Decision ID: e0521a14-be03-5f35-bb60-d51ee5e1056a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- A.u.B. X.-Y. leben im eigenen Haus in M. A.X. ist Rentner. Daneben ist er – wie auch
die Ehefrau – bei der X. + Co. AG, S., unselbständig erwerbstätig. Zudem ist er zu 2/3
Miteigentümer des Mehrfamilienhauses R.-Strasse 00 und Alleineigentümer der
Mehrfamilienhäuser R.-Strasse 01 und S.-Strasse 0 in S. Die Liegenschaft an der S.-
Strasse dient unter anderem der X. + Co. AG, welche die Grundstücke im
Auftragsverhältnis verwaltet, als Firmensitz.
B.- Für 2006 deklarierten A.u.B. X.-Y. ein steuerbares Einkommen von Fr. 164'945.--.
Bei den Liegenschaften standen den Einkünften aus Mietzinsen samt Nebenkosten und
dem Eigenmietwert des selbst genutzten Grundstücks von zusammen Fr. 367'515.--
Schuldzinsen von Fr. 28'065.-- und Unterhalts- und Verwaltungskosten von
Fr. 202'630.--, darin enthalten Verwaltungskosten von Fr. 36'000.--, gegenüber. Bei
den übrigen Abzügen machten die Steuerpflichtigen sodann Kosten für Steuerberatung
von Fr. 14'799.-- geltend. Die Veranlagungsbehörde liess diese Kosten nicht zum
Abzug zu und legte am 31. März 2009 das steuerbare Einkommen für die direkte
Bundessteuer 2006 auf Fr. 173'500.-- fest. Die gegen diese Veranlagung erhobene
Einsprache wies das kantonale Steueramt am 2. September 2009 ab.
C.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben A.u.B. X.-Y. durch ihren Vertreter mit
Eingabe vom 28. September 2009 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission
mit dem Antrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien die Aufwendungen für
Beratung in Angelegenheiten Steuern/AHV/selbständiger Erwerb als steuermindernde
Abzüge zu betrachten. Eventualiter seien sie zu aktivieren und innert 5 Jahren
abzuschreiben. Sollten neue Berechnungen oder Begründungen, die üblicherweise
Aufgabe der Veranlagungsbehörden sind, notwendig sein, sei die Angelegenheit an die
Veranlagungsbehörde zurückzuweisen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 2. November 2009, die
Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung
verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme. Die Beschwerdeführer reichten am
4. November 2009 die Veranlagungsberechnung für die Staats- und Gemeindesteuern
2007 zu den Akten und nahmen am 31. Dezember 2009 (Postaufgabe) Stellung zur
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Vernehmlassung der Vorinstanz. Diese verwies dazu am 18. Januar 2010 auf ihre
Eingabe vom 2. November 2009.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 28. September 2009 ist
rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.- Vorinstanz und Beschwerdeführer sind sich einzig nicht einig, ob im Jahr 2006
getätigte Ausgaben für Steuerberatungen von Fr. 14'799.05 zur Ermittlung des
steuerbaren Einkommens des Steuerjahres 2006 von den Einkünften abgezogen
werden dürfen.
a) Im angefochtenen Einsprache-Entscheid begründet die Vorinstanz die Aufrechnung
damit, dass nicht sämtliche mit der Erzielung von Einkünften in irgendeiner Beziehung
stehenden Aufwendungen abziehbar seien. Die Abziehbarkeit setze einen qualifizierten
Zusammenhang zwischen den Ausgaben und den erzielten Einkünften voraus. Als
Gewinnungskosten gälten die unmittelbar zur Erzielung des Einkommens getätigten
und in einem direkten ursächlichen Zusammenhang dazu stehenden Aufwendungen.
