Decision ID: 8b9d8826-f1c2-5321-8914-bafa94679614
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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St.Galler Gerichte
Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a H._, Jahrgang 1992, wurde von seiner Mutter im März 2009 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) für Minderjährige angemeldet. Er habe eine
Beinverlängerung und ein schiefes Becken, Probleme mit dem Rücken und einen
Morbus Scheuermann. Es wäre schön, wenn er die im Juli 2008 angefangene Lehre
zum Landwirt trotz der starken Rückenprobleme irgendwie beenden könnte. Vielleicht
wisse die IV hier eine gute Lösung (IV-act. 11). Dr. med. A._ vom IV-internen
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) telefonierte am 31. März 2009 mit Dr. med. B._
vom Spital Walenstadt, wo der Versicherte behandelt worden war. Dieser gab offenbar
an, Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ohne Heben und Tragen
schwerer Lasten seien dem Versicherten vollumfänglich zumutbar. Als Landwirt werde
er auch zukünftig keine volle Arbeitsfähigkeit mehr erreichen (IV-act. 15; 21).
A.b Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2009 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, sie
gedenke, die Kostengutsprache für Berufsberatung und erstmalige berufliche
Ausbildung zu verweigern. Die gesundheitlichen Einschränkungen seien ihm bereits vor
Lehrantritt bekannt gewesen, weshalb der Abbruch vorhersehbar gewesen sei. Wähle
die versicherte Person eine Tätigkeit, die nicht ihren körperlichen Fähigkeiten
entspreche, könne die IV nicht für die Kosten einer neuen beruflichen Erstausbildung
aufkommen (IV-act. 31). Trotz Einwands der Mutter des Versicherten vom 9. Juni 2009
(IV-act. 32) verfügte die IV-Stelle am 18. August 2009 gemäss Vorbescheid (IV-act. 34).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die in Vertretung des Versicherten von
Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun am 16. September 2009 erhobene Beschwerde. Er
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beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung. Dem
Beschwerdeführer sei eine Umschulung im Sinn von Art. 17 IVG zur gewähren.
Eventualiter sei ihm eine erstmalige berufliche Ausbildung im Sinn von Art. 16 IVG zu
bezahlen. Im Jahr 2003 sei der Beschwerdeführer von einem Auto angefahren worden
und habe unter anderem einen Oberschenkelbruch erlitten. Die Unfallfolgen hätten
zusammen mit einem Morbus Scheuermann zu Rückenproblemen geführt, die sich
aber nicht gravierend ausgewirkt hätten. Mit dem inzwischen verstorbenen
gewalttätigen Vater hätten zudem schwerste soziale Probleme bestanden, die sich auf
den Beschwerdeführer vor allem psychisch ausgewirkt hätten. Während der Lehre sei
es bei Schwerstarbeiten zu Lähmungserscheinungen gekommen, weshalb der
Beschwerdeführer im Frühling 2009 im Spital Walenstadt hospitalisiert worden sei.
Dieses habe die IV-Anmeldung veranlasst. Die Lehre sei im April 2009 abgebrochen
worden. Im Sommer 2009 habe der Beschwerdeführer eine zwei Jahre dauernde
Anlehre als Fahrzeugwart für Landmaschinen begonnen. Folglich werde gegen die
Verfügung betreffend Berufsberatung nicht opponiert. Die gesundheitlichen Probleme
des Beschwerdeführers seien durch eine muskuläre Dysbalance und vor allem durch
die Probleme mit dem Vater bedingt gewesen. Bei konsequenter psychischer
Unterstützung und unter medizinischer Therapie wäre eine Lehre als Landwirt durchaus
möglich gewesen. Der Abbruch dieser Lehre hätte jedenfalls nicht vorausgesehen
werden können. Doch selbst wenn dies nicht so wäre, handle es sich bei der nun
angetretenen Anlehre als Fahrzeugwart für Landmaschinen um eine (zweite) erstmalige
berufliche Ausbildung, die dem Beschwerdeführer Mehrkosten verursache. So müsse
er täglich von C._ nach D._ pendeln und das Mittagessen auswärts einnehmen
(act. G 1).
B.b Nach Einsicht in die IV-Akten reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
am 19. Oktober 2009 eine Beschwerdeergänzung ein. Die Beschwerdegegnerin habe
keine medizinischen Akten eingeholt. Deshalb sei nicht belegt, dass die Lehre als
Landwirt aus medizinischen Gründen ungeeignet gewesen sei. Für eine
Vorhersehbarkeit der Notwendigkeit des Lehrabbruchs gebe es keine Anhaltspunkte
(act. G 3).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember
2009 die Abweisung der Beschwerde. Gemäss dem zuständigen Arzt des RAD stehe
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fest, dass die Beschwerden körperlich bedingt und nicht durch die sozialen Probleme
ausgelöst worden seien. Die gesundheitliche Prädisposition, die länger dauernde
körperliche Schwerarbeit und Arbeiten in Zwangshaltungen verunmögliche, sei lange
vor Lehrbeginn vorhanden gewesen. Dem Beschwerdeführer habe dies bewusst sein
müssen. Ausserdem habe er genau gewusst, welche Arbeiten ihn in der Lehre als
Landwirt erwarten würden. Er hätte folglich voraussehen müssen, dass der Beruf für
ihn nicht geeignet sei. Zudem sei der Lehrabbruch bereits sieben Monate nach deren
Beginn erfolgt. Unter diesen Voraussetzungen könne die IV keine Leistungen erbringen
(act. G 6).
B.d In der Replik vom 22. Januar 2010 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten. Dr. B._ habe am 6. März 2009 erstmals von einem Morbus Scheuermann
und von chronischer Überlastung des Rückens wegen Beinlängendifferenz
gesprochen. Ebenfalls erstmalig sei an dieser Besprechung ein Berufswechsel und eine
Anmeldung bei der IV empfohlen worden. Vorher habe der Beschwerdeführer davon
ausgehen können, dass sich die Symptomatik im Verlauf des Wachstums bessern
werde (act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 2. Februar 2010 an ihrem
Abweisungsantrag fest und verweist auf die Ausführungen in der Beschwerdeantwort
(act. G 11).
B.f Auf weitere Vorbringen der Parteien wird – sofern entscheidwesentlich – im
Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen in Form der erstmaligen beruflichen
Ausbildung und allenfalls der Umschulung. Weil der Beschwerdeführer im Sommer
2009 eine Anlehre begonnen hat, ist sein Interesse an Berufsberatung hinfällig
geworden.
2.
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2.1 Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der
erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfang zusätzliche Kosten
entstehen, haben gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die
Ausbildung ihren Fähigkeiten entspricht. Der erstmaligen beruflichen Ausbildung
gleichgestellt ist nach Abs. 2 lit. b dieser Bestimmung die berufliche Neuausbildung
invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf
Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben.
2.2 Massnahmen von Versicherten, die ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben
und bereits im Erwerbsleben stehen oder die ohne Ausbildung seit mindestens sechs
Monaten eine Hilfstätigkeit ausüben, fallen unter die Umschulung nach Art. 17 IVG
(Rz. 3005 des Kreisschreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art
[KSBE] mit Verweis auf AHI 2000 S. 189). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss der erstmaligen beruflichen
Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche
Ausbildung wegen
ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Musste eine erstmalige berufliche Ausbildung wegen Invalidität abgebrochen werden,
so ist eine neue berufliche Ausbildung der Umschulung gleichgestellt, wenn das
während der abgebrochenen Ausbildung zuletzt erzielte Erwerbseinkommen höher war
als das Taggeld nach Art. 23 Abs. 2 IVG (im Jahr 2009: Fr. 103.80; vgl. Art. 24 Abs. 1
IVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV;
SR 832.202]). Massgebend für die Abgrenzung ist hier das Erwerbseinkommen
unmittelbar vor Eintritt des Versicherungsfalls; dies gilt selbst dann, wenn die
versicherte Person trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung die Ausbildung noch
einige Zeit weitergeführt oder beendet hat oder nach erfolgtem Abschluss noch auf
dem erlernten Beruf tätig war (Rz. 3006 KSBE mit Verweisen auf AHI 1997 S. 159 und
AHI 2002 S. 99).
2.3 Die Ausbildung muss der Behinderung angepasst sein und den Fähigkeiten der
versicherten Person entsprechen. Sie muss zudem einfach und zweckmässig und auf
die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich ausgerichtet sein
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(Rz. 3010 KSBE). Anspruch auf eine berufliche Neuausbildung haben versicherte
Personen, die nach Eintritt der Behinderung eine ungeeignete Ausbildung absolviert
oder eine auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben. Bei der
Beurteilung, ob der versicherten Person die Fortsetzung der begonnenen
Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann, sind neben den Erwerbsaussichten auch die
persönlichen Berufseignungen zu berücksichtigen (Rz. 3015 KSBE).
2.4 Im vorliegenden Fall manifestierte sich der Gesundheitsschaden, der zur Aufgabe
der Lehre zum Landwirt führte, während der ersten Monate der Lehre. Diese hatte
gemäss Lehrvertrag sowie nach Angaben des Lehrmeisters im Oktober 2008 begonnen
(IV-act. 19-1; 26). Ob der Beschwerdeführer bereits vor Lehrantritt wissen musste, dass
die körperlich schwere Arbeit eines Landwirts für ihn aus gesundheitlichen Gründen
ungeeignet ist (worauf die medizinischen Akten übrigens nicht hindeuten, vgl.
act. G 9.1.1; 9.1.3), ist nicht von Relevanz. Für den Anspruch auf erstmalige berufliche
Ausbildung ist ausreichend, dass die begonnene Ausbildung sich aus gesundheitlichen
Gründen als ungeeignet herausgestellt hat. Dies ist aufgrund der medizinischen Akten
eindeutig der Fall, was zu Recht unbestritten ist. Die Beschwerdegegnerin behauptet
nicht, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Landwirt dauerhaft zumutbar wäre.
2.5 Der Beschwerdeführer erzielte gemäss den Angaben seines Rechtsvertreters in der
Lehre zum Landwirt ein Monatseinkommen von Fr. 1'250.- (act. G 1, S. 3, Ziff. III 4).
Dieses Einkommen lag also unter dem Betrag des Taggelds nach Art. 23 Abs. 2 IVG
(Fr. 103.80/Tag). Somit stellt gemäss Art. 6 Abs. 2 IVV die neue Berufsausbildung keine
Umschulung nach Art. 17 IVG, sondern eine erstmalige Ausbildung gemäss Art. 16 IVG
dar (vgl. Rz. 3006 KSBE).
3.
3.1 Zur erstmaligen beruflichen Ausbildung im Sinn von Art. 16 IVG zählt auch die
Anlehre (Art. 5 Abs. 1 IVV). Einem Versicherten entstehen aus der erstmaligen
beruflichen Ausbildung oder Weiterbildung in wesentlichem Umfang zusätzliche
Kosten, wenn seine Aufwendungen für die Ausbildung wegen der Invalidität jährlich um
Fr. 400.- höher sind, als sie ohne Invalidität gewesen wären (Art. 5 Abs. 2 IVV). Muss
eine bereits begonnene Ausbildung invaliditätsbedingt abgebrochen werden, so sind
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die Kosten der neuen Ausbildung mit derjenigen der alten zu verglichen (Rz. 3026
KSBE).
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat nicht abgeklärt, ob dem Beschwerdeführer durch die
behinderungsbedingte neue Lehre im Vergleich zur aufgegebenen Mehrkosten
entstehen. Dies hat sie nachzuholen. Nach seinen Angaben erzielte der
Beschwerdeführer im ersten Lehrbetrieb einen Monatslohn von Fr. 1'250.-, wobei ihm
Fr. 650.- für Kost und Logis abgezogen wurden (act. G 1, S. 3, Ziff. III/4). Diese
Angaben hat sich die Beschwerdegegnerin belegen zu lassen. Fraglich ist, ob der
Beschwerdeführer tatsächlich im Lehrbetrieb wohnte, liegt dieser doch lediglich etwa
vier Kilometer von seinem Elternhaus entfernt. An der neuen Lehrstelle erhält der
Beschwerdeführer im ersten Lehrjahr einen Monatslohn von Fr. 600.-, offenbar ohne
Kost (IV-act. 44-2, Ziff. 7). Er hat also wahrscheinlich Mehrkosten für die Verpflegung.
Diesbezüglich wären die üblichen Ansätze gemäss Rz. 3048 KSBE zu beachten. Der
Weg zum neuen Lehrbetrieb in D._ ist zudem über 40 Kilometer lang. Auch hier fallen
Mehrkosten an, die zu quantifizieren sind.
3.3 Geht die Beschwerdegegnerin der Frage nach, ob der Beschwerdeführer
zumutbarerweise eine geeignete, näher an seinem Zuhause liegende Lehrstelle hätte
finden können, so hat sie zu beachten, dass er unter schwierigen Umständen eine neue
Lehrstelle suchen musste. Im Januar 2009 benötigte er nach einer Auseinandersetzung
mit dem offenbar gewalttätigen Vater ärztliche Hilfe, zehn Tage später unternahm er
offenbar einen Suizidversuch. Im Februar 2009 schaltete sich die
Vormundschaftsbehörde ein, informiert durch die Schule. Im März 2009 wurde dem
Beschwerdeführer seitens des Spitals Walenstadt die Suche nach einer
leidensadaptierten Lehrstelle und die IV-Anmeldung nahegelegt (act. G 9.1.3). Per Ende
März 2009 kündigte der Lehrmeister den Lehrvertrag (IV-act. 19-1). Im Mai 2009 kam
es nach einem Sturz von einer Leiter zu einer Hospitalisation wegen
Gehirnerschütterung und Halswirbelsäulen-Kontusion (act. G 3.1.4). Schliesslich
verstarb der Vater des Beschwerdeführers offenbar im Sommer 2009 (vgl. act. G 1.2.3;
medizinische Chronik act. G 9.1.1). Seitens der IV erhielt der Beschwerdeführer trotz
ausgewiesener voller Arbeitsunfähigkeit in der ursprünglichen Ausbildung weder
betreffend Berufsberatung noch betreffend Lehrstellensuche Unterstützung, obwohl
rasches und überzeugtes Handeln der sich primär als Eingliederungsversicherung
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verstehenden IV dringend indiziert gewesen wäre. Dass der sich in der Pubertät
befindende Beschwerdeführer trotz dieser schwierigen Gegebenheiten und trotz des
grossen Zeitdrucks ohne Hilfe der IV per August 2009 eine neue, dem
Gesundheitsschaden angemessene Lehrstelle fand, ist beachtlich. Es würde unter
diesen Umständen wohl zu weit gehen, ihm vorzuwerfen, er hätte im Rahmen seiner
Schadenminderungspflicht eine näher an Zuhause gelegene Lehrstelle suchen müssen.
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 18. August 2009 teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur Ermittlung
der invaliditätsbedingten Mehrkosten der neuen Berufsausbildung und zur
anschliessenden Neuverfügung über den Anspruch auf berufliche Massnahmen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist. Dem Beschwerdeführer ist der von ihm geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.- zurückzubezahlen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1).
Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
bis
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