Decision ID: 5f9a09fd-d6b7-5570-bdb3-f348542763fe
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ erlitt am 10. Mai 2011 einen multilokulären Hirninfarkt (IV-act. 13, 15). Gemäss
einem Bericht von Dr. med. B._, Facharzt Neurologie FMH, vom 19. Mai 2011 litt er
in der Folge an einer beinbetonten senso-motorischen Hemiparese links sowie einer
diskreten Parese rechts (IV-act. 15-4 f.). Ab dem 7. Juli 2011 befand sich der
Versicherte zur Rehabilitation in der Klinik für Neurologie in Valens (IV-act. 15-1). Im
Austrittsbericht vom 9. August 2011 hielt Dr. med. C._, Abteilungsärztin Neurologie,
fest, bei Eintritt hätten sich deutliche Gleichgewichtsstörungen, eine Gangunsicherheit
sowie neuropsychologische Defizite (Aufmerksamkeit, Konzentration, teilweise
Vergesslichkeit) gezeigt. Im Verlauf habe der Versicherte bezüglich der Arm-/Beinkraft,
des Gleichgewichtes und der Koordination der Feinmotorik sehr gute Fortschritte
gemacht. Er sei in allen Bereichen inkl. instrumenteller Alltagsaktivitäten selbstständig,
sicher und ohne Hilfsmittel mit einem normalen Gehtempo inkl. komplexer Gangart
mobil gewesen (IV-act. 26). Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. D._, Facharzt
für Innere Medizin FMH, berichtete am 30. September 2011, der Versicherte habe seit
der letzten Verlaufsbeurteilung keine Fortschritte gemacht; er leide unter anhaltenden
kognitiven, grob- und feinmotorischen Defiziten sowie einer Gangunsicherheit. Die
Rehabilitation in Valens sei praktisch ohne Erfolg geblieben (IV-act. 30). Am 5. Oktober
2011 berichtete Dr. B._, dass im aktuellen neurologischen Befund im Vergleich zu
der Symptomatik zur Untersuchung vom 18. Mai 2011 eine Teilremission zu
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verzeichnen sei. Diese könne über mehrere Monate dauern, wobei die grösste
Rückbildung der motorischen Defizite in den ersten drei Monaten zu erwarten sei (IV-
act. 29). Dr. D._ erklärte am 18. November 2011, der Versicherte habe keine weiteren
Fortschritte gemacht. Er arbeite stundenweise (2h/Tag) im Magazin, quasi einem
Schonarbeitsplatz. Die Kognition sei erheblich eingeschränkt und es fänden sich
(unverändert seit Valens) deutliche Defizite im Bereich der Aufmerksamkeit, des
Gedächtnisses und des Planungsvermögens (IV-act. 31). Am 27. April 2012 berichtete
Dr. D._, dass nach wie vor anhaltende kognitive grob- und feinmotorische Defizite
sowie eine Gangunsicherheit bestünden und keine Verbesserung zu erwarten sei (IV-
act. 40). Die Arbeitgeberin des Versicherten, die E._ AG, bestätigte am 18. Juni 2012,
dass der Versicherte maximal 2 Stunden pro Tag bei ihr im Magazin unter Aufsicht
Schrauben sortiere, den Boden reinige und Holzteile auseinandernehme. Eine
Steigerung des Pensums sei nicht möglich, da der Versicherte müde und vergesslich
sei (IV-act. 42). Mit einer Verfügung vom 1. Oktober 2012 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten rückwirkend ab dem 12. Mai 2012 eine ganze IV-Rente zu (IV-act. 49).
B.
B.a Der Versicherte meldete sich am 7. März 2016 zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung an. Im Anmeldeformular gab er an, dass er aufgrund seines
Schlaganfalls im Jahr 2011 auf der linken Körperhälfte stark eingeschränkt sei, weshalb
er auf eine tägliche Unterstützung durch seine Ehefrau angewiesen sei. Beim
Aufstehen, Absitzen und Abliegen habe er Gleichgewichtsstörungen und vor allem
beim Aufstehen bestehe eine akute Sturzgefahr. Im Rahmen der Körperpflege vergesse
er, sich zu rasieren und die Kleidung zu wechseln, sodass er täglich durch seine Frau
erinnert werden müsse. Haushaltsarbeiten könne er nicht mehr übernehmen. Beim
Gehen hinke er aufgrund des Taubheitsgefühls in der linken Körperseite und er sei im
Gleichgewicht gestört, weshalb er sich bei seiner Frau abstützen müsse. Dreimal
täglich müsse seine Frau seine Medikamente richten und ihn stets daran erinnern,
diese auch einzunehmen. Aufgrund seiner Vergesslichkeit/seines Gedächtnisverlusts
sei ausserdem eine tägliche Überwachung nötig. Er habe schon vergessen, den Herd
auszuschalten, Zigaretten auszumachen, Medikamente einzunehmen und Termine
wahrzunehmen (IV-act. 54).
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B.b Am 18. März 2016 berichtete Dr. D._, dass der Gesundheitszustand des
Versicherten gleichbleibend bzw. sich verschlechternd sei. Allerdings sollte sich die
Beinschwäche links durch die aktuell verordnete Physiotherapie verbessern. Physisch
bestehe eine sensomotorische Einschränkung des linken Beins, während psychisch
keine Einschränkungen bestünden. In Bezug auf kognitiv-intellektuelle
Einschränkungen werde subjektiv von einer Konzentrationsschwäche berichtet (IV-act.
59).
B.c Die IV-Stelle führte am 3. Juni 2016 beim Versicherten zuhause eine Abklärung
durch. Der Versicherte berichtete, er habe kein Gefühl in der linken Hand, er habe
Gleichgewichtsprobleme und auf der linken Seite eine Beinschwäche. Zudem sei er
sehr vergesslich. Kurz nach der Rehabilitation habe er für ungefähr ein halbes Jahr ein
Abonnement im Fitnessstudio gehabt. Weil es zu teuer gewesen sei, habe er es jedoch
wieder kündigen müssen. Seitdem besuche er das Fitnessstudio nicht mehr, obwohl
ihm dies Freude bereitet habe. Er fühle sich alleine unwohl, weshalb er stets von der
Ehefrau, von Familienmitgliedern oder von Bekannten begleitet werde. Die Tochter
erklärte, dass aufgrund der Gleichgewichtsprobleme und der Beinschwäche eine
Sturzgefahr bestehe. In den letzten Jahren seien jedoch keine nennenswerten Stürze
vorgefallen. Die Abklärungsverantwortliche hielt fest, beim An- und Auskleiden
bestünden weder motorische noch kognitive Einschränkungen, die es dem
Versicherten verunmöglichen würden, sich selbstständig an- und auszukleiden bzw.
eine angemessene Kleiderauswahl zu treffen. Ergänzend führte der Versicherte an, es
bestünden sehr wohl kognitive Einschränkungen, weshalb seine Ehefrau ihm täglich die
Kleidung richten müsse. Beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen, so die
Abklärungsverantwortliche, sei der Versicherte selbstständig mobil, wenn auch
möglicherweise etwas verlangsamt. Essen könne er trotz der Gefühlslosigkeit in der
linken Hand, indem er gleichzeitig Messer und Gabel verwenden,
Schneidebewegungen ausführen, die Nahrung selbstständig zerkleinern und zum Mund
führen könne. Grosse, grobe und zähe Nahrung wie z.B. ein Stück Fleisch oder Brot
würden ihm bei Bedarf zerkleinert. Das Trinken aus einem Glas sei selbstständig
möglich. Auch bei der Körperpflege bestünden keine motorischen Einschränkungen,
welche es dem Versicherten verunmöglichen würden, sich selbstständig (zur Not auch
einhändig) zu duschen. Aufgrund des Problems mit dem Gleichgewicht wäre ein
Duschstuhl zu empfehlen. Der Versicherte fügte dem hinzu, dass er beim Duschen
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nicht alleine gelassen werde und dass eine Vor- und Nachbereitung durch seine
Ehefrau vorgenommen werden müsse. Das Verrichten der Notdurft und die damit
verbundenen Tätigkeiten, so die Abklärungsverantwortliche weiter, bereiteten keine
Probleme. Bei der Fortbewegung sei der Versicherte selbstständig mobil und er könne
sich zuhause sowie im Freien ohne Begleitung fortbewegen. Treppen überwinde er
selbstständig. Da er Angst vor Stürzen habe, wünsche er bei weiteren Strecken im
Freien jeweils eine Begleitung. Er gehe aber selbstständig in den nahegelegenen Park
oder in den Denner, pflege gesellschaftliche Kontakte und besuche freitags
regelmässig die Moschee. In Bezug auf die lebenspraktische Begleitung hielt die
Abklärungsbeauftragte fest, dass der Versicherte telefonieren und Termine abmachen
könne. Den Termin für die Abklärung vor Ort habe er selber abgemacht und den Anruf
auch persönlich entgegengenommen. Gemäss der Auskunft seiner Tochter habe es
sich dabei jedoch um eine Ausnahme gehandelt. Der Versicherte sei vergesslich und
könne deshalb weder Termine abmachen noch diese einhalten. Die
Abklärungsbeauftragte führte weiter aus, dass die Reinigung der Wohnung, das
Waschen, das Bügeln und das Kochen durch die Ehefrau erledigt würden. Der
Versicherte könne wegen seiner Vergesslichkeit und dem Gleichgewichtsproblem nicht
helfen. Ausserdem müsse er stets zur Mithilfe aufgefordert werden, was ermüdend sei.
Die Ehefrau sei schneller mit der Arbeit fertig, wenn sie sie selber erledige. Beim
Waschen könne der Versicherte lediglich im Sitzen beim Zusammenlegen der Wäsche
mithelfen. Kalte (Zwischen-)Mahlzeiten könne der Versicherte selber zubereiten, alle
anderen Mahlzeiten würden durch seine Ehefrau organisiert. Dabei könne der
Versicherte nur sitzend beispielsweise beim Rüsten vom Gemüse helfen. Beim
Einkaufen vergesse der Versicherte oft, was er hätte holen sollen und zudem bestehe
eine Sturzgefahr, weshalb es besser sei, wenn er nicht einkaufen gehe. Einzahlungen,
Korrespondenzen mit Ämtern, Behördengänge etc. würden von der Tochter des
Versicherten vorgenommen, da seine Vergesslichkeit ihn daran hindere, solche
Aufgaben selbst zu übernehmen. Zum Arzt werde er in der Regel durch seine Ehefrau
oder, wenn es sich um wichtige Untersuchungen handle, die Deutschkenntnisse
erforderten, durch seine Tochter oder seinen Sohn begleitet. Die Medikamente nehme
der Versicherte nicht zuverlässig ein, sodass die Ehefrau diese bereitstellen und den
Versicherten an die Einnahme erinnern müsse. Der Versicherte fügte dem
Abklärungsbericht noch hinzu, dass er oftmals des Nachts unruhig sei und beginne, mit
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der kranken Körperhälfte zu zittern, woraufhin die Ehefrau ihn aufwecken müsse.
Ausserdem werde er in der Nacht von seiner Ehefrau auf die Toilette begleitet, da sonst
die Gefahr bestehe, dass er stürze. Der Abklärungsbericht wurde vom Versicherten
unterschrieben. In ihrer Stellungnahme hielt die Abklärungsverantwortliche
abschliessend fest, der Versicherte habe während der Abklärung auf dem Sofa gelegen
und unterschiedliche liegende Positionen eingenommen (z.B. Kopf auf linken Arm
gestützt, rechter Arm über dem Kopf verschränkt). Er habe demonstriert, dass er sich
bücken und dabei bis zu den Füssen greifen könne. Die Bewegungen hätten offenbar
keine Schmerzen bereitet und seien flüssig gelungen. Als der Versicherte habe
demonstrieren wollen, dass er ein Glas nicht mit der linken Hand halten könne, habe er
dieses mit den Fingern der linken Hand im Pinzettengriff hochgehoben, ohne es fallen
zu lassen (IV-act. 64).
B.d Am 26. Juli 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines
Gesuchs um eine Hilflosenentschädigung in Aussicht. Zur Begründung führte sie aus,
der Versicherte sei in den Lebensverrichtungen Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen
und Verrichten der Notdurft selbstständig. Ebenso könne er sich selbstständig an- und
auskleiden. Dass die Kleidung durch die Ehefrau bereitgelegt werde, sei nicht erheblich
und könne nicht berücksichtigt werden. Bei der Körperpflege wünsche der Versicherte
zwar die Anwesenheit einer Drittperson in der Wohnung, welche ihm Sicherheit
vermittle, doch nehme er die eigentliche Körperreinigung selbstständig vor. Die
präventive Anwesenheit einer Drittperson und das Richten von Utensilien seien nicht
erheblich. Auch in der Fortbewegung bestehe keine massgebliche Einschränkung, weil
die präventive Anwesenheit einer Drittperson bei weiteren Strecken nicht als erheblich
betrachtet werden könne. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht könne erwartet
werden, dass der Versicherte angemessene Hilfsmittel und Kompensationsstrategien
anwende, um seiner Vergesslichkeit entgegenzuwirken (Agenda, Einkaufslisten).
Ausserdem könne im Rahmen der Mitwirkungspflicht erwartet werden, dass die
nichterwerbstätigen Mitbewohner des Versicherten (Ehefrau und Sohn) die im Haushalt
anfallenden Aufgaben untereinander aufteilten (IV-act. 66).
B.e Im dagegen erhobenen Einwand vom 17. August 2016 erklärte der Versicherte
unter anderem, er leide unter Gleichgewichtsstörungen und müsse aufgrund der
deshalb bestehenden Sturzgefahr meist beim Aufstehen gestützt werden. Ausserdem
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könne er nicht auf einem Bein stehen, was ihn beim Ein- und Aussteigen aus der
Badewanne behindere. Teilweise sei beim Gehen das Gleichgewicht gestört, sodass er
sich bei seiner Frau abstützen oder sich setzen müsse. Er könne nicht weiter als
50-100 Meter alleine gehen. Da er schon mal gestürzt sei, begleite ihn seine Frau bei
weiteren Strecken. Aufgrund seiner Vergesslichkeit und des Gedächtnisverlusts
benötige er eine tägliche Überwachung. Beim Duschen benötige er Hilfe, weil er auf der
linken Seite kaltes nicht von heissem Wasser unterscheiden könne und deshalb schon
leichte Verbrennungen am Bein gehabt habe. Da sein Sohn arbeite, kümmere sich
seine Ehefrau um ihn. Er werde bis zu vier Mal in der Nacht von seiner Ehefrau auf das
WC begleitet, weil er beim Aufstehen Mühe habe und zudem sein rechtes Bein oft
einschlafe. Ebenfalls werde er nachts öfters von Hustenanfällen geplagt und er habe
Atemprobleme, sodass seine Ehefrau ihm Wasser bringen müsse (IV-act. 67).
B.f Am 20. September 2016 verfügte die IV-Stelle gemäss ihrem Vorbescheid. Zum
Einwand des Versicherten nahm sie dahingehend Stellung, dass der Versicherte jetzt
im Nachhinein angebe, mehrere Male gestürzt zu sein, dies im Rahmen der Abklärung
jedoch nicht habe festgehalten werden können. Er habe im Rahmen der Abklärung
selbstständig von einem niedrigen Sofa und somit auch von einem normalen Stuhl
aufstehen können. Für den Ein-/Ausstieg in die/aus der Badewanne seien geeignete
Hilfsmittel anzuschaffen. Beim Gehen könnten weitere Distanzen mit einem Rollator
selbstständig zurückgelegt werden. Ausserdem bestehe weder eine akute Selbst- noch
Fremdgefährdung und der Versicherte könne mindestens eine Stunde alleine zuhause
gelassen werden, weshalb keine Überwachung notwendig sei. Ebenso lägen keine
relevanten Einschränkungen vor, die ihn an der Mithilfe im Haushalt hindern würden
und eine Arbeitsteilung im Haushalt sei zumutbar (IV-act. 68).
C.
C.a Dagegen liess der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) am 20. Oktober
2016 Beschwerde erheben und die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer
Hilflosenentschädigung mindestens mittleren Grades ab März 2015, eventualiter die
Rückweisung zur weiteren Abklärung beantragen. Zur Begründung liess er ergänzend
zu seinen bisherigen Ausführungen unter anderem erklären, aufgrund der infolge seines
Hirninfarkts bestehenden Gangunsicherheit bestehe beim Gehen und auch beim
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Aufstehen und Absitzen eine Sturzgefahr. Entgegen dem Bericht von Dr. D._ vom 18.
März 2016 beschränkten sich die sensomotorischen Störungen nämlich nicht nur auf
das linke Bein, sondern beträfen die gesamte linke Körperhälfte. Deshalb könne er
auch keinen Rollator benutzen. Weil er in neuropsychologischer Hinsicht an deutlichen
Defiziten im Bereich der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses leide, stelle er ohne
eine andauernde Überwachung eine Gefahr für sich und Dritte dar, da er beispielsweise
vergesse, den Herd oder die Zigarette auszumachen. Die kognitive Einschränkung
gehe so weit, dass die Ehefrau seine Kleider richten müsse, weil er andernfalls
vergessen würde, diese zu wechseln. Es handle sich also nicht um gelegentliche,
wenige Hilfestellungen seitens der Angehörigen (act. G 1).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2016 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung
führte sie aus, dass anlässlich der Abklärung vor Ort beim Beschwerdeführer keine
Hilflosigkeit habe festgestellt werden können. Der entsprechende Abklärungsbericht sei
denn auch vom Beschwerdeführer mit wenigen Ergänzungen unterzeichnet worden.
Weil es sich dabei um die Aussage der ersten Stunde handle, sei er auf den
Abklärungsbericht zu behaften. Gemäss dem Bericht der Klinik Valens vom 9. August
2011 sei er in sämtlichen Alltagsaktivitäten selbstständig und sicher sowie in der Lage,
zwei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Eine dauernde persönliche Überwachung sei
nicht notwendig. Auch eine lebenspraktische Begleitung sei nicht nötig, da eine
vermehrte Mithilfe der Familie im Haushalt unter Berücksichtigung der Mitwirkungs-
und Schadenminderungspflicht möglich sei und Hilfsmittel den Beschwerdeführer
dabei unterstützen könnten. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei
relativ unproblematisch, was sich auch daran zeige, dass er seit November 2011 nicht
mehr in neurologischer Behandlung stehe, lediglich hin und wieder seinen Hausarzt
aufsuche und seit seinem Austritt aus der Klinik Valens nicht mehr stationär in einer
Klinik gewesen sei (act. G 3).
C.c Innert erstreckter Frist reichte der Beschwerdeführer am 11. Januar 2017 seine
Replik ein. Darin liess er unter anderem geltend machen, seine Ausführungen in der
Beschwerde entsprächen denjenigen des Abklärungsprotokolls und seien deshalb
ebenfalls Aussagen der ersten Stunde. Er könne nur den rechten Arm über den Kopf
halten. Im Übrigen könne er sich nur aus- und nicht anziehen. Sitzend vom Sofa aus
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könne er sich keinesfalls bis zu den Füssen bücken. Er könne nur mithilfe eines 60cm
langen Schuhlöffels geschlossene Schuhe (d.h. ohne Schnürsenkel) anziehen. Socken,
Unterwäsche und Hosen könne er sich mühsam und ausschliesslich aus einer
sitzenden Position heraus anziehen. In der Zeit, in der er alleine sei, liege er
bewegungslos auf dem Sofa oder im Bett. Würde er die Wohnung alleine verlassen,
würde er vergessen, sie abzuschliessen. Rechnungen, Korrespondenzen, Arzt- und
Anwaltstermine könne er sich nicht merken und deshalb auch nicht einhalten. Für die
kurze Zeit von Arztterminen und Besprechungen könne er jedoch örtlich, zeitlich und
zur Person orientiert sein. Besuche empfange die Ehefrau. Er sitze dann teilnahmslos
auf dem Sofa, ohne sich an den Unterhaltungen zu beteiligen. Beim Essen könne er mit
einer Gabel so weit umgehen, dass er die Nahrung damit zum Mund führen könne. Mit
dem Messer könne er nicht richtig schneiden, weshalb ihm seine Ehefrau
mundgerechte Stücke vorbereiten müsse (act. G 10). Dazu liess der Beschwerdeführer
ein ärztliches Zeugnis von Dr. D._ vom 2. Januar 2017 einreichen, gemäss welchem
er über progrediente Schwäche- und Taubheitsgefühle am linken Arm und Bein,
gleichbleibende Konzentrationsstörungen und einen presistierenden Tremor ohne
Besserung auf einen Therapieversuch mit Magnesium und Madopar klage. In der
klinischen Untersuchung am 5. Dezember 2016 habe sich eine deutlich eingeschränkte
grobe Muskelkraft des linken Armes und Beines gezeigt. Ein Tremor habe nicht
nachgewiesen werden können. Kognitiv sei der Beschwerdeführer örtlich, zeitlich und
zur Person vollständig orientiert. Zur genauen Erfassung der neurologischen Defizite im
Hinblick auf eine Einsprache gegen die Verfügung der IV-Stelle werde eine
neurologische Beurteilung empfohlen (act. G 10.1).

Erwägungen
1.
Einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung haben Versicherte mit Wohnsitz und
gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind. Als hilflos gilt, wer wegen der
Beeinträchtigung seiner Gesundheit für die alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd
auf die Hilfe Dritter oder auf eine persönliche Überwachung angewiesen ist (Art. 9 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [SR 830.1;
ATSG]). Es ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter
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Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG; SR 831.20]). Die Entschädigung für minderjährige Versicherte berechnet sich pro
Tag (Art. 42ter Abs. 1 Sätze 3 und 4 IVG). Eine schwere Hilflosigkeit liegt gemäss Art.
37 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (SR 831.201; IVV) vor, wenn
die versicherte Person vollständig hilflos ist, d.h. wenn sie in sämtlichen alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist und
überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf. Von einer
mittelschweren Hilflosigkeit ist auszugehen, wenn die versicherte Person in den
meisten (also wenigstens in vier) alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV), wenn die
versicherte Person in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 2 lit. b IVV) oder wenn die versicherte Person in
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig auf erhebliche Hilfe und
überdies auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV).
Als leicht gilt die Hilflosigkeit unter anderem dann, wenn die versicherte Person in
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV), wenn sie einer dauernden
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) oder wenn sie eine ständige
und besonders aufwendige Pflege benötigt (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV). Die Praxis kennt
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen: An- und Auskleiden, Aufstehen/
Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Notdurftverrichtung, Fortbewegung
einschliesslich Pflege gesellschaftlicher Kontakte (vgl. Rz 8010 des vom Bundesamt für
Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der
IV [KSIH] in der Fassung gültig ab 1. Januar 2015). Bei Lebensverrichtungen, welche
mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die
versicherte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf;
vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in
erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (vgl.
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Inva-lidenversicherung, bearbeitet von ULRICH MEYER/MARCO
REICHMUTH, 3. Auflage 2014, Art. 42-42ter Rz 26 mit Hinweisen).
2.
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2.1 Strittig ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung hat. Zur Beantwortung dieser Frage muss anhand des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers eingeschätzt werden, ob der
Abklärungsbericht sowie die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gemachten
Angaben des Beschwerdeführers nachvollziehbar sind. Dafür sind die medizinischen
Akten beizuziehen. Der Beschwerdeführer hat am 10. Mai 2011 einen multilokulären
Hirninfarkt fronto-parietal rechts und hochfrontal links erlitten (IV-act. 29). Am 19. Mai
2011 hat Dr. B._ zunächst eine sensomotorische Hemiparese links und eine diskrete
Parese am rechten Bein diagnostiziert (IV-act. 15-4). Dr. D._ hat am 5. Juli 2011 u.a.
angegeben, der Beschwerdeführer leide an einem sensomotorischen Hemisyndrom
links sowie einem sensomotorischen Defizit am linken Arm (IV-act. 13). Von einer
Parese am rechten Bein ist hingegen nicht die Rede gewesen. Diese ist jedoch wieder -
und gleichzeitig auch das letzte Mal - im vorläufigen Austrittsbericht der Klinik Valens
vom 9. August 2011 erwähnt worden. Ein sensomotorisches Defizit am linken Arm ist
hingegen neben dem sensomotorischen Hemisyndrom nicht mehr diagnostiziert
worden (IV-act. 26). Zusätzlich zu diesen Ungereimtheiten können den medizinischen
Berichten keine genauen Angaben zu den verbliebenen Fähigkeiten des
Beschwerdeführers in den einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen entnommen
werden. Einzig dem vorläufigen Austrittsbericht der Klinik Valens vom 9. August 2011
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in allen Bereichen inkl. Alltagsaktivitäten
selbstständig sowie sicher und ohne Hilfsmittel mit einem normalen Gehtempo inkl.
komplexer Gangarten mobil sei. Es bestünden aber deutliche Defizite im Bereich der
Aufmerksamkeit und teilweise des Gedächtnisses (IV-act. 26). Dr. D._ hat am 30.
September 2011 angegeben, dass der Beschwerdeführer unter anhaltenden
kognitiven, grob- und feinmotorischen Defiziten sowie einer Gangunsicherheit leide und
dass der Aufenthalt zur Rehabilitation in Valens praktisch ohne Erfolg geblieben sei (IV-
act. 30, vgl. auch IV-act. 40). Ob dies bedeuten soll, dass die im Austrittsbericht der
Klinik Valens festgehaltenen Einschätzungen zur Alltagsaktivität und Gehfähigkeit
bereits Ende September 2011 nicht mehr zugetroffen haben, ist nicht bekannt. Am 18.
November 2011, im Rahmen der letzten Standortbestimmung vor der
Rentenzusprache, hat Dr. D._ nämlich wiederum auf den Bericht der Klinik Valens
verwiesen, als er das Ausmass der Einschränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit,
des Gedächtnisses und des Planungsvermögens und die Kognition als entgegen der
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Erstbeurteilung am 18. Mai 2011 deutlich eingeschränkt beschrieben hat (IV-act. 35).
Am 1. Oktober 2012 ist dem Beschwerdeführer rückwirkend ab dem 12. Mai 2011
gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen eine ganze Rente
zugesprochen worden (IV-act. 49). Noch im Juni 2012 hat der Beschwerdeführer bei
der E._ AG immerhin ca. zwei Stunden täglich im Sinne eines therapeutischen
Arbeitsversuchs gearbeitet und unter Aufsicht Schrauben sortiert, den Boden gereinigt
und Holzteile auseinandergenommen (IV-act. 42). Obwohl diese Tätigkeit nicht direkt
etwas mit der Hilflosigkeit des Beschwerdeführers zu tun gehabt hat, könnten sich
daraus doch entsprechende Rückschlüsse auf die körperlichen und kognitiven
Fähigkeiten des Beschwerdeführers ziehen lassen. Wie lange dieser bei der E._ AG
im Rahmen eines Arbeitsversuchs tätig gewesen ist, weshalb und wann der
Arbeitsversuch beendet worden ist und ob bzw. wie sich die geltend gemachten
Gesundheitsbeeinträchtigungen (u.a. Gleichgewichtsstörungen, Taubheitsgefühl im
linken Arm) ausgewirkt haben, ist jedoch nicht bekannt. Der Arbeitgeber des
Beschwerdeführers hat die Möglichkeit einer Steigerung des Pensums lediglich mit der
Begründung verneint, dass der Versicherte nach zwei Stunden müde sei, sehr viel
vergesse und überwacht werden müsse, was betriebsintern nicht immer möglich sei
(IV-act. 42). Daraus lässt sich nicht ableiten, weshalb der Beschwerdeführer hat
beaufsichtigt werden müssen und in welchem Ausmass bzw. inwiefern sich die
Vergesslichkeit ausgewirkt hat. Abgesehen davon hat der Beschwerdeführer im
Rahmen der Abklärung vor Ort angegeben, dass er nach der Rehabilitation in der Klinik
Valens im Jahr 2011 während eines halben Jahres ein Abonnement in einem
Fitnesscenter gehabt habe. Dieses habe er, obwohl er Freude daran gehabt habe, aus
finanziellen Gründen gekündigt (IV-act. 64-1). Inwiefern der Beschwerdeführer das
Fitnessabonnement - trotz der geltend gemachten Gleichgewichtsstörungen, die ihn
gemäss seinen Aussagen im Rahmen des Beschwerdeverfahrens daran hindern, sich
alleine fortzubewegen, alleine Auf- und Abzusitzen und die Badewanne zu besteigen
(vgl. act. G 1, 10) - genutzt hat, welche Übungen er im Fitnessstudio gemacht hat bzw.
auch heute noch machen könnte, ob diese Übungen ihm vielleicht helfen würden und
ob er somit nicht sogar allenfalls im Rahmen der Schadenminderungspflicht zum
Besuch des Fitnessstudios anzuhalten wäre, ist jedoch weder dem Abklärungsbericht
noch den übrigen Akten zu entnehmen. Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass
der Beschwerdeführer gemäss der Klinik Valens in allen Alltagsaktivitäten selbstständig
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und auch in komplexen Gangarten sicher mobil gewesen ist, dass er - ohne dass
beispielsweise von einer Sturzgefahr die Rede gewesen wäre - immerhin zwei Stunden
täglich unter Aufsicht an seinem alten Arbeitsplatz bei der E._ AG Hilfsarbeiten
übernommen und sogar für ein halbes Jahr offenbar regelmässig das Fitnessstudio
besucht hat und dass Dr. D._ andererseits kurze Zeit nach dem Reha-Aufenthalt in
der Klinik Valens dessen Erfolg ernsthaft in Frage gestellt und weiterhin von
anhaltenden grob- und feinmotorischen Defiziten sowie einer Gangunsicherheit und
kognitiven Einschränkungen berichtet hat, lässt sich weder der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers noch eine allfällige Hilflosigkeit zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache bestimmen.
2.2 Zum Bezug einer Hilflosenentschädigung hat sich der Beschwerdeführer erst vier
Jahre nach der Rentenzusprache angemeldet. Dabei hat er eine starke Einschränkung
der linken Körperhälfte u.a. mit Lähmungserscheinungen geltend gemacht, aufgrund
derer es unmöglich sei, zu arbeiten (IV-act. 54). Weshalb die Anmeldung so spät erfolgt
ist, ist nicht bekannt und es stellt sich die Frage, ob allenfalls eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten ist. Der
Beschwerdeführer hat im Anmeldeformular angegeben, der Hilfebedarf in den
verschiedenen allgemeinen Lebensverrichtungen bestehe seit Mai 2012, also seit der
Rentenzusprache (IV-act. 54-3). Dr. D._ hat am 18. März 2016 angegeben, der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei gleich bleibend bzw. sich
verschlechternd. Er hat allerdings lediglich von einer beinbetonten Hemiparese und von
einer "subjektiv berichteten Konzentrationsschwäche" berichtet. Die Beinschwäche
links sollte durch die verordnete Physiotherapie verbessert werden können (IV-act. 59).
Demgegenüber hatte er im Jahr 2012 noch ein sensomotorisches Hemisyndrom links
u.a. mit einem sensomotorischen Defizit am linken Arm diagnostiziert (vgl. IV-act. 13,
31). Ob das sensomotorische Defizit im linken Arm noch besteht, ist dem Bericht vom
18. März 2016 nicht zu entnehmen. Dennoch ist die Abklärungsverantwortliche im
Abklärungsbericht, gestützt auf den fünf Jahre alten Bericht der Klinik Valens vom 12.
Mai 2011, davon ausgegangen, dass eine Sensibilitätsstörung im linken Arm bestehe
(IV-act. 64-1). Auch die Stellungnahme von Dr. D._ vom 2. Januar 2017 vermag den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht umfassend darzustellen. Dr. D._
hat darin lediglich die subjektiven Beschwerden des Beschwerdeführers
wiedergegeben und einzig objektiv festgehalten, dass die klinische Untersuchung eine
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deutlich eingeschränkte Muskelkraft des linken Armes und Beines gezeigt habe und
dass kein Tremor habe nachgewiesen werden könne (act. G 10.1). Inwiefern sich die
eingeschränkte Muskelkraft auf die Funktionsfähigkeit der linken Körperhälfte auswirkt,
ob die Sensomotorik massgeblich eingeschränkt ist und ob eine
Gleichgewichtsstörung oder eine Sturzgefahr besteht, lässt sich den medizinischen
Akten nicht entnehmen.
2.3 Die vorliegenden medizinischen Akten lassen also weder einen einwandfreien
Rückschluss auf den Gesundheitszustand und die Hilfsbedürftigkeit des
Beschwerdeführers zum Zeitpunkt der Rentenzusprache noch eine Beurteilung des
aktuellen Gesundheitszustandes zu. Insbesondere liegen keine Berichte behandelnder
Ergo-/Physiotherapeuten oder Berichte über den Arbeitsversuch im Jahr 2012 vor, die
einen Rückschluss auf die tatsächlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers zulassen
würden (vgl. IV-act. 44, 59). Zudem ist in Bezug auf die immer wieder erwähnten
kognitiven Einschränkungen des Beschwerdeführers lediglich bekannt, dass sich diese
in den Bereichen des Planungsvermögens, der Aufmerksamkeit und teilweise des
Gedächtnisses zeigen (IV-act. 26-3, 35). Wie stark diese Defizite ausgeprägt sind und
ob sie allenfalls dazu geeignet sind, eine Hilfsbedürftigkeit in alltäglichen
Lebensverrichtungen zu begründen, kann anhand der vorliegenden medizinischen
Aktenlage nicht beurteilt werden. Gesamthaft ist es aufgrund der ungenügenden
medizinischen Aktenlage nicht möglich, die Hilflosigkeit in den alltäglichen
Lebensverrichtungen und den Bedarf an einer dauernden Pflege, Überwachung und/
oder einer lebenspraktischen Begleitung zum Zeitpunkt der Anmeldung für eine
Hilflosenentschädigung zu bestimmen.
2.4 Bei der Abweisung des Gesuchs um eine Hilflosenentschädigung hat sich die
Beschwerdegegnerin neben den medizinischen Akten auf das Ergebnis der am 3. Juni
2016 durchgeführten Abklärung vor Ort gestützt und erklärt, die gelegentlichen,
wenigen Hilfestellungen bei den Alltagsverrichtungen könnten nicht als Hilflosigkeit in
den jeweiligen Lebensverrichtungen gewertet werden (vgl. IV-act. 65 f., 68, 76). Der
Abklärungsbericht ist jedoch, abgesehen davon, dass er gestützt auf eine
unzureichende medizinische Grundlage verfasst worden ist, nicht geeignet, den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Hilflosenentschädigung zu beurteilen. So
hat die Abklärungsverantwortliche darin beispielsweise festgehalten, dass weder
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motorische noch kognitive Einschränkungen bestünden, die den Beschwerdeführer am
selbstständigen An- und Auskleiden hindern würden (IV-act. 64-2). Der
Beschwerdeführer hat dazu angemerkt, er sei aufgrund seiner Vergesslichkeit darauf
angewiesen, dass seine Ehefrau ihm die Kleider "richte" (IV-act. 64-7). Es ist nicht
ersichtlich, ob er mit dem Wort "richten" lediglich das Bereitlegen der Kleider oder aber
auch das Anziehen an sich bzw. die Kontrolle, ob alle Kleidungsstücke korrekt
angezogen worden sind gemeint hat. Die Beschwerdegegnerin hat wohl ersterer
Interpretation den Vorzug gegeben, als sie in ihrem Vorbescheid bzw. in der
angefochtenen Verfügung erklärt hat, das Richten der Kleidung sei nicht erheblich und
könne deshalb nicht berücksichtigt werden (IV-act. 66, 68). Weil jedoch nicht bekannt
ist, wie vergesslich der Beschwerdeführer tatsächlich ist (vgl. E. 2), kann die Frage
nach der Erheblichkeit und Regelmässigkeit in Bezug auf den Hilfebedarf beim An- und
Ausziehen bzw. beim "Richten" der Kleider nicht überzeugend beantwortet worden
sein. In Bezug auf die Lebensverrichtung Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher
Kontakte hat die Abklärungsverantwortliche eine Hilfsbedürftigkeit zwar verneint, dabei
jedoch festgehalten, dass der Beschwerdeführer bei weiteren Strecken im Freien eine
Begleitung wünsche, weil er Angst vor Stürzen habe. Zudem hat sie berichtet, dass der
Beschwerdeführer gelegentlich von der Ehefrau losgeschickt werde, um im
nahegelegenen Denner Salz zu kaufen und dann mitten im Laden nicht mehr wisse,
was er mitbringen solle, und dass es aufgrund der Sturzgefahr eigentlich besser sei,
wenn der Beschwerdeführer nicht einkaufen gehe. Grundsätzlich hat die Ehefrau also
offenbar keine Bedenken gehabt, den Beschwerdeführer alleine zum Einkaufen zu
schicken. In Bezug auf die selbstständige Fortbewegung scheint dies ihrer Ansicht
nach nämlich durchaus im Bereich des Machbaren zu liegen und einzig in Bezug auf
die Vergesslichkeit ein Problem darzustellen. Dennoch ist abschliessend festgehalten
worden, dass es aufgrund der Sturzgefahr generell besser sei, wenn der
Beschwerdeführer überhaupt nicht einkaufen gehe. Aufgrund der Widersprüchlichkeit
der Aussagen lassen diese keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Gehfähigkeit des
Beschwerdeführers zu. Die Tochter des Beschwerdeführers hat gemäss den
Ausführungen der Abklärungsverantwortlichen ausserdem angegeben, dass aufgrund
der Gleichgewichtsprobleme und der Beinschwäche zwar eine Sturzgefahr bestehe,
dass jedoch in den letzten Jahren keine nennenswerten Stürze vorgefallen seien.
Abgesehen davon, dass die tatsächliche Gehfähigkeit des Beschwerdeführers im
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Rahmen der Abklärung vor Ort offenbar nicht praktisch geprüft worden ist bzw.
Entsprechendes dem Abklärungsbericht nicht zu entnehmen ist, ist nicht bekannt, ob
der Beschwerdeführer schon einmal gestürzt ist und ab wann ein Sturz für die Tochter
bzw. die Abklärungsverantwortliche "nennenswert" ist. Insgesamt basieren auch die
meisten anderen Angaben im Abklärungsbericht zu den alltäglichen
Lebensverrichtungen nicht auf dem Ergebnis einer praktischen Prüfung im Sinne eines
Augenscheins. Die Abklärungsverantwortliche hat lediglich beobachtet, dass der
Beschwerdeführer sich im Sitzen zu den Füssen bücken, dass er sich selbstständig
vom Sofa erheben und dass er mit der linken Hand ein Glas hat hochheben können. Ob
dieses Glas leer oder voll gewesen ist, geht im Übrigen nicht aus dem Bericht hervor,
obwohl dies für die Beurteilung, inwiefern der Beschwerdeführer seine linke Hand
einsetzen kann, von Bedeutung gewesen wäre. Der zum Halten eines Glases benötigte
Kraftaufwand ist aufgrund des höheren Gewichts bei einem vollen Glas nämlich
grösser als bei einem leeren Glas. Dem Bericht ist zudem nicht zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer demonstriert hätte, wie er geht, isst, duscht, sich abtrocknet und
sich anzieht. Auch steht nicht fest, ob der Beschwerdeführer dazu imstande ist,
selbstständig Termine abzumachen und einzuhalten. Während die
Abklärungsverantwortliche berichtet hat, der Beschwerdeführer habe den Termin für
die Abklärung vor Ort mit ihr am Telefon vereinbart, hat die Tochter des
Beschwerdeführers der Abklärungsverantwortlichen gegenüber offenbar erklärt, dass
es sich dabei um eine Ausnahme gehandelt habe und dass der Beschwerdeführer dazu
grundsätzlich aufgrund seiner Vergesslichkeit nicht imstande sei (IV-act. 64-4). Welche
dieser einander widersprechenden Aussagen zutrifft, lässt sich aufgrund der
mangelhaften medizinischen Aktenlage insbesondere in Bezug auf die kognitiven
Fähigkeiten des Beschwerdeführers nicht beurteilen. Auch der Abklärungsbericht bietet
also keine genügende Grundlage zur Beantwortung der Frage, ob der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat.
2.5 Zusammenfassend kann die Hilflosigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen
anhand der vorliegenden Akten also nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmt werden.
3.
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3.1 Als hilflos gilt eine versicherte Person nicht nur, wenn sie im Sinne des Art. 9 ATSG
hilflos ist, sondern gemäss dem Art. 42 Abs. 3 IVG auch dann, wenn sie zuhause lebt
und wegen ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung dauernd auf eine lebenspraktische
Begleitung angewiesen ist. Ist nur die psychische Gesundheit beeinträchtigt, muss für
die Annahme einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine Viertelsrente
gegeben sein. Ist eine Person nur dauernd auf eine lebenspraktische Begleitung
angewiesen, liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor (vgl. auch Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV).
Ein Bedarf an einer lebenspraktischen Begleitung besteht, wenn eine versicherte
Person aufgrund ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung ohne die Begleitung einer
Drittperson nicht selbständig wohnen kann, wenn sie für Verrichtungen und Kontakte
ausserhalb der Wohnung auf die Begleitung einer Drittperson angewiesen ist oder
wenn sie ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (Art. 38
Abs. 1 IVV). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist im Rahmen der
lebenspraktischen Begleitung im Sinne des Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV sowohl die direkte
als auch die indirekte Dritthilfe zu berücksichtigen. Wenn eine Begleitperson also die
notwendigerweise anfallenden Tätigkeiten (Tagesstrukturierung, Bewältigung von
Alltagssituationen, Haushaltsführung; vgl. Rz. 8050 KSIH) selbst ausführt, weil die
versicherte Person dazu gesundheitsbedingt trotz Anleitung und Überwachung
beziehungsweise Kontrolle nicht in der Lage ist, ist auch dieser Aufwand als Teil der
lebenspraktischen Begleitung zu qualifizieren (BGE 133 V 450). Zu den erwähnten
notwendigerweise anfallenden Tätig-keiten zählen etwa das Kochen, das Einkaufen,
das Besorgen der Wäsche und die Wohnungspflege (vgl. das Urteil 9C_410/2009 vom
1. April 2010, E. 5.4). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen interpretiert
diese Rechtsprechung dahingehend, dass jede versicherte Person, die
krankheitsbedingt ihren Haushalt nicht mehr selbst besorgen kann, auf eine
lebenspraktische Begleitung angewiesen ist und deshalb als hilflos gilt, wenn ihr das
Verbleiben in der eigenen Wohnung ohne eine Haushaltshilfe nicht mehr zugemutet
werden kann (Entscheid IV 2013/412 vom 16. April 2014).
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch auf eine lebenspraktische Begleitung
mit der Begründung verneint, dass der Beschwerdeführer unter Verwendung von
Hilfsmitteln (Agenda, Einkaufszettel etc.) im Haushalt selbstständig sein könne und
dass im Rahmen der Schadenminderungspflicht eine gewisse Mithilfe seiner im selben
Haushalt lebenden Familienmitglieder erwartet werden müsse (IV-act. 68). Das
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versicherte Gut besteht jedoch offensichtlich ausschliesslich aus der persönlichen
Fähigkeit der versicherten Person, selbstständig zu wohnen, ausserhäusliche
Verrichtungen ohne Begleitung vorzunehmen und Kontakte zu pflegen bzw. sich nicht
zu isolieren. Deshalb ist bei der Beantwortung der Frage, ob eine lebenspraktische
Begleitung notwendig ist, zu beachten, dass nicht die Fähigkeit der Hausgemeinschaft
(bestehend aus der versicherten Person und den mitwirkungsfähigen
Familienangehörigen), den Haushalt und Alltagsgeschäfte zu erledigen sowie die
Kontaktpflege für und mit dem Beschwerdeführer zu gewährleisten, versichert ist. Die
Frage, ob der Beschwerdeführer eine lebenspraktische Begleitung benötigt, muss
deshalb zwingend unabhängig von der Verfügbarkeit mithelfender Familienangehöriger
beantwortet werden. Das Bundesgericht geht demgegenüber, indem es sich offenbar
an seiner Praxis zur Invaliditätsbemessung im eigenen Haushalt tätiger Personen
orientiert, davon aus, dass im Zusammenhang mit der lebenspraktischen Begleitung
eine Schadenminderungspflicht von Angehörigen besteht (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 9. November 2007 I 1013/06 E. 7.2 f.). Aus den oben genannten
Gründen ist das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen jedoch stets der Ansicht
gewesen, dass keine solche Schadenminderungspflicht von Angehörigen bestehen
kann (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19.
Oktober 2006 IV 2006/161 E. 4). Weil das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
keinen Anlass für eine Praxisänderung sieht, ist auch im vorliegenden Fall also
ausschliesslich massgebend, inwieweit der Beschwerdeführer selbst zumutbarerweise
in der Lage wäre, seinen Haushalt, die Administration (Zahlungsverkehr, Krankenkasse,
Steuern usw.) und Behördengänge respektive Besorgungen ohne jegliche Dritthilfe zu
tätigen.
3.3 Die Beschwerdegegnerin hat den Bedarf des Beschwerdeführers nach einer
lebenspraktischen Begleitung nur unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht der
Angehörigen betrachtet (vgl. IV-act. 65 f., 68). Deshalb hat sie nicht geprüft, welche im
Haushalt anfallenden Aufgaben der Beschwerdeführer selber effektiv noch ausführen
kann, welche ausserhäuslichen Verrichtungen ohne Begleitung möglich sind und ob
sich der Beschwerdeführer ohne Begleitung allenfalls isolieren würde. Abgesehen
davon, dass der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, bietet der
Abklärungsbericht aufgrund der darin enthaltenen Widersprüche, die im Verlauf des
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Verwaltungsverfahrens und später im Verlauf des Beschwerdeverfahrens nicht geklärt
worden sind, keine genügende Grundlage zur Beantwortung der Frage nach einem
allfälligen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung (vgl. auch E. 2). So geht aus dem
Abklärungsbericht beispielsweise einerseits hervor, dass der Beschwerdeführer bei den
anfallenden Haushaltsarbeiten nicht soll mithelfen können. Andererseits ist jedoch auch
festgehalten worden, dass die Ehefrau ihn zur Mithilfe auffordern müsse, dass sie aber
alleine schneller sei als mit seiner Hilfe. Weiter sind Tätigkeiten aufgezählt worden, die
dem Beschwerdeführer offenbar im jeweiligen Bereich (Putzen, Waschen/Bügeln,
Mahlzeiten organisieren/Kochen) trotz der geltend gemachten gesundheitlichen
Einschränkungen möglich sind. So könne der Beschwerdeführer beispielsweise beim
Rüsten von Gemüse mithelfen. Wie dies möglich sein soll, obwohl der
Beschwerdeführer offenbar nicht einmal ein Glas soll wegräumen können, weil er
dieses angeblich fallen lasse, ist nicht nachvollziehbar. Ausserdem hat der
Beschwerdeführer in Bezug auf die Lebensverrichtung Essen geltend gemacht,
aufgrund seiner Gefühllosigkeit in der linken Hand kaum mit Messer und Gabel essen
zu können. In Bezug auf die Lebensverrichtung Fortbewegung hat er zudem erklärt,
aufgrund der Gefühllosigkeit in der linken Hand keinen Rollator bedienen zu können
(act. G 1, 10). Beim Rüsten von Gemüse müsste er jedoch mit der einen Hand das
Gemüse und mit der anderen den Sparschäler festhalten und beim Ausführen der
Schälbewegung einen gewissen Druck auf das Gemüsestück ausüben. Ob der
Beschwerdeführer zudem tatsächlich gesundheitlich derart eingeschränkt ist, dass er
ohne eine Begleitung und die Verwendung zumutbarer Hilfsmittel (Rollator,
Einkaufszettel, Agenda) keine ausserhäuslichen Besorgungen machen könnte, ist somit
nicht bekannt. Dass der Beschwerdeführer teilweise vergesslich gewesen ist, ist zwar
im Bericht vom 9. August 2011 aufgeführt worden (IV-act. 26, vgl. auch IV-act. 30 f.,
40), doch steht nicht fest, in welchem Umfang ihn diese teilweise Vergesslichkeit
damals im Alltag eingeschränkt hat und ob sie dazu führt, dass er im Rahmen der
angefochtenen Verfügung einer lebenspraktischen Begleitung bedürfte. Auch der für
die Beurteilung der Frage nach dem Anspruch auf eine lebenspraktische Begleitung
massgebliche Sachverhalt steht deshalb nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest.
4.
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4.1 Zusammenfassend erweist sich der massgebliche Sachverhalt als ungenügend
abgeklärt. Die Verfügung vom 20. September 2016 ist deshalb in Verletzung der
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen und somit als rechtswidrig
aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dabei hat die Beschwerdegegnerin auf jeden
Fall eine neurologische Begutachtung in Auftrag zu geben. Es steht in ihrem Ermessen,
den Beschwerdeführer auch in anderen Bereichen begutachten zu lassen. Dazu hat die
Beschwerdegegnerin zwingend die vollständige Krankengeschichte, insbesondere alle
Berichte der Ergo- und Physiotherapeuten, einzuholen. Ausserdem hat sie einen
speziellen Fragenkatalog zu erstellen, der es dem Gutachter ermöglicht, den
Beschwerdeführer im Hinblick auf die Aspekte der Hilflosigkeit in den alltäglichen
Lebensverrichtungen und der lebenspraktischen Begleitung zu untersuchen. Im
Anschluss an die Begutachtung steht es im Ermessen der Beschwerdegegnerin, ob sie
eine erneute Abklärung an Ort und Stelle als angezeigt erachtet.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Rückweisung
der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die Verwaltung ist als
volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E. 6.2).
Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat
keine Honorarnote eingereicht. Ein durchschnittlich aufwändiger IV-Rentenfall wird in
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der Regel mit Fr. 3'500.-- entschädigt. Im hier zu beurteilenden Fall stellt sich nur eine
Rechtsfrage und das Aktendossier ist wenig umfangreich, sodass der Aufwand bis zur
nötigen Kenntnis des massgeblichen Sachverhalts verhältnismässig gering gewesen
ist. Deshalb ist trotz des doppelten Schriftenwechsels und der im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens eingeholten Stellungnahme des behandelnden Arztes von
einem unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwand auszugehen. Eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
erschein somit als angemessen.