Decision ID: 0aabd5a2-8904-5d77-a46f-ab2a728177f4
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Stephanie Bialas, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 22. Mai 1991 (Datum Posteingang IV-Stelle) zum Bezug von
IV-Leistungen an. Zur Begründung teilte sie mit, sie leide an einem
Bandscheibenschaden (IV-act. 12). Der behandelnde Dr. med. B._, Innere Medizin
FMH, berichtete am 29. Juni 1991, die Versicherte leide an Restbeschwerden nach
Diskushernien-Operation rechts L4/5 vom 7. Juni 1990 und an einer
Bandscheibenprotrusion L3/4 und L5/S1. Er bescheinigte für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Angestellte in einer Textilfirma eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 16).
Im Auftrag der IV-Stelle befand sich die Versicherte vom 19. bis 22. Oktober 1992 zur
polydisziplinären (allgemeinmedizinischen, orthopädischen, neurologischen und
psychiatrischen) Begutachtung im ZMB Zentrum für Medizinische Begutachtung. Die
Gutachter stellten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines
Lumbovertebralsyndroms bei Status nach Diskushernienoperation L4/L5 und
degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule. Für eine
leidensangepasste Tätigkeit verfüge die Versicherte über eine mindestens 80%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 30). Mit Verfügung vom 20. Januar 1993 wurde das
Leistungsbegehren der Versicherten mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrads
abgewiesen (IV-act. 36). Den dagegen erhobenen Rekurs wies das
Versicherungsgericht ab (Entscheid vom 23. September 1993, IV 17/93, IV-act. 40).
A.b Am 5. Dezember 1995 (Datum Posteingang IV-Stelle) meldete sich die Versicherte
wegen zunehmender Rückenschmerzen erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 42).
Dr. B._ diagnostizierte ein chronisches rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom bei
Status nach Diskushernienoperation L4/5 und degenerativen Veränderungen der
unteren LWS sowie reaktive Depressionen. Für die angestammte Tätigkeit bescheinigte
er eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 12. Dezember 1995, IV-act. 44; vgl.
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auch Schreiben von Dr. B._ vom 18. Januar 1996, IV-act. 49). Am 27. März 1996
wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle in der Klinik für Orthopädische Chirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) begutachtet. Die dortigen Experten
diagnostizierten eine akute Lumboischialgie rechts bei kernspintomographisch
nachgewiesener medio rechts lateraler Rezidiv-Diskushernie L4/L5, medianer
Diskushernie L5/S1, Diskusprotrusion L3/L4 und einen Zustand nach Nukleotomie L4/
L5 1990. Bei der momentan bestehenden Beschwerdesymptomatik liege eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vor. Am Schluss des Gutachtens vom 7. Juni 1996 hielten die
KSSG-Gutachter fest, bei der momentan akut bestehenden Lumboischialgie und
notwendigem Behandlungsbedarf sei die Frage nach der Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu beantworten. Man
müsse sicherlich nach erfolgter Behandlung eine erneute klinische Untersuchung
durchführen, um dann das Ausmass der Arbeitsfähigkeit für eine rückenadaptierte
Tätigkeit zu bestimmen (IV-act. 50). Im Bearbeitungsblatt vom 19. Juni 1996 hielt die
IV-Stelle fest, gestützt auf das KSSG-Gutachten sei auch für eine leidensangepasste
Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Da indessen das
Wartejahr noch nicht erfüllt sei, sei das Rentengesuch abzuweisen. Der IV-
Vertrauensarzt (Dr. med. "C._") bestätigte diese Auffassung und empfahl die
Einholung eines Arztberichts beim Hausarzt im Oktober 1996 (IV-act. 51). Mangels
erfüllten Wartejahres wies die IV-Stelle das Rentengesuch in der Verfügung vom
29. Juli 1996 (zur Zeit) ab (IV-act. 53).
A.c Die Versicherte meldete sich am 9. September 1996 erneut zum Leistungsbezug
an mit der Bitte um Prüfung der Rente, nachdem im November 1996 das Wartejahr
erfüllt werde (IV-act. 55). Dr. B._ berichtete am 30. September 1996, der
Gesundheitszustand der Versicherten sei seit dem 7. Juni 1996 stationär. Für die
angestammte Tätigkeit bestehe seit November 1995 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Neu diagnostizierte Dr. B._ zusätzlich zu den bestehenden Leiden eine
Prolapsoperation L4/5 rechts mediolateral vom 10. April 1996, eine Fehlhaltung und
muskuläre Dysbalance (IV-act. 56). Die IV-Stelle erhielt von Dr. B._ am 16. Dezember
1996 einen Austrittsbericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik D._ vom
14. August 1996, wo die Versicherte vom 11. bis 30. Juli 1996 hospitalisiert war. Die
behandelnden medizinischen Fachpersonen der Rheuma- und Rehabilitationsklink
D._ bescheinigten der Versicherten für bis zu vier Wochen nach dem Austritt eine
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100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für die Zeit danach solle eine Neubeurteilung durch den
Hausarzt erfolgen (IV-act. 59). Im Bearbeitungsblatt vom 16. Dezember 1996 hielt die
IV-Stelle den Standpunkt fest, dass gestützt auf die "MEDAS-Begutachtung" weiterhin
eine 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 61). Mit Verfügung
vom 10. Juni 1997 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. November
1996 eine ganze Rente zu (IV-act. 66).
A.d Im Rahmen von Amtes wegen durchgeführter Revisionen wurde der
Rentenanspruch der Versicherten in der Folge mehrmals bestätigt (Mitteilungen vom
31. Dezember 1998, IV-act. 71, vom 15. Februar 2002, IV-act. 79, und vom 3. Mai
2006, IV-act. 83). Anlässlich eines erneut von Amtes wegen eingeleiteten
Revisionsverfahrens gab die Versicherte im Fragebogen vom 30. März 2011 an, ihr
Gesundheitszustand sei unverändert. Sie sei für kurze Zeit in psychiatrischer
Behandlung gestanden und aus gynäkologischen Gründen vom 17. bis 24. Mai 2010
hospitalisiert gewesen (IV-act. 85). Dr. B._ bestätigte im Verlaufsbericht vom 19. Mai
2011 einen seit April 2006 stationären Gesundheitszustand (IV-act. 89).
A.e Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 4. und 5. Oktober 2011
polydisziplinär (physikalisch-medizinisch und psychiatrisch) in der MEDAS Ostschweiz
begutachtet. Mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die
MEDAS-Gutachter ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
rechtsbetont. Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit erwähnten sie chronisch rezidivierende, rechtsbetonte
Cervicocephalgien und chronisch rezidivierende Gonarthralgien rechtsbetont. Für die
zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Reinigungsangestellte sowie als Aufmacherin mit
regelhaft anfallenden wirbelsäulenbelastenden Bewegungsmustern lasse sich aus
somatischen Gründen auch weiterhin keine Arbeitsfähigkeit mehr attestieren. Dies gelte
rückwirkend seit der ersten Bandscheibenoperation im Juni 1990. Für eine
leidensangepasste Tätigkeit bescheinigten die Gutachter eine unlimitierte
Arbeitsfähigkeit. Im retrospektiven Längsschnitt sei spätestens seit "Dezember 1998
(und somit über ein halbes Jahr nach der Hemilaminektomie LWK4/5 vom 10.04.1996)"
von einer "unbeschränkten" Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit auszugehen (MEDAS-Gutachten vom 9. Februar 2012, IV-act. 102). RAD-
Ärztin Dr. med. E._, Fachärztin für Allgemeinmedizin FMH, gelangte zur Auffassung,
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dass auf die bidisziplinäre Begutachtung der MEDAS Ostschweiz vollumfänglich
abgestellt werden könne. Der Gesundheitszustand habe sich seit dem Gutachten des
KSSG verbessert (Stellungnahme vom 22. Februar 2012, IV-act. 103).
