Decision ID: 19c96af4-6814-50e4-acd0-806428c1dc64
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdeführerin,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
und
A._,
Beigeladene,
vertreten durch Angela Gini, Amtsvormundschaft Untertoggenburg und Wil-Land,
Sägestrasse 5, 9230 Flawil,
betreffend
medizinische Massnahmen für A._ (Vers.-Nr. XXX.XXXX.XXXX.XX)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren am 8. Oktober 19_ in B._, B._ Staatsangehörige, leidet seit
Geburt an einem kongenitalen Hypoventilationssyndrom sowie Aganglionose und
Ganglienzell-Anomalien (IV-act. 2). Gemäss Anhang der Verordnung über
Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.212) handelt es sich dabei um
die Geburtsgebrechen Ziffer 278 und Ziffer 382. A._ reiste am 1. Juni 1999 in die
Schweiz ein. Sie lebt bei der Pflegefamilie C._ und D._ . Seit 1999 besucht sie die
E._ in F._ (IV-act. 1, 3-1, 64-1).
A.b Zur Behandlung einer Halbseitenlähmung aufgrund einer Hypothalamusblutung
rechts weilte A._ vom 14. Mai 2008 bis 24. Oktober 2008 im Rehabilitationszentrum
des Kinderspitals Zürich in G._ (IV-act. 2). Vom 30. November 2009 bis 1. Dezember
2009 erfolgte zur Evaluation der nächtlichen Heimbeatmung (zur Behandlung des
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Geburtsgebrechens Ziff. 278) ein stationärer Aufenthalt im Kinderspital Zürich (IV-act.
20-6 ff.).
A.c Im Juli 2009 hatte C._ das Pflegekind zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 1). Eine Anfrage der IV-Stelle beim
Sozial- und Jugendamt der Stadt F._ ergab, dass A._ weder bevormundet noch
verbeiständet war. Sorgeberechtigt waren nach wie vor die leiblichen Eltern, H._ und
I._, beide wohnhaft in J._ (IV-act. 6). In der Folge ersuchten die leiblichen Eltern am
15. Oktober 2009 (Eingangsdatum bei der IV-Stelle) um IV-Leistungen für ihre Tochter
(IV-act. 6, 8).
A.d Mit einer Mitteilung vom 1. April 2010 sprach die IV-Stelle A._ die Kosten für die
Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 278 und 382 sowie die ärztlich verordneten
Behandlungsgeräte in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab 15. Oktober 2008
bis 31. Oktober 2013 zu (IV-act. 24).
A.e Mit einer Verfügung vom 27. Mai 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
betreffend die Kosten für den Rehabilitationsaufenthalt vom 14. Mai 2008 bis 24.
Oktober 2008 sowie Physio- und Ergotherapie ab. Als Begründung führte sie an, dass
diese Kosten nicht im Rahmen von medizinischen Massnahmen nach Art. 12 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) übernommen werden
könnten. Aus den Akten gehe hervor, dass A._ auch zu einem späteren Zeitpunkt mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage sein werde, einer beruflichen
Tätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen (IV-act. 30).
A.f Die Swica Krankenversicherung AG (nachfolgend: Swica) als
vorleistungspflichtiger Versicherungsträger erhob gegen die Verfügung vom 27. Mai
2010 sowie die Mitteilung vom 1. April 2010 Beschwerde (IV-act. 32-3). Diese
Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Urteil vom 15.
April 2011 teilweise gut und wies die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurück. In den Erwägungen wurde festgehalten, dass zur
Beurteilung, ob die Anspruchsberechtigung von A._ (im Sinne der
versicherungsmässigen Voraussetzungen) gegeben sei, weitere Abklärungen zur Frage
des Wohnsitzes, zur Ausgestaltung des Pflegefamilienverhältnisses sowie zu den
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Voraussetzungen des Anspruchs auf Leistungsaushilfe getätigt werden müssten. Auch
für eine materielle Prüfung des Leistungsanspruchs genüge die Aktenlage nicht.
Einerseits erscheine die Frage, ob die Hirnblutung möglicherweise mit einem
Geburtsgebrechen zusammenhänge und daher in den Anwendungsbereich von Art. 13
IVG fallen könnte, nicht ausreichend abgeklärt. Andererseits wäre für die Prüfung eines
Leistungsanspruchs nach Art. 12 IVG eine fachärztliche Prognose betreffend die
Eingliederungsfähigkeit in eine Erwerbstätigkeit, insbesondere aber auch in einen
Aufgabenbereich, worunter auch Tätigkeiten in einer geschützten Werkstätte oder in
einer Familie bzw. eine Hilfsarbeit zählen dürften, einzuholen (IV-act. 49).
A.g Mit einer Verfügung vom 27. Juni 2011 widerrief die IV-Stelle die Mitteilung vom
1. April 2010 mit der Begründung, dass aufgrund des Entscheids des Versicherungs
gerichts vom 15. April 2011 zunächst die Anspruchsvoraussetzungen genauer geprüft
werden müssten (IV-act. 51).
A.h Das Einwohneramt der Gemeinde K._ bescheinigte am 29. Juni 2011, dass
A._ seit dem 1. Oktober 2001 bei der Gemeinde gemeldet sei. Den Wohnsitz habe
sie nicht in K._. Aufgrund der Minderjährigkeit sei der Wohnsitz am Wohnort der
Eltern in J._. A._ besitze aber eine Niederlassungsbewilligung aufgrund ihres
Aufenthalts bei den Pflegeeltern (IV-act. 54).
A.i Auf Anfrage der IV-Stelle (IV-act. 52) teilte das Sozial- und Jugendamt in F._ mit,
dass A._ mit einem Zweitwohnsitz in F._ gemeldet sei. Über ihre leiblichen Eltern
sei sie bei der L._ krankenversichert. Gemäss dem beigelegten Pflegegeldbescheid
vom 9. Februar 2011 erhielten die Pflegeeltern vom Sozial- und Jugendamt F._ ein
monatliches Pflegegeld (ab 1. Januar 2011 in Höhe von EUR 794.--) für die vollzeitliche
Pflege von A._ (IV-act. 56).
A.j Mit einem Vorbescheid vom 22. August 2011 stellte die IV-Stelle A._ eine
Abweisung der Kostengutsprache für medizinische Massnahmen in Aussicht. Als
Begründung führte sie an, es habe sich aus den weiteren Abklärungen ergeben, dass
sich der gesetzliche Wohnsitz von A._ weiterhin in B._ befinde. In der Schweiz sei
lediglich eine Niederlassungsbewilligung ausgesprochen worden, welche keinen
Wohnsitz begründe. Aufgrund des fehlenden Wohnsitzes bestehe in der Schweiz keine
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Versicherteneigenschaft, weshalb seitens der Invalidenversicherung keine Kosten für
Eingliederungsmassnahmen übernommen werden könnten. Die Abklärungen
betreffend die Ausgestaltung des Pflegeverhältnisses hätten ergeben, dass sich die
Pflegeeltern seit mehreren Jahren um die Pflege und Erziehung von A._ kümmerten.
Für die Pflege- und Erziehungsleistung werde vom Sozial- und Jugendamt ein
monatliches Entgelt geleistet. Es könne daher nicht angenommen werden, dass Lasten
und Aufgaben, welche gewöhnlich den leiblichen Eltern zufielen, den Pflegeeltern
übertragen worden seien. Insbesondere kämen die Pflegeeltern nicht überwiegend für
den Unterhalt von A._ auf. Aus diesem Grund könnten für A._ keine Ansprüche aus
der Versicherungsstellung der Pflegeeltern abgeleitet werden. Massgebend für A._
bleibe die Versicherteneigenschaft der leiblichen Eltern, welche nicht in der Schweiz
wohnten und nicht versichert seien. Da die versicherungsmässigen Voraussetzungen
nicht erfüllt seien, müssten sowohl medizinische Eingliederungsmassnahmen zur
Behandlung von Geburtsgebrechen als auch medizinische Massnahmen nach Art. 12
IVG abgewiesen werden (IV-act. 59).
A.k Gegen den Vorbescheid vom 22. August 2011 wandte die Swica am 21.
September 2011 unter Verweis auf ein Dokument der Vormundschaftsbehörde K._
ein, dass der Wohnsitz von A._ nach dem Bundesgesetz für internationales
Privatrecht (IPRG; SR 291) und nicht nach dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB;
SR 210) zu bestimmen sei, da es sich um einen internationalen Sachverhalt handle.
Demnach gebe es beim unmündigen Kind keinen von den im Ausland lebenden Eltern
als Inhaber der elterlichen Sorge abgeleiteten zivilrechtlichen Wohnsitz. Vielmehr sei
A._, welche seit 12 Jahren in der Schweiz lebe und hier bei Pflegeeltern ihren
Lebensmittelpunkt habe, in K._ wohnhaft (IV-act. 63). Mit einem Schreiben vom
18. August 2011 hatte das Vormundschaftsamt K._ zu den Anfragen der Pflegeeltern
u.a. betreffend den zivilrechtlichen Wohnsitz von A._ Stellung genommen. Es hatte
ausgeführt, dass grundsätzlich nur eine urteilsfähige Person im Sinne von Art. 16 ZGB
einen selbständigen zivilrechtlichen Wohnsitz begründen könne. Da jedoch weniger die
subjektive Absicht, sondern der erkennbare Mittelpunkt der Lebensbeziehungen für die
Bestimmung des zivilrechtlichen Wohnsitzes massgebend sei, seien an die
Urteilsfähigkeit keine hohen Anforderungen zu stellen. Die Funktionalisierung des
Wohnsitzbegriffs, d.h. der Zweck, den Art. 376 Abs. 1 ZGB mit der Anknüpfung am
Wohnsitz verfolge, nämlich die vormundschaftliche Zuständigkeit möglichst am
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Lebensmittelpunkt der zu entmündigenden Person zu begründen, sei bei der
Auslegung des Begriffs des zivilrechtlichen Wohnsitzes zudem zu berücksichtigen.
Aufgrund dieser Funktionalisierung sei die Urteilsfähigkeit der zu entmündigenden
Person unbeachtlich bei der Bestimmung des zivilrechtlichen Wohnsitzes zur
Festlegung der behördlichen Zuständigkeit zur Anordnung und Führung von
vormundschaftlichen Massnahmen. Dementsprechend schliesse die bei A._
bestehende geistige Behinderung die Begründung eines zivilrechtlichen Wohnsitzes an
ihrem tatsächlichen Lebensmittelpunkt nicht aus. Da A._ B._ Staatsangehörige sei,
richte sich ihr zivilrechtlicher Wohnsitz nicht nach den Art. 23 ff. ZGB, sondern nach
Art. 20 IPRG. Der Wohnsitzbegriff von Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG decke sich mit jenem
nach Art. 23 Abs. 1 ZGB. Abweichungen ergäben sich jedoch dadurch, dass im
internationalen Verhältnis keine den Art. 24 Abs. 1 und Art. 25 ZGB entsprechenden
Normen bestünden. Demzufolge gebe es bei einem internationalen Sachverhalt – wie
im vorliegenden Fall – keinen von den im Ausland lebenden Eltern als Inhaber der
elterlichen Sorge abgeleiteten zivilrechtlichen Wohnsitz des unmündigen Kindes. Der
zivilrechtliche Wohnsitz des unmündigen Kindes richte sich somit nach Art. 20 Abs. 1
lit. a IPRG, selbst wenn es unter elterlicher Sorge stehe und die Eltern ihren Wohnsitz in
B._ hätten. Folglich befinde sich der zivilrechtliche Wohnsitz vom A._ nicht in
B._, sondern in der Schweiz und zwar an ihrem tatsächlichen Lebensmittelpunkt in
K._l (IV-act. 64).
A.l Am 24. Oktober 2011 ernannte das Vormundschaftsamt K._ Angela Gini,
Amtsvormundschaft M._, als Vormundin der seit dem 8. Oktober 2011 volljährigen
A._ (IV-act. 66). Die Vormundin meldete A._ am 14. Dezember 2011 zum Bezug
von IV-Leistungen für Erwachsene an (IV-act. 68, 69).
A.m Mit einem Schreiben vom 22. Dezember 2011 erbat die IV-Stelle das Bundesamt
für
Sozialversicherungen (BSV) um eine rechtliche Stellungnahme betreffend den
zivilrechtlichen Wohnsitz von A._ vor und nach deren Volljährigkeit (IV-act. 71-3 f.).
Das BSV hielt diesbezüglich fest, dass die Frage nach dem Wohnsitz entsprechend der
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Ansicht der IV-Stelle nach den Bestimmungen des ZGB zu beurteilen sei. Der Wohnsitz
eines Kindes unter elterlicher Sorge befinde sich gemäss Art. 25 Abs. 1 ZGB am
Wohnsitz der Eltern, wenn sie einen gemeinsamen Wohnsitz hätten. Im vorliegenden
Fall hätten die Eltern einen gemeinsamen Wohnsitz in F._ in B._. Demzufolge
behalte A._ bis zum Erreichen der Volljährigkeit ihren in B._ vorbestehenden
Wohnsitz bei ihren Eltern. Bis zu diesem Zeitpunkt sei sie nicht in der schweizerischen
AHV/IV versichert gewesen, was das Erfüllen der versicherungsmässigen
Voraussetzungen für Eingliederungsmassnahmen verunmögliche. Zur Frage nach der
Anwendbarkeit von Art. 19 der Verordnung (EWG) 1408/71 zur Begründung eines
zivilrechtlichen Wohnsitzes der Versicherten vor deren Volljährigkeit erklärte das BSV,
dass eine Anwendung mangels Wohnsitzes nicht in Frage komme. Der persönliche
Geltungsbereich der Verordnung 1408/71 erstrecke sich gemäss Art. 2 Abs. 1 u.a. auf
Arbeitnehmer und Selbständige, die Staatsangehörige eines Mitgliedstaates seien,
sowie auf deren Familienangehörige und Hinterbliebenen. Da davon auszugehen sei,
dass die Pflegeeltern als B._ Staatsangehörige und Arbeitnehmer in den
Geltungsbereich fielen, sei zu prüfen, inwieweit A._ als Familienangehörige im Sinne
der Verordnung gelten könne und damit unter den persönlichen Anwendungsbereich
der Verordnung 1408/71 falle. Gemäss Art. 1 lit. f Ziff. 1 der Verordnung obliege es dem
zuständigen Mitgliedsstaat, die Eigenschaft als Familienangehörige zu bestimmen.
Familienangehörige sei demnach jede Person, die aufgrund ihres familienrechtlichen
Status als Ehegatte oder Kind, Lebenspartner oder Haushaltsangehörige eine
Leistungsberechtigung vom Stammrecht des Berechtigten ableite. Pflegekinder hätten
nach schweizerischem Recht beim Tod eines Pflegeelternteils nur dann einen Anspruch
auf eine Waisenrente, wenn sie unentgeltlich und dauernd aufgenommen worden seien.
Vorliegend sei die Voraussetzung aufgrund der Unterhaltszahlungen aus B._ nicht
gegeben. Die Eigenschaft als Familienangehörige der Pflegeltern könne A._ daher
nicht zuerkannt werden. Schliesslich hielt das BSV fest, dass die Wohnsitzfrage und
damit die Versicherungsunterstellung nach Erreichen der Volljährigkeit neu zu
beurteilen sei. Grundsätzlich könne A._ ab diesem Zeitpunkt einen Wohnsitz in der
Schweiz begründen. Nach der Errichtung der Vormundschaft in der Schweiz sei nun
ebenfalls ein schweizerischer Wohnsitz – und dadurch eine Versicherungsunterstellung
bei der AHV/IV – zu bejahen (IV-act. 71-1 f.).
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A.n Am 23. Januar 2012 erliess die IV-Stelle zwei Vorbescheide, welchen jenen vom
22. August 2010 ersetzten. Demnach beabsichtigte sie, A._ einerseits die Kosten für
medizinische Massnahmen in Bezug auf die Geburtsgebrechen ab Erreichen der
Volljährigkeit, d.h. ab 8. Oktober 2011, zuzusprechen. Andererseits stellte sie eine
Abweisung der Kostengutsprache für medizinische Massnahmen bis zum 18. Lebens
jahr – sowohl in Bezug auf die Geburtsgebrechen als auch nach Art. 12 IVG – in Aus
sicht. Zur Begründung führte die IV-Stelle an, dass sich der Wohnsitz von A._
gemäss Art. 25 Abs. 1 ZGB am Wohnsitz der Eltern in B._ befinde. Damit sei A._
bis zum 18. Lebensjahr nicht bei der AHV/IV versichert gewesen und erfülle die
versicherungsmässigen Voraussetzungen für die Zusprache von medizinischen
Massnahmen durch die Invalidenversicherung nicht. Zum Einwand der Swica, wonach
die Wohnsitzfrage nach IPRG und nicht nach ZGB zu prüfen sei, entgegnete die IV-
Stelle, sie habe entsprechend den Vorgaben im Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 15. April 2011 weitere Abklärungen im Rahmen des ZGB
vorgenommen. Eine anderweitige Prüfung sei nicht mehr möglich, da der Entscheid
des Versicherungsgerichts in Rechtskraft erwachsen sei (IV-act. 76, 77).
A.o Am 2. Februar 2012 wandte die Swica gegen die Vorbescheide vom 23. Januar
2012 ein, dass die IV-Stelle die Wohnsitzfrage trotz internationalem Bezug nicht nach
IPRG beurteile, was zu einem Rechtsmangel führe (IV-act. 79).
A.p Am 13. März 2012 verfügte die IV-Stelle im Sinne der beiden Vorbescheide vom
23. Januar 2012 (die Verfügungen wurden fälschlicherweise als Vorbescheid betitelt,
vgl. IV-act. 89). Zum Einwand der Swica hielt sie nochmals fest, dass seitens des Ver
sicherungsgerichts nur eine Abklärung der Wohnsitzfrage nach ZGB angeordnet
worden sei. Sie habe ihre Abklärungspflicht damit voll erfüllt. Hätte die Swica auf
weitere Abklärungen gemäss IPRG bestanden, wäre eine Anfechtung des kantonalen
Urteils beim Bundesgericht erforderlich gewesen (IV-act. 84, 85).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die vorliegende Beschwerde der Swica vom
30. März 2012 (Poststempel). Die Beschwerdeführerin beantragte die Aufhebung der
Verfügungen vom 13. März 2012 und die Übernahme der Behandlungskosten im
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Zusammenhang mit den Geburtsgebrechen Ziff. 278 und 328 ab 15. Oktober 2004
(eventualiter 1. Januar 2008) sowie der Kosten für den Rehaaufenthalt, Physio- und
Ergotherapie im Rahmen von medizinischen Massnahmen vom 14. Mai bis 24. Oktober
2008 durch die Beschwerdegegnerin. Diese sei zu verpflichten, ihr die im Rahmen der
Vorleistungen erbrachten Behandlungskosten zurückzuerstatten. Als Begründung
brachte die Beschwerdeführerin zunächst vor, dass die Mitteilung vom 1. April 2010,
mit welcher eine Leistungszusprache für die Geburtsgebrechen ab 15. Oktober 2008
erfolgt sei, von der Beschwerdegegnerin nicht hätte widerrufen werden dürfen. Das
Versicherungsgericht sei nicht auf die Mitteilung eingetreten, womit diese in
Rechtskraft erwachsen sei. Weiter finde auf den vorliegenden internationalen
Sachverhalt nicht das ZGB, sondern das IPRG Anwendung. Diesbezüglich werde auf
die Ausführungen des Vormundschaftsamtes K._ verwiesen. Betreffend das
Argument der Beschwerdegegnerin, man hätte das Rückweisungsurteil anfechten
müssen, sei der Grundsatz "iura novit curia" anzuführen, wonach die
Rechtsanwendung vom Gericht von Amtes wegen korrekt zu erfolgen habe und nicht
von den Parteien. Bei A._ lägen die anerkannten Geburtsgebrechen Ziff. 278 und 382
vor. Die Kosten für deren Behandlung seien daher von der Invalidenversicherung
gestützt auf Art. 13 Abs. 1 IVG zu übernehmen. Die versicherungsmässigen
Voraussetzungen seien nach dem internationalen Privatrecht gegeben. Zum
Standpunkt der Beschwerdegegnerin, dass die Kosten für den Rehaaufenthalt nicht
gestützt auf Art. 12 IVG übernommen werden könnten, weil A._ in der Zukunft nicht
in der Lage sein werde, einer beruflichen Tätigkeit in der freien Wirtschaft
nachzugehen, habe sich das Versicherungsgericht dahingehend geäussert, dass auch
Tätigkeiten in einer geschützten Werkstätte oder in einer Familie zu berücksichtigen
seien (act. G 1).
B.b Am 14. Juni 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Sie hielt betreffend die Mitteilung vom 1. April 2010 fest, das
Versicherungsgericht habe sich dahingehend geäussert, dass die Streitsache noch
nicht spruchreif sei und habe die Sache zum Erlass einer entsprechenden Verfügung an
sie überwiesen. Somit seien ein Widerruf der Mitteilung und eine Neuverfügung nach
der Durchführung der im Urteil erwähnten Abklärungen zulässig gewesen. Zur Frage
des Wohnsitzes in der Schweiz habe das Versicherungsgericht ausgeführt, dass
Schweizer Recht anwendbar sei. Demnach habe sie sich lediglich an die Anweisungen
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des Gerichts ghalten. Im Weiteren sei diesbezüglich auf die Stellungnahme des BSV
vom 19. Dezember 2011 zu verweisen (act. G 9).
B.c Mit einer Replik vom 3. Juli 2013 hielt die Beschwerdeführerin an den
Beschwerdeanträgen fest und fügte ergänzend an, dass die Beschwerdegegnerin nicht
bestreite, dass vorliegend ein internationaler Sachverhalt gegeben sei, auf den das
entsprechende Recht anwendbar wäre. Dies führe zur Annahme eines Schweizer
Wohnsitzes von A._ und zur Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin (act. G 11).
B.d Mit einer Eingabe vom 23. August 2012 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
die Einreichung einer Duplik und verwies auf ihre Beschwerdeantwort (act. G 13).
B.e Am 10. September 2012 wurde die Vormundin von A._, Angela Gini, zum
Verfahren beigeladen. Sie verzichtete auf die Einreichung einer Stellungnahme (act. G
14, 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich inhaltlich gegen die Verfügungen vom
13. März 2012. Da beide Verfügungen die Kostengutsprache für medizinische Mass
nahmen (einerseits im Zusammenhang mit den Geburtsgebrechen gemäss Art. 13 IVG
und andererseits gemäss Art. 12 IVG) zum Gegenstand haben, der gleiche Sachverhalt
zu Grunde liegt und sich die gleichen Rechtsfragen betreffend die
versicherungsmässigen Voraussetzungen stellen, hätte in dieser Angelegenheit auch
ohne Weiteres nur eine Verfügung erlassen werden können. Die Beschwerdeführerin
hat nur ein Mal Beschwerde erhoben, was als Versehen zu betrachten ist, da sie
offenbar beide Verfügungen anfechten wollte. Demnach bilden auch beide
Verfügungen vom 13. März 2012 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens.
1.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Kostengutsprache betreffend die Be
handlung der Geburtsgebrechen ab 15. Oktober 2008 gemäss der Mitteilung vom
1. April 2010 bereits rechtskräftig geworden sei und die Beschwerdeführerin diese
nicht hätte widerrufen dürfen. Die Beschwerdegegnerin hatte die Mitteilung nach der
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Überweisung durch das Urteil des Versicherungsgerichts vom 15. April 2011 mittels
einer Verfügung vom 27. Juni 2011 widerrufen, um zunächst genauere Abklärungen zur
Anspruchsberechtigung durchzuführen (vgl. IV-act. 51). Diese Verfügung ist
unangefochten in Rechtskraft erwachsen, weshalb keine Überprüfung der
Rechtmässigkeit des Widerrufs mehr erfolgen kann. Über den Gegenstand der
Mitteilung vom 1. April 2010 wurde mit den vorliegend angefochtenen Verfügungen
vom 13. März 2012 neu entschieden. Nur der Inhalt dieser Verfügungen bildet den
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens.
2.
2.1 Unbestritten ist, dass A._ ab Erreichen ihrer Volljährigkeit am 8. Oktober 2011
und der daraufhin am 24. Oktober 2011 angeordneten Vormundschaft durch die
Vormundschaftsbehörde K._ (vgl. IV-act. 66) zivilrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz
hat. Somit ist A._ ab dem 18. Lebensjahr in der AHV/IV versichert und kann bei
Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen Leistungen der Invalidenversicherung
beanspruchen (vgl. IV-act. 84-2).
2.2 Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob A._ die versicherungsmässigen
Voraussetzungen zum Bezug von IV-Leistungen – vorliegend die Kostenübernahme für
medizinische Massnahmen – vor ihrem 18. Lebensjahr erfüllt. Die Beschwerdegegnerin
hat eine Anspruchsberechtigung nach Schweizer Recht und nach internationalen
sozialrechtlichen Abkommen verneint. Ob eine Anspruchsberechtigung nach IPRG
vorliegt, hat die Beschwerdegegnerin unter Berufung auf den Rückweisungsentscheid
des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 15. April 2011 nicht geprüft. Sie hat
festgehalten, das Versicherungsgericht habe lediglich weitere Abklärungen gemäss
ZGB und nicht gemäss IPRG angeordnet. Das Versicherungsgericht hat in den
Erwägungen im Ergebnis festgehalten, dass sich die Aktenlage zur Beurteilung der
Wohnsitzfrage als unzureichend präsentiere (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 15. April 2011, IV 2010/257, E. 4.4). Diese abschliessende
Feststellung bildet den Gegenstand des Dispositivs, welches für die IV-Stelle bindend
ist. Hingegen können die einzelnen Ausführungen zur Rechtsauslegung, mit welchen
noch kein Entscheid in Bezug auf die Angelegenheit getroffen worden ist, nicht als
verbindliche Weisungen an die Vorinstanz gesehen werden. Entgegen den
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Ausführungen in Erwägung 4.3 jenes Entscheids beurteilt sich die Wohnsitzfrage bei
einem Sachverhalt mit grenzüberschreitendem Bezug nicht nach ZGB, sondern nach
IPRG. Der internationale Bezug ist vorliegend darin zu sehen, dass die im zu
beurteilenden Zeitraum minderjährige A._ B._ Staatsangehörige ist und ihre
sorgeberechtigten, leiblichen Eltern in B._ wohnhaft sind. Damit ist im Folgenden die
Anspruchsberechtigung bzw. die Frage nach dem zivilrechtlichen Wohnsitz vor
Erreichen der Volljährigkeit nach IPRG zu prüfen (vgl. BSK ZGB I, 4. Aufl. 2010,
Staehelin, Art. 23 Rz 4).
3.
3.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. b IPRG regelt dieses Gesetz das anzuwendende Recht
im internationalen Verhältnis. Art. 1 Abs. 2 IPRG statuiert jedoch einen Vorbehalt zu
gunsten völkerrechtlicher Verträge.
3.2 Wie bereits im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 15. April 2011 festge
halten, ist vorliegend das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft
und ihren Mitgliedstaaten andererseits (FZA; SR 0.142.112.681) einschlägig. Gemäss
Anhang II des FZA haben sich die Vertragsparteien verpflichtet, im Bereich der Ko
ordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit untereinander die im Anhang ge
nannten gemeinschaftlichen Rechtsakte anzuwenden, wozu auch die im Verhältnis mit
den EU-Mitgliedstaaten bis Ende März 2012 in Kraft gestandene Verordnung
Nr. 1408/71 gehört (vgl. Ziff. 3 der Einleitung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004;
SR 0.831.109.268.1). Gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 haben Per
sonen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen und für die diese Verordnung gilt,
die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats
wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Entsprechend dem Rückweisungsentscheid
ist davon auszugehen, dass die vorliegend strittigen medizinischen Massnahmen als
Leistungen bei Krankheit (Art. 4 Abs. 1 lit. a der Verordnung) in den sachlichen
Anwendungsbereich der Verordnung Nr. 1408/71 fallen (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April 2011, IV 2010/257, E. 5.3).
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3.3 Betreffend den persönlichen Anwendungsbereich der Verordnung Nr. 1408/71
kommt für A._ nur eine indirekte Anspruchsberechtigung als Familienangehörige
(ihrer Pflegeeltern) in Betracht, da sie selbst weder Arbeitnehmerin noch Selbständige
oder Studierende im Sinne des Art. 2 Abs. 1 der Verordnung ist. Welche Personen als
Familienangehörige im Sinne der Verordnung zu betrachten sind, richtet sich gemäss
Art. 1 lit. f der Verordnung primär nach den Rechtsvorschriften, nach denen die
Leistungen gewährt werden, d.h. vorliegend nach dem Schweizer Sozialver
sicherungsrecht. Wie bereits im Rückweisungsentscheid ausgeführt worden ist, kann
die Umschreibung des Pflegekindbegriffs nach Art. 49 der Verordnung über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) herangezogen werden (vgl. Urteil
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April 2011, IV 2010/257,
E. 5.6.3). Nach dieser Umschreibung gilt als Pflegekind ein Kind, welches unentgeltlich
zu dauernder Pflege und Erziehung von den Pflegeeltern aufgenommen worden ist.
Aufgrund der ungenügenden Aktenlage betreffend das Pflegeverhältnis zwischen A._
und der Familie C. und D._ hat das Versicherungsgericht im Rückweisungsentscheid
keine abschliessende Beurteilung vornehmen können, ob A._ als Pflegekind nach
Schweizer Recht und damit als Familienangehörige im Sinne der Verordnung
Nr. 1408/71 betrachtet werden kann. Die von der Beschwerdegegnerin in der Folge
getroffenen Abklärungen haben ergeben, dass die Pflegeltern für die Pflege von A._
vom Sozial- und Jugendamt F._ monatliche Leistungen für den Unterhalt erhalten.
Gemäss dem Pflegegeldbescheid vom 9. Februar 2011 wird den Pflegeeltern seit dem
1. Januar 2011 ein monatlicher Betrag von EUR 794.-- ausgerichtet. Dieser setzt sich
zusammen aus dem Sachaufwand (EUR 634.--) sowie den Kosten der Pflege und
Erziehung (EUR 252.--). Davon werden EUR 92.-- abgezogen wegen Anrechnung eines
hälftigen Anteils des Kindergeldes nach deutschem Einkommenssteuergesetz. Laut der
Definition gemäss dem Pflegegeldbescheid decken die Kosten für den Sachaufwand
den gesamten regelmässig wiederkehrenden Lebensbedarf des Kindes unter
Berücksichtigung eines durchschnittlichen Anteils am Lebensstandard der
Pflegefamilie ab. Darin enthalten ist insbesondere der Aufwand für die Unterkunft,
Ernährung, Bekleidung und Dinge des persönlichen Lebens. Die Kosten der Pflege und
Erziehung umfassen sowohl die Anerkennung immaterieller Werte der Erziehung als
auch die Abgeltung anfallender konkreter Erziehungskosten (vgl. IV-act. 56). Somit
werden die Kosten des Unterhalts von A._ vollumfänglich oder zumindest
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überwiegend vom Sozial- und Jugendamt F._ und nicht von den Pflegeeltern
bestritten. Da es sich um ein entgeltliches Pflegeverhältnis handelt, ist der
Pflegekindbegriff nach Art. 49 AHVV nicht erfüllt. Demzufolge gilt A._ auch nicht als
Familienangehörige der Pflegeeltern im Sinne der Verordnung Nr. 1408/71. Eine
Anwendung von Art. 19 der Verordnung, welcher einen Anspruch auf
Leistungsübernahme im Rahmen der Leistungsaushilfe vorsieht, ist daher ebenfalls
ausgeschlossen. Aus der Verordnung Nr. 1408/71 kann A._ folglich keine
Anspruchsberechtigung für die Kostenübernahme der umstrittenen medizinischen
Massnamen durch die Beschwerdegegnerin ableiten.
3.4 Als weiterer Staatsvertrag ist vorliegend das gegenüber dem Anhang II des FZA
subsidiär anwendbare (vgl. Art. 20 FZA) bilaterale Abkommen zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über Soziale
Sicherheit vom 25. Februar 1964 einschlägig (SR 0831.109.136.1; vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April 2011, IV 2010/257, E. 7).
Nach Art. 18 Abs. 2 des Abkommens (in der Fassung des Zusatzabkommens vom
9. September 1975 zum Abkommen vom 25. Februar 1964) erhalten minderjährige
Kinder deutscher Staatsangehörigkeit Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung, wenn sie in der Schweiz Wohnsitz haben und, unmittelbar bevor
diese Massnahmen in Betracht kommen, ununterbrochen während mindestens eines
Jahres dort gewohnt haben, und ausserdem, wenn sie in der Schweiz Wohnsitz haben
und dort entweder invalid geboren sind oder seit der Geburt ununterbrochen dort
gewohnt haben. Gemäss Art. 1 Ziff. 3 des Abkommens ist "wohnen" mit "sich
gewöhnlich aufhalten" zu definieren. Zusätzlich zum gewöhnlichen Aufenthalt ist in
jedem Fall auch ein Schweizer Wohnsitz vorausgesetzt. Der Begriff "Schweizer
Wohnsitz" wird durch das Abkommen nicht weiter umschrieben. Grundsätzlich ist der
Begriff des Wohnsitzes in den von der Schweiz unterzeichneten Staatsverträgen
vertragsautonom auszulegen (Urteil des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2011,
5A_221/2011, E. 3). Da im Abkommen aber ausdrücklich vom Schweizer Wohnsitz die
Rede ist, ist diesbezüglich die Schweizer Gesetzgebung massgebend. Damit ist
aufgrund des internationalen Sachverhalts wieder das Schweizer Kollisionsrecht,
namentlich das IPRG, berufen.
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3.5 Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG definiert den Wohnsitz unmittelbar inhaltlich. Demnach
hat eine Person in jenem Staat Wohnsitz, wo sie sich mit der Absicht dauernden Ver
bleibens aufhält. Zwar lehnt sich der Wortlaut an denjenigen von Art. 23 Abs. 1 ZGB an,
jedoch wird die Anwendbarkeit der Bestimmungen des ZGB zum Wohnsitz durch
Art. 20 Abs. 2 IPRG ausgeschlossen. Daher finden auch Art. 24 (fiktiver Wohnsitz),
Art. 25 (abgeleiteter Wohnsitz) und Art. 26 ZGB keine Anwendung. Dementsprechend
ist der Wohnsitz für jede natürliche Person gesondert zu bestimmen, wobei aber
durchaus auch auf die Rechtsprechung zu Art. 23 ZGB zurückgegriffen werden kann
(BSK IPRG, 3. Auflage 2013, Westenberg, Art. 20 Rz 8 f.). Die Begründung eines
selbständigen Wohnsitzes setzt voraus, dass die betreffende Person urteilsfähig ist. Da
weniger die subjektive Absicht, sondern der erkennbare Mittelpunkt der
Lebensbeziehungen massgebend ist, sind an die Urteilsfähigkeit keine hohen
Anforderungen zu stellen (BSK ZGB I, a.a.O., Staehelin, Art. 23 Rz 9). Dennoch ist im
Gegensatz zur Festlegung der behördlichen Zuständigkeit zur Anordnung und Führung
von vormundschaftlichen Massnahmen, wobei ein funktionalisierter Wohnsitzbegriff
anzuwenden und die Urteilsfähigkeit der zu entmündigenden Person unbeachtlich ist
(vgl. IV-act. 64-2), bei der grundsätzlichen Bestimmung des zivilrechtlichen Wohnsitzes
einer Person deren Urteilsfähigkeit erforderlich.
3.5.1 Urteilsfähig ist nach Art. 16 ZGB eine Person, der nicht wegen ihres Kindes
alters, infolge geistiger Behinderung, psychischer Störung, Rausch oder ähnlicher Zu
stände die Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln. Die bei A._ vorliegende
geistige Behinderung schliesst als solche allein die Urteilsfähigkeit noch nicht aus. Die
Urteilsfähigkeit beinhaltet zwei Elemente. Einerseits das intellektuelle Element, das
darin besteht, den Sinn, Nutzen und die Tragweite einer bestimmten Handlung zu
erkennen und zu würdigen. Andererseits das willensmässige Element, d.h. die
Fähigkeit gemäss dieser Einsicht vernünftig zu handeln, und zwar aus freiem Willen
(BSK ZGB I, a.a.O, Eggenberger, Art. 16 Rz 6).
3.5.2 Gemäss dem Austrittsbericht des Kinderspitals Zürich vom 27. Oktober
2008 weist A._ in neurologischer Hinsicht einen globalen Entwicklungsrückstand auf.
Die behandelnden Ärzte haben festgehalten, dass sie weder lesen noch schreiben
könne. Sie erkenne (lediglich) ihren Namen und könne bis 5 zählen. Die Kommunikation
erfolge über 2/3-Wortsätze (vgl. IV-act. 2). Aufgrund dieser Ausführungen ist von einer
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schweren und dauerhaften geistigen Behinderung auszugehen, welche es A._ nicht
möglich macht, die Tragweite ihres Handelns zu erkennen und gemäss dieser Einsicht
vernünftig zu handeln. Somit ist sie auch nicht in der Lage, Absichten im Hinblick auf
den Ort ihres Lebensmittelpunkts bzw. ihren Wohnsitz zu äussern oder diesbezüglich
Entscheidungen zu treffen. Mangels der erforderlichen Urteilsfähigkeit kann A._
folglich keinen selbständigen Wohnsitz – weder in der Schweiz noch in Deutschland –
im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG begründen.
3.6 Hat eine Person an keinem Ort Wohnsitz, so wird gemäss Art. 20 Abs. 2 IPRG
ersatzweise an den gewöhnlichen Aufenthalt dieser Person angeknüpft, d.h. der ge
wöhnliche Aufenthalt gilt in diesem Fall als Wohnsitz. Die Hilfsfunktion nach Art. 20
Abs. 2 IPRG findet insbesondere auch Anwendung bei urteilsunfähigen Personen,
welche zwar keinen Wohnsitz, aber einen eigenen gewöhnlichen Aufenthalt zu be
gründen vermögen (BSK IPRG, a.a.O., Westenberg, Art. 20 Rz 25 ff.). Im Gegensatz
zum Begriff des Wohnsitzes sind bei der Bestimmung des gewöhnlichen Aufenthalts
faktische, äusserlich wahrnehmbare Umstände hauptsächlich massgebend. Die
subjektiven Elemente treten in den Hintergrund. Erforderlich für die Annahme des
gewöhnlichen Aufenthalts ist das Verweilen an einem bestimmten Ort während einer
längeren Zeit (BSK IPRG, a.a.O., Westenberg, Art. 20 Rz 22 ff). A._ lebt seit 1999,
d.h. seit ihrem 6. Lebensjahr, bei ihrer Pflegefamilie in der Schweiz (vgl. IV-act. 1-1).
Ebenfalls seit 1999 besucht sie die E._in F._, (B._), wobei sie durch einen
Hilfsdienst am Morgen jeweils zur Schule und am Abend wieder nach K._ gefahren
wird. Die bei A._ erforderliche Betreuung während der Nacht und offensichtlich auch
am Wochenende sowie in den Ferien wird von den fachlich medizinisch ausgebildeten
Pflegeeltern übernommen (vgl. IV-act. 64-1). A._ verbringt somit die meiste Zeit bei
ihren Pflegeeltern in K._, wo sie auch eine umfassende Betreuung erhält. Angesichts
dieser objektiven Umstände ist davon auszugehen, dass A._ ihren gewöhnlichen
Aufenthalt bei ihren Pflegeltern in K._ hat. Dieser Aufenthaltsort gilt ersatzweise auch
als Wohnsitz, wo ein solcher vorausgesetzt wird.
3.7 A._ erfüllt somit die Anspruchsvoraussetzungen des Art. 18 Abs. 2 des
Abkommens vom 25. Februar 1964 (in der Fassung des Zusatzabkommens vom
9. September 1975). Sie hat einerseits während über eines Jahres, bevor die
Eingliederungsmassnahmen in Betracht gekommen sind, in der Schweiz ihren
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gewöhnlichen Aufenthalt gehabt und weist andererseits gemäss Art. 20 Abs. 2 IPRG
auch einen zivilrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz auf. Gemäss diesem Abkommen
ist A._ berechtigt, einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, wozu auch die
vorliegend umstrittenen medizinischen Massnahmen gehören, bei der
Invalidenversicherung geltend zu machen.
4.
4.1 Im Folgenden ist eine materielle Prüfung des Leistungsanspruchs von A._
gemäss dem IVG vorzunehmen. Umstritten sind die Übernahme der Behand
lungskosten im Zusammenhang mit den Geburtsgebrechen sowie die Kostenüber
nahme des Rehabilitationsaufenthalts bzw. der Physio- und Ergotherapie für die Zeit
vom 14. Mai bis 24. Oktober 2008.
4.2 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr An
spruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1])
notwendigen medizinischen Massnahmen. Der Anspruch gemäss Art. 13 IVG besteht
unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung in das Erwerbsleben (vgl. Art. 8
Abs. 2 IVG).
4.3 Unbestritten ist, dass A._ an den Geburtsgebrechen Ziff. 278 und 382 leidet.
Davon ausgehend, dass die versicherungsmässigen Voraussetzungen gegeben sind,
hat ihr die Beschwerdegegnerin denn auch mit der Mitteilung vom 1. April 2010
zunächst die Übernahme der Behandlungskosten der Geburtsgebrechen Ziff. 278 und
382 sowie die Kosten der ärztlich verordneten Behandlungsgeräte in einfacher und
zweckmässiger Ausführung vom 15. Oktober 2008 bis 31. Oktober 2013 (Erreichung
des 20. Altersjahrs) zugesprochen (vgl. IV-act. 22). Nach dem Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 15. April 2011 hat die Beschwerdegegnerin die Mitteilung
widerrufen, da sie zunächst weitere Abklärungen bezüglich der Anspruchsberechtigung
von A._ zu treffen hatte (vgl. IV-act. 51). Da sich nun vorliegend gezeigt hat, dass
A._ die versicherungsmässigen Voraussetzungen zur Beanspruchung von
Eingliederungsmassnahmen erfüllt (vgl. oben, E. 3.7), hat sie grundsätzlich Anspruch
auf medizinische Massnahmen gemäss Art. 13 IVG.
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4.3.1 Zu prüfen ist jedoch, ab welchem Zeitpunkt die Kosten von der
Beschwerdegegnerin zu übernehmen sind. Die Beschwerdeführerin beantragt, dass die
Beschwerdegegnerin die Behandlungskosten der Geburtsgebrechen bereits ab dem
15. Oktober 2004 (eventualiter ab dem 1. Januar 2008) zu übernehmen habe. Die
Begründung ergibt sich aus der Beschwerde vom 22. Juni 2010 gegen die Verfügung
vom 27. Mai 2010 bzw. gegen die Mitteilung vom 1. April 2010. Darin hat die
Beschwerdeführerin festgehalten, dass die rückwirkende Leistungsübernahme (seit
dem Zeitpunkt der Anmeldung) gemäss Art. 24 ATSG fünf Jahre betrage. Art. 48 IVG,
welcher nur eine Einjahresfrist vorgesehen habe, sei mit der 5. IV-Revision aufgehoben
worden (IV-act. 32-5).
4.3.2 Mit Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 ist Art. 48 Abs. 2 IVG,
welcher für Ansprüche auf medizinische Massnahmen in Abweichung von Art. 24
Abs. 1 ATSG eine Verwirkungsfrist von einem Jahr vorgesehen hat, aufgehoben
worden. Ab dem 1. Januar 2008 hat die Verwirkungsfrist nach Art. 24 Abs. 1 ATSG fünf
Jahre betragen. Weder das IVG noch das ATSG regeln das intertemporalrechtliche
Verhältnis zwischen aArt. 48 Abs. 2 IVG und Art. 24 Abs. 1 ATSG. Grundsätzlich ist
nach allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen und bei Fehlen einer die Frage
regelnden Übergangsbestimmung die Verwirkungsordnung des neuen Rechts auf unter
dem alten Recht entstandene (fällige) Ansprüche anwendbar, sofern diese bei
Inkrafttreten des neuen Rechts (nach altem Recht) noch nicht verwirkt sind (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 27. April 2011, 9C_42/2011 E. 4; BGE 131 V 425 E. 5.2; IV-
Rundschreiben Nr. 300 des BSV vom 15. Juni 2011). Dies bedeutet grundsätzlich, dass
für Fälle, bei denen die Anmeldung nach dem 1. Januar 2008, d.h. nach dem
Inkrafttreten des neuen Rechts, erfolgt ist, die Verwirkungsfrist von Art. 24 Abs. 1 ATSG
zur Anwendung kommt. A._ ist im Jahr 2009 und damit unter der Geltung von Art. 24
Abs. 1 ATSG angemeldet worden. Nach diesem Recht könnte sie grundsätzlich bis fünf
Jahre rückwirkend ab dem Anmeldungszeitpunkt, d.h. bis ins Jahr 2004, Leistungen
geltend machen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009, Art. 24 Rz 20).
Abweichend davon wird jedoch im IV-Rundschreiben Nr. 300 festgehalten, dass alle
bis zum 1. Januar 2007 entstandenen Ansprüche gestützt auf aArt. 48 Abs. 2 IVG am
31. Dezember 2007 verwirkt waren. Daraus folgt, dass nur nach dem 1. Januar 2007
entstandene Ansprüche am 1. Januar 2008 nach altem Recht noch nicht verwirkt
waren. Bei Anmeldungen ab dem 1. Januar 2008 kann eine Auszahlung von noch nicht
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verwirkten Leistungen somit längstens zurück bis zum 1. Januar 2007 (Zeitpunkt des
Inkrafttretens des neuen Rechts zuzüglich zwölf Monate) verlangt werden. Der Sinn
dieser Übergangsbestimmung ist darin zu erkennen, dass versicherte Personen,
welche sich nach Inkrafttreten des neuen Rechts angemeldet haben, deren Anspruch
aber noch während der Geltung von aArt. 48 Abs. 2 IVG entstanden ist, nicht
weitergehende Leistungen für den Zeitraum vor dem 1. Januar 2008 verlangen können,
als ihnen unter dem alten Recht zugestanden wären. Für die Ansprüche von A._ auf
Behandlungen der Geburtsgebrechen, welche bis 31. Dezember 2007 verwirkt waren –
welche mit anderen Worten vor dem 1. Januar 2007 entstanden waren – gilt die
einjährige Frist gemäss aArt. 48 Abs. 2 IVG. Ansprüche, welche hingegen erst nach
dem 1. Januar 2007 entstanden waren, waren nach aArt. 48 Abs. 2 IVG am
31. Dezember 2007 noch nicht verwirkt. Die Verwirkung würde in diesem Fall erst nach
Inkrafttreten des neuen Rechts, namentlich nach dem 1. Januar 2008, eintreten. Daraus
folgt, dass A._ für Behandlungskosten der Geburtsgebrechen, welche erst nach dem
1. Januar 2007 entstanden waren, rückwirkende Leistungen von der
Beschwerdegegnerin verlangen kann.
4.3.3 Auf den 1. Januar 2012 ist die Regelung von aArt. 48 Abs. 2 IVG mit Art. 48
Abs. 1 IVG wieder in Kraft gesetzt worden, d.h. ab 1. Januar 2012 gilt für Ansprüche
auf medizinische Massnahmen in Abweichung von Art. 24 ATSG wieder eine
Verwirkungsfrist von nur einem Jahr. Da auch bei dieser Gesetzesänderung eine
intertemporalrechtliche Regelung im Gesetz fehlt, kommt erneut der allgemeine
übergangsrechtliche Grundsatz zur Anwendung, wonach die Verwirkungsordnung des
neuen Rechts auf unter altem Recht entstandene fällige Ansprüche anwendbar ist,
sofern diese bei Inkrafttreten des neuen Rechts noch nicht verwirkt sind. Für alle
Anmeldungen ab dem 1. Januar 2012 käme demnach das neue Recht mit der
einjährigen Verwirkungsfrist zur Anwendung, sofern der Anspruch nach altem Recht
noch nicht verwirkt war. Mit Anmeldungen ab dem 1. Januar 2012 könnten längstens
Ansprüche ab 1. Januar 2011 gewahrt werden. Für alle Anmeldungen vor diesem
Stichtag – wie es vorliegend der Fall ist – bleibt es beim alten Recht, d.h. dass mit einer
Anmeldung vor dem 1. Januar 2012 gestützt auf Art. 24 Abs. 1 ATSG noch Ansprüche
bis zurück zum 1. Januar 2007 geltend gemacht werden können. Somit ergibt sich,
dass A._ nach Art. 13 IVG einen Anspruch auf die Übernahme der
Behandlungskosten der Geburtsgebrechen Ziff. 278 und 382 (sowie die ärztlich
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verordneten Behandlungsgeräte in einfacher und zweckmässiger Ausführung) vom
1. Januar 2007 bis 31. Oktober 2013 durch die Beschwerdegegnerin hat.
4.4 Das Versicherungsgericht hat im Entscheid vom 15. April 2011 festgehalten, dass
die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen zur Frage vorzunehmen habe, ob die
von A._ am 25. April 2008 erlittene Hypothalamusblutung im Zusammenhang mit den
Geburtsgebrechen stehe und die diesbezüglich durchgeführten medizinischen
Massnahmen, namentlich der Rehaaufenthalt bzw. die Physio- und Ergotherapie für die
Zeit vom 14. Mai bis 24. Oktober 2008, allenfalls in den Anwendungsbereich von
Art. 13 IVG fielen. Gegenstand der medizinischen Behandlung nach Art. 13 IVG bilden
die Geburtsgebrechen und alle Begleiterscheinungen, die medizinisch gesehen zum
Symptomenkreis des in Frage stehenden Geburtsgebrechens gehören (vgl. Ulrich
Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts IVG, 2. Aufl. 2010, 157). Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts erstreckt sich der Anspruch auf medizinische
Massnahmen ausnahmsweise auch auf die Behandlung sekundärer
Gesundheitsschäden, die zwar nicht mehr zum Symptomenkreis des
Geburtsgebrechens gehören, aber nach medizinischer Erfahrung häufig die Folge
dieses Gebrechens sind. Zwischen dem Geburtsgebrechen und dem sekundären
Leiden muss gemäss dem Bundesgericht ein qualifizierter adäquater
Kausalzusammenhang bestehen. Nur wenn im Einzelfall dieser qualifizierte ursächliche
Zusammenhang zwischen sekundärem Gesundheitsschaden und Geburtsgebrechen
gegeben ist und sich die Behandlung überdies als notwendig erweist, hat die
Invalidenversicherung im Rahmen des Art. 13 IVG für die medizinischen Massnahmen
aufzukommen (BGE 100 V 41; AHI 2001 S. 79 E. 3a; Pra 1991 Nr. 214 S. 906 E. 3b). An
die Erfüllung der Voraussetzungen des rechtserheblichen Kausalzusammenhangs sind
demnach strenge Anforderungen zu stellen, zumal der Wortlaut des Art. 13 IVG den
Anspruch der versicherten Minderjährigen auf die Behandlung des Geburtsgebrechens
an sich beschränkt (AHI 1998 S. 249 E. 2a; zum Ganzen auch der
Bundesgerichtsentscheid i/S A. vom 9. August 2007, I 32/06; vgl. Rz 11 des vom BSV
erlassenen Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen in der
Invalidenversicherung).
4.5 Aus den aktuell vorliegenden Akten ergibt sich bezüglich des Zusammenhangs
zwischen der Hypothalamusblutung und den Geburtsgebrechen nichts Neues. Die Be
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schwerdegegenerin hat zu dieser Frage auch keine weiteren Abklärungen durchgeführt.
Ohne weitergehende Abklärungen ist eine Beurteilung, ob die
rechtssprechungsgemässen Voraussetzungen für eine Anwendung von Art. 13 IVG
gegeben sind, jedoch nicht möglich. Die Angelegenheit ist daher zur Vornahme der
erforderlichen Abklärungen an die Beschwerdegegenerin zurückzuweisen.
