Decision ID: 49d40e18-0f95-5683-bf14-5bc62766506b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1975
geborene
X._
war
als
ausgebildeter Maschinen-Mechani
ker
(Urk. 6/
6/2
)
bei diversen Arbeitgebern tätig
(Urk. 6/6/3 ff.
und Urk. 6/14/5
)
.
Er
meldete sich
we
gen psychischer Probleme
und
Dysthymie
am
20. April
2010
erstmals bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Be
zug von Leistungen der Invaliden
versi
cherung
an und beantragte Massnah
men zur beruflichen Eingliederung
(Urk. 6/7
).
Nach Abklärung der erwerblichen
und medizinischen Verhältnisse
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 6/25). N
ach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/29
f.
)
verneinte
die IV-
Stelle mit
Verfügung
vom 6. Januar
2011
einen An
spruch auf eine Invaliden
rente
(Urk. 6/31
).
1.2
Am 20. November 2013 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle unter Hin
weis auf eine
psychische Erkrankung, welche ihn seit jeher beeinträchtige,
erneut zum
Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an und beantragte Massnah
men
zur beruflichen Eingliederung (Urk.
6/36
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/47 f
f
.) trat die IV-Stelle a
uf das Leistungsgesuch mit Verfügung vom 11. August 2014 nicht ein (Urk. 2 [= Urk. 6/56]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 8. September 2014
Beschwerde
und beantragte, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, auf
das Leistungsbegehren
einzutreten
. Die Angelegenheit sei zur
Prüfung
von beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen
an die
Verwaltung
zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2). Mit
Be
schwer
de
antwort
vom 16. Oktober 2014 (Urk. 5) schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde. Am 22. Oktober 2014 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerdeantwort zuge
stellt (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vo
r
aussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
Re
visionsgesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
1.2
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiellrechtli
che
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung ein
getretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter wel
chen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von
Ein
glie
derungsleistungen
ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass
Eingliederungs
leis
tungen
gleich wie Renten und
Hilflosenentschädigungen
zu behandeln sind und dass demzufolge
Art.
17 ATSG sowie die dazugehörigen
Verordnungsbe
stimm
ungen
in analoger Weise auch auf die Revision von
Eingliederungsleis
tungen
angewendet werden müssen.
Art.
87
Abs.
3 IVV betrifft - trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der
Hilflosenentschädi
gung
» - zwar nicht die eigentliche
materiellrechtliche
Revision laufender Leis
tungen, sondern einen andern Sachverhalt, nämlich die Neuprüfung nach vo
rangegangener
Leis
tungsverweigerung
. Es rechtfertigt sich aber, die vorer
wähnte Rechtsprechung auch auf
Art.
87
Abs.
3 IVV auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in ana
loger Weise auf Eingliederungsleistungen anzu
wenden. Aufgrund der do
rt
i
gen
Verweisung auf
Art.
87
Abs.
2 IVV ist daher, wenn eine
Eingliederungs
leis
tung
verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die ver
si
cherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 E.
5.2, 72 E.
2.2 mit Hin
wei
sen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheb
lichen Weise geändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3
i.V.m
.
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Ver
waltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d. h. keine Verände
rung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E.
2a,
264 E.
3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend aus
gelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes
An
spruchselement
betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem ge
samten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue
Leistungsbe
gehren
einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in recht
licher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem
Beweismass
des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3
IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsa
ch
en
änderung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) er
stellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtser
heb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn
durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhaltsän
derung
, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E.
2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E.
3.3.2).
1.5
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das
Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die Verfügung beziehungs
weise
den
Einspracheentscheid
bestimmten
Anfechtungs
gegenstandes
- den auf
grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen
Verfügungsgegen
stand
bildet.
Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitge
gen
stand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung beziehungs
weise der
Ein
spra
cheentscheid
insgesamt angefochten wird (BGE 125 V 413).
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Ge
richt, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und
darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das
Leis
tungs
-
oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache
(Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situa
tion den for
mellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegen
stand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E.
2b, 116 V 265 E.
2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S.
225 E. 1a).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid hielt die IV
Stelle fest, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft darlegen können, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine an
de
re Beurteilung desselben Sachverhaltes vor. Deshalb könne auf das Gesuch nicht eingetreten werden. Auf
das
vo
m Beschwerdeführer eingereichte
Gutachten
von
Dr.
med.
Y._
vom 10. Dezember 2013 könne aus medizinischer Sicht nicht
ab
gestellt werden. Die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvoll
ziehbar begründet worden und basiere auf rein subjektiven Angaben des Be
schwerdeführers.
Dr.
Y._
schildere, dass zurzeit nur noch leichte depressive
Symptome vorhan
den seien, weshalb eine hochgradige Einschränkung nicht plau
sibel sei. Des Weiteren sei die attestierte rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig eine leichte Episode, aus rechtlicher Sicht keine Erkrankung, welche
als langandau
ernd zu beurteilen sei und
könne
deshalb nicht als IV-relevanter Gesundheitsschaden angesehen werden (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht
e
der Beschwerdeführ
er geltend,
e
in neues Gesuch um Aus
richtung von IV-Leistungen sei deshalb gestellt worden, weil sich
sein
Gesund
heitszustand verschlechtert habe. Einerseits habe
Dr.
med.
Z._
eine mittelgra
dige depressive Episode und eine Erschöpfungsdepression di
a
gnostiziert. Ande
rerseits habe die
Swica
bei
Dr.
med.
Y._
ein fachmedizinisches Gutachten
in Auftrag gegeben. Gemäss diesem bestehe eine Double Depression. Die subjektiv beklagten Beschwerden könnten somit objektiviert werden und psychosoziale Belastungsfaktoren hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, weshalb ein IV-relevanter
Gesundheits
schaden
vorliege. Aufgrund dieser Verschlechterung müsse auf das
Leistungsbe
gehren
eingetreten werden.
Es müsse geprüft werden, welche konkrete berufliche Massnahme in Frage komme. Der Beschwerdeführer brauche eine
Umschulungs
möglichkeit
. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund eines neuen ärztli
chen Gutachtens sei nicht innerhalb der
Eintre
tens
voraussetzungen
zu prüfen. Dabei gehe es lediglich um die Frage, ob die Ver
schlech
terung des Gesundheits
zustands glaubhaft gemacht werden könne
(Urk. 1 S. 2 ff.
).
3.
3.1
Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts bis zur in Rechtskraft erwachsenen Verfügung
der IV-Stelle
vom
6.
Januar 2011
(Urk. 6/31)
kann auf die sich in den
Akten befindenden ärztlichen Berichte (Urk. 6/13/2
f., Urk. 6/1
3/4
f., Urk. 6/14/1
ff.,
Urk. 6/14/8 ff.
, Urk. 6/15
)
, darunter au
f
den
Bericht des Ver
trauensarztes des Krankent
aggeldversicherers (Urk. 6/23
),
verwiesen werden.
3.1.1
In
den
ärztlichen Berichten, welche allesamt aus dem Jahr 2010 stammen
und vor dem vertrauensärztlichen Bericht erstattet wurden
, wurden
im Wesentlichen
d
ie folgenden Diagnosen genannt
:
Dysthymia
mit
frühem Beginn
(ICD-10 F34.1
)
(Urk. 6/14/3
,
Urk. 6/14/8
und Urk. 6/15/2
)
Rezidivierende depressive Störung
, gegenwärtig
mittelgradige
depressive Episode (ICD-10 F3
3.10 oder F33.11
)
(Urk. 6/14/3
,
Urk. 6/14/8
und Urk. 6/15/2
)
Soziale Phobie (ICD-10 F40.1) (Urk. 6/14/3
und Urk. 6/15/2
)
Akzentuierte selbstunsichere,
zwanghafte und depressive
Persönlich
keits
züge
(ICD-10 Z73.1)
(Urk. 6/13/3,
Urk. 6/14/8
und Urk. 6/15/2
)
3.1.2
Der Vertrauensarzt
des Krankentaggeldversicherers,
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt in seinem Bericht
vom 14. August 2010 fest, die Angaben des Beschwerdeführers sowie der aktuelle
Un
tersuchungsbefund würden keine manifeste depressive Symptomatik von
Krank
heitswert
mehr zeigen. Der Beschwerdeführer treibe viel Sport, sei so
zial gu
t integriert und habe kürzlich eine kleine Reise an den
B._
unter
nom
men. Die in den vorhandenen ärztlichen Berichten angegebene mittelgra
dige depressive Episode sei remittiert. Die ebenfalls diagnostizierte
Dysthymie
, also eine eher langdauernde depressive Entwicklung leichterer Art, sei zur Zeit unter der bestehenden psychotherapeutischen Behandlung und Medikation ebenfalls weitgehend kupiert, so dass kein Störungsbild mehr bestehe, welches eine Ein
schränkung der Leistungs- und
Arbeitsfähigkeit begründen könn
e (Urk. 6/23/9).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte
in seinem Bericht vom 16. September 2013 die Diagnose einer mittelgra
digen depressiven Episode (ICD-10 F-32.1) sowie die Differentialdiagno
se einer
Er
schöp
fungsdepression
sowie
eines Burnouts (ICD-10 Z73.0) auf. Der Be
schwer
de
führer
befinde sich seit dem 6. Juni 2013 bei ihm in Behandlung und
sei trotz der Einnahme von Antidepressiva zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 6/35/1
f.).
Dr.
Z._
stellte am 11. November 2013 ein ärztliches Zeugnis aus, in wel
chem
er dem Beschwerdeführer seit dem 1. Juni 2013 (bei wöchentlicher psy
chothe
ra
peutischer Behandlung) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 6/35/7)
.
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
nannte in seinem Bericht vom 7. September 2013 die Diagnosen
Dysthymie
, re
zi
divieren
de depressive Episode sowie akzentuier
te
, selbstunsichere, zwanghafte und
depressive Persönlichkeitszüge. Er habe am 13. Mai 2013 nach längerem wieder telefonischen Kontakt mit dem Beschwerdeführer gehabt, wobei dieser über ein Stimmungstief berichtet habe.
Er habe dem Beschwerdeführer vom 25. Mai bis zum 30. Juni 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 6/35/3).
3.4
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, unter
suchte den Beschwerdeführer am 9. Dezember 2013 im Auftrag des
Kranken
tag
geld
versicherers
.
Dr.
Y._
erstattete seinen Bericht am 10. Dezember 2013 und
stellte darin die
folgende
Diagnose
(Urk. 6/50/10)
:
Double Depression:
Dysthymie
plus rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig noch leichte Symptomatik (I
C
D
-10 F34.1 / F33.01).
Dr.
Y._
hielt in seinem Bericht
fest, der Beschwerdeführer sei unter dieser chronischen affektiven Störung nur reduziert belastbar und arbeitsfähig. Dem
entsprechend komme es seit geraumer Zeit bei allen Anstellungen innerhalb ei
nes
halben bis ganzen Jahres zu Kündigungen mit verschiedenen unklar
en
bzw. vor
ge
schobenen Begründungen oder zu Kündigungen wegen erneuter Depres
sion. Es stelle sich die Frage, ob der Beschwerdeführer auf Dauer den Anforde
rungen in seiner angestammten Tätigkeit als Polymechaniker heute überhaupt noch ge
wachsen sei, oder ob er nicht eine einfachere Tätigkeit mit verminderten kog
nitiven Anforderungen suchen sollte. Aus psychiatrischer Sicht sei prognos
tisch immer wieder mit einem Rezidiv der Depression zu rechnen, insbesondere dann, wenn sich der Beschwerdeführer bei seiner Tätigkeit überfordert fühle (dann komme es via Stress und Schlafstörungen zum Rezidiv). Die subjektiv be
klagten Beschwerden könnten objektiviert werden, es liege eine chronische de
pressive Störung mit rezidivierenden Schwankungen vor, die auch die Arbeits
fä
higkeit be
einträchtigten. Psychosoziale und sozio-kulturelle
Belastungsfakto
ren
hätten keinen Einfluss auf die Schwere der Erkrankung beziehungsweise die Arbeits
fähigkeit. Die depressive Grundproblematik mit der chronischen
Dys
thymie
und den rezidivierenden depressiven Schwankungen werde auch in Zu
kunft erhalten bleiben. Es handle sich dabei um eine schwere chronische affek
tive Störung. Diese erfordere regelmässige psychiatrische Langzeitbegleitung sowie eine
anti
depressive
Medikation. Diesbezüglich scheine der Beschwerde
führer zurzeit mit
pflanzlichen Präparaten eher nicht genügend
mediziert
. Ins
besondere die Schlaf
störungen sollten nicht mit einem Schlafmedikament wie
Zolpidem
behandelt werden, sondern mit potenteren Antidepressiva (wie
Val
doxan
,
Remeron
,
Trizyklika
) oder Neuroleptika. Dem Beschwerdeführer seien
Integrationsmass
nahmen
zumutbar. Einen objektiven Hinderungsgrund gebe es zurzeit keinen, zu
mal die vorangegangene depressive Phase deutlich in Remis
sion sei und nur noch leichte depressive Symptome vorhanden seien. Es stelle sich aus psy
chia
trischer
Sicht grundsätzlich die Frage
, ob nicht eine Umschu
lung zu einer kognitiv weniger anspruchsvollen und stressigen Tätigkeit indi
ziert
sei. Dem
Be
schwerdeführer sei es zumutbar und möglich, an beruflichen
Wieder
ein
glie
de
rungsmassnahmen
teilzunehmen und er sei dazu auch bereit. In der bishe
ri
gen
Tätigkeit schwanke die Arbeitsfähigkeit relativ rasch zwischen 0 und 100 %. Der
Beschwerdeführer sei aufgrund seiner chronischen
Dysthymie
nur vermin
dert belastbar. Damit sei seine Arbeitsfähigkeit per se eingeschränkt und schwanke parallel zur zusätzlichen depressiven Symptomatik, die bei Überforderung rasch zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen könne. Welche
Tätigkeiten dem Be
schwerdeführer
heute noch zumutbar seien, müsste
im Rah
men beruflicher Wie
dereingliederungsmassnahmen
geklärt werden
. Ein Arbeits
platz dürfe aber nicht zu hohe Anforderungen an die kognitiven und emotio
nalen Fähigkeiten und die Belastbarkeit stellen, damit es nicht rasch zu Über
forderung und psychischer Dekompensation und Rückfall in eine stärkere De
pression komme
(Urk. 6/50
)
.
4.
4.1
Zum Zeitpunkt der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung der IV-Stelle vom 6. Januar 2011
(Urk. 6/31)
bestand beim Beschwerdeführer g
emäss
Dr.
A._
keine manifeste depressive Symptomatik von Kr
ankheitswert mehr
. Die mitt
el
gra
dige depressive Episode war
remittiert. Die ebenf
alls diagnostizierte
Dysthy
mie
war
unter der bestehenden psychotherapeutischen Behandlung und Medi
kation ebenfalls weitgehend kupiert, so dass kein Störungsbild mehr
bestand
, welches
eine Einschränkung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit
hätte begrün
den können
(Urk. 6/23/9).
Nachdem sich der Beschwerdeführer am 20. November 2013 er
neut
bei der Invalidenversicherung angemeldet hatte, wurde er am 9. Dezember 2013 von
Dr.
Y._
untersucht. Dieser diagnostizierte eine Double Depression
,
das heisst
eine
Dysthymie
sowie eine
rez
idivierende de
pressive Störung mit
gegen
wärtig leichte
r
Symptomatik (ICD
-10 F34.1 / F33.01).
Daraus
ist keine
wesent
liche
Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse erkennbar. Beim Beschwer
de
führer liegt
bei bereits bekannten Diag
nosen
nach wie vor keine depressive Störung mit invalidisierender Wirkung vor.
Es kann auf die Erwägungen der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.
4.2
Es drängen sich folgende zusätzlichen Bemerkungen auf:
Eine zwischenzeitliche
Verschlechterung des Gesundheitszustands ist angesichts
der
vorhandenen
Di
ag
nosen nicht auszuschliessen
;
ist doch gerade eine rezidivierende depressive Stö
rung durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert.
Allerdings müssen solche Episoden
von
gewisse
r
Dauer und
Schwere
sein
, um einen An
spruch auf eine Invalidenrente begründen zu können.
Aus rechtlicher Sicht gelten selbst
mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
grund
sätz
lich als therapeutisch
angehbar
(vgl. das Urteil des Bundesge
richts 9C_673/2012 vom 2
8.
November 2012 E.
3.3). Ein Rentenanspruch kann grundsätzlich nicht
entstehen, solange zumutbare therapeutische und andere schadenmindernde Vor
kehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation be
deutsamen Rahmenbe
ding
ungen eine wesentliche Verbesserung des (psychi
schen) Gesundheitszu
standes und
damit der dadurch eingeschränkten Arbeitsfä
higkeit bewirkt werden kann,
liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vor (Ur
teil 9C_947/2012 vom 19. Juni 2013 E.
3.2.2 mit Hinweis). Dies folgt aus dem Grundsatz der Selbsteingliederungs- und
Scha
denminderungspflicht
.
Dr.
Y._
erachtete eine regelmässige psychiatrische Langzeitbegleitung sowie eine
anti
de
pressive
Medikation als indiziert. Mit pflanzlichen Präparaten scheine der Beschwerdeführer eher nicht genügend
me
diziert
zu sein (Urk.
6/50/12)
.
Selbst beim Vorliegen einer
schweren
depressive
n
Störung
fehlt
e es
somit an einer konsequenten
Depressi
onstherapie
, deren Scheitern das Leiden erst als resistent ausweisen würde (Ur
teil 9C
_667/2013 vom 2
9.
April 2013 E.
4.3.2).
4.3
Da der Beschwerdeführer eine Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass
der
Verfügung vom
6. Januar 2011
(Urk. 6/31)
nicht glaubhaft
machen
konnte
, war die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet, auf die Neuanmeldung vom
20. November 2013
einzutreten und diese materiell zu prüfen. Die Be
schwer
de ist deshalb abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).