Decision ID: 2098e52e-9e33-5ae9-aebe-64c1b94cb41a
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- A und B X sind je zur Hälfte Miteigentümer des Grundstücks Nr. 0001 an der U-
Strasse in der politischen Gemeinde Berneck, auf dem sie ein Einfamilienhaus und ein
Nebengebäude erstellten. Mit amtlicher, unangefochten rechtskräftig gewordener
Schätzung vom 26. November 2009 wurden das Wohnhaus und das Nebengebäude
mit Neuwerten von Fr. 1'971'000.-- (1'981 m à Fr. 995.--) und Fr. 98'000.-- (244 m à
Fr. 402.--), zusammen Fr. 2'069'000.--, ohne Minderwerte geschätzt.
B.- Mit Rechnung Nr. yyy.yy/2010 vom 22. Februar 2010 veranlagte die Gemeinde
Berneck A und B X mit Anschlussbeiträgen von insgesamt Fr. 113'317.40 abzüglich
Zahlungen aufgrund der provisorischen Rechnung Nr. zzz.zz/2007 vom 23. August
2007 von Fr. 54'950.-- und zuzüglich Mehrwertsteuern von Fr. 3'513.20. Es verblieb ein
Rechnungsbetrag von Fr. 61'880.60.
Gegen diese Veranlagung erhoben A und B X durch ihren Rechtsvertreter am 9. März
2010 Einsprache mit der Begründung, es sei unter Berücksichtigung des
Verursacherprinzips nicht gerechtfertigt, für die Bemessung der Anschlussbeiträge
ausschliesslich und linear auf den Schätzwert des Gebäudes abzustellen, da es sich
um nicht mehr als ein – wenn auch luxuriöses – Einfamilienhaus handle. Zudem
umfasse der Schätzwert von Fr. 2'069'000.-- auch Gebäude- und Anlageteile ohne
Bezug zu öffentlichen Infrastrukturanlagen. Der Gemeinderat Berneck wies die
Einsprache am 21. Dezember 2010 ab.
C.- Gegen den Einsprache-Entscheid vom 21. Dezember 2010 erhoben A und B X
durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 14. Januar 2011 und Ergänzung vom
11. Februar 2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sei die Gebührenrechnung Nr. yyy.yy/2010
aufzuheben, eventualiter sei die Gebührenrechnung angemessen zu reduzieren. Mit
Vernehmlassung vom 22. März 2011 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Am 18. August 2011 präzisierte der
Rechtsvertreter seinen Antrag und legte dar, die Anschlussbeiträge seien in der Höhe
der provisorischen Rechnung vom 23. August 2007 anerkannt.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 14. Januar 2011 ist unter
Berücksichtigung der vom 18. Dezember bis 2. Januar dauernden Gerichtsferien
rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 11. Februar
2011 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. h
Ziff. 5, 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP; Art. 90 lit. b des Gerichtsgesetzes in der bis 31. Dezember 2010
geltenden Fassung, nGS 22-32). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs wird zu Recht nicht bestritten, dass sich die umstrittene Rechnung
Nr. yyy.yy/2010 vom 22. Februar 2010, mit welcher die Rekurrenten mit Abgaben für
den Anschluss ihres auf dem Grundstück Nr. 0001 neu erstellten Einfamilienhaus samt
Nebengebäude an das Strom-, Wasser- und Abwassernetz veranlagt wurden, auf eine
in formeller Hinsicht genügende Rechtsgrundlage stützt.
Das Reglement über die Erhebung von Anschlussbeiträgen und Gebühren im Bereiche
der Elektrizitätsversorgung stützt sich auf Art. 51 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über die
Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 731.1, abgekürzt: BauG)
und wurde vom Gemeinderat der politischen Gemeinde Berneck am 21. August 2007
erlassen (nachfolgend: Stromreglement). Es unterstand dem fakultativen Referendum
und trat am 1. Januar 2008 in Kraft. Art. 2 lit. a sieht als Abgeltung der Aufwendungen
für die Anschlussleitungen sowie als Ausgleich für wirtschaftliche Sondervorteile infolge
des Anschlusses an das Verteilnetz die Erhebung von Anschlussbeiträgen vor.
Abgabepflichtig sind gemäss Art. 3 Abs. 1 die Eigentümer von Bauten und Anlagen, die
an das Verteilnetz angeschlossen oder anzuschliessen sind. Anschlussbeiträge werden
insbesondere für die neu an das Verteilnetz angeschlossenen Gebäude und Anlagen
erhoben (Art. 5 lit. a). Sie setzen sich aus den Zuleitungsbeiträgen sowie den
Erschliessungs- und Netzkostenbeiträgen zusammen (Art. 6), wobei die
Erschliessungs- und Netzkostenbeiträge für Neubauten 1,2% des Zeitwertes
sämtlicher Gebäudeteile, mindestens jedoch Fr. 2'400.-- pro Anschluss betragen
(Art. 16 Ziff. 1). Sie werden aufgrund der Bauzeitversicherung provisorisch im Voraus
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ermittelt und nach Vorliegen der amtlichen Schätzung des angeschlossenen Objektes
definitiv festgesetzt (Art. 17).
Das Wasserversorgungsreglement wurde vom Gemeinderat der politischen Gemeinde
Berneck am 3. Januar 1967 beschlossen und trat am 1. Juni 1968 in Vollzug
(nachfolgend: Wasserreglement). Der dazu gehörige Tarif über Anschluss- und
Feuerschutztaxen, der seine Grundlage ebenfalls in Art. 51 Abs. 1 und 3 BauG findet,
wurde vom Gemeinderat am 5. Dezember 1972 erlassen und kommt bei allen
Neubauten, die ab 1. Januar 1973 bewilligt werden, zur Anwendung. Er wurde mit
Beschluss vom 19. Mai 1992 nachträglich dem fakultativen Referendum unterstellt (vgl.
act. 15/1). Als Anschlusstaxe sieht er eine Grundquote von Fr. 350.-- sowie einen
Gebäudezuschlag von 1% des Zeitwerts bei Industrie-, Gewerbe- und Wohnbauten
sowie landwirtschaftlichen Ökonomiegebäuden vor (lit. A Ziff. 5). In Gebieten, die aus
den Reservoiren Büriswilen und Husen versorgt werden, kommt ein Baukostenbeitrag
von 2/3% des Zeitbauwertes hinzu (lit. A Ziff. 7).
Das Reglement über die Finanzierung der Aufwendungen für den Gewässerschutz
stützt sich auf Art. 15 sowie hinsichtlich der Beiträge auf Art. 20 und 21 des
Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung (sGS 752.2,
abgekürzt: GSchVG) und wurde vom Gemeinderat der politischen Gemeinde Berneck
am 4. April 2000 erlassen (nachfolgend: Abwasserreglement). Es unterstand dem
fakultativen Referendum und trat mit der Genehmigung durch das Baudepartement des
Kantons St. Gallen am 20. Juni 2000 in Kraft. Nach Art. 2 lit. b werden die Kosten für
Erstellung und Betrieb der öffentlichen Abwasseranlagen insbesondere durch Beiträge
der Grundeigentümer im Einzugsgebiet gedeckt. Für Haupt- und Nebengebäude
beträgt der einmalige Anschlussbeitrag 2,6% des Neuwertes, der nach dem Gesetz
über die Gebäudeversicherung bestimmt wird (Art. 8). Der Anschlussbeitrag wird
aufgrund der Bauzeitversicherung provisorisch ermittelt und mit Baubeginn fällig; nach
Vorliegen der amtlichen Grundstückschätzung bzw. bei Anlagen nach Inbetriebnahme
erfolgt die definitive Rechnungsstellung (Art. 10).
3.- Sämtliche umstrittenen Abgaben wurden auf der Grundlage eines Gebäudewerts
von Fr. 2'069'000.-- ermittelt. Im Rekurs werden gestützt auf eine
Baukostenabrechnung vom 4. März 2009 (act. 6/6) tatsächliche Kosten von
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Fr. 1'867'574.92 (ohne Mehrwertsteuer) geltend gemacht. Die zur Berechnung der
Abgaben herangezogene Bemessungsgrundlage entspricht den in der amtlichen
Schätzung vom 25. November 2009 festgesetzten Neu- und Zeitwerten der Gebäude
von Fr. 2'069'000.--, die unangefochten rechtskräftig wurden. Art. 8 des
Abwasserreglements stellt ausdrücklich auf den nach dem Gesetz über die
Gebäudeversicherung (sGS 873.1) bestimmten amtlichen Neuwert ab. Die Bemessung
der Abgabe beim Anschluss an das Strom- und Wassernetz richtet sich nach dem
Zeitwert der Gebäude. Auch dieser Wert wird in der amtlichen Schätzung nach dem
Gesetz über die Gebäudeversicherung ermittelt. Art. 17 des Stromreglements verweist
ausdrücklich auf die amtliche Schätzung. Im Wasserreglement wird zwar nicht weiter
konkretisiert, wie der Zeitwert ermittelt wird. Im Interesse einer einheitlichen
Bemessungsgrundlage ist aber auch hier auf den Wert, wie er in der amtlichen
Schätzung festgesetzt wurde, abzustellen. Abgesehen davon betragen die geltend
gemachten tatsächlichen Baukosten nach Berücksichtigung der Mehrwertsteuer mit
einem Satz von 7,6% knapp Fr. 2'020'000.--. Würde zudem eine Bauteuerung
zwischen Erstellung und Schätzung von durchschnittlich 2,5% berücksichtigt (vgl. dazu
Zürcher Index der Wohnbaukosten) würde der geschätzte Neuwert gar überschritten.
Im Rekurs wird die Berechnung der Abgaben betragsmässig zu Recht nicht in Frage
gestellt. Die Erschliessungs- und Netzkostenbeiträge für den Stromanschluss belaufen
sich auf 1,2% des Zeitwertes zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer, d.h. auf Fr. 26'714.95
(Fr. 24'828.-- zuzüglich Fr. 1'886.95), jene für die Wasserversorgung auf 1% und 0,66%
des Zeitwerts zuzüglich Grundgebühr und 2,4% Mehrwertsteuer, d.h. auf Fr. 35'528.10
(Fr. 20'690.-- und Fr. 13'655.40 zuzüglich Fr. 350.-- und Fr. 832.70) und für den
Abwasseranschluss auf 2,6% des Neuwertes zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer, d.h. auf
Fr. 57'882.35 (Fr. 53'794.-- zuzüglich Fr. 4'088.35). Nach Abzug der Zahlungen
aufgrund der provisorischen Rechnung vom 23. August 2007 von Fr. 58'244.80 von der
Summe aller Anschlussbeiträge von Fr. 120'125.40 (inkl. Mehrwertsteuer) ergibt sich
der mit Rechnung vom 22. Februar 2010 erhobene Restbetrag von Fr. 61'880.60. Die
Mehrwertsteuerzuschläge finden ihre Grundlage in Art. 4 des Stromreglements, im
entsprechenden, mit Beschluss vom 9. Dezember 1994 dem fakultativen Referendum
unterstellten Nachtrag zum Tarif zum Wasserreglement (vgl. act. 15/2) sowie in Art. 8
Abs. 1 Ingress des Abwasserreglements.
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4.- Im Rekurs wird gemäss präzisiertem Hauptantrag die Erhebung der Abgaben in der
Höhe des verbleibenden Rechnungsbetrags gemäss Rechnung Nr. yyy.yy/2010 vom
22. Februar 2010 über Fr. 61'880.60 bestritten. Die gemäss Eventualantrag allenfalls
vorzunehmende Reduktion wird nicht betragsmässig bezeichnet. Als angemessen
akzeptiert werden dementsprechend jedenfalls Beträge in der Höhe von Fr. 58'244.80
wie sie mit der provisorischen Rechnung Nr. zzz.zz/2007 vom 23. August 2007 auf der
Basis eines Gebäudewertes von Fr. 1'000'000.-- erhoben wurden.
a) Im Zusammenhang mit dem Beitrag für den Anschluss an die Abwasseranlagen
geltend gemacht, das Meteorwasser werde – soweit es nicht von Terrassen und
Vorplätzen über eine Abdichtungsebene gleichmässig in das umliegende Terrain zur
örtlichen Versickerung abgeleitet werde – über einen Sickerschacht in einen Teich mit
der Funktion eines Retentionsbeckens eingeleitet. Erst wenn der Uferbereich kein
weiteres Wasser mehr aufnehmen könne, komme es zu einem Überlauf in den
Anschlussschacht. Aufgrund der grossen Wasseroberfläche verdunste zudem ein
beträchtlicher Anteil des gesammelten Meteorwassers. Dadurch komme es zu einem
dosierten, stark verzögerten und vor allem stark reduzierten Überlauf in den
Anschlussschacht. Auf den extensiv begrünten Flachdächern des Wohnhauses
verdunste ein grosser Anteil des zurückgehaltenen Niederschlagswassers. Beim
Schwimmbad werde mit dem mit der Oberkante bündigen Wasserstand und einem
speziellen Überlaufsystem eine geringere Verschmutzung des Abwassers erzielt.
Für die Bemessung von Anschlussgebühren darf wie beim Anschlussbeitrag, der als
Vorzugslast bereits aufgrund der Anschlussmöglichkeit geschuldet ist, ebenfalls auf
das Ausmass des dem Pflichtigen erwachsenden Vorteils abgestellt werden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 2P.78/2003 vom 1. September 2003 E. 3.3 mit Hinweis unter
anderem auf BGE 109 Ib 308 E. 5b). Mit dem Beitrag oder der einmaligen
Anschlussgebühr gilt der Eigentümer eines an die öffentlichen Abwasseranlagen
angeschlossenen Grundstücks den Mehrwert ab, der mit der jederzeit gesicherten
schadlosen Ableitung und Reinigung des auf dem Grundstück anfallenden
Schmutzwassers wie auch der gewährleisteten Ableitung des Meteorwassers
verbunden ist (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/20. November 2001 in Sachen H.R., E. 3c
mit Hinweis auf GVP 1998 Nr. 32). Dem bundesrechtlich vorgeschriebenen
Verursacherprinzip genügen liegenschaftsbezogene Kriterien wie beispielsweise der
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Gebäudewert. Für die Beitragsbemessung muss deshalb nicht zwingend auf
verschmutzungs- und mengenabhängige Faktoren abgestellt werden, sofern die Art
und Menge des Abwassers bei der Erhebung der Verbrauchsgebühren
Berücksichtigung finden (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/20. November 2001 in Sachen
H.R., E. 3d; GVP 2003 Nr. 24; VerwGE vom 23. April 2004 in Sachen H.Sp. E. 2d/aa mit
zahlreichen Hinweisen insbesondere auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt das Verursacherprinzip an sich
zwar ebenfalls für die einmaligen Anschlussgebühren, doch dürfen für deren
Berechnung auch noch andere kausalabgaberechtliche Grundsätze berücksichtigt
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_101/2007 vom 22. August 2007 E. 4.1 mit
Hinweis auf 2P.232/2006 vom 16. April 2007 E. 3.2). So bildet der
Gebäudeversicherungswert der angeschlossenen Liegenschaft in der Regel einen
zuverlässigen Massstab für die Bemessung. Insbesondere bei Wohnhäusern lässt das
fragliche Kriterium zudem tendenziell auf die Menge des Abwassers schliessen, die von
der betreffenden Liegenschaft anfallen wird; die Dimensionierung des öffentlichen
Entsorgungsnetzes muss auf diese Grösse ausgerichtet werden, weshalb das Kriterium
des Gebäudeversicherungswerts insofern mit dem Verursacherprinzip im Einklang
steht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.262/2005 vom 9. Februar 2006 E. 3.1 mit
Hinweisen; BGE 128 I 53). Insbesondere bei Wohnbauten hat das Bundesgericht
deshalb den Gebäudeversicherungswert für die Bemessung einmaliger Gebühren für
den Anschluss an die Kanalisation stets als verfassungskonformen
Massstab zugelassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.130/2002 vom 13. Dezember
2002 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 109 Ia 325 E. 6a und 125 I 1 E. 2b/bb). Anders
verhält es sich, wenn besondere Eigenschaften der Baute einer solchen
Betrachtungsweise entgegenstehen. Zu sachwidrigen Ergebnissen kann es
insbesondere bei Industrieanlagen kommen, welche einen im Verhältnis zum
Bauaufwand extrem niedrigen oder extrem hohen Abwasseranfall haben. Aufgrund des
besonderen Zwecks solcher Bauten erscheint der Gebäudeversicherungswert als
alleinige Bemessungsgrundlage für die Anschlussgebühr schlecht geeignet. Bei
Wohnbauten hat das Bundesgericht indessen die Verweigerung derartiger Ausnahmen,
was die Anschlussgebühren anbelangt, bisher als verfassungsrechtlich zulässig
erachtet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.4 mit
Hinweisen auf 2P.232/2006 vom 16. April 2007, 2P.343/2005 vom 24. Mai 2006, 2P.
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205/2005 vom 15. März 2006, 2P.262/2005 vom 9. Februar 2006 vgl. auch Urteil 2P.
53/2007 vom 22. Juni 2007 E. 2.4) und ausdrücklich festgehalten, bei Wohnbauten
ständen der Verwendung des Gebäudeversicherungswerts als Bemessungskriterium
für die Anschlussgebühren keine derartigen Hindernisse entgegen (Urteil des
Bundesgerichts 2P.262/2005 vom 9. Februar 2006 E. 3.1).
Art. 11 des Abwasserreglements trägt diesen Ausnahmefällen ausreichend Rechnung,
indem der Gemeinderat den Gebäudebeitrag insbesondere bei Gewerbe- und
Industriebetrieben, die eine ausserordentlich hohe oder tiefe Abwassermenge oder
frachtmässige Belastung aufweisen, bei Kirchen und Kapellen und bei
landwirtschaftlich genutzten Ökonomiegebäuden den besonderen Verhältnissen
anpassen kann. Dass das Reglement bei Wohnbauten grundsätzlich keine
Ausnahmefälle mit besonderen Abwasserverhältnissen annimmt, ist mit Blick auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht zu beanstanden.
Im Übrigen bieten die Gebäude der Rekurrenten auch keinen Anlass, nach den sich aus
dem übergeordneten Recht ergebenden Grundsätzen, insbesondere dem
Äquivalenzprinzip, von einem Sonderfall auszugehen. Der Schätzung des Neuwertes
des Wohnhauses vom 25. November 2009 wurde ein m -Preis von Fr. 995.-- zugrunde
gelegt. Dieser Ansatz liegt nach den Richtwerten für die Bestimmung des Neubauwerts
im Rahmen der Ansätze für die Bauklasse VI, die sich durch einen vornehmen,
gediegenen Ausbau bei bester Qualität und hohem Komfort charakterisiert (vgl. Das
Schweizerische Schätzerhandbuch, Bewertung von Immobilien, herausgegeben von
der Vereinigung kantonaler Grundstückbewertungsexperten, der Schweizerischen
Schätzungsexperten-Kammer und dem Schweizerischen Verband der Immobilien-
Treuhänder, Ausgabe 2005, S. 236, aufgewertet nach dem Zürcher Index der
Wohnbaukosten). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich ohne
Willkür annehmen, der Anschluss an die öffentliche Abwasserentsorgung, durch
welchen die Liegenschaft überhaupt erst bewohnbar wird, stelle für den Eigentümer
eines luxuriösen Wohnhauses im Vergleich zu jenem einer billigeren Baute einen
grösseren Vorteil dar; dieser Umstand vermag alsdann eine entsprechend höhere
Anschlussgebühr zu rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.262/2005 vom
9. Februar 2006 E. 3.2). Im Zusammenhang mit einer Nachbelastung nach dem
luxuriösen Umbau eines bestehenden Wohnhauses hat das Bundesgericht gar
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festgehalten, es sei grundsätzlich unerheblich, ob und inwieweit die bauliche
Umgestaltung tatsächlich zu einer höheren Belastung der Versorgungs- und
Entsorgungsanlagen führe, soweit nicht besondere Eigenschaften der Baute (z.B.
extrem teure Bauweise mit geringer zusätzlicher Nutzungsmöglichkeit oder gemessen
am Bauaufwand extrem niedriger Wasserverbrauch bzw. Abwasseranfall) einer solchen
Betrachtungsweise entgegenstehen. Es darf davon ausgegangen werden, dass
luxuriös ausgestattete Liegenschaften mit ihren regelmässig grosszügig
dimensionierten Sanitäreinrichtungen im Allgemeinen auch einen
überdurchschnittlichen Wasserverbrauch aufweisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.5). Davon ist auch bei den, ein grosszügiges
Aussenschwimmbad umfassenden Gebäuden der Rekurrenten auszugehen, und zwar
unabhängig davon, ob die Konstruktionsweise des Pools allenfalls einen
vergleichsweise geringen Wasserverbrauch nach sich zieht.
Der Ansatz von Fr. 995.-- pro m des umbauten Raums für den Neuwert liegt auch
deutlich unter jenem - beim Umbau eines Schlosses ausgewiesenen, ausserordentlich
hohen - Neubauwert von Fr. 1'700.-- pro m , bei dem sich denkmalpflegerische
Aufwendungen niedergeschlagen und zu einer erheblichen Erhöhung des geschätzten
m -Preises geführt haben, so dass nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung
mit Blick auf das Äquivalenzprinzip die erheblichen, mit der Denkmalpflege
zusammenhängenden Kosten abzuziehen waren (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/
20. November 2001 in Sachen H.R., E. 4c).
Im Rekurs wird sodann geltend gemacht, die äusserst ökologische Bauweise
rechtfertige eine Reduktion der Abgaben. Die damit verbundenen Kosten werden
indessen nicht quantifiziert. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erscheint
zwar die Berücksichtigung höherer Erstellungskosten energieeffizienter Gebäude bei
der Bemessung von Anschlussgebühren nicht unsachlich, da bei Minergie- und
Passivhäusern die Anschlussgebühren bei einer Bemessung nach dem
Gebäudeversicherungswert höher als bei konventionellen Gebäuden sind, ohne dass
ein entsprechend grösserer Wasserverbrauch oder Abwasseranfall zu erwarten ist.
Mehrkosten von 10-15% bewegen sich allerdings in einem Rahmen, in dem Bauherren
häufig auch aus anderen Gründen ein Mehraufwand erwächst, der keinen Einfluss auf
den Wasserverbrauch und Abwasseranfall hat, so etwa bei Verwendung besonderer
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Heizungssysteme (Sonnenenergie, Erdwärme usw.) oder für einen
behindertengerechten Ausbau. In diesen Fällen, in denen ein Abgehen von der
schematischen Bemessung der Anschlussgebühren nach dem
Gebäudeversicherungswert sachlich ebenso sehr geboten wäre, müsste das
Reglement aus Gründen der Rechtsgleichheit ebenfalls eine Gebührenreduktion
vorsehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_847/2008 vom 8. September 2009). Das
Abwasserreglement der Gemeinde Berneck sieht indessen – wie dargelegt – bei
Wohnbauten grundsätzlich keine solche Reduktionsmöglichkeit vor. Das
übergeordnete Recht von Kanton und Bund, insbesondere das Äquivalenzprinzip
verlangt schliesslich auch keine solche Reduktion.
b) Im Bereich der Wasserversorgung kommt zwar das Verursacherprinzip, wie es in
Art. 60a Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer
(Gewässerschutzgesetz, SR 814.20, abgekürzt: GSchG) für die Finanzierung der
Abwasseranlagen vorgesehen ist, nicht zum Tragen. Die auf den Wasseranschluss
entfallenden Gebühren sind insofern allein unter dem Gesichtswinkel des
Äquivalenzprinzips bzw. der übrigen verfassungsmässigen Grundsätze und
abgaberechtlichen Prinzipien zu prüfen. Diesbezüglich gelten für die
Anschlussgebühren im Bereich der Wasserversorgung aber im Wesentlichen die
nämlichen Grundsätze wie bei den Anschlussgebühren im Abwasserwesen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 2C_722/2009 vom 8. November 2010 E. 3.1).
Das Äquivalenzprinzip stellt die gebührenrechtliche Ausgestaltung des
Verhältnismässigkeitsgrundsatzes dar. Es bestimmt, dass eine Gebühr nicht in einem
offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert einer Leistung stehen darf und sich
in vernünftigen Grenzen halten muss (BGE 132 II 371 E. 2.1). Die einmalige
Anschlussgebühr für Wasser bildet als Verwaltungsgebühr die Gegenleistung des
Bauherrn für die Gewährung des Anschlusses der Baute an die vom Gemeinwesen
erstellten und betriebenen Versorgungsanlagen. Nach feststehender Rechtsprechung
dürfen sich Anschlussgebühren nach dem Mass des Vorteils richten, welcher dem
Grundeigentümer aus der Wasserversorgung des Gebäudes erwächst. Dabei muss
sich die Bemessung dieser Abgabe nicht notwendigerweise nach dem dem
Gemeinwesen aus dem einzelnen Anschluss jeweils konkret entstehenden Aufwand
richten, sondern es darf mittels schematischer Kriterien auf den dem Pflichtigen
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erwachsenden Vorteil abgestellt werden. Bei Wohnbauten bringt der
Gebäudeversicherungswert oder ein anderer vergleichbarer Wert der angeschlossenen
Liegenschaft diesen Vorteil regelmässig zuverlässig zum Ausdruck, ohne dass
zusätzlich auf das Mass der mutmasslichen Inanspruchnahme der Versorgungsnetze
abgestellt werden müsste (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_722/2009 vom
8. November 2010 E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Dies gilt beispielsweise auch bei
der Wasserversorgung nach luxuriösen Umbauten (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.3). Wie bereits im Zusammenhang mit dem
Anschlussbeitrag für das Abwasser bemerkt, wird das Aussenschwimmbad –
unabhängig von seiner Konstruktion – zu einem erhöhten Wasserbedarf führen.
Auch diese Abgabe zur Deckung der Anschlusskosten darf – unabhängig davon, ob sie
als Beitrag oder als einmalige Benutzungsgebühr ausgestaltet ist – dementsprechend
nach dem Sondervorteil bemessen und damit im Verhältnis zum
Gebäudeversicherungswert festgesetzt werden. Dies gilt auch für den lagebedingt
erhobenen zusätzlichen Baukostenbeitrag, der sich auf Art. 6 des Wasserreglements in
Verbindung mit lit. A Ziff. 7 des Tarifs stützen kann. Danach werden in Sonderfällen wie
bei ausserordentlich langen Hauptleitungen, d.h. vorderhand für Gebiete, die aus den
Reservoiren Büriswilen und Husen versorgt werden, Baukostenbeiträge von 2/3% des
Zeitbauwerts erhoben.
c) Nichts anderes gilt schliesslich für den Beitrag für den Anschluss an das Stromnetz.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist auch die Bemessung von
Netzkostenbeiträgen – gleichviel, ob sie als Erschliessungsbeitrag im Sinn einer
Vorzugslast oder als einmalige Benutzungsgebühr erhoben werden – nach dem
Gebäudewert abgaberechtlich nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2P.223/2004 vom 18. Mai 2005 E. 3.2).
d) Zusammenfassend erweist sich der Rekurs als unbegründet, weshalb er abzuweisen
ist.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'800.-- ist
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angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 900.-- ist zu verrechnen.