Decision ID: b513499d-7148-5e7a-a7d3-e44d5a26e796
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ liess sich am 12./13. April 2007 (IV-act. 1) durch seinen Rechtsvertreter erstmals
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung anmelden. Er habe den Beruf
eines Chauffeurs erlernt und habe von 1990 bis 2000 in einem Anstellungsverhältnis
gearbeitet und sei seit 2000 und noch bis 31. Mai 2007 in einem andern tätig
(gekündigtes Arbeitsverhältnis). Arbeitsunfähigkeit sei im Mai 2000 und ab 30. August
2006 eingetreten. Er leide an einem LWS-Syndrom und seit einem Unfall vom
27. Oktober 2006 an einem HWS-Trauma. Es werde um sofortige Unterstützung bei
der Eingliederung ersucht. In einem IV-Standortbericht wurde am 26. April 2007 (IV-
act. 9) festgehalten, der Versicherte habe angegeben, zurzeit für einen Bruttolohn von
monatlich ca. Fr. 5'500.-- (einschliesslich 13. Monatslohn) als Maschinenführer in
einem Betrieb der Industrie/Produktion angestellt zu sein. Früher habe er als _-
Hilfsmechaniker gearbeitet. Er wolle arbeiten und würde gerne einfachere Arbeit
probieren. Sein Arbeitsplatz sei neu besetzt worden. Die Arbeitgeberin gab an, das
Arbeitsverhältnis als Maschinenführer sei gekündigt. Letzter Arbeitstag sei der
30. August 2006 gewesen (IV-act. 12). Die Klinik Valens gab der
Krankentaggeldversicherung am 8. Juni 2007 (IV-act. 27-2 ff.) Bericht über eine
Interdisziplinäre Arbeitsspezifische Abklärung für eine Second opinion zur Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit des Versicherten. Als beim Versicherten vorliegende Diagnosen
wurden (verkürzt wiedergegeben) genannt ein chronisches kraniozervikales
Beschleunigungstrauma, eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung
anderer Gefühle und ein Lumbovertebralsyndrom. Obwohl im Frühjahr in einem
funktionellen MRI degenerative Veränderungen und eine leichte Spinalkanaleinengung
zervikal beschrieben worden seien, hätten zurzeit neurologisch keine Hinweise auf eine
zervikale Radikulopathie oder zervikale Myelopathie gefunden werden können. Die
psychiatrische Exploration habe eine leichtgradige depressive Verstimmung mit
somatischem Syndrom, am ehesten im Sinn der genannten Anpassungsstörung
ergeben. Die von Dr. med. B._ anfangs Juni 2007 attestierte posttraumatische
Belastungsstörung und auch eine mittel- bis schwergradige depressive Störung hätten
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nicht mehr objektiviert werden können. Die bisherige mittelschwere Arbeit sei nicht
mehr zumutbar, eine leichte bis mittelschwere Arbeit mit maximalen Gewichten bis
17.5 kg sei aber zu 50 % möglich. - Dr. med. C._, Allgemeine Innere Medizin, gab in
einem IV-Arztbericht vom 19. Juni 2007 (IV-act. 28) an, es bestünden (als
Hauptdiagnosen) eine Diskushernie C4/5 mit Einengung des rechten Neuroforamens,
ein chronisches kraniozervikales Beschleunigungstrauma, eine Anpassungsstörung (mit
Depression), ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine mittel- bis schwergradige
depressive Störung und eine posttraumatische Belastungsstörung. Vom 1. September
2006 bis 19. Juni 2007 habe volle Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bestanden,
seither sei er für leichte Arbeit zu 50 % arbeitsunfähig. - In einem Kurzbericht der
Rehaklinik Bellikon vom 22. Januar 2008 (IV-act. 39, vgl. auch Austrittsbericht vom
31. Januar 2008, IV-act. 41) wurde festgehalten, der Versicherte sei somatisch-
funktionell für eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags arbeitsfähig. Unter
zusätzlicher Berücksichtigung der psychischen Problematik werde ein erleichterter
Einstieg mit einer halbtägigen Arbeit und sukzessiver Ausdehnung des Pensums bis zu
einer ganztägigen Arbeit innerhalb von zwei bis drei Monaten empfohlen. - Die für das
Ereignis vom 27. Oktober 2006 (vgl. Fremd-act. 1-117: Auffahrunfall) zuständige
Unfallversicherung (Suva) verfügte am 19. Februar 2008 (Fremd-act. 5), die
Versicherungsleistungen würden auf den 31. März 2008 eingestellt. - Am 5. Februar
2008 (IV-act. 40) hatte die IV-Eingliederungsberaterin festgehalten, der Versicherte sei
seit August 2007 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet und
habe ein Abklärungsprogramm aufgenommen und nach der Abklärung in Bellikon
fortgesetzt. In einem IV-Beratungsprotokoll (IV-act. 46) wurde festgehalten, das RAV
habe erwähnt, dem Versicherten fehle die Motivation. - Am 24. Juni 2009 (IV-act. 59)
hielt die IV-Eingliederungsverantwortliche fest, der Versicherte habe sich beim RAV
abgemeldet, weil er ab 17. Mai 2009 als Selbständigerwerbender tätig sein werde
(Betrieb eines _-verkaufsstands). Diese Nachricht sei umso positiver, als sie (die IV-
Eingliederungsverantwortliche) den Eindruck einer Rentenbegehrlichkeit des
Versicherten gehabt habe (vgl. IV-act. 60). Daraufhin wurde die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen (IV-act. 62). - Nachdem am 24. August 2009 (IV-act. 66) eine MEDAS-
Abklärung angeordnet worden war, liess der Versicherte seinen IV-Antrag am
1. September 2009 (IV-act. 68) zurückziehen. - Das Bundesamt für
Sozialversicherungen gab am 13. Oktober 2009 (IV-act. 73) bekannt, dem Rückzug
könne zugestimmt werden, wenn die involvierten Versicherungen (Unfall-, Arbeitslosen-
und Krankentaggeldversicherung) auf eine Verrechnung bzw. Rückforderung der
bevorschussten Gelder verzichteten. Der Rückzug sei gegebenenfalls zu bestätigen.
Letzteres erfolgte am 13. November 2009 (IV-act. 80). - Ein Gesuch um
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Hörgeräteversorgung vom 16/19. Mai 2011 zog der Versicherte am 12. Oktober 2011
zurück (IV-act. 96).
B.
Am 7./14. September 2017 (IV-act. 103) meldete sich der Versicherte erneut bei
der Invalidenversicherung an. Er sei von Beruf _. Zurzeit arbeite er zu 50 %
selbständigerwerbend als _-verkäufer und erziele ein monatliches Einkommen von
etwa Fr. 4'500.--. Über die gesundheitliche Beeinträchtigung gebe ein Arztbericht
Auskunft.
B.a.
In einem ärztlichen Bericht zur Eingliederung vom 19. Oktober 2017 (IV-
act. 123-3 f.) gab Dr. C._ an, der Versicherte sei vom 18. Februar 2017 bis 31. Juli
2017 voll arbeitsunfähig gewesen und sei seither zu 50 % arbeitsunfähig. Er leide an
einem St. n. Kniegelenksarthroskopie mit lateraler Teilmeniskektomie und Plica-
Shaving am 14.03.2017 bei St. n. Kniegelenksdistorsionstrauma links am 18.02.2017
mit HKB-Ruptur links und konservativer HKB-Behandlung und Überlastungsschmerzen
Knie rechts, an Fingerpolyarthrose, an einem St. n. Polytrauma Pneumothorax und
Thoraxdrainageanlage rechts 2011, an einer chronischen Nasenatmungsbehinderung
mit St. n. Nebenhöhlenoperation 2004 und St. n. Nasentrauma 2006, an einem Schlaf-
Apnoe-Syndrom leichtgradig und intermittierend an Dyspnoeattacken. Beigelegt waren
orthopädisch-traumatologische, HNO-, dermatologisch/venerologische (betreffend eine
akute Episode chronischer Urticaria facticia) und kardiologische Berichte. Im
Austrittsbericht der Hals-Nasen-Ohrenklinik am Kantonsspital St. Gallen vom
5. Februar 2016 (IV-act. 123-15 f.) waren die erwähnte chronische
Nasenatmungsbehinderung und das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom diagnostiziert
worden, worauf am 19. Januar 2016 eine operative Behandlung erfolgt war. Im Bericht
der Kardiologie des Departements Innere Medizin am Kantonsspital St. Gallen vom
15. März 2011 (IV-act. 123-20) waren extrakardiale Dyspnoeattacken (nebst einem
chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom) diagnostiziert worden.
B.b.
Am 18. Dezember 2017 (IV-act. 130) ging ein zuhanden einer für das Ereignis vom
18. Februar 2017 zuständigen (vgl. Fremd-act. 6-1) Unfallversicherung erstellter
medizinischer Bericht ein. Das Medizinische Gutachtenzentrum MGSG (Dr. med. D._,
Spezialarzt Orthopädie FMH) hatte darin am 7. Dezember 2017 über ein
B.c.
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C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana
für den Betroffenen am 5. Juli 2018 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur
Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit der seit 2009
ausgeübten Tätigkeit als _-verkäufer habe sich der Beschwerdeführer bereits an
einen Gesundheitsschaden angepasst. Als Maschinenführer habe er ehemals im Jahr
2005 ein Einkommen von Fr. 67'232.-- erzielt. Sein Valideneinkommen entspreche
einem auf 2015 hochgerechneten entsprechenden Einkommen. Die ausgeübte
Tätigkeit sei bereits adaptiert. Das damit tatsächlich erzielte Einkommen 2015 habe
Fr. 37'200.-- betragen; davon seien 60 % anzurechnen. Das Invalideneinkommen
betrage also Fr. 22'320.--; es sei so konkret wie möglich zu ermitteln. Der
Invaliditätsgrad mache mehr als 60 % aus. Auf die Tabellenlöhne sei nicht abzustellen.
In seinem Alter von 58 Jahren sei es dem Beschwerdeführer nun nicht mehr zumutbar,
nochmals eine neue Tätigkeit zu suchen. Die Beschwerdegegnerin führe zwar diverse
orthopädisches Assessment berichtet (IV-act. 141-4 ff.). Bei der Untersuchung durch
Dr. D._ waren diverse gesundheitliche Beeinträchtigungen des Versicherten (an
Ellbogen beidseits, Fingergelenken, Kniegelenken beidseits und beiden oberen und
unteren Sprunggelenken) erhoben worden (IV-act. 141-6). Er sei in seiner primär
stehend zu verrichtenden, körperlich leichten Arbeitstätigkeit mit häufiger
Kraftanwendung der oberen Extremitäten seit November 2017 bei voller
Stundenpräsenz zu 60 % arbeitsfähig (40 % arbeitsunfähig). Körperlich leichte,
angepasste Tätigkeiten könnten dem Versicherten seit jeher bei voller Stundenpräsenz
voll zugemutet werden (IV-act. 141-7).
Dr. C._ gab am 19. März 2018 (IV-act. 141-1 bis 3) an, der Versicherte sei seit
1. August 2017 und noch bis 31. März 2018 zu 50 % arbeitsunfähig und werde danach
gemäss dem Gutachten des MGSG zu 40 % arbeitsunfähig sein.
B.d.
Am 23. März 2018 (IV-act. 144) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem
Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, weil er die
selbständige Erwerbstätigkeit weiterhin ausübe. - Mit Vorbescheid vom 19. April 2018
(IV-act. 147) stellte sie ihm eine Abweisung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Am
5. Juni 2018 erliess sie die entsprechende Verfügung (IV-act. 148).
B.e.
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Adaptationskriterien an, nenne aber keine konkreten Tätigkeiten (Jobvorschläge).
Darauf und auf eine Stellungnahme dazu hätte der Beschwerdeführer aber im Sinn der
Gewährung des rechtlichen Gehörs Anspruch. Es werde bestritten, dass seine
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit mehr als 60 % betragen würde. Der
Beschwerdeführer leide an gesundheitlichen Problemen, die nicht allein vom Unfall
rührten, den Dr. D._ beurteilt habe (Schädigung des linken Knies), nämlich mit
Sicherheit auch an einer Fingerpolyarthrose an beiden Händen, einer Epicondylitis
radialis an beiden Armen, einer Chondropathie am Kniegelenk rechts und beidseits
einer Sehnenscheidenentzündung an der Tibialis posterior-Sehne. Er leide an einer
sogenannten Mehretagenproblematik und es gehe ihm gesundheitlich nach wie vor
nicht gut. Ausserdem habe er auch Schlafprobleme. Um die Leistung von 60 % als
Selbständigerwerbender zu erbringen, müsse der Beschwerdeführer auf die Zähne
beissen. Er wisse nicht, wie lange er das noch werde leisten können. Die ganze
Situation belaste ihn psychisch. Am 2. Juli 2018 habe er seinen Psychiater Dr. B._
aufgesucht. Dieser habe ihm Antidepressiva verschrieben, was auf ein entsprechendes
Leiden hinweise. Eine psychiatrische Untersuchung sei (sc. von Dr. D._ oder vom
RAD) nicht durchgeführt worden. Sollte keine (halbe) Rente gesprochen werden, wäre
durch das Gericht eine interdisziplinäre Begutachtung zu veranlassen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. September 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Falls sich IV-relevante
Einschränkungen (LWS-Syndrom, HWS-Trauma, Anpassungsstörung, depressive
Verstimmung) vom Unfall 2006 her noch immer auf den Lohn auswirken würden, hätte
das dem Gutachter auffallen müssen. Auch ein Orthopäde oder andere behandelnde
Ärzte könnten solche Symptome erkennen und eine Verdachtsdiagnose stellen. Selbst
wenn sie aber vorlägen, hätten sie den Beschwerdeführer nicht an einer vollen
Erwerbstätigkeit gehindert. Ehemals habe man die Einschränkungen des
Beschwerdeführers eher im psychischen Bereich gesehen. Infolge des Rückzugs der
IV-Anmeldung habe das nicht mehr abgeklärt werden können. Dass sich der
Beschwerdeführer für eine weniger gut bezahlte selbständige Erwerbstätigkeit
entschieden habe, sei vom Leiden unabhängig gewesen. Es sei im Rahmen eines
Programms der Arbeitslosenversicherung zur Förderung der selbständigen
Erwerbstätigkeit erfolgt. Die Invalidenversicherung dagegen habe die
Eingliederungsbemühungen mangels diesbezüglicher Motivation des
Beschwerdeführers eingestellt. Die derzeit vorgebrachten Leiden seien vom
orthopädischen Gutachter ausreichend evaluiert worden. Zu seinem Psychiater sei der
Beschwerdeführer erstmals nach Erlass der Verfügung wieder gegangen. Eine allfällige
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diesbezügliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werde allenfalls Teil eines
Revisionsverfahrens sein, wenn sich der Beschwerdeführer neu angemeldet habe.
Dann werde er das neue Arztzeugnis einreichen können. Doch der Psychiater habe
anscheinend nicht einmal eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Stellte man auf ein
Valideneinkommen von Fr. 67'232.-- ab, müsste auch beim Invalideneinkommen auf
den Hilfsarbeiterlohn von 2005 von Fr. 58'389.-- abgestellt werden. Es wäre dem
Beschwerdeführer zumutbar, eine vollzeitliche Stelle zu finden. Das Alter rechtfertige
noch keinen Tabellenlohnabzug. Ein Abzug wäre auf 25 % begrenzt und hätte keinen
rentenrelevanten Invaliditätsgrad zur Folge.
E.
Mit Replik vom 9. November 2018 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vor, der beeinträchtigte psychiatrische Zustand des Beschwerdeführers sei über Jahre
chronifiziert und wirke sich zusammen mit den somatischen Befunden zweifellos auf
die Leistungsfähigkeit aus. Nach Angaben seines Hausarztes in der beigelegten
Bestätigung vom 30. Oktober 2018 habe sich die Gemütsverfassung des
Beschwerdeführers mit der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit verbessert. Er sei
motiviert gewesen und habe auch mit seinen körperlichen Einschränkungen besser
umgehen können. Doch seit dem neuen Unfall und dem Auftreten der Polyarthrosen in
den Fingern habe die Depression, gemischt mit Angst, wieder zugenommen. Die
Verdachtsdiagnose liege vor und die entsprechenden Symptome seien erkannt worden
und betroffen sei die Zeit vor Verfügungserlass. Nun sei es an der
Beschwerdegegnerin, weitere Abklärungen zu treffen. Der Beschwerdeführer habe für
seine frühere mutlose Haltung in Bezug auf Eingliederungsbemühungen der IV nichts
gekonnt; sein hierfür ursächliches Leiden sei damals behandelt worden, wobei mit
einem Erfolg erst in einigen Monaten zu rechnen gewesen sei. Seine neue Tätigkeit
habe der Beschwerdeführer im Übrigen erst nach langem Suchen gefunden. Niemand
nähme freiwillig eine weniger gut bezahlte selbständigerwerbende Tätigkeit auf, wenn
bessere Alternativen vorlägen. Der Gutachter für die Unfallversicherung habe
Krankheiten nicht zu untersuchen gehabt. Er habe aber diverse Therapien empfohlen.
Der medizinische Sachverhalt sei nicht vollständig erhoben. Deshalb könnten auch
noch nicht alle Kriterien für einen Leidensabzug beurteilt werden. Es widerspreche aber
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, hier auf die Tabellenlöhne abzustellen.
F.
Von der ihr mit Schreiben vom 27. November 2018 eingeräumten Möglichkeit, sich zur
Replik vernehmen zu lassen, hat die Beschwerdegegnerin keinen Gebrauch gemacht.
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Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 5. Juni 2018, mit welcher die Beschwerdegegnerin
das Gesuch des Beschwerdeführers vom 7./14. September 2017 um eine Rente
abgewiesen hat. Sie ist angesichts des ärztlichen Berichts vom 19. Oktober 2017 zu
Recht auf diese IV-Neuanmeldung (nach einem Rückzug des ersten Gesuchs am
1. September 2009) eingetreten.
2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
Seine Neuanmeldung vom September 2017 machte der Beschwerdeführer,
nachdem er im Februar 2017 einen Unfall mit Verletzung des linken Kniegelenks erlitten
hatte. Am 14. März 2017 war in deren Folge eine operative Behandlung vorgenommen
worden. Gemäss dem ärztlichen Bericht von Dr. C._ vom 19. Oktober 2017 traten
nebst diesem Knieschaden orthopädisch gesehen auch noch Überlastungsschmerzen
am andern Knie auf. Ausserdem bestand eine Fingerpolyarthrose.
3.1.
Obwohl die Begutachtung vom 21. November 2017 für die Unfallversicherung
erfolgte, welche nach der Aktenlage für das Ereignis vom 18. Februar 2017 mit der
Kniedistorsion links zuständig ist, nahm Gutachter Dr. D._ den orthopädischen
Befund bezüglich der gesamten unteren und oberen Extremitäten auf. Die vorhandenen
MRI-Aufnahmen des rechten Kniegelenks und beider OSG ergänzte er durch eigene
Röntgenaufnahmen von beiden Ellbogen, beiden Händen, des rechten Kniegelenks
und der rechten Patella. Dabei fand er hauptsächlich eine Epicondylitis radialis humeri
rechts und links; eine Chondropathie Grad III bis IV femoropatellär sowie Grad III des
medialen Femurcondylus und eine Ruptur des hinteren Kreuzbands bei St. n.
arthroskopischer lateraler Teilmeniskektomie und Plicaresektion links 03/2017; eine
femoropatelläre Chondropathie Grad II mit Tendinopathie der Patellarsehne distal
rechts; und eine leichte Tendovaginitis der Tibialis posterior-Sehne sowie der
3.2.
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Peronealsehnen mit leichter bis mässiger Arthrose im unteren Sprunggelenk rechts und
links. Des Weiteren erhob er gemäss der Diagnoseliste beim Beschwerdeführer
Schmerzen in den Fingern I bis V beidseits, Senkfüsse beidseits und Adipositas (IV-
act. 141-9). Der Gutachter erklärte, beim Unfall sei es zu einer Korbhenkelläsion des
lateralen Meniskus, einer Zerrung des vorderen Kreuzbands und einer Ruptur des
hinteren Kreuzbands links gekommen (IV-act. 146-6). Damit beantwortete er die Frage
nach der Unfallkausalität. Aus seiner Umschreibung der medizinisch zumutbaren
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, die auch die Einschränkungen der oberen
Extremitäten mit einbezieht, wird aber ersichtlich, dass er dabei alle geklagten und
vorgefundenen orthopädischen Schädigungen berücksichtigt hat. Der Gutachter hielt
fest, in der ausgeübten Tätigkeit als Selbständigerwerbender bestehe beim
Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 40 %. Diese Arbeit finde primär im
Stehen statt und sei leicht, sie erfordere häufige Kraftanwendung der oberen
Extremitäten (vgl. IV-act. 141-7). Für körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten
Räumen, abwechselnd im Sitzen und im Stehen auszuüben, ohne häufiges Gehen,
ohne Kraftanwendung der oberen Extremitäten und ohne Gehen auf Treppen, Leitern
und unebenem Boden sowie ohne Positionen im Knien, sei der Beschwerdeführer seit
jeher bei voller Stundenpräsenz voll arbeitsfähig (vgl. IV-act. 141-7). - Diese
Begutachtung ist, was den orthopädischen Aspekt betrifft, als vollständig zu
betrachten und ihr Ergebnis ist nachvollziehbar begründet. Es ist kein Anlass
ersichtlich, dessentwegen darauf nicht sollte abgestellt werden können.
In seinem oben erwähnten ärztlichen Bericht vom 19. Oktober 2017 gab Dr. C._
als weitere Diagnosen des Beschwerdeführers eine chronische
Nasenatmungsbehinderung, ein leichtes Schlaf-Apnoe-Syndrom und intermittierend
Dyspnoeattacken an. Die Nasenatmungsbehinderung des Beschwerdeführers war am
19. Januar 2016 operativ behandelt worden (Septum- und Turbinoplastik, IV-
act. 123-16). Es handelte sich um eine schon länger vorhandene Einschränkung (2004,
2006). Da sie dennoch weder in der Beurteilung der Klinik Valens vom Juni 2007 noch
in jener der Rehaklinik Bellikon vom Januar 2008 Erwähnung fand, und in jüngerer Zeit
noch operativ behandelt wurde, lässt sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf
schliessen, dass sie für eine Arbeitsfähigkeit nicht von Relevanz ist. Das Schlaf-Apnoe-
Syndrom bezeichnete Dr. C._ wie erwähnt als leicht und die Dyspnoeattacken traten
gemäss der Diagnose intermittierend auf. Gemäss dem kardiologischen Bericht vom
15. März 2011 waren damals extrakardiale Dyspnoeattacken bei Anstrengungsdyspnoe
NYHA II gefunden worden; die Koronarien waren stenosefrei gewesen (vgl. IV-
act. 123-20).
3.3.
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Dass der Beschwerdeführer an einer psychiatrischen Beeinträchtigung leide,
wurde im genannten Bericht des Hausarztes vom 19. Oktober 2017 nicht erwähnt.
Ebenso wenig war das in dessen Bericht vom 19. März 2018 der Fall. Auch der
Umstand, dass sich Dr. C._ darin der gutachterlichen Beurteilung durch Dr. D._
anschloss, wonach ab 1. April 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % (sc. in der
bisherigen Tätigkeit) besteht, deutet darauf hin, dass nach seiner damaligen ärztlichen
Auffassung aufgrund der orthopädischen Begutachtung eine Arbeitsunfähigkeit
attestiert wurde, die im Ergebnis alle die Arbeitsfähigkeit tangierenden
gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers erfasste.
3.4.
Rund fünf Monate nach Erlass der angefochtenen Verfügung weist Dr. C._ in
einer Bestätigung zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom
30. Oktober 2018 darauf hin, dass Letzterer seit dem Unfall von 2006 an
rezidivierenden Depressionen gelitten habe, die seit dem erneuten Unfall und dem
Auftreten der Polyarthrosen in den Fingern wieder zugenommen hätten. Der über Jahre
hinweg chronifizierte psychische Zustand wirke sich zweifellos auf die
Leistungsfähigkeit aus. Den Berichten der Klinik Valens (IV-act. 27-3) und der
Rehaklinik Bellikon (IV-act. 41-3) lässt sich denn auch entnehmen, dass beim
Beschwerdeführer ehemals (im Juni 2007, und im Januar 2008 unverändert) eine
leichtgradige depressive Verstimmung mit somatischem Syndrom, am ehesten
(ätiologisch) im Sinn einer Anpassungsstörung, bestanden hatte. Die Darlegung von Dr.
C._, dass die psychische Verfassung des Beschwerdeführers sich bei Aufnahme der
selbständigerwerbenden Tätigkeit verbesserte und mit dem Auftreten neuer
gesundheitlicher Beschwerden verschlechterte, erscheint nicht unplausibel. Für die
vorliegende Beurteilung ist indessen relevant, ob ein psychischer Gesundheitsschaden
eingetreten sei, von dem sich nach einer Objektivierung anhand der von der
Rechtsprechung entwickelten Standardindikatoren (vgl. BGE 141 V 281) anzunehmen
ist, dass er einen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. Für die
(richterliche) Beurteilung sind zudem grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse
massgebend, wie sie sich bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung
entwickelt haben (BGE 121 V 362 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c). Tatsachen, die sich erst
später verwirklichen, sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die
Beurteilung des Sachverhalts im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen
(vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. Oktober 2016, 8C_357/2016 E. 3.2; vgl. BGE 99 V
102). Nach Angaben in der Beschwerde suchte der Beschwerdeführer zwar nach
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. Juni 2018, am 2. Juli 2018, seinen
Psychiater auf. Noch am 19. März 2018 hatte Dr. C._ wie oben dargelegt aber keine
3.5.
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4.
psychiatrische Beeinträchtigung des Beschwerdeführers festgestellt (vgl. IV-act. 141-1
bis 3). Bei diesen Gegebenheiten rechtfertigt es sich insgesamt, ohne weitere
Abklärungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass bis zum
Zeitpunkt vom 5. Juni 2018 keine die im MGSG-Gutachten erwähnten Ausmasse (40 %
für die bisherige und null für eine adaptierte Tätigkeit) übersteigende Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers eingetreten ist. Eine allfällige spätere Verschlechterung bildet
nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
Nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG) wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
4.1.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der -
kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, können die Tabellenlöhne
herangezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 22. November 2019,
8C_590/2019 E. 5.1, und vom 22. Februar 2019, 9C_479/2018 E. 2.2, BGE 143 V 295
E. 2.2).
4.2.
Der Beschwerdeführer hat gemäss der Aktenlage auch nach dem Knieunfall vom
Februar 2017 seine im Mai 2009 aufgenommene selbständige Erwerbstätigkeit
fortgeführt (bzw. wieder aufgenommen). Er erzielte damit gemäss IK-Auszug (bis 2015)
ein geringeres Einkommen als er es früher als Angestellter eingenommen hatte.
4.2.1.
Weil der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ausserdem eine
erheblich grössere - nämlich vollumfängliche - Arbeitsfähigkeit aufweist als in der
selbständigen Erwerbstätigkeit (wo er zu 40 % arbeitsunfähig ist), ist zu entscheiden,
ob die Invaliditätsbemessung unter Annahme der Weiterführung seines Betriebs als
4.2.2.
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Selbständigerwerbender zu erfolgen hat, weil ihm ein Aufgeben dieser Tätigkeit (im
Rahmen der Schadenminderungspflicht) nicht zumutbar ist, oder ob das
Invalideneinkommen anhand eines Einkommens als Unselbständigerwerbender zu
bestimmen ist. Ob der Beschwerdeführer seinen aufgebauten Betrieb tatsächlich
weiterführt oder nicht, ist dabei nicht relevant. Für die Auslegung des unbestimmten
Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen und bei der Aufgabe einer
selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen sind nach der Rechtsprechung die
gesamten subjektiven Gegebenheiten (die verbliebene Leistungsfähigkeit und die
weiteren persönlichen Verhältnisse wie etwa Alter und berufliche Stellung) und
objektiven Umstände des Einzelfalles (namentlich der ausgeglichene Arbeitsmarkt und
die noch zu erwartende Aktivitätsdauer) zu berücksichtigen. Eine Betriebsaufgabe ist
nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 11.
Januar 2018, 9C_621/2017 E. 2.2.1 und 2.4, vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017
E. 3.1.2, und vom 26. März 2019, 8C_732/2018). - Zunächst ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer seine Unternehmung bereits seit mehreren Jahren betreibt und 2017
57-jährig war. Die verbleibende Aktivitätsdauer ist entsprechend verhältnismässig kurz.
Anderseits ist zu beachten, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Tätigkeit wie erwähnt mit 100 % wesentlich höher ist als jene in der
tatsächlichen Tätigkeit am eigenen Verkaufsstand. Auch das mit einer
Angestelltentätigkeit statistisch gesehen durchschnittlich erreichbare Lohnniveau bei
einfachen Tätigkeiten (des Kompetenzniveaus 1) liegt mit Fr. 67'102.-- im Jahr 2017
(vgl. Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019, herausgegeben von der
Informationsstelle AHV/IV, S. 228, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik) erheblich über dem als
Selbständigerwerbender erreichten tatsächlichen Einkommen. Bei einer Würdigung
dieser Umstände insgesamt kann das tatsächlich erzielte Einkommen nicht als
zumutbares Invalideneinkommen nach IVG betrachtet werden, auch wenn verständlich
ist, dass der Beschwerdeführer bei der konkreten Arbeitsmarktlage angesichts der
Gefahr von Arbeitslosigkeit seine bisherige Arbeit weitergeführt hat. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt, auf den bei der Invaliditätsbemessung abgestellt wird, ein theoretischer
und abstrakter Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2), hat rein
hypothetischen Charakter und dient gerade dazu, die Risiken von Arbeitslosigkeit und
Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheide des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 10. Juli 2006, I 186/05
E. 2.3, vom 3. Juni 2004, I 252/03 E. 2.2.3, und vom 16. Juli 2003, I 758/2002; BGE 110
V 276 E. 4b). Was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie
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auch den körperlichen Einsatz angeht, weist ein ausgeglichener Arbeitsmarkt zudem
einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 5.
November 2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom 10. April 2019, 8C_811/2018
E. 4.4.1). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst er selbst sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen gesundheitlich
Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers
rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019
E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014). Realitätsfremde
Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht berücksichtigt
werden (vgl. 9C_304/2018). - Die aktenkundigen gesundheitlichen Einschränkungen
des Beschwerdeführers sind nicht so einengend, dass auf dem massgebenden
Arbeitsmarkt, auf den zu wechseln ihm zumutbar ist, nicht ausreichend angepasste
Einsatzmöglichkeiten vorhanden wären. Deshalb sind vorliegend die Tabellenlöhne
beizuziehen. Der entsprechende Betrag beläuft sich im Jahr 2017 wie erwähnt auf
Fr. 67'102.--.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde (vgl. BGE 129 V 222; vgl. etwa auch
Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember 2015). Würde angenommen,
die Tätigkeit als Selbständigerwerbender, welche der Beschwerdeführer im Jahr 2009
nach der ersten IV-Anmeldung aufgenommen hat, sei nach der langen Zeit neu für die
Bemessung des Valideneinkommens massgeblich, d.h. er würde mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auch ohne Gesundheitsschaden im Jahr 2017 diese Tätigkeit
ausüben, so wäre infolge der Unterdurchschnittlichkeit des tatsächlichen Verdienstes
im Vergleich zum vorgerechneten Invalideneinkommen eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen auf das Niveau von Fr. 67'102.-- vorzunehmen. Für einen Abzug
bliebe angesichts der Parallelisierung kein Raum. Der Beschwerdeführer macht
indessen geltend, ohne Gesundheitsschaden wäre er in der Anstellung als
Maschinenführer geblieben. Dort habe er im Jahr 2005 Fr. 67'232.-- verdient. Eine
Anpassung an die Nominallohnentwicklung bei Männern im Zeitraum bis 2017 (von
2005 auf 2017 um 2249/1992, gemäss Tabelle T39 des Bundesamtes für Statistik)
ergäbe ein Einkommen von Fr. 75'906.--. Selbst wenn davon ausgegangen werden
könnte, dass der Beschwerdeführer ein solches Einkommen tatsächlich über die lange
Zeit hinweg bzw. immer noch hätte erreichen können, ergäbe sich kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad. Denn dieser beliefe sich dann auf rund 12 % (und
selbst bei Annahme eines Abzugs von maximal gerechtfertigt erscheinenden 10 %
4.3.
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