Decision ID: 5399336e-78ca-5faa-87e2-9bb610e3a095
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Sutter, Toggenburgerstrasse 24, 9500 Wil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision (Einstellung Rente)
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 23./31. Mai 2001 zum Bezug von Leistungen der IV an und
beantragte namentlich eine Rente. Sie, Mutter von zwei Kindern, sei als
Küchenangestellte in einem Alters- und Pflegeheim tätig. Seit November 1999 sei es zu
Schmerzen und langen Arbeitsausfällen gekommen (act. 95). Der
Arbeitgeberbescheinigung (act. 97) war zu entnehmen, dass sie seit 1993 (ab 1995 zu
60 %) angestellt war. Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, gab im Arztbericht vom
19. Juni 2001 (act. 96) an, es lägen als Hauptdiagnosen ein chronisches unspezifisches
lumbovertebrales, pseudoradikuläres Schmerzsyndrom bei ausgeprägter
Osteochondrose L5/S1, Spondylosen L5/S1, Fehlform mit Schulterhochstand rechts
und thorakolumbaler Skoliose sowie ein Verdacht auf laterale Meniskusläsion rechts
vor. Der Arzt bescheinigte diverse Phasen von Arbeitsunfähigkeit von 100 % und 50 %
ab Mai 2000 (ohne Unterbruch im Sinn von Art. 29 IVV ab 10. April 2001). Der
Versicherten sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Auch bei sitzender
Tätigkeit ohne Möglichkeit des Positionswechsels habe die Versicherte vermehrte
Schmerzen; eine Arbeit, bei welcher sie schmerzfrei wäre, könne er sich nicht
vorstellen. Die Führung des Haushaltes sei möglich. Beigelegt war unter anderem ein
Bericht des Fachbereichs Rheumatologie und Rehabilitation des Departements Innere
Medizin am Kantonsspital St. Gallen vom 18. Dezember 2000, wonach ein chronisches
unspezifisches lumbovertebrales, pseudoradikuläres Schmerzsyndrom mit
Spondylosen ausgeprägt L5/S1 bds., ISG-Dysfunktion rechts und muskulärer
Dysbalance vorliege. Die Versicherte sei vom 8. November bis 8. Dezember 2000 voll
arbeitsunfähig gewesen. Bei Wiederaufnahme der Arbeit sei eine Reduktion der
maximalen Arbeitsgewichte auf nicht mehr als 15 kg zu empfehlen (act. 96-8 ff.). Bei
einer Abklärung an Ort und Stelle vom 9. November 2001 (act. 101) wurde im Haushalt
(der einen Anteil von 40 % ausmache) eine Einschränkung von 15.25 % festgestellt.
Dr. B._ erklärte in einem Verlaufsbericht vom 28./29. Dezember 2001 (act. 102), es
ter
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sei seit einigen Monaten eine depressive Entwicklung dazugekommen. Der Ehemann
der Versicherten habe sich entschieden, ein eigenes Speiserestaurant zu übernehmen,
nachdem am früheren Arbeitsplatz Konflikte aufgetreten seien. Die Versicherte
befürchte finanzielle Schwierigkeiten und ihre Überforderung wegen der
angeschlagenen Gesundheit. Eine zusätzliche Belastung habe eine Abortkurettage vom
Oktober 2001 wegen eines Spontanaborts dargestellt. Die Versicherte vermöge den
Haushalt zu führen. Möglicherweise könne sie auch im eigenen Restaurant leichte
Arbeiten übernehmen. Sie könne aber während der Tätigkeit nicht die volle Leistung
erbringen. In der Folge fand am 9. April 2002 (act. 104) eine weitere Abklärung an Ort
und Stelle statt. Die Versicherte sei als Vollerwerbstätige im familieneigenen Betrieb zu
qualifizieren (Arbeitszeit ohne gesundheitliche Einschränkungen mindestens
50 Stunden pro Woche). Sie übernehme die Funktion als Küchenhilfe, und zwar an
zweimal zwei Stunden pro Tag (bei offenbar sechs Tagen und Fr. 20.-- Ansatz
entsprechend einem Lohn von Fr. 23'040.--), und ungefähr eine Stunde pro Tag bzw.
drei Stunden pro Woche Führungsaufgaben (Administratives, Einkauf,
Vertreterbesuche; bei einem Stundenansatz von Fr. 30.-- entsprechend Fr. 4'320.--).
Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung wäre sie pro Tag an acht Stunden als Köchin
tätig, was bei einem Monatslohn von Fr. 4'200.-- (mal 12.5) einem Jahreseinkommen
von Fr. 52'500.-- entspreche. Der Ausfall mache daher erwerblich gewichtet 52 % aus
(Valideneinkommen Fr. 56'820.--, Invalideneinkommen Fr. 27'360.--). - Am 22. August
2002 (act. 111 f.) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen der Versicherten ab 1. April 2002 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad
von 52 % zu. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Auf den
Vorbescheid hin hatte die Versicherte allerdings eingewendet, sie habe Tag und Nacht
anhaltende Rückenschmerzen, nehme täglich Medikamente ein und lasse sich bei
Bedarf eine Schmerzspritze geben. Sie helfe im Restaurant und könne den Haushalt
nur mit Mühe und über die ganze Woche verteilt bewältigen (act. 109).
B.
B.a Am 1. März 2006 (act. 93) beantragte die Versicherte eine Erhöhung des
Rentenanspruchs auf eine ganze Rente. Weil sie den Tag nur noch mit Medikamenten
habe bewältigen können, habe ihr Ehemann das Restaurant auf Ende Dezember 2005
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aufgegeben. Im Fragebogen für die Revision gab die Versicherte am 15. März 2006 an,
ihr Zustand habe sich seit 2003 verschlimmert.
B.b Dr. B._ gab im Arztbericht vom 4. April 2006 (act. 89) an, der Zustand sei
stationär und die Diagnose habe sich nicht geändert, auch nicht die Arbeitsfähigkeit.
Die Versicherte habe immer wieder starke Rückenschmerzen bekommen, deshalb
habe das Ehepaar das Restaurant aufgegeben. Der Ehemann führe nun eine Bar, die
erst am späten Nachmittag öffne. Die Versicherte arbeite im Haushalt und mache
einige Büroarbeiten für den Ehemann. Sie könne nun mit den Schmerzen umgehen,
immer wieder abliegen und Pausen machen. Die Universitätsklinik Balgrist hatte in dem
beigelegten Bericht vom 15. April 2003 erklärt, es bestehe zurzeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 %.
B.c Bei einer weiteren Abklärung an Ort und Stelle vom 13. Juli 2006 (act. 78) wurde
angegeben, die Versicherte wäre ohne Gesundheitsschaden zu 60 % erwerbstätig. Bei
der Tätigkeit im Haushalt wurde eine Einschränkung von 14.14 % ermittelt.
B.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung liess am
9. Oktober 2006 von der Universitätsklinik Balgrist, wo die Versicherte eine
Verlaufskontrolle gehabt habe, einen Bericht einholen. Die Klinik teilte am 2. November
2006 (act. 75) mit, es bestehe eine Lumboischialgie beidseits mit Osteochondrose L5/
S1, Segmentdegeneration L4/5, L5/S1 und idiopathischer Skoliose. Befundmässig sei
der Zustand stationär geblieben. Die Fragen könnten aber aufgrund der einmaligen
Vorstellung in der Sprechstunde nicht ausreichend beantwortet werden. - Daraufhin
wurde im November 2006 eine orthopädische Begutachtung in Auftrag gegeben. - Am
14. Mai 2007 füllte die Versicherte ein neues Anmeldeformular aus und gab darin an,
sie leide an verstärkten Rückenschmerzen und habe im Oktober und Dezember 2006
und im März 2007 eine Infiltration gehabt. Seit etwa zehn Monaten seien psychische
Probleme aufgetreten, seit etwa einem halben Jahr Durchschlafstörungen und
Depressionen. Sie suche seit September 2006 die Physiotherapie und den
Chiropraktiker und seit Februar 2007 eine Psychotherapie auf.
B.e Am 4. Juli 2007 erstattete Dr. med. C._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie
FMH, das Gutachten (act. 62). Es lägen eine idiopathische rechtskonvexe
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Torsionsskoliose der Brustwirbelsäule und eine "linkskonvexe Torsionsskoliose der
Lendenwirbelsäule mit mässiger Degeneration der Bandscheibe L5/S1 sowie geringer
L4/5 und kleiner linksforaminaler Diskushernienkomponente ohne Kompression der
Nervenwurzel L4 links" und eine leichte Spondylarthrose L4 bis S1 vor, ausserdem eine
Depression. Die Rückenschmerzen seien grösstenteils erklärbar. Körperlich schwere
Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vorwiegend sitzend oder stehend und
gehend ausgeübt werden müssten und die mit häufigen unphysiologischen, speziell
inklinierten und reklinierten Körperhaltungen und dem regelmässigen Heben und
Tragen von Gegenständen über 10 kg einhergingen, seien nicht mehr vollumfänglich
zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit als Serviceangestellte betrage bei voller Stundenpräsenz
ca. 50 %. Im Haushalt sei die Versicherte bei voller Stundenpräsenz zu ca. 20 %
eingeschränkt. Körperlich leichte (adaptierte) Tätigkeiten seien bei voller
Stundenpräsenz ebenfalls zu ca. 80 % zumutbar.
B.f Der RAD hielt am 13. Juli 2007 dafür, die Diagnose einer Depression sollte
fachärztlich psychiatrisch beurteilt werden. - Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie, benannte in ihrem Gutachten vom 30. Oktober 2007 (act. 52) als
Diagnose eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, wobei die
Depression den Schweregrad einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischem Syndrom habe. Möglicherweise bestehe auch eine
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom. Die psychiatrische
Störung bestehe seit ca. einem Jahr. Aufgrund der depressiven Beeinträchtigung sei
die Versicherte zurzeit (seit ca. Anfang 2007) für alle Tätigkeiten zu mindestens 70 %
arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei nicht stabil und behandlungsbedürftig.
B.g Auf Anraten des RAD vom 15. November/6. Dezember 2007 (act. 47) forderte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Versicherte am 13. Mai 2008 (act. 50) auf, sich
in fachärztlich psychiatrische Behandlung zu begeben.- Der behandelnde nichtärztliche
Psychotherapeut setzte die IV-Stelle daraufhin am 22. Mai 2008 darüber in Kenntnis,
dass er die Versicherte bei Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, angemeldet habe.
B.h Dr. E._ berichtete am 1. Oktober 2008 (act. 45), es liege eine mittelgradig
ausgeprägte depressive Störung vor. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht
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mehr zumutbar, eine andere Tätigkeit an vier Stunden pro Tag. Aktuell sei keine Arbeit
zumutbar. Seit ca. zwei Monaten sei eine medikamentöse antidepressive Therapie
eingesetzt worden. - In einem Verlaufsbericht vom 28. Februar 2009 (act. 39) gab
Dr. E._ bekannt, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert. Es
liege aktuell eine leichtgradig ausgeprägte depressive Störung vor. Der Versicherten sei
aber weder die bisherige noch eine andere Arbeit zumutbar. Die Leistungsfähigkeit sei
zu 20 bis 30 % durch die Depression und zu 50 % durch das Rückenleiden
eingeschränkt. Die Besserung sei noch nicht stabil und eine zusätzliche Belastung
würde wahrscheinlich zu einer Verschlechterung führen. - Auf Anfrage erstellte
Dr. E._ am 23. Juli 2009 (act. 31) einen weiteren Verlaufsbericht. Der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär geblieben. Die Frequenz der
psychiatrisch-psychotherapeutischen Begleitung habe reduziert werden können. Es sei
noch kein stabiler Zustand eingetreten; eine längerfristige Behandlung könnte zu einer
weiteren Verbesserung führen.
B.i Der RAD beurteilte den Zustand der Versicherten als stabil und die
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ab Januar 2009 mit 70 % (act. 30).
B.j Am 28. Januar 2010 fand erneut eine Abklärung an Ort und Stelle statt (act. 25).
Die Versicherte habe angegeben, es gehe ihr weder besser noch schlechter. Sie habe
immer noch permanent Schmerzen. Aktuell stehe für sie allerdings die schlechte
psychische Verfassung fast im Vordergrund. Es sei ein ständiges Auf und Ab. Bei einer
notfallmässigen Hospitalisation habe man 44 Gallensteine gefunden. Ihr Ehemann habe
zwischenzeitlich den Betrieb der Bar aufgegeben und arbeite nun zu 100 % als
Angestellter. Was ihre Einschränkungen bei der Haushalttätigkeit betreffe, habe sich
nichts verändert. Die Einschränkungen seien über den ganzen Zeitraum hinweg
dieselben geblieben. - In einer Stellungnahme vom 22. Februar 2010 (act. 25-5) wandte
die Versicherte ein, die psychische Verfassung stehe nicht im Vordergrund; die
Rückenschmerzen bestünden schon länger. Ende Juli 2009 sei sie notfallmässig ins
Spital eingewiesen worden, weil sie wegen der Infiltrationen die MST-Tabletten
abgesetzt und deswegen Entzugserscheinungen erlitten habe. Mitte Dezember 2009
sei sie wegen Gallensteinen (Nebenwirkungen der MST) operiert worden. Zurzeit
nehme sie wegen der Infiltrationen keine Schmerztabletten. Sie habe drei Jahre die
Oberstufe besucht. Als vollerwerbstätige Küchenhilfe bei ihrem Ehemann habe sie nie
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gearbeitet. Dieser habe den Betrieb aufgegeben, weil er einen (auswärtigen) Koch habe
einstellen müssen, da sie selber gesundheitliche Probleme gehabt habe.
B.k Am 29. April 2010 (act. 22) teilte die Universitätsklinik Balgrist dem RAD mit, es
bestünden eine Segmentdegeneration L5/S1 mehr als L4/5 und eine idiopathische
Skoliose. Die Versicherte leide an Schmerzen, die durch die degenerativen
Veränderungen in den Segmenten L4/5 und L5/S1 bedingt seien. Die letzte Infiltration
habe keinerlei Beschwerdebesserung gebracht. Im MRI vom Februar 2010 sehe man
ein Vakuumphänomen, das auch eine Ursache der starken Beschwerden sein könnte.
Zur weiteren Diagnostik sei eine Diskographie L5/S1 zu empfehlen und auf den 17. Mai
2010 vorgesehen. Allenfalls wäre dann eine Spondylodese L5/S1 ins Auge zu fassen.
B.l Am 26. Mai 2010 (act. 18 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
Versicherten die Einstellung der Rente in Aussicht, da lediglich noch ein Invaliditätsgrad
von 24 % bestehe. Im Erwerbsteil von 60 % mache die Einschränkung 30 % aus, im
Haushaltteil 14.14 %. - Die Versicherte wandte dagegen am 25. Juni 2010 (act. 14) ein,
sie habe seit zehn Jahren andauernd (24 Stunden) Schmerzen. In den vier Jahren des
Anpassungsverfahrens sei das einzige, kurzzeitig etwas Lindernde die Infiltration und
das Schonen des Rückens gewesen. Hätte sie keine Schmerzen, wäre sie schon lange
zu 100 % erwerbstätig. Der Inhalt des Abklärungsberichts stimme nicht mit ihrer
Aussage überein. - In einem weiteren Einwand vom 30. Juni 2010 (act. 13) liess die
Versicherte durch ihre Rechtsschutzversicherung die Zusprechung weiterhin einer
halben Rente beantragen, eventualiter seien weitere Abklärungen zu treffen. Die
Aussage von Dr. E._ widerspreche der Stellungnahme des RAD vollständig. Die
Verwaltung begründe die Abweichung nicht. Ohne Begründung werde auch in den
Abklärungsberichten nicht berücksichtigt, dass die Versicherte den Haushalt nur
verlangsamt und mit Pausen erledigen könne. Die Ärzte und Gutachten würden für den
Haushalt von einer Einschränkung von 20 bis 30 % ausgehen. Beim
Einkommensvergleich seien beide Einkommen neu zu berechnen. Das angerechnete
Invalideneinkommen könne die Versicherte nicht erreichen. Sie sei seit knapp zehn
Jahren nicht mehr ins Erwerbsleben integriert gewesen. Es sei nicht davon
auszugehen, dass sie eingestellt würde. Falls doch, habe sie mit Anfangslöhnen zu
rechnen. Ein Leidensabzug sei zu Unrecht nicht gemacht worden. Weshalb die
Beschwerdegegnerin vom früher rechtskräftig festgesetzten Valideneinkommen
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abgewichen sei, sei nicht ersichtlich. Das vom Ehepaar geführte Restaurant hätte im
Übrigen ohne Gesundheitsschaden der Versicherten einen grösseren Gewinn
abgeworfen.
B.m Der RAD hielt am 14. Juli 2010 (act. 12) fest, es sei richtig gewesen, für die
orthopädische Seite auf die Beurteilung von Dr. C._ und nicht auf diejenige von
Dr. E._ abzustellen. Orthopädische und psychiatrische Arbeitsunfähigkeit seien nicht
zu addieren, auch deshalb nicht, weil aufgrund des Berichts von Dr. E._ vom 23. Juli
2009 genauso gut von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgegangen werden könnte.
Für eine weitere medizinische Abklärung gebe es keinen Grund.
B.n Mit Verfügung vom 19. Juli 2010 (act. 10) hob die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle den Rentenanspruch der Versicherten auf das Ende des der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats hin auf und entzog einer Beschwerde die aufschiebende
Wirkung.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Sutter für die
Betroffene am 7. September 2010 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab 1. März 2009 (korrigiert: 2006) eine ganze Invalidenrente,
eventualiter eine halbe Rente zuzusprechen. Subeventualiter sei die Sache zu weiterer
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die
aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und der Beschwerdeführerin bis auf Weiteres die
halbe Rente auszurichten. Die Abklärungen im Revisionsverfahren hätten ergeben,
dass die Rückenbeschwerden sich nicht verändert hätten. Hingegen seien seit der
ersten Beurteilung psychische Probleme hinzugetreten. Die Gutachterin Dr. D._ habe
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für alle Tätigkeiten auf 30 % eingeschätzt.
Auch der RAD habe damals eine volle Arbeitsunfähigkeit wegen einer psychiatrisch
bedingten Verschlechterung anerkannt. Die psychotherapeutische Behandlung habe
zwar eine Verbesserung erbracht, doch sei nicht die Rede davon, dass die psychischen
Leiden verschwunden wären. Im Verlaufsbericht vom 23. Juli 2009 von Dr. E._ werde
dargelegt, der Zustand sei weitgehend stabil mit kurzen Einbrüchen, dann sei auch die
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Stimmungslage betroffen und es werde hinsichtlich der depressiven Störung ein
Niveau erreicht, das über dasjenige einer leichtgradigen depressiven Störung
hinausgehe. Damit sei erwiesen, dass sich die Arbeitsunfähigkeit aufgrund des
Rückenleidens von 52 % wegen der Überlagerung mit psychischen Beschwerden
erhöht habe. Dr. D._ beschreibe eine Restarbeitsfähigkeit von 30 %. Eine
ausserhäusliche Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin gemäss der Gutachterin nicht
zumutbar. Ob sich die Arbeitsfähigkeit nach der Psychotherapie so verbessert habe,
dass sie bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit eine nachhaltige Verbesserung
erfahren habe, sei den Akten nicht zu entnehmen. Nach der Therapie sei keine neue
gutachterliche Prüfung mehr durchgeführt worden. Es sei weiterhin von 70 %
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, womit sich ein Anspruch auf eine ganze Rente ergebe.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich unbestrittenermassen nicht
verbessert, im Gegenteil seien psychische Beschwerden hinzugetreten. Die
Beschwerdegegnerin benenne weder eine andere Art der Invaliditätsbemessung noch
eine Wandlung des Aufgabenbereichs. Weder das eine noch das andere sei den Akten
zu entnehmen. Die Einstellung der halben Rente sei damit klar unhaltbar. Da die
Beschwerdeführerin mit der Einstellung der Rente in arge finanzielle Nöte gerate, da ihr
Ehemann zurzeit arbeitslos sei, sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und Nichtwiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung. Es sei tatsächlich fraglich, ob sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom 22. August 2002 verbessert habe. Ein
medizinischer Revisionsgrund sei kaum gegeben. Der Invaliditätsgrad sei ursprünglich
ausschliesslich gestützt auf einen Einkommensvergleich ermittelt worden, was
sachgerecht gewesen sei, da das jüngste Kind 14-jährig gewesen sei und die
Beschwerdeführerin seit 1995 zu 60 % und mehr erwerbstätig gewesen sei. Ob die
Änderung der Qualifikation mit Aufteilung in 60 % Erwerbstätigkeit und 40 %
Haushalttätigkeit rechtmässig sei, könne offen bleiben, da auch bei reinem
Einkommensvergleich nun kein Rentenanspruch mehr resultiere. Die ursprüngliche
Verfügung könne mittels Wiedererwägung aufgehoben werden, denn nach der
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Rechtsprechung des Bundesgerichts bestehe bereits zweifellose Unrichtigkeit, wenn
der relevante Sachverhalt nicht richtig festgestellt worden sei. Dass sie auch im
Ergebnis rechtsfehlerhaft sei, sei nicht erforderlich. Vorliegend hätten aufgrund eines
widersprüchlichen medizinischen Aktenmaterials zwingend weitere medizinische
Abklärungen vorgenommen werden müssen. Zu Unrecht sei das Invalideneinkommen
ausserdem (aufgrund der Tätigkeit als Mitarbeiterin im Restaurant des Ehemannes und)
nicht anhand einer adaptierten Tätigkeit bei ausgeglichenem Arbeitsmarkt bestimmt
worden. Die im Gutachten von Dr. D._ diagnostizierte Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion sei nicht per se invalidisierend. Das wäre nur der Fall,
wenn die Diagnose die Kriterien für eine Komorbidität erfüllte. Der Schweregrad der
reaktiven Depression (mittelgradige Episode) tue dies nicht; diese sei lediglich als
reaktive Begleiterscheinung zur Schmerzstörung zu betrachten. Der von Dr. D._
erhobene Befund belege keinen invalidisierenden Gesundheitszustand. Es würden im
Wesentlichen nur Schmerzäusserungen der Beschwerdeführerin beschrieben. Auch
andere Faktoren, welche die ansonsten zumutbare Willensanstrengung zur Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit behindern könnten, lägen nicht in der notwendigen Intensität vor.
Es würden ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände
beschrieben, die nicht objektivierbar seien. Die Beschwerdeführerin sei aus
psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig. Auch aus den Berichten von Dr. E._ ergäben
sich keine neuen Gesichtspunkte, die eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
belegten. Die somatische Befundlage habe Dr. C._ mit der Einschätzung einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20 % ausreichend berücksichtigt. Das
Valideneinkommen der Beschwerdeführerin betrage 2001 Fr. 47'107.--
(Fr. 2'174.15/60 % x 13). Der Durchschnittslohn gemäss Tabellen betrage 2001
Fr. 46'911.--. Weil die Beschwerdeführerin nur noch körperlich leichte Hilfstätigkeiten
ausführen könne, sei ein Abzug von 10 % vorzunehmen. Das Invalideneinkommen
betrage damit Fr. 33'776.-- und der Invaliditätsgrad 28 %. Die Rente sei auch bei einer
Wiedererwägung nicht rückwirkend einzustellen. Die angefochtene Verfügung sei
rechtmässig.
E.
Mit Replik vom 5. Januar 2011 bringt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vor,
dass die Beschwerdegegnerin dieser bei ihrem Akteneinsichtsgesuch einen Teil der
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Akten vorenthalten habe, stelle eine klare Verweigerung des rechtlichen Gehörs dar.
Schon aus diesem Grund sei die angefochtene Verfügung aufzuheben. Die
aufschiebende Wirkung sei zuzugestehen, da die Voraussetzungen einer
Wiedererwägung klar nicht gegeben seien. Die Beschwerdegegnerin habe die
ursprünglichen Abklärungen als ausreichend erachtet. Dieser Entscheid habe in ihrem
Ermessen gelegen. Mit der Begründung, die Abklärungen seien aus heutiger Sicht
lückenhaft gewesen, lasse sich eine Wiedererwägung nicht begründen. Bei der
damaligen Bemessung des Invalideneinkommens sei sehr wohl darauf abgestellt
worden, welches Einkommen die Beschwerdeführerin zumutbarerweise (also in
adaptierter Tätigkeit) habe erzielen können. Es sei der vom Gesetz geforderte
Einkommensvergleich gemacht worden. Dieser sei ebenso wenig zu beanstanden wie
das Ergebnis eines Invaliditätsgrades von 52 %. Von einer zweifellosen Unrichtigkeit
könne nicht gesprochen werden. Ein medizinischer Revisionsgrund für eine
Rückstufung der Rente sei, wie auch die Beschwerdegegnerin festhalte, nicht gegeben.
Es bleibe also nur noch zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die revisionsweise
Zusprechung einer höheren Rente gegeben seien. Infolge einer Zunahme der
Schmerzen und des Hinzutretens von psychischen Beschwerden, die über eine leichte
depressive Episode hinausgingen, habe sich der Invaliditätsgrad auf 70 % erhöht.
Genüge das vorhandene Aktenmaterial nicht, so dränge sich eine umfassende
interdisziplinäre medizinische Abklärung auf.
F.
In ihrer Duplik vom 11. Januar 2011 erklärt die Beschwerdegegnerin, eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs liege nicht vor, denn die Akten seien vollständig zugestellt
worden. Der Aktenumfang habe zugenommen, weil bis zum Beschwerdeverfahren
noch weitere Akten dazugekommen seien. Das zweite Aktenverzeichnis sei allerdings
fehlerhaft nummeriert.

Erwägungen:
1.
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1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 19. Juli 2010 hat die Beschwerdegegnerin
den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin anpassungsweise (auf 31. August 2010)
eingestellt. Es rechtfertigt sich, bei der Beurteilung des Sachverhalts aus der Zeit vor
dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 die dannzumal gültigen
Rechtssätze (im Folgenden angeführt) anzuwenden, für die Zeit ab 1. Januar 2008
hingegen das neue Recht. Materiellrechtlich hat sich indessen mit der 5. IV-Revision im
Anpassungsrecht keine Änderung ergeben, welche vorliegend von Bedeutung wäre.
Die Rentenstufen sind ebenfalls unverändert geblieben.
1.2 Mit dem Entscheid in der Sache erübrigt sich eine förmliche Behandlung des
beschwerdeweise gestellten Antrags auf Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde; er wird hinfällig.
2.
Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör
geltend, die dadurch geschehen sei, dass ihr (bzw. ihrer früheren Rechtsvertreterin) auf
ein Akteneinsichtsgesuch hin nur unvollständige Akten überlassen worden seien. Die
Parteien reichen unterschiedliche Aktenverzeichnisse vom 8. Juni 2010 ein. Ob
tatsächlich nur ein Teil der Akten übergeben worden ist, erscheint aufgrund der
Aktenlage nicht ohne weiteres ausgewiesen. Die Frage kann aber, wie sich aus dem
Folgenden ergibt, offen gelassen werden.
3.
3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche
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Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes
stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V
372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung
eingetreten ist, beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im
Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der
streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin bezog gemäss der Verfügung vom 22. August 2002 eine
halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 52 %. Dr. B._ hatte ihr im Juni 2001 für
den Haushalt Arbeitsfähigkeit, für andere Tätigkeiten aber eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Im Dezember 2001 hatte er vom Hinzukommen einer depressiven
Entwicklung berichtet. Die Haushaltführung hielt er immer noch für zumutbar. Eine
Betätigung mit leichten Arbeiten im eigenen Restaurant bezeichnete er als eventuell
möglich (etwa Überwachungsfunktionen). Das Kantonsspital war im Dezember 2000
von einer Arbeitswiederaufnahme ausgegangen, bei welcher auf eine Beschränkung
der Gewichtsbelastung zu achten sei. Ausschlaggebend war für die Bemessung des
Invaliditätsgrades das Ergebnis der Abklärung an Ort und Stelle vom April 2002, worin
ein Betätigungsvergleich der Beschwerdeführerin als vollzeitlich im Betrieb des
Ehemannes Tätige erwerblich gewichtet worden war.
4.2 Die Einstellung der Rente begründete die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung damit, dass nun in einer Erwerbsarbeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 % und im Haushalt eine solche von 14.14 % vorliege. Der
RAD hatte eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % ab Januar 2009 festgelegt, die sich aus
einem orthopädischen Teil von 20 % und einem sich damit überschneidenden
psychiatrischen Teil zusammensetzte. - In der Beschwerdeantwort geht die
Beschwerdegegnerin davon aus, ihre ursprüngliche, rentenzusprechende Verfügung sei
zweifellos unrichtig gewesen und könne aufgehoben werden. Da richtigerweise eine
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Arbeitsunfähigkeit von 20 % (allein aus somatischen Gründen) vorliege, sei die Rente
mit Wirkung für die Zukunft aufzuheben.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin hat auf das mit einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes (mit gefolgter Betriebsaufgabe) begründete Gesuch der
Beschwerdeführerin vom März 2006 hin ein Anpassungsverfahren aufgenommen.
Dr. B._ hatte im April 2006 unter Hinweis auf einen Bericht des Universitätsspitals
Balgrist von 2003, wo eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % benannt worden war, von
einem stationären Gesundheitszustand berichtet. Wenn er erwähnt, die
Beschwerdeführerin könne nun mit den Schmerzen leben, so beschreibt er damit keine
Veränderung im Gesundheitszustand, sondern eine Änderung insofern, als ihre
Erwerbstätigkeit (mit Ausnahme von etwas Büroarbeit) tatsächlich weggefallen ist. Aus
diesem Grund könne die Beschwerdeführerin sich immer wieder hinlegen und Pausen
machen. - Im Mai 2007 meldete die Beschwerdeführerin erneut eine Verschlechterung
ihres Zustands, und zwar im Sinne der Verstärkung der Rückenschmerzen und des
Hinzukommens von psychischen Problemen (seit etwa Juli 2006) und von
Schlafstörungen. Dr. C._, der mit der orthopädischen Begutachtung beauftragt war,
benannte im Gutachten vom Juli 2007 die Diagnose einer Depression, derentwegen die
Beschwerdeführerin seit einem halben Jahr in Behandlung stehe. Die psychiatrische
Exploration durch Dr. D._ bestätigte in der Folge im Oktober 2007 das Vorliegen
einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion seit ca. Oktober 2006. Seit
etwa Anfang 2007 sei die Beschwerdeführerin für alle Tätigkeiten zu mindestens 70 %
arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit im Restaurant sei nicht mehr möglich. Eine
ausserhäusliche Tätigkeit sei kaum vorstellbar. Den Haushalt vermöge die
Beschwerdeführerin zu bewältigen, sei dabei aber stark verlangsamt und leide unter
erheblichen Antriebsstörungen. Es bestehe dort eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 30 %.
Es ist davon auszugehen, dass damit für eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit im
Ergebnis volle Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Auch aus dem Arztbericht von
Dr. E._ vom Oktober 2008 ist insgesamt zu schliessen, dass keine Arbeitsfähigkeit
bestand (obwohl missverständlicherweise an einer Stelle eine zeitliche Arbeitsfähigkeit
von vier Stunden mit verminderter Leistungsfähigkeit beschrieben wurde). Selbst nach
einer attestierten Verbesserung des psychischen Zustandes im Februar 2009 beschrieb
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Dr. E._ noch eine volle Arbeitsunfähigkeit, und zwar für die bisherige wie eine andere
Tätigkeit. Eine Arbeitsaufnahme würde die vorhandene Besserungstendenz gefährden.
Der Arzt erklärte weiter, die Kombination aus Depression und Schmerzen durch das
Rückenleiden führe zu einer reduzierten psychischen und körperlichen Belastbarkeit.
Dabei gab er eine Beteiligung an der Leistungsverminderung von 20 bis 30 % durch die
Depression und von 50 % durch das Rückenleiden an. Die letztgenannte Feststellung
wohl veranlasste den RAD dazu, die psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit mit 20
bis 30 % zu beurteilen und die gesamte Arbeitsfähigkeit auf 70 % zu schätzen.
5.2 Indessen ist festzuhalten, dass bei dieser medizinischen Aktenlage zunächst ab
Januar 2007 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen ausgewiesen ist, welche wesentliche
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hatte und länger als drei Monate andauerte,
während es im massgeblichen Zeitablauf keine Hinweise auf eine Verbesserung des
somatischen Leidens gibt. Es kann nicht gesagt werden, dass die von den Fachärzten
der Psychiatrie bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten nicht zuträfen, weil die
diagnostizierten hierfür ursächlichen Leiden nicht invalidisierend seien. Es handelt sich
nach der Aktenlage einerseits nicht um lediglich kurzfristig vorübergehende, leichte
depressive Episoden und damit nicht um ein labiles psychisches Leiden, das nach der
Rechtsprechung (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S B.
vom 21. Dezember 2006, I 138/06) nur ausnahmsweise invalidisierend ist. Anderseits
besteht weder ein Sachverhalt mit einer (rein) psychiatrischen Erklärbarkeit einer
Schmerzsymptomatik bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befundes (wo die
Rechtsprechung Kriterien formuliert hat, um zu entscheiden, inwiefern eine versicherte
Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit den Schmerzen
umzugehen und trotzdem zu arbeiten, vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 29. Juli
2008, 9C_830/07; BGE 130 V 352) noch ein solcher mit psychosozialen Belastungen
ohne eigentliche fachärztlich psychiatrisch fassbare Befunde, also kein Sachverhalt
ohne invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden, zu welchen Tatbeständen
die Rechtsprechung festhält, dass sie für eine sozialversicherungsrechtliche
Leistungsbegründung nicht genügen (vgl. BGE 127 V 294). Die Verschlechterung des
Gesundheitszustandes hätte als medizinischer Anpassungsgrund Berücksichtigung
finden müssen.
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5.3 Wie erwähnt hat Dr. E._ im Februar 2009 eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin feststellen können. Es liege
gegenwärtig noch eine leichtgradige depressive Störung vor. Im Juli 2009 berichtete er,
die Frequenz der psychotherapeutischen Begleitung habe gesenkt werden können.
Diese beiden Berichte genügen nicht, die zumutbare Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin zu beurteilen. Dass der Grad der Arbeitsunfähigkeit aus rein
psychiatrischer Sicht bei 20 bis 30 % liege, wie der RAD anzunehmen scheint, lässt
sich aus der von Dr. E._ beschriebenen Aufteilung nicht ohne weiteres ablesen. Der
RAD hält dafür, die Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 20 % aus
orthopädischer Sicht überschneide sich mit der psychiatrisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit. Arbeitsunfähigkeit aus somatischer und Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht dürfen denn auch tatsächlich nicht unbesehen addiert werden.
Andererseits ist eine Verstärkung der einen Einschränkung durch die andere nicht von
vornherein ausgeschlossen. Die grössere Einschränkung muss unter Umständen
aufgewertet werden. Erforderlich ist eine Gesamtbeurteilung. Die Atteste von Dr. E._
lassen darauf schliessen, dass er eine solche gesamtheitliche (polydisziplinäre)
Einschätzung abgegeben hat. Aufgrund der vorhandenen Aktenlage erscheint aber
weder ausreichend (d.h. überwiegend) wahrscheinlich, dass auch nach der
beschriebenen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands weiterhin eine
volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bestand, noch dass eine
Gesamtbeurteilung des (somatischen und psychiatrischen) Gesundheitszustands eine
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit um 30 % ergebe. Bei so unklaren Grundlagen
kann auch die Aktenbeurteilung des RAD keine genügende Entscheidbasis bieten. Die
Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung aller sie
beeinflussenden gesundheitlichen Faktoren abkläre.
5.4 Zur Beurteilung steht vorliegend nicht eine Wiedererwägungsverfügung, sondern
eine Anpassungsverfügung. Es hat sich gezeigt, dass (mindestens) eine Anpassung
erforderlich gewesen wäre. Der Rentenanspruch hätte zumindest an eine - unabhängig
von der gewählten Methode der Invaliditätsbemessung - rentenrelevante Zunahme der
Arbeitsunfähigkeit im Zeitablauf angepasst werden müssen. Ob und gegebenenfalls
inwiefern der Rentenanspruch danach im vorliegend zu beurteilenden Zeitraum (bis
19. Juli 2010) erneut anzupassen sei, wird sich je nach dem Ergebnis der
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vorzunehmenden Erhebungen zeigen. Auch die Feststellungen der Klinik Balgrist vom
Februar bzw. April 2010 zu den somatischen Verhältnissen werden bei den
Abklärungen im Übrigen zu berücksichtigen sein.
5.5 Was die anwendbare Methode der Invaliditätsbemessung betrifft, lässt die
Beschwerdeführerin geltend machen, ein Anpassungsgrund im Sinne einer Änderung
der Bemessungsmethode oder einer Wandlung des Aufgabenbereichs sei nach der
Aktenlage nicht eingetreten. Sie befürwortet somit, weiterhin als Vollerwerbstätige
betrachtet zu werden. Die Beschwerdegegnerin hat es in der Beschwerdeantwort als
sachgerecht bezeichnet, die Invalidität der Beschwerdeführerin ursprünglich anhand
eines reinen Einkommensvergleichs bemessen zu haben (wohl: die Beschwerdeführerin
als voll Erwerbstätige betrachtet zu haben), und hat dafürgehalten, es könne offen
bleiben, ob die Umqualifikation in eine zu 60 % Erwerbstätige und zu 40 % im Haushalt
Beschäftigte rechtmässig sei. Bei der jüngsten Abklärung an Ort und Stelle vom Januar
2010 wurden diesbezüglich, nach dem Bericht zu schliessen, keine Angaben der
Beschwerdeführerin zu den hypothetischen Betätigungsverhältnissen mehr erhoben,
sondern es wurde lediglich auf die frühere Abklärung vom Juli 2005 (recte: 2006)
verwiesen, obwohl seither immerhin rund dreieinhalb Jahre vergangen und allfällige
Änderungen durchaus möglich waren. Die Beschwerdegegnerin wird auch
diesbezüglich die Abklärung zu ergänzen haben.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 19. Juli 2010 teilweise zu schützen. Die Sache ist zu
ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin
rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft bis
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aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Die Entscheidgebühr ist auf Fr. 600.--
festzulegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP