Decision ID: e5be171c-8c3b-49e1-a92f-85b248bb51e7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983, schloss eine
Berufsl
ehre als Polymechani
ker mit technischer Berufsmaturität ab (
Urk.
6/1/2-3). Ein Studium in Maschinen
bau brach er
nach fünf Jahren
ab (
Urk.
6/16 S. 1 oben). Zuletzt war er vom
1.
Juli 2012 bis 3
0.
November 2013 bei der
Z._
AG angestellt
, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 2
7.
September 2013 war
(
6/14/1
Ziff.
2.1
und 2.3
).
1.2
Der Versicherte meldete sich am
3.
April 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
2). Die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte dem Versicherten
ein Arbeitstraining
und Arbeitsvermittlung (
Urk.
6/
35-
36,
Urk.
6/44,
Urk.
6/54).
Mit Verfügung vom 2
8.
März 2018
(
Urk.
6/84) verneinte
die IV-Stelle einen Anspruch auf IV-Leistungen.
Die vom Versicherten am
4.
Mai 2018 (
Urk.
6/90/3-16) dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
7.
Dezember 2018
(Verfahren-Nr. IV.2018.00418)
im dem Sinne gut,
dass
es
die
Verfügung vom 2
8.
März 2018
aufhob
und die Sache zur ergänzenden Abklärung des Sachverhaltes an die IV-Stelle
zurückwies
(
Urk.
6/92 S. 16 Dispositiv
Ziff.
1).
1.3
Die IV-Stelle tätigte
in der Folge
medizinische (
Urk.
6/99, 6/101-102) und beruf
liche (
Urk.
6/103,
Urk.
6/105/2-4) Abklärungen und holte ein neuropsychologi
sches und ein psychiatrisches
Teilg
utachten (
Urk.
6/122,
Urk.
6/124) ein.
Am
2
5.
Mai 2020 (
Urk.
6/130)
erliess sie
den Vorbe
scheid. Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/139) vor.
Mit Verfügung vom
1
5.
September 2020 (
Urk.
6/144 =
Urk.
2) verneinte die
IV-Stelle erneut einen Anspruch auf IV-Leistungen.
2.
Der Versicherte erhob am 1
9.
Oktober 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
5.
September 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren. Eventuell sei die Angelegen
heit zur weiteren fachärztlichen Abklärung und anschliessenden Neuverfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3 oben).
Die IV-Stelle beantragt mit
Beschwerdeantwort vom
1.
Dezember 2020 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
8.
Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest, gemäss den
Teilg
utachten vom 2
7.
Januar und 2
0.
Februar 2020 liege
eine leichte kog
nitive Störung
vor, die aber
keine lebenslange Einschränkung
der Arbeitsfähig
keit zur Folge
habe
.
Der Beschwerdeführer habe eine anspruchsvolle Ausbildung absolvieren können, was mit den geltend gemachten Einschränkungen nicht
zu vereinbaren sei
(S. 1 f.). Falls eine Schlafstörung im angegebenen Umfang beste
hen sollte, müsste auch
die
Fahreignung
des Beschwerdeführers
angezweifelt werden. Nach seinen Angaben sei er jedoch
im Monat
1000 km mit dem Auto
unterwegs
. Ohne die geltend gemachten Einschränkungen wäre er voll erwerbs
tätig. Eine Abklärung im Haushalt sei daher nicht angezeigt
(S. 2 oben).
2.2
Die
Beschwerdegegnerin
führte
in der Vernehmlassung
ergänzend aus
, für die Beurteilung eines Anspruchs auf IV-Leistungen sei nicht in erster Linie die Diag
nose massgebend, sondern die daraus resultierenden Funktionseinschränkungen. Diese wiegten in
casu
nicht schwer. Final sei auch nicht entscheidend, ob die leichten
kognitiven Einschränkungen der Diagnose einer Aufmerksamkeitsstö
rung ohne Hyperaktivität (ADS) oder einer anderen psychiatrisch/neurologischen Erkrankung zugeordnet werden könnten (
Urk.
5 S. 1
Ziff.
1).
Im Hinblick auf den
Beizug
weiterer medizinischer Abklärungen vor dem Jahr 2010
gab die Beschwer
degegnerin an
,
es sei aktenkundig, dass
sich die schulische und berufliche Lauf
bahn des Beschwerdeführers weitgehend unauffällig präsentiere. Immerhin habe er die reguläre Schulzeit sowie eine kognitiv anspruchsvolle Lehre mit technischer Berufsmaturität abschliessen können (S. 1 f.
Ziff.
1).
Nach
umfassender
Prüfung der Standardindikatoren
liege keine lang andauernde erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vor (S. 2
Ziff.
2).
2.3
De
r Beschwerdeführer brachte vor,
das psychiatrische
Teilg
utachten vom 2
0.
Feb
ruar 2020 erfülle die Vorgaben des Bundesgerichts nicht in hinreichender Form. Insbesondere argumentiere der Gutachter teilweise auf fehlerhafter oder unzu
reichender Tatsachengrundlage, unter inhaltlicher und teleologischer Verkürzung einzelner Indikatoren (
Urk.
1 S. 7 Mitte).
Er
habe neben einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert, lediglich eine leichte kognitive Stö
rung festgestel
lt. Diese Einschätzung stehe in offenkundigem
Widerspruch zur seit mehreren Jahren durch den behandelnden Arzt gestellten Diagnose einer Aufmerksamke
itsstörung ohne Hyperaktivität und zur
Abklärung im
Sanatorium
A._
(S.
7
Ziff.
1
a)
.
Medizinische Abklärungen vor dem Jahr 2010 seien für die Begutachtung nicht herangezogen worden.
Bereits
zu Kindheits- und Jugend
zeiten
hätten jedoch
nicht unerhebliche psychische Auffälligkeiten
bestanden
(S.
8
lit
.
bb
-
cc
)
.
Die bereits in der frühen Kindheit erforderliche mehrjährige Behand
lung sei von Bedeutung für die gutachterliche Bewertung des medizinischen Sachverhaltes (S. 9 oben). Hinsichtlich der geklagten Schlafstörungen sei eine vollständige Abklärung
ebenfalls
unterlassen worden (S. 10
Ziff.
2).
Es sei eine
ausreichende
Medikame
ntencompliance
dokumentiert.
Die Behaup
tung des Gutachters, die neuropsychologische Untersuchung sei unter dem Ein
fluss von
Elvanse
erfolgt, sei unzutreffend. Die
Verschreibung sei erst nach der neuropsychologischen Begutachtung erfolgt (S. 14
Ziff.
5 a und b). Bei dem vom
psychiatrischen Gutachter erwähnten Arbeitsverhältnis handle es sich nicht um eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Diese
habe einem geschützten Arbeits
platz entsprochen. Die Leistungsfähigkeit sei
zudem
reduziert gewesen und habe nicht einem Pensum von 80
%
entsprochen (S. 15
Ziff.
6 c).
2.4
Streitig und zu prüfen ist, ob auf
das neu eingeholte
bidisziplinäre
Gutachten
abgestellt werden kann und ob
ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Die Ärzte des Sanatoriums
A._
stellten
im Bericht
vom 2
6.
August 2010 (
Urk.
6/66/9-13)
über eine ADHS-Abklärung
des Beschwerdeführers
die Diagnose Aufmerksamkeitsstöru
ng ohne Hyperaktivität (ICD-10 F
98.8, S. 1 oben; vgl. auch den neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom
1
5.
Juni
2012
über eine Abklärung
im
Zentrum
B._
,
Urk.
6/66/1-5).
3.2
Der Beschwerdeführer ist seit
Februar 2011
bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter Behandlung (
Urk.
6/13 S. 1
Ziff.
1.2).
Der Psychi
ater
nannte im Bericht vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
6/1
3
) als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aufmerksamkeitsst
örung
ohne Hyperaktivität (ICD-10 F98.8), eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelschwere Epi
sode (ICD-10 F33.1)
,
und einen Verdacht auf eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1, S. 1
Ziff.
1.1).
Dr.
C._
führte zur
Anamnese aus,
in den Jahren 2006 und
2010 seien wie
derholt
Abklärungen wegen ADHD erfolgt. Die Diagnose einer Aufmerksam
keitsstörung ohne Hyperaktivität sei im August 2010
durch die Ä
r
zte des San
a
toriums
A._
bestätigt worden (S. 2
Ziff.
1.4 oben).
Er
attestierte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Konstrukteur und Projektleiter
(
nach einem abge
brochenen Studium in Maschinenbau
)
vom
1.
Oktober 2013 bis 2
0.
März 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und seit dem 2
1.
März 2014 bis auf Weiteres eine
solche
von 50
%
(S
.
3
Ziff.
1.6).
Im Hinblick auf die bisherige
Tätigkeit bestünden Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, eine depressive Verstim
mung, Antriebslosigkeit, Schwankungen der Leistungsfähigkeit sowie eine ver
minderte Anpassungsfähigkeit und Flexibilität
. In einer behinderungsangepass
ten Tätigkeit beste
he eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
(S. 3
Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
C._
nannte im Verlaufsbericht vom 2
0.
Oktober 2016 (
Urk.
6/64) als Diagnosen
mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aufmerksamkeits
störung ohne Hyperaktivität (ICD-10 F98.8), eine rezidivierende depressive Stö
rung, aktuell leichte Episode (ICD-10 F33.1), einen Verdacht auf eine soziale Pho
bie (ICD-10 F40.1)
und
eine Lesestörung (Verdacht auf eine Störung der lexika
lisch semantischen Routine) bei fehlender Rechtschreibstörung (ICD-10 F81.
8,
S.
1
Ziff.
1.2).
Weiter wurde ausgeführt
, eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer für vier Stunden pro Tag zumutbar. Er sei jedoch nicht fähig, die Arbeit konkurrenz
fähig zu bewältigen, da er im Arbeitsfluss sta
rk verlangsamt sei, unabhängig von der Art der Arbeit.
Die Leistungsfähigke
it sei um zirka 70
%
reduziert und es verbleibe
eine Leistungsfähigkeit von zirka 30
%
(S. 2
Ziff.
2.1).
Die
ambulante
Behandlung erfolge mit einem Rhythmus von zwei Sitzungen pro Woche (S. 3
Ziff.
3.1).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
nahm am
4.
November 2016 (
Urk.
6/71 S. 4 ff.) Stellung zu
Akten
. Er führte aus, im psychiatrischen Überblick
ergebe sich
kein zusammenpassendes Bild
(S. 5 Mitte). Der Diagnose einer mit
telgradigen depressiven Störung könne nicht gefolgt werden
. In einem Bericht über berufliche Massnahmen sei angegeben worden, dass der Beschwerdeführer gerne zur Arbeit komme
. Der Verdacht auf eine soziale Phobie können
im Hin
blick auf die
Berichte
über berufliche Massnahmen
ebenfalls
nicht bestätigt wer
den
. Das Ausmass der diagnostizierten Lesestörung und die eventuelle Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit sei
en
unklar
(S. 5 unten). Es bestünden grosse Zwei
fel, ob die vom behandelnden Psychiater gestellten Diagnosen in einem arbeits
relevanten Ausmass vorhanden seien (S. 6 oben).
3.5
Med.
pract
.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
RAD,
führte
in der
Stellungnahme vom 2
3.
Februar 2017 (
Urk.
6/
71 S. 7 f.) aus,
nach den
vorliegenden
Akten
seien
dem Beschwerdeführer
als
Belastungsprofil gut strukturierte Tätigkeiten und Aufgaben in ruhiger und reizarmer Atmosphäre bei ausreichender Anleitung mit Fremdkontrolle zumutbar (S. 7 oben). In der bishe
rigen Tätigkeit als Polymechaniker und in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(S. 7 Mitte). Die im Verlauf gestellten Diagnosen seien unter Berücksichtigung der psychopathologischen Befunde, der Abklä
rungsberichte und fremdanamnestischer Angaben nicht plausibel. Der Wunsch
des Beschwerdeführers
nach
Tätigkeiten, für die er nach einem abgebrochenen Maschinenbaustudium nicht qual
ifiziert sei,
und entsprechende Stellenbewerbun
gen
mit zu erwartender
Frustration
seien
nicht IV-relevant.
Die neuropsycholo
gischen Untersuchungen würden nicht eindeutig für ein ADS/ADHS sprechen. Wiederholt werde für bestimmte Situationen wenig Beharrlichkeit und Ehrgeiz, das Maximum zu leisten, angemerkt (S. 7 unten).
3.6
Dr.
C._
führte in der Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2017 (
Urk.
6/82) ergänzend aus, die diagnostische Einschätzung
durch ihn
basiere auf
der
Ver
laufsbeobachtung und einer Therapie von mehr als sechs Jahren. Die Leistungs
fähigkeit
des Beschwerdeführers
sei durchgehend mal stärker, mal schwächer ein
geschränkt. Trotz adäquater Behandlung sei es zum Abbruch des Studiums gekommen. Die geschilderten Probleme stünden nicht nur im Zusammenhang mit einer Diagnose. Es handle sich um die Auswirkungen der Interferenz der verschie
denen
komorbid
auftretenden Störungen
. Die depressive Störung habe erst nach jahrelanger
Behandlung und unter einer Langzeittherapie mit Lithium verbessert werden können. Die depressive Symptomatik verstärke sich zudem regelhaft, sobald der Beschwerdeführer Stress ausgesetzt sei
(S. 2
Ziff.
2). Er gehe davon aus, dass der Patient für eine der Behinderung angepasste Tätigkeit maximal eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
aufweise (S. 2
Ziff.
3).
3.7
Dr.
C._
nannte im Bericht vom 2
2.
Mai 2019 (
Urk.
6/101)
als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität
(ICD-10 F98.8)
, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig teilremittiert mit Residualsymptomatik
(ICD-10 F33.4)
, eine
Hypersomnie
mit hohem Schlafbedarf und dennoch erhöhter Tagesmüdigkeit
mit grenzwertig schlafbezogenen Atmungs- und Bewegungsstörungen, einen Verdacht auf eine soziale Phobie
(ICD-10 F40.1)
und eine Lesestörung
(ICD-10 F81.8, S. 5
Ziff.
2.5).
Dr.
C._
gab weiter an
,
hinsichtlich
der
Arbeitsfähigkeit habe sich seit dem Bericht vom 2
0.
Oktober 2016 nur wenig verändert.
Anfang 2017
sei es bei einer
kombinierte
n
psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Behandlung ein
sch
liesslich einer Pharmakotherapie
zu einer unerwarteten Besserung der chro
nisch verlaufenden rezidivierenden depressiven Störung gekommen.
Es handle sich um die Hauptsymptome
depressive
Verstimmung und Freudlosig
keit/Interesseverlust. Zur Besserung dürfte beigetragen haben, dass der Beschwer
deführer seit der Beendigung eines von der Invalidenversicherung unterstützten Arbeitstrainings weniger Druck un
d Stress ausgesetzt gewesen sei.
Stress habe früher regelhaft zu einer Verschlechterung der depressiven Symptomatik geführt.
Im April 2018 sei eine
polysomnographische
Abklärung
der
Schlafstörungen mit verstärkter Tagesmüdigkeit erfolgt
(S. 3
Ziff.
2.1 oben). Trotz
einer
Besserung der depressiven Symptomatik bestünden weiterhin verschiedene,
den
Beschwerde
führer im Alltag massive behindernde Symptome. Diese seien als Residualsymp
tome nach langdauernder depressiver Störung
anzusehen
(S. 3
Ziff.
2.2
unten
).
Es bestehe weiterhin
eine signifikante
den Alltag einschränkende
Antriebsstörung mit Akzentuierung am Morgen. Die den Beschwerdeführer stark behindernde
Fatigue
dürfte
polyfaktoriell
bedingt sein (S. 3 f.
Ziff.
2.2).
Die Prognose für eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt sei sehr schlecht. Es müsste sich um Anforderungen
analog einem
geschützten Arbeitsplatz han
deln
.
In
einem Arbeitstraining
habe der Beschwerdeführer
unter normalen, kom
petitiven Anforderungen
keine ausreichende Leistung erbringen können
. Seit Anfang 2016 sei er nur noch im Haushalt tätig, wo er bis heute eine deutliche Leistungseinschränkung zeige
(S 5
Ziff.
2.7).
Seit dem letzten Bericht habe sich die Situation kaum verändert Gemäss der Partnerin des Beschwerdeführers habe er grosse Mühe, den Haushalt bedarfsgerecht abzuwickeln (S. 6
Ziff.
3.4).
3.
8
3.
8
.1
Dipl.-Psych.
F._
erstattete am 2
7.
Januar 2020 (
Urk.
6/122) im Auftrag der Beschwerdegegnerin
ein neuropsychologisches
Teilgutachten.
Die
neuropsy
chologis
che
Untersuchung
fand
am
4.
Dezember 2019
statt
(S. 1
Ziff.
1.1).
Dipl.-Psych.
F._
führte aus, der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er seit der Kindheit unter einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung leide. Zudem erlebe
er
hi
n und wieder innerliche Unruhen und
sein Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis
habe sich in
den letzten Jahren verschlechtert (S. 4
Ziff.
3.2 oben).
Er berichte, dass er f
ür eine kurze Zeit von zirka 6 bis 12 Monaten er ohne Mühe halbtags arbeiten
könne
. In dieser Zeit wäre er auch leistungsfähig. Über einen längerfristigen Zeit
raum von zirka 3 bis 4 Jahren sei ihm eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt jedoch nicht möglich
. Bezüglich einer Lesestörung habe der Beschwerdeführer angegeben, dass er generell länger brauche, um Texte zu lesen und den Sinn zu verstehen
(S. 4
Ziff.
3.2 unten). Nach einem abgebrochenen Studium in Maschi
nenbau habe er zuletzt bei der
Z._
AG als Projektlei
ter im Bereich Maschi
nenkonstruktion gearbeitet
.
Während der
dortigen
Anstellung sei mittels
Aufdo
sierung
der Medikation
versucht worden, sein Arbeitstempo zu verbessern.
Schlussendlich sei ihm die Arbeitsstelle
aber
gekündigt worden. (S. 5 oben).
Im Gespräch hätten sich keine Hinweise auf Wortfindungsstörungen oder gesprächsrelevante Beeinträchtigungen der Merkfähigkeit ergeben. Das Instruk
tionsverständnis sei weder bei einfachen noch bei komplexen Aufgaben beein
trächtigt gewesen. Der Beschwerdeführer sei
jedoch
etwas
müde erschienen (S. 6 Mitte).
Ein Test zur Beschwerdevalidierung
habe ein unauffälliges Fehlerverhalten ergeben (S. 10 oben).
K
linischen Hinweise für eine bedeutsame Abnahme der psychophysischen Belastbarkeit
seien
im Verlauf des Untersuchungszeitraumes
nicht
festgestellt worden (S. 11 unten).
