Decision ID: b8bc0aba-e8a1-4074-8166-1fa19b18ad0d
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ F.M., geboren am 15. März 1967, Staatsbürger von Serbien und Montenegro,
arbeitete in den Jahren 1991 bis 1996 jeweils als Saisonnier in der Schweiz.
Am 1. März 1994 heiratete F.M. in der Heimat seine Landsfrau E., geborene S.,
geboren am 27. November 1969. Dieser Ehe entstammen die Kinder A., geboren am 1.
Oktober 1994, und Y., geboren am 6. November 1996. Am 15. Januar 1997 wurde die
Ehe geschieden.
Einige Tage später, am 3. Februar 1997, heiratete F.M. in der Heimat die Schweizer
Bürgerin R.S., geboren am 20. August 1967. Er reiste am 4. April 1997 in die Schweiz
ein und am 10. April 1997 wurde ihm im Rahmen des Familienachzugs eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 19. Dezember 2000 reichten die Ehegatten ein
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gemeinsames Scheidungsbegehren ein und am 18. Mai 2001 wurde die Ehe M./S.
rechtskräftig geschieden.
Am 4. April 2002 erteilte das Ausländeramt F.M. die Niederlassungsbewilligung.
Am 2. August 2002 verheiratete sich F.M. in seiner Heimat erneut mit E., geborene S..
Am 15. März 2004 stellte er das Gesuch um Familiennachzug der Ehefrau und der
gemeinsamen Kinder A., Y., A., geboren am 23. April 1998, und D., geboren am 17.
Oktober 2002.
Aufgrund der Tatsache, dass A. während der Ehe F.M.s mit R.S. gezeugt und geboren
worden war, tätigte das Ausländeramt verschiedene Abklärungen. Am 12. Januar 2005
wies es F.M. für die Dauer von zehn Jahren aus der Schweiz aus, mit Beginn am 31.
März 2005.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 12. Januar 2005 erhob F.M. am 20.
Januar 2005 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Er beantragte, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei von einer Ausweisung abzusehen.
Eventuell sei vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung abzusehen. Das Justiz- und
Polizeidepartement hiess den Rekurs am 22. November 2005 insofern gut, als die
verfügte Ausweisung aufgehoben wurde (Ziff. 1 lit. a). Im übrigen wurde der Rekurs
abgewiesen, und die Niederlassungsbewilligung von F.M. wurde widerrufen. Es wurde
angeordnet, dass er den Kanton St. Gallen zu verlassen habe und das Ausländeramt
wurde eingeladen, ihm eine neue Frist zur Ausreise anzusetzen (Ziff. 1 lit. b und c).
C./ Am 8. Dezember 2005 erhob F.M. gegen den Entscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 22. November 2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht.
Er stellt das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1) und
eventuell, bei Widerruf der Niederlassungsbewilligung, sei ihm eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen (Ziff. 2). Auf die zur Begründung gemachten

Ausführungen wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Am 28. Dezember 2005 stellte das Justiz- und Polizeidepartement den Antrag, die
Beschwerde sei abzuweisen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
a) Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). F.M. ist
grundsätzlich zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 8. Dezember 2005 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
b) Art. 45 Abs. 1 VRP bestimmt, dass zur Beschwerde nur legitimiert ist, wer an der
Änderung oder Aufhebung des angefochtenen Entscheids ein eigenes schutzwürdiges
Interesse dartut. Die Rechtsmittelbefugnis setzt somit auch voraus, dass jemand
beschwert ist bzw. dass er mit seinem Rechtsbegehren nicht oder nicht vollständig
durchgedrungen ist. Ob jemand beschwert ist, beurteilt sich durch einen Vergleich des
Rechtsbegehrens des Betroffenen mit dem Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids
(vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003,
Rz. 403 mit Hinweisen).
Das Ausländeramt hat am 12. Januar 2005 verfügt, der Beschwerdeführer werde aus
der Schweiz ausgewiesen. Dementsprechend hat er im Rahmen des Rekursverfahrens
das Rechtsbegehren gestellt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und von
einer Ausweisung sei abzusehen. Diesem Antrag hat die Vorinstanz entsprochen. Sie
hat den Rekurs im Sinn der Erwägungen teilweise gutgeheissen und die Ausweisung
aufgehoben. Insofern kann mangels Beschwer auf die Beschwerde nicht eingetreten
werden.
2./ Der Beschwerdeführer verweist auf die Ausführungen im Rahmen des
vorinstanzlichen Verfahrens. In ständiger Rechtsprechung hat es das
Verwaltungsgericht abgelehnt, dass pauschal auf Eingaben an Vorinstanzen verwiesen
wird. Ein solcher Verweis ist ungenügend, da aus ihm nicht hervorgeht, in welchen
Punkten und weshalb der Entscheid der Vorinstanz angefochten wird. Es ist nicht
Aufgabe der Rechtsmittelinstanz, in vorinstanzlichen Eingaben der Beteiligten nach
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Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 921 mit Hinweisen).
3./ Der Beschwerdeführer beantragt, es seien Zeugen zu befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (vgl. BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Wie zu zeigen sein wird, ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen aus den Akten,
weshalb auf die Einvernahme der Zeugen verzichtet werden kann.
4./ Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers widerrufen durfte.
a) Die Vorinstanz hat die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers gestützt
auf Art. 9 Abs. 4 lit. a des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 140.20, abgekürzt ANAG) widerrufen, weil sie zur Auffassung gelangte,
er habe sie durch falsche Angaben und wissentliches Verschweigen wesentlicher
Tatsachen erschlichen. Dies trifft nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
insbesondere auch dann zu, wenn sich nachträglich Indizien ergeben, welche die
mittlerweile aufgelöste Ehe, auf die sich der Ausländer berufen hat, als Scheinehe oder
als bloss aus fremdenpolizeilichen Gründen aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen
(BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 mit Hinweis auf BGE 112 Ib 161 E. 3b S. 163
und 2A.346/2004 vom 10. Dezember 2004).
Art. 9 Abs. 4 ANAG ist eine typische "Kann-Bestimmung". Das Gesetz sieht beim
Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nicht zwingend den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung vor. Es räumt der Verwaltung diesbezüglich einen
Ermessensspielraum ein. Das Verwaltungsgericht übt eine Rechtskontrolle aus (Art. 61
Abs. 1 und 2 VRP). Im Streitfall kann somit nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr
Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit rechtswidrig handelte, als sie
die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers widerrief, und ob sie den
Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt hat. Das Verwaltungsgericht hat den
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Ermessenspielraum der Verwaltung zu respektieren, wenn diese bei ihrem Entscheid
von sachlichen und vernünftigen Überlegungen ausging, die mit Sinn und Zweck des
Gesetzes in Einklang stehen (GVP 1998 Nr. 71 und 1996 Nr. 9).
b) Der Ausländer ist verpflichtet, der Behörde über alles, was für den
Bewilligungsentscheid massgebend sein kann, wahrheitsgetreue Auskunft zu geben
(Art. 3 Abs. 2 ANAG). Eine Niederlassung kann gestützt auf Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG
widerrufen werden, wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches
Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat. Der Widerruf setzt voraus, dass
der Betroffene wissentlich falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf die Niederlassungsbewilligung zu
erhalten (BGE 112 Ib 475 f.). Wesentlich sind nicht nur solche Tatsachen, nach denen
die Fremdenpolizei im Hinblick auf die Bewilligungserteilung bzw. -erneuerung
ausdrücklich gefragt hat, sondern auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen
muss, dass sie für den Bewilligungsentscheid relevant sind. Von der Pflicht zu
wahrheitsgetreuer bzw. vollständiger Auskunftserteilung ist der Ausländer selbst dann
nicht befreit, wenn die Ausländerrechtsbehörde die fragliche Tatsache selbst hätte
ermitteln können. Dazu gehört die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der
Begründung einer neuen Ehe oder die Tatsache, dass der Betroffene aussereheliche
Kinder hat (BGE 2A.485/2003 vom 20. Februar 2004 E. 2.1 und BGE 2A.275/2005 vom
17. Oktober 2005 E. 2.1.). Ein Erschleichen der Niederlassungsbewilligung kann nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch darin liegen, dass die Angaben, auf die
sich die Behörden bei der seinerzeitigen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestützt
hatten oder die bei späteren Verlängerungen der Aufenthaltsbewilligung oder bei der
Erteilung der Niederlassungsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als
massgebend betrachtet werden durften, falsch oder unvollständig waren (BGE 2A.
485/2003 vom 20. Februar 2004 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 2A.551/2003 vom 21.
November 2003 E. 2.1, 2A.432/2002 vom 5. Februar 2003 E. 3.5, 2A.57/2002 vom 20.
Juni 2002 E. 2.2 sowie auf Andreas Zünd, Beendigung der ausländerrechtlichen
Anwesenheitsberechtigung, in: Aktuelle Fragen des schweizerischen Ausländerrechts,
2001, S. 141).
Die Auskunftspflicht trifft gegebenenfalls nicht nur den Ausländer, welcher in den
Genuss der Bewilligung kommen soll; die Bewilligung kann auch gestützt auf das
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Verhalten einer Person widerrufen werden, zu welcher der Ausländer in einer für das
Erteilen der Bewilligung erheblichen Beziehung steht, sofern sie im
Bewilligungsverfahren massgeblich in Erscheinung getreten ist, so etwa, wenn sie das
Gesuch eingereicht hat (BGE 2A.756/2004 vom 27. Januar 2005 E. 2.2.1 mit Hinweis
auf BGE 112 Ib 477).
Nicht erforderlich für einen Widerruf der Bewilligung ist, dass sie bei richtigen und
vollständigen Angaben notwendigerweise zu verweigern gewesen wäre. Das Vorliegen
des Widerrufsgrundes führt anderseits nicht zwingend dazu, dass die Bewilligung auch
tatsächlich zu widerrufen ist. Zu beachten ist das Verhältnismässigkeitsgebot. Beim
Widerrufsentscheid muss den besonderen Umständen des Einzelfalls angemessen
Rechnung getragen werden (BGE 112 Ib 473 und 475 ff.; BGE 2A.488 vom 24. August
2005 E. 2.2.1 mit Hinweis auf BGE 2A.628/2004 vom 9. November 2004 E. 2.1, 2A.
485/2003 vom 20. Februar 2004 E. 2.1 sowie 2A.551/2003 vom 21. November 2003 E.
2.1).
c) Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Ergebnis, der
Beschwerdeführer habe trotz anfänglicher Verliebtheit und sexueller Kontakte mit R.S.
bis März 1999 nie die Absicht gehabt, mit dieser Frau eine eheliche
Lebensgemeinschaft zu begründen. Die Ehe M./S. sei aus seiner Sicht eine
Zweckgemeinschaft gewesen. Sie habe dem Fernziel des Beschwerdeführers gedient,
erneut seine erste und heutige Ehefrau E. M. zu heiraten und diese zusammen mit den
mittlerweile vier gemeinsamen Kindern in die Schweiz nachzuziehen. Die eigentliche
emotionale und familiäre Beziehung des Beschwerdeführers habe immer zu E. M. und
den gemeinsamen Kindern in der Heimat bestanden. Dementsprechend habe er
während der Dauer der Ehe mit R.S. in der Heimat eine Parallelbeziehung zu seiner
geschiedenen Ehefrau unterhalten.
aa) Nach Art. 7 Abs. 1 ANAG hat der Ehegatte einer Schweizer Bürgerin Anspruch auf
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren hat er Anspruch
auf die Niederlassungsbewilligung. Kein solcher Anspruch besteht nach Art. 7 Abs. 2
ANAG, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und
Niederlassung von Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der
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Ausländer zu umgehen. Erfasst wird die sogenannte Scheinehe bzw.
Ausländerrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche
Gemeinschaft beabsichtigten (BGE 128 II 151, 127 II 55 mit Hinweisen). Auch wenn die
Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies nicht zwingend, dass
dem ausländischen Ehepartner der Aufenthalt ungeachtet der weiteren Entwicklung
gestattet werden muss. Zu prüfen ist insbesondere, ob sich die Berufung auf die Ehe
nicht anderweitig als rechtsmissbräuchlich erweist (BGE 128 II 151 mit Hinweisen).
Sodann verwirkt der Rechtsanspruch auf Aufenthalt, wenn eine formelle Ehe nur
deshalb aufrecht erhalten wird, damit dem ausländischen Ehegatten das Recht auf
Verbleib in der Schweiz nicht entzogen wird (BGE 121 II 97 ff.).
Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung
von Interessen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 128 II
151, 127 II 56 je mit Hinweisen). Im Zusammenhang mit Art. 7 ANAG ist dies dann der
Fall, wenn sich der Ausländer in einem fremdenpolizeilichen Verfahren auf eine Ehe
beruft, welche nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw.
Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft besteht (BGE 128 II 151 mit Hinweis
auf BGE 127 II 56, 123 II 50 f.). Ein Rechtsmissbrauch darf nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht leichthin angenommen werden, namentlich
nicht schon deshalb, weil die Ehegatten nicht mehr zusammenleben oder ein
Eheschutz- oder Scheidungsverfahren eingeleitet worden ist (BGE 128 II 151). Gerade
weil der ausländische Ehegatte nicht der Willkür des schweizerischen ausgeliefert sein
soll, hat der Gesetzgeber darauf verzichtet, die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung
vom ehelichen Zusammenleben abhängig zu machen. Erforderlich sind konkrete
Hinweise darauf, dass die Führung einer Lebensgemeinschaft nicht mehr beabsichtigt
und nicht mehr zu erwarten ist (BGE 128 II 151, 127 II 57). Umgekehrt kann aus einer
gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht
ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt. Ein
solches Verhalten kann nur vorgespiegelt sein, um die Behörde zu täuschen (BGE 122
II 295 mit Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Wie es sich verhält, entzieht sich in
der Regel dem direkten Beweis und ist oft nur durch Indizien zu ermitteln (BGE 128 II
152, 127 II 57). Die Gründe für das Scheitern der Ehe bzw. für die Unmöglichkeit der
Wiederannäherung der Ehegatten spielen keine Rolle, soweit mit einer
Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft offensichtlich nicht mehr zu rechnen ist
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(BGE 128 II 154; vgl. auch VerwGE vom 25. Oktober 2005 i.S. S. B.-S. in:
www.gerichte.sg.ch).
bb) Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer und R.S. ausgesagt haben, im
Zeitpunkt der Heirat hätten sie sich geliebt und sie hätten bis März 1999, somit
während rund zwei Jahren, sexuelle Beziehungen unterhalten. Der Beschwerdeführer
beruft sich auf das verfassungsmässig garantierte Recht auf Ehe und hält dafür, allein
aufgrund dieser Tatsache könne ihm und seiner geschiedenen Ehefrau nicht
mangelnder Ehewille unterstellt werden. Zutreffend ist zwar, dass die Aussagen des
Beschwerdeführers und von R.S. sowie ihre sexuelle Beziehung grundsätzlich gegen
das Vorliegen eine Scheinehe sprechen. Rechtserheblich ist indessen, ob der
ausländische Ehegatte die Ehe mit einer Schweizer Bürgerin zwecks Umgehung
ausländerrechtlicher Vorschriften eingegangen ist. Nicht entscheidend ist, aus welchen
Gründen sich die Schweizer Bürgerin zur Ehe entschlossen hat bzw. ob sie ihren
ausländischen Ehemann liebt und mit ihm eine Lebensgemeinschaft aufbauen will
(VerwGE vom 7. April 2005 i.S. U.P.M.). Die Aussage eines ausländischen Ehemannes,
er habe seine Schweizer Ehefrau aus Liebe geheiratet, kann somit unglaubwürdig
erscheinen, zumal dann, wenn eine Vielzahl von Indizien dafür spricht, dass er vor,
während und nach der Ehe mit einer Schweizer Bürgerin emotional und familiär
vorrangig mit einer anderen Frau verbunden war und ist.
Die Annahme der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe die Ehe mit R.S. aus
sachfremden Motiven geschlossen, beruht vorab auf der Tatsache, dass er, kurz
nachdem er R.S. im Februar 1997 geheiratet hatte und in die Schweiz eingereist war,
mit seiner ersten und heutigen Ehefrau E.M. das dritte gemeinsame Kind A. gezeugt
hat, das am 23. April 1998 in seiner Heimat geboren wurde. Der Beschwerdeführer
wendet in diesem Zusammenhang zwar ein, das Verhältnis zu R.S. sei "auf einmal"
nicht mehr so gut gewesen, weshalb es in einem Hotelzimmer, wo er sich aus
familiären Gründen mit seiner geschiedenen Ehefrau aufgehalten habe, zu diesem
"Unfall" gekommen sei. Er sei betrunken gewesen und habe sich zu diesem
unüberlegten Akt verführen lassen. Aufgrund dieses einmaligen Vorfalls dürfe nicht auf
eine Scheinehe geschlossen werden, zumal ein Seitensprung in jeder Ehe vorkommen
könne, ohne dass es am Ehewillen mangle. Die Behauptung des Beschwerdeführers,
es habe sich um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt, dem in ausländerrechtlicher
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Hinsicht keine Bedeutung beigemessen werden dürfe, erscheint indessen unter den
gegebenen Umständen völlig unglaubwürdig. Die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer zu seiner vormaligen und künftigen Ehefrau auch während der Ehe
mit R.S. eine sexuelle Beziehung hatte und dass daraus im Jahr 1998 ein drittes Kind
hervorging, dem im Jahr 2002 ein viertes Kind folgte, spricht klar und eindeutig dafür,
dass er nicht die Absicht hatte, mit seiner Schweizer Ehefrau eine Lebensgemeinschaft
zu gründen und zu führen. Mit dieser Ehe bezweckte er, dereinst seine Familie, seine
Kinder und deren Mutter, in die Schweiz nachziehen zu können. Sodann ist die
Auffassung des Beschwerdeführers, wonach aussereheliche sexuelle Beziehungen
keinen Hinweis für das Vorliegen einer Scheinehe darstellen, nicht nachvollziehbar,
zumal wenn feststeht, dass ein bestimmtes intimes und familiäres Verhältnis vor,
während und nach der Ehe mit einer Schweizer Bürgerin besteht. Auch steht sie im
Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 2A.431/2005 vom 14.
November 2005 E. 2.2).
cc) Als weitere Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe durfte die Vorinstanz in
Anbetracht dieser Umstände sodann die zeitliche Abfolge der Tatsachen werten, dass
die Heirat des Beschwerdeführers mit R.S. im Zusammenhang mit dem Ablauf seiner
Saisonbewilligung nur zwei Wochen nach seiner Scheidung von E.M. erfolgte, dass die
Scheidung von seiner ersten Ehefrau nur rund zwei Monate nach der Geburt des
zweiten gemeinsamen Kindes am 6. November 1996 bereits vollzogen war, dass der
Beginn seiner Beziehung zu R.S. zeitlich mit dieser Geburt zusammenfällt und dass er
bereits drei Monate nach seiner Einreise in die Schweiz und dem Beginn des
Zusammenlebens mit seiner Schweizer Ehefrau mit seiner geschiedenen Ehefrau ein
drittes Kind zeugte. Daraus durfte die Vorinstanz ohne weiteres schliessen, der
Beschwerdeführer habe seine emotionale und familiäre Beziehung zu E.M. nie
aufgegeben und er habe R.S. geheiratet, um seine Familie dereinst in die Schweiz
nachziehen zu können. Dafür spricht überdies, dass der Beschwerdeführer die Mutter
seiner Kinder kurz nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung am 4. April 2002 wieder
geheiratet hat und dass kurz darauf, am 17. Oktober 2002, das vierte gemeinsame
Kind zur Welt kam. Die zutreffende Beurteilung der Vorinstanz vermag der
Beschwerdeführer nicht mit der Bemerkung zu entkräften, Liebesbeziehungen würden
sich nicht an Geburtstermine halten. Auch der Umstand, dass seiner
Wiederverheiratung mit E.M. aus rechtlicher Sicht nichts entgegenstand, ändert nichts
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an der Tatsache, dass die Indizienlage eindeutig dafür spricht, dass der
Beschwerdeführer R.S. aus sachfremden Motiven geheiratet hat.
dd) Die Vorinstanz hält weiter dafür, gegen eine ernsthafte Beziehung zwischen dem
Beschwerdeführer und R.S. spreche, dass die beiden bezüglich des Kennenlernens
und der Bekanntschaftszeit unterschiedliche, zum Teil sogar widersprüchliche
Aussagen gemacht hätten. R.S. habe sowohl gegenüber der Polizei als auch
gegenüber dem Ausländeramt ausgesagt, sie habe den Beschwerdeführer am
Arbeitsplatz kennengelernt und daraus habe sich anfangs November 1996 eine
Beziehung ergeben. Die Heirat sei bereits im Dezember 1996 zum Thema geworden,
weil die Saisonbewilligung des Beschwerdeführers abgelaufen sei und er die Schweiz
habe verlassen müssen. Demgegenüber habe sich der Beschwerdeführer gegenüber
der Polizei dahingehend geäussert, er habe R.S. im Ausgang kennengelernt und er
wisse nicht mehr, wann der Entschluss zur Heirat gefasst worden sei. Beim
Ausländeramt habe er anschliessend erklärt, er habe seine Schweizer Ehefrau am
Arbeitsplatz getroffen und die Heirat sei drei Monate nach Beginn der Beziehung im
November 1996 zum Thema geworden. Die Einschätzung der Vorinstanz, wonach die
widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich des Beginns der
Beziehung zwischen ihm und R.S. sowie die Tatsache, dass der Beschwerdeführer die
Schweiz mangels fremdenpolizeilichem Status verlassen musste, ebenfalls dafür
sprechen, dass die Ehe zumindest aus seiner Sicht sachfremden Motiven diente,
erweist sich als zutreffend. Daran vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer
geltend macht, er habe vor der Polizei ohne Dolmetscher aussagen müssen - gemäss
Befragungsprotokoll vom 3. Juli 2004 benötigte er keinen Dolmetscher, weil er auf
Hochdeutsch "eigentlich alles" verstehe - und die Ereignisse würden viele Jahre
zurückliegen, weshalb keine Detailtreue erwartet werden dürfe.
ee) Als weiteres Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe wertet die Vorinstanz die
Umstände der Heirat. Sie hält fest, R.S. sei für wenige Tage in die Heimat des
Beschwerdeführers gefahren, wo die Heirat ohne Familienangehörige und Freunde und
ohne Hochzeitsfest stattgefunden hat. Daraus durfte die Vorinstanz schliessen, dass
der Beschwerdeführer der Trauung keine grosse Bedeutung beigemessen hat, selbst
wenn seine Aussage, wonach die Familien gegen die Heirat waren, zutreffen sollte.
Fest steht sodann, dass R.S. nach kurzer Zeit in die Schweiz zurückreiste und dass ihr
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der Beschwerdeführer erst rund zwei Monate später nachfolgte. Hinzu kommt, dass
der Beschwerdeführer gegenüber dem Ausländeramt das Datum der Heirat nicht
nennen konnte. Was die bei der Trauung anwesenden Personen anbetrifft, hat R.S.
sodann ausgesagt, ein Anwalt und ein Kollege ihres geschiedenen Ehemannes seien
zugegen gewesen. Demgegenüber hat der Beschwerdeführer vorerst gegenüber der
Polizei erklärt, seine Cousine und ein Kollege hätten als Trauzeugen geamtet. Daneben
seien ein Dolmetscher und "einer der Gemeinde" anwesend gewesen. Nach seinen
Angaben gegenüber dem Ausländeramt waren indessen ein Anwalt und ein Freund
zugegen. Auch die sich widersprechenden Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich
der Trauung lassen sich nicht dadurch erklären, dass die Heirat "viel zu lange her" ist.
Vielmehr bringen sie ebenfalls zum Ausdruck, dass die Heirat mit R.S. mindestens aus
seiner Sicht kein Ereignis von herausragender Bedeutung war.
ff) Die Vorinstanz führt als weitere Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Scheinehe an,
das Ehepaar M./S. habe lediglich ein halbes Jahr im gleichen Haushalt an der F-strasse
in St. Gallen gelebt (April bis Oktober 1997). Ab November 1997 habe der
Beschwerdeführer eine eigene Wohnung in A. bewohnt, was er den Behörden
verschwiegen habe. Er sei während der ganzen Ehedauer an der Adresse seiner
Ehefrau angemeldet geblieben. Sodann habe R.S. nach eigenen Aussagen erst von der
Geburt des dritten Kindes erfahren, als dieses bereits ein Jahr alt gewesen sei. Im März
1999 habe sie die Beziehung sodann beendet, wobei der Beschwerdeführer zum
damaligen Zeitpunkt mit der Scheidung noch nicht einverstanden gewesen sei. Er habe
erst im Dezember 2000 zugestimmt.
Der Beschwerdeführer bestreitet die Aussage von R.S., wonach er die gemeinsame
Wohnung nach einem halben Jahr Ehedauer verlassen habe. Er verzichtet indessen
darauf, dies näher zu begründen. Sodann besteht keine Veranlassung, davon
auszugehen, die Aussage "der von dieser Liebe enttäuschten" R.S. sei wahrheitswidrig,
zumal auch diese Tatsache dafür spricht, dass der Beschwerdeführer seine
geschiedene Ehefrau bezüglich seiner Gefühle für sie getäuscht hat. In Anbetracht der
vielen Indizien, die dafür sprechen, dass dem Beschwerdeführer nie ernsthaft am
ehelichen Zusammenleben mit R.S. gelegen war, kann er sich auch nicht darauf
berufen, eine Ehe könne nach dem Willen des Gesetzgebers auch dann gelebt werden,
wenn die Eheleute nicht zusammenlebten. Hinzu kommt, dass keine ernsthaften
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Gründe ersichtlich sind, die es hätten erforderlich machen können, dass der
Beschwerdeführer nach derart kurzer Ehedauer die gemeinsame Wohnung verlässt und
nach A. zieht, zumal er nach seiner Einreise in die Schweiz in W. gearbeitet hatte. Auch
der Umstand, dass die Eheleute M./S. bis zum März 1999 sexuelle und andere
Kontakte unterhalten haben, vermag den Eindruck nicht zu entkräften, dass der
Beschwerdeführer R.S. aus sachfremden Gründen geheiratet hat. Hinzu kommt, dass
der Beschwerdeführer bei Stellenwechsel- und Verlängerungsgesuchen
verschiedentlich falsche Angaben gemacht bzw. wesentliche Tatsachen verschwiegen
hat. Im Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vom 10. März 1998 hat er
als Wohnadresse "St. Gallen F-strasse 00" angegeben, obschon er zum damaligen
Zeitpunkt bereits nicht mehr dort wohnte. Im Verlängerungsgesuch vom 1. April 1999
hat er zur Frage nach Familienangehörigen im Ausland und in der Schweiz
wahrheitswidrig nur seine Schweizer Ehefrau aufgeführt, nicht aber seine in der Heimat
wohnhaften Kinder (das dritte Kind war am 23. April 1998 geboren worden). Als
Wohnadresse hat der Beschwerdeführer wiederum "St. Gallen F-str. 00" angegeben,
obschon dies schon lange nicht mehr der Wahrheit entsprach. Im Gesuch um
Bewilligung des Stellenwechsels vom 20. März 2000 vermerkte er unter der Rubrik
Unterkunft "K-tr. 0, St. Gallen" und im Gesuch um Bewilligung eines Stellenwechsels
vom 4. Oktober 2000 verschwieg er schliesslich wiederum die Geburt seines dritten
Kindes A. und gab als Wohnadresse M-strasse 00, St. Gallen, an, obschon er dort
nicht gewohnt hat und R.S. die Wohnung gemietet hatte. Daraus durfte die Vorinstanz
mit Recht folgern, der Beschwerdeführer habe die Behörden bewusst in die Irre geführt
und seine Informationspflicht verletzt, um die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
und die Erteilung der Niederlassungsbewilligung zu erwirken.
gg) Als weitere Hinweise für das Vorliegen einer Scheinehe durfte die Vorinstanz die
Tatsache werten, dass das Ehepaar M./S. keine gemeinsamen Freizeitaktivitäten
unternahm, dass es ihm an einem gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis fehlte
und dass die Eheleute nie zusammen in die Ferien gefahren sind. Der
Beschwerdeführer führt in diesem Zusammenhang an, er habe oft seine Familie in der
Heimat besucht und R.S. habe ihn in Anbetracht der "getrübten Familienverhältnisse"
nicht begleitet. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer auch
während seiner Ehe mit R.S. mit seiner ersten und heutigen Ehefrau, die
unbestrittenermassen mit den gemeinsamen Kindern bei seinen Eltern in der Heimat
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lebt, eng verbunden geblieben ist. Sodann überzeugt die Begründung des
Beschwerdeführers, es handle sich um "private Lebensbereiche" bzw. es stehe
Ehegatten grundsätzlich frei, wie sie ihre Ehe gestalten wollen, in Anbetracht der
gesamten Umstände in keiner Weise.
hh) Zu berücksichtigen ist schliesslich die Feststellung der Vorinstanz, wonach der
Beschwerdeführer die Scheidungskonvention im Dezember 2000 unterzeichnet hat, zu
einem Zeitpunkt, als eine Aufenthaltsbewilligung nach st. gallischer Praxis nach drei
und nicht nach fünf Jahren Ehedauer verlängert wurde (vgl. ABl 2001/32). Der
Beschwerdeführer wendet zwar ein, wenn es sich um eine Scheinehe gehandelt hätte,
hätte er der Scheidung nicht zugestimmt, weil er im Zeitpunkt, als die Praxisänderung
erfolgt sei, noch nicht fünf Jahre verheiratet gewesen sei. In Anbetracht der Tatsache,
dass eine Vielzahl von Indizien dafür spricht, dass der Beschwerdeführer eine
Schweizer Bürgerin geheiratet hat, obschon es ihm am Ehewillen fehlte, ist indessen
davon auszugehen, dass er, wie er behauptet, von der Praxisänderung des
Ausländeramtes keine Kenntnis hatte. Somit hat er damit gerechnet, die
Aufenthaltsbewilligung werde trotz Scheidung verlängert.
ii) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer die Behörden
planmässig durch falsche Angaben und durch wissentliches Verschweigen
wesentlicher Tatsachen in die Irre geführt hat. Es ist davon auszugehen, dass er auch
während der Ehe mit R.S. eine eheähnliche Beziehung zu seiner ersten und heutigen
Ehefrau E. M. geführt hat, deren pflichtgemässe Offenlegung der Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung entgegengestanden hätte. Hätte das Ausländeramt um die
tatsächlichen Lebensumstände des Beschwerdeführers gewusst, wäre ihm in der Folge
auch die Niederlassungsbewilligung nicht erteilt worden. Der Beschwerdeführer bringt
nichts vor, was diese Folgerung als unrichtig erscheinen liesse. Unbeachtlich ist
insbesondere auch, dass er nicht damit rechnen durfte, bereits am 4. April 2002 die
Niederlassungsbewilligung zu erhalten, somit nach der Scheidung von R.S. und nach
nur rund fünf Jahren Aufenthalt in der Schweiz.
d) Zu prüfen ist weiter, ob sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als
verhältnismässig erweist. Der Beschwerdeführer arbeitete in den Jahren 1991 bis 1996
als Saisonnier in der Schweiz. Aufgrund seiner Heirat mit R.S. reiste er im April 1997 in
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die Schweiz ein, wo er seither lebt und arbeitet. Angesichts der Dauer des Aufenthalts
von rund neun Jahren geht die Vorinstanz davon aus, der Beschwerdeführer sei bis zu
einem gewissen Grad in der Schweiz integriert. Was seine Sprachkenntnisse anbetrifft,
ergibt sich indessen, dass er geltend macht, er brauche für Einvernahmen einen
Dolmetscher und er habe den Sinn der Fragen auf den Antragsformularen jeweils nicht
richtig verstanden. Zu berücksichtigen ist sodann, dass der Beschwerdeführer erstmals
im Alter von rund 24 Jahren in die Schweiz gekommen ist. Er ist im Kosovo
aufgewachsen, hat dort die Schulen besucht und geheiratet. Auch ist er nach wie vor
eng mit seiner Heimat verbunden und es ist davon auszugehen, dass er dort über ein
intaktes Beziehungsnetz verfügt und mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten
vertraut ist. Dort lebt seine Familie, die er in die Schweiz nachziehen wollte, seine erste
und heutige Ehefrau und die vier gemeinsamen Kinder, sowie seine Eltern und ein
Bruder. Unbestritten ist denn auch, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in
die Schweiz im April 1997 seine Ferien immer in der Heimat verbracht hat. Es ist ihm
somit zuzumuten, die Schweiz wieder zu verlassen und in die Heimat zurückzukehren.
Unzutreffend ist sodann die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe hier zu
keinen Klagen Anlass gegeben, zumal feststeht, dass er seinen Aufenthalt in der
Schweiz während Jahren erschlichen hat. An der Beurteilung, wonach sich die
Rückkehr des Beschwerdeführers in die Heimat als verhältnismässig und zumutbar
erweist, ändert sodann nichts, dass er sich in der Schweiz beruflich bewährt hat und
dass er sich strafrechtlich nichts hat zu Schulden kommen lassen. Von einem hier
lebenden Ausländer darf und muss erwartet werden, dass er sich in jeder Hinsicht
korrekt verhält. Ebenfalls nicht entscheidend ins Gewicht fällt, dass der
Beschwerdeführer hier Verwandte und Freunde hat, darunter einen Schweizer, und
dass er hier Fussball spielt. Die privaten Interessen des Beschwerdeführers am
Verbleib in der Schweiz und am Nachzug seiner Familie sind jedenfalls weniger hoch zu
gewichten, als das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung.
5./ Der Beschwerdeführer beantragt im Eventualfall, es sei ihm eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Er begründet dies mit der Dauer der Anwesenheit in
der Schweiz und damit, er sei hier gut integriert und gebe zu keinen Klagen Anlass.
Nach Art. 9 Abs. 2 lit. a ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung unter denselben
Voraussetzungen widerrufen werden wie die Niederlassungsbewilligung, nämlich dann,
wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen
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wesentlicher Tatsachen erschlichten hat. Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen
ergibt, wäre somit auch der Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung rechtmässig
gewesen. Weil sich die Rückkehr des Beschwerdeführers zu seiner Familie in die
Heimat zudem als zumutbar erweist, ist die Beschwerde auch in dieser Hinsicht
abzuweisen.
6./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf
eingetreten werden kann. Der Vorinstanz kann im Zusammenhang mit dem Widerruf
der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers weder eine unrichtige oder
unvollständige Feststellung des Sachverhalts noch ein Ermessensmissbrauch bzw.
eine Ermessensüberschreitung vorgeworfen werden. Sodann kann seinem Antrag, es
sei ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, nicht entsprochen werden.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- erscheint angemessen (Ziff. 382 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).