Decision ID: 84651b44-68f7-40ef-8e63-a11fb30ff086
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, war seit 1990 als Speditionsangestellte bei der
Y._
angestellt und zuletzt mit einem 80%-Pensum erwerbstätig, als sie ab dem 1
0.
Juli 2002 krankgeschrieben wurde (
Urk.
7/11). Am 31. Juli 2002 meldete sie sich wegen starker gesundheitlicher Beeinträch
ti
gung durch einen Morbus Hodgkin, welcher mit Radio- und Chemotherapie sowie einer Lungenoperation behandelt werden musste, bei der Eidgenössischen Invali
den
versicherung zum Rentenbezug an (
Urk.
7/8).
Mit Verfügung vom 2
5.
März 2003 sprach ihr die IV-Stelle des Kantons Thurgau, ausgehend von einer Qualifikation als zu 80
%
erwerbstätig und zu 20
%
im Haushalt tätig, einer Einschränkung von 100
%
im erwerblichen Bereich, einer Einschränkung von 50 % im Haushalt und einem Invaliditätsgrad von 90
%
(Urk. 7/21), ab dem 1. Juli 2002 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
7/25). Nach dem Umzug der Versicherten in den Kanton Zürich überwies die IV-Stelle des
Kantons Thurgau die Akten an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle (
Urk.
7/34). Diese bestätigte die ganze Invalidenrente nach einer von Amtes wegen durchgeführten Rentenrevision mit Mitteilung vom
6.
Oktober 2005 (
Urk.
7/41).
1.2
Im Jahr 2010 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen
erneut
ein Revisionsverfahren ein. Sie stellte der Versicherten einen Revisionsfragebogen zu, holte den Verlaufs
be
richt des b
ehandelnden Arztes Dr. med. Z._
, Facharzt
FMH
für Innere Medizin und Facharzt für Medizinische Onkologie, vom 1
0.
November 2010 (Urk. 7/43) und ein psychiatrisches G
utachten von med.
pract
. A._
, Fachärztin
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
2.
Februar 2011 (Urk. 7/52) ein. Vom 1
5.
August 2011 bis 1
4.
Februar 2012 wurde als berufliche Massnahme beim
B._
im
C._
ein Arbeitstraining mit einem Pensum von 50
%
im Verkauf durch
geführt. Im Abschlussbericht wurde festgehalten, eine Vermittlung im ersten Arbeit
s
markt sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich und es sei wichtig und richtig, einen Schritt zurückzugehen und Integrationsmassnahmen zu veran
lassen (
Urk.
7/66). Daraufhin wurde als Integrationsmassnahme ein Aufbau
trai
ning bei der
D._
angeordnet
, welches vom
2.
April bis 30. September 2012 dauerte (
Urk.
7/72). Ab dem
2.
Oktober 2012 wurde die Eingliederungsmassnahme als Arbeitstraining bei der
E._
fortgesetzt mit dem Ziel, eine angepasste Tätigkeit zu finden (
Urk.
7/74-75). Am 20. November 2012 wurde dieses Arbeitstraining vorzeitig beendet (
Urk.
7/77), woraufhin die IV-Stelle die Eingliederungsmassnahmen mit Mitteilung vom 8. Januar
2013 wegen zu grosser Belastungen für die Versicherte abschloss (Urk. 7/79) und einen Arztbericht vom behandelnden Psychiater
Dr.
med.
F._
, Facharzt
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, einholte (
Urk.
7/83). Die IV-Stelle führte das Vorbescheid- und
Einwandverfahren
durch (
Urk.
7/87 und 7/91 ff.). Anschliessend hob sie die ganze Invalidenrente mit Ver
fügung vom 24. Mai 2013 auf das Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (
Urk.
7/95). Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/99/3) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2013.00521 vom 2
5.
November 2014 gut und stellte fest, die Versicherte habe weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (
Urk.
7/102).
1.3
Die IV-Stelle leitete eine weitere Rentenüberprüfung ein, indem sie der Ver
si
cher
ten den Fragebogen zur Revision der Invalidenrente zusandte, welchen die Ver
sicherte ausfüllte, mit Datum vom
10. März 2016 unterzeichnete und mit Bei
lagen versehen retournierte (
Urk.
7/116). Es wurden darauf medizinische (Urk. 7/119, 7/133 und 7/135) und erwerbliche (
Urk.
7/120-125 und 7/129) Abklärungen getätigt. Am 2
0.
Oktober 2016 gab die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/136 ff.), welches die
G._
– nach dem
Beizug
älterer ärztlicher Berichte (
Urk.
7/148-150) – am 1
2.
April 2017 erstattete (
Urk.
7/153). Mit Vorbescheid vom 2
3.
August 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Aufhebung der ganzen Invalidenrente rückwirkend per
1.
Januar 2014 in Aus
sicht (Urk. 7/158). Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben (
Urk.
7/161). Mit Verfügung vom 2
6.
Oktober 2017 hob die IV-Stelle wie angekündigt die ganze Invalidenrente rückwirkend per
1.
Januar 2014
auf
(
Urk.
2 = 7/165). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2 S.
1
).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
6.
Oktober 2017 erhob die Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwältin Monique Felix, mit Eingabe vom 2
7.
November 2017 (Urk.
1) Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene Verf
ügung sei aufzuheben und es sei
ihr weiterhin
eine ganze Invalidenrente a
uszurichten. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache sei zur weiteren Abklärung, insbesondere
der
genauen Arbeitsfähigkeit, und zu neuem Entscheid an die Verwaltung zurückzuweisen.
Subeventualiter
sei die Ausrichtung der Rente nicht rückwirkend per
1.
Januar 2014, sondern
nur für die Zukunft gemäss Art.
88
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
) aufzuheben. Ferner
wurde beantragt
, es sei der Beschwerde
die
aufschiebende Wirkung hinsichtlich der
rückwirkenden Aufhebung der Invalidenrente zu erteilen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Last
en der Beschwerdegegnerin (Urk.
1 S. 2
und 10
). Die IV-Stelle schloss am 18. Januar 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Davon wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2018 Kennt
nis gegeben, mit welcher auch das Gesuch um Wiederherstellung der auf
schiebenden Wirkung der Beschwerde hinsichtlich der rückwirkenden Aufhebung der Rente abgewiesen wurde (Urk. 8). Die Pensionskasse der Versicherten wurde mit Verfügung vom 25. März 2019 zum Prozess beigeladen (
Urk.
10).
Auf die einzelnen Ausführungen in den
Rechtsschriften
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, K
rankheit oder Unfall sein (Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beur
teilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2
ATSG
).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
ab
gesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand,
veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (
BGE
141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE
144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (
BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente nur dann im Sinne von
Art.
17 Abs. 1
ATSG
revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1‘500.-- beträgt (
Art.
31
IVG
). Zu berücksichtigen ist dabei lediglich diejenige Einkommensverbesserung, die nicht teuerungsbedingt ist (vgl.
Art.
86
ter
IVV
).
1.4
Die Herabse
tzung oder Aufhebung der Renten
erfolgt gemäss
Art.
88
bis
Abs. 2
IVV
:
a.
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an;
b.
rückwirkend ab Eintritt der für
den Anspruch erheblichen Änderung, wenn die beziehende Person die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihr nach Art. 77
IVV
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung
ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (seit dem 1. Januar 2015
geltende
Fassung
;
bis zur Revision von
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. b
IVV
per 1. Januar 2015 war für eine rückwirkende Rentenaufhebung oder
–
herab
setzung
erforderlich, dass die Verletzung der Meldepflicht oder die unrecht
mässige Erwirkung für den unrechtmässigen Leistungsbezug kausal war; vgl.
BGE
142 V 259 E. 3.2.1 mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts 8C_859/2017 vom 8. Mai 2018 E. 4.3 und 8C_813/2016 vom 10. März 2017 E. 5 mit Hin
weisen).
Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist auch im Anwendungsbereich von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b
IVV
erst erheblich, wenn sie gemäss Art. 88a Abs. 1
IVV
berücksichtigt werden darf, das heisst, wenn sie aller Wahrscheinlichkeit nach längere Zeit andauern wird oder ohne wesentliche Unterbrechung bereits drei Monate angedauert hat (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_232/2016 vom 30. September 2016 E. 4 und 9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E. 3.3.1).
1.5
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (
BGE
130 V 445 E. 1.2.1).
1.6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (
BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Es ist strittig und zu prüfen, ob die Rentenaufhebung rückwirkend ab dem 1. Januar 2014 rechtens ist (
Urk.
1
, 2
und
6
).
3.
3.1
Vorab ist festzuhalten, dass mit dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00521 vom 2
5.
November 2014 die Verfügung der IV-Stelle vom 2
4.
Mai 2013
betreffend Rentenaufhebung auf Ende des
der
Zustellung der Verfügung folgenden Monats
aufgehoben und festgestellt wurde, die Beschwerdeführerin habe weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (
Urk.
7/102/13).
Damit wurden die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse bis zum 2
4.
Mai 2013 rechtskräftig beurteilt. Insofern liegt eine sogenannte
res
iudicata
, eine abgeur
teilte Sache, vor.
Aufgrund des erwähnten Urteils ist
davon auszugehen, dass
die Beschwerdegegnerin die behauptete
(teilweise)
Arbeitsfähigkeit
und fehlende Inva
lidität der Beschwerdeführerin
bis zu diesem Zeitpunkt
nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachweisen konnte (
Urk.
7/102/6).
3.2
Der Erlass der durch das Gericht
materiell geprüften und
aufgehobenen Verfü
gung vom 2
4.
Mai 2013 bildet den zeitlichen Referenzpunkt für das Revisions
verfahren (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2017 vom 2
0.
Juni 2017 E.
4.1 mit Hinweisen).
In demselben ist zu untersuchen, wie sich die Verhältnisse ab dem 2
4.
Mai 2013 bis zum Erlass der hier zu beurteilenden Verfügung vom 2
6.
Oktober 2017 entwickelt haben
und ob eine Herabsetzung oder Aufhebung der Rente gerechtfertigt ist
.
3.3
In
der Beschwerdeschrift
wurde deshalb
zu Unrecht
geltend gemacht, das Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2013.00521 vom 25.
November 2014
habe bei der Beschwerdeführerin ein Vertrauen auf den Fortbestand der Rente begründet und stehe einer Rentenaufhebung rückwirkend ab dem 1. Januar 2014 entgegen (
Urk.
1 S. 11).
4.
4.1
Im Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00521 vom 2
5.
November 2014 wurde die medizinische Aktenlage bis zum
2
4.
Mai 2013
umfassend
wieder
ge
geben (vgl.
Urk.
7/102/6-11), weshalb ohne Weiteres darauf zu verweisen ist.
4.2
Computertomographische Untersuchungen der Lendenwirbelsäule, des Thorax und
des Abdomens am
4.
Juni 2015 ergaben unauffällige Befunde (
Urk.
7/135/8).
4.3
Dr.
Z._
untersuchte die Versicherte am
9.
Juni 2015 und
stellte
unveränderte gesundheitliche Verhältnisse fest.
Die Fragen z
um Umfang der Arbeitsfähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit
liess
er
unbeantwortet
(
Urk.
7/119).
4.
4
Am 2
4.
August 2016 wurde die Versicherte von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin
FMH
für Urologie, wegen einer Zystozele ambulant behandelt (
Urk.
7/137/6-7).
4.5
Dr.
med.
I._
, Facharzt
FMH
für Allgemeine Innere Medizin, unter
suchte d
ie Versicherte am 3
1.
August 201
6.
Er stellte keine neuen Diagnosen und
machte keine Angaben zum Umfang Arbeitsfähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit (
Urk.
7/135/1-5
).
4.6
Im polydisziplinären Gutachten der
G._
vom 1
2.
April 2017 (
Urk.
7/152) wurden die folgenden
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf
ge
führt (
Urk.
7/152/46):
1.
Nicht näher bezeichnete Angststörung (ICD-10: F41.9)
2.
Morbus Hodgkin vom Typ
noduläre
Sklerose mit rechts pulmonalem und links
supraklavikulärem
Rezidiv
Primärstadium II a
periklavikulär
und mediastinal
04.09.2001 bis 27.02.2002: Chemotherapie mit 6 Zyklen
ABVD
26.0
3.
bis 22.04.2002:
Radiatio
mediastinal, zervikal mit 20Gy und
supra
klavikulär
links mit maximal 36Gy
19.07.2002:
Lymphonodektomie
supraklavikulär
links und Lungenober
lappenresektion rechts,
hiläre
Lymphodektomie
,
histopathologisch
: Morbus
Hodgkin
noduläre
Sklerose.
26.11.2002:
PBSC-Apherese
, simuliert mit
CTX
(15.11.02) und G-
CSF
19.12.2002 bis 07.02.2003: Chemotherapie gemäss
EPOCH
-Schema, NED 03/2003
1
2.
bis 15.04.2003: Hochdosi
s-Chemother
apie nach
CBV
-Schema gefolgt von
autologer
Stammzelltransplantation (17.04.2003)
Cancer
related
fatigue
syndrome
Seither: Komplette Remission.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei der Status nach leichter depres
siver Reaktion bei Morbus Hodgkin (nicht näher bezeichnete Anpassungsstörung; ICD-10: F43.29).
Es bestünden Wechselwirkungen zwischen der durchgemachten Krebser
kran
kung
, die im Therapieverlauf mehrere Jahre bis zur vollendeten Rehabilitation ange
dauert habe. Dies
dürfte
die Vulnerabilität und die Ängstlichkeit der Versicherten gesichert getri
ggert und verstärkt haben (Urk.
7/152/47).
Zur Arbeitsfähigkeit sei aus gesamtmedizinischer Sicht festzuhalten, dass der Versicherten ab primärer Diagnosestellung und Therapie-Einleitung des Morbus Hodgkin Lymphoms im September 2001 bis zum Abschluss der kurativ-inten
dierten
Salvage
-Chemotherapie des Lymp
h
o
m-Rezidivs mittels
myeloablativer
Hochdosischemotherapie und anschliessender Stammzelltrans
plantation bis Mitte April 2003 sowie für eine anschliessende Rekonvaleszenz-Periode von sechs Monaten,
also bis Mitte Oktober 2002
(recte: 2003)
, eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert werden müsse.
Seither sei die Versicherte i
n der angestammten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig (bezoge
n auf ihr früheres 60%-Pensum). I
n einer angepassten Tätigkeit
sei sie
unter Berücksichtigung der psychischen und somatischen Faktoren noch fünf Stu
nden t
äglich ohne Verminderung des Rendements arbeitsfähig. Die onkolo
gische und
die
psychiatrische Verminderung der Leistungsfähigkeit seien in dieser Einschätzung berücksichtigt (
Urk.
7/152/49).
5.
Das Gutachten der
G._
vom 1
2.
April 2017
wurde in Kenntnis sämtlicher medizinischen
Vorakten
erstattet (Urk.
7/152/7-11
). Es beruht auf den
fach
ärzt
li
chen internistischen
, psychiatrisch-psychotherapeutischen und onkolo
gischen
Un
ter
suchungen der
Versicherten am
3
0.
Januar sowie am 1
5.
und
16.
Februar
2017 (Urk.
7/
152/4
). Die Gutachter führten jeweils eine sorgfältige Anamnese-
und Befunderhebung durch (vgl. Urk.
7/152/12—15, 7/152/16-28 und 7/152/40-43
).
Sie
berück
sichtigten die geklagten Beschwer
den ange
messen und beantworteten die gestell
ten Fra
ge
n umfassend. Ihre Ausführungen sind schlüssig und nachvoll
zieh
bar begründet.
In der Beschwerdeschrift wurde einzig moniert,
es sei fraglich, ob die aktuelle Einschätzung der Gutachter richtig sein könne, da
die Beschwerdeführerin
mit der Arbeitstätigkeit ab Juli 2013 an ihre körperlichen Grenzen gekommen sei und ein erneuter Zusammenbruch bevorgestanden habe (
Urk.
1 S. 8 f.).
Für die letzt
genannten Behauptungen ergeben sich aus den Akten indessen keinerlei Hinweise
(vgl.
Urk.
7/119, 7/135 und 7/137). Die
J._
hielt sogar ausdrücklich fest, die Versicherte sei während des vom
6.
Januar 2014 bis zum 3
0.
April 2015 andauernden Arbeitsverhältnisses jederzeit vollumfänglich für ihr 50%-Pensum einsatzfähig gewesen (
Urk.
7/125/1-2 und 7/125/4).
Darüber hinaus ist
auch
sonst
nichts ersichtlich, was die Darlegungen der Gut
achter in Zwei
fel zu ziehen vermöchte.
Das
Gutachten erfüllt auch sonst sämtli
che von der Rechtspre
chung statu
ierten Anforderungen an ein medizi
ni
sches Gutach
ten (vgl. auch
BGE
134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
Mit dem Gutachten ist belegt, dass die Beschwerdeführerin
seit Oktober 2003 i
n einer behinderungsangepassten Tätigkeit
zu rund 60
%
arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Wie die Gutachter
der
G._
selbst zutreffend erkannten, ist mit dem
poly
disziplinären
Gutachten vom
1
2.
April 2017
keine
Besserung des Gesun
d
heits
zustands und der Arbeitsfähigkeit
(seit dem 2
4.
Mai 2013) ausgewiesen
, da es sich
lediglich um eine andere Einschätzung derselben Si
tuation handelt (Urk. 7/152
/49).
Ein Revisionsgrund ist damit folglich nicht belegt
(vgl. auch
Urk.
1 S. 7)
.
6.2
Es
liegen indessen insofern veränderte Verhältnisse vor, als die Beschwerde
führerin
nach dem 2
4.
Mai 2013 ihre Erwerbstätigkeit in einem beträchtlichen Umfang ausweitete.
Ab
dem
1.
September 2011 war die Beschwerdeführerin bei der
K._
als
Zeitungsverträgerin
angestellt, wobei die zu leistenden Einsätze (Häufigkeit und Wochentage) zwischen der Arbeitnehmerin und der Arbeitge
berin geplant und vereinbart worden waren (Urk. 7/116/5-6 und 7/123/3). Die Beschwerdeführerin arbeitete ca. 8,7 Stunden pro Woche (Urk. 7/123/5) und erzielte ein Einkommen
von
Fr.
2'985.-- im Jahr 2011, Fr. 10'960.-- im Jahr 2012,
Fr. 11'536.-- im Jahr 2013 (Urk. 7/120/1)
,
Fr. 12'002.-- im Jahr 2014 (Urk. 7/120/1) und
Fr.
11'155.-- im Jahr 2015 (
Urk.
7/116/7
und 7/120/1
).
Ab
Juli 2013 bis zum
9.
Januar
2015
war die Beschwerdeführerin überdies
im Rahmen befristeter
Arbeitsverträge für die
L._
tätig
(Urk.
7/
120/1 und 7/12
1/1),
w
omit
sie
Fr.
2'441.-- im Jahr 2013,
Fr.
1’926.
--
im Jahr 2014 und
Fr.
293.-- im Januar 2015 verdiente (
Urk.
7/120/1).
Zudem war die Versicherte a
b Oktober 2013 bei
M._
angestellt, welche ihr
Fr.
561.-- im Jahr 2013,
Fr.
2'174.
-- im Jahr 2014 und
Fr.
805.-- im Jahr 2015
für Büroreinigungsarbeiten während durchschnittlich sechs Stunden pro Monat bzw. 1,5 Stunden pro Woche
bezahlte
(
Urk.
1 S. 3 und
7/120/1).
Am
6.
Januar 2014 nahm die Beschwerdeführerin eine
weitere
Tätigkeit in der Logistik der
J._
auf
. Dort war sie bis zum 3
0.
April 2015
beschäftigt
und den Arbeitgeberauskünften zufolge während der gesamten Zeit in ihrem Teilzeitpensum von 50
%
voll einsatzfähig (
Urk.
7/125, insbesondere 7/125/2-4). Bei der
J._
verdiente die Beschwerdeführerin
Fr.
24'228.
-- im Jahr 2014
und
Fr.
8'000.-- von Januar bis Ende April 2015
(
Urk.
7/120/1).
6.3
Mit der Ausweitung der Erwerbstätigkeit ab Juli 2013 war eine relevante Ein
kommensverbesserung im Sinne von
Art.
31
IVG
verbunden. Ab Jan
uar 2014 erz
ielte die Beschwerdeführerin, welche inzwischen unbestritten als im Gesund
heitsfall zu 100
%
erwerbstätig zu qualifizieren war, gar ein rentenaus
schlies
sendes
jährliches
Einkommen von
Fr.
40'330.
--
(vgl. Urk.
7/120/1 und
7/156/2
). Dies gölte selbst dann, wenn man das mit einem 100%-Pensum bei der
Y._
im Jahr 20
02 erzielbare Einkommen von Fr.
52'800.
--
(Ur
k.
7/11/2) der Nominallohnentwicklung anpassen würde
(vgl. den Nominal
lohnindex für Frauen, 1993 = 100, 2002: 113.5, 2014: 132.1; [Fr. 61'453.-- –
Fr.
40'330.--
] :
Fr.
61'453.-- x 100 = 34,37
%
)
.
Das
Einkommen
ab Januar 2014
erzielte die Beschwerdeführerin
mit der Aus
schöpfung der
ihr
zumutbaren Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
(Urk.
7/152/49
; vgl. auch
Urk.
1 S. 3 f., 7/123/5 und 7/125/2-4)
und nicht wie behauptet mit besonderen körperlichen oder psychischen Grenzüberschreitungen (
Urk.
1 S. 6 und 8 f.)
. Von überobligatorischen Bemühungen kann vor diesem Hintergrund keine Rede sein (
Urk.
1 S. 7).
In Anbetracht des Zeitraums von immerhin
1 1/3 Jahren
trifft es auch nicht zu, dass es sich lediglich um eine kurzf
ristige Änderung handelte (Urk.
1 S. 6). Das ab Januar 2014
tatsächlich erzielte rentenausschliessende Einkommen stellt
somit
einen Revisionsgrund dar, der zur umfassenden Überprüfung der Rente
und der Verneinung eines Renten
anspruches
führt.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Beschwerde
führerin geltend machen liess, sie
habe die Arbeiten nur deshalb ausgeführt, weil sie
aus finanziellen Gründen
dazu gezwungen gewesen
sei (Urk.
1 S. 3 f.
und 6
).
6.4
Eine seit dem
1.
Januar 2014
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Oktober 2017
eingetretene
invaliditätsrelevante
Verschlechterung des Gesund
heits
zustands wurde zu Recht nicht behauptet
(
Urk.
1, 7/128 und
7/161
)
.
Aus den Akten ergeben sich denn auch keinerlei Hinweise in diese Richtung (vgl. 7/119,
7/125
, 7/133
, 7/135
und 7/152
).
Insbesondere lässt sich denselben nicht entneh
men, dass der Beschwerdeführerin eine Fortführung ihrer Arbeitstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich beziehungsweise unzumutbar war (
Urk.
1 S. 7 und 9).
Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Anstellungsver
hältnisse bei der
L._
, bei
M._
und bei der
J._
aus invaliditätsfremden Gründen beendet wurden.
Die letztgenannt
e
Arbeitgeberin
führte in ihrer Arbeitgeberauskunft denn auch aus, die Versicherte habe das Arbeitsverhältnis gekündigt, da sie eine neue Stelle gefunden habe (Urk. 7/125/1).
Welches
Einkommen die Beschwerdeführerin in den Jahren 2015 und 2016
tatsächlich
erzielte (Urk. 1 S. 6
und 9
)
, ist unerheblich
.
Vielmehr ist
entscheidend
, dass es ihr aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung zumutbar gewesen wäre, unverändert ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Die Aufhebung der Invalidenrente
per
1.
Dezember 2017
erweist
sich unter diesen Umständen als korrekt
(
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. a
IVV
; vgl.
Urk.
1 S. 2)
. Insoweit ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin informierte die Beschwerdegegnerin erst am 1
0.
März 2016 über das Anstellungsverhältnis bei der
K._
; die anderen Arbeitsverhältnisse
, welche sie ab Juli 2013 eingegangen war,
blieben unerwähnt (
Urk.
7/116/4; vgl. auch
Urk.
7/63 ff.).
7.2
Gemäss
Art.
77
IVV
haben
Berechtigte oder
ihr
gesetzlicher Vertreter
sowie Behörden oder Dritte
,
denen die Leistung zukommt, jede für den Leistungs
an
spruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, des Zustands der Hilflosigkeit, des invalidi
täts
bedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs, des für den Ansatz der
Hilflosenentschädigung
und des Assistenzbeitrages massgebenden Aufenthalts
ortes sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen.
7.3
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin machte geltend
, vom
1.
August 2013 bis zum 9. April 2015 habe keine Meldepflicht bestanden, da die
Be
schwer
degegnerin
die Rente per Ende Juli 2013 aufgehoben und
ihre Mandantin
ab August 2013 bis zum
9.
April 2015 keine Rente mehr erhalten habe (
Urk.
1 S. 5 und 10 mit Hinweis auf Urk. 7/112
; vgl. auch
Urk.
7/161/3
).
7.4
Dieser Argumentation
ist insoweit zu folgen, als
die Beschwerdeführerin solange
keiner Meldepflicht unterlag,
als sie
nicht als Berechtigte zu qualifizieren war, der eine Leistung zukam. Dies war vom
1.
August 2013 bis zur
Zustellung des sozial
versicherungsgerichtlichen Urteils vom 2
5.
November 2014 im Dezember 2014 (vgl.
Urk.
7/102/14)
der Fall. Mit dem Letztgenannten
erhielt die Beschwer
de
führerin davon Kenntnis, dass
sie
wieder eine Invalidenrente ausgerichtet
erhält
.
Ab diese
m Zeitpunkt unterlag sie
einer
Meldepflicht, welcher sie zumindest fahr
lässig nicht nachgekommen ist
.
Der Einwand
,
das betreffende Urteil
des Sozial
versicherungsgerichts
sei noch nicht rechtskräftig gewesen, da die IV-Stelle ein Rechtsmittel hätte ergreifen können (
Urk.
1 S. 5), erweist sich als
unbehelflich
, zumal einer Beschwerde ans Bundesgericht keine
aufschiebende Wirkung zu
kommt (vgl.
Art.
103 des Bundesgerichtsgesetzes;
BGG
).
Ebenso spielt es keine Rolle, ob die Beschwerdeführerin rechtskundig oder anwaltlich vertreten war (vgl.
Urk.
1 S. 5)
.
Als
langjährige Leistungsbezügerin
war sie
wiederholt über ihre Meldepflicht aufgeklärt worden
. Trotzdem kam
sie
der
ihr
zumutbaren Melde
pflicht
ab Dezember 2014
nicht
nach
,
was zur unrichtigen Ausrichtung von Invalidenrenten ab
dem
1.
Januar 2015
(und nicht bereits ab dem
1.
Januar 2014)
führte.
7.5
Zu Recht
hat die Beschwerdegegnerin
nie behauptet, die Beschwerdeführerin habe die rückwirkend per
1.
August 2013 wieder ausgerichtete Invalidenrente unrecht
mässig erwirkt.
7.6
Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass sich e
ine rückwirkende Ren
ten
aufhebung per
1.
Januar 2014 nicht begründen
lässt
. Insoweit ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.7
In der Beschwerdeschrift wurde
des Weiteren
geltend gemacht, d
ie
Beschwerde
gegnerin
hätte nach
dem
Erhalt der
IK
-Auszüge vom 2
9.
März 2016 die Inva
liden
rente sistieren können, diese Möglichkeit aber nicht beachtet. Stattdessen habe sie der nichtsahnenden Beschwerdeführerin weiterhin bis zum August 2017 die Invalidenrente ausbezahlt, um diese dann aufgrund des Einkommens
im Jahr 2014, welches mit dem
IK
-Auszug vom 2
9.
März 2016
bereits seit 17 Monaten bekannt
gewesen sei
, einzustellen und zurückzufordern. Dies verstosse gegen Treu und Glauben und verletze den Vertrauensgrundsatz (
Urk.
1 S. 11).
Dem ist entgegenzuhalten, dass seit der Änderung von
Art.
88
bis
Abs.
2
IVV
per
1.
Januar 2015 die Meldepflichtverletzung nicht mehr kausal für die Weiteraus
richtung der Rente gewesen sein muss. Mit dieser Anpassung sollte einerseits sichergestellt werden, dass die IV-Stellen bei Verdacht auf eine Meldepflicht
verletzung Renten nicht mehr länger übereilt sistieren müssen, andererseits sollte auch der ungerechtfertigte Anreiz für die versicherte Person, den Abklärungs
prozess zu verzögern, eliminiert werden. Aus dieser Verordnungsänderung ergibt sich, dass der Zeitpunkt der Kenntnis der IV-Stelle im Falle einer Melde
pflicht
verletzung nicht länger die Grenze der
Rückforderbarkeit
bildet (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_26/2018 vom 27. September 2018 E. 4.2 mit Hinweisen).
Einer
Rentenaufhebung rückwirkend per
1.
Januar 2015
steht
insofern
nichts entgegen.
Darüber hinaus ist die
Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter zu jenem Zeitpunkt zu beurteilen, in dem die Aufhebung der Rente
in Betracht fällt (vgl.
BGE
143 V 431 E. 4.5.1 mit Hinweisen).
Damals bezog die Beschwerdeführerin ferner auch noch nicht während 15 Jahren eine Invalidenrente (vgl.
Urk.
1 S. 11).
Es ist auch sonst nichts ersichtlich, weswegen die Aufhebung der Invalidenrente rückwirkend per
1.
Januar 2015 zu bean
stan
den wäre. Soweit sich die Beschwerde dagegen richtet, ist sie abzuweisen.
8.
Aus dem Gesagten folgt, dass die angefochtene Verfügung
vom
2
6.
Oktober
201
7
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde insofern abzuändern ist, als
die Inva
lidenrente rückwirkend per
1.
Januar 2015 aufzuheben ist.
Im Übri
gen ist die Beschwerde abzuweisen
.
9.
9
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
) und auf
Fr.
800.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Parteien je zur Hälfte aufzu
erlegen.
9
.2
Gemäss
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens entsprechend hat die Beschwerde
füh
rer
in Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung, wobei unter Berück
sichtigung der erwähnten Kriterien ein Betrag von
Fr.
900
.-- (inklusive Barauslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.