Decision ID: 387e4e01-1561-4cc0-a5e8-c85a530cf47c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1988, leidet seit Kindheit an
höchstgradiger
Schwerhörigkeit beidseits (
Urk.
6/62/2).
Mit Verfügung der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 31. Januar 2012 wurde ihm Gutspra
che für eine Hörgerätepauschale erteilt (
Urk.
6/63).
Mit Eingabe vom 28. Juli 2015 (
Urk.
6/75) ersuchte er um Kostengutsprache für eine vorzeitige Hörgerä
teversorgung (Urk. 6/75).
Nach erfolgten Abklärungen teilte die IV-Stelle dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 26. August 2015 (Urk. 6/78) mit, dass die Verschlechterung des Gesamthörverlustes von mindestens 10
%
nicht erreicht und die Voraussetzungen für die Gewährung einer vorzeitigen Hörgeräteversor
gung nicht erfüllt seien. Dagegen erhob der Versicherte am 1. September 2015 Einw
ä
nd
e
(
Urk.
3 =
Urk.
6/79).
Am
4. November 2015
verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids und wies das Leistungsbegehren ab (Urk. 2
=
Urk.
6/82
).
2.
Hiegegen
erhob der Versicherte mit Eingabe vom
30. November 2015
Be
schwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die Beschwerdegegnerin zu
r vorzeiti
gen Kostengutsprache für eine Hörgerätepauschale zu verpflichten
(Urk. 1). In ihrer Vernehm
lassung vom
21. Januar 2016
stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
7. Februar
2016
angezeigt wurde (Urk. 7).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.
2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den All
-
gemei
nen Teil des Sozialversicherungsgesetzes;
ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
halten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen er
füllt sind (Abs. 1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhän
gig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe,
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.
3
Gemäss Art. 21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbil
dung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versi
cherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedür
fen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rück
sicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Abs. 3). Der Bundesrat kann vorsehen, dass der Versi
cherte ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchsvo
raussetzungen weiter verwenden darf (Abs. 4).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von Art. 21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in Art. 14
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
an das Eidgenössische De
partement des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufge
führter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut Art. 2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fort
bewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbst
sorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeich
neten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätig
keit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des An
hangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
1.
4
Gemäss
Kreisschreiben
des BSV
über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (KHMI), gültig ab 1. Januar 2013, Stand 1. Januar 2015
bzw.
2016, Ziff. 5.07 HVI-Anhang
,
sind Hörgeräte bei Schwerhörigkeit abzuge
ben, sofern das Hörvermögen durch ein solches Gerät namhaft verbessert wird und die versicherte Person sich wesentlich besser mit der Umwelt verständigen kann. Die versicherte Person hat Anspruch auf eine Pauschalvergütung, die höchstens alle 6 Jahre beansprucht werden kann.
Ein früherer Ersatz der Hör
geräte vor Ablauf dieser Frist ist möglich, wenn eine wesentliche Veränderung der Hörfähigkeit dies erfordert.
Die Pauschale für eine monaurale Ver
sorgung beträgt CHF 840.-- und für eine
binaurale
Versorgung CHF 1‘650.
, jeweils ohne Reparaturen und Batteriekosten.
Randziffer
2046 hält
sodann
fest, dass für eine vorzeitige Auszahlung des Pauschalbetrages vor Ablauf von 6 Jahren die in den ORL-Expertenrichtlinien definierte Verschlechterung des prozentua
len Hörverlustes erreicht sein muss.
1.
5
Die Kommission für Audiologie und Expertenwesen der Schweizerischen Gesell
schaft für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie erstellte unter den Vorgaben und im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) Richtlinien für ORL-Expertenärzte zum Abklärungsauftrag zur Vergütung von Hörgeräten durch die Sozialversicherungen IV und AHV, welche ab 1. Juli 2011 gültig erklärt wurden. Darin werden die Anforderungen an den Experten (Arzt/Ärztin) und die technische Ausrüstung umschrieben (Ziffer 2), die gesetz
lichen Grundlagen und weitere Voraussetzungen dargelegt (Ziffer 3) sowie Richtlinien für
die Expertentätigkeit für Erwachsene (Ziffer 4) sowie Kinder und Jugendliche aufgestellt (Ziffer 5). Unter dem Titel Expertentätigkeit für Er
wachsene, Erstexpertise, wird festgehalten, dass die IV einen Pauschalbetrag an die Hörgeräteversorgung entrichten kann, wenn der
binaurale
Gesamt-Hör
ver
lust mindestens 20 % beträgt (Ziffer 4.1.1.). Der Gesamt-Hörverlust berechnet sich aus dem Tonaudiogramm und dem Sprachaudiogramm. Im Tonaudio
gramm wird der Hörverlust pro Ohr nach der CPT-AMA-Tabelle prozentual be
rechnet. Im Sprachaudiogramm in Ruhe wird der Sprachhörverlust pro Ohr nach Sozialindex (Deutsch) oder Fournier (Französisch) prozentual nach einer im An
hang aufgelisteten Tabelle berechnet. Für den Gesamt-Hörverlust werden die einzelnen Werte für jedes Ohr (rechts und links) addiert und durch vier geteilt (Ziffer 4.1.2.). Ferner sieht die Richtlinie vor, dass bei Nichterreichen des für eine IV-Vergütung erforderlichen Hörverlustes (HV) von 20 % gemäss Ziff. 4.1.1. für Personen, welche auf ein Hörgerät angewiesen sind und einen Gesamthörverlust zwischen 15-20 % aufweisen, Zusatz-Kriterien geprüft wer
den, das sind Hochtonabfall und Verstehen im Störgeräusch (Ziffer 4.1.4.). Im Anhang 6 werden die Verfahren der Tonaudiometrie und ihre Varianten sowie die Berechnungsmethoden, die praktische Durchführung und die Bewertungs
kriterien der Sprachaudiometrie dargelegt (Ziffern 6.1. und 6.2.) und eine Ta
belle zur Berechnung des prozentualen Hörverlustes angeführt (Ziffer 6.4).
Randziffer 2037 KHMI verweist auf die ab 1. Juli 2011 geltenden
ORL-Ex
-
perten
richtlinien
und verankert diese damit auf Weisungsstufe.
1.6
Während Ziffer 4.2 der
ORL-
Expertenrichtlinien in der Fassung von 2011 eine vorzeitige Neuversorgung nur dann vorsah, wenn der Gesamt-Hörverlust um mehr als 20 Prozent
punkte
zugenommen hat, wurde dieser Wert in der per
1. Januar 2016 angepassten Version auf 15 Prozentpunkte gesenkt. Ausserdem wurde die Regelung dahingehend ergänzt, dass bei hochgradig Schwerhörigen, welche gemäss letzter Expertise einen Gesamthörverlust von mindestens 60
%
aufwiesen, für den Anspruch auf die Vergütung einer vorzeitigen Neuversor
gung eine Zunahme des
binauralen
Gesamthörverlustes um 10 Prozentpunkte genügt.
1.7
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Gesetzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Aufsichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchfüh
rungsorgane, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass ein vorzeitiger Beitrag nur gewährt werden könne, wenn bei einem Gesamthör
verlust von bisher mindestens 60
%
sich laut ärztlicher Expertise der Gesamt
hörverlust um 10 Prozentpunkte verschlechtert habe. Diese Voraussetzung sei vorliegend nicht erfüllt. Auch wenn
angesichts des
bestehenden Gesamthörver
lust
es
von 99
%
eine Verschlechterung des Gesamthörverlustes von mindestens 10
%
nicht erreicht werden könne, bestehe
aufgrund des Fehlens dieser Vo
raussetzung
daher kein Anspruch auf eine vorzeitige Kostengutsprache (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem entgegen, die ihm im Jahre 2012 zugesproche
nen Hörgeräte erfüllten ihren Nutzen nicht mehr, da sich die Sprachverständ
lichkeit bei ihm drastisch verschlechtert habe. Er habe grosse Mühe, sich zu verständigen und habe bemerkt, wie er damit begonnen habe, sich durch die erschwerte Kommunikation in der Umwelt zu isolieren. Bei seinem Gebrechen handle es sich um eine hochgradige Schwerhörigkeit, die mit einem Hörverlust von m
ehr als 99
%
einhergehe. Die 10
%-Regelung sei bei ihm nicht anwendbar, da bereits eine Verschlechterung des Gesamthörverlustes um ein Prozent zur totalen Taubheit führen würde. Eine Verschlechterung sei aber dennoch festge
stellt worden, da sich das Sprachverständnis eindrücklich verschlechtert habe
. Mithin liege eine Lücke im Regelwerk der Invalidenversicherung vor (
Urk.
1,
Urk.
3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
vorzei
tige Auszahlung des Pauschalbetrages für eine Versorgung mit Hörgeräten.
3.
Dr.
med.
Y._
, FMH für Otorhinolaryngologie, ermittelte in seiner Expertise vom 18. August 2015 (
Urk.
6/77)
einen im Vergleich zur Untersu
chung vom 26. Januar
2012 (
Urk.
6/62) unveränderten Gesamt-Hörverlust von 99
%
(Reintonaudiogramm rechts/links 96%/100%, Hörverlust Sprachaudio
gramm rechts/links 100%/100%;
Ziff.
2) und damit einen Anspruch auf eine
bi
naurale
Versorgung (
Ziff.
3). Zum Befund (
Ziff.
7)
hielt
Dr.
Y._
fest, dass das Ver
stehen trotz neuen Hörgeräten i
m Januar 2012 wieder zunehmend schlechter geworden sei, der Beschwerdeführer höre zwar, verstehe aber nicht.
Die vorzeitige Wiederversorgung (
Ziff.
6) betreffend gab
Dr.
Y._
an, dass
der Gesamthörverlust
mit 99
%
zwar wieder gleich sei. Aber die Ver
schlechterung im Sprachaudiogramm sei vorhanden und bei
höchstgradiger
Schwerhörigkeit sehr relevant. Beispielsweise sei bei Einsilbern links das Hör
verständnis bei 105 dB von 50% auf 15
%
vermindert. Damit sei die Hörver
minderung wegen der Nähe zu 100% nicht mehr mit dem Gesamthörverlust quantifizierbar (
Urk.
6/77/3).
4.
Das Kreisschreiben hält in
Ziff. 5.07 HVI
einleitend
lediglich
fest, dass eine „we
sentliche Veränderung“ der Hörfähigkeit einen Anspruch auf vorzeitige Kosten
gutsprache begründet. Erst Randziffer 2046
KHMI
konkretisiert dies mit einem Verweis auf den prozentualen Hörverlust gemäss ORL-
Expertenr
ichtlinien als massgebendes Kriterium
(vorstehend E. 1.3-1.4)
.
In
Ziffer 4.2
de
r
revidierten
ORL-Expertenlinien
wurden die Anforderungen an eine vorzeitige Neuversor
gung für
hochgradig Schwerhörige (ab 60% Gesamthörverlust)
gesenkt
,
indem hier eine Verschlechterung um
10 Prozentpunkte
(statt
um
15 Prozentpunkte) bereits
genüg
t (vorstehend E. 1.5-1.6)
.
Keine Sonderregelung findet sich hinge
gen für
höchstgradig
Schwerhörige, bei welchen
ab einem bestehenden Gesamt
hörverlust von 91%
eine Verschlechterung um 10 Prozentpunkte von vorneher
ein
rechnerisch
ausgeschlossen ist.
Dr.
med.
Y._
führte aus, dass eine Verschlechterung im Sprachaudiogramm bei
höchstgradiger
Schwerhörigkeit sehr relevant sei, und dass bei einem Gesamthörverlust von 99% die Hörver
minderung wegen der Nähe zu 100% nicht mehr mit dem Gesamthörverlust quantifizierbar sei (vorstehend E. 3).
In Würdigung dieser Umstände ist davon auszugehen, dass d
ie
in den ORL-Exper
tenrichtlinien enthaltene
Regelung
den besonderen Umständen bei
höchstgradig
Schwerhörigen
ungenügend Rechnung
trägt. S
ie schliesst
die Gruppe von
Hörbehinderte
n
mit einem Gesamth
örverlust von
91%
bereits
von vorneherein von
einer
vorzeitige
n
Versorgung
aus
,
und dies selbst dann,
wenn andere
,
für das Hörvermögen relevante
Kriterien sich
vor Ablauf
von 6 Jahren wesentlich
verschlechter
t
hab
e
n.
In diesem Zusammenhang erscheinen insbe
sondere die Ausführungen von
Dr.
med.
Y._
schlüssig, wonach die
Hörverminderung
wegen der
Nähe zu 100% nicht mehr mit dem Gesamthör
verlust quantifizierbar ist und daher
andere Kriterien zum Nachweis der Ver
schlechterung
in
den Vordergrund treten
.
Die -
zwar
auf hochgradig
Schwerhö
rige nunmehr angepasste
-
Regelung erweist sich daher für
höchstgradig
Schwerhörige nicht als sachgerecht
und bildet keine überzeugende Konkreti
sierung der Vorgabe von
Ziff. 5.07 HVI-Anhang
KHMI
, wonach bei einer we
sentlichen Verschlechterung des Hörvermögens ein Anspruch auf vorzeitige Kostengutsprache besteht.
Damit erscheint es geboten, von der Verwaltungs
-
we
i
sung abzuweichen.
Gestützt auf die überzeugenden Ausführungen von
Dr.
med.
Y._
ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer aufgrund der
- bei
höchstgra
diger
Schwerhörigkeit sehr relevanten -
Verschlechterung
im
Sprachaudio
gramm
eine
wesent
liche Verschlechterung
im Sinne von
Ziff. 5.07 HVI-Anhang
KHMI
vorliegt. Das Erfordernis der
Verschlechterung
des Hörverlustes
um 10
Prozentpunkte
tritt
hingegen als Kriterium zur Konkretisierung der wesentlichen Verschlechterung
in den Hintergrund
.
Damit erweist sich die Beschwerde als begründet, weshalb der Anspruch auf vorzeitige Kostengutsprache gutzuheissen ist.
5
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.
-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Diese Kosten sind ermes
sensweise auf
Fr.
5
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
r Beschwerde
geg
nerin
aufzuerlegen.