Decision ID: 6b78fe09-eed9-5be3-a9a1-c39b307e471f
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ G. H. (geboren am 20. März 1964) stammt ursprünglich aus Ex-Jugoslawien und
reiste
erstmals Anfang 1988 als Saisonarbeiter in die Schweiz ein. Auf sein Gesuch hin wurde
am 10. Oktober 1991 seine bisherige Saisonnierbewilligung in eine
Jahresaufenthaltsbewilligung umgewandelt. Er arbeitet seit dem 14. Oktober 1991 bei
der Firma "M. AG" und verfügt seit dem 21. November 2006 über das Schweizer
Bürgerrecht.
B./ Am 25. Februar 1994 heiratete G. H. die serbische Staatsangehörige R. H. (geboren
am 10. Dezember 1967) und stellte am 2. Februar 1995 ein Gesuch um ihren
Familiennachzug. Das Gesuch wurde am 20. Juni 1995 bewilligt; die Ehefrau verblieb
jedoch aus unbekannten Gründen im Herkunftsland. Dort brachte R. H. am
8. November 1995 den gemeinsamen Sohn E. zur Welt. Später folgten noch die
gemeinsamen Söhne N. (geboren am 2. Juni 1997) und B. (geboren am 30. Mai 2001).
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Am 7. März 2003 reichten R. H. und die Söhne E. und N. Einreisegesuche bei der
Schweizer Botschaft in Belgrad ein, auf welche das Ausländeramt (heute:
Migrationsamt) mit Verfügung vom 26. Juni 2003 infolge mangelnder Mitwirkung von G.
H. nicht eintrat.
C./ G. H. beantragte am 3. Dezember 2010 erneut den Familiennachzug für seine
Ehegattin und die drei gemeinsamen Kinder E., N. und B. H. Der Ehefrau und B. H.
wurde in der Folge je eine Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeit bis zum 18. Mai 2012
ausgestellt. Das Familiennachzugsgesuch für E. und N. H. wurde hingegen nach
Gewährung ihres rechtlichen Gehörs mit Verfügung des Migrationsamtes vom 30. März
2011 abgewiesen. Die Verfügung wurde im Wesentlichen damit begründet, dass das
Gesuch von G. H. um Familiennachzug für die beiden Söhne zu spät eingereicht bzw.
dass die Nachzugsfrist verpasst worden sei. Zudem würden keine wichtigen familiären
Gründe für eine nachträgliche Bewilligung des Nachzugs vorliegen.
D. / Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 11. April 2011 erhob G. H. Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement und beantragte, die Verfügung vom 30. März 2011
sei kosten- und entschädigungspflichtig aufzuheben. Zudem sei das Migrationsamt
anzuweisen, den Familiennachzug für E. und N. H. zu bewilligen. Ausserdem sei es
letzteren im Sinne einer vorsorglichen Massnahme zu erlauben, den
Bewilligungsentscheid in der Schweiz abzuwarten. Als Begründung wurde
hauptsächlich vorgebracht, dass der vorliegende Sachverhalt einen drastischen Fall
einer Inländerdiskriminierung im Ausländerrecht darstelle.
Mit Entscheid vom 13. April 2011 wies das Sicherheits- und Justizdepartement das
Gesuch um vorsorgliche Massnahme (Aufenthalt während der Verfahrensdauer) ab. Die
dagegen erhobene Beschwerde wies der Präsident des Verwaltungsgerichts mit
Entscheid vom 4. Mai 2011 ab. Das Bundesgericht trat sodann mit Entscheid vom
15. Juni 2011 auf ein Rechtsmittel gegen den Entscheid des Präsidenten des
Verwaltungsgerichts nicht ein.
