Decision ID: 5b29eb10-71a9-4d5c-9c94-3bf910c4ba70
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 25. Juni 2012 zum Bezug von Ergänzungsleistungen
(nachfolgend EL) zu seiner AHV-Rente an. Im Anmeldeformular verneinte er die Frage,
ob er in früheren Jahren Vermögenswerte oder Grundeigentum an Familienangehörige
oder Dritte übertragen, verkauft oder als Erbvorbezug abgetreten habe (EL-act. 91). Mit
einer Verfügung vom 27. August 2012 verneinte die EL-Durchführungsstelle einen EL-
Anspruch für Juni 2012, weil die Anspruchsberechnung einen Einnahmenüberschuss
ergeben hatte. Ab dem 1. Juli 2012 hatte der Versicherte, der nun im Heim lebte, einen
EL-Anspruch von monatlich Fr. 1'688.--. Dabei fand auf der Einnahmenseite ein
Vermögen von Fr. 61'474.-- Berücksichtigung. Seine noch zur Miete wohnende Ehefrau
hatte einen EL-Anspruch von monatlich Fr. 339.-- (EL-act. 80 f.). Ab dem 1. August
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2012 wurde die Ergänzungsleistung des Versicherten auf monatlich Fr. 2'097.-- erhöht
(EL-act. 75 f.). Ab dem 1. September reduzierte sich der EL-Anspruch des Versicherten
auf monatlich Fr. 2'091.-- und ab dem 1. November 2012 auf monatlich Fr. 2'030.--.
Seine nun ebenfalls im Heim lebende Ehefrau erhielt ab September 2012 monatlich Fr.
2'315.-- und im Dezember 2012 monatlich Fr. 1'215.-- (EL-act. 70 ff.). Die
Ergänzungsleistungen ab dem 1. Januar 2013 betrugen beim Versicherten monatlich
Fr. 2'024.-- und bei seiner Ehefrau monatlich Fr. 1'209.-- (EL-act. 61 ff.). Gemäss der
Verfügung vom 12. Dezember 2013 hatte der Versicherte ab dem 1. November 2013
einen EL-Anspruch von Fr. 2'025.-- und ab dem 1. Januar 2014 von Fr. 1'681.--. Seine
Ehefrau hatte ab November 2013 einen EL-Anspruch von Fr. 1'273.-- und ab dem 1.
Januar 2014 von Fr. 929.-- (EL-act. 54 ff.).
A.b Am 19. Dezember 2013 berechnete die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistung für den Versicherten ab Dezember 2013 neu, da dieser nun eine
Hilflosenentschädigung erhielt. Somit hatte der Versicherte im Dezember 2013 neu
einen Anspruch auf Fr. 1'440.-- und ab dem 1. Januar 2014 auf Fr. 1'096.-- (EL-act. 43
ff.). Mit einer Verfügung vom 27. Dezember 2013 korrigierte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistungen des Versicherten ab Januar 2014 erneut. Diese Verfügung
wurde dem Versicherten jedoch nie zugestellt und entfaltete keinerlei Wirkung (act. G
20.1, EL-act. 48 ff.). Am 12. Juni 2014 verfügte die EL-Durchführungsstelle den EL-
Anspruch des Versicherten und seiner Ehefrau ab dem 1. Mai 2014 unter
Berücksichtigung der Hilflosenentschädigung des Versicherten neu, da sich die
Heimkosten verändert hatten. Der Versicherte hatte daraufhin einen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen in Höhe von monatlich Fr. 1'512.--, während der EL-Anspruch
seiner Ehefrau gleich blieb (EL-act. 39 ff.).
A.c Am 16. Juni 2014 verstarb der Versicherte (EL-act. 38). Auf Anfrage der EL-
Durchführungsstelle reichte die Tochter des Versicherten dessen letztwillige Verfügung,
Gutschrifts- und Zahlungsnachweise der Erbanteile sowie Auszüge aller Konten nach
Abschluss der Erbteilung ein. In seinem Testament vom 4. Januar 1993 hatte der
Versicherte festgehalten, dass er seiner Ehefrau sein gesamtes Vermögen vermache.
Seine Tochter C._ habe ihren Erbenvorschuss von Fr. 150'000.-- für ihr Haus
erhalten. Ebenso habe seine Tochter D._ ihren Erbenvorschuss von Fr. 150'000.-- für
ihre Eigentumswohnung erhalten. Am Ende des Testaments hatte der Versicherte Ort
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und Datum sowie seinen Namen mit Adresse (auf einer Zeile und in derselben Schrift)
niedergeschrieben (EL-act. 37). Nachdem die EL-Durchführungsstelle um Belege
gebeten hatte, aus denen die Höhe und der Zeitpunkt der Erbvorbezüge von je Fr.
150'000.-- ersichtlich seien, erklärte der Treuhänder Z._ am 20. April 2015, dass
keine entsprechenden Bankbelege zu finden gewesen seien. Allerdings hätten die
Abklärungen ergeben, dass die Erbvorbezüge "ungefähr im März 1988 Fr. 150'000.--
und im März 1991 Fr. 150'000.--" im Zusammenhang mit der Finanzierung der
Eigenheime der Töchter gemacht worden seien (EL-act 35 ff.).
A.d Am 28. April 2015 korrigierte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung
rückwirkend ab dem 1. Juli 2012. Dabei ging sie davon aus, dass der Versicherte in
den Jahren 1988 und 1991 Erbvorbezüge in Höhe von je Fr. 150'000.-- ausgerichtet
hatte. Da diese Vorbezüge als Verzichtsvermögen zu qualifizieren und seit 1990 um
jährlich Fr. 10'000.-- zu reduzieren waren, berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle
rückwirkend ab Anspruchsbeginn im Juli 2012 für 2012 Fr. 80'000.--, für 2013 Fr.
70'000.-- und für 2014 Fr. 60'000.-- sowie jeweils einen entsprechenden
hypothetischen Zinsertrag je zur Hälfte in den EL-Anspruchsberechnungen für den
verstorbenen Versicherten und für dessen Ehefrau. Der verstorbene Versicherte hatte
somit im Juli 2012 einen monatlichen EL-Anspruch von Fr. 1335.--, im August 2012 von
Fr. 1'744.--, ab September 2012 von Fr. 1'404.--, im November 2012 von Fr. 1'344.--,
im Dezember 2012 von Fr. 1'344.--, ab Januar 2013 von Fr. 1'365.--, im November
2013 von Fr. 1'366.--, im Dezember 2013 von Fr. 781.--, ab Januar 2014 von Fr. 561.--
und ab Mai 2014 von Fr. 622.--. Dementsprechend ergab sich eine Rückforderung in
Höhe von Fr. 14'568.--. Seine Ehefrau hatte ab September 2012 einen monatlichen EL-
Anspruch von Fr. 1'629.--, im Dezember 2012 von Fr. 529.--, ab Januar 2013 von Fr.
550.--, ab November 2013 von Fr. 614.-- und ab Januar 2014 von Fr. 394.--, woraus
eine weitere Rückforderung von Fr. 14'540.-- resultierte (EL-act. 10 ff.). Die
entsprechende Verfügung erging am 28. April 2015 (EL-act. 19).
A.e Gegen diese Verfügung liessen die Erben des Versicherten, damals noch
bestehend aus der Ehefrau B._ und den Töchtern C._ und D._ (nachfolgend
Erbengemeinschaft), am 27. Mai 2015 eine Einsprache erheben und ein Erlassgesuch
stellen. Zur Begründung der Einsprache liessen sie ausführen, dass die EL-
Durchführungsstelle bei Rückforderungen die Beweislast resp. die Folgen der
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Beweislosigkeit trage, da sie aus dem behaupteten Sachverhalt Rechte ableiten wolle.
Der Erbvorbezug von C._ in Höhe von Fr. 150'000.-- sei weder ausgewiesen noch
anerkannt. Zwar habe der Versicherte in seinem Testament vom 4. Januar 1993,
welches aufgrund seiner fehlenden eigenhändigen Unterschrift (form-) ungültig sei,
einen entsprechenden Erbvorbezug angeführt. Dabei handle es sich jedoch lediglich
um die Behauptung einer der beiden an der Schenkung beteiligten Parteien, weshalb
sich damit der Beweis von Erbvorbezügen in Höhe von total Fr. 300'000.-- nicht führen
lasse. C._ habe sämtliche Belege von Überweisungen ihres Vaters bei den eigenen
Banken sowie den Banken ihres Ehemannes edieren lassen. Aufgrund des Ablaufs der
bankengesetzlichen Aufbewahrungspflicht hätten keine Bankbelege des Versicherten
beschafft werden können. Immerhin könne sie die ihrer Erinnerung nach erhaltenen Fr.
70'000.-- mit Belegen für Überweisungen dokumentieren; sie erkenne denn auch
lediglich einen Erbvorbezug in dieser Höhe an. Demnach sei auf die von den
Erbvorbezügerinnen anerkannten Beträge von Fr. 70'000.-- und Fr. 150'000.--,
insgesamt also von Fr. 220'000.--, abzustellen. Da diese erstmals ab dem Jahr 1990
um jährlich Fr. 10'000.-- zu reduzieren seien, sei im Jahr 2012 bereits nicht mehr von
einem Vermögensverzicht auszugehen. Somit bestehe kein Anlass, die EL-
Anspruchsberechnungen zu korrigieren. Für den Fall, dass doch unrechtmässige
Leistungsbezüge vorgelegen haben sollten, werde der guten Ordnung halber auch ein
Erlassgesuch gestellt (EL-act. 6). Nachträglich reichte der Rechtsvertreter der
Erbengemeinschaft auf Nachfrage der EL-Durchführungsstelle die Erbbescheinigung
vom 7. Oktober 2014 ein, in der die Ehefrau des Versicherten sowie dessen Töchter
D._ und C._ als gesetzliche Erben bezeichnet wurden (EL-act. 4).
A.f Am 4. September 2015 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache der
Erbengemeinschaft ab. Zur Begründung führte sie aus, der Versicherte habe seinen
beiden Töchter gemäss seinem eigenhändig geschriebenen und unterschriebenen,
rechtsgültigen Testament einen Erbvorbezug von je Fr. 150'000.-- ausgehändigt. Die
Unterschrift des Versicherten auf dem Testament werde nicht allein dadurch
formungültig, dass sie zusammen mit der Adresse niedergeschrieben worden sei;
massgeblich sei einzig, dass es sich dabei um die Schrift des Versicherten handle. Da
dieses Testament zudem den Erben gemäss der Erbenbescheinigung vom 7. Oktober
2014 eröffnet und durch diese nicht angefochten worden sei, sei allein gestützt darauf
belegt, dass auch C._ einen Erbvorbezug von Fr. 150'000.-- erhalten habe. Daher sei
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es nicht notwendig, den Erhalt dieses Betrags über Bankbelege zu beweisen, zumal
auch vorstellbar sei, dass der Versicherte seiner Tochter einen Teil des Erbvorbezugs in
bar geleistet habe. Zusätzlich gestützt auf die beiden im Testament erwähnten
Kaufverträge vom März 1988 und März 1991 bezüglich der von den Töchtern des
Versicherten erworbenen Immobilien sei demnach von einem Vermögensverzicht des
Versicherten in Höhe von je Fr. 150'000.-- in den Jahren 1988 und 1991 auszugehen.
Der damalige Vertreter der Ehefrau habe diese Sachlage in seiner Mail vom 20. April
2015 bestätigt. Der Wert des Verzichtsvermögens sei ab 1990 unverändert auf den 1.
Januar des auf den Verzicht folgenden Jahres zu übertragen und anschliessend jeweils
jährlich um Fr. 10'000.-- zu vermindern. Damit ergebe sich im Jahr 1992 ein
Vermögensverzicht von Fr. 280'000.--, 2002 von Fr. 180'000.-- und 2012 von Fr.
80'000.-- (EL-act. 1).
A.g Auf Nachfrage der EL-Durchführungsstelle reichte das Grundbuchamt E._ den
Kaufvertrag vom 25. März 1988 ein, der nachwies, dass C._ und ihr Ehemann je das
hälftige Miteigentum an den Liegenschaften Nr. F._ und Nr. G._ in H._ für einen
Kaufpreis von Fr. 81'880.-- erworben hatten (EL-act. 97).
B.
B.a Am 30. September 2015 liess die Erbengemeinschaft gegen den
Einspracheentscheid vom 4. September 2015 Beschwerde erheben und beantragen,
der angefochtene Einspracheentscheid sowie die angefochtene
Rückforderungsverfügung seien aufzuheben; eventualiter sei den
Beschwerdeführerinnen die Rückerstattung zu erlassen. Der Sachverhalt sei
dahingehend zu korrigieren, dass C._ das Testament vom 4. Januar 1993 wegen
Form- und Willensmängeln angefochten habe, während die Ehefrau des Versicherten
der Ungültigkeitserklärung des Testamentes zustimme, da sich ihr Ehemann bezüglich
der Höhe des Erbvorbezuges von C._ getäuscht habe. Obwohl es nicht Sache der
Sozialversicherungsbehörden sei, über die Gültigkeit eines Testamentes zu befinden,
habe die Beschwerdegegnerin festgestellt, dass das Testament rechtsgültig sei, da es
die Unterschrift des Erblassers enthalte. Der Versicherte habe seinen Vornamen und
Namen jedoch als Bestandteil der Adressangabe gesetzt. Seine Unterschrift habe
anders ausgesehen. Weiter habe die Beschwerdegegnerin ausgeführt, die
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Erbengemeinschaft hätte das Testament nicht angefochten, weshalb allein gestützt
darauf belegt sei, dass auch C._ Fr. 150'000.-- erhalten habe. Abgesehen davon,
dass das Fehlen der Unterschrift zur Nichtigkeit des Testaments führe, womit eine
Anfechtung grundsätzlich nicht nötig wäre, müsse ein Erbvertrag vorliegen, um die
Höhe der Erbvorbezüge zu beweisen. Trotzdem habe eine entsprechende Anfechtung
durch C._ nun stattgefunden. Dass ein Teil des Erbvorbezuges in bar habe geleistet
werden können, sei eine blosse Mutmassung der Beschwerdegegnerin, für deren
Richtigkeit es weder in den Akten noch in den Erklärungen der Erbinnen irgendwelche
Hinweise gebe. Falsch sei auch die Behauptung der Beschwerdegegnerin, der
damalige Treuhänder Urs Hofstetter habe am 20. April 2015 die Höhe der
Erbvorbezüge bestätigt. Urs Hofstetter habe keine Vollmacht gehabt, Erklärungen über
die Höhe von Erbvorbezügen abzugeben; er habe einzig zum Ausdruck gebracht, wann
die Erbvorbezüge stattgefunden hätten. Bezüglich der Höhe der Erbvorbezüge habe er
jedoch keine Erklärung abgegeben. Anerkannt und bewiesen seien in Würdigung
sämtlicher Umstände somit einzig Erbvorbezüge in Höhe von Fr. 150'000.-- (D._)
sowie Fr. 70'000.-- (C._). Die Beweislosigkeit bezüglich des Mehrbetrages von Fr.
80'000.-- wirke sich zu Lasten der Beschwerdegegnerin aus, da sie einen
Rückforderungsanspruch geltend mache. Da der Vermögensverzicht bereits in der
ersten Bezugsperiode aufgrund der jährlichen Reduktion des Vermögensverzichts von
Fr. 10'000.-- nicht mehr vorhanden sei, seien der Einspracheentscheid sowie die
angefochtene Verfügung mit den Rückforderungen vollumfänglich aufzuheben (act. G
1).
B.b Am 15. Oktober 2015 reichte der Rechtsvertreter der Erbengemeinschaft im
Nachgang zur Beschwerde eine Kopie des Verhandlungsprotokolls des Vermittleramtes
I._ vom 7. Oktober 2015 ein. Darin hatten die Erben das vom Versicherten am 4.
Januar 1993 verfasste Testament übereinstimmend für ungültig erklärt, weil es nicht mit
einer eigenhändigen Unterschrift versehen sei und weil sich der Versicherte
offensichtlich bezüglich der Höhe des Erbvorbezugs von C._ getäuscht habe (act. G
4).
B.c Am 9. November 2015 ging die Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin ein,
in der diese anführte, es gebe nach wie vor keine Hinweise dafür, dass der Versicherte
seinen beiden Töchtern C._ und D._ nicht die im Testament vom 4. Januar 1993
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erwähnten Beträge von je Fr. 150'000.-- geschenkt habe. Daran ändere auch das von
der Erbengemeinschaft im Beschwerdeverfahren vorgelegte Verhandlungsprotokoll
vom 8. Oktober 2015 nichts. Es liege unbestrittenermassen eine schriftliche und
datierte Erklärung des Versicherten vor und es sei nicht glaubhaft, geschweige denn
überwiegend wahrscheinlich, dass sich dieser über die Schenkungssumme bezüglich
C._ geirrt haben sollte. Zudem sei es nicht plausibel, dass er seinen beiden Töchtern
nicht den gleichen Betrag geschenkt haben sollte. Sie halte daher an der
Argumentation im Einspracheentscheid fest und beantrage die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6).
B.d In ihrer Replik vom 18. November 2015 liess die Erbengemeinschaft ausführen,
dass es an der Beschwerdegegnerin sei, den Beweis dafür zu erbringen, dass der
Versicherte auch seiner Tochter C._ Fr. 150'000.-- geschenkt habe. Aufgrund der
Belege, welche die Erbengemeinschaft eingereicht habe, sei die Schenkung, die ein
Vertrag sei, durch eine Offerte und deren Annahme nur im Betrag von Fr. 60'000.--
belegt. Für den von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Mehrbetrag von Fr.
90'000.-- fehle hingegen jeglicher Beweis. Zwar liege im Testament des Versicherten
eine entsprechende Behauptung der einen Vertragspartei vor, jedoch bestreite die
beschenkte C._, dass sie mehr als Fr. 60'000.-- erhalten habe. Mutter sowie
Schwester würden sich dieser Darstellung anschliessen. Mit der blossen Behauptung
im Testament könne die Beschwerdegegnerin den ihr obliegenden Beweis an der
Schenkung von Fr. 150'000.-- daher nicht erbringen (act. G 8).
B.e Am 25. November 2015 gab C._ sinngemäss an, dass sie bereits beim
erstmaligen Lesen des Testaments ihre Schwester und ihre Mutter darauf hingewiesen
habe, dass dieses in Bezug auf die Höhe ihres Erbvorbezugs fehlerhaft sei. Sie sei
jedoch durch ihre Schwester und deren Treuhänder zur Unterzeichnung des
Nachlassinventars gedrängt worden. Zwar sei sie skeptisch gewesen, habe aber ihrer
Schwester und deren Treuhänder geglaubt, dass alles in Ordnung sei und daher
unterschrieben. Der Erbvorbezug habe lediglich Fr. 70'000.-- und nicht Fr. 150'000.--
betragen. Wenn sie jemals mehr Geld erhalten hätte, so hätte sie dieses in ihr Haus
investiert, was aus den Hypothekarverträgen ersichtlich gewesen wäre. Dem Schreiben
lag der Nachweis einer Gutschrift über Fr. 65'000.-- im Auftrag des Versicherten auf
das Konto des Ehemannes von C._ vom 30. März 1988 sowie der Nachweis einer
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Gutschrift über Fr. 5'000.-- im Auftrag des Versicherten auf das Konto von C._ vom
29. März 1988 bei. Des Weiteren hatte der Ehemann von C._ am 9. März 1988 einen
Baukredit in Höhe von Fr. 370'000.-- aufgenommen, der gemäss einem Schreiben der
Bank J._ am 17. März 1989 in eine Hypothek von Fr. 390'000.-- umgewandelt und
mehrfach verlängert worden war (ab April 1994 in Höhe von Fr. 300'000.--, ab April
1999 in Höhe von Fr. 300'000.-- und Fr. 65'000.--, ab April 2004 in Höhe von Fr.
390'000.-- und ab April 2009 in Höhe von Fr. 415'000.--; act. G 10 f.).

Erwägungen
1.
Vorliegend ist die Erbengemeinschaft A._ sel. Beschwerdeführerin. Sie hat zunächst
bis zum 25. Februar 2016 aus der Ehefrau des Versicherten, B._, und dessen beiden
Töchtern C._ und D._ bestanden. Am 26. Februar 2016 ist jedoch die Ehefrau
verstorben, womit sich die Erbengemeinschaft A._ sel. nun aus der
Erbengemeinschaft B._ sel. und den beiden Töchtern zusammensetzt. Da die
Erbengemeinschaft B._ sel. ausschliesslich aus den beiden Töchtern besteht, sind im
Ergebnis die beiden Töchter die Beschwerdeführerinnen (vgl. EL-act. G 1, 13, 15).
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der Verfügung vom 28. April 2015 die von Juli 2012
bis Juni 2014 ausgerichteten Ergänzungsleistungen zurückgefordert (EL-act. 19). Diese
ausgerichteten Ergänzungsleistungen hatten sich allerdings auf die formell
rechtskräftige Verfügung vom 27. August 2012 sowie die darauffolgenden formell
rechtskräftigen Revisionsverfügungen vom 21. September 2012, vom 8. Dezember
2012, vom 12. Dezember 2013, vom 19. Dezember 2013 und vom 12. Juni 2014
gestützt. Solange Ergänzungsleistungen gestützt auf eine verbindliche Verfügung
bezogen werden, werden sie nicht im Sinne von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1;
ATSG) unrechtmässig bezogen, womit eine Rückforderung ausgeschlossen ist. Teil der
Verfügung vom 28. April 2015 muss somit zwingend ein Zurückkommen auf die
vorhergehenden Verfügungen gewesen sein. Diesbezügliche Ausführungen fehlen
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jedoch im Verfügungstext der Verfügung vom 28. April 2015, womit dieser lückenhaft
gewesen ist. Grund für die nachträgliche Korrektur der bereits formell rechtskräftigen
Leistungsverfügungen sollen die bereits lange vor der erstmaligen Zusprache einer
Ergänzungsleistung geleisteten Erbvorbezüge in den Jahren 1988 und 1991 gewesen
sein. Folglich wäre bereits die erste Verfügung vom 27. August 2012, mit der der
Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2012 eine Ergänzungsleistung zugesprochen
worden ist, wegen der fehlenden Berücksichtigung des reduzierten Erbvorbezugs als
Verzichtsvermögen in der Anspruchsberechnung unrichtig gewesen. Mit der Verfügung
vom 28. April 2015 ist diese angeblich fehlerhafte Verfügung und mit ihr die sich darauf
stützenden Revisionsverfügungen vom 21. September 2012, vom 8. Dezember 2012,
vom 12. Dezember 2013, vom 19. Dezember 2013 und vom 12. Juni 2014
wiedererwägungsweise aufgehoben und ersetzt worden. Im Rahmen dieser
Wiedererwägung ist eine rückwirkende, abgestufte Leistungszusprache vorgenommen
worden. Auf diese Abstufungen kommt Art. 17 Abs. 2 ATSG nur analog zur
Anwendung. Den Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bilden somit die
Wiedererwägung der ursprünglichen leistungszusprechenden Verfügung vom 27.
August 2012 und die daraus resultierenden Rückforderungen der seit dem 1. Juli 2012
zu Unrecht ausgerichteten Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 14'568.-- für den
Versicherten bzw. Fr. 14'540.-- für dessen Ehefrau.
3.
3.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig gewesen sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher
Bedeutung ist. Zu prüfen ist also, ob die Verfügung vom 27. August 2012 zweifellos
unrichtig und deren Wiedererwägung somit rechtmässig gewesen ist. Die jährliche
Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR
831.30; ELG]). Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG sind
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist, als Einnahmen anzurechnen. Diese
Vermögenswerte bilden als so genanntes hypothetisches Vermögen Teil des gemäss
Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG anrechenbaren Vermögens. Dieses wird gemäss dem seit 1990
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anwendbaren Art. 17a der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR 831.301; ELV) um jährlich Fr. 10'000.--
reduziert, um dem Verzehrszweck des Vermögens sowie dem vernünftigerweise von
einem EL-Bezüger zu erwartenden Verhalten Rechnung zu tragen (RALPH JÖHL,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band
XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 211). Die Beschwerdegegnerin geht aufgrund
des ihr seit dem 13. Februar 2015 vorliegenden Testaments des Versicherten vom 4.
Januar 1993 und der Aussage des Treuhänders der Ehefrau des Versicherten vom 20.
April 2015 davon aus, dass der Versicherte in den Jahren 1988 und 1991 Erbvorbezüge
in Höhe von je Fr. 150'000.-- an seine zwei Töchter geleistet hat. Diese hätten in den
Anspruchsberechnungen als Verzichtsvermögen in Höhe von Fr. 80'000 (2012), bzw.
70'000 (2013), bzw. 60'000 (2014) berücksichtigt werden müssen (EL-act. 1, 19, 35 ff.).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, der
Erbvorbezug habe insgesamt lediglich Fr. 220'000.-- betragen, da die Tochter C._ Fr.
70'000.-- statt Fr. 150'000.-- erhalten habe und auch nur dieser Betrag mit
Bankbelegen ausgewiesen sei (act. G 1, 1.1.7, 1.1.8, 4, 10, EL-act. 6).
3.2 Für das Vorliegen eines Erbvorbezugs und somit einer Schenkung kommt es einzig
auf den Willen der Parteien an, zu schenken bzw. die Schenkung anzunehmen. Es
steht unbestrittenermassen fest, dass der Versicherte bereits vor der Errichtung seiner
letztwilligen Verfügung zwei Schenkungen getätigt hat, die von dessen Töchtern
angenommen worden sind (vgl. dazu u.a. act. G 1). Um die Höhe dieser Schenkungen
oder gar deren Vorliegen selbst zu beweisen, hat der Grund, welcher zu den
Schenkungen geführt hat, keinerlei Bedeutung. Die Gültigkeit des Testaments des
Versicherten, gemäss welchem beide Töchter je Fr. 150'000.-- erhalten haben sollen,
ist daher irrelevant. Das Testament liefert lediglich ein Indiz zur Höhe der
unbestrittenermassen getätigten Schenkungen. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich der Versicherte in
Bezug auf die Höhe des knapp fünf Jahre vor der Errichtung seiner letztwilligen
Verfügung stattgefundenen Erbvorbezugs seiner Tochter C._ geirrt hat und ihr -
beabsichtigt oder nicht - weniger zugewendet hat als drei Jahre später seiner Tochter
D._. Mit der Aussage des Treuhänders sowie dem im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens durch die Beschwerdegegnerin eingeholten Kaufvertrag für das
Haus von C._ lässt sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegen, dass
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diese eine Schenkung in Höhe von Fr. 150'000.-- und nicht, wie von ihr durch
Gutschriftennachweise belegt, lediglich in Höhe von Fr. 70'000.-- erhalten hat (act. G
10.1, EL-act. 35, 97). Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Steuer- und
Bankunterlagen des Versicherten und seiner Tochter C._ aus dem Jahre 1988 und
allenfalls den darauffolgenden Jahren dazu geeignet sind, mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit über die tatsächliche Höhe der
Schenkung Auskunft zu geben. Zwar hat die Erbengemeinschaft bereits
Bankunterlagen in Bezug auf die getätigten Schenkungen eingereicht und angegeben,
dass sie sämtliche Belege von Überweisungen des Versicherten bei den Banken von
C._ sowie den Banken deren Ehemannes habe edieren lassen. Damit hat sie jedoch
nicht überzeugend darlegen können, dass sie alles Mögliche und Zumutbare
unternommen hat, um die Höhe der Schenkungen zu belegen. Insbesondere erscheint
es auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, weshalb die Tochter C._ weniger Geld
für ihr Haus erhalten haben soll, als die Tochter D._ für ihre Eigentumswohnung (vgl.
EL-act. 37). Daher hat die Beschwerdegegnerin im Rahmen des ihr gemäss Art. 43
Abs. 1 ATSG obliegenden Untersuchungsgrundsatzes zu versuchen, die
Steuerunterlagen und Bankunterlagen des verstorbenen Versicherten sowie von C._
aus dem Jahr 1988 einzuholen. Da es sich dabei um Unterlagen handelt, zu denen nur
die Erbengemeinschaft Zugang hat, hat die Erbengemeinschaft diese gestützt auf ihre
Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG offenzulegen. Sollten die Steuer- und
Bankunterlagen nicht mehr verfügbar sein oder sollte sich aus diesen nicht ergeben,
dass C._ im Jahr 1988 Fr. 150'000.-- von ihrem Vater erhalten hat, wird die
allgemeine Beweislastverteilungsregel zur Anwendung kommen müssen. Nach dieser
hat diejenige Partei, die aus dem Vorhandensein bestimmter Tatsachen Rechte für sich
ableiten will, den Nachteil einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen. Im konkreten Fall
ist dies die Beschwerdegegnerin, da diese ihre rechtskräftige Verfügung wegen
zweifelloser Unrichtigkeit in Wiedererwägung ziehen und gestützt darauf angeblich
unrechtmässig bezogene Leistungen gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG zurückfordern will.
Sie hat daher zu belegen, dass überhaupt ein Wiedererwägungsgrund vorliegt. Falls ihr
dies nicht gelingen sollte, würden sich die Wiedererwägungsverfügung 28. April 2015
und der angefochtene Einspracheentscheid vom 4. September 2015 und somit deren
Wiedererwägungs- und Rückforderungsteil als rechtswidrig erweisen. Die
Wiedererwägungsverfügung und der angefochtene Einspracheentscheid wären somit
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
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St.Galler Gerichte
aufzuheben, womit die Wiedererwägung und die Rückforderung wegfielen und die
Grundverfügung vom 27. August 2012 wieder ihre Gültigkeit hätte. Diese Verfügung ist
immerhin dahingehend unrichtig gewesen, dass sie die Fixkosten für den Anschluss
von TV und Telefon bei der Tagestaxe Hotellerie berücksichtigt hat, obwohl diese
bereits in der Pauschale für die persönlichen Auslagen inbegriffen gewesen sind (vgl.
hierzu JÖHL, a.a.O., Rz 72 mit Hinweisen und EL-act. 42 S. 2). Dementsprechend hat
in jedem Fall eine Korrektur der Verfügung vom 28. April 2015 stattzufinden.
4.
4.1 Zusammenfassend ist der Einspracheentscheid vom 4. September 2015
aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollte sich nicht nachweisen lassen, dass eine
Schenkung von mehr als Fr. 220'000.-- geleistet worden ist, wird die
Beschwerdegegnerin die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen haben. Da der Erlass
einer Rückforderung gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG erst geprüft werden kann,
wenn die Rückforderung verbindlich ist und somit nicht Gegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens ist, kann auf das eventualiter gestellte Beschwerdebegehren
betreffend den Erlass nicht eingetreten werden.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE
132 V 215 E. 6.2). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende
Partei einen Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal
Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Der
Vertretungsaufwand ist angesichts der Beschränkung des Verfahrens auf eine
spezifische Rechtsfrage und des relativ niedrigen Aktenanteils trotz eines zweiten
Schriftenwechsels als durchschnittlich zu qualifizieren. Unter diesen Umständen hat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerinnen praxisgemäss mit Fr. 3'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.