Decision ID: 2b5e0780-dc7b-56a0-af8c-c7fa759984da
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
N._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a N._ meldete sich am 26. Mai 1997 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen
(Rente) an, da sie seit 1981 an Rückenbeschwerden leide (act. G 8.1.2). Gestützt auf
das polydisziplinäre Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung in Basel
(ZMB) vom 16. Juni 1998, in welchem der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von sechs
Stunden pro Tag für eine mittelschwere Tätigkeit in wechselnder Position attestiert
worden war (act. G 8.1.11), wies die IV-Stelle das Rentengesuch mit Verfügung vom 6.
Januar 1999 ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 29% ermittelte (act. G 8.1.20).
Einen hiergegen erhobenen Rekurs hiess das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen mit Entscheid vom 24. April 2001 gut. Es erachtete das ZMB-Gutachten als
überzeugend, stellte jedoch einen anderen Einkommensvergleich an als die IV-Stelle,
berücksichtigte dabei zusätzlich einen 25%igen Leidensabzug und ermittelte so einen
Invaliditätsgrad von 46%. Es stellte fest, dass die Versicherte Anspruch auf eine
Viertelsrente habe und wies die Sache zur Festsetzung des Rentenanspruchs im Sinn
der Erwägungen (und damit verbunden u.a. zur Prüfung der Voraussetzungen für die
Auszahlung einer Härtefallrente) an die IV-Stelle zurück (act. G 8.1.27). In der Folge
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 12. Dezember 2001
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 46% und infolge Vorliegens eines
wirtschaftlichen Härtefalls mit Wirkung ab 1. Juni 1997 eine halbe (Härtefall)Rente zu
(act. G 8.1.32 f.).
A.b Am 4. Juli 2003 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug (Rente) an
bzw. stellte ein Revisionsgesuch. Sie leide unter häufigem Schwindel durch überhöhten
Blutdruck sowie an zunehmender Schwäche und Kopfschmerzen. Die Schmerzen in
Rücken, Knien und rechtem Bein seien viel stärker geworden (act. G 8.1.38). Im
Arztbericht des Spitals Wattwil vom 29. Juli 2003, wo die Versicherte wegen Synkope
im Rahmen eines akuten Migräneanfalls mit Hyperventilation vom 21. April bis 1. Mai
2003 behandelt worden war, wurde ihr eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich
leichte Arbeiten attestiert; als die Arbeitsfähigkeit "sicher stark reduzierend" wurden die
Adipositas per magna und die arterielle Hypertonie bezeichnet (act. G 8.1.45-5 ff.). Am
8. September 2003 gelangte die IV-Stelle an den Regionalen Ärztlichen Dienst der
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Invalidenversicherung (RAD) und erkundigte sich, ob weitere Abklärungen nötig seien;
das Spital Wattwil bestätige in seinem Bericht vom 29. Juli 2003 "weiterhin einen
stationären Verlauf sowie nach wie vor eine AUF von 50% in adaptierter Tätigkeit",
während der Hausarzt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 25. September 2002
attestiere. Die Versicherte beziehe seit 1. Juni 1997 eine halbe Rente (IV-Grad 46% +
Härtefall). Der RAD empfahl daraufhin, auf Basis der Spitalbeurteilung zu entscheiden
(act. G 8.1.46). Mit Verfügung vom 9. Oktober 2003 lehnte die IV-Stelle die beantragte
Erhöhung der Invalidenrente ab, wobei sie neu einen Invaliditätsgrad von 50%
ermittelte. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen sei der Versicherten "weiterhin" eine
50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zumutbar (act. G 8.1.49). Diese
Verfügung erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft.
A.c Mit Verfügung vom 9. Januar 2004 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, mit
Wirkung ab 1. Januar 2004 (Inkrafttreten der 4. IV-Revision) werde ihr eine Viertelsrente
ausgerichtet; der errechnete Invaliditätsgrad betrage 46% (act. G 8.1.52). Mit
Verfügungen vom 3. und 9. Februar 2006 wurde diese Verfügung implizit aufgehoben
und der Versicherten ab 1. Februar 2006 bzw. rückwirkend für die Zeit vom 1. Januar
2004 bis 31. Januar 2006 eine halbe Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
50% zugesprochen (act. G 8.2.2 und 8.2.6) und entsprechend nachbezahlt bzw. mit
zuvor ausgerichteten Ergänzungsleistungen verrechnet (vgl. act. G 8.2.1).
B.
B.a Im September 2006 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren
ein. Im entsprechenden Fragebogen gab die Versicherte am 15. September 2006 an,
ihr Gesundheitszustand habe sich seit 1. August 2004 verschlimmert. Sie habe
Schmerzen in beiden Knien und leide an Arthrosen. Zudem leide sie unter Schwindel,
sehr hohem Blutdruck und Herzschmerz (act. G 8.1.53).
B.b Im Verlaufsbericht vom 27. September 2007 führte Dr. med. A._, Allgemeine
Medizin FMH, unter Beilage anderer Arztberichte aus, der Gesundheitszustand der
Versicherten habe sich verschlechtert. Seit 18. Juni 2004 leide sie an einer schweren
Trochlea-Arthrose am rechten Knie, an einer Gonarthrose links und an einer Femoro-
Patellararthrose links mit arthroskopischem Knorpelshaving am 24. November 2004
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links sowie am 20. Februar 2006 rechts. Seither komme nur noch eine
schwerpunktmässig sitzende Arbeit in Frage. Die Arbeitsfähigkeit betrage insgesamt
30%. Seit 24. Mai 2005 sei ein zunehmend häufigeres Auftreten von synkopeähnlichen
Zuständen gemischter Genese mit Angina pectoris, Tachycardien, Hyperventilation,
Bewusstseinseintrübungen, Schwindel und massiven Blutdruckschwankungen zu
verzeichnen. Diese Ereignisse träten unabhängig von der Tätigkeit auf, könnten auch
im Sitzen, nicht aber im Liegen entstehen. Ohne Begleitung traue sich die Versicherte
nicht mehr ausser Haus. Ab diesem Datum betrage die Arbeitsunfähigkeit 100% (act. G
8.1.55-5 ff.).
B.c Auf Anfrage der IV-Stelle führte der RAD am 12. Dezember 2006 aus, die
Veränderung des Gesundheitszustands der Versicherten betreffe vor allem die
orthopädische Situation. Internistisch seien keine neuen, nicht schon früher bekannte
Gesundheitsstörungen aufgetreten. Er empfahl daher eine orthopädische
Begutachtung (act. G 8.1.57). Diese erfolgte am 13. März 2007 durch Dr. med. B._,
Orthopädie FMH. Im Gutachten vom 22. März 2007 diagnostizierte dieser eine
Adipositas per magna (ICD-10: E66.8 und E68), Gonarthrosen bds. (ICD-10: M17.4),
eine Osteochondrose und eine Spondylose der LWS sowie eine Hypertonie. Auch
heute sei das Übergewicht der Hauptgrund für eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Da
bereits früher die Steh- und Gehdauer auf die Hälfte eingeschränkt gewesen sei, sei
damit auch die neu eingetretene Behinderung durch die beginnenden Gonarthrosen
berücksichtigt. Es müssten deswegen vermehrt Positionswechsel vorgenommen
werden, und eine rein stehende Tätigkeit sei auch nur halbtags nicht zumutbar. Sei
aber ein Wechsel zwischen Sitzen und Stehen möglich, könne nach wie vor ein Einsatz
von zweimal drei Stunden (pro Tag) mit normaler Leistung und mit einer genügend
langen Pause geleistet werden (act. G 8.1.61).
C.
C.a Am 14. Mai 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, bei der Überprüfung ihres
Invaliditätsgrads seien keine Änderungen festgestellt worden, die sich auf die Rente
auswirkten. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente
(Invaliditätsgrad: 50%; act. G 8.1.65). Mit Schreiben vom 18. Juni 2007 gelangte die
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Duri Poltera, an die IV-Stelle und
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ersuchte sie, den Fall nochmals zu prüfen und/oder ihr eine beschwerdefähige
Verfügung zukommen zu lassen. Zur Begründung liess sie im Wesentlichen geltend
machen, die orthopädische Begutachtung durch Dr. B._ genüge als
Spezialbegutachtung nicht, berücksichtige sie doch insbesondere die Erkenntnisse des
Spitals Wattwil (Fachbereich Innere Medizin) nicht. Damals sei eine Arbeitsfähigkeit von
50% für körperlich leichte Arbeit festgestellt und von der IV-Stelle auch akzeptiert
worden. Es gehe daher nicht an, wenn nun wieder die Arbeitsfähigkeit auf 70% bis
75% erhöht werde. In medizinischer Hinsicht seien insbesondere die arterielle
Hypertonie, aber auch die Synkope mit akutem Migräneanfall vom orthopädischen
Gutachten von Dr. B._ nicht abgedeckt. Es bedürfe einer umfassenderen
medizinischen Begutachtung. In juristischer Hinsicht dürfte weiterhin die 50%ige
Arbeitsunfähigkeit vom Oktober 2003 massgebend sein, wobei aber korrekterweise
künftig noch ein Leidensabzug von 25% zu berücksichtigen wäre. Falls also seit
Oktober 2003 keine medizinische Verschlechterung stattgefunden haben sollte und die
Arbeitsfähigkeit seither unverändert 50% betragen würde, werde eine Wiedererwägung
aus juristischen Gründen (Nichtberücksichtigung des Leidensabzugs) beantragt (act. G
8.1.66).
C.b Mit Vorbescheid vom 3. August 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass sie auf ihr neues Leistungsbegehren nicht eintreten werde, da sie keine
neuen Tatsachen geltend mache (act. G 8.1.71). Hiergegen erhob der Vertreter der
Versicherten am 28. August 2007 Einwand und beantragte, es sei eine MEDAS-
Begutachtung in Auftrag zu geben. Anschliessend sei wiedererwägungs- und/oder
revisionsweise neu zu verfügen. In formeller Hinsicht sei darauf hinzuweisen, dass das
Dispositiv im Vorbescheid (Nichteintreten) falsch sei, da auf das Revisionsgesuch
bereits eingetreten worden sei; gleiches gelte für das Wiedererwägungsgesuch. In
materieller Hinsicht halte er an der Eingabe vom 18. Juni 2007 fest (act. G 8.1.72).
C.c Mit neuerlichem Vorbescheid vom 9. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle der
Versicherten in Aussicht, dass ihre Invalidenrente nicht erhöht werde. Die Abklärungen
im Rahmen der am 6. September 2006 eingeleiteten amtlichen Rentenrevision hätten
ergeben, dass seit der Begutachtung vom Juni 1998 zwar ein objektiv veränderter
Gesundheitszustand vorliege, diese Veränderung allerdings keinen Einfluss auf die
1998 festgestellte Restarbeitsfähigkeit habe. Somit liege kein Revisionsgrund vor. Eine
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weitere medizinische Abklärung sei nicht notwendig. Aufgrund der medizinischen
Sachlage sei die Versicherte objektiv gesehen "weiterhin zu 50% arbeitsfähig" (act. G
8.1.79). Gegen diesen Vorbescheid erhob der Vertreter der Versicherten wiederum
Einwand und beantragte unter Verweis auf seine Eingaben vom 18. Juni und 28.
August 2007 eine MEDAS-Begutachtung (act. G 8.1.80).
C.d Mit Verfügung vom 12. Februar 2008 lehnte die IV-Stelle eine Erhöhung der
Invalidenrente ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50% ab. Der medizinisch
relevante Sachverhalt sei ausreichend abgeklärt, weshalb eine MEDAS-Begutachtung
nicht indiziert sei. Was die Rentenrevision im Jahr 2003 betreffe, so seien die Angaben
bezüglich Arbeitsfähigkeit im Bericht des Spitals Wattwil vom 29. Juli 2003 als eine
andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten massgebenden Sachverhalts
zu werten. Aus heutiger Sicht sei der Revisionsentscheid vom 8. Oktober 2003 insofern
nicht ganz korrekt, als dass ein weiterhin unveränderter Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente (50% invalid) bestätigt worden sei. Vor diesem Entscheid habe nämlich
grundsätzlich Anspruch auf eine Viertelsrente bestanden. Im Jahr 2003 habe unter
gewissen Voraussetzungen Anspruch auf eine halbe Härtefallrente bestanden; diese
Voraussetzungen seien bei der Versicherten erfüllt gewesen. Aufgrund des
Rentenanspruchs mit Härtefallanerkennung sei ihr im Zeitpunkt des Entscheids vom 8.
Oktober 2003 bereits eine halbe Rente ausgerichtet worden. Deshalb werde die
Verfügung vom 8. Oktober 2003 nicht in Wiedererwägung gezogen. Eine allfällige
Wiedererwägung der Verfügung vom 8. Oktober 2003 hätte aufgrund der geänderten
(gesetzlichen) Umstände eine Herabsetzung auf die ursprünglich anerkannte
Viertelsrente zur Folge. Was den geltend gemachten, beim Entscheid vom 8. Oktober
2003 unterlassenen 25%igen Leidensabzug betreffe, werde ein solcher aktuell nicht
mehr für angemessen erachtet, da die Faktoren, welche die Versicherte (in ihrer
Arbeitsfähigkeit) zusätzlich einschränkten, zu einem grossen Teil invaliditätsfremd seien
und daher nicht berücksichtigt werden könnten (act. G 8.1.81).
D.
D.a Mit Eingabe vom 14. März 2008 erhebt der Vertreter der Versicherten Beschwerde
und beantragt, die Verfügung vom 12. Februar 2008 sei aufzuheben. Es sei eine
MEDAS-Begutachtung anzuordnen. Der Beschwerdeführerin sei je nach Ergebnis der
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Begutachtung und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs eine höhere
Invalidenrente auszurichten. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, die
Überlegungen des Gutachters, des RAD und der Beschwerdegegnerin im aktuellen
Revisionsverfahren seien nicht nachvollziehbar und unzutreffend. Vom juristischen
Standpunkt her gesehen sei es falsch, wenn als Referenzbasis vom ZMB-Gutachten
vom 16. Juni 1998 ausgegangen werde. Richtigerweise hätte der Verlauf ab dem
Bericht des Spitals Wattwil vom 29. Juli 2003 beurteilt werden müssen. Weil Dr. B._
dies nicht beachtet habe, sei sein Gutachten unbrauchbar. Das orthopädische
Gutachten von Dr. B._ genüge zudem als Spezialbegutachtung nicht, da es
insbesondere die Erkenntnisse des Spitals Wattwil vom 29. Juli 2003, aber auch des
Verlaufsberichts von Dr. A._ vom 27. September 2007 nicht berücksichtige.
Angesichts der vielfältigen Krankheitsbeschwerden der Beschwerdeführerin sei eine
umfassende MEDAS-Begutachtung zwingend notwendig. In juristischer Hinsicht sei als
Ausgangspunkt weiterhin die 50%ige Arbeitsunfähigkeit gemäss Verfügung vom 9.
Oktober 2003 massgebend, wobei aber neu noch ein Leidensabzug von 25% zu
berücksichtigen wäre. Falls also seit Oktober 2003 keine Verschlechterung der
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit stattgefunden haben sollte, sei doch wegen
des Hinzukommens der Arthrosen in beiden Knien und den damit verbundenen
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit neu ein Leidensabzug von 25% gerechtfertigt
(act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, bei der
Verfügung vom 9. Oktober 2003 (Arbeitsfähigkeit von "weiterhin" 50%) habe sie
offenbar übersehen, dass früher bei einer Arbeitsfähigkeit von 71.6% und einem
Invaliditätsgrad von 46% nur Anspruch auf eine Viertelsrente bestanden habe, jedoch
aufgrund des Härtefalls eine halbe Rente ausbezahlt worden sei. Sie sei deshalb
einfach davon ausgegangen, dass es bei einer halben Rente bleibe und habe das
Erhöhungsgesuch abgewiesen. Rein formell sei im Vergleich mit der früher zugrunde
gelegten Arbeitsfähigkeit adaptiert von 71.6% die neue mit 50% also tiefer gewesen.
Daher wäre ein Revisionsgrund gegeben gewesen. Wie der Vertreter der
Beschwerdeführerin geltend mache, habe sie (die Beschwerdegegnerin) es in der
Verfügung vom 9. Oktober 2003 unterlassen, einen Teilzeitabzug (wie noch in der
Verfügung vom 12. Dezember 2001) vorzunehmen. Gemäss Ausführungen des
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Vertreters der Beschwerdeführerin ergäbe sich unter Berücksichtigung eines Abzugs
von 25% ein Invaliditätsgrad von 62% und die Rente hätte damals schon erhöht
werden müssen. Dies sei jedoch nicht der Fall. Erst ab 1. Januar 2004 hätte Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente bestanden. Auch unter der Annahme, dass im
Verfügungszeitpunkt tatsächlich eine Arbeitsfähigkeit adaptiert von 50% bestanden
habe (wovon jedoch nicht auszugehen sei), erweise sich die Verfügung vom 9. Oktober
2003 zumindest im Ergebnis (effektive Rentenhöhe halbe Rente) als korrekt.
Tatsächlich müsse aber davon ausgegangen werden, dass sich der
Gesundheitszustand und somit die Arbeitsfähigkeit adaptiert nicht verändert hätten. Im
Gegensatz zum ZMB-Gutachten seien bei der Beurteilung durch das Spital Wattwil die
behebbaren (und somit IV-fremden) Auswirkungen der Adipositas allein offenbar nicht
ausgeklammert worden. Der Beschwerdeführerin wäre es bis zu einem gewissen Mass
zumutbar, ihr Gewicht zu reduzieren. Somit bleibe es bei der Berechnung des
Invaliditätsgrads wie im Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
festgelegt. Die Abweisung des Erhöhungsgesuchs vom 9. Oktober 2003 erweise sich
als richtig. Es bleibe bei einem Invaliditätsgrad von 46% und einer aufgrund des
Härtefalls auszurichtenden halben Invalidenrente. Missverständlich und nicht korrekt
seien die Begründung der Verfügung und der Verweis auf eine weiterhin zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 50% gewesen. Folgerichtig habe sie (die Beschwerdegegnerin) die
Rente aufgrund der 4. IV-Revision per 1. Januar 2004 von einer halben auf eine
Viertelsrente herabgesetzt. In der Folge sei dem Ehemann der Beschwerdeführerin
zuerst eine halbe, ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertelsrente zuerkannt worden. Die
Ausgleichskasse habe dabei festgestellt, dass der Beschwerdeführerin eine
Viertelsrente ausbezahlt wurde und habe auf Rückfrage bei der IV die (falsche)
Auskunft erhalten, dass der Invaliditätsgrad 50% betrage. Demgemäss habe sie der
Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2004 die Differenz von einer Viertels- zu einer halben
Rente nachgezahlt (teilweise sei die Nachzahlung mit einer EL-Rückforderung
verrechnet worden). Im Ergebnis (Auszahlung einer halben Invalidenrente) sei dies
richtig gewesen, da die jetzige Prüfung durch die Ausgleichkasse ergeben habe, dass
die Beschwerdeführerin Anspruch auf den Härtefallbesitzstand habe. In der (vorliegend
angefochtenen) Verfügung vom 12. Februar 2008 sei wieder eine Arbeitsfähigkeit
adaptiert von 50% angeführt worden, obwohl der RAD am 2. April 2007 bestätigt habe,
dass die Arbeitsfähigkeit ca. 75% betrage und diese sich seit der ersten Begutachtung
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1998 nicht verändert habe. Faktisch sei es jedoch bei der Arbeitsfähigkeit adaptiert von
71.6% sowie der Ausrichtung einer halben Rente im Härtefall geblieben. Diesbezüglich
sei nicht zu beanstanden, dass in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten von Dr.
B._ abgestellt und das ZMB-Gutachten als Referenzbasis genommen worden sei.
Somit stehe im Nachhinein fest, dass die Arbeitsfähigkeit adaptiert seit dem ZMB-
Gutachten vom 16. Juni 1998 bzw. seit der Verfügung vom 12. Februar 2001 (welche
sich gemäss Gerichtsurteil vollumfänglich auf das fragliche Gutachten habe stützen
dürfen) grundsätzlich gleich geblieben sei, da Dr. B._ eine Arbeitsfähigkeit von
zweimal drei Stunden mit normaler Leistung und mit einer genügend langen Pause
attestiere, was sich mit den Feststellungen der ZMB-Gutachter decke. Die
Arbeitsfähigkeit betrage folglich (wie vom Gericht errechnet) nach wie vor 71.6%. Somit
bleibe es bei einer Härtefallrente bei einem Invaliditätsgrad von 46%, weshalb die
angefochtene Verfügung korrekt sei (act. G 8).
D.c Ein weiterer Schriftenwechsel findet nicht statt (vgl. act. G 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 12.
Februar 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
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geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f., E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372, E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70, S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rechtsanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Neubeurteilung (BGE 130 V 351, E. 3.5.2; BGE 125 V 369, E. 2).
3.
Vorliegend ist die ablehnende Revisionsverfügung vom 12. Februar 2008 angefochten.
Umstritten und zu prüfen ist in diesem Zusammenhang einzig, ob die Rente der
Beschwerdeführerin im Rahmen des im September 2006 eingeleiteten
Revisionsverfahrens zu erhöhen ist. Vorliegend nicht (mehr) bestritten ist
demgegenüber, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit davor seit der ursprünglichen
Rentenzusprache Anspruch auf die Auszahlung einer halben Invalidenrente hat,
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wenngleich sich die Parteien nicht einig sind, ob es sich dabei um eine halbe Rente
infolge eines Invaliditätsgrads von 50% (basierend auf einer entsprechenden
Restarbeitsfähigkeit) oder um eine halbe Rente infolge Härtefall bei einem
Invaliditätsgrad von 46% (basierend auf einer 71.6%igen Restarbeitsfähigkeit und
einem 25%igen Leidensabzug) handelt. Diese Frage braucht vorliegend nicht
abschliessend beantwortet zu werden. Immerhin fällt auf, dass die
Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 9. Oktober 2003 nicht in Wiedererwägung
ziehen möchte (vgl. Beschwerdeantwort, S. 7), so dass diese Verfügung als Grundlage
für die Rentenzusprache ab Oktober 2003 bestehen bleibt. Aus der angefochtenen
Verfügung vom 12. Februar 2008 geht hervor, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin objektiv verändert hat (act. G 8.1.81); dies ist unbestritten.
Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist hingegen, ob diese Veränderung einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bzw. auf den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin
hat.
4.
Die Beschwerdegegnerin hat eine Veränderung des Invaliditätsgrads gestützt auf das
Gutachten von Dr. B._ vom 22. März 2007 (act. G 8.1.61) verneint. Mit der
Beschwerdeführerin ist jedoch davon auszugehen, dass dieses rein orthopädische
Gutachten keine taugliche Grundlage zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin und damit zu Beantwortung der Frage, ob sich der Invaliditätsgrad
rentenerheblich verändert hat, darstellt. Zwar ist es, was die orthopädische Beurteilung
anbelangt, durchaus plausibel und nachvollziehbar, doch klagte die
Beschwerdeführerin anlässlich der betreffenden Untersuchung in erster Linie über
internistische Beschwerden, die im Lauf der Zeit offenbar zugenommen haben. Mit
diesen setzte sich Dr. B._ ebenso wenig auseinander wie mit dem Bericht des Spitals
Wattwil vom 29. Juli 2003 (act. G 8.1.45). Unter diesen Umständen kann nicht auf seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt werden, beruht diese doch nicht auf allseitigen
Untersuchungen. Auch sind seine Ausführungen zur Adipositas wenig erhellend. Er
hielt eine Adipositas der Klasse III mit einem BMI 48 fest, während vor 10 Jahren noch
ein BMI von 41 dokumentiert sei. Zwar erachtete er diese als Hauptursache für die
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, ohne sich aber zu den
Auswirkungen der Gewichtszunahme zu äussern. In diesem Zusammenhang hielt er
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fest, es dürfe von der Beschwerdeführerin eine Gewichtsabnahme erwartet werden.
Gleichzeitig hielt er eine Gewichtsreduktion jedoch kaum für realisierbar und rechnete
prognostisch gar mit einer (weiteren) Gewichtszunahme (act. G 8.1.61-6). Im ZMB-
Gutachten vom 16. Juni 1998 (act. G 8.1.11) wurde das massive Übergewicht der
Beschwerdeführerin als abklärungsbedürftig bezeichnet und (auch im Zusammenhang
mit dem beginnenden Hirsutismus) der Verdacht auf eine mögliche hormonale Störung
geäussert. Gleichzeitig wurde erklärt, nur bei einer erheblichen Gewichtsreduktion
könnte "möglicherweise" die Arbeitsfähigkeit "etwas" verbessert werden (act. G
8.1.11-14). Entsprechende Abklärungen sind in der Folge offenbar nie durchgeführt
worden. Offen geblieben ist auch, ob bzw. wieweit eine Gewichtsreduktion die
Arbeitsfähigkeit tatsächlich verbessern könnte, nachdem das ZMB im Jahr 1998 hier
nur von einer Möglichkeit sprach. Ebenfalls offen ist, ob eine solche Massnahme der
Beschwerdeführerin (noch) zugemutet werden kann. All diese Fragen sind nur im
Rahmen einer polydisziplinären (Verlaufs-)Begutachtung zu klären.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen, die
angefochtene Verfügung vom 12. Februar 2008 aufzuheben und die Sache zur weiteren
Abklärung und neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Diese Kosten sind von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin
zurückerstattet.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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St.Galler Gerichte
bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr.
3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht