Decision ID: 7a49c3be-2676-4b1d-9a27-fb1c4dc6fb90
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976,
war seit Januar 2003 als Gipser bei der
Y._
in Zürich (
Urk.
14/1)
angestellt und damit bei der Suva versichert, als er sich am 2
5.
August 2003 bei einem Autounfall eine Bennett-Fraktur des
distalen
In
terphalangealgelenks
(
Dig
.) I der linken Hand
zuzog (Urk. 14/2).
Seit
März 2004
war er
als Gipser bei der
Z._
, Zürich, angestellt (
Urk.
13/1) und damit
ebenfalls
bei der Suva versichert, als
er
sich am
9.
August 2005
bei
einem Motorradunfall
eine
Brustwirbelkörper
(BWK)
6
-
Fraktur mit Translation, eine BWK 7-Wirbelkörperfraktur und eine BWK 5-Bogenfraktur
zu
zog (Urk.
13/3
).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die S
uva
die bis dahin erbrachten Leistungen
(Taggeld und Heilkosten)
mit
Schreiben vom 2
7.
März 2007
per 3
0.
April 2007
ein
(
Urk.
14/58)
.
Mit Verfügung vom
9.
Juni 2010 sprach sie dem Versicherten für die Folgen der Unfälle vom 2
5.
August 2003 und
9.
August 2005
eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von insgesamt 20
%
zu (
Urk.
13/140 =
Urk.
14/74).
Mit Verfügung vom 2
6.
Jul
i 2011 sprach die Suva dem Versicherten für die ver
bliebenen Beeinträchtigungen aus den Unfällen vom 2
5.
August 2003 und
9.
Au
gust 2005 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 25
%
ab dem
1.
Mai 2007
zu (
Urk.
13/189 =
Urk.
14/81).
Die vom Versicherten am 2
4.
Au
gust 2011
erhobene Einsprache (Urk.
13/197 =
Urk.
14/83
) wies die S
uva
am
1
7.
Oktober 2011 ab (
Urk.
13/203 =
Urk.
14/84
).
1.2
Der Versicherte machte
am 2
0.
Januar 2013
eine Verschlechterung seines Ge
sundheitszustandes geltend und ersuchte um Erhöhung der Rente (
Urk.
13/269).
Mit Verfügung vom 2
0.
Februar 2014 (
Urk.
13/320) verneinte die Suva ihre Leis
tungspflicht für weitere medizinische Massnahmen und lehnte eine Erhöhung der Rente ab. Die vom Versicherten am 1
9.
März 2014 erhobene Einsprache (
Urk.
13/324) wies die Suva am 3
1.
März 2014 ab, soweit sie darauf eintrat (
Urk.
13/327).
1.3
Mit Schadenmeldung vom 1
8.
Januar 2016 (
Urk.
13/344) machte der Versicherte einen Rückfall zum Unfall vom
9.
August 2005 geltend
. E
r sei am 2
2.
September 2011 in der Badewanne ausgeglitten.
Mit Verfügung vom 1
1.
April 2016 (
Urk.
13/352) verneinte die Suva ihre Leistungspflicht für das neue Ereignis, da der Versicherungsschutz gemäss
Art.
3
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Un
fallversicherung (UVG)
seit geraumer Zeit beendet sei.
Die vom Versicherten am 2
5.
Mai 2016 erhobene Einsprache (
Urk.
13/357), ergänzt am 1
4.
Juli 2016 (
Urk.
13/365)
,
wies die Suva am
8.
August 2018 ab (
Urk.
13/424 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am 1
4.
September 2018
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
August 2018 (Urk. 2) und beantragte, in Gutheissung der Beschwerde seien die Verfügung vom 1
1.
April 2016 und der
Einspracheent
scheid
vom
8.
August 2018 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
sei
zu ver
pflichten, ihm eine ganze Invalidenrente ab Januar 2016 zu gewähren (S. 2
Ziff.
1), eventuell seien die Akten an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme zu
sätzlicher Abklärungen zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
2).
Mi
t Beschwerdeantwort vom 2
1.
November 2018
(Urk.
12
) beantragte die S
uva
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
0.
Dezember 2018 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Rechtsvertretung be
willigt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. No
vem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die hier zu beurteilende
n
Unfälle haben
sich am
9.
August 2005
und am
2
2.
Sep
tember 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Nor
men auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
auf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
ver
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10
UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach Art. 18 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen.
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG
).
1.6
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Ge
sundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
be
reich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
grund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die ledig
lich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gege
benen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verän
de
rung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.
8
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
schei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) fest, dass
gestützt auf die nachvollziehbare kreisärztliche Beurteilung vom 2
3.
Juli 2018 davon ausgegangen werden könne, dass sich der unfallbedingte Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2011 nicht verschlechtert habe.
Die kreisärztliche Beurteilung decke sich zudem mit den übrigen medizinischen Akten. So gingen auch die behandelnden Ärzte davon aus, dass sich der Gesund
heitszustand nicht erheblich verändert habe (S. 11 f.). Bezüglich der in den Be
richten erwähnten psychischen Beschwerden beziehungsweise der Überlagerung durch die psychischen Beschwerden
sei darauf hinzuweisen, dass ein adäquater Kausalzusammenhang
zwischen den psychogenen Störungen und den erlittenen Unfällen
bereits rechtskräftig verneint worden sei (vgl.
Verfügung vom 2
6.
Juli 2011 und
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Oktober 2011;
Urk.
13/189 und
Urk.
13/203). Mit dem Kreisarzt hätten sich die unfallbedingten Befunde nicht verändert, mithin bestünden immer noch die gleichen Beschwerden,
weshalb
keine Spätfolgen des Unfalls vom
9.
August 2005
vor
lägen
.
Die
Voraussetzungen für eine Revision seien nicht erfüllt
(S. 12 f.)
.
Daran hielt die
Beschwerdegegnerin
in
ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 12
) grund
sätzlich fest.
Die vom Beschwerdeführer eingereichte Stellungnahme der Ärzte des
A._
habe
sie dem Kreisarzt vor
gelegt
, welcher in seiner Stel
lungnahme (
Urk.
15) betone,
dass für die geltend gemachte Schmerzhaftigkeit des rechten Beins mit Schwächegefühl absolut keine erklärenden strukturellen Lä
sionen durch die
S
pondylodese
thorakal bestünden.
Auf organischer Ebene seien die Leiden des
Beschwerdeführers
nicht zugänglich, sondern auf psych
ischer
Ebene, weshalb seine Probleme durch einen Psychiater und nicht einen Orthopä
den beantwortet werden müssten.
Massgebend für dieses Verfahren sei, dass die beklagten Schlafstörung
en und Erschöpfungszustände beziehungsweise
ganz ge
nerell die psych
ische
Belastungssituation nicht Folge der thorakalen
Spondylo
dese
sein könne. Der Kreisarzt betone zutreffend, dass die Beurteilung durch die
B._
keine
behandlungsbedürftigen
Befunde hinsichtlich der durchge
führten thorakalen
Spondylodese
erwähnt habe. Der
Beschwerdeführer
könne da
her auch nicht unter Hinweis auf
diesen neuen
Bericht
an der Ausgangslage hin
sichtlich der Kausalität der geltend gemachten psych
ischen
Beeinträchtigungen etwas ändern
(S. 4 f.)
. Im Übrigen sei der adäquate Kausalzusammenhang für
die
psych
ischen
Beschwerden bereits rechtskräftig verneint worden.
D
ie Ärzte des
A._
hätten keine klare Verschlechterung feststellen können, son
dern vielmehr am
6.
Januar 2017
den regelrechten Verlauf der Unfallfolgen be
stätigen müssen
(S. 5)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber beschwerdeweise (
Urk.
1) geltend,
es liege eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor (S. 5 f.)
,
und reichte eine Stellungnahme der Ärzte des
A._
vom
5.
September 2018
ein (vgl.
Urk.
3/4). Dieser ärztlichen Stellungnahme sei zu entnehmen, dass
tat
sächlich und klinisch nachweisbar eine muskuläre Fehlfunktion im Bereich des Thorax rechts und muskuläre
Dysbalance
bestünden.
Inwieweit sich der klinische Zustand des B
eschwerdeführers
seit 2011 verschlechtert habe, könnten
d
ie
Ärzte
nicht einschätzen, da sie den Beschwerdeführer
e
rst seit Anfang 2017 betreuten. S
eine Kö
r
perhaltung, die Stabilität der Wirbelsäule und Becken und somit sein Gangbild hätten sich deutlich verschlechtert. Die psych
ische
Verfassung sei deut
lich
s
chlechter
ge
worden, die
s
stehe im Zusammenhang mit den Schmerzen und deren psychosozialen Folgen. Im Verlauf hätten sich eine Angststörung und De
pression ausgebildet, die wiederum schmerzverstärkende Faktoren seien. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die chron
ischen
thorakalen Rückenschmerzen nicht
die Folge des
Unfall
es
sein sollten, die Leistungsfähigkeit so hoch angesetzt w
e
rde, ohne dass die körperlichen und psych
ischen
Vor
aussetzungen dafür gege
ben seien
und warum nur Physi
otherapie
und MTT aber nicht Schmerzbehand
lung übernommen würden, die gemeinsam mit den anderen
Therapeuten, multi
modal, die Voraussetzungen der Wiedereingliederung eventuell
langfristig ver
bessern könnten
(S. 8)
.
Ferner argumentiere der Kreisarzt mit Berichten, die vor der geltend gemachten Verschlechterung im Januar 2016 verfasst worden und damit nicht relevant seien. Die kreisärztlichen Beurteilungen würden nur dem Aspekt einer morphologischen Veränderung Rechnung tragen. Die massive Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich der BWS und der
muskulo-skelettalen
Schmerzen durch die narbigen Veränderungen und Einziehungen der Muskulatur würden nicht berücksichtigt
(S. 9)
. Sodann we
rde die
ausgewiesene
chron
ische
Schmerzerkrankung im
Ein
spracheentscheid
ausgeklammert
.
Die Aussage der Beschwerdegegnerin, ein adä
quater Kausalzusammenhang zwischen den psychogenen Störungen und den er
littenen Unfällen sei mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Oktober 2011 bereits rechtskräftig verneint worden, erweise sich als unrichtig. Denn im
Einsprache
entscheid
aus dem Jahre
2011
sei
keine Prüfung des adäquaten Kausalzusam
menhangs unter Anwendung der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorgenom
men worden
(S. 10).
Eine gesundheitliche Verschlechterung gegenübe
r 2011 sei ausgewiesen. Durch diese sei eine höhere Arbeitsunfähigkeit als die bisherige be
gründet. Es müsse aktuell
von einer vollen A
rbeitsunfähigkeit
auch für ange
passte Tätigkeiten
ausgegangen werden. Daher
sei ihm ab Januar 2016 eine ganze Rente zuzusprechen (S. 12 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich seit der Festsetzung des Invaliditäts
gra
des im Jahre 2011 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben hat, die zu einem höheren Invaliditätsgrad führ
t,
und ob Spätfolgen des Unfalles vom
9.
Au
gust 2015 vorliegen.
3.
3.1
Die
Zusprache
einer
Rente entsprechend einer Erw
erbseinbusse von 25 % ab dem 1. Mai
20
07 mit
Verfügung vom
2
6.
Juli 2011 (Urk. 13/189) basierte im Wesent
lichen auf den nachfolgenden Berichten.
3.2
Der Schadenmeldung vom
8.
September 2003 (
Urk.
14/1) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 2
5.
August 2003 einen Autounfall erlitt
en
und sich dabei eine Bennet-Fraktur an
Dig
. I der
linken Hand zu
ge
zog
en hatte
(
Urk.
14/2), welche am
2.
September 2003 im
C._
osteosynthetisiert
w
orden war
(vgl.
Urk.
14/27)
. Am 1
5.
April 2004 wurden die Schrauben der Osteosynthese entfernt.
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie und für Handchirurgie, berich
tete am
7.
Januar 2005 (
Urk.
14/27) über die am
6.
Januar 2005 durchgeführte
Arthrodese
und Nervennaht des Daumensattelgelenkes links bei diagnostizierter b
eginnende
r
Rhizarthrose
,
Instabilität des CMC I-Gelenkes bei Status nach Osteosynthese einer Bennett-Fraktur am
2.
September 20
03
sowie
Läsion eines Astes des
Ramus
superficialis
des
Nervus
radialis
.
Am 1
3.
Juni 2005 wurde das
Osteosynthesematerial
operativ entfernt (
Urk.
14/42).
Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 1
6.
August 2005 (
Urk.
14/47) führte
Dr.
D._
aus, dass noch belastungsabhängige Beschwerden bestünden, welche jedoch
regredient
seien
,
und attestierte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit ab dem 1
8.
Juli 200
5.
3.4
D
er Schadenmeldung vom 1
0.
August 2005 (
Urk.
13/1) ist zu entnehmen, dass
sich
der Beschwerdeführer am
9.
August 2005 bei einem Motorradunfall
eine Brustwirbelkörper
(BWK) 6-Fraktur mit Translation, eine BWK 7-Wirbelkörper
fraktur und eine BWK 5-Bogenfraktur zu
ge
zog
en hatte
(Urk. 13/3).
3.5
Kreisarzt
Dr.
med. E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, be
richtete am
6.
Mai 2011 (
Urk.
13/170) über die am 2
7.
April 2011 durchgeführte kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers
und
führte aus, die letzten Aufnahmen der BWS datierten von September 2007 mit einem
St
atus nach
dor
saler
Spondylodese
von Th3-
9.
Das
Osteosynthesematerial
sei
damals fest
gewe
sen
.
Es müssten neue Aufnahmen a
ngefertigt werden
(S. 5)
.
Am 2
5.
August 2003 habe der Beschwerdeführer
eine Bennet-Fraktur am Daumen links
erlitten
.
Es
sei
zur
Arthrose
gekommen
, so
dass am
6.
Januar
2005 das Dau
mensattelgelenk links
arthrodesiert
worden sei
. Ab
dem
1
8.
Juli
2005
habe der Beschwerdeführer
wieder als voll arbeitsfähig
gegolten
. Die
Arthrodese
des Dau
mensattelgelenkes
sei
stabil, die Kraftentwicklung für
Pinch
wie Faustschluss gut. Die Beweglichkeit des Daumenstrahles
sei
leicht eingeschränkt, für hochpräzise Manipulat
ionen mit der linken Hand stelle
diese ein Erschwernis dar, eine we
sentliche Behinderung
sei
dies nicht. Am
9.
August
2005
habe der Beschwerde
führer einen
Motorrad
u
nfall mit Frakturen von BWK 5 und 7
erlitten
, dies
sei
mit einer dorsalen
Spondylodese
von Th3-9 angegangen
worden
,
wobei
es in guter Stellung zur Konsolidation
gekommen sei
. Es w
erde
eine Druck- und
Rütteldolenz
am unteren Ende der
Spondylodesestrecke
angegeben. E
ine radiologische Kon
trolle
sei
indiziert.
B
ei vorläufiger Beurteilung
sei
an eine verminderte Ausdauer der Rückenstreckmuskul
atur zu denken. Ergänzend werde
berichte
t, wenn die Röntgenbilder vorlä
gen
(S. 6)
.
Am
9.
Juni 2011 (
Urk.
13/178) führte Kreisarzt
Dr.
E._
aus, auf den am 1
3.
Mai 2011 angefertigten neuen
Röntgenbilder
n der BWS sei
unverändert eine m
ä
ssig
kyphosierte
BWS mit harmonischer Schwingung mit einer dorsalen
Spon
dylodese
von BWK 3-9
zu sehen
. Das Metall lieg
e fest.
D
ie Segmente
,
di
e kaudal an die
Spondylodese
an
schliessen
würden
,
seien
unauffällig. Auf bildgebender Ebene
liege
damit
eine
günstige Situation
vor
. Die vermehrten Beschwerden des
Beschwerdeführers
könn
t
en nicht mit m
orphologischen Veränderungen erklärt werden. Entsprechend gelinge
es nicht, eine gegenüber den früheren Einschät
zungen verminderte Belastbarkeit zu attestieren. Auch einem
ganztägigen Ar
beitseinsatz stehe
nichts im Wege. Die Tätigkeit sollte wechselbelastend sein, auf Grund des Habitus sicher leicht bis mitte
lschwer. Eine genauere Einschät
zung
sei
bekanntlich bei der EFL wegen Selbstlimitation nicht
gelungen
. Nebst dem regel
mässigen Schwimmen wäre theoretisch auch ein Training im Trocke
nen, vor all
em für die Ausdauer, ratsam. Dies ha
be
der
Beschwerdeführer
schon durchge
führt, dabei etwas vermehrte Beschwer
d
en versp
ürt, was durchaus vorkommen könne
, weiter nicht beunruhigend
sei
, sondern durchgestanden werden m
üsse.
Die dazu nötige Kraft ha
be
der
Beschwerdeführer
, der sich
ängstlich sehr genau beobachte
,
nicht. Allenfalls könne
man versuchen, ihn davon zu überzeugen.
Es werde
w
eiterhin
eine
weitmaschige ärztliche Betreuung
empfohlen
. Der
Be
schwerdeführer
brauch
e
etwas Analgetika und wie dargelegt eventuell einen erneuten Versuch mit einer MTT. Die mögliche Belastbarkeit des
Beschwerdefüh
rers sei
gleichgeblieben,
entsprechend
ergebe dies
auch keine Veränderung der Integritätseinbusse
(S. 1)
.
Die h
auptsächliche Ursache der verminderten Belast
barkeit
sei der Unfall vom
9.
August 200
5.
Der andere
Unfall vom 2
5.
August 2003
beeinträchtig
e
die Geschicklichkeit der linken Hand leicht,
sei jedoch
nur bei hohen Anforderungen an die Geschicklichkeit der linken Hand von Relevanz. Theoretisch
gingen
90
%
zu Lasten des Falles
aus dem Jahre 20
05
und
10
%
zu Lasten des Falles
aus dem Jahre 2003 (S. 2).
3.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt f
ür Orthopädische Chirurgie
, berichtete am
1
8.
November 2013 (
Urk.
13/303) und führte aus, die
durchgeführte
Compu
tertomographie zeige
eine leichte Kyphose des operierten
Bereiches, die Schrau
ben würden
jedoch alle einwandfrei
sitzen
und es zeig
e
sich auch eine zuneh
mende Konsolidierung. Eine Indikation zu einer Revisionsoperation
werde
von
s
einer Seite her nicht gesehen
(S. 1)
.
D
ie
Problematik im Bereich der Brust
wirbel
säule
sei eindeutig unfallbedingt. Durch eine Interv
entionsbehandlung
könnte
versucht werden
, die Beschwerden zu lindern, bei Beschwerdelinderung wäre dann sicherlich die Durchführung eines regelmässigen Schwimm
trainings
sinn
voll. Über das Verfahren w
erde
der
Beschwerdeführer
am heutigen Tage aufge
klärt.
Am
6.
November 2013
habe
sich der Beschwerdeführer
zur Interventio
n vor
ge
stellt
.
D
er Hauptdruckschmerz
zeige sich
über den Facetten von T
h
5/6 b
eidseits
und T
h
6/7 b
eidseits
.
Es erfolge die
Durchführung e
iner Facetteninfiltration von Th
5/6
beidseits
und T
h
6/7
beidseits.
Die Inte
rve
ntion
habe sich
problemlos
ge
staltet.
D
er
Beschwerdeführer werde
danach überwacht und anschliessend neuro
logisch untersucht, wobei sich hier keinerlei Auffälligkeit
im Vergleich zum Vor
befund zeige
.
Eine Wiedervorstellung
sei
in 2 Wochen zur Verlaufskontrolle oder jederzeit beim Auftreten von Problemen vorgesehen
(S. 2)
.
3.7
Kreisarzt
Dr.
med. G._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
, nahm
am 2
7.
November 2013
aufgrund der medizinischen Unter
lagen
Stellung
(
Urk.
13/305)
und führte aus,
n
eu zur Da
rstellung bei
Dr.
F._
komme
eine Hypästhesie im Bereiche de
s linken Kleinfingers. Diese sei nicht un
fallkausal. Sie
sei
insbesondere durch die Fraktur a
m Strahl I der linken Hand vom
5.
August
2003 n
icht erklärbar, hingegen bestehe
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ein Zusammenhang mit der Ellbogenfraktur in der Kindh
eit.
Im Übrigen
sei
der medizinische Zustand unverändert, dies w
erde
insbesondere be
wiesen durch die Röntgenbilder und das
Com
putertomogramm
der BWS, das von
Dr.
F._
veranlasst worden sei. Die Behandlung bei
Dr.
F._
sei
zu do
kumentieren, ein Weiterführen dieser Behandlung wäre nur sinnvoll, wenn es durch
die Facetteninfiltrationen tho
rakal am
6.
November
2013 zu einer nach
haltigen Verbesserung des Beschwerdebildes und damit auch der subjektiven
Arbeitsfähigkeit gekommen wäre.
D
ies
sei
administrativ noch zu erfragen. Des Weiteren
sei
die repetierte Verordnung
einer Physiotherapie oder einer
medizini
schen Trainingstherapie nicht nachvollziehbar
. Der Beschwerdeführer
ha
be
ex
plizit festgehalten, dass ihm "das Training nicht gut tue"
(S. 3)
. In dieser
Situation erfülle
die Physiotherapi
e das WZW-Prinzip nicht und müsse
entsprechend sis
tiert werden.
Dr.
H._
reg
e
eine psychiatrische Beurteilung der Unfallkausa
lität der psychiatris
c
hen Situation an. Angesichts des dokumentierten Vorzustan
des mit vorbestehenden Arbeitsunfähigkeiten wegen Depression und St
atus nach
Suizid
versuch durch Kopfschuss scheine
dies nicht notwend
ig, der psychische Zustand sei
immer wieder als unabhängig von den Unfallereignissen und als Vor
zustand gewertet
worden
. Allenfalls könnte dies aus rein juristischen Gründen doch noch fachärztlich überprüft werden
. A
us
somatisch-medizinischer
Sicht
sei
dies nicht für notwendig
zu halten
(S. 4)
.
3.8
Kreisarzt
Dr.
G._
nahm am
4.
Februar 2014 erneut Stellung (
Urk.
13/318) und führte aus,
d
ie h
eutige erneute Beurteilung decke
sich mit derjenigen vom 2
7.
No
vember
201
3.
Die Infiltrationen h
ätten
offenbar eine leichte Besserung der Be
schwerden während ein bis zwei Tagen gezeigt, eine nachhaltige Verbesserung der Situation w
erde
aber nicht beschrieben. Bezüglich Arbeitsfähigkeit
habe
durch die Infiltrationen ebenfalls keine Verbesserung erzielt werden
können
. An der Beurteilung vom 2
7.
November
2013 und an der
Beurteilung bei den früheren Ge
legenheiten inklusive persönlicher k
reisärztlicher Untersuchung müsse festge
halten werden. Das gleiche gelte
für die Heilbehandlungen
. D
iese zeig
t
en offen
sichtlich keine Wirkung, entsprechend dem WZW-Prinzip nicht.
Dr.
F._
sollte nach Möglichkeit über die juristische Situation bezüglich Behandlungsfüh
rung im UVG aufgeklärt werden
(S. 4 f.)
.
4.
4.1
Die Ärzte der
I._
berichteten am 2
8.
April 2016 über den Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
2
8.
März bis 2
5.
April 2016 (
Urk.
13/365.5-365.
9
) und nannten folgende
Diagnosen
:
-
c
hronisches
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Status
nach posttrauma
tisch
e
r Frak
tur
BWK
5-7 (Motorrad
unfall 2005
)
-
Status nach
Spondy
lode
se
B
WK 3-9 2005
-
Ausschluss Schraubenlock
erung
(CT
BWS
201
3)
-
c
h
r
onische
zer
v
ikoz
e
phal
e
Sc
h
merz
e
n
-
Osteochondros
e
n
der HWS
-
Status nach
Kopfsc
hu
ss
links temporal (Suizidversuch 2005)
-
c
hronische
Handschmerzen
links bei Status n
ach
Arthrodese
Dig
. I links 2005 bei Bennett-Fraktur Daumen links (Autounfall 2005)
-
depressive
An
passungsstörun
g
-
psychos
oziale Belastungssituat
ion
-
Sta
t
us nach Kokain-Abhängigkei
t
(seit 20
06 abstinent)
-
frühkindliche Hirnschädigung mit sekundärer Legasthenie und vermin
derter Lern- und Gedächtnisleistung
-
kleine
Umbilikalhernie
Sie führten aus, die Zuweisung des Beschwerdeführers erfolge bei chronischen Schmerzen im Bereich der mittleren BWS bei Status nach
Spondylodese
BWK 3-9 im Rahmen eines Motorradunfalles 200
5.
Der Beschwerdeführer beschreibe eine Schmerzeskalation seit 201
1.
Eine Schraubenlockerung sei 2013 und 2014 CT-morphologisch ausgeschlossen worden.
Im Verlauf
habe sich
die Schmerzsymp
tomatik nur geringfügig rückläufig
gezeigt (S. 2).
4.2
Die Ärzte des
A._
berichteten am 2
3.
Januar 2017 (
Urk.
13/368) über die
ambulante Erstvorstellung des
Beschwerdeführers
am
6.
Januar 2017 in der
Schmerzsprechstunde.
Sie nannten folgende
Diagnose
n
(S. 1)
:
-
c
hronische thorakale Rückenschmerzen
-
Status nach BWK6-Fraktur und Deckplattenimpressionsfrakt
u
r BWK 7 nach
Töff
unfall
am
9.
August
2005
-
Status nach
Spondylodese
BWK 3-9 2005 im
J._
-
c
hronische
Cervicobrachialgie
-
Status nach Kopfschuss links temporal 200
5
-
Osteochondrosen
im Bereich der HWS
-
Lumboischialgie
rechts bei Verdacht auf ISG-Problematik
-
c
hronische Schmerzen im Daumengrundgelenk links bei Status nach
Arthrodese
Dig
.
I
links 2005 bei Bennett-Fraktur Daumen links (Autoun
fall 2003)
-
f
remdanamnestisch depressive Anpassungsstörung (Bericht
I._
April
2016)
-
p
sychosoziale Belastungssituation
Sie führten aus, aktuell klage der Beschwerdeführer
über dauerhafte, messerstich
artige in der Tiefe empfundene Rückenschmerzen im Bereich der thorakalen Wir
belsäule und Schmerzen im dorsalen rechten Bein und dem rechten Gesäss
. Die thorakalen Schmerzen hätten
auch einen einengenden Charakter. Sie h
ätten
eine Schmerzstärke zwischen NRS 6-1
0.
Die
Medikamente
Irfen
und
Novalgin
redu
zier
t
en die Schmerzen um
zirka
20-30%. Schmerzverstärkend sei
en die
körperli
che Belastung oder das Tragen eines Rucksacks. Zudem klag
e der Beschwerde
führer
über Nervosität, Konzentrationsstörung sowie Schlafstörung.
Weiterhin zu erwähnen
seien
Schmerzen im Daumengrundgelenk links, die sich durch
das
Tra
gen von Lasten verstärken
würden
.
Der
Untersuchungsbefund
der
BWS in zwei Ebenen
ergebe k
eine Dislokation oder Lockerung der Implantate
.
Das
CT
der
BWS
vom
2
9.
Oktober
2013
zeige eine r
egelrechte Position der
Pedikelschrauben
BWK 3
-
5 und 5-
9.
Es bestehe k
ein Hin
weis auf
eine
Schraubenlockerung
(S. 2)
.
Es best
ünden
nach Verkehrsunfall und
Spondylodese
im Bereich der BWS
post
traumatische chronische thorakale Rückenschmerzen, die vor allem durch die massive Einschränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule
und
eine muskuläre
Dysbalance
und
Dekonditionierung
erklärbar s
eien.
Insbesondere die rechtsseitige Rückenmuskulatur
sei
ver
kürzt, weniger dehnbar und wirke
«
verklebt
»
gegenüber links. Möglicherweise st
ünden
die rechtsseitigen Beinschmerzen im Zusammen
hang mit der verkürzten Rückenmuskulatur, damit verbundene
r
Fehlhaltung und einer reaktiven
lliosakralgelenksblockade
rechts.
Medikamentös
sei dem Be
schwerdeführer
zunächst
Lyrica
und
Zaldiar
verordnet
worden
. In der Verlaufs
konsultation
habe der Beschwerdeführer
jedoch von Verwirrtheit
berichtet
, so dass die Medikamente wieder ab
gesetzt worden seien
. Es sollte aber ein weiterer Versuch unternommen werden, die Schmerzen auch medikamentös besser unter Kontrolle zu bekommen, dass sich der Schlaf ver
bessern und sich die Nervosität
verringern
könne
.
Der Beschwerdeführer
sollte die aktive Ph
ysiotherapie und MTT fortsetzen. Ziel dessen sei
eine verbes
serte Mobilisierung der Wirbelsä
ul
e und eine verbesserte Haltung.
Die Psychotherapie sollte im Sinne der Schmerzpsychothe
rapie fortgese
tzt werden, da ein hoher
Chronif
izierungsgr
ad
der Schmerzerkran
kung bestehe (S. 3)
.
4.3
Die Ärzte des
A._
berichteten erneut am
9.
Januar 2018 (
Urk.
13/392) und führten aus
, e
s lieg
e
vor allem rechts eine
durch möglicher
weise narbige Verwachsungen bewegungseingeschränkte und stark verkürzte Rü
ckenmuskulatur vor. Dies führ
e
zur Fehlhaltung und reaktiver ISG-Blockade rechts.
Es habe
zu keiner Zeit von einem geheilten Leiden
gespro
chen
werden können
. Die Verwachsungen und Verklebungen der oberflächlichen und auch tiefen Muskelfaszien sowie die Fehlbewegung und Fehlbelastung
seien
nach der Rückenoperation, welche infolge des Unfalls
vom
9.
August
2005 zur Stabilisie
rung der Wirbelsäule notwendig
gewesen sei
, entstanden. Ebenso lange best
ün
den
deshalb auch die thorakalen Rückenschmerzen.
Der Beschwerdeführer sei
seit dem Unfall nicht schmerzfrei
gewesen
. Auch wenn die Fraktur im Bereich der Brustwirbelsäule durch
die
Spondylodese
behandelt worden sei
, die Fraktur dadurch heute geheilt
sei
und die
Spondylodese
im CT nachweislich einen kor
rekten Si
tz habe
und keine Schrauben gelockert
seien
, best
ünden
seit der Opera
tion, die nach dem Unfall notwendig
geworden sei
, diese massive Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich der Brustwirbelsäule und
muskulo-
s
kelettale
n
Schmerzen durch die oben beschriebenen narbigen Veränderungen und Einzie
hungen der Muskulatur
(S. 1)
.
Eine
chronische Schmerzerkrankung habe
i
mmer bio-psycho-soziale Folgen
(S. 1 unten)
. So bestünden
auf körperlicher Ebene eine Schonhaltung und
muskuläre
Dekondi
ti
onierung
, e
in sehr oberflächliches Atemmust
er, Fe
hlhaltung im Bereich des Schultergü
rtels und Beckens
, Schlafstö
rungen und rasche körperliche Er
sch
ö
p
f
ung. Im Rahmen der chronischen Schmer
zerkrankung komme
es zur Re
duktion der Schmerzschwelle
und Ü
ber
e
mpf
in
dlic
hkeit
.
Auf psychischer Ebene bestehe
der Verdacht einer Angs
t
störung und depressiv
e
n
Entwicklung, welche im engen Zusammenhang mit der chronischen Schmer
z
er
krankung
stünden
.
Im sozialen
Bereich
bestünden vor allem durch die
Sc
h
merzen e
ine
100%ig
e Ar
beitsunfähigkeit und
infolge der Ablehnung der
f
inanziellen Absicherung durc
h
die S
uva
die alleinige finanzielle Absicherung durch das Sozialamt
. Meh
rere Ver
suche der Wiedereingliederung hätten zur massiven Schmerzverstä
rkung und so
mit auch d
er Verstärkung der Ängste und Nervosität
geführt. Die Wiedereinglie
derungsversuche h
ätten
deutlich gezeigt, dass es
dem Beschwerdeführer
seit dem Unfall aufgrund seiner Schmerzen nicht möglich
gewesen sei
,
einer körperlich schweren T
ätigke
it auf der
Baustelle nachzugehen. Es lä
gen somit erhebliche psy
chosoziale
B
elastungsfaktoren vor.
Es
sollte eine Neubeurteilung durch die S
uva
erfolgen
(S. 2)
.
4.4
Die Ärzte des
A._
berichteten erneut am 2
7.
Februar 2018 (
Urk.
13/396) und führten aus, es liege eine hoch
chronifizierte
und komplexe Schmerzerkrankung vor. Es bestünden seit dem
Töffunfall
und der
Spondylodese
im Bereich der BWS chronische, posttraumatische thorakale Rückenschmerzen. In der bisherigen und auch aktuellen Bildgebung bestehe kein Hinweis auf Lockerung des
Osteosynthesematerials
und auch kein Hinweis auf eine An
schlussdegeneration (S. 2).
Die massiven Schmerzen würden
vor
allem durch die massive Einschränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule,
die
muskuläre
Dysba
lance
und
Dekonditionierung
ausgelöst.
Die Behandlung durch Physiotherapie habe eine kurzzeitige Verbesserung in Haltung und Stabilität gezeigt und die Be
schwerden vermindern können. Es bestehe jedoch wenig Kontinuität in der Behandlung, so dass die Effekte nicht anhaltend gewesen seien. Es sei begonnen worden, die Narben neuraltherapeutisch zu behandeln. Eine Infiltration im Nar
bengebiet mit
Procain
führe zu einer über 24 Stunden anhaltenden Schmerzlin
derung. Danach träten erneut starke Schmerzen auf.
Neben der psychosozialen Belastungssituation bestehe vor allem auch eine ausgeprägte Angststörung.
We
gen der Angststörung habe auch die Psychologin die Behandlung abgebrochen und den Beschwerdeführer gebeten, sich in psychiatrische Behandlung zu bege
ben. Dies habe er bereits getan
(S. 3
).
4.5
Die Ärzte der
B._
berichteten a
m
2
3.
Mai 2018 (
Urk.
13/410)
über die ambulante Untersuchung in der
Wirbelsäulen-Sprechstunde
und führten aus, der Beschwerdeführer
berichte
über chronische thorakale Rücken
schmerzen seit einem Motorradunf
all 2005 und darauffolgender
Spondylodese
Th3-
9 im
J._
.
Eine stationäre Rehabilitation in
I._
im Herbst 2017 ha
be
laut Angaben des
Beschwerdeführers
insbesondere in Bezug auf die Psyche zu einer deutlichen Besserung der Beschwerdesymptomatik geführt. Aktuell wün
sch
e
der
Beschwerdeführer
nun medizinische Trainingstherapie zur weiteren Kräftigung der Rumpfmuskulatur und aus analgetischen Gründen. Seit 2011
sei
der
Beschwerdeführer
laut seinen Angaben zu 100
%
arbeitsunfähig, davor
sei
er als Gipser, Detailhändler, Schwimmlehrer, Bademeister und Lieferant arbeitstätig
gewesen
(S. 1)
.
Der Untersuchungsb
efund
ergebe ein
r
egelrechtes Gangbild
und k
eine sensomo
torischen Defizite im Bereich der oberen und unteren Extremität
(S. 1 unten)
.
Das
Ganzkörper-Röntgen
zeige eine r
egelrechte Lage des
Spondylodesematerials
. Es seien kein
abgrenzbares Knochenmarksödem
, k
eine
Bandscheibenprotrusionen
sichtbar
.
Aus wirbelsä
ulenchirurgischer Sicht bestünden keine
behandlungsbe
dürf
tigen
Befunde, welche durch die
Spondylodese
Th3-9 hervorgerufen w
o
rden
seien
. Bei chronischer Schmerzproblematik
sei
an eine Osteosynthese-Mate
rialentfernung zu denken.
Es seien
keine weiteren Verlaufskontrollen
geplant (S. 2).
4.6
Kreisarzt
Dr.
med.
K._
,
Facharzt für Orthopädische Chi
ru
rgie und Traumatologie
, nahm am 2
4.
Juli 2018 Stellung (
Urk.
13/423) und
führte aus, der
unfallbedingte Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers habe sich
seit der
Rentenverfü
gung vom
Juli
2011
nicht
erheblich verändert, namentlich
nicht
ver
schlechtert
. D
ie aktuelle Beurteilung des medizinischen Zustandes erfolg
e
im
Kreisarztbericht
vom 2
7.
April 201
1.
Hierzu gebe
es eine Ergänzung vom
9.
Juni
201
1.
Die kreisärztliche Untersuchung sowie die Ergänzung zu derselben
würden
unter anderem die Grundlage für die Beurteilung der Invalidenrente
bilden
. Um zu beurteilen
,
ob es sich um eine erhebliche Veränderung oder Verschlechterung des unfallbedingten Gesundheitszustandes im Vergleich zum 2
6.
Juli
2011 handl
e, müsse
also diese kreisärztliche Untersuchung und Ergänzung mit den ak
tuellen Befunden klinisch sowie durch die Bildgebung dokumentiert abgeglichen werden.
Am 2
5.
August
2003
sei
es unfallbedingt zu einer Bennet-Fraktur des linken Dau
mens
gekommen
, welche mit einer Osteosynthese behandelt w
orden sei
. Hiernach
sei
es zu einer Arthrose
gekommen, sodass am
6.
Januar
2005 das Daumensattel
gelenk links
arthrodesiert
w
o
rde
n sei
. Bereits 2011
sei die
Arthrodese
des Dau
men
sattelgelenkes stabil und die Kraftentwicklung gut
gewesen
. Am
9.
August
2005
habe der Beschwerdeführer
Verletzungen der Brustwirbelsäule durch einen Motorradunfall
erlitten
. Es
sei
zu e
iner Fraktur von Brustwirbelkör
per 5 und 7
gekommen
, welche mit eine
Spondylodese
von Th3
-9 versorgt wo
rde
n sei
.
Eine erneute Untersuchung
des Beschwerdeführers habe
am 2
7.
Mai
2014 in der
L._
statt
gefunden
. Die genaue Ursache der Beschwerden
sei
zu die
sem Zeitpunkt nicht klar
gewesen
. Es
h
ätten
sich im Bereich der
Spondylodese
ein gut erhaltenes frontales Profil
und ferner
keine wesentliche Vergrösserung des
Kyphosewinkels
in den betroffenen Fraktursegmenten
gezeigt
. Weiterhin
hät
ten
sich keine wesentlichen degenerativen Veränderungen
gezeigt
. Die Daumen
sattelgelenkarthrose
sei
seit Jahren stabil
arthrodesiert
, eine Veränderung des Zu
standes nach
Arthrodese
sei
auch in den näch
sten Jahrzehnten nicht zu erwarten.
Am 2
3.
Januar
2017
habe
eine Untersuchung im
A._
statt
gefun
den
.
Im CT der Brustwirbelsäule
habe
sich am 2
9.
Oktober
2013 kein Hinweis auf Schraubenlockerung
gezeigt
. Zu diesem Zeitpunkt
sei
die Rotation und Antefle
xion der Wirbelsäule schmerzhaft
gewesen
. Der Kinn-Jugulum-Abstand
habe
3 c
m
betragen
, die Drehung der HWS sei beid
seits eingeschränkt gewesen. Di
e neu
rologische Untersuchung sei
unauffällig
gewesen
. Es
hätten
posttraumatisch tho
rakale Rückenschmerzen
bestanden
, welche seit Jahren bekannt
seien
. Eine erhebliche Veränderung des unfallbedingten Gesundheitszustandes
habe
nicht nachgewiesen werden
können
. In einer Untersuchung vom 1
9.
