Decision ID: 1f5d907f-a531-4763-976e-d38691fab301
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 15. Mai 2019 ersuchte der Beschwerdeführer das Schweizerische Insti-
tut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) der Verbindung der Schwei-
zer Ärztinnen und Ärzte FMH um die Erteilung des Weiterbildungstitels
(Facharzttitels) in Angiologie. In seinem Gesuch beantragte er insbeson-
dere die Anrechnung seiner in Deutschland absolvierten Weiterbildung
samt Prüfung.
B.
Mit Verfügung vom 19. November 2019 wies die Titelkommission (TK) des
SIWF das Gesuch ab. Zwar seien hinsichtlich Dauer seiner Tätigkeit und
Gliederung seiner Weiterbildung die Voraussetzungen für die Erteilung des
Facharzttitels erfüllt, jedoch fehle unter anderem der Nachweis einer be-
standenen Facharztprüfung für Angiologie in der Schweiz.
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 12. Dezember
2019 Einsprache bei der Einsprachekommission Weiterbildungstitel (EK
WBT; Vorinstanz). Diese wies seine Einsprache mit Entscheid vom 21. Au-
gust 2020 ab. Sie gelangte im Wesentlichen zum Schluss, es sei nicht zu
beanstanden, dass die Titelkommission die in Deutschland absolvierte Prü-
fung nicht anerkannt habe und für die Erteilung des Facharzttitels verlange,
dass der Beschwerdeführer die Facharztprüfung in der Schweiz ablege.
D.
Mit Eingabe vom 7. Oktober 2020 hat der Beschwerdeführer gegen vorge-
nannten Einspracheentscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt erhoben. Er beantragt dessen Aufhebung und die Erteilung des eid-
genössischen Facharzttitels Angiologie, eventualiter die Rückweisung der
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. Zur Begründung macht er im
Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe die Weiterbildungsordnung
falsch angewendet und im Ergebnis willkürlich entschieden, indem sie die
Gleichwertigkeit der zu vergleichenden Prüfungen verneint habe. Ausser-
dem verletze der Entscheid das Diskriminierungsverbot gemäss Art. 8
Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, im Folgenden: BV) und Art. 2 i.V.m. Art. 9
bzw. 15 von Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit
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(SR 0.142.112.681, im Folgenden: FZA). Schliesslich habe sie seine Aus-
führungen zu Art. 25 der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von
Berufsqualifikationen (ABl. L 255/22 vom 30.9.2005; im Folgenden: Richt-
linie 2005/36/EG) zu Unrecht ungeprüft gelassen.
E.
In ihrer Vernehmlassung vom 9. Dezember 2020 beantragt die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde. Zur Erteilung eines Facharzttitels seien
grundsätzlich die Voraussetzungen gemäss der Weiterbildungsordnung
des SIWF zu erfüllen. Die Ausnahmebestimmung in Art. 33 Abs. 4 setze
die Erfüllung von Gleichwertigkeitskriterien voraus, namentlich bezüglich
Umfang, Inhalt und Struktur der zu vergleichenden Prüfungen. Da diese
Kriterien im Falle des Beschwerdeführers nicht erfüllt seien, habe sie über
kein Ermessen bei der Anwendung der Ausnahmebestimmung verfügt, wo-
mit ein Fehler in der Ermessensausübung ausscheide. Der Beschwerde-
führer werde durch den Entscheid nicht diskriminiert. Die Richtlinie
2005/36/EG sei nicht anwendbar.
F.
In seiner Replik vom 28. Januar 2021 hält der Beschwerdeführer an seinen
Rechtsbegehren fest.
G.
Duplicando hält auch die Vorinstanz mit Eingabe vom 13. April 2021 an
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.
H.
Mit Verfügung vom 20. April 2021 hat das Bundesverwaltungsgericht die
Duplik der Vorinstanz dem Beschwerdeführer zugestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 132.32) als Be-
schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Der
Entscheid der Vorinstanz vom 21. August 2020 stellt eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 VwVG dar. Es liegt keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor.
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Die Beschwerde ist unter anderem zulässig gegen Verfügungen von In-
stanzen oder Organisationen ausserhalb der Bundesverwaltung, die in Er-
füllung ihnen übertragener öffentlich-rechtlicher Aufgaben des Bundes ver-
fügen (Art. 33 Bst. h VGG). Im Rahmen der ihr gestützt auf Art. 55 des Me-
dizinalberufegesetzes vom 23. Juni 2006 (MedBG, SR 811.11) verliehenen
Verfügungskompetenz gilt die FMH in Bezug auf die Erteilung eines Wei-
terbildungstitels als eine Instanz oder Organisation im Sinne von Art. 33
Bst. h VGG (vgl. Urteile des BVGer B-5778/2019 vom 19. Mai 2020 E. 1.2
und B-3577/2016 vom 6. Oktober 2017 E. 2.2). Da vorliegend die Erteilung
eines Weiterbildungstitels umstritten ist, ist das Bundesverwaltungsgericht
für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.
1.2 Der Beschwerdeführer hat am Vorverfahren teilgenommen und ist als
Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschwerde legitimiert, zumal
er auch ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung beziehungsweise
Änderung der Verfügung geltend zu machen vermag (vgl. Art. 48 Abs. 1
VwVG).
1.3 Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwer-
deschrift sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kos-
tenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist somit einzutreten.
