Decision ID: 8c447361-eb2c-44b2-a4cb-f161e79b8e38
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Mit einem als "Einsprache" bezeichneten Schreiben vom 17. Dezember
2021 gelangte A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) betreffend
die Verfügung der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden vom 15.
Dezember 2021 über die Verrechnungssteuer für das Fälligkeitsjahr 2019
an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er,
die Frist (wohl recte: Beschwerdefrist) bis zur definitiven Klärung der
Einschätzung des Kantons Graubünden und des Kantons Zürich zu
verlängern. Die Eingabe enthielt darüber hinaus weder einen Antrag
bezüglich der angefochtenen Verfügung noch eine Darstellung des
Sachverhaltes.
2. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. Dezember 2021 wies der
Instruktionsrichter den Beschwerdeführer darauf hin, dass dessen
Eingabe vom 17. Dezember 2021 mangelhaft sei und nicht als
Beschwerde entgegengenommen werden könne. Es fehle sowohl eine
nachvollziehbare Darlegung des Sachverhaltes als auch ein klarer Antrag,
was mit der angefochtenen Verfügung zu geschehen habe. Zudem hielt
der Instruktionsrichter fest, dass keine Vollmacht der Vertretung des
Beschwerdeführers vorläge und unklar sei, wer die Eingabe unterzeichnet
habe. Unter Hinweis auf die gesetzlichen Anforderungen räumte der
Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer zugleich Gelegenheit ein, die
Eingabe innert der laufenden Rechtsmittelfrist zu verbessern und drohte
an, dass bei unbenutztem Fristablauf auf das Rechtsmittel nicht
eingetreten werde.
3. Innert der Rechtsmittelfrist (und bis heute) liess der Beschwerdeführer
dem Gericht keine neuen Eingaben zukommen.
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II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Ist ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet
oder unbegründet entscheidet die oder der zuständige Vorsitzende in
einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 43 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Bei der vorliegenden
Eingabe vom 17. Dezember 2021 handelt es sich – wie nachfolgend
gezeigt wird – um ein offensichtlich unzulässiges Rechtsmittel, weswegen
das angerufene Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz
entscheidet.
2. Gemäss Art. 38 VRG sind Rechtsschriften in einer Amtssprache
abzufassen und haben das Rechtsbegehren, den Sachverhalt und eine
Begründung zu enthalten (Abs. 1). Sie sind zu unterzeichnen und im
Doppel unter Beilage der verfügbaren Beweismittel und des
angefochtenen Entscheids einzureichen; weitere Beweismittel sind genau
zu bezeichnen (Abs. 2). Genügt eine Eingabe den gesetzlichen
Erfordernissen nicht oder ist sie in unziemlicher Form abgefasst,
unleserlich oder unnötig umfangreich, wird eine angemessene Frist zur
Behebung des Mangels angesetzt mit der Androhung, dass auf die
Eingabe sonst nicht eingetreten werde (Abs. 3). Gegenüber Laien wird in
der Regel eine gewisse Nachsicht geübt, und es werden keine allzu hohen
Anforderungen an die Eingabe gestellt. Eine Eingabe wird indes nur dann
als Beschwerde entgegengenommen, wenn sie deutlich den Willen zum
Ausdruck bringt, dass der Schreibende ein Beschwerdeverfahren
auslösen will und die Änderung oder Aufhebung eines bestimmten
Entscheides verlangt. Sind die umschriebenen Voraussetzungen
kumulativ nicht erfüllt, so erlässt das Verwaltungsgericht nach konstanter
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Praxis einen Nichteintretensentscheid (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts
des Kantons Graubünden A 19 1 vom 22. Januar 2019 E.3 m.H.).
3. Der Beschwerdeführer hat in seinem Schreiben vom 17. Dezember 2021
keinen zulässigen Antrag formuliert. Zudem fehlte es an einer genügenden
Darstellung des Sachverhaltes. Wie der Instruktionsrichter bereits in der
prozessleitenden Verfügung vom 22. Dezember 2021 mitteilte, ist die
anbegehrte Fristerstreckung, sofern sich der Beschwerdeführer dabei auf
die Rechtsmittelfrist bezogen hat, von vornherein ausgeschlossen. Fristen
für Rechtsmittel können nicht erstreckt werden (Art. 9 Abs. 1 VRG). Weiter
unterliess es die Vertreterin des Beschwerdeführers, sich über ihre
Vertretungsbefugnis auszuweisen und mitzuteilen, wer die Eingabe vom
17. Dezember 2021 unterzeichnet habe. Der Beschwerdeführer ist mit der
genannten prozessleitenden Verfügung auf die Mangelhaftigkeit seiner
Eingabe vom 17. Dezember 2021 und deren notwendige Verbesserung
hingewiesen worden. Zugleich wurde er unmissverständlich auf die
Rechtsfolgen bei nicht fristgerechter Verbesserung aufmerksam gemacht.
Die prozessleitende Verfügung vom 22. Dezember 2021 wurde dem
Beschwerdeführer am 23. Dezember 2021 zugestellt. Ungeachtet der
klaren Vorgaben und der Androhung, dass im Säumnisfall auf die
Beschwerde nicht eingetreten wird, unterliess es der Beschwerdeführer
innerhalb der laufenden Rechtsmittelfrist zu reagieren und damit seiner
Verpflichtung gemäss Art. 38 VRG Folge zu leisten.
4. Androhungsgemäss ist daher auf die Eingabe vom 17. Dezember 2021
nicht einzutreten. Die Kosten dieses Nichteintretensentscheides gehen
zulasten des Beschwerdeführers (Art. 72 Abs. 1 VRG). Aufgrund des
geringen Verfahrensaufwands für den Einzelrichter wird die Staatsgebühr
auf CHF 300.-- festgesetzt.