Rückweisung der Sache zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen
Verzögerungen führen, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der
betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung nicht zu vereinbaren wären (BGE
116 V 187 E. 3d). Der Beschwerdeführer selbst hat der materiellen Behandlung den
Vorzug gegeben, indem er sämtliche materiellen Einwände aus dem
Verwaltungsverfahren in der Beschwerde an das Gericht nochmals vorgebracht hat
(vgl. act. G 1).
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1.2 Eine förmliche Behandlung des beschwerdeweise gestellten Antrags auf Wieder
herstellung der mit der Verfügung entzogenen aufschiebenden Wirkung der
Beschwerde erübrigt sich mit dem Vorliegen des Entscheids in der Sache; der Antrag
wird hinfällig. Der Vollständigkeit halber ist aber festzuhalten, dass die vorliegend
erfolgte Auszahlung der halben Invalidenrente sich nicht auf eine rechtskräftige
Verfügung gestützt hat, da die leistungszusprechende Verfügung vom 21. Juli 2008 mit
dem Urteil des Versicherungsgerichts vom 10. Oktober 2012 aufgehoben worden war.
Für die (vorläufige) Weiterausrichtung der Rente hat daher gar keine Rechtsgrundlage
mehr bestanden, womit die Rentenzahlung für die Zukunft voraussetzungslos hat
gestoppt werden können.
1.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in formeller Hinsicht weiter
gerügt, die Beschwerdegegnerin habe die bundesgerichtliche Rechtsprechung
missachtet, indem sie es unterlassen habe, über sein Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren zu entscheiden. Bei der Rüge des
Rechtsvertreters handelt es sich um eine Rechtsverweigerungsbeschwerde gemäss
Art. 56 Abs. 2 ATSG. Aus der Gutheissung einer Rechtsverweigerungsbeschwerde
folgt, dass der Versicherungsträger durch die Gerichtsinstanz angewiesen wird, die
fragliche Handlung vorzunehmen. Wie aus dem der Replik beigelegten Schreiben vom
28. Juli 2014 hervorgeht, hat die Beschwerdegegnerin das Gesuch des
Rechtsvertreters nachträglich bewilligt (vgl. act. G 8.1). Damit ist das Begehren des
Rechtsvertreters gegenstandslos und die Rechtsverweigerungsbeschwerde hinfällig
geworden. Wäre darüber zu entscheiden gewesen, hätte eine Rechtsverweigerung
seitens der Beschwerdegegnerin verneint werden müssen. Der Rechtsvertreter hat das
Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung erstmals im Einwand vom 12. März
2014 gestellt (vgl. IV-act. 172-6). In der Ergänzung zur Stellungnahme vom 10. April
2014 hat er ausdrücklich an seinem Gesuch festgehalten (vgl. IV-act. 177-2). Kurz
darauf ist am 24. April 2014 die angefochtene Verfügung ergangen. Entgegen der
Ansicht des Rechtsvertreters ist es durchaus üblich, dass die Verwaltung über ein
Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung nicht zusammen mit dem
Leistungsbegehren, sondern in einer separaten Verfügung entscheidet (Urteil des
Bundesgerichts vom 12. November 2009, 8C_454/2009, E. 1.1). Die
Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2014 denn auch
festgehalten, dass sie demnächst über das Gesuch entscheiden werde (vgl. act. G 5)
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und hat dieses schliesslich am 28. Juli 2014 gutgeheissen. Zwar wäre es aus Sicht des
Rechtsvertreters wünschenswert gewesen, wenn die Beschwerdegegnerin über das
Gesuch bereits im Rahmen des Vorbescheidverfahrens entschieden hätte, jedoch kann
aus dem Umstand, dass erst nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung über das
Gesuch entschieden worden ist keine Rechtsverweigerung der Beschwerdegegnerin
abgeleitet werden, zumal der Entscheid auch zeitnah zur angefochtenen Verfügung
erfolgt ist. Folglich wäre der entsprechende Teil des Beschwerdebegehrens
abzuweisen gewesen, wenn er nicht durch die am 28. Juli 2014 nachträglich erteilte
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gegenstandslos geworden wäre
2.
2.1 In materieller Hinsicht ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers umstritten.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Bemessung
des Invaliditätsgrades das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den
ersten Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet.
2.3 Die gesetzlichen Definitionen von Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit, Invalidität,
Ermittlung des Invaliditätsgrades usw. stellen Rechtsbegriffe dar. Gerichtliche
Schlussfolgerungen in ihrem Geltungsbereich, z.B. die Bejahung oder Verneinung einer
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erheblichen Arbeitsunfähigkeit oder einer rentenbegründenden Invalidität, sind daher
Akte der Rechtsanwendung und nicht Schritte der Sachverhaltsfeststellung. Indessen
hängen Rechts- und Tatfragen im Bereich der Invaliditätsbemessung aufs Engste
miteinander zusammen, handelt es sich doch bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades
um einen mehrstufigen Prozess, in dessen Verlauf mannigfaltige
Tatsachenfeststellungen (einschliesslich Schätzungen) getroffen werden (BGE 132 V
393 E. 3.1).
2.4 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
Der Beschwerdeführer ist insgesamt drei Mal polydisziplinär begutachtet worden. Die
Beschwerdegegnerin hat in rein medizinischer Hinsicht auf das ZIMB-Gutachten vom
13. Januar 2014 abgestellt. Bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung ist sie jedoch
vom Gutachten abgewichen. Sie hat die im Gutachten psychiatrisch begründete
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% in rechtlicher Hinsicht als nicht
invalidisierend erachtet und ist daher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ausgegangen. Zu beurteilen ist im Folgenden zunächst, ob das
ZIMB-Gutachten in medizinischer Hinsicht überzeugt und als Grundlage für eine
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung dienen kann.
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3.2 In somatischer Hinsicht stehen beim Beschwerdeführer die Knie- und
Hüftbeschwerden im Vordergrund. Im Gutachten der AEH vom 25. Februar 2008 ist
aus somatischer Sicht festgehalten worden, dass sich zumindest die Problematik des
linken Knies nachvollziehen liesse, jedoch hätten sich sowohl in der Untersuchung,
beim Herumgehen mit den Stöcken, als auch in der Evaluation der arbeitsbezogenen
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) einige Inkonsistenzen gefunden. Betreffend die
anderen somatischen Beschwerden stehe eine ausgeprägte Dekonditionierung im
Vordergrund (vgl. IV-act. 29-7). Als Schlussfolgerung der EFL haben die Gutachter
ausgeführt, dass die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung infolge
erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenzen nur teilweise
verwertbar seien. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mehr leisten
könnte, als was er bei den Leistungstests gezeigt habe (vgl. IV-act. 29-8). Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit haben die Gutachter eine leichte vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der
Möglichkeit kurz aufzustehen und mit vermehrten Pausen (insgesamt 1 Stunde pro
Tag) als zumutbar erachtet (vgl. IV-act. 29-9). Im folgenden Gutachten der MEDAS
Ostschweiz vom 10. Juli 2009 hat Dr. med. H._, Orthopädische Chirurgie FMH,
festgehalten, dass sich beim Beschwerdeführer radiologisch ausgeprägte degenerative
Veränderungen am linken Hüft- und Kniegelenk nachweisen liessen, welche die
geklagten Beschwerden erklärten. Therapeutisch sei bei beiden Gelenken die
Implantation eines Kunstgelenks angezeigt. Eine adaptierte Beschäftigung dürfe nur
kurze Stehphasen beinhalten, beim Sitzen müssten halbstündliche Positionswechsel
vorgenommen werden. Auch bei Berücksichtigung der (qualitativen) Einschränkungen
verbleibe eine zusätzliche zeitliche Reduktion infolge der auftretenden Schmerzen und
der vermehrten Pausen im Umfang von 40% (vgl. IV-act. 73). Das Versicherungsgericht
hat im Urteil vom 10. Oktober 2012 bezüglich dieser Beurteilung kritisiert, dass Dr.
H._ keine Stellung genommen habe zu der deutlich optimistischeren Einschätzung
der AEH-Gutachter. Es sei ungeklärt, ob die Differenz mit einer unterdessen
verfügbaren genaueren Bildgebung oder aber mit eine allfälligen Verschlechterung des
Zustands in den zwischen den Begutachtungen liegenden anderthalb Jahren zu
erklären sei (vgl. IV-act. 130-12). Aus dem ZIMB-Gutachten vom 13. Januar 2014 geht
hervor, dass Dr. med. I._, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie FMH,
festgehalten hat, es zeige sich beim Beschwerdeführer unter Würdigung der klinischen
und radiologischen Untersuchungsbefunde ein stringentes Beschwerdemuster der
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geklagten Schmerzproblematik hinsichtlich des linken Hüftgelenks sowie beider
Kniegelenke. Die Beschwerden im Bereich der Schulter- sowie der Ellenbogengelenke
liessen sich hingegen nicht objektivieren. Für eine als leicht einzustufende,
überwiegend sitzende Tätigkeit sei der Beschwerdeführer unter Beachtung der
Schonkriterien für Patienten mit Hüft- und Kniegelenksarthrose aus rein orthopädisch-
unfallchirurgischer Sicht arbeitsfähig. Dem Beschwerdeführer sei jedoch alle 3 Stunden
eine 30-minütige Pause zu ermöglichen (vgl. IV-act. 159-50). Aus den Gutachten der
MEDAS und der ZIMB ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer die im Vordergrund
stehenden Knie- und Hüftbeschwerden objektivierbar sind. Gemäss den Gutachten der
AEH sowie der ZIMB folgt aus den somatischen Beschwerden lediglich eine qualitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Dr. H._ von der MEDAS
hatte hingegen eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und diese Einschränkung mit
den auftretenden Schmerzen und dem vermehrten Pausenbedarf erklärt (vgl. IV-act.
73-27). Festzuhalten ist, dass anlässlich der AEH-Begutachtung die Hüftarthrose des
Beschwerdeführers noch nicht diagnostiziert worden war. Allenfalls ist die tiefere
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H._ mit der zusätzlichen Berücksichtigung der
Hüftarthrose zu erklären. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch eine Rückfrage an Dr.
H._ betreffend seine vom AEH-Gutachten abweichende
Arbeitsfähigkeitsschätzung unterlassen. Aus diesem Grund bleibt die vom
Versicherungsgericht mit dem Urteil vom 10. Oktober 2012 aufgeworfene Frage, ob
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei oder ob es sich um
eine abweichende gutachterliche Beurteilung handle, letztlich weiterhin unklar. Der
zuletzt somatisch begutachtende Dr. I._ hat weder zum Gutachten der MEDAS noch
zu jenem der AEH Stellung genommen. Um seine Einschätzung einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit würdigen
zu können, erscheint eine Stellungnahme zu den vorangehenden Gutachten,
insbesondere zu der doch deutlich abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
H._, jedoch unerlässlich. Bei einem Vergleich der vorliegenden Gutachten in
somatischer Hinsicht zeigen sich zudem nicht ohne Weiteres nachvollziehbare
Unterschiede in der Diagnosestellung sowie in der Beurteilung: In den Gutachten der
AEH und der MEDAS ist das chronische lumbovertebrale Schmerzsyndrom mit
mehrsegmentären Spondylosen als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
qualifiziert worden (vgl. IV-act. 29-8, 73-25), während dem Dr. I._ die gleiche
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Diagnose ohne weitere diesbezüglichen Ausführungen unter den Diagnosen ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt hat (vgl. IV-act. 159-60). Weiter sind in
den Gutachten der AEH und der MEDAS die vom Beschwerdeführer geklagten
Fersenschmerzen als arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose aufgenommen worden. Dr.
H._ hat bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sogar ausdrücklich festgehalten,
dass der Beschwerdeführer durch den beidseitigen Fersenschmerz zusätzlich zu den
Knie- und Hüftbeschwerden im Stehen behindert sei (vgl. IV-act. 73-27).
Demgegenüber hat Dr. I._ im ZIMB-Gutachten keine die Fersen betreffende
Diagnose genannt. Gemäss seinen Angaben hat der Beschwerdeführer anlässlich der
Untersuchung nicht über Fersenschmerz geklagt (vgl. IV-act. 159-35). Zudem habe sich
in der klinischen Untersuchung der Fersen kein auffälliger Befund gezeigt (vgl. IV-act.
159-45). Es bleibt jedoch unklar, ob diesbezüglich seit der Begutachtung durch Dr.
H._ eine Verbesserung eingetreten ist oder ob Dr. I._ den Gesundheitszustand
anders beurteilt hat. Schliesslich besteht auch betreffend die Objektivierbarkeit und die
Arbeitsfähigkeitsrelevanz der Ellenbogen- und Schulterbeschwerden des
Beschwerdeführers Unklarheit. Im Gutachten der AEH ist als Diagnose ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit eine Omarthrose beidseits genannt worden (vgl. IV-act. 29-23).
Gemäss dem MEDAS-Gutachten hat Dr. H._ eine Tendosynovitis der Bizepssehne
beidseits mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit angegeben (vgl. IV-act. 73-25). Aus dem
ZIMB-Gutachten geht hervor, dass beim Beschwerdeführer im August 2010 eine
Bursektomie im Bereich des rechten Ellenbogengelenks nach Bursitis olecrani
durchgeführt worden war (vgl. IV-act. 159-60). Für die vom Beschwerdeführer
anlässlich der Befragung weiterhin geklagten Ellenbogen- und Schulterschmerzen hat
Dr. I._ in der klinischen Untersuchung keine entsprechenden Befunde erheben
können (vgl. IV-act. 159-40 f., 159-50). Bei den Diagnosen finden die geklagten
Schmerzen selbst unter den nicht arbeitsfähigkeitsrelevanten Diagnosen keine
Berücksichtigung (vgl. IV-act. 159-59 f.). Die vom Beschwerdeführer gemachte
Angabe, wonach er durch den ständigen Gebrauch der Gehstöcke Schmerzen in den
Ellenbogen habe, erscheint nicht unplausibel (vgl. IV-act. 159-30). Durch das
Erfordernis einer Bursektomie im Bereich des rechten Ellenbogengelenks im August
2010 ist jedenfalls nachgewiesen, dass zumindest in der Vergangenheit ein
organisches Korrelat für die Beschwerden rechtsseitig bestanden hat (vgl. IV-act.
146-10 f.). Aus einem Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 12. Januar 2012 geht
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zudem hervor, dass sich bei der am 17. Oktober 2011 durchgeführten Sonographie der
Schultergelenke eine prominente Bursa subacromialis beidseits im Sinne einer
möglichen chronischen Bursitis subacromalis gezeigt hat. Weiter hätten geringe
Verkalkungen der Supraspinatussehne rechts sowie beginnende AC-Gelenksarthrosen
beidseits bestanden (vgl. IV-act. 146-18). Vor diesem Hintergrund erscheinen die von
Dr. I._ durchgeführten Untersuchungen der Schulter- und Ellenbogengelenke sowie
seine diesbezügliche Beurteilung als zu wenig umfassend.
3.3 Zusammengefasst sind in somatischer Hinsicht ergänzende Abklärungen
angezeigt, weshalb auf die Einschätzung im ZIMB-Gutachten, wonach der
Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei, nicht
abgestellt werden kann. Die Angelegenheit ist sinnvollerweise dem ZIMB-Gutachter Dr.
I._ zur Klärung der Fragen und erneuten Beurteilung – allenfalls unter Vornahme von
weitergehenden Untersuchungen des Beschwerdeführers – vorzulegen. Dabei hat der
Mediziner auch Stellung zu nehmen zum Gutachten der AEH vom 28. Februar 2008
sowie insbesondere zum Gutachten der MEDAS vom 10. Juli 2009.
4.
4.1 In psychiatrischer Hinsicht ist die im ZIMB-Gutachten genannte Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Episode aufgrund der Akten- und Befundlage gut
nachvollziehbar. Je nach Ergebnis der ergänzenden somatischen Abklärungen ist
jedoch auch der psychische Gesundheitszustand allenfalls ergänzend abzuklären und
eine Gesamtbeurteilung vorzunehmen. Der psychiatrische Gutachter des ZIMB hat
zwar ausdrücklich festgehalten, dass beim Beschwerdeführer keine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung bestehe (vgl. IV-act. 159-67). Jedoch ist in der
Vergangenheit von verschiedenen Ärzten auf eine mögliche psychische Überlagerung
der Schmerzen des Beschwerdeführers hingewiesen worden. So hatte der
psychiatrische MEDAS-Gutachter als Diagnose einen Verdacht auf psychische
Überlagerung der körperlichen Beschwerden angegeben (vgl. IV-act. 73-25). Weiter
hatten sowohl die Ärzte des Psychiatrischen Zentrums F._ als auch die behandelnde
Psychiaterin Dr. E._ eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem
Syndrom diagnostiziert (vgl. IV-act. 143, 147). Auch sind in sämtlichen Gutachten
gewisse Inkonsistenzen anlässlich der somatischen klinischen Untersuchungen
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beschrieben worden. Sollten die somatischen Abklärungen ergeben, dass ein
arbeitsfähigkeitsrelevantes Schmerzsyndrom ohne organische Grundlage bestünde, so
hätte der psychiatrische Gutachter zu prüfen, ob es sich hierbei um ein syndromales
Beschwerdebild handelt. Bejahendenfalls hätte er bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung
rechtsprechungsgemäss die Förster-Kriterien zu berücksichtigen und zu beurteilen, ob
und inwiefern dem Beschwerdeführer die willentliche Überwindbarkeit der Schmerzen
zumutbar ist (vgl. BGE 136 V 279 E 3.2.3). Weiter hätte der psychiatrische Gutachter
dazu Stellung zu nehmen, ob die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode
lediglich als Begleiterkrankung des syndromalen Beschwerdebildes zu sehen ist oder
ob ihr ein eigenständiger Krankheitswert zukommt.
4.2 Zur invalidisierenden Wirkung einer mittelgradigen depressiven Episode bei
gleichzeitigem Vorliegen eines Schmerzsyndroms ohne organische Grundlage kann
grundsätzlich festgehalten werden, dass der Gesetzgeber im Rahmen der 6. IV-
Revision die invalidenversicherungsrechtlich (weiterhin) relevante Bedeutung
depressiver Leiden deutlich hervorgehoben hat (Amtliches Bulletin Nationalrat,
16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117 ff.; vgl. auch Amtliches Bulletin Ständerat, 1.
März 2011, AB 2011 S. 39 f.). Es widerspricht damit dem Willen des Gesetzgebers,
wenn eine – sich auf ein klinisch festgestelltes depressives Leiden zurückzuführende –
gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit vom Rechtsanwender bloss unter
Hinweis auf das gleichzeitige Vorliegen eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Leidens korrigiert und als invalidenversicherungsrechtlich irrelevant erklärt
wird. Dies gilt umso mehr, wenn das syndromale Krankheitsbild von der medizinischen
Fachperson zur Begründung der Arbeitsunfähigkeit nicht herangezogen wird.
4.3 Selbst bei Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode mit eigenständigem
Krankheitswert, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt, kann unter
Umständen die invalidisierende Wirkung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
noch deshalb verneint werden, weil keine konsequente Depressionstherapie
durchgeführt worden ist, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Gemäss
Bundesgericht gelten leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen als
grundsätzlich therapeutisch angehbar (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012,
9C_736/2011, E. 4.2.2.1.). Die Ausschöpfung sämtlicher ärztlich empfohlener
Therapiemassnahmen ist daher als Ausdruck des allgemeinen Grundsatzes der
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Schadenminderungspflicht einer versicherten Person zu betrachten, wonach diese
alles vorzukehren hat, um die Invalidität zu verringern (vgl. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl. 2009, Art. 7 N 34). Gemäss dem Bericht von Dr. E._ vom 15.
September 2009 ist der Beschwerdeführer seit Oktober 2007 in ambulanter
Behandlung gewesen. Dr. E._ hat festgehalten, dass der Beschwerdeführer
anfänglich in 14-tägigen Abständen zur Gesprächstherapie gekommen sei und aktuell
alle drei Wochen komme. Die Prognose sei nicht absehbar. Unter der Medikation mit
Remeron und Sertralin bzw. nach der Medikamentenoptimierung sei es zu einer
leichten Besserung der Schlafstörung gekommen (vgl. IV-act. 67-2 f.). Der
psychiatrische MEDAS-Gutachter hat am 27. Mai 2009 festgehalten, dass die
psychiatrische Behandlung bei Dr. E._ fortgesetzt werden solle, da sie bereits gute
Wirkung gezeigt habe. Man dürfe auf eine weitere Verbesserung des psychischen
Zustands hoffen (vgl. IV-act. 73-38). Gemäss dem Austrittsbericht des Psychiatrischen
Zentrums F._ vom 16. Juli 2012 hatte der Beschwerdeführer vom 12. September
2011 bis 12. Juli 2012 eine Behandlung in der Tagesklinik absolviert. Die behandelnde
Ärztin hat ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die Tagesklinik zunächst an vier
Tagen in der Woche und dann aufgrund von Überforderung im Verlauf nur noch an drei
Tagen in der Woche besucht. Er habe am gesamten multimodalen Therapieangebot
teilgenommen. Der Beschwerdeführer habe von den gebotenen Therapien profitieren
können und es sei eine Tagesstruktur aufgebaut worden. Jedoch hätten sich die
depressiven Symptome nur teilweise remittieren lassen. Psychopharmakologisch sei
die bereits installierte Therapie, bis auf eine Erhöhung der Tritticodosis von 50g auf
100g wegen Einschlafproblemen, nicht verändert worden (vgl. IV-act. 146 f.). Im Bericht
vom 15. März 2013 hat die behandelnde Ärztin festgehalten, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der chronischen (psychischen) Erkrankung auch in Zukunft
auf eine kontinuierliche integrative psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
angewiesen sein werde (vgl. IV-act. 143-1 f.). In ihrem Verlaufsbericht vom 17. April
2013 hat Dr. E._ einen stationären Gesundheitszustand angegeben. Sie hat
festgehalten, dass die Antriebs- und Stimmungslage sowie die Schmerzen des
Beschwerdeführers trotz regelmässiger psychiatrischer/psychotherapeutischer
Behandlung in ambulantem Setting und Medikamentenwechsel nicht wesentlich hätten
beeinflusst werden können. Die 10-monatige psychiatrische Behandlung in der
Tagesklinik F._ habe keine Veränderung der Schmerzsymptomatik des
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Beschwerdeführers bewirkt. Es handle sich um eine chronifizierte depressive und
Schmerzproblematik, welche sich seit Jahren entwickelt habe. Die seit 2008
entstandene depressive Verstimmung sei therapieresistent geblieben. Mit einer
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch die psychiatrische Behandlung könne nicht
gerechnet werden (vgl. IV-act. 147-1 f.). Im ZIMB-Gutachten vom 13. Januar 2014 hat
der psychiatrische Gutachter festgehalten, er empfehle eine intensivere
Gesprächstherapie mit wöchentlichen Terminen. Aufgrund der positiven Auswirkungen
einer vorgegebenen Struktur auf den Beschwerdeführer sei eine teil- bzw. stationäre
Therapie durchzuführen. Weiter solle die antidepressive Medikation überprüft werden.
Insgesamt sei aber festzuhalten, dass mittlerweile ein Chronifizierungsprozess
stattgefunden habe, wodurch es schwierig sein dürfte, den Beschwerdeführer aus
seinem regressiven Prozess herauszuholen (vgl. IV-act. 159-58). Der RAD hat
diesbezüglich am 23. Januar 2014 festgehalten, dass die vom psychiatrischen
Gutachter empfohlenen therapeutischen Massnahmen medizinisch sinnvoll seien. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht sei dadurch jedoch nicht mit einer
arbeitsfähigkeitsrelevanten Verbesserung des Gesundheitszustandes zu rechnen (vgl.
IV-act. 160-2).
4.4 Die Beschwerdegegnerin hat argumentiert, dass der Beschwerdeführer nicht
sämtliche im ZIMB-Gutachten empfohlenen Therapiemassnahmen ausgeschöpft habe
und damit die Voraussetzung für die Annahme einer invalidisierenden Wirkung der
mittelgradigen depressiven Episode, namentlich die Befolgung einer konsequenten
Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweise, nicht erfüllt
habe. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer steht seit
Oktober 2007 ununterbrochen in ambulanter Behandlung bei Dr. E._. Weiter hat er
eine rund 10-monatige Behandlung in der Psychiatrischen Tagesklinik F._ absolviert.
Zudem ist die antidepressive Medikation bei guter Compliance des Beschwerdeführers
im Verlauf umgestellt und angepasst worden. Durch keine der Behandlungen hat eine
wesentliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes erreicht werden
können. Vielmehr hat Dr. E._ in ihrem Verlaufsbericht vom 17. April 2013 den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auch nach der Behandlung in der
Tagesklinik F._ als stationär beschrieben. Aus diesem Grund ist sie nachvollziehbar
davon ausgegangen, dass aufgrund der eingetretenen Chronifizierung der Depression
keine Verbesserung durch eine psychiatrische Behandlung erwartet werden könne (vgl.
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IV-act. 147-1 f.). Auch der psychiatrische ZIMB-Gutachter hat angegeben, dass beim
Beschwerdeführer ein Chronifizierungsprozess stattgefunden habe, wodurch es
schwierig sein dürfte, den Beschwerdeführer aus seinem regressiven Prozess
herauszuholen (vgl. IV-act. 159-58). Entsprechend der Ansicht des Rechtsvertreters ist
davon auszugehen, dass die vom Gutachter empfohlenen Massnahmen aufgrund
seiner Ausführungen eher auf den Erhalt des aktuellen Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers und der Verhinderung einer weiteren Verschlechterung gerichtet
gewesen sind. Dem entspricht auch die Aussage des RAD, wonach die gutachterlich
empfohlenen Massnahmen zwar medizinisch sinnvoll seien, aber dadurch nicht mit
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes zu rechnen sei (vgl. IV-act. 160-2).
Angesichts der bereits erfolglos absolvierten Therapiemassnahmen bei nicht zu
beanstandender Motivation und Compliance des Beschwerdeführers ist somit
unwahrscheinlich, dass durch eine höhere Frequenz der Gesprächssitzungen bei Dr.
E._, eine erneute teilstationäre oder auch stationäre Behandlung oder eine
Anpassung der Medikation eine Verbesserung der Depression bzw. der Arbeitsfähigkeit
eintreten wird. Vor diesem Hintergrund muss die mittelgradige depressive Episode des
Beschwerdeführers als weitgehend therapieresistent bezeichnet werden. Deren
invalidisierender Charakter kann daher jedenfalls nicht mit dem Argument einer nicht
konsequent befolgten Depressionstherapie verneint werden.
5.
5.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 24. April 2014 teilweise gutzuheissen, und die An
gelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
bis
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volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs
gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Für einen
durchschnittlichen Vertretungsaufwand, wie es die vorliegende Angelegenheit erfordert
hat, erscheint eine praxisgemäss pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Beschwerdegegnerin
hat somit dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP