Decision ID: 848d4c6f-f9f0-5e2f-9178-dd638da5c533
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Helsana Unfall AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war vom 4. August 2003 bis 30. April 2007 als Controller bei der B._ tätig
und dadurch bei der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana) gegen die
Folgen von Unfällen versichert (act. K1 und K5).
A.b Am 7. August 2006 meldete der Versicherte der Helsana einen Unfall. Er sei am
6. August 2006 beim Aussteigen aus einem Fahrzeug bei einer Drehbewegung mit dem
linken Knie zusammengebrochen (act. K1). Dr. med. C._, Orthopädie FMH, bestätigte
im Arztzeugnis vom 21. August 2006 eine Erstbehandlung am 7. August 2006 und
erhob als Befunde am linken Knie einen Streckausfall und eine vordere Instabilität,
jedoch keine Druckdolenz. In den Konsultations-Notizen vom 7. August 2006 hatte er
zudem einen Erguss und einen schmerzhaften Lachmann vermerkt. Die Stabilität wurde
als nicht richtig beurteilbar und der Seitenbandapparat als stabil bezeichnet.
Anamnestisch hielt Dr. C._ fest, der Versicherte habe vor neun Jahren beim
Fussballspiel ein erhebliches Rotationstrauma mit hörbarem Knall erlitten. Es sei eine
Überdehnung der Bänder diagnostiziert worden, jedoch keine Behandlung erfolgt.
Später habe Beschwerdefreiheit bestanden. Ausser Fussball habe der Versicherte
Sport betreiben können. Seither habe er zwei weitere leichte Distorsionen erlitten. Es
seien keine Unsicherheit, kein Einsinken, keine Schwellung und keine Blockaden
vorgekommen. Das Knie sei jedoch nicht gleich belastbar gewesen. Eine am 8. August
2006 im Stephanshorn Radiologie Zentrum durchgeführte kernspintomographische
Untersuchung hatte insbesondere eine alte Ruptur des vorderen Kreuzbands
(nachfolgend: VKB) links, eine Zerrung des medialen Seitenbands links sowie eine
mögliche leichte Kontusion des medialen Meniskushinterhorns ohne Einrisse
hervorgebracht, worauf Dr. C._ im Arztzeugnis vom 21. August 2006 entsprechende
Diagnosen stellte. In den Konsultations-Notizen vom 7. August 2006 ist sodann die
Verdachtsdiagnose einer Meniskusläsion links angeführt (act. M1).
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A.c Am 16. Februar 2007 berichteten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) über eine Erstbehandlung des Versicherten am
15. Februar 2007 auf der zentralen Notfallabteilung. Als Befunde erhoben sie eine
massive Schwellung und deutliche Ergussbildung im gesamten linken Knie, eine
Flexion/Extension 80/30/0°, jeweils endgradig schmerzhaft eingeschränkt, und einen
positiven Lachmann-Test mit weichem Anschlag. Menisken und Seitenbänder seien
aufgrund der starken Schmerzsymptomatik nicht nachprüfbar gewesen. Die
Röntgenuntersuchung ergab keinen Hinweis auf ossäre Läsionen, zeigte jedoch eine
deutliche Ergussbildung. Die Ärzte diagnostizierten einen traumatischen
Kniegelenkerguss links bei Status nach alter VKB-Ruptur und attestierten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 15. bis 22. Februar 2007 (act. M2). Am 20. Februar 2007
erfolgte durch die Arbeitgeberin des Versicherten eine Unfallmeldung bei der Helsana,
gemäss der dieser am 14. Februar 2007 bei einem Sprung vorwärts mit dem linken
Knie eingebrochen sei (act. K2). Am 8. März 2007 führte Dr. C._ - assistiert von Dr.
med. D._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), - eine
mediale Meniskektomie sowie eine Kreuzbandersatzplastik mit Patellarsehne durch.
Die Indikation sei durch die Instabilität und die Schmerzen gegeben gewesen (act. M8).
Im Austrittsbericht vom 14. März 2007 diagnostizierte Dr. C._ eine Korbhenkelläsion
des medialen Meniskus sowie eine alte Ruptur des VKB links (act. M6). Der
postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Nach einer stufenweisen
Erhöhung der Arbeitsfähigkeit erfolgte schliesslich am 30. April 2007 die
Wiederaufnahme der Arbeit zu 100%. Die unfallbedingte Heilbehandlung dauerte bis
17. September 2007 (act. M9). Zwischenzeitlich hatte der Versicherte am 13. März
2007 im Fragebogen zum Unfallhergang angegeben, bei einem Lauftraining mit
sprunghaftem Geradeauslaufen mitgemacht zu haben. Beim Aufsetzen nach einem
solchen Schritt sei ihm das linke Knie eingeknickt (act. K3).
A.d Am 5. Juli 2009 erfolgte durch die Arbeitgeberin eine als Rückfall zum Unfall vom
14. Februar 2007 bezeichnete Schadenmeldung (act. K5). Dr. D._ diagnostizierte im
Arztzeugnis vom 5. August 2009 eine VKB-Insuffizienz nach Ersatzplastik links 2007.
Laut den Angaben des Versicherten hätten nach dem vorgenannten Eingriff ein
unsicheres Gefühl bzw. Instabilitätsgefühl und Belastungsschmerzen dorso-medial im
linken Knie persistiert (act. M11, vgl. auch M14). Eine MRI-Untersuchung des linken
Kniegelenks vom 5. November 2009 ergab einen suffizienten Ersatz des vorderen
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Kreuzbands, eine unauffällige Darstellung der übrigen Bänder, einen Zustand nach
Teilresektion des medialen Meniskus, eine unauffällige Darstellung der übrigen
Menisken, eine gering ausgeprägte Gonarthrose im medialen Kompartiment sowie eine
Dysplasie der Patella (act. M13). Im Bericht vom 27. November 2009 sprach Dr. D._
von einer möglichen Reoperation. Eine Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor (act. M14 ff.).
Mit Schreiben vom 14. Mai 2010 teilte die Helsana Dr. D._ mit, dass sie ein
Kostengutsprache-Gesuch für einen Spitaleintritt am 2. Juni 2010 erhalten hätte. Darin
werde er als behandelnder Arzt angegeben, weshalb er ersucht werde, den
Spitaleintritt schriftlich zu begründen (act. M17). Dr. D._ liess hierauf mit Schreiben
vom 25. Mai 2010 vernehmen, dass der Versicherte seit dem 19. Juni 2009 in seiner
Behandlung stehe. Er klage über therapieresistente Schmerzen medial im linken Knie.
Zudem gebe er ein leichtes Instabilitätsgefühl des linken Kniegelenks an. Es sei eine
Arthroskopie mit eventueller VKB-Revision geplant (act. M18). Mit Schreiben vom
13. August 2010 berichtete Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, über
eine Konsultation des Versicherten vom 4. Mai 2005 wegen eines Knietraumas bzw.
einer Rotationsbewegung im linken Knie beim Judo im Jahr 2005, welches bzw. welche
zu einem knackenden Geräusch geführt und einen Schmerz verursacht habe (act.
M21).
A.e Nach Einholung einer Beurteilung durch ihren beratenden Arzt, Dr. med. F._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH (act. M19), eröffnete die Helsana dem
Versicherten mit Verfügung vom 16. August 2010, dass die Rückfallkausalität der
aktuellen Kniebeschwerden links zum Ereignis vom 14. Februar 2007 aufgrund der
medizinischen Abklärungsergebnisse nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt sei. Die jetzt beklagten Beschwerden seien
Instabilitätsbeschwerden, welche ursächlich auf die alte Kreuzbandverletzung von 1997
zurückzuführen seien. Es bestehe deshalb kein Anspruch auf Versicherungsleistungen.
Für die Übernahme der weiteren Heilbehandlungskosten solle er sich bei der
zuständigen Krankenversicherung anmelden (act. K20).
B. Die vom Versicherten am 15. September 2010 erhobene Einsprache (act. K21) wies
die Helsana mit Einspracheentscheid vom 6. Juni 2011 ab (act. K24).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 29. Juni 2011
mit dem Antrag, es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig
gewesen wäre und immer noch sei, weil die Beschwerden mit höherer
Wahrscheinlichkeit auf die Ereignisse 2006/2007 zurückzuführen seien bzw. mit diesen
in einem natürlichen Kausalzusammenhang stünden.
C.b In der Beschwerdeantwort beantragt die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde.
C.c Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers
erforderlichen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und in dessen Folge
eingetretener Gesundheitsschädigung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3.1) sowie die Bestimmung
über den Anspruch auf Versicherungsleistungen bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11
der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) zutreffend dar. Darauf
ist zu verweisen. In Bezug auf den natürlichen Kausalzusammenhang ist zu ergänzen,
dass dessen Bejahung nicht erfordert, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare
Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat und mithin eine Teilursache für - allenfalls erst
nach einem Rückfall eintretende - gesundheitliche Störungen darstellt (BGE 119 V 337
E. 1, 118 V 289 E. 1b, 117 V 360 E. 4a, 117 V 376 E. 3a; RKUV 2000 Nr. 377 S. 185 E.
4a). Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
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Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Während die
Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs aufgrund der Feststellungen bei
den medizinischen Untersuchungen erfolgt und Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist,
obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen
Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a).
1.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Herkunft noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten
versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
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Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich
Rückfällen und Spätfolgen zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten
natürlichen Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende
Tatsache. Die diesbezüglichen Konsequenzen bei Beweislosigkeit trägt damit die
versicherte Person. Selbstverständlich greift diese Beweisregel erst dann Platz, wenn
die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz
rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern
das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Grundsätzlich sind Sachverhalte
mit gleicher Möglichkeit, aber auch mit gleicher Wahrscheinlichkeit denkbar. Das
Gericht hat von demjenigen Sachverhalt auszugehen, den es von allen möglichen und
wahrscheinlichen Geschehensabläufen als den wahrscheinlichsten würdigt (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen; Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3.
Aufl. Bern 2003, S. 451 f.).
2.
Streitig und zu prüfen ist in erster Linie, ob zwischen den am 5. Juli 2009 gemeldeten
Beschwerden im linken Knie und dem Ereignis vom 14. Februar 2007 ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall bejaht werden kann. Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 14. Februar 2007
anerkannt, ist für die Heilbehandlungskosten - insbesondere für die am 8. März 2007
operativ durchgeführte mediale Meniskektomie -, aber auch für die
unbestrittenermassen wegen einer alten Kreuzbandverletzung von 1997 erforderlich
gewordene Kreuzbandersatzplastik mit Patellarsehne aufgekommen und hat für die mit
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dem fraglichen Ereignis bzw. dem vorgenannten operativen Eingriff verbundene
Arbeitsunfähigkeit Taggeldleistungen erbracht (act. K6, K19, M2, M 7 ff.).
Beschwerdeweise führt der Beschwerdeführer neben dem Ereignis vom 14. Februar
2007 auch das Ereignis vom 6. August 2006 als überwiegend wahrscheinliche Ursache
für die am 5. Juli 2009 gemeldeten Beschwerden an.
3.
3.1 Beim Ereignis vom 6. August 2006 knickte der Beschwerdeführer beim Aussteigen
aus einem Fahrzeug bei einer Drehbewegung bzw. beim Strecken des rotierten linken
Knies aus der Beugung mit dem Knie ein, worauf ein Erguss sowie eine starke
Bewegungseinschränkung auftraten. Eine MRI-Untersuchung vom 8. August 2006
zeigte insbesondere einen grösseren Kniegelenkerguss, eine leichtgradige Zerrung des
medialen Seitenbands, eine alte Ruptur des VKB proximal sowie eine mögliche leichte
Kontusion des medialen Meniskushinterhorns ohne Einrisse. Dr. C._ diagnostizierte
entsprechend eine alte Ruptur des VKB sowie eine Zerrung des medialen Seitenbands
links (act. (act. K1, M1). Das Ereignis vom 14. Februar 2007, bei welchem dem
Beschwerdeführer bei einem sprunghaften Geradeauslaufen bzw. beim Aufsetzen nach
einem solchen Schritt das linke Knie eingeknickt war (act. K3), hatte ebenfalls einen
Kniegelenkerguss sowie eine schmerzhaft bedingt eingeschränkte Beweglichkeit zur
Folge. Bei der am 8. März 2007 vorgenommenen Arthroskopie fand Dr. C._ im
Gegensatz zum MRI-Befund vom 8. August 2006 neben der bereits erhobenen alten
Ruptur des VKB links eine frische Korbhenkelläsion des medialen Meniskus und führte
im gleichen Eingriff eine mediale Meniskektomie sowie eine Kreuzbandersatzplastik mit
Patellarsehne durch (act. M3, M6 ff.). Laut Angaben in der Beschwerde vom 29. Juni
2011 hatte der Beschwerdeführer nach der Operation vom 8. März 2007 diffuse
Schmerzen verspürt, die er zunächst als normale postoperative Beschwerden
eingestuft habe. Da sie aber zwei Jahre später immer noch nicht abgeklungen seien
und sich zudem ein "Knacksen" im Knie sowie ein Gefühl, dass dieses nicht so wie
vorher "zusammenhalte", bemerkbar gemacht habe, habe er am 19. Juni 2009 (vgl. act.
M11) Dr. D._ konsultiert. Am 5. Juli 2009 erfolgte sodann die entsprechende
Rückfallmeldung (act. K5). Während der Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, die
aktuellen Beschwerden (Instabilität, Knacksen im Knie, Schmerzen durch Arthrose)
hätten erst nach der Operation vom 8. März 2007 eingesetzt und seien deshalb auf die
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Ereignisse in den Jahren 2006 oder 2007 zurückzuführen, geht die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 6. Juni 2011 davon
aus, dass die Diagnosen und Beschwerden zum Rückfall eher auf die im Jahr 1997
erlittene VKB-Ruptur (über diese bzw. ein entsprechendes Ereignis liegen keine Akten
vor, weil sich der Beschwerdeführer nicht in Behandlung begeben hatte [act. K14 ff.])
als den Meniskusriss zurückzuführen seien. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei
auf die ärztliche Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. F._ vom 2. Juni 2010. Dieser
hält fest, der Beschwerdeführer habe sich die Kreuzbandverletzung etwa im Jahr 1997
zugezogen. Die jetzt beklagten Beschwerden seien Instabilitätsbeschwerden, welche
ursächlich auf die alte Kreuzbandverletzung zurückgingen. Eine Verursachung der
aktuell beklagten Beschwerden durch die Ereignisse der Jahre 2006 und 2007 bzw.
eine diesbezügliche Rückfallkausalität sei lediglich möglich (act. M13).
4.
4.1 Aufgrund der medizinischen Akten sowie der Erkenntnisse in der medizinischen
Literatur erscheint die Beurteilung von Dr. F._ schlüssig und überzeugend.
4.2 In den medizinischen Akten richtungweisend ist, dass die VKB-Ruptur bzw. die
Ersatzplastik links vom 8. März 2007 durchgehend als zu therapierende
Gesundheitsschädigung bzw. Diagnose genannt werden (vgl. act. M1 ff). Auch als nach
dem Eingriff vom 8. März 2007, bei dem auch die Meniskusläsion operativ behandelt
wurde, ein Instabilitätsgefühl sowie Belastungsschmerzen persistierten, wurden nur
noch eine vordere Kreuzbandinsuffizienz nach Ersatzplastik links 2007 und eine
Chondropathie diagnostiziert sowie eine Arthroskopie mit eventueller VKB-Revision
geplant. Die Meniskusproblematik wurde nicht mehr erwähnt (act. M14, M18).
4.3 Die Kausalitätsbeurteilung, wonach die Rückfallkausalität der am 5. Juli 2009
gemeldeten behandlungsbedürftigen Kniebeschwerden zu den Ereignissen vom 6.
August 2006 und 14. Februar 2007 gegenüber einer solchen zur VKB-Ruptur im Jahr
1997 deutlich weniger wahrscheinlich erscheint, wird sodann auch durch die vom
Beschwerdeführer im Rahmen der Rückfallmeldung vom 5. Juli 2009 hauptsächlich
geltend gemachte Instabilität des linken Kniegelenks gestützt. Im angefochtenen
Einspracheentscheid weist die Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung mit der
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medizinischen Literatur darauf hin, dass die chronische Instabilität eine typische Folge
einer unbehandelten VKB-Ruptur darstelle (vgl. dazu <http://www.klinik-am-ring.de/
kreuzband/kreuzbandriss.html>, <http://www.burkart-sportorthopaedie.de/Knie/
Kreuzband.html>, <http://www.orthozentrum.ch/Huefte-und-Knie/
Kreuzbandriss.aspx>, abgerufen am 15. Dezember 2011; Alfred M. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 1099, 1103). Entsprechend
sind den Akten - entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers – denn auch
Hinweise auf bereits vor den Unfällen von 2006 und 2007 bzw. der Operation vom 8.
März 2007 seit mehreren Jahren bestehende Instabilitätszeichen im Bereich des linken
Kniegelenks zu entnehmen. Zwar notierte Dr. C._ zur Konsultation des
Beschwerdeführers vom 7. August 2006 infolge des Ereignisses vom 6. August 2006,
dass nach dem Rotationstrauma vor neun Jahren Beschwerdefreiheit bestanden habe
und keine Behandlung durchgeführt worden sei. Es hätten keine Unsicherheit, kein
Einsinken, keine Schwellung und keine Blockaden bestanden. Andererseits wurde
beigefügt, dass das Knie nicht gleich belastbar gewesen sei. Auch in seinen Berichten
vom 21. August und 3. November 2006 erhob Dr. C._ als Befund eine antero-laterale
Instabilität (act. M1). Über eine Konsultation vom 16. Februar 2007 notierte er, der
Beschwerdeführer berichte entgegen seiner letzten Aussage, bezüglich seines linken
Knies nicht immer sicher gewesen zu sein (act. M2). Im Arztzeugnis vom 21. Februar
2007 vermerkte er unter der Rubrik "Allgemeinzustand: Folgen von Krankheiten und
Unfällen sowie Körperanomalien (Invalidität; b])" eine leichte Instabilität nach
Kreuzbandruptur vermutlich vor neun Jahren (act. M3). Damit übereinstimmend wurde
im Bericht vom 8. August 2008 über die gleichentags durchgeführte MRI-Untersuchung
als Indikation eine seit einem Distorsionstrauma des linken Knies vor neun Jahren
bestehende Unsicherheit angeführt und die Frage nach einer alten
Kreuzbandverletzung gestellt (act. M1). Laut Bericht von Dr. E._ vom 13. August
2010 fand ausserdem - wenn auch ohne Nennung einer Instabilitätsproblematik -
bereits am 4. Mai 2005 eine Konsultation wegen Knieschmerzen links nach einer
Rotationsbewegung statt (act. M21). Das vom Beschwerdeführer bezüglich des
Ereignisses vom 6. August 2006 in der Unfallmeldung vom 7. August 2006 erwähnte
"Zusammenbrechen" mit dem linken Knie (= Einknicken des Knies) stellt sodann nach
der medizinischen Literatur ebenfalls ein Instabilitätssymptom dar (vgl. dazu
Debrunner, a.a.O., S. 1099, 1103). Die vorstehenden Erwägungen zeigen mithin
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übereinstimmend auf, dass der Beschwerdeführer einer unzutreffenden Wahrnehmung
unterliegt, wenn er aussagt, er erinnere sich in der Zeit von 1997 bis etwa 2008 an
keinerlei Instabilitätsbeschwerden. Die medizinischen Akten lassen eindeutig erkennen,
dass das linke Knie bereits vor dem operativen Eingriff vom 8. März 2008 seit mehreren
Jahren mit einer Instabilität behaftet war.
4.4 Das Erleiden einer VKB-Ruptur mit anschliessender Instabilität, die nachfolgende
Entstehung eines Meniskusschadens, die aufgrund dieser Gesundheitsschäden
notwendig gewordene Kreuzbandersatzplastik mit Patellarsehne und die mediale
Meniskektomie sowie letztlich die Entwicklung einer Gonarthrose aus der
Meniskusläsion stellen gemäss medizinischer Erfahrungstatsache eine durchaus
wahrscheinliche Kausalitätskette dar. Laut der einschlägigen medizinischen Literatur
führe eine VKB-Ruptur wegen der Instabilität zur Entstehung von Meniskus- und
Knorpelschäden, insbesondere bei chronischem Verlauf. Nach Läsionen des vorderen
Kreuzbands werde das Hinterhorn des medialen Meniskus durch die anteriore
Instabilität (vordere Schublade) unphysiologisch beansprucht, wenn der mediale
Femurkondylus über die hintere Tibiakante abrutsche. Nach Entfernung solcher
Menisken nehme die Instabilität noch zu, und der gestörte Gleitmechanismus führe mit
der Zeit zu degenerativen Veränderungen, schliesslich zur Gonarthrose. Wenn die
Instabilität nur mässig stark sei, könne ein Kreuzbandriss unter Umständen - wie
offensichtlich im vorliegenden Fall - viele Jahre unerkannt bleiben und dem Betroffenen
zunächst keine Beschwerden machen. Es ist also keineswegs abwegig, dass der
Beschwerdeführer nach der VKB-Ruptur zunächst beschwerdefrei blieb. Dies kommt
offenbar gerade bei Personen mit guter muskulärer Kompensation - der
Beschwerdeführer hat offensichtlich Sport betrieben - vor. Dass ausgerechnet nach der
am 8. März 2007 arthroskopisch diagnostizierten frischen Korbhenkelläsion des
medialen Meniskus infolge des Ereignisses vom 14. Februar 2007 Beschwerden
verstärkt wahrgenommen worden sind, ist in Anbetracht der vorstehenden
medizinischen Erkenntnisse ohne weiteres nachvollziehbar. Die Kniegelenkssituation
erreichte offensichtlich in diesem Moment einen erschwerenden Zustand, der sich
entsprechend bemerkbar machte. Wie vorne ausgeführt, schadet eine chronische
Instabilität dem Meniskus, v.a. dem medialen Hinterhorn (vgl. dazu Debrunner, a.a.O.,
S. 1057, 1100; <http://www.klinik-am-ring.de/kreuzband/kreuzbandriss.html>, <http://
www.burkart-sportorthopaedie.de/Knie/
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Kreuzband.html>, <http://www.orthozentrum.ch/Huefte-und-Knie/
Kreuzbandriss.aspx>, abgerufen am 15. Dezember 2011). Die Meniskusläsion stellt
damit eine mögliche Folgeerscheinung der VKB-Ruptur dar und bildet mithin ein Glied
der Kausalitätskette, an deren Anfang die - nicht bei der Beschwerdegegnerin
versicherte - VKB-Ruptur steht.
4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im konkreten Fall verschiedene Faktoren
für die Rückfallkausalität der am 5. Juli 2009 gemeldeten behandlungsbedürftigen
Kniebeschwerden zur VKB-Ruptur aus dem Jahr 1997 sprechen und die
Meniskusläsion mit den nachfolgenden Beschwerden ohne weiteres in die Problematik
mit einer VKB-Ruptur eingereiht werden kann. Damit drängt sich die Annahme einer
isolierten Rückfallkausalität in Bezug auf die Ereignisse vom 6. August 2006 und 14.
Februar 2007 in keiner Weise auf. Vielmehr erscheinen die Indizien für eine
Rückfallkausalität zur VKB-Ruptur wahrscheinlicher. Im besten Fall könnten die beiden
Kausalitäts-Varianten als gleichgestellt betrachtet werden, womit aber die
Rückfallkausalität mit Bezug auf die Ereignisse vom 6. August 2006 und 14. Februar
2007 nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Locher,
a.a.O., S. 451 f.) nachgewiesen ist. In diesem Sinn erscheint auch die Beurteilung von
Dr. F._ vom 2. Juni 2010, der die als Rückfall gemeldeten
Instabilitätsbeschwerden auf die VKB-Ruptur zurückführt (act. M19), schlüssig und
überzeugend.
5. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 6. Juni 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 16.02.2012 Art. 6 UVG; Art. 11 UVV: Gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten ist die im Rahmen der Rückfallmeldung geltend gemachte Instabilität des Kniegelenks nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine zwei Jahre zuvor erhobene und operativ therapierte Meniskusläsion zurückzuführen, sondern viel eher oder zumindest gleich möglich oder wahrscheinlich auf eine rund zehn Jahre zurückliegende Ruptur des vorderen Kreuzbands (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Februar 2012, UV 2011/51).
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2021-09-19T14:52:59+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen