Decision ID: bafba001-ff50-5845-aa10-fd4596f8feef
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, verfügt über Lehrabschlüsse als Verkäu
ferin (Urk. 7/4/20) und kaufmännische Angestellte (Urk. 7/4/23)
. Zuletzt war sie vom 15. September bis am 15. Dezember 2012 bei der
Y._
S.A.
als Sachbear
bei
terin
im Aktienregister
tätig (Urk.
7/7/2,
7/28/1)
. Am 15. Januar 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Depression bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/12). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, leistete Kostengutsprachen für ein Aufbautraining bei der
Z._
GmbH
,
(
Mitteilung vom 6. Juni 2013;
Urk. 7/
31
)
sowie einen Arbeitsversuch als Pflegehelferin bei der
A._
(
Mitteilung
vom 15. Januar
2014;
Urk. 7/52
)
und sprach entsprechende Taggelder zu
(Urk. 7/
38
, 7/56)
. Zudem übernahm sie die Kosten für ein
e Arbeitsvermittlung durch die
Z._
GmbH
(
Mitteilung vom 15. Januar 2014;
Urk. 7/53) sowie für ein
Modul des Pflegehelferkurses des Schweizerischen Roten Kreuzes
(Mitteilung vom 3. Juli 2014; Urk. 7/79).
Per
7. Juli 2014
wurde
die Versicherte als Pflege
helferin bei der
B._
angestellt
(Urk. 7/83)
, wobei die IV-Stelle während sechs Monaten einen Einarbeitungszuschuss ausrichtete
.
Die Arbeit
geberin kündigte dieses Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2015 (Urk. 7/125). In medizinischer Hinsicht holte die IV-Stelle Berichte behandelnder
Ä
rzte ein (Urk. 7/
8
, 7/
27
, 7/
102, 7/108
, 7/
111 f.
, 7/
115, 7/131, 7/186
)
und
gab ein psychia
trisch-rheumatologisches Gutachten in Auftrag (Urk. 7/172). Dieses wur
de von den Fachärzten der MEDAS-
C._
am 2. Juni 2016 (Urk. 7/189) erstat
tet. Mit Vorbescheid vom 19. August 2016 (Urk. 7/198) stellte die IV-Stelle der Versicherten
die Verneinung ein
es Rentenanspruchs in Aussicht.
Dagegen erhob die Versicherte am 14. September 2016 (Urk. 7/199) Einwände. Wie angekündigt wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. Februar 2017 (Urk. 2) das Renten
ge
such ab.
2.
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am
28. Februar 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Zusprechung einer Invalidenrente (Urk. 1). Mit Be
schwer
de
antwort vom 21. April 2017 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
5.
April 2018 (Urk. 9) wurde den
Parteien Gelegenheit gegeben, unte
r dem Gesichtspunkt der mit BGE
143 V 409 und BGE 143 V 418 geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Rentenanspruch bei psychischen Leiden zur Sache Stellung zu nehmen. Die
Beschwerdegegnerin liess sich mit Eingabe vom 11. Mai 2018
(
Urk. 11
) und die
Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. Mai
201
8
(
Urk. 12
) vernehmen
. Die Stellungnah
men wurden den Parteien mit
Schreiben vom 15. Mai 2018 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht. Mit Verfügung vom 21. August 2018 (Urk. 14) wurden die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur, (Beigeladene 1) und der Fonds de
Pensions
Y._
(Beigeladene 2) zum Verfahren beigeladen und ihnen eine Frist zur Stellungnahme zu den Rechtsschriften der Parteien angesetzt. Die Beigela
dene 1 verzichtete mit Schreiben vom 20. September 2018 (Urk. 16) auf eine Stellungnahme. Am 2
4.
September 2018 (Urk. 17) machte die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe. Die
Beigeladene 2 liess sich am 31.
August 2018 (Post
stempel: 22. Oktober 2018; Urk. 18) vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes ü
ber die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesent
lichen damit, dass die Beschwerdeführerin gemäss der medizinischen Beurteilung in einer Bürotätigkeit für eine Dauer von einigen Wochen bis Monaten
voll
arbeitsfähig sei. Danach sei mit Schwierigkeiten im Berufsleben zu rechnen. Diese
Problematik entstehe hauptsächlich bei Festanstellungen. Temporäre Einsätze oder
Pikettdienste könne sie jedoch über längere Zeit hinweg bewältigen (Urk. 2 S. 1)
2.2
Dem hält die Beschwerdeführerin zusammengefasst entgegen, die Beschwerde
gegnerin habe auf Feststellungen der MEDAS-Gutachter abgestellt, die von ihrem Therapeuten lic. phil.
D._
mit Stellungnahme vom 17. Dezember 2016 kritisiert und korrigiert worden seien.
Diese Einwände habe die Beschwerde
gegnerin einfach ignoriert. Mit der Beurteilung, dass lediglich temporäre Einsätze möglich seien, seien im Übrigen auch die MEDAS-Gutachter von einer erheb
li
chen Beeinträchtigung ausgegangen (Urk. 1 S. 1).
Dass eine volle Erwerbs
tätig
keit trotz hohem Leidensdruck aufgrund einer schwierigen psychosozialen Situation möglich sein solle, sei nicht nachvollziehbar und in sich widersprüchlich (Urk. 1 S. 2).
3.
3.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete der IV-Stelle
am 5
.
März
2013
über die Behandlung der Beschwerdeführerin.
Er diag
nostizierte eine seit dem Jahr 2003 bestehende rezidivierende depressive Störung, wobei er gemäss Codierung von einer aktuell mittelgradigen depressiven Episode ausging (ICD-10: F33.1). Weiter stellte er die Diagnosen einer nicht näher be
zeichneten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.9) sowie eines Status nach einer im Jahr 2003 erlittenen Borreliose und fokaler Dystonie (Urk.
7
/27/1).
Sämtlichen Diagnosen mass er einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei. In der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte attestierte er eine fortbestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem
5.
Dezember 2012 (Urk. 6/27/3).
Das
Erreichen einer uneingeschränkten Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit beurteilte er als möglich, empfahl jedoch eine Abklärung der Arbeitsfähigkeit und Arbeitsmöglichkeiten (
Urk. 7
/27/3
; vgl. auch Urk. 7/8
).
3.2
Am 23. Januar 2015 nahm
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Ortho
pä
dische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, eine
fibuläre
Bandre
konstruktion rechts vor und
operierte
ein Morton Neurom (chronisch entzündeter
und verdickter
Vorfussnerv
;
Urk.
7
/112/39).
Er
hielt
am
7. Januar 2015
eine 100
%ige Arbeitsunfähigkeit vom 23.
Januar bis am 20. März 2015
fest
(Urk. 7/98/15)
.
Am 3. April 2015 verneinte er weiterhin eine Arbeitsfähigkeit
als Pflegehelferin, wobei er prognostisch von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab Anfan
g Mai 2015 ausging (Urk. 7/131/1
). Diese attestierte er am 8. April 2015 für den Zeitraum
vom 3. bis am 17. Mai 2015, wobei er pro Einsatztag maximal vier Arbeitsstunden
als zumutbar beurteilte
(Urk. 7/108)
.
3.3
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und der Psychotherapeut lic. phil.
D._
berichteten der IV-Stelle am 2. April 2016 über die Behandlung der Beschwerdeführerin. Sie stellten
auf ihrem Fachgebiet
folgende Diagnosen
(Urk. 7/186/1)
:
-
Paranoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.0)
-
Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z73.0)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
-
Familienzerrüttung durch Scheidung (ICD-10: Z63.5)
Seit März 2016 attestierten sie
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
B._
-Mitarbeiterin
eine fortbestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/186/2)
.
3.4
3.4.1
Gestützt auf die zur Verfügung gestellten Akten und die
Untersuchungen vom
2
4.
,
30. März
und
18. April 2016 erstatteten Dr. med.
H._
, Facharzt für Rheumatologie, und med. pract.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
am 2. Juni 2016 ihr rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten (Urk. 7/189).
3.
4.2
Die Gutachter hielten in der Konsensbeurteilung folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/189/28):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0)
-
Statische Fussbeschwerden
-
Spreiz-Senkfuss beidseits
-
Grosszehen-Grundgelenks-Arthrose
-
Status nach
fibularer
Bandplastik und Entfernung eines Morton-Neuroms interdigital II/III am rechten Fuss am 23. Januar 2015
Einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
verneinten
sie
betreffend die folgenden Diagnosen (Urk. 7/189/28):
-
Zervikale Dystonie (
Torticollis
spasticus
), bekannt seit 2002
-
Kleine axiale
Hiatushernie
(
Gastroskopiebefund
vom 21. Mai 2014)
-
Status nach Divertikulitis-Schub im August 2011
-
Intermittierender Vitamin D3-Mangel, aktuell im Normbereich
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4)
Für Bürotätigkeiten bestünden aus somatischer Sicht keine
Einschränkungen.
Eine andere leidensangepasste
Tätigkeit sei
vollschichtig zumutbar, sofern der Anteil stehend-gehender Tätigkeiten maximal 2/3 betrage
. Zudem bestünden Ein
schränkungen bezüglich Gehen auf unebenem Gelände
(Urk. 7/189/29).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch in der Lage, kurzzeitig (einige Wochen bis wenige Monate) einer Hilfstätigkeit im Pflegebereich oder auch einer einfachen Tätigkeit im Büro nachzugehen
.
N
icht in Frage kämen
Tätigkeiten auf
Lei
tungsstufe
(Geschäftsleitung, Direktion etc.)
.
I
hre
Persönlichkeit werde
wegen
d
er kombinierten Persönlichkeitsstörung
immer wieder zu interperson
e
l
len Problemen führen. Zudem neige sie dazu, sich hoch
stehende Tätigkeiten zu suchen, was
aufgrund ihrer Fremdsprachenkenntnisse
immer wieder gelungen sei. Mit ihren
insgesamt
durchschnittlichen Fähigkeiten und
ihrer
Persönlichkeit
werde sie immer wieder
an Grenzen stossen und mit depressiven Exazerbationen reagieren. Deshalb erachte er sie für Direktions
arbei
ten als 100
% arbeitsunfähig. Eine einfach
e
Tätigkeit im Büro oder Hilfstätig
keiten im Pflegebereich
seien
bezogen auf die Fähi
gkeiten der Explorandin möglich.
Blosse Hilfstätigkeiten
w
e
rde sie jedoch aufgrund ihrer narzisstischen Persönlichkeitszüge
als Dauerkränkung erleben, was
wiederum zu depr
essiven Exazerbationen führen we
rde. Am geeignetsten
sei
eine Arbeit mit wenig inter
person
el
lem Kontakt, mit leichten Herausforderungen und mit Vorgesetzten, die sie immer wieder lobten. Kritikfähig sei sie zurzeit nicht und könne Prob
leme bei sich kaum erkennen, w
a
s
die Erkenntnisse im Rahmen der IQ-Abklärung zeigten. Sie ahne, dass es Probleme gebe, wofür ihre Angst vor einem Neueinstieg in die Berufswelt stehe
.
Introspektiv könne sie dieses Thema
allerdings
nicht angehen. Damit sei auch für jegliche anderen Tätigkeiten keine dauerhafte (über mehrere Wochen bis Monate andauernde) Arbeitsfähigkeit gegeben
(Urk. 7/189/28 f.).
4.
4.1
Strittig ist, ob
die
Beschwerdeführer
in
einen
Anspruch auf eine Rente der Inva
lidenversicherung hat (vgl. E. 2.1 f.).
Es
ist in diesem Zusammenhang zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von der Beurteilung im
bidisziplinären
Gutachten von
Dr.
H._
und
med
.
pract.
I._
abgewichen ist und
für tem
poräre Arbeitseinsätze oder Pikettdienste
eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit an
genommen hat
.
Das Gutachten basiert auf umfassenden internistischen,
rheumatologischen und
psychiatrischen Untersuchungen
(Urk. 7/189/17 f., 7/189/43-45)
, in deren Rahmen
ins
besondere
auch eine
Intelligenzabklärung
(Urk. 7/189/53-58) sowie eine Labo
r
untersuchung des Blutes (Urk. 7/189/18, 7/189/31-33) durchgeführt wurden.
Die Expertise wurde ferner in detaillierter Kenntnis der Vorakten erstellt
(Urk. 7/
189/1-12, 7/189/19)
.
Die
Versicherte konnte gegenüber den Gutachtern
ihre
aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen eingehend befragt
(Urk. 7/
189/12-17
, 7/
189
/
34-43
). Soweit möglich setzten sich die Gut
achter ausser
dem mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen auseinander (Urk. 7/
189
/
23 f.
, 7
/189/46 f.
).
Die Darlegungen sind begründet und die Schlussfolgerungen nach
vollziehbar. Sie wurden als solche weder von der Beschwerdeführerin noch der Beschwerdegegnerin in Frage gestellt. Unterschiedlich fiel indessen die Beurtei
lung aus, in welchem Umfang trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung erwerb
liche Ressourcen vorhanden sind.
4.2
Da die Persönlichkeitsstörung und damit ein psychisches Leiden im Vordergrund steht, sind die im Gutachten erwähnten
Limiten
respektive Ressourcen mittels
Indikatorenprüfung
zu validieren.
In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ sind für den Komplex „
Gesund-heits
schädigung
“ die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der
Be
hand
lungs
- und Eingliederungserfolg und die K
omorbiditäten zu ermitteln (BGE
141 V 281 E. 4.3.1.1-E. 4.3.1.3).
Neben der
sehr stark ausgeprägten kombinierten Persönlichkeitsstörung (Urk. 7/189/26) leidet die Beschwerdeführerin beidseitig an Spreiz- und Senkfüssen, Grosszehen-Grundgelenks-Arthrosen mit
Halluces
valgi
sowie einem Status nach am 23. Januar 2015 durchgeführter
fibularer
Band
plastik und Entfernung eines Morton-Neuroms interdigital II/III am rechten Fuss (Urk. 7/189/28).
Ein Behandlungs- und Eingliederungserfolg konnte insoweit erzielt werden, als
die zuvor bestehende depressive Störung gegenwärtig remittiert ist (Urk. 7/189
/27). Die zahlreichen, teilweise auf Initiative der Beschwerdeführerin hin durchge
führten Eingliederungsmassnahmen zeitigten nur kurzzeitigen Erfolg: Die nach der erfolgreichen Absolvierung des Pflegehelferkurses mittels Einarbeitungs
zu
schüssen geförderte Anstellung bei der
B._
wurde durch die Arbeitgeberin nach weniger als einem
Jahr Dauer gekündigt (vgl. Urk. 7/125
). Seither ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, in den Arbeitsmarkt zu
rück
zukehren.
Eine psychische Komorbidität besteht aufgrund der depressiven Störung, die im Zeitpunkt der Begutachtung indessen remittiert war. Wegen der Remission verneinten die Experten nachvollziehbar eine erwerbliche Beein
träch
tigung (Urk. 7/189/28, Urk. 7/189/47). Auf somatischer Ebene stehen die stati
schen Fussbeschwerden im Vordergrund, die sich in dem Sinne limitierend aus
wirken, dass sich eine ausschliesslich stehende und gehende Tätigkeit verbietet (Urk. 7/189/24, Urk. 7/189/28
).
Zum
Komplex „Persönlichkeit“
(BGE 141 V 281 E. 4.3.2) ist zu beachten, dass die Kindheit und Jugend der Beschwerdeführerin durch eine problematische Bezieh
ung zur Mutter und durch die Drogensucht ihres Bruders geprägt war und ihr weiterer Lebenslauf durch das Scheitern ihrer Ehe und durch häufige Stellen
verluste bis in die jüngste Zeit (vgl. Urk. 7/189/34 ff.). Somit ist von entsprechend eingeschränkten persönlichen Ressourcen auszugehen.
Betreffend den Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3)
berichtete die Beschwerdeführerin über täglichen Kontakt per Telefon und Chat mit zwei Freundinnen, mit denen sie einmal wöchentlich auch persönlichen Kontakt habe
(Urk. 7/189/41 f.)
.
In familiärer Hinsicht
unterhält
sie Kontakte zu ihrem Vater (Urk. 7/189/35) und zu ihrer Schwester (Urk. 7/189/41), die sich auch verschied
ent
lich ins Verwaltungsverfahren einschaltete (Urk. 7/49, 7/157, 7/161, 7/202 f., 7/212).
Bei der Prüfung der Kategorie „Konsisten
z" sodann (Vergleich der Aktivi
täts
niveaus der verschiedenen Lebensbereiche und Leidensdruck; BGE 141 V 281 E.
4.4) ist darauf hinzuweisen,
dass die Gutachter die bisherige Behandlung als angemessen beurteilten (Urk. 7/189/29). Der rheumatologische Gutachter
hielt fest, bezüglich de
r
Fussbeschwerden sei vermutlich ein stabiler Residualzustand
erreicht (Urk. 7/189/30). Der psychiatrische Sachverständige hielt eine gute Koop
e
ration der Beschwerdeführerin fest und empfahl eine Fokussierung der Psycho
therapie auf die Persönlichkeitsstörung, wobei er dadurch keine relevante Besse
rung des Gesundheitszustandes erwartete (Urk. 7/189/48 f.).
Die Beschwerde
füh
rerin
befand
sich bereits in stationäre
r
psychiatrische
r
Behandlung
(Urk. 7/112/59
) und war z
um Zeitpunkt der Begutachtung für einen Aufenthalt in der Klinik
J._
angemeldet (Urk. 7/189/17). Zum
Begutachtungsz
eitpunkt fand eine wöchentliche Psychotherapie statt (Urk. 7/189/16). Die Einnahme des ver
schriebenen Psychopharmakons mit dem Wirkstoff
Escitalopram
liess sich durch die anlässlich der Begutachtung durchgeführte Laboruntersuchung des Blutes nach
weisen (vgl. Urk. 7/189/17, 7/189/33). Es ist somit von einem beträchtlichen Leide
nsdruck auszugehen. Darauf lässt auch die motivierte Teilnahme der Be
schwerdeführerin an beruflichen Eingliederungsmassnahmen schliessen (vgl.
Urk. 7/
45/1
, 7/
55/1
).
Ihre privaten Aktivitäten in Form von Kontakten zu zwei Freundinnen und gele
gentlichen Ausflügen mit diesen (vgl. Urk. 7/189/41 f.) bilden bezogen auf das dominierende Krankheitsbild der Persönlichkeitsstörung keinen auffälligen Kon
trast zur attestierten Beeinträchtigung der beruflichen Ressourcen. Die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten stuften die Gutachter als mittelschwer beein
trächtigt ein. Erheblich beeinträchtigt sind hingegen verschiedene berufliche
Schlüsselkompetenzen wie Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Entscheidungs
fähig
keit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Gruppenfähigkeit (Urk. 7/189/48). Auf
grund
der im Gutachten detailliert beschriebenen Beeinträchtigungen im Zusammen
hang mit der Persönlichkeitsstörung ist die Schlussfolgerung nachvollziehbar, eine dauerhafte, über wenige Wochen oder Monate hinausgehende Arbeitsfähig
keit sei für jegliche Tätigkeiten nicht mehr gegeben (Urk. 7/189/49).
4.3
Kann leidensbedingt selbst in einer angepassten Tätigkeit prognostisch mit keiner dauerhaften Arbeitsfähigkeit in einem bestimmten Umfang gerechnet werden, ist von einer Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Hinzu kommt, dass ein für die Be
schwer
deführerin optimal angepasstes Arbeitsumfeld insbesondere die Bereit
schaft des Arbeitgebers zu ständigem Lob und steter Unterstützung voraussetzt, was allerdings
auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht
erwartbar
ist. Eine dauerhafte Eingliederung der Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt ist somit nicht gegeben. Inwiefern eine Eingliederbarkeit mittels einer geeigneten Behand
lung gegebenenfalls
doch erarbeitet werden könnte
, ist prognostisch offen. Die Gutachter wiesen auf die sehr eingeschränkte therapeutische Beeinflussbarkeit von Persönlichkeitsstörungen hin, hielten aber gleichwohl fest, Fortschritte seien möglich, falls es gelinge, die Beschwerdeführerin zu einer gewissen Krankheits
ein
sicht zu bewegen (Urk. 7/189/29). Der Auflage der Beschwerdegegnerin vom 19. August 2016, die Beschwerdeführerin habe sich zur Wahrung ihrer Leistungs
ansprüche auch weiterhin der geeigneten ärztlichen Behandlung zu unterziehen (Urk. 7/197) ist angesichts der gutachterlichen Prognose somit die Berechtigung nicht grundsätzlich abzusprechen, indessen ändert sich dadurch nichts am Um
stand, dass der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses keine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zumutbar war.
5.
5.1
Der
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29
Abs. 1
IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten
seit der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs.
Der An
spruch entsteht nicht, solange die versicherte
Person ein Taggeld
beanspruchen kann (
Art. 29
Abs. 2
IVG
).
Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Art. 29 Abs. 3 IVG
).
Voraussetzung ist, dass zu diesem Zeitpunkt das Wartejahr abgelaufen ist und die versicherte Person
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid
ist (Art. 28 Abs. 2
lit
. b und c IVG).
5.2
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 15. Januar 2013 (Urk. 7/12) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Frist
von sechs Monaten ab der Anmeldung
war somit
am 15.
Juli 2013
abgelaufen
. Zum Wartejahr ist das Folgende zu beachten: Der seinerzeit behandelnde Psychiater Dr.
E._
atte
stiert
e
im Bericht vom 5. März 2013 ab dem 5. Dezember 2012 bis auf Weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/27/3). Die Anstellung der Beschwer
de
führerin bei der
Y._
S.A. dauerte bis zum15. Dezember 2012, wobei sie ab dem 14. Dezember 2012 krankheitshalber nicht mehr arbeitete (Urk. 7/28). Am 24. Januar 2013 teilte die Arbeitslosenkasse
Unia
der Beschwerdeführerin mit, ihr Taggeldanspruch ende aufgrund der fortdauernden Arbeitsunfähigkeit vorzeitig (Urk. 7/17). Ab dem 10. Juni 2013 absolvierte die Beschwerdeführerin bei der
Z._
GmbH ein Aufbautraining, das bis zum 10. Dezember 2013 dauerte. Im Lauf des Trainings konnte eine stabile
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % nicht erreicht werden. Dabei im Vordergrund standen gesundheitliche Gründe (Urk. 7/30 f., Urk. 7/33 ff., Urk. 7/45, Urk. 7/48). Ab Januar 2013 und damit ab dem Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug gingen die Gutachter aus psy
chischen Gründen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für die bis
he
rige kaufmännische Tätigkeit aus (Urk. 7/189/29 f., Urk. 7/189/49). Unter Berück
sichtigung der genannten Aspekte ergibt sich, dass im Laufe des Dezember
s
2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit eintrat und in der Folge andauerte. Auf diesen Zeitpunkt hin ist die Wartezeit zu eröffnen. Im Rahmen des Aufbau
trainings bei der
Z._
GmbH ab Juni 2013 liess sich die Arbeitsleistung zwar steigern, allerdings nie bis 50 %. Mithin bestand ab Beginn der Wartezeit fort
dauernd eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %, was für die Erfüllung derselben ausreichend ist und diese spätestens Ende Dezember 2013 enden liess. Zu diesem Zeitpunkt war überdies die Frist von sechs Monaten seit der Anmel
dung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG verstrichen. Ab Januar 2014 konnte der Rentenanspruch somit frühestens entstehen.
5.3
Zu beachten ist, dass die Beschwerdeführerin ab dem 6. Januar bis zum 6. Juli 2014 einen Arbeitsversuch und begleitend einen Pflegehelferkurs absolvierte und in dieser Zeit Taggelder ausgerichtet erhielt (Urk. 7/56, Urk. 7/79-80), was den Bezug einer Rente ausschliesst. Danach war die Beschwerdeführerin im Rahmen einer von der IV-Stelle finanzierten Einarbeitung ab dem 7. Juli 2014 bis 30. Juni 2015 auf vollzeitlicher Basis als Pflegehelferin bei der
B._
im Stundenlohn angestellt (Urk. 7/83 f., Urk. 7/86, Urk. 7/93, Urk. 7/113). Zu Beginn des Jahres 2015 traten Fussbeschwerden auf, die am 26. Januar 2015 ein opera
tives Vorgehen erforderlich machten und ab dann zu einer vollständigen Krank
schreibung führten. Ab Mai 2015 bestand aufgrund dieses Leidens wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Urk. 7/115/2, Urk. 7/115/6, Urk. 7/117). Indessen hatten sich nach den Angaben der Arbeitgeberin negative Rückmeldungen von Kunden gehäuft und sie hatte sich im Zusammenhang mit disziplinarischen Ver
stössen der Beschwerdeführerin zu Verwarnungen veranlasst gesehen, weswegen sie das Arbeitsverhältnis auflöste (Urk. 7/135/1 f.; vgl. auch Urk. 7/135/3-7).
5.4
Lohnzahlungen der
B._
sind für die Zeit von Juli 2014 bis und mit Januar 2015 belegt (Urk. 7/89/2-4, Urk. 7/98/12-14, Urk. 7/113/8 f.). Werden die in den Lohabrechnungen ausgewiesenen Arbeitsstunden für die Tageseinsätze einerseits und die Schlafwache andererseits addiert (vgl. Urk. 7/83/1), so ergibt
sich bezogen auf das ordentliche Arbeitspensum von 40 Wochenstunden (Urk. 7/113
/2) im Juli 2014 (152
Arbeitsstunden entsprechend 38 Wochen
stun
den) und im Januar 2015 (133,75 Arbeitsstunden entsprechend 33,4 Wochen
stunden) ein jeweils geringfügig darunter liegendes wöchentliches Pensum und für August bis Dezember 2014 ein jeweils höherer zeitlicher Einsatz (August 2014:
191,5 Arbeitsstunden entsprechend 47,9 Wochenstunden; September 2014: 217,25 Arbeitsstunden
entsprechend 54,3 Wochenstunden; Oktober 2015: 165,75 Arbeitsstunden entsprechend 41,4 Wochenstunden; November 2014: 160,1 Arbeits
stunden entsprechend 40 Wochenstunden; Dezember 2014: 206,75 h ent
sprechend 51,7 Wochenstunden). Ab Februar 2015 erlitt die Beschwerdeführerin einen vollständigen Lohnausfall und war, abgesehen von der vollständigen Arbeits
unfähigkeit aufgrund der Fussbehandlung (vgl. Urk. 7/113/3, Urk. 7/115), gemäss Gutachten aus psychiatrischer Sicht auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr dauerhaft vermittel- respektive einsetzbar.
Diese Beurteilung galt bereits für die Zeit vor der Aufnahme der Tätigkeit bei der
B._
. Es handelte sich um eine von der IV im Rahmen von Einarbeitungszuschüssen finanzierte Stelle, der ein Arbeitscoaching vorausge
gangen war. Ein dauerhafter Erfolg war den Eingliederungsbemühungen indes nicht beschieden. Verstösse disziplinarischer Art und negative Rückmeldungen von Kunden veranlassten die Arbeitgeberin zu einer Auflösung des Arbeits
ver
hältnisses (vgl. vorstehende E. 4.3). Trotz aller Bemühungen misslang auch dieser Eingliederungsversuch. Dies bestätigt die Beurteilung der MEDAS-Gutachter, gemäss der aufgrund der krankheitsbedingt veränderten Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin eine dauerhafte Eingliederung nicht möglich ist.
Im Mai und Juni 2015 nahm die Beschwerdeführerin die Tätigkeit bei der
B._
vorübergehend noch einmal auf. Im Mai leistete sie ein Pensum von 25 % (10 Wochenstunden) und im Juni ein solches von rund 50 % (83
Wochen
stunden; vgl. Urk. 7/118-119). Diese vorübergehende Tätigkeit ist mangels
der erforderlichen Dauerhaftigkeit gemäss Art. 88a Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
indessen nicht zu berücksichtigen. Ab Februar 2015 besteht somit Anspruch auf eine ganze Rente, was zur Gutheissung der Beschwerde führt.
6
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
9
00.-- anzusetzen
.
Entsprechend d
em Ausgang des Verfahrens sind d
ie
Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.