Decision ID: 8541abcf-8086-5f8b-89cd-af758e98814a
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Filiz-Félice Aydemir Séquin, Magnihalden 7,
Postfach 14, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 28. Mai 2001 wegen Bandscheibenproblemen erstmals
zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 15. Oktober 2001 wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren zur Zeit ab. Da eine längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit erst seit 1. Juni 2001 vorliege, entstehe ein möglicher
Rentenanspruch, sofern die Voraussetzungen weiterhin gegeben seien, frühestens ab
1. Juni 2002 (IV-act. 7).
A.b Am 25. April 2003 meldete sich die Versicherte erneut wegen
Bandscheibenbeschwerden zum Leistungsbezug an (IV-act. 8).
A.c Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, berichtete am 23. Juni 2003, als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine Lumboischialgie S1 rechts bei
Diskushernie L5/S1 und Diskusprotrusion L4/L5 sowie ein chronisches
cervikooccipitales Syndrom bei Diskusprotusion C5/C6 (IV-act. 17-1). Die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Metzgereimitarbeiterin sei nicht mehr zumutbar. Leichte
rückenadaptierte Tätigkeiten während drei bis vier Stunden täglich seien zumutbar. Die
Versicherte könne keine schweren Lasten tragen, keine stereotypen Arbeiten in
Zwangshaltung verrichten und nicht dauernd sitzen oder stehen etc. (IV-act. 17-3 f.).
A.d Mit Verfügung vom 10. Dezember 2003 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab
1. Juni 2002 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe IV-Rente zu (IV-act. 28).
A.e Im Rahmen einer im November 2005 von Amtes wegen eingeleiteten Revision
machte die Versicherte eine Verschlechterung geltend (IV-act. 32). Im Verlaufsbericht
vom 11. Januar 2006 hielt Dr. B._ fest, nach einem Sturz im Sommer 2005 gebe die
Versicherte an, unter Schmerzen am Nacken zu leiden. Als geänderte Diagnosen lägen
eine Gonarthrose rechts sowie ein Cervikooccipitalsyndrom bei degenerativen
Veränderungen der HWS und (posttraumatischer?) Diskusprotusion C5/C6 vor.
Ergänzende medizinische Abklärungen seien angezeigt. Subjektiv werde eine
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Verschlechterung angegeben; andererseits gebe es objektivierbare neue Diagnosen,
die glaubhaft Schmerzen bzw. Beschwerden auslösten. Seit dem Sturz im Juli 2005
wäre seines Erachtens ein Invaliditätsgrad von 60 % adäquat (IV-act. 36).
A.f Am 14. Juni / 14. Juli 2006 wurde die Versicherte am Medizinischen
Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) psychiatrisch durch Dr. med. C._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, und orthopädisch durch Dr. med. D._, Spezialarzt
Orthopädie FMH, begutachtet. Der psychiatrische Gutachter stellte die
arbeitsfähigkeitsrelevanten Diagnosen einer mittelgradig depressiven Störung mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einer Cervicalgie sowie einer Adipositas (IV-act. 50-7).
Der orthopädische Teilgutachter diagnostizierte im Wesentlichen zusätzlich eine
Pseudolumboischialgie rechts bei diskreter medio-links lateraler Diskushernie L4/5 und
subligamentärer Diskushernie L5/S1 sowie eine vermehrte Brustwirbelsäulenkyphose
mit leichter Osteochondrose (IV-act. 44-6). Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der
angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einem fleischverarbeitenden Betrieb unter
Ausblendung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung aufgrund der
chronifizierten depressiven Störung eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % (IV-act. 50-9).
Auch für eine adaptierte Tätigkeit betrage die zumutbare Arbeitsfähigkeit 50 % (IV-
act. 50-10). Dr. med. E._, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt am 11. Januar
2007 fest, das Gutachten sei umfassend, in sich widerspruchsfrei, konsistent und
nachvollziehbar. Vergleichend zur Rentenzusprache 2002 habe orthopädisch keine
erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes objektiviert werden können.
Hingegen sei aus psychiatrischer Sicht eine Verschlechterung zu verzeichnen. Die
Arbeitsfähigkeit in angestammter sowie in adaptierter Tätigkeit betrage 50 % und sei
limitiert durch die chronifizierte depressive Störung (IV-act. 51). Die IV-Stelle teilte der
Versicherten am 12. Januar 2007 mit, bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades
hätten sie keine Änderung festgestellt, die sich auf die Rente auswirke. Es bestehe
deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad
von 50 % (IV-act. 52).
A.g Ab dem 24. Juni 2009 war die Versicherte am Kantonsspital St. Gallen,
Departement Innere Medizin, Rheumatologie / Rehabilitation in Behandlung. Dabei
wurden im Wesentlichen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
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gestellt: eine systemische Sklerose (Erstdiagnose März 2008), ein chronisches
spondylogenes Schmerzsyndrom, eine Gonarthrose beidseits sowie ein Verdacht auf
eine degenerative Rotatorenmanschettentendopathie der rechten Schulter (Berichte
vom 27. August 2009, IV-act. 58, vom 28. Januar 2010, IV-act. 64-2 ff., vom 26. April
2010, IV-act. 69, und vom 22. Juli 2010, IV-act. 83).
A.h Am 8. bzw. 14. September 2009 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV
zum Leistungsbezug an (IV-act. 54 und 56) und ersuchte um Erhöhung der
Rentenleistung. Dr. med. F._, RAD, befand am 22. Oktober 2009, eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei ausreichend glaubhaft gemacht. Es
sei neu seit März 2008 eine entzündlich-rheumatische Erkrankung diagnostiziert
worden (IV-act. 59).
A.i Dr. med. G._, Leitender Arzt Psychosomatik, Departement Innere Medizin,
Kantonsspital St. Gallen, diagnostizierte am 4. Dezember 2009 eine chronifizierte
depressive Anpassungsstörung bei multiplen somatischen Erkrankungen (IV-act. 76).
A.j Auf Anfrage teilte Dr. B._ am 5. Dezember 2009 der IV-Stelle mit, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Als (neue) Diagnosen
lägen eine systemische Sklerose, eine Gonarthrose beidseits sowie eine degenerative
Rotatorenmanschettenruptur rechts vor. Der Versicherten sei seit Herbst 2007 keine
berufliche Tätigkeit mehr zuzumuten (IV-act. 61).
A.k Am 29. November / 2. Dezember 2010 wurde die Versicherte durch die MEDAS
Zentralschweiz (Dr. med. H._, Innere Medizin FMH, und Chefarzt Dr. med. I._,
Rheumatologie FMH) begutachtet. Als Konsiliargutachter wirkten Dr. med. J._,
Facharzt FMH für Rheumatologie, sowie Dr. med. K._, FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie. Als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit wurden ein chronisches Zervikalsyndrom bei Streck-Fehlform und
progredienter Diskusprotusion medio-rechts-lateral C5/C6 mit myofaszialem
Irritationssyndrom des Schultergürtels beidseits, chronische Lumbalgien bei
progredienter medio-links-lateraler Diskushernie L4/L5 und medianer Diskusprotusion
L5/S1 sowie bei Adipositas, ein femoropatellares Syndrom beidseits bei Verdacht auf
beginnende Femoropatellararthrose, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
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und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie eine Dysthymie (ICD-10: F34.1)
beschrieben. In der bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Wurstwarenfabrik
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Massgebend seien hier die rheumatologischen
Befunde. In einer Verweistätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bis 80 %.
Massgebend seien hier die psychiatrischen Befunde. Im Vergleich zum orthopädisch/
psychiatrischen Gutachten vom Oktober 2006 sei der Gesundheitszustand etwa
derselbe geblieben. Aufgrund veränderter Rechtsprechung kämen sie aber zu einer
anderen Beurteilung desselben Sachverhalts (IV-act. 88-14). Dr. F._, RAD, folgerte
am 3. März 2011, versicherungsmedizinisch sei von einem stationären
Gesundheitszustand auszugehen (IV-act. 89).
A.l Am 31. August 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie habe keinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 95).
A.mNach Durchführung des Vorbescheidverfahrens hob die IV-Stelle mit Verfügung
vom 10. Januar 2013 die Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats auf und entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung. In
einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit spätestens 17. Februar 2011, dem Zeitpunkt
des MEDAS-Gutachtens, aus rechtlicher Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit, da eine
Dysthymie nicht invalidisierend sei (act. G 1.2).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 10. Januar 2013 richtet sich die Beschwerde vom
11. Februar 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die vollumfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung; es
sei festzustellen, dass ihr Anspruch auf eine halbe Invalidenrente nach wie vor und
unverändert weiterbestehe respektive es sei ihr weiterhin eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen. Zur Abklärung des Ausmasses der Einschränkung ihres
Gesundheitszustandes in psychologischer Hinsicht seien die fehlenden psychiatrischen
Testverfahren sowie die neurologischen Untersuchungen nachzuholen und ein
Verlaufsbericht beim Kantonsspital St. Gallen, Fachabteilung Psychosomatik,
einzuholen; eventualiter sei im Falle einer Rückweisung die Vorinstanz hierzu zu
verpflichten. Eventualiter sei die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen zur
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Begründung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Schliesslich sei ihr
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die Beschwerdeführerin bringt im
Wesentlichen vor, die Voraussetzungen für eine Anpassung oder Revision seien nicht
erfüllt. Beim vorliegenden MEDAS-Gutachten handle es sich offensichtlich um eine
bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Sachverhalts. Zusätzlich zur Dysthymie lägen ein depressives Beschwerdebild sowie
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor. Die
Diagnose Dysthymie sei daher invalidisierend, die so genannten Foersterschen
Kriterien seien erfüllt. Das MEDAS-Gutachten erfülle die bundesgerichtlichen
Qualitätsanforderungen nicht: Es fehlten notwendige Untersuchungen zur Schwere der
Dysthymie / Depression und zum Ausschluss einer organischen Ursache; zudem seien
die Ergebnisse der vorgesehenen rheumatologischen Verlaufsuntersuchung des
Kantonsspitals vom 20. September 2010 nicht aktenkundig. Schliesslich begründeten
die Gutachter die Festlegung der Einschränkungen im Gesamtkontext auf 20 % bis
30 % nicht. Das erhöhte Krankheitsrisiko der Beschwerdeführerin und die vorliegenden
Diagnosen, welche allesamt Krankheitswert aufwiesen, rechtfertigten einen
"Leidensabzug" von mindestens 15 %. Zusätzlich sei ein Teilzeitabzug von mindestens
10 % zu berücksichtigen. Selbst wenn auf das MEDAS-Gutachten abzustellen wäre,
würde ein Invaliditätsgrad von mindestens 47 % resultieren (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 18. März 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Es gebe keine Hinweise (beziehungsweise treffe nicht zu), dass
die Beschwerdeführerin von der MEDAS nicht umfassend und kompetent untersucht
worden sei. Die MEDAS führe nachvollziehbar aus, eine mittelgradige Depression sei
nicht durchgehend vorhanden, sondern lediglich depressive Phasen, die sich auf die
Dysthymie aufpfropfen würden. Es liege ein länger andauernder Verstimmungszustand
vor, der diagnostisch einer Dysthymie entspreche. Eine zusätzliche psychische
Komorbidität sei nicht vorhanden. Die so genannten Foersterkriterien seien nicht im
notwendigen Schweregrad erfüllt. Demnach sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus
psychischer Sicht auszugehen und insoweit vom MEDAS-Gutachten abzuweichen. Da
sich die Depression bei der Beschwerdeführerin zurückgebildet habe, sei ein
Revisionsgrund gegeben.
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B.c Mit Entscheid vom 27. März 2013 wurde der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 6).
B.d Mit Eingabe vom 1. Mai 2013 verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine Replik,
bestritt die Ausführungen der Beschwerdegegnerin gesamthaft und in ihren
Einzelheiten und hielt an ihren Vorbringen der Beschwerde fest (act. G 8).
B.e Am 16. Juni 2015 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen vom 19. Januar 2015 und einen Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik
Wil vom 8. Juni 2015 zu den Akten. Die behandelnden Ärzte des Departementes Innere
Medizin, Klinik für Rheumatologie, diagnostizierten unter anderem eine depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt (ICD-10: F32.1), ein chronisches
nozizeptives Schmerzsyndrom (Erstdiagnose Dezember 2011), ein zerviko-brachiales
Syndrom rechts sowie ein intermittierendes lumbovertebrales Syndrom (act. G 10.2).
Die Psychiatrische Klinik Wil diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F33.3)
(act. G 10.3).

Erwägungen:
1.
Die richterliche Überprüfung einer Verwaltungsverfügung ist grundsätzlich auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung eingetretenen Sachverhalt beschränkt;
nachträgliche Sachverhalts- und Rechtsänderungen werden nicht berücksichtigt (BGE
131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Die von der Beschwerdeführerin am
16. Juni 2015 eingereichten Berichte beziehen sich auf Behandlungen, die zwei Jahre
nach Erlass der angefochtenen Verfügung am 10. Januar 2013 stattgefunden haben
und können daher vorliegend nicht berücksichtigt werden.
2.
Umstritten und zu prüfen ist vorliegend, ob die Voraussetzungen für eine Revision der
IV-Rente gegeben sind.
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3.
3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen
Änderung des Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Dagegen stellt die
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteile der Bundesgerichts vom 17. Januar 2008,
9C_552/2007 E. 3.1.2, vom 12. Januar 2010, 9C_798/2009, E. 3.1, vom 27. Mai 2010,
8C_972/2009 E. 3.2, BGE 112 V 371 E. 2b, mit weiteren Hinweisen). Ist eine
anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast
beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2014,
9C_273/2014, E. 3.1.1).
3.3 Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung
des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie
auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vgl. BGE 133 V 108).
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3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
3.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in
diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast.
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
4.
4.1 Zur Zusprache einer Rente führten ursprünglich die Diagnosen einer
Lumboischialgie S1 rechts bei Diskushernie L5/S1 und Diskusprotrusion L4/L5 sowie
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eines chronischen cervikooccipitalen Syndroms bei Diskusprotrusion C5/C6 (IV-
act. 17-1). Nach Einholung des MGSG-Gutachtens vom 5. Januar 2007 wurde am
12. Januar 2007 festgehalten, dass weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bestehe (IV-act. 52). Im MGSG-Gutachten waren
unter anderem eine mittelgradig depressive Störung mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F32.11) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
diagnostiziert worden (IV-act. 50-7). Der orthopädische Teilgutachter, Dr. D._,
befand, das Ausmass der lumbalen Schmerzen und der pathologischen objektiven
Befunde könne aufgrund der radiologischen Erkenntnisse nicht nachvollzogen werden.
Insbesondere fänden sich nur leichte Diskushernien ohne neurale Beeinträchtigungen.
Für die Nackenschmerzen und abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule
finde sich radiologisch überhaupt kein Korrelat (IV-act. 44-6). Aus orthopädischer Sicht
betrage die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bei voller Stundenpräsenz 100 %
(IV-act. 44-8). Der psychiatrische Teilgutachter, Dr. C._, hielt fest, neben der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung liege eine chronifizierte und im Verlauf
verfestigte mittelgradige depressive Störung vor, die, wie auch die Schmerzstörung,
eine progrediente Symptomatik ohne längerfristige Remission aufweise. Qualitativ sei
die Versicherte wesentlich durch die depressive Symptomatik in ihrer affektiven
Funktion mit innerer Unruhe, Niedergestimmtheit, Impulskontrollverlust mit Reizbarkeit
und verbaler Aggressivität, die daraus resultierenden Konflikte, die Antriebsstörung mit
rascher Ermüdbarkeit und Kraftverlust sowie die Schmerzsymptomatik eingeschränkt.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe unter "Ausblendung" der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung auf Grund der chronifizierten depressiven Störung eine
Restarbeitsfähigkeit von 50 % (IV-act. 50-9, 10). Dr. E._, RAD, befand am 11. Januar
2007, die Arbeitsfähigkeit liege sowohl in angestammter als auch in adaptierter
Tätigkeit bei 50 % und sei limitiert durch die chronifizierte depressive Störung (IV-
act. 51).
4.2 Das von der Beschwerdeführerin eingereichte Revisionsgesuch vom 8. bzw.
14. September 2009 stützte sich vor allem auf den Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen, Departement Innere Medizin, Rheumatologie, vom 27. August 2009, worin
insbesondere eine neu diagnostizierte entzündliche rheumatische Krankheit
(systemische Sklerose, Erstdiagnose März 2008) aufgeführt wurde (IV-act. 58, 59).
Anlässlich der MEDAS-Begutachtung im Dezember 2010 erhob der psychiatrische
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Konsiliargutachter Dr. K._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41) sowie eine Dysthymie (ICD-10: F34.1); ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
remittiert (ICD-10 F33.4). Eine psychisch ausgewiesene Komorbität liege durch die
Diagnose der Dysthymie und der in den Akten ausgewiesenen und im
Untersuchungsgespräch bestätigten depressiven Elemente vor. Die Einschränkung des
Lebensraumes, die Schlafstörungen, die Beschränktheit im Alltag, der reduzierte
Antrieb und die Unterstützungsbedürftigkeit in vielen Bereichen könnten als
psychiatrische Komorbität gewertet werden. Bezüglich der körperlichen
Begleiterkrankungen sei die Symptomatik oder mindestens das Leiden, der
Leidensdruck anhaltend. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug sei ohne Zweifel
vorhanden, wurzle aber mehr im ganzen soziokulturellen Kontext und in der fehlenden
Assimilation als im Krankheitsgeschehen in einem engeren Sinne (IV-act. 88-27). Die
Beurteilungskriterien, die Ausscheidung krankheitsfremder Dimensionen seien in den
letzten Jahren konsequenter differenziert worden und damit sei es auch zu einer
Verschiebung der Gewichtungen gekommen. Im Vergleich zur Rentenverfügung im
November 2005 hätten sich damit die Beurteilungskriterien geändert, nicht aber die
Gesamtverfassung der Versicherten und damit sei es auch nicht zur Änderung der
psychiatrischen Aspekte gekommen. Nach heutigen Kriterien sei eine schwere oder
mindestens mittelgradige Depression nicht durchgehend vorhanden, vielmehr gehe er
von einzelnen depressiven Phasen aus, die sich auf die Dysthymie aufpfropften und die
begleitet würden von den chronischen Schmerzen mit somatischen und psychischen
Faktoren. Allerdings sei die Abgrenzung zwischen Dysthymie, Depression und
Depressionsausdruck mit körperlichen Phänomenen gleitend, in einem gewissen Sinne
wohl auch etwas willkürlich (IV-act. 88-26 f.). Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit habe sich seit November 2005 nicht verändert. Damals sei der
Beschwerdeführerin eine halbe Rente zugestanden worden, und heute käme man bei
gleichbleibendem oder minimal akzentuiertem Krankheitsprozess aufgrund veränderter
Kriterien möglicherweise zu einer anderen Einschätzung. Heute bestünden Argumente
dafür, die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen auf 20 %
bis 30 % festzulegen. Dies gelte analog auch für die Arbeitsfähigkeit für eine
Verweistätigkeit (IV-act. 88-25 f., 28). Der rheumatologische Konsiliargutachter,
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Dr. J._, befand, zwischen den anamnestischen Angaben betreffend funktioneller
Selbsteinschätzung und Belastungstoleranz (einerseits) und den fassbaren klinischen
Befunden und den bildgebenden Verlaufsdokumentationen (andererseits) bestehe eine
deutliche Diskrepanz, welche für ein abnormes Schmerzgebaren respektive für eine
Symptomausweitung spreche. Die vor mehr als zwei Jahren festgestellte limitierte
systemische Sklerose könne zurzeit nicht sicher bestätigt werden (IV-act. 88-11, 20).
Dem orthopädischen Gutachten vom 14. Juni 2006 könne er sich nicht anschliessen;
die Fehlform der Halswirbelsäule und die deutlichen degenerativen Veränderungen an
der Hals- und der Lumbalwirbelsäule schränkten die axiale Belastbarkeit im Stehen und
Gehen, letztlich auch im Sitzen, nachhaltig ein (IV-act. 88-20 f.). In einer
Verweistätigkeit, welche vorwiegend sitzend, jedoch ohne Sitzzwang, und an einem
ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz ausgeführt werden könnte, betrage die
Arbeitsfähigkeit 100 % (IV-act. 88-21). Gemäss Hauptgutachten der MEDAS
Zentralschweiz habe bei der Rentenzusprache 2005 eine mittelgradige depressive
Störung mit somatischem Syndrom im Vordergrund gestanden. Eine schwere oder
mindestens mittelgradige Depression sei heute nicht mehr durchgehend vorhanden,
vielmehr leide die Beschwerdeführerin unter einzelnen depressiven Phasen auf dem
Boden einer Dysthymie, welche begleitet werde von chronischen Schmerzen mit
somatischen und psychischen Faktoren. Allerdings habe sich nicht das psychische
Leiden der Beschwerdeführerin grundlegend geändert, sondern die
Beurteilungskriterien, insbesondere weil heute krankheitsfremde Dimensionen
konsequenter vom psychiatrischen Krankheitsprozess im engeren Sinne differenziert
würden. Wenn ausserdem für die Überwindung der chronischen Schmerzen die
Foerster'schen Kriterien angewandt würden, so ergebe sich aus psychiatrischer Sicht
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % bis 30 % für jegliche Arbeitstätigkeit
(IV-act. 88-13). Das Gutachten kam zum Schluss, in einer Verweistätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % bis 80 % (IV-act. 88-14). Dr. F._ führte am 3. März 2011
aus, die MEDAS gelange heute aufgrund einer geänderten Rechtsprechung be
ziehungsweise veränderter psychiatrischer Beurteilungskriterien zu einer anderen Be
urteilung desselben Sachverhalts. Versicherungsmedizinisch sei von einem stationären
Gesundheitszustand auszugehen (IV-act. 89).
5.
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5.1 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, in der angestammten Tätigkeit als
Mitarbeiterin in einer Wurstfabrik sei die Beschwerdeführerin weiterhin 50 %
arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe spätestens seit der Begutachtung
durch die MEDAS Zentralschweiz am 17. Februar 2011 aus rechtlicher Sicht eine volle
Arbeitsfähigkeit. Als psychiatrische Diagnose sei eine Dysthymie festgestellt worden.
Diese sei nach gültiger Rechtsprechung nicht invalidisierend und stelle zugleich auch
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes dar. Das MEDAS-Gutachten führe
nachvollziehbar aus, dass eine mittelgradige Depression nicht durchgehend
vorhanden, sondern remittiert sei. Gemäss ICD-10-Kriterien handle es sich bei einer
Dysthymie um eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch
hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug sei, um die Kriterien einer schweren,
mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen
(act. G 1.2; act. G 5). Die Beschwerdeführerin macht geltend, auf das MEDAS-
Gutachten dürfe nicht abgestellt werden. Es beruhe nicht auf vollständigen
Untersuchungen; eine psychiatrische Testdiagnostik zur Erhebung der Schwere der
Depression/Dysthymie sowie neurologische Untersuchungen zum Ausschluss einer
organischen Ursache fehlten (act. G 1-6, 13).
5.2 Grundsätzlich ist es der Gutachterperson überlassen, über Art und Umfang der
aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden.
Aufgabe des Versicherers und des Sozialversicherungsgerichts ist es alsdann, das
Gutachten bei der Beweiswürdigung u.a. darauf zu prüfen, ob es für die streitigen
Belange umfassend ist und auf allseitigen Untersuchungen beruht (BGE 134 V 232
E. 5.1; Urteile des Bundesgerichts vom 23. Mai 2014, 8C_96/2014, E. 4.3 und vom 24.
Juli 2014, 8C_450/2014, E. 4.2). Zudem kommt bei der psychiatrischen Exploration
dem schematischen, testmässigen Erfassen der Psychopathologie nach bestimmten
Skalen, die auf den Angaben und Einschätzungen der versicherten Person selbst
beruhen, nur ergänzende Funktion zu; entscheidend ist die klinische Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Juni 2008, 9C_531/2007, E. 2.2.4). Das MEDAS-Gutachten
beruht auf rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen, berücksichtigt
mithin die massgeblichen medizinischen Einzeldisziplinen. Die Wahl der
Untersuchungsmethoden obliegt gemäss zitierter Rechtsprechung dem fachkundigen
Gutachter. Die Beschwerdeführerin zählt zwar konkrete Untersuchungen auf, welche
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ihrer Meinung nach vorzunehmen gewesen wären. Sie beruft sich dabei jedoch nicht
auf eine medizinische Fachmeinung. Es besteht daher kein Anlass, von der dargelegten
Rechtsprechung abzuweichen. Das MEDAS-Gutachten ist schlüssig und
nachvollziehbar und berücksichtigt die Aktenlage sowie die Beschwerden der
Beschwerdeführerin. Es ist daher beweistauglich und es ist darauf abzustellen.
5.3 Gemäss ICD-10: F34 handelt es sich bei einer Dysthymie um eine depressive
Verstimmung, die weder hinreichend schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden an
haltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten
rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Indes betont der psychiatrische
Gutachter, die Abgrenzung zwischen Dysthymie und Depression sei fliessend. Zudem
kann eine dysthymische Störung, tritt sie zusammen mit anderen Befunden auf, die
Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. März
2014, 8C_623/2013, E. 3.2). Vorliegend wurde neben der Dysthymie als weitere
psychiatrische Diagnose auch diejenige einer depressiven Störung, gegenwärtig
remittiert, gestellt (IV-act. 88-26). In diesen Zusammenhang ist die gutachterliche
Aussage zu stellen, dass eine schwere oder mittelgradige Depression zwar nicht
durchgehend gegeben sei, sich jedoch auf dem Boden der Dysthymie depressive
Episoden entwickelten. Damit vereinbar ist, dass das Gutachten von einem gegenüber
dem Jahr 2005 gleichgebliebenen oder (gar) minimal akzentuierten Krankheitsprozess
spricht. Das MEDAS-Gutachten schätzt sodann die Arbeitsfähigkeit auf 70 % bis 80 %.
Es legt dar, dass diese höhere Arbeitsfähigkeitseinschätzung auf einer Änderung der
Beurteilungskriterien bzw. auf der konsequenten Ausklammerung soziokultureller
Begebenheiten beruhe und der Gesundheitszustand im Wesentlichen unverändert sei.
Somit lässt sich auch aus der höheren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht auf eine
revisionsrelevante Verbesserung des Gesundheitszustands schliessen; vielmehr liegt
eine Änderung der Beurteilung bei gleichgebliebenem Sachverhalt vor, die gemäss
Rechtsprechung keinen Anpassungsgrund darstellt (vgl. E. 3.2). Die Voraussetzungen
für eine Anpassung im Sinne von Art. 17 ATSG sind somit nicht gegeben.
6.
6.1 Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für eine Anpassung der Invaliden
rente nicht erfüllt, weshalb die angefochtene Verfügung ersatzlos aufzuheben ist. Die
Beschwerdeführerin hat weiterhin Anspruch auf eine halbe IV-Rente.
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6.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Damit erübrigt sich die Festsetzung eines
Honorars aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung. Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin hat am 1. Mai 2013 eine Honorarnote über 2'471.05 Franken
eingereicht (act. G 8.1), welche allerdings auf dem reduzierten Ansatz der
unentgeltlichen Rechtsvertretung basiert. In Berücksichtigung des geltend gemachten
Aufwands von 11 Stunden erscheint eine Entschädigung von Fr. 3'088.80
(einschliesslich 4 % Barauslagen und 8 % Mehrwertsteuer) als angemessen.
6.3 Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in
der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht