Decision ID: 31592eb2-0931-497f-9568-eb923f85f8ed
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. und B.Y. halten bzw. hielten im Privatvermögen diverse Liegenschaften (act.
8/6, Steuerakten 2011, Nr. 1.7). Am 5. Dezember 2011 gründeten sie die N. AG und die
R. AG mit Sitz in X.; deren Eintrag in das Handelsregister des Kantons St. Gallen
erfolgte am 16. Dezember 2011. Das Aktienkapital von nominal je Fr. 100‘000.--
liberierten sie mittels Sacheinlagen:
- Mit Sacheinlageverträgen vom 7. Dezember 2011 übertrug A.Y. der R. AG die
Stockwerkeigentumseinheiten S00000 und S00001, Grundbuch Q., am M.-weg 0 in Q.
B.Y. übertrug ihr die Stockwerkeigentumseinheiten S00002 und S00003, Grundbuch
X., an der O.-strasse 01x, X. Hierfür wurden den Beiden insgesamt 1000 voll liberierte
Namenaktien der R. AG im Nominalwert von je Fr. 100.-- ausgegeben. Im Mehrbetrag
gewährten die Gründeraktionäre der Gesellschaft Darlehen von insgesamt Fr.
1‘266‘600.-- (act. 8/6, Steuerakten 2011, Nr. 1.11 und 1.14).
- Mit Sacheinlagevertrag vom 7. Dezember 2011 übertrug A.Y. der N. AG die
Stockwerkeigentumseinheiten S00004, S00005, S00006, S00007, S00008 und S00009
an der P.-strasse 02, Z., sowie S00010 an der C.-gasse 03, Z. (alle Grundbuch Z.) zu
einem Übernahmepreis von total Fr. 2‘853‘400.--. Hierfür wurden den beiden
Gründeraktionären je 500 voll liberierte Namenaktien der N. AG im Nominalwert von je
Fr. 100.-- ausgegeben. Im Mehrbetrag von Fr. 2‘753‘400.-- gewährten sie der N. AG
ein Darlehen (act. 8/6, Steuerakten 2011, Nr 1.16).
Unter Ziff. 1 der „weiteren Vertragsbestimmungen“ vereinbarten die Parteien, dass der
Besitzesantritt mit Übergang von Nutzen, Lasten und Gefahr für den Käufer
rückwirkend per 1. Januar 2011 bereits stattgefunden habe. In der Steuererklärung
2011 deklarierten A.Y. und B.Y. keine Erträge aus den in die Gesellschaften
eingebrachten Liegenschaften. Die Veranlagungsbehörde rechnete die Erträge und
Aufwendungen der übertragenen Grundstücke bis 15. Dezember 2011 jedoch dem
Ehepaar A.Y. und B.Y. zu und veranlagte dieses am 30. September 2014 für die
Kantons- und Gemeindesteuern 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 373‘100.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 8‘975‘000.-- und für die
direkte Bundessteuer 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 371‘000.--. Die
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dagegen erhobenen Einsprachen wies das Kantonale Steueramt mit Entscheiden vom
27. November 2014 ab.
B. Die gegen die Einspracheentscheide erhobenen Rechtsmittel hiess die
Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 19. November 2015 teilweise gut,
hob die angefochtenen Einspracheentscheide auf und wies die Angelegenheiten zu
neuer Veranlagung und Steuerausscheidung an das Kantonale Steueramt zurück. Die
teilweise Gutheissung bezieht sich auf die zeitliche Abgrenzung der
Liegenschaftserträge; die gesamten Nettoeinnahmen seien fälschlicherweise exakt pro
rata für elfeinhalb Monate dem Einkommen der Pflichtigen aufgerechnet worden.
Mietzinse würden indessen regelmässig monatlich vereinnahmt, was bedeute, dass in
der Zeit vom 1. Januar bis 15. Dezember 2015 je nach vereinbarten Zahlungsterminen
entweder elf oder zwölf ganze Monatszinse zugeflossen sein dürften. Das Kantonale
Steueramt habe die Einkünfte aus den Grundstücken in diesem Sinne erneut
festzusetzen und die Steuerausscheidung vorzunehmen. Im Übrigen wies die
Verwaltungsrekurskommission Rekurs und Beschwerde ab: Nach der geltenden Soll-
Methode würden Kapitalzinsen aus beweglichem und unbeweglichem Privatvermögen
der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit zufliessen. Die bis 15.
Dezember 2011 zugeflossenen Mietzinse hätten deshalb A.Y. und B.Y. wirtschaftlich
und steuerlich vereinnahmt. Die rückwirkende Vereinbarung über die Tragung von
Nutzen und Gefahr ändere daran nichts.
C. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Daniel Gebert, Altstätten, für A.Y. und
B.Y. (Beschwerdeführer) mit (gemeinsamer) Eingabe vom 22. Dezember 2015
Beschwerden beim Verwaltungsgericht mit den folgenden Anträgen (act. 1):
„1.1 Die Beschwerdeführer seien in Bezug auf Ziffer 5.1 und Ziffer 15 gemäss
Veranlagungsberechnung Kantons- und Gemeindesteuer 2011 vom 30. September
2014 wie in der Rubrik „Deklariert Steuerbar“ zu veranlagen, und die
Veranlagungsverfügung des Steueramtes X. vom 30. September 2014 (Kantons- und
Gemeindesteuer 2011; Steuerperiode 01.01.2011 bis 31.12.2011) sei
dementsprechend abzuändern.
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1.2 Die Beschwerdeführer seien in Bezug auf Ziffer 5.1 und Ziffer 15 gemäss
Veranlagungsberechnung Kantons- und Gemeindesteuer 2011 vom 30. September
2014 wie in der Rubrik „Deklariert Steuerbar“ zu veranlagen, und die
Veranlagungsverfügung des Steueramtes X. vom 30. September 2014 (Direkte
Bundessteuer 2011; Steuerperiode 01.01.2011 bis 31.12.2011) sei dementsprechend
abzuändern.
1.3 Eventualiter sei der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission des Kantons
St. Gallen vom 19. November 2015 aufzuheben und zur Neubeurteilung im Sinne der

Erwägungen des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
1.4 Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.“
Die Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) beantragte mit Vernehmlassungen vom
13. Januar 2016 Abweisung der Beschwerden. Das Kantonale Steueramt
(Beschwerdegegner) beantragte am 15. Februar 2016, auf die Beschwerden sei infolge
unzulässiger Rechtsbegehren nicht einzutreten. Die Eidgenössische Steuerverwaltung
(Beschwerdebeteiligte im Verfahren betreffend direkte Bundessteuer) verzichtete
stillschweigend auf eine Stellungnahme. Die Beschwerdeführer nahmen am 3. März
2016 (Datum Postaufgabe) zu den eingereichten Vernehmlassungen Stellung, indem
sie insbesondere ihre Rechtsbegehren ergänzten und verdeutlichten.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die streitigen Einkommenssteuerveranlagungen fallen unter die harmonisierte
Steuergesetzgebung (vgl. insbesondere Art. 7 ff. des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG).
Die Vorinstanz erledigte deshalb den Rekurs betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer
andererseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern;
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unter diesen Umständen durften auch die Beschwerdeführer die Beschwerden in einer
gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3.1). Ebenso ist es zulässig,
das das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl.
statt vieler BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014; VerwGE B 2014/222
und 223 vom 25. Februar 2016 E. 1, www.gerichte.sg.ch).
2. Gemäss Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes (sGS 811.1, StG) und Art. 145 des
Gesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, DBG) in Verbindung mit Art. 7
Abs. 2 der kantonalen Bundessteuerverordnung (sGS 815.1) können beim
Verwaltungsgericht nur Entscheide der Verwaltungsrekurskommission mit Beschwerde
angefochten werden; diese sind Anfechtungsobjekt der Beschwerden. Aus dem Antrag
muss sich folglich ergeben, inwiefern der angefochtene Entscheid abzuändern ist. Aus
der vorliegenden Beschwerdebegründung, die sich formell an den vorinstanzlichen
Entscheid hält, ergibt sich zwar, dass sich die Beschwerde (auch) gegen diesen richtet.
Beantragt wird jedoch nicht dessen Aufhebung. Vielmehr stellte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer explizit nur die Anträge, es seien die Verfügungen des
Beschwerdegegners vom 30. September 2014 in seinem Sinne abzuändern. Die
entsprechenden Anträge erweisen sich als unzulässig: Durch den Devolutiveffekt sind
die Verfügungen vom 30. September 2014 durch die Einspracheentscheide und
letztere wiederum durch den Rekurs- und Beschwerdeentscheid ersetzt worden. Die
selbständige Anfechtung der Veranlagungsverfügungen vom 30. September 2014 ist
deshalb ausgeschlossen (vgl. BGE 136 II 177 E. 1.3; 139 II 404 E. 2.5; VerwGE
B 2011/107,108 vom 7. Dezember 2011 E. 2, www.gerichte.sg.ch). Der
Streitgegenstand kann überdies nach Ablauf der Rechtsmittelfrist grundsätzlich nicht
mehr erweitert werden. Die nachträgliche Änderung der Rechtsbegehren in act. 15 –
entgegen der von den Beschwerdeführern gewählten Bezeichnung handelt es sich
nicht nur um eine (untergeordnete) Ergänzung und Verdeutlichung – ist deshalb
unzulässig (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl.
2003, Rz. 919; A. Griffel, in: Ders. [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, § 23 N 4 und 16).
Auf die Beschwerden ist damit nicht einzutreten. Daran ändert auch der Eventualantrag
(Rückweisung an die Vorinstanz) nichts, zumal dieser in keiner Weise begründet ist und
damit auch diesbezüglich ein Eintretenshindernis besteht (vgl. Art. 64 in Verbindung mit
Art. 48 Abs. 1 VRP).
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3. Im Übrigen wären die ansonsten form- und fristgerecht erhobenen Beschwerden
abzuweisen.
3.1.
3.1.1. Das Steuerrecht richtet sich nach dem verfassungsmässigen Gebot der
Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Art. 127 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Im Bereich
der Einkommenssteuer schlägt sich dieser Grundsatz nieder, indem vom
Reinvermögenszugang ausgegangen wird: Danach unterliegen der Einkommenssteuer
alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte (Art. 29 Abs. 1 StG). Der Gesetzgeber
hat dieser Generalklausel einen Positivkatalog (Art. 30-36 StG) angefügt, der das
Konzept verdeutlicht. Dieses herrscht indessen nur in modifizierter Weise: Obwohl sie
einen Reinvermögenszugang begründen, sind – neben anderen Vermögensanfällen –
die Kapitalgewinne, die bei der Veräusserung von beweglichem Privatvermögen
entstehen, von der Einkommenssteuer ausgenommen (Art. 37 lit. b StG), umgekehrt
aber auch die erlittenen Kapitalverluste. Unberücksichtigt bleibt auch die eigentliche
Einkommensverwendung (Art. 47 Abs. 1 lit. a StG; zum Ganzen vgl. z.B. BGer
2C_616/2016 vom 3. November 2016 E. 2.2.1 und 2C_342/2016 vom 23. Dezember
2016 E. 2.2.1, je mit Hinweisen).
3.1.2. Der derart umschriebene Reinvermögenszugang, von welchem die in Art. 39-46
StG abschliessend aufgeführten Abzüge abgezogen werden können (vgl. Art. 38 Abs. 1
StG), ist eine Nettogrösse. Diese ergibt sich aus dem Überschuss der gesamten
steuerbaren Vermögenszugänge gegenüber den gesamten zum Abzug zugelassenen
Vermögensabgängen derselben Steuerperiode (BGE 139 II 363 E. 2.2). Steuerrechtlich
gilt Einkommen oder Ertrag als realisiert, sobald die steuerpflichtige Person Leistungen
vereinnahmt oder zumindest einen festen Rechtsanspruch darauf erworben hat, über
den sie tatsächlich verfügen kann (sog. „Soll-Methode“; statt vieler vgl. M. Reich,
Steuerrecht, 2. Aufl. 2012, § 10 N 51 und 54 mit Hinweisen). Einkommen aus
unselbständiger Tätigkeit wird beispielsweise in der Regel in jener Periode realisiert, in
der die Arbeitsleistung erbracht wurde. Die Lohnforderung entsteht laufend, wird aber
regelmässig erst am Ende des Monats fällig. Umgekehrt ist in den meisten
Mietverträgen abweichend von der gesetzlichen Regelung (vgl. Art. 257c des
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Obligationenrechts, SR 220, OR) vereinbart, dass der Zins monatlich zum Voraus
geschuldet ist. Aus Gründen der Praktikabilität stellt die Praxis mitunter auf den
Zeitpunkt der Zahlung ab (BGer 2C_144/2008 vom 12. November 2008 = StE 2009 B
22.1 Nr. 6 E. 2.1).
3.1.3. Der Vermögenszufluss ist ein faktischer Vorgang. Er tritt ein, falls und sobald die
steuerpflichtige Person die rechtliche Verfügungsmacht über die zugegangenen
Vermögenswerte erhält (BGer 2C_214/2014 vom 7. August 2014 = StE 2014 B 101.2
Nr. 27 E. 3.3.2). Nicht einkommensbildend sind Vermögenszuflüsse, die mit einem
korrelierenden Vermögensabgang einhergehen (BGE 139 II 363 E. 2.2). Es fehlt am
zentralen Element der Bereicherung, wenn mit dem Zufluss eine ebenso hohe
Verpflichtung verbunden ist. Die Neutralisation darf nicht leichthin angenommen
werden, ansonsten die Schranke zwischen (steuerlich massgebendem)
Einkommenszufluss und (steuerlich unbeachtlicher) Einkommensverwendung zu
verwischen droht (BGer 2C_616/2016 vom 3. November 2016 E. 2.2.4 mit Hinweisen).
Keine mit dem Zufluss korrelierende Vermögensabgänge sind beispielsweise
Rückleistungen von Zuflüssen, deren Rechtsgrund nicht bereits im Zuflusszeitpunkt,
sondern erst nachträglich entstanden ist (Reich/Weidmann, in: Zweifel/Beusch,
Kommentar DBG, 3. Aufl. 2017, N 22a zu Art. 16 DBG). Ein unbelasteter
Vermögenszufluss lässt demnach die Einkommenssteuerforderung ohne weiteres
entstehen. Diese ist unabänderlich und kann insbesondere nicht durch blosse
Rückabwicklung des steuerbegründenden Sachverhalts aus der Welt geschafft werden
(BGer 2C_214/2014, a.a.O, E. 3.3.2).
3.2.
3.2.1. Die Vorinstanz hat in E. 3.b des angefochtenen Entscheids ausgeführt, die
Beschwerdeführer hätten die schliesslich an die N. AG und die R. AG übertragenen
Liegenschaften bis 15. Dezember 2011 im Privatvermögen gehalten. Als Vermieter
dieser Liegenschaften seien ihnen während des Jahres 2011 periodisch
Mietzinszahlungen zugeflossen. Die bis zum Übertragungszeitpunkt zugeflossenen
Mietzinse hätten sie steuerlich und wirtschaftlich vereinnahmt.
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3.2.2. Die Beschwerdeführer machen demgegenüber geltend, die Vorinstanz verkenne
die Bedeutung des Periodizitätsprinzips. Es spiele keine Rolle, ob den
Beschwerdeführern unterjährig Einkünfte zugeflossen seien. Als Bemessungsperiode
sei lediglich das Steuerjahr massgebend. Tatsächlich seien die Mieteinkünfte mittels
Sacheinlagen im selben Jahr rückwirkend per 1. Januar 2011 auf die beiden neu
gegründeten Rechtsträger übertragen worden, und zwar durch Verrechnung des
Liegenschaftserfolgs mit den von den Beschwerdeführern der N. AG und der R. AG
gewährten Darlehen. Die Beschwerdeführer hätten eine tiefere Darlehensgutschrift
erhalten, weil die bereits zugeflossenen Mietzinseinnahmen nicht als Ertrag, sondern
als Teil der Vergütung für die Sacheinlagen angerechnet worden seien. So gesehen
handle es sich bei den Mietzinseinnahmen um eine erfolgsneutrale Vorauszahlung,
welche das am Ende der Steuerperiode gutgeschriebene Darlehen gegenüber der
Gesellschaft reduziert habe.
3.2.3. Die Beschwerdeführer verkennen zunächst die Bedeutung des
Periodizitätsprinzips für den konkreten Fall. Nach diesem bildet das in der
Bemessungsperiode erzielte Einkommen den Gegenstand der jährlichen
Steuerbemessung; es dient der Präzisierung des Grundsatzes der Besteuerung nach
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vgl. z.B. Reich, a.a.O., § 10 N 61). Für die
Beurteilung des behaupteten Neutralisationsvorgangs ist es indessen ohne Belang.
3.2.4. Die Beschwerdeführer bestreiten nicht, dass ihnen bis zum 15. Dezember 2011
aus den anschliessend übertragenen Liegenschaften Mietzinse tatsächlich zugeflossen
sind. Ebenso wenig stehen die damit zusammenhängenden Aufwendungen in Frage.
Der aus den betroffenen Liegenschaften resultierende Nettovermögenszugang war im
Zeitpunkt des tatsächlichen Zugangs weder mit Rückerstattungs- noch mit
Weiterleitungspflichten belastet. Der obligatorische Anspruch der beiden
Gesellschaften auf die (mit den Darlehen verrechneten) Nettoerträge entstand erst im
Nachhinein, nämlich frühestens mit Abschluss der Sacheinlageverträge am
7. Dezember 2011. Die Erträge wurden den Gesellschaften im Nachhinein, mithin
entgegen der wirtschaftlichen Wirklichkeit zugeschieden (vgl. auch BGer 2C_325/2013
vom 10. Dezember 2013 E. 2.4.2). Bei diesem Vorgang handelte es sich um (steuerlich
unbeachtliche) Einkommensverwendung. Der Nettoertrag aus den Liegenschaften
wurde deshalb – mit der von der Vorinstanz zu Recht angebrachten Präzisierung in
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zeitlicher Hinsicht – bei den Beschwerdeführern in korrekter Weise als Einkommen
erfasst.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Beschwerden nicht einzutreten ist. Im
Übrigen wären sie als unbegründet abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind
die amtlichen Kosten der Beschwerdeverfahren von den Beschwerdeführern zu tragen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Entscheidgebühren von Fr. 1‘200.-- für das Verfahren betreffend
direkte Bundessteuer 2011 und von Fr. 1‘800.-- für das Verfahren betreffend Kantons-
und Gemeindesteuer 2011 sind angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die in dieser Höhe geleisteten
Kostenvorschüsse sind zu verrechnen. Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen
Kosten besteht bei diesem Verfahrensausgang nicht (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98bis VRP).