Decision ID: 2be5075c-b4ea-5465-9888-145663b7c876
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1959 in Kasachstan geborene und aufgewachsene deutsche
Staatsangehörige A._ (nachfolgend: Versicherter) ist in Deutsch-
land wohnhaft. Er war von März 1996 bis Juni 2011 sowie im November
2011 mit Grenzgängerstatus als Gipser in der Schweiz arbeitstätig (Vorak-
ten 3/5, 5/21, 14/3) und entrichtete Beiträge an die schweizerische obliga-
torische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; vgl.
Vorakten 7). Zuletzt war der Versicherte seit September 2002 bei der
D._ AG in (...) vollzeitlich als Gipser tätig (Vorakten 3/5, 14). Ab
8. Juni 2011 bestand (mit Unterbruch vom 7. bis 9. November 2011) auf-
grund einer Schulterproblematik eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
(Vorakten 3/6, 14/3).
B.
B.a Mit Formular vom 2. Mai 2012 stellte der Versicherte bei der IV-Stelle
E._ (Eingang: 23. Mai 2012) ein Gesuch um Bezug von Leistungen
der schweizerischen Invalidenversicherung (Vorakten 3). Er gab an, er
leide seit ca. April 2011 und nach einer Schulteroperation im Juli 2011 unter
Schulterproblemen. Die linke Schulter sei eingeschränkt, so dass Gipser-
arbeiten nicht mehr ausgeführt werden könnten (Vorakten 3/7). In der Folge
nahm die IV-Stelle E._ medizinische und erwerbliche Abklärungen
vor. Nachdem die Anstellung des Versicherten bei der D._ AG per
Ende Oktober 2012 beendet worden war (Vorakten 91/7), liess die IV-Stelle
E._ den Versicherten insbesondere durch die Berufliche Abklä-
rungsstelle (BEFAS) stationär abklären (BEFAS-Schlussbericht vom
14. März 2013; Vorakten 34) und übernahm anschliessend die Kosten für
die praktische Umschulung des Versicherten zum Mechanik-Mitarbeiter
(11. März 2013 bis 11. Januar 2015: Vorakten 36, 43, 52, 59, 63) sowie für
ein entsprechendes Arbeitstraining (12. Januar 2015 bis 12. Juli 2015:
Vorakten 70, 75). In der Folge konnte für den Versicherten jedoch – trotz
individuellem Coaching mit aktiver Stellensuche durch den Verein
F._ in (...) (22. Mai 2015 bis 31. August 2015: Vorakten 83) – keine
Stelle gefunden werden, weshalb die IV-Stelle für Versicherte im Ausland
(nachfolgend: IVSTA) am 5. November 2015 den Abschluss der berufli-
chen Massnahmen verfügte (Vorakten 95/4).
B.b Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2016 teilte die IV-Stelle E._ dem
Versicherten – namentlich gestützt auf die Stellungnahmen des regionalen
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ärztlichen Dienstes (RAD) (Vorakten 99, 104) – mit, er habe ab dem 1. No-
vember 2012 Anspruch auf eine ganze Rente und ab dem 1. April 2013
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Ab dem 1. Juni 2013 bestehe kein
Rentenanspruch mehr (Vorakten 106).
B.c Gegen diesen Bescheid liess der Versicherte mit Schreiben der Unia
vom 15. Juli 2016 (Vorakten 107) Einwand erheben und in der Folge mit
Eingabe seiner Advokatin Simone Emmel (Vorakten 110) vom 26. August
2016 den Hauptantrag stellen, es sei ihm mit Wirkung ab 1. April 2013 eine
unbefristete Dreiviertelsrente zuzusprechen.
B.d Nach Einholung der Stellungnahme des zuständigen RAD (Vorakten
113) erliess die IVSTA am 28. November 2016 zwei Verfügungen und
sprach dem Versicherten – in Bestätigung ihres Vorbescheids – für die Zeit
vom 1. November 2012 bis 31. März 2013 eine ganze ordentliche IV-Rente
(Vorakten 116/2 ff.) und für die Zeit vom 1. April 2013 bis 31. Mai 2013 eine
ganze ordentliche Dreiviertelsrente zu (Vorakten 116/6 ff.), jeweils zuzüg-
lich einer ordentlichen Kinderrente für die am (...) 1993 geborene Tochter.
C.
Gegen die Verfügung der IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) vom 28. No-
vember 2016 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit
Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 13. Januar 2017 (BVGer-act. 1)
beim Bundesverwaltungsgericht (Eingang: 16. Januar 2017) Beschwerde
erheben und namentlich folgende Rechtsbegehren stellen: 1. Die IV-Verfü-
gung vom 28. November 2016 sei betreffend Befristung der Dreiviertels-
rente bis am 30. Mai 2013 (recte: 31. Mai 2013) aufzuheben. 2. Dem Be-
schwerdeführer sei mit Wirkung ab 1. April 2013 eine unbefristete Dreivier-
telsrente zuzusprechen. 3. Eventualiter sei der Beschwerdeführer bidiszip-
linär (orthopädisch-rheumathologisch und psychiatrisch) begutachten zu
lassen und nach Vorliegen des Gutachtens sei ihm eine angemessene
Rente zuzusprechen. 4. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ausserdem liess der Beschwerdeführer
den Verfahrensantrag stellen, die Sammelstiftung B._ sei zum Ver-
fahren beizuladen. Zur Begründung der Beschwerde wurde im Wesentli-
chen vorgebracht, der Sachverhalt sei medizinisch nicht rechtsgenügend
abgeklärt.
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Seite 4
D.
Den mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 19. Januar 2017
(BVGer-act. 2) erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 800.- leistete der Be-
schwerdeführer am 20. Januar 2017 (BVGer-act. 3).
E.
In ihrer Vernehmlassung vom 28. Februar 2017 (BVGer-act. 6) beantragte
die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der an-
gefochtenen Verfügung. Sie verwies dabei vollumfänglich auf die von ihr
eingeholte Stellungnahme der IV-Stelle E._ vom 22. Februar 2017
(BVGer-act. 6/1).
F.
Mit Replik vom 19. April 2017 liess der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich festhalten und den
ausdrücklichen Verfahrensantrag stellen, es sei eine bidisziplinäre Begut-
achtung anzuordnen (BVGer-act. 10).
G.
Mit Duplik vom 3. Juli 2017 (BVGer-act. 14) erneuerte die Vorinstanz ihren
Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung
sei zu bestätigen. Sie verwies auf die von ihr eingeholte Stellungnahme der
IV-Stelle E._ vom 29. Juni 2017 (BVGer-act. 14/1).
H.
Mit Verfügung vom 10. Juli 2017 hiess der Instruktionsrichter den Verfah-
rensantrag des Beschwerdeführers gut und er lud die Sammelstiftung
B._ zum Beschwerdeverfahren bei (BVGer-act. 15). Diese verzich-
tete in der Folge allerdings auf die Einreichung einer Stellungnahme
(BVGer-act. 16).
I.
Der Instruktionsrichter schloss den Schriftenwechsel mit Verfügung vom
18. Juli 2017, wobei weitere Instruktionsmassnahmen vorbehalten blieben
(BVGer-act. 17).
J.
