Decision ID: d0af546b-5645-5440-b11c-8c6cbbf3144f
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführerin, eine chinesische Staatsangehörige tibeti-
scher Ethnie, am 21. Juni 2013 in die Schweiz einreiste, wo sie gleichen-
tags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._ um Asyl
nachsuchte,
dass sie anlässlich ihrer Befragung zur Person im EVZ B._ vom
3. Juli 2013 ausführte, im Mai 2013 habe sie mit zwei Freundinnen beim
Kloster (...) zwei Flugblätter aufgeklebt, welche eine Freundin verfasst
und mitgebracht habe,
dass sie (die Beschwerdeführerin) ungefähr eine Woche später erfahren
habe, dass diese Freundin festgenommen worden sei,
dass sie vor diesem Hintergrund und aus Furcht, ihr könnte dasselbe wi-
derfahren, Tibet verlassen habe,
dass sie von Nepal über ein chinesisches Land nach Europa gelangt sei,
von wo aus sie mit dem Zug in die Schweiz eingereist sei,
dass sie von den Schweizer Zollbeamten aufgegriffen und ihr dabei der
Reisepass abgenommen worden sei,
dass ihr das BFM gestützt auf ihre Aussagen im Rahmen der Erstbefra-
gung und den gefälschten Reisepass, welcher einen Einreisestempel von
C._ vom 20. Juni 2013 enthält, das rechtliche Gehör zur Zustän-
digkeit Italiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah-
rens, zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid des BFM sowie zu ei-
ner allfälligen Wegweisung nach Italien gewährte,
dass sie dazu geltend machte, sie kenne Italien nicht und wisse nichts
über dieses Land,
dass das BFM am 10. Juli 2013 ein auf Art. 10 Abs. 1 der Verordnung
(EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die
Prüfung eines Asylantrages zuständig ist, den ein Staatsangehöriger ei-
nes Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Dublin-II-VO) gestütz-
tes Übernahmeersuchen an Italien richtete, welchem die italienischen
Behörden am 19. Dezember 2013 explizit gestützt auf besagte Bestim-
mung zustimmten,
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dass das BFM mit Verfügung vom 19. Dezember 2013 – eröffnet am
23. Dezember 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht
eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und die
Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach
Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, der Kanton D._ sei verpflichtet, die
Wegweisungsverfügung zu vollziehen, und einer allfälligen Beschwerde
gegen die vorinstanzliche Verfügung komme keine aufschiebende Wir-
kung zu,
dass es im Übrigen die Aushändigung der editionspflichtigen Akten ge-
mäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführerin verfügte,
dass das BFM zur Begründung seines negativen Entscheides anführte,
der Beschwerdeführerin sei bei ihrer Einreise in die Schweiz ein gefälsch-
ter Reisepass abgenommen worden, der einen Einreisestempel aus
C._ mit Datum aus dem Jahr 2013 enthalte und mit welchem sie
eigenen Aussagen gemäss im Juni 2013 in Italien illegal in das Hoheits-
gebiet der Dublin-Mitgliedstaaten eingereist sei,
dass die italienischen Behörden das Ersuchen des BFM zur Übernahme
der Beschwerdeführerin vom 10. Juli 2013 gestützt auf Art. 10 Abs. 1
Dublin-II-VO gutgeheissen hätten, womit gemäss Dublin-Assoziierungs-
abkommen (DAA, SR 0.142.392.68) die Zuständigkeit zur Durchführung
der Asyl- und Wegweisungsverfahren bei Italien liege,
dass die Beschwerdeführerin anlässlich des ihr im Rahmen der Erstbe-
fragung im EVZ B._ vom 3. Juli 2013 gewährten rechtlichen Ge-
hörs geltend gemacht habe, Italien nicht zu kennen und nichts über die-
ses Land zu wissen,
dass Italien gestützt auf die Dublin-II-VO für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens zuständig und es grundsätzlich Sache der
zuständigen Behörden sei, den Aufenthaltsstatus der Beschwerdeführerin
zu regeln oder gegebenenfalls die Wegweisung ins Heimatland anzuord-
nen,
dass aus ihren Aussagen und gestützt auf den von ihr verwendeten Rei-
sepass der Schluss zu ziehen sei, dass sie in Italien illegal in den Dublin-
Raum eingereist sei,
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dass es ferner nicht Sache der asylsuchenden Person sei, den für ihr
Asylverfahren zuständigen Staat selber zu wählen,
dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin die Zuständigkeit Italiens
zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht zu wider-
legen vermöchten,
dass die Überstellung nach Italien – vorbehältlich einer allfälligen Unter-
brechung oder Verlängerung (Art. 19 f. Dublin-II-VO) – bis spätestens am
19. Juni 2014 zu erfolgen habe,
dass auf das Asylgesuch demnach nicht eingetreten werde,
dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und
möglich sei,
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 6. Januar 2014 – Datum
Poststempel – gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erhob und dabei beantragte, die vorinstanzliche Verfügung
sei aufzuheben, das BFM sei anzuweisen gemäss Art. 29a Abs. 3 der
Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV1,
SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht auszuüben, auf ihr Asylgesuch sei
einzutreten und das Asylverfahren sei in der Schweiz durchzuführen,
dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) er-
sucht sowie beantragt wurde, der Beschwerde sei die aufschiebende
Wirkung zu gewähren,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefax vom 9. Januar 2014 den
Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen
aussetzte, bis nach Eingang der vorinstanzlichen Akten über die allfällige
Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nach Art. 107a
AsylG befunden werde,
dass die vorinstanzlichen Akten am 10. Januar 2014 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
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und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-
det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor
welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG
i.V.m. Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,
dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist,
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es
sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt,
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 32‒35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-
instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5.),
dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen
Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im
Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes
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vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG,
SR 142.20),
dass eine entsprechende Prüfung soweit notwendig vielmehr bereits im
Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss (vgl. BVGE
2010/45 E. 10.2 S. 645),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist
(Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass diesbezüglich das DAA zur Anwendung gelangt und das BFM die
Zuständigkeitsfrage gestützt auf die Dublin-II-VO prüfte,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-II-VO jeder Asylantrag von ei-
nem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapi-
tels III als zuständiger Staat bestimmt wird,
dass derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, welcher einem Familienange-
hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenschaft als Flüchtling ge-
währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufenthaltstitel oder
ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land-, See- oder Luftgrenze
der Asylbewerber aus einem Drittstaat kommend legal oder illegal über-
schritten hat, oder in welchem der erste Asylantrag gestellt wurde (Art. 5
i.V.m. Art. 6‒13 Dublin-II-VO),
dass derjenige Mitgliedstaat den Asylbewerber, der sich zuvor während
eines ununterbrochenen Zeitraumes von mindestens fünf Monaten in die-
sem Mitgliedstaat aufgehalten hat, nach Massgabe der Art. 17‒19 Dublin-
II-VO aufzunehmen hat (Art. 10 Abs. 2 und Art. 16 Abs. 1 Bst. a Dublin-II-
VO), wenn der Asylbewerber in einem weiteren Mitgliedstaat ein Asylge-
such einreicht,
dass die Übernahmeverpflichtungen erlöschen, wenn der Drittstaatsan-
gehörige das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Mo-
nate verlassen hat, es sei denn, der Drittstaatsangehörige ist im Besitz
eines vom zuständigen Mitgliedstaat ausgestellten gültigen Aufenthaltsti-
tels (Art. 16 Abs. 3 Dublin-II-VO),
dass sodann jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den vorgenannten
Zuständigkeitskriterien, die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuchs
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eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO
und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin-II-VO; vgl. auch Art. 29a
Abs. 3 AsylV 1),
dass dem Einreisestempel der sich in den Akten befindenden Passkopie
zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin am 2. Juni 2013 nach
C._ geflogen ist, und sich somit in einem Dublin-Territorium auf-
gehalten hat, bevor sie in die Schweiz eingereist ist,
dass die italienischen Behörden dem Gesuch um Übernahme der Be-
schwerdeführerin vom 10. Juli 2013 am 19. Dezember 2013 explizit zu-
stimmten,
dass das BFM bei dieser Sachlage zu Recht von der Zuständigkeit Ita-
liens für eine allfällige Durchführung des Asylverfahrens ausging,
dass die Beschwerdeführerin somit ohne Weiteres in einen Drittstaat (Ita-
lien) ausreisen kann, welcher für die Durchführung der Asyl- und Weg-
weisungsverfahren staatsvertraglich zuständig ist,
dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Gewährung des rechtlichen
Gehörs zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens lediglich aussagte, Ita-
lien nicht zu kennen und nichts über dieses Land zu wissen,
dass dazu in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten ist, dass
es grundsätzlich nicht Sache der asylsuchenden Person ist, den für ihr
Asylverfahren zuständigen Staat selber zu bestimmen, sondern die Be-
stimmung des für sie zuständigen Staates alleine den beteiligten Dublin-
Vertragsstaaten obliegt,
dass die Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene unter Hinweis auf
einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH: "Italien: Auf-
nahmebedingungen", vom Oktober 2013) (Beilage 2) gegen eine Über-
stellung nach Italien ferner einwendet, mit der Durchsetzung der festste-
henden Zuständigkeit Italiens würden zwingende Normen des Völker-
rechts verletzt, da ihr aufgrund der dort vorherrschenden Verhältnisse ei-
ne mit Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) unvereinbare
Behandlung drohe,
dass sie aufgrund der Unterbringungs- und Versorgungssituation in Italien
ein menschenunwürdiges Dasein erwarten würde,
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dass sie unter anderem je ein Urteil des Verwaltungsgerichts Giessen
vom 24. Januar 2013 (Beilage 4) und des Verwaltungsgerichts Wiesba-
den vom 2. Oktober 2012 (Beilage 5) beilegte, gemäss denen eine Über-
stellung nach Italien nicht stattgefunden habe und das deutsche Bundes-
amt für Migration und Flüchtlinge angewiesen worden sei, das Asylverfah-
ren in Deutschland durchzuführen,
dass die schweizerischen Behörden zwar dafür sorgen müssen, dass die
Beschwerdeführerin im Falle einer Überstellung nach Italien nicht einer
dem internationalen Recht und insbesondere Art. 3 EMRK widerspre-
chenden Behandlung ausgesetzt ist,
dass Italien indessen Vertragspartei des Abkommens vom 28. Juli 1951
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK
und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe (FoK, SR 0.105) ist,
dass es jedenfalls nicht in der Verantwortung der schweizerischen Asyl-
behörden liegt auszumachen, ob die Beschwerdeführerin nach einer
Überstellung zufriedenstellende Lebensbedingungen vorfindet,
dass gemäss dem Bericht der SFH vom Oktober 2013 alleinstehende
Frauen in Italien nicht als verletzliche Personen gelten,
dass sie in Mailand stärker geschützt würden, was heisst, dass es kaum
denkbar sei, man würde sie aus einem Zentrum entlassen und auf die
Strasse stellen (vgl. SFH, a.a.O., Ziffer 6.2 S. 56 f.),
dass die Beschwerdeführerin beweisen oder glaubhaft machen muss,
dass ihre Behandlung in Italien durch die dortigen Behörden respektive
die Lebensumstände gegen Art. 3 EMRK verstossen,
dass es angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der für die Prü-
fung des Asylgesuchs zuständig ist, die völkerrechtlichen Verpflichtungen
einhalte, der Beschwerdeführerin obliegt, diese Vermutung umzustossen,
wobei sie ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen hat, dass die Behörden
des in Frage stehenden Staates in ihrem konkreten Fall das Völkerrecht
verletzen und ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie men-
schenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. Europäi-
scher Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien
und Griechenland [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011,
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§ 84 f. und 250; ebenso Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union
[EuGH] vom 21. Dezember 2011 in der Rechtssache C-411/10 und
C-493),
dass dieser Nachweis mit den allgemeinen Ausführungen zur Lage in Ita-
lien nicht erbracht worden ist und die Beschwerdeführerin auch nicht gel-
tend machte, dass es in Italien keine öffentlichen Institutionen gebe, die
auf Gesuch der Asylsuchenden hin auf deren Bedürfnisse eingehen kön-
nen,
dass ferner davon ausgegangen werden kann, dass Italien grundsätzlich
als sicher im Sinne der FK erachtet werden kann und das Gebot des
Non-Refoulement beachtet (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.3–7.7 S. 637 ff.),
dass insbesondere nicht erstellt ist, dass Italien gegen die Bestimmungen
der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung
von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitglied-
staaten ("Aufnahmerichtlinie") systematisch verstösst,
dass diese Ansicht durch den EGMR bestätigt wird, indem dieser in sei-
ner neueren Rechtsprechung festhält, dass in Italien kein systematischer
Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende bestehe,
obwohl die allgemeine Situation und insbesondere die Lebensumstände
von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einem
subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen würden
(vgl. EGMR: Entscheidung Mohammed Hussein und andere vs. Nieder-
lande und Italien [Beschwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013, § 78),
dass gemäss den im erwähnten Urteil zitierten Berichten in Italien insbe-
sondere für besonders verletzliche Personen, darunter auch für Dublin-
Rückkehrende, in den Aufnahmezentren Plätze reserviert sind und ge-
mäss Stellungnahme des italienischen Staates zudem die notwendigen
medizinischen Vorkehrungen für diese Personen getroffen würden, sofern
der überstellende Staat eine Person als solche bezeichne (vgl. a.a.O.,
§ 43 und 45),
dass die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten offensichtlich nicht be-
weisen oder glaubhaft machen konnte, dass ein konkretes und ernsthaf-
tes Risiko bestehe, ihre Überstellung nach Italien würde gegen Art. 3
EMRK oder gegen eine andere völkerrechtliche Verpflichtung der
Schweiz verstossen,
file://vs00001a/BVGER-Org$/ABT_V-IV/IV_V/Gerichtsentscheide/2%20-%20Internationale%20Gerichte/1%20-%20Europäischer%20Gerichtshof%20für%20Menschenrechte/2013/MOHAMMED_HUSSEIN_v._THE_NETHERLANDS_AND_ITALY.pdf file://vs00001a/BVGER-Org$/ABT_V-IV/IV_V/Gerichtsentscheide/2%20-%20Internationale%20Gerichte/1%20-%20Europäischer%20Gerichtshof%20für%20Menschenrechte/2013/MOHAMMED_HUSSEIN_v._THE_NETHERLANDS_AND_ITALY.pdf
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dass demzufolge die Vermutung, gemäss welcher Italien seine völker-
rechtlichen Verpflichtungen einhalte, mangels ausreichender Anhalts-
punkte nicht umgestossen wurde,
dass deshalb nicht weiter auf die unter Verweis auf den SFH-Bericht vom
Oktober 2013 aufgezeigten Mängel in Italien einzugehen ist,
dass den eingereichten deutschen Urteilen ein anderer Sachverhalt zu-
grundeliegt,
dass in einem Fall die Beschwerde einer Familie mit Kindern und im an-
deren diejenige eines Minderjährigen behandelt wurde,
dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch
keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine
Überstellung der Beschwerdeführerin als unzulässig erscheinen lassen,
dass es demnach entgegen der Beschwerde keinen Grund für die An-
wendung der Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO)
gibt,
dass Italien somit für die Prüfung des Asylgesuchs der Beschwerdefüh-
rerin gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet
ist, sie aufzunehmen,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu
Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist
und, da die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von
Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32
Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von
Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichtein-
tretensentscheides gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ist (vgl. BVGE
2010/45 E. 10 S. 645),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfü-
gung des BFM zu bestätigen ist,
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dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen
ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung
als gegenstandslos erweist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art, 65 Abs. 1 VwVG abzu-
weisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die gesetzli-
chen Voraussetzungen nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-
(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1
VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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