Decision ID: b580a14f-4c6a-451b-946d-6b8a5f23bba6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, bis Dezember
1993 als Hilfskoch im Restaurant
Y._
in
Z._
angestellt, meldete sich am 1
5.
November
1994 unter Hin
weis auf seit September 1993 bestehende Depressionen bei der Invalidenver
siche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle
,
sprach ihm
nach Abklärung der beruflichen und medizi
nischen Verhältnisse (
Urk.
6/3-23)
mit Verfügung vom 1
0.
November 1995 rück
wirkend ab
1.
September
1994 eine ganze Invalidenrente aufgrund eines 100%i
gen Invaliditätsgrades zu (
Urk.
6/24).
Nach wiederholten revisionsweisen Bestä
tigu
ngen des Rentenanspruchs (
Urk.
6/34, 6/39, 6/58, 6/66
) liess die IV
Stelle den Versicherten
i
m Rahmen einer 2009
eingeleiteten
amtlichen Revision (vgl.
Urk.
6/68) durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothe
rapie, begutachten. Gestützt auf dessen Gutachten vom 1
4.
März 2011 (
Urk.
6/77
) und seine Ergänzung vom
2.
Februar 2012 (
Urk.
6/105) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Ver
fügung vom 2
3.
April 2012
die Renteneinstellung
mit, wobei sie von einer noch um 25 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tä
tigkeit aufgrund der
weiterhin
diagnostizierten Agoraphobie mit Panikstörung ausging (
Urk.
6/110).
Eine von der IV-Stelle zugesprochenen Arbeitsvermittlung in Form eines 12
mona
tigen Programms bei der
B._
wurde am 1
1.
Juli
2012 erfolglos abge
schlossen (
Urk.
6/98,
6/113,
6/114
). Am
1.
November
2012 trat der Ver
sicherte eine Vollzeits
telle als Elektroinstallateur ohne EFZ bei der
C._
in
Z._
an (
Urk.
6/115).
1.2
Am 1
7.
Februar 2015 meldete sich der Versicherte
, welcher seit 2
6.
Januar 2015 aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme im selben
Betrieb zu 50
%
als
Maga
ziner
eingesetzt wurde
(vgl.
Urk.
6/124/2, 6/126)
,
unter Hinweis auf somatische und psychische Beeinträchtigungen neuerlich zum Leistungsbezug bei der Inva
lidenversicherung an (
Urk.
6/116). Die IV-Stelle klärte die beruflichen und medi
zinischen Verhältnisse ab (
Urk.
6/121
-126, 6/136/1-6
, 6/143/1-7, 6
/145/
1-
5), 6/148/6-10
) und holte die Akten des Krankentaggeldversicherers ein (
Urk.
6/131/1-9
). Am 2
9.
März 2016 teilte sie dem Versicherten die Notwendig
keit einer polydisziplinären Abklärung mit (
Urk.
6/152), für welche über
die
D._
das
E._
be
auftragt wurde (
Urk.
6/
153, 6/154). Nach Eingang des G
utachtens v
om 2
4.
Novem
ber
2016 (
Urk.
6/
1
6
3/2
-49
)
wurde der Versicherte am 2
3.
Februar
2017 auf seine Scha
denminderungspflicht
im Zusammenhang mit den
gutachterlich fest
gestell
ten Verbesserungsmöglichkeiten durch
entsprechende Therapien
hingewie
sen
(
Urk.
6/169). Mit Vorbescheid vom 2
3.
Februar 2017 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten zudem mit, dass sein Leistungsbegehren voraussichtlich abgewiesen werde (
Urk.
6/170). Den Einwand vom 2
7.
April
2017 (
Urk.
6/176), wel
chen der an
waltlich vertretene Versicherte am
2.
November 2017 und 2
0.
Dezember 2017 unter Einreichung weiterer ärztlicher Berichte ergä
nzen liess (
Urk.
6/184-187
), wies
die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
April
2018
ab
und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente, wobei sie ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten
Tätigkeit einen Invaliditätsgrad von 11
%
be
rechnete (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 2
4.
Mai 2018 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids mit Wirkung ab 6
Mona
ten nach der Neuanmeldung vom Februar 2015 eine Invalidenrente zuzu
sprechen.
Ergänzend
liess er darum ersuchen, es sei auf Kosten der IV-Stelle ein Ergänzungsgutachten beim
E._
oder eine erneute polydisziplinäre Begutachtung durch das Gericht anzuordnen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
8.
Juni 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), wovon dem Beschwerdeführer am 2
9.
Juni
2018 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
7).
Auf die Vorbringen der Parteien und die
aufliegenden
Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung
, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung
leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare
Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar
2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
ten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen
Invaliditätsgradesverweigert
, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität
zu
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,
dass der Beschwerdeführer zwar in seiner früher ausgeübten Tätigkeit als Hilfskoch weiterhin arbeitsunfähig sei. Jedoch erlaubten ihm seine körperlichen Beschwerden die Ausübung einer leichten bis kurzzeitig mittelschwer belastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen, was ihm ermögliche, ein rentenausschliessen
des Einkommen
zu erzielen. D
ie von psychiatrischer Seite bestätigte 30%ige Ein
schränkung in der Arbeitsfähigkeit könne in der Gesamtbeurteilung nicht berüc
k
sichtigt werden, lasse
sich doch
die
Angstsymptomatik nicht objektivieren. Was die im Laufe des
Einwandverfahrens
eingereichten Arztberichte anbelange,
wür
den
diese keine neuen medizinischen Erkenntnisse
liefern
, sondern stellten ledig
lich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes dar (
Urk.
2
S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer
lässt
dagegen im Wesentlichen
den Standpunkt vertreten, dass aufgrund der medizinischen Aktenlage von einer chronifizierten psychi
schen
Störung
, welche seit der Renteneinstellung keine wesentliche Änderung erfahren habe
, auszugehen sei
. Entsprechend sei derselben in Übereinstimmung mit der fachärztlichen Aktenlage eine Teilarbeitsunfähigkeit von 30
%
beizumessen. Von somatischer Seite seien die erheblichen Beinbeschwerden nach der Tumoropera
tion im Januar 2013 aufgetreten
.
Zudem liessen die ärztlichen Beurteilungen über
einstimmend darauf schliessen, dass für die Hypästhesie zumindest teilweise ein
residuelles
radikuläres Syndrom S1 bei Ausfall des Achillessehnen-Reflexes ver
antwortlich sei. Das
F._
schliesse in Abweichung zur Beurteilung des
E._
auf eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit infolge der
neuropathischen Schmerzen, welche
verm
utlich mit Läsionen der Nerven i
lioin
g
uinal
is,
i
liohypoga
s
tricus
und
genitofemoralis
einhergingen
. Auch sei ge
mäss Beurteilung des
F._
eine mit der Schwellung und Verfärbung des linken Beines einhergehende Verstärkung der Schmerzen vorstellbar, was wiederum eine zeit
liche Begrenzung beim S
itzen, Stehen und Gehen naheleg
e. Entsprechend sei ge
stützt auf den nachvollziehbar begründeten Bericht des
F._
vom 3
1.
Oktober 2017 (
Urk.
6/185) selbst in einer optimal angepassten Tätigkeit auch aus somati
scher Sicht nur von einer Teilarbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
1 S. 4).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist unbestrittenermassen auf die Neuanmeldung des Be
schwerdeführers vom
1
7.
Februar
2015
eingetreten. Streitig und zu prüfen ist folglich, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Erlass der Verfügung
vom
2
3.
April
2012 (
Urk.
6/110), mit welcher die seit
1.
September 1994 ausgerichtete ganze Invalidenrente eingestellt
worden war, bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids, welcher rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der
richterlichen
Über
prüfungsbefugnis bildet (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweisen)
,
in anspruchsrelevanter Weise verschlechtert hat.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht lag der Renteneinstellung vom 2
3.
April 2012 das psy
chiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
4.
März 2011 zugrunde, in welchem der Facharzt zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführer infolge der seit 1993 vorliegenden Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) seit der Un
tersu
chung vom 1
2.
Oktober
2010
noch zu 25
%
eingeschränkt sei (
Urk.
6/77/8 ff.). Die Be
schwerdegegnerin legte der verfügten Renteneinstellung vom 2
3.
April 2012
ge
stützt darauf eine 75%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
und damit einen Invaliditäts
grad von 25
%
zugrunde
(
Urk.
6/110
/
2).
3.2
3.2.1
Der seit der Neuanmeldung vom 1
7.
Februar 2015 ergänzt
en medizinischen Ak
tenlage ist F
olgendes zu entnehmen:
Der Beschwerdeführer unterzog sich anlässlich einer
Ho
sp
italisation
im
F._
am 2
1.
Januar 2013 einer laparoskopischen Tumorresektion im Re
t
roperitoneum. Postoperativ zeigte sich gemäss Austrittsbericht der Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie des
F._
vom
1.
Februar
2013 ein
Sympat
h
ikusausfall
im Bereich des linken Fusses mit Hyperämie,
eine
Hypohidrose
sowie
eine promi
nente
Venenzeichnung bei intraoperativem Verdacht auf einen neurogenen Tumor mit Manipulation. Die Differentialdiagnose lautete auf eine Läsion des Grenzstranges. Der Beschwerdeführer wurde bis
3.
Februar
2013 krank
ge
schrie
ben (
Urk.
6/123/1-2).
Anlässlich einer Verlaufsuntersuchung in der Neurologischen Klinik des
F._
vom 2
1.
Februar 2013 berichtete der Beschwerde
führer über ein Wärmegefühl im linken Fuss, welches teilweise unangenehm bis schmerzhaft sei. Auch klagte er über relativ
rasch auftretende Schwellungen und dass er am linken Fuss weniger schwitze und dieser trocken sei. Der Oberarzt
Dr.
med.
G._
vermute
te eine Läsion des Grenzstranges
im Rahmen der
Entfernung
des Neurofibroms mit einem damit einhergehenden Ausfall der
Sympat
h
ikusversorgung
mit konsekuti
ver Überwär
mung und fehlender Schweisssekretion. Darüber hinaus liege wahr
scheinlich eine zusätzliche Läsion des
Nervus
femoralis
auf der linken Seite vor. Weiter bestehe bei bekanntem Bandscheibenvorfall in Höhe LWK 4/5 mit Reizung der Nerven
wurzeln L5 auf der linken Seite ein radikuläres Schmerzsyndrom der Nervenwur
zeln L5 links und eine entsprechende muskuläre Fehlbelastung mit Schmerzen oberhalb des Kniegelenkes und der Hüfte (
Urk.
6/123/6-7).
Am
9.
September 2014 folgte eine
weitere
Untersuchung in der Neurologie des
F._
. Die am 2
1.
Februar
2013 verordnete Therapie mit
Lyrica
habe der Be
schwerdeführe
r
nach vier Wochen bei starken Nebenwirkungen und nur leichter Besserung ab
gebrochen und anschliessend kein Schmerzmedikament mehr ein
genommen. Aufgrund un
klarer Schmerzen im linken Bei
n
und Fuss veranlasste
Dr.
G._
eine
MR-Untersuchung der Lendenwirbelsäule
und die Durchführung von Röntgen
bildern des linken
Fusses (
Urk.
6/123/8 f.).
Gemäss Beurteilung von
Dr.
med.
H._
, Oberarzt der Klinik für Neurochi
rurgie
des
F._
,
vom 1
5.
Oktober 2014 zeigten die MRI-Bilder eine deutliche Degeneration des Bandscheibenfaches L4/5 mit einer leicht linkslateralen mini
men Diskushernie und zusätzlichen
Foramenstenosen
L5/S1 beidseits mit mög
licher Einengung der Nervenwurzeln L
5.
Die in der Sprechstunde geäusserten Be
schwerden würden jedoch
nicht
wirklich zu einem Dermatom L5 passen und es gäbe auch eine gewisse Diskrepanz in den Beschwerdeangaben im Vergleich
zu denjenigen im September 201
4.
Der Beschwerdeführer beschreibe einen Haupt
s
chmerz, der plantar medial
, kurz vor dem
Thalus
liege
, zudem klage er über unklare Schmerzen im linken Bein,
welche
keinem genauen Dermatom folgen würden
. Auch berichte
er über
ein Heiss/Kalt-Gefühl des gesamten linken Beines mit unklaren Parästhesien in Fuss und Bein. Die intermittierend vorhanden
en
Rückenschmerzen seien dem Beschwerdeführer schon seit vielen Jahren bekannt. Die Beinschmerzen seien nach der Operation im Januar 2013 aufgetreten und seither nicht mehr weggegangen. Er,
Dr.
H._
, sei nicht sicher, ob der Nerv L5 für die Schmerzen verantwortlich sei (
Urk.
6/123/4-5).
Am 2
9.
September 2015 sprach er sich aus neurochirurgischer Sicht für eine uneingeschränkte Ar
beitsfähigkeit aus (
Urk.
6/145).
In den Akten des Taggeldversicherers finden sich Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der Oberärztin des Schmerzzentrums des
F._
,
Dr.
med.
I._
, über eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom
6.
Februar bis 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
6/131/4-6).
3.2
.2
Gemäss Bericht von
Dr.
med.
J._
, Oberärztin, und Mag.
rer
.
nat.
K._
, Fachpsych
ologin Psychotherapie FSP, der
L._
vom
2.
Juli
2015 stand der Beschwerdeführer seit 2
2.
Januar 2015
im
L._
in
ambulanter Behan
dlung. Er leide
seit 1996
an
einer Ago
ra
phobie mit Panikstörung und seit 2014 an einer chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Störungen. Die Behandlung bestehe in einem psy
chiatrisch-psychotherapeutischen Ge
s
prächstermin zirka alle vier Wochen und einer Medikation mit
Cymbalta
30 mg; ein
Aufdosieren
sei wegen Neben
wir
kun
gen gescheitert. Der Beschwerdeführer leide unter Ängsten in Men
schenmen
gen und erleide mehrmals t
äglich eine Panikattacke;
es bestehe ein ausgeprägtes Ver
meidungsverhalten. Er sei emotional stark belastet und bedrückt, unruhig, ge
reizt, nervös, unsicher und verzweifelt. Die Agoraphobie sei mit 46 Punkten (PAS von
Bandelow
) schwer ausgeprägt. Die Prognose erachteten die zuständigen Fachper
sonen aufgrund der schwer ausgeprägten Agoraphobie mit Panikstörung und dem Schmerzleiden als ungünstig. In seiner bisherigen Tätig
keit sei
d
er
Be
schwerde
führer
seit
1.
Juni
2015 zu 70
%
eingeschränkt; eine behinderungsan
gepasste Tä
tigkeit sei zu zirka 50
%
zumutbar (
Urk.
6/136).
Dr.
med.
M._
, Leitender Arzt der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
F._
, untersuchte den Beschwerdeführer am
3.
Juli 201
5.
Für die nunmehr geklagten Schmerzen in der linken unteren Extremität mit Ausstrahlunge
n in den Fuss, den Penis und die
Hoden, welche gemäss Beschwerdeführer direkt nach der Operation im Januar 2013 aufgetreten seien, fand er klinisch und radiologisch keine Erklärung. Aus seiner Sicht handle es sich um ein neurogenes Problem, wel
ches noch nicht endgültig abgeklärt sei. Nach erfolgter Infiltration der L5
Wurzel erscheine die Degeneration L5/S1 nicht
als
Ursache des Problems (
Urk.
6/138).
Dr.
I._
erstattete am 2
9.
Sep
tember 201
6 einen weiteren Bericht zuhan
den der Beschwerdegegnerin
. Auch ge
mäss ihrer Beurteilung handle es sich um einen neuropathischen Schmerz im sensiblen Ausbreitungsgebiet des
N.
f
emora
lis
/
N.
genitofemoralis
und
einen
Sympat
h
ikusausfall
. Von körperlicher Seite sei der Beschwerdeführer insofern eingeschränkt, als der neuropathische Schmerz bei körperlicher Belastung zu
nehme (Knien, auf Leitern Steigen). Unter Belastung träten Schwindel und Au
genflimmern auf, was auf einer Baustelle gefährlich wer
den könne. Sie erachtete den Beschwe
rdeführer bis 1
5.
April 2015
in der Tätigkeit als Hilfselektriker zu
50
%
, seither zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer behinde
rungsangepassten, wech
selbelastenden Tätigkeit (kein
Tragen von Lasten, kein Erklimmen von Leitern und Gerüsten) sei er fünf Stunden täglich mit ei
ner Leis
tung von vier Stunden
(zur Ermöglichung
fraktioni
erte Pausen zur Stressreduk
tion)
in einer ruhigen At
mosphäre mit wenig Mitarbeitern und ohne Arbeitsdruck arbeitsfähig (
Urk.
6/144/3 ff.).
Dem Bericht des
L._
vom 3
0.
Dezember 2015 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit Januar
2015 zu insgesamt fünf ambulanten Terminen er
schie
nen sei und sich gegenüber der psychiatrisch-psychotherapeutischen Be
hand
lung ambivalent zeige. Er habe nach einer Gewichtszunahme
Cymbalta
selb
ständig abgesetzt und wünsche zurzeit keine weitere Medikation. Im Vordergrund stünden täglich auftretende Schmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und ein Engegefühl in der Brust. Er
leide unter Nervosität, Un
ruhe und Gereiztheit,
Dereali
sa
t
i
onserleben
und Schlafstörungen. Die Prognose der weiter unbehandel
ten Agoraphobie mit Panikstörung sei eher ungünstig. Im Zusammenhang mit dem seit einem Jahr stark
exazerbierten
Schmerzleiden bestehe eine deutliche Ver
schlimmerung der psychiatrischen Beschwerden, welche das Erreichen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit eher unwahrscheinlich mache. Der Beschwerdeführer sei
in
angestammt
er
und angepasst
er Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsfähig bei 20
%
eingeschränkter Leistungsfähigkeit (
Urk.
6/148/7-8).
3.
2.
3
Im
E._
wurde der Beschwerdefüh
r
er vom
8.
bis 1
1.
August 2016 in stationärem Rahmen allgemein-medizinisch, orthopädisch, neurologisch und psychiatrisch abgeklärt.
Der interdisziplinäre Konsens schloss auf folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/163/41 f.):
-
Chronisches
lumbovertebrogenes
Syndrom mit aktivierter Facetten
arthrose und
perisacraler
Ligamentopathie
,
in
t
ermitterende
ISG
Blockie
rungen,
residueller
S1-Symptomatik links ohne Paresen und radi
kuläre Irritationsphänomene bei
-
Diskushernie L4/5,
Foramenstenose
L5/S1 (MRI vom 24.12.2005)
-
Mehrsegmentaler
Ost
e
ochondrose
und Spondylarthrose (
Rx
10.8.2016)
-
Sympathikus-Läsion links mit Anhidrose, Überwärmung und Missempfin
dung im Bereich des linken Fusses bei Status nach laparoskopischer Resektion eines neurogenen Tumors
paraaortal
/retroperitoneal links 01/2013 u
nd Verdacht auf Läsion der
Nn
.
g
enitofemoralis
und ilioingui
nalis links
-
Agoraphobie mit Panikstörung
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge.
Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit massen die beteiligten Gutachter dem Übergewicht mit BMI 30, den Migräne-Kopfschmerzen mit Aura-Phänomen seit Jugendzeiten, aktuell zwei- bis dreimal monatlich, den chronischen Span
nungskopfschmerzen an mehreren Tagen in der Woche und dem Verdacht auf eine initiale Rhizarthrose beidseits bei (
Urk.
6/163/42).
Der Beschwerdeführer habe in erster Linie über eine Funktionsstörung im link
en Bein geklagt. Bei der Untersuchung habe
er
ein ausgeprägtes Entlastungshinken links gezeigt. Er wirke muskelkräftig und objektiv in sehr gutem Allgemeinzu
stand. Eine Seitendifferenz der Muskelausprägung lasse sich an der unteren Ext
remität nicht feststellen. Objektivierbar sei eine minimale Schwellung der linken Knöchelregion und eine minimale livide Verfärbung des
linken Fusses beim Sit
zen und Stehen, welche sich jedoch bei Hochlagerung des Beines rasch zurück
bilde. Ebenso bestehe palpatorisch der Eindruck einer leichten Temperaturerhö
hung (
Urk.
6/163/42).
Gemäss Beurteilung des
neurologisch
en Teilgutachters
Dr.
med.
N._
seien
die linksseitigen belastungsabhängigen Beinschmerzen schwierig einzuordnen bezüglich der Arbeitsfähigkeit. Die
Sympat
h
ikusläsion
alleine mit der Überwärmung und der fehlenden Schweisssekretion führe nicht zu einer relevanten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Die festgestellten Läsio
nen der inguinalen Nerven würden, wenn überhaupt,
beruflich
nur eine ge
rin
ge Beeinträchtigung nach sich ziehen. Beeinträchtigt sei aber immerhin die Sexual
funktion aufgrund der Taubheit im Genitalbereich (
Urk.
6/163/31)
. Wie auch
der orthopädische Teilgutachter
, welcher aufgrund des degenerativen Reiz
zustand
es
im Bereich der LWS in Form einer aktivierten Facetten
gelenks
arthrose und
einer
perisacralen
Ligamentopathie
bei mehrsegmentalen degenera
tiven Zu
stän
den nur noch leichte bis kurzzeitig mittelschwere Tätigkeiten als zumutbar erachtete (
Urk.
6/163/24 ff.), wies auch
Dr.
N._
auf erhebliche Diskrepanzen zwischen subjektiver Empfindung und objektivierb
arer Funktions
störung hin. So
seien
das st
arke Hinken auf dem linken Bein und
das fehlend
e Abrollen über den Fuss mit den
vorliegenden Befunden nicht erklärbar (6/163/31).
Die Beurteilung der psychiatrischen Teilgutachterin
Dr.
med.
O._
lautete dahingehend, dass sowohl die aktuellen Befunde hinsichtlich der Agoraphobie mit Panikstörung als auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit denjenigen im Gutachten vom 1
4.
März 2011 entsprächen. Für den psychischen Befund sei das Auftreten des
retroperitonalen
Neurofibroms, welches im Januar
2013
operiert
worden
sei, ungünstig gewesen, habe sich doch vor dem Hintergrund der bereits b
estehenden psychischen Symptome
eine Schmerzsymptomatik entwickelt. Der Beschwerdeführer habe keine Ressourcen, aktiv
und lösungsorientiert sowie be
wusst mit Symptomen umzugehen und diese zu ve
rarbeiten. Deutlich geworden sei
bei der Exploration die Ich-Bezogenheit des Beschwerdeführers; er sei völlig auf seine Symptomatik eingeeng
t, bleibe jedoch in den Ausführungen eher ober
flächlich und vage. Die zwei Symptomenkomplexe, über welche er berichte – der erste bestehend aus Angst, Panik, Schwindel, Herzklopfen, Vermeid
ung, sozialem Rückzug und
Derealisa
tionserlebnisse
n
, welche zur Diagnose der Agor
aphobie mit
Paniksstörung
gehörten
, und der zweite bestehend aus ziehenden Schmerzen vo
n der linken Flanke ins Genital
beziehungswiese ins linke Bein mit Hinken und den Kopfschmerzen
, welche zur Schmerzfehlverarbeitung gehörten, würden sich überlappen. Der Beschwerdeführer habe wenig Motivation
,
aktiv an dieser Situ
ation etwas zu ändern. Auch hätten gemäss seiner Beschreibung sämtliche The
rapien nichts gebracht, respektive Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und Schwindel nach sich gezogen.
Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht zu 30
%
eingeschränkt, wobei der Beschwerdeführer funktionell dahingehend
eingeschränkt sei, dass er ein
Ver
meidungsverhalten zeige, sich in ständiger Angst wähne und nie gelernt habe, sich zu behaupten sowie Selbstmotivation zu entwickeln, was sich jetzt negativ auswirke. Er habe die Tendenz, in Altbewährtem zu verharren, wozu auch die akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge beitrügen. Dennoch sei es ihm möglich
,
die Wohnung zu verlassen
,
und eine medikamentöse Therapie erscheine durchaus erfolgsversprechend. Grobe Inkonsistenzen seien keine erkennbar, je
doch sei auffällig, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, bei der Explora
tion eine Panikattacke gehabt zu haben,
ohne dass diese
objektivierbar gewesen
sei
(
Urk.
6/163/
36 ff.).
Die Konsenskonferenz der
E._
-Gutachter
schloss aus polydisziplinärer Sicht da
rauf, dass dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht die Tätigkeit als Hilfs
elektriker
nicht mehr zumutbar sei, wobei der Beginn der Arbeitsunfähigkeit rück
wirkend nur schwer zu datieren sei. Anzunehmen sie diese per November 2014, sei
der
Be
schwerdeführer doch ab diesem Zeitpunkt zu 50
%
als
Magaziner
ein
gesetzt wor
den. In einer angepassten Tätigkeit könnten dagegen leichte und kurz
zeitig mit
telschwere Tätigkeiten ohne regelmässiges Bücken und Zwangshal
tungen voll
schichtig ausgeübt werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 30
%
. Diese Arbeitsfähigkeitsbeurtei
lung gelte ab Ja
nuar 2013 (
Urk.
6/163/46).
Der RAD-Arzt,
Dr.
med.
P._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Vertrauensarzt (SGV), schloss sich dieser Beurteilung in seiner Stellungnahme vom 1
0.
Dezember 2016 an (
Urk.
6/168/10).
3.
2.
4
Dr.
med.
Q._
, Oberärztin im Institut für Anästhesiologie des
F._
, Fachärztin FMH für Anästhesiologie, nahm in ihrem im
Einwandverfahren
eingereichten Be
richt vom 3
1.
Oktober 2017 ausdrücklich eine reine Aktenbeurteilung vor und nahm zum Gutachten des
E._
Stellung. Was den linksseitigen Beinschmerz, wel
cher nach der Operation des retroperi
t
onealen Ne
u
rofibroms
aufgetreten sei,
an
belange,
würde
diese
r
im Gutachten des
E._
nicht in kausalem Zusammenhang mit der wahrscheinlich erlittenen Grenzstrangverletzung gesehen. Es gebe jedoch durchaus Schmerzen, welche mit autonomen Störungen wie zum Beispiel dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) einhergingen.
Unter
Bezug
nahme auf die sogenannten Budapester-Kriterien wies sie darauf hin, dass in der Diagnoseliste des
E._
Missempfindungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit aufgeführt würden
,
wie Seitendifferenzen in der Hautfarbe, Temperatur, Schweis
s
sekretion und Schwellung. Zusammenfassend leide der Beschwerdefüh
rer unter überwiegend neuropathischen Schmerzen im Bein. Cranial
sei dafür eine Läsion der
Nn
. i
lioinguinalis/
iliohy
p
ogastricus
und möglicherweise des
N.
genit
ofemoralis
verantwortlich. Distal (im Fuss) handle es sich ihrer Meinung nach um Schmerzen, welche durch die Grenzst
r
angverletzung verursacht worden seien. Der genaue Mechanismus sei jedoch, wie auch bei CRPS unbekannt. Die Arbeits
fähigkeit könne eigentlich nicht durch ein Aktenstudium beurteil
t
werden. Vor
stellbar sei
eine mit der beschriebenen Schwellung und Verfärbung einher
gehende Schmerzverstärkung, welche durchaus eine zeitliche Begrenzung von Sitzen und Stehen, möglicherweise auch Gehen nahelege. Auch das verän
derte Gang
bild schränke zumindest das Laufen stark ein (kein Laufen auf unebe
nem Gelände, kein Leitersteigen;
Urk.
6/185).
Ebenfalls im
Einwandverfahren
eingereicht wurde ein Bericht des seit 1
2.
Sep
tember 2017 behandelnden psychiatrischen Facharztes
Dr.
m
ed.
R._
vom 1
9.
Dezember 201
7.
Der Beschwerdeführer sei erstmals am 1
2.
September 2017 in seiner Sprechstunde gewesen, seither hätten drei kurze orientierende Termine zu je 30 Minuten stattgefunden; e
ine eigentliche störungsspezif
ische psychothe
rapeutische Behandlung habe nicht etabliert werden können.
Dr.
R._
schloss sich sowohl der Vordiagnose einer Agoraphobie mit Panikstörung als auch der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von 25 bis 30
%
an und führte unter der Diagnose anamnestisch akzentuierte Persönlichkeitszüge an. Aufgrund der seit Jahren bestehenden Erkrankung liege eine deutliche Chronifizierung vor. Es sei dem Beschwerdeführer bisher augenscheinlich nicht gelungen, sich geeig
nete Copingstrategien anzueignen. Vielmehr verharre er in seinen Symptomen und den damit verbundenen Ängsten mit begleitender
Starre. Er denke nicht, dass der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt aktuell vermittelbar sei. Ter
mine wahrzunehmen, Verlässlichkeit am Arbeitsp
latz, geforderte Flexibilität zu erbringen, dürfte ihm sehr schwer fa
ll
en.
Es bleibe zu vermuten, dass er bei grös
seren Anforderungen schnell in ein Vermeidungsverhalten und einen Rückzug gelange. Entsprechend müsste ein Arbeitgeber sehr tolerant sein. Die Behand
lungsbereitschaft habe sich in den kurzen Terminen eher gering gezeigt und ver
mutlich seien die notwendigen Re
s
sourcen für eine tiefgreifende Psychotherapie nur sehr begrenzt (
Urk.
6/187)
.
4.
4.1
Aufgrund der Aktenlage erstellt und zu Recht unbestritten ist, das sich
der
Ge
sundheitszustand des Beschwerde
führers seit der am 2
3.
April 2012 verfügten Renteneinstellung bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids in somati
scher Hinsicht
insofern
verschlechtert hat, als ihm seine ursprüngliche Tätigkeit als Hilfskoch respektive die nach der Renteneinstellung aufgenommene Tätigkeit als Hilfselektriker, welche von der körperlichen Belastung wohl mit derjenigen des Hilfskoches vergleichbar ist, aus somatischer Sicht
nicht
mehr zumutbar ist. Hierauf schl
oss nicht nur der Gesamtkonsens
des
E._
(
Urk.
6/163/46), sondern auch
Dr.
I._
des
L._
(
Urk.
6/144/3 f.
).
Damit
liegt
ein Revisionsgrund vor, welcher eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs des Beschwerdefüh
rers ohne
Bi
ndung an frühere Beurteilungen erlaubt
(
BGE 141 V 9
E. 2.3 mit Hinweisen)
.
4.2
Hinsichtlich der massgeblichen somatischen Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mass die Beschwerdegegnerin de
m polydi
sziplinären Gut
achten des
E._
richtigerweise
volle Beweiskraft bei, erweist es sich doch
im Lichte der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Beweiswert eines medizini
schen Gutachtens als umfassende, auf allseitigen
Untersuchungen beruhende und in Kenntnis der
Vorakten
erstellte nachvollziehbare medizinische Beur
teilung
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 12
5 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Was
zunächst die Begründung und Herleitung der für die Kreuzschmerzen mit Ausstrahlungen in die rechte Hüfte verantwortlich erachteten aktivierten Facet
tenarthrose und der
persisacralen
Ligamentopathie
mit intermittierenden ISG-Blockaden und
residueller
S1-Symptomatik links
durch den orthopädischen Teil
gutachter
anbelangt, korrespondiert
diese gemäss
der
überzeugenden Beurtei
lung
des begutachtenden Or
t
hopäden
mit
den
bildgebend festgestellten degenerativen
Veränderungen und den erhobenen klinischen Befunden
(
Urk.
6/163 S
. 22 ff.).
Auch
Dr.
Q._
unterstützte die Annahme eines teilweisen
residuellen
radikulären Syndroms
S1
und brachte dieselbe wie auch
Dr.
N._
(vgl.
Urk.
6/163/30)
in einen
möglichen
Zusammen
hang mit
der
Hypästhesie
(vgl.
Urk.
6/185/2)
.
Hinsichtlich der
Beurteilung
der
vom Beschwerdeführer
geklagten linksseitigen Unterbauch-
und Beinbeschwerde
n
ordnete der neurologische Teilgutachter des
E._
,
Dr.
N._
, die Anhidrose wie auch die Überwärmung
und die Missem
pfindungen im Bereich des linken Fusses
-
ebenfalls
in Übereinstimmung mit
Dr.
Q._
(vgl.
Urk.
6/185/1 f.)
-
der vermuteten Grenzstrangverletzung und damit einem neuropathischen Syndrom
bei (
Urk.
6/163/29 f.
). Dass er die
geklagten be
las
tungsinduzierten Beinschmerzen wie auch die Gefühlsstörungen als schwierig
einordenbar
erachtete (vgl.
Urk.
6/163/30) und diese im Rahmen des Gesamtkon
senses
wie auch die Migräne-Kopfschmerzen und die Spannungskopfschmerzen (vgl.
Urk.
6/163/29) letztlich einer nicht näher spezifizierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren
zuordnete
(
Urk.
6/173/42), korrespondiert insofern mit der übrigen medizinischen Akten
lage, als nicht nur
Dr.
M._
für die geklagten Schmerzen in der linken un
teren Extremität mit Ausstrahlungen in den Fuss, den Penis
und
den linken Hoden keine Erklärung fand (
Urk.
6/138
), sondern auch der Oberarzt der Neurologie des
F._
,
Dr.
G._
, welcher zwar eine Reizung des
Nervus
femoralis
als möglich erac
htete, das Schmerzsyndrom letzt
lich
aber
als wohl
mulitfaktoriell
beurteilte
und sich einer spezifischen Zuordnung enthielt
(
Urk.
6/123/8). Auch
Dr.
Q._
, welche die Schmerzen als überwiegend neuropathisch beurteilte und
den Ver
dacht
eines CRPS in den Raum stellte,
musste im Ergebnis eingestehen, dass der die Schmerzen verursachende Mechanismus unbekannt sei
,
und enthielt sich hin
sichtlich der Kopfschmerzen einer abschliessenden Stellungnahme
(
Urk.
6/185). Dass der Beschwerdeführer die von
Dr.
G._
am 2
1.
Februar 2013 gegen neuro
pathische Schmerzen verordnete Medikation mit
Lyrica
(
Urk.
6/123/7) bereits nach vier Wochen aufgrund
von
Nebenwirkungen (Schwindel, leichte Übelkeit) aber auch, weil die Schmerzen nur wenig gebessert hätten
, bereits wieder absetzte
(vgl.
Urk.
6/123/8 unter
„
Anamnese"), unterstützt jedenfalls den Verdacht auf ein
neuopathisches
Schmerzsyndrom nicht.
Von weiterführenden medizinischen Ab
klärungen ist angesichts dieser Aktenlage in antizipierter Beweiswürdigung ab
zusehen (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d), ist doch nicht zu erwarten, dass eine neuerliche neurologische Abklärung weiterführende Erkenntnisse liefern würde.
Was die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
aus so
matischer Sicht
anbelangt,
schlossen die zuständigen Gutachter des
E._
gestützt auf die orthopädische Beurteilung nachvollziehbar, dass der Beschwerde
führer
auf Dauer
lediglich noch leichte und kurzzeitig mittelschwere Tätigkeiten ausü
ben könne, wobei regelmässiges Bücken und Zwangshaltungen nicht mög
lich seien
(
Urk.
6/163/46)
. Angesichts dieses Anforderungsprofil erscheint nicht nur die ursprüngliche Tätigkeit als Hilfskoch, sondern auch diejenige als Hilfselektri
ker
nicht mehr zumu
tbar. Dass der Gesamtkonsens der
E._
-Gutachter
den so
matischen gesundheitlichen Störungen letztlich keine umfangmässige Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit beimass, gibt im Lichte der übrigen Aktenlage ebenfalls zu keinen Zweifeln Anlass.
So fällt auf
, dass der Beschwerdeführer, obwohl er gemäss den vom neurologischen Teilgutachter des
E._
anamnestisch erhobenen Beschwerden seit der Operation vom 2
1.
Januar 2013 an im Wesentlichen unver
änderten linksseitigen Schmerzen und Gefühlsstörungen im Unterbau
ch, in der Leiste,
in den Geschlechtsorganen
, dem
Oberschenkel und
dem
ganzen Fuss leide (vgl.
Urk.
6/163/27), offenbar in der Lage war,
selbst die seinen
körperl
ichen Ein
schränkungen
auf Dauer nicht angepasste
Arbeit als Hilfselektriker bei der
C._
bis im Januar 20
15 auszuüben (vgl.
Urk.
6/116/3;
g
emäss Arbeitge
berbescheinigung vom
7.
April 2015 übte der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Hilfselektriker
bis 2
0.
Januar 2015 aus,
Urk.
6/124/2). Eine Verschlechterung der somatisch begründeten gesundheitlichen Einschränkungen, welche seit Januar 2015 eingetreten ist, ist den medizinischen
Akten
jedenfalls
nicht zu ent
nehmen. Selbst wenn der linksseitige Bein- und Fussschmerz neuropathisch be
gründet wär
e
, rechtfertigte sich aufgrund der Aktenlage keine umfangmässige Einschrän
kung
der Arbeitsfähigkeit. Der
sowohl von
Dr.
I._
in ihrem Bericht vom 2
9.
September 2015 (
Urk.
6/144) als auch von
Dr.
Q._
a
m 3
1.
Ok
tober 2017 (
Urk.
6/185)
möglicherweise mit der Schwellung und Verfärbung ein
hergehende
n
Schmerzverstärkung bei körperlicher Belastung, welche eine zeitli
che Begrenzung von Sitzen, Stehen und allenfalls Gehen nahelege (vgl. insbe
sondere:
Urk.
6/185/2), kann fraglos mit der von
Dr.
I._
postulierten
Einschrän
kung auf wechselbelastende Tätigkeiten (
Urk.
6/144/4) Rechnung ge
tragen werden.
Entsprechend ist erstellt
, dass der Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht
im hier interessierenden Zeitraum seit der Neuanmeldung vom 1
7.
Februar 2015 respek
tive seit dem Beginn des Wartejahres am
1.
November
2014 (
Art.
28
Abs.
2
lit
. b IVG) bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids in einer
körperlich
leichten bis kurzzeitig mittelschwere
n, wechselbelastenden Tätigkeit
ohne
regelmässiges Bü
cken und
ohne
Zwangshaltungen
zu 100
%
arbeitsfähig
war
.
4.
3
Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers anbelangt
, stimmt die fachpsychiatrische
Beurteilung des
L._
vom
2.
Juli 2015 mit der Be
urt
eilung der
E._
-Gutachter
sowohl
hinsichtlich der Diagnose eine
r
seit 1996 bestehenden Agoraphobie mit Panikstörung als auch derjenigen einer chroni
schen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren überei
n (vgl.
Urk.
6/136
/1, 6/163/42). Bestätigt wird d
ie diagnostische Beurteilung der
Gutach
ter
auch
durch die
jenige des seit 1
2.
September 2017 behandelnden Psychiaters
Dr.
R._
,
wel
cher
zwar die Schmerzstörung nicht erwähnt
e
,
neben der Diagnose einer Agora
phobie mit Panikstörung
aber
auch diejenige akzentuierter Persönlichkeitszüge gemäss ICD-10 Z73 zumindest anamnestisch bestätigt
e
(
Urk.
6/187/1
). Was den Verlauf der psychischen Störungen und die dadurch resultierenden Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit anbelangt, stimmen die fach
ärztlichen Beurteilungen insofern überein, als das Auftreten der körperlichen Ein
schränkungen für den Verlauf der psychischen Gesundheit als ungünstig erachtet wurde (
Urk.
6/163/37). Dabei sprachen sich die zuständigen Fach
per
sonen des
L._
im Bericht vom 3
0.
Dezember 2015 dafür aus, dass im Zusam
menhang mit dem Schmerzleiden, welches seit einem Jahr deutlich
exazer
biert
sei, eine deutli
che Verschlechterung der psychischen Situation einherge
gangen sei. Am meisten be
einträchtigt werde die Arbeitsfähigkeit des Be
schwer
de
führers durch die Kon
zent
rationsprobleme, die verminderte Belast
bar
keit und
die ver
minderte
Duch
halte
fähigkeit
(
Urk.
6/148/8).
S
ämtliche psychia
trischen Fach
per
sonen
massen
dem ausgeprägten Vermeidungsverhalten des Beschwerde
füh
rers massgebliche Bedeu
tung bei und gingen von einer chronifizierten Agora
phobie aus
(
Urk.
6/148/8 oben, 6/163/37 f.), 6/187/2).
Angesichts dieser im Wesentlichen übereinstimmenden fachärztlichen Beurtei
lungen rechtfertigen sich keine ernsthaften Zweifel,
dass beim Beschwerdeführer ein
psychisches Beschwerdebild mit Krankheitswert vorliegt. Unerheblich ist dabei, dass die diagnostischen Einschätzungen zwar weitgehend, nicht aber voll
ständig übereinstimmen, ist doch letztlich nicht die Diagnose, sondern allein ent
scheidend, ob die Beschwerden zu einer ausgewiesenen Arbeits- und Erwerbsun
fähigkeit führen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_501/2008 vom 1
5.
Juli 2008 E. 2.2.1 und 9C_166/2013
vom 1
2.
Juni 2013
E. 4
.2.2)
.
Was die durch die psychischen gesundheitlichen Störungen bedingte Einschrän
kung in der Arbeitsfähigkeit anbelangt, sprach sich
Dr.
R._
für eine mit der
gutachterlichen
Beurteilung im Wesentlichen übereinstimmende medizinisch-theo
retische Einschränkung von 25 bis 30
%
aus, wenn er auch von einer schwe
ren Vermittelbarkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausging (
Urk.
6/187/1-2)
. Die
E._
-Gutachter, welche
hinsichtlich der Schwere der Störung Zweifel anbrachte
n, attestier
t
en als Folge der
psychi
schen Störungen eine um 30
%
reduzierte Leis
tung
sfähigkeit (
Urk.
6/163/39).
Deutlich höher präsentiert sich
dagegen die auf insg
esamt 70
%
lautende Arbeits
unfähigkeitsbeurteilung des
L._
, basiert diese doch auf der Annahme, dass das Schmerzleiden des Beschwerdeführers seit An
fang 2015 stark
exazerbiert
sei, was auch zur deutlichen Verschlimmerung der psychischen B
eschwerden geführt habe (
Urk.
6/
148/8). Auch wenn Wechselwir
kungen zwischen den körperlichen und psychischen Beschwerden aufgrund der medizinischen Aktenlage durchaus wahr
scheinlich scheinen, lässt sich doch die im Bericht des
L._
angenommene Exazerbation der Schmerzen seit zirka Anfang 2015 aufgrund der Akten nicht verifizieren
;
vielmehr lassen die anamnestischen Angabe
n
des Beschwerdeführers auf einen diesbezüglich seit der Operation im Januar 2013 unveränderten Verlauf schliessen (vgl.
Urk.
6/123/4, 6/163/27), was denn auch die angenommene
derart
erhebliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes des Be
schwerde
führers nicht glaubhaft macht.
Damit erweist sich das
Gutachten des
E._
auch hinsichtlich der psychiatrischen Beurteilung als grundsätzlich beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage.
4
.4
4.4
.1
Steht somit aus
medizinisch-
gutachterlicher Sicht eine gesundheitliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen fest, gilt es nachfolgend die Rechtsfrage zu klären, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen der
Gutachter mit der Prüfung der nach BGE 141 V 281 rechter
heblichen Standardindikatoren auf eine Arbeit
s
unfähigkeit im Sinne von
Art.
6 ATSG schliessen
lassen (BGE 143 V 418 E. 7).
Denn d
ie Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen
(vgl. obige E. 1.2). Diese mit BGE 143 V 418 E. 7 auf sämtliche psychischen Leiden für anwendbar erklärte Rechtsprechung kommt auch
im hier zu beurteilenden Fall zum Tragen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1)
.
4.
4
.2
Die Begründung der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid enthält
keine ausdrücklichen Ausführungen zu den einzelnen Indikatoren nach BGE 141 V 28
1.
Vielmehr beschränkt
e
sie sich auf die Feststell
ung, dass die zur psychiat
risch
bestätigten 30%igen Arbeitsunfähigkeit führende Angstsymptomatik nicht objektivierbar nachgewiesen werden könne, weshalb sich diese nicht einschrän
kend auswirke und nicht in die Gesamtbeurteilung miteinbezogen werden könne
(
Urk.
2 S. 2). Diese Begründung greift angesichts der gutachterlich festgestellten und gerichtlich als nachvollziehbar erachteten psychischen Störungen zu kurz. Auch wenn sich im Gutachten des
E._
wiederholte Hinweise auf festgestellte Diskrepanzen und Inkongruenzen finden (
Urk.
6/163/21 unten,
6/163/31, 6/163/39),
wurde ärztlicherseits
dennoch
weder eine Aggravation noch eine Simulat
i
on
festgestellt
(vgl.
Urk.
6/163/45). Es besteht mithin nicht schon Klarheit
im Sinne von BGE 141 V 281 E. 2.2.1-2 darüber, dass die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind
.
Eine Aggravation im Sinne eines Ausschlussgrundes ist somit nicht
rechtsgenüglich
ausgewiesen (vgl.
BGE 141 V 281 E.
2.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_445/2018 vom
6.
Novem
ber
2018 E. 5.4)
und es ist von einem konkreten Beweisbe
darf aus
zu
gehen (BGE 143 V 418
E. 7.1).
4.
4
.3
Beim
mit
dem
Leitentscheid BGE 141 V 281
festgelegten
strukturier
ten, normati
ven Prüfungsraster (präzisiert in BGE 143 V 418 E. 5.2 und E. 8.1) sind
die funktionellen Auswirkungen eines Gesundheitsschadens mit
den folgenden
Standar
dindikatoren vermehrt
zu gewichten, wobei den Umstän
den des Einzel
falls Rech
nung zu
tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4):
Unter die Kategorie „funk
tioneller Schweregrad" (E. 4.3) fällt der Komplex
„Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diag
noserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1
; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 5.2
), dem
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder der Behandlungsresistenz (E. 4.3
.1.2) und den Komorbiditäten (E. 4.3.1.3
; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 8.1),
ausser
dem
der Komplex „Persön
lichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche
Resso
urcen; E. 4.3.2) und der Komplex „Sozialer Kontext"
(E. 4.3.3)
. Unter der Kate
gorie
„Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
sind die g
leich
mässige
n
Einschränkung
en
des
Aktivitätenni
veaus
in allen vergleich
baren Le
bens
bereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und einglie
derungs
anam
nes
tisch aus
gewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
4.4.4
Die Überprüfung der Standardin
d
ikatoren gestützt auf das Gutachten des
E._
wie auch die übrige Aktenlage
erlauben
eine schlüssige Beurteilung der psychi
schen Beschwerden im Licht
e der
massgeblichen Indikatoren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_74/2018 vom 2
5.
Juni 2
018 E. 4.2) und führen
zu folgendem
Er
gebnis
:
Zum Komplex
„
Gesundheitsschädigung",
insbesondere zum Indikator
„
Ausprä
gung der diagnoserelevanten Befunde"
s
chloss der Konsens
der
Gutachter
ab
weichend zur Beurteilung
des
L._
vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
6/136/2)
nicht
auf das Vorliegen einer schweren Panik- und
Agoraphobiestörung
(
Urk.
6/163/44)
. Die funktions
erhebliche
psychiatrische
Befundlage lautete dahingehend, dass der Beschwerde
führer bewusstsein
s
klar und allseits orientiert während eineinhalb Stunden die Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit habe erhalten können.
Eine differenzierte Beschreibung der Symptomatik sei ihm nicht möglich gewesen.
Er habe angegeben, bei der Exploration eine Panikattacke erlitten zu haben, diese sei jedoch nicht objektivierbar gewesen.
Es fehlten Hinweise für Wahn, Halluzi
nationen oder Ich-Erlebnisstörun
gen. Jedoch sei
die emotionale Schwingungs
fähigkeit herabgesetzt und der Beschwerdeführer wirke emotional wenig zugänglich.
Er berichte, wenn auch oberflächlich, über Angst vor Menschenmen
gen, Schlaf- und Einschlafstörungen sowie Albträume und sozialen Rückzug, wirke überfordert und abwehrend beim Versuch, Symptome gezielter zu erfragen (
Urk.
6/163/35
f.). Die Agoraphobie erscheine chronisch. Der Beschwerdeführer habe Erwartungsängste, zeige ein Vermeidungsverhalten und wähne sich in stän
diger Angst, es sei ihm jedoch möglich, die Wohnung zu verlassen (
Urk.
6/16
3/38). Damit sc
hloss
Dr.
O._
zwar
nicht auf eine schwere Be
fun
d
lage.
In Kombination mit der diagnostizierten Schmerzstörung, welche
psy
chiatrischerseits
ebenfalls als zur Chronifizierung neigend beurteilt wurde (
Urk.
6/163/38), lässt sich
aber
eine invalidisierende Wirkung der relevanten psy
chiatrischen Störungen nicht ohne Prüfung der übrigen Standardindikatoren aus
s
chliessen (BGE 143 V 418 E. 5.2
).
Mit Blick auf den Indikator
„
Behandlungserfolg oder –
res
istenz
" ist dem Gutach
ten des
E._
wie auch den
Bericht
en
des
L._
vom
2.
Juli und 3
0.
Dezember 2015
zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
, welcher
sich
trotz jahrelangen Ren
tenbezugs aufgrund
seiner psychischen Störung
noch keiner stationären Behand
lung unterzogen hat (vgl.
dazu:
Urk.
6/163/33),
im Jahr 2015 zu
nur
insgesamt fünf verhaltenstherapeutischen ambulanten Sitzungen im
L._
erschienen war und die
medikamentöse Behandlung mit
Cymbalta
im März 2015 wieder ab
ge
setzt hatte
(
Urk.
6/136/1-4, 6/148/6-10, 6/163/34). Eine eigentliche psychothe
rapeutische Behandlung
nahm der Beschwerdeführer auch bei
Dr.
R._
, welchen er erstmals am 1
2.
September
2017 aufsuchte, nicht auf und zeigte offen
sichtlich auch
dannzumal
nur eine geringe Behandlungsbereitschaft (
Urk.
6/187
/1-2). Die
von den
E._
-Gutach
t
ern
als indiziert erachtete intensive verhaltensthera
peutische und
psychoedukative
Therapie inklusive Pharmakothe
rapie und allen
falls ergänzende Familientherapie (
Urk.
6/163/40)
wurde damit zu keinem Z
eit
punkt aufgenommen. Trotz möglicherweise teilweise
pathologischem Vermei
dungsverhalten des Beschwerdeführers fehlen Hinweise auf eine man
gelnde Zu
mutbarkeit
der empfohlenen Behandl
ungsmöglichkeiten; entsprechend
ist eine lege
artis
und mit optimaler Kooperation durchgeführte Therapie sowie eine dar
aus resultierende Behandlungsresistenz au
genscheinlich nicht ausgewie
sen
.
Hinsichtlich des Indikators
„
Komorbiditäten" liegen sowohl mit der diagnostizier
ten chronischen Schmerzstörung als auch dem chronischen
lumbovertebrogenen
Syndrom mit Facettenarthrose und den Folgen der
Sympathicus
-Läsion links rechtlich bedeutsame Komorbiditäten vor, welche gemäss ärztlicher Feststellung zu Wechselwirkungen mit der Agoraphobie führen und insofern ressourcenhem
mende Wirkung entfalten
. Das
hohe Vermeidungsverhalten des Be
schwerdefüh
rers
habe
zur Folge, dass alles Neue zu
Ängsten führe und
auch zu vermehrten Schmerzen (
Urk.
6/163/39). Die ebenfalls diagnostizieren akzentuier
ten Persön
lichkeitszüge (
Urk.
6/163/42) sind nach der Rechtsprechung dagegen nicht inva
lidisierend und stellen daher keine relevante psychische Komorbidität dar; viel
mehr sind sie im Rahmen der Persönlichkeitsdiagnostik zu würdigen (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_592/2018 vom
2.
Apr
il 2019 E. 4.3 mit Hinweis auf
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3).
Mit Blick auf den Komplex
„
Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönli
che Ressourcen)
und
„
Sozialer Kontext"
, lässt sich dem
E._
-Gutachten ent
nehmen, dass
Dr.
O._
vor allem der Angststörung ressourcenhemmende Wirkung beimass. Die narzisstischen Persönlichkeitszüge, welche gemäss ihrer Ein
schätzung nicht das Ausmass einer eigentlichen Störung erreichen, wirkten sich gemäss ihrer Einschätzung zwar eher negativ auf d
en Gesundheitszustand aus, lägen aber immer noch im Rahmen der
Normvariante. Negativ wirke sich dagegen aus, dass der Beschwerdeführer nie gelernt habe, sich zu behaupten und Ehrgeiz zu entwickeln. Auch
erachtete
Dr.
O._
die jahrelange Berentung, finanzi
elle Probleme, die fehlende Identifikation mit der Vaterrolle und Probleme mit der Ehefrau als ressourcenhemmende Faktoren (
Urk.
6/163/38-39).
Im sozialen Kontext gilt es aber
auch
zu berücksich
tigen, dass der Beschwerdeführer als vier
facher Familienvater trotz Eheproblemen weiterhin mit
seiner
Ehefrau und den zwei jüngsten Kindern
, mithin in einer sozialen Gemeinschaft
zusammenlebt (
Urk.
6/163/15
)
und
zudem
zumindest zu seiner zweitältesten Tochter ein gutes Verhältnis hat. Er gehe regelmässig spazieren, fahre weiterhin Auto und gehe ab und zu mit den Kindern in den Tierpark. Auch nehme er regelmässig RAV-T
ermine wahr (
Urk.
6/163/34), was
auf
durchaus
mobilisierbare Ressourcen schliessen lässt.
Auf eine massgebliche Restarbeitsfähigkeit lässt denn auch die
Kon
s
istenzprü
fung schliessen, ergibt sich doch in Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (vgl. BGE 141 V 291 E. 4.4.1) aus den Akten, dass der Beschwerdeführer nach der Einstellung der seit September 1994 bezogenen ganzen Invalidenrente mit Ver
fügung v
om 2
3.
April 2012 (
Urk.
6/110)
trotz der weiterhin anerkannten 25%igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in der Lage war, vom
1.
November 2012 bis Januar
2015 über mehr als zwei Jahre
hinweg
einer 100%igen Tätigkeit als Hilfselektriker nachzugehen.
Dass die Motivation des Beschwerdeführers durch die Renteneinstellung offensichtlich einen Schub erfuhr und ihm die Mobilisation erheblicher Ressourcen ermöglichte, nahm denn auch sein Berater im Rahmen der beruflichen Eingliederung der
B._
im August
2012 wahr (vgl.
Urk.
6/114). Da der Beschwerdeführer seit 2013 über im Wesentlichen unveränderte Schmerzen und Gefühlsstörungen klagt und auch hinsichtlich der Angsterkrankung anam
nestisch keine Hinweise auf eine seit 2013 eingetretene erhebliche Verschlechte
rung zu finden sind (
Urk.
6/123/4, 6/123/6-7, 6/136/2, 6/163/20, 6/163/34 f.), ist mit Blick auf die bis Januar 2015 ausgeübte berufliche Tätigkeit und auf das Aktivitätsniveau im privat
en Lebensbereich mit Spaziergäng
en und Ausflügen in den Tierpark auf das Vorliegen massgeblicher Ressourcen zu schliessen.
In diesem Zusammenhang sind denn auch die Hinweise im Gutachten des
E._
auf Inkonsistenzen und
demonstratives Verhalten zu berücksichtigen, lässt doch der festgestellte ausgezeichnet wirkende Allgemeinzustand und der sehr gute Muskelstatus Zweifel am vom Beschwerdeführer geschilderten Rückzug ohne we
sentliche Aktivitäten aufkommen (
Urk.
6/163/45). Hinzu kommt, dass der lang
jährige Verzicht des Beschwerdeführers auf eine adäquate psychotherapeutische
und medikamentöse Therapie, selbst
wenn ein Teil der Behandlungsverweigerung auf eine pathologische
Vermeidenshaltung
zurückzuführen wäre, nicht auf einen behand
l
ungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen erheblichen Lei
densdruck schliessen lässt (BGE 141 V 281 E. 4.4.2).
Zusammenfassend lässt die
Indikatorenprüfung
im Lic
hte der massgeglichen Aktenlage nicht schlüssig und widerspruchsfrei darauf schliessen, dass die psy
chi
schen Gesundheitsstörungen des Beschwerdeführers
Auswirkungen
auf
s
eine Ar
beits
fähigkeit im Sinne von
Art.
6 ATSG haben (BGE 143 V 418 E. 7).
Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell bew
eisbelastete versicherte Person, mithin der Beschwerdeführer
,
die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
5.
5.1
Entsprechend bleibt zu prüfen, welche Auswirkungen die unter E.
4.2
festgestellte Einschränkung der somatischen Leistungsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers hat. Der massgebliche Invaliditätsgrad für die Zeit vom
1.
August
2015 (
frühest
möglicher Rentenbeginn nach der Anmeldung vom 1
7.
Feb
ruar
2015 gemäss
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG) bis zum Erlass des
hier ange
fochte
nen Entscheids ist gestützt auf die allgemeine Methode des Ein
kommensver
gleichs zu ermitteln.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin bemass das hypothetische
Valideneinkommen
im
Jahr
2015
in der Höhe
von
Fr.
58'954.40 gestützt auf das der Verfügung vom 23
.
April 2012 zugrunde gelegte hypothetische
Validen
einkommen
in der ursprüng
li
chen, vor der Erstanmeldung zum Leistungsbezug ausgeübten
Tätigkeit als Hilfs
koch
(vgl.
Urk.
6/78/4, 6/110) und passte dieses der Nominal
lohn
ent
wicklung bis ins Jahr 2015 an (vgl.
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/167/1).
Der Beschwerdeführer lässt dagegen einwenden, dass ihm die Wiedereingliede
rung nach der Rentenaufhebung per Juni 2012 gelungen sei und das
Validenein
kommen
entsprechend gestützt auf seinen als Hilfselektriker erzielten Lohn von
Fr.
66'950.-- zu berechnen sei (
Urk.
1 S. 4). Dieser Argumentation ist Folge zu leisten, ist doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, dessen leistungsspezifische Invalidität
für einen Renten
anspruch
mit Verfügung vom 2
3.
April 2012 (
Urk.
6/110) aberkannt wurde, seine am
1.
November 2012 aufgenommene Tätigkeit als Hilfselektriker bei der
C._
im Gesundheitsfall
fortgesetzt hätte.
Dies gilt umso mehr, als er bereits vor der ersten Anmeldung zum Leistungsbezug von Juni bis Dezember 1991 als Hilfselektriker gearbeitet hatte
und die Tätigkeit
als Hilfskoch
ebenfalls nur
für einen Zeitraum
von
14 Monaten
von Novem
ber1992 bis Dezember 1993 ausübte
(vgl.
Urk.
6/1/4).
Entsprechend ist gestützt auf die Angaben der
C._
vom
7.
April 2015 von einem hypothetischen Einkommen im Gesundheitsfalle im Jahr 2015 von
Fr.
66'950.--
auszugehen (vgl.
Urk.
6/124/3).
5.2.3
In Bezug auf die Bemessung des Invalideneinkommens liess der Beschwerdefüh
rer unbestritten, dass dieses, nachdem
er die ihm betriebsintern ab
6.
Februar 2015 zugewiesene 50%ige Tätigkeit als
Magaziner
bei der
C._
Ende Juni 2015
verloren hat
(vgl.
Urk.
6/6/124/2, 6/126/1
, 6/163/16), gestützt auf den branchenunabhängigen Durchschnittslohn für Hilfsarbeiten gemäss der vom Bun
desamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 zu ermitteln ist. Der Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten kör
perlicher und handwerklicher Art betrug für Männer im Jahr
2014 entgegen der diesbezüglichen Annahme der Beschwerdegegnerin nicht
Fr.
4'900.
--
(vgl.
Urk.
6/167/1)
monatlich, sondern Fr. 5'365
.
-- (vgl. am
8.
November 2018 korri
gierte Fa
ssung der LSE 2014, Tabelle TA1_
tirage_skill_level, Total, Kompeten
z
niveau 1), was der durchschnittlichen Arbeitszeit für alle Branchen im Jahr 2015 von 41,7 Stunden
(
vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen in Stunde
n pro Woche, T 03.02.03.01.04.0
1, Total)
und der Nomi
nallohnentwicklung bei Männern von 2220 Punkten (2014) auf 2226
Punkte
(2015) (Bundesamt für Statistik
, Schweizerischer Lohnindex, T39, Ent
wicklung der Nominallöhne
, der Konsumentenpreise und der Reallöhne 1976
2016)
ange
passt zu einem Invalideneinkommen 2015 von
Fr.
67'297.55
(
Fr.
5
'
365.-- x 12 : 40 x 41,7 : 2220 x 2226)
führt
.
Was den Abzug vom Tabellenlohn anbelangt, welcher rechtsprechungsgemäss zu gewähren ist, wenn persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
(
BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
), erachtete die Beschwerdegegnerin einen Abzug von 15
%
unter Wür
digung aller Umstände als gerechtfertigt (
Urk.
2 S. 2, 6/167/1). Da selbst der maxim
al mögliche Abzug von 25
%
(BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc) zu einem Invaliditätsgrad von lediglich 25
%
und damit zu keinem Rentenanspruch führen wü
rde (
Fr.
67'297.55 x 75
%
: Fr.
66'950.--
x 100 = 75 [%]
), erübrigen sich weitere Ausführungen zu den diesbezüglichen Ein
wänden des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 9 f.).
Der angefochtene Entscheid erweist sich im Ergebnis als richtig; die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.