Decision ID: aad88fae-d47a-431b-b2e9-09851a8d9ccc
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die X._ AG wurde am 12. September 2008 ins Handelsregister eingetragen. Sie war in
den Jahren 2012 bis 2016 eine Tochtergesellschaft (100%) der Y._ Holding AG (vgl.
act. G 7/6 I/03 bis und mit V/03). Letztere hielt auch die Aktien der am 19. Juni 2019
von Amtes wegen aufgelösten K._ Verlags AG in Liqu. (vgl. act. G 7/6 VIII/00). Mit
Verfügung vom 2. April 2014 stellte das kantonale Steueramt St. Gallen fest, dass sich
das Hauptsteuerdomizil der X._ AG seit 1. Januar 2012 in St. Gallen befinde; dies
A.a.
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B.
wurde mit Einspracheentscheid vom 24. April 2014 bestätigt, welcher in der Folge in
Rechtskraft erwuchs. In den Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2016 deklarierte
die X._ AG Reingewinne/Reinverluste von CHF 1'434 (2012), CHF 128 (2013),
CHF 254 (2014), CHF -181'070 (2015) und CHF -161'651 (2016) sowie Eigenkapitalien
von CHF 190'455 (2012), CHF 290'584 (2013), CHF 290'838 (2014), CHF 109'768
(2015) und CHF 127'186 (2016). Am 29. Januar 2019 forderte das kantonale Steueramt
für die Veranlagung der Jahre 2012 bis 2016 weitere Unterlagen an, welche die X._ AG
am 23. April 2019 (act. G 7/6 I/03 bis und mit V/03) einreichte.
In den Verfügungen vom 14. Juni 2019 veranlagte die Steuerbehörde die X._ AG für
2012 bis 2016 für die Kantonssteuern und die direkte Bundessteuer mit Reingewinnen
von CHF 196'700 (2012), CHF 538'000 (2013), CHF 423'300 (2014), CHF 333'800
(2015) und CHF 225'200 (2016) sowie für die Kantonssteuer mit Eigenkapitalien von
CHF 249'000 (2012), CHF 136'000 (2013), CHF 47'000 (2014) sowie CHF 0 (2015 und
2016). Die Reingewinne beinhalteten Aufwandaufrechnungen von CHF 236'410 (2012),
CHF 797'213 (2013), CHF 512'177 (2014), CHF 585'280 (2015) und CHF 251'609
(2016), wobei für das Jahr 2013 ein zusätzlicher Abzug von CHF 146'000
(reingewinnmindernd) berücksichtigt wurde. Die gegen die Aufrechnungen von der
X._ AG erhobenen Einsprachen hiess das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 11.
September 2019 für die Jahre 2013 und 2014 teilweise gut und legte die steuerbaren
Reingewinne für diese Jahre neu auf CHF 514'400 und CHF 409'400 sowie die
Eigenkapitalien auf CHF 141'000 und CHF 55'000 fest; im Übrigen wurden die
Einsprachen abgewiesen (act. G 7 2/1). Die hiergegen von der X._ AG erhobenen
Rechtsmittel (kantonalrechtlich: Rekurs, bundesrechtlich: Beschwerde; act. G 7/1,
7/10) wies die Verwaltungsrekurskommission (VRK) mit Entscheid vom 18. Mai 2020
ab, soweit sie darauf eintrat (act. G 2).
A.b.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Roger Vago, Zürich, für die X._ AG
(Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 2. Juli 2020 Beschwerde und stellte die
Anträge, in Aufhebung des Entscheids sei das Steuerverfahren betreffend Kantons-
und Bundessteuern 2012 bis 2016 an das kantonale Steueramt (Beschwerdegegner)
zurückzuweisen (Ziffer 1). Der Beschwerdegegner sei anzuweisen, seine Einschätzung
ohne Berücksichtigung von Untersuchungsberichten der ASU betreffend die K._
Verlags AG in Liqu., A._ Verlags AG in Liqu. und M._ Verlags AG vorzunehmen (Ziffer
2). Steuerkommissär F._ habe in den Ausstand zu treten (Ziffer 3). Eventualiter habe
B.a.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Besteuerung
der juristischen Personen vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz den Rekurs
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde
betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber
mit getrennten Dispositivziffern. Unter diesen Umständen durfte auch die
Beschwerdeführerin die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben
(BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014 E. 1.2). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben
(Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP;
Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1
Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR
642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert, und die Eingabe
vom 2. Juli 2020 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit
Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG).
Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.
die Vorinstanz in Rückweisung des Verfahrens (an sie) über den Antrag Ziffer 1 zu
entscheiden. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu
Lasten des Beschwerdegegners (act. G 1).
Die Vorinstanz stellte in der Vernehmlassung vom 17. Juli 2020 den Antrag, die
Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des
angefochtenen Entscheids (act. G 6). Mit Schreiben vom 17. August 2020 beantragte
der Beschwerdegegner unter Verzicht auf eine Vernehmlassung Abweisung der
Beschwerde (act. G 9). Die Beschwerdebeteiligte verzichtete stillschweigend auf eine
Vernehmlassung. Die Beschwerdeführerin verzichtete ebenfalls stillschweigend auf
weitere Darlegungen (act. G 10).