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der angefochtenen Ver-
fügung gerügt werden (Art. 49 VwVG). Dies gilt grundsätzlich auch für Be-
schwerden gegen Entscheide der mit einer öffentlichen Aufgabe betrauten
Kommissionen der FMH (vgl. Urteil des BVGer B-512/2016 vom 18. Juni
2018 E. 4.3). In Rechtsprechung und Doktrin ist indes anerkannt, dass eine
Rechtsmittelbehörde, die mit freier Prüfung zu entscheiden hat, ihre Kog-
nition einschränken darf, wenn die Rechtsanwendung etwa Fachfragen be-
trifft, zu deren Beantwortung und Gewichtung die verfügende Behörde auf-
grund ihres Spezialwissens besser geeignet ist, oder wenn sich Ausle-
gungsfragen stellen, welche die Verwaltungsbehörde aufgrund ihrer örtli-
chen, sachlichen oder persönlichen Nähe sachgerechter zu beurteilen ver-
mag als die Beschwerdeinstanz (vgl. BGE 131 II 680 E. 2.3.2, BVGE
2008/23 E. 3.3 m.H.). Vorliegend verfügt die Vorinstanz bei der Beurteilung
der Gleichwertigkeit ausländischer Qualifikationen wie Facharztprüfungen
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über besonderes Fachwissen. Sie vermag diese daher sachgerechter zu
beurteilen als das Bundesverwaltungsgericht. Insofern ist der Vorinstanz
ein Ermessens- und Beurteilungsspielraum zu belassen, soweit sie die für
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen
Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat. Das Bundesver-
waltungsgericht weicht nicht ohne Not von deren Auffassung ab; es muss
zwar eine falsche Entscheidung korrigieren, darf aber die Wahl unter meh-
reren sachgerechten Lösungen der Vorinstanz überlassen (vgl. BGE 136 I
184 E. 2.2.1).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt, das Schreiben der Vorinstanz vom 14. Juli
2020, mit welchem ihm die Möglichkeit zur Einreichung von Schlussbemer-
kungen gewährt worden sei (Beschwerdebeilage 20), sowie die angefoch-
tene Verfügung seien ausschliesslich ihm direkt anstelle seiner anwaltli-
chen Vertretung zugestellt worden (Beschwerde, Rz. 26). Vor allem aber
sei ihm das Replikrecht zu den Schlussbemerkungen der Titelkommission
verwehrt worden, da ihm die Vorinstanz diese zusammen mit der Verfü-
gung betreffend Aktenschluss (Beschwerdebeilage 17) zugestellt habe
(Beschwerde, Rz. 27). Dadurch sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör
verletzt worden. Er verzichte zwar auf eine formelle Geltendmachung, da
dies zu einem prozessualen Leerlauf führen würde, die Gehörsverletzung
sei aber im Kostenpunkt zu berücksichtigen (Beschwerde, Rz. 28; Replik,
Rz. 18).
3.2 Die Vorinstanz räumt zwar die geltend gemachten Zustellungsfehler
ein, wendet aber ein, der Beschwerdeführer habe – auch durch seine
Rechtsvertreter – in ausreichender Weise die Möglichkeit gehabt, sich zur
Sache zu äussern. Mit E-Mail vom 18. August 2020 habe er zudem explizit
erklärt, auf die Einreichung abschliessender Bemerkungen zu verzichten
(Vernehmlassung, Rz. A.II.1; Vernehmlassungsbeilage 6). Die abschlies-
senden Bemerkungen der Titelkommission enthielten im Übrigen ohnehin
keine neuen Vorbringen (Duplik, Rz. 1).
3.3 Aus mangelhafter Eröffnung von Verfügungen darf den Parteien kein
Nachteil erwachsen (Art. 38 VwVG). Wurde ein Entscheid statt der Rechts-
vertretung direkt der betroffenen Person eröffnet, ist diese nach ständiger
Praxis gehalten, spätestens am letzten Tag der in der Verfügung genannten
Beschwerdefrist an ihre Vertretung zu gelangen; eine anschliessende Be-
schwerde gilt als rechtzeitig erhoben, wenn sie innerhalb einer 30-tägigen
Rechtsmittelfrist erhoben wird, welche ab diesem Datum läuft (vgl. LORENZ
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KNEUBÜHLER/RAMONA PEDRETTI, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benja-
min Schindler [Hrsg.], VwVG – Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah-
ren, Kommentar, 2. Aufl. 2018, Art. 38 VwVG N 10 m.H.).
Die vorliegende Beschwerde wurde – trotz der direkten Zustellung der an-
gefochtenen Verfügung an den Beschwerdeführer – rechtzeitig erhoben
(E. 1.3; vgl. auch Beschwerde, Rz. 6 ff.). Im Nachgang zum Schreiben der
Vorinstanz vom 14. Juli 2020, welches ebenfalls direkt an den Beschwer-
deführer zugestellt worden war, bot die Vorinstanz den Rechtsvertretern
mit E-Mail vom 7. August 2020 an, eine neue Frist zur Einreichung ab-
schliessender Bemerkungen einzuräumen. Mit E-Mail vom 18. August
2020 erklärten diese allerdings, auf solche zu verzichten (Vernehmlas-
sungsbeilage 6). Insofern ist nicht ersichtlich, inwiefern dem Beschwerde-
führer durch die Zustellungsfehler der Vorinstanz ein Nachteil erwachsen
sein könnte. Ein solcher wird denn auch nicht geltend gemacht.
3.4 Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Verletzung seines Replik-
rechts. Das Recht auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV) um-
fasst das Recht der Parteien, sich gegenüber Eingaben der übrigen Ver-
fahrensparteien, unteren Instanzen und weiteren Stellen zu äussern (Rep-
likrecht; vgl. BGE 138 I 154 E. 2.3.3 m.H.). Eine Behörde kann hierzu Frist
für eine allfällige Stellungnahme ansetzen oder Eingaben auch lediglich zur
Kenntnis zustellen, wenn von den Parteien erwartet werden kann, dass sie
umgehend unaufgefordert Stellung nehmen oder eine Stellungnahme be-
antragen, wovon bei einer anwaltlich vertretenen Partei auszugehen ist
(vgl. BGE 138 I 484 E. 2.4 f.; BERNHARD WALDMANN, in: Bernhard Wald-
mann/Eva Maria Belser/Astrid Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar Bundes-
verfassung, 2015, Art. 29 BV N 48 je m.H.). Das Bundesgericht hält es pra-
xisgemäss für zulässig, anzunehmen, eine anwaltlich vertretene Partei ver-
zichte auf ihr Replikrecht, wenn diese innert elf Tagen ab Zugang einer
Eingabe einer unteren Behörde nicht zumindest um Ansetzung einer Frist
zur Stellungnahme ersucht (vgl. BGE 138 I 484 E. 2.5).
Die Verfügung der Vorinstanz, wonach der Schriftenwechsel geschlossen
wird und welcher die abschliessenden Bemerkungen der Titelkommission
vom 3. August 2020 beilagen, datiert vom 19. August 2020 (Vernehmlas-
sungsbeilage 4; Beschwerdebeilage 17 [mit Posteingangsstempel vom
20. August 2020]). Der Beschwerdeführer ist nach Erhalt dieser Verfügung
nicht erneut an die Vorinstanz gelangt. Der daraufhin ergangene vor-
instanzliche Entscheid wurde zwar bereits am 21. August 2020 – und damit
bereits zwei Tage nach Erlass der Verfügung betreffend Aktenschluss vom
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19. August 2020 – gefällt, jedoch erst am 4. September 2020 eröffnet (Ver-
nehmlassungsbeilage 1). Der Beschwerdeführer bringt nun einzig vor, sein
Replikrecht sei verletzt worden, die Aufhebung des vorinstanzlichen Ent-
scheids würde aber zu einem prozessualen Leerlauf führen, weshalb er auf
einen entsprechenden Antrag verzichte. Konkrete Nachteile, die ihm
dadurch entstanden seien, bringt er nicht vor. Unter Berücksichtigung der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung durfte die Vorinstanz vorliegend zwar
im Entscheidzeitpunkt noch nicht davon ausgehen, dass der Beschwerde-
führer auf sein Replikrecht verzichtet habe. Es wäre ihr aber möglich ge-
wesen, bis zum Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung eine allfällige Ein-
gabe des Beschwerdeführers zu berücksichtigen und gegebenenfalls auf
ihren Entscheid zurückzukommen. Damit erweist sich die Rüge der Verlet-
zung des Replikrechts im vorliegenden Fall als unbegründet.
3.5 Bei diesem Ergebnis fällt eine Berücksichtigung von Verfahrensmän-
geln bei der Verteilung der Verfahrenskosten, wie dies der Beschwerdefüh-
rer beantragt, ausser Betracht.
4.
4.1
4.1.1 Der Beschwerdeführer ersuchte die Titelkommission des SIWF am
15. Mai 2019 um die Erteilung des Facharzttitels in Angiologie. Dabei er-
suchte er gestützt auf Art. 33 Abs. 4 der Weiterbildungsordnung vom
21. Juni 2000 (WBO) um Anrechnung seiner seit 18. April 2016 andauern-
den Tätigkeit als Leitender Arzt in der Abteilung Angiologie der Medizini-
schen Universitätsklinik (...), bei welcher Institution es sich um eine aner-
kannte Weiterbildungsstätte handle, sowie um Anerkennung seiner auslän-
dischen Facharztprüfung, welche gleichwertig mit jener in der Schweiz sei
(Gesuch S. 5, Vernehmlassungsbeilage 23).
Die Titelkommission kam in ihrer Verfügung vom 19. November 2019 im
Wesentlichen zum Schluss, hinsichtlich Dauer und Gliederung seien die
Bedingungen zur Erteilung des Facharzttitels erfüllt, es fehle jedoch insbe-
sondere an einer in der Schweiz abgelegten und bestandenen Facharzt-
prüfung Angiologie. Die Vorinstanz wies die dagegen gerichtete Einspra-
che des Beschwerdeführers mit Entscheid vom 21. August 2020 ab.
4.1.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz lege Art. 33 Abs. 4 WBO
falsch aus. Diese Bestimmung bezwecke eine Erleichterung für im Ausland
rekrutierte Topkaderärzte (Beschwerde, Rz. 36, 42 f.). Die Auslegung von
Art. 33 Abs. 4 WBO durch die Vorinstanz schliesse indes pauschal alle
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deutschen Angiologen aus dem Anwendungsbereich aus. Seiner Ansicht
nach sei es sachgerecht, als Kriterium für die Beurteilung der Gleichwer-
tigkeit seiner deutschen Schwerpunktprüfung mit der schweizerischen
Facharztprüfung auf die Legitimation zur selbständigen Berufsausübung,
welche aus beiden Prüfungen erwachse, abzustellen (Beschwerde,
Rz. 36 f., 44; Replik, Rz. 10, 22). Weiter habe die Vorinstanz ihr Ermessen
falsch ausgeübt. Der Entscheid erweise sich als ermessensmissbräuch-
lich, da er dem Sinn und Zweck der Norm widerspreche, welche eine Er-
leichterung für im Ausland rekrutierte Topkaderärzte zum Ziel habe (Be-
schwerde, 42 f.). Indem sie formalistisch auf die Kriterien Struktur und Um-
fang der Prüfungen abstelle, verkenne sie die Umstände des Einzelfalls.
Angesichts dessen, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen Topka-
derarzt und führenden Spezialisten im Bereich der Angiologie handle, wel-
cher nebst seiner Tätigkeit, teilweise sogar mit Chefarztfunktion, bereits in
der Ausbildung sowie als Gutachter und Fachreferent auf dem Gebiet der
Angiologie tätig gewesen sei, erweise sich der Entscheid auch als unange-
messen (Beschwerde, Rz. 51 f.). Ein allfälliges Qualitätskriterium jedenfalls
könne in Fällen von Topkadern aus Nachbarländern kaum mehr diskutabel
sein (Replik, Rz. 24). Das von der Vorinstanz stattdessen angewandte Kri-
terium der Ausbildungs- und vor allem Prüfungsdauer erweise sich als un-
angemessen, da eine zeitlich längere Prüfung die Kandidaten nicht besser
zu qualifizieren vermöge, zumal der Prüfungsinhalt identisch sei: In beiden
Fällen könne das gesamte angiologische Spektrum abgefragt werden (Be-
schwerde, Rz. 45; Replik, Rz. 23). So seien auch die Anwaltsprüfungen der
Schweizer Kantone in Aufbau und Dauer nicht identisch, ohne dass sich
daraus Unterschiede in deren Qualifikation ableiten liessen (Replik,
Rz. 26). Betreffend den Prüfungsteil der Duplex-Ultraschalluntersuchung
sei zu berücksichtigen, dass er den entsprechenden Fähigkeitsausweis
Sonographie erlangen werde (Beschwerde, Rz. 46; Beschwerdebeilage 8).
Beim Abschlusskurs sei er sogar als Tutor tätig gewesen; nach Abschluss
der Schlussevaluation, welche pandemiebedingt mehrmals habe ausge-
setzt werden müssen, werde er den Fähigkeitsausweis erlangen (Replik,
Rz. 27). Indem ihn der angefochtene Entscheid auf dem Bereich der Angi-
ologie als Assistenzarzt ohne abschliessende fachliche Verantwortung
qualifiziere, was zu seinen Qualifikationen, seiner Erfahrung, seinen Tätig-
keiten und Fähigkeiten im klaren Widerspruch stehe, erweise er sich als im
Ergebnis willkürlich (Beschwerde, Rz. 55 f.).
4.1.3 Die Vorinstanz führt aus, Art. 33 Abs. 4 WBO als Ausnahmebestim-
mung erlaube vor allem, Tätigkeiten in leitender Stellung als Ausbildungs-
perioden anzuerkennen. Grundsätzlich sei die Facharztprüfung in der
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Seite 9
Schweiz erneut abzulegen, davon könne auch bei hochqualifizierten Kan-
didaten nur unter engen Voraussetzungen – wie insbesondere der Gleich-
wertigkeit der Prüfungen – verzichtet werden, um nicht die Ausnahme zur
Regel zu machen. Die Facharztprüfung bezwecke, die Befähigung und den
Kenntnisstand der Kandidatinnen und Kandidaten zu kontrollieren, um eine
Qualitätskontrolle sicherzustellen. Würde allein auf die Legitimation zur
selbständigen Berufsausübung abgestellt – welche Funktion letztlich jede
Facharztprüfung habe – liesse man der Norm keinen Anwendungsbereich
mehr (Vernehmlassung, Rz. A.II.4). Auch ein zusätzliches Heranziehen des
möglichen Prüfungsstoffs verleihe dem Gleichwertigkeitskriterium keine
praktische Bedeutung: Es käme nur noch auf die Gleichwertigkeit der be-
treffenden Titel bzw. Qualifikationen an, nicht jedoch auf die Gleichwertig-
keit der Prüfungen selbst (Duplik, Rz. 2). Weiter sei entgegen dem Be-
schwerdeführer davon auszugehen, dass eine länger dauernde Prüfung
sehr wohl eine genauere Kontrolle des Wissensstandes eines Kandidaten
erlaube (Vernehmlassung, Rz. A.II.5). Es sei nachvollziehbar, bei der Über-
prüfung der Gleichwertigkeit der jeweiligen Facharztprüfungen auf inhaltli-
che Kriterien wie Struktur und Dauer abzustellen, wie dies die Titelkommis-
sion getan habe (Vernehmlassung, Rz. A.II.8). Aus dem angefochtenen
Entscheid gehe hervor, dass die vom Beschwerdeführer in Deutschland
absolvierte Schwerpunktprüfung gegenüber der Facharztprüfung in Angio-
logie gemäss in der Schweiz geltendem Weiterbildungsprogramm erhebli-
che Unterschiede bezüglich Struktur und Umfang aufweise: Die in
Deutschland absolvierte Prüfung schliesse eine zweijährige Weiterbildung
im Schwerpunkt Angiologie ab, wobei ein Jahr der Weiterbildung im
Schwerpunkt Angiologie zusätzlich zur Weiterbildung auf dem Gebiet der
Inneren Medizin abgeleistet werden müsse. Dabei handle es sich um eine
mündliche Prüfung von 30 Minuten Dauer. Die schweizerische Facharzt-
prüfung in Angiologie hingegen schliesse einen Weiterbildungsgang von
sechs Jahren Dauer ab, wobei drei Jahre auf fachspezifische Weiterbil-
dung in Angiologie entfielen. Der erste Teil bestehe aus einer schriftlichen
Prüfung von 120 Minuten Dauer (80 Multiple-Choice-Fragen). Der zweite
Teil gliedere sich in eine mündlich/praktische Prüfung von 20-30 Minuten
über klinische Entscheidungsfindung anhand mindestens dreier Patienten-
dokumentationen sowie einer praktischen Durchführung einer Duplex-Ult-
raschalluntersuchung in verschiedenen Gefässkategorien während weite-
rer 20-30 Minuten. Angesichts dieser erheblichen Unterschiede sei nach-
vollziehbar, dass die Titelkommission die beiden Prüfungen nicht als
gleichwertig beurteilt habe (angefochtener Entscheid, Rz. 2.B.6 f.). Da da-
mit die Voraussetzungen von Art. 33 Abs. 4 WBO nicht erfüllt seien, habe
die Titelkommission ihr Ermessen in der Frage, ob sie die entsprechende
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Seite 10
Rechtsfolge (die Anerkennung) setzen solle, gar nicht ausüben können.
Damit könne kein Ermessensfehler vorliegen (Vernehmlassung, Rz.
A.II.10).
4.2
4.2.1 Das Bundesgesetz vom 23. Juni 2006 über die universitären Medizi-
nalberufe (Medizinalberufegesetz, MedBG, SR 811.11) fördert im Interesse
der öffentlichen Gesundheit unter anderem die Qualität der beruflichen
Weiter- und Fortbildung im Bereich der Humanmedizin (Art. 1 Abs. 1
MedBG). Zu diesem Zweck umschreibt es insbesondere die Anforderun-
gen, welche die universitäre Aus- und die berufliche Weiterbildung erfüllen
müssen (Art. 1 Abs. 3 Bst. a MedBG) sowie die Voraussetzungen für das
Erlangen eines eidgenössischen Diploms und eines eidgenössischen Wei-
terbildungstitels in den universitären Medizinalberufen (Art. 1 Abs. 3 Bst. b
MedBG). Als universitäre Medizinalberufe gelten unter anderem Ärztinnen
und Ärzte (Art. 2 Abs. 1 Bst. a MedBG). Für Weiterbildungsgänge, die zu
einem eidgenössischen Weiterbildungstitel führen, besteht eine Akkreditie-
rungspflicht (Art. 23 Abs. 2 MedBG). Die für akkreditierte Weiterbildungs-
gänge verantwortlichen Organisationen – wie hier die FMH – erlassen Ver-
fügungen über die Erteilung von Weiterbildungstiteln (Art. 55 Abs. 1 Bst. d
MedBG).
Aus Art. 2 Abs. 1 Bst. b in Verbindung mit Ziff. 3 von Anhang 1 der Verord-
nung vom 27. Juni 2007 über Diplome, Ausbildung, Weiterbildung und Be-
rufsausübung in den universitären Medizinalberufen (Medizinalberufever-
ordnung, MedBV, SR 811.112.0) ergibt sich, dass der Facharzttitel im Be-
reich Angiologie als eidgenössischer Weiterbildungstitel erfasst ist. Aus der
geltenden, von der FMH erlassenen Weiterbildungsordnung ergeben sich
die Voraussetzungen für den Erwerb von Weiterbildungstiteln (vgl. Art. 1
WBO).
In Art. 33 WBO ist die Anerkennung ausländischer Weiterbildung zwecks
Anrechnung an die geforderte Weiterbildung gemäss dem jeweiligen fach-
gebietsspezifischen Weiterbildungsprogramm geregelt. Art. 33 WBO lautet
wie folgt:
1 Die Tätigkeit an gleichwertigen Weiterbildungsstätten im Ausland kann
als Anteil der reglementarischen Weiterbildung anerkannt werden, wenn
eine Bestätigung der zuständigen Behörde des betreffenden Landes vor-
liegt, wonach die absolvierte Weiterbildung dort für den entsprechenden
Facharzttitel angerechnet wird. Es empfiehlt sich, die Zustimmung der TK
vorgängig einzuholen, welche insbesondere die Gleichwertigkeit der Wei-
terbildungsstätte beurteilt. Die Beweislast obliegt der Kandidatin oder dem
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Seite 11
Kandidaten. Die TK kann bei unklaren Fällen die Stellungnahme der
WBSK einholen.
2 Mindestens zwei Jahre der fachspezifischen Weiterbildung (Ausnahme:
Tropen- und Reisemedizin) müssen an anerkannten Weiterbildungsstät-
ten in der Schweiz gemäss den Anforderungen des entsprechenden Wei-
terbildungsprogramms absolviert werden. In Fachgebieten, welche weni-
ger als vier Jahre fachspezifische Weiterbildung fordern, kann das Weiter-
bildungsprogramm vorsehen, dass die Hälfte der fachspezifischen Weiter-
bildung in der Schweiz nachgewiesen werden muss. Für Facharzttitel, zu
deren Erwerb keine fachspezifische Weiterbildung vorgeschrieben ist,
wird der zulässige Anteil der Weiterbildung im Ausland im Weiterbildungs-
programm geregelt.
3 In Abweichung von Absatz 2 darf die Weiterbildung zu einem Schwer-
punkt vollständig im Ausland absolviert werden, soweit das Weiterbil-
dungsprogramm keine andere Regelung enthält. Die TK kann den
Schwerpunkt auch bei Vorliegen eines gleichwertigen ausländischen Dip-
loms erteilen.
4 Inhaberinnen und Inhaber einer gleichwertigen ausländischen Qualifika-
tion können sich ihre leitende Tätigkeit als Chefärztin, Chefarzt oder Lei-
tende Ärztin, Leitender Arzt an einer anerkannten Weiterbildungsstätte in
der Schweiz an die geforderte Weiterbildung anrechnen lassen. Die Titel-
kommission kann in diesen Fällen auch eine gleichwertige ausländische
Facharztprüfung anerkennen, auf eine allfällig geforderte Kategorie der
Weiterbildungsstätte und auf allfällig fehlende nicht-fachspezifische Wei-
terbildungsjahre verzichten.
4.2.2 Art. 33 Abs. 1 WBO hält demnach im Sinne eines Grundsatzes fest,
dass Tätigkeiten an gleichwertigen Weiterbildungsstätten im Ausland unter
bestimmten Voraussetzungen an die Weiterbildung angerechnet werden
können. Mindestens zwei Jahre der fachspezifischen Weiterbildung müs-
sen aber (grundsätzlich) an anerkannten Weiterbildungsstätten in der
Schweiz absolviert werden (vgl. Abs. 2). Eine Ausnahme davon sieht
Abs. 4 für Chefärztinnen und Leitende Ärzte vor: Diese können sich (u.a.)
ihre leitende Tätigkeit in der Schweiz anrechnen und eine gleichwertige
ausländische Facharztprüfung anerkennen lassen.
Die Anwendung von Art. 33 Abs. 4 WBO setzt demnach – in der vorliegen-
den Konstellation – drei Kriterien voraus, was als solches auch vom Be-
schwerdeführer anerkannt wird (vgl. Beschwerde Rz. 29 f. und Replik
Rz. 7). Zunächst wird eine Tätigkeit als Chefarzt oder Leitender Arzt vo-
rausgesetzt, was im Falle des Beschwerdeführers unbestritten ist. Im Wei-
teren wird eine gleichwertige ausländische Qualifikation vorausgesetzt,
was die Vorinstanz vorliegend offengelassen hat. Als dritte Voraussetzung
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müssen schliesslich die ausländische und die schweizerische Prüfung
gleichwertig sein. Die Vorinstanz hat dies verneint.
Bei der Beurteilung des Kriteriums der Gleichwertigkeit ausländischer
Facharztprüfungen verfügt die Vorinstanz, wie gesehen (E. 2), über erheb-
liches Fachwissen, weshalb das Bundesverwaltungsgericht nicht ohne Not
von ihrer Beurteilung abweicht und ihr die Wahl unter mehreren angemes-
senen Lösungen lässt.
4.2.3 Zur Auslegung des Gleichwertigkeitskriteriums bringt der Beschwer-
deführer vor, entscheidend sei, ob die bestandene und zu vergleichende
Weiterbildungsprüfung zur selbständigen Berufsausübung legitimiere. Die
Bestimmung von Art. 33 Abs. 4 WBO bezwecke eine ausnahmsweise Er-
leichterung für im Ausland rekrutierte Kaderärzte mit ausgewiesenen Fä-
higkeiten in ihrem Fachgebiet, welche sich für eine leitende Position in der
Schweiz qualifizieren respektive bereits in einer solchen tätig seien. Diese
sollten nicht durch eine nach langjähriger Praxis im Fachgebiet im Prinzip
überflüssige Verpflichtung, die schweizerische Facharztprüfung noch
nachholen zu müssen, in der Ausübung ihrer leitenden Funktion behindert
werden. Folglich dürften dem Sinn und Zweck von Art. 33 Abs. 4 WBO fol-
gend grundsätzlich auch keine hohen Ansprüche an die Gleichwertigkeit
der zu vergleichenden Prüfung mehr gestellt werden. Das Kriterium der
"gleichwertigen ausländischen Qualifikation" habe entsprechend in den
Hintergrund zu treten.
Dem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, als Art. 33 Abs. 4 WBO
eine Ausnahmebestimmung im Sinne einer Erleichterung darstellt. Zur Er-
langung eines Weiterbildungstitels sind die Vorgaben der WBO und des
jeweiligen Weiterbildungsprogramms einzuhalten. Dazu gehören insbe-
sondere die Absolvierung von Weiterbildungsperioden an anerkannten
Weiterbildungsstätten sowie das Bestehen der Facharztprüfung (vgl.
Art. 15 WBO sowie das Weiterbildungsprogramm für den Facharzt für An-
giologie vom 1. Januar 2012). Die WBO sieht nun in Art. 33 weiter vor, dass
– sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind – auch im Ausland absol-
vierte Weiterbildungsperioden anerkannt werden (vgl. Abs. 1). Grundsätz-
lich müssen dabei aber mindestens zwei Jahre (an anerkannten Weiterbil-
dungsstätten) in der Schweiz absolviert werden (vgl. Abs. 2). Auch ändert
dies nichts daran, dass die Facharztprüfung in der Schweiz abgelegt wer-
den muss. Einzig für Chefärztinnen oder Leitende Ärzte ist in Abs. 4 inso-
fern eine Erleichterung vorgesehen, als diese sich ihre gleichwertige aus-
ländische Qualifikation an die geforderte Weiterbildung anrechnen lassen
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können. In diesen Fällen kann auch eine gleichwertige ausländische Fach-
arztprüfung anerkannt, auf eine allfällig geforderte Kategorie der Weiterbil-
dungsstätte und auf allfällig fehlende nicht-fachspezifische Weiterbildungs-
jahre verzichtet werden. Dem Wortlaut dieser Bestimmung ist klar zu ent-
nehmen, dass auch im Falle dieser Kaderärztinnen und -ärzte eben gerade
nicht auf das Kriterium der Gleichwertigkeit verzichtet wird. Sinn und Zweck
der Norm ist es, klar definierten Fachpersonen mit ausgewiesener Erfah-
rung die Anerkennung sowohl von im Ausland erworbener Weiterbildung
als auch von im Ausland abgelegten Prüfungen zu ermöglichen. Im Inte-
resse der öffentlichen Gesundheit und des entsprechenden Qualitätsni-
veaus von Medizinalberufen in der Schweiz ist aber auch dabei auf eine
Gleichwertigkeit der anzuerkennenden Perioden bzw. Prüfungen zu ach-
ten. Denn mit der Prüfung soll festgestellt werden, ob ein Kandidat über die
erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt. Das Kriterium der
Gleichwertigkeit stellt somit – auch bei Personen, die eine höhere Qualifi-
kation nachweisen können – sicher, dass die geforderte Qualität erfüllt ist
und im Ausland absolvierte Leistungskontrollen dieser nachkommen. Die-
ser Standard dient letztlich, wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, der Ein-
heitlichkeit und damit auch der Gleichbehandlung von Kandidatinnen und
Kandidaten. Einzig darauf abzustellen, dass die Weiterbildung zur selb-
ständigen Berufsausübung befähige, wie dies der Beschwerdeführer vor-
bringt, führte dazu, die Gleichwertigkeit letztlich fallen zu lassen, zumal –
wie es die Vorinstanz ausführt – jegliche Facharztprüfung dazu dient, zur
selbständigen Berufsausübung zu ermächtigen. Die Vorinstanz hat dem-
nach zu Recht eine Überprüfung der Gleichwertigkeit der in Deutschland
absolvierten Prüfung vorgenommen. Von einem Ermessensmissbrauch,
geschweige denn Willkür, kann keine Rede sein.
4.2.4 Was die vom Beschwerdeführer in Deutschland absolvierte Schwer-
punktprüfung anbelangt, hat die Vorinstanz hinsichtlich Struktur und Um-
fang erhebliche Unterschiede zur Facharztprüfung Angiologie in der
Schweiz festgestellt (vgl. ausführlich vorstehend E. 4.1.3). Entgegen dem
Dafürhalten des Beschwerdeführers kann – mit der Vorinstanz – sehr wohl
davon ausgegangen werden, dass eine länger dauernde Prüfung (schriftli-
che Prüfung von 120 Minuten, mündlich/praktische Prüfung von 20 bis 30
Minuten sowie eine praktische Durchführung einer Duplex-Ultraschallun-
tersuchung von 20 bis 30 Minuten in der Schweiz), die zudem in mehrere
Teile gegliedert ist, grundsätzlich eine genauere Kontrolle des Kenntnis-
standes eines Kandidaten oder einer Kandidatin erlaubt als eine kürzere
Prüfung (mündliche Prüfung von 30 Minuten im Falle des Beschwerdefüh-
rers). Dies stellt im Übrigen aber auch nicht das einzige Kriterium dar, auf
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welches die Vorinstanz abgestellt hat. Vielmehr hat sie auch den Inhalt der
Prüfung, die schriftliche Prüfung bestehend aus 80 MC-Fragen, die struk-
turierte mündlich/praktische Prüfung über klinische Entscheidungsfindung
anhand von mindestens drei Patientendokumentationen und die Duplex-
Ultraschalluntersuchung in verschiedenen Gefässkategorien für die
schweizerische Facharztprüfung, hervorgehoben. Ausserdem schliesse
die in Deutschland absolvierte Schwerpunktprüfung (lediglich) eine zwei-
jährige Weiterbildung im Schwerpunkt Angiologie ab, wobei ein Jahr zu-
sätzlich zur Weiterbildung auf dem Gebiet der Inneren Medizin abgeleistet
werden müsse. Demgegenüber schliesst die schweizerische Facharztprü-
fung in Angiologie einen Weiterbildungsgang ab, der sechs Jahre dauert
und drei Jahre fachspezifische Weiterbildung in Angiologie umfasst. Mit
Blick auf die Zurückhaltung, die sich das Bundesverwaltungsgericht gegen-
über der Vorinstanz als Fachbehörde auferlegt (vgl. E. 2), ist deren Ein-
schätzung nicht zu beanstanden.
Hinsichtlich der anlässlich der Prüfung vorzunehmenden Ultraschallunter-
suchung hat die Vorinstanz in ihrer Duplik Folgendes ausgeführt: Nach
Rücksprache mit der Titelkommission könne dem Beschwerdeführer die
praktische Prüfung (Duplex-Ultraschalluntersuchungen) erlassen werden,
wenn er über den Fähigkeitsausweis der Schweizerischen Gesellschaft für
Ultraschall in der Medizin (SGUM) verfüge. Für den Erwerb desselben
seien neben den absolvierten Duplex Sonografie Kursen bestandene prak-
tische Prüfungen in allen vier Gefässsubmodulen notwendig. Alternativ
stehe es ihm aber auch frei, den SGUM-Fähigkeitsausweis via bestandene
praktische Facharztprüfung Angiologie zu erwerben, wenn die Kursbetäti-
gungen gemäss Ziff. 2.2.3 des Weiterbildungsprogramms ausgewiesen
seien. Damit würde sich eine SGUM-Prüfung erübrigen. Die Vorinstanz
kommt dem Beschwerdeführer insoweit entgegen. Dies hat jedoch keinen
Einfluss darauf, dass die Gleichwertigkeit der beiden Prüfungen im vorlie-
genden Beschwerdeverfahren anders zu beurteilen wäre.
Es kann damit nicht gesagt werden, dass sich die Vorinstanz zur Beurtei-
lung der Gleichwertigkeit auf unzweckmässige Kriterien abgestellt hätte.
Die Beurteilung ist vielmehr im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens
erfolgt.
4.2.5 Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
zum Schluss gelangt ist, die vom Beschwerdeführer in Deutschland abge-
legte Schwerpunktprüfung stelle keine gleichwertige ausländische Fach-
arztprüfung im Sinne von Art. 33 Abs. 4 WBO dar. Sie konnte entsprechend
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auch darauf verzichten, abschliessend über das Vorliegen des dritten Kri-
teriums, ob von einer gleichwertigen ausländischen Qualifikation auszuge-
hen ist, zu befinden.
4.2.6 Zusammengefasst hat die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung der
Voraussetzungen von Art. 33 Abs. 4 WBO zu Recht eine Prüfung der
Gleichwertigkeit der zu vergleichenden ausländischen Prüfung vorgenom-
men, wie dies der Wortlaut der Norm vorsieht. Zudem ist es nachvollzieh-
bar, dass sie gestützt auf ihre Prüfung die Gleichwertigkeit verneint hat.
Der Entscheid der Vorinstanz, die Anwendung der Ausnahmenorm von
Art. 33 Abs. 4 WBO zu versagen, erweist sich als frei von Ermessensfeh-
lern beziehungsweise als angemessen, was Willkür ausschliesst. Eine Ver-
letzung des Diskriminierungsverbots ist nicht auszumachen. Die Nichter-
teilung des ersuchten Facharzttitels führt sodann nicht zum Ergebnis, dass
der Beschwerdeführer, welcher nach eigenen Angaben bereits als Arzt in
leitender Funktion tätig ist, als Assistenzarzt ohne abschliessende fachli-
che Verantwortung qualifiziert würde. Nur am Rande darauf hinzuweisen
ist deshalb auf die Tatsache, dass der Entscheid keine Beurteilung seiner
Qualifikationen im Allgemeinen zum Gegenstand hat und ihm eine selb-
ständige Berufsausübung gestützt auf seine übrigen Facharzttitel ohne
weiteres möglich ist.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz habe seine Ausfüh-
rungen zur Anwendbarkeit der Richtlinie 2005/36/EG zu Unrecht ausser
Acht gelassen. Eine direkte Anerkennung der Weiterbildung gestützt auf
die Richtlinie 2005/36/EG sei mangels Nennung der Angiologie im Anhang
V der Richtlinie nicht möglich. Dies bedeute entgegen den Ausführungen
der Vorinstanz aber nicht, dass der Richtlinie deswegen die Anwendung zu
verweigern sei. Vielmehr finde diese auf das vorliegende Verfahren (zu-
mindest analog) Anwendung. Sofern die Grundsätze der Diplomanerken-
nung uneingeschränkt auch auf Fragen des Zugangs zu einem nicht reg-
lementierten Beruf Anwendung fänden, müsse dies umso mehr gelten,
wenn es sich wie vorliegend um einen im Ursprungsland reglementierten
Beruf handle. Dass die deutsche angiologische Schwerpunktweiterbildung
die Vorgaben von Art. 25 der Richtlinie 2005/36/EG erfülle, hätte die Vor-
instanz folglich zumindest im Rahmen der Beurteilung der Gleichwertigkeit
der zu vergleichenden Prüfungen berücksichtigen müssen.
5.2 Die Vorinstanz führt dagegen aus, der Beschwerdeführer könne im Ver-
fahren vor der Titelkommission bzw. der EK WBT und dementsprechend
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auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren keinen Anspruch auf Anerken-
nung seines in Deutschland erworbenen Weiterbildungstitels oder auf Zu-
lassung zu einer bestimmten beruflichen Tätigkeit gestützt auf Art. 21
MedBG, das Freizügigkeitsabkommen oder die Richtlinie 2005/36/EG (di-
rekt oder analog) geltend machen. Gegenstand des vorliegenden Verfah-
rens sei nicht die Anerkennung eines ausländischen Facharzttitels. Hierfür
wäre die Medizinalberufekommission MEBEKO zuständig. Der angefoch-
tene Entscheid betreffe vielmehr die Erteilung eines eidgenössischen
Facharzttitels. Wollte er gestützt auf die Bestimmungen der Anerkennung
von Diplomen im MedBG oder in der Richtlinie 2005/36/EG die Anerken-
nung seines in Deutschland erworbenen Titels im Fachgebiet Angiologie
erwirken, müsste er ein entsprechendes Gesuch an die MEBEKO richten,
insbesondere auch in Bezug auf eine allfällige Anerkennung des Titels ge-
stützt auf die allgemeinen Anerkennungsbestimmungen gemäss Art. 10 ff.
der Richtlinie.
5.3 Dem Beschwerdeführer ist insofern Recht zu geben, als eine automa-
tische Anerkennung seiner Weiterbildung gestützt auf die Richtlinie
2005/36/EG nicht in Frage kommt. So ist die Bezeichnung "Angiologie" in
Nummer 5.1.3 von Anhang V der Richtlinie nicht aufgeführt (vgl. auch Ab-
schnitt A Ziff. 1 Bst. g Anhang III zum FZA). Dies ist aber nicht gleichbe-
deutend damit, dass die Richtlinie in seinem Fall gar nicht zur Anwendung
käme, wie dies die Vorinstanz in ihren Stellungnahmen vertritt. Vielmehr
ergibt sich aus dem Wortlaut und der Systematik der Richtlinie, dass der
Anhang V ausschliesslich im Kontext von Art. 21 Abs. 1 der Richtlinie (der
den Grundsatz der automatischen Anerkennung regelt) zur Anwendung
kommt (vgl. Urteil des BVGer B-413/2020 vom 28. März 2022 E. 4.3.1). Die
Rechtsprechung geht daher davon aus, dass, wenn eine automatische An-
erkennung mangels eines Eintrags einer entsprechenden Facharztbe-
zeichnung im Anhang V nicht möglich ist, subsidiär nach den Allgemeinen
Regelungen zu prüfen ist, ob der ausländische Weiterbildungstitel zu aner-
kennen ist (vgl. Urteile des BVGer B-413/2020 vom 28. März 2022 E. 4.3.2,
B-638/2021 vom 11. März 2022 E. 6 und B-4857/2012 vom 5. Dezember
2013 E. 4.2). Die Anwendbarkeit der Richtlinie als solches ergibt sich im
Übrigen bereits daraus, dass sie gemäss deren Art. 2 Abs. 1 für alle Staats-
angehörigen eines Mitgliedstaats gilt, die als Selbständige oder abhängig
Beschäftigte einen reglementierten Beruf in einem anderen Mitgliedstaat
als dem, in dem sie ihre Berufsqualifikationen erworben haben, ausüben
wollen. Der Facharzttitel Angiologie ist in der Schweiz, wie gesehen
(E. 4.2.1), reglementiert.
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Allerdings ist, wie die Vorinstanz darauf hinweist, zu berücksichtigen, dass
es im vorliegenden Verfahren nicht um die Anerkennung einer ausländi-
schen Qualifikation als solches geht, sondern der Beschwerdeführer das
SIWF um Erteilung eines schweizerischen Facharzttitels ersucht hat. Im
Rahmen dieses Verfahrens stellte sich die Frage, ob er sich gestützt auf
Art. 33 Abs. 4 WBO – ausnahmsweise – seine in Deutschland abgelegte
Prüfung an die Weiterbildung anrechnen lassen kann. Ginge es dem Be-
schwerdeführer darum, den in Deutschland erworbenen Titel in der
Schweiz anerkennen zu lassen, wäre er gehalten, sich mit einem entspre-
chenden Gesuch an die MEBEKO zu wenden (vgl. Art. 21 MedBG). Wei-
tere Ausführungen zur Richtlinie 2005/36/EG sowie zu einer allfällig analo-
gen Anwendung von deren Art. 25 erübrigen sich damit an dieser Stelle.
6.
Im Ergebnis ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Einsprache
des Beschwerdeführers abgewiesen und ihm die Erteilung des Weiterbil-
dungstitels (Facharzttitels) in Angiologie verweigert hat. Die Beschwerde
erweist sich daher als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). Diese werden mit
Blick auf den Verfahrensaufwand und die Schwierigkeit der Streitsache auf
Fr. 2'000.– festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 VGKE) und mit
dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Ausgangs-
gemäss ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zuzuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
(Dispositiv auf nächster Seite)
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