Decision ID: 21646c11-e751-51c4-a070-c3c5d2cae358
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a R._ meldete sich mit Antrag vom 25. März 2003 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen zum Bezug von diversen Leistungen
der Invalidenversicherung an (u.a. berufliche Massnahmen, Rente). Dabei gab er an, er
leide seit 29. März 2002 an einer Nervenentzündung (act. G 7.1/1). Mit Arztbericht vom
14. April 2003 diagnostizierte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. A._, eine
periphere Fazialisparese links mit einem Rückfall am 28. November 2002 sowie eine
Angstneurose. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % ab 28. November 2002 (act. G
7.1/9). Mit Arztbericht vom 19. September 2003 bzw. 17. November 2003
diagnostizierte sodann Dr. B._, Spezialarzt für Neurologie FMH, einen Status nach
Fazialisparese links mit Trigeminusneuralgie, bestehend seit 29. März 2002. Dem
Versicherten sei die angestammte Tätigkeit (als Maschinist bei der C._) nicht mehr
zumutbar. Eine andere Tätigkeit ohne zugiges Umfeld sei ihm anfänglich zu 30 %,
später eventuell bis 70 % zumutbar (act. G 7.1/19). Mit Verlaufsbericht vom 18. Mai
2004 führte Dr. B._ sodann aus, der Gesundheitszustand sei stationär, es habe aber
offenbar eine Symptomausweitung stattgefunden, die mit dem Grundleiden in keinem
Zusammenhang stehe. Er erachtete den Versicherten zu diesem Zeitpunkt in einer
adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (act. G 7.1/31).
A.b Mit Verfügung vom 13. Juli 2004 wies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen die
Zusprache von beruflichen Massnahmen ab, da der Versicherte in einer angepassten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (act. G 7.1/37). Die dagegen erhobene Einsprache
vom 9. August 2004 wurde nach Vorlage weiterer medizinischer Unterlagen - Dr. B._
ging in einem weiteren Verlaufsbericht vom 25. April 2005 nunmehr von einem
intrazerebralen Multiinfarktgeschehen mit Pseudotrigeminusneuralgie links respektive
Prosopalgie und einer massiv reduzierten Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft aus -
am 16. Juni 2005 implizit gutgeheissen und die angefochtene Verfügung aufgehoben.
Zudem wurden weitere medizinische Abklärungen angekündigt (act. G 7.1/42, 81, 82
und 89).
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A.c Diese erfolgten zunächst in Gestalt einer RAD-Untersuchung. Dr. D._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 5. Juli 2005 eine rezidivierende depressive
Störung, derzeitig mittelgradige bis schwere Episode (F 33.1), eine Anpassungsstörung
(F43.2), Verdacht auf somatoforme autonome Funktionsstörung (F45.3), sowie
Verdacht auf beginnende somatoforme Schmerzstörung (F45.4). Lediglich ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er ein Residuum einer peripheren
Fazialisparese vom März 2002. Das Vorliegen eines Multiinfarktgeschehens schloss der
Gutachter explizit aus. Im Wesentlichen gestützt auf die depressive Störung attestierte
er dem Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(act. G 7.1/93).
Vom 28. November 2005 bis 10. Dezember 2005 absolvierte der Versicherte eine
stationäre psychiatrische Therapie in der Klinik Gais. Mit Austrittsbericht vom 17.
Januar 2006 bescheinigte diese dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit (adaptiert) von
50 %, nötigenfalls im geschützten Rahmen (act. G 7.1/101.3 und 110). Nachdem in der
beruflichen Abklärung weiterhin unklar blieb, zu welchen Aktivitäten der Versicherte
fähig ist, und von der Eingliederungsberaterin der Verdacht einer Rentenbegehrlichkeit
geäussert wurde, wurde zusätzlich eine multidisziplinäre Begutachtung in Auftrag
gegeben.
Am 21. Dezember 2006 erstattete die beauftragte Ärztliches Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI), Basel, ihr Gutachten über die am 15. November 2006 erfolgte
internistische, psychiatrische sowie neurologische Untersuchung. Als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.0), eine Somatisierungsstörung (F45.0), ein
ausgedehntes, streng linksseitiges Schmerzsyndrom im Bereich der gesamten
Körperhälfte unklarer Ätiologie, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt (R52.9),
funktionell überlagernd bzw. somatoform einen Verdacht auf Periarthropathia
humeroscapularis links (M75.0), ein rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom (M54.5)
sowie einen Verdacht auf Coxarthrose links (M16.1) fest. Die festgestellte diskrete
residuelle periphere Fazialisparese links (G 51.0) wurde als Diagnose ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit klassifiziert. Die Konsensbeurteilung ergab für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Maschinist bzw. Akkordarbeiter im Strassenbau eine bleibende
volle Arbeitsunfähigkeit. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit wurde mit dem 29. März
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2002 angegeben. Angepasste Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten,
Retroflexionshaltungen des Kopfes sowie Arbeiten auf Gerüsten sind gemäss
Beurteilung ganztägig zumutbar bei einer Leistungseinschränkung von 30 % (act. G
7.1/127.19 und 21).
A.d Mit Vorbescheid vom 9. Februar 2007 informierte die IV-Stelle den Versicherten
über die vorgesehene Zusprache einer Viertelsrente ab dem 1. März 2003, basierend
auf einem Invaliditätsgrad von 43 % (act. G 7.1/137). Mit Mitteilung gleichen Datums
wurde dem Versicherten der Abschluss der Arbeitsvermittlung angezeigt (act, G
7.1/135). Am 20. September 2007 und 3. Oktober 2007 erliess die IV-Stelle
Rentenverfügungen im angekündigten Sinn (act. G 7.1/144, 151, 154 und 155).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 19.
Oktober 2007 mit dem Antrag auf deren Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei
sodann zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze Rente, eventualiter eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Subeventualiter seien die Verfügungen vom 20.
September 2007 und 3. Oktober 2007 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, eine erneute medizinische Untersuchung anzuordnen. Zusätzlich seien
Eingliederungsmassnahmen zu ergreifen und die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, dem Beschwerdeführer ab Anspruchsberechtigung bis zur Ergreifung der
Eingliederungsmassnahmen ein Wartezeittaggeld auszurichten. Das Problem sei nicht
die von den Gutachtern diagnostizierte Depression, sondern es bestehe ein
neurologisches Problem. Der Beschwerdeführer leide an einer Facialisparese und
könne auf Grund eines Hirnschadens keinen Text mehr lesen. Er sei somit nur
beschränkt einsatzfähig. Gemäss Dr. B._ ergebe die Protonen-Magnet-Resonanz-
Spektroskopie, dass eine MS zwar ausgeschlossen werden könne, dass es sich bei
den im MRI dargestellten Herden um Glioseherde handle, die auf ein
Multiinfarktgeschehen zurückzuführen seien. Im Weiteren beanstandet der
Rechtsvertreter die Berechnung des Einkommensvergleichs, habe doch der
Beschwerdeführer auf 1. April 2002 eine Stelle bei der E._ antreten wollen, wo er ein
Einkommen von Fr. 78'000.-- (zuzüglich Teuerung) erzielt hätte. Beim
Invalideneinkommen sei von einem Betrag von Fr. 24'102.-- auszugehen, was dem
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Tabellenlohn TA1 Ostschweiz bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 %
entspreche. Eventualiter sei gemäss Gutachten mit einer Arbeitsfähigkeit von 70 % und
einem leidensbedingten Abzug von 20 % zu rechnen, was ein Invalideneinkommen von
Fr. 26'994.-- ergebe (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2008 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Das ABI-Gutachten sei schlüssig. Auch leuchte die im
multidisziplinären Konsensus erarbeitete Schlussfolgerung in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Das Gesamtergebnis trage dem Umstand Rechnung, dass sich beim Zusammentreffen
von verschiedenen Gesundheitsbeeinträchtigungen deren erwerblichen Auswirkungen
in der Regel überschneiden würden. Schliesslich nehme das Gutachten zu früheren
ärztlichen Einschätzungen Stellung. Gegenüber dem Austrittsbericht der Klinik Gais
und dem RAD-Gutachten habe sich das depressive Zustandsbild gebessert; der
Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. I._ vermöge die Schlussfolgerungen des
Gutachtens nicht anzufechten.
Der Beschwerdeführer habe nach Aufgabe seiner angestammten Tätigkeit - ausser im
Einsatzprogramm des RAV - nicht mehr gearbeitet. Das Invalideneinkommen sei somit
anhand der Lohnstrukturerhebung zu ermitteln, was gemäss Tabelle einen Wert von
Fr. 57'745.-- ergebe. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % und einem Leidensabzug von
10 % ergebe sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 60'647.-- eine Beeinträchtigung
von rund 40 %, was einen Anspruch auf eine Viertelsrente verleihe. Der
Beschwerdeführer verfüge über keine Berufsausbildung und habe stets als Hilfsarbeiter
gearbeitet. Auf Grund des Werdegangs des Beschwerdeführers falle eine erstmalige
Berufsausbildung nicht in Betracht. Er habe als Hilfsarbeiter auch keinen Anspruch auf
Berufsberatung, sondern nur auf Arbeitsvermittlung (act. G 7).
B.c Mit Replik vom 3. April 2008 wird im Wesentlichen geltend gemacht, dass die vom
ABI-Gutachten festgestellte psychische Einschränkung von lediglich 20 % nicht in
Einklang mit den Angaben der vorbefassten Ärzte zu bringen sei. Diese seien von einer
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % (Klinik Gais) bis zu 70 % (Dr. I._)
ausgegangen (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G
13).
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B.d Mit einer weiteren Eingabe vom 2. Mai 2008 reicht der Rechtsvertreter Unterlagen
v.a. von Dr. B._ ein, der - wie auch der Hausarzt - der Meinung sei, das Gutachten
sei unvollständig (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügungen vom 20. September bzw. 3. Oktober 2007 entwickelt hat,
sind die am 1. Januar 2008 mit der 5. IVG-Revision in Kraft getretenen Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) nicht anwendbar.
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
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Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.3 Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu
prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.4 In Bezug auf Atteste von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 E. 3b.cc).
3.
3.1 Vorliegend stützte die Beschwerdegegnerin ihre Verfügungen vom 20. September
und 3. Oktober 2007 auf das ABI-Gutachten vom 21. Dezember 2006. Dieses
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.0), eine Somatisierungsstörung (F45.0)
sowie ein ausgedehntes, streng linksseitiges Schmerzsyndrom im Bereich der
gesamten Körperhälfte unklarer Ätiologie, wahrscheinlich multifaktoriell bedingt (R52.9),
funktionell überlagernd bzw. somatoform, einen Verdacht auf Periarthropathia
humeroscapularis links (M75.0), ein rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom (M54.5)
sowie einen Verdacht auf Coxarthrose links (M16.1). Die von den behandelnden Ärzten
ursprünglich diagnostizierte Fazialisparese links mit Trigeminusneuralgie (act. G 7.1/9
und 16) sowie die im April 2005 durch Dr. B._ - gestützt auf die MR-Spectroskopie
vom 14. September 2004 durch das Universitätsspital Zürich (act. G 7.1/81.6) -
vorgenommene dahingehende Änderung der Diagnose, dass die Gesichtsschmerzen
des Beschwerdeführers auf ein intrazerebrales Multiinfarktgeschehen zurückzuführen
seien (Gliose, Pseudotrigeminusneuralgie bei praktisch ausgeheilter peripherer
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Fazialisparese; act. G.1/81.1 und 82.3), wurde von den Gutachtern nur noch an dritter
Stelle der Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unter den Begriff des
streng linksseitigen sensiblen Hemisyndroms unklarer Ätiologie, differentialdiagnostisch
funktionell infolge zerebrovaskulärer Ischämie (lakunärer Infarkt), subsumiert (act. G
7.127.19). Die Fazialisparese links wurde ebenfalls noch als Diagnose ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit geführt und als diskrete residuelle periphere Fazialisparese
(G51.0) mit leichter Schwäche des Musculus orbicularis oculi und oris sowie Kontraktur
betont nasolabial beschrieben.
In seinem Schreiben vom 24. April 2008 führte Dr. B._ ausdrücklich aus, dass er
bezüglich Gesichtslähmung mit den Aussagen des neurologischen Gutachters Dr.
F._ und des Kollegen G._ übereinstimme (act. G 15.1). Weiter führte der Neurologe
Dr. G._ in seinem Schreiben vom 30. Juni 2006 aus, dass in Bezug auf die periphere
Fazialisparese eine Defektheilung mit Synkinesien vorwiegend periokulär sowie perioral
linksseitig stattgefunden habe (Schreiben nicht bei den Akten, vgl. aber act. G
7.1/127.8). Die Gutachter und die behandelnden Neurologen Dr. B._ und Dr. G._
sind sich somit einig, dass die ursprüngliche Beeinträchtigung durch die periphere
Fazialisparese längst abgeklungen ist und nur noch diskret in Form einer leichten
Schwäche des Musculus orbicularis oculi und oris sowie als Kontraktur betont
nasolabial weiterexistiert (vgl. act. G 7.1/127.17).
3.2 Indessen stehen nunmehr die in der linken Körperhälfte geklagten Schmerzen im
Vordergrund. Dr. B._ wies bereits in seinem Verlaufsbericht vom 18. Mai 2004 darauf
hin, dass seiner Ansicht nach eine Symptomausweitung stattfinde, die mit dem
Grundleiden in keinem Zusammenhang stehe (act. G 7.1/31.1). Ebenso diagnostizierte
Dr. G._ am 30. Juni 2006 eine Symptomausweitung mit Missempfinden der linken
Gesichtshälfte (vgl. act. G 7.1/127.8). Der neurologische Gutachter stellte fest, dass die
Ursache dieser streng linksseitigen Schmerzsymptomatik im Bereich der gesamten
linken Körperhälfte trotz ausgedehnter Abklärungen unklar sei (act. G 7.1/127.17 f.).
Dem widerspricht Dr. B._ in seinem Schreiben vom 24. April 2008 nicht
grundsätzlich, hält aber fest, dass er eine Aussage über die durchgemachte
Herpesinfektion vermisse, wobei aus den Ausführungen von Dr. B._ nicht klar wird,
inwiefern sich diese Diagnose auf die Arbeitsfähigkeit auswirken soll. Offenbar geht
auch er davon aus, dass sich das durch den Herpes verursachte Missempfinden nur
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bei extremen Wetterverhältnissen, mithin bei Tätigkeiten im Freien, auswirkt (vgl. act. G
15.1 S. 3). Weiter wies er darauf hin, dass bezüglich der geklagten Augenbeschwerden
von Dr. med. H._, Spezialärztin für Augenkrankheiten FMH, eine Sicca-Symptomatik
links diagnostiziert worden sei. Dr. H._ selber führte in ihrem Schreiben vom 1.
Februar 2005 dazu aus, der Beschwerdeführer sei mit einer regelmässig
befeuchtenden Therapie bereits nach drei bis vier Wochen nicht ganz, aber weitgehend
beschwerdefrei gewesen (act. G 7.1/127.40). Es ist somit anzunehmen, dass die Sicca-
Symptomatik auch zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung keine grosse Rolle (mehr)
spielte. Weiter wies Dr. B._ darauf hin, dass er wegen eines Nävus eine
dermatologische Untersuchung veranlasst habe. Im internistischen Status des
Gutachtens wurde ebenfalls ein Nävuszellnävus lumbal unklarer Dignität (G 7.1/127.12)
diagnostiziert. Nachdem Dr. B._ nicht ausführt, inwiefern sich dieser Nebenbefund
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt, ist nicht zu beanstanden, dass die Gutachter dieser
Diagnose keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit attestierten. Die Ausführungen von
Dr. B._ zum RAD-Gutachten von Dr. D._ können als überholt angesehen werden,
stellt doch die Beschwerdegegnerin für die streitige Anspruchsberechtigung nicht mehr
auf jenes, sondern auf das vorliegende ABI-Gutachten ab. Entgegen der Ansicht von
Dr. B._ kann somit das Gutachten (in neurologischer Hinsicht) nicht als unvollständig
bezeichnet werden. Schliesslich erscheint auch die vom Rechtsvertreter - gestützt auf
das Schreiben von Dr. B._ vom 22. April 2005 - geltend gemachte Sehproblematik
nach der Lasertherapie vom 31. Oktober 2005 deutlich gebessert, sei doch dem
Beschwerdeführer zum Untersuchungszeitpunkt das Lesen mit Korrekturbrille
problemlos möglich gewesen (act. G 7.1/127.11).
3.3 Psychische Probleme (Angstneurose) wurden bereits im ersten Arztbericht von Dr.
A._ vom 11. April 2003 angegeben (act. G 7.1/9). Ab dem RAD-Gutachten vom 5. Juli
2005 stand sodann die psychische Problematik im Vordergrund, wurde doch in erster
Linie eine rezidivierende depressive Störung, derzeitig mittelgradige bis schwere
Episode (F33.1), diagnostiziert. Weiter wurde dort eine Anpassungsstörung (F43.2), ein
Verdacht auf somatoforme autonome Funktionsstörung (F45.3) sowie ein Verdacht auf
beginnende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) diagnostiziert. Die Klinik Gais
diagnostizierte in ihrem Austrittsbericht vom 17. Januar 2006 eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischen Symptomen (F32.11) im Rahmen einer längeren
depressiven Anpassungsstörung (act G 7.1/101.3). Die Hauptdiagnosen des
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Vorgutachtens wurden im ABI-Gutachten im Wesentlichen bestätigt, wobei das ABI nur
mehr von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode
(F33.0), ausging. Mithin ist im zeitlichen Verlauf von einer stetigen Verbesserung des
depressiven Geschehens auszugehen. Der Rechtsvertreter ist zudem der Auffassung,
dass die Depression nicht das Problem sei (act. G 1, S. 4). Dies stimmt wohl auch
insofern mit der Auffassung des psychiatrischen Gutachters überein, als dieser - ausser
der Fortsetzung der ambulanten Psychotherapie und der Behandlung mit
Antidepressiva - keine weiteren medizinischen Massnahmen vorschlägt (act. G
7.1/127.15). Das Gutachten setzt sich sodann mit dem Bericht von Dr. I._ vom 9.
November 2006 auseinander, der von einer mittel- bis schwergradigen depressiven
Störung mit somatischen Symptomen (F32.11 und F32.2) auf dem Boden einer
ängstlichen Persönlichkeit (F60.6) sowie einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung ausgeht (F45.4; act. G 7.1/127.25). Insbesondere berichtete der
Beschwerdeführer gegenüber dem psychiatrischen Gutachter von seinen täglichen
Treffen mit Kollegen, so dass mit dem Gutachten nicht von einem sozialen Rückzug
auszugehen ist. Dieser Meinung scheint auch Dr. B._ zu sein (vgl. act. G 15.1 S. 3). In
medizinischer Hinsicht erscheint das Gutachten insgesamt als schlüssig und
vollständig. Es befasst sich mit den vorhandenen medizinischen Unterlagen,
namentlich auch mit den Berichten der Klinik Stephanshorn und des Universitätsspitals
Zürich.
Diskrepanzen zu den vorbefassten Ärzten bestehen dagegen bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung. So geht Dr. B._ von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % in
einer leichten Tätigkeit aus (act. G 15.1). Dr. I._ sieht sogar allein aus psychiatrischer
Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70 % (act. G 7.1/127.25). Letztere
Schätzung kann allein schon deshalb nicht relevant sein, weil nach übereinstimmender
Meinung des Gutachtens und des Beschwerdeführers (sowie des Dr. B._) die
depressive Problematik nicht (mehr) im Vordergrund steht und für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung somit nicht auf eine schwere depressive Episode abgestellt
werden kann. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die psychiatrische Hauptdiagnose
wesentlich entschärft hat, erscheint die Annahme einer 20 %igen Einschränkung in
einer körperlich leichten Tätigkeit als plausibel. In neurologischer Hinsicht weicht die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung sodann nicht erheblich von jener des Dr.
B._ ab. Während der neurologische Gutachter von einer 30 %igen Einschränkung in
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einer adaptierten Tätigkeit ausgeht, postuliert Dr. B._ eine 40 %ige Einschränkung
(inkl. psychiatrische Einschränkung). Zudem ist Dr. B._ der Ansicht, dass die
verbleibende Arbeitsfähigkeit von 60 % auf 2/3 der Wochenarbeitszeit verteilt werden
sollte (also wohl drei ganze Arbeitstage pro Woche), während das Gutachten einen
jeweils ganztägigen Einsatz bei 30 %iger Leistungseinbusse für zumutbar hält.
Nachdem der Beschwerdeführer sowohl in psychischer als auch in neurologischer
Hinsicht eingeschränkt ist und deshalb vermehrte Pausen benötigt, erscheint der
Vorschlag von Dr. B._ zumindest nicht plausibler als jener des Gutachtens, zumal Dr.
B._ seine Ansicht nicht näher begründet. Damit muss es bei der gutachterlichen
Schätzung sein Bewenden haben.
Nach dem Gesagten erweist sich das Gutachten als schlüssig und nachvollziehbar.
Ausserdem wird es nicht durch andere medizinische Unterlagen erschüttert. Es ist
demnach darauf abzustellen.
3.4 Im Weiteren ist die Berechnung des Invaliditätsgrades streitig. Zunächst macht der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend, für die Bemessung des
Valideneinkommens sei auf den Arbeitsvertrag abzustellen, den der Beschwerdeführer
ab 1. April 2002 erfüllt hätte. Er habe bei der C._ gekündigt, um bei der E._ eine
Anstellung als Schaler anzutreten. Dort hätte er brutto Fr. 40.-- in der Stunde verdient.
Rechnerisch ergebe dies bei 1950 Jahresarbeitsstunden ein Valideneinkommen von
Fr. 78'000.--.
Theoretisch vorhandene berufliche Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur
dann zu beachten, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären.
Für die Annahme einer mutmasslichen beruflichen Weiterentwicklung ist daher der
Nachweis konkreter Anhaltspunkte dafür verlangt, dass der Versicherte einen
beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen auch tatsächlich
realisiert hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre; blosse Absichtserklärungen
genügen nicht (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. März
2005 [I 724/04] E. 1.3.1 mit Hinweisen auf BGE 96 V 29 neues Fenster; EVGE 1968 S.
93 E. 2a; AHI 1998 S. 171 E. 5a; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b; unveröffentlichte
Urteile H. vom 20. Dezember 1996 [M 7/96] E. 3, F. vom 28. August 1996 [U 12/96] und
M. vom 13. September 1996 [I 419/95]).
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Vorliegend vermag der Beschwerdeführer lediglich einen Arbeitsvertrag eines Kollegen
einzureichen, der nach Angaben des Rechtsvertreters die selben Arbeitsbedingungen
hatte, wie sie für den Beschwerdeführer vorgesehen waren. Es erscheint etwas
seltsam, dass der Beschwerdeführer drei Tage vor Stellenantritt über keinen eigenen
Arbeitsvertag verfügte, wurde doch der spätere Vertrag des Kollegen gut zwei Monate
vor dessen Stellenantritt ausgefertigt (act. G 1, Beilage 6). Im Weiteren hatte offenbar
auch der angeblich für den Beschwerdeführer eingesprungene J._ keinen eigenen
Vertrag. Über einen solchen verfügte erst ein Jahr später der gleichnamige K._.
Selbst wenn man davon ausgehen wollte, dass der Beschwerdeführer zu den gleichen
Bedingungen angestellt worden wäre wie sein Kollege, könnte nicht ohne Weiteres von
einem Valideneinkommen von Fr. 78'000.-- ausgegangen werden. Gemäss dem
genannten Arbeitsvertrag vom 29. Januar 2003 war nämlich das Arbeitspensum
ausdrücklich unbestimmt (act. G 1 Beilage 6), so dass die vom Rechtsvertreter
errechneten 1950 Arbeitsstunden pro Jahr keineswegs garantiert sind. Im Übrigen
erscheint auch nicht ohne Weiteres plausibel, dass der Beschwerdeführer als Schaler
bei der E._ ein wesentlich höheres Einkommen denn als Maschinist bei der C._
hätte erzielen können. Zudem handelt es sich bei der C._ um ein seit Jahrzehnten in
Wil etabliertes Unternehmen im Bereich Stahl- und Edelstahlrohre sowie zugehörigem
Service (kaum drei Gehminuten vom Wohnort des Beschwerdeführers entfernt).
Demgegenüber wurde die E._ erst im Februar 2002 ins Handelsregister eingetragen
(und ist wohl aus der aufgelösten K._ entstanden), verlegte fast im Jahresrhythmus
ihren Sitz rund um den Flughafen Zürich und hatte gemäss eigenen Angaben im
Internet im November 2008 gerade einmal drei Baustellen zu betreuen.
Mithin ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, dass der
Beschwerdeführer mit der in Aussicht genommenen Stelle einen beruflichen
Entwicklungsschritt vollzogen hätte, der ihm voraussichtlich dauerhaft ein höheres
Einkommen gesichert hätte. Aus diesem Grund ist mit der Beschwerdegegnerin von
den gesicherten Verhältnissen bei der C._ auszugehen, wo der Beschwerdeführer
während sechseinhalb Jahren tätig war (1. September 1995 bis 31. März 2002; act. G
7.1/8.1). Die Beschwerdegegnerin legte der Bemessung des Valideneinkommens das
Einkommen für das Jahr 2007 von Fr. 64'000.--, das der Beschwerdeführer gemäss
Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin ohne Gesundheitsschaden unter
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Berücksichtigung der Teuerung und der Lohnentwicklung mutmasslich erzielen würde,
zu Grunde (vgl. act. G 7.1/131).
3.5 Beim Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin von einem Wert von
Fr. 36'742.-- aus. Zwar ist nicht ganz ersichtlich, wie sich dieser Wert zusammensetzt
(vgl. act. G 7.1/133). Nachdem jedoch bereits das Abstellen auf den Tabellenwert 2006
(ohne Aufrechnung der Teuerung bis 2007) zu einem höheren Invalideneinkommen
führt (Fr. 59'197.-- x 70 % x 90 % = Fr. 37'294.-- [vgl. Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2]), resultiert jedenfalls kein höherer Invaliditätsgrad
als der von der Beschwerdegegnerin errechnete (43 %). Selbst ein höherer
Leidensabzug von 15 % würde zu keinem anderen Ergebnis im Anspruch führen
(Invaliditätsgrad 45,8 % [Invalideneinkommen = Fr. 36'742.-- : 0,9 x 0,85 = Fr.
34'701.--]).
Im Ergebnis ist damit der von der Beschwerdeführerin vorgenommene
Einkommensvergleich nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer hat damit
Anspruch auf eine Viertelsrente. Nachdem die medizinische Abklärung vollständig ist
(vgl. vorstehende Erwägungen 3.1 - 3.3), sind diesbezüglich auch keine weiteren
medizinischen Abklärungen mehr vorzunehmen.
3.6 Die Beschwerdegegnerin gewährte die Rente ab 1. März 2003. Dieser
Rentenbeginn blieb unangefochten und ist nicht zu beanstanden, nachdem der
Beschwerdeführer im März 2002 von einer Fazialisparese betroffen wurde und in der
Folge in seiner angestammten Tätigkeit arbeitsunfähig war, womit gemäss aArt. 29
Abs. 1 lit. b IVG im März 2002 das Wartejahr ausgelöst wurde und gemäss aArt. 29
Abs. 2 IVG ab März 2003 der Rentenanspruch gegeben war.
3.7 Die Zusprache einer Viertelsrente basiert auf der von den Gutachtern ermittelten
Arbeitsunfähigkeit von 30 %, wovon eine Einschränkung von 20 % auf ein psychisches
Leiden entfiel. Den Akten ist zu entnehmen, dass der Gesundheitszustand sich
vorübergehend verschlechtert hatte. So attestierte Dr. D._ im Rahmen der RAD-
Untersuchung vom 1. Juli 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einer adaptierten
Tätigkeit hauptsächlich wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell
mittelgradiger bis schwerer Episode (act. G 7.1/93). Vom 28. November 2005 bis 10.
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Dezember 2005 wurde der Beschwerdeführer wegen des psychischen Leidens in der
Klinik Gais stationär behandelt; bei Austritt wurde ebenfalls von einer 50 %igen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen (act. G 7.1/101). Im ABI-Gutachten betreffend
Untersuchung vom 15. November 2006 wurde eine deutliche Verbesserung des
psychischen Zustandsbildes festgestellt (act. G 7.1/127.20), die ABI-Gutachter
schätzten die Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen auf noch 20% und unter
Einbezug der neurologisch bedingten Einschränkungen auf 30%. Mithin rechtfertigt es
sich, dem Beschwerdeführer rückwirkend für die Zeit der vorübergehend auf 50%
erhöhten Arbeitsunfähigkeit eine halbe Rente zuzusprechen. Hinsichtlich des
Anfangstermins für diese Verschlechterung kann auf den Bericht der Klinik Gais vom
17. Januar 2006 zurückgegriffen werden, wonach "seit einem Jahr zunehmend eine
depressive Entwicklung" stattgefunden habe (act. G 7.1/107), dies umso mehr, als der
Beschwerdeführer seit 13. Juli 2004 bei Dr. I._ in psychiatrischer Behandlung war
und die RAD-Untersuchung vom 1. Juli 2005, wie erwähnt, eine Arbeitsunfähigkeit von
50 % ergab. Demnach ist von einer Verschlechterung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit ab Anfang 2005 auszugehen, womit nach drei Monaten, d.h. ab 1.
April 2005, dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zusteht (Art. 88a Abs. 1 IVV).
Diese halbe Rente ist sodann dem Beschwerdeführer bis drei Monate nach der ABI-
Untersuchung, d.h. bis Ende Februar 2007, geschuldet (Art. 88a Abs. 2 IVV). Ab März
2007 hat der Beschwerdeführer wiederum Anspruch auf eine Viertelsrente
entsprechend einer Arbeitsunfähigkeit von gesamthaft 30 % und dem dargelegten
Einkommensvergleich (vgl. E. 3.5 hier vor).
4.
Schliesslich beantragt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, es seien
subeventualiter berufliche Massnahmen anzuordnen, um den Beschwerdeführer wieder
in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Die Beschwerdegegnerin sei sodann zu verpflichten,
ab Anspruchsbeginn bis zur Ergreifung von Eingliederungsmassnahmen ein
Wartezeittaggeld auszurichten. Vorausgesetzt für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung
ist, dass die versicherte Person objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist (vgl. mit
weiteren Hinweisen EVGE I 427/05 vom 24. März 2006, E. 4.1.1 und I 427/2005 E.
4.1.1). In objektiver Hinsicht ist für die Bejahung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung
nach aArt. 18 Abs. 1 IVG eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 Abs. 2 IVG)
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vorausgesetzt. Diese ist im Rahmen von aArt. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG schon bei relativ
geringen gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten in der Suche nach einer
Arbeitsstelle erfüllt. Eine für die Arbeitsvermittlung massgebende Invalidität liegt daher
vor, wenn die versicherte Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus
gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat (BGE 116 V 81 neues Fenster E. 6a mit
Hinweis; AHI 2000 S. 69 E. 2b). Teilweise nennt die Rechtsprechung auch spezifische
behinderungsbedingte Unterstützungsbedürftigkeit bei der Stellensuche, etwa wenn
die Stellensuche z.B. wegen Stummheit oder Sehbehinderungen konkret beeinträchtigt
ist, nicht jedoch, wenn genügend zumutbare Stellen offen sind, für deren Finden die
spezifischen Fachkenntnisse der IV-Behörden nicht erforderlich sind (Urteil vom 17.
Januar 2003 [I 240/02] E. 3.3). Gegenstand der angefochtenen Verfügungen bildete
allein der Rentenanspruch. Die Prüfung der Gewährung von Arbeitsvermittlung war am
9. Februar 2007 von der IV-Stelle abgeschlossen worden, weil sich der
Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung im ABI als nicht arbeitsfähig erklärt
habe. Die Gewährung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen setzt
Eingliederungs- bzw. Arbeitsbereitschaft voraus. Dem Beschwerdeführer steht es
offen, bei vorhandener Arbeitsbereitschaft sich mit einem neuen Gesuch um berufliche
Massnahmen, insbesondere um Arbeitsvermittlung, an die IV-Stelle zu wenden.
Entsprechend ist auf den Beschwerdeantrag betreffend Eingliederungsmassnahmen
und Wartezeittaggelder nicht einzutreten.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann,
teilweise gutzuheissen. Die angefochtenen Verfügungen vom 20. September und 3.
Oktober 2007 sind aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist für die Zeit vom 1. März
2003 bis 31. März 2005 eine Viertelsrente, vom 1. April 2005 bis 28. Februar 2007 eine
halbe Rente und ab 1. März 2007 wiederum eine Viertelsrente zuzusprechen.
5.2 Beim vorliegenden Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten von
Fr. 600.-- zu zwei Dritteln auf den Beschwerdeführer und zu einem Drittel auf die
Beschwerdegegnerin zu verlegen. Da dem Beschwerdeführer entsprechend seinem
Gesuch (act. G 3 und G 6) die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen ist, ist er von
der Bezahlung der Gerichtskosten befreit. Der vom Beschwerdeführer geleistete
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Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist diesem zurückzuerstatten. Was die Parteikosten
anbelangt, so sind diese ungekürzt pauschal auf Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen. Hievon hat die Beschwerdegegnerin einen Drittel zu
übernehmen und dem Beschwerdeführer somit eine Entschädigung von Fr. 1'165.-- zu
bezahlen. Hinsichtlich der von ihm zu tragenden Parteikosten hat der
Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gestellt (act. G
3 und G 6). Diesem Gesuch ist antragsgemäss zu entsprechen und Rechtsanwalt
Pedergnana als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ernennen. Der Staat ist sodann zu
verpflichten, den Rechtsvertreter mit Fr. 1'868.-- (= 2/3 von Fr. 3'500.-- = Fr. 2'335.--;
davon 80 %) zu entschädigen. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers es gestatten, kann er zur Nachzahlung der auf ihn entfallenden
Gerichtskosten und der vom Staat bezahlten Kosten der Rechtsvertretung verpflichtet
werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG