Decision ID: 46a41d4e-9960-4cce-857a-24e2b71e5a15
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Mit Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) vom 23. Ja-
nuar 2008 ersuchten die slowakischen Behörden um Festnahme zwecks
Auslieferung des serbischen Staatsangehörigen A. wegen Betäubungsmit-
telverbrechen (act. 4.1).
B. Am 20. November 2017 wurde A. in Z. festgenommen (act. 4.2). Kurz darauf
ordnete das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) die provisorische Aus-
lieferungshaft von A. an (act. 4.3). Im Rahmen seiner Einvernahme vom
21. November 2017 willigte A. zunächst in eine vereinfachte Auslieferung ein
(act. 4.4). Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom glei-
chen Tag widersetzte er sich indessen einer Auslieferung (act. 4.4).
C. Am 27. November 2017 erliess das BJ den Auslieferungshaftbefehl gegen
A. (act. 4.5). Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts wies die da-
gegen erhobene Beschwerde von A. mit Entscheid RH.2017.20 vom 19. De-
zember 2017 ab (act. 4.10).
D. Mit Schreiben vom 28. November 2017 ersuchte das slowakische Justizmi-
nisterium die Schweiz formell um Auslieferung von A. im Hinblick auf die ihm
im Europäischen Haftbefehl des Bezirksgerichts Trnava vom 18. Juli 2007
zur Last gelegten Straftaten (act. 4.6).
E. Anlässlich seiner Befragung vom 11. Dezember 2017 widersetzte sich A. er-
neut einer Auslieferung an die Slowakei (act. 4.7).
F. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2017 liess er durch Rechtsanwalt Manfred
Küng seine schriftliche Stellungahme zum slowakischen Auslieferungsersu-
chen einreichen (act. 4.8). Gleichzeitig liess er seine Haftentlassung bean-
tragen.
G. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2017 ernannte das BJ Rechtsanwalt Man-
fred Küng zum unentgeltlichen Rechtsbeistand von A. (act. 4.9).
- 3 -
H. Mit Auslieferungsentscheid vom 21. Dezember 2017 bewilligte das BJ die
Auslieferung von A. an die Slowakei für die dem Auslieferungsersuchen des
slowakischen Justizministeriums vom 28. November 2017 zugrunde liegen-
den Straftaten (act. 4.11).
I. Dagegen lässt A. mit Eingabe vom 22. Januar 2018 Beschwerde an die Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts erheben und die Aufhebung des
Auslieferungsentscheids beantragen (act. 1)
Mit Schreiben vom 30. Januar 2018 reichte das BJ seine Beschwerdeantwort
ein, mit welcher es die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge bean-
tragt (act. 4). Mit Schreiben vom 6. Februar 2018 reichte der Beschwerde-
führer seine Replik ein (act. 6), welche dem BJ mit Schreiben vom Folgetag
zur Kenntnis zugestellt wurde (act. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und der Slowakei sind
primär das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezem-
ber 1957 (EAUe; SR 0.353.1) sowie die beiden hierzu ergangenen Zusatz-
protokolle vom 15. Oktober 1975 (1. ZP; SR 0.353.11) und vom
17. März 1978 (2. ZP; SR 0.353.12), welchen beide Staaten beigetreten
sind, massgebend. Ausserdem gelangen die Bestimmungen der Art. 59 ff.
des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkom-
mens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungs-
übereinkommen, SDÜ; Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 – 62)
i.V.m. dem Beschluss des Rates über die Einrichtung, den Betrieb und die
Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Generation, na-
mentlich Kapitel V, Art. 26–31 (Abl. L 205 vom 7. August 2007, S. 63) zur
Anwendung.
1.2 Soweit diese internationalen Auslieferungsinstrumente nichts anderes be-
stimmen, findet ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwen-
dung (vgl. Art. 22 EAUe), namentlich das Bundesgesetz vom 20. März 1981
- 4 -
über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die Ver-
ordnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsa-
chen (IRSV; SR 351.11). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Güns-
tigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere Anforde-
rungen an die Auslieferung stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 137
IV 33 E. 2.2.2, jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Men-
schenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c).
2.
2.1 Gegen Auslieferungsentscheide des Bundesamtes für Justiz kann innert
30 Tagen seit der Eröffnung des Entscheides bei der Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 55 Abs. 3 IRSG
i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes
vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes
[StBOG; SR 173.71]).
2.2 Die mit Eingabe vom 22. Januar 2018 erhobene Beschwerde gegen den
Auslieferungsentscheid vom 21. Dezember 2017 wurde vom Verfolgten frist-
gerecht eingereicht, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.
3.
3.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, die Beschwerdeantwort sei
nicht von der zuständigen Vizedirektorin unterzeichnet worden, weshalb jene
als nicht rechtzeitig eingereicht gelte und aus dem Recht zu weisen sei
(act. 6 S. 1). Bei den Verfahrensakten finde sich keine Vollmacht zur Vertre-
tung, weshalb die Unterzeichnung in Vertretung nicht zulässig sei. Die Hand-
lungsvollmacht „i.V.“ sei eine Rechtsfigur des Handelsrechts und finde auf
öffentlich-rechtliche Verhältnisse keine Anwendung (act. 6 S. 2).
3.2 Die Rüge ist haltlos. Das Recht zur Unterzeichnung in Vertretung ergibt sich
aus dem öffentlichen Verwaltungsrecht. Die Departemente erlassen Ge-
schäftsordnungen, in welchen sie namentlich die Delegation von Unterschrif-
ten regeln können (Art. 37 und 43 Abs. 4 des Regierungs- und Verwaltungs-
organisationsgesetz vom 21. März 1997 [RVOG; SR 172.010] i.V.m. Art. 29
Abs. 1 lit. c der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom
25. November 1998 [RVOV; SR 172.010.1]). Die Amtsdirektoren und Amts-
direktorinnen legen dabei die Detailorganisation ihrer Ämter fest (Art. 43
Abs. 5 RVOG). Dass vorliegend die in Vertretung erfolgte Unterzeichnung
der Beschwerdeantwort nach öffentlichem Recht nicht zulässig gewesen
- 5 -
wäre, bringt der Beschwerdeführer gerade nicht vor und ist auch nicht er-
sichtlich. Sein Antrag ist abzuweisen.
4.
4.1 In der Sache kritisiert der Beschwerdeführer zunächst die Sachverhaltsdar-
stellung im Auslieferungsersuchen. Der Tatbeitrag des Beschwerdeführers
werde nicht dargestellt. Das Auslieferungsersuchen sei daher formungenü-
gend (act. 1 S. 4).
In einem nächsten Punkt bringt der Beschwerdeführer vor, er sei der Sach-
darstellung im Auslieferungsersuchen zufolge bei den Tathandlungen (Über-
gabe der Betäubungsmittel und deren Transport) nicht zugegen und damit
zur Zeit der Tat nicht am Tatort gewesen (act. 1 S. 4). Er macht damit gel-
tend, über einen Alibibeweis zu verfügen.
4.2 Unter dem Gesichtspunkt des hier massgebenden Art. 12 EAUe reicht es
grundsätzlich aus, wenn die Angaben im Auslieferungsersuchen sowie in
dessen Ergänzungen und Beilagen es den schweizerischen Behörden er-
möglichen zu prüfen, ob ausreichende Anhaltspunkte für eine auslieferungs-
fähige Straftat vorliegen, ob Verweigerungsgründe gegeben sind bzw. in wel-
chem Umfang dem Begehren allenfalls entsprochen werden kann. Der
Rechtshilferichter muss namentlich prüfen können, ob die Voraussetzung
der beidseitigen Strafbarkeit erfüllt ist. Der Rechtshilferichter hat weder Tat-
noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdi-
gung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachverhaltsdarstellung im
Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken
oder Widersprüche sofort entkräftet wird (vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2; 132 II
81 E. 2.1; 125 II 250 E. 5b, je m.w.H.).
Das EAUe sieht (im Gegensatz zu Art. 53 IRSG) den Alibibeweis der verfolg-
ten Person als Auslieferungshindernis nicht ausdrücklich vor. Trotz der in
Art. 1 EAUe verankerten grundsätzlichen Auslieferungspflicht ist der Mög-
lichkeit eines Alibibeweises jedoch nach der Praxis des Bundesgerichtes
auch im Rahmen eines gemäss EAUe durchzuführenden Auslieferungsver-
fahrens angemessen Rechnung zu tragen. Es würde den allgemeinen Prin-
zipien des Auslieferungsrechtes und auch dem Verhältnismässigkeitsgebot
widersprechen, einen offensichtlich Unschuldigen auszuliefern. Den Alibibe-
weis kann die verfolgte Person allerdings nur mit dem Nachweis führen, dass
er zur fraglichen Zeit überhaupt nicht am Tatort war. Dieser Nachweis ist
unverzüglich und ohne Weiterungen zu erbringen, damit der Verfolgte sich
- 6 -
zu entlasten und die Auslieferung zu verhindern vermag (BGE 123 II 279
E. 2b; 113 Ib 276 E. 3b, mit weiteren Hinweisen).
4.3 Dem Europäischen Haftbefehl des Bezirksgerichts Trnava vom 18. Juli 2007
liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt zugrunde:
Der Beschwerdeführer soll in der Slowakei im März 2005 als Mitglied einer
kriminellen Vereinigung geplant haben, Heroin von der Slowakei in die tsche-
chische Republik zu transportieren, um es dort einer Person zu übergeben,
welche das Heroin vorher telefonisch beim Mittäter B. bestellt haben soll. Der
Beschwerdeführer soll sich das Heroin zusammen mit seinen zwei Mittätern
B. und C. zuvor besorgt haben. Am 14. März 2005 soll der Mittäter C. das
Heroin in Bratislava D. übergeben haben, welcher die Drogen mit einem
PKW nach Prag transportiert haben soll. Gleichentags sei der Fahrer indes-
sen von der tschechischen Polizei kontrolliert worden. Dabei seien im Fahr-
zeug ca. 493 Gramm Heroin gefunden worden.
4.4 Wie aus den vorstehenden Schilderungen hervorgeht, wird entgegen des
Einwands des Beschwerdeführers der dem Beschwerdeführer vorgeworfene
Tatbeitrag im Auslieferungsersuchen ausreichend dargestellt. Danach soll er
als Mitglied einer kriminellen Bande die konkrete Beschaffung, den Transport
und die Übergabe von Betäubungsmittel geplant haben. Dieser Sachdarstel-
lung sind keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprüche zu ent-
nehmen, welche den Sachverhaltsvorwurf im Auslieferungsersuchen sofort
entkräften würden. Solche Mängel zeigt der Beschwerdeführer auch nicht
auf. Der Beschwerdeführer macht auch kein Alibi für die ihn betreffenden
Tatvorwürfe (s.o.) geltend. Was er vorbringt, stellt bereits aus diesem Grund
keinen Alibibeweis im Sinne von Art. 53 Abs. 1 IRSG dar. Die vorstehenden
Rügen des Beschwerdeführers gehen nach dem Gesagten allesamt fehl.
5.
5.1 In einem letzten Punkt macht der Beschwerdeführer geltend, zwei Kollegen
seien in Salzsäure aufgefunden worden. Es sei deshalb zu berücksichtigen,
dass ihm das gleiche Schicksal drohen könnte, wenn er ausgeliefert würde
(act. 1 S. 6). Das Anti-Folter-Komitee des Europarats habe wiederholt das
Verhalten der slowakischen Polizeibeamten bei Festnahmen und den Um-
gang mit Verhafteten auf Revieren kritisiert. Aufgrunddessen hätte das BJ
Abklärungen zur persönlichen Sicherheit des Beschwerdeführers vorneh-
men müssen, was unterlassen worden sei. Er sei im Falle einer Auslieferung
an Leib und Leben bedroht. Da seine persönliche Sicherheit nicht gewähr-
leistet sei, sei seine Auslieferung zu verweigern (act. 1 S. 7).
- 7 -
Replicando führt er aus, dass sich die slowakische Regierung entgegen der
Darstellung des Beschwerdegegners nicht völkerrechtskonform verhalte. So
habe sich diese gegenüber der EU-Kommission mit dem völkerrechtswidri-
gen Vorgehen gegenüber der Schweiz im Zusammenhang mit der Finanz-
marktrichtlinie einverstanden erklärt. Weiter habe die slowakische Regierung
mit ihrer Zustimmung zum Vorgehen der EU-Kommission das GATS verletzt.
Es könne daher keine Rede davon sein, dass sich die Slowakei völkerrechts-
konform verhalte (act. 6 S. 2). Es gehe nicht an, dass das BJ dem Bundesrat
oder dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten
nicht die Gelegenheit dazu gebe, sich zu möglichen Retorsionsmassnahmen
gegenüber der Slowakei im Bereich der Auslieferung zu äussern. Solange
jene Behörden sich dazu nicht geäussert hätten, sei mit einem Ausliefe-
rungsentscheid zuzuwarten (act. 6 S. 2 f.).
5.2 Die Schweiz prüft die Auslieferungsvoraussetzungen des EAUe auch im
Lichte ihrer grundrechtlichen völkerrechtlichen Verpflichtungen. Nach Völ-
kerrecht sind Folter und jede andere Art grausamer, unmenschlicher oder
erniedrigender Behandlung oder Bestrafung verboten (Art. 3 EMRK, Art. 10
Abs. 3 BV, Art. 7 und Art. 10 Ziff. 1 UNO-Pakt II). Es handelt sich um massive
Verstösse gegen die Menschenwürde, die den Betroffenen seelisch und
meist auch körperlich schwer treffen. Niemand darf in einen Staat ausgelie-
fert werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art grausamer und un-
menschlicher Behandlung oder Bestrafung droht (vgl. Art. 25 Abs. 3 BV;
BGE 133 IV 76 E. 4.1; 123 II 161 E. 6a, je m.w.H.).
Der im ausländischen Strafverfahren Beschuldigte muss glaubhaft machen,
dass er objektiv und ernsthaft eine schwerwiegende Verletzung der Men-
schenrechte im ersuchenden Staat zu befürchten hat (BGE 130 II 217 E. 8).
Abstrakte Behauptungen genügen nicht. Der Beschwerdeführer muss seine
Vorbringen im Einzelnen präzisieren (Urteil des Bundesgerichts
1A.210/1999 vom 12. Dezember 1999 E. 8b).
5.3 Weshalb wo wann durch wen seine zwei namentlich nicht genannten Kolle-
gen in Salzsäure aufgelöst worden seien, führt der Beschwerdeführer nicht
aus. Er reicht auch nichts ein, was seine Darstellung in irgendeiner Weise
stützen würde. Weshalb ihm im Falle einer Auslieferung dasselbe Schicksal
drohen könnte, legt der Beschwerdeführer mit keinem Wort dar. Seine Be-
fürchtung, im Falle einer Auslieferung an Leib und Leben bedroht zu sein,
lässt sich mit anderen Worten nicht nachvollziehen. Nach dem völkerrechtli-
chen Vertrauensprinzip wird sodann vermutet, dass ein Staat wie die Slowa-
kei – der die EMRK ratifiziert hat, ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union
- 8 -
und mit der Schweiz Signatarstaat des EAUe ist – seine völkerrechtlichen
Verpflichtungen wahrnimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_260/2013
vom 19. März 2013 E. 1.4; 1C_257/2010 vom 1. Juni 2010 E. 2.4; Entscheid
des Bundesstrafgerichts RR.2013.209 vom 14. März 2014 E. 2.1.1). Was der
Beschwerdeführer dagegen einwendet, ist nicht im Ansatz geeignet, diesbe-
zügliche Zweifel zu begründen. Der Beschwerdegegner weist weiter darauf-
hin, dass ihm aus früheren Auslieferungsfällen keine entsprechenden Bean-
standungen bekannt seien (act. 4 S. 3), und es besteht kein Grund, an dieser
amtlichen Feststellung zu zweifeln. Irgendwelche Anhaltspunkte, dass im
Falle der Auslieferung des Beschwerdeführers an die Slowakei ein ernsthaf-
tes und objektives Risiko einer schweren Verletzung der Menschenrechte im
Sinne von Art. 3 EMRK bestehe, ergeben sich weder aus der Darstellung
des Beschwerdeführers noch aus den übrigen Akten (s. auch Bericht des
Europäischen Komitees zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder
erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT) vom 25. November 2014
[CPT/Inf (2014) 29], S. 35 ff., in welchem keine gravierenden Menschen-
rechtsverletzungen festgestellt wurden; ebenso Bericht von Amnesty Inter-
national 2016/17, S. 429, wonach die festgestellten Menschenrechtsverlet-
zungen die Minderheit der Roma betrafen und nicht als allgemein verbreitet
beurteilt wurden). Soweit der Beschwerdeführer sich durch Dritte bedroht
fühlen sollte, ist davon auszugehen, dass die Slowakei ihrer besonderen Für-
sorgepflicht in den Haftanstalten Rechnung tragen wird. Sind die staatsver-
traglichen Auslieferungsvoraussetzungen erfüllt, ist die Schweiz staatsver-
traglich zur Auslieferung verpflichtet. Nach dem Gesagten erweist sich auch
diese Rüge des Beschwerdeführers als unbegründet.
6. Andere Auslieferungshindernisse werden weder geltend gemacht noch sind
solche ersichtlich. Die Auslieferung des Beschwerdeführers an die Slowakei
ist daher zulässig und die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
7.
7.1 Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm die unentgeltliche Prozessfüh-
rung und Rechtsvertretung zu gewähren (RP.2018.4).
7.2 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderlichen
Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39
Abs. 2 lit. b StBOG) und bestellt dieser einen Anwalt, wenn dies zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b
- 9 -
StBOG). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Prozessbe-
gehren als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich
geringer erscheinen als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein Begehren
nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren un-
gefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese
(BGE 142 III 138 E. 5.1 S. 139 f.; 139 III 475 E. 2.2 S. 476).
7.3 Anhand des oben Ausgeführten (E. 3 ff.) erweist sich die Beschwerde offen-
sichtlich als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG. Demzu-
folge ist das Gesuch des Beschwerdeführers bereits aus diesem Grund ab-
zuweisen. Der womöglich schwierigen wirtschaftlichen Situation, kann aber
mit einer reduzierten Gerichtsgebühr Rechnung getragen werden.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf
Fr. 2‘000.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie
Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
- 10 -