Decision ID: 894bf3bc-2df2-574c-ac35-5d96ac88fdb3
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Regierungsrat des Kantons Zürich (Vorinstanz) mit Beschluss
vom 13. März 2013 (RRB 278/2013) über die Genehmigung von Tarifver-
trägen von Zürcher Spitälern entschied und für Zürcher Spitäler, für welche
kein behördlich genehmigter Tarifvertrag vorlag, mit Wirkung ab 1. Ja-
nuar 2012 Tarife festsetzte,
dass die Vorinstanz in Dispositiv-Ziffer III des RRB 278/2013 für unbewer-
tete DRG gemäss Anlage 1 des Fallpauschalen-Katalogs SwissDRG – mit
Ausnahme von Leistungen, für die ein von der zuständigen Behörde ge-
nehmigter Tarifvertrag vorliegt – eine Tagespauschale von CHF 2'533.-
festsetzte,
dass die im Rubrum aufgeführten und durch die tarifsuisse ag vertretenen
47 Krankenversicherungen (Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse), vertreten
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin, am 22. April 2013 Be-
schwerde gegen 22 Zürcher Spitäler erhoben (Beschwerdeverfahren
C-2259/2013),
dass die Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse in ihrer Beschwerde unter ande-
rem die Aufhebung der Dispositiv-Ziffer III des RRB 278/2013 (Festsetzung
der Tagespauschale) und die Festsetzung der Tagespauschale auf höchs-
tens CHF 2'006.- beantragt (Antrag 2),
dass zehn durch den Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) vertretene
Zürcher Spitäler, vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Urs Saxer, am
22. April 2013 gegen den RRB 278/2013 Beschwerde erheben liessen, be-
züglich der Dispositiv-Ziffer III (Festsetzung der Tagespauschale) jedoch
keinen Antrag stellten (Beschwerdeverfahren C-2277/2013),
dass die Instruktionsrichterin das Beschwerdeverfahren der tarifsusisse
betreffend die im Rubrum als Beschwerdegegner 1 - 8 aufgeführten Spitä-
ler mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2013 vom Verfahren C-2259/2013
abtrennte, unter der Nummer C-3616/2013 weiterführte und dieses mit
dem Verfahren C-2277/2013 vereinigte,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Antrag 2 der tarifsuisse (betref-
fend die Tagespauschale) bezüglich des Universitätsspitals Zürich, der
Stadtspitäler Triemli und Waid, des Universitäts-Kinderspitals Zürich, der
Universitätsklinik Balgrist, der Klinik Hirslanden Zürich und des See-Spitals
bereits beurteilte (vgl. Urteil C-2255/2013 und C-3621/2013 vom 24. Ap-
ril 2015; Urteile C-3617/2013, C-6392/2014 und C-6391/2014, alle vom
C-2277/2013, C-3616/2013
Seite 6
27. April 2014; Urteil C-2273/2013 und C-3615/2013 vom 8. Juni 2015;
C-2290/2013 und C-3619/2013 vom 16. Juni 2015),

und zieht in Erwägung,
dass der Antrag 2 der Beschwerde der tarifsuisse (betreffend die Tages-
pauschale) auch bezüglich der Beschwerdegegnerinnen im Verfahren
C-3616/2013 beurteilt werden kann,
dass sich die Vorinstanz bei der Festsetzung der Tagespauschale an dem
für das Universitätsspital Zürich (USZ) festgesetzten Basisfallwert orien-
tierte, da die Behandlungen in diesen Bereichen hauptsächlich am USZ
erfolgen,
dass die Vorinstanz den Wert der Tagespauschale ausgehend vom Basis-
fallwert des USZ, der durchschnittlichen verrechenbaren Aufenthaltsdauer
der Patientinnen und Patienten am USZ und dem durchschnittlichen Kos-
tengewicht berechnete (CHF 11'300.- [für das USZ festgesetzter Basisfall-
wert] x 1.5240 [Kostengewicht des USZ] / 6.8 [durchschnittliche verrechen-
bare Aufenthaltsdauer; volle Tage] = CHF 2'533.-),
dass die Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse geltend machte, der für das USZ
festgesetzte Basisfallwert sei unwirtschaftlich, weshalb auch die davon ab-
geleitete Tagespauschale für unbewertete Fallgruppen unwirtschaftlich sei,
dass das Vorgehen der Vorinstanz, die Höhe der Tagespauschale mit der
gewählten Rechnungsmethode vom Basisfallwert des USZ abzuleiten,
plausibel erscheint und von der Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse auch
nicht bestritten wird,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Entscheid über die Festsetzung
des Basisfallwertes des USZ mit Urteil C-2255/2013 und C-3621/2013 vom
24. April 2015 aufgehoben und die Sache zur ergänzenden Sachverhalts-
abklärung und erneuten Durchführung des Festsetzungsverfahrens an die
Vorinstanz zurückgewiesen hat,
dass als Konsequenz einer neuen Festsetzung des Basisfallwertes des
USZ durch die Vorinstanz auch der Wert der Tagespauschale anzupassen
ist,
C-2277/2013, C-3616/2013
Seite 7
dass daher Dispositiv-Ziffer III des RRB 278/2013 (Beschluss über die Ta-
gespauschale) betreffend die Beschwerdegegnerinnen im Verfahren
C-3616/2013 aufzuheben und die Sache zur erneuten Durchführung des
Festsetzungsverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,
dass demzufolge der Antrag 2 der Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse im Ver-
fahren C-3616/2013 teilweise gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen
ist,
dass die Festsetzung des Basisfallwertes der acht im Rubrum aufgeführten
Spitäler noch nicht beurteilt ist,
dass aus verfahrensökonomischen Gründen vorab über die Streitfrage der
Tagespauschale zu befinden ist,
dass über die Verfahrenskosten und die Parteientschädigungen im zweiten
Teilurteil zu befinden sein wird,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das
Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Tariffestsetzung im
Bereich der sozialen Krankenversicherung unzulässig ist (Art. 83 Bst. r
BGG, Art. 33 Bst. I VGG i.V.m. Art. 53 KVG).
C-2277/2013, C-3616/2013
Seite 8