Decision ID: 005eece0-8233-497c-98a5-b3b5e8187036
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Produktionsmitarbeiter bei der B._ AG
tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend:
Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 15. Dezember 2012 einen
Skiunfall erlitt. In der Schadenmeldung UVG vom 18. Dezember 2012 beschrieb die
Arbeitgeberin einen Sturz auf das linke Knie und das linke Hüftgelenk und Verletzungen
derselben. Als Art der Schädigung wurden eine Meniskusläsion und eine Quetschung
notiert. Weiter wurde eine Arbeitsunfähigkeit vermerkt (Suva-act. 1). Mit Schreiben vom
21. Dezember 2012 sprach die Suva dem Versicherten für die Folgen des Unfalls vom
15. Dezember 2012 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen)
zu (Suva-act. 2). Am 10. Januar 2013 reichte der erstbehandelnde Arzt Dr. med. C._,
Allgemeine Medizin FMH, das Arztzeugnis UVG ein, worin er eine Erstbehandlung am
18. Dezember 2012 sowie eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 18. Dezember 2012
bis 8. Januar 2013 bzw. eine Arbeitsaufnahme zu 100% ab 9. Januar 2013 bestätigte
und eine Hüftkontusion rechts diagnostizierte (Suva-act. 9/1, vgl. auch Suva-act. 6). Im
Unfallschein UVG vermerkte Dr. C._ sodann Konsultationen vom 4. Januar, 12.
Februar und 5. März 2013 (Suva-act. 14, 17). Auf Zuweisung von Dr. C._ hatte
ausserdem am 24. Dezember 2012 eine MRT-Untersuchung des rechten Hüftgelenks
und linken Kniegelenks im Röntgeninstitut D._ durch Dr. med. E._, FMH
Radiologie, stattgefunden (Suva-act. 9/2).
A.b Am 14. Mai 2013 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin einen „Rückfall“
zum Unfall vom 15. Dezember 2012 mit einer Arbeitsunfähigkeit seit 7. Mai 2013
melden (Suva-act. 13).
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A.c Laut Unfallschein UVG stand der Versicherte seit 18. März 2013 bei Dr. med.
F._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM) in Behandlung
(Suva-act. 14, 17). Der Orthopäde stellte in einem einfachen Bericht an die Suva vom
16. Mai 2013 die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen femoropatellären
Chondropathie links. Der Versicherte werde diesbezüglich physiotherapeutisch (vgl.
dazu Suva-act. 21) und medikamentös behandelt. Am 6. Mai 2013 habe zudem eine
Infiltration mit Kortison stattgefunden (Suva-act. 16, vgl. auch Suva-act. 20). Am 21.
Mai 2013 nahm der Versicherte seine Arbeit wieder auf (Suva-act. 17 f.). Am 3. Juni
2013 attestierte ihm jedoch Dr. F._ ab 4. Juni 2013 neuerlich eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 26).
A.d Am 11. Juni 2013 diagnostizierte Dr. F._ beim Versicherten arthroskopisch eine
Chondropathie Grad IV des medialen Femurcondylus und Grad II bis III des lateralen
Tibiaplateaus sowie eine mediale Meniskusläsion links, worauf er arthroskopisch eine
mediale Teilmeniskektomie sowie ein Shaving durchführte und zum Erzeugen eines
Ersatzknorpels Mikrofrakturen im Bereich des medialen Femurcondylus setzte (Suva-
act. 30). Im Zusammenhang mit der Operation war der Versicherte seit 10. Juni 2013 zu
100% arbeitsunfähig (Suva-act. 31).
A.e Am 26. Juni 2013 legte die Suva den Operationsbericht vom 12. Juni 2013
betreffend die Operation vom 11. Juni 2013 ihrem Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt
für Chirurgie FMH, spez. Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie, zur Beantwortung der
Frage vor, ob sie weiterhin davon ausgehen könne, dass in Bezug auf die Operation
eine mindestens überwiegend wahrscheinliche unfallbedingte Ursache der
Kniebeschwerden nicht gegeben sei. Dr. G._ antwortete gleichentags, dass die im
Operationsbericht beschriebenen Veränderungen der Chondropathie und des
Meniskus im MRT nicht sichtbar seien und deshalb zum Vergleich die intraoperativen
Videoprints bei Dr. F._ einzuholen seien (Suva-act. 32, 36, 39). Am 6. September
2013 teilte eine Mitarbeiterin von Dr. F._ der Suva telefonisch mit, dass es keine
Videoprints der Operation gebe (Suva-act. 41).
A.f Am 11. September 2013 erfolgte eine weitere MRT-Untersuchung des linken Knies
durch Dr. med. H._, Facharzt medizinische Radiologie FMH, Radiologie I._ (Suva-
act. 48). Dr. F._ stellte hierauf am 26. September 2013 fest, dass das MRT eine
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partielle Regeneration des Knorpels am medialen Femurcondylus zeige (Suva-act. 49).
Ab 14. Oktober 2013 attestierte Dr. C._ dem Versicherten eine 50%-ige
Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 53, vgl. auch Suva-act. 57, 59).
A.g Am 5. November 2013 legte die Suva Dr. G._ den MRT-Untersuchungsbericht
vom 11. September 2013 mit derselben Kausalitätsfrage, wie sie sie bereits am 26.
Juni 2013 formuliert hatte, vor (Suva-act. 65). Dr. G._ gab der Suva daraufhin
Kenntnis über ein Schreiben an Dr. F._ vom 25. November 2013, worin er diesen
aufforderte, die Videoprints - falls diese doch noch eruierbar sein sollten - abzugeben
und ihm mitteilte, dass er den Radiologen nochmals bitten werde, die MRT-Bilder vom
24. Dezember 2012 zu analysieren. Weiter ersuchte er Dr. F._, seine eigene
Interpretation der gefundenen Pathologien zurückzumelden (Suva-act. 66).
A.h Inzwischen hatte der Versicherte am 11. November 2013 einen Arbeitsversuch zu
100% unternommen (Suva-act. 62 f.), hatte jedoch das Pensum ab 18. November 2013
wieder auf 50% reduzieren müssen (Suva-act. 63, vgl. auch Suva-act. 72, 74).
A.i Am 4. Dezember 2013 fand zwischen einem Mitarbeiter der Suva und dem
Versicherten eine Besprechung statt (Suva-act. 70). Ab 13. Januar 2014 bestand beim
Versicherten nur noch eine Arbeitsunfähigkeit von 25% (Suva-act. 75, 77, 87, 90, 96).
A.j Mit Schreiben vom 22. Januar 2014 nahm Dr. F._ gegenüber der Suva zum
Schreiben von Dr. G._ vom 25. November 2013 Stellung (Suva-act. 85), worauf die
Suva Dr. G._ erneut die Frage nach der Unfallkausalität der Kniebeschwerden stellte
(Suva-act. 86). Mit Schreiben vom 5. Februar 2014 ersuchte Dr. G._ den Radiologen
Dr. E._ unter Kenntnis der intraoperativen Befunde um nochmalige Evaluierung des
MRT vom 24. Dezember 2012, vor allem hinsichtlich der unterschiedlichen Knorpel-
und Meniskusbefunde. Es stelle sich für ihn, Dr. G._, die Frage, ob es sich dabei um
im Verlauf entstandene neue Läsionen handle oder ob diese retrospektiv bereits im
MRT sichtbar gewesen seien (Suva-act. 88). Am 10. Februar 2014 reichte Dr. E._
seine Beurteilung ein (Suva-act. 89). Dr. G._ stellte daraufhin in seiner ärztlichen
Beurteilung vom 13. Februar 2014 fest, dass die versicherungsmedizinische Aktenlage
nach wie vor unklar sei, weshalb er eine Kontaktaufnahme mit dem Radiologen zur
Befundung des Verlaufs-MRT bezüglich Meniskussituation im Hinterhornanteil nach
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Unterbreiten der Kenntnis bezügIich der Teilmeniskektomie (Operationsbericht)
empfehle (Suva-act. 91). In diesem Sinne gelangte Dr. G._ mit Schreiben vom 18.
Februar 2014 an Dr. H._ (Suva-act. 92). Dr. med. J._, ebenfalls Facharzt für
Radiologie FMH der Radiologie I._, erhob am 28. Februar 2014 einen Zusatzbefund
(Suva-act. 93).
A.k Am 7. März 2014 nahm Dr. G._ abschliessend zur Frage der Suva Stellung, ob
die Kniebeschwerden mindestens überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom
15. Dezember 2012 zurückzuführen seien bzw. weiterhin davon ausgegangen werden
könne, dass eine mindestens überwiegend wahrscheinliche unfallbedingte Ursache der
Kniebeschwerden nicht vorliege (Suva-act. 94 f.).
A.l Mit Schreiben vom 14. März 2014 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
aufgrund der Beurteilung ihres Kreisarztes vom 7. März 2014 die Operation vom 10.
Juni 2013 nicht mehr unfallbedingt bzw. nicht mit mindestens überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 15. Dezember 2015 zurückzuführen sei.
Die Suva könne für die Operation keine Versicherungsleistungen erbringen. Sie habe
für die Folgen des Unfalls abgesehen von der Operation bis am 31. Oktober 2013 die
gesetzlichen Versicherungsleistungen in Form von Taggeldern und Heilungskosten
erbracht. Es werde auf eine Rückforderung der bisher erbrachten Leistungen verzichtet
(Suva-act. 98). Am 15. Mai 2014 nahm die CAP Rechtsschutz-
Versicherungsgesellschaft AG, St. Gallen, zum Schreiben der Suva Stellung und
ersuchte um Zustellung einer anfechtbaren Verfügung, sollte die Suva weiterhin der
Meinung sein, dass zwischen dem Unfall und der Operation kein natürlicher
Kausalzusammenhang bestehe (Suva-act. 105). Mit Verfügung vom 17. Juni 2014
bestätigte die Suva ihre Ablehnung, die Kosten der Operation vom 10. Juni 2013 zu
übernehmen und über den 31. Oktober 2013 hinaus Versicherungsleistungen zu
erbringen (Suva-act. 107).
B.
Die gegen diese Verfügung von der Rechtsschutzversicherung des Versicherten am 13.
August 2014 erhobene Einsprache (Suva-act. 110) wurde von der Suva mit
Einspracheentscheid vom 27. November 2014 abgewiesen (Suva-act. 116).
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C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann, St. Gallen, mit Eingabe
vom 23. Dezember 2014 Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, der
angefochtene Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom
27. November 2014 und damit auch die Verfügung vom 17. Juni 2014 seien
vollumfänglich aufzuheben. Es sei festzustellen, dass eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdeführer für die Folgen des
Unfallereignisses vom 15. Dezember 2012 bzw. die aus diesem resultierenden
Kniebeschwerden links bestehe, bzw. die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen (Behandlungskosten, Wegkosten,
Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung etc.), ab wann rechtens, zuzusprechen und
auszurichten. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer, insbesondere
medizinischer Abklärungen im Sinne der nachstehenden Ausführungen
zurückzuweisen, damit nach Vorliegen der Abklärungsergebnisse neu über die
Leistungsansprüche des Beschwerdeführers verfügt werden könne, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2015 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 10. März 2015 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge (act. G 6). Mit Schreiben vom 20. April 2015
erneuerte die Beschwerdegegnerin ihrerseits den Antrag auf Abweisung der
Beschwerde, verzichtete aber auf eine einlässliche Duplik. Sie hielt lediglich fest, dass
bezeichnenderweise in der Replik auf jegliche Einwände gegen die Ausführungen unter
den Ziffern 5.1 und 5.2 der Beschwerdeantwort verzichtet worden sei, womit die
Richtigkeit derselben stillschweigend und konkludent anerkannt worden sei (act. G 8
f.). Mit Schreiben vom 29. April 2015 nahm der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
zu dieser Äusserung Stellung (act. G 10).
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C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
Am 18. Dezember 2012 liess der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin durch
seine Arbeitgeberin einen Skiunfall vom 15. Dezember 2012 melden (Suva-act. 1). Am
14. Mai 2013 folgte eine weitere Schadenmeldung bzw. die Meldung eines „Rückfalls“
zum Unfall vom 15. Dezember 2012 (Suva-act. 13). Unbestritten ist, dass sich der
Beschwerdeführer bei besagtem Unfall eine Kontusionsverletzung der linken Hüfte
zugezogen hat, für welche die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht anerkannt und
entsprechend Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) erbracht
hat. Die Hüftgelenksverletzung verheilte noch vor der Schadenmeldung vom 14. Mai
2013 und ist damit nicht Inhalt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Die
vorgenannte Schadenmeldung erfolgte also nur noch wegen Kniebeschwerden links
(vgl. dazu Suva-act. 16, 20, 70). Am 11. Juni 2013 wurde der Beschwerdeführer von Dr.
F._ am linken Knie operiert (Suva-act. 30). Die Beschwerdegegnerin ist für die Kosten
der Untersuchungen und Heilbehandlungen des linken Knies bis 31. Oktober 2013 - die
Kosten der Operation vom 11. Juni 2013 ausgenommen - aufgekommen und hat
während der Arbeitsunfähigkeit Taggelder geleistet. Streitig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin für die Knieoperation und über den 31. Oktober 2013 hinaus für
die Kniebeschwerden links leistungspflichtig ist. Nachdem damit die Rechtmässigkeit
einer Leistungseinstellung (vgl. dazu nachfolgende Erwägungen 2.2 und 3) zu
beurteilen ist, muss die Frage, ob es sich bei der Schadenmeldung vom 14. Mai 2013
um eine Rückfallmeldung handelte (vgl. dazu Art. 11 der Verordnung über die
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) oder ob von einem fortdauernden Grundfall
auszugehen gewesen wäre, nicht geprüft werden.
2.
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2.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen ihrer Leistungspflicht - das Vorliegen eines natürlichen
und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und in dessen Folge
eingetretener Gesundheitsschädigung - zutreffend dar (Erwägung 1.a. und b.; BGE 129
V 181 f. E. 3; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich 2012, S. 53 ff.). Darauf kann verwiesen werden.
Hinzuzufügen ist, dass bei physischen Unfallfolgen die Adäquanz gegenüber dem
natürlichen Kausalzusammenhang keine selbständige Bedeutung hat (BGE 138 V 250 f.
E. 4 mit Hinweisen, BGE 127 V 103 E. 5b/bb).
2.2 Ergänzend ist ausserdem festzuhalten, dass bei einmal gegebener Unfallkausalität
die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn der Unfall nicht mehr die
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also
Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Das
Dahinfallen der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
gänzlich fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (vgl. dazu UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, N 46 ff. zu Art. 43 ATSG; BGE 129 V 181 E.
3.1, BGE 126 V 353 E. 5b).
3.
3.1 Indem die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht - wie dargelegt - auch in
Bezug auf die Schadenmeldung vom 14. Mai 2013 anerkannt, die Leistungen jedoch
ab 31. Oktober 2013 gesamthaft eingestellt hat, steht im vorliegenden Fall ein
anspruchsaufhebender Sachverhalt zur Diskussion, für welchen die Beweislast bei der
Beschwerdegegnerin liegt. Die genannte Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn
es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 222 E.
6 und BGE 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 27. März
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2008, 8C_540/2007, E. 4.3.2; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b; RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 54 f.).
3.2 Der Umstand, dass die Leistungseinstellung im angefochtenen
Einspracheentscheid anders als zuvor damit begründet wird, die Ausrichtung von
Leistungen für die Kniegelenksproblematik sei wahrscheinlich falsch gewesen (vgl.
Erwägung 3 des Einspracheentscheids), ändert an obgenannter Beweislastverteilung
nichts. Im vorliegenden Verfahren ist - wie erwähnt - die Frage der Rechtmässigkeit der
Leistungseinstellung zu prüfen. Gemäss BGE 130 V 380 hat der Unfallversicherer - wie
von der Beschwerdegegnerin dargelegt - bei Leistungseinstellungen die Möglichkeit,
die durch Ausrichtung von Heilbehandlungen und Taggeld anerkannte Leistungspflicht
mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der
Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. dazu Art. 53 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]) einzustellen, da eine solche Leistungseinstellung kein Zurückkommen auf die
bisher gewährten Versicherungsleistungen bedeutet. Die Beschwerdegegnerin durfte
also auf ihren Entscheid der Anerkennung einer Unfallkausalität der
Kniegelenksproblematik links ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf einen
Rückkommenstitel zurückkommen, dies mit der Begründung, es habe in Bezug auf den
am 14. Mai 2013 gemeldeten Schaden gar nie eine Unfallkausalität vorgelegen.
4.
4.1 Massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden
bzw. die Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung ist die unmittelbar nach dem
Unfall gestellte Unfalldiagnose. In zeitlicher Hinsicht spielt der Verlauf der erhobenen
Befunde erfahrungsgemäss in dem Sinne eine Rolle, dass in der Regel nur ein beim
Unfall verletzter Körperteil nachfolgend Beschwerden zeitigen kann, relevante
Verletzungen zu Schmerzen führen und daher unmittelbar im Anschluss an den Unfall
oder zumindest unfallnah wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen
Untersuchung diagnostiziert werden.
4.2 Eine erste ärztliche Behandlung nach dem Unfall vom 15. Dezember 2012 fand am
18. Dezember 2012 durch Dr. C._ statt. Im entsprechenden Arztzeugnis UVG vom
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10. Januar 2013 hielt dieser einzig hüftbezogene Befunde sowie die Diagnose einer
Hüftkontusion rechts fest und vermerkte als Angaben des Patienten einen Sturz beim
Skifahren sowie eine Prellung im Hüftbereich rechts (Suva-act. 9). In Übereinstimmung
mit dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers kann allein daraus nicht abgeleitet
werden, das linke Knie sei vom Unfall nicht betroffen gewesen. Bereits in der
Schadenmeldung vom 18. Dezember 2012 (Suva-act. 1) wurde das linke Knie als vom
Unfall betroffener Körperteil bezeichnet und wurden als Schädigung eine
Meniskusläsion sowie eine Quetschung genannt. Zu bemerken ist ausserdem, dass Dr.
C._ den Beschwerdeführer infolge der Erstbehandlung vom 18. Dezember 2012 mit
der Indikation „Sturz bei Skifahren mit Prellung der rechten Hüfte und Distorsion des
Knie links. Meniskusläsion links? Posttraumatische Veränderung Hüfte rechts?“ einer
MRT-Untersuchung sowohl des rechten Hüftgelenks, aber auch des linken Kniegelenks
zuwies und diese Untersuchungen am 24. Dezember 2012 durch Dr. E._
durchgeführt worden sind (Suva-act. 9). Es ist wohl kaum anzunehmen, dass eine solch
kostspielige Untersuchung ohne medizinischen Grund bzw. ohne irgendwelche
unfallnahen Kniebeschwerden links oder zumindest ohne die subjektive Schilderung
einer Kniebeeinträchtigung vorgenommen worden wäre. Nachvollziehbar erscheint
ausserdem der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hergestellte
Zusammenhang zwischen der von Dr. C._ offensichtlich echtzeitlich unter anderem
auch kniebezogen gewürdigten Problematik und der nachfolgenden Schadenmeldung
der Arbeitgeberin vom 18. Dezember 2012. Ohne Ersteres wäre der Inhalt letzterer
wohl kaum zustande gekommen.
4.3 Nicht in Abrede stellen lässt sich sodann die Feststellung des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers, dass die Akten nach der MRT-Untersuchung vom 24. Dezember
2012 weiterhin und ununterbrochen bis zum Erlass der Verfügung Kniebeschwerden
links dokumentieren. Gemäss Unfallschein UVG fanden am 4. Januar, 12. Februar und
5. März 2013 weitere Konsultationen bei Dr. C._ statt. Eine erste Sprechstunde bei
Dr. F._ erfolgte alsdann am 18. März 2013, anlässlich welcher dieser dem
Beschwerdeführer eine Physiotherapie-Verordnung mit der Diagnose Verdacht auf
Chondropathie femoropatellär links ausstellte (Suva-act. 14, 17, 21 und 26; vgl. auch
70). Am 28. März 2013 erklärte der Beschwerdeführer die ärztliche Behandlung als
nicht abgeschlossen und wies auf eine nächste Konsultation am 6. Mai 2013 hin (Suva-
act. 11; bestätigt in Unfallschein UVG [Suva-act. 14, 17 und 26]). Am 26. April 2013
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stellte Dr. F._ eine weitere Physiotherapie-Verordnung mit besagter Diagnose aus
(Suva-act. 79). Der erste, in den Akten dokumentierte ärztliche Bericht von Dr. F._
vom 10. Mai 2013 betrifft die Konsultation vom 6. Mai 2013, worin dieser die Diagnose
in der Physiotherapie-Verordnung wiederholte und über eine Infiltration des linken
Knies mit Kortison berichtete (Suva-act. 20). Nach einem weiteren kniebezogenen
Bericht vom 16. Mai 2013 (Suva-act. 16) führte er am 11. Juni 2013 am linken Knie des
Beschwerdeführers arthroskopisch eine mediale Teilmeniskektomie sowie ein Shaving
durch und setzte Mikrofrakturen im Bereich des medialen Femurcondylus (Suva-act.
30). In der Folge befand sich der Beschwerdeführer wegen anhaltender Schmerzen im
Bereich des linken Knies regelmässig bei Dr. F._, zwischendurch auch bei Dr. C._,
in Behandlung, ging in die Physiotherapie und war voll oder teilweise arbeitsunfähig.
Wegen persistierender Schmerzen im linken Knie wurde zudem am 11. September
2013 eine weitere MRT-Untersuchung durchgeführt (vgl. Suva-act. 31, 34 f., 37 f., 40,
42, 47 ff., 51 f., 57 ff., 61 f., 64, 70, 72, 74, 77). Mit Verfügung vom 17. Juni 2014 stellte
die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 31. Oktober 2013 ein (Suva-act. 107). Mit
Blick auf diesen Verlauf ist festzustellen, dass seit dem Unfall vom 15. Dezember 2012
bzw. der MRT-Untersuchung vom 24. Dezember 2012 hinsichtlich Untersuchung und
Behandlung der Knieproblematik links sowie der daraus resultierten
Arbeitsunfähigkeiten bis zum Erlass der Verfügung eine eindeutige
Brückensymptomatik bestanden hat.
4.4 Angesichts des in den Erwägungen 4.2 und 4.3 Gesagten ist mithin eine
Unfallkausalität der Knieproblematik nicht ausgeschlossen. An dieser Stelle ist
anzufügen, dass die Regel „post hoc ergo propter hoc“ allgemein juristisch gesehen
zwar nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen vermag (vgl. dazu ALFRED
MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N
1205; KIESER, a.a.O., N 69 zu Art. 4 ATSG; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52,
E. 7.2.4, sowie SVR 2008 UV Nr. 11 [U 290/06]; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
Die blosse zeitliche Abfolge stellt jedoch nur in solchen Fällen einen ungenügenden
Beweis dar, in denen das Vorliegen einer strukturellen Verletzung mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden kann und nachfolgend keine
Brückensymptome vorliegen. Es ist somit zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer
beim Unfall vom 15. Dezember 2012 eine Knieverletzung links zugezogen hat, welche
für die Brückensymptome über den 31. Oktober 2013 hinaus verantwortlich gemacht
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werden kann. Mit dem alleinigen Vorliegen eines Gesundheitsschadens am linken Knie
ist nämlich nicht in jedem Fall auch mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlich dessen Unfallkausalität ausgewiesen. So führt nicht jeder Unfall zu
einer Verletzung oder zumindest nicht zu einer derart körperlich gravierenden,
strukturellen Verletzung, dass anhaltende Beschwerden deren Folge oder eine
operative Behandlung die Notwendigkeit wären (vgl. beispielsweise ALFRED M.
DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 412
„Weichteilverletzungen“; vgl. nachfolgende Erwägung 5).
5.
5.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - wissenschaftlich anerkannten
(BGE 134 V 231) - apparativen/bildgebenden Abklärungen (Röntgen,
Computertomogramm, MRT, Arthroskopie) bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts
vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2).
5.2 Dr. F._ diagnostizierte beim Beschwerdeführer am 11. Juni 2013 arthroskopisch
eine Chondropathie Grad IV des medialen Femurcondylus und Grad II bis III des
lateralen Tibiaplateaus sowie eine mediale Meniskusläsion links. Die genannten
Gesundheitsschäden wurden direkt arthroskopisch behandelt (Suva-act. 30). Hierbei
handelt es sich eindeutig um organische Substrate bzw. strukturelle
Gesundheitsstörungen, welche Beschwerden, insbesondere Schmerzen und
Bewegungseinschränkungen, zu verursachen vermögen (vgl. dazu DEBRUNNER,
a.a.O., S. 1047 f., 1058 f.; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1204;
PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 381, 1339;
LEITLINIEN DER ORTHOPÄDIE, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie
und Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2.
erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 142). Sie stellen sodann grundsätzlich krankheitsbedingte
Leiden bzw. degenerative Veränderungen dar, können aber auch als Folge eines
Traumas auftreten (vgl. DEBRUNNER, a.a.O., S. 1049, 1056 ff.; ROCHE LEXIKON,
a.a.O., S. 326; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 381, 1339; LEITLINIEN DER ORTHOPÄDIE,
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a.a.O., S. 141). Dahingehend und im Sinne des in den Erwägungen 4.4 und 5.1
Gesagten stellte Dr. G._ dem Radiologen Dr. E._ mit Schreiben vom 5. Februar
2014 die Frage, ob hinsichtlich der intraoperativ erhobenen Befunde (Knorpel- und
Meniskusbefunde) von im Verlauf entstandenen neuen Läsionen auszugehen sei oder
ob diese retrospektiv bereits im MRT vom 24. Dezember 2012 (Suva-act. 9) sichtbar
gewesen seien (Suva-act. 88). Die besagte MRT-Untersuchung des linken Kniegelenks
brachte normale Menisken zur Darstellung, insbesondere ohne Hinweis auf einen
meniskalen Einriss und mit nur leichter mukoider Degeneration der Hinterhörner medial
und lateral. Im Übrigen waren eine kleine Plica mediopatellaris, ein normales
Femoropatellargelenk sowie minim vermehrte Gelenkflüssigkeit mit kleinster Baker-
Zyste erkennbar. Die ligamentären Strukturen waren ebenfalls normal. Es ist
unbestritten, dass das echtzeitlich erstellte MRT also weder eine Meniskusläsion noch
eine Knorpelschädigung bzw. Chondropathie zutage förderte. Dr. G._ zieht daraus in
seiner Beurteilung vom 7. März 2014 (Suva-act. 95) den Schluss, die Operation vom
11. Juni 2013 sei zur Behandlung degenerativer Veränderungen notwendig gewesen
und nicht zur Behebung struktureller Unfallfolgen erfolgt. Wie die nachfolgenden
Erwägungen zeigen, vermag sein Beurteilungsergebnis nicht zu überzeugen.
5.3
5.3.1 Die vom erfahrenen Orthopäden Dr. F._ arthroskopisch erhobenen Befunde
an sich werden nicht angezweifelt. Dass sie nicht mit den MRT-Befunden
übereinstimmen, hat er mit einer statistischen Erkenntnis begründet, welche Dr. G._
in seiner Beurteilung vom 7. März 2014 (Suva-act. 95) implizit zu teilen scheint. Im
konkreten Fall kann bei uneinheitlichen Befunden aus MRT und Arthroskopie nicht
ohne weiteres der MRT-Befund bevorzugt werden. Immerhin wurde die Indikation für
die MRT-Untersuchung in einer Meniskusläsion links gesehen (Suva-act. 9) und Dr.
F._ stellte bereits vor der Arthroskopie, erstmals im März 2013, gestützt auf eine
klinisch erhobene femoropatelläre Problematik (reduzierter Quadrizepstonus und
Patellaverschiebeschmerz mit retropatellärem Reiben) die Verdachtsdiagnose einer
femoropatellären Chondropathie (Suva-act. 16, 20 f.). Es trifft zwar zu, dass Dr. F._ in
seinen Berichten vom 10. und 16. Mai 2013 keine Verdachtsdiagnose betreffend eine
Meniskusläsion stellte (Suva-act. 16, 20). Der im Operationsbericht vom 12. Juni 2013
festgehaltenen Indikation für die Arthroskopie ist jedoch zu entnehmen, dass sich im
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weiteren Verlauf ein zunehmend positives Meniskuszeichen gezeigt hatte (Suva-act.
30). Das Diagnoseergebnis der Arthroskopie steht damit nicht zusammenhangslos im
Raum. Der Zeitraum zwischen MRT und Arthroskopie ist zudem mit rund einem halben
Jahr so kurz, dass eine rein degenerativ bedingte Chondropathie von Grad IV bzw.
Grad II bis III gegenüber einer unfallbedingten Chondropathie nicht wahrscheinlicher
erscheint. Im MRT-Untersuchungsbericht wurde weder eine unfall- noch eine
degenerativ bedingte Meniskusläsion und Chondropathie festgehalten. Rückwirkend
betrachtet steht mithin nicht überwiegend wahrscheinlich fest, dass die fraglichen
Gesundheitsschäden degenerativ bedingt sind. Zu bemerken ist ausserdem, dass Dr.
G._ den in der medizinischen Literatur für Knorpelschäden als typisch beschriebenen
Unfallmechanismus der Kontusion (vgl. DEBRUNNER, a.a.O., S. 1049) unerwähnt liess.
5.3.2 Die retrospektive Beurteilung von Dr. E._ vom 10. Februar 2014 (Suva-act.
89) bringt keine Klarheit in Richtung einer unfallfremden Meniskusläsion und
Chondropathie. Der Radiologe konstatierte im medialen Femurkondylus eine
Knorpelschädigung mit Knorpellukus lokal mit jedoch normaler Darstellung des
darunterliegenden Knochens bzw. ohne ossäre Mitbeteiligung. Inwiefern eine solche für
die Verifizierung einer traumatisch bedingten Chondropathie zusätzlich gefordert ist, ist
nicht nachvollziehbar. Eine zusätzliche ossäre Verletzung könnte auch bloss als
umfassendere bzw. schwerwiegendere Verletzung verstanden werden. Ohne eine
solche bleibt es jedoch retrospektiv bei der Feststellung einer Chondropathie. Der
Meniskus medialseits zeigte laut Dr. E._ höchstens eine leichte zentrale
Signalsteigerung. Ein meniskaler Einriss sei auch retrospektiv nicht zu diagnostizieren.
Höchstens im Corpusbereich sei eine kleinste Konturalteration der tibialen Oberfläche
des Meniskus sichtbar. Laut Dr. G._ liegt damit keine gesicherte Meniskusruptur,
sondern eine intrameniskale Problematik vor, die dem Alter des Beschwerdeführers
entsprechen könne (Suva-act. 95-4). Wie bereits erwähnt, bedeutet der Umstand, dass
der arthroskopisch erhobene Meniskusriss retrospektiv nicht auch im MRT gesehen
werden konnte, nicht automatisch, dass der Beschwerdeführer am 15. Dezember 2014
keinen Meniskusriss erlitten hat. Inwiefern ein intraoperativ intaktes vorderes
Kreuzband gegen einen unfallbedingten Meniskusriss spricht, wird von Dr. G._ nicht
ausgeführt. In der medizinischen Literatur werden der Meniskus- und der
Kreuzbandriss als Kombinationsverletzungen und als eigenständige Verletzungen
beschrieben (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1107 „Kniegelenkbandruptur“, S. 1155,
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1339; DEBRUNNER, a.a.O., S. 1098 „Risse des hinteren Kreuzbandes sind ..., meist
von weiteren Verletzungen begleitet [..., Menisken]“; LEITLINIEN DER ORTHOPÄDIE,
a.a.O., S. 141 ff.). Dass die beiden Verletzungen zwingend nebeneinander auftreten
müssen, wird nirgends gesagt. Schwierig einzuordnen ist sodann die Aussage von Dr.
G._, dass beim Beschwerdeführer eine Crescendo-Schmerzproblematik vorliege,
welche gegenüber der Decrescendo-Problematik, einer beim Ereignis aufgetretenen
akuten traumatischen Schmerzkomponente mit Arbeitsunfähigkeit, eher für eine
degenerative Komponente spreche. Der konkrete Sachverhalt umfasst ein Ereignis mit
Unfallbeeinträchtigung des linken Knies, Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall,
Erstbehandlung bereits nach drei Tagen, nachfolgend andauernden Schmerzen und
entsprechenden Heilbehandlungen, zunächst konservativen (medikamentös, mit
Physiotherapie und Infiltration), schliesslich operativen (vgl. Erwägung 4.3). Inwiefern
hierbei von einer unfallfremden Crescendo-Schmerzproblematik auszugehen ist, kann
nicht nachvollzogen werden.
5.3.3 Auf Ersuchen von Dr. G._ verglich schliesslich der Radiologe Dr. J._ am
28. Februar 2014 in Berücksichtigung des Operationsberichts von Dr. F._ vom 12.
Juni 2013 (Suva-act. 30) die Ergebnisse der MRT-Untersuchungen vom 24. Dezember
2012 (Suva-act. 9) und 11. September 2013. Im Zentrum der Betrachtung stand die
morphologische Situation am medialen Meniskus (Suva-act. 93, vgl. auch Suva-act.
92). Bei der MRT-Untersuchung vom 11. September 2013 war laut
Untersuchungsbericht eine leichtgradige Binnendegeneration des medialen Meniskus
zur Darstellung gekommen (Suva-act. 93), welche sich auch Dr. G._ gezeigt hat. Der
Kreisarzt stellte weiter fest, dass er keine eindeutige Volumenverminderung im
Hinterhorn des Meniskus sehe (Suva-act. 92), was wiederum Dr. J._ in seinem
Zusatzbefund bestätigte. Der Radiologe fügte hinzu, dass weiterhin feinlineare
hyperintense Signalalterationen des Meniskus am Hinterhorn zum Teil mit Kontakt zur
Unterfläche bestünden. Aktuell bestehe zudem eine ausgeprägte ödematöse
Imbibierung und Hyperämie der Spongiosa am medialen Femurkondyl und geringer
ausgeprägt auch am medialen Tibiakopf, die als Osteodystrophie gewertet werden
müsse. Zudem bestehe eine Begleit-Dystrophie des medialen Kapselbandapparates
(Suva-act. 93). Zur Frage, ob die leichtgradige Binnendegeneration des medialen
Meniskus grundsätzlich gegen eine ursprüngliche traumatische Meniskusläsion spricht,
äussern sich weder Dr. G._ noch Dr. J._. Eine Antwort auf diese Frage erscheint
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jedoch insofern von Belang, als beim Beschwerdeführer eine Teilmeniskektomie
durchgeführt wurde und diesbezüglich argumentiert werden könnte, der Meniskusriss
sei - soweit unfallkausal - entfernt worden. Die geringe Substanzverminderung des
Meniskus interpretierte Dr. G._ dahingehend, dass der ursprünglich nicht
dokumentierten Meniskusläsion damit keine erhebliche Pathologiekomponente
zukomme. Diese Folgerung erscheint grundsätzlich einleuchtend, doch stellt sich die
Frage, ob sie nicht ebenso bei Vorliegen einer traumatischen Meniskusläsion gezogen
werden könnte. Seine Feststellung, dass es postoperativ mit der ödematösen
Veränderung am Femurcondyl zu einem dystrophen Verlauf gekommen sei, erscheint
angesichts der Darlegungen von Dr. J._ überzeugend. Für die ödematöse
Veränderung bzw. Dystrophie gibt es jedoch offensichtlich auch eine rein intraoperative
Erklärung (Folgen der Mikrofrakturierung). Inwiefern diese Situation mit einer solchen
nach traumatischer Verletzung gleichgesetzt werden kann, geht aus der kreisärztlichen
Beurteilung nicht hervor. Dr. G._ stellte fest, wäre beim Sturz zum Beispiel die
Knorpelläsion durch das Ereignis verursacht worden, so wäre auch damals durch eine
solche nötige Gewalteinwirkung eine „ossäre“ Reaktion zu erwarten gewesen. Eine
solche sei im MRT 6 Tage nach Ereignis nicht beschrieben gewesen. Dies kann nicht
als genügende Erklärung für eine unfallfremde Knorpelläsion bezeichnet werden. Zum
einen schreibt der Kreisarzt unpassend von einer „ossären“ Reaktion, zum andern ist
unbestritten, dass die Chondropathie im Rahmen des MRT vom 24. Dezember 2012
nicht als Befund erhoben wurde. In diesem Sinne erscheint auch eine unerwähnt
gebliebene, damit zusammenhängende ödematöse Veränderung wenig erstaunlich.
5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die ärztliche Beurteilung von Dr. G._
vom 7. März 2014 (Suva-act. 95) verschiedene unklare Aussagen enthält, womit deren
Beweiswert für eine rechtsgenügliche, d.h. überwiegend wahrscheinliche, Verneinung
einer Unfallkausalität der am 11. Juni 2013 durch Dr. F._ arthroskopisch therapierten
strukturellen Gesundheitsschäden sowie den Nachweis des Dahinfallens der
Unfallkausalität der über den 31. Oktober 2013 hinaus geklagten Kniebeschwerden
unzureichend ist. Zur Beurteilung der Unfallkausalität der Knieproblematik links bedarf
es weiterer Abklärungen. Die mediale Meniskusläsion sowie die Chondropathie links
wurden am 11. Juli 2013 operativ therapiert. Eine weitere Untersuchung des
präoperativen Zustands ist damit nicht mehr möglich. Aus Sicht eines medizinischen
Laien kann jedoch nicht beurteilt werden, ob von weiteren Erhebungen nicht doch noch
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entscheidrelevante Erkenntnisse zu erwarten wären. Ein Entscheid in antizipierter
Beweiswürdigung (vgl. dazu BGE 136 I 236 E. 5.3, BGE 134 I 148 E. 5.3 und BGE 124
V 94 E. 4b) kann damit noch nicht gefällt werden. Die Streitsache ist an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine neue umfassende medizinische
Begutachtung - zweckmässigerweise bei einem externen Sachverständigen -
veranlasse. Wie bereits erwähnt, gibt es laut Angabe von Dr. F._ keine Videoprints
der Operation vom 11. Juli 2013. Als ergänzende medizinische Abklärung käme jedoch
auch die Einholung eines Berichts bei Dr. F._ über seine Beobachtungen bei der
Operation in Betracht, konkret unter dem Aspekt, ob diese im Kontext zu einem
traumatisch oder krankheitsbedingten Gesundheitsschaden gestanden hätten.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 27. November 2014 (Suva-act. 119) dahingehend
gutzuheissen, dass die Streitsache zur Durchführung ergänzender medizinischer
Abklärungen über die Anspruchsberechtigung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen wird. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, die Entschädigung - wie
in vergleichbaren Fällen üblich - auf pauschal Fr. 4‘000.-- (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzulegen.