Decision ID: 7991f16c-c1ed-457a-bb7a-9d26b3688b1a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
(vormals
Y._
), geboren 1959, ist gelernte Flori
stin und war nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 1986 zunächst als Verkäu
ferin und danach vorwiegend als Serviceangestellte tätig (vgl. den Lebensl
auf vom 1
2.
Juli 2007,
Urk.
12
/50
).
Im Jahr 2001 arbeitete
X._
teilzeitlich als Serviceangestellte im Restaurant
Z._
in
A._
und war im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizer
ischen Mobiliar Versicherungsge
sellschaft (Mobiliar)
unfall
versichert
.
Am 19. September 200
1 war sie
als Lenkerin ihres Personenwagens von einem Auffahrunfall betroffen
. In der Folge traten persistierende
, vom Nacken her ausstrahlende Kopfschmerzen und Schwindel
auf, und es wurde eine Halswirbelsäulendistorsion diagnostiziert (vgl. die Unfallakten der Mobiliar in
Urk.
16/1
/1-68
mit de
r Unfallmeldung in Urk. 16/1/43 sowie mit
den Berich
ten des
Hausarzt
es
Dr.
med.
B._
, Spez
ialarzt für Innere Medizin,
und
dem Bericht von
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt für Neurologie, vom 10.
Dezember 2001
; vgl. auch
den Bericht der Mobi
liar vom 16. April 2003
über ei
n
e
Bespre
chung m
it der Versicherten am Wohnort,
Urk
.
16/53-57
).
Die
Mobiliar aner
kannte ihre Leistungspflicht unter dem Titel eines Unfalls.
1.2
Vom 2
2.
Juli bis zum 9.
August 2002 hatte
X._
ein neues, befris
te
tes Arbeitsverhältnis als vollzeitliche Serviceaushilfe im Landgasthaus
D._
in
E._
inne
und war wiederum bei
der
Mobiliar unfallversichert.
Am
2.
August 2002 war
sie
erneut von einem Auffahrunfall betrof
fen
, und
Dr.
B._
diagnostizierte abermals ein
Halswirbelsäulendistorsionstrauma (vgl. die Unfallakten der Mobili
ar in Urk.
16/2
-67, unter anderem mit dem Bericht von
Dr.
med.
F._
, Spezialärztin für Neurologie, vom 21. Mai 2003
,
Urk.
16/59-61, und dem Bericht
der Mobiliar
vom 2
2.
August 2003 über eine Besprechung mit der Versicherten am Wohnort,
Urk.
16/66-67).
Die
Mobiliar anerkannte ihre Leistungspflicht auch für den neuen Unfall.
1.3
Im Mai 200
3
trat
die Versicherte eine 50%-
Stelle im Service im Restaurant
G._
,
H._
, an
,
die Arbeitgeberin
löste
das Arbeitsverhältnis indessen per Ende Juli 200
3 wieder auf (
Kündigungsschreiben in
Urk.
1
6/
76
;
Arbeitszeugnis in
Urk.
12/129/9
). Sodann begab sich
die Versicherte
im Sommer
2003 in die Behandlung von Dr. med.
I._
, Spezialarzt für Psychiatrie, der ei
ne mittelschwere depressive Epi
sode im Rahmen einer Erschöpfungsdepression diagnostizierte (
Code F
32.1
der Internationalen Klassifikation psychischer
St
örungen der Weltgesundheitsorga
nisation, ICD-10;
Berichte von Dr.
I._
vom 30.
November 2003
und
vom 30.
März
2004,
Urk.
16/72 und Urk. 16/80
81).
Im Jahr 2004 folgten weitere Abklärungen und Behandlungen, unter anderem
eine neurops
ychologische
Abkärung
durch
Dr.
phil.
J._
(Bericht von
Dr.
J._
und
l
ic
. phil.
K._
vom 19.
April
2004,
Urk
.
16/89
96) und
eine
Behandlung
in
der
Klinik
L._
(Bericht vom 16.
Septemb
er 2004,
Urk
.
16/
150
151).
Ferner
wurde
X._
, veran
lasst durch die Mobiliar, am 30.
September 2004 in der
M._
multidisziplinär begut
achtet (Gutachten
vom 30.
September 2004 von
Dr.
med.
N._
, Spezialarzt für Chirurgie,
ein
schliessl
ich
des psychiatrischen Teilgut
achtens
von
Dr.
med.
O._
,
Spezial
ärztin
für Psychi
atrie und Psychothera
pie,
Urk.
16/187-204
)
.
1.4
Am 28.
April 2004 hatte sich
X._
auch bei der Invalidenversiche
rung angemeldet (
Urk.
12
/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-St
elle, hatte den Bericht von
Dr.
B._
vom 15. Mai 2004 eingeholt (Urk.
12/7/1-4 und
Urk.
12/7/1
9-20) und hatte von der Arbeitslosenkasse erfahren, dass die Versicherte
ab
dem 1. September 2002 Taggelder auf der Basis einer 50%igen Vermittlungsfähigkeit bezog
en hatte
(
Urk.
12
/8). Des Weiteren hatte die IV
Stelle die Angaben über die Tätigkeiten der Versicherten im Restaurant
G._
und im Landgasthaus
D._
zu den Akten genommen (
Urk.
12/14 und
Urk.
12/15).
Während der Abklärungen
durch die Berufs
-
beratungsstell
e
(Verlaufsprotokolle in Urk. 12
/24)
ging die Versicherte per 1. September 2004 im Restaurant
P._
in
Q._
ein neues Arbeitsverhältnis auf Stundenlohnbasis ein (Arbeitsvertrag vom 9. September 2004,
Urk.
16/120-121), das indessen auf den 19. November 2004 wieder beendet wurde (Arbeits
zeugnis
in
Urk. 12/129/8).
Mit Verfügung vom 11. November 2004
teilte
die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Arbeitsvermittlung als abgeschlossen erachte
, da die Versicherte eine solche zur Zeit ni
cht als möglich bezeichnet habe
,
und dass allfällige weitere Leistungsansprüche noch ge
prüft würden (Urk. 12
/23).
1.5
I
m Mai 2005
traten
Beschwerden im rechten Ellbogen
auf
, die Mitte Juni 2005 zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten führten (Bericht von Dr. med.
R._
, Spezialärztin für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, vom 2
9. August 2005,
Urk.
16/216).
Ein Arbeitsverhältnis im Restaurant
S._
, das die Versicherte per 1. Dezember 2004 eingegangen war, wurde
in der Folge
aus gesundheitlichen Gründen per Ende Juli 2005 wieder au
fgelöst (Arbeitsz
e
ugnis in Urk. 12/129/
7).
In der Zeit von November 2005 bis April 2007 fanden immer wieder
Konsul
-
tati
o
nen
und Untersuchungen
in der Klinik
L._
statt (vgl. die
Berichte in
Urk. 16/228-335
,
Urk.
16/348-349 und
Urk.
16/398-399);
ausserdem
n
ahm die Versicherte im Juni 2006 eine
T
raumabegleitungstherapie
bei
T._
auf (Ther
apieplan vom 1. Juni 2006,
Urk.
16/
319-320; Bericht von
T._
vom 8.
August 2006,
Urk
.
16/
330).
Im Juni 2006 wurde die Versi
cherte zudem im
U._
interdisziplinär begutachtet, dies wiederum im Auftrag de
r Mobiliar (Gutachten vom
5. Februar 2007 von
Dr.
med.
V._
, Neurologie,
Dr.
med.
dipl.
psych.
W._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und med. prakt.
AA._
, Spezialarzt für Rheumatologie und Innere Medizin,
einschliess
lich
des rheuma
-
tologischen
Teilgutachtens von med. prakt.
AA._
,
Urk
.
16/351-394)
.
Eine
weitere
interdisziplinäre
Begutachtung
,
wie
von
der
Mobiliar
vorge
sehen
,
lehnte
die
Versicherte
in
der
Folge
ab (
vgl
.
Urk
.
16/405 und
Urk
.
16/409-411),
worauf
die Mobiliar
sich
darauf
beschränkte
, von
der
Krankenkasse
Hels
ana Versicherungen AG (Helsana)
die Unterlagen über die erbrachten Leistungen im Zeitraum 1996-2002 bei
zuziehen (
Urk.
16/
41
4-449
) und von
Dr.
B._
Angaben zum Gesundheitszustand der Versicherten unmittel
bar vor
dem Unfall vom 19. September 2001
einzuholen
(
Bericht von
Dr.
B._
vom 1
2.
Dezember 2007,
Urk.
16/
460-461
,
einschliesslich
eines
beigelegten Bericht
s
von Dr. med.
BB._
, Spezialarzt für Neurologie, vom 7. März 2000 über die in seiner Praxis in den Jahren 1993-1998 durchgeführten neurologischen Untersu
chungen,
Urk.
16/
457-459).
1.6
Die
IV-Stelle
hatte unterdessen bei
Dr.
med.
CC._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin und Akupunktur, welche die Versicherte seit Ende Juli 2004
hausärzt
lich
behandelte, den
Bericht vom 26./30. März 2005 eing
eholt (Urk. 12/27/
1-4) und
zog
die Akten der Mobiliar
bei
, insbesondere die
beiden Gut
achten der
M._
(September 2004) u
nd des
U._
(Februar 2007)
.
Nach weiteren Berufsberatungsgespräc
hen (Verlaufsprotokolle in
Urk.
12
/45 und
Urk.
12
/61) ermöglichte die IV-Stelle der Versicherten Abklärungen im
DD._
in der Zeit vom 1
2.
November 2007 bis zum 15.
Februar 2008 (Mitteilung
vom 8. November 2007, Urk.
12/60
; Berichte des
DD._
vom 5. Dezember
2007, Urk. 12
/68, und vom 20. Februar 2008, Urk.
12
/76). Danach übernahm die IV
Stelle die Kosten für ein eigentliches Arbeitstraining im
DD._
in der Zeit vom 16. Februar bis zum
17. August 2008 (Verlauf
sprotok
oll vom 7. Februar 2008, Urk. 12
/70; Mitteil
ung vom 8. Februar 2008, Urk. 12
/71;
Zielvereinba
rung
mit dem
DD._
vom 7. Februar 2008, Urk. 12
/73; Bericht des
DD._
vom 3. September 2008, Urk. 12
/86;
Verlauf
sproto
koll
e
vom 17. und vom 25.
September 2008, Urk. 12
/87
und Urk.
12/89
). Nach
dem gegen Abschluss
des Arbeitstrainings Schwierig
keiten beim Finden einer Praktikumsstelle aufgetreten waren und sich eine Erschöpfungssitu
ation einge
stellt hatte (
vgl.
Urk. 12/86/
2), eröffnete die IV-Stelle der Versicherten mit Ver
fügung vom 15. Septe
mber 2008, dass sie die berufli
chen
Ma
ssnahmen
abschliesse
(Urk. 12
/88), und mit Verfügung vom 3. November 2008 teilte sie ihr mit, dass auch eine Arbeitsvermittlung zur Zeit nicht möglich sei, da
sie
sich aktuell nicht arbeitsfähig fühle und um Prüfung des Rentenanspruchs ersucht
habe (Urk. 12
/95).
Die Versicherte
nahm
im Anschluss an das Arbeitstraining wiederum Beratungen bei
T._
im Sinn
e eines
Lifecoaching
auf
(Bericht von
T._
vom 5. Dezember 2008,
Urk.
16
/482).
1.7
Am 15. Mai 2009
erliess
die
Mobiliar zwei Verfügungen, mit denen sie separat über ihre Leistungspflicht für die Folgen der beiden Unfallereignisse befand. Mit der einen Verfügung hielt sie fest, dass die Leistungen für die Folgen des Ereig
nisses vom 19. September 2001 rückwirkend, jedoch ohne Rückforderung bereits erbrachter Leistungen, per Ende März 2002 eingestellt würden, da allfäl
lig fortbestehende Beschwerden nicht mehr natürlich und auch nicht adäquat kausal zu diesem Ereignis seien (
Urk.
16/50
1-503). Mit der anderen Verfü
gung teilte sie mit, dass sämtliche Leistungen für
allfällige Folgen des Ereignis
ses vom 2. August 2002 per Ende Dezember 2008 eingestellt würden, da die Versi
cherte es abgelehnt habe, sich einer weiteren Begutachtung zu unterziehen (
Urk.
16/504-507).
X._
liess
gegen beide Verfügungen Einsprache erheben, welche die Mobiliar in der Folge mit Entscheid vom 19. November 2009 abwies (
Urk.
16/527-540).
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht
später
mit Urteil vom 2
9. Oktober 2011 ab (Urk. 16/611
639
; Prozess Nr. UV.2010.00005). Das Urteil blieb unangefochten.
1.8
Ab
Februar 2009 hatte die Versicherte
die Arbeitsvermittlungsdienste des Ver
eins
EE._
in Anspruch genommen (Bericht des Vereins vom 11. September 2009,
Urk.
12/129/1). Die IV-Stelle gewährte ihr daraufhin Kostenübernahme für ein Belastbarkeitstraining bei der
FF._
GmbH in der Zeit vom 10. November
2009 bis zum 7. Februar 2010
(Mitteilung vom 9. No
vember 2009, Urk. 12/135; Verlauf
sprotokoll
e
vom 9. November 2009
und vom 29. Januar 2010
, Urk. 12/138
und
Urk.
12/155
; Zielvereinbarung vom 9./13. November 2009, Urk. 12/145; Berichte der
FF._
GmbH vom 30. November und vom 31. Dezemb
er 2009, Urk. 12/147 und Urk. 12
/149; Schlussbericht der
FF._
GmbH vom 6. Januar 2010,
Urk.
12/151, mit dem ergänzenden Bericht vom 31. Januar 2010, Urk. 12/159).
D
aran
anschliessend
folgte bei der
FF._
GmbH
ein Aufbautraining
vom 8. Februar bis zum 7.
August 2010
(Mitteilung der IV
Stelle vom 30. Januar 2010 betreffend die Kostenübernahme, Urk. 12/156; Zielvereinbarung vom 29. Januar/2. Februar 2010, Urk. 12/162; Berichte der
FF._
GmbH vom 28. Februar,
vom 31. März, vom 30. April, vom 31. Mai, vom 30. Juni und vom 31. Juli
2010, Urk. 12/164, Urk. 12/166
,
Urk.
12/168
,
Urk.
12/175,
Urk.
12/179 und
Urk.
12/181). Das
Training wurde daraufhin bis zum 5. Dezember 2
010 verlängert (
Verlaufs
proto
koll
vom 3. August 2010,
Urk.
12/182
; Mitteilung vom 3. August 2010,
Urk.
12/183; Zielvereinbarung vom 3.
/5.
August 2010,
Urk.
12/186; Berichte der
FF._
GmbH vom 31. August u
nd vom 30. September 2010, Urk.
12/188 und
Urk.
12/191). Ab Oktober 2010 war die Versicherte jedoch krankgeschrieben (Bericht der
FF._
GmbH vom 31. Oktober 2010, Urk.
12/196; Schlussbericht vom 30. November 2010,
Urk.
12/203), und vom 26. Oktober bis zum 16. De
zember 2010
hielt sie sich
in der psychiatrisch
en Klinik
GG._
auf (
Austrittsbericht vom 20. Januar 2011,
Urk.
12/225;
Bericht der Klinik an die IV-Stelle,
Urk.
12/213).
Die
IV-Stelle
verfügte deshalb
den Abschl
uss der
Mass
nahme
(Verlauf
spro
tokoll vom 5. Januar 2011, Urk.
12/210; Verfügung vom
16. Februar 2011,
Urk.
12/211)
.
Während des Aufbautrainings bei der
FF._
GmbH hatte zudem eine poly
-
diszipli
näre Begutachtung der Versicherten durch
die
Medas
HH._
stattgefunden (
Urk. 12
/167; Gesamtgutachten von Dr. med.
II._
, Spezial
arzt für Innere Medizin, und Dr. med.
JJ._
, Spezialarzt für Rheumatologie, vom 20. April 2010 mit dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. med.
KK._
, Spezialarzt für Rheumatologie, vom 29. März 2010, dem neurologischen Teilgutachten von Dr. med.
LL._
, Spezialärztin für Neurologie, vom 1. März 2010 und dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med.
MM._
,
Spezial
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie sowie spezielle Schmerztherapie, vom 26. Februar 2010).
Dr.
CC._
hatte dazu am 25.
Juni 2010 Stellung genommen (
Urk.
12/180).
In der Folge
liess
die IV-Stelle durch
Dr.
med.
NN._
, Spezialarzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, wo die Versicherte
im Frühjahr 2011 eine Behandlung aufgenommen
hatte (
Urk.
12/218-
219)
, den Bericht vom 1
2.
Dezember 2011 e
r
stellen (
Urk.
12/230).
Ausserdem
korrespondierte sie mit Rechtsanwältin Yvonne
Furler
und ihrem Vorgänger
über die Frage nach der Qualifikation
(Erwerbstätigkeit/Haus
halts
arbeit) und informierte sich über eine Tätigkeit der Versicherten in einem Blumengeschäft (
Urk.
12/216,
Urk.
12/220,
Urk.
12/221,
Urk.
12
/223,
Urk.
12/227,
Urk.
12/228,
Urk.
12/231; zur Qualifika
tion vgl. auch bereits die Korrespondenz im Jahr 2009,
Urk.
12/107,
Urk.
12/114 und
Urk.
12/118)
.
1.9
Nachdem die IV-Stelle einen Be
r
icht von
Dr.
R._
vom
2.
Februar 2012 und einen Bericht von
Dr.
CC._
vom 2
2.
Juni 2012 zu den Akten genommen hatt
e (
Urk.
12/247 und
Urk.
12/251)
,
liess
sie
durch
Dr.
med.
OO._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
PP._
, Fachpsyc
holog
e für Psychotherapie,
das Gutachten vom 7. Juni 2012 erstellen (
Urk.
12/252).
Nach Rücksprache mit dem vertrauensärztlichen Dienst und dem Rechtsdienst (Stellungnahme
n von Juli 2012 bis April 2013,
Urk.
12/262/17 f.
und Urk.
12/265
)
eröffnete die IV-Stelle der Versi
cherten mit Vorbescheid vom 25.
April 2013, dass sie ihren Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen gedenke, da kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (
Urk.
12/264
; vgl. auch das Feststellungsblatt in
Urk.
12/262)
. Die Versicherte
liess
mit Ein
gabe vom 29. Mai 2013 Einwendungen erheben
und die Ausrichtung einer gan
zen Rente seit Ablauf der Wartefrist beantragen
(
Urk.
12/270
). Mit Verfügung vom 11. Juni 2013 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids und wies das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2 =
Urk.
12/274; vgl. auch das
Feststel
lungsblatt
in
Urk.
12/273).
2.
Gegen diese Verfügung
liess
die Versicherte durch Rechtsanwältin Yvonne
Furler
mit Eingabe vom 15. Juli 2013 Beschwerde erheben
(
Urk.
1)
und beantra
gen, ihr sei seit dem Ablauf der Wartefrist für die Zeit bis September 2010
- unter Anrechnung der während der beruflichen
Massnahmen
ausgerichteten Taggelder - eine halbe Rente und ab Oktober 2010 eine ganze Rente zuzuspre
chen. In prozessualer Hinsicht
liess
sie um die Bestellung ihrer Rechtsvertreterin zur unentgeltlichen
Rechtsbeiständin
ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle bean
tragte am 1
2.
September 2013, die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
11).
Nach
dem das Gericht mit Verfügu
ng vom 23. September 2013 (Urk.
13) die Akten der Mobiliar beigezogen hatte (
Urk.
16/1-644),
liess
die Versicherte i
n der Replik vom
14. November 2013 das Gesuch um die unentge
ltliche Rechtspflege
zurückziehen und im Übrigen an der Beschwerde festhalten (
Urk.
19). Als neues Beweismittel
liess
sie einen Bericht von
Dr.
med.
QQ._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
RR._
, P
s
ychologe,
vom 8. November 2013 einreichen
; sie stand in dieser Praxis seit Mitte 2012 in psychotherapeutischer Behandlung
(
Urk.
20). Die IV-Stelle verzichtete mit Ein
gabe vom 30. Dezember 2013 darauf, eine Duplik zu erstatten
(
Urk.
24)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2004, am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 4, 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 11. Juni 2013 erlassen worden. Da ein Sach
verhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkra
fttreten der revidierten Bestim
mungen der 4. IV-Revision am 1. Januar 2004, der 5. IV
Revision am 1. Januar 2008 und der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht der Anspruch auf eine Rente nach zwei Unfällen in den Jahren
2001 und 2002
-, und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft
, ist
entsprechend der dargelegten in
ter
temporalrechtlichen Regelung für die Zeit bis Ende 2003 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2004, ab dem 1. Januar 2008 und ab dem 1. Januar 2012 auf die jeweils neuen Normen der Revisionen 4, 5 und 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1).
Soweit jedoch diese Revisionen keine substanziellen Änderungen gegen
über der früheren Rechtslage gebracht haben, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_
76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Im Hinblick auf diesen Grundsatz hat das Bundesgericht insbesondere bei Vorlie
gen einer "anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung" - die vorherr
schende Beschwerde ist hier ein „andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann“ (ICD-10 Code F45.4) - die Ver
mutung aufgestellt, dass die Schmerzen mit einer zumutbaren
Willensanstren
gung
überwindbar se
ien
beziehungsweise dass ein Umgang mit diesen Schmer
zen möglich sei, der die Erhaltung der Arbeitsfähig
keit erlaube (
vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1 mit Hinweisen
).
Demgemäss müssen nach höchstrichterlicher Recht
sprechung Umstände vorliegen, welche die
Schmerz
bewältigung
intensiv und konstant behindern, damit ausnahmsweise von einem die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Ausmass der Schmerzstörung
ausgegangen werden kann.
In Anlehnung an eine bestimmte medizinische
Lehrmeinung (vgl. BGE 130 V 396
E. 6.2 sowie Meyer-Blaser, Der Rec
htsbe
griff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, S. 76 ff., in: Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], Schm
erz und Arbeitsunfähigkeit, St.
Gallen 2003) nennt das Eidgenössische Versicherungsgericht als Hauptkriterium eine psychische
Komorbidität
, also die Diagnose einer weiteren, von der
somatoformen
Schmerzstörung zu unterschei
denden ps
ychischen Krankheit, von erheb
licher Schwere, Ausprägung und Dauer. Fehlt es an dieser psychischen
Komorbidität
, so werden weitere Faktoren erwähnt, die bei entsprechender Intensität auf eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hinweisen können, näm
lich chroni
sche körperliche
Begleiter
krankungen
und ein mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung, ein ausgewie
sener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konflikt
bewältigung (so
genannter primärer
Krank
heitsgewinn
, "Flucht in die Krankheit") sowie unbefriedigende Ergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungs- oder Rehabilitationsbemühungen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der v
ersicherten Person
(vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.3). Nach diesen Kriterien beurteilt das Bundesgericht die Arbeitsunfähig
keit auch dort, wo im Falle
einer Distorsionsver
letzung der Halswirbelsäule ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle eine
chronifizierte
Schmerz
problematik
persistiert (BGE 137 V 64 E. 4.2, 136 V 279 E. 3.2.2 und E. 3.2.3).
2.2
2.2.1
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (ab dem 1. Januar 2008: Abs. 2) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Drei
viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind. Bis Ende 2003 war der Anspruch auf eine ganze Rente bereits bei einem Invaliditätsgrad von 66
2
/
3
% und der Anspruch auf eine halbe Rente bei
einem Invaliditätsgrad zwischen 50 % und 66
2
/
3
% gegeben, wogegen die
Drei
viertelsrente
noch nicht eingeführt gewesen war.
2.2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Wird eine Schätzung der hypothetischen Erwerbseinkommen vorgenommen, so muss diese nicht unbe
dingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entspre
chend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der
Prozentdif
ferenz
der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt.
2.3
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 in Kraft gewesenen Fassung
frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (
lit
. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens zu 40 % arbeitsunfähig war (
lit
. b). Eine entsprechende Regelung ist in Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG in der ab Anfang 2008 gültigen Fassung statu
iert. Zusätzlich kann der Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2008 gemäss Art. 29
Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung entstehen.
Während bei der Ermittlung des Invaliditätsgr
ades die Erwerbseinbusse und da
mit die Höhe des Einkommens eine entscheidende Rolle spielt, das auf dem ge
samten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zumutbaren Tätigkeit erzielbar ist (Art. 7 ATSG), beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) im Sinne von Art. 29 Abs. 1
lit
. b IVG (bis Ende 2007) beziehungsweise von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG (ab Anfang 2008) nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschrän
kungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E. 2a, 97 V 226 E. 2). Zwischen der durchschnittlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit während eines Jahres und der nach Ablauf der Wartezeit bestehenden Erwerbsunfähigkeit besteht aber insofern ein Zusammenhang, als beides kumu
lativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen
Mindest
höhe
gegeben sein muss, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zuge
sprochen werden kann (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/cc).
2.4
2.4.1
Nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente", wie er in Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung ausdrücklich festgeschrieben worden ist, aber schon vorher gegolten hat, g
ehen Eingliederungsmassnahmen den Rentenleistungen vor. Letztere werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann. Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Leistungsgesuches als auch im
Revisi
onsfall
hat die Verwaltung von Amtes wegen abzuklären, ob vorgängig der Ge
währung oder Weiterausrichtung einer Rente Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind (
Urteil des Bundesgerichts
I 534/02
vom 25. August 2003, E. 4.1 mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 126 V 241 E. 5).
2.4.2
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht er
werblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (
lit
. a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzel
nen Massnahmen erfüllt sind (
lit
. b). Zu diesen Massnahmen gehören
die
In
tegrationsmassnahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nach dem neu geschaffenen, am 1. Januar 2008 in Kraft ge
tretenen Art. 14a IVG (Art.
8 Abs. 3
lit
.
a
bis
IVG) und die in Art. 15 ff. IVG geregelten Massnahmen berufli
cher Art (Art. 8 Abs. 3
lit
. b IVG).
2.4.3
Während der Eingliederung hat die versicherte Person unter den Voraussetzun
gen in Art. 22 ff. IVG und in Art. 17 ff. IVV Anspruch auf Taggelder. Ein
Ren
tenbezüger
, der Integrationsmassnahmen durchläuft, erhält nach Art. 22 Abs. 5
bis
IVG anstelle eines Taggeldes weiterhin die Rente.
2.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern unter anderem auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist nach Art. 88a Abs. 2 IVV zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat.
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Invalidenrente
hat.
Die Beschwerdegegnerin hielt zur Begründung der strittigen Rentenablehnung fest, die Beschwerdeführerin sei aufgrund einer neurologisch festgestellten Beeinträchtigung zu 20
%
eingeschränkt in einer angepassten Tätigkeit als
Ser
viceangeste
llte
, wogegen eine p
sychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nicht
gestellt worden
sei, sondern
die Schmerzen aufgrund einer
psychiatrischerseits
diagostizierten
chronische
n
Schmerzstörung als über
windbar im Sinne der dargelegten Rechtsprechung zu erachten
seien
. Ferner
ging d
ie Bes
chwerdegegnerin
bei
der
Bemessung der Auswirkungen der einge
schränkten Leistungsfähigkeit
davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 50
%
im Beruf und zu 50
%
im Haushalt tätig wäre (
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
12/265).
3.2
3.2.1
Im Urteil vom 29. Oktober 2011 befand d
as Sozialversicherungsgericht die Leistungseinstellung der Mobiliar per Ende
Dezember 2008
(Prozess Nr.
UV.2010.00005)
als richtig. Dabei
liess
das
Gericht offen
, ob sich die Beschwerdeführerin durch die Ablehnung einer weiteren Begutachtung
eine
Mitwirkungspflichtverletzung
hatte zuschulden kommen lassen, und stellte für die Kausalitätsbeurteilung in Ergänzung zu den
Akten der Mobiliar
auf das Gutachten der
Medas
HH._
vom 20
. April 2010 ab, das aus dem IV
Verfahren beigezogen worden war (
Urk.
16/622 f. E. 4).
Dabei hielt d
as
Gericht es nicht für erstellt, dass die Kopf- und Nacken
-
beschwer
den
,
wegen derer
die Beschwerdeführerin Mitte Oktober 2001
ihren Hausarzt aufgesucht hatte, vom Unfall vom 19. September 2001 herrühr
ten, und verwies dazu zum einen auf die Latenz bis zum Auftreten der Symp
tome und zum andern darauf, dass schon in der medizinischen Vorgeschichte eine Kopfschmerzproblematik aufgetreten war, die im Jahr 1993 sowie in den Jahren 1997 und 1998 Anlass für neurologische Abklärungen und Behandlun
gen gegeben hatte (
Urk.
16/621 f. E. 5.1 mit Hinweisen auf den Bericht von
Dr.
B._
vom 1
2.
Dezember 2007,
Urk.
16/460-461, und den Bericht von
Dr.
BB._
vom 7. März 2000,
Urk.
16/457-459). Hingegen bezweifelte das Gericht nicht, dass
die
Beschw
erdeführerin beim Unfall vom 2.
August 2002 eine
Distorsions
verletzung
der Halswirbelsäule erlitt
en hatte, und konstatierte, dass diese Diagnose von den Gutachtern der
M._
,
des
U._
und der
Medas
HH._
nicht in Frage gestellt worden se
i (Urk.
16/620 f. E. 5.2).
Weiter
hielt
das Gericht
es
im Urteil vom 29. Oktober 2011 nicht für
nachgewie
sen, dass das Beschwerdebild mit Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel
Ende
2008
nur noch auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen war (
Urk.
16/620 E. 5.2), bejahte damit den fortbestehenden natürlichen Kausalzu
sammenhang zum Unfall vom
2.
August 2002 und prüfte die Frage n
ach dessen Adäquanz (
Urk.
16/612
ff. E. 5.3 ff.). Es ging dabei aufgrund der übereinstim
menden ärztlichen Beurteilungen davon aus, dass
der
Unfall
vom 2.
August 2002
zu keinen organisch nachweisbaren Befunden geführt hatte, sondern radi
ologisch nur degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule
vorhanden waren
und keine neurologischen und neurop
sychologischen Befunde bestanden
, die auf eine unfallkausale struktur
elle Verletzung hinwiesen (Urk.
16/619 f.
E. 5.3.2). Demgemäss hatte das Gericht
für die Adäquanzprüfung
die besonderen Kriterien heranzuziehen, wie sie die Rechtsprechung für die Folgen von
Distor
sionsverletzungen
der Halswirbelsäule oder Schädel-Hirn-Traumen ohne orga
nisch nachwe
isbare Befunde aufgestellt hat, und hatte dabei nach dem
Stellen
wert einer psychischen Problematik im Krankheitsverlauf und im Rahmen der Ge
samtheit der Beschwerden zu fragen (
Urk.
16/618 f. E. 5.3.3).
3.2.2
Dabei gelangte das Gericht zum Schluss, eine psychische St
ö
rung habe im gesam
ten Beschwerdebild und -verlauf eine dominierende Stellung in
negehabt (
Urk.
16/615 E. 5.5.3)
.
Zur Begründung
(
Urk.
16/617 f. E. 5.4 und E. 5.5.1)
wies das Gericht
darauf hin, dass die Halswirbelsäulendistorsion in
allen drei genannten Gutachten nur als Anfangsverletzung aufgeführt worden sei, wogegen als aktuelle somatische Hauptdiagnose ein - unspezifisches - chronisches
zervikozephales
Syndrom genannt sei (
vgl.
Urk.
16/197,
Urk.
16/352+380 und
Urk.
12/167/28+36).
Umge
kehrt bemerkte das Gericht, dass schon frühzeitig nach dem zweiten Unfall, nämlich spätestens im Frühjahr 2003, eine psychische Problematik aufgetreten sei, und nahm
Bezug auf die im Laufe der Zeit gestellten Diagnosen aus psychiatrischer Sicht, nämlich die Diagnose einer depressiven Verstimmung in Form einer Erschöpfungsdepression (unter Nennung einer mittelschwere
n
depressive
n
Episode nach
ICD-10 Code F32.1
) durch
Dr.
I._
(vgl.
Urk.
16/72 und
Urk.
16/80-81)
, die Diagnose
einer anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung
(ICD-10
Code 45.4) und die Beobachtung
einer merklich depressiv gefärbten Stimmung durch Dr.
O._
im
psychiatrischen Teilgut
ach
ten der
M._
vom Oktober 2004
(
vgl.
Urk.
16/188 f.), die rezidivierend depressive Störung, derzeit weitgehend remittiert, und die Schmerzverarbeitungsstörung (unter Nennung der Diagnose-Codes
ICD-10 F54 und F
45.4) im Gutachten des
U._
des Jahres
2007 (vgl.
Urk.
16/376 und Urk.
16/380)
und
schliesslich
die Schmerzstörung in Verbindung mit psychischen Faktoren und
Verhaltensfakto
ren
bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 Code F54) und die chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 Code F54 und Code F
45.41
)
im psychiatrischen Teilgutachten der
Medas
HH._
(
vgl. Urk. 12/167/54 f.).
Des Weiteren setzte sich
das Gericht mit
d
er
medizinische
m
Vorgeschichte
gemäss
den Angaben von
Dr.
BB._
und
Dr.
B._
auseinander,
mit zervikalen Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen und Depressionen beziehungsweise einer depressiven Tendenz
(vgl.
Urk.
16/457-
459
sowie
Urk.
17/62-
64, Urk.
1
6/70 und Urk.
16/460). Diese
Vorzustände
liessen
gemäss
dem Urteil vom
29.
Oktober 2011
nicht nur
die
depressive Seite der psychischen Problematik
, sondern auch die
psychischen Beeinträchtigungen
in Form der
Schmerz- od
er Schmerzverarbeitungsstörung
als eigenständige
s
, von der Symptomatik der Dis
torsionsverletzung zu trennende
s
Krankheitsbild
erscheinen
.
Z
ur Bekräfti
gung dieser Beurteilung wies das Gericht
dar
auf
hin
(
Urk.
16/616 f. E.
5.5.2)
, dass in den drei Gutachten psychische und physische
Dekonditionierung
,
emo
tionale Konflikte
,
soziokulturelle Be
lastungsfaktoren und eine dysfunktionale Krankheitsbewältigung als bestimmend für das
Schmerzgeschehen genannt worden seien
(vgl.
Urk.
16/188,
Urk.
16/376, Urk.
12
/167/55)
. Schliesslich
kon
statierte
das Gericht
, dass die Akten einen schwankenden Verlauf der psychischen Erkrankung dokumentierten, welcher sich als
Eigen
schaft der psychischen Störung
präsentiere und
nicht gegen deren dominierende Stellung
und gegen
die untergeordnete Rolle der
Halswirbel
säulen
distorsionsverletzung spreche (
Urk.
16/615 f. E. 5.5.3).
3.2.3
Aufgrund der verselbständigten, dominierenden Rolle der psychischen
Proble
-
ma
tik
beurteilte das Gericht die
Unfalladäquanz
im Urteil
vom 29.
Oktober 2011
nach den Kriterien für psychische Fehlentwicklungen
nach einem Unfall
(
Urk.
16/614 f. E. 5.6),
berücksichtigte im Rahmen der
Adäquanz
kriterien
lediglich die körperlich begründeten Beeinträchtigungen, also
die
Rest
beschwerden
der in den Hintergrund gerückten Distorsionsverletzung
,
und v
er
neinte die Adäquanz wegen des geringfügigen Ausprägungsgrades dieser Beeinträchtigungen.
Was das Kriterium des
Ausmasses
der
Arbeitsunfähigkeit
im Besonderen
betrifft, so konnte gemäss dem Urteil vom 29. Oktober 2011 bereits kurze Zeit nach dem Unfall nur noch von einer geringen Einschränkung allein aufgrund der unfallbedingten körperlichen Res
tbeschwerden ausgegangen werden (
Urk.
16/612 ff. E. 5.7).
3.3
Die Feststellung
des Gerichts im Urteil vom 29. Oktober 2011, dass ab Frühjahr 2003 eine psychische
Problematik
bestand, die dominierte gegenüber einer lediglich geringfügigen Beeinträchtigung durch körperlich begründbare Beschwerden,
ist
für die vorliegende Fallbeurteilung
ebenfalls
massgebend.
Sodann herrschte a
uch im Zeitverlauf nach der Begutachtung durch die
Medas
HH._
die psychische Problematik vor.
Die Klinik
GG._
beobachtete beim Eintritt der Beschwerdeführerin eine schwere depressive Symptomatik mit spürbaren
kognititven
Defiziten, die sich gemäss dem
Aus
trittsbericht
vom 20. Januar 2012
im Laufe der
Hospitalisation
jedoch zurück
bildete und die anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung in den Vordergrund treten liess (
Urk.
12/225/3
; vgl. auch
Urk.
12/213
)
.
Dr.
SS._
als
damals
behan
delnder Psychiater bestätigte im Bericht vom 1
2.
Dezember 2011 die Diagnose einer rezidivierenden - mittelgradigen bis schweren - depressiven Episode (
Urk.
12/230), und anlässlich der
Begut
achtung vom Juni 2012
diagnostizierte
Dr.
OO._
zusammen mit
lic
. phil.
PP._
eine mittelsch
w
ere depressive Episode (ICD-10 Code F32.1) und eine Angststörung (ICD-10 Code F41.9) sowie Störungen durch Benzodiazepine und durch Alkohol (ICD-10 Code F13.24 und Code F10.24) und Hinweise auf eine anhaltende
somatoforme
Schm
erzstörung (ICD-10
Code F45.4) (
Urk.
12/252/17 f.+
20).
Schliesslich nannten auch
Dr.
QQ._
und
lic
. phil.
RR._
(
Urk.
20)
als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mit
telschwerer Episode (ICD
10 Code F.33.0) und eine
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 Code F.45.
4
).
3.4
Die
psychiatrischen Diagnosen in den
vier medizinischen Gutachten und
den
verschiedenen Berichte
n
der behandelnden medizinischen Fachpersonen
unter
scheiden sich nicht nennenswert
, sondern die Diagnosen einer psychisch begründeten Schmerzstörung sowie einer Depression oder depressiven Sympto
matik
finden sich überall
(
vgl.
vorstehend
E. 3.2.2 und E. 3.3).
Die
Akten
lassen jedoch
ü
ber die Zeitspanne von mehr als zehn Jahren hinweg einen
Krankheits
verlauf
erkennen, der durch Schwankungen gekennzeichnet ist.
Das Gericht hielt
bereits im Urtei
l vom 29. Oktober 2011 fest, dass D
r.
O._
von der
M._
der Beschwerdefüh
rerin im September 2004
aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine depressive Stimmung beschrieben
habe (vgl.
Urk.
16/
18
8 f.
),
wogegen de
r psychiatrische Gutachter des
U._
im Februar 2007 (
vgl.
Urk.
16/
376)
und die Psychiaterin der
Medas
HH._
im Feb
ru
ar 2010 (
vgl.
Urk. 12
/167
/55
)
keine
klaren Anzei
chen für eine Depression mehr
hätten
ausmachen
können
.
Das Gericht wies damals aber auch darauf hin, dass d
er
Gutachter des
U._
die depressive Störung als rezidivierend
bezeichnet habe und
auf diese Weise dar
getan habe
, dass er einen
Wiederauftritt d
er Problematik für möglich halte
, wie dies bereits vor den beid
en Unfällen der Fall gewesen sei
(
Urk.
16/615 f. E. 5.5.3). Dass es sich bei diesen unterschiedlichen Beobachtungen nicht um
unterschiedliche
Wahrneh
mungen ein
und desselben Zustand
s
bildes, sondern um beobachtete Schwan
kungen handelt,
ist aus den Berichten
des
DD._
und der
FF._
GmbH ersicht
lich.
Wie das
Gericht hierzu ebenfalls schon im Urteil vom 29. Oktober 2011
bemerkt
e
,
wurde
im
Bericht des
DD._
vom 20. Februar 2008 über den dortigen Abklärungsaufenthalt
eine Verbes
serung des Gesamtbefindens konstatiert (
vgl.
Urk.
12
/76
/2
); als sich im Rahmen des nachfolgenden Arbeitstrainings jedoch Schwierigkeiten beim Finden einer Prakti
kumsstelle
zeigten
,
geriet
die Beschwerdeführerin in eine labile Verfassung
und
war
zu Ende des Trainings wegen psychischer Belastung krankgeschrieben
(vgl. Urk. 12
/86
/2 f.
). Die Bera
tungen durch
T._
führten dann
wieder zu einer Stabilisierung (
vgl.
Urk.
16/
482), und die Beschwerdeführerin
konnte
von November 2009 bis Feb
ruar 2010 mit Erfolg und guter Belastbarkeit das Belastbarkeitstraining bei der
FF._
GmbH durchlaufen (
vgl.
Urk.
12
/151 und Urk.
12
/159). Im Rahmen des darauffolgenden Aufbautrainings
traten
jedoch wieder gesundheitliche Schwan
kungen auf (
vgl.
Urk.
12/179/
2, Urk.
12
/181
/
3, Urk.
12
/188
/2 und
Urk.
12
/191
/1)
,
und
es
kam
zur vorzeitigen Beendigung des Trainings (
vgl.
Urk.
12
/196 und Urk.
12
/203) und zur
Hospitalisation
der Beschwerdeführ
erin in der Klinik
GG._
, wo
eine neue depressive Episode, nunmehr schweren Grades, diagnostiziert
wurde
(
vgl.
Urk.
12/213).
Im Verlauf nach dem Austritt aus der Klinik
setzten sich die Schwankungen fort.
Dr.
SS._
sprach
im Bericht vom 1
2.
Dezember 2011
von einer ausgespro
chen starken
Chronifizierung
, einem Fortschreiten der Regression und einer sukzessiv steigenden Hilflosigkeit (
Urk.
12/230
)
,
und
Dr.
OO._
und
lic
. phil.
PP._
beurteilten die Depression im Gutachten
vom 7. Juni 2012 als mittel
schwer
(
Urk.
12/252/17)
,
nachdem sie
zur Diagnosestellung neben einer einge
henden Anamnese (
Urk.
12/252/11 ff.) testpsychologische Untersuchungen durchgeführt
hatten (
Urk.
12/252/16 f.).
Dr.
QQ._
schliesslich
stufte die Depres
sion im Bericht vom 8. November 2013 ebenfalls als mittelschwer ein
(
Urk.
20).
3.5
3.5.1
Zusammengefasst entwickelte sich somit n
ach dem zweiten Unfall vom
2
.
August 2002
ein Krankheitsbild, in dem eine psychische Problematik gegen
über der körperlichen vorherrschte und diese psychische Problematik
aus den
Komponenten
eine
r
psychisch begründete
n
Schmerzstörung
und eine
r
depressi
ve
n
Symptomatik
schwankender Ausprägung bestand.
Entgegen der Annahme
der Beschwerdegegnerin (
Urk.
12/265) ist somit von einer rezidivierenden depressiven Störung mit
wiederholten
Episoden und nicht von einer einzelnen Episode auszugehen (vgl. ICD-10 F33).
Wenn die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen gestützt auf die dargelegte Rechtsprechung
zu den invaliden
versicherungsrechtlich relevanten Auswirkungen von psychisch bedingten Schmerzstörungen ohne körperliches Substrat annahm, die Beschwerdeführerin könne mit der Schmerzproblematik
zumutbarerweise
so umgehen, dass ihre Arbeitsfähigkeit vollumfänglich erhalten bleibe (vgl.
Urk.
12/265), so ka
nn ihr nicht zugestimmt werden.
Denn
zum einen ist mit der depressiven Symptomatik das Krit
erium der
Komorbidität
erfüllt, wenn auch in unterschiedlich ausge
prägtem Ausmass, und zum andern wurden die Belastbarkeitsgrenzen der Beschwerdeführerin
, wie sich aus dem Folgenden ergibt,
durch das
Arbeitstrai
ning
im
DD._
im Jahr 2008 sowie
durch
das Belastbarkeitstraining und das Auf
bautraining bei der
FF._
GmbH
von November 2009 bis Oktober 2010
ausge
lotet.
3.5.2
Die Berichte des
DD._
und der
FF._
GmbH attestierten der
Beschwerdeführerin durchwegs eine sehr gute
Kooperation im Rahmen des ihr M
öglich
en
. Schon während der Abklärung im
DD._
ab Ende 2007
zeigte sich die Beschwerdeführe
rin
bei der Arbeit in der Buchbinderei
äusserst motiviert und einsatzbereit
,
fiel durch eine rasche Auffassungsgabe, eine exakte Arbeitsweise und die rasche Integration auf und konnte ihre Präsenz nach gewissen krankheitsbedingten Fehlzeiten von 50
%
auf 70
%
steigern (
Urk.
12/68
und
Urk.
12/76). Im nach
folgenden Arbeitstraining
von Februar bis August 2008
, das mit einem Prakti
kum
in einer
Papeterie
mit 50%igem Einsatz begann, wurde wiederum das grosse Engagement der Beschwerdeführerin gelobt und es war von einer Fest
anstellung
zu
diesem Pensum die Rede. Nachdem jedoch zunehmende Fehlzei
ten aufgetreten waren, wurde von der ursprünglich vorgesehenen Steigerung des Pensums abgesehen
. Das nächste Praktikum in
einem Nähzentrum
verlief ähnlich, indem der
grosse
Einsatz der Beschwerdeführerin
hervorgehoben
wurde, die Belastungsfähigkeit jedoch im Laufe des Praktikums abnahm und durch ein Vorstellungsgespräch mit nachfolgender Absage zusätzlich beein
trächtigt wurde (
Urk.
12/86).
Danach arbeitete die Beschwerdeführerin während eines Jahres in einer Werkstätte halbtags auf unbezahlter Basis (vgl. die Anga
b
en im Gutachten der
Medas
HH._
,
Urk.
12/167/17, und im Gutachten von
Dr.
OO._
und
lic
. phil.
RR._
,
Urk.
12/252/13).
Im
Laufe des
Belastbarkeitstraining
s
bei der
FF._
GmbH von November 2009 bis Februar 2010 sodann
konnte die Beschwerdeführerin ihre Präsenzzeit plan
mässig von zwei auf vier Stunden im Tag erhöhen, es wurden ihr eine zuneh
mende Sicherheit und Ausdauer sowie eine gute Arbeitsleistung attestiert, und es wurde vermerkt, dass sie über längere Zeit konzentriert arbeiten könne, solange die Schmerzen auf dem für sie normalen Niveau seien, und dass eine Schmerzverstärkung sich nicht auf die Ausführung der Arbeit als solche, son
dern nur auf die Arbeitsgeschwindigkeit a
uswirke (
Urk.
12/151/3 und Urk.
12/159; vgl. auch
Urk.
12/147 und
Urk.
12/149)
. Während der ersten
bei
den Monate des Aufbautrainings bei der
FF._
GmbH - Februar und März 2010 - konnte die Beschwerdeführerin die Präsenzzeit von täglich vier Stunden an fünf Tagen durchhalten,
zudem wurde
eine Leistungssteigerung festgestellt und eine
immer noch
nur geringfügige Verlangsamung des Arbeitstempos bei sehr starken Schmerzen (
Urk.
12/164 und
Urk.
12/166). In den Monaten April und Mai 2010 gelang die
E
rhöhung
der Präsenzzeit
auf täglich fünf Stunden, die Leistungen wurden immer noch als gut gewertet
, es wurde jedoch eine leichte Leistungsminderung vermerkt und eine stärkere Verlangsamung bei grossen Schmerzen beobachtet (
Urk.
12/168 und
Urk.
12/175).
Schliesslich gelang im Juni 2010 die Präsenzerhöhung
auf täglich sechs Stunden (Urk.
12/179), und gemäss dem Schlussbericht der
FF._
GmbH vom
31. Juli 2010 wurde dabei das Ziel einer 50%igen Arbeitsfähigkeit - w
enn auch knapp - erreicht (Urk.
12/181/1+4).
Während des verlängerten Trainings konnte die Beschwerdeführerin im August 2010 die erreichte Präsenzzeit und Arbeitsfähig
keit
zwar
halten, und es wurde eine weitere Stundensteigerung ins Auge gefasst (
Urk.
12/188). Bei siebenstündiger Präsenzzeit
zeigte
die Beschwerdeführerin im September 2010 jedoch
eine
Überforderung und
einen
angeschlagenem Gesundheitszustand und verzeichnete
vermehrte Fehlzeiten (
Urk.
12/191), und im Oktober 2010 erfolgte die Krankschreibung mit nach
-
folgendem Klinikeintritt (
Urk.
12/196). Demgemäss hielt die
FF._
GmbH im Schlussbericht vom 30. November 2010 fest, die Beschwerdeführerin habe eine Arbeitsfähigkeit von 40-50
%
erreicht und scheine im Juli und August 2010 gesundheitlich stabil gewesen zu sein, nach der Destabilisierung des psychischen Gesundheitszustan
des sei jedoch die Arbeitsfähigkeit nicht mehr zu beurteilen gewesen (
Urk.
12/203/1+3)
.
3.5.3
D
er Verlauf im Zeitraum von Ende 2007 bis Ende 2010 zeigt
also - entspre
chend der zutreffenden Darstellung in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 4 ff.) - eine
psychische Belastbarkeitsgrenze der Beschwerdeführerin bei
einer Leis
tungsfähigkeit
zwischen 40 und
50
%
für geeignete Tätigkeiten
, und es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin keine zusätzliche
Willensan
strengung
mehr aufzubringen vermag, mit der sie
über diese Grenze hinausge
hen könnte. Daran ändert die abweichende medizinische Beurteilung im Gut
achten der
Medas
HH._
vom 20. April 2010 nichts, wonach die
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
gar
nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei und insgesamt
für jegliche Tätigkeit zu
80
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
12/167/29+54 ff.). Denn
diese Begutachtung fand im Februar 2010 wäh
rend des laufenden Belastbarkeits- und Aufbautrainings bei der
FF._
GmbH statt, und die
Medas
HH._
hatte, wie aus der einschlägigen
Aktenzu
sammenfassung
zu schliessen ist (vgl.
Urk.
12/167/14: Berichte über die berufli
che und psychosoziale Situation), keine
Kenntnis der Berichte zu diesem
Training.
3.5.4
Aufgrund des schwankenden, aber über den langen Zeitraum ab Frühjahr 2003 doch konstanten medizinischen Verlaufs ist
zudem davon auszugehen,
dass diese
Leistungsfähigkeitsg
renze
zwischen 40 und
50
%
auch für die Zeit aus
serhalb der Eingliederungs
massnahmen gilt, dass aber bis zu dieser Grenze eine Leistungsfähigkeit durchaus bestand.
So war
die Beschwerdeführerin
in der Zeit von Frühjahr 2003 bis Sommer 2007 immer wieder teilzeitlich im Gastgewerbe tätig, so
von Mai bis Juli 2003
im Restaurant
G._
, von September bis November 2004 im Restaurant
P._
und von Dezember 2004 bis Juli 20
05 im Restaurant
S._
, und die Arbeitgeber
attestierten ihr in den Zeugnissen stets eine gute
Leistungsbereit
schaft
und gute Arbeitsleistungen (
Urk.
12/129
/7-
9
)
. Im Restaurant
G._
berichtete der Arbeitgeber aber auch
von nachlassender Konzentration wege
n Rückenschmerzen (
Urk.
12/14/5), und die Beschwerdeführerin selbst fühlte sich gemäss dem Besprechungsprotokoll der Mobiliar
vom 2
2.
August 2008
an der Grenze ihre
r Leistungsfähigkeit (vgl. Urk.
16/66-67).
Auch
verlor die Beschwer
deführerin
die Stelle im Restaurant
S._
aus gesundheitlichen Gründen (vgl.
Urk.
16/237 und
Urk.
12/129/7), wobei dort die vorübergehenden
Ellbo
genprobleme
eine Rolle gespielt haben
(vgl. den Bericht von
Dr.
R._
vom
29. August 2005,
Urk.
16/216
, und die Berichte der Klinik
L._
vom
1. und vom 16. November 2011
, Urk. 16/228-229 und
Urk.
16/23
5
).
Dieses Bild deckt sich mit den Beurteilungen der Gutachter
der
M._
und des
U._
, welche der Beschwerdeführerin in den Jahren 2004 und 2007 eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit in angepasster Tätigkeit attestierten (
vgl.
Urk.
16/
188
+193 ff. und
Urk.
16/369).
Für die
Zeit nach
dem Abbruch des Aufbautrainings und der nachfolgenden
Hospital
isation
im Oktober 2010
liegen die Beurteilungen von
Dr.
SS._
vom 1
2.
Dezem
b
er 2011 (
Urk.
12/230), von
Dr.
OO._
und
lic
. phil.
PP._
vom 7.
Juni 2012 (
Urk.
12/252) und von
Dr.
QQ._
und
lic
. phil.
RR._
vom 8.
November 2013 (
Urk.
20) vor.
Dr.
SS._
sprach von einer Verschlechterung des Gesundheitszu
s
tands mit nunmehr 100%iger Arbeitsunfähigkeit für sämtli
che Tätigkeiten, und
Dr.
OO._
und
lic
. phil.
PP._
hielten ebenfalls fest, die Arbeitsunfähigkeit für Tätigkeiten als Kellnerin, Floristin und Hilfsarbeiterin sei seit Oktober 2010 auf 70
%
erhöht (
Urk.
12/252/18).
In allen drei Berichten wurde die Depression jedoch lediglich a
ls mittelschwer eingestuft, und gleich
zeitig berichteten
Dr.
QQ._
und
lic
. phil.
RR._
, die Schmerzproblematik sei
gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin seit längerem abgeklungen.
Defi
nitionsgemäss
ist eine
mittelgradige Depression
zwar dadurch gekennzeichnet, dass soziale häusliche und berufliche Aktivitäten nur unter erheblichen Schwie
rigkeiten fortgesetzt werden können (ICD-10 F32.1), es besteht jedoch keine praktisch vollständige
Verunmöglichung
solcher Aktivitäten, wie dies bei
einer
schweren Depression der Fall ist (ICD-10 F32.2).
Dementsprechend mutete die Klinik
GG._
der Beschwerdeführerin
psychiatrischerseits
eine Arbeitstätigkeit v
on vier Stunden im Tag zu (Urk.
12/213/3),
also wiederum eine Leistungsfähigkeit von fast 50
%
,
und in Übereinstimmung damit schilderte die
Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
QQ._
u
nd
lic
. phil.
RR._
, es sei ihr nach der Entlassung aus der Klinik
GG._
etwas besser gegangen, sie habe
danach
ein Jahr lang in einem Blumengeschäft arbeiten können, was ihr gut getan habe, und erst nach dem Verlust dieser Struktur sei sie wieder in depres
sive Phasen gefallen (
Urk.
20).
Die
Tätigkeit
im Blumengeschäft spricht für eine Leistungsfähigkeit im Rahmen der Beurteilung der Klinik
GG._
. Sie hatte
gemäss den Angaben ihres früheren Rechtsvertreters einen Umfang von zwei bis drei Stunden im Tag und wurde
zwar
nicht
entlöhnt
(
Urk.
12/216 und
Urk.
12/220)
,
a
ls Grund für die fehlende
Entlöhnung
wurde jedoch nicht die
mangelnde Leistung der Beschwerdeführerin
genannt, sondern
die finanzi
elle Situation der Chefin (Urk.
12/220) und deren Vorstellung, die Beschwerdeführe
rin im Rahmen einer Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung beschäftigen zu können (vg
l.
Urk.
12/228 und
Urk.
12/231), sowie die Erwar
tung der Beschwerdeführerin, bald einen Rentenentscheid zu erhalten (vgl.
Urk.
12/216).
3.6
Zusammengefasst liegt damit die berufliche Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung im gesamten Zeitraum seit F
rühjahr 2003 zwischen 40 und 50
%
für
geeignete Tätigkeiten, zu denen grundsätzlich auch eine teilzeitliche Arbeit im
Gastge
werbe
gehört
, und die gesundheitlich bedingte Einschränkung liegt
mithin
zwi
schen 50 und 60
%
. Soweit die Beschwerdeführerin zeitweise stärker einge
schränkt
gewesen
sein mag, so gilt
es zu beachten, dass in einem gewissen Mass auch gesundheitsfremde Faktoren daran beteiligt waren.
Die Klinik
GG._
nannte im Austrittsbericht vom 20. Januar 2011 den Verlust von nahen Angehörigen und verschiedene zwischenmenschliche Probleme (
Urk.
12/225),
und konkret sind
die Trennung vom Ehemann und die nachfol
gende Scheidung
in den Jahren 2002 und 2003
erwähnt
(vgl. das
Bespre
chungsprotokoll
der Mobiliar vom 2
2.
August 2003,
Urk.
12/67)
sowie die Betreuung der erkrankten Mutter während eineinhalb Jahren bis zu ihrem Tod (vgl.
den Bericht von
T._
vom 5. Dezember 2008,
Urk.
16/482, und
das Gutachten von
Dr.
OO._
und
lic
. phil.
RR._
,
Urk.
12/252/13
).
Diese
Leistungsfähigkeit
zwischen 40 und 50
%
ist
der nachfolgenden
Invaliditäts
bemessung
zugrunde zu legen.
3.7
Vorab ist dabei nach dem Umfang zu fragen, zu dem die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit im Beruf und im Haushalt tätig wäre.
Währenddem
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung ohne nähere Begründung von einer
Tätigkeit in den beiden Bereichen zu j
e 50
%
ausging (
Urk.
2 und Urk.
12/265), liess die Beschwerdeführerin vorbringen, sie wäre ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung vollzeitlich berufstätig (
Urk.
1 S. 18).
Gemäss einem Auszug aus dem
I
ndividuell
en Konto vom
2.
Juli 2009 (Urk.
12/126) verzeichnete die Beschwerdeführerin ab der Geburt ihrer Tochter im Jahr 1986 bis zum Jahr 1999 nur jährliche Einkünfte im Betrag von bis zu rund Fr. 10‘000.--. In den Jahren 2000 und 2001 ist dann je ein Jahreseinkom
men von gut Fr. 21‘000.-- eingetragen, das einem
Pensum im Gastgewerbe von etwa 50
%
entspricht
. Eine 100%ige Erwerbstätigkeit ist demzufolge in der Zeit zwischen der Geburt de
r Tochter bis zum Unfall vom 2.
August 2002 nie aus
gewiesen.
Indessen erscheint es entsprechend den Vorbringen der
Rechtsvertre
tung
im Abklärungsverfahren (
vgl.
Urk.
12/223)
als wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ab der Trennung von ihrem Ehemann im Jahr 2002
, als die Tochter 16 Jahre alt war,
wieder vollzeit
lich gearbeitet hätte.
Die
Beschwerde
gegnerin
ging daher ursprünglich zu Recht von diesem hypothetischen Sach
verhalt aus und verzichtete dementsprechend auf eine
Haushaltabklärung
(vgl.
Urk.
12/223).
Damit ist die Beschwerdeführerin bei der Invaliditätsbemessung als hypothetisch vollzeitlich erwerbstätig zu qualifizieren.
3.8
Nach dem ersten Unfall vom 19. September 2001 attestierte der Hausarzt
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin ab dem 1.
April
2002
keine
Arbeits
un
fähigkeit
mehr
(
vgl.
Urk.
12/7/19
). Das Wartejahr nach Art. 29 Abs. 1
lit
. b IVG (in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) begann daher erst mit dem erneuten Eintritt einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab de
m zweiten Unfall vom 2.
August 2002 zu laufen. Da zunächst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab Frühjahr 2003 nach dem Gesagten noch eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 50 und 60
%
bestand, lief das Wartejahr im August
2003 ab. Der Beschwerdefüh
rerin steht daher
ab dem 1. August 2003 eine Rente nach Massgabe ihrer
gesundheitlich bedingten
Erwerbseinbusse zu.
Die (Vollzeit-)Stelle im Landgasthaus
D._
, welche die Beschwerdeführerin zur Zeit des Unfalls vom
2.
August 2002 innehatte, war bis zum 9. August 2002 befristet
(vgl.
Urk.
12/15/1)
. Es kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit immer noch dort arbeiten würde.
Daher sind nicht nur für die Ermittlung des Invalideneinkommens, son
dern auch für
die E
rmittlung des
Valideneinkommens
die
Tabellenlö
hne heran
zuziehen
, wie sie der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) zu entnehmen sind
(vgl. BGE 126 V 75 E.
3b mit Hinweisen). D
ie
Beschwerdeführerin ist gelernte Floristin und hat Berufserfahrung im Ver
kauf und im Service. Da diese Tätigkeiten ihr, mit den attestierten Einschrän
kungen in Bezug auf das Arbeitstempo und die
bewältigbare
Anzahl Arbeits
stunden, bei geeignetem Arbeitsumfeld nach wie zumutbar sind, sind das
Vali
deneinkommen
und das Invalideneinkommen anhand derselben Tabelle zu bemessen, nämlich anhand der Tabelle TA1 (vgl. LSE 2002
S. 43
:
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sektor
). Der Invaliditätsgrad ist im Sinne eines Prozentvergleichs auf einen Wert zwischen 50 bis 60
%
festzuset
zen, entsprechend der attestierten Einschränkung in der Leistungsfähigkeit. Ein zusätzlicher Abzug
vom Tabellenlohn, wie ihn die Beschwerdeführerin beantra
gen lässt (
Urk.
1 S. 18), ist
vorliegendenfalls
nicht gerechtfertigt. Er kommt rechtsprechungsgemäss dort zum Zug, wo dem
Umstand
Rechnung zu tragen ist,
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch erfahrungsgemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind
(
vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
). Im Fall
e der Beschwerdeführerin ist die
Einschränkung in der angepassten Tätigkeit jedoch bereits dadurch
berücksichtigt
, dass ihr
e
Leistungsfähigkeit
tiefer
angesetzt ist
als die mögliche Präsenzzeit (von etwa
fünf bis
sechs Stunden gemäss den Trainings bei
der
FF._
GmbH, vgl. E. 3.5.2)
.
Bei dem so ermittelten Invalidität
s
grad zwischen 50 und 60
%
hat die Beschwer
deführerin ab dem 1. August 2003 Anspruch auf eine halbe Rente.
Was
das V
erhältnis zwischen der Rente
und
den
ausgerichteten Taggeldern betrifft, so wird die Beschwerde
gegnerin
die Leistungen nach den einschlägigen Rechtsnormen zu berechnen haben (vgl.
Rz
9001 ff. des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Fassung ab 1. Januar 2014).
3.9
Damit ist die angefochtene Verfügung vom 11. Juni 2013 in teilweiser Gutheis
sung der Beschwerde aufzuheben
,
und es ist festzustellen, dass die Beschwer
deführerin ab dem 1. August 2003 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
4.
Gestützt auf Art. 69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Beschwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'
000.--) ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen.
5.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemessungskrite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, der Beschwerde-
führe
rin
eine Prozessentsch
ädigung von
Fr.
4‘
3
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.