B.b.
Auf die Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid relevant, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
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2.
2.1.
Streitig ist in formeller Hinsicht zum einen, ob die Vorinstanz auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin, Steuerkommissär F._ habe in den Ausstand zu treten, zu Recht
nicht eintrat. Soweit der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sich dazu sowie mit
Bezug auf das rechtliche Gehör auf im vorinstanzlichen Verfahren eingebrachte Noven
beruft (act. G 1 S. 4 f.), ist festzuhalten, dass für das verwaltungsgerichtliche Verfahren
aufgrund von Art. 196 Abs. 2 StG das Novenrecht gilt (vgl. VerwGE B 2012/266 vom
12. Februar 2014 E. 2.4.1 und B 2013/8 und 9 vom 12. Februar 2014 E. 4.1). Sodann
garantiert Art. 6 Ziff. 1 EMRK in ihrem Anwendungsbereich eine richterliche
Überprüfung mit voller Kognition. Die Vorinstanz verfügte damit ihrerseits - als erste
gerichtliche Instanz - über die konventionsrechtlich garantierte volle Kognition (vgl.
auch VerwGE B 2017/58 vom 23. Mai 2018 E. 3.2) in dem Sinn, dass sie über alle
erheblichen Tatsachen- und Rechtsfragen entscheiden, Ermessensentscheidungen auf
Rechtsfehler überprüfen (Meyer-Ladewig/Harrendorf/König, in: Meyer-Ladewig/
Nettesheim/von Raumer [Hrsg.], EMRK Handkommentar, 4. Aufl. 2017, Rz. 16 und 35
zu Art. 6 EMRK) und damit auch allfällige Noven berücksichtigen konnte.
Art. 7 Abs. 1 VRP bestimmt, dass Behördenmitglieder sowie öffentliche Angestellte und
amtlich bestellte Sachverständige von sich aus in den Ausstand zu treten haben, wenn
sie oder eine ihnen nahestehende Person an der Angelegenheit persönlich beteiligt
sind (lit. a), wenn sie Vertreter, Beauftragte, Angestellte oder Organe einer an der
Angelegenheit beteiligten Person sind oder in der Sache Auftrag erteilt haben (lit. b)
oder wenn sie aus anderen Gründen befangen erscheinen (lit. c). Es genügt, dass das
betroffene Mitglied befangen sein könnte oder befangen erscheint. Ein ausschliesslich
persönliches Empfinden einer Partei reicht dafür jedoch nicht aus. Vernünftige Gründe
müssen das Misstrauen in die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit objektiv
rechtfertigen. Im Weiteren ist von Befangenheit auszugehen, wenn Personen im Sinn
von Art. 7 Abs. 1 VRP bei einer Anordnung einer Vorinstanz mitgewirkt haben (Art. 7
Abs. 1 lit. b VRP; vgl. dazu C. Reiter, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.],
Praxiskommentar VRP, St. Gallen 2020, N. 20-23 zu Art. 7-7 VRP mit Hinweisen).
2.1.1.
bis
bis
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, gemäss Mitteilung der
Beschwerdeführerin vom 23. April 2019 bestehe deren Aktionariat zu 100 % aus der
2.1.2.
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Y._ Holding AG. Der Vermerk "K._-Gruppe" auf der Steuerklärung 2012 sei deshalb
nicht aussergewöhnlich und weise nicht auf eine Vorbefassung des Steuerkommissärs
hin. Im Weiteren habe der Beschwerdeführerin aufgrund der Vermerke des
Beschwerdegegners in der am 14. Juni 2019 zugestellten Berechnung für die
Steuerveranlagung 2012 (act. G 7/6 I/07) hinsichtlich der WIR-Verluste (... "gemäss den
Erkenntnissen der ASU bei Gruppengesellschaften"...) und im Zusammenhang mit
Abschreibungen auf dem Fahrzeug ("Wir-Kauf analog den anderen ASU-Fällen") schon
vor Einspracheerhebung klar sein müssen, dass der Beschwerdegegner bzw. der
zuständige Steuerkommissär den ASU-Bericht betreffend anderer, nicht namentlich
genannter Gesellschaften im Rahmen der Steuerveranlagung beigezogen habe. Sie
hätte eine Befangenheit des Steuerkommissärs somit bereits im Einspracheverfahren
vorbringen müssen, zumal das Gesetz nicht verlange, dass die Einsprache in der
gleichen personellen Zusammensetzung wie die Veranlagung behandelt werde. Im
Rechtsmittelverfahren gegen den Einspracheentscheid könne diese letztlich verspätete
Rüge nicht mehr vorgebracht werden, weshalb auf das Ausstandsbegehren im
Rechtsmittelverfahren nicht einzutreten sei (act. G 2 S. 6).
Die Beschwerdeführerin wendet ein, die Vorinstanz habe sich nur über den Antrag
betreffend Ausstand geäussert und nicht darüber, dass der Beschwerdegegner die
Einschätzung ohne Berücksichtigung von ASU-Berichten anderer Firmen vorzunehmen
habe. Die Vorinstanz habe nur unter dem Gesichtspunkt des Ausstandes den ASU-
Bericht in ihre Argumentation einfliessen lassen. Die Befangenheit beruhe aber darüber
hinaus auch darauf, dass ein ASU-Bericht Entscheidgrundlage sein solle, ohne dass
dieser einen erkennbaren Bezug zur Beschwerdeführerin habe. Damit verletze der
vorinstanzliche Entscheid das rechtliche Gehör. Im Weiteren seien sichere Kenntnisse
über eine Befangenheit erst dann vorhanden, wenn sich die Behörde trotz Erfüllung der
Auflagen (durch die Beschwerdeführerin) weiterhin auf einen ausserhalb ihrer
Rechtsphäre stehenden ASU-Bericht beziehe. Erst aufgrund des begründeten
Einspracheentscheids habe geschlossen werden können, dass sich die Behörde
befangen verhalten habe. Es habe auch erst dann erkannt werden können, dass die
Behörde den Entscheid in derselben befangenen Zusammensetzung wie im
Veranlagungsverfahren behandelt habe. Indem der Steuerkommissär sich aber auf
nicht aktenkundige ASU-Berichte bezogen und die von ihm als
Schwestergesellschaften bezeichneten Firmen ausdrücklich in seine Erwägungen
miteinbezogen habe, habe er voreingenommen (befangen) gehandelt. Die
Beschwerdeführerin sei nie in ein ASU-Verfahren involviert gewesen.
Schwesterngesellschaften würden nicht existieren, eine K._ Gruppe bestehe nicht und
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es sei falsch, dass das Aktionariat der Beschwerdeführerin zu 100 % aus der Y._
Holding bestehe. Mit dem Nichteintreten stehle sich die Vorinstanz aus der
Verantwortung. Die Sache sei an sie zurückzuweisen mit der Anweisung, nicht Berichte
in die Akten und die Begründung einzuführen, bei welchen die Beschwerdeführerin
nicht Partei sei und zu denen sie sich nie habe äussern können (act. G 1 S. 2-6).
Ausstandsgründe sind unverzüglich vorzubringen. Eine stillschweigende Einlassung auf
ein Verfahren bewirkt die Verwirkung des Anspruchs auf die spätere Ausstandsrüge
(Reiter, a.a.O., N. 7 zu Art. 7-7 VRP mit Hinweisen). Die Vorinstanz legte
nachvollziehbar dar, dass aufgrund der Vermerke des Beschwerdegegners in der am
14. Juni 2019 zugestellten Berechnung für die Steuerveranlagung 2012 (act. G 7/6 I/07)
hinsichtlich der WIR-Verluste und im Zusammenhang mit Abschreibungen auf
Fahrzeugen schon vor Einspracheerhebung der Beizug eines ASU-Berichts betreffend
andere Gesellschaften im Rahmen der Steuerveranlagung durch den Steuerkommissär
ersichtlich war und dass eine allfällige daraus resultierende Befangenheit des
Steuerkommissärs bereits im Einspracheverfahren hätte vorgebracht werden müssen.
Der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin angeführte Umstand, dass der
vormalige Vertreter als juristischer Laie die Tragweite der Verwendung von Akten aus
anderen Verfahren nicht erkannt habe (act. G 1 S. 4), hilft der Beschwerdeführerin nicht
weiter, da sie sich das Verhalten ihres damaligen Vertreters anrechnen lassen muss.
Die Vorinstanz trat unter den geschilderten Gegebenheiten zu Recht auf das
Ausstandsgesuch nicht ein.
Was den materiellen Gehalt des Ausstandsgesuchs betrifft, wäre – selbst für den Fall
eines Eintretens auf das Gesuch - festzuhalten, dass die Verwendung eines ASU-
Berichtes betreffend andere Unternehmungen durch den zuständigen
Steuerkommissär sowie der Einbezug von als Schwestergesellschaften der
Beschwerdeführerin bezeichneten Unternehmungen in das Verfahren für sich allein
noch keine Befangenheit bewirkt, zumal ein persönliches Interesse des
Steuerkommissärs am Verfahrensgegenstand weder geltend gemacht noch ersichtlich
ist. Bei Wahrung öffentlicher Interessen besteht grundsätzlich keine Ausstandspflicht
(VerwGE B 2020/16 vom 29. Juli 2020 E. 2.3 mit Hinweisen; BGer 1P.96/2007 vom
26. März 2008 E. 5.4). Die Bezeichnung von Firmen als Schwestergesellschaften der
Beschwerdeführerin war insofern zutreffend, als deren Aktien - wie diejenigen der
Beschwerdeführerin - von der Y._ Holding AG gehalten wurden (vgl. dazu act. G
7/6 VIII). Wenn die Beschwerdeführerin im Übrigen festhält, dass die Y._ Holding AG
2.1.3.
bis
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lediglich Minderheitsaktionärin (nicht Alleinaktionärin) der Beschwerdeführerin sei (act.
G 1 S. 6), so handelt es sich dabei um einen für dieses Verfahren nicht
ausschlaggebenden Umstand. Immerhin ist jedoch anzumerken, dass die
Beschwerdeführerin im Schreiben vom 23. April 2019 für die Jahre 2012 bis 2016 als
100%-Tochter der Y._ Holding AG bescheinigt worden war (vgl. act. G 7/6 I/03 bis
und mit V/03). Ein Ausstandsgrund ist aus den geschilderten Gegebenheiten auf jeden
Fall nicht ersichtlich.
2.2.
Die Beschwerdeführerin rügt eine Gehörsverletzung, weil Beschwerdegegner und
Vorinstanz zwar diverse Male einen ASU-Bericht erwähnten, diesen jedoch nicht
aktenkundig (Aktenverzeichnis, act. G 7/6) gemacht hätten. Man berufe sich auf Akten,
die gar nicht im Verfahren ständen (act. G 1 S. 4).
2.2.1.
Im Einspracheentscheid vom 11. September 2019 wurde ein Bericht der ASU
betreffend "diverse Schwestergesellschaften" der Beschwerdeführerin für die
Steuerperioden 2000 bis 2009 erwähnt und gewürdigt (act. G 7 2/1 S. 2 und 3). Hierzu
ist zum einen festzuhalten, dass die jenem Bericht zugrundeliegenden Steuerperioden
(2000 bis 2009) sich zeitlich nicht mit den vorliegend in Frage stehenden Zeitperioden
(2012 bis 2016) decken. Sodann war die im Einspracheentscheid unter Nennung des
ASU-Berichts thematisierte Reduktion der WIR-Aufwände (act. G 7 2/1 S. 3) im
vorinstanzlichen Verfahren materiell (inhaltlich) nicht streitig (vgl. act. G 2 und G 7/1)
und ist es auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht (zu den materiell streitigen
Punkten vgl. nachstehende E. 3.1). Das Akteneinsichtsrecht umfasst den Anspruch,
während eines hängigen Verfahrens diejenigen Unterlagen einzusehen, auf welche die
Behörde ihren Entscheid stützt (vgl. VerwGE B 2015/307 vom 24. August 2017
E. 15.3.3 m.H. auf René Wiederkehr, Öffentliches Verfahrensrecht, Zürich 2016, Rz. 81
mit Hinweisen). Der Beschwerdegegner bzw. die Vorinstanz verwendeten den
vorerwähnten ASU-Bericht im Einspracheentscheid bzw. im vorinstanzlichen Entscheid
nicht zur Begründung der hier streitigen Punkte, weshalb er in den vorinstanzlichen
Verfahren - als nicht wesentliches Beweismittel - ausser Betracht fiel und
dementsprechend auch nicht der Akteneinsicht unterlag. Hinsichtlich der streitigen
Punkte war entsprechend der Gehörsanspruch rechtsgenüglich gewahrt. Eine
Gehörsverletzung im Einspracheverfahren und im vorinstanzlichen Verfahren ist von
daher zu verneinen.
2.2.2.
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3.
2.3.
Die Vorinstanz trat im Weiteren auf das Begehren der Beschwerdeführerin um
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten nicht ein, da es nach Ablauf der
Rechtsmittelfrist eingereicht worden sei. In der Eingabe vom 7. Oktober 2019 (act. G
7/1) sei kein solcher Antrag gestellt worden, sondern erst in der Rekurs- und
Beschwerdeergänzung vom 30. Dezember 2019 (act. G 2 S. 6). Die
Beschwerdeführerin wendet ein, erst der Beizug des Rechtsvertreters habe zu diesen
Kosten geführt. Sobald ein Rechtsanwalt beigezogen werden müsse, weil die Sach-
und Rechtslage kompliziert sei, seien Parteikosten zu entschädigen. Die Vorinstanz
habe widersprüchlich entschieden, da sie auf den Antrag eingetreten sei (der in act. G
2 S. 12 genannte Art. 98 VRP beziehe sich auf das Obsiegen/Unterliegen), obschon
sie weiter vorne (act. G 2 S. 6) von einem Nichteintreten spreche (act. G 1 S. 5 f.).
2.3.1.
bis
Im Anwendungsbereich von Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP kann der Rechtsmittelantrag
nach Ablauf der Rechtsmittelfrist nicht mehr erweitert werden. Anträge sind deshalb
grundsätzlich zu Beginn des Rechtsmittelverfahrens bzw. innerhalb der Nachfrist zur
Ergänzung der Rechtsmitteleingabe zu stellen (vgl. Staub/Günthardt, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.] a.a.O., N. 6 zu Art. 48 VRP). Vorliegend erfolgte der am
30. Dezember 2019 erstmals gestellte Antrag um ausseramtliche Entschädigung (act. G
7/10) zwar lange nach Ablauf der Rechtsmittelfrist (vgl. act. G 7/2/1 S. 8). Indes
schreibt Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) einen bestimmten Zeitpunkt für die Stellung des
Entschädigungsantrags nicht vor. Die Parteien können dem Gericht resp. der
Rekursinstanz entweder beantragen, Parteikosten in angemessener Höhe
zuzusprechen, oder sie können eine bezifferte und substantiierte Kostennote
einreichen. Da eine Kostennote regelmässig erst unmittelbar vor dem
Verfahrensabschluss vollständig erstellt eingereicht werden kann, ist nach der
Rechtsprechung der rein prozessuale Antrag auf Zusprechung einer
Parteientschädigung bis zum Schluss der Parteiverhandlung - und damit sachgemäss
bis zum Abschluss des Rekursverfahrens - möglich (VerwGE B 2013/97 vom 23.
Januar 2015 E. 3). Der hierzu ergangene Nichteintretensentscheid der Vorinstanz
erfolgte somit zu Unrecht.
2.3.2.
ter
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Materiell streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht die
Aufrechnungen von Kosten für den Kauf von Kundenstämmen von CHF 8'950 (2012)
und CHF 350'000 (2015), für Lizenz- und Administrationsgebühren von CHF 185'185
(2012), CHF 727'211 (2013), CHF 463'765 (2014), CHF 189'815 (2015) und
CHF 240'000 (2016) sowie für Abschreibungen von CHF 15'146 (2012) und CHF 9'000
(2013) bestätigte.
Der steuerbare Reingewinn juristischer Personen setzt sich gemäss Art. 82 Abs. 1 StG
und Art. 58 Abs. 1 DBG zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung (lit. a) sowie
allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des
Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem
Aufwand verwendet werden (lit. b), wie insbesondere Kosten für die Anschaffung,
Herstellung oder Wertvermehrung von Gegenständen des Anlagevermögens (Ziffer 1)
und geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen, Wertberichtigungen und
Rückstellungen (Ziffer 2). Nach Art. 84 Abs. 1 StG und Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG werden
Aufwendungen bei der Berechnung des Reingewinns berücksichtigt, sofern sie
geschäftsmässig begründet sind. Die Frage, ob die erwähnten streitigen Aufwände als
nicht geschäftsmässig begründet nachzubesteuern sind, beantwortet sich nach
Massgabe der im Steuerrecht geltenden Beweislastverteilung. Nach dieser trägt die
Steuerbehörde die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen oder
mehren, die steuerpflichtige Person für Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben
oder mindern (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2013, VI.
N. 15, VII. N. 23). Im Steuerverfahren kommt der Untersuchungsgrundsatz zur
Anwendung (Art. 176 StG). Die Veranlagungsbehörde ist verpflichtet, die für die
Besteuerung relevanten Tatsachen von Amtes wegen abzuklären (Zigerlig/Oertli/
Hofmann, a.a.O., VII. N. 19), wobei sie die steuerpflichtige Person auffordert, die
erforderlichen Sachdarstellungen und Beweismittel beizubringen (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N. 7 zu Art. 123 DBG).
Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert.
Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen,
welche nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche
eine Partei besser kennt als die Behörde (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N.
9 zu Art. 123 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. N. 25). Die Mitwirkungspflicht
besteht ungeachtet der Verteilung der objektiven Beweislast. Die steuerpflichtige
Person ist auch hinsichtlich steuererhöhender Tatsachen mitwirkungspflichtig, obwohl
hierfür die Veranlagungsbehörde die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 5 zu Art. 126 DBG). Die Beschwerdeführerin muss im
3.1.
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Rahmen ihrer Buchführungspflicht den Beweis für steuermindernde Aufwände bzw.
deren geschäftsmässige Begründetheit durch Vorlage einer Erfolgsrechnung erbringen
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 85 zu Art. 123 DBG). Für die einzelnen
Buchungsvorgänge müssen nachprüfbare Belege vorhanden sein (vgl. Art. 957a Abs. 2
Ziff. 2 und 5 OR [SR 220]). Wenn die Steuerbehörde Umstände darzutun vermag, die
Zweifel an der geschäftsmässigen Begründetheit von Aufwendungen zu begründen
vermögen, ist es wiederum an der steuerpflichtigen Person, diese Zweifel auszuräumen
(vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 85 zur Art. 123 DBG).
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die Beschwerdeführerin habe am
31. Mai 2012 eine Barzahlung von CHF 8'950 mit dem Vermerk "B._, L._, Kauf
Kundenstamm" im Soll über das Materialaufwandskonto Nr. 3040 (Provisionen)
verbucht. Am 31. Dezember 2015 sei dem Materialaufwandskonto Nr. 3080 (Kauf
anteiliger Kundenstamm von der K._ Verlags AG) ein Betrag von CHF 350'000 belastet
und dem Kontokorrentkonto der K._ Verlags AG (Konto Nr. 1074) mit dem
Buchungstext "Kauf anteiliger Kundenstamm" gutgeschrieben worden. Detailbelege zu
diesen Transaktionen lägen nicht vor. Gemäss Schreiben der Beschwerdeführerin vom
23. April 2019 bestehe über den Kauf des Kundenstamms im Jahr 2015 nur eine
mündliche Vereinbarung. Somit seien die beiden Buchungen nicht nachvollziehbar. Es
könne nicht überprüft werden, ob die Vergütungen einen geschäftlichen Hintergrund
hätten oder ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorgelegen habe. Die Zweifel des
Beschwerdegegners an der geschäftsmässigen Begründetheit der Beträge sei
demnach gerechtfertigt gewesen, weshalb es an der Beschwerdeführerin gewesen
wäre, diese Bedenken auszuräumen. Dies habe sie unterlassen und auch im
Rechtsmittelverfahren keine klärenden Angaben gemacht. Die Aufrechnungen von
CHF 8'950 (2012) und CHF 350'000 (2015) erwiesen sich daher als rechtmässig (act. G
2 S. 8 f.).
Grundlage der in den Steuerperioden 2012 bis 2016 verbuchten Lizenz- und
Administrationsgebühren (in Rechnung gestellt von der K._ Verlags AG) hätten nicht
näher bekannte mündliche Verträge und Rechnungsbelege gebildet, jedoch seien von
der Beschwerdeführerin keine Unterlagen zu Bemessung und Umfang vorgelegt
worden. Zudem hätten die auf jeweils tausend Franken gerundeten Beträge vor
Vorsteuerabzug auf eine willkürliche Bemessung der Gebühren schliessen lassen. Die
Beschwerdeführerin habe keine Ausführungen zur Vereinbarung zwischen der
Steuerpflichtigen und der K._ Verlags AG gemacht, so dass der Hintergrund der
Lizenzgebühren völlig im Dunkeln geblieben sei. Entsprechend hätten diese Aufwände
3.2.
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nicht auf ihre Rechtmässigkeit hin überprüft werden können. Dass die K._ AG
verschiedene Aufgaben für die Beschwerdeführerin übernommen habe, erscheine
möglich und sei vom Beschwerdegegner auch nicht in Abrede gestellt worden. So
habe er die verbuchten Fremdarbeiten zum Abzug zugelassen. Im Jahr 2016 seien mit
CHF 480'000 jedoch doppelt so hohe Kosten angefallen wie in den Vorjahren, weshalb
er den Aufwand zu Recht in Frage gestellt und den Betrag mangels weiterer Angaben
um 50 Prozent reduziert habe. Der Aufwand für die Fremdarbeiten sei von der
Beschwerdeführerin am 30. Dezember 2016 in einem Betrag verbucht worden. Gemäss
Buchungstext seien darin nicht nur Administrationskosten, sondern auch WIR-Verluste
enthalten gewesen ("Admin.-Kosten und WIR-Verluste"). Da weitere Angaben zu dieser
Aufwandposition fehlen würden, könne die geschäftsmässigen Begründetheit des
Aufwands (Lizenz- und Administrationsgebühren) nicht überprüft werden. Zweifel des
Beschwerdegegners an der geschäftsmässigen Begründetheit seien begründet
gewesen. Die Beschwerdeführerin habe auch im Rechtmittelverfahren keine den
Sachverhalt erhellenden Unterlagen eingereicht, weshalb die Buchungen nach wie vor
nicht nachvollziehbar seien. Die Aufrechnungen seien daher nicht zu beanstanden (act.
G 2 S. 9 f.).
Hinsichtlich der Aufrechnung des Abschreibungsaufwands in den Jahren 2012 und
2013 ergebe sich aus der Buchhaltung, dass auf dem Konto Nr. 1120 (Fahrzeuge) am
31. Juli 2012 CHF 25'000 verbucht worden seien (Buchungstext: Q._ Autohandel). Die
Gegenbuchung sei im Haben des WIR-Kontokorrentkontos (Konto Nr. 1025) erfolgt.
Sodann sei dieser Betrag dem Konto bei der WIR Bank Genossenschaft, Basel, am 13.
Juli 2012 belastet worden (Buchungstext: Belast. E-Banking Q._ Autohandels GmbH).
Dies entspreche der ins Recht gelegten Rechnung der Q._ Autohandels GmbH.
Danach sei ein Audi (erste Inverkehrsetzung 27. Februar 2007) am 13. Juli 2012
geliefert und gleichentags bezahlt worden. Der Erhalt des Betrags sei auf der
Rechnung quittiert worden. Damit sei der Nachweis, dass das Fahrzeug geschäftlichen
Zwecken gedient habe, jedoch noch nicht erbracht. Die Rechnung sei zuhanden von
R1._ (richtig R._, Aktionär der Beschwerdeführerin) ausgestellt worden. Ob dieser in
den fraglichen Jahren aber bereits Gesellschafter gewesen sei, ergebe sich aus den
Akten nicht. Fest stehe jedoch, dass er der Beschwerdeführerin in den Jahren 2012
und 2013 langfristiges Fremdkapital von rund CHF 100'000 zur Verfügung gestellt
habe. Inwiefern er in das Geschäft eingebunden gewesen sei, gehe aus den Unterlagen
nicht (klar) hervor. In den Steuerklärungen 2012 und 2013 sei R._ unter
"Geschäftsleitung" jedenfalls nicht aufgeführt worden. Dies sei erst ab 2014 der Fall
gewesen. Trotzdem seien ihm im Jahr 2012 Geschäftsführungsspesen von CHF 15'000
auf dem Kontokorrentkonto (Nr. 2075) gutgeschrieben worden. Angesichts dieser
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Unklarheiten hätte es an der Beschwerdeführerin gelegen, den Nachweis der auf sie
lautenden Fahrzeugeinlösung zu erbringen (z.B. anhand eines
Versicherungsnachweises). Die Beschwerdeführerin habe unter Autobetriebskosten
(Konto-Nr. 4305) und den Betriebsversicherungen (Konto-Nr. 4400) verschiedene
Beträge mit den Vermerken "Zürich-Versicherung" und "Schweizerische Mobiliar Auto"
verbucht. Zudem seien Zahlungen an das Strassenverkehrsamt geleistet worden. Der
von der Beschwerdeführerin eingereichte, auf S._, lautende Fahrzeugausweis helfe
nicht weiter; er belege lediglich, dass diese Person nun Fahrzeughalterin sei. Es sei
somit nicht dargetan, dass das Fahrzeug tatsächlich für geschäftliche Zwecke
erworben und genutzt worden sei. Ebenso gut hätte es sich um eine verdeckte
Gewinnausschüttung handeln können. Die Aufrechnungen der verbuchten
Abschreibungskosten in den Jahren 2012 und 2013 seien ebenfalls nicht zu
beanstanden (act. G 2 S. 10 f.).
3.3.
Die Beschwerdeführerin wendet hinsichtlich des Kaufs des Kundenstamms ein, dass
für Verträge dieser Art keine Schriftlichkeit (act. G 7/6 VIII/01) verlangt sei. Dem
Beschwerdegegner gehe es "aus sachfremden Motiven mit der Gegenrechnung bei
einer sich in Liquidation befindlichen anderen juristischen Person" darum, bei der
Beschwerdeführerin Steuersubstrat zu generieren. Es sei vernünftig und vom Liquidator
gar verlangt, dass eine sich in Liquidation befindliche Firma ihre Aktiven versilbere. Eine
verdeckte Gewinnausschüttung sei von der Hand zu weisen (act. G 1 S. 6 f.).
Hierzu ist festzuhalten, dass auch im vorliegenden Verfahren keine Belege zur
Transaktion mit der K._ Verlags AG in Liqu. (Kauf des Kundenstammes dieser
Unternehmung durch die Beschwerdeführerin) nachgereicht wurden und die
Transaktion damit inhaltlich und betraglich nach wie vor nicht im Detail nachvollziehbar
ist. Es wäre Sache der Beschwerdeführerin gewesen, die aus der fehlenden
Nachvollziehbarkeit resultierenden Zweifel an der geschäftsmässigen Begründetheit
der Aufwände mit entsprechenden Belegen auszuräumen (vgl. vorstehende E. 3.1 am
Schluss). Solcher Belege hätte es umso mehr bedurft, als es um erhebliche Beträge
ging (CHF 8'950 [2012] und CHF 350'000 [2015]). Nachdem somit die
geschäftsmässige Begründetheit nicht rechtsgenüglich dargetan ist und die
Möglichkeit einer verdeckten Gewinnausschüttung sich auch nicht ausschliessen lässt,
ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die diesbezüglichen Aufrechnungen
für 2012 und 2015 als rechtmässig bestätigte.
3.3.1.
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Hinsichtlich der aufgerechneten Lizenz- und Administrationsgebühren hält die
Beschwerdeführerin fest, vom Beschwerdegegner sei über Jahre akzeptiert worden,
dass sie als reines Vertriebsgeschäft ihre Arbeiten habe fremdvergeben müssen. Die
als Aufwand zu verbuchenden Kosten hätten in den Vorjahren - abhängig von der
Auftragslage - zwischen CHF 113'000 und 245'000 geschwankt. 2016 sei mehr
Aufwand angefallen, der von der Auftraggeberin (Beschwerdeführerin) der in Lizenz
Arbeitenden zu entschädigen sei (act. G 7 S. 7).
Unbestritten blieb in diesem Zusammenhang die Übernahme verschiedener Arbeiten
durch die K._ Verlags AG (per 24. Juni 2019 von Amtes wegen aufgelöst) für die
Beschwerdeführerin in den hier streitigen Jahren bzw. die Tatsache, dass daraus bei
der Beschwerdeführerin Aufwand entstand. Der Beschwerdegegner anerkannte denn
auch grundsätzlich den entsprechenden Aufwandabzug. Nachdem im Jahr 2016 mit
CHF 480'000 doppelt so hohe Kosten wie in den Vorjahren deklariert worden waren,
war der Beschwerdegegner indes zur Einforderung von weiteren Angaben berechtigt
und verpflichtet. Da solche Angaben von der Beschwerdeführerin in der Folge nicht
geliefert worden waren, reduzierte der Beschwerdegegner den deklarierten Aufwand
pauschal um 50 Prozent. Die Beschwerdeführerin nahm im vorliegenden Verfahren zu
den Feststellungen im angefochtenen Entscheid, wonach keine Ausführungen zur
Vereinbarung zwischen der Steuerpflichtigen und der K._ Verlags AG gemacht worden
und die Aufwände deshalb nicht überprüfbar seien und zudem der Aufwand für die
Fremdarbeiten von der Beschwerdeführerin am 30. Dezember 2016 in einem Betrag
verbucht worden sei (act. G 2 S. 9 f.), keine Stellung. Ihr Vorbringen, es könne kein
weiterer Nachweis verlangt werden, als dass die Geschäftstätigkeit nach demselben
Muster wie in den Vorjahren abgewickelt werde (act. G 7 S. 7), trifft insofern nicht zu,
als der Beschwerdegegner deklarierte Aufwände für jedes Steuerjahr auf ihre
geschäftsmässige Begründetheit zu überprüfen hat. Dies war nicht möglich, da weitere
Angaben der Beschwerdeführerin zur Aufwandposition Lizenz- und
Administrationsgebühren fehlten. Unterlagen, anhand derer sich die Bemessung der
Lizenz- und Administrationsgebühren nachvollziehen liesse, reichte die
Beschwerdeführerin auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht ein. Angesichts
dieser Gegebenheiten bestätigte die Vorinstanz auch die vom Beschwerdegegner
vorgenommenen Aufwandaufrechnungen zu Recht.
3.3.2.
Die Vorinstanz begründete im angefochtenen Entscheid einlässlich und nachvollziehbar
3.3.3.
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4.
Somit ist die Beschwerde unter Bestätigung des vorinstanzlichen
Abweisungsentscheids vom 18. Mai 2020 abzuweisen. Der Umstand, dass die
Vorinstanz auf das Entschädigungsbegehren der Beschwerdeführerin hätte eintreten
müssen (vorstehende E. 2.3) und die Eintretenseinschränkung ("..., soweit darauf
einzutreten ist") im Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids daher wegzulassen
gewesen wäre, bewirkt im Ergebnis kein teilweises Obsiegen, da für das
vorinstanzliche Verfahren aufgrund des materiellen Verfahrensausgangs zum
vornherein keine ausseramtliche Entschädigung geschuldet ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art.
145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von CHF 3'000 (B
2020/128: CHF 1'800; B 2020/129: CHF 1'200) erscheint angemessen (Art. 145 in
Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe erbrachte Kostenvorschuss
wird verrechnet.
die Rechtmässigkeit der Aufrechnung der Abschreibungskosten in den Jahren 2012
und 2013, indem sie den Nachweis, dass das dort in Frage stehende Fahrzeug
geschäftlichen Zwecken gedient habe, mit dem Beschwerdegegner (vgl. act. G 7 2/1 S.
5) als nicht erbracht erachtete (act. G 2 S. 10 f.). Nachdem die Rechnung für das Auto
auf R._ (Aktionär der Beschwerdeführerin) ausgestellt worden war und dieser in den
Steuerklärungen 2012 und 2013 unter "Geschäftsleitung" nicht aufgeführt worden war,
obschon ihm im Jahr 2012 Geschäftsführungsspesen von CHF 15'000 auf dem
Kontokorrentkonto (Nr. 2075) gutgeschrieben worden waren, hätte die
Beschwerdeführerin die unklare Sachlage erläutern und den Nachweis einer
geschäftlichen Nutzung des Fahrzeugs, z.B. anhand einer auf sie lautenden
Fahrzeugeinlösung für die betreffenden Jahre, erbringen müssen. Entgegen ihrer
Auffassung war es nicht irrelevant, dass die Autorechnung auf den Aktionär R._
ausgestellt worden war (act. G 1 S. 7 unten). Auch ist der Umstand, dass das Fahrzeug
später an eine Mitarbeiterin der Beschwerdeführerin verkauft worden war (act. G 1 S. 7
unten), nicht geeignet, eine dem Verkauf vorangehende geschäftliche Nutzung durch
die Beschwerdeführerin zu belegen. Auch im vorliegenden Verfahren lieferte die
Beschwerdeführerin keinen Nachweis, dass das Fahrzeug 2012 und 2013 für
geschäftliche Zwecke erworben und genutzt worden war. Unter diesen Umständen
fehlt es an einem Anlass, die Aufrechnungen der verbuchten Abschreibungskosten zu
beanstanden. Der angefochtene Entscheid erweist sich in materieller Hinsicht somit als
rechtmässig.
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Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, SR 172.021).