Decision ID: 0ebf4455-f608-5210-b5af-3963e3d38b3d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 geborene
X._
, welcher nach seinem Uni
versitätsabschluss als Lehrer auf der Gymnasial- und Sekundarlehrerstufe gear
beitet hatte
und zwischenzeitlich mehrmals ar
beitslos gewesen war (vgl. Urk.
31/50/10-11;
Urk.
31/50)
, trat am 1
5.
November 2006 eine Stelle als Fach
spezialist Erb- und Güterrecht bei der Stadtverwaltung
A._
an und war dadurch bei der
Pensionskasse
Y._
berufsvorsorgeversi
chert
(vgl. Arbeitgeber
bericht vom 1
9.
Juli 2010, Urk.
31/172)
. Sein behandelnder Arzt,
Dr.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, schrieb den Versicherten ab dem
5.
Januar 2010 vorübergehend arbeitsunfähig
(
Urk.
31/179)
. Per 1
0.
März 2010 wurde das Arbeitsverhältnis durch die Stadtver
waltung
A._
fristlos gekündigt
(
Urk.
31/172/2+13-15)
.
Am
6.
Juli 2010
meldete sich der Versicherte bei der SVA Schaffhausen, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
31/182). Die IV-Stelle
erteilte Kostengutsprache
für
ber
ufliche Integrationsmassnahmen
, welche
vom
1
7.
Januar
2011
bis am
31.
Januar
2012
von der
C._
GmbH
(vgl. Verfügung vom 1
0.
Februar 2011,
Urk.
31/153; Bericht
e
der
C._
GmbH
Urk.
31/102,
Urk.
31/103,
Urk.
31/117,
Urk.
31/121,
Urk.
31/127,
Urk.
31/131,
Urk.
31/134,
Urk.
31/136
,
Urk.
31/137,
Urk.
31/140,
Urk.
31/147
und
Urk.
31/150
)
und ab
Februar 2012 von der S
tiftung
D._
(vgl.
Urk.
31/78 und
Urk.
31/95)
durchgeführt wurden
.
P
er 3
1.
August
2012
wurden die Integrationsmassnahmen
abgebrochen, da der Versicherte
am
1.
September 2012 beim
V
erband
E._
eine An
stellung
als Geschäftsführer
antrat (Mitteil
ung vom 1
2.
Dezember 2012, Urk.
31/65). Im Rahmen dieser Anstellung war er bei der
Columna
Sammelstif
tung Client
Invest
, Winterthur
berufsvorsorgeversichert. Das Arbeitsverhältnis wurde vom
E._
am 2
6.
Februar
2013 gekündigt
(Arbeitgeberbericht vom 1
9.
November
2013,
Urk.
31/57)
. Daraufhin attestierte
Dr.
B._
dem Versicherten ab dem 2
6.
Februar 2013
wieder
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
31/56/5).
Am
5.
November 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
31/60).
Diese holte in der Folge einen Arbeitgeberbericht des
E._
(
Urk.
31/57) und
einen
Bericht von
Dr.
B._
(
Urk.
31/55+56) ein und
gab
bei
Dr.
F._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag (Mitteilung vom 1
8.
Februar 2014,
Urk.
31/53), welches am 1
0.
April 2014 erstattet wurde (
Urk.
31/50). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
3.
Juni 2014,
Urk.
31/42) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
1.
Dezember
2014 mit Wirkung
ab
1.
Mai
2014 bei einem Invaliditätsgrad von
100
%
eine ganze Rente zu (Urk.
31/16-26).
1.2
In der Folge wandte sich der Versicherte an die
Columna
Sammelstiftung Client
Invest
, Winterthur
und ersuchte um Ausrichtung der gesetzlichen und reglemen
tarischen Leistungen (inkl. zwei Kinderrenten;
Urk.
2/18). Die
Columna
Sammel
stiftung Client
Invest
, Winterthur
verneinte jedoch eine Leistungspflicht (
Urk.
2/19)
.
2.
Mit Eingabe vom
4.
Juli
2016 erhob
der
Versichete
Klage gegen die
Columna
Sammelstiftung Client
Invest
, Winterthur
(Beklagte 1) und die
Pensi
onskasse
Y._
(Beklagte 2) und beantragte:
„1.
Es sei die Beklagte
1 zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab
1.
März
2015 die gesetzlichen und
reglementarischen Berufsvorsorge
leistungen bei Invalidität, insbesondere eine ganze Invalidenrente in Höhe von mindestens Fr. 3‘107.-- pro Monat, sowie je eine ganze Invaliden-Kinderrente für seine
Kinder G._, geb.
200
8, und H._, geb.
2009, in Höhe von mindestens Fr. 824.85 pro Monat zu ent
richten, nebst Zins zu 5
%
p.a. auf den ausstehenden Leistungen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum, frühestens ab Datum der Klagee
rhebung
.
2.
Eventualiter sei die Beklagte
2
zu verpflichten
, dem Kläger mit Wirkung ab
1.
Februar
2014 die gesetzlichen und reglementarischen Berufsvorsorge
leistungen bei Invalidität, insbesondere eine ganze Invalidenrente in Höhe von mindestens Fr. 2‘523.-- pro Monat, sowie je eine ganze Invaliden-Kin
derrente für
seine Kinder
G._
und
H._
in Höhe von mindestens Fr. 348.45 pro Monat zu entrichten, nebst Zins zu 5
%
p.a. auf den ausstehenden Leistun
gen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum, frühestens ab Datum der Klagee
r
hebung
.
3.
Es sei dem Kläger
die unentgeltliche Rechtsvertretung zu gewähren.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
Die Beklagten beantragen mit Klageantworten vom
2
0.
Juli 2016 (Beklagte 2, Urk.
9) und vom
7.
September 2016 (Beklagte 1,
Urk.
11) jeweils die Abweisung der gegen sie selber gerichteten Klage.
Mit Verfügung vom 1
5.
September 2016 (
Urk.
14) wurde dem Kläger in Bewilli
gung seines Gesuchs vom
4.
Juli 2016 Rechtsanwältin Nathalie
Tuor
als unent
geltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt. Gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechse
l angeordnet. Mit Replik vom 1.
November
2016 (
Urk.
17) hielt der Kläger
an
seinen Anträgen fest
.
Während die Beklagte 2
in der Folge
auf das Erstatten einer Duplik verz
ichtete (
Duplikverzicht
vom 11.
November
2016,
Urk.
20)
,
beantragte die Beklagte
1
mit Duplik vom 5.
Dezem
ber 2016 (
Urk.
21)
erneut die Abweisung der gegen sie gerichteten Klage. Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2016 (
Urk.
24) wurden die Duplik der Beklagten 1 und der
Duplikverzicht
der Beklagten 2 dem Kläger sowie den Beklagten gegen
seitig zugestellt.
Am 1
5.
Dezember 2016 stellte Rechtsanwältin Nathalie
Tuor
dem Gericht ihre H
onorarnote zu (
Urk.
25 und Urk.
26).
Mit Verfügung vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
27) wurden die Akten der Eidgenössi
schen Invalidenversicherung in Sach
en des Klägers beigezogen (Urk.
31/1-192).
Der
Kläger (
Urk.
33) und die Beklagte 2
verzichteten
auf eine Stellungnah
me
dazu
. Die Beklagte
1
liess sich demgegenüber
m
it Stellungnahme vom 1
9.
Juni
2018
dazu
vernehmen (
Urk.
34). Die Stellungnahme
der Beklagten
1
bzw. die Verzichte
des Klägers und der Beklagten 2 auf Stellungnahme wurden den Par
teien am 3.
Juli 2018 gegenseitig zur Kenntnis gebracht (
Urk.
35).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG, in Verbindung mit § 2 Abs. 2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).
1.2
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von der
jenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt
der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusam
men, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG
).
Die
Leistungs
pflicht
besteht jedoch nur, wenn
ein enge
r
sachliche
r
und zeitliche
r
Zusammen
hang zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses
bestan
denen Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später
eingetretenen Invalidität besteht
(BGE 130 V 270 E. 4.1).
1.3
Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenh
angs setzt voraus, dass die ver
sicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigk
eit, deren Ursache zur Invalidi
tät geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des k
onkreten Einzelfalles zu berück
sichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsscha
dens, dessen prognostische Be
ur
teilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchs
beeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichti
gen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauer
hafte W
iedererlangung der Erwerbsfähig
keit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein g
ewichtiges Indiz für eine Unter
brechung des zeitlichen Zusammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tä
tigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Er
wägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22 mit Hinweisen).
Eine Vorsorgeeinrichtung, die ihre Leistungspflicht damit bestreitet, die Arbeits
fähigkeit sei bereits zu Beginn des Vorsorgeverhältnisses gesundheitlich bedingt eingeschränkt gewesen, trägt hierfür die Beweislast (
Art.
8 ZGB; Urteil 9C_658/2016 vom
3.
März 2017 E. 6.1 mit Hinweisen). Umgekehrt hat der Leis
tungsansprecher die Folgen von Beweislosigkeit zu tragen, wenn er geltend macht, der enge zeitliche Konnex zwischen einer vorbestandenen berufsvorsor
gerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit (Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf von mindestens 20
%
;
BGE 144 V 58
E. 4.4) sei während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses unterbrochen worde
n (Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 3).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass
der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Ab
klärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung bezie
hungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
2.
2.1
Der Kläger erklärte zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen
(
Urk.
1 und
Urk.
17)
, er sei rund sechs Monate beim
E._
tätig gewesen, als seitens des Ar
beitgebers völlig unerwartet die Kündigung ausgesprochen worden sei. Mit der Mitteilung der Kündigung sei bei ihm eine psychische Dekompensation aufgetre
ten.
Dr.
B._
habe ab
dem
2
6.
Februar 2013 für alle zumutbaren Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Gutachterin Dr.
F._
habe diese Einschätzung ebenso bestätigt wie
Dr.
I._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle
. Es sei
daher
in Übereinstimmung
mit dem Entscheid
der Invalidenversicherung, an welche
n
die Beklagte
1
gebunden sei,
von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
6.
Februar
2013
auszugehen
. Da er am 2
6.
Feb
ruar
2013 bei der Beklagten
1 versichert gewesen sei
, sei diese leis
tungs
pflichtig.
Vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit sei er vom
1.
September 2012 bis 2
6.
Febru
ar
2013, mithin während rund sechs Monaten, als Geschäftsführer für den bei der Beklagten 1 angeschlossenen
E._
tätig gewesen. E
r
sei in dieser Zeit voll leis
tungsfähig gewesen und es habe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. Es sei vom
E._
eine gute Arbeitsleistung bestätigt worden.
Die Behaup
tung der Beklagten 1, nach Stellenantritt beim
E._
sei es schnell zu
Konflikten gekommen, welche zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitge
ber geführt hätten, sei nachweislich falsch.
Wären zu Beginn des Arbeitsverhält
nisses Konfliktsituationen am Arbeitsplatz aufgetreten, hätte der
E._
das Arbeits
verhältnis nach Ablauf der Probezeit kaum aufrechterhalten.
Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses sei aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt.
Während der
vor
Stellenantritt beim
E._
durchgeführten beruflichen Massnah
men habe die Ar
beitsfähigkeit kontinuierlich gesteigert werden können. Sämtlich Umstände sprä
chen klar dafür, dass bei ihm eine sehr gute Chance auf eine vollständige Ein
gliederung im Arbeitsmarkt bestan
den habe, ansonsten hätte die Invalidenversi
cherung
auch nicht in diesem Ausmass Integrations
massnahmen sowie Massnah
men zur Arbeitsvermittlung gewährt. Diese seien erst abgebrochen worden, nach
dem er
s
eine Anstellung
beim
E._
angetreten habe.
Der zeitliche Zusammenhang zwischen der während der Anstellung bei der Stadtverwaltung
A._
ein
getretenen, vorübergehenden Arbeitsunfähig
keit und der seit dem 2
7.
Februar
2014 bestehenden Invalidität sei daher unterbrochen wor
den
.
Sollte das angerufene Gericht wider Erwarten zur Auffassung gelangen, dass die Beklagte 1 vorli
e
gend nicht für die Ausrichtung der berufsvorsorgerechtlichen Invaliditätsleistungen zuständig sei, sei die Beklagte 2, bei welcher er im Zeit
punkt des erstmaligen Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2010 vorsorgever
sichert gewesen sei, zur Erbringung der gesetzlichen und reglementarischen Be
rufsvorsorgeleistungen bei Invalidität zu verpflichten.
2.2
Die Beklagte 1 wendete dagegen im Wesentlichen ein
(
Urk.
11,
Urk.
21 und Urk.
34)
, der Kläger habe
trotz noch andauernder erheblich verminderter Leis
tungsfähigkeit und entgegen der Beurteilung seines Arztes wie auch derjenigen
d
er Eingliederungsberatung
m
it dem
E._
per
1.
September 2012 einen Arbeits
vertrag mit einem Pensum von 100
%
geschlossen
.
Diese Anstellung sei ein Ver
such gewesen, doch noch wieder im Arbeitsmarkt Fuss zu fas
s
en. Vor dem Hin
tergrund der diagnostizierten Krankheit mit Persönlichkeitsstörung und der im Rahmen der Wiedereingliederungsmassnahmen gezeigten Leistung sei mit einer dauerhaften Wiedereingliederung
mit
volle
r
Leistungsfähigkeit
jedoch
nicht und schon gar nicht mit einer länger dauernden Anstellung zu rechnen gewesen
.
Viel
mehr sei voraussehbar gewesen, dass auch diese Anstellung eher früher als später am bekannten Konfliktmuster des Klägers scheitern werde, was denn auch die realen Geschehnisse
gezeigt hätten
.
Ziemlich schnell sei es zu Konflikten gekom
men,
die
zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber geführt hätten.
Im Arbeitszeugnis würden als Grund für die Kündigung zwar wirtschaft
liche Überlegungen angegeben. D
ies
sei in Anbetracht der Funktion des Klägers als Geschäftsführer jedoch nicht nachvollziehbar, brauche es doch in einem Ver
band diese Funktion zwingend. Das werde dadurch belegt, dass die Stelle ab
August 2013, als
o
zeitnah nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Kläger am 3
0.
Juni 2013 neu besetzt worden sei. Zudem habe der
E._
im Arbeit
geberfragebogen vom 1
9.
November 2013 die mangelhafte Leistung bestätigt.
Die 100%ige Anstellung beim
E._
habe den zeitlichen Konne
x
zu der am
5.
Janu
ar
2010 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit
daher
nicht zu unterbrechen vermocht
.
Die invalidisi
erende Arbeitsunfähigkeit habe entsprechend
nicht am 2
6.
Febru
ar
2013, sondern am
5.
Januar 2010
begonnen.
Eine Bindungswirkung an den invalidenversicherungsrec
htlichen Entscheid be
s
t
ehe nicht
.
2.3
Die Beklagte 2 erklärt
e
zur Begründung ihres Antrages auf Abweisung der gegen sie gerichteten Klage
(
Urk.
9 und
Urk.
20)
, der Kläger sei nach einer Wiederein
gliederung vom
1.
September 2012 bis 3
0.
Juni 2013 beim
E._
angestellt gewe
sen, wobei er vom
1.
September
2012 bis 2
5.
Februar
2013 voll arbeitsfähig gewesen sei. Der zeitliche Zusammenhang zur u
r
sprünglichen, während des Ver
si
cherungsverhältnisses bei ihr eingetretenen Arbeitsunfähigkeit sei daher unter
brochen worden.
3.
3.1
Es liegen im Wesentlichen die folgenden Arztberichte vor:
3.2
Dr.
B._
nannte mit Bericht an die IV-Stelle vom 1
6.
Juli 2010 (
Urk.
31/175/5-8) als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1). E
r
hielt fest, dass von der Persönlichkeit
her
eine sich wiederholende Tendenz zu depressiven und psychosomatischen Reaktionen sowie Kränkbarkeit, Anspannung
und
Ange
triebenheit
bis Hyperaktivität bestehe. Aus dem letzten Grund bestehe auch der Verdacht auf eine bipolare Komponente. Als Differentialdiagnose nannte
Dr.
B._
eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.
Dr.
B._
attestierte dem Kläger vom
5.
b
is 1
9.
Januar 2010 sowie ab
dem 1.
Februar 2010 eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit.
I
n der aktuellen Konfliktsituation sei der Kläger nicht arbeitsfähig. Bei vorgängig guten Leistungen und gutem int
ellektu
ellem Niveau wäre bei einem Einlenken des Arbeitgebers ein Reintegrationsversuc
h
an einem anderen Arbeits
platz mit anderen Vorgesetzen möglich.
3.3
Dr.
J._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und für Pharmazeutische Medizin, verfasste am
6.
Dezember 2010 (
Urk.
31/162) eine Be
urteilung zu Händen der zuständigen Krankentaggeldversicherung.
Der
Kläger leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1). Diese sei jedoch weitgehend in Remission gelangt. Die jetzige Krankheitsepisode trage deutliche reaktive Züge mit Blick auf einen nach wie vor juristisch nicht gelösten Arbeitsplatzkonflikt. Er empfahl der Krankentaggeldver
sicherung, nur noch für einen begrenzten Übergangszeitraum bis Ende des Mo
nats von
einer 100
%
Arbeitsunfähigkeit des Klägers auszugehen. Anschliessend, im Januar und Februar 2011 gehe er wieder von
einer
Teilarbeitsfähigkeit des Klägers im Umfang von 50
%
aus. Ab März 2011 besteh
e
wieder volle Arbeitsfä
higkeit, sofern es zu keiner nennenswerten Symptomverschlechterung komme.
3.4
M
it Bericht
an die IV-Stelle
vom 2
8.
Juli 2012 (
Urk.
31/75)
attestierte
Dr.
B._
dem Kläger vom
5.
bis 1
9.
Januar
2010 und vom
1.
Februar
2010 bis 1
0.
März
2011 eine 100%ige, ab dem 1
1.
März 2011 eine 80%ige und im Rahmen der be
ruflichen Massnahme eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit. Der
Zustand sei schwan
kend. Die Resignation nehme zu. Der Kläger zweifle zunehmen
d
an sich selbst, was früher weniger der Fall gewesen sei. Der Kläger schi
ldere zunehmend
Kon
zentrations
-
u
nd Aufmerksamkeitsstörungen. Die psychosoziale Situation habe sich infolge der langdauernden Erkrankung auch verschlech
t
ert, vor allem im familiären Bereich. Die Prognose sei unsicher.
3.
5
Nach der erfolgten Neuanmeldung
bei der IV-Stelle
hielt
Dr.
B._
mit Bericht
vom 1
0.
Dezember 2013 (
Urk.
31/56) als Diagnosen
fest
:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige-schwere Episode (ICD-10 F33.1/2)
-
a
kzentuierte (narzisstische) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
Hinsichtlich der Arbeitstätigkeit
erklärte
Dr.
B._
,
nachdem der Kläger mit gros
sem Aufwand die Arbeit
beim
E._
vorerst habe leisten könne
n
, sei es zu
massiven Problemen
gekommen, worauf
er
am 2
6.
Februar 2013 wieder
gekündigt worden sei. Es seien dem Kläger
Fehlleistungen und mangelnde Effizienz vorgeworfen wor
den (der Arbeitgeber sei über die psychischen Probleme des Klägers nicht infor
miert gewesen). Der Kläger habe kurzfristig einen grossen
Effort
geleistet, sich aber rasch in diverse Schwierigkeiten verstrickt, die er vergeblich mit noch grös
serem Einsatz habe korrigieren wollen. Bald habe er sich mit der Vorgesetzten überworfen und sei völlig überfordert gewesen. Für den Kläger habe die Kündi
gung eine grosse Kränkung bedeutet und zu einem grossen Absturz geführt.
Dr.
B._
attestierte dem Kläger
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 2
6.
Feb
ruar 201
3.
Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit sei nicht mehr zu rechnen.
Eingliederungsmassnahmen seien seines Erachtens nicht mehr ange
bracht. Die letzte Massnahme habe insofern einen Teilerfolg gebracht, dass der Kläger
vier
Stunden täglich (inkl.
häufiger Pausen) eine Recherche
arbeit im In
ternet habe durchführen können. Konzentriertes Arbeiten sei für zwei bis drei Stunden möglich gewesen. Diese Leistung wäre jedoch nicht rentenausschliessend gewesen. Nach dem weiteren, vergleichsweise schweren Rückfall sei nicht davon auszugehen, dass der Kläger ein höhere
s
Leistungsniveau, welches er längere Zeit halten könne, wieder erreichen w
e
rde.
3.
6
Dr.
F._
erhob in ihrem Gutachten vom 1
0.
April
2014 (
Urk.
31/50) als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
31/50
/
27)
:
-
n
arzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.80) mit
-
rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig mittelgradige bis knapp schwere Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1/2)
Der Kläger sei im bisherigen bzw. zuletzt ausgeübten Arbeitsbereich als Ge
schäftsleiter seit
dem
2
6.
Februar 2013 erneut zu 100
%
arbeitsunfähig, nachdem er auch schon ab dem
5.
Januar 2010 bis am 3
1.
August 2012 hochgradig bzw. 70- bis 100%ig in der damaligen bzw. ab November 2006 ausgeübten vorwiegend administrativen Tätigkeit arbeitsunfähig gewesen sei. Überhaupt sei keine Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft gegeben und könne keine angepasste Tä
tigkeit definiert werden. Auch der angestammte Tätigkeitsbereich als Franzö
sischlehrer/Romanist sei ungeeignet. Es handle sich um ein schweres psychisches Grundleiden im Sinne einer schwer
dekompensierten
Persönlichkeitsstörung mit besonders schwer zu beeinflussende
n
pathologisch
-narzisstischen Anteilen, so
wie einer begleitenden depressiven Komorbidität, die bis anhin nur wenig auf die intensiven Behandlungsbemühungen (seit 2000 durchgehende psychiatrische Be
handlung, adäquate Psychopharmakologie) angesprochen habe. Auch die lang
wierigen IV-Integrationsmassnahmen 2011 bis 2012 hätten diesen Verlauf nicht beeinflussen können. Seit Februar 2013 sei es zu keiner relevanten Besserung des Gesundheitszustandes mehr gekommen, der Kläger verharre in narzisstischer, teilweise paranoid-querulatorisch angehauchter Rigidität und sei nun auch de
pressiv zusammengebrochen
.
Die arbeitsmedizinische
Prognose sei aufgrund der nun zweifelslohne beobachtbaren zugrundeliegenden schweren Persönlichkeits
störung, die sich erfahrungsgemäss schlecht beeinflussen lasse, recht düster (
Urk.
31/50/27-28)
.
3.
7
Mit Schreiben vom
8.
Dezember 2014 erklärte
Dr.
B._
, dass er vom
1.
Septem
ber
2012 bis 2
5.
Februar
2013 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest
gestellt habe (
Urk.
2/20)
.
4.
Die IV-Stelle sprach dem Kläger mit Verfü
gung vom
1.
Dezember
2014 (Urk.
31/16/3-4) mit Wirkung ab
1.
Mai
2014 eine ganze Invalidenrente zu.
Die
(Neu-)
Anmeldung
des Klägers zum Leistungsbezug war
am
5.
November
2013 (Urk.
31/60) bei der IV-Stelle eingegangen
. Da der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach dessen Geltendmachung entsteht (
Art.
29
Abs.
1 IVG) und zudem voraussetzt, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist (
Art.
28
Abs.
1 IVG), waren im invaliden
ver
si
che
rungs
rechtlichen Verfahren bloss die tatsächlichen Verhältnisse seit
Mai
2013
entschei
dend. Soweit die IV
-
Stelle bei dieser Sach- und Rechtslage die Eröffnung der Wartezeit vor diesem Zeitpunkt auf
den 2
6.
Februar 2013
festsetzte, handelt es sich dabei um eine IV-rechtlich bedeutungslose Feststellung, die berufsvor
sor
ge
rechtlich keine Bindungswirkung zu entfalten vermag. Der Eintritt der für die berufliche Vorsorge massgebenden Arbeitsunfähigkeit ist daher frei zu prüfen.
5.
5.1
Gestützt auf die Akten steht fest
(vgl. insb. E. 3.6) und ist un
be
stritten (vgl. E. 2)
, dass der Kläger
an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 F60.80)
und einer rezidivierenden depressiven Störung
(ICD-10 F33)
leidet und diese Lei
den bereits während des Arbeitsverhältnisses mit der Stadtverwaltung
A._
und somit der Versicherungsdeckung bei der Beklagten 2
nach einer zuvor lange andauernden vollständigen Arbeitsfähigkeit
zu einer Arbeitsunfähigkeit
geführt hatten (vgl. E. 3). Weiter steht fest (vgl. E. 3
.2, E. 3.4, E. 3.5 und E. 3.6
;
Urk.
31/102,
Urk.
31/103,
Urk.
31/117,
Urk.
31/121,
Urk.
31/127,
Urk.
31/131,
Urk.
31/134,
Urk.
31/136,
Urk.
3
1/137,
Urk.
31/140,
Urk.
31/147 und
Urk.
31/150)
-
und ist unbestritten
(E. 2
)
-
, dass die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit während der in der Folge durchgeführten beruflichen Integrationsmass
nahmen andauerte
. Nichts
anderes
ergibt sich
auch
aus dem Bericht von
Dr.
J._
vom
6.
Dezember 2010 (E. 3.3)
, handelte es sich bei der von ihm ab März 2011 attestierten vollen Arbeitsfähigkeit doch lediglich
um
eine
unter Vor
behalt abgegebene
zukünftige Schätzung der Arbeitsfähigkeit
.
Ebenfalls ausge
wiesen (vgl. E. 3.5 und E. 3.6) und
ebenso
unumstritten (
vgl.
E. 2
)
ist
, dass der Kläger – spätestens -
seit
dem
2
6.
Februar 2013
andauernd arbeitsunfähig ist. Schliesslich steht auch fest (vgl. E. 3.5 und E. 3.6)
, dass sowohl die während der Versicherungsdeckung bei der Beklagten 1 und die während der Versicherungs
deckung bei der Beklagten 2 aufgetretene Arbeitsunfähigkeit sowie die Invalidität des Klägers in einem
engen
sachlichen Zusammenhang stehen.
Strittig und zu prüfen
bleibt
, ob zwischen der während de
r Versicherungsdeckung bei
der Beklagten 2 eingetretenen und der zur Invalidität führenden Arbeitsunfä
higkeit auch ein zeitlicher Zusammenhang besteht oder ob dieser
aufgrund einer
während der Arbeitstätigkeit
des Klägers
für den
E._
vom 1.
September 2012 bis 2
6.
Februar 2013 bestehenden Arbeitsfähigkeit unterbrochen wurde
und somit die relevante Arbeitsunfähigkeit während de
r
Versicherungsdeckung bei
der Be
klagten 1 eingetreten ist.
5.2
D
er
Kläger war vom 1.
September 2012 bis
am
2
6.
Februar 2013
vollzeitig für den
E._
tätig. Der
E._
bestätigte, dass es im Rahmen des vertraglichen Arbeits
pensums keine krankheitsbedingen Einschränkung der Leistungsfähigkeit gab und der Kläger keine wesentlichen krankheit
sbedingen Abwesenheiten aufwies
(
Urk.
2/24). Dies
e Bestätigung de
s Arbeitgebers
vermag
eine medizinisch begrün
dete Arbeitsunfähigkeit während des Arbeitsverhältnisses jedoch nicht
per se
auszuschliessen, handelt es sich b
eim Krankheitsbild des Klägers
doch
um ein
psy
chisches
Leiden, welches von medizinischen Laien nicht ohne Weiteres als krank
haft wahrgenommen werden kann.
Echtzeitliche ärztliche Berichte liegen für die Dauer der Arbeitstätigkeit des Klä
gers für den
E._
nicht vor.
Dr.
B._
äusserte sich jedoch in seinen Berichten vom 1
0.
Dezember 2013 (E. 3.5) und vom 8. Dezember 2014 (E. 3.7) retrospektiv zur Arbeitsfähigkeit des Klägers
während der Arbeitstätigkeit für den
E._
. Im Bericht vom
8.
Dezember 2014, welcher an den damaligen Rechtsvertreter des Klägers gerichtet war, erklärte er, dass er während des fraglichen Zeitraums keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt habe. Diese Einschätzung erscheint insoweit nachvollziehbar, als der Kläger – wie ausgeführt – in einem 100%igen Arbeitspensum seiner Arb
eitstätigkeit für den
E._
nachgegangen war
und keine krankheitsbedingten Abwesenheiten
aufgewiesen hatte
(vgl.
Urk.
2/24). Aus dem Bericht vom 1
0.
Dezember 2013 (E. 3.5 bzw.
Urk.
31/56) geht
demgegenüber
nicht nur hervor,
dass die Arbeitsfähigkeit
durch die
vor Stellenantritt
durchge
führten beruflichen Integrationsmassnahmen
lediglich noch soweit gesteigert werden konnte, dass d
as Erbringen einer
konzentrierten Arbeitsleistung im Um
fang von
zwei bis drei Stunden
täglich
möglich
wurde
(
Urk.
31/56/9), sondern auch
, dass
es
bei der Arbeitstätigkeit für den
E._
rasch zu grossen Problemen
gekommen war
(
Urk.
31/56/6), welche dem Muster entsprachen, wie sie grund
sätzlich auch bei einer anderen Arbeitstätigkeit auftreten würden (
Urk.
31/56/8). Das heisst der Kläger
leistete zunächst einen grossen
Effort
, er verstrickte sich aber rasch in diverse Schwierigkeiten, die er vergeblich mit noch grösserem Ein
satz korrigieren wollte. Er überwarf sich zudem mit der Vorgesetzten (
Urk.
31/56/6
).
Gleiches ergibt sich auch aus
dem Gutachten von
Dr.
F._
, welcher der Kläger nicht nur Probleme mit seiner Vorgesetzten, sondern auch das Leisten von Überstunden und das Auftreten von gesundheitlichen Problemen schilderte (
Urk.
31/50/14-15)
.
Entgegen der Vorbringen des Klägers kann aus dem Protokoll zum Mitarbeiter
gespräch vom 2
8.
November 2012 (vgl. 2/21) nicht geschlossen werden, dass das Arbeitsverhältnis bis zur Kündigung problemlos
verlaufen war
. Im Protokoll wird zwar tatsächlich festgehalten, dass sich das Präsidium und die Geschäftsleitung des
E._
auf die weitere Zusammenarbeit freuen. Dem Protokoll ist jedoch auch zu entnehmen, dass es dem Kläger nicht möglich war, die Arbeit im Rahmen der vorgesehenen Arbeitszeit zu erledigen. Weiter ergibt sich, dass es zumindest Un
klarheiten bei der Erteilung der Arbeitsaufträge und der Organisation zwischen dem Kläger und seiner Vorgesetzten gab. Dass es in der Folge diesbezüglich zu grösseren Unstimmigkeiten kam, wurde vom Kläger – wie eben dargelegt - ge
genüber
Dr.
F._
und auch
Dr.
B._
bestätigt.
Hinsichtlich der vom
E._
im Arbeitszeugnis vom 3
0.
Juni 2013 (
Urk.
2/22)
ge
machten Angabe
, die Kündigung sei aus wirtschaftlichen Überlegungen erfolgt,
gilt es zu beachten, dass der
E._
im zu Händen der IV-Stelle verfassten Arbeit
geberbericht angegeben
hat
, dass die Kündigung erfolgt sei, da das Pflichtenheft nicht erfüllt worden sei (
Urk.
31/57/2). Vorliegend sprechen die Umstände
denn auch
gegen eine Kündigung aus objektiven wirtschaftlichen Gründen. So wurde gemäss Angaben des Klägers noch im Januar 2013, also kurz vor der Kündigung, ein Stellvertreter angestellt (
Urk.
31/50/15). Der
E._
beschäftigt
auch
weiterhin ei
ne Leiterin der Geschäftsstelle
.
Der Kläger bestätigte zudem – wie dargelegt – selbst, dass
es vor der Kündigung zu Konflikten
gekommen war
.
Darüber hinaus erklärte er,
dass er freigestellt und noch am gleichen Tag aus den Computersystemen „rausgedrückt“ worden sei (
Urk.
31/50/15). Die Angabe im Arbeitszeugnis, dass die Kündigung aus wirt
schaftlichen Überlegungen erfolgt sei
,
dürfte daher im Rahmen der Pflicht zu wohlwollenden Arbeitszeugnissen
(vgl. beispielswei
s
e
BGE 136 III E. 4.1) - allen
falls der Notwendigkeit dem Kläger, welchem die Zeitressourcen nicht ausreichten (
Urk.
2/21), einen Stellvertreter bei Seite zu stellen - zu interpretieren sein.
5.
3
Aus dem Gesagten ergibt sich
, dass der Kläger während seiner Arbeitstätigkeit für den
E._
zwar vollzeitlich arbeitstätig war und keine wesentlichen krankheitsbe
dingten Abwesenheiten aufwies, er
jedoch unter gesundheitlichen Problemen litt und krankheits
bedingt nicht in der Lage war
,
über eine gewisse Zeit eine zufrie
denstellende Arbeitsleistung zu erbringen
,
und
es
krankheitsbedingt
z
u Konflik
ten am Arbeitsplatz kam, welche nach knapp einem halben Jahr zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses führt
en
.
Nachdem
der behandelnde Arzt unmittelbar vor Stellenantritt beim
E._
noch eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (E.
3.5) und auch die zuständige Eingliederungsberaterin eine nachhaltige Ein
gliede
rung zumindest als fraglich erachtet
und erklärt hatte, der K
l
äger sei
von
Dr.
B._
temporär zu 100
%
arbeitsfähig geschrieben worden
(
v
gl.
Urk.
31/
62/7
,
Urk. 31/
68),
ist
die Arbeitstätigkeit des Klägers für den
E._
als gescheiterter Arbeitsversuch (Ur
teil des Bu
ndesgerichts 9C_630/2017 vom 9.
Mai 2018 E. 5.2) zu werten und nicht geeignet, den zeitlichen Zusammenhang zur vorbestehenden Arbeitsunfähigkeit zu unterbrechen. Die Beklagte 2 ist somit leistungspflichtig.
6.
Der vom Kläger in Übereinstimmung mit den Feststellungen der Invalidenversi
cherung geltend gemachte Invaliditätsgrad von 100
%
wird von der Beklagten 2 zu Recht nicht in Frage gestellt (vgl
.
Urk.
9 und
Urk.
20; vgl. Urk.
31/50).
Damit sind
die Leistungen
gestützt auf
Art.
26
Abs.
1 BVG in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 I
VG
mit Wirkung ab
1.
Mai
2014 und Verzugszinsen in Höhe von 5
%
geschuldet
(BGE 140 V 470)
. Nachdem
der Kläger
Mindestleistungen ein
geklagt hat und wed
er der Kläger noch die Beklagte 2
konkrete Unterlagen zur Be
rechnung der einzelnen Rentenleistungen eingereicht haben, ist die gegen die Beklagte 2 gerichtete Klage in dem Sinne gutzuheissen (vgl.
BGE 129 V 450
), dass sie zu verpflichten ist, dem Kläger mit Wirkung ab
1.
Mai
2014 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
die gesetzlichen und reglementarischen Be
rufsvorsorgeleistungen inklusive Kinderrenten für die Kinder
G._
und
H._
zuzüglich Zins zu 5
%
(vgl.
Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts; BGE 119 V 131 E. 4) für
die bis zur Klageerhebung am 4.
Juli 2016 fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
ab diesem Zeitpunkt und für die weiteren Rentenleistungen ab deren jeweiligem Fäl
ligkeitsdatum auszurichten.
7.
7.1
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende
Partei
Anspruch auf Ersatz der Par
teikosten. Die Beklagte 2 hat daher dem Kläger eine Prozessentschädigung aus
zurichten. Deren Höhe wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Gemäss
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt
. Die Rechts
vertreterin des Klägers reichte am 15. Dezember 2016 eine Honorarnote ein (
Urk.
25 und
Urk.
26), mit welcher sie einen zeitlichen Aufwand von 29,4 Stunden und Barauslagen von Fr. 229.30 geltend machte. Der für das Verfassen der Kla
geschrift (inkl. Aktenstudium) geltend gemachte Aufwand von 19
Stunden er
weist sich der Streitsache nicht als angemessen. Anerkannt werden kann für das Verfassen der Rechtsschrift – inklusive Aktenstudium – ein Aufwand von 10
Stunden. Unter Berücksichtigung, dass dem Kläger nach Einreichung der Hono
rarnote noch die – ihm bekannten
-
IV-Akten
(
Urk.
31/1-192)
sowie die
Stellung
nahme der Beklagten 1 vom
19. Juni 2018 (
Urk.
34)
zugestellt wurden, ist bei der Festsetzung der Entschädigung von einem zeitlichen Aufwand von 21
Stunden auszugehen, woraus bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- und Barauslagen von Fr. 229.30 ein Entschädigungsanspruch (inkl.
MWSt
) von Fr.
5'236.85
([20,4 x Fr. 220.-- + Fr. 229.30] x 1,08 + 0,6 x Fr. 220.
x 1,077) resultiert
. Mithin hat die Beklagte 2 der unentgeltlichen Rechtsvertreterin
,
Natha
lie
T
uor
Fr.
5'236.85
zu bezahlen.
7.2
Art.
73
Abs.
2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungsträ
gerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrecht
lichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu
Art.
159
Abs.
2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz/OG) praxis
gemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der Beklagten
1
- trotz ihres Antrags – anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7 und 117 V 349 E. 8, je mit Hinweisen).