Decision ID: f884fab3-7dac-4a35-8286-5c20fd076eb9
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
arbeitete seit
1.
Oktober 2001 als Paketb
ote bei der
Z._
(
Urk.
7/8), als er sich
am 2
3.
März 2004 unter Hinweis auf
ein multiple
chemical
sensi
ti
vity
Syndrom (MCS)
bei der Invaliden
ver
siche
ru
ng zum Leistungsbezug an
meldete
(Urk. 7/4
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihm mit Verfügung vom
5.
Oktober 2005
bei einem Invaliditätsgrad von
50
%
eine
halbe
Rente ab
dem
1.
März 2005
zu (Urk.
7/33
).
1.2
Nach Eingang eines am
9.
September 2008
ausgefüll
ten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/46) holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte (
Urk.
7/48/7-10,
Urk.
7/49/7-10) ein und teilte dem Versicherten mit Mitteilung vom
7.
Novem
ber
2008 mit, der Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
7/52).
1.3
Mit Revisionsgesuch vom
6.
September 2013 machte
Dr. med.
A._
, Fach
arzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
eine Ver
schlechterung
de
s Gesund
heitszustandes
des Versicherten
geltend (
Urk.
7/83)
, woraufhin die IV-Stelle
er
neut medizinische Berichte (
Urk.
7/88,
Urk.
7/89/4) ein
holte und
nach
durc
hge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/91-102) mit Verfügung vom 1
3.
März 2015
(
Urk.
7/103 =
Urk.
2) eine Erhöhung der Invalidenrente
ver
neinte
.
2.
Der
Versicherte erhob am
2
7.
April 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
3.
März 2015
(
Urk.
2) und beantra
gte, diese sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1
) und es sei
ihm eine höhere Rente auszurichten
(
S. 2
Ziff.
2
)
, eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (S. 2
Ziff.
3)
.
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom
3.
Juni 2015
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am
7.
Juli 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend ob
jektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
ei
ner Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Per
son
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt ein
e Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 13. März 2015 (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus,
dass
sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s seit dem letzten Entscheid nicht wesentlich verschlechtert habe. Es
sei
ihm weiterhin ein Pensum von 50
%
in jeglicher Tätigkeit zumutbar. Gestützt darauf errechnete die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von
5
6
%
,
welcher weiterhin einen Anspruch auf eine halbe Rente verleihe
(S. 3
)
.
2.2
Der
Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Attestierung der
50%ige
n
A
rbeitsfähigkeit
durch
Dr.
B._
sei
unter der
Vo
r
aussetzung erfolgt, dass die Arbeitsbedingungen gleich blieben, ansonsten
eine
Dekompensation
drohe (S. 4 oben)
. Ab Sept
ember
20
13 habe sich nach de
m Verlust der Teilzeitstelle bei
der
C._
AG
der
G
esundheitszustand
des Be
schwerdeführers
ver
schlechtert. Die durch
Dr.
A._
genannten Befunde seien im Zeitpunkt der
Ren
tenzusprache
nicht vorgelegen. Es scheine, dass
Dr.
A._
seine Diagnosen nicht entsprechend seiner Befunde angepasst habe.
Diese Unklar
heiten, welche aus den Berichten offensichtlich hervorgehen würden, hätten von der
Beschwerde
gegnerin
von Amtes wegen abgeklärt werden müssen (S. 4 unten). Die
Be
schwerdegegnerin
habe
ausserdem
kein Tätigkeits
profil ermittelt, welches ihm
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch zumutbar sein soll.
Er
könne nicht mit anderen Menschen in einem Raum sein oder öffentliche Ver
kehrsmittel be
nutzen. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei nicht mit einem so grossen Entgegenkommen des Arbeitgebers zu rechnen,
so dass
er
eine all
fällige
Restar
beitsfähigkeit
wirtschaftlich nicht mehr verwerten
könnte (S. 6)
. Im
Übrigen wäre ein
leidensbedingter
Abzug von 25
%
vom Invalideneinkommen
zu
ge
währen
(S. 7)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Ausmass
sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers
seit
der
Rentenzusprache
im Jahre 2005 in einer revisionserheblichen Weise ver
ändert hat.
3.
3.1
Der erstmaligen
Leistungszusprache
im Jahre 2005 sowie der Mitteilung vo
m
November 2008
lagen folgende medizinische Berichte zu Grunde:
3.2
Die Ärzte des
D._
, Dermatologische Klinik, berich
teten am
9.
Oktober 2000 (
Urk.