Dezember
2017
durch die Ärzte des
A._
sei
nochmals der thorakale Rücken
schmerz, welcher chronisch posttraumatisch
bestehe
, festgehalten
worden
. Auch
hätten in dieser Untersu
chung keine Veränderungen des
Osteosynthesematerials
festgestellt werden
können
. Es
hätten
keine weiteren Frakturen oder degenerati
ven Veränderungen der Brustwirbelsäule
bestanden
. Es k
önne
keine Ursa
c
he er
kannt werden, die unfallkausal eine chronische Schmerzerkrankung hätte entste
hen lassen können. Eine
Spondylodese
Th3
-
9 führ
e
nicht automatisch zu einer, wie in diesem Bericht vom 1
9.
Dezember 2017 erwähnten, «
chronischen Schmerzerkrankung
»
.
Mit überw
iegender Wahrscheinlichkeit könne die beim Beschwerdeführer
diag
nostizierte chronische Schmerzerkrankung mit biopsychosozialen Folgen nicht auf den Unfall zurückgeführt
werden. In der Untersuchung
durch die Ärzte
der
B._
vom 1
4.
Mai
2018
hätten
bei
m Beschwerdeführer
chronische
Tho
rakalgien
ohne Handlungsbedarf
aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht
bestanden
.
Die Ärzte der
B._
hätten e
ine
Osteosynthesematerialentfernung
disku
tiert, der
Beschwerdeführer habe
sich jedoch für eine medizinische Trainingsthe
rapie entschieden und gegen die operative Versorgung.
In der kernspintomogra
phischen Untersu
chung der Brustwirbelsäule zeige
sich eine unauffällige
Spondylodese
Th
3-9
bei Deckplattenimpression von Th6 und
Th
7.
Es zeig
e
sich ein
posterior
erhaltendes Wirbelkörperalignement ohne Ein
engung
des Spinalkanals. Insgesamt könne
von einer regelrechten postoperativen Situation hinsichtlich der Osteosynthese ausgegangen werden. Es h
ätten
sich im Verlauf seit 2011 keine Lockerungszeichen nachweisen lassen, ebenso keine fort
ge
schrittenen degenerativen Verän
derungen der Brustwirbelsäule, welche auf
den
Unfall zurückgeführt werden könn
t
en
(S.
2
f.)
.
Es
sei
zu akzeptieren, dass nach
Spondylodese
Th3-9 ab und zu Schmerzen be
stehen könn
t
en. Eine chronische Schmerzerkrankung
sei
jedoch nicht zu akzep
tie
ren und nicht auf den Unfall zu
rückzuführen. Aufgrund der
Spondylodese
und der sich daraus ergebenen Schwächung der Rücken
muskulatur könne
viermal
im Jahr eine Physiotherapie mit 9 Einheiten verschrieben werden sowie eine medi
zinische Trainingstherapie l x pro Woche für 52 Wochen pro Jahr
(S. 3)
.
Die Kostenübernahme von oralen Analgetika aufgrund
bestehender Rücken
schmerzen sei
anzuerkennen. Übernommen werden könn
t
en die Wirksto
ffe Para
cetamol, Ibuprofen,
Dicl
ophenac
, alle weiteren sonstigen NSAR. Die Kosten zur medikamentösen Behandlung einer chronischen Schmerz
s
törung könn
t
en nicht von der Suva übernommen werden, da diese nicht als unfallkausal zu werten
sei (S. 4)
.
4.7
Die Ärzte
des
A._
nahmen
am
5.
September 2018
zum
Ein
spracheentscheid
Stellung
(
Urk.
3/4) und führten aus, a
us medizinischer Sicht
stimmten sie mit
dem Kreisarzt insofern nicht überein, dass dieser behaupte, die langjährigen Schmerzen
des Beschwerdeführers
, welche bis heute anhalten
wür
den
, seien nicht Folge
des Unfalls von 200
5.
Der Kreisarzt
beziehe
sich mit seiner Erklärung darauf, dass die Schmerzen morphologisch nicht erklärbar seien, da mehrere bildgebende und auch klinische Untersuchungen, welche in d
er Vergan
genheit durchgeführt wo
rden
seien
, zeigten, dass das
Spo
ndylodesenmaterial
kor
rekt liege
und nicht gelockert
sei
sowie die Fraktur von 2005 verheilt sei und neurologisch keine Auffälligkeit besteh
e
. Ab dem Zeitpunkt der Impla
ntation der
Spondylodese
von Th
3-9
sei
die Beweglichkeit der thorakalen Wirbelsäule massiv eingeschränkt
gewesen. Dies habe
zu einer Fehlhaltung mit Schmerzen
geführt
und diese Schmerzen wiederum zur Schonhaltung mit weiterer
Schmerzzunahme in Folge. Daraus sei
resultiert, dass starke Medikamente
hätten
eingenommen werden m
üssen
, Schlafstörungen auf
getreten seien
, mehrere Arbeitsversuche und Wiedereingliederungsversuche fehl
geschla
gen
seien
und psychosoziale Probleme zu
genommen hätten.
Sehr wohl könn
ten
die chronischen thorakalen Rücken
schmerzen und die psychosozialen Folgen nach dem bio-psycho-sozialen Schmerzmodell bis zum Unfall zurückverfolgt werden. Unabhängig d
er psycho
sozialen Folgen bestehe
tatsächlich und klinisch nachweisbar eine muskuläre Fehlfunktion im Bereich des Thorax rechts und muskuläre
Dysbalance
. Vermut
lich sei
unmittelbar nach der Operation und Abheilung der Wunde eine Behand
lung der Narbe und Funktionsverbesserung
der Muskulatur verpasst worden
(
S. 1).
Zur Bedeutung einer funktionierenden autochthonen Rückenmuskulatur
sei
fol
gende Erklärung gefunden
worden
: Sowohl aktive Bewegungen als auch eine dy
namische Stabilisierung der Wirbelsäule s
eien
durch ein umfangreiches System von Rumpfmuskeln realisierbar.
Der
Musculus
erector
spinae
besteh
e
aus mehre
ren tiefen und oberflächlichen Anteilen. Bei der Betrachtung der Wirbelsäul
e als funktionelle Einheit komme
der Muskulatur eine zuggurtende
Funktion zu. Bio
mechanisch könne
die Wirbelsäule in einen vorderen und einen hinteren Ab
schnitt eingeteilt werden, wobei der vordere Abschnitt aus den Wirbelkörpern und Bandscheiben, der hintere Anteil aus Wirbelbogen mit den
Fazettengelenken
sowie den
di
ese verbindenden Bändern
bestehe
. Da die Achse des Körperschwer
punktes vor der Wirbelsäule lieg
e
,
werde
der vordere Anteil auf Druck, der hintere auf Zug beansprucht. Bei d
er intakten Wirbelsäule fungiere
die vordere Säule als Distraktions
system, die hintere «
Kette
»
als Kompressionssystem. Bei einer axial wirkenden Kraft w
ü
rden die Lasten von der dorsal angreifenden Muskulatur in der Art verändert, dass sich 80
%
als ventrale Kompressionskraft und 20
%
als horizontale Schubkraft auf das einzelne Bewegungssegment verteilen
würden.
Die Kraftübertragung in einem Bewegungssegment erfolg
e
nach dem Prinzi
p der Dreipunktlagerung und werde
gewährleistet durch die Zwischenwirbelscheibe sowie die beiden Wirbelbogengelenke. Die B
elastung eines Segmentes erfolge
durch eine Resultierende, die sich aus der Vektorsumme
des Teilkörpergewichtes und de
n das
Gleichgewicht herstellenden Muskel- und
Bandkräften zusammen
setze. Die Resultierende verlaufe
schräg von
dorso
-kranial
nach
ventro
-kaudal und erzeuge
- wie oben beschrieben - neben einer Kompressionskraft eine nach ventral gerichtete Schubkraft
. Durch die Kompressionskraft wü
rden die Wirbel
körper über den Diskus axial auf Druck beansprucht, während die Schubkraft von Zwischenwirbelscheibe und den Wirbelbogengelenken neutralisiert
werde
. Die biomechanische
Betrachtung der Wirbelsäule habe
sich bisher in erster Linie auf die Untersuchung der Beanspruchung der knöchernen Strukturen beschränkt. Mit diesen Modellen
werde
jedoch nur ein Bruchteil der funktionell relevanten Struk
turen berücksichtigt
und der klinische Nutzen bleibe
damit limitiert. Dass mo
mentan, wie durch d
ie Ärzte der
B._
beurteilt, eine operative Mass
nahme die Schmerzen nicht
sicher lindern könne, zeige
ja nur, dass es nach deren Auffassung
keine Ursache der Schmerzen gebe
, die wirbelsäule
nchirurgisch be
hoben werden könne
.
Die Infiltration der
Fazettengel
enke
im Bereich des An
schlusses an die
Spon
dylodese
und auch im Bereich
der Narbe und thorakalen Rückenmuskulatur sowie die manuelle Therapie
würden
jedoch die Schmerzen kurzzeitig
lindern.
Inwieweit sich der klinische Zustand
des Beschwerdeführers
von 2011 bis heute verschlechtert ha
be
, k
önne
deshalb nicht ein
geschätzt werden
, weil
der Beschwerdeführer
erst seit Anfang 2017
von ihnen
b
etreut werde
.
Seit
der Beschwerdeführer
in der Schmerzambulanz betreut werde, gebe
er stets eine hohe Schmerzstärke an. Seine Körperhaltung, die Stabilität in Wirbelsäule und Beck
en und somit sein Gangbild hätten
sich deutlich verschlechter
t. Die psychi
sche Verfassung sei
deutlich sc
hlechter geworden und dies h
ä
nge
sehr wohl mit den chronischen Schmerzen und deren psychosoziale
n Folgen zusammen. Im Verlauf hätt
en sich eine Angststörung und Depression ausgebildet, die wiederum als schmerzverstärkende Faktoren wirksam s
eien (S. 2)
.
Der Kreisarzt empf
ehle
Muskelaufbau durch langfristige Physiotherapie und me
dizinisch
e Trainingstherapie. Er schreibe
in seiner Ausführung, dass
sich
durch die
Spondylodese
eine Schwäc
hung der Rückenmuskulatur ergebe
.
In
diesem Punkt
sei dem Kreisarzt
zu
zustimmen. Jedoch komme
es vor allem durch diese geschwächte Muskulatur zu Schmerzen und damit zu einer deutlich reduzierten Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers
. Es k
önne
die körperliche Belastung auch im beruflichen Sinne nur entsprechend dieses Muskelaufbaus gesteigert werden. Setz
e
man vorher mit ganztägiger körperlicher Tätigkeit ein, reagier
t
en die überbelasteten Muskeln mit einer Schmerzzunahme. Erneute Schmerzen führ
t
en zu weiterer
Chronifizierung
der Schmerzerkrankung, kognitivem Fehlverhal
ten, Angst und Depression.
Aus diesen genannten Gründen sei
nicht nachvoll
ziehbar, warum die chronischen thorakalen Rückenschmerzen nicht die Folge des Unfalls s
eien
, die Leistungsfähigkeit so hoch angesetzt w
erde
, ohne dass die kör
perlichen und psychischen Voraussetzungen dafür gegeben s
eien
,
und warum nur Physiotherapie und MTT aber nicht die Schmerzbehandlung übernommen w
erde
, welche gemeinsam mit den anderen Therapeuten, multimodal, die Voraussetzun
gen der Wiedereingliederung eventuell langfristig verbessern könnten
(S. 3)
.
4.8
Kreisarzt
Dr.
K._
nahm am
6.
November 2018 Stellung (
Urk.
15) und führte aus
, i
m klinischen Verlauf der
Arthrodese
des link
en Daumens habe
sich seit 2011 nichts verändert, eine stabile Osteosynthese
sei
erfolgt. Daran ha
be
sich bis heute nichts geändert. Die übliche Tätigkeit als Gipser
sei
nicht mehr durchzuführen
gewesen
.
Es
sei
eine
Hospitalisation
in der
I._
vom 2
8.
März
bis 2
5.
April
2016
erfolgt
, in der ein
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom, chronische
zerviko
zephale
Schmerzen und eine depressiv
e Angststörung diagnostiziert wo
rden
seien
. N
ach vierwöchigem Aufenthalt werde
eine volle Arbeitsunfähigkeit attes
tiert. Jedoch soll
e
die Arbeitsfähigkeit nicht durch einen Orthopäden diagnosti
ziert werden, sondern durch einen Psychiater. Für die gefundene Schmerzhaf
tigkeit des rechten Beines mit Schwächegefühl nach längerem Laufen best
ünden
keine erklärenden strukturellen Läsionen durch die
Spondylodese
thorakal. Im Rahmen des ausgelegten Schmerzprogrammes sollte eine Mo
bilisation und ein Aufbau der rum
pfstabilisierenden sowie gelenktragenden Muskulatur durchge
führt werden. Diesen Anforderungen
sei
in der Kreisarztbeurteilung Rechnung getragen
worden (S. 1)
.
Weiterhin werde
im Bericht der
I._
erwähnt, dass
der Beschwerdeführer
ambulant an einer MTT-
Gruppe
und an einer physiotherapeutischen Behandlung teilnehmen möchte. Diesen Wünschen
sei
in der kreisärztlichen Beurteilung ent
sprochen
worden
. Die Beeinflussung der Schmerzsymptomatik du
rch psycholo
gische Faktoren werde durch die
I._
in den Vordergrund gestellt, weswe
gen auch über die Beurteilu
ng der Arbeitsfähigkeit durch ei
nen Psychiater ent
schieden werden soll
e
.
Im Bericht der
Schmerzsprechstunde
des
A._
würden allgemeine Problem
e der Normalbevölkerung mit muskulären
Dys
balancen
und
Dekonditionierungen
erwähnt. Wenig dehnbare Musku
latur und Verklebungen von Faszi
en
seien
einerseits ein heutzutage gebrauchter Begriff
,
um teilweise unklare muskuläre Beschwerden zu beschrei
ben (Nachweis der
Faszienverklebung
fehle
), weite
rhin seien
die diagnostizierten Rückenprobleme des
Beschwerdeführers
ebenfalls in der Normalbevölkerung zu finden, weswegen Fitnessstudios, Yoga- und
Pilatestherapien
einen grossen Zu
lauf hätt
en. Die diagnostizierten
muskulären
Dysbalancen
,
Dekondi
tionierung
der Muskulatur und
Verklebungen seien
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine speziellen Folgen der durchgeführten Rückenoperation, welche erfolgreich verlaufen
sei
. Die rechtsseitig beklagten Beinbeschwerden
hätt
en mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nichts
mit der Rückenoperati
on zu tun, eine Affektion von Nervenwur
zeln durch das eingebracht
e
Spondylodesematerial
habe
nicht nachgewiesen wer
den
können
. Ein kausaler Zusammenhang
könne
im orthopädischen Fachgebiet nicht nachvollzogen werden. Verkürzte Rückenmuskulatur, damit verbundene Fehlhaltungen und somit häufig auftretende
Iliosakralgelenkbeschwerden
s
eien das «
tägliche Brot
»
einer konservativen orthopädischen Praxis. Die sich im Lebensverlauf entwickelnden thorakalen Fehlhaltun
gen, Schwäche der Rücken
muskula
tur, einstellenden Fehlrotationen, bestehende muskuläre Verkürzungen der unteren Extremitäten, Affektion der Wirbelsäule und
Iliosakralgelenke
seien
ein häufig gesehenes Volksleiden und keine spezifischen Symptome, welche nach
Spondylodese
der Wirbelsäule auft
rä
ten.
Der auf psychischer Ebene bes
tehende Verdacht einer Angststöru
ng und einer depressiven Entwicklung k
önne
letztendlich nur durch einen Psychiater beant
wortet werden und nicht durch einen Facharzt für Orthopä
die und Traumatologie. Auch seien
die angegebenen Schlafstörungen und Erschöpfungszustände sowie die psychische Belastungssituation keine typische Folge einer thorakalen
Spon
dylodese
. Die Beurteilung des
B._
Zürich zeige
keine
behandlungsbedürftigen
Befunde hinsichtlich der durchgeführten thorakalen
Spondylodese
.
Mit überwieg
ender Wahrscheinlichkeit handle
es sich um die, auch bei der Nor
malbevölkerung auftretende Schwäche der Rückenmuskulatur im Lebensverlauf, muskulären Verkürzungen mit Verän
derung der Biomechani
k der Wirbelsäule und des Beckenbereiches
.
Insgesamt w
ü
rden normale Symptome dargestellt, wel
che Menschen im Lebensalter zwischen
zirka 40 und 60 Jahren beschäfti
g
t
en.
Grosszügigerweise
sei
eine Unterstützung des
Beschwerdeführers
mit Physiothe
rapie und medizinischer
Trainingstherapie
gewährt
worden
, obwohl die beklagten Beschwerden die typischen Probleme der Normalbevölkerung darstell
t
en und keine spezifischen Probleme nach thorakaler
Spondylodese
s
eien.
Dies
sei
auch so durch
die Ärzte der
B._
eingeschätzt
worden (S. 2).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer erlitt unbestrittenermassen am 2
5.
August 2003 bei einem Autounfall eine Bennet-Fraktur
des linken Daumens
und am
9.
August 2005 bei einem
Motorrad-
Sturz
Brustwirbelkörperfrakturen, welche dann durch eine dor
sale
Spondylodese
behandelt wurden.
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Be
schwerdeführer infolge der unfallkausalen Beschwerden
ab dem
1.
Mai 2007 eine
Rente entsprec
hend einer Erwerbseinbusse von 25
% und eine Integritätsent
schä
digung entsprechend einer Integritätseinbusse von
20
% zu (vgl.
Urk.
13/140,
Urk.
13/189).
Am 2
2.
September 2011 rutschte der Beschwerdeführer in der Badewanne aus und machte mit Schadenmeldung vom 1
8.
Januar 2016 einen Rückfall zum Un
fall vom
9.
August 2005 geltend (vgl.
Urk.
13/344).
Dies ist ebenfalls unbestritten. Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob sich die Folgen des Unfalls vom
9
.
August 2005
dauerhaft und wesentlich ver
schlechtert haben
(vgl. vorstehend E. 2.1-2.2).
5.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die kreisärztlichen Beurtei
lungen
durch
Dr.
K._
für die streitigen Belange umfassend sind und die ge
klag
ten Beschwerden des Beschwerdeführers sowie die medizinischen
Vorakten
be
rücksichtig
en
. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und die Beur
tei
lung der medizinischen Situation leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. vorstehend E.
4.6 und E. 4.8
).
Kreisarzt
Dr.
K._
legte in
seiner
Beurteilung
vo
m
Juli 2018 überzeugend dar, dass sich der unfallbedingte
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2011 nicht verschlechtert
habe. Er führte in nachvollziehbarer Weise aus, dass die beim Beschwerdeführer diagnostizierte chronische Schmerzerkrankung mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall zurückgeführt werden könne. So hätten beim Beschwerdeführer in der Untersuchung
durch die Ärzte
der
B._
aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht
Thorakalgien
ohne Handlungsbedarf bestanden und in der kernspintomographischen Untersuchung der BWS zeige sich eine unauffällige
Spondylodese
Th3-9
(vgl. auch vorstehend E. 4.5)
.
De
r Kreisarzt machte darauf aufmer
ksam, dass
von einer regelrechten postoperativen Situation hinsichtlich der Osteosynthese ausgegangen werden
könne und sich im Verlauf seit 2011 weder Lockerungszeichen nachweisen lassen würden noch fortgeschrit
tene degenerative Veränderungen der BWS bestünden
(vgl. vorstehend E. 4.6).
Die kreisärztliche Beurteilung stimmt zudem mit den übrigen medizinischen Akten überein. So ist bereits den früheren kreisärztlichen Berichten von
Dr.
G._
(vgl. vorstehend E. 3.7-3.8) zu entnehmen, dass sich der unfallbe
dingte Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verändert habe.
Dr.
G._
ging vielmehr von einem stabilen, gleichbleibenden Zustand aus. Entsprechend wurde auch im Austrittsbericht der
I._
vo
m
April 2016
festgehalten,
eine Schraubenlockerung sei 2013 und 2014 CT-morphologisch ausgeschlossen worden (vgl. vorstehend E. 4.1). Die Ärzte des
A._
führten im Januar 2017 ebenfalls aus, die Röntgenaufnahmen der BWS hätten keine Dislokation oder Lockerung der Implantate gezeigt und die CT-Untersuchung der BWS vo
m
Oktober 2013 habe eine regelrechte Position der
Pedikelschrauben
BWK
3-5 und 5-9
sowie kein
en
Hinweis auf eine Schraubenlo
ckerung
ergeben (vgl. vorstehend E. 4.2).
Im Januar 2018 hielten die Ärzte des
A._
fest,
die thorakalen Rückenschmerzen des Beschwerdeführers würden seit der Rückenoperation, welche infolge des Unfalles vom
9.
August 2005 zur Stabilisierung der Wirbelsäule notwendig gewesen sei, bestehen. Auch wenn die Fraktur im Bereich der BWS durch die
Spondylodese
behandelt worden sei, die Fraktur dadurch geheilt sei und die
Spondylodese
im CT nachweislich einen korrekten Sitz habe und keine Schrauben gelockert seien, bestünden seither diese massive Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich der BWS
und
musku
loskelettale
Schmerzen
durch die narbigen Veränderungen und Einzieh
ungen der Muskulatur
(vgl. vorstehend E. 4.3).
Somit gingen auch die behandelnden Ärzte – entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers – davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Operation im Jahre 2005 so präsentiere und sich seit 2011 nicht erheblich verschlechtert habe.
5.3
Bezüglich der in den medizinischen Berichten erwähnten psychischen Beschwer
den beziehungsweise der Überlagerung durch die psychischen Beschwerden (vgl. vorstehend E. 4.2-4.4, E.
4.7) bleibt mit der Beschwerdegegnerin anzumerken, dass ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den psychogenen Störungen des Beschwerdeführers und den erlittenen Unfällen mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Oktober 2011 (
Urk.
13/203
S. 3
) bereits rechtskräftig verneint wurde.
Nach dem Gesagten
erweist sich die kreisärztliche Beurteilung durch Dr.
K._
als beweiskräftig, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat. Der kreisärztlichen Beurteilung folgend ist demnach mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
sich die un
fallbedingten Befunde seit 2011 nicht verändert haben, mithin immer noch die gleichen Beschwerden wie damals bestehen und somit keine Spätfolgen des Un
falls vom
9.
August 2005 vorliegen. Es
liegen keine medizinischen Berichte vor, die an der Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilungen Zweifel erwecken würden.
Von weiteren Abklärungen hinsichtlich des Ge
sundheitsz
ustandes des Beschwer
deführers
ist im Sinne einer antizi
pierten Beweiswürdigung (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d) zu verzichten, da nicht davon auszugehen ist, dass weitere medizinische Abklärungen mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit zu einem an
deren Ergebnis führen.
Da sich, wie dargelegt, der unfallbedingte Gesundheitszustand des Beschwerde
führers nicht wesentlich verschlechtert hat und auch die erwerblichen Verhält
nisse unverändert geblieben sind, sind die Voraussetzungen für eine Revision nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Erhöhung der Inva
lidenrente.
Dementsprechen
d ist die Beschwerde
abzuweisen.
6.
6.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
,
Horgen
, aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.2
Nachdem die unentgeltliche Rechtsvertreterin trotz Aufforderung (vgl. Urk. 17) keine Honorarnote eingereicht hat, ist ihr Aufwand nach Ermessen festzulegen. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- zuzüglich Mehr
wert
steuer ist die
E
ntschädigung auf Fr.
2
‘
3
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und
Barausla
gen) festzusetzen.