Decision ID: 05145730-46b9-46c3-9082-565da7d3bc1b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, Vater von drei Kindern, geboren 1984, 1985 und 1994,
hat keine Berufsausbildung abgeschlossen (vgl. Urk. 3/5 S. 2;
Urk. 8/5
). Er
war zuletzt seit 2012 bei
Y._
als Gipser angestellt, als
er
am 18. April 2016 verunfallte, indem er
bei der Arbeit auf einer Leiter einen Fehltritt machte
, sich
dabei
das Kreuz verdrehte und
so
den Rücken verletzte (Urk. 8/5). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) übernahm in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilungskosten) für den seit 18. April 2016 zu 100 % arbeitsunfähig geschriebenen Versicherten, und zwar bis Ende September 201
6.
Ab dann verfügte sie eine Einstellung der Leistungen mangels
noch bestehender
Unfallkausalität (Urk. 8/4/11-13).
Unter Hinweis
auf die
Rückenverletzung beziehungsweise st
arke Schmerzen im Rückenbereich
infolge des Unfalls vom 18
.
April 2016 (Urk. 8/5/8) meldete
sich der Versicherte
am 2
8.
Oktober 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2/6).
Das Arbeitsverhältnis wurde auf Ende November 2016 aufgelöst (Urk. 8/4/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerbliche und medizinische Abklärungen.
Sie beschaffte einen IK-Auszug (Urk. 8/13), liess einen Arbeitgeberfragebogen ausfüllen (Urk. 8/26), zog die Akten der Suva bei (Urk. 8/17)
,
holte diverse Arztberichte ein (Urk. 8/18; Urk. 8/19; Urk. 8/20; Urk. 8/21; Urk. 8/22) und liess den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) dazu Stellung nahmen (Stellungnahme vom 23. Februar 2017; Urk. 8/31/4).
Am 21. Februar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien, weil gemäss dem Hausarzt des Versicherten zurzeit keine Tätigkeit beruflicher Art möglich sei (Urk. 8/24/1-2).
Gestützt auf die RAD-Stellungnahme (Urk. 8/31/4) stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Vorbescheid vom 3. März 2017 (Urk. 8/28) die Verneinung des Anspruchs auf Invalidenversicherungsleistungen in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch die Sozialberatungsstelle für italienische Arbeit
nehmer, am 31. März 2017 Einwand (Urk. 8/30) erheben. Er liess dem Einwand ein aktuelles Arbeitsunfähigkeitszeugnis (Urk. 8/29) beilegen und ersuchte um Fristverlängerung, um weitere Unterlagen einzureichen (Urk. 8/30/1).
Am 6. April 2017 erklärte die IV-Stelle, es sei keine Nachfrist möglich, da die 30-tägige Frist nach Art. 73
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine gesetzliche Frist sei, die nach Art. 40 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) nicht erstreckbar sei. Dies gelte nicht nur für den Einwand, sondern auch für dessen Begründung (Urk. 8/32).
Mit Verfügung vom 11. Mai 2017 (Urk. 2 = Urk. 8/34) verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf Invalidenversicherungsleistungen wie angekündigt.
2.
Hiergegen liess
X._, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Lerch,
am 7. Juni 2017 Beschwerde (Urk. 1) führen mit den Rechtsbe
gehren, die Verfügung vom 11. Mai 2017 sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen.
Alles u
nter Kosten- und Entsch
ädigungs
folgen zuzüglich MWSt
zulasten der IV-Stelle (Urk. 1 S. 2).
Zudem liess er drei im Verwaltungsverfahren nicht vorhandene Arztberichte einreichen, die alle
samt vor dem Verfügungszeitpunkt vom 11.
Mai 2017
datieren (vom 16. Februar [Urk. 3/3]; 10. April [Urk. 3/4]; 3. Mai 2017 [Urk. 3/5]).
Mit Beschwerdeantwort vom 3. August 2017 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle im Sinne einer teilweisen Gutheissung die Rückweisung der Angelegenheit zu wei
teren Abklärungen (Urk. 7 S. 2)
und räumte ein, dass beschwerdeweise Berichte eingereicht worden seien, die bereits im Vorbescheidverfahren hätten berück
sichtigt werden müssen (Urk. 7 S. 1)
. Zudem reichte
sie
eine Stellungnahme des RAD vom 3. August 2017 (Urk. 8/48) ein
, welche dem Versicherten zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9)
.
Mit Replik vom 1. September 2017 (Urk. 10) liess dieser seine An
träge präzisieren und beantragen
, das Verfahren sei durch das angeru
fene Gericht weiterzuführen, unter anderem unter Einholung eines Gerichtsgut
achtens. Sodann seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen zurückzu
weisen, verbunden mit der Weisung, ein verwaltungsexternes Gutachten einzu
holen
,
sowie unter Auflegung der Gerichtskosten und einer Prozessentschädi
gung gemäss beiliegender Kostennote (Urk. 10 S. 1; Urk. 11). Am 20. September 2017 verzichtete die IV-Stelle auf eine Duplik (Urk. 13), was dem Versicherten am 25. September 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 14).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 57a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid mit (Satz 1). Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehörs im Sinne von Artikel 42 ATSG (Satz 2). Nach Art. 73
ter
Abs. 1 IVV können die Parteien innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen. Die Frist von Art.
73
ter
Abs.
1 IVV ist
eine behördliche und daher bei Vorliegen von zureiche
nden Gründen erstreck
bare Frist (
BGE 143 V 71 E. 4.5)
.
1.2
Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG) beherrscht, indem Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen haben. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, sondern wird in zweifacher Hinsicht ergänzt: durch die Mitwirkungspflicht der versicherten Person sowie durch die im Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 42 ATSG) enthaltenen Parteirechte auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Pro
zess der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir
kungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, der in die Rechtsstellung des Ein
zelnen eingreift
(BGE 120 V 357 E. 1a mit zahlreichen Hinweisen = RKUV 1995 Nr.
U 209 S. 27 f. E. 1a).
Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirk
sam zur Geltung bringen kann (
BGE 143 V 71 E. 4.1 mit Hinweisen auf
BGE 135 I 279
E. 2.3,
135 II 286
E. 5.1 und
132 V 368
E.
3.1).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des recht
lichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit ande
ren Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Aus
gang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/aa).
Von der Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsaktes und der Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung unter Wahrung der Verfahrensrechte der betroffenen Partei kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn die Rechts
mittelinstanz in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht über uneingeschränkte Kognition verfügt und wenn die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem der Anhö
rung gleichgestellten Interesse der Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 390 E. 5.1 mit Hinweis).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf ihre medizinischen Abklärungen im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass
der Beschwerdeführer
die
einjährige Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b
IVG nich
t erfülle
, weil
er
am 8. September 2016 – und damit während des Wartejah
res – wieder voll arbeitsfähig geworden sei
, und daher
kein
en
Anspruch auf Invalidenversicherungsleistungen
habe
(Urk. 2 S. 1-2). Unter Bezugnahme auf die vom Beschwerdeführer im Vorbescheidverfahren erhobenen Einwände führ
te die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, da
ss der Hausarzt Dr. med. Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, den Beschwerdeführer schon vor Erlass der angefochtenen Verfügung zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben habe
,
und nicht
auf diese Einschätzung abge
stell
t
werden könne
. Vielmehr sei gestützt auf die neurologische Beurteilung des
C._
ab
dem
8. September 2016
wie erwähnt
von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 2 S. 2).
Der Beschwerdeführer lässt
demgegenüber
die Aufhe
bung der Verfügung aus formellen
und materiellen Gründen beantragen. Formell lässt er geltend machen, es widerspreche Praxis, Lehre und vor allem der unmissverständlichen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 73
ter
IVV, dass ihm die Beschwer
degegnerin mit Schreiben vom 6. April 2017 unter dem Titel „Keine Nachfrist möglich“ im Einwandverfahren keine Fristverlängerung gewährt habe (Urk. 1 S. 5).
