Decision ID: 94f538d6-20e0-4c9a-9b89-346e774006ea
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1975,
war
zuletzt
arbeitslos und
dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
obligatorisch
gegen Unfall
fol
gen versichert.
Am
1
8.
Juni 2013 liess er
der SUVA
einen
am 2
6.
April 2013 erlittenen
Zeckenbiss
und eine
daraus resultierende
Arbeitsunfähigkeit ab dem gleichen Tag melden
(
Urk.
6/1).
Die SUVA tätigte medizinische
Abklärun
gen
und erbrachte in der Folge
die gesetzl
ichen Leistungen (Taggeld und
H
e
i
l
kosten
ver
gütungen
).
Mit Verfügung vom 2
9.
Januar 2014 (
Urk.
6/53)
schloss sie
den Fall
per 1
5.
August 2013 ab und
verneinte für die Zeit danach einen
wei
teren
Leistungsansp
ruch.
Die vom Versicherten dagegen am
2
6.
Februar 2014
erho
be
ne
Einsprache (
Urk.
6/58) wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom
6.
Juni 2014
(
Urk.
6/74 =
Urk.
2) ab. Der Krankenversicherer zog seine am
3
1.
Januar 2014
vor
sorglich
erhobene Einsprache
(
Urk.
6/54) am
1
9.
Februar 2014
zurück (
Urk.
6/57).
2.
Der Versicherte erhob am
3.
Juli 2014 Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid
vom
6.
Juni 2014 (
Urk.
2) und beantragte, unter Aufhebung des ange
fochtenen Entscheids seien ihm die gesetzlichen Leistungen aus dem
Unfaller
eignis
vom 2
6.
April 2013 auszurichten. Eventuell sei ein fachärztliches Gut
achten bei einem
Infektiologen
zur Abklärung der Unfallfolgen durch die
Be
schwerdegegnerin
zu veranlassen (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die SUVA schloss mit Be
schwerdeantwort vom
9.
September 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
), was dem Beschwerdeführer am 3
0.
September 2014 zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach der Rechtsprechung erfüllt der
Zeckenbiss
sämtli
che Merkmale des
Unfall
begriffs
gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi
al
versicherungsrechts (ATSG)
, weshalb der obligatorische Unfallversicherer für die damit verbundenen Infektionskrankheiten (
Lyme
-Krankheit, Enzephalitis) und
de
ren Folgen aufzukommen hat (BGE 122 V 230 und seitherige Entscheide, Ur
tei
l des Bundesgerichts 8C_208/2015 vom 1
7.
Juni 2015 E. 3).
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall
fol
gen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie im wei
te
ren durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft
in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach-
und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegen
stände (
lit
. e).
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder
teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG),
so hat sie gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn
e des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
an
spruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzu
sammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177
E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
me
n
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schlies
sen
(RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin eine über den 1
5.
August 2013 hinausgehende Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem im Juni 2013 gemeldeten Zeckenbiss trifft.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
verneinte dies
gestützt auf die
neurologischen
Beurtei
lungen
eines Arztes
ihres Kompetenz
zentrum
s
für
Versicherungsmedizin
mit der Begründung,
dass
ein leichter Verlauf einer unkomplizierten Virusmeningitis vor
liege
, bei welcher medizinisch-theoretisch spätestens nach Ablauf von drei
Monaten eine komplette Remission zu erwarten sei. Es lägen keine abweichen
den
ärztlichen Beurteilungen vor. Im
vom Beschwerdeführer im Rahmen des
Ein
spra
cheverfahrens
eingereichten
Bericht
der Ärzte des
Spital Y._
vom
6.
November 20
13 würden lediglich die subjektiven
Be
schwerde
an
gaben
wiedergegeben. Es seien keine weiteren Abklärungen ange
zeigt
(
Urk.
2
S.
3 f.
)
. Es sei richtig, dass es Menschen gebe, bei welchen eine
Frühsommer-
Meningoenzephalitis
(
FSME
)
-Infektion zu einem schweren Krankheitsverlauf führe,
aus diesem
gene
relle
n
Hinweis
könne der Beschwerdeführer jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten,
denn bei
ihm
sei dies glücklicherweise nicht der Fall (
Urk.
5
S. 3 ff.
).
2.3
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
geltend, nach wie vor an den Fol
gen der Zeckenbiss-Infektio
n mit einer anhaltenden 100%igen Arbeitsunfähig
keit
zu leiden.
FSME-Infektionen mit den dazugehörigen Symptomen seien re
gel
mässig länger nachweisbar, zumal
er
vor dem Zeckenbiss
kein
Migräniker
gewe
sen sei und auch sonst nie
Kopfschmerzen gehabt
habe.
Die Ärzte des
Spitals Y._
hätten
am
6.
November 2013 nach wie vor ausgepr
ägte Kopfschmerzen festge
stellt
.
B
ei einigen Menschen
könne eine FSME-Infektion
zu schweren Erkran
kungen
und
längerer verringerter Leistungsfähigkeit
führen
.
Bei ihm
habe eine
FSME-Viral
in
fektion
beim Zeckenbiss statt
gefunden und
die Beschwerden seien nach wie vor identisch. Studien und Fachliteratur zeigten auf, dass ein signifi
kanter Pro
zent
satz der FSME-infizierten Männer nicht einfach einen sog
enannte
Regel
verlauf
aufw
i
e
sen, wie ihn
der Versicherungsmediziner der
Beschwerde
gegnerin
annehme.
Die einfache Hypothese
des Versicherungsmediziners der
Beschwerde
geg
nerin
genüge
nicht, um de
n
Wegfall des natürlichen Kausalzu
sammenhangs überwiegend wahrscheinlich darzutun
(
Urk.
1
S. 4 ff.
).
3.
3.1
Am 2
6.
April 2013 suchte der Beschwerdeführer wegen Glieder- und Kopf
schmerzen seinen Hausarzt,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, auf, welcher ihn gemäss Bericht vom 3
0.
Juni 2013 symp
tomatisch behandelte
(
Urk.
6/10
Ziff.
2).
3.2
Am
3.
Mai 2013
begab sich
der Beschwerdeführer
ins
Notfa
llze
ntrum der Klinik
A._
, wo er über
seit etwa einer Woche bestehende Ganzkörperschmer
zen
klagte
. Im Bericht vom gleichen Tag
(
Urk.
6/70)
diagnostizierten die dortigen Ärzte
eine
Torticollis
,
am
ehesten muskulär bei muskulärem Hartspann
Trape
zius
rechts
.
3.3
Am 1
4.
und 1
5.
Mai 2013
wurde
der Beschwerdeführer
aufgrund von
seit drei Tagen
massiv progredienten HWS-Beschwerden, hohe
m Fieber mit Schüttelfrost
und stärksten Kopfschmerzen erneut
im
Notfallzentrum der Klinik
A._
vorstellig, wo gemäss
Berichten vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
6/71-7
2
) folgende
Dia
gnosen
gestellt wurden
(
jeweils
S. 1 Mitte):
Verdacht auf protrahierten viralen Infekt mit/bei
leichter
meningealer
Mitbeteiligung
ausgeprägte
m
muskuläre
m
Hartspann
nuchal
/Schultern beidseits
Status nach Infiltration der Halswirbelsäule (HWS) am
3.
Mai 2013
passagere Transaminasenerhöhung unter Paracetamol (Mai 2013)
Zur Anamnese wurde unter anderem ausgeführt, der Beschwerdeführer habe
Bewusstseinsveränderung, Seh-/Hörstörungen sowie Kraft- oder Gefühlsverluste
verneint. Er habe
angegeben, mit seinem Hund häufig im Wald gewesen zu sein und an sich selbst nie Zecken bemerkt zu haben (
Urk.
6/71 S. 1 unten).
3.
4
Im
infektiologischen
Bericht
vom 3
0.
Mai 2013
über die
Hospitalisation
des Be
schwerdeführers
in der Klinik
A._
vom 1
5.
bis 2
1.
Mai 2013 sowie die Nach
kontrolle vom 2
7.
Mai 2013 (
Urk.
6/11) nannte Prof.
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für
Infektiologie
und Innere Medizin, als Diagnose einen
Ver
dacht auf Frühsommer-
Meningo
enzephalitis
(FSME) mit ausgeprägter
Cephalea
(S.
1 Mitte)
.
Er führte aus, die d
urchgeführte Lumbalpunktion habe nur
eine
ge
ringgradige
Zellzahlerhöhung und eine leichte Eiweisserhöhung ergeben. Die
Liquorkulturen
seien negativ
ge
blieben.
Die
Hospitalisation
sei wegen der aus
geprägten Kopfschmerzen erfolgt. Unter Einsatz
von nicht-
steroidalen
An
ti
rheu
matika (NSAR),
Novalgin
und Lycra
sei es gelungen, die Schmerzen all
mählich zu reduzieren. Antibiotika seien nicht eingesetzt worden,
da keine Hinweise auf eine bakterielle Infektion des Zentralnervensystems vorgelegen hätten.
Die s
e
r
o
logische
n
Untersuchu
ngen aus der Serumprobe vom 1
5.
Mai 201
3
hätten
posi
tive
Antikörper gegen FSME ergeben. Der
IgM
-Titer und der
IgG
-Titer seien
deutlich
erhöht gewesen
. Die CMV-
Serologie
sei negativ gewe
sen
,
d
ie Epstein-Barr-Virus-Serologie habe der Konstellation einer vor längerer Zeit durchgemachten Infektion entsprochen
.
D
ie PCR bezüglich FSME aus d
em Liquor sei
negativ
gewesen.
In der Nachfolgeserologie vom 2
7.
Mai 2013 sei ein nicht signifikanter Anstieg des
IgG
-Titers feststellbar gewesen.
Der
IgM
-Titer sei leicht, aber nicht signifikant rückläufig gewesen
(S. 1 unten
, S. 2 oben
)
.
E
ine FSME-Infektion
sei
durchaus möglich. Die Serologie spreche für eine rela
tiv frische FSME-Infektion. Ein eindeutiger
Titerablauf
mit deutlichem Anstieg
des
IgG
-Titers und ebenso deutlichem Rückgang des
IgM
-Titers sei aber
in die
sem
kurzen Zeitintervall
nicht zu beobachten gewesen.
Hierzu wäre eine weitere Nachkontrolle in etwa einem Monat sinnvoll.
Die Entzündungsreaktion bei der FSME könne in unterschiedlichem Ausmass auftreten.
Unter der eingeleiteten
Medika
tion mit Prednison und Voltaren sei es dem Beschwerdeführer
bereits währ
end der
Hospitalisation
besser gegangen
.
Die
Kopfschmerzen hätten rasch
abgenommen
und ein erträgliches Ausmass erreicht
(S. 2 oben)
.
In der N
ach
kon
trolle vom 2
7.
Mai 20
13
habe er
immer noch Kopfschmerzen w
echselnder Inten
sität angegeben. Die
Schmerzepisoden
seien
von kurzer Dauer und nicht durch Übelkeit kompliziert
gewese
n. Z
udem
habe
der Beschwerdeführer
von ei
nem
Er
müdungstremor
der Hände
berichtet
. Während der
Hospitalisation
habe ein deut
lich
re
duzierter Allgemeinzustand bestanden
,
die
koordinative
n
Fähig
keiten
seien
ebenfalls reduziert
gewesen
. Der Finger-Nase-Versuch sei
beid
seits pathologisch ausgefallen
, während die Kraft der oberen und unteren Extremitä
ten noch gut erhalten gewesen sei
.
Am
2
7.
Mai 20
13
sei
der Zu
stand deutlich gebessert und
der Finger-Nase-Versuch wieder normal gewesen
, ebenso die
Au
genmotilität
und
die Pupillenreaktion.
E
s hätten
keine Hinweise auf Nebenwir
kungen der
S
teroid
therapie
bestanden. D
iese sei in weiter absteigender Dosie
rung weiterzuführen, so dass sie anfangs Juni
20
13 beendet sei
n werde
. Die Re
siduen einer FSME-In
fektion könnten noch während Wochen störend bemerk
bar sein. Bei einer erneu
ten Exazerbation der Kopfschmerzen sei
eine erneute Abklärung sinnvoll (S. 2 unten).
3.
5
Am 2
4.
Juli 2013 erstattete
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
Kompetenzzentrum für Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin,
eine neu
ro
logische Beurteilung (
Urk.
6/18)
. Er führte aus, der zeitliche
Verlauf
sei
ver
ein
bar mit
einer
FSME-Erkrankung.
Im klinischen Befund sei
zwar ein beid
seits
pathologischer Finger-Nasen
-Versuch
festgehalten worden. Dieser habe sich wäh
rend der
Hospitalisation
jedoch rasch normalisiert.
Darüber hinaus
seien
keine neurologischen Defizite als Hinweis auf eine schwere Verlaufsform (Enzepha
li
tis, Myelitis) mit Beteiligung des Zentralnervensystems nachweisbar
gewesen
. Die zur Verfügung stehenden Befunde der
Liquordiagnostik
entsprä
chen
nicht dem typischen
Befund eine
s entzündlichen
Liquorbefundes
(S. 3 oben).
A
us neurologischer Perspektive
könne
lediglich festgestellt werden, dass
der
Beschwerdeführer durch einen
potentiellen Zeckenbiss im April
20
13 nur im Rahmen des Möglich
en eine FSME-Infektion erlitten habe.
Die d
iagnostische Sicherheit könne nur mit einer Kontrolle der
Liquordiagnostik
mit Suche nach
FSME-spezifischen Antikörpern im Liquor erhöht werden.
Er empfehle, eine
Ko
n
trolle einschliesslich der
Liquordiagnostik
mit
der Frage nach einer abge
la
u
fe
nen FSME-Infektion
durchführen zu lassen
(S. 3 unten)
.
3.6
In seinem Bericht vom 1
2.
September 2013 über die Ergebnisse der am
3.
September 2013 durchgeführte Kontrolluntersuchung (
Urk.
6/23) diagnosti
zierte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Infektiologie
und
Innere Medizin, Klinik
E._
,
eine FSME (April 2013) mit persistierender
Cephalea
(S.
1 Mitte). Er führt
e aus, auf
eine erneute
Liquorpunktion
verzichtet
zu haben
, da davon keine Zusatzinformationen erwartet werden könnten.
FSME-Antikörper könnten im Liquor nicht bestimmt werden und die FSME RNA sei nur ganz initial positiv, zu einem Zeitpunkt, in dem noch keine
Liquorpunktion
durchgeführt werde.
Die
serologische Untersuchung habe nun einen eindeuti
gen Ablauf ergeben: der
IgG
-
Titer sei angestiegen,
IgM
-Antikörper
hätten nicht mehr nachgewiesen werden
können. Zusammen mit de
r Klinik sei
die
Diagnose eindeutig;
es
liege eine symp
tomatische FSME-
Infektion vor, die durch einen Zeckenstich verur
sacht worden
sei.
Die von ihm (
Dr.
D._
)
zusätzlich
veranlasste
Borrelienserolo
gie
sei negativ
aus
gefallen. Damit sei
eine
Lyme
-B
orreliose
praktisch ausge
schlossen
(S. 1 unten,
S. 2 oben).
3.7
A
m 2
0.
November 2013
erstattete
Dr.
C._
(vorstehend E.
3.5)
eine er
n
eute
neurologische Beurteilung
(
Urk.
6/36)
. Er stützte sich auf die
Vorakten inklusive L
aborberichte
(S. 1 f.)
.
Dr.
C._
führte
aus, die dokumentierte
Liquorbefund
konstellation
entspreche einer abortiven Form eines entzündlichen
Liquorsyn
droms
mit minimaler Schrankenstörung und minimaler
granulozytär-lympho
zytärer
Zellzahlerhöhung. Bei einer manifesten viralen Meningitis wäre mit ei
ner deutlichen Zellzahlerhöhung (
Pleozytose
) mit aktivierten Lymphozyten bei einer deutlicheren Schrankenstörung, das
h
eisse einem höheren Gesamtprotein, zu rechnen gewesen. Bis auf vorübergehend aufgetretene Koordinationsstörun
gen mit einer
Dysmetrie
im Finger-Nase-Versuch während der stationären Be
handlung in der Klinik
A._
seien zu keinem Zeitpunkt objektivierbare
neurologische Defizite oder Zeichen eines
Meningismus
festgestellt worden.
Unter
einer symptomatischen Therapie mit nicht-
steroidalen
Antirheumatika,
Noval
gin
und Lycra sowie einer Behandlung mit Prednison während des statio
nären Auf
enthalts sei es zu einer deutlichen klinischen Besserung der Be
schwerden ge
kommen. Anlässlich der ambulanten Nac
hkontrolle vom 2
7.
Mai 2013 und
der
letzten ambulanten Kontrolle vom
3.
September 2013 habe der Beschwer
de
füh
rer
über nicht näher präzisierte Kopfschmerzen geklagt
(S. 2 f.
).
Dr.
C._
gelangte zum Schluss,
dass
der Beschwerdeführer
überwiegend wahr
scheinlich eine akute FSME-Infektion infolge eines unbeobachteten
Ze
cken
bisses
Mitte April
20
13 erlitten habe. Die Beschwerden mit einem
zweigipf
ligen
Verlauf stünden überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusam
men
hang
zu der akuten FSME-Infektion.
Nachdem k
eine qualitative oder quan
titative Ver
änderung der Bewusstseinslage und keine zuverlässigen neurologi
schen
Herd
symp
tome
aufgetreten
seien
,
könne e
ine relevante Beteiligung des Zentral
ner
ven
systems
, das heisse eine
enzephalitische
Verlaufsform, nicht mit überwie
gen
der
Wahrscheinlichkeit
a
ngenommen
werden.
Angenommen werden könne h
öchs
tens
ein Verlauf im Sinne
einer abortiven Meningitis ohne klinische Zeich
en eines
Meningismus
und
mit
minime
m
entzündliche
m
Liquorsyndrom
.
Die
Prognose einer
FSME-Infektion mit Meningitis sei gut,
es sei in der Regel mit einer fol
gen
losen
Abheilung in
nert weniger Monate zu rechnen (S. 3 unten).
3.8
In seiner ergänzenden Stellungnahme vo
m 2
5.
November 2013 (
Urk.
6/38)
führte
Dr.
C._
aus, in der Regel sei das Infektionsgeschehen bei
einer un
kom
pli
zierten Virusmeni
n
g
itis innerhalb von 10 bis 14 Tagen abgeschlossen.
Medizi
nisch-
theoretisch sei bei einem leichten Verlauf einer unkomplizierten
Virus
meningit
is
spätestens nach Ablauf von drei
Monaten eine komplette Re
mission
zu erwarten. Eine
postmeningitische
Kopfschmerzneigung sei nicht
evi
denzba
siert
.
Im Falle des Beschwerdeführers seien Beschwerden, die als klini
sches Korre
lat einer Meningitis betrachtet werden müssten, ab dem 1
4.
Mai 2013 dokumen
tiert. Der
Heilverlauf sei
o
hne Komplikationen
gewesen
.
Demge
mäss sei me
d
i
zi
nisch-theoretisch davon auszugehen, dass der Heilverlauf s
pä
testens ab
dem
1
5.
August 2013
abgeschlossen
gewesen sei
(S. 1)
. Bis dahin sei von
einer
volle
n
oder teilweise
n Arbeitsunfähigkeit infolge FSME-Infektion
auszugehen (S. 2).
3.9
Am
6.
November 2013
(
Urk.
6/58
)
berichteten die Ärzt
e der Klinik für Neu
ro
logie des
Spitals Y._
, der Beschwerdeführer sei
- zugewiesen durch den Hausarzt
–
glei
chentags zur Abklärung von
holokraniellen
Cephalgien
seit einer FSME im
Mai 2013 vorstellig geworden. Als
Hauptdiagnose
nannten sie
ein
en
Zustand nach FSME mit ausgepräg
ten Kopfschmerzen
.
Zum Prozedere
führten
sie
aus, dem
Beschwerdeführer
für die Dauer von ein bis zwei Monaten
eine medika
mentöse Therapie mit
Pregabalin
verordnet zu haben. Falls ge
wünscht/per
si
stie
rend, könnten die vom Beschwerdeführer subjektiv berichteten
Konzentrations-
und Merkfähi
gkeitsstörungen neurop
sychologisch untersucht werden. H
ierfür sei
ein separates Aufgebot erforderlich.
4.
4.1
Unbestritten
und durch die medizinischen Akten ausgewiesen
(vgl. vorstehend E.
3.6-7)
ist, dass der Beschwerdeführer
Ende April 2013 eine FSME-Infektion durch einen Zeckenbiss erlitten hat und die in der Folge
in einem zweigipfligen
Verlauf
aufgetretenen Beschwerden
(vgl. vorstehend E.
3.1-4)
überwiegend wahr
scheinlich in einem kausalen Zusammenhang mit dem Zeckenbiss standen.
Strittig und zu prüfen ist,
ob
die vom Beschwerdeführer über den 1
5.
August 2013 hinaus geltend gemachten Kopfschmerzen
überwiegend wahrscheinlich
in
einem (natürlich) kausalen
Zusammenhang
stehen mit der
durchgemachten
FSME-
Infektion beziehungsweise dem
erlittenen
Zeckenbiss
.
4.2
Dr.
C._
ging da
von
aus, dass der Zecken
biss
im Falle des Beschwerdefüh
rers
eine
Virusmeni
n
gitis
mit leichte
m
Verlauf
zur Folge hatte
. Eine
enzephali
tische
Verlaufsform mit
relevanter
Beteiligung des Zentralnervensystems er
achtete er nicht
als
überwiegend wahr
scheinlich. Vor diesem Hintergrund sowie ausgehend vom Regelfall, wonach das Infektionsgeschehen bei einer unkompli
zierten Virusmeningitis innerhalb von 10 bis 14 Tagen abgeschlossen und spä
tes
tens nach Ablauf von drei Monaten eine komplette Remission zu erwarten sei, gelangte er zum Schluss, dass der Heilverlauf im Falle des Beschwerde
führers spätestens ab dem 1
5.
August 2013 abgeschlossen
war
(vgl. vorstehend
E. 3.7-8).
Darauf stellte die Beschwerdegegnerin bei ihrer Leistungseinstellung ab
.
4.3
Dr.
C._
gab seine Beurteilung in Kenntnis der Vorakten ab, wobei er insbe
sondere auch Einsicht in die Ergebnisse der im Mai und September 2013 durch
geführten Laboruntersuchungen (vgl.
Urk.
6/23 S.
6-8,
Urk.
6/34 S.
2) nahm. Seine
Beurteilung
, wonach im Falle des Beschwerdeführer
s von
einem lediglich leichten
Krankheitsverlauf
auszugehen sei und keine Hinweise für eine schwere
Verlaufsform im Sinne einer Enz
e
phalitis oder Myelitis vorlägen,
erweist sich al
s nachvollziehbar begründet. So legte
Dr.
C._
dar, dass
beim Beschwer
de
führer
abgesehen von vorübergehend aufgetretenen Koordinationsstörungen mit einer
Dysmetri
e
im Finger-Nase-Versuch während der stationären Behand
lung
, welche
sich rasch normalisiert habe,
keine ne
u
r
ologischen Defizite fe
stge
stellt worden seien. Im Weiteren wies er auf das Fehlen qualitativer oder quan
titativer Veränderungen der Bewusstseinslage sowie zuverlässiger neurologi
scher
Herd
symp
tome
hin.
Diese Feststellungen stehen im Einklang mit den in den
Berich
ten
der Ärzte der Klinik
A._
vom 1
4.
und 1
5.
Mai 2013 (vor
stehend E.
3.3)
so
wie vom 3
0.
Mai 2013 (vorstehend E.
3.4)
beschriebenen
anamnestischen An
ga
ben und
Befunde
n.
Zudem analysierte
Dr.
C._
auch die dokumentierte
Liquorbefundkonstellation
(vgl.
Urk.
6/34 S.
2) und gelangte zum Schluss, dass
diese einer abor
t
i
ven Form eines entzündlichen
Liquorsyn
droms
entspreche und bei einer manifesten vir
alen
M
eningi
tis
mit einer de
u
t
li
chen Zellzahlerhö
h
ung
mit aktivierten Lymphozy
ten b
e
i
einer deutlicheren Schrankens
tö
rung
bezieh
ungs
weise einem höheren Gesamtprotein zu rech
nen gewesen wäre
(vorstehend E. 3.7).
Es liegen keine medizinischen Berichte
vor, welche die schlüssige
Beurteilung
durch
Dr.
C._
in Bezug auf die schwere der durchgemachten FSME-Infek
tio
n in Frage stellen würden.
Eine schwere Verlaufsform
mit relevanter Betei
li
gung
des zentralen Nervensystems
geht insbesondere auch nicht aus dem
(
Dr.
C._
nach Lage der Akten nicht bekannten)
Bericht der Neurologen des
Spitals Y._
vom November 2013 (vorstehend E.
3.
9
)
hervor.
Es hat daher als mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit
erstellt zu gelten, dass der Beschwerdeführer
nach
dem statt
ge
funden
en Zeckenbiss
eine Virusmeningitis ohne relevante Beteili
gung
des zen
tralen Nervensystems durchmachte.
4.
4
Seine
Schlussfolgerung
, wonach
beim Beschwerdeführer spätestens per 1
5.
August
2013 von einem abgeschlossenen Heilverlauf auszugehen sei, be
gründete
Dr.
C._
in nachvollziehbarer Weise mit dem
lediglich
leichten und komplikationslosen Infektionsverlauf
ohne relevante Beteiligung des Zentral
nervensystems
sowie damit, dass bei einer FSME-Infektion mit Meningitis er
fahrungsgemäss mit einer Abheilung innert weniger Monate gerechnet werden
könne
und eine
postmeningitische
Kopfschmerzneigung nicht evidenzbasiert sei
.
Allein die Tatsache, dass ein Zeckenbiss - wie vom Beschwerdeführer geltend
gemacht - bei gewissen Menschen schlimmer verlaufen kann als bei anderen,
ver
mag
keine Zweifel an der
Einschätzung
durch
Dr.
C._
zu
erwecken
,
zum
al
sich aus dem vom Beschwerdeführer im Rahmen des
Einsprache
ver
fah
rens
ein
gereichten Artikel zur FSME
(
Urk.
6/58 S.
7 ff.)
ergibt, dass schwere Ver
läufe mit über lange Zeit anhaltenden oder dauerhaften Beschwerden bei Patienten zu beobachten waren, bei welchen in der zweiten Phase
(meist nach einer fieber
freien Periode von sechs bis zehn Tagen)
eine Hirnentzündung (
Me
ningoenze
phalitis
) oder eine Entzündung des Hirn- und
Rückenmark
gewe
bes
(
Menin
go
enzephalomyelitis
, -
radikulitis
) diagnosti
ziert worden war
(
Urk.
6/58 S.
7 unten, S. 8 oben)
, w
as
beim Beschwerdeführer
nach dem Gesagten nicht
der Fall
ist.
Die Rechtsfigur „
post
hoc ergo
propter
hoc“, bei der eine Schädigung bereits des
halb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem auf
ge
treten ist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2.
Auf
lage Bern 1989, S. 460, Anm. 1205),
genügt
rechtsprechungsgemäss
für die
An
nahme eines Kausalzusammenhangs
nicht
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
). In die
sem Sinne kann der Beschwerdeführer
auch
aus dem Umstand, dass er vor dem Zeckenbiss nicht unter Kopfschmerzen litt, nichts zu seinen Gunsten ab
leiten.
4.5
Soweit die Neurologen des
Spitals Y._
im Bericht vom
November 2013 (vorstehend E.
3.9)
einen Zustand nach FSME mit ausgeprägten Kopfschmerzen diagnos
ti
zier
ten, impliziert dies en
t
gegen der Auffassung des Beschwerdeführers
keinen kau
salen Zusammenhang zwischen den
geltend gemachten
Kopfschmer
zen und der durchgemachten FSME,
sondern
bedeutet
lediglich
, dass der Beschwerde
füh
rer über Kopfschmerzen nach einer erlittenen FSME klagt
. Der Bericht der Neurologen des
Spitals Y._
enthält keine Aussagen zur Unfallkausalität der geklagten Kopfschmerzen und der subjektiv berichteten Konzentrations- und
Merkfähig
keitsstörungen
.
Sodann ist nicht ersichtlich, d
ass der Hausarzt i
n
Bezug auf
Letztere die von de
n Neurologen des
Spitals Y._
angebotene neuropsychologische
Un
ter
suchung
veranlasst hätte, woraus zu schliessen ist, dass er sich nicht dazu veranlasst sah.
4.6
Nachdem
Dr.
C._
einen
überwiegend wahrscheinlich
ursächlichen Zusam
menhang zwischen den über den 1
5.
August 2013 geklagten Kopfschmerzen und
der durchgemachten FSME-Infektion in nachvollziehbar und schlüssig be
grün
de
ter Weise verneint hat und
das Vorliegen einer
Lyme
-Borr
eliose gemäss Beur
tei
lung des
In
fektiologen
Dr.
D._
praktisch ausgeschlossen werden kann,
besteht keine Veranlassung, die
Sache - wie vom Beschwerdeführer eventualiter bean
tragt -
zur
Einholung eines
infektiologischen
Gutachtens
an die
Beschwer
de
geg
nerin
zurückzuweisen.
Im Übrigen blei
b
t
zu bemerken, dass
die vom Beschwerdeführer
beschwerde
weise
geltend gemacht
e anhaltende
vollständige Arbeitsunfähigkeit wegen den
Folgen des Zeckenbisses
jedenfalls ab dem 2
8.
Januar 2014
durch die Akten, ins
besondere d
i
e Unf
allscheine
(
Urk.
6/41,
6/56), nicht belegt
ist.
4.
7
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass
die
vom Beschwerdeführer über den
1
5.
Augus
t 2013
hinaus geklagten
Kopfschmerzen
nicht überwiegend wahr
schein
lich
in einem (natürlich) kausalen Zusammenhang stehen
mit der durch
gemachten FSME-Infektion beziehungsweise dem erlittenen Zeckenbiss
, wes
halb
nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen auf die
sen
Zeitpunkt hin eingestellt hat.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, weshalb die dage
gen
erhobene Beschwerde abzuweisen ist.