Decision ID: 5b56d61b-c086-44c7-9509-b9e6879b626d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1954, arbeitet seit Dezember 1988 bei der Y._ und war bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zürich) obligatorisch gegen Unfälle versichert (Urk. 9/Z1). Am 19. Juli 2013 erlitt er einen Unfall, als er beim Treppensteigen stolperte und dabei das Knie sowie das Schienbein an der Kante des Tritts anschlug (Urk. 9/Z1 Ziff. 6).
Die
Zürich
erbrachte die gesetz
lichen Leistungen (vgl. Urk. 9/Z9).
Mit Verfügung vom 23. Dezember 2015 stellte die Zürich die bis dahin erbrach
ten Leistungen per 19. Juni 2015 ein, dies mit der Begründung, dass die ge
klag-ten Beschwerden am rechten Knie ab dem 18. Juni 2015 nicht mehr überwie
gend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 19. Juli 2013 zurückzuführen seien (Urk. 9/Z27). Die vom Versicherten am 8. Januar 2016 erhobene Einsprache (Urk. 9/Z28), ergänzt am 19. Januar 2016 (Urk. 9/Z31), wies die Zürich am 23. Januar 2017 ab (Urk. 9/Z42 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 27. Februar 2017 Beschwerde (Urk. 1) gegen den Ein
spracheentscheid vom 23. Januar 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei auf
zuheben und es seien ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen auch nach dem 19. Juni 2015 auszurichten (S. 2 Ziff. 2). Eventuell sei ihm nach Erlangen des medizinischen Endzustandes eine angemessene Integritätsentschädigung zuzu
sprechen (S. 2 Ziff. 3).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2017 (Urk. 8) beantragte die Zürich die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 28. August 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
de
rung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
19. Juli
2013
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidi
tät, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es ge
nügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo
rüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversiche
rungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
gründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
bedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mass
gebend
(
Urteil des Bun
des
ge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialver
siche
rungs
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gut-achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus,
dass gemäss den versicherungsmedizinischen Beurteilungen bereits im Jahr 2009
Veränderungen am medialen Meniskus vorhanden gewesen seien und für die Bildung der Varusgonarthrose verantwortlich seien. Die Feststellung des behan
delnden Arztes, wonach frischtraumatische Veränderungen hätten objektiviert werden können, vermöge nicht zu widerlegen, dass diese Veränderungen die Entwicklung einer Arthrose in dieser kurzen Zeit nicht hätten begründen können. Somit lasse sich festhalten, dass der status quo sine spätestens zum Zeitpunkt der Kontrolle vom 18. Juni 2015 erreicht worden sei (S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise auf den Stand
punkt (Urk. 1), dass klar eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Es sei vorliegend nicht relevant, dass er schon vor dem Unfallereignis vom 19. Juli 2013 einen gravierenden Vorzustand gehabt habe. Auch die Behaup
tung des Vertrauensarztes, wonach eine Meniskusläsion in aller Regel innert zirka sechs Monaten heile, vermöge den Wegfall des Kausalzusammenhangs bei Weitem nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beweisen. Die Leistungseinstellung per 19. Juni 2015 sei deshalb nicht rechtens (S. 10 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leis
tungs
ein
stellung per 19. Juni 2015 hinaus gehende Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin besteht, mithin ob ein Kausalzusammenhang zwi
schen den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfall
er
eignis vom 19. Juli 2013 besteht.
3.
3.1
Am 19. Juli 2013 stolperte der Beschwerdeführer beim Treppensteigen und schlug das rechte Knie und das Schienbein an der Kante an (vgl. Urk. 9/Z1). Die Erstbehandlung erfolgte am 24. Juli 2013 durch Dr. med. Z._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (vgl. Urk. 9/ZM3).
3.2
Bei
Verdacht auf
eine
mediale Seitenband
-
und Meniskusläsion nach Trauma
am 19. Juli 2013 wurde nach am 6. August 2013 im Medizinisch Radio
logi
schen
Institut bei Dr. med. A._ durchgeführter Magnetreso
nanztomo
gra
phie (MRI; Urk. 9/ZM1) des rechten Knies ausgeführt, dass die
Befunde mit erheblichem Bone Bruise am medialen Femurkondylus sowie diskreter am medialen Tibiaplateau bei Status nach Kontusionstrauma
vereinbar seien
.
Es bestünden wohl
vorbestehende degenerative Veränderungen im medialen femo
rotibialen Kompartiment mit Signalinhomogenität und zum Teil mässiger Aus
-
dünnung des Knorpelüberzugs.
Weiter sei eine l
eichte Extrusion sowie Verkür
-
zung der Pars intermedia des medialen Meniskus
feststellbar
. Im Hinterhorn
bestehe eine
mukoide Degeneration sowie
eine
horizontale in die Menisku
s
spitze ziehende Rissbildung, zum Teil
vorbestehend (vgl. Voruntersuchung vom
9. September
2009).
Es bestehe k
ein Nachweis einer ligamentäre
n Läsion, son-dern es bestünden g
eringe bis mässige degenerative Veränderungen im femoro
-
patellären Kompartiment
und ein d
eutlich vermehrter Gelenkerguss
3.3
Dr. Z._ nahm am 16. September 2013 Stellung (Urk. 9/ZM2) und führte aus, dass sich i
n der Folge des Ereignisses
gemäss
MRI vom
6. August 20
13 eine erhebliche Verletzung am medialen Femurcondylus (Knocheneinbruch) sowie diskret auch ein Kontusionstrauma am medialen Tibiaplateau gezeigt
hätten
. Der B
eschwerdeführer
sei ab Unfall bis dato 50
%
arbeitsfähig. N
ach längerer Belastung träten Schmerzen im rechten Kniegelenk und
ein
leichtes Anschwel
len auf. Im klinischen Untersuch am 1
3. September 20
13
habe
kein Erguss
festgestellt werden können.
3.4
Dr. med. B._
, Orthopädie,
C._
,
berichtete am
6.
Februar 2014 (
Urk.
9/ZM5)
und nannte folgende
Diagnosen:
-
beginnende Varusgonarthrose rechts
-
Status nach Knie-Hemiprothese medial links
am
5. Mai
2010 mit/bei
-
Varusgonarthrose
-
Status nach medialer Teilmeniskektomie am 3
0. September
2009
Als
Nebendiagnosen
führte er eine
Adipositas (104 kg, 178 cm),
einen
Status nach Dekompression L3 bis S1 2013
sowie
einen
Status nach tiefer Beinvenen
thrombose links mit Lungenembolie 2010
auf.
Der
Befund
am rechten
Knie
zeige
kein
en
Erguss.
Es bestehe eine m
ediale Schmerzangab
e bei zusätzlichem Varusstress sowie eine
Druckdolenz über
dem
mediale
n
Gelenkspalt.
Die
Meniskuszeichen
seien
negativ.
Das
Röntgen
zeige am rechten
Knie
eine
mediale Gelenkspaltverschmälerung insbesondere in der
um 30° flektierten Auf
nahme.
Es bestünden b
eidseits leichte degenerative Ver
än
derungen im Femoropatellargelenk. Die medialen Knieschmerzen rechts würden
im Sinne der beginnenden Varusgonarthrose interpretiert.
3.5
Dr. Z._ nahm am
2
7.
Februar 2014
Stellung
(
Urk.
9/ZM7)
und führte aus, b
ezüglich
seines rechten Knies habe der Beschwerdeführer
einen erheblichen Bone bruise am medialen Femurkondylus gehabt. Es komme in der Beurteilung
durch
Dr. B._
nicht schlüssig heraus, ob das rechte Knieleiden als rein symp
tomatische Arthrose oder als postoperative Problematik eingeschätzt werde. Dies sei relevant. Insbesondere sei
en
auf den MRI
-Bildern vom
Juli 2013 keine relevanten Arthrosezeichen, sondern eine altersentsprechende, nicht Arthrose verdächtige Bildgebung zu sehen. Auch
Dr. A._
beschreibe einen zwar erheblichen Bone bruise am medialen Femurkondylus und am medialen Tibia
plateau, jedoch
eine
nur mässige Ausdünnung des Knorpelüberzuges im media
len femorotibialen Kompartiment.
Diese geringgradigen MR-
tomographischen Veränderungen seien nicht relevant, zumal der B
eschwerdeführer
vor dem Unfall
keine Beschwerden rechts gehabt habe.
3.6
Dr. B._ berichtete am
7.
März 2014 (
Urk.
9/ZM8)
und führte aus, er habe die
mittlerweile vorliegenden MRI
-Bilder vom 6. August 20
13 des rechten Knies
durchgesehen
. Der Hauptbefund liege dabei im medialen Femorotibiagelenk. Dort zeige sich eine minime, weitestgehend undislozierte Impression subchon
dral ganz medial am medialen Femurkondylus mit angrenzendem ausgeprägtem Markraumödem. Zudem
bestehe ein
wahrscheinlich degenerativer Horizontalriss von der Pars intermedia
bis ins Hinterhorn des Innenmen
iskus reichend. Des Weiteren
seien eine
deutliche, relativ homogene Knorpelausdünnung über dem medialen Tibiaplateau und
eine
mässige, relativ inhomogene Knorpelaus
dün
n
ung über dem medialen Femurkondylus
sichtbar
.
Das l
aterale und femoro
patelläre Kompartiment
sei
altersentsprechend normal. Nach der nun
zusätz
lichen Durchsicht der MRI-
Bilder des rechten Knies sei die Symptomatik dort als beginnende Varusgonarthrose zu interpretieren, welche durch das Knietrauma am 1
9. Juli 20
13 über längere Zeit aktiviert worden sei.
3.7
Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, berichtete am 18. Juni 2015 (Urk. 9/ZM9) über die Konsultation sowie die Bildgebung (MRI) vom gleichen Tag (Urk. 9/ZM10) und nannte folgende Diagnosen:
-
aktivierte Varusgonarthrose rechts bei Zustand nach Abriss des Innenmeniskus dorsal
-
Dauerantikoagulation mit Xarelto
-
Zustand nach medialer Schlittenprothese links vor etwa 5 Jahren mit gutem Resultat
-
Zustand nach Rücken-OP mit Möglichkeit des engen Spinalkanales
Er führte aus, der Beschwerdeführer sei ein sportlicher, schlanker Patient mit einem flüssigen Gangbild. Links bestehe eine ruhige Situation bezüglich Knie und Hüfte. Die rechte Hüfte sei ebenfalls altersentsprechend gut beweglich. Am rechten Kniegelenk sei wenig Erguss, die Beweglichkeit und die Stabilität seien soweit gut. Eine Druckdolenz bestehe vor allem medial mehr als lateral.
Im aktuellen MRI sehe man einen Abriss des Innenmeniskus mit zum Teil zerriebenem Innenmeniskus und subluxiert, nach medial hinaus gedrückt, entsprechend einem Abriss der Meniskuswurzel dorsal. Zudem sei eine schon deutliche Varusgonarthrose, als Folge des Meniskusrisses, feststellbar. Lateral bestehe noch eine ruhige Situation. Femoropatellär seien auch keine wesentliche Arthrose, jedoch Osteophyten in diesem Bereich feststellbar. Die Kreuzbänder seien erhalten, aber ödematös verquollen. Es bestehe ein deutlicher Gelenker
guss.
3.8
Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, F._, führte in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 8. Oktober 2015 (
Urk. 9/ZM13) aus, dass es aufgrund der vorgelegten medizinischen Befunde un
d
dem dazu dokumentierten Beschwerdeverlauf im Zusammenhang mit dem Unfall
ereignis vom 19. Juli 2013 nur möglicherweise zu einer bleibenden Schädigung beziehungsweise richtungsgebenden Verschlimmerung im rechten Kniegelenk gekommen sei. Der Beschwerdeführer habe vorbestehend (seit 2009) Veränderungen am medialen Meniskus, eine Achsenfehlstellung und Überge
wicht. Zudem sei im linken Kniegelenk bei einer Varusgonarthrose am 5. Mai 2010 bereits eine Hemiprothese medial links eingesetzt worden. Dies seien alles Voraussetzungen, welche die nun im MRI vom 18. Juni 2015 beschriebene Progredienz der Varusgonarthrose im rechten Kniegelenk begünstigen würden. Die Behandlung/Diagnostik ab dem 18. Juni 2015 stehe deshalb nur möglicher
weise im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 19. Juli 2013.
3.9
Dr. D._ führte am 8. Januar 2016 (Urk. 9/ZM14) aus, er habe den Beschwer
deführer das erste Mal am 15. Dezember 2013 gesehen. Das rechte Kniegelenk sei dann genauer angeschaut worden, auch mit einem MRI (vom 18. Juni 2015), nachdem die Beschwerden dort in den Vordergrund gerückt seien. Das frische MRI vom Kniegelenk rechts habe einen Abriss des Innenmeniskus im dorsalen
Bereich mit entsprechend schon konsekutiver medialer Arthrosesituation gezeigt
, mit grosser Wahrscheinlichkeit bedingt durch den Meniskusriss. Die Abriss
läsion der Meniskuswurzel medial führe in der Regel innert Monaten, je nach Belastung, zu einer Varusgonarthrose auch mit Osteonekrose. Diese Diagnose sei am 18. Juni 2015 gestellt worden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit brauche der Beschwerdeführer auch auf der rechten Seite einen Gelenkersatz in den nächsten ein bis zwei Jahren. Es bestehe eine mediale Arthrosesituation post
traumatisch mit der Möglichkeit für eine Integritätsentschädigung.
3.10
Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner versiche
rungsmedizinischen Beurteilung vom 12. August 2016 (Urk. 9/ZM16) aus, gemäss den vorliegenden Akten und den MRI-Bildern vom 9. September 2009 (vgl. Urk. 9/ZM15) habe schon damals eine mediale Meniskusläsion bestanden. Frische traumatische Veränderungen seien im MRI vom 6. August 2013 keine beschrieben, welche die Entwicklung einer Arthrose in dieser schnellen Zeit begründen würde. Die Meniskusläsion habe schon damals im 2009 bestanden. Ein weiteres Ereignis nach dem 19. Juli 2013 sei nicht dokumentiert. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass es durch das Ereignis vom 19. Juli 2013 zu einer vorübergehenden Traumatisierung eines Vorzustandes gekommen sei, ohne dass eine richtunggebende Verschlimmerung eingetreten sei. Dies heile in aller Regel innert zirka sechs Monaten wieder ab. Wie schon am 8. Oktober 2015 beschrieben, sei der Status quo spätestens mit der Kontrolle vom 18. Juni 2015 erreicht.
3.11
Dr. D._ nahm am 9. September 2016 Stellung (Urk. 9/ZM17) und führte aus, er habe die MRI-Bilder vom 6. August 2013 nochmals angeschaut. Man sehe schon eine medialseitige beginnende Arthrosesituation mit auch Osteonekrose, im Sinne eines möglichen Morbus Ahlbäck, mit auch möglichem traumatischem Knochenmarködem. Der Meniskus sei ebenfalls beschädigt. Es finde sich auch ein Knochenmarködem am Tibiakopf und der Patella. Das laterale Komparti
ment sei damals ruhig gewesen, mit mässigem Gelenkerguss, wahrscheinlich auch hämarthros. In den ap-Bildern sehe man schon eine erhebliche Destruktion auch des medialen Kompartiments im Sinne einer aktivierten Arthrose. Patellär habe noch eine ruhige Situation bestanden. Zum Zeitpunkt der MRI-Bilder vom 6. August 2013 hätten sich schon gewisse mögliche frische Verletzungen ge
funden, sprich das Knochenmarködem könnte auch zum Teil bedingt sein durch ein frisches Direkttrauma oder auch eine Distorsion, im Vordergrund sei aber damals auch schon eine innenseitige Arthrose mit Beginn einer möglichen Osteo
nekrose gestanden. Jedenfalls sei das Kniegelenk nicht unauffällig bezüg
lich Arthrose im August 2013.
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer anläss
lich des Ereignisses vom 19. Juli 2013, als er beim Treppensteigen stolperte und sich dabei das rechte Knie sowie Schienbein an der Kante anschlug, eine Verletzung am rechten Knie erlitt. Die bildgebenden Befunde vom 6. August 2013 zeigten
keine frischen, traumatischen Veränderungen. Es wurden vorbestehende dege
ne
rative Veränderungen im medialen femorotibialen Kompartiment sowie im Hinterhorn festgestellt mit zum Teil ebenfalls vorbestehender horizontaler in die Meniskusspitze ziehender Rissbildung (vgl. vorstehend E. 3.2). Die gesetzlichen Leitungen wurden von der Beschwerdegegnerin bis zum 19. Juni 2015 erbracht (vgl. Urk. 9/Z21). Eine eigentliche Abschlussunter
suchung fand nicht statt.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die ärztlichen Beurteilun
gen durch die Versicherungsmediziner Dr. E._ (vgl. vorstehend E. 3.8) und Dr. G._ (vgl. vorstehend E. 3.10) für die Beantwortung der gestellten Frage umfassend sind. Die Beurteilungen berück
sichtigen die medizinischen Vorakten ebenso wie die geklagten Beschwer
den des Beschwerdeführers. Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nach
vollziehbar begründet. So machte Dr. E._ darauf aufmerksam, dass die seit 2009 vorbestehenden Veränderungen am medialen Meniskus, die Achsenfehlstellung sowie das Übergewicht des Beschwerdeführers die im MRI vom 18. Juni 2015 beschriebene Progredienz der Varusgonarthrose im rechten Kniegelenk begünstigten. Es legte sodann plausibel dar, dass die Behandlung ab dem 18. Juni 2015 deshalb nur möglicherweise im Zusamm
en-hang mit dem Unfallereignis vom 19. Juli 2013 stehe. Dr. G._ zeigte weiter in nachvollziehbarer Weise auf, dass im MRI vom 6. August 2013 keine frischen traumatischen Veränderungen beschrieben worden seien, welche die Entwick
lung einer Arthrose in dieser schnellen Zeit begründen würden. Einleuchtend ist in diesem Zusammenhang die Argumentation, dass es durch das Ereignis vom 19. Juli 2013 zu einer vorübergehenden Traumatisierung eines Vorzustandes ohne richtunggebende Verschlimmerung gekommen sei, welche in aller Regel innert sechs Monaten wieder abheile, zumal die Meniskusläsion bereits 2009 bestanden habe und ein weiteres Ereignis nach dem Juli 2013 nicht dokumen
tiert sei.
Die
Beur
teilungen der Versicherungsmediziner leuchten somit in der Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolge
rungen werden aus
führlich begründet.
Die ärztlichen Beurteilungen durch die Ver
sicherungsmediziner entsprechen damit den von der Rechtsprechung kon
kre
tisierten Anforderungen (vgl. E. 1.5) vollum
fänglich, so dass für die Ent
scheid-findung darauf abgestellt werden kann.
4.3
Die Beurteilungen der Versicherungsmediziner werden zudem durch die übrigen ärztlichen Stellungnahmen und die Bildgebung gestützt; so bestätigte auch der behandelnde Arzt Dr. Z._ in seinem Bericht vom 27. Februar 2014 (vgl. vorstehend E. 3.5), dass die geringgradigen MR-tomographischen Veränderung
en auf den MRI-Bildern von Juli 2013 nicht relevant seien. Weiter bleibt anzumerken, dass der von Dr. D._ im Bericht vom 18. Juni 2015 erwähnte und erstmals am selben Tag bildgebend dargestellte Zustand nach Abriss des dorsalen Innenmeniskus im MRI vom Juli 2913 direkt nach dem Unfall nicht festgestellt werden und somit nicht traumatisch bedingt sein konnte. Die Ver
änderungen am medialen Meniskus mit horizontaler in die Meniskusspitze ziehender Rissbildung waren bereits seit 2009 bekannt und somit vorbestehend (vgl. Urk. 9/ZM15). Auch die Varusgonarthrose wurde bereits im Februar 2014 diagnostiziert. Die medialen Knieschmerzen wurden sodann von Dr. B._ im Sinne dieser Diagnose interpretiert, welche durch das Ereignis vom 19. Juli 2013 aktiviert worden seien (vgl. vorstehend E. 3.4). Auch Dr. D._ nannte die Varusgonarthrose als Folge des Meniskusrisses (vgl. vorstehend E. 3.7). Dass eine frischtraumatisierte, medial betonte Gonarthrose vom Kniegelenk rechts objektiviert worden sei, wie dies von Dr. D._ festgehalten wird (vgl. vor
stehend E. 3.11), kann somit aufgrund der bildgebenden Befunde sowie deren Beurteilungen nicht nachvollzogen werden. Vielmehr erscheinen die beiden ver
sicherungsmedizinischen Beurteilungen plausibel, wonach der seit 2009 besteh
ende Meniskusriss für die Bildung der Varusgonarthrose verantwortlich sei.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die überzeugenden, nachvollziehba
ren und ausführ
lich begründeten Einschätzungen der Versicherungsmediziner abzu
stellen und demnach spätestens im Zeitpunkt der Kontrolle vom 18. Juni
2015 vom status quo sine auszugehen ist. Die vorliegen
den medizinischen Akten
erweisen sich als ausreichend, weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann.
Die vom Beschwerdeführer geklagten Kniebeschwerden waren mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des Fallabschlusses durch die Beschwer
degegnerin per 19. Juni 2015 nicht mehr natürlich-kausal zum Unfallgeschehen vom 19. Juli 2013.
Die Verneinung des Anspruchs sowohl auf die Vergütung wei
te
rer Heilungskos
ten und Taggelder als auch auf eine Integritätsent
schädi
gung und damit der angefochtene Entscheid erweisen sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.