A.f Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 30. März 2012 mit, dass berufliche
Eingliederungsmassnahmen durchgeführt würden, bevor ihre Rente aufgehoben werde
(Schreiben vom 30. März 2012, IV-act. 107; vgl. auch Schreiben der IV-Stelle vom
23. Mai 2012, IV-act. 111). Im Schreiben vom 2. Juli 2012 forderte die IV-Stelle die
Versicherte unter Hinweis auf die ihr obliegende Mitwirkungs- und
Schadenminderungspflicht auf, aktiv an der Prüfung von Eingliederungsmöglichkeiten
mitzuwirken (IV-act. 114). Am 4. September 2012 (IV-act. 118-5) reichte die Versicherte
einen vom behandelnden F._, Praktischer Arzt, am 3. September 2012 ausgefüllten
Fragebogen "Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung" ein. Dieser
berichtete, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit Mitte 2011
verschlechtert (IV-act. 118). Am 22. November 2012 forderte die IV-Stelle die
Versicherte erneut auf, ihre Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht bei der
Prüfung von Eingliederungsmöglichkeiten zu erfüllen. Sollte sie dieser Aufforderung
nicht bis spätestens dem 12. Dezember 2012 nachkommen, würden die
Eingliederungsbemühungen eingestellt (IV-act. 121). Med. pract. F._ gab im Bericht
vom 29. November 2012 an, die Versicherte leide an einer Follikelzyste des Ovars und
einem Leiomyom des Uterus bzw. einem Zustand nach "Revision von Briden 10'12 bei
Z.n. nach Total-OP '10", Narbenschmerzen, einer Bauchdeckeninsuffizienz, einer
segmentalen WS-Instabilität, einer Depression und einem chronifizierten
Schmerzsyndrom. Aufgrund dieser Symptomatik könne die Versicherte zur Zeit nicht
arbeiten. Es bestehe aus hausärztlicher Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für
voraussichtlich 6 Wochen. Die Bauch-OP habe den Zustand gegenwärtig
verschlechtert und bedürfe einer ausreichenden Erhohlungszeit bei schon vorab
bestehendem reduziertem, schmerzhaft eingeschränktem Allgemeinzustand. Er bitte
die IV-Stelle, der Versicherten die Rekonvaleszenz bis Mitte Januar zu ermöglichen und
sie erst dann zur Prüfung beruflicher Eingliederungsmassnahmen aufzubieten. Aus
hausärztlicher Sicht bestehe auf Dauer keine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 123). RAD-Ärztin
Dr. E._ führte in der Stellungnahme vom 14. Februar 2013 aus, bei dem vom
Hausarzt erwähnten Leiden, das zur Vornahme einer Adhäsiolyse geführt habe, handle
es sich um einen vorübergehenden Gesundheitsschaden ohne langandauernde
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Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Die von ihm aufgrund des operativen Eingriffs
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 6 Wochen ab 22. Oktober 2012 sei plausibel. Ab
Mitte Dezember 2012 könne wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten ausgegangen werden (IV-act. 124).
A.g Mit Vorbescheid vom 22. März 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Rentenaufhebung in Aussicht (IV-act. 127). Med. pract. F._ berichtete am 7. April
2013, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich im zurückliegenden
Zeitraum verschlechtert. Sie sei in ihrem chronischen Krankheitszustand so
beeinträchtigt, dass sie keiner regelmässigen oder unregelmässigen Erwerbstätigkeit
nachgehen könne. "Das Risiko für eine Berufsausübung ist aufgrund der
vorbestehenden Erkrankungen erhöht, den Zustand weiter zu verschlechtern" (IV-
act. 128). Am 15. April 2013 erhob die Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid (IV-
act. 129). RAD-Ärztin Dr. E._ vertrat den Standpunkt, es könne an ihrer früheren
Beurteilung vom 14. Februar 2013 festgehalten werden (Stellungnahme vom 8. Mai
2013, IV-act. 130). Die IV-Stelle verfügte am 17. Mai 2013 die Aufhebung der Rente auf
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats. Einer allfälligen Beschwerde
entzog sie die aufschiebende Wirkung (IV-act. 131).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 17. Mai 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 17. Juni 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente
auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer medizinischer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin
bringt unter Hinweis auf die behandelnden Ärzte vor, dass sich ihr Gesundheitszustand
in den letzten 13 Jahren nicht verbessert habe. Des Weiteren bringt sie verschiedene
Einwände gegen die Beweiskraft des Gutachtens der MEDAS Ostschweiz vor (act.
G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 19. August 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus,
es könne offen bleiben, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
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verbessert habe bzw. die Voraussetzungen für eine Revision erfüllt seien. Denn die
angefochtene Verfügung sei mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung zu
schützen. Die ursprüngliche Verfügung erweise sich u.a. infolge Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes (ungenügende medizinische Grundlage) als zweifellos
unrichtig. Gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Gutachter der MEDAS
Ostschweiz sei zu Recht ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad ermittelt
und die Rentenleistung aufgehoben worden (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 4. November 2013 unverändert an
der Beschwerde fest. Ergänzend vertritt sie den Standpunkt, dass die ursprüngliche
Rentenverfügung nicht zweifellos unrichtig gewesen sei. Gegen die Beweiskraft des
Gutachtens der MEDAS Ostschweiz legt sie verschiedene ärztliche Berichte ins Recht
(u.a. Berichte der Klinik G._ vom 13. Juni 2013 betreffend kernspintomographische
Untersuchungen der Wirbelsäule und von med. pract. F._ vom 22. Oktober 2013, act.
G 10 und 10.1 ff.).
B.d Die Frist für die Einreichung einer Duplik hat die Beschwerdegegnerin unbenützt
verstreichen lassen (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der verfügten Rentenaufhebung. Dabei ist aufgrund der Vorbringen der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 19. August 2013 zunächst die
Frage zu beantworten, ob die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der
ursprünglichen Rentenverfügung vom 10. Juni 1997 erfüllt sind. Hinsichtlich des
Datums des Verfügungserlasses ist zu bemerken, dass dieses aufgrund der schlechten
Scan-Qualität bloss schwer leserlich ist (IV-act. 66-1) und entweder als Juni oder Juli
gedeutet werden kann. Angesichts des unmittelbar folgenden Dokuments vom 19. Juni
1997 (IV-act. 67), worin ein anderer Sozialversicherer über den IV-Rentenanspruch
orientiert wurde, ist für den Verfügungserlass vom Monat Juni auszugehen. Der von der
Beschwerdegegnerin angenommene Verfügungserlass vom 10. "Januar" 1997 (act.
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G 4, Rz 10 des Sachverhalts) erweist sich schon deshalb als offensichtlich
unzutreffend, als der Vorbescheid das Datum 9. Januar 1997 (IV-act. 62) trägt und die
Mitteilung des Beschlusses am 17. März 1997 erfolgte (IV-act. 64).
1.1 Die IV-Stelle kann nach Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) auf formell rechtskräftige Ver
fügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung dient der Korrektur
einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung
im Sinn der Würdigung des Sachverhalts. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit
ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder
unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn
der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt,
deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die
Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen
(Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung,
Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im
Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprache darbot, als vertretbar, scheidet die
Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein
vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein
einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_368/2012, E. 2.2).
1.2 Medizinische Grundlage für die ursprüngliche Rentenzusprache bildete gemäss
Bearbeitungsblatt vom 16. Dezember 1996 (IV-act. 61) das Gutachten des KSSG vom
7. Juni 1996 (IV-act. 50). Zwar bescheinigten die Gutachter des KSSG "bei der
momentan bestehenden Beschwerdesymptomatik" eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(IV-act.50-7). Indessen bezog sich diese Einschätzung insoweit auf die angestammte
Tätigkeit, als die KSSG-Gutachter gleichzeitig ausdrücklich festhielten, dass die Frage
nach der Arbeitsfähigkeit "bei beschwerdeangepasster rückenadaptierter Tätigkeiten"
zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu beantworten sei. Man müsse sicherlich nach erfolgter
Behandlung eine erneute klinische Untersuchung durchführen, um dann das Ausmass
der Arbeitsfähigkeit für eine rückenadaptierte Tätigkeit zu bestimmen (IV-act. 50-8).
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1.3 Die Rentenzusprache beruhte damit in medizinischer Hinsicht auf einem Gutachten
des KSSG, dessen Experten die einschlägige Frage nach der für leidensangepassten
Tätigkeiten bestehenden Arbeitsfähigkeit offen gelassen und die diesbezüglichen
allenfalls verbliebenen Ressourcen der Beschwerdeführerin nicht abgeklärt hatten. Sie
hatten denn auch zutreffend auf einen weiteren Abklärungsbedarf hingewiesen. Hinzu
kommt, dass die Untersuchung vom 27. März 1996 noch vor der Reoperation eines
Rezidivprolapses L4/5 rechts medio-lateral vom 10. April 1996 (siehe hierzu IV-
act. 59-1 f.) stattgefunden hatte und die KSSG-Gutachter diese Operation bei der
Begutachtung nicht einbezogen hatten. In der Folge zog die Beschwerdegegnerin
ferner weder den Operationsbericht bei noch tätigte sie bis zur Rentenverfügung
konkrete Abklärungen betreffend das Ergebnis der Operation. Die vom 11. bis 31. Juli
1996 in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik D._ behandelnden Ärzte hatten im
Austrittsbericht vom 14. August 1996 für weitere vier Wochen eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt und eine Neubeurteilung durch den Hausarzt empfohlen
(IV-act. 59-3). Dieser nahm indessen im Bericht vom 30. September 1996 lediglich
Stellung zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (siehe hierzu IV-act. 56 und
nachstehende E. 1.4). Unter diesen Umständen wurde der Untersuchungsgrundsatz bei
der ursprünglichen Rentenzusprache verletzt.
1.4 Der von der Beschwerdegegnerin eingeholte Bericht des behandelnden Dr. B._
vom 30. September 1996 vermag an der ungenügend medizinisch abgeklärten
Situation (vgl. vorstehende E. 1.3) nichts zu ändern (IV-act. 56). Vorab bestehen
hinsichtlich der Verlaufsbeurteilung für die Zeit seit dem Gutachten vom 7. Juni 1996
durch Dr. B._ bereits deshalb erhebliche Zweifel, als dieser hervorgehoben hat, dass
ihm der entsprechende "MEDAS-Bericht" nicht vorgelegen habe (IV-act. 56-1).
Entscheidend ist sodann, dass sich aus dem Bericht von Dr. B._ weder
Anhaltspunkte für die von den KSSG-Gutachtern geforderte (umfassende) klinische
Untersuchung (IV-act. 50-8) noch eine Äusserung zur für leidensangepasste Tätigkeiten
bestehenden Arbeitsfähigkeit ergeben. Zumindest letzteres gilt auch für den
Austrittsbericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik D._ vom 14. August 1996,
worin im Übrigen von im Rahmen der Therapie erzielten Verbesserungen des im
Vordergrund stehenden Leidensbilds (Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule
mit Ausstrahlung in das rechte Bein, IV-act. 50-4) berichtet wurde (Reduktion der
Schmerzausstrahlung ins rechte Bein und "objektiv" habe sich eine bessere
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Beweglichkeit der LWS mit persistierender Druckdolenz ergeben, IV-act. 59).
Ergänzend ist zu bemerken, dass die in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik D._
behandelnden medizinischen Fachpersonen die Diagnose eines lumboradikulären
"Residualsyndroms L5 rechts" stellten und nicht mehr akute Verhältnisse beschrieben
(anders noch die KSSG-Gutachter, die eine "akute Lumboischialgie" diagnostizierten,
IV-act. 50-7 und -8).
1.5 Nach dem Gesagten war die Frage nach der für leidensangepassten Tätigkeiten
bestehenden Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache nicht
rechtsgenüglich beantwortet, insbesondere auch unter dem Aspekt der Ressourcen,
die der Beschwerdeführerin trotz ihres Leidens verblieben sind. Die Beurteilung des
Rentenanspruchs war damals offensichtlich noch nicht spruchreif. Mit dem Erlass der
auf ungenügenden medizinischen Grundlagen beruhenden Rentenverfügung vom
10. Juni 1997 hat die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz klar verletzt.
Diese Verfügung ist daher zweifellos unrichtig (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
14. April 2009, 9C_1014/2008, E. 3.2.5) und es erübrigen sich Weiterungen zu den
Voraussetzungen einer allfälligen Revision im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG.
2.
Zu beurteilen gilt es weiter die Frage, ob der medizinische Sachverhalt eine rechts
genügliche Beurteilung des Gesundheitszustands für den Rentenanspruch ex nunc im
Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli
2007, 9C_215/2007, E. 6.1 mit Hinweis) erlaubt. Der angefochtenen Verfügung liegt in
medizinischer Hinsicht das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 9. Februar 2012
zugrunde, worin der Beschwerdeführerin für leidensangepasste Tätigkeiten eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde (IV-act. 102-31). Die Beschwerdeführerin
rügt am Gutachten der MEDAS Ostschweiz verschiedene Mängel (act. G 1).
2.1 Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, die Gutachter der MEDAS
Ostschweiz hätten zu Unrecht auf kernspintomographische Untersuchungen verzichtet
(act. G 1, S. 7). Die somatische Gutachterin der MEDAS Ostschweiz hat zwar keine
kernspintomographischen Untersuchungen veranlasst. Indessen stützt sie sich auf
anderweitige aktuelle bildgebende Untersuchungen (zu den Röntgenuntersuchungen
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vom 5. Oktober 2011 siehe IV-act. 102-16). Weder daraus noch aus der übrigen
klinischen Untersuchung ergibt sich für die vorliegend massgebende Beurteilung ex
nunc (vgl. vorstehende E. 2) eine Erforderlichkeit für weitere bildgebende
Abklärungsmassnahmen. Aus den später von med. pract. F._ veranlassten
kernspintomographischen Untersuchungen vom 13. Juni 2013 (act. G 10.1) ergeben
sich ferner keine objektiven Gesichtspunkte, welche die im Gutachten der MEDAS
Ostschweiz enthaltene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für dem Rückenleiden
angepasste Tätigkeiten zu erschüttern vermöchten. So wurden die Fehlhaltung der
Wirbelsäule, die Spondylarthrosen, die Osteochondrose-Problematik darin
berücksichtigt (IV-act. 102-16 und -19). Damit geht einher, dass med. pract. F._ die
bereits bekannten, mit der gutachterlichen Einschätzung zu vereinbarende Diagnosen
nach den kernspintomographischen Untersuchungen im Wesentlichen unverändert
fortgeschrieben hat (act. G 10.3). Ergänzend kann auf die zutreffenden Ausführungen
der Beschwerdegegnerin (act. G 4, Rz 4) verwiesen werden.
2.2 Des Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin, die Experten der MEDAS
Ostschweiz hätten den Bericht über den Eingriff vom 10. April 1996 nicht beigezogen
(act. G 1, S. 8). Angesichts dessen, dass vorliegend nicht der für eine Revision im Sinn
von Art. 17 Abs. 1 ATSG massgebende Gesundheitsverlauf, sondern der
Gesundheitszustand ex nunc massgebend ist (siehe vorstehende E. 2), ist der fehlende
Beizug des im Zeitpunkt der Begutachtung vom 4. und 5. Oktober 2011 mehr als
15 Jahre zurückliegenden Operationsberichts nicht geeignet, die auf umfassenden
Untersuchungen beruhende, echtzeitliche gutachterliche Beurteilung in Zweifel zu
ziehen. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass sich die Gutachter der MEDAS
Ostschweiz schlüssig zur fraglichen Operation und deren Folgen geäussert haben (IV-
act. 102-31).
2.3 Die Beschwerdeführerin wirft den Gutachtern der MEDAS Ostschweiz sodann vor,
die Chronifizierung des Schmerzzustandes falsch eingeschätzt zu haben. Die
Chronifizierung eines Schmerzzustands wirke sich immer einschränkend auf die
Arbeitsfähigkeit aus (act. G 1, S. 8). Entgegen der nicht näher begründeten Auffassung
der Beschwerdeführerin besteht kein Erfahrungsgrundsatz, wonach eine
Schmerzchronifizierung immer die Arbeitsfähigkeit für - und das ist vorliegend
entscheidend - leidensangepasste Tätigkeiten beeinträchtigt. Der Begriff der
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Chronifizierung beschränkt sich auf die Bewertung eines Zustands aus zeitlicher Sicht,
sagt für sich allein indessen noch nichts über die dadurch bewirkte qualitative oder
quantitative Einschränkung der Leistungsfähigkeit aus. Im Übrigen wurde das gesamte
geklagte Leidensbild der Beschwerdeführerin von den Gutachtern der MEDAS
Ostschweiz berücksichtigt, unter Einbezug der wahrgenommenen
Verdeutlichungstendenzen und Selbsteinschätzung (IV-act. 102-31). Die gestellten
Diagnosen bezeichneten sie als "chronisch" (IV-act. 102-27), weshalb keine Rede
davon sein kann, die Chronifizierung hätte keinen Eingang in die gutachterliche
Beurteilung gefunden. Im Licht dieser Umstände besteht kein Anlass für die Vornahme
der von der Beschwerdeführerin anbegehrten Beweisvorkehr (act. G 1, S. 9).
2.4 Ins Gewicht fällt weiter, worauf die Beschwerdeführerin zutreffend hinweist (act.
G 1, S. 7), dass bezüglich der Diagnosen aus somatischer Sicht keine Differenzen
zwischen dem Gutachten der MEDAS Ostschweiz und den Berichten von med. pract.
F._ bestehen. Einzig bei der Beurteilung der sich aus den Diagnosen ergebenden
Einschränkungen bestehen Unterschiede. In diesem Kontext gilt es zu beachten, dass
ein den Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten
(BGE 125 V 351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden kann und nicht Anlass zu
weiteren Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen
Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007,
E. 4.3 mit Hinweisen). Objektive Gesichtspunkte mit nicht bloss vorübergehender
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ergeben sich
indessen nicht aus den Berichten von med. pract. F._. Des Weiteren ist zu
bemerken, dass med. pract. F._ bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit, die
nicht auf einer kritischen Hinterfragung der Klageschilderungen bzw. einer objektiv
kritischen Beurteilung der Ressourcen der Beschwerdeführerin zu beruhen scheint, den
medizinfremden Gesichtspunkt des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin
mitberücksichtigt hat.
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2.5 Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die psychische Komponente sei isoliert und
nicht im Zusammenhang mit den übrigen Beschwerden beurteilt worden (act. G 10,
S. 5 f.), erweist sich angesichts der von den Gutachtern durchgeführten
interdisziplinären Konferenz vom 5. Oktober 2011 (IV-act. 102-27) und der
Mitunterzeichnung des Gutachtens durch den psychiatrischen Experten (IV-
act. 102-32) als unbegründet. Schliesslich kontrastiert dieser Vorwurf insoweit mit den
Ausführungen der Beschwerde, als darin betont wird, "immerhin wurde ausdrücklich
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin nicht unter einer psychischen/
psychiatrischen Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leidet" (act. G 1, S. 6).
2.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten der MEDAS Ostschweiz
die rechtsprechungsgemässen Kriterien an beweiskräftige Gutachten (BGE 125 V 351
E. 3b/bb) erfüllt. Der Eintritt einer abklärungsbedürftigen, die Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten längerdauernd beeinträchtigenden gesundheitlichen
Verschlechterung seit der gutachterlichen Beurteilung ist zu verneinen. Die von med.
pract. F._ im Bericht vom 22. Oktober 2013 neu erwähnten Beschwerden und
Diagnosen (Tendinitis der Achillessehne, Infektion durch Herpesviren, act. G 10.3)
vermögen vorliegend keine längerdauernde, die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten beeinträchtigende Auswirkungen zu begründen, weshalb offen bleiben
kann, ob sie erst nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 17. Mai 2013
aufgetreten sind. Betreffend die Tendinopathie führte der behandelnde Dr. med. H._,
Orthopädie I._, im Bericht vom 4. Oktober 2013 aus, die Beschwerdesymptomatik
sei unter Physiotherapie deutlich rückläufig (act. G 10.4). Dr. med. J._, Facharzt für
Gynäkologie und Geburtshilfe FMH, berichtete am 23. Oktober 2012 bezüglich der
durchgeführten Adhäsiolyse mit Ureterfreilegung rechts und Adnexektomie rechts von
einem problemlosen postoperativen Verlauf. Es ergeben sich daraus weder ein weiterer
Behandlungsbedarf noch Anhaltspunkte für eine längerdauernde Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (siehe auch die RAD-Stellungnahme
vom 14. Februar 2013, IV-act. 124). Was die von med. pract. F._ fachfremd und nicht
fassbar erklärte Depression bzw. depressiven Episoden anbelangt (IV-act. 123-2, 128
und act. G 10.3), so hat er diese nicht zur Begründung der von ihm für
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten Arbeitsfähigkeit herangezogen. Die
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit wird allein mit "ihrem chronischen
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Krankheitszustand" begründet. Diese Auffassung teilt die Beschwerdeführerin in der
Beschwerde (act. G 1, S. 6; vgl. vorstehende E. 2.5 am Schluss).
3.
Auf der Grundlage einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
kann die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs offen bleiben, da die
Beschwerdeführerin als Gesunde im Vergleich zu den statistischen Hilfsarbeiterlöhnen
nicht überdurchschnittlich verdient hat (vgl. IV-act. 58) und selbst ein Prozentvergleich
mit 25%igen Tabellenlohnabzug offensichtlich zu keinem rentenbegründenden
Invaliditätsgrad von mindestens 40% führt. Angesichts der bescheinigten 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten, der im Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung verbliebenen Aktivitätsdauer von mehr als 10 Jahren (zum Jahrgang der
Beschwerdeführerin [1961] siehe IV-act. 12-1) und dem noch offen bleibenden
Spektrum möglicher Hilfsarbeitertätigkeiten (zu den zu beachtenden qualitativen
Einschränkungen siehe IV-act. 102-31) ist trotz der langen Abwesenheit der
Beschwerdeführerin vom Arbeitsmarkt eine realistische Verwertbarkeit von ihrer
Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu bejahen. Dies gilt umso
mehr, als die Diensterfahrung im Segment der Hilfsarbeitertätigkeiten lediglich eine
untergeordnete Rolle spielt.
4.
Schliesslich stellt sich die Frage, ob die verfügte Rentenaufhebung ohne vorgängig
durchgeführte Eingliederungsmassnahmen rechtmässig erfolgt ist.
4.1 Nach ständiger Rechtsprechung ist im Regelfall eine medizinisch attestierte
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung
zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch Erfordernisse des
Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und
möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei
hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne
vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein durch Eigenanstrengungen
der versicherten Person nicht möglich ist. Die Verwaltung muss sich vor der
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Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein
medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne weiteres in
einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür im Einzelfall
eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinn vorausgesetzt ist. Diese
Praxis ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung schliesslich auf Fälle zu
beschränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder
Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr
zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 12. November 2014, 9C_25/2014, E. 6.1 mit Hinweis). Die
Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien (vgl. lit. a Abs. 4 der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 [6. IV-Revision, erstes
Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die darunter fallenden Rentnerinnen und
Rentner im jeweiligen revisionsrechtlichen (Art. 17 Abs. 1 ATSG) oder
wiederwägungsrechtlichen Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen
können; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass - von Ausnahmen abgesehen - auf
Grund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die
Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts vom
8. November 2012, 9C_614/2012, mit Hinweis auf SZS 2012 S. 363; vgl. auch
betreffend die Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG Urteil des Bundesgerichts vom
12. November 2014, 9C_25/2014, E. 6.1 mit Hinweis).
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat eine Selbsteingliederungspflicht der
Beschwerdeführerin angesichts des über 15-jährigen Rentenbezugs zu Recht verneint
und ab Ende März 2012 wiederholt sowie unter korrekt vorgenommenem Hinweis auf
die der Beschwerdeführerin obliegende Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht
Unterstützung bei der Eingliederung angeboten (IV-act. 107, 114 und 121). Die
Eingliederungsverantwortliche führte zudem am 20. Juni und am 29. August 2012 eine
Besprechung mit der Beschwerdeführerin durch. Anlässlich des Termins vom
29. August 2012 hatten die Beteiligten u.a. auch besprochen, dass die
Beschwerdeführerin vielleicht in einer geschützten Werkstatt hätte arbeiten können. Die
Beschwerdeführerin äusserte diesbezüglich, sie habe einfach Angst, dass sie sich
selbst schade. Sie sehe sich subjektiv nicht arbeitsfähig. Den Eingliederungsplan hat
sie nicht unterzeichnet (IV-act. 120-3). Bislang hat die Beschwerdeführerin trotz der
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genannten Vorkehren der Beschwerdegegnerin kein Zeichen für eine
Eingliederungsbereitschaft erkennen lassen. Vor diesem Hintergrund und da sich die
Beschwerdeführerin abweichend von der Beurteilung der Experten der MEDAS
Ostschweiz (siehe hierzu vorstehende E. 2) überzeugt gibt, vollständig arbeitsunfähig
zu sein (vgl. etwa IV-act. 129 und act. G 1, Rz 6), fehlt es ihr an der
Eingliederungsbereitschaft. Dieser Eindruck wird dadurch bekräftigt, dass sie die von
der Beschwerdegegnerin eingeräumten Fristen für die Inanspruchnahme der
angebotenen beruflichen Massnahmen (zuletzt bis spätestens 12. Dezember 2012, IV-
act. 121) unbenützt verstreichen liess und weder im Einwand noch der Beschwerde
(Eventual-)Anträge betreffend Eingliederungsmassnahmen gestellt hat (IV-act. 129 und
act. G 1). Im Licht dieser Verhältnisse steht im vorliegend zu beurteilenden Fall die
fehlende Selbsteingliederungspflicht der Rentenaufhebung nicht entgegen.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht