Decision ID: ab362582-9d91-4495-8639-0165cdb63835
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966,
war
von
Oktober
2002
bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber per Ende Ok
tober 2018
als
Casserolière
/
Küchenhilfe
im
Z._
,
A._
,
tätig
(
Urk.
7/12
,
Urk.
7/62
)
. Unter Hinweis auf
eine seit Ende März 2017 bestehende Arbeitsunfähigkeit
meldete sich
d
ie Versicherte
am
2
0.
September 2017
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog Akten des
Krankentaggeldversi
cherers
bei (
Urk.
7/8)
, führte eine Eingliederungsberatung durch (
Urk.
7/27)
und
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Nach
d
urchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
7/57
;
Urk.
7/65
,
Urk.
7/68,
Urk.
7/73
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
1.
November 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/78 =
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
3.
Januar 2019
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
1.
November 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den rechtlich relevanten Sachverhalt abzu
klären oder durch ein externes Gutachten abklären zu lassen. Eve
ntuell sei
sie zu verpflichten, ihr eine IV-Rente zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2
oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Februar 2019
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
8.
Feb
ruar 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 40
%
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
%
auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 70
%
auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG)
.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, im Wesentlichen oder einzig auf versi
cherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (
BGE 139 V 225
E. 5.2 S. 229;
122 V 157
E. 1d S. 162). Selbst nicht auf eigenen Untersuchun
gen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler
ärztlicher Dienste
(RAD)
können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im We
sentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden m
edizinischen Sachverhalts geht,
mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (
Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2015 vom 2
7.
Oktober 2015 mit Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente mit der Begründung, dass der Beschwerdeführerin l
aut Einschätzung des
RAD
eine
Wiederaufnahme einer angepassten Tätigkeit zu 70
%
zumutbar
sei
.
Ausgehend vom Durchschnittswert der im
i
ndividuellen Konto
(IK)
für die letzten drei Jahre ausgewiesenen Einkommen als
Valideneinkommen
und einem gestützt auf sta
tistische Werte ermittelten Invalideneinkommen
er
rechnete
sie
einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 26
%
(
Urk.
2).
2.2
Die
Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, die Beschwerdegegnerin
sei ihrer Untersuchungspflicht nicht nachgekommen. Es könne nicht auf die RAD-Stellungnahme abgestellt werden, die
angenommene 25
-
30%ige Leistungsmin
derung könne nicht nachvollzogen werd
en und entspreche nicht den medizini
schen
Erkenntnissen.
In den medizinischen Akten werde eine volle Arbeitsunfä
higkeit attestiert.
Wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuve
rlässigkeit und Schlüssigkeit
v
ersicherungsinterner
Abklärungen best
ünden
, könne nicht darauf abgestellt werden
.
Weiter
sei das Invalidenein
kommen nicht sachgemäss ermittelt worden. Es sei ein leidensbedin
gter Abzug von 25
%
vorzunehmen
(
Urk.
2 S. 3 ff.
Ziff.
2)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in die
sem Zusammenhang die Frage, ob der medizinische Sachverhalt genügend abge
klärt wurde und ob
im Rahmen der Invaliditätsbemessung
beim Invalidenein
kommen ein Abzug vorzunehmen ist.
3.
3.1
Die
medizinische Aktenlage
präsentiert sich
im Wesentlichen
wie folgt:
3.2
Am 2
2.
Juni 2017 berichteten d
ie Ärzte des
B._
,
C._
,
über die Erstkonsultation der Beschwerdeführerin vom gleichen Tag
(
Urk.
7/8/12-15)
. Sie nannten folgende Schmerzdiagnose (S. 1 Mitte):
-
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom beidseits linksbetont
-
Differenzialdiagnose (DD)
myofaszial
,
radikulär
(insbesondere C6 links),
fazettär
-
Medianusneuropathie
bei
Karpaltunnelsyndrom (
CTS
)
, protrahierter postoperativer Verlauf nach CTS-Operation beidseits, CRPS
Die Ärzte führten aus
, am
4.
April 2017 sei eine Dekompression des
Nervus
me
dianus
rechts und am 1
3.
April 2017 eine Dekompression des
Nervus
medianus
links erfolgt (S. 1 Mitte,
vgl.
dazu
Urk.
7/9/16-17). Die Schmerzen in den Fingern seien postoperativ verschwunden, nur der Bereich der Narben schmerze noch et
was.
Störend sei allerdings das seit der ersten Operation zunehmende
Taubheits
gefühl
in der ganzen Hand
radialseits
betont und die zunehmenden
elektri
siere
n
de
n
Schmerzen
(S. 1 unten).
3.3
Die am 1
9.
Juli 2017 durchgeführte MRI-Untersuchung der HWS ergab de
gene
rative Veränderungen im Bereich der HWS mit maximaler Stenose auf Höhe C4/5 median und paramedian rechts.
Ferner
foraminale
Einengungen und eine
chro
nische
kompressive
Myelopathie auf Höhe C4/5 und C5/6 (
Urk.
7/8/20)
.
3.
4
A
m 2
1.
August 2017
wurde
im
B._
,
D._
,
eine mikrochirur
gische
anteriore
zervikale Diskektomie HWK 4/5 und HWK 5/6
mit
Cage-Einlage und
Arthordese
mit Venture-Platte
durchgeführt
(
Urk.
7/9/18-20). Im Aust
ritts
bericht
vom 2
5.
August 2017 (
Urk.
7/9/3-5) führten
die Ärzte aus, nach erfolg
reichem Eingriff hätten sich die ausstrahlenden Schmerzen in beiden Armen zu
rückgebildet. Neue neurologische Störungen hätten sich nach der Operation nicht ergeben (S.
4
Mitte).
3.
5
Am 1
2.
Oktober 2017
(
Urk.
7/9/1-2)
berichteten die Ärzte des
B._
,
D._
,
der
Verlauf
sei
regelrecht und erfreulich.
Die brennenden
Dysäs
thesien
sowie auch die
elektrisierenden Armschmerzen hätten nach
der
Dekom
pression des Rückenmarkes und der segmentalen Nerven wie erwartet vollständig abgenommen. Die d
erzeit noch bestehende
n
Symptome
in Form einer Hypästhe
sie der distalen C6-Dermatome und einer Schulter-/Armschwäche links (vgl. S. 1
Ziff.
1)
seien auf die diffuse, bereits präoperativ bestandene Myelopathie zurück
zuführen.
Aber auch hier sei die
Prognose
insgesamt
günstig. Aufgrund des po
sitiven Verlaufs
sei
der
Beschwerdeführerin
ans Herz gelegt
worden
, die berufli
che Tätigkeit mög
lichst rasch
wieder
aufzunehmen
, sofern eine beschwerdeadap
tierte Arbeitseinteilung in Bezug auf ihre derzeitigen Defizite möglich sei.
Es werde vorgeschlagen, ab dem 2
3.
Oktober 201
7
die Arbeit für zwei Wochen zu 50
%
wieder aufzunehmen
, wobei möglichst keine schweren Gewicht
e
gehoben werden sollten. Eine
graduelle Steigerung
der Arbeitsfähigkeit
sei
bei gutem Ver
lauf
wünschenswert (S. 2 Mitte).
3.6
Am
2.
November 201
7
(
Urk.
7/32)
berichteten die
Ärzte
des
C._
des
B._
, die Beschwerdeführerin
sei seit der
Wiederaufnahme ihrer
körper
lich harten
Arbeit zu 50
%
sehr müde und klage über lumbale
Rückenschmerzen
und zitternde Beine
(S. 2 oben
)
.
3.7
Am 2
4.
November 2017
(
Urk.
7/33)
berichteten die Ärzte des
C._
des
B._
, die
Wiederaufnahme der körperlich harten Arbeit habe zu einer deutlichen Zunahme der Schmerzen geführt (
S. 2 oben
).
3.8
Am 2
8.
November 2017 (
Urk.
7/20/3-4) berichteten die Ärzte des
B._
,
D._
,
anamnestisch und klinisch sei es u
nter Belastung wieder zu einer Zunahme von Kribbelparästhesien und
Hypästhesien
in den Armen gekommen. Radiologisch
zeige sich weiterhin ein
regelrechter
Befund
(S. 2 Mitte).
3.9
In ihrem Bericht vom
6.
Dezember 2017
(
Urk.
7/20/1-2)
nannten
die Ärzte des
B._
,
D._
,
folgende
(verkürzt wiedergegebene
n
)
Diagnosen (S. 1):
-
Status nach mikrochirurgischer
anteriorer
zervikaler Diskektomie HWK 4/5 und HWK 5/6, Cage-Einlage und
Arthrodese
mit Venture-Platte mit/bei
-
bilateraler
Zervikobrachialgie
des C6-Dermatoms
rechtsbetont und Myelopathie,
Erstmanfestation
(EM)
März 2017
-
Status nach Dekompression des Karpaltunnels beidseits
-
l
eichtes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom entsprechend L5 links mehr als rechts
-
ohne sensomotorische Ausfälle
-
Magnetresonanztomographie (MRT) vom
5.
Dezember 2017: relative Stenose des
Rezessus
von L5 links bei
breitbasiger
Diskusprotrusion
des Segments L4/5
Die Ärzte füh
rten aus,
am
5.
Dezember 2017 sei
eine
MRT-Diagnostik der H
WS und LWS durchgeführt worden.
Auf Höhe der H
WS seien
die
postoperative
n
Be
funde als regelrecht zu bezeichnen.
Eine
residuelle
Nervenwurzelkompression
sei nicht ersichtlich und das Myelopathie-Signa
l
sei im Verg
le
ich zur präoperativen Situation rückläufig. Hier könne die Situation nicht verbessert werden. Bezüglich der von der Beschwerdeführerin zuletzt auch angegebenen leichtgradigen
Lum
boradi
kulopathie
linksbetont und L5 gä
be es ein mögliches Korrelat bei
rezessaler
Stenose durch eine
breitbasige
Diskusprotrusion
von LWK
4/
5.
In Anbetracht
der klinisch-radiologischen Befunde werde eine
periradikuläre
Infiltrationsbehand
lung
der Nervenwurzel L5 angeboten
. Operative Massnahmen seien derzeit nicht vorgesehen
(
S. 2 Mitte).
3.1
0
In ihrem Bericht vom
1
3.
April 20
18
(
Urk.
7/45)
führten di
e Ärzte des C._
des
B._
aus, i
m Vordergru
nd stünden die Schulter-Na
cken-
Hinterkopfschmerzen
, die durch die Arbeit an der Spülmaschine, wo die
Beschwerdeführerin
die Arme ständig hoch und runter bewegen müsse, aufrecht
erhalten würden
(S. 2 Mitte). Als
Diagnosen
nannten sie
ein
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom beidseits linksbetont sowie einen Verdacht auf ein
lumboradi
kuläres
Schmerzsyndrom linksbetont (S. 1).
3
.1
1
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
7.
Mai 2018 (
Urk.
7/50), die Beschwerdeführerin
stehe seit
August 2017
in seiner Behandlung (
Ziff.
1.1)
.
Sie leide seit Jahren
an einem chronischen
zervikobrachi
alen
Schmerzsyndrom (
Ziff.
2.1). Vom 3
1.
März bis 2
2.
Oktober 2017 sei sie voll arbeitsunfähig gewesen, seit 2
3.
Oktober 2017 bestehe eine 50
%ige Arbeitsunfä
higkeit. Diese werde vom
B._
attestiert (
Ziff.
1.3), wo die Beschwerdeführerin regelmässig untersucht werde (
Ziff.
2.4). Laut Angaben
der Beschwerdeführerin sei sie im Arbeitsplan zwei Tage pro Woche eingetragen für Rüstarbeiten und kalte Küche, was funktioniere. Den Rest der Woche werde sie aber immer noch in
der Küche eingesetzt,
wo sie körperlich strenge Arbeiten verrichten müsse wie etwa schwere Pfannen heben
, was sie nicht mehr machen könne
.
Seit sie wieder zu 50
%
arbeite, gehe es ihr schlecht
(
Ziff.
2.2,
Ziff.
3.1-3
)
. Die bisher
ige
Tätigkeit sei zu 50
%
zumutbar
(
Ziff.
4.1).
Wie der Case Manager
(des Krankentaggeldver
sicherers)
schon einmal vorgeschlagen habe, dürfte die Beschwerdeführerin nur für leichte Arbeiten eingesetzt werden (
Ziff.
5).
3.12
Nachdem er am 2
0.
März 2018 eine Aktualisierung der medizinischen Berichts
lage gefordert hatte (vgl.
Urk.
7/56 S. 4 oben),
verfasste
RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
, am
2
9.
Mai 2018
eine Stellungnahme (
Urk.
7/56 S. 4-6). In seiner versicherungsme
dizinischen Beurteilung (S. 5 f.)
führte er
aus,
als Gesundheitsschaden
ausgewie
sen sei
ein
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom
,
welches
offensichtlich mittler
weile auf
niedrigem Niveau mit erhebli
chen Restbeschwerden stabil
sei
.
Zusätz
lich sei
nunmehr
ein die LWS betreffender Gesundheitsschaden ausgewiesen i
m Sinne eines Verdachts auf ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom mit den Befun
den gemäss MRI vom
5.
Dezember 201
7.
Auch dieser Gesundheitsschaden sei of
fenbar stabil. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der
zuletzt ausgeübte
n
Täti
gkeit seien
die An
gaben
von
Dr.
E._
nachvollziehbar, da es sich um eine körperlich mittelschwere bis gelegentlich schwere Tätigkeit handle, die eigentlich nicht mehr zumutbar sei. Für eine optimal
angepasste
Tätigkeit seien
keine wirklich konkre
ten Angaben
aktenkundig
. Doch angesicht
s des
Betroffenseins
der obe
ren und unteren Extremitäten
beziehungsweise der HWS
und LWS müsse davon ausge
gan
gen werden, dass auch für eine solche Tätigkeit keine uneingeschränkte
Ar
beitsfähigkeit
mö
glich
wäre, sondern überwiegend wahrscheinlich wohl eine Leistungsminderung
von 25-30
%
bestehe.
Diese Beurteilung gelte ab 2
3.
Oktober 201
7.
O
ptimal behinderungsangepasst sei eine Arbeit
, die körperlich leicht
und wechselbelastend sei, die kein Heben und Tragen von Lasten
über fünf bis sechs Kilogramm
und kein häufiges Bücken oder längeres Stehen in vornübergebeugter Haltung sowie Arbeiten über Kopf oder in anderweitigen Zwangshaltungen der Wirbelsäule erfordere (S. 5 unten, S.
6
oben
)
.
3.13
Am
1.
Juni 2018
(
Urk.
7/54)
berichtete
Dr.
med.
G._
, Oberarzt
des C._
des
B._
, die Beschwerdeführ
erin stehe
etwa
alle
ein bis zwei Wochen bei
ihnen in Behandlung
(
Ziff.
1.2)
.
Aktuell würden vor allem
my
ofasziale
Symptome im Bereich des Nackens und Schultergürtels mittels
Trigger
punktinfiltrationen
behandelt (
Ziff.
2.2). Klinisch fänden sich ausgeprägte
my
ofasziale
Befunde im HWS
- und Schulterbereich im Sinne
v
on
Triggerpunkten
sowie eine eingeschränkte Mobilität der HWS und der LWS mit
druckdolenten
Fazettengelenken
,
d
es We
i
teren Fühlminderungen der oberen Extremitäten beid
seits, welche sowohl auf das Karpaltunnelsyndrom als auch auf die
multietageren
degenerativen Veränderungen der HWS rückführbar s
eien. Ferner bestehe eine dokume
ntierte
residuelle
zerv
ikale Myelopathie auf Höhe C5/6
(MRI HWS vom
5.
Dezember 2017;
Ziff.
2.4).
Im R
a
h
men der zervikalen Operationen und der
Myelopathie sowie des CTS bestü
nden sicherlich gewisse neurologische Ein
schränkungen im Bereich der oberen Extremitäten (Fühl- und
Kraftminderung) sowie eine ras
c
h
ere Ermüdbarkeit (
Ziff.
3.4). Einschätzungen
zur
Arbeitsfähigkeit gäben sie keine ab (
Ziff.
4.1-5).
3.1
4
In seinem Bericht vom 2
1.
September 20
18
(
Urk.
7/72)
zu
Handen
des Rechtsver
treters der Beschwerdeführerin führte
Dr.
G._
aus, als
Schmerztherapeu
ten
nähmen
sie grunds
ätzlich keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor
, da chro
nischer Schmerz ein zutiefst subjektives Empfinden
sei und zwischen Schmerzin
tensität und Funktionalität nicht selten eine grosse Diskrepanz bestehe.
Als wo
möglich hand
fe
sten Befund liesse sich di
e zervikale Myelopathie, das hei
sse eine Schädigung des Rückenmarks im Halsbereich, anführen, welche wohl einen Grossteil der
Schmerzen, Se
nsibilitäts- und Krafteinbussen der oberen Extremi
täten erklären könne, und die als nicht reversibel zu erachten sei.
Für
eine exakte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
müsse
jedoch
eine arbeitsmed
izinische
Beur
teilung erfol
ge
n
(
Ziff.
2)
. Für
körperlich strenge Arbeit vor allem
mit den Arme
n,
das
Heben schwerer Lasten und
Überkopfarbeiten bestünden zweifellos Ein
schränkungen
(
Ziff.
3).
3.1
5
RAD-Arzt
Dr.
F._
führte
in
seiner Stellungnahme vom
8.
November 2018
(
Urk.
7/77 S. 3-4)
aus
,
der
neuste Bericht von
Dr.
G._
enthalte lediglich die bereits bekannten Diagnosen inklusive der chronologisch geordneten Diag
nostik und Therapie. Die gemachten Angaben zur Leistungsfähigkeit korrelierten hinsichtlich der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit ganz klar mit seinen Ausführungen in der letzten
RAD-Stellungnahme
(vgl. vorstehend E.
3.12
). Für eine optimal leidensangepasste Tätigkeit sei angesichts der Tatsache,
dass in der bisherigen, körperlich schweren Tätigkeit weiterhin eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%
erbracht werde, medizintheoretisch überwiegend wahrscheinlich zwar nicht von einer un
einge
schränkte
n
, aber eine
r
etwas höhere
n
Arbeitsfähigk
eit
au
s
zugehen bei einer anzunehmend
en
Leistungsminderung von 25-30
%
.
3.1
6
In eine
r
E
-M
ail an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 2
8.
Novem
ber 2018 (
Urk.
3/2) führte
Dr.
E._
aus, die Arbeitsfähigkeit
als Küchenhilfe sei nicht mehr gegeben.
Da die Beschwerdeführerin
nicht
ein
mal
m
ehr ihren Haus
halt selber führen
könne
,
gä
be es keine angepasste Tätigkeit
(
Urk.
3/2)
.
3.1
7
Mit E
-M
ail vom 1
1.
Dezember 2018
(
Urk.
3/3)
antwortete
Dr.
med. H._
,
B._
,
D._
, dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, sie betreue die Beschwerdeführerin seit Kurzem von neurolo
gisch/
schlafme
-
dizinischer
Seite. Da die Diagnostik noch n
icht abgeschlossen sei und die bisherigen Konsultationen nicht im Hinblick auf arbeitsrelevante Befunde stattgefunden hätten, könne die
Frage nach
der Arbeitsfähigkeit derzeit
nicht ab
schliessend
beantwortet werden
.
4.
4.1
Ausweislich der medizinischen Akten leidet die Beschwerdeführerin an einem
zervikobrachialen
Schmerzsyndrom
(vgl.
vorstehend E. 3.2 und E. 3.10).
Ein im Dezember 2017 von den Neurochirurgen des
B._
noch diagnostiziertes leichtes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom (vorstehend E. 3.9) wurde im Bericht der Ärzte des
C._
des
B._
vom April 2018 (vorstehend E. 3.10) lediglich noch im Sinne
einer Verdachtsdiagnose genannt. Die
Behandlung
kon
zentrierte sich dementsprechend
vor allem
auf
myofasziale
Symptome im Ber
e
i
ch des Nackens und Schultergürtel
s
(vgl. vor
s
tehend E. 3.13).
Im April 2017
unterzog sich die Beschwerdeführerin
eine
r
beidseitige
n
CTS-Operation (vorstehend E. 3.2) und b
ei
einschlägiger HWS-Bildgebung (vgl. vorstehend E. 3.3)
wurde
am 2
1.
Au
gust 2017 eine Dekompression des Rückenmarks und der segmentalen Nerven
durchgeführt
(vorstehend E. 3.4-5). Im Oktober 2017 berichteten die
Neurochi
rurgen des
B._
von einem regelrechten und erfreulichen Verlauf und dass die brennenden
Dysästhesien
sowie auch die elektrisierenden Armschmerzen voll
ständig zurückgegangen seien. Die noch bestehenden Symptome in Form einer Hypästhesie der distalen C6-Dermatome und einer Schulter-/Armschwäche links führten sie auf die diffuse, bereits präoperativ bestanden
e
Myelopa
th
ie zurück (vorstehend E. 3.5).
4.2
Am 2
3.
Oktober 2017 nahm die Beschwerdeführerin auf Empfehlung der Neuro
chirurgen des
B._
(
vgl.
vorstehend E. 3.5) ihre Arbeitstätigkeit im Umfang von 50
%
wieder auf, klagte in der Folge jedoch über eine deutliche Schmerzzunahme, eine Zunahme von Kribbelparästhesien und
Hypästhesien
in den Armen sowie lumbale Rückenschmerzen (vgl. vorstehend E. 3.6-8).
Den Akten ist zu entneh
men, dass die Tätigkeit der Beschwerdeführerin an ihrem bisherigen Arbeitsort trotz Anpassungsbemühungen seitens des Arbeitgebers (vgl.
Urk.
7/27/4-5) letzt
lich nicht so angepasst werden konnte, dass
sie
de
m Gesundheitszustand
der Be
schwerdeführerin Rechnung trug
, wobei die
Beschwerdeführerin
–
entgegen der Empfehlung der Neurochirurgen des
B._
(vgl. vorstehend E. 3.5)
–
teilweise ins
besondere
auch
schwer heben
musst
e
(vgl. vorstehend E.
3.11). Dementsprechend bezeichnete RAD-Arzt
Dr.
F._
die bisherige Tätigkeit als
(eigentlich)
nicht mehr zumutbar (vorstehend E. 3.12).
Dies ist unstrittig und d
avon ist auszugehen.
4.3
Als optimal leidensangepasst
bezeichnete
der RAD-Arzt eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit
, welche kein Heben und Tragen von
Lasten über fünf bis sechs Kilogramm
erfordert und welche keine Notwendigkeit beinhaltet
, sich häufig bücken oder länger in vornübergebeugter Haltung stehen sowie Arbeiten über Kopf
oder in anderweitigen Zwangshaltungen der Wirbelsäule verrichten zu müssen
(vorstehend E. 3.12)
.
Das vom RAD-Arzt formulierte Belastungsprofil trägt dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin mit im Vordergrund ste
hender
zervikobrachialer
Problematik in nachvollziehbarer Weise Rechnung. Es
steht
sodann auch
im Einklang mit der Beurteilung durch
Dr.
E._
,
wonach
die Beschwerdeführerin nur für leichte Arbeiten eingesetzt werden dürf
t
e (vorstehend E. 3.11), sowie der Beurteilung durch
Dr.
G._
,
wonach
für körperlich strenge Arbeit vor allem mit den Armen, das Heben schwerer Lasten und Über
kopfarbeiten Einschränkungen bestünden (vorstehend E. 3.14; vgl. auch vorste
hend E. 3.15
)
.
In Bezug auf eine entsprechende leidensangepasste Tätigkeit
erachtete
RAD-Arzt
Dr.
F._
eine
25-30%igen Einschränkung
der Leistungs- bezi
eh
ungsweise Ar
beitsfä
higkeit al
s
überwiegend wahrscheinlich
(vorstehend E. 3.12, E. 3.15).
Strit
tig und im Folgenden zu prüfen ist, ob auf diese Beurteilung abgestellt werden kann.
4.4
Vorliegend führte
der
RAD-Arzt
zwar
keine eigene Untersuchung durch.
I
hm
standen aber
sämtliche medizinischen Akten zur Verfügung.
Dabei sind i
nsbe
sondere in den Berichten der Neurochirurgen des
B._
(
Urk.
7/9/1-2 und
Urk.
7/20/1-2, vgl. vorstehend E. 3.5 un
d
E. 3.9) sowie den Berichten von
Dr.
G._
vom
C._
des
B._
(
Urk.
7/54 und
Urk.
7/72, vgl.
vorstehend E. 3.13-14)
die
im Verlauf
berichteten
Beschwerden und
erhobe
nen
Befunde ausführlich dokumentiert. Aus den medizinischen Akten ergab sich damit
ein lückenloser Befund, womit die Durchführung einer eigenen Untersu
c
hung in den Hintergrund rückte und der medizinische Sachverhalt insofern fest
stand. Die vom RAD-Arzt vorgenommene Beurteilung im Hinblick auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ist sodann nach
vollziehbar und schlüssig.
So leuchtet ein, dass der Beschwerdeführerin
eine an
gepasste Tätigkeit zwar nicht in einem vollen Pensum, aber doch zu etwas mehr als 50
%
zumutbar ist
, nachdem sie
zuletzt gar ihrer bisherigen
, nicht optimal angepassten
Tätigkeit
in einem entsprechenden Pensum
nachgegangen war
.
Ge
stützt wird diese Annahme durch den Umstand, dass die Beschwerdeführerin
Dr.
E._
gegenüber
angab,
die ihr im Rahmen der Anpassungsbemühungen vom Arbeitgeber zugeteilten
Rüstarbeiten und die Arbeit in der kalten Küche - mithin
leichte
Arbeiten –
hätten
«funktioniert»
(vgl. vorstehend E. 3.11). Dass die Be
schwerdeführerin die bisherige Stelle letztlich nicht
(mehr)
in einem 50
%
-Pen
sum ausüben konnte und diese verlor
,
lag
überwiegend wahrscheinlich
am Um
stand, dass sie nicht durchgehend mit leichten Arbeiten betraut werden und im
mer
wieder auch körperlich strenge Arbeiten verrichten musste
, was zu
Schmerz
exazerbationen
führte (vgl. etwa
Urk.
7/47)
.
Vor diesem Hintergrund vermag die vom RAD-Arzt gezogene Schlu
ssfolg
erung im Sinne einer 70-75%igen Arbeits
fähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten zu überzeugen. Dies nicht zuletzt auch mit Blick auf die von den Neurochirurgen des
B._
im Dezember 201
7
beschrie
bene Befundlage mit einem regelrechten postoperativen Befund ohne ersichtliche Nervenwur
ze
lkompression und
mit
rückläufigem Myelopathie-Signal (vorstehend E. 3.9).
4.5
A
bgesehen vom RAD-Arzt
äussert sich
nur
Dr.
E._
zur Frage nach der Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, wobei er eine solche zuletzt als nicht gegeben bezeich
nete (vgl. vorstehend E. 3.16).
Dr.
E._
begründete die sei
nes Erachtens vollständig eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auch für leidensange
passte Tätigkeiten damit, dass die Beschwerdeführerin nicht einmal mehr ihren Haushalt führen könne, womit es gar keine adaptierten Tätigkeiten gebe. Dieser Rückkehrschluss erweist sich indes als nicht nachvollziehbar und
unbehelflich
, nachdem sich aus den Akten ergibt, dass die Beschwerdeführerin
,
zumindest als sie noch nicht (wieder)
zu 50
%
in ihrer angestammten, nicht leidensangepassten
Tätigkeit gearbeitet hat, eigenen Angaben zufolge ihren Haushalt führen
konnte
(vgl.
Urk.
7/8/15 oben,
Urk.
7/9/11 Mitte).
Dass
die behandelnden Ärzte des
B._
auch auf entsprechende Nachfrage hin keine (abschliessende) Antwort
auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit
geben konnten (vgl.
vorstehend E. 3.13-14, E. 3.17), steht einem Abstellen auf die R
AD-Stellungnahme
schliesslich
nicht entgegen, zumal
Dr.
G._
unter Verweis auf seine Funktion als Schmerztherapeut
in nachvollziehbarer Weise
von der Ab
gabe einer Einschätzung absah (vorstehend E. 3.14).
4.6
Nach
dem Gesagten
erweist sich die RAD-Stellungnahme als beweiswertig und es bestehen vor dem Hintergrund der übrigen medizinischen Berichte keine Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen
. G
estützt auf die Beurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
F._
ist daher
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Cassero
lière
/Küchenhilfe nicht mehr arbeitsfähig
ist, in einer leidensangepassten Tätig
keit aber eine Arbeitsfähigkeit von zumindest 70
%
besteht.
Von den bes
chwer
deweise beantragten weiteren Abklärungen ist daher abzusehen, eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt nicht vor.
A
nzumerken
bleibt
,
d
ass
selbst wenn in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 60
%
ausgegangen würde, kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
resultierte, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt.
5.
5.1
Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
von
Fr.
50'630.80 wurde beschwerdeweise nicht (mehr; anders noch in
Urk.
7/73 S. 3 oben) als zu tief gerügt und gibt zu keinen Beanstandungen Anlass, zumal das von der Be
schwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
(noch) geltend gemachte
Validenein
kommen
von
Fr.
52'154.-- nur unwesentlich höher ist und sich nicht auf das Ergebnis aus
wirkt
.
5.2
Nicht gerügt und zu beanstanden ist sodann auch das von der Beschwerdegeg
nerin gestützt auf die
vom Bundesa
mt für Statistik herausgegebene
Schweizeri
sche
Lohnstrukturerhebung
(
LSE
)
ermittelte Invalideneinkommen von
Fr.
37‘655.10 für
ein
70%-Pensum, w
elchem die Beschwerdegegnerin zu Recht
das Kompetenzniveau 1 (
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
) zugrunde legte.
5.3
Bei der Invaliditätsbemessung wurde einzig der nicht vorgenommene Abzug vom Invalideneinkommen gerügt.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich diesbezüglich auf den Standpunkt, ein leidensbedingter Abzug sei nicht gerechtfertigt, da die reduzierte
Leistungsfähigkeit bereits berücksichtigt worden sei (
Urk.
2 S. 2 unten). Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, angesichts der einzelnen Wertungselemente (Alter, mangelnde Ausbildung, stark reduzierte Leistungsfä
higkeit) sei ein
Abzug von 25
%
angemessen (
Urk.
1 S. 5 unten).
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
5
.5
Die Beschwerdeführerin machte einen Abzug aufgrund einer stark verminderten Leistungsfähigkeit geltend. Diesbezüglich ist mit der Beschwerdegegnerin festzu
halten, dass
die red
uzierte Leistungsfähigkeit in der RAD-Beurteilung der medi
zinischen Arbeitsfähigkeit Berücksichtigung fand, war es doch gerade die Leis
tungsfähigkeit, die der RAD-Arzt als zu 25-30
%
eingeschränkt beurteilte und weshalb letztlich von einer entsprechenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Eine doppelte Anrechnung dieses Gesichtspunkts ist nicht zulässig.
5.6
Soweit die Beschwerdeführerin das
fortgeschrittene Alter als Berechtigung für einen Ab
zug anführte, ist festzuhalten,
dass sich insbesondere im Bereich von Hilfsarbeiten auf dem
hypothetischen ausgeglichen
en Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG)
fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt alters
unabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. Au
gust 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3)
und es ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht dargelegt, weshalb dies im konkreten Einzelfall unzutreffend sein soll.
5.7
Inwiefern die geltend gemachte fehlende Berufsbildung eine
n
Abzug
vom
Lohn für Hilfsarbeiten zu begründen vermöchte, ist
ebenfalls
nicht ersichtlich und auch beschwerdeweise nicht näher
erläutert
worden.
5.8
Nicht geltend gemacht aber dennoch z
u prüfen
ist
schliesslich
,
ob die im
Belas
tungs
profil formulierten
Einschränkungen
einen
leidensbedingten
Abzug
recht
fertigen.
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der
Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkauf
nahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/201
5 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Der
Tab
ellenlohn im Kompetenzniveau 1 umfas
s
t rechtsprechungsgemäss
bereits
eine Vielzahl von leichten
und mittelschweren Tätigkeiten, weshalb der Umstand allein, dass der Beschwerdeführerin nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind,
auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusä
tzlichen leidensbedingten Abzug ist
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012
vom 18. September 2012 E. 5.2).
Die weiteren vom RAD-Arzt formulierten Restriktionen (Wechselbelastung, kein Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 6 Kilogramm,
kein häufiges Bücken oder längeres Stehen in vornübergebeugter Haltung, keine Arbeiten über Kopf oder in anderweitigen Zwangshaltungen der Wirbelsäule)
sind sodann nicht derart, dass auch in Bezug auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr von einem
genügend breiten Spektrum an zumutbaren Ve
rweis
ungstätigkeiten auszugehen ist. Umstände,
die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind
, sind nicht
auszumachen
.
Wei
tere abzugsrelevante Umstände
sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht geltend gemacht.
Die Beschwerdegegnerin hat damit zu Recht von einem Abzug vom verwendeten Tabellenlohn abgesehen.
5.9
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Dies führt zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
700.--
anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.