Decision ID: a38d8eb9-2e92-4461-8341-1218a121eed8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
sel., geboren 1960
, verstorben 2018
, arbeitete seit d
em 1. Oktober 2003 als Pflegefachfrau, stellvertretende Stationsleiterin,
im Alters- und Pflege
heim
A._
in
B._
(
Urk.
5/10)
. Am 5. Juni 2004 verdrehte sich die Versicherte
mit einem Harass in der Hand
bei einem
Zusammenstoss
mit dem Einkaufswagen einer anderen Person d
ie rechte Körperhälfte (Urk. 5/8/2
). Dr. med. C._
,
FMH
Innere Medizin, diagnostizierte
im
Arztzeugnis UVG vom
13. August 2004 einen Status nach Kontusion der rechten Körperseite mit Distorsion d
es Ell
en
bogens rechts (Urk. 5/8/52
).
Die
Unfallversicherung
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) erbrachte Heilbeha
ndlungs- und Taggeld
leistungen.
Per 3
1.
Juli 2005 löste das Alters- und Pflegeheim
A._
das Arbeitsverhältnis der Versicherten auf (
Urk.
5/10).
1.2
Am 2
1.
Dezember 2005 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/3).
Die IV-Stelle zog
die
Akten
der
Züric
h
bei (
Urk.
5/8)
und nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor
.
Mit
Verfügung vom 8.
Januar 2007
verneinte sie
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen
, da sich die Versicherte gemäss Telefongespräch vom 1
4.
November 2006 nicht in der Lage fühle,
berufliche
Massnahmen durchzuführen
(
Urk.
5/31).
Mit Eingabe vom
1
4.
November 2007 ersuchte die Versicherte um
die
Wiederaufnahme
des Ver
fah
rens betreffend
berufliche Massnahmen und Unterstützung bei der Abk
lärung der beruflichen Möglichkeiten
(
Urk.
5/37). Am 1
2.
Juni 2008 teilte die IV-Stelle
mit, dass ein
e Arbeitsvermittlung gemäss
Angaben
der Versicherten
bei der Be
spre
chung vom 1
7.
März 2008 derzeit nicht möglich sei. Die Arbeitsvermittlung werde
deshalb abgeschlossen (
Urk.
5/45).
In der Folge
holte die IV-
Stelle weitere Arzt
berichte
ein und zog
die
von
der
Zürich
bei der
D._
in Auftrag
gegebene
Expertise
vom
1
1.
Janu
ar
2011
bei
(
Urk.
5/63
; vgl. auch ergänzende Stellungnahme
der
D._
vom
5.
Okto
ber 2011,
Urk.
5/67
).
Mit
Verfügu
ng vom 2
0.
Mai 2011
bestätigendem
Einspra
che
entscheid
v
om 1
1.
Oktober 2011
stellte die Zürich die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen mit
Wirkung per 30.
April 2011 ein
(
Urk.
5/66)
.
Dagegen erhob die Versicherte beim Sozialversicherungsgericht am
1
4.
November 2011
Beschwerde (vgl. Verfahren Nr. UV.2011.00309).
Mit Schreiben vom
5.
März 2012 auferlegte die IV-Stelle
der Versicherten – im Sinne d
er Mitwirkungs- bzw. Schadenminderungspflicht -, ein ergonomisches Training für die oberen Extre
mi
täten durchzuführen, da dadurch in absehbarer Zeit (sechs Monate) eine bessere Schmerztoleranz erreicht werden könne
(
Urk.
5/83). Mit Vorbescheid vom
5.
März 2012 stellte
die IV-Stelle der Versicherten
bei einem ermittelten
Inva
liditätsgrad v
on 100
%
die
Zusprache
einer von
Dezember 2005 bis Ende Februar
2011 befristeten ganzen
Rente in Aussicht (
Urk.
5/85), wogegen diese
am 2
3.
April
,
8.
respektive 1
8.
Mai 2012 Einwand
erhob
(
Urk.
5/91-92 und
Urk.
5/94
).
Am
1
9.
Dezember 2012 und am
16.
September 2013 gab die
D._
im Auftrag der
IV-Stelle
Stellungnahme
n
zu weiteren Arztberichten
ab (
Urk.
5
/111 und
Urk.
5
/131
).
Mit Urteil UV.2011.00309 vom
4.
Juni 2014 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde der Versicherten vom 1
4.
November 2011 ab.
In der Folge
er
stellte das
E._
zuhanden der IV-Stelle
ein p
olydisziplinäres Gutachten (Expertise vom
6.
August
2014,
Urk.
5/156; vgl. auch ergänzende Stellungnahme vom 1
7.
September
2014,
Urk.
5/159). Nachdem die IV-Stelle weitere Arztberichte
zu den Akten
genommen hatte, teilte sie der Versicherten a
m 1
4.
März 2016 mit, dass
eine polydisziplinäre medizinische Verlaufsuntersuchung notwendig sei
. Als Gutachterstelle werde das
E._
vorgeschlagen
(
Urk.
5/199).
Dagegen erhob die
Versicherte mit Eingabe
vom 31.
März 2016
Einwände
(
Urk.
5/202). Mit
Zwischenverfügung vom 1
2.
April
2016
hielt die IV-Stelle
an der Durchführung der Verlaufsbegutachtung beim
E._
fest (
Urk.
5/204).
Am 2
4.
November 2016 erstattete das
E._
das
Ver
laufs
gutachten (
Urk.
5/220). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
scheid vom 2
8.
Dezember 2016, der den Vorbescheid vom
5.
März 2012 ersetzte,
Urk.
5/230, und Einwand vom 1
9.
Januar 2017,
Urk.
5/231) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
8.
März 2017 (
Urk.
2) mit Wirkung ab Februar 2017
– gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
-
eine ganze Invalidenrente zu.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
0.
April 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die Beschwer
degegnerin zu verpflichten,
mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2005 eine Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei die Sache zur weiteren Ab
klärung und Neubeurteilung an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen (Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Mai 2017 die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
4), was der Versicherten am 2
9.
Mai 2017 angezeigt wurde (
Urk.
6).
Mit Eingabe vom
1
0.
April 2018 teilte
der Rechtsvertreter der Versicherten,
Rechtsanwalt Tomas Kempf
,
mit, dass
die Ver
sicherte
am
2.
April 2018 ihrem Krebsleiden erlegen sei
. Der in der Beschwerde geltend gemachte Anspruch auf eine Invalidenrente
in der Zeit vom
1.
Dezember 2005 bis zum 3
1.
Januar 2017
sei mit deren Tod auf die
Erbinnen, die
Töchter Y._ und Z._
,
übergegangen
(
Urk.
7).
Mit Verfügung vom 1
7.
April 2018 sistierte das Gericht den Prozess, bis über den Antritt der Erbschaft
der Versicherten
entschieden sei (
Urk.
9). Mit Eingabe vom 1
8.
September 2018 teilte Rech
tsanwalt Kempf mit, dass Y._
und Z._
den Prozess weiterführen
würden (
Urk.
11), und reichte
den Erbschein
des Bezirks
ge
richts Hinwil
vom 1
4.
Juni 2018 betreffend
die Versicherte
(
Urk.
12)
ein
. Mit Ver
fügung vom 2
1.
September 2018 hob das Gericht die Sistierung des Verfah
rens auf
und nahm
vom Eintritt der Erbinnen Y._
und
Z._
in den Prozess
Vormerk
(
Urk.
13).
3.
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
e
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Ge
burts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid
geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die ang
efochtene Verfügung damit, dass die Versicherte
am
5.
Juni 2004 einen Unfall erlitten habe.
Danach sei sie weniger als ein Jahr lang in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen.
Im
April
2015 sei das rechte
Knie
der Versicherten
operiert worde
n. Die bisherige Tätigkeit als
Pflegefachfrau sei
seither nicht mehr zumutbar
.
Angepasste
Tätigkeit
en
sei
en
der Versicherten
ab Ap
ril 2015 indes nach wie vor
zu 100
%
zumutbar.
Ohne Behinderung hätte sie
im Jahr 2015
ein Einkommen von
Fr.
81'769.55 und mit
Be
hinderung ein solches von
Fr.
54'062.
-- erzielen können
, weshalb eine Erwerbs
einbusse von
Fr.
27'707.55 und ein Invaliditätsgrad von 34
%
resultiere.
Im
November 2016 habe sich der Gesundheitszustand
der Versicherten
verschlech
tert und es sei ihr keine
Erwerbstätigkeit
mehr zumutbar.
Die Veränderung könne nach drei Monaten berücksichtigt werden. Der Anspruch auf eine ganze Inva
lidenrente mit einem Invaliditätsgrad von 100
%
bestehe somi
t ab Februar 2017 (
Urk.
2 S. 3 f.
).
2.2
Die Versicherte
machte demgegenüber geltend, dass
die Beschwerdegegnerin im Vorbescheid vom
5.
März 2012 gestützt auf das Gutachte
n der
D._
vom 11.
Januar 2011
sowie
gestützt auf
die
Ergänzun
g
der
D._
vom
5.
Oktober 2011
davon
ausgegangen sei, dass die Versicherte
seit dem Unfall vom
5.
Juni 2004
erheblich
in ihrer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eingeschränkt sei.
Bei den Fest
stellungen
im Gutachten des
E._
vom
6.
August 2014
, wonach seit dem Unfall von Juni 2004 eine durchgehende Arbeitsfähigkeit von 80
%
in der bisherigen und von 100
%
in angepasster Tätigkeit
bestanden habe
, handle es sich lediglich um eine andere Beurteilung des Sachverhalts, der bereits von den Ärzten der
D._
beurteilt worden sei. Das
E._
-Gutachten vom
6.
August 2014
leide
sodann
an schwerwiegenden Mängeln.
So se
i
die Versicherte
selbst
gemäss dem von den
Gutachtern des
E._
umschriebene
n
Zumutbarkeitsprofil
im
bisherigen
Pflegeberuf,
der sehr viel Kraft benötige und
zumeist im Stehen und Gehen ausgeübt werde
,
nicht nur zu 20
%
, sondern zu 100
%
eingeschr
änkt. Zu bean
standen sei
auch, dass die Ärzte des
E._
weder
im
Gutachten
vom 6.
August 2014
noch im Ergänzungsbericht
vom 1
7.
September 2014
zu den kur
z nach der Begutachtung erfolgten Operationen
und
zur
weiteren
Verschlechterung ihres Gesundheitszustands Stellung
genommen hätten.
Nachdem das erste
E._
-Gut
achten an derartigen Mängeln leide, hätte das Verlaufsgutachten nicht erneut beim
E._
in Auftrag gegeben werden dürfen.
Auf das z
weite
E._
-Gutachten könne
zudem
auch deshalb nicht abgestellt werden, weil die Beschwerdegegnerin ohne Zustimmung
der Versicherten
einseitig die Gutachter
stell
e bestimmt und
das
Zufallsprinzip
nicht beachtet habe
(
Urk.
1 S. 4 ff.
).
3.
3.1
Die Ärzte der
D._
stellten
im
Gutachten v
om 11. Januar 2011 zuhanden
der
Zürich
folgende Diagnosen (Urk. 5/63/49):
(1)
komplexes, chronisches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom rechts,
insbesondere im Ell
en
bogenbereich
-
Status nach Hyperextensions-Retroversionstrauma des rechten Armes mit
Zerrung der Vorderarm-/Handflexoren am
Epicondylus
humeri
medialis
am
5.
Juni 2004
-
Status nach Ruhigstellung in Gipssch
iene, Infil
tration, Stosswellenbehandlung
und
Flexoren
sehnen-
Releas
eo
peration
am 1
6.
Januar 2006 (
Dr.
F._
)
-
ausgeprägte
Hyperpathie
und
Allodynie
im medialen
Epicondylus
-Bereich
-
kleine
mediolaterale
Diskushernie C6/7 rechts ohne radiologische oder
klinische Neurokompression (MRI
Halswirbelsäule [
HWS
]
1
5.
Mai 2007)
-
klinisch leichtes
Zervikovertebralsyndrom
und muskuläre
Dysbalance
des
S
chultergürtels rechts, mit subjektiver Hypästhesie an Hand und Vorderarm
rechts
-
beginnende
Sternoclaviculararthrose
rechts (klinisch stumm)
-
Verdacht auf eine kleine
Rotatorenmanschettenläsion
(
Impingement
der
Supraspinatussehne
) rechts
-
Kettentendomyose
mit
Triggerpunkten
in de
n Mm.
s
caleni
,
trapezius
desce
ndens
und
levator
scapulae
sowie in Flexoren
und Extensoren am
Vorderarm rechts
-
Verdacht auf eine Symptomausweit
ung und Schmerzverarbeitungsstörung
(2)
Karpaltunnelsyndrom
(CTS)
rechts (Neurographie
8.
April 2006 und
4.
November
2010)
(3)
l
eichte beginnende
Heberdenarthrosen
(4)
beginnende Gonarthrose rechts
(5)
substituierte Hypothyreose
(6)
keine psychopathologische
Syndromdi
agnose
; Verdacht auf (schwierig
genau zu
identifizierende) psychosoziale Belastung mit v
erdach
t
sweise Auswirkung
en
auf
Verarbeitung der Beschwerden (diff
erenzialdiagnostisch somatoforme
Schmer
z
störung, ICD-10 F45.4); differenzialdiagnostisch unter
dem Einflu
ss der
vermuteten psychosozialen Belastungen (
ICD-10 F45.9/psychosomatische
Störung ohne nähere
Angaben)
Die Gutachter
der
D._
erklärten,
dass
der Versicherten
a
ufgrund des Unf
alls vom 5. Juni 2004
heute alle Tätigkeiten, die eine Pfle
gefachfrau üblicherweise aus
zuführen
habe, zumutbar
seien
, mit
Ausnahme von (
Urk.
5/63/52-54):
-
Heben und Tragen von Gewichten
in der rechten Hand über 5 kg; beim H
eben
von Lasten unter vorwiegendem Einsatz der Unterarme (zum Beispiel Stützen
von Patiente
n) gelte eine
Limite
von 25 kg
-
Arbeiten, die einen kräftigen Faustschluss erfordern würden (zum Beispiel
schwer gehende Flaschenverschlüsse öffnen)
Diese
Limiten
seien nicht strukturell bedingt, sondern schmerzphysiologisch und daher möglicherweise zu überwinden
(
Urk.
5/63/54).
3.
2
In der
an die Beschwerdegegnerin gerichteten
Stellungnahme vom
5.
Oktobe
r 2011 führten die Gutachter der
D._
aus, dass sich die Frage nach dem zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit seit dem Unfall vom
5.
Juni 2004 nur anhand der Akten beantworten lasse. Es sei in den Augen der Experten grundsätzlich nicht statthaft, a posteriori die damals von den behandelnden Ärzten festgelegten Prozentzahlen zur Arbeitsfähigkeit
respektive Arbeitsun
fähig
keit
in Zweifel zu ziehen oder gar zu korrigieren. Das Gleiche gelte für die Arbeitsfä
higkeit seit dem Unfalldatum von
Juni 2004 bis heute in einer ideal angepassten Tätigkeit (
Urk.
5/67).
3.3
Die Ärzte
des
E._
nannten im Gutachten vom
6.
August 2014 folgende
Diag
nosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (letzte
Tätigkeit
, Urk.
5/156/23):
(1)
b
eginnende
Valgusgonarthrose
beidseits rechts mehr als links mit befriedigender
Funktion
(2)
e
ingeschränkte Belastungsfähigkeit rechter Arm bei
Epicondylopathia
humeri
medialis
nach
Flexorenrelease
und
Denervation
nach Wilhelm Januar
2006
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(letzte Tätigkeit)
nannten sie (
Urk.
5/156/23):
(1
)
c
hronische Schmerzst
örung mit psychischen und somati
schen Anteilen (ICD-10
F45.41)
(
2
)
Hypothyreose unter Substitution mit
Eltroxin
(3
)
arterielle
Hypertonie, behandelt mit Votum
(4
)
m
inime Se
nsibilitätsstörungen im Bereich
der rechten Hand bei Status nach
CTS-
Operation Juni 2013
(5
)
Metatarsalgie
nach Exzision Morton-Neurom 2/3
und 3/4
am
5.
März 2013 und
Status
nach
PIP-
Arthrode
se
und Weil-Osteotomie am 3
0.
Mai
2014
(6
)
r
ezidivierendes
cervicales
Vertebrogen
-Syndrom, zurzeit beschwerdefrei
(7
)
Adi
positas, BMI 34.7 kg/m
2
Die Gutachter des
E._
gaben an,
dass
die Versicherte
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
aus interdisziplinärer Sicht
8,5 Stunden pro Tag mit einer Minderung der Leistungsfähigkeit von 20
%
ausüben könne. Bezüglich einer leidensadap
tierten
Tätigkeit sei keine Einschränkung festzustellen. Leidensadaptiert seien
leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten in ständig sitzender, überwie
gend stehender und
zeitweilig gehender Körperposition. Darüber hinaus könnten links und rechts Gewichte bis je 10 kg gehoben werden. Tätigkeiten
in und über Kopfhöhe
seien möglich. Tätigkeiten in kniender und hockender Position sollten vermieden werden
(
Urk.
5/156/
24
).
3.4
In der Stellungnahme vom 1
7.
September 2014 ergänzten die Gutachter des
E._
, dass die beim Bagatellunfall im Bereich des rechten Ell
en
bogens erlitte
nen Sehnen- und Bänderzerrungen spätestens nach vier bis sechs Wochen fol
gen
los ausgeheilt seien.
Weder kl
inisch noch bildtechnisch habe
im Rahmen eines MRI eine Verletzung nachgewiesen werden
könne
n
. Wenn also kein
Primär
schaden nachgewiesen worden sei
,
lasse
sich hieraus auch ke
in Folgeschaden ableiten. So sei
es medizinisch verwunderlich
, dass die Arbeitsfähigkeit
nicht
habe wiederhergestellt werden können
. Auch nach Symptomverlagerung der Be
schwerden auf die Innenseite des Ellenbogens und Ope
ration am 1
6.
Januar 2006
habe
die Arbeitsfähigkeit unv
erständlicherweise nicht wieder
hergestellt werden
können
. Erst ein halbes Jahr nach
der
Operation
habe der Behandler
Dr.
F._
ge
schätzt
, d
ass die Arbeitsunfähigkeit
0
%
betrage. Jedoch sei
die Arbeits
fähig
keit w
iederum nicht erlangt
und zwischenzeitlich
(März 2006)
ein
CTS
diagnos
tiziert worden
, welches er
st sieben Jahre später - am 2
1.
Januar
2013
- operiert worden sei.
Die beteiligten Gutachter
des
E._
seien
sich einig, dass soweit retrospektiv beurteilbar weder neurologisch, internistisch noch psychiatrisch Krankheiten vorge
legen hätten
, welche die Arbeitsfähi
gkeit für längere Zeit ein
ge
s
chränkt hätten. Konkret bedeute
dies, dass
nach ihrer Einschätzung
seit 2004
eine durchgehende Arbeitsfähigkeit
von 80
%
in bisheriger
und eine Arbeits
fähig
keit von 100
%
in angepasste
r Tätigkeit vorliegen würden (
Urk.
5/159).
3.5
Im
Folgegutachten vom 2
4.
November 2016
stellte
n
die Ärzte des
E._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
letzte Tätigkeit;
Urk.
5/220/
12):
(1)
Belastungsminderung rechtes Kniegelenk nach
endoprothetischer
Versor
gung vom
1
3.
April
2015 mit fortbestehender retropatellarer Schmerzsymptomatik und
Verdacht auf ein
Hyperpressionssyndrom
(2)
c
hronisches lokales
Lumbovertebralsyndrom
bei degenerativen Veränderungen
(3)
Spi
nalkan
alstenose, vor allem Segment Lendenwirbelkörper
4/5 sowie Einengung
der
Neuroforamina
L5/S1 mit entsprechender Schmerzsymptomatik und zeitweilig
Schwäche beider Beine
Nebst
den bereits im Gutachten vom
6.
August 2014
genannten Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
n
die Ärzte des
E._
im Folge
gut
achten vom 2
4.
November 2016
folgende
Diagnosen
, welche keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
letzte Tätigkeit) hätten (
Urk.
5/220/12):
(1
)
c
hronische
Epicondylopathia
humeri
medialis
nach
Flexorenrelease
und
Denervation
n
ach Wilhelm Januar
2006
(2
)
Impingementsyndrom
beider Schultergelenke mit leicht- bis mittelgradiger
Funktionseinschränkung
(3
)
Status nach operativer Sanierung CTS links (September 2014)
(4)
o
bstruktives Schlafapnoe-Syndrom (CPAP-Behandlung)
(5)
p
sychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren b
ei ander
norts klassifizierten
Krankheiten (
ICD-10
F54
)
Die Gutacht
er des
E._
führten aus
, dass die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
als Pflegerin
aufgehoben sei, da das Anforderungs
profil
der Tätigkeit
das Belastungsprofil der Versicherten
übersteige. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit betrage 100
%
.
Die Versicherte sei in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten ganz oder überwiegend im Sitzen,
zeitweilig im Stehen und Gehen
durchzuführen. Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sollten vermieden werden. Darüber hinaus sollten Tätigkeiten in Zwangshaltung (ständige Vorneige),
in und über K
opfhöhe
, Tätigkeiten, die ein erhöhtes Ausmass an S
tandsicherheit erfordern würden und
Tätigkeiten auf Tre
ppen, Leitern und Gerüsten
sowie
mit extremen Temperaturschwankungen wie Hitze, Kälte und Nässe vermieden werden (
Urk.
5/220/14
).
3.
6
Dr.
C._
erklärte im Schreiben vom
5.
Dezember 201
6, dass
bei der Ver
sicherten
ein ausgedehntes metastasierendes kleinzelliges
Bronchuskarzinom
habe diagnostiziert werden müssen. Eine Chemotherapie sei bereits eingeleitet worden. Aufgrund dieser Diagnose und der palliativen Behandlung sei
von keiner Arbeitsfähigkeit
der Versicherten
mehr auszugehen (
Urk.
5/223/6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) in medizinischer Hinsic
ht im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des
E._
vom
6.
August 2014 (
Urk.
5/156) und das Folgegutachten des
E._
vom
2
4.
November 2016 (
Urk.
5/220).
4.2
Was die
erste
Begutachtung durch das
E._
anbelangt, ist zunächst darauf hin
zuweisen
, dass die Gutachter der
D._
in der Stellungnahme vom 16.
September 2013
erklärt hatten
, dass
sie zu den Auswirkungen der neueren medizinischen Erkenntnisse
(Knorpelglatze im Bereich des
Ca
pitulum
humeri
am rechten Ell
en
bogen
,
Tenosynovitis
stenosans
des Ringfingers rechts,
P
roblemati
k im
Vorfuss
bereich
links
) nicht Stellung nehmen könnten.
Die Frage der Arbeitsfähigkeit aus unfallfremden Gründen müsse im Lichte der seit der Erstellung des Gutachtens vom 1
1.
Januar
2011 eingetretenen Veränderungen neu beurteilt werden
(
Urk.
5/131/13-15
). Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
eine
(
polydisziplinäre
)
Begutachtung
veranlasst,
und es kann nicht davon ge
sprochen werden, dass eine unzulässige
Zweitmeinung
eingeholt worden wäre.
4.3
Die Gutachten des
E._
basieren auf den erforderlichen allseitigen Unter
su
chungen (Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin und Psychiatrie) und wurden in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorak
ten
abgegeben. Die Gut
achter
des
E._
haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit
diesen sowie
dem Verhalten der Versicherten
ausein
andergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenh
änge einleuchtend dargelegt. Die
genannte
n
Gutachten erfüll
en
demnach
grundsätz
lich
die
rechtsprechung
sgemässen
Anforderungen an
beweiskräftige ärztliche Ent
sc
heidungsgrundlagen (vgl. E. 1.4
).
4.4
Im Gutachten vom
6.
August 2014 führten die Ärzte des
E._
aus, dass aus orthopädischer Sicht eine Minderung der Leistungsfähigkeit durch die
rechts
be
stehende
Valgusgonarthrose
(radiologisch lateral betonte Gonarthrose Stadium III nach
Kellgren
und Lawrence) und eine eingeschränkte Belastbarkeit des rechten Armes festgeste
llt worden sei
en
. Orthopädisch trete
das aufgeführte chronische
cervicobrachiale
Schmerzsyndrom rechts bei der aktuellen Unter
su
chung
nicht in Erscheinung. Es stelle
sich eine nahezu freie Beweglichkeit der
HWS
dar
. Im Bereich des Ellenbogens sei
die Beweglichkeit bei der heutigen Untersuchung frei.
Es würden
sich keine Einschränkungen
ergeben
. Auch die mehrfach zitierte Knorpelveränd
erung am
Capitulum
humeri
spiele
klinisch keine Rolle. Das best
ehende Karpaltunnelsyndrom
und die Morton-Neuralgie
sei
en
2013 operiert worden
,
die Vorfussdeformität mit Hammerzehendeformität
201
4
.
Aus neurologischer Sicht bestehe im Bereich der rechten Hand
eine Restsen
sibilitätsstö
rung
. Auch diese Symptomatik
,
die bereits 2006 bestand
en habe, habe
jetzt
durch die Operation gelindert werden
können
.
Auf psychiatrischer Ebene sei
eine
chronische Schmerzstörung mit psychiatrischen und somat
ischen Anteilen beschrieben
worden
,
welche jedoch betreffend Arbeitsfähigkeit keine Relevanz habe
.
Die Gutachter des
E._
kamen zum Schluss, dass
die Versicherte
die zu
letzt ausgeübte
Tätigkeit als Pflegefachfrau
8,5 Stunden pro Tag mit einer Min
derung der Leistungsfähigkeit um 20
%
verrichten
könne, währenddessen in eine
r leidensadaptierten Tätigkeit keine Einsc
hränkung bestehe (
Urk.
5/156/
2
3-2
5).
4.5
Diese
Beurteilung der Gutachter des
E._
ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend
und plausibel
.
Die
Beurtei
lung der Gutachter des
E._
deckt sich
dabei
auch
weitestgehend mit der Einschätzung der
Ärzte der
D._
, welche in
der
Expertise
vom 1
1.
Januar 2011
-
dreieinhalb Jahre zuvor – ebenfalls der Auffassung waren, dass
der Versicherten
die Tätigkeit als Pflegef
achfrau grundsätzlich
möglich sei
, mit Ausnahme ganz weniger, exakt umschriebener Teilaufgaben
.
Die Gutachter der
D._
wiesen damals im Übrigen
ausdrü
cklich darauf hin
, dass die unfallfremden Beschwerde
ursachen die Arbeitsfähigkeit als Pflegefachfrau nicht vermindern würden
(
Urk.
5/63/54
-55
)
.
Entgegen den Darlegungen der Versicherten (
Urk.
1 S. 7 f.) haben die Gutachter des
E._
dem Belastungsprofil
einer Pflegefachfrau
sodann
angemessen
Rech
nung getragen
. Nachvollziehbar
ist in diesem Zusammenhang insbesondere auch
, dass sie angesichts der erst beginnenden
Valgusgonarthrose
beidseits mit befrie
digender Funktion
ständiges Sitzen,
überwiegendes Stehen und zeitweiliges Gehen
noch
als zumutbar eracht
et haben (
Urk.
5/156/23-24).
Mit den nach der Begutachtung erfolgten operativen Eingriffen (Sanierung CTS links im September 2014 und Implantation der Knie-Totalprothese im April 2015)
und der Verschlechterung des Gesundheitszustands
ha
ben sich die Gutachter des
E._
ferner
im Folgegutachten vom 2
4.
November 2016
eingehend auseinan
dergesetzt
(
Urk.
5/220
; vgl. E. 5.1 nachfolgend
)
.
4.6
Was die Arbeitsfähigkeit retr
ospektiv anbelangt, legten die Ärzte
des
E._
in der Expertise vom
6.
August 2014
dar, dass die Dauer und Höhe der bisher
atte
stierten Arbeitsunfähigkeiten aus orthopädischer Sicht ni
cht nachvollzogen werden
könne
. Die vorliegenden orthopädischen Diagnosen wü
rden die Arbeits
fähigkeit nur zu
einem geringen Mass einschränken. Na
ch
dem Unfall vom
5.
Juni 2004 sei eine
Kontusion/Distorsion des Ell
en
bogens, ohne Hinweis auf eine Strukturverletzung (MRI rechter Ell
en
bogen vom 2
3.
Juli 2004)
festgestellt worden. Nach dem zweiten MRI des Ellenbogens vom 1
8.
April 2005 - mehr als zehn
Monate nach
dem
Unfallereignis
–
sei
bei
m Nachweis eines diskreten Ö
dems innenseitig, welches
vereinbar
sei
mit einer leichten
Epic
ondylitis
ulnaris
(
medialis
)
, die Diagnose der traumatischen
Epicondylitis
medialis
gestellt
worden. Dies
, obwohl die Schmerzen direkt nach
dem
Unfallereignis in Höhe des Radius
köpfchen
s
, somit aussen- und nicht
innenseitig, beschrieben w
orden seien.
Die Gutachter
des
E._
kamen
zum Schluss, dass die Arbeits
fähigkeit – abgesehen von den Akutbehandlungen und Oper
ationen – zu keinem Zeitpunkt
mehr als 20
%
eingeschränkt gewesen sei (
Urk.
5/156/25-26).
4.
7
Auch diese Einschät
zung der Gutachter des
E._
ist plausibel
. Die Stellung
nahme der Gutachter
der
D._
vom
5.
Oktober 2011, wonach es nicht statthaft sei, a posteriori von den echtzeitlich
durch die behandelnden Ärzte festgelegten
Prozentzahlen zur Arbeitsfähigkeit abzuweichen (
Urk.
5/67), vermag diese Beur
teilung nicht in Zweifel zu ziehen. Dies zum einen, w
eil
sich
die Gutachter des
E._
– anders als die Gutachter der
D._
–
detailliert
mit dem (Beschwer
-
de-)
Ver
lauf nach dem Unfall vom
5.
Juni
2004
auseinandergesetzt haben
(
Urk.
5/126/25
).
Zum anderen, weil auch die Gutachter der
D._
in ihrer Exper
tise
vom 1
1.
Januar 2011
zunächst
erklärt hatten
,
dass
sowohl die anlässlich des
Unfall
s vom 5. Juni 2004 erlittene
, lediglich
geringe Verletzung der Weichteile
(kleine Sehnenruptur im Ansatzbereich der Hand-/Fingerflexoren)
als auch die
am 16. Januar 2006 operativ revidierte Seh
nenläsion innert sechs Monaten hätten
abheilen sollen (
Urk.
5/63/52-53).
5.
5.1
Im Folgegutachten vom 2
4.
November 2016 führten die Ärzte des
E._
sodann
aus, dass
sich
auf orthopädisch-
tr
aumat
ologischem
Gebiet im Vergleich zur Vor
be
gutachtung die Belastbarkeit des
rechten Beines gemindert habe, da eine Knie-
Endoprothese
implantiert worden sei. Mit Blick auf das Belast
ungsprofil ergebe sich, dass
überwiegend stehende und gehende Tätigkeiten nicht mehr durch
geführt werden könnten, sondern der Anteil sitzender Tätigkeiten mindestens
40
%
betragen sollte. Seitens der fortbestehenden Vorfussbeschwerden habe radi
o
logisch eine
Pseudarthrose
ausgeschlossen werden können, so dass bei Persistenz der Beschwerden eine Einlage
n
versorgung und eine orthopädische Schuhzu
rich
tung erfolgen könnte
n
. Seitens des rechten Schultergelenkes würden sich die Funktionen gegenüber der Vorbegutachtung leicht- bis mittelgradig einge
schränkt darstellen. So sei die Anteversion und Abduktion um ca. 30° limitiert. Ursächlich hierfür seien die aktivierte AC-Gelenksarthrose bei gleichzeitiger Degeneration und partiellem Einriss der
Supraspinatussehne
. Hiermit würden sich qualitative Leistungseinschränkungen für
Tätigkeiten in und über K
opfhöhe ergeben. Seitens der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) stelle sich die Funktion leicht- bis mittelgradig eingeschränkt dar. Zeichen einer
radikulären
Defizit
symptomatik könnten nicht festgestellt werden. Die gemessenen Beinumfänge seien nahezu seitengleich. Eine typische
Claudicatio
spinalis
-Symptomatik werde von
der Versicherten
nicht geschildert
, auch wenn kernspintomografisch bereits eine lumbale Spinalkanalst
e
nose in Höhe L4/5 nachgewiesen worden sei. Tätig
keiten in Zwangshaltung (Vorbeuge) und Tätigkeiten mit mittelschweren Belas
tungen seien durch dieses Krankheitsbild nicht mehr möglich. Aus neurologischer Sicht sei davon auszugehen, dass die Einengung des Spinalkanals typische Beschwerden verursache, wie zum Beispiel
beim Aufstehen
nach längerem Sitzen
eine kurze
Schwäche der Beine. Bei Diagnosestellung habe eine Gehstrecke von 500 m bestanden, die sich in der Zwischenzeit – mit regelmässigem Rücken
trai
ning auch zu Hause – fast verdoppelt habe. Internistisch sei seit der letzten Beur
teilung vor zwei Jahren zusätzlich ein obstruktives Schlafapnoesyndrom diag
nos
tiziert worden. Dies
es
werde a
ktuell durch die nächtliche CPAP
-Therapie behandelt. Unter dieser Behandlung sei die Versicherte beschwerdefrei
.
Die Gut
achter
des
E._
kamen zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt au
sgeübten Tätigkeit als Pflegerin inzwischen
aufgehoben sei. In einer leidens
adaptierten Tätigkeit betrage die Arbeitsf
ähigkeit 100
%
(
Urk.
5/220/13-14
).
5.2
Auch diese Einschätzung der Gutachter des
E._
ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen
einleuchtend.
Dass sich die Abklärungen der Beschwerdegegnerin
sehr
in die Länge gezogen haben (
Urk.
1 S. 8), ist zutreffend. Dies jedoch – entgegen
dem Vorbringen
der Ver
sicherten – nicht
ohne ersichtlichen Grund, sondern
in erster Linie,
weil
mehr
fach
neue Beschwerden auftraten,
welche jeweils
weitere Abklär
ungen erforder
lich gemacht haben.
Hinsichtlich der
(von der Versicherten nicht beanstandeten)
Zwischenverfügung vom 1
2.
April 2016, mit welcher die Beschwerdegegnerin an der Notwendigkeit einer Verlaufsbegutachtung im
E._
festhielt (
Urk.
5/204),
ist
zu bemerken
, dass es
gemäss bundesgerichtlicher Praxis
sinnvoll erscheint
, die
Gutachterstelle, die sich bereits mit dem Versicherten
befasst hat
, zur Entwicklung des Beschwerde
bild
e
s und der Arbeitsfähigkeit zu befragen (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.2.2 und Urteil des Bundesgerichts 9C_441/2014 vom 18. Juni 2014 E. 2.2.2
f.
).
Nachdem
das
E._
vor der
Erstellung des (Haupt-)Gutachten
s vom
6.
August 2014 (
Urk.
5
/156
)
zufallsbasiert
ausgewählt worden war und es
– wie bereits bei der ersten Begutachtung im
E._
(vgl. E. 4.2) -
nicht um die
unzulässige
Einholung einer Zweitmeinung
, sondern lediglich um eine Verlaufsbegutachtung respektive um die Abklärung neu aufgetretener Beschwerden
ging
,
war es nicht
angezeigt,
erneut
eine
Gutachterstelle
nach dem Zufallsprinzip
auszuwählen
.
Dass die Be
schwerdegegnerin
dem
E._
die Gutachterfragen
gemäss
Merkblatt
«
Das poly
disziplinäre Gutachten in der Invalidenversicherung
»
unterbreitet hat
(
Urk.
5/198
) – was von der Versicherten b
emängelt
wurde (
Urk.
5/202/5
und Urk.
1 S. 9) -
, ändert daran nichts.
5.3
Es ist somit festzuhalten, dass a
uf die Gutachten des
E._
abgestellt werden kann.
Der beantragte
Beizug
der Akten aus dem Verfahren Nr. UV.2011.00309 ist im Übrigen nicht erforderlich (
Urk.
1 S. 2).
5.4
Schliesslich
steht fest und ist unbestritten, dass die Versicherte ab November 2016 infolge des diagnostizierten Krebsleidens für sämtliche Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig war (
Urk.
5/223 und
Urk.
2 S. 4).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Versicherten in wirts
chaftlicher Hinsicht auswirkte.
6.2
6.2.1
Da
der Versicherten die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Pflegefachfrau seit April 2015 nicht mehr zumutbar war (
Urk.
5/220/15)
und sie zuvor bereits seit länge
rem zu 20
%
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (
Urk.
5/156/25-26)
,
lief die Wartezeit, während welcher sie durchschnittlich zu mindestens 40
%
arbeits
unfähig war (vgl. E. 1.3
), Ende Juni 2015 ab (
[9 Monate à 20
%
] +
[3 Monate à 100
%
] = [12 Monate à mindestens 40
%
]).
6.2.2
Im Zeitpunkt des
per Juli 2015 vorzunehmenden Einkommensvergleichs
war die Versicherte
bereits
seit
zehn Jahren nicht m
ehr als Pflegefachfrau tätig
,
weshalb
für die Bestimmung des
Valideneinkommens
die Tabellenlöhne gemäss der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik her
anzuziehen
sind
.
Der
Median
lohn von Frauen
über 50
Jahre
in Assistenzberufen im Gesundheitswesen
betrug
gemäss
LSE 2012
Fr.
7‘327
.
-- (Tabelle T17
, S. 45
)
. Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,5 Stunden
im Gesundheitswesen
(Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit
nach
Wirtschaftsabteilungen, T
03.02.03.01.04.01) und angepasst an die Nominallohn
entwicklung bis ins Jahr 2015 (Bundesamt für Statistik,
T1.2.10
Nominal
lohn
index, Frauen 2011
-
2016,
Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen)
resultiert
somit
ein
hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
91‘944.--
(Fr. 7‘327
.--: 40 x 41,5 x
12
:
101,0 x 101,8
).
6.2.3
Nach
Eintritt des Gesundheitsschadens
hat die Versicherte keine ihr
an sich zu
mutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen.
Demgemäss
sind auch
für die Bestimmung des Invalideneinkommens
die Tabellenlöhne
gemäss
LSE
heranzu
ziehen. Der
Medianlohn
von Frauen, Kompetenzniveau
1,
belief sich
gemäss
LSE 2012 auf
Fr.
4‘112.--
(
Tabelle TA1, Total
, S. 35
).
Umgerechnet auf die betriebs
übliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik,
betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen, T
03.02.03.01.04.01) und
angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (Bundesamt für Statistik,
T1.2.10
Nominallohnindex, Frauen 2011
-
2016, Total
) ergibt sich ein hypothetischer Jahreslohn von Fr.
52‘500.--
(Fr.
4‘112.
-- :
40 x 41,7 x 12 : 102,0 x 104,1
).
6.2.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungs
fähig
keit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des
Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hin
weisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Un
recht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
de
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februa
r 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Dem Einwand der
Versicherten,
dass
bei
der Bemessung des Invalidenein
kommens ein Leidensabzug in der Höhe von 25 % hätte gewährt
werden müssen (Urk. 1 S. 11
), kann nicht beigepflichtet werden.
Angesichts des von den Gut
achtern des
E._
umschrieb
enen Belastungsprofils (
Urk.
5/220/14
) stand der Versicherten grundsätzlich noch ein weites
Spektrum an möglichen Hilfs
arbeiten
offen. Im Weiteren
wirkten sich
auch das Alter, die
Dauer der Betriebszu
gehörigkeit, die Nationalität sowie der Beschäftigungsgrad nicht lohnmindernd aus (vgl. dazu Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Ge
nf 2014, N 102 ff. zu Art. 28a).
Ein Leiden
s
abzug ist daher nicht zu
gewähren.
6.2.5
Bei
einem
Valideneinkommen
von
Fr.
91‘944.--
und e
inem Invalideneinkommen von
Fr.
52‘500.--
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
39‘444.--
und damit ein
Invaliditätsgrad von
rund 43
% (Fr.
39‘444.
--
:
Fr.
91‘944.--), der einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründet (
vgl.
E. 1.3).
6.3
Ab November 2016
bestand – bei 100%iger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten
(
Urk.
5/223
)
– eine Erwerbsunfähigkeit von 100 % und damit ein Invaliditätsgrad von 100 %.
Demnach ist
ab dem
1.
Februar 2017
(drei Monate nach Verschlechterung des Gesundheitszustands; Art. 88a Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV)
ein Anspruch auf eine ganze Rente
zu bejahen.
7.
In teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung deshalb aufzuheben un
d es ist festzustellen, dass
die Versicherte
ab dem
1.
Juli 2015
bis
zum
3
1.
Januar 2017
Anspruch auf eine
Viertelsrente
und ab dem
1.
Februar 2017
Anspruch auf eine
ganze Rente hat
te
. Im Übrigen ist die Beschwerde abzu
weisen.
8.
8.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 700.
--
anzu
setzen.
Ausgangsgemäss
sind si
e je zur Hälfte
(
Fr.
350.--)
den
Beschwerde
füh
rer
innen
und der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Ausgangsgemäss
haben
die vertretenen
Beschwerdeführer
innen
Anspruch auf eine
reduzierte
Prozessentschädigung. Die Entschädigung ist in Anwendung von § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) in Verbindung Art. 61
lit
. g ATSG ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘300.--
(inkl.
Barauslagen und
MWSt
) festzulegen.