3.
8
.2
Dipl.-Psych.
F._
gab als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an,
a
us neuropsychologischer Sicht bestünden aufgrund der aktuellen Untersuchung insgesamt leichte kognitive Funktionsstörungen der Aufmerksamkeit und der
Exekutivfunktionen sowie mittelschwere kognitive Funktionsstörungen der Lern- und Gedächtnisleistungen sowohl im verbalen als auch im figuralen Bereich. Gesamthaft könne das kognitive Leistungsvermögen als leicht bis mittelschwer beeinträchtigt eingestuft werden (S. 13
Ziff.
6.1).
Als beruflich relevante Einschränkungen bestünden
eine Verlangsamung und eine fehlerhafte und ungenaue Arbeitsweise. Weiter bestünden Gedächtnisprob
leme beziehungsweise Lernstörungen bei der Aufnahme neuer Informationen, sowohl figuraler als auch verbaler Art, und Problem
e
unter erhöhtem Zeit
druck
und interaktionellem Druck
zu arbeiten (S. 15 f.
Ziff.
8.1).
Die neuropsychologisch objektivierbaren Defizite hätten mit grosser Wahrscheinlichkeit einschränkende Auswirkungen auf die angemessene Bewältigung der alltäglichen kognitiven Anforderungen im beruflichen Umfeld und schr
änkten die Arbeitsfähigkeit ein (S. 16
Ziff.
8.1 oben).
Aufgrund der festgestellten Störungen ergebe sich
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit gelte überwiegend wahrscheinlich auch retrospektiv ungefähr seit 2014
(S. 16
Ziff.
8.1 Mitte
). Leidensangepasst seien Tätigkeiten ohne Lei
tungsfunktionen. Nicht möglich seien
weiter
kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten verbunden mit neuen Lernanforderungen oder betrieblichen Weiterbildungen oder Umschulungen. In einer kognitiv nicht anspruchsvollen Tätigkeit im Werk
stattbereich ohne Leitungsfunktionen sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeits
fähig (S. 16
Ziff.
8.2 unten).
3.
9
3.
9
.1
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 2
0.
Februar 2020 (
Urk.
6/124
/2-3
3
) das psychiatrische Teilgutachten. Die psy
chiatrische Untersuchu
ng erfolgte am 2
7.
Januar 2020 (
S.
3
Ziff.
1.1 oben).
Dr.
G._
führte aus, der Beschwerdeführer habe als zentrale Problematik die Merkfähigkeit angegeben. Er vergesse ständig Dinge. Zusätzlich leide er seit sei
ner Jugend an einer «Depression». Er habe eine gewisse Antriebsschwäche, aktuell ansonsten aber keine depressiven Symptome. Ausserdem leide er an ADS. Bei Stress werde er deswegen depressiv
(S. 11
Ziff.
3.1 oben). Er leide unter der Prob
lematik Depression, ADS und Merkfähigkeit
. Trotz verschiedener Medikamente sei es nicht wirklich besser geworden
(S. 11
Ziff.
3.2 Mitte).
Im Hinblick auf eine
Urindokumentation habe der Beschwerdeführer
erklärt
, es könne sein, dass Amphetamine nachgewiesen würden.
Er
habe
das Medikament
Elvanse
, das ihm erneut verschrieben worden sei,
selbständig
abgesetzt.
Er habe damit dokumen
tieren
wollen
, dass er unter einer stabilen, dauerhaften Einschränkung leide
.
Aktuell sei er alle drei Monate bei einem Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie in Behandlung (S. 11
Ziff.
3.2 unten).
Eine Rückfrage
beim Beschwerdefüh
rer habe ergeben
, dass
die Kündigung der letzten Arbeitsstelle
,
wie in den Akten dokumentiert
,
durch
ihn
erfolgt
sei
(S. 13 Mitte).
Z
wischen dem
6.
und
7.
Lebensjah
r
des Beschwerdeführers
sei
eine psychiatrische Abklärung
in der p
sychiatrischen
Klinik
H._
erfolgt
.
Es habe sich um eine
POS-Abklärung
gehandelt
.
Die entsprechenden Dokumente würden
aber
nicht mehr existieren
(S. 13 unten).
Aktuell
arbeite er
etwa zwei Stunden pro Monat in e
inem Export-/Import-Unternehmen, wobei er
etwa
Fr.
20'000.-- - 30'000.-- erwirtschaften
würde. Dies sei der reine Umsatz
(S. 15 oben).
Im Rahmen einer Integrationsmassnahme der Invalidenversicherung
habe eine Arbei
tsfähigkeit von
bis zu
80
%
bestanden.
Der Beschwerdeführer empfinde sich jedoch für jede Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsunfähig. Er erwarte eine ganze Rente
(S. 16 oben).
Im
Haushalt und im Alltag
benötige er
keine Hilfen. Er könne Autofahren und erledige alle Einkäufe selber. Pro Monat fahre er etwa 1000 km. Einschränkungen beim Autofahren oder bei der Teilnahme am öffentlichen Verkehr seien nicht zu dokumentieren (S. 17 unten). In der Vergangenheit seien versc
hiedenen antide
pressiv wirkende
Medikamente versucht worden, an die sich der Beschwerdefüh
rer nur zum Teil erinnern könne.
Seit Langem nehme er
Lithium ein (S. 18 oben).
Der Beschwerdeführer habe auf einen Urinbefund angesprochen angegeben, dass er erst am Samstag
Methylphenidat
abgesetzt habe Es sei daher zu berücksichti
gen, dass die neuropsychologische Untersuchung wahrscheinlich unter
Methyl
phenidat
durchgeführt worden sei. Der Beschwerdeführer habe auf einem Frage
bogen Einschränkungen im Haushalt und der Kindererziehung angegeben. Bei genauem Nachfragen fänden sich hierzu aber keine Einschränkungen (S. 18 unten).
3.
9
.2
Während der
Untersu
chung hätten sich mittelgradige Einschränkungen bezüglich des Gedächtnisses gezeigt. Weiter finde sich eine leicht- bis mittelgradige Ein
schränkung der Konzentration und eine teilweise auftretende Einschränkung der Auffassungsfähigkeit
.
Ein Hinweis
auf eine erhöhte
Ermüdung nach etwa 2 1/2 Stunden
habe nicht bestanden
(S. 19
Ziff.
4.3.2). Hinweise auf formale Denkstö
rungen
hätten nicht vorgelegen
.
Der
Gedankengang
habe jedoch
teilweise ver
langsamt
g
e
wirkt
. Die Affektivität sei in der Schwingungsfähigkeit teils etwas verlangsamt
gewesen
. Ansonsten
habe keine
Einschränkung des Affekts
bestan
den
(S. 20
Ziff.
4.3.2 oben).
Bezüglich der
Laborergebnisse sei festgestellt worden, dass ein Medikament kurzfristig und unmittelbar vor der Überprüfung eingenom
men worden sei. Es zeigten sich erhebliche
Complianceprobleme
. Hinweise für Amphetamine hätten nicht
vorgelegen
(S. 20
Ziff.
4.3.4).
3.
9
.3
Dr.
G._
nannte als Diagnosen eine rezidivierende depressive Erkrankung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), und eine leichte kognitive Störung
(ICD-10 F60.7, S. 21
Ziff.
6.1).
Für die
Diagnose einer Aufmerksamkeit ohne Hyperaktivität müsse der Beginn der Erkrankung
gemäss ICD-10
spezifisch
in der Kindheit und Jugend dokumen
tiert sein. In den Abklärungen aus der Kindheit und Jugend
werde
die Diagnose eines ADHS oder ADS
nicht
gestellt
.
In den Berichten der
Ärzte des Sanatoriums
A._
werde kognitiv
ein Normalbefund
beschrieben
.
Die dortige
Abklärung
habe sodann
keine Hinweise für eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit ergeben. Es sei unklar, wie in diesem Fall eine Erkrankung aus dem Formenkreis der Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung gestellt werden könne
. Die
Diagnose der Ärzte
des Sanatoriums
A._
sei damit nicht nachvollziehbar
(S. 21
Ziff.
6.2 unten). In einer Abklärung von 2012 sei
en
ein gut
durchschnittl
iches, allgemeines
kognitives Leistungsniveau dokumentiert und leichtgradige Ein
schränkungen von Aufmerksamkeitsfunktionen festgestellt worden. Bei der Abklärung habe sich jedoch eine Problematik bezüglich der Mitarbeit ergeben. Eine vollständige Abklärung
hinsichtlich
Aggravation und Simulation sei nicht durchgeführt worden. Da eine Störung bereits für die Kindheit und Jugend
doku
mentiert sein
müsse, könne keine Diagnose aus dem Formenkreis
ICD-10
F90 gestellt werden
.
Bezüglich der
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Stör
ung, gegenwärtig teilremittiert
mit Residualsymptomatik
,
bestehe
k
eine Kategorie
teilremittiert.
Im Bericht
des behandelnden Arztes
von 2019 finde sich sodann keine Begründung, weshalb die
Störung nur teilremittiert sei
n soll
(S. 22 oben).
Gemäss den Akten fänden sich längerfristige rezidivierende depressive Symptome. Eine gedrückte Stimmung bestehe aktuell nicht. Es finde sich eine sehr gering verringerte affek
tive Stimmungsfähigkeit, die nicht als pathologisch anzusehen sei.
Ein Verlust der Freudfähigkeit bestehe nicht.
Bezüglich einer Verminderung des Antriebs
habe der Beschwerdeführer während
der gesamten Untersuchung ein kla
res Selbstwertgefühl bei
der
Diskussion zum Befund und den Diagnosen
gezeigt
. Hin
weise auf Schuldgefühle
hätten nicht bestanden
(S. 22 Mitte). Zum aktuellen Zeit
punkt sei von einer rezidivierenden depressiven Erkrankung, gegenwärtig remit
tiert auszugehen. Wäh
rend der gesamten Untersuchung
hätten sich keine Hin
weise für ein erhöhtes Schlafbedürfnis
untertags
ergeben. Eine psychiatrische Diagnose lasse sich daraus nicht ableiten (S. 22 unten).
Betreffend die
Verdachtsdiagnose einer sozialen Phobie habe der Beschwerdefüh
rer während der Untersuchung keine diesbezüglichen Einschränkungen angege
ben.
Es sei nicht dokumentiert, dass er nicht
einkaufen gehen könne
und es bestünden auch sonst keine
sozialen Einschränkungen. Er vermeide auch keine
spezifischen phobischen Situationen. Von einer sozialen Phobie sei daher nicht auszugehen. Aus klinischer Sicht seien sodann keine ausreichenden Hinweise für eine aktuell bestehende Lesestörung festgestellt worden (S. 22 f.).
Im Hinblick auf die
Klagen über Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit, Lern- oder Konzentrati
onsschwierigkeiten sei keines der Symptome so schwerwiegen
d
gegeben,
dass die Diagnose
n
Demenz, organisches
amnestisches
Syndrom
oder Delir gestellt wer
den könnte
.
Es sei die
Diagnose einer leichten kognitiven Störung zu stellen
(S.
23
unten
).
Mit den
Schulnoten werde eine unauffällige schulische Entwicklung mit teilweise guten Noten dokumentiert. Eine ADHS-Abklärung im Sanatorium
A._
im Jahr 2010 habe keine erheblichen kognitiven Einschränkungen ergeben. Der Beschwerdeführer habe sodann im Rahmen einer Integrationsmassnahme bis zu einem Pensum von 80
%
arbeiten könne.
Aktuell hätten sich keine k
ognitive
n
Einschränkungen gezeigt. Es sei aber eine deutliche Besserung der depressiven Symptomatik festgestellt worden (S. 24
Ziff.
7.1.1 Mitte).
Es bestünden erhebliche Ressourcen im sozialen Bereich mit Unterstützung der Ehefrau. Weiter
bestehe eine deutliche
Anspruchshaltung gegenüber der Gesellschaft mit klaren Forde
rungen bezüglich einer Unterstützung. Der Beschwerdeführer habe sich während der Untersuchung klar abgrenzen und diskutieren
können und habe klare
Ansprüche an das Gegenüber stellen können.
Bezüglich des sozialen Umfeldes bestehe
eine erhebliche emotionale Unterstützung durch die Ehefrau, die auch als positive strukturierte Hilfe angesehen werde
. Die Kinder würden ebenfalls als hilf
reich, strukturierend und positiv wahrgenommen
(S. 24
Ziff.
7.1.2 und 7.1.3).
Der Beschwerdeführer habe subjektiv keine Verbesserung durch die Einnahme von Amphetaminderivaten angegeben.
Die
Untersuchung
habe
aber eine gewisse Besserung aufgrund der Medikation
ergeben
. Bezüglich der rezidivierenden depressiven Symptomatik sei es aktuell zu einer erheblichen Remission gekom
men. Eine regelmässige psychotherapeutisch-psychiatrische Behandlung sei in der Intensität erheblich reduziert worden (S. 25
Ziff.
7.2 oben).
Nachvollziehbar bestünden nur geringe Einschränkungen im Haushalt und im organisatorischen Bereich.
Unter der Hypothese einer Erkrankung aus dem Formenkreis
der
Auf
merksamkeitsstörung wäre eine intensivere Therapie bezüglich Amphetamine zu erwarten. Eine solche werde nicht durchgeführt.
Mit der
Hypothese einer kogni
tiven Störung sei eine
Therapie
jedoch
nicht indiziert (S. 25
Ziff.
7.3).
Der Beschwerdeführer habe in einer schriftlichen Befragung deutliche Symptome
für
Funktionseinbussen
angegeben. Bei der
Untersuchung
sei dann
aber
heraus
gearbeitet worden, dass eine
deutlich geringere Einschränkung für den Haushalt und organisatorische Tätigkeiten bestehe. Die Angaben bezüglich der Symptome
und Einschränkungen wirkten
sodann
teilweise einstudiert und vorstrukturiert. Der Lebenslauf sei von der Partnerin des B
eschwerdeführers erstellt worden, wobei erhebliche Einschränkungen dokumentiert worden seien
.
Es handle sich um eine ausgesprochene Verdeutlichung
mit zusätzlicher Berücksichtigung von angelernten psychiatrischen Symbolbildern. Symptome seien
zudem
zu Beginn nicht nachvollziehbar dargestellt worden (S. 26 oben). Der Beschwerdeführer sei fahrfähig. Er wisse, wann er dies könne u
nd wann nicht und
fahre nur kurze Strecken (S. 26 unten).
Bei komplexen Planungstätigkeiten
habe
sich innerhalb der kognitiven Struktur eine erhebliche Einschränkung
gezeigt
. Bei der einfachen Strukturierung von Aufgaben finde sich keine Einschränkung. Selber habe der Beschwerdeführer angegeben, dass
die
Planung für ihn sehr schwierig sei (S. 27
Ziff.
7.4 Mitte). Bezüglich Flexibilität und Umstellung bestehe eine mittelgradige Einschränkung (S. 27
Ziff.
7.4 unten). Weiter bestünden geringe Hinweise für Einschränkungen der Durchhaltefähigkeit und des Antriebes (S. 28 oben).
3.
9
.4
Für die
Tätigkeit als Polymechaniker
würden
erhebliche kognitive Fähigkeiten
bezüglich der Planung und Strukturierung benötigt.
Komplexe multiple Arbeits
schritte
müssten
entsprechend
kognitiv durchgeplant werden.
In der Untersu
chung seien erhebliche Einschränkungen betreffend die
Kognition, die Aufmerk
samkeit und die Merkfähigkeit
festgestellt worden
, die
die Ausübung der bisheri
gen Tätigkeit nicht adäquat zu
liessen
. Für diese Tätigkeit sei eine erhebliche Feh
lerquote zu erwarten
und es sei von einer Einschränkung im Bereich von 90-100
%
auszugehen
(S. 29
Ziff.
8.1). Von Seiten des behandelnden Psychiaters seien schwere Einschränkungen dokumentiert worden (S. 30 oben).
In Frage kämen
Tätigkeiten mit geringen Anforderunge
n an die kognitiven Fähigkeiten, die Merkfähigkeit und die Konzentration
. Weiter solle es
sich um Arbeiten ohne Zeitdruck
und
ohne Leitungsfunktion
handeln. Nicht möglich seien
weiter
Arbei
ten mit erheblichen interaktionell notwendigen Kompetenzen, wie eine Tätigkeit im Verkauf oder am Fliessband, ebenso Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die betriebliche Weiterbildung oder Umschulung. In einer solchen Tätigkeit sei ein Pensum von acht Stunden pro Tag ohne Einschränkungen möglich. Eine Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt sei gemäss den Arbeitszeugnissen und
bei
genauer Nachfrage nicht zu dokumentieren. In einer solchen Tätigkeit sei bereits eine Arbeitsfähigkeit von 80 % erreicht worden
(S. 30
Ziff.
8.2).
Die aktuelle The
rapie der depressiven Symptomatik
bei einer remittierten Depression sei als leit
liniengerecht anzusehen (S. 32
Ziff.
8.3 oben).
3.1
0
Die Gutachter
stellten
in der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung
(
Urk.
6/124/37-52)
fest,
in der Gesamtschau sei für die angestammte Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen
(S. 10
Ziff.
4.7 unten).
Für
eine angepasste Tätigkeit seien Anpassungen erforderlich. Aus neuropsychologi
scher Sicht seien Tätigkeiten mit Leitungsfunktionen zu vermeiden sowie kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten verbunden mit neuen Lernanforderungen oder betrieblichen Weiterbildungen oder Umschulungen (S. 11
Ziff.
4.8 Mitte). Gesamthaft bestehe in einer angepassten Tätigkei
t eine Arbeitsfähigkeit von 100
% (S. 11
Ziff.
4.8 unten).
3.1
1
RAD-Arzt med.
pract
.
E._
nahm am
3.
März 2020 (
Urk.
6/129 S. 4 f.) Stel
lung zum
bidisziplinären
Gutachten von Dipl.-Psych.
F._
und
Dr.
G._
.
Er führte aus, die
Teilgutachten seien schlüssig und nachvollziehbar. Die vorbe
stehenden Berichte hätten den Gutachtern vorgelegen und seien von ihnen gewürdigt worden. Die Schlussfolgerungen insbesondere zur Arbeitsfähigkeit erwiesen sich als nachvollziehbar (S. 4 unten).
Als Diagnosen bestünden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) und eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7). Es sei ein Gesundheitsschaden vorhanden, der die Arbeitsfähigkeit mittel- und lang
fristig einschränke. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
.
Für eine angepasste Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszugehen. Möglich seien Arbeiten mit geringen Anforderungen an die kognitiven Fähigkeiten, wie die Merk- und Konzentrationsfähigkeit. Zu vermei
den seien Arbeiten unter Zeitdruck, mit Leitungsfunktionen oder mit erheblichen interaktionell notwenigen Kompetenzen
,
wie eine Tätigkeit im Verkauf oder am Fliessband. Zu vermeiden seien zudem Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die betriebliche Weiterbildung oder Umschulung (S. 5 oben).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1,
130
V
396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische
Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145
V
215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
4.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
4.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.5
Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheits
schädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungs
fachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleis
tung zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis). Dies hat umso mehr zu gelten, wenn die Experten selbstlimitierendes Verhalten feststellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2015 vom 19.Mai 2016 E. 4.4).
5.
5.1
Dipl.-Psych.
F._
diagnostizierte
im neuropsychologischen Teilgutachten vom 2
7.
Januar 2020 leichte kognitive Funktionsstörungen der Aufmerksamkeit und der Exekutivfunktionen sowie mittelschwere kognitive Funktionsstörungen der Lern- und Gedächtnisleistungen.
Dr.
G._
nannte als Diagnosen eine rezidi
vierende depressive Erkrankung, gegenwärtig remittiert, und eine leichte kogni
tive Störung
(E. 3.
8
.2, E. 3.
9
.3). Die Gutachter
kamen zur Einschätzung, dass für die angestammte Tätigkeit als Polymechaniker
gesamthaft
eine Arbeitsunfähig
keit
von 100
%
bestehe
. Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit attestierten sie eine zumutb
are Arbeitsfähigkeit von 100
%
(vorstehend E. 3.1
0
).
Der
behan
delnde Psychiater nannte im
Bericht vom 2
2.
Mai 2019 als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperakti
vität, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig teilremittiert, eine
Hypersomnie
mit hohen Schlafbedarf, einen Verdacht auf eine soziale Phobie und eine Lesestörung (E. 3.
7
).
Die Beschwerdegegnerin wich
gestützt auf die Ressourcenprüfung vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
6/128)
von der Einschätzung durch Dipl.-Ps
ych.
F._
und
Dr.
G._
ab und
stellte auch
für die angestammte Tätigkeit
auf eine volle
Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers
ab
(
Urk.
2 S. 1 f.).
5.2
Dr.
G._
legte dar
,
dass
in den Berichten der
Ärzte des Sanatoriums
A._
kognitiv ein Norma
lbe
fun
d beschrieben worden
sei
und
keine Hinweise für eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit
bestünden
.
Die Diagnose einer Aufmerk
samkeitsstörung ohne Hyperaktivität
könne
daher nicht nachvollzogen werden
(E. 3.
9
.3).
Dass
Dr.
G._
die Diagnose einer Aufmerksamkeitsstörung
auf
grund
der persönlichen Untersuchung
des Beschwerdeführers nicht bestätigen konnte und er zu einer anderen Beurteilung
als die behandelnden Ärzte
gelangte, spricht nicht per se gegen den Beweiswert des Gutachtens.
Dr.
G._
ging
sodann auf die
in der Kindheit und Jugend des Beschwerdeführers
erfolgten
medizinischen Abklärungen inklusive
der Untersuchung
im Sanatorium
A._
und einer Abklärung im Jahr 2012
ein
.
Es
schadet
daher nicht
, dass er auf den
Beizug
weite
rer Akten vor 2010 verzichtete, zumal der Beschwerdeführer angab, dass entsprechende Akten nicht mehr existieren würden (E. 3.
9
.1).
Weiter
hat
der Beschwerdeführer
selbst
dem Gutachter gegenüber
erklärt
, dass er mit einem Abstand von drei Monaten bei
Dr.
C._
in Behandlung sei (E. 3.
9
.1).
Es besteht keine Veranlassung an den Angaben im Gutachten von
Dr.
G._
zu zweifeln.
Der Bericht von
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie und für Neurologie, vom 2
0.
März 2019 (
Urk.
6/99)
über eine Abklä
rung der Schlafprobleme
lag dem Gutachter vor. Er setzte sich
mit den
geklagten Beschwerden
auseinander und stellte fest, dass
während der Untersuchung
keine
Tagesmüdigkeit
bestanden
habe
(E. 3.
9
.3)
.
Dr.
G._
ging folglich auf
die
relevanten
Vorakten
ein, setze sich mit der
Beurteilung durch die behandelnden Ärzte
auseinander und legte
ausführlich
dar, weshalb er zu einer anderen Ein
schätzung als
diese
gelangte. Das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
G._
vermag sodann in der Darlegung der medizin
ischen Zusammenhänge und in den Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
zu überzeugen.
Ebenso wie das psychiatrische Teilgutachten erfüllt das neuropsychologische Teilgutachten von Dipl.-Psych.
F._
die Anforderungen an den Beweiswert eines medizini
schen Gutachtens
(E. 4.1 hiervor)
. Auf die Gutachten von
Dr.
G._
und Dipl.-Psych.
F._
und die Konsensbeurteilung der Gutachter kann daher entgegen der Kritik in der Beschwerde
grundsätzlich
abgestellt werden.
5.3
Dr.
C._
attestierte
in der
Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2017 für eine angepasste Tätigkeit
noch
eine
Arbeitsfähigkeit von 50
%
(E. 3.6),
Soweit
er
im Bericht vom 2
2.
Mai 2019
im Wesentlichen einzig
noch
eine
Tätigkeit an einem geschützten Arbeitsplatz als möglich erach
tete
(E. 3.
7
hiervor)
, ist darauf hinzu
weisen
, dass der Beschwerdeführer
aktuell
als
Selbständigerwerbender
arbeitet
.
Gemäss IK-
Auszug vom 2
7.
April 2020 erzielte er im Jahr 2017 ein Einkommen von
Fr.
28'100.-- (
Urk.
6/125 S. 2). Weiter
stellte
der behandelnde Psychiater wie
Dr.
G._
eine
Verb
esserung der rezidivier
enden depressiven Störung fest
(E.
3.
7
).
Seiner Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer an einer signifikant den Alltag einschränkenden Antriebsstörung mit Akzentuierung am Morgen leide, steht der Umstand entgegen, dass der Beschwerdeführer soweit ersichtlich ohne Probleme den Begutachtungstermin bei
Dr.
G._
morgens um 10 Uhr pünkt
lich wahrnehmen konnte (vgl.
Urk.
6/124/11), wobei er offensichtlich fähig war, rechtzeitig und selbständig mit dem Auto fast eine Stunde von seinem Wohnort bis in die Innenstadt zu fahren, die richtige Adresse zu finden und anschliessend während mehr als zwei Stunden der psychiatrischen Exploration zu folgen.
Die Angaben von
Dr.
C._
lassen sich zudem nicht mit der bis zur Aufgabe der letzten Arbeitsstelle unauffälligen Erwerbsbiographie vereinbaren. Der Beschwerdeführer hat
zudem
seine letzte Anstellung «aus persönlichen Gründen» selbst gekündigt (vgl.
Urk.
6/14/13) und der Arbeitgeber hielt fest, er habe immer normal gearbeitet, nie mehr Absenzen gehabt als andere Mitarbeitende und auch nie über eine spezielle Krankheit informiert (vgl.
Urk.
6/14
Ziff.
2.8).
D
ie behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen Ver
hältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlauben
den objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte –
be
-
ziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patien
ten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den behandelnden Psychiater
kann daher nicht gefolgt werden.
5.4
Dipl.-Psych.
F._
stellte aus neuropsychologischer Sicht eine leichte bis mittel
schwere Beeinträchtigung des kognitiven Leistungsvermögens fest
(E. 3.9.2)
. Die von Dipl.-Psych.
F._
und
Dr.
G._
festgestellten
funktionellen Einschrän
kungen
erweisen sich jedoch nicht als schwerwiegend
ausgeprägt
. Gegen eine schwerere gesundheitliche Störung spricht
insbesonder
e
, dass der Beschwerde
führer trotz Schlafstörungen und weiterer
von ihm angegebener
Beschwerden
eine selbständige Erwerbstätigkeit ausüben kann
und er daneben den Haushalt ver
r
ichtet
.
Zudem war es ihm trotz der Beschwerden in der Vergangenheit mög
lich, eine anspruchsvolle Ausbildung als Polymechaniker erfolgreich abzuschlies
sen
und in dieser Tätigkeit uneingeschränkt zu arbeiten
.
Die diagnoserelevanten Befunde
erweisen sich somit als
nicht schwerwiegend ausgeprägt.
Gutachter
Dr.
G._
erwähnte als Ressourcen
eine
nicht unerhebliche Unter
stützung, die der Beschwe
rdeführer durch seine Partnerin
erhält
. Weiter wies er auf eine Anspruchshaltung des Beschwerdefüh
rers gegenüber der Gesellschaft hin,
wobei er
bei
der Begutachtung klare Ansprüche an das Gegenüber
habe stel
len können (E. 3.
9
.3)
.
Die Prüfung der
Komplex
e
«Persönlichkeit» und «sozialer Kontext»
lässt darauf schliessen
, dass ein höheres
tatsächliches
Leistungsvermö
gen besteht als vom Beschwerdeführer angegeben.
Dr.
G._
wies wiederholt darauf hin, dass sich zunächst angegebene Einschränkung
en
etwa bezüglich
der Arbeit im Haushalt
bei gezieltem Nachfragen
nicht
bestätigt hätten
(E. 3.
9
.3)
.
Dies ist auch zu den Angaben
des Beschwerdeführers
zu seiner
Erwerbstätigkeit
zu sagen. Mit einem Pensum von l
ediglich zwei Stunden pro Monat
gemäss seinen Angaben (E. 3.
9
.1)
lässt sich vernünftigerweise nicht ein Jahreseinkommen zwi
schen
Fr.
9
'000.-- und
28
'000.--
wie im IK-Auszug
(
Urk.
6/125)
dokumentiert
erzielen.
Es ist daher von einem höheren effektiven Arbeitspensum auszugehen.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss Gesellschafts
zweck der
X._
Engineering technische Erzeugnisse verkauft und entwickelt sowie Dienstleistungen in diesem Bereich anbietet (vgl.
Urk.
6/126) und somit
im Wesentlichen
seine angestammte Tätigkeit ausübt.
Bei der Prüfung der Konsistenz ist erneut auf die teilweise widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers bei der Begutachtung
hinzuweisen. So gab er an, dass er für jede Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 100
%
arbeitsunfä
hig sei (E. 3.
9
.1), während er
offenbar
in nicht unerheblichem Umfang
einer selb
ständigen Erwerbstätigkeit nachgeht.
Betreffend Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit kann auf die Fahr- und Orientierungsfähigkeiten verwiesen wer
den. Die anlässlich der Begutachtung festgestellte deutliche Einschränkung in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, die der Beschwerdeführer mit dem Beispiel des Bahnfahrens untermauerte und die bei komplexen Planungstätigkei
ten auftrete, wird dadurch wie auch durch die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit in der eigenen Firma erheblich in Frage gestellt. Ebenso ist auf die
nicht wesentlich eingeschränkte
Fähigkeit des Beschwerdeführers, einen Haushalt mit zwei Klein
kindern selbständig zu führen - diesbezüglich wurde anlässlich der Begutachtung nichts Gegenteiliges vorgebracht (vgl.
Urk.
6/124/45 Mitte
; vorstehend E. 3.9.1
) - zu verweisen
.
Weiter findet die psychiatrische Behandlung gegenwärtig offenbar
nur mit einer F
requenz von drei Monaten statt, was gegen einen hohen Leidens
druck
des Beschwerdeführers
spricht. Schliesslich
ist
auf
die von
Dr.
G._
festgestellte
mangelhafte Compliance bezüglich der eingenommenen Medika
mente
wie auch die zielgerichtete
Planung,
kurz vor der Begutachtung
ein Medi
kament abzusetzen, um
eine «stabile Einschränkung» zu dokumentieren (vorste
hend E. 3.9.1)
hinzuweisen.
Dies zeigt, dass der Beschwerdeführer selbst von einer Besserung unter Medikation ausgeht.
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (vgl. vorstehend E. 4.4). Der Nachweis funktioneller Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Grundlage gelingt
vorliegend
nicht.
Nach Prüfu
ng der Standardindikatoren ist somit übereinstimmend mit der Beschwer
degegnerin
auch für die angestammte Tätigkeit von einer vollen zumutbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.5
Zusammenfassend
besteht
bei einer vollen zumutbaren Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten Tätigkeit
als Polymechaniker
kein invalidisierender Gesund
heitsschaden
. Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch somit zu Recht verneint.
Die angefochtene Verfügung vom
1
5.
September 2020
erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.