Decision ID: 6990ebc8-ed00-48aa-87ba-f6efdeed6fe3
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

3. In der Folge klärte die IV-Stelle den Sachverhalt ab. Dabei holte sie
verschiedene Arztberichte ein.
3.1. Dr. med. C._, Hausarzt von A._ und Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin, erwähnte in seinem Bericht vom 5. Juni 2017 folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Rezidivierende
Gesässschmerzen links; Epicondylitis humeri lateralis rechts. Er attestierte
A._ für seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % vom 16. November 2016 bis aktuell.
3.2. Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und
Rheumatologie, erwähnte in seinem Bericht vom 13. Juli 2017 folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Rezidivierender
Gesässschmerz links; Epicondylitis humeri lateralis rechts; positiver
Quantiferon-Test. Er attestierte A._ für seine zuletzt ausgeübte
Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab Januar 2017 bzw. 100 % ab
Ende März 2017. Durch die Problematik im Beckenbereich sei A._ im
Heben und Hantieren von Lasten sowie bei längerem Stehen, längerem
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Sitzen und längerem Gehen eingeschränkt, weshalb er seiner Tätigkeit
aktuell nicht nachgehen könne. Dr. med. D._ legte seinem Bericht
diverse Vorberichte bei.
3.3. Dr. med. E._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie
Rheumatologie, erwähnte in ihrem zuhanden der
Krankentaggeldversicherung der B._ AG erstellten internistisch-
rheumatologischen Gutachten vom 31. Juli 2017 (Untersuchung am
24. Juli 2017) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit:
 Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden bei
o seronegativer Spondylarthritis (HLA B27 negativ) mit
 ISG-Arthritis links mehr als rechts (MRI 01/2017) mit Iliosakralgelenk-assoziierter ödematöser Signalalteration in der Massa lateralis links mehr als rechts (MRI 01/2017), mit guter Wirkung einer ISG-Infiltration links am 7. Februar 2017 und erneut am 8. März 2017,
 ohne Syndesmophyten und ohne Kompression neurogener Strukturen (MRI 01/2017), mit
 Enthesiopathien vor allem des Trochanters major links und des Epicondylus humeri lateralis rechts (MRI 05/2017) mit TNF-Therapie ab 06/2017 mit Enbrel (Etanercept) unter Rifampicin-Prophylaxe ab 05/2017.
In der angestammten Tätigkeit bestehe seit Oktober 2016 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit (d.h. leichte, meist
sitzende Tätigkeit mit gelegentlichen Positionswechseln, keine stark
repetitiven Arbeiten, keine Nässe, Kälte oder starke
Temperaturschwankungen, Lasten bis zu 10 kg) sei er allerdings zu 100 %
arbeitsfähig und es habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit
bestanden.
3.4. Vom 30. Oktober 2017 bis zum 18. November 2017 befand sich A._
zur stationären Rehabilitation in der Klinik L._. Dem Austrittsbericht
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vom 24. November 2017 ist zu entnehmen, dass er am interdisziplinären
Therapieprogramm motiviert teilgenommen habe. Es seien (allerdings) ein
ausgeprägtes Schonverhalten und ein demonstratives Verhalten
aufgefallen. Bei Ablenkungen seien die Bewegungen frei gewesen und es
sei kein schmerzbedingtes Schonverhalten ersichtlich gewesen. Mit Bezug
auf die Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass zumindest eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit in einem Pensum von 50 % möglich sein sollte. Bei
vorsichtigem Einstieg in eine Arbeitstätigkeit mit langsamer Steigerung und
engmaschiger Begleitung durch die Invalidenversicherung sei das
Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit durchaus möglich.
Weiter ist dem Austrittsbericht Psychosomatik von Dr. med. F._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. November 2017 zu
entnehmen, dass bei A._ keine psychiatrische Vorgeschichte
und/oder Diagnose fassbar gewesen sei.
3.5. Am 28. November 2017 musste sich A._ einer operativen Refixation
der Extensorenaponeurose und des radialen Bandapparates am rechten
Ellenbogen unterziehen. Infolgedessen wurde ihm vom
27. November 2017 bis zum 7. Januar 2018 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert, welche schliesslich bis zum 8. April 2018
fortgeführt wurde. Ab dem 11. Januar 2018 wurde allerdings eine maximale
Belastung bis 2 kg und ab dem 22. Februar 2018 zunehmend eine
Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden freigegeben. Schliesslich
hielt Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, in seinem Bericht vom
19. April 2018 fest, dass die Belastbarkeit des Ellenbogens sicherlich
langfristig limitiert bleiben werde und eine Belastbarkeit, wie sie in der
angestammten Tätigkeit erforderlich wäre, kaum mehr erreicht werden
könne. Entsprechend sei aus orthopädischer Sicht dringend eine
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Neuorientierung oder Umschulung auf eine leichtere Tätigkeit zu
empfehlen. Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht sei der Endzustand
erreicht.
4. Am 30. April 2018 beauftragte die IV-Stelle Dr. med. E._ mit der
Erstellung eines rheumatologischen Verlaufsgutachtens. Hiergegen erhob
A._ mit Schreiben vom 7. Mai 2018 Einwand. Er machte geltend, dass
er bereits im Auftrag der Krankentaggeldversicherung von Dr. med.
E._ begutachtet worden sei, weshalb die Gefahr einer
Voreingenommenheit bestehe. Mit prozessleitender Verfügung vom
16. Mai 2018 wies die IV-Stelle den Antrag von A._ auf Ablehnung von
Dr. med. E._ ab.
5. Dr. med. E._ erwähnte in ihrem internistisch-rheumatologischen
Verlaufsgutachten vom 7. Juli 2018 (Untersuchung am 11. Juni 2018)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
 Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden bei
o seronegativer Spondylarthritis (HLA B27 negativ) mit
 ISG-Arthritis links mehr als rechts (MRI 01/2017) mit Iliosakralgelenk-assoziierter ödematöser Signalalteration in der Massa lateralis links mehr als rechts und Enthesiopathie des Trochanters major rechts (MRI 01/2017) mit guter Wirkung einer ISG-Infiltration links am 7. Februar 2017 und erneut am 8. März 2017 sowie Infiltration des Trochanters major am 13. Februar 2017 mit guter Wirkung mit deutlicher bildgebender Besserung: Kein Nachweis von Enthesiopathie im Bereich des Trochanters major (MRI 10/2017 und 07/2018) und nur noch Nachweis einer leichten Aktivierung einer beidseitigen ISG-Arthrose ohne ISG-Arthritis und (MRI 10/2017 und MRI 07/2018)
o ohne Syndesmophyten und ohne Kompression neurogener Strukturen (MRI 01/2017, MRI 10/2017 und MRI 07/2018) mit
o Enthesiopathie des Epicondylus humeri lateralis rechts (MRI 05/2017) mit chirurgischer Refixation der Extensorenaponeurose und des radialen Bandapparates am 28. November 2017 mit guter Wirkung und unauffällige elektroneurographische Befunde (03/2018) und bildgebend normale postoperative Befunde (Röntgen 01/2018)
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o TNF-Therapie von 06/2017 bis 09/2017 mit Enbrel (Etanercept) unter Rifampicin-Prophylaxe ab 05/2017, Absetzen wegen fehlender Wirkung 09/2017.
Zusammenfassend sei es klinisch seit der Untersuchung vor einem Jahr zu
keiner wesentlichen Änderung gekommen. Die bildgebenden Befunde des
Beckengürtels hätten sich gegenüber der Voruntersuchung im Januar 2017
deutlich verbessert, wie die beiden MRI-Untersuchungen von Oktober 2017
und Juli 2018 ergeben hätten. Dies bestätige, dass es sich um einen sehr
milden Verlauf der Krankheit handle. Die Beurteilung des
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit von A._ sei
unverändert.
6. Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes Ostschweiz, RAD-Arzt
H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gelangte in seiner
Abschlussbeurteilung vom 3. September 2018 zum Schluss, dass die
Beurteilung von Dr. med. E._ bezüglich der Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit dahingehend präzisiert werden sollte, dass ab dem
Zeitpunkt der Ellenbogenoperation am 28. November 2017 auch in einer
optimal leidensadaptierten Tätigkeit eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit bis ca. Mitte Januar 2018 bestanden habe. Danach habe
eine Teil-Arbeitsfähigkeit in abnehmendem [recte: zunehmendem] Umfang
(50 % vom 15. Januar 2018 bis zum 6. Februar 2018 bzw. 75 % vom
7. Februar 2018 bis zum 28. Februar 2018) und ab Anfang März 2018 eine
vollumfängliche Arbeitsfähigkeit bestanden. Weiter gestand RAD-Arzt
H._ zu, dass das Ellenbogengelenk trotz operativer Sanierung nicht
wieder die Belastbarkeit des Ellenbogengelenks eines Gesunden erreiche.
Aufgrund der bei seronegativer Spondylarthritis anzuerkennenden
Belastbarkeitsminderung ergäben sich bezüglich des rechten
Ellenbogengelenks (allerdings) keine weiterführend anzuerkennenden
Minderbelastungen.
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7. Mit Vorbescheid vom 6. September 2018 stellte die IV-Stelle A._ die
Zusprache einer befristeten ganzen Invalidenrente vom 1. November 2017
(Ablauf des Wartejahres) bis zum 31. Mai 2018 (drei Monate nach
Besserung des Gesundheitszustands) in Aussicht.
8. Am 31. Januar 2019 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden und sprach
A._ eine befristete ganze Invalidenrente vom 1. November 2017
(Ablauf des Wartejahres) bis zum 31. Mai 2018 (drei Monate nach
Besserung des Gesundheitszustands) zu. Begründend führte sie im
Wesentlichen aus, dass A._ seit dem 8. November 2016 (Beginn der
einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt
sei. Als Betriebsmitarbeiter sei er nicht mehr arbeitsfähig. Eine leichte,
meist sitzende Tätigkeit, mit Lasten bis 10 kg, mit gelegentlichen
Positionswechseln sei aus medizinischer Sicht seit dem 15. Januar 2018
(allerdings wieder) zu 50 %, seit dem 7. Februar 2018 zu 75 % und seit
dem 1. März 2018 zu 100 % möglich. A._ solle darauf achten, keine
stark repetitiven, sowie mit Nässe, Kälte oder starken
Temperaturschwankungen verbundenen Arbeiten auszuführen.
9. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
4. März 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Er stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Die Verfügung vom 31. Januar 2019 sei aufzuheben.
2. Es sei ihm auch nach dem 31. Mai 2018 weiterhin mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten.
3. Eventualiter sei mindestens ein neutrales psychiatrisches,  und rheumatologisches Gutachten einzuholen.
4. Ab Vorliegen des psychologischen Berichts von lic. psych. I._ sowie des Verlaufsberichts des Spitals M._ nach erfolgter Operation vom 3. April 2019 sei ihm für die Abgabe einer eventuellen Stellungnahme zu jedem Bericht eine Frist von mindestens 20 Tagen einzuräumen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-Stelle resp. infolge der zu gewährenden unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des Staates.
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Begründend führte er im Wesentlichen aus, dass auf die Beurteilung von
Dr. med. E._ im Verlaufsgutachten vom 7. Juli 2018 und die
Abschlussbeurteilung von RAD-Arzt H._ vom 3. September 2018
nicht abgestellt werden könne und beim Invalideneinkommen ein
Leidensabzug von mindestens 10 % hätte vorgenommen werden müssen.
Zudem reichte er mit separatem Schreiben vom 4. März 2019 ein Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege samt Beilagen ein.
10. In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2019 beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge zu Lasten des
Beschwerdeführers. Für die Begründung ihrer Anträge verwies sie primär
auf die angefochtene Verfügung vom 31. Januar 2019.
11. Mit Replik vom 31. Mai 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen
bisherigen Anträgen fest. Er vertiefte und ergänzte seine bisherige
Argumentation. Zudem reichte er mit Schreiben vom 18. Juni 2019 einen
Verlaufsbericht des Spitals M._ vom 13. Juni 2019 nach und er
erwähnte, dass die Operation vom 1. Mai 2019 nicht den gewünschten
Erfolg gebracht habe, was auch der Umstand zeige, dass er weiterhin
Schmerzen im Bereich des rechten Ellenbogens habe.
12. Die IV-Stelle verzichtete mit Schreiben vom 28. Juni 2019 auf die
Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene
Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Graubünden vom 31. Januar 2019. Gemäss Art. 69 Abs. 1
lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales
Versicherungsgericht ist das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sowohl örtlich als auch
sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Der Beschwerdeführer ist
Adressat der angefochtenen Verfügung, weshalb er durch die
angefochtene Verfügung unmittelbar betroffen ist und ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Er ist demnach zur
Beschwerdeführung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf
die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und
Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Mit der angefochtenen Verfügung hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer
vom 1. November 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis zum 31. Mai 2018
(drei Monate nach Besserung des Gesundheitszustandes) eine befristete
ganze Invalidenrente zugesprochen. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist,
ob der Beschwerdeführer auch über den 31. Mai 2018 hinaus Anspruch auf
eine Rente der Invalidenversicherung hat. Umstritten sind dabei die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit und
die Bemessung des Invalideneinkommens. Nicht streitig sind
demgegenüber die vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
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in der angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter und die Bemessung
des Valideneinkommens.
3. Anspruch auf eine Invalidenrente haben Versicherte von vornherein nur
dann, wenn sie nach Ablauf des Wartejahres zu mindestens 40 % invalid
sind (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG).
3.1. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4
Abs. 1 IVG). Zur Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen,
wobei eine Erwerbsunfähigkeit zudem nur vorliegt, wenn sie aus objektiver
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Keine Beeinträchtigungen
der Gesundheit stellen soziokulturelle Schwierigkeiten mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit sowie psychosoziale Faktoren dar.
Invaliditätsfremde Faktoren sind darüber hinaus auch Aggravation und
Simulation (vgl. zum Ganzen KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 7 Rz. 22 ff.; siehe bezüglich Aggravation und
ähnlicher Erscheinungen auch BGE 141 V 281 E.2.2.1 f., 140 V 193 E.3.3).
3.2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist
Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen
könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
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Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der
Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs; BGE 144 I 21 E.2.1, 142 V 290 E.4, 141 V 15
E.3.2, 128 V 29 E.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_225/2019 vom 11.
September 2019 E.2).
4.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und der Beurteilung der
Erwerbsfähigkeit der versicherten Person sind die Verwaltung und das im
Streitfall angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Die Aufgabe des
Arztes besteht darin, mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung
unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu
erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt
seine originäre Aufgabe, wofür die Verwaltung und das im Streitfall
angerufene Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der
erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit
kommt dem Arzt jedoch keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu.
Vielmehr gibt er eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit ab, welche er aus
seiner Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen
Auskünfte bilden sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet
werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4, 125 V 256 E.4).
4.2.1. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
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Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise grundsätzlich frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V
351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231
E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme
als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c).
Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a).
4.2.2. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei
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der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl.
BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von
behandelnden Ärzten darf und soll der Richter auch der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2,
4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. BGE 125 V
351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Bestehen auch bloss geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE
135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_245/2011 vom
25. August 2011 E.5.3).
5.1. Die IV-Stelle gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres sowohl in der
angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter als auch in einer
adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei. Eine adaptierte Tätigkeit
- 14 -
(d.h. leichte, meist sitzende Tätigkeit, mit Lasten bis 10 kg, mit
gelegentlichen Positionswechseln, keine stark repetitiven sowie mit Nässe,
Kälte oder starken Temperaturschwankungen verbundenen Arbeiten) sei
allerdings seit dem 15. Januar 2018 wieder zu 50 %, seit dem
7. Februar 2018 zu 75 % und seit dem 1. März 2018 zu 100 % möglich. Sie
stützt sich dabei neben der Abschlussbeurteilung von RAD-Arzt H._
vom 3. September 2018 auf die beiden internistisch-rheumatologischen
Gutachten von Dr. med. E._ vom 31. Juli 2017 und 7. Juli 2018.
5.2. Demgegenüber übt der Beschwerdeführer Kritik an den Gutachten von Dr.
med. E._ und der Abschlussbeurteilung von RAD-Arzt H._.
Nachfolgend gilt es somit zu prüfen, ob die IV-Stelle zu Recht auf die
beiden Gutachten von Dr. med. E._, insbesondere das
Verlaufsgutachten vom 7. Juli 2018, und die Abschlussbeurteilung von
RAD-Arzt H._ vom 3. September 2018 abgestellt hat.
6.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass auf die Beurteilung von Dr.
med. E._ im Verlaufsgutachten vom 7. Juli 2018, wonach in einer
adaptierten Tätigkeit nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe, nicht abgestellt werden könne. Entgegen deren Ansicht
habe alleine im Zusammenhang mit der Ellenbogenoperation eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten vom 27. November 2017 bis zum
18. April 2018 bestanden (vgl. die Berichte von Dr. med. G._ [IV-
act. 102 S. 101 f., IV-act. 102 S. 115 und IV-act. 85]). Darüber hinaus habe
auch vom 31. März 2017 bis zum 13. Juli 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % in allen Tätigkeiten bestanden (vgl. die Berichte von Dr. med.
D._ [IV-act. 48 S. 2 und IV-act. 102 S. 25 f.]). Die von Dr. med.
E._ in ihren Gutachten vorgenommene Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei somit widersprüchlich und
nicht nachvollziehbar.
- 15 -
6.1.1. Zunächst ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer
vom 31. März 2017 bis zum 13. Juli 2017 geltend gemachte
Arbeitsunfähigkeit von 100 % in allen Tätigkeiten unbeachtlich ist, da der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers angesichts des unbestrittenen
Beginns des Wartejahres im November 2016 ohnehin erst im
November 2017 entstehen konnte (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG).
Sodann ist im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer aufgrund der
Ellenbogenoperation vom 27. November 2017 bis zum 18. April 2018
geltend gemachten 100%igen Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten
folgendes zu bemerken: Der behandelnde Arzt Dr. med. G._ äusserte
sich in seinen Berichten nur zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit und attestierte dem Beschwerdeführer insofern eine formelle
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 27. November 2017 bis zum
8. April 2018 (vgl. IV-act. 67 bzw. IV-act. 102 S. 115, IV-act. 77, IV-act. 81
S. 2 f. und IV-act. 85). Implizit hielt er in seinem Bericht vom 11.
Januar 2018 allerdings fest, dass dem Beschwerdeführer eine adaptierte,
ellenbogenschonende Tätigkeit bereits ab dem 11. Januar 2018 (wieder)
zu 100 % zumutbar sei. Er gelangte nämlich zum Schluss, dass sich sechs
Wochen postoperativ soweit ein regelrechter Verlauf zeige und eine
maximale Belastung von 2 kg freigegeben werden könne (vgl. IV-act. 77).
Damit läuft die Kritik des Beschwerdeführers am Verlaufsgutachten von Dr.
med. E._ vom 7. Juli 2018 ins Leere, wenngleich deren Einschätzung,
wonach in einer adaptierten Tätigkeit nie eine lang andauernde
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, präzisierungsbedürftig ist.
6.1.2. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts liegen keine konkreten
Indizien vor, die gegen die Zuverlässigkeit der beiden Gutachten von Dr.
med. E._ sprechen. Die Gutachten beruhen auf eigenen
- 16 -
Untersuchungen und berücksichtigen die vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden. Zudem erfolgten sie in Kenntnis der Vorakten und
sie erscheinen in ihren Ergebnissen nachvollziehbar und schlüssig; es ist
ihnen volle Beweiskraft zuzuerkennen.
6.2. Die Einschätzung von Dr. med. E._, wonach in einer adaptierten
Tätigkeit nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden habe,
präzisierte RAD-Arzt H._ in seiner Abschlussbeurteilung vom
3. September 2018. Nach Auffassung des Beschwerdeführers kann für die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit allerdings
(auch) nicht auf diese Abschlussbeurteilung abgestellt werden, da die
Beurteilung der im rheumatologischen Verlaufsgutachten von Dr. med.
E._ vom 7. Juli 2018 gemachten Ausführungen gestützt auf die
Bundesgerichtspraxis durch einen Rheumatologen hätte erfolgen müssen.
Hinzu komme, dass die erwähnte Abschlussbeurteilung in Bezug auf den
Beginn und die Dauer der Arbeitsfähigkeit Widersprüche enthalte, weshalb
auch aus diesem Grund nicht darauf abgestellt werden könne. So gehe
RAD-Arzt H._ in seiner Abschlussbeurteilung von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % vom 15. Januar 2018 bis 6. Februar 2018, von
75 % vom 7. Februar 2018 bis 28. Februar 2018 und von 0 % [recte:
100 %] ab dem 1. März 2018 aus. Gleichzeitig halte er allerdings fest, dass
er den Fallabschluss empfehle, wobei im Falle der Zusprache einer
dauerhaften Teilinvalidenrente oder Vollinvalidenrente eine Revision
bereits nach zwei Jahren vorzunehmen sei. Dieser Satz zeige, dass RAD-
Arzt H._ nicht mehr sicher gewesen sei, ob er (der Beschwerdeführer)
ab dem 1. März 2018 tatsächlich in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei.
6.2.1. RAD-Arzt H._ gelangte in seiner Abschlussbeurteilung vom
3. September 2018 zum Schluss, dass die Beurteilung von Dr. med.
- 17 -
E._, wonach in einer adaptierten Tätigkeit nie eine lang andauernde
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, dahingehend präzisiert werden sollte,
dass ab dem Zeitpunkt der Ellenbogenoperation am 28. November 2017
auch in einer optimal leidensadaptierten Tätigkeit eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit bis ca. Mitte Januar 2018 bestanden habe. Danach habe
eine Teil-Arbeitsfähigkeit in abnehmendem [recte: zunehmendem] Umfang
(50 % vom 15. Januar 2018 bis zum 6. Februar 2018 bzw. 75 % vom
7. Februar 2018 bis zum 28. Februar 2018) und ab Anfang März 2018 eine
vollumfängliche Arbeitsfähigkeit bestanden. Wie von der Gutachterin zu
Recht beurteilt, habe die Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
vorübergehenden Charakter gehabt und sich auf die Heilungszeit nach
operativer Sanierung der Sehnenansätze des rechten Ellenbogengelenks
bezogen (vgl. IV-act. 119 S. 22).
6.2.2. Zwar trifft es zu, dass RAD-Arzt H._ kein Rheumatologe ist. Trotzdem
kann für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
auf dessen Abschlussbeurteilung vom 3. September 2018 abgestellt
werden, zumal ihm für seine Beurteilung zahlreiche Berichte von Dr. med.
D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie,
sowie zwei internistisch-rheumatologische Gutachten von Dr. med.
E._ zur Verfügung standen und kein zusätzlicher Abklärungsbedarf
ersichtlich ist. Weiter leuchtet nicht ein, inwiefern die Abschlussbeurteilung
von RAD-Arzt H._ widersprüchlich sein sollte. So ist der Umstand,
dass RAD-Arzt H._ für den Fall der Zusprache einer dauerhaften
Teilinvalidenrente oder ganzen Invalidenrente die Vornahme einer
Revision bereits nach zwei Jahren empfahl, nicht darauf zurückzuführen,
dass er sich seiner Sache betreffend die Arbeitsfähigkeitseinschätzung
nicht sicher war, sondern darauf, dass der Entscheid betreffend die (Nicht-
)Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung letztlich der IV-Stelle
obliegt und er von einem relativ milden Krankheitsbild ausging (vgl. IV-
- 18 -
act. 119 S. 22). Die Kritik des Beschwerdeführers an der
Abschlussbeurteilung von RAD-Arzt H._ vom 3. September 2018
verfängt damit nicht. Zudem bleibt festzustellen, dass RAD-Arzt H._
die von Dr. med. E._ in ihrem Verlaufsgutachten vom 7. Juli 2018
erwähnte Arbeitsunfähigkeit – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – nicht in Frage stellte, sondern lediglich präzisierte.
Dabei berücksichtigte er die Heilungszeit nach der Ellenbogenoperation
sogar grosszügig, zumal dem Beschwerdeführer eine adaptierte,
ellenbogenschonende Tätigkeit gemäss der Einschätzung von Dr. med.
G._ bereits ab dem 11. Januar 2018 (wieder) zu 100 % hätte
zugemutet werden können (vgl. IV-act. 77 sowie vorstehende
Erwägung 6.1.1).
6.3. Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass die IV-Stelle zu Recht
auf die Gutachten von Dr. med. E._, insbesondere das
Verlaufsgutachten vom 7. Juli 2018, und die Abschlussbeurteilung von
RAD-Arzt H._ vom 3. September 2018 abgestellt hat. Auf die
Einholung eines (weiteren) rheumatologischen Gutachtens kann daher in
antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden.
7.1. Mit Bezug auf die Feststellung des Gesundheitszustands und die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bleibt allerdings zu
prüfen, ob die IV-Stelle neben dem rheumatologischen Gutachten auch
noch ein psychiatrisches Gutachten hätte einholen müssen. Der
Beschwerdeführer hält fest, dass er anlässlich der Begutachtung durch Dr.
med. E._ im Sommer 2017 über Schmerzen im ganzen Körper und
Schlafstörungen geklagt habe. Schlafstörungen gehörten zu den typischen
Symptomen einer Depression. Auch das Gefühl, im ganzen Körper
Schmerzen zu haben, lasse auf eine Depression resp. eine somatoforme
Schmerzstörung schliessen. Alleine aus diesem Grund hätte die IV-Stelle
- 19 -
neben dem rheumatologischen Verlaufsgutachten vom 7. Juli 2018 auch
noch ein psychiatrisches Gutachten einholen müssen. Hinzu komme, dass
er auch im Sommer 2018 bei seinem Hausarzt über Schlafstörungen,
Müdigkeit etc. geklagt und der Rheumatologe Dr. med. D._ anlässlich
einer Untersuchung vom 27. November 2018 als Diagnose neu den
Verdacht auf eine depressive Episode gestellt habe (vgl. den Bericht von
Dr. med. D._ vom 6. Dezember 2018, Bf-act. 5). Letzteres bedeute,
dass die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers bereits
Wochen vor dem 27. November 2018 aufgetreten seien, zumal eine
depressive Episode erfahrungsgemäss nicht von heute auf morgen
auftrete.
7.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine Einschränkung
der Leistungsfähigkeit immer nur dann – potentiell – anspruchserheblich
sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die
fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 E.5.1,
142 V 106 E.3.3). Vorliegend gelangte Dr. med. F._ in seinem
fachpsychiatrischen Bericht vom 22. November 2017 zum Schluss, dass
beim Beschwerdeführer keine psychiatrische Vorgeschichte und/oder
Diagnose fassbar sei. Dabei hielt er fest, dass der Nachtschlaf des
Beschwerdeführers schmerzbedingt etwas eingeschränkt sei (vgl. IV-
act. 102 S. 109). Die IV-Stelle durfte somit – trotz den vom
Beschwerdeführer geklagten Schmerzen und Schlafstörungen – auf die
Einholung eines psychiatrischen Gutachtens verzichten. Dass die Dres.
med. J._ und K._ in ihrem Bericht vom 24. November 2017 eine
erhebliche Symptomausweitung mit psychosomatischer Ausgestaltung der
Beschwerden diagnostizierten, ändert hieran nichts, zumal sie keine
Fachärzte für Psychiatrie sind (vgl. IV-act. 102 S. 105 ff.). Gleiches gilt mit
Bezug auf den Bericht von Dr. med. D._ vom 6. Dezember 2018
(Untersuchung am 27. November 2018), worin dieser den Verdacht auf
- 20 -
eine depressive Episode äusserte (vgl. Bf-act. 5). Dr. med. D._ ist kein
Facharzt für Psychiatrie. Zudem ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass eine
allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem
27. November 2018 (Untersuchung durch Dr. med. D._) zum
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung am 31. Januar 2019
noch keine drei Monate angedauert hätte und somit auch keine Änderung
des Rentenanspruchs hätte bewirken können (vgl. Art. 88a Abs. 2 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die
spekulativ anmutende Behauptung des Beschwerdeführers, wonach seine
psychischen Beschwerden bereits Wochen vor dem 27. November 2018
aufgetreten seien, wird durch nichts belegt. Somit durfte die IV-Stelle auch
vor diesem Hintergrund auf die Einholung eines psychiatrischen
Gutachtens verzichten und es erübrigt sich, weitere Beweismassnahmen
vorzunehmen.
8.1. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, dass sich die
Schmerzen im Bereich des rechten Ellenbogens Ende Oktober 2018
nochmals verstärkt hätten. Anlässlich einer handchirurgischen
Untersuchung am 18. Februar 2019 sei die Indikation zu einer nochmaligen
Operation des rechten Ellenbogens gestellt worden, welche am
1. Mai 2019 stattgefunden habe (vgl. Bf-act. 11 und 12).
8.2.1. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts ist nicht ersichtlich, woraus
der Beschwerdeführer eine wesentliche Verschlechterung seines
Gesundheitszustands seit Ende Oktober 2018 ableitet. Soweit ersichtlich
führte Dr. med. D._ erstmals in seinem Bericht vom 6. Dezember 2018
(Untersuchung am 27. November 2018) aus, dass der Beschwerdeführer
anamnestisch wieder über verstärkte Schmerzen im Bereich des rechten
Ellenbogens berichte. Klinisch zeigten sich indessen unveränderte
Befunde (vgl. Bf-act. 5). Selbst wenn sich die Ellenbogenbeschwerden seit
- 21 -
dem 27. November 2018 verschlechtert hätten, so gilt es – wie bereits in
vorstehender Erwägung 7.2 – darauf hinzuweisen, dass eine allfällige
Verschlechterung des Gesundheitszustands seit dem 27. November 2018
(Untersuchung durch Dr. med. D._) zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 31. Januar 2019 noch keine drei Monate
angedauert hätte und somit auch keine Änderung des Rentenanspruchs
hätte bewirken können (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV). Insofern erübrigt es sich
denn auch, weitere Beweisvorkehren zu treffen.
8.2.2. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Replik geltend macht, dass eine
Verschlechterung der Ellenbogenbeschwerden erstmals im Bericht von Dr.
med. D._ vom 30. Juni 2018 festgehalten worden sei, und zwar
insofern, als die Schmerzen im Bereich des rechten Ellenbogens ab
Juni 2018 auch bei leichten Belastungen aufträten, und dass in den
vorangehenden Berichten nicht über eine solche Belastungsgrenze
berichtet worden sei, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Im besagten
Bericht vom 30. Juni 2018 hielt Dr. med. D._ zusammenfassend fest,
dass sich keine Änderung gegenüber der Voruntersuchung im April 2018
zeige (vgl. IV-act. 102 S. 57). Im entsprechenden Bericht vom
26. April 2018 führte Dr. med. D._ aus, dass der Beschwerdeführer
anamnestisch weiterhin unter belastungsabhängigen Schmerzen im
Bereich des rechten Ellenbogens leide (vgl. IV-act. 102 S. 56 f.). Auch
gegenüber Dr. med. G._ berichtete der Beschwerdeführer bereits im
April 2018, dass der Ellenbogen weiterhin fast nicht belastbar sei (vgl. IV-
act. 85 S. 1). Damals schloss Dr. med. G._ die Behandlung im
April 2018 ab und erachtete den Endzustand aus orthopädisch-
chirurgischer Sicht als erreicht. Er hielt dazu fest, dass die Belastbarkeit
des Ellenbogens sicherlich langfristig limitiert bleiben werde (vgl. IV-act. 85
S. 1 f.). Nach dem Gesagten ist somit eine erhebliche Verschlechterung
- 22 -
des Gesundheitszustands seit Juni 2018 nicht ausgewiesen; vielmehr ist
von einer unveränderten Situation auszugehen.
9.1. Streitig und zu prüfen bleibt, ob die IV-Stelle das Invalideneinkommen
korrekt ermittelt hat. Vorliegend ist unbestritten, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2018 ein Einkommen von Fr. 74'854.85 erzielt
hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Ebenfalls unbestritten ist, dass
sich das Invalideneinkommen (gestützt auf die Tabelle TA 1 der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 2014 für Tätigkeiten auf
dem Kompetenzniveau 1 im privaten Sektor bei Männern) im Jahr 2018 auf
Fr. 68'497.90 (= Fr. 5'312.-- / 40 x 41.7 x 12 x 1.003674 x 1.006761 x 1.01
x 1.01; Arbeitsfähigkeit 100 %) belief. Der Beschwerdeführer macht
allerdings geltend, dass beim Invalideneinkommen ein Leidensabzug von
mindestens 10 % hätte vorgenommen werden müssen. Er begründet dies
damit, dass ihm nur noch leichte, den körperlichen Möglichkeiten
angepasste Tätigkeiten zumutbar seien, weshalb er im Vergleich zu
anderen Personen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sei. Ausserdem
müsse als Einschränkung auch das Belastungsprofil berücksichtigt
werden. Gemäss dem Verlaufsgutachten von Dr. med. E._ vom
7. Juli 2018 seien keine Tätigkeiten in Nässe, Kälte oder bei starken
Temperaturschwankungen sowie keine stark repetitiven Tätigkeiten
erlaubt.
9.2. Dem hält die IV-Stelle unter Hinweis auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung entgegen, dass allein für den Umstand, dass nur noch
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien, kein Abzug vom
Tabellenlohn vorgesehen sei, da der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasse.
Der Beschwerdeführer zeige nicht auf, inwiefern dies für ihn nicht gelten
sollte.
- 23 -
9.3. Zunächst gilt es darauf hinzuweisen, dass im Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung vom 31. Januar 2019 die damals aktuellste
LSE 2016 bereits publiziert war, weshalb die IV-Stelle für die Ermittlung des
Invalideneinkommens auf diese statistische Erhebung hätte abstellen
müssen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_534/2019 vom
18. Dezember 2019 E.4.4, 9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.3). Das
Invalideneinkommen hätte sich diesfalls (gestützt auf die Tabelle TA 1 der
LSE 2016 für Tätigkeiten auf dem Kompetenzniveau 1 im privaten Sektor
bei Männern) im Jahr 2018 auf Fr. 68'146.15 (= Fr. 5'340.-- / 40 x 41.7 x 12
x 1.01 x 1.01; Arbeitsfähigkeit 100 %) belaufen. Betreffend den vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Leidensabzug von
mindestens 10 % gilt es festzuhalten, dass der Abzug vom Tabellenlohn
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 25 % nicht übersteigen darf
(vgl. BGE 146 V 16 E.4.1 m.w.H.). Vorliegend resultierte selbst bei einem
Leidensabzug in dieser Höhe kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
(vgl. Art. 28 IVG). So beliefe sich das Invalideneinkommen auf
Fr. 51'109.60 (= Fr. 68'146.15 x 0.75) und es resultierte eine
Erwerbseinbusse von Fr. 23'745.25 (= Fr. 74'854.85 - Fr. 51'109.60) bzw.
ein Invaliditätsgrad von 31.7 %. Es kann somit offenbleiben, ob beim
Invalideneinkommen ein Leidensabzug von mindestens 10 % hätte
vorgenommen werden müssen.
10. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, weshalb
sie abzuweisen ist.
11. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in
Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
- 24 -
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend rechtfertigt es sich, die
Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festzulegen. Diese sind vom
unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Der
obsiegenden IV-Stelle steht kein Anspruch auf eine aussergerichtliche
Parteientschädigung zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
12.1. Zu prüfen bleibt, ob das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche
Rechtspflege gutzuheissen ist, das heisst, ob die Gerichtskosten von
Fr. 700.-- in Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung von der
Gerichtskasse zu übernehmen sind und auch der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers durch die Gerichtskasse zu entschädigen ist.
12.2. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die
erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur
Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen
unentgeltlichen Rechtsbeistand. Diese Regelung wird für das
sozialversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren in Art. 61 lit. f ATSG
und Art. 76 VRG konkretisiert.
12.2.1. Aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen geht hervor,
dass er wirtschaftliche Sozialhilfe bezieht (vgl. Beilage zu URP-act. 11).
Seine Bedürftigkeit ist damit ausgewiesen. Da die vorliegende Streitsache
darüber hinaus nicht aussichtslos erschien, sind die Gerichtskosten von
Fr. 700.-- in Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vorläufig) von
der Gerichtskasse zu übernehmen.
- 25 -
12.2.2. Neben der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers und der fehlenden
Aussichtslosigkeit der Streitsache ist vorliegend auch die Notwendigkeit
einer fachkundigen Rechtsvertretung zu bejahen, weshalb der
Beschwerdeführer Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand hat.
Der beschwerdeführerische Rechtsvertreter reichte dem Gericht mit
Schreiben vom 12. August 2019 eine Kostennote über Fr. 4'463.-- ein
(Honorar nach Zeitaufwand von Fr. 3'980.-- [= 19.9 h à Fr. 200.--] + Porti,
Telefone von Fr. 35.80 + Fotokopien von Fr. 128.10 [= 183 Stück à Fr. 0.70]
+ 7.7 % MWST). Der geltend gemachte Aufwand von 19.9 h erscheint
angemessen und der ausgewiesene Stundenansatz von Fr. 200.--
entspricht dem für eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung zulässigen
Honorar (vgl. Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des
Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [Honorarverordnung,
HV; BR 310.250]). Demgegenüber ist nicht ersichtlich, dass der geltend
gemachte Aufwand von Fr. 128.10 für Fotokopien tatsächlich notwendig
gewesen ist, weshalb die Barauslagen mit der praxisgemäss
anzuerkennenden Spesenpauschale von 3 % des Honorars zu
veranschlagen sind. Im Ergebnis resultiert somit ein zu entschädigender
Betrag von Fr. 4'415.05 (Honorar nach Zeitaufwand von Fr. 3'980.-- + 3 %
Barauslagen [= Fr. 119.40] + 7.7 % MWST). Diese Kosten sind in
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (vorläufig) von der
Gerichtskasse zu übernehmen.
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