Mit Verfügung vom 11. April 2019 (BVGer-act. 18) teilte der Instruktions-
richter dem Beschwerdeführer mit, dass er beabsichtige, die vorinstanzli-
chen Verfügungen vom 28. November 2016 aufzuheben und die Sache an
die Vorinstanz zu weiterer Abklärung und neuer Verfügung zurückzuwei-
sen. Dem Beschwerdeführer wurde gleichzeitig rechtsprechungsgemäss
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die Möglichkeit zur Stellungnahme und allfälligem Rückzug der Be-
schwerde gegeben.
K.
Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 7. Mai 2019 (BVGer-act. 19)
an seiner Beschwerde festhalten.
L.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterla-
gen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69
Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beur-
teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grund-
sätzlich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die be-
sonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1). Nach den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln
Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft
stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfü-
gung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die fristgemäss
(Art. 60 ATSG und Art. 22a Abs. 1 Bst. c VwVG) sowie formgerecht (Art. 52
Abs. 1 VwVG) eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten, nachdem
auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde.
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
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Seite 6
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2).
2.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-
alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat
die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-
gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-
halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 138
V 218 E. 6).
3.
3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden jene Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 28. November 2016 in Kraft standen. Weiter sind aber
auch Vorschriften zu beachten, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft
getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener
Leistungsansprüche von Belang sind.
3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 28. November 2016) eingetretenen Sachver-
halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
3.3 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in
Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni
1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur
Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des
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FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen
Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009
(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind
auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und
Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der
Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-
spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-
reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem
Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom
16. Januar 2013 E. 4).
4.
4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
4.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind
(Bst. c).
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4.3 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindes-
tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine
ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
4.4 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die
Vollendung des 18. Altersjahrs folgt.
4.5 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung
und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen
und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen
sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-
tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V
256 E. 4).
4.5.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel
zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-
ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-
cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h.
ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhän-
gig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei-
tigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
4.5.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend,
ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten be-
gründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft des Beweis-
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
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Seite 9
medizinischen Beurteilung als Bericht, Gutachten oder Stellungnahme (vgl.
BGE 125 V 351 E. 3.a; 122 V 157 E. 1c). Eine begutachtende medizinische
Fachperson muss aber über die notwendigen fachlichen Qualifikationen
verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1
mit Hinweisen).
4.5.3 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht
nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilung
versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In sol-
chen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen
in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V
157 E. 1d). Die RAD-Berichte sind als versicherungsinterne Dokumente zu
würdigen (vgl. Urteile des BGer 9C_159/2016 vom 2. November 2016
E. 2.2 f. sowie 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).
4.5.4 Die Berichte und Stellungnahmen des RAD, welche nicht auf eigenen
Untersuchungen beruhen, können – wie reine Aktengutachten – beweis-
kräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen
nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizini-
schen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer
9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015
E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je m.H.). Die Aufgabe der
versicherungsinternen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus me-
dizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen
Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leis-
tungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zu-
sammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei wi-
dersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu
beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber
eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (vgl. BGE 142 V 58
E. 5.1; Urteile des BGer 8C_756/2008 E. 4.4 m.H. [SVR 2009 IV Nr. 50]
sowie 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Enthalten die Akten für
die streitigen Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stel-
lungnahme einer versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine ab-
schliessende Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehen-
den Abklärungen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom
25. März 2011 E. 3.3).
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Seite 10
4.5.5 Eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der
behandelnden Ärztinnen und Ärzte (z.B. Hausärzte oder Spezialärztinnen)
kommt im Beschwerdeverfahren kaum in Frage, zumal deren Berichte in
der Regel nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten erfüllen.
Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen
Verhältnis zur versicherten Person und haben sich in erster Linie auf die
Behandlung zu konzentrieren. Bei der Würdigung ihrer Berichte hat das
Gericht sowohl dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutach-
tungsauftrag wie auch der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher
zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung zu tragen (BGE 135 V
465 E. 4.5). Der Umstand allein, dass eine Einschätzung von der Hausärz-
tin oder dem Hausarzt stammt, darf jedoch nicht dazu führen, sie als von
vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abde-
ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und
Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des BGer
8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3). Ihre Berichte können insbesondere
geeignet sein, die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von versicherungsin-
ternen medizinischen Stellungnahmen in Zweifel zu ziehen (BGE 135 V
465 E. 4.5).
5.
5.1 Bei der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften und/oder befris-
teten Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun-
gen analog anzuwenden (Art. 17 Abs. 1 ATSG; BGE 133 V 263 E. 6.1
m.H.). Dabei ist der Zeitpunkt der Herabsetzung oder Aufhebung der Leis-
tung nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV (SR
831.201) festzusetzen (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd m.H.). Nach dieser
Norm kann eine Rente herabgesetzt oder aufgehoben werden, nachdem
die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit drei Monate ohne wesentliche Un-
terbrechung angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Die Frage, ob eine erhebliche, d.h. mit Bezug auf den Invaliditätsgrad ren-
tenwirksame Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, be-
urteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ur-
sprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen im Zeit-
punkt der streitigen Revisionsverfügung (BGE 130 V 343 E. 3.5.2; Urteil
des BGer 8C_871/2008 vom 24. März 2009 E. 2.2.1 m.H.; vgl. auch BGE
133 V 108). Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zuge-
sprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits
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Seite 11
der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzuset-
zende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massge-
benden Vergleichszeitpunkte (Urteil des BGer 8C_724/2011 vom 24. Juli
2012 E. 2.2 m.H.).
5.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-
sächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist
die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes re-
vidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheits-
zustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbe-
reich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung (BGE
141 V 9 E. 2.3 m.H.). Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch
dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur
Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetre-
ten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 m.H.). Hingegen ist die lediglich unterschied-
liche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 m.H.).
5.3 Wird gleichzeitig eine Rente zugesprochen und diese revisionsweise,
in sinngemässer Anwendung von Art. 41 IVG und Art. 88a IVV, herauf- oder
herabgesetzt oder aufgehoben, liegt ein zwar komplexes, im Wesentlichen
jedoch einzig durch die Höhe der Leistung und die Anspruchsperioden de-
finiertes Rechtsverhältnis vor. Der Umstand allein, dass Umfang und allen-
falls Dauer des Rentenanspruchs über den verfügungsweise geregelten
Zeitraum hinweg variieren, ist unter anfechtungs- und streitgegenständli-
chem Gesichtspunkt belanglos. Wird nur die Abstufung oder die Befristung
der Leistungen angefochten, wird damit die gerichtliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Be-
zugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413
E. 2d m.H.). Nach BGE 125 V 413 liegt materiell somit ein einziges Rechts-
verhältnis vor, wenn eine Leistung rückwirkend zugesprochen, diese aber
gleichzeitig befristet, herauf- oder herabgesetzt wird. Zusprechung und
(rückwirkende) Revision der Rente sind Gegenstand ein und derselben
Verfügung. Für die gerichtliche Überprüfbarkeit kann es deshalb keinen
Unterschied machen, ob die IV-Stelle eine oder mehrere Verfügungen re-
digiert und eröffnet. Denn am Verfügungsinhalt ändert sich nichts (BGE 131
V 164 E. 2.3.2). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht ist es
damit irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften
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Seite 12
und/oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen
gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 E. 2.3.4).