Die Kosten für Steuerberatungen zählten zu den grundsätzlich nicht abziehbaren
Lebenshaltungskosten. Auch bei den Verfahren mit der Sozialversicherungsanstalt über
AHV-Beiträge sei "kein direkter Zusammenhang zwischen der Notwendigkeit dieser
Auslagen und der Einkommenserzielung" nachgewiesen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
In der Beschwerde wird geltend gemacht, entgegen eines – noch nicht rechtskräftigen
– Entscheides des Versicherungsgerichts gingen die Sozialversicherungsanstalt und
die Steuerbehörden davon aus, der Beschwerdeführer übe mit der Verwaltung seiner
Liegenschaften eine selbständige Erwerbstätigkeit aus. Zum Unternehmensaufwand
gehörten auch Beratungs-, Gründungs- und Prozesskosten. Weil der Aufwand für die
Steuererklärung betraglich unbedeutend und die Beratung in keiner Verbindung mit der
Höhe der zu bezahlenden Steuern stehe, seien die Ausgaben nicht in
Geschäftsaufwand und private Kosten für die Steuerdeklaration aufzuteilen. Bei der
Beratung gehe es um die Frage, ob die Mieterträge AHV-pflichtig seien. AHV-Beiträge
seien zu 100% Geschäftsaufwand. Gehörten die Liegenschaften ins Privatvermögen,
seien keine AHV-Beiträge geschuldet. Somit seien auch diesbezügliche
Beratungskosten Geschäftsaufwand. Da die Steuern gleich hoch seien, egal ob es sich
bei den Liegenschaften um Geschäfts- oder Privatvermögen handle, seien die
Beratungskosten aus privater Sicht ohne Nutzen.
Die Vorinstanz bringt dagegen vor, selbst bei der Annahme von geschäftsmässig
begründeten Aufwendungen stehe erst bei Prozessende definitiv fest, ob ein
Geldabfluss stattgefunden habe. Da zum Entscheid des Versicherungsgerichts vom
28. November 2008, wonach es sich bei den Liegenschaftserträgen nicht um Einkünfte
aus selbständiger Tätigkeit handle, eine Beschwerde beim Bundesgericht hängig sei,
habe im Jahr 2006 kein definitiver Geldabfluss stattgefunden. Obsiege der
Beschwerdeführer beim Bundesgericht, würden ihm die geltend gemachten Kosten
entschädigt. Nur wenn er unterliege, stehe im Zeitpunkt des Urteils fest, dass diese
Kosten unwiderruflich entstanden seien. Schliesslich sei die persönliche Bezahlung der
auf die X. + Co. AG lautenden Rechnungen durch den Beschwerdeführer nach wie vor
nicht nachgewiesen.
b) aa) Den Aufwendungen von Fr. 14'799.05 liegen 3 Rechnungen (act. 2/4) zugrunde,
nämlich 2 Rechnungen der K.F. für "steuerliche Dienstleistungen ... in Sachen
Steuerplanung" vom 10. Februar 2006 über Fr. 3'442.20 (November 2005 bis Januar
2006, Posteinzahlung am 23. Februar 2006) und vom 29. September 2006 über
Fr. 4'680.60 (August bis September 2006, Posteinzahlung am 5. Oktober 2006) sowie
eine Rechnung der S. AG für "Steuerberatung gemäss beiliegendem
Dienstleistungsrapport" vom 10. März 2006 über Fr. 6'675.25 (1. Dezember 2005 bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
28. Februar 2006, Posteinzahlung am 18. April 2006). Die Akten lassen den Schluss zu,
dass die in Rechnung gestellten Kosten für Steuerberatung im Zusammenhang mit der
Klärung der Frage, ob der Gewinn aus den Liegenschaften als Einkünfte aus
selbständiger Erwerbstätigkeit oder als Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen zu
behandeln und dementsprechend AHV-pflichtig sind oder nicht. Die S. AG, welcher die
Einsprache-Entscheide vom 19. August 2005 betreffend die Veranlagungen des
Steuerjahrs 2001 zugestellt wurden (vgl. act. 7-A/9), vertrat die Beschwerdeführer im
Jahr 2006 in entsprechenden Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission
(vgl. VRKE I/1-2005/164 und 165 vom 17. August 2006), die K.F. im
Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht (vgl. VerwGE B 2006/167 vom
9. Mai 2007). Dafür, dass sich insbesondere die K.F. auch um weitere Steuerbelange
der Beschwerdeführer kümmerte, bestehen keine Anhaltspunkte in den Akten. Auf der
am 28. März 2008 ausgefüllten Steuererklärung 2006 wird für Rückfragen die G.
Treuhand AG angeführt.
bb) Sämtliche Rechnungen richten sich an die X. + Co. AG, welche die Liegenschaften
im Auftragsverhältnis verwaltet (vgl. act. 7-III/1.3, 6; Beschwerde vom 7. Dezember
2007 an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, S. 3). Wie die Rechnungen
in der Gesellschaft buchhalterisch behandelt wurden, lässt sich den Akten nicht
entnehmen. Mit den Details zum Konto 4450 (act. 15/1) ist lediglich belegt, dass die
Auslagen nicht als "div. Verwaltungskosten" verbucht wurden. Die Aufstellungen über
die für die Liegenschaften des Beschwerdeführers in den Jahren 2006 angefallenen
Unterhalts- und Verwaltungskosten (act. 7-I/1.2, 2-4) enthalten pauschale
Aufwendungen für die – von der X. + Co. AG im Auftragsverhältnis erbrachte –
"Verwaltung" von insgesamt Fr. 36'000.-- (je Fr. 12'000.-- für die Mehrfamilienhäuser
R.-Strasse 00 und 01 sowie S.-Strasse 0). Dass mit diesen Pauschalbeträgen auch der
bei der X. + Co. AG in Rechnung gestellte Aufwand für die Steuerberatungen
abgegolten wurde, lässt sich anhand der vorliegenden Akten nicht ausschliessen, weil
die Rechnungen bei der X. + Co. AG möglicherweise einem anderen Aufwandkonto
belastet wurden, welchem die Erträge für die Liegenschaftenverwaltung von
Fr. 36'000.-- gegenüberstehen. Damit hat der Beschwerdeführer nicht nachgewiesen,
dass die Aufwendungen von ihm selbst bezahlt wurden.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
cc) Bei den Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit werden gemäss Art. 27
Abs. 1 DBG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Nicht
abziehbar sind gemäss Art. 34 lit. a DBG insbesondere die Aufwendungen für den
Unterhalt des Steuerpflichtigen und seiner Familie sowie der durch die berufliche
Stellung des Steuerpflichtigen bedingte Privataufwand.
Unter Gewinnungskosten sind Aufwendungen zu verstehen, die unmittelbar für die
Erzielung des Einkommens gemacht werden und in einem direkten ursächlichen
Zusammenhang dazu stehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.252/2002 vom
4. November 2002, E. 2.1). Dabei genügt es nach der Praxis, dass die Kosten
wesentlich durch die Erzielung von Einkommen verursacht bzw. veranlasst worden sind
(so genannter kausaler Gewinnungskostenbegriff; BGE 124 II 29 E. 3a). Darunter
können auch Kosten eines Prozesses fallen, der angestrengt wird, um einen
Einkommensanspruch durchzusetzen. Erforderlich ist ein direkter Zusammenhang des
Anwaltsaufwands mit der Einkommenserzielung, was allgemeine Rechtsberatung
sowie Mandate, die ausserhalb der streitigen Einkommensquelle stehen, ausschliesst
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_266/2008 vom 16. Dezember 2008, E. 5.3). Die
Auslagen für private Verfahren zählen – wie grundsätzlich auch jene für Strafprozesse
(ausser allenfalls solche im Bereich besonderer Berufsrisiken) – nicht zu den
Gewinnungskosten; sie betreffen primär die Person des Steuerpflichtigen und nicht
(oder nur mittelbar) dessen Berufstätigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.90/2001
vom 25. Januar 2002, E. 6.1 mit Hinweisen; SGE 2006 Nr. 10 mit Hinweisen).
Prozesskosten können jedenfalls dann nicht berücksichtigt werden, wenn sie das
Privatvermögen des Unternehmers betreffen. Dies gilt ebenso für Kosten einer
erbrechtlichen Streitigkeit, auch wenn diese Betriebsvermögen zum Gegenstand hat
(vgl. P. Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001, N 41 zu Art. 27 DBG
mit Hinweisen).
Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung fallen die auf den
Erwerbseinkünften zu entrichtenden AHV-Beiträge nicht unter die Gewinnungskosten.
Das Entgelt für die vom selbständig Erwerbenden geleistete Arbeit stellt Bestandteil
des steuerbaren Geschäftsertrags dar. Ein im Geschäftsabschluss enthaltener
Eigenlohn oder verbuchte Salärzahlungen an Teilhaber eines Personenunternehmens
sind deshalb für die Gewinnermittlung zum ausgewiesenen Ergebnis hinzuzurechnen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Die persönlichen AHV-Beiträge des selbständig Erwerbenden sind folglich nach Art. 33
Abs. 1 lit. d DBG steuersystematisch als allgemeiner Abzug – und nicht als
Gewinnungskosten – zu berücksichtigen. Sie stellen, auch wenn sie häufig so
behandelt werden, keine Gewinnungskosten dar. Eine Auseinandersetzung über die
Frage, ob Einkünfte AHV-pflichtig sind oder nicht, beschlägt den Bereich der
persönlichen Altersvorsorge. Die darüber geführten Verfahren sind damit dem privaten
Bereich zuzuordnen und die dafür entstandenen Kosten können nicht als
geschäftsmässig begründete Aufwendungen von den steuerbaren Einkünften in Abzug
gebracht werden.
c) In der Beschwerde wird beantragt, die Ausgaben für die Beratung als
Gründungskosten zu behandeln. Der Begriff der Gründungskosten wird in Art. 664 des
Schweizerischen Obligationenrechts (SR 220, abgekürzt: OR) verwendet, der Teil der
Bewertungsvorschriften im Abschnitt über den Geschäftsbericht der Aktiengesellschaft
ist. Er sieht vor, dass diese Kosten bilanziert, d.h. aktiviert, und innerhalb von fünf
Jahren abgeschrieben werden dürfen. Die handelsrechtskonforme Behandlung der
Gründungskosten in der Handelsbilanz ist grundsätzlich auch für das Steuerrecht
massgeblich (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 6 zu Art. 58 DBG). Bei den
Einkünften aus der selbständigen Erwerbstätigkeit ist anhand der Generalklausel der
Abzugsfähigkeit der "geschäfts- oder berufsmässig begründeten" Kosten zu prüfen,
inwieweit mit der Errichtung einer Personengesellschaft oder der Aufnahme einer
selbständigen Erwerbstätigkeit verbundene Kosten darunter fallen. Da beim
Beschwerdeführer mangels Errichtung einer Gesellschaft keine Gründungskosten
angefallen sind und im Rahmen der Prüfung, ob in den Auslagen für die Steuerberatung
Gewinnungskosten zu erblicken sind, festgestellt wurde, dass sie als
Lebenshaltungskosten nicht abzugsfähig sind, ist auch deren Aktivierung und
sukzessive Abschreibung ausgeschlossen. Auch insoweit erweist sich die Beschwerde
deshalb als unbegründet.
d) aa) Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, wenn die Aufwendungen nicht als
Gewinnungskosten für die selbständige Erwerbstätigkeit zum Abzug zugelassen
würden, müssten sie als Vermögensverwaltungskosten oder als Kosten des
Liegenschaftsunterhalts berücksichtigt werden.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
bb) Art. 32 DBG regelt den Abzug von Gewinnungskosten beim Privatvermögen.
Abzugsfähig sind die zur Erzielung des steuerbaren Einkommens auf beweglichem
Privatvermögen notwendigen Gewinnungskosten. Notwendig heisst dabei nicht im
Sinn einer Überprüfung, ob sinnvoll oder nicht. Vielmehr geht es um die zeitliche oder
wirtschaftliche Konnexität der Aufwendungen, welche erfüllt sein muss, um überhaupt
ein steuerbares Einkommen zu erzielen (vgl. B. Zwahlen, in: Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, N 1 zu Art. 32 DBG). Gewinnungskosten
dienen nur der Erhaltung des Vermögensobjekts als solchem und damit seines Werts.
Auslagen wie Anwaltskosten, die ein Steuerpflichtiger aufwendet, um zu verhindern,
dass er als erbunwürdig erklärt wird, Kosten bei Verlust und Kraftloserklärung von
Wertpapieren oder der Sperrung ausländischer Vermögenswerte, sind deshalb nicht
abzugsfähig (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl.
2009, N 11 zu Art. 32 DBG). Beim beweglichen Privatvermögen sind abzugsfähig die
Kosten für die Vermögensverwaltung von Behörden und Willensvollstreckern, jedoch
bloss im Sinn der Verwahrung und Verwaltung von Vermögenswerten. Abzugsfähig
sind die Kosten für Gerichte und Anwälte für die Sicherung oder Einforderung von
beweglichem Vermögen und Vermögenserträgen, nicht aber die Kosten für Finanz- und
Anlageberatung oder rechtliche Beratung. Die Kosten für die Finanz-, Anlage-,
Erbschafts-, Vorsorge- und Steuerberatung, für Prozesse und für die Steuererklärung
sind nicht abzugsfähig (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 18 ff. zu Art. 32
DBG).
Bei Liegenschaften des Privatvermögens können nach Art. 32 Abs. 2 Satz 1 DBG die
Unterhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch
Dritte von den steuerbaren Einkünften abgezogen werden. Sie müssen aus einer
allgemeinen, branchenüblichen Betrachtungsweise grundsätzlich geeignet sein, den
Nutzungswert eines Liegenschaftsgutes erhalten zu können (vgl. Zwahlen, a.a.O., N 9
zu Art. 32 DBG). Zu den Verwaltungskosten für Dritte gehören die Aufwendungen, die
durch echte Fremdverwaltung von Drittpersonen entstehen. Auslagen für Vermietung,
Erhebung der Mietzinse, Betreibungen, Ausweisungen und Prozesse mit Mietern aus
dem Mietverhältnis gehören dazu. Auch die Prozesse zur Sicherung des
Grundeigentums resp. der Nutzung gehören in diese Kategorie von abzugsfähigen
Unterhaltskosten (vgl. Zwahlen, a.a.O., N 23 zu Art. 32 DBG). Abzugsfähig sind
dementsprechend Kosten für rechtliche Massnahmen zur Werterhaltung des
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Grundstücks (wie Anwaltskosten, um die wertmindernde Umzonung zu verhindern oder
für Baueinsprachen, welche den Zweck haben, den Wert der eigenen Parzelle zu
erhalten). Prozess- und Anwaltskosten sind allgemein als Unterhaltskosten
abzugsfähig, sofern sie der Erhaltung des bisherigen Rechtszustands dienen (vgl.
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 108 zu Art. 32 DBG). Kein Unterhalt sind
demgegenüber Auslagen zur rechtlichen Verbesserung eines Grundstücks (vgl.
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 115 zu Art. 32 DBG).
cc) Wie bereits dargelegt, diente die Steuerberatung, für die im Jahr 2006 Kosten in der
Höhe von Fr. 14'799.-- bezahlt worden sind, in erster Linie der Klärung der Frage, ob
es sich bei den Liegenschaften um Geschäfts- oder Privatvermögen handelt und ob die
daraus erzielten Einkünfte dementsprechend als Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit
oder aber aus unbeweglichem Vermögen zu behandeln sind. Die Beurteilung dieser
Frage hat Auswirkungen weder auf den Wert der Liegenschaften noch auf die Höhe der
daraus erzielbaren Erträge.
e) Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens den
Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 800.-- ist angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 13 Ziff. 522
des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
ist zu verrechnen.