In materieller Hinsicht hiess das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs mit
Entscheid vom 22. September 2011 teilweise gut und wies die Streitsache zu neuer
Entscheidung im Sinne der Erwägungen an das Migrationsamt zurück. Begründet
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wurde das Urteil im Wesentlichen damit, dass aufgrund der Verhinderung der
Inländerdiskriminierung die Verweigerung der Bewilligung infolge Fristablaufes nicht
rechtens sei. Dies bedeute aber nicht, dass das Gesuch ohne weiteres gutzuheissen
wäre. Aufgrund der teilweisen Gutheissung habe G. H. die Hälfte der amtlichen Kosten
zu tragen und sei nicht ausseramtlich zu entschädigen.
E./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 6. Oktober 2012 erhebt G. H. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht und beantragt Folgendes:
1. Ziffer 1 des Dispositivs des Entscheides des Sicherheits- und Justizdepartements
vom 22. September 2011 sei teilweise aufzuheben, indem der Rekurs vollumfänglich
gutzuheissen sei.
2. Die Ziffern 2 und 3 des Dispositivs des Entscheides des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 22. September 2011 seien insoweit aufzuheben bzw.
abzuändern, als dass die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens vollumfänglich dem
Staat aufzuerlegen seien und dem Beschwerdeführer der gesamte Kostenvorschuss
von CHF 1'000.-- zurückzuerstatten sei sowie ihm für das Rekursverfahren eine
ausseramtliche Entschädigung nach Massgabe eines vollumfänglichen Obsiegens
zuzusprechen sei.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Begründet wird die Beschwerde im Wesentlichen damit, dass G. H. in materieller
Hinsicht trotz Rückweisung der Streitsache zur neuen Entscheidung an das
Migrationsamt als vollständig obsiegende Partei zu betrachten sei.
Der Rechtsvertreter von G. H. reichte am 10. Oktober 2011 nochmals eine Eingabe
beim Verwaltungsgericht ein. Danach habe das Migrationsamt ihm am 7. Oktober 2011
telefonisch mitgeteilt, dass dem Familiennachzugsgesuch am 5. Oktober 2011 zufolge
des Entscheids des Sicherheits- und Justizdepartements stattgegeben worden sei.
Praxisgemäss habe das Migrationsamt wohl ohne nochmalige Prüfung der finanziellen
Verhältnisse und der Wohnverhältnisse, bzw. da diese Voraussetzungen offensichtlich
erfüllt gewesen seien, das Gesuch bewilligt. Daher sei der Ausgang des
Rekursverfahrens als vollständiges und nicht als teilweises Obsiegen zu qualifizieren.
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Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragt in seiner Vernehmlassung vom
20. Oktober 2011 die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde und verweist für die
Begründung auf seinen angefochtenen Rekursentscheid. Mit Schreiben vom
14. Februar 2012 erkundigte sich das Verwaltungsgericht beim Migrationsamt nach
dem Stand des Familiennachzugsgesuches für E. und N. H. Das Migrationsamt nahm
am 23. Februar 2012 schriftlich Stellung zu den Fragen des Verwaltungsgerichts und
reichte zusätzlich Kopien der Ermächtigungen zur Visumserteilung und der
Aufenthaltsbewilligungen von E. und N. H. ein.
Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird –
soweit erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Beschwerdegegenstand ist vorliegend ausschliesslich die Frage, ob die Vorinstanz
zu Recht
von einem teilweisen Obsiegen des Beschwerdeführers ausging und ihm daher die
Hälfte der amtlichen Kosten auferlegte sowie ihm keine ausseramtliche Entschädigung
zusprach.
3. In öffentlich-rechtlichen Verfahren werden den Beteiligten grundsätzlich die
Verfahrenskosten nach dem Erfolgsprinzip auferlegt (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auch die
ausseramtliche Entschädigung bestimmt sich nach dem Obsiegen und Unterliegen der
Verfahrensbeteiligten (Art. 98bis VRP). Für die Frage des Obsiegens und Unterliegens
ist in erster Linie entscheidend, in welchem Ausmass dem Begehren eines Beteiligten
gefolgt wird. Demgemäss ist ein Verfahrensbeteiligter nur dann von der Übernahme
von amtlichen Kosten vollständig zu befreien und ihm eine ungekürzte ausseramtliche
Entschädigung zuzusprechen, wenn er vollumfänglich obsiegt. In den übrigen Fällen, in
denen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden, hat der Beteiligte nach
Massgabe seines Unterliegens amtliche Kosten zu tragen, und seine ausseramtliche
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Entschädigung wird entsprechend reduziert. Ob ein Rechtsbegehren ganz oder
teilweise gutgeheissen wird, ist nach dem Ergebnis des Rechtsmittelentscheids im
Vergleich mit den Anträgen des Rechtsmittelklägers zu beurteilen (VerwGE B 2010/19
vom 1. Juli 2010 E. 2.1 mit Hinweisen, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
3.1. Im Rekursverfahren vor der Vorinstanz beantragte der Beschwerdeführer
hauptsächlich, dass die Verfügung des Migrationsamtes aufzuheben sei und dass es
anzuweisen sei, den Familiennachzug für E. und N. H. zu bewilligen; alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zulasten des Staates. Die Vorinstanz kassierte mit Entscheid
vom 22. September 2011 die fragliche Verfügung des Migrationsamtes und wies die
Streitsache zu neuer Entscheidung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurück.
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass er als vollständig
obsiegende Partei zu betrachten sei. Vor der Vorinstanz sei es in rechtlicher Hinsicht
um die Problematik der sog. Inländerdiskriminierung gegangen. Das Migrationsamt
habe das Familiennachzugsgesuch für E. und N. abgelehnt, weil die Frist für den
Familiennachzug abgelaufen sei. Bezüglich dieser Rechtsfrage – Anwendbarkeit von
Art. 42 Abs. 2 AuG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 AuG – sei der Rekurs gutgeheissen
worden.
3.2. Wird eine Streitsache dadurch erledigt, dass der angefochtene Entscheid
aufgehoben und die Angelegenheit zur neuerlichen Beurteilung an die Vorinstanz
zurückgewiesen wird, ist diejenige Partei als obsiegend zu betrachten, welche die
Fehlerhaftigkeit des Entscheids geltend gemacht und die Rückweisung erwirkt hat.
Dabei beurteilt sich das Obsiegen grundsätzlich nach den gestellten Rechtsbegehren
(VerwGE B 2010/19 vom 1. Juli 2010 E. 2.2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; R. Hirt,
Die Regelung der Kosten nach st. gallischen Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St.
Gallen 2004, S. 98). Wie aber die Vorinstanz zu Recht ausführte, obsiegt der
Rechtsmittelkläger bei Rechtsmitteln, mit denen – wie vorliegend im Rekursverfahren -
nicht nur die Aufhebung des angefochtenen Entscheids beantragt wird, sondern
zugleich die Erteilung einer Bewilligung resp. die Rückweisung zur Erteilung der
Bewilligung, nur teilweise, wenn der Entscheid wegen unvollständiger
Sachverhaltsermittlung und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückgewiesen wird (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen –
http://www.gerichte.sg.ch http://www.gerichte.sg.ch/
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dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St. Gallen 2003,
Rz. 764; Hirt, a.a.O., S. 98 f.). Nichts anderes ergibt sich aus dem vom
Beschwerdeführer angerufenen Urteil B 2010/9 des Verwaltungsgerichts vom 1. Juli
2010 (E. 2.2).
Vorausgesetzt für eine solche Rückweisung zu weiteren Abklärungen ist, dass sich
diese aufdrängt und der Sachverhalt nicht bereits aufgrund der Akten erstellt ist. Eine
Rückweisung erfolgt nämlich vor allem dann, wenn die Vorinstanz den Sachverhalt zu
wenig abgeklärt hat (GVP 1969 Nr. 29; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1029). Beim
Entscheid über die Rückweisung ist hingegen das Ermessen der Vorinstanz gemäss
Art. 56 Abs. 2 VRP zu beachten. Das Verwaltungsgericht hat sich auf eine
Rechtskontrolle zu beschränken (Art. 61 Abs. 1 VRP) und kann demnach nur
einschreiten, wenn die Vorinstanz von der Befugnis zur Kassation und Rückweisung
willkürlichen Gebrauch gemacht hat (GVP 1969 Nr. 29). Unzulässig ist die Rückweisung
auch, sofern sie nach den Umständen als unverhältnismässig erscheint (BGE 131 V
407 E. 2.1.1.). Zudem ist beim Entscheid über eine Rückweisung der Grundsatz der
beförderlichen Erledigung des Verfahrens gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung
(SR 101, abgekürzt BV) zu beachten. Auf eine Rückweisung ist daher zu verzichten,
und der ungenügend festgestellte Sachverhalt ist selbst abzuklären, wenn der Mangel
geringfügig ist und die Rückweisung einem prozessualen Leerlauf gleichkäme. In
solchen Fällen gebietet es der Grundsatz der Prozessökonomie, dass die urteilende
Instanz die Entscheidung selbst vornimmt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1029; vgl. P.
Weissenberger, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, N 15 f. zu
Art. 61 VwVG). Im Erfordernis des geringfügigen Mangels für den Ausschluss der
Rückweisung wird die Konnexität zur Untersuchungsmaxime ersichtlich (M. Camprubi,
in: Auer/Müller/ Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N 11 zu Art. 61 VwVG).
3.3. Die Vorinstanz begründete das teilweise Obsiegen des Beschwerdeführers damit,
dass über die im Rechtsbegehren geforderte Erteilung der Aufenthaltsbewilligung für
seine Söhne E. und N. im Rahmen des Familiennachzugs nicht abschliessend
entschieden worden sei. Die Vorinstanz anerkannte unter Heranziehung des Urteils B
2011/74 des Verwaltungsgerichts vom 6. Juli 2011 (abrufbar unter
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www.gerichte.sg.ch), dass im vorliegenden Fall zwecks Verhinderung der
Inländerdiskriminierung Art. 42 Abs. 2 lit. a AuG zur Anwendung gelange und der
Ablehnung des Gesuchs um Familiennachzug durch das Migrationsamt infolge
Fristablaufs nicht gefolgt werden könne. Ebenfalls unter Anrufung des genannten
Urteils gelangte die Vorinstanz zur Ansicht, dass die Anwendbarkeit von Art. 42 Abs. 2
lit. a AuG bei Familiennachzugsgesuchen von Schweizern, deren Angehörige nicht im
Besitz einer dauerhaften Aufenthaltsbewilligung eines Staates seien, mit dem ein
Freizügigkeitsabkommen abgeschlossen worden sei, nicht bedeute, dass der
Familiennachzug vorbehaltlos zulässig sei. Das Sicherheits- und Justizdepartement
zählte in der Folge die Vorbehalte des Verwaltungsgerichts (Scheinehe, kein
tatsächliches soziales Familienleben, keine Wohnung, die den Anforderungen für
Inländer entspricht, Kindeswohl sowie Vorbehalt der öffentlichen Ordnung, Sicherheit
und Gesundheit) zur Anwendbarkeit von Art. 42 Abs. 2 AuG auf
Familiennachzugsgesuche von Schweizern mit Familienangehörigen ausserhalb des
Geltungsbereichs des Freizügigkeitsabkommens auf. Deshalb sei die Streitsache zu
weiteren Abklärungen, insbesondere hinsichtlich Wohnung und finanzieller
Verhältnisse, und neuer Entscheidung an das Migrationsamt zurückzuweisen.
3.3.1. Das Migrationsamt erteilte in der Folge am 5. Oktober 2011 den beiden Söhnen
des Beschwerdeführers über die Schweizer Botschaft in Belgrad die Einreiserlaubnis
sowie Aufenthaltsbewilligungen. Das Migrationsamt antwortete auf Anfragen des
Verwaltungsgerichts über die Notwendigkeit von Sachverhaltsabklärungen aufgrund
des Rückweisungsentscheids der Vorinstanz wie folgt:
Für die Beurteilung des Familiennachzugs im Sinn der Erwägungen des Entscheides
des Sicherheits- und Justizdepartements, insbesondere hinsichtlich Wohnung und
finanzieller Verhältnisse, wurden wir mit Schreiben des Rechtsvertreters vom
5. Oktober 2011 mit diversen Unterlagen, namentlich einer Bestätigung der
Arbeitgeberin vom 3. Oktober 2011 betreffend ungekündigtes Arbeitsverhältnis, den
schriftlichen Arbeitsvertrag der Firma M. AG, St. Gallen vom 01.01.2008, den drei
letzten Lohnabrechnungen des Beschwerdeführers sowie einem Auszug Kaufvertrag
des Grundbuchamtes T. vom 30. Mai 2011 bedient.
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3.3.2. Aus der Antwort des Migrationsamtes folgt, dass dieses zur Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung an die beiden Söhne des Beschwerdeführers einen Auszug
Kaufvertrag, eine Arbeitsbestätigung, den Arbeitsvertrag sowie Lohnabrechnungen des
Beschwerdeführers benötigte und keine weiteren Abklärungen vornahm. Bereits die
Akten, die der Vorinstanz zur Verfügung standen, enthielten Hinweise darauf, dass der
Beschwerdeführer seit Oktober 2011 eine eigene Liegenschaft in T. besitzt. Dies ergibt
sich z.B. aus den Schreiben des Beschwerdeführers vom 19. September 2011 an die
Regierungsrätin und an das Sicherheits- und Justizdepartement (Akten Vorinstanz,
act. 17 und 18). Zudem ist der Beschwerdeführer gemäss den der Vorinstanz zur
Verfügung stehenden Akten seit dem 14. Oktober 1991 bei der M. AG beschäftigt und
hatte gemäss Lohnauszug vom 20. Januar 1995 einen Lohn von Fr. 4'600.-- brutto
(Akten Migrationsamt über den Beschwerdeführer, act. 17). Gemäss dem ebenfalls in
den Akten liegenden Gesuch um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung vom
3. September 1998 verdiente er Fr. 5'100.-- pro Monat, was sein Arbeitgeber "M. AG"
durch Unterschrift auf dem Gesuchformular bestätigte (Akten Migrationsamt über den
Beschwerdeführer, act. 33). Zudem enthält das Schreiben des Beschwerdeführers vom
19. September 2011 an die Regierungsrätin den Hinweis, dass der Beschwerdeführer
weiterhin bei der M. AG beschäftigt ist (Akten Vorinstanz, act. 17). Deshalb war im
Zeitpunkt des Entscheids der Vorinstanz zu vermuten, dass der Beschwerdeführer über
ein geregeltes Einkommen verfügt und für den Unterhalt seiner Familie aufkommen
kann. Ein weiteres Indiz für genügende finanzielle Verhältnisse ergibt sich aus den
Akten insofern, als in keinem Verfahren unentgeltliche Rechtshilfe und
Rechtsverbeiständigung beantragt wurde und die Kostenvorschüsse stets geleistet
wurden.
3.3.3. Die Akten, die der Vorinstanz zur Verfügung standen, enthielten also bereits
zahlreiche Hinweise über die finanziellen Verhältnisse und die Wohnverhältnisse des
Beschwerdeführers. Die allenfalls nicht aktuellen oder bestätigten
Sachverhaltsangaben sind als geringfügige Mängel einzustufen, da es für die
Vorinstanz ohne übermässigen Beweiserhebungsaufwand möglich gewesen wäre, die
allenfalls zusätzlich erforderlichen Sachverhaltsabklärungen selbst vorzunehmen. So
hätte die Vorinstanz eine Bestätigung der aktuellen Wohnverhältnisse des
Beschwerdeführers mittels Anforderung eines Amtsberichts beim zuständigen
Einwohner- und Grundbuchamt in T. einholen können (Art. 12 Abs. 1 VRP). Eine
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Bestätigung über das weiterhin bestehende Arbeitsverhältnis zwischen dem
Beschwerdeführer und der M. AG, das aufgrund der Akten zu vermuten gewesen ist,
sowie Lohnabrechnungen hätten in sachgemässer Anwendung von Art. 190 Abs. 2 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272) mittels schriftlicher Auskunft beim
Arbeitgeber eingeholt werden können (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 980; Leuenberger/
Uffer-Tobler, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Bern 2010, N 9.126). Solche
Abklärungen wären im Übrigen als leicht zugängliche Beweise über erhebliche
Tatsachen im Sinne von Art. 12 Abs. 2 VRP aufzufassen.
3.4. Aus dem Gesagten folgt daher, dass zwar bei einer Rückweisung zu weiteren
Abklärungen und neuer Beurteilung von einem teilweisen Obsiegen auszugehen ist,
wenn neben der Aufhebung des angefochtenen Entscheids auch die Rückweisung zur
Bewilligungserteilung verlangt wurde. Vorliegend war die Verhinderung einer
Inländerdiskriminierung der Grund für die Aufhebung der Verfügung des
Migrationsamtes durch die Vorinstanz. Damit wurde dem Hauptantrag des
Beschwerdeführers entsprochen. Zudem wurde die Sache zu neuen Abklärungen und
neuer Beurteilung an das Migrationsamt zurückgewiesen, während der
Beschwerdeführer verlangte, dass das Migrationsamt anzuweisen sei, den
Familiennachzug für seine beiden Söhne zu bewilligen. Für diese Bewilligungen waren
aufgrund der Akten nur marginale weitere Sachverhaltsabklärungen in Form von
Bestätigungen über die weiterhin aktuellen finanziellen Verhältnisse und die ab dem
1. Oktober 2011 gültigen Wohnverhältnisse erforderlich. Dies zeigt auch die
Stellungnahme des Migrationsamtes vom 23. Februar 2012, das nach Einreichung von
aktuellen Belegen durch den Beschwerdeführer über seine finanziellen Verhältnisse und
die Wohnsituation ohne weitere eigene Abklärungen die Aufenthaltsbewilligungen für
seine beiden Söhne ausstellte. Wie bereits ausgeführt, kann sich eine Rückweisung zu
weiteren Abklärungen nur rechtfertigen, wenn sich diese aufdrängen, was vorliegend
nicht der Fall war. Die Vorinstanz hätte die allenfalls erforderlichen zusätzlichen
tatsächlichen Abklärungen selbst vornehmen müssen, da es sich um geringfügige
Mängel in der Sachverhaltsfeststellung handelte. Die Rückweisung in einem solchen
Fall kommt einem prozessualen Leerlauf gleich und verstösst gegen das
Beschleunigungsgebot gemäss Art. 29 Abs. 1 BV. Im vorliegenden Fall hätte sich die
Rückweisung auf die Anweisung zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligungen
beschränken müssen und damit wäre vollständig den Rechtsbegehren des
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Beschwerdeführers entsprochen worden. Daher erweist sich die Auferlegung der Hälfte
der amtlichen Kosten und die Abweisung des Begehrens um Entschädigung
ausseramtlicher Kosten als willkürlich und somit rechtswidrig.
4. (...).
Der Beschwerdeführer hat jeweils Kostenvorschüsse von Fr. 1'000.-- im Beschwerde-
und Rekursverfahren geleistet. Diese beiden Kostenvorschüsse sind ihm
zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung für das
Beschwerdeverfahren (Art. 98bis VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote
eingereicht, weswegen die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 und
19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt
HonO). Eine Entschädigung von Fr. 1'000.-- zuzügl. MwSt ist angemessen (Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO). Die Entschädigungspflicht geht zu Lasten des Staates. Das Gleiche
gilt ebenfalls für das Rekursverfahren, da dieses in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht Schwierigkeiten bot (Art. 98 Abs. 2 VRP). Mangels Einreichung einer
Kostennote durch den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist die Entschädigung
für das Rekursverfahren auf Fr. 1'500.-- zuzügl. MwSt festzusetzen (Art. 22 Abs. 1 lit. a
HonO in Verbindung mit Art. 6 und 19 HonO).
Demnach hat das Verwaltungsgericht