Decision ID: 014ed038-bcad-4415-b2eb-b2f4bf1f419c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1951 geborene L._ meldete sich am 19./21. Januar 2005 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Sie
habe keinen Beruf erlernt. 1982 sei sie in die Schweiz gekommen. Zuletzt sei sie als
Raumpflegerin und als Angestellte beschäftigt gewesen. Sie leide seit Jahren
zunehmend an einer Kniearthrose beidseits, einer Epilepsie (2/03) und einer Tendinitis
calcarea der Schulter rechts.
A.b Die A._ bescheinigten am 4. Februar 2005, die Versicherte sei seit dem
2. Dezember 2002 als Reinigerin an drei Stunden pro Tag und fünf Tagen pro Woche
angestellt. Ihr Stundenlohn mache seit 2005 Fr. 18.45 aus. Im Jahr 2003 habe sie mit
684.45 Stunden einen Jahresverdienst von Fr. 12'320.10 erzielt. Ihr letzter effektiver
Arbeitstag sei der 24. August 2004 gewesen. Seither sei sie arbeitsunfähig. Sie (die
Arbeitgeberin) habe das Arbeitsverhältnis aus Gründen der Reorganisation auf den
28. Februar 2005 gekündigt.
A.c Die B._ gab am 17. Februar 2005 an, die Versicherte sei seit dem 1. April 2001 in
Teilzeit als Reinigerin zu einem Stundenlohn von Fr. 18.30 angestellt.
A.d Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, gab in seinem Arztbericht vom 30. März 2005
(Eingangsdatum SVA) als Diagnosen an: einen St. n. Knietotalprothese rechts am
25.11.04 bei Valgusgonarthrose rechts, beginnende Valgusgonarthrose links, Epilepsie
mit komplex fokalen und sekundär generalisierten Anfällen (seit Mai 2002), eine
Tendinitis calcarea Supraspinatussehne rechts (seit 21.03.2004), und eine axiale
Osteoporose (seit Januar 2004). Seit dem 6. September 2004 sei sie als
Reinigungsangestellte voll arbeitsunfähig. Auch andere Tätigkeiten seien ihr nicht
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zumutbar. Die Gehfähigkeit sei deutlich eingeschränkt. Es sei auch links die
Versorgung mit einer Knietotalprothese geplant. Beigelegt war ein Bericht der Klinik für
Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 22. Juli 2004.
A.e Dr. med. D._, Klinik für Orthopädische Chirurgie bzw. für Hand-, Plastische und
Wiederherstellungschirurgie, am Kantonsspital St. Gallen, bezeichnete im Arztbericht
vom 30. März 2005 als Diagnosen eine Valgusgonarthrose rechts mit Status nach Knie-
Totalprothesen-Implantation rechts am 25.11.2004 und eine beginnende
Valgusgonarthrose links. Als Hausfrau und Teilzeitangestellte sei die Versicherte vom
24. November 2004 bis 27. Februar 2005 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Wie sich
die Störung bei der bisherigen Tätigkeit auswirke, könne nicht näher angegeben
werden, da die Tätigkeit nicht bekannt sei. Sitzende Tätigkeiten seien der Versicherten
zumutbar, zunächst an vier Stunden pro Tag mit einer Steigerungsfähigkeit im Verlauf.
Es sei damit zu rechnen, dass innerhalb der nächsten zwei Monate noch eine deutliche
Besserung der Beschwerden auftrete.
A.f Dr. C._ berichtete am 14. September 2005 über den Verlauf, der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Sie klage nach wie vor über starke
Schmerzen im linken Kniebereich, weshalb ihre Arbeitsunfähigkeit immer noch 100 %
betrage. Die zweite Knie-TP links sei noch nicht eingesetzt worden.
A.g Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen erklärte in einem
Verlaufsbericht vom 16. Januar 2006, der Gesundheitszustand der Versicherten habe
sich - bei unveränderter Diagnose - verbessert. Von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
seien (erstens) eine Epilepsie mit komplex-fokalen und sekundär generalisierten
Anfällen und (zweitens) eine psychosoziale Belastungssituation mit
Hyperventilationssyndrom und nicht-epileptischen Anfällen. Neurologisch gesehen sei
die Versicherte bei weiterdauernder Anfallsfreiheit als Reinigungsangestellte wieder
einsetzbar, ausser für Schichtarbeit. Auch für andere ungefährliche Arbeiten sei sie mit
dieser Ausnahme arbeitsfähig. Die Auswirkung einer depressiven Störung sei nicht
beurteilbar. Es sei bei der Kopfschmerzsymptomatik, der bekannten ängstlichen
Persönlichkeit und den depressiven Verstimmungen eine psychotherapeutische
Betreuung zu empfehlen.