Materiell lässt der Beschwerdeführer monieren, dass die Annahme der Beschwerdegegnerin, er sei seit dem 8. September 2016 in jeglicher Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig, aus mehreren Gründen unhaltbar sei (Urk. 1 S. 5-7). Der Fall sei weiter abklärungsbedürftig. Dazu sei ein polydisziplinäres Gerichts
gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 7).
3
.2
Mit Beschwerdeantwort vom 3. August 2017 (Urk. 7) stellte die Beschwerdegeg
nerin den Antrag, im Sinne einer teilweisen Gutheissung sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 7 S. 2).
Sie räumte ein, dass beschwerdeweise
Berichte eingereicht worden
seien, die bereits im Vorbescheid
verfahren hätten berücksichtigt werden sollen
(Urk. 7 S. 1)
.
Der Beschwerdeführer liess in der Folge mit Replik vom 1. September 2017 (Urk. 10) seine Anträge teilweise erneuern und primär um die Weiterführung des Verfahrens am angerufenen Gericht ersuchen, welches ein Gerichtsgutach
ten einzuholen und alsdann die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen habe. Er liess im Wesentlichen die Auffassung vertreten, dass ein Untersuchungsmangel in einer Konstellation vorliege, in der das Gericht den Sachverhalt gemäss der Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) selbständig abklären müsse (Urk. 10 S. 2). Falls das Gericht eine Rückweisung ins Auge fasse, sei die Beschwerde
gegnerin
im Wesentlichen
anzuweisen, ein verwaltungsexternes Gutachten in die Wege zu leiten
(Urk. 10 S. 2).
4
.
4
.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers lässt sich anhand der Aktenlage zusammenfassend wie folgt darstellen:
Am 18. April 2016 stieg der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben bei der Arbeit eine Leiter hinunter und trat dabei auf einen Kessel, was zu einem Fehl
tritt und zur starken Verdrehung des Kreuzes führte. Es kam dabei aber nicht zu einem Sturz (Urk. 8/17/51; Urk. 8/20/2; vgl. Urk. 8/21/6).
4
.2
Am 26. April 2016 fertigte Dr. med.
A._
, Facharzt für
Radiolo
gie, eine
Magnetresonanztomographie
(MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) an (Urk. 8/20/8-9), die Hinweise auf eine Osteochondrose und eine Diskushernie L5/S1 mit möglicher Tangierung von S1 links lieferten (vgl. Urk. 8/20/1). Im Segment L5/S1 liege eine deutliche Osteochondrose mit mässigen Aktivierungs
zeichen vor. Bei einer zusätzlichen Diskusextrusion werde das linke Neuro
foramen deutlich eingeengt und der linke Recessus des Spinalkanals mässig eingeengt. Konsekutiv bestehe hier der Verdacht auf eine Kompression der Ner
venwurzel L5 links sowie der Verdacht auf eine Irritation der Nervenwurzel S1 links (Urk. 8/20/8).
4.3
Im Bericht vom 15. Juli 2016 (Urk. 8/18) bestätigten die Ärzte der Wirbelsäu
lenchirurgie- und Neurochirurgieabteilung der B._ die Diagnose einer aktivierten Osteochondrose L5/S1 (Urk. 8/18/1). Unter dem Titel „neurolo
gischer Status“ hielten sie fest, der Beschwerdeführer zeige schmerzbedingt kein flüssiges Gangbild. Die lumbale Flexion und Extension sei schmerzbedingt ein
geschränkt. Es liege eine Druckdolenz über dem lumbosakralen Übergang ent
lang der Prozessi spinosi vor. Die Lasèguezeichen seien negativ, jedoch habe der Test lumbale Schmerzen ausgelöst. Es sei ein starker Durchfederungsschmerz lumbosakral festzustellen (Urk. 8/18/1-2). Der Beschwerdeführer leide wohl am ehesten an einer aktivierten Osteochondrose L5/S1 nach einer ruckartigen Tor
sionsbewegung, verursacht durch den Unfall am 18. April 2016. Zudem sei eine kleine Diskushernie mediolateral links im Segment L5/S1 ersichtlich, welche die S1-Wurzel links möglicherweise kompromittieren könnte. Er leide jedoch nicht primär an lumboradikulären Schmerzen, so dass von einem lumbospondyloge
nen Schmerz auszugehen sei. Im Anschluss werde daher zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eine Fazettengelenksinfiltration L5/S1 beidseits verab
reicht (Urk. 8/18/2). Am 14. Juli 2016 führten die Ärzte der B._ diese Fazettengelenksinfiltration L5/S1 beidseits unter Blutverdünnung (BV) durch (Urk. 8/18/2; Urk. 8/18/3). In zwei Wochen sollte dann über den Integ
rationserfolg berichtet werden (Urk. 8/20/7).
4.4
Im Bericht des C._ vom 8. September 2016 (Urk. 8/20/1-3; vgl. Urk. 8/22) erklärte Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, die bisher durchgeführten Massnahmen einer Fazettengelenksinfiltration und auch der Physiotherapie hätten nicht zu einer Besserung geführt. Der Beschwerdefüh
rer nehme gegen die Schmerzen Analgetika ein (Urk. 8/20/1; vgl. Urk. 8/21/6). Der Neurologe erhob die Diagnose eines chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms mit ausgeprägter Triggerpunkt-Problematik nach einem Bagatelltrauma (ohne Sturz), das am 18. April 2016 stattgefunden habe. Die Trigger-Problematik bestehe paravertebral-lumbal und mit Druckdolenz über dem Sakrum. Klinisch und elektrodiagnostisch hätten sich keine Hinweise für eine Nervenaffektion, insbesondere auch nicht für S1 links, gefunden. Es beste
he eine disproportionale Ausprägung von der Klinik zum Unfallmechanismus und zum klinischen und elektrodiagnostischen Befund. Dr. D._ meinte weiter, er habe dem Beschwerdeführer mehrere Übungen zur Dehnung der lum
balen-paravertebralen Muskulatur vorgezeigt und ihn auf die gute Prognose in den nächsten Monaten hingewiesen. Zu diskutieren sei ferner eine schmerz
modulierende antidepressive medikamentöse Behandlung wie beispielsweise mit Saroten 25 mg (Urk. 8/20/1-3).
4.5
Am 24. Januar 2017 bestätigte der Hausarzt Dr. Z._ (Urk. 8/21/6-9) die Diag
nose eines chronischen Lumbovertebralsyndroms seit dem 18. April 2016. Seit dem Unfall leide der Beschwerdeführer anhaltend an Lumbalgien der ausge
prägten Art. Es bestehe eine stark eingeschränkte Beweglichkeit der LWS und der Beschwerdeführer klage über Schmerzen bei der Untersuchung. Es liege eine Ansatztendinose des Beckens beidseits vor. Es gebe aber keine radiologischen Zeichen (Urk. 8/21/7). Der Beschwerdeführer sei seit dem 18. April 2016 auf un
bestimmte Zeit anhaltend in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/21/7). Zurzeit sei keine Tätigkeit beruflicher Art möglich und mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit sei eher nicht zu rech
nen (Urk. 8/21/8).
4.6
Am 20. Februar 2017 (Urk. 8/22) ging bei der Beschwerdegegnerin ein Bericht von Dr. D._ ein, in dem er im Wesentlichen dasselbe wie am 8. September 2016 (Urk. 8/20/1-3) berichtete (vgl. Urk. 8/22/1-3). Ergänzend erwähnte er, dass aus neurologischer Sicht keine Einschränkungen als Gipser bestehen wür
den (Urk. 8/22/3). Die bisherige Tätigkeit sei somit aus seiner medizinischen Sicht noch zu 100 % zumutbar, ohne dass eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (Urk. 8/22/4).
4.7
Am 23. Februar 2017 nahm der RAD-Arzt, Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, zu den Arztberichten Stellung (Urk. 8/31/4). Er hielt gestützt auf den Bericht von Dr. D._ vom 20. Februar 2017 (Urk. 8/22) fest, dass keine Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Ausserdem konstatierte er gestützt auf den Bericht der B._ vom 15. Juli 2016 (Urk. 8/18) und jenen von Dr. D._ vom 20. Februar 2017 (Urk. 8/22), dass als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Lumbalgie bei aktivierter Osteochondrose L5/S1 nach LWS-Verdrehtrauma bestehe. Der Neurologe Dr. D._ habe bei seiner Untersuchung eine erhebliche Diskrepanz zwischen Beschwerden und klini
schem Befund festgestellt. Beim Unfallmechanismus habe es sich um ein Baga
telltrauma gehandelt, das lediglich zu einer Distorsion der LWS geführt habe. Die Distorsion sei nun abgeheilt. Es sei gestützt auf den Bericht von Dr. D._ vom 20. Februar 2017
(Urk. 8/22)
festzustellen, dass
ein Status quo ante erreicht sei, ohne dass eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten oder in einer angepassten Tätigkeit bestehe. Die im MRI festgestellten degenera
tiven Veränderungen würden die Beschwerden nicht erklären. Die vom Hausarzt Dr. Z._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei nicht nachvollziehbar. Dr. D._ und Dr. Z._ würden den gleichen Sachverhalt unterschiedlich einschätzen. Die Einschätzung von Dr. D._ sei durch Befunde untermauert und dadurch nachvollziehbar (Urk. 8/31/4). Insgesamt habe in jeder Tätigkeit vom 18. April bis am 7. September 2016 eine vorübergehende 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden, wobei die Arbeitsunfähigkeit seit dem 8.
September 2016
gestützt auf den Bericht von Dr. D._ vom 20. Februar 2017 (Urk. 8/22) 0 % betrage.
4.8
Am 3. März 2017 erliess die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid und stellte die Verneinung des Anspruchs auf Invalidenversicherungsleistungen in Aussicht (Urk. 8/28). Obwohl der Beschwerdeführer dagegen Einwand erhoben und um Fristverlängerung zur Einreichung von Arztberichten im Bereich Rheumatologie ersucht hatte (Urk. 8/30), gewährte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 6. April 2017 (Urk. 8/32) keine Fristverlängerung. Mit Verfügung vom 11. Mai 2017 (Urk. 8/34 = Urk. 2) verneinte sie sodann den Anspruch auf Invalidenver
sicherungsleistungen (Urk. 8/34/1). Mit der dagegen erhobenen Beschwerde (Urk. 1) reichte der Beschwerdeführer einerseits zwei Berichte vom 16. Februar (Urk. 3/3) und 10. April 2017 (Urk. 3/4) ein, die durch die behandelnde Rheuma
tologin Dr. med. F._, Fachärztin für Rheumatologie und Physi
kalische Medizin und Rehabilitation, erstellt worden waren. Und andererseits legte er einen Austrittsbericht der G._ vom 5. Mai 2017 (Urk. 3/5) bei.
Dr. F._ hatte den Beschwerdeführer am 15. Februar 2017 geröngt, eine weite
re MRI-Untersuchung mit Short-Tau-Inversion-Recovery (STIR)-Sequenzen ver
anlasst (Urk. 3/3 S. 1) und ihn letztlich zur stationären multimodalen Therapie der G._ zugewiesen mit dem Hinweis auf eine Schmerz
verarbeitungsstörung (Urk. 3/4 S. 2).
In der G._ hatte sich der Beschwerdeführer vom 18. April bis am 5. Mai 2017 aufgehalten (Urk. 3/5 S. 1). Die Ärzte der G._ berichteten ebenfalls von einer chronifizierten Schmerzverarbeitungs
störung beziehungsweise einer möglichen somatoformen Schmerzstörung (Urk. 3/5 S. 2). Sie attestierten dem Beschwerdeführer während der Aufenthalts
zeit und bis zum nächsten Termin der behandelnden Rheumatologin vom 9. Mai 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk. 3/5 S. 4).
5.
5
.1
Unbestritten ist zu Recht, dass die Aktenlage nicht ausreicht, um über den Leis
tungsanspruch zu befinden. Die Beschwerdegegnerin hat sich auf die Stellung
nahme des RAD vom 23. Februar 2017 (Urk. 8/31/4) gestützt, in der dieser zum Schluss gekommen war, der Unfall habe nur eine Distorsion der LWS bewirkt, die im September 2016 wieder abgeheilt gewesen sei; eine Arbeitsunfähigkeit liege seither nicht mehr vor. Dabei stellte Dr. E._ ausschliesslich auf den neurologischen Bericht von Dr. D._ vom 20. Februar 2017 (Urk. 8/20/1-3) ab. Eine aktuelle rheumatologische Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit hingegen fehlt. Als rheumatologische Beurteilung liegt ein
zig der Bericht der B._ vom 15. Juli 2016 (Urk. 8/18) vor, in dem degenerative Veränderungen der Wirbelsäule festgestellt wurden, die Ärzte sich jedoch nicht zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit äusserten. Gestützt auf die vorhandenen Akten lässt sich somit nicht beurteilen, ob die degenera
tiven Veränderungen die Arbeitsfähigkeit einschränken, allein der Hinweis, die subjektiven Beschwerden korrelieren nicht mit den objektiven Befunden, lässt den Schluss auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht zu. Damit erfüllt die RAD-Stellungnahme die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an einen beweis
werten Bericht nicht (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2
), so dass nicht darauf abgestellt werden kann. Die übrigen Berichte (Urk. 8/21/6-9; Urk. 8/22) reichen auch nicht aus, um über den Leistungsanspruch zu befinden, zumal aufgrund der im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen (vgl. Urk. 3/5) auch eine psychiatrisch zu beurteilende somatoforme Schmerzstörung zur Dis
kussion steht. Weitere Abklärungen sind daher notwendig.
5.2
Umstritten
bleibt
, ob die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist oder ob das Gericht weitere Abklärungen selbständig zu machen hat.
5.2.1
Währendem die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort eine teilweise Gutheissung im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen beantragt (Urk. 7), ersucht der Beschwerdeführer um eine Weiterführung des Verfahrens durch das angerufene Gericht (Urk. 10 S. 2). Er lässt im Wesentlichen geltend machen, dass das Gericht ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen habe, da ein Untersuchungsmangel vorliege, welcher vom Gericht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 die Einholung eines Gerichtsgutachtens verlange (Urk. 10 S. 2).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
holt
das Gericht
in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn
es
im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein
bereits erhobener medizinischer Sachverhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachterlich geklärt werden oder eine Administ
rativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen.
Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführun
gen erforderlich ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_461/2017 vom 27. September 2017 E. 8.2 mit Hinweis auf
BGE 139 V 99
E. 1.1 und
137 V 210
E. 4.4.1.4).
Wie vorne unter Erwägung 5.1 dargetan, wurde im Rahmen des Verwaltungs
verfahrens die rheumatologische Sachlage nicht ausreichend abgeklärt. Hinzu kommt, dass aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichten
(vgl. Urk. 3/3-5) hervorgeht, dass noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2017 (Urk. 2) eine (chronifizierte) Schmerzverarbeitungsstörung
(Urk. 3/4 S. 2; Urk. 3/5 S. 3) und eine somatoformen Schmerzstörung (Urk. 3/5 S. 3) zur Diskussion standen. Die Frage, welche dieser Diagnosen vorliegt, wur
de im Verwaltungsverfahren nicht geklärt, was rechtsprechungsgemäss eine Rückweisung nahelegt. Dies gilt umso mehr, als sich bei somatoformen Schmerzstörungen auch die Klärung der psychischen Situation aufdrängt, was im Verwaltungsverfahren ebenfalls nicht stattfand.
5.2.2
Hinzu kommt, dass d
er Beschwerdeführer
zunächst
in der Beschwerde zu Recht vorgebracht hat,
dass es der
bundesgerichtlichen
Rechtsprechung
(
BGE 143 V 71 E. 4.5)
zu Art. 73
ter
IVV
widerspreche
,
wenn ihm die Beschwerdegegnerin keine Fristverlängerung im Einwandverfahren gewährt habe, und dass d
ieses Vorgehen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle, welche die Rückwei
sung der Sache aus formellen Gründen rechtfertige
(
vgl.
Urk. 1 S. 5)
. Da die Rückweisung nicht nur aufgrund der Gehörsverletzung möglich erscheint, son
dern auch aufgrund der zuvor erwähnten
Rechtsprechung zur Einholung von Gerichtsgutachten
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_461/2017 vom 27. September 2017 E. 8.2) naheliegt,
kann offen bleiben, ob die Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise geheilt werden könnte (vgl. BGE 132 V 390 E. 5.1 mit Hinweis).
5.2.3
Somit ist sowohl aufgrund der Rechtsprechung zur Einholung von Gerichtsgut
achten
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_461/2017 vom 27. September 2017 E. 8.2) als auch wegen der Gehörsverletzung eine Rückweisung angezeigt.
5.3
Entgegen des Antrags des Beschwerdeführers (Urk. 10 S. 2) ist die Beschwerde
gegnerin nicht anzuweisen, sie habe ein verwaltungsexternes Gutachten einzu
holen. Die Beschwerdegegnerin hat zwar im Sinne der gesetzlichen Anforderun
gen den Sachverhalt nunmehr vollständig abzuklären und insbesondere noch den rheumatologischen und psychischen Gesundheitszustand zu eruieren sowie ärztliche Einschätzungen der dadurch bedingten Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit zu ermitteln. Ob dazu ein verwaltungsexternes Gutachten notwendig sein wird, ist ihr zu überlassen.
Im Übrigen ist mit Blick auf die in Betracht fallende somatoforme Schmerzstö
rung darauf hinzuweisen, dass sich bei Vorliegen dieser Diagnose recht
sprechungsgemäss eine Fachärztin beziehungsweise ein Facharzt zu den Stan
dardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 E. 4.3.1 zu äussern hat
.
5
.
4
Zus
ammenfassend ist die Beschwerde
in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 11. Mai 2017 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin z
urückzuweisen ist, damit diese
die richtige und vollstän
dige Abklärung des Sachverhaltes unter Berücksichtigung der rheumatolo
gischen
und psychiatrischen
Gegebenheiten durchführe und
danach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu befinde.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge
legt. Die Kosten sind auf Fr. 500.-- anzusetzen. Da die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen), sind die Kosten ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen,
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Lerch, machte mit Honorarnote vom
1.
September 2017
einen Gesamtaufwand von 10 Stunden à Fr. 300.-- und Barauslagen von Fr. 66.30 geltend (Urk. 11).
Die Prozessentschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ist ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen. Der geltend gemachte Stundenaufwand erscheint unter Berücksichtigung dieser Grundsätze und mit Blick auf
ähnlich gelagerte Fälle als angemessen
.
Das Gleiche gilt für die Bar
auslagen. Indes beträgt der Stundenansatz nach der Praxis des Sozialversiche
rungsgerichts lediglich Fr. 220.--, so dass eine Entschädigung von gesamthaft Fr. 2‘447.60 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) resultiert.