Decision ID: e0490a29-81c9-455b-9b6b-6b656d33eac5
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres Büsser, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Am 28. Juni 1999 meldete sich G._, Jahrgang 1947, zum Bezug von IV-
Leistungen an und beantragte berufliche Massnahmen (IV-act. 1). Als Grund für das
Gesuch wurde eine degenerative Veränderung der Wirbelsäule mit chronischen
Beschwerden angegeben. Der Versicherte ist verheiratet und war bis zum Auftreten der
Beschwerden im Jahr 1998 als selbständiger Maurer/Baumeister tätig.
A.b In einem Arztbericht vom 12. Juli 1999 hielt die Hausärztin des Versicherten,
Dr. med. A._, fest, der Patient leide unter einer Hyperkyphose BWS, einer
Streckhaltung der LWS, wobei im Bereich der LWS auch eine Druckschmerzhaftigkeit
bestehe (IV-act. 8). Die Röntgenaufnahmen zeigten eine leichte S-förmige skoliotische
BWS-Fehlhaltung, vermehrte Kyphosierung mit leichter Keilwirbelbildung BWK 8. Im
LWS-Bereich bestehe eine leichte Steilstellung sowie eine deutliche Höhenminderung
des Zwischenwirbelraumes L5/S1 mit ausgeprägter Spondylarthrose. Dem Patienten
seien körperlich schwere Arbeiten wie sie auf dem Bau geleistet würden, nicht mehr
zumutbar. Eine Arbeit im Sitzen oder in wechselnder Position ohne das Transportieren
von schweren Gewichten und ohne repetitives Bücken oder Drehen seien jedoch
ganztags zu 100% zumutbar.
A.c Am 12. Oktober 1999 führte die IV-Stelle eine Abklärung beim Versicherten durch.
Im Bericht vom 26. Oktober 1999 hält die Abklärungsperson fest, der Versicherte habe
als selbständiger Baumeister gearbeitet und praktisch ausschliesslich Aufträge von
Privatkunden erhalten (IV-act. 12). Während der Hochkonjunktur habe er immer relativ
hohe Einkommen erzielt. Die AHV-pflichtigen Einkommen werden für die Jahre
1990/1991 mit je Fr. 111'400.-, für die Jahre 1992/1993 mit je Fr. 135'000.-, für die
Jahre 1994/1995 mit je Fr. 77'300.- und für die Jahre 1996/1997 mit je Fr. 109'500.-
angegeben. Der Versicherte sei überzeugt, dass er das zuletzt erzielte Einkommen von
Fr. 109'500.- als Gesunder weiterhin erzielen könnte. Die hohen Einkommen würden
darauf beruhen, dass der Versicherte regelmässig Gipserarbeiten ausgeführt habe, die
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einen geringen Materialaufwand verursacht hätten, was sich auf den Ertrag
niedergeschlagen habe. Seit anfangs 1999 betätige sich der Versicherte als
Wiederverkäufer im Bereich Stall- und Industriegummimatten, wobei ihm die
erforderlichen PC-Kenntnisse für einen erfolgreichen Handel fehlten.
A.d Im Zwischenbericht vom 6. März 2000 hielt der Berufsberater fest, mit dem Betrieb
der Handelsfirma entfalle die körperlich strenge Arbeit. Damit der Versicherte seinen
Ertrag optimieren könne, solle er im administrativen Bereich geschult werden (IV-act.
17).
A.e Mit Verfügung vom 27. März 2000 übernahm die IV-Stelle die Kosten für eine
Umschulung zum technischen Kaufmann, bestehend aus einem kaufmännischen
Grundkurs und einem Lehrgang zum dipl. Kaufmann BVS (IV-act. 20). Da der
Versicherte den Grundkurs aufgrund mangelnder Lernroutine nicht erfolgreich
abschliessen konnte, übernahm die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Oktober 2000
erneut die Kosten für den Grundkurs sowie für den anschliessenden Lehrgang zum
dipl. Kaufmann BVS und dazu die Kosten für das Zusatzmodul Informatik (IV-act. 28,
vgl. auch IV-act. 24, 33-34). Am 29. September 2002 schloss der Versicherte nach
Angaben der Berufsberaterin die Ausbildung zum dipl. Kaufmann BVS ab (IV-act. 34-1).
Gemäss Angaben der Berufsberaterin habe er sich damit ein kaufmännisches
Grundwissen angeeignet, das ihm eine rentenausschliessende Führung einer
Handelsfirma erlaube. Der Versicherte verfüge nun über eine solide kaufmännische
Basis. Es zeige sich aber, dass ihm noch einige wichtige Instrumente bzw. das nötige
Fachwissen fehlten, um erfolgreich auf dem Markt aufzutreten. Es werde deshalb
empfohlen, ihn in betriebswirtschaftlichen Zusatzfächern zu unterrichten. Mit Verfügung
vom 27. September 2002 bewilligte die IV-Stelle dem Versicherten die Weiterführung
der beruflichen Umschulung – bestehend aus einem Informatikkurs und zwei
Zusatzfächern – für die Zeit vom 30. September 2002 bis 31. Mai 2003 (IV-act. 37). In
einem Schreiben vom 14. November 2002 an die Schule teilte der Versicherte mit, es
sei ihm nicht möglich, an drei Tagen in der Woche die Schule zu besuchen, da er
neben der Ausbildung seiner Tätigkeit in Handel und Bau nachgehe, um sich für die
Zukunft etwas aufzubauen (IV-act. 43-3). Die Berufsberaterin beantragte bei der IV-
Stelle im Zwischenbericht vom 28. April 2003 eine nochmalige Verlängerung der
beruflichen Massnahmen, da es dem Versicherten nicht möglich gewesen sei, den
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Informatikanwenderkurs zu absolvieren (IV-act- 44). Mit Verfügung vom 15. Mai 2003
übernahm die IV-Stelle auch die Kosten für die Weiterführung der berufsbegleitenden
Umschulung vom 1. Juni 2003 bis 15. November 2003 (IV-act. 47).
A.f Im Schlussbericht vom 27. April 2004 schreibt die Berufsberaterin, der Versicherte
habe im November 2003 die Umschulung zum dipl. Kaufmann BVS beendet (IV-act.
55). Die Handelsfirma habe aus konjunkturellen Gründen mittlerweile aufgegeben
werden müssen. Der Versicherte habe sich rechtzeitig auf dem RAV gemeldet und sei
zuversichtlich, eine passende Arbeit zu finden, in der er seine grosse Berufserfahrung
und die langjährige Umschulung umsetzen könne.
A.g Mit Verfügung vom 10. Mai 2004 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die
beruflichen Massnahmen seien erfolgreich abgeschlossen (IV-act. 59). Nach Abschluss
der beruflichen Massnahmen sei es ihm möglich, eine Vollzeitstelle im kaufmännischen
Bereich zu finden und ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen.
B.
B.a Am 22. Oktober 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an und beantragte eine Rente (IV-act. 60). Als Grund wurden
Rückenprobleme und eine Venenentzündung angegeben.
B.b In einem Arztbericht an die IV-Stelle vom 10. November 2004 schreibt Dr. A._,
der Versicherte leide an einem chronischen lumboradikulären Schmerzsyndrom links
bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen und paramedianem
Bandscheibenvorfall mit Kontakt zur Wurzel S1, bestehend seit Juli 1998 (IV-act. 70).
Der Patient sei seit der Umschulung zum technischen Kaufmann arbeitslos. Aufgrund
der Beschwerden bestehe mindestens eine Arbeitsunfähigkeit von 60%. Er sei zu einer
konsiliarischen Untersuchung an der Neurochirurgie St. Gallen angemeldet. Nach der
Beurteilung durch den Neurochirurgen werde entschieden, ob eine Operation sinnvoll
sei. Bei den bereits vorliegenden, zum Teil deutlichen Abnutzungserscheinungen und
dem Bandscheibenvorfall sowie den langandauernden Beschwerden sei mit keiner
wesentlichen Besserung mehr zu rechnen.
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B.c Am 30. Juni, 1. Juli und 4. Juli 2005 wurde der Versicherte unter Federführung des
Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene interdisziplinär untersucht (IV-
act. 83). Im Gutachten wird auf die an der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals
St. Gallen durchgeführten Abklärungen verwiesen. Diese hätten ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei fehlenden Hinweisen für ein radikuläres
Reiz- und Ausfallsyndrom ergeben. Es seien keine operativen Massnahmen befürwortet
worden. Der Gutachter des AEH, Dr. med. B._, Facharzt für innere Medizin/
Rheumatologie FMH, hält fest, anlässlich der klinischen Untersuchung finde sich eine
verstärkte BWS-Kyphose und Kopfprotraktion mit jeweils Endphasenschmerzen bei
Prüfung der HWS- und LWS-Beweglichkeit mit leichter bis mittelgradiger
Bewegungseinschränkung. Begleitend liessen sich myofasziale Befunde festhalten.
Zeichen einer radikulären Ausfallsymptomatik seien keine zu finden. Hingegen weise
der positive, linksseitige Slump auf eine entsprechende Irritation der neuralen
Strukturen hin. Bildgeberisch sei eine im Verlauf zunehmende Osteochondrose L5/S1
mit verkalktem, zystisch transformiertem links-paramedianem Bandscheibenvorfall L5/
S1 (MRI-Untersuchung September 2004) bei im November 2001
computertomografisch schon festgehaltener Bandscheibenläsion mit cranialer
Sequestrierung bekannt, ferner in Bezug auf die HWS ein mediolateraler
Bandscheibenvorfall C6/C7 links mit Einengung des Spinalkanals und linksseitiger
Komprimierung des Myelons sowie eine osteophytär bedingte Einengung des
Neuroforamens C5/C6 links. Entsprechend den Beschwerdegebieten lasse sich eine
Funktionsstörung im Bereich der Lenden- und Halswirbelsäule feststellen. Eine rasche
Ermüdbarkeit der Muskulatur und eine ungenügende Stabilisation liessen sich
festhalten, was zu rascher maximaler Muskelrekrutierung auch der Hilfsmuskulatur mit
im Verlauf konsekutiver Zunahme der Fehlhaltung führe. Weiter sei zumindest eine
radikuläre Reizsymptomatik bei positivem Slump-Test linksseitig und bekanntem
Status nach älterem Bandscheibenvorfall mit zystisch-transformiertem Residualzustand
nicht auszuschliessen. Es fänden sich jedoch keine Hinwese für eine radikuläre
sensomotorische Ausfallsymptomatik. In Bezug auf die anlässlich früherer
computertomografischer Untersuchungen beschriebenen Bandscheibenveränderungen
im Bereich der HWS liessen sich heute klinisch keine entsprechenden Hinweise für eine
Nervenwurzelkompression finden. In Bezug auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit seien
auch die Einschränkungen bei den statischen Belastungen zu berücksichtigen. Die
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arbeitsbezogenen relevanten Probleme bestünden in einer Funktionsstörung der
Lenden- und Halswirbelsäule. Die Mobilität der Lendenwirbelsäule sei schmerzhaft und
in alle Richtungen eingeschränkt. Unter Belastung könne der untere Rücken nur
ungenügend muskulär stabilisiert werden. Die Halswirbelsäule sei ebenfalls
schmerzhaft eingeschränkt, die bereits in Ruhe bestehende Fehlhaltung mit starker
Kopfprotraktion verstärke sich unter Belastung. Die Leistungsbereitschaft des
Patienten wird als zuverlässig beurteilt, die Konsistenz als gut. Die Belastbarkeit liege
allgemein im Bereich einer leichten, wechselbelastenden Arbeit. Aus psychiatrischer
Sicht diagnostizierte Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
einen Zustand mit gemischter Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des
Sozialverhaltens leichten Grades (IV-act. 79). Valide ergebe sich höchstens ein
psychisches Gesamtdefizit von 20-30%, in dem das Ausmass der kognitiv-emotionalen
Fixierung und die damit verbundene innerpsychische Einschränkung mit
Einschränkungen im Beruf und Alltag auf soziale Funktionsdefizite keiner
"ausgeprägten seelisch-emotionalen" Befindlichkeitsstörung gleichkomme, die
psychotpathometrischen Befunde (Schweregrad der klinischen Psychopathologie) aber
das vergleichbare Spektrum einer "dysthymen Störung" auch nur knapp abdeckten.
Eine graduelle Steigerung der Leistungsfähigkeit auf ein volles Belastungspensum sei
zumutbar und wahrscheinlich. Interdisziplinär wird im Gutachten für leichte und
wechselbelastende Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 25% angegeben (IV-act.
83-6). In Bezug auf das neuropsychologische Funktionspotential sei eine Steigerung
der Leistungsfähigkeit zu erwarten, währenddem in Bezug auf die Einschränkungen
von Seiten des Bewegungsapparates – begründet durch die vor allem auch starke
Verminderung der Belastungstoleranz – längerfristig von einer Einschränkung von 25%
auszugehen sei. Auch in der berufsbegleitend erlernten Tätigkeit als technischer
Kaumann sei mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25% zu rechnen, dies
vor allem bei sitzender Arbeitsanforderung mit einem monoton-statischen Charakter.
B.d Mit Verfügung vom 15. September 2005 teilte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer
mit, er habe die Umschulung zum technischen Kaufmann erfolgreich abgeschlossen.
Bei ausgeglichener Wirtschaftslage sei er befähigt, mit dieser Tätigkeit ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (IV-act. 85). Der Invaliditätsgrad liege
bei einem Valideneinkommen von Fr. 116'000.- und einem Invalideneinkommen von Fr.
80'800.- bei 30%, womit kein Anspruch auf eine Rente bestehe.
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B.e Mit Schreiben vom 10. Oktober 2005 erhob der Versicherte Einsprache mit dem
Begehren um einen Termin bei der IV-Stelle und dem Antrag, ihm eine Rente
zuzusprechen, da er die Ausbildung zum technischen Kaufmann nicht erfolgreich
abgeschlossen habe (IV-act. 86). Am 8. November 2005 fand eine Besprechung bei der
IV-Stelle statt. Im Einspracheprotokoll wird festgehalten, die Einsprache werde damit
begründet, dass der Versicherte in seinem angestammten Beruf aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr arbeiten könne (IV-act. 91). In einer leidensangepassten Tätigkeit
sei er 75% leistungsfähig, wenn er zusätzlich täglich 2 Stunden aussetzen könne. Diese
Einschätzung sei in der angespannten Wirtschaftslage unrealistisch. Er habe aus
eigener Kraft versucht, mit dem Vertrieb von Gummimatten eine leidensangepasste
Tätigkeit auszuüben, sei aber aus verschiedenen Gründen gescheitert. Sein
Baugeschäft bestehe noch und könnte bei besserer Gesundheit wieder eröffnet
werden. Wenn es ihm gesundheitlich nicht besser gehe, müsse er dieses über kurz
oder lang veräussern. Er sei bestrebt, etwas für die Gesundheit zu tun und sei gerade
zur Rehabilitation in der Klinik Valens gewesen. Dabei sei ein Muskeltraining
durchgeführt worden, und er habe den Eindruck, dass es etwas gebracht habe.
Schmerzen seien weiterhin im Rücken- und Halsbereich vorhanden, und er nehme
täglich ein bis zwei Schmerztabletten sowie eine für die Durchblutung.
B.f Im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 26. Oktober 2005 über den vom
Versicherten in der Einsprache erwähnten Rehabilitationsaufenthalt wird festgehalten,
der Patient sei nach Austritt in der Tätigkeit als technischer Kaufmann zu 75%
arbeitsfähig (IV-act. 94). Die Tätigkeit solle ganztags und mit der Möglichkeit der
Wechselbelastung ausgeübt werden, wobei dem Patienten zusätzliche Pausen von
insgesamt 2 Stunden pro Tag zugestanden werden müssten. Für eine leichte
wechselbelastende Tätigkeit unter Vermeidung vorgeneigten Stehens, Kniens und
Hockepositionen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 75% (Arbeit ganztags mit
zusätzlichen Pausen von 2 Stunden pro Tag).
B.g Mit Verfügung vom 15. Dezember 2005 wurde die Verfügung vom 15. September
2005 widerrufen und dem Versicherten eine neue einsprachefähige Verfügung in
Aussicht gestellt (IV-act. 102).
C.
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C.a Mit Verfügung vom 15. Juni 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe
ab 1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente (IV-act. 114-1). Bei einem Vali
deneinkommen von Fr. 116'000.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 60'600.-
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 48% (IV-act. 110).
C.b Mit Schreiben vom 6. Juli 2006 liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. iur. Andres Büsser, St. Gallen, Einsprache erheben und eine ganze Rente,
eventualiter eine Dreiviertelrente beantragen (IV-act. 115). Zur Begründung führte er an,
die Berechnung des Invalideneinkommens sei unzutreffend. Er sei in der Tätigkeit als
technischer Kaufmann darauf angewiesen, sowohl im Sitzen als auch im Stehen
arbeiten zu können. Das Vorhandensein eines Stehpultes sei Voraussetzung.
Vorgeneigtes Stehen, Knien und Hockepositionen dürften nur selten vorkommen.
Arbeit über Kopf, vorgeneigtes Sitzen, Rotation im Sitzen, wiederholte Kniebeugen
sowie längeres Sitzen und Stehen seien ihm lediglich manchmal möglich. Damit sei er
nicht nur 25% in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, sondern er sei zusätzlich zu
den zwei Stunden Pausen durch Beweglichkeitseinschränkungen und
Haltungsunverträglichkeiten behindert, wodurch er offensichtlich auch gegenüber einer
Person, die 75% arbeite, beeinträchtigt sei, was einen Leidensabzug rechtfertige.
Weiter beachte die Verfügung nicht, dass er die Umschulung zum technischen
Kaufmann nicht erfolgreich abgeschlossen habe. Selbst wenn er für
Assistenztätigkeiten im Bereich technischer Kaufmann eingesetzt würde, habe er als
Berufseinsteiger zu gelten. Unter diesen Umständen scheine es gerechtfertigt, auf den
Tabellenlohn 50-52, Dienstleistungen "Handel", Anforderungsniveau 4 abzustellen und
von einem Jahreseinkommen von Fr. 55'700.- auszugehen. Bei einer
Leistungsfähigkeitseinbusse von 25% und einem Leidensabzug von 25% ergebe sich
ein effektives Invalideneinkommen von Fr. 31'300.-, was bei einem Valideneinkommen
von Fr. 116'000.- zu einem Invaliditätsgrad von 72% führe. Damit bestehe Anspruch
auf eine ganze Rente.
C.c Mit Vorbescheid vom 8. Dezember 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er
habe Anspruch auf eine halbe Rente (IV-act. 126-7). Bei der Berechnung ging sie für
das Invalideneinkommen vom Verdienst gemäss Tabellenlohn Anforderungsniveau 2 in
der Baubranche aus und gewährte dem Versicherten zusätzlich zum Abzug von 25%
aufgrund der Leistungsminderung einen Leidensabzug von 10%. Bei einem
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Valideneinkommen von Fr.116'670.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 52'497.-
errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 55% (IV-act. 125-2).
C.d Mit Einwand vom 18. Januar 2007 hielt der Beschwerdeführer an seinen Begehren
in der Einsprache fest und machte weiterhin einen Leidensabzug von 25% geltend (IV-
act. 126-1). Zudem sei zu beachten, dass er seine Ausbildung zum technischen
Kaufmann nicht erfolgreich abgeschlossen habe. Ohne abgeschlossene
Fachausbildung und ohne spezifische Berufserfahrung habe er keine Chance, eine
Anstellung mit dem Anforderungsniveau 2 zu erhalten. Das Bundesgericht habe selbst
für einen gelernten Maurer, der anschliessend ein Bauingenieur-Studium absolviert und
über langjährige Erfahrung als technischer Bauleiter verfügt habe, auf das
Anforderungsniveau 3 abgestellt (U404/05). Es liege auf der Hand, dass ein
Versicherter, der nicht einmal über einen branchenkaufmännischen Fachausweis
verfüge, nicht höher eingestuft werden könne als ein diplomierter Bauingenieur.
Richtigerweise müsse auf ein Einkommen zwischen dem Anforderungsniveau 3 und 4
in der Baubranche abgestellt werden. Daraus ergebe sich ein Bruttojahreseinkommen
von Fr. 62'550.-. Nach Abzug von 25% für die Leistungseinschränkung und bei einem
Leidensabzug von 25% ergebe sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 116'670.- ein
Anspruch auf eine ganze Rente.
C.e Mit Verfügung vom 5. Juni 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe
mit Wirkung ab 1. November 2003 Anspruch auf eine halbe Rente (IV-act. 133). Zur
Begründung wurde angeführt, dass ein Leidensabzug vom Invalideneinkommen nicht
gerechtfertigt sei, da eine Reduktion des Invalideneinkommens nur vorzunehmen sei,
wenn eine versicherte Person nur noch körperlich leichte Hilfsarbeit verrichten könne.
Im AEH-Gutachten seien die Beweglichkeitseinschränkung und
Haltungsunverträglichkeit zudem bereits berücksichtigt worden, weshalb diesen nicht
mit einem zusätzlichen Leidensabzug Rechnung getragen werden müsse. Hingegen
rechtfertige es sich – da der Versicherte die Ausbildung zum technischen Kaufmann
nicht erfolgreich abschliessen konnte – das Anforderungsniveau herabzusetzen und bei
der Berechnung des Invalideneinkommens von einem zwischen dem
Anforderungsniveau 2 und Anforderungsniveau 3 liegenden Lohn im Baugewerbe
auszugehen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 116'670.- und einem
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Invalideneinkommen von Fr. 53'640.- errechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von
54%.
D.
D.a Mit Schreiben vom 6. Juli 2007 lässt der Versicherte fristgerecht Beschwerde
führen und beantragen, die Verfügung vom 5. Juni 2007 sei aufzuheben und ihm eine
ganze, eventualiter eine Dreiviertelrente zu gewähren (act. G 1). Zur Begründung führt
er an, er sei in der Tätigkeit als technischer Kaufmann darauf angewiesen, sowohl im
Sitzen als auch im Stehen arbeiten zu können. Das Vorhandensein eines Stehpultes sei
Voraussetzung. Vorgeneigtes Stehen, Knien, und Hockepositionen dürften nur selten
vorkommen. Arbeit über Kopf, vorgeneigtes Sitzen, Rotation im Sitzen, wiederholte
Kniebeugen sowie längeres Sitzen und Stehen seien ihm lediglich manchmal möglich.
Damit sei er nicht nur 25% in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, sondern er sei
zusätzlich zu den zwei Stunden Pausen durch Beweglichkeitseinschränkungen und
Haltungsunverträglichkeiten behindert, wodurch er offensichtlich auch gegenüber einer
Person, die 75% arbeite, beeinträchtigt sei, was einen Leidensabzug rechtfertige.
Weiter beachte der Entscheid nicht, dass er die Umschulung zum technischen
Kaufmann nicht erfolgreich habe abschliessen können. Selbst wenn er für
Assistenztätigkeiten im Bereich technischer Kaufmann eingesetzt würde, habe er als
Berufseinsteiger zu gelten. Unter diesen Umständen scheine es gerechtfertigt, auf den
Tabellenlohn 50-52, Dienstleistungen "Handel", Anforderungsniveau 4 abzustellen und
von einem Jahreseinkommen von Fr. 55'700.- auszugehen. Bei einer
Leistungsfähigkeitseinbusse von 25% und einem Leidensabzug von 25% ergebe sich
ein effektives Invalideneinkommen von Fr. 31'300.-, was bei einem Valideneinkommen
von Fr. 116'670.- zu einem Invaliditätsgrad von 73% führe. Damit bestehe Anspruch
auf eine ganze Rente.
D.b In der Beschwerdeantwort vom 25. September 2007 macht die
Beschwerdegegnerin geltend, sie sei zu Unrecht auf die Anmeldung des
Beschwerdeführers eingetreten (act. G 4). Mit Verfügung vom 10. Mai 2004 habe sie
festgestellt, dass der Versicherte keinen Rentenanspruch habe. Da sich der
Gesundheitszustand seither nicht verändert habe, hätte auf das Gesuch vom 25.
Oktober 2004 nicht eingetreten werden dürfen. Weiter macht sie geltend, dass die
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Einkünfte aus dem Baugeschäft und der Immobilienverwaltung stark geschwankt
hätten. Aus den Buchhaltungsunterlagen sei eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse
kaum auszumachen. Die aus dem Immobilien-Bereich resultierenden Gewinne hätten
teilweise einen grossen Teil des Gewinns dargestellt und diese seien von der
gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht betroffen. Nach der langen konjunkturellen
Baisse und den ausgewiesenen Verlusten des Baugeschäfts sei es möglich, dass der
Beschwerdeführer sein Geschäft auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hätte
aufgeben müssen. Aufgrund des Jahresgewinns von Fr. 37'079.75 im Jahr 2003, der
das zweitbeste Ergebnis der letzten acht Jahre darstelle, sei die Aufgabe des
Geschäftes in jenem Jahr aus angeblich konjunkturellen Gründen nicht nachvollziehbar.
Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in dieser Zeit auch noch
eine Umschulung absolviert habe. Aus all diesen Gründen sei die Annahme eines
Valideneinkommens von Fr. 116'670.- als selbständiger Bauunternehmer als
unrealistisch zu bezeichnen. Aufgrund der stark schwankenden Einkommen sei das
Valideneinkommen nach Tabellenlöhnen zu ermitteln. Gemäss Tabellenlöhne 2004
hätten Männer mit Berufs- und Fachkenntnissen im Baugewerbe ein Jahreseinkommen
von Fr. 66'868.- erzielt. Dies entspreche ungefähr dem für die Rentenberechnung
massgebenden Einkommen von Fr. 69'660.-, das auf den aufgewerteten Einkommen
der letzen 35 Jahren als Selbständiger gemäss ACOR-Berechnung basiere. Das
Valideneinkommen betrage rund Fr. 68'000.-. Das Invalideneinkommen sei ebenfalls
aufgrund der Tabellenlöhne zu ermitteln. Der Versicherte dürfe als guter Kenner der
Baubranche eingestuft werden. Neben der grossen praktischen Erfahrung als
Bauunternehmer habe er sich mit der kaufmännischen Ausbildung einen guten
theoretischen Grundstock angeeignet. Man könne sich den Versicherten daher sehr gut
in einer Immobilienhandelsgesellschaft vorstellen. Gemäss Tabellenlöhne 2004 hätten
Männer im Wirtschaftszweig Immobilien im Anforderungsniveau 3 Fr. 74'530.- und im
Anforderungsniveau 1 und 2 Fr. 101'400.- verdient. Bei der langjährigen
Berufserfahrung des Beschwerdeführers sei das Anforderungsniveau 3 eher zu tief,
weshalb sich der Mittelwert aus Anforderungsniveau 3 und 2 rechtfertige. Daraus
resultiere bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25% ein Invalideneinkommen von Fr.
65'974.-. Ein weiterer Abzug sei nicht zulässig. Bei einem Valideneinkommen von Fr.
68'000.-, einem Invalideneinkommen von Fr. 65'974.- und einem daraus resultierenden
Invaliditätsgrad von 3% bestehe kein Anspruch auf eine Rente.
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D.c In der Replik vom 12. November 2007 lässt der Beschwerdeführer erwidern, die
Auffassung der Beschwerdegegnerin, sie sei zu Unrecht auf das Gesuch vom 25.
Oktober 2004 eingetreten, treffe nicht zu (act. G 8). Die Verfügung vom 10. Mai 2004
habe lediglich die Erkenntnis enthalten, dass die beruflichen Massnahmen
abgeschlossen seien. Medizinische Abklärungen seien bis zu diesem Zeitpunkt keine
durchgeführt worden. Nachdem ihm mit Verfügung vom 5. Juni 2007 eine halbe Rente
zugesprochen worden sei, hätte sich die Verfügung vom 10. Mai 2004 zudem als
zweifellos unrichtig erwiesen. Weiter wird bezüglich des Valideneinkommens geltend
gemacht, die von der Beschwerdegegnerin angeführten Zahlen gäben offensichtlich
nicht die tatsächlichen Einkommensverhältnisse wieder. Zudem handle es sich auch
zeitlich nicht um die massgeblichen Zahlen. Relevant seien die
Einkommensverhältnisse vor Beginn des Gesundheitsschadens – und dieser habe
Mitte 1998 begonnen. Es sei unzulässig, ihm das Scheitern seines versuchten
Weiterarbeitens nach Auftreten der chronischen Rückenbeschwerden vorhalten zu
wollen. Ohne Gesundheitsschaden hätte er sein Baumeistergeschäft weitergeführt. Es
bestehe kein Grund, nicht das von der IV-Stelle ursprünglich eingesetzte
Valideneinkommen zu berücksichtigen. Das zuletzt erreichte Einkommen von Fr.
109'500.- entspreche auch dem Durchschnitt der Vorjahre seit 1990. Auch der SVA-
Berufsberater D._ habe intern bestätigt, dass das Valideneinkommen von Fr.
116'670.- nachvollziehbar und anwendbar sei. Nicht anwendbar sei jedoch das
Invalideneinkommen. Die praktische Berufserfahrung, die er in der Baubranche
erworben habe, bedeutete nicht, dass er auch in der reinen Dienstleistungstätigkeit der
Immobilienbranche qualifizierte Arbeit verrichten könne. Er habe Erfahrung als
Baupraktiker, der administrative Teil des Geschäfts sei jedoch klein gewesen. Es sei
daher angezeigt, den Tabellenlohn für den Dienstleistungssektor, Anforderungsniveau 4
einzusetzen. Weiter sei er darauf angewiesen, sowohl im Sitzen als auch im Stehen
arbeiten zu können. Das Vorhandensein eines Stehpultes sei Voraussetzung.
Vorgeneigtes Stehen, Knien, und Hockepositionen dürften nur selten vorkommen.
Arbeit über Kopf, vorgeneigtes Sitzen, Rotation im Sitzen, wiederholte Kniebeugen
sowie längeres Sitzen und Stehen seien ihm lediglich manchmal möglich. Damit sei er
nicht nur 25% in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, sondern er sei zusätzlich zu
den zwei Stunden Pausen durch Beweglichkeitseinschränkungen und
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Haltungsunverträglichkeiten behindert. Damit sei er offensichtlich auch gegenüber einer
Person, die 75% arbeite, beeinträchtigt, was einen Leidensabzug von 25% rechtfertige.
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), sind auf die angefochtene Verfügungdie bis zum 31. Dezember 2007
geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden. (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR
830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeit auf
dem in Betracht kommenden Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen
allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird bei Personen, die zu 100%
erwerbstätig waren, nach Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei
dem das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens
zu 70% invalid ist. Ab einem Invaliditätsgrad von 60% besteht ein Anspruch auf eine
3/4-Rente, ab 50% auf eine 1/2-Rente und ab 40% auf eine 1/4-Rente. Liegt der
Invaliditätsgrad unter 40%, so besteht kein Anspruch auf eine Rente.
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2.
2.1 Unter den Parteien strittig ist, ob die IV-Stelle zurecht auf das vom
Beschwerdeführer eingereichte Rentengesuch vom 22. Oktober 2004 eingetreten ist.
Die Beschwerdegegnerin macht geltend, mit der Verfügung vom 10. Mai 2004 habe sie
auch über das Rentengesuch entschieden und einen Anspruch auf Rente verneint. Für
eine Neuanmeldung seien die Voraussetzungen nach Art. 87 Abs. 4 und Abs. 3 IVV
nicht erfüllt gewesen (act. G 4).
2.2 Art. 87 Abs. 4 IVV bestimmt, dass auf eine Neuanmeldung nach Ablehnung eines
Rentengesuchs nur eingetreten wird, wenn die Voraussetzungen für eine Revision nach
Art. 87 Abs. 3 IVV erfüllt sind. Gemäss Art. 87 Abs. 3 muss in einem Revisionsgesuch
glaubhaft gemacht werden, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise verändert hat. Vorliegend beantragte der Beschwerdeführer in der
ersten Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen vom 28. Juni 1999 eine Umschulung
in eine neue Tätigkeit (IV-act. 1-6). Ein Antrag auf Rente wurde nicht gestellt. In der
Folge klärte die IV-Stelle die beruflichen Verhältnisse ab und verfügte die Umschulung
zum technischen Kaufmann. Mit Verfügung vom 10. Mai 2004 teilte sie dem
Beschwerdeführer mit, die beruflichen Massnahmen seien erfolgreich abgeschlossen
und er sei rentenausschliessend eingegliedert (IV-act. 59). Ob diese Verfügung den
Anspruch auf eine Rente verneinte, muss nach dem Wortlaut unter Berücksichtigung
der tatsächlichen Umstände entschieden werden. Da dem für eine Invalidenrente
massgeblichen Invaliditätsgrad stets ein medizinischer Sachverhalt zugrunde liegt,
hätte die IV-Stelle vor Erlass einer negativen Rentenverfügung abklären müssen, ob
nach Abschluss der Umschulung eine die Arbeitsfähigkeit beeinflussende
gesundheitliche Beeinträchtigung weiterhin bestand. Dies ist vorliegend nicht
geschehen. Zudem wird in Rentenverfügungen eine Berechnung des Invaliditätsgrades
vorgenommen. Dies selbst dann, wenn der Versicherte nach einer Umschulung in einer
adaptierten Tätigkeit wieder 100% arbeitsfähig ist, denn die Invalidenversicherung
deckt das durch gesundheitliche Beeinträchtigung eingetretene Risiko des
Erwerbsausfalls ab. Ein rentenrelevanter Erwerbsausfall kann auch dann vorliegen,
wenn eine versicherte Person zwar wieder 100% arbeitsfähig ist, in der adaptierten
Tätigkeit jedoch weniger als 60% zu verdienen vermag, als in der als gesunde Person
ausgeübten Tätigkeit. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die IV-Stelle keine
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medizinischen Abklärung zur Feststellung einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit nach
Eingliederung durchführte und in der Verfügung auch keine Invaliditätsberechnung
vorgenommen hat, kann davon ausgegangen werden, dass sie tatsächlich
ausschliesslich über den Abschluss der beruflichen Massnahmen verfügte. Zudem
muss auch dem berechtigten Vertrauen des Beschwerdeführers Rechnung getragen
werden. Auch wenn es der gängigen Praxis entspricht, dass die Anträge in der
Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen bei der Leistungsprüfung keine
Verbindlichkeit für die IV-Stelle haben, so durfte der Beschwerdeführer dennoch darauf
vertrauen, dass der Verfügung vom 10. Mai 2004 sein Antrag vom 28. Juni 1999 auf
Durchführung einer beruflichen Umschulung zugrunde lag. Er musste nicht von sich
aus darauf schliessen, dass die IV-Stelle über das von ihm Beantragte hinausgehen
würde. Vielmehr wäre es Aufgabe der IV-Stelle gewesen, in der Verfügung klar auf die
von Amtes wegen vorgenommene Ausweitung der Sachverhaltsabklärung hinzuweisen.
Allein die Standardbemerkung, der Versicherte sei rentenausschliessend eingegliedert,
genügt der für eine Erschütterung des berechtigten Vertrauens erforderlichen
Informationspflicht nicht, zumal im Titel der Verfügung auch noch fett geschrieben
steht "berufliche Massnahmen erfolgreich abgeschlossen" und nicht zusätzlich "kein
Anspruch auf eine Invalidenrente". Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass
die IV-Stelle nur über den Abschluss der beruflichen Massnahmen und nicht über einen
Rentenanspruch entschieden hat und dass selbst wenn man davon ausgehen würde,
dass sie darüber entschieden hat, der Versicherte in seinem berechtigten Vertrauen,
dass nur über berufliche Massnahmen entschieden wurde, zu schützen wäre. Beim
Gesuch vom 22. Oktober 2004 handelt es sich daher in Bezug auf die Rentenfrage
nicht um eine Neuanmeldung i.S.v. Art. 87 Abs. 4 IVV, sondern um eine Erstanmeldung.
2.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die IV-Stelle zurecht auf das Gesuch
vom 22. Oktober 2004 eingetreten und es ist zu klären, ob der Invaliditätsgrad
zutreffend berechnet wurde.
3.
3.1 Da der Arbeitsunfähigkeit ein medizinischer Sachverhalt zu Grunde liegt, sind die
Verwaltung und das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten
und andern Fachpersonen zur Verfügung gestellt werden. Aufgabe des Arztes oder der
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Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261). Das Gericht hat alle Beweismittel, unabhängig von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Insbesondere darf bei einander widersprechenden medizinischen Berichten der
Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abgestellt wird. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung
der Experten begründet ist (BGE 122 V 157 Erw.1b).
3.2 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer am 30. Juni, 1. Juli und 4. Juli 2005 unter
der Federführung des Instituts für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene untersucht.
Die Untersuchung erfolgte umfassend, interdisziplinär und unter Kenntnis der Vorakten.
Die von den Gutachtern ermittelte Arbeitsunfähigkeit von 25% wurde von den Ärzten
der Klinik Valens im Austrittsbericht vom 26. Oktober 2005 bestätigt (IV-act. 94). Da
keine dem Gutachten widersprechende Arztberichte vorliegen, die Begutachtung mit
Sorgfalt durchgeführt wurde und der Grad der Arbeitsfähigkeit von den Parteien nicht
bestritten ist, kann auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der AEH-Gutachter abgestellt
und von einer Einschränkung von 25% für sämtliche Tätigkeiten ausgegangen werden.
4.
4.1 Unter den Parteien strittig ist das Valideneinkommen. Für dieses hat die IV-Stelle
ursprünglich auf das im Auszug aus dem individuellen AHV-Konto für das Jahr 1997
angegebene Einkommen von Fr. 109'500.- abgestellt und für das Jahr 2006 ein an die
Nominallohnerhöhung angepasstes Einkommen von Fr. 116'670.- errechnet (vgl. IV-
act. 122-2). Dieses Valideneinkommen wurde auch für die Verfügung vom 5. Juni 2007
übernommen (vgl. IV-act. 130-2). Der Beschwerdeführer beantragt, dass dieses
Einkommen weiterhin als Basis für den Einkommensvergleich zu gelten habe, während
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die IV-Stelle in der Beschwerdeantwort ein deutlich tieferes Einkommen als realistisch
bezeichnet.
4.2 Zu klären ist vorab, gestützt auf welche Sachverhaltselemente das
Valideneinkommen bestimmt werden kann. Mit dem Valideneinkommen soll dasjenige
Einkommen bezeichnet werden, welches der Versicherte als hypothetisch Gesunder
unter Berücksichtigung seiner Validenkarriere erzielen könnte. Da vorliegend davon
auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer als Gesunder weiterhin im gleichen
Umfang in seiner bisherigen Tätigkeit weitergearbeitet hätte, bilden die zuletzt vor
Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Einkommen wichtige Anhaltspunkte für die
Bestimmung des Valideneinkommens. Gemäss Akten manifestierten sich die
Rückenprobleme des Beschwerdeführers im Jahr 1996 und wurden im Jahr 1998 so
stark, dass er nicht mehr in der Lage war, die den Körper sehr stark beanspruchende
Tätigkeit als Maurer und Gipser auszuüben (vgl. IV-act. 8). Es rechtfertigt sich daher,
davon auszugehen, dass er im Jahr 1997 zum letzten Mal ein Einkommen als gesunder
selbständiger Baumeister erzielte. Aus diesem Grund hat die IV-Stelle für die
Berechnung des Valideneinkommens ursprünglich auf das für das Jahr 1997 im
individuellen AHV-Konto angegebene Einkommen abgestellt. Da die Einkommen des
Beschwerdeführers in den Jahren 1990-1997 starken Schwankungen unterlagen,
vermag das Abstellen allein auf diesen einen Wert nicht zu überzeugen. Die IV-Stelle
hat das Einkommen von Fr. 116'670.- daher im Verlauf des Verfahrens unter
Berücksichtigung der Einkommen der letzten fünf Jahre gemäss Auszug aus dem
individuellen AHV-Konto überprüft und für vertretbar erklärt (IV-act. 128). Dieses
Vorgehen erscheint überzeugend, da es die Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen berücksichtigt und einen realistischen Mittelwert zu liefern
vermag. Allerdings hat die IV-Stelle bei dieser Prüfung übersehen, dass das für ein
Beitragsjahr im individuellen AHV-Konto eingetragene Einkommen nicht dem
tatsächlich in diesem Jahr erzielten Einkommen, sondern dem Durchschnitt der beiden
drei resp. zwei Jahre zuvor erzielten Einkommen entspricht. So wurde etwa dem für die
Bemessung der AHV-Beiträge 1996 und 1997 massgeblichen Einkommen das
durchschnittliche Einkommen der Jahre 1993 und 1994 zugrunde gelegt. Damit
entsprechen die von der IV-Stelle angenommenen Einkommen nicht den tatsächlich in
den Jahren 1993-1997 erzielten Einkommen, weshalb eine umfassende Überprüfung
des Valideneinkommens als angezeigt erscheint. Da die beruflichen Massnahmen im
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Jahr 2003 abgeschlossen waren und der Rentenbeginn – von beiden Parteien
unbestritten – auf den 1. November 2003 festgelegt wurde, muss auch dieses Jahr als
Referenzjahr für die Bestimmung des Invalideneinkommens gelten und das
Valideneinkommen muss entsprechend auf dieses Jahr hin der
Nominallohnentwicklung angepasst werden.
4.3 Dem Gericht liegen die beim Steueramt E._ im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens einverlangten Steuererklärungen und Steuerprotokolle für die
Steuerveranlagung ab 1991 vor. Gemäss diesen Unterlagen erwirtschaftete der
Beschwerdeführer im Jahr 1989 ein Einkommen von Fr. 71'044.-, im Jahr 1990 von Fr.
186'270.-, im Jahr 1991 von Fr. 13'388.-, im Jahr 1992 von Fr. 129'335.-, im Jahr 1993
von Fr. 131'886.-, im Jahr 1994 von Fr. 82'465.-, im Jahr 1995 von Fr. 197'607.-, im
Jahr 1996 einen Verlust von Fr. 10'083.- und im Jahr 1997 ein Einkommen von Fr.
16'387.-. Passt man diese Löhne der Nominallohnentwicklung (gemäss Tabelle BFS
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und Reallöhne, 1976-2007,
Männer) an, so ergeben sich aufgerechnet auf das Jahr 2003 gerundet folgende
Einkommen:
für das Jahr 1989 ein Einkommen von Fr. 97'397.-:
(71'044x1.059x1.072x1.049x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x
1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1990 ein Einkommen von Fr. 241'137.-:
(186'270x1.072x1.049x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x
1.016x1.013),
für das Jahr 1991 ein Einkommen von Fr. 16'167.-:
(13'388x1.049x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x
1.013),
für das Jahr 1992 ein Einkommen von Fr. 148'890.-:
(129'335x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1993 ein Einkommen von Fr. 147'979-:
(131'886x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
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für das Jahr 1994 ein Einkommen von Fr. 91'160.-:
(82'465x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1995 ein Einkommen von Fr. 216'067.-:
(197'607x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1996 ein Verlust von Fr. 10'894.-:
(-10'083x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013)
und für das Jahr 1997 ein Einkommen von Fr. 17'635.-:
(16'387x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013).
Daraus ergibt sich ein Durchschnittseinkommen von Fr. 107'282.-:
([97'397+241'137+16'167+148'890+147'979+91'160+216'067-10'894+17'635]/9). Die
IV-Stelle ging bei ihrer Berechnung vom Valideneinkommen im Jahr 2006 aus. Würde
man die Einkommen bis ins Jahr 2006 aufrechnen, so müssten die einzelnen Beträge
jeweils noch mit 1.009, 1.009 und 1.011 multipliziert werden und es ergäbe sich ein
Durchschnittseinkommen von Fr. 110'423.-.
Weitere Anhaltspunkte für das Valideneinkommen liefern die Auszüge aus dem
individuellen AHV-Konto (IV-act. 66). In den Jahren 1992 und 1993 wurden die AHV-
Beiträge je auf einem Einkommen von Fr. 135'000.- bemessen. Dieses Einkommen
ergibt sich aus dem durchschnittlich in den Jahren 1989 und 1990 erzielten
Einkommen. In den Jahren 1994 und 1995 lag das für die Beitragsberechnung
massgebliche Einkommen bei Fr. 77'300. Dieses hat seine Grundlage im
Durchschnittseinkommen der Jahre 1991 und 1992. Das für die Jahre 1996 und 1997
massgebliche Einkommen von Fr. 109'500.- basiert auf dem tatsächlich in den Jahren
1993 und 1994 erzielten Einkommen und das für das Jahr 1998 angegebene
Einkommen von Fr. 86'420.- wurde durchschnittlich in den Jahren 1995 und 1996
erwirtschaftet. Geht man für die Jahre 1989 und 1990 je von einem Einkommen von Fr.
135'000.-, für die Jahre 1991 und 1992 von Fr. 77'300.-, für die Jahre 1993 und 1994
von Fr. 109'500.- und für die Jahre 1995 und 1996 von Fr. 86'420.- aus, so ergeben
sich für das Jahr 2003 folgende an die Nominallohnentwicklung angepasste
Einkommen:
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für das Jahr 1989 ein Einkommen von Fr. 185'076.-:
(135'000x1.059x1.072x1.049x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x
1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1990 ein Einkommen von Fr. 174'765.-:
(135'000x1.072x1.049x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x
1.016x1.013),
für das Jahr 1991 ein Einkommen von Fr. 93'348.-:
(77'300x1.049x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x
1.013),
für das Jahr 1992 ein Einkommen von Fr. 88'988.-:
(77'300x1.026x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1993 ein Einkommen von Fr. 122'862.-:
(109'500x1.015x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1994 ein Einkommen von Fr. 121'046.-:
(109'500x1.011x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1995 ein Einkommen von Fr. 94'493.-:
(86'420x1.012x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013),
für das Jahr 1996 ein Einkommen von Fr. 93'373.-:
(86'420x1.004x1.007x1.001x1.012x1.025x1.016x1.013).
Daraus ergibt sich ein Durchschnittseinkommen von Fr. 121'744.-
(185'076+174'765+93'348+88'988+122'862+121'046+94'493+93'373/8).
Die IV-Stelle ging bei ihrer Berechnung vom Valideneinkommen im Jahr 2006 aus.
Würde man die Einkommen bis ins Jahr 2006 aufrechnen, so müssten die einzelnen
Beträge jeweils noch mit 1.009, 1.009 und 1.011 multipliziert werden und es ergäbe
sich ein Durchschnittseinkommen von Fr. 125'510.-.
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4.4 Auf den der Berechnung zugrundeliegenden Beträgen wurden
Sozialversicherungsbeiträge bezahlt und Steuern entrichtet und es gibt keinen Grund,
diese nicht auch als Basis für die Einkommensberechnung gelten zu lassen. Dem
Beschwerdeführer war es gelungen, ein rentables Maurer- und Gipsergeschäft
aufzubauen, und wenn er dieses infolge seiner Rückenbeschwerden nicht mehr
weiterführen kann und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, so muss dieser
Tatsache in der Festsetzung des Invaliditätsgrades auch Rechnung getragen werden.
Es ist zudem zu bemerken, dass die Baubranche in den 90er-Jahren unter Druck war.
Da es dem Versicherten gelang, trotz tiefer Margen ein stattliches Einkommen zu
erzielen, so ist davon auszugehen, dass ihm dies in den folgenden Jahren bei einer
Besserung der Wirtschaftslage erst recht gelungen wäre. Die Abweichung zwischen
steuerbarem Einkommen und Einkommen gemäss Auszug aus dem individuellen AHV-
Konto erklärt sich primär dadurch, dass die Löhne im AHV-Konto nur bis 1996
berücksichtigt werden – und der Lohn gemäss Steuererklärung gerade im Jahr 1997
mit Fr. 16'387.- sehr tief lag und den Durchschnitt drückt. Um dem Umstand Rechnung
zu tragen, dass der Beschwerdeführer in den Jahren vor 1996 ein – wenn auch
schwankendes – hohes Einkommen erzielt hat und dies auch gewürdigt werden soll,
rechtfertigt es sich, für das Valideneinkommen vom Mittelwert zwischen dem höheren
(nach AHV-Konto) und dem tieferen (nach Steuererklärungen) Durchschnittseinkommen
auszugehen. Bei einem gestützt auf die Steuerunterlagen errechneten
Durchschnittseinkommen von Fr. 107'282.- und gestützt auf die im AHV-Konto
angegebenen Einkommen errechneten Durchschnittseinkommen von Fr. 121'7434.-,
erscheint als Valideneinkommen ein Einkommen von Fr. 114'500.- als Mittelwert daher
als angemessen. Diese Zahl ist als Annäherung zu verstehen. Eine ganz genaue
Ermittlung des Valideneinkommen ist bei Selbstständigerwerbenden mit
schwankenden Löhnen nicht möglich. Im Übrigen ist zu bemerken, dass das
ursprünglich von der IV-Stelle für das Jahr 2006 errechnete und vom Beschwerdeführer
geltend gemachte Valideneinkommen von Fr. 116'670.- plausibel erscheint. Für das
Jahr 2006 betragen die errechneten Durchschnittseinkommen Fr. 110'423 (nach
Steuererklärung) und Fr. 125'510.- (nach AHV-Konto).
4.5 Zu bestimmen bleibt das Invalideneinkommen. Dieses muss nach den Löhnen
gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
bemessen werden. Die IV-Stelle ging aufgrund der umfassenden Kenntnisse des
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Beschwerdeführers von einem zwischen dem Anforderungsniveau 2 (Verrichtung
selbständiger und qualifizierter Arbeiten) und Anforderungsniveau 3 (Berufs- und
Fachkenntnisse vorausgesetzt) liegenden Lohn im Baugewerbe aus. Dies wurde damit
begründet, dass der Versicherte keinen eigentlichen kaufmännischen Abschluss
vorweisen könne, jedoch über umfassende Kenntnisse in der Baubranche und über
gute, in der Ausbildung durch die IV erworbenen kaufmännische Kenntnisse verfüge.
Zudem habe der Versicherte
über Jahre ein eigenes Baugeschäft geführt. Der Beschwerdeführer seinerseits macht
geltend, sein Einkommen müsse nach dem Anforderungsniveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten), Dienstleistungen "Handel" festgesetzt werden, da er die
Umschulung nicht erfolgreich absolvieren konnte und bei einer allfälligen Beschäftigung
in einer Assistenztätigkeit als Berufseinsteiger zu gelten habe.
4.6 Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen bei seinem beruflichen
Hintergrund nicht zu überzeugen. Er hat über Jahre erfolgreich ein eigenes Maurer-
Unternehmen geführt und verfügt damit über umfassende Kenntnisse im Bereich des
Bauhandwerks. Zudem konnte er den Kaufmännischen Grundkurs BVS erfolgreich
abschliessen und sich auch ohne bestandene Abschlussprüfung des Lehrgangs zum
technischen Kaufmann massgebliche Kenntnisse im kaufmännischen Bereich
aneignen. Ihn gleich zu behandeln wie einen Versicherten, der über keine Ausbildung
und über wenig Fachwissen verfügt, wäre unangebracht. Ob es andererseits realistisch
wäre, den Beschwerdeführer in einer selbständigen und qualifizierten Arbeit
(Anforderungsniveau 2) einzusetzen, erscheint als äusserst fraglich, da es ihm an der
nötigen Qualifikation mangelt. In Gesamtwürdigung des Ausbildungsniveaus und der
Berufserfahrung des Beschwerdeführers erscheint es als angemessen, für die
Festsetzung des Invalideneinkommens das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und
Fachkenntnisse vorausgesetzt) anzuwenden. Da der Beschwerdeführer über ein
grosses praktisches Wissen, über Erfahrung im Führen eines Bauunternehmens und
über kaufmännische Grundkenntnisse verfügt, muss nach einem Wert gesucht werden,
der diesem Umstand Rechnung trägt. Ein in solcher Weise kombinierter Lohn lässt sich
den Tabellen nicht direkt entnehmen. Eine realistische Grösse ergibt sich aus der
Kombination des Durchschnittslohns für Männer im Baugewerbe und dem
Durchschnittslohn für Männer im Bereich Dienstleistungen für Unternehmen, Ziff. 74.
Gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung verdiente ein Mann im Jahr 2002 im
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Anforderungsniveau 3 im Bereich Baugewerbe Fr. 5'284.- und im Bereich
Dienstleistungen für Unternehmen Fr. 5'958.-. Diese Löhne basieren auf
40 Wochenstunden und müssen entsprechend an die im Jahr 2002 tatsächlich
geleistete Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden angepasst werden. Damit ergibt sich
ein Einkommen für das Baugewerbe von Fr. 5'509.- und für die Dienstleistungen für
Unternehmen von Fr. 6'211.-. Zudem müssen die Löhne an die
Nominallohnentwicklung für das Jahr 2003 angepasst werden. Dadurch ergibt sich im
Bereich Baugewerbe ein Einkommen von Fr. 5'581.- (5'509x1.013) und für den Bereich
Dienstleistungen ein Einkommen von Fr. 6'292.- (6'211x1.013). Nimmt man den
Durchschnitt dieser beiden Löhne, so ergibt sich ein monatliches Einkommen von Fr.
5'937.- und ein Jahreseinkommen von Fr. 71'244.-. Bei einem Valideneinkommen von
Fr. 114'500.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 53'433.- (71'244x0.75), ergibt
sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 61'067.-.
4.7 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer ein Leidensabzug gewährt und der für
das Invalideneinkommen gewählte Tabellenlohn entsprechend herabgesetzt werden
muss. Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne gekürzt werden, um
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau, das
von gesunden Arbeitskräften erhoben wird, nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S.
412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten vermögen. Dabei handelt es
sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug. Die Frage, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad) ab. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug
ist als allgemein berufsbedingter Abzug zu verstehen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale
auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 78
E. 5a/bb). Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Argumente für einen
Leidensabzug in der Höhe von 25% vermögen nicht zu überzeugen. Wenn er eine
Stelle mit wechselseitiger Belastung sucht, bei der er einen Teil der Arbeit im Sitzen
und einen Teil im Stehen und/oder Gehen erledigen kann, kommt ihm gegenüber einem
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Mitbewerber kein grösserer Konkurrenznachteil zu. Allerdings muss das Alter des
Beschwerdeführers beachtet werden. Es ist davon auszugehen, dass er bei
Stellenantritt in die gleiche Lohnklasse kommen wird, wie ein Arbeitnehmer, der gerade
seine Ausbildung absolviert hat. Damit wird dem "Dienstalter" des Beschwerdeführers
nicht Rechnung getragen und er hat gegenüber andern Arbeitnehmern seines Alters
einen Nachteil in seiner Erwerbsmöglichkeit. Zudem liegt ein weiterer
einkommensrelevanter Faktor in der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur noch
Teilzeit arbeiten kann. Auf dem momentanen Arbeitsmarkt liegt der auf 100%
aufgerechnete Teilzeitlohn eines Mannes unter dem Lohn für eine Vollzeitstelle. Dies
muss beachtet werden, selbst wenn die Arbeit über den ganzen Tag verteilt erbracht
werden kann. In diesen Fällen hält die Rechtsprechung einen Abzug deshalb für
gerechtfertigt, weil die schlechtere Auslastung des Arbeitsplatzes aus
betriebswirtschaftlicher Sicht eine lohnmässig relevante Erschwernis im konkreten
Invalideneinkommen darstellt (Urteil des BG 9C_603/2007, E. 4.2.3, vom 8. Januar
2008). Gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung lag der auf 100%
aufgerechnete Lohn bei einem zwischen 75%-89% im Anforderungsniveau 3 tätigen
Mann im Jahr 2002 um 4.32% tiefer als der Lohn eines Vollerwerbstätigen. Aus den
genannten Gründen rechtfertigt sich insgesamt ein Abzug vom Invalideneinkommen
von 10%. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 48'090.- (53'433x0.9).
4.8 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 114'500.- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 48'090.-, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 58%
([114'500-48'090]x100/114'500). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG hat der Beschwerdeführer
damit Anspruch auf eine halbe Rente.
5.
5.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine halbe Rente ab 1. November 2003.
5.2 Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu bezahlen,
die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden
(Art. 69 Abs. 1 IVG, vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Diese sind ermessensweise auf bis
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Fr. 600.- zu veranschlagen und entsprechen damit dem vom Beschwerdeführer am
23. Juli 2007 geleisteten Kostenvorschuss.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG