Decision ID: 42328aff-18de-52b3-89a5-47ae1e649dce
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die A._ AG reichte am 20. Januar 2014 beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des
Kantons St. Gallen Voranmeldungen von Kurzarbeit für sechs Abteilungen ein. Mit
Verfügungen vom 31. Januar 2014 erhob das Amt für Wirtschaft und Arbeit Einspruch
gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung, da die geltend gemachten
Gründe - namentlich Währungsschwankungen - nach Aufhebung der
Sondermassnahmen per Ende 2013 wieder zum normalen Betriebsrisiko gehörten. Die
darauf beruhenden Arbeitsausfälle seien deshalb nicht anrechenbar. Zudem sei bereits
im Vorjahr mit derselben Begründung wiederholt Kurzarbeitsentschädigung beantragt
worden. Das Unternehmen habe somit ein Jahr Zeit gehabt, sich an die veränderte
Wirtschaftslage anzupassen (act. G 3.1/A275 - 280).
A.b Mit Einsprache vom 6. Februar 2014 machte die A._ AG geltend, zwar sei das
Unternehmen in Bezug auf die Wechselkursproblematik wieder wettbewerbsfähig,
indessen seien die neu gewonnenen Projekte erst ab Mai 2014 produktionswirksam.
Bezüglich der aktuellen Auslastung gelte es zur Kenntnis zu nehmen, dass Kunden
einzelne Projekte unerwartet auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hätten und diese
frühestens Ende April 2014 weiterliefen. Zudem verzögere sich ein weiterer
Grossauftrag (act. G 3.1/A288). Mit Entscheid vom 18. Februar 2014 wies das Amt für
Wirtschaft und Arbeit die Einsprache ab, da die genannten Schwierigkeiten jedes
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Unternehmen der Maschinenindustrie oder der Schienenfahrzeugbranche treffen
könne. Es liege ein branchenüblicher Arbeitsausfall vor, weshalb kein Anspruch auf
Kurzarbeitsentschädigung bestehe (act. G 3.1/A289).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 20. März
2014 mit den Anträgen auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und
Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung für die Monate Februar bis April 2014.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Ausrichtung einer Kurzarbeitsentschädigung
bzw. zur Berechnung der betreffenden Leistungen an den Beschwerdegegner
zurückzuweisen. Zur Begründung wird vorgebracht, dass im Maschinenbereich in den
Jahren 2011 und 2012 auf Grund der Wechselkursproblematik keine Ausschreibungen
zu gewinnen gewesen seien. Dies wirke sich heute aus, da in der
Schienenfahrzeugindustrie vom Zuschlag bis zur Umsatzwirksamkeit eines Projekts
mehrere Jahre vergingen. Eine weitere Problematik bestehe darin, dass die
Beschwerdeführerin für Aufträge, die vor dem Einsetzen der massiven
Währungsprobleme im Jahr 2010 in Euro fixiert worden seien, nun zu wenig Schweizer
Franken erhalte, sodass der Umsatz in Schweizer Franken wie auch die Liquidität
massiv sinken würden. Eine weitere Hauptursache für die in den Monaten Februar bis
April 2014 geringe Auslastung sei, dass kurzfristig und völlig unerwartet Projekte auf
einen späteren Zeitpunkt verschoben worden seien. In der Schienenfahrzeugbranche
seien Verschiebungen von zwei bis drei Wochen üblich, nicht jedoch von zwei oder
mehr Monaten. Zudem seien Optionen auf weitere Züge auf Grund von
Sparmassnahmen oder politischen Unruhen bei den Bestellern nicht wahrgenommen
worden. Im Photovoltaikbereich habe schliesslich auf Grund eines Schadenfalls bei
einem Kunden kurzfristig die Produktion von Dachunterbauten für Solarpanels
gestoppt werden müssen. Die dargestellten Ereignisse stellten allesamt unerwartete
Arbeitsausfälle dar. Hinzu komme, dass gerade die Summe dieser Ereignisse
unerwartet sei. Es liege damit kein branchen-, berufs- oder betriebsübliches Risiko vor
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 1. Mai 2014 beantragt die Verwaltung Abweisung der
Beschwerde. Die Wechselkursproblematik könne nicht mehr als vorübergehend
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betrachtet werden. Dementsprechend sei die Weisung des seco vom 6. September
2011 zur Frankenstärke per Ende 2013 wieder aufgehoben worden und könne auf
einen bis in den Zeitraum Februar bis April 2014 andauernden Arbeitsausfall nicht mehr
angewandt werden. Im Übrigen sei der konkrete Nachweis für ein bestimmtes
wechselkursabhängiges Projekt, das in den Monaten Februar bis April 2014 zu einem
Arbeitsausfall geführt haben soll, nicht erbracht. Die geltend gemachte Verschiebung
von Projekten betreffe teilweise nicht die fraglichen Monate und könne demzufolge
nicht zu einem Arbeitsausfall in diesen Monaten geführt haben (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 19. Juni 2014 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.
Der Beschwerdegegner übersehe, dass die Wechselkursproblematik zwar für nach
dem 1. Januar 2014 entstandene Sachverhalte zum üblichen Betriebsrisiko gehöre,
nicht jedoch für davor entstandene. Da bei der Beschwerdeführerin zwischen
Offertstellung und umsatzrelevanter Produktion mehrere Jahre vergingen, wirkten sich
die in der Hochblüte der Wechselkursproblematik angegebenen Preise für die
Offertstellung erst im Jahr 2014 und vor allem zwischen Februar und April 2014 aus, als
mit der Produktion hätte begonnen werden müssen. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin seien die Liefertermine für die B._ AG vom April 2014 kurzfristig
auf Mai, Juni oder noch später verschoben worden. Dies habe zur Folge, dass in den
Monaten Februar bis April 2014 grosse Produktionsausfälle zu verzeichnen gewesen
seien. Solche mehrmonatigen Verschiebungen seien überhaupt nicht üblich, da in der
Schienenfahrzeugbranche strikte Termine eingehalten werden müssten. Andernfalls
drohten hohe Konventionalstrafen. Durch die Terminverschiebungen entstehe für die
Beschwerdeführerin sodann ein Liquiditätsproblem (act. G 7).
B.d Mit Duplik vom 3. Juli 2014 wies der Beschwerdegegner nochmals darauf hin,
dass die Wechselkursproblematik seit langer Zeit jeweils bei den Voranmeldungen zur
Kurzarbeit als Begründung für die veränderte Auftragslage und zur Entwicklung des
Geschäftsgangs vorgebracht werde. Nachdem auch für den vorliegend zu
beurteilenden Zeitraum vom Februar bis April 2014 dieselbe Begründung vorgebracht
werde, bestehe die Gefahr des Doppelbezugs von Kurzarbeitsentschädigung für
denselben Arbeitsausfall wegen des gleichen Bestellrückgangs (act. G 9).
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B.e Mit einer weiteren Eingabe vom 31. Juli 2014 bestreitet die Beschwerdeführerin
einen Doppelbezug. In der Duplik werde nicht dargelegt, dass es sich um dieselben
Projekte oder Ausschreibungen handle. Nur weil eine ähnliche Begründung verwendet
werde, heisse dies nicht, dass dies den identischen Arbeitsausfall und den gleichen
Bestellrückgang betreffe (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdeführerin machte den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für die
fraglichen Abteilungen für die Periode Februar 2014 am 21. März 2014 bei der
Arbeitslosenkasse geltend (act. G 14). Damit hat sie die Kurzarbeitsentschädigung für
die genannte Periode rechtzeitig geltend gemacht (Art. 38 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIG; SR 837.0),
weshalb die Beschwerde in Bezug auf den Februar 2014 materiell zu behandeln ist (vgl.
BGE 124 V 75).
2.
2.1 Nach Art. 31 Abs. 1 lit. b und d AVIG haben Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen,
deren Arbeitszeit verkürzt oder deren Beschäftigung ganz eingestellt wird, Anspruch
auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn der Arbeitsausfall anrechenbar und
voraussichtlich vorübergehend ist. Weiter muss erwartet werden können, dass durch
die Kurzarbeit Arbeitsplätze erhalten werden. Ein Arbeitsausfall ist unter anderem
anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist
(Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG). Damit ein Arbeitsausfall anrechenbar ist, muss er je
Abrechnungsperiode mindestens 10 % der Arbeitsstunden ausmachen, die von den
Arbeitnehmenden des Betriebes normalerweise insgesamt geleistet werden (Art. 32
Abs. 1 lit. b AVIG). Gemäss Art. 32 Abs. 4 AVIG in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 lit. a
und b AVIV ist eine Betriebsabteilung einem Betrieb gleichgestellt, wenn sie eine mit
eigenen personellen und technischen Mitteln ausgestattete organisatorische Einheit
bildet, die einer eigenen innerbetrieblichen selbständigen Leitung untersteht oder
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Leistungen erbringt, die auch von selbständigen Betrieben erbracht und auf dem Markt
angeboten werden könnten.
2.2 Falls ein Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer Kurzarbeitsentschädigung geltend
machen möchte, so muss er dies der kantonalen Amtsstelle zehn Tage vor Beginn der
Kurzarbeit schriftlich melden (Art. 36 Abs. 1 AVIG). In dieser sogenannten
Voranmeldung muss der Arbeitgeber die Zahl der im Betrieb Beschäftigten, die Zahl
der von der Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer, das Ausmass und die
voraussichtliche Dauer der Kurzarbeit sowie die Kasse, bei der er den Anspruch
geltend machen will, angeben (Art. 36 Abs. 2 lit. a - c AVIG). Weiter hat der Arbeitgeber
die Notwendigkeit der Kurzarbeit zu begründen und muss glaubhaft machen, dass die
Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 31 Abs. 1 AVIG und Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG
erfüllt sind. Falls die kantonale Amtsstelle eine oder mehrere
Anspruchsvoraussetzungen für nicht erfüllt hält, erhebt sie mittels Verfügung Einspruch
gegen die Auszahlung der Entschädigung (Art. 36 Abs. 4 AVIG). Den
Entschädigungsanspruch seiner Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber innert dreier
Monate nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode bei der von ihm bezeichneten Kasse
geltend machen (Art. 38 Abs. 1 AVIG). Die Kasse überprüft die persönlichen
Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 31 Abs. 3 AVIG. Weiter klärt die Kasse nach Art.
32 Abs. 1 lit. b AVIG ab, ob der Arbeitsausfall mindestens 10% der Arbeitsstunden
ausmacht, die von den Arbeitnehmern des Betriebs normalerweise insgesamt geleistet
werden (Art. 39 Abs. 1 AVIG). Sind alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt und liegt kein
Einspruch der kantonalen Amtsstelle vor, so vergütet die Kasse dem Arbeitgeber die
rechtmässig ausgerichtete Kurzarbeitsentschädigung (Art. 39 Abs. 2 AVIG).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, dass auf Grund der
Wechselkursproblematik insbesondere ab dem Jahr 2010 weniger Aufträge hätten
akquiriert werden können und dass die vorhandenen Aufträge auf Grund von
kurzfristigen Terminverschiebungen seitens der Kunden nicht im Zeitraum von Februar
bis April 2014 beschäftigungswirksam geworden seien. Wie es sich damit verhält ist
nachfolgend zu prüfen.
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3.2 Die Währungsproblematik gegenüber dem Euro und Dollar wurde auf Grund der
seco-Weisung 033-AVIG-Praxis 2011/34 (publiziert am 6. September 2011), die im
Nachgang zur starken Aufwertung des Schweizer Frankens im August 2011 erlassen
worden war, nicht mehr dem normalen Betriebsrisiko zugerechnet. Ab sofort (bzw. ab
1. September 2011) konnte deshalb für Arbeitsausfälle, die auf die
Wechselkursproblematik zurückzuführen waren, Kurzarbeitsentschädigung
beansprucht werden. Diese Weisung wurde per 31. Dezember 2013 aufgehoben
(Weisung 033-AVIG-Praxis 2013/2). Damit trug das seco der Tatsache Rechnung, dass
die Schweizerische Nationalbank im September 2011 den Wechselkurs zum Euro mit
einer Kursuntergrenze von Fr. 1.20 gesichert hatte und dass die Unternehmen seither
genügend Zeit hatten, sich den neuen Verhältnissen anzupassen. So verhält es sich
auch bei der Beschwerdeführerin. Sie beantragte in den 28 Monaten vom 1. September
2011 bis 31. Dezember 2013 fast ununterbrochen Kurzarbeitsentschädigung für eine
oder mehrere Abteilungen (zu den bis 18. September 2013 effektiv ausbezahlten
Kurzarbeitsentschädigungen vgl. act. G 3.1/A246). Sie beanspruchte das Instrument
der Kurzarbeitsentschädigung somit seit der Eskalation der Wechselkursproblematik
bzw. seit dem Beginn von deren Anrechenbarkeit im September 2011 und sie
begründete die geltend gemachten Arbeitsausfälle von Anfang an mit der
Wechselkursproblematik (act. G 3.1/A95 und A109, A130). Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin kann deshalb das Argument der verzögerten
Beschäftigungswirksamkeit von akquirierten Aufträgen vorliegend nicht mehr
berücksichtigt werden. Zwar ist anzunehmen, dass die Stärke des Schweizer Frankens
die Akquisition von neuen Aufträgen erschwert hat, kaum aber allein dafür
verantwortlich ist. Wäre die schwache Auslastung der Produktionskapazität einzig auf
die Wechselkursproblematik zurückzuführen, wäre - nachdem von der Offertstellung
bis zur Beschäftigungswirksamkeit nach eigenen Angaben der Beschwerdeführerin
mehrere Jahre vergehen - auch ein entsprechend verzögerter Beginn der
Inanspruchnahme der Kurzarbeitsentschädigung zu erwarten gewesen, da in dieser
Zeit noch genügend bestehende Aufträge abzuarbeiten gewesen wären. Dies war
jedoch wie gesagt nicht der Fall und blosse Umsatzrückgänge - wie sie von der
Beschwerdeführerin auch geltend gemacht werden - ohne Arbeitsausfälle berechtigen
nicht zur Durchführung von Kurzarbeit (vgl. Weisung vom 6. September 2011). Vielmehr
ist davon auszugehen, dass die Schienenfahrzeug- und speziell die Zulieferindustrie
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einem dauerhaften, internationalen und starken Wettbewerb mit entsprechendem
Margendruck ausgesetzt ist. Diese Situation wird auch in Zukunft anhalten.
Erschwerend kommt die Abhängigkeit von einigen wenigen Grosskunden hinzu, was
ein Klumpenrisiko darstellt. Wie die Beschwerdeführerin selber ausführt, hat sie zudem
im internationalen Wettbewerb diverse Nachteile wie hohes Lohnniveau, strengere
Gesetzgebung hinsichtlich Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen zu bewältigen
(Beschwerde, S. 14, Ziff. 36). Die geltend gemachten Arbeitsausfälle können ab 2014
jedenfalls nicht mehr als aussergewöhnlich bezeichnet werden und haben ihre
vorübergehende Natur zumindest verloren (vgl. Entscheid 8C_986/2012 E. 4.4 mit
Hinweisen). Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich nicht, die Gültigkeitsdauer der
seco-Weisung vom 6. September 2011 über den Zeitpunkt von Ende 2013 hinaus
auszudehnen. Schliesslich hat die Vergangenheit gezeigt, dass vorliegend auch der
längerfristige Bezug von Kurzarbeitsentschädigung die Arbeitsplätze nicht
vollumfänglich erhalten konnte. So wurde der Personalbestand der Beschwerdeführerin
seit Beginn der Währungsturbulenzen bzw. seit September 2011 bis Ende 2013 von
163 auf 104 Mitarbeitende gekürzt, was einer Reduktion um mehr als einen Drittel
entspricht. Mittlerweile, d.h. für die nunmehr zur Debatte stehende Periode Februar
2014, beträgt der Personalbestand noch 100 Personen (act. G 3.1/A262 ff.).
Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die durch die Währungsproblematik
verursachten Arbeitsausfälle mit dem Bezug von Kurzarbeitsentschädigung in der Zeit
von September 2011 bis Dezember 2013 genügend abgegolten wurden. Eine weitere
Durchführung von Kurzarbeit ab Februar 2014 unter diesem Titel ist demnach nicht
mehr gerechtfertigt.
3.3 Als weitere Begründung für die Durchführung von Kurzarbeit bringt die
Beschwerdeführerin vor, diverse Kunden hätten völlig unerwartet Projekte auf einen
späteren Zeitpunkt verschoben. Dies betreffe vor allem den Schienenfahrzeugbereich,
in welchem von Kundenseite entgegen den branchenüblichen Gepflogenheiten
einseitig Aufträge auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden seien, weshalb
frühestens Ende April 2014 wieder für diese Projekte produziert werden könne. Diese
Terminverschiebungen um zwei oder mehr Monate seien nicht branchenüblich, da in
der Schienenfahrzeugindustrie auf Grund des Drucks der Endkunden strikte Termine
eingehalten werden müssten. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass der vorliegend
zu beurteilende Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung nach wie vor im Wesentlichen mit
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der anhaltenden Wechselkursproblematik und dadurch fehlenden Aufträgen begründet
wurde sowie mit der Tatsache, dass die inländischen Kunden auf Grund ebendieser
Problematik ihrerseits Schwierigkeiten im Export hätten. Wie in vorstehender Erwägung
ausgeführt, wurden diese Ausfälle bereits entschädigt. Demgegenüber wurde die Frage
nach verschobenen Auftragsterminen offen gelassen (Frage 11 c [act. G 3.1/A261 und
A287]). In der Einsprache wurde nur knapp angegeben, dass Kunden (z.B. B._)
unerwartet Projekte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hätten und diese
frühestens gegen Ende April 2014 wieder weiterlaufen würden (act. G 3.1/A288),
sodass diesbezüglich nicht von einem Hauptproblem auszugehen ist. Gemäss
Schreiben von B._ vom 10. Januar 2014 ist zudem nur von einem geringen
Auftragsvolumen auszugehen, das von Ende Januar bzw. vom Februar 2014 auf einen
späteren Zeitpunkt verschoben wurde. Die Verschiebung erfolgte um fünf Wochen,
nicht um zwei bis drei Monate, sodass selbst nach den Angaben der
Beschwerdeführerin nicht ohne Weiteres von einer Branchenunüblichkeit auszugehen
ist (act. G 1.10). Ebenso stellte die Bestellung "F._" wohl kein grösseres Volumen
dar. Gemäss nicht näher spezifizierter und undatierter Tabelle (gemäss Angaben der
Beschwerdeführerin von G._) wurden in der umstrittenen Zeitspanne die
Liefertermine zweier Positionen vom 14. Februar 2014 auf den 7. April 2014
verschoben (act. G 1.12).
3.4 Abgesehen davon, dass keineswegs feststeht, wann eine Option auf weitere
Fahrzeuge beschäftigungswirksam geworden wäre, ist das Nichtwahrnehmen von
Optionen auch in der Schienenfahrzeugbranche sodann als branchenüblich anzusehen.
Das Wesen der Option besteht denn gerade darin, dass sich der Endkunde
(Bahngesellschaft) den Entscheid über die definitive Beschaffung weiterer Fahrzeuge
noch offen hält, ansonsten ja eine feste Bestellung erfolgen würde. Mit der
Nichtausübung von Optionen - aus welchen Gründen auch immer - ist daher stets zu
rechnen. Wie die Beschwerdeführerin selber ausführt, hat die H._ die Option auf 20
weitere I._-Züge zumindest im Umfang von 10 Zügen ausgeübt. Aus den Akten ist
hingegen lediglich abzuleiten, dass der Auftrag - nachdem die Beschwerdeführerin
selber jeweils von der Beschäftigungswirksamkeit im Liefermonat ausgeht - erst Ende
2014 beschäftigungswirksam geworden wäre bzw. wurde (Angebot der
Beschwerdeführerin an C._ vom 11. Juni 2014 auf die E-Mail-Anfrage vom 4. Juni
2014 [Offertgültigkeit bis 7. August 2014, Lieferzeit 16 Wochen; act. G 7.21]). Entgegen
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der Ansicht der Beschwerdeführerin kann der als "Preisblatt Übersicht" bezeichneten
Beilage vom 4. September 2013 (auf der freilich keine Preise ersichtlich sind) kein
Liefertermin entnommen werden, weil es sich dabei weder um eine Offerte noch um die
Annahme einer solchen handelt. Vielmehr werden darin lediglich die
Projektverantwortlichen auf beiden Seiten bezeichnet (act. G 7.20). Es kann deshalb
nicht einfach ein Monat "Beantwortungszeit" und dann 16 Wochen Lieferzeit
dazugerechnet werden, sodass man auf Februar 2014 kommt. Im Beispiel J._ liegen
keine Angaben darüber vor, wann die Option beschäftigungswirksam geworden wäre.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin liegt auch kein Härtefall vor. Sie macht
nicht geltend und es ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin selber von
einem in Art. 51 Abs. 2 AVIV genannten oder ähnlichen Ereignis betroffen und deshalb
in ihrer Produktionsfähigkeit eingeschränkt wäre. Sie macht vielmehr geltend, dass ihre
Kunden oder Kundeskunden (Endkunden) von politischen Unruhen, behördlichen
Sparmassnahmen oder elementarschadenbedingten Haftungsfällen betroffen seien und
es deshalb zu Kundenausfällen gekommen sei. Solche Arbeitsausfälle fallen jedoch
nicht unter Art. 51 AVIV. Arbeitsausfälle auf Grund von (wetterbedingten)
Kundenausfällen sind abschliessend in Art. 51a AVIV geregelt. Diese Bestimmung
bezieht sich im Wesentlichen auf Kundenausfälle auf Grund von Schneemangel in
Wintersportgebieten, die den Betrieb stilllegen oder erheblich einschränken.
3.5 Schliesslich ist auch nicht (mehr) mit einer nachhaltigen Belebung der Nachfrage
in absehbarer Zeit zu rechnen, wird doch die Frage nach dem voraussichtlichen
Geschäftsgang in den nächsten vier Monaten (Frage 10 d) seit Beginn der
Währungskrise bzw. der aktuellen Phase der Kurzarbeit im September 2011 damit
beantwortet, dass nach derzeitigem Kenntnisstand zwei Projekte am Markt vorhanden
seien, die gewonnen werden müssten oder könnten (act. G 3.1/A95, A109, A130, A142,
A150, A162, A169, A172, A196, A208, A209, A251 und A287). Diesbezüglich ist denn
auch nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs durch den Beschwerdegegner
auszugehen, hat doch die Beschwerdeführerin - im Gegensatz zu den früheren
Anmeldungen - gerade in der Anmeldung vom Januar 2014 eine zwar inhaltlich
gleichartige, jedoch neu formulierte Antragsbegründung wie im September 2013
eingereicht, so dass kein Versehen der Beschwerdeführerin angenommen werden kann
(vgl. act. G 3.1/A251 und A287). Insgesamt ist wie schon in Erwägung 3.2 ausgeführt
nicht mehr von einem vorübergehenden Arbeitsausfall auszugehen, sondern von einem
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starken Konkurrenzdruck in der Branche mit entsprechenden Auswirkungen auf den
Umsatz und den Gewinn. Zudem waren bis Februar 2014 nunmehr fast 40 % der im
September 2011 bestehenden Arbeitsplätze abgebaut worden (63 von 163), sodass die
Anspruchsvoraussetzung des Art. 31 Abs. 1 lit. d AVIG nicht mehr erfüllt ist.
3.6 Betreffend Begründungspflicht des Einspracheentscheids ist schliesslich nicht
anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin ernsthaft an einer Aufhebung des
Einspracheentscheids aus formellen Gründen mit anschliessender Rückweisung an
den Beschwerdegegner zum Erlass eines neuen Entscheids interessiert ist. Vielmehr
stellt sie im vorliegenden Verfahren den rein materiellrechtlichen Antrag auf Ausrichtung
von Kurzarbeitsentschädigung und begründet dies auch entsprechend. Es ist denn
auch nicht von einer evidenten Verletzung der Begründungspflicht auszugehen. Zwar
ist die Begründung des Einspracheentscheids zugegebenermassen knapp ausgefallen.
Indessen ist auch die Einsprache selber nicht sehr ausführlich begründet. So wird darin
lediglich geltend gemacht, dass es bei Ausschreibungen (z.B. für den Doppelstockzug
in K._) Verzögerungen gebe, was umfangreiche Abklärungen nach sich ziehe. Im
Weiteren wird geltend gemacht, dass Kunden (z.B. B._) unerwartet Projekte auf einen
späteren Zeitpunkt verschoben hätten. Inwiefern diese Umstände zu einem
vorübergehenden Arbeitsausfall im Februar 2014 führen würden, wird indessen nicht
näher ausgeführt. Auch was es mit den nicht zur Verfügung stehenden
Transportgestellen auf sich hat, wird nicht weiter erläutert (act. G 3.1/A288). Wenn der
Beschwerdegegner auf Grund dieser Angaben lediglich von den üblichen
Schwierigkeiten ausging, wie sie jede Firma treffen können, ist darin kein grober
Verstoss gegen die Begründungspflicht zu erblicken, zumal die Beschwerdeführerin
angab, zu diesem Zeitpunkt betreffend Wechselkursproblematik wieder
wettbewerbsfähig zu sein. Es können damit keine Auswirkungen auf die
Kostenverlegung berücksichtigt werden.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).