Decision ID: fb9ecb6e-4910-5fb9-a8bf-e5bf10c47060
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Y._ besucht an der Kantonsschule A._ die Abteilung Wirtschaft & Recht; ab
August 2018 befand sie sich in der zweiten Klasse 2W. Mit Schreiben vom 26. August
2018 gelangte der Vater von Y._, X._, an das Bildungsdepartment des Kantons
St. Gallen mit der Bitte darzulegen, auf welcher Grundlage an der Kantonsschule A._
in der zweiten Klasse lediglich zwei Lektionen Sport anstelle der vom Bundesrecht
geforderten drei Lektionen pro Woche angeboten würden (act. 12/1). Am 26. Oktober
2018 legte das beim Bildungsdepartement hierfür zuständige Amt für Mittelschulen dar,
dass die Schülerinnen und Schüler zwei Lektionen Sportunterricht je Woche
(78 Lektionen im Jahr) erhalten und dass die übrigen 32 Lektionen in anderer Form
(Sporttage, Sportwoche, angeordnetes Training im Fitnessraum usw.) absolviert
würden. Damit sei die Vorgabe des regelmässigen Unterrichts von 110 Lektionen pro
Schuljahr erfüllt (act. 12/3).
B. Mit Eingabe vom 5. Januar 2019 erhob X._ Beschwerde beim Verwaltungsgericht
betreffend "Rechtsverweigerung" (Verzicht auf die dritte wöchentliche Sportlektion auf
Stufe Mittelschule; act. 12/5). Die Mutter von Y._ teilte in der Folge dem zuständigen
Abteilungspräsidenten des Verwaltungsgerichts telefonisch sinngemäss mit, auch
deshalb ein Interesse an der Beurteilung der Streitsache zu haben, da sie und ihr
Ehemann X._ noch eine jüngere Tochter hätten, welche ebenfalls die Kantonsschule
A._ besuche. Mit Entscheid vom 13. März 2019 (mitgeteilt am 8. April 2019) stellte der
Erziehungsrat des Kantons St. Gallen fest, die Stundentafel der betroffenen
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Kantonsschule entspreche sowohl den Vorgaben des Bundesrechts und des
kantonalen Rechts als auch den Sparvorgaben des Kantonsparlaments (act. 12/9). In
der Folge schrieb der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts die
Rechtsverweigerungsbeschwerde (Verfahren B 2019/10) mit Verfügung vom 15. April
2019 zufolge Gegenstandslosigkeit ab (act. 12/12).
C. Bereits mit Eingabe vom 10. April 2019 (Datum der Postaufgabe: 11. April 2019)
erhob X._ (Beschwerdeführer) gegen den am 8. April 2019 zugestellten
Feststellungsentscheid des Erziehungsrats (Vorinstanz) vom 13. März 2019
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, die Vorinstanz und das
Bildungsdepartement seien aufzufordern, den rechtmässigen Zustand
wiederherzustellen und für die zweite Klasse 2W an der Kantonsschule A._ drei
Lektionen Sport im Klassenverband und unter Führung eines Sportlehrers im
Stundenplan zu verankern. Am 24. Juni 2019 reichte der Beschwerdeführer
unaufgefordert ein weiteres Schreiben ein und ergänzte sein Rechtsbegehren
dahingehend, dass für die zweite Klasse 2W des Schuljahres 2018/2019 in den
Schuljahren der dritten oder vierten Stufe die fehlende Jahreswochenlektionen Sport im
Klassenverband unter Anleitung eines Sportlehrers, unter Beibehaltung der geplanten
Gesamtstundenzahl, nachzuholen sei; die Jahreswochenlektion Sport sei zulasten
eines anderen Faches zu erteilen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2019, die Beschwerde
sei abzuweisen, wobei sie auf weitere Ausführungen verzichtete und zur Begründung
auf den angefochtenen Entscheid verwies. Am 17. Juli 2019 teilte der
Beschwerdeführer mit, auf eine weitere Stellungnahme zu verzichten.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
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1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Rechtsprechung
erfolgt in Fünferbesetzung, weil eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vom
Verwaltungsgericht erstmals zu beurteilen ist (vgl. Art. 18 Abs. 3 lit. b Ziff. 1 und 4 des
Gerichtsgesetzes, sGS 941.1).
1.2. Als gesetzlicher Vertreter seiner Tochter (vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB), welche unter der gemeinsamen elterlichen Sorge von
Vater und Mutter steht (vgl. Art. 296 Abs. 2 ZGB), ist der Beschwerdeführer mit dem
bereits im Verfahren betreffend Rechtsverweigerungsbeschwerde erteilten
Einverständnis seiner Ehefrau zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP; vgl. VerwGE B 2014/132 vom 19. Juli 2016 E. 1;
VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E. 1.1 mit Hinweis auf BGer 2C_433/2011 vom
1. Juni 2012 E. 1.2, www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerdeeingabe vom 11. April 2019
erfüllt die gesetzlichen Anforderungen in zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
1.3. Die Beschwerdebefugnis setzt ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der
Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids voraus (vgl. Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Das Anfechtungsinteresse muss aktuell sein, das
heisst die rechtliche oder tatsächliche Situation des Beschwerdeführers muss durch
den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden können (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 400). Vom
Erfordernis des aktuellen schutzwürdigen Interesses ist ausnahmsweise abzusehen,
wenn sich die mit der Beschwerde aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen unter
ähnlichen Umständen wieder stellen können, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine
richterliche Prüfung möglich wäre, und deren Beantwortung im öffentlichen Interesse
liegt (BGer 1C_550/2015 vom 18. Januar 2016 E. 1 mit Hinweis auf BGE 141 II 14
E. 4.4, 138 II 42 E. 1.3, 137 I 120 E. 2.2). Feststellungsbegehren wiederum gelten
praxisgemäss als subsidiär. Ein Feststellungsinteresse besteht dann nicht, wenn der
(Rechtsmittel-) Kläger in der betreffenden Angelegenheit ebenso gut – d.h. ohne
unzumutbare Nachteile – ein Gestaltungsurteil erwirken kann (BGE 137 II 199 E. 6.5 mit
Hinweisen; Bosshart/Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N 26 zu § 19 VRG).
bis
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Der dem vorliegenden Verfahren zugrundeliegende Streitgegenstand betrifft die
Erteilung des Sportunterrichts der zweiten Klasse des Schuljahres 2018/2019.
Nachdem die ältere Tochter des Beschwerdeführers nunmehr in die dritte Klasse
übergetreten ist, ist ein aktuelles Interesse an der Streitbeurteilung nicht mehr gegeben.
Die Frage, ob die von der Kantonsschule A._ erlassene Stundentafel mit zwei
Lektionen Sportunterricht pro Woche auf der zweiten Stufe die bundesrechtlichen
Vorgaben erfüllt, könnte sich unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen,
da die jüngere Tochter des Beschwerdeführers ebenfalls die Kantonsschule A._
besucht. Die Antwort darauf ist daher von grundsätzlichem Interesse und kann nicht
mit einem rechtsgestaltenden Urteil erreicht werden. Auf das Erfordernis des aktuellen
(Feststellungs-) Interesses ist daher zu verzichten (vgl. BGer 2C_272/2012 vom 9. Juli
2012 E. 1.2).
1.4. Zu prüfen ist weiter, ob die Durchführung von lediglich zwei Lektionen
Sportunterricht pro Woche in der zweiten Klasse der Kantonsschule A._ geeignet ist,
Rechte und Pflichten der Tochter des Beschwerdeführers zu berühren. Geht es um die
nicht in Erlassform gekleidete Ausgestaltung des Unterrichts, ist für das
Rechtsschutzbedürfnis entscheidend, ob es eine Rechtsnorm gibt, welche den
Unterricht regelt und damit einen entsprechenden Anspruch festlegt. Der
Beschwerdeführer hat in vertretbarer Weise die Verletzung eines Rechtsanspruchs –
nämlich von Art. 49 Abs. 3 der Verordnung über die Förderung von Sport und
Bewegung, Sportförderungsverordnung, SR 415.01, SpoFöV) – geltend gemacht,
wogegen eine Anfechtungsmöglichkeit offenstehen muss (vgl. dazu ausführlich BGer
2C_272/2012 vom 9. Juli 2012).
1.5. Im vorliegenden Fall wird ausdrücklich die Gesetzeswidrigkeit der im Streit
liegenden Stundentafel bzw. Stundendotation Sport gerügt und somit festzustellen
sein. Mit der Antragsstellung wird der Streitgegenstand bestimmt. Eine Abänderung
des Antrags ist somit nur innerhalb der Rechtsmittelfrist zulässig. Nach Art. 61 Abs. 3
VRP sind im Beschwerdeverfahren neue Begehren unzulässig. Neu ist ein Begehren,
wenn im Verfahren vor Verwaltungsgericht eine gegenüber dem vorangegangenen
Verfahren andere oder weitergehende Rechtsfolgebehauptung erhoben wird (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 919). Dem Verwaltungsgericht ist es damit verwehrt, für die zweite
Klasse 2W des Schuljahres 2018/2019 eine Anordnung zu treffen, wonach diese Klasse
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auf der dritten oder vierten Stufe je eine zusätzliche Lektion Sport angeboten werden
muss. Insoweit ist auf den entsprechenden Antrag des Beschwerdeführers nicht
einzutreten.
1.6. Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Beschwerde – unter Vorbehalt der
vorstehenden Erwägung 1.5 – grundsätzlich einzutreten ist.
2. Umstritten ist die Vereinbarkeit der lokalen Stundentafel der Kantonsschule A._ im
Bereich des Sportunterrichts mit der bundesrechtlichen Vorgabe in Art. 49 Abs. 3
SpoFöV.
2.1. Die Vorinstanz erliess am 15. September 2017 die kantonale Stundentafel des
Gymnasiums, welche am 26. September 2017 von der Regierung genehmigt und ab
1. August 2018 in Vollzug gesetzt wurde. Für den Bereich Turnen wurden vier mal drei
Schülerlektionen, ergebend eine Gesamtzahl von 11 Lektionen, vorgesehen, wobei den
Schulen überlassen wurde, wie sie das Äquivalent einer Jahreswochenlektion
einsparen. Für das Schuljahr ab 1. August 2019 wurde eine nämliche Regelung
erlassen (vgl. www.sg.ch/bildung-sport/mittelschule/lehrplaene-und-stundentafeln/
gymnasium.html). Gestützt darauf verankerte die Kantonsschule A._ in der lokalen
Stundentafel eine Gesamtzahl von elf Lektionen, wobei in der zweiten Klasse lediglich
eine Dotation von zwei Lektionen wöchentlich vorgesehen ist (lokale Stundentafel ab
Schuljahr 2019 abrufbar unter: ...). Die dritte Lektion soll durch andere Sportaktivitäten
kompensiert werden, und zwar durch eine Sonderwoche als Wintersportwoche
(40 Lektionen), eine Sonderwoche mit Sonderstundenplan (2 Lektionen) und einen
Sporttag (4 Lektionen).
2.2. Gemäss Art. 68 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(SR 101, BV) fördert der Bund den Sport, insbesondere die Ausbildung (Abs. 1). Er
betreibt eine Sportschule (Abs. 2) und kann Vorschriften über den Jugendsport
erlassen sowie den Sportunterricht an Schulen obligatorisch erklären (Abs. 3). Bei
Art. 68 Abs. 3 BV handelt es sich um eine konkurrierende, nachträglich derogierende
Gesetzgebungskompetenz des Bundes, die nicht auf den Erlass von Grundsätzen
beschränkt ist. Diese Kompetenz erlaubt es dem Bund, im Bereich der Primar- und
Sekundarschule zu intervenieren, der prinzipiell in die Zuständigkeit der Kantone fällt.
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Die Gesetzesbestimmung verleiht dem Bund implizit auch die Kompetenz, auf dem
Gesetzesweg den quantitativen und qualitativen Mindestumfang festzulegen (P. Zen-
Ruffinen, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar –
Die Schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, Rz. 27 und 32 zu Art. 68 BV).
Auf dem verfassungsrechtlichen Sportförderungsauftrag basiert das Bundesgesetz
über die Förderung von Sport und Bewegung (Sportförderungsgesetz, SR 415.0,
SpoFöG). Art. 12 SpoFöG regelt die Förderung von Sport- und
Bewegungsmöglichkeiten in der Schule. Gemäss dessen Abs. 3 legt der Bund nach
Anhörung der Kantone die Mindestlektionenzahl und qualitative Grundsätze für den
Sportunterricht in der obligatorischen Schule und auf der Sekundarstufe II mit
Ausnahme der Berufsfachschulen fest. Er berücksichtigt dabei die Bedürfnisse der
jeweiligen Schulstufen. In der obligatorischen Schule sind mindestens drei Lektionen
Sportunterricht pro Woche obligatorisch (Art. 12 Abs. 4 SpoFöG). Gestützt auf Art. 12
Abs. 3 SpoFöG regelt Art. 49 SpoFöV den Umfang des Sportunterrichts. Demnach sind
im obligatorisch zu besuchenden Kindergarten bzw. in den ersten beiden Jahren der
achtjährigen Primarstufe Bewegung und Sport in den täglichen Unterricht zu integrieren
(Abs. 1). Unter Vorbehalt von Abs. 1 sind auf der Primarstufe und auf der
Sekundarstufe I mindestens drei Lektionen Sportunterricht pro Unterrichtswoche zu
erteilen (Abs. 2). An Mittelschulen sind pro Schuljahr 110 Lektionen Sportunterricht zu
erteilen. Die Lektionen sind regelmässig über das ganze Jahr zu verteilen (Abs. 3). Da
der Mittelschulunterricht in unterschiedlichen Schulformen und Unterrichtsphasen
(Ergänzungs- und Wahlpflichtfächer, Maturaarbeiten etc.) stattfindet, ist eine pauschale
Lektionenzahl pro Unterrichtsjahr die korrekte Vorgabe für eine flexible Umsetzung. Die
110 Lektionen berechnen sich aus 52 Jahreswochen abzüglich 14 Wochen Ferien (CH-
Standard) multipliziert mit drei Lektionen. Das Ergebnis von 114 Lektionen wird auf 110
gerundet, da vielfach zusätzliche Lektionenausfälle zu verzeichnen sind. Sport entfaltet
eine nachhaltige Wirkung nur, wenn er regelmässig betrieben wird. Auf der
Sekundarstufe II (d.h. Mittelschulen, vgl. Art. 48 Abs. 2 SpoFöV) sind die Sportlektionen
regelmässig verteilt über das ganze Schuljahr zu erteilen und nicht ausschliesslich
konzentriert auf einzelne Blöcke oder Blockwochen (vgl. Erläuterungen zur Verordnung
über die Förderung von Sport und Bewegung des Bundesamts für Sport [BASPO],
nachfolgend: BASPO-Erläuterungen, S. 17 f.).
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2.3. Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der Text
nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss nach seiner
wahren Tragweite gesucht werden unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente,
namentlich von Sinn und Zweck sowie der dem Text zugrundeliegenden Wertung.
Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im Kontext zukommt. Vom klaren, d.h.
eindeutigen und unmissverständlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen
werden, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn
der Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der
Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem
Zusammenhang mit andern Vorschriften ergeben (BGE 140 II 129 E. 3.2). Eine
historisch orientierte Auslegung ist für sich allein nicht entscheidend; anderseits
vermag aber nur sie die Regelungsabsicht des Gesetzgebers (die sich insbesondere
aus den Materialien ergibt) aufzuzeigen, welche wiederum zusammen mit den zu ihrer
Verfolgung getroffenen Wertentscheidungen verbindliche Richtschnur des Gerichts
bleibt, auch wenn es das Gesetz mittels teleologischer Auslegung oder
Rechtsfortbildung veränderten, vom Gesetzgeber nicht vorausgesehenen Umständen
anpasst oder es ergänzt (BGer 4A_241/2016 vom 19. September 2017 E. 3).
2.4. Aufgrund des Wortlautes von Art. 49 Abs. 2 und 3 SpoFöV ist davon auszugehen,
dass der Verordnungsgeber auf der Sekundarstufe II im Gegensatz zur obligatorischen
Schule eben gerade nicht eine fixe Mindestlektionzahl pro Woche festlegen wollte. Die
Vorinstanz hat diesbezüglich zu Recht festgestellt, dass diesfalls in Absatz 2 neben der
Primarstufe und Sekundarstufe I die Sekundarstufe II aufgenommen worden wäre. Mit
der Regelung von 110 Lektionen pro Schuljahr sollte auf dieser Stufe vielmehr eine
flexible Umsetzung ermöglicht werden. Damit wird auch dem Umstand genügend
Rechnung getragen, dass die Mittelschule nicht mehr dem obligatorischen
Grundschulunterricht zugerechnet wird, weshalb ihr bei der Regelung des Unterrichts
ein grösserer Freiraum einzuräumen ist. Entsprechend erklärt Art. 12 Abs. 4 SpoFöG
denn auch lediglich in der obligatorischen Schule mindestens drei Lektionen
Sportunterricht pro Woche für obligatorisch, und nicht auch für die Mittelschule. Die
Formulierung regelmässig in Art. 49 Abs. 3 SpoFöV und die entsprechende Erläuterung
des BASPO, wonach die Sportlektionen "nicht ausschliesslich konzentriert auf einzelne
Blöcke oder Blockwochen" konzentriert werden sollen (vgl. BASPO-Erläuterung S. 18),
spricht ebenfalls nicht gegen die von der Kantonsschule vorgesehene Lösung. Denn
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mit zwei Lektionen pro Woche ist durchaus eine gewisse Regelmässigkeit
ausgewiesen; darüber hinaus wird dadurch der Sportunterricht auch nicht
ausschliesslich auf Blöcke verteilt.
2.5. An der Kantonsschule A._ werden in der zweiten Klasse wöchentlich zwei
Lektionen Sportunterricht erteilt, mithin 78 Lektionen (52 Jahreswochen abzüglich
13 Wochen Ferien [St. Gallen] multipliziert mit 2 Lektionen). Unbestritten blieb dabei,
dass während einer Sonderwoche weitere zwei Lektionen und während des Sporttags
vier Lektionen Sportunterricht stattfinden. Ob während der Wintersportwoche – wie
vom Beschwerdeführer vorgebracht – lediglich 30 Lektionen Sport betrieben wird, ist
unter diesen Umständen irrelevant. Es ergibt sich vielmehr, dass die von Bundesrechts
wegen geforderten 110 Lektionen pro Schuljahr ohne Weiteres erfüllt werden. Im
Übrigen ist eine andere rechtliche Würdigung durch das BASPO für das
Verwaltungsgericht nicht massgebend. Immerhin hatte das BASPO lediglich Kenntnis
darüber, dass an der Kantonsschule A._ bloss zwei Lektionen Sportunterricht pro
Woche erteilt werden. Darüber, dass die fehlenden 32 Lektionen über zusätzliche
Sportwochen und Sporttage kompensiert werden, wurde das Bundesamt jedoch nicht
informiert (vgl. act. 12/1).
3. Zusammenfassend ergibt sich, dass der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen und
die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist. (...)