Decision ID: 1d46b9de-eee9-464b-88a0-64d012fc2205
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1986 geborene
X._
meldete sich am 1. Juli 2016 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf
die Folgen
eine
s
am 21. Juli 2015 erlittenen Unfall
s
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/7). Diese zog die Akten des Unfallversicherers (Urk. 9/13, 9/15, 9/
23, 9/44) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 9/3, 9/17, 9/22, 9/25) bei. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte sie mit Verfügung vom 28. April 2017 einen Anspruch der Versicherten auf Kostengutsprache für eine Umschulung (Urk. 2 [= 9/47]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1. Juni 2016 [richtig: 2017] Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die Be
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten
für
eine Umschulung an der
Y._
zur Erlangung eines Bachelor
of
Science in Sozialer Arbeit
zu übernehmen. Eventualiter sei die Beschwerdegeg
nerin zu verpflichten, die physischen Einschränkungen an der linken oberen Extremität sowie die daraus resultierenden Folgen für eine Tätigkeit als Sozial
pädagogin von einem Experten abklären zu lassen (Urk. 1). Mit Eingabe vom 7. Juli 2016 [richtig: 2017] legte sie ein Schreiben des Schulleiters der
Z._
sowie weitere Unterlagen zum Berufs
bild der Sozialpädagogin auf (Urk. 6-7).
Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juli 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Nachdem ihr mit Verfügung vom 17. Juli 2017
die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 7. Juli 2017 zugestellt
worden war
, hielt sie mit Schreiben vom 29. August 2017 an ihrem Antrag fest (Urk. 12), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 31. August 2017 angezeigt wurde (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versi
cherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben
bereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art bestehen in Berufsbera
tung, erstmaliger beruflicher Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 2
lit
. b IVG).
1.3
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Um
schulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (
IVV
)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.4
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E.
3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbs
möglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versi
cherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Moment
aufnahme – ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt be
grenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbil
dungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksich
tigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmög
lichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls be
deutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesge
richts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässig
keitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
Massnahmen im Sinne von Art. 17 IVG setzen subjektive und objektive Einglie
derungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f. E.
3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Reha
bilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotiva
tion, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem
primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu errei
chen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367 E.
2b; Urteil des Bundesge
richts I
527/00 vom 30. April 2001).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als Sozialpädagogin weiterhin ausüben könne. Daher bestehe keine Notwendigkeit zur Umschulung.
Zu den im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwänden wurde festgehalten, der Beruf der Sozialpädagogin entspreche einer angepassten Tätigkeit. So seien Sozialpädagogen Mitarbeiter eines interdisziplinären Versorgungsnetzes. Sie würden eng mit Psychologen, Therapeuten und weiteren Fachleuten zusammen
arbeiten und das persönliche Umfeld ihrer Klienten einbeziehen. Zum Ar
beitsalltag würden Teamsitzungen und organisatorische, planerische und admi
nistrative Aufgaben zählen. Der Beschwerdeführerin sei es
weiterhin
zumutbar, eine solche Tätigkeit auszuüben (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend,
die IV-Stelle habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Sie habe auf eine oberfläch
liche Beurteilung eines Arztes des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) abge
stellt, obwohl dieser offensichtlich nicht über das notwendige Spezialwissen im handchirurgischen Bereich verfüge. Daher seien weitere Abklärungen nötig. Zu
dem sei die IV-Stelle zu Unrecht davon ausgegangen, dass das Tätigkeitsprofil eines Sozialpädagogen keine uneingeschränkte Einsatzfähigkeit beider oberen Extremitäten erfordere. Trotz monatelanger Suche nach einer Anstellung habe sie lediglich Absagen erhalten. Dies würde zeigen, dass es keine Stellen gebe, bei denen keine handgelenksbelastenden Aufgaben zu verrichten seien. Eine Umschulung zur Sozialarbeiterin würde es ihr ermöglichen, ihre
bereits erlang
ten beruflichen Fertigkeiten einzubringen und gleichzei
tig ihre linke Hand zu schonen (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
vom 27. Juli 2015 wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 9/13 S. 6):
-
distale dislozierte intraartikuläre Radiusfraktur links (
adominant
)
-
Asthma bronchiale
perennialis
-
m
it saisonaler Aggravation in
pneumologischer
Behandlung unter
Se
retide
-
Allergie auf
-
Penicillin
-
Thiomersal
(CAVE: z.T. Inhaltsstoff in Infusionslösungen)
Am 23. Juli 2015 sei eine Operation durchgeführt worden. Der intra- und postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet mit zeitgerechter
Redonentfernung
und intakter peripherer Durchblutung, Sensibilität und Moto
rik. Die Patientin könne in subjektivem Wohlbefinden und mit reizlosen Wund
verhältnissen am 26. Juli 2015 in die ambulante Weiterbehandlung entlassen werden (Urk. 9/13 S. 7).
3.2
Im Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
vom 4. September 2015 wurde folgende Diagnose genannt (Urk. 9/13 S. 18):
-
persistierende Beschwerden bei Status nach offener Reposition und volarer Plattenosteosynthese des distalen Radius links vom 23. Juli 2015
-
Status nach distaler intraartikulärer mehrfragmentärer Radiusfraktur links vom 21.7.2015, DD: Morbus
Sudeck
Die Narbenverhältnisse seien reizlos, ein Anhalt auf Infekt bestehe nicht. Anzei
chen eines Hirsutismus seien nicht erkennbar, ebenso wenig eine livide Verfär
bung. In den ersten drei Fingerbeeren bestünden Sensibilitätsstörungen. Der Bereich des Daumengrundge
lenks sei deu
tlich druckdolent (Urk. 9/13 S.
18).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Patientin
sei für leichte Arbeiten zu 100
% arbeitsfähig. Schwere körperliche Tätigkeiten seien ihr aufgrund der Handsymptomatik jedoch noch nicht zumutbar (Urk. 9/13 S. 18).
3.3
Im Bericht des
B._
vom 8. Februar 2016 wurden fol
gende Diagnosen aufgelistet (Urk. 9/13 S. 56):
-
persistierend schmerzhaftes Handgelenk links bei Status nach palmarer Plattenosteosynthese am 23.7.2015 (Unfallchirurgie,
A._
) einer distalen, intraartikulären, mehrfragmentären Radiusfraktur links vom 29.7.2016
-
Status nach OSME und Neurolyse R.
palmaris
N.i
medianus 22.10.2015, Dr. med. S. Kluge mit gleichzeitig CTS-Release bei V.a. progredientes, posttraumatisches CTS links
Die Patientin klage darüber, dass nach wie vor ausgeprägte Schmerzen, vor al
lem bei der Handgelenksflexion bestünden, dorsal wie palmar, insbesondere beim Ergreifen von Gegenständen. Die Schmerzen seien sehr ausgeprägt, be
gleitet von Überwärmung
radiocarpal
, so dass sie über weite Strecken eine Schiene tragen
müsse. Hinzu kämen Schmerzen dorsalseitig entlang dem linken Daumen mit Spannungsgefühl im Bereich des 1. Strecksehnenfaches. Das Krib
beln in den Fingern habe sich seit der zweiten Operation hingegen deutlich ver
bessert (Urk. 9/13 S. 57).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Patientin wirke erschöpft, weshalb sie bis m
indestens Mitte März 2016 zu 25
% arbeitsunfähig sei. Bezüglich der beruflichen Situation wäre eine Weiterentwicklung in der Sozialpädagogik wünschenswert, weil die linke Hand dadurch entlastet
werde könnte
(Urk. 9/13 S. 59).
3.4
Im Bericht der
C._
vom 21. Juni 2016 wurde folgende Diagnose genannt (Urk. 9/13 S. 103):
-
persistierende Schmerzen im linken Handgelenk mit/bei
-
Status nach Korrekturosteotomie distaler Radius links mit Vorverlage
rung der EPL-Sehne sowie Resektion PIN links am 21.3.2016
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
am 22.10.2015 mit Karpaltunnelspaltung
-
Status nach palmarer Plattenosteosynthese einer intraartikulären distalen Radiusfraktur am 21.7.2015
Die Patientin klage über eine persistierende Schmerzsymptomatik im linken Handgelenk. Die Schmerzen würden über der gesamten Zirkumferenz des Hand
gelenks bestehen, insbesondere radialseitig. Bei Bewegung und Belastung des Handgelenks würden sie zunehmen. Bei der Beugung des Handgelenks bestehe eine Bewegungseinschränkung. Zudem sei die Kraft im Vergleich zum Zustand vor der Operation vermindert. Intermittierend würden Sensibilitätsstörungen und Missempfindungen im Bereich der Hand auftreten (Urk. 9/13 S. 103).
3.5
Im Bericht der
C._
vom 4. Januar 2017 wurde folgende Diagnose aufgeführt (Urk. 9/22 S. 1):
-
Status nach TFCC Rekonstruktion/
Reinsertion
links (mittels EDL 3 Fuss links) vom 11.10.2016 bei
-
Status nach chronischer DRUG Instabilität links nach distaler Radius
fraktur vom 21.7.2015
Die Patientin klage über einen weiterhin schmerzhaften Zustand.
Die Schmerzen seien an der Radialseite des Handgelenks im Daumenbasisbereich lokalisiert. Am Daumen bestehe eine Sensibilitätsstörung (Urk. 9/22 S. 1).
Äusserlich sei die Hand unauffällig, die
Trophik
normal. Die Narbe am palmaren Oberarm sei leichtgradig druckdolent und schmerzhaft. Die Langfinger- und Daumenbeweglichkeit sei völlig frei,
die Faustschlusskraft sei vermindert. Das
distale
radioulnar
Gelenk imponiere völlig stabil, sei bei endgradiger Supination und Pronation jedoch leichtgradig dolent (Urk. 9/22 S. 2).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, im Sinne der Anamnese könne die Pa
tientin als Sozialpädagogin nicht mehr als arbeitsfähig erklärt werden. Büro
arbeiten könne sie jedoch zumindest halbtags erledigen (Urk. 9/22 S. 2).
3.6
Im Bericht der
C._
vom 20. Februar 2017 wurde die glei
che Diagnose wie im Bericht vom 4. Januar 2017 aufgeführt (Urk. 9/25 S. 1).
Für die Patientin präsentiere sich der Zustand kaum verändert, sie klage nach wie vor über Schmerzen in den Endphasen der Bewegungen im ulnaren Hand
gelenk, aber auch über Schmerzen radiokarpal sowie über dem
Radiusstyloid
, teilweise auch in Ruhe (Urk. 9/25 S. 1).
Äusserlich sei das Handgelenk reizlos, die
Trophik
normal. Die Ellbogenbeweg
lichkeit sei frei. Bei endgradiger Handgelenksflexion/-extension würden Schmerzen provoziert. Das 1. Strecksehnenfach sei mässig druckdolent und nicht wirklich geschwollen. Die Faustschlusskraft sei gegenüber der Gegenseite vermindert. Im Vergleich zur Voruntersuchung habe sich die Kraftentfaltung je
doch deutlich verbessert (Urk. 9/25 S. 1-2).
3.7
Am
19. September 2016
nahm Dr. med.
D._
, Facharzt für Ortho
pädis
che
Chrirugie
und Traumatologie, von Seiten des RAD Stellung zu den Arztberichten und hielt dafür, die Beschwerdeführerin sei spätestens seit dem Juni 2016 für Tätigkeiten, welche keine besondere Belastung des
adominanten
linken Handgelenkes beinhalten, z.B. in Form ständigen Zugreifens, längeren Festhaltens, generell der Notwendigkeit zum Abstützen mit dem linken Arm oder auch beidhändigen Tragens schwerer und mittelschwerer Lasten, zu 100 % arbeitsfähig. Da die Tätigkeit als Sozialpädagogin in der Regel keine besondere Belastung des
adominanten
Handgelenks mit sich bringe, sei ihr die ange
stammte Tätigkeit zumutbar (Urk. 9/29 S. 1).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin macht geltend, es könne nicht auf die Beurteilung von Dr.
D._
abgestellt werden. Diesem fehle es am notwendigen handchirurgischen Spezialwissen.
Der behandelnde Chirurg, Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie sowie Handchirurgie, sei zum Schluss gekommen, dass die angestammte Tätigkeit als Sozialpädagogin keiner angepassten Tätig
keit entspreche (Urk. 1 S. 8-10).
Mit Schreiben vom 9. März 2017 teilte Dr.
E._
mit,
aufgrund der persistieren
den Instabilität am Handgelenk ulnar habe die Beschwerdeführerin erneut ope
riert werden müssen. Obwohl sich der postoperative Verlauf unproblematisch gestaltet habe und das Resultat subjektiv und objektiv zufriedenstellend sei, be
stehe nach wie vor eine Funktionseinschränkung und Schmerzpersistenz am Handgelenk. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um einen Dauerzustand handle.
Der Einsatz der Patientin am gegenwärtigen Arbeitsplatz und ihre Erfahrung würden zeigen, dass ihr die Tätigkeit als Sozialpädagogin künftig nicht mehr zumutbar sei. So sei sie nicht in der Lage, Kinder und Ju
gendliche festzuhalten und sie bei Fällen von Selbstgefährdung, Unfällen etc. unter kräftigem Einsatz beider Hände zu schützen (Urk. 3/7).
Aus dem Bericht von Dr.
E._
geht hervor
, dass er
lediglich Tätigkeiten, die eine besondere Be
lastung des linken Handgelenks mit sich bringen, für unzumutbar erachtet.
Zur gleichen
Einschätzung
gelangte auch der RAD-Arzt Dr.
D._
, führte er doch aus,
Tätigkeiten, welche
eine
besondere Belastung des
adominanten
linken Handge
lenkes beinhalten
würden, könne die Beschwerdeführerin nicht mehr ausüben (Urk.
9/29 S. 1
).
Demnach kamen die beiden Ärzte ü
bereinstimmend zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei für nicht handgelenksbelastende Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig. Eine Divergenz
in den beiden Beurteilungen
besteht le
diglich hinsichtlich der Frage, ob die Tätigkeit als Sozialpädagogin
dem zumut
baren
Tätigkeitsprofil entspricht. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin handelt es sich bei dieser Frage indessen nicht um eine medizinische.
Hand
chirurgisches Spezialwissen befähigt nicht dazu, Tätigkeitsprofile aus anderen Fachbereichen beurteilen zu können. Aus diesem Grund vermag das Vorbrin
gen, Dr.
D._
verfüge im Gegensatz zu Dr.
E._
nicht über das nötige Spezial
wissen, nicht zu
verfangen
. Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere medizi
nische Abklärungen Aufschluss darüber geben könnten, ob die Tätigkeit als So
zialpädagogin eine besondere Belastung des
adominanten
Handgelenks
mit sich bringt
. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin erweisen sich weitere me
dizinische Abkläru
ngen daher nicht als notwendig.
Nach dem Gesagten
bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin für angepasste Tätigkeiten, die keine besondere Belastung des linken Handgelenks mit sich bringen, vollständig ar
beitsfähig ist.
4.2
Zu klären bleibt damit die Frage, ob die
Arbeit
als Sozialpädagogin
dem Tätig
keitsprofil entspricht, welches der Beschwerdeführerin zumutbar ist.
Dr.
E._
stellte sich in seinem Schreiben vom 9. März 2017 auf den Stand
punkt, dies sei nicht der Fall. Dabei bezog er sich
indes
ausschliesslich auf die Tätigkeit
am
aktuellen Arbeitsplatz
der Beschwerdeführerin
.
Dass die Tätigkeit im Akutbereich
einer psychiatrischen Institution
aufgrund der damit einherge
henden Belastung des linken Handgelenks für die Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar ist, ist jedoch unbestritten
(Urk. 2 S.
2).
In seinen übrigen Aus
führungen gab
Dr.
E._
lediglich subjektive Angaben der Beschwerdeführerin wieder. Objektive Wahrnehmungen und Einschätzungen fehlen gänzlich, weshalb auf seine
Beurteilung
nicht abgestellt werden kann.
Weiter legte die Beschwerdeführerin ein Schreiben des Schulleiters der
Z._
vom 28. Juni 2017 auf. In diesem wurde ausgeführt,
das Charakteristische an der Arbeit einer Sozialpädagogin bestehe darin, dass diese direkt im Alltag der Klientel tätig sei, diese unterstütze, be
gleite und ersatzweise Aufgaben übernehme, welche der Alltagsbewältigung dienen würden. Auch bei Tätigkeiten in einer teilstationären oder ambulanten Einrichtung würde die unmittelbare Beteiligung im Alltag im Vordergrund ste
hen. Auf dem Arbeitsmarkt dürften daher kaum Stellen verfügbar sein, bei wel
chen die zweite Hand kaum oder nur sehr reduziert genutzt werden könne. Es wäre sehr anspruchsvoll, den Alltag mit umfassender Körperpflege, Haus
haltführung, Freizeitgestaltung etc. nur mit einer Hand bewältigen zu müssen (Urk. 7/1).
Aus den weiteren eingereichten Unterlagen geht hervor, dass
die Tä
tigkeit als Sozialpädagogin das Begleiten, Aktivieren, Fördern und Erziehen von Menschen beinhaltet. Möglich sei nicht nur eine Arbeit im stationären Bereich, sondern auch in Beratungsstellen, in der Familienbegleitung, in Integrations- und Kriseninterventionsprojekten oder in Horten und Schulen (Urk. 7/2 S. 15). Die
se
Beschreibung des Tätigkeitsprofils macht deutlich, dass die Arbeit als So
zialpädagogin ein breites Spektrum umfasst.
Zwar ist der Beschwerdeführerin aufgrund der Einschränkungen an der linken Hand eine Arbeit im stationären Bereich
einer Klinik
wohl nicht mehr zumutbar.
Zu berücksichtigen ist jedoch, dass es ihr nach wie vor möglich ist, ihre linke Hand einzusetzen.
Aus den me
dizinischen Berichten geht zudem hervor, dass sich die Kraftentfaltung in der linken Hand
zwischenzeitlich
verbessert hat (Urk.
9/25 S.
1-2). Die Beschwer
deführerin ist
in der Lage, ihren Alltag problemlos selber zu bewältigen. Erst vor kurzem, d.h. nach Eintritt des Gesundheitsschadens, zog sie in eine eigene Wohnung um, was sie sehr geniesse. Sie geht
auch
weiterhin Freizeitaktivitäten nach (Urk. 9/13 S. 57).
Die Ausführungen des Schulleiters treffen daher auf die Beschwerdeführerin nur bedingt zu. Da sie ihren eigenen Alltag gut bewältigen kann, ist nicht ersichtlich,
inwiefern eine Arbeit bei einer Beratungsstelle, in der Familienbegleitung oder an einer Schule nicht mehr möglich sein sollte
. Solche
Tätigkeiten
bringen
keine besondere Belastung
de
s
adominanten
Hand
gelenks
mit sich.
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle davon ausging, die Beschwerdeführerin sei in ihrer
angestammten Tätigkeit als Sozialpädagogin weiterhin arbeitsfähig.
Aus der Gegenüberstellung der Berufsbilder Sozial
pädagoge, soziokultureller Animator und Sozialarbeiter geht ausserdem hervor, dass sich die genannten Berufsbilder in ihren psychischen und körperlichen Anforderungen nur unwesentlich voneinander unterscheiden (Urk. 7/3). Wenn sich die Beschwerdeführerin als Sozialarbeiterin für arbeitsfähig hält, ist daher nicht zu sehen, weshalb eine Tätigkeit als soziokulturelle Animatorin oder als Sozialpädagogin nicht zumutbar sein sollte.
Daran ändert nichts, dass die Be
schwerdeführerin gemäss eigenen Angaben trotz intensiver Suche bisher keine Anstellung finden konnte. Die Beschwerdeführerin schloss ihre Ausbildung erst im Jahr 2015 ab (Urk. 3/3) und verfügt daher noch über wenig Berufserfahrung, was
sich im Bewerbungsprozess erfahrungsgemäss negativ auswirken kann. Es ist zudem nicht ungewöhnlich, dass sich eine Stellensuche über mehrere Monate hinzieht. Aus diesem Umstand kann
entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh
rerin
nicht auf
eine
Arbeitsunfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit ge
schlossen werden.
4.3
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass der Beschwer
deführerin ihre angestammte Tätigkeit als Sozialpädagogin weiterhin zumutbar ist.
Dementsprechend liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, weshalb die IV-Stelle einen Anspruch auf Umschulung zu Recht verneinte.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
vo
n der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).