Decision ID: f40506a1-9c46-5507-9388-603431d9a08b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Arbeitsvermittlung)
Sachverhalt:
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A.
A.a B._ meldete sich am 27. Februar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) an
(act. G 4.1). Anlässlich des Standortgesprächs mit dem IV-Eingliederungsberater vom
22. März 2007 erwähnte die Versicherte, dass sie im Gesundheitsfall zu 100%
erwerbstätig sein würde (act. G 4.16-3). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt
FMH für Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 4. April 2007 mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine interstitielle Pneumopathie, Steroidbehandlung seit März
2001, eine immunosuppressive Therapie mit Steroiden und Imurek seit 2002, eine
obstruktive Schlafapnoe mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit bestehend seit 2005, eine
Lumbalgie bei Diskushernie L3/4 und foraminaler Einengung L3/L4. Der
Gesundheitszustand sei sich verschlechternd. Die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin
sei der Versicherten zu 50% zumutbar (4 bis 5 Stunden pro Tag), sofern die Arbeiten
"eher leichter Natur" seien (act. G 4.19-5 ff.). Am 30. Mai 2007 berichtete der
behandelnde Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medizin, dass der Versicherten
aufgrund der interstitiellen Pneumopathie eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit
nicht mehr zugemutet werden könne. Eine teilzeitliche leichte Tätigkeit in überwiegend
sitzender Position sei ihr zumutbar. Prognostisch sei von einer weiteren Reduktion der
respiratorischen Situation trotz therapeutischer Massnahmen auszugehen (act. G 4.22).
A.b Am 19. November 2007 wurde die Versicherte vom Regionalen Ärztlichen Dienst
der Invalidenversicherung (RAD) interdisziplinär (internistisch und orthopädisch)
untersucht. In den Berichten vom 16. Januar 2008 stellten die Experten folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine Lungenfibrose (ICD-10: J84.1)
und ein leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (ICD-10: G47.3). Ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Verdacht auf Bursitis
trochanterica rechts, ein MRI-Befund der Bandscheiben-Hernierung L3/L4 und L4/L5
ohne eindeutiges klinisches Korrelat sowie eine Adipositas. Die Gutachter kamen zum
Schluss, dass aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe. Aus pneumologischer Sicht werde die Restarbeitsfähigkeit auf etwa 50% (ca.
4 Stunden pro Tag) für leichte bis intermittierend mittelschwere körperliche Arbeiten, in
ausreichend temperierten Räumen, ohne Schicht-, Akkord- und Nachtarbeit, ohne
Exposition gegenüber höheren Konzentrationen von atemwegsreizenden Stäuben,
Dämpfen und Rauch eingeschätzt. Dabei sei zu berücksichtigen, dass es sich bei der
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Lungenfibrose um einen chronisch-progredienten Krankheitsverlauf handle (act.
G 4.29).
A.c Die IV-Stelle führte am 28. Februar 2008 eine Haushaltsabklärung durch. Anlässlich
der Abklärung gab die Versicherte an, sie werde weiterhin im bisherigen Pensum (85%)
weiterarbeiten, da sie die Arbeit sehr gerne verrichte und auch finanziell darauf
angewiesen sei. Sie wolle die Tätigkeit auch generell nicht reduzieren. Da sie das
Arbeitspensum alleine jedoch nicht mehr vollständig erledigen könne, helfe der
Ehemann teilweise mit. Sie sei jedoch nach wie vor auf der Suche nach einer leichteren
Stelle. Die Abklärungsperson ermittelte für die Haushaltstätigkeit eine Einschränkung
von 10% (Abklärungsbericht vom 11. April 2008, act. G 4.37).
A.d Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht,
einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (act. G 4.41).
B.
B.a Am 29. Mai 2008 erhob die Versicherte gegen den Vorbescheid Einwand (act.
G 4.42). In der ergänzenden Eingabe vom 17. Juni 2008 begründete sie den Einwand
damit, dass die Erwerbseinkommen unzutreffend ermittelt worden seien. Sie wünsche
in erster Linie eine leichtere Arbeit und benötige in diese Richtung auch Unterstützung
(act. G 4.44).
B.b Die IV-Stelle verfügte am 18. Juli 2008 entsprechend dem Vorbescheid. Zur
Begründung führte sie aus, dass die Versicherte zu 85% erwerbstätig und zu 15% als
Hausfrau tätig sei. Aus medizinischer Sicht bestehe für die bisherige sowie
leidensangepasste Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Im Haushaltsbereich
betrage die Einschränkung 10%. Insgesamt resultiere ein Invaliditätsgrad von 37% und
damit bestehe kein Rentenanspruch (act. G 4.45).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 18. Juli 2008 richtet sich die Beschwerde vom
12. August 2008. Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss deren Aufhebung
sowie die Zusprache der gesetzlichen Rentenleistungen. Sie führt im Wesentlichen aus,
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dass es nicht angehen könne, wegen einer geringen prozentualen Differenz einen
Rentenanspruch zu verneinen. Da ihr nur ein 50%iges Pensum zugemutet werden
könne, solle die Beschwerdegegnerin eine Arbeitsvermittlung anordnen (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 7. Oktober
2008 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die angefochtene
Verfügung habe ausschliesslich den Rentenanspruch zum Gegenstand. Demnach bilde
der Anspruch auf Arbeitsvermittlung nicht Streitgegenstand, weshalb darauf nicht
einzutreten sei. Die für den Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich massgebenden
Vergleichseinkommen seien korrekt ermittelt worden. Die im Haushaltsbericht
vorgenommene Beurteilung der Einschränkung sei nicht zu beanstanden. Die
angefochtene Verfügung sei rechtmässig (act. G 4).
C.c In der Replik vom 5. November 2008 macht die Beschwerdegegnerin geltend, der
Ehemann und ihre beiden Töchter würden im Haushalt mehr Unterstützung leisten, als
ihnen zugemutet werden könne. Ferner rügt sie, dass kein Leidensabzug bei der
Ermittlung der Invalidität im Erwerbsbereich berücksichtigt worden sei. In ihrem Fall sei
ein Leidensabzug von 15% angemessen (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).
C.e Am 5. Dezember 2008 teilte die Beschwerdegegnerin auf entsprechende
Nachfrage der Verfahrensleitung mit, dass sie bei der Beschwerdeführerin eine
Arbeitsvermittlung durchführen werde (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien streitig und nachfolgend zu prüfen ist einzig der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Der Antrag betreffend Arbeitsvermittlung ist
gegenstandslos geworden, nachdem die Beschwerdegegnerin am 5. Dezember 2008
mitteilte, dass bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsvermittlung durchgeführt werde
(act. G 10). Deshalb erübrigen sich Weiterungen hierzu.
2.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
18. Juli 2008 ergangen (act. G 4.45), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
3.
3.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
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Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil
erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs
ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die
Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu
bemessen (Art. 27 IVV).
3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. SVR 2001 IV
Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
4.
Vorab ist zu klären, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
erwerbstätig gewesen wäre.
bis
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4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117
V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit
Hinweisen). Weiter ist bei der Abklärung der Statusfrage dem Umstand Rechnung zu
tragen, dass es für bereits seit längerem gesundheitlich beeinträchtigte Personen
schwierig ist, die hypothetischen Verhältnisse realistisch einschätzen zu können
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2007,
IV 2006/114, E. 2d). Die Abklärung dieses äusserst relevanten Punktes hat mit einer
sorgfältigen, der Verständnismöglichkeit der versicherten Person angepassten
Fragestellung zu erfolgen, bei der sie auch in die Lage versetzt wird, ihre Situation im
fiktiven Gesundheitsfall umfassend zu analysieren, die verschiedenen Varianten
durchzudenken und entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit zu werten (Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2008, IV 2006/248, E. 4.3).
4.2 Anlässlich des Standortgespräches mit dem Eingliederungsberater vom 22. März
2007 gab die Beschwerdeführerin an, sie würde ohne Behinderung zu 100% arbeiten
(act. G 4.16-3). Trotz dieser klaren Aussage ging die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung vom 18. Juli 2008 davon aus, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall lediglich teilzeitlich im Rahmen eines 85%igen Pensums
erwerbstätig sein würde (act. G 4.45). Sie scheint sich dabei auf den Abklärungsbericht
vom 11. April 2008 gestützt zu haben. Darin ist unter dem Abschnitt "Würde heute
ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt?" folgende Aussage enthalten: Die
Beschwerdeführerin "wird weiterhin in diesem Pensum weiterarbeiten, da sie die Arbeit
sehr gerne tut und auch finanziell darauf angewiesen ist. Da sie alleine dieses Pensum
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jedoch nicht mehr vollständig erledigen kann, hilft der Ehemann teilweise mit" (act.
G 4.37-2). Aus diesen Angaben geht hervor, dass die Beschwerdeführerin damit die
gegenwärtige Situation unter Einbezug ihrer gesundheitlichen Leiden beschreibt und
die Frage beantwortet, was sie trotz der aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse für ein
Pensum zu leisten beabsichtigt. Die Frage nach dem hypothetischen Erwerbspensum
im Gesundheitsfall blieb damit im Abklärungsbericht unbeantwortet. Aufgrund der
überzeugenden Aussage im Standortgespräch vom 22. März 2007 (act. G 4.16-3), der
finanziell angespannten Situation (act. G 4.37-2) sowie den Umständen, dass die
Beschwerdeführerin ihre Arbeit "sehr gerne tut" (act. G 4.37-2) und gegenüber ihren
erwachsenen Kindern keine Betreuungspflichten mehr zu erfüllen hat, ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall
vollzeitlich erwerbstätig wäre. In den Jahren 2001, 2002 und 2003 und damit vor Eintritt
der gesundheitlichen Verschlechterung und der Arbeitslosigkeit im Jahr 2004 hat sie
denn auch Erwerbseinkommen von jährlich Fr. 51'213.-- (2001), Fr. 49'766.-- (2002)
bzw. Fr. 45'602.-- (2003) erzielt (IK-Auszug, act. G 4.14-3). Gemessen an den
ausgewiesenen Löhnen (act. G 4.18-3 und 20-2) und in Berücksichtigung, dass sie
noch eine dritte Anstellung bei der D._ versehen hatte (act. G 4.14-3), lässt dies auf
eine Vollzeittätigkeit schliessen. Die Beschwerdegegnerin durfte daher die Ermittlung
des Invaliditätsgrades nicht auf die gemischte Methode stützen. Die Bestimmung der
Invalidität hat vielmehr auf der Grundlage eines Einkommensvergleichs zu erfolgen (Art.
27 IVV).
5.
Bevor die für den Einkommensvergleich heranzuziehenden Vergleichseinkommen
bestimmt werden, ist die Frage nach der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
zu klären.
5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Sicht auf das
interdisziplinäre RAD-Gutachten vom 16. Januar 2008, worin die Experten eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten bescheinigten (act. G 4.29-14). Die
Beweistauglichkeit dieser medizinischen Beurteilung wird von den Parteien nicht
bestritten. Es ergeben sich aus den Akten auch keine Hinweise, die Zweifel am RAD-
Bericht entstehen liessen, weshalb auf die gutachterliche Beurteilung abzustellen ist.
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5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades im Rahmen eines
Einkommensvergleichs wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG).
5.3 Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist auf die im IK-Auszug im Jahr 2005 für
ein 85%iges Pensum (vgl. act. G 4.37-2) enthaltenen Löhne abzustellen. Auf 100%
hochgerechnet (Fr. 42'821.-- / 85 x 100) und unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung (gegenüber Vorjahr für Frauen: + 1.3% (2006), + 1.5% (2007)
+ 1.8% (2008); vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex) resultiert ein
Valideneinkommen für das Jahr 2008 von Fr. 52'730.--.
5.4 Mit der Beschwerdegegnerin sind für die Bestimmung des Invalideneinkommens
die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Tabelle TA1,
Total, Anforderungsniveau 4, Frauen, heranzuziehen. Der entsprechende Jahreslohn
beträgt - angepasst an ein durchschnittliches Wochenpensum für das Jahr 2008 von
41.6 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen) - Fr. 51'368.-- ([Fr. 4'116 x 41.6 x 12] / 40). Unter
Berücksichtigung der 50%igen Restarbeitsfähigkeit resultiert ein Einkommen von
Fr. 25'684.-- (Fr. 51'368.-- x 0,5). Aufgrund der Umstände - namentlich mit Blick auf
das qualitativ sehr eingeschränkte Anforderungsprofil an eine leidensadaptierte
Tätigkeit (act. G 4.29-9) - erscheint ein Leidensabzug von 10% als angemessen.
Daraus ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 23'116.-- (Fr. 25'684.-- x 0.9), eine
Erwerbseinbusse von Fr. 29'614.-- (Fr. 52'730.-- - Fr. 23'116.--) sowie ein
Invaliditätsgrad von abgerundet (zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121) 56%
([Fr. 29'614.-- / 52'730.--] x 100). Gestützt auf einen 56%igen Invaliditätsgrad hat die
Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine halbe Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Selbst
wenn im Übrigen dem Begehren der Beschwerdeführerin um die Vornahme eines
15%igen Leidensabzuges zu folgen wäre, ergäbe sich ein Invalideneinkommen von
Fr. 21'831.-- (Fr. 25'684.-- x 0.85), eine Erwerbseinbusse von Fr. 30'899.-- (Fr. 52'730 -
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Fr. 21'831.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 59% ([Fr. 30'899.-- / Fr. 52'730]
x 100). Damit verbliebe ein Anspruch auf eine halbe Rente.
6.
6.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 18. Juli 2008
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache
ist zur Festsetzung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG