Decision ID: 628210ec-42b0-42f5-9164-e2820a657652
Year: 2010
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 X._, geboren 1963, verheiratet, war von Januar 2001 bis Dezember 2004 (letzter effektiver Arbeitstag: 23. März 2004) als Lagerchef bei der Y._ tätig (Urk. 8/1, Urk. 8/10). Von Februar 2005 bis Januar 2007 bezog er, bei einer Vermittlungsfähigkeit von 50 %, Leistungen der Arbeitslosenversicherung (Urk. 8/5, Urk. 8/50). Am 28. November 2005 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Umschulung und Rente) an (Urk. 8/1).
Nach erfolgten Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 5. Februar 2007 ab (Urk. 8/43).
1.2 Am 19. Mai 2009 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/48).
Die IV-Stelle holte medizinische Berichte (Urk. 8/54) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (Urk. 8/50) ein und tätigte Abklärungen in erwerblicher Hinsicht (Urk. 8/51).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. Urk. 8/58) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. März 2010 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 8/59 = Urk. 2).
2. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 26. April 2010 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm eine Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2010 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Mit Schreiben vom 30. Juni 2010 (Urk. 10) hielt der Versicherte unter Beilage eines Arztberichtes vom 25. Juni 2010 (Urk. 11) an seinen Anträgen fest.
Die IV-Stelle beantragte daraufhin in ihrer Stellungnahme vom 10. September 2010 unter Beilage einer Stellungnahme einer Ärztin des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) vom 7. September 2010 (Urk. 16) die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Urk. 15), womit sich der Beschwerdeführer am 17. September 2010 (Urk. 17) einverstanden erklärte.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
In Ergänzung und Präzisierung zu Art. 43 Abs. 1 ATSG hält Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) fest, dass die IV-Stellen, wenn die versicherungsmässigen Voraussetzungen erfüllt sind, die erforderlichen Unterlagen, insbesondere über den Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person sowie die Zweckmässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnahmen beschaffen und zu diesem Zwecke Berichte und Auskünfte verlangen, Gutachten einholen, Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen sowie Spezialisten der öffentlichen oder privaten Invalidenhilfe beiziehen können.
1.2 Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2. Der Beschwerdeführer stellte eventualiter einen Antrag auf Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen (Urk. 1 S. 2), welchem die Beschwerdegegnerin zustimmte und eine bidisziplinäre Begutachtung in Aussicht stellte (vgl. Urk. 15 und Urk. 16). Diesem Vorgehen stimmte der Beschwerdeführer zu (vgl. Urk. 17).
Nachdem in Bezug auf den Eventualantrag des Beschwerdeführers nach einer weiteren medizinischen Abklärung übereinstimmende Anträge vorliegen und diese mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 10. März 2010 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und zum neuen Entscheid zurückzuweisen ist.
3.
3.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Diese Kosten sind ermessensweise auf Fr. 200.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2 Nach § 34 Abs. 1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 1'300.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.