Decision ID: 435990d9-74eb-46da-a0f7-79966ffc0ae5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
war bis 2011 als Projektingenieur bei
Y._
angestellt. Seither ging
er
– mit Ausnahme einer kurzzeitigen Beschäftigung im Februar 2013
(
vgl.
Urk.
6/17/1
)
– keiner Er
werbs
tätigkeit mehr nach. Am 1
4.
Mai 2014 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hin
weis auf eine seit 2012 bestehende psychische Erkrankung bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
2).
Diese tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen und teilte dem Versicherten gestützt darauf mit Vorbescheid vom 2
0.
April 2015 mit, dass sein Leistungsbegehren abgewiesen werde (
Urk.
6/32). Hiergegen liess der Ver
sicherte am 2
2.
April 2015 Einwand (
Urk.
6/33; mit Ergänzung vom 1. September 2015,
Urk.
6/42) erheben
.
Daraufhin liess die IV-Stelle den Versicherten psy
chia
trisch begutachten (
Gutachten vom 2
1.
April 2017,
Urk.
6/68
; mit Ergänzung vom 1
4.
Oktober 2017,
Urk.
6/90
).
Mit Verfügung vom
2
8.
März 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab (
Urk.
2 [=
Urk.
6/98)]).
2.
Hiergegen liess der Versicherte am
3.
Mai 2018 Beschwerde (
Urk.
1) erheben und beantragen, es sei ihm ab November 2014 eine ganze Rente der Invaliden
ver
si
cherung auszurichten. Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerde
führer am 1
3.
Juni 2018 mitgeteilt wurde (
Urk.
7). Mit Schreiben vom 3
1.
Juli 2018 (
Urk.
8) liess sich der Beschwerdeführer erneut vernehmen und reichte einen ergotherapeutischen Verlaufsbericht zu den Akten (
Urk.
9), was der Beschwerde
gegnerin am
2.
August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die
Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines renten
be
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
su
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gege
benenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, die medizinischen Unterlagen liessen nicht auf einen invalidenver
sicherungs
recht
lich relevanten Gesundheitsschaden schliessen. Gemäss dem eingeholten psy
chiatrischen Gutachten sei eine stufenweise Eingliederung in eine angepasste Tätigkeit möglich. Eingliederungsmassnahmen seien dem B
eschwerdeführer an
ge
boten
, da sich dieser aber nicht zu solchen bereit erklärt habe, seien sie ein
gestellt worden. Da nicht von einer langandauernden Arbeitsunfähigkeit auszu
gehen sei, bestehe auch kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend
(
Urk.
1)
,
die verschiedenen ärztlichen Berichte würden ihn allesamt als zu zwischen 50 %
und 100 % arbeitsunfähig erachten. Auch der Gutachter komme zum Schluss
,
d
as
s
seine Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei.
S
eit September 2017
erachte ihn der Gutachter
in einer leidensangepassten Tätigkeit
als arbeit
s
fähig, was jedoch nach Ansicht seines behandelnden Psychiaters absolut unrealistisch sei. In seinen ergänzenden Ausführungen komme der Gutachter auch zum Schluss, dass das
Leistungsprofil
einem geschützten Arbeitsplatz recht nahe komme.
Ge
stützt auf die Aussagen des behandelnden Psychiaters wie auch des Gutachters sei es unhaltbar, dass die Beschwerdegegnerin
von keinem IV-relevanten Ge
sundheitsschaden ausgehe. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt keine effektiv verwertbare Arbeits
fähigkeit bestehe, demnach seit November 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliege und er daher Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Sofern das Gericht dennoch davon ausgehe, dass er seine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verwerten könne, so sei zu beachten, dass er bis April 2017 lediglich zu 50 % und hernach zu 100 % in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei
. Ausgehend von seinem zuletzt erzielten Einkommen resultiere für den Ein
kommensvergleich ein
Valideneinkommen
von Fr.
126'482.
. Sein Invaliden
einkommen sei ausgehend vom Tabellenlohn nach LSE für Hilfsarbeiten zu ermitteln und sei in der Grössenordnung v
o
n Fr. 66'000.
festzusetzen. Davon rechtfertige sich aufgrund der Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug von 20 % bis 25 %. Da
raus resultiere bis April 2017 e
in Invaliditätsgrad von über 70 % und daher bis Juli 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Hernach resultiere ein Invaliditätsgrad von 58 %, weshalb er ab August 2017 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde am 2
1.
April 2017 von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
fachpsychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom
2
1.
April 2017
(
Urk. 6
/
68
) werden die zu diesem Zeitpunkt auf
liegenden Akten zusammengefasst (Urk.
6
/
68
/
2 f.)
, weshalb sie vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben werden.
Dr.
Z._
stellte fest, der Beschwerdeführer habe sich während der gesamten Exploration kooperativ verhalten und sei bemüht gewesen
,
zu seinen Problemen ausführlich Auskunft zu geben. Er sei nicht schmerzgequält gewesen und die Kontaktaufnahme sei unkompliziert erfolgt; der Beschwerdeführer habe sich spon
tan und offen auf die Untersuchung eingelassen. Während der gesamten Untersuchungszeit habe er das Gespräch aufmerksam verfolgt; die Aufmerksam
keitsspanne sei fokussiert und aufrechterhalten geblieben. Es sei problemlos ein guter affektiver Rapport zustande gekommen. Der Beschwerdeführer habe klare und präzise Antworten gegeben und habe seine Lebensgeschichte respektive seine Beschwerden fliessend und genau geschildert, was auf unauffällige mnestische Funktionen hindeute. Es hätten keine Hinweise auf relevante kognitive Schwie
rigkeiten bestanden.
Der Beschwerdeführer sei zu allen Qualitäten vollständig orientiert gewesen. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis seien ebenso wie das formale und inhaltliche Denken ungestört gewesen. Anamnestisch
-
nicht aber in der Untersuchung
-
fänden sich Hinweise auf
Derealisationserlebnisse
. Ansonsten bestünden keine Hinweise auf Fremdbeeinflussungserleben, Deperso
nali
sationsphänomene oder hypochondrische Erlebnisverarbeitung. Anamnes
tis
ch seien Intrusionen bekannt, in der Untersuchung seien jedoch keine Hinweise für Wahn- oder Sinnesstörungen feststellbar
gewesen
. Der Beschwerdeführer
sei in ängstlich-depressiver Mittellage und vermindert schwingungsfähig, die affektive Modulationsfähigkeit
sei
somit reduziert gewesen. Psychomotorisch habe eine reduzierte Mimik und Gestik bestanden (
Urk.
6/68/10 ff.)
Weiter führte
Dr.
Z._
aus, die Fähigkeit des Beschwerdeführers zur An
passung an Regeln und Routine, zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten und die Wegefähigkeit seien nicht eingeschränkt. Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie die Durchhalte
fähigkeit seien leichtgradig eingeschränkt und die Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die Selbstbehauptungsfähigkeit seien mittelgradig eingeschränkt (
Urk.
6/68/12 f.).
Dr.
Z._
schloss
,
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.8). Der Beschwerdeführer
leide seit seiner Kindheit unter den Folgen körperlicher und sexueller Übergriffe sowie emotionaler Deprivation. Im Alter von 15 Jahren sei er Zeuge zweier tödlicher Unfälle (Zug und Auto) gewesen, 2007 sei er mit einem Messer bedroht worden und 2010 sei er in eine Schiesserei geraten und habe gegen den Tatverdächtigen aussagen müssen. 2011 habe er seine Arbeitsstelle ge
kündigt und
sei
mit dem Wohnwagen nach Frankreich ausgewandert,
von wo er
2013 in die Schweiz zurückgekehrt
sei
. Aus der Anamnese, dem Befund und den vorliegenden Daten ergebe sich die Diagnose der komplexen posttrau
mati
schen Belastungsstörung. Die Kriterien einer posttraum
atischen Belastungsstö
rung seien
nicht vollständig erfüllt, da der Beschwerdeführer etwa mit seinem Wohnwagen in der Nähe eines Schiessplatzes lebe. Es handle sich um eine wiederholte Traumatisierung seit der Kindheit, welche der Beschwerdeführer zwischenzeitlich habe kompensieren können. Durch das Krankheitsbild bedingt bestehe eine undifferenzierte Symptombeschreibung. Dass der Beschwerdeführer seinen Haushalt erledigen könne, sich aber ausser Stande sehe eine Arbeits
fähig
keit auszuüben, sei als mangelnde Leistungsbereitschaft u
nd Selbstlimitierung zu werten (
Urk.
6/68/15 f.).
Der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit seit März 2013 nicht mehr arbeitsfähig. In einer Tätigkeit mit konstanten Arbeitsanforderungen, über
schaubarem Aufgabenbereich, ohne Verantwortung für Menschen und Maschi
nen, konstanter sozialer Umgebung, ohne konfliktträchtige soziale Interaktionen, konstanten Arbeitszeiten mit der Möglichkeit zusätzlicher betriebsunüblicher Pausen, flexiblem Leistungspensum und ohne Zeitdruck sei er ab dem Unter
suchungszeitpunkt zu 100 % arbeitsfähig. Zuvor habe von März 2013 bis Juni 2014 keine und ab Juli 2014 bis zum Untersuchungszeitpunkt eine Arbeitsfähig
keit von 50 % bestanden (
Urk.
6/68/19).
3
.2
Am
7.
August 2017
nahm
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als behandelnder Arzt des Beschwerdeführers zum Gutachten von
Dr.
Z._
Stellung (
Urk.
6/80). Er führte aus, die Einschätzungen des Gut
achters zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seien absolut unrealistisch. Bei einem kurzen Kontakt mit dem Beschwerdeführer im Rahmen einer Begut
achtung könne durchaus ein falscher Eindruck entstehen, da dieser sich gut ausdrücken könne und seine Einschränkungen und das Mass seines Leidens daher nicht klar w
ürden
. Der Aktivitätsradius des Beschwerdeführers sei seit längerem sehr eingeschränkt. Er könne seinen Haushalt (Wohnwagen) nur knapp besorgen und nur das Nötigste einkaufen gehen
oder kochen
.
Nebst der Ergotherapie und den psychotherapeutischen Sitzungen falle es dem Beschwerdeführer schwer Aktivitäten nachzugehen. Seine sozialen
Kontakte seien eingeschränkt und es falle ihm schwer seinen Wohnwagen zu verlassen. Mit professioneller Unter
stützung seiner Ergotherapeutin sei es ihm in kleinen Schritten gelungen, besser für sich zu sorgen, aktiver zu werden und wieder soziale Kontakte zu pflegen. Mit Blick darauf
,
was der Beschwerdeführer
der
zeit effektiv leisten könne, sei eine angepasste Tätigkeit
aktuell
absolut unrealistisch. Bevor an eine Arbeitstätigkeit zu denken sei, müss
t
e
n
die Belastbarkeit und der Aktivitätsradius deutlich erhöht werden.
Di
e
dipl.
Ergotherapeutin
B._
führte am 1
3.
September 2017 aus (
Urk.
6/85), der Beschwerdeführer gehe nur mit Mühe einkaufen und erledige den Haushalt nur sporadisch. Nebst seinen Spaziergängen gehe er keinen Freizeit
aktivitäten nach und er pflege nur minimale soziale Kontakte.
Er erfülle öfter Aufgaben für andere als für sich selber. Es zeigten sich Denk- und Hand
lungs
blockaden. Der Beschwerdeführer zweifle stark an seiner Selbstkompetenz und der Berechtigung
,
für sich selber handlungsfähig sein zu dürfen.
3.3
In seiner Ergänzung vom 1
4.
Oktober 2017
(Urk. 6/90)
zum Gutachten führte
Dr.
Z._
aus,
die Berichte von
Dr.
A._
und Frau
B._
(E. 3.2) stünden
nicht
in Widerspruch zu den dem Gutachten zugrunde liegenden
,
anamnestisch erhobene
n
und dokumentierten Informationen. Das im Gutachten beschriebene Leistungsbild komme einem geschützten Arbeitsplatz schon recht nahe. Wenn auf dem ersten Arbeitsmarkt ein Arbeitsplatz mit dem beschriebenen Leistungsprofil gefunden werden könne, so sei einer Wiedereingliederung seiner Ansicht nach möglich. Ansonsten sei ein geschützter Arbeitsplatz im Sinne einer arbeitsinte
grativen Massnahme erforderlich.
4.
4.1
Das
psychiatrische
Gu
tachten basiert auf umfassenden
Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk.
6/68/2 f.)
. Der Beschwerde
führer konnte seine Beschwerden
vor dem
Gutachter eingehend schildern und wurde von diese
m
– soweit fachspezifisch erforderlich - detailliert befragt
(Urk.
6/68/3 ff.)
.
Der Gutachter legte die Zusammenhänge dar und begründete seine Schlussfolgerung nachvollziehbar.
Mith
in erfüllt das Gutachten die
rechtspre
chungsgemässen Anforderungen an eine beweistaugliche Entscheidungsgrund
lage (vgl. E. 1.4), weshalb darauf
abzustellen ist.
Im Zusammenhang mit der eingangs erwähnten – nach Erlass der angefochtenen Verfügung ergangenen – Rechtsprechungsänderung zur Beurteilung der Arbeits
fähigkeit bei sämtlichen psychischen Erkrankungen (BGE 143 V 409 und 143 V 418) ist übergangsrechtlich bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungs
ände
rung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
Vorliegend traf
Dr.
Z._
seine Arbeitsfähigkeitseinschätzung bereits unter Berücksichtigung der wesentlichen Standardindikatoren (vgl. E. 1.2) wie etwa der vorhandenen Ressourcen und der Konsistenz (vgl.
Urk.
6/68/17 f.). Auch wenn die Einschätzung nicht explizit mit Bezug auf BGE 141 V 281 respektive die darin statuierten Standardindikatoren begründet wurde, ist das Gutachten – da es Angaben zu sämtlichen Standardindikatoren enthält –
grundsätzlich
als Beweis
grund
lage hera
n
zuziehen.
Zu prüfen bleibt, ob
die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
auch
mit Blick auf die neue Rechtsprechung nachvollziehbar
ist
.
4.2
An objektiven Befunden stellte
Dr.
Z._
lediglich eine ängstlich-depressive Mittellage, eine verminderte Schwindungsfähigkeit und eine Reduktion der Psychomotorik fest. Die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung hielt er für nicht erfüllt. Er erachtete den Beschwerdeführer in seiner Kontakt
fähigkeit mittelgradig und in der Flexibilität/Umstellungsfähigkeit sowie der Durchhaltefähigkeit leichtgradig eingeschränkt
, während die weiteren Parameter unauffällig getestet wurden
(vgl. E.
3.1). Die di
agnoserelevanten Befunde erwei
sen
sich damit als nicht sonderlich schwer ausgeprägt.
Die bisherige Therapie scheint in diesem Sinne Wirkung zu zeigen, dass der Beschwerdeführer derzeit
einzig
einer ambulanten Behandlung bedarf, während er 2013/2014 noch stationär bet
reut wurde (vgl.
Urk.
6/7). Dr.
A._
wie auch Frau
B._
teilten in ihren Stellungnahme
n
mit, dass der Beschwerdeführer Fortschritte mache (vgl.
Urk.
6/
80/2 und 6/85/2), weshalb
ein gewisser Therapieerfolg zu verzeichnen ist.
Eingliederungsversuche wurden bislang n
icht unternommen,
weshalb zumindest nicht von einer Eingliederungsresistenz auszugehen ist. Anhaltspunkte für res
sour
cenhemmende Komorbiditäten lassen sich den aufliegenden Akten nicht entnehmen. Dr.
Z._
konnte in seiner Untersuchung keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder eine Persönlichkeitsakzentuierung
erheb
en. In eini
gen persönlichkeitsbezogenen Aspekten (etwa psychische Stabilität, Offenheit gegen
über neuen Erfahrungen, Selbstvertrauen, Gedächtnis, emotionale Funk
tio
nen, höhere kognitive Funktionen und Selbstwahrnehmung)
liess sich demge
gen
über
eine Einschränkung feststellen (vgl.
Urk.
6/68/14). Unter Berücksichtigung dieser Persönlichkeitsdiagnostik
ist aber
mit
Blick auf das hohe
Bildungsniveau, d
i
e
jahrzehntelange
Arbeitstätigkeit und d
i
e
Fortschritte
in der Krankheitstherapie von mobilisierbaren persönlichen Ressourcen des Beschwerdeführers auszugehen.
Im sozialen Kontext
gab der Beschwerdeführer an
,
zu seiner ehemaligen Lebens
partnerin und zu einem Kollegen eine freundschaftliche Beziehung zu pflegen. Mit seinem Psychiater und seiner Ergotherapeutin könne er über Alltägliches
sowie über
Probleme sprechen (
Urk.
6/68/8 f.). Damit verfügt der Beschwerde
führer
zwar
nicht über viele, aber dennoch vorhandene Ressourcen im sozialen Kontext.
Zu seinen Aktivitäten gab der Beschwerdeführer an, er stehe morgens um 07.00 Uhr auf, mache Gymnastik, erledige die Morgentoilette und frühstücke. Anschliessend habe er dreimal wöchentlich Therapietermine. Danach gehe er einkaufen, erledige Reparaturen und Reinigungsarbeiten, gehe spazieren und unterhalte sich manchmal spontan mit anderen Bewohnern des Campingplatzes oder mit seiner Ex-Partnerin. Er koche nur selten und esse einfache Gerichte, er habe keinen Fernseher aber sitze öfters vor dem PC, er lese und gehe gegen 24.00 Uhr zu Bett (
Urk.
6/68/7). Als Hobbys nannte er laufen und lesen; früher seien es mehr gewesen. Seinen Haushalt könne er erledigen (
Urk.
6/68/9). Demgegenüber führte
Dr.
A._
aus, der Beschwerdeführer könne seinen Haushalt nur knapp erledigen, nur das Nötigste einkaufen und kochen
, was Frau
B._
bestätigte
. Allerdings hielt sie auch fest, dass der Beschwerdeführer Spaziergänge unter
nehme und
sehr oft
Arbeiten für andere [statt sich selber] erledige (vgl. E. 3.2). Vor diesem Hintergrund, welcher einige Aktivitäten im privaten Lebensbereich erkennen lässt, besteht daher eine Inkonsistenz zum beruflichen Lebensbereich, in welchem sich der Beschwerdeführer nicht betätigt respektive sich nicht leis
tungsfähig sieht (vgl.
Urk.
6/68/7).
Ebenso besteht eine Inkonsistenz im Vergleich des geltend gemachten (ausgeprägten) Leidensdrucks und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Begutachtung kaum Einschränkungen zeigte (vgl. E. 3.1)
und auch lediglich eine (einmal wöchentlich stattfindende, vgl.
Urk.
6/80) ambu
lante Therapie wahrnimmt. Zusammenfassend lässt die Prüfung der funk
tionellen Leistungsfähigkeit anhand der bundesgerichtlichen Standardindika
toren
entge
gen den Vorbringen des Besch
w
erdeführers (E. 2.2, Urk. 8)
nicht auf eine erheb
liche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen. Dass
Dr.
Z._
ein posi
tives Leistungsbild formulierte, welches die Einschränkungen des Beschwerdefüh
rers berücksichtigt, ist
damit
nicht zu beanstand
en. Ebenso wenig ist aber zu bemängeln
, dass Dr.
Z._
in einer entsprechend angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % postulierte, da der Beschwerdeführer angesichts der vorhandenen Ressourcen, des Aktivitätsniveaus und des
nicht erheblichen
Leidensdrucks in der Lage ist
,
die – nur leicht ausgeprägten – krankheitsbedingten Einschränkungen zu überwinden.
4.3
Im Sinne der vorstehenden
Erwägungen ist der Beschwerdeführer im Unter
su
chungszeitpunkt als in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig zu erachten.
Für den Zeitraum von März 2013 bis Juni 2014 postulierte
Dr.
Z._
hinge
gen eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und von Juli 2014 bis zur Begutachtung im April 2017 eine solche von 50
%
, wozu er sich
auf die
Vorakten
stützte
. Vorliegend ist der Grad der Arbeitsunfähigkeit erst ab November 2014 relevant, da erst ab diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstehen konnte (Anmeldung vom 1
4.
Mai 2014 [
Urk.
6/2]
i.V.m
.
Art.
29 IVG [sechsmonatige Karenzzeit])
, weshalb
d
ie
Frage nach der
Arbeitsfähigkeit in der davorliegenden Zeit
unbe
antwortet
bleiben
kann
.
Im Bericht der
C._
vom
1.
Juli 2014 wurde von einer erfolgreichen Rückkehr in den Arbeits
markt bei schrittweiser Steigerung der Belastbarkeit ausgegangen (
Urk.
6/7/1). Sogar eine Rückkehr in die bisherige Tätigkeit - mit Hilfe eines beruflichen Wiedereingliederungsprogramms und einer schrittweisen Erhöhung der Belast
bar
keit –
wurde
für möglich gehalten (vgl.
Urk.
6/7/3).
Der den Beschwerdeführer
ab
Januar 2
014 behandelnde Psychotherapeut D._
postulierte am 11.
Juli 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einem angepassten Rahmen. Grund
sätzlich sei dem Beschwerdeführer unter gewissen Bedingungen auch die ange
stammte Tätigkeit weiterhin zumutbar. Eine berufliche Neuorientierung sei aber aus psychotherapeutischer Sicht erfolgsversprechender. Wichtig sei eine schritt
weise Steigerung des Pensu
ms und der Belastung (vgl. Urk.
6/8/7 f.).
Im Juli 2014 hielten demnach sowohl die
C._
als auch der behandelnde Psychotherapeut den Beschwerdeführer für arbeitsfähig und diese Arbeitsfähigkeit für
steigerbar
.
Demgegenüber hielten die Ärzte der
E._
_
den Beschwerde
führer in ihrem Bericht vom 15.
Januar 2015 für seit dem Jahr 2011 nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
6/30/3).
Ebenso
erachtete
Dr.
A._
in seinem Be
richt vom
1.
September 2016
eine Arbeitsfähigkeit
seit dem Jahr 2011
für
nicht
mehr
gegeben
(
Urk.
6/55/4). Auf diese Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen, welche
sich
retrospektiv
auf einen Zeitraum beziehen,
d
er vier respektive fünf Jahre zurückliegt
,
kann jedoch nicht abgestellt werden
. D
er Beschwerdeführer
befand
sich
in diesem
zurückliegenden Zeitraum nicht in Behandlung bei den Berichts
verfassern
,
deren
Einschätzung
en den echtzeitlichen
Berichten der
C._
und
von
Herrn
D._
widersprechen
(vgl. oben).
Gestützt auf diese Aktenlage ist eine Arbeitsunfähigkeit, welche über die vom psychiatrischen Gutachter im Zeitpunkt seiner Untersuchung postulierte Leistungseinschränkung hinausgeht, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt und hat mithin der Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (Art. 8 ZGB). Zusammenfassend ist demnach ab November 2014 von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 100 % in angepasster Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
auf eine angepasste
Tätigkeit eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf seine Erwerbsfähigkeit auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bis
herige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer lässt vortragen, sein zuletzt erzieltes Einkommen bei
Y._
habe für die Monate Januar bis Juni 2010 Fr. 63'241.
betragen, was aufgerechnet auf ein Jahr einem
Valideneinkommen
von Fr. 126'482.
entspreche und noch der Teuerung anzupassen sei.
Dem Aus
zug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers (
Urk.
6/17) kann
für das Jahr 2009 ein Einkommen von Fr. 87'105.
und für das Jahr 2010 ein solches von Fr. 96'916.
entnommen werden
.
In den Jahren zuvor (ab 2004) betrug sein jährliches Einkommen jeweils zwischen Fr. 75'000.
und Fr. 85'000.
. Das Einkommen für die erste Jahreshälfte 2011
er
scheint damit überdurchschnittlich erhöht und es ist davon auszugehen, dass im Zusammenhang mit der Arbeits
beendigung eine ausserordentliche
Entlöhnung
erfolgte, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
Gemäss den Angaben
des
ehemaligen Arbeitgebers
des Beschwerdeführers
(
Urk.
6/6) erzielte
dieser
denn auch
einen Lohn von monatlich Fr. 6'650.
, was den Ausgaben des Beschwerdeführers in der Anmeldung ent
spricht
(Urk. 6/24)
. Davon ausgehend
resultiert
- u
nter Berücksichtigung eines 13.
Monats
lohnes – ein Jahreseinkommen von Fr. 86'450.
.
Da dies wie gesehen dem langjährigen Durchschnitt entspricht, ist davon auszugehen, dass der Be
schwer
de
führer diese
s
Einkommen im Gesundheitsfalle weiterhin verdient hätte. Unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung seit 2011 (
Entwicklung der Nomi
nal
löhne für männliche Ange
stellte von 2‘171
Punkten im Jahr 20
11
auf 2‘
220 Punkte im Jahr 2014)
ist dem Einkommensvergleich somit
ein
Valideneinkommen
von Fr. 88'401.
zugrunde zu legen.
5.4
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt,
es sei ihm unter Berück
sichtigung seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht
mehr
möglich ein (Invaliden-)Einkommen zu erzielen. D
as beschriebene Leistungsbild sei derart ein
geschränkt, dass es für ihn nicht möglich sei
,
die
ihm
verbliebene Restar
beits
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verwerten
.
Mit Verweis auf
Dr.
Z._
’s
Ergänzung zum Gutachten
(E. 3.3) merkte er
an, dass
das
for
mulierte Leistungsbild einem geschützten Arbeitsplatz sehr
nahe
komme
(
Urk.
1).
Wie bereits ausgeführt (E. 5.2) ist zur Ermittlung des Invalideneinkommens rele
vant, was die versicherte Person
in
eine
r
ihr zumutbare
n
Tätigkeit bei aus
ge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis
).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeits
kräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK
1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers mög
lich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Das Leistungsbild des Beschwerdeführers wurde
von
Dr.
Z._
wie folgt for
muliert
(vgl. E. 3.1)
: «Tätigkeit
en
mit konstanten Arbeitsanforderungen, über
schau
barem Aufgabenbereich, ohne Verantwortung für Menschen und Maschi
nen, konstanter sozialer Umgebung, ohne konfliktträchtige soziale Interaktionen, konstanten Arbeitszeiten mit der Möglichkeit zusätzlicher betriebsunüblicher Pausen, flexiblem Leistungspensum und ohne Zeitdruck».
Dieses Belastungsprofil steht einer Hilfsarbeitertätigkeit in unterschiedlichsten Branchen nicht entgegen. Hinweise welche darauf hindeuten würden, dass der Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – welcher wie beschrieben
auch
Nischenarbeits
plätze bereithält – trotz seiner Einschränkungen keine geeignete Stelle finden könnte, bestehen nicht. Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich auch
nichts Konkretes
vor. Im Falle des
Beschwerdeführers muss daher ein invalidenver
sicherungsrechtlich erheblich erschwerter Zugang zum Arbeitsmarkt verneint werden.
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen, da der Beschwerdeführer seine Rest-Arbeitsfähigkeit nicht verwertet. Vor dem Hintergrund, dass Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Branchen bestehen, ist auf den branchenunabhängigen Lohn für Hilfstätigkeiten (Zentralwert), Kompetenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standar
di
sierten monatlichen Einkommen von Fr. 5'312.-- auszugehen (LSE 2014, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenzniveau 1, Männer). Aufgerechnet auf die durchschnitt
liche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, A-S) ergibt dies ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 66‘453.-- (Fr. 5‘312.-- / 40 x 41.7 x 12).
Der Beschwerdeführer bringt vor, aufgrund
d
es erhöhten Pausenbedarfs und des äusserst
eingeschränkten Leistungsbildes
sei ein erheblicher Abzug vom Tabellen
lohn vorzunehmen
(
Urk.
1)
.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangs
wert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung ge
tragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt ins
besondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versi
cherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeits
fähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom
22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/
2016
vom 22. März 2017 E. 3.1).
Wie ausgeführt, hält der ausgeglichene Arbeitsmarkt Nischenarbeitsplätze bereit. Mit Blick auf die sich aus dem ärztlichen Zumutbarkeitsprofil ergebenden Einschränkungen ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit nur unterdurchschnittlich verwerten kann, weshalb unter Be
rück
sichtigung aller Umstände ein leidensbedingter Abzug von 10 %
in Abzug zu bringen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_955/2011 vom 7. November 2012 E. 5.3). Dem Einkommensvergleich ist folglich ein Invalideneinkommen von Fr. 59'8
08
.
(Fr. 66'453.
x 0.9) zugrunde zu legen
.
Dieses ist angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin berufliche Eingliederungsmassnahmen anhand genommen und dem Beschwerdeführer die Folgen der Nichtmitwirkung ordnungsgemäss mit Schreiben vom 24. Juli 2017 (Urk. 7/75) angedroht hat, anzurechnen (Art. 21 Abs. 4 ATSG).
5.6
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 88'401.
dem I
nvalideneinkommen von Fr. 59'808
.
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
28’5
93
.
und somit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 32 %.
6.
Damit
erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, weshalb die Be
schwerde abzuweisen ist.
7.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.