Decision ID: bd9dfe58-a52d-5101-8c18-512bf51299be
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die E. AG, St. Gallen, ist Eigentümerin der beiden Grundstücke Nrn. FX und FX,
Grundbuchkreis X. Die 5'646 m und 1'071 m grossen Parzellen liegen nach dem
Zonenplan der Stadt St. Gallen vom 1. November 1980 in der Gewerbe-Industrie-Zone
und werden von der R. Strasse, Kantonsstrasse 2. Klasse, im Norden, der G.strasse im
Westen, der S.strasse im Süden und der G.strasse im Osten, alles Gemeindestrassen
2. Klasse, umgeben. Auf dem Grundstück Nr. FX sind unter anderem das Gewerbliche
Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen (GBS) und das Berufs- und
Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe des Kantons St. Gallen
(BZGS) eingemietet. Letzteres führt im Auftrag des Bildungsdepartementes des
Kantons St. Gallen die Grund- und Weiterbildung für Gesundheits-, Hauswirtschafts-
und Sozialberufe durch. Das BZGS bildete im Startjahr 2003 100 Lernende aus, aktuell
sind es rund 2'500. Die Ausbildungen finden mittlerweile an drei Schulstandorten statt:
Der Schwerpunkt Gesundheitsberufe ist an der Lindenstrasse 139, St. Gallen,
untergebracht, der Schwerpunkt Hauswirtschafts- und Sozialberufe im Custerhof,
Rheineck, und die Höhere Fachschule Gesundheit an der G.strasse 1, St. Gallen.
Während die Höhere Fachschule gut 400 Lernende besuchen, sind es bei der GBS
ungefähr 1'000 Schüler. Die gesamte Schülerzahl auf dem Grundstück Nr. FX beträgt
somit rund 1'400 pro Woche bzw. 280 pro Tag, wovon 80 dem BZGS zuzurechnen
sind.
B./ Die Schülerzahlen des BZGS werden in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter
ansteigen. Bis zum Jahr 2012 wird an der Fachhochschule Gesundheit mit ungefähr
500 Lernenden gerechnet. Die schon heute an akuter Raumnot leidende Schule soll
deshalb auf dem Nachbargrundstück Nr. FX erweitert werden. Im Erweiterungsbau sind
eine Aula für 100 Personen, WC-Anlagen, eine Studienlandschaft und
Lehrerarbeitsplätze sowie einige Gruppenräume geplant. Die Grundeigentümerin
reichte dafür am 2. März 2009 beim Amt für Baubewilligungen der Stadt St. Gallen ein
2 2
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gesuch für den Abbruch der zwei bestehenden Wohnhäuser und den Neubau eines
dreigeschossigen Schulgebäudes ein. Während des Auflage- und Anzeigeverfahrens
vom 4. bis 17. März 2009 gingen fünf Einsprachen ein, unter anderem erhoben H. und
F., St. Gallen, Eigentümer der südlich an die S.strasse angrenzenden Nachbarparzellen
Nrn. FX und FX Einsprache. Bis auf ihre konnten alle Einsprachen gütlich erledigt
werden, unter anderem deshalb, weil die Bauherrschaft einwilligte, auf die dunkle
Fassadengestaltung und die Pflanzung von hohen Bäumen zu verzichten.
Mit Beschluss vom 18. September 2009 erteilte die Baubewilligungskommission der
Stadt St. Gallen die nachgesuchte Abbruch- und Baubewilligung, wobei sie hinsichtlich
des verletzten Gebäude- und Grenzabstands eine Ausnahmebewilligung erteilte sowie
darauf hinwies, dass auf die Pflanzung von Laubbäumen verzichtet werden könne und
dass eventuelle Reklameeinrichtungen einer separaten Bewilligung bedürften. Als
Auflage verfügte sie unter anderem, dass allfällige Pflanzungen auf eine Höhe von 5 m
beschränkt werden müssten. Die Einsprache von H. und F. hiess die Kommission im
Sinn der Bedingungen und Auflagen gut, darüber hinaus wies sie diese ab, soweit sie
darauf eintrat. Die übrigen Einsprachen schrieb die Baubewilligungskommission
zufolge Rückzugs als gegenstandslos ab.
C./ Gegen diesen Beschluss erhoben H. und F. am 19. Oktober 2009 beim
Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs. Dieses trat in den Ausstand und
überwies die Streitsache mit Schreiben vom 20. Oktober 2009 zur weiteren
Bearbeitung an das Departement des Inneren. Mit Rekursergänzung vom 6. November
2009 beantragten die Rekurrenten durch ihren Rechtsvertreter die Aufhebung der
Baubewilligung bzw. dass die Streitsache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz
zurückgewiesen werde.
Mit Entscheid vom 22. März 2010 verneinte die Rekursinstanz, dass die Rekurrenten
berechtigt seien, die allgemeine Gefährdung der Fussgänger und spielenden Kinder
durch den Mehrverkehr zu rügen. Im übrigen wies sie den Rekurs ab, was sie
insbesondere damit begründete, dass die Rekurrenten nicht verlangen könnten, dass
hohe Bäume gepflanzt würden. Auch gebe es für die Bauherrschaft keine
Verpflichtung, Parkplätze zu erstellen. Reklamen seien zu bewilligen, sofern die nötigen
Voraussetzungen dafür erfüllt seien.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
D./ Gegen diesen Entscheid erhoben H. und F. am 21. April 2010 beim
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit Eingabe ihres Rechtsvertreters
Beschwerde mit folgenden Anträgen:
"1. Es sei der Entscheid des Departements des Innern vom 22. März 2010, Ziffern 1, 2,
3 und 4, und die Baubewilligung aufzuheben.
Es sei der Baugesuchstellerin keine Baubewilligung für den Abbruch von zwei
Wohnhäusern sowie einem Erweiterungsbau für das Berufs- und
Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe St. Gallen zu erteilen.
2. Eventualiter:
Es sei der Entscheid des Departements des Innern vom 22. März 2010, Ziffern 1, 2, 3
und 4, aufzuheben. Die Sache sei zur neuen Entscheidung an die
Baubewilligungskommission zurückzuweisen und dieselbe anzuweisen, folgende
rechtliche Auflage im Bauentscheid aufzunehmen:
- Verpflichtung zur Bepflanzung als Sichtschutz gegenüber dem Grundstück der
Beschwerdeführer mit Mindesthöhe von 10 m bis maximal Gebäudehöhe.
- Verbot der Anbringung von Reklametafeln am Gebäude.
- Schaffung von genügend Parkplätzen auf privatem Grund oder Erwirkung eines
Fahrverbots (Anwohner gestattet) auf der S.strasse (Abschnitt zwischen G.- und
G.strasse).
- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -"
Die Beschwerdeführer wehren sich in erster Linie gegen den Mehrverkehr, der ihrer
Meinung nach mit der Erweiterung des Bildungszentrums einhergehen und im Quartier
zu einem Verkehrskollaps führen wird. Sie weisen darauf hin, dass für Gemeinden, die
wie die Stadt St. Gallen kein kommunales Parkplatzreglement kennen, der kantonale
Massnahmenplan nach Luftreinhalte-Verordnung (SR 814.318.142.1, abgekürzt LRV),
Nachführung 1997, die Normen der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
(VSS-Normen) als massgebend erkläre. Nach der VSS-Norm SN 640 281 müssten bei
Berufsschulen pro Schüler 0,3 Parkplätze angeboten werden. Nachdem der Neubau
auf zusätzliche 100 Schüler ausgerichtet sei, seien mit dem Erweiterungsbau 30 neue
Parkplätze zu schaffen. Der Umstand, dass Berufsschüler nicht jeden Tag zur Schule
gingen, werde von der Norm bereits berücksichtigt. Selbst wenn die VSS-Normen nur
als Richtlinie berücksichtigt werden müssten, wäre ihre Nichtbeachtung willkürlich,
rechtsungleich und unverhältnismässig, da die Normen bei der Bestimmung der
Parkplatzzahl standardmässig einbezogen würden.
Weiter bestreiten die Beschwerdeführer, dass man sich vergleichsweise auf maximal
5 m hohe Bäume geeinigt habe. Mit Blick auf die problematische Lage einer
Industriezone inmitten einer Wohnzone hätten sie erwartet, dass sich die Stadt und der
Kanton um einen angemessenen Sichtschutz von den Schulräumen in ihren Garten
bemühen würden. Nachdem man ihnen hinsichtlich der Bepflanzung und verschiedener
Verkehrsmassnahmen im Rahmen der Vergleichsverhandlungen verschiedene
Zusicherungen gemacht habe, verletze der angefochtene Entscheid auch den
Grundsatz von Treu und Glauben.
E./ Mit Eingaben vom 28. April 2010 und 11. Mai 2010 beantragen das Departement
des Innern und die Baubewilligungskommission die Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei. Auf eine Begründung verzichteten sie. Das
Baudepartement beantragt am 28. April 2010, auf die Beschwerde sei nicht
einzutreten, eventuell sei die Beschwerde abzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführer. Den Nichteintretensantrag
begründet es damit, dass sich die Beschwerdeführer mit dem angefochtenen
Entscheid nicht auseinandergesetzt, sondern ihre Rekurseingabe mehr oder weniger
ungefiltert nochmals eingereicht hätten.
F./ Das Gericht zog den zur Edition beantragten Regierungsbeschluss vom 25. August
1998 betreffend Massnahmenplan bei und stellte diesen den Verfahrensbeteiligten,
soweit er noch nicht im Besitz derselben war, am 3. September 2010 zu. Der ebenfalls
zur Edition verlangte Massnahmenplan bzw. die entsprechende Nachführung 1997, die
den Massnahmenplan Luftreinhaltung vom 18. Dezember 1990 ersetzt, befindet sich
bereits in den Akten und ist zudem unter www.umwelt.sg.ch/Home/Themen/Luft/
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Vollzug_Gemeinde/Massnahmenplan.html -> Hilfsmittel abrufbar. Auf die weiteren
Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) zur Behandlung der gegen einen
Entscheid des Departements des Innern erhobenen Beschwerde zuständig. Die
Beschwerdeführer sind Adressaten des abschlägigen Entscheids und somit zur
Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Die Beschwerdeeingabe vom 21. April 2010 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich
den gesetzlichen Voraussetzungen. Die Beschwerde enthält insbesondere einen
Antrag, eine kurze Darstellung des Sachverhalts und eine Begründung und Unterschrift
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Unzulässig wäre, wenn anstelle einer Begründung pauschal auf die vorinstanzlichen
Eingaben verwiesen würde. Um den formellen Anforderungen zu genügen, braucht eine
Begründung weder richtig noch vollständig zu sein. Sie ist ausreichend, wenn
Argumente vorgebracht werden, nach denen ein Entscheid oder eine Verfügung auf
einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung beruht. Die
Vorbringen müssen sich dabei auf den angefochtenen Entscheid bzw. dessen Motive
beziehen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St Gallen
2003, Rz. 921 f.). Dies ist hier der Fall. Aus der vorliegenden Begründung geht
genügend klar hervor, dass die Beschwerdeführer mit der rechtlichen Beurteilung der
Vorinstanz bezüglich der Beteiligung des Baudepartements am Verfahren, des
Parkplatzbedarfs der Gesuchstellerin bzw. der Mieterin, der Umgebungsgestaltung des
Neubaus und der Regelung bzw. der Ausführungen zu allfälligen Reklamen auf dem
Baugrundstück nicht einverstanden sind. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Das Verwaltungsgericht überprüft den Sachverhalt grundsätzlich frei. Es auferlegt
sich jedoch einer gewissen Zurückhaltung, wenn die Natur der Streitsache einer
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
uneingeschränkten Überprüfung Grenzen setzt (zum Beispiel bei der Überprüfung von
mündlichen Prüfungsentscheiden), wenn die Behörde über spezielle Fachkenntnisse
oder eine spezielle Nähe zu den örtlichen Verhältnissen verfügt oder wenn eine
Gemeinde im Rahmen ihrer Autonomie gehandelt und insbesondere ihr
Planungsermessen (korrekt) angewendet hat. Zusätzliche Schranken bestehen darin,
dass der Sachverhalt nur insofern überprüft wird, als die Beteiligten eine unrichtige
oder unvollständige Festlegung des Sachverhalts beanstanden (Rügeprinzip). Diese
legen mit ihren Rügen den sachlichen Gegenstand (Streitgegenstand) des
Rechtsmittelverfahrens im Grundsatz verbindlich fest. Sofern keine erhebliche
öffentliche Interessen zu wahren sind (Untersuchungsgrundsatz), sucht das
Verwaltungsgericht nicht selber nach Unrichtigkeiten in der Sachverhaltsfestlegung des
vorinstanzlichen Entscheids (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 631 ff.).
3. Die Beschwerdeführer beanstanden die Rolle des Baudepartements im
Bewilligungs- und Rechtsmittelverfahren. Sie stören sich vor allem daran, dass die
kantonale Behörde, welche die Aufsicht über die verfügende Bewilligungsbehörde
ausübt, vorliegend auch die Parteiinteressen der Bauherrin vertrete. Weiter kritisieren
sie, dass der Sachverhalt nicht von der zuständigen Behörde selbst ermittelt wurde,
sondern dass diese ihren Beschluss kritiklos auf die Sachverhaltsfeststellungen der
Gesuchsteller, insbesondere auf die Parkplatzzählung des Baudepartements, abgestellt
hat. Damit macht sie sinngemäss geltend, dass der Entscheid unter Missachtung von
Ausstandsgründen gefällt und der Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt
worden sei.
3.1. Nach Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) hat jede Person
in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und
gerechte Behandlung. Verlangt wird, dass die Entscheidbehörde in bestimmtem Mass
unvoreingenommen ist.
3.1.1. Das kantonale Recht regelt den Ausstand von Behördenmitgliedern, Beamten
und öffentlichen Angestellten sowie amtlich bestellten Sachverständigen in Art. 7 VRP.
Die Ausstandsgründe stimmen im wesentlichen mit denjenigen überein, die sich aus
Art. 29 Abs. 1 BV ergeben. Demnach hat eine natürliche Person in den Ausstand zu
treten, wenn sie ein persönliches Interesse an einer bestimmten Angelegenheit hat oder
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
der objektive Anschein der Befangenheit besteht. Zu berücksichtigen ist indessen,
dass Verwaltungsbehörden nicht nur zur neutralen Rechtsanwendung berufen sind,
sondern auch öffentliche Aufgaben zu erfüllen haben. Aus diesem Grund ist die
Behörde oftmals Partei und gleichzeitig in eine Verwaltungsorganisation eingebunden.
Von daher kann sie beim Erlass von Verfügungen nicht im eigentlichen Sinn als
unparteiisch bezeichnet werden (G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar zu Art. 29 BV,
2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 18 zu Art. 29 mit Hinweis auf BGE 124 I 274 E. 3e).
3.1.2. Die aus Art. 29 Abs. 1 BV fliessenden Ausstandsregeln gelten nach bisheriger,
allerdings kritisierter Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. dazu Kölz/Häner,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998,
Rz. 253) nur für einzelne Mitglieder einer Behörde, nicht aber für eine Behörde als
solche (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 180 mit Hinweis auf BGE 105 Ib 301). Während
Behördemitglieder bei Sachgeschäften, an denen sie persönlich interessiert sind,
wegen objektiven Anscheins der Befangenheit in den Ausstand zu treten haben, hat
das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass bei der Wahrung öffentlicher
Interessen grundsätzlich keine Ausstandspflicht bestehe (BGE 1P.96/2007 vom
26. März 2008 E. 5.4, mit Hinweisen).
3.1.3. Die politischen Gemeinden sind von Gesetzes wegen für die Behandlung von
Baugesuchen zuständig (Art. 2 Abs. 1 des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG).
Für die Funktion als Baupolizeibehörde sieht das Gesetz keine Ausnahme vor, selbst
wenn ein (eigenes) Baugesuch für eine im öffentlichen Interesse liegende Baute oder
Anlage auf einem Grundstück der politischen Gemeinde zur Diskussion steht. Nehmen
Personen in ihrer Funktion als Behördemitglieder in einer bestimmten Angelegenheit
öffentliche Interessen wahr, liegt folglich auch kein Ausstandsgrund vor (VerwGE B
2008/215 vom 9. Juli 2009 E. 2.4., in: www.gerichte.sg.ch). Erst recht kann keine
Befangenheit erblickt werden, wenn die Bewilligungsbehörde ein Baugesuch ihrer
Aufsichtsbehörde bzw. der Rekursinstanz zu beurteilen hat (VerwGE B 2006/82 E. 2.c,
in: www.gerichte.sg.ch).
3.1.4. Das Baudepartement seinerseits ist von Rechts wegen gehalten, die für die
Erfüllung der kantonalen Aufgaben, worunter unbestrittenermassen die Berufsbildung
gehört, erforderlichen Bauten und Anlagen zur Verfügung zu stellen (vgl. Art. 25 lit. e
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei, sGS 141.3).
Dementsprechend hat das Hochbauamt bzw. der Kantonsbaumeister das vorliegende
Baugesuch der Grundeigentümerin als künftige Mieterin des Erweiterungsbaus BZSG
mitunterzeichnet und die Baugesuchstellerin im Baugesuchs- (und den nachfolgenden
Rechtsmittel-)Verfahren vertreten. Als die Streitsache gemäss Art. 25 lit. b des
vorerwähnten Geschäftsreglements dem Baudepartement zur Rekursbearbeitung
zugewiesen wurde, ist dieses in Nachachtung von Art. 25 des
Staatsverwaltungsgesetzes (sGS 140.1) unverzüglich in den Ausstand getreten und hat
die Streitsache ordnungsgemäss an das stellvertretende Departement zur weiteren
Bearbeitung überwiesen. Ausstandsvorschriften wurden somit keine verletzt.
3.2. Bei der Parkplatzzählung durch das Baudepartement handelt es sich - wie die
Beschwerdeführer richtig bemerken - um Feststellungen der Parteivertreterin. Diese hat
während dreier Tage zu sieben verschiedenen Zeiten die freien Parkplätze an der G.-,
G.- und S.strasse sowie beim Paul-Grüninger-Stadion gezählt. Die Beschwerdeführer
bestreiten, dass die erhobenen Zahlen für das ganze Schuljahr repräsentativ seien. Die
Frage, ob die freien Quartierparkplätze regelkonform ermittelt wurden und ob die
Bewilligungsbehörde bei der Bewilligung auf die von der Gesuchstellerin selbst
ermittelten Zahlen hätte abstellen dürfen, kann vorliegend offengelassen werden, weil
es sich dabei um keine rechtserhebliche Sachverhaltsfeststellung handelt (vgl.
nachfolgende Erwägung 5.4.).
4. Die Beschwerdeführer wenden weiter ein, das Verhalten der Bewilligungsbehörde
und des Baudepartements verstosse gegen das allgemeine Fairnessgebot und sei
treuwidrig, weil sie im Verlauf der Vergleichsverhandlungen Vertrauen geweckt hätten,
das mit dem angefochtenen Entscheid enttäuscht worden sei.
4.1. Der Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 5 Abs. 3 BV und Art. 9 BV gebietet
ein loyales und vertrauenswürdiges Verhalten im Rechtsverkehr. Während der
Vertrauensschutz Privaten einen Anspruch auf Schutz ihres berechtigten Vertrauens in
das bestimmte Erwartungen begründende Verhalten von Behörden verleiht, sind die
Verwaltungsbehörden (und Privaten) darüber hinaus gehalten, sich nicht
widersprüchlich zu verhalten (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 623 und 707 ff.).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.2. Vergleichsgespräche während des Einspracheverfahrens sind regelmässig auf den
Rückzug von Einsprachen ausgerichtet. Im Fall einer gütlichen Einigung sind
Gesuchsteller deshalb häufig zu Konzessionen bereit, zu denen sie im
Entscheidungsfall nicht verpflichtet werden könnten. Es liegt aber in der Natur der
Sache, dass angebotene Zugeständnisse nicht zum Tragen kommen, wenn der
angestrebte Kompromiss nicht zustande kommt. Vergleichsverhandlungen werden
generell unter den Voraussetzungen der Vertraulichkeit und der unpräjudiziellen
Wirkung geführt (VerwGE B 2003/24 vom 26. August 2003 i.S. V. E. 2 a). Dies gilt auch
für den Fall, dass die öffentliche Hand wie eine Privatperson (als Bauherrin,
Grundeigentümerin oder Einsprecherin) am Verfahren und an den
Vergleichsverhandlungen teilnimmt. Vorliegend konnte trotz intensiver
Vergleichsverhandlungen zwischen der Bauherrschaft und den Beschwerdeführern
keine Einigung gefunden werden, so dass diese mit Schreiben vom 14. September
2009 ausdrücklich einen Einspracheentscheid verlangt haben. Damit fehlt es von
vornherein an einem Anknüpfungspunkt für den Vertrauensschutz. Die
Beschwerdeführer machen zu Recht nicht geltend, das Baudepartement habe sich
bedingungslos zu irgendwelchen Eingeständnissen bereit erklärt, auch wenn die
Beschwerdeführer an ihrer Einsprache festhalten würden (vgl. dazu Häfelin/Müller/
Uhlmann, a.a.O., Rz. 631). Ein Verstoss gegen das Vertrauensprinzip bzw. das Verbot
widersprüchlichen Verhaltens liegt daher nicht vor.
5. In materieller Hinsicht machen die Beschwerdeführer geltend, dass im
Zusammenhang mit dem Neubau neue Parkplätze erstellt werden müssten. Sie
befürchten, dass die Erweiterung des BZGS zu massivem Suchverkehr führen werde,
was ihrer Meinung nach im Quartier einen Verkehrskollaps und namentlich eine
Verschlechterung der Verkehrssicherheit zur Folge haben werde. Aus diesem Grund
seien mit dem Bauprojekt mindestens 30 eigene Parkplätze zu erstellen.
5.1. Damit nicht sämtliche Fahrzeuge der Benützer einer Baute oder Anlage an der
(öffentlichen) Strasse abgestellt werden bzw. nicht überall im Quartier freie Parkplätze
gesucht werden müssen, kann der Bauherr bei Neuerstellung, Zweckänderungen oder
Erweiterung von Bauten und Anlagen verpflichtet werden, auf privatem Grund
Abstellflächen für Motorfahrzeuge der Benützer oder Besucher zu schaffen, soweit die
örtlichen Verhältnisse es zulassen und die Kosten zumutbar sind (Art. 72 Abs. 1 BauG).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Dabei handelt es sich um eine Kann-Vorschrift. Wenn die politische Gemeinde - wie
zum Beispiel die Stadt St. Gallen - keine Pflichtparkplätze vorsieht (in der Regel in der
Bauordnung oder in einem separaten Parkplatzreglement), sind keine Parkplätze zu
erstellen (das Parkierreglement der Stadt St. Gallen vom 28. November 2006 [sRS
712.2] regelt nur das Parkieren auf öffentlichem Grund). Eine einzelfallweise Anordnung
von Abstellplätzen direkt gestützt auf Art. 72 BauG ist nicht zulässig. Es liegt vielmehr
in der Kompetenz der politischen Gemeinde, entsprechende Vorschriften zu erlassen
oder darauf zu verzichten. Ein Verzicht bedeutet keine Verletzung von Art. 72 Abs. 1
BauG (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 709 ff. mit
Hinweisen).
5.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, Pflichtparkplätze seien gestützt auf den
Massnahmenplan Luftreinhaltung zu erstellen.
5.2.1. Steht fest oder ist zu erwarten, dass schädliche oder lästige Einwirkungen von
Luftverunreinigungen durch mehrere Quellen, unter anderem den Strassenverkehr,
verursacht werden, so erstellt die zuständige Behörde einen Plan der Massnahmen, die
zur Verhinderung oder Beseitigung der übermässigen Immissionen nötig sind
(Massnahmenplan, Art. 44a Abs. 1 des Umweltschutzgesetzes [SR 814.01, abgekürzt
USG], Art. 31 LRV). Der Massnahmenplan stellt keine gesetzliche Grundlage im
eigentlichen Sinn dar. Er ist indessen behördenverbindlich und verpflichtet kantonale
Stellen und Gemeindebehörden, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und im dafür
vorgesehenen Verfahren die vorgesehenen Massnahmen zu realisieren (Art. 44a Abs. 2
USG; Heer, a.a.O., Rz. 826). Er ist ein Instrument des Vollzugs des USG. Als solcher
kann er nur die vom USG zur Verfügung gestellten Instrumente, d.h.
Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 12 USG enthalten. Soweit mit dem
Massnahmenplan Rechtswirkungen verbunden sind, bestehen sie daher
ausschliesslich für Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 12 USG (T. Loretan,
Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Zürich/Bern/Basel 2004, Rz. 26 zu
Art. 44a USG). Zu den möglichen Massnahmen gehört die Beschränkung privater
Parkplätze (Heer, a.a.O., Rz. 719). Parkplatzbeschränkungen sind aber auch Verkehrs-
oder Betriebsvorschriften gemäss Art. 12 Abs. 1 USG, die direkt gestützt auf Art. 12
Abs. 1 USG vorgeschrieben werden können (Art. 12 Abs. 2 USG).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
5.2.2. Für den Kanton St. Gallen besteht seit 1. April 1991 ein solcher
Massnahmenplan. Die von der Regierung am 25. August 1998 beschlossene
Nachführung enthält vor allem Empfehlungen für freiwillige Beschränkungen und für die
Anpassung kommunaler Parkplatzreglemente an die (damals) aktuellen VSS-Normen
(Heer, a.a.O., Rz. 720). In Vn 22 Ziff. 5 legt der Massnahmenplan fest, dass die
Gemeinden ihre kommunalen Erlasse zur Regelung der Zahl der privaten
Fahrzeugabstellplätze bis spätestens Ende des Jahres 2002 überarbeiten. Dabei soll
die Anzahl der erforderlichen Abstellplätze im Sinne der VSS-Norm 640 290 festgelegt
werden. Ziel dieser Anpassung ist es, die in älteren Reglementen teils recht hohe
Anzahl an erlaubten Parkplätzen im Sinne der Schadstoffbelastung der Luft zu
reduzieren. In diesem Kontext sind auch die Erwägungen des Verwaltungsgerichts zum
Fall Einstein Kongress zu verstehen, auf welche die Beschwerdeführer verweisen
(VerwGE B 2004/67 und 72 vom 25. Oktober 2004 E. 10c, in: www.gerichte.sg.ch). In
jenem Verfahren war Streitgegenstand, wie viele Parkplätze erstellt werden dürfen,
während im vorliegenden Fall umstritten ist, ob und wenn ja wie viele Parkplätze erstellt
werden müssen. Soweit es darum geht, die Parkplatzanzahl im Hinblick auf Art. 12
USG zu begrenzen, ist es für Gemeinden, die wie die Stadt St. Gallen kein für private
Anlagen geltendes Parkplatzreglement haben, im Sinne einer einheitlichen Praxis
sachgerecht und auch zulässig (vgl. Art. 12 Abs. 2 USG), die VSS-Norm 640 290
anzuwenden. Damit wurde aber nicht gesagt, die VSS-Norm 640 290 biete eine
rechtliche Grundlage, um eine Pflicht für die Erstellung einer bestimmten Anzahl
von Parkplätzen zu schaffen. Den politischen Gemeinden bleibt es nach wie vor
unbenommen, auf Vorschriften über die Pflicht zur Erstellung von Parkplätzen zu
verzichten. Dies ist insbesondere auch im vorliegenden Fall sachgerecht. Würde das
BZSG verpflichtet, für die Lernenden der höheren Fachschule einige wenige spezielle
Parkplätze zur Verfügung zu stellen, würden erst recht zahlreiche Schüler in der
Hoffnung mit dem Auto zur Schule fahren, einen dieser Abstellplätze ergattern zu
können. Dieses Zusatzangebot würde zwangsläufig zu weiterem Suchverkehr im
Quartier führen, was weder im öffentlichen Interesse noch in jenem der Anwohner
liegen kann.
5.3. Baubewilligungen dürfen nur erteilt werden, wenn das Land im Sinn von Art. 19
Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG) erschlossen ist (Art. 22
Abs. 2 lit. b RPG). Erschlossen ist es, wenn es über eine hinreichende Zu- und
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Wegfahrt verfügt (Art. 49 Abs. 2 lit. a BauG). Die Zufahrt muss tatsächlich so
beschaffen sein, dass sie bau- und verkehrstechnisch der bestehenden und der
geplanten Überbauung genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern
sicheren Weg bietet und von den öffentlichen Diensten ungehindert benützt werden
kann und rechtlich gesichert ist. Eine genügende Erschliessung durch das öffentliche
Verkehrsnetz ist nicht verlangt (Heer, a.a.O., Rz. 517 f.). Die gute Erreichbarkeit mit
öffentlichen Verkehrsmitteln verlangt indessen Art. 69bis Abs. 3 BauG für Bauten und
Anlagen von überörtlicher Bedeutung mit grossem Benutzer- und Besucherkreis, was
auf das BZGS offensichtlich zutrifft. Sodann ist bei der Errichtung von Bauten und
Anlagen mit grösserem Benützerkreis den Erfordernissen einer sicheren und flüssigen
Verkehrsabwicklung Rechnung zu tragen (Art. 71 BauG).
5.3.1. Konkret hat die Höhere Fachschule Gesundheit ihren Standort im Osten der
Hauptstadt, und zwar nur gerade achtzehn Busminuten vom Hauptbahnhof entfernt.
An der Haltestelle G.strasse, die unmittelbar bei der Schule liegt, hält zu den
Hauptzeiten alle sechs Minuten ein Stadtbus der Linien 1 und 4. Die 200 m entfernt
liegende Haltestelle N. wird zusätzlich von den Buslinien 7, 9 und 11 bedient sowie von
fünf verschiedenen Postautolinien, womit die Schule mit dem öffentlichen Verkehr
optimal erschlossen ist. Beim gut 100 m entfernt liegenden Paul-Grüninger-Stadion
sind über 50 öffentliche Parkplätze vorhanden, worauf in der Hausordnung der
Höheren Fachschule - wie auch auf die Tatsache, dass bei der Schule keine Parkplätze
zur Verfügung stehen - ausdrücklich hingewiesen wird. Allein die Tatsache, dass diese
Parkplätze bewirtschaftet werden, ändert nichts daran, sondern entspricht den
Vorgaben des Massnahmenplans VN 21 Ziff. 1 bzw. VN 22 Ziff. 2. bzw. der Praxis der
Stadt. Schülern und Studenten stehen auf Stadtgebiet grundsätzlich keine
Gratisparkplätze zur Verfügung (vgl. dazu zum Beispiel die Migros-Klubschule im
Hauptbahnhofsgebäude, das kaufmännische Berufs- und Weiterbildungszentrum in der
Kreuzbleiche, die Universität auf dem Rosenberg oder die Fachhochschule mit ihren
verschiedenen Standorten in der Stadt bzw. künftig beim Hauptbahnhof). Selbst
Lehrpersonen, die bis anhin gratis parkieren konnten, müssen seit drei Jahren für ihren
Parkplatz auf dem Schulareal bezahlen (Reglement über das Abstellen von privaten
Fahrzeugen auf Liegenschaften des Verwaltungsvermögens vom 1. Mai 2007, sRS
191.111). Das BZGS ist damit mit dem öffentlichen Verkehr optimal erschlossen, was
es unnötig macht, dass Schüler und Lehrpersonen mit dem eigenen Personenwagen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
anreisen. Für gleichwohl individuell anreisende stehen Parkierungsmöglichkeiten in der
näheren Umgebung zur Verfügung, so dass auch die Verkehrsabwicklung gewährleistet
ist, obwohl die Schule selbst keine Parkplätze zur Verfügung stellt.
5.3.2. Die Beschwerdeführer, deren Liegenschaften ebenfalls an der S.strasse liegen
und über diese erschlossen werden, sind - entgegen den Ausführungen der Vorinstanz
- direkt und damit im eigenen Interesse betroffen, soweit sie im Zusammenhang mit
dem angefochtenen Erweiterungsbau die Verkehrssicherheit an dieser Strasse rügen.
Sie sind insbesondere berechtigt geltend zu machen, der Neubau sei nicht hinreichend
erschlossen, weil er über keine verkehrssichere Zu- und Wegfahrt verfüge (Art. 49
BauG). Die Bewilligungsbehörde und die Vorinstanz hätten somit auf diese Rügen
eintreten und diese prüfen müssen. Die damit verbundene Gehörsverletzung wiegt
insgesamt aber nicht besonders schwer, weshalb sie im vorliegenden Verfahren auf
Grund der Kognition des Verwaltungsgerichts geheilt werden kann (vgl. dazu BGE 127
V 431 neues Fenster E. 3d/aa).
Das Gericht kann sich der Befürchtung nicht anschliessen, Fussgänger und Kinder
könnten die Gemeindestrasse nach der Erweiterung des BZGS nicht mehr gefahrlos
benutzen, weil die Berufsschüler durch das Quartier rasen würden. Davon abgesehen,
dass im Quartier Tempo 30 km/h gilt und die Fahrbahnen mit Parkplätzen verengt sind,
ist die S.strasse zusätzlich in einer Richtung gesperrt. Den Fussgängern steht zudem
ein separates Trottoir zur Verfügung. Falls auf der S.strasse trotz dieser Massnahmen
mit übersetztem Tempo gefahren werden sollte, wäre es an der Stadtpolizei, vermehrte
Verkehrskontrollen durchzuführen und die fehlbaren Verkehrsteilnehmer zu büssen.
Von unzumutbaren Vollzugsschwierigkeiten kann auch in Bezug auf "wild" parkierte
Fahrzeuge nicht gesprochen werden, nur weil diese Falschparkierer ebenfalls von der
Polizei verzeigt werden müssten (VerwGE B 2004/22 vom 2. Dezember 2004 E. 3 d cc,
in: www.gerichte.sg.ch). Weitere Verkehrsbeschränkungen, wie zum Beispiel ein
allgemeines Fahrverbot (Anwohner gestattet), drängen sich im Hinblick auf den
Erweiterungsbau des BZGS somit nicht auf.
5.4. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bauherrschaft in baupolizeilicher und
umweltschutzrechtlicher Hinsicht nicht verpflichtet werden kann, im Zusammenhang
mit dem Neubau des BZGS private Parkplätze zu errichten. Davon abgesehen, dass
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22rechtliches+Geh%F6r%22+Heilung+Ausnahme+%22nicht+besonders+schwer+wiegt%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-431%3Ade&number_of_ranks=0#page431 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22rechtliches+Geh%F6r%22+Heilung+Ausnahme+%22nicht+besonders+schwer+wiegt%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-431%3Ade&number_of_ranks=0#page431
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
die Liegenschaften im Geviert R. Strasse, G.-, S.- und G.strasse strassenmässig
hinreichend erschlossen sind, hat der Erweiterungsbau auch kein Verkehrsaufkommen
zur Folge, dem die öffentlichen Strassen nicht genügen würden. Zudem ist die Schule
mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar, so dass die Schüler und Lehrpersonen
nicht mit dem Privatauto anreisen müssen, und damit die sichere oder flüssige
Verkehrsabwicklung beeinträchtigen würden. Die erweiterte blaue Zone gibt den
Anwohnern, Pendlern und Besuchern trotz Bewilligung keinen Anspruch auf eine
reservierte Parkierungsmöglichkeit (Art. 11 des Parkierreglements). Somit kann offen
bleiben, ob und wie viel öffentliche freie Parkplätze während des Schulbetriebs im
Quartier jeweils noch vorhanden sind. Die Städte St. Gallen, Rorschach, Wil und
Rapperswil-Jona sind unabhängig von einer konkreten Parkplatznachfrage gehalten,
die Gesamtzahl Parkplätze auf dem Stand 31. Dezember 1994 zu begrenzen, wenn
nicht sogar zusätzlich abzubauen (Massnahmenplan Vn 21 Ziff. 2). Aus diesem Grund
wurde die Parkierungsfläche beim Paul-Grüninger-Stadion vor drei Jahren um die
Hälfte bzw. um 50 Plätze verringert und eine zentrale Parkuhr angebracht.
6. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Umgebungsgestaltung. Gemäss Baugesuch ist
vorgesehen, fünf Blumeneschen Hochstamm zu pflanzen. Im Laufe der
Einspracheverhandlungen bzw. mit Schreiben vom 8. Mai 2009 erklärte sich die
Bauherrschaft bereit, in Absprache mit den Nachbarn eine Bepflanzung zu wählen, die
nicht höher als das neue Gebäude bzw. dass die Höhe der Bepflanzung in einer
Auflage beschränkt werde (Schreiben vom 9. Juli 2009). Einer der Einsprecher
präzisierte darauf mit Schreiben vom 17. August 2009, er sei mit einer maximalen Höhe
von fünf Metern einverstanden. Dementsprechend verfügte die Bewilligungsbehörde
eine entsprechende Höhenbeschränkung, was die Bauherrin akzeptierte. Die
Beschwerdeführer verlangen nun, dass entlang der S.strasse gegenüber ihrem Garten
wie ursprünglich geplant hohe Blumeneschen gepflanzt würden.
6.1. Nach Art. 75bis Abs. 1 BauG ist die Umgebung von Bauten und Anlagen mit
Grünflächen und Bepflanzungen ansprechend zu gestalten. Die politischen Gemeinden
können die Erhaltung bestehender Grünflächen und deren Bepflanzung in Zonen- und
Sondernutzungsplänen sowie in Schutzverordnungen anordnen (Art. 75bis Abs. 2
BauG). Für das Grundstück Nr. F3072 gelten keine solchen (Schutz-)Bestimmungen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
6.2. Die Frage, ob die Umgebungsgestaltung den gesetzlichen Anforderungen genügt,
ist im Baubewilligungsverfahren zu prüfen. Dabei ist Art. 75bis Abs. 1 BauG direkt
anwendbar; nähere Vorschriften sind möglich, konkret aber nicht vorhanden (Art. 38
der Bauordnung der St. Gallen vom 9. August 2002, sRS 731.1). Die Vorschrift geht
über den Inhalt des Verunstaltungsverbots hinaus. Gefordert wird eine genügende
Grünfläche, die durch eine gefällige Gestaltung die Baute in das Umgebungsbild
einfügen hilft (Heer, a.a.O., Rz. 726). Ob die Umgebungsgestaltung qualitativ und
quantitativ den Anforderungen von Art. 75bis Abs. 1 BauG genügt, ist nach den
örtlichen Verhältnissen im Einzelfall zu prüfen. Kriterien für die Beurteilung sind
insbesondere Form und Grösse des Grundstücks, das Verhältnis Grünfläche zur
Bautenfläche, die Zonenordnung sowie die Verhältnisse auf vergleichbaren
Grundstücken der unmittelbaren Umgebung des Quartiers. Entscheidend ist letztlich,
dass ein ansprechendes Gesamtbild entsteht (GVP 1993 Nr. 14 S. 33).
6.3. Dank dem Umstand, dass keine zusätzlichen Abstellflächen für Motorfahrzeuge
realisiert werden, wird - vom Zugang zum Gebäude abgesehen - die gesamte, nicht
vom Erweiterungsbau benötigte Grundstücksfläche begrünt. Zwar ist die
hauptsächliche Gestaltung bloss als Rasenfläche vorgesehen. Im Rahmen des
Verunstaltungsverbots ist es aber den Grundeigentümern überlassen, wie sie die
Grünflächen und Bepflanzungen in der Umgebung ihrer Bauten gestalten.
Insbesondere ist nicht zu bewerten, ob die Bepflanzung ökologisch wertvoll sei (GVP
2003 Nr. 18 S. 70). Das Grundstück wird zudem mit einer Hainbuchenhecke umgeben
und diese mit Bodendeckern und Stauden vorbepflanzt. Eine solche Begrünung
vermag den Ansprüchen an eine ansprechende Gestaltung eines Grundstücks in der
Gewerbe-Industrie-Zone durchaus zu genügen, auch wenn dieses unmittelbar an eine
Wohnzone angrenzt. Darüber hinaus hat es die Bewilligungsbehörde der
Grundeigentümerin offen gelassen, zusätzlich Laubbäume zu pflanzen. Mit der
Höhenbeschränkung von fünf Metern hat sich diese einverstanden erklärt. Die
Nachbarn dagegen haben, wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, keinen gesetzlichen
Anspruch darauf, dass auf dem Nachbargrundstück hohe Bäume gepflanzt werden,
damit niemand in ihre Liegenschaft sieht. Für einen solchen Sichtschutz müssten die
Beschwerdeführer selbst auf ihrem eigenen Grundstück besorgt sein. Es kann deshalb
darauf verzichtet werden, die angebotenen Zeugen dazu zu befragen, ob der
geforderte Sichtschutz im Rahmen der Vergleichsverhandlungen ein Thema gewesen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
sei bzw. ob das Baudepartement vergleichsweise dazu bereit gewesen wäre, den
Beschwerdeführern in diesem Punkt entgegenzukommen.
7. Die Beschwerdeführer verlangen, dass mittels Auflage untersagt werde, im
Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau des BZGS Reklamen anzubringen.
7.1. Das Baugesuch enthält keine Aussenreklamen. Die Bewilligungsbehörde rechnet
aber damit, dass irgendwelche Beschriftungen angebracht werden, weshalb sie
nebenbei auf die grundsätzliche Bewilligungspflicht von Aussenreklamen und die
entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen gemäss Art. 78 Abs. 2 lit. m BauG und
das Reklamereglement vom 9. August 2002 (sRS 731.2) sowie die Möglichkeit einer
vorgängigen Bauberatung hingewiesen hat.
7.2. Baubewilligungen sind zu erteilen, wenn keine im öffentlichen Recht begründete
Hindernisse vorliegen (Art. 87 Abs. 1 BauG). Auflagen im Sinn von Art. 87 Abs. 2 BauG
sind insbesondere dann möglich, wenn das Baugesuch im Lichte der gesetzlichen
Bestimmungen verweigert werden könnte (Heer, a.a.O., Rz. 869). Sofern ein allfälliges
späteres Gesuch betreffend eine Aussenreklame den gesetzlichen Anforderungen von
Art. 94 BauG und Art. 3 ff. des Reklamereglements entspricht, wäre dieses, wie die
Vorinstanz zu Recht ausführt, zu bewilligen. Unter gewöhnlichen Umständen können
Reklamen somit nicht generell per Auflage verboten werden. Namentlich die Tatsache,
dass das Baugrundstück in der Gewerbe-Industrie-Zone an Liegenschaften in der
Wohnzone angrenzt, wäre für sich allein noch kein Grund, Reklamen grundsätzlich zu
verbieten. Sobald ein konkretes Gesuch für eine Aussenreklame vorliegt, wird die
Bewilligungsbehörde dieses im entsprechenden Verfahren daraufhin prüfen, ob es sich
so in das Orts-, Strassen- und Landschaftsbild einordnet, dass eine befriedigende
Gesamtwirkung erzielt wird und es mit dem Strassengesetz (sGS 732.1) vereinbar ist.
8. Die Beschwerdeführer rügen schliesslich, dass der Grundeigentümerin im
vorinstanzlichen Verfahren eine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen wurde,
obwohl sie vom Baudepartement vertreten worden sei bzw. dieses an ihrer Stelle am
Verfahren teilgenommen habe.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
8.1. Den Behörden kommt bei der Verlegung und Bemessung von amtlichen und
ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu (R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004,
S. 72 und 202). Die Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im
Beschwerdeverfahren wie gesagt verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Nach Art. 98
Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie
auf Grund der Sach- und Rechtslage als notwendig und angemessen erscheinen.
Während in den Verfahren nach Art. 98 Abs. 1 VRP Anspruch auf eine volle
Entschädigung besteht, werden in Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entsprechend dem Wortlaut von Art. 98 Abs. 2 VRP generell nur angemessen
entschädigt. Obwohl den Materialien entnommen werden kann, dass im
Rekursverfahren nur ausnahmsweise keine volle Entschädigung zugesprochen werden
soll, wird mit dem Verweis auf die Angemessenheit der Grundsatz der vollen
Entschädigung zu Gunsten von Erwägungen der Billigkeit relativiert. Eine
ausseramtliche Entschädigung soll - selbst wenn sie als notwendig erscheint - in der
Höhe reduziert oder überhaupt nicht zugesprochen werden können, wenn die
Umstände des konkreten Falls dies nahe legen (Hirt, a.a.O., S. 203).
8.2. Die Vorinstanz hat der Grundeigentümerin mit der Begründung eine
Umtriebsentschädigung inkl. MWSt zugesprochen, dass diese, wäre sie nicht durch
das Baudepartement vertreten worden, wohl einen Anwalt hätte beiziehen müssen.
Diese Begründung überzeugt nicht. Zwar hat die Grundeigentümerin das Baugesuch
gestellt, das Baudepartement hat das Gesuch aber als Anlagebetreiberin/Mieterin
mitunterschrieben. Als solche hätte sie das Gesuch auch allein stellen können (Heer,
a.a.O., Rz. 881). In der Folge beteiligte sich im Einverständnis und in Absprache mit der
Grundeigentümerin nur noch das Baudepartement am Einsprache- und
Rechtsmittelverfahren, und zwar ausdrücklich sowohl in Vertretung der
Grundeigentümerin als auch im eigenen Namen als am Grundstück obligatorisch
Berechtigte. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich - und es wurde auch nicht
geltend gemacht -, dass das Baudepartement der Grundeigentümerin für die
Vertretung einen Aufwand verrechnet hat. Folglich ist die Grundeigentümerin für das
Rekursverfahren auch nicht ausseramtlich zu entschädigen. Umtriebsentschädigungen
stellen echten Schadenersatz dar. Aus diesem Grund sind sie im Gegensatz zu den
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Anwaltshonoraren auch nicht mehrwertsteuerpflichtig (Hirt, a.a.O., S. 197). Die
Beschwerde ist folglich in diesem Punkt zu schützen.
9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde sich in der Hauptsache als
unbegründet erweist. Als unberechtigt erweisen sich insbesondere die Einwände, der
Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt, Ausstandsvorschriften und der Grundsatz von
Treu und Glauben seien verletzt worden und die Baubewilligung sei zu Unrecht erteilt
worden, weil der Erweitungsbau zu Verkehrsproblemen führe, keine Parkplätze und
eine mangelhafte Bepflanzung aufweise und weil Aussenreklamen nicht grundsätzlich
verboten worden seien. Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen. Dagegen ist sie
insofern gutzuheissen, als gerügt wird, der Grundeigentümerin sei eine
Umtriebsentschädigung zu bezahlen. In diesem Punkt ist der Entscheid der Vorinstanz
aufzuheben.
10. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Obsiegt eine Partei nur
teilweise, werden die Kosten praxisgemäss anteilsmässig verlegt. Dabei sind die für
den Prozessausgang wesentlichen Punkte zu gewichten. Massgebend ist in erster Linie
der materielle Gehalt des Hauptantrags, während die formale Übereinstimmung des
Wortlauts mit dem Hauptantrag und Dispositiv von untergeordneter Bedeutung ist. Die
Begründung, mit der ein bestimmter Entscheid getroffen wurde, spielt keine Rolle für
die Kostenverlegung (Hirt, a.a.O., S. 96).
10.1. Die Beschwerdeführer haben zu Recht gerügt, dass die Vorinstanz nicht auf
sämtliche ihrer Rügen eingetreten sei, was eine Gehörsverletzung darstellt. Auch
setzen sie sich mit dem Einwand durch, dass der Grundeigentümerin im
Rekursverfahren keine ausseramtliche Entschädigung hätte zugesprochen werden
dürfen. In der Sache selbst unterliegen sie aber vollumfänglich. Damit rechtfertigt es
sich, ihnen die amtlichen Kosten zu vier Fünfteln und den Beschwerdegegnern zu
einem Fünftel zu überbinden, wobei diese ihren Anteil je zur Hälfte schulden (Art. 96bis
VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss ist anzurechnen und
den Beschwerdeführern im Restbetrag von Fr. 800.-- zurückzuerstatten. Auf die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Erhebung des Kostenanteils beim Baudepartement ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP).
10.2. Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP; Hirt, a.a.O.,
S. 183).
Die Grundeigentümerin hat sich am Beschwerdeverfahren nicht beteiligt. Für einen
allfälligen Zeitaufwand oder sonstige Aufwendungen wäre sie beweispflichtig (Hirt,
a.a.O., S. 197). Das Baudepartement hat als Gemeinwesen generell keinen Anspruch
auf Kostenersatz. Von diesem Grundsatz wird nur abgewichen, wenn das
Gemeinwesen wie eine Privatperson, zum Beispiel als Bauherrin oder
Grundeigentümerin betroffen ist (Hirt, a.a.O., S. 177). Dies wäre hier eigentlich der Fall.
Nachdem aber darauf verzichtet wurde, ihren Anteil an der Entscheidgebühr zu
erheben, ist es nur folgerichtig, ihr im Gegenzug auch keine Entschädigung
zuzusprechen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht