Decision ID: dc41e6bf-6d34-4e81-b917-6bfb19e7fced
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 19.05.2011 Art. 11 Abs. 1 AHVG. Herabsetzung von AHV/IV/EO-Beitragsschulden. Mit Blick auf einen Einnahmeüberschuss von Fr. 2'837.-- fällt eine Herabsetzung ausser Betracht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Mai 2011, AHV 2010/28). Abteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Martin Rutishauser, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen Entscheid vom 19. Mai 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführer, gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend Beitragsherabsetzung / Erlass Sachverhalt:
A.
A.a In den Nachtragsverfügungen vom 7. Oktober 2003 forderte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA), Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, von A._ die Bezahlung von AHV/IV/EO-Beiträgen auf dem selbstständigen
Erwerbseinkommen der Jahre 1995/96 für die Beitragsjahre 1998 und 1999 den Betrag
von je Fr. 28'353.-- nach (act. G 3.2). Im Schreiben vom 29. Oktober 2003 ersuchte der
Versicherte um Erlass dieser Beiträge und beanstandete sinngemäss die
Nachtragsverfügungen (act. G 3.5). Mit Verfügung vom 27. November 2003 wies die
SVA das Herabsetzungsgesuch ab (act. G 3.7). Die dagegen gerichtete Einsprache
vom 27. Dezember 2003 (act. G 3.8) wies die SVA mit Entscheid vom 11. Februar 2004
ab; gleichzeitig bestätigte sie die Nachtragsverfügungen vom 7. Oktober 2003 (act.
G 3.16). Dagegen erhob der Versicherte am 9. März 2004 Beschwerde (act. G 3.17).
Diese hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im Entscheid vom
26. August 2004, AHV 2004/6, teilweise gut. Es wies die Sache zur Vornahme
ergänzender Abklärungen betreffend die beitragsrechtliche Qualifikation der vom
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Steueramt gemeldeten Einkünfte 1995/96 sowie zur Neuverfügung an die SVA zurück
(act. G 3.21). Auf die vom Versicherten dagegen erhobene
Verwaltungsgerichtsbeschwerde trat das damalige Eidgenössische
Versicherungsgericht nicht ein (Entscheid vom 14. April 2005, H 179/04, act. G 3.24).
A.b Nach der Vornahme ergänzender Abklärungen hielt die SVA an der Qualifikation
fest. Sie erliess am 10. Januar 2006 erneut Nachtragsverfügungen, worin sie vom
Versicherten die Bezahlung von AHV/IV/EO-Beiträgen für die Jahre 1998 und 1999 von
je Fr. 28'353.-- forderte (act. G 3.31). Am 3. März 2006 ersuchte der Versicherte um
Erlass/Herabsetzung der geltend gemachten Beiträge für die Jahre 1998 und 1999 (act.
G 3.33). Gleichentags erhob er Einsprache gegen die Nachtragsverfügungen vom
10. Januar 2006 (act. G 3.34), die mit Entscheid vom 10. Juli 2006 abgewiesen wurde
(act. G 3.40). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 5. September 2006 (act. G 3.41)
wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im Urteil vom 16. Januar 2007,
AHV 2006/25, ab (act. G 3.53). Das Bundesgericht bestätigte den Entscheid des
Versicherungsgerichts (Urteil vom 1. Juni 2007, 9C_16/07, act. G 3.60).
A.c Mit Verfügung vom 5. Februar 2008 wies die SVA das Herabsetzungsgesuch des
Versicherten vom 3. März 2006 ab und hielt an der Bezahlung der noch offenen
Forderung von Fr. 50'952.55 (ohne Zinsen) fest (act. G 3.69).
A.d Dagegen erhob der Versicherte am 10. März 2008 Einsprache. Er brachte darin vor,
dass er nach schweren Schicksalsschlägen in einer grossen Notlage sei. Sein
Gesundheitszustand habe sich in den letzten 2 Jahren stark verschlechtert. Des
Weiteren stehe bei ihm eine dringende Zahnkorrektur an, die Fr. 25'000.-- bis 30'000.--
koste (act. G 3.71). In den Eingaben vom 8. April 2010 (act. G 3.98), vom 6. Mai 2010
(act. G 3.100) und vom 17. Juni 2010 (act. G 3.103) nahm er ergänzende Ausführungen
vor.
A.e Die SVA wies die Einsprache vom 10. März 2008 mit Entscheid vom 25. August
2010 ab. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass es dem Versicherten ohne Eingriff in
dessen Existenzminimum möglich sei, die Beitragsschuld ratenweise abzutragen (act.
G 3.106).
B.
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B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 25. August 2010 richtet sich die vorliegende
Beschwerde. Der Beschwerdeführer beantragt darin dessen Aufhebung. Er legt seine
finanziellen Verhältnisse dar und rügt, dass die Beschwerdegegnerin diese nicht
ausreichend berücksichtigt habe. Namentlich seien eine ausstehende Steuerschuld von
Fr. 97'211.15 und die Kosten der anstehenden Zahnbehandlung von ungefähr
Fr. 30'000.-- nicht gewürdigt worden (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt unter Hinweis auf die Begründung des
angefochtenen Einspracheentscheids die Abweisung der Beschwerde (Schreiben vom
25. Oktober 2010, act. G 3).

Erwägungen:
1.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin das Gesuch des Beschwerdeführers um Herabsetzung der
persönlichen Beiträge zu Recht abgelehnt hat.
2.
2.1 Nach Art. 11 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10), Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.29) und Art. 27 Abs. 3 des
Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
(EOG; SR 834.1) können persönliche Beiträge, deren Bezahlung einer obligatorisch
versicherten Person nicht zumutbar ist, auf begründetes Gesuch hin für bestimmte
oder unbestimmte Zeit angemessen herabgesetzt werden; sie dürfen jedoch nicht
geringer sein als der Mindestbeitrag.
2.2 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist die Voraussetzung der
Unzumutbarkeit erfüllt, wenn die beitragspflichtige Person bei Bezahlung des vollen
Beitrags ihren Notbedarf und denjenigen ihrer Familie nicht befriedigen könnte. Wird in
diesem Sinn jedoch ein Einnahmenüberschuss erwirtschaftet, hat die pflichtige Person
die geschuldeten Beiträge unvermindert zu bezahlen. Der Zeitraum, innerhalb dem die
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pflichtige Person die Beitragsschuld zu tilgen vermag, ist für die Beurteilung der Frage,
ob sie herabzusetzen sei, nicht von Bedeutung (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 26. Juli 2002, H 395/01, E. 4b). Unter Notbedarf ist das
Existenzminimum im Sinn des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs
(SchKG; SR 281.1) zu verstehen. Ob eine Notlage besteht, ist aufgrund der gesamten
wirtschaftlichen Verhältnisse und nicht allein anhand des Erwerbseinkommens zu
beurteilen. Zur Gesamtheit der für die Beurteilung der Unzumutbarkeit einer
Beitragsleistung massgebenden wirtschaftlichen Verhältnisse gehören praxisgemäss
auch die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Ehegatten bzw. der Ehegattin
der beitragspflichtigen Person und der im gemeinsamen Haushalt lebenden Kinder
(ZAK 1989 S. 111 E. 3a mit Hinweisen; betreffend pfändbare Quote siehe BGE 131 V
251 E. 1.1). Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung bedarf es einer objektiven
Notlage, weswegen es nicht genügt, wenn die pflichtige Person sich subjektiv in einer
bedrängten Lage wähnt (Urteil des EVG, vom 26. Juli 2002, H 395/01, E. 4a).
Massgebend ist der tatsächliche, objektive Notbedarf der pflichtigen Person und seiner
Familie, nicht etwa der standesgemässe oder der gewohnte Bedarf (BGE 119 III 73
E. 3b).
2.3 Für die richterliche Beurteilung eines Falls sind rechtsprechungsgemäss
grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses der angefochtenen
Verfügung bzw. des angefochtenen Einspracheentscheids massgebend. Tatsachen,
die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit
dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die
Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bzw. des Einspracheentscheids zu
beeinflussen (ZAK 1989 S. 11 E. 3b). In Bezug auf die Herabsetzung oder den Erlass
von Beitragsforderungen hat die Rechtsprechung indessen festgehalten, dass - da der
ganze oder teilweise Erlass von Beitragsforderungen eine wirtschaftliche Notlage des
Schuldners voraussetze - der endgültige Herabsetzungsentscheid unter Vorbehalt von
Fällen missbräuchlicher Verzögerungen auf die ökonomischen Verhältnisse des
Schuldners abstellen müsse, die im Zeitpunkt gegeben seien, da er bezahlen sollte.
Weder weit zurückliegende noch durchschnittliche wirtschaftliche Verhältnisse könnten
entscheidend sein. Dennoch sei das im Herabsetzungsprozess erstmals angerufene
Gericht nicht verpflichtet, direkt und abschliessend zu überprüfen, ob und allenfalls
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wieweit sich die wirtschaftliche Lage des Schuldners seit der Eröffnung der
angefochtenen Verfügung über das Herabsetzungsgesuch verändert habe. Es könne
sich gegebenenfalls auf die Feststellung beschränken, dass die Verfügung bzw. der
Einspracheentscheid zur Zeit ihrer Eröffnung richtig gewesen sei, und es der Partei, die
eine inzwischen eingetretene Veränderung des massgeblichen Sachverhalts behaupte,
überlassen, eine neue Verfügung zu provozieren. Dem erstinstanzlichen Gericht sei es
aber auch nicht verwehrt, unter Umständen - aus prozessökonomischen Gründen -
nach Gewährung des rechtlichen Gehörs seinem Entscheid den neuen Sachverhalt
zugrunde zu legen (ZAK 1989 S. 112 E. 3b).
3.
Zur Prüfung der Frage, ob es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, die rechtskräftig
festgesetzten Beiträge für das Jahr 1998 und 1999 in Höhe von noch Fr. 50'952.55
(exklusive Zinsen, act. G 3.69) zu bezahlen, ist eine Vergleichsrechnung durchzuführen.
Dabei sind dem Existenzminimum die verfügbaren Mittel gegenüberzustellen. Da es
nicht um eine vollstreckungsrechtliche Massnahme geht, ist die Höhe der pfändbaren
Quote nicht entschweidwesentlich. Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse
im Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheids vom 25. August 2010 (vgl.
vorstehende E. 2.3).
3.1 Erwerbseinkommen kann soweit gepfändet werden, als es für den Schuldner und
seine Familie nicht unbedingt notwendig ist (Art. 93 Abs. 1 SchKG). Die Einzelheiten zur
Bestimmung des Notbedarfs (Existenzminimums) haben in Nachachtung der
Wegleitung über die Beiträge der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen
(WSN) in der AHV, IV und EO, in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung (Rz 3032 ff.)
zu erfolgen. Bezüglich der betraglichen Bestimmung des monatlichen Grundbetrags
verweist die WSN auf die kantonalen Ansätze (Anhang 4). Gemäss dem Kreisschreiben
des Kantonsgerichts St. Gallen über die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Notbedarf) vom Dezember 2008 (nachfolgend: Kreisschreiben)
beträgt der monatliche Grundbetrag für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich
deren Instandhaltung), Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der
Wohnungseinrichtung, Auslagen für Beleuchtung, Kochenergie, Radio-, TV- und
Telefongebühren sowie für kulturelle Bedürfnisse und Freizeitgestaltung im Fall eines
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Ehepaars Fr. 1'780.--. Zum monatlichen Grundbetrag sind noch weitere Zuschläge für
bestimmte Auslagen (Wohn- und Heizungskosten, Sozialbeiträge, unumgängliche
Berufsauslagen und Ausbildungskosten für Kinder bis zur Volljährigkeit, Anhang 4, II,
Ziff. 1 ff., WSN) miteinzubeziehen.
3.2 Der Beschwerdeführer macht folgende zu berücksichtigende monatliche Auslagen
im Zusammenhang mit der Ermittlung des Existenzminimums geltend:
Hypothekarzinsen von Fr. 2'900.--, Nebenkosten (Heizung, Strom usw.) von Fr. 300.--,
Krankenkasse von Fr. 1'400.--, Lebensunterhalt einschliesslich Hygiene, Telefon usw.
von Fr. 1'800.--, Steuern von Fr. 1'300.--, für Steuerschulden (zur Zeit von
Fr. 97'211.15) Fr. 840.--, Unterhalt Liegenschaft / Rückstellungen Zahnarzt von
Fr. 600.--, Altersvorsorge von Fr. 600.--, öffentlicher Verkehr von Fr. 300.--,
Versicherungen von Fr. 400.--, "Diverses / Unvorhergesehenes / Zeitungen etc." von
Fr. 300.-- und Fachliteratur/Berufsauslagen von Fr. 300.-- (act. G 1).
3.2.1 Der Grundbetrag für Ehepaare beträgt gemäss Kreisschreiben (S. 3, Rz 3.1.2)
Fr. 1'780.-- und wurde von der Beschwerdegegnerin korrekt angerechnet. Die Frage,
ob die Tochter des Beschwerdeführers noch im gleichen Haushalt wohnt, mithin der
Grundbetrag um Fr. 575.-- zu erhöhen ist (vgl. Kreisschreiben S. 3, Rz 3.2), kann
vorliegend offen gelassen werden (vgl. nachstehende E. 3.2.4 und 3.4). Was den Sohn
anbelangt, so bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass er noch im Haushalt des
Beschwerdeführers lebt (Studium in der Westschweiz, act. G 3.82). Für den Sohn
bezieht der Beschwerdeführer inzwischen keine Kinderrente mehr (vgl. act. G 3.100).
3.2.2 Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend dargelegt hat, sind Steuern und
Steuerschulden bei der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
gemäss WSN nicht zu berücksichtigen (Rz 3034 sowie Anhang 4, III, WSN mit Hinweis
auf BGE 95 III 42 E. 3). Die entsprechenden vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Auslagen für Steuern von Fr. 1'300.-- und für die Steuerschuld von Fr. 840.-- sind
damit im Rahmen des Herabsetzungsgesuchs nicht anrechenbar. Auch die vom
Beschwerdeführer ins Feld geführten Auslagen für "Diverses / Unvorhergesehenes /
Zeitungen etc." erfüllen keinen anrechenbaren Tatbestand.
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3.2.3 Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei ihrer Berechnung Hypothekarzinsen
im vom Beschwerdeführer geltend gemachten Rahmen (Fr. 2'900.--). Allerdings fehlt
ein Beleg. Auch hat das Betreibungsamt im Jahr 2002 als angemessene Wohnkosten
lediglich einen Betrag von Fr. 1'800.-- inklusive Nebenkosen anerkannt (act. G 3.5,
Beilage). Die zutreffende Höhe der zu berücksichtigenden Wohnkosten kann indessen
vorliegend offen gelassen werden (vgl. nachfolgende E. 3.2.4 und 3.4).
3.2.4 Was die übrigen vom Beschwerdeführer geltend gemachten Auslagen anbelangt,
so können die Fragen offen gelassen werden, ob und bejahendenfalls in welchem
Betrag sie anzurechnen sind (zur möglichen Anrechenbarkeit von Unterhalts-,
Heizkosten, von Krankenkassenprämien, von Auslagen für Altersvorsorge, von
tatsächlich zu bezahlenden Gesundheitskosten und von Berufsauslagen vgl. Anhang 4,
S. 158 ff. WSN). Denn selbst wenn sie im vollen Betrag anerkannt würden, müsste das
Herabsetzungsgesuch abgewiesen werden (vgl. nachfolgende E. 3.4). Würden diese
Beträge berücksichtigt, so resultierte ein Existenzminimum von Fr. 9'155.-- (Fr. 2'900.--
Hypothekarzinsen + Fr. 300.-- Heizung/Strom + Fr. 1'400.-- Krankenkassenprämien
+ Fr. 1'780.-- Grundbetrag Ehepaar + Fr. 575.-- Erhöhung Grundbetrag + Fr. 600.--
Unterhalt Liegenschaft/Zahnarzt + Fr. 600.-- Altersvorsorge + Fr. 300.-- öffentlicher
Verkehr + Fr. 400.-- Versicherungen + Fr. 300.-- Diverses).
3.3 Bei der Bestimmung der anrechenbaren Einkommen - nicht zu verwechseln mit der
pfändbaren Quote - sind mit den Parteien die IV-Rentenleistungen von Fr. 3'192.--
sowie das Einkommen der Ehefrau von Fr. 7'000.-- heranzuziehen. Umstritten ist
indessen die Höhe des vom Beschwerdeführer erzielten Verdienstes. Während der
Beschwerdeführer einen provisorischen Betrag von Fr. 1'000.-- geltend macht (act. G 1
und G 3.103), berücksichtigte die Beschwerdegegnerin einen Verdienst von Fr. 1'800.--
(act. G 3.106). Sie stellte dabei auf das von den Steuerbehörden veranlagte
Einkommen von 2008 ab (vgl. hierzu act. G 3.86). Mit Blick darauf, dass der
Beschwerdeführer einen Bruttolohn von Fr. 38'000.-- in den Jahren 2008 und 2009
bezog und er selbst am 12. Juli 2010 angab, dass er ein monatliches Einkommen von
ungefähr Fr. 2'000.-- beziehe (act. G 3.104), ist mit der Beschwerdegegnerin von einem
anrechenbaren Einkommen von mindestens Fr. 1'800.-- auszugehen. Das
anrechenbare Einkommen beträgt damit insgesamt mindestens Fr. 11'992.--
(Fr. 3'192.-- + Fr. 7'000.-- + Fr. 1'800.--).
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3.4 Damit übersteigen die verfügbaren Mittel aus Einkünften das Existenzminimum
selbst bei ungeprüfter Übernahme der geltend gemachten Auslagen und einer
Erhöhung des Grundbetrags (E. 3.2.1 ff.) um mindestens Fr. 2'837.-- (Fr. 11'992.-- -
Fr. 9'155.--), weswegen der Beschwerdeführer die geschuldeten Beiträge
unvermindert zu bezahlen hat (Urteil des EVG vom 26. Juli 2002, H 395/01, E. 4b mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung in E. 4a). Nicht entscheidend ist, ob der
Beschwerdeführer bei Bezahlung der vollen Beitragsschuld zahlungsunfähig würde, da
die Möglichkeit besteht, mit der Ausgleichskasse Abzahlungsvereinbarungen zu treffen
(Urteil des EVG vom 25. Juli 2003, H 72/03, E. 3.2). In Anbetracht dieser Umstände ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom
25. August 2010 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Herabsetzung der für die
Jahre 1998 und 1999 geschuldeten AHV/IV/EO-Beiträge verneinte.
4.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP