Decision ID: 2756fb48-d4eb-4369-9fb7-7023f2a27409
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. April 2018 als Verkäufer bei der B._
AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert (Suva-act. 2, 52). Im Arbeitsvertrag vom _ 2018 waren
ein Bruttolohn von monatlich Fr. 1'800.-- plus Spesen von Fr. 500.--, ein Anspruch auf
einen 13. Monatslohn sowie eine umsatzberechtigte Provision vereinbart worden
(Suva-act. 52; vgl. auch Lohnabrechnungen [Suva-act. 49]).
A.a.
Am 11. August 2018 fiel der Versicherte beim Tragen eines D._s eine Treppe
hinunter und zog sich dabei eine partielle Ruptur der langen Bicepssehne links mit
nachfolgender Arbeitsunfähigkeit zu (Suva-act. 2, 9, 11, 50). Am._ August 2018 führte
Prof. Dr. med. C._, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), beim Versicherten eine Schulterarthroskopie mit
Bicepstenotomie links sowie eine offene Refixation der proximalen Bicepssehne supra-
und subpectoral links durch, worauf ihm weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert wurde (Suva-act. 9, 11, 14, 37).
A.b.
Inzwischen hatte die Arbeitgeberin dem Versicherten mit Schreiben vom _ 2018
per 31. Juli 2018 gekündigt (Suva-act. 34; vgl. dazu auch Suva-act. 33).
A.c.
Mit Schreiben vom 11. September 2018 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht
und sicherte dem Versicherten die Vergütung der Heilbehandlungskosten sowie ab 14.
August 2018 die Entrichtung eines Taggeldes von Fr. 51.30 zu (Suva-act. 36).
A.d.
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B.
Die gegen diese Verfügung vom Versicherten am 10. Februar 2019 erhobene
Einsprache (Suva-act. 66) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 27. März 2019
ab (Suva-act. 70).
Per E-Mail vom 12. Oktober 2018 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er den
Taggeldansatz als zu tief bemessen erachte. Er habe in der kurzen Zeit seiner
Anstellung keine Provisionen generieren können, welche einen grossen Teil seines
Lohnes ausgemacht hätten. Bei seinem letzten Unfall sei er ebenfalls auf
Provisionsbasis angestellt gewesen. Damals sei das Taggeld basierend auf einem
branchenüblichen Durchschnittslohn berechnet worden. Mit einem Taggeld von Fr.
51.30 könne er nicht einmal seine Miete bezahlen, geschweige denn sonstige
Zahlungen tätigen (Suva-act. 37). Nach Telefonaten (Suva-act. 38 f.), einer persönlichen
Besprechung (Suva-act. 50) sowie E-Mail-Korrespondenzen (Suva-act. 51, 63) mit dem
Versicherten teilte die Suva diesem mit Schreiben vom 11. Januar 2019 mit, dass die
Annahme eines branchenüblichen Lohnes in seinem Fall nicht möglich und der
Taggeldansatz von Fr. 51.30 basierend auf dem vor dem Unfall erzielten Lohn richtig
berechnet sei (Suva-act. 62).
A.e.
Zuvor hatte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 27. Dezember 2018
mitgeteilt, dass laut Bericht des KSSG vom 18. Dezember 2018 (Suva-act. 58) der
Heilverlauf gut sei und der Versicherte den linken Arm wieder voll einsetzen könne. Eine
weitere ärztliche Behandlung sei im KSSG nicht mehr notwendig. Der Versicherte
werde nun wieder zu 100% arbeitsfähig betrachtet. Entgegenkommenderweise würden
die Taggeldleistungen noch bis 31. Dezember 2018 erbracht. Danach werde das
Taggeld eingestellt (Suva-act. 58).
A.f.
Mit E-Mail vom 12. Januar 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er mit der
Taggeldberechnung weiterhin nicht einverstanden sei (Suva-act. 63), worauf die Suva
mit Verfügung vom 25. Januar 2019 ein Taggeld auf der Basis eines Taggeldansatzes
von Fr. 53.30 (richtig: Fr. 51.30) bestätigte (Suva-act. 65).
A.g.
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C.

Erwägungen
1.
Gegen den Einspracheentscheid vom 27. März 2019 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 12. April 2019 (Postaufgabe: 15.
April 2019) Beschwerde (act. G 1). Sinngemäss beantragte er die Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids sowie die Berechnung des Taggeldes basierend
auf den seiner Ansicht nach einschlägigen Rechtsgrundlagen und der einschlägigen
Rechtsprechung.
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2019 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids (act. G 3).
C.b.
In seiner Replik vom 3. Juli 2019 (Postaufgabe: 4. Juli 2019) hielt der
Beschwerdeführer sinngemäss an seinen Beschwerdeanträgen fest (act. G 5).
C.c.
Mit Schreiben vom 24. Juli 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer umfassenden Duplik, verwies auf die Begründung im
Einspracheentscheid und erneuerte ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde (act.
G 7).
C.d.
Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) hat der Versicherte Anspruch auf ein Taggeld, wenn er infolge des Unfalles voll
oder teilweise arbeitsunfähig ist. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag
nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit
dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).
Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen (Art. 15
Abs. 1 UVG).
1.1.
Der Beschwerdeführer hatte im Zeitraum vom 14. August 2018 (dem dritten Tag
nach dem Unfalltag [vgl. dazu Suva-act. 36]) bis zum 31. Dezember 2018
unbestrittenermassen Anspruch auf ein Taggeld (Suva-act. 36, 61). Streitig ist die
Berechnung des Taggeldes, namentlich die Höhe des versicherten Verdienstes.
1.2.
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2.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat das Taggeld basierend auf dem im Arbeitsvertrag vom _
2018 vereinbarten Monatslohn von Fr. 1'800.-- (Suva-act. 52) und dem in den Monaten
April bis Juli 2018 ausbezahlten monatlichen Bruttolohn von Fr. 1'800.-- (Suva-act. 49)
Gemäss Art. 22 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gilt
als versicherter Verdienst, vorbehältlich hier nicht zur Diskussion stehender
Ausnahmetatbestände (Abs. 2 lit. a-d), der nach der Bundesgesetzgebung über die
AHV massgebende Lohn (Abs. 2). Als Grundlage für die Bemessung der Taggelder gilt
der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter
Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht (Art. 15 Abs. 2 Halbsatz 1 UVG
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 3 UVV); er wird auf ein volles Jahr umgerechnet und
durch 365 geteilt (Art. 25 Abs. 1 UVV, Anhang 2). Art. 15 Abs. 3 UVG räumt dem
Bundesrat die Befugnis ein, Bestimmungen über den versicherten Verdienst in
Sonderfällen zu erlassen, wovon dieser für das Taggeld in Art. 23 UVV Gebrauch
gemacht hat. Übt die versicherte Person keine regelmässige Erwerbstätigkeit aus oder
unterliegt ihr Lohn starken Schwankungen, so wird, gemäss der in Art. 23 Abs. 3 UVV
normierten Sonderregel, auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag
abgestellt. Art. 23 Abs. 3 UVV zielt darauf, dort einen Ausgleich zu schaffen, wo eine
versicherte Person einen Unfall zufälligerweise in einer Tief- oder eventuell gar einer
Nichtlohnphase im Rahmen der bislang ausgeübten Erwerbstätigkeit erleidet (zum
Ganzen BGE 128 V 300 ff. E. 2a und b).
2.1.
Ereignet sich ein Unfall während eines seit längerer Zeit dauernden
Arbeitsverhältnisses, birgt die Beurteilung, ob der Lohn starken Schwankungen
gemäss Art. 23 Abs. 3 UVV unterliegt, keine grösseren Probleme. Anzuknüpfen ist an
die in der Vergangenheit erzielten Entgelte. Diese rückblickende Möglichkeit entfällt,
wenn - etwa bei erst seit kurzem bestehendem Arbeitsvertrag - im Zeitpunkt des
Unfalls noch keine Löhne geleistet worden sind. Die kurze Dauer des Arbeitsvertrages
und der Umstand, dass bis zum Unfallereignis keine Entgelte ausbezahlt wurden,
schliessen die Anwendung von Art. 23 Abs. 3 UVV indes nicht grundsätzlich aus. Es ist
Zufall und mit Blick auf den Normzweck (vgl. Erwägung 2.1) unbeachtlich, ob ein Unfall
in ein mehrjähriges Arbeitsverhältnis fällt oder sich bereits kurz nach Antritt einer neuen
Stelle ereignet. Es verstösst weiter nicht gegen das Prinzip, wonach die Verhältnisse im
Zeitpunkt des Unfalls massgebend sind, wenn die Auswirkungen der aktuellen
Lohnabrede geprüft werden (zum Ganzen BGE 128 V 301 E. 2.b/bb).
2.2.
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berechnet. Unbestritten ist, dass im Arbeitsvertrag zusätzlich zum Bruttolohn von Fr.
1'800.-- eine umsatzabhängige Provision vereinbart worden ist (Suva-act. 52-1, 52-5),
dem Beschwerdeführer allerdings gemäss Lohnabrechnungen von April bis Juli 2018
keine Provisionen ausbezahlt worden sind (Suva-act. 49-2 ff.). Der Beschwerdeführer
ist deshalb der Ansicht, der Taggeldansatz sei in Anlehnung an Art. 349a des
Obligationenrechts (OR; SR 220) unter Annahme eines branchenüblichen Lohnes zu
berechnen. Die Beschwerdegegnerin hat den versicherten Verdienst jedoch ausgehend
von der Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG und nicht davon abweichend gestützt auf
die Sonderregelung von Art. 23 Abs. 3 UVV festgesetzt.
4.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass mit Blick auf die arbeitsvertragliche
Verpflichtung der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers zur Bezahlung eines fixen
Monatslohns und einer fixen monatlichen Spesenentschädigung sowie die
Verpflichtung des Beschwerdeführers zu einem wöchentlichen Rapport über die
Tätigkeit und Marktlage unbestrittenermassen keine unregelmässig ausgeübte Tätigkeit
im Sinne der ersten Tatbestandsvariante von Art. 23 Abs. 3 UVV vorliegt. Daran ändert
nichts, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitseinsätze selber geplant hat (Suva-act.
52). Nichts deutet darauf hin, dass mit Bezug auf das fragliche Arbeitsverhältnis das
Merkmal der Regelmässigkeit nicht erfüllt gewesen wäre. Aufgrund der Akten ergeben
sich insbesondere keine Hinweise für eine Tätigkeit entsprechend dem Bedarf der
Arbeitgeberin oder aufgrund der Disponibilität des Beschwerdeführers im Sinne einer in
zeitlicher Hinsicht variablen, unregelmässigen Aushilfs- oder Gelegenheitsarbeit.
5.
Streitig ist jedoch, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anwendungsfall von
Art. 23 Abs. 3 UVV gemäss dem Tatbestand der starken Lohnschwankungen verneint
hat.
5.1.
Sowohl das Bundesgericht als auch die Lehre sehen als Beispiel für den
Sonderfall stark schwankender Löhne gemäss Art. 23 Abs. 3 UVV Handelsvertreter, die
auf Provisionsbasis bezahlt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Oktober
2008, 8C_330/2008 E. 2 ff.; RKUV 1997 Nr. 274 S. 185 Erwägung 3b/aa, RKUV 1990
Nr. U 114 S. 385; BGE 139 V 469 E. 2.5; Riedi Hunold Dorothea, in: Kommentar zum
schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung
[UVG], Bern 2018, N 16 zu Art. 15 UVG; BSK UVG-Doris Vollenweider/Andreas
Brunner, Basel 2019, N 33 zu Art. 15 UVG). Da die Entlöhnung des Beschwerdeführers
5.1.1.
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als Verkäufer gemäss Arbeitsvertrag vom _ 2018 (Suva-act. 52) nicht nur auf der Basis
eines monatlichen Fixlohnes, sondern auch auf Provisionsbasis hätte erfolgen sollen,
könnte der Tatbestand von Art. 23 Abs. 3 UVV erfüllt sein. Im Folgenden stellt sich
mithin die Frage, ob im hier zu beurteilenden Fall in sachverhaltlicher Hinsicht
Umstände vorliegen, welche die Anwendung der fraglichen Sonderregelung und die
Annahme der Erfüllung des Kriteriums der starken Lohnschwankungen dennoch
ausschliessen.
Wie bereits erwähnt, geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass bis zum
Unfall vom 11. August 2018 immer nur der ordentliche Monatslohn von Fr. 1'800.--
ausgerichtet und mangels eines provisionsberechtigenden Umsatzes keine Provision
ausbezahlt worden sei. Angesichts des während vier Monaten erzielten gleichen
Lohnes liege kein Anwendungsfall von Art. 23. Abs. 3 UVV vor (act. G 3 S. 3 f. Ziff. 4.7
f.). Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz.
5.1.2.
Der Beschwerdeführer erklärt in der Replik (act. G 5) einleuchtend, dass die
Provisionen erst dann ausbezahlt würden, wenn der Auftrag abgeschlossen sei. Die
Unternehmer, die Gemeinden sowie grössere und kleinere Unternehmen würden
jedoch nicht immer über ausreichend Liquidität verfügen, um eine Sanierung oder
grössere Arbeiten im E._ sofort oder sogar im selben Jahr durchführen zu lassen,
weil das Jahresbudget meist schon aufgebraucht sei und meistens auch noch die
Zustimmung der Gemeindeversammlung eingeholt werden müsse. Infolge der
erforderlichen Budgetierung würden somit erst Monate später oder eben im nächsten
Jahr Arbeiten ausgeführt. Der dargestellte Ablauf erzeuge grosse Schwankungen in
Bezug auf die Ausbezahlung von Provisionen. Zu einer Einkommensschwankung bzw.
zu einer anfänglichen Lohndifferenz gegenüber späteren Lohnaussichten dürfte sicher
auch der vom Beschwerdeführer genannte Umstand führen, dass er sich während der
ersten vier Monate bis zum Unfall noch in einer Aufbau- und Einarbeitungsphase
befunden hat.
5.1.3.
In die Beurteilung einzubeziehen ist jedoch vor allem auch die konkrete
arbeitsvertraglich vereinbarte Entlöhnung. Die Beschwerdegegnerin weist zwar
zutreffend darauf hin, dass Art. 349a OR im vorliegenden
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren keine direkte Anwendung findet, sondern sich
das Taggeld nach den Bestimmungen des UVG und der UVV berechnet. Fest steht
jedoch, dass einem Handelsreisenden mit der Gesetzesbestimmung von Art. 349a OR
ein Verdienst garantiert wird, mit dem er seinen Lebensunterhalt gemäss seinem
Arbeitseinsatz, seiner Ausbildung, seiner Dienstjahre, seinem Alter und seinen sozialen
5.1.4.
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6.
Aufgaben auf eine zufriedenstellende Weise finanzieren kann. Aus einem
Arbeitsvertrag, der keine angemessene verdienstmässige Absicherung widerspiegelt,
lässt sich damit ableiten, dass dieser entweder gesetzeswidrig ist oder sich die
Gesetzmässigkeit sachverhaltlich - beispielsweise aufgrund von Lohnschwankungen -
noch nicht verwirklicht hat. Die im Arbeitsvertrag vom _ 2018 enthaltene
Lohnvereinbarung - ein festes Gehalt bzw. ein Fixum von Fr. 1'800.-- (Suva-act. 52-1)
mit einer umsatzabhängigen Provision gemäss der Provisionstabelle (Suva-act. 52-5) -
deutet nicht auf ein unangemessenes Entgelt hin. Allerdings übersteigt ein festes
Gehalt von Fr. 1'800.-- - selbst unter Berücksichtigung eines vereinbarten zusätzlichen
13. Monatslohns - das Existenzminimum des Beschwerdeführers nur knapp (Fr.
1'773.05; vgl. Suva-act. 54). Deshalb ist davon auszugehen, dass er das
Arbeitsverhältnis nicht eingegangen wäre, wenn er sich von den Provisionen keinen
Zusatzverdienst versprochen hätte. Jedenfalls weist nichts darauf hin, dass sich der
damals _-jährige Beschwerdeführer mit dem Fixum von 1'800.-- begnügt hätte und es
für ihn nicht von Bedeutung gewesen wäre, wie viel an Provisionen er hätte generieren
können. Der provisionsabhängige Einkommensanteil hat bei ihm einen
Nebenbestandteil des Lohnes dargestellt, hinsichtlich dessen erhebliche
Einkommensschwankungen voraussehbar sind. Diese stellen zwar ein Risiko dar, das
bewusst in Kauf genommen wird. Doch trägt die Sonderregelung von Art. 23 Abs. 3
UVV gerade den starken Lohnschwankungen im Rahmen der Taggeldbemessung
Rechnung und zielt, wie bereits erwähnt, darauf ab, dort einen Ausgleich zu schaffen,
wo eine versicherte Person einen Unfall zufälligerweise in einer Tief- oder eventuell gar
einer Nichtlohnphase im Rahmen der bislang ausgeübten Erwerbstätigkeit erleidet.
Damit wird nichts am Prinzip geändert, wonach die bis zum Unfall geltenden
Verhältnisse massgebend sind. Das Kriterium der starken Lohnschwankungen ist
erfüllt, wenn es im Arbeitsverhältnis auftritt, in welchem die versicherte Person im
Unfallzeitpunkt gestanden hat (BGE 128 V 300 E. 2b/aa; RKUV 1997 Nr. U 274 S. 181
ff. E. 3 mit Hinweisen).
Zusammenfassend ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer von starken
Lohnschwankungen im Sinne von Art. 23 Abs. 3 UVV auszugehen ist, weshalb bei der
Bemessung des versicherten Verdienstes für die Taggelder in Anwendung von Art. 23
Abs. 3 UVV auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag abzustellen ist. Als
Bezugsgrösse könnten sich allenfalls Löhne von im gleichen Betrieb und in gleicher
Weise tätigen Arbeitskollegen sowie die in der Branche üblicherweise bezahlten
Entgelte anbieten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2008, 8C_330/2008,
E. 4.4).
5.2.
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Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 27. März 2019 gutzuheissen und die
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie das Taggeld des
Beschwerdeführers in Sinne der Erwägungen neu berechne und darüber verfüge.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine Parteientschädigung
fällt ausser Betracht, nachdem der Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertreten ist und
keine besonderen Aufwendungen geltend gemacht hat.