Decision ID: 82cbf99f-4f7e-57b5-95d1-13f5eaa1d108
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1955 geborene
X._
meldete sich am
2.
Februar 2009 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Rentenbezug an (
Urk.
7/2). Nachdem die Verwaltung medizinische und erwerbliche Abklärungen durchgeführt hatte, wies sie das Rentenbegehren
–
unter Hinweis auf das Fehlen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
–
mit Verfügung vom 29. September 2009 ab (
Urk.
7/24).
Am
2.
Mai 2011 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/26). Daraufhin räumte ihr die IV-Stelle mit Schreiben vom 13. Mai 2011 – unter Androhung von Nichteintreten im Säumnisfall – eine Frist bis 15. Juni 2011 ein, um mittels Beweismitteln glaubhaft zu machen, dass sich die tatsäch
lichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert
haben
(
Urk.
7/27). Nachdem sie dieser Aufforderung
nicht fristgerecht
nachgekommen war, stellte die Verwaltung mit Vorbescheid vom 23. Juni 2011 das Nichtein
treten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (
Urk.
7/29). In der Folge erhob die Versicherte, neu vertreten durch Rechtsanwalt Lukas Eggenberger, dagegen Einwand (
Urk.
7/36 und
Urk.
7/40) und legte Arztberichte
der behandelnden Ärzte am
Y._
, Psychiatrische Poliklinik, vom 10. Februar 2010 (
Urk.
7/42) sowie
von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. April und 19. August 2011 (Urk.
7/39 und
Urk.
7/43-44) auf. Zusätzlich fand
en
eine psychiatrische und eine
allgemeinme
dizinische
Untersuchung im Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle
(RAD)
statt (
Urk.
7/45-46) und die Verwaltung führte eine Abklärung
vor
Ort
durch (Haushalt
abklärungsbericht vom 13. März 2012 [Urk. 7/47]). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/50
,
Urk.
7/56
) ver
n
einte sie den
Leis
tungsanspruch
der Versicherten – nun bei einem Invaliditätsgrad von 35.60
% - mit Verfügung vom 31. August 2012
abermals
(
Urk.
7/59 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 28. September 2012 Be
schwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 1
2.
November 2012 wurde der Beschwerdeführerin das Doppel der
Be
schwerdeantwort
zugestellt (
Urk.
8). Am 1. März 2013 legte sie einen Bericht der
A._
,
B._
,
vom 11. Februar 2013 auf (
Urk.
9-10), was der Beschwerdegegnerin mit Gerichtsverfügung vom 6. März 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11, vgl. auch
Urk.
13).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei Versicherten mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar: Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 8
Abs.
3 ATSG in Verbindung mit Art. 5
Abs.
1 IVG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebe
nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351 E. 3a).
Auch auf Stellungnahmen des RAD kann nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht ge
nügen (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 mit weiteren Hinweisen; siehe auch BGE 135 V 254 E. 3.3.2 mit weiteren Hinwei
sen).
1.7
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang
mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stel
lungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haushaltsab
klärung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschrän
kungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts 9C_
9
86/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die abermalige Verneinung des
Leistungsan
spruchs
damit, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit als Raumpflegerin mit einem Pensum von 70
%
nachg
i
n
ge
und im Übrigen im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre. Aus medizinischer Sicht sei sie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig. Mit ei
ner solchen Arbeit könne sie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Ab
zugs von 25
%
ein Invalideneinkommen von Fr. 19‘990.50 erzielen. Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 33‘680.15 und einer Einschränkung von 23
%
im Aufgabenbereich Haushalt resultiere ein rentenausschliessender
Gesamtinvali
ditätsgrad
von 35.60
%
. Da die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden als Reinigungskraft
im Vergleich zu den statistischen Werten
ein h
öheres Ein
kommen erzielt habe
, erübrige sich eine
Einkommensparallelisierung
. Psychoso
ziale Belastungsfaktoren seien zudem bei der Anspruchsprüfung unbeachtlich (
Urk.
2 und
Urk.
7)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, gestützt auf die medizinische Beurteilung von
Dr.
Z._
sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Zudem sei angesichts des von den RAD-Ärzten ermittelten Ressourcen- und Belastungsprofils davon auszuge
hen, dass für ihre Person keine realistische Einsatzmöglichkeit in der freien Wirtschaft mehr existiere.
Sofern eine Arbeitsfähigkeit angenommen werde, sei
bei der Bemessung des
Valideneinkommens
von einem Stundenlohn von
Fr. 25.-- auszugehen, womit im Erwerbsbereich eine Eins
chränkung von 51
% und ein Teilinvaliditätsgrad von 35.7
%
resultiere (
Urk.
1).
3.
3.1
3.1.1
Der rentenablehnenden Verfügung vom 29. September 2009 (
Urk.
7/24) lagen im Wesentlichen die folgenden medizinischen Berichte zugrunde:
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, speziell Herzkrankheiten, nannte am 11. März 2009 (
Urk.
7/9/6-7) folgende Diagnosen (S. 2):
Valvuläre
Herzkrankheit
leichtgradige
Mitralinsuffizienz
ohne
hämodynamische
Wirksamkeit
geringe Sinusarrhythmie
Keine koronare Herzkrankheit nachweisbar
kardiovaskulärer Risikofaktor
(
cvRF
): Übergewicht
(
BMI 28.8
)
Diabetes mellitus Typ IIB
Er führte aus, mangels therapiebedürftiger Befunde habe er der Beschwerdeführe
rin empfohlen, sich in hausärztliche Behandlung zu begeben (S. 2).
3.1.2
Dr.
med.
D._
, Praktischer Arzt, stellte am 13. März 2009 (
Urk.
7/9/2-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Depression
Diabetes mellitus
Adipositas
Degenerative Veränderung im Brustwirbelsäulen-Bereich
Leichtgradige
Mitralinsuffizienz
Geringe
Sinusarrythmie
Chronische Rückenschmerzen
Hämaturie
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
und
ging
davon aus, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit in den nächsten zwei Wochen auf 50 % steigern könne (S. 2 f.).
Am 9. Mai 2009 teilte
Dr.
D._
mit, die prognostizierte Steigerung der Arbeitsfähig
keit habe angesichts des vielseitigen Krankheitsbildes (schwer ein
stellbarer Diabetes, depressive Stimmungslage, Rückenschmerzen und Adiposi
tas) nicht realisiert werden können (
Urk.
7/
10).
3.1.3
PD
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
berichtete am 18. Juni 2009 über die durch ihn im Zeitraum von November 2008 bis Juni 2009 durchgeführten Untersuchungen. In der Seitenansicht habe sich eine er
hebliche, teils fixierte Hyperkyphose der Brustwirbelsäule gezeigt, welche durch eine Hyperlordose der Lendenwirbelsäule kompensiert werde. Der Haltungstest habe eine Haltungsinsuffizienz der paravertebralen Muskulatur ergeben. Auf der Röntgenaufnahme der Brustwirbelsäule seien
spondylophytäre
,
spangenartige Ausziehungen im Bereich der mittleren B
rustwirbelsäule ersichtlich. Das MRI
habe keine Hinweise auf eine spinale oder
foraminale
Kompression enthalten. Er empfahl wiederholt die Durchführung von Physiotherapie (
Urk.
7/12/6-7).
3.2
3.2.1
Im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 31. August 2012 (
Urk.
2) präsen
tierte sich der medizinische Sachverhalt wie folgt:
Die an der Psychiatrischen Poliklinik des
Y._
tätigen Ärzte nannten am 10. Februar 2010 (
Urk.
7/42) folgende Diagnosen (S. 1):
Mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Diabetes mellitus Typ II
unter
orale
r
An
tidiabetika (OAD)
Hypertensive
Herzerkrankung
Chronische Kopf- und Rückenschmerzen
Somatoforme
Überlagerung möglich
Analgetikainduzierte
Kopfschmerzen möglich
Die Ärzte führten aus, bei der Beschwerdeführerin, die ausserhalb ihrer Familie kaum integriert scheine und nur wenig Deutsch spreche, stehe
sowohl eine ängstliche als auch eine
depressive Symptomatik im Vordergrund. Es bestünden zudem körperliche Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen und Schwin
del. Der Beginn der Symptomatik gehe auf einen Konflikt am Arbeitsplatz mit nachfolgender Kündigung und die Neudiagnose eines Diabetes mellitus zurück. Krankheitsaufrechterhaltende Faktoren seien die Arbeitslosigkeit und der ge
ringe Bildungsgrad (S. 1).
3.2.2
Dr.
Z._
stellte am 11. April 2011 (
Urk.
7/39) folgende Diagnosen (S. 1):
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Spezifische isolierte Phobien (ICD-10 F40.2)
Merkmale einer Persönlichkeitsstörung Cluster-Gruppe C
Diabetes mellitus Typ IIB seit 2008 bei Heredität (zwei Schwestern und die Mutter)
Kardiologische
Mitralinsuffizienz
ohne
chemodynamische
Wirksamkeit
Hypertensive
Herzerkrankung
Chronische Kopf- und Rückenschmerzen
Zustand nach Appendektomie
Zustand nach Venenstripping
Störungen im Zusammenhang mit der Menopause und dem Klimakte
rium (ICD-10 F95.1)
Ihrem
Bericht kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin
bewusst
seinsklar
und allseits orientiert war.
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfä
higkeit sei
en
deutlich herabgesetzt und das formale Denken sei verlangsamt. Die Versicherte sei auf ihre Ängste und Verluste eingeengt, wobei auch Hinweise für hypochondrische Ängste ersichtlich seien. Inhaltliche Denkstörungen und Sin
nestäuschungen bestünden keine. Sie mache sich grosse Sorgen um ihre älteste Tochter, die eine sehr unglückliche Ehe erlebt habe. Der Tod ihrer Mutter vor zweieinhalb Jahren habe sie psychisch destabilisiert und es hätten sich bei ihr Todesängste entwickelt. Sie leide unter mehreren Phobien und Ängsten und sei in der Schweiz kaum integriert.
Sie habe – nach
dem ihr
ehemaliger
Arbeitgeber gesagt habe,
sie
sei
zu alt und zu oft krank
– eine
schwere Depression entwickelt
und in der Folge den Diabetes nicht mehr kontrollieren können
. Angesichts dessen und aufgrund ihrer ängstlichen und vermeidenden Persönlichkeit sei sie nicht in der Lage gewesen, sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum anzumelden und eine leidensangepasste Tätigkeit zu finden.
Dr.
Z._
stellte eine schlechte Prognose und attestierte eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
9/39 =
Urk.
9/43).
Vier Monate später nannte sie die gleichen Diagnosen und hielt eine stationäre Behandlung für indiziert (Bericht vom 19. August 2011 [
Urk.
7/44]).
3.2.3
Gestützt auf die Ergebnisse der
psychiatrischen Untersuchung vo
m 18. Oktober 2011 stellte der RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychoth
erapie, in seinem B
ericht vom 26. Oktober 2011 (Urk. 7/45) folgende
psychiatrischen
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7):
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Ängstlich vermeidende Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Er beschrieb die Beschwerdeführerin als zeitlich desorientiert. Es bestünden eine leichte Einschränkung der Aufmerksamkeit
-
und eine mittel- bis
schwergradige
Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit sowie eine mittelgradige Reduktion des Langzeitgedächtnisses. Er habe fragliche inhaltliche Denkstörungen und ei
n
en
leicht- bis mittelgradig reduzierte
n
Antrieb bei leiser Sprache mit spärlich spontaner Gestik beobachten können. Die Beschwerdeführerin habe Angst vor dem Verlassen der Wohnung und vor der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmit
teln, was sich auch in vegetativen Begleitsymptomen zeige. Sie verfüge über ein mittelgra
dig reduziertes
Selbstbewusstsein und ihre Stimmung sei mittelgradig gedrückt. Eine
somatoforme
Schmerzstörung habe er nicht beobachten können. Eine schwere depressive Störung liege nicht vor, da hierfür die
Kardinalsymp
tome
(massive Denkblockade und
massive psychomotorische Blockade
)
fehlen würden. Die von
Dr.
Z._
diagnostizierten spezifischen isolierten Phobien und Merkmale einer Persönlichkeitsstörung der Cluster-Gruppe C habe er nicht feststellen können. Der RAD-Arzt hielt die Psychopharmakotherapie für
opti
mierungsbedürftig
und die Therapiefrequenz mit Abständen von drei Wochen zu niedrig (S. 7 f.)
.
In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung führte der RAD-Arzt aus, un
ter Berücksichtigung der Aktenlage sei seit Beginn der ambulanten psychiatri
schen Behandlung bei
Dr.
Z._
am 2
2.
Juni 2010 mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit folgendem Ressourcen- und
Belastungs
profil
ausgewiesen: zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderun
gen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen, in einer wohlwollenden
und konfliktarmen Atmosphäre. Tätigkeiten, bei denen die Beschwerdeführerin öffentliche Verkehrsmitt
el benutzen müsse, seien nicht
zumutbar (S. 8).
3.2.4
Gleichentags fand eine allgemeinmedizinische
/internistische Untersuchung der Beschwerdeführerin
im RAD statt (Bericht vom 1. November 2011 [
Urk.
7/46]).
Dr.
med.
G._
, Praktischer Arzt FMH, stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5):
Chronische
Cephalgien
bei vor allem unzureichend eingestellter Hyperto
nie
Wirbelsäulenschmerzsyndrom mit/bei Hyperkyphose der
Brustwirbel
säule
,
im MRI
vom April 2009 keine Hinweise auf eine spinale oder
fo
raminale
Kompression. Teilfixierte Hyperlordose der Lendenwirbelsäule
Als ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
beurteilte er folgende Diagnosen
(S.
5):
Diabetes mellitus Typ II, unzureichend eingestellt
Mitralinsuffizienz
ohne
hämodynamische
Wirksamkeit
Status nach Venenstripping
Adipositas
Er attestierte in der bisherigen Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
Körper
lich l
eichte, wechselbelastende Arbeiten ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über fünf Kilogramm und ohne Verharren in Zwangshaltungen seien ihr zu 80
%
zumutbar (S. 5).
3.2.5
In seiner zusammenfassenden Stellungnahme vom 1. November 2011 gelangte
Dr.
G._
vom RAD zum Schluss, in der bisherigen wie auch in einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(Urk. 7/49 S. 4).
4.
4.1
Aus den zitierten Arztbericht
en
geht einhellig hervor, dass sich
der
– insbeson
dere psychische – Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, die in der
leis
tungsabweisenden
Verfügung vom 29. September 2009 weder in der Ausübung der bisherigen Tätigkeit noch im Haushaltsbereich als eingeschränkt
beurteilt
worden war (
Urk.
7/24)
,
i
m Somme
r 2010 erheblich verschlechtert hat
.
4.2
4.2.1
Der von
Dr.
F._
verfasste psychiatrisc
he Untersuchungsbericht vom 26.
Oktober 2011
beruht
auf einer
einlässlichen Untersuchung,
berücksichtigt nebst den
Vorakten
(darunter die Berichte von
Dr.
Z._
vom 11. April [Urk.
7/39] und 19. August 2011 [Urk. 7/44]) die geklagten Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein.
Die vom RAD-Arzt gezogene
Schlussfolgerung,
wonach
der Beschwerde
führerin die bisherige wie auch eine adaptierte Tätigkeit zu 50
%
zumutbar sei
en
,
erscheint
angesichts der noch nicht ausgeschöpften therapeutischen Möglichkeiten (
Urk.
7/45 S. 8), der ungünstigen psychosozialen Faktoren, die das Beschwerdebild prägen (Urk. 7/39 und
Urk.
7/44)
,
und der Tatsache, dass
einerseits die diagnostizierte
Persönlichkeitsstörung
in sogenannter ICD-10-Z-Kodierung
(hier: ängstlich vermeidende Persönlichkeitszüge)
rechtsprechungs
gemäss
keine invaliditätsrechtlich erhebliche Gesund
heitsbeeinträchtigung dar
stellt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_605/2012 vom 23. Januar 2013 E. 3.3) und andererseits
selbst eine mittelgradige depressive Episode keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare Depression darstellt und grund
sätzlich als therapeutisch
angehbar
gilt
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E. 3.5 mit weiterem Hinweis) als
überzeugend
. Die Beurtei
lung durch
Dr.
F._
entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (
vgl.
E
. 1.6
)
.
Die Berichte der behandelnden Ärzte stellen die Beweiskraft des Berichts
von
Dr.
F._
nicht in Frage. Dass der RAD-Arzt die von den Ärzten der Psy
chiatrischen Poliklinik des
Y._
und von
Dr.
Z._
ge
stellte Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode (mit so
matischem Syndrom [
Urk.
7/39 S. 1, 7/42 und 7/44 S. 1]) verneinte, leuchtet nicht nur angesichts der im Rahmen der Begutachtung erhobenen Befunde res
pektive der für die betreffende Diagnose nicht feststellbaren Leitsymptome (
Urk.
7/45 S. 8), sondern auch aufgrund der
weiteren Umstände
ohne Weiteres ein
,
steht doch diese Diagnose in einem gewissen Widerspruch
mit
dem Verhal
ten beziehungsweise mit dem
von der Beschwerdeführerin geschilderten Tages
ablauf
(vgl.
Urk.
7/45 S. 2)
. Entsprechendes gilt für die weiteren Diagnosen spe
zifischer isolierter Phobien und einer Persönlichkeitsstörung der Cluster-Gruppe C. In Übereinstimmung damit wurden anlässlich der stationären Behandlungen vom 1
2.
Juni bis 6. Juli 2012 und vom 20. Septem
ber 2012 bis 9. Januar 2013
von den Ärzten der
A._
keine entsprechenden Be
funde erhoben (
Urk.
10). Inwiefern die Angst vor Gewittern, die Klaustrophobie
und die Flugangst die Arbeitsfähigkeit – insbesondere in einer
leidensange
passten
Tätigkeit – limitieren soll
en
, ist zudem nicht ersich
tlich.
Auch der Bericht der Ärzte der
A._
vom 11. Februar 2013 über die stationären Aufenthalte der Beschwerdeführerin vom 1
2.
Juni bis 6. Juli 2012 und vom 20. September 2012 bis 9. Januar 2013 (
Urk.
10) gibt zu keiner anderen Beurteilung Anlass. Daraus geht
nebst dem zunehmend aktiv organisierten Tagesablauf und dem auf die Gestaltung der Zukunft liegenden Behandlungsschwerpunkt
eine Verbesserung der depressiven und ängstlichen Symptomatik hervor
(
Urk.
10 S. 4)
,
so dass kaum von
eine
r
schwere
n
depressi
ve
n
Erkrankung
die Rede sein kann
. Dafür spricht auch der durch die Be
schwerdeführerin aus privaten Gründen gewünschte Unterbruch der stationären Behandlung während zweieinhalb Monaten.
Eine zusätzliche, über die vom RAD-Arzt attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
hinausgehende
Einschränkung ist deshalb nicht anzunehmen.
Hinsichtlich der divergierenden medizinischen
Beurteilungen
ist überdies anzu
merken, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene me
dizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1 mit Hinweis). Daher und unter Beach
tung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh
men, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelan
gen. Anders verhält es sich nur, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststell
bare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der (psychiatrischen) Be
gutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts 8C_79/2008 vom 19. August 2008 E. 4.1 mit Hinweis und 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 mit weite
ren Hinweisen). Solche Gesichtspunkte
sind indes den medizinischen Unterlagen nicht zu entnehmen und werden auch von der Beschwerdeführerin nicht vorge
bracht
.
4.2.2
Offen bleiben kann, ob sich der physische Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit Erlass der
erstmaligen
leistungsabweisenden Verfüg
ung erheblich verschlimmert hat. D
enn insgesamt resultiert keine höhere als die gestützt auf die psychischen Beschwerden
bereits
attestierte Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk.
7/46 S. 5 und
Urk.
7/49 S. 4).
4.2.3
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern die Einholung eines weiteren Berichtes von
Dr.
Z._
(vgl.
Urk.
1 S. 5) neue, für die Beurteilung des vorlie
genden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf zu ver
zichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 162 E. 1d).
4.3
Bei der Beurteilung der bestehenden Einschränkung im – unbestritten gebliebe
n
en
und nach Lage der Akten zu Recht mit 30
%
bewerteten (
Urk.
1, 7/5
Ziff.
2.9
und 7/47
Ziff.
2.2 + 2.6
) – Aufgabenbereich stellte die
Beschwerdegeg
nerin
auf den Haushaltsabklärungsb
ericht vom 1
3.
März 2012 (
Urk.
7
/47) ab. Dies ist nicht zu beanstanden. Denn es ist kein Widerspruch zwischen den Er
gebnissen der Abklärung vor Ort und den fachärztlichen Beurteilungen zu er
kennen, zumal die Fähigkeiten der Beschwerdeführerin, sich im Haushalt zu betätigen, hauptsächlich aus physischer Sicht eingeschränkt sind und sie Ein
käufe in der Nähe ihres Wohnortes selbständig erledigen kann (
Urk.
7/39 S. 2). In diesem Zusammenhang ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass nicht die me
dizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend ist, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt. Diese erstreckt sich im Haushalt auch auf d
ie
zumutbare Mithilfe von Familien
angehörigen, welche im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksich
tigen ist und weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (Urteil des Bundesgerichts 9C_39/2010 vom 2
5.
März 2010 E. 4.3.2 mit weiteren Hinweisen).
Der Abklärungsbericht
vom
1
3.
März 2012 (
Urk.
7/47) genügt den dargestellten Erfordernissen bezüglich Plausibilität, Begründe
theit und Detailliertheit (vgl.
E. 1.7
hievor
). In Übereinstimmung mit der Verwaltungspraxis wurden da
rin die Haushaltstätigkeiten in sieben Aufgabenbereiche eingeteilt und an
schliessend deren prozentuale Gewichtung im Vergleich zu sämtlich
en
anfallen
den Tätigkeiten bewertet (vergleiche Randziffer 3086 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung). In der Folge klärte die Abklärungsperson für jeden der sieben Aufgabenbereich
e
die konkrete Ein
schränkung ab und ermittelte auf diese Weise die Beeinträchtigung in der Haushaltsführung. Die Angaben der Beschwerdeführerin wurden dabei erwähnt und berücksichtigt. In Anbetracht der konkreten Gegebenheiten sind weder die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche noch die dazu festgehaltenen Be
einträchtigungen zu beanstanden. Die Einschränkung im Bereich Haushalt be
trägt damit 23
%
, entsprechend einem gewichteten Invaliditätsgrad von 6.9
%
(23 x 30
%
).
5.
5.1
Von der Beschwerdeführerin wird vorgebracht, angesichts des von den RAD-Ärzten ermittelten Ressourcen- und Belastungsprofils existiere keine ihr zumut
bare Tätigkeit auf dem freien Markt (
Urk.
1 S. 4 f.).
Zu prüfen bleibt, ob die Be
schwerdeführerin in Anbetracht des geschilderten Stellenprofils auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt eine Arbeit finden
kann
.
5.2
Bei der Beurteilung der Frage, o
b eine invalide Person im Einzelfall die Möglich
keit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit auf dem als ausgeglichen unterstellten
Arbeitsmarkt zu verwerten, geht es nicht um reale, geschweige denn offene Stel
len, sondern um (gesundheitlich z
umutbare) Beschäftigungsmöglich
keiten, welche
der Arbeitsmarkt von seiner Struktur, jedoch abstrahiert von den konjunkturel
len Verhältnissen, umfasst (
Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
I 824/02
vom 16. Juni 2004 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Denn
der Be
griff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Be
griff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Er
werbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur
so weit
zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleis
tet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine inva
lide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirt
schaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bun
desgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5.
Mai 2004, I 285/99
vom
1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000).
Zu berücksichtigen ist zudem, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte
Nischenar
beitsplätze
umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten d
es Arbeitgebers rechnen kön
nen
. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit
nurmehr
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint
(Urteil des Bundesgerichts 8C_728/2012 vom
8.
Mai 2013 E. 4.3.3).
5.3
Zwar sind die ausgewiesenen Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht unerheblich, doch
kann nicht gesagt werden, dass
obgenannte
Voraussetzung
erfüllt
ist
. In Industrie und Gewerbe gibt es einfache Hilfsarbeiten,
die dem durch die RAD-Ärzte
festgelegten Tätigkeitsprofil entsprechen; z
u denken ist etwa an Kontroll- oder Überwachungsfunktionen. Unter Berücksichtigung ihres zentral gelegenen Wohnortes und der Tatsache, dass die Versicherte aufgrund ihrer – grundsätzlich invaliditätsfremden – begrenzten Sprachkenntnisse und Lesefähigkeiten öffentliche Verkehrsmittel nicht benutzt (
Urk.
7/45 S. 3),
ist da
von auszugehen, dass eine geeignete Stelle in der Umgebung angeboten wird.
6.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin gesundheitli
che Beeinträchtigungen hinnehmen musste und im massgeblichen Beurteilungszeitraum eine Minderung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, die sie – trotz ihrer Einschränkungen – auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wirt
schaftlich nutzen kann. Zu prüfen bleibt, ob diese zu einem
rentenbegründen
den
Invaliditätsgrad führ
e
n
.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin bringt vor, bei der Bemessung des
Valideneinkommens
sei von einem Stundenlohn von
Fr.
25.-- auszugehen (
Urk.
1 S. 5).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
Bei
der Ermittlung des
Invaliditätsgrad
s
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be
handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
einkommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versi
cherte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns (vgl. BGE 129
V 222 mit Hinweis) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
-
lichkeit
als Gesunde tatsächlich verdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdie
nen könnte. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie mög
lich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungs
gemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Einkommen aus
zugehen, das vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde (SVR 2008 IV Nr. 35 S. 118 E. 3.2.2).
7.2
Der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Stundenlohn in Höhe von Fr. 25.-- entspricht nicht dem tatsächlichen, zuletzt erzielten Verdienst. Aus dem Abklärungsbericht
vom 1
3.
März 2012
geht diesbezüglich hervor, dass der Versicherten noch vor Eintritt der Gesundheitsschädigung der Lohn gekürzt wurde und sie im Anschluss daran weiterhin für den gleichen Arbeitgeber – nun mit einem tieferen Verdienst – tätig war (
Urk.
7/47 S. 3). Folglich ist gestützt auf den Arbeitgeberbericht vom 1
8.
Februar 2009 (
Urk.
7/5) von einem Stun
denlohn von Fr. 18.-- auszugehen.
7.3
Nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Vali
deneinkommens
die
gemäss IK-Auszug (
Urk.
7/4)
in den Jahren 2005 bis 2007 von der Beschwerdeführerin als Reinigungskraft erzielten Einkommen herange
zogen hat
(
Urk.
7/48)
. Angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Arbeitskräfte von 2‘499 Punkten im Jahr 2008 auf 2‘604 Punkte im J
ahr 2011 (Die Volkswirtschaft 1/2
-201
4, S. 95
, Tabelle B 10.3 sowie der vom Bundesamt für Statistik herausge
gebene Schweizerische Lohnindex
[
www.bfs.admin.ch
]
) ergibt sich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
33‘652.-- ([
Fr.
32‘944.-- x 2‘499 / 2‘386] + [Fr. 32‘373.-- x 2‘499 / 2‘417] + [
Fr.
28‘377.-- x 2‘499 / 2‘453] / 3 = Fr. 32‘295
.--
x 2‘604 / 2‘499; vgl.
Urk.
7/4).
7.4
Nicht zu bemängeln ist ausserdem, dass die Beschwerdegegnerin für die Bestim
mung des Invalideneinkommens vom nicht nach Branchen differenzierten stan
dar
disierten monatlichen Bruttolohn (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für
weibliche
Arbeitskräfte an Ar
beitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kategorie 4) von Fr. 4‘225.-- ausging (Tabelle TA1 der LSE 2010, S. 26). Aufgerechnet auf die
durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche im Jahr 201
1
(Die Vo
lkswirtschaft 1
/2
-201
4
, S.
94
, Tabelle B 9.2) und angepasst an die
Entwicklung der Nominallöhne der weibliche
n
Arbeitskräfte von 2‘579 Punkten im Jahr 2010 auf 2‘604 Punkte im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft
1
/2
-201
4
, S.
95
, Tabelle B 10.3) ergibt dies im für den Einkommensvergleich mass
gebenden Jahr 2011 ein Bruttoeinkommen von Fr. 53‘367.-- für ein Pensum von 100 % und Fr. 26‘684.-- für ein solches von 50 %.
7.5
7.5.1
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbe
messung
nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ein
kommensniveau
begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist.
D
eutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4
ist
der tatsächlich erzielte Verdienst
, wenn er
mindestens 5
%
vom branchenüblichen
LSE-
Tabellenlohn ab
w
eicht (
vgl.
BGE 135 V 297
E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn er
zielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzuneh
men ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder
zumutbarerweise
ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirt
schaftlichen Gründen unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
auf ein durchschnittliches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüber
zustellen, das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöp
fung des wirtschaftlichen Potenzials
zumutbarerweise
hätte erzielt werden kön
nen, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58
E. 3.4.3 in
fine
).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die versi
cherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufs
ausbildung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Va
lideneinkommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem bran
chenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren
praxis
gemäss
nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen
(vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2)
.
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese - bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich er
zieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen - ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung
pra
xisgemäss
nur die Ausgleichung einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten -
Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (
vgl.
BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
7.5.2
Da die Beschwerdeführerin aus invaliditätsfremden Gründen ein unterdurch
schnittliches Einkommen erzielte (vgl.
Urk.
7/47 S. 3), ist das
Invalideneinkom
men
bei einer Abweichung von 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn zu
kürzen.
H
ier
zu ergibt sich Folgendes:
Zur Berechnung des Minderverdienstes rechtfertigt es sich vorliegend
,
einen statistischen Tabellenlohn heranzuziehen, wobei nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin auf die Tabelle TA7 abgestellt hat (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_704/2009 vom 2
7.
Januar 2010 E. 4.2.1.1 mit weiteren Hinwei
sen). Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn
gemäss
Tabelle TA7
verdienten Frauen im Jahr 2008 im Tätigkeitsb
e
reich
„Reinigung und öffentliche Hygiene“ bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden
an Ar
beitsplätzen des nied
rigsten Anforderungsniv
eaus (Kategorie 4) im Monat Fr. 3‘813
.--. Umgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von 41.6
Stunden
im Jahr 2008
(
Die Vo
lkswirtschaft 1/2-2014
, S.
94
, Tabelle B 9.2
) resultiert bei einem 70%igen-Pensum ein
jährlicher
Verdienst von
Fr.
33‘310
.--. Im Vergleich zum tatsächlich erzielten Einkommen von
Fr.
32‘295.-- resultiert so
mit eine Differenz von
Fr.
1‘015.--, was 3.05
%
des branchenüblichen Tabellenlohns entspricht.
Da die prozentuale Abweichung den
Erheblichkeitsgrenzwert
von 5
%
nicht über
steigt, hat keine
Parallelisierung
zu erfolgen.
Offen bleiben kann, ob und in welcher Höhe ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist. Denn selbst wenn zu Gunsten de
r Beschwerdeführerin ein –
grosszügig – bemessener Abzug von 25
%
vorgenommen wird, resultiert bei einem solchermassen festgelegten I
nvalideneinkommen von Fr. 20‘013
.-- im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
33‘652.-- eine Erwerbseinbusse von
Fr.
1
3‘639
.--, was einer Einbuss
e im erwerblichen Bereich von 40.53
%
respek
tive e
inem Teilinvaliditätsgrad von 28.37
%
entspricht und bei einem
Teilinva
liditätsgrad
von 6.90
%
im Bereich Haushalt ein
en
nicht rentenbegründende
n
, gerundete
n
Gesamtinvaliditätsgrad von
35
%
(zur Rundung: BGE 130 V 121
E. 3.2) ergibt.
8.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu bean
standen. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
9.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
8
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).