Decision ID: 8ffd6c27-7d31-4fa7-abb1-ce54b17cc4d6
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1984
,
meldete sich am 2
4.
Januar 2007 erstmals
bei der IV-Stelle Zug
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (Umschulung auf eine neue Tätigkeit) an unter Hinweis auf
einen Lehrabbruch (Malerlehre)
wegen
Allergien
(
Urk.
8/4). Nach berufli
chen, erwerblichen und medizinischen Abklärungen wies
die
IV-St
elle Zug
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2009 ab (
Urk.
8/58).
1.
2
Am
2.
Dezember 2011 stellte
X._
, damals seit April 2011 als Abbrucharbeiterin
beschäftigt
(
Urk.
8/66), erneut ein Gesuch zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
8/62)
. Sie wies in der Neuanmel
dung auf einen am 2
7.
Juli 2011 erlittenen Bandscheibenvorfall un
d Beschwer
den am ISG-Gelenk hin
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte am 1
6.
Dezember 2011 ein Ressourcengespräch durch (
Urk.
8/66)
und traf weitere berufliche, erwerbliche und medizinische Abklärungen
.
Sie übernahm im Rahmen einer Frühinterventionsmassnahme die Kosten für einen Handelsdiplomkurs VSH intensiv vom 1
6.
Juni bis 1
4.
Dezember 2012 (Urk.
8/87),
den die
Versicherte
ab
Oktober 2012 wegen starker
Rückenbe
schwerden
nicht mehr besuchte
(
Urk.
8/88
und
Urk.
8/89).
Die
Versicherte
un
ter
zog sich im Januar 2013 einer Diskusprothesen-Implantation (
Urk.
8/92/1-3)
sowie einer
Anschlussoperation wegen eines retroperitonealen Hämatoms (
Urk.
8/92/4-5)
. Die IV-Stelle veranlasste in der Folge eine
medizinische
Unter
suchung
durch
Dr.
med.
und
Dr.
sc. nat. ETH
Y._
, Innere Medizin FMH, speziell Rheumaerkrankungen
(vgl.
das rheumatologische Gutachten vom
2.
Dezember 2013,
Urk.
8/105/1-
60
sowie der Bericht
vom 11. Dezember 2013
zur
am
2
7.
und 2
8.
November
durchgeführten
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
, EFL,
Urk.
8/108
) und verneinte mit Verfügung vom
1.
April 2014 nach d
urchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/116
,
Urk.
8/120 und
Urk.
8/122)
einen
Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
1.
April 2014 erhob
X._
am 1
9.
Mai 2014 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Begehren, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Ev
entuell sei die Sache zur Neube
u
r
teilung an die Beschwerdeg
egnerin zurückzuweisen
. Zudem stellten sie den Antrag, es
sei
– sofern es für die Gutheissung der eingangs gestellten Begehren erforderlich sei –, eine mündliche Verhandlung durchzuführen und die Beschwerdeführerin persönlich zu befragen. Im Weiteren ersuchte sie
um
Gewährung der unentgelt
lichen Rechtspflege sowie
Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
(
Urk.
1 S. 2).
Die
Beschwerdegeg
nerin
schloss in ihrer Vernehmlassung vom 1
1.
Juni 2014 auf Abweisung (Be
schwerdeantwort,
Urk.
7). Mit Eingabe vom 1
4.
August 2014 (
Urk.
13) legte die Beschwerdeführerin
Stellungnahmen der behandelnden Ärzte auf
(
Urk.
14/1-
3
)
und a
m 2
0.
März 2015 reichte
sie
erneut eine
Rechtsschrift
ein
(
Urk.
18). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf
weitere
Stellungnahme
n
(
Urk.
17
und
Urk.
21).
Am 1
4.
August 2015 (
Urk.
25) beantragte die Beschwerdeführerin, das Gutachten von
Dr.
Y._
sei aus dem Recht zu weisen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetz über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der
Inva
liditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verände
rung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenanspruchsverneinende Ver
fügung vom
1.
April 2014 (
Urk.
2) mit dem Ergebnis ihrer medizinischen Abklä
rungen
, wonach die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei
.
Sie
verwies
zudem
auf die Verfügung der IV
Stelle Zug vom 26.
Februar 2009 (
Urk.
8/58), wonach die
se
ihre Lehre als Malerin aus invaliditätsfremden Gründen
abgebrochen habe
, und stellte zur Berechnung des
Valideneinkommens
auf statistische Angaben für einfache und repetitive Arbeiten im Baugewerbe ab.
Bei der Ermittlung des Invalidenlohnes
zog
si
e ebenfalls statistische Löhne, jedoch über die Tätigkeitsbereiche, bei
und errechnete einen Invaliditätsgrad von 11
%
.
2.2
Die Beschwerdeführerin erhob Einwände gegen die Beweiswertigkeit
des
Gut
achten
s
von
Dr.
Y._
(
Urk.
1 S. 22 ff.
Ziff.
1 ff.
und Urk. 18
)
und
verwies auf die
weiteren Stellungnahmen der behandelnden Ärzte
(
Urk.
13 und
Urk.
14/1-3
).
Zudem stellte sie
bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die laut Gesamtarbeitsvertrag im Malergewerbe
massgebenden Mindestlöhne
ab (
Urk.
1 S. 27).
2.3
Strittig und zu
prüfen ist der Invaliditätsgrad. Die Bedingung, dass sich der Sach
verhalt seit der
Abweisung
des letzten
Leistungsgesuchs
durch die IV-Stelle Zug mit
Verfügung vom 2
6.
Februar 2009
(
Urk.
8/58)
verändert hat (vorstehend E. 1.
3
), ist
unstrittigerweise
erfüllt.
3.
3.1
Am 2
3.
Januar 2012 berichtete
Dr.
Z._
,
Fachchiropraktor
SCG/ECU
,
der IV-Stelle
(Urk.
8/82)
, die Beschwerdeführerin werde sei
t
dem
7.
September 2011 im
Zentrum A._
, multidisziplinär behandelt (erste Konsultation bei Prof.
Dr.
med.
B._
)
. Er diagnostizierte eine
Lumboischialgie
links bei Diskusdegeneration L5/S1 mit medianer
Diskusprotrusion
und Kontakt zu S1 links
und attestierte
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit im Gebäuderückbau ab dem
7.
September 2011 bis gegenwärtig.
Dr.
Z._
gab an,
die Beschwer
deführerin klage seit dem 2
7.
Juli 2011 über starke linksseitige Ischialgien, die bis in den Fuss ausgestrahlt hätten. Mit den physiotherapeutischen und
chiro
praktorischen
Massnahmen habe bereits eine deutliche Besserung erzielt werden können. Sie erhofften nun von der Infiltration eine weitere Verbesserung.
Dr.
Z._
ging von einer günstigen Prognose aus und fügte an, d
ies setze je
doch eine Arbeitstätigkeit in angepasster Stelle voraus und lasse an ein Fort
führen der angestammten Tätigkeit im Gebäuderückbau nicht denken.
Es sollte eine angepasste Tätigkeit respektive eine Umschulung mit dem Ziel einer wechselbelastenden Tätigkeit angestrebt werden. Eine angepasste Tätigkeit mit Wechselbelastung und ohne schweres Tragen und wiederholtes Bücken mit Gewicht erachtete er in einem reduzierten Pensum (je nach Arbeit 40-60
%
) prinzipiell für möglich (S. 3).
3.2
Am 1
1.
April 2013 berichtete der Operateur und seit September 2011 behan
deln
de Arzt der Beschwerdeführerin, Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt Ortho
pä
di
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Spez.
Wir
belsäulenchirurgie
, der IV-Stelle (
Urk.
8/92
/1-3
). Er diagnostizierte eine akute
Lumboischialgie
links bei einem Status nach Diskusprothesen-Implanta
tion L5/S1 am
8.
Januar 2013 sowie einer
Minilaparatomie
und
retroperitonea
ler
Hämatomausräumung
am 2
5.
Januar 201
3.
Prof.
Dr.
B._
gab an, die Be
schwer
deführerin habe anlässlich der Untersuchung vom
3.
April 2013 berich
tet, dass es ihr während längerer Zeit sehr gut gegangen sei. Aus unerklär
lichen Gründen habe
die Beschwerdeführer
in
nun wieder linksseitige Schmerzaus
strahlungen, hauptsächlich bis zum Kniegelenk
, wobei sie
keine
Schmerzaus
strah
lung
in die Beine angegeben
habe
. Am meisten Schmerzen habe
die Versi
cherte
lumbogluteal
links. Das gleichentags angefertigte Röntgen
bild zeige eine unveränderte
Implantatlage
mit korrektem Prothesensitz. Die Prog
nose sei un
klar, aktuell liege allerdings kein eindeutiges morphologisches Korrelat vor, das eine schlechte Prognose bedingen würde. Die aktuellen Be
schwerden seien auf eine
Dek
onditionierung
und
muskulo
skelettale
Ursachen zu
rückzuführen und sollten durch eine adäquate Physiotherapie verbesserbar sein (vgl. auch
Urk.
8/92/6-7).
Da die aktuelle Situation unklar und im Moment nicht sinnvoll beurteilbar sei, schlug
er vor, dass die IV-Stelle
die verbleibende
Restarbeits
fähigkeit
und die Möglichkeit beruflicher Massnahmen
Anfang
Juli
–
nach durchgeführter intensiver Physiotherapie
– medizinisch
abkläre
.
3.3
Am
1.
Mai 2013
(
Urk.
8/93/1-6)
berichtete
Dr.
med.
C._
, Facharzt Allgemeine Medizin FMH,
von therapieresistenten
Lumboischialgien
links bei Diskushernien und Degeneration L4/L5 mit medianer
Diskusprotrusion
, bestehend sei
t
Juli 201
1.
E
r
gab an, es bestünden massive körperliche Einschränkungen. Die Be
schwerdeführerin habe chronisch Schmerzen und könne sich kaum noch bücken und unmöglich schwere Lasten heben. Sie könne ihre bisherige Arbeit nicht mehr ausführen
(S. 5)
.
Dr.
C._
erachtete auch wechselbelastende Tätigkeiten lediglich im Umfang von
vier
Stunden
pro Tag als
zumutbar (S. 4) und gab weiter an, e
s sei bei dieser noch jungen Patientin eine IV-Umschulung, insbe
sondere bei der grossen Motivation zu einer berufli
chen Veränderung
,
sicher zu
empfehlen.
3.4
3.4.1
Dr.
Y._
stellte
in ihrem Gutachten vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
8/105/1-60)
die folgenden rheumatologische
n
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
S. 52
)
:
Lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Syndrom links bei
grössenprogre
dienter
mediolateraler
Diskushern
ie L5/S1 links mit Tangierung der
Nervenwur
zel
S1 links (MRI 1
1/2012 gegenüber MRI 08/2012)
Status
nach Prothesen-
lmpl
antation
L5/S1 am 08.01.2013
Re-Operation am 25.01.2013 mit retroperitonealer präverte
braler Hämatom-Ausräumung mit
guter Lage des Implantats ohne Lockerungszeichen (Röntgen und funktionelles Rönt
gen 05/2013)
ohne
radikuläre
Zeichen
Zudem führte sie die nachfolgenden Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit auf
(S. 52)
:
Nikotin-Abusus
Vi
tamin D-Mangel (Erstdiagnose 10/2012, damals 68
nmol
/l)
aktuell 49
nmol
/
l
e
rhöhte Leberenzyme unkla
rer
Aetiologie
(Erstdiagnose 10/2012)
a
llergische Reaktion nach Wespenstich am 10.09.2013 und allergis
che Reaktion auf Bienen
stich 07/2004 und 07/1992
Status nach chronische
m
hyperkeratotisch
rhagadiformem
Handekzem (Erstdiagnose
01/2001)
interm
ittierende arterielle Hypertonie (Erstdiagnose etwa
2010),
aktuell ohne
medikamentöse Therapie
normoton
Status nach Bulimie (Erstdiagnose etwa 2001)
mehrere HWS-Distorsionen
Die Gutachterin berichtete, in der klinischen Untersuchung sei eine leicht einge
schränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule in alle Richtungen der wesentli
che Befund. Der Gang sei normal. Die Halswirbelsäule und die Brustwirbelsäule seien normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien keine vorhanden. Die ganze Muskulatur sei liegend geprüft nirgends verspannt.
Bei der EFL habe die Be
schwerdeführerin die Anforderungen für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis zu 12
,
5 Kilogramm erfüllt. Dabei habe ein spezi
elles Leistungsdefizit bezüglich vorgeneigtem Stehen bestanden.
Hinweise auf eine entzündlich rheumatische Erkrankung seien nicht vorhanden. Bei der Beschwerdeführerin bestünden strukturelle Veränderungen im Bereich der
Lenden
wirbelsäule
, die ihre Leistungsfähigkeit verminderten. Sie könne jedoch eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
beziehungsweise ganztags ausüben (S. 53).
Dr.
Y._
gab im Weiteren an, die Schmerzmittel Tramadol oder
Zaldiar
seien weder im Urin noch im Blut nachweisbar gewesen. Es sei unklar, weshalb die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung äusserst detaillierte Angaben zu ihrem aktuellen Schmer
z
mittelkonsum gemachte habe, die offensichtlich falsch seien (S. 54).
Dr.
Y._
verwies bezüglich der
eingeschränkte
n
Funktion der
Lendenwir
bel
säule
auf d
ie Empfehlungen der Swiss Insur
ance
Medicine
(SIM), wonach sich dies
e
je nach Art und Ausmass unterschiedlich auf die Fähigkeit, häufig Lasten ohne Hilfsmittel zu heben und zu tragen
,
auswirken könne. Das längere Verharren in vornüber geneigter Haltung – ob stehend oder sitzend – sei zu vermeiden. Ebenso seien unerwartete, asymmetrische Lasteneinwirkungen aus
zuschliessen. Eher günstig seien wechselbelastende Tätigkeiten (S. 55).
Dr.
Y._
gab
zudem
an, die Beschwerdeführerin könne gemäss ihrer Ein
schätzung sowie den Resultaten der Evaluation der funktionellen Leis
tungs
fähigkeit Lasten bis zu 12,
5 Kilogramm heben oder tragen (leichtes bis mittel
schweres Belastungsniveau). Die angestammte Tätigkeit im Abbruch sei nicht angepasst
und könne die Beschwerdeführerin seit dem 2
7.
Juli 2012 nicht mehr ausüben.
Sie habe bei der EFL aber die Anforder
ungen
(der in der Vergangen
heit ausgeübten Tätigkeit)
als Segel- und Motorbooti
nstruktorin erfüllen können und sei in dieser Tätigkeit
uneingeschränkt
zu 100
%
arbeitsfähig. Auch als Aushilfe im Verkauf könne sie zu 100
%
beziehungsweise ganztags
arbeiten. Als Segel- und Motorboot-Instruktorin beziehungsweise als Aushilfe im Verkauf
habe nie eine lang andauernde
Arbeitsfähigkeit
bestanden
(S.
55 und
56).
3.4.2
Im Bericht vom 1
1.
Dezember 2013 zur
am 2
4.
und 2
8.
November 2013 durch die
D._
GmbH
durchgeführten
EFL
(
Urk.
8/108
)
gab
die verantwortliche EFL
Therapeutin Ergonomie
an, die beobachtete Belast
barkeit habe einer ganztags ausführbaren leichten bis mittelschweren Tätigkeit (Hantieren v
on Lasten selten bis maximal 12,
5 Kilogramm) entsprochen, wobei vorgeneigtes Stehen nur selten möglich sei. Die beobachtete Belastbarkeit
liege
deutlich unter den Belastungsanforderungen der bisherigen
Arbeit als
Abbruch
mitarbeiterin
. Die frühere Täti
gkeit als Segel- und Motorbooti
nstruktorin könne die Beschwerdeführerin aus funktioneller Sicht
aber
ganztags bewältigen. Die standardisierte Bewertung der Bereiche „Beschreibung von Schmerz und Ein
schrän
kungen“, „Schmerzverhalten“, „Leistungsverhalten“ und „Konsistenz“
ergab
eine mässige Symptomausweitung (S. 2).
4.
4.1
Aufgrund der
medizinischen Akten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin an Einschränkungen im Bereich der Lendenwirbelsäule leidet
und die zuletzt
ausgeübte körperlich schwere Tätigkeit im Abbruch
seit Juli 2011 nicht mehr aus
führen kann
.
Das Rückenleiden wurde mit Physiotherapie, Chiropraktik, Medikation sowie Infiltrationen behandelt. Zudem unterzog sich die Beschwer
deführerin
nach anhaltenden Beschwerden
im Januar 2013 einer
Dis
kuspro
thesen-Implantation
L5/S
1.
Der Wirbelsäulenchirurg Prof.
Dr.
B._
machte
gegenüber der IV-Stelle
keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Er empfahl nach den Rückenoperation
en
,
die verbleibende
Restar
beitsfähigkeit
ab Juli 2013
medizinisch
abzuklären
.
Die damit beauftragte
Dr.
Y._
kam in ihrem rheumatologischen Gutachten
vom 2.
Dezember 2013
gestützt auf die eigene
Untersuchung
und unter Berücksichtigung
der medizinischen
Vorakten
sowie
einer
zweitäg
igen
EFL
zum Schluss
, dass die Beschwerdeführerin in rückenangepassten Tätigkeiten zu 100
% arbeitsfähig ist.
4.2
Dr.
Y._
begründet ihre Einschätzung mit einer überzeugenden Würdigung der erhobenen Befunde, Anamnese und EFL.
Die in der Beschwerde
dagegen
erhobenen Einwände sind nicht geeignet,
die Plausibilität des Gutachtens
zu erschüttern.
Nicht zutreffend ist namentlich der wiederholte Vorhalt, wonach die Gutachterin die
Vorakten
und
den
individuellen Fall der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt habe, was die Erwähnung eines in den übrigen Akten unbekannten
„
Status nach einer Bulimie
“
in der
Diagnoseliste
zeige
(
Urk.
1 S.
22
Ziff.
1)
.
Richtig
ist vielmehr, dass d
iese Diagnose
– welche allerdings laut
Dr.
Y._
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
und deshalb im vorliegenden Verfahren keine besondere Bedeutung hat
–
aus einem
aktenkundigen Arztbericht
hervorgeht
(
Urk.
8/105/
110 resp.
Urk.
8/105/1-60 S. 14
.
Der Vorwurf, wonach
die Gutachterin
eine Diagnose frei aus der Luft gegriffen habe, was belege, dass sie sich mit dem Fall nicht auseinandergesetzt
habe
sondern ergebnisbezogen
arbeite
(vgl. auch
Urk.
18 S.
3), erweist sich folglich als unzutreffend.
Nicht zu überzeugen
vermögen
weiter
die Behauptungen
in der Beschwerde
zur Sistierung des Schmerzmittelkonsums
im Hinblick auf die
Untersuchung
(
Urk.
1 S
.
25
Ziff.
6)
angesichts der präzisen und unbestritten gebliebenen Ausführun
gen im Gutachten zu den
diesbezüglichen
Angaben der Beschwerdeführerin
(
Urk.
8/105/1-60 S. 45).
Diesem
Gesichtspunkt
kommt bei der
Frage
nach
der Beweiswertigkeit des Gutachtens
allerdings
ebenfalls
keine entscheidende Bedeutung zu
.
Die
Beschwerdeführerin beanstandet
e
sodann
die Würdigung der Testergebnisse der EFL, etwa
dass
ihr das Hantieren bis maximal 12,5 Kilogramm
– dies aller
dings nur selten –
zumutbar sei
n soll
(
Urk.
1 S. 24
Ziff.
4), sowie die Wür
digung des
Las
è
gue
-Testergebnisses
durch die Gutachterin (
Urk.
1 S. 26
Ziff.
8). Beides obliegt de
n entsprechenden Fachpersonen
und es ist angesichts der
Testergeb
nisse
nicht nachvollziehbar, was die Beschwerdeführerin damit vor
bringen will. Die dokumentierte Einschränkung führt ja gerade zur Feststellung, dass ihr
nur
mehr
eine leichte Tätigkeit zumutbar ist. Dass sie - auch gelegent
lich - 12,5 kg nicht mehr heben können soll, ist aktenwidrig und solches lässt sich auch keinem anderen Arztbericht entnehmen.
Überzeugende
Hinweise auf
Fehlein
schätzungen vermag die Beschwerdeführerin
auch sonst
nicht dazutun.
Dasselbe gilt auch für die
Vorhalte
zum genauen Ablauf
der EFL
(
Urk.
1 S. 20 ff.
Ziff.
37
), etwa bezüglich der nicht
am Stück durchgeführten Sitz-, Steh- und Gehphasen sowie der Würdigung der beobachteten Einschränkungen bei der Ge
h
fähigkeit, beim Treppensteigen und auf der Leiter.
Soweit die Beschwerdeführerin beantragt, das Gutachten von
Dr.
Y._
vom
2.
Dezember 2013 sei aus dem Recht zu weisen, weil - aufgrund einer wirt
schaftlichen Verflechtung mit der Beschwerdegegnerin (Umsatz mit Gutachten
für jene gegen eine halbe Million Franken pro Jahr) - der Anschein ihrer Befan
genheit bestehe, ist vorwegzuschicken, dass
das Bundesgericht
i
n seinem Grundsatzurteil BGE 137 V 21
0
entschieden
hat
, dass die Abgeltung einer MEDAS durch Mittel der Invalidenversicherung grundsätzlich nicht zu einer Befangenheit führt
.
A
naloges muss für freiberufliche Ärzte gelten. Die Tatsache allein, dass ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird, bildet deshalb
k
einen Aus
stands- oder Ablehnungsgrund
(vgl. auch BGE 139 V 349 E. 5.2.21)
.
Vorliegend fehlen weiter Hinweise, dass
Dr.
Y._
befangen gewesen wäre, zumal die behandelnden Ärzte keine abweichenden Schlussfolgerungen zogen (so bei
spielsweise
Dr.
B._
am 2
5.
Juli 2014, welcher berufliche
Reintegrationsmass
nahmen
empfahl und damit ebenfalls von einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging,
Urk.
14/1).
4.3
Keine entscheidende Rolle spielt sodann die Frage
, ob
die
Gutachterin unter Bezugnahme auf die EFL
zu Recht davon ausging, dass die Beschwerdeführerin auch in der früher ausgeübten
Tätigkeit
als Segel- und Motorbootinstruktor
in
noch zu 100
%
arbeitsfähig
sei
(vgl. etwa die
widerspre
c
henden
Stellungnahme
n
der Behandler in
Urk.
14/2
und
Urk.
14/3
)
, wobei immerhin anzumerken ist, dass sie dies nicht ohne Fug tat.
Die EFL-Fachperson stützte sich
bei ihrer Ein
schätzung
auf die
Auskunft
der Beschwerdeführerin
zu den
jeweiligen
in diesem Beruf
auszuführenden Tätigkeiten
und nahm zu diesen
im Einzelnen
Stellung (
Urk.
8/108 S. 7)
.
Im Weiteren gab Prof.
Dr.
B
._
in einem Bericht
vom 2
0.
September 2013 (
Urk.
8/105/93) an, die Beschwerdeführerin habe ihre be
rufliche Tätigkeit als Motorbootinstruktorin aufgenommen, wobei die Arbeit aufgrund des Wellenschlages zu verstärkten
Rückenschmerzen führe. Bisher k
önne
sie die Arbeit aber ausführen.
Relevant ist vorliegend einzig die Arbeitsfähigkeit in einer zu umschreibenden Tätigkeit und nicht, ob das Profil dem einer Segel- und Motorbootinstruktorin entspricht.
In diesem Sinn
zog d
ie Beschwerdegegnerin bei der
Ermittlung
des Invaliditätsgrades
(
zutreffend
erweise
)
nicht
etwa
den
mutmasslichen
Lohn
für
die Tätigkeit
als
Segel- und Motorbootinstruktorin
, sondern
die
standardisierte
n
Löhne für Hilfstätigkeiten heran (vgl.
Urk.
2
und E.
5
)
.
4.
4
Nicht geeignet, die gutachterliche Einschätzung in Zweifel zu ziehen
,
sind auch
die Angaben
des Hausarztes
zum Umfang der Arbeitsfähigkeit in
wechselbelas
tenden
Tätigkeiten
im Mai 2013 und damit noch vor dem von Prof.
Dr.
B._
(vgl.
auch
die Stellungnahme des
regionalen ärztlichen Dienstes
vom 1
8.
Mai 2013 in
Urk.
8/115 S. 4) e
mpfohlenen Abklärungszeitpunkt
.
Die Einschätzung des Chiropraktikers
Dr.
Z._
vom 23.
Januar 2012 erwies sich mit denselben
Überlegungen im Zeitpunkt der Begutachtung als nicht mehr aktuell, so dass nicht zu beanstanden ist, dass
sich
die Gutachterin
mit diesem
Bericht nicht
vertieft
auseinandersetzte
(vgl. der Einwand in
Urk.
1 S. 23 Ziff. 2).
Auch die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Berichte geben zu keiner ande
ren Beurteilung Anlass, zumal Prof.
Dr.
B._
nach wie vor nicht
abweichend
Stellung nahm zum
Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tät
igkeit
, sondern lediglich die angestammte
als nicht mehr möglich erachtete, was der Einschätzung von
Dr.
Y._
entspricht
(vgl.
Urk.
14/1)
. Der Chiropraktiker
Dr.
Z._
ging
zwar
wie in seinem früheren Bericht von
einer eingeschränk
ten Arbeitsfähigkeit
auch in angepassten Tätigkeiten
aus. Er
bemängelte das
Gutachten allerdings nicht
im Grundsatz
, sondern
widersprach nur
in Bezug auf die Zumutbarkeit der Tätigkeit als Segel- und Motorbootinstruktorin sowie
auf
die
Aussagekraft einer
Bioimpedanzana
lyse
(
Urk.
14/2).
S
eine
abweichende Beurteilung vermag folglich die
Plausibilität der
Einschätzung der Gutachterin
nicht
in
Zweifel zu ziehen
; im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass
behandelnde
Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrag
s
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Anzumerken bleibt, dass sämtliche
Behandler
immer wieder
die Notwendigkeit beruflicher Massnahmen hervor
hoben
(vgl. auch
Urk.
14/1)
,
welche
allerdings
nicht
Gegenstand der angefochtenen Rentenverfügung sind
und von der
Beschwerdeführerin
auch nicht
beantragt wurden (vgl. etwa der Hinweis in
Urk.
8/88 auf die Möglichkeit, ein entsprechendes Gesuch zu stellen).
4.5
Bei der geschilderten Sachlage
kann
auf das überzeugende
Gutachten von
Dr.
Y._
abgestellt werden
.
Es ist
erstellt, dass
der
Beschwerdeführerin rückenadaptierte Tätigkeiten zu 100
%
zumutbar sind
und
sie bezüglich dieser Tätigkeiten
in ihrer Arbeitsfähigkeit
nie lang andauernd
eingeschränkt war.
Daran vermöchten
nach dem Gesagten
(E. 4.2)
auch die offerierte
Parteibefra
gung
der Beschwerdeführerin
zu ihre
m Schmerzmittelkonsum
vor der Untersu
chung
und ihren Wahrnehmungen bei der EFL
(Urk. 1
S. 21 und 25
) nichts zu ändern. Auf die Durchführung einer solchen ist deshalb im Sinne einer antizi
pierten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE
136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis
).
5
.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG
in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5
.2
Mit der rechtkräftigen Verfügung der IV-Stelle Zug vom
2
6.
Februar 2009
(Urk. 8/58)
steht fest, dass die Beschwerdeführerin die Ausbildung als Malerin nicht aus invaliditäts
relevanten G
ründen abgebrochen hat (vgl.
Art.
26
Abs.
2 IVV), weshalb die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
Valideneinkom
mens
zutreffend auf
die
standardisierten Tabellenlöhne gemäss der vom Bun
desamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
und
hier auf das
Baugewerbe
sowie
Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive
Tätigkeiten)
abgestellt und derart für das Jahr 2013 ein
Validenein
kommen
von
Fr.
61‘128.-- ermittelt hat (
Urk.
8/114
; vgl. auch der zuletzt deut
lich geringere Verdienst,
Urk.
8/80
).
Die Beschwerdeführerin möchte ohne dies weiter zu begründen auf das Anforderungsniveau 3 abstellen (abgeschlossene Berufslehre und Berufserfahrung;
Urk.
1 S. 27 f.). Dem kann angesichts der bis
herigen Erwerbsbiographie (
vgl.
der
Auszug
aus dem individuellen Konto der Beschwerdeführerin
,
Urk.
8/111
) nicht gefolgt werden.
Zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass gibt das – was die Berechnung betrifft – unbestritten gebliebene Invalideneinkommen, welches die
Beschwerdegegne
rin
gestützt
auf den gemäss LSE standardisierten Lohn im Total aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten
ermittelte (
Fr.
54‘326.--)
.
Es resultiert ein Invaliditätsgrad von 11
%
, womit kein Rentenanspruch besteht
.
Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
6
.
Die Beschwerdeführerin beantragte, es sei – sofern für die Gutheissung ihrer Begehren erforderlich – eine mündliche Verhandlung durchzuführen und sie
sei
in Bezug auf ihre Wahrnehmungen bei der EFL (
Urk.
1 S. 21) sowie die Sistie
rung des Schmerzmittelkonsum am Untersuchungstag (
Urk.
1 S. 25
Ziff.
6
) persönlich zu befragen
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
.
Der Anspruch auf
Durchführung einer öffentlichen Verhandlung setzt im
Sozial
versicherungsprozess
nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts
einen ausdrücklichen oder zumindest konkludenten Parteiantrag voraus, aus dem klar und unmissverständlich hervorgehen muss, dass eine
kon
ventions
kon
forme
Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit durch
geführt werden soll.
Die Beschwerdeführerin hat keinen unmissverständlichen Antrag auf Durch
führung einer öffentlichen Verhandlung gestellt, sondern einen bedingten für den Fall, dass dies für die Gutheissung der Beschwerde erforderlich sei. Da die Beschwerde angesichts der klaren Aktenlage nicht gutgeheissen werden kann und auch nicht ersichtlich ist, was die Beschwerdeführerin ausführen könnte, um die medizinischen Beweise umzustossen, erweist sich eine Verhandlung als nicht sachgerecht und ein entsprechender Anspruch besteht nicht.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerdeschrift unter Nachreichung von Belegen
betreffend die Unterstützung durch die Sozialbehörden
(
Urk.
11/3
und
Urk.
14/4-6) ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Noëlle
Cer
letti
gestellt (Urk. 1 S. 2). Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltli
chen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt.
7.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge bewilligter
unentgeltlich
er
Prozess
führung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die
m
it heutigem Beschluss bestellte
unent
g
eltliche
Rechtsvertreter
in
der Beschwerdeführerin,
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
,
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7
.4
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird – auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
7.
5
Der von Rechtsanwältin
Noëlle
Cerletti
mit Eingabe vom
6.
August
2015 gel
tend gemachte Aufwand von
18.5
Stunden und Barauslagen im Betrag Fr.
204.30
(Urk.
24
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen.
Ausser Acht bleiben müssen zunächst
die ab dem 2
1.
April 2015 stattgefundenen
Aufwendungen, bei denen kein Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren ersichtlich ist
.
Angesichts der zu studierenden
rund 120
Aktenstücke der Beschwerdegegnerin
,
der 29-seitigen
Beschwerdeschrift
(die
über zehn
Seiten Zusammenfassungen von Arztberichten enthält)
und
den Aufwendungen im Zusammenhang mit
den
beiden
weiteren freiwilligen
aber
nur teilweise notwendig
en Vernehmlassungen (vgl. etwa
E. 4.2)
ist die Entschädigung von Rechtsanwältin
Noëlle
Cerletti
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für die im Jahr 2014 erbrachten Leistungen und von Fr. 220.-- (zuzügliche Mehrwertsteuer) für die im Jahr 2015 erbrachten Leistungen auf Fr. 3‘
1
00.-- (
inklusive Mehrwertsteuer
) festzusetzen.
7.
6
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.