Decision ID: 58afaadb-1d04-482c-9cac-30ab8ae7a4f8
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei B._ als Hauswart tätig und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als die Arbeitgeberin am 4. November 2013 meldete, dem Versicherten
habe es am 12. September 2013 bei der "Lagerbewirtschaftung von Schachteln" einen
Zwick in die linke Schulter gegeben. Als Verletzung wurde eine Verrenkung der linken
Schulter genannt (Suva-act. 1). Eine Erstbehandlung war am 2. Oktober 2013 beim
Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, D._ AG,
erfolgt, der in der Krankengeschichte unter der Rubrik „Anlass der Konsultation“ „habe
seit 3 Wochen Schulter-Sz links (keinen Unfall)“ notiert und die Verdachtsdiagnose
eines rein muskulären Schmerzes über dem Schultergelenk links gestellt hatte (Suva-
act. 25; vgl. auch Suva-act. 16). Am 6. November 2013 ersuchte der Versicherte
telefonisch um Zustellung eines Zahnschadenformulars. Beim aktuell erfolgten
Zahnarztbesuch sei ihm wieder in den Sinn gekommen, dass er beim Ereignis vom 12.
September 2013 ein „Chrosen“ der Zähne wahrgenommen habe. Bei den hinteren
Zähnen sei etwas abgebrochen (Suva-act. 3). Am 17. November 2013 beschrieb der
Versicherte in einem von der Suva zugestellten Fragebogen den Hergang des
Ereignisses vom 12. September 2013 (Suva-act. 10). Am 20. November 2013 erfolgte
nochmals eine Konsultation bei Dr. C._ wegen der Schulterproblematik (Suva-act.
25). In dem am 15. Januar 2014 bei der Suva eingegangenen Arztzeugnis UVG
wiederholte dieser nochmals, dass es kein Unfall gewesen sei (Suva-act. 16). Der
Zahnarzt des Versicherten, Dr. med. dent. E._, führte im Zahnschadenformular
gemäss KVG am 15. Januar 2014 als unfallbedingten Befund eine Kontusion des Zahns
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36 und als Vorschlag für eine definitive Versorgung den Ersatz einer VMK-Facette mit
Kunststoff an. Weiter hielt er fest, dass keine Röntgenaufnahme angefertigt worden sei,
weil der Versicherte erst im Nachhinein einen Unfall mitgeteilt habe (Suva-act. 17). Am
29. Januar 2014 beschrieb der Versicherte in einem von der Suva zugestellten, den
Zahnschaden betreffenden Fragebogen nochmals den Hergang des Ereignisses vom
12. September 2013 und trug als Datum der ersten zahnärztlichen Konsultation den 25.
Oktober 2013 ein (Suva-act. 20). Am 16. Juni 2014 teilte die Suva dem Versicherten
telefonisch mit, dass sich nach ihren Abklärungen und der Beurteilung von Dr. C._
kein Unfall im Sinn des Gesetzes zugetragen habe, worauf der Versicherte eine
einsprachefähige Verfügung verlangte (Suva-act. 26).
A.b Mit Verfügung vom 26. Juni 2014 lehnte die Suva ihre Leistungspflicht für die
gemeldeten Schulterbeschwerden links ab. Es liege weder ein Unfall noch eine
unfallähnliche Körperschädigung vor (Suva-act. 27).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 7. Juli 2014
Einsprache (Suva-act. 28).
B.b Am 20. August 2014 fand zwischen dem Versicherten und einem Suva-Mitarbeiter
eine Besprechung statt. Laut gleichentags vom Suva-Mitarbeiter erstellten Protokoll
hatte dieser dem Versicherten mitgeteilt, dass aufgrund seiner Hergangsschilderungen
in den Fragebögen ein Unfallereignis vorliege. Er hatte den Versicherten jedoch auf das
Problem hingewiesen, dass Dr. C._ einen Unfall verneine und somit zwei
verschiedene Angaben vorliegen würden, und hatte ihm empfohlen, mit Dr. C._ seine
Angabe nochmals zu besprechen bzw. zu klären. Erst dann könne die Suva auf seine
Einsprache eingehen. Als weiteres Vorgehen war besprochen worden, dass die Suva
den Schadenfall nochmals prüfen und zuerst noch dem Suva-Kreisarzt zur
Kausalitätsbeurteilung vorlegen werde, falls Dr. C._ die Angaben des Versicherten
bestätigen sollte (Suva-act. 34). Ebenfalls am 20. August 2014 protokollierte der Suva-
Mitarbeiter Angaben des Versicherten zum Ablauf bzw. Inhalt der Konsultationen vom
2. Oktober und 22. November 2013 bei Dr. C._ (Suva-act. 35). Der Versicherte
ersuchte hierauf seinen Hausarzt mit Schreiben vom 21. August 2014 um eine
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persönliche Besprechung (Suva-act. 33). Am 29. August 2014 wiederholte die Suva
gegenüber dem Versicherten, dass sie den Schadenfall zur Beurteilung der Kausalität
ihrem Kreisarzt vorlegen würde, sollte Dr. C._ die Angaben des Versicherten
bestätigen (Suva-act. 36). Laut einer Telefonnotiz der Suva betreffend ein
Telefongespräch mit Dr. C._ vom 6. Oktober 2014 beharrte dieser auf seiner Angabe,
dass es sich nicht um ein Unfallereignis handle. Er habe dies mit dem Versicherten
schon mehrfach besprochen und ihm auch gesagt, dass es sich bei den Beschwerden
nicht um Unfallfolgen handeln würde (Suva-act. 41). Der Versicherte wurde
gleichentags über das Telefongespräch mit Dr. C._ informiert und erklärte hierauf, er
halte weiterhin daran fest, dass es sich bei den Schulterbeschwerden links und dem
Zahnbruch um Unfallfolgen handle und er die Einsprache nicht zurückziehe (Suva-act.
42).
B.c Mit Einspracheentscheid vom 6. Januar 2015 wies die Suva die am 7. Juli 2014
gegen die Verfügung vom 26. Juni 2014 erhobene Einsprache ab (Suva-act. 46).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch Rechtsanwalt lic. iur. et lic. oec. HSG B. J. Wolf, Zürich, mit
Eingabe vom 9. Februar 2015 Beschwerde erheben. Darin wird beantragt, es sei der
Entscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vollumfänglich aufzuheben
und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten der Verletzung der
Schulter und des Zahns sowie deren Folgen zu bezahlen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte der
Rechtsvertreter ein Schreiben von Dr. E._ vom 5. Februar 2015 ein (act. G 1.4).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 13. März 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde - soweit darauf einzutreten sei - und Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 6. Januar 2015 (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 25. Juni 2015 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
sinngemäss an seinem Beschwerdeantrag fest (act. G 9) und reichte ein Schreiben an
Dr. C._ vom 16. Juni 2015 ein, worin er diesen aufgefordert hatte, die vollständigen
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Patientenakten einzureichen (act. G 9.1). Weiter legte er eine Auflistung der vom
Krankenversicherer des Beschwerdeführers, der Swica Gesundheitsorganisation,
bezahlten Rechnungspositionen vor (act. G 9.2).
C.d Mit Duplik vom 6. August 2015 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag auf
Abweisung der Beschwerde (act. G 11).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin als
Unfallversicherer für die aus dem Ereignis vom 12. September 2013 geltend gemachten
Beschwerden des Beschwerdeführers. Eine Leistungspflicht setzt unter anderem
voraus, dass das Ereignis einen Unfall im Rechtssinne darstellt (vgl. dazu Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Das Vorliegen
einer in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigung ist weder
behauptet noch ergibt sich diesbezüglich eine konkrete Diagnose aus den
medizinischen Akten (vgl. Suva-act. 17, 25). Eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin für eine unfallähnliche Körperschädigung fällt damit ausser
Betracht. In der Verfügung vom 26. Juni 2014 lehnte die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht lediglich hinsichtlich der Schulterbeschwerden links ab (Suva-act. 27).
Nachdem jedoch ihre Abklärungen im Verwaltungsverfahren auch den vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Zahnschaden umfasst hatten und der
Beschwerdeführer in der Einsprache eine Leistungszusprache hinsichtlich der Kosten
der Sanierung des Zahnkronenabrisses geltend gemacht hatte, ging die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 6. Januar 2015
richtigerweise davon aus, dass sie im Verwaltungsverfahren sinngemäss sowohl einen
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers hinsichtlich der Schulterbeschwerden links
als auch des Zahnschadens als streitig betrachtet und geprüft hatte. Die besagten
Leistungsansprüche bilden mithin auch Streitgegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens.
2.
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2.1 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors,
sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist
somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach
sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 134 V 76 E. 4.1, BGE 129
V 404 E. 2.1, BGE 122 V 233 E. 1, BGE 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den
Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann in einer
unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U
345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Weiter bejaht die Rechtsprechung das Vorliegen eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer
Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als
Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt. Gemäss höchstrichterlicher
Rechtsprechung bildet ein Beurteilungskriterium das Gewicht, dem eine Person im
Einzelfall ausgesetzt ist sowie die konkreten Umstände. Es muss von Fall zu Fall
geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder
ausser-berufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war (vgl. BGE
116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2; MAURER, a.a.O., S. 178 Anm. 359;
Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 6. Mai 2002, U 477/00, E. 3b,
und 27. Juli 2001, U 7/00, E. 4b/dd; Suva-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15). Das
Vorliegen eines Unfalls im Sinne einer Überanstrengung durch Heben einer Last fällt im
vorliegenden Fall ausser Betracht und wird auch von Seiten des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers nicht geltend gemacht. Bei der angeblich vom Beschwerdeführer
auf einer Leiter getragenen Last handelte es sich offenbar um eine mit
Handtrocknungspapier gefüllte Schachtel (vgl. Suva-act. 20). Das Gewicht einer
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solchen Schachtel lässt sich mit den Gewichten, die nach der Praxis zu einem
Verhebetrauma führen können, erfahrungsgemäss nicht vergleichen.
2.2 Bei einer unkoordinierten Bewegung ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt,
wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer
Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat, was beispielsweise
dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige
Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Letztere stellt eine instinktive
Abwehrmassnahme gegenüber einer von aussen drohenden, ebenfalls augenfälligen
Gefahr dar (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1; MAURER, a.a.O., S. 176 f.). Dass es
tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird nicht vorausgesetzt.
2.3 Wo der Gesundheitsschaden erfahrungsgemäss seiner Natur nach auch als
alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerativen
Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines normalen Geschehensablaufs
auftreten kann (z.B. Diskushernie), unterliegt der Nachweis eines Unfalls insofern
strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter
besonders „sinnfälligen“ Umständen gesetzt worden sein muss; denn ein Unfallereignis
manifestiert sich in der Regel in einer von aussen wahrnehmbaren Schädigung,
während bei deren Fehlen die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer rein
krankheitsbedingten Ursache besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; SVR
2011 UV Nr. 11 S. 39, 8C_693/2010 E. 5; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422).
2.4 Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des
Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen
Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis
zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue
und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses
ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt
sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann
aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; THOMAS
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LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern
2014, § 70 N. 2 ff., N. 20; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 29; RKUV 1990 Nr. U
86 S. 50). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu LOCHER/
GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.: Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im
Sozialversicherungsrecht, die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht). Bei sich widersprechenden Angaben der
versicherten Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime
abgestellt werden, wonach die so genannten spontanen „Aussagen der ersten Stunde“
in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die
bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher
oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung
im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht
hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer
Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen; RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29 f.).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, am 12. September 2013
habe sich beim Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit kein Vorfall ereignet, der den Unfalltatbestand gemäss Art. 4 ATSG
erfülle. Ihre Weigerung, für das geltend gemachte Ereignis Leistungen zu erbringen,
begründet sie insbesondere mit dem Aussageverhalten des Beschwerdeführers und
weist darauf hin, dass dieser den Ärzten gegenüber ein Unfallereignis erst nachträglich
geschildert habe (vgl. act. G 3).
3.2
3.2.1 Die erste Veranlassung, ein unfallmässiges Geschehen zu schildern bzw. einen
Unfall geltend zu machen, hatte der Beschwerdeführer anlässlich der Erstkonsultation
bei Dr. C._ vom 2. Oktober 2013 wegen seiner Schulterschmerzen links (Suva-act.
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25). Er erzählte jedoch seinem Hausarzt damals unbestrittenermassen nichts von einem
Unfall (vgl. Suva-act. 35). Am 25. Oktober 2013 begab sich der Beschwerdeführer in
zahnärztliche Behandlung bei Dr. E._ (Suva-act. 20). Auch dabei erwähnte er kein
Unfallereignis. Eine derartige Mitteilung machte der Beschwerdeführer erst bei einer am
1. November 2013 zwecks Vornahme von Zahnfüllungen bei Dr. E._ erfolgten
Konsultation. Er beschrieb, er habe sich beim Unfall ein Stück von der Krone eines
Zahns abgebrochen (act. G 1.4). Am 20. November 2013 folgte eine weitere
Konsultation bei Dr. C._. Im entsprechenden Behandlungseintrag wurde wiederum
kein Unfallgeschehen beschrieben (Suva-act. 25 S. 2). Dr. E._ erhob sodann zwar im
Zahnschadenformular gemäss KVG vom 15. Januar 2014 einen "unfallbedingten
Befund", konkret einen kontusionierten (angeschlagenen) Zahn 36 (Suva-act. 17). In
einem Schreiben vom 5. Februar 2015 erklärte er jedoch, dass die Mitteilung des
Unfalls durch den Beschwerdeführer erst im Anschluss an die Behandlung erfolgt sei
und leider keine Röntgenbilder angefertigt worden seien. Es habe also nicht mehr
beurteilt werden können, ob die Keramikabsplitterung vom Unfall gestammt habe. Er
habe sich nur auf die Aussage des Beschwerdeführers verlassen und seinen Angaben
Glauben schenken können (act. G 1.4). Die Beschwerdegegnerin weist sodann
zutreffend darauf hin, dass die Schadenmeldung betreffend Schulterbeschwerden erst
rund 7 Wochen nach dem geltend gemachten Ereignis, d.h. am 4. November 2013
(Suva-act. 1) und die Zahnschadenmeldung nochmals zwei Tage später, am 6.
November 2013, erfolgt sei (Suva-act. 3).
3.2.2 Die dargelegten Fakten erwecken insgesamt den Eindruck, dass der
Beschwerdeführer selbst die Ursache für seine Schulterschmerzen nicht in einem
besonders sinnfälligen Ereignis sah bzw. nicht davon ausging, er habe am 12.
September 2013 einen Unfall erlitten. In diesem Sinn gab der Beschwerdeführer am 20.
August 2014 gegenüber dem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin denn auch zu
Protokoll, er habe Dr. C._ beim ersten Untersuch vom 2. Oktober 2013 deshalb
nichts vom Ereignis vom 12. September 2013 erzählt, weil er sich nicht sicher gewesen
sei, ob seine Schulterschmerzen von diesem Leiterereignis gestammt hätten (Suva-act.
35; vgl. dazu auch nachfolgende Erwägung 3.3). Auch im Umstand, dass der
Beschwerdeführer widersprüchlich am 17. November 2013 im Fragebogen der
Beschwerdegegnerin von erstmaligen Beschwerden ab dem 13. September 2013
(Suva-act. 10) und am 29. Januar 2014 im Fragebogen betreffend den Zahnschaden
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von sofort aufgetretenen Schmerzen in der linken Schulter spricht (Suva-act. 20), zeigt
sich schliesslich eine Unsicherheit des Beschwerdeführers in Bezug auf einen
angeblich am 12. September 2013 erlittenen Unfall.
3.3 Kongruent zu dieser Schlussfolgerung präsentiert sich der Eintrag von Dr. C._
bezüglich der bereits erwähnten Erstbehandlung vom 2. Oktober 2013, aber auch
betreffend der Konsultation vom 20. November 2013. Beide Behandlungseinträge
enthalten keine Beschreibungen eines Unfallereignisses. Der Hausarzt führte vielmehr
die Vermerke "keinen Unfall" sowie "Krankheit" an (Suva-act. 25). Damit
übereinstimmend findet sich auch im Arztzeugnis UVG vom 13. Oktober 2014 von Dr.
C._ der Eintrag "war kein Unfall" (Suva-act. 16). Die Beurteilung der
Beschwerdegegnerin, für die fehlende Angabe eines Unfallereignisses gegenüber den
Ärzten respektive die ausdrückliche Verneinung eines solchen gemäss
Behandlungseintrag von Dr. C._ vom 2. Oktober 2013 seien keine plausiblen Gründe
ersichtlich (vgl. Suva-act. 51, Erwägung 2.c.), erscheint ohne weiteres schlüssig. So ist
es durchaus üblich, dass der behandelnde Arzt den Patienten anlässlich einer
Konsultation nicht nur untersucht und gestützt darauf seine Befunde und Diagnosen
erhebt bzw. stellt, sondern auch die Anamnese anspricht und dabei nachfragt, wie es
laut Auffassung des Patienten zur bestehenden gesundheitlichen Störung gekommen
sei respektive gekommen sein könnte. Ist sich ein Patient eines besonderen
Unfallereignisses bewusst, darf erfahrungsgemäss angenommen werden, dass er dem
behandelnden Arzt davon erzählt und dieser die Schilderungen des Patienten in der
Krankengeschichte wiedergibt. Insofern besteht im Allgemeinen keine Veranlassung,
von den Angaben eines Arztes in einer Krankengeschichte oder in einem Arztbericht
abzuweichen. Zwar muss der Umstand, dass etwas unerwähnt geblieben ist, nicht in
jedem Fall zwingend bedeuten, dass es sich nicht zugetragen hat. Nachdem jedoch in
den Behandlungseinträgen von Dr. C._ ausdrücklich ein Unfall verneint worden ist,
lässt sich im konkreten Fall kein undokumentierter Sachverhalt annehmen. Vielmehr ist
davon auszugehen, dass die Frage "Unfall ja oder nein" anlässlich der Konsultationen
bei Dr. C._ thematisiert und vom Arzt eben verneint worden ist. Vor diesem
Hintergrund überzeugen die vom Beschwerdeführer am 20. August 2014 und damit
erst rund ein Jahr später gegenüber dem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin zu
Protokoll gegebenen entgegengesetzten Aussagen bzw. Erklärungen, er habe Dr.
C._ erstmals anlässlich der Konsultation vom 22. (richtig: 20.) November 2013 vom
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Ereignis vom 12. September 2013 erzählt und habe bei der ersten Konsultation von Dr.
C._ am 2. Oktober 2013 deshalb nichts vom Ereignis vom 12. September 2013
erwähnt, weil er sich nicht sicher gewesen sei, ob seine Schulterschmerzen davon
gekommen seien, und Dr. C._ habe auch nicht konkret nachgefragt, ob etwas
passiert sei (vgl. Suva-act. 35), nicht. Wahrscheinlicher ist, dass ein Patient von der
Möglichkeit eines Unfalls erzählt bzw. ein sinnfälliges Ereignis, welches von ihm als
unmittelbare Ursache der Schulterschmerzen betrachtet wird, bei der ersten
Gelegenheit anspricht, denn es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, eine solche
Gegebenheit gegenüber einem behandelnden Arzt zurückzuhalten. Der Vermerk "kein
Unfall" im Behandlungseintrag vom 2. Oktober 2013 ist im Übrigen unter der Rubrik
"Anlass der Konsultation" im Zusammenhang mit der Angabe "habe seit 3 Wochen
Schulter-sz links" notiert. Grundsätzlich wurde demnach in dieser Rubrik vom Arzt
keine medizinische Frage, sondern eine Sachverhaltsfrage beantwortet. Es ist also
durchaus möglich, dass der Vermerk "kein Unfall" nicht eine medizinische Beurteilung
von Dr. C._ darstellt, sondern eben gerade auf einer Erklärung des
Beschwerdeführers beruht.
3.4
3.4.1 Die detaillierte Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse durch den
Unfallversicherer erfolgt oft mittels Frageblättern. Im Vordergrund stehen entsprechend
Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden
Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen
Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur
richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125
V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a) und es überzeugt rechtsprechungsgemäss nicht,
wenn die versicherte Person einen bestimmten, bedeutsamen Sachverhalt bzw.
Umstand als Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten
Verfügung erwähnt bzw. bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der
Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu
umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten
Geschehnisses aufzufordern (Urteile des EVG vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E.
2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2.b).
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3.4.2 Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt nach Eingang der Unfall- bzw.
Schadenmeldungen vom 4. und 6. November 2013 (Suva-act. 1, 3) mit zwei
Fragebögen detailliert erhoben. Der zweite Fragebogen betraf konkret den gemeldeten
Zahnschaden. Beide Male wurde dem Beschwerdeführer die Frage gestellt, ob sich
etwas Besonderes (Ausgleiten, Sturz usw.) ereignet respektive ob sich etwas
Ungewohntes, Besonderes zugetragen habe bzw. etwas nicht normal verlaufen sei. Für
den Fall der Bejahung dieser Frage wurde eine (genaue) Beschreibung verlangt (Suva-
act. 10, 18). Im ersten Fragebogen vom 17. November 2013 führte der
Beschwerdeführer aus, er habe auf einer Leiter Schachteln über Kopf eingeschoben.
Dabei habe es ein Knirschen der Zähne links und einen Schulterschmerz links
gegeben. Durch das Abdrehen ins Gestell habe ihm die Schachtel aus den Händen zu
fallen gedroht. Mit einer reflexartigen Gegenbewegung habe er dies verhindern können.
Schliesslich wiederholte der Beschwerdeführer das Knirschen der Zähne (Suva-act.
10). Im Fragebogen betreffend den Zahnschaden berichtete der Beschwerdeführer
sodann am 29. Januar 2014, beim Einschieben und einer gleichzeitigen Drehbewegung
des Oberkörpers habe die Schachtel aus den Händen zu fallen gedroht. Um mit Last
und Leiter nicht zu Fall zu kommen, habe er "die Schachtel reflexartig mit einer
Gegenbewegung mit dem Gestell den Sturz von der Leiter auffangen" müssen. In
diesem Moment habe er ein Knarren im linken Kiefer und einen Schmerz in der linken
Schulter verspürt (Suva-act. 20).
3.4.3 Die dargelegten Ereignisschilderungen stimmen zwar in wesentlichen
Sachverhaltselementen (Mitbeteiligung einer Leiter bzw. Stehen auf einer solchen,
Einschieben einer Schachtel über Kopf in ein Gestell mit gleichzeitiger Drehbewegung
in Richtung Gestell, reflexartige Gegenbewegung) überein. Im ersten Fragebogen vom
17. November 2013 (Suva-act. 10) schilderte der Beschwerdeführer jedoch ohne
Zweifel noch kein Ereignis, welches als Unfall gemäss Art. 4 ATSG zu qualifizieren
wäre. Er beschrieb das Verhindern einer Schädigung der Schachtel bzw. ihres Inhalts
und nicht das Abwenden einer Schädigung von sich selbst und auch keine von aussen
drohende, augenfällige Gefahr. Die von ihm angegebene reflexartige Gegenbewegung -
die er im Fragebogen vom 29. Januar 2014 (Suva-act. 20) als Auffangen der Schachtel
umschreibt - ist als solche weder ungewöhnlich noch in besonderer, einem Ausgleiten
oder einem Sturz vergleichbarer Weise, geeignet, zu einer unphysiologischen
Belastung einzelner Muskeln oder Muskelgruppen zu führen (vgl. Urteile des EVG vom
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10. Januar 2003, U 385701, E. 2, vom 30. August 2001, U 277/99, E. 3c, und vom 9.
Oktober 2003, U 360/02, E. 3.3.3). Die zusätzliche Verhinderung eines Sturzes von der
Leiter wurde vom Beschwerdeführer erst im zweiten Fragebogen vom 29. Januar 2014
hinzugefügt. Gerade diese Ergänzung stellte das Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4
ATSG im Sinne einer instinktiven Abwehrmassnahme gegenüber einer von aussen
drohenden, augenfälligen Gefahr zur Diskussion. Kann mit einer reflexartigen
Körperbewegung einem Sturz entgangen werden bzw. soll damit ein solcher verhindert
werden, ist durchaus die Frage zu beurteilen, ob ein Unfall im Sinne einer
programmwidrigen, unkoordinierten Bewegung vorliegt (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 20. März 2008, 8C_781/2007, E. 3; MAURER, a.a.O., S. 176 f.;
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 40 f.). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer
im ersten Fragebogen vom 17. November 2013 ein zentrales Sachverhaltselement
unerwähnt liess, lässt die Annahme, dass er am 12. September 2013 durch ein - hier
passendes - Abwehren eines Sturzes eine unkoordinierte Bewegung ausgeübt und
dadurch eine unphysiologische Belastung des Körpers erfahren haben könnte, fraglich
erscheinen. Dies stellt lediglich eine mögliche Sachverhaltsvariante dar. Der
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit jedoch nicht erfüllt. Im
Übrigen schilderte der Beschwerdeführer im Fragebogen vom 29. Januar 2014 neben
dem Verhindern eines Falles mit Last und Leiter - übereinstimmend mit der Schilderung
im Fragebogen vom 17. November 2013 (Suva-act. 10) - wesentlich auch wieder die
Situation des Auffangens der Schachtel mit einer reflexartigen Gegenbewegung (Suva-
act. 20). Die Bekräftigung der Verhinderung eines Sturzes in der Einsprache vom 7. Juli
2014 (Suva-act. 32) bzw. eines drohenden Kippens der Leiter in der Beschwerde (act.
G 1) vermag an der dargestellten mangelhaften Beweislage nichts zu ändern. Die
Sachverhaltsschilderungen erfolgten im Wissen um die ablehnende Verfügung vom 26.
Juni 2014, womit nicht auszuschliessen ist, dass sie - wenn allenfalls auch nicht
bewusst - von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art
beeinflusst waren.
3.5 Der mangelnde Nachweis eines Unfallereignisses kann schliesslich auch nicht
durch den von Dr. E._ im Zahnschadenformular gemäss KVG am 15. Januar 2014
erhobenen unfallbedingten Befund einer Kontusion des Zahns 36 (vgl. Suva-act. 17)
ersetzt werden. Dies zumal er laut Ausführungen von Dr. E._ im Schreiben vom 5.
Februar 2015 offensichtlich keine medizinische Feststellung darstellt, sondern auf den
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subjektiven Angaben des Beschwerdeführers basiert. Diese genügen jedoch
angesichts der Ausführungen in den Erwägungen 3.2 - 3.4 für die Begründung eines
überwiegend wahrscheinlichen Unfalltatbestandes gerade nicht.
3.6
3.6.1 Nach dem Gesagten kann nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer am 12.
September 2013 ein Ereignis erlitten hat, welches die Voraussetzungen des
Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG erfüllt. Es besteht damit keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin aus Art. 6 Abs. 1 UVG.
3.6.2 Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass auch der Umstand, dass der
Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin im Gespräch mit dem Beschwerdeführer vom 20.
August 2014 diesem offenbar mitteilte, er nehme allein aufgrund dessen
Hergangsschilderungen in den Fragebögen ein Unfallereignis an (vgl. Suva-act. 34),
keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen vermag. Auf Auskünfte,
die sich hinterher als unzutreffend erweisen, darf sich der Empfänger nur berufen und
die verantwortliche Behörde muss sich so verhalten, als ob die Auskunft richtig
gewesen wäre, wenn kumulativ bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Für einen
Anspruch des Beschwerdeführers, in seinem Vertrauen in obige Auskunft geschützt zu
werden, würde es jedoch bereits an der Voraussetzung einer von ihm gestützt auf sein
Vertrauen getätigten Disposition mangeln (vgl. dazu ULRICH HÄFELIN/GEORG
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. Zürich/St. Gallen
2016, §10 Rz. 659 f., Rz. 688; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS
MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. Bern 2014, § 22 Rz. 15). Im Zeitpunkt
der Erteilung der Auskunft lagen die hausärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen
bereits einige Zeit zurück und wurden folglich nicht wegen der Auskunft in Anspruch
genommen.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 6. Januar 2015 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
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erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.