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A.h Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung schlug vor, ein
Arztzeugnis bei einem Psychiater einzuholen. Dr. C._ hielt dafür, eine relevante
Einschränkung liege diesbezüglich wohl nicht vor. Am 6. April 2006 gab er bekannt, es
habe sich eine Verschlechterung ergeben. Es bestehe ein St. n. Knietotalprothese links
am 14.12.2005 bei Gonarthrose; auch auf dieser Seite bestehe ein protrahierter
Heilungsverlauf. Mit einer Arbeitsfähigkeit sei nicht zu rechnen. Am 6. September 2006
berichtete Dr. C._, der Zustand der Versicherten sei stationär, doch habe sich die
Diagnose verändert. Neu lägen ein subacromiales Impingement der linken Schulter mit
Partialruptur und Tendinitis des Supraspinatusansatzes, verdicktem Ligamentum
coracoacromiale und Bursitis subacromialis sowie eine degenerative Veränderung der
HWS mit Radiculopathie links ohne sensomotorisches Defizit vor. Der Arzt verwies
unter anderem auf einen Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie am
Kantonsspital St. Gallen vom 18. August 2006, wonach massivste degenerative
Veränderungen der oberen und mittleren HWS vorlägen mit Unkarthrose und Verdacht
auf neuroforaminale Stenose.
A.i Am 8. September 2006 fand eine Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt (act. 27)
statt. Dabei wurde aufgenommen, dass die Versicherte in der einen Anstellung als
Raumpflegerin 12.75, an der anderen 15 Stunden pro Woche gearbeitet habe. Ohne
Behinderung würde sie weiterhin dieses bisherige Arbeitspensum von 66 % ausüben.
In den Haushalttätigkeiten wurde eine Einschränkung von 22.56 % ermittelt, die
bezogen auf einen Anteil von 34 % einen Teilinvaliditätsgrad von 7.67 % ausmache.
A.j In einem Verlaufsbericht vom 10. Februar 2007 erklärte Dr. C._, bis anhin habe er
keine Indikation für eine psychiatrische Behandlung erkennen können. Die Versicherte
sei nicht depressiv und es liege auch keine Symptomausweitung vor. Eine
Restarbeitsfähigkeit bestehe nicht. Die verschiedenen Diagnosen (beidseitige
Knietotalprothesen, schwere degenerative HWS-Veränderungen, subacromiales
Impingement und Tendinitis der linken Schulter) erklärten die Beschwerden und die
Arbeitsunfähigkeit genügend.
A.k Auf Vorschlag des RAD wurde in der Folge eine medizinische Abklärung veranlasst.
Im Gutachten des Medizinischen Gutachtenzentrums St. Gallen vom 3. Dezember 2007
(act. 40) wurden als Diagnosen bezeichnet ein muskuloskelettales Schmerzsyndrom,
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Epilepsie mit seltenen Anfällen und eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
bei chronischem Schmerz. Interdisziplinär werde die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
in der angestammten Tätigkeit im Reinigungsdienst mit 40 % eingeschätzt, diejenige in
einer angepassten Tätigkeit auf 80 %. Eine angepasste Tätigkeit sei körperlich leicht, in
temperierten Räumen und abwechslungsweise sitzend und stehend auszuüben, ohne
regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne Arbeiten über der
Horizontalen, ohne Notwendigkeit zu häufig inklinierten, reklinierten und rotierten
Kopfhaltungen, ohne Schichtdienst und ohne Nachtdienst.
A.l Mit Vorbescheid vom 23. Januar 2008 (act. 43 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten eine
Abweisung ihres Leistungsgesuchs in Aussicht. Das zumutbare Einkommen betrage
mit und ohne Behinderung Fr. 29'406.--, die Einschränkung also null. Als Hausfrau sei
die Versicherte zu 22.56 % eingeschränkt, bezogen auf das Pensum von 34 % also zu
7.67 %.
A.m Die Versicherte liess am 7. Februar 2008 (act. 45) einwenden, die Ermittlung eines
Invaliditätsgrades von lediglich 7.67 % sei unzutreffend. Ergänzend liess sie am
3. März 2008 (act. 56) vorbringen, das Gutachten sei mangelhaft. Die Berichte von
Dr. C._ vom 30. März 2005 seien nicht berücksichtigt worden und die Gutachter
hätten bezüglich der Knieproblematik selber noch einen weiteren Abklärungsbedarf
erkannt. Ausserdem habe keine Auseinandersetzung mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ stattgefunden. Bei der rein orthopädischen
Einschätzung sei bei der Arbeitsfähigkeit von 80 % noch eine reduzierte
Leistungsfähigkeit festgestellt worden, allerdings ohne den Umfang zu definieren.
Weder diese Reduktion noch die neurologischen und psychiatrischen
Leistungseinschränkungen seien bei der interdisziplinären Beurteilung berücksichtigt
worden. Fraglich sei ferner, ob überhaupt eine interdisziplinäre Besprechung
stattgefunden habe. Unklar sei, was die Gutachter unter einer vollen Stundenpräsenz
verstanden hätten. Habe sie sich auf die Teilpensen bezogen, ergebe sich im Erwerb
eine Leistungsfähigkeit von nur 52.8 %. Die festgestellte fähigkeitsrelevante
Beeinträchtigung des Schlafes und die Kopfschmerzen seien nicht berücksichtigt
worden. Das diagnostizierte muskuloskelettale Schmerzsyndrom werde bei der
zusammenfassenden neurologischen und psychiatrischen Beurteilung nicht
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abgehandelt; diesbezüglich werde auf das orthopädische Teilgutachten verwiesen, wo
diese Diagnose aber nicht gestellt werde. Das Gutachten vermöge die nachvollziehbare
Einschätzung von Dr. C._ nicht in Frage zu stellen. Selbst wenn eine
Restarbeitsfähigkeit bestünde, hätte ein Leidensabzug von 25 % vorgenommen
werden müssen. Fraglich sei aber, ob der Versicherten die Verwertung einer allfälligen
Resterwerbsfähigkeit zumutbar sei. Offen stünden ihr nur Arbeiten unter der
Horizontalen (wohl unter dem Hüftbereich), die aber immer mit einer inklinierten
Kopfhaltung verbunden seien, was für sie wiederum ausgeschlossen sei. Der
Abklärungsbericht gehe von einer viel zu weitreichenden Mithilfe des Ehemannes der
Versicherten aus. Ausserdem seien darin die erst Ende 2007 formulierten
Leistungseinschränkungen (keine Arbeiten über der Horizontalen) nicht berücksichtigt.
Gehe die Versicherung von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % aus, so hätte sie einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen bejahen müssen.
A.n Nach einer Stellungnahme des RAD vom 10. März 2008 (act. 57) und einer
Erklärung der Gutachter vom 17. April 2007 (act. 62) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der
Versicherten mit Verfügung vom 23. Juli 2008 (act. 64) wie angekündigt ab.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder für die
Betroffene am 20. August 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin seien mit Wirkung ab wann rechtens die ihr zustehenden
gesetzlichen Leistungen der IV zuzusprechen, eventualiter sei die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein neues interdisziplinäres Gutachten
und eine aktuelle Haushaltabklärung einhole und neu verfüge. Der Beschwerdeführerin
sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Die Beschwerdegegnerin habe den
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich nicht zu allen Punkten des
Einwandes (etwa nicht zur Verwertbarkeit der allfälligen Resterwerbsfähigkeit oder zum
Leidensabzug) geäussert habe. Ausserdem habe sie die Beschwerdeführerin vor der
Verfügung nicht über das Ergebnis der zusätzlich getätigten Abklärungen orientiert. Die
Gehörsverletzungen seien jedenfalls bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen und
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begründeten einen Anspruch auf Parteientschädigung. An der Kritik am Gutachten
müsse auch nach Korrektur der Datumsangaben und Ergänzung der fehlenden
Unterschrift festgehalten werden. Das neurologische und psychiatrische Teilgutachten
sei nicht in Kenntnis der vollständigen Vorakten ergangen. Die Meinungsäusserungen
von Dr. C._, mit denen sich die Gutachter nicht auseinandergesetzt hätten, seien
triftig genug, um die Schlüssigkeit des Gutachtens in Frage zu stellen. Einschätzungen
der Arbeitsfähigkeit setzten eine abschliessende Diagnose und Befundabklärung
voraus, während die Gutachter betreffend die Nacken-/Schulterproblematik und die
Kniegelenksbeschwerden noch einen weiteren Abklärungsbedarf erkannt hätten. Es sei
nicht ersichtlich, worauf sich die Verfügung stütze, wenn sie annehme, zeitlicher
Ausgangspunkt für die Angaben habe jeweils eine ganztägige Präsenz gebildet.
Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei, wie die Gutachter zur interdisziplinären
Arbeitsfähigkeitsschätzung gelangt seien. Es fehle eine Auseinandersetzung (und eine
Beachtung) der Arbeitsunfähigkeit von 10 % und der Leistungsreduktion aus
neurologischer und psychiatrischer Sicht. Stattdessen seien nur noch die 20 % aus
dem orthopädischen Teil berücksichtigt worden. Allein schon die erheblichen
Einschränkungen in der Kopfhaltung machten fraglich, ob der Arbeitsmarkt eine
leidensadaptierte Tätigkeit überhaupt anbiete. In jeder Tätigkeit sei die Kopfhaltung
dynamisch. Gutachter und Beschwerdegegnerin vermöchten denn auch keine konkrete
zumutbare Tätigkeit zu benennen. Zu berücksichtigen seien die sehr geringen
Deutschkenntnisse, die durch Schlafstörungen verminderte Leistungsfähigkeit, die
wiederkehrenden Kopfschmerzen, die fehlende berufliche Ausbildung und das
fortgeschrittene Alter. Eine allfällige Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar. Ferner
ergäbe sich eine zusätzliche Einschränkung von 15 Prozentpunkten infolge von
Wechselwirkungen zwischen Erwerbs- und Haushaltbereich. Der Abklärungsbericht
trage, indem eine erhebliche Mithilfe des Ehemannes der Beschwerdeführerin
unterstellt werde, dem Umstand nicht Rechnung, dass dieser selber gesundheitlich
stark eingeschränkt und Bezüger einer ganzen Rente sei. Für den Bereich der
Ernährung etwa benötige die Beschwerdeführerin für die selber vorgenommenen
Tätigkeiten die Hälfte länger. Halte die Beschwerdegegnerin an der Annahme einer
verwertbaren Arbeitsfähigkeit fest, werde sie einen separaten Vorbescheid zu den
Eingliederungsmassnahmen zu erlassen haben.
C.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Es sei auf das Gutachten abzustellen, denn Dr. C._
stelle auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab und prüfe nicht, welcher
adaptierten Tätigkeit sie allenfalls noch nachgehen könnte. Die Arbeitsunfähigkeit aus
somatischer und aus psychiatrischer Sicht müssten nicht addiert werden. Nur Arbeiten
über der Horizontalen, d.h. über Schulterhöhe, seien zu vermeiden. Viele Tätigkeiten
würden den Anforderungen der Beschwerdeführerin genügen. Ein Leidensabzug sei
nicht zu machen, da die Einschränkung bereits mit der Arbeitsunfähigkeit abgegolten
werde. In der angefochtenen Verfügung sei übersehen worden, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer um 20 % verminderten Leistungsfähigkeit
unabhängig vom gewählten Pensum eine Erwerbseinbusse von rund 20 % erleiden
werde. Das Valideneinkommen betrage bei einem Pensum von 66 % Fr. 29'406.--, das
Invalideneinkommen demnach richtigerweise Fr. 23'525.--. Im Erwerbsbereich ergebe
sich ein Teilinvaliditätsgrad von 20 %. Es sei nicht einzusehen, weshalb die Abklärung
im Haushalt veraltet sein sollte. Der Ehemann der Beschwerdeführerin sei im Übrigen
nur bei längerdauernden Belastungen (wegen Angina pectoris) eingeschränkt, könne
sie also durchaus im Haushalt unterstützen. Der Gesamtinvaliditätsgrad betrage
20.87 %. Da die Beschwerdeführerin ungelernt und bei der Stellensuche nicht
invaliditätsbedingt eingeschränkt sei, bestehe auch kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen.
D.
Mit Replik vom 23. Oktober 2008 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
dafür, selbst wenn mit der Horizontalen die Schulterhöhe gemeint wäre, änderte sich
nichts daran, dass die Einschränkungen und weiteren Voraussetzungen einer
Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin so einschränkend seien, dass eine allfällige
Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei. Für die Leistungsfähigkeit des Ehemannes
der Beschwerdeführerin stütze sich die Beschwerdegegnerin auf Angaben ab, die sich
nicht in den Akten befänden. Es handle sich um eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs. Die Haushaltabklärung sei inzwischen zwei Jahre alt.
E.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 31. Oktober 2008 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.
F.
Mit Eingabe vom 26. November 2009 - nach Einreichung der Honorarnote - reicht der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verschiedene aktuelle Arztberichte ein. Diese
würden die am Gutachten geübte Kritik bestätigen. Während der orthopädische
Gutachter festgehalten habe, die Ursache der Schmerzen nach
Knietotalprothesenimplantation sei bei normalem radiologischem Befund nicht klar,
stehe nun fest, dass die Beschwerdeführerin an einem Innenrotationsfehler der
femoralen Komponente leide, was kürzlich eine operative Revision erforderlich
gemacht habe. Es müsse angenommen werden, dass dieser Defekt seit längerem
vorliege, jedenfalls bereits vor Erlass der Verfügung bestanden habe. Einem
Operationsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen
vom 6. August 2009 etwa war zu entnehmen, dass die femorale Komponente links
gewechselt worden war. Am 13. Oktober 2009 hatte die Klinik berichtet, der
Rotationsfehler der femoralen Komponente habe gut korrigiert, doch es habe nicht der
gewünschte Effekt der deutlichen Beschwerdereduktion erzielt werden können.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin
hat die angefochtene Verfügung am 23. Juli 2008, also unter der Geltung des Rechts
dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum
Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in
eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf bestimmte Sachverhalte
nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das aufgehobene Recht massgebend
bleiben, muss eine geltende Norm die Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für
bestimmte Sachverhalte anordnen. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente
betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für
Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl.
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das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007; zum Ganzen im Detail der
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober
2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb angesichts der IV-
Anmeldung vom Januar 2005 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im September
2004 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden
angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich indessen keine
Änderung der Rechtslage ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin, namentlich den Rentenanspruch,
abgewiesen. Die Beschwerdeführerin hatte zunächst eine Rente beantragt. Im Einwand
gegen den Vorbescheid liess sie darlegen, würde die Auffassung der
Beschwerdegegnerin zutreffen, so hätte diese einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen bejahen müssen. Auch in diesem Verfahren lässt sie im Hauptstandpunkt
die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen, bezogen allein auf den Rentenanspruch,
beantragen, während bei Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit ein separater Vorbescheid
zu den Eingliederungsmassnahmen zu erlassen sein werde. Streitig ist zunächst ein
Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
solcher Anspruch in Frage steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise
auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet
und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen habe.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin lässt zunächst eine Verletzung ihres Anspruchs auf
rechtliches Gehör rügen. Die Beschwerdegegnerin habe sich in der angefochtenen
Verfügung nicht zu allen Punkten des Einwandes geäussert und die
Beschwerdeführerin nicht über die auf den Einwand hin getätigten Abklärungen
orientiert. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter
anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Die
Begründung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person
diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann; in diesem
Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
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Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt
(Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 4. Mai 2009, 8C_541/2008; BGE 134 I 83 E. 4.1).
Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt
(Bundesgerichtsentscheid i/S A. vom 28. Oktober 2008, 9C_508/2008; BGE 133 III 439
E. 3.3). Aus der Verfügung wird ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin (wie
vorangekündigt und aus den am 12. Februar 2008 eröffneten Akten ersichtlich) von
einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 80 % und deren Verwertbarkeit in
adaptierter Tätigkeit ausgegangen ist und dass die Beschwerdeführerin ein
Teilerwerbspensum von 66 % erfüllen würde. Zur Frage des Abzugs hat sich die
Beschwerdegegnerin nicht explizit geäussert; diese Frage war wohl bei der genannten
Ausgangslage für sie ohne relevante Bedeutung. Eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs muss diesbezüglich nicht festgestellt werden. Indessen hat es die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht unterlassen, der Beschwerdeführerin die infolge der
Einwanderhebung veranlasste ergänzende Anfrage und deren Beantwortung durch die
Gutachter sowie die RAD-Stellungnahme vor Erlass der Verfügung zur Kenntnis zu
bringen. Diese Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist aber als lediglich
leicht zu qualifizieren, welche als geheilt gelten kann (da sich die Beschwerdeführerin
vor dieser Beschwerdeinstanz äussern konnte, die sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann; Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 26. Juni 2007,
I 496/06). Eine Rückweisung der Sache aus diesem Grund würde zu einem
formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, die mit dem
(der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen
Beurteilung nicht zu vereinbaren wären (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S Z. vom 14. Juli 2006, I 193/04; BGE 116 V 187 E. 3d), was
eine Heilung rechtfertigt (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S M. vom 16. Juni 2008, IV 2008/8).
3.
3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
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besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidität der Beschwerdeführerin anhand der
gemischten Methode mit einer Aufteilung in 66 % Erwerbstätigkeit und 34 % Haushalt
bemessen, was unbestritten geblieben ist. Immerhin wäre es nicht unplausibel
gewesen, wenn die Beschwerdeführerin wegen der Invalidität des Ehemannes im
Gesundheitsfall ihr Pensum auf 100 % erhöht hätte. Die Zumutbarkeit dieser Erhöhung
hätte jedenfalls unzweifelhaft bestätigt werden können. Darauf kommt es jedoch nach
einer nicht überzeugenden Praxis des Bundesgerichts nicht an (BGE 133 V 477). Davon
abgesehen ist die ermittelte Einschränkung auch bei der Bemessung aufgrund einer
Ganztagsarbeit zu gering, wie noch auszuführen ist.
3.3 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.4 Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin liegt ein Gutachten vom 3. Dezember
2007 vor. Darin wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten
Tätigkeit zu 60 % und in einer angepassten Tätigkeit zu 20 % arbeitsunfähig. Die
Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, sie sei auch in einer
leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsunfähig, wie es Dr. C._ überzeugend
bescheinige. Das Gutachten hingegen sei nicht beweiskräftig.
3.5 Das Teilgutachten des Neurologen und Psychiaters stützt sich auf eine Aufnahme
der Anamnese mit den geklagten Beschwerden, auf eine Kenntnisnahme von den
Vorakten und auf eine Befunderhebung (mit Elektroneurografie und
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Elektroenzephalografie). Diagnostiziert wurden eine Epilepsie mit seltenen Anfällen und
eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion bei chronischem Schmerz. Die
Epilepsie sei gut eingestellt und aktuell ohne fähigkeitsrelevante Einschränkungen. Aus
der Anpassungsstörung ergäben sich eine gewisse emotionale und kognitive
Einengung in Bezug auf das Erleben des chronischen körperlichen Schmerzes und eine
verminderte Ausdauer. Fähigkeitsrelevant beeinträchtigt sei ausserdem der Schlaf.
Insgesamt ergebe sich aus dieser Störung eine nur geringe Auswirkung auf das
berufliche Fähigkeitsprofil, nämlich im Umfang von 10 % Arbeitsunfähigkeit (90 %
Arbeitsfähigkeit vollzeitlich mit reduzierter Leistung). Als Diagnose erwähnt wurde
ferner unter Hinweis auf das orthopädische Gutachten ein muskuloskelettales
Schmerzsyndrom. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, die Hauptbeschwerden
beträfen die Knie.
3.6 Daneben fand eine orthopädische Teilbegutachtung statt. Auch hier wurden die
Anamnese und die geklagten Beschwerden sowie die objektiven Befunde (darunter
diverse Röntgenbefunde der HWS, der linken Schulter, beider Handgelenke und beider
Knie) erhoben. Als Diagnosen wurden bezeichnet: eine fortgeschrittene
Osteochondrose und Spondylose C3 bis 7 mit spondylogen linksbetont foraminaler
Enge, speziell C3/4, weniger C3 bis 6, mit mässiger Irritation der Nervenwurzel C4 und
geringer C5 und 6 links; ein Impingement der linken Schulter bei hypertropher
Acromioclaviculargelenksarthrose links; ein Verdacht auf Impingement zwischen
Prozessus styloideus ulnae und Os trapezoideum rechts und links; eine
Schmerzpersistenz bei zementierter Knietotalprothese rechts 11/04 und links 12/05.
Daneben wurden die im neurologisch-psychiatrischen Teilgutachten gestellten
Diagnosen erwähnt. Der orthopädische Gutachter hielt fest, die Schmerzen in der
linken Schulter und im Hinterkopf seien mit den pathologischen
Untersuchungsbefunden vereinbar, wobei abzuklären wäre, ob primär die HWS- oder
die Schulterbefunde dafür verantwortlich seien. Die Handgelenksschmerzen führte der
Arzt auf ein Impingement zurück und hielt zur Diagnosesicherung eine Infiltration für
angezeigt. Bezüglich der Kniegelenksbeschwerden erwog der Gutachter mögliche
Ursachen, die noch der Abklärung bedürften. Auch wenn die Ursachen der
festgestellten Beeinträchtigungen und Beschwerden teilweise nicht abschliessend
erhoben werden konnten, so waren doch diese Einschränkungen als solche in ihren
Auswirkungen auf die zumutbare Leistungsfähigkeit beurteilbar und es gibt keinen
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Anhaltspunkt dafür, dass sie konkret nicht ausreichend berücksichtigt worden wären.
Hieran ändert auch nichts, dass im Nachhinein am linken Knie ein Rotationsfehler
gefunden wurde. Die Beeinträchtigungen als solche sind denn auch nicht in Abrede
gestellt (und auch nicht als funktionell bezeichnet) worden. Somatische Ursachen
standen ausser Zweifel; ihre Abklärung sollte nach ärztlichen Angaben im Hinblick auf
therapeutische Massnahmen erfolgen. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung ist
massgeblich, welche Arbeiten der Beschwerdeführerin trotz der funktionellen,
leistungsmässigen und zeitlichen Einschränkungen noch zumutbar sind, und nicht, auf
welche Ursachen diese medizinischen Einschränkungen zurückzuführen sind. Die
Arbeitsfähigkeit als Reinigungsangestellte wurde aus rein orthopädischer Sicht mit ca.
40 %, jene im Haushalt auf ca. 70 % und jene in angepasster Tätigkeit auf ca. 80 %
veranschlagt, je bei voller Stundenpräsenz.
3.7 Wie im Gutachten vom 3. Dezember 2007 (S. 1) vermerkt ist, war zwischen den
beiden Gutachtern am 28. November 2007 konferenziell eine interdisziplinäre
Stellungnahme erarbeitet worden, was nachträglich nochmals bestätigt wurde. Als
Bericht über eine umfassende Abklärung kommt dem Gutachten somit ein hoher
Stellenwert zu. Inwiefern bezüglich der vollen Stundenpräsenz eine Unklarheit bestehen
soll, ist nicht ersichtlich. Konventionell ist damit ein volles Pensum gemeint. Die
Gutachter haben denn auch nicht auf die Teilpensen Bezug genommen. Eine
zusätzliche Leistungseinschränkung bei der Arbeitsfähigkeit von 80 % ist ebenfalls
nicht zu erkennen. Dass der neurologisch-psychiatrische Gutachter für die
orthopädischen Diagnosen einen Sammelbegriff verwendete, tut dem Beweiswert des
Gutachtens keinen Abbruch. Das Ergebnis der Begutachtung erscheint als
nachvollziehbar, auch wenn die Beschwerdeführerin vielseitig beeinträchtigt ist und
auch wenn die Begründung für nur 20 % Arbeitsunfähigkeit wegen der nicht sehr
aussagekräftigen, sehr knappen Ausführungen gewisse Zweifel offen lässt. Sicher kann
dagegen der Auffassung von Dr. C._, wonach selbst eine angepasste Tätigkeit in
keiner Weise mehr zumutbar ist, nicht gefolgt werden. Eine rentenbegründende
Einschränkung bleibt jedenfalls unwahrscheinlich.
4.
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4.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung
des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist nach der
Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden
Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdienen würde. Es ist in der Regel vom letzten Lohn, welchen die
versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen
(Entscheid des Bundesgerichts i/S J. vom 28. August 2008, 9C_266/2008; BGE
135 V 58). Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität - wie die Beschwerdeführerin - keine oder jedenfalls
keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aus, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).
4.2 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist ihre Arbeitsfähigkeit nicht verwertbar.
Es ist für diese Frage nicht darauf abzustellen, ob sie unter den konkreten
Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich vermittelt werden kann, sondern einzig darauf,
ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich
nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften
entsprächen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Es wird von einer ausgeglichenen
Arbeitsmarktlage ausgegangen (vgl. Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
(eine Fiktion, vgl. BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient
dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl.
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003,
I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Ein solcher Arbeitsmarkt beinhaltet von seiner Struktur
her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch
hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer verschiedenartiger Stellen
(Entscheide des Bundesgerichts i/S K. vom 6. Mai 2008, 8C_319/2007, und i/S L.
vom11. Juni 2007, I 402/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Allerdings dürfen keine
realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden. Insbesondere kann von
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einer zumutbaren Tätigkeit im Sinne von Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden,
wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als ausgeschlossen erscheint
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 5. September 2006,
I 447/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Die Beschwerdeführerin hat aus medizinischer
Sicht auf verschiedene Arbeitsbedingungen zu achten. In Frage kommen für sie noch
körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend
und stehend durchgeführt werden können, ohne dass dabei regelmässig Gegenstände
über 5 kg gehoben oder getragen oder Arbeiten über der Horizontalen ausgeübt oder
häufig inklinierte, reklinierte und rotierte Kopfhaltungen eingenommen werden müssten.
Schicht- und Nachtdienst fallen ausser Betracht. Diese Voraussetzungen sind nicht als
so einschränkend zu betrachten, dass Arbeitsmöglichkeiten auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht in ausreichender Zahl angeboten würden.
4.3 Es kann unter diesen Umständen davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführerin noch verschiedenste Hilfstätigkeiten offen stehen. Die Bemessung
ihres Invalideneinkommens kann demnach anhand der Tabellenlöhne erfolgen. Ein
solches statistisches Durchschnittseinkommen kann auch als ihr Valideneinkommen
betrachtet werden, hat sie doch in unterschiedlichen Anstellungen gearbeitet und
erscheint das zuletzt erzielte (unterdurchschnittliche) Einkommen nicht als
repräsentativ. Sind beide Vergleichseinkommen ausgehend von demselben
Tabellenlohn zu ermitteln, ist üblicherweise - im Ergebnis - ein Prozentvergleich zu
tätigen; der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4,
und i/S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1). Während sie in der
Verfügungsbegründung für den erwerblichen Teil einen Einkommensvergleich gemäss
den Vorgaben des Bundesgerichts an die gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung gemacht hatte (Valideneinkommen Fr. 29'406.-- bei einem
Sollpensum von 66 %; Invalideneinkommen ebenfalls Fr. 29'406.-- bei einer das Soll
überschiessenden Arbeitsfähigkeit von 80 %, was einen Teilinvaliditätsgrad von null
ergab), legt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort eine andere Rechnung
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vor: Die Beschwerdeführerin werde aufgrund der verminderten Leistungsfähigkeit von
20 % unabhängig vom gewählten Pensum eine Erwerbseinbusse von 20 % erleiden
(vergleichbar war bereits im Beschwerdefall IV 2008/260 gerechnet worden). Da die
Arbeitsfähigkeit also bei einem zu leistenden Vollpensum (und damit auch in jedem
Teilpensum, nämlich qualitativ) um 20 % eingeschränkt ist, gelangt die
Beschwerdegegnerin unter Anwendung der gemischten Methode zu einem
Invalideneinkommen, das mit Fr. 23'525.-- um den Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 %
unter dem Valideneinkommen (von Fr. 29'406.--) liegt. Das ergibt eine Teilinvalidität von
20 % (vor der Gewichtung). Das Resultat entspricht jenem Ergebnis, welches dieses
kantonale Gericht bei der Anwendung der gemischten Methode seit langem postuliert.
Die Beschwerdeführerin wendet hiergegen nichts ein. Die Frage kann letztlich offen
bleiben, da sich selbst bei der in der Beschwerdeantwort befürworteten
Betrachtungsweise kein Anspruch ergibt, die Differenz zur Methode in der Verfügung
für den Ausgang des Verfahrens also nicht ausschlaggebend ist.
4.4 Da die Tabellenlöhne von gesunden Arbeitnehmern erhoben werden und die
Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit unter verschiedenen Aspekten der
Rücksicht bedarf, rechtfertigt sich die Annahme, dass sie im Vergleich zum
Durchschnitt mit einer lohnmässigen Zurücksetzung um 15 % zu rechnen haben wird.
Die gesundheitlich bedingten Einschränkungen (verminderte Leistungsfähigkeit durch
Schlafstörungen usw.) sind hingegen bereits mit der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt.
Es ergibt sich somit ein Invaliditätsgrad im Teilbereich von 32 % (20 % zuzüglich 15 %
von 80), gewichtet mit 0.66 also ein Teilinvaliditätsgrad von 21.12 %.
4.5 Für den Haushaltbereich liegt eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung von
30 % vor. Die Abklärung ergab eine Einschränkung von 22.56 %. Eine gewisse Mithilfe
des Ehemannes der Beschwerdeführerin berücksichtigt zu haben, lässt sich nicht
beanstanden. Selbst wenn sie aber dennoch unberücksichtigt bliebe, ergäbe sich mit
dem Haushaltteil gemäss dem Abklärungsbericht bei einer Gewichtung von 0.33 (0.33x
30 %) insgesamt kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (31 %). Hieran vermöchte
auch eine Berücksichtigung einer Wechselwirkung zwischen den Bereichen nichts zu
ändern.
4.6 Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
demnach zu Recht abgewiesen.
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4.7 Wenn die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung keinen Entscheid
zur Frage beruflicher Massnahmen getroffen hat, liegt darin somit keine Verletzung des
Grundsatzes "Eingliederung vor Rente". Über den Anspruch auf berufliche
Massnahmen wird die Beschwerdegegnerin, die bis anhin lediglich in der
Beschwerdeantwort dazu Stellung genommen hat, noch zu verfügen haben.
4.8 Die Entwicklung des (medizinischen) Sachverhalts nach dem Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung kann in einem allfälligen Verfahren der
Neuanmeldung berücksichtigt werden.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die
Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen. Da der Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör keine kausale Bedeutung für die Notwendigkeit der
Beschwerdeerhebung zuzumessen ist, rechtfertigt es sich nicht, für die Kostenfolgen
von dieser Feststellung abzuweichen. Der Beschwerdeführerin wurde am 14. Oktober
2008 die unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) bewilligt. Der unterliegenden
Beschwerdeführerin sind deshalb zwar die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie jedoch von der Bezahlung zu
befreien. Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten, kann sie allerdings
zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom
Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m.
Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
5.3 Der Staat ist zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für
die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint insgesamt eine
bis
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Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS
963.70) um einen Fünftel zu reduzieren, sodass die eingereichte Kostennote
übernommen werden kann.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG