Decision ID: 80fc35cb-1f2c-49dd-84e5-4b30115c00e3
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten,
Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 28. März 2000 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-
act. 3). Der Versicherte hatte bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung vom 31.
Oktober 1999 ein Schädelhirntrauma mit akutem Epiduralhämatom temporo-parietal
rechts erlitten, welches gleichentags operativ behandelt wurde (vgl. IV-act. 6). Zur
Klärung der Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit wurde er im Februar 2001 sowie im
Dezember 2003 von der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Basel interdisziplinär
begutachtet (IV-act. 18, 43). Im ersten Gutachten vom 29. März 2001 wurde ihm
aufgrund mittelschwerer neuropsychologischer Defizite sowie posttraumatischer
Belastungsstörung eine 50-60%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
attestiert (IV-act. 18-10). Im zweiten Gutachten vom 31. Dezember 2003 gingen die
MEDAS-Gutachter von einer 25%igen Arbeitsfähigkeit aus; dies insbesondere unter
Bezugnahme auf den stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vom 2. Oktober
bis 13. November 2002 (IV-act. 43-11 ff.; vgl. auch den Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon vom 21. November 2002, IV-act. 31). Am 4. März 2004 verfügte die IV-Stelle
die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. April 2004 (IV-act. 50, ersetzt
durch Verfügung vom 18. März 2004, IV-act. 51). Mit Verfügung vom 14. April 2004
setzte die IV-Stelle den Rentenbeginn rückwirkend auf den 1. Oktober 2000 fest (IV-
act. 53). Mit Verfügung vom 10. Juni 2004 korrigierte sie sodann die Rentenhöhe
infolge nachträglich gemeldeter Einkommen (IV-act. 54). Im Rahmen einer amtlichen
Rentenrevision im Jahr 2007 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf
eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 80% (vgl. die Mitteilung vom 30. Mai
2007, IV-act. 78).
B.
B.a Mit Entscheid des Kreisgerichtes B._ vom 16. Mai 2007 wurde der Versicherte
des versuchten Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz, des versuchten
Diebstahls, der Gehilfenschaft zu Diebstahl, der Sachbeschädigung, der
Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie der groben und einfachen
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Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe
von zehn Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 63 Tagen, verurteilt
(IV-act. 80-8). Die IV-Stelle sah von einer rückwirkenden Sistierung der Invalidenrente
während der Dauer der Untersuchungshaft ab (IV-act. 85, vgl. auch IV-act. 81 ff.).
B.b Am 4. Dezember 2009 leitete die IV-Stelle eine erneute Revision zur Überprüfung
des Rentenanspruchs des Versicherten ein (IV-act. 89). Nachdem der Versicherte im
Standortgespräch vom 13. Januar 2010 unveränderte gesundheitliche Beschwerden
geltend gemacht hatte (vgl. das Gesprächsprotokoll gleichen Datums, IV-act. 94),
ordnete die IV-Stelle eine Verlaufsbegutachtung durch die MEDAS Ostschweiz an,
welche im März 2010 erfolgte (IV-act. 98 f., 103). Dabei hielten die Gutachter fest, aus
neuropsychologischer Sicht zeige sich ein hochauffälliges Verhalten bei den
Symptomvalidierungverfahren, welches auf eine ungenügende
Anstrengungsbereitschaft bzw. Kooperationsfähigkeit hindeute. Im Vordergrund
stünden eine schwere Dysfunktionalität und Einschränkungen in Antrieb, Ausdauer und
Belastbarkeit. Es sei nicht von authentischen kognitiven Funktionsstörungen
auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Fall komplex; es habe multifaktoriell eine
Persönlichkeitsänderung resultiert, vermutlich im Sinne einer Akzentuierung bei
vorbestehenden unreifen Zügen. Insbesondere aus psychiatrischer Sicht sei die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 50% einzuschätzen. Ausserdem sei die
Strassenverkehrstauglichkeit zu überprüfen, da sich Verkehrstauglichkeit und
Authentizität der beklagten Beschwerden gegenseitig ausschliessen würden (vgl. das
polydisziplinäre Gutachten vom 22. April 2010, IV-act. 109, insb. 109-12 ff.).
B.c Am 9. April 2010 teilte das Untersuchungsamt C._, Staatsanwaltschaft des
Kantons St. Gallen, der IV-Stelle mit, dass sich der Versicherte aufgrund eines
hängigen Strafverfahrens seit dem 30. März 2010 in Untersuchungshaft befinde und
voraussichtlich mehrere Monate dort verbleiben werde (IV-act. 105). Daraufhin sistierte
die IV-Stelle die Rentenleistungen mit Verfügung vom 22. April 2010 (IV-act. 107) und
verfügte am 23. April 2010 die Rückforderung der zu viel ausbezahlten
Rentenleistungen für den Monat April 2010 (IV-act. 108).
B.d Mit Schreiben vom 25. Oktober 2010 teilte das Untersuchungsamt C._ der IV-
Stelle mit, dass gegen den Versicherten unter anderem auch ein Strafverfahren wegen
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Verdachts des Betrugs zu Lasten der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St.
Gallen eröffnet worden sei. Der zuständige Untersuchungsrichter unterbreitete der IV-
Stelle diverse Strafverfahrensakten zur Prüfung der Frage, ob die Voraussetzungen für
eine Invalidenrente weiterhin gegeben seien (IV-act. 115). In der daraufhin von der IV-
Stelle veranlassten Aktenbegutachtung vom 10. Februar 2011 hielten die Gutachter der
MEDAS Ostschweiz unter Einbezug der Strafverfahrensakten im Wesentlichen fest,
aufgrund der neuen Informationslage müsse die Diagnose von hirntraumatisch
bedingten kognitiven Ausfällen negiert werden. Alle Tätigkeiten, die hohe
Anforderungen an soziale Fähigkeiten, Loyalität und moralische Integrität stellten, seien
nicht möglich. Dies nicht infolge mangelnder Zumutbarkeit gegenüber dem
Versicherten, sondern zum Schutz von Vorgesetzten und Mitarbeitern. In den übrigen in
Frage kommenden Tätigkeiten sei aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung
unwahrscheinlich (IV-act. 133). Der IV-interne Regionale Ärztliche Dienst (RAD) folgte in
einer Stellungnahme vom
16. Februar 2011 im Wesentlichen der gutachterlichen Beurteilung (IV-act. 136).
B.e Mit Vorbescheid vom 29. August 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Aufhebung der Verfügung vom 4. März 2004 in Aussicht mit der Begründung, die in der
Vergangenheit gestellten Diagnosen seien insbesondere mit Blick auf die Strafakten
sowie das Aktengutachten der MEDAS Ostschweiz mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit entkräftet und es sei dem Versicherten zumutbar, weiterhin einer
angepassten Tätigkeit ohne Leistungseinbusse in einem 100%-Pensum nachzugehen
(IV-act. 141). Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic.
iur. Simon Krauter, am 29. September 2011 Einwand (IV-act. 146). Am 4. Oktober 2011
verfügte die IV-Stelle die Aufhebung der Verfügung vom 4. März 2004 im Sinne des
Vorbescheids (IV-act. 147).
C.
C.a Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 3. November 2011
Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom 4. Oktober 2011 sei vollumfänglich
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze IV-Rente
auszurichten, eventualiter seien dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zu
gewähren, subeventualiter seien weitere medizinische und berufliche Abklärungen
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anzuordnen, subsubeventualiter sei die IV-Rente frühestens per 1. Dezember 2011
aufzuheben. Der Rechtsvertreter beantragte im Weiteren, die Verfahrenskosten seien
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und diese sei zu verpflichten, den
Beschwerdeführer vollumfänglich ausserrechtlich zu entschädigen, eventualiter sei
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und es sei ihm
der unterzeichnende Rechtsanwalt als Offizialanwalt zu bestellen (act. G 1).
C.b Am 22. November 2011 erliess die IV-Stelle erneut eine Verfügung, mit welcher sie
die Verfügung vom 4. Oktober 2011 widerrief und die Verfügungen vom 18. März,
14. April und 10. Juni 2004 im Rahmen der prozessualen Revision aufhob (IV-act. 151).
Am 2. Dezember 2011 verfügte die IV-Stelle sodann die Rückforderung zu viel
bezahlter Rentenleistungen vom 1. Oktober 2000 bis 31. März 2010 im Betrag von
insgesamt Fr. 166'161.00 (IV-act. 153).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, aufgrund der zeitlichen
Nähe der strafrechtlichen Erhebungen und der MEDAS-Abklärung im März 2010 erhelle
sich die offenkundige Täuschungsabsicht des Beschwerdeführers und es könne kein
ernsthafter Zweifel daran bestehen, dass bereits die Rentenzusprache durch
Täuschung des Beschwerdeführers erwirkt worden sei (act. G 6).
C.d Mit Entscheid vom 18./19./20./23. und 24. Januar 2012 sprach das Kreisgericht
D._ den Beschwerdeführer u.a. des gewerbsmässigen Betruges zu Lasten der
Invalidenversicherung schuldig und verurteilte ihn unter Einbezug der Sanktion gemäss
Entscheid des Kreisgerichtes B._ vom 16. Mai 2007 zu einer Gesamtstrafe von 51⁄2
Jahren (act. G 14.1, vgl. auch Ziff. 1.4 der Anklageschrift vom 7. Juni 2011, IV-act.
139-11).
C.e Mit Replik vom 15. Februar 2012 (act. G 8) und Duplik vom 19. März 2012 (act.
G 10) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.
C.f Mit Entscheid vom 3. Juli 2013 bestätigte das Kantonsgericht St. Gallen den
erstinstanzlichen Schuldspruch des Kreisgerichtes D._ betreffend den
gewerbsmässigen Betrug zu Lasten der Invalidenversicherung (act. G 17.1). Nachdem
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der Beschwerdeführer den entsprechenden Entscheid beim Schweizerischen
Bundesgericht angefochten hatte, sistierte das Versicherungsgericht das Verfahren IV
2011/355 am 20. November 2013 bis zum Vorliegen des Bundesgerichtsurteils in der
Strafsache des Beschwerdeführers (vgl. act. G 21, 23).
C.g Mit Verfügung vom 7. März 2014 wurde das bundesgerichtliche
Beschwerdeverfahren 6B_1022/2013 durch Beschwerderückzug als erledigt
abgeschrieben, nachdem der Beschwerdeführer gegenüber dem Bundesgericht
persönlich erklärt hatte, die vom Kantonsgericht St. Gallen ausgefällte Strafe zu
akzeptieren (act. G 24, vgl. insb. Erw. 1.2.3 ff.).
C.h Mit Schreiben vom 12. März 2014 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers eine Honorarnote im Gesamtbetrag von Fr. 4'642.90 ein (act. G
24.2, vgl. auch act. G 12, 18.1).
C.i Das Versicherungsgericht hob die Sistierung des Verfahrens IV 2011/355 am
19. März 2014 auf (act. G 26).

Erwägungen:
1.
Vorab stellt sich die Frage nach dem Anfechtungsobjekt bzw. -gegenstand im
vorliegenden Beschwerdeverfahren. Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung vom 4.
Oktober 2011 mit Verfügung vom 22. November 2011 widerrufen, da sie
irrtümlicherweise die Aufhebung der am 18. März 2004 bereits aufgehobenen
Verfügung vom 4. März 2004 anstelle der bestehenden Verfügungen vom 18. März, 14.
April und 10. Juni 2004 verfügt hatte (IV-act. 151). In formeller Hinsicht ist davon
auszugehen, dass der "Widerruf" der Verfügung vom 4. Oktober 2011 nur einen Antrag
an das Gericht darstellte. Ein Widerruf pendente lite gemäss Art. 53 Abs. 3 ATSG war
nicht möglich, da den Anträgen des Beschwerdeführers nicht entsprochen wurde (vgl.
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 46 ff. zu Art. 53). Entsprechend bleibt
die Verfügung vom 4. Oktober 2011 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens.
Anfechtungsgegenstand stellt gemäss Verfügung vom 4. Oktober 2011 die Aufhebung
der ganzen Invalidenrente ab Beginn dar, wie sich aus der Begründung klar ergibt (vgl.
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auch Ziff. 2 des Verfügungsdispositivs). Da die Rente auf den Verfügungen vom 18.
März, 14. April und 10. Juni 2004 basierte, ist offenkundig, dass diese Verfügungen –
und nicht jene vom 4. März 2004 – in prozessuale Revision gezogen werden sollten.
Die Bezugnahme auf die Verfügung vom 4. März 2004 ist als redaktionelles Versehen
zu werten und als solches unbeachtlich.
2.
2.1 In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die
rechtskräftigen Verfügungen vom 18. März 2004, 14. April 2004 sowie vom 10. Juni
2004 in Revision ziehen durfte.
2.2 Nach Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsgesetzes (ATSG; SR 830.1) müssen im Sinne einer prozessualen
Revision formell rechtskräftige Verfügungen in Revision gezogen werden, wenn die
versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue
Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht
möglich war. Damit können Tatsachen und Beweismittel angerufen werden, die trotz
hinreichender Sorgfalt bisher nicht bekannt waren bzw. nicht in das Verfahren
eingebracht werden konnten (vgl. Kieser, a.a.O., N 18 zu Art. 53; vgl. auch BGE 122 V
273 E. 4). Obwohl Art. 53 Abs. 1 ATSG die Einwirkung durch Verbrechen oder
Vergehen auf den ursprünglichen Entscheid nicht als Grund für eine prozessuale
Revision eines Verwaltungsentscheides aufführt, stellt diese gemäss Lehre und Praxis
einen zulässigen Revisionsgrund dar. So ist von einer analogen Anwendung des Art. 66
Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG; SR 172.021), welcher die
Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen als massgebenden Revisionsgrund für
das Beschwerdeverfahren bezeichnet, auszugehen (zur subsidiären Anwendbarkeit des
VwVG vgl. Art. 55 Abs. 1 ATSG; vgl. darüber hinaus Kieser, a.a.O., N 11 zu Art. 53, mit
Hinweisen; Miriam Lendfers, Möglichkeiten und Grenzen der Korrektur von
Dauerleistungen mittels prozessualer Revision, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.],
Sozialversicherungstagung 2011, Band 77, S. 177 ff., S. 199, mit Hinweisen). Die
Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen ist somit als – über den Wortlaut von Art.
53 Abs. 1 ATSG hinausgehender – zulässiger Revisionsgrund zu qualifizieren.
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2.3 Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführer von den Strafgerichten sowohl
in erster als auch in zweiter Instanz des gewerbsmässigen Betrugs zu Lasten der
Invalidenversicherung schuldig gesprochen (act. G 14.1, 17.1). Die Gutachter der
MEDAS Ostschweiz hielten in der von der IV-Stelle veranlassten Aktenbegutachtung
vom 10. Februar 2011 (IV-act. 133) fest, die in den vorangegangenen Gutachten (IV-
act. 18, 43, 109) vorgenommenen Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit hätten auf den
jeweils verfügbaren Akten und den Angaben des Beschwerdeführers beruht und träfen
aufgrund der nachträglichen Informationen aus den Strafakten retrospektiv nicht mehr
zu. Aufgrund der neuen Informationslage müsse die Diagnose von hirntraumatisch
bedingten kognitiven Ausfällen negiert werden. Zwar könne eine psycho-organische
Persönlichkeitsänderung im Sinne einer Akzentuierung der mutmasslich
vorbestehenden dissozialen Störung ohne Fremdauskünfte von neutraler Seite nicht
ausgeschlossen werden, hingegen müsse die Diagnose der Persönlichkeitsänderung
mit regressiver Dynamik fallen gelassen werden. Eine andere Psychopathologie,
welche eine Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehe, sei nicht feststellbar (IV-act. 133-28 ff.).
Entsprechend ist die Kausalität zwischen dem vom Beschwerdeführer verübten
Versicherungsbetrug und den gutachterlichen Fehleinschätzungen in Bezug auf die
Arbeitsunfähigkeit als gegeben zu erachten, ein Revisionsgrund mithin zu bejahen.
2.4 Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 67 VwVG ist das Revisionsbegehren innert
90 Tagen nach Entdeckung des Revisionsgrundes, spätestens aber innert 10 Jahren
nach Eröffnung der rechtskräftigen Verfügung bzw. des rechtskräftigen
Einspracheentscheides schriftlich einzureichen. Grundsätzlich bestimmt sich der
Zeitpunkt, in welchem die Partei den angerufenen Revisionsgrund hätte entdecken
können, nach dem Prinzip von Treu und Glauben. Auslösend für den Fristenlauf ist
grundsätzlich die sichere Kenntnis der Sachumstände um den Revisionsgrund; blosse
Ahnungen oder Vermutungen genügen hingegen nicht (vgl. hierzu Kieser, a.a.O., N 23
zu Art. 53 mit Hinweisen; Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz
über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Art. 67 N 2; Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],
Praxiskommentar VwVG, Art. 67 N 4; vgl. Kieser, a.a.O., N 23 zu Art. 53). Die
Revisionsfristen sind nicht bloss für die um Revision ersuchende Person massgebend,
sondern auch von der Verwaltung bei der von Amtes wegen vorzunehmenden Revision
zu beachten. Die relative Revisionsfrist ist im vorliegenden Fall ohne Weiteres als
gewahrt zu erachten, zumal die Beschwerdegegnerin grundsätzlich noch das
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erstinstanzliche Urteil des Kreisgerichts D._ (act. G 14.1) hätte abwarten dürfen, um
sichere Gewissheit über die Anklage bzw. die dieser zugrunde liegenden Sachverhalte
zu erhalten. So hatte denn auch der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gerügt,
das Aktengutachten der MEDAS Ostschweiz vom Februar 2011 sei solange
unverwertbar, als hinsichtlich des dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Betruges zu
Lasten der Invalidenversicherung noch nicht rechtskräftig entschieden worden sei (vgl.
act. G 1, S. 7). Auch die absolute Frist von zehn Jahren ist mit der angefochtenen
Verfügung vom 4. Oktober 2011 gewahrt.
2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen der prozessualen
Revision gegeben sind. Die revisionsweise Aufhebung der rechtskräftigen Verfügungen
vom 18. März, 14. April und 10. Juni 2004 ist somit nicht zu beanstanden.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin jeglichen Rentenanspruch des
Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, es
habe nie eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen, da kein
ernsthafter Zweifel daran bestehen könne, dass bereits die Rentenzusprache durch die
Täuschung des Beschwerdeführers erwirkt worden sei (act. G 4.1, 6). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellt sich hingegen auf den Standpunkt, eine
allfällige Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers sei
frühestens aufgrund des Aktengutachtens der MEDAS Ostschweiz vom Februar 2011
(IV-act. 133) erstellt und es sei nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer bereits
im Zeitpunkt der Rentenzusprache voll arbeitsfähig gewesen sein soll (act. G 8).
3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und BGE 121 V 210 E. 6c, je
mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der
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Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweisen). Nachdem ein Revisionsgrund vorliegend bejaht wird, obliegt dem
Beschwerdeführer die Beweislast für das Vorliegen einer rentenbegründenden
Invalidität.
3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) hat die versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen ist. Da der vorliegende Versicherungsfall vor dem
Inkrafttreten der am 1. Januar 2008 (5. IV-Revision) revidierten Bestimmungen, mit
welchen u.a. der Zeitpunkt des Rentenbeginns neu normiert wurde (Art. 29 IVG),
eingetreten ist, bleiben nach der ständigen Rechtsprechung zum Übergangsrecht (vgl.
die IV-Rundschreiben Nr. 253 und Nr. 300 des Bundesamt für Sozialversicherungen)
die altrechtlichen Bestimmungen und somit insbesondere aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG
weiter anwendbar. Demnach ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt
des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres durchschnittlich mindestens
40% arbeitsunfähig gewesen ist.
3.4 Hinsichtlich der Frage der relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten
die Gutachter der MEDAS Ostschweiz im Akten-Verlaufsgutachten vom 10. Februar
2011 aus, aus neurologischer Sicht hätten bereits frühere Beurteilungen ergeben, dass
keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Spätestens seit der verkehrsmedizinischen
Untersuchung im Frühjahr 2002 habe zudem keine psychiatrisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden (IV-act. 133-29). Auch der RAD hielt in seiner
internen Stellungnahme vom 15. Februar 2011 fest, dass eine vorübergehende
Arbeitsunfähigkeit in der Zeit nach dem am 31. Oktober 1999 erlittenen
Schädelhirntrauma anzunehmen sei, und dass entsprechend den gutachterlichen
Ausführungen vernünftigerweise davon ausgegangen werden könne, dass spätestens
ab Datum der verkehrsmedizinischen Untersuchung im April 2002 (IV-act. 115-67) von
einer Verbesserung der Gesundheit mit stabilem Zustand auszugehen sei (IV-act.
136-4). Das Fehlen einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ist somit vor dem Hintergrund der
gutachterlichen Ausführungen jedenfalls ab April 2002 als belegt zu erachten.
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3.5 Fraglich und konkret zu prüfen ist u.a. mit Blick auf die Erfüllung des Wartejahres
jedoch insbesondere, ob vor diesem Zeitpunkt von einer IV-rechtlich relevanten
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.
3.5.1 In der neuropsychologischen Untersuchung vom 10. Januar 2000 hielt die
zuständige Neuropsychologin des Kantonsspitals St. Gallen, lic. phil E._, im Rahmen
der Anamnese fest, im Verlauf des an den operativen Eingriff anschliessenden
stationären Aufenthalts des Beschwerdeführers im Spital F._ sei es zu einer
schnellen Besserung der zunächst noch sehr ausgeprägten neurologischen
Symptomatik mit Sprachstörung, intermittierenden Verwirrtheitszuständen und
Schluckstörungen gekommen. Die Neuropsychologin führte darüber hinaus aus, es
hätten sich bei der Untersuchung im Wesentlichen mittelschwere Funktionsstörungen,
insbesondere Störungen der Aufmerksamkeit, der allgemeinen Aktivierung und
Daueraufmerksamkeit, der fokussierten Aufmerksamkeit und der kognitiven
Verarbeitungsgeschwindigkeit gezeigt, aufgrund welcher von einer theoretischen
Arbeitsunfähigkeit von 50% auszugehen sei, welche allerdings zur Zeit kaum
verwertbar sein dürfte (IV-act. 6).
3.5.2 In der im Februar 2000 durchgeführten Beurteilung der Fahreignung gab der
zuständige Bezirksarzt sodann als Untersuchungsbefund eine psychische Verlang
samung, eine verminderte Aufmerksamkeit, Sprachschwierigkeiten, eine sehr diskrete,
aber doch deutlich nachweisbare linksseitige sensomotorische Hemiparese (leichte
Halbseitenlähmung für Gefühl und Motorik) sowie eine Lähmung des 7. Gesichtsnervs
an. Die Fahreignung wurde abgesprochen und eine Neubeurteilung nicht vor einem
Jahr in Aussicht genommen (IV-act. 115-76 f.).
3.5.3 Im Gutachten der MEDAS Basel vom März 2001 (basierend auf
Untersuchungen vom 20./21. Februar 2001) wurde im Wesentlichen festgehalten, die
von neurologischer Seite erhobenen Befunde hätten abgesehen von diskreten
linksseitigen Pyramidenbahnzeichen keine weiteren fokal neurologischen Residuen des
stattgehabten Schädelhirntraumas ergeben. Aus psychiatrischer Sicht erfülle die vom
Exploranden gezeigte Symptomatik die Diagnosekriterien einer posttraumatischen
Belastungsstörung mit intrusiven Symptomen, spezifischem Vermeidungsverhalten und
Übererregbarkeit. Es bestünden darüber hinaus Symptome im Sinne eines organischen
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Psychosyndroms mit insbesondere Störung der Aufmerksamkeit, des Antriebes und
der Konzentration. Auch bestünden Hinweise aus Untersuchung und Anamnese für
eine depressive Entwicklung mit Antriebsverminderung. Inwiefern eine solche als
direkte Traumafolge und damit als organisch-psychisch oder als reaktiv gesehen
werden müsse, könne aktuell nicht abgegrenzt werden. Die weiteren somatischen
Beschwerden wie Sprechblockierung oder Missempfindungen der gesamten linken
Körperhälfte seien keinem organisch-neurologischen Korrelat zuzuordnen und müssten
differentialdiagnostisch als Folge der depressiven Entwicklung oder einer beginnenden
Somatisierungsstörung gesehen werden. Eine Wiederholung der
neuropsychologischen Testung, wie sie am 10. Januar und 23. März 2000 durchgeführt
worden waren, sei anlässlich der jetzigen Untersuchung unter anderem wegen
depressiver Symptomatik nicht sinnvoll (IV-act. 18-9 ff., 18-16).
3.5.4 Zusammenfassend ist aufgrund der echtzeitlichen neuropsychologischen
Erhebung vom Januar und der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom Februar 2000
(IV-act. 6, 115-76 f.) lediglich in den ersten Monaten nach dem erlittenen
Schädelhirntrauma eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 50% als zeitnahe Folge der
gewaltsamen Auseinandersetzung als ausgewiesen zu erachten. In den
darauffolgenden Monaten ist eine relevante, d.h. durchschnittlich mindestens 40%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit Blick auf die vorliegende Aktenlage nicht mehr
mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegt. Daran ändert auch die abgesprochene Fahreignung nichts.
Es liegt ein Zustand der Beweislosigkeit in Bezug auf die leistungsrelevante Invalidität
des Beschwerdeführers vor, zumal retrospektiv nicht mehr festgestellt werden kann, ab
wann das von den medizinischen Fachpersonen erhobene Beschwerdebild vom
täuschenden Verhalten des Beschwerdeführers überlagert bzw. verzerrt wurde. In
diesem Zusammenhang gilt es darüber hinaus anzumerken, dass die MEDAS-
Gutachter in der Aktenbeurteilung vom Februar 2011 festhielten, der Beschwerdeführer
habe sämtliche Vorgutachter und behandelnde Fachleute absichtlich und geschickt
getäuscht und die seit 2000 durchgängig präsentierten Verhaltensweisen und
Funktionsstörungen seien in keinem polizeilichen Report und in keiner Zeugenaussage
aufgetreten. Es seien aufgrund der neuen Informationslage folgende zuvor
angenommenen Einschränkungen auszuschliessen: Rückzugsverhalten, Hilflosigkeit,
organisch bedingte Vergesslichkeit, Unsicherheit in der visuellen Gestaltwahrnehmung,
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Störungen der fokussierten Aufmerksamkeit, Depressivität, regressives Verhalten im
Sinne eines durchgängigen und ausschliesslichen Musters sowie Affektinkontinenz (IV-
act. 133-26). Damit wird ein erheblicher Teil der in der Begutachtung vom Februar 2001
erhobenen Einschränkungen, welche die Gutachter dazu veranlassten, von einer
40-50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Depressivität, Störungen der fokussierten
Aufmerksamkeit sowie Affektinkontinenz), in der Aktenbeurteilung retrospektiv
plausibel ausgeschlossen (IV-act. 133-26). Selbst wenn anzunehmen wäre, dass zu
jenem Zeitpunkt gewisse Restfolgen aus der am 31. Oktober 1999 erlittenen
Kopfverletzung Bestand hatten, so dürften diese überwiegend wahrscheinlich eine
Arbeitsunfähigkeit von unter den im MEDAS-Gutachten genannten 40% bewirkt haben.
3.6 Insgesamt ist aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht mehr mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
in der Zeit vom Oktober 1999 bis Oktober 2000 durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig und danach zu mindestens 40% invalid war. Der Beschwerdeführer hat
die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen und die Beschwerdegegnerin hat ihre
Leistungspflicht zu Recht verneint.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheiten als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt für dieses
Verfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Die entsprechenden
Voraussetzungen (finanzielle Bedürftigkeit, Notwendigkeit der Vertretung, fehlende
Aussichtslosigkeit; vgl. auch BGE 103 V 47; Kieser, a.a.O., N 104 zu Art. 61 ATSG) sind
vorliegend erfüllt. Insbesondere gilt es zu beachten, dass sich die Frage der
Aussichtslosigkeit im Sinne einer prognostischen Sichtweise zu Beginn, mithin bei
Anhebung des Verfahrens, stellt und vorliegend erst ab rechtskräftigem Abschluss des
bis
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Strafverfahrens vor Bundesgericht Aussichtslosigkeit betreffend das vorliegende IV-
Verfahren anzunehmen war; ab diesem Zeitpunkt ist jedoch praktisch kein Aufwand
mehr ausgewiesen. Da die unentgeltliche Verbeiständung entsprechend zu bewilligen
ist, ist der Beschwerdeführer von der Bezahlung der Gerichtskosten zu befreien.
4.3 Der Staat ist darüber hinaus zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu
verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
aufzukommen. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der als unentgeltlicher
Rechtsbeistand bestellte Rechtsvertreter hat am 12. März 2014 eine Kostennote in der
Höhe von Fr. 4'642.90 eingereicht (act. G 24.2). Diese erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle als zu hoch, zumal auch vorprozessualer Aufwand sowie Aufwand
betreffend das beim Versicherungsgericht sistierte Verfahren IV 2012/14 geltend
gemacht wurde und der Rechtsvertreter den Beschwerdeführer darüber hinaus auch im
parallel laufenden Strafprozess vertreten hatte, womit sich der Aufwand im
vorliegenden IV-Verfahren entsprechend reduzierte. Dem Aufwand angemessen
erscheint mit Blick auf die Praxis des Versicherungsgerichts vorliegend eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des St. Galler Anwaltsgesetzes
[sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr.
2'400.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Sollten es
die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers erlauben, kann er zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und Rückerstattung der Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP