Decision ID: 2b47fbd1-2cf8-5389-bf5c-0b8f1f2c5b44
Year: 2014
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Militärflugplatz Unterbach liegt auf dem Gebiet der Einwohnergemeinde (EG) Meiringen. Das Flugplatzkommando trifft sich regelmässig mit einem Ausschuss der Anwohnerschaft und einer Delegation des Gemeinderats zur Aussprache, wobei in letzter Zeit vermehrt Spannungen auftraten. Nachdem es am 1. Mai 2012 während eines militärischen Ausbildungsdienstes zu einer Blockade des Schiessstands in Unterbach durch einen Anwohner gekommen war, lehnte das Flugplatzkommando eine Weiterführung der Gespräche im bisherigen Rahmen ab. In der Folge beschloss der Gemeinderat der EG Meiringen die «Einsetzung einer nichtständigen Kommission für die Einbringung der Anliegen der Bevölkerung Unterbach/Unterheid gegenüber dem Flugplatz» (Sitzung vom 5.11.2012). Am 28. November 2012 wählten die Teilnehmenden einer Informationsveranstaltung in Unterbach, zu der Gemeinderat und Ausschuss eingeladen hatten, aus acht Kandidatinnen und Kandidaten sechs Personen aus, die sie dem Gemeinderat als Vertretung der Bevölkerung von Unterbach und Unterheid zur Wahl in die «Kommission Flugplatz» vorschlugen.
B.
Am 17. Dezember 2012 bestellte der Gemeinderat die Mitglieder der Kommission mit vier der vorgeschlagenen Personen sowie zwei Mitgliedern des Gemeinderats. Tags darauf beantragte ein Mitglied des Gemeinderats (per E-Mail), auf den Beschluss zurückzukommen, weil eine «vernünftige Zusammenarbeit mit dem Flugplatz» mit einer Kommission, die ausschliesslich aus Personen zusammengesetzt sei, die diesen ablehnten, nicht möglich sei. An seiner Sitzung vom 14. Januar 2013 entsprach der Gemeinderat diesem «Rückkommensantrag» und hob den Wahlentscheid vom 17. Dezember 2012 auf. Am 4. Februar 2013 bestellte er die Kommission, indem er neben jenen vier Personen, die er bereits am 17. Dezember 2012 berücksichtigt hatte, zusätzlich zwei in Unterbach wohnende Befürworter des Flugplatzes auswählte, obschon diese von den Teilnehmenden der Informationsveranstaltung vom 28. November 2012 nicht zur Wahl vorgeschlagen worden waren. Zudem entsandte er zwei andere Mitglieder des Gemeinderats in die Kommission als noch mit dem Beschluss vom 17. Dezember 2012.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.02.2014, Nr. 100.2013.252U, Seite 3
C.
Hiergegen erhoben alle sechs am 17. Dezember 2012 gewählten Personen sowie eine Einwohnerin und ein Einwohner von Unterbach Beschwerde beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli (RSA), wobei die beiden Mitglieder des Gemeinderats eine separate zusätzliche Begründung einreichten. Am 20. Juni 2013 wies das RSA die Beschwerde ab.
D.
Gegen diesen Entscheid vom 20. Juni 2013 haben die Betroffenen – A._, B._, C._, D._, E._, F._, G._ und H._ – am 19. Juli 2013 gemeinsam Beschwerde beim Verwaltungsgericht . Sie stellen folgende Rechtsbegehren:
«1.Die Beschwerde sei gutzuheissen und der Entscheid des Regierungsstatthalteramtes Interlaken-Oberhasli vom 20. Juni 2013 sowie der Beschluss des Gemeinderates von Meiringen vom 14. Januar 2013 seien aufzuheben.
2. Der Einsetzungsbeschluss des Gemeinderates vom 5. November 2012,  eine nichtständige Kommission Flugplatz mit vier Mitgliedern aus der Bevölkerung von Unterbach und zwei Mitgliedern aus dem Gemeinderat für die Dauer von zwei Jahren gebildet werden soll, sowie der Beschluss des Gemeinderates vom 17. Dezember 2012, mit welchem A._, B._, D._, C._, E._ und F._ als Mitglieder der Kommission Flugplatz gewählt worden sind, seien zu bestätigen.
3. Die Kosten von Verfahren und Entscheid sind dem Beschwerdegegner und der Vorinstanz aufzuerlegen.
4. Den Beschwerdeführern ist eine angemessene Parteientschädigung .»
Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2013 beantragt die EG Meiringen, die Beschwerde sei abzuweisen. Das RSA schliesst mit Vernehmlassung vom 16. August 2013 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.02.2014, Nr. 100.2013.252U, Seite 4
1.
1.1 Es ist zunächst die Natur des Anfechtungsgegenstands des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zu klären, da der Entscheid des RSA vom 20. Juni 2013 rechtlich eine Doppelnatur aufweist (vgl. auch hinten E. 2.1): Soweit die Wahl der Mitglieder der «Kommission Flugplatz» beurteilt wird, handelt es sich um einen auf Art. 60 Abs. 1 Bst. b Ziff. 2 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) gestützten Entscheid in einer kommunalen Wahlsache (vgl. auch Markus Müller, in Kommentar zum bernischen GG, 1999, Art. 93 N. 10). Soweit die Einsetzung der «Kommission Flugplatz» bzw. die  von deren Zusammensetzung beurteilt wird, liegt demgegenüber ein auf Art. 60 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 VRPG gestützter Entscheid über einen «weiteren Beschluss» vor (vgl. auch Stefan Müller, in Kommentar zum bernischen GG, 1999, Art. 29 N. 6). – Das Verwaltungsgericht ist für beide Teile des Entscheids als letzte kantonale Instanz zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 74 Abs. 2 Bst. c und d i.V.m. Art. 76 und 77 VRPG).
1.2 Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und sind offensichtlich in der EG Meiringen stimmberechtigt. Die Einsetzung der streitbetroffenen Kommission berührt allgemeine Interessen der Gemeinde, soll sie doch die Anliegen der Bevölkerung der Ortsteile Unterbach und Unterheid im Zusammenhang mit dem örtlichen Militärflugplatz wahren und das Einvernehmen mit dem Flugplatzkommando Meiringen fördern (vgl. Vorakten, Beilage 8 zur Stellungnahme der EG Meiringen vom 28.2.2013 [in act. 4A]). Die Beschwerdeführenden sind damit gestützt auf Art. 79 i.V.m. Art. 79b und Art. 79c VRPG zur Beschwerde befugt.
1.3 Im Allgemeinen ist Verwaltungsgerichtsbeschwerde innert dreissig Tagen seit Eröffnung des angefochtenen Entscheids zu erheben (Art. 81 Abs. 1 VRPG). Entscheide in kommunalen Wahlsachen sind indes innert zehn Tagen anzufechten (Art. 81 Abs. 2 Bst. a VRPG). Der am 20. Juni 2013 gefällte Entscheid des RSA ist den Beschwerdeführenden tags darauf eröffnet worden (vgl. S. 4 der Beschwerde), so dass die (zehntägige) Frist zu seiner Anfechtung – soweit eine kommunale Wahlsache betreffend – am 1. Juli 2013 abgelaufen ist. Die ordentliche dreissigtägige Beschwerdefrist, die auf seine Anfechtung bezüglich des kommunalen Beschlusses Anwendung findet, ist demgegenüber unter Beachtung des Fristenlaufs an Sonntagen (vgl. Art. 41 Abs. 2 VRPG) erst am 22. Juli 2013 abgelaufen. Insoweit ist die
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