7/7/7-8
) und nannten als Diagnose ein m
ultiple
chemical
sensitivity
-syndrome
(MCS). Sie führten aus, dass die ausgedehnten
Haut
testungen
keine Anhaltspunkte für eine
allerg
ische
Genese
der Beschwer
den ergeben hätten
. Die glaubhaft geschilderten Unverträglichkeiten seien am ehesten unter
der Diagnose
MCS anzusiedeln, bei welche
r
Betroffene über mul
ti
ple allerg
ische
Reaktionen und Ängste vor allerg
ischen
Reaktionen berichten
würden
, aber weder zugrundeliegende Allergie
n
noch objektivierbare Symptome
nachweisbar seien. Bisher gebe es noch keine probaten therapeutischen Kon
zepte.
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 2
6.
März 2004 (
Urk.
7/3/1) und führte aus, dass ab dem
9.
März 2004 bis zum
3.
April 2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe und der Beschwerdeführer ab dem
4.
April 2004 wieder zu 50
%
arbeitsfähig sei, sofern ein geeigneter Ar
beitsplatz verfügbar sei. Die Arbeitsunfähigkeit werde längerfristig bei 50
%
blei
ben, eine Steigerung sei bei geeigneten Bedingungen nur in geringem Grad mög
lich.
3.4
Dr.
B._
berichtete erneut am
8.
April 2004 (
Urk.
7/7/1-6
) und nannte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
lit
. A)
:
multiple
chemical
sensitivity
Syndrome
(MCS)
somatoforme
autonome Funktionsstörung versch
iedener
Organsysteme
(ICD-10 F45.38)
akute vorübergehende vorwiegend wahnhafte psychotische Störung un
ter akuter Belastung
(ICD-10 F23.31)
vulnerable Persönlichkeit mit paranoiden Zügen
(ICD-10 F60.0)
Er attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
für die Zeit
vo
m
9.
März 20
04 bis
zum
3.
April 2004, von
50
%
bis
zum
6.
April 20
04,
und wiederum von 100
%
ab
dem
7.
April 20
04
(S. 1
lit
. B). Er führte aus,
dass
die
A
rbeitsfähigkeit
zumindest zu 50
%
erhalten werden
könnte
, wenn der B
e
schwerdeführer
eine gleichförmige Arbeit in immissionsarmer Umgebung ohne häufige Umstellungen zugewiesen bekäme. Unter günstigen Umständen sei
eine
Stabilisierung ohne akute Dekompensation zu erwarten
(S. 2)
.
3.5
Dr.
B._
berichtete am
6.
Juni 2005 (
Urk.
7/27/5-6
), nannte die bereits be
kannten Diagnosen und führte aus, dass der
B
eschwerdeführer bisher
die 50%
ige A
rbeit unter teilweise beschützenden Bedingungen
habe
durchhalten
können
(S.
1)
.
Die
Beschwerden
seien
unverändert.
Die
Befunde
seien
heute ohne
Belastung unauffällig, unter Belastung
sei der Beschwerdeführer
weiterhin psy
chomot
orisch
gespannt, reizbar, z
um
T
eil
ängstlich oder depressiv ver
stimmt, z
um
T
eil
suizidal, in Auffassung und Denken z
um
T
eil verlangsamt und ein
ge
engt und
in der Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt
(S. 2)
. Unter gleich
blei
benden Bedingungen könne
die
A
rbeitsfähigkeit
von 50
%
erhalten werden.
Eine
Reizüberflutung und
grössere, auch nur kur
zfristige
Umstellungen am Ar
beits
platz
könnten
zu
einer
Dekompensation
führen
. Bei ausreichender Erho
lungszeit könne sich
der
B
eschwerdeführer
nach bisheriger Erfahrung wieder auffangen, falls er solchen Stressoren ausgesetzt sei. Daher
habe sich die
Halb
tages-Arbeit
am Vormittag
am besten
bewährt.
Eine Steigerung der Arbeitsfä
higkeit komme nicht in Frage (S. 2 unten)
.
3.6
Dr.
med.
lic
. phil.
E._
, Facharzt für Allgemei
ne Innere Medizin, berich
tete am
2
2.
September 2008 (
Urk.
7/48/7-10
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
MCS;
somatoforme
autonome Funktionsstörung verschiedener
Organsys
teme
(ICD-10 F45.38)
rezidivierende belastungsbezogene p
sychotische Störung
en, intermittie
rend auftretend
vulnerable Persönlichkeit mit paranoiden Zügen
(ICD-10 F60.0)
ausgeprägter Vitamin D-Mangel, inzwischen substituiert, mit möglicher
weise verstärkender Wirkung bezüglich Allergien und Pseudoallergien sowie Erschöpfbarkeit
Vitamin B12-Mangel, inzwischen substituiert, retrospektiv vermutlich wie auch Vitamin D-Mangel für gewisse psychische Störungen mitver
antwortlich
Er führte aus, dass die p
sych
ischen
Ressourcen
des Beschwerdeführers
einge
schränkt
seien und v
erweist für
weitere
Details auf
den Bericht von
Dr.
B._
(S. 3 unten)
.
Es bestehe eine
50%
ige
A
rbeitsfähigkeit
in
der
bis
herigen
Tätigkeit
seit 2005 (S. 4
oben)
.
3.7
Dr.
B._
berichtete am
3.
Oktober 2008 (
Urk.
7/49/8-10
)
, nannte die bekann
ten Diagnosen (S. 1
Ziff.
2.1)
und b
eschrieb
verschiedene zwischenzeitliche De
kompensationen
in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 und im Juli 2008
, von denen sich
der
B
eschwerdeführer
wieder erholt habe (
S. 1
Ziff.
1.2).
Seit dem 2
1.
August 2008 bestehe wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Die jüngste Ent
wicklung mit Rezidiven im März und Juli 2008 habe gezeigt, dass der Be
schwerdeführer bei strikter Einhaltung der Arbeitsabläufe
auch in Zeiten er
höhten Arbeitsanfalls leistungsfähig sein könne, dass aber Veränderungen im Ablauf rasch zu Dekompensation führen würden.
Auch Belastungen im Wohn-Umfeld könnten sich beeinträchtigend auswirken
(S. 2 f.)
.
4.
4.1
Mit Schreiben vom 6. Juli 2010 wandte sich Dr.
B._
an die
Beschwer
de
gegnerin
und stellte ein Gesuch um Reintegrationsmassnahmen. Infolge Um
struk
turierungen bei der
Z._
habe der Beschwerdeführer am 11. Mai 2010 einen Zusammenbruch erlitten (Urk. 7/57).
4.2
Dr.
B._
berichtete am 2
2.
Juli 2010
ausführlich
(
Urk.
7/60), nannte die be
kannten Diag
nosen (S. 1
Ziff.
1.1) und führte aus, der Beschwerdeführer sei
seit
dem
1
1.
Mai 2010 bis zirka Ende August 20
10
zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
1.6)
. Um
stellungen und
Veränderungen im Arbeitsablauf würden den
B
e
schwer
deführer
überfordern
und zu
einer
Dekompensation führen, wie die jüngste
Entwicklung gezeigt habe.
Die
Umstellung auf Nachmi
ttag-Arbeit sei nicht gelungen (S. 5 unten).
Der
status
quo ante mit einer 50%
i
gen Arbeitsfähigkeit könn
t
e b
ei Vor
mittag-Arbeit b
ei gleichbleibenden Bedingungen
wahrscheinlich wieder stabil erreicht werden
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
5
.
5
.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
März 2015 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf folgende Berichte:
5
.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete am
6.
September 2013 (
Urk.
7/83
) und führte aus, dass er die
Behandlung des B
eschwerdeführers
im Nov
ember 20
10 von
Dr.
B._
übernommen
habe
. Nach
der
Kündigung durch
die
Z._
habe
der
B
eschwerdeführer
versucht,
eine neue
Festanstellung zu erhalten, was an seiner komplexen psychiatrisch-somat
ischen
Grunderkrankung gescheitert sei. Aufgrund der Belastungen sei es zu einer Verschlechterung des psych
ischen Zustandes gekommen. Die
aktuelle
, durch ihn attestierte
A
rbeitsunfähigkeit betrage
seit
dem
3.
September 2013
100
%
.
N
eben
einem
MCS und
der
Persönlichkeitsproblematik mit paranoiden Zügen
diagnos
tizierte
Dr.
A._
eine rezidivierende akute vorübergehende, vorwiegend wahn
hafte psychotische Störung unter Be
lastung. Der Beschwerdef
ü
hrer leide unter
kognitive
n
Störungen in Form von Konzentrations- und Auffassungsstörungen,
die
Stimmungslage
sei
deprimiert,
er
leide unter
Zukunftsängste
n und einer
An
triebsstörung mit massivem soziale
m
Rückzug,
habe eine
verstärkte paranoide Verarbeitung
sowie eine
gedankliche Einengung und Denkverarmung
. Ausser
dem seien
Wahrnehmungsstörungen nicht auszuschliessen.
Aufgrund der kom
plexen Gesundheitsstörun
g sei von einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen.
5
.3
Dr.
med.
F._
, Facharzt Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
9.
März 2014 Stellung (
Urk.
7/89/4
) und führte aus,
dass d
ie vo
n
Dr.
A._
gestellten Diagnosen
denjenigen
von
Dr.
B._
entsprächen.
Neue Befunde, die eine richtungsweisende Verschlech
te
rung des G
esundheitszustandes
und der A
rbeitsfähigkeit
begründen könnten, seien dem Bericht nicht zu entnehmen.
Der
Zustand und
die
A
rbeitsfähigkeit
h
ätten
sich im Wesentlichen nicht verändert.
6
.
6
.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers im relevanten Zeitraum (vgl. E. 2.3 hiervor) verschlechtert und die sich dar
aus ergebende Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten beziehungsweise einer ange
passten Tätigkeit erhöht
hat.
Gestützt auf die angeführten ärztlichen Stellungnahmen lassen sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers und insbesondere seine Arbeits
fähigkeit in
der angestammten sowie einer angepassten Tätigkeit nur ungenügend beurtei
len.
So erfolgte d
ie ursprüngliche
Rentenzusprache
gestützt auf
die Beurteilung durch
Dr.
B._
,
wonach
der B
eschwerdeführer
an einer Vormittagsstelle bei der
Z._
zu 50
%
arbeitsfähig sei
, sofern
der Arbeitsplatz nach den Bedürfnissen des
Be
schwerdeführers
eingerichtet sei
und Rücksichtnahme bezügl
ich der
Ge
ruchs
immissionen
geboten werde
.
Der Beschwerdeführer benötige
an der Ar
beitsstelle
eine
strikte Einhaltung der Arbeitsabläufe,
eine
immissionsarme Um
gebung, geringen
Zeit
druck sowie
wenig zw
ischenmenschliche Anspannungen.
Weiter erwähnte
Dr.
B._
bereits damals
, dass es bei Umstellungen
und Ver
ände
rung
en
im Arbeitsrhythmus
z
u Dekompensationen kommen könne, sich der Beschwerdeführer allerdings
nach ausreichender Erholungszeit wieder auffan
gen und
eine
solche Halbtags-Arbeit
wie beschrieben
wieder aufnehmen
könne
.
6
.2
Nach der Umstrukturierung bei der
Z._
per April/Mai 2010 kam es
zu einer solchen Dekompensation, wobei es dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen
schlechter
ging und
bei ihm durch
Dr.
B._
verschiedene kognitive Störungen
festgestellt
wurden
(vgl. vor
stehend E.
4.2
;
Urk.
7/60/5)
. Die Einschätzung
durch
Dr.
B._
, dass bei stabilen Arbeitsbedingun
gen, ohne grosse Immissionen und
ohne Reizüberflutung
(vgl.
Urk.
6/60/2
Ziff.
1.7)
sowie auch nach einer Dekom
pensation
g
rundsätzlich
wieder
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
möglich
sei
,
stellte sich in der Folge als richtig heraus.
So
arbeitete
der Beschwerdeführer
nach der
Kündigung durch die
Z._
per 3
1.
Mai 2011
- welche nicht aus gesundheitli
chen,
sondern aus betrieblichen Gründen
erfolgte -
seit
dem
1.
August 20
11 bei der
C._
AG
wieder
zu 50
%
,
jeweils
vormittags und ohne problematische Emis
sio
nen
.
Vor diesem Hintergrund erscheint denn auch die Aussage der
Stel
len
vermittlerin
, dass
eine Vermittlung trotz aller Bemühungen nicht realistisch sei
(
Urk.
7/80/1-2),
als sehr p
essimi
stisch.
Immerhin war der Beschwerdeführer
nich
t lange
ohne
eine
Anstellung,
auch wenn
er
bereits während
seiner
Anstel
lung bei der
Z._
nach
eine
r
neue
n
Anstellung Ausschau hielt.
6
.3
Nach dem
erneuten Verlust seiner
Arbeitss
telle bei der
C._
AG
per 3
1.
Mai 2013 (vgl.
Urk.
7/80/3)
g
ing
es
dem Beschwerdeführer
erwartu
ngsgemäss wieder schlechter, was
mit der ursprünglichen Einschätzung durch
Dr.
B._
überein
stimmt
.
Aus den aktuellen medizinischen Berichten, insbesondere dem Bericht von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
5
.2)
geht jedoch nicht hervor, ob sich d
er Ge
sundheits
zustand des Beschwerdeführers
wiederum lediglich
vorübergehend
verschlechtert
hat
-
wie dies anhand der Beurteilungen durch
Dr.
B._
zu er
warten war
-
und de
m
Beschwerdeführer
sodann nach dieser
erneut
erlittenen Dekompensation
wieder
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar sein wird.
Dr.
A._
berichtete im September 2013 zwar von einer langfristigen Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
auf dem ersten Arbeitsmarkt,
dies jedoch vor allem in Zu
sammenh
ang mit
dem gescheiterten Versuch des Beschwerdeführers, eine neue Festanstellung zu erhalten,
weshalb es
zu einer Verschlechterung des psychi
schen Zustandes gekommen sei
(vgl. vorstehend E.
5
.2)
.
Als Befunde beschrieb
Dr.
A._
Konzentrations- und Auffassungsstörungen,
eine deprimierte
Stim
m
ungs
lage
,
Zukunftsängste und eine Antriebsstörung mit massivem soziale
m
Rück
zug
sowie
eine
verstärkte paranoide Verarbeitung
und
eine
ge
dankliche Ein
engung und Denkverarmung
.
Allein
aus den von
Dr.
A._
gestell
ten Diag
no
sen
und
Befunden
kann jedoch eine relevante
Verschlechterung
(noch) nicht
abgeleitet werden, zumal
bereits
Dr.
B._
im Juli 2010 weitge
hend über die
selben kognitiven Störungen des Beschwerdeführers berichtete (vgl. vorstehend E.
4.2
;
Urk.
7/60/5)
und
Dr.
A._
nichts über die Arbeitsfähig
keit in
ein
er an
gepassten Tätigkeit ausführte
.
6
.4
Fraglich
und
gestützt auf die vorliegenden
medizinischen Akten nicht zu beant
worten
ist
nach dem Gesagten
, ob die
Einschätzung
durch
Dr.
B._
auch jetzt
, in der vorliegenden Situation des Beschwerd
eführers noch Gültigkeit hat.
Aus
dem Bericht von
Dr.
A._
vom September 2013 (vgl. vorstehend E.
5
.2) geht
nicht hervor,
wie es sich bezüglich einer
angepassten Tätigkeit verhält,
ins
be
sondere
ob dem
B
e
schwerdeführer bei
eine
r
geeignete
n
Vormittagsarbeit
nicht
doch wieder eine
50%
ige Arbeitsfähigkeit zumutbar wäre, nachdem er sich
von der Dekompensa
tion
erholt hat.
Immerhin
zeigte sich
in der Vergangenheit
, dass es
zwar
nicht einfach
war
,
nach dem Verlust der Arbeitsstelle bei der
Z._
wie
der
eine solche
, leidensangepasste
Vormittags-
Arbeit
zu
finden, jedoch
war
es auch nicht un
möglich.
Bei ansonsten vergleichbarer Diagnosestellung und
Be
funderhebung
wurde somit von
Dr.
A._
nicht nachvollziehbar dargelegt, in
wie
fern sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers dauerhaft ver
schlech
tert ha
ben soll
bezie
hungsweise sich die Auswirkungen der nach wie vor be
steh
enden Leiden ver
grössert haben soll
en. Es ist deshalb nicht auszu
schliessen, dass
Dr.
A._
ledig
lich eine andere Beurteilung des im
Wesentlichen gleich ge
bliebenen
Gesundheitszustandes vorge
nommen hat.
6
.5
Zusammenfassend lässt die medizinische Aktenlage eine abschliessende Beurtei
lung der relevanten Frage nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustan
des
beziehungsweise langandauernde
n
Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit des Be
schwer
deführers in einer
leidensangepassten
Vormittags-Tätigkeit gemäss be
schrie
benem Zumutbarkeitsprofil im relevanten Zeitraum nicht zu.
Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie entsprechende
weitere
medizinische, in erster Linie psychiatrische Abklärungen zum Gesund
heitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwer
de
führers vornehme. Nach Prüfung der objektiven und subjektiven
Eingliede
rungsfähigkeit
und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen wird die IV-Stelle über den Rentenan
spruch neu
zu
verfügen
haben
.
6
.6
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die an
gefochtene Verfügung vom 13. März 2015 aufzuheben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, damit diese
,
nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu ver
füge.
7
.
7
.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss d
er Beschwerdegegnerin aufzuer
le
gen.
7
.2
Praxisgemäss wird die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem
vertretenen Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zusteht, die beim
praxis
gemässen
Ansatz im Jahre 2015 von Fr. 185.-- pro Stunde (zuzüglich Mehr
wert
steuer) ermessensweise auf Fr. 1‘800.-- (inkl. Barauslagen und Mehr
wert
steuer) festzuset
zen ist.