Decision ID: 2459a88f-65f8-4288-a6a7-a5a308718fe5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, arbeitete vom 18. April 1994 bis
zum
31. Dezember 1994 bei der
Y._
als
Betriebs
assis
tentin
. In der Folge war sie arbeitslos, unterzeichnete jedoch am 17. Februar 1995 einen Arbeitsvertrag bezüglich einer Anstellung als Sekretärin per 1. Mai 1995 bei
Z._
(Urk.
8
/
4/3
). Am 23. Februar 1995 geriet sie als Autofahrerin mit einem Gabelstaplerfahrer in eine Auseinandersetzung, welche darin gipfelte, dass sie nach einem Wortwechsel von diesem eine heftige Ohr
feige auf die linke Gesichtshälfte erhielt (Urk.
8
/
7
). Die Versicherte war anschliessend wegen den Folgen dieses körperlichen Angriffes arbeitsunfähig, wofür die Schweizerische Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) Taggeldleistungen von 50 % erbrachte. Ausserdem übernahm sie die Heilungskosten. Mit Verfü
gung vom 14. Juni 1995 stellte die SUVA jedoch ihre Leistungen rückwirkend per 31. Mai 1995 ein, da keine organischen Unfall
folgen mehr vorlägen (Urk.
8
/
16
). Diesen Entscheid bestätigten die SUVA mit
Einspracheentscheid
vom 14. Dezember 1995 (Urk.
8
/
23/5-9
), das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 14. August 1998 (Urk.
8
/
25
) sowie das Eidge
nössische
Versicherungs
gericht
(heute: Bundes
gericht)
mit Urteil vom 22. Februar 2001 (Urk.
8
/
29
). Nach der
letztinstanzlichen
Ablehnung ihres Leistungsbegehrens gegenüber der SUVA meldete sich die Versicherte am
6.
März 2001 (Datum des Posteingangs)
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/30,
Urk.
8/32)
. Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der SUVA bei (Urk.
8/7-9
) und holte den Arztbericht von Dr. med.
A._
, Neurologie FMH, Zürich, vom 8. August 2001 (Urk.
8/39/1-2
, unter Beilage weiterer Be
richte vom 10. August und 17. Januar 2001 sowie vom 28. Juni 1995
, Urk.
8/39/3-8
) ein. Sodann liess sie die Versicherte durch
das
B._
polydis
ziplinär
begutachten (vgl. Gutachten vom 10. August 2002, Urk.
8/57
). Mit Vor
bescheid vom 26. September 2002 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr
Leistungs
begehren
abgewiesen werden müsse, da der
Invaliditäts
grad
nur 31 % betrage
(
Urk.
8/59)
. Nachdem da
gegen von der Versicherten kein
e
kon
krete
n
Einw
ände
erhoben worden waren, wies die IV-Stelle das Leistungs
be
gehren mit Verfügung vom 14. Januar 2003 ab (Urk.
8/79
). Gegen diese Verfü
gung liess die Versicherte am 12. Februar 2003 Einsprache erheben (Urk.
8/80
), wobei sie das Gutachten von Dr. med.
C._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, Zürich, vom 4. März 2003 (Urk.
8/84
) einreichen liess. Die
IV-Stelle wies die Einsprache mit Entscheid vom 20. Oktober 2003 ab
(Urk.
8/97
).
Diesen Entscheid bestätigte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil
vom 2
5.
März 2004 (
Urk.
8/103).
1.2
Wegen den Folgen eines am 1
4.
Mai 2005 erlittenen Verkehrsunfalles meldete sich
X._
am 1
4.
Mai 2007 erneut bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/106). Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte d
ie
Arztbericht
e
von
Dr.
med.
D._
, Chirurgie FMH,
vom 3
0.
Mai 2007 (
Urk.
8/111/7), von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 19. November
2007 (Urk.
8/123/11-12, unter Beilage weiterer Arztberichte, Urk. 8/123/7-10)
und vom 2
4.
Juni 2008 (
Urk.
8/138/6)
,
von Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom
1
2.
Februar 2008
(
Urk.
8/127),
von
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie & Psychother
apie, vom
4.
Februar 2008 (Urk.
8/128)
, von der
H._
vom 2
9.
Februar 2008 (Urk.
8/130), von Dr. med.
I._
, FMH
Physikalische Medizin, vom 15.
Februar 2008 (Urk. 8/131)
,
von
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom 1
5.
Mai 2008 (
Urk.
8/1
33
/1-6, unter Beilage weiterer
Arztbe
rich
te
, Urk.
8/1
3
3/7-13)
und von
Dr.
med.
K._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Trau
matologie, vom
9.
August 2008 (
Urk.
8/140)
ein. Die Versicherte reichte
ausser
dem
die Buchhaltungsunterlagen ihrer Einzelfirma
L._
(Urk.
8/114/1-133
,
Urk.
8/115) und weitere Arztberichte über ihre Behandlun
gen nach dem Verkehrsunfall (
Urk.
8/125/1-32,
Urk.
8/126) ein.
Sodann liess die IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten der MEDA
S
M._
vom
2.
Juni 2009 erstellen (
Urk.
8/151/1-62).
Ausserdem zog die IV-Stelle die Akten der für den Unfall vom 1
4.
Mai 2005 leistungspflichtigen Haftpflichtversiche
rung, der Basler Versicherungen, bei (
Urk.
8/
159-168
).
Mit Urteil vom
8.
Februar 2012 sprach das Bezirksgericht Zürich
X._
vom Vorwurf des versuchten Betrugs gegenüber
der Basler
Ver
sicherungen frei
. Hin
gegen wurde sie des gewerbsmässigen Betrugs zum Nachteil der Sozialen
Dienste der Stadt Zürich schuldig gesprochen und mit einer bedingten Frei
heitstrafe von 20 Monaten bestraft
(
Urk.
8/19
4
). Die IV-Stelle zog die -
mehrere Aktenordner umfassenden
- Akten dieses Strafver
fahrens ebenfalls bei (
Urk.
8/198-
20
8
)
.
1.3
Am
2.
Oktober 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie übernehme die Kosten für eine weitere polydisziplinäre medizinische Untersuchung (Urk. 8/210). Am 2
4.
Oktober 2012 informierte sie die Versicherte sodann dar
über, dass diese Begutachtung beim
N._
stattfinden und Abklärungen der Allgemei
nen Inneren Medizin bei
Dr.
med. O._
, der Neurologie bei
Dr.
med.
P._
, der Orthopädie bei
Dr.
med. Q._
und der Psychiatrie bei
Dr.
med. R._
beinhalten würde (
Urk.
8/215). Mit Schreiben vom
5. November 2012 lehnte
die Versicherte die Mitwirkung von
Dr.
O._
bei der Begutachtung ab, da gegen
diesen ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung geführt werde und er bis anhin nicht rechtskräftig freigesprochen worden sei (
Urk.
8/216).
Die IV-Stelle
teilte der Versicherten
in der Folge mit Schreiben vom 3
0.
Mai 2013
mit
, das Gutachten werde beim
N._
durchgeführt, jedoch dürfe
Dr.
O._
nicht als Gutachter handeln, sondern es müsse für die Fach
richtung Allgemeine Innere Medizin ein anderer Arzt aufgeboten werden (
Urk.
8/226). Mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2013 hielt die IV-Stelle ausdrücklich an der Abklärung durch das
N._
fest, wobei sie
ausführte
, es liege gegenüber
Dr.
O._
kein Ausstands- bzw. Ablehnungsgrund vor, weshalb
- entgegen dem Schreiben vom 3
0.
Mai 2013 -
auch an der Begutachtung durch
Dr.
O._
festzuhalten sei (Urk. 8/230).
Die Versicherte
ersuchte die
IV-Stelle am 2. Juli 2013 die
se
Entscheidung zu überdenken. Die Vorbehalte
gegenüber
Dr.
O._
würden aufrechterhalten (
Urk.
8/231).
Die IV-Stelle forderte die Versicherte am 1
6.
Juli 2013 dazu auf, sich darüber zu äussern, ob
sie
gegen die Verfügung vom 1
2.
Juni 2013 Beschwerde erheben wolle (Urk. 8/232). Diese Frage ver
neinte die Versicherte mit Schreiben vom
9.
August 2013 (
Urk.
8/233). Am 1
2.
und 1
3.
Dezember 2013 wurde
X._
beim
N._
untersucht und das Gutachten wurde am 2
9.
März 2014 erstellt (
Urk.
8/239).
Mit Vorbe
scheid vom 1
7.
April 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, ihr
Leis
tungsbegehren
müsse abgewiesen werden, da kein invalidisierender
Gesund
heitsschaden
ausgewiesen sei (
Urk.
8/242).
Dagegen liess
X._
am
3.
Juni 2014 Einwand erheben (
Urk.
8/250). Mit Verfügung vom 2
4.
März 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt Viktor Estermann am 2
9.
April 2015 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
März 2015 sei aufzuheben.
2.
Der Beschwerdeführerin sei rückwirkend ab dem 01.05.2006 eine angemes
sene IV-Rente zuzusprechen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
gegne
rin
.“
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Juni 2015 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am
8.
Juni 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einer
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärun
gen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt
geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
ons
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
ent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109
V
108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führt zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, es sei bei der Beschwerdeführerin kein namhafter, eigenständiger, länger andauernder Gesundheitsschaden mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ausgewiesen. Die beklagten subjektiven Beschwerden im Bereich der rechten oberen Extremität sowie der Halswirbelsäule liessen sich weder klinisch noch radiologisch objektivieren.
Die Einwände der Beschwerdeführerin gegen das Gutachten des
N._
erwiesen sich als unbegründet und es könne vollum
fänglich darauf abgestellt werden (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, das Gutachten des
N._
weise sowohl in formeller als auch in materieller Hinsicht grosse Mängel auf, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Vielmehr stehe in Über
ein
stimmung mit dem zutreffenden Gutachten der MEDAS
M._
fest, dass die Beschwerdeführerin im angestammten Tätigkeitsbereich vollständig und in einer leidensangepassten Tätigkeit mindestens 50
%
arbeitsunfähig sei. Die
Beschwer
degegnerin
müsse damit zwingend eine Rentenprüfung durchführen und der Beschwerdeführerin rückwirkend ab dem
1.
Mai 2006 (nach Ablauf des obliga
torischen Wartejahres) eine angemessene
Invalidenrente ausrichten (Urk. 1).
3.
3.1
Die Ärzte des
B._
stellten im polydisziplinären Gutachten vom 10. August 2002 (Urk. 8/57) keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein
chronifiziertes
tendomyotisches
Cervicalsyndrom
, beginnende degenerative Veränderungen der BWS nach Mor
bus Scheuermann, eine akzentuierte Persönlichkeit mit narzisstischen und emo
tional instabilen Zügen sowie eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
. Bei Beurteilung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Beschwerdeführerin nor
mal arbeitsfähig in wechselbelastenden Tätigkeiten, welche nicht das repeti
tive Heben von Gewichten erforderten. Einer Arbeit als Betriebsassistentin stehe der Beschwerdeführerin z.B. nichts im Wege. Die Tatsache, dass sich die Beschwer
deführerin ungerecht behandelt fühle, dass das begangene Unrecht nie wieder gutgemacht worden sei und dass sie mit ihren drei Kindern kaum Zeit finde, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, seien invaliditätsfremde Fakto
ren. Durch eine geregelte Tagesstruktur könnten die Müdigkeit und Erschöpfung bekämpft werden, womit sich eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erzielen liesse.
3.2
Laut dem Arztbericht von
Dr.
D._
vom 3
0.
Mai 2007 (
Urk.
8/111/7) bestehen bei der Beschwerdeführerin an der Schulter rechts ein Zustand nach Rekon
struktion der
Rotatorenmanschette
und
Acromionaufrichteosteotomie
sowie Bizeps
Tenodese
nach traumatischer
Supraspinatus
Läsion. Eine definitive Beurteilung auf längere Sicht sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Es sei
aber damit zu rechnen, dass der
Beschwerdeführerin nur noch sehr leichte,
wechselnde Tätigkeiten zumutbar seien, wobei sie keine Überkopfarbeiten mehr ausführen könne. Die Schulter habe durchaus das Potential für eine gute Funk
tion und die Beschwerdeführerin sollte ihren Arm im Alltag einsetzen. Für die nächsten zwei Monate bleibe sie zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.3
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
E._
vom 1
9.
November 2007 (Urk. 8/123/11-12) besteht bei der Beschwerdeführerin ein unklares
Schmerz
syndrom
an der rechten Schulter bei Status nach partieller,
synovialseitiger
Supraspinatussehnenruptur
rechts, Bursitis
subakromialis
, Status nach
Supra
spinatussehnendoppelung
, AC-Gelenksresekt
ion,
Aufrichte
osteotomie
am 6.
September 2006 (
Dr.
med.
S._
), Status nach Schulterarthroskopie rechts,
arthroskopischer
subakromialer
Dekompression, offener
Supraspinatus
sehnenrevision
, Schraubenentfernung am
3.
Juli 2007 (Dr. med.
E._
) sowie Status nach HWS-Distorsion (
Dr.
med.
T._
, St. Gallen).
Die Beschwerdeführerin sei vom
3.
Juli bis zum 31. Oktober 2007 zu 100
%
, ab dem
1.
Nove
mber 2007 zu 50
%
und eventuell
ab dem
1.
Januar 2008 zu 0
%
arbeitsunfähig. Es bestünden unklare Restbeschwerden an der rechten Schulter, welche nicht objektivierbar seien. Die
Rotatorenmanschettentests
seien unauf
fällig. Aus objektiver ärztlicher Sicht müsste die vollumfängliche Arbeits
auf
nahme ab dem
1.
Januar 2008 gewährleistet sein.
3.4
Laut dem Arztbericht des Neurologen
Dr.
F._
vom 1
2.
Februar 2008 (Urk. 8/127/1-6) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein Status nach leichter Auffahrkollision am
9.
Mai 2005, unklarer sensibler
Medianus
-Ausfall, schwie
rige Interpretation, Verdacht auf funktionelle Überlagerung. Aus neurologischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit.
3.5
Gemäss dem Arztbericht des Psychiaters
G._
vom
4.
Februar 2008 (Urk. 8/128)
bestehen bei der Beschwerdeführerin rezidivierende depressive Phasen schweren Ausmasses, zur Zeit mittelschwere Episode (ICD-10 F32.11), seit über sieben Jahren. Im Haushalt sei die Beschwerdeführerin seit dem 18. Januar 2007 bis auf weiteres zu 50
%
eingeschränkt. Im erlernten Beruf als Arztgehilfin und in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Masseurin sei die Beschwerdeführerin seit dem 1
8.
Januar 2007 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.6
Laut dem Arztbericht der
H._
vom 2
9.
Februar 2008 (
Urk.
8/130) bestehen bei der Beschwerdeführerin
(1.)
ein
HWS-Distorsions
trauma
05/2005
mit/bei (S13.4)
HWS & BWS knöchern radiologisch unauffällig (
Rx
. der HWS und BWS 05/05,
U._
),
Cervicalgien
mit Kopfschmerzen und Schwindelanfällen, posttraumatisch aktivierte PHS
tendinotica
rechts,
(2.)
ein
lumboradikuläres
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei (M54.5)
Discushernie
L5/S1 mit Nervenkompression rechts (MR
V._
08/2005),
Protrusion
L4/L5 ohne Nervenkompression (MRI
V._
08/2005) (M51.1) sowie
(3.)
ein Verdacht auf Fibromyalgie mit/bei (M79.10) Tenderpoints 18/18 positiv.
Die Beschwerdeführerin sei vom 16. Februar bis zum
9.
März 2006 in der Klinik hospitalisiert gewesen. Durch die regelmässige und motivierte Teilnahme an den Therapien habe sie partiell
rekonditioniert
werden können. Die Beweglichkeit und Körperkraft hätten mehr subjektiv als objektiv verbessert werden können, so dass noch weiterhin eine deutliche schmerzbedingte Einschränkung bezüglich Kraft und Mobilität des rechten Armes vorliege. Die Schmerzsituation sei gegen Ende des
Rehabi
litati
onsaufenthalts
wohl im Rahmen der physiotherapeutischen Mehrbelastung eher gestiegen. Der Beschwerdeführerin sei bei Klinikaustritt eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bis zum 1
5.
März 2006 attestiert worden. Danach werde ein berufli
cher Wiedereinstieg mit wechselbelastender Tätigkeit und Meidung monotoner bzw. gebückter Haltung sowie Überkopfarbeiten
empfohlen. Die Beschwerde
führerin habe vor, ihr Studio
für orientalische Kosmetik mit einer neuen Arbeitskraft zu besetzen. Zusätzlich werde sie sich mit der Vermarktung selbst entwickelter Produkte beschäftigen.
3.7
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
I._
vom 1
5.
Februar 2008
(
Urk.
8/131)
bestehen bei der Beschwerdeführerin eine posttraumatische
Periarthropathia
humeroscapularis
(PHS)
tendinotica
rechts bei partieller Läsion der
Bizepssehne
, Status nach Schulterrevision mit
Bizepstenotomie
2006 und Status nach
Metall
entfernung
und
Debridement
im Juni 2007, ein
chronisches
posttrau
matische
s
Cervicovertebralsyndrom
bei Status nach
Schleudertauma
der HWS sowie ein posttraumatisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 beidseits mit sensiblem Ausfall links bei
Discushernie
L5/S1 und
Discusprotrusion
L4/
5.
In ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin vom 1
4.
Mai 2005 bis zum 31. August 2007 zu 100
%
und seit dem
1.
September 2007 bis auf weiteres zu 50
%
arbeitsunfähig. In behinderungsangepasster Tätigkeit liege die Arbeitsfä
higkeit bei 50
%
.
3.8
Laut dem Arztbericht von
Dr.
J._
vom 1
5.
Mai 2008 (
Urk.
8/133/1-6) besteht bei der Beschwerdeführerin ein Status nach HWS-Trauma am 1
4.
Mai 200
5.
Die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
4.
Mai 2005 zu 100
%
arbeits
unfä
hig. Sie scheine sich auf ihre Beschwerden fixiert zu haben. In
behin
derungsan
gepasster
Tätigkeit sei ihr nach Anpassung ein Pensum von 22 Stunden pro Woche zumutbar.
3
.9
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
K._
vom
9.
August 2008 (
Urk.
8/140) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein Status nach
cervico-cephalem
Akzele
rations
-/
Dezelerationstrauma
vom „
head
con
t
act
“-Typ mit/bei milder traumati
scher Hirnverletzung und HWS-Distorsion im Rahmen einer
Heck
kollision
vom 1
4.
Mai 2005, ein posttraumatisches
cervico-encephales
Syndrom mit Funkti
onsstörung des
posturalen
Kontrollsystems, „
post
trauma
vision
“-Syndrom nach
Padula
bei Verdacht auf multisegmentale Läsionen der
cervicalen
Bewegungs
segmente
pp. der
cervicalen
Facettengelenke, neuro
psychologischen Defiziten,
geringgradiger
C5-Senke beidseits mit fluktuieren
dem Tinnitus
aurium
utq
cer
vicocochleo-synaptischen
Ursprungs, ein unklares Schmerzsyndrom an der rechten Schulter mit/bei Status nach partieller,
synovialseitiger
Supraspinatus
sehnenruptur
rechts, Bursitis
subakromialis
, Status nach
Supraspinatussehnen
doppelung
,
AC-Gelenks
resektion
,
Aufrichte
osteotomie
am
6.
September 2006 (
Dr.
med.
S._
), Status nach Schulterarthroskopie rechts,
arthrosko
pischer
subakromialer
Dekompression, offener
Supraspinatussehnenrevision
, Schraubenentfernung am
3.
Juli 2007 (Dr. med.
E._
), ein post
traumatisch aktiviertes PHS rechts mit/bei Kontusion am 1
4.
Mai 2005,
ein
lumbo-radikuläres
und
lumbo-spondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
Dis
kushernie
L5/S1 mit
Neuro
kompression
rechts (MRI 08/2005) und
Protrusion
L4/5 ohne
Nerven
kompression
(MRI 08/2005) sowie ein Verdacht auf Fibromy
algie mit/bei Tenderpoints 18 von 18 positiv.
Aufgrund der
belastungsabhängi
gen
Beschwer
den mit funktioneller Einschränkung (Schulterbeweglichkeit rechts, Kraft im rechten Ar
m und der rechten
Hand)
sowie den neuropsycholo
gischen Beschwerden mit verminderter Konzentrationsfähigkeit, Vergesslichkeit, ver
minderter Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sei die Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Therapeutin zur Zeit und bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsun
fähig. Für alle Tätigkeiten, mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten sowie in wirbelsäulenbelastenden
Tätigkeiten in Zwangshaltungen,
für lang andau
erndes reines Stehen insbesondere in
vornübergeneigter
Körper
haltung, für alle Tätigkeiten mit repetitiven Rumpf- oder HWS-rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich, sei die Beschwerdeführerin aufgrund der medizinischen Diagnosen nicht geeignet. Zumutbar erschienen körperlich leichte Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Mög
lichkeit zum Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, insbesondere kein Heben von schweren Lasten, nicht mehr als 10 kg kurzfristig und 2 kg länger
fristig.
In einer solchen der Behinderung angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht zu 50
%
arbeitsfähig.
3
.10
Laut dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS
M._
vom
2.
Juni 2009 (
Urk.
8/151) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1.) chronische Schulter-/Armschmerzen rechts bei
suba
cromi
alen
Impingement
und
Bicepstendinitis
rechts, M75.8, bestehend seit 2005, (2.) rezidivierende
Lumboischialgien
mit sensiblem S1-Syndrom links, M54.4, bestehend seit 2005, (3.) Diskushernien L5/S1,
Diskusprotrusion
L4/5, ED 08/05, M54.4, und
(4.)
ein kleiner Bandscheibenvorfall C6/C7 ohne
Kompressions
zei
chen
, ED 02/08, M50.2, sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(5.)
eine abgelaufene HWS-Distorsion 05/2005, Z87.3,
(6.)
vorbefundlich
:
chroni
fi
ziertes
tendomyotisches
Zervikalsyndrom
, bestehend seit 1995, M53.0,
(7.)
eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
, ED 2002, bestehend seit 1995, F45.1, und (8.) akzentuierte Persönlichkeitszüge, ED 2002, Z73, bestehend seit der Adoleszenz.
Es bestehe bei der Beschwerdeführerin eine Grosszahl von Beschwerden, die den Bewegungsapparat betreffen würden und ebenso eine grosse Zahl entsprechender Diagnosen, die im Laufe der Krankheitsgeschichte seit 1995 gestellt worden seien.
Subjektiv und objektiv relevant seien die Schulter-/Armschmerzen rechts, die anhand der jetzigen Untersuchungs
ergeb
nisse auf ein
Impingement
-Syndrom und auf eine Tendinitis der langen
Bizepssehne
zurückzuführen seien.
Der Beginn der meisten Beschwerden am Bewegungsapparat schildere die Beschwerdeführerin zeitlich im Zusammenhang
mit dem 2005 erlittenen Auffahrunfall. Ein
zervikozephales
und
zerviko
brachi
ales
Schmerzsyndrom sei jedoch seit 1995 dokumentiert. Damals sei die Beschwerdeführerin Opfer einer Tätlichkeit geworden und habe in der Folge Nacken-/Schulter-/Arm- und Kopfschmerzen entwickelt. Nach dem Autounfall, von dem die Beschwerdeführerin als Beifahrerin betroffen gewesen sei, sei es zu einer erheblichen
Schmerzexazerbation
gekommen, es seien erstmals lumbale Schmerzen angegeben worden. Wie bei früheren Untersuchungen sei
en
auch jetzt Diskrepanzen zwischen den geklagten Beschwerden und Einschränkungen, Befunden und beobachtbarem Verhalten festzustellen. Es müsse jedoch auf
grund der objektiven orthopädischen Befunde von einer relevanten
Funk
tions
einschränkung
an der rechten oberen Extremität ausgegangen werden, so dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kosmetikerin nicht mehr möglich sei. Eine angepasste Tätigkeit dürfe keine Anforderungen an Gebrauch und Einsatz der dominanten rechten oberen Extremität stellen, was in der Praxis kaum voll
ständig möglich sein werde. Deshalb und wegen der erforderlichen Anpassung und Kompensation der Einschränkungen an rechtem Arm und rechter Hand sei auch unter angepassten Bedingungen keine vollständige Arbeitsfähigkeit gege
ben.
Die psychopathologischen Auffällig
keiten seien von geringem
Krank
heits
wert
. Die daraus resultierenden Beein
trächtigungen würden als willentlich überwindbar eingeschätzt. Die Beschwerdeführerin selber halte denn auch die Führung eines normalen Lebens
für
möglich, wenn die Schulter-/Armschmerzen rechts abnehmen würden.
Die Prognose sei nicht ungünstig, die Beschwerde
führerin sei an einer Besserung ihres Gesundheitszustandes interessiert.
Bedenklich sei allenfalls die Tatsache, dass bereits zwei Eingriffe an der rechten Schulter an der
Schmerz
chronifizierung
nicht
s
zu ändern vermocht hätten und dass das
Krankheits
verhalten
der Beschwerdeführerin die Symptomausweitung und
Selbstlimi
tierung
begünstigen dürfte. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kosmetikerin sei nicht mehr zumutbar.
Eine Tätigkeit, die eine Schon
ung der rechten Schulter und des
rechten Armes erlaube, sei der Beschwerdeführerin zu 50
%
zumutbar. Die Einschränkung werde mit den Belastungen durch An
pas
sung und Kompensation des Ausfalls der dominanten oberen rechten Extremität begründet. Die Arbeitsfähigkeit könne sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit verbessert werden, wenn
Schmerz
syndrom
und Funktionseinschränkung an der rechten oberen Extremität durch medizinische Massnahmen reduziert würden. Die postulierte
Leistungs
minderung
für eine angepasste Tätigkeit würde dann entfallen. Zusammen
fassend sei der Beschwer
deführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit unter angepassten Bedingungen (Scho
nung der rechte
n oberen Extremität) ab dem 22.
Mai 2005 mit Zeiten 100%iger Arbeitsunfähigkeit im Februar und März 2006, September bis November 2006
,
Juli bis September 2007, sowie in der angestammten Tätigkeit als Kosmetikerin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1
4.
Mai 2005 und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1
6.
Februar 2006 zu attestieren.
3.11
Laut dem polydisziplinären Gutachten des
N._
vom 2
9.
März 2014 (Urk. 8/239
/80
) bestehen bei der Beschwerdeführerin keine Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden (1.)
residuelle
Schulterschmerzen rechts mit/bei: Status nach
Acromionaufrichte
osteotomie
mit AC-Gelenksresektion und
Supraspinatus
dop
pelung
wegen
Impingement
-Symptomatik am 06.09.2006 und Status nach
Schulterarthros
kopie
mit
subacromialer
Dekompression, offener
Supraspinatus
sehnenrevision
und Schraubenentfernung am
Acromion
am 03.07.2007, (2). chronische Schmerzen und Gefühlsstörungen im Bereich der rechten oberen Extremität ohne adäquates, objektivierbares neurologisches Korrelat,
(3.)
ein intermittieren
des
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei degenerativen Verän
derungen der LWS (
Diskusprotrusion
L4/L5 und Diskushernie L5/S1), aktuell ohne
neuroradikuläre
Rei
z
- oder Ausfallsymptomatik, sowie (4.) Prob
leme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (Z56).
Unter Berücksich
ti
gung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Beschwerdeführerin aus somati
scher Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Es bestehe eine mas
sive Diskrepanz zwischen den beklagten Beschwerden und Behinde
rungen im Alltag und den sehr diskreten objektivierbaren Befunden am Bewegungs
apparat bzw. Nervensystem.
Auch aus psychiatrischer Sicht könne keine psychische Störung diagnostiziert werden, daher bestehe keine Ein
schränkung mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht. Die Beschwerde
führerin fühle sich allerding
s
subjektiv nicht arbeitsfähig. Die geschilderten körperlichen und kognitiven Einschränkungen, die subjektiv eine verminderte Belastbarkeit hervorriefen, liessen sich medizinisch nicht erklären. Retrospektiv könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ange
nommen werden, dass die Beschwerdeführerin nie dauerhaft in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als selbständige Kosmetikerin seit spätestens Anfang 2008 wieder zu 100
%
arbeitsfähig. Auch in einer sonstigen Verweistätigkeit sei die Beschwerdeführe
rin uneingeschränkt arbeitsfähig. Der Gesundheitszustand habe sich seit dem 2
5.
März 2004 nicht verändert. Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor für alle bisherigen Tätigkeitsbereiche
als zu 100
%
arbeitsfähig zu beurteilen. Höchstens während der Zeit, als
sie
im Bereich der rechten Schulter operiert worden sei (September
2006
bis Oktober 2007) könne eine gewisse Einschränkung der Arbeitsfähigkeit angenommen werden.
3.12
Laut der Stellungnahme von
Dr.
med.
W._
, FMH Ortho
pädi
sche Chirurgie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der
Beschwerde
gegne
rin
vom
4.
April 2014 (
Urk.
8/
240
/16)
beruht das Gutachten des
N._
auf eige
nen Untersuchungen, erscheint schlüssig, umfassend und berücksichtigt die gesamte Aktenlage sowie sämtliche Beschwerden und Symptome der Beschwer
deführerin. Daher könne auf das Gutachten abgestellt werden. Es sei deshalb unverändert von einem relevanten Gesundheitszustand auszugehen, welcher nicht dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit verursache. Es könne davon ausgegan
gen werden,
dass die Beschwerdeführerin zu
100
%
arbeitsfähig in der zuletzt ausgeübten und in einer
angepassten Tätigkeit sei, ausgenommen nach de
n
Schulteroperationen, wo erfahrungsgemäss eine 3-4 Monate dauernde Rekon
valeszenz
mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit
bestehe.
4.
4.1
Im vorliegenden Verfahren zu prüfen ist die Frage, ob sich der Gesundheits
zu
stand der Beschwerdeführerin
im Zeitraum zwischen
dem
Einspracheentscheid
vom 20. Oktober 2003 (Urk. 8/97)
, mit welchem die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch de
r
Beschwerdeführer
in
nach umfassender Abklärung des Sachverhaltes verneint hat,
und der angefochtenen Verfügung vom
24
. März 2015 (Urk. 2) in
an
spruchs
relevan
ter
Weise verschlechtert hat.
4.2
Das polydisziplinäre Gutachten des
N._
vom 2
9.
März 2014 (Urk. 8/32) beant
wortet die gestellten Fragen um
fassend, berücksichtigt die von der Beschwer
deführerin ge
klag
ten Beein
trächti
gungen, wurde in Kenntnis und in
sorgfältiger
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
er
stellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
folgerun
gen in nach
voll
ziehbarer Weise hergeleitet.
Es waren die Fachrichtungen
Innere Medizin, Orthopädie
,
Neurologie und Psychiatrie
vertreten, womit es sich für die vorliegend zu beantwortenden Fragen als umfassend erweist.
Das Gut
achten wird damit den von der Recht
sprechung entwickelten Anforderungen an eine beweis
kräftige medi
zini
sche Stellung
nahme (E. 1.4) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zu
zuerken
nen, falls keine kon
kreten Indizien gegen die Zu
verläs
sigkeit der Ex
per
tise spre
chen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
).
4.3
Das Bundesgericht hatte sich bereits mehrmals mit der Frage der Befangenheit von
Dr.
O._
zu befassen. Im Entscheid 9C_970/2012 vom 2
3.
April 2013,
E.
4.3.2 erwog es, das
Dr.
O._
zur Last gelegte Verhalten betreffe eine Begut
achtung, die 2007 stattgefunden habe, somit fast fünf Jahre zurückliege und überdies eine andere versicherte Person betreffe. Im zu beurteilenden
Fall sei
der Versicherten
die Notwendigkeit einer Begutachtung mit Schreiben vom
5.
April 2012 mitgeteilt worden. Selbst wenn
Dr.
O._
einmal Jahre zuvor, entgegen seinen Angaben im Hauptgutachten, seine Gesamtbeurteilung ohne vorherige Rücksprache und ausdrückliches Einverständnis mit einem
Teilgut
achter
, der keine pathologischen Befunde erhoben habe, vorgenommen haben sollte, vermöchte dies nicht rund fünf Jahre später noch objektiv den Anschein von Befangenheit -
im Falle
der
Versicherten
als Experte zu amten - zu wecken. Für diese Annahme bedürfe es vielmehr anderer, die konkrete Begutachtung betreffende Umstände (vgl. auch das Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2014.00736 vom 3
1.
Oktober 2014,
E.
3.2).
Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung des Freispruchs von Dr.
O._
(Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB120296 vom 5. Februar 2013, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 6B_416/2013 und 6B_417/2013 vom
5.
November 2013) stellt das beschwerdeweise ins Feld geführte Strafverfahren gegen
Dr.
O._
keinen
Ausstandsgrund
dar. Hinrei
chend fassbare weitere, die konkrete Begutachtung betreffende Umstände, wel
che objektiv den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenom
menheit von
Dr.
O._
begründen würden, werden nicht geltend gemacht. Demnach ist bei
Dr.
O._
nicht von einer Befangenheit auszugehen.
4
.4
Auch vermag der Einwand, die Gutachterstelle des
N._
sei gewinnorientiert, für sich allein weder zur fehlenden Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Gutachter noch zu einer Verminderung des Beweiswertes der Expertise führen (vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_272/2012 vom 2
9.
Mai 2012 E. 4.2
i.f
. mit Hin
weis auf BGE 137 V 210 E. 1.3.3 und 1.3.4).
Unter dem Gesichtspunkt der wirt
schaftlichen Abhängigkeit führen nach gefestigter Rechtsprechung der regel
mässige
Beizug
eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand (SVR 2009 UV Nr. 32 S. 111, 8C_509/2008 E. 6; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69, 9C_67/2007 E. 2; RKUV 1999
S.
193, U 212/97 E. 2a/
bb
). Hinsichtlich der MEDAS als Institution gilt sinngemäss ohnehin, dass sich ein
Ausstands
begehren
stets nur gegen Personen und nicht gegen Behörden richten kann; nur die für eine Behörde tätigen Personen, nicht die Behörde als solche, können befangen sein (SVR 2010 IV
Nr.
2 S. 3, 9C_500/2009 E. 2.1; Urteil 9C_603/2010 vom
6.
Oktober 2010
E.
5.2). Im Rah
men einer administrativen Sachverhaltsabklärung liegt selbst dann kein for
meller
Ausstandsgrund
vor, wenn von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit der MEDAS von der Invalidenversicherung auszugehen wäre; denn ein
Ausstands
grund
ist nicht schon deswegen gegeben, weil jemand
Aufgaben für die Ver
waltung erfüllt, sondern erst bei persönlicher Befangenheit (SVR 2010 IV Nr. 66 S. 199, 9C_304/2010 E. 2.2).
4.
5
Inwiefern beim
N._
der Wahrung des Arztgeheimnisses nicht Genüge getan werden könnte, weil sich in dessen Verwaltungsrat keine Ärzte befinde
n, ist sodann nicht ersichtlich.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin besteht keine Pflicht der begutachtenden Ärzte, dem Verwaltungsrat über den konkre
ten Inhalt der von ihnen erstellten
Gutachten Auskunft zu erteilen und im Übri
gen unterliegen auch Hilfspersonen dem Berufsgeheimnis im Sinne von
Art.
321 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB).
Ebenso wenig ergibt sich aus dem Umstand, dass der Verwaltungsrat aus
Nichtme
dizinern
besteht, eine erhöhte Gefahr einer unerwünschten Ein
mi
schung und Beeinflussung bei der Beguta
chtung, vielmehr erscheint diese
Gefahr
im Gegenteil
eher
grösser, wenn die entsprechende Leitungsperson ebenfalls über medizinisches Fachwissen verfügt.
Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdeführerin aus gesetzlichen Vorschriften über die Organisation von Anwaltskanzleien, da es sich beim
N._
nicht um eine solche handelt.
4.
6
Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren, dass die am
N._
-Gutachten beteilig
ten
Dr.
med.
AA._
, Fachärztin für Neurologie FMH, sowie
Dr.
med.
BB._
, Facharzt für Orthopädie & Unfallchirurgie, über ke
ine
Berufs
aus
übungsbewilligung
in der Schweiz verfügten und somit nicht zur Durchführung von Gutachten befugt seien (
Urk.
1 S. 11).
Eine aktuelle Recherche im
Medizi
nalberuferegister
(www.medregom.admin.ch)
ergibt
, dass
Dr.
AA._
im Jahr 2014 über eine Berufsausübungsbewilligung im Kanton Zürich verfügt hat, dann aber abgemeldet worden ist. Im Jahr 2013 verfügte sie sodann über eine Bewilligung als 90-Tage Dienstleister im Kanton Schwyz.
Dr.
BB._
verfügt über eine Bewilligung im Kanton Zug seit 2015, sowie über Bewilligungen als 90-Tage Dienstleister in den Kantonen Schwyz und Zürich im Jahre 2013 und im Kanton St.
Gallen im Jahr 201
6.
Als Adresse für den Bewilligungskanton Schwyz wird diejenige des
N._
aufgeführt.
Es lässt sich damit nicht feststellen, dass die beiden Gutachter über gar keine Berufsausübungsbewilligung verfüg
ten, tatsächlich ist e
s
aber unklar, ob eine solche im Zeitpunkt der Begutach
tung
vorhanden war
.
Selbst wenn
keine Bewilligung vorhanden gewesen sein sollte
, führt dies
aber
nicht zu einem Beweisverwertungsverbot, schreibt doch das Bundesrecht mit Blick auf die Begutachtung keine solche Bewilligung vor (Urteile
des Bundesgerichts 9C_121/2016 vom 2
7.
April 2016 E. 4.3;
9C_526/2014 vom
3.
Dezember
2014 E. 5.5; 8C_436/2012 vom 3.
Dezember 2012 E. 3.4).
Dass die beiden Ärzte nicht
über die nötige fachliche Qualifikation verfügen, rügt die Beschwerdeführerin zu Recht nicht.
Ebenso unterliegt das Gutachten des
N._
nicht deshalb dem
Beweis
verwertungs
gebot
, weil die Gutachten gemäss der
Art.
6
lit
. b der Vereinbarung zwischen dem Bundesamt für Sozialversicherungen
(BSV)
und den
Gutachter
stellen
betreffend die Durchführung von polydisziplinären Gutachten zur Beur
teilung von Leistungsansprüchen in der Invalidenversicherung innerhalb einer Frist von
110 Tagen zu erstellen sind.
Soweit das
N._
generell der Vereinba
rung nicht nachkommt, liegt es am BSV als Vertragspartnerin
,
die in der Ver
einbarung vorgesehenen Sanktionen zu treffen.
4.7
Was den Einwand der Beschwerdeführerin anbelangt, das Gutachten des
N._
beantworte ihre Zusatzfragen vom 1
5.
Oktober 2012 (
Urk.
8/213) nicht, so ist festzuhalten, dass Fragen bezüglich der Kausalität der gesundheitlichen Beein
trächtigungen mit den Folgen des Verkehrsunfalles vom 1
4.
Mai 2005 im Rah
men des IV-Verfahrens irrelevant sind, das Gutachten aber im ortho
pädischen Teilgutachten eine Unfallkausalität ausdrücklich verneint (Urk. 8/239/63-64). Die Frage nach den der Beschwerdeführerin noch möglichen Tätigkeiten werden sodann durch das Gutachten beantwortet und es wird ebenso eine
Gesamtbeur
teilung
vorgenommen
(
Urk.
8/239/80-96)
.
Soweit einzelne Zusatzfragen unbe
antwortet geblieben sind, führt dies nicht zu einer Unverwertbarkeit des Gut
achtens.
4.8
Aus dem Umstand, dass im Gutachten des
N._
nicht das korrekte Datum der Erteilung des Gutachtensauftrags durch die Beschwerdegegnerin genannt wird, kann nicht auf eine grundsätzlich falsche Sachverhaltsdarstellung geschlossen werden.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin erweist es sich sodann auch nicht als erforderlich, dass sämtliche früher erstellten MRI und Röntgen
bilder den Gutachtern in bildgebender Form vorliegen müssen, sondern es erweist sich als genügend, dass die entsprechenden Berichte vorhanden sind. Richtig ist der Einwand der Beschwerdeführerin, dass entgegen dem Gutachten (
Urk.
8/239/31) im August 2005 keine neurologische Untersuchung durch
Dr.
A._
durchgeführt worde
n ist, eine solche nahm aber
Dr.
J._
vor (Urk.
8/125/3).
Der Sachverhalt wird mithin in diesem Punkt im Gutachten absolut korrekt wiedergegen, es erfolgte einzig eine Verwechslung beim Namen des Arztes. Auch nicht als Mangel am Gutachten angesehen werden kann der Umstand,
dass
einerseits erwähnt wird, dass ein Detektiv keine offensichtlichen körperlichen Behinderungen habe beobachten können, während ein paar Monate später eine Operation an der Schul
ter vorgenommen worden sei
(Urk. 8/239/31-32), handelt es sich doch dabei lediglich um eine Zusammen
fassung der Aktenlage und nicht um Feststellungen der Gutachter selber.
4.9
Im Rahmen der Begutachtung beim
N._
wurden am 1
2.
Dezember 2013 aktu
elle Röntgenbilder der HWS und des rechten Schultergelenks angefertigt (
Urk.
8/239/58-59).
In den meisten Fällen ist die Diagnose bereits aufgrund von Anamnese und klinischer Untersuchung sowie mit einem kon
ventionellen Rönt
genbild möglich. Die Erstellung eines MRI ist dagegen nicht zwingend notwen
dig. Bildgebende Befunde sind auch nicht genügend, um eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu belegen, sondern es stehen diesbezüglich die klinischen Untersuchungen im Vordergrund. Die Gutachter des
N._
konnten erhebliche Diskrepanzen zwischen den geschilderten Befunden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin in unbeo
bachteten Momenten feststellen. Die Beschwerden waren im Rahmen der klinischen Untersuchung inkonsistent und konnten
bei den
einzelnen Testungen nicht objektiviert werden. Insbesondere bei der Untersuchung des rechten Schultergelenks sowie des rechten Zeigefingers war eine deutliche Aggravationstendenz festzustellen (
Urk.
8/239/63).
Dies
korres
pondiert
durchaus mit der Beurteilung der MEDAS
M._
im Gutachten vom
2.
Juni 2009 (
Urk.
8/151/33), wonach die objektiven Beeinträchtigungen weniger deutlich sind als die subjektiv geschilderten und rechter Arm und rechte Hand mit minimaler Schonung eingesetzt werden. Die Ärzte der MEDA
S
M._
wiesen darauf hin, dass bei der Beschwerdeführerin die Schmerzsymptomatik im Vordergrund steh
t
und hielten die Arbeitsfähigkeit
unter entsprechenden medizinischen Massnahmen für steigerungsfähig.
Wie bereits ausgeführt (E. 1.5) ist bei den Beurteilungen der behandelnden Ärzte
sodann
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sie mitun
ter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen.
5.
Zusammen
fassend ist damit festzuhalten, dass sich
gestützt auf das Gutachten des
N._
vom 2
9.
März 2014 (
Urk.
8/239) ergibt, dass sich
der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin zwischen dem 20. Oktober 2003 und dem 24. März 2015 nicht
dauerhaft und
in
an
spruchs
releva
n
ter
Weise verschlechtert hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann - mit Hinweis darauf, dass einerseits die Beschwerdeführerin auch nach Ansicht aller behandelnden Ärzte in ange
passter Tätigkeit wenigstens zu 50 % arbeitsfähig war und ist (vgl. E. 3.4 bis E. 3.10) und andererseits in den Jahren 1997 bis 2008 mit Ausnahme des Jahres 2002 (Jahresverdienst bei der
CC._
in Höhe von
Fr.
99.--) lediglich den
Mini
malbeitrag
als Nichterwerbstätige entrichtet hat - offen bleiben, welche Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
oder gemischte Methode) und welches allfällige
Valideneinkommen
einer Invaliditätsbemessung überhaupt zugrunde zu legen wäre.
6
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von 200
1000 Franken festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr.
1‘0
00.--
festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.