Decision ID: e9c4b5c7-06e4-48aa-9da4-6cd9c5628ff4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1972
geborene
X._
besuchte in Pakistan die Grund
schule und erwarb einen Bachelortitel in Wirtschaft. 1995 kam er als Student in die Schweiz, wo er zunächst Hilfsarbeitertätigkeiten verrichtete; er ist seit 2004 verheiratet und mittlerweile Vater dreier Kinder (Urk.
6
/123 S. 6, Urk.
6
/5). Ab Juli 2005 war er als Produktionsmitarbeiter bei der
Z._
AG erwerbs
tätig (Urk.
6
/15). Am 5. Januar 2011 verletzte sich der Versicherte bei einer Heck
kollision und litt in der Folge an den typischen
Schleudertraumabeschwerden
(Urk.
6
/123 S. 10), was zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31. Juli 2011 führte (letzter effektiver Arbeitstag: 4. Januar 2011; Urk.
6
/15). In diesem Zu
sam
menhang meldete er sich am 3. Juli 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stell
e, zum Leistungsbezug an (Urk. 6
/5 S. 7).
1.2
Mit Mitteilung vom 21. Februar 2013 erteilte diese Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (Urk.
6
/24); der Abschluss der beruflichen Massnahme erfolgte mit Mitteilung vom 15. Juli 2013, wobei von einer Weiterführung der Integrationsmassnahme abgesehen wurde (Urk.
6
/36). Mit Verfügung vom 1. Ok
tober 2013 stellte die Suva die Versicherungsleistungen mangels Adäquanz per 30. November 2013 ein und hielt daran mit Einspracheentscheid vom 31. Dezem
ber 2013 fest (Urk.
6
/39, Urk.
6
/46). Mit Schreiben vom 10. Dezember 2013 klärte die IV-Stelle den Versicherten über die Notwendigkeit einer statio
nären Behand
lung in einer psychiatrischen Klinik auf und wies ihn auf die be
stehende Scha
denminderungspflicht hin (Urk.
6
/42). In der Zeit vom 20. Mai bis 7. Juni 2014 weilte der Versicherte am Rehabilitationszentrum der
Klinik A._
(Urk.
6
/63). In der Folge leitete die IV-Stelle
eine
polydiszi
plinäre Begutachtung des Versicherten in die Wege (
B._
-Gutachten vom 28. September 2015; Urk.
6
/85) und stellte mit Vorbescheid vom 14. Dezember 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/93).
Zur Klärung des Leistungsan
spruchs erachtete die IV-Stelle in der Folge eine umfassende Verlaufsuntersu
chung als notwendig (Urk.
6
/111); das entsprechende Gutachten datiert vom 30. Dezember 2016 (
C._
-Gutachten, Urk.
6
/123). Mit Verfügung vom 21. März 2017 hielt die IV-Stelle am erlassenen Vorbescheid fest (Urk.
6/126
).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
9.
August 2018 in dem Sinne gut, dass es die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
6/134).
1.3
Auf entsprechende Anfrage hin teilte die zuständige Juristin der
C._
-Begutach
tungsstelle mit Schreiben vom 1
3.
Mai 2019 mit, dass ihr Gutachten bereits
über
zwei Jahre
zurückliege
, sodass eine nochmalige Untersuchung nötig sei (
Urk.
6/152). In der Folge leitete die IV-Stelle eine erneute Begutachtung in die Wege; das entsprechende
Medas
-Gutachten datiert vom 1
3.
Dezember 2019 (
Urk.
6/173). Am 1
8.
März 2020 führte die zuständige Sachbearbeiterin der IV-Stelle eine Ressourcenprüfung durch (
Urk.
6/180 S. 3 ff.). Mit Vorbescheid vom 2
3.
März 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/181) und hielt an dieser Einschätzung mit Verfügung vom
6.
Juli 2020 fest (
Urk.
6/186 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin des Versicherten am 2
0.
August 2020 Beschwerde und beantragte, es sei der Rentenanspruch gestützt auf das
Medas
-Gutachten festzusetzen, eventualiter seien Rückfragen bei der Gutachterstelle in Auftrag zu geben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
September 2020 beantragte die Beschwerdegeg
nerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3
0.
September 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215
E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
(BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strit
tigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün
det sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht von einem
aggrava
torischen
Verhalten des Beschwerdeführers auszugehen sei. Die Schadenminde
rungspflicht vom 1
0.
Dezember 2013 sei nicht ausreichend umgesetzt worden, aus allen drei Gutachten sei auf eine nicht ausreichende Behandlung zu schlies
sen. Eine Therapieresistenz sei nicht gegeben, ein Eingliederungswille
nicht aus
zumachen, bei vorhandenen intellektuellen Fähigkeiten und sekundärem Krank
heitsgewinn. Aufgrund der mangelnden Ausschöpfung der Therapieoptionen sei zudem auf
einen
nicht auszumachenden Leidensdruck zu schliessen; weiter seien die
Angaben des Versicherten teils i
nkonsistent gewesen. Dies
führe insgesamt zur Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass
entgegen der Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht auf das
B._
-Gutachten abgestellt werden könne; vielmehr sei das aktuelle
Medas
-Gutachten beweiswertig (
Urk.
1 S. 7). So äussere sich das psychiatrische Teilgut
ach
ten zur Thematik der Aggravation und vermöge darzulegen, dass das Verhalten aufgrund des vorliegenden Krankheitsbildes erklärbar sei. In Bezug auf
die vorhandenen Ressourcen verweise das Gutachten darauf, dass die Einschrän
kun
gen in allen Lebensbereichen in ungefähr gleichem Masse vorliegen würden. Gestützt auf das
Medas
-Gutachten sei von einer Arbeitsunf
ähigkeit von 70-80
%
auszugehen, was zu einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
führe (S. 9).
3.
3.1
Die für das
B._
-Gutachten 28. September 2015 verantwortlichen Fachärzte konnten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit keine Diagnosen
stellen (Urk. 6
/85 S. 49). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen gegeben:
-
Panvertebralsyndrom zervikal und lumbal betont
-
Fehlhaltung der HWS im Sinne einer
Gestreckthaltung
-
Fehlhaltung der LWS im Sinne einer
Kyphosierung
auf L1/2, je ohne degenerative Veränderungen
-
Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)
-
Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionischen
Antei
len
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben (ICD-10 Z56), Arbeitslosig
keit
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf die wirtschaftliche Situation (ICD-10 Z59), Abhängigkeit vom Sozialamt
-
Gemischte
Hyperlipidämie
-
Status nach HWS-Beschleunigungstrauma am 5. Januar 2011
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei der Beschwerdeführer aktuell weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (S. 55).
3.2
Die für das
C._
-Gutachten vom 30. Dezember 2016 verantwortlichen Fachärzte gingen - mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - von den
folgenden Diagnosen aus (Urk. 6
/123 S. 10):
-
Mittelschwere bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
DD: anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
Verdacht auf dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.6)
-
DD: chronisches Hyperventilationssyndrom
Aufgrund der im psychiatrischen Gutachten beurteilten Funktionseinschränkung werde aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit mit 30 bis 40 % eingeschätzt. Aufgrund der hochgradigen Diskrepanzen in
der somatischen Untersuchung er
scheine dabei eine Arbeitsfähigkeit von 4
0 %, also am oberen Rand des ge
nann
ten Spektrums, als zumutbar. Da im
B._
-Gutachten weder eine ausgeprägt vorhandene depressive Episode beschrieben wo
rden sei
noch die klar zu diagnos
tizierende somatoforme Schmerzstörung, lasse sich
die grosse Diskrepanz zur aktu
ellen psychiatrischen Beurteilung erklären (S. 17).
3.3
Die für das
Medas
-Gutachten vom 1
3.
Dezember 2019 verantwortlichen Fach
ärzte stellten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen (
Urk.
6/173/8):
-
Chronifiziertes
mittelschweres bis grenzwertig schweres depressives Zustandsbild mit Krankheitswertigkeit (ICD-10 F33.1)
-
Akzentuierte Persönlichkeitsanteile mit passiv abhängigen und selbstun
sicheren Anteilen (ICD-10 Z73.1)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Ausgedehntes
chronifiziertes
Wei
chteilschmerzsyndrom (
myofaszial
es
Schmerzsyndrom,
fibromyalgieform
, DD: Somatisierungsstörung)
-
Chronifiziertes
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei:
-
Fortgeschrittener Osteochondrose C5/6 und C6/7, deutliche Progredi
enz seit 2013
-
Diskusprotrusion
C5/6 und C6/7 ohne
Myelonkompression
und ohne gesicherte Neurokompression
-
Chronifiziertes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit Osteochond
rose L4/5 mit deutlicher Progredienz gegenüber 2013
Aus psychiatrischer Sicht würden schwere Einschränkungen bestehen bei der psy
chischen Stabilität, bei der Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen, beim Selbst
vertrauen, bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben, bei der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, bei der Anwendung von fachlicher Kompetenz, bei der Durchhaltefähigkei
t
, bei der Selbstb
ehauptungsfähigkeit, bei der Gruppenfähig
keit und bei den Spontanaktivitäten. Zudem gebe es mittelgradige Einschränkun
gen bei den Funktionen von Temperament und Persönlichkeit, bei Funktionen der psychischen Energie und des Antriebs, bei emotionalen Funktionen, bei Anpassung an Regeln und Routinen, beim Entscheidungs- und Urteilsvermögen, bei der Kontaktfähigkeit zu Dritten und bei familiären und intimen Beziehungen (
Urk.
6/173/9).
Sowohl in der angestammten Tätigkeit als Qualitätskontrolleur in einer Schoko
ladenfabrik als auch
in
einer anderen körperlich angepassten Tätigkeit sei auf
grund der psychiatrischen Einschränkungen von einer Arbeitsfähigkeit von 20 bis 30
%
auszugehen. Aufgrund der Aktenlage sei seit September 2012 von einer mit heute vergleichbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
6/173/10 f.).
4.
4.1
Bezüglich der Würdigung der medizinischen Akten ist vorab festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer im Juli 2012 zum Leistungsbezug angemeldet hatte, sodass sich ein
frühstmöglicher
Rentenbeginn per 1. Januar 2013 ergibt.
Nachdem nach der Erstattung des
B._
-Gutachtens vom 28. September 2015 sowie des
C._
-Gutachtens vom 30. Dezember 2016 insbesondere bezüglich des Ausmasses des depressiven Geschehens Unklarheit herrschte, ist nun gestützt auf die Ausführung
en der
Medas
-Gutachter von einer
mittelgradig bis schweren depressiven
Störung
auszugehen.
Die rückwirkende Einschätzung der
Medas
-Gutachter entspricht dabei den echtzeitlichen Angaben der behandelnden Fach
ärzte (vgl.
Urk.
6/173/72 ff.). Das
Medas
-Gutachten vom 1
3.
Dezember 2019 legt den medizinischen Sachverhalt auch im Übrigen in einer schlüssigen und nach
vollziehbaren
Weise
dar, sodass grundsätzlich darauf abzustellen ist. Die Ein
schätzung entspricht dabei in weiten Teilen derjenigen der
C._
-Gutachter, welche ebenfalls aus psychischen Gründen eine erhebli
che Arbeitsunfähigkeit
attestierten.
Zu prüfen bleibt dabei allein das Ausmass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit.
Aufgrund der
unbestritte
nermasssen
im Vordergrund stehenden psychischen Beschwerden, ist
dafür
entsprechend der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen.
Dabei ist davon abzusehen, einzelne Beschw
erden und Störungen ohne Einzel
fall
-
prüfung wegen grundsätzlich fehlender invalidenversicherungsrechtlicher Rele
vanz
auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig
in psychosozialen und soziokul
turellen Umständen seine Erklärung findet, so
ndern davon psychiatrisch unter
scheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E.
4.3.1 mit Hinweis). In dieser Hinsicht halten die
Medas
-Gutachter aus
drücklich fest,
dass sich beim Beschwerdeführer schwere psychosoziale Belas
tungssituationen nicht hätten eruieren lassen (Urk. 6/173/9
).
4.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281)
hat das Bundesgericht wie folgt systemati
siert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
4.3
4.3
.1
Gestützt auf das
Medas
-Gutachten ist infolge der depressiven Erkrankung auch in einer angepassten Tätigkeit eine wesentliche Einschränkung der Arbeits
fähig
k
eit ausgewiesen (mindestens 70
%
; gemäss
C._
-Gutachten mindestens 60 %
). Vor diesem Hintergrund ist
grundsätzlich
von einer deutlichen Ausprägung der diagnoser
elevanten psychiatrischen Befun
de auszugehen, was sich auch im Rah
men der Untersuchung gezeigt hat. So konnten die Gutachter insbesondere eine
schwere Einschränkung der psychischen Stabilität
fe
st
stellen (Urk. 6/173/9
).
Die
se
Einschätzung der Sachlage ist allerdings aufgrund des therapeutischen Ver
haltens des Beschwerdeführers zu relativieren.
Nach der Rechtsprechung weist die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, auf den tatsächlichen Leidensdruck hin, sofern nicht eine (unabwendbare) Unfä
higkeit zur Krankheitseinsicht vorliegt (BGE 1
41 V 281 E. 4.4.2
). Schöpft die versicherte Per
son - in psychischer Hinsicht - nicht alle ihr zumutbaren Behand
lungsmöglich
keiten aus bzw. nimmt sie eine überwiegend passive Haltung ein, lässt dies auf einen fehlenden oder zumindest nicht allzu grosse
n Leidensdruck
schliessen (Urteil 8C_254/2019
vom
5.
Juli 2019 E. 5.3
.1
mit weiteren Hinweisen
).
Aufgrund der vorhandenen introspektiven Voraussetzungen bei guter intellektueller Grund
kompetenz
(
Urk.
6/173/93)
ist insgesamt und unter Berücksichtigung der ein
schlägigen Rechtsprechung auf einen nicht allzu grossen Leidensdruck zu schlies
sen.
4.3
.2
Hinsichtlich der aus psychiatrischer Sicht bestehenden therapeutischen Möglich
keiten hielten die Gutachter fest, dass
bis heute
eine
durchgehende kontinuierli
che
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
nicht stattgefunden habe. Angesichts der Chronifizierung des Zustandsbildes sowie des gefestigten neuro
tischen Kompensationsverhaltens sei idealerweise eine tiefenpsychologisch aufdeckende Psychotherapie durchzuführen, zu der sich der Beschwerdeführer grundsätzlich einverstanden erklärt habe. Die introspektiven Voraussetzungen dafür seien aufgrund der guten intellektuellen Grundkompetenz grundsätzlich gegeben (
Urk.
6/173/92 f.).
Auch wenn damit aus therapeutischer Sicht noch Potential besteht, kann dies allein nach der neueren Rechtsprechung nicht mehr zur Verweigerung sämtlicher Leistungen führen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass
aufgrund der eingetretenen Chronifizierung
wohl von einem mehrjährigen therapeutischen Prozess auszuge
hen ist (
Urk.
6/173/93).
4.3
.3
Bezüglich der Komorbidität ist vorauszuschicken, dass l
aut BGE 143 V 418 Stö
rungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht
fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hem
mende Wirkung zukommt (E. 8.1, Präzisierung der Rechtsprechung; vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.1 und E. 7.2 mit Hin
weis).
Aufgrund des
Medas
-Gutachtens ist dav
on auszugehen, dass die Arbeits
fähigkeit sowohl durch die mehrsegmentalen Rückenbeschwerden als auch die rezidi
vie
rende depressive Erkrankung eingeschränkt ist
, sodass von einer Komorbidität auszugehen ist.
Ressourcenhemmend dürften sich auch die akzentuierten Persön
lichkeitsanteile auswirken.
4.3
.4
Was den Komplex «Persönlichkeit»
betrifft, hielten die Gutachter fest, dass beim Beschwerdeführer
von guten intellektuellen Grundfähigkeiten (angehobenes Intelligenzniveau) auszugehen sei bei beruflichen Kenntnissen in verschiedenen Berufszweigen. Aufgrund der depressiven Symptomatik, der Schmerzverarbei
tungsstörung sowie der Konfliktüberlagerung und kognitiven Funktionseinbus
sen könnten diese Fähigkeiten nicht voll verwertet werden; ein Belastungsmo
ment sei auch die Chronifizierung (
Urk.
6/173/93).
Damit ist aktuell von
deutlich eingeschränkten per
sönlichen Ressourcen auszu
gehen, wobei der Beschwerdeführer über ein vorhandenes intellektuelles Grund
potential verfügt.
4.3
.5
Bei der Beurteilung des sozialen Kontexts
ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer mit seiner Frau sowie den drei Kindern in einer 4-Zimmerwoh
nung wohnt und vom Sozialamt unterstützt wird, wobei die Ehefrau kein Ein
kommen erzielt (
Urk.
6/173/40 f.). Auch wenn dabei von einem gewissen
soziale
n
Abstieg verbunden mit der schwierigen finanziellen Situation
auszugehen ist, verfügt der Beschwerdeführer über ein intaktes Familienleben, wobei er auf die Unterstützung seiner Frau zählen kann.
4.3
.6
Im Rahmen der Konsistenzprüfung hielten die
Medas
-Gutachter fest, dass
der Beschwerdeführer in allen Lebensbereichen grundsätzlich in ungefähr gleichem Mass eingeschränkt sei. Allerdings seien bei allen drei somatischen Gutachten gewisse Inkonsistenzen bei den geschilderten Beschwerden
respektive bei der klinischen Untersuchung erwähnt worden. Weiter hätten bei der neuropsycholo
gischen Untersuchung kognitive Minderleistungen bei vorwiegend bewusster Leistungsverzerrung festgestellt werden können. Es hätten deutliche Inkonsisten
zen zwischen der klinischen Beobachtung und der Testdiagnostik sowie zwischen den subjektiven Angaben und den klinischen Beobachtungen festgestellt werden können (
Urk.
6/173/9 unten). Zuletzt ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer bei der Befragung zum Tagesablauf immer wieder ausgewichen sei (
Urk.
6/173/41), wobei sich diese Problematik bereits anlässlich des
C._
-Gutachtens gezeigt hatte (
Urk.
6/123/55 oben).
4.4
In einer Gesamtwürdigung der massgebenden Standardindikatoren ist
aufgrund der einget
retenen Chronifizierung aktuell
von einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit auszugehen. Allerdings ist aufgrund der kaum wahrgenommenen the
rapeutischen Optionen d
er Leidensdruck zu relativieren,
z
udem verfügt der Beschwerdeführer sowohl im persönlichen
sowie
sozialen Bereich über Ressour
cen
,
die es im Zusammenhang mit einer fachgerechten kontinuierlichen Therapie zu nutzen gilt. Zu berücksichtigen sind weiter die inkonsistenten Angaben im Rahmen der neuropsychologischen Abklärungen sowie die ungenügenden Anga
ben im Rahmen der Befragung des Tagesablaufs. Insgesamt erscheint es dabei überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in einer optimal ange
passten Tätigkeit zu 40
%
arbeitsfähig ist, wie dies die
C._
-Gutachter ausführten. Die Einschätzung
der
Medas
-Gutachter, welche eine noch weitergehende Einschränkung als ausgewiesen sehen, trägt dabei den noch vorhandenen Ressourcen des Beschwerdeführers zu wenig Rechnung.
Für die Zeit ab
September 2012 ist dem
nach in einer angepassten Tätigkeit
von einer Arbeitsfähigkeit von 4
0 % auszugehen.
5
.
5
.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
ein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Bezüglich des Valideneinkommens ist gestützt auf die Angaben des ehemaligen
Arbeitgebers des Beschwerdeführers ab 1.
Januar 2011
von einem Jahreseinkom
men
von Fr.
48'360.-- auszugehen (Fr. 3'720
.-- x 13
;
Urk.
6/15
).
Aufgrund der seit 2011
eingetretenen
Nominallohnentwicklung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Männer, Stand 2011: 2171, Stand 2013: 2204
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
führt dies per 2013
zu einem massgebenden Vergleichs
einkommen von Fr. 49'095.10
.
5
.2
5
.2.1
Für
die Ermittlung des Invalideneinkommen
s ist
gestützt auf die statisti
schen Durchschnittswerte der Schweizerische
n
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012
von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
5’210.-- auszugehen (LSE 2012,
TA1
_tirage_skill_level
,
Kompetenzniveau 1
, Männer
).
Nach Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten, Normal
arbeitsstunden)
sowie der
seither
eingetretenen
Nominallohnentwicklung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Männer, Stand 2012: 2188, Stand 2013: 2204
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbsein
kommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
erg
ibt sich per 2013
ein Jahres
ein
kommen von
Fr.
65'653.7
0, was bei einem
zumutbaren Pensum von 4
0
%
zu ein
em Invalideneinkommen von
Fr.
26'261.5
0 führt.
5
.2.2
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse,
beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbus
sen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind (BGE 141 V 1 E. 5.4). Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabset
zung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn
abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E.
6.1.2).
Das per 2013 ermittelte Valideneinkommen von
Fr.
49'095.10 ist unterdurch
schnittlich. Gemäss den Werten der LSE 2012 lag der Medianlohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art für Männer in der Branche Herstellung von Nahrungsmitteln; Getränkeherstellung (
Ziff.
10-11)
Fr.
4'904.--, was nominallohnbereinigt (E. 5.2.1) und angepasst an die durchschnittliche wöchent
liche Arbeitszeit von 42.2 Stunden in der Branche Herstellung von Nahrungsmit
teln und Tabakerzeugnissen (
Ziff.
10-12) einen Wert von
Fr.
62'538.65 ergibt. Seiten des Valideneinkommens ist demnach eine Paralle
lisierung bis hin zur
Erheblichkeitsschwelle
vorzunehmen, was zu einem massge
ben
den Vergleichs
einkommen von
Fr.
59'411.70 führt (
Fr.
62'538.65 x 0.95).
5
.2.3
Bei
Versicherten, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein können, ist unter dem Titel «Beschäftigungsgrad» ein Abzug vom
Tabellenlohn vorzunehmen, wenn Teilzeitarbeit nach der im konkreten Fall an
wend
baren Tabelle vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeit
tätigkeit (Urteil
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 mit Hinweisen).
L
aut den gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundesam
tes für Statistik (LSE) per 2012 und 2014
erstellten Tabellen wird Teilzeitarbeit bei Männern
bei einem Pensum von 40
%
vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
als eine Vollzeitbeschäftigung
(vgl. Tabelle T18 LSE 2012, 2014)
.
Unter Berücksichti
gung eine
s angemessenen Abzuges von 10 %
führt dies zu einem zumutb
aren Invalideneinkommen per 2013 von Fr. 23'635.35.
Ein weitergehender leidensbedingter Abzug vom In
valideneinkommen ist nicht angezeigt.
So ist d
er Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kom
petenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Auch eine
psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständi
ger Abzugsgrund anerkannt werden, ebenso wenig etwa das Risiko von vermehr
ten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mit
arbeiters anbetrifft (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2).
M
angelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rech
nung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. Novem
ber 2019 E. 7.7).
Dem unterdurchschnittlichen Valideneinkommen wurde zudem im Rahmen der Parallelisierung Rechnung getragen.
Per 2013 führt dies zu
einem Invalidi
tätsgrad von 60
%
([
Fr.
59'411.70
- Fr.
23'635.35
] x 100 / Fr.
59'411.70 =
6
0
.
21
).
Der Beschwerdeführer hat demnach für die Zeit ab
1.
Januar 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang aber auf die bisher nicht ausreichend wahrgenom
menen Therapieoptionen. In dieser Hinsicht ist in Anwendung von
Art.
21
Abs.
4 ATSG eine Verhaltensänderung anzustreben.
Es ist Sache der IV-Stelle, dem Versicherten eine entsprechende Schadenminderungspflicht aufzuerlegen und innert angemessener Frist deren Auswirkung im Rahmen einer Revision zu über
prüfen.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von Art. 61 lit. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.