Decision ID: 3a56056b-dbd8-5f11-ae7e-f0e76bf19623
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Y ist Eigentümer des landwirtschaftlichen Grundstücks Nr. 001, J, mit einer Fläche
von 1'100 Aren und dem Wohnhaus Vers.-Nr. 002 samt drei Garagen und Schopf in
der politischen Gemeinde A. Er beabsichtigt, von diesem Grundstück eine Fläche von
90,08 Aren als neues Grundstück Nr. 003 abzutrennen und das verbleibende
Grundstück Nr. 001 mit einer Fläche von 19,92 Aren und dem Gebäude zum Preis von
Fr. 880'000.-- zu je hälftigem Miteigentum an M zu verkaufen. Das Amt für
Raumentwicklung und Geoinformation des Kantons St. Gallen stimmte am 24. Februar
2010 der Umnutzung des Wohnhauses mit dem angebauten Schopf zu. Am 25. Mai
2010 bewilligte das Landwirtschaftsamt die Zerstückelung gemäss Plan vom 17. Mai
2010 nach bäuerlichem Bodenrecht.
B.- Dagegen erhob die kantonale Aufsichtsbehörde mit Eingabe vom 25. Juni 2010
Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die angefochtene
Bewilligung sei aufzuheben. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 1. Juli
2010 die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 26. Juli 2010 liessen sich die
Erwerber des verbleibenden Grundstückes Nr. 001 unaufgefordert vernehmen. Der
Veräusserer beantragte mit Eingabe vom 5. August 2010 sinngemäss die Abweisung
der Beschwerde. Der Pächter und künftige Eigentümer des neuen Grundstücks Nr. 003
liess sich nicht vernehmen.
C.- Die Verwaltungsrekurskommission führte am 2. März 2011 auf dem Grundstück
Nr. 001, J, einen Augenschein durch. Es nahmen ein Vertreter der Aufsichtsbehörde
und der Vorinstanz sowie Y als Veräusserer und Z als Pächter und künftiger Eigentümer
des neuen Grundstücks Nr. 003 teil. Anwesend war auch M. Auf die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und das Ergebnis des
Augenscheins wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zur Behandlung von Beschwerden gegen
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Verfügungen über Bewilligungen zur Zerstückelung landwirtschaftlicher Grundstücke
zuständig (Art. 80 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 61 Abs. 1 und Art. 88 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht; SR 211.412.11, abgekürzt: BGBB;
Art. 41 lit. d Ziff. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung von Beschwerden gegen die
Erteilung einer Ausnahmebewilligung vom Zerstückelungsverbot befugt (Art. 83 Abs. 3
BGBB und Art. 90 Abs. 1 lit. b BGBB in Verbindung mit Art. 21 des
Landwirtschaftsgesetzes, sGS 610.1, abgekürzt: LwG; Regierungsbeschluss vom
27. Mai 2008). Die Eingabe vom 25. Juni 2010 erfolgte innerhalb der Rechtsmittelfrist
(vgl. Art. 88 Abs. 1 BGBB). Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 48 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb
einzutreten.
2.- Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass das Grundstück Nr. 001,
J, als landwirtschaftliches Grundstück im Sinn von Art. 6 Abs. 1 BGBB in den
Geltungsbereich des bäuerlichen Bodenrechts gemäss Art. 2 Abs. 1 BGBB fällt. Für
das Gebäude Vers.-Nr. 002 ist entsprechend der Verfügung des Amtes für
Raumentwicklung und Geoinformation vom 24. Februar 2010 eine Nutzung, die nicht
im Zusammenhang mit einem Landwirtschaftsbetrieb steht, zulässig. Die
Verfahrensbeteiligten sind sich deshalb zu Recht auch darüber einig, dass das
bäuerliche Bodenrecht einer Abtrennung des Gebäudes Vers.-Nr. 002 nicht
grundsätzlich entgegensteht. Umstritten ist einzig das Ausmass der Fläche, die als
Umschwung zum Gebäude geschlagen werden darf.
a) Die Vorinstanz hat die Zerstückelung mit einer Fläche von 1'992 m bewilligt. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, diese Fläche sei grundsätzlich zu hoch und auch
nicht durch besondere Umstände zu begründen. Das Raumplanungsrecht verlange
eine haushälterische Nutzung des Bodens und die Erhaltung genügender Flächen
geeigneten Kulturlandes für die Landwirtschaft. Ein Anhaltspunkt für die Grösse einer
abzutrennenden Fläche zur Wohnnutzung ergebe sich aus den Grundstücksgrössen für
Einfamilienhäuser in ländlichen Bauzonen, die heute meistens unter 1'000 m lägen.
Dies entspreche auch dem Richtwert der Literatur aus dem Jahr 1995. Seither habe
eine starke Entwicklung zu verdichtetem Bauen und damit kleineren Parzellen
stattgefunden. Der überdurchschnittliche Anteil befestigter Fläche und das zusätzliche
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Bauvolumen der ehemaligen Viehscheune rechtfertigten eine angemessene Erhöhung,
nicht aber die überrissene Ausdehnung der Fläche gegen Norden um rund 1'000 m in
gutes Landwirtschaftsland hinein. Hier müsse die Ausdehnung auf moderat erhöhte
normale Gebäudegrenzabstände des Baurechts reduziert werden, worin durchaus ein
Gemüsegarten, ein angemessener Sitzplatz oder ähnliche Bedürfnisse zu
berücksichtigen seien. Es sei auch nicht ersichtlich, warum die Abtrennung über die
Strasse hinaus in südöstlicher Richtung ausgedehnt worden sei. Das sei allerdings von
etwas geringerer Bedeutung, weil es sich dort nicht um gutes Agrarland handle.
Die Vorinstanz hält diesen Ausführungen entgegen, sie habe bei der Bewilligung der
Fläche auch berücksichtigt, dass das abzutrennende Wohnhaus über drei Wohnungen
verfüge. Wenn sich verschiedene Parteien den Umschwung teilen möchten, brauche es
mehr Platz. Bei der Festlegung der Grundstücksgrenzen seien die Bedürfnisse der
künftigen Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Teils berücksichtigt worden. Der
Veräusserer führt aus, er könne sich gut vorstellen, dass in absehbarer Zeit wieder
zehn Personen im Wohnhaus leben würden. Jede Partei habe Anrecht auf einen
Sitzplatz. Die Zufahrt zu den Wohnungen und zum Abstellplatz sei auf der Nordseite.
Die Strasse vor dem Haus diene als Zubringer und Güterstrasse für die
Bewirtschaftung des Landes und des Waldes. Das Land südöstlich zwischen Strasse
und Bach diene nur der Landschaftspflege; das wolle eigentlich keiner. Im Übrigen
handle es sich bei einer Neigung von teilweise 30-45° nicht um gutes Ackerland.
b) aa) Nach Art. 58 Abs. 2 BGBB dürfen landwirtschaftliche Grundstücke nicht in
Teilstücke unter 25 Aren aufgeteilt werden (Zerstückelungsverbot). Der Kanton St.
Gallen hat keine grössere Mindestfläche festgelegt (vgl. Art. 19 ff. LwG). Gestützt auf
Art. 60 Abs. 1 lit. a BGBB wird eine Ausnahme bewilligt, wenn das landwirtschaftliche
Grundstück in einen Teil innerhalb und in einen Teil ausserhalb des Geltungsbereichs
des bäuerlichen Bodenrechts aufgeteilt wird.
bb) Bei der Abtrennung von nicht mehr benötigten, ursprünglich landwirtschaftlich
gebrauchten Wohn- und Ökonomiegebäuden geht die Literatur von einem Richtmass
von 1'000 m aus. Dabei wird an Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB angeknüpft, wonach ein
nichtlandwirtschaftliches Grundstück ausserhalb der Bauzone zur einmaligen
Arrondierung höchstens um 1'000 m vergrössert werden darf (vgl. Ch. Bandli,
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Kommentar zum BGBB, Brugg 1995, N 8 zu Art. 60 BGBB). Bei der Anwendung von
Art. 60 Abs. 1 lit. a BGBB erhöht sich dieser Wert insbesondere um Gebäudefläche und
Vorplatz des abzutrennenden nichtlandwirtschaftlichen Grundstücksteils. Die bei einer
Bereinigung des Geltungsbereichs abtrennbare Fläche ergibt sich deshalb aus der
tatsächlich überbauten Fläche und einer "Arrondierungsfläche" von etwa 1'000 m (vgl.
Bandli, a.a.O., N 28 zu Art. 2 BGBB und N 8 zu Art. 60 BGBB).
cc) Praxis und Rechtsprechung zur Frage des zulässigen Umschwungs haben sich
unterschiedlich entwickelt. Nach der aargauischen Praxis kann
nichtlandwirtschaftlichen Wohn- und Gewerbeliegenschaften eine Fläche von 12 bis 15
Aren Gebäudeplatz und Umschwung gegeben werden, bei Kleinbauten entsprechend
weniger (vgl. Departement des Innern des Kantons Aargau/Finanzdepartement des
Kantons Aargau, Kreisschreiben zum Vollzug des BGBB, Aarau 1994, S. 10).
Nach der bernischen Rechtsprechung dürfen zur überbauten Fläche nicht – nebst den
eigentlichen Gebäudeflächen – Zufahrtsbereiche, Gemüsegarten, Vor- und Sitzplätze,
Rasengitter- und Abstellflächen sowie Sträucher und Baumgruppen gerechnet werden.
Deshalb statuiere Art. 60 Abs. 1 lit. a BGBB selbst unter Berücksichtigung der
"Arrondierungsfläche" von Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB keinen Anspruch der
Grundeigentümer darauf, bei der Abtrennung des nichtlandwirtschaftlichen
Grundstückteils zusätzlich zu allen bereits nichtlandwirtschaftlich genutzten Flächen
eine weitere Fläche von 1'000 m zu erhalten. Vielmehr solle die pauschalierte
"Arrondierungsfläche" gerade ermöglichen, nebst den eigentlichen Gebäudeflächen
über einen angemessenen Umschwung für ihre nichtlandwirtschaftliche Nutzung zu
verfügen. Dazu gehöre etwa die Errichtung oder Beibehaltung eines Gemüse- oder
Blumengartens, einer Rasenfläche, von Bäumen und Sträuchern, von Sitz- und
Abstellflächen oder von garten- bzw. umgebungsgestaltenden Massnahmen. Solche
Nutzungen ausserhalb der eigentlichen Gebäudeflächen seien im Rahmen der dazu
bestimmten "Arrondierungsfläche" zu realisieren und gäben im Licht von Art. 60 Abs. 1
lit. a BGBB keinen Anspruch auf eine zusätzliche abzutrennende Fläche, ansonsten die
für solche Nutzungen zur Verfügung stehende Fläche doppelt angerechnet würde (vgl.
Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Oktober 2002, in:
Blätter für Agrarrecht 36/2002 S. 209 ff., E. 4d/bb und cc).
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Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Begriff der Arrondierung in
Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB nicht eng im Sinn einer Grenzbereinigung zu verstehen. Als
Beispiele zulässiger Arrondierungen werden das Restaurant in der
Landwirtschaftszone, das einen Anbau oder einen erweiterten Parkplatz realisieren
muss, und der Gemüsegarten genannt. Die Ausnahmebestimmung ist auch mit Blick
auf das Raumplanungsgesetz (SR 700, abgekürzt: RPG) auszulegen.
Raumplanungsrecht und bäuerliches Bodenrecht haben zumindest teilweise
gleichlaufende Zielsetzungen (BGE 121 II 307 E. 5b). Insbesondere mit dem
Realteilungs- und Zerstückelungsverbot des BGBB hat der Gesetzgeber im bäuerlichen
Bodenrecht das auch dem Raumplanungsrecht zugrunde liegende Gebot der
haushälterischen Bodennutzung für den Bereich des landwirtschaftlich genutzten
Landes konkretisiert (Urteil des Bundesgerichts 1A.107/1994 vom 15. August 1995, in:
ZBl 97/1996 S. 321, E. 2c). Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB gibt keinen Anspruch darauf,
unbesehen des konkreten Verwendungszweckes bis 1'000 m zu arrondieren; im
Bedarfsfall kann ein neues Gesuch eingereicht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts
5A.32/2004 vom 4. Februar 2005, E. 4.1 und 4.2).
c) aa) Die Vorinstanz hat die Abtrennung einer Fläche von knapp 2'000 m bewilligt.
Vorab ist zu klären, welcher Anteil dieser Fläche als "Arrondierung", die entsprechend
der analogen Anwendung von Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB höchstens 1'000 m umfassen
darf, zu behandeln ist. Nach der dargestellten strengen bernischen Rechtsprechung
(vgl. dazu oben E. 2b/cc) wären einzig die Gebäudegrundflächen nicht zur
Arrondierungsfläche zu rechnen. Diese Auffassung erscheint allerdings im Widerspruch
zum Wortlaut von Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB zu stehen. Nach dieser Bestimmung wird
eine Ausnahme vom Realteilungs- und Zerstückelungsverbot bewilligt, wenn der
abzutrennende Teil der einmaligen Arrondierung eines nichtlandwirtschaftlichen
Grundstücks ausserhalb der Bauzone dient, wobei das nichtlandwirtschaftliche
Grundstück dadurch höchstens um 1'000 m vergrössert werden darf. Da das zu
arrondierende nichtlandwirtschaftliche Grundstück regelmässig nicht bloss die
Gebäudegrundfläche, sondern auch Flächen für die Zufahrt und Umschwung aufgrund
baurechtlicher Grenzabstandsvorschriften umfasst, könnte bei Anwendung der
bernischen Praxis die vom Gesetz vorgesehene maximale Fläche zur Vergrösserung
von 1'000 m nie ausgeschöpft werden. Allerdings darf Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB
angesichts der Verpflichtung zum haushälterischen Umgang mit dem
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landwirtschaftlichen Nutzland auch nicht dazu führen, dass die Arrondierungsfläche
unabhängig vom Ausmass des bereits bestehenden Umschwungs des
nichtlandwirtschaftlichen Grundstücks bestimmt wird. Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB geht
insoweit davon aus, dass ein nichtlandwirtschaftliches Grundstück, welches bereits
über einen gewissen Umschwung verfügt, um höchstens 1'000 m vergrössert werden
darf.
Für die Auslegung und Anwendung von Art. 60 Abs. 1 lit. a BGBB folgt daraus, dass
zur Bestimmung der Fläche von 1'000 m jedenfalls jene Teile des Grundstücks nicht
gerechnet werden dürfen, die nicht als Umschwung genutzt werden können. So ist
nach der st. gallischen Rechtsprechung zur Auslegung und Anwendung von Art. 60
Abs. 1 lit. d BGBB bei der Bestimmung der Fläche zur Vergrösserung des
nichtlandwirtschaftlichen Grundstücks von Bedeutung, in welchem Verhältnis die
Gebäudegrund- und Verkehrsflächen zur gesamten Grundstücksfläche stehen. Je
grösser die Gebäudegrund- und Verkehrsflächen sind, desto grösser darf die
Arrondierungsfläche sein (vgl. VRKE II/1-6/94 vom 19. Dezember 1994 in Sachen
Ch.W.M., E. 4a/aa). Nebst den von den Gebäuden beanspruchten Flächen sind auch
jene Teile nicht als Umschwung zu berücksichtigen, denen für das Grundstück kein
Wert zukommt und die eher eine Belastung darstellen. Dazu gehören beispielsweise
öffentliche Strassen und Wege, Bäche und Bachböschungen, Fels- und Steilhänge
(vgl. dazu Fachdienst für Grundstückschätzung, Richtlinien und Weisungen 2008,
Ziff. 4.1.1). Diese Flächen sind zur Befriedigung der üblicherweise mit einer
Wohnnutzung verbundenen Bedürfnisse nicht geeignet.
Das Wohnhaus Vers.-Nr. 002 samt Schopf beansprucht eine Grundfläche von rund 250
m . Ebensowenig können zum Umschwung die östlich verlaufende J-Strasse, die als
Gemeindestrasse 3. Klasse eingeteilt ist und der westlich entlang des Gebäudes
verlaufende Weg mit Flächen von je rund 130 m zum Umschwung gerechnet werden.
Bei der Fläche von knapp 300 m zwischen J-Strasse und Grundstücksgrenze, die
entlang eines Gewässers verläuft, handelt es sich um eine steile Böschung, die für eine
übliche Nutzung der Umgebung bei Wohnbauten und aufgrund der Gewässernähe
auch als Weideland für Kleintiere ungeeignet ist. Da die Fläche lediglich und zudem
unter erschwerten Bedingungen gemäht werden kann, kommt ihr auch aus
landwirtschaftlicher Sicht kein bedeutender Wert zu. Deshalb ist es gerechtfertigt, sie
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ebenfalls nicht als Umschwung des nichtlandwirtschaftlichen Grundstücks zu
berücksichtigen. Damit verbleibt eine Fläche in der Grössenordnung von 1'200 m , die
als Umschwung nutzbar ist. Wenn bei der Bestimmung des abtrennbaren
Umschwungs auf die in Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB zulässige Fläche zur Arrondierung
eines bestehenden nicht landwirtschaftlichen Grundstücks abgestellt wird, ist zu
berücksichtigen, dass das arrondierte Grundstück regelmässig mehr als die blosse
Gebäudegrundfläche samt Zufahrten umfasst. Unter diesen Umständen dürfen auch
die Abstellflächen vor den gegen Norden orientierten Garagen sowie der gegen Westen
zwischen Gebäude und J-Strasse gelegene Hausvorplatz von insgesamt über 200 m
abgezogen werden. Angesichts der unmittelbar vor dem Haus verlaufenden Strasse ist
dieser Raum insbesondere weder zur Nutzung als Sitzplatz noch als Kinderspielplatz
geeignet. Die zur Deckung der üblichen Bedürfnisse im Zusammenhang mit einer
Wohnnutzung zur Verfügung stehende Grundstücksfläche übersteigt damit die gemäss
Art. 60 Abs. 1 lit. d BGBB höchstens zulässige Arrondierungsfläche von 1'000 m nicht.
bb) Sodann ist die Zulässigkeit einer Abtrennung eines Umschwunges in der
Grössenordnung von 1'000 m anhand der Besonderheiten des Einzelfalls zu
beurteilen. Dabei sind die Bedeutung des Landes einerseits für die zonenfremde
Wohnnutzung (vgl. dazu nachfolgend E. 2c/cc) und anderseits für die Landwirtschaft
(vgl. dazu nachfolgend E. 2c/dd) gegeneinander abzuwägen (vgl. dazu nachfolgend
E. 2c/ee).
cc) Bei der Bemessung des Umschwungs sind vorab die mit einer Wohnnutzung
üblicherweise verbundenen Bedürfnisse, wie Sitzplatz, Spielflächen für Kinder, Pflege
von Zier- und Nutzpflanzen, zu berücksichtigen. Dazu können im ländlichen Raum –
anders als in der Regel in Agglomerationsgebieten mit dichter Überbauung – aber auch
Flächen für einen Nutzgarten (beispielsweise Gemüse und Beeren mit dem für eine
ökologische Bewirtschaftung erforderlichen Fruchtwechsel), Kompostierung, Büsche
und Hecken gerechnet werden (vgl. VRKE II/1-6/94 vom 19. Dezember 1994 in Sachen
Ch.W.M., E. 4a/bb). Insoweit ist eine Orientierung an einem Umschwung in der
Grössenordnung von deutlich weniger als 1'000 m , wie er in Quartieren mit
Reiheneinfamilienhäusern mittlerweile üblich sein mag, nicht gerechtfertigt.
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Die freie im Norden und Westen des Grundstücks gelegene Fläche liegt an einem
Hang, dessen Neigung gegen das Gebäude hin zunimmt. Der unmittelbar an den
westlich des Gebäudes verlaufenden Weg angrenzende Landstreifen ist deshalb als
Umschwung für eine herkömmliche Nutzung mit einem Sitzplatz wenig geeignet. Aber
auch im weiteren Hangverlauf ist die Einrichtung eines Sitzplatzes mit erheblichen
Terrainverschiebungen verbunden. Vergleichbares gilt auch für die Nutzung der Fläche
als Gemüsegarten. Der Erwerber, der aus einer Bauernfamilie stammt, jedoch den
elterlichen Betrieb nicht übernehmen konnte, beabsichtigt denn auch, die Fläche
teilweise für die Haltung von Kleintieren zu nutzen. Eine solche mit der
Landwirtschaftszone konforme Nutzung des Grundstücks wäre tatsächlich möglich, da
das Gebäude neben dem Wohn- auch einen Ökonomieteil mit einer Remise von 68 m
und einem Lager im Obergeschoss von 35 m umfasst (vgl. die amtliche
Ertragswertschätzung vom 18. März 2009, act. 7/7), und raumplanungsrechtlich
grundsätzlich auch zulässig (vgl. Art. 24d Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung, SR 700; Botschaft, in: BBl 2005 S. 7102; Art. 42b der
Raumplanungsverordnung, SR 700.1; Art. 77 des Gesetzes über die
Raumplanung und das öffentliche Baurecht, sGS 731.1). Die – raumplanungsrechtlich
geförderte – Möglichkeit, auf dem Grundstück hobbymässig Kleintiere unterzubringen,
lässt es jedenfalls innerhalb der bodenrechtlichen Höchstgrenze, wie sie sich aus der
Anwendung von Art. 60 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit lit. d BGBB ergibt, auch zu,
Weideflächen auszuscheiden. Für die Berücksichtigung solcher Flächen bei der
Arrondierung nichtlandwirtschaftlicher Grundstücke spricht, dass das für die
hobbymässige Kleintierhaltung erforderliche Wies- und Weideland der berufsmässigen
Landwirtschaft unabhängig davon entzogen wird, ob die Fläche durch den
Hobbytierhalter gepachtet oder erworben wird. Schliesslich und vor allem ist bei der
Bemessung des Umschwungs zu berücksichtigen, dass der Wohnteil nach den
Angaben des Erwerbers am Augenschein zurzeit von sechs Personen verteilt auf drei
Wohnungen, nämlich eine 4 1⁄2-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss, eine 5 1⁄2-Zimmer-
Wohnung im Obergeschoss und eine 2 1⁄2-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss (vgl.
auch die amtliche Ertragswertschätzung vom 18. März 2009, act. 7/7), genutzt wird.
Bei einem Mehrfamilienhaus ist es gerechtfertigt, bei der Ermittlung der
abzutrennenden Fläche zu beachten, dass der Umschwung durch die Bewohner dreier
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Wohnungen genutzt wird, mithin Sitzplätze in der erforderlichen Zahl oder Grösse zum
üblichen Umschwung gehören.
dd) Hinsichtlich der möglichen landwirtschaftlichen Nutzung der abzutrennenden
Fläche fällt ins Gewicht, dass Letztere insbesondere dem östlich verlaufenden Weg
entlang aufgrund der erheblichen Hangneigung schwierig zu bewirtschaften ist. Auch
die weiter gegen Westen und Norden gelegene Fläche ist geneigt und ausschliesslich
zur Nutzung als Wies- und Weideland geeignet. Anlässlich des Augenscheins hat sich
ergeben, dass der bisherige Pächter der landwirtschaftlichen Nutzfläche des früheren
Grundstücks Nr. 001 das nach der Abtrennung entstehende neue Grundstück Nr. 003
erwirbt. Da er gleichzeitig Eigentümer des westlich angrenzenden Grundstücks Nr. 004
ist, ergibt sich für ihn eine zusammenhängende Fläche, die aufgrund der vieleckigen
Form des verbleibenden Grundstücks Nr. 001 auch mit Landwirtschaftsmaschinen gut
befahren werden kann. Da die abzutrennende Fläche gegen Norden und Westen
ausgedehnt wurde und stattdessen nicht die gegen Südwesten gerichtete Spitze des
Grundstücks umfasst, erübrigt sich – nach den unbestrittenen Ausführungen des
Bewirtschafters, der auf dem angrenzenden Grundstück wohnt, anlässlich des
Augenscheins – die Vereinbarung eines Näherbaurechts. Diese Umstände haben die
Vorinstanz zu Recht bewogen, die Zerstückelung des landwirtschaftlichen Grundstücks
in der von den künftigen Eigentümern nach Absprache mit dem Bewirtschafter der
angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen beantragten Form zu bewilligen.
ee) Bei der Abwägung der sich gegenüber stehenden Interessen der Landwirtschaft
einerseits und der zonenfremden Wohnnutzung anderseits sind im konkreten Fall
insbesondere die folgenden Umstände von Bedeutung. Der zur zonenfremden
Wohnnutzung geschlagene und zur Deckung der damit verbundenen Bedürfnisse
tatsächlich nutzbare Umschwung bewegt sich in der gemäss Art. 60 Abs. 1 lit. a in
Verbindung mit lit. d BGBB zulässigen Grössenordnung von 1'000 m . Das Wohnhaus
wird als Mehrfamilienhaus mit entsprechend grösserem Bedarf an Umschwung
genutzt. Die Topographie des Grundstücks mit der teilweise beträchtlichen
Hangneigung führt dazu, dass herkömmliche Nutzungen wie Sitzplätze und
Spielflächen für Kinder nur mit besonderem baulichem Aufwand und mit mehr
Flächenbedarf realisiert werden können. Demgegenüber entgeht der Landwirtschaft
keine Nutzfläche, die besonders einfach zu bewirtschaften ist. Entsprechend erscheint
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die von der Vorinstanz bewilligte Zerstückelung des landwirtschaftlichen Grundstücks
Nr. 001 mit dem Gebäude Vers.-Nr. 002 und einer Fläche von 1'992 m mit Art. 60
Abs. 1 lit. a BGBB vereinbar.
3.- Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde damit als unbegründet und ist
abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).