Decision ID: 335f0d14-3041-45b0-b796-4a73f72efd8f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
arbeitete auf dem Bau, als er sich am
1.
Dezember 1999 bei einem Unfall, für welchen er bei der Suva versichert war, Ring- und Mittelfinger der linken Hand an einem Tragseil einklemmte und von einem Kran circa einen Meter in die Höhe gezogen wurde (vgl.
Urk.
10/6/11, 10/6/16).
Mit Verfügung vom 1
4.
Dezember 2001 sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2000
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
10/18). Der Ren
tenanspruch wurde
danach
im Zuge mehrerer Revisionsverfahren bestätigt (vgl.
Urk.
10/29, 10/50 und 10/60).
1.2
Im Rahmen eines weiteren
im
Juni 2013 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
(vgl.
Urk.
10/81) veranlasste die IV-Stelle insbesondere eine psychiatrische Be
gut
achtung durch
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie (Gutachten vom 1
2.
September 2016;
Urk.
10/111).
Nach durchge
führ
tem Vo
rbe
scheidverfahren (vgl.
Urk.
10/114, 10
/123)
bejahte sie den Anspruch auf Arbeits
vermittlung mit Mitteilung vom 1
0.
Januar 2017
(Urk.
10/135).
Mit
Schreiben
vom
6.
Februar 2017 orientierte sie den Versicherten über den Ab
schluss der Arbeitsvermittlung
und b
egründet
e
dies einerseits
mit dem Umstand, dass jener sich nicht zur aktiven Stellensuche in der Lage sehe. Andererseits bestehe die
Problematik der
Fremdsprachigkeit
(Urk. 10/138).
Mit Verfügung
gleichen Datums
stellte die IV-Stelle zudem die Rente per Ende des der Zustellung folgenden Monats ein (
Urk.
10/139).
Die dagegen vom Versicherten am
8.
März
2017 erhobene Beschwerde (
Urk.
10/147/3 ff.) wies das Sozialversiche
rungsge
richt
des Kantons Zürich mit Urteil vom 1
3.
Februar
2019 ab (Prozess-Nr. IV.2017.00298
;
Urk.
10/181).
1.3
Am 1
1.
April 2019 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
versi
che
rung zum Leistungsbezug an, wobei er um
Unterstützung bei der beruflichen Integration
ersuchte (
Urk.
10/182 f.). Mit Schreiben vom
7.
Mai 2019 forderte die IV-Stelle ihn auf, mit aktuellen Beweismitteln glaubhaft zu machen, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert haben (
Urk.
10/185).
Nachdem sich der Versicherte nicht hatte vernehmen lassen, stellte sie ihm m
it Vorbescheid vom
9.
September 2019 in Aussicht, dass auf das neue Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (
Urk.
10/192).
Nach Eingang eines Berichtes von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
vom 1
4.
November 2019 (
Urk.
10/197)
holte die IV-Stelle sowohl einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
10/200) als auch
Akten
der Suva ein (Urk. 10/202). Mit Eingabe vom 1
8.
Februar
2020 (
Urk
.
10/205) reichte der Versicherte
Dokumente
ein (
Urk.
10/206-208), darunter insbesondere einen
weiteren
Arztb
ericht von
Dr.
Z._
vom
7.
Februar 2020 (
Urk.
10/206).
Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom 2
2.
Mai 2020,
Urk.
10/211/3 f.) erliess die IV-Stelle am
2.
Juni 2020 einen neuen Vorbescheid, wobei sie die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht stellte (
Urk.
10/212). Dagegen erhob der Versicherte am 1
0.
Juni 2020 Einwand und ersuchte um die Bewilligung von Eingliederungs
massnahmen (
Urk.
10/214). Am 1
5.
Juli 2020 verfügte die IV-Stelle im ange
kündi
gten Sinne (
Urk.
2 = Urk.
10/217).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
8.
August
2020 Beschwerde mit dem Recht
s
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerde
geg
nerin sei anzuweisen, Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten (
Urk.
1).
Zwecks Darlegung seiner finanziellen Verhältnisse reichte der Beschwerdeführer am 2
4.
August 2020 Unterlagen ein (
Urk.
7,
Urk.
8/1-14). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
September 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
4.
Oktober 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga
benbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Juli 2020
begründete
die Beschwer
de
gegnerin
die Abweisung des Leistungsbegehrens
zusammengefasst
damit
,
es sei
nicht davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
füh
rer
s seit Erlass der Verfügung vom 6. Februar 2017
verändert habe.
Eine seit
herige Änderung des Belastungsprofils sei folglich nicht plausibel
. Dem Beschwer
de
führer seien leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar.
Die Einschränkungen
bezögen sich
ausschliesslich
auf
das Spektrum der noch
zumutbaren Tätigkeiten
; die Arbeitssuche selbst sei davon nicht betroffen.
Zudem habe das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vo
m 13.
Februar 2019 festge
hal
ten, dass Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung geprüft und soweit als möglich durchgeführt worden seien (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner Beschwerdeschrift vom 18. August 2020 geltend,
ihm sei gemäss ärztlicher Beurteilung von
Dr.
Z._
nur noch eine einfache Tätigkeit in einem Büro, jedoch keine leichte bis mittel
schwere und wechselbelastende Tätigkeit mehr zumutbar. Er könne mit den be
stehenden gesundheitlichen Einschränkungen keiner körperlichen Arbeit nach
gehen. Deshalb sei er auf Eingliederungsmassnahmen angewiesen (
Urk.
1).
3.
Zunächst ist der
Anfechtungs
gegenstand zu definieren.
Der Beschwerdeführer ersucht
beschwerdeweise
um die Gewährung von Eingliederungsmassnahmen
.
Weder aus seiner Beschwerdeschrift (
Urk.
1) noch den im Verwaltungsverfahren getätigten Eingaben (
Urk.
10/182 f.,
10/205 und
10/214)
geh
t
allerdings
eindeutig
hervor, welche
Massnahme
des
gesetzlich
festgelegten
Katalogs
er
konkret
be
anspruchen will.
Der Beschwerdeführer ersuchte am
9.
April 2019 um Prüfung der Integration (Urk. 10/182). Im Einwand zum Vorbescheid vom
2.
Juni 2020 äusserte er sich
dahin gehend
, dass nur noch einfache Tätigkeiten im Büro denkbar seien. Um eine solche Arbeitsstelle zu finden, müsse er zunächst im Rahmen von Ein
glie
derungsmassnahmen in den entsprechenden Arbeitsmarkt eingegliedert werden (
Urk.
10/214).
In
der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss
, dass kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe.
Auch diesem
Entscheid
ist
mit Blick auf die Begründung
(S. 1 f.)
und die
nur am Rande einschlägigen
beigelegten gesetzlichen Grundlagen
(S. 5 f.)
nicht e
xplizit
zu entnehmen
, welche
Massnahmen beruflicher Art im Einzelnen
geprüft w
urden.
Die Beschwerdegegnerin erwog
indes, dass die Einschränkungen des Beschwer
deführers ausschliesslich das Spektrum der noch zumutbaren Tätigkeiten, nicht jedoch die Arbeitssuch
e selbst betreffen würden
.
Des Weiteren wurde im Fest
stel
lungsblatt klar auf die Arbeitsvermittlung Bezug genommen
, welche bereits im Jahr 2017 angeboten worden sei. Zudem wurde
festgehalten, dass der Be
schwer
deführer lediglich Unterstützung bei der Stellensuche wünsche (Urk. 10/216/2)
, was letztlich unwidersprochen blieb
.
Vor diesem Hintergrund ist davon auszu
gehen, dass die Beschwerdegegnerin verfügungsweise einzig zum Anspruch auf Arbeitsvermittlung (
Art.
18 IVG) verbindlich Stellung genommen hat.
Darauf beschränkt sich folglich der beschwerdeweise weiterziehbare Anfechtungsgegen
stand (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
Damit wird jedoch nichts Abschliessendes gesagt über den Anspruch
des Be
schwerdeführers
auf anderweitige Massnahmen beruflicher Art wie etwa Berufs
beratung (
Art.
15 IVG)
, Umschulung (
Art.
17
IVG
)
oder Arbeitsversuch
(Art.
18a IVG).
Zu
Handen der Beschwerdegegnerin
ist festzuhalten
, dass zwar das Gericht im Urteil vom 13. Februar 2019 im Zusammenhang mit der dort strittigen Ren
teneinstellung festgehalten hat, dass Massnahmen zur Wiedereingliederung ge
prüft und soweit möglich durchgeführt worden seien (
Urk.
10/181/19). Soweit die Beschwerdegegnerin gestützt darauf anzunehmen scheint, das aktuelle Leistungs
gesuch sei mangels Veränderung nach gerichtlicher Prüfung «weiterhin» abzu
weisen (
Urk.
10/216, vgl. auch Urk.
2 S. 2 in fine), kann ihr
hinsichtlich des hier strittigen Streitgegenstandes nicht ohne Weiteres
gefolgt werden. Denn mit der dem Urteil IV.2017.00298 zu
Grunde liegenden Verfügung wurde allein über den
Rentenanspruch entschieden (Urk.
10/139). Die Erwägungen des Gerichts
konnten
sich daher mangels
Anfechtungs
gegenstandes von vornherein nicht auf den Anspruch des Beschwerdeführers auf Massnahmen beruflicher Art beziehen. Viel
mehr
ergingen
die Ausführungen des Gerichts (
Urk.
10/181/19 E. 5.2)
offen
sicht
lich mit Blick auf die
rechtsprechungsgemäss fragliche Selbsteingliederung bei Personen nach mindestens fünfzehn
jä
hrigem Rentenbezug (
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_826/2018 vom 1
4.
August
2019
E. 3.2.2)
, welche Voraussetzung der Beschwerdeführer
i
n Anbetracht der seit 1.
Dezember 2000 laufenden ganzen Invalidenrente damals erfüllte.
Weitergehende Bedeutung auf den Anspruch
des Beschwerdeführers
auf
konkrete
Massnahmen beruflicher Art
ist dieser
gerichtlichen
Erwägung
indes nicht beizu
messen.
4.
4.1
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt,
dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bedarf der Anspruch auf Arbeits
ver
mittlung weder der Invalidität noch eines Mindestinvaliditätsgrades. Zur Begrün
dung des Anspruchs ist jedoch eine spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art notwendig, wenn die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als der
versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind. Die leistungs
spezifische Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behinderung Probleme
bei der Stellensuche verursacht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn wegen Stumm
heit
oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der ver
sicher
ten Person erläutert werden müssen (zum Beispiel welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit sie überhaupt eine Chance hat,
den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (Urteil des Bundesgerichts 8C_641
/2015 vom 1
2.
Januar 2016 E. 2 mit Hinweisen
; vgl. auch
Kreisschreiben über die Ein
gliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE], Stand
1.
Januar 2020, Rz 5005
).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, keine körperlichen Arbeiten mehr ausüben zu können und gemäss ärztlicher Einschätzung von Dr.
Z._
auf eine einfache Tätigkeit im Büro angewiesen zu sein, weswegen Eingliede
rungs
massnahmen zu gewähren seien (
Urk.
1). Demgegenüber legt
e
die Beschwerde
gegnerin ihrer Beurteilung ein anderes Belastungsprofil zu
Grunde, indem sie davon ausging
, dass dem Beschwerdeführer im Vergleich zu 2017 nach wie vor leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar seien (
Urk.
2 S. 2).
4.2.2
Im unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteil vom 1
3.
Februar 2019 (Pro
zess-Nr. IV.2017.000298
,
Urk.
10/181
) äusserte sich das hiesige Sozialversiche
rungsgericht zum medizinischen Belastungsprofil des Beschwerdeführers. In soma
tischer Hinsicht
stützte es sich auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie,
vom 2
6.
Juni 2017 und ging von einer vollzeitigen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
, körperlich sehr leichte bis leichte
Tätigkeiten aus.
Vermieden werden sollten dabei belastende, repetitive
Umwendbewegungen
des linken Unterarms und des linken Handgelenks mit mehr als 2.5 Kilogramm sowie mit Schlägen und/oder Vibrationen für den linken Arm verbundene Tätigkeiten. Als nicht geeignet stufte
Dr.
A._
ausserdem Arbei
ten unter schlechten Wetterverhältnissen wie Kälte oder Nässe sowie Tätigkeiten ein, welche ein kraftvolles Zupacken mit der linken
adominanten
Hand erfordern
(E. 3.3.6 und
E.
4.2 des Urteils
;
Urk.
10/181/16 f., 10/202/10).
Zwecks Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerde
führers stellte das Gericht
uneingeschränkt
auf das psychiatrische Gutachten von Dr.
Y._
vom
1
2.
September 2016 ab und g
elangte auf dieser Grundlage zur
Auffassung
, dass
kein psychisches Leiden (mehr) vorliege, welches sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke
(E. 4.3 des Urteils;
Urk.
10/181/17 ff., 10/202/27).
4.2.3
Der Beschwerdegegnerin ist somit
angesichts der
soeben wiedergegebenen
ge
richt
lichen Er
wägungen
inso
fern
zu widersprechen
, als
es nicht zutrifft, dass dem Beschwerdeführer
seit 2017 leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätig
keiten
zumutbar sind
.
Es handelt sich vielmehr um sehr leichte bis leichte Tätig
keiten mit weiteren Einschränkungen in Bezug auf die linke obere Extremität.
Inwiefern sich
zwischenzeitlich
wesentliche Änderungen an diesem somatischen Belastungsprofil ergeben haben sollten, ist nicht ersichtlich.
Soweit der Beschwer
deführer
in diesem Zusammenhang
gestützt auf die Berichte
von Dr.
Z._
nur mehr die Ausübung einfacher Bürotätigkeiten für möglich erachtet,
kann ihm nicht gefolgt werden.
So handelt es sich um eine fachfremde und mangels Be
gründung nicht nachvollziehbare Beurteilung, wenn der behandelnde Psychiater nur noch Tätigkeiten im Sitzen als leidensadaptiert
bezeichnet
.
Für eine Be
schränkung auf
reine
Büroarbeiten sprach
er sich
überdies nicht aus,
zumal
er beispielsweise auch Fahrertätigkeiten
oder logistische Arbeiten
als möglich
erachtete
(Urk.
10/206/2).
Dazu sieht sich der Beschwerdeführer offenbar auch selbst in der Lage, ansonsten er sich im Januar 2020 nicht
für eine Stelle als LKW-Fahrer
beworben hätte
(
Urk.
10/207/1).
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf psychischer Ebene wird vom Beschwerdeführer selbst nicht geltend gemacht.
Dr.
Z._
vertrat bereits
mit Bericht vom
4.
März 2016 die Auffassung, dass auch für angepasste Tätig
keiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (
Urk.
10/104/7).
Mit Bericht vom 1
4.
November 2019
bekräftigte
er diese Einschätzung
unter expliziter Bezug
nahme auf seine frühere
n Ausführungen
. Er hielt zudem fest, dass sich hinsicht
lich der Auswirkungen des gesundheitlichen Zustands auf die Arbeitsfähigkeit keine Veränderungen ergeben hätten (
Urk.
10/197/7 f.).
Bereits im erwähnten Urteil IV.2017.00298 hat das Gericht die
Beurteilung
von Dr.
Z._
namentlich
unter Berücksichtigung der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen
(BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc),
als nicht überzeugend einges
tuft (E.
4.3.2
;
Urk.
10
/181/18
).
Es besteht nach wie vor keine Veranlassung, von der von
Dr.
Y._
aus psychiatrischer Sicht bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit abzuweichen.
Zum einen kommt den Ausführungen von
Dr.
Z._
in Anbetracht des Umstands, dass er
irrtümlich annehmend, der Beschwerdeführer beziehe
derzeit
eine halbe Invalidenrente
eine Erhöhung der Rente fordert
e
(
Urk.
10/197/11), von
v
ornherein
für die hier strittige
n
Eingliederungs
mass
nahmen
nur sehr begrenzter Beweiswert zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_695/2019 vom 1
8.
Dezember 2019 E. 4.3 und 8C_79/2018 vom
6.
Juni 2018
E. 4.2).
Als höchst widersprüchlich erweist sich zum anderen seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
. Während
er mit Bericht vom 14.
November 2019
noch
jeg
liche
ausserhäusliche Tätigkeit
als nicht vorstellbar bezeichnete (
Urk.
10/197
/11),
erachtete er nur wenige Monate später ein zunächst 50%iges, bei optimalen Bedingungen auf 80 bis 100
%
steigerungsfähiges Arbeitspensum für möglich
, ohne diese
Inkonsistenz
nachvollziehbar zu begründen (Urk.
10/206/2).
Gesamt
haft kann
daher
auf die
Berichte des behandelnden Psychiaters nicht abgestellt werden.
4.2.4
Nach dem Gesagten hat sich das medizinische Belastungsprofil des Beschwerde
führers seit der letzten gerichtlichen Beurteilung mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht verändert. Ihm sind
unter Berücksichtigung zusätzlicher Ein
schränkungen in Bezug auf die linke obere Extremität
nach wie vor sehr leichte bis leichte körperliche Tätigkeiten in einem Vollzeitpensum zumutbar.
Inwiefern sich dadurch Probleme be
i der Stellensuche ergeben soll
en, erschliesst sich nicht und wurde seitens des Beschwerdeführers auch nicht dargelegt.
Seine gesund
heitlichen Einschränkungen sind nicht mit denjenigen vergleichbar, welche vom Bundesgericht beispielhaft als geeignet qualifiziert wurden, Schwierigkeiten bei der Stellensuche zu verursachen (vgl. vorstehende E. 4.1).
Dementsprechend
hat die Beschwerdegegnerin den
Anspruch
des Beschwerdeführers
auf Arbeitsver
mitt
lung
zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung vom 1
5.
Juli 2020 (
Urk.
2) ist
somit
nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erho
benen Beschwerde führt.
5
.
5
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem
unterliegenden
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
5
.2
Der Beschwerdeführer ersucht um die Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (
Urk.
1 S. 1).
Gemäss
§
16
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht (GSVGer)
wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aussichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen.
Der Beschwerdeführer wird von der öffentlichen Sozialhilfe unterstützt (
Urk.
7 S. 2,
Urk.
8/2) und ist somit bedürftig.
Da der Prozess zudem nicht als
gänzlich
aussichtslos einzustufen ist, sind d
ie Voraussetzungen zur Bewilligung der unent
geltlichen Prozessführung
gerade noch
erfüllt. Die Gerichtskosten von
Fr.
500.-- sind
folglich
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.