Decision ID: 6cff3cd6-be84-52a4-a6a6-723b8e9c67db
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser, Marktstrasse 2, Postfach,
8853 Lachen SZ,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 25. April 2005 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (Berufsberatung, Umschulung) an (IV-act. 2-1 ff.). Mit Verfügung
vom 9. August 2005 wies die IV-Stelle den Antrag auf berufliche Massnahmen ab mit
der Begründung, der Versicherte könne in einer leidensadaptierten Tätigkeit ein dem
bisherigen Einkommen gleichwertiges Erwerbseinkommen erzielen (IV-act. 12-1 f.). Am
14. Februar 2006 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung an
und ersuchte um IV-Leistungen (IV-act. 19-1 ff.). Mit Verfügungen vom 28. und
29. Januar 2008 verneinte die IV-Stelle sowohl den Anspruch des Versicherten auf
Arbeitsvermittlung (IV-act. 68-1 f.) als auch auf eine Invalidenrente (IV-act. 69-1 f.).
Dagegen erhob der Versicherte am 29. Februar 2008 Beschwerde an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 76-2 ff.), welches diese in der
Folge mit Entscheid vom 23. Februar 2009 abwies (IV 2008/120). Das Urteil trat
unangefochten in Rechtskraft.
A.b Mit Schreiben vom 29. März 2010 bat der Rechtsvertreter des Versicherten die IV-
Stelle im Rahmen einer Neuanmeldung um Einholung diverser ärztlicher Berichte sowie
- unter Beizug der Akten des Verfahrens IV 2008/120 - um Berücksichtigung der neuen
Tatsachen, welche sich aus diesen ärztlichen Berichten ergäben (IV-act. 89-1 f.). In der
Beilage reichte er die ärztlichen Berichte von Dr. med. B._, leitender Arzt der
orthopädischen Chirurgie des Spitals C._, vom 7. April 2009 (IV-act. 90-1 f.) und der
Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom
19. Januar 2010 (IV-act. 91-1) ein.
A.c Mit Schreiben vom 31. März 2010 forderte die IV-Stelle den Versicherten aufgrund
der noch nicht ausreichend erfolgten Dokumentation einer relevanten Änderung des
rechtserheblichen Sachverhalts seit dem Gerichtsurteil vom Februar 2009 dazu auf,
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den Nachweis mit konkreten und sachlichen Anhaltspunkten für das Vorliegen
relevanter Änderungen innert Frist einzureichen (IV-act. 92-1 f.).
A.d Mit Schreiben vom 21. April 2010 (IV-act. 94-1 f.) liess der Versicherte der IV-Stelle
das ausgefüllte und unterzeichnete IV-Neuanmeldungsformular vom 17. April 2010 (IV-
act. 95-1), den Konsultationsbericht von Dr. B._ vom 21. Dezember 2009 (IV-act.
93-1 ff.) sowie ein kurzes Schreiben von Dr. med. D._, Facharzt Rheumatologie, vom
1. April 2009 (IV-act. 93-3) einreichen. Dr. D._ führte aus, er habe den Versicherten
wegen rechtsseitiger Handgelenksbeschwerden zur weiteren Abklärung mittels MRI
nach E._ geschickt.
A.e In einer internen Stellungnahme vom 22. Dezember 2010 führte Dr. med. F._,
Arbeitsmedizinerin, vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz aus,
dass die zugesandten Unterlagen wenig ergiebig und nicht aktuell seien. Im aktuellsten
Bericht der Orthopädie des KSSG vom 19. Januar 2010 gäbe es Hinweise auf weitere
Abklärungen bezüglich Coxarthrosen. Wenn der Versicherte keine weiteren Unterlagen
zusende, gehe sie davon aus, dass die Hüftinfiltrationen keine wesentlichen neuen
Erkenntnisse gebracht hätten. Sicherheitshalber könnten bei den behandelnden Ärzten
aktuelle Arztberichte eingeholt werden (IV-act. 100-1 f.).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle reichte Hausarzt Dr. med. G._, Arzt für Allgemeine
Medizin, am 5. Januar 2011 einen Sprechstundenbericht von Dr. B._ vom
4. November 2010 (IV-act. 101-7 f.) ein. Dr. G._ verwies bezüglich Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf den Bericht von Dr. B._ und führte aus, dass
aufgrund der Polymorbidität seiner Meinung nach die Arbeitsfähigkeit durch die
MEDAS beurteilt werden müsse (IV-act. 101-1). Dr. B._ diagnostizierte im
Sprechstundenbericht eine posttraumatische Gonarthrose rechts, einen Status nach
Kniearthroskopie mit Mobilisation links bei Arthrofibrose bei Status nach Knie-
Totalprothese links am 29. Februar 2008 bei Gonarthrose, eine Coxarthrose beidseits,
einen Status nach Schultermobilisation in Narkose im Januar 2006 bei einem Status
nach Supraspinatussehnennaht rechts bei traumatischer Läsion im November 2005,
eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II im Anschluss an die Implantation der
Knie-Totalprothese links sowie eine bekannte koronare Herzkrankheit mit Status nach
Myokardinfarkt 2003 und rezidivierender Angina pectoris (IV-act. 101-7).
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A.g Am 11. Februar 2011 reichte Dr. B._ der IV-Stelle einen Bericht hinsichtlich der
Frage nach zumutbaren Tätigkeiten unter Berücksichtigung der gesundheitlichen
Einschränkungen des Versicherten ein. Dr. B._ führte darin aus, dass dem
Versicherten wechselbelastende Tätigkeiten im Umfang von vier Stunden täglich
zumutbar seien (IV-act. 103-9).
A.h Am 23. März 2011 erreichte die IV-Stelle der Bericht von Dr. med. H._, Oberärztin
der Orthopädie des Spitals C._, vom 28. Dezember 2010 (IV-act. 103-1 ff.). Sie
diagnostizierte eine posttraumatische Gonarthrose rechts, einen Status nach
Schultermobilisation in Narkose im Januar 2006 bei Status nach
Supraspinatussehnennaht rechts bei traumatischer Läsion im November 2005 sowie
einen Status nach Knie-Arthroskopie mit Mobilisation links bei Arthrofibrose bei einem
Status nach Knie-Totalprothese links im Februar 2008 bei Gonarthrose. Dr. H._ führte
aus, dass eine Überweisung an die Klinik J._, Abteilung Untere Extremitäten, erfolgt
sei (IV-act. 103-6).
A.i In einer internen Stellungnahme vom 12. April 2011 führte Dr. F._ vom RAD aus,
dass gemäss eingeholten ärztlichen Berichten keine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes bestätigt werden könne. Es sollten jedoch die aktuellsten Suva-
Akten bezüglich des rechten Knies des Versicherten beigezogen werden (IV-act. 104-1
f.).
A.j Mit Schreiben vom 23. Mai 2011 (IV-act. 106-1) reichte die Suva St. Gallen der IV-
Stelle den Bericht von Dr. med. I._, Oberarzt Orthopädie der Abteilung Untere
Extremitäten der Klinik J._, vom 3. Februar 2011 ein (IV-act. 106-3 f). Dr. I._
diagnostizierte Restbeschwerden nach LCS-Knie-Totalprothese links Februar 2008,
eine mässige Gonarthrose rechts bei einem Status nach lateraler Teilmeniskektomie
sowie eine beginnende bis mässige Coxarthrose beidseits bei CAM-Impingement und
empfahl den Ausbau der konservativen Therapiemassnahmen mit Physiotherapie und
gegebenenfalls Infiltrationsbehandlungen. Betreffend Hüften werde aktuell noch kein
Handlungsbedarf gesehen.
A.k In einer internen Stellungnahme vom 8. Juli 2011 führte Dr. F._ vom RAD aus,
dass derzeit von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden dürfe. Der
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Bericht der Klinik J._ vom 3. Februar 2011 bestätige die bereits bekannten
Diagnosen ohne relevante Verschlechterungen. Es gebe keinen relevanten Grund, von
der leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit von 80 % für eine vorwiegend sitzende
wechselbelastende Tätigkeit abzuweichen. Eine Schmerzproblematik genüge
erfahrungsgemäss nicht für einen IV-Rentenanspruch (IV-act. 108-1 f.).
A.l Mit Vorbescheid vom 15. Juli 2011 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 110-1 f.).
A.mMit Verfügung vom 3. Oktober 2011 lehnte die IV-Stelle den Antrag des
Versicherten auf eine Invalidenrente ab. Eine relevante anspruchsbeeinflussende
Veränderung des Gesundheitszustandes habe sich aufgrund der medizinischen
Abklärungen nicht ergeben. Damit behalte die im Rahmen der früheren Abklärungen
festgelegte Arbeitsfähigkeit von 80 % in leidensadaptierten Tätigkeiten weiterhin ihre
Gültigkeit (IV-act. 114-1 f.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 2. November 2011 erhobene
Beschwerde, in der sinngemäss beantragt wird, es sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer aus, er sei aufgrund seiner
gesundheitlichen Einschränkungen nicht in der Lage, im von der
Sozialversicherungsanstalt (recte: IV-Stelle) vorgegebenen Mass zu arbeiten (act. G 1).
Mit Eingabe vom 3. November 2011 behob der Beschwerdeführer den formellen
Mangel der fehlenden Unterschrift (act. G 3).
B.b Mit Schreiben vom 21. November 2011 beantragt der vom Beschwerdeführer
beauftragte Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser, Lachen, es sei ihm
Gelegenheit zu einer Beschwerdeergänzung evtl. zu einer Replik nach Vorliegen der
Beschwerdeantwort zu geben (act. G 6).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, un
mittelbar nach der Verfügung vom 29. Januar 2008 habe sich der Beschwerdeführer im
Februar 2008 einer Operation am linken Knie unterzogen und sich eine Knie-
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Totalprothese einsetzen lassen. Dieser Eingriff sei erfolgreich verlaufen, wobei der
Beschwerdeführer gemäss Bericht der Klinik J._ noch Restbeschwerden am linken
Knie geltend mache. Diese Behinderung am linken Knie habe Dr. J._ bei seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten vom 15. März 2007 (IV-act. 51-1 ff.), in
welchem er dem Beschwerdeführer lediglich noch in einer sitzenden Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert habe, berücksichtigt. Der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers habe sich aufgrund der erwähnten Operation nicht verschlechtert.
Auch sonst sei nicht erkennbar, inwiefern sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit der Verfügung vom 29. Januar 2008 erheblich hätte verändert
haben sollen. Es sei auf die schlüssigen Ausführungen in der RAD-Stellungnahme
verwiesen. Mangels eines Revisionsgrunds habe der Beschwerdeführer weiterhin
keinen Rentenanspruch. Die angefochtene Verfügung sei rechtmässig (act. G 9).
B.d Mit Schreiben vom 16. Dezember 2011 (act. G 11) liess der Beschwerdeführer den
Bericht seines Hausarztes Dr. G._ vom 8. Dezember 2011 ins Recht legen (act. G
11.2). Dr. G._ schätzt den Versicherten auf höchstens 40 % arbeitsfähig für eine
leichte körperliche Arbeit. Gemäss seinen Unterlagen sei bisher die Polymorbidität des
Patienten nie gesamthaft beurteilt worden; seiner Meinung nach wäre dringend eine
MEDAS-Begutachtung mit Berücksichtigung sämtlicher Krankheiten nötig.
B.e Mit Schreiben vom 10. Januar 2012 liess der Beschwerdeführer das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung und Vertretung zurückziehen (act. G 14).
B.f Am 22. Februar 2012 erstattete der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
Replik. Darin wird beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
der Beschwerdeführer im Hinblick auf seine Arbeitsfähigkeit medizinisch umfassend
abzuklären. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, schon der Orthopäde
Dr. J._ habe in seinem Gutachten vom 15. März 2007 ausgeführt, dass prognostisch
sicher mit einer Verschlechterung des Zustandes zu rechnen sei. Eine solche
Verschlechterung sei aufgrund der Arztberichte festzustellen. Zwar könne nicht von
einer kurzfristig und markant eingetretenen Verschlechterung gesprochen werden; eine
solche könne aber auch nicht negiert werden, gestützt auf die Behauptung, der
Gesundheitszustand sei stabil. Unter diesen Umständen lasse es sich nicht
rechtfertigen, auf eine umfassende Abklärung des Gesundheitszustands des
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Beschwerdeführers unter Berücksichtigung aller Diagnosen, besonders auch der
koronaren Herzkrankheit, entgegen der zwingenden ärztlichen Empfehlung zu
verzichten. Solange eine solche Abklärung fehle, sei der Sachverhalt für die Beurteilung
des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers nicht vollständig im Sinne von Art. 43
ATSG erstellt. Der Beschwerdeführer habe aber einen Anspruch auf eine umfassende
Abklärung. Diesem Anspruch sei die Beschwerdegegnerin bisher in Verletzung ihrer
Untersuchungspflicht nicht nachgekommen. Erst wenn ein entsprechendes Ergebnis
einer medizinisch umfassenden Abklärung, welches beweisrechtlich brauch- und
verwertbar sei, vorliege, könne über das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers
entschieden werden (act. G 18).
B.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 20).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten.
In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die
angefochtene Verfügung am 3. Oktober 2011 (IV-act. 114-1 f.) und somit vor
Inkrafttreten der 6. IV-Revision erlassen. Die übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen
im vorliegenden Fall keine materiell-rechtlichen Folgen, weshalb nachfolgend die zum
Zeitpunkt des Verfügungserlasses anwendbaren Bestimmungen wiedergegeben
werden.
2.
Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und
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somit den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten.
3.
Vorliegend trat die Beschwerdegegnerin nach Erlass des in Rechtskraft erwachsenen
Urteils des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Februar 2009 (IV
2008/120) und der Neuanmeldung vom 29. März 2010 auf das Leistungsgesuch des
Beschwerdeführers ein und holte diverse ärztliche Berichte ein bzw. forderte den
Beschwerdeführer zur Einreichung auf. Der RAD Ostschweiz hielt eine objektive
Verschlechterung des Gesundheitszustandes für nicht ausgewiesen und weitere
Abklärungen für unnötig. Demgegenüber beanstandet der Beschwerdeführer die
medizinische Würdigung insbesondere der aktuelleren Arztberichte. Zu prüfen ist in
erster Linie, ob seit der Beurteilung, die dem Urteil IV 2008/120 zugrunde liegt, eine
erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers vorliegt
und eine solche die Arbeitsfähigkeit relevant beeinflusst.
4.
4.1 In der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG wurde der Beschwerdeführer
am 18. Januar 2010 ambulant untersucht. Im Bericht vom 19. Januar 2010 (IV-act. 91-1
f.) stellten die behandelnden Ärzte die Hauptdiagnose persistierende Schmerzen bei
Status nach Knie-Totalprothese links am 29. Februar 2008 bei Gonarthrose sowie
einen Status nach Kniearthroskopie mit Kniegelenksmobilisation bei Arthrofibrose links,
eine Gonarthrose rechts, eine Coxarthrose beidseits, einen Status nach
Schultermobilisation in Narkose vom Januar 2006 bei Status nach
Supraspinatussehnennaht rechts bei traumatischer Läsion vom November 2005, eine
Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II im Anschluss an die Implantation der Knie-
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Totalprothese links sowie eine bekannte koronare Herzkrankheit mit Status nach
Myokardinfarkt 2003 mit rezidivierenden Angina pectoris-Anfällen (IV-act. 91-1). Im
Zentrum für medizinische Radiologie in Jona erfolgte am 19. Oktober 2010 ein MRI des
rechten Kniegelenks (IV-act. 106-10 f.). Im Bericht des Spitals C._ vom 28. Dezember
2010 diagnostizierte Dr. H._, welche den Beschwerdeführer vom 7. März 2010 bis
3. November 2010 ambulant behandelte, eine posttraumatische Gonarthrose rechts,
einen Status nach Schultermobilisation in Narkose vom Januar 2006 bei Status nach
Supraspinatussehnennaht rechts bei traumatischer Läsion vom November 2005 sowie
einen Status nach Knie-Arthroskopie mit Mobilisation links bei Arthrofibrose bei Status
nach Knie-Totalprothese links am 29. Februar 2008 bei Gonarthrose (IV-act. 103-5). In
der Klinik J._, Untere Extremitäten, wurde der Beschwerdeführer am 3. Februar 2011
ambulant untersucht und beraten. Im aktuellen Bericht der Klinik J._ vom 3. Februar
2011 diagnostizierte Dr. I._ Restbeschwerden nach LCS-Knietotalprothese links vom
Februar 2008, eine mässige Gonarthrose rechts bei Status nach lateraler
Teilmeniskektomie sowie eine beginnende bis mässige Coxarthrose beidseits bei CAM-
Impingement (IV-act. 106-3). Die Diagnosen der nach der Kniearthroskopie mit
Kniegelenksmobilisation entstandenen Arthrofibrose bei Status nach Knie-
Totalprothese links sowie die Coxarthrose beidseits wurden im in Rechtskraft
erwachsenen Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
23. Februar 2009 (IV 2008/120) bereits berücksichtigt und gewürdigt (vgl. E. 3.2 Abs. 2,
IV-act. 87-8). Auch wenn die Coxarthrose beidseits sowie die Arthrofibrose am linken
Knie bis dato angehalten bzw. sich verstärkt haben dürften, finden sich in den Akten
keine Hinweise, wieso es dem Beschwerdeführer nicht möglich sein sollte, eine durch
Dr. J._ als zumutbar erachtete adaptierte, ausschliesslich sitzende Tätigkeit, unter
Berücksichtigung der Einschränkung beim Lastenheben und der notwendigen
wiederholten Durchbewegung der Gelenke des linken Knies mit Ausführung einiger
Schritte, im Arbeitspensum von 80 % (IV-act. 51-7) auszuführen. Hinsichtlich der
Coxarthrose ist zudem Folgendes festzustellen: Die Aussenrotation/Innenrotation-
Messung der Hüften im Gutachten 2007 ergab links Radien von 30-0-20 und rechts
solche von 30-0-30 (IV-act. 51-5), während die spätere Messung vom 3. Februar 2011
in der Schulthess Klink beidseits Radien von 35-0-25 ergab (IV-act. 106-3). Die Hüft
beweglichkeit nahm also offenbar nicht ab. Im Bericht der Klinik J._ vom 3. Februar
2011 ist zudem nur von einer "beginnenden bis mässigen" Coxarthrose beidseits bei
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CAM-Impingement die Rede (IV-act. 106-3). Mithin erscheint eine allfällige
Verschlechterung nicht gravierend. Dies, zumal Dr. I._ der Klinik J._ im Bericht vom
3. Februar 2011 ausführte, betreffend Hüfte sehe er aktuell noch keinen
Handlungsbedarf (IV-act. 106-4). Bezüglich der Heparin-induzierten Thrombozytopenie
Typ II (mit massivem Hämatom am Knie links) lassen sich den Akten keine Hinweise
entnehmen, dass diese nicht asymptomatisch geblieben wäre. Zudem finden sich in
den Akten auch keine Hinweise darauf, dass das Hämatom am Knie links, welches
offenbar eine Folgeerscheinung der Heparin-induzierten Thrombozytopenie Typ II war,
sich nicht zurückgebildet hätte. Die Thrombozytopenie (am Knie links) - wie im Übrigen
auch die Arthrofibrose links – ist offenbar regrediert, da sich in den Akten kein Hinweis
auf deren Fortbestand bzw. auf dadurch bedingte Einschränkungen finden lässt.
Bezüglich der bekannte koronaren Herzkrankheit mit Status nach Myokardinfarkt 2003
und rezidivierenden Angina pectoris ist darauf hinzuweisen, dass sich das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im bereits erwähnten Entscheid vom
23. Februar 2009 mit der diesbezüglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung bereits
befasst hat und ausführte, dass sich der Status nach Myokardinfarkt in einer
adaptierten Tätigkeit nicht limitierend auswirke (E. 3.4, IV-act. 87-9). Dass hinsichtlich
der Herzkrankheit zwischenzeitlich eine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes stattgefunden haben könnte, ist aus den Akten nicht ersichtlich.
Insgesamt ergeben sich aus den erwähnten Berichten, vor allem aber aus dem Bericht
der Klinik J._ vom 3. Februar 2011, nicht genügend Indizien dafür, dass nach dem
29. Januar 2008 eine rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes
eingetreten sein könnte und daher eine umfassende Abklärung des medizinischen
Sachverhalts in die Wege geleitet werden müsste.
4.2 Im Bericht an die Suva vom 23. November 2010 diagnostizierte Dr. G._ eine
posttraumatische Gonarthrose rechts (IV-act. 106-9). Der Bericht von Dr. G._,
welcher die IV-Stelle am 5. Januar 2011 erreichte, stützt sich auf fremde Befunde (IV-
act. 101-1). Bezüglich des Berichts von Dr. G._ vom 8. Dezember 2011 (act. G 11.2),
welcher im Beschwerdeverfahren eingereicht wurde, ist festzustellen, dass die darin
neu vorgebrachten Diagnosen den Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfügung
betreffen und daher für das vorliegende Verfahren nicht relevant sind. Vielmehr wären
diese gegebenenfalls im Rahmen einer Neuanmeldung zu beurteilen. Im Übrigen stellen
die Rückenproblematik (Lumbovertebralsyndrom bei Fehlhaltung) bzw. die
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degenerative Wirbelsäulenveränderung sowie die Periarthropathia humeroscapularis
rechts keine neuen Diagnosen dar, wurden sie doch bereits im Juni 2005 von Dr. G._
gestellt (erstere bestehend seit 1995, zweite seit 2004; IV-act. 28-3). Zudem ist seine
Einschätzung der bloss 40 %igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten körperlichen
Tätigkeit nicht näher begründet. Hinsichtlich den Ausführungen von Dr. B._ ist zu
bemerken, dass dessen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für eine wechselbelastende
Tätigkeit zu 4 Stunden pro Tag nicht näher begründet ist (IV-act. 103-9). In seinen
Berichten vom 20. Juni 2008 (IV-act. 84-1) und 7. April 2009 (IV-act. 90-1 f.) sowie
seinen Sprechstundenberichten vom 21. Dezember 2009 (IV-act. 93-1 f.) und
4. November 2010 (IV-act. 101-7 f.) ist die Befunderhebung eher knapp und nicht
sonderlich auffällig. Insgesamt ergeben sich daher auch aus den Arztberichten bzw.
den Ausführungen von Dr. G._ und Dr. B._ nicht genügend Indizien dafür, dass
nach dem 29. Januar 2008 eine rentenrelevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingetreten sein könnte und daher eine umfassende Abklärung
des medizinischen Sachverhaltes in die Wege geleitet werden müsste. Insofern
erscheint die interne Stellungnahme des RAD Ostschweiz vom 8. Juli 2011 plausibel, in
welcher ausgeführt wurde, dass sich keine relevante Änderung ergeben habe (IV-act.
108-1).
4.3 Es finden sich in den Akten schliesslich auch keine Hinweise, dass der
Beschwerdeführer an psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen, welche sich auf die
Arbeits- und Leistungsfähigkeit auswirken könnten, leidet. Die von Dr. B._ im
Konsultationsbericht vom 21. Dezember 2009 genannte psychische Belastung des
Beschwerdeführers (Klage über fehlende Ersparnissen und Erwähnung der Tatsache,
dass er momentan vom Verdienst seiner Ehefrau lebe, IV-act. 93-1) müssen als IV-
fremde Faktoren qualifiziert werden und sind vorliegen unbeachtlich.
4.4 Aufgrund dieser Aktenlage erscheint der medizinische Sachverhalt für den
massgebenden Zeitraum gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG als genügend abgeklärt. Von
weiteren medizinischen Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten,
weshalb dem Antrag des Beschwerdeführers auf eine umfassende medizinische
Abklärung nicht zu entsprechen ist (antizipierte Beweiswürdigung).
5.
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Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Der Beschwerdeführer hat deshalb gemäss
Art. 69 Abs. 1 IVG die Gerichtsgebühr, die angesichts des durchschnittlichen
Aufwands auf Fr. 600.-- festgelegt wird, zu bezahlen, wobei diese durch den in gleicher
Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt ist. Ein Anspruch auf Parteientschädigung
besteht nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht