Decision ID: 6af49fe1-a1aa-5b49-8578-5f8be0f94c4e
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
9000 St. Gallen,
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gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1958 geborene G._, Doktor der Naturwissenschaften, war als
wissenschaftlicher Mitarbeiter und Forschungsleiter bei A._ tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Zu Beginn eines Forschungsaufenthaltes in den USA, sass er am
2. April 2002 in einem Restaurant über sein Mittagessen gebeugt, als sich eine
Deckenplatte von ca. 50 x 80cm löste, die sich aus einer lecken Leitung mit Wasser
vollgesogen hatte und ca. 20kg wog. Die Platte traf ihn am Hinterkopf, am Hals, an den
Schultern und am Rücken. Der Versicherte war erschrocken und während einiger Zeit
benommen, verneinte aber eine Bewusstlosigkeit. Etwa 20 bis 30 Minuten nach dem
Unfall wurde es ihm übel und schwindlig, ohne dass er sich übergeben musste.
Schmerzen traten auf der linken Halsseite, in der Schulterpartie, am Rücken und in den
Beinen auf (UV-act. 1,12 und 17). Die ärztliche Untersuchung – der Versicherte hatte
sich wegen Überlastung der Notfallstation und Wartezeiten bis fünf Stunden einen
Termin für den Tag darauf geben lassen - ergab Muskelverspannungen
(musculosceletal strain) ohne neurologische Ausfälle, der Röntgenbefund war negativ.
Es wurden ihm Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verschrieben
(UV-act. 3 und 11). Der Versicherte legte die Arbeit während einer Woche nieder. Eine
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Magnetresonanztomographie (MRI) von Rücken und Schulter am 22. April 2002 ergab
keine unfallbedingten Befunde. Zusätzlich zu den Medikamenten wurde ihm
Physiotherapie verschrieben (UV-act. 7 und 8). In der Folge beklagte der Versicherte
ausser den verschieden starken Schmerzen, die lediglich in den Beinen abgeklungen
waren, Konzentrationsprobleme und Probleme, länger als knapp eine Stunde am
Mikroskop oder am Computer tätig zu sein (UV-act. 12, 8 und 6).
A.b Nach der Rückkehr in die Schweiz Ende Juni 2002 wurden die physikalische und
die medikamentöse Therapie weitergeführt. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde zunächst
nicht attestiert; es wurde aber eine verminderte Leistungsfähigkeit mit Vergesslichkeit,
eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit und verstärkter Ermüdbarkeit dokumentiert
(UV-act. 17). Zu den Nacken- und Schulterschmerzen traten Schmerzausstrahlungen in
den linken (dominanten) Arm bis zum Ellbogen und Kopfschmerzen 1-2x pro Woche
hinzu (UV-act. 17 und 19). Eine neurologische Untersuchung am 14. Dezember 2002
durch Prof. Dr. med. B._, Facharzt FMH für Neurologie, ergab keine pathologischen
Befunde, die Beeinträchtigung gewisser neuropsychologischer Funktionen beschrieb
der Arzt als schmerzbedingt. Er stellte die Verletzung als direkte Traumatisierung von
Hinterkopf, Nacken und Schultern, wahrscheinlich mit Abknickverletzung der
Halswirbelsäule (HWS), dar und hielt fest, dass ein Beschwerdebild bestehe, wie es
nach Distorsionsverletzung der HWS nicht selten zu sehen sei (UV-act. 17). Ab 28. April
2003 schrieb Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Hausarzt des
Versicherten, diesen 25% arbeitsunfähig (UV-act. 18). Die Reduktion der
Arbeitsbelastung während vier Monaten führte zu einer deutlichen Besserung des
Gesundheitszustands mit Erhöhung der Konzentration am Arbeitsplatz und weniger
Erschöpfungszuständen (UV-act. 22). Ein Versuch mit voller Arbeitsfähigkeit ab
September 2003 scheiterte und in der Folge wurde der Versicherte ab 1. November
2003 bis auf weiteres zu 20% arbeitsunfähig geschrieben (UV-act. 24). Vom
10. Februar bis 9. März 2004 nahm er stationär am interdisziplinären
Behandlungsprogramm der RehaClinic Zurzach für Patienten mit Status nach Trauma
der HWS teil, wo er lernte, mit der Schmerzsituation besser umzugehen. Die
neuropsychologische Abklärung ergab eine leicht eingeschränkte kognitive
Leistungsfähigkeit, eine schwankende Aufmerksamkeit, eine verkürzte
Konzentrationsspanne sowie eine etwas schwankende und leicht verminderte
