Decision ID: 14fbdc0b-3011-402e-a854-550638008aec
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. mit Datum vom 15. Dezember 2018 bei der Bundesanwaltschaft (nachfol-
gend «BA») verschiedene natürliche und juristische Personen wegen diver-
ser Straftaten «im Zusammenhang mit Bundessubventionen» anzeigte (Ver-
fahrensakten BA, Reiter 1);
- A. in der Sache namentlich mit weiterer Eingabe «Kopie der Aufsichtsbe-
schwerde in Sachen Fondazione B. Z., Als Info zur Strafanzeige vom 15. De-
zember 2018 von A.» datiert vom 14. Juli 2019 an die BA gelangte (Verfah-
rensakten BA, Reiter 2);
- die BA am 8. September 2020 verfügte, die Strafanzeige werde nicht anhand
genommen (act. 1.5); A. diese Verfügung erklärtermassen und gemäss Sen-
dungsverfolgung der Schweizerischen Post am 14. September 2020 zuge-
stellt wurde (Verfahrensakten BA, Reiter 3; act. 4);
- A. mit Datum vom 14. September 2020 (Postaufgabe: 15. September 2020)
bei der BA um Einsicht in die Verfahrensakten ersuchte (Verfahrensakten
BA, Reiter 4); ihm die BA mit Schreiben vom 23. September 2020 Kopien
der Verfahrensakten zustellte (Verfahrensakten BA, Reiter 5);
- A. gegen die Nichtanhandnahmeverfügung mit Eingabe vom 23. September
2020 (Postaufgabe 24. September 2020) bei der Beschwerdekammer Be-
schwerde erhebt (act. 1);
- die BA auf entsprechende Aufforderung hin (act. 2) ihre Verfahrensakten ein-
reichte (act. 3).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der BA die Beschwerde an die Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist (Art. 310 Abs. 2 i.V.m.
Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- die weiteren Eintretensvoraussetzungen angesichts des Verfahrensaus-
gangs offenbleiben können;
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- die Beschwerdegegnerin mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 8. Septem-
ber 2020 mangels hinreichenden Tatverdachts keine Strafuntersuchung er-
öffnete;
- die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme verfügt, sobald aufgrund der
Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftat-
bestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind
(Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO); sie demgegenüber eine Untersuchung eröffnet,
wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafan-
zeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht
ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO);
- in der Strafanzeige vom 15. Dezember 2018 namentlich ausgeführt wird,
dass im Gebiet Z. Tessin ein rechtsfreier Raum geschaffen worden sei, der
durch die illegale Auszahlung von Landwirtschaftssubventionen aufrecht-
erhalten werde; verschiedene (rechtliche) Auseinandersetzungen im Zusam-
menhang mit Land und Gebäuden angesprochen werden; zusammenfas-
send festgehalten wird, dass der Bund in den letzten Jahren viele hundert-
tausend Franken im Gebiet bezahlt habe, ohne dass die Regelwerke (Direkt-
zahlungsverordnung, Betriebsanerkennungsverfahren, Tierschutzverord-
nung, Gewässerschutzverordnung) und weitere Gesetze jemals von den Be-
günstigten eingehalten würden; die Oberaufsicht des Bundes nicht vernach-
lässigt, sondern aktiv verweigert werde;
- offenbar langjährige (zivilrechtliche) Auseinandersetzungen namentlich im
Zusammenhang mit Güterzusammenlegungen (Meliorationen), Bauprojek-
ten sowie Eigentum und Besitz Hintergrund der Strafanzeige bilden;
- soweit dies aus der Anzeige, den weiteren Eingaben und deren Beilagen
hervorgeht, der Beschwerdeführer in diesem Kontext bereits an zahlreiche
Behörden – namentlich an das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), die Eid-
genössische Finanzkontrolle (EFK), das Bundesamt für Polizei bzw. die Bun-
deskriminalpolizei, die Steuerverwaltung seines Wohnorts, das Gewässer-
schutzamt, die Polizei, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte des Kantons
Tessin, die Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht –, Politiker, Journalis-
ten, eine (alt) Bundesrätin sowie weitere natürliche und juristische Personen
(C. AG) gelangte, namentlich mit Strafanzeigen, (Aufsichts-)Beschwerden
und Einsprachen;
- der Anzeige, den weiteren Eingaben und deren Beilagen kein konkreter
Sachverhalt entnommen werden kann, der einen hinreichenden Tatverdacht
begründen könnte;
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- der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auch nicht darlegt, inwiefern die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht die Nichtanhandnahme der Strafsache ver-
fügt haben soll;
- soweit der Beschwerdeführer einen Augenschein beantragt, festzuhalten ist,
dass Beweisergänzungen zwar auch im Beschwerdeverfahren beantragt
werden können (vgl. Art. 389 Abs. 3 StPO), die Beweiserhebung jedoch
grundsätzlich nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanzen ist, welche in der Re-
gel im schriftlichen Verfahren entscheiden und zu prüfen haben, ob ein Ent-
scheid gegen geltendes Recht verstösst (Urteil des Bundesgerichts
6B_617/2016 vom 2. Dezember 2016 E. 3.3.2; vgl. TPF 2017 38 E. 2.1; je
m.w.H.); vorliegend kein Anlass besteht, zusätzliche Beweise zu erheben;
- soweit der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe seinen
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil es sich bei den Strafanzeigen
und Strafanträgen vom 15. Dezember 2018 lediglich um den ersten Schritt
einer Anzeige gehandelt und die Beschwerdegegnerin ihn nicht angehört
habe, festzuhalten ist, dass die Parteien vor dem Erlass einer Nichtanhand-
nahmeverfügung keinen Anspruch auf rechtliches Gehör haben (BGE 144
IV 81 E. 2.3.3 S. 86); die Rüge mithin unbegründet ist;
- soweit der Beschwerdeführer rügt, es liege eine Rechtsverzögerung und
Rechtsverweigerung vor, weil die Beschwerdegegnerin seit Eingang seiner
Strafanzeige bis zum Erlass der Nichtanhandnahmeverfügung keinerlei An-
fragen an ihn gemacht habe, (noch einmal) festzuhalten ist, dass die Par-
teien keinen Anspruch darauf haben, mit Blick auf die vorgesehene Nichtan-
handnahme angehört zu werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_342/2017
vom 4. August 2017 E. 3.1 f.; LANDSHUT/BOSSHARD, in: Donatsch/Lie-
ber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 3. Aufl. 2020, Art. 310 StPO N. 11), und der Erlass der Nicht-
anhandnahmeverfügung den Betroffenen auch nicht i.S.v. Art. 318 Abs. 1
StPO anzukündigen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_276/2017 vom 12. Juli
2017 E. 4; LANDSHUT/BOSSARD, a.a.O., Art. 310 StPO N. 11); die Behörde
folglich den Parteien insbesondere auch keine Frist ansetzen muss, um Be-
weisanträge zu stellen; der Beschwerdeführer im Übrigen übersieht, dass es
bei Nichtanhandnahmen in der Natur der Sache liegt, dass keine Untersu-
chung eröffnet wird und folglich auch keine Befragungen/Beweiserhebungen
stattfinden; die Rüge mithin unbegründet ist;
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- soweit der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe seinen
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil die Gründe der Verfügung pau-
schal verfasst seien, ohne auf jeweilige Gesetze zu verweisen oder detail-
lierte Gründe zu nennen, festzuhalten ist, dass weder hinreichend dargetan
noch ersichtlich ist, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht
nicht nachgekommen und dem Beschwerdeführer deswegen eine sachge-
rechte Anfechtung der Nichtanhandnahmeverfügung nicht möglich gewesen
sein soll; die Rüge mithin unbegründet ist;
- soweit der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe seinen
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil die Beschwerdegegnerin auf
sein Akteneinsichtsgesuch vom 14. September 2020 nicht reagiert habe, auf
die Rüge nicht einzutreten ist, da sie sich nicht auf den angefochtenen Ent-
scheid bezieht, sondern auf ein später gestelltes Akteneinsichtsgesuch bei
der Beschwerdegegnerin; abgesehen davon aus den Verfahrensakten her-
vorgeht, dass ihm eine Kopie derselben zugestellt wurde; im Übrigen weder
geltend gemacht wird noch ersichtlich ist, dass dem Beschwerdeführer des-
wegen eine sachgerechte Anfechtung der Nichtanhandnahmeverfügung
nicht möglich gewesen sein soll;
- sich die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung nach dem Ge-
sagten als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie ohne weiteren
Schriftenwechsel abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist (vgl. Art. 390
Abs. 2 StPO im Umkehrschluss);
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO);
- diese auf das gesetzliche und reglementarische Minimum von Fr. 200.– fest-
zusetzen sind (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR);
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