Decision ID: f63af14a-9536-58b7-ba1a-fe6b76b96f37
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29,
8887 Mels,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 19. Oktober 2005 zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle (IV-
act. 1). Er gab an, aufgrund eines Bandscheibenvorfalles könne er seinen Beruf als
Bodenleger nicht mehr ausüben. Am 12. Dezember 2004 waren eine Flavektomie und
Diskektomie L5/S1 links aufgrund einer Diskushernie vorgenommen worden (IV-
act. 12-9). Der behandelnde Neurochirurg, Dr. med. B._, Facharzt für Neurochirurgie
FMH, hatte dem Hausarzt am 29. Juli 2005 berichtet, er betrachte eine
Wiederaufnahme der Tätigkeit zu 100% als kritisch (IV-act. 12-6). Der Versicherte habe
am 15. Februar 2005 seine bisherige Tätigkeit als Plattenleger versuchsweise wieder zu
50% aufgenommen und dabei über belastungsabhängige Lumbalgien geklagt. Erst im
April 2005 habe der Versicherte wieder zu 50% arbeiten können. Er habe die Arbeit
öfters unterbrechen und sich jeweils nach einem halben Tag Arbeit für ein halbe bis zu
einer Stunde hinlegen müssen. Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._,
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, hielt in seinem Arztbericht zu Handen der IV-Stelle
fest, dass der Versicherte eigentlich einen anderen Beruf, der den Rücken weniger
belasten würde, ausüben sollte (IV-act. 12-4). Ein am 2. Dezember 2005
durchgeführtes MRI zeigte eine Rezidivhernie L5/S1 links, so dass am 28. August 2006
eine weitere Operation durchgeführt wurde. Danach konnte der Versicherte seine
Arbeit offenbar nicht wieder aufnehmen (IV-act. 19-3, 21-4, 32-7). Am 7. April 2007 war
der Versicherte aufgrund andauernder Knieschmerzen im Spital Grabs vorstellig
geworden. Im Arztbericht über die ambulante Konsultation wurde festgehalten, der
Versicherte befinde sich seit ca. einem Monat in rheumatologischer Therapie wegen
einer Psoriasis-Arthritis (IV-act. 32-5). Mit Arztbericht vom 11. August 2007 bestätigte
Dr. med. D._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, zu Handen
der IV-Stelle, dass dem Versicherten aufgrund seiner stark verminderten musko-
skelettalen Belastbarkeit die bisherige berufliche Tätigkeit definitiv nicht mehr möglich
sei. Aufgrund der starken entzündlichen Krankheitsaktivität sei aktuell auch eine
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körperlich leichte und optimal angepasste Tätigkeit nicht ausführbar. Es sei jedoch
denkbar, dass im Verlaufe der Therapie eine körperlich leichte Arbeit zumindest
teilweise wieder möglich sein werde (IV-act. 36-8).
A.b Im Juni 2007 hatte der Regionale Ärztliche Dienst Ostschweiz (RAD) eine bidiszi
plinäre Begutachtung vorgeschlagen (IV-act. 37-2). Die Untersuchungen erfolgten am
22. August und am 17. September 2007 (IV-act. 47). Die psychiatrische Begutachtung
ergab, dass beim Versicherten keine krankheitswertige psychische Störung vorlag (IV-
act. 47-4). Der rheumatologische Gutachter, Dr. med. E._, Facharzt für Rheuma
tologie und Innere Medizin FMH, hielt fest:
"Das arbeitsmedizinische Problem aus rheumatologischer Sicht besteht somit zum
einen in einer entzündlichen Gelenkserkrankung, die schubweise verläuft und in
Phasen entzündlicher Schübe die Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Gelenke, wie
auch, je nach Befall, die Belastbarkeit der Wirbelsäule namhaft reduziert, so dass dann
mitunter jede Art gelenkbelastender Tätigkeit phasenweise unzumutbar wird. Zum
anderen ist aufgrund der auch neuroradiologisch nachgewiesenen
Abnützungserscheinungen und Operationsfolgen im Lendenwirbelsäulenbereich die
Belastbarkeit der lumbalen Wirbelsäule für belastende Tätigkeiten in ungünstigen
Körperhaltungen vornübergeneigt sowie in langdauernden, gleichbleibenden
Körperpositionen und für schweres Heben und Tragen reduziert. Derzeit besteht ferner
- bedingt durch den BWS-Befall der Spondylarthropathie - seitens des Achsenorganes
eine zusätzliche, weitergehende Limitierung, so dass allenfalls körperlich leichteste
Tätigkeiten vorstellbar erscheinen." (IV-act. 46-16f.)."
Gesamthaft wurden im Gutachten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt:
"1. Psoriasisarthritis und -spondylitis (ICD-10: M07.0) bei/mit
- Daktylitis 4. Zehe rechts
- Anamnestisch St. n. Gonarthritis rechts
- klinisch axialem Befall und Enthesiopathie beider Fersen
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- DD HCV-assoziierte Arthritis bei chronischer Hepatitis C
Genotyp 3a
2. Lumbospondylogenes Syndrom links (ICD-10: M54.4) bei/mit
- St. n. Diskushernieoperation L5/S1 links 12/04 sowie 08/06
- Persistierend radikulärer Reiz- und sensible Ausfallsymptomatik L5 links
3. Periarthropia coxae links (ICD-10: M24.8) bei/mit
- St. n. Osteosynthese wegen hinterer Luxationsfraktur des Acetabulums 1998
(ICD-10: S32.4)"
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Psoriasis vulgaris und eine Hepatitis C
(IV-act. 46-16). Zumutbar erschienen dem rheumatologischen Gutachter körperlich
leichteste Tätigkeiten in Wechselpositionen gehend, stehend, sitzend, die je nach
Beschwerden möglichst frei gewählt werden sollten. Voraussetzung sei aber eine
bessere Kontrolle der entzündlichen Aktivität der Psoriasis-Arthritis. Aus rein
rheumatologischer Sicht sei der Versicherte im bisherigen Beruf wie in allen anderen
körperlich schweren und wirbelsäulenbelastenden Tätigkeiten derzeit und
höchstwahrscheinlich auch künftig nicht mehr arbeitsfähig. Das vom Versicherten noch
zu bewältigende Jobprofil sollte idealerweise im Rahmen einer geschützten Umgebung
ausgetestet werden. Der Versicherte zeige sich integrationswillig, aktiv und motiviert.
A.c Der zuständige RAD-Arzt erachtete das Gutachten in seiner internen Stellung
nahme vom 21. Dezember 2007 als versicherungsmedizinisch gut nachvollziehbar
und widerspruchsfrei. Er legte den Beginn der Einschränkungen, aufgrund der Band
scheibenoperation, auf den 8. November 2004 fest (IV-act. 49).
A.d In einem Telefongespräch mit der IV-Stelle am 6. Februar 2008 gab der
Versicherte an, er habe die Taxiprüfung gemacht. Er sei in der Lage, der Tätigkeit als
Taxichauffeur zwei bis drei Stunden täglich nachzugehen. Seiner Ansicht nach sollte es
kein Problem sein, eine Anstellung zu finden (IV-act. 51, 52-3). Der RAD-Arzt nahm am
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11. Februar 2008 zur veränderten Situation des Versicherten Stellung. Durch die
Taxiprüfung habe der Versicherte praktisch eine Selbsteingliederung vorgenommen.
Die Arbeit als Taxichauffeur entspreche einer adaptierten Tätigkeit. Aufgrund der
vielfältigen Einschränkungen des Bewegungsapparates seien jedoch vermehrt Pausen
angezeigt, so dass die Tätigkeit zu 75% zumutbar sei (IV-act. 53). Am 13. Februar 2008
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er, nachdem er bereits die Taxiprüfung
abgelegt habe, angemessen eingegliedert sei und daher keine
Eingliederungsmassnahmen mehr notwendig seien (IV-act. 55).
A.e Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2008 kündigte die IV-Stelle die Abweisung der
Rente an. Obwohl der Versicherte seine bisherige Arbeit als Plattenleger nicht mehr
ausüben könne, sei es ihm zumutbar, bei einer 75%igen Arbeitstätigkeit – beispiels
weise als Taxichauffeur – ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (IV-
act. 60).
A.f Am 25. Februar 2008 erhob der Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid (IV-
act. 63).
Am 31. März 2008 folgte eine Ergänzung des Einwandes durch die procap F._ (IV-
act. 66): Einerseits entspreche die Tätigkeit als Taxichauffeur nicht einer – vom
Gutachter genannten – körperlich leichtesten Tätigkeit. Der Versicherte könne dabei
seine Körperposition nicht frei wählen und es müssten überdies auch schwere
Gepäckstücke oder Kinderwagen in den Kofferraum gehoben sowie älteren Menschen
aus dem Fahrzeug geholfen werden. Dabei wäre der Versicherte
sehr unergonomischen Bewegungen ausgesetzt. Andererseits habe der Versicherte die
Tätigkeit als Taxichauffeur bereits wieder aufgeben müssen, da die Arbeitsversuche
aufgrund der genannten Punkte fehlgeschlagen seien und da seine
Konzentrationsfähigkeit aufgrund der Medikamente vermindert sei, wodurch das
Risiko, aufgrund der eingeschränkten Reaktionsfähigkeit einen Unfall zu verursachen,
zu gross gewesen sei. Der Versicherte sei daher nicht angemessen eingegliedert.
Weiter wurde der Einkommensvergleich, mithin die Berechnung des
Valideneinkommens, beanstandet. Es dürfe aus verschiedenen Gründen nicht auf das
zuletzt erzielte, weit unterdurchschnittliche Einkommen abgestellt werden,
massgebend sei der statistische Lohn als Plattenleger. Dem Einwand beigefügt war ein
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Arztbericht von Dr. D._ vom 20. März 2008 (IV-act. 68), wonach die entzündliche
Aktivität der Psoriasis-Arthritis weiterhin hoch sei und damit – in Übereinstimmung mit
dem Gutachter – die Voraussetzungen für eine berufliche Tätigkeit nicht gegeben seien.
Die medikamentöse Behandlung habe wegen Nebenwirkungen gestoppt werden
müssen, womit bei verminderter muskulo-skelettaler Belastbarkeit auch in einer
optimal angepassten Tätigkeit keine verwertbare Arbeitstätigkeit bestehe.
A.g Auf Nachfrage des RAD hin (IV-act. 71), nahm Dr. D._ mit Bericht vom 14. Juli
2008 detailliert zum Verlauf der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Versicherten
Stellung (IV-act. 73). Dabei beantwortete er vor allem die Fragen bezüglich der
verabreichten Medikamente und deren Nebenwirkungen. Nach wie vor sei die ent
zündliche Aktivität der Psoriasis-Arthritis hoch, so dass die Voraussetzungen für eine
berufliche Tätigkeit nicht gegeben seien. Es bestünden ausgeprägte Einschränkungen
axial thorako-lumbal sowie appendikulär an Händen und Füssen. Dadurch könnten
auch leichte manuelle Tätigkeiten mit wenig Rückenbelastung nicht in einem
verwertbaren Ausmass ausgeübt werden. Der RAD-Arzt, Dr. G._, vertrat in seiner
internen Stellungnahme vom 22. August 2008 die Ansicht, dass ein
Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, dieser jedoch nicht stabil bzw. unter weiterer
Therapie besserungsfähig sei. Es sei eine rheumatologische Verlaufsbegutachtung
durchzuführen (IV-act. 74).
A.h Am 23. Juni 2009 wurde der Versicherte durch den RAD-Arzt, Dr. med. H._,
Facharzt für Rheumatologie/Physikalische Medizin und Rehabilitation/Innere Medizin
FMH, untersucht (IV-act. 88). Er stellte fest, aktuell sei unter Humira keine entzündliche
Aktivität festzustellen. Die bisherige Manifestation der Psoriasis-Arthropathie habe
keine Schädigung am Skelett hinterlassen. Die Gelenksfunktionen seien alle erhalten.
Während der Manifestationszeit der peripheren Aktivität sei die Funktionsfähigkeit
vorübergehend teilweise eingeschränkt gewesen, aktuell bestehe von Seiten der
Psoriasis-Arthropathie keine Einschränkung. Abschliessend gelangte er zur
Einschätzung, dem Versicherten sei eine adaptierte Tätigkeit von 31⁄4 Stunden
vormittags und 31⁄4 Stunden nachmittags (entsprechend einer adaptierten
Arbeitsfähigkeit von 75%) zumutbar. Zu empfehlen sei eine leichte Wechselbelastung
bis 10kg ohne Zwangspositionen, vorgeneigte oder rotierte Positionen. Das kurzzeitige
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Heben von Koffern, beispielsweise als Taxifahrer, sei möglich und zumutbar (IV-
act. 88-11).
A.i Mit Vorbescheid vom 23. September 2009 zeigte die IV-Stelle bei einem Inva
liditätsgrad von 31% die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 93). Der
Versicherte erhob am 23. Oktober 2009 Einwand (IV-act. 96). Inzwischen sei er durch
seinen Hausarzt aufgrund der nicht nachlassenden Schmerzen an die Klinik I._
überwiesen worden. Er bat darum, für die Verfügung die Untersuchungsergebnisse aus
der Klinik I._ abzuwarten.
A.j Am 16. November 2009 wurde der Versicherte durch Dr. med. J._, Oberärztin
Rheumatologie, in der Klinik I._ untersucht; der Arztbericht datierte vom
29. Dezember 2009 (IV-act. 102). Dr. J._ erachtete den Versicherten aufgrund des
rezidivierten lumboradikulären Ausfallsyndroms als derzeit vollständig arbeitsunfähig.
Es seien wirbelsäulennahe Infiltrationen sowie eine medikamentöse und physio
therapeutische Behandlung vorgesehen. Sollten diese erfolglos bleiben, sei ein chirur
gisches Vorgehen ins Auge zu fassen.
A.k Am 8. Januar 2010 nahm ein weiterer RAD-Arzt (Dr. K._) zur Situation des Be
schwerdeführers Stellung (IV-act. 103). Er stellte sich auf den Standpunkt, dass die
Schlussfolgerungen im RAD-Gutachten von Juni 2009 durch die rheumatologischen
Untersuchungsergebnisse der Klinik I._ nicht widerlegt würden, insbesondere weil
sich Dr. H._ mit den Diskrepanzen zwischen den subjektiven Schilderungen des
Versicherten und den objektiven Befunden auseinandergesetzt habe. Die objekti
vierbaren Befunde wichen nicht wesentlich voneinander ab, würden indes von den
Ärzten unterschiedlich bewertet. Es könne daher weiterhin von einer 75%igen Arbeits
fähigkeit des Versicherten ausgegangen werden.
A.l Mit Verfügung vom 11. Januar 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten bei einem IV-Grad von 31% ab (IV-act. 104).
B.
B.a Dagegen liess der Versicherte am 9. Februar 2010 Beschwerde erheben (IV-
act. 109). RAD-Arzt Dr. K._ kam in der Folge zum Schluss, die geplanten weiteren
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Abklärungen in der Klinik I._ müssten abgewartet werden, da sich daraus allenfalls
medizinische Erkenntnisse ergäben, die bei der Berteilung der Arbeitsfähigkeit be
rücksichtigt werden müssten (IV-act. 116). Deshalb widerrief die IV-Stelle am 4. März
2010 die Verfügung vom 9. Februar 2010 (IV-act. 119). Am 12. März 2010 wurde das
Verfahren vor Versicherungsgericht abgeschrieben (IV-act. 123).
B.b Am 11. Juni 2010 erstattete Dr. D._ einen Verlaufsbericht (IV-act. 128). Trotz
Behandlung mit Humira sei die Psoriasis-Arthritis anhaltend und deutlich aktiv, vor
allem im Bereich des Achsenskelettes thorako-kostal sowie der Füsse. Zudem seien
anhaltende lumbospondylogene und zeitweise auch lumboradikuläre Schmerzen links
vorhanden. Mit Physiotherapie und lokalen Infiltrationen könnten die
lumbospondylogenen und lumboradikulären Schmerzen nur vorübergehend und
teilweise gemindert werden. Es sei prognostisch nicht mit einer Verbesserung des
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
B.c In ihrem Verlaufsbericht vom 29. Juni 2010 (IV-act. 130) hielt Dr. J._ fest, bei der
Arbeit als Taxichauffeur würden sich die Psoriasis-Arthritis und das residuelle
sensomotorisch radikuläre Syndrom L5 links einschränkend auswirken. Es bestünden
Einschränkungen bezüglich längeren Sitzens und beim Heben und Tragen von Lasten.
Im Zeitpunkt der letzten Untersuchung (22. Februar 2010) habe nicht mit der
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden können. Es sei aber nicht
auszuschliessen, dass sich durch die empfohlenen Therapiemassnahmen
Eingliederungsmöglichkeiten ergäben. Angesichts der Komorbiditäten und der
langandauernden Arbeitsunfähigkeit sei dies aber doch eher unwahrscheinlich.
Allenfalls könnte eine schrittweise Eingliederung als Taxichauffeur möglich sein. Zudem
sollte ein den Beschwerden angepasster, schrittweiser und zeitlich limitierter
Arbeitseinsatz (z.B. initial 2h/Arbeitstag) mit der Möglichkeit zu Pausen vor allem
zwischen den Fahreinsätzen ermöglicht werden. Dabei sollte das Heben/Tragen von
Lasten (Koffern) vermieden werden.
B.d In einer internen Stellungnahme vom 13. Juli 2010 (IV-act. 131) hielt der RAD-Arzt
(Dr. K._) fest, im Nachhinein müsse festgehalten werden, dass die Tätigkeit als
Taxifahrer keine optimal adaptierte Tätigkeit für den Versicherten gewesen sei. Es
seien, wie auch aus dem Bericht der Klinik I._ hervorgehe, momentan keine
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quantitativen Angaben zur adaptierten Arbeitsfähigkeit möglich. Die abweichende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. D._ sei durch seine Nähe als Behandler
zum Patienten zu erklären, der eher geneigt sein dürfte, die subjektive Einschätzung
des Versicherten zu übernehmen. Daher erachtete der RAD eine berufliche Abklärung
zur Überprüfung der vorhandenen Ressourcen des Versicherten als angezeigt.
B.e Anschliessend wurde eine BEFAS-Abklärung in die Wege geleitet (IV-act. 138). Die
Abklärung im Kompetenzzentrum für berufliche Integration L._ (nachfolgend L._)
wurde vom 27. September bis 8. Oktober 2010 durchgeführt (IV-act. 143). Die
Berufsberaterin hielt im Bericht fest, es hätten sich keine konkreten behinderungs-
angepassten Tätigkeiten ermitteln lassen. Das ständig gezeigte Schmerzgebaren habe
bei allen Beteiligten einige Fragen bezüglich der Belastbarkeit des Versicherten offen
gelassen. Er habe das Schmerzverhalten aber auch gezeigt, wenn er sich vermutlich
nicht beobachtet gefühlt habe. Sie hätten keinen Eingliederungswillen des Versicherten
erkennen können und an beruflichen Gesprächen zur Ermittlung zusätzlicher Ideen sei
er nicht weiter interessiert gewesen. Es könne daher auch kein konkreter
Eingliederungsplan vorgeschlagen werden. Eine Aussage über seine kognitiven
Fähigkeiten könne angesichts der deutlichen Hinweise auf die gleichgültige und
flüchtige Arbeitsweise bei den durchgeführten Tests nicht erfolgen. Die reguläre
Arbeitszeit habe 71⁄2 Stunden von Montag bis Donnerstag und 4 Stunden am Freitag
betragen, wobei der Versicherte diese an keinem einzigen Arbeitstag eingehalten habe,
so dass sich seine Arbeitszeit auf 51⁄2 Stunden täglich verringert habe. Bereits am
Eintrittstag habe der Versicherte zu erkennen gegeben, dass er gar nicht in den L._
gewollt und sich als nicht arbeitsfähig betrachtet habe. Die zuständige Arbeitsagogin
schrieb, verbal und nonverbal stünden die Schmerzen andauernd im Vordergrund. In
ständiger Unruhe habe der Versicherte mit grossem Schmerzgebaren seine
Arbeitsposition ungefähr alle 10 Minuten verändert. Die Tests und Arbeitsproben habe
er gleichgültig und flüchtig ausgeführt. Kurz vor seinem Austritt sei ihm vorgeschlagen
worden, seine Restarbeitsfähigkeit für Kurierdienste mit dem Auto einzusetzen. Der
Versicherte habe dies wegen der Einnahme seiner Medikamente als zu gefährlich
abgelehnt. Er habe kategorisch erklärt, er sei nicht arbeitsfähig. Alle, die mit ihm
gearbeitet hätten, hätten den Eindruck gehabt, er wolle die Abklärung einfach
möglichst schnell hinter sich bringen. Eine seiner häufigsten Aussagen sei gewesen, er
habe keine Nerven für diese Arbeit. Bei den unterschiedlichen Arbeiten habe sich an
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keinem Tag eine Tagesleistung von mehr als 30% ergeben. Ein anderer Arbeitsagoge
schrieb, es sei sehr schwierig gewesen, mit dem Versicherten eine ganze Woche zu
arbeiten. Er habe zu jeder Arbeit überredet werden müssen und er habe den ganzen
Tag zeigen wollen, dass er nicht mehr arbeiten könne. Bei den meisten Arbeiten habe
er ausführlichste und mehrmalige Anleitung mit Vorzeigen gebraucht. Der begleitende
Arzt hielt fest, bei körperlich leichten und den Rücken wie die Gelenke wenig
belastenden Tätigkeiten sei es dem Versicherten möglich gewesen, ca. 51⁄2 Stunden
täglich am Arbeitsplatz anwesend zu sein, dies unter Zusprache je einer Stunde Pause
am Morgen und am Nachmittag. Er sei bei manuellen Tätigkeiten auf Tischhöhe mit der
Möglichkeit des Einnehmens von Wechselpositionen eingesetzt worden (bei Bedarf
Abstützmöglichkeit der Vorderarme auf der Arbeitstischfläche). Während der Präsenz
am Arbeitsplatz sei der Versicherte jeweils nur während kurzer Zeit einsetzbar
gewesen, dies wegen stets ausgeprägten Schmerzexazerbationen im Bereich der Hand
und Fingergelenke und gelegentlich auch mit verstärkten, vom Kreuz ausgehenden
Schmerzen, was zu teilweise längeren Arbeitsunterbrüchen mit Lockerungsübungen
geführt habe. Die resultierenden Arbeitsleistungen hätten bestenfalls 30% einer
Tagesarbeitsleistung unter Verwertung bei erhöhtem Zeitaufwand entsprochen. Ob
eine Teilarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt ausgeführt werden könne, sei
nicht schlüssig zu beantworten. Der Arzt empfahl eine Haushaltabklärung, da der
Versicherte seine Schaffenskraft im Haushalt mit Betreuung der Tochter seiner
Partnerin am besten eingesetzt sehe.
B.f Die Eingliederungsberaterin hielt fest, da sich der Versicherte subjektiv nicht
arbeitsfähig fühle, seien Eingliederungsmassnahmen nicht sinnvoll. Sie schloss den Fall
deshalb am 22. November 2010 ab (IV-act. 145). Am 23. November 2010 teilte die IV-
Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seiner subjektiv empfundenen
Arbeitsunfähigkeit keine Arbeitsvermittlung möglich sei (IV-act. 147).
B.g Am 29. August 2011 erstattete Dr. D._ einen Verlaufsbericht (IV-act. 151). Die
Psoriasis-Arthritis und -Spondylitis sei unter Humira vor allem im Bereich des
Achsenskelettes thorako-kostal sowie der Füsse anhaltend deutlich aktiv. Zudem be
stünden trotz regelmässiger Physiotherapie und täglichem Heimübungsprogramm an
haltend lumbospondylogene und zweitweise lumboradikuläre Schmerzen links. Es sei
prognostisch nicht mit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. der
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Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Ein Bericht der Gastroenterologie/Hepatologieabteilung
des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. Dezember 2011 hielt fest, aktuell bestünden aus
hepatologischer Sicht keine Einschränkungen für die spätere Leberfunktion und die
Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte werde zweimal jährlich kontrolliert (IV-act. 158).
B.h Am 11. Januar 2012 nahm RAD-Arzt Dr. M._ zur Situation des Versicherten
Stellung (IV-act. 159). Er hielt fest, die Berichte würden nicht dafür sprechen, dass sich
der Gesundheitszustand des Versicherten gegenüber den Vorberichten verschlechtert
habe. Dazu fehlten objektive Befunde im Bericht von Dr. D._. Aus RAD-Sicht werde
der Versicherte folglich als zu 75% adaptiert arbeitsfähig eingeschätzt.
B.i Mit Vorbescheid vom 3. Mai 2012 kündigte die IV-Stelle erneut die Ablehnung des
Rentengesuchs an (IV-act. 163). Dagegen liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter am 7. Juni 2012 einwenden (IV-act. 167), die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD von 75% widerspreche den Berichten von
Dr. D._ und der Klinik I._. Auch die BEFAS-Abklärung in L._ habe zu einem
anderen Ergebnis geführt. Bei geeigneten Arbeitsbedingungen resultiere bestenfalls
eine Arbeitsleistung von 30%. Im Übrigen scheine eine Chronifizierungstendenz,
insbesondere der Rückenproblematik, vorzuliegen. Dem Einwand beigefügt war ein
Bericht von Dr. D._ vom 3. Juni 2012 (IV-act. 167-20) zu Handen des
Rechtsvertreters des Versicherten, worin festgehalten worden war, medizinisch habe
sich nichts verändert. Mit Humira-Behandlung, Physiotherapie und wiederholenden
Injektionen mit Kortikosteroid/Lokalanästhetikum sei es möglich, den
Gesundheitszustand soweit zu erhalten, dass der Versicherte selbständig bleiben und
die Aktivitäten des täglichen Lebens ausüben könne. Es sei jedoch nicht möglich, dass
im realen Leben eine verwertbare Arbeitsfähigkeit auch in einer optimal angepassten
Tätigkeit erzielt werden könne. Die Behauptung, dass eine 75%ige Arbeitstätigkeit
möglich wäre, gehe von irgendwelchen nicht nachvollziehbaren medizinisch-
theoretischen Überlegungen aus, die mit dem realen Leben nichts zu tun hätten. Dabei
sollten seiner Ansicht nach auch die chronischen Schmerzen stärker gewichtet werden.
Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte weiter ein, es sei auch nicht ausgewiesen,
dass der Versicherte seine allenfalls verbleibende Leistungsfähigkeit tatsächlich
verwerten könne. Nach dem Schlussbericht aus L._ habe sich keine konkrete
behinderungsangepasste Tätigkeit ermitteln lassen und es habe kein konkreter
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Eingliederungsplan vorgeschlagen werden können. Die Möglichkeit der Tätigkeit im
Haushalt habe sich inzwischen auch zerschlagen, da die Partnerschaft im letzten
Sommer auseinander gegangen sei und der Versicherte seither allein lebe. Schliesslich
sei beim Invalideneinkommen nur ein Teilzeitabzug von 8% vorgenommen worden,
effektiv sei aber ein zusätzlicher Leidensabzug gerechtfertigt. Da der Versicherte in
seiner letzten Tätigkeit Schwerarbeit verrichtet habe, da er nach Eintritt des
Gesundheitsschadens aber auch für leichte Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sei
und da er seit Jahren keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt habe, sei ein Abzug von
mindestens 20% angemessen.
B.j Mit Verfügung vom 3. Juli 2012 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten ab (IV-act. 169). Sie führte zur Begründung an, der beurteilende RAD-Arzt
habe die Berichte von Dr. D._ und das Abklärungsergebnis von L._ in seine
Einschätzung mit einbezogen. Die BEFAS-Abklärung habe ergeben, dass kein
Eingliederungswille vorhanden gewesen sei, weshalb wohl eine reale Einschätzung der
tatsächlichen Leistungsfähigkeit schwierig gewesen sei. Ein Leidensabzug könne
höchstens im Rahmen von 10% gewährt werden, aber selbst dann werde kein IV-Grad
von mindestens 40% erreicht.
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 3. Juli 2012 richtete sich die vorliegend zu behandelnde
Beschwerde vom 14. August 2012 (act. G 1). Der Beschwerdeführer liess durch seinen
Rechtsvertreter beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine
Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung führte er an, die Beschwerdegegnerin
habe sich für die Beurteilung auf das Gutachten des RAD-Arztes Dr. H._ gestützt.
Dieser habe eine Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den
Beschwerden des Beschwerdeführers festgestellt, welche in der Folge zulasten des
Beschwerdeführers ausgelegt worden sei. Effektiv seien aber die Befunde bei der
Untersuchung durch Dr. H._ nicht vollständig erhoben worden. Eine umfassende
Abklärung sei erst durch Dr. J._ in der Klinik I._ erfolgt. Dr. J._ sei von einem
doch recht komplexen Fall ausgegangen. Sie habe den Beschwerdeführer aufgrund
des lumboradikulären Ausfallsyndroms zur Zeit der Untersuchung als arbeitsunfähig
eingeschätzt. Die von der IV-Stelle angenommene Arbeitsfähigkeit von 75% sei damit
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nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer leide auch an gesundheitlichen Problemen
im Zusammenhang mit der Psoriasis-Arthritis, welche die IV-Stelle aber nicht
berücksichtigt habe. Dr. H._ sei in seiner Beurteilung davon ausgegangen, dass die
bisherige Manifestation keine Schädigung am Skelett hinterlassen habe und dass unter
Humira aktuell keine entzündliche Aktivität festzustellen sei, wodurch von dieser Seite
her keine Einschränkung in einer adaptierten Tätigkeit bestehe. Der behandelnde Arzt
hingegen habe die Psoriasis-Arthritis trotz der Behandlung mit Humira klinisch
weiterhin als deutlich aktiv betrachtet. Die Entzündung lasse sich auch im Labor
nachweisen. In dieser Situation sei eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gegeben.
Auch aus der BEFAS-Abklärung habe sich gezeigt, dass bestenfalls eine 30%ige
Leistungsfähigkeit resultiere. Weiter sei nicht ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer
seine verbleibende Leistungsfähigkeit tatsächlich verwerten könnte.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. November 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7). Sie machte geltend,
die Ergebnisse der BEFAS-Abklärung könnten nicht als Grundlage für die Beurteilung
dienen, da beim Beschwerdeführer kein Eingliederungswille erkennbar gewesen sei
und da er an Gesprächen zur Ermittlung beruflicher Möglichkeiten nicht interessiert
gewesen sei. Überdies sei der RAD auch nach der Sichtung der neusten Berichte der
Ansicht gewesen, dass die bereits früher festgestellte Arbeitsfähigkeit von 75%
massgebend sei. Es hätten sich gegenüber den früheren Beurteilungen keine neuen
Befunde erheben lassen, weshalb an der bisherigen Einschätzung festgehalten werden
könne. Die Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit seien nicht derart erschwerend
oder aussergewöhnlich, dass sich ein Abzug von 20% vom Tabellenlohn rechtfertigen
würde. Ein höherer Abzug als 15% lasse sich sicherlich nicht rechtfertigen. Selbst
dabei würde kein rentenbegründender IV-Grad erreicht.
C.c Am 15. November 2012 wurde dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für
das vorliegende Verfahren entsprochen (act. G 8).
C.d Mit Replik vom 27. November 2012 (act. G 11) liess der Beschwerdeführer darauf
hinweisen, dass die letzte Untersuchung durch den RAD im Juni 2009 stattgefunden
habe und die jüngste RAD-Stellungnahme eine reine Aktenbeurteilung sei. Schon 2009
hätten weder das bidisziplinäre Gutachten aus dem Jahr 2007 noch die RAD-
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Untersuchung zu überzeugen vermocht. Seither lägen durchgehend abweichende
ärztliche Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit vor, welche auf eingehenden
Untersuchungen des Versicherten beruhten. Der Invaliditätsschätzung sei eine
Leistungsfähigkeit von bestenfalls 30% zugrunde zu legen. Auch der von der
Beschwerdeführerin in der Beschwerdeantwort akzeptierte Leidensabzug von 7%
(zusätzlich zum Teilzeitabzug von 8%) sei nach wie vor zu tief. Es rechtfertige sich
insgesamt ein Abzug von mindestens 20%.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 17. Dezember 2012 auf eine Duplik
(act. G 13).

Erwägungen:
1. Mit der angefochtenen Verfügung vom 3. Juli 2012 hat die Beschwerdegegnerin
das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom 19. Oktober 2005 abgewiesen. Zu
beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Ver
fügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-
Revision am 1. Januar 2008 zurück. Da die Anmeldung zudem vor dem Inkrafttreten
des geltenden Rechts eingereicht worden ist, richtet sich ein allfälliger Rentenbeginn
nach dem aufgehobenen Recht (aArt. 29 Abs. 1 IVG; aArt. 48 Abs. 2 IVG: Leistungen
können für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet werden).
2. Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
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261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3. Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.1 Unbestritten und auch bereits im ersten Gutachten durch Dr. E._ bestätigt ist
die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in allen die Wirbelsäule belastenden und
körperlich schweren Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig ist (IV-act. 46-17). Damit ist
ihm auch seine angestammte Tätigkeit als Bodenleger nicht mehr möglich. Für
zumutbar hielt der Gutachter lediglich körperlich leichte Tätigkeiten in
wirbelsäulenadaptierten, gelenkschonenden Wechselpositionen. Allerdings hat er sich
nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer solchen, adaptierten Tätigkeit geäussert.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid auf das Gutachten des RAD-
Arztes Dr. H._ vom 31. August 2009 (IV-act. 88), welches dem Beschwerdeführer
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bescheinigte. Dr. H._
wiederum stützte sich bei seiner Einschätzung unter anderem auf das am 10. Juli 2009
im Kantonsspital Graubünden erstellte Szintigramm (IV-act. 86-6). Dieses zeigte keine
Veränderungen gegenüber den bereits vorliegenden Voraufnahmen aus den Jahren
2004 und 2007. Sowohl an der BWS, der LWS, im Bereich des Beckens als auch an
Füssen und Händen zeigten sich keine für eine Psoriasis typischen Veränderungen.
Dr. H._ hielt im Gutachten fest, es hätten klinisch keine entzündlichen Veränderungen
vorgelegen und die Funktionsfähigkeit der peripheren Gelenke sei uneingeschränkt
gewesen. Zudem sei keine entzündliche Aktivität im Labor mehr nachweisbar gewesen.
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Die bisherige Manifestation der Psoriasis-Arthropathie habe auch keine Schädigungen
hinterlassen. Die Dysfunktionen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule müssten
als mechanisch bedingt durch die Wirbelsäulenproblematik gewertet werden. Von
Seiten der Psoriasis-Arthropathie bestehe aktuell keine Einschränkung in einer
adaptierten Tätigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Wirbelsäulenproblems
betrage 25%. Diese Beurteilung erscheint, gestützt auf die Laborbericht und das
Szintigramm als verständlich und einleuchtend.
3.3 Dieser grundsätzlich überzeugenden Beurteilung steht die Einschätzung des be
handelnden Rheumatologen Dr. D._ entgegen, der den Beschwerdeführer auch in
einer optimal angepassten Tätigkeit als nicht arbeitsfähig einschätzte (Arztbericht vom
20.03.2008, IV-act. 68). Die entzündliche Aktivität der Psoriasis-Arthritis sei weiterhin
so hoch, dass die Voraussetzungen für eine berufliche Tätigkeit nicht gegeben seien
(Arztbericht vom 14.07.2008, IV-act. 73). Auch im September 2009 betrachtete
Dr. D._ laut seinem Bericht die Psoriasis-Arthritis trotz Behandlung klinisch weiterhin
als deutlich aktiv mit schmerzhaften Enthesopathien. Die Entzündung lasse sich auch
im Labor nachweisen. Das Skelettszinitgramm (vom 10.07.2009) schliesse zwar aktive
Synovitiden weitgehend aus, sei aber für den Nachweis von aktiven Enthesopathien
sicher nicht zu 100% sensitiv (IV-act. 111). Auch in seinen jüngeren Verlaufsberichten
vom 11. Juni 2010 (IV-act. 128) und vom 29. August 2011 (IV-act. 151) hielt Dr. D._
fest, dass trotz Behandlung mit Humira die Psoriasis-Arthritis anhaltend deutlich aktiv
sei. Zu dieser Einschätzung von Dr. D._ hatte Dr. H._ festgehalten, eine periphere
Manifestation im Rahmen der Psoriasis im Bereich des Skeletts sei unbestritten, die
Manifestation habe aber mittels Humira erfolgreich behandelt werden können.
Dr. D._ habe eine Psoriasis-Spondylitits klinisch im Bereich des thorakolumbalen
Wirbelsäulenabschnittes vermutet, was weder szinitigraphisch noch radiologisch
dokumentiert gewesen sei. Diese These könne nun anhand der Skelettszinitgraphie
aufgegeben werden. Der Einschätzung von Dr. D._ kann daher nicht gefolgt werden.
Er legte keine Laborberichte bei, welche die behauptete entzündliche Aktivität der
Krankheit ausgewiesen und damit seine Einschätzung gestützt hätten. Dr. H._
indessen stützte sich auf Laborberichte, in denen keine entzündliche Aktivität mehr
ausgewiesen worden war. Es ist daher nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer durch die Psoriasis-Arthritis noch beeinträchtigt war. Wie Dr. H._
zutreffend festgehalten hat, sind weitere IV-fremde Faktoren wie z.B. die Tendenz des
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Versicherten zur Symptomausweitung oder Fragen des Arbeitsmarktes IV-rechtlich
nicht als leistungsmindernd zu berücksichtigen.
3.4 Am 15. Dezember 2009 berichtete Dr. J._, magnetresonanz-tomographisch
seien keine frischen entzündlichen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule bzw. ISG
nachgewiesen worden (IV-act. 102-10). Im Bericht vom 29. Dezember 2009 hielt
sie fest, zurzeit bestehe beim Beschwerdeführer vor allem aufgrund des rezidivierten
lumboradikulären Ausfallsyndroms eine Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 102-3). Wie auch
Dr. H._ geht Dr. J._ folglich davon aus, dass der Beschwerdeführer durch die
Psoriasis-Arthritis in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Beide sehen eine
Verminderung der Arbeitsfähigkeit nur durch die Wirbelsäulenproblematik bedingt.
3.5 Es fällt auf, dass die vom Beschwerdeführer subjektiv empfundenen Beschwerden
objektiv nicht genügend nachweisbar waren. Der RAD-Arzt Dr. K._ hielt in seiner
internen Stellungnahme vom 8. Januar 2010 fest (IV-act. 103), das Ganzkörper MRI
(vom 23.11.2009) habe keine entzündlichen Veränderungen an der Wirbelsäule bzw. an
den ISG dargestellt und auch die Laboruntersuchung habe keine nennenswerte
Erhöhung der Entzündungsparameter gezeigt. Eine wesentliche entzündliche
Manifestation der bekannten Psoriasis im Achsenskelett sei somit weitgehend
ausgeschlossen. Weiter wies er auf die unterschiedliche Bewertung durch die Ärzte hin.
Dr. H._ habe in seinem Gutachten auf eine Diskrepanz zwischen den objektivierbaren
Befunden und dem Ausmass der Beschwerden hingewiesen und Zeichen einer
Symptomausweitung festgehalten. Es bestehe einerseits eine Diskrepanz zwischen
klinischer Untersuchung und radiologischem Befund und andererseits könne auch das
Verhalten des Beschwerdeführers bei der direkten Untersuchung und sein Verhalten
vor bzw. nach der Untersuchung nicht miteinander in Einklang gebracht werden. Eine
entsprechende Würdigung fehle im Bericht von Dr. J._, obwohl auch hier die
subjektiven Beschwerden nicht genügend durch objektivierbare Befunde erklärt
werden könnten. Dr. H._ habe festgehalten, dass aufgrund der klinischen
Untersuchung und der radiologischen Befunde eine partielle Einschränkung der
Funktionsfähigkeit nachweisbar und plausibel sei, jedoch nicht in dem Ausmass wie
vom Beschwerdeführer geäussert. Der Analgetikakonsum halte sich in bescheidenem
Rahmen und die Alltagsfunktionen seien nur leicht eingeschränkt. Bei einer
rückenadaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer nur leicht eingeschränkt, wobei
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eine Leistungsfähigkeit von 75% gegeben sei. Diese Schlussfolgerungen könnten
durch die Untersuchungsergebnisse in der Schulthessklinik nicht widerlegt werden. Es
könne daher weiterhin von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten
Tätigkeit ausgegangen werden.
3.6 Durch die Stellungnahme von Dr. K._ wurde das Gutachten von Dr. H._
nochmals kritisch beleuchtet und gewann zusätzlich an Überzeugungskraft. Eine
weitere am 5. Januar 2010 durchgeführte 3-Phasen-Skelettszinztigraphie ergab erneut
keine Hinweise auf eine zurzeit aktive Arthritis oder Enthesitis. Weiter konnte auch nicht
durch Laborberichte belegt werden, dass die Psoriasis-Artrithis weiterhin entzündlich
aktiv war (IV-act. 111). Dies bestätigt die Annahme, dass der Beschwerdeführer durch
diese Krankheit nicht mehr beeinträchtigt und in seiner Arbeitsfähigkeit nicht
eingeschränkt war.
3.7 Mit Verlaufsbericht vom 29. Juni 2010 hielt Dr. J._ fest, bei der zuletzt ausge
übten Tätigkeit als Taxifahrer würden sich die Psoriasis-Arthritis und das residuelle
sensomotorische Syndrom L5 links einschränkend auswirken. Es sei nicht
ausgeschlossen, dass durch die Therapiemassnahmen eine Eingliederung möglich
werde, sie erachte dies angesichts der Komorbiditäten und der langandauernden
Arbeitsunfähigkeit aber als eher unwahrscheinlich. Bei einer optimalen Anpassung des
Arbeitsplatzes könnte eine schrittweise berufliche Eingliederung möglich sein, wobei
das Heben und Tragen von Lasten vermieden werden sollte. Sie empfahl eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (IV-act. 130). Daraus geht hervor, dass
Dr. J._ eine Eingliederung des Beschwerdeführers zwar als eher unwahrscheinlich
betrachtete, sie ihn aber grundsätzlich als arbeitsfähig beurteilte. Entgegen der
Behauptung des Beschwerdeführers widerlegt bei genauerer Betrachtung die
Einschätzung von Dr. J._ die Beurteilung von Dr. H._ nicht, vielmehr stützt sie
diese.
3.8 Unter Würdigung aller ärztlichen Einschätzungen erscheint das Gutachten von
Dr. H._ und dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung insgesamt als diejenige Einschät
zung, der zu folgen ist. Das Gutachten beruht auf umfangreichen Untersuchungen,
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich damit
auseinander. Es wurde in Kenntnis der Vorakten und der Anamnese erstellt und ist
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insgesamt umfassend. Die Schlussfolgerungen des Gutachters sind allesamt
nachvollziehbar und schlüssig begründet, dies auch unter Würdigung der
abweichenden Arztberichte von Dr. D._, die als nicht genügend fundiert zu
betrachten sind, um die diametral gegenteilige Einschätzung zu rechtfertigen. Es
erscheint plausibel, dass die Psoriasis-Arthritis unter Behandlung mit Humira soweit
eingedämmt war, dass der Beschwerdeführer – abgesehen von einer geringen
Einschränkung – dadurch nicht mehr beeinträchtigt wurde. Auf das Gutachten und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 75% kann daher abgestellt werden.
3.9 Der Beschwerdeführer lässt einwenden, bei der BEFAS-Abklärung habe sich eine
maximale Leistungsfähigkeit seinerseits von nur 30% ergeben. Allerdings kann
aufgrund des unkooperativen Verhaltens des Beschwerdeführers nicht auf die
Ergebnisse der BEFAS-Abklärung abgestellt werden. Immerhin ist festzuhalten, dass
der begleitende Arzt feststellte, dem Beschwerdeführer sei eine Präsenz von 51⁄2
Stunden am Arbeitsplatz möglich gewesen. Er habe sich jeweils morgens und
nachmittags eine Pause von einer Stunde ausbedungen. Weitere Schlüsse können aus
der BEFAS-Abklärung nicht gezogen werden. Damit ist weiterhin an der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 75% in einer adaptierten Tätigkeit festzuhalten.
4.
Steht die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 75% fest, ist als nächstes der
daraus resultierende Invaliditätsgrad zu ermitteln.
4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Gemäss dieser Bestimmung wird für die
Ermittlung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden. In einzelnen Fällen kann auch eine Gegenüberstellung
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blosser Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. BGE 114 V 312 E. 3a). Ist kein
tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil der Versicherte
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können rechtsprechungsgemäss
Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76; ZAK 1991 S. 321 E. 3c, 1989 S. 458
E. 3b).
4.2 Der Auszug aus dem individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers zeigt, dass
der Beschwerdeführer nur ein sehr unregelmässiges Einkommen erzielte, weshalb je
weils nur ein sehr geringer Jahresverdienst ausgewiesen wurde. Auf diese Zahlen kann
daher für die Bestimmung des Valideneinkommens nicht abgestellt werden. Seitdem
der Beschwerdeführer als Bodenleger arbeitsunfähig geworden ist, hat er keinen
massgeblichen Lohn mehr erzielt. Vorliegend rechtfertigt es sich demnach, den
Einkommensvergleich auf Basis von Tabellenlöhnen vorzunehmen. Der
Beschwerdeführer möchte für sein Valideneinkommen den statistischen Lohn eines
Plattenlegers berücksichtigt haben. Der Beschwerdeführer hat allerdings seine Lehre
nicht abgeschlossen und keinen Fähigkeitsausweis erworben. Ein Blick auf sein
individuelles Konto zeigt dann auch, dass es ihm nie gelungen war, einen Lohn in
dieser Höhe zu erzielen. Auch bei voller Gesundheit hätte er also eine Hilfstätigkeit
ausgeübt. Demzufolge rechtfertigt es sich, sowohl für das Valideneinkommen als auch
für das Invalideneinkommen auf denselben Tabellenlohn eines Hilfsarbeiters
abzustellen. Die genaue Ermittlung der Vergleichseinkommen erübrigt sich damit und
es ist im Ergebnis ein Prozentvergleich vorzunehmen. Der Invaliditätsgrad entspricht
unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung
eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 552/04 E. 3.4 vom 8. Juni 2005 und I 479/03 E. 3.1 vom
19. November 2003).
4.3 Die Beschwerdegegnerin gewährte zunächst lediglich einen Teilzeitabzug von 8%.
Der Beschwerdeführer wollte einen Abzug vom Tabellenlohn von 20% berücksichtigt
sehen. In der Beschwerdeantwort anerkannte die Beschwerdegegnerin einen
Tabellenlohnabzug von insgesamt maximal 15%. Den indirekten
Wettbewerbsnachteilen, die der Beschwerdeführer als in seiner Gesundheit
beeinträchtigter Hilfsarbeiter im Vergleich zu einem gesunden Hilfsarbeiter in Kauf zu
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nehmen hätte, wird mit einem Abzug von 15% zwar sehr grosszügig, aber noch im
Rahmen des Ermessens Rechnung getragen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 75% ergibt
sich bei einem Abzug vom Tabellenlohn von 15% ein IV-Grad von 36%.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch
auf eine Invalidenrente hat.
5.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Im vorliegenden Fall erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Sie
ist vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen. Zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege ist er jedoch von der Bezahlung zu befreien. Infolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers zu entschädigen. Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint insgesamt eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist in Anwendung von Art. 31
Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel zu reduzieren,
sodass der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.-- zu
entschädigen hat. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm in der Zukunft
einmal gestatten sollten, wird der Beschwerdeführer allerdings zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und zur Rückzahlung der Auslagen für die Vertretung und der vom
Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP/SG
i.V.m. Art. 117, 123 ZPO).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP