Decision ID: e8001f1c-b9e7-4668-821c-7ab012c81f18
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich aufgrund einer bei ihr im _
diagnostizierten multiplen Sklerose (MS) bzw. deren Auswirkungen am 19. März 2010
bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche
Massnahmen und Rentenleistungen an (IV-act. 1). Im Zeitpunkt der IV-Anmeldung war
die Versicherte noch als selbständige Wirtin tätig gewesen, jedoch gab sie ihren
Betrieb aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen im _ 2010 auf und trat per _
2010 eine Anstellung als Servicemitarbeiterin mit leidensangepassten
Arbeitsplatzbedingungen in einem Pensum von 50 % an (vgl. IV-act. 28 und 30). Nach
dem Einholen ärztlicher Berichte (vgl. IV-act. 25 S. 1 ff.; vgl. ferner IV-act. 37) sowie
einer Abklärung der Verhältnisse vor Ort (vgl. IV-act. 28) sprach die IV-Stelle des
Kantons St. Gallen der Versicherten mit Verfügung vom 6. Oktober 2011 aufgrund
eines Invaliditätsgrades von 43 % sowie einer bereits bestehenden Witwenrente ab
dem 1. September 2010 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (IV) zu (IV-act. 43
ff.). Zur Begründung führte die IV-Stelle im Wesentlichen aus, ihre Abklärungen hätten
ergeben, dass die Versicherte seit _ 2008 in ihrer Tätigkeit als Wirtin eingeschränkt
sei. Ihr sei es mit den gesundheitlichen Einschränkungen noch möglich, ein jährliches
Einkommen von Fr. 21'600.-- zu erzielen. Ohne Behinderung könnte sie ein
Jahreseinkommen von Fr. 38'025.-- erwirtschaften (vgl. IV-act. 43; zum Vorbescheid
vgl. IV-act. 41 f.).
A.a.
Mit Schreiben vom 7. Februar 2017 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie
in ihrem Alter noch die Arbeitsstelle habe wechseln müssen. Sie habe eine neue Stelle
in einem Café in einem Pensum von 50 % gefunden. Zu Beginn habe sie im Rahmen
der (...) des Cafés ziemlich viel gearbeitet. Sie möchte wissen, ob dies mit den von ihr
A.b.
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bezogenen IV-Leistungen vereinbar sei. In Zukunft sollte sich das Pensum bei ca. 80
bis 120 oder 130 Stunden (gemeint wohl: pro Monat) einpendeln. Da ihr Einkommen
auf Stundenlohnbasis ausgerichtet werde, könne es stark schwanken. Gegebenenfalls
müsste sie auf dem Pensum von 50 % beharren, jedoch sei ihre aktuelle
gesundheitliche Verfassung stabil und sie habe ein gutes Gefühl. Da ihr Invaliditätsgrad
lediglich 43 % betrage und der Rest ihrer Rente eine Witwenrente darstelle, hoffe sie,
dass die von ihr verrichtete Arbeit erlaubt sei (IV-act. 47).
In einem Revisionsfragebogen der IV-Stelle gab die Versicherte am 13. März 2017
an, dass sie im _ 2016 eine Stelle in einem Café angetreten habe, bei welcher sie ca.
21 Stunden pro Woche arbeite, wobei es auch bis zu ca. 30-35 Stunden pro Woche
werden könnten (IV-act. 51).
A.c.
Am _ 2017 führten die behandelnden Ärzte der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) aus, dass der Krankheitsverlauf seit dem Jahr 2011
im Bereich der einzelnen klinischen Funktionssysteme leicht progredient gewesen sei,
wobei sich die Diagnose nicht geändert habe. Als Diagnose nannten sie eine MS mit
schubförmigem Verlauf. Weiter hielten sie fest, dass die Versicherte die bisherige
Tätigkeit unter Berücksichtigung der Leistungsminderung bei frühzeitiger körperlicher
und kognitiver Erschöpfung in derzeit reduziertem Arbeitspensum fortführen könne. Sie
sei aktuell in einem Pensum von 50 % in einem Café angestellt. Aufgrund der
frühzeitigen Erschöpfung sollte die Versicherte die Möglichkeit haben, regelmässig
kürzere Pausen einlegen zu können. Auch eine adaptierte Tätigkeit sei vorzugsweise in
Teilzeit mit voller Leistung möglich, wobei hier ein erhöhter Pausenbedarf
berücksichtigt werden müsse. Eine Verbesserung der neurologischen Symptomatik sei
nicht zu erwarten, jedoch sei eine weitere Verschlechterung nicht ausgeschlossen (IV-
act. 59). In einem Bericht vom 3. Mai 2017 gab der Hausarzt Dr. med. B._, FMH
Allgemeine Medizin, an, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit dem
Jahr 2011 leicht verbessert habe, wobei sich die Diagnose nicht verändert habe. Weiter
hielt er fest, dass der Versicherten die Tätigkeit im Café für ca. 4-5 Stunden pro Tag
zumutbar sei. Es bestehe dabei aber eine um ca. 40 % verminderte Leistungsfähigkeit
(IV-act. 57 S. 2 ff.). Gleichentags berichtete Dr. med. C._, Augenarzt FMH, dass der
Gesundheitszustand seit dem Jahr 2011 stationär geblieben sei. Bezüglich des
Verlaufs hielt er gleichwohl eine veränderte partielle Opticusatrophie rechts bei
A.d.
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B.
systemischer MS fest. Aus ophthalmologischer Sicht beurteilte er die Arbeitsfähigkeit
der Versicherten jedoch als nicht eingeschränkt (IV-act. 58). In einer Stellungnahme
vom 11. Juli 2017 hielt der regionale ärztliche Dienst (RAD) fest, dass unter
Zusammenschau der uneinheitlichen Angaben der behandelnden Ärzte und der
erhobenen Befunde von einem in etwa konstanten Gesundheitszustand ausgegangen
werden könne (IV-act. 60).
Mit Vorbescheid vom 13. Juli 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Einstellung der Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 32 % in Aussicht. Zur
Begründung führte die IV-Stelle im Wesentlichen an, dass sich der Gesundheitszustand
zwar nicht verändert habe (die Versicherte sei in einer adaptierten Tätigkeit weiterhin zu
70 % arbeitsfähig), jedoch erziele sie an der neuen Arbeitsstelle einen Jahresverdienst
von mindestens Fr. 27'000.--. Demnach liege eine relevante Veränderung der
Einkommensverhältnisse vor, weshalb die Invalidenrente aufgehoben werden müsse
(IV-act. 62).
A.e.
Am _ August 2017 berichteten die behandelnden Ärzte der Klinik für Neurologie
des KSSG, dass die Versicherte laut eigenen Angaben im _ bzw. _ aus
organisatorischen Gründen ein höheres Pensum als 50 % habe erfüllen müssen. Das
erhöhte Pensum habe sie an den Rand der Erschöpfung gebracht. Längerfristig sei
dieses erhöhte Pensum sicher nicht durchzuhalten. Ein Pensum von 50 % könne aus
der Sicht der Versicherten und auch aus medizinischer Sichtweise auf Dauer
durchgeführt werden. Eine Erhöhung des Pensums sei nicht sinnvoll und würde zu
einem baldigen Erschöpfungszustand und einem kompletten Arbeitsausfall führen (IV-
act. 66).
A.f.
Mit Verfügung vom 29. September 2017 hob die IV-Stelle die Invalidenrente auf
das Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats auf (IV-act. 67).
A.g.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin),
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Fäh, St. Gallen, am 2. November 2017
Beschwerde. Darin beantragte sie, dass die Verfügung vom 29. September 2017
aufzuheben und die Rente nicht einzustellen sei; alles unter Kosten- und
B.a.
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Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass sich ihr
Gesundheitszustand nicht verändert habe, was auch die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt habe.
Eine langfristige Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % sei ihr unter Berücksichtigung ihres
Krankheitsbildes nicht zumutbar. Sie habe sich nur vorübergehend für ein höheres
Arbeitspensum zur Verfügung gestellt, da das Café, in dem sie eine Anstellung
gefunden habe, erst kürzlich (...) und noch unklar gewesen sei, wie viel Personal
benötigt werde. Aufgrund der (...) habe sie sich bereit erklärt, vorübergehend bei
Engpässen einzuspringen, da sie auf diese Stelle angewiesen gewesen sei. Mittlerweile
sei zusätzliches Personal eingestellt worden, weshalb sie im vereinbarten Pensum von
50 % arbeiten könne (act. G 1).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete ihren Antrag im
Wesentlichen damit, dass in der angefochtenen Verfügung zwar eine theoretische
70%ige Arbeitsfähigkeit erwähnt worden sei, bei der Bemessung des
Invalideneinkommens jedoch dem aktuellen medizinischen Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin Rechnung getragen worden sei, indem von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden sei. Die angenommene 50%ige Arbeitsfähigkeit
decke sich auch mit den eingeholten ärztlichen Berichten. Das Invalideneinkommen sei
in der angefochtenen Verfügung zu Recht auf Fr. 27'000.-- festgesetzt worden (2160
Jahresstunden / 2 x Fr. 25.--). Zwar sei dabei nicht berücksichtigt worden, dass der 13.
Monatslohn im Stundenlohn der Beschwerdeführerin bereits enthalten sei. Aber selbst
bei einem entsprechend angepassten Invalideneinkommen von Fr. 25'920.-- würde
sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergeben (act. G 7).
B.b.
In ihrer Replik vom 23. März 2018 hielt die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest. Neu machte sie geltend, dass die konkrete
Jahresarbeitszeit von der Beschwerdegegnerin nie abgeklärt worden sei. Weiter sei bei
der Festsetzung ihres Invalideneinkommens zu berücksichtigen, dass im Stundenlohn
eine Ferien- und Feiertagsentschädigung enthalten sei. Ferienabwesenheiten,
Abwesenheiten aufgrund von Feiertagen sowie krankheitsbedingte Abwesenheiten
habe die Beschwerdegegnerin unberücksichtigt gelassen. Schliesslich machte die
B.c.
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Erwägungen
1.
Beschwerdeführerin geltend, dass ihr Valideneinkommen mit Fr. 38'025.-- zu tief
angesetzt worden sei (act. G 11).
In ihrer Duplik vom 13. April 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der
Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest. Zu den Rügen der Beschwerdeführerin
hinsichtlich des Invalideneinkommens merkte sie an, die vorliegenden Unterlagen
würden aufzeigen, dass die Beschwerdeführerin bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung fast ständig in einem Pensum von über 90 Stunden gearbeitet habe.
Gleichwohl sei bei der Invaliditätsbemessung nicht auf die geleisteten Stunden
abgestellt worden. Vielmehr sei von einem realistischen Arbeitspensum von 50 % mit
90 Arbeitsstunden ausgegangen worden. Hinsichtlich des Valideneinkommens sei zu
berücksichtigen, dass eine Abklärungsperson in einem Bericht vom 18. Juni 2010
angemerkt habe, dass der Verdienst der Beschwerdeführerin als selbständige Wirtin
immer sehr klein bemessen gewesen sei. Die von der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung verlangten konkreten Anhaltspunkte, dass ohne gesundheitliche
Einschränkung ein beruflicher Aufstieg und ein höheres Einkommen tatsächlich
realisiert worden wäre, lägen nicht vor (act. G 13).
B.d.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente
der Beschwerdeführerin zu Recht revisionsweise eingestellt hat.
1.1.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine
Viertelsrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
1.2.
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2.
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird grundsätzlich das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes,
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5 mit Hinweisen). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer
anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten
bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V
114 E. 5.4 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008,
9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten
erfolgt grundsätzlich frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.3.
bis
Zunächst ist zu prüfen, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache (Verfügung
vom 6. Oktober 2011; vgl. IV-act. 43 ff.) eine potentiell anspruchsrelevante
Veränderung des Gesundheitszustandes oder anderer tatsächlicher Verhältnisse
eingetreten ist.
2.1.
Beide Parteien sind sich darin einig, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der letzten Rentenzusprache nicht wesentlich verändert habe
2.2.
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und die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsfähig sei (vgl. act. G 1, 3.1, 7, 11 und 13).
Aufgrund der Aktenlage ist den Parteien darin zuzustimmen, dass eine wesentliche
Veränderung der gesundheitlichen Einschränkungen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist. Auch die Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
ist aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden. Die Erwähnung einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit in der angefochtenen Verfügung ist als Missinterpretation der
massgebenden Verhältnisse in der (...) _ des Cafés im (...) durch die
Beschwerdegegnerin einzustufen (vgl. IV-act. 67; vgl. dazu auch die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort [act. G 7 S. 5]). Wie sie
nachvollziehbar ausgeführt hat, ist sie bei der Berechnung des in der Verfügung
erwähnten Invalidenlohns nämlich nicht von einer 70%igen, sondern einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen (vgl. act. G 7 S. 5 i.V.m. IV-act. 68). Folglich kann mit den
Parteien von einem unveränderten Gesundheitszustand mit einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten ausgegangen werden.
2.3.
Eine wesentliche Veränderung, welche die Renteneinstellung rechtfertige, sieht
die Beschwerdegegnerin bei den Einkommensverhältnissen. Der Invalidenlohn der
Beschwerdeführerin betrage seit dem Antreten der neuen Stelle im _ 2016
Fr. 27'000.-- oder zumindest Fr. 25'920.-- pro Jahr (vgl. act. G 7 S. 5 f.).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass die
Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen nicht korrekt bemessen habe. Sie habe
bei der Festlegung des Invalideneinkommens unberücksichtigt gelassen, dass im
Stundenlohn von Fr. 25.-- die Ferientage und Feiertage bereits entschädigt seien.
Überdies müssten auch krankheitsbedingte Absenzen einkalkuliert werden (vgl. act. G
11).
2.3.1.
Gemäss Art. 31 Abs. 1 IVG kann eine Einkommensverbesserung nur dann zu
einer Revision der Rente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG führen, wenn sie jährlich
mehr als Fr. 1'500.-- beträgt. Zudem sind die teuerungsbedingten
Einkommensverbesserungen ausser Acht zu lassen (Art. 86 IVV; N 5015 des
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH),
Stand 1. Januar 2018).
2.3.2.
ter
Die Beschwerdegegnerin war in ihrer Verfügung vom 6. Oktober 2011, mit
welcher sie der Beschwerdeführerin die Invalidenrente per 1. September 2010
zugesprochen hatte, von einem Invalideneinkommen von Fr. 21'600.-- ausgegangen
(vgl. IV-act. 43 ff.). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung vom Jahr 2010
2.3.3.
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bis ins Jahr 2016 (Zeitpunkt des Stellenantritts im Café, vgl. act. G 1.3) beträgt das der
ursprünglichen Rentenverfügung zu Grunde liegende Invalideneinkommen gerundet
Fr. 22'689.-- (Fr. 21'600.-- / 2579 x 2709; vgl. Tabelle T 39 des Bundesamtes für
Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2018).
In der angefochtenen Revisionsverfügung vom 29. September 2017 hat die
Beschwerdegegnerin aufgrund der seitens der Beschwerdeführerin im _ 2016
angetretenen Stelle neu ein Invalideneinkommen von Fr. 27'000.-- genannt (IV-act. 67).
Diesen Invalidenlohn hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Annahme einer
Jahresarbeitszeit von 1'080 Stunden bei einem Arbeitspensum von 50 % ermittelt
(vgl. IV-act. 68). Werden diese Arbeitsstunden mit dem im Arbeitsvertrag der
Beschwerdeführerin genannten Stundenlohn von Fr. 25.-- multipliziert (vgl. act. G 1.3),
ergibt sich, wie von der Beschwerdegegnerin errechnet, ein Invalideneinkommen von
Fr. 27'000.-- pro Jahr. Allerdings hat die Beschwerdeführerin zu Recht darauf
hingewiesen, dass in ihrem Stundenlohn eine Ferienentschädigung enthalten ist
(vgl. act. G 1.3 i.V.m. 11 S. S. 2). Demnach muss bei der Festlegung des
Invalideneinkommens die Einkommenseinbusse während der Ferien Berücksichtigung
finden. Gemäss ihrem Arbeitsvertrag hat die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf
sechs Wochen Ferien pro Jahr (act. G 1.3). Ausgehend von den seitens der
Beschwerdegegnerin angenommenen 1'080 Arbeitsstunden pro Jahr ergibt sich eine
wöchentliche Arbeitszeit von gerundet 21 Stunden (1'080 Stunden / 52 Wochen; vgl.
dazu auch IV-act. 51) und somit rund 126 (6 Ferienwochen x 21 Arbeitsstunden)
unbezahlte bzw. im Stundenlohn der effektiven Arbeitsstunden enthaltene
Ferienstunden. Dies wiederum führt zu einer Lohneinbusse von jährlich Fr. 3'150.--
(126 Stunden x Fr. 25.--). Unter Berücksichtigung der ferienbedingten Lohneinbusse
resultiert schliesslich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 23'850.-- (Fr. 27'000.--
minus Fr. 3'150.--). Stellt man diesem Invalidenlohn das der ursprünglichen
Rentenzusprache zu Grunde liegende, auf das Jahr 2016 hochindexierte
Invalideneinkommen von Fr. 22'689.-- gegenüber (vgl. E. 2.3.3), resultiert lediglich eine
Differenz von Fr. 1'161.--. Demnach liegt offensichtlich keine jährliche
Einkommensverbesserung von über Fr. 1'500.-- vor. Inwiefern allfällige
krankheitsbedingte Abwesenheiten oder Abwesenheiten aufgrund von Feiertagen zu
einer weiteren Reduktion des Invalideneinkommens führen (vgl. act. G 11), kann somit
offenbleiben. Die Veränderungen im Einkommen stellen nach dem Gesagten jedenfalls
keinen Revisionsgrund dar.
2.3.4.
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3.