Decision ID: 8415ed1e-7888-4c9e-924f-bf069a47a41c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1.
X._
, geboren 19
67
,
arbeitete
bis Mitte Juni 2013
als Oberärztin
im Spital
Y._
(Urk. 6/33
). A
m
1.
Juli 2013
meldete sie sich
beim Regio
na
len Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Z._
zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 6/32)
und am 1. September
2013 reichte
sie
der Arbeits
losenkasse des Kan
tons Zürich
den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung
ein (
Eingang
am
23. Sep
tember
2013
;
Urk.
6/31-32
).
Das Amt für Wirt
schaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich stellte
die
Ver
si
cherte
mit Ver
fügung vom
1
8.
Juli 2013
we
gen der Verletzung von
Kontroll
vor
schriften
und Weisungen
des RAV
(unentschul
digtes Fernbleiben von einem Be
ratungsgespräch)
für die Dauer von
sechs
Tagen mit Wirkung ab dem
13. Juli 2013
in der Anspruchsberechtigung ein
(
Urk.
6/26)
.
Mit Verfügung des AWA vom 9. August 2013 wurde sie ausserdem für drei
Tage ab dem 1.
Juli 2013 we
gen ungenügenden persönlichen Arbeitsbemühungen während der Kündi
gungs
frist
in der Anspruchsberechtigung eingestellt
(Urk.
6/27). Des We
iteren wurde sie mit Verfügung
vom
9.
Oktober 2013
wegen ungenügender per
sönlicher Arbeitsbemühungen in der Kontrollperiode August 2013 vier Tage ab dem 1. Septem
ber 2013 (Urk. 6/29 S. 2) und mit Verfügung gleichen Datums
wegen der Verletzung von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV (verspätetes Überarbeiten des Lebens
laufes)
weitere sieben Tage
ab dem 2. Oktober 2013
(Urk.
6/28 S.
2)
in der Anspruchsberechtigung vorüber
gehend eingestellt.
Di
e da
gegen erhobenen Einsprachen vom 22. Oktober 2013 wies das AWA mit den
Einspracheentscheiden
vom 28. November 2013 ab (Urk. 6/28-29).
1.2
Mit Schreiben v
om 9.
September 2014
meldete
das RAV
Z._
dem AWA, dass
die
Versi
cherte
die
Arbeitsbemühungen
für die Kontrollperiode August 2014 verspätet eingereicht
habe (Urk.
6/1
).
Das AWA stellte die Versicherte darauf
hin mit
Verfügung vom
18. September
2014
wegen un
genügen
der persön
lichen
Arbeits
bemühungen
für
1
9
Tage mit
Beginn
ab
dem 1.
September 2014
in der
An
spruchsberechtigung
ein (Urk. 6/4). Die
dagegen erhobene Einsprache der
Ver
si
cherten vom
9. Oktober 2014
(Urk. 6/5)
wies das AWA mit
Einsprache
ent
scheid
vom 24. November 2014 ab
(Urk. 2
S. 1
).
2.
Hiergegen erhob die
Versicherte mit Eingabe vom
17. Dezember 2014
Be
schwerde und beantragte
sinngemäss
die
Aufhebung
des
Einsprache
ent
scheides
vom
24. November 2014
sowie die Auszahlung der ausstehen
den 19
Taggelder
(Urk. 1
). Der Beschwerdegegner schloss in der Beschwerdeantwort vom
3. Feb
ruar 2015
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5 S. 2).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
2.1.1
Nach
Art.
17
Abs.
1 Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Ver
sicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigen
falls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nach
weisen können. Diese Bestimmung regelt allgemein die materiellen Pflich
ten der versicherten Personen. Mit der Formel, der Versicherte habe alles Zu
mutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu ver
kürzen, statuiert sie die Pflicht zur Schadenminderung, aus welcher sich ver
schiedene
Einzelpflich
ten
ergeben. Dazu gehört die Pflicht der Versicherungs
leistungen beanspruch
enden Person zur Arbeitssuche.
Art.
30
Abs.
1
lit
. c AVIG sanktio
ni
ert eine Verletzung der in Art. 17 Abs.
1 AVIG statuierten
Schaden
min
de
rungspflicht
, insbesondere auch der Pflicht, sich genügend um Arbeit zu be
mü
hen. Mittels Einstellung in der Anspruchsberechtigung soll dieser Pflicht zum Durchbruch verholfen werden
(BGE 139 V 524 E. 2.1.1 mit Hinweisen).
2.1.2
Die Eigeninitiative der versicherten Person hat sich laut
Art.
17
Abs.
1 Satz 2 AVIG wenn nötig auch auf ausserberufliche Arbeitsgelegenheiten zu erstrecken. Nach
Art.
16
Abs.
1 AVIG muss d
i
e
v
ersicherte
Person
zur Schadenminderung grund
sätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen.
Mit Blick auf Art.
16
Abs.
2
lit
. b und d AVIG
ist die
Pflicht zur Stellensuche ausserhalb des bisherigen Berufes zu Beginn der Stellensuche noch nicht allzu streng zu handhaben
. Q
uali
fizierten Berufsleuten in gekündigter Stellung
ist daher
das Recht zuzu
billigen ist, ihre persönlichen Bemühungen zunächst auf ihren bisherigen Berufs
zweig zu be
schränken, sofern dieser offene Stellen anbietet (
BGE 139 V 524
E.
2.1.3).
Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu
vermeiden oder zu verkürzen, sind die persönlichen Arbeitsbemühungen der ver
si
cherten Person selbst
, die in der Regel streng beurteilt werden. Es gilt
ge
wisser
massen
der Grundsatz, dass die Arbeitsbemühungen umso intensiver sein müssen, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden. Dabei stehen
die
Tatsache
und die
Intensität
des Bemühens
, nicht aber der Erfolg die
ser Bemühungen im Vordergrund (
Gerhard Gerhards, Kommentar zum
Arbeits
losenversicherungsgesetz
, 1987, Bd. I [Art. 1-58], N 12 und 14 zu Art. 17
; Urteil des Bundesgerichts
C 351/05 vom
3.
Juli 2006
E. 3.2.1 mit Hinweisen).
2.1.3
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität ihrer Be
werbungen von Bedeutung.
Eine allgemein gültige Aussage über die erforder
li
che Mindestzahl an Bewerbungen ist nicht möglich.
Das Quantitativ der Be
wer
bungen beurteilt sich
vielmehr
nach den konkreten
,
subjektiven und objek
tiven
Umständen
(
Alter, Schul- und Berufsbildung,
Usanzen
des
betref
fenden
Ar
beitsmarktes
, Dauer der Arbeitslosigkeit etc.
)
, wobei in der Praxis durch
schnitt
lich zehn bis zwölf Stellenbewerbungen pro Monat in der Regel als genü
gend erachtet wer
den (
BGE 139 V 524 E. 2.1.4 mit Hinweis;
Urteil
des Bun
des
gerichts
8C_583/2009
vom 2
2.
Dezember 2009
E. 5.1
).
B
ei sehr qualifizierten Bewer
bun
gen
genügen
etwas
weniger (
Urteil
des Bundesgerichts
C 296/02
vom 2
0.
Mai 2003
E. 3
.2
mit Hinweisen
).
2.1.4
Nach
Art.
26
Abs.
1 AVIV muss die versicherte Person sich gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung.
Nach
Abs.
2 dieser Bestimmung
(
in der seit
1.
April 2011 in Kraft stehenden Fassung
)
m
uss
sie
den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede
Kon
trollperiode
spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Die Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend
macht.
Die zuständige Amtsstelle über
prüft die Arbeitsbemühungen der ver
si
cherten Person monatlich
(
Abs.
3).
Diese
Verordnungsbestimmung
wurde vom Bundesgericht als
gesetzmässig
beurteilt (vgl. BGE 139 V 164).
Art.
26
Abs.
2 Satz 2 AVIV setzt verspätet nachgewiesene Arbeitsbemühungen gänzlich fehlenden Stellenbewerbungen
somit
gleich. Ist die in der Verordnung vorgesehene Frist ohne entschuldbaren Grund verpasst, führt dies direkt zur Nichtbeachtung nachgereichter Beweismittel
.
Die Verwaltung soll in die Lage versetzt werden, die Quantität und Qualität der Anstrengungen zur Überwin
dung der Arbeitslosigkeit monatlich umfassend abzuklären und zu würdigen. Für jeden Monat mit ungenügenden Anstrengungen ist eine Einstellung vorzu
nehmen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2016 vom 2
1.
April 2016 E. 4.2).
2.2
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel
schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art.
45 Abs. 3 AVIV).
Wird die versicherte Person wiederholt in der Anspruchsberechtigung einge
stellt, so wird die Einstellungsdauer angemessen verlängert. Für die Verlänge
rung werden die Einstellungen der le
tzten zwei Jahre berücksichtigt (
Art.
45
Abs.
5 AVIV).
3.
3.1
Der Beschwerdegegner stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
die Beschwerdeführerin habe den Nachweis für ihre per
sön
li
chen Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode August 2014 erst an
lässlich des Kontroll- und Beratungsgespräches vom 9. September 2014 und damit ver
spätet abgegeben. Dass
beim
Kontroll- und Beratungsge
spräch
vom 7. August 2014 die bis dahin getätigten Arbeitsbemühungen tagesaktuell ge
sichtet worden seien, vermöge sie nicht von der Pflicht zu ent
binden, die ge
samten bis zum Ende des Monats getätigten Arbeitsbemühungen bis zum
5.
des Folgemonates nachzuweisen.
D
ass die persön
lichen Arbeitsbemühungen jeweils bis zum 5. des Folgemonats einzu
reichen seien,
habe ihr bewusst sein müssen
, da ihr dies an
lässlich des Kontroll- und
Beratungsge
spräches
vom 23. Juni 2014 erklärt wor
den sei
.
Ein entschuldbarer Grund für die ver
spätete Ein
reichung liege nicht vor.
Daran ändere auch nichts, dass sie allenfalls eine Fest
anstellung aufgrund ihrer Bemühungen während der Kontrollperiode August 2014
erhalten habe, wobei eine rechtsverbindliche Zusicherung noch nicht erfolgt sei. Da die Beschwerde
führerin bereits vor Eintritt der kon
trol
lierten Arbeits
losigkeit
und in der
Kon
trollperiode
August 2013 in der
An
spruchs
berechtigung
eingestellt worden sei, rechtfertige sich eine angemessene Er
höhung
auf 19
Tage, was im Bereich des mittelschweren Verschuldens sei und den konkreten Umständen angemessen Rechnung trage
(Urk. 2 S. 2 f.).
3.2
Die
Beschwerdeführer
in
wendet dagegen ein,
sie habe bereits Anfang August
2014
genügend Arbeitsbemühungen für den Monat August 201
4
gehabt. Die Sachbearbeiterin habe das Formular jedoch mit der Begründung, dies habe noch Zeit, nicht entgegengenommen.
Sie habe zudem während des Monates August 2014 zwei Wochen Urlaub
bezogen und auch in dieser Zeit sowie selbst nach erfolgter Stellenzusage
weiter nach Stellen gesucht
und
viele Bewerbungen ge
schrieben. Selbst wenn die Einstellung in der Anspruchsberechtigung rechtens wäre, so wäre die Dauer der Einstellung von 19 Tagen viel zu hoch
(Urk. 1).
3.3
Streitig und zu prü
fen ist, ob
die
Beschwerdeführer
in
zu Recht wegen unge
nü
gen
der Arbeitsbemühungen
für die Kontrollperiode
August 2014
für die Dauer von
19
Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist
.
4.
4.1
Es ist unstrittig
ausgewiesen
, dass d
as
ausgefüllte Formular
„Nachweis der per
sönlichen
Arbeitsbemühungen
“ für
den Monat
August
201
4
erst am
9. Sep
tem
ber 2014
dem RAV
Z._
zugegangen ist (Urk. 6/3)
. Da der Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kont
rollperiode gemäss Art. 26 Abs.
2 AVIV spätes
tens am fünften Tag des folgenden Mon
ats zu er
bringen ist, hätte die
Beschwer
deführer
in
die Arbeitsbemühungen für den
August 2014
spätestens am 5.
September
2014
dem RAV
Z._
einreichen müs
sen.
Dafür, dass die Beschwerdeführerin das Formular „Nachweis der per
sönlichen
Arbeits
bemühungen
“ für den Monat August 2014 bereits anlässlich des
Be
ra
tungs
gespräches
vom 7. August 2014 abgeben wollte
, aber
von Seiten des RAV
Z._
die Annahme verweigert
wurde,
bestehen keine Hinweise.
Aus dem
pro
zessorientierten
Beratungsprotokol
l betreffend den Eintrag zum
Be
ratungs
ge
spräch
vom 7. August
2014 geht vielmehr hervor
, dass die persönlichen
Arbeits
bemühungen
(PAB) für den August 2014 tagesaktuell ge
sichtet und als (soweit) in Ordnung befunden worden seien (Urk. 6/30 S. 9).
Unterzeichnet wurde das Formular von der
Beschwerdeführerin
denn auch
erst mit dem Datum vom 3. September 2014 (Urk. 6/3 S. 2).
Im Übrigen waren bis am
7.
August 2014 erst vier, eventuell fünf Arbeitsbemühungen (mit jener vom
7.
August 2014) aufge
führt, was für den ganzen Monat August auch unter Berück
sichti
gung der vom
RAV anerkannten fünf Ferientage vom 1
1.
bis 1
5.
August 2014
(Urk. 6/30 S. 9)
nicht genügt.
Die erst am
9. September 2014
und damit verspätet ein
gereichten
Arbeits
be
mü
h
ungen
sind daher in Anwendung von
Art.
26
Abs.
2 AVIV nur dann zu berücksichtigen, wenn ein entschuldbarer Grund für das verspätete Einreichen vorliegt.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin brachte keinen entschuldbaren Grund
- etwa eine Krank
heit
oder ein Unfall
-
vor, der sie am rechtzeitigen Einreichen des Nach
weises der persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat August 2014 gehin
dert hätte.
Auch kann die Beschwerdeführerin nichts
zu
ihren
Gunsten aus der Anzahl und
der Intensität
ihrer Arbeitsbemühungen ab
leiten.
Denn d
ies
e
änder
n
nichts da
ran, dass
sie
die massgebliche Frist nicht einge
halten hat. Ein entschuldbarer Grund ist darin n
icht zu erblicken. Auch durfte sich die Beschwerdeführerin nicht auf
grund von früheren
Kontrollperioden darauf verlassen, dass die Frist
bis zum 5.
September 2014 nicht gelte
.
B
ei der Einstellung in der
Anspruchs
be
rechtigung
aufgrund von
Art.
26
Abs.
2 AVIV (in der seit dem 1. April 2011 gül
tigen Fassung)
muss die Verwaltung
keine zusätzliche Frist
gewähren
und es
ist bei verpasster Frist
unerheblich
, wenn die Nachweise später er
bracht werden (BGE 139 V 164 E.
3.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2013 vom 1
6.
August 2013).
4.2.2
Schliesslich liegt auch kein Fall einer Verletzung des aus dem
Grundsatz von Treu und Glauben
fliessenden
Vertrauensschutz
es
(
vgl. dazu BGE 131 V 472 E. 5;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_804/2010
vom 7.
Feb
ruar 2011
E. 6.1 mit
Hinweisen) vor.
Denn die
Beschwerdeführer
in
wurde über die
einzuhaltende Frist
korrekt informiert. So ist auf dem Blatt „Nachweis der p
ersönlichen
Arbeits
bemühungen
“, das die
Beschwerdeführerin
jeden Monat
ausfüllen musste, der Hinweis auf
Art.
26 AVIV angebracht
, der über die Fri
st bis jeweils spätestens am 5. Tag des Folgemonats und die Folgen bei verspäteter Ein
rei
chung ohne entschuldbaren Grund
zutreffend
orientierte (Urk. 6/3 S. 2, Urk. 6/18-24).
Selbst wenn
die
Bemerkung
wie von der Be
schwerde
führ
erin behauptet (Urk. 1 S. 1) anlässlich des
Beratung
sgesprächs
vom 7. August 2014 von der RAV-Mitarbeiterin
geäussert
wurde
, dass
das Einreichen des Formulars
noch Zeit
bis zum nächsten Mal
habe, vermag
dies
keinen Ver
trauensschutz zu begründen.
Denn aus einer solchen Bemerkung kann nach Treu und Glauben keine Erstre
ckung der üblichen
, bekannten
Frist
bis zu einem späteren ver
einbarten Datum
abgeleitet werden.
Ein späterer Abgabe
termin wurde
gemäss
dem
prozessorien
tierten
Bera
tungsprotokoll
betreffend den Eintrag zum
Beratungs
gespräch
vom 7. August 2014
denn auch
nicht vereinbart
(Urk. 6/30 S. 9)
. Dem Eintrag zum Beratungsgespräch vom 9. September 2014 ist
vielmehr
zu ent
nehmen, dass
die
Beschwerdeführerin
gegenüber der RAV-Mitarbeiterin ange
geben hat, es sei ihr am Freitag nicht so gut gegangen und sie habe die PAB deshalb nicht ans RAV geschickt. Nachdem die RAV-Mit
arbeiterin ihr nochmals das Merkblatt gezeigt habe, habe diese erklärt, es sei ihr so nicht bewusst gewesen (Urk. 6/30 S. 9). Daraus geht
somit
hervor, dass sich die
Be
-
schwerde
führerin
nicht etwa auf einen
vereinbarten
späteren
Abgabetermin verlassen hat.
4.
2
.3
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Nachweis für die
Arbeits
bemühungen
betreffend die Kontrollperiode August 2014
verspätet erfolgt ist, was
in Anwendung von
Art.
26
Abs.
2 AVIV
dazu führt, dass
die für diesen Monat vorgelegten Arbeitsbemühungen
vom
Beschwerdegegner
zu Recht nicht berücksichtigt wurden.
4.3
Daran ändert auch d
er
Umstand
nichts
, dass
gemäss
dem Protokolleintrag vom 29. September 2014 (telefonische Mitteilung der
Beschwerdeführerin
)
Zusagen für zwei
Arbeitsstellen in einem 100
%
Pensum erfolgt waren
(
Urk.
6/30 S. 7)
. Denn
aufgrund der gesetzlichen Schadenminderungspflicht
müssen
grund
sätz
lich so lange genügende Arbeitsbemühungen nachgewiesen werden, wie Ver
si
cherungs
leistungen in Anspruch genommen werden
.
Zwar kann die
Pflicht zur Stellensuche
gemäss
Art.
17
Abs.
1 AVIG entfallen, wenn weitere Be
mühungen nicht zu einem früheren Stellenantritt führen würden. Dies ist na
mentlich dann der Fall, wenn eine definitive Zusage für einen kurz be
vorstehenden
Stellen
antritt
vorliegt. Dies
ist in der Regel jedoch
frühestens mit der
Vertrags
unter
zeich
nung
der Fall
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_40/20
16 vom 21.
April 2016
E. 4.2).
Die
Beschwerdeführerin
hatte bis im September 2014 erst mündliche Zusagen für die Anstellungen erhalten (
Urk.
6/30 S. 7). Insbesondere bis zum 5. Sep
tem
ber 2014
wusste
sie
nicht, wann
ihre
Arbeitslosigkeit tatsächlich beendet sein würde.
Sie
war vom RAV
Z._
auch nicht ausdrücklich oder konkludent von der Stellensuche entbunden worden.
Gemäss
dem Eintrag vom 29. Sep
tember 2014 wurde von Seiten des RAV
Z._
noch zugewartet, um zu sehen, ob ein Arbeits
verhältnis denn auch wirklich zustande komme (
Urk.
6/30 S. 7
). Die
Pflicht zur Stellensuche
gemäss
Art.
17
Abs.
1 AVIG
bestand unter diesen Umständen über den
5.
September 2014 hinaus (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_40/20
16 vom 21.
April 2016
E. 4.2).
4.4
Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgte somit gestützt auf Art. 30
Abs. 1
lit
. c AVIG
zu Recht.
5.
5.1
Die Anzahl von
19
Einstelltagen
liegt
im
unteren
Bereich eines
mittleren
Ver
schuldens (
Art.
45
Abs.
3
lit
. b
AVIV)
und
ist rechtens. Dem Beschwerdegegner kommt hierbei ein Ermessen zu, in das vom Gericht nicht leichthin eingegriffen wird. Das Ermessen wurde u
nter Berücksichti
gung der
gesamten sub
jektiven und objektiven Gegeben
heiten
,
insbesondere
auch angesichts der
wiederholten
Sank
tionierung (
vgl. Sachverhalt, Ziff. 1.1 hiervor), zutreffend in Anwendung von Art. 45 Abs. 5 AVIV festgelegt und
nicht überschritten.
Was die Be
schwer
deführerin dagegen vorbringt (
Urk.
1 S. 2),
führt zu keiner anderen Betrach
tungs
weise.
Insbesondere ist es unerheblich, welche Umstände zu Ein
stellungen
in der
Anspruchs
berechtigung
betref
fend frühere
Kontroll
perio
den
geführt hatten
, zumal diese damals abschliessend und rechtskräftig beurteilt worden waren.
5.2
Die Beschwerde erweist sich im Ergebnis als unbegründet, weshalb sie abzu
weisen ist.