Decision ID: 52fad61c-3fbf-5728-8d6e-f4453dba0c5e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die EL-Durchführungsstelle sprach A._ mit einer Verfügung vom 30. November
2013 ab dem 1. Oktober 2013 eine Ergänzungsleistung zu einer Rente der
Invalidenversicherung zu (act. G 3.1.60). Bei der Anspruchsberechnung hatte sie unter
anderem Hypothekarzinsen von 5’817 Franken berücksichtigt (act. G 3.1.61), was der
Hälfte der vom EL-Bezüger und dessen Sohn effektiv für die im gemeinsamen
Eigentum stehende Liegenschaft bezahlten Hypothekarzinsen entsprochen hatte (act.
G 3.1.72–2). Da der EL-Bezüger bei der Anmeldung zum Leistungsbezug auf ein
hängiges Klageverfahren betreffend eine allfällige Invalidenrente der beruflichen
Vorsorge hingewiesen hatte (vgl. act. G 3.1.71–2 f.), hatte die EL-Durchführungsstelle
bei der Anspruchsberechnung keine Rente der beruflichen Vorsorge angerechnet (act.
G 3.1.61). In der Verfügung vom 30. November 2013 wies sie den EL-Bezüger aber
darauf hin (vgl. act. G 3.1.60), dass dieser die EL-Durchführungsstelle umgehend über
den Ausgang des Klageverfahrens zu informieren habe und dass sich die EL-
Durchführungsstelle vorbehalte, bei der Zusprache einer allfälligen Rente der
beruflichen Vorsorge die zu viel bezahlten Ergänzungsleistungen zurückzufordern. Die
Verfügung enthielt auch den Hinweis, dass jede Änderung in den persönlichen oder
wirtschaftlichen Verhältnissen unverzüglich zu melden sei.
A.a.
Mit einer Verfügung vom 12. Dezember 2013 erhöhte die EL-Durchführungsstelle
die laufende Ergänzungsleistung per 1. Januar 2014 (act. G 3.1.59). Bei der
Anspruchsberechnung hatte sie weiterhin Hypothekarzinsen von 5’817 Franken und
„Renten BVG/Pensionskassen“ von null Franken berücksichtigt (act. G 3.1.58). Die
A.b.
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St.Galler Gerichte
Verfügung enthielt wiederum einen Hinweis auf die Meldepflicht bei
Sachverhaltsveränderungen. Im Januar 2014 erkundigte sich die EL-
Durchführungsstelle beim EL-Bezüger unter anderem nach dem Stand des Verfahrens
betreffend den Rentenanspruch gegenüber der beruflichen Vorsorge. Der EL-Bezüger
gab am 6. Februar 2014 an (act. G 3.1.53), die berufliche Vorsorge weigere sich
weiterhin, eine Invalidenrente auszurichten. Er werde die EL-Durchführungsstelle sofort
informieren, wenn sich etwas Neues ergeben sollte. Zwischenzeitlich habe er eine
Vorsorgeleistung der dritten Säule erhalten. Diese habe er teilweise zur Tilgung der
Hypothekarschuld verwendet, um die Zinsbelastung zu senken. Die EL-
Durchführungsstelle wies den EL-Bezüger in einem Schreiben vom 11. März 2014
nochmals darauf hin, dass er sie bei einer allfälligen BVG-Auszahlung umgehend zu
informieren habe (act. G 3.1.52). Im September 2014 erkundigte sich die EL-
Durchführungsstelle erneut nach dem Verfahrensstand betreffend den Rentenanspruch
gegenüber der beruflichen Vorsorge (act. G 3.1.49). Am 9. Oktober 2014 teilte der EL-
Bezüger mit (act. G 3.1.48–1 f.), dass er eine Auszahlung der Vorsorgeeinrichtung im
Betrag von 42’322.05 Franken erhalten habe. Mit dieser habe er nun endlich fast alle
Schulden tilgen können. Dem Schreiben lag eine Mitteilung der Vorsorgeeinrichtung
vom 25. August 2014 bei (act. G 3.1.48–3 f.), mit der der EL-Bezüger über einen
Anspruch auf eine Invalidenrente rückwirkend per 1. September 2010 bei einem
Invaliditätsgrad von 50 Prozent (ohne Betragsangabe), über eine hälftige Aufteilung des
Vorsorgekapitals von insgesamt 42’322.05 Franken und über eine Überweisung des
aktiven Teils der Austrittsleistung im Betrag von 21’161.05 Franken an die Stiftung
Auffangeinrichtung BVG informiert worden war. Mit einer Verfügung vom 18. Oktober
2014 setzte die EL-Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung von 2’791
Franken pro Monat (vgl. act. G 3.1.59) auf 2’787 Franken pro Monat herab (act. G
3.1.46). Zur Begründung führte sie an, sie habe den Vermögenszuwachs infolge der
Auszahlung des Vorsorgekapitals mit der Anrechnung eines entsprechend höheren
Vermögens und eines damit einhergehenden höheren Vermögensertrages
berücksichtigt. Infolge der Geringfügigkeit dieser Anpassung erfolge diese laufend, das
heisst erst mit Wirkung ab dem 1. November 2014. Dem Berechnungsblatt zur
Verfügung liess sich entnehmen (vgl. act. G 3.1.47 mit act. G 3.1.58), dass bei der
Anspruchsberechnung nur ein Sparguthaben von 22’611 Franken statt – wie bisher 115
Franken – und ein Vermögensertrag von 45 Franken neu hinzugekommen waren. Die
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Anspruchsberechnung wies (trotz des entsprechenden Hinweises in der Mitteilung der
Vorsorgeeinrichtung vom 25. August 2014) immer noch „Renten BVG/Pensionskassen“
von null Franken und einen Hypothekarzins von 5’817 Franken aus.
Mit einer Verfügung vom 22. Dezember 2014 erhöhte die EL-Durchführungsstelle
die laufende Ergänzungsleistung per 1. Januar 2015 (act. G 3.1.45). Bei der
Anspruchsberechnung hatte sie weiterhin einen Hypothekarzins von 5’817 Franken und
„Renten BVG/Pensionskassen“ von null Franken berücksichtigt (act. G 3.1.44). In der
Verfügung hatte sie erneut auf die Meldepflicht hingewiesen. Mit einer Verfügung vom
21. Dezember 2015 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die laufende
Ergänzungsleistung per 1. Januar 2016 (act. G 3.1.41). Noch immer wies das
Berechnungsblatt einen Hypothekarzins von 5’817 Franken und „Renten BVG/
Pensionskassen“ von null Franken aus (act. G 3.1.39). Auch in dieser Verfügung
verwies die EL-Durchführungsstelle wieder auf die Meldepflicht des EL-Bezügers. Da
die Ehefrau des EL-Bezügers ab dem 1. Oktober 2016 eine Altersrente der AHV bezog,
erging am 16. September 2016 eine weitere Anpassungsverfügung, mit der die EL-
Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung per 1. Oktober 2016 herabsetzte
(act. G 3.1.35). Bei der Anspruchsberechnung hatte die EL-Durchführungsstelle
weiterhin einen Hypothekarzins von 5’817 Franken und „Renten BVG/Pensionskassen“
von null Franken berücksichtigt (act. G 3.1.36). Auch diesmal hatte die EL-
Durchführungsstelle wieder auf die Meldepflicht hingewiesen.
A.c.
Am 10. November 2016 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger auf,
ein Formular zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistung auszufüllen (act. G
3.1.33). Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2016 erhöhte sie die laufende
Ergänzungsleistung per 1. Januar 2017 (act. G 3.1.31). Bei der Anspruchsberechnung
hatte sie immer noch einen Hypothekarzins von 5’817 Franken und „Renten BVG/
Pensionskasse“ von null Franken berücksichtigt (act. G 3.1.29). Im Februar 2017 ging
ihr das ausgefüllte Formular zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistung zu
(act. G 3.1.23). Den Beilagen zum Formular liess sich entnehmen, dass der amtliche
Wert der Liegenschaft im Juni 2014 neu geschätzt worden war (act. G 3.1.24–1 ff.),
dass der EL-Bezüger und sein Sohn für das Jahr 2016 zusammen lediglich noch einen
Hypothekarzins von 4’564.50 Franken bezahlt hatten (act. G 3.1.24–5) und dass der
EL-Bezüger im Dezember 2016 eine Gutschrift von 2’428.20 Franken mit dem Vermerk
A.d.
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„Invalidenrente“ und dem Namen der beruflichen Vorsorgeeinrichtung erhalten hatte
(act. G 3.1.25–2). Am 21. April 2017 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-
Bezüger auf, die Nachweise der Hypothekarschulden und der Hypothekarzinsen für die
Jahre 2013–2015, den Stand des Bruttovermögens und den Betrag der
Vermögenszinsen für die Jahre 2013–2015, die Rentenbestätigungen der beruflichen
Vorsorgeeinrichtung für die Jahre 2013–2017 und die Nachweise des
Freizügigkeitsguthabens in den Jahren 2013–2016 einzureichen (act. G 3.1.22). Im Juni
2017 gab der EL-Bezüger die verlangten Unterlagen ab (act. G 3.1.17). Den Belegen
liess sich entnehmen, dass sich der Hypothekarzins im Jahr 2013 auf 11’634 Franken,
im Jahr 2014 auf 11’237.35 Franken, im Jahr 2015 auf 4’290.25 Franken und im Jahr
2016 auf 4’564.50 Franken belaufen hatte (act. G 3.1.17–2 ff.); die Invalidenrente der
beruflichen Vorsorge hatte sich durchgehend auf 2’428.20 Franken pro Quartal
belaufen (act. G 3.1.17–8 ff.). Mit zwei Verfügungen vom 17. Juli 2017 setzte die EL-
Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung rückwirkend ab dem ursprünglichen
Anspruchsbeginn am 1. Oktober 2013 neu fest (act. G 3.1.13 und act. G 3.1.4). Bei der
Neuberechnung berücksichtigte sie die Invalidenrente der beruflichen Vorsorge, die
Reduktionen des Hypothekarzinses ab dem Jahr 2014, die neue amtliche
Liegenschaftsschätzung ab Juni 2014 und das Freizügigkeitsguthaben als verzehrbares
Kapital. Diese Neuberechnung ergab für die Zeit vom 1. Oktober 2013 bis zum 30.
September 2016 einen um insgesamt 34’052 Franken tieferen EL-Anspruch und für die
Zeit vom 1. Oktober 2016 bis zum 31. Juli 2017 einen um insgesamt 11’489 Franken
tieferen EL-Anspruch, weshalb die EL-Durchführungsstelle die zu viel ausgerichteten
Ergänzungsleistungen im Betrag von 45’541 Franken zurückforderte.
Am 11. September 2017 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die den
Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2016 betreffende Verfügung
vom 17. Juli 2017 erheben (act. G 3.2.28). Sein Rechtsvertreter beantragte, dass die
angefochtene Verfügung aufgehoben und dass festgestellt werde, dass kein
Rückforderungsanspruch der EL-Durchführungsstelle bestehe. Zur Begründung führte
er aus, die Anpassungen der Hypothekarzinsen und die Neuschätzung der
Liegenschaft fielen kaum ins Gewicht. Entscheidend seien die rückwirkende
Anrechnung der Invalidenrente der beruflichen Vorsorge und die Anrechnung des
Freizügigkeitsguthabens. Die Einsprache richte sich gegen diese Korrekturen, denn der
A.e.
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entsprechende Rückforderungsanspruch sei verwirkt. Der EL-Bezüger habe nämlich
bereits am 9. Oktober 2014 auf die Zusprache von Leistungen der beruflichen Vorsorge
hingewiesen. Ab diesem Zeitpunkt habe die EL-Durchführungsstelle Kenntnis von der
anspruchsmindernden Tatsache gehabt, weshalb ihr Rückforderungsrecht ein Jahr
später verwirkt gewesen sei. Weil die EL-Durchführungsstelle erst am 17. Juli 2017 eine
entsprechende Verfügung erlassen habe, könnten die Ergänzungsleistungen frühestens
ab dem 1. August 2016 zurückgefordert werden. Gegen die Rückforderungsverfügung
betreffend den Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis zum 31. Juli 2017 erhob der EL-
Bezüger keine Einsprache. Er liess aber am 11. September 2017 den Erlass der beiden
Teilrückforderungen beantragen (act. G 3.2.30 und act. G 3.2.25–1 ff.). Zur Begründung
führte sein Rechtsvertreter an, der EL-Bezüger habe die bisherigen
Ergänzungsleistungen gutgläubig bezogen. Er sei seiner Meldepflicht nachgekommen,
denn er habe die EL-Durchführungsstelle am 9. Oktober 2014 auf seine Ansprüche
gegenüber der beruflichen Vorsorge hingewiesen. Da diese dann bereits am 18.
Oktober 2014 eine Korrekturverfügung erlassen habe, sei er davon ausgegangen, dass
alles seine Ordnung habe. Ihm sei „schlankweg“ nicht aufgefallen, dass der
Rentenbetrag versehentlich nicht berücksichtigt worden sei. Für einen Laien sei jeweils
nur schwer nachvollziehbar, was nun wie angerechnet werde. Dabei sei nicht zu
übersehen, dass selbst die Sachbearbeiterin, die die entsprechende Verfügung
erlassen habe, trotz der klaren Meldung auf einen Einbezug der Rente verzichtet habe,
womit klargestellt sei, dass offensichtlich selbst für Fachleute hier offenkundig grosse
Unsicherheiten bestanden hätten. In den aktuellen Akten der EL-Durchführungsstelle
werde klar darauf hingewiesen, dass bei der Fallbearbeitung ein Fehler begangen
worden sei. Wenn die zuständige Sachbearbeiterin, die sich tagtäglich mit diesen
Angelegenheiten beschäftige, einen solchen Fehler begangen habe, könne dem EL-
Bezüger nicht vorgeworfen werden, er habe nicht das Mindestmass an Vorsicht
aufgebracht. Mit einem Entscheid vom 19. Januar 2018 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache ab (act. G 3.2.14). Zur Begründung führte sie aus,
die einjährige Verwirkungsfrist beginne nicht bereits zu laufen, wenn ein Fehler
begangen werde, sondern erst, wenn dieser Fehler hätte entdeckt werden müssen. Die
EL-Durchführungsstelle habe am 9. Oktober 2014 einen Fehler begangen, weil sie die
Meldung über die Leistungen der beruflichen Vorsorge nicht richtig verarbeitet habe.
Diesen Fehler habe sie erst am 22. Juni 2017 entdecken müssen. Die Rückforderung
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sei deshalb nicht verwirkt. Dieser Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in
formelle Rechtskraft.
Am 27. Februar 2018 liess der EL-Bezüger erneut um den Erlass der
Rückforderungen ersuchen (act. G 3.2.13). Mit einer Verfügung vom 16. März 2018
wies die EL-Durchführungsstelle dieses Erlassgesuch ab (act. G 3.2.10). Zur
Begründung führte sie an, dem EL-Bezüger hätte auffallen müssen, dass sie es
versehentlich versäumt habe, die Invalidenrente der beruflichen Vorsorge als Einnahme
anzurechnen. Folglich habe der EL-Bezüger die zu hohen Ergänzungsleistungen nicht
gutgläubig bezogen. Am 13. April 2018 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 16. März 2018 erheben (act. G 3.2.8). Sein Rechtsvertreter beantragte,
dass die angefochtene Verfügung aufgehoben werde, dass die Rückforderungen von
34’052 Franken und von 11’489 Franken erlassen würden und dass eventualiter der auf
den Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. November 2016 entfallende Teil der
Rückforderungen im Betrag von 36’382 Franken erlassen werde. Zur Begründung
führte er aus, er habe den von der EL-Durchführungsstelle im Oktober 2014
begangenen Fehler nicht bemerken können, weshalb er die Ergänzungsleistungen
gutgläubig bezogen habe. Man könnte ihm höchstens ein fahrlässiges Handeln im
Zusammenhang mit dem Ausfüllen des Formulars zur periodischen Überprüfung im
November 2016 vorwerfen, auch wenn es sich dabei technisch nicht um ein
„Verschweigen“ gehandelt haben könne, weil er ja den Rentenbezug bereits im
Oktober 2014 gemeldet habe.
A.f.
Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte im Juni 2018 (act. G
3.2.6), dass die Erlassvoraussetzungen für jede Teilrückforderung separat zu prüfen
seien. Bei einer rückwirkend zugesprochenen Rente komme ein Erlass der
Rückforderung gemäss der Rechtsprechung des Versicherungsgerichtes zum
Vorneherein nicht in Frage. Diesbezüglich liege aber ohnehin auch eine grobe
Meldepflichtverletzung vor. Die Rückforderung infolge der Reduktion der
Hypothekarzinsen könne ebenfalls nicht erlassen werden, weil der EL-Bezüger auch in
diesem Zusammenhang seine Meldepflicht mehrmals verletzt habe. Die
Differenznachzahlung infolge der neuen amtlichen Liegenschaftsschätzung habe nicht
zu einer Erhöhung, sondern zu einer Reduktion der Rückforderung geführt, weshalb
diesbezüglich kein Erlass zu prüfen sei. Der restliche Teil der Rückforderung finde seine
A.g.
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B.
Begründung im Umstand, dass der Beschwerdeführer fünf Jahre vor dem Erreichen
des ordentlichen Rentenalters, also ab Januar 2014, sein Alterskapital aus der
beruflichen Vorsorge hätte beziehen können. Das Kapital sei folglich zu Recht ab
Januar 2014 als verzehrbares Vermögen berücksichtigt worden. Weil der
Beschwerdeführer das Kapital nicht bezogen habe, habe er weiterhin einen hohen
Zinsertrag erzielt. Es sei fraglich, ob die Berücksichtigung dieses Zinsertrags als
Einnahme überhaupt zulässig sei, weil dieser Ertrag ja nur erzielt werde, solange der
EL-Bezüger das Alterskapital nicht beziehe. Jedenfalls habe der Versicherte nicht
erkennen müssen, dass die zuerst unterbliebene Anrechnung dieses Zinsertrages zur
Ausrichtung von zu hohen Ergänzungsleistungen führe, weshalb diesbezüglich ein
gutgläubiger Leistungsbezug vorliege. Folglich sei die Rückforderung im Betrag von
2’774 Franken zu erlassen. Mit einem Entscheid vom 10. Juli 2018 hiess die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache teilweise gut; sie erliess dem EL-Bezüger die
Rückforderung im Teilbetrag von 2’774 Franken; im Übrigen wies sie die Einsprache
ab.
Am 6. September 2018 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 10. Juli 2018 erheben (act. G 1).
Sein Rechtsvertreter beantragte, dass der angefochtene Einspracheentscheid
aufgehoben werde, dass das Erlassgesuch vollumfänglich gutgeheissen werde und
dass eventualiter die gesamte Rückforderung bis auf einen Restbetrag von 8’797
Franken erlassen werde. Zur Begründung führte er aus, der Beschwerdeführer habe die
Zusprache von Leistungen aus der beruflichen Vorsorge am 9. Oktober 2014
pflichtgemäss gemeldet. Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin) habe daraufhin eine Neuberechnung der Ergänzungsleistung
vorgenommen, weshalb er davon ausgegangen sei, dass alles seine Ordnung habe.
Wenn schon die Fachleute der Beschwerdegegnerin mit der richtigen Anpassung der
Ergänzungsleistung überfordert gewesen seien, dann dürfe ihm als Laien keine grobe
Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. Oktober 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Sie verwies auf die Erwägungen im angefochtenen
B.b.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat die Ergänzungsleistung rückwirkend per 1. Oktober 2013
korrigiert und die zu viel ausgerichteten Ergänzungsleistungen zurückgefordert. Aus
nicht nachvollziehbaren Gründen hat sie die Rückforderung der zu viel ausgerichteten
Ergänzungsleistungen auf zwei Verfügungen aufgeteilt. Sie hat also am 17. Juli 2017
nicht eine, sondern zwei Verfügungen erlassen, von denen die eine die rückwirkende
Korrektur der Ergänzungsleistung sowie einen Teil der Rückforderung und die andere
den anderen Teil der Rückforderung angeordnet hat. Der Beschwerdeführer hat –
dieser Aufteilung der Rückforderung auf zwei Verfügungen folgend – zwei
Erlassgesuche gestellt, die Beschwerdegegnerin hat die beiden Erlassverfahren dann
aber vereinigt und gemeinsam mit einer Verfügung abgeschlossen, was korrekt
gewesen sein dürfte, weil es wohl falsch gewesen war, die Rückforderung zeitlich in
zwei Teile zu trennen. Dementsprechend hat der Beschwerdeführer in der Folge nur
eine Einsprache erhoben, die auch mit nur einem Entscheid behandelt worden ist. Den
(einzigen) Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet folglich die Frage, ob
der Beschwerdeführer einen Anspruch auf einen Erlass der Gesamtrückforderung von
45’541 Franken hat.
2.
Gemäss dem Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG gilt im Sozialversicherungsrecht der
Grundsatz, dass unrechtmässig bezogene Leistungen zurückerstattet werden müssen.
Dieser Grundsatz bezweckt die Durchsetzung des Legalitätsprinzips und des
Einspracheentscheid und sie hielt ergänzend fest, der Beschwerdeführer habe am 9.
Oktober 2014 nur auf die Auszahlung einer Kapitalleistung, aber nicht auf seinen
Rentenanspruch hingewiesen. Lediglich den Beilagen habe sich ein Hinweis auf einen
Rentenbezug entnehmen lassen. Diesen habe die Sachbearbeiterin aber übersehen,
und zwar teilweise deshalb, weil sie sich von den Ausführungen des
Beschwerdeführers habe irreleiten lassen und davon ausgegangen sei, dieser habe nur
eine Kapitalauszahlung erhalten. Der Beschwerdeführer habe seine Melde- und
Kontrollpflicht also keineswegs sorgfältig erfüllt.
Der Beschwerdeführer liess am 5. November 2018 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 7).
B.c.
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Gleichbehandlungsgebotes, denn er sorgt dafür, dass eine versicherte Person, die
unrechtmässig Leistungen bezogen hat (also Leistungen erhalten hat, auf die sie von
Gesetzes wegen keinen Anspruch gehabt hat), diese Leistungen zurückerstatten muss.
Damit wird der Betrag der tatsächlich bezogenen Leistungen nachträglich auf das
gesetzlich vorgesehene Mass herabgesetzt, was dem Legalitätsprinzip zum
Durchbruch verhilft. Weil damit zugleich auch sichergestellt wird, dass der versicherten
Person nicht mehr Leistungen verbleiben, als es ihrem gesetzlich anerkannten
objektiven Leistungsbedarf entspricht, wird eine (gesetzwidrige) Besserstellung dieser
versicherten Person rückgängig gemacht, was dem Gleichbehandlungsgebot zum
Durchbruch verhilft. Ohne den im Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG verankerten Grundsatz
der Pflicht zur Rückerstattung von unrechtmässig bezogenen Leistungen könnte die
tatsächliche gesetzwidrige Besserstellung einer einzelnen versicherten Person
gegenüber allen anderen Versicherten, die „nur“ die ihnen von Gesetzes wegen
zustehenden Leistungen bezogen haben, nicht beseitigt werden. Nun sieht der Art. 25
Abs. 1 Satz 2 ATSG aber eine Ausnahme vom Grundsatz des Art. 25 Abs. 1 Satz 1
ATSG vor, nämlich den Erlass einer Rückforderung, wenn die fraglichen Leistungen in
gutem Glauben bezogen worden sind und wenn die Rückforderung zu einer grossen
Härte führen würde. Weil der Erlass einer Rückforderung nach dem oben Ausgeführten
eine systemwidrige Durchbrechung des auf die Verwirklichung des Legalitätsprinzips
und des Gleichbehandlungsgebotes abzielenden Rückerstattungsgrundsatzes abzielt,
muss bei der Prüfung der Erlassvoraussetzungen ein strenger Massstab angelegt
werden, denn ansonsten bestünde die Gefahr einer Ausweitung des
Anwendungsbereiches der an sich systemwidrigen Erlassmöglichkeit. Nach der
bundesgerichtlichen Auffassung reicht die eigentliche Gutgläubigkeit beim
unrechtmässigen Leistungsbezug (bei einer gleichzeitigen grossen Härte) für sich allein
noch nicht für die Bewilligung eines Erlasses aus. Es genügt also nicht, wenn ein
Leistungsbezüger nicht um die Unrechtmässigkeit seines Leistungsbezuges gewusst
hat. Nach der bundesgerichtlichen Auffassung ist zusätzlich erforderlich, dass der
Leistungsbezüger nicht um die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezuges hat wissen
können und dass er die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezuges nicht durch eine
Sorgfaltspflichtverletzung (mit-) verursacht hat. Im Vordergrund steht dabei die
Erfüllung der Melde- und der Kontrollpflicht, die nach der bundesgerichtlichen
Auffassung sehr weit geht: Von einem EL-Bezüger wird nicht nur verlangt, dass er
sämtliche Sachverhaltsveränderungen unverzüglich meldet, sondern auch, dass er den
Empfang und die korrekte „Verarbeitung“ dieser Meldungen kontrolliert. Insbesondere
muss er kontrollieren, ob die Berechnung der Ergänzungsleistung richtig ausgefallen
ist. Nach der bundesgerichtlichen Terminologie kann bei einer Verletzung dieser
Sorgfaltspflichten zwar ein gutgläubiger Leistungsbezug vorliegen, aber die versicherte
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Person darf sich nicht auf den guten Glauben „berufen“ (vgl. statt vieler BGE 138 V 218
E. 4 S. 220 f. mit Hinweisen).
3.
Wenn eine Rückforderung – wie hier – mehrere Ursachen hat und sich deshalb aus
mehreren Teilen zusammensetzt, die lediglich aus verfahrensökonomischen Gründen
zusammengefasst worden sind, ist für jede Teilrückforderung anhand der jeweiligen
Ursache zu prüfen, ob die Erlassvoraussetzungen erfüllt sind. Andernfalls bestünde die
Gefahr, dass der Entscheid über den Erlass einer – in der Regel der „gewichtigsten“ –
Teilrückforderung den Entscheid über den Erlass der übrigen Teilrückforderungen
„präjudizieren“ und deshalb möglicherweise anders ausfallen würde, als wenn der
Erlass jeder Teilrückforderung für sich allein geprüft worden wäre (vgl. dazu SVR 2018
EL Nr. 16).
3.1.
Bezüglich jenes Teils der Rückforderung, der aus der zunächst versehentlich
unterbliebenen Nichtanrechnung der Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge
resultiert hat, haben offenbar beide Parteien übersehen, dass die Frage nach der
Erfüllung der Melde- und Kontrollpflicht nicht relevant ist. Der Beschwerdeführer hat
den entsprechenden Teil der Ergänzungsleistung nämlich zum Vorneherein gar nicht
gutgläubig beziehen können, weil die Beschwerdeführerin bereits in der ursprünglichen
leistungszusprechenden Verfügung vom 30. November 2013 explizit darauf
hingewiesen hatte, dass sie sich die Rückforderung eines Teils der Ergänzungsleistung
für den Fall vorbehalte, dass dem Beschwerdeführer doch noch eine Invalidenrente aus
der beruflichen Vorsorge zugesprochen werde. Ob ein solcher Vorbehalt rechtmässig
gewesen ist oder ob es in dieser Situation nicht richtig gewesen wäre, erst nach dem
rechtskräftigen Abschluss des Klageverfahrens betreffend allfällige Leistungen aus der
beruflichen Vorsorge über das Leistungsbegehren zu entscheiden (vgl. dazu statt vieler
den Entscheid EL 2019/42 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 30. Oktober
2019, E. 2), kann hier offen bleiben, weil die Verfügung vom 30. November 2013 mit
dem Vorbehalt formell rechtskräftig und damit verbindlich geworden ist. Der
Beschwerdeführer hat also von Beginn weg damit rechnen müssen, dass die
Beschwerdegegnerin einen Teil der Ergänzungsleistung zurückfordern werde, sofern
ihm rückwirkend eine Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge zugesprochen
würde. Hinzu kommt, dass es sich bei der entsprechenden Rückforderung nicht um
eine „klassische“ Rückforderung, sondern um eine koordinationsrechtlich begründete
Rückforderung infolge einer Rentennachzahlung gehandelt hat, worauf ein
Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin in einer internen Notiz vom 13. Juni 2018
völlig zu Recht hingewiesen hat. In solchen Fällen orientiert sich die Rechtsanwendung
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
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praxisgemäss nicht am Wortlaut der massgebenden ELG-Bestimmungen, denn das
hätte zur Folge, dass die neu zugesprochene Rente nur für die Zukunft, also nur für die
Zeit nach der tatsächlichen Rentenzusprache, aber nicht für den Zeitraum zwischen
dem (in der Vergangenheit liegenden) Zeitpunkt der Entstehung des Rentenanspruchs
und dem Zeitpunkt der tatsächlichen Rentenzusprache als Einnahme angerechnet
würde. Für den vergangenen Zeitraum entstünde dadurch eine Überentschädigung,
denn der EL-Bezüger erhielte die neu zugesprochene Rente in der Form einer
Nachzahlung, aber er könnte zugleich auch die (ohne die später zugesprochene Rente
berechnete) zu hohe Ergänzungsleistung behalten. Die Anrechnung der Nachzahlung
als Vermögenszuwachs würde diese Überentschädigung gar nicht oder nur in einem
geringfügigen Ausmass beseitigen. In der Verwaltungspraxis wird im Umstand, dass
das ELG keine Bestimmung enthält, die die Vermeidung einer solchen
Überentschädigung ausdrücklich erlauben würde, eine ausfüllungsbedürftige Lücke
erblickt. Diese Lücke wird so gefüllt, dass nicht auf den realen Sachverhalt
(Ausrichtung der Rente erst ab dem Zeitpunkt der tatsächlichen Zusprache) abgestellt,
sondern fingiert wird, die Rentenzusprache sei rechtzeitig, das heisst unmittelbar auf
den (in der Vergangenheit liegenden) Wirkungszeitpunkt der Rentenzusprache und
nicht „verspätet“ erfolgt. Diese Fiktion wirkt sich so aus, dass dem EL-Bezüger
unterstellt wird, er habe die Rente bereits in der Vergangenheit bezogen. Das erlaubt
es, die Ergänzungsleistung rückwirkend, das heisst auf den Zeitpunkt, in dem die
Rentenzusprache wirksam geworden ist, revisionsweise im Umfang dieser Rente
herabzusetzen. Daraus resultiert eine koordinationsrechtlich begründete Rückforderung
der zwischen dem Wirkungszeitpunkt der Rentenzusprache und dem Zeitpunkt der
entsprechenden Mitteilung betreffend die Rentenzusprache zu Unrecht ausgerichteten
Ergänzungsleistungen. Diese EL-Rückforderung entspricht im Normalfall dem Betrag
der Rentennachzahlung und kann deshalb mit dieser verrechnet werden. Mit der
Fiktion der rechtzeitigen (also nicht verspäteten) Rentenzusprache wird somit erreicht,
dass der EL-Bezüger für den gesamten massgebenden Zeitraum insgesamt nur jene
Ergänzungsleistung erhält, die seinem tatsächlichen Existenzbedarf entspricht. Durch
diese Fiktion wird jene stossende Ungleichbehandlung verhindert, die in einer rein
zufällig auftretenden EL-spezifischen Überentschädigung in Einzelfällen bestehen
würde (vgl. statt vieler den Entscheid EL 2017/20 des St. Galler Versicherungsgerichtes
vom 21. November 2018, E. 3, mit Hinweisen). Nun müsste aber in solchen Fällen wohl
fast immer ein Erlass der Rückforderung bewilligt werden, wenn eine grosse Härte
vorläge, weil die Rückforderung ja aus einer Fiktion resultiert, die der EL-Bezüger beim
besten Willen nicht hat kommen sehen können. Bis zum Zeitpunkt der „verspäteten“
Rentenzusprache hat der EL-Bezüger nämlich in aller Regel (wenn nicht – wie hier – ein
Vorbehalt gemacht worden war) die bisherige Ergänzungsleistung gutgläubig bezogen.
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Ihm kann regelmässig auch keine Verletzung einer Sorgfaltspflicht vorgeworfen
werden, weil es im Normalfall keine Sorgfaltspflichten zu erfüllen gibt, bevor die Rente
zugesprochen wird. Bei einer auf einer Fiktion beruhenden, koordinationsrechtlich
begründeten Rückforderung würde die Erlassmöglichkeit folglich in den allermeisten
Fällen die Wirkung der soeben dargestellten Koordinationslösung vereiteln. Deshalb
muss ein Erlass in solchen Fällen zum Vorneherein ausgeschlossen sein (vgl. auch den
Entscheid EL 2016/47 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 31. Januar 2018, E.
1.5.2).
Jener Teil der Rückforderung, der aus der zunächst versehentlich unterbliebenen
Anpassung der Ergänzungsleistung an die laufenden Reduktionen des
Hypothekarzinses resultiert hat, ist eindeutig auf eine Verletzung der Meldepflicht durch
den Beschwerdeführer zurückzuführen. Diesem ist der jeweilige effektive Betrag des
Hypothekarzinses bestens bekannt gewesen, weil diese Zinspflicht – in einer finanziell
angespannten Situation – einen wesentlichen Teil seiner laufenden Ausgaben
ausgemacht hat. Infolge einer teilweisen Amortisation der Hypothekarschuld hat sich
der Hypothekarzins insbesondere vom Jahr 2014 auf das Jahr 2015 erheblich
reduziert, nämlich von 11’237.35 Franken auf 4’290.25 Franken. Der Beschwerdeführer
hat zwar jeweils nur die Hälfte des Hypothekarzinses bezahlen müssen, weil er nur zur
Hälfte an der Liegenschaft beteiligt gewesen ist, aber trotzdem muss ihm der
Rückgang der Zinsbelastung von rund 470 Franken pro Monat auf lediglich noch rund
180 Franken pro Monat aufgefallen sein. Angesichts der wiederholten Hinweise auf
seine Meldepflicht in sämtlichen Verfügungen hat ihm bewusst sein müssen, dass er
diese und auch die weiteren Zinsreduktionen jeweils unverzüglich melden musste.
Folglich hat er bezüglich der Reduktionen des Hypothekarzinses mehrmals seine
Meldepflicht in grober Weise verletzt. Zudem hat er auch seine Kontrollpflicht verletzt,
denn bei der Durchsicht der Berechnungsblätter hätte ihm auffallen müssen, dass
weiterhin der zu hohe Hypothekarzins von 5’817 Franken angerechnet worden war,
obwohl der von ihm effektiv bezahlte (anteilige) Hypothekarzins zwischenzeitlich
wesentlich tiefer gewesen war. Dass der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin
nicht darauf aufmerksam gemacht hat, kann nur mit einer unterbliebenen Meldung der
bei einer zumutbaren Kontrolle festgestellten Diskrepanz oder mit einer unterbliebenen
Kontrolle der Berechnungsblätter erklärt werden. So oder anders hat der
Beschwerdeführer seine Sorgfaltspflicht in grober Weise verletzt. Der aus den
Reduktionen des Hypothekarzinses resultierende Teil der Rückforderung kann folglich
mangels guten Glaubens selbst dann nicht erlassen werden, wenn die entsprechende
(Teil-) Rückerstattung für den Beschwerdeführer eine grosse Härte bedeuten würde.
3.3.
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4.
Zusammenfassend erweisen sich der im angefochtenen Einspracheentscheid gewährte
Erlass eines Teils der Rückforderung im Betrag von 2’774 Franken und die
Verweigerung des Erlasses des übrigen Teils der Rückforderung als rechtmässig. Die
Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit.
Der Beschwerdeführer hat im Januar 2014 sein 60. Altersjahr vollendet. Gestützt
auf den Art. 16 Abs. 1 FZV hätte er ab Januar 2014 sein Alterskapital aus der
beruflichen Vorsorge beziehen können. Die Beschwerdegegnerin hat dieses Kapital
deshalb bei der rückwirkenden, wiedererwägungsweisen Korrektur der früheren
Verfügungen zu Recht in Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG in Verbindung mit
dem Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG als einen verzehrbaren hypothetischen
Vermögensbestandteil berücksichtigt, was sich allerdings aufgrund der Schulden des
Beschwerdeführers und des Vermögensfreibetrages nicht auf die
Anspruchsberechnung ausgewirkt hat. Zusätzlich hat die Beschwerdeführerin aber
gestützt auf den Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG auch den (vergleichsweise hohen) Zinsertrag
berücksichtigt, die das – nicht bezogene – gebundene Vorsorgekapital (weiterhin)
abgeworfen hat. Das dürfte wohl nicht richtig gewesen sein, weil die Fiktion der
Auszahlung zwingend mit der Fiktion einhergeht, dass der Beschwerdeführer das
Kapital („ungebunden“) anderweitig vernünftig angelegt hat, womit es bei der heutigen
Zinslage aber praktisch keinen Zinsertrag mehr abgeworfen hätte. Die
Korrekturverfügung, mit der die Beschwerdegegnerin neu sowohl das Kapital als
verzehrbares Vermögen als auch den (hohen) Zinsertrag des gebundenen
Vorsorgekapitals berücksichtigt hat, ist aber formell rechtskräftig und damit verbindlich
geworden. Dem Beschwerdeführer kann allerdings nicht der Vorwurf gemacht werden,
dass er bereits davor hätte erkennen müssen, dass das Vorsorgekapital als
verzehrbares Vermögen und zugleich der hohe Zinsertrag des gebundenen
Vorsorgekapitals (der ja nie ausbezahlt, sondern zum gebundenen Vermögen addiert
worden ist) als Einnahme hätte angerechnet werden müssen. Der Beschwerdeführer
hat folglich die ohne die Anrechnung jener Zinsen berechnete Ergänzungsleistung
gutgläubig bezogen und er hat auch keine Sorgfaltspflichten verletzt, was die
„Berufung“ auf den guten Glauben ausschliessen würde. Der Erlass jenes Teils der
Rückforderung, der seinen Grund in den nachträglich berücksichtigten Zinsen des
Freizügigkeitskapitals findet, erweist sich damit als rechtmässig. Die von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung des entsprechenden Teilbetrages
der Rückforderung ist ebenfalls korrekt.
3.4.
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a ATSG). Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.