Decision ID: 213812c1-20d5-4ca4-a7f5-c6d84f6f66f6
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Gesuchsteller) war vom 1. Juli 1992 bis 31. Oktober 1998 als
Entwicklungsingenieur bei der B._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
versichert. Am 30. Dezember 2011 stellte er bei der IV-Stelle ein Hilfsmittelgesuch für
ein Hörgerät. Zur gesundheitlichen Beeinträchtigung gab er an, er habe bei einem
Geschäftsflug während seiner Anstellung bei der B._ ein Gehörtrauma erlitten. Seit
ca. vier Jahren leide er an einer Hochtonschwerhörigkeit und einem Tinnitus und sei
deswegen bei Dr. med. C._, Facharzt für HNO-Heilkunde in Behandlung gewesen. In
einer E-Mail an die IV-Stelle vom 30. Januar 2012 hielt der Gesuchsteller weiter fest, er
habe nach der Reise zu einem Seminar mit einem Privatflugzeug der B._ am 3. Juli
1992 die Hals-Nasen-Ohren (ORL)-Klinik des Universitätsspitals Zürich aufgesucht, um
Hilfe bei einem Problem mit dem Druckausgleich zu erhalten. Eine Unfallmeldung sei
nicht erfolgt. Die Kosten der ambulanten Notfallbehandlung seien durch seine damalige
Krankenkasse bezahlt worden. Der Gesuchsteller übermittelte im Weiteren eine
ärztliche Verordnung für eine Hörgerät-Anpassung links von Dr. C._ vom 28.
Dezember 2011 sowie seine, von Dr. C._ dokumentierte, Krankengeschichte. Mit
Schreiben vom 15. Februar 2012 ersuchte die IV-Stelle die Suva zu prüfen, ob die
Kosten für ein Hörgerät von der Suva übernommen würden, da sich ein Unfall während
einer Geschäftsreise ereignet habe (Suva-act. 1). Im Arztzeugnis UVG vom 26. April
2012 diagnostizierte der Praxisnachfolger von Dr. C._, Dr. med. D._, Facharzt
HNO-Heilkunde, (vgl. Suva-act. 9), beim Gesuchsteller einen Hochtonabfall links ab 3
kHz bis auf 45 dB sowie einen chronischen Tinnitus beidseits (Jahr 2000) und
vermerkte als Unfalldatum sowie Datum der Erstbehandlung das Jahr 1996. Letztere
habe in der HNO-Klinik des Universitätsspitals Zürich stattgefunden. Die Frage, ob die
erhobenen Befunde mit dem vom Patienten geltend gemachten Ereignis vereinbar
seien und plausibel erscheinen würden, verneinte Dr. D._ (Suva-act. 11).
A.b Gestützt auf eine ärztliche Beurteilung von Dr. med. E._, Facharzt für Ohren-,
Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie FMH, Suva, Arbeitsmedizin,
Bereich Fachärztinnen/-ärzte (Suva-act. 16), wies die Suva mit Verfügung vom 8. Mai
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2012 einen Anspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung für die gemeldete
Gehörschädigung ab. Aus dem Vergleich der leistungsbegründenden Voraussetzungen
mit dem Sachverhalt und den medizinischen Feststellungen ergebe sich, dass weder
ein Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung noch eine Berufskrankheit
vorliegen würden (Suva-act. 17).
B.
B.a Die gegen diese Verfügung am 9. Juni 2012 erhobene Einsprache (Suva-act. 20)
wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 7. August 2012 ab (Suva-act. 29).
B.b Zwischenzeitlich hatte Dr. D._ der Suva telefonisch mitgeteilt, dass er nicht bereit
sei, die Abklärungs- bzw. Untersuchungskosten betreffend Gehörschädigung zu
tragen. Der Gesuchsteller lehne eine Kostenübernahme ab, weshalb er die Suva um
Übernahme seiner Behandlungskosten im Sinn von Abklärungsmassnahmen anfrage
(Suva-act. 21).
B.c Mit E-Mail vom 30. August 2012 nahm der Gesuchsteller gegenüber der Suva zum
Einspracheentscheid vom 7. August 2012 Stellung. Er klärte unter anderem auf, dass
sich der Unfall im Jahr 1992 ereignet habe. Der Fehler im Arztzeugnis UVG von Dr.
D._ vom 26. April 2012 sei offensichtlich. Im Jahr 1996 habe keine HNO-Behandlung
im Universitätsspital Zürich stattgefunden. Im Weiteren wies er darauf hin, dass die
Suva direkt bei Dr. D._ eine Abklärung betreffend Hörschaden in Auftrag gegeben,
die diesbezüglichen Kosten jedoch nicht übernommen habe (Suva-act. 30). Mit E-Mail
vom 31. August 2012 wies die Suva den Gesuchsteller auf sein Recht hin, beim
zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde zu erheben (Suva-act. 31).
C.
C.a Mit Eingabe vom 4. September 2012 erhob der Gesuchsteller gegen den
Einspracheentscheid vom 7. August 2012 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag,
das Gehörtrauma sei als Unfall anzuerkennen und die Beschwerdegegnerin habe die
Kosten für die probeweise Anpassung eines Hörgeräts sowie der Untersuchungs- bzw.
Behandlungskosten von Dr. D._ im Betrag von Euro 246.40 (vgl. act. G 1.3) zu
übernehmen (act. G 1).
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C.b In der Beschwerdeantwort vom 11. Oktober 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
C.c Am 7. November 2012 replizierte der Beschwerdeführer (act. G 7). Die
Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder des Beschwerde führenden
Dritten im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in
dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter
schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Der
Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in W._. Laut seinen Angaben in der
Anmeldung bei der IV-Stelle vom 30. Dezember 2011 für ein Hörgerät hatte jedoch
seine letzte schweizerische Arbeitgeberin - die F._ AG -, bei der er vom 1. April 2006
bis 31. Dezember 2011 als Entwicklungsingenieur angestellt war, Sitz im Kanton St.
Gallen (Suva-act. 1). Somit ist die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts
gegeben.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die
den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser
Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) Gebrauch gemacht.
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2.2 Laut eigenen Angaben zog sich der Beschwerdeführer am 3. Juli 1992 während
seiner Anstellung bei der B._ bei einem Geschäftsflug mit einem Sportflieger ohne
Druckausgleichskabine beim Landeanflug ein Gehörtrauma bzw. ein Barotrauma zu. Er
verspürte Schmerzen im linken Ohr und suchte deswegen die ORL-Klinik des
Universitätsspitals Zürich auf. Die damaligen Arztleistungen wurden von der
Krankenkasse bezahlt (Suva-act. 1, S. 16, 21; Suva-act. 11, 20, 30). In der von Dr.
C._ dokumentierten Krankengeschichte des Beschwerdeführers ist sodann eine
Konsultation vom 18. August 2008 festgehalten, anlässlich der die Diagnosen eines
beidseitigen Tinnitus (links mehr wie rechts) sowie einer sensoneuralen
Hochtonschwerhörigkeit links gestellt wurden. Weitere Untersuchungen folgten am 20.
und 28. Dezember 2011. Am 28. Dezember 2011 verordnete Dr. C._ eine
Hörgerätanpassung links (Suva-act. 1, S. 20 f.). Dr. D._ bestätigte im Arztzeugnis
UVG vom 26. April 2012 gestützt auf ein gleichtags durchgeführtes Tonaudiogramm
(vgl. Suva-act. 14) die Diagnosen eines Hochtonabfalls links sowie eines chronischen
Tinnitus links (Suva-act. 11).
2.3 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer unter den frag
lichen Gehörschädigungen leidet. Streitig ist jedoch, was als Ursache der
Gesundheitsstörungen am linken Ohr anzunehmen ist. Der Beschwerdeführer macht
geltend, er habe am 3. Juli 1992 einen Unfall erlitten und führt die
Hochtonschwerhörigkeit links sowie den Tinnitus auf dieses Ereignis zurück. Am 15.
Februar 2012 wurde der Beschwerdegegnerin das Ereignis zur Beurteilung ihrer
Leistungspflicht von der IV-Stelle gemeldet (Suva-act. 1, S. 1). Zu prüfen ist mithin im
Folgenden, ob das vom Beschwerdeführer geschilderte Ereignis vom 3. Juli 1992 einen
Unfall im Sinn des Gesetzes darstellt. Nicht strittig ist, dass mit der
Hochtonschwerhörigkeit und dem Tinnitus keine Körperschädigungen der
abschliessenden Aufzählung von Art. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV (vgl. dazu BGE 114 V 302
E. 3d; RKUV 1989 Nr. U 67 S. 165) vorliegen und damit nicht von einer unfallähnlichen
Körperschädigung ausgegangen werden kann (vgl. dazu auch Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts vom 21. August 2001, U 26/00, E. 3). Eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin unter diesem Titel (Art. 6 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) fällt folglich ausser
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Betracht. Zu Recht auch nicht geltend gemacht wird das Vorliegen einer
Berufskrankheit (Art. 9 Abs. 1 UVG, Art. 14 UVV, Anhang 1 zu Art. 14 UVV).
3.
3.1 Gemäss Art. 4 ATSG gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur
Folge hat. Damit ein Ereignis als Unfall angesehen werden kann, müssen
notwendigerweise alle Merkmale der Definition dieses Unfallbegriffs vorliegen. Zu
prüfen ist vorliegend insbesondere das Begriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors.
3.2 Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände des als Unfall
gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Unvollständige, ungenaue oder
widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der
Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im Streitfall hat das
Sozialversicherungsgericht zu entscheiden, ob die einzelnen Merkmale des
Unfallbegriffs, insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben
sind. Hierzu hat es im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die notwendigen
Beweise zu erheben. Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt nicht wenigstens mit
dem im Sozialversicherungsrecht zur Anwendung gelangenden Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale –
die blosse Möglichkeit genügt nicht (vgl. dazu BGE 120 V 37 E. 3c; Th. Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.) –, ist ein Unfall im
Rechtssinn zu verneinen (Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1).
3.3 Im konkreten Fall liegen weder hinsichtlich des Ereignisses vom 3. Juli 1992 noch
der Behandlung des Beschwerdeführers in der ORL-Klinik des Universitätsspitals
Zürich echtzeitliche Akten vor. Eine Unfallmeldung ist damals nicht erfolgt. Eine
ärztliche Behandlung wurde zwar laut Abklärungen von Dr. E._ vom Universitätsspital
Zürich bestätigt, doch seien darüber keine Unterlagen mehr vorhanden (Suva-act. 16).
Eine erste Schilderung des Ereignisses vom 3. Juli 1992 ist einem Eintrag von Dr. C._
in der Krankengeschichte vom 18. August 2008 zu entnehmen. Angesichts dieser
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Aktenlage, d.h. ohne jegliche echtzeitliche Dokumentationen, ist schon gar nicht
erstellt, ob überhaupt und wie sich das Ereignis vom 3. Juli 1992 zugetragen hat.
3.4 Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist jedoch selbst dann zu verneinen,
wenn vom geschilderten Ereignis ausgegangen wird. Zwar ist das Begriffsmerkmal des
äusseren Faktors in Form des Erlebens eines Druckanstiegs bei einem Landeanflug in
einem Sportflugzeug gegeben und ein dadurch aufgetretener Schmerz als schädigende
Einwirkung auf den menschlichen Körper zu bezeichnen. Zu verneinen gilt es jedoch
das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit dieses äusseren Faktors. Entscheidend für
die Annahme eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ist nicht seine Wirkung, sondern
die Ungewöhnlichkeit des Faktors an sich. Ohne Belang für die Prüfung der
Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende,
unerwartete Folgen nach sich zog. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den
Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob
dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur objektive Umstände in
Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 f. E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1,
121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen).
3.5 Der Beschwerdeführer beschreibt einen an sich bekannten Vorgang. So kann der
infolge eines Sinkflugs entstehende Luftdruckwechsel vom menschlichen Ohr als Druck
auf das Trommelfell oder Hörminderung wahrgenommen werden, da der
Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebung nicht schnell genug erfolgen kann
(vgl. http://www.dr-gumpert.de/html/akute_schwerhoerigkeit.html, abgerufen am 1.
März 2013). Dennoch lässt sich durch einen erhöhten Druckanstieg bei der Landung
eines Flugzeugs das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht
begründen. Der Flug mit einem Flugzeug ist zwar in der Regel keine Alltäglichkeit. Als
etwas Ungewöhnliches im Sinn des hier zur Debatte stehenden Begriffs lässt er sich
indessen nicht bezeichnen, weiss man doch sehr genau, wie der menschliche Körper
auf die damit verbundenen Belastungen reagiert. Der unvermeidliche Druckanstieg bei
der Landung stellt eine völlig normale Begleiterscheinung eines Sinkflugs dar, weshalb
darin kein ungewöhnlicher äusserer Faktor zu erkennen ist. Daran ändert auch der
Umstand nichts, dass im konkreten Fall die Landung mit einem Sportflieger ohne
Druckausgleichskabine durchgeführt wurde (vgl. Suva-act. 30). Die Druckkabine ist
eine besondere Bauform der Passagierkabine für sehr hoch fliegende, grössere
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Flugzeuge. Insofern ist ein Klein- oder Leichtflugzeug ohne Druckkabine, wie
beispielsweise ein Sportflugzeug, ein taugliches, die Gesundheit eines Menschen
erfahrungsgemäss - auch durch den Druckanstieg beim Landeanflug - nicht
gefährdendes Verkehrsmittel (vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Druckkabine,
abgerufen am 1. März 2013). Dass im konkreten Fall der übliche (Aussen-)Druckanstieg
bei der Landung - beispielsweise durch einen zu schnellen Sinkflug - überschritten
worden wäre, lässt die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung
nicht erkennen (vgl. Erwägung 3.4). Vielmehr ist davon auszugehen, dass der
Landeanflug bei normalen äusseren Bedingungen planmässig verlaufen ist.
3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nach dem Gesagten selbst bei Annahme
der nicht mit echtzeitlichen Akten belegten Sachverhaltsdarstellung des
Beschwerdeführers nicht als mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen gelten kann, dass der Beschwerdeführer anlässlich
des Landeanflugs mit einem Sportflugzeug vom 3. Juli 1992 einen Unfall im Sinn von
Art. 4 ATSG erlitten hat. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist daher unter
diesem Titel zu verneinen.
4.
4.1 Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers von einem Unfall am 3. Juli 1992
auszugehen wäre, bestünde nur dann eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin,
wenn die geltend gemachten Beschwerden in einem natürlichen (und adäquaten)
Kausalzusammenhang zum Landeflug bzw. Druckanstieg vom 3. Juli 1992 stünden.
Die rechtlichen Grundlagen des natürlichen Kausalzusammenhangs sowie des
Anspruchs auf Versicherungsleistungen bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 UVV) hat
die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid (Erwägung 2) zutreffend dargelegt.
Darauf kann verwiesen werden. Die Beurteilung des natürlichen
Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den medizinischen
Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. Demgegenüber obliegt es
dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten
(BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat
jedoch die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
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4.2 Der Beschwerdeführer leidet am linken Ohr unbestrittenermassen an einer
Hochtonschwerhörigkeit sowie einem Tinnitus (Suva-act. 1, S. 20 ff., Suva-act. 11).
Aufgrund der medizinischen Literatur ist davon auszugehen, dass diese
Gesundheitsstörungen sowohl auf einer Krankheit beruhen (beispielsweise
Haarzellschaden, Innenohrentzündung, Infektionskrankheiten, Intoxikation bei
Mittelohrentzündung, Tumore, Durchblutungsstörungen) als auch traumatisch bedingt
sein können. Bei übermässigem Druck - im Flugzeug, beim Tauchen, bei einer
Explosion oder einer heftigen Ohrfeige - kann das Trommelfell zerreissen, wodurch ein
starker Ohrenschmerz, Ohrensausen und Schwerhörigkeit verursacht wird (vgl. dazu
Roche, Lexikon Medizin, 5. Aufl. S. 928; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262.
Aufl., S. 989, 2112; http://www.dr-gumpert.de/html/akute_schwerhoerigkeit.html,
http://www.apotheken-umschau.de/ohren/trommelfellverletzungen, Wikipedia -
Schwerhörigkeit, alle abgerufen am 15. März 2013). Aus dem Gesundheitsschaden für
sich allein lässt sich mithin keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität
herleiten.
4.3 Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 3.3), liegen mit Bezug auf das Ereignis vom 3.
Juli 1992 keine echtzeitlichen, insbesondere keine medizinischen Akten vor, aus denen
hervorgehen würde, dass der Beschwerdeführer infolge des fraglichen Ereignisses
bzw. durch eine starke Druckdifferenz beim Landeanflug eine Gehörsverletzung in
Form eines Trommelfelldefekts erlitten hat, welche zu einer Schwerhörigkeit und einem
Tinnitus hätte führen können (vgl. Suva-act. 11). Auch ist im damaligen Zeitpunkt keine
Unfallmeldung erfolgt, was jedoch angesichts der vom Beschwerdeführer geschilderten
Situation mit notfallmässiger Behandlung in der HNO-Klinik des Universitätsspitals
Zürich nahe liegend gewesen wäre. Damit sind im konkreten Fall solche im Rahmen
der Kausalitätsbeurteilung massgebende Beurteilungskriterien, wie der
Unfallmechanismus und die Unfalldiagnose bzw. die bei einem Unfall erlittene
Verletzung als Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden, nicht dokumentiert. Der
Beweisführung, ob zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der
seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht, ist damit eine wesentliche Grundlage entzogen.
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4.4 Das fragliche Ereignis fand am 3. Juli 1992 statt, während eine Unfallmeldung erst
durch die IV-Stelle am 15. Februar 2012 erfolgte (Suva-act. 1, S. 1). Erstmals ist sodann
eine ärztliche Konsultation wegen eines Tinnitus sowie einer Hochtonschwerhörigkeit
am 18. August 2008 in der von Dr. C._ verfassten Krankengeschichte vermerkt. Zwar
wurde in diesem Zusammenhang notiert, dass der Beschwerdeführer seit Jahren ein
leichtes Sausen in beiden Ohren und vor vielen Jahren ein Barotrauma an beiden
Ohren (links mehr als rechts) beim Sportfliegen mit einer kleinen Maschine erlitten
habe. Dennoch haben laut medizinischen Akten während 16 Jahren keine das Gehör
betreffenden ärztlichen Behandlungen stattgefunden. Je grösser der zeitliche Abstand
zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist,
desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen. Angesichts des zeitlichen Ablaufs im vorliegenden
Fall kann jedoch höchstens die Möglichkeit eines Zusammenhangs angenommen
werden.
4.5 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass in Anbetracht des Gesagten
massgebende Indizien gegen eine Unfallkausalität der Hochtonschwerhörigkeit und
des Tinnitus vorliegen. Entsprechend gestalten sich die ärztlichen Beurteilungen.
Dr. D._ führte im Arztzeugnis UVG vom 26. April 2012 aus, dass der Hochtonabfall
links und der chronische Tinnitus beidseits mit dem vom Patienten geltend gemachten
Ereignis nicht vereinbar seien und nicht plausibel erscheinen würden (Suva-act. 11). Die
verneinende Antwort erfolgte auf konkrete Frage hin und lässt keine Fehleinschätzung
erkennen. Vielmehr ist sie angesichts der Erwägungen 4.2 ff. überzeugend und
nachvollziehbar. Die Ausführungen in der E-Mail des Beschwerdeführers an die
Beschwerdegegnerin vom 30. August 2012 (Suva-act. 30) überzeugen damit nicht als
nachvollziehbare Begründung für eine Widerlegung des Inhalts des Arztzeugnisses
UVG vom 26. April 2012. Dr. E._ verweist sodann in seiner ärztlichen Beurteilung vom
4. Mai 2012 auf die Beurteilung von Dr. D._ im Arztzeugnis UVG und fügt ausserdem
an, dass bei Fehlen einer Schadenmeldung bzw. einer ärztlichen Behandlung im Jahr
1992 zulasten der Beschwerdegegnerin eine Unfallfolge mit Sicherheit auszuschliessen
sei (Suva-act. 16). Aufgrund dieser übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen steht
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Ohrenbeschwerden des Beschwerdeführers auf das gemeldete Ereignis vom 3. Juli
1992 zurückzuführen sind.
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4.6 Zusammenfassend ist mithin auch der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem fraglichen Ereignis vom 3. Juli 1992 und den ab 18. August 2008 behandelten
Ohrbeschwerden bzw. der deswegen am 28. Dezember 2011 von Dr. C._
verordneten Hörgerätanpassung links nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt. Auch unter diesem Aspekt hat die Beschwerdegegnerin damit ihre
Leistungspflicht zu Recht verneint.
5.
Der Antrag des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe die Untersuchungs-
bzw. Behandlungskosten von Dr. D._ im Betrag von Euro 246.40 (vgl. act. G 1.3) zu
übernehmen, wurde erstmals im Beschwerdeverfahren gestellt. Im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 7. August 2012 wurde hierüber nicht entschieden.
Hinsichtlich der Kostenübernahme der fraglichen Untersuchungs- und
Behandlungskosten liegt damit kein Anfechtungsgegenstand vor, über den im
vorliegenden Beschwerdeverfahren entschieden werden könnte. Auf den fraglichen
Antrag ist damit nicht einzutreten. Die Beschwerdegegnerin hat hierüber eine
anfechtbare Verfügung zu erlassen. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen,
dass bei Anordnung einer Massnahme durch die Beschwerdegegnerin die Kosten
unabhängig von einer allfälligen Unerlässlichkeit der Massnahme auch von dieser zu
übernehmen sind (vgl. dazu Art. 45 Abs. 1 ATSG; U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.
Zürich/Basel/Genf 2009, N 9 ff. zu Art. 43; Suva-act. 22 f.).
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie
einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39