6.
6.1 Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer mit vorinstanzlicher Verfü-
gung vom 28. November 2016 rückwirkend für die Zeit vom 1. November
2012 bis 31. März 2013 eine ganze ordentliche IV-Rente zugesprochen
(Vorakten 116/2 ff. = BVGer-act. 1/1). Die Vorinstanz berechnete für den
frühestmöglichen Entstehungszeitpunk des Rentenanspruchs im Novem-
ber 2012 einen Invaliditätsgrad von 100 %. Die mit Verfügung vom gleichen
Datum per 1. April 2013 (Vorakten 116/6 ff. = BVGer-act. 1/2) verfügte Ren-
tenherabsetzung auf eine ganze ordentliche Dreiviertelsrente stützte die
Vorinstanz auf die Dreimonatsfrist von Art. 88a IVV, da sie für die Zeit ab
1. Januar 2013 von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von
50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit und folglich von einem Invali-
ditätsgrad von 60 % ausging. Gleichzeitig verfügte die Vorinstanz – wiede-
rum in Anwendung von Art. 88a IVV – per Ende Mai 2013 die Aufhebung
der Dreiviertelsrente, nachdem sie ab März 2013 aufgrund einer weiteren
Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eine
volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit annahm und ei-
nen Invaliditätsgrad von 16 % berechnete.
6.2 Der Beschwerdeführer war unbestrittenermassen ab dem 8. Juni 2011
vollständig arbeitsunfähig (Vorakten 3/6, 14/3). Die einjährige Wartezeit ge-
mäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG (E. 4.2) lief damit am 7. Juni 2012 ab. Die
entsprechende Berechnung der Vorinstanz ist korrekt (vgl. Vorakten 115).
Wie bereits dargelegt (E. 4.4), entsteht der Rentenanspruch gestützt auf
Art. 29 Abs. 1 IVG aber frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Vorliegend ging die Anmeldung
des Beschwerdeführers zum Bezug von IV-Leistungen am 23. Mai 2012
bei der IV-Stelle E._ ein (Vorakten 3). Der Rentenanspruch des Be-
schwerdeführers konnte somit frühestens am 23. November 2012 entste-
hen (vgl. Urteil des BGer 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.3.2).
Dass der frühestmögliche Rentenbeginn von der Vorinstanz gemäss
Art. 29 Abs. 3 IVG auf den 1. November 2012 festgesetzt wurde, ist unbe-
stritten und nicht zu beanstanden. Die für den vorliegenden Sachverhalt
massgebenden Vergleichszeitpunkte (vgl. E. 5.1) sind somit der 1. Novem-
ber 2012 (Rentenbeginn) sowie der 31. Mai 2013 (Rentenaufhebung).
C-298/2017
Seite 13
7.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Sachverhalt betreffend den hier rele-
vanten Zeitraum (vgl. E. 3.2) in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich ab-
geklärt worden ist.
7.1 Die Vorinstanz nahm zur Prüfung des Leistungsanspruchs des Be-
schwerdeführers in medizinischer Hinsicht namentlich die folgenden Un-
terlagen zu den Akten:
 Bericht der Klinik G._, (...)/D, vom 5. April 2011 (Vorakten 17/26);
 Kernspintomographieberichte, (...)/D, vom 15. Juni 2011 (Vorakten 5/19)  (...)/D, vom 16. November 2011 (Vorakten 15/3), 22. Dezember 2011 (Vorakten 5/15), 5. April 2012 (Vorakten 17/9 f.), 18. September 2015 ( 97/8);
 Berichte des Krankenhauses H._, Klinik für Orthopädische Chirurgie, (...)/D, vom 1. Juli 2011 (Vorakten 17/23 f.), 14. Juli 2011 (Vorakten 5/7 ff.), 8. September 2011 (Vorakten 5/17 f.), 11. Januar 2012 (Vorakten 5/11 f.), 5. April 2012 (Vorakten 17/9 f.), 25. Juli 2012 (Vorakten 18);
 Berichte von Dr. I._, Orthopädie, (...)/D, vom 11. November 2011 (Vorakten 15/5), 21. November 2011 (Vorakten 15/4), 19. Dezember 2011 (Vorakten 17/15), 9. Januar 2012 (Vorakten 15/2), 18. Januar 2012 (Vorakten 17/11), 15. Februar 2012 (Vorakten 5/4 ff.), 17. September 2013 (Vorakten 97/13), 10. März 2014 (Vorakten 97/11 f.), 7. August 2014 (Vorakten 97/10), 23. Juni 2015 (Vorakten 97/9);
 Bericht von Dr. J._, Urologe, (...)/D, vom 18. November 2011 (Vorakten 17/18);
 Bericht von Dr. K._, Orthopäde/Sportmedizin, (...)/D, vom 17. April 2012 (Vorakten 5/13 f.);
 Berichte der Uniklinik L._, Orthopädie, (...), vom 8. Mai 2012 (Vorakten 11/5 f.), 1. Juni 2012 (Vorakten 8), 4. Juni 2012 (Vorakten 11/9 f.), 1. November 2012 (Vorakten 20/2 f.);
 Berichte von Dr. M._, Facharzt für Allgemeinmedizin, (...)/D, vom 27. Juli 2012 (Vorakten 17), 23. November 2015 (Vorakten 97), 12. Mai 2016 (Vorakten 103);
 Berichte/Stellungnahmen/Aktennotizen des RAD, Dr. N._, Facharzt für Orthopädie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, vom 15. August 2012 (Vorakten 19), 24. Februar 2016 (Vorakten 99), 30. Mai 2016 (Vorakten 104), 9. November 2016 (Vorakten 113);
 Schlussbericht BEFAS, Spital O._, vom 14. März 2013 (Vorakten 34);
C-298/2017
Seite 14
 Bericht des Universitätsspitals P._, Innere Medizin, (...), vom 29. Juli 2013 (Vorakten 97/14 ff.);
 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Dr. Q._, Facharzt für , (...)/D, vom 26. August 2013 (Vorakten 45), Dr. M._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 25. Februar 2014 und 6. März 2014 (Vorakten 54).
7.2
7.2.1 Die Vorinstanz geht für die Zeit ab November 2012 von einer 100 %-
igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in jeglichen Tätigkeiten der
freien Wirtschaft aus (Vorakten 116/11). Für die Zeit ab Januar 2013 nimmt
die Vorinstanz an, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers verbessert habe. Sie ist der Ansicht, dass ab diesem Zeitpunkt die bis-
herige Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumutbar sei, hingegen in einer
wechselbelastenden, körperlich leichten Tätigkeit mit Vermeidung des Tra-
gens von Lasten mit abgespreizten Armen und ohne Tätigkeiten über
Schulterniveau wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden habe. Für
die Zeit ab März 2013 geht die Vorinstanz schliesslich davon aus, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter verbessert habe.
Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei zwar nach wie vor nicht zumutbar. In
einer wechselbelastenden, körperlich leichten Tätigkeit mit Vermeidung
des Tragens von Lasten mit abgespreizten Armen und ohne Tätigkeiten
über Schulterniveau bestehe seither aber wieder eine volle Arbeitsfähig-
keit. Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammenhang auf Kontroll-, Sor-
tier- oder Überwachungstätigkeiten sowie einfache Lager-, Reinigungs- o-
der Montagearbeiten (Vorakten 116/12).
7.2.2 Die Vorinstanz stützte sich im Rahmen des Erlasses der Verfügungen
vom 28. November 2016 auf die Berichte bzw. Stellungnahmen und Akten-
notizen des RAD-Arztes Dr. N._, Facharzt für Orthopädie, Physika-
lische und Rehabilitative Medizin, vom 15. August 2012 (Vorakten 19),
24. Februar 2016 (Vorakten 99), 30. Mai 2016 (Vorakten 104) und 9. No-
vember 2016 (Vorakten 113). Darin werden die nachstehenden Diagnosen
aufgeführt (Vorakten 104/5):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
 Rotatorenmanschettendegeneration mit Partialruptur der Supraspinatussehne und höhergradiger Funktionseinschränkung in Elevation und Abduktion
(Arthroskopie des linken Schultergelenks mit Débridement und  subacromialer Dekompression sowie offener Rotatorenmanschettennaht am 11.7.2011)
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Seite 15
 Irreparable posterosuperiore Rotatorenmanschetten-Ruptur links
(Latissimus dorsi-Transfer mit partieller Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion ([Supraspinatus und Infraspinatus Oberrand] an der Schulter links am 31.5.2012)
 Rezidivierende akute Lumbalgie mit einem Bandscheibenvorfall L2/3
(MRI vom 16.11.2011 Etage LWK 2/3 ein Kombinationsbild aus zirkulärer  und vor allem infradiscalem, links paramedianem, grossvolumig sequestriertem Prolaps mit langstreckiger Affektion der Wurzel L3 links)
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
 Status nach Handgelenksluxation links, konservativ behandelt, 1997 
 Leichte depressive Episode
Der RAD-Arzt kommt zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer aufgrund
seiner Erkrankung an der linken Schulter und den deswegen erfolgten
Operationen (vom 11. Juli 2011 und 31. Mai 2012) die angestammte beruf-
liche Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumutbar sei. Er geht deshalb von
einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tä-
tigkeit als Gipser von 100 % ab dem 8. Juni 2011 bis auf Weiteres aus. Ab
dem 1. Januar 2013 nimmt der RAD-Arzt allerdings eine stufenweise be-
rufliche Rückintegration in einer leidensangepassten Verweistätigkeit an
(körperlich leichte Arbeiten, Vermeidung von Tragen und Heben von Lasten
mit vom Körper abgespreizten Armen sowie auch Tätigkeiten oberhalb
Schulterniveau; Stehen, Sitzen, Gehen und Lenken eines Personenwa-
gens sind uneingeschränkt möglich). Im Einzelnen geht der RAD-Arzt in
einer leidensangepassten Verweistätigkeit von folgenden Arbeitsunfähig-
keitszeiten (AUF) aus (Vorakten 104/6):
 vom 8.6.2011 bis 31.12.2012: 100 % AUF
 vom 1.1.2013 bis 4.3.2012: 50 % AUF
 vom 5.3.2013 bis auf Weiteres (mit Unterbrüchen aufgrund von interkurrenten
Erkrankungen ohne Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit): 0 % AUF
7.2.3 Der RAD-Arzt stellt bei seiner Beurteilung für die Zeit ab dem 1. No-
vember 2012 bis Ende Februar 2013 namentlich auf den Bericht der Uni-
klinik L._, Orthopädie, vom 1. November 2012 ab (Vorakten 20).
Für die Zeit ab dem 1. März 2013 stützt sich der RAD-Arzt bei seiner Ein-
schätzung (vgl. Vorakten 104/4) auf den Schlussbericht der BEFAS vom
14. März 2013 (Vorakten 34) sowie den Abschlussbericht der Werkstätte
R._ vom 19. Mai 2015 (Vorakten 84).
C-298/2017
Seite 16
7.2.3.1 Im Bericht der Uniklinik L._, Orthopädie, vom 1. November
2012 wird folgende für die Arbeitsunfähigkeit relevante Diagnose (ICD-10)
gestellt (Vorakten 20/2 und 20/4, ad 1):
«St.n. Latissimus dorsi-Transfer mit partieller Rotatorenmanschetten-Re-Rekon-
struktion (Supraspinatus und Infraspinatus Oberrand) Schulter links am 31.05.12
bei irreparabler posterosuperiorer Rotatorenmanschetten-Ruptur links, Status
nach Schulterarthroskopie mit Debridement und subacromialer Dekompression
sowie offener Rotatorenmanschettennaht links vom 11.07.2011 (auswärts)».
Laut Bericht der Uniklinik L._ ist mit einer relevanten Besserung bis
mindestens ein Jahr postoperativ zu rechnen (Vorakten 20/2 und 20/5,
ad 3). Entsprechend könne erst ein Jahr postoperativ definitiv beurteilt wer-
den, ob die Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Gipser bestehen
bleibe; möglicherweise bleibe die Arbeitsfähigkeit über Kopf aber einge-
schränkt (Vorakten 20/2 und 20/5, ad 5). Im Bericht wird die Ausführung
einer leichteren beruflichen Tätigkeit dem Beschwerdeführer als medizi-
nisch theoretisch zumutbar erachtet (Vorakten 20/3, ad 7). Dabei müssten
das Tragen und Heben von Lasten mit vom Körper abgespreiztem Arm so-
wie auch Tätigkeiten oberhalb Schulterniveau vermieden werden (Vorak-
ten 20/3, ad 7.1). Gemäss Bericht könnte ab dem 1. Januar 2013 je nach
Verlauf bis dann ein gradueller Einstieg in den Arbeitsprozess mit körper-
lich leichten Arbeiten und auch initial reduzierter Arbeitszeit gestartet wer-
den (Vorakten 20/3, ad 7.2). Zurzeit seien dem Beschwerdeführer medizi-
nisch-theoretisch die folgenden Belastungen zumutbar: Stehen, Sitzen,
Gehen und Lenken eines Personenwagens uneingeschränkt. Heben und
Tragen von Lasten könne indessen noch nicht definitiv beantwortet werden
(Vorakten 20/3 und 20/6, ad 8). Dem Beschwerdeführer wird im Bericht
(Antwort ad 10) seit dem 30. Mai 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
attestiert (Vorakten 20/3 und 20/6).
7.2.3.2 Das Spital O._ führte – im Auftrag der IV-Stelle E._
– vom 4. Februar bis 4. März 2013 mit dem Beschwerdeführer eine beruf-
liche Abklärung durch. Der Schlussbericht der BEFAS datiert vom 13. März
2013 (Vorakten 34) und wurde von einer Berufsberaterin, einer Berufsab-
klärerin sowie dem Arzt Dr. S._, Rheumatologe FMH, Physikalische
Med. FMH, Med. Gutachterzertifikat SIM, unterzeichnet (Vorakten 34/11).
Der BEFAS-Bericht enthält neben einer arbeitspraktischen und einer be-
rufsberaterischen Beurteilung auch eine medizinische Beurteilung mit Ver-
weis auf die Ausführungen zur medizinischen Situation im Anhang A
(Vorakten 34/12 f.). Dort werden die folgenden Diagnosen erwähnt:
C-298/2017
Seite 17
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
 Status nach Latissimus dorsi-Transfer mit partieller Rotatorenmanschetten- (Supraspinatus und Infraspinatus Oberrand) Schulter links am 31.5.2012)
Irreparable posterosuperiore Rotatorenmanschetten-Ruptur links Status nach Schulterarthroskopie mit Débridement und subakromialer Dekompression sowie offener Rotatorenmanschettennaht links am 11.7.2011 (auswärts)
 Status nach akutem Lumbovertebralsyndrom Herbst 2011
Diskushernie L2/3 paramedian links mit Affektion der Wurzel L3 links (MRI 16.11.2011)
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
 Status nach Handgelenksluxation links, konservativ behandelt, 1997 
In der medizinischen Beurteilung wird im BEFAS-Bericht gesagt, dass dem
Beschwerdeführer aktuell sämtliche leichten Arbeiten unter der Horizonta-
len ganztags bei normaler Leistung möglich seien. Mit gebeugtem Ellbogen
und körpernahem Oberarm links könnten derzeit Lasten bis 10 kg bewegt
werden. In der interdisziplinären Beurteilung kommt der BEFAS-Bericht
ausserdem zum Schluss, dass das schulische Wissen und die Deutsch-
kenntnisse des Beschwerdeführers nicht ausreichen würden, um eine re-
guläre Ausbildung zu absolvieren. Der Beschwerdeführer habe aber ein
gutes Geschick bei Arbeiten im Metallbereich gezeigt und auch Serienar-
beiten sehr gut ausführen können. Eine Einarbeitung über mehrere Monate
im praktischen Bereich einer Metallwerkstatt könnte ihn – laut Bericht – zu
einem guten und zuverlässigen Mitarbeiter machen, wobei eine kleinere,
überschaubare Werkstatt eher geeignet sei und er bei einer späteren Stel-
lensuche Unterstützung bräuchte (Vorakten 34/9 f.).
7.2.3.3 Im Bericht der Werkstätte R._ vom 19. Mai 2015 führt der
Leiter Mechanik aus, dass der Beschwerdeführer im Berichtszeitraum
(11. März 2013 bis 11. Januar 2015) den «Grundlehrgang Mechanik» bei
einem 100 % Pensum absolviert habe und er in einem metallverarbeiten-
den Betrieb eine Produktionsmaschine bestücken könnte (Vorakten
84/2 f.).
7.2.4 Der Beschwerdeführer stimmt mit der Vorinstanz überein, dass seit
seiner Schulteroperation eine dauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit als
Gipser besteht. In einer angepassten Tätigkeit geht er – ebenso wie die
C-298/2017
Seite 18
Vorinstanz – zunächst von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit und ab
Januar 2013 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % aus. Dass sich sein Ge-
sundheitszustand danach weiter verbessert haben soll bis zu einer vollen
Arbeitsfähigkeit in der leidensangepassten Arbeit ab März 2013, bestreitet
der Beschwerdeführer hingegen (BVGer-act. 1 S. 2 f.). Er macht geltend,
die Vorinstanz stütze sich bei dieser Einschätzung zu Unrecht auf die Stel-
lungnahme des RAD-Arztes, der ihn nie selber untersucht habe, sondern
stelle auf veraltete, dürftige Akten ab und ziehe keinen aktuellen fundierten
Bericht eines Fachspezialisten bei (BVGer-act. 1 S. 4). Die einzige aktuelle
echtzeitliche Stellungnahme datiere vom 12. Mai 2016 und stamme vom
behandelnden Arzt Dr. M._, welcher dem Beschwerdeführer eine
Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % attestiere (BVGer-act. 1 S. 6 f.). Entge-
gen der vorinstanzlichen Ansicht könne weder die BEFAS-Abklärung aus
dem Jahre 2013, bei welcher es nicht um die Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit des Beschwerdeführers gegangen sei, noch der Bericht des leitenden
Mechanikers der Werkstätte R._ über die Umschulung als Basis für
die Berentung dienen (BVGer-act. 10 S. 4). Es sei daher ein bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag zu geben (BVGer-act. 10 S. 5).
7.2.5 Die Berichte und Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. N._
beruhen nicht auf eigenen Untersuchungen. Sie können deshalb – wie dar-
gelegt (E. 4.5.4) – nur dann abschliessende Beurteilungsgrundlage bilden,
sofern die Akten für die streitigen Belange beweistaugliche Unterlagen ent-
halten. Das ist vorliegend aus folgenden Gründen nicht der Fall:
7.2.5.1 Der vom RAD-Arzt berücksichtigte kurze Formularbericht der Uni-
klinik L._ vom 1. November 2012 (Vorakten 20), wo sich der Be-
schwerdeführer am 31. Mai 2012 einer (zweiten) Schulteroperation unter-
zog (vgl. Vorakten 8), enthält eine nur vorläufige Beurteilung der Ar-
beits(un)fähigkeit des Beschwerdeführers. Gestützt auf diesen Bericht ist
nicht abschliessend zu folgern, der Beschwerdeführer sei seit dem 1. No-
vember 2012 in seinem angestammten Beruf als Gipser dauerhaft zu
100 % arbeitsunfähig und in einer Verweistätigkeit seit dem 1. Januar 2013
zu 50 % und seit dem 1. März 2013 zu 100 % arbeitsfähig. Wie bereits
ausgeführt (E. 7.2.3.1), lässt sich dem besagten orthopädischen Kurzbe-
richt der Uniklinik L._ diesbezüglich einzig entnehmen, dass der
Beschwerdeführer seit dem 30. Mai 2012 zu 100 % arbeitsunfähig ist, die
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Gipser erst ein Jahr posto-
perativ (d.h. ab dem 31. Mai 2013) beurteilt werden kann und ab dem 1. Ja-
nuar 2013  je nach Verlauf  ein gradueller Einstieg in den Arbeitsprozess
C-298/2017
Seite 19
mit körperlich leichten Arbeiten und auch initial reduzierter Arbeitszeit ge-
startet werden könnte.
7.2.5.2 Der Bericht der BEFAS vom 14. März 2013 (Vorakten 34), auf wel-
chen der RAD-Arzt sich massgeblich stützt, vermag den Anforderungen
von BGE 125 V 351 E. 3a ebenfalls nicht zu genügen. Der entsprechende
Auftrag der IV-Stelle E._ an die BEFAS beinhaltete die Abklärung
der Deutschkenntnisse, des intellektuellen Potentials sowie des Schulwis-
sens des Beschwerdeführers. Ausserdem wurde die Frage gestellt nach
der Umsetzung einer Weiterbildung sowie nach einer konkreten Anschluss-
lösung (Vorakten 28, 34/1). Wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet
(BVGer-act. 10 S. 4), ging es bei der beruflichen Abklärung durch die BE-
FAS also nicht um die verbindliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers in seinem angestammten Beruf als Gipser sowie in einer
Verweistätigkeit ab dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. November
2012. Wie bereits erwähnt (E. 7.2.3.2), enthält der BEFAS-Schlussbericht
vom 14. März 2013 zwar auch eine medizinische Beurteilung durch einen
Rheumatologen. Dieser macht jedoch keine abschliessenden Aussagen
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Hinsichtlich der bisherigen
Tätigkeit als Gipser verweist er vielmehr auf die von der Uniklinik
L._ (ein Jahr postoperativ) noch zu erfolgende Beurteilung und hält
sodann lediglich fest, dass aktuell dem Beschwerdeführer sämtliche leich-
ten Arbeiten unter der Horizontalen ganztags bei normaler Leistung mög-
lich seien, wobei medizinisch der Endzustand noch nicht erreicht sei. Eine
medizinische Prognose fehlt. Unklar ist zudem, ob die gemachten Aussa-
gen zur Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sich auch auf den freien
Arbeitsmarkt beziehen oder nur eine Tätigkeit im geschützten Rahmen be-
treffen, zumal gleichzeitig eine praktische Einarbeitung bzw. Umschulung
in einer kleineren Metallwerkstatt (wie der Werkstätte R._) empfoh-
len wird (Vorakten 34/9). Die Beobachtungen des Rheumatologen während
der beruflichen Abklärungen ersetzen schliesslich nicht eine umfassende
Abklärung aller geklagten Beschwerden unter Mitberücksichtigung der voll-
ständigen Aktenlage (vgl. Urteil des BGer 8C_420/2010 vom 27. Oktober
2010 E. 4.4, siehe dazu auch E. 7.2.5.4).
7.2.5.3 Hinsichtlich des Berichts der Werkstätte R._ vom 19. Mai
2015 (Vorakten 84), auf welchen sich der RAD-Arzt ebenfalls stützt, ist fest-
zuhalten, dass die Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit in
erster Linie eine ärztliche Aufgabe ist (vgl. E. 4.5). Wie seitens des Be-
schwerdeführers richtig eingewendet wird (BVGer-act. 1 S. 4 f.; 10 S. 4),
wurde der vorliegende Bericht aber vom Leiter Mechanik verfasst und es
C-298/2017
Seite 20
kann aus dessen Inhalt auch nicht ohne Weiteres geschlossen werden,
dass der Beschwerdeführer in Zukunft auf dem freien Arbeitsmarkt als Me-
chanik-Mitarbeiter zu 100 % arbeitsfähig sei. Im Bericht der Werkstätte
R._, wo der Beschwerdeführer vom 11. März 2013 bis 11. Januar
2015 im geschützten bzw. betreutem Rahmen einen „Grundlehrgang Me-
chanik“ absolvierte, wird nämlich auf invaliditätsbezogene Gründe für die
Leistungsminderung hingewiesen. Es wird in diesem Zusammenhang er-
wähnt, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Probleme in der
Schulter und im Rücken nicht möglich sei, schwere Werkstücke oder Werk-
zeuge (wie z.B. einen Maschinenschraubstock oder ein Drehfutter) zu he-
ben oder Arbeiten über Kopf zu verrichten. Ausserdem wird im Bericht fest-
gehalten, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der kognitiven und hand-
werklichen Anforderungen an seine Grenzen gestossen sei (Vorakten
84/3). Laut Bericht erreichte der Beschwerdeführer 86.5 % der Sollstunden
im Berichtszeitraum, wobei die Krankheitsabsenzen 13.5 % ausmachten
(Vorakten 84/7). Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei ihm während der
Umschulung nicht gut gegangen. Er habe an der beruflichen Massnahme
teilgenommen, obwohl er immer wieder krankgeschrieben gewesen sei,
was sein behandelnder Arzt Dr. M._ bestätigen könne (BVGer-
act. 1 S. 5).
7.2.5.4 In den aktenkundigen medizinischen Unterlagen des Universitäts-
spitals P._ (Innere Medizin) und der Ärzte Dr. I._ (Ortho-
päde) und Dr. M._ (Allgemeinmediziner), welche aus der Zeit ab
Abschluss der BEFAS-Abklärung am 4. März 2013 bis zum Verfügungs-
zeitpunkt Ende November 2016 stammen, werden die folgenden weiteren
Ausführungen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gemacht:
7.2.5.4.1 Das Universitätsspital P._, Innere Medizin, stellt in seinem
ambulanten Bericht vom 29. Juli 2013 (Vorakten 97/14 f.) zuhanden des
behandelnden Arztes Dr. M._ die folgenden Diagnosen:
1. Kribbelparästhesien unklarer Ätiologie Arm rechts
2. V.a. depressive Episode
3. St. n. Sehnenriss 2011
 St. n. Sehnenriss im Bereich der linken Schulter 2011
 St. n. 2facher Schulteroperation links 2011 und 2012
 Persistierend eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links
In der Beurteilung wird ausgeführt, dass die geschilderte Symptomatik
(Kribbeln im Arm, deutlich reduzierter Allgemeinzustand, Schmerzen an
Füssen und Rücken, Kopfschmerzen, Antriebs- und Energielosigkeit) im
C-298/2017
Seite 21
Rahmen einer depressiven Episode bei schwieriger psychosozialer Situa-
tion angesichts der Arbeitsunfähigkeit zu interpretieren sei. Es werde dem
Beschwerdeführer daher eine psychosomatische Begleitung vorgeschla-
gen. Die geschilderten Kribbelparästhesien seien neurologisch zu untersu-
chen.
7.2.5.4.2 Der Orthopäde Dr. I._ erwähnt in seinen Berichten vom
17. September 2013 (Vorakten 97/13), 10. März 2014 (Vorakten 97/11 f.),
7. August 2014 (Vorakten 97/10) und 23. Juni 2015 (Vorakten 97/9) zuhan-
den von Dr. M._ insgesamt die folgenden Diagnosen:
 Myogelose der Schulter-Nacken-Muskulatur (M62.81 G)
 Blockierung C6/7 links (M99.82 G)
 Muskuläre Dysbalance HWS und BWS (62.99 G)
 Zustandsbefund nach Latissimus-dorsi Transfer links 31.5.12 Balgrist (Z98.8 LG)
 Depressive Störung (F32.9 G)
 Akute Schmerzen a.n.k. (R52.0 G)
 Bandscheibenvorfall L2/3 (M51.2 LG)
 Sequester L3 links (M51.2 LG)
 Akute Lumbalgie bei Blockierung L4/5 (M54.5 G)
 Protrusionskoxarthrose rechts (M16.7 RG)
 Bewegungseinschränkung der Schulter li (M53.3 G)
Dr. I._ weist in den Berichten insbesondere auf die deutlich einge-
schränkte Beweglichkeit im linken Schultergelenk und auf vom Beschwer-
deführer geklagte zunehmende Schmerzen am rechten Schultergelenk, im
Nackenbereich sowie in der Wirbelsäule hin.
