Decision ID: e90df340-2f68-55ac-a111-4ad2312ec11a
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 27. Februar 2013 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Am 13. Juni 2012 war der bei der B._ AG
(nachfolgend: Arbeitgeberin) als Chauffeur/Doorman und nebenbei als Landwirt tätige
Versicherte (vgl. IV-act. 18, 33, 97) mit dem Motorrad in eine Kollision mit einem
Personenwagen verwickelt gewesen (IV-act. 9). Die erstbehandelnden Ärzte des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), wo er sich vom 13. bis 22. Juni 2012 stationär
befunden hatte, hatten mit Austrittsbericht vom 25. Juni 2012 eine 2-Etagen
Femurfraktur links mit dislozierter pertrochantärer sowie Femurschaftfraktur links, eine
Berstungsfraktur des Brustwirbelkörpers (BWK) 6, eine distale, mehrfragmentäre
Radiusfraktur rechts sowie ein Supinationstrauma des oberen Sprunggelenks (OSG)
links mit Verdacht auf fibulotalare Bandläsion diagnostiziert. Am Unfalltag war eine
geschlossene Reposition und Osteosynthese der pertrochantären und
Femurschaftfraktur links mit langem Gammanagel und eine palmare
Plattenosteosynthese der distalen Radiusfraktur rechts durchgeführt worden. Die
behandelnden Ärzte des KSSG hatten den Versicherten vom 13. Juni bis 25. Juli 2012
als zu 100% arbeitsunfähig erachtet (vgl. Fremdakten 1-53 ff.). Vom 22. Juni bis 4. Juli
2012 hatte er sich stationär im Rehabilitationszentrum Valens befunden und war
danach weiterhin zu 100% arbeitsunfähig (Fremdakten 1-41 f., 1-35 f.).
A.b Ab 1. November 2012 hatte der Versicherte seine Tätigkeit bei der Arbeitgeberin
zu 10% wieder aufgenommen und das Pensum per 1. Januar 2013 auf 30% erhöht (IV-
act. 18, Fremdakten 1-1, vgl. IV-act. 20-11 ff., IV-act. 104-54 f.). Zur Stimulation der
Kallusbildung im Bereich des Femurschaftes war am 2. November 2012 der statische
Verriegelungsbolzen operativ entfernt worden (Fremdakten 1-18, 1-20 f.). PD Dr. med.
C._, Arzt Orthopädie, Klinik D._, äusserte am 1. März 2013 den Verdacht auf eine
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verzögerte Heilung respektive beginnende Pseudarthrose der intertrochantären Region
rechts (IV-act. 10, vgl. bezüglich verzögerter Heilung auch IV-act. 20-9 ff., Fremdakten
1-7).
A.c Am 29. April 2013 berichtete Dr. med. E._, Leiter Wirbelsäulenchirurgie der Klinik
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG,
unter anderem über einen anamnestisch vor 14 Tagen neu aufgetretenen Schmerz im
Bereich der rechten Kniekehle, welcher teilweise in die Wade ausstrahle. Inspektorisch
zeige sich ein minimer Kniegelenkserguss rechts und ein leichter
Kompressionsschmerz der rechten Wade (IV-act. 19-9 f.). Aufgrund einer Ruptur des
medialen Meniskus sowie einer Knorpelschädigung femoropatellär und femorotibial
rechts (vgl. Fremdakten 2-80 f.) unterzog sich der Versicherte am 11. Juni 2013 einer
arthroskopischen Teilmeniskektomie (Fremdakten 2-67).
A.d Ab 1. Mai 2013 hatte der Versicherte sein Arbeitspensum auf 50% erhöht (IV-act.
23, vgl. IV-act. 59-11; im Juli/August 2013 vorübergehende Erhöhung auf 75%, vgl. IV-
act. 59-13, Fremdakten 2-52). Dr. med. F._, Physikalische Medizin und Rehabilitation
FMH, Medizinisches Zentrum G._, hatte in seinem Bericht vom 1. Mai 2013
befunden, es sei noch von einem längeren Heilungsverlauf von ca. 4-6 Monaten
auszugehen. Möglicherweise sei auch eine Reoperation des linken Femurs notwendig.
Danach sollte der Versicherte beschwerdefrei und normal belastbar sein. Die bisherige
Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar, die Belastbarkeit sollte in den
folgenden Monaten weiter bis auf 100% gesteigert werden können (IV-act. 19-3 ff.).
A.e Am 7. November 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie übernehme die
Kosten für zwei Paar Arbeitsschuhe und gewähre Beratung und Unterstützung beim
Arbeitsplatzerhalt (IV-act. 43 f.).
A.f Im Februar 2014 beauftragte der Unfallversicherer des Versicherten, die ÖKK
Kranken- und Unfallversicherung AG (nachfolgend: ÖKK), Dr. med. H._, Facharzt
Allgemeine Innere Medizin FMH, mit einer Aktenbeurteilung. Dieser befand am 10. April
2014, der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht, da die knöcherne
Konsolidierung des pertrochantären Abschnitts der linksseitigen Femurfraktur bis
zuletzt noch immer nicht abgeschlossen gewesen sei. Die attestierte 50%ige
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Arbeitsunfähigkeit erscheine ihm nachvollziehbar. Eine verbleibende unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit wäre nach endgültiger Konsolidierung oder Defektheilung der
Femurfraktur im Rahmen einer Abschlussbegutachtung zu klären (Fremdakten 3-2 ff.).
A.g Am 2. Mai 2014 wurde im KSSG der lange Gammanagels links und das
Osteosynthesematerial am distalen Radius entfernt. Die behandelnden Ärzte
erachteten den Versicherten vom 2. bis 16. Mai 2014 als zu 100% arbeitsunfähig (IV-
act. 72, IV-act. 104-41 ff.).
A.h Im Auftrag der ÖKK (vgl. IV-act. 78) wurde der Versicherte im Dezember 2014
durch Ärzte der MEDAS Ostschweiz polydisziplinär (rheumatologisch, psychiatrisch,
orthopädisch, neurologisch) abgeklärt. Mit Gutachten vom 29. Januar 2015 (die
ursprüngliche Version vom 19. Januar 2015 enthielt eine falsche Datumsangabe; vgl.
Fremdakten 6-2 ff., 7-12, 7-74) listeten diese als Diagnosen mit Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ein thorakales Schmerzsyndrom, eine endgradige
Bewegungseinschränkung und Schmerzen im rechten Handgelenk, ein residuelles
Schmerzsyndrom inguinal links und (am) Trochanter links ohne Funktionsstörung,
belastungsabhängige Beschwerden ohne Funktionsstörung nach Supinationstrauma
OSG links, einen anamnestisch rezidivierenden Kniegelenkserguss rechts und
rechtsbetonte belastungskorrelierte Gonalgien sowie ein chronisches
thorakovertebrales und anamnestisch lumbovertebrales bis -spondylogenes Syndrom
bei deutlichen degenerativen Veränderungen auf. Sie befanden, aus orthopädisch/
rheumatologischer Sicht bestünden Beeinträchtigungen durch die Notwendigkeit
vermehrter Pausen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (bei der Arbeitgeberin und als
Landwirt), welche adaptiert sei, bestehe seit Ende 2012 eine zunehmende
Arbeitsfähigkeit. Spätestens seit dem Gutachtenszeitpunkt sei von einer Einschränkung
des Rendements von etwa 20% bei voller Präsenz auszugehen (Fremdakten 7-13 ff.,
7-62 f., 7-67 f.). RAD-Arzt Dr. med. I._ befand am 26. Januar 2015, auf das
umfassende, schlüssige und widerspruchsfreie Gutachten könne abgestellt werden (IV-
act. 79-4). Auf Nachfrage der ÖKK (vgl. Fremdakten 7-3) nahmen die MEDAS-
Gutachter am 18. Februar und 26. Mai 2015 Stellung zu aus Sicht der ÖKK
aufgetretenen Unklarheiten bzw. unbeantworteten Fragen (Fremdakten 7-7 f., 8-2 ff.).
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A.i Am 20. März 2015 beurteilte Dr. med. J._, Facharzt für Radiologie, nach
radiologischer Untersuchung des rechten Knies, es bestehe eine unveränderte
Chondropathie Grad II und eine progrediente Auftreibung des vorderen Kreuzbandes
mit Signalalteration. Da dem Versicherten kein Trauma erinnerlich sei und das Bild nicht
auf eine Ruptur hinweise, könnte es sich möglicherweise um einen desmoiden Tumor
des vorderen Kreuzbandes handeln (IV-act. 104-21, vgl. Bericht der Zytologie in
Fremdakten 8-10). Dieser Verdacht wurde in der Folge jedoch entkräftet und die
behandelnden Ärzte des KSSG befanden am 25. Juni 2015, die chronischen
Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks liessen sich durchaus durch die
retropatelläre sowie mediale Chondropathie erklären (IV-act. 104-4 ff., vgl. IV-act.
104-10 ff., Fremdakten 8-10).
A.j Mit Mitteilung vom 28. September 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
um berufliche Massnahmen ab, da der Versicherte aktuell im Teilpensum von 60% bei
seiner bisherigen Arbeitgeberin tätig und eine weitere Steigerung nicht vorgesehen sei
(IV-act. 90). Per 1. Oktober 2015 erhöhte der Versicherte sein Arbeitspensum dennoch
auf 70% (vgl. IV-act. 96-2, 99, Fremdakten 9-7 f.).
A.k Am 29. September 2015 hatten die behandelnden Ärzte des KSSG über ein
Tractus-Springen über dem Trochanter major links berichtet. Diese Symptomatik
könnte durch eine Tractus-Z-Plastik behoben werden, der Versicherte habe sich jedoch
noch nicht für die Operation entschieden (IV-act. 104-1 f.). Dr. med. K._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, schätzte den Versicherten mit Bericht vom 16. Dezember
2015 als zu 70% arbeitsfähig ein (vgl. IV-act. 105). RAD-Arzt Dr. I._ befand am 28.
Dezember 2015, medizinisch-theoretisch sei davon auszugehen, dass dem
Versicherten eine optimal adaptierte Tätigkeit zu 100% zumutbar sei. Eine signifikante
Verbesserung des Zustandsbildes sei nicht zu erwarten (IV-act. 108-3).
A.l Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0% in Aussicht (IV-
act. 110). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. D.
Quinter, Chur, am 11. Februar 2016 Einwand (IV-act. 112). Am 14. März 2016 verfügte
die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 114).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 14. März 2016 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 29. April 2016. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin
vertreten durch Rechtsanwalt Quinter, beantragt darin deren Aufhebung und die
Zusprache der ihm gesetzlich zustehenden IV-Leistungen mit Wirkung ab 1. März 2015
basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%; unter gerichtlicher und
aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Er macht geltend, die
Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens sei in wesentlichen Punkten
fraglich. Gravierend komme hinzu, dass er anlässlich der Begutachtung unter
Medikation in Form von cortisonhaltigen Infiltrationen ins rechte Knie und in die
Wirbelsäule gestanden habe, welche den ursprünglichen Zustand wie Schwellungen
und Schmerzen deutlich herabgesetzt habe. Dr. H._ habe im Gegensatz zu den
MEDAS-Gutachtern in seiner Aktenbeurteilung vom April 2014 festgehalten, die
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit sei nachvollziehbar. Seither habe sich der
Gesundheitszustand nicht verbessert, weshalb die Einschätzung der MEDAS nicht
nachvollziehbar sei (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2016 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, das MEDAS-
Gutachten sei beweiskräftig. Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer unter dem
Einfluss von cortisonhaltigen Infiltrationen gestanden sei, komme keine Bedeutung zu.
Auf die Beurteilung von Dr. H._ sei dagegen nicht abzustellen. Die Verfügung erweise
sich im Ergebnis als rechtmässig (act. G4).
B.c In seiner Replik vom 8. Juli 2016 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten (act. G6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik (vgl. act. G8).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.
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1.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
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Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene
Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht vorwiegend
auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 29. Januar 2015 (Fremdakten 7-13 ff.).
Der Beschwerdeführer spricht diesem die Beweiskraft ab und hält ihm insbesondere
die davon abweichende Einschätzung von Dr. H._ entgegen (vgl. act. G1, G6).
2.1 Die MEDAS-Gutachter listeten als Diagnosen mit Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ein thorakales Schmerzsyndrom nach BWK 6-Berstungsfraktur, eine
endgradige Bewegungseinschränkung und Schmerzen im rechten Handgelenk, ein
residuelles Schmerzsyndrom inguinal links und (am) Trochanter links ohne
Funktionsstörung, belastungsabhängige Beschwerden ohne Funktionsstörung nach
Supinationstrauma OSG links, einen anamnestisch rezidivierenden Kniegelenkserguss
rechts und rechtsbetonte belastungskorrelierte Gonalgien sowie ein chronisches
thorakovertebrales und anamnestisch lumbovertebrales bis -spondylogenes Syndrom
bei deutlichen degenerativen Veränderungen fest. Sie befanden, aus orthopädisch/
rheumatologischer Sicht bestünden Beeinträchtigungen durch die Notwendigkeit
vermehrter Pausen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (bei der Arbeitgeberin und als
Landwirt), welche adaptiert sei, bestehe seit Ende 2012 eine zunehmende
Arbeitsfähigkeit, spätestens seit dem Gutachtenszeitpunkt sei von einer Einschränkung
des Rendements von etwa 20% bei voller Präsenz auszugehen (Fremdakten 7-13 ff.,
vgl. Fremdakten 7-7 f., 8-2 ff.).
2.2 Im Gegensatz zur umfassenden MEDAS-Abklärung mit persönlicher Untersuchung
des Beschwerdeführers hatte Dr. H._ am 10. April 2014 eine Aktenbeurteilung
erstellt. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht (act. G4), nahm Dr. H._
keine eigentliche eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung vor, sondern befand entsprechend
der Fragestellung der ÖKK (“aktuell beträgt die Arbeitsfähigkeit 50%“), die attestierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit erscheine nachvollziehbar (Fremdakten 3-55). Dabei
orientierte er sich offensichtlich am damals vom Beschwerdeführer tatsächlich
geleisteten Arbeitspensum von 50% (vgl. IV-act. 23). Zudem hielt Dr. H._ selbst fest,
es seien weitere Abklärungen und eine abschliessende Begutachtung nötig. Er war der
Ansicht, es wäre noch zu klären, weshalb eine nächtliche Sehbehinderung den
Versicherten an der Chauffeurtätigkeit behindert habe. Dies wäre nämlich ein
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unfallfremder Anteil der Arbeitsunfähigkeit, dessen Höhe zu bestimmen wäre. Auch der
unfallfremde Anteil des rechten Knies sei abklärungsbedürftig. Hinsichtlich der
Femurfraktur könne er noch keinen stabilen Zustand erkennen, der eine inskünftig
geltende Beurteilung zuliesse. Zu erwarten sei die endgültige Konsolidierung oder
Defektheilung bis Frühsommer 2014. Folglich wäre eine verbleibende unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit im Rahmen einer Abschlussbegutachtung zu klären (Fremdakten
3-55). Auf die Beurteilung von Dr. H._ betreffend Arbeitsfähigkeit kann insoweit nicht
abgestellt werden, als verschiedene Fragen noch abklärungsbedürftig waren. Zudem
lagen zwischen der Beurteilung von Dr. H._ bzw. dem neuesten von ihm
berücksichtigten Aktenstück vom 5. Februar 2014 (vgl. Fremdakten 3-2 ff., insb. 3-37)
und der Abklärung durch die MEDAS Ostschweiz im Dezember 2014 zehn Monate. In
diesem Zeitraum erfolgte die Entfernung des langen Gammanagels links und des
Osteosynthesematerials am distalen Radius sowie Infiltrationen der Facettengelenke
L5/S1 bzw. C6/7 (IV-act. 72, IV-act. 104-41, Fremdakten 2-21, 4-4, 7-79). Vor diesem
Hintergrund erscheint entgegen dem Standpunkt des Beschwerdeführers (vgl. act. G1)
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bis zur MEDAS-Begutachtung als plausibel.
Auch ist die Aussage des Beschwerdeführers, wonach die von Dr. H._ erwähnten
Sprunggelenks- und Hüftbeschwerden durch die Gutachter nicht berücksichtigt
worden seien, nicht nachvollziehbar. Als Hauptdiagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit führten sie sowohl ein residuelles Schmerzsyndrom inguinal links und
(am) Trochanter links ohne Funktionsstörung nach dislozierter pertrochantärer
Femurfraktur und Femurschaftfraktur links als auch belastungsabhängige Beschwerden
ohne Funktionsstörung nach Supinationstrauma des OSG links auf (Fremdakten 7-62
f., vgl. Fremdakten 7-533). Schliesslich fassten die MEDAS-Gutachter die vorherigen
Beurteilungen, insbesondere auch das Gutachten von Dr. H._, zusammen und hielten
fest, aus medizinischer Sicht ergäben sich keine Widersprüche aus der Aktenlage
(Fremdakten 7-65 f.). Die Einschätzung von Dr. H._ ist damit insgesamt nicht
geeignet, das spätere polydisziplinäre MEDAS-Gutachten in Frage zu stellen.
2.3 Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, er sei anlässlich der Untersuchung
durch die MEDAS-Gutachter unter Einfluss durch cortisonhaltige Infiltrationen ins
rechte Knie und die Lendenwirbelsäule gestanden, welche die Schwellungen und
Schmerzen deutlich herabgesetzt hätten (act. G1). Der Beschwerdeführer legt nicht
weiter dar, um welche Infiltrationen es sich dabei gehandelt haben soll. Die letzte
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aktenkundig bekannte Infiltration vor der Begutachtung fand am 18. November 2014
statt und betraf das Facettengelenk C6/7 (Fremdakten 7-79). Eine Infiltration des Knies
ist nicht dokumentiert. Inwiefern eine Infiltration die klinische und vor allem die
röntgenologische Untersuchung der MEDAS-Gutachter beeinflusst haben soll, ist nicht
bekannt. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Schmerzen im Bereich des
BWK 6 seien infolge der Infiltration geringer gewesen, ist zu bemerken, dass die
MEDAS-Gutachter Kenntnis von der Behandlung hatten (vgl. Fremdakten 7-48) und
diese bei ihrer Beurteilung entsprechend berücksichtigten. Sowohl das thorakale, das
chronische thorakovertebrale und anamnestisch lumbovertebrale bis -spondylogene
Syndrom, wie auch der anamnestisch beklagte rezidivierende Kniegelenkserguss
rechts und die rechtsbetonten belastungskorrelierten Gonalgien listeten sie als
Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf (vgl. Fremdakten
7-62 f.). Die später festgestellte Chondropathie als Ursache für die chronischen
Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks (vgl. IV-act. 104-4 ff., 104-10 f.,
104-21) äussert sich vor allem durch Schmerzen beim Aufrichten aus der Hocke, einem
Patellaverschiebeschmerz sowie allenfalls durch eine Kapselschwellung und einen
Gelenkerguss (PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 329).
Die Hauptsymptome der Chondropathie in Form von Schmerzen und des
Gelenkergusses wurden durch die MEDAS-Gutachter bereits berücksichtigt. Darüber
hinausgehende Einschränkungen mit weitergehender Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit sind nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
2.4 Weiter erwähnt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde eine “einen
Knorpelvorsprung beim Gehen regelmässig überspringende Sehne“, welche schmerze
und auch sonst sehr unangenehm sei (act. G1). Dr. Grob hatte diesbezüglich am 29.
September 2015 ein Tractus-Springen über dem Trochanter major links diagnostiziert
(IV-act. 104-1 f.). Die Symptomatik war zum Zeitpunkt des MEDAS-Gutachtens noch
nicht bekannt und wurde folglich von den Gutachtern nicht berücksichtigt. Die
Gammanagelosteosynthese und die Entfernung des Gammanagels als (Teil-)auslöser
der Symptomatik waren den Gutachtern hingegen bekannt. Auch berücksichtigten sie
ein residuelles Schmerzsyndrom inguinal links und (am) Trochanter links sowie
belastungsabhängige Beschwerden nach Supinationstrauma OSG links (Fremdakten
7-62 f.). Es ist nicht davon auszugehen, dass das später aufgetretene Tractus-Springen
und die damit verbundenen Schmerzen über die bereits berücksichtigten Beschwerden
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des Oberschenkels bzw. der Hüfte hinaus Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
haben.
2.5 Inwiefern die MEDAS-Gutachter den erhobenen Befunden bei der Beurteilung der
körperlichen Belastbarkeit und der Arbeitsfähigkeit keine bzw. nicht genug Rechnung
getragen haben sollten, ist – entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (act
G1) – nicht ersichtlich. So befanden die Gutachter, körperliche Schwerstarbeiten,
dauerndes Schleppen über 15 kg, dauernde Zwangshaltungen und häufiges Besteigen
von Gerüsten oder Leitern dürften dem Beschwerdeführer nicht zugemutet werden.
Damit ist der Beschwerdeführer bezüglich seiner gesundheitlichen Störungen
umfassend entlastet. Weiter beurteilten die Gutachter, für eine adaptierte Tätigkeit
bestünden aus orthopädisch/rheumatologischer Sicht Beeinträchtigungen durch die
Notwendigkeit vermehrter Pausen, weshalb das Rendement bei vollzeitiger Präsenz um
20% gemindert sei (Fremdakten 7-67 f.). Schliesslich schätzte auch Dr. K._ den
Beschwerdeführer als zu 70% arbeitsfähig ein, mithin nur leicht weniger als die
MEDAS-Gutachter (vgl. IV-act. 105). Eine Arbeitsfähigkeit von 80% ist sodann auch vor
dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer zu 70% für seine Arbeitgeberin tätig ist
und daneben noch gewisse landwirtschaftliche Arbeiten erledigt, nachvollziehbar (vgl.
IV-act. 96-2, 99, Fremdakten 7-41, 9-7 f.).
2.6 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
MEDAS-Gutachten vom 29. Januar 2015 sowie die Stellungnahmen vom 18. Februar
und 26. Mai 2015 (vgl. Fremdakten 7-7 f., 7-13 ff., 8-2 ff.) auf umfassender
Aktenkenntnis sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruhen, das gesamte
Leidensbild des Beschwerdeführers berücksichtigen und die auf dieser Grundlage
gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den vom Beschwerdeführer
vorgebrachten Einwänden, insbesondere den medizinischen Einschätzungen von Dr.
H._, ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche im MEDAS-
Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Eine zwischen dem MEDAS-
Gutachten vom 29. Januar 2015 und der umstrittenen Verfügung der IV-Stelle vom 14.
März 2016 (vgl. IV-act. 114) eingetretene massgebliche Veränderung des
Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ist nicht überwiegend
wahrscheinlich nachgewiesen.
3.
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Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie in
adaptierten Tätigkeiten bleiben die erwerblichen Auswirkungen der
Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Der Beschwerdeführer war seit 2000 bis zum
Unfall vom 13. Juni 2012 zu 100% bei der B._ AG tätig (IV-act. 97). Danach nahm er
seine Tätigkeit ab 1. November 2012 teilzeitlich wieder auf und erhöhte sein Pensum
sukzessive, ab 1. Oktober 2015 betrug es 70% (IV-act. 18, Fremdakten 9-7). Da dem
Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit trotz seiner
Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin zumutbar ist, ist zur Festlegung sowohl des
Invaliden- als auch des Valideneinkommens auf dieselben Werte abzustellen (der Lohn
wurde durch die Arbeitgeberin lediglich prozentual zum Beschäftigungsgrad gekürzt,
vgl. IV-act. 97-4, Fremdakten 9-7). Bei dieser Berechnungsweise fällt ein
Tabellenlohnabzug ausser Betracht. Es ergibt sich kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad, weshalb die angefochtene Verfügung vom 14. März nicht zu
beanstanden ist.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer anzurechnen.
4.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.