Decision ID: 4cec4b62-b6ec-4721-8690-7aee0a0c7393
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
gegen
Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
betreffend
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Vermittlungsfähigkeit und anrechenbarer Arbeitsausfall
Sachverhalt:
A.
A.a H._ meldete sich per 1. Dezember 2006 zum Bezug von Leistungen der
Arbeitslosenversicherung im Umfang von 50% an (act. G3/C6 und C7). Seine letzte
Anstellung als alleiniger Geschäftsführer bei der A._ GmbH im Rahmen eines
Teilzeitpensums von ca. 43% (18 Stunden verteilt auf 2 Tage pro Woche) wurde von
der Arbeitgeberin per 30. November 2006 infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten
aufgelöst (act. G3/C24). Die Gesellschaft fiel am 27. März 2007 in Konkurs (act. G3/
A145). Am 27. März 2007 überwies die Arbeitslosenkasse B._ in Y._ die
Angelegenheit zwecks Feststellung der Anspruchsberechtigung an das Amt für Arbeit
in St. Gallen (act. G3/C5). Die Arbeitslosenkasse zweifelte daran, weil sie den Hinweis
erhalten hatte, dass für den Versicherten seit April 2005 nie AHV-Beiträge abgerechnet
worden seien (act. G3/C5). Nach verschiedenen Schreiben im Zeitraum vom 4. Juli
2007 bis 10. Januar 2008 konnte der Versicherte den Lohnfluss glaubhaft belegen, was
die Festlegung des versicherten Verdienstes ermöglichte (act. G3/A132). Nach
weiterem Schriftenwechsel stellte das Amt für Arbeit mit Verfügung vom 12. Februar
2008 fest, der Versicherte sei ab Antragstellung (30. November 2006) nicht
vermittlungsfähig und es sei kein anrechenbarer Arbeitsausfall gegeben. Die
Vermittlungsfähigkeit wurde mit der Begründung verneint, der Versicherte führe die
Tätigkeit der konkursiten A._ GmbH weiter, indem er am 1. Januar 2007 den Betrieb
einer Einzelfirma mit den zwei Bereichen "C._" und "D._" aufgenommen habe. Die
Unternehmungen hätten die gleiche Zweckbestimmung und dasselbe Tätigkeitsfeld.
Sodann wolle der Versicherte den Umsatz ausbauen und rund um die Uhr für den
Geschäftsbetrieb tätig sein. Zudem sei aufgrund dieser selbstständigen Weiterführung
der Tätigkeit der A._ GmbH und weil der Versicherte bereits während seiner
teilzeitlichen Anstellung die restliche Zeit der Entwicklung von Papiertechnologien
gewidmet habe und dies auch weiterhin mache, kein anrechenbarer Arbeitsausfall
gegeben (act. G3/A26).
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A.b Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 31. März 2008 Einsprache und
machte sinngemäss geltend, er sei vermittlungsfähig und es sei auch ein
anrechenbarer Arbeitsausfall gegeben. Bei seiner neuen Einzelfirma mit den Bereichen
"C._" und "D._" handle es sich keinesfalls um eine Weiterführung der Tätigkeit der
A._ GmbH, denn weder die Tätigkeitsbereiche noch die Strukturen der Unternehmen
würden übereinstimmen.Des Weiteren bestritt der Versicherte, während seiner
teilzeitlichen Anstellung bei der A._ GmbH die restliche Zeit einer selbstständigen
Erwerbstätigkeit nachgegangen zu sein bzw. sich der Entwicklung von
Papiertechnologien gewidmet zu haben (act. G3/A22).
A.c Mit Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2008 wies das Amt für Arbeit die
Einsprache des Versicherten ab. In der Begründung wiederholt es im Wesentlichen
seine Ausführungen in der Verfügung vom 12. Februar 2008. Zusätzlich wurde
angeführt, der Versicherte sei während der letzten 20 Jahre im Papierhandel und in der
Papierproduktion tätig gewesen und habe jeweils nach Schliessung eines
Unternehmens ein neues gegründet, womit sich zeige, dass die selbstständige
Tätigkeit im Papierbereich ein lang gehegtes Berufsziel sei, was wiederum gegen seine
Vermittlungsfähigkeit spreche (act. G3/A1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 12. November
2008 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Anerkennung
der Vermittlungsfähigkeit bzw. des anrechenbaren Arbeitsausfalls ab 1. Dezember
2006. Zur Begründung wiederholt der Beschwerdeführer im Wesentlichen seine
Ausführungen in der Einsprache (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2008 beantragt der
Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf
die Verfügung und den Einspracheentscheid (act. G3).
B.c Mit Replik vom 6. Januar 2009 nimmt der Beschwerdeführer Stellung zu den
eingereichten Vorakten des Beschwerdegegners. Dabei macht er Berichtigungen
einzelner Notizen bezüglich Gesprächen, die er mit seiner damaligen Personalberaterin
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geführt hat, geltend. Zudem reicht er die Geschäftspräsentation der türkischen Firma
E._ ein, die belegen soll, dass er keine eigene Produktionsstätte im Ausland habe
und somit die Tätigkeit der A._ GmbH nicht weiterführe (act. G5). Der
Beschwerdegegner verzichtet mit Schreiben vom 8. Januar 2009 auf eine Duplik (act.
G7).
C.
Das Gericht forderte am 2. März 2009 beim Beschwerdegegner die RAV-Akten ein (act.
G10). Gleichzeitig nahm das Gericht Abklärungen beim Beschwerdeführer vor
betreffend seinen zeitlichen Aufwand und die auftragsmässige Entwicklung bezüglich
seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit seit Januar 2007 (act. G9 und act. G12). Den
Parteien gab es Gelegenheit zur Akteneinsichtnahme bzw. Stellungnahme. Während
der Beschwerdeführer ausdrücklich auf eine erneute Akteneinsicht verzichtete (act.
G15), liess der Beschwerdegegner die Frist für eine Stellungnahme unbenützt
verstreichen.

Erwägungen:
1.
1.1 Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist
nach Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) die
Vermittlungsfähigkeit. Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG sind arbeitslose Personen
vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt sind, eine zumutbare
Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen.
Vermittlungsfähigkeit verlangt in diesem Sinn objektiv die Arbeitsberechtigung und
Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person und subjektiv ihre Bereitschaft, die
Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen
Arbeitszeit einzusetzen (BGE 126 V 378 E. 1b mit Hinweisen; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 8. April 2003 i.S. E., E. 5.2 [C 138/03]).
Wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft ist die Bereitschaft zur Annahme
einer Dauerstelle als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin. Der Wille allein oder die bloss
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verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft genügen nicht. Bei fehlenden Aktivitäten und
bei Dispositionen, die der Annahme der Vermittlungsbereitschaft entgegenstehen, kann
sich die versicherte Person nicht darauf berufen, sie habe die Vermittlung und Suche
einer Arbeit gewollt (BGE 122 V 266 f. E. 4). Zwar entspricht es der gesetzlichen
Schadenminderungspflicht, wenn sich eine arbeitslose Person mit dem Aufbau einer
selbstständigen Tätigkeit befasst. Bemüht sie sich aber daneben nicht in vertretbarem
Umfang um eine unselbständige Erwerbstätigkeit, liegt Vermittlungsunfähigkeit vor,
denn die Arbeitslosenversicherung bezweckt nicht die Abdeckung von
Unternehmerrisiken (ARV 2002 Nr. 5 S. 56 E. 2b mit Hinweisen).
Vermittlungsunfähigkeit liegt auch vor, wenn die versicherte Person aufgrund der
aufgenommenen selbstständigen Erwerbstätigkeit nicht mehr als Arbeitnehmerin oder
Arbeitnehmer vermittelt werden kann bzw. ihre Arbeitskraft in dieser Eigenschaft nicht
so einsetzen kann oder will, wie es ein Arbeitgeber normalerweise verlangt (BGE 112 V
326). Wird aber während der Arbeitslosigkeit eine selbstständige Erwerbstätigkeit
ausserhalb der normalen Arbeitszeit ausgeübt, ist damit die Vermittlungsfähigkeit nicht
ausgeschlossen (ARV 2002 Nr. 5 S. 56 E. 2b mit Hinweisen).
1.2 Nach Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wer
einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat. Der Arbeitsausfall ist laut Art. 11 Abs. 1
AVIG anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei
aufeinanderfolgende volle Arbeitstage dauert. Für teilweise arbeitslose Versicherte gilt
die Sonderregelung, dass der Arbeitsausfall anrechenbar ist, wenn er innerhalb von
zwei (aufeinanderfolgenden) Wochen mindestens zwei volle Arbeitstage beträgt (Art. 5
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Der anrechenbare Arbeitsausfall bestimmt
sich grundsätzlich im Vergleich zum letzten Arbeitsverhältnis vor Eintritt der
Arbeitslosigkeit (BGE 125 V 60 E. 6c/aa). Es kommt darauf an, was der Versicherte "an
Verdienst einbringender Arbeitszeit verloren hat" (Gerhard Gerhards, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, N. 14 zu Art. 11) und in welchem zeitlichen
Umfang die versicherte Person bereit, berechtigt und in der Lage ist, eine zumutbare
Arbeit während der üblichen Arbeitszeit aufzunehmen. Dauer und Ausmass des
anrechenbaren Arbeitsausfalles wirken sich daher auf den Entschädigungsanspruch
aus.
2.
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2.1 Vorliegend ist streitig, ob der Beschwerdeführer vermittlungsfähig ist und ob er
einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat. Der Beschwerdegegner sieht in der
Neugründung der Einzelfirma mit den zwei Bereichen "C._" und "D._" im Januar
2007 eine Weiterführung der Tätigkeit der konkursiten A._ GmbH, bei welcher der
Beschwerdeführer bis 30. November 2006 teilzeitlich als Geschäftsführer tätig war. Der
Beschwerdeführer stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass die Tätigkeitsfelder
und Strukturen der fraglichen Unternehmen nicht übereinstimmen würden. Die neuen
Einzelunternehmungen seien im Gegensatz zur A._ GmbH Handels- und
Beratungsunternehmen, die über keine eigenen Produktionsanlagen oder Lagerräume
verfügen würden. Zu prüfen ist damit, ob der Beschwerdeführer im Rahmen seiner
unter der Geschäftsbezeichnung D._ und C._ ausgeübten Tätigkeit das bisher von
der A._ GmbH betriebene Geschäft weiterführt.
2.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die derzeit ausgeübte selbstständige
Tätigkeit nicht mit der früheren Geschäftstätigkeit der A._ GmbH, dem
Einzelunternehmen F._ und der G._ AG übereinstimme (act. G1, S. 4).
2.2.1 Was den wirtschaftlichen Werdegang des Beschwerdeführers in den letzten
beiden Jahrzehnten anbelangt, ist festzustellen, dass dieser für die G._ AG von
_1988 bis _1999 (Löschung der Gesellschaft im Handelsregister von Amtes wegen)
als einzelzeichnungsberechtigtes Verwaltungsratsmitglied amtete. Noch im selben
Jahr, als über die G._ AG der Konkurs eröffnet wurde (_1998), gründete und
betrieb er das Einzelunternehmen F._ (act. G3/C4). Dieses Unternehmen fiel am
_2005 in Konkurs und wurde am _2005 von Amtes wegen gelöscht. Am _2005
wurde die A._ GmbH gegründet. Der Beschwerdeführer hielt zwar selbst keine
Stammanteile dieser Gesellschaft, war aber deren einziger Geschäftsführer. Am
29. September 2006 kündigte diese Gesellschaft das Arbeitsverhältnis mit dem
Beschwerdeführer per 30. November 2006 (act. G 3/C24; Löschung im Handelsregister
vom _2007). Nachdem der Beschwerdeführer von der Geschäftsführung
zurückgetreten war, blieb die A._ GmbH ohne genügende Vertretung (vgl.
Handelsregistereintrag vom _2007), mithin waren die Gesellschafter - wobei die
Tochter des Beschwerdeführers die Mehrheit der Stammanteile hielt (vgl. zur familiären
Beziehung act. G3/C5) - nicht in der Lage, die operative Tätigkeit des Unternehmens
weiterzuführen. Im Januar 2007 nahm der Beschwerdeführer eine selbstständige
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Erwerbstätigkeit unter den Firmenbezeichnungen C._ und D._ auf (act. G3/A137,
zum Zeitpunkt des Tätigkeitsbeginns vgl. act. G3/A124). Am _2007 wurde über der
A._ GmbH der Konkurs eröffnet. Wesentlicher Geschäftsbestandteil der genannten
Unternehmen bestand bzw. besteht im Handel mit Papierprodukten. Die mittlerweile
gelöschte A._ GmbH sowie die ab Januar 2007 aufgenommene selbstständige
Tätigkeit beschäftigen sich darüber hinaus zusätzlich mit der Bearbeitung von
Papierprodukten (vgl. zum Ganzen die entsprechenden Handelsregistereinträge bzw.
den Beschrieb der selbstständigen Tätigkeit in act. G3/A137). Aus dieser beruflichen
Biographie erhellt, dass der Beschwerdeführer im Bereich des Handels und der
Verarbeitung von Papierprodukten seit mehr als zwei Jahrzehnten als
Selbstständigerwerbender oder zumindest in Gesellschaften mit entsprechender
Zweckbestimmung als operativ beherrschende - arbeitgeberähnliche - Person tätig war
und immer noch ist. Eine Bruchstelle zwischen der bisherigen Tätigkeit und der neu
aufgenommenen selbstständigen Tätigkeit ist unter diesen Umständen nicht
auszumachen. Der Standpunkt des Beschwerdeführers, dass sich das Geschäft der
D._ hauptsächlich mit der Beratung beschäftige (act. G1, S. 4), vermag daran nichts
zu ändern. Denn die Beratung von Kunden ist bei jeder Händlertätigkeit - wohl auch bei
der damaligen Händlertätigkeit der A._ GmbH - ein wesentlicher Bestandteil. Nach
eigenen Angaben des Beschwerdeführers ist die selbstständige Beratungstätigkeit
denn auch ausschliesslich mit der Verarbeitung seines Produktes (J._ Antirutschlack)
verbunden und bildet lediglich einen Teil seiner gesamten selbstständigen Tätigkeit
(act. G3/A137). Eine klare Abgrenzung von der Geschäftstätigkeit der A._ GmbH
kann darin nicht erblickt werden.
2.2.2 Im Beratungsgespräch vom 12. Januar 2007 wurde denn auch von einer
Weiterführung sowie Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit gesprochen und davon,
dass der Beschwerdeführer sich zu deren Ausübung auf bestehende Kontakte mit
Kunden und Auftraggebern stützen könne (act. G3/C31). In der von C._ an die I._
GmbH erstellten Rechnung vom 20. Februar 2007 ist darüber hinaus ersichtlich, dass
die zugrunde liegende Lieferung im Auftrag von A._ GmbH erfolgte. Liefergegenstand
bildete J._ Antirutschpapier (act. G3/A137), mithin ein Kernprodukt der A._ GmbH
wie auch der unter der Bezeichnung D._ ausgeübten Geschäftstätigkeit (vgl. act. G3/
C24 und G3/A137). Allein schon die Bezeichnung der selbstständigen Tätigkeit mit
dem Zusatz J._ erweckt den Anschein einer engen wirtschaftlichen Verbundenheit
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mit der A._ GmbH bzw. deren Geschäft. Dieser Eindruck wird noch dadurch
verstärkt, dass die in den Akten liegenden Offerten der Monate Oktober bis November
2007 - bei denen es um das J._ Produkt geht - "im Auftrag von info@G_.ch"
abgegeben wurden (act. G3/A140 ff.). Hiermit korrespondiert auch, dass der
Beschwerdeführer früher in der A._ GmbH angewandtes Know-how in seine neue
Unternehmung eingebracht hat (act. G3/A137).
2.3 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass das unter der Bezeichnung
D._ und C._ betriebene Geschäft im Gegensatz zur A._ GmbH keine
Produktionsanlagen und keine Lagerräume beinhalte und sich der Büroraum in K._
befinde (act. G1, S. 4). Dem ist zu entgegnen, dass Offerten über die
Geschäftsbezeichnung D._ im Oktober 2007 zumindest noch teilweise die Angabe
"Lieferung ab Werk L._" - das Domizil der A._ GmbH - enthielten (G3/A140).
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nach wie vor auch
spezielle Anfertigungen seiner J._ Produkte anbietet (act. G3/A141) und diese
individuelle Anfertigung auch zum ausgeübten Geschäft gehört (act. G3/A137). Dass er
die effektive Herstellung an Dritte überträgt, ändert daran nichts, denn wie der
Beschwerdeführer im Schreiben vom 27. Dezember 2007 berichtet, trägt er allein
gegenüber seinen Kunden das Produktionsrisiko, tritt ihnen gegenüber somit als
Hersteller auf (act. G3/A137). Auch aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer kein
eigenes Personal beschäftigt, vermag er nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, lässt der
Umfang eigenen Personals doch keine Rückschlüsse auf die Geschäftstätigkeit und
dessen Zweck zu, zumal - wie es der Beschwerdeführer selbst tut (vgl. act. G3/A137,
S. 2) - zur Ausübung einer Geschäftstätigkeit Arbeitskräfte von Drittunternehmen in
Anspruch genommen werden können. Es ist daher nicht entscheidend, dass der
Beschwerdeführer zur Erreichung des - im Vergleich zur A._ GmbH gleichlautenden -
Geschäftszwecks anstelle eigener Angestellten und eigener Anlagen die Leistungen
von Drittunternehmen in Anspruch nimmt.
2.4 Mit Blick auf die genannten Umstände ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer die bisher über die A._ GmbH betriebene Tätigkeit mit seiner
selbstständigen Tätigkeit weiterführt. Eine Zäsur zwischen diesen Tätigkeiten ist nicht
erkennbar.
3.
mailto:info@G_.ch
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Die Beurteilung der Frage des anrechenbaren Arbeitsausfalls und der
Vermittlungsfähigkeit orientiert sich einzig am bisher bei der A._ GmbH in
unselbstständiger (arbeitgeberähnlicher) Erwerbstätigkeit ausgeübten Arbeitspensum.
Denn lediglich dieses Pensum war gegen das Risiko Arbeitslosigkeit versichert. Wie der
Beschwerdegegner hierzu richtig bemerkt hat, fehlt es an einem anrechenbaren
Arbeitsausfall für das bisherige bei der A._ GmbH ausgeübte Pensum, da der
Beschwerdeführer das entsprechende Arbeitspensum vollumfänglich für die Ausübung
seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit und die damit verbundene Weiterführung der
bisher über die A._ GmbH erbrachten Tätigkeit einsetzt. Weil er gemäss eigenen
Angaben nicht gewillt ist, diese selbstständige Tätigkeit aufzugeben (act. G3/A124),
fehlt es ihm auch an der Vermittlungsfähigkeit für das versicherte Arbeitspensum. Unter
diesen Umständen steht dem Beschwerdeführer keine Arbeitslosenentschädigung zu.
4.
Die Verwaltung erlangte bereits am 12. Januar 2007 Kenntnis von den Absichten des
Beschwerdeführers zur Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit (act. G3/B14). Der
Beschwerdeführer bringt vor, er sei von der Verwaltung dahingehend orientiert worden,
dass die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit keine negativen
versicherungsrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen würde (act. G1, S. 2). Es
stellt sich daher die Frage, ob die Verwaltung dem Beschwerdeführer eine falsche
Auskunft erteilt hat bzw. ob sie ihn ausreichend über die mit der Aufnahme der
selbstständigen Erwerbstätigkeit verbundenen Risiken hinsichtlich seines
Leistungsanspruchs aufgeklärt hat oder hätte aufklären müssen.
4.1 Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben, der den Bürger und die
Bürgerin in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, können
falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine
vom materiellen Recht abweichende Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten.
Dies ist der Fall, 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf
bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden
Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus
zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die Person die
Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte; 4. wenn sie im
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Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne
Nachteil rückgängig gemacht werden können, und 5. wenn die gesetzliche Ordnung
seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat. Unterbleibt eine Auskunft
entgegen gesetzlicher Vorschrift (entsprechende Aufklärungspflichten sind etwa in
Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] oder in Art. 19a AVIV normiert) oder
obwohl sie nach den im Einzelfall gegebenen Umständen geboten war, hat die
Rechtsprechung dies der Erteilung einer unrichtigen Auskunft gleichgestellt und
wendet die genannten fünf Kriterien für den Vertrauensschutz analog an (wobei die
3. Voraussetzung diesfalls lautet: wenn die Person den Inhalt der unterbliebenen
Auskunft nicht kannte oder deren Inhalt so selbstverständlich war, dass sie mit einer
anderen Auskunft nicht hätte rechnen müssen; vgl. zum Ganzen BGE 131 V 480 f. E. 5).
4.2 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2007
angab, dass er bestrebt sei, sein persönliches Know-how im Bereich der Anwendung
von Verfahren für Antirutschbeschichtung von Papier etc. ertragsbringend zu
realisieren. Er verneinte deshalb ausdrücklich die Bereitschaft, seine Selbstständigkeit
zugunsten einer Tätigkeit als Arbeitnehmer ganz aufzugeben (act. G3/A124). Aus dieser
Aussage ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer bereits nach seiner Kündigung
per 30. November 2006 bestrebt war, sein damals bereits bestehendes und im
Geschäft der A._ GmbH angewandtes persönliches Know-how weiterhin
ertragsbringend einzusetzen. Unter Mitberücksichtigung seines wirtschaftlichen
Werdeganges (vgl. vorstehende E. 2.2.1), seinen Kontakten mit Kunden und
Auftraggebern (act. G3/C31) und namhaften Investitionen in das Know-how (act. G3/
A137) - das nach dem Niedergang der A._ GmbH ohne sein Zutun nicht mehr
genutzt worden wäre -, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer auch bei korrekter Aufklärung über die Rechtslage sein
persönliches Know-how selbstständig oder zumindest als arbeitgeberähnliche Person
verwertet hätte. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, dass er in
Kenntnis der Rechtslage anders verfahren wäre. Damit fehlt es an einem
Kausalzusammenhang zwischen der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit und einer
allfälligen Auskunftspflichtverletzung, womit zumindest diese Voraussetzung des
Vertrauensschutzes nicht erfüllt ist. Auf eine Prüfung der übrigen Grundsätze des
Vertrauensschutzes kann daher verzichtet werden.
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5.
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdegegner im Einspracheentscheid vom 10.
Oktober 2008 zu Recht die Vermittlungsfähigkeit und einen anrechenbaren
Arbeitsausfall des Beschwerdeführers verneint. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG