Decision ID: 134f51c5-d9e6-5ad3-b482-1ef55d362f2f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_BRK
Chamber: ZH_BRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A.
Mit Verfügung Nr. 0505/15 vom 18. Mai 2015 setzte die Baudirektion Kan-
ton Zürich den kantonalen Gestaltungsplan "Jagdschiessanlage Widstud,
Bülach" fest (Grundstücke Kat.-Nrn. 3958, 3959 und 2286). Die Publikation
im Amtsblatt des Kantons Zürich datiert vom 22. Mai 2015.
B.
Dagegen rekurrierte die Stiftung X mit Eingabe vom 19. Juni 2015 binnen
gesetzlicher Frist beim Baurekursgericht des Kantons Zürich. Sie beantrag-
te dabei (explizite Streichungen und Neufassungen in den Gestaltungs-
planvorschriften [GPV] in kursiver dunkelroter Schrift):
"1. Es sei das Lärmgutachten vom 16. Juni 2014 zu ergänzen und als Messpunkt die nächstgelegene Liegenschaft in der ES II auf dem Grundstück der Rekurrentin aufzunehmen.
2. Die mit Verfügung vom 18. Mai 2015 erfolgte Festsetzung des  Jagdschiessanlage Widstud sei aufzuheben.
3. Eventualiter sei der Gestaltungsplan Jagdschiessanlage Widstud zur Überarbeitung insbesondere der folgenden Punkte zurückzuweisen.
- Der Betrieb sei auf eine Jagdschiessanlage zu beschränken und der erforderliche Perimeter sowie die Betriebszeiten und  seien entsprechend zu reduzieren.
- Der Gestaltungsplanperimeter sei so zu verkleinern, dass die  von 30 m eingehalten wird (betrifft Art. 2  und weitere Planeinträge).
- Der Baubereich A sei auf 40 Parkplätze zu verkleinern und so zu platzieren, dass gegenüber dem Biotop am Simeligraben ein  von 30 m zwischen dem Sicherheitszaun und dem  verbleibt.
- Die einzelnen Vorschriften seien wie folgt abzufassen:
- Art. 1: [....] Die Anlage soll an den gesamten Bedarf an jagdlicher Schiesskapazität für praktische Ausbildung, Training und praktische Weiterbildung im Kanton Zürich sowie das festgelegte Kontingent des sportlichen Schiessens abdecken beitragen.
- Art. 6 Absatz 2 (neu): Der Baubeginn für die Jagdschiessanlage darf erst bewilligt werden, wenn die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sichergestellt ist. Die Betriebsbewilligung darf erst  werden, wenn die Anlage mit öV gut erschlossen ist.
- Art. 7 a): [....] inklusive maximal 120 40 Parkplätze.
- Art. 7 b): Im Baubereich B1: Hauptgebäude mit allgemeinen Er-
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schliessungsflächen, Technikräumen, sanitären Einrichtungen, , Büro-/Verwaltungsräumen, Schulungsräumen, einer  mit Werkstatt und Verkaufsladen (beschränkt auf  für Jagd-/Schiessbedarf), Restaurationsbetrieb, einer Werkstatt mit Verkaufsbereich für den Erwerb der vorgegebenen Produkte, Schiesskino, Indoorschiessanlagen (ohne Paintball, Combat oder ähnlichem) sowie gedeckter, lärmabsorbierend ausgestalteter  für die Kugelanlagen im Freien. Sämtliche Flächen sind auf das für den Betrieb der Jagdschiessanlage zwingend erforderliche Mass zu beschränken.
- Zu Art. 7d): (Die für die Kugelschiessanlage vorzusehenden  seien in Art. 7d dahingehend zu definieren, dass die Belastungsgrenzwerte gemäss Anhang 9 der  eingehalten werden).
- Art. 7e) sei wie folgt zu ersetzen: Jagdliche Schrotschiessanlagen im Freien, inklusive Lärmschutzmassnahmen (Die vorzusehenden  seien in Art. 7d) dahingehend zu definieren, dass die Belastungsgrenzwerte gemäss Anhang 9 der  eingehalten werden).
- Art. 8 Abs. 2: Die Geschosszahl des Hauptgebäudes [....] (UG2, UG1) und ein Erdgeschoss (EG) beschränkt.
- Art. 8 Abs. 3 und 4 seien mit Ausnahme der Zulassung einer für den Jagdausbildungsbetrieb angemessenen Fläche für eine Werkstatt inkl. Verkaufsladen mit zugehörigem Lager im Baubereich B1  zu streichen.
- Art. 9 Abs. 1: In den Baubereichen sind [....] zu gestalten, dass  wenig Fläche beansprucht und eine besonders gute [....]
- Art. 9 Abs. 2: Dachflächen sind so zu gestalten, dass sie extensiv  werden können. [....]
- Art. 9 Abs. 3: Die Ausgestaltung [....] ergibt sich im Weiteren aus den technischen [....]
- Art. 11 Abs. 1: Die Jagdschiessanlage hat bei sämtlichen im Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung bestehenden, für eine Wohn- oder Arbeitsnutzung heute oder künftig verwendbaren Gebäuden die  gemäss [....] einzuhalten.
- Art. 11 Abs. 3 lit. c: Streichen, da ausserhalb Baugebiet keine Trap- und Skeet-Anlage erstellt werden kann.
- Art. 11 Abs. 3 lit. e (neu): Es dürfen pro Jahr nicht mehr als 207'000 Schüsse abgegeben werden. Ist das Maximum zulässiger Schüsse , ist der Betrieb einzustellen. Der Betreiber teilt die Anzahl  Schüsse jährlich den vom Lärm betroffenen  wie auch der Stadt Bülach mit.
- Art. 11 Abs. 4 1. Satz: Die Einhaltung der Planungswerte ist vor  Bewilligungserteilung durch Lärmsimulationen zu verifizieren und in der Betriebsphase durch die jährliche Erhebung der Betriebszahlen [....] im Rahmen des Controllings sowie durch weitere Messungen bei wesentlichen Veränderungen halbjährliche Messungen bei Volllast.
- Art. 11 Abs. 4 2. Satz: Ersetzen durch: Können die Planungswerte im Betrieb nicht eingehalten werden, ist der Betrieb bis zur Sanierung
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einzustellen.
- Art. 12 Abs. 1: Ergänzen mit: Die Schadstoffwerte sind der Gemeinde Bülach mitzuteilen.
- Art. 13, Titel: Auf der Anlage zugelassene Produkte
- Art. 13 Abs. 1: Ersetzen durch: Auf der Anlage dürfen nur Munition und Wurfscheiben verwendet werden, die dem neuesten Stand der Technik und den neuesten ökologischen Erkenntnissen entsprechen. Zur Gewährleistung dieser Bedingungen sowie zur Erfassung der  abgegebener Schüsse müssen die Produkte auf der Anlage  werden.
- Art. 13 Abs. 2 und 3 werden zu Abs. 2: Bei sämtlichen Anlagen sind die verschossene Munition, das Schrot und die Wurfscheiben mit  Systemen vollständig aufzufangen, einzusammeln und  umweltgerecht zu entsorgen oder zu verwerten.
- Art. 16: (Die ökologischen Auflagen seien an besonders gefährdeten Arten auszurichten, so dass ein effektiver ökologischer Mehrwert entsteht).
- Art. 17: [....] Zur Kompensation sind im Kanton Zürich durch  von minderwertigem Boden 5.68 Hektaren Fruchtfolgeflächen in einer dem Verlust gleichwertigen Qualität zu erstellen. Der Ersatz der Fruchtfolgeflächen ist im Detail zu planen. Die Betriebsbewilligung kann erst erteilt werden, wenn die Umsetzung der Aufwertung in  begriffen ist.
- Art. 18: Einfügen eines 2. Satzes: Die betroffenen Anstösser sind in Form der Anhörung in den Reglementserlass einzubeziehen. Einfügen eines 4. Satzes: Das Betriebsreglement muss überarbeitet werden,  sich im Betrieb negative Auswirkungen auf die Nachbarschaft, die Erschliessungsträger oder auch den Wildkorridor zeigen.
- Art. 19 Abs. 1: Die Anlage dient alleine der Ausbildung von Jägern und kann entsprechend nur von Jägern und Personen, die in Ausbildung zum Jäger sind, genutzt werden. Ausgebildete oder in Ausbildung  Jäger und Sportschützen werden [....]. Es können sich nur Jäger mit Wohnsitz im Kanton Zürich registrieren lassen.
- Art. 19 Abs. 2 -5 seien ersatzlos zu streichen.
- Art. 20 Abs. 1 sei ersatzlos zu streichen.
- Art. 20 Abs. 2: Die Aussenanlagen dürfen an maximal 135  im Jahr in Betrieb stehen.
- Art. 20 Abs. 3: Die Aussenanlagen dürfen an Werktagen (Montag bis Samstag) am Morgen nicht vor 8.00 Uhr und am Abend bis maximal um 19.00 Uhr geöffnet sein. Über Mittag ist eine Ruhepause von  Stunde einzuhalten von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und an Samstagen von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr in Betrieb sein.
- Art. 20 Abs. 4: An Nachmittagen von Montag bis Freitag, am  und an Sonn- und allgemeinen Feiertagen oder  der Betriebszeiten ist die Benutzung der Aussenanlagen nicht zulässig. Für die Nachmittage von Montag bis Freitag und am  können während der Schulferien von der Baudirektion bei ausgewiesenem Bedarf Ausnahmen bewilligt werden. Die maximalen Öffnungszeiten von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 18.00
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Uhr und die maximale Anzahl Schiesshalbtage pro Jahr dürfen nicht überschritten werden. nur an maximal 4 Sonderanlässen pro Jahr , die von der Baudirektion bewilligt werden müssen.
C.
Mit Verfügung vom 23. Juni 2015 wurde der Eingang des Rekurses vorge-
merkt, diesem die aufschiebende Wirkung zuerkannt sowie das Vernehm-
lassungsverfahren eröffnet.
D.
In ihrer Rekursantwort vom 24. August 2015 beantragte die Rekursgegne-
rin die Abweisung des Rekurses. Der mitbeteiligte Gemeinderat Bülach
liess sich nicht vernehmen.
E.
Die Replik der Rekurrentin datiert vom 15. September 2015. Mit Eingabe
vom 28. September 2015 verzichtete der Gemeinderat Bülach explizit auf
eine Duplik. Die Rekursgegnerin duplizierte am 6. Oktober 2015.
F.
Am 6. November 2015 führte eine Delegation der 4. Abteilung des Baure-
kursgerichts einen Augenschein vor Ort durch. Dabei wurde die Rekurs-
gegnerin im Sinne des rekurrentischen Antrags 1 zu zusätzlichen Lärmbe-
rechnungen auf dem Areal des Schulinternats [....] verpflichtet.
G.
Diese Berechnungen wurden dem Baurekursgericht am 11. November
2015 zugestellt. Die rekurrentische Stellungnahme datiert vom 4. Dezem-
ber 2015. In der Folge kam es auch zu keiner einvernehmlichen Lösung
zwischen den Parteien.
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H.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Ergebnisse des Augenscheins
wird, soweit entscheidrelevant, in den nachstehenden Erwägungen Bezug
genommen.

Es kommt in Betracht:
1.
Die rekurrentische Stiftung ist Eigentümerin und seit langen Jahren Betrei-
berin [....] eines Schulinternats. Dort werden Jugendliche betreut, die im
Rahmen der Volksschule nicht weiter gefördert werden können und deren
soziale Umstände eine Platzierung in einer stationären Einrichtung erfor-
derlich machen [....]. Das Internat ist rund 400 m von der geplanten
Schiessanlage entfernt, welche Lärm emittiert. Damit ist die Rekurrentin
mehr als irgendwelche Dritte oder die Allgemeinheit in ihren eigenen Inte-
ressen betroffen sowie aufgrund ihrer Rügen gemäss § 338a des Pla-
nungs- und Baugesetzes (PBG) rechtsmittellegitimiert, weshalb auf den
Rekurs einzutreten ist.
2.
Der Kanton Zürich plant die Erstellung einer gesamtkantonalen Jagd-
schiessanlage auf dem Areal der Kiesgrube Widstud im nördlichen Ge-
meindegebiet von Bülach. Das strittige Bauvorhaben liegt in der Landwirt-
schaftszone. Die Kiesgrube ist nur noch teilweise in Betrieb. Ein Teil der
seit 1965 bestehenden Grube ist bereits rekultiviert worden.
Vorgesehen sind verschiedene Schiessanlagen für die Aus- und Weiterbil-
dung im jagdlichen Schiessen für die Zürcher Jägerschaft (inklusive einer
limitierten Mitbenutzung durch Sportschützen) sowie u.a. Schulungsräume,
eine Büchsenmacherei (Laden mit Werkstatt), ein Restaurant sowie
120 Autoparkplätze (vgl. im Detail den nachfolgenden Plan 1:1000). Der
Betrieb auf den geplanten Aussenanlagen (Kugel- und Schrotschiessanla-
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gen im Freien) ist aus Gründen des Lärmschutzes auf 400 Schiesshalbtage
pro Jahr beschränkt sowie tageszeitlich und über das Wochenende einge-
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schränkt (Art. 20 GPV). Mit dem strittigen Vorhaben sollen die drei bisheri-
gen kantonalen Jagdschiessanlagen in Embrach, Meilen und Pfäffikon er-
setzt werden.
3.1.
Um die im kantonalen Interesse liegende Anlage in raumplanerischer Hin-
sicht realisierbar zu machen, beschloss der Kantonsrat des Kantons Zürich
am 24. Juni 2013 eine entsprechende Teilrevision des kantonalen Richt-
plans für das ausserhalb der Bauzonen situierte streitbetroffene Gebiet
(act. 10.12), wo bisher im Richtplan "Versorgung, Entsorgung" ein Material-
gewinnungsgebiet eingetragen war.
Während der vorgängigen Auflage der Richtplanrevision (Art. 7 Abs. 2
PBG) waren zahlreiche Einwendungen eingegangen (u.a. auch von der
Standortgemeinde Bülach), die zu einem kleineren Teil im Rahmen der
Festsetzung berücksichtigt wurden.
Mit der Signatur S (Sicherheit) wurde die neue Festlegung "Jagdschiessan-
lage Widstud" mit folgender Zielvorstellung eingetragen (act. 10.9, S. 2 f.):
"Neubau Jagdschiessanlage in Bülach; Art und Grösse der Anlage richten sich nach den gesetzlichen Anforderungen des Aus- und  der Jäger und Jägerinnen gemäss Gesetz über Jagd und Vogelschutz und den kantonalen Bestimmungen; der Kanton prüft periodisch den  der rein sportlichen Schützen in den Aussenanlagen und sorgt dafür, dass dieser 25 % nicht übersteigt." [....]
Am 4. Dezember 2013 stimmte der Bundesrat auf Antrag des Departemen-
tes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) dieser Teilre-
vision vollumfänglich zu. Der Richtplaneintrag erwuchs in der Folge in
Rechtskraft.
3.2.1.
Die Rekurrentin verlangt die akzessorische Überprüfung dieser Richtplan-
Teilrevision. Sie moniert dabei zusammengefasst im Wesentlichen, der
strittige Eintrag widerspreche den Zielen des Raumplanungsgesetzes. Der
Kantonsrat bzw. die antragstellenden Fachstellen hätten es versäumt, für
diesen ausgedehnten Jagdschiesspark mit Restaurationsbetrieb und Ver-
anstaltungsmöglichkeiten in einem lärmempfindlichen und landschaftlich
heiklen und bisher unbelasteten Gebiet eine sorgfältige und sachgerechte
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Interessenabwägung vorzunehmen. Der vorhandene Wildkorridor und das
naheliegende Biotop sowie andere gewichtige öffentliche Interessen sowie
der zu erwartende Verkehr seien in rechtswidriger Weise nicht berücksich-
tigt worden. Es gebe im Kanton Zürich geeignetere Standorte; allenfalls
käme auch eine Sanierung einer der bisherigen Standorte, insbesondere
derjenige in Embrach, in Frage.
3.2.2.
Die Recht- und Zweckmässigkeit von richtplanerischen Festlegungen aller
Stufen kann von Privaten im Rahmen eines Nutzungsplanungsrekurses
grundsätzlich angefochten werden (§ 19 Abs. 2 PBG; Jürg Bosshart/Martin
Bertschi, in: Kommentar VRG, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf, 2014 § 19,
Rz. 37 f.).
3.2.3.
Gemäss Art. 14 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz
wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz) regeln die Kantone die
Aus- und Weiterbildung der Wildschutzorgane und der Jäger.
Um das entsprechende schiesstechnische Fachwissen zu gewährleisten,
betreibt der Kanton Zürich seit einiger Zeit drei dezentrale Schiessanlagen
in Embrach, Meilen und Pfäffikon, wobei Embrach rund 75 % der Schiess-
kapazität abdeckt. Auf diesen Anlagen haben angehende Jäger die jagdli-
che Schiessausbildung zu absolvieren und die entsprechende Prüfung ab-
zulegen. Die aktiven Jäger, rund 1'500 im Kanton Zürich (act. 10.4, S. 6),
haben dort zudem alle zwei Jahre das obligatorische so genannte Bedin-
gungsschiessen zu bestehen.
Die dezentralen Anlagen sollen gemäss Richtplantext und Erläuterungsbe-
richt kurzfristig (Embrach) bzw. mittelfristig (Meilen und Pfäffikon) nach er-
folgter Altlastensanierung aufgehoben werden (act. 10.9). Die Anlage in
Embrach liegt überdies in einem Landschafts- und Naturschutzgebiet
(act. 17). Das Bundesamt für Raumentwicklung hat sich deshalb explizit für
eine baldige Aufhebung des Standorts Embrach ausgesprochen (act. 10.6,
Anhang 1-2b).
Der Ausbau bzw. die Modernisierung/Sanierung der bestehenden dezentra-
len Anlagen sind entgegen rekurrentischer Auffassung keine valablen bzw.
realistischen Ersatzoptionen für das vorliegend strittige Vorhaben. Die
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Areale der Schiessanlagen in Meilen und Pfäffikon sind dafür deutlich zu
klein (act. 10.15, Anhänge 2-7a und 2-8b). Die Anlage in Embrach befindet
sich in einem Auenschutzgebiet.
Die Rekursgegnerin führte ein umfassendes Evaluationsverfahren für eine
neue zentrale Jagdschiessanlage mit insgesamt 27 potentiellen Standorten
im Kanton Zürich durch. Dabei richtete sie das Augenmerk aus Gründen
vorab der Raumplanung, des Lärmschutzes sowie des Platzbedarfs auf
stillgelegte sowie nur noch partiell betriebene Kiesgruben mit einem baldi-
gen Ende des Kiesabbaus (act. 10.15, S. 3). Als geeignetster Standort er-
wies sich schliesslich die Kiesgrube Widstud. Der ausführliche Bericht über
die Standortwahl und die Umweltauswirkungen auf Stufe Richtplanung
(act. 10.15) hält dazu zusammengefasst fest: Der Kiesabbau der Eber-
hard AG werde bald beendet sein. Das Gelände liege abseits von grösse-
ren Wohngebieten und sei verkehrsmässig bereits gut erschlossen. Die Zu-
fahrt (Materlochstrasse) erfolge ausschliesslich von Norden her auf der be-
stehenden Strasse zur Kiesgrube. Dadurch werde weder ein Wohngebiet
noch der ökologisch sensible Bereich im Süden tangiert. Aufgrund der Tiefe
der Grube und der geplanten baulichen Massnahmen würden sich die
Lärmauswirkungen auf die Umgebung voraussichtlich im gesetzlichen
Rahmen halten. Sofern kein Schiessbetrieb während der Hauptaktivität der
Wildtiere stattfinde, werde der dortige nationale Wildkorridor nicht beein-
trächtigt. Auch im Übrigen werde der Natur- und Heimatschutz bei Statuie-
rung der entsprechenden Auflagen im künftigen Gestaltungsplan nicht tan-
giert. Bezüglich Fläche und Anzahl der Schiessstände sei eine solche zent-
rale Jagdschiessanlage kleiner als die Summe der bestehenden drei de-
zentralen Anlagen.
Diese Ausführungen sind allesamt schlüssig und zeigen, dass der strittige
Richtplaneintrag im Rahmen einer akzessorischen Überprüfung entgegen
rekurrentischer Auffassung als recht- und zweckmässig zu qualifizieren ist.
Dasselbe gilt bezüglich der (partiellen) Nutzung der Anlage für die Sport-
schützen, welche dort ihr Training in den olympischen Schiessdisziplinen
Skeet und Trap durchführen können. Auf diese Zusatznutzung wird im Fol-
genden an anderer Stelle noch ausführlich eingegangen.
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4.
Die Rekurrentin hält (allerdings wenig substantiiert) fest, die Kulturlandini-
tiative verbiete, Kulturland der baulichen Nutzung zuzuführen.
Die Stimmberechtigten des Kantons Zürich haben am 17. Juni 2012 der so
genannten Kulturlandinitiative zugestimmt. Diese beinhaltete folgendes Ini-
tiativbegehren, dass in der Form der allgemeinen Anregung gestellt wurde:
"Eine regionale landwirtschaftliche Produktion, welche die  mit möglichst hoher Selbstversorgung anstrebt, setzt  Kulturland voraus. Der Kanton sorgt deshalb dafür, dass die  Landwirtschaftsflächen und Flächen von besonderer ökologischer  wirksam geschützt werden und in ihrem Bestand und ihrer  erhalten bleiben. Als wertvolle Landwirtschaftsflächen gelten die  der Bodeneignungsklassen 1 bis 6, mit Ausnahme der zum Zeitpunkt der Annahme der Initiative rechtskräftig der Bauzone zugewiesenen ."
Damit umfasst die Kulturlandinitiative bzw. deren raumplanerischer Umset-
zung von vornherein ausschliesslich Flächen in den Bodeneignungsklassen
(Nutzungseignungsklassen) 1 bis 6 (vgl. dazu auch BGr 1C_312/2014 vom
27. Mai 2015, E. 5.4).
Die vom Gestaltungsplan "Jagdschiessanlage Widstud" einbezogene Flä-
che (5,68 ha) liegt grossmehrheitlich entweder in den Klassen 7 bis 10 oder
sogar ausserhalb jeglicher Bodeneignungsklassen. Einzig eine vergleichs-
weise kleine Fläche (rund 0,35 ha) in der südwestlichen Ecke ist der Bo-
deneignungsklasse 1 zugeteilt (Prot. S. 21). Dieser teilweise rekultivierte
bzw. zur Rekultivierung vorgesehene Bereich befindet sich allerdings zur
Hauptsache innerhalb der naturnahen Flächen (die ohnehin rund 28 % der
Perimeterfläche dieses Gestaltungsplans betragen) und kann deshalb kei-
ner baulichen Nutzung zugeführt werden (act. 10.3). Damit bleibt auch die-
se Fläche in ihrem Bestand und ihrer Qualität im Sinne der Initiative erhal-
ten. Insgesamt steht der Gestaltungsplan "Jagdschiessanlage Widstud"
vollumfänglich im Einklang mit der Kulturlandinitiative.
5.
Das gesamte Areal der Kiesgrube Widstud ist in den entsprechenden Kar-
ten des Kantons Zürich zwar nicht als Fruchtfolgefläche eingetragen
(http://maps.zh.ch/). Im Jahre 1991 arbeitete die Eberhard Bau AG als be-
treibende Firma der Grube jedoch einen Landschaftsgestaltungsplan für
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Rekultivierung und Nachfolgenutzung aus, welchen die Stadt Bülach am
4. November 1992 für verbindlich erklärte. Dieser legt nicht nur u.a. den
Umfang der ökologischen Ausgleichsflächen und Biotope fest, sondern ver-
folgt im Übrigen die Zielsetzung einer möglichst uneingeschränkten land-
wirtschaftlichen Nutzung der rekultivierten Flächen (act. 10.15, S. 20).
Bei einer vollständigen Rekultivierung der Grube wären rund 3,7 ha frucht-
bares Landwirtschaftsland entstanden, welches als Fruchtfolgefläche ge-
golten hätte (act. 9, S. 16 f.). Mit der Erstellung der Jagdschiessanlage
kann diese Fruchtfolgefläche nun nicht mehr geschaffen werden, weshalb
diese anderenorts im Kanton kompensiert werden muss (dazu:
http://www.aln.zh.ch/internet/baudirektion/aln/de/fabo/bodenzustand/theme
n/fruchtfolgeflaechen.html). Diesbezüglich legt Art. 17 GPV (Sätze 2 und 3)
folgendes fest:
"Zur Kompensation sind im Kanton Zürich 3.7 Hektaren Fruchtfolgeflächen mit einer pflanzennutzbaren Gründigkeit von mindestens 50 cm . Der Ersatz der Fruchtfolgeflächen ist noch im Detail zu planen und innert 5 Jahren ab der rechtskräftigen Baubewilligung () zu realisieren."
Ein solches Vorgehen entspricht der gängigen Praxis, welche sich u.a. an
der Wegleitung des kantonalen Amtes für Raumentwicklung (ARE) "Res-
source Boden und Sachplan Fruchtfolgeflächen" vom Mai 2011 orientiert,
und ist entgegen rekurrentischer Auffassung sachgerecht und rechtskon-
form.
6.1.
Streitgegenstand ist ein kantonaler (öffentlicher Gestaltungsplan) im Sinne
von § 84 Abs. 2 PBG. Es gelten im Grundsatz die gleichen Voraussetzun-
gen und Verfahrensabläufe wie für die kantonalen Gestaltungspläne für
Materialgewinnung und Materialablagerungen, für welche der Gesetzgeber
in § 44a PBG eine explizite Regelung statuierte (Christoph Fritzsche/Peter
Bösch/Thomas Wipf, Zürcher Planungs- und Baurecht, 5. Aufl., Zürich
2011, S. 147).
Während der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans, welche vom
17. Juni bis zum 25. September 2014 dauerte, gingen zahlreiche Einwen-
dungen ein. Am 3. Februar 2015 wurde eine Einigungsverhandlung mit der
Standortgemeinde Bülach durchgeführt. Insgesamt wurde einige wenige
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Einwendungen ganz oder teilweise bei der definitiven und vorliegend stritti-
gen Fassung des Gestaltungsplans berücksichtigt (act. 10.5, S. 1). Auch im
Übrigen wurde das Verfahren entgegen rekurrentischer Auffassung in allen
Teilen gesetzeskonform durchgeführt. Insbesondere kann von einer Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs der Beteiligten keine Rede sein.
6.2.
Zu beurteilen ist im vorliegenden Fall einerseits, inwieweit die vorgesehe-
nen Bauten, Anlagen und Nutzungen im Einklang mit der richtplanerischen
Festlegung stehen. Andererseits ist – soweit strittig – zu prüfen, ob der Ge-
staltungsplan planungs- und baurechtskonform ist sowie die einschlägigen
Bestimmungen des Umwelt- und Naturschutzes einhält.
Die Rekurrentin moniert, in allen Baubereichen weise die Anlage Dimensi-
onen und Nutzungen auf, die weit über die Richtplanvorgaben hinausgin-
gen. Folglich dürfe sie in dieser Form an diesem empfindlichen Ort ausser-
halb des Siedlungsgebiets nicht realisiert werden.
6.3.
Gemäss Lehre und Rechtsprechung hat sich die Rekursinstanz bei der
Überprüfung von Nutzungsplänen und Sondernutzungsplänen einschliess-
lich Quartierplänen unbesehen ihrer grundsätzlich uneingeschränkten
Überprüfungsbefugnis (vgl. § 20 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegeset-
zes [VRG]) aus Gründen der aus der Gemeindeautonomie (Art. 50 der
Bundesverfassung [BV] und Art. 85 der Zürcher Kantonsverfassung [KV])
abgeleiteten Planungsautonomie Zurückhaltung aufzuerlegen. Diese Zu-
rückhaltung gilt insbesondere dann, wenn es auf die Beurteilung der örtli-
chen Verhältnisse ankommt. Zudem ist das den zuständigen Behörden bei
der Nutzungsplanung zustehende erhebliche prospektiv-technische Ermes-
sen zu berücksichtigen.
Folglich darf das Ermessen der Rekursinstanz nicht an die Stelle desjeni-
gen der Planungsbehörde treten; ihre Lösung darf nicht eine andere eben-
so vertretbare Lösung ersetzen. Die Rekursinstanz hat jedoch dann korri-
gierend einzugreifen, wenn sich die Planung aufgrund übergeordneter Inte-
ressen als unzweckmässig erweist, den wegleitenden Zielen und Grund-
sätzen der Raumplanung widerspricht oder offensichtlich unangemessen
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bzw. nicht sachgerecht oder aus anderen Gründen schlechthin unhaltbar
ist.
7.1.
Mit dem strittigen Gestaltungsplan sollen in den Baubereichen A – D fol-
gende Infrastrukturbauten und Anlagen realisiert werden (Art. 7 f. GPV; vgl.
auch den Übersichtsplan voranstehend unter Ziffer 2 der Erwägungen):
A Erschliessung
Parkierung
Der Zufahrtsweg ab der Materlochstrasse zum Parkplatz weist eine Länge von 20 m auf.  50% der 120 Parkplätze sind als  auszugestalten.
B1 Infrastruktur
Indoor-Schiessanlagen
Hauptgebäude mit Technikräumen, sanitären Einrichtungen, Schulungsräumen, Lagern, Büro- und Verwaltungsräumen, Büchsenmacherei mit Werkstatt und Verkaufsladen (beschränkt auf  für den Jagd- und Schiessbedarf), , Schiesskino, Indoorschiessanlagen (ohne Paintball etc.) sowie einem gedeckten, lärmabsorbierend ausgestalteten  für die Kugelanlagen im Freien. Maximale Fläche der Büchsenmacherei mit Werkstatt und Verkaufsladen: 600 m2; maximale Fläche von Restaurant und Schulungsräumen zusammen 500 m2.
B2 Schiesstunnel für  bis zu 300 m
Schalldichter und vollständig eingedeckter Schiesstunnel.
C Kugelanlagen im Freien Kugelschiessanlagen im Freien mit bewegten und fixen Zielen, inklusive .
D Schrotanlagen im Freien Schrotschiessanlagen im Freien, bestehend aus Jagdparcours, Skeet- und Trapanlage, inklusive Lärmschutzmassnahmen. Die Anlagen sind so zu erstellen, dass auch die olympischen  Skeet und Trap trainiert werden .
7.2.
Zur verkehrsmässigen Erschliessung: Diese erfolgt von Norden her ab dem
Kreisel zwischen Eglisau und Bülach über die bestehende
Materlochstrasse, welche bisher vor allem dem Schwerverkehr zur Kies-
grube Widstud diente. Die Strasse ist, wie der Augenschein gezeigt hat, in
einem baulich guten Zustand und weder ausbau- noch sanierungsbedürftig.
Die rekurrentischerseits behaupteten täglichen 1'200 Fahrzeugbewegun-
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gen sind deutlich zu hoch gegriffen (vgl. dazu auch die nachstehenden Er-
wägungen unter 7.3.3). Der Gestaltungsplan sieht deshalb zu Recht keine
baulichen Massnahmen vor. Die Ausfahrt ist jedoch so zu gestalten, dass
die wegfahrenden Fahrzeuge ebenfalls nach Norden in Richtung Kreisel
gelenkt werden (Art. 6 GPV).
Dieses Verkehrsregime ist nicht zu beanstanden. Die von der Rekurrentin
geforderte Anbindung der Jagdschiessanlage an den öffentlichen Verkehr
wäre schon wegen des ziemlichen eingeschränkten Benutzerkreises nicht
sachgerecht. Die Anlage weist ein deutlich zu geringes und zu unregelmäs-
siges Besucheraufkommen für eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr
auf. Von einer verkehrsintensiven Einrichtung im Sinne der Recht-
sprechung, welche eine Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln be-
dingt hätte (vgl. u.a. BRGE II Nr. 0014/2014 in BEZ 2015 Nr. 55) kann ent-
gegen rekurrentischer Auffassung bei weitem keine Rede sein. Ohnehin ist
nicht anzunehmen, dass die Jäger und Sportschützen mit Gewehr und Mu-
nition im Bus anreisen würden, was bezüglich Sicherheit ohnehin nicht un-
problematisch wäre.
7.3.1.
Zur Parkierung: Der Gestaltungsplan sieht 120 Autoparkplätze vor, wobei
die Hälfte davon als Schotterrasen realisiert werden muss (Art. 7 lit. a
GPV). Die Rekursgegnerin begründet die strittige Parkierungsanlage wie
folgt:
"Die Festlegung der Parkplatzzahl erfolgte aufgrund einer Analyse der . Dabei wurde realistischerweise eine tiefe Fahrzeugbelegung  (1,1 Personen pro Fahrzeug). Die Festlegung auf 120 Parkplätze erfolgte unter Berücksichtigung von ähnlich-gelagerten und somit  Fällen (z.B. Golfplätze). Eine Jagdschiessanlage ist keine  Anlage" (act. 9, S. 5 unten).
Für den Fahrzeugabstellplatzbedarf von Schiessanlagen gibt es weder kan-
tonal noch kommunal eine explizite Reglung. Ziffer 3.2 der Parkplatzver-
ordnung 1996 der Stadt Bülach (in der teilrevidierten Fassung von 2009)
verweist bezüglich des Fahrzeugabstellplatz-Normbedarfs bei Sportanlagen
oder ähnlichen Nutzungen auf die VSS-Norm SN 640281.
Die notwendige bzw. zulässige Anzahl Parkplätze für eine solche Schiess-
anlage ist folglich im Einzelfall zu bestimmen. Ausgangspunkt ist dabei
§ 243 Abs. 1 lit. a PBG, wonach bei der Neuerstellung von Bauten und An-
R4.2015.00083 Seite 16
lagen Abstellplätze im gebotenen Ausmass zu schaffen sind. Die bereits
erwähnte VSS-Norm SN 640281 ist nach einheitlicher Rechtsprechung ein
geeignetes Instrument zur Ermittlung eines zweckmässigen Parkplatzan-
gebotes, welches zudem den gebotenen umweltrechtlichen Anliegen
Rechnung trägt (u.a. BGr 1A.318/2005 vom 27. Februar 2007, E. 9.2.). Die
Wegleitung der Baudirektion des Kantons Zürich zur Regelung des Park-
platzbedarfs in kommunalen Erlassen knüpft ebenfalls an diese VSS-Norm
an (BRKE IV Nr. 0075/2009 vom 14. Mai 2009 in BEZ 2010 Nr. 12).
7.3.2.
Die Rekursgegnerin hat die strittige Schiessanlage bezüglich Parkplatzbe-
darf unzutreffenderweise mit einem Golfplatz verglichen. Während der Be-
trieb auf den Aussenanlagen (Kugel- und Schrotschiessanlagen) der Jagd-
schiessanlage, welche für die Jagdausbildung und die Sportschützen wich-
tige Schwerpunkte sind, aus Lärmschutzgründen auf 400 Schiesshalbtage
pro Jahr beschränkt sowie tageszeitlich und über das Wochenende erheb-
lich limitiert ist, haben Golfplätze deutlich längere Betriebszeiten und sind
einem grösseren Publikumskreis zugänglich. Diese Sportanlagen sind, sei-
en es nun 9- oder 18-Loch-Plätze, während der Saison (je nach Golfplatz
mehr oder weniger ganzjährig wie im Kanton Zürich in Otelfingen
[http://www.golfparks.ch/de/golfparks/golfpark/otelfingen] bzw. Untereng-
stringen [http://www.golf-unterengstringen.ch] oder wenigstens von anfangs
April bis November wie Schönenberg [http://www.golf-schoenenberg.ch]
oder Breitenloo [http://www.golfsuisse.ch/golfclubs/overview.cfm?clubnr=9]
ohne Einschränkungen ganztätig in Betrieb. Es gibt also keine "Golfhalbta-
ge". Ferner führen die entsprechenden Golfclubs auf ihren Plätzen zahlrei-
che Turniere und andere Clubveranstaltungen, auch an Wochenenden
durch. Schliesslich verfügen Golfplätze meistens über eine voll ausgebaute
Gastronomie, die auch der Allgemeinheit individuell oder für Events (Hoch-
zeiten, Geburtstage, Betriebsfeiern oder andere Feste) zur Verfügung ste-
hen. Die genannten Kriterien treffen auf die strittige Jagdschiessanlage ge-
rade nicht zu. Deshalb haben Golfplätze ein deutlich grösseres Verkehrs-
aufkommen als eine Jagdschiessanlage der vorliegenden Art und damit ei-
nen grösseren Bedarf an Fahrzeugabstellplätzen.
Die hier grundsätzlich massgebende VSS-Norm SN 640281 (in der aktuel-
len Fassung vom 1. Dezember 2013) beinhaltet zwar einen Richtwert für
Schiessanlagen, nämlich 0,5 Abstellplatz pro Scheibe (Tabelle S. 13). Al-
lerdings geht es dabei nicht um Spezialanlagen der vorliegenden Art, son-
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dern um die üblichen in der Schweiz zahlreich vorhandenen Schiessanla-
gen (Schiessstände) für das 300 m bzw. das 25/50 m-Schiessen. Derartige
Anlagen, welche regelmässig von Schützenvereinen geführt werden, die-
nen einerseits der Erfüllung der militärischen Schiessplicht (obligatorisches
Bundesprogramm) sowie andererseits dem sportlichen Vereinsschiessen.
Grossmehrheitlich konzentriert sich der Schiessbetrieb auf das Wochenen-
de (meist Freitagnachmittag/Samstag/Sonntagmorgen). Diese Schiessan-
lagen weisen durchschnittlich 10 – 20 oberirdische Scheiben auf. Eine
Büchsenmacherei ist nur in Ausnahmefällen angegliedert. Zudem führen
die Vereine regelmässig Schützenfeste und andere gesellige Anlässe in ih-
ren Schützenhäusern durch. Schon aufgrund dieser unterschiedlichen
schiesstechnischen, zeitlichen und auch sonstigen Nutzung lässt sich für
die vorliegend strittige Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Trainingsanlage,
deren Bestandsteile voranstehend bereits beschrieben wurden, nicht auf
die genannte VSS-Norm abstellen.
Dazu kommt, dass die Jagdschiessanlage Widstud aus Platz- und Kosten-
gründen über nur wenige Scheiben im unterirdischen schalldichten
300 m Schiesstunnel, der zudem von der Büchsenmacherei für das Ein-
schiessen reparierter oder neuer Jagdwaffen dienen soll, verfügen wird. Die
Anzahl der ebenfalls indoor geplanten Scheiben für das Pistolenschiessen
sowie im Schiesskino sind ebenfalls noch nicht definitiv festgelegt. Auf dem
Jagdparcours sowie im Trap- und Skeet wird grossmehrheitlich ohnehin
nicht auf Scheiben, sondern auf bewegte Ziele wie Rollhasen oder Wurf-
tauben geschossen (act. 10.15, S. 12). Eine Ermittlung des Parkplatzbe-
darfs aufgrund der Scheibenzahl ist im vorliegenden Fall folglich kein taug-
liches bzw. kein sachgerechtes Vorgehen.
7.3.3.
Damit ist die Anzahl der notwendigen und damit zulässigen Autoabstellplät-
ze aufgrund der zu erwartenden Nutzungsintensität (Anzahl der Schützen,
welche die Anlage gleichzeitig benutzen; Instruktions- und sonstiges Hilfs-
personal) in Kombination mit dem Fahrzeugbesetzungsgrad zu ermitteln
(dazu im Detail S. 8 ff. der VSS-Norm). Kein Massstab darf diesbezüglich
das zu erwartende Verkehrsaufkommen bei den wenigen gemäss Gestal-
tungsplan erlaubten Sonderanlässen sein (Art. 20 Abs. 4 GPV). Bei Anla-
gen, die wie im vorliegenden Fall aufgrund ihrer Nutzungsart eine stark
schwankende Nachfrage aufweisen, darf das Parkplatzangebot nicht auf
die Spitzen ausgelegt werden (in diesem Sinne S. 21 der genannten
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VSS-Norm). Zu berücksichtigen ist zudem, dass – wie die nachfolgenden
Erwägungen zeigen werden – eine Flächenreduktion bei den Infrastruktur-
bauten vorzunehmen sein wird, und kein Restaurant im gemäss Gestal-
tungsplan vorgesehenen Mass realisiert werden darf.
Bezüglich der Zahl der voraussichtlichen Fahrten zur Jagdschiessanlage ist
selbst die Rekursgegnerin bzw. die beauftragte Planungsfirma unsicher.
Gemäss Rekursantwort ist mit etwa 100 - 150 täglichen Zufahrten zu rech-
nen (act. 9, S. 18). Die Zahl dürfte über das ganze Jahr gesehen erheblich
variieren. Der Wegleitung für Interessenten zur Absolvierung der Jägerprü-
fung im Kanton Zürich ist etwa zu entnehmen, dass der Theoriekurs für die
so genannte Anwärterprüfung im Ausbildungszyklus 2016/17 blockweise
zwischen dem 24. November 2016 und 16. März 2017 durchgeführt wird
(http://www.aln.zh.ch/internet/baudirektion/aln/de/fjv/Jagd/jaeger_werden.
html). Beim Schiessbetrieb ist ebenfalls von stark unterschiedlichen Fre-
quenzen bei den einzelnen Schiesshalbtagen auszugehen. Klar ist immer-
hin, dass bei nicht mehr als 1'500 aktiven Jägern die von der Rekurrentin
behaupteten 1'200 Fahrten (Zu- und Wegfahrten zusammengezählt) pro
Tag unrealistisch hoch sind. Der von der Rekursgegnerin angenommene
Fahrzeugbesetzungsgrad von 1,1 Personen dürfte etwa zutreffend sein, da
Jäger und Schützen erfahrungsgemäss eher selten in Gruppen zu solchen
Schiessanlagen anreisen.
Aufgrund dieser Ausgangslage und der gebotenen spezifischen Einzelfall-
beurteilung ist die Anzahl der gemäss Gestaltungsplan vorgesehenen
120 Fahrzeugabstellplätze deutlich zu hoch und signifikant zu reduzieren.
Insoweit ist der Rekurs teilweise gutzuheissen und die Streitsache ist in
diesem Sinne an die Baudirektion Kanton Zürich zurückzuweisen. Letztere
wird in diesem Zusammenhang auch über den Abstand zwischen dem neu
zu definierenden Parkierungsareal (reduzierter Baubereich A) und dem Bio-
top am Simeligraben zu entscheiden haben.
7.4.1.
Im Hauptgebäude sind verschiedene Infrastruktureinrichtungen geplant,
welche rekurrentischerseits teilweise in Frage gestellt werden.
7.4.2.
Zur Büchsenmacherei (umgangssprachlich: Waffenhandlung mit angeglie-
derter Reparaturwerkstatt): Strittig ist vorab deren Grösse bzw. deren zu-
R4.2015.00083 Seite 19
lässige Fläche. Die Notwendigkeit einer Werkstatt mit einem Verkaufsbe-
reich für jagdspezifische Produkte wird von der Rekurrentin grundsätzlich
nicht in Frage gestellt. Sie verlangt aber mit der vorgeschlagenen teilweisen
Neuformulierung eine flächenmässige Verkleinerung dieser Einrichtung.
Gemäss Art. 8 Abs. 3 GPV darf die Büchsenmacherei, bestehend aus Ver-
kaufsladen und Werkstatt, eine Maximalfläche von 600 m 2 aufweisen. Zur
geplanten Büchsenmacherei hält die Rekursgegnerin im Bericht zum Ge-
staltungsplan Widstud u.a. fest:
"Jagdliche und sportliche Schusswaffen sind hochpräzise und mechanisch komplexe Geräte, welche sehr viel Pflege benötigen. Sie sind zudem  mit empfindlichen optischen Zielgeräten ausgestattet. Eine  und fachlich kompetente Beratung und Reparaturmöglichkeit vor Ort ist daher eine zentrale Komponente der gesamten Anlage. Die Aufgaben, welche die Büchsenmacherei vor Ort zu erfüllen hat, können nur von einem voll ausgebauten Betrieb und damit nicht von einer kleinen Dependance einer andernorts bereits bestehenden Büchsenmacherei sichergestellt werden. Der sichere und treffsichere und damit auch der  Umgang mit jagdlichen Waffen hängen neben den Fähigkeiten des  auch stark von der Qualität der eingesetzten Waffen ab. Es ist daher unumgänglich, in die Anlage eine Büchsenmacherei, welche die Schützen beraten oder mit Waffen versorgen kann und wo sich die Benutzer der  mit Munition sowie allem anderen, was zur Jagdausübung benötigt wird eindecken können, zu integrieren. Eine qualitativ hochstehende  ist vor Ort nur realisierbar, wenn diese auch langfristig  überleben kann" (act. 10.4, S. 5).
Diesen Ausführungen ist, soweit sie sich auf die Notwendigkeit einer Büch-
senmacherei beziehen, grundsätzlich beizupflichten. Auf die Thematik, ob
diese nun als Filiale einer bereits andernorts bestehenden Büchsenmache-
rei oder als eigenständiges Geschäft realisiert wird (und die damit zusam-
menhängenden Fragen der Wirtschaftlichkeit), muss hier – wo in erster Li-
nie raum- und richtplanerische sowie umweltschutzrechtliche Aspekte
massgebend sind – nicht weiter eingegangen werden.
Hingegen ist vor allem der Flächenbedarf eines solchen ausschliesslich für
die Jagdschiessanlage konzipierten Betriebs zu prüfen. Vor diesem Hinter-
grund drängt sich ein Vergleich mit anderen Büchsenmachereien sowie De-
tailhandelsgeschäften generell auf. Die Verkaufsfläche von Waffengeschäf-
ten bzw. jagdspezifischen Läden in der Schweiz ist recht unterschiedlich.
Grössere Waffengeschäfte mit Vollsortiment weisen Flächen (ohne Werk-
statt) in der Grössenordnung von 200 m 2 auf (vgl. u.a. www.hunters-
paradise.ch); kleinere bis mittelgrosse Waffengeschäfte mit Vollsortiment
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haben Ladenflächen im Bereich von 100 m 2 (vgl. u.a. www.waffen-
ingold.ch/ueber-uns/nachfolger-gesucht). Generell hängt die Durchschnitts-
fläche schweizerischer Detailhandelsgeschäfte stark von Faktoren wie Ort
und Branche ab. Volg-Läden, welche mit 578 Geschäften einen ziemlich
repräsentativen Vergleich liefern, wiesen 2015 gesamtschweizerisch eine
durchschnittliche Verkaufsfläche von 172,7 m 2 auf (www.volg.ch/ueber-
volg/volg-konsumwaren-ag/zahlen-zur-verkaufsfront). Dazu dürfte erfah-
rungsgemäss eine etwa gleich grosse Lagerfläche kommen.
Angesichts dieser Vergleichszahlen ist die gemäss Art. 8 Abs. 3 GPV ma-
ximal zulässige Fläche von 600 m 2 deutlich zu gross bemessen und daher
auf maximal 400 m 2 zu reduzieren. Bei einer solchen Fläche können so-
wohl ein übersichtliches Verkaufsgeschäft mit einem ausreichenden jagd-
spezifischen Sortiment als auch eine fachtechnisch hochwertige Werkstatt
eingerichtet werden. In korrekter Weise beschränkt Art. 7b GPV das Ange-
bot des Verkaufsladens auf das Sortiment des Jagd-/Schiessbedarfs, also
auf Waffen, Munition und andere Artikel für die jagdlichen Bedürfnisse bzw.
derer der ebenfalls (eingeschränkt) zugelassenen Sportschützen. Die dies-
bezüglich rekurrentischerseits verlangte Neuformulierung ist folglich unnötig
und sachlich nicht gerechtfertigt.
7.4.3.
Zu den Schulungsräumen und zum Restaurant: Diese sind Im Hauptge-
bäude, also im Baubereich B1, geplant und miteinander kombiniert, so dass
je nach Anlass mehr Schulungsraum oder mehr Restaurationsfläche zur
Verfügung stehen soll. Art. 8 Abs. 4 GPV hält dazu fest:
"Die Fläche von Restaurant und Schulungsräumen im Baubereich B1 darf 500 m2 betragen (2/3 Restaurant, 1/3 Schulung). Die Zielgruppe des  sind die Nutzer der Jagdschiessanlage. Anlässe müssen im  mit dem Zweck der Jagdschiessanlage stehen."
Der Bericht zum Gestaltungsplan Widstud präzisiert diese Bestimmung wie
folgt:
"Die gesamte Anlage dient in erster Linie Wildschutzorganen und Jägern als Aus- und Weiterbildungsstätte. Im Rahmen der Aus- und Weiterbildung finden jährlich Dutzende von Veranstaltungen statt: Theoretische , Waffenhandhabung, praktische Schiessausbildung, Praxistage, Schiesskurse, Testen neuer Waffensysteme, Anschussseminare, , von der Fischerei- und Jagdverwaltung angeordnete , etc. In vielen der angebotenen Kurse hat das jagdliche  einen zentralen Stellenwert. Es macht daher Sinn, auf der Anlage Wid-
R4.2015.00083 Seite 21
stud auch entsprechende Schulungsräumlichkeiten einzuplanen, damit Theorie und Praxis optimal am gleichen Standort kombiniert werden .
Die Schulungsräume und Räumlichkeiten des Restaurationsbetriebs sind so auszugestalten, dass sie bei Bedarf für Versammlungen von Jagdbezirken, jagdlichen Verbänden oder Veranstaltungen der Fischerei- und  kombiniert genutzt werden können. Nutzer der  schiessen in der Regel anlässlich eines Besuchs auf der Anlage nicht stundenlang ununterbrochen. Konzentriertes Schiesstraining ermüdet das Auge recht schnell. Folglich macht es Sinn und ist betreffend  bedeutend wirksamer, abwechslungsweise zu schiessen und wieder zu pausieren.
Aus genannten Gründen wird ein Restaurant mit einem vernünftigen Grundangebot (Getränke, Zwischenverpflegung, einfaches Mittagessen, etc.) eingeplant. Es ist keinesfalls vorgesehen, das Restaurant als regionales Ausflugsziel im Grünen oder Gourmetrestaurant zu positionieren. Es soll, wie beschrieben, in erster Linie die Bedürfnisse der Anlagennutzer .
Wie bei der Büchsenmacherei lässt sich die definitive Grösse und  des Restaurationsbetriebs und der Ausbildungsräume zum  Planungszeitpunkt noch nicht genau festlegen. Geplant ist, diese Räume so anzuordnen, dass sie bei Bedarf zumindest teilweise kombiniert als grosser Versammlungsraum genutzt werden können. Im Kanton Zürich sind rund 1500 Personen jagdlich aktiv und der grösste jagdliche Verband hat fast 1000 Mitglieder. Es macht daher Sinn, die Räumlichkeiten so zu , dass Versammlungen mit mehreren 100 Personen (, Informationsveranstaltungen etc.) möglich sind" (act. 10.4, S. 6).
In ihrer Rekursantwort verweist die Baudirektion explizit auf diese Ausfüh-
rungen.
Mit dieser Zielvorstellung (wozu auch die Parkierungsanlage für 120 Fahr-
zeuge sowie die zu gross konzipierte Büchsenmacherei gehört) wären alle
Voraussetzungen geschaffen, mit dem Gestaltungsplan ein jagdsportliches
Eventzentrum errichten zu können. Ein solches steht aber weder im Ein-
klang mit der Richtplanvorgabe noch wäre es raumplanerisch an diesem
Ort ausserhalb des Baugebiets zu verantworten. Fundamentale Grundsätze
des Raumplanungsgesetzes stünden einer solchen Anlage und Nutzung
diametral entgegen. Die Jagdschiessanlage ist zwar aus Lärmschutzgrün-
den quasi negativ standortgebunden, was jedoch für die meisten vorgese-
henen Infrastrukturbauten, insbesondere in der gemäss Gestaltungsplan
vorgesehenen Grösse, nicht zutrifft.
R4.2015.00083 Seite 22
Es dürfte zwar sachgerecht sein, etwa den für die Jägerprüfung notwendi-
gen theoretischen Lehrgang oder andere jagdspezifische Weiterbildungs-
kurse auf der Jagdschiessanlage durchführen zu können. Praxis und Theo-
rie lassen sich damit ohne Ortswechsel sinnvoll verbinden. Insoweit ist ein
grundsätzlicher Bedarf nach einem Schulungsraum ausgewiesen. Hinge-
gen sind jagd-gesellschaftliche Anlässe, Generalversammlungen von Jagd-
vereinen oder andere Veranstaltungen in keiner Weise standortgebunden
und können, wie bis jetzt auch schon, irgendwo durchgeführt werden. Die
Vorstellung der Rekursgegnerin, auf der Jagdschiessanlage Widstud An-
lässe mit Hunderten von Personen abhalten zu wollen, ist vor diesem
raumplanerischen Hintergrund geradezu abenteuerlich. Folglich stellt sich
die Frage nach der zulässigen und sachgerechten Grösse eines solchen
Schulungsraums. Gemäss Art. 8 Abs. 4 GPV ist für Schulungsräume eine
Fläche von rund 170 m 2 (1/3 von 500 m
2 ) vorgesehen.
Gemäss den kantonalzürcherischen Empfehlungen haben Unterrichtsräu-
me in Volksschulen u.a. eine Bodenfläche von 2,5 m 2 pro lernende Person
aufzuweisen (www.vsa.zh.ch/internet/bildungsdirektion/vsa/de/schulrecht_
finanzen/schulhausbauten.html, S. 7). Andere Kantone kennen vergleichba-
re Flächenstandards für ihre Schulen. Die ETH Zürich hat gemäss ihren
Richtlinien bei Seminarräumen einen Flächenbedarf von 1,6 – 2,2 m 2 pro
studierende Person (www.ethz.ch/de/utils/search.html?search=Richtlinien+
Seminarr%C3%A4ume&language=de). Ob die gemäss Gestaltungsplan
vorgesehene Fläche von rund 170 m 2 , was mehr als zwei grossen Schul-
zimmern entspricht, aufgrund dieser oder vergleichbarer Flächenstandards
im vorliegenden Fall angemessen oder doch bereits zu gross ist, wird die
Vorinstanz im Lichte der voranstehenden Erwägungen noch zu prüfen ha-
ben. Insoweit ist die Streitsache an diese zurückzuweisen.
Für die Verpflegung der Schützen und Besucher von Theoriekursen ist kein
Restaurationsbetrieb mit einer Fläche von rund 330 m 2 (2/3 von 500 m
2 )
zwingend notwendig. Die Verpflegung dieses Personenkreises kann mittels
Automaten, Take-Away, Sandwich-Bar, Catering und ähnlichen Einrichtun-
gen mit einer reichhaltigen Auswahl in einer guten Qualität ohne weiteres
sichergestellt werden. Solche Verpflegungsmöglichkeiten haben keinen be-
sonders grossen Flächenbedarf, jedenfalls keinen solchen wie das gemäss
Gestaltungsplan vorgesehene Restaurant samt entsprechender Küche. Die
Argumentation, der Restaurationsbetrieb müsse einen Beitrag an die
Grundfinanzierung der Schiessanlage leisten, ist zwar durchaus nachvoll-
R4.2015.00083 Seite 23
ziehbar (act. 10.15, Anhang 4-1c). Dieses finanzielle Interesse ist aber we-
niger stark zu gewichten als das raumplanerische. Zudem lassen sich
selbst mit einem kleineren Verpflegungsbereich gute finanzielle Erträge ge-
nerieren. Immerhin hält selbst die Rekursgegnerin fest, dass der Verpfle-
gungsbetrieb in erster Linie die Grundbedürfnisse der Anlagennutzer abde-
cken solle. Aus den Verfahrensakten geht hervor, dass sich im Übrigen
auch der Stadtrat Bülach für eine Flächenverkleinerung in diesem Bereich
ausgesprochen hat (act. 10.7).
Die Rekursgegnerin ist somit anzuweisen, die für die Verpflegung notwen-
dige Fläche auf ein angemessenes Mass zu reduzieren. Auf ein öffentliches
Restaurant ist zu verzichten. Insoweit erweist sich der Rekurs ebenfalls als
begründet.
7.5.
Zu den Indoor-Schiessanlagen und zum 300 m-Schiesstunnel (letzterer im
Baubereich B2): Deren Notwendigkeit für die jagdliche Ausbildung ist in den
vorgesehenen Dimensionen ausgewiesen (u.a. act. 10.15, S. 12). Die re-
kurrentischerseits zumindest sinngemäss verlangte flächenmässige Ver-
kleinerung der entsprechenden schiesstechnischen Anlagen wäre deshalb
nicht sachgerecht und würde eine geordnete fachgerechte jagdliche Aus-
bildung in Frage stellen.
Der 300 m-Schiesstunnel wird in der Umgebung keine Lärmimmissionen
verursachen, da er vollständig eingedeckt wird, was ursprünglich nicht vor-
gesehen war. Er ist daher, wie die eigentlichen Indoor-Anlagen (Schiess-
kino, Kurzdistanzen, Kleinkaliber), lärmschutzmässig nicht beachtlich.
Im Untergeschoss des Baubereichs B1 ist u.a. der einseitig offene Ab-
schussbereich für die Kugelanlagen mit Distanzen zwischen 50 m bis
150 m, wo auf stehende Scheiben und bewegte Ziele im Freien (Baube-
reich C) geschossen wird, geplant. Zur Lärmreduktion sind die ersten 20 m
dieser Anlage überdacht und zudem lärmabsorbierend auszukleiden
(Art. 11 Abs. 3 lit. b GPV). Die vorgesehenen Dimensionen dieses Ab-
schussbereichs sind – wie von der Rekursgegnerin zutreffend festgehal-
ten – für den Betrieb dieser Kugelanlage unverzichtbar, folglich sachge-
recht und daher nicht zu verkleinern.
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7.6.
Zu den Kugel- und Schrotanlagen im Freien: Die bereits beschriebene Ku-
gelanlage dient ebenso der jagdlichen Ausbildung wie die mehrteilige
Schrotanlage, welche mit einer Ausdehnung von 2,28 ha rund 40 % der
Perimeterfläche des Gestaltungsplans belegt. Auf dieser wird mit Schrot-
patronen auf den laufenden Blechhasen, den Rollhasen (rollende Wurf-
scheibe) sowie auf Wurftauben (Skeet und Trap) geschossen. Über die An-
lage führt zudem ein Jagdparcours. Auf diesem wird das reaktionsschnelle
und präzise Schiessen unter wechselnden Bedingungen geübt (act. 10.15,
S. 2). Die genannten Schiessdisziplinen sind grossmehrheitlich auch prakti-
scher Inhalt der Jägerprüfung (§§ 12 f. der Verordnung über die Jägerprü-
fung).
Die Rekurrentin verlangt eine Redimensionierung der Anlagen im Freien,
nicht zuletzt mit dem Argument, das sportliche Skeet- und Trapschiessen
sei an diesem Ort unzulässig. In ihrer Rekursantwort hat die Baudirektion
jedoch überzeugend dargelegt, dass solche Anlagen aus Gründen der
Schiessart und der Sicherheit sowie wegen des Lärmschutzes zwingend
eine bestimmte Grösse mit vorgeschriebenen Mindestparametern aufwei-
sen müssen, damit sie überhaupt betrieben werden können bzw. dürfen.
Bei einer flächenmässigen Verkleinerung könnten z. B. die notwendigen
Sicherheitsabstände zwischen den Schützen nicht mehr eingehalten wer-
den (act. 9, S. 6). Die Grösse der Kugelfänge ändert sich bei einer Verklei-
nerung der Schiessanlage nicht.
Mit der gemäss Gestaltungsplan vorgesehenen Flächenausdehnung kön-
nen alle schiesstechnischen Vorgaben erfüllt werden, womit auf diesen An-
lagen ein dem Ausbildungs- und Übungszweck entsprechendes Training
durchgeführt werden kann. Entgegen rekurrentischer Meinung wären die
Skeet- und Trapanlagen sowie die übrigen Schiessstände überdies nicht
kleiner dimensioniert, wenn diese ausschliesslich jagdlichen Schützen vor-
behalten wären. Die für das Training in den olympischen Disziplinen Skeet
und Trap notwendigen technischen Anpassungen sind weder grössen-
noch immissionsrelevant (act. 9, S. 4). Dasselbe gilt für die Kugelanlagen.
Folglich spielt die (partiell zulässige) sportschützliche Mitbenutzung bei der
Konzipierung der Grösse der Schiessanlagen generell keine Rolle.
R4.2015.00083 Seite 25
7.7.
Weisen die schiesstechnischen Anlagen eine sachgerechte Grösse auf,
steht insoweit die beantragte Verkleinerung des Gestaltungsplanperimeters
ausser Diskussion.
8.
Die Kubatur des Baubereichs B1, der maximal eine Länge von 43 m, eine
Breite von 26 m sowie eine Höhe von 11 m aufweisen darf, ist entgegen re-
kurrentischer Auffassung nicht zu beanstanden. Die beiden Untergeschos-
se liegen unterhalb des Randes der Kiesgrube; die beiden Obergeschosse
dürfen die Höhenkote von 440 m.ü.M. nicht überschreiten. Damit kann
grundsätzlich eine gute Einordnung in die Umgebung erreicht werden. Die
abschliessende Beurteilung der Einordnung hat anhand des konkreten Pro-
jekts im nachfolgenden Baubewilligungsverfahren zu erfolgen. Immerhin
sind in allen Baubereichen Bauten und Anlagen so zu gestalten, dass eine
besonders gute Gesamtwirkung erreicht wird (Art. 9 Abs. 1 GPV); zudem
sind Dachflächen, soweit möglich, extensiv zu begrünen (Art. 9 Abs. 2
GPV). Inwieweit es trotzdem zweckmässig wäre, die Kubatur aufgrund der
voranstehenden Erwägungen unter Ziffer 7.4.3 zu verkleinern, hat die Re-
kursgegnerin im Rahmen ihres planerischen Ermessens zu entscheiden.
Die rekurrentischerseits verlangte generelle Begrünungspflicht der Dächer
ist weder sachlich noch rechtlich gerechtfertigt. Dasselbe gilt bezüglich der
übrigen beantragten textlichen Anpassungen bezüglich Gestaltung. Mehr
als eine "besonders gute Gestaltung" im Sinne von Art. 9 Abs. 1 GPV kann
von der Bauherrschaft hier nicht verlangt werden.
Die vorgesehenen Dimensionen und die Platzierung der Anlagen in den
Baubereichen C und D, welche aus Lärmschutzgründen unterhalb der
Höhenkote des gewachsenen Terrains erstellt werden müssen und daher
von ausserhalb der Jagdschiessanlage optisch kaum einsehbar sein wer-
den (Art. 11 Abs. 3 lit. a GPV), sind ebenfalls nicht zu beanstanden.
9.1.
Die Rekurrentin moniert, die Schiessanlage verursache übermässigen
Lärm, welcher sich insbesondere auf dem Areal ihres Schulinternats, wo
zahlreiche stressanfällige und psychisch belastete Kinder und Jugendliche
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lebten, ausgesprochen störend und nachteilig auswirke. Gemäss Lärmgut-
achten der Bauherrschaft würden zwar die gesetzlichen Grenzwerte einge-
halten; diese Immissionsabklärung sei im vorliegenden Fall allerdings man-
gel- bzw. lückenhaft durchgeführt worden. Gemäss dem von der Firma
SINUS Engineering AG erstellten Parteigutachten (act. 4.2), das teilweise
von anderen Parametern ausgehe, werde der massgebende Grenzwert von
55 dB(A) mit 61,3 dB(A) (ohne Berücksichtigung von Lärmschutzmass-
nahmen am Berechnungsstandort) bzw. 59,1 dB(A) (mit Lärmschutzmass-
nahmen am Berechnungsstandort) deutlich überschritten. Überdies werde
das gesetzliche Vorsorgeprinzip nicht konsequent beachtet. Schliesslich sei
auf ihrem Schulareal unverständlicherweise keine Lärmabklärung vorge-
nommen worden.
9.2.
Das Baurekursgericht wies die Rekursgegnerin anlässlich des Augen-
scheins vom 6. November 2015 an, bei zwei Orten auf dem rekurrentischen
Schulareal, das unbestrittenermassen der Empfindlichkeitsstufe (ES) II zu-
geordnet ist, ergänzende Lärmabklärungen vorzunehmen (Prot. S. 6) und
entsprach insoweit dem rekurrentischen Antrag Nr. 1. Diese vom beauftrag-
ten Ingenieurbüro Basler & Hofmann AG erstellte Ergänzung, welche zum
Schluss kommt, dass auch hier der massgebende Grenzwert eingehalten
werde, datiert vom 10. November 2015. Bei den Ermittlungsorten "west-
lichstes Fenster im Obergeschoss des Gebäudes R.-strasse 15" und "west-
lichstes Fenster im Schulzimmer Hochparterre des Gebäudes R.-
strasse 19" wurden grenzwertkonforme Werte von 48,7 dB(A) bzw.
48,8 dB(A) ermittelt. Die Definition der Ermittlungsorte erfolgte im Übrigen
im Einverständnis der Rekurrentin.
9.3.1.
Die Jagdschiessanlage Widstud ist eine neue ortsfeste Anlage im Sinne
von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG) und von Art. 2 Abs. 1
der Lärmschutzverordnung (LSV).
Die Emissionen einer neuen Anlage sind einerseits im Rahmen der Vorsor-
ge so weit zu begrenzen, wie dies technisch und betrieblich möglich sowie
wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). Ande-
rerseits ist dafür zu sorgen, dass die durch die Anlage verursachten Lärm-
immissionen in der beurteilungsrelevanten Umgebung zu keiner Über-
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schreitung der Planungswerte (Art. 25 Abs. 1 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV)
bzw. zusammen mit dem Lärm anderer Anlagen zu keiner Überschreitung
der Immissionsgrenzwerte führen (Art. 8 und 13 ff. USG; Art. 40 Abs. 2
LSV). Letzteres ist hier nicht relevant.
Die Lärmschutzverordnung hat bezüglich des Lärms von zivilen Schiessan-
lagen, wozu auch Jagdschiessanlagen der vorliegenden Art gehören, Be-
lastungsgrenzwerte festgelegt (Ziffer 1 Anhang 7 LSV). Danach haben sol-
che Anlagen im Bereich der Empfindlichkeitsstufe II einen Planungswert
von 55 dB(A) einzuhalten (Ziffer 2 Anhang 7 LSV). Bei neuen Anlagen,
welche per definitionem noch nicht realisiert wurden, hat die Lärmermittlung
aufgrund vom Modellberechnungen zu erfolgen. Die entsprechenden
Grundsätze und Pegelkorrekturen finden sich in Ziffer 31 und 32 Anhang 7
LSV. Die u.a. als Berechnungsbasis dienenden Schiesshalbtage und
Schusszahlen werden in Ziffer 322 und 323 Anhang näher definiert. Der re-
kurrentische Einwand, der Planungswert von 55 dB(A) sei in Berücksichti-
gung eines neueren Bundesgerichtsurteils zu wenig streng, ist unbegrün-
det. Bei jenem Urteil ging es um einen völlig anderen Sachverhalt und eine
andere Lärmkategorie.
9.3.2.
Die Rekursgegnerin führte ein Testschiessen zwecks Kalibrierung in der
Kiesgrube Widstud durch und eruierte die Schiesslärmimmissionen an-
schliessend aufgrund des allgemein anerkannten Berechnungsmodels
SonARMS der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
Dübendorf (EMPA). Das vom Ingenieurbüro Basler & Hofmann AG in Zu-
sammenarbeit mit der EMPA und der Lärmschutzfachstelle des Kantons
Zürich (FALS) verfasste Gutachten kam zum Schluss, dass beim ermittel-
ten Belastungsgrenzwert auf der Basis von 400 Schiesshalbtagen und ei-
ner Gesamtzahl von 826'000 jährlichen Schüssen der Planungswert an al-
len beurteilungsrelevanten Orten − gemäss erwähntem Ergänzungsgutach-
ten selbst auf dem rekurrentischen Areal − eingehalten werde. Dazu wird in
der Rekursantwort im Detail ausgeführt:
"Für das öffentliche Testschiessen vom 25. August 2014 wurde versucht, mit provisorischen Hindernissen die Schutzwirkung möglichst optimal nachzubilden. In Richtung Norden [also in Richtung des rekurrentischen Schulinternats] war das nur zum Teil möglich, da die Schutzwirkung (, Überdeckung und lärmabsorbierende Auskleidung der ) gegen Norden mit den Schiesstunnels nur mangelhaft simuliert werden konnte. Mit den effektiven Hindernissen wird der Direktschall im
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Norden deutlich tiefer sein. Wo der Lärm aber auch bereits an der Quelle vermindert werden kann, wie mit der 20 m langen Überdeckung des  Kugel, reduzieren sich selbstverständlich auch  Reflexionen. Dass die Reflexionen einen wichtigen Anteil der  bilden, hat sich in den Berechnungen und den Messungen . Wie die Kalibrationsmessungen mit Registrierung der  zeigen, werden diese Reflexionen an den Waldrändern durch das Ausbreitungsmodell nARMS zuverlässig erfasst (nicht aber durch das  der SINUS Engineering AG). Damit sind auch in den Berechnungen diese Reflexionen korrekt enthalten. Zudem enthält das Lärmgutachten  differenzierten Vergleich zwischen Messung und Modellberechnung, wobei eine gute Korrelation festgestellt worden ist" (act. 9, S. 15 f.).
Diese zutreffenden Ausführungen vermag die Rekurrentin in keiner Weise
zu widerlegen. So stimmt insbesondere ihr Einwand, die lärmrelevanten
Reflexionen des nahen Waldrandes seien nicht einbezogen worden, offen-
sichtlich nicht. Auch die Dauer des Testschiessens ist nicht im rekurrenti-
schen Sinne relevant. Bei diesem ging es nicht darum, einen ganzen
Schiesshalbtag zu simulieren, sondern das Berechnungsmodell auf die
Verhältnisse vor Ort zu kalibrieren.
Mit der Rekurrentin ist immerhin einig zu gehen, dass die Lärmermittlung
mit solchen Berechnungsmodellen, auch wenn sie allgemein anerkannt und
mittelweile ziemlich ausgereift sind, mit gewissen Unsicherheiten behaftet
sind. Dies stellt auch die Rekursgegnerin nicht grundsätzlich in Abrede. Es
ist daher – wie in Art. 11 Abs. 4 GPV festgehalten − angezeigt, die nachfol-
gende Baubewilligung dahingehend nebenbestimmungsweise zu ergänzen,
dass die Grenzwerteinhaltung nach Erstellung der Schiessanlage im Rah-
men von Abnahmemessungen vor ihren definitiven Inbetriebnahme verifi-
ziert wird. Die genannte Gestaltungsplanvorschrift sieht sogar ein jährliches
Controlling vor.
9.3.3.
Unberechtigt ist schliesslich die rekurrentische Rüge, die Emissionen des
Streitobjekts müssten im Rahmen des Vorsorgeprinzips des Umwelt-
schutzgesetzes über die Grenzwerteinhaltung hinaus weiter reduziert wer-
den. Die Bauherrschaft hat mit dem Gestaltungsplan im Rahmen der Vor-
sorge in genügender Weise zahlreiche lärmreduzierende Massnahmen
festgesetzt. Dazu gehören u.a. die vollständige Eintunnelung der 300 m-
Schiessanlage (was ursprünglich nicht vorgesehen war), die Platzierung
der lärmerzeugenden Aussenanlagen deutlich unterhalb des Grubenrandes
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sowie zahlreiche bauliche Optimierungen zwecks Lärmreduktion in den Ab-
schussbereichen (vgl. Art. 11 Abs. 3 lit. a – d GPV).
10.1.
Gemäss Art. 20 Abs. 2 GPV dürfen die Aussenanlagen an maximal
400 Schiesshalbtagen in Betrieb sein; rekurrentischerseits wird eine Be-
schränkung auf 135 Schiesshalbtage gefordert. Mit einer solchen massiven
zeitlichen Einschränkung wären ein ausbildungsgerechter Betrieb der
Jagdschiessanlage sowie das schiesssportliche Training kaum mehr mög-
lich. Die vorangehenden Erwägungen haben ausserdem gezeigt, dass die
Anlage auf der Basis von 400 Schiesshalbtagen ohne weiteres lärmschutz-
konform ist. Auch insofern ist keine Reduktion der Schiesshalbtage erfor-
derlich.
10.2.
In Anbetracht dessen, dass die massgebenden Lärmgrenzwerte (bei einer
berechnungsmässig verwendeten Zahl von 563'000 Schrotschüssen und
263'000 Kugelschüssen pro Jahr) vollumfänglich eingehalten werden und
zudem das Vorsorgeprinzip hinreichend beachtet wird, ist die von der Re-
kurrentin geforderte Schusszahlbeschränkung (207'000) nicht gerechtfer-
tigt. Mit der erwähnten Reduktion könnte ohnehin keine vollwertige
Jagdaus- und Weiterbildung mehr betrieben werden (act. 9, S. 19, und
act. 10.15, S. 16).
11.
Für die lärmrelevanten Aussenanlagen legt der Gestaltungsplan in Art. 20
Abs. 3 und 4 GPV folgende Betriebszeiten fest:
"Die Aussenanlagen dürfen an Werktagen (Montag bis Samstag) am  nicht vor 08.00 Uhr und am Abend von Montag bis Freitag bis maximal um 18.00 Uhr bzw. einmal in der Woche bis 19.00 Uhr sowie an Samstagen bis maximal 17.00 Uhr geöffnet sein. Über Mittag ist eine Ruhepause von mindestens einer Stunde einzuhalten.
An Sonn- und allgemeinen Feiertagen oder ausserhalb der ordentlichen  ist die Benutzung der Aussenanlage nur an maximal 4  pro Jahr zulässig, die von der Baudirektion bewilligt werden ."
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Die Rekurrentin will die Aktivitäten auf den Aussenanlagen zeitlich weit
mehr einschränken und verlangt insbesondere, die Betriebszeiten − vorbe-
hältlich separat zu bewilligender Ausnahmen – werktags jeweils auf den
Morgen (08.00 Uhr – 12.00 Uhr) und am Samstag auf den Nachmittag
(14.00 Uhr – 18.00 Uhr) zu beschränken. Zudem will sie keine Sonderan-
lässe ausserhalb der üblichen Betriebszeiten, auch nicht sonntags, zulas-
sen.
Die strittigen Betriebszeiten sind lärmschutzbedingt, weshalb es angezeigt
ist, diesbezüglich die einschlägigen kommunalen Bestimmungen über die
Ruhezeiten heranzuziehen (u.a. BRKE I Nrn. 218 und 219/2003 vom
5. September 2003 in BEZ 2003 Nr. 51). Gemäss Art. 22 der Polizeiverord-
nung der Stadt Bülach vom 5. Juli 2010 sind lärmige Aktivitäten montags
bis freitags von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr und von 20.00 Uhr bis 07.00 Uhr
sowie generell an Sonn- und allgemeinen Feiertagen verboten. Samstags
gilt das Verbot von 12.00 Uhr bis 13.00 und ab 18.00 Uhr.
Im Lichte dieser kommunalen Regelung sind die in den Gestaltungsplan-
vorschriften festgelegten Betriebszeiten grundsächlich nicht zu beanstan-
den. Sie gewähren den Anwohnern und anderen Betroffenen eine ange-
messene lärmfreie Zeit. Bezüglich der Mittagsruhe ist die strittige Regelung
jedoch dahingehend zu präzisieren, dass – anpasst an die kommunalen
Usanzen – regelmässig eine Ruhezeit von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr einzu-
halten ist und diese nicht von Fall zu Fall bestimmt wird.
Bezüglich der in Art. 20 Abs. 4 GPV erwähnten vier bewilligungspflichtigen
Sonderanlässen auf den lärmrelevanten Aussenanlagen ist festzuhalten,
dass diese – sofern sie an Sonn- oder allgemeinen Feiertagen stattfinden –
nicht vor 10.00 Uhr beginnen dürfen und spätestens bis 16.00 Uhr zu Ende
sein müssen. Zudem haben sie die mittägliche Ruhezeit von 12.00 Uhr bis
13.00 Uhr einzuhalten. Schliesslich sind nur jagdliche Sonderanlässe (kei-
ne solchen der Sportschützen) erlaubt. Art. 20 Abs. 4 GPV ist insoweit an-
zupassen.
12.
Die Rekurrentin will auf der Jagdschiessanlage keine Aktivität der Sport-
schützen zulassen. Es fehle im Wesentlichen am öffentlichen Interesse, an
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diesem Ort ausserhalb der Bauzonen schiesssportliches Training durchfüh-
ren zu können.
Der Richtplaneintrag lässt diese Zusatznutzung, bei welcher das Training in
den olympischen Schiessdisziplinen Skeet und Trap stark im Vordergrund
steht, grundsätzlich zu, beschränkt allerdings die Aktivitäten der Sport-
schützen. Ein zusätzliches öffentliches Interesse im rekurrentischen Sinne
ist folglich keine Voraussetzung für die strittige schiesssportliche Nutzung.
Bei den bisherigen dezentralen Jagdschiessanlagen im Kanton Zürich war
eine Mitbenutzung der Sportschützen im Übrigen generell erlaubt.
Im Rahmen eines Minderheitsantrags ergänzte der Kantonsrat am 24. Juni
2013 den Richtplantext dahingehend, dass der Nutzungsanteil der Sport-
schützen auf den Aussenanlagen auf maximal 25 % zu beschränken sei
(act. 10.11, S. 7699 ff.). Der Antrag des Regierungsrates sah keine Ein-
schränkung der sportschützlichen Aktivitäten auf den Aussenanlagen vor.
Der strittige Gestaltungsplan hat diese Richtplanvorgabe wie folgt umge-
setzt:
"Der Anteil der rein sportlichen Schützen ist in den Aussenanlagen auf  25 % zu beschränken. Der Betrachtungszeitraum beträgt jeweils ein Jahr" (Art. 19 Abs. 3 GPV). "Die Einhaltung der Anteils der Sportschützen wird von der Baudirektion jährlich anhand der Registrierungen überprüft" (Art. 19 Abs. 4 GPV). "Erreicht der Anteil der Sportschützen bei der  Prüfung 25 %, werden keine neuen Sportschützen mehr registriert bzw. erst dann wieder, wenn die Quote von 25 % wieder unterschritten wird" (Art. 19 Abs. 5 GPV).
Allenfalls sind weitere notwendige Details im noch zu erstellenden Betriebs-
reglement (Art. 18 GPV) oder mit dem konkreten Baugesuch festzulegen.
Diese Festlegung auf Stufe Gestaltungsplan entspricht jedenfalls dem
Richtplantext und ist nicht zu bemängeln.
Generell macht es Sinn, die Kapazität der ohnehin in dieser Grösse vor-
handenen Schiessanlagen mit einer solchen Zusatznutzung hinreichend
auslasten zu können und den olympischen Schiesssport zu fördern. Dies
immer unter der Voraussetzung, dass die Anlage auch mit dem sportlichen
Schiessen vor allem bezüglich ihrer Immissionen gesetzeskonform betrie-
ben werden kann.
Die gelegentliche Benutzung durch ausserkantonale Jagdgäste ist eben-
falls nicht zu beanstanden und auf allen solchen Anlagen in der Schweiz
allgemein üblich. Der rekurrentischerseits verlangte Zusatz, die Registrie-
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rung auf der Jagdschiessanlage habe sich auf Jäger mit Wohnsitz im Kan-
tons Zürich zu beschränken, ist somit nicht angebracht.
13.
Die Rekurrentin fordert zu Unrecht zusätzliche Auflagen im Zusammenhang
mit der verwendeten und verschossenen Munition sowie den Wurfscheiben
(Tontauben, Rollhasen). Die mit dem Gestaltungsplan festgesetzten lufthy-
gienischen Massnahmen (Art. 12 GPV) sowie die Vorschriften über die
Verwendung schadstoffarmer Munition, deren Einsammlung und Entsor-
gung (Art. 13 GPV) sind vorbildlich und entsprechen den neuesten Stan-
dards bei solchen Schiessanlagen. Damit kann eine Belastung u.a. des
Grundwassers mit Schadstoffen vermieden werden.
Das die Umwelt bei unsachgemässer Verwendung belastende Bleischrot,
welches beim Schiessen auf den laufenden Blechhasen aus Sicherheits-
gründen verwendet werden muss, ist vollumfänglich aufzufangen und
nachher fachgerecht zu entsorgen (Art. 13 Abs. 2 GPV). Bei den übrigen
Disziplinen auf den Aussenanlagen werden Stahlschrotpatronen verwen-
det. Diese Munition wurde in letzter Zeit bezüglich ihrer Schadstoffauswir-
kungen massiv verbessert, so dass sie kaum mehr negative Auswirkungen
auf die Bodenqualität hat. Die Tontauben und Rollhasen bestehen teils aus
anorganischen (70 %) teils aus organischen (30 %) Materialien. Früher be-
stand der organische Anteil vor allem aus Teerpechverbindungen, welche
einen hohen Gehalt der sehr problematischen polyzyklischen aromatischen
Kohlenwasserstoffe (PAK) aufwies. Die neueste Generation dieser Wurf-
scheiben ist teerfrei; der PAK-Gehalt liegt unter der Nachweisgrenze
(act. 10.6, S. 9). Aus diesen Gründen schreibt der Gestaltungsplan zu
Recht die Verwendung von Stahlschrotpatronen und Wurfscheiben der
neuesten Generation vor, welche aus Kontrollgründen zwingend vor Ort
bezogen werden müssen (Art. 13 Abs. 1 GPV). Mit der Rekurrentin ist einig
zu gehen, dass sämtliche Munition – also auch diejenige der Kugel- und
Indooranlagen – regelmässig einzusammeln und umweltgerecht zu entsor-
gen ist. Deshalb und aus den vorgenannten Gründen erübrigt jedoch sich
ein Bezugszwang vor Ort für die übrigen Munitionsarten.
Es wird Sache des noch zu erstellenden Betriebsreglements sein, den Um-
gang mit der Munition und den Wurfscheiben) weiter im Detail zu regeln.
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Bei diesem Reglement, welches vor der Anlageinbetriebnahme zu erstellen
ist, wird die Stadt Bülach einzubeziehen sein (Art. 18 GPV).
Keine Rechtsgrundlage findet allerdings die rekurrentische Forderung nach
einem Einbezug der Stadt Bülach bezüglich der Schadstoffermittlung bei
den Indoor-Schiessanlagen (Art. 12 Abs. 1 GPV) sowie der Einbezug bzw.
Anhörung der Anstösser bei der Ausarbeitung des Betriebsreglements.
14.
Mit dem Gestaltungsplan sollen zahlreiche ökologische Massnahmen um-
gesetzt werden. Der im Gestaltungsplanperimeter liegende Teil des Biotops
am Simeligraben, der eine Fläche von rund 0,4 ha umfasst, darf vom Be-
trieb der Jagdschiessanlage nicht beeinträchtigt werden. Zudem sind zahl-
reiche naturnahe Flächen im Umfang von 2,02 ha zu erstellen und entspre-
chend zu pflegen. Bezogen auf die Gesamtfläche der Anlage beträgt der
Anteil der naturnahen Fläche damit rund 28 %. Vor Baueingabe ist ein
diesbezüglicher Detailplan in Zusammenarbeit mit der kantonalen Fachstel-
le Naturschutz auszuarbeiten (Art. 16 GPV). Angesichts dieses umfassen-
den Konzepts sind entgegen rekurrentischer Auffassung keine weiteren
ökologischen Auflagen geboten.
Schliesslich wird der durch das Gebiet Widstud führende nationale Wildkor-
ridor, der dort immerhin rund 1 km breit ist, durch den Bau und den Betrieb
der Anlage nicht tangiert (act. 9, S. 16, und 10.15, S. 21).
15.
Die Rekurrentin verlangt eine Verkleinerung des Gestaltungsplanperime-
ters, so dass dieser überall einen Waldabstand von 30 m einhalten kann.
Die Rekursgegnerin hat dazu in ihrer Vernehmlassung detailliert und zutref-
fend festgehalten, ein solcher Abstand ab der Perimetergrenze sei nicht er-
forderlich, weil die Erhaltung, Pflege und Nutzung des benachbarten Wal-
des mit dem festgelegten Perimeter in keiner Weise beeinträchtigt werde
(act. 9, S. 17).
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16.
Auch im Übrigen erweisen sich die rekurrentischerseits verlangten textli-
chen Anpassungen entweder als unnötig oder sogar als nicht sachgerecht
bzw. rechtswidrig.
17.