4.6 Sollte Art. 13 IVG keine Anwendung finden, kommt als weitere
Anspruchsgrundlage für eine Übernahme der Kosten des Rehaaufenthalts bzw. der
Physio- und Ergotherapie vom 14. Mai bis 24. Oktober 2008 durch die
Beschwerdegegnerin Art. 12 IVG in Betracht. Demnach haben Versicherte bis zum
vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die
Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins
Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd
und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren
(Abs. 1). Im Unterschied zu Art. 13 IVG ist für eine Kostenübernahme nach Art. 12 IVG
somit vorausgesetzt, dass durch die medizinischen Massnahmen die
Eingliederungsfähigkeit verbessert wird. Wie aus dem Bericht des Reha
bilitationszentrums am Kinderspital Zürich vom 27. Oktober 2008 hervorgeht, ist A._
infolge der Thalamusblutung halbseitig gelähmt gewesen. Sie hat im Roll
stuhl gesessen, ohne diesen selbständig bewegen zu können. Die behandelnden Ärzte
haben festgehalten, dass bei A._ dank der Ergo- und Physiotherapie während des
Rehaaufenthaltes das Ziel einer selbständigen Gehfähigkeit habe erreicht werden
können (vgl. IV-act. 16-9). Demzufolge sind der Rehaaufenthalt bzw. die Physio- und
Ergotherapie, durch die A._ ihre Mobilität wiedererlangt hat, grundsätzlich als
geeignete Massnahme zur Verbesserung der Eingliederungsfähigkeit zu beurteilen.
4.7 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, dass bei der in Art. 12 Abs. 1 IVG er
wähnten Eingliederung ins Erwerbsleben nur die Eingliederung in der freien Wirtschaft
zu berücksichtigen sei. Da A._ aufgrund ihrer Behinderung höchstens in einer
geschützten Werkstätte tätig sein könne, fehle es am von Art. 12 IVG geforderten
überwiegenden Eingliederungscharakter der medizinischen Massnahme (vgl. IV-act.
41-3). Wie bereits im Rückweisungsentscheid festgehalten, ist das eine zu enge
Auslegung des Begriffs des Erwerbslebens. Personen, die in geschützten Werkstätten
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tätig sind, können durchaus eine ökonomisch relevante Arbeitsleistung erbringen und
damit einen erheblichen Mehrwert schaffen. Falls ein ökonomischer Mehrwert
geschaffen wird, muss auch eine Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte – allein
schon aus Gründen der Gleichbehandlung – unter den Begriff des Erwerbslebens
gemäss Art. 12 IVG fallen (vgl. Urteile des Versicherungsgerichts St. Gallen vom
15. April 2011, IV 2010/257, E. 9; vom 23. März 2011, IV 2010/430 E. 4; vom 18. März
2013, IV 2012/35, E. 2.2). Entsprechend der Praxis zu Art. 16 IVG, wo an die
Eingliederungswirksamkeit nur geringe Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl.
Ulrich Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 2. Aufl. 2010, 184), sind
auch bei der Anwendung von Art. 12 IVG keine höheren Anforderungen zu verlangen.
Somit muss die Prognose einer bescheidenen Eingliederungswirkung ausreichen, um
A._ die Übernahme der Kosten für den Rehaaufenthalt nach Art. 12 Abs. 1 IVG
zuzusprechen (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 23. März 2011, IV
2010/430 E. 4).
4.8 Aus dem Schreiben des Vormundschaftsamts K._ vom 18. August 2011 geht
hervor, dass A._ noch zwei Jahre die E._ in B._ besuchen und anschliessend in
eine Institution mit Werkstatt für Behinderte, ebenfalls in F._, übertreten werde (vgl.
IV-act. 64-1). Gemäss diesen Angaben hat A._ im Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügungen am 13. März 2012 noch immer die Schule besucht. Ob der
Übertritt und der Einsatz in einer geschützten Werkstatt aus medizinischer Sicht
möglich sind, lässt sich den vorliegenden Akten nicht entnehmen. Immerhin geht aus
einem Bericht des Hausarztes, Dr. med. N._, Facharzt FMH für Kinder- und
Jugendmedizin, vom 9. April 2012 hervor, dass A._ in der Lage ist, auf Anweisung
einfache Tätigkeiten im Haushalt wie beispielsweise Abtrocknen oder Aufräumen
auszuführen (vgl. IV-act. 87). Eine ökonomisch sinnvolle Verwertung der
Arbeitsfähigkeit in einer geschützten Werkstätte erscheint angesichts dieser Angaben
zumindest nicht ausgeschlossen. Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, weitere
Abklärungen betreffend die Eingliederungsfähigkeit von A._ zu treffen. Erforderlich
wäre die Einholung einer fachärztlichen Prognose betreffend die
Eingliederungsfähigkeit in eine Erwerbstätigkeit, insbesondere aber auch in einen
Aufgabenbereich, gewesen. Mangels einer ärztlichen Einschätzung kann nicht beurteilt
werden, ob die Voraussetzungen von Art. 12 IVG erfüllt sind und A._ demnach einen
Anspruch auf die Kostenübernahme des Rehaaufenhalts bzw. der Physio- und
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Ergotherapie hat. Die Angelegenheit ist folglich zur Vornahme von ergänzenden
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es ist davon auszugehen,
dass A._ die Schule mittlerweile abgeschlossen hat. Die Beschwerdegegnerin wird
bei ihren Abklärungen die aktuellen Entwicklungen betreffend die
Eingliederungsfähigkeit von A._ mitzuberücksichtigen haben.
4.9 Sollten die Abklärungen ergeben, dass die Kosten für den Rehaaufenthalt bzw.
der Physio- und Ergotherapie entweder nach Art. 13 oder nach Art. 12 IVG von der
Beschwerdegegnerin zu übernehmen sind, wäre auch für diesen Anspruch die
fünfjährige Verwirkungsfrist von Art. 24 Abs. 1 ATSG anwendbar. Da der Anspruch erst
nach dem 1. Januar 2008, d.h. nach Ausserkraftsetzung von aArt. 48 Abs. 2 IVG,
entstanden wäre (der Rehaaufenthalt bzw. die Physio- und Ergotherapie dauerten vom
14. Mai bis 24. Oktober 2008), käme die Übergangsbestimmung des IV-
Rundschreibens Nr. 300 nicht zur Anwendung. Die Anmeldung bei der
Beschwerdegegnerin ist im Jahr 2009 und damit unter der Geltung von Art. 24 Abs. 1
ATSG erfolgt. Demnach wäre der Anspruch in jedem Fall von der fünfjährigen
Verwirkungsfrist gedeckt und A._ könnte die Kosten für die gesamte Dauer des
Rehaaufenthaltes bzw. der Physio- und Ergotherapie verlangen.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die
angefochtenen Verfügungen vom 13. März 2012 sind aufzuheben. Die
Beschwerdegegnerin hat für die Behandlungskosten der Geburtsgebrechen Ziff. 278
und 382 vom 1. Januar 2007 bis 31. Oktober 2013 aufzukommen. Die von der
Beschwerdeführerin diesbezüglich im Rahmen von Vorleistungen erbrachten
Behandlungskosten sind von der Beschwerdegegnerin zurückzuerstatten. Im Übrigen
ist die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinn der Erwägungen sowie zur neuen
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
bis
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volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6), weshalb die Beschwerdegegnerin die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen hat. Der von der Beschwerdeführerin
entrichtete Kostenvorsschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
5.3 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betraute Organisation keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 126 V 149
E. 4a mit Hinweisen).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP