Decision ID: d4963738-de29-48ba-96cf-d5d76ece1875
Year: 2018
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A_ (nachfolgend Beschwerdeführerin) wurde am Abend des 20. September 2017 eine Ordnungsbusse aufgrund Parkierens auf einer markierten Halteverbotslinie erteilt. Als am nächsten Morgen einer Polizeipatrouille das unverändert am gleichen Ort stehende Fahrzeug auffiel, wurde die Beschwerdeführerin zu einer Vorsprache vorgeladen. Bei ihrem Erscheinen auf dem Polizeiposten wurde ihr mitgeteilt, dass eine Überweisung mit Antrag auf Erlass eines Strafbefehls an die Staatsanwaltschaft erfolgt sei.
Mit Strafbefehl vom 20. Juni 2018 wurde die Beschwerdeführerin wegen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 27 Abs. 1 und Art. 90 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG, SR 741.01], Art. 79 Abs. 6 der Signalisationsverordnung [SSV, SR 741.21] und Art. 19 Abs. 2 lit. a der Verkehrsregelnverordnung [VRV, SR 741.11]) für schuldig erklärt und zu einer Busse von CHF 400.– verurteilt. Zudem wurden ihr Auslagen von CHF 5.30 sowie eine Abschlussgebühr von CHF 200.– auferlegt.
Mit Schreiben vom 24. September 2018 erhob die Beschwerdeführerin Einsprache gegen den Strafbefehl. Dieser wurde am 25. September 2018 aufgrund des Festhaltens der Staatsanwaltschaft am Strafbefehl zuständigkeitshalber an das Strafgericht Basel-Stadt überwiesen. Das Einzelgericht in Strafsachen trat mit Verfügung vom 27. September 2018 infolge Verspätung nicht auf die Einsprache ein.
Gegen diesen Nichteintretensentscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 22. Oktober 2018 Beschwerde beim Appellationsgericht.

Erwägungen
1.
1.1
Gegen die Verfügung eines erstinstanzlichen Gerichts betreffend Nichteintreten ist nach Art. 393 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) die Beschwerde zulässig (
Schwarzenegger
, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, Art. 356 StPO N 2; AGE BES.2012.30 vom 22. Mai 2012 E. 1). Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung unmittelbar berührt und hat ein rechtlich geschütztes Interesse an deren Änderung, was sie zur Beschwerde legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Zuständiges Beschwerdegericht ist das Appellationsgericht als Einzelgericht (§ 88 Abs. 1 in Verbindung mit § 93 Abs. 1 Ziff. 1 des basel-städtischen Gerichtsorganisationsgesetzes, SG 154.100). Die Kognition des Beschwerdegerichts ist frei und nicht auf Willkür beschränkt (Art. 393 Abs. 2 StPO).
1.2
Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO).
Die von der Beschwerdeführerin angefochtene Verfügung wurde am 1. Oktober 2018 zur Abholung gemeldet (act. 5, pag. 18). Gemäss Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO gelten eingeschriebene Postsendungen, die nicht abgeholt werden, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als zugesendet, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste. Wer ein Rechtsmittel ergreift und damit ein Prozessrechtsverhältnis schafft, hat dafür zu sorgen, dass ihn die zu erwartenden Zustellungen des Gerichts erreichen (AGE 1218/2008 vom 8. September 2008). Nach dieser Regel gilt der Entscheid des Strafgerichts vom 27. September 2018 am 8. Oktober 2018 als zugestellt, womit die zehntägige Beschwerdefrist am 18. Oktober 2018 abgelaufen ist. Somit ist die Beschwerdeeingabe vom 22. Oktober 2018 verspätet erfolgt, weshalb nicht auf das Rechtsmittel eingetreten wird.
2.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeinstanz nicht auf die vorliegende Beschwerde eintritt. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens hat die Beschwerdeführerin dessen Kosten zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO).