Decision ID: 2002b746-8793-416f-8cf4-8a79da6c16f5
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

unvollständige und unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die
Vorinstanz und die Verletzung von Bundesrecht und kantonalem Recht. So
sei die Bewertung der drei Kriterien A, B und C sowie der jeweiligen
Unterkriterien durch die Referenten und den Gastkritiker eine
offensichtliche Fehlbeurteilung; es sei offensichtlich, dass jedes einzelne
Unter- und Hauptkriterium mit der Note 4.5, mindestens aber mit der Note
4.0 hätte bewertet werden müssen. Folglich hätte die Bachelor-Thesis des
Beschwerdeführers gesamthaft ebenso mindestens mit der Note 4.5,
eventualiter mit der Note 4.0, bewertet werden müssen, womit dem
Beschwerdeführer sodann die Promotion für das Bachelor-Studium zu
erteilen sei. Das Verhältnis zwischen den Referenten und dem
Beschwerdeführer sei belastet gewesen, was diese als befangen
erscheinen lasse; weiter sei nicht auszuschliessen, dass die Referenzen
auch den Gastkritiker beeinflusst hätten. Deshalb müsse die Thesis von
unabhängigen Fachleuten bewertet werden.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Juni 2020 beantragt die B._
(Beschwerdegegnerin) kostenfällig die Abweisung der Beschwerde. Sie
argumentiert, dass der Beschwerdeführer keine objektiven Tatsachen
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glaubhaft mache, welche zu einer Befangenheit von E._ und/oder
F._ führen würde. Entsprechend liege auch keine Verletzung der
Ausstandsvorschriften vor. Weiter sei eine unsachgemässe oder gar
willkürliche Bewertung der Arbeit nicht ansatzweise auszumachen.
Vielmehr zeigten die einlässlichen Ausführungen des Studienleiters auf,
weshalb die Bachelor-Thesis des Beschwerdeführers als stark
ungenügend bewertet worden sei. Der Beschwerdeführer bringe nichts vor,
was sachliche Zweifel an dieser Bewertung wecken könnte. Da es keinerlei
Hinweise auf eine krasse Fehleinschätzung gebe, sei die Beschwerde
abzuweisen.
6. Die Parteien vertiefen ihre Standpunkte in ihrer Replik vom 7. Juli 2020 und
der Duplik vom 20. Juli 2020.
7. Am 22. Juli 2020 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers seine
Honorarnote ein.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt bildet hier der Entscheid des Beschwerdeausschusses
des Hochschulrats der Beschwerdegegnerin vom 24. März 2020, womit er
die Beschwerde des Beschwerdeführers ablehnte und somit die
Nichtpromotion zur Bachelor-Stufe aufgrund der von drei Fachleuten (zwei
Referenten und ein Gastkritiker) bewerteten Architekturprojektleistung des
Beschwerdeführers und der gestützt darauf insgesamt ermittelten
(ungenügenden) Gesamtnote von 2.9 (gerundet 3.0) bestätigte. Für die
Beurteilung des vorliegenden Beschwerdeentscheids der als
eigenständige Hochschule mit kantonaler Trägerschaft konzipierten
Beschwerdegegnerin (vgl. Art. 8 des Gesetzes über die Hochschulen und
Forschung [GHF; BR 427.200]) ist das Verwaltungsgericht zuständig (Art.
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31 Abs. 1 lit. c GHF i.V.m. Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Als Adressat des
angefochtenen Beschwerdeentscheids ist der Beschwerdeführer
besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschwerde nach Art. 50 VRG
legitimiert. Die Beschwerdefrist bestimmt sich normalerweise laut Art. 52
VRG, wonach Entscheide innert 30 Tagen beim Verwaltungsgericht
anzufechten sind. Vorliegend ist aber zu prüfen, ob nicht das bereits
erwähnte Spezialgesetz (GHF) zur Anwendung gelangt und sich die Fristen
somit nach diesem bestimmen.
1.2. Laut Art. 31 Abs. 1 GHF gilt für Entscheide von Hochschulen mit kantonaler
Trägerschaft betreffend Nichtzulassung zum Studium (lit. a), Ausscheiden
während des Studiums (lit. b) und Nichtbestehen des Studiums (lit c) für
den Weiterzug nach Ausschöpfung des schulinternen
Rechtsmittelverfahrens eine Frist von 10 Tagen für das Einreichen einer
Beschwerde ans kantonale Verwaltungsgericht. Die Beschwerdegegnerin
(X._ bis 3. September 2019; ab 1. Januar 2020 neu eigenständige
B._) ist – wie mit Verweis auf Art. 8 GHF dargetan – eine Schule mit
kantonaler Trägerschaft. Die Nichtpromotion im Bachelorstudiengang
'Architektur' ist ein Nichtbestehen des Studiums im Sinne von Art. 31 Abs.
1 lit. c GHF. Auch hat der Beschwerdeführer den schulinternen
Rechtsmittelweg ausgeschöpft. Art. 31 GHF ist damit anwendbar, es gilt
daher vorliegend eine Rechtsmittelfrist von 10 Tagen. In der