Decision ID: 551acd16-edeb-489a-a994-2afb54ce308e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene
X._
war seit dem 1
4.
Mai 2015 als Dipl. Pflegefachfrau im
Y._
angestellt und da
d
urch bei der Unfallversicherung der Stadt Zürich gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am
9.
November 2019 auf nassem Laub ausrutschte,
mit dem linken Fuss ein
knickte und auf die rechte Schulter und den Kopf fiel (vgl. Unfallmel
dung vom
1
1.
November 2019, Urk.
8/G001). Die auf notfallmässige Selbstzuweisung erstbehandelnden Ärzte des
Z._
diagnostizierten eine Commotio cerebri un
d arterielle Hypertonie
;
eine intrakranielle
Blutung
und/oder Fraktur konnte bildgebend ausgeschlossen und die Versicherte
nach einer
u
nauffälligen, 24-stündigen GCS-Überwachung
nach Hause
entlassen werden
(
vgl. Austrittsbericht vom 1
1.
November 2019,
Urk.
8/M001
; CT-Bericht des
Neurocraniums
und der HWS vom
9.
November 2019,
Urk.
8/M006
)
.
Bei Klagen über
starke
S
chul
ters
chmerzen
wurde
am 1
6.
Januar
2020 eine
Arthrographie
der rechten Sc
hulter dur
chgeführt. Diese
erbrachte
im Wesentlichen
eine
geringgradige
Partialläsion der
Supraspinatussehne
(
sog. PASTA-Läsion,
Urk.
8/M003
,
Urk.
8/M005
).
Ende
Januar
/anfangs Februar 2020 wurde zudem
eine OSG-Distorsion resp. Instabilität des linken OSG nach
Supinationstrauma
vom November 2019 diagnostiziert; radiologisch zeigten sich keine knöchernen Auffälligkeiten
(
Urk.
8/M004,
Urk.
8/M007).
Am 1
9.
Februar und 10. März 2020
nahm der die Unfallversicherung
der Stadt Zürich beratende Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, zur Sache Stellung (
Urk.
8/M008
f.
).
Mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2020 stellte die Unfallver
sicherung der Stadt Zürich die bisher erbrachten Leistungen in Bezug auf die rechtsseitige Schulterproblematik per
1
6.
Januar 2020 ein; betreffend die Beschwerden im OSG links anerkannte sie weiterhin ihre Leistungspflicht (
Urk.
8/G008).
Die
am 2
9.
Februar 2020 g
egen die Leistungseinstellung erho
b
ene Einsprache der Versicherten
(Urk. 8/J001)
wies die Unfallversicherung der Stadt Zürich mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
März 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
6.
April 2020 Beschwerde und beantragte, es seien ihr in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 18. März 2020 die gesetzlichen und allfälligen vertraglichen Leistungen zuzu
sprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Ein
holung eines radiologischen und schulterorthopädischen Gutachtens zurück
zu
weisen. In prozessualer Hinsicht
ersuchte die Beschwerdeführerin um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerde
antwort vom 2
8.
April 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 3
0.
April 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung
beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76). Diese Beweis
grund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate
Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gut
achten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Im angefochtenen E
ntscheid erwog die Beschwerdegegnerin, es sei gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
A._
und unter Berücksichtigung des Vor
zu
standes davon auszugehen, dass der Status quo sine
vel
ante betreffend die rechte
Schul
ter
mit Datum der bildgebenden Untersuchung
am 1
6.
Januar
2
020
eingetreten sei.
A
nlässlich des
Unfalls vom
9.
November 2019
sei es
lediglich zu einer Kon
tusion der rechten Schulter gekommen; frische unfallbedingte Läsionen hätten bildgebend ausgeschlossen werden können.
Sodann
habe die Beschwerdeführerin aufgrund eines Sturzes am 2
9.
Dezember 2016 eine AC-Gelenksverletzung rechts erlitten. Diesbezüglich sei die Behandlung im November 2017 abgeschlossen worden und die Beschwerdeführerin
sei
ther wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewe
sen.
Damit würden
keine Brückensympto
me vorlie
gen und sei vorliegend nicht von
einem Rückfall
zum
Ereignis
anno
2016
auszugehen
. Vielmehr sei von einem
Vorzustand auszugehen, welcher sich aufgrund des Unfall
s
vom
9.
November 2019
vorübergehend verschlimmert habe (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein,
der Sturz
vom 19. November 2019
sei
aufgrund des Zug-Schermechanismus durch Abfangen des Sturzes mit dem rechten Arm
geeignet gewesen
,
die
im
M
RI vom 1
6.
Januar 2020 festgestellte
PASTA-Läsion zu verursachen
.
Zudem sei
der Vorzustand zu berücksichtigen.
Mithin sei der
vorliegende
Unfall überwiegend wahrscheinlich zumindest eine indirekte Teilursache des Gesundheitsschadens
(
Urk.
1).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwortet hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt un
d darüber hinaus unter Hinweis
auf die Bundesgerichtsrechtsprechung fest, der vorliegende Sturz sei nicht geeignet gewesen, eine PASTA-Läsion zu verursachen.
Insbesondere fehle es am Erfordernis, dass das Schultergelenk unter Einsatz der
Rotatorenmanschette
unmittelbar vor der Einwirkung muskulär fixiert gewesen und eine plötzliche passive Bewegung
, welche überfallartig eine Zugbelastung der Sehne der
Rotatorenmanschette
bewirkt hätte,
hinzugekommen sei.
Vielmehr handle es sich vorliegend um ein Direkt
t
raum
a
auf
das Schultergelenk und
sei die
geringgradige
PASTA-Läsion
degenerativer Natur (
Urk.
7)
.
3
.
Strittig und zu prüfen ist
,
ob die anhaltenden Schulterbeschwerden ü
ber den 16.
Januar
2020 hinaus
überwiegend wahrscheinlich
auf den Unfall vom 9.
November 2019 zurückzuführen sind.
4
.
4
.1
Im Austrittsbericht des
Z._
vom 1
1.
November 2019
hielten die erstbehandelnden Ärzte eine Commotio cerebri
sowie
arterielle Hypertonie fest. Die Beschwerdeführerin habe berichtet, auf nassem Laub ausgerutscht und mit der Stirn gegen
den Boden geprallt zu sein; Übelkeit und Erbrechen habe sie ver
neint.
Seit dem Sturz leide sie an Schmerzen in der rechten Schulter, im rechten Handgelenk sowie am rechten Kleinfinger. Nach CT-graphischem Aus
schluss einer intrakraniellen Blutung sowie konventionell-radiologischem Aus
schluss einer Fraktur sei die Beschwerdeführerin nach einer unauffälligen 24-stün
digen, stationären GCS-Überwachung und Einstellung der Analgesie nach Hause ent
lassen worden (
Urk.
8/M001
; vgl. CT-Bericht des
Neurocraniums
und der HWS vom
9.
November 2019,
Urk.
8/M006
).
4
.2
Im Frageblatt zum Ereignishergang vom 2
5.
November 2019 führte die Be
schwer
deführerin aus, sie sei auf dem mit nas
sen Blättern bedeckten Trottoir
ausge
rutscht.
Dabei sei
das linke Fussgelenk eingeknick
t
,
„auf dem rechten Hand ge
stützt und auf
der rechten Schulter
”
sowie
mit dem Kopf aufgeschlagen. Ihre Brille sei dergestalt beschädigt worden, dass sie nicht mehr benutzbar sei (
Urk.
8/G003).
4.3
Bei starken Schmerzen im ventralen Schulterbereich wurde die Beschwerde
füh
rerin
anfangs 2020
der
B._
zugewiesen. I
m
Konsiliarbericht
vom 2
1.
Januar 2020
wurde der
Verdacht auf eine
Bizepssehnenproblematik
sowie mögliche symptomatische,
artikularseitige
Intervallläsion
festgehalten. Die
Be
schwerdeführerin sei bereits 2017 aufgrund einer posttraumatischen AC-Gelenks
ve
rletzung
in der
B._
behandelt worden; b
eim initialen auf und ab
der Beschwerden
mit
Diskussion
einer operativen,
arthroskopischen
Intervention
,
sei
zuletzt
eine
Schmerzregredienz
eingetreten. Seit dem
neuerlichen Sturz vom 9.
November 2019
bestünden starke Schmerzen im ventralen Schulterbereich.
Klinisch
zeigten sich
Druckdolenzen
im Bereich des
Sulcus
, nicht aber über dem AC-Gelenk. Ausserdem bestünden
schmerzhafte Bewegungseinschränkungen
(
Urk.
8/M003);
die am 1
6.
Januar 2020 durchgeführte MR-Tomographie der rech
ten Schulter brachte
eine
geringgradige
PASTA-Läsion
,
Tendinopathie
der
Infra
spinatussehne
, Bursitis
subacromialis
sowie
leichte AC-Gelenksdegeneration
zur Darstellung
(
Urk.
8/M005)
.
D
ie daraufhin in der
B._
durchgeführten
glenohumeralen
Infiltrationen erbrachten
keinerlei Besserung
(
vgl.
Sprechstun
den
bericht vom
4.
März 2020,
Urk.
8/M010).
4
.4
Im Bericht vom 2
9.
Januar 2020 hielt
der behandelnde Hausarzt fest
, die Be
schwerdeführerin habe am
9.
November 2019 eine Commotio cerebri, eine Schul
terkontusion rechts und eine OSG-Distorsion links erlitten. Letzteres
sei
erst im Verlauf und bei vermehrter Wiederaufnahme der Bewegung
manifest geworden
; am
8.
Januar 2020 habe sich das klinische Bild
einer stattgehabten OSG-Dis
torsion gezeigt.
Diese werde
in
der
B._
konservativ mittels
Ortho
dese
behandelt.
Zudem
nehme
die Beschwerdeführerin
eine Physiotherapie wahr
. Dabei stehe die Schulterproblematik im Vordergrund (
Urk.
8/M004)
.
4.5
I
m
Konsiliarbericht
der
B._
vom 1
7.
Februar 2020
diagnostizierte die b
eurteilende
Oberärztin der Fusschirur
gie eine Instabilität des linken
OSG nach
Supinationstrauma
(November 2019). D
ie Beschwerdeführerin
habe
der Fussproblematik zunächst keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt, zumal sie initial unter
persistierenden
Schwindelgefühlen gel
itten habe. Nun beklage sie
eine Schwellneigung sowie ein schmerzhaftes Instabilitätsgefühl, vor allem beim Treppenabsteigen. Äusserlich zeige sich keine Schwellung. Demgegenüber be
stünden
Druckdolenzen
vor allem über dem Sinus
tarsi
;
radiologisch
zeigten
sich ke
inerlei
ossären
Auffälligkeiten. Es wurden
physiotherapeutische Massnahmen und gegebenenfalls eine Infiltration empfohlen
(
Urk.
8/M007).
4
.6
Vertrauensarzt
Dr.
A._
kam mit Aktenbeurteilung vom
1
9.
Februar 2020 zum Schluss, die Instabilität im OSG links sei überwiegend wahrscheinlich auf den
Unfall vom
9.
November 2019 zurückzuführen. Demgegenüber stünden
die rechts
seitigen Schulterbeschwerden
mit Blick auf den
Vorzustand nur möglicherweise
damit im Zusammenhang
.
Vielmehr sei diesbezüglich vom Erreichen des
Status quo sine a
m 1
6.
Januar 2020 (Datum der MRT- Untersuchung) auszugehen
(
Urk.
8/M008).
Am 1
0.
März 2020 führte
Dr.
A._
ergänzend aus, das Schulter-MRT vom 1
6.
Januar 2020 habe keine frischen unfallbedingten Läsionen zur Dar
stellung gebracht. Mithin habe die Beschwerdeführerin led
iglich eine Kontu
sion erlitten
(
Urk.
8/M009).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
1
8.
März 2020
(Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die fachärztlich-chirurgi
schen Beurteilungen von Dr.
A._
vom 1
9.
Februar
und 3
0
.
März 2020 (E.
4
.6
)
, welcher dieser in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab.
5
.2
Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der
Beurteilungen
von Dr.
A._
sprechen, sind nicht ersichtlich
.
Insbesondere
gingen
Dr.
A._
und der behan
delnde
Hausarzt
übereinstimmend
davon aus, die Beschwerdeführerin habe an
lässlich
des Stolpersturzes vom
9.
November 2019
eine Kontusion der
rechten
Schulter er
litten. Es
fällt
zudem
auf, dass d
er
behandelnde
Facharzt
der
B._
lediglich den
Verdacht auf eine
Bizepssehnenproblematik
mit möglicher
symptomatischer,
artikularseitiger
Intervallläsion
festhielt
.
Dass die am 1
6.
Januar
2020 MR-tomographisch festgestellte PASTA-Läsion ganz oder teilweise auf den Sturz vom
9.
November 2019 zurückzuführen
wäre
,
so wie beschwerdeweise postuliert (
Urk.
1 S. 4 f.), lässt sich auf die vorliege
nde
medizin
ische Aktenlage
nicht abstützen
. Zudem steht die
in der Beschwerde
erstmals vorgebrachte Schil
derung des Unfallgeschehens, wonach die Beschwerdeführerin
den Sturz mit dem rechten Arm «abgefangen»
habe, diskrepant zur übrigen Aktenlage (vgl. Unfall
meldung,
Urk.
8
/G001;
vgl. auch E. 4.1, E. 4.2)
und erscheint damit
als bewusst oder unbewusst von nachträgli
chen Überlegungen versicherungs
rechtlicher oder anderer Art beeinfluss
t (vgl. BGE 121 V 47 E
. 2a).
Selbst wenn der be
schwer
deweisen Darstellung gefolgt würde,
vermöchte
dies keine
«forcierte Aussen- oder Innenrotation» wie postuliert nachzuweisen und würde eine isolierte, trauma
ti
sche Schädigung einer einzelnen Sehne der
Rotatorenmanschette
unter solchen Umständen auch nicht einleuchten. Im Übrigen kann auf die diesbezüglichen Aus
führungen der Beschwerdegegnerin hingewiesen werden (insbesondere Urk.
7 S.
4 f.).
Schliesslich
trifft es
zwar
zu und
hat
Dr.
A._
– entgegen der Be
schwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 5) –
gewürdigt, dass
sie
bereits Ende 2016 eine sturz
bedingte Traumatisierung der rechten Schulter erlitten hatte. Allerdings handelte es sich dabei um eine Traumatisierung des AC-Gelenks
und nicht
um
eine
Vor
schädigung der hier
umstrittenen
Supraspinatussehne
. Zudem
waren die Be
schwerden diesbezüglich bis zuletzt
regredient
(vgl. E. 4.3)
.
Die beschwerdeweise postulierte «Einheit» der Schädigung
geht damit ins Leere
.
Eine richtunggebende Verschlimmerung hat die Beschwerdeführerin zu
Recht nicht behauptet; müsste
eine solche doch bildgebend ausgewiesen sein (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom 8. August 2008 E. 4.2 mit Hinweisen), was vorliegend nicht der Fall ist. Im Gegenteil zeigte sich MR-tomographisch lediglich eine leichte Degeneration des AC-Gelenks. Bleibt endlich darauf hinzuweisen, dass sich die Beurteilung von
Dr.
A._
mit
dem
Reintegrationsleitfaden Unfall (Release 2010 - Version 1.0), wonach
bei
Schulterkon
tusionen eine
Behandlungsdaue
r von maximal sechs Wochen angegeben wird
(vgl.
Ziff.
5a, S. 65),
vereinbaren lässt
.
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die
hinreichend auf
schlussreiche medizinischen Aktenlage, insbesondere
beweiskräftige Beurteilung von
Dr.
A._
zum überzeugenden Schluss gelangt, dass
die
über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
1
6.
Januar 2020
h
inaus fortdauernde
n
Schulterbe
schwerden
jedenfalls
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
nicht mehr
auf den Unfall vom
9.
November 2019 zurückgeführt
werden können, w
eshalb sie den Anspruch der
Beschwerdefüh
rerin
auf weitere Leistungen
in
diesem Zusammen
hang
zu Recht verneinte.
Bei diesem Beweisergebnis
bestand
– entgegen der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1
S. 2) - weder
Anlass zur Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
noch besteht ein weiterer Abklärungsbedarf
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E. 2.2 mit Hinweisen).
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
8.
März 2020
(Urk. 2) erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.