7.2.5.4.3 Der behandelnde Allgemeinmediziner Dr. M._ nennt in
seinem Bericht vom 23. November 2015 (Vorakten 97/1 ff.) folgende Diag-
nosen (ICD-10):
 Z98.8 LG (Sonstige näher bezeichnete Zustände nach chirurgischen )
 M75.1 GL (Läsionen der Rotatorenmanschette)
 Supraspinatus-Sehnenruptur links
 M62.99 G (Muskelkrankheit)
 M51.2 LG (Sonstige näher bezeichnete Bandscheibenverlagerung)
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Seite 22
 M53.3 G (Krankheiten der Sakrokokzygealregion)
Betreffend Arbeitsfähigkeit führt Dr. M._ aus, dass dem Beschwer-
deführer keine Überkopfarbeiten mehr möglich seien und insbesondere die
bisherige Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumutbar sei. Mit einer Wieder-
aufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit
könne nicht gerechnet werden. Im Bericht vom 12. Mai 2016 (Vorakten
103) macht Dr. M._ Angaben hinsichtlich der dem Beschwerdefüh-
rer im Jahre 2015 attestierten Arbeitsunfähigkeitszeiten, wobei solche laut
Akten auch wegen Krankheit der Wirbelsäule und des Rückens (M53.99
G) sowie einer leichten depressiven Episode erfolgten (F32.0 G; Vorakten
103/3). Dr. M._ berichtet weiter, dass dem Beschwerdeführer ledig-
lich eine leichte körperliche Arbeit zumutbar sei. Sein Lernvermögen für
eine Neuausrichtung für ein komplexes Arbeitsbild sei eingeschränkt. Vo-
raussichtlich sei hier keine entsprechende Einschulung möglich. Eine Tä-
tigkeit von 50 % mit einem leichten körperlichen Einsatz sei indessen zu-
mutbar. Entsprechend habe sich der Beschwerdeführer ab dem 13. Mai
2015 bei der Agentur für Arbeit in Deutschland mit einem Leistungsvermö-
gen von 50 % gemeldet (Vorakten 103/1). Im Bericht vom 16. März 2017,
welcher im Beschwerdeverfahren eingereicht wird, erneuert Dr. M._
im Übrigen diese Ansicht und weist darauf hin, dass eine Umschulung des
Beschwerdeführers zum CNC-Programmierer aufgrund der fehlenden
mentalen Voraussetzungen gescheitert sei (BVGer-act. 10/1).
7.2.5.4.4 Die vorstehenden medizinischen Berichte sind knapp gehalten
und stammen vom behandelnden Arzt Dr. M._ oder wurden von die-
sem in Auftrag gegeben. Sie erfüllen die materiellen Anforderungen an ei-
nen Arztbericht daher nicht ohne Weiteres und eine Leistungszusprache
einzig gestützt auf diese Dokumente kommt nicht in Frage (vgl. E. 4.5.2
und 4.5.5). Dennoch liefern sie Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer
auch ab März 2013 eine nicht unerhebliche gesundheitliche Problematik
aufwies und deswegen in Deutschland in Behandlung stand. Die besagten
Berichte sind deshalb – anders als der RAD-Arzt zu meinen scheint (vgl.
Vorakten 99, 104) – nicht unbedingt vereinbar mit der Ansicht, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab März 2013 derart ver-
bessert habe, dass ihm seither eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 %
zumutbar sei.
7.2.6 Aus dem Gesagten folgt, dass sich die Vorinstanz bei Erlass der Ver-
fügungen vom 28. November 2016 bzw. hinsichtlich der darin enthaltenen
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Angaben zur Arbeits(un)fähigkeit des Beschwerdeführers für den hier rele-
vanten Zeitraum (1. November 2012 bis 28. November 2016) zu Unrecht
vollumfänglich auf die Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. N._
stützte. Den Einschätzungen des RAD-Arztes, welcher den Beschwerde-
führer nicht selber untersucht hatte, lagen – wie aufgezeigt – keine für den
gesamten Verfügungszeitraum hinreichend beweistauglichen medizini-
schen Dokumente zugrunde, weshalb seine Berichte und Stellungnahmen
vorliegend keine abschliessende Beurteilungsgrundlage bilden können.
Dass der Beschwerdeführer – gemäss Annahme des RAD-Arztes – in sei-
ner bisherigen Tätigkeit als Gipser seit dem 8. Juni 2011 dauerhaft zu
100 % arbeitsunfähig ist, erscheint zwar nicht unwahrscheinlich. Auch
wenn sich der RAD-Arzt hinsichtlich der Dauer nicht auf eine entspre-
chende ausdrückliche Aussage in einer voll beweiskräftigen medizinischen
Vorakte stützen kann, lässt die Würdigung der gesamten vorhandenen Ak-
ten den Schluss zu, dass dem Beschwerdeführer das Heben und Tragen
von schweren Lasten sowie Arbeiten über Kopf nicht mehr möglich sind,
was eine Tätigkeit als Gipser auf Dauer ausschliesst. An der Zuverlässig-
keit und Schlüssigkeit der Feststellungen des RAD-Arztes bestehen nach
Würdigung der Akten jedoch insbesondere hinsichtlich der zumutbaren
Verweistätigkeit Zweifel. Unklar sind hinsichtlich des Verfügungszeitraums
nicht nur Beginn, Umfang und Dauer der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-
führers in einer Verweistätigkeit, sondern auch deren medizinisches Anfor-
derungsprofil.
7.2.6.1 Die Einschätzung des RAD-Arztes, der Beschwerdeführer sei ab
dem 1. Januar 2013 in einer Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig, beruht
– wie vorne dargelegt – nicht auf einer abschliessenden Aussage in einem
voll beweiswertigen medizinischen Dokument. Der Umstand, dass der Be-
schwerdeführer der entsprechenden Beurteilung des RAD-Arztes aber ex-
plizit zustimmt, deutet hingegen auf eine Zunahme seiner medizinisch-the-
oretischen Arbeitsfähigkeit hin.
7.2.6.2 Insbesondere fraglich ist die vom RAD-Arzt vorgenommene Ein-
schätzung, wonach sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in ei-
ner Verweistätigkeit per 1. März 2013 auf 100 % erhöht haben soll. Für eine
entsprechende Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwer-
deführers fehlt zum einen eine beweistaugliche ärztliche Aussage, welche
sich auch hinreichend ausspricht über die konkreten Gesichtspunkte in der
Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeits(un)fähigkeit. Der akten-
kundige BEFAS-Bericht ist diesbezüglich nicht ausreichend begründet (vgl.
E. 7.2.3.2, 7.2.5.2). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer am 11. März
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2013 eine Umschulung zum Mechanik-Mitarbeiter antrat, deren Anordnung
gestützt auf Art. 17 IVG rechtsprechungsgemäss in den bisher ausgeübten
und in den für ihn ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offenstehenden
noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dau-
ernde Erwerbseinbusse von mindestens ca. 20 % voraussetzt (BGE 124 V
108). Dieser Umstand spricht gegen die Annahme, der Beschwerdeführer
sei am 1. März 2013 und damit vor bzw. bei Anordnung der Umschulung
bereits zu 100 % in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig gewe-
sen. Dass die mit der Umschulung angestrebte Wiedereingliederung bis
zum Verfügungszeitpunkt nicht erreicht werden konnte, ändert daran
nichts.
7.2.6.3 Nicht hinreichend geklärt ist schliesslich auch die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers nach Beendigung der Eingliederungsmassnah-
men. Deren Erfolg erscheint aufgrund der Akten zweifelhaft: Im bereits er-
wähnten Bericht der Werkstätte R._ vom 19. Mai 2015 ist die Rede
von invaliditätsbezogenen Gründen für eine beim Beschwerdeführer fest-
gestellte Leistungsminderung und von seinen Grenzen in kognitiver und
handwerklicher Hinsicht (vgl. E. 7.2.5.3). Ausserdem konnte dem Be-
schwerdeführer – wie erwähnt – nach der Umschulung keine entspre-
chende Stelle im freien Arbeitsmarkt vermittelt werden, weshalb die beruf-
lichen Massnahmen mit vorinstanzlicher Verfügung vom 5. November 2015
abgeschlossen wurden (Vorakten 95). Laut Coachingbericht des Vereins
F._ vom 24. August 2015 sind die gesundheitlichen Einschränkun-
gen des Beschwerdeführers so gravierend, dass kaum Chancen auf eine
Anstellung bestehen. Der Coach führt im Bericht aus, dass es nicht gelun-
gen sei, Tätigkeiten zu definieren, bei denen nur geringe Leistungsein-
schränkungen resultieren würden. In einem Umfeld mit vollen Leistungs-
anforderungen sei eine (wie bis anhin erfolgte) selektive Zuteilung von Auf-
gaben nicht (mehr) möglich (Vorakten 91/8 ff.). Der aktenkundige Proto-
kolleintrag der IV-Stelle E._ bzw. der Berufsberatung vom 1. Sep-
tember 2015 hält folglich fest, dass beim Beschwerdeführer nur eine ein-
geschränkte Erwerbsfähigkeit bestehe und seine Vermittelbarkeit einge-
schränkt sei (S. 17/17). Die vorliegenden medizinischen Akten enthalten
dementsprechend – wie aufgezeigt (E. 7.2.5.4) – Hinweise dafür, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter verschlechtert hat.
7.2.7 Anzumerken bleibt, dass ein medizinisches Anforderungsprofil natur-
gemäss nur den funktionellen Beeinträchtigungen Rechnung trägt. Die wei-
terführende Frage, ob in der Verweistätigkeit effektiv realisierbare Erwerbs-
möglichkeiten bestehen, ist dadurch nicht berührt (vgl. Urteil des BGer
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9C_141/2009 vom 5. Oktober 2009 E. 2.3) und vorliegend ebenfalls zu klä-
ren für die Zeit vor und nach der Durchführung der beruflichen Massnah-
men. Während der Eingliederungszeit erhalten die Versicherten – so auch
der Beschwerdeführer – IV-Taggelder (Art. 22 IVG), was einen Rentenan-
spruch ausschliesst (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG).
7.3 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass den vorinstanzlichen
Verfügungen vom 28. November 2016 (bereits) in medizinischer Hinsicht
ein nicht rechtsgenüglich abgeklärter Sachverhalt zugrunde liegt (vgl.
Art. 12 und Art. 49 Bst. b VwVG sowie Art. 43 ATSG), weshalb hier über
den streitigen Rentenanspruch des Beschwerdeführers nicht mit dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann
und die genannten Verfügungen aufzuheben sind. In den Akten fehlen um-
fassende, hinreichend begründete und nachvollziehbare medizinische An-
gaben zur Frage, wie sich der Gesundheitszustand und die Funktionsein-
schränkungen des Beschwerdeführers seit seiner zweiten Schulteropera-
tion (Ende Mai 2012) entwickelt haben. Erforderlich sind entsprechende
medizinische Angaben zum Gesundheitsverlauf und der damit einherge-
henden Arbeits(un)fähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Tä-
tigkeit (als Gipser) und in einer leidensangepassten Tätigkeit, wobei deren
medizinisches Anforderungsprofil zu bestimmen ist. Zu diesem Zweck ist
ein polydisziplinäres Gutachten bei mit der Sache nicht vorbefassten Fach-
arztpersonen der bisher involvierten Disziplinen (Orthopädie, Rheumatolo-
gie, Allgemeine Innere Medizin) in der Schweiz einzuholen. Zusätzlich ist
der Beschwerdeführer antragsgemäss aber auch durch eine psychiatri-
sche Fachperson zu begutachten, nachdem in den medizinischen Vorak-
ten Hinweise bestehen auf eine psychische und psychosomatische Prob-
lematik. Dieses Vorgehen entspricht auch dem Grundsatz, wonach die um-
fassende administrative Erstbegutachtung regelmässig polydisziplinär und
damit zufallsbasiert anzulegen ist, sofern die medizinische Situation nicht
offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt, was hier
nicht der Fall ist (BGE 139 V 349 E. 3.2).
7.4 Die Sache ist folglich gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG zur weiteren
Abklärung bzw. Vervollständigung der Akten in medizinischer Hinsicht
(E. 7.3) sowie zur anschliessenden Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. Die Rückweisung zur weiteren Abklärung ist hier rechtspre-
chungsgemäss (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4; 141 V 281 E. 6.4) aus-
nahmsweise möglich, da relevante Fragen bzw. Aspekte bisher vollständig
ungeklärt blieben (vgl. E. 7.3). Würde eine derart mangelhafte Sachver-
haltsabklärung bzw. -würdigung durch Einholung eines Gerichtsgutachtens
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im Beschwerdeverfahren korrigiert, bestünde die Gefahr der unerwünsch-
ten Verlagerung der den Durchführungsorganen vom Gesetz übertragenen
Pflicht, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungs-
grundsatz abzuklären (Art. 43 Abs. 1 ATSG), auf das Gericht (vgl. Urteil des
BVGer C-6529/2014 vom 4. Juli 2016 E. 7.4).
7.5 Beabsichtigt das Bundesverwaltungsgericht, die angefochtene Verfü-
gung zu Ungunsten einer Partei zu ändern, so bringt es der Partei diese
Absicht zur Kenntnis und räumt ihr Gelegenheit zur Gegenäusserung ein
(Art. 62 Abs. 3 VwVG). Zugleich ist die von der Verschlechterung der
Rechtslage bedrohte Partei ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sie ihr
Rechtsmittel zurückziehen kann, womit die angefochtene Verfügung in
Rechtskraft erwachsen würde (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozes-
sieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, N 3.201). Ge-
mäss Rechtsprechung ist der Beschwerde führenden Partei auch dann die
Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben, wenn eine renten-
zusprechende Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung
und neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll
(BGE 137 V 314 E. 3.2.4).
Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit Instruktionsverfügung vom
11. April 2019 (BVGer-act. 18) auf eine mögliche reformatio in peius und
die Möglichkeit des Beschwerderückzugs hingewiesen. Der Beschwerde-
führer teilte hierzu mit Eingabe vom 16. Januar 2018 mit, dass er an der
Beschwerde festhalte (BVGer-act. 29).
7.6 Die Beschwerde ist somit insoweit gutzuheissen, als die vorinstanzli-
chen Verfügungen vom 28. November 2016 aufzuheben sind und die Sa-
che an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter Ab-
klärung im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge.
8.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine
Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Par-
tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwer-
deführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der geleistete Vorschuss
von Fr. 800.- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des
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vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind ebenfalls keine
Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
8.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-
wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen
(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). Da keine Kostennote eingereicht
wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14
Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs,
des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsa-
che und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens so-
wie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen Entschädi-
gungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.- (inkl. Auslagen; Art. 9
Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE [Stundenansatz für Anwälte/Anwältinnen
mindestens Fr. 200.- und höchstens Fr. 400.-]) gerechtfertigt. Als Bundes-
behörde hat die unterliegende Vorinstanz keinen Anspruch auf Parteient-
schädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite.
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