Decision ID: 7d35b155-b0f0-5b7f-87ae-75fb8942129d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
diplomierte Arztgehilfin (
Urk.
12/102) und
Mutter
von drei
Kinder
n
(geboren 2001
,
2007
und 2008
; vgl.
Urk.
12/27/4
), erkrankte im Jahr 2004
nach
eine
m
Zeckenstich an
Frühsommer-Meningoence
phalitis
(FSME). Am
5.
Juni 2008 (
Urk.
12/5) meldete sie sich aufgrund der Fol
gen dieser Erkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche (
Urk.
12/8;
Urk.
12/10-11) und medizinische (
Urk.
12/12
)
Abklärungen und zog die Akten des Unfallversicherers
,
der
Schweizerische
n
Unfallversicherungsan
stalt
(SUVA)
,
bei (
Urk.
12/21).
Sodann führte sie eine Haushaltabklärung durch (Bericht vom 1
0.
Juni 2009;
Urk.
12/27). Die SUVA sprach der Versicherten mit Verfügung vom 2
6.
März 2009 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbs
unfähigkeit von 50
%
sowie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 35
%
zu (
Urk.
12/23).
Die IV-Stelle sprach der Versi
cherten mit Verfügung vom 2
6.
August 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 47
%
ab
1.
Oktober 2008 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
12/50;
Urk.
12/42).
Ein im Dezember 2010 von Amtes wegen durchgeführtes Revisionsverfahren (vgl.
Urk.
12/53 ff.) ergab bei veränderter Qualifikation (Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit) neu einen Invaliditätsgrad von 28
%
, weshalb die IV-Stelle die bisherige
Viertelsrente
mit Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
12/71) aufhob.
1.2
Am 1
4.
März 2013 (
Urk.
12/78) machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend.
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
12/85 ff.) veranlasste die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten, wel
ches am 1
6.
April 2014 erstattet wurde (
Urk.
12/101).
Mit Verfügung vom
5.
Januar 2015 (
Urk.
111 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
Am 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
1) erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Verfü
gung vom
5.
Januar 2015 (
Urk.
2), welche sie nach entsprechender gerichtlicher Aufforderung (
Urk.
3) verbesserte (
Urk.
5-6). Die Beschwerdegegnerin bean
tragte am
2.
März 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was der Beschwerdeführerin am 1
9.
März 2015 mitgeteilt wurde. Gleichzeitig wurde ihr antragsgemäss (
Urk.
6 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsver
tretung
bewilligt (
Urk.
16). Am 2
4.
April 2015 (
Urk.
17) reichte die Beschwer
deführerin weitere Unterlagen ein (
Urk.
18/1-4).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit
Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) dahin
gehend, dass die Beschwerdeführerin sowohl in der angestammten Tätig
keit als Re
daktionsmitarbeiterin als auch
in einer angepassten Tätigkeit
weiter
hin
zu 50
%
arbeitsfähig sei. Ausgehend von einer Qualifikation als zu
40
%
erwerbs- und zu 60
%
haushalttätig resultiere im Erwerbsbereich keine Ein
busse;
es sei von einem unveränderten Gesundheitszustand und einem
Invali
ditätsgrad
von 28
%
auszugehen. Man habe davon Kenntnis genommen, dass die Form der Begutachtung nicht den Vorstellungen der Beschwerdeführerin entsprochen habe. Das MEDAS-Gutachten sei jedoch beweiswer
tig und es liege keine Diagnose
mit dauerhafter Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Dem hielt die Bes
chwerdeführerin entgegen (
Urk.
6
), dass auf das MEDAS-Gut
achten nicht abgestellt werden könne. Trotz Hinweisen auf ihr eingeschränktes Seh- und Hörvermögen seien diesbezüglich keine fachärztlichen Abklärungen
getroffen worden, obwohl es sich laufend verschlechtere. Weiter sei fraglich, ob die Gutachterin
Dr.
Y._
und der Gutachter
Dr.
Z._
genügend qualifiziert gewesen seien, da sie das AHV-Alter bereits überschritten hätten.
Das neurolo
gische Teilgutachten sei zu kurz und möglicherweise seien
Dr.
Y._
nicht alle
Vorakten
bekannt gewesen. Auch der Gutachter
Dr.
A._
sei ungenügend qualifiziert, da er keine genügende Kenntnis der
Vorakten
gehabt habe, zudem sei die Untersuchung aufgrund der Verspätung von
Dr.
A._
verkürzt wor
den. Die neuropsychologische Abklärung sei nicht fachgerecht durchgeführt worden (S. 6 ff.). Weiter seien keine Abklärungen zum Arbeitspensum im Gesundheitsfall erfolgt. Sie sei unterdessen alleinerziehend und damit gezwun
gen,
im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig
zu sein (S. 12 f.).
Weiter erachte der behandelnde Arzt
Dr.
B._
das MEDAS-Gutachten als mangelhaft
. Es seien neue medizinische Abklärungen zu veranlassen (
Urk.
17 S. 2 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin und damit verbunden die Frage, ob seit der letzten Überprüfung im
Jahr 2011 eine
anspruchsrelevante
Verschlechterung ihrer Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Zeitlich
e
Vergleichsbasis (vgl. vorstehend E. 1.2) bildet somit die
rentenaufhe
bende
Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
12/71
).
3.
3.1
Dieser
Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
12/71) lagen folgende medizinischen Unterlagen zugrunde.
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine
Medizin, bei dem die Beschwerde
führerin seit Juli 2004 (
Urk.
12/58/1) in Behandlung steht, diagnos
tizierte mit Bericht vom 1
2.
Januar 2011 (
Urk.
12/58) einen Status nach FSME mit neurofunktionalen Defiziten und Hörminderung (
Ziff.
1.1). In der ange
stammten Tätigkeit bestehe seit Juli 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bis auf weiteres (
Ziff.
1.6). Die Beschwerdeführerin sei körperlich und geistig ver
langsamt, rasch erschöpfbar und leide an chronischen Kopfschmerzen sowie Stressintoleranz (
Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt dazu am
1.
März 2011 fest, dass aus dem Arztbericht von
Dr.
B._
keine richtungsweisenden Veränderungen des Gesundheitszustandes hervorgin
gen. Es würden bleibende Störungen nach FSME und neu beidseits eine
Hör
minderung
von 30
%
erwähnt. Die Arbeitsfähigkeit werde unverändert mit 50
%
seit Juli 2004 angegeben. Somit bestehe unverändert eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in bisheriger und angepasster Tätigkeit
(
Urk.
12/65/2).
3.4
Die Einstellung der Invalidenrente erfolgte aufgrund des Umstands, dass die Beschwerdeführerin
nach einer Phase der vollen Tätigkeit im Aufgabenbereich
seit Sept
ember 2010 wieder zu 40
%
erwerb
stätig war, was sich auf ihren Status
und auf den Invaliditätsgrad
auswirkte. Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin unverändert sowohl angestammt
in der letzten Tätigkeit
als Redaktionsmitarbeiterin als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig sei (vgl. Ur. 12/71/2).
4.
4.1
Zur Glaubhaftmachung einer Verschlechterung reichte die Beschwerdeführerin das Zeugnis von
Dr.
B._
vom 1
4.
März 2013 (
Urk.
12/78) ein. Darin hielt
Dr.
B._
fest, dass sich die Beschwerdeführerin mit dem 40%-Pensum überfor
dert habe und er die Arbeitsunfähigkeit ab März 2013 definitiv auf 80
%
erhöht habe.
Mit Bericht vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
12/80) diagnostizierte
Dr.
B._
einen Status nach FSME mit Defektheilung, neurofunktionalen Defiziten und Hörstö
rungen. In der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin
seit
März 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig. Sie leide an Konzentrationsstörungen,
Kollaps
zuständen
, körperlicher und geistiger Erschöpfbarkeit und könne keine kon
stante Leistung erbringen (
Ziff.
1.1 ff.). Mit einer Wiederaufnahme der berufli
chen Tätigkeit könne vorläufig nicht gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.2
Mit einem weiteren Bericht vom 2
6.
August 2013 (
Urk.
12/89)
führte
Dr.
B._
aus, er kenne als langjähriger behandelnder Arzt die medizinische Situation am besten. Zurzeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen; sie sei vollständig arbeitsunfähig. Eine versuchte stundenweise Wiederaufnahme der Arbeit sei gescheitert, weil die Leistung der Patientin mangelhaft gewesen sei, so dass sie die Stelle habe verlassen müssen. Es sei ihr nicht gelungen, sich auch nur während ein bis zwei Stunden am Tag zu konzentrieren. Es sei eine neue medizinische, insbesondere eine neue neu
ropsychologische Beurteilung zu veranlassen.
4.3
Die Fachleute des
D._
erstatteten ihr Gutachten vom 1
6.
April 2014
(
Urk.
12/101
/1-50
)
nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung
einer psychiatrischen, neurologischen, internistischen und neuropsychologischen Untersuchung. Eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie nicht (S. 21).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie
(S. 21):
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0) bei Status nach Frühsommer-
Meningoencephalitis
(FSME) im Juni 2004
Zustand nach Anpassungsstörung
Migräne mit Aura
Im März 2013 sei die Versicherte im Rahmen einer situativen Überlastung
(Stellenverlust; vgl. S. 29 des Gutachtens)
depressiv mit einem Erschöpfungszu
stand
dekompensiert
, so dass eine vorübergehende volle Arbeits
unfähigkeit anerkannt worden sei. Anamnestisch sei seither eine ambulante Psychotherapie erfolgt, unter der eine deutliche Besserung der affektiven Belastbarkeit einge
treten sei. Anlässlich der aktuellen Untersuchung ergäben die neurologischen und internistischen Untersuchungen keine Hinweise für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die aktuelle neuropsychologische Begutachtung habe keine validen Untersuchungsbefunde ergeben und weise aufgrund dieser Ergebnisse auf eine nicht ausreichende Anstrengungsbereitschaft der Versicherten hin. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und dem psychopathologischen Untersu
chungsbefund sei das von der Versicherten geschilderte Beschwerdebild inso
fern nicht objektivierbar, so dass sich die vorgetragene Leistungseinschränkung in ganz überwiegendem Masse in ihrer subjektiven Selbstwahrnehmung finde. Insgesamt liessen sich demnach keine objektiven Parameter nachweisen, die zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten, so dass mit Abschluss dieser Begutachtung eine volle Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit in einer Arzt
praxis wie auch in einer Verweistätigkeit bestehe (S. 21 f.).
Der Gesundheitszu
stand der Versicherten habe sich seit Juli 2011 grundsätzlich verbessert. Auf
grund der Besserung der emotionalen Belastbarkeit nach einer vorübergehenden depressiven Dekompensation im Sinne einer Anpassungsstörung im März 2013 sei mittlerweile wieder eine vollständige affektive Belastbarkeit hergestellt (S. 23).
4.4
Der psychiatrische Gutachter führte aus (S. 26 ff.), die Beschwerdeführerin be
richte, dass sie gegenwärtig mit ihrem Partner und den drei Kindern (fünfein
halb, sieben und zwölf Jahre alt) zusammenlebe. Um sechs Uhr zehn müsse sie aufstehen, sie kümmere sich dann um die Kinder. Nach dem Frühstück und der Morgentoilette beginne sie mit der Hausarbeit, ausser sie habe Therapie. Mittags koche sie in der Regel eine warme Mahlzeit für die Kinder. Abends esse man gemeinsam, danach sei sie oft müde und schlafe vor dem Fernseher ein. Sie beschäftige sich sonst manchmal in der Küche, es gäbe immer etwas zu tun. Sie habe auch angefangen zu stricken. Sehr gerne mache sie Yoga. Die Hausarbeit sei anstrengend, sie habe Unterstützung durch die Mutter und eine Nachbarin. Einmal in der Woche komme zusätzlich eine Reinigungskraft. Vor einiger Zeit habe die Versicherte begonnen, alte Nachtschränke zu restaurieren, dazu finde sie aber im Moment keinen rechten Antrieb (S. 27 unten f.). Es g
e
be einen Freundes- und Bekanntenkreis, man gehe auch aus, insofern sei das alltägliche
Leben schon abwechslungsreich. Sie fahre Auto, gehe regelmässig einkaufen, habe zum Teil auch Unterstützung durch ihren Partner. Zum Bücherlesen sei sie oft zu müde.
Sie habe auch Gedächtnisstörungen, müsse sich viele Dinge auf
schreiben, beispielsweise bei administrativen Dingen, sonst vergesse sie diese
(S.
28).
Der Zeitaufwand für das Gutachten habe 90 Minuten betragen. Die kognitiven Fähigkeiten der Versicherten wie Konzentration, Merkfähigkeit, Auffassungs
gabe und Aufmerksamkeit seien während der Dauer
der
Untersuchung ungestört erschienen; sie habe jederzeit über die besprochene Thematik Bescheid gewusst und in ihren Schilderungen auch bei komplexeren Themen nie den roten Faden verloren. Das logische Denken sei in diesem Rahmen auch in vollem Umfang erhalten gewesen. Urteilsbildung und Kritikfähigkeit seien ungestört gewesen. Im Zusammenhang mit den subjektiven Leistungseinschränkungen und dem Verlust des Arbeitsplatzes im März 2013 sei ein nachvollziehbarer Leidensdruck ersichtlich geworden
. Dabei scheine die Versicherte aber zugleich über adäquate emotionale Kompensationsmechanismen im Zusammenhang mit dieser Enttäu
schung verfügt zu haben (S. 30).
Mittlerweile sei eine deutliche Stabilisierung der affektiven Belastbarkeit zu ver
zeichnen. So biete die Versicherte im aktuellen psychopathologischen Befund ein ausgeglichenes Stimmungsbild bei einer erhaltenen emotionalen
Auslenk
barkeit
und einem lebhaften Antriebsniveau. Eine intellektuelle
Leistungsein
schränkung
, wie sie in der geschilderten Aktenlage immer wieder beschrieben werde, lasse sich zumindest im Rahmen der 90minütigen Exploration nicht objektivieren. Die Versicherte zeige sich gedanklich beweglich und könne kom
plexe übergeordnete Zusammenhänge überblicken. Logisches Denken, Urteils
bildung und Kritikfähigkeit seien erhalten. Im Zusammenhang mit der subjekti
ven
Leistungseinschränkung werde ein gewisser Leidensdruck vermittelt, der insgesamt aber affektiv gut kompensiert werde. Hirnorganische Auffälligkeiten bestünden nicht. Demnach sei davon auszugehen, dass sich die vorgetragenen kognitiven Leistungseinschränkungen überwiegend im subjektiven Bereich befänden, auch wenn die Schilderungen der Versicherten einen anderen Ein
druck vermittelten. Dies
zeige
sich auch aus den Ergebnissen
der aktuellen neuropsychologischen Testung, in der sich im Rahmen der Symptomvalidierung stark auffällige und in sich inkonsistente Befunde als Hinweise für eine nicht durchgängig ausreichende Leistungsmotivation
ergeben
hätten
. Insofern liessen sich bewusste Anteile von Aggravation kognitiver Störungen nicht ausschlies
sen. Es sei aus psychiatrischer Sicht allenfalls von einem
syndromalen
Beschwerdebild im Sinne leichter subjektiver kognitiver Störungen auszugehen, ohne dass sich hieraus versicherungsmedizinisch relevante Konsequenzen im
Sinne einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten liessen. Demnach sei von einer generellen 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl im Hinblick auf die letzte Tätigkeit als auch auf eine Verweistätigkeit ab Gutachtensdatum auszuge
hen (S. 33). Zumutbar seien leichte bis mittelschwere Arbeiten mit einem durchschnittlichen Anspruch an die kognitive Leistungsfähigkeit (S. 34).
4.5
Die
neurologische Gutachterin hielt fest, dass sich bei der Untersuchung keine Ausfälle
gefunden hätten
. Der neurologische Status sei abgesehen von der beidseitigen Gehörsverminderung vollständig unauffällig. Diagnostisch sei von einer Migräne auszugehen. Die Kopfschmerzen könnten durch
nichtsteroidale
Antirheumatika kupiert werden. Weiter bestünden gelegentlich vasomotorische Kopfschmerzen, die jedoch von der Versicherten überhaupt nicht in den Vor
dergrund gestellt würden. Die anamnestisch anstrengungsabhängig auftreten
den Kribbelstörungen an den Fingerspitzen und den Zehen könnten von neu
rologischer Seite her nicht zugeordnet werden; es dürfte sich um funktionelle Störungen ohne Krankheitswert handeln (S. 41).
4.6
Die neuropsychologische Begutachtung
(
Urk.
12/101/51-56
)
ergab eine stark schwankende Leistungsfähigkeit vom schwer beeinträchtigten bis zum über
durchschnittlichen Bereich. Die Versicherte erbringe in der Aufmerksamkeitsak
tivierung, in der selektiven und in der geteilten Aufmerksamkeit, in der verba
len und in der visuellen Merkspanne, im Wiedererkennen von Wörtern, im Benennen, im Rechnen sowie in der Handlungskontrolle auffällige und unter dem Normbereich liegende Ergebnisse. Die Symptomvalidierung sei stark auf
fällig und ergebe inkonsistente Befunde. Ein Symptomvalidierungsverfahren sei zu Beginn und ein weiteres am Ende der dreistündigen Testung durchgeführt worden, so dass es sich mit Sicherheit nicht um Ermüdungs- oder
Interferenz
effekte
handle. In zwei Symptomvalidierungsverfahren lägen die Leistungen der Versicherten in einem Bereich, der auf eine deutlich verminderte
Anstrengungs
bereitschaft
hinweise. Diese Tests seien auch für klinische Populationen mit guter Anstrengungsbereitschaft ohne Probleme nahezu fehlerfrei zu bewältigen. Die Leistungen der Beschwerdeführerin lägen deutlich unter der Leistung neu
rologischer Patienten mit Gedächtnisproblemen, unter der Leistung von Patien
ten mit schwerem Schädelhirntrauma oder derjenigen schwer depressiver Pati
enten. Sie lägen im Bereich schwer dementer hospitalisierter Patienten. Bei schwierigen Untertests der Symptomvalidierungsverfahren würden
erwartungs
widrig
zum Teil
deutlich bessere Leistungen als bei leichteren Untertests erbracht. Das Profil der Beschwerdeführerin in der Symptomvalidierung weise grosse Ähnlichkeit mit dem Profil von Personen auf, welche eine Gedächtnis
störung simulieren sollten. Es bestünden somit deutliche Hinweise auf eine
schwankende, nicht durchgängig ausreichende Leistungsmotivation, welche als von einem möglichen Ermüdungseffekt unabhängig anzusehen sei (
S. 5
).
In der früheren neuropsychologischen Untersuchung
im Jahr
2008 seien neu
ropsychologische Störungen als konsistent und
als
Folge der FSME interpretiert worden. Die Durchführung von Symptomvalidierungsverfahren sei nicht doku
mentiert. Im Aufmerksamkeitsbereich und Reaktionsvermögen seien damals deutliche Beeinträchtigungen gefunden worden. Auf Testebene zeigten sich in der aktuellen Untersuchung ähnliche Leistungsminderungen. Diese
seien
jedoch im Gegensatz zur Voruntersuchung nicht mit dem Fähigkeitsniveau im Alltag (Berufstätigkeit, Verantwortung für drei kleine Kinder, Fahren eines PKW) ver
einbar (
S. 6
).
4.7
Dr.
B._
führte mit Schreiben vom 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
18/1) zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin aus, diese sei abgesehen von der pro
gredienten Schwerhörigkeit neurologisch gesund, habe sie doch keinerlei moto
rische oder sonstige sensible Ausfälle. Ein entsprechendes Gutachten sei deshalb nicht notwendig gewesen. Jedoch sei die Schwerhörigkeit in diesem Gutachten nicht erwähnt oder gewürdigt worden, obwohl sie den Alltag der Beschwerde
führerin nicht unerheblich beeinträchtige.
Dass sie deutliche mittelschwere neuropsychologische Störungen aufweise, sei im Jahr 2008 in
E._
objekti
viert worden und
diese
seien dannzumal irreparabel gewesen, da sie 3.5 Jahre nach der durchgemachten FSME aufgetreten seien. Auch heute leide die Beschwerdeführerin unter permanenter körperlicher und geistiger Überforde
rung im Alltag. Als Folge davon entstünden körperliche Schwächezustände bis zum Kollaps, psychische Verzweiflung und Ausnahmezustände, deutliche Reiz
barkeit, schmerzhaftes Hörempfinden und Lichtüberempfindlichkeit. Als weitere Folge habe sich nebst den permanenten Kopfschmerzen, welche im neurologi
schen Gutachten keine Erwähnung gefunden hätten, eine Migräne eingestellt, deren häufige Anfälle die Beschwerdeführerin trotz Medikation jeweils über Tage blockierten (S. 1 f.). Bisher seien in keinem Gutachten die chronischen Kopfschmerzen, die zunehmende Migräne und die zunehmende Schwerhörigkeit gewürdigt worden, was die Qualität des Gutachtens in Frage stelle (S. 2). Die neuropsychologische Untersuchung habe unter denkbar ungünstigen äusseren Umständen stattgefunden. Weiter sei das Gutachten ohne Kenntnis des Beschwerdebildes der FSME und deren Langzeitfolgen erstellt worden, was ein weiterer gravierender Mangel sei. Im Zeitpunkt der neuropsychologischen Untersuchung in
E._
im Jahr 2008 sei der Endzustand schon längst erreicht worden und eine Besserung sei nach heutigen Kenntnissen und Erfahrungen nicht mehr zu erwarten. Insofern seien die Testergebnisse der aktuellen neu
ropsychologischen Teilbegutachtung gar nicht möglich. Es sei bestenfalls ein in etwa gleichbleibendes oder schlechteres Bild zu erwarten gewesen.
5.
5.1
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verschlechterung stützt sich auf die Arztberichte und Schreiben von
Dr.
B._
(vo
rstehend E. 4.1-4.2 sowie 4.7).
Dessen Berichte vermögen den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten (vgl. vorstehend E. 1.4)
indes
nicht zu genügen: Insbesondere ist aus den genannten Berichten nicht ersichtlich, dass
Dr.
B._
aktuell
eigene Untersuchungen durchgeführt hätte. Befunde, sofern sie über
haupt erwähnt werden, werden nicht durch Untersuchungsresultate untermau
ert.
Es kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass
Dr.
B._
seine Beurtei
lung im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützte. Auch wenn davon auszugehen ist, dass Restbeschwerden nach einer durchgemachten FSME ganz unterschiedlich ausfallen können und
Dr.
B._
als anerkannter Spezialist über grosse Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt, ist aus Sicht de
r
Rechtsanwend
ung
unerlässlich, dass die ärztliche Einschätzung auf genügenden Abklärungen beruht.
Neben diesen inhaltlichen Bedenken ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass nicht nur allgemeinpraktizierende Hausärzte, sondern auch behandelnde Spezialärzte (vgl.
die
Urteile
des Bundes
gerichts
I 383/04
vom 2
6.
November 2004,
E
. 3.4, und I 139/04
vom 2
0.
Oktober 2004 E
. 4.2.2, je mit Hinweisen) im Hinblick auf ihre
auftragsrecht
liche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus
sagen (vgl.
auch
BGE 125 V 353
E
. 3b/cc mit Hinweisen).
Dies ist insbesondere aufgrund des Schreibens von
Dr.
B._
vom 2
9.
Januar 2015 anzunehmen (vor
stehend E. 4.7), ging
Dr.
B._
doch aktenwidrig davon aus, dass anlässlich der
D._
-Begutachtung weder die Hörminderung noch die Kopfschmerzen und Migräne der Beschwerdeführerin erwähnt und gewürdigt worden seien. Dabei war die Versorgung mit Hörgeräten in der Aktenlage erfasst worden (S. 12 ff. des Gutachtens
)
und die neurologische Gutachterin erwähnte die Hörminderung wie auch die Kopfschmerzen und die Migräne (vgl. S. 37 und S. 40 sowie S. 41 des Gutachtens). Weiter war während der Begutachtung keine Beeinträchtigung des Hörvermögens feststellbar. Die Beschwerdeführerin zeigte sich denn
in der Vergangenheit
auch sehr zufrieden mit ihren Hörgeräten (vgl.
Urk.
12/63/5 sowie
Urk.
12/68/5)
. Nicht nachvollziehbar ist weiter, dass
Dr.
B._
eine Ver
besserung der neuropsychologischen Beschwerden kategorisch als unmöglich beurteilt, ohne eigene Tests zu veranlassen, die diese Behauptung stützen könnten. Hinzu kommt, dass die von
Dr.
B._
im März 2013 attestierte Ver
schlechterung wohl nicht unwesentlich auf einen vorübergehenden depressiven Zustand zurückzuführen war, was
das Beschwerdebild wohl stark beeinflusste.
5.2
Demgegenüber beruhte das
D._
-Gutachten auf umfassenden Untersuchungen und erlaubte erstmals eine Gesamtbeurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Es ist ausführlich begründet und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar. Den praxisgemässen Anforderungen (vgl. vorstehen
d
E.
1.6) wurde Genüge getan, weshalb darauf abzustellen ist. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorliege und mithin eine volle Arbeitsfähigkeit sowohl in der letzten Tätigkeit in einer Arztpraxis als auch in einer Verweistätigkeit besteht. Diese Beurteilung stützte sich zum einen auf den Umstand, dass in neurologischer und internistischer Hinsicht keine Beeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellbar war. Wie vorstehend erwähnt, ist die Hörminderung der Beschwerdeführerin aufgrund der Hörgeräte kompensiert, andernfalls sie eine entsprechende Anpassung vorzunehmen hätte. Eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ist nicht ersichtlich. Die Migräne und Kopfschmerzen sind mit
tels Medikamenten kontrollierbar (vgl. S. 41 des Gutachtens, wo eine weitere Behandlung vorgeschlagen wurde). In psychischer Hinsicht wurde eine vorüber
gehende depressive
Dekompensation mit Erschöpfung festgestellt, welche die Beschwerdeführerin aber mittels ambulanter Psychotherapie gut aufzufangen vermochte. Der psychiatrische Gutachter stellte keine Störung der kognitiven Fähigkeiten fest, und eine intellektuelle Leistungseinschränkung sei nicht ersichtlich gewesen (S. 30 f. d
es Gutachtens). Selbst wenn diese
Untersuchung, wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht, nur 50 statt 90 Minuten gedauert haben sollte, war dem Gutachter doch eine genügende Befunderhebung mög
lich.
I
n Bezug auf die Dauer der psychiatrischen Begutachtung ist festzuhalten, dass der zu betreibende zeitliche Aufwand zwar der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss. Zuvorderst hängt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies - wie hier - zu, ist die Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht entscheidend (Urteil des Bundesgerichts 9C_352/2013 vom
3.
Juli 2013).
In neuropsychologischer Hinsicht ergab die Überprüfung der Testresultate mit
tels Symptomvalidierung Hinweise für eine deutlich verminderte
Anstrengungs
bereitschaft
und Leistungen, die denjenigen von schwer dementen Patienten entsprachen. Das Profil habe grosse Ähnlichkeit mit demjenigen von Personen, welche eine Gedächtnisstörung simulieren
s
ollten, aufgewiesen.
Es hätten
sich auf Testebene Beeinträchtigungen in Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen
gezeigt
, was im Gegensatz zu Voruntersuchungen nicht mit dem
Fähigkeitsni
veau
der Beschwerdeführerin im Alltag zu vereinbaren sei, wo sie Auto fahre und Verantwortung für drei
kleine
Kinder trage. Dieses Fähigkeitsniveau lässt nicht auf gravierende neuropsychologische Störungen schliessen, denn die Beschwerdeführerin kümmert sich ab sechs Uhr morgens bis etwa um 22 Uhr abends um sich selbst, ihre Familie und den Haushalt, kocht, spielt mit den Kin
dern, fährt Auto, strickt, geht regelmässig einkaufen und geht auch manchmal aus (S. 27 f. sowie S. 44 des Gutachtens).
Somit ist auch keine wesentliche Beeinträchtigung im Haushalt ersichtlich.
Soweit noch Spätfolgen der durchge
machten FSME vorliegen, so haben diese gemäss Gutachten des
D._
keine Auswirkungen mehr auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
5.3
Es ist somit von einer Verbesserung seit Juli 2011 und von voller Arbeitsfähig
keit auch in der angestammten Tätigkeit auszugehen
; der Beschwerdeführerin ist - entgegen der Anna
hme der Beschwerdegegnerin einer 50%igen Arbeitsfä
higkeit (
Urk.
2 S. 2),
die in den Akten keine Stütze findet -
ab Gutachtensdatum
eine Erwerbstätigkeit auch in vollem Pensum zumutbar.
Die von der Beschwer
deführerin vorgebrachte Kritik (insbesondere
bezüglich
Alter der Gutachter, Umstände der Begutachtung, vgl. auch
Urk.
12/108)
ist
appellativ
und vermag das
D._
-Gutachten nicht zu entkräften. Dass die Beschwerdeführerin nun geltend macht, im Gesundheitsfall voll erwerbstätig zu sein, zeigt angesichts der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
keine Auswirkungen:
Bei voller Arbeitsfä
higkeit in der angestammten Tätigkeit
und Zumutbarkeit eines ganztägigen Pensums
besteht
ohnehin
kein Rentenanspruch.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Nach Einsicht in die
Honorarnote vom 1
9.
Januar 2016 (
Urk.
21/1-2)
is
t Rechts
anwältin Stephanie Schwarz, Winterthur,
mit
Fr.
3‘122.10
aus der G
erichtskasse zu entschädigen
.
Die Beschwerdeführerin
wird
auf § 16
Abs. 4
GSVGer
hingewie
sen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.