Decision ID: 3666c2d4-1b59-5dc2-9141-e84d1c412c90
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,
Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
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Sachverhalt:
A.
Der 1957 geborene S._ meldete sich am 11./17. August 1999 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Umschulung und
eine Rente. Er war seit März 1990 als Former in einer Textilunternehmung angestellt.
Dr. med. A._, Innere Medizin FMH, diagnostizierte am 13. September 1999 ein
chronisches cervicobrachiales Syndrom rechts, eine Periarthropathia humeroscapularis
rechts, eine Epicondylopathie radial rechts und depressive Verstimmungen und
attestierte dem Versicherten vom 20. Mai bis 13. Juni 1999 und ab dem 1. Juli 1999
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Beigelegt waren ein Bericht von Dr. med. B._,
Innere Medizin/Rheumatologie FMH, vom 4. März 1999, wo nebst den erwähnten
rheumatologischen Diagnosen muskuläre Dysbalancen und segmentale
Funktionsstörungen der unteren HWS und der oberen BWS sowie chronische Knie-
und Unterschenkelschmerzen bds. bei Tendomyosen der Waden erwähnt worden
waren. Die stereotype Arbeit an der Maschine und das Stehen bei der Arbeit unterhalte
die Schmerzen. Ideal wäre eine Abwechslungsmöglichkeit. Der Versicherte sollte
möglichst lange nicht arbeitsunfähig geschrieben werden, um keinen Stellenverlust zu
riskieren. In der Klinik Valens waren gemäss dem Bericht über den Aufenthalt des
Versicherten vom 1. bis 22. Juli 1999 als Diagnosen benannt worden (erstens) ein
chronisches cervicobrachiales Syndrom rechts mit/bei muskulären Dysbalancen und
Fehlhaltung, (zweitens) eine Periarthropathia genu beidseits und Tendomyosen der
Waden, und (drittens) ein V. a. depressive Verstimmung mit
Schmerzverarbeitungsstörung. Mangels Verständigung habe der Versicherte keine
Angaben über eingeschränkte Aktivitäten im Alltag machen können. Der Versicherte
werde für leichte bis mittelschwere Arbeit für zu 100 % arbeitsfähig gehalten. Daraufhin
veranlasste die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen eine
Begutachtung. Der die Muttersprache des Versicherten sprechende Dr. med. C._,
Psychiatrisch-psychotherapeutische Klinik am Zürichberg, gab in seinem Gutachten
vom 24. Juli 2000 (act. 15) an, es lägen als Diagnosen eine ängstliche und depressive
Reaktion auf schwere Belastungen und eine Anpassungsstörung vor. Der Versicherte
sei aus psychiatrischen Gründen vermindert belastbar und nur teilweise arbeitsfähig,
etwa zu 50 %, und zwar mit Vorteil bei halbtägiger Verwertung. Aus somatischen
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Gründen könne er nicht ausgesprochen schwere Arbeit leisten. Mit einer (in der
Muttersprache durchgeführten) psychiatrischen und einer psychopharmakologischen
Behandlung liesse sich die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich innerhalb eines halben
Jahres auf 100 % steigern. Der Gutachter hatte einen Bericht der Abteilung
Rheumatologie und Rehabilitation am Kantonsspital St. Gallen vom 20. März 2000 zur
Kenntnis genommen, wonach die Beschwerden des Versicherten (aufgrund einer
Bursitis subdeltoidea und subakromialis, bei fortgeschrittenen Tendinosezeichen der
Sehne des M. supraspinatus und einem verdickten Ligamentum coraco-akromiale, und
bei einer zerviko-thorakalen Haltungsstörung und Funktionsstörung des
Achsenskeletts) als nachvollziehbar und für seine Arbeitsbelastungen durchaus typisch
erachtet worden waren. In der Folge konnte ein Psychotherapieversuch bei dem die
Muttersprache des Versicherten sprechenden Dr. med. D._, Allgemeinmedizin FMH,
aufgrund der Gesamtsituation nicht durchgeführt werden. Der Arzt berichtete im
November 2000 (act. 21-8/9), der Versicherte leide an einer bereits chronifizierten
Schmerzsymptomatik. Seine Frustrationen am Arbeitsplatz habe er nur in der Familie
abladen können, was zu einer Konfliktsituation geführt habe. Eine medikamentöse
Compliance habe nicht realisiert werden können. Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie
und Psychotherapie (FSP; Dr. med. E._; act. 23-1 f. und 6/7) gab im Arztbericht vom
18. Oktober 2001 bekannt, es lägen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
und eine leichte depressive Episode vor. Es bestünden Konzentrations-, Gedächtnis-
und Schlafstörungen, kein Antrieb, keine Freude, Rückzug. Intelligenz und
Introspektionsfähigkeit seien unterdurchschnittlich. Es bestehe eine psychosoziale
Belastung (sehr schlechte Beziehung zur Tochter der Ehefrau). Der Versicherte stehe
seit dem 20. Februar 2001 in Behandlung. Die Verständigung sei sehr schwierig und
die Begleitung durch die Ehefrau habe keine Verbesserung gebracht. Der Versicherte
sei seit dem 1. Januar 2001 voll arbeitsunfähig. Wenn er zu einer antidepressiven und
psychotherapeutischen Behandlung bereit sei, sei eine deutliche Verbesserung nicht
auszuschliessen. Genauere prognostische Angaben seien wegen der ausgeprägten
Verständigungsschwierigkeiten nicht möglich. Eine weitere medizinische Abklärung (bei
einem seine Sprache sprechenden Psychiater, eventuell bei einer MEDAS) sei
angezeigt. Mit Verfügungen vom 11. Juli 2002 (act. 32 f.) sprach die IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten daraufhin ab 1. Juli 2000 (bei einem
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Invaliditätsgrad von 50 %) eine halbe und ab 1. April 2001 (bei einem Invaliditätsgrad
von 100 %) eine ganze (fälschlicherweise als halbe bezeichnete) Rente zu.
B.
B.a Anlässlich der Revision von Amtes wegen erklärte der Versicherte am 13. Februar
2007, sein Gesundheitszustand sei der gleiche geblieben. Dr. A._ bestätigte dies am
28. Februar 2007 (act. 40). Wegen der cervicobrachialen, der lumboradikulären und der
Ellbogen-Schmerzen sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Am 7. März 2007
teilte der Versicherte mit, er stehe bei Dr. F._ in psychiatrischer Behandlung (act. 42).
Nachdem die FSP mitgeteilt hatte, der Versicherte sei seit 2004 nicht mehr in
Behandlung, schlug der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung
(Dr. med. G._) am 7. Juni 2007 vor, ein bidisziplinäres Verlaufsgutachten einzuholen.
B.b Dr. med. H._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, gab in seinem
Gutachten vom 10. Januar 2008 (act. 50) an, es lägen als (Haupt-)Diagnosen vor:
(erstens) eine Diskushernie C5/6 und geringer C6/7 mit Kompression der Nervenwurzel
C6 und eventuell leicht auch C7 rechts foraminal bei Spondylarthrose C5 bis 7,
(zweitens) ein mässiges Impingement der rechten Schulter mit leichter Bursitis sub
acromialis und deutlicher Binnendegeneration der Supraspinatussehne bei leichter
Acromioclaviculargelenksarthrose, Partialruptur des Labrum glenoidale und
Chondropathie Grad II glenohumeral, (drittens) eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und (viertens) eine leichtgradige depressive Episode. Nach
gemeinsamer orthopädisch-psychiatrischer Beurteilung vom 10. Januar 2008 sei dem
Versicherten die bisherige Tätigkeit bei voller Stundenpräsenz zu 50 % zumutbar.
Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend
und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei regelmässig inklinierte und
reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 10 kg
gehoben oder getragen oder Arbeiten über der Horizontalen durchgeführt werden
müssten, seien dem Versicherten bei voller Stundenpräsenz zu 90 % zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe seit Juli 2007 eine volle Arbeitsfähigkeit, obwohl
aufgrund der einfach strukturierten Persönlichkeit mit mangelnder Konfliktbewältigung
bereits eine durchschnittliche Belastung zu verstärkten somatischen Beschwerden mit
Flucht in die Krankheit führe. Die depressive Symptomatik und die familiären Konflikte
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hätten sich gebessert. Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung habe sich nicht
wesentlich verändert, doch seien die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung wieder vorhanden. Dr. med. univ. I._, Facharzt für Psychiatrie
und Neurologie, hatte in seinem Teilgutachten vom 18. Dezember 2007 (act. 51) eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine leichtgradige depressive Episode und
ein chronisches Cervicobrachialsyndrom rechts diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit sei
nicht eingeschränkt.
B.c Nachdem der RAD (Dr. med. J._) das Gutachten als nachvollziehbar bezeichnet
hatte, stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 26. Februar 2008 die Einstellung der Rente in
Aussicht. Der Rechtsvertreter des Versicherten beantragte in seiner Stellungnahme
vom 14. April 2008 (act. 66), diesem sei die bisherige Rente weiter zu gewähren. Die
Gutachter hätten beide erhebliche Verständigungsschwierigkeiten gehabt. Dr. I._
habe im Lauf der Begutachtung die Ehefrau des Versicherten als Übersetzerin
beigezogen, was grotesk sei, wenn es darum gehe, die seelischen Probleme des
Versicherten zu evaluieren, die von Konflikten mit ihr herrührten. Ausserdem sei
bekannt, dass eine unzureichende Verständigungsmöglichkeit oft zum Versuch führe,
die Beschwerden auf andere Weise mitzuteilen, womit der Eindruck entstehen könne,
die Schmerzen würden übertrieben. Die somatischen Gesundheitsschäden seien
progredient. Es habe sich ausserdem eine Entlastung für den Haushalt dadurch
ergeben, dass die Tochter der Ehefrau des Versicherten aus erster Ehe, die unter
gravierenden psychischen Problemen leide, in ein Wohnheim eingewiesen worden sei.
Das rechtfertige aber nicht den Schluss, der Versicherte sei nicht mehr depressiv und
voll arbeitsfähig. Es gehe dem Versicherten besser als zur Zeit der Rentenfestsetzung,
weil er sich mit den Jahren mit dem Schicksal als IV-Rentner abgefunden habe. Das
bedeute aber nicht, dass die Besserung anhalten würde, wenn er den Wiedereintritt ins
Erwerbsleben versuchen müsste. Die Integrationsprobleme, auf die er krankhaft
reagiert habe, hätten im Zusammenhang mit der Arbeit gestanden. Eine erhebliche
Änderung des Sachverhalts, welche zu der Revision führen könnte, liege nicht vor.
B.d Der RAD (Dr. J._) hielt am 6. Juni 2006 (recte: 2008; act. 69) dafür, da der
Versicherte vor mehr als vier Jahren aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sei und
eine volle (wohl: ganze) Rente beziehe, empfehle es sich, ihm vor der Rentenverfügung
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berufliche Massnahmen im Sinn einer Arbeitsvermittlung anzubieten. Damit könne der
seit langem vorherrschenden Dekonditionierung allenfalls entgegengewirkt werden. An
den psychiatrischen Gutachter seien ergänzende Fragen zu richten.
B.e Dr. I._ antwortete am 16. Juni 2008 (act. 71), er habe die Ehefrau des
Versicherten zur Aussenanamnese beigezogen, die aber keine relevanten Aspekte
ergeben habe. Auf die Problematik der kranken Tochter sei nicht näher eingegangen
worden, so dass sie auch nicht in verzerrter Weise habe dargestellt werden können.
Die Anwesenheit der Ehefrau habe die gutachterliche Beurteilung der Depression und
ihres Schweregrades sowie der Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht beeinflusst.
B.f Mit Verfügung vom 16. Juli 2008 (act. 76) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle den Rentenanspruch des Versicherten auf das Ende des der Zustellung
folgenden Monats ein. Der Invaliditätsgrad betrage 10 % (Valideneinkommen
Fr. 48'621.--, Invalideneinkommen Fr. 43'759.--). Mit aktuellem Datum werde die
Eingliederungsberatung mit der weiteren Bearbeitung beauftragt.
B.g Gemäss dem "Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm" vom 17. September
2008 (act. 83) wurde eine Abklärung der beruflichen Fähigkeiten, der Leistungsfähigkeit
und der Frage nach der Eignung in möglichen Bereichen für die Zeit vom 6. Oktober bis
28. November 2008 festgelegt.
C.
Gegen die Verfügung vom 16. Juli 2008 richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Kurt
Gemperli für den Betroffenen am 15. September 2008 erhobene Beschwerde. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer die bisherige ganze Rente weiter zu
gewähren, unter Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Das psychiatrische
Gutachten sei nicht beweiskräftig, weil die Ehefrau des Beschwerdeführers bei der
Exploration anwesend gewesen sei. Dessen psychische Situation habe sich zwar
besser dargestellt als früher, doch drohe bei Wiederaufnahme einer Arbeit bzw. bei
entsprechenden Bemühungen wieder eine Verschlechterung. Bis anhin hätten erst
ansatzweise Eingliederungsbemühungen stattgefunden. Die Eingliederungsabklärung
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und entsprechende Massnahmen hätten vor dem Entscheid über die Rentenanpassung
erfolgen müssen. In der ergänzenden Begründung vom 7. Oktober 2008 weist der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darauf hin, dass die angefochtene Verfügung
sich, wenn es zutreffe, dass der Anspruch auf Leistungen erst nach der Abklärung der
Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit beurteilt werden könne, zumindest als verfrüht
erweise. Gegenüber dem Referenzsachverhalt habe sich (somatisch) eine
Verschlechterung ergeben. Verbessert haben solle sich angeblich die psychische
Situation. Das psychiatrische Gutachten sei aber mangelhaft. Insbesondere bei solchen
Gutachten sei erforderlich, dass ein Dolmetscher beigezogen werde, wenn die
Sprachkenntnisse nicht vorhanden seien. Auf Deutsch könne man sich mit dem
Beschwerdeführer kaum verständigen. Der Gutachter habe ein demonstratives
Verhalten des Beschwerdeführers festgestellt. Indessen sei die Verständigung ein
Problem gewesen. Der Beizug der Ehefrau bei der Exploration eines Versicherten, bei
dessen psychischen Problemen unter anderem eheliche Schwierigkeiten eine Rolle
spielten, sei ein Kunstfehler. Da das psychiatrische Gutachten nicht verwertbar sei,
fehle es am Nachweis veränderter Tatsachen seit der letzten Rentenfestsetzung.
Während der Beschwerdeführer erklärt habe, einiges habe sich gebessert (Einweisung
der Tochter in ein Wohnheim), habe der Gutachter verstanden, der Beschwerdeführer
fühle sich besser und sei daher nicht mehr depressiv. Die Integrationsprobleme, auf die
der Beschwerdeführer zur Zeit der Rentenfestsetzung krankhaft reagiert habe, hätten
im Zusammenhang mit der Arbeit gestanden. Die mangelnde Integrationsfähigkeit habe
sich nach Zusprechung der Rente nicht mehr so gravierend ausgewirkt. Die
Feststellung von Dr. I._, dass der Beschwerdeführer bei einem beruflichen
Reintegrationsversuch mit neuerlich verstärkten Beschwerden reagieren werde, sei
naheliegend. Daraus hätte richtigerweise der Schluss gezogen werden müssen, dass
sich der Sachverhalt im entscheidenden Punkt - der zumutbaren Arbeitsfähigkeit -
nicht geändert habe. Auch im Revisionsverfahren habe die Verwaltung abzuklären, ob
vor der Weitergewährung, Erhöhung oder Reduktion der Rente
Eingliederungsmassnahmen durchzuführen seien. Das sei zu Unrecht unterlassen
worden, obwohl Abklärungen angezeigt seien und der Beschwerdeführer dabei auch
mitmache.
D.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. November 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Schon im Jahr 2000 habe die Klinik am Zürichberg
festgestellt, dass eine Besserung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % mit einer Therapie
innert sechs Monaten wahrscheinlich möglich sein sollte. Da keine optimale Therapie
stattgefunden habe, sei die Verbesserung nur langsam erfolgt. Aus dem
psychiatrischen Gutachten gehe hervor, dass nach der ausführlichen Befragung des
Beschwerdeführers ein kurzes Gespräch mit seiner Ehefrau stattgefunden habe und
dass diese mit Aussagen auffallend zurückhaltend gewesen sei. Das sei durchaus
zulässig gewesen. Dem ganzen Gutachten deswegen die Beweistauglichkeit
abzusprechen, sei unbegründet. Hätte der Gutachter die Ehefrau nicht befragt, wäre
ihm möglicherweise dies vorgeworfen worden. Es sei auf das bidisziplinäre Gutachten
abzustellen. Infolge der Verbesserung des Gesundheitszustandes sei der
Beschwerdeführer zu 90 % arbeitsfähig und habe daher keinen Rentenanspruch mehr.
Ob der Beschwerdeführer mit einem Invaliditätsgrad von 10 % Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen habe, sei nicht Gegenstand des Verfahrens.
E.
Mit Zwischenentscheid vom 19. November 2008 hat der Abteilungspräsident dem
Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
stattgegeben. Kosten und Entschädigung wurden bei der Hauptsache belassen.
F.
Am 2. Dezember 2008 hat die Gerichtsleitung das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) bewilligt.
G.
Mit Replik vom 13. Mai 2009 legt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dar, die
Beschwerdegegnerin schildere eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit als erwarteten
Umstand, lasse aber unerwähnt, dass sie zwei Jahre nach dem hierfür angerufenen
Bericht die Rentenverfügung erlassen habe und also von der Feststellung ausgegangen
sei, der Zustand habe sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Unterschwellig
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werde dem Beschwerdeführer vorgeworfen, sich nicht adäquat behandeln zu lassen. In
der ganzen Schweiz gebe es nur fünf Psychiater, welche die Sprache des
Beschwerdeführers sprächen. Dass es nicht geklappt habe mit einer entsprechenden
psychiatrischen Behandlung, lasse keinen Schluss auf den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers zu. Im Übrigen stehe er in Behandlung bei Dr. med. K._,
Praktische Ärztin FMH, einer Allgemeinmedizinerin mit psychologischer
Zusatzausbildung, welche seine Sprache spreche. Wenn die Sprache für die Therapie
so wichtig sei, sei sie es auch bei der Exploration. Eine gemeinsame Sprache bilde
hierfür notwendige Voraussetzung. Im psychiatrischen Teilgutachten sei festgehalten
worden, der Beschwerdeführer beherrsche die deutsche Sprache nur eingeschränkt
und eine Verständigung sei nur erschwert möglich. Bei Verständigungsschwierigkeiten
versuche die Ehefrau zu übersetzen. Spreche ein Gutachter ausserhalb des
Explorationsgesprächs auch noch mit der Ehefrau des Exploranden, sei dagegen
nichts einzuwenden. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei aber beim
Explorationsgespräch zugegen gewesen und habe sich als Übersetzerin betätigt. Das
Bundesgericht habe entschieden, dass die Rente weiterhin beziehen könne, wer vor
März 2004 eine solche wegen einer somatoformen Schmerzstörung zugesprochen
erhalten habe und bei wem keine gesundheitliche Änderung eingetreten sei. Demnach
verbiete es sich, die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung als
gegeben zu betrachten, da sich die somatoforme Schmerzstörung nicht wesentlich
verändert habe. Es sei keine rechtlich relevante Veränderung des Sachverhalts erstellt.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat am 20. Mai 2009 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2008 hat die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch des Beschwerdeführers anpassungsweise (auf 31. August 2008)
eingestellt. Es rechtfertigt sich, bei der Beurteilung des Sachverhalts in der Zeit vor
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dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 die dannzumal gültigen
Rechtssätze (im Folgenden angeführt) anzuwenden, für die Zeit ab 1. Januar 2008
hingegen das neue Recht. Materiellrechtlich hat sich indessen mit der 5. IV-Revision im
Anpassungsrecht (zwar eine Änderung mit Art. 31 IVG, aber) keine Änderung ergeben,
welche vorliegend von Bedeutung wäre.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer bezog gemäss der Verfügung vom 11. Juli 2002 zunächst
eine halbe Rente und zuletzt vor der strittigen Anpassung eine ganze Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 100 %. Hierfür massgebend waren zunächst das Attest einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % gemäss Dr. C._ und dann dasjenige von 100 % ab
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1. Januar 2001 gemäss der FSP. Beide ergaben sich aus psychiatrischen Gründen,
nämlich aus einer ängstlichen und depressiven Reaktion und einer Anpassungsstörung
bzw. aus einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer leichten
depressiven Episode. Der Beschwerdeführer litt an somatischen Beschwerden
(hauptsächlich einem cervicobrachialen Syndrom rechts, Schulter-/Arm- und
Kniebeschwerden). Nach Angaben von Dr. C._ wirkte die allgemeine Stimmungslage
damals durchaus gehoben. Die Beschwerden seien - abgesehen von den
psychosomatischen - einfühlbar und wirkten keineswegs übertrieben; es zeige sich
keine Fixierung. Es bestehe keine Verlangsamung oder Interesselosigkeit. Gelegentlich
zeige sich eine affektive Labilität. Das Denken sei formal verlangsamt, inhaltlich
bestünden deutliche massive Ängste betreffend die körperliche Gesundheit und die
Zukunft. Die kognitive Aufmerksamkeit und die Konzentrations- und
Wahrnehmungsfähigkeit seien nur mässig eingeschränkt. Die FSP stellte dann
Konzentrations-, Gedächtnis- und Schlafstörungen, Antriebs- und Freudlosigkeit und
einen Rückzug fest. Unterdurchschnittliche Intelligenz und Introspektionsfähigkeit
verstärkten die Schwierigkeiten, welche sich durch die sehr schwierige sprachliche
Verständigung ergäben.
3.2 Bei der Einstellung der Rente stützt sich die Beschwerdegegnerin auf ein
bidisziplinäres Gutachten, das im Unterschied zu der früheren vollen Arbeitsunfähigkeit
zu einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit von 90 %,
psychiatrisch gesehen gar von 100 % gelangt.
3.3 Die beschriebenen Verbesserungen des gesundheitlichen Zustands sind dazu -
wenn überhaupt vorhanden - unvergleichlich minim. Dr. I._ legt dar, die depressiven
Verstimmungen hätten sich nach Angaben des Beschwerdeführers seit etwa einem
halben Jahr etwas gebessert. Auffassung, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit
wirkten weitgehend intakt. Gedächtnisstörungen hätten sich nicht erheben lassen.
Schon in dem für die Festsetzung der ganzen Rente bei 100 % Invaliditätsgrad
massgeblichen Bericht der FSP war indessen lediglich eine leichte depressive Episode
festgestellt worden. Im Übrigen geht Dr. I._ davon aus, die familiären Konflikte hätten
sich gebessert, hält aber sogleich dagegen, der Beschwerdeführer weise allerdings
eine einfach strukturierte Persönlichkeit mit mangelnder Konfliktbewältigung und
mangelnder Anpassungsfähigkeit auf. In deren Folge sei bei Änderung der sozialen
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Situation mit verstärkten sozialen Anpassungsschwierigkeiten zu rechnen. In
Belastungssituationen und auch bei beruflichen Reintegrationsversuchen sei deswegen
auch mit verstärkten körperlichen Beschwerden mit Ausbreitungstendenz und verstärkt
depressiven Episoden zu rechnen. Weitere Anhaltspunkte für eine Verbesserung sind
nicht benannt worden. Insbesondere beschreibt auch Dr. I._ noch eine leichte
psychomotorische Verlangsamung, einen etwas reduzierten Antrieb und eine
Einengung auf die Beschwerden.
3.4 Die neuen medizinischen Schilderungen vermögen eine diametral andere
psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu erklären. Selbst wenn, was fraglich
ist, etwas verbesserte Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zur
Überwindung der Schmerzen vorliegen sollten, erscheint nach der Aktenlage nicht
plausibel, dass die somatoforme Schmerzstörung, welche sich gemäss dem Gutachten
als solche nicht wesentlich verbessert hat, neu zur Gänze ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit bleiben soll. In somatischer Hinsicht ist ausserdem jedenfalls keine
Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten.
3.5 Es fragt sich aber, inwiefern auf das Gutachten abgestellt werden kann. In den
Akten finden sich durchgehend Hinweise darauf, dass die Verständigung mit dem
Beschwerdeführer (auf Deutsch) sehr schwierig sei. Im psychiatrischen Teilgutachten
wird dazu festgehalten, der Beschwerdeführer spreche sehr gebrochen Deutsch, doch
hätten sich keine Auffassungs- oder Verständigungsschwierigkeiten erheben lassen.
Nach Erhalten der Invalidenrente wirkten sich die mangelnden Integrationsfähigkeiten
mit mangelnden Deutschkenntnissen vermutlich nicht mehr so gravierend aus;
inzwischen beherrsche der Beschwerdeführer die deutsche Sprache einigermassen, so
dass eine Verständigung ausreichend möglich sei. Andernorts schreibt der Gutachter,
der Beschwerdeführer beherrsche die deutsche Sprache nur eingeschränkt und es sei
eine Verständigung erschwert möglich. Bei Verständigungsschwierigkeiten versuche
die Frau zu übersetzen, wobei sich dann auch keine neuen Aspekte ergäben. Es fällt
insbesondere auf, dass gerade die Auskunft, die früheren Partnerprobleme und die
familiäre Problematik hätten sich in den letzten Jahren gebessert und der
Beschwerdeführer helfe im Haushalt mit, von dessen Ehefrau stammt, was
problematisch erscheint. Die Besserung der familiären Konflikte stellt nach dem oben
Dargelegten die hauptsächliche beschriebene Veränderung im Sachverhalt dar.
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3.6 Unter diesen Umständen erscheint eine Rückweisung der Sache unumgänglich.
Das Gutachten vermag keine ausreichend taugliche Beurteilungsgrundlage zu bilden.
Ob und inwiefern sich eine relevante Veränderung des medizinischen Sachverhalts
ergeben habe, wird bei einer ergänzenden medizinischen Abklärung zu erheben sein,
bei welcher sich der Beschwerdeführer in seiner Muttersprache soll ausdrücken
können, wo also zumindest ein (unabhängiger) Dolmetscher eingesetzt wird. Was die
somatoforme Schmerzstörung betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass auch diesbezüglich
entscheidend ist, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sich mit
Auswirkung auf die ihm zumutbare Arbeitsfähigkeit verändert habe. Eine blosse
Rechtsprechungsänderung könnte nicht als Anpassungsgrund herangezogen werden
(vgl. 9C_1009/08 und 8C_502/07). Bei Gelegenheit der zusätzlichen medizinischen
Abklärungen bietet es sich an, auch zu der über längere Zeit hinweg stattgefundenen,
allenfalls auch der jüngeren psychiatrischen Behandlung Berichte einzuholen, was bis
anhin unterlassen worden ist.
3.7 Nach der Rechtsprechung (ZAK 1969 S. 385; ZAK 1980 S. 508; Entscheide des
Bundesgerichts i/S S. vom 28. April 2008, 9C_720/07, und i/S B. vom 27. Mai 2008,
9C_24/08) besteht der Anspruch auf eine Rente so lange weiter, als die bestehende
Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen
tatsächlich behoben oder rentenausschliessend verringert werden konnte. Nach der
gegenwärtigen Aktenlage (Stellungnahme des RAD vom 6. Juni 2008) erscheint es
denkbar, dass sich zwar eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingestellt haben
könnte, die jahrelange Dekonditionierung aber doch noch die anfängliche
Arbeitsunfähigkeit bewirkt.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2008 teilweise gutzuheissen und die Sache ist
zur ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin - eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender neuer Verfügung an die
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Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht ein vollständiges
Obsiegen des Versicherten dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a)
- rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr für
Zwischenentscheid und Hauptverfahren von Fr. 800.-- erscheint angemessen. Die
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (wie der unentgeltlichen Prozessführung,
unten) ist obsolet geworden.
4.3 Der Beschwerdeführer hat bei vollem Obsiegen im Zwischenverfahren betreffend
aufschiebende Wirkung und in der Hauptsache Anspruch auf Ersatz der Parteikosten,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP). Die Entschädigung ist auf Fr. 3'700.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG