Decision ID: dc58bcdb-50fc-5104-9915-ae3dc2a8cb85
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1958 geborene
X._
arbeitete
bei
der Firma
Y._
AG als
Filialleiterin
und war bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: „Zürich“) obligatorisch unfallversichert, als sie sich am 21. Januar 2000 beim Tennisspiel
das linke
Knie
verdrehte (
Urk.
8/Z1)
.
Wegen per
sistierender Knieschmerzen
(vgl.
Urk.
8/
Z
M6)
erfolgte am 26. Mai 2000 eine di
agnostische Arthroskopie
am linken Knie
, welche eine an die
Meniskusunter
flä
che
reichende partielle
Meniskushinterhornläsion
medial sowie eine
Chondro
pathie
Grad II in der Belastungszone des medialen
Femurkondylus
sowie Grad I
retropatellär
und am
dorsalen
Tibiaplateau
lateral ergab (
Urk.
8/
Z
M7).
Die
wei
tere konservative und
operative
Behandlung führte
zu keiner dauerhaften Bes
serung
der Knieb
eschwerden
(
Urk.
8/
Z
M85 S. 2 ff.)
.
Seit 1. Januar 2004 arbei
tete die Versicherte im Rahmen eines Pensums von 40-50
%
als stellvertretende Geschäftsführerin des Restaurants
Z._
in
A._
(
Urk.
8/Z125).
Gemäss dem von der
„
Zürich
“
eingeholten Gutach
ten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
, vom 25. Mai 2004 war s
ie trotz ihrer Beeinträchtigung in einer körperlich angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/
Z
M85
).
Mit Verfügung vom 4. Oktober 2004 sprach die „Zürich“ der Versicherten
ab
1. Oktober 2004
unter anderem
eine
Invalidenr
ente
basierend auf einem
Invalidi
tätsgrad
von 34
%
zu (
Urk.
8/Z
118
).
Diese Verfügung wurde rechts
-
kräftig.
1.2
Mit Schadenmeldung vom 31. Januar 2009 wurde der „Zürich“ ein Rückfall mit zunehmenden linksseitigen Knieschmerzen
und daraus folgender Arbeitsunfä
higkeit gemeldet (
Urk.
8/Z125). Am 11. Februar 2009
erfolgte ein weiterer ope
rativer Eingriff mit Implantation einer
Kniegelenks-Totalprothese (
Urk.
8/
Z
M98).
Danach
klagte
die Versicherte
über eine
Dysästhesie am lateralen Unterschenkel und am
linken
Fussrand
(
Urk.
8/ZM138
S. 2
).
Die „Zürich“ übernahm die Kosten der Heilbehandlung, richtete Taggelder aus und
veranlasste
eine
Begutachtung der Versicherten durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
C._
vom 18. Oktober 2010 (
Urk.
8/ZM138)
verfügte die „Zürich“ am 29. September 2011
die Einstellung der H
eilungskosten per 31. März 2010 und
der Taggelder per 31. Dezember 2009
. Gleichzeitig hob sie die
laufende
Rente per 31. Oktober 2011
revisionsweise auf
mit der Begründung
, da
ss
sich die gesundheitliche Situation im
unfallgeschädigten
linken Knie deutlich gebessert habe
und der Vergleich von Invaliden- und
Valideneinkommen
des
halb zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 0
%
führe
(
Urk.
8/Z160).
Nachdem die Versicherte am 31. Oktober 2011 gegen die Verfü
gung Einsprache erhoben
und die Zusprechung
weiterer Versicherungsleistun
gen, insbesondere
einer Rente auf
der
Basis eines Invaliditätsgrads von 41
%
,
beantragt
hatte
(
Urk.
8/Z161)
,
holte die „Zürich“ bei der Versicherten weitere Informationen zum Hergang des Unfalls ein (
Urk.
8/Z171,
Urk.
8/Z174), liess den Gutachter
Dr.
C._
Ergänzungsfragen beantworten (
Urk.
8/Z171-172
,
Urk.
8/ZM140
) und zog die Akten der Invalidenversicherung
, insbesondere das interdisziplinäre Gutachten des
D._
vom 21. Februar 2012 (
Urk.
8/147-148),
bei
(vgl.
Urk.
8/Z178)
. Mit
Einspracheentscheid
vom 3
.
September 2012
hielt sie – gestützt auf den neu ermittelten Invaliditätsgrad von 2,2
%
- an der Aufhebung der Rente
wegen
einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes
fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Radek Janis, mit Eingabe vom 3. Oktober 2012 Beschwerde mit dem
sinngemässen
Antrag, es sei
en
ihr
weitere Versicherungsleistungen, insbesondere
eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 41
%
,
zuzusprechen; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auf eigene Kosten eine neuerliche Begutachtung durchzuführen,
wobei
dem angefochtenen
Einspracheentscheid
die aufschiebende Wirkung zu entziehen
sei (
Urk.
1 S. 2)
.
Mit
Beschwerdeant
wort
vom 14. November 2012 beantragte die „Zürich“ die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
1.2
.1
Gemäss Art. 10
UVG
hat der Versicherte Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, und zwar so lange, als von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen, geht die Unfall
versicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
(ATSG)
hinterlässt (Art. 19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c).
1.2
.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt, wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner Er
werbsfähigkeit
beeinträchtigt ist (Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG). Für die Bestim
mung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG).
1.3
1.3
.1
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]). Diese schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an und können eine
Leis
tungspflicht
des Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausal
zusammenhang besteht (BGE 118 V 296
Erw
. 2c in
fine
).
1.3
.2
Bezüger einer Invalidenrente
haben
nach
Rückfällen und Spätfolgen
Anspruch auf Heilbehandlung, wenn die Erwerbs
fähigkeit durch
medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (Art. 11 UVV in Verbindung mit Art. 21
Abs.
1
lit
. b UVG und Art. 21
Abs.
3 UVG).
1.3
.
3
Rückfälle und Spätfolgen können Anlass für eine Rentenrevision
sein (Alexandra
Rumo-Jungo
, Bundesgesetz ü
ber die Unfallversicherung, 3. Auflage
, Zü
rich 2003
, S.
152 f. mit Hinweisen). Die Revision
einer Invalidenrente der Unfallversicherung richtet sich nach
Art. 17
Abs.
1
ATSG
(vgl. Alexandra
Rumo-Jungo
/André P. Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4. Auflage, Zürich 2012, S. 152)
. Gemäss dieser Bestimmung
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben, wenn
sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich
ändert
.
Dieser Revisionsordnung geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen
Rentenverfü
gung
erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf Art. 17 ATSG gestützte Revisionsverfügung mit dieser substituierten Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 S. 369).
2.
2.1
Die „Zürich“ begründet die Aufhebung der Rente damit, dass
bezüglich der Fol
gen des Unfalls vom 21. Januar 2000 seit
der Rentenzusprechung eine wesentli
che Verbesserung des Gesundheitszustandes einge
treten
sei
.
Anlässlich der Be
gutachtung im
D._
habe die Beschwer
deführerin angegeben, in ihrem l
inken, im Jahr 2009
erfolgreich
mit einer Totalprothese versorgten Knie keinerlei Beschwerden mehr zu haben. Für di
e geklagte
Gefühlsstörung im Bereich des linken Unterschenkels und in den Zehen des linken Fusses hätten
die Gutachter des
D._
mit klinischen und apparativen Untersuchungsmethoden
keine so
m
a
tische Ursache feststellen können
. Zudem hätten sie der von
Dr.
C._
in seinem Gutachten
vom
18. Oktober 2010 geäusserten Einschätzung, dass es sich bei der Gefühlsstörung um einen unfallbedingten Gesundheitsschaden handle, widersprochen und aufgrund des beobachteten inkonsistenten Verhaltens der Beschwerdeführer
in
eine psychische Ursache vermutet
. Da auch der behan
delnde
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie
, die
Empfin
dungsstörungen
nicht in einen Zusammenhang mit dem Unfall vom 21. Januar 2000 und der Knieoperation gebracht habe, sei anzunehmen
, dass die Gefühls
störungen am Unterschenkel und
Fussrand
unfallfremd seien. Die erheblichen Fussbeschwerden bei Status nach der Operation von
Mortonneuromen
sei
en
auch nach Ansicht von
Dr.
C._
unfallfremd.
Die monierte fehlende neurologische Fachausrichtung
Dr.
C._
vermöge dieses Ergebnis nicht in Frage zu stellen, da zwei neurologische Untersuchungen durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie, keine Auffälligkeiten gezei
gt hätten. D
es
halb
sei
eine weitere neurologisc
he Abklärung nicht angezeigt
.
Unter Ausklam
merung der von
Dr.
C._
in seine Beurteilung der verbliebenen Arbeits
fähigkeit miteinbezogenen unfallfremden Empfindungsstörungen sei der Beschwerdeführerin eine wechselbelastende, mittelschwere Täti
gkeit ganztags zumutbar, wobei ihr vorgeneigtes Stehen und Sitzen, Kniebeugen, Stehen sowie das Begehen von Treppen und Leitern nur noch im Rahmen von 6-33
%
des Arbeitstages
und
Kriechen, Knien und Hocken nicht mehr
zumutbar seien
.
Das hypothetische
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘696.-- für das Jahr 2010 er
gebe sich aus dem bei der ursprünglichen Rentenzusprechung ermittelten
Vali
deneinkommen
, angepasst an die Nom
inallohnentwicklung für Frauen. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens müsse berücksichtigt werden, dass der Beschwerdeführerin nunmehr ein breiter Fächer von Verweistätigkeiten offen stehe und sie über vielfältige Berufskenntnisse in der Schuhbranche, in der Gastronomie und im Büro verfüge, zumal sie nach dem Lehrabschluss als Kon
ditorin den elterlichen Bauernhof geführt habe, einen berufsbegleitenden wei
teren Lehrabschluss zur Schuhverkäuferin und den Lehrmeisterkurs absolviert habe und ihr
für ihre Arbeit
als Filialleiterin eines Schuhgeschäfts
in den Jahren 1996 bis 2000
sehr gute Leistungen attestiert worden seien.
Deshalb sei das Invalideneinkommen gestützt auf den statistischen Tabellenlohn gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 für Frauen, welche Tätig
keiten mit dem Anforderungsniveau 3 ausführen, festzusetzen. Von dem resul
tierenden Jahreseinkommen von
Fr.
65‘594
.--
sei
wegen des unfallbedingt erforderlichen erhöhten Pausenbedarfs und der erforderlichen gelegentlichen Unterbrüche bei sitzender Arbeit ein leidensbedingter Abzug von 5
%
zu ge
währen. Die Invalidenversicherung habe zwar einen Abzug von 10
%
gewährt, dabei aber auch die unfallfremden Empfindungsstörungen mitberücksichtigt
, welche für den Unfallversicherer unbeachtlich seien
. Der bei der ursprünglichen Rentenzusprechung mit der Verfügung vom 4. Oktober 2004 gewährte
Lei
densabzug
von 20
%
sei offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 53
Abs.
2 ATSG, da die Invalidenversicherung lediglich einen
Abzug
von 15
%
berück
sichtigt habe
.
Zudem sei
das zumutbare Invalideneinkommen in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit damals gestützt
auf
Erhebungen aus
d
er
von der SUVA geführte
n
Dokumentation von Arbeitsplätzen
(DAP)
ermittelt worden
,
wo
bei die Beschwerdeführerin
für die herangezogenen Arbeitsplatzprofile
trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen une
in
ge
schränk
t arbeitsfähig gewesen wäre
;
rechtsprechungsgemäss
schliesse dies
die Vornahme eines Leidensabzugs aus. Nach Vornahme des Leidensabzugs von 5
%
verbleibe ein zumutbares
In
valideneinkommen
von
Fr.
62‘314.--
. Der Vergleich mit dem
Valideneinkom
men
von
Fr.
63‘696.-- ergebe bei einer Einkommenseinbusse von
Fr.
1‘382.-- einen Invaliditätsgrad von 2,2
%
, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenü
ber auf den Standpunkt, sie habe Anspruch auf eine Invalidenrente von mindestens 41
%
.
Von den behandelnden
Ärzten
Dr.
med.
G._
, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie
, und
Dr.
F._
seien
Dys
- und
Hypästhesien
sowie eine
Peronaeusparese
erhoben worden, welche auf neurologische Gesundheitsstörungen hinwiesen. Der Gut
achter
Dr.
C._
sei als Facharzt für Orthopädische Chirurgie sachlich nicht kompetent, neurologische Fragestellungen korrekt zu beurteilen, und habe mithin keine verlässliche Einschätzung all ihrer Leiden und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vornehmen können. Zudem nehme
Dr.
C._
in seinem Gutachten trotz Nachfrage der „Zürich“ nicht eindeutig dazu Stellung, in welchem Grad eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten vorliege.
Das Gutachten sei deshalb keine geeignete Grundlage zur Beurteilung des Anspruchs auf Unfallversicherungsleistungen. Durch die Wahl eines sachlich nicht kompetente
n Gutachters und die Unterlassung
weiterer Ab
klärungen zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätig
keiten habe die „Zürich“ ihre Abklärungspflicht verletzt. Deshalb sei
s
ie zu ver
pflichten, ein neues Gutachten bei einem Neurologen und einem Orthopäden erstellen zu lassen.
Selbst wenn auf das Gutachten von
Dr.
C._
abgestellt werde,
sei der von der „Zürich“ berechnete Invaliditätsgrad unzutreffend.
Die „Zürich“ sei bei der Ermittlung des von ihr
zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens von unrealistischen Einsatzmöglichkeiten ausgegangen. Die von der „Zürich“ berücksichtigten beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen beträfen Tätigkeiten,
die
sie wegen der eingeschränkten Steh- und Gehfähigkeit nicht mehr ausüben könne. Deshalb müsse sie auf leidensangepasste Tätigkeiten ausweichen, für welche sie weder eine Ausbildung noch besondere Kenntnisse habe.
Folglich
müsse
das Invalideneinkommen gestützt
auf den statistischen Tabellenlohn für Tätigkeiten mit dem Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten)
ermittelt
werden, was bei Frauen für das Jahr 2010 ein Einkommen von
Fr.
52‘989.80 ergebe. Da
Dr.
C._
besonders darauf hingewiesen habe, dass sie auch in leidensangepassten Tätigkeiten leicht eingeschränkt sei, müsse
von einer unfallbedingten
Einschränkung
in einer solchen Tätigkeit
von
min
destens
15
%
ausgegangen werden, was eine
r
zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 85
%
entspreche. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sei aufgrund der unfallbedingten persistierenden Schmerzen, der stark eingeschränkten Mög
lichkeit, längere Zeit zu Stehen oder grösser
e
Wegstrecken zurück zu legen,
sowie der Einschränkung beim Heben und Tragen von Lasten gerechtfertigt.
F
ür die
zusätzliche
Vornahme eines leidensbedingten Abzugs
vom Tabellenlohn
spreche der Umstand, dass sie
auch
an unfallfremden Beschwerden leide, ins
besondere an Rückenschmerzen und Schmerzen am nicht verunfallten Knie, welche ihre allgemeine Leistungsfähigkeit
verringern würden. Diese Beschwer
den seien teilweise Folge von Schonhaltungen und Überbelastungen des Bewe
gungsapparats als Folge der Entlastung des verunfallten Knies und bedingten das regelmässige Einlegen von Pausen, welche den Arbeitsablauf störten. Unter Berücksichtigung der um 15
%
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in
leidensan
gepassten
Tätigkeiten und des leidensbedingten Abzugs vom
Tabellenlohn von ebenfalls 15
%
resultiere ein Invalideneinkommen von
Fr.
38‘285.15 und – gemessen am
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘696.-- - der geltend gemachte Invaliditätsgrad von 41
%
.
Des Weiteren sei
die Auffassung der „Zürich“, dass lediglich die Einstellung der Rente
einspracheweise
angefochten worden sei, unzutreffend. Aus Ziff. 12 der Einsprache-Begründung gehe unzweifelhaft hervor, dass sich die Einsprache auch gegen die Einstellung der Übernahme der Heilungskosten per 31. März 2010 gerichtet habe. Dem Gutachten von
Dr.
C._
lasse sich nicht ent
nehmen, ob und bejahendenfalls wann ein
status
quo sine eingetreten sei. Die durch die
Dres
.
F._
und
G._
festgestellte posttraumatische neurologi
sche Beeinträchtigung sei nach wie vor behandlungsbedürftig, und die „Zürich“ habe die Kosten der
Behandlung zu tragen (
Urk.
1).
3.
3.1
Die „Zürich“ begründete ihr Zurückkommen auf die mit Verfügung
vom 4. Okto
ber 2004 (
Urk.
8/Z118
)
rechtskräftig zugesprochene Rente
auf
der
Basis eines Invaliditätsgrads von 34
%
im angefochtenen
Einspracheentscheid
unter anderem damit, dass
der bei der erstmaligen Rentenzusprechung berücksichtigte Leidensabzug von 20
%
vom gestützt auf
die DAP
ermittelten
Invalidenein
kommen
offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 53
Abs.
2 ATSG
sei
(
Urk.
2 S. 12)
.
3.2
A
us der
Begründung der
Verfügung vom
4. Oktober 2004
ergibt sich
, dass
die „Zürich“
der damals rund 46-jährigen Versicherten gestützt auf
das
orthopädi
sche
Gutachten von
Dr.
B._
vom 25. Mai 2004
(
Urk.
8/Z118 S. 2,
Urk.
8/ZM85 S. 17)
eine Arbeit in einer leidensangepassten, hauptsächlich sitzend ausgeübten Tätigkeit
im Vollzeitpensum zumutete. D
as
mit einer solchen Arbeit
erzielbare
Invalideneinkommen
setzte
die „Zürich“ in erster Linie
fest
, indem sie
vom gestützt auf die
DAP
ermittelten Durchschnittslohn für Tätigkeiten, welche den
gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführer
in
angepasst waren (vgl.
Urk.
8/Z118 S. 2
f.
,
Urk.
8/Z
113-116), ohne jede Begründung einen „20%igen Leidensabzug“ vornahm
. Da
nach ständiger Rechtsprechung bei der Bestimmung des Invalideneinkommens anhand der DAP
grundsätzlich
keine leidensbedingten Abzüge zulässig sind (vgl. etwa das Urteil des Bundesgerichts 8C_90/2010 vom 23. Juli 2010, E.
6.2.2 mit weiteren Hinweisen)
, ist der
damals
bei der Invaliditätsbemessung vorgenommene
, beträchtlich
e
leidensbedingte Abzug zweifellos unrichtig
im wiedererwägungsrechtlic
hen Sinn (vgl. vorste
hend E. 1.3
.3)
.
Ferner
handelt
es sich bei der Invalidenrente des
Unfallversiche
rers
um eine
periodische Leistung
,
womit
auch die zweite Voraussetzung für eine Wiedererwägung der Verfügung vom 4. Oktober 2004, nämlich dass
deren
Berichtigung von erheblicher Bedeutung
ist,
erfüllt ist
(vgl.
Alexandra
Rumo-Jungo
/André P. Holzer
, a.a.O., S. 157)
.
Zudem war
die Verfügung vom
4. Okto
ber 2004
auch nicht Gegenstand
einer materiellen richterlichen Beurteilung.
Damit
sind
sämtliche
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung
der Verfügung
im Sinne von Art. 53
Abs.
2 ATSG gegeben.
3.3
M
it der Wiedererwägung
ist
berei
ts ein
Rückkommenstitel
gegeben
.
Zusätzlich
ist festzuhalten, dass die in der nachfolgenden Erwägung wiedergegebene gesundheitliche Entwicklung nahe legt, dass sich die unfallbedingten
, bei der Zusprechung der Rente ständig
vorhanden gewesenen
Knieb
e
schwerden
, welche die
mögliche Gehzeit auf rund 15 Minuten einschränkten
(g
emäss dem Gutach
ten von
Dr.
B._
vom 25. Mai 2004 [
Urk.
8/ZM85 S. 5 und 10])
,
nach der
Im
plantation
d
er Knietotalprothese
am 11. Februar 2009 wesentlich
bessert
en und damit auch ein Revisionsgrund gemäss Art. 17
Abs.
1 ATSG vorliegt
(vgl. auch
Urk.
2 S. 5 ff.).
Auch im Revisionsverfahren können sämtliche Elemente der Anspruchsberechtigung frei überprüft werden (
Alexandra
Rumo-Jungo
/André P. Holzer
, a.a.O., S. 154).
4
.
4.1
Gemäss dem Gutachten von
Dr.
B._
vom 25. Mai 2004, auf welches die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 4. Oktober 2004 ausdrücklich Bezug nahm (vgl.
Urk.
8/Z118 S. 2), klagte die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der diagnostizierten unfallbedingten medial betonten
Gonarthrose
links (Urk. 8/ZM 85 S. 14
Ziff.
4) über ständig vorhandene Schmerzen, zum Teil stechend und verbunden mit Blockaden. Morgens bestanden Anlaufschmerzen. Besonders mühsam war das Treppensteigen und die
Gehdauer
war auf 15 Minuten beschränkt (Urk. 8/ZM 85 S. 10). In der damaligen Tätigkeit in einem Gastronomiebetrieb war die Beschwerdeführerin im Umfang von 60 bis
70 % eingeschränkt, während ihr eine angepasste, in erster Linie sitzende Tätig
keit ganztägig zumutbar war (Urk. 8/ZM 85 S. 17
Ziff.
8.1.2). Für die Aufhe
bung der Rente
stützte sich die „Zürich“ im Wesentlichen auf
die Arztberichte
von
Dr.
E._
,
Dr.
F._
sowie die Gutachten
von
Dr.
C._
und
des
D._
, welche allesamt nach der operativen Versorgung des linken Knies mit einer
Totalendoprothese
durch
Dr.
G._
am 1
1.
Februar 2009 (
Urk.
8/
Z
M103) erstellt wurden
(
Urk.
2 S. 6 ff.).
4.1.2
Der Orthopäde
Dr.
E._
untersuchte die Beschwerdeführerin am
2.
November 2009 und nahm mit Bericht vom 2
8.
November 2009 zu
Handen
der „Zürich“ zur Unfallkausalität der fortbestehenden Beschwerden Stellung. Laut dem Bericht gab die Beschwerdeführerin an, seit der Knieoperation sei das Gefühl am Unterschenkel vorn aussen vermindert. Auf dem Fussrücken und in den Zehen bestehe dagegen ein Berührungsschmerz.
Dr.
E._
diagnosti
zierte im Wesentlichen einen Status nach
operativer Einsetzung einer Totalpro
these im linken Knie am 1
1.
Februar 2009 bei
Gonarthrose
links. Laut
Dr.
E._
waren die klinisch erhobene Überempfindlichkeit des linken Fusses und die verminderte Sensibilität am
anterolateralen
Unterschenkel und
dorsolateralen
Oberschenkel ebenso wie die Schwäche der Zehenextensoren
mit
den durch Röntgenbilder dokumentierten Befunden an der Wirbelsäule erklär
bar. Als weitere Ursache seien Druckschäden an peripheren Nerven aufgrund einer anlässlich der Operation erfolgten Blutsperre denkbar, wobei
solchenfalls
mit einer Besserung in den nächsten Monaten gerechnet werden könne. Von weiteren Therapiemassnahmen sei – mit Ausnahme der selbständig auszufüh
renden Übungen m
it
Therabä
ndern
– keine namhafte Besserung zu erwarten (
Urk.
8/ZM
123).
4.1.3
Der Neurologe
Dr.
F._
untersuchte die Beschwerdeführerin
, welche ihm durch
Dr.
G._
zur Beurteilung
der seit der Operation geklagten
Empfin
dungsstörungen
überwiesen
worden war
,
am 1
9.
Februar un
d
3.
März 201
0.
Gestützt
auf die klinische Untersuchung
, EMG-Untersuchungen vom 1
9.
Februar und
3.
März 2010 sowie MRI-Bilder der Lendenwirbelsäule vom 2
3.
Februar 2010
gelangte er
in seinem Bericht vom
3.
März 2010
zur Beurtei
lung, dass die geklagte Hypästhesie am
ventrolateralen
Unterschenkel und Dys
ästhesie der drei mittleren Zehen links aufgrund der klinischen Befunde
zwar
für das
Vorliegen einer
Peronäusparese
l
inks sprächen. Die apparativen Unter
suchungen hätten jedoch keine Auffälligkeiten ergeben. Auffällig sei, dass bei der Beschwerdeführerin bereits 1993 eine peripher-neurologische Erkrankung habe angenommen werden müssen,
aber
auch damals der Nachweis nicht gelungen sei (
Urk.
8/
Z
M131
=
Urk.
8/ZM134
).
4.1.4
Dr.
C._
, Orthopäde, begutachtete die Beschwerdeführer
in
am 1
7.
September 2010 im Auftrag der „Zürich“. In seinem gutachterlichen Bericht vom 1
8.
Oktober 2010 diagnostizierte er im Wesentlichen einen Status nach Distorsion des linken Knies am 2
1.
Januar 2000,
einen Status nach
mehreren Arthroskopien, einer
Tibiakopf
-Osteotomie und der Einsetzung einer
Knietotal
endoprothese
am 1
1.
Februar 2009
, einen Status nach der Operation von
Mor
tonneuromen
2/3
und 3/4 links am 2
8.
April 2010
sowie
einen Status nach Distorsionen des Sprunggelenks rechts am 2
3.
April sowie 1
1.
Juli 2002 und links am 1
8.
August 200
2.
Als weitere Diagnose führte
Dr.
C._
rezidi
vierende Rückenschmerzen bei einer 1990 diagnostizierten
Diskusprotrusion
, einer kleinen
Retrolisthesis
L5 und einem Wirbelhäma
ngiom LW
K 3 auf
. Er hielt fest, seit der Implantation der
Knietotalendoprothese
seien die ursprünglichen Kniebeschwerden deutlich besser, neu sei aber ein
e
Dysästhesie am lateralen Unterschenkel und linken
Fussrand
aufgetreten. Zudem bestünden
unfallunab
hängig
erhebliche Fussbeschwerden bei Status nach der Operation von
Morton
neuromen
und in geringerem Masse rezidivierende Rückenbeschwerden. D
ie Empfindungsstörungen
seien nach der Implantation der
Knietotalendoprothese
entstanden und müssten im Sinne einer Operationskomplikation dem
unfallbe
dingten
Problemkreis „linkes Knie“ zugeordnet werden. Wegen der
Knieproble
matik
könne die Beschwerdeführerin keine Leitern
be
steigen, weise eine leicht eingeschränkte Gehleistung und
Sitzzeit
auf
und könne nicht in die Hocke gehen und
nicht k
nien. Die Knieproblematik für sich allein betrachtet würde eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 75
%
erlauben; es gebe keine Tätigkeiten, welche trotz der Knieproblematik ohne Einschränkungen ausgeübt werden könnten (
Urk.
8/ZM
138).
In der ergänzenden Stellungnahme vom 1
0.
April 2012 führte
Dr.
C._
aus, auch
in einer angepassten Tätigkeit
könne die Beschwerdeführerin wegen ihrer unfallbedingten Beeinträchtigu
ngen keine Gewichte über 10 kg t
ragen. Weiter seien ihr das Knien und das
I
n
-
die
-
Hocke
-G
ehen nicht mehr möglich, ihre Gehzeit betrage auf ebenen Flächen lediglich 45 Minuten und auf unebe
nem Grund maximal 30 Minuten, und Rotationsbewegungen auf einem Bein seien massiv erschwert. Oft bis sehr oft möglich seien dagegen längerdauerndes Sitzen, auch vorgeneigt, und das Gehen kürzerer Strecken (
Urk.
8/ZM140).
4.1.5
Im Auftrag der Invalidenversicherung wurde die Versicherte am 3
0.
u
nd 3
1.
Januar 2012 im
D._
von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
und
Dr.
med.
I._
, Fach
arzt
für Physikalische Medizin
und Rehabilitation sowie Rheumatologie, untersucht
(
Urk.
11/147,
Urk.
11/148/19)
. Zusätzlich wurde eine Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit (EFL) durchgeführt.
Die Gutachter diagnostizierten
in ihrer Expertise
vom 2
1.
Februar 2012 ein anamnestisch chronisches
lumbospondylogenes
Syn
drom links bei einer Wirbelsäulenfehlhaltung, -
fehlform
und degenerativen Veränderungen, ein rezidivierendes
Zervikovertebralsyndrom
, einen Status nach Totalprothesen-Implantation im
Knie links am 1
1.
Februar 2009
, eine unklare Sensibilitätsstörung im Bereich des Unterschenkels links ohne elektrophysiolo
gisch-objektivierbare neurologische Ausfälle, einen medialen Knieschmerz rechts, eine
Periarthropathia
humeroscapularis
calcarea
links, einen Status nach Operation von Morton-Neuromen
II/III, III/IV links am 2
8.
April 2010, einen Status nach wiederholten Sprunggelenksdistorsionen rechts im Jahr 2002, beginnende
Heberdenarthrosen
sowie eine Psoriasis
vulgaris
.
Abschliessend gelangten die Gutachter unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden zur Einschätzung, dass
der
Beschwerdeführerin
die Ausübung einer mittelschweren, wechselbelastenden Arbeit ganztags zumutbar sei
. Vorgeneigtes Stehen und Sitzen, Kniebeugen, Treppen
-
und
Leiternbesteigen
sowie Stehen seien nur während 6-33
%
des
Arbeits
tages
möglich. Das Kriechen, Knien und
I
n
-
die
-
Hocke
-G
ehen sei ihr nicht mehr zumutbar.
Die aktuelle Arbeit als Mitarbeiterin im Büro und Buffet eines Restaurants sei der Beschwerdeführerin
ebenfalls ganztags zumutbar, wobei wegen der benötigten vermehrten Pausen mit einer Leistungsfähigkeit von 75-80
%
zu rechnen sei.
Hinsichtlich des linken Knies führten die Gutachter gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin, die kli
nische Untersuchung und Röntgenbefunde aus,
es
lägen keinerlei Schmerzen und Beschwerden mehr vor, durch die Versorgung mit der
Total
endo
prothese
seien die von der
Gonarthro
se
ausgehenden Beschwerden zum V
erschwinden gebracht worden. Das persistierende subje
k
tive Problem seien Gefühlsstörungen im Bereich des linken Unterschenkels und neu auch in den Zehen des linken Fusses. Die von der Beschwerdeführerin beschriebenen „stromartigen“ Sensatio
nen in den Zehen könnten indes aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht nicht objektiviert werden und
ent
sprächen auch nicht der Symptomatik eines Morton-Neurom-Rezidivs. Auch die neurologischen Abklärungen des
Dr.
F._
hätten
keine Hinweise für eine somatische Genese der Gefühls
störungen
ergeben. Der von
Dr.
E._
(richtig:
C._
) in seinem Gutachten vom 1
8.
Oktober 2010 geäusserten Einschätzung, dass die Gefühls
störungen, welche nach der operativen Implantation der
Totalendoprothese
auf
getreten seien, unfallbedingt seien, könne nicht gefolgt werden. Die Beschwer
deführerin habe im Rahmen der klinischen Untersuchung und der
EFL-Tests zahlreiche Inkonsistenzen gezeigt
(vgl.
Urk.
11/148/11,
Urk.
11/148/25)
. Des
halb müsse vermutet werden, dass die Gefühlsstörungen Ausdruck einer psy
chischen Problematik seien, etwa der in einem MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 1994 beschriebenen Konversionsneurose
. Auf die Arbeitsfähigkeit wirkten sich
die Probleme im linken Knie dadurch aus, dass das linke Knie nicht maximal geb
eugt werden könne, weshalb das I
n
-
die
-Hocke-G
ehen nicht zumutbar sei. Ebenfalls bestehe eine verminderte Belastbarkeit in Positionen wie
beim
Kriechen und Knien. Zusätzlich sei die Beinkraft links vermindert, wodurch in statischen Positionen wie vorgeneigtem Stehen und Sitzen sowie beim Bestei
gen von
Treppen und Leitern E
inschränkungen bestünden
(
Urk.
11/148/16 ff.).
4.2
Vorab
sind die gegen das Gutachten von
Dr.
C._
vom 1
8.
Oktober 2010 (
Urk.
8/ZM138)
erhobenen
Einwände
formeller
Natur
zu prüfen.
Der Einwand der Beschwerdeführerin, der
Dr.
C._
zugestellte
Fragenkata
log
sei ihr vor der Begutachtung nicht zur Stellungnahme unterbrei
tet worden
(
Urk.
1 S. 6), ist
unbehelflich
, da sich
nach der damals gültigen Rechtsprechung
aus Art. 44 ATSG, welcher das Verfahren bei der Einholung eines Gutachtens regelt, kein Anspruch der versicherten Person
auf vorgängige Äusserung zu den Gutachterfragen des Versicherungsträgers ableiten
liess
.
Es reicht
e
aus, wenn sich die versicherte Person im Anschluss an die
Gutachten
serstellung
zum Gutachten äussern und Beweisanträge, etwa in Form von Er
gänzungsfragen, stellen
konnte
(
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage, Art. 44
Rz
25)
. Hierzu hatte die Beschwerdeführerin nach Zustellung des Gutachtens am
9.
Dezember 2010 (
Urk.
8/Z150) Gelegenheit, wobei sie in ihrer
Stellungnahme vom
2.
März 2011 keine Ergänzungsfragen stellte (
Urk. Urk.
8/Z154
)
.
Die
mit BGE 137 V 210 erfolgte Aus
weit
ung der
M
itwirkungsrechte
bei der Anordnung multidisziplinärer medizinischer Gutachten (
die
aufgrund von BGE 138 V 318 auch für das Verfahren in der Unfallversicherung und gemäss BGE 139 V 349 sinngemäss auch für mono- und
bidisziplinäre
medizinische Begutachtungen
gilt
)
, welche auch den Anspruch auf vorgängige Äusserung zu den Gutachter
fragen umfasst (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9), führt zu keinem anderen Ergebnis. Das
Gutachten des
Dr.
C._
wurde nämlich
vor
Fällung
dieses Grund
satzurteils (vom 2
8.
Juni 2011) nach alte
m Verfahrensstandard eingeholt
.
Mit Blick auf den
damalige
n
Verzicht der Beschwerdeführerin auf das Stellen von Ergänzungsfragen nach Zustellung des Gutachtens
kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass sie auch bei vorgängiger Zustellung der Gutachter
fragen auf Ergänzungen verzichtet hätte.
Deshalb erscheint es als ungerechtfer
tigt
, dem Gutachten allein wegen der unterlassenen
Aufforderung der Beschwerdeführerin zur
vorgängigen Stellungnahme zu den Gutachterfragen den Beweiswert abzusprechen (
vgl. BGE 137 V 2
10 E. 6).
Eigentliche
Ausstandsgründe
im Sinne einer Befangenheit
macht die Beschwerde
führerin gegen
Dr.
C._
nicht geltend
(
Urk.
1 S. 6,
Urk.
2 S. 4
; vgl. auch
Kieser
, a.a.O., Art. 44
Rz
22 und 26
)
.
Dem von ihr vorgebrachten,
grundsätzlich zutreffenden Umstand, dass
Dr.
C._
als Facharzt für Or
thopädische Chirurgie sachlich nicht kompetent ist, neurologische Fragestellun
gen korrekt zu beurteilen, ist dadurch Rechnung zu tragen, dass die Expertise vom 1
8.
Oktober 2010 lediglich zur Beurteilung des Gesundheitsschadens aus orthopädischer Sicht herangezogen wird.
Mithin sind die gegen das Gutachten von
Dr.
C._
erhobenen Rügen
for
meller Art
unbegründet.
4.3
Hinsichtlich der Gefühlsstörungen im linken Unterschenkel und Fuss bejahte einzig
Dr.
C._
eine Unfallkausalität
mit der Begründung, die Störungen seien nach der Implantation der
Knietotalendoprothese
im Sinne einer
Operati
onskomplikation
entstanden
.
Dr.
E._
erachtete das Vorliegen einer Unfallkausalität höchstens als möglich und wies auf unfallfremde Befunde in der Wirbelsäule hin, welche die Symptomatik ebenfalls erklären könnten. Gestützt auf die Beurteilung des Neurologen
Dr.
F._
, welcher trotz um
fangreicher Tests keine organisch-pathologische Ursache für diese Symptomatik fand, und
gestützt auf
die beobachteten Inkonsistenzen anlässlich der EFL gelangen die
D._
Gutachter
ihrerseits
zum Schluss, die Gefühlsstörungen
seien nicht
nachweisbar
unfallbedingt
, und werteten
diese Symptomatik
als Ausdruck einer psychischen Störung.
Dr.
C._
setzte sich in seinem Gutachten im Gegensatz zu den
D._
-Gut
achtern und
Dr.
E._
nicht mit anderen möglichen Ursachen der
E
mp
find
ungsstörungen
auseinander und b
egründete die Unfallkausalität mit der praxisgemäss zur Begründung einer Kausalität ungeeigneten Formel
„
post
hoc ergo
propter
hoc“ (BGE 119 V 335), indem er aus dem Auftreten der Sympto
matik nach der Implantation der
Totalendoprothese
auf einen Kausalzusam
menhang schloss.
D
ie
D._
-Gutachter
setzten sich demgegenüber
eingehend
sowohl mit den
neuro
logischen Untersuchungsbefunde
n
von
Dr.
F._
als
auch
mit der
Beurteilung
von
Dr.
C._
auseinander,
weshalb
ihre Beurteilung der
Un
fallkausalität
der Gefühlsstörungen mehr
überzeugt
als diejenige von
Dr.
C._
.
Zudem wird die Sichtweise der
D._
-Gutachter auch durch die Beurteilung von
Dr.
E._
gestützt
.
Da
Dr.
F._
die
Gefühlsstörun
gen
bereits ausführlich neurologisch untersucht hat, und seine Schlüsse wiede
rum in der Beurteilung der
D._
-Gutachter berücksichtigt wurden, ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin keine weitere neurologische Untersuchung erforderlich, da hiervon keine
entscheidwesentlichen
neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung).
Mithin steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Gefühlsstörun
gen
in der linken Wade und im linken Fuss nicht
auf das Unfallereignis
vom 2
1.
Januar 2000 (beziehungsweise auf die operative Versorgung des linken Knies mit der
Totalendoprothese
im Rahmen der Heilbehandlung; vgl. E.1.1
) zurückgehen.
In den medizinischen Akten keine Stütze findet im Übrigen d
ie Behauptung der Beschwerdeführerin, ihre Rückenschmerzen und Schmerzen im nicht verunfall
ten rechten Knie seien teilweise Folge von Schonhaltungen und Überbelastun
gen des Bewegungsapparates zur Entlastung
des linken Knies (
Urk.
1 S. 11)
.
4.4
Aufgrund der Gutachten von
Dr.
C._
und des
D._
steht
insgesamt
fest, dass
das Ausmass der
nach dem Unfall aufgetretenen
Beeinträchtigung des linken Knies nach Einsetzung der
Totalprothese zurückging
.
Weiterhin ungüns
tig oder zu vermeiden sind das Knien, Hockstellungen, Rotationsbewegungen auf einem Bein, langes Gehen, das Gehen auf unebenem Gelände, vorgeneigtes Stehen, das Treppensteigen und das Besteigen von Leitern.
Soweit
Dr.
C._
ausführte, wegen der Kniebeeinträchtigung könne die Beschwerdeführerin keine Gewichte über 10 kg
t
ragen, kann nicht auf sein Gut
achten abgestellt werden. Zunächst ist nicht ganz klar, ob in diese Beurteilung auch die
unfallfremden
Gefühlsstörungen im linken Unterschenkel und Fuss einflossen. Sodann ist hinsichtlich der
Belastbarkeit beim Heben und Tragen von Lasten
auf den aussagekräftigeren, auf einer ausführlichen praktischen Testung beruhenden Befund der im
D._
erfolgten EFL abzustellen.
Demnach kann die Beschwerdeführerin auch unter Berücksichtigung ihrer unfallfremden Beeinträchtigungen
selten gar Gewichte über 20 kg h
eben und
t
ragen (
Urk.
11/148/18,
Urk.
11/148/22,
Urk.
11/148/27 ff.).
Die Gutachter sind sich einig, dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer
Kniebe
schwerden
in einer leidensangepassten Tätigkeit
– unter Berücksichtigung der genannten Einschränkungen -
arbeitsfähig
ist
. Während die
D._
-Gutachter aber von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgingen, attestierte
Dr.
C._
nur noch eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 75
%
eines Vollzeitpensums. Zu beachten ist auch hier, dass
nicht ganz klar ist, ob in dessen
Beurteilung auch die unfallfremden Gefühlsstörungen im linken Unterschenkel und Fuss einflos
sen. Die Beurteilung von
Dr.
C._
überzeugt aber hauptsächlich deshalb nicht, weil das der ursprünglichen Rentenverfügung zugrunde liege
nde Gut
achten
des Orthopäden
Dr.
B._
vom 2
5.
Mai 2004
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten ausging
(
Urk.
8/ZM85 S. 17)
– bei
damals, vor der Implantation der Prothese,
noch
stärkerer Beeinträchti
gung des
linken Knie
s
.
Demgegenüber spricht nichts dagegen,
auf die Einschätzung der
D._
-Gutachter abzustellen,
wonach die Beschwerdeführerin in einer mittelschweren
leidensan
gepassten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist. Im
D._
-Gutachten wird nämlich zu den unfallkausalen Kniebeschwerden und den daraus resultierenden Beein
trächtigungen ausführlich Stellung genommen
(
Urk.
11/148/14 f. und
Urk.
11/148/17 ff.)
. Wie
bereits dargelegt
wurde,
setzten sich die in den Fachge
bieten Physikalische Medizin und Rheumatologie spezialisierten
D._
-Gutachter zudem
eingehend mit der neurologischen Befunderhebung von
Dr.
F._
auseinander
. Auch wenn das
D._
-Gutachten in erster Linie im Auftrag der In
validenversicherung erstellt wurde, kann deshalb davon ausgegangen werden, dass darin sämtliche Aspekte des unfallbedingten Gesundheitsschadens berück
sichtigt wurden
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin steht somit auch die zumutbare Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, und es bedarf diesbezüglich keiner weiteren Abklärungen.
Da die Beschwerdeführerin nach Einschätzung der
D._
-Gutachter in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist, bleibt kein Raum für die geltend gemachte unfallbedingte Einschränkung in einer solche
n Tätigkeit von mindestens 15
%
(
Urk.
1 S. 9 f.).
5.
5.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vorste
hend E. 1.
2.2
), wobei das
hypothetische
Valideneinkommen
für 2010
unbestrittenermassen
auf
Fr.
63‘696.-- zu veranschlagen ist
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
.
Strittig ist
hingegen
die Bemessung des Invalideneinkommens gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss der LSE.
5.2
5.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median)
auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.2.2
Bei der
Bemessung des Invalideneinkommens
berücksichtigte die „Zürich“ die durch Ausbildung und Praxis erlangten vielfältigen Berufskenntnisse der Beschwerdeführerin
in der Schuhbranche,
in der
Gastronomie und im Büro so
wie ihre erwiesenermassen sehr guten Leistungen als Filialleiterin eines Schuh
geschäfts in den Jahren 1996 bis 200
0.
Sie zog den Tabellenlohn gemäss der LSE 2008
, Tabelle TA1
für Frauen,
für
Tätigkeiten mit dem Anforderungsniveau 3, in welchem Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt werden, heran
(
Fr.
5‘095.--)
und passte
diesen
Lohn an die Nominallohnentwicklung bis 2010 und die betriebsübliche
Arbeitszeit
im Jahr 2010
von 41,6 Stunden an.
Dies ergab ein
Jahreseinkommen von
Fr.
65‘594.-- (
Urk.
2 S. 11 f.).
D
ie Beschwerdeführerin
macht geltend
, sie müs
se wegen ihrer u
nfallbedingten Beeinträchtigungen auf Tätigkeiten ausweichen, für welche sie keine besonde
ren Kenntnisse habe,
weshalb der Tabellenlohn für Tätigkeiten mit dem
Anfor
derungsniveau
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) herangezogen werden müsse
.
5.2.3
Unter Berücksichtigung des von den
D._
-Gutachtern definierten
Zumut
-
barkeits
profils
ist es
der Beschwerdeführerin
zumutbar,
beispielsweise
Büroarbeiten
in sämtlichen Branchen der Privatwirtschaft sowie in der öffentli
chen Verwaltung
zu erledigen
.
Dass sie für solche Arbeiten genügend qualifi
ziert ist, ergibt sich aus ihrer Erwerbsbiographie
.
Es kann nämlich
ohne weiteres davon ausgegangen w
erden
, dass
die Führung einer
J._
-Filiale von 1980-82, die Redaktion von Texten für eine Lokalzeitung von 1990-1991,
die
erfolgreiche
langjährig
e Tätigkeit
von 1996 bis 2000
als Filialleiterin eines Schuhgeschäfts sowie die
Erledigung der
in
einem Restaurant anfallenden administrativen Arbeiten
von 2003 bis 2011
gute Kenntnisse im kaufmänni
schen/ad
-
ministrativen
Bereich
erfordert
en
.
Während der EFL im
D._
gab sie denn auch an, im Rahmen ihrer angestamm
ten Tätigkeit bis Ende 2011 als Mitarbeiterin im Restaurant ihres Ehemanns täglich 1-2 Stunden Büroarbeit erledigt zu haben: Sie habe Zahlungen erledigt, die (Lohn-) Buchhaltung geführt, Bestellungen geschrieben und auch
mit Fax und Internet gearbeitet
.
Spätestens nach Absolvierung
des
Büromatik
-Abend
kurses sowie
des Lehrmeisterkurses dürfte sie zudem auch über eine fundierte
theoretische Basis im administrativen Bereich verfügt haben
(
Urk.
11/9/6 ff.,
Urk.
11/148/9,
Urk.
11/148/24)
.
Nicht zuletzt
weist
auch der Lehrabschluss als Konditorin/
Confiseuse
im Jahr 1977 mit dem
K._-besten
Resultat im Kanton (Note
L._
;
Urk.
11/9/6
)
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin generell über überdurchschnittliche Fähigkeiten und Ressourcen verfügt, welche sich auf dem Arbeitsmarkt verwerten lassen (vgl.
auch die im Urteil des Bundesgerichts 8C_386/2013 vom 1
5.
Oktober 2013, E. 6.2
dargestellte Kasuistik zur Zulässigkeit der Anwendung des
Anforderungsni
veaus
3).
Aufgrund des Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die „Zürich“ bei der Bemessung des Invalideneinkommens von Tätigkeiten mit
auf
Anforde
rungsniveau
3 ausgegangen ist.
5.2.4
Dass das hiesige Gericht im Urteil IV.2009.00085 vom 2
9.
Oktober 2010 betref
fend den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversi
cherung zur Bemessung des Invalideneinkommens
den standardisierten
Durch
schnittslohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten (entsprechend dem
Anfor
derungsniveau
4)
heranzog
(
Urk.
11/130/10)
, vermag die Bemessung des
Invali
deneinkommens
im vorliegenden Verfahren
zum einen
deshalb nicht präjudi
zieren,
weil
die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung gegenüber dem Unfallversicherer rechtsprechungsgemäss keine Bindungswirkung
entfaltet, wobei
insbesondere
das kantonale Sozialversicherungsgericht
einem früheren
Entscheid im Verfahren gegen die Invalidenversicherung nicht zu folgen braucht
(Urteil des Bundesgerichts
8C_272/2012 vom 2
9.
Mai 2012, E. 4.1 unter Hinweis auf BGE 131 V 362).
Zum andern war
die Situation im linken Knie
im
damals
zu beurteilenden Zeitraum
noch schlechter
als nach der Implantation der
Knie
endo
prothese
, und das Gericht hatte
zusätzlich unfallfremde
Beschwer
den zu berücksichtigen
.
5.2.5
Im Übrigen wirkt sich das
Abstellen auf den
statistischen Tabellenlohn gemäss Tabelle TA1
der LSE 2008
für das Total sämtlicher Branchen
des p
rivat
en Sektors
(
Fr.
5‘095.--)
nicht zu Lasten der Beschwerdeführerin aus.
Würde näm
lich auf die Tabelle T
7
der LSE 2008, welche den statistischen monatlichen Bruttolohn nach Tätigkeiten und nicht wie TA1 nach Wirtschaftszweigen geordnet aufführt, abgestellt und der Frauenlohn für Sekretariats- und
Kanzlei
arbeiten
mit dem Anforderungsniveau 4 (
Fr.
5‘444.--) oder für andere
kauf
-
män
nisch-administrative
Tätigkeiten mit gleichem Anforderungsniveau
(
Fr.
5‘219.--) herangezogen,
resultierte ein höheres
Invalideneinkommen.
Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 65‘594.-- ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Dieses ist leicht höher als das
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘696.--. Nichts anderes ergibt sich,
wenn nicht auf das statistische Einkommen gemäss LSE 2008 unter Berücksich
tigung der Lohnentwicklung bis 2010, sondern direkt auf die nach Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheides
publizierte LSE 2010 abgestellt wird. Ge
mäss LSE 2010 erzielten Frauen in beliebigen Branchen auf dem
Anforderungs
niveau
3 ein durchschnittliches Einkommen von
Fr.
5‘202.-- (vgl. Die Volks
wirtschaft 4-2014 S. 91 Tab. B 10.1). Angepasst an die 2010 übliche
Wochenar
beitszeit
von 41,6 Stunden ergibt dies ein Invalideneinkommen von
Fr.
5‘410.-- pro Monat (Fr. 5‘202.
-- :
40 x 41,6) respektive von
Fr.
64‘920.--. Auch dieses Einkommen ist leicht höher als das
Valideneinkommen
.
5.3
5.3.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.3.2
Die Beschwerdeführerin beanstande
t
den von der „Zürich“ anerkannten
behinde
rungsbedingten
Abzug vom Tabellenlohn von 5
%
(
Urk.
2 S. 12 f.) und verlangt einen solchen von 15
%
(
Urk.
1 S. 10 f.).
Im Urteil IV.2009.00085 vom 2
9.
Oktober 2010 betreffend den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung ab dem
1.
Mai 2004
anerkannte das Sozialversich
erungsgericht eine
n leidensbedingten Abzug von 15
%
, allerdings unter Berücksichtigung der damals noch schlechteren
Situation im linken Knie sowie der unfallfremden Beschwerden
und mit dem Hinweis, ein solcher Abzug erscheine als „äusserst grosszügig“ (
Urk.
11/130/7 ff.)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S. 11)
können die unfallfremden Beschwerden bei der Ermittlung der unfallbedingten Beeinträch
tigung der
Erwerbsfähigkeit
– einzig diese ist beim Unfallversicherer versichert –
und speziell auch
bei der Bemessung
eines leidensbedingten Abzugs
nicht berücksichtigt werden
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2008 vom
1.
April 2009, E. 5.3.3)
.
Deshalb
ist
die Vornahme eines
behinderungs
bedingten Abzugs von 15
%
nicht gerechtfertigt
.
Selbst wenn der Abzug
sodann
auf 10
%
erhöht würde, ergäbe sich bei einem Invalideneinkommen
von
Fr.
59‘034.60 (
Fr.
65‘594.-- x 0.9)
gemessen am
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘696.-- bei einer Erwerbseinbusse von
Fr.
4‘661.40
immer noch ein nicht die
rentenbegrün
dende
Schwelle von 10
%
(vorstehend E. 1.2.2)
erreichender Invaliditätsgrad von
abgerundet 7
%
.
Unter Berücksichtigung des etwas tieferen
Invalidenein
kommen
gestützt auf die LSE 2010 (
Fr.
64‘620.-- x 0.9 =
Fr.
58‘428) beträgt die Erwerbseinbusse Fr. 5‘268.-- und liegt der Invaliditätsgrad bei 8 %, das heisst ebenfalls unter der
Erheblichkeitsschwelle
von 10 %.
5.4
Aufgrund des Gesagten
ist die Einstellung der Invalidenrente
im Ergebnis
rech
tens.
6
.
Soweit die Beschwerdeführerin die
weitere
Übernahme der Kosten der Behand
lung der von den
Dres
.
F._
und
G._
festgestellten ne
urologischen Beeinträchtigungen beantragt
(
Urk.
1 S.
12 f
.)
,
ist die Beschwerde bereits des
halb abzuweisen, weil die Gefühlsstörungen
in der linken Wade und im linken Fuss
nach dem Gesagten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
unfall
kausal
sind (vorstehend E.
4
.
3
)
.
Im Übrigen
wurde
sowohl durch
Dr.
E._
als auch die
D._
-Gutachter eine über
selbständig auszuführende
Ü
bungen hin
ausgehende
Behandlungsbedürftigkeit dieser Problematik verneint
(
Urk.
8/ZM123
,
Urk.
11/148/19
).