Decision ID: d124e3c8-208e-5cc8-b80f-b2a98fdbab3d
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2017 wies die ÖKK Kranken- und
Unfallversicherung AG (nachfolgend: ÖKK) die am 26. Juli 2017 vorsorglich
eingereichte und am 11. September 2017 begründete Einsprache von A._
(nachfolgend: Versicherte), gegen die Verfügung vom 11. Juli 2017 ab und verneinte
einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen aus der Unfallversicherung im
Zusammenhang mit einem Ereignis vom 4. März 2017 über den 5. April 2017 hinaus
(act. G 1.1).
B.
B.a Am 2. Februar 2018 ging beim Versicherungsgericht eine am 1. Februar 2018 von
der Post Baar abgestempelte Sendung ein, worin sich eine auf den 1. Februar 2018
datierte Beschwerde der Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Locher, Baar, gegen den Einspracheentscheid der
ÖKK vom 15. Dezember 2017 befand. Darin wurde beantragt, "1. Die Verfügung vom
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15. Dezember 2017 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien auch über den
5. April 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 2. Eventualiter sei die
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein
orthopädisches Gutachten veranlasst und hiernach erneut über den Leistungsanspruch
entscheidet. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin." (act. G 1, G 1.1).
B.b Mit Schreiben vom 5. Februar 2018 (act. G 2) teilte das Versicherungsgericht dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit, gemäss beigezogener
Sendungsverfolgung ("Track & Trace") sei der mit A-Post Plus versandte
Einspracheentscheid am 16. Dezember 2017 durch Ablage via Postfach zugestellt
worden. Die Beschwerde scheine damit verspätet erhoben worden zu sein. Das
Versicherungsgericht eröffnete dem Rechtsvertreter der Versicherten eine Frist zur
Stellungnahme.
C.
C.a Mit Stellungnahme vom 14. Mai 2018 beantragte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin, es sei auf die Beschwerde vom 1. Februar 2018 einzutreten, den
in der Beschwerde vom 1. Februar 2018 gestellten Rechtsbegehren stattzugeben und
die Beschwerde gutzuheissen. Zusammen mit der Stellungnahme reichte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen von der Generali (Schweiz) Holding AG
(nachfolgend: Generali), Adliswil, und der Swiss Post Solutions AG (nachfolgend: SPS),
Zürich, am 23. Mai 2017 unterzeichneten Einzelvertrag "Logistik & Digitalisierung" zum
Rahmenvertrag "Dokumentationsmanagement Services" inklusive
Leistungsbeschreibung zum vorgenannten Einzelvertrag ein (act. G 7.1 f.). Die SPS
habe mit der Generali - wozu neben der Generali Personenversicherungen AG und der
Fortuna Investment AG auch die damalige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin,
die Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Fortuna),
gehöre - einen umfassenden Postdienst vereinbart. Dies bedeute, dass die SPS sowohl
für die Behändigung der Post der Generali Gruppe und ihrer Mitglieder auf der
Hauptpost in Adliswil als auch dafür besorgt sein müsse, dass die Post in das interne
Verteilzentrum der Generali gelange. Im Verhältnis zur Generali übernehme die SPS
somit die Funktion einer Substitutin. Die SPS sei selbstständig und befinde sich nicht in
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einem Subordinationsverhältnis zur Generali respektive zur Fortuna. Konkret wirke sich
das so aus, dass das an die Fortuna gerichtete Briefgut auf der Post in Adliswil von
dieser nicht aussortiert und ins Postfach der Fortuna, sondern mit den Postsendungen
der gesamten Generali unsortiert in normale Briefboxen (Transportboxen) geworfen
werde. Sodann nehme die SPS diese Transportbox am Postschalter in Empfang und
bringe sie ins interne Verteilzentrum der Generali. Erst dort erfolge die Ausscheidung
und Sortierung für die einzelnen Mitglieder der Generali respektive für diese selber.
Treffe das Briefgut in der Hauptpost Adliswil an einem Samstag ein, erfolge die
Weitergabe der Transportbox an die SPS erst am kommenden Montag. Der fragliche
Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2017 sei also erst in den Herrschaftsbereich
der Fortuna gelangt, als die Transportpost am 18. Dezember 2017 ins interne
Verteilzentrum der Generali gebracht und dort aussortiert worden sei (act. G 7).
C.b Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 liess sich die Beschwerdegegnerin, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. P. Philipp, Chur, zur Stellungnahme des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin vernehmen. Sie beantragte, auf die Beschwerde sei nicht
einzutreten. Die interne Organisation der Postzustellung eines Unternehmens spiele
bezüglich des Fristenlaufs keine Rolle (act. G 9).

Erwägungen
1.
Im vorliegenden Verfahren ist vorerst nur die Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerde
vom 1. Februar 2018 zu prüfen. Festzulegen ist, wann der Einspracheentscheid vom
15. Dezember 2017 der Fortuna als damaliger Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin rechtsgültig und damit fristauslösend eröffnet wurde.
2.
2.1 In den Art. 34 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sowie in Art. 12 der Verordnung über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) ist zwar die
schriftliche Eröffnung eines Einspracheentscheids - anders als bezüglich des Erlasses
einer Verfügung (vgl. Art. 49 Abs. 1 ATSG) - nicht explizit vorgeschrieben. Ein
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Einspracheentscheid muss jedoch ganz allgemein (mindestens) die Anforderungen
erfüllen, die an eine Verfügung gestellt werden (THOMAS LOCHER/THOMAS
GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 71 N. 62),
wozu eben auch die schriftlich Eröffnung gehört (vgl. zum Schriftlichkeitsgebot im
Sozialversicherungsrecht: UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf
2015, N 9 zu Art. 51 ATSG). Nach Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen
Einspracheentscheide oder Verfügungen, gegen welche die Einsprache
ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden. Jeder Kanton bestellt ein
Versicherungsgericht als einzige Instanz zur Beurteilung von Beschwerden aus dem
Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG). Art. 60 ATSG schreibt vor, dass die
Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit Eröffnung des Einspracheentscheids oder der
Verfügung, gegen welche die Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen ist (Abs. 1).
Die Artikel 38 bis 41 des Gesetzes sind sinngemäss anwendbar (Abs. 2).
2.2 Nach Art. 38 Abs. 1 ATSG beginnt eine Frist, die sich nach Tagen oder Monaten
berechnet und der Mitteilung an die Parteien bedarf, am Tag nach ihrer Mitteilung zu
laufen. Vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar stehen gesetzliche oder
behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, still (Art. 38 Abs. 4
lit. c ATSG). Die Beschwerdefrist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am
letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger bzw. dem Versicherungsgericht oder zu
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen
oder konsularischen Vertretung übergeben wird (Art. 39 Abs. 1 ATSG; vgl. auch
KIESER, a.a.O., N 15 zu Art. 60).
3.
Um die Rechtzeitigkeit bzw. Fristwahrung der Beschwerdeerhebung zu prüfen, muss
geklärt werden, wann die fristauslösende Zustellung des Einspracheentscheids der
Beschwerdegegnerin erfolgt ist.
3.1 Die Beschwerdegegnerin bediente sich für die amtliche Verrichtung der Zustellung
des vom 15. Dezember 2017 datierten und an die Fortuna adressierten
Einspracheentscheids der Schweizerischen Post. Sie übergab ihn dieser gleichentags
als A-Post Plus-Sendung. Für die Zustellung gelten mithin die allgemeinen
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Geschäftsbedingungen "Postdienstleistungen" der Schweizerischen Post (https://
www.post.ch/de/pages/footer/allgemeine-geschaeftsbedingungen-agb; nachfolgend:
AGB "Postdienstleistungen"). Gemäss Ziff. 2.5.1 gelten bei der Schweizerischen Post
aufgegebene Sendungen als zugestellt, wenn die Post die Sendungen dem Empfänger
übergeben oder an einen anderen dafür bestimmten Ort zugestellt hat (z.B. Brief-,
Paket-, Ablagekasten oder Postfach [letzteres nur für Briefe]). Die Beförderung durch
die Schweizerische Post findet mit dem Eingang der Postsendung an die vorgenannten
Orte ihren Abschluss. Im Zeitpunkt der Zustellung der Postsendung zuhanden des
Empfängers hat sie ihren von der Beschwerdegegnerin übernommenen
Beförderungsauftrag erfüllt.
3.2 Bei der Versandmethode A-Post Plus werden Briefe mit einer Nummer versehen
und konventionell in uneingeschriebener Form (A-Post) befördert, d.h. die Zustellung
erfolgt direkt in den Briefkasten, das Postfach oder in einen Ablagekasten des
Empfängers, ohne dass dieser den Empfang unterschriftlich quittiert. Die Zustellung
wird vielmehr elektronisch erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den
Briefkasten des Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe des
elektronischen Suchsystems "Track & Trace" der Schweizerischen Post die Sendung
bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu verfolgen; u.a. ist ersichtlich, wann dem
Empfänger die Sendung durch die Schweizerische Post zugestellt worden ist (Urteil
des Bundesgerichts vom 20. Februar 2015, 2C_1126/2014, E. 2.2). Bei A-Post Plus-
Sendungen hat das Bundesgericht verschiedentlich das mittels "Track & Trace" von
der Schweizerischen Post festgelegte Datum der Einlage in den Briefkasten, das
Postfach oder den Ablagekasten des Empfängers als verbindlich eingestuft. Ab diesem
Zeitpunkt befindet sich die Sendung im Verfügungs- bzw. Machtbereich des
Empfängers bzw. Adressaten und er kann demzufolge von ihr Kenntnis nehmen. Nicht
erforderlich für die Zustellung einer Sendung ist, dass der Adressat sie tatsächlich in
Empfang nimmt bzw. tatsächlich von ihr Kenntnis nimmt (BGE 122 I 139 E. 1, 113 Ib
296 E. 2a; verschiedentlich vom Bundesgericht bestätigte Rechtsprechung: Urteile vom
20. Februar 2015, 2C_1126/2014, E. 2.2, vom 24. Januar 2012, 2C_570/2011 und
2C_577/2011, E. 4, vom 13. Februar 2014, 2C_68/2014, E. 2.2, und vom 14. Januar
2010, 2C_430/2009, E. 2.4; KIESER, a.a.O., N 12 zu Art. 38). Indem der
Einspracheentscheid der Fortuna durch die Schweizerische Post zugestellt worden ist
und mit dem elektronischen Suchsystem "Track & Trace" der Verlauf einer an sie
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adressierten A-Post Plus-Sendung nur bis und mit Einlage in die Transportbox der
Generali möglich ist, kann angesichts des Gesagten für die Bestimmung der
fristauslösenden Zustellung einzig massgebend sein, wann die Zustellung der Sendung
in die Transportbox der Generali erfolgt ist. Unbestrittenermassen wurde der
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin am Samstag, den 16. Dezember 2017,
durch die Schweizerische Post in die Brief-/Transportbox der Generali gelegt (act. G
1.3).
3.3 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, rechtfertigt die vorliegende
Konstellation mit der SPS, der Generali und der Fortuna keine andere Beurteilung.
3.3.1 Laut Stellungnahme des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 14. Mai
2018 (act. G 7) wird das an die Fortuna adressierte Briefgut von der Schweizerischen
Post in Adliswil nicht aussortiert und in das Postfach der Fortuna gelegt, sondern
zusammen mit der Post der gesamten Generali unsortiert in Brief-/Transportboxen
geworfen. Dies wird laut dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers damit begründet,
dass unter dem Dach der Generali verschiedene Gesellschaften, u. a. die Fortuna,
vereint sind (vgl. Sachverhalt C.a; act. G 7, S. 3 Ziff. 8). Die Generali nimmt damit
stellvertretend für die Fortuna deren Briefgut entgegen. Für die Schweizerische Post
endet ihre Dienstleistung also auch für Briefsendungen, welche an die Fortuna
adressiert sind, mit Zustellung bei der Generali.
3.3.2 Nach der Zustellung beginnt die Bearbeitung der physischen Post durch die
SPS. Diese holt die eingehenden Sendungen bei der Schweizerischen Post ab bzw.
nimmt die Transportboxen an deren Postschalter in Empfang und bringt sie ins interne
Verteilzentrum der Generali, wo sie die Sendungen für die physische Distribution nach
Empfängerbereich triagiert (vgl. act. G 7.2, Ziff. 4.1; act. G 7, S. 3 Ziff. 8). Der Umstand,
dass diese Triage, d.h. Sortierung für die einzelnen Holdingmitglieder der Generali,
durch die SPS erfolgt, einer Konzerngesellschaft, welche der Schweizerischen Post
angegliedert ist, vermag nichts daran zu ändern, dass ab dem Zeitpunkt der Sortierung
die rechtlich relevante Zustellung abgeschlossen ist. Dies, obwohl im Rahmen der
Sortierung grundsätzlich nochmals eine unternehmensinterne Zustellung, diejenige an
die Fortuna, stattfindet. Die SPS bietet einen spezifischen, erweiterten (mit dem
Kerngeschäft der Schweizerischen Post, der Postzustellung, nicht direkt
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zusammenhängenden) Geschäftsbereich des Schweizerischen Postkonzerns an,
nämlich die Bearbeitung der Eingangspost. Demgemäss schliesst sie mit ihren Kunden
ausserhalb des Tätigkeits- bzw. Wirkungsbereichs der Schweizerischen Post einen
Einzelvertrag ab, der die für die Generali kostenpflichtigen Leistungen von SPS im
Bereich Logistik und Digitalisierung regelt (vgl. act. G 7.1 f.). Entsprechend spricht der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bezüglich der SPS von einer Substitutin der
Generali, welche an ihrer Stelle die Postverteilung an die einzelnen Mitglieder der
Holding, d.h. für die Holding, der einzelvertraglichen Regelung folgend vornimmt. Mit
dem Einzelarbeitsvertrag "Logistik & Digitalisierung" zum Rahmenvertrag
"Dokumentenmanagement Services" hat die Generali einzig den obgenannten
Aufgabenbereich an die SPS übertragen (Outsourcing). Die Postversendung bzw.
Postzustellung fiel demgegenüber in den Aufgabenbereich der Schweizerischen Post
(vgl. Erwägung 3.1). Die Aufgaben bzw. Zuständigkeitsbereiche der Schweizerischen
Post (Postversendung/Postzustellung) einerseits und der SPS (interne Postverteilung,
d.h. innerhalb der Generali Holding AG) andererseits sind also klar abgegrenzt.
3.3.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin argumentiert sodann in der
Stellungnahme vom 14. Mai 2018 (act. G 7, S. 4 Ziff. 12) unter Hinweis auf das Urteil
des Bundesgerichts vom 4. Juni 2010 (1C_85/2010, E. 1.4.3) mit dem Grundsatz von
Treu und Glauben. Dieser vermag jedoch hier nicht weiterzuhelfen. Seiner
Argumentation - die Fortuna habe nach Treu und Glauben davon ausgehen dürfen,
dass die Pöstler der SPS den Zugangsstempel korrekt auf den Tag datieren würden, an
dem die Sendung in der Hauptpost angekommen sei; es dürfe vorausgesetzt werden,
dass die Post und ihre Hilfspersonen die Bestimmungen über die A-Post Plus-
Zustellung kennen und die Sendungen jeweils richtig datieren würden; die Erwartung
an den Postboten, dass er die Regeln über das Ausfüllen einer Abholungseinladung
kenne, habe analog auch für das Kennenmüssen der Regeln für die anderen
Zustellformen zu gelten - kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist festzuhalten, dass
auf einer A-Post Plus-Sendung jedenfalls von Seiten der Schweizerischen Post die
Zustellung nicht sichtbar auf dem Umschlag gekennzeichnet wird. Das Datum der
Zustellung durch die Schweizerische Post, hier der 16. Dezember 2017, wird mit der
elektronischen Quittierung der Zustellung an den Empfänger durch die
Schweizerischen Post belegt, und kann, wie gesagt, nur elektronisch mit "Track &
Trace" festgestellt werden. Von Seiten der Schweizerischen Post konnte damit
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jedenfalls keine Vertrauenssituation in Bezug auf ein anderes Datum entstehen. Die
Beschwerdegegnerin hat sich jedoch nur die Handlungen der Schweizerischen Post
und nicht diejenigen der SPS anrechnen zu lassen. Wenn es also zur Aufgabe der
Mitarbeiter der SPS gehört, auf den Briefsendungen die erfolgte Zustellung mittels
Eingangsstempels festzuhalten, kann daraus für den Beginn der Rechtsmittelfrist keine
Rechtsfolge resultieren. Die Anbringung des Eingangsstempels L-M-R-4 auf dem
Kuvert des Einspracheentscheids durch die SPS (act. G 7.4) konnte nur im Rahmen
ihrer Postbearbeitung bzw. der Erfüllung des Einzelvertrags "Logistik & Digitalisierung"
zum Rahmenvertrag "Dokumentenmanagement Services" erfolgen. Es handelt sich
dabei nicht um einen offiziellen Eingangsstempel der Schweizerischen Post. Solche
von der SPS im Rahmen ihrer Vertragserfüllung vorgenommenen Handlungen hat sich
die Fortuna als Holdingmitglied der Generali anrechnen zu lassen, d.h. sie musste um
die Bedeutung eines von der SPS angebrachten Eingangsstempels wissen.
3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall von einer
fristauslösenden Zustellung am Datum der Zustellung des Einspracheentscheids an die
Generali durch die Schweizerische Post, d.h. am Samstag, den 16. Dezember 2017,
auszugehen ist (act. G 1.3). Die Beschwerdefrist lief damit bis 31. Januar 2016. Indem
die Beschwerde der Beschwerdeführerin erst am 1. Februar 2018 der Schweizerischen
Post zu Handen des Gerichts übergeben worden ist (vgl. Art. 39 Abs. 1 ATSG), wurde
sie nicht fristgerecht eingereicht.
3.5 Mit der Zustellung an einem Samstag begann die Beschwerdefrist nicht erst am
nächstfolgenden Werktag, d.h. am Montag, dem 18. Dezember 2017 zu laufen. Das
Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 26. November 2014, 8C_573/2014, E. 3.1,
ausdrücklich erkannt, dass die Zustellung der Sendung an den vom Adressaten dafür
bestimmten Ort als fristauslösender Moment gelte, selbst wenn diese an einem
Samstag erfolgt sei. Das ATSG kennt keine Bestimmung zur Fristauslösung am
Samstag oder Sonntag. Lediglich das Ende einer Frist wird - sofern es auf einen
Samstag, Sonntag oder bundesrechtlich bzw. kantonal anerkannten Feiertag fällt - auf
den nächstfolgenden Werktag gelegt (Art. 38 Abs. 3 ATSG). E contrario ist ein Beginn
des Fristenlaufs an jedem Tag möglich. Eine unterschiedliche Behandlung zwischen
Briefkasteninhabern, Postfach¬inhabern oder einer Empfängerin, deren Briefpost in
eine Transportbox eingelegt wird, ist sachlich nicht gerechtfertigt (vgl. auch BGE 100 III
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3 E. 3). Privaten wie auch Dienstleistungsbetrieben aller Art obliegt es gleichermassen,
bei Ungewissheit über den genauen Zeitpunkt der Zustellung einer fristauslösenden
Mitteilung alles Zumutbare zu unternehmen, um den genauen Zeitpunkt und den Lauf
der Rechtsmittelfrist in Erfahrung zu bringen (Urteile des Bundesgerichts vom 24.
Januar 2012, 2C_570/2011 und 2C_577/2011, E. 4.3 mit Hinweisen). Wie bereits
dargelegt, ist dieser Zeitpunkt bei der Zustellungsart A-Post Plus mittels der unterhalb
des Strichcodes aufgedruckten Suchnummer per Internet auf der Webseite der
Schweizerischen Post mit Hilfe des Suchsystems "Track & Trace" eruierbar und kann
auch bei der Schweizerischen Post in Erfahrung gebracht werden.
4.
Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde vom 1. Februar 2018 mangels
rechtzeitiger Erhebung nicht einzutreten. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG).