Decision ID: 9c528e33-9199-5004-af9c-4e06118ab0c6
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer, ein irakischer Staatsangehörgier kurdischer Ethnie aus A._ (Provinz Dohuk), suchte am 5. Juni 2001 in der Schweiz um Asyl nach.
B. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2001 stellte das BFF (Bundesamt für Flüchtlinge; ab 1.1.05: Bundesamt für Migration [BFM]) fest, der  erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an, wobei es den Wegweisungsvollzug in den zentralstaatlich kontrollierten Teil Iraks ausschloss (Ziff. 4 des ). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C. Mit Verfügung vom 17. Mai 2005 bestätigte das BFM die rechtskräftig angeordnete Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und erklärte unter Aufhebung der Ziffer 4 des Dispositivs seines  vom 31. Oktober 2001 aufgrund der veränderten Lage den Wegweisungsvollzug in das gesamte Staatsgebiet Iraks für zulässig, zumutbar und möglich.
D. Mit Beschluss vom 24. Oktober 2005 schrieb die vormals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) die gegen diese  eingereichte Beschwerde als gegenstandslos geworden ab, nachdem das BFM am 10. Oktober 2005 im Rahmen der  seine Verfügung vom 17. Mai 2005 und die Ziffern 4 bis 6 des Dispositivs seiner Verfügung vom 31. Oktober 2001 aufgehoben und den Beschwerdeführer zufolge Unzumutbarkeit des  in der Schweiz vorläufig aufgenommen hatte.
E. Am 18. Juli 2007 teilte das BFM dem Beschwerdeführer mit, es  nach einer Analyse der Sicherheits- und Menschenrechtssituation im Irak den Vollzug der Wegweisung in die drei nordirakischen  Dohuk, Erbil und Suleymaniya grundsätzlich als zumutbar. Das Amt gewährte dem Beschwerdeführer zur beabsichtigten Aufhebung
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der vorläufigen Aufnahme und zu dem damit verbunden  das rechtliche Gehör.
F. Am 8. August 2007 nahm der Beschwerdeführer Stellung und ersuchte darum, von der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme abzusehen.
G. Mit Verfügung vom 17. Januar 2008 - eröffnet am 21. Januar 2008 - hob das BFM die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers auf, forderte ihn unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall auf, die Schweiz bis zum 13. März 2008 zu verlassen, und beauftragte den Kanton B._ mit dem Vollzug der Wegweisung.
H. Mit Rechtsmitteleingabe vom 19. Februar 2008 (Poststempel)  der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die  der vorinstanzlichen Verfügung unter Anordnung der vorläufigen Aufnahme zufolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Zur Stützung der Vorbringen reichte er verschiedene Schriftstücke die  im Irak betreffend zu den Akten.
I. Am 26. Februar 2008 teilte der Instruktionsrichter dem  mit, er dürfe den Ausgang des Rechtsmittelverfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig forderte er ihn auf, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Am 10. März 2008 wurde der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.  2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den  nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
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verwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des  vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. VwVG). Auf die  ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird vorliegend auf die  eines Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Das BFM hebt die vorläufige Aufnahme auf und ordnet den Vollzug der Weg- oder Ausweisung an, wenn die Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind (Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die  und Ausländer vom 16. Dezember 2005 [AuG, SR142.20]). Die Voraussetzungen für die vorläufige Aufnahme sind nicht mehr , wenn der Vollzug der rechtskräftig angeordneten Wegweisung  (Art. 83 Abs. 3 AuG) und es der ausländischen Person zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG) und möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) ist, sich  in ihren Heimat-, in den Herkunftsstaat oder in einen Drittstaat zu begeben.
In der Beschwerde wird nicht geltend gemacht, der Vollzug der  sei unzulässig (Art. 83 Abs. 3 AuG) oder unmöglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG. Gegenstand des vorliegenden  bildet entsprechend den Rechtsbegehren somit lediglich die Frage, ob die verfügte vorläufige Aufnahme infolge weiterhin bestehen-
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der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu bestätigen oder aufzuheben ist.
4.2
4.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
Das Bundesverwaltungsgericht ist im zur Publikation vorgesehenen Urteil BVGE E-4243/2007 vom 14. März 2008 aufgrund einer  Beurteilung der Situation in den nordirakischen Provinzen , Suleymaniya und Erbil zum Schluss gekommen, dass dort keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und die politische Lage nicht dermassen angespannt ist, dass eine Rückführung in diese Provinzen generell als unzumutbar betrachtet werden müsste. Zudem ist die  mit Direktflügen aus Europa und aus den Nachbarstaaten . Damit entfällt das Element der unzumutbaren Rückreise via  und anschliessend auf dem Landweg durch den von Gewalt  Zentralirak.
Zusammenfassend wurde im erwähnten Entscheid festgehalten, dass die Anordnung des Wegweisungsvollzugs für alleinstehende, gesunde und junge kurdische Männer, die ursprünglich aus den Provinzen , Suleymaniya oder Erbil stammen und dort nach wie vor über ein soziales Netz oder Parteibeziehungen verfügen, in der Regel zumutbar ist. Für alleinstehende Frauen und für Familien mit Kindern, sowie für Kranke und Betagte ist dagegen bei der Feststellung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs grosse Zurückhaltung angebracht (a.a.O. E. 7.5 und insbesondere E. 7.5.8).
4.2.2 Der Beschwerdeführer stammt aus A._ (Provinz Dohuk), wo er eigenen Angaben zufolge mit seiner Mutter, seinen drei Brüdern und seinen drei Schwestern über ein verwandtschaftliches  verfügt. Angesichts seines Alters (geb. _), seiner  Erfahrung als _ ist davon auszugehen, er werde sich in seiner Heimat wieder in den Arbeitsmarkt integrieren können. Des
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Weiteren wird ihm die Rückkehrhilfe der Schweiz den Aufbau einer neuen Existenzgrundlage erleichtern. Schliesslich sind keine  Gründe ersichtlich, aufgrund derer geschlossen werden , der Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in eine  Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu bezeichnen ist. Die Ausführungen in der Beschwerde und die eingereichten Schriftstücke die Situation im Irak betreffend sind nicht geeignet, an dieser Beurteilung etwas zu ändern. Was das Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe anbelangt, der  lebe seit rund sieben Jahren in der Schweiz und sei weitgehend integriert, womit die Voraussetzungen für die Erteilung einer  B insgesamt erfüllt seien, kann zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Dem  ist es unbenommen, bei der zuständigen kantonalen Behörde ein entsprechendes Gesuch anhängig zu machen.
4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das BFM die mit  vom 10. Oktober 2005 angeordnete vorläufige Aufnahme des  zu Recht aufgehoben und den Wegweisungsvollzug verfügt hat.
5. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 11.  2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie sind durch den am 10. März 2008 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.
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