Decision ID: 1d8e058b-edc6-48f5-8cd5-935108c8960f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1953
geborene
X._
arbeitete seit dem 1.
Juli 1970
bei der
Y._
AG
, zuletzt
als
Staplerfahrer,
und war dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 19
.
September 2013 erlitt
er
in
Z._
als Motorradfahrer eine Fron
talkollision mit einem Lastwagen und
zog sich dabei
ein Polytrauma
,
u.a. Schulterluxation links, Radiusköpfchenfraktur links sowie eine
Ke
ttenverlet
zung
des linken Beins
zu
(Unfallmeldung vom
20
.
September 2013
, Urk.
9
/2
,
vgl. auch
Urk.
9/14
,
Urk.
9
/105 S. 6
)
. Die Suva trat auf den Schadenfall ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 8/3
7
).
Nach
der primären operativen Versorgung
in
Z._
wurde
der Versicherte
von der
Rega
ins
A._
verbracht
(vgl.
Urk.
9
/1,
Urk.
9
/13)
.
Bei zunehmend unkontrollierbarem septischem Krankheitsbild
mit Fieber und laborchemisch nachweisbaren
Infekt Parametern
musste der linke Ober
schenkel am 4.
Oktober 2013
schliesslich
amputiert
werden
(
Operationsbe
richt
,
Urk.
9
/59 S. 14).
R
adiologische
Verlaufskontrollen
des
Amputations
stumpfes
, des linken Ellbogens sowie der linken Hand
zei
gten
einen regel
rechten Befund (
Urk.
9
/76 S. 10).
Die am 3
0.
Oktober 2013 im
A._
aufgrund persistierender Schmerzen (vgl.
Urk.
9
/76
S. 20
)
durchgeführte MR-Arthro
graphie der linken Schulter ergab einen Status nach Schulterluxation
Parti
alruptur
der
Supr
a
sinatus
- und
Infraspinatussehne
mit begleitender
Pulley
-Läsion
der
Bizepssehne
,
Hill-Sachs-Läsion (
Urk.
8/76 S. 28).
Diesbezüglich wurde eine
regelmässige
Physiotherapie angeordnet (
Urk.
8/96 S. 1).
Die am 18. Februar 2014 in der Rehaklinik
B._
aufgrund anhaltender Schmer
zen aufgenommen
en
Röntgenbilder des
re
chte
n
Knie
s
zeigte
n
eine leicht progrediente, mediale Gelenkspaltverschmälerung
femorotibil
,
eine leichte Retropatellar-Arthrose sowie
flaue Verkalkungen im medialen Me
ni
skus DD degenerativ
(
Urk.
9/105 S. 8)
. Unter der daraufhin angeordneten
medika
mentöse
n Therapie
verbesserte sich die Knieproblematik
.
Seit dem
23.
Oktober 2013 hielt sich der Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
B._
auf
, in deren Folge er
am 2
8.
Mai 2014
für Strecken von bis zu 500 m
als
selbständig mobiler
Fussgänger mit einer
Oberschen
k
e
lprothese
und einem Handstock
entlassen werden konnte
. Für längere Stre
cken benötigte er den Rollstuhl
(
Urk.
9
/105
S. 4
).
Ab dem
2
9.
Mai 2014
wurde der Beschwerdeführer
erneut zu 10
0
%
krankgeschrieben
(Urk.
9
/105
S. 5
,
Urk.
9/112 S. 2,
Urk.
9
/119 f.,
Urk.
9
/129
).
Am
13
.
November 2014
nahm Dr.
med.
C._
, Fachä
rzt
in
FMH für
Chirur
gie
,
eine
kreisärztliche Standortbestimmung
vor (Urk.
8/131/1-9
).
Sodann führte sie am 11.
Juni 20
15 eine
medizinische Beurteilung
zur
Einschätzung
des Integritätsschadens
sowie
eine kreisärztliche Schlussuntersuchung durch (
Urk.
9
/153
/1-2, Urk.
9
/154/1-5). Mit Schr
eiben vom 2
4.
Juni 2015 stellte
die Suva die
Hei
lungskosten
- und
Taggeldleistungen per 3
1.
August 2015 ein (
Urk.
9
/156).
Weiter
sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 19
.
August 2015 ab dem
1.
September 2015
eine Invaliditätsrente
entsprechend einem Invalidi
tätsgrad von
30
%
sowie gestützt auf
eine Integritätseinbusse von 50
% eine Integritätsentschädigung im Umfang von
Fr.
63‘000.-- zu
(Urk.
9
/16
3).
Gegen die
Höhe der Invali
den
rente
erhob der Versicherte am
2
2
.
September 2015
Einsprache (Urk. 8/
175 ff.
)
.
Am 2
1.
Dezember 2015
gab
Dr.
C._
eine ergänzende Stellungnahme ab
(
Urk.
8/183
/1-2
).
M
it Einsprachee
ntscheid vom 13
.
Januar
2016 (Urk. 2)
wies die Suva die Einsprache des Versicherten
ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
5
.
Februar
2016 Beschwerde und beantragte, es sei der Einspracheentscheid
vom 13. Januar 2016
aufzuheben und ihm
eine unbefristete Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindes
tens 53
%
auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte
d
er
Beschwerde
führer
um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
(Urk. 1 S. 2). Aus
serdem legte
er
Beilagen
auf (Urk.
3/3-4
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
4
.
Mai
2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
), was dem Beschwerdeführer am
10
.
Mai
2016 zur Kenntnis gebracht wurde
. Gleichzeitig wurde
ihm
mitgeteilt,
dass
das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels als
nicht
erforderlich
erachte
(Urk.
10
). Mit Nachtrag vom
9
.
August 2016
gab der Beschwerdeführer
u.a.
die
Funktions
orientierte
Medizinische Abklärung (FOMA) des
D._ AG
vom
7.
Juli 2016
zu den Akten (Urk.
11,
Urk.
12/1-2
).
Die Doppel dieser Eingaben wurden der Beschwerdegegnerin am 1
0.
August 2016 zur Kenntnisnahme sowie freigestellten Stellungnahme innert angesetzter Frist zugestellt (
Urk.
13). Mit Eingabe vom 1
7.
August 2016 gab die Beschwerdegegnerin ihre Stellungnahme zu den
Ak
ten (
Urk.
15), welche
dem Beschwerdeführer am
23
.
August
2016 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die Entscheid
findung erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
19. September 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
inva
lid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Bezie
hung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
4
Gemäss
Art.
18
Abs.
3 UVG kann der Bundesrat ergänzende Vorschriften über die Bestimmung des Invaliditätsgrades erlassen. Von dieser Befugnis hat er mit dem Erlass von
Art.
28 UVV Gebrauch gemacht, welche Bestimmung verschiedene Sonderfälle der Invaliditätsbemessung regelt. Gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die
Erwerbsein
kommen
massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn sie nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder wenn sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchti
gung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa „42 Jahren" oder zwischen „40 und 45 Jahren" und das vorgerückte Alter im Bereich von „rund 60 Jahren", wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massge
bend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426 mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid im Wesentli
chen auf den Standpunkt
,
es
sei unbestritten, dass
dem Beschwer
deführer
die bishe
rige Tätigkeit als Staplerfahrer
nicht mehr zuzumuten sei. Demgegenüber sei gestützt auf die kreisärztliche
Beurteilung
von
Dr.
C._
davon a
uszugehen, dass
er
in einer leichten – näher umschriebenen
–
Tätig
keit
ganztags arbeitsfähig sei. Die Probleme im Zusammenhang mit der
Pro
these könn
t
e
n
mittels
eine
r Sitzerhöhung oder durch Anpassung der
Sitzpo
sition
beseitigt werden
.
Betreffend das
kumulativ toxische
Kontaktekzem sei
von Seiten der Dermatologie eine entsprechende Pflege des Stumpfes emp
fohlen
worden.
Da
dem Beschwerdefüh
rer ge
stützt auf das
Zu
mutbarkeits
profil
vor allem
sitzende Tätigkeit
en zugemutet würden
, sei
en
diese natürlich auch ohne Prothese möglich.
Weiter
sei
die linke Schulter
wieder
normal belastbar
, womit sich
auch diesbezüglich
keine Einschränkun
g ergebe. Schliesslich
habe
der beurteilende
Fachmann für berufliche Abklärung der
Rehaklinik
B._
mit Bericht
vo
m 2
7.
Februar
2014 festgehalten,
erfah
rungsgemäss
sei
bei der vorliegenden Amputation eine leichte bis mit
tel
schwere Tätigkeit möglich
, wobei ein höhenverstellbarer Tisch und ein
Pro
thesenstuhl
evtl. auch ein Stehstuhl wichtig sei
en
(
Urk.
2 S.
4
).
Der
gestützt
auf das medizinische Belastungsprofil
ermittelte Einkommensvergleich ergebe unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von
20
%
einen Invalidität
sgrad von 30
%
(
Urk.
2 S. 5 f.). In ihrer Stellungnahme vom 1
7.
August 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest (
Urk.
15).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, aufgrund der vorliegenden Akten sei
zunächst
nicht ersichtlich, ob jemals ein Schädel
hirntrauma ab
geklärt worden sei. Gleichzeitig
gehe aus den Akten hervor, dass er nach dem Unfall bewusstlos gewesen sei und über das Unfallereignis eine
Amnesie bestehe (
Urk.
1 S. 4)
.
Insbesondere seien
keine neurologischen Tests durchgeführt worden, um die Hirnleistung zu prüfen.
Vor diesem Hin
tergrund
fusse der Entscheid der Beschwerdegegnerin auf einer unvollständi
gen Sachverhaltsabklärung
(
Urk.
1 S.
5.
7
und 10
)
.
Sodann sei i
m Rahmen d
er Zumutbarkeitsbeurteilung
nicht berücksichtigt worden, dass die Pr
othese nicht gut angepasst,
es zu Allergien gekommen und die Prothese
überdies
ungeeignet für längeres Sitzen
sei
. Ausserdem sei fraglich, wie er Pausen frei einteilen und
gleichzeitig
100
%
arbeiten
können
soll
e
. Zudem benötige er mehr Zeit für die tägliche Körperpflege und die Stumpfversorgung (
Urk.
1
S.
6).
Weiter
sei im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung nicht berücksichtigt worden, dass gesundheitliche Beein
trächtigungen an der Schulter und
am Finger bestünden. Es sei demnach noch abzuklären, ob und in welchem Ausmass er den Arm und die Finger bei einer sitzenden Tätigkeit beanspru
chen könne (
Urk.
1 S. 6 f.).
Im Rahmen der zweiten kreisärztlichen Untersu
chung sei
ebenfalls
nicht berücksichtigt worden, dass er Probleme mit der Beinprothese habe und diese daher gar nicht immer tragen könne. Dann müsse er sich mittels Rollstuhl oder mit Krücken fortbewegen, was wiederum die Schulter übermässig belaste. Vor diesem Hintergrund sei ihm auch eine leichte Tätigkeit nicht zuzumuten, da davon auszugehen sei, dass er die Schulter dur
ch die Krücken belasten
müsse, um überhaupt an den Arbeits
platz zu gelangen (
Urk.
1 S. 8). Bei der Aussage, die Problematik der schlecht sitzenden Prothese könne mit Verstellung der Sitzhöhe oder Anpassung
Sitz
position
angepasst werden,
handle es sich um reine Spekulat
ionen. Der Sachverhalt
, insbesondere die zumutbare Zeitdauer des Sitzens,
sei nicht seriös abgeklärt worden.
Mithin sei nie eine funktionsorientierte medizini
sche Abklärung durchgeführt worden (
Urk.
1 S. 9). Damit sei die
Beschwer
de
gegnerin
ihrer Abklärungspflicht zu wenig
nachgekommen. Bezüglich des Stumpfekzems sei schliesslich relevant, ob
sich
dies
e
noch bessere. Ansons
ten hätte die Beschwerdegegnerin die Berentung nicht vornehmen sollen, sondern bis zum Endzustand der Stumpfverheilung weiterhin Taggelder bezahl
en müssen (
Urk.
1 S. 10). Schliesslich sei im Rahmen der Invaliditäts
bemessung –
infolge Verlangsamung und Pflegeaufwandes
– von einer
geschätzten
20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Sodann s
ei
bei
der Ermittlung des Invalideneinkommens
entweder
auf den Tabellenlohn
gemäss LSE 2012, Kompetenzniveau 1
,
oder vom Tabellenlohn gemäss LSE 2010,
Anforderungsniveau 4
,
abzustellen
.
Ausserdem recht
fertige sich vorliegend ei
n leidensbedingter Abzug von 25
%. Der so ermittelte Invaliditätsgrad betrage
53
%
resp.
56
%
(
Urk.
1 S.
11 f
f
.).
3.
3.1
Im Austrittsbericht vom 2
8.
Oktober 2013 hielten die beurteilenden Fachärzte des
A._
zu Händen der nachbehandelnden Ärzte der Rehaklinik
B._
fol
gende Diagnosen fest (
Urk.
9
/76 S. 8):
Polytrauma na
ch Motorradunfall am 18.09.2013
Thoraxtrauma
-
Rippenfrakturen 6 und 7 links
-
Pneumothorax beidseits
Extremitätentrauma
links
-
Schulterluxation links
-
Geschlossene Reposition am 18.09.2013 in Italien
-
Fraktur Endphalanx
Dig
IV, Fraktur Basis distale Phalanx und schräg verlaufende Fraktur proximale Pha
l
anx
Dig
V
-
Mason Typ l Fraktur linkes Radiusköpfchen
-
Mediale Schenkelhalsfraktur links
-
DHS am
20.09.2013 in
Z._
Kettenverletzung untere Extremität links
-
offene, intraartikuläre, distale
Femurfraktur
links
Gustilo
Grad
IIIA
-
offene Trümmerfraktur Patella links
Gustilo
Grad l offene Unterschenkeltrümmerfraktur links
Gustilo
Grad III B
-
offene OSG-
FraMur
Gustilo
Grad 11 links
-
Mehretagenfraktur der Fibula mit
tibialen
,
ossären
Ausriss vordere
Syndesmose
Fixateur externe Unterschenkel links am 18.09.13, 2nd Look 20.09.13 in
Z._
Fixateur extern Entfernung, offene Reposi
tion/Osteosynthese distaler
Femur
links, Fixateur interne Tibia links am 24.09.2013
-
24.09.13 Angiographie linke untere Extremität: al
l
e Gefässe offen
Cerebrale
Gliose
.
bifrontale
Hygrome, ED 23.09.13
Asthma bronchiale
Splenektomie
1993
Die radiologischen Verlaufskontrollen des Amputationsstumpfes, des linken Ellbogens sowie der linken Hand hätten einen regelrechten Befund gezeigt (
Urk.
8/76 S. 10).
3
.
2
In den
folgenden
im
A._
durchgeführten
ambulante
n
Verlaufs
kontrolle
n
habe sich
der
Oberschenkelstumpf
als
reizlos, weich und indolent
erwiesen
.
Die bildgebenden Untersuchungen des linken Ellenbogens
und
Radiusköpf
chens
, der Finger IV und V links sowie de
s
Femurs
links hätten regelmässig stationäre Stellungsverhältnisse gezeigt. Schliesslich seien denn auch d
ie anf
änglich beklagten
Schmerzen und B
ewegun
gseinschränkung
en
der linken Schulter (vgl. MRI-Befund vom 3
0.
Oktober 2013,
Urk.
9
/76/21)
jedenfalls
anlässlich der
Verlaufskontrolle im Juli 2014
10 Monate postoperativ
voll
ständig
regredient
gewesen
(
Urk.
9
/76/20 ff.,
Urk.
9
/109
S.
2
).
3
.
3
Dem
Austrittsbericht der Rehaklinik
B._
vom 2
8.
Mai 2014
(
Urk.
9
/105) ist zu entnehmen,
d
er
Beschwerdeführer
könne
die linke Schulter ohne
Schmerzen frei bewegen.
Er
sei
f
ür Aufgaben des täglichen Lebens wie Ein
kauf
en gehen oder Haushaltsarbeiten
teilweise auf eine Hilfsperson ange
wiesen. Das Anziehen von Kleidern und die Körperpflege
seien allerdings
selbständig möglich.
Der
Umgang mit der Oberschenkelprothese
sei
sicher und routiniert. Das Gehen
ohne weitere Gehhilfsmittel sei indes
weiterhin deutlich eingeschränkt. Das Bewälti
gen von Steigung und Gef
ä
lle sei
mit ei
nem Gehstock rechts sicher. Treppensteigen sei auf-/abwärts am Handlauf oder am
Gehstock r
echts für mind. 20 Stufen
möglich.
Ein
derm
atologische
s
Konsilium
im
A._
habe
ein kumulativ-toxisches Kontaktekzem beim Tragen von Silikonliner und Kunststoffprothese
ergeben
.
Gleichzeitig habe die
Epi
cutantestung
mit 121
getesteten Proben
nur einen positiven Befund
gezeigt
(
Ylang-ylang
I+II Öl
, vgl. Bericht vom 1
3.
August 2014,
Urk.
9
/178
/1-8
).
Aufgrund der aller
gischen Hautreakti
on mit grossflächigen,
erythematösen
Veränder
ungen am gesamten Stumpf betrage
die Prothesentragezeit aktuell zwei
Stunden
. Für Strecken bis 500
m sei der Beschwerdeführer
mit einer Oberschenkelprothe
se
und einem Handstock
selbständig mobil
. F
ür lä
nge
re
Strecke
benötige er einen
Rollstuhl
.
Bei Klinikaustritt
am 2
8.
Mai 2014 hät
ten nebst der eingeschränkten Mobilität und
erythematösen
Hautveränderung am Stumpf nach zweistündigem
Prothesentragen insbesondere morgendliche Phantomschmerzen, Schmerzen sowie Pseudoparalyse der
linken Schulter links bestanden
.
3
.
4
Anlässlich der ambulanten Verlaufskontrolle in der
Rehaklinik
B._
vom
8.
Juli 2014
berichtete der Beschwerdeführer
, er
könne
die Prothese
ma
x.
2
bis 2 1/2 Stunden
am Morgen sowie am Nachmitt
ag am Stück tragen, danach merke
er, dass es zu Hau
tirritationen und Rötungen komme
.
Die Ärzte befanden, dass
d
as Gangbild mit Stock deutlich sicherer
geworden
sei
. Aktuell
sei
die Haut nur minim gerötet ohne
ekzematö
se
Veränderungen. Generell passe
der
Prothesenschaft
noch sehr gut. Aufgrund von
Luft
ziehen sei das
Ventil der Prothese gewechselt
worden
. Daraufhin ha
be
sich diese Situation deutlich und spontan verbessert.
Der Beschwerdeführer sei
weiter
hin zu
100
%
arbeitsunfähig
.
Insbesondere sei eine
Arbeit
mit längerem Ste
hen oder Gehen
aufgrund der Muskelschwäche sowie aufgrund der
Hautirri
tatione
n
aktuell nicht durchführbar (
Urk.
9
/112).
3.
5
Im Rahmen
der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
3.
November 2014
stellte
Dr.
C._
folgende Diagnosen (
Urk.
9
/131 S. 7 f.):
-
Endgradige
Bewegungseinschränkung und belas
tungsabhängige
Schul
terbeschwer
den
links bei
Scapula
alata
bei Status nach
Schul
terluxation
und geschlossener Reposition September 2013
-
Diskretes Streckdefizit linkes Ellbogengelenk bei
Status nach
Radius
köpfchenfrak
tur
Mason Typ I links, konservativ behandelt
-
Oberschenkelamputation links Oktober 2013 bei K
ettenverletzung unte
rer Extremitä
t mit intraartikulär offener distaler
Femurfraktur
links sowie Trümmerfraktur der Patella links,
Unterschenkeltrümmer
fraktur
, OSG-Fraktur und Mehretagen-Fraktur der linken Fibula
-
Belastungsabhängige Kniegelenksb
eschwerden rechts bei medial begin
nender Gonarthrose
Der
Beschwerdeführer
habe
an
gegeben
, mittlerweile könne er die Prothese bis zu 3-5 Stunden am Tag tragen
. Demgegenüber hätten sich in letzter Zeit zunehmend Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenks eingestellt und auch die linke Schulter sei noch nicht wieder voll belastbar
. In
d
er klinischen Untersuchung sei
links eine
Scapula
alata
auf
gefallen
, entsprechend eine
r
schlechte
n Schulterführung
.
Betreffend Thorax, Rippenserienfraktur sowie Pneumothorax habe
kein pathologischer Befund erhoben werden
können
.
Beim linken
Ell
en
bogen/R
adiusköpfchenfraktur zeige
si
ch noch ein
endgra
diges
Extensi
onsdefi
zit
von knapp 5°, welches den Beschwerdeführer
unwe
sentlich
einschränke
.
Die
Fingerendphalanxfrakturen
seien
ohne Einschrän
kungen
vollständig
und unauffällig abgeheilt
. Das rechte Kniege
lenk zeige
e
twas vergröberte Gelenkkonturen.
Klinisch
bestehe
kein Anhalt für
einen
intraartikulären Erguss.
Es
habe
auch
keine Baker-Zyste getastet wer
den
können
. An sich
sei das recht Knie gut stabil und das
Meniskusze
i
chen negativ
.
Der Ob
erschenkelstumpf links
sei
reizlos, ohne palpable Verhärtun
gen oder
Druckdolenzen
. Sodann sei das linke Hüftgelenk
im
Seitenvergleich
endgradig
einge
schränkt.
Insgesamt liege ein gutes rehabilitiertes Ergebnis
vor (
Urk.
9
/131 S. 8 f.).
3.6
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
vom 1
1.
Juni 2015 erhob
Dr.
C._
keine neuen Diagnosen. D
er Beschwerdeführer
habe
angegeben,
im Winter
habe
er die Prothese ins
gesamt längere Zeit (5-6 Stunden) tragen
können
. An
warmen/heissen
Tagen entstehe
nach 2 bis 2 1⁄2 Stunden ein Ausschlag
. Betreffend das rechte Knie habe sich die Gesamtsituation verbes
sert. So habe er wesentlich weniger Beschwerden, nur ab und zu bei Belas
tung. Insbesondere seien schnelle Bewegungen und Drehbewegungen ein Problem
. Im Rahmen der klinischen Untersuchung habe sich
die
Scapula
al
ata
etwas weniger ausgeprägt ge
zeigt
als in der Voruntersuchung (Novem
ber 2014
, vgl. E. 3.5
). Weiter sei
das Schulterge
lenk besser stabilisiert und besser beweglich. Betreffend den
linken Ellbogen bei Status nach
Radius
köpfchenfrakt
ur
sowie betreffend die
Fingerendphalanxf
rakturen
zeige
sich im Vergleich mit den zuletzt erhobenen Befunden (November 2014
,
E.
3.5
) keine Veränderung.
Sodann seien der
Oberschenke
lstumpf links reizlos und die Narben insgesamt weich. Ausserdem bestünden keine trophischen Stö
rungen. Ferner sei d
ie
Beweglichkeit im Hüftgelenk
seitengleich gut.
Insge
samt präsentiere sich der Beschwerdeführer
in einem guten,
rehabilitierten Zustand.
Dr.
C._
kam zum Schluss, der Beschwerdeführer sei in
einer leichten, vor allem s
itzenden Tätigkeit,
bei welcher
er
sich die Pausen
selbst einteilen könne
und
nur selten auf geradem, gutem Untergrund (50 -
100 m) g
ehen
sowie
Treppensteigen
müsse, ganztags arbeitsfähig
(
Urk.
9
/154 S. 3).
3.7
In der
einwandweise
eingereichten Stellungnahme vom 2
1.
September 2015 hielt
der behandelnde
Dr.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
fest,
die jetzige Prothese sei aufgrund des veränderten Stumpfes zum Sitzen schlecht geeignet. Insbesondere könne sich der Beschwerdeführer nicht nach vorne neigen und nicht auf
s
WC gehen zum Stuhlen. Ohne Prothese könne der Beschwerdeführer ebenfalls nur schlecht sitzen. Die Prothese könne er maximal 6 Stunden tragen.
Die Situation betreffend das Kontaktekzem habe sich im Verlauf etwas beruhigt. Demgegenüber sei die Tragdauer der Prothese in der warmen Jahreszeit vermindert.
Sodann brauche der Beschwerdeführer mindestens zwei Stunden, um sich für den Tag fertig zu machen. Nebst die
sen körperlichen Problemen verfüge
letzterer
über keine
rlei
Erfahrung mit moderner
Technik. Vor diesem Hintergrund sei der Beschwerdeführer
in einem sitzenden Beruf –
theoretisch - max
imal 40-50
%
arbeitsfähig (Urk.
9
/179
=
Urk.
3/3
).
3.8
Auf entsprechende Rückfragen seitens de
r Beschwerdegegnerin führte Dr.
C._
in einer ergänzenden
Stellungnahme vom 2
1.
Dezember 2015 aus, anlässlich
der letzten kreisä
rztlichen Un
tersuchung am 1
1.
Juni 2015 hätten
sich ein rei
zloses Schultergelenk mit seitengleicher freier Bewegli
ch
keit, unauffällige
Rotatorenm
anschettentests
sowie eine gute
Kraft
entwick
lung
bei noch fortbestehend leicht angedeuteter
Scapula
alata
gezeigt
. Ent
sprechend sollte bei Status nach Schulter
luxati
on links und
bei dem aktuel
len klinischen
Ergebnis wie
der eine normale Belastbarkeit
für
leichte Tätig
keit
en
vorliegen.
Dass der Beschwerdeführer
mit der Proth
ese schlechter sit
zen könne
,
sei
teilweise nachvollziehbar. Allerdings
könne
diesem Umstand
sicherlich mittels Anpassung der Sitzhöhe resp.
-
position Abhilfe geschaffen
w
erden
.
Da das
Zum
utbarkeitsprofil vor allem
sitzende Tätigkeit
en beinhalte, sei
diese natürlich auch ohne Prothese möglich.
Mangelnde Berufserfahrung sei unbeachtlich.
Mithin
hielt
Dr.
C._
an ihrer Beurteilung vom 1
1.
Juni 2014 fest, wonach der Beschwerdeführer in einer angepasst
en – näher umschriebenen (vgl. E. 3.5)
– Tätigkeit ganztags arbeitsfähig sei (
Urk.
9
/183).
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 13
.
Januar
2016 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die
fachärztlich-chirurgischen B
eurteilung
en
von Dr.
C._
vom
1
3.
November 2014, 11.
Juni und 21
. Dezember 2015,
welche diese
gestützt auf ihre eigenen kli
nischen Untersuchungen sowie
in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab.
4
.2
Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr.
C._
sprechen, sind nicht ersichtlich. Insbesondere ergeben sich auf
grund der vorliegenden Aktenlage keinerlei ärztliche
n
Differenzen betreffend die erhobenen Befunde und erweisen sich die vorhandenen Unterlagen als umfassend und aufschlussreich.
4
.3
Soweit der Beschwerdeführer moniert, es sei nie abgeklärt worden, ob bei ihm ein Schädelhirntrauma vorliege, so ist dem zunächst entgegenzuhalten, dass einzig
im Einweisungsformular des
A._
vom 2
4.
September 2013
ein leichtes Schädelhirntrauma fe
stgehalten
wurde
(
vgl.
Urk.
9
/18)
.
Im weiteren Verlauf ergaben sich
indes
keinerlei Hinweise
mehr
auf ein allfälliges
Schä
delhirntrauma
,
geschweige denn
wurden entsprechende
Befunde erhoben
(vgl. MRI des Gehirns vom 1
6.
Oktober 2013,
Urk.
9
/76/30)
; auch nicht sei
tens der Fachärzteschaft
der Rehaklinik
B._
, welche den Beschwerde
führer
immerhin über
einen Zeitraum von
über
sieben
Monate
n
be
obachteten
(vgl.
Urk.
8/105)
.
Kommt hinzu, dass
der Beschwerdeführer
nach Lage der vorliegenden Akten
zu keinem Zeitpunkt
entsprechende
Einbussen auf kog
nitiver
Ebene oder dergleichen beschrieben oder
geltend gemacht
hat
. Vor diesem Hintergrund drängten sich selbstredend auch keine neurologisch
en Weiterungen zwecks
Abklärung
allfälliger Folgen eines Schädelhirntraumas auf.
4
.4
Bereits anlässlich der ambulanten Kontrolluntersuchung
im
A._
vom 1
0.
April 2014 erwiesen sich die vormals bestehenden Schmerzen in den Fin
gern als komplett
regredient
(
Urk.
9
/96
S. 1
). Auch im Bereich des Schulter
blattes bestanden jedenfalls seit anfangs Juli 2014 keine
anhaltenden
Rest
beschwerden
mehr (
Urk.
9
/109
S. 2
). Dass der Beschwerdeführer an anhal
tenden Beschwerden im Bereich der Schultern oder der Finger leiden würde, ist
im Übrigen auch
den hausärztlichen Zwischenberichten
(
Urk.
9/130,
Urk.
9
/152)
nicht zu entnehmen. Entsprechend geht denn auch der Einwand des Beschwerdeführers,
es sei abzuklären
, ob und in welchem Ausmass eine Beanspruchung des Arms und der Finger
überhaupt
zumutbar
sei
, ins Leere.
Mithin besteht – entgegen dem Beschwerdeführer – kein weiterer
Abklärungs
bedarf
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
4
.
5
Inwie
fern das ausgewiesene
Kontaktekzem und
die
eingeschränkte
Trage
dauer
der Prothese
das medizinische
Zumutbarkeitsprofil
von Dr.
C._
in Zweifel zu ziehen vermöchten
,
ist nicht ersichtlich
.
Bleibt es dem Beschwer
deführer doch unbenommen, den Arbeitsweg sowie die vorwiegend sitzend auszuübende Tätigkeit im Rollstuhl
zu bewerkstelligen
. Vor diesem Hinter
grund
ist
– entgegen dem Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
1 S. 10, E. 2.2) -
auch
nicht
entscheidrelevant
, ob
die Situation betreffend das Kontakte
kzem noch verbesserungsfähig wäre
.
Ausserdem
ist nicht nachvollziehbar und wurde denn auch in keiner Weise begründet, weshalb der Beschwerdeführer ohne Prothese
auch ohne Hilfsmittel
nur schlecht sitzen können soll (
vgl.
Urk.
9
/179 S. 2).
4
.
6
Aus dem Umstand, dass er für die tägliche Körperpflege und die
Stumpfversor
gung
mehr Zeit benötige (
Urk.
1 S. 6,
Urk.
9
/170), vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinem Vorteil abzuleiten. Ist
es ihm
doch
zumutbar
, seinen Tag
eigenverantwor
t
lich
zu strukturieren und nötigenfalls früher aufzustehen, um auch bei erhöhtem Zeitbedarf einer geregelten Tätig
keit zu den üblichen Betriebszeiten
nach
gehen
zu können
.
4
.
7
Daran vermag im Übrigen auch der beschwerdeweise aufgelegte Bericht des
D._
vom
7.
Juli 2016 betreffend FOMA
vom 4./
5.
April 2016
nichts zu ändern (
Urk.
12/1).
Die
beurteilenden Fachpersonen
des
D._
lassen
es an einer hinreichenden
und
objektivierten
Begründung für die postulierte Arbeitsfähigkeit von
50
%
entsprechend
maximal 4 Stunden täglich
missen
(
Urk.
12/1 S. 5).
I
hrer
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
liegt
mitunter der an sich unbeachtliche
Zweitaufwand fürs An- und Ausziehen der Prothese sowie für den Weg von und zur Arbeit
zugrunde (
Urk.
12/1 S. 5). Unklar ist ferner,
inwie
weit die beurteilenden Fachpersonen
des
D._
unfallversicherungs
fremde
Faktoren in ihre Beurteilung einfliessen liessen (Unterstützungs- und Pflegebedürftigkeit der Eltern,
Urk.
12/1 S. 3). Im Übrigen haben
sie
sich in keiner Weise mit der
begründeten abweichenden Ei
nsch
ätzung
von
Dr.
C._
, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit zur Anpassung des Sit
zes oder des Weglassens der Prothese,
auseinandergesetzt
.
So
konnte d
ie Zumutbarkeit des – vorliegend im Vordergrund stehenden (vgl. E.
3.5
)
- Sit
zens gestützt auf die EFL
nicht abschliessend beurteilt werden (
Urk.
12/1
S.
4).
Erwähnenswert ist schliesslich
, dass die
im Bericht dokumentierte
Schmerzzunahme im Lenden- und Prothesenbereich nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers auf eine
„Grippee
rkrankung Ende Januar/anfangs Februar“, als er an Gewicht verloren habe und die Prothese seither nicht mehr optimal sitze (
Urk.
12/1 S.
2), zurückzuführen ist.
4.8
Zusammenfassend ist
gestützt auf die beweiskräftige Einschätzung von Dr.
C._
vom 1
1.
Juni 2015 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer – näher umschriebenen (vgl.
Urk.
3.5) – optimal angepassten Ver
weistätigkeit ganztags arbeitsfähig ist.
5.
5
.1
Das von der Beschwerdegegnerin eruierte Valideneinkommen blieb unbestrit
ten.
Die Beschwerdegegnerin knüpfte
hierfür
zutreffenderweise
an den letz
ten Lohn
de
s Beschwerdeführers
von Fr
.
82‘433.
--
(Wert 2013
,
Urk.
9
/2)
an
. U
nter Berücksichtigung der
Nominallohn
entwicklung
ergibt sich für das Jahr 2015 ein Jahreseinkommen von
rund
Fr.
83‘
255.80
(Indexstand
2204
[2013] auf 2
226
[2015
], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, 1976–2015,
Männer
)
.
5
.
2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/ aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Da der Beschwerdeführer
nach
Eintritt des Ge
sundheitsschadens
bis zum
Zeit
punkt des angefochtenen Entscheid
s
keine Erwerbs
tätigkeit mehr aufge
nommen hat
,
ist das Invalideneinkommen
mit der
Beschwerdegegnerin anhand von Lohntabellen
zu ermitteln
.
A
ngesichts des medizinischen
Belas
tungsprofils
besteht
unter den Parteien
Einigkeit darüber (vgl.
Urk.
1 S. 14
,
Urk.
2
), dass
dem
Beschwerdeführer
einfa
che
Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art
gemäss
LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Wirtschaftszweige Total,
Kompetenz
niveau 1 nicht mehr zuzumuten sind
. Vor diesem Hinter
grund
rechtfertigt es sich
,
dass die Beschwerdegegnerin
vorliegend
auf das standardisierte monatliche Einkommen für
praktische Tätigkeiten
nach Massgabe von
LSE 2012, S. 34, Tabel
l
e TA1, Total, Kompetenzniveau 2
für Männer im Umfang
von Fr.
5‘633
.
-- ab
stellte
.
Insbesondere
sind
für den Einkommensvergleich grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2
, vgl. auch
BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188
)
, weshalb ein Ausweichen auf die LSE 2010
e
ntge
gen dem Dafürhalten des Besch
werdeführers
vorliegend
ausser Betracht fällt
(vgl.
Urk.
1 S. 15)
.
Dass
der Beschwerdeführer f
ür praktische Tätigkeiten nach
Massgabe
von LSE 2012, S. 34, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 2
weder körperlich befähigt noch beruflich qualifiziert sei – so wie beschwer
deweise vorgebracht
(
Urk.
1 S. 11 ff.)
– geht vor dem Hintergrund, dass er offenbar bereits
anfangs
April 2016
, mithin
innert weniger als
drei Monate nach Erlass des angefochtenen
Entscheids,
eine neue Arbeits
stelle im Verkauf gefunden hat
(vgl.
Urk.
21/1 S. 2
)
, ins Leere
.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen
Arbeitszeit im Jahr 201
2
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen (NOGA 2008), in Stunden pro Woche, 1990-2015, A-S) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
5
(Indexstand
2188
[2012] auf
2226
[201
5
], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, 1976–2015,
Männer
)
ergibt sich für ein 100%-Arbeitspensum somit
ein Jahreseinkommen von rund Fr.
71‘692.7
0
(Fr. 5‘
633
.-- : 40 x 41.7 x 12 :
2188
x
2226
).
5
.
3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage
von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert
rechtspre
chungsgemäss
allenfalls zu kürzen. Damit trägt die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung, dass persönliche und berufliche Merkmale der versicher
-
ten
Person Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeits
-
fähig
keit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein
kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu s
chätzen und insgesamt auf höchs
tens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Unter Hinweis auf das medizinische Bel
astungsprofil (vgl. E. 3.5
) ist der – ursprünglich
vorwiegend körperlich
arbeitende - Beschwerdeführer in seiner Erwerbsfähigkeit n
unmehr qualitativ erheblich eingeschränkt, womit sich ein maximaler Abzug von 25 % rechtfertigen lässt
.
Unter Berücksichtigung eines Abzugs von
25 % beträgt das
Invalidenein
-
kom
men somit rund Fr.
53‘769.5
0
(
Fr.
71‘692.7
0
x 0.
75
).
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
29‘486.3
0
, was einen
Invaliditätsgrad von 35.42 %, gerundet 35
%, ergibt.
6
.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen
ist
die Beschwerde teilweise gutzu
heissen und der angefochtene Einspracheentscheid vom
13
.
Januar 2016
dahingehend abzuändern, dass
der
Beschwerdeführer ab dem 1.
September 2015
Anspruch auf eine Rente entsprechend einem Invaliditätsgrad von
35
% hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7
.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noc
h keine Reduktion der
Partei
ent
schädigung
, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdeg
egnerin zu ver
pflichten, dem Beschwerdeführer
eine volle Prozessentschädigung zu bezah
len.
Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen und auf insgesamt Fr.
1
‘
5
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen.