Decision ID: d5cea6bb-2243-5f39-b979-00487f18a38b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Volker Pribnow, Stadtturmstrasse 10, Postfach
1644, 5401 Baden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a B._, geboren 1971, leidet am Geburtsgebrechen Nr. 404 (POS). Die IV-Stelle
sprach ihm medizinische sowie Sonderschulmassnahmen zu und gewährte ihm eine
erstmalige berufliche Ausbildung im Sinn einer Anlehre zum Garagenarbeiter vom 16.
August 1989 bis 12. August 1992 (act. G 6.1b-f). Der Versicherte schloss diese
Ausbildung am 10. Juli 1992 ab (act. G 6.37-7 f.). In der Folge gelang es ihm nicht, eine
längerfristige Anstellung zu finden (vgl. act. G 6.14 f., 6.17, 6.19, 6.24).
A.b Am 16. Dezember 1994 und 23. Januar 1995 wurde der Versicherte vom
Sozialpsychiatrischen Dienst des Kantons St. Gallen untersucht und begutachtet. Im
Gutachten vom 20. März 1995 führten Dr. med. A._ und
Dr. med. C._ aus, der Versicherte leide unter den Folgen einer Entwicklungsstörung
sowohl im Sprach- und Rechen- wie im motorischen Bereich. Die in früheren
Untersuchungen als "frühkindliches psychoorganisches Hirnsyndrom" bezeichnete
Diagnose habe bis heute ebenfalls Auswirkungen in den Bereichen der
Frustrationstoleranz und der Impulskontrolle; letztere Symptome wirkten sich auf die
Suche und das Ausüben einer auch einfachen, überschaubaren und praktisch
orientierten Tätigkeit sicher negativ aus. Dabei sei anzunehmen, dass der leicht
minderbegabte, unselbstständige Versicherte bei verminderter Frustrationstoleranz
Befehle seines Vorgesetzten zeitweise nur mit Mühe annehmen könne. Obschon er zur
Zeit zu 100% angestellt sei, sei mittelfristig mit einer psychischen Überlastung zu
rechnen. Die Gutachter sahen daher eine Arbeitsfähigkeit von 50% im angestammten
Beruf als angebracht. Die bisherige Berufsabklärung und Eingliederung könne sicher
als optimal bezeichnet werden (act. G 6.33).
A.c Mit Verfügung vom 6. Dezember 1996 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. August 1992 eine Viertelsrente zu (act. G 6.54).
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A.d Im Schlussbericht vom 15. November 2000 führte der Berufsberater aus, der
Versicherte erbringe die in der Privatwirtschaft geforderten Leistungen nicht. Er sei nur
an einem Nischenarbeitsplatz eingliederbar (act. G 6.75). Mit Verfügung vom 3. Mai
2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. November 2000 eine
ganze Invalidenrente zu (act. G 6.81).
A.e Auf Gesuch des Beistands des Versicherten erteilte die IV-Stelle am
4. November 2000 dem Berufsberater einen Abklärungsauftrag (act. G 6.73 f.). Im
Schlussbericht vom 21. Mai 2002 führte der Berufsberater aus, der Versicherte sei mit
der getroffenen Lösung eines Nischenarbeitsplatzes nicht mehr zufrieden gewesen. Er
habe diese Stelle gekündigt. Seit 1. April 2002 erziele er einen Leistungslohn von Fr.
34'800.-- pro Jahr (act. G 6.87-1). Mit Verfügung vom 25. Juli 2002 reduzierte die IV-
Stelle ihre Rentenleistungen ab
1. September 2002 auf eine halbe Invalidenrente (act. G 6.92).
A.f In der im April 2003 eingeleiteten Rentenrevision wurde der Versicherte am 24.
August 2004 von Dr. med. D._, Spezialarzt Psychiatrie und Psychotherapie,
untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 25. August 2004 führte er aus, derzeit
könne von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Versicherten ausgegangen werden. Der
jetzige Zustand und die Motivation des Versicherten versprächen eine bessere Zukunft
(act. G 6.122). Am 27. Oktober 2004 kündigte die damalige Arbeitgeberin dem
Versicherten das Arbeitsverhältnis per 30. November 2004 (act. G 6.125-4). In der
Folge wurde die halbe Rente belassen (act. G 6.126-130).
A.g Auf Gesuch des Beistands des Versicherten erteilte die IV-Stelle am
11. April 2005 einen weiteren Abklärungsauftrag (act. G.132 f.). Im Zwischenbericht
vom 9. November 2005 führte der Berufsberater aus, der Versicherte sei seit
September 2005 in einem Arbeitsversuch in einer Transportfirma. Der Bruttolohn
betrage für die ersten zwei Monate Fr. 3'250.--, ab dem dritten Monat Fr. 3'500.--. Der
Leistungslohn sei rund 20% unter dem in der Firma Üblichen. Die Reduktion von 20%
sei durch den Mehraufwand bei der "Betreuung" und durch die eingeschränkte
Einsetzbarkeit begründet. Die Rente solle umgehend revidiert werden (act. G 6.137).
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Nachdem Dr. E._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 100% aufgrund des Gutachtens von Dr. D._ vom 25. August
2004 bestätigt hatte, stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Januar 2006 die
Invalidenrente des Versicherten auf das Ende des folgenden Monats ein (act. G 6.142
und
G 6.144).
B.
B.a Im Bericht vom 22./24. Februar 2006 führte der Berufsberater unter Bezugnahme
auf seinen Zwischenbericht vom 9. November 2005 (act. G 6.137) aus, inzwischen
habe auch der neue Arbeitgeber die Erfahrung machen müssen, dass der Versicherte
die erwarteten und zugemuteten Leistungen nicht erbringen könne. Um den
Arbeitsplatz zu erhalten, habe man das Anstellungsverhältnis auf eine neue Basis
stellen müssen. Ab 1. Februar 2006 sei der Leistungslohn auf Fr. 22'100.-- pro Jahr
reduziert worden. Dies entspreche einer 50%igen Leistung. Vom Versicherten werde
noch eine ca. 70%ige Präsenz erwartet. In diesem zeitlichen Rahmen könne er die
Leistung eines Stückgutfahrers mit einem 50% Pensum erbringen (act. G 6.150).
B.b Aufgrund dieses Berichts prüfte die IV-Stelle den Rentenanspruch neu (act. G
6.152). Am 11. Oktober 2006 wurde der Versicherte wiederum von Dr. D._ untersucht
und begutachtet. Im Verlaufsgutachten vom 14. Oktober 2006 führte Dr. D._ aus, der
Versicherte habe gewisse Fortschritte im Reifungsprozess und in der psychischen
Konsolidierung gemacht, dies aber noch nicht in ausreichender Weise. Es bestehe
immer noch eine grosse Diskrepanz zwischen der Einsicht in die gegebene Situation
und Verhaltensanpassung sowie der Fähigkeit zu Ausdauer und Durchhaltevermögen.
Der Versicherte habe gute charakterliche Eigenschaften, sei gewillt, mitzumachen,
zeige Optimismus und Tatendrang, mute sich mehr zu, sei aber nicht entsprechend
belastungsfähig und frustrationstolerant. Aufgrund der gemachten Erfahrungen mit ihm
lasse sich psychiatrisch von einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit im Umfang von
50% sprechen. Entgegen dem Berufsberater sehe er nicht ein, dass der Versicherte
nicht 100% Präsenz einhalten könne. Eine 50%ige Leistung wäre dabei
nachvollziehbar (act. G 6.166).
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B.c Im Zwischenbericht vom 30. November 2006 führte der Berufsberater aus, die
berufliche Integration des Versicherten sei sehr schwierig und aufwendig. Beim
aktuellen Arbeitgeber laufe es mitunter chaotisch. Einige der geschilderten Vorfälle
tendierten ins Skurrile. Der Versicherte habe kaum Einsicht in seine Situation als
Arbeitnehmer. Ein gehöriges Mass an Selbstüberschätzung irritiere seine Umgebung
immer wieder. Jedenfalls sei die Leistung in keiner Weise für die Privatwirtschaft
verträglich. Konflikte mit latenter Gewaltbereitschaft würden mehrmals beschrieben.
Der Versicherte sei noch beim Arbeitgeber, weil dieser das Integrationsproblem nicht
einfach abschieben wolle. Wahrscheinlich komme es aber trotzdem zur Kündigung
(act. G 6.170). Mit Schreiben vom
27. November 2006 kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per 31. Januar 2007 (act. G 6.174).
B.d Mit Vorbescheid vom 25. Mai 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er ab 1. März 2006 wieder Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe
(act. G 6.179). Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte, vertreten durch das
Regionale Beratungszentrum Uznach, am
25. Juni 2007 Einwand. Gemäss Lohnausweis habe der Versicherte ein Einkommen
von Fr. 20'250.-- erzielt, was bei einer Validenbasis von Fr. 70'500.-- einen
Invaliditätsgrad von über 70% ergebe. Per 19. Februar 2007 habe der Versicherte eine
neue Stelle mit einem Einkommen von monatlich Fr. 4'000.-- angetreten, wobei über
die Leistungsfähigkeit am neuen Arbeitsplatz noch keine Informationen vorlägen (act. G
6.181).
C.
Mit Verfügung vom 26. Juli 2007 bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid und sprach
dem Versicherten mit Wirkung ab 1. März 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 50%
eine halbe Invalidenrente zu (act. G 6.184).
D.
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D.a Mit Eingabe vom 31. August 2007 erhebt das Regionale Beratungszentrum Uznach
für den Versicherten Beschwerde und beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und dem Versicherten sei ab 1. März 2006 eine ganze bzw. eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Begründung bringt es im Wesentlichen vor, bei der
Verfügung vom 4. Januar 2006 sei man von einem Valideneinkommen von Fr. 70'500.--
ausgegangen; bei einem erzielten Jahresgehalt von Fr. 20'250.-- im Jahr 2006 ergebe
dies einen Invaliditätsgrad von 71.72%. Die angefochtene Verfügung gehe von einem
Valideneinkommen von Fr. 58'320.-- aus, was bei dem 2006 tatsächlich
erwirtschafteten Lohn einen Invaliditätsgrad von 65.27% ergebe. Die Feststellung der
Beschwerdegegnerin, dass die tatsächliche Ausübung einer zumutbaren Tätigkeit für
die Rentenbemessung unerheblich sei, müsse zurückgewiesen werden. Die am 19.
Februar 2007 neu angetretene Stelle sei wegen des bekannten Krankheitsbildes und
der damit verbundenen Leistungseinschränkungen des Beschwerdeführers wieder
gefährdet (act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. November 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im
Wesentlichen vor, der Beschwerdeführer habe die von der Invalidenversicherung
finanzierte Anlehre als Garagenarbeiter erfolgreich abgeschlossen. Dank dieser Anlehre
habe er in einer ähnlichen erwerblichen Situation gestanden wie beispielsweise ein
Automonteur. Demnach sei das Valideneinkommen zu Recht nicht mehr auf der Basis
von Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
berechnet worden. Weil beim Beschwerdeführer keine repräsentative
Einkommensbasis zur Verfügung stehe, könne sein Valideneinkommen gestützt auf
Tabellenlöhne berechnet werden. Der Beschwerdeführer weise seit seiner erstmaligen
beruflichen Ausbildung stark schwankende Einkommen auf. Sein Invalideneinkommen
sei gestützt auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsschätzung und die
Tabellenlöhne zu bestimmen
(act. G 6).
D.c Mit Replik vom 27. Dezember 2007 hält das Regionale Beratungszentrum Uznach
an seinen Anträgen fest. Die neue Anstellung habe per Ende Oktober 2007 wieder
aufgegeben werden müssen (act. G 8).
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D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 10).
D.e Am 19. Februar 2009 übernimmt Rechtsanwalt Dr. iur. Volker Pribnow die
Vertretung des Beschwerdeführers (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen
anzuwenden.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 1
IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um die Invalidität bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall
das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
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den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE
125 V 261
E. 4).
3.
Vorliegend umstritten ist die Berechnung des Invaliditätsgrads, namentlich die
Bemessung der Vergleichseinkommen.
3.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.1.1 Nach Art. 16 ATSG ist als Valideneinkommen das Einkommen zu betrachten, das
die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend,
was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde.
Konnte eine versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen
Kenntnisse erwerben, entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide
erzielen könnte, den nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten
Medianwerts gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (Art. 26
Abs. 1 IVV). Unter diese Regelung fallen Versicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit
einen Gesundheitsschaden aufweisen und deshalb keine zureichenden beruflichen
Kenntnisse erwerben konnten. Als Erwerb von zureichenden beruflichen Kenntnissen
gilt im Allgemeinen die abgeschlossene Berufsausbildung. Dazu gehören auch
Anlehren, sofern sie auf einem besonders der Invalidität angepassten Bildungsweg
ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordentliche
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Ausbildung und der versicherten Person praktisch die gleichen Verdienstmöglichkeiten
eröffnen (Urteil des Bundesgerichts vom
7. Juni 2008, I 108/05, E. 5.1.1, mit Hinweisen).
3.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei
der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen
ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen
werden (BGE 126 V 76 E. 3.b/bb, mit Hinweisen).
3.2 Während die Beschwerdegegnerin beim Erlass der früheren Verfügungen für die
Bemessung des Valideneinkommens auf Art. 26 Abs. 1 IVV abgestellt hat, ist sie in der
angefochtenen Verfügung davon ausgegangen, der Beschwerdeführer habe
zureichende berufliche Kenntnisse erworben, und hat diesbezüglich auf den
Tabellenlohn für Männer, Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten),
total privater Sektor, abgestellt. Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Hätte der
Beschwerdeführer durch seine Anlehre als Garagenarbeiter tatsächlich zureichende
berufliche Kenntnisse erlangt, ist nicht einzusehen, weshalb nicht auf den
entsprechenden Tabellenlohn in diesem Gewerbe, Anforderungsniveau 3 (Berufs- und
Fachkenntnisse vorausgesetzt) abgestellt werden sollte. Allerdings ist vorliegend nicht
davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer absolvierte Anlehre ihm derart
zureichende berufliche Kenntnisse verschafft hat. Diesbezüglich ist das
Abgrenzungskriterium der praktisch gleichen Verdienstmöglichkeiten wesentlich. Für
den Versicherten ist nämlich nicht ausschlaggebend, dass er sich berufliche
Kenntnisse aneignet, sondern dass er diese auch ökonomisch verwerten kann (ZAK
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1974 548 E. 2a). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Aus den Akten geht deutlich
hervor, dass der Beschwerdeführer zwar immer wieder eine Stelle gefunden hat, bei
der Arbeit jedoch regelmässig überfordert war. Aus diesem Grund musste er sich
hauptsächlich mit weit unterdurchschnittlichen Einkommen begnügen. Entsprechend
wurde ihm auch bereits unmittelbar nach dem Abschluss seiner Anlehre eine
Viertelsrente ausgerichtet (act. G 6.54). Diese wurde in der Folge auf eine ganze Rente
erhöht (act. G 6.81) und später auf eine halbe Rente reduziert (act. G 6.92). Mit
Verfügung vom 4. Januar 2006 stellte die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente zwar
per Ende Februar 2006 ein, doch geht es im vorliegenden Verfahren bereits wieder um
die Zusprache einer Rente ab 1. März 2006. Mit anderen Worten konnte der
Beschwerdeführer trotz seiner erfolgreich absolvierten Anlehre zu keiner Zeit ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Unter diesen Umständen ist davon
auszugehen, dass er keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnte.
Folglich ist das Valideneinkommen anhand von Art. 26 Abs. 1 IVV zu bestimmen, was
für das Jahr 2006 unter Berücksichtigung des Alters des Beschwerdeführers einen
Betrag von Fr. 71'500.-- ergibt.
3.3 Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf den Tabellenlohn für
Männer, Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten), total privater
Sektor, abgestellt, was für das Jahr 2006 bei einer 50%igen Tätigkeit einem Betrag von
Fr. 29'599.-- entspricht. Sie stützt sich dabei auf das Verlaufsgutachten von Dr. D._
vom 14. Oktober 2006 (act. G 6.166), worin dieser ausführt, beim Beschwerdeführer
bestehe immer noch eine grosse Diskrepanz zwischen der Einsicht in die gegebene
Situation und Verhaltensanpassung sowie der Fähigkeit zu Ausdauer und
Durchhaltevermögen. Der Beschwerdeführer habe gute charakterliche Eigenschaften,
sei gewillt, mitzumachen, zeige Optimismus und Tatendrang, mute sich mehr zu, sei
aber nicht entsprechend belastungsfähig und frustrationstolerant. Aufgrund der
gemachten Erfahrungen mit ihm lasse sich psychiatrisch von einer durchschnittlichen
Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 50% sprechen.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin lässt sich die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers gestützt auf dieses Verlaufsgutachten nicht zuverlässig beurteilen.
So äussert sich Dr. D._ nicht dazu, ob sich diese Arbeitsfähigkeit auf die
angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers als Garagenarbeiter oder allenfalls
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Lastwagenchauffeur oder auf eine adaptierte Tätigkeit bezieht, was jedoch einen
Einfluss auf den dem Invalideneinkommen zugrunde zu legenden Tabellenlohn hat.
Insgesamt ist eher davon auszugehen, dass sich Dr. D._ lediglich mit der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auseinandergesetzt hat, stützt er sich
doch auf die "gemachten Erfahrungen" und führt abschliessend aus, sollte sich wieder
ein Stellenwechsel aufdrängen, wäre zu prüfen, ob andere Tätigkeiten, zum Beispiel in
der Industrie, nicht doch von Vorteil für den Beschwerdeführer wären; daraus könnte
geschlossen werden, dass in einer adaptierten Tätigkeit allenfalls eine höhere
Arbeitsfähigkeit gegeben wäre. Soweit Dr. D._ auf die "gemachten Erfahrungen"
abstellt, setzt er sich in Widerspruch zum Berufsberater, der den Beschwerdeführer
mehrfach als in der Privatwirtschaft nicht einsetzbar bezeichnet hat (vgl. act. G 6.170,
6.75). Zwar hat der Beschwerdeführer in der freien Wirtschaft stets eine Stelle
gefunden und anfänglich jeweils auch ein entsprechendes Einkommen erzielt, doch
wurde dieses aufgrund seiner Überforderung nachträglich häufig massiv reduziert (vgl.
act. G 6.150, 6.75-1 und 3, 6.65). Insgesamt hat der Beschwerdeführer zwar in den
letzten Jahren aufgrund der häufigen Stellenwechsel ein Einkommen erzielt, das über
dem von der Beschwerdegegnerin ermittelten Invalideneinkommen liegt (vgl. act. G
6.172), doch ist das unter Berücksichtigung des reinen Leistungslohns erzielte
Einkommen unter dem ermittelten Invalideneinkommen geblieben (vgl. act. G 6.174).
Bei dieser Aktenlage lässt sich das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers für die
hier massgebenden Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 26.
Juli 2007 nicht zuverlässig ermitteln. Die Beschwerdegegnerin wird nach Einholung
zusätzlicher psychiatrischer und berufsberaterischer Auskünfte abzuklären haben,
welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer - sei es in der freien Wirtschaft, sei es in
einem geschützten Rahmen - in welchem Umfang effektiv zumutbar sind und was für
ein Einkommen er dabei erzielen kann.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Die angefochtene Verfügung vom 26. Juli 2007 ist aufzuheben, und die Sache ist zur
weiteren Abklärung und neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235
E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG