Decision ID: ebca4eb6-53d1-5b01-9806-dbdce8ebaa67
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, von Beruf Z._, meldete sich am 23. Juni 2013 wegen Schmerzen im
Knöchel (OSG links), Kopfschmerzen, Migräne und Depression zum Bezug von
Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er hatte zuletzt vom 1. Oktober
2011 bis 31. August 2012 als Verkäufer Aussendienst 100 % gearbeitet (vgl. IV-act. 5,
17 f., 45-2 und 52-4).
A.a.
Nach medizinischen Abklärungen (vgl. IV-act. 13 ff.) teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten am 15. April 2014 mit, aufgrund seines Gesundheitszustands seien keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich. Die medizinische Behandlung stehe
im Vordergrund (IV-act. 37). Nach weiteren medizinischen Behandlungen und
Abklärungen (vgl. IV-act. 61 ff. und 76 ff.) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Mitteilung vom 7. November 2016 ein Belastbarkeitstraining vom 15. November 2016
bis 14. Februar 2017 bei der B._ AG zu (IV-act. 100). Dieses wurde aus
gesundheitlichen Gründen per 10. Januar 2017 unterbrochen (vgl. Mitteilung vom
13. Februar 2017, IV-act. 114).
A.b.
Mit Mitteilung vom 12. April 2017 wurde dem Versicherten für den Zeitraum vom
20. März bis 19. Mai 2017 die Wiederaufnahme und Fortführung des Belastbarkeits
trainings bei der B._ AG zugesprochen (vgl. IV-act. 116-2 und 120). Vom 20. Mai
2017 bis 19. November 2017 erfolgte ein Aufbautraining (vgl. IV-act. 122 und 124). Die
vereinbarten Ziele konnten indes nicht erreicht werden. Im Schlussbericht vom
8. November 2017 wurde festgehalten, der Versicherte sei mit vertretbarem Aufwand
auf dem Arbeitsmarkt nicht integrierbar. Das unter Umständen mit viel Einsatz
erarbeitete Ergebnis wäre permanent gefährdet und "dem Untergang geweiht" (IV-
act. 129, insbesondere IV-act. 129-4). Mit Mitteilung vom 12. Januar 2018 schloss die
IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab (IV-act. 141).
A.c.
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Zur Klärung der medizinischen Situation ordnete die IV-Stelle am 20. April 2018
eine polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine Innere Medizin, Dermatologie,
Orthopädie und Psychiatrie) an. Der Gutachtensauftrag wurde der Pmeda AG, Zürich,
zugeteilt (vgl. IV-act. 143 ff.).
A.d.
Mit Gutachten vom 17. September 2018 stellten die Pmeda-Gutachter die
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode, welche sich auf die
Arbeitsfähigkeit auswirke. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie insbesondere Zwangshandlungen, Verdacht auf narzisstische
Persönlichkeitsakzentuierung, laborchemisch Verdacht auf übermässigen
Alkoholkonsum, Cephalgien im Rahmen von Spannungskopfschmerzen und Migräne,
Status nach Supinationstrauma am OSG links, Status nach Radiusfraktur links, Akne
inversa Grad 1 nach Hurley, posttraumatische Arthrose beider Handgelenke mit
geringer Funktionsstörung links und posttraumatische Funktionsstörung linkes OSG/
USG (IV-act. 161-9). In der bisherigen wie auch in einer anderen adaptierten Tätigkeit
bestehe eine aus psychischen Gründen reduzierte Arbeitsfähigkeit von 50 % (IV-
act. 161-10 f.).
A.e.
Mit Stellungnahme vom 11. Oktober 2018 hielt RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt
für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, fest, das Pmeda-Gutachten
entspreche im Wesentlichen den geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien.
Versicherungsmedizinisch sei der Gesundheitszustand formal mit ganz überwiegender
Wahrscheinlichkeit im Längsschnitt über die letzten Jahre und prognostisch auf die
nächsten ein bis zwei Jahre hin gesehen als "stabil" anzusehen (IV-act. 169).
A.f.
Mit Vorbescheid vom 19. November 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer halben Invalidenrente ab 1. Dezember 2013 in Aussicht (IV-act. 172).
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Galligani, am
19. Dezember 2018 Einwand (IV-act. 177) und begründete diesen am 29. Januar 2019
(IV-act. 181).
A.g.
Am 5. Februar 2019 liess der Beschwerdeführer einen Untersuchungsbericht der
Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Kantonsspital St. Gallen, vom 7. September
2018 einreichen, mit welchem die gutachterliche Verdachtsdiagnose eines intraossären
A.h.
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B.
Dermoids bestätigt wurde. Er machte geltend, sein Gesundheitszustand werde
dadurch stark beeinträchtigt (IV-act. 182).
Mit Bericht vom 28. März 2019 stellten med. pract. D._, Oberarzt, und Dr. med.
E._, Assistenzärztin, Psychiatrie F._, nach einem stationären Aufenthalt des
Versicherten vom 15. bis 22. März 2019 als Hauptdiagnose eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen
(ICD-10 F33.3) und als Nebendiagnosen eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) sowie psychische und Verhaltensstörungen durch
Alkohol: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2) fest (IV-act. 185).
A.i.
Mit Stellungnahme vom 14. Mai 2019 hielt RAD-Arzt Dr. C._ unter ausführlicher
Begründung im Wesentlichen fest, trotz der Einwände des Versicherten könne auf das
Pmeda-Gutachten abgestellt werden (IV-act. 186). Mit Verfügung vom 14. Juni 2019
lehnte die IV-Stelle die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren
ab (IV-act. 191).
A.j.
Mit Verfügungen vom 24. Juni 2019 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
halbe Invalidenrente ab 1. Dezember 2013 zu und verrechnete die Rentenleistungen mit
noch offenen Rückforderungen von IV-Taggeldern für November und Dezember 2016
sowie Januar und März 2017 und mit bevorschussten Leistungen der Sozialen Dienste
(IV-act. 192 f. i.V.m. IV-act. 188).
A.k.
Gegen diese Verfügungen erhebt A._ am 23. August 2019 Beschwerde. Er
beantragt, die Verfügungen vom 24. Juni 2019 seien aufzuheben. Ihm sei eine ganze
Rente zu gewähren. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege samt
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu gewähren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, das
polydisziplinäre medizinische Gutachten vom 17. September 2018 und die RAD-
Stellungnahme vom 14. Mai 2019 seien untauglich. Es sei auf die Beurteilung der
Behandler abzustellen und die Arbeitsunfähigkeit auf 100 % festzulegen. Er sei nun seit
mehr als sechs Jahren nicht mehr arbeitstätig. Zudem sei er 55 Jahre alt und nur schon
aufgrund seines Alters nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Bei Männern sei bei
B.a.
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Erwägungen
1.
Teilzeitarbeit von einem tieferen Lohn auszugehen. Sein Zumutbarkeitsprofil sei sehr
umfassend und beinhalte sehr viele funktionell bedingte Einschränkungen. Deshalb sei
bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades ein Tabellenlohnabzug von 25 % zu
berücksichtigen (act. G1). Auf die einzelnen Kritikpunkte des Beschwerdeführers am
Gutachten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, das
Pmeda-Gutachten sei beweiskräftig, sodass darauf abgestellt werden könne. Die Kritik
des Beschwerdeführers daran sei unbegründet (act. G3).
B.b.
Am 31. Oktober 2019 bewilligt die Verfahrensleitung die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung; act. G4).
B.c.
Mit Replik vom 29. November 2019 führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen
seine Argumentation weiter aus, wonach das Pmeda-Gutachten nicht beweiskräftig sei
(act. G6).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G8).B.e.
Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
1.1.
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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
1.3.
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das
Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).
1.4.
Die urteilenden Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auf von Versicherungsträgern im
Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte, den Anforderungen der Rechtsprechung
1.5.
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2.
entsprechende Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten)
ist abzustellen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 466 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts vom
15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1, und vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit
Hinweisen).
1.6.
Der Beschwerdeführer bestreitet die Verwertbarkeit des Pmeda-Gutachtens und
macht geltend, darauf und auf die RAD-Stellungnahmen könne nicht abgestellt werden.
Es ist deshalb nachfolgend zu prüfen, ob dem Pmeda-Gutachten Beweiswert
zukommt, wobei in erster Linie auf die Kritik des Beschwerdeführers Bezug genommen
wird.
2.1.
Der Beschwerdeführer macht geltend, Dr. G._ – der psychiatrische Gutachter –
gehe fälschlicherweise davon aus, dass seine Leiden therapierbar seien bzw. nach
einer stationären Behandlung so weit zurückgehen würden, dass er 100 % arbeiten
könne. Dabei berücksichtige Dr. G._ die Anamnese nicht, nämlich, dass er bereits
mehrmals stationär behandelt worden sei (act. G1, S. 6).
2.2.
Die Annahme Dr. G._s, wonach bei Ausschöpfung der Behandlungsoptionen
weitere Heilungschancen bestünden (IV-act. 161-126 und 161-131) erscheint mit Blick
auf die Vorakten nachvollziehbar. Die Behandler gingen in der Vergangenheit ebenfalls
davon aus, durch eine (Weiter-)Behandlung könne die Situation des
Beschwerdeführers verbessert werden (vgl. beispielhaft IV-act. 35-3, 79-4 und 87-3).
Im Gegenzug sahen sie mit der Beendigung einer Therapie, etwa mit dem Austritt aus
der Tagesklinik, jeweils die Gefahr eines Rückfalls in alte Verhaltensmuster und
Isolation verbunden (vgl. IV-act. 79-3 f., IV-act. 132-4 ff.). Es leuchtet deshalb ein, dass
durch die Ausschöpfung der Behandlungsoptionen eine Besserung beim
Beschwerdeführer eintreten könnte, welche indes durch das Risiko eines Rückfalls
ständig wieder gefährdet wäre. Folgerichtig hat RAD-Arzt Dr. C._ in seinen
Stellungnahmen darauf hingewiesen, dass zwar trotz mehrfachen stationären
Behandlungen bisher keine dauerhafte Stabilität habe erreicht werden können und der
Gesundheitszustand versicherungsmedizinisch im Längsschnitt über die letzten Jahre
und prognostisch auf die nächsten ein bis zwei Jahre hin gesehen als stabil anzusehen
sei (IV-act. 169-2 f.), die gutachterliche Annahme weiterer Behandlungsoptionen vom
2.3.
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3.
Ansatz her aber nicht grundsätzlich falsch sei, auch wenn eine etwas differenziertere
Erörterung für künftige Behandlungserwägungen wünschenswert gewesen wäre (IV-
act. 186-2).
Für die Vergangenheit stimmt das Pmeda-Gutachten mit der Einschätzung des
RAD-Arztes überein. Dass Dr. C._ für die absehbare Zukunft eine weniger
optimistische Prognose stellt, gereicht dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil und
ist nach dem Gesagten überzeugend. In diesem Zusammenhang ist darauf
hinzuweisen, dass der psychiatrische Teilgutachter Dr. G._ das Einholen
regelmässiger Verlaufsberichte und eine Kontrolluntersuchung in ca. drei Monaten
empfohlen hatte (IV-act. 161-129), sodass jeweils echtzeitlich zu überprüfen gewesen
wäre, ob die gestellte Prognose auch eintrat. Dementsprechend hätte auch eine
unzutreffende gutachterliche Einschätzung den erzielten Behandlungserfolgen
angepasst werden können. Vom Pmeda-Gutachten kann deshalb hinsichtlich der
Prognose zugunsten des Beschwerdeführers abgewichen werden, ohne dass dieses
seinen Beweiswert verliert.
2.4.
Der Beschwerdeführer macht geltend, Dr. C._ führe selbst aus, dass eine
differenziertere Erörterung für die Behandlungserwägungen im Gutachten
wünschenswert gewesen wäre. Damit erkläre der RAD-Arzt selbst, dass es in dieser
Hinsicht an der Nachvollziehbarkeit des Gutachtens mangle (act. G1, S. 7). Dem kann
nicht gefolgt werden. Wie vorstehend ausgeführt, ist das Gutachten in dieser Hinsicht
beweiskräftig. Dass eine ausführlichere Auseinandersetzung mit den
Behandlungsoptionen allenfalls wünschenswert gewesen wäre, vermag daran nichts zu
ändern.
2.5.
Der Beschwerdeführer bemängelt, der orthopädische Gutachter habe nicht
berücksichtigt, dass er bei der Selbstversorgung Pausen einlegen könne, wenn die
Schmerzen zu stark würden, und nicht länger als 15 Minuten am Stück laufen könne.