Lernkapazität verbal (UV-act. 40). Als ambulante Therapien im Anschluss an den
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stationären Aufenthalt wurden medizinische Trainingstherapie (MTT), Lymphdrainage
und Tragermassage sowie eine befristete Psychotherapie verordnet. Vom 29. März bis
28. Mai 2004 (und einmalig am 30. August 2005) stand der Beschwerdeführer in
psychotherapeutischer Behandlung bei Dr. med. D._, Arzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, (act. G 2.1/4). Die Arbeitsfähigkeit konnte nach dem Aufenthalt in
Zurzach auf 80% ab 12. April 2004 gesteigert werden (UV-act. 47). Ab 2. August 2004
wurde die Arbeitsfähigkeit auf 60% reduziert (UV-act. 53) und ab 1. Oktober 2004
wieder auf 70% erhöht (UV-act. 56, 63 und 64). Neben den regelmässigen Kontrollen
beim Hausarzt fanden am 17. Dezember 2004 und 24. Januar 2005 Konsultationen bei
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurologie, statt, worauf die medikamentöse
Therapie geändert wurde (UV-act. 65 und 66). Auf Veranlassung des zwischenzeitlich
eingeschalteten Rechtsvertreters, Dr. R. Pedergnana, St. Gallen, wurde der Versicherte
durch dipl. psych. F._, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP,
neuropsychologisch begutachtet. Im Gutachten vom 17. Juni 2005 hielt die
Neuropsychologin fest, die durchgeführten Intelligenzprüfungen sprächen für eine weit
überdurchschnittliche prämorbide intellektuelle Befähigung, und stellte fest, es seien
leichte bis mittelgradige Funktionsausfälle in den Bereichen der Aufmerksamkeit sowie
aufmerksamkeitsassoziierter mnestischer und exekutiver Funktionen nachzuweisen.
Die Gutachterin beurteilte eine Arbeitsfähigkeit von 60% unter erhöhtem Zeitaufwand
von sechs Stunden pro Tag in der angepassten Tätigkeit (Forschungstätigkeit ohne
Führungsfunktionen) für realisierbar und hielt eine allmähliche Steigerung der
Arbeitsfähigkeit für möglich. Zudem äusserte sie den Verdacht, es sei beim Unfall
möglicherweise zu einer milden traumatischen Hirnschädigung (MTBI) gekommen (UV-
act. 83).
A.c Inzwischen hatte sich der Versicherte am 26. April 2005 bei der
Invalidenversicherung (IV) für medizinische Eingliederungsmassnahmen, eventuell eine
Rente angemeldet (act. G 6.2). Die Arbeitgeberin hatte zwischenzeitlich die
Arbeitssituation neu organisiert und den Versicherten per April 2005 von der
Leitungsfunktion entbunden. Das hatte für ihn auch eine Lohnreduktion zur Folge. Ab
1. Juli 2005 wurde sein Arbeitspensum auf 60% festgelegt (UV-act. 88, 91 und 97). Per
Ende Februar 2006 kündigte der Versicherte seine bisherige Arbeitsstelle und trat auf
den 1. April 2006 eine Dozentenstelle mit Forschungsanteil an der K._ mit einem
Arbeitspensum von 60% an (UV-act. 97 und 104). 2006 führte PD Dr. med. H._,
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Facharzt FMH für Neurologie, Zürich, auf Überweisung durch Dr. E._ mehrere
Injektionsbehandlungen mit Botulinumtoxin gegen die Schmerzen durch (UV-act. 106
und 107).
A.d Am 9. März 2007 liess die Suva den Versicherten durch Kreisarzt Dr. med. I._
untersuchen. Dieser stellte fest, dass bereits bei den Untersuchungen in den USA eine
strukturelle Schädigung im Bereich der HWS und der Schultern ausgeschlossen
worden sei. Klinisch finde sich vor allem eine muskuläre Symptomatik im Bereich des
Musculus trapezius sowie des Musculus levator scapulae mit Tonusvermehrung und
diffuser Druckdolenz links und eine geringgradige Einschränkung der Beweglichkeit der
HWS. Um eine traumatische Hirnschädigung, die bisher in den USA und von
Prof. B._ verneint worden sei, auszuschliessen, veranlasste der Kreisarzt ein
Schädel-MRI (UV-act. 116). Am 4. Mai 2007 teilte der Versicherte der Suva telefonisch
mit, er habe seit 1. Mai 2007 seine Arbeitsleistung auf 70% gesteigert, wie dies bereits
nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. März 2007 erwähnt worden sei (UV-
act. 125 und 117). Die MRI-Untersuchung des Neurokraniums vom 10. Mai 2007 ergab
einen altersentsprechenden Normalbefund und keine Hinweise für ältere intrapa
renchymale Läsionen oder Gefässmalformationen (UV-act. 127).
A.e Mit Verfügung vom 5. Juli 2007 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per
1. Juli 2007 mit der Begründung ein, die heute noch geklagten Beschwerden seien
organisch nicht hinreichend nachweisbar und die adäquate Kausalität zum Unfall vom
2. April 2002 müsse verneint werden (UV-act. 132). Gegen diese Verfügung erhob die
Visana als Krankenzusatzversicherer am 16. Juli 2007 vorsorglich Einsprache (UV-
act. 133). Diese Einsprache zog sie am 3. August 2007 wieder zurück (UV-act. 135).
Der Versicherte liess am 6. August 2007 durch seinen Rechtsvertreter Einsprache
erheben (UV-act. 136). Am 28. September 2007 liess er der Suva eine Berichtskopie
der neurologischen Untersuchung vom 17. August 2007 durch Prof. Ph.D. J._,
Psychologin und Leiterin der Neuropsychologie am Departement für Klinische
Psychologie der Universität L._, zukommen (UV-act. 148). Prof. J._ bestätigte darin
im Wesentlichen die Ergebnisse von Frau F._, stellte aber auch eine leichte
Verbesserung fest (UV-act. 147). Mit Entscheid vom 23. April 2008 wies die Suva die
Einsprache vom 6. August 2007 ab.
B.
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B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 23. Mai 2008 mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Suva sei anzuweisen, dem
Beschwerdeführer Taggeld, Rente und Integritätsentschädigung auszurichten, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Suva (act. G 1). Mit Eingabe vom
26. Mai 2008 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine detaillierte
Sachverhaltsdarstellung und Begründung nach und beantragte eine mündliche
Verhandlung (act. G 2). Zusammengefasst führte er an, die Suva hätte ihre Leistungen
nicht ohne Gutachten einstellen dürfen, ein solches sei durch das Gericht nachzuholen.
Es treffe nicht zu, dass der Beschwerdeführer seit 1. Juli 2007 wieder voll arbeitsfähig
sei, wie im Einspracheentscheid vom 23. April festgehalten. Vielmehr habe auch der
Kreisarzt anlässlich der Untersuchung vom 9. März 2007 70% Arbeitstätigkeit als
möglich und vertretbar beurteilt. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit müsse im
Sinn der Rechtsprechung als erheblich beurteilt werden; das Kriterium erhebliche
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen sei jedenfalls erfüllt. Das gelte
auch für die Kriterien besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, fortgesetzt spezifische,
belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden und Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzung. Da ausser der ärztlichen Fehlbehandlung somit
alle Kriterien der Rechtsprechung erfüllt seien, müsse der adäquate
Kausalzusammenhang bejaht werden.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. August 2008 beantragte Rechtsanwalt Dr.
U. Glaus, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act.
G 6). Die Einholung eines Gutachtens erübrige sich, da sich dieses zum natürlichen
Kausalzusammenhang bzw. zu Tatfragen äussere. Vorliegend sei jedoch der adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen, wozu kein Gutachten nötig sei. Der Unfall könne
nicht als besonders eindrücklich im Sinn der Rechtsprechung bezeichnet werden. Die
erlittene Verletzung könne auch nicht als schwer oder von besonderer Art bezeichnet
werden. Auch eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit müsse verneint werden. Die
durchgeführten therapeutischen Vorkehren vermöchten das Kriterium der fortgesetzt
spezifischen ärztlichen Behandlung nicht zu erfüllen. Durch die Beschwerden sei der
Beschwerdeführer in seinem Lebensalltag nicht erheblich eingeschränkt, weshalb auch
das Kriterium der erheblichen Beschwerden verneint werden müsse. Selbst wenn das
Kriterium der erheblichen Beschwerden als erfüllt betrachtet werde, fehle es an
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weiteren adäquanzrelevanten Kriterien, weshalb sich die Beschwerde als unbegründet
erweise und abgewiesen werden müsse.
B.c Mit Beschwerdeergänzung vom 6. August 2008 liess der Beschwerdeführer einen
zweiten Schriftenwechsel beantragen und ausführen, er habe seine Arbeitsfähigkeit bei
weiterer Heilung diesen Sommer auf 80% erhöhen können. Der Heilverlauf sei - wie
von Dr. E._ vorausgesehen - noch nicht abgeschlossen (act. G 7). - In der Replik vom
1. September 2008 liess er Ausführungen zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
machen und Unterlagen beilegen, aus denen die Steigerung des Beschäftigungsgrades
auf 80% ab 1. Juli 2008 hervorgeht (act. G 9, 9.1 und 9.2). Dr. E._ führte im Bericht
vom 26. August 2008 aus, es bestehe Potential für eine weitere Steigerung der
Arbeitsfähigkeit (act. G 9.2). Der Beschwerdeführer liess geltend machen, der
Genesungsprozess sei noch nicht abgeschlossen, weshalb die Adäquanzprüfung zu
früh erfolgt sei.
B.d In der Duplik vom 11. September 2008 (act. G 11) verneinte die
Beschwerdegegnerin eine zukünftige namhafte Besserung des Gesundheitszustands.
Es stehe noch nicht einmal fest, ob die erreichte Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 70
auf 80% mit Sicherheit gehalten werden könne. Der Fallabschluss sei daher nicht zu
früh erfolgt.
B.e Am 30. September 2008 liess der Beschwerdeführer die Kopie eines
Verlaufsberichts von Dr. C._ vom 26. August 2008 einreichen (act. G 13). Dieser
wurde der Beschwerdegegnerin zugestellt mit dem Hinweis, allfällige Bemerkungen zu
diesem Bericht könnten anlässlich der vom Beschwerdeführer gewünschten
mündlichen Verhandlung vorgebracht werden (act. G 14).
C.
C.a An der mündlichen Verhandlung vom 22. April 2009 präzisierte der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers seine Rechtsbegehren angesichts der veränderten Umstände
wie folgt: Die Beschwerde sei gutzuheissen und die Suva sei zu verpflichten, die
gesetzlichen Leistungen weiter zu entrichten. Eventualiter sei die Beschwerde
gutzuheissen und die Suva zu verpflichten, bis 30. Juni 2008 das Taggeld und die
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Heilungskosten zu entrichten, danach eine Rente basierend auf der Erwerbsunfähigkeit
von 20%. Die zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit notwendigen Therapien seien weiter zu
bezahlen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aus, das
Arbeitspensum habe im Sommer 2008 auf 80% gesteigert und seither auf diesem
Niveau gehalten werden können. Die K._ erwarte vom Beschwerdeführer ein Pensum
von mindestens 80%. Dieser müsse weiterhin täglich Modasomil und nach Bedarf
(durchschnittlich sechsmal pro Woche) Schmerzmittel einnehmen, erhalte alle drei
Wochen eine Tragerbehandlung, stehe in ärztlicher Behandlung bei Dr. E._ und
Dr. C._, gehe ein- bis zweimal pro Woche in die MTT, mache täglich am Arbeitsplatz
und zuhause seine eigenen Übungen und habe durch Coping-Strategien und optimale
ergonomische Einstellung des Arbeitsplatzes das Bestmögliche aus seiner Situation
gemacht. Zur Ergänzung der Akten reichte der Rechtsvertreter eine Stellungnahme von
Frau
F._ vom 15. Juni 2008 zum neuropsychologischen Bericht von Prof. J._ ein. Diese
kritisiert den Bericht von Prof. J._ (UV-act. 147) und hält zusammenfassend fest,
dass dessen Schwächen teils auf die mangelnde Vertrautheit mit europäischen
Bildungssystemen, teils auf die Überschätzung der Tatsache, dass die Testung auf
Englisch erfolgte, zurückzuführen seien. - Weiter führte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers aus, die zukünftige Besserungsmöglichkeit des
Gesundheitszustands werde von den Experten unterschiedlich eingeschätzt. Dr. E._
gehe davon aus, der Beschwerdeführer könne seine Arbeitsfähigkeit auf 90 oder gar
100% steigern, während die übrigen Experten keine weitere Besserungsmöglichkeit
sähen.
C.b Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin hielt am Antrag auf Abweisung der
Beschwerde fest, und betonte, der Zeitpunkt des Fallabschlusses sei gemäss
Rechtsprechung nicht zu beanstanden und die Adäquanz sei zu verneinen.
D.
Auf die einzelnen Vorbringen in den Rechtsschriften und an der mündlichen
Verhandlung sowie die medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva zu Recht die adäquate Kausalität der
Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers zum Unfall vom 2. April 2002 verneint und
weitere Leistungen der Unfallversicherung nach dem 1. Juli 2007 verweigert hat.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in Frage stehenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen zutreffend dargelegt (Erwägung 1); darauf kann
verwiesen werden.
2.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit
bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm etc.]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (vgl. BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103, BGE 123 V 98 E. 3b S. 102, BGE 118 V
286 E. 3a S. 291, BGE 117 V 359 E. 5d/bb [mit Hinweisen] S. 365). Sind dagegen die
Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen
Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können
doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden.
In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen: Es ist
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der
HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67
E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ergeben die Abklärungen, dass die
versicherte Person eine der erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden,
ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen (vgl. dazu: BGE 119 V 335 E. 1 S. 337 und BGE 117 V 359 E. 4b
S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in
den Hintergrund treten. Steht keine psychische Problematik im Vordergrund, erfolgt die
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Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 134 V 109 (E. 10 S. 126ff.) modifizierten
Kriterien von BGE 117 V 359 und BGE 117 V 369.
2.3 Der Zeitpunkt des Fallabschlusses ist nach ständiger Rechtsprechung (BGE 134
V 109 E. 4.1 S. 113f. und dort angeführte Entscheide) erreicht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Trifft dies zu, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen. Der
Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des Bundesgerichts
8C_467/2008 vom 4. November 2008 (E. 5.2.2.2) lediglich, dass von weiteren
medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger
erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen (RKUV
2005 Nr. U 557 S. 388 E. 3.1 [U 244/04]).
3.
Zunächst ist der Zeitpunkt der Prüfung des Kausalzusammenhangs, besonders der
Adäquanzprüfung, zu beurteilen:
3.1 Die Suva stellte die Leistungen per 1. Juli 2007 ein (UV-act. 132 und 154). Der
Stellenwechsel des Beschwerdeführers per 1. April 2006 wurde von allen Beteiligten,
insbesondere auch von der IV, als Selbsteingliederung verstanden. Soweit dies aus den
dem Gericht vorliegenden IV-Akten ersichtlich ist, plante diese Sozialversicherung
keine eigenen Eingliederungsmassnahmen (act. G 6.2; besonders Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 5. Oktober 2007). Vom Stellenantritt des
Beschwerdeführers als Dozent mit Forschungsanteil an der K._ bis zum
Einstellungszeitpunkt vergingen 11⁄4 Jahre. Somit konnte davon ausgegangen werden,
dass die Selbsteingliederung dauerhaft war. Das Arbeitspensum konnte vor dem
Beurteilungszeitpunkt per 1. Mai 2007 um 10% auf 70% gesteigert werden, wie der
Beschwerdeführer anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. März 2007
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angekündigt hatte (UV-act. 125, 116 und 117). Eine weitere Steigerung betrachtete
auch der Beschwerdeführer selbst bei der Besprechung vom 9. März 2007 als unrea
listisch (UV-act. 117).
3.2 Laut eigener Auflistung vom 28. Februar 2007 führte der Beschwerdeführer im
Frühjahr 2007 noch MTT, Physiotherapie bzw. aktive Körperübungen, Schwimmen und
Tragermassagen durch (UV-act. 115). Am 27. März 2007 wurde er nochmals mit
Botulinumtoxin behandelt (UV-act. 129). Er nahm weiterhin verschiedene Medikamente
zur Schmerzlinderung und gelegentlich Modasomil gegen die Müdigkeit ein (UV-
act. 115). Diese Behandlungen dienten in erster Linie der Schmerzlinderung und der
weiteren Stabilisierung des erreichten Befindens. Eine namhafteVerbesserung des
Gesundheitszustands konnte davon im Beurteilungszeitpunkt vom 1. Juli 2007 bzw. im
Beurteilungszeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheids am 23. April 2008 nicht
erwartet werden. Kreisarzt Dr. I._ empfahl anlässlich der Untersuchung vom 9. März
2007 lediglich die Weiterführung der aktiven Trainingssequenzen.
3.3 Der Beschwerdeführer liess in der Replik und an der mündlichen Verhandlung
vom 22. April 2008 geltend machen, er habe per 1. Juli 2008 den Beschäftigungsgrad
um weitere 10% auf 80% steigern können, was beweise, dass es einen
Genesungsprozess gebe und dass dieser noch nicht abgeschlossen sei (act. G 9).
Damit wird versucht, die durchaus erfreuliche Verbesserung retrospektiv beurteilen zu
lassen, was, wie in Erwägung 2.3 ausgeführt, nicht angeht.
3.4 Zusammengefasst konnte im Beurteilungs- bzw. Einstellungszeitpunkt von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr erwartet werden. Der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung ist
daher nicht zu beanstanden.
4.
4.1 Kreisarzt Dr. I._ hielt im Untersuchungsbericht vom 9. März 2007 (UV-act. 116)
fest, klinisch finde sich vor allem eine muskuläre Symptomatik im Bereich des
Musculus trapezius sowie des Musculus levator scapulae mit Tonusvermehrung und
diffuser Druckdolenz links. Eine radikuläre Symptomatik könne im neurologischen
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Untersuch nicht festgestellt werden. Die Beweglichkeit der Schultern sei seitengleich.
Ebenfalls sei die Beweglichkeit der HWS nur geringgradig eingeschränkt. Aktuell
präsentiere sich der Versicherte mit den typischen Beschwerden nach einer HWS-
Distorsion. Er erwähne eine erhöhte Ermüdbarkeit und Konzentrationsprobleme vor
allem bei Auftreten von starken Schmerzen. Er unterstützte die geplante Erhöhung des
Arbeitspensums auf 70%, allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt auf 80%, riet aber zu
langsamer Erhöhung, damit nicht wieder eine Überforderung eintrete. Er empfahl die
Fortsetzung der aktiven Trainingssequenzen.
4.2 Prof. J._ hielt im neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 17. August
2007 (UV-act. 147) zusammenfassend fest: "To summarize, mild deficits in sustained
attention and set-shifting were found during today's testing. Mr. G.'s processing speed
and reaction times were slower than would be expected. Because Mr. G. is a highly
intelligent man who was functioning at well above-average levels prior to the incident,
he is keenly aware of these changes in his cognitive functioning. In our opinion,
Mr. G.'s mild decline in the above areas is attributable to the chronic pain and
depression related to his injury, rather than the direct result of a neurological trauma.
Processing speed, cognitive flexibility and sustained attention are all domains that are
highly affected by both, pain level and mood. For example, the ability to respond
rapidly or to sustain attention over long periods of time often fluctuates with changes in
pain levels as well as the individual's degree of focus on the pain. - From a cognitive
perspective, Mr. G. is capable of successfully performing his current job duties. The
larger issue here is his level of fatigue and pain. Because Mr. G.'s injury occurred over
5 years ago and he still experiences pain and excessive fatigue despite many treatment
attempts, it is likely that these problems will persist over time."
4.3 Aufgrund der (medizinischen) Akten, besonders dieser vorstehend zitierten
Berichte, sind über den Beurteilungszeitpunkt hinaus weiterhin klinisch nachweisbare
Unfallfolgen vorhanden. Diese hat der Beschwerdeführer auch an der mündlichen
Verhandlung glaubhaft geschildert. Es bestehen weder in den Akten noch bei der
direkten Schilderung irgendwelche Hinweise auf Aggravation. Der natürliche
Kausalzusammenhang dieser klinisch fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen
ist gegeben. Er wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht eigentlich bestritten,
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weder im Einspracheentscheid vom 23. April 2008, noch in den Rechtsschriften, noch
an der mündlichen Verhandlung.
4.4 Bei dieser Ausgangslage muss durch das Gericht keine inter- oder
polydisziplinäre Begutachtung zur weiteren Klärung des natürlichen
Kausalzusammenhangs angeordnet werden. Auch der Beschwerdeführer räumte -
entgegen seinem Antrag in den Rechtsschriften - an der mündlichen Verhandlung ein,
die medizinische Situation sei hinreichend geklärt.
5.
5.1 Weder mit den bildgebenden Verfahren in den USA (Röntgen vom 3. April 2002
und MRI vom 22. April 2002; UV-act. 11 und 7), dem Computertomogramm (CT) von
HWS und Brustwirbelsäule (BWS) vom 24. Juli 2002 (UV-act. 29) noch dem Schädel-
MRI vom 10. Mai 2007 (UV-act. 127) konnten strukturelle Veränderungen
nachgewiesen werden. Das gilt auch für die Hypomobilität der HWS-Segmente C4 bis
C7, die Dr. E._ mit CT vom 20. Dezember 2004 feststellte und als Ausdruck der
myofaszialen Symptomatik in der Tiefe interpretierte (UV-act. 65). - Der
Beschwerdeführer erlitt am 2. April 2002 eine Traumatisierung von Hinterkopf, Nacken
und Schultern und gemäss Prof. B._ wahrscheinlich auch eine Abknickverletzung der
HWS. Der Facharzt für Neurologie stellte anlässlich der Untersuchung vom
11. Dezember 2002 fest, es bestehe ein Beschwerdebild, wie es nach
Distorsionsverletzung der HWS nicht selten zu sehen sei, mit lokalen Schmerzen
einerseits und einer wohl schmerzbedingten Beeinträchtigung gewisser
neuropsychologischer Funktionen andererseits (UV-act. 17). Dr. E._ beschrieb
ebenfalls ein direktes Trauma der HWS in geneigter Kopfstellung (UV-act. 65). Die
Neuropsychologin F._ äusserte erstmals die Verdachtsdiagnose einer MTBI, die aber
nicht bestätigt wurde (UV-act. 83). Der Kreisarzt diagnostizierte ein chronisches
Zervikalsyndrom (UV-act. 116). Als nicht zutreffend erachtet das Gericht die Diagnose
von Dr. C._, der von einem Beschleunigungs-Trauma ausging (UV-act. 22).
Unabhängig davon ist aufgrund des Unfallhergangs und der festgestellten Symptome
mit der in Erwägung 2.2 zitierten Rechtsprechung von einer dem Schleudertrauma
äquivalenten Verletzung auszugehen. Da keine psychische Problematik vorherrscht, ist
die Adäquanzprüfung gemäss BGE 134 V 109 vorzunehmen.
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5.2 Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf ist das Ereignis vom 2. April
2002 als mittelschwerer Unfall einzuordnen. Von den mit BGE 117 V 359 eingeführten
und mit BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien müssen daher ein einzelnes in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder die zu berücksichtigenden Kriterien
müssen in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein, damit die Adäquanz bejaht
werden kann (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126f.).
5.3 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit
des Unfalls sind nicht gegeben. Dem Herabstürzen und Aufprall des Deckenelements
kann zwar mit der geforderten objektiven Betrachtungsweise (Entscheid des
Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.1 und dort angeführte Urteile)
eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden, es liegen jedoch keine
Umstände vor, die zur Bejahung einer besonderen Dramatik oder besonderen
Eindrücklichkeit der Begleitumstände führen könnten. Diese Einschätzung wird auch
durch den Entscheid des Bundesgerichts vom 7. März 2007, U 603/06, gestützt, wo es
dieses Kriterium für einen Unfall verneinte, bei dem ein Versicherter auf einer Baustelle
vom Endglied einer (ca. eine Tonne) schweren Kette in der Hals- und Brustgegend
getroffen wurde, wobei sein Helm gespalten wurde und er mehrere Frakturen an der
vertebralen und zervikalen Wirbelsäule erlitt (publiziert in SVR 2007 UV Nr. 34 S. 115
E. 5 [mit weiterer Kasuistik]).
5.4 Auch das Kriterium Schwere und besondere Art der erlittenen Verletzung ist zu
verneinen. Die vornüber geneigte Haltung des Beschwerdeführers, als ihn die
Deckenplatte traf, kommt nicht einer speziellen Körperhaltung gleich, die bei
Schleudertraumata die besondere Art der erlittenen Verletzung ausmachen können,
weil sie diese verschlimmert (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127f. mit Hinweisen).
Vielmehr wurde der Aufprall durch die Haltung des Beschwerdeführers abgedämpft, da
sich die einwirkenden Kräfte verteilen konnten. Erhebliche andere Verletzungen liegen
zudem nicht vor.
5.5 Zum Kriterium der fortgesetzt spezifischen ärztlichen Behandlung lässt der
Beschwerdeführer anführen, es sei erfüllt, da er andauernd und jeweils gleichzeitig mit
verschiedenen Therapien behandelt worden sei und auch heute noch (mehr als sieben
Jahre nach dem Unfall) weiterhin regelmässig in ärztlicher und therapeutischer
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Behandlung stehe und Mittel und Wege suche, um sein Leiden zu verringern und seine
Arbeitsfähigkeit zu steigern. Die Beschwerdegegnerin lässt in der Beschwerdeantwort
einräumen, das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung sei, wenn überhaupt, weder auffallend noch besonders ausgeprägt erfüllt.
Der Beschwerdeführer musste seit dem Unfall verschiedene Medikamente einnehmen.
Er stand dauernd in therapeutischer Behandlung, wobei anhaltend verschiedene
Therapiearten parallel mit mehreren Terminen pro Woche durchgeführt wurden (UV-act.
115). Die ärztliche Behandlung als solche beschränkte sich bald auf Verordnung und
kontrollierende Begleitung der Therapien. Bei dieser Situation ist das Kriterium der
fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung erfüllt, jedoch nicht
besonders ausgeprägt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 5. September 2008,
8C_52/2008, E. 8.2, und vom 13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3).
5.6 Der Beschwerdeführer leidet seit dem Unfall an erheblichen Beschwerden. Er
erträgt glaubhaft Schmerzen und (dadurch bedingte) neuropsychologische
Beeinträchtigungen sowie damit verbundene Einschränkungen seines Arbeits- und
Lebensalltags. Dieses Kriterium ist ebenfalls erfüllt; was im Übrigen auch die
Beschwerdegegnerin verhalten zugesteht.
5.7 Eine ärztliche Fehlbehandlung liegt nach übereinstimmender Meinung der
Parteien
nicht vor. Auch das Kriterium schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen ist nicht erfüllt.
5.8 Nach einer vollen Arbeitsunfähigkeit von einer Woche unmittelbar nach dem
Unfall setzte der Beschwerdeführer alles daran, eine weitere Arbeitsunfähigkeit gar
nicht erst entstehen zu lassen, obwohl ihm mindestens eine eingeschränkte
Leistungsfähigkeit fachärztlich attestiert wurde (UV-act. 17). Letzere äusserte sich auch
in seiner Unfähigkeit, über das Pensum am Arbeitsplatz hinaus, zuhause
Fachzeitschriften zu konsultieren und persönliche Weiterbildung zu betreiben (UV-act.
17, 19, 40 und 83). Als Ende April 2003 eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 25%
unumgänglich wurde, machte er auf eigene Initiative bereits ab 1. September 2003
einen Arbeitsversuch mit voller Arbeitsfähigkeit (UV-act. 22). Ab November 2003
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musste er diese auf 80% reduzieren, blieb aber weiterhin bestrebt, möglichst schnell
wieder die volle Arbeitsfähigkeit zu erreichen (UV-act. 24 und 25). Nach dem Aufenthalt
in der RehaClinic Zurzach steigerte er die Arbeitsfähigkeit wie empfohlen auf 80% und
absolvierte parallel das umfangreiche Therapieprogramm (UV-act. 40). Als die
Arbeitsfähigkeit ab 2. August 2004 auf 60% reduziert werden musste, unternahm er
zusammen mit seinem Rechtsvertreter Bestrebungen, die Situation am Arbeitsplatz zu
optimieren bzw. seiner reduzierten Leistungsfähigkeit anzupassen (UV-act. 55 und 56).
Die Arbeitsfähigkeit konnte bereits ab 1. Oktober 2004 auf 70% gesteigert werden. Die
Bestrebungen des Beschwerdeführers zur Verbesserung der Situation am Arbeitsplatz
gingen weiter und mündeten in einer Änderung des Arbeitsvertrages auf ein Pensum
von 60% ab 1. August 2005 inklusive Entbindung von der Führungsfunktion und ohne
Möglichkeit das Pensum bei einer Verbesserung der Gesundheitssituation zu steigern
(UV-act. 72b, 73, 88, 90 und 91). Die Arbeitsfähigkeit von 60% entsprach auch der
zwischenzeitlich neuropsychologisch und neurologisch attestierten Leistungsfähigkeit
(UV-act. 83 und 85). Der Lohnreduktion und der Fixierung auf ein 60%-Pensum
begegnete der Beschwerdeführer mit der Suche nach einer geeigneteren
Arbeitstätigkeit, die er in der Dozentenstelle an der K._ fand (UV-act. 92, 97 und 101).
Als es die gesundheitliche Situation erlaubte, steigerte er die Arbeitsfähigkeit ab 1. Mai
2007 auf 70% (UV-act. 125). - Die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers war seit
dem Unfall eingeschränkt. Als ihm auch eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, was -
abgesehen von der ersten Woche nach dem Unfall - ab 23. April 2003 der Fall war und
lediglich durch den gescheiterten Arbeitsversuch September und Oktober 2003
unterbrochen wurde, betrug diese immer mindestens 20%, durchschnittlich eher 30%.
Auch der Vertreter der Beschwerdegegnerin legte an der mündlichen Verhandlung dar,
er habe eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 27% errechnet. Diese unbestritten
ärztlich attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit muss als erheblich beurteilt
werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Einschätzung von durchschnittlich 27%
Arbeitsunfähigkeit ohne Rücksicht auf die Einschränkung der Möglichkeit und
Fähigkeit, sich persönlich weiterzubilden und die Freizeit für berufsrelevante Tätigkeiten
zu nutzen, bzw. rein bezogen auf die Tätigkeit am Arbeitsplatz attestiert wurde.
Anstrengungen, die Arbeitsunfähigkeit möglichst tief zu halten sind klar gegeben. Das
Kriterium erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist
vorliegend somit in ausgeprägter Weise erfüllt.
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5.9 Zusammenfassend sind die drei Kriterien fortgesetzt spezifische, belastende
ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen von insgesamt sieben erfüllt, letzteres in ausgeprägter
Weise. Die Adäquanz der über den 1. Juli 2007 anhaltenden gesundheitlichen
Beeinträchtigungen mit Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zum Unfall
vom 2. April 2002 ist daher gegeben.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin über den 1. Juli 2007 hinaus gegeben, die Beschwerde daher
gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 23. April 2008 aufzuheben. Da die
Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang verneinte, hat sie über die
weiteren Leistungen nicht entschieden und sind diese nicht spruchreif. Die Sache ist
daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie über die
Leistungsansprüche des Beschwerdeführers befinde.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung für die Kosten
der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Anlässlich der mündlichen
Verhandlung vom 22. April 2009 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
eine Honorarnote über Fr. 6'786.35 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein und
führte aus, das vorliegende Verfahren sei aufwändig gewesen, besonders wegen der
(medizinischen) Akten, die teilweise englisch verfasst seien (act. G 18). Der vom
Rechtsvertreter eingereichten Honorarnote kann nicht ohne Weiteres entsprochen
werden. Die Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGs 963.75) sieht
für die Verwaltungsrechtspflege das Pauschalhonorar als Regelfall vor. In
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren spricht das Versicherungsgericht regelmässig
eine pauschale Entschädigung von mindestens Fr. 3'500.-- zu. Die Komplexität des
Falles rechtfertigt im vorliegenden Fall einen Zuschlag zu dieser
"Normalentschädigung" von 50%. Für die mündliche Verhandlung kann ausserdem
noch eine zusätzliche Pauschale von Fr. 750.-- zugesprochen werden. In Würdigung
aller Umstände rechtfertigt es sich somit, die Parteientschädigung auf Fr. 6'000.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht