Decision ID: 94aac452-a386-4457-8f78-08af995d050b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Testamentsungültigkeit
Berufung gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 18. Februar 2016 (CP160001-L)
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Rechtsbegehren: (sinngemäss, Urk. 6/1)
"Antrag auf Ungültigkeitserklärung der letztwilligen Verfügungen des Erblassers, D._, vom 30. März 2010 und vom 6. Januar 2012 bzw. Antrag auf Aberkennung der Erbschaftsberechtigung von B._ und C._."
Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 18. Februar 2016: (Urk. 2)
"1. Auf die Klage gegen den verstorbenen C._ wird nicht .
2. Dem Kläger wird eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung dieses Entscheides angesetzt, um dem Gericht folgende Urkunden im Doppel und mit einem Verzeichnis einzureichen:
- letztwillige Verfügung vom 6. Januar 2012, - letztwillige Verfügung vom 30. März 2010, - Entscheid des Bezirksgerichtes Zürich vom 4. August 2014,
- Entscheid des Bezirksgerichtes Zürich vom 11. September 2014. 3. Dem Kläger wird eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung dieses
Entscheides angesetzt, um dem Gericht den Streitwert der Klage im Sinne der Erwägungen zu beziffern.
4. [Schriftliche Mitteilung]
5. [Rechtsmittelbelehrung]"
Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2):
"An die Stelle des nachverstorbenen C._, geboren tt.1.1936,  tt.mm.2014, seien dessen Erbenserben 1. E._, geboren tt.7.1941, von Zürich und F._, ... [Adresse] und 2. G._, geboren tt.5.1964, von Zürich und F._, ... [Adresse]
als 2. beklagte Partei zu setzen. Die Testamentsanfechtungs- und  vom 01.02.16 soll sich explizit auch gegenüber den  Erben des verstorbenen Treuhänders und Willensvollstreckers auswirken."
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Erwägungen:
1. a) Am tt.mm.2014 verstarb D._, zuletzt wohnhaft gewesen in
Zürich (Urk. 6/7/3 S. 3). Mit Eingabe vom 1. Februar 2016 und unter Beilage der
Klagebewilligung vom 13. November 2015 erhob der Kläger eine Testa-
mentsanfechtungsklage mit dem eingangs aufgeführten Rechtsbegehren
(Urk. 6/1-2). Die Vorinstanz trat mit Beschluss vom 18. Februar 2016 auf die Kla-
ge gegen den Beklagten 2 nicht ein (Urk. 2).
b) Hiergegen erhob der Kläger und Berufungskläger (fortan Kläger)
mit Eingabe vom 11. März 2016, eingegangen am 14. März 2016, Berufung mit
den eingangs aufgeführten Anträgen (Urk. 1 S. 2).
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). In der Be-
rufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig aufzustellen. Sie
hat darzulegen, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen
Punkten unrichtig sein soll. Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur die geltend
gemachten Rügen. Der Berufungskläger hat sich aber mit den Erwägungen im
angefochtenen Beschluss auseinanderzusetzen (BGE 138 III 213 E. 2.3; BGer
4A_659/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 3; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Ha-
senböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zürich/Basel/Bern 2016, 3. Auflage, N 36 zu Art. 311 ZPO).
3. a) Die Vorinstanz trat zufolge fehlender Prozessvoraussetzung auf
die Klage gegen den Beklagten 2 nicht ein (Art. 59 ZPO). Sie erwog, in der Kla-
gebewilligung vom 13. November 2015 seien als beklagte Parteien B._ und
der am tt.mm.2014 (offenbar ... Tage nach dem Tod des Erblassers) verstorbene
C._ aufgeführt, der als Toter nicht rechtsfähig und nicht parteifähig sei. Die
fehlende Parteifähigkeit sei in der Regel nicht heilbar. C._ sei lange vor An-
hebung des Schlichtungsverfahrens verstorben. In der Klagebewilligung sei
"C._, geboren tt. Januar 1936, nachverstorben am tt.mm.2014" als Beklagter
2 aufgeführt. Aus den Ausführungen des Klägers lasse sich auch nicht andeu-
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tungsweise entnehmen, dass er eigentlich gegen die Erben von C._ klagen
wolle und lediglich die Partei falsch bezeichnet habe (Urk. 2 S. 3).
b) Der Kläger macht in seiner Berufungsschrift geltend, er habe in
der Klageschrift vom 1. Februar 2016 die zweite beklagte Partei unvollständig be-
nannt, weil er davon ausgegangen sei, dass sich die Testamentsanfechtungs-
bzw. Ungültigkeitsklage automatisch auf die Erbeserben des nachverstorbenen
C._ auswirken werde (Urk. 1 S. 2). Würde seitens der Vorinstanz auf die
Klage gegen E._ und G._ nicht eingetreten, wären diese die unrecht-
mässigen Nutzniesser des mutmasslich treuhänderischen Vollmachtsmissbrau-
ches in Bezug auf den verstorbenen C._ (Urk. 1 S. 2 f.).
c) Damit beanstandet der Kläger die Erwägungen im angefochtenen
Beschluss mit keinem Wort als unrichtig. Diese sind denn auch zutreffend (Urk. 2
S. 3): Der Beklagte 2 verstarb rund eineinhalb Jahre, bevor der Kläger das
Schlichtungsgesuch beim Friedensrichteramt der Stadt Zürich, Kreise 11 + 12,
anhängig machte (Urk. 6/1). Nach Art. 31 Abs. 1 ZGB endet die Persönlichkeit mit
dem Tod. Einer verstorbenen Person fehlt jede Rechtsfähigkeit und folglich auch
die Parteifähigkeit (vgl. BGE 129 I 302 E. 1.2.1). Das Nichteintreten der Vorin-
stanz auf die Klage mangels Parteifähigkeit des Beklagten (Art. 66 ZPO) ent-
spricht der gesetzlichen Folge (Art. 59 Abs. 1 ZPO). Daran ändert auch der Um-
stand nichts, dass der Kläger nun im Berufungsverfahren geltend macht, er habe
die zweite beklagte Partei unvollständig benannt, weil er davon ausgegangen sei,
dass sich die Testamentsanfechtungs- bzw. Ungültigkeitsklage automatisch auf
die Erbeserben des nachverstorbenen C._ auswirken werde (Urk. 1 S. 2).
Dies trifft nicht zu. Entgegen dem Antrag des Klägers, sind anstelle des Beklagten
2 nicht seine Erben im Rubrum aufzunehmen, mangelt es doch an einem Schlich-
tungsverfahren gegen die Erben des Beklagten 2 (Art. 197 ZPO). Das Berufungs-
verfahren dient nicht dazu, das vor Vorinstanz bzw. vor Schlichtungsbehörde Ver-
säumte nachzuholen. Dem Kläger steht es jedoch offen, seine Klage gegen die
Erben des Beklagten 2 bei der zuständigen Schlichtungsbehörde anhängig zu
machen. Der Vollständigkeit halber ist der Kläger darauf hinzuweisen, dass sich
die Sachlage anders präsentiert hätte, wäre der Beklagte 2 während des Prozes-
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ses verstorben und damit seine Rechtspersönlichkeit untergegangen. In einem
solchen Fall hätten dessen Erben in den Prozess eintreten (Art. 560 ZGB) und
das Rubrum entsprechend angepasst werden können.
d) Nach dem Gesagten ist die Berufung des Klägers abzuweisen
und der angefochtene Entscheid zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). Da
sich die Berufung als offensichtlich unbegründet erweist, ist auf das Einholen ei-
ner Berufungsantwort zu verzichten (Art. 322 Abs. 1 ZPO).
3. a) Erbteilungsstreitigkeiten sind vermögensrechtliche Streitigkeiten.
Der Kläger beziffert seinen auf ihn fallenden Anteil der Erbschaft auf Fr. 44'000.–
(Urk. 6/6 S. 2). Von diesem Streitwert ist im Berufungsverfahren auszugehen. Die
zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 und
§ 12 der Gerichtsgebührenverordnung auf Fr. 1'500.– festzusetzen. Die Gerichts-
kosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss dem unterliegenden Klä-
ger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
b) Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen
zuzusprechen, dem Kläger zufolge seines Unterliegens, der Beklagten 1 mangels
relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO).