Decision ID: b84af24d-e31b-4321-9b72-3a0c291ba5a7
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 18. Mai 2010 bei der Invalidenversicherung zum Bezug von
Leistungen (Rente) an. Dabei gab sie an, seit Januar 2008 unter spontanen
Ohnmachtsanfällen (dissoziativen Anfällen) zu leiden (act. G 7.1/2). Ihre Lehre als
Bankfachfrau bei der Bank B._ musste sie per 30. April 2010 aus gesundheitlichen
Gründen abbrechen (act. G 7.1/11). In der Abklärung durch den RAD Ostschweiz gab
der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, dissoziative
Anfälle als Diagnose an. Die Krankheit bestehe seit 2004, die Anfallshäufigkeit sei im
Lauf der Zeit zunehmend. Er hielt eine Ausbildung und Berufstätigkeit für möglich,
wenn auch zeitlich unklar (act. G 7.1/13.1 f.). Die bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten
neurologischen und epileptologischen Abklärungen bei Dr. med. D._, Facharzt für
Neurologie, sowie im Kantonsspital St. Gallen, Klinik für Neurologie, Dr. med. E._,
Oberärztin, brachten keine definitiven Erkenntnisse. Dr. E._ diagnostizierte am 23.
April 2008 unklare Anfälle mit Bewusstseinsstörung, differenzialdiagnostisch
dissoziative Anfälle oder Epilepsie, wobei sie letztere Diagnose auf Grund der
Befundlage eher ausschloss (act. G 7.1/13.5 ff; 13.25). Dr. E._ wies in ihrem Bericht
vom 2. Juni 2008 erstmals auf eine mögliche psychische Ursache des Leidens hin und
schlug eine Kontaktaufnahme mit dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst in
F._ vor (act. G 7.1/13.33). Dieser diagnostizierte in der Folge eine dissoziative
Störung vor dem Hintergrund einer erschwerten Ablösungsproblematik und einer sehr
komplexen Familiendynamik (act. G 7.1/13.34). Nach einer Anfallszunahme im
November 2009 stellte sich die Versicherte am 2. Februar 2010 erneut bei Dr. E._
vor, wobei sich Dr. E._ in Bezug auf die Diagnose einer dissoziativen Störung
nunmehr sicher war (act. G 7.1/13.35 f.). Am 19. Juli 2010 bestätigten Dipl. Psych.
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G._ und Dr. med. H._ (KJPD) gegenüber der IV-Stelle St. Gallen die genannte
Diagnose (F44.5) und berichtete, dass die Behandlung bis November 2009 gedauert
und sich zu Ende der Behandlung ein ähnliches Bild wie zu deren Beginn gezeigt habe
(act. G 7.1/16).
A.b Am 23. August 2010 erteilte die IV-Stelle einen Gutachtenauftrag an die
Psychiatrische Klinik I._, Dr. med. J._, zur psychiatrischen Abklärung (act. G
7.1/24). Im entsprechenden Gutachten vom 4. Mai 2012 diagnostizierte Dr. J._
dissoziative Bewegungsstörungen und dissoziative Krampfanfälle (ICD-F44.4/5). In der
angestammten Tätigkeit als Lernende zur Bankkauffrau sei die Versicherte massiv
eingeschränkt. Eine Quantifizierung sei nur in einer groben Annäherung möglich. Werde
davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin zu 30 % als Lernende tätig sein
könne, so bestehe eine 70 %ige Arbeitsunfähigkeit. Dies gelte auch für jede andere
adaptierte Tätigkeit, da sich die Störung mit grosser Wahrscheinlichkeit an jedem
Arbeitsplatz gleichermassen zeigen werde (act. G 7.1/29.36).
A.c Gestützt auf einen RAD-Bericht (Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie und
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) vom 18. Juni 2012 ging die IV-Stelle St.
Gallen von der Ausbildungsfähigkeit der Versicherten aus und bewilligte zunächst einen
Anspruch auf Berufsberatung (Mitteilung vom 3. Juli 2012 [act. G 7.1/34]) und erteilte
am 6. September 2012 Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung zur
Kauffrau (Handelsschule) bei der L._ (act. G 7.1/46). Da jedoch auch während dieser
Ausbildung gehäuft Ohnmachtsanfälle auftraten, brach die Versicherte die Ausbildung
per 31. Oktober 2012 ab (act. G 7.1/52, 56 und 65). Im Schlussbericht vom 7. August
2013 gab die Eingliederungsverantwortliche an, es bestehe aus berufsberaterischer
Sicht keine Ausbildungsfähigkeit, sehr wahrscheinlich auch keine verwertbare
Arbeitsfähigkeit (act. G 7.1/62). Mit Mitteilung vom 30. August 2013 wurde der
Versicherten eröffnet, es bestehe kein Anspruch auf berufliche Massnahmen (act. G
7.1/68).
A.d Auf Anregung von Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte sich die Versicherte am 14. Juni 2013 erneut in der Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen vor. Im entsprechenden Bericht vom 14. Juni 2013 gab Dr.
E._ einen unauffälligen neurologischen Status an. Es hätten sich keine Anhaltspunkte
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für eine zu Grunde liegende Epilepsie ergeben. Ebenso lägen keine Hinweise für eine
Kataplexie bzw. Narkolepsie vor. Angesichts der aktuell gehäuften Anfallsfrequenz von
3 - 4 Anfällen pro Woche sei eine erneute intensivierte psychiatrische Diagnostik/
Therapie indiziert,
gegebenenfalls auch im Rahmen einer erneuten stationären Abklärung/Therapie (act. G
7.1/63). Gegenüber dem RAD äusserte sich Dr. C._, dass er die eventuell
vorgeschlagene stationäre Therapie nicht als Option sehe (act. G 7.1/61). Der RAD
erachtete die medizinische Situation als genügend abgeklärt (Notiz vom 28. August
2013 [act. G 7.1/66]). Mit erneuter Stellungnahme vom 12. November 2013 führte der
RAD aus, in der Tätigkeit als Bankangestellte sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf absehbare Zeit (2 - 3 Jahre) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. In
Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit könne eine Schätzung mit Dr. J._ nur in einer
groben Annäherung erfolgen. Dr. J._ gehe von 30 % Arbeitsfähigkeit aus und
beziehe sich implizit auf die im Längsschnitt gezeigte Anfallshäufigkeit und den
dadurch bedingten Arbeitsausfall der Versicherten selbst und auf die Störung eines
betrieblichen Arbeitsumfeldes. Abgesehen davon sei die Versicherte durchaus in der
Lage, in zeitlich reduzierter Form reguläre Büroaufgaben zu übernehmen. In einem
ausserbetrieblichen Arbeitsumfeld (z.B. Heimarbeitsplatz) sei von einer etwas höheren
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Aufgabe sollte im zeitlichen Umfang und in der
emotionalen Bedeutung im Alltag keinen überwiegenden Stellenwert aufweisen, sodass
ein Pensum von etwa 3 bis 3,5 Stunden pro Tag als angemessen erscheine. Hinweise
auf suboptimales Leistungsverhalten lägen keine vor (act. G 7.1/70.2).
A.e Mit Vorbescheid vom 19. Dezember 2013 teilte die IV-Stelle St. Gallen der
Versicherten mit, es sei vorgesehen, bei einem Invaliditätsgrad von 63 % ab 1. Mai
2011 eine Dreiviertelsrente auszurichten (act. G 7.1/74). Mit Verfügung vom 13. März
2014 sprach ihr die SVA/IV-Stelle St. Gallen eine Dreiviertelsrente als ausserordentliche
Rente zu (act. G 7.1/77 f.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. April
2014 samt Ergänzung vom 10. Juni 2014 mit dem Antrag auf Aufhebung der
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angefochtenen Verfügung. Der Beschwerdeführerin sei sodann mit Wirkung ab 1. Mai
2011 eine ganze Rente zuzusprechen. Der Beschwerdeführerin sei zudem die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die Beschwerdeführerin habe die Lehre zur
Bankkauffrau bei der Bank B._ beginnen können, jedoch nach 2 1⁄2 Jahren (mit
Repetition des 1. Lehrjahres) aus gesundheitlichen Gründen bzw. wegen zunehmend
häufiger auftretenden "Ohnmachtsanfällen" per 30. April 2010 wieder abbrechen
müssen. Ebenso habe sie die im Rahmen einer IV-Eingliederungsmassnahme ab 13.
August 2012 absolvierte Ausbildung bei der L._ per Ende Oktober 2012 wieder
abbrechen müssen. Es bestehe Einigkeit darüber, dass die Beschwerdeführerin als
Bankkauffrau zu 100 % arbeitsunfähig sei. Streitig sei dagegen, ob es für die
Beschwerdeführerin eine leidensadaptierte Tätigkeit gebe, in welchem Umfang diese
zumutbar sei und ob diese überhaupt verwertbar sei. Die ungünstige Prognose von Dr.
J._ im Gutachten vom 4. Mai 2012 habe sich vollends bestätigt. Die
Beschwerdegegnerin sei in der Folge, auch unter Einbezug der zuletzt eingegangenen
Berichte des Hausarztes vom 30. April 2013 und vom 12. Juli 2014, des behandelnden
Psychiaters, Dr. M._, vom 15. April 2013 sowie der Neurologie des Kantonsspitals St.
Gallen vom 14. Juni 2013 zum zutreffenden Schluss gelangt, dass derzeit keine
weiteren beruflichen Massnahmen angezeigt seien. Im Schlussbericht der
Berufsberaterin vom 7. August 2013 werde denn auch schlüssig festgehalten, dass bei
der Beschwerdeführerin keine Ausbildungsfähigkeit und sehr wahrscheinlich auch
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehen. Auch die Gutachterin Dr. J._ gehe in
jeder leidensadaptierten Tätigkeit der Beschwerdeführerin von einer Arbeitsunfähigkeit
von 70 % aus, womit sie ihr lediglich noch eine theoretische Restarbeitsfähigkeit von
30 % attestiere, welche die Zusprache einer ganzen ausserordentlichen IV-Rente zur
Folge habe. Der behandelnde Arzt, Dr. C._, gehe in seinem Bericht vom 2. April 2013
auf Grund des bisherigen Krankheitsverlaufs sowie der Anfallshäufigkeit und aktuellen
Situation davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. April 2010 zu 100 %
arbeitsunfähig sei. Der RAD wende dagegen nichts Grundlegendes ein. Die bloss
aktenmässig vorgenommene und nicht weiter begründete Annahme, die
Beschwerdeführerin könne etwa 3 bis 3,5 Stunden pro Tag arbeiten, vermöge die
fundierte, schlüssige und nachvollziehbare Beurteilung der Gutachterin sowie die
nachfolgende, auf den Krankheitsverlauf abgestellte Beurteilung des Hausarztes nicht
zu widerlegen. Sie stehe zudem im Widerspruch zur Einschätzung der IV-
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Berufsberatung. Sie trage auch dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin derzeit -
obwohl sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehe und sich nun schon seit mehr als 3
Jahren in einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung befinde - wöchentlich
durchschnittlich 5 bis 6 Ohnmachtsanfälle erleide, in keiner Weise Rechnung. Die
Beschwerdegegnerin setze sich bei der Annahme einer 40 %igen Arbeitsfähigkeit mit
dem Gutachten und den Arztberichten nicht auseinander und verletze damit ihre Pflicht
zur sorgfältigen und umfassenden Würdigung des Sachverhalts und zur sachgerechten
Begründung der Verfügung. Es sei davon auszugehen, dass die der
Beschwerdeführerin theoretisch verbleibende Restarbeitsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt werde, und
dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht
zumutbar sei. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin über keine
abgeschlossene Ausbildung verfüge, ihre berufliche Eingliederung definitiv gescheitert
sei, bei ihr keine Ausbildungsfähigkeit vorliege und sie noch nie beruflich erwerbstätig
gewesen sei. Im Ergebnis sei davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin
derzeit keine wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gegeben sei (act. G
1 und 4).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2014 beantragt die Verwaltung, es sei
festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe.
Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. Bei der Beschwerdeführerin liege eine
dissoziative Bewegungsstörung vor. Eine solche Diagnose gelte nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts als syndromales Leiden und damit grundsätzlich
als willentlich überwindbar. Von der ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit der Störung
sei vorliegend nicht auszugehen, da bei der genannten Diagnose weder eine
psychiatrische Komorbidität noch die Foerster-Kriterien im invalidisierenden Ausmass
gegeben seien. Zudem lasse sich die Beschwerdeführerin nicht ausreichend
psychiatrisch behandeln. Obwohl die Gutachterin Dr. J._ eine stationäre Behandlung
befürworte, sei eine solche bisher nicht durchgeführt worden. Es liege damit noch kein
verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer seelischer Konflikt im Sinn eines
primären Krankheitsgewinns vor. Ein Gesundheitsschaden müsse erheblich, unheilbar
und dauerhaft sein, damit der Anspruch auf eine IV-Rente gegeben sei. Dies sei bei der
dissoziativen Bewegungsstörung nicht der Fall. Der Beschwerdeführerin sei es daher
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bei der vorausgesetzten vollen Willensanstrengung zumutbar, in einem vollen Pensum
erwerbstätig zu sein (act. G 7).
B.c Mit Replik vom 4. September 2014 beantragt die Beschwerdeführerin erneut die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung einer ganzen Rente ab
dem 1. Mai 2011. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung (polydisziplinärer
Begutachtung) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei der
Beschwerdeführerin sei von 2006 bis 2008 eine Epilepsie diagnostiziert worden. Zwar
habe die Diagnose nicht bestätigt, bis heute aber auch nicht ausgeschlossen werden
können. Es sei möglich, dass vor allem frontal generierte Anfälle interiktal ohne EEG-
Veränderungen vorhanden sein könnten. Eine organische Ursache könne damit nicht
ausgeschlossen werden. Zum anderen könne von einem chronischen Krankheitsverlauf
mit progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung ausgegangen
werden. Aus dem Gutachten von Dr. J._ gehe hervor, dass ein verfestigter, mit der
bisherigen mehrjährigen ambulanten und kurzfristig auch stationären Psychotherapie
nicht beeinflussbarer Krankheitsverlauf vorliege, obwohl sich die Beschwerdeführerin
stets kooperativ verhalten habe. Bei der Beschwerdeführerin sei eine gesundheitlich
bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung
gegeben. Davon sei auch der RAD ausgegangen. Es treffe sodann nicht zu, dass sich
die Beschwerdeführerin nicht genügend behandeln lasse. Die Beschwerdeführerin
habe während mehr als einem Jahr beim KJPD eine Einzelpsychotherapie
wahrgenommen und stehe mittlerweile seit mehreren Jahren in einer ambulanten
psychotherapeutischen Behandlung bei N._ bzw. bei Dr. M._ und Dr. O._.
Zudem sei sie während rund eines Monats im Psychiatrischen Zentrum in P._
behandelt worden. Selbst der RAD erachte eine stationäre Behandlung zwar als
wünschenswert, gehe aber nicht von einem überwiegend wahrscheinlichen
Behandlungserfolg aus. Zusammenfassend sei bei der Beschwerdeführerin eine
gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare
Beeinträchtigung gegeben und als Folge davon sei eine wirtschaftlich nicht
realisierbare Restarbeitsfähigkeit von lediglich 30 % ausgewiesen (act. G 12). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik.
B.d Mit Schreiben der Verfahrensleitung vom 4. August 2014 wird der
Beschwerdeführerin die Befreiung von den Gerichtskosten sowie die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch Rechtsagent Edwin Bigger, Gossau, bewilligt (act. G 9).
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Erwägungen
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.
2.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch verfügungsweise bejaht
hat, verneint sie vorliegend einen solchen mit der Begründung, bei der dissoziativen
Bewegungsstörung handle es sich um ein pathogenetisch-ätiologisch unklares
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage. Eine solche Diagnose
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schränke nur dann die Arbeitsfähigkeit ein, wenn eine zusätzliche psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliege. Weitere
Faktoren (Foerster-Kriterien), welche die ansonsten zumutbare Willensanstrengung für
die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit behindern könnten, seien chronische körperliche
Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung, ein
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer missglückten, psychisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) sowie das Scheitern
einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (mit
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten
Person. Zudem sei der invalidisierende Charakter der erwähnten Diagnose von
vornherein ausgeschlossen oder stark zu relativieren, wenn die präsentierte
Symptomatik auf einer Aggravation oder ähnlichen Konstellation beruhe.
2.2 Vorliegend ist auf Grund der medizinischen Aktenlage festzustellen, dass
zumindest die physiologischen Auswirkungen der diagnostizierten dissoziativen
Bewegungsstörung und dissoziativen Krampfanfälle keineswegs nur als syndromaler,
nicht objektivierbarer Zustand zu betrachten sind. Vielmehr ist unbestritten und
medizinisch genügend dokumentiert, dass die Beschwerdeführerin im Schnitt
mehrmals wöchentlich einen "Ohnmachtsanfall" erleidet und danach für längere Zeit
nicht mehr in der Lage ist weiterzuarbeiten. Die Beschwerdeführerin wurde im
Zeitpunkt der Beschlussfassung vom 12. Dezember 2013 (act. G 7.1/72) seit über 7 1⁄2
Jahren bei diversen Ärzten hausärztlich, internistisch, neurologisch und psychiatrisch
abgeklärt und behandelt, ohne dass eine Besserung eingetreten wäre. Im Gegenteil
verläuft die Entwicklung tendenziell progredient. So berichtet Dr. E._ im letzten
vorliegenden Bericht vom 14. April 2013 von 3 - 4 Anfällen pro Woche (act. G 7.1/63.1).
Ebenso berichtet Dr. C._ am 12. Juli 2013 zu Handen der Beschwerdegegnerin von
etwa 4 Anfällen pro Woche (act. G 7.1/61.1). Es besteht sodann kein Verdacht auf eine
Aggravation oder Simulation der Anfälle, hat sich doch keine medizinische Fachperson
jemals in diesem Sinn geäussert. Zwar hält es die behandelnde Neurologin Dr. E._ für
möglich, dass die Ohnmachtsanfälle auf einen unbewussten Wunsch der
Beschwerdeführerin nach Zuwendung zurückgeführt werden könnten, weshalb sie eine
Änderung (Reduktion) in der Betreuung durch Angehörige oder am Arbeitsplatz
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angeregt hat. Indessen macht auch sie nicht geltend, die Beschwerdeführerin könne
durch eine willentliche Verhaltensänderung eine Reduktion der Anfälle oder gar eine
vollständige Heilung herbeiführen (act. G 7.1/13.36). Schliesslich ist auch vorläufig
nicht von weiteren realistischen Behandlungsoptionen auszugehen. Zwar sieht die
Gutachterin Dr. J._ eine Besserungsmöglichkeit darin, dass sich die
Beschwerdeführerin einer langfristig angelegten konsequenten psychotherapeutisch
orientierten psychiatrischen Behandlung unterzieht (act. G 7.1/29.33). Selbst der RAD
der Beschwerdegegnerin (Dr. K._) geht jedoch nicht von einem überwiegend
wahrscheinlichen Behandlungserfolg aus, sondern hält besondere Therapieauflagen für
medizinisch unzweckmässig (act. G 7.1/31.2). Die Möglichkeit einer intensivierten
psychiatrischen Diagnostik/Therapie, gegebenenfalls im Rahmen einer erneuten
stationären Abklärung/Therapie, wird erst wieder von Dr. E._ in ihrem Bericht vom 14.
Juni 2013 ins Gespräch gebracht (act. G 7.1/63.1). Demgegenüber stellt Dr. C._ in
seinem Schreiben vom 12. Juli 2013 an den RAD fest, dass die erneute neurologische
Beurteilung der Beschwerdeführerin und der Bericht von Dr. M._ vom 15. April 2013,
unter dessen Verantwortung die delegierte Psychotherapie verlaufe, erwartungsgemäss
keine neuen diagnostischen und therapeutischen Erkenntnisse gebracht habe. Eine
ambulante Psychotherapie werde durchgeführt, bis jetzt ohne eindeutigen Nutzen. Die
eventuell vorgeschlagene stationäre psychiatrische Therapie sehe er eigentlich nicht als
Option (act. G 7.1/61.1). Wenn die behandelnde Neurologin am Kantonsspital St.
Gallen nach jahrelanger erfolgloser Behandlung eventuell noch eine stationäre
psychiatrische Behandlung anregt, ist darin tatsächlich weniger eine konkrete
Behandlungsoption als vielmehr ein blosser Versuch zu erblicken, der
Beschwerdeführerin doch noch helfen zu können, wobei der Behandlungserfolg mehr
als ungewiss wäre. Von den behandelnden psychiatrischen Fachärzten/Fachpersonen
selber (Dipl. Psych. G._, Psychologin N._ und Psychiater Dr. M._) wurde nie der
Vorschlag einer stationären Behandlung gemacht. Im Übrigen geht auch Dr. J._ nicht
davon aus, dass das gewünschte psychiatrische Setting mit konsequenter
psychiatrischer Behandlung, Auseinandersetzung der Beschwerdeführerin mit ihrer
Persönlichkeitsstruktur und die Einsicht in die psychodynamischen Zusammenhänge
ausschliesslich in einem stationären Rahmen erfolgen könne. Dies sei stationär zwar
am ehesten gegeben, da die Beschwerdeführerin dort die soziale Bewährung in einem
Umfeld ausserhalb des Elternhauses üben könne (act. G 7.1/29.33). Letztere Forderung
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ist möglicherweise insoweit erfüllt, als die Beschwerdeführerin im September oder
November 2012 mit ihrem Partner in eine eigene Wohnung gezogen ist und damit die
gewünschte Ablösung vom Elternhaus eigenständig in Angriff genommen hat (vgl. act.
G 7.1/39.1 und 57.3). Mit Blick auf die gesamten Umstände ist schlicht nicht erkennbar,
wie die Beschwerdeführerin die "Ohnmachtsanfälle" willentlich überwinden bzw. über
Ressourcen verfügen könnte, um diese zu beenden. Die von der Beschwerdegegnerin
genannten Bundesgerichtsurteile betreffend dissoziative Bewegungsstörungen und die
daraus abgeleiteten Ausführungen zu den syndromalen Beschwerdebildern (Urteile
8C_810/2013 vom 9. April 2014 E. 5.2.2 [hier wird lediglich ausgeführt, dass eine
dissoziative Bewegungsstörung keine psychische Komorbidität darstelle, welche nach
der alten Rechtsprechung zur ausnahmsweisen Annahme der Unüberwindbarkeit eines
anderen syndromalen Zustandes führen konnte] und 9C_340/2009 vom 24. August
2009 E. 3.4.2) sind vorliegend nicht einschlägig, bestanden in jenen Fällen gerade keine
objektiv durch Dritte wahrnehmbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie bei der
Beschwerdeführerin und stellte die dissoziative Bewegungsstörung jeweils nur eine
Nebendiagnose dar. Infolge des langjährig unveränderten bzw. teilweise progredienten
Verlaufs der Beschwerden und mangels gegenteiliger Indizien ist zumindest für die
absehbare Zukunft vom weiteren Bestehen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung
der Erwerbsfähigkeit durch die Ohnmachtsanfälle auszugehen. Davon geht nun
grundsätzlich auch der RAD aus. Hegte Dr. K._ vor dem Beginn der erstmaligen
beruflichen Ausbildung noch eine gewisse Hoffnung, dass bei weiterer
Persönlichkeitsnachreifung sowie geeigneten Wohn-, Ausbildungs- und
Arbeitsbedingungen der Einschränkungscharakter der Erkrankung mittel- bis
längerfristig auch ohne stationäre Therapie nachlässt, geht er nach Abbruch der
beruflichen Ausbildung per Ende Oktober 2012 von einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Bankkauffrau auf absehbare Zeit (2 - 3 Jahre) aus
(act. G 7.1/31.2 und 70.2).
2.3 Das Bestehen eines Rentenanspruchs hängt damit im Wesentlichen von der Frage
der erwerblichen Verwertbarkeit der der Beschwerdeführerin verbleibenden
Möglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ab. Die Beschwerdeführerin
erleidet wie gesagt im Schnitt an jedem zweiten Tag (3 - 4 Mal pro Woche) einen
Ohnmachtsanfall, von dem sie sich zwar in der Regel insofern schnell erholt, als sie
meist nur kurze Zeit ohnmächtig und darauf sofort wieder zu allen Qualitäten voll
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orientiert ist (act. G 7.1/63.1). Indessen ist sie danach ruhebedürftig, sodass eine
Wiederaufnahme der Arbeit am gleichen Tag in der Regel nicht mehr in Betracht
kommt. Ausserdem treten die Anfälle unregelmässig, überall und ohne Vorwarnung auf.
Es stellt sich mithin die Frage, wie realistisch eine Verwertbarkeit der an sich
bestehenden Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist.
2.4 Die Tätigkeit muss sich auf Hilfsarbeiten beschränken, da die Beschwerdeführerin
gesundheitsbedingt über keine Ausbildung verfügt. Im Weiteren sind die von Dr. K._
genannten Einschränkungen zu berücksichtigen, die er analog zu den Einschränkungen
von Personen mit Epilepsieanfällen formuliert hat: Demnach sind Tätigkeiten, die das
Führen eines Motorfahrzeugs beinhalten, Arbeiten in ungesicherter Höhe, an
gefahrenträchtigen Maschinen, in Gefahrenbereichen, die ohne ausreichende
Schutzmöglichkeiten eine besonders verlässliche Bewegungs- und Reaktionssicherheit
erfordern oder Überwachungstätigkeiten ohne Möglichkeit einer Nachkontrolle, die bei
Fehlern mit erheblicher Eigen- oder Fremdgefährdung oder erheblichem
wirtschaftlichem Schaden einhergehen, für die Beschwerdeführerin nicht geeignet (act.
G 7.1/31.3). Weiter müsste die Beschwerdeführerin im Wesentlichen Tätigkeiten
ausüben können, die sie autonom - d.h. ohne grossen Koordinationsbedarf mit
anderen Mitarbeitenden bzw. Arbeitsschritten - erledigen oder eben jederzeit
unterbrechen kann. Entgegen der Ansicht des RAD kann bei der Bestimmung der
Arbeitsunfähigkeit nicht allein auf die durchschnittliche Anfallshäufigkeit abgestellt
werden. Zwar ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in der anfallsfreien Zeit
theoretisch einer Tätigkeit nachgehen könnte. Dies ist vorliegend allerdings nicht
entscheidend. Entscheidend ist vielmehr, dass unter den gegebenen Prämissen eine
Anstellung als sehr unwahrscheinlich erscheint. Dabei ist nebst den obgenannten
mannigfaltigen Einschränkungen zu berücksichtigen, dass potentielle Arbeitgebende
auch eine Fürsorgepflicht sowohl der Beschwerdeführerin als auch den anderen
Angestellten gegenüber hätten bzw. haben. Der Arbeitgeber oder dessen
Mitarbeitenden müssten sich somit bei jedem Anfall um die Beschwerdeführerin
kümmern, was bei der gegebenen Häufigkeit als unzumutbar zu betrachten ist. Eine
vernünftige Anstellungswahrscheinlichkeit könnte damit nur bei einem unrealistischen
Entgegenkommen der potentiellen Arbeitgebenden angenommen werden. Davon geht
auch Dr. J._ aus, indem sie in ihrem Gutachten ausgeführt hat, die
Beschwerdeführerin sei bei anhaltender Störung für kaum einen Betrieb tragbar. Ein
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solches Geschehen verunsichere auf die Dauer jedes Umfeld an einem Arbeitsplatz
und bringe eine Unruhe mit sich, die auf Dauer nur mit einer sehr grossen Toleranz
ausgehalten werden könne (act. G 7.1/29.33). Schliesslich geht auch die
Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin davon aus, dass aktuell keine
Ausbildungsfähigkeit und sehr wahrscheinlich auch keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
bestehe (act. G 7.1/62.1). Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass eine zwar
theoretisch vorhandene Arbeitsfähigkeit während der anfallsfreien Zeit auf dem zu
Grunde gelegten Normarbeitsmarkt nicht verwertbar ist. Die Beschwerdeführerin hat
demnach Anspruch auf eine ganze Rente. Deren Beginn ist unbestrittenermassen auf
den 1. Mai 2011 festzulegen. Anlässlich der nach Vollendung des 25. Altersjahrs
vorgesehenen Revision (Feststellung vom 12. Dezember 2013 [act. G 7.1/72.2]) werden
jedoch weitere Therapieoptionen sowie allfällige Eingliederungsmassnahmen sorgfältig
zu prüfen und gegebenenfalls nach Ansetzung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens
durchzusetzen sein (vgl. Art. 41 Abs. 3 ATSG).
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der
Beschwerdeführerin eine ganze Rente, beginnend am 1. Mai 2011, zuzusprechen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr
von Fr. 600.-- als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
von Fr. 3'500.-- als angemessen. Unter diesen Umständen erübrigt sich die
Festsetzung einer Entschädigung im Rahmen der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung.