Decision ID: 136a2ae4-e40d-5b54-9f92-0f12d8ec4978
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der aus der Dominikanischen Republik stammende A._ ( 1969, nachfolgend Gesuchsteller bzw. Eingeladener) beantragte am 4. März 2008 bei der Schweizerischen Botschaft in Santo Domingo die Erteilung eines Einreisevisums für die Dauer von drei Monaten. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab er an, er wolle eine Freundin im Kanton Luzern, die Schweizerbürgerin S._ (nachfolgend:  bzw. Beschwerdeführerin), besuchen. Nach formloser  übermittelte die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.
B. Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Luzern bei der  ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung vom 26. Mai 2008 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, das  sei dann zu verweigern, wenn die fristgerechte Wiederausreise nicht gesichert sei. Der Gesuchsteller stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort herrschenden  und soziokulturellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Viele seiner Landsleute versuchten – einmal in der Schweiz – ihren Aufenthalt durch Ausschöpfung sämtlicher  Mittel zu verlängern, um sich so in Umgehung der  Begrenzungsmassnahmen eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Dem Gesuchsteller oblägen im Heimatland weder  familiäre Verantwortlichkeiten noch besondere berufliche . Solche liessen sich kaum mit einem dreimonatigen  vereinbaren.
C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 11. Juni 2008 beantragt die  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des gewünschten Besuchervisums. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, die vorinstanzliche Verfügung beruhe lediglich auf Annahmen, gehe jedoch auf die konkreten Umstände des Einzelfalles nicht ein. So habe das BFM nicht dargetan, welche  der Gesuchsteller nicht erfülle und insofern seine Begründungspflicht verletzt. Die Erteilung eines Visums dürfe  nicht von einer familiären Verantwortung des Gesuchstellers
Seite 2
C-4292/2008
im Heimatland abhängig gemacht werden. Bezüglich der politischen Verhältnisse gelte es klarzustellen, dass in der Dominikanischen  keine bürgerkriegsähnlichen Zustände, sondern stabile  Verhältnisse herrschten.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 5. August 2008 spricht sich die  für die Abweisung der Beschwerde aus und bringt ergänzend vor, der Gesuchsteller sei ledig und ohne zwingende familiäre . Ausserdem seien die Angaben zu seiner beruflichen  widersprüchlich. Nachdem sowohl im Einreisegesuch als auch in der Arbeitgeberbestätigung noch von einem Anstellungsverhältnis die Rede gewesen sei, habe die Gastgeberin in ihrem  an die kantonale Migrationsbehörde festgehalten, der Eingeladene arbeite als selbständiger Disponent. Überdies seien bereits in den  2004 und 2005 von der Vorinstanz zwei Einreisegesuche  worden. Damals habe der Eingeladene angegeben, während  drei Monaten eine Freundin besuchen zu wollen, welche er nicht persönlich gekannt habe. Angesichts dieser Umstände könne beim Gesuchsteller die Bereitschaft zur Migration keineswegs  werden, zumal bereits eine Schwester in der Schweiz wohnhaft sei.
E. In ihrer Replik vom 14. September 2008 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen und deren Begründung vollumfänglich fest, verweist auf den guten Leumund des Gesuchstellers und macht im Weitern , der Eingeladene habe sich erst kürzlich selbständig gemacht und besitze seinen eigenen Lastwagen. Die abgelehnten Einreisegesuche aus den Jahren 2004 und 2005 seien mit vorliegendem  nicht vergleichbar, kenne sie (die Beschwerdeführerin) doch ihren Gast persönlich.
F. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  eingegangen.
Seite 3
C-4292/2008

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden  Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der , welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig  werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50–52 VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht  und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten  2A.451/2002 vom 28. März 2003).
3. 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung der Begründungspflicht, indem die Vorinstanz das Einreisegesuch in pauschaler Weise abgelehnt, jedoch nicht dargelegt habe, aus  Gründen keine Einreisebewilligung erteilt werde.
Seite 4
C-4292/2008
3.2 Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG sind schriftliche Verfügungen zu . Die Begründungspflicht soll unter anderem sicherstellen, dass der Entscheid von der betroffenen Partei sachgerecht  und von der Rechtsmittelinstanz umfassend beurteilt werden kann. Die verfügende Behörde muss daher kurz die Überlegungen nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt (vgl. PIERRE TSCHANNEN / ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 29 Rz. 13; ALFRED KÖLZ / ISABELLE HÄNER,  und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,  1998, S. 128).
3.3 Das BFM geht in der angefochtenen Verfügung insofern auf die Verhältnisse des Gesuchstellers ein, als es beurteilend feststellt, er habe in seinem Heimatland weder zwingende berufliche  noch familiäre Verantwortlichkeiten, die verlässlich von einer Emigration abhalten könnten. Diese Feststellungen liessen erkennen, welche Massstäbe die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise setzt und erlaubten der , sachgerecht Einwände zu erheben. Die  Rüge erweist sich somit als unbegründet.
4. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen  auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und  die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher  handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).
5. Mit Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 wurde die Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin (SR 362) genehmigt. Die entsprechenden Assoziierungsabkommen (darunter das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen , der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008 definitiv in Kraft
Seite 5
C-4292/2008
getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die Bestimmungen über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist die VEV total revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, übergeordneten (Schengen-)Recht fortgeführt werden.
6. 6.1 Bezüglich der Einreisevoraussetzungen für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (Schengener Grenzkodex [SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die  für Drittstaatsangehörige. Diese benötigen zur Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener  (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die  Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines  darstellen (Bst. d und e).
6.2 Die Einreisevoraussetzungen gemäss Schengener Grenzkodex entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des  Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle  nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte  Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im  Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im  zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des  Aufenthaltszwecks stellt nämlich zugleich eine  dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum , so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
Seite 6
C-4292/2008
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten  den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne äussert sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplomatischen Missionen und die konsularischen Vertretungen, die von Berufskonsularbeamten geleitet werden (GKI, ABl. C 326 vom 22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI verlangt hinsichtlich des Entscheids über den Visumsantrag die  des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der  die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit Hilfe eines zu Touristik-, Studien-, Geschäfts- bzw. zu  ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort “ (vgl. ABl. C 326, S. 10). Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden  werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex .
6.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist somit festzuhalten, dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten . Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden.
7. Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die  von Drittstaatsangehörigen vor. Die Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I und II, welche jeweils eine Liste von Drittländern enthalten. In  I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt  Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht  sind. Als Staatsangehöriger der Dominikanischen Republik  der Gesuchsteller damit der Visumspflicht.
8. 8.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der  keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen
Seite 7
C-4292/2008
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen.
8.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der  oder des Besuchers ergeben.
Nach einer durch den Zusammenbruch dreier grosser  verursachten schweren Wirtschaftskrise im Jahre 2003 konnte sich die Wirtschaft der Dominikanischen Republik – dank der  des im August 2004 gewählten (und im Mai 2008 ) Präsidenten Leonel Fernàndez Reyna – in  Kürze erholen. Beleg dafür ist, anknüpfend an die hohen Wachstumsraten in den 90er Jahren, das seit 2005 anhaltende , welches – bei einer verhältnismässig niedrigen  von 5% – im Jahre 2006 10,7% betrug. Mit diesem Erfolg ist die Dominikanische Republik aus der Kategorie der Risikoländer  und wird von den anerkannten Ratingagenturen als "" eingestuft. Nach einer Senkung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2005 ist die Arbeitslosenquote im Jahr 2006 nochmals leicht auf knapp 16,2% gesunken. Insgesamt wächst allerdings die Kritik der , da das neue Wachstum bisher nicht ausreicht, um neue  zu schaffen (nur 286'000 Arbeitsplätze im Zeitraum 2004 - 2006) bzw. keine spürbare Verbesserung der Lebensbedingungen der bedürftigen Schichten gebracht hat. Die Regierung hat zwar  mit verschiedenen Massnahmen auf diese Kritik reagiert; dennoch ist eine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt mittelfristig nicht zu erwarten (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand Februar 2008; vgl. dazu  des Bundesverwaltungsgerichts C-581/2008 vom 27. März 2009 E. 7.3 und C-4517/2007 vom 18. Oktober 2008 E. 5.1).
Vor dem Hintergrund der fortbestehenden ungünstigen  ist – vor allem in der jüngeren Bevölkerung – ein starker  festzustellen. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland vieler Auswanderer im erwerbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingungen eine (neue) Existenz aufbauen möchten. Diese Tendenz zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss dort noch , wo bereits ein soziales Beziehungsnetz (Verwandte, Freunde) im Ausland besteht.
8.3 Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang vor, die Berufung auf die Zuwanderung aus der Herkunftsregion des Gesuch-
Seite 8
C-4292/2008
stellers sowie der Hinweis auf die in zahlreichen Fällen gemachten  sei zu pauschalisiert und zudem diskriminierend. Dazu ist klarzustellen, dass es in der Tat zu schematisch und nicht haltbar wäre, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte, ausschliesslich aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland auf eine nicht  gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Im Rahmen einer  können jedoch aus der allgemeinen Lage im  und der Zuwanderungssituation Anhaltspunkte zur  der fristgerechten Wiederausreise gewonnen werden. So können insbesondere Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen darauf hindeuten, dass die persönliche  in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
8.4 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine  und Erfahrungen, sondern auch, wie erwähnt, sämtliche  des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt  Gesuchsteller oder einer Gesuchstellerin im Heimatstaat  eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. So besteht denn auch für (männliche) Staatsangehörige aus der Dominikanischen Republik durchaus die Möglichkeit, eine Einreisebewilligung zu erhalten, sofern die persönlichen Verhältnisse auf eine fristgerechte Rückkehr ins  schliessen lassen. Andererseits muss bei Gesuchstellern, die in der Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund  Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht  Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu einem ) hoch eingeschätzt werden.
8.5 Für die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gilt im Verwaltungsverfahren zwar grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Diese wird jedoch relativiert durch die Mitwirkungspflicht der Parteien (vgl. Art. 13 VwVG), welche namentlich insoweit greift, als eine Partei das Verfahren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder darin  Rechte geltend macht. Die Mitwirkungspflicht gilt vorab gerade für solche Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit  Aufwand erheben können. Im vorliegenden Zusammenhang
Seite 9
C-4292/2008
trifft das insbesondere auf die von der Beschwerdeführerin  Umstände – namentlich persönlicher Art – in der Heimat des  zu; solche Tatsachen lassen sich erfahrungsgemäss von den schweizerischen Behörden, wenn überhaupt, nur mit erhöhtem Aufwand abklären (BGE 124 II 361 E. 2b S. 365, vgl. auch BGE 128 II 139 E. 2b S. 142 f.).
Vorliegend wurde das erstinstanzliche Verfahren auf Antrag des  eingeleitet. Dass der Gewähr für eine fristgerechte  grosse Bedeutung zukommt, liegt bei einem Einreisevisum zu Besuchszwecken in der Natur der Sache und muss nicht speziell hervorgehoben werden. Der Eingeladene hatte allen Anlass, seine  möglichst vollständig offenzulegen und nach Möglichkeit . Die Vorinstanz stützte ihren anschliessenden negativen  denn auch auf die vom Gesuchsteller und dessen Gastgeberin eingereichten Unterlagen und Auskünfte ab, wobei jener alle  Unterlagen vorlagen.
9. 9.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 40-jährigen,  Mann, welcher anlässlich der Gesuchseinreichung angab, bei einer Firma in Santiago angestellt zu sein (vgl. Ziff. 9 und 10 des persönlichen Einreisegesuches vom 4. März 2008). Demgegenüber hielt die Beschwerdeführerin in ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 22. April 2008 gegenüber dem Amt für Migration des Kantons Luzern fest, ihr Gast sei als selbständiger Disponent tätig. Von der Vorinstanz in der Vernehmlassung auf die widersprüchlichen Angaben bezüglich der beruflichen Tätigkeit des Gesuchstellers hingewiesen, begnügt sich die Beschwerdeführerin in ihrer Replik mit dem Hinweis, der  habe sich erst kürzlich selbständig gemacht und besitze  eigenen Lastwagen. Dass Letzterer sich mit seiner  bereits eine gefestigte Existenz hat aufbauen können, wird auf  weder behauptet, noch mit entsprechenden  belegt, und erscheint angesichts der wirtschaftlichen  in der Dominikanischen Republik als wenig wahrscheinlich.  lässt schon der Umstand, dass der Gesuchsteller ungeachtet der behaupteten beruflichen Verpflichtungen die maximal zulässige  von drei Monaten voll ausschöpfen möchte, kaum auf eine starke Verwurzelung im Berufsleben schliessen, die ihn  von einer Emigration abzuhalten vermöchte.
Seite 10
C-4292/2008
9.2 Über die Wohn- und Verwandtschaftsverhältnisse des  im Heimatland wurde von den Beteiligten nichts ausgeführt. Ob der Eingeladene in der Dominikanischen Republik alleine oder in  Familienverband lebt, ergibt sich nicht aus den Akten. Es kann demnach nicht davon ausgegangen werden, im persönlichen oder  Umfeld des Gesuchstellers seien Verpflichtungen oder gar  vorhanden, die besondere Gewähr für eine Rückkehr in die Dominikanische Republik bieten könnten. Dies umso weniger, als es die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe bei der  belässt, die Erteilung eines Einreisevisums dürfe ohnehin nicht von familiären Verantwortlichkeiten im Heimatland abhängig  werden. Demgegenüber ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bereits die Schwester des Gesuchstellers – die Stiefmutter der Gastgeberin – ihr Heimatland definitiv verlassen hat und in die Schweiz übersiedelt ist, woraus auf einen konkreten Migrationswillen im nächsten Umfeld des Eingeladenen geschlossen werden kann. Vor diesem Hintergrund müssen die Beteuerungen auf Beschwerdeebene, wonach genügend Garantien für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden seien, als nicht ausschlaggebend bezeichnet werden.
9.3 Zu berücksichtigen gilt es im Weitern, dass die Vorinstanz in der Vergangenheit ein Begehren des Gesuchstellers um Erteilung eines mehrmonatigen Einreisevisums unter anderem mit der Begründung abgewiesen hat, die fristgerechte und anstandslose Rückkehr ins  könne keineswegs als einwandfrei gesichert betrachtet  (vgl. Verfügung vom 23. September 2005; vgl. auch Verfügung vom 27. Oktober 2004). An dieser Einschätzung ist auch heute , ergeben sich doch aus den Akten keine Hinweise, wonach in den persönlichen Verhältnissen des Eingeladenen seither wesentliche  eingetreten wären.
9.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen, die Wiederausreise des Gesuchstellers sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass die Beschwerdeführerin wiederholt die rechtzeitige Rückkehr des  zugesichert hat, wobei es an dieser Stelle zu betonen gilt, dass die Integrität der Beschwerdeführerin in ihrer Eigenschaft als Gastgeberin in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen wird. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten  nicht so sehr die Einstellung oder Absichten eines Gastge-
Seite 11
C-4292/2008
bers oder einer Gastgeberin, sondern in erster Linie das mögliche  des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  zu bieten. Gastgeber können zwar für gewisse finanzielle  im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein  Verhalten ihrer Gäste garantieren (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2405/2008 vom 18. März 2009 E. 10 mit Hinweisen). Der (durchaus verständliche) Wunsch der , sich beim Gesuchsteller für die ihr während ihres  in der Dominikanischen Republik erwiesene Gastfreundschaft zu revanchieren und ihm ihr Lebensumfeld in der Schweiz zeigen zu können, hat demnach in den Hintergrund zu treten. Als  steht ihr weiterhin die Möglichkeit offen, den Gesuchsteller in dessen Heimatland zu besuchen.
9.5 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbringt, weibliche Staatsangehörige aus der Dominikanischen Republik erhielten  eine Einreisebewilligung, gilt es darauf hinzuweisen, dass sich mangels näherer Angaben einerseits nicht eruieren lässt, unter  Umständen diesen (von der Beschwerdeführerin nicht näher ) Personen in der Vergangenheit ein Einreisevisum erteilt wurde. Andererseits weist jeder Einzelfall – wie vorliegend belegt – eine ihm eigene und spezifische Konstellation auf, so dass er nicht ohne weiteres mit anderen, angeblich gleich gelagerten Fällen  werden kann. Insofern erübrigt es sich, allfällige Ausländer- der Vorinstanz, wie von der Beschwerdeführerin beantragt, .
10. Aus diesen Gründen ist somit nicht zu beanstanden, dass die  das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden  entsprechend gewichtete und dem Gesuchsteller die  verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist somit im Ergebnis rechtmässig (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge .
11. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3
Seite 12
C-4292/2008
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).