Auch wenn er sich an die Schmerzen gewöhnt habe, bedeute dies nicht, dass sie ihn
nicht einschränken würden. Ausschlaggebend sei der Funktionsausfall des
Bewegungsapparates. Bei der Begutachtung seien die erforderlichen
Funktionsanalysen nicht durchgeführt worden (act. G1, S. 8 f. und act. G6, S. 4). Der
Beschwerdeführer kritisiert weiter, Dr. G._ habe sich ungenügend mit der Diagnose
der somatoformen Schmerzstörung auseinandergesetzt und sie ohne Begründung
verneint, obwohl mehrere Ärzte diese gestellt hätten. Insbesondere habe er die
Indikatoren für somatoforme Schmerzstörungen nicht angewandt (act. G1, S. 7 f.).
3.1.
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Nachfolgend werden deshalb die gutachterliche Beurteilung der Schmerzen und die
psychiatrische Einschätzung derselben beleuchtet.
Der Beschwerdeführer beklagte anlässlich der Begutachtung hauptsächlich
Schmerzen im linken Sprunggelenk und im linken Handgelenk (vgl. IV-act. 161-86). Der
orthopädische Gutachter untersuchte sowohl die Handgelenke wie auch die
Sprunggelenke und Füsse. Er leitete eine posttraumatische Arthrose beider
Handgelenke mit geringer Funktionsstörung links sowie eine posttraumatische
Funktionsstörung des linken OSG/USG aus den klinischen Untersuchungsbefunden
und der Bildgebung her. Somit fand entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
durchaus eine Funktionsprüfung statt. Der orthopädische Gutachter hielt weiter fest,
damit finde sich für die geklagten Beschwerden ein klinisches und radiologisches
Befundkorrelat. Insbesondere hielt er zu den Sprunggelenkbeschwerden fest, diese
liessen sich im Kontext der geringen Funktionsstörung bei gleichzeitiger Prä-
Adipositas, jedoch ohne wesentliche degenerative Veränderungen erklären. Der
orthopädische Gutachter stellte während der Untersuchung weder ein über das Mass
der klinischen und radiologischen Befunde hinausgehendes Schmerz- noch ein
Schonverhalten fest, sondern gewann vielmehr keinen schmerzgeplagten klinischen
Eindruck (vgl. hierzu auch das internistische Gutachten, in welchem ein leichtes
Schonhinken, jedoch kein Schonsitz und keine Schonhaltungen beschrieben wurden,
IV-act. 161-33). Betreffend Hände und Handgelenke erwähnte er zudem keine
Gelenkdeformation und keine muskulären Atrophien, ebenso wenig Druckdolenz. An
den unteren Extremitäten bestanden keine muskulären Verschmächtigungen. Der
Zehen- und Fersengang waren gut demonstrierbar. Der orthopädische Gutachter wies
darauf hin, die ausgeprägte Fusssohlenbeschwielung ebenso wie die
Alltagsbewältigung einschliesslich des Ausführens des (zum Zeitpunkt der
Begutachtung offenbar _-jährigen) Schäferhundes sprächen gegen eine namhafte
Behinderung. Die Schmerzbewertung des Beschwerdeführers, wonach er sich an die
Schmerzen im Handgelenk gewöhnt habe, sowie die Selbständigkeit, Selbstversorgung
und Aktivität im Alltag würden die Annahme stützen, dass eine schwerwiegende
Beeinträchtigung nicht vorliege. Der Beschwerdeführer gab gegenüber dem Gutachter
auch an, keine Schmerzmedikamente einzunehmen und seit ca. vier Jahren nicht mehr
in orthopädischer Behandlung gewesen zu sein (vgl. insbesondere IV-act. 161-89,
161-91, 161-93 ff.).
3.2.
Somit wurden die vom Beschwerdeführer geschilderten Schmerzen in Hand- und
Fussgelenken in somatischer Hinsicht klinisch und bildgebend erklärt, wobei auch der
Tatsache Rechnung getragen wurde, dass der Beschwerdeführer nicht schmerzgeplagt
3.3.
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und in der Alltagsbewältigung nicht wesentlich beeinträchtigt wirkte. Der
Beschwerdeführer gab an, seinen Haushalt ohne Dritthilfe zu führen. Unter anderem
erledige er auch die Einkäufe selbständig, wobei er dafür mit Bus und Bahn ins nächste
Dorf fahren müsse (vgl. IV-act. 161-32 f., 161-39, 161-88 und 161-120). Er erschien in
gutem Allgemeinzustand und gepflegtem Erscheinungsbild zur Begutachtung (vgl. IV-
act. 161-34). Dass der Beschwerdeführer weder orthopädische Behandlung noch
Schmerzmittel in Anspruch nimmt, stützt die Annahme, es lägen keine invalidisierenden
Schmerzen vor. Der orthopädische Gutachter berücksichtigte die gesundheitlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers, indem er eine entsprechend adaptierte
Tätigkeit empfahl (keine häufige schwere körperliche Belastung, überwiegend stehende
und laufende Gehbelastung oder Arbeiten, welche eine uneingeschränkte Funktion der
Feinmotorik verlangen, IV-act. 161-97). Dem steht die Aussage des
Beschwerdeführers, er könne nur ca. 15 Minuten schmerzfrei gehen (IV-act. 161-86),
nicht entgegen.
Der Beschwerdeführer macht geltend, er leide unter Kopfschmerzen, Migräne und
Magenschmerzen. Die Pmeda-Gutachter stellten denn auch die Diagnose von
Cephalgien im Rahmen von Spannungskopfschmerzen und Migräne, massen dieser
Diagnose jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 161-9). Dies ist
nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer schilderte zwar, alle zwei Tage an
Kopfschmerzen zu leiden, eine wesentliche Einschränkung in seinen Alltagsaktivitäten
wird daraus aber nicht ersichtlich. Die Migräne tritt gemäss den Angaben des
Beschwerdeführers ein- bis zweimal monatlich auf, anhaltend für ein bis zwei Tage.
Dementsprechend kann sie die Arbeitsfähigkeit auch höchstens in diesem Umfang
beeinträchtigen, bzw. höchstens vereinzelt tageweise eine Arbeitsunfähigkeit bewirken.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer lediglich Zomig (bei Migräne) einnimmt.
Weitere Schmerzmittel nehme er aufgrund von Magenproblemen nicht ein (vgl. IV-
act. 161-31).
3.4.
Die Magenbeschwerden könnten mit einem Protonenpumpenhemmer gelindert
werden, der Beschwerdeführer gab jedoch an, möglichst wenig Tabletten einnehmen
zu wollen (vgl. IV-act. 161-31). Dem ist entgegenzuhalten, dass die fortgesetzte
Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme ärztlich
verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form
allgemeiner Schadenminderung ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019,
8C_741/2018, E. 4 mit Hinweisen).
3.5.
Der Beschwerdeführer leidet teilweise auch unter Schmerzen im Zusammenhang
mit seiner Akne inversa. Die Erkrankung führt, wie der dermatologische Gutachter
3.6.
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darlegt, bei akuten Entzündungen und Abszessen an den betroffenen Körperstellen vor
allem bei mechanischer Belastung zu Schmerzen, wobei auch die resultierenden
Vernarbungen in der Regel schmerzhaft sind (vgl. IV-act. 161-60 und 161-63). Auch der
dermatologische Gutachter hat für sein Fachgebiet kein über die somatisch
nachvollziehbaren Einschränkungen hinausgehendes Schmerzverhalten beim
Beschwerdeführer festgestellt. Nach seiner Einschätzung bestehen je nach
wechselhafter Ausprägung der Erkrankung Einschränkungen des Aktivitätsniveaus. Die
geklagten Symptome und Funktionseinbussen seien konsistent, plausibel und unter
Würdigung der Untersuchungsergebnisse valide und nachvollziehbar. Der aktuelle
Hautbefund führe jedoch zu keiner gegenwärtigen Funktions- oder Fähigkeitsstörung.
Entzündliche Veränderungen, insbesondere Abszesse, bestanden zum
Untersuchungszeitpunkt nicht (wohl aber diverse offene Komedonen und eine 2 mm
grosse Hautpore im Sinne eines Pilonidalsinus), die vorhandenen Narben waren
funktionell nicht relevant (vgl. IV-act. 161-62 und 161-65 f.). Prognostisch hielt der
dermatologische Gutachter fest, auch künftig sei mit der Ausbildung von Abszessen zu
rechnen, welche zu vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten führen könnten.
Rückblickend könnten im Rahmen akuter Exazerbationen auch passagere
Arbeitsunfähigkeiten bestanden haben. Aufgrund der Provozierbarkeit der Abszesse
durch mechanische Faktoren wie Druck, Reibung oder Schwitzen sollten körperlich
schwere Tätigkeiten vermieden werden (IV-act. 161-67). Somit sind auch die
Schmerzen im Zusammenhang mit der Akne inversa somatisch nachvollziehbar und die
dadurch verursachte lediglich passagere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sowie
die Empfehlung, körperlich schwere Tätigkeiten zu vermeiden, einleuchtend begründet.
Bloss vorübergehende Arbeitsunfähigkeiten wegen akuter Abszesse sind für die
Invalidenversicherung grundsätzlich unbeachtlich; bei langandauernder
Verschlechterung des Gesundheitszustands aufgrund der Akne inversa wäre eine
entsprechende Meldung an die IV-Stelle zu tätigen. Es ist darauf hinzuweisen, dass
durch eine konsequente Behandlung die negativen Auswirkungen dieser Erkrankung
eingegrenzt werden können (vgl. IV-act. 161-60).
Die Diagnose der somatoformen Schmerzstörung wurde in den Vorakten nur
vereinzelt erwähnt und jeweils nicht nachvollziehbar medizinisch hergeleitet. Der
Beschwerdeführer weist darauf hin, Dr. med. H._ habe schon im Jahr 2009 die
Vermutung angestellt, es könnte sich um ein chronifiziertes Schmerzsyndrom handeln
(act. G1, S. 7). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass Dr. H._ leitender Arzt des
I._ am Kantonsspital Aarau ist und kein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Er hat denn auch keine entsprechende Diagnose gestellt, sondern lediglich erwogen,
möglicherweise hätten die Schmerzen nichts zu tun mit einer Pathomechanik im
3.7.
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Sprunggelenk, sondern es könnte sich dabei auch um ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom handeln (act. G3.2/1-42). Fachärztliche Abklärungen in dieser
Hinsicht wurden jedoch in der Folge nicht durchgeführt. Zwar stellten Dr. med. J._,
Oberärztin / Leiterin Tagesklinik, und med. pract. K._, Oberassistenzarzt, Tagesklinik
L._, in ihren Berichten vom 27. Juni 2016 und 6. März 2017 die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Inhaltlich standen im
Bericht dann jedoch die depressive Störung und die Schlafstörung (welche für eine
depressive Erkrankung typisch ist, vgl. diesbezügliche Bemerkung Dr. C._s, IV-
act. 186-3 sowie Definition gemäss ICD-10: F32) im Vordergrund. Unter den ärztlichen
Befunden wurden lediglich am Rande Ausführungen zum Schmerzerleben des
Beschwerdeführers gemacht und es wurde auch keine Schmerzmedikation
verschrieben. Die Schmerzen wurden zudem als "körperliche Beschwerden"
bezeichnet und vermerkt, diesbezüglich möge man sich an die entsprechenden
Behandler wenden. Während der Umgang mit negativen Gedanken und familiären
Belastungssituationen therapiert wurde, war der Umgang mit Schmerzen offenbar nicht
Thema der Behandlung (vgl. IV-act. 79-2 ff., 132-4 f. und 135-8). Die Hausärztin des
Beschwerdeführers, M._, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin, übernahm zwar die
Diagnose eines Schmerzsyndroms bzw. einer chronischen somatoformen
Schmerzstörung, leitete diese jedoch nicht her und veranlasste auch keine
entsprechende Behandlung (vgl. beispielhaft IV-act. 13-3 und 184). Der
Beschwerdeführer hat sodann, soweit aus den Akten ersichtlich, noch keine
Schmerzdokumentation erstellt (vgl. IV-act. 161-86). Auch im Schlussbericht von der
B._ AG wird die Schmerzthematik des Beschwerdeführers nur nebenbei erwähnt. Der
Erschöpfbarkeit und eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit wird hiergegen ein
grösserer Stellenwert eingeräumt (vgl. IV-act. 129).
Der psychiatrische Gutachter hat das Vorliegen einer somatoformen
Schmerzstörung geprüft und ist zum Ergebnis gelangt, eine solche liege nicht vor.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers äusserte er also nicht, die
Störung liege nicht mehr vor. Er begründete dies damit, eine ICD-10-konforme
Diagnosestellung sei nicht möglich (IV-act. 161-124). Dies ist nach dem Gesagten nicht
zu beanstanden. Insbesondere vermögen die Vorakten wie auch die nach der
Begutachtung eingereichten Arztberichte an dieser gutachterlichen Einschätzung keine
Zweifel zu wecken. Unter diesen Voraussetzungen ist eine ausführliche explizite
Auseinandersetzung mit den vom Bundesgericht aufgestellten Indikatoren, wie der
Beschwerdeführer das verlangt (act. G1, S. 8), nicht erforderlich.
3.8.
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4.
5.
Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Gesundheitszustand habe sich weiter
verschlechtert. Sein Hund, welcher im Gutachten als wichtige Ressource genannt
worden sei, habe eingeschläfert werden müssen. Es sei eine schwere depressive
Episode mit psychotischen Symptomen aufgetreten (act. G1, S. 9 f.).
4.1.
Der Beschwerdeführer bezieht sich diesbezüglich auf den Austrittsbericht von
med. pract. D._, Oberarzt, und Dr. med. E._, Assistenzärztin, der Psychiatrie F._,
vom 28. März 2019 (IV-act. 185-5 ff.). Anlass für die Verschlechterung des
Gesundheitszustands war der Tod seines Hundes, der eine wichtige "Bezugsperson" in
seinem Leben gewesen sei. Die psychotischen Symptome klangen relativ rasch wieder
ab und nach einer kurzen schwergradigen depressiven Episode wurde wieder eine
mittelgradige depressive Störung diagnostiziert, sodass der Beschwerdeführer am
1. April 2019 aus der stationären Behandlung austreten konnte. Er nahm auch wieder
einen Welpen bei sich auf (vgl. IV-act. 185-5 und 201). Zwar gab der Beschwerdeführer
an, der Welpe überfordere ihn teilweise aufgrund seiner Lebhaftigkeit (IV-act. 201-2).
Dennoch zeigte sich, dass der Beschwerdeführer wieder einen Hund halten möchte,
was auch weiterhin als Ressource gewertet werden kann.
4.2.
Der Beschwerdeführer bringt vor, bis anhin habe keiner der stationären Aufenthalte
eine anhaltende Besserung schaffen können. Zu Hause verfüge er über keinerlei
Ressourcen (act. G1, S. 9 f.). Dr. C._ trug dem indes bereits Rechnung, indem er in
seiner Stellungnahme vom 11. Oktober 2018 festhielt, in der Vergangenheit hätten
stationäre Behandlungen keine dauerhafte Stabilität bewirkt, weshalb der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers versicherungsmedizinisch (bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 %) als stabil anzusehen sei (vgl. IV-act. 169).
5.1.
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass eine Arbeitsaufnahme auch
therapeutisch sinnvoll wäre, da damit gemäss der Einschätzung von Dr. G._ eine
Stabilisierung des Selbstwerts, soziale Teilhabe und Tagesstruktur, eine Verhütung von
Vermeidungsverhalten und eine Überwindung dysfunktionaler Denkmuster ermöglicht
würde (IV-act. 161-129), sodass die Ressourcen des Beschwerdeführers dadurch
verbessert würden. Die Ausschöpfung der Therapieoptionen und der verbliebenen
Erwerbsfähigkeit liegt damit auch im Interesse des Beschwerdeführers.
5.2.
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6.
7.
8.
Der Beschwerdeführer kritisiert, dadurch, dass Dr. C._ mit med. pract. D._
telefoniert habe, habe er gegen die Leitlinien der SGVP (Qualitätsleitlinien für
versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für
Psychiatrie und Psychotherapie SGPP, vom 16. Juni 2016) verstossen, welche eine
Reflexion des eigenen Handelns verlangten (act. G1, S. 10).
6.1.
Dr. C._ gab als RAD-Arzt lediglich eine Stellungnahme ab und erstellte kein
psychiatrisches Gutachten, wobei das Telefonat mit med. pract. D._ zum Ausschluss
des Vorliegens einer dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers diente (vgl. IV-act. 186-4). Die vom Beschwerdeführer angeführte
Vorgabe in den Leitlinien verlangt zudem eine Reflexion des eigenen Handelns unter
Berücksichtigung der emotionalen Wechselwirkung zwischen Explorand und Gutachter
(S. 4 der Qualitätsleitlinien), kommt also auf die Stellungnahme Dr. C._s nicht zur
Anwendung.
6.2.
Der Beschwerdeführer betont, bei ihm liege ein Dermoid, intraossäres Lipom, und
somit ein Hirntumor vor (act. G1 S. 11).
7.1.
Dr. med. N._, Oberarzt, Klinik O._, Kantonsspital St. Gallen, hielt mit
Sprechstundenbericht vom 12. November 2018 fest, der Befund sei gut vereinbar mit
einem Dermoid im rechten Keilbeinflügel. Eine Infiltration in die Orbita oder das
Neurocranium liege nicht vor. Eine Assoziation mit den beklagten Cephalgien sei
unwahrscheinlich. Zum Ausschluss einer Progredienz sei eine Verlaufskontrolle mit
vorgängigem MRI in einem Jahr geplant (IV-act. 184-6). Die Hausärztin des
Beschwerdeführers teilte der Beschwerdegegnerin mit Bericht vom 21. Februar 2019
mit, eine weitere Diagnostik habe nicht stattgefunden (IV-act. 184-3). Unabhängig von
der verwendeten Terminologie (die Fachärzte sprechen von einem Dermoid) hat dieser
Befund somit keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Eine
weitere Behandlung war nicht erforderlich, es war lediglich eine Kontrolle vorgesehen.
7.2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Arbeitsfähigkeit werde im Gutachten
nicht, wie in der Fragestellung gefordert, unter besonderer Berücksichtigung der
gescheiterten Eingliederungsbemühungen beurteilt (act. G1, S. 11 f.). Wie er selbst
indes korrekt festhält, wurde der Schlussbericht der B._ AG im Gutachten zitiert und
8.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 15/23
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9.
vermerkt, diesem Bericht mangle es an einer plausiblen medizinischen Begründung.
Insbesondere beschreibe der psychiatrische Folgebericht keine objektive gravierende
Auffälligkeit, sodass die Konklusion einer nicht gegebenen Arbeitsfähigkeit schwer
nachvollziehbar anmute (IV-act. 161-6 f.).
Der Beschwerdeführer moniert, der Bericht der B._ AG sei nicht von einem Arzt
erstellt worden und dürfe somit keine medizinische Begründung enthalten, sodass die
Aussage im Gutachten, wonach es dem Bericht an einer plausiblen medizinischen
Begründung fehle, unangebracht sei (act. G1, S. 11). Richtig ist, dass der Bericht der
B._ AG nicht von einem Arzt verfasst wurde und demnach keine fachmedizinischen
Ausführungen enthalten kann. Zwar wäre eine ausführlichere Auseinandersetzung mit
den Gründen für das Scheitern des Arbeitsversuches im Gutachten mit Blick auf die
Fragestellung wünschenswert gewesen. Indes brachten die Pmeda-Gutachter zum
Ausdruck, dass aus dem Schlussbericht der B._ AG keine Tatsachen hervorgehen,
die an ihrer medizinisch-theoretischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit Zweifel
wecken würden bzw. eine andere medizinische Betrachtungsweise nahelegen würden.
Damit haben sie sich genügend mit diesen Vorakten auseinandergesetzt.
8.2.
Der Beschwerdeführer bringt vor, Dr. G._ äussere sich bezüglich Prognose
widersprüchlich, indem er eine gute Prognose stelle, dann aber festhalte, die
narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung trage massgeblich zur Aufrechterhaltung
der depressiven Symptomatik bei. Die zahlreichen stationären Aufenthalte würden
zeigen, dass keine dauerhafte Besserung erzielt werden könne. Dr. C._ habe auch
selbst das Gutachten kritisiert, indem er geäussert habe, dass die stationären
Aufenthalte nicht zum Erfolg geführt hätten, die Wirksamkeit der vom psychiatrischen
Teilgutachter angeführten Medikamente nicht wissenschaftlich erwiesen sei und eine
erneute Fokussierung auf die – medikamentös nicht behandelbaren – narzisstischen
Persönlichkeitsanteile mit Blick auf die umfangreichen Vorbehandlungen nur
akademisch erscheine. Auch dies belege die Fehlerhaftigkeit des psychiatrischen Teils
des Gutachtens (act. G1, S. 12 f.).
9.1.
Dr. G._ hielt auf die Frage nach den Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen
des Beschwerdeführers fest, die narzisstischen Persönlichkeitszüge könnten bei
Vorliegen ungünstiger psychosozialer Voraussetzungen Beeinträchtigungen der
persönlichen Ressourcen hervorrufen und auch massgeblich zur Aufrechterhaltung der
depressiven Symptomatik beitragen (IV-act. 161-127). Er erachtete diese
Persönlichkeitsanteile mithin als potentielle Belastung. Er berücksichtigte dies, indem
9.2.
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10.
er eine intensivierte Psychotherapie empfahl, in deren Rahmen auch die narzisstischen
Persönlichkeitsanteile bearbeitet werden sollten. Zudem ging er unter anderem wegen
der narzisstischen Persönlichkeitsanteile von einem protrahierten Genesungsverlauf
aus (IV-act. 161-130 f.). Seine Prognose ist somit nicht widersprüchlich. Dass von der
gutachterlichen Prognose zugunsten des Beschwerdeführers abgewichen werden
kann, ohne dass das Gutachten an Beweiswert verliert, wurde bereits dargelegt (siehe
E. 2.2 ff. vorstehend).
Seine Ausführungen zu Medikamentenwechseln bzw. anderen Medikamenten
kombinationen machte Dr. G._ im Rahmen der Angaben zu möglichen
Therapieoptionen (vgl. IV-act. 161-131). Dr. C._ schloss nicht aus, dass eine andere
medikamentöse Behandlung eine Besserung bewirken könnte. Mit seinem Hinweis zur
wissenschaftlichen Evidenz wollte er nach eigenen Angaben keine grundsätzliche Kritik
am fachlichen Ansatz des Gutachters üben. Er habe lediglich geprüft, ob aus der im
Ganzen durchaus vertretbaren gutachterlichen Haltung formal zwingend
Behandlungsauflagen abzuleiten seien. Ermessensweise sei von
versicherungsmedizinischen Behandlungsauflagen abgesehen worden (vgl. IV-
act. 186-2). Demnach könnte durch eine Anpassung der Medikation möglicherweise
eine Verbesserung des Gesundheitszustands erreicht werden, die Beschwerdegegnerin
hat die Entscheidung über eine allfällige Änderung aber dem Beschwerdeführer und
seinen Behandlern überlassen. Die gutachterliche Einschätzung eines
Medikamentenwechsels als Therapieoption ist somit nicht zu beanstanden.
9.3.
Der Beschwerdeführer macht eine Alkoholproblematik geltend, welche seine
Leistung beeinträchtige (act. G1, S. 13). Er wurde im Jahr 2012 aufgrund eines
manischen Zustandsbildes und mit einer Alkoholintoxikation der psychiatrischen Klinik
X._ für einen stationären Aufenthalt zugewiesen, gab damals aber an, kein
Alkoholproblem zu haben, sondern mit einem Kollegen dessen Geburtstag gefeiert zu
haben. Er zeigte nur leichte Entzugserscheinungen und trat bereits nach drei Tagen in
gebessertem Zustand aus der Klinik aus (IV-act. 89-1 f.). Der Beschwerdeführer selbst
gab in der Vergangenheit einen mässigen Alkoholkonsum an (vgl. etwa IV-act. 87 ["er
konsumiere zwar nicht täglich aber es gäbe öfters Tage, wo er 2-3 Dosen Bier trinke";
regelmässigen missbräuchlichen Alkoholkonsum verneinte er bis auf das eine Mal, als
er wegen starkem Atemalkoholgeruch am Morgen zugab, ein Bier getrunken zu haben],
132-13 [gelegentlich ein Bier], 163-3 [ein Bier pro Tag]). Dementsprechend wurde vor
der Begutachtung kein Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert (wohl aber die Diagnose
eines schädlichen Gebrauchs von Alkohol gestellt, ICD-10: F10.1; IV-act. 6 und 87).
10.1.
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11.
Zwar macht der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, auf seine Angaben
betreffend Alkoholkonsum könne nicht abgestellt werden, da Suchtkranke oft dazu
neigen würden, ihr Suchtverhalten herunterzuspielen (act. G6, S. 5). Ein regelmässiger
übermässiger Alkoholkonsum kann jedoch auch nicht aus den Drittangaben, welche in
den Vorakten enthalten sind, entnommen werden. Insbesondere wird eine
Alkoholproblematik weder im Schlussbericht der B._ AG noch im Bericht der
Tagesklinik L._ erwähnt, obschon der Beschwerdeführer dort jeweils über einen
längeren Zeitraum grundsätzlich fünf Tage pro Woche anwesend war (vgl. IV-act. 129
und 132-4 ff.), sodass ein die Arbeitsfähigkeit einschränkendes Suchtverhalten hätte
auffallen müssen.
10.2.
Der Laborbefund im Rahmen der Begutachtung zeigte ein CDT im Grenzbereich.
Die Gutachter hielten deswegen fest, ein schädlicher Alkoholkonsum könne erwogen
werden. Eine aktive Suchterkrankung schlossen sie hingegen aus (IV-act. 161-124; vgl.
zur Unterscheidung des schädlichen Gebrauchs vom Abhängigkeitssyndrom ICD-10:
F10.1 und F10.2). Ein Abhängigkeitssyndrom ist somit anhand sowohl der Vorakten
und Angaben des Beschwerdeführers wie auch der Ergebnisse der Begutachtung nicht
mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen.
10.3.
Daran vermag der Bericht von med. pract. D._ vom 28. März 2019 nichts zu
ändern. Dessen neu gestellte Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms (ICD-10: F10.2)
stützt sich nicht auf zusätzliche, den Gutachtern unbekannte Vorakten und beinhaltet
lediglich insofern eine neue Erkenntnis, als der bei Eintritt mit 1.32 Promille
alkoholisierte Beschwerdeführer angab, seit ca. eineinhalb Jahren grösstenteils
abstinent zu sein, am Tag des Eintritts aber fünf Biere getrunken zu haben (IV-
act. 185-5 f.). Dieser Bericht vermag damit keine ernstlichen Zweifel an der
gutachterlichen Einschätzung zu wecken.
10.4.
Der Beschwerdeführer bringt vor, die Gutachter hätten die Diagnose der Akne
inversa nicht genügend gewürdigt, namentlich deren Verlauf und die
Wechselwirkungen mit den übrigen Beschwerden (act. G1, S. 14). Dem kann nicht
gefolgt werden. Der dermatologische Gutachter hat insbesondere den Verlauf der
Erkrankung ausführlich gewürdigt und in seine Beurteilung auch die durch die Akne
inversa verursachten Schmerzen miteinbezogen (vgl. E. 3.6 f. vorstehend). Gegenüber
dem psychiatrischen Gutachter hat der Beschwerdeführer vorrangig eine depressive
Stimmungslage, eine Minderung von Freude, Lust und Interesse, Libidominderung,
11.1.
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12.
Schlaf- und Appetitstörungen, vermehrtes Grübeln, vermehrte Reizbarkeit und
Frustration, reduzierte Konzentrations- und Behaltensleistungen, ein
Vermeidungsverhalten gegenüber Menschen sowie Symmetrie- und Zählzwänge
beklagt (IV-act. 161-123 f.). Durch diese Schilderung fanden somit auch allfällige
Auswirkungen der Akne inversa auf das Befinden des Beschwerdeführers Eingang in
die Begutachtung.
Soweit der Beschwerdeführer anführt, seine Magen- und Kopfschmerzen sowie
Migräne sei nicht ausreichend berücksichtigt worden (act. G1, S. 14), kann auf die
voranstehenden Erwägungen verwiesen werden (siehe E. 3.4 vorstehend).
11.2.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Pmeda-Gutachten in Kenntnis der
Vorakten erstellt wurde. Die Gutachter untersuchten den Beschwerdeführer persönlich
und berücksichtigten nebst den klinischen, bildgebenden und laborchemischen
Befunden die geklagten Beschwerden. Das Gutachten ist umfassend und die
medizinische Beurteilung ist einleuchtend. Namentlich die Arbeitsfähigkeitsschätzung
ist nachvollziehbar begründet. Die Vorbringen des Beschwerdeführers und die von ihm
eingereichten zusätzlichen Arztberichte vermögen keine ernstlichen Zweifel an den
Ergebnissen der Begutachtung zu wecken. Somit ist das Gutachten beweiskräftig,
sodass darauf abgestellt werden kann. Der Beschwerdeführer ist folglich in seiner
angestammten sowie jeder anderen adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig.
11.3.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird grundsätzlich das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Für den
Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V
222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).
12.1.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Nicht zu
12.2.
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beachten ist, was sie bestenfalls hätte verdienen können. In der Regel wird am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Berufliche
Weiterentwicklungen, die ein Versicherter normalerweise vollzogen hätte, sind bei der
Festsetzung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, sofern ein hypothetischer
beruflicher Aufstieg sehr wahrscheinlich erscheint. Rein theoretische
Aufstiegsmöglichkeiten sind unbeachtlich (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N 49 und N 63 f.;
BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Für die Festsetzung des
Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein effektives Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung statistische
Werte, insbesondere die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Schweizerische Lohnstrukturerhebung (nachfolgend: LSE) beigezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3).
Vorliegend erzielte der Beschwerdeführer von 2005 bis 2007 steigende Jahres
einkommen, zuletzt 2007 als Y._ bei der P._ AG ein solches von Fr. 99'234.--
(siehe Auszug aus dem Individuellen Konto [nachfolgend: IK-Auszug], IV-act. 4-2). Am
24. August 2007 erlitt er einen Unfall, bei dem er ein Sprunggelenk verletzte (vgl.
act. G3.2/1-131 und G3.2/1-133). Danach war der Beschwerdeführer zuerst aufgrund
der Unfallfolgen arbeitsunfähig. Auch später fühlte er sich zumindest subjektiv immer
wieder beeinträchtigt (vgl. beispielhaft act. G3.2/1-8 ff. und IV-act. 35-1), wobei sein
Gesundheitszustand in psychischer Hinsicht bereits reduziert war (Beginn der
depressiven Symptomatik ab 2008, vgl. IV-act. 161-130). Sein Einkommen brach
dementsprechend ein, es folgten eine Phase der Arbeitslosigkeit und der erfolglose
Versuch der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit (vgl. IK-Auszug, IV-
act. 4-1).
12.3.
Zwar war der Beschwerdeführer zuletzt von Oktober 2011 bis August 2012 als
X._ angestellt und erzielte für diesen Zeitraum von elf Monaten einen Lohn von
Fr. 47'486.45. Sein Monatslohn nahm dabei jedoch von Fr. 5'734.70 im Oktober 2011
auf Fr. 3'499.25 im August 2012 kontinuierlich ab, da er die geforderten Ziele nicht
erreichte (vgl. IV-act. 5-1 ff.). Aufgrund der kurzen Beschäftigungsdauer von unter
einem Jahr, der bereits vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der
12.4.
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Tatsache, dass der Beschwerdeführer die Ziele nicht erreichte und demzufolge
kontinuierlich Lohnreduktionen hinnehmen musste, ist dieses zuletzt erzielte
Einkommen nicht repräsentativ. Es kann nicht, wie die Beschwerdegegnerin dies tut
(vgl. IV-act. 170 i.V.m. IV-act. 58), als Valideneinkommen herangezogen werden.
Stattdessen ist für das Valideneinkommen auf das letzte repräsentative Einkommen
aus dem Jahr 2007 abzustellen (siehe E. 12.3 vorstehend). Hochgerechnet auf das Jahr
2012 beträgt das Valideneinkommen somit Fr. 106'069.-- (Fr. 99'234.-- / 2'047 x 2'188
[Entwicklung der Nominallöhne, T39 LSE]).
Der Beschwerdeführer ist nicht erwerbstätig. Für das Invalideneinkommen kann
deshalb nicht auf einen konkreten Wert abgestellt werden. Ihm steht zwar eine Tätigkeit
im W._, für die er über Berufsbildung verfügt, grundsätzlich in einem Pensum von
50 % offen. Bei der P._ AG war er jedoch Y._ und als solcher Vorgesetzter eines
Teams mit drei Personen (vgl. G3.2/1-62, 1-90 und 1-133). Jenes Arbeitsverhältnis
verlor er aus gesundheitlichen Gründen (act. G3.2/1-103). Dass er trotz seiner
gesundheitlichen Einschränkungen, namentlich seiner mittelgradigen Depression, diese
oder eine vergleichbare Stelle heute in einem 50%-Pensum ausüben könnte, erscheint
ausgeschlossen, zumal das vom psychiatrischen Pmeda-Gutachter formulierte
Anforderungsprofil "Vermeidung hoher Anforderungen an Konzentrations- und
Reaktionsvermögen sowie an soziale Kompetenz" (IV-act. 161-129) zu einer solchen
Stelle nicht passen würde.
12.5.
Die Pmeda-Gutachter sind denn auch bezüglich angestammter Tätigkeit von
einem "Verkäufer im Aussendienst" ausgegangen (vgl. IV-act. 161-4). Mit ihnen ist
deshalb für die Bestimmung des Invalideneinkommens von einer möglichen Tätigkeit
des Beschwerdeführers als Verkäufer im Aussendienst auszugehen. Wird dafür die
LSE-Tabelle TA17 des Jahres 2012 verwendet, Berufsgruppe 52 Verkaufskräfte, und
das damalige Alter des Beschwerdeführers von _ Jahren berücksichtigt, ergibt dies
einen Tabellenlohn von Fr. 6349.-- x 12 / 40 (Stunden) x 41.7 (Stunden) = Fr. 79'426.--
für ein Vollzeitpensum, bzw. Fr. 39'713.-- für ein 50%-Pensum.
12.6.
Der Beschwerdeführer fordert einen Tabellenlohnabzug von 25 %. Mit dem
Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen
rechnen müssen. Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind,
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten
Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität,
12.7.
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Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ab (BGE 126 V 75). Bereits in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts
führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal
der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge
zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25 % begrenzt (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).
Vorliegend ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in qualitativer Hinsicht
insofern eingeschränkt, als er keine Nachtschichten arbeiten kann und hohe
Anforderungen an sein Konzentrations- und Reaktionsvermögen, an sein Umstellungs-
und Anpassungsvermögen sowie an soziale Kompetenz wegen der narzisstischen
Persönlichkeitsanteile zu vermeiden sind. Zudem sollten Arbeiten mit häufiger schwerer
körperlicher Belastung, mit überwiegend stehender und laufender Gehbelastung sowie
Arbeiten, welche eine uneingeschränkte Funktion der Feinmotorik beider Hände
verlangen, dauerhaft vermieden werden (IV-act. 161-40, 161-67, 161-97 und 161-129).
Arbeitnehmende über 50 sehen sich mit zahlreichen lohnwirksamen Nachteilen
konfrontiert, etwa hohe Lohnnebenkosten, längere gesundheitliche Absenzen oder
schlechtere Anpassungs- und Angewöhnungsfähigkeit. Weil Hilfsarbeiter in leichten
Tätigkeiten definitionsgemäss keine Ausbildung benötigen und somit betreffend
Erfahrungswissen und Dienstjahren nicht von vornherein wesentlich weniger als ihre
jüngeren Kollegen verdienen, ist beim Tabellenlohnabzug indes Zurückhaltung
geboten. Der Beschwerdeführer kann seine Restarbeitsfähigkeit sodann nicht nur als
Hilfsarbeiter, sondern auch in einer angestammten Tätigkeit als W._ verwerten. Dass
er nur noch in Teilzeit (50 %) tätig sein kann, rechtfertigt einen Tabellenlohnabzug (vgl.
Entscheid des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E. 3.4). Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer denn auch bereits einen
Tabellenlohnabzug zugebilligt (vgl. IV-act. 170). Der vom Beschwerdeführer geforderte
Tabellenlohnabzug von 25 % (act. G1) geht indes zu weit und ist den konkret
vorliegenden Einschränkungen nicht angemessen. Insgesamt ist der von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Tabellenlohnabzug von 10 % angemessen.
12.8.
Wird dem Valideneinkommen von Fr. 106'069.-- das Invalideneinkommen von
Fr. 35'742.-- (Fr. 39'713.-- abzüglich 10 % Tabellenlohnabzug) gegenübergestellt, so
resultiert ein Invaliditätsgrad von 66 %, womit der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente hat. Die Beschwerdegegnerin setzte den Rentenbeginn unter
12.9.
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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