Decision ID: ff7e6a74-a6e4-5ed5-9003-4e0e436738fd
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Im November 2001 unterbreitete das Departement Bau, Verkehr und
Umwelt des Kantons Aargau (BVU) dem Eidgenössischen Departement für
Umwelt, Verkehr und Kommunikation (UVEK) das Ausführungsprojekt für
die Folgemassnahmen N[...]/N[...] zur Genehmigung. Dieses sah u.a. den
Ausbau der Kantonsstrasse NK [...] als Zubringer zum Nationalstrassen-
anschluss der N[...] bei Y. _ sowie den Bau eines Tunnels in der
Gemeinde X. _ vor. Dieser unterquert die Parzellen Nrn. [...] und
[...] (damals Parzelle Nr. [...], welche 2015 aufgeteilt wurde), die im Eigen-
tum von A. _ stehen.
Während der öffentlichen Auflage reichte A. _ Einsprache gegen
das Projekt ein und forderte den Verzicht auf den vorgesehenen vollstän-
digen Entzug des Eigentums an seinem Grundstück Nr. [...] zugunsten ei-
ner Dienstbarkeit. Mit Plangenehmigungsverfügung vom 2. Februar 2004
wurde das Projekt durch das UVEK bewilligt und die Einsprache von
A. _ gutgeheissen. Dabei wurde u.a. verfügt, statt der vollen Ent-
eignung sei die "Einräumung der erforderlichen beschränkten dinglichen
Rechte vorzusehen".
A.b In der Folge versuchten die Parteien, in einem freihändigen Verfahren
eine Einigung über den konkreten Inhalt der geforderten Dienstbarkeit zu
erzielen. Während dieses Prozesses fanden am 20. Mai 2005 auf der
Grundlage des rechtskräftigen Plangenehmigungsentscheides vor dem
Präsidenten der Eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 8 (ESchK
Kreis 8) Gespräche statt, wobei – gemäss dem Enteigneten einzig – die
provisorische Besitzeinweisung verhandelt wurde. A. _ erklärte sich
dabei mit der Beanspruchung der dem Staat Aargau eingeräumten Rechte
(Dienstbarkeit für die Untertunnelung der Grundstücke) einverstanden.
Über die Entschädigungsansprüche kam es zu keiner Einigung.
B.
Mit Datum vom 8. August 2006 konnten sich die Parteien ausseramtlich
über ein Baurecht für den Staat Aargau und über die Höhe der Entschädi-
gungen in einem öffentlich beurkundeten Dienstbarkeitsvertrag einigen. In
der Folge schrieb die ESchK Kreis 8 am 5. November 2007 das bei ihr
hängige Verfahren als durch ausseramtliche Verständigung erledigt ab. Die
im Dienstbarkeitsvertrag eingeräumten Rechte wurden als "Tunneldienst-
barkeit" im Grundbuch eingetragen.
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In der Folge ergaben sich Differenzen hinsichtlich der Auslegung dieses
Vertrages, worauf A. _ als Enteigneter zivilrechtlich, mit Eingabe
vom 27. Oktober 2008 vor dem Bezirksgericht Aarau, klagte. Insbesondere
bezog sich der Streit auf die Art und die Anzahl der einer Entschädigungs-
pflicht unterliegenden Anker und Nägel zur Sicherung der Baugrube sowie
die daraus resultierende Höhe der Entschädigung. Mit Urteil 4A_116/2010
vom 28. Juni 2010 hielt das Bundesgericht in einem Parallelverfahren be-
treffend das ebenso vom Ausführungsprojekt betroffene Grundstück
Nr. 435 fest, dass die Vorinstanz das Vertragsverhältnis und den daraus
abgeleiteten Anspruch zu Recht als öffentlich-rechtlich qualifiziert habe. Es
wies jene Beschwerde ab, soweit darauf eingetreten wurde. Daraufhin zog
A. _ seine Klage beim Bezirksgericht Aarau mit Schreiben vom
6. Oktober 2010 zurück.
C.
C.a
Hierauf wandte sich A. _ an die ESchK Kreis 8. Er stellte in der
Hauptsache das Begehren, der Staat Aargau sei aufgrund des Dienstbar-
keitsvertrags zu verpflichten, ihm eine Entschädigung in der Höhe von
Fr. 420'341.25 nebst Verzinsung für alle sog. vorgespannten Anker und
sog. ungespannte Anker (Nägel) zu bezahlen. Mit Entscheid vom 26. Juni
2014 verpflichtete die ESchK Kreis 8 den Staat Aargau im Wesentlichen,
A. _ für 127 Anker mit einem Betrag von total Fr. 55'800.-- und für
894 Nägel mit einem Betrag von total Fr. 44'700.--, jeweils zuzüglich 3.5%
Zins, zu entschädigen.
C.b Mit Beschwerde vom 1. September 2014 gelangte A. _ gegen
diesen Entscheid an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte im We-
sentlichen, der Staat Aargau sei zu verpflichten, ihm Fr. 420'342.25 zuzüg-
lich 5% Zins seit dem 1. Juli 2007 auf dem Betrag von Fr. 415'220.-- sowie
eine Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfahren von
Fr. 61'102.75 (inkl. MwSt.) zu bezahlen. Das Bundesverwaltungsgericht
hiess die Beschwerde mit Urteil A-4873/2014 vom 21. Oktober 2015 (sowie
Berichtigung vom 3. November 2015) teilweise gut, soweit darauf eingetre-
ten wurde und wies sie im Übrigen ab. Es entschied insbesondere, der
aufgrund des Dienstbarkeitsvertrags vom 8. August 2008 geschuldete Be-
trag für vorgespannte Anker und Nägel belaufe sich auf Fr. 449'240.-- zu-
züglich 3.5% Verzugszins auf dem Betrag von Fr. 449'240.-- für die Zeit
vom 1. Juli 2007 bis 2. April 2008 und 3.5% Verzugszins auf dem Betrag
von Fr. 415'220.-- ab 3. April 2008.
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Seite 4
C.c Gegen diesen Entscheid erhob der Staat Aargau Beschwerde beim
Bundesgericht. Dieses qualifizierte in seinem Urteil 1C_613/2015 vom
10. August 2016 den Dienstbarkeitsvertrag vom 8. August 2006 als verwal-
tungsrechtlichen Enteignungsvertrag und stellte gleichzeitig verbindlich
dessen Nichtigkeit aufgrund eines versteckten Dissenses fest. Es hob die
Abschreibungsverfügung der ESchK Kreis 8 vom 5. November 2007 sowie
den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Oktober 2015 auf
und wies die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die
ESchK Kreis 8 zurück. In den Erwägungen hielt das Bundesgericht u.a.
Folgendes fest: "Ist der Dienstbarkeitsvertrag nicht zustande gekommen,
so muss noch das formelle Enteignungsverfahren durchgeführt und die
Entschädigung von der Schätzungskommission festgesetzt werden.".
C.d In der Folge lud der Präsident der ESchK Kreis 8 mit Verfügung vom
3. Oktober 2016 zu einer Einigungsverhandlung am 16. November 2016
vor. Diese endete ohne Ergebnis.
D.
Am 8. Februar 2017 stellte der Staat Aargau bei der ESchK Kreis 8 einen
Enteignungsantrag. Wenig später wurde die Dienstbarkeit im Grundbuch
gelöscht. Am 16. Februar 2017 liess der Staat Aargau den Enteignungs-
bann erneut im Grundbuch eintragen.
E.
Mit Entscheid vom 14. Juni 2018 verfügte die ESchK Kreis 8 u.a.: "Der
Staat Aargau wird verpflichtet, dem Enteigneten als Enteignungsentschä-
digung CHF 207'837.50 zu bezahlen. Weiter wird er verpflichtet, allfällige
sich bei einer weiteren Überbauung der Grundstücke Nr. [...] und [...] anfal-
lende Kosten im Sinne der Erwägung 3.5.2.2. zu übernehmen.". Die ESchk
Kreis 8 fällte ihren Entscheid insbesondere unter Berücksichtigung des Be-
wertungszeitpunktes 20. Mai 2005, der beanspruchten Landfläche sowie
der Planungsgeschichte und erwog die Entschädigung allfälliger Inkonve-
nienzen. Ausserdem wies sie das zuständige Grundbuchamt an, die
Dienstbarkeit "Baurecht für unterirdischen Strassentunnel" zugunsten des
Staats Aargau auf den heutigen Parzellen Nrn. [...] und [...], Gemeinde
X. _, erneut einzutragen.
F.
Gegen diesen Entscheid der ESchK Kreis 8 (nachfolgend: Vorinstanz) er-
hebt A. _ (Beschwerdeführer, nachfolgend aus Praktikabilitätsgrün-
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Seite 5
den als "Enteigneter" bezeichnet) mit Eingabe vom 15. August 2018 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt im Wesentlichen,
der Entscheid der Vorinstanz vom 14. Juni 2018 sei vollumfänglich aufzu-
heben und diese sei anzuweisen, den vom Staat Aargau (Beschwerdegeg-
ner, nachfolgend aus Praktikabilitätsgründen als "Enteigner" bezeichnet)
am 8. Februar 2017 gestellten Enteignungsantrag im Rahmen eines selb-
ständigen, neu einzuleitenden formellen Enteignungsverfahrens anhand
zu nehmen. Eventualiter beantragt er, der Enteigner sei zu verpflichten,
ihm Fr. 2'308'202.07, abzüglich der bereits geleisteten Zahlung von Fr.
181'830.-- und zuzüglich Zins zu 3.5% seit dem Datum der vorzeitigen Be-
sitzeinweisung am 20. Juni [recte: Mai] 2005 sowie eine Parteientschädi-
gung zu bezahlen.
Der Enteignete begründet seine Anträge u.a. damit, dass das gesamte Ver-
fahren bereits aufgrund von zahllosen Verfahrensfehlern aufgehoben und
zurückgewiesen werden müsse. So sei denn auch die Tunneldienstbarkeit
nicht rechtskräftig verfügt worden und der Entscheid des UVEK unterlasse
es, den Inhalt und den Umfang dieser Dienstbarkeit zu definieren. Sodann
habe es die Vorinstanz versäumt, den Landverlust und die weiteren Nach-
teile zu berechnen und stütze sich ausserdem auf ein falsches Datum für
die Bestimmung des Stichtages für den Bewertungszeitpunkt.
G.
Mit Eingabe vom 29. August 2018 erhebt der Enteigner seinerseits gegen
den Entscheid der Vorinstanz Anschlussbeschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht (Verfahrensnummer A-4951/2018). Er beantragt sinngemäss,
dass der Entscheid der Vorinstanz vom 14. Juni 2018 dahingehend abzu-
ändern sei, dass der Enteigner dem Enteigneten eine Enteignungsent-
schädigung von Fr. 3'306.-- zu bezahlen habe, dass die Kosten des Ver-
fahrens vor der Vorinstanz dem Enteigneten aufzuerlegen seien und dass
der Enteignete dem Enteigner eine angemessene Parteientschädigung zu
bezahlen habe, eventualiter dem Enteigneten keine Parteientschädigung
zuzusprechen sei.
Er begründet sein Begehren im Wesentlichen damit, zahlreiche vom Ent-
eigneten vorgebrachte Schadenspositionen seien erst nach der Projektauf-
lage vom 11. März bis 22. April 2002 entstanden, somit noch nicht abseh-
bar gewesen, nicht innerhalb der geforderten sechs Monate nach Bekannt-
werden angemeldet worden und deshalb aufgrund der Verwirkung auch
nicht zu entschädigen. Im Weiteren lege die Vorinstanz ihren Berechnun-
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Seite 6
gen im relevanten Zeitpunkt falsche Werte für die Berechnung des Land-
wertes sowie der Tunneldienstbarkeit zu Grunde. Im Übrigen seien auf-
grund der offensichtlich übersetzten Forderungen die Verfahrenskosten
dem Enteigneten aufzuerlegen und entsprechend sei von der Zusprechung
einer Parteientschädigung abzusehen resp. der Enteignete werde entschä-
digungspflichtig.
H.
Mit Schreiben vom 26. Juli 2018 – und im Hinblick auf die Anweisung der
Vorinstanz mit Entscheid vom 14. Juni 2018 – hatte das Grundbuchamt
Wohlen die Vorinstanz aufgefordert, weitere Unterlagen vorzulegen, um
eine Eintragung prüfen zu können. Dabei wurde ausgeführt, dass eine
Dienstbarkeit im Grundbuch auf Anweisung eines Gerichtes oder einer Be-
hörde nur dann eingetragen werden könne, wenn die Verfügung die objek-
tiv wesentlichen Punkte enthalte, insbesondere auch die Umschreibung
der Lage oder die Darstellung der örtlichen Lage in einem Plan. Mit Verfü-
gung des Grundbuchamtes Wohlen vom 24. September 2018 wird die An-
meldung zum Eintrag der Dienstbarkeit betreffend die Enteignungssache
Nr. 163 A im Grundbuch abgewiesen.
I.
Mit Anschlussbeschwerdeantwort vom 28. September 2018 bestreitet der
Enteignete im Wesentlichen die Vorbringen des Enteigners und beantragt
die vollumfängliche Abweisung der Anschlussbeschwerde.
J.
Mit Vernehmlassung vom 28. September 2018 verweist die Vorinstanz auf
ihren Entscheid vom 14. Juni 2018, ohne einen eigenen Antrag zu stellen.
K.
Mit Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2018 beantragt der Enteigner, die
Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung führt er u.a.
aus, das formelle Enteignungsverfahren sei bereits durchgeführt worden
und es sei lediglich noch die Entschädigung festzusetzen. Insbesondere
habe sich die Vorinstanz auf den korrekten Bewertungszeitpunkt gestützt.
L.
Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. November
2018 werden die beiden Verfahren A-4707/2018 und A-4951/2018 vereinigt
und unter der Verfahrensnummer A-4707/2018 weitergeführt.
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 7
M.
Mit Eingabe vom 30. November 2018 nimmt der Enteigner Stellung zur An-
schlussbeschwerdeantwort des Enteigneten und hält an seinen Anträgen
vollumfänglich fest.
N.
Mit Eingabe vom 3. Dezember 2018 reicht der Enteignete seine Schluss-
bemerkungen ein, wobei er an den in der Beschwerdeschrift gestellten An-
trägen festhält. Präzisierend führt er insbesondere aus, es liege kein gülti-
ger Enteignungstitel vor, der eine Eintragung der Dienstbarkeit ins Grund-
buch erlauben würde. Zudem sei er heute nicht mehr bereit, eine zeitlich
unbeschränkte Dienstbarkeit einzuräumen.
O.
Mit Stellungnahme vom 18. Dezember 2018 lässt sich der Enteigner ins-
besondere zur Anschlussbeschwerdeantwort des Enteigneten vernehmen
und hält an seinen bisherigen Anträgen vollumfänglich fest.
P.
Mit Brief vom 8. Januar 2019 nimmt der Enteigner zur eingereichten Kos-
tennote des Vertreters des Enteigneten Stellung und beanstandet die Höhe
des Stundenansatzes, welcher gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-
richts tiefer angesetzt werden müsse.
Q.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den Akten
befindlichen Schriftstücke wird, soweit relevant, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 8

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Bei den Strassen, welche Gegenstand des Plangenehmigungsverfah-
rens Nr. 533-50 – und deren Projektierung vorliegend Ausgangspunkt für
das Enteignungsverfahren – bilden, handelt es sich unbestrittenermassen
– und wie in der Plangenehmigungsverfügung vom 2. Februar 2004 aus-
geführt – nicht um Nationalstrassen. Deshalb stellt sich zunächst die Frage
nach der Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts.
Bei der Genehmigung des generellen Projektes der N4 wehrte sich der
Enteigner gegen die Genehmigung, weil er eine unzumutbare Beeinträch-
tigung für die Bewohner der Region [...] als Folge der Eröffnung des An-
schlusses Y. _ befürchtete. Der Bundesrat trug diesen Bedenken
schliesslich dadurch Rechnung, dass er sich bereit erklärte, die auf dem
Kantonsgebiet des Enteigners notwendigen Folgemassnahmen über die
Nationalstrassenrechnung mitzutragen. Dies ist wiederum nur dann mög-
lich, wenn sie als Bestandteil des Nationalstrassenprojektes gelten. Ge-
mäss Bundesrat sind die erforderlichen Folgemassnahmen deshalb als
eine besondere Art von Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen aus Umwelt-
schutzgründen zu betrachten (vgl. BGE 122 II 165 E. 16). Unter diesen
Umständen ergab sich die Zuständigkeit des UVEK für das Plangenehmi-
gungsverfahren (vgl. zutreffend Plangenehmigungsverfügung vom 2. Feb-
ruar 2004 E. I. Ziff. 1.). Folge dieser Bundeszuständigkeit ist die Zuständig-
keit einer Eidgenössischen Schätzungskommission zur Klärung der Ent-
schädigungsfolgen einer allfälligen Enteignung. Deren Entscheide unterlie-
gen sodann der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 77
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung [Ent-
eignungsgesetz, EntG, SR 711]), welches somit zur Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde sachlich zuständig ist.
Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach dem Verwaltungsgerichtsge-
setz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32), soweit das Enteignungsgesetz
nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 77 Abs. 2 EntG). Das VGG verweist in
Art. 37 seinerseits ergänzend auf die Regeln des Verwaltungsverfahrens-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021).
1.2 Die Beschwerdelegitimation richtet sich nach Art. 78 Abs. 1 EntG. Die-
ser Bestimmung zufolge sind in jedem Fall die Hauptparteien, d.h. die In-
haber der enteigneten Rechte zur Beschwerdeführung befugt. Im Übrigen
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Seite 9
gelten die allgemeinen Voraussetzungen gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG, wo-
nach zur Beschwerde berechtigt ist, wer am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen hat (Bst. a), durch den angefochtenen Entscheid besonders
berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
oder Änderung hat (Bst. c; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts A-4873/2014 vom 21. Oktober 2015 E. 1.2 m.w.H.).
Der Enteignete ist Eigentümer der Grundstücke Nrn. [...] und [...], welche
von den im Zuge der Ausführung der Folgemassnahmen N[...]/N[...] durch-
geführten Bauarbeiten betroffen waren und heute von einem Tunnel unter-
quert werden. Die Planung und Ausführung des Projektes hatte Eingriffe in
die Substanz der Parzellen zur Folge. Der Enteignete ist damit als Haupt-
partei im Sinne von Art. 78 Abs. 1 EntG zu qualifizieren. Sodann ist er Ad-
ressat des angefochtenen Entscheides. Folglich ist er formell wie materiell
beschwert und damit ohne Weiteres zur Beschwerde legitimiert.
1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde des Enteigne-
ten vom 15. August 2018 ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1
VwVG).
2.
Der Enteigner reichte am 29. August 2018 eine Anschlussbeschwerde ein.
2.1 Gemäss Art. 78 Abs. 2 EntG kann die Gegenpartei innert zehn Tagen
nach Empfang der Mitteilung der Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht den Anschluss erklären und dabei selbständige Anträge stellen.
Diese Anschlussbeschwerde ist der zivilprozessualen Anschlussberufung
nachgebildet. Sie ermöglicht es derjenigen Partei, die selber keine Be-
schwerde erhoben hat, sich den Anträgen des Hauptbeschwerdeführers
nicht nur zu widersetzen, sondern eine Abänderung des angefochtenen
Entscheids zu ihren Gunsten zu beantragen (vgl. Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-2447/2016 vom 29. November 2016 E. 3.2 f; ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht, 2. Aufl., Bern 2013, Rz. 2.103 und 3.42; HEINZ
HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, Band I, 1986,
Art. 78 Rz. 6).
2.2 Der Enteigner beantragt in seiner Anschlussbeschwerde, die Verfü-
gung der Vorinstanz sei abzuändern und zwar hinsichtlich der zu entrich-
tenden Enteignungsentschädigung, der Kosten für das Verfahren vor der
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 10
Vorinstanz sowie der Zusprechung einer Parteientschädigung an den Ent-
eigneten. Diese Begehren sind ohne Weiteres zulässig.
2.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Anschlussbeschwerde ist
ebenfalls einzutreten.
3.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid
auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der
Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49
VwVG).
Betreffend Ermessen hat es seine angestammte Rolle als richterliche Be-
hörde zu respektieren und nicht sein eigenes Ermessen anstelle desjeni-
gen der Vorinstanz zu setzen. Ein Ermessensspielraum der Vorinstanz ist
zu respektieren (BGE 129 II 331 E. 3.2). Es übt daher Zurückhaltung und
greift bei Gewichtungsfragen nicht leichthin in den Spielraum der Vor-
instanz ein, wenn sich diese durch besonderen Sachverstand auszeichnet
und wenn sie über einen gewissen Handlungsspielraum verfügen muss.
So ist der Vorinstanz insbesondere die Wahl zwischen mehreren angemes-
senen Lösungen zu überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Soweit es um die
Beurteilung von ausgesprochenen Spezialfragen geht, in denen die Vor-
instanz über ein besonderes Fachwissen verfügt, weicht es nicht ohne Not
von deren Auffassung ab. Das Bundesverwaltungsgericht hebt einen Er-
messensentscheid deshalb nur dann auf, wenn die Vorinstanz von dem ihr
zustehenden Ermessen einen falschen Gebrauch gemacht hat, indem sie
grundlos von in Rechtsprechung und Lehre anerkannten Grundsätzen ab-
gewichen ist, sachfremde Gesichtspunkte berücksichtigt hat, rechtserheb-
liche Umstände unberücksichtigt liess oder sich das Ergebnis als offen-
sichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweist (vgl. zum Gan-
zen: BGE 135 II 296 E. 4.4.3, BGE 133 II 35 E. 3, BGE 130 II 449 E. 4.1;
BVGE 2010/19 E. 4.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-4751/2011 vom 21. Juni 2012 E. 7 und A-2684/2010 vom 19. Januar
2011 E. 11; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 442 ff.; MOSER/BEUSCH/KNEU-
BÜHLER, a.a.O., Rz 2.154 und 2.163). Im vorliegenden Fall bedeutet dies
namentlich, dass das Bundesverwaltungsgericht überprüft, ob die Vor-
instanz eine mögliche, rechtlich zulässige Lösung getroffen hat, sich von
nachvollziehbaren Überlegungen leiten liess, die erheblichen Argumente
http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-296 http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-35 http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-449 http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/19
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Seite 11
berücksichtigt hat und die gewählte Vorgehensweise zu einem sachge-
rechten Ergebnis führt. Hat die Vorinstanz ihr Ermessen korrekt ausgeübt,
ist das Ergebnis nicht zu korrigieren.
4.
4.1 Der Enteignete macht unter anderem geltend, sowohl aus der Tatsa-
che, dass keine Einigungsverhandlung durchgeführt resp. dass zu einer
solchen nie korrekt vorgeladen worden sei, aber auch aus dem Urteil des
Bundesgerichts 1C_613/2015 (vereinigt mit 1C_637/2015) vom 10. August
2016 E. 6.3 ergebe sich, dass das Verfahren vor der Schätzungskommis-
sion neu eingeleitet und von Anfang an durchgeführt werden müsse. Dies
sei insbesondere auch eine Folge der Nichtigkeit des Dienstbarkeitsvertra-
ges vom 8. August 2006. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei näm-
lich die Tunneldienstbarkeit nicht rechtskräftig verfügt worden, erweise sich
der Entscheid des UVEK vom 2. Februar 2004 doch als lückenhaft und
somit ungenügend für die Durchführung des Verfahrens vor der Schät-
zungskommission.
4.2 Die Vorinstanz führt aus, dass eine erste Einigungsverhandlung bereits
am 20. Mai 2005 durchführt worden sei, wobei sich die Parteien allerdings
nicht hätten einigen können. Die Anweisung des Bundesgerichts sei des-
halb dahingehend zu verstehen, dass noch das Schätzungsverfahren
durchgeführt werden müsse, also die Entschädigung für die gemäss Plan-
genehmigungsentscheid zwangsweise auferlegte – und rechtskräftig ver-
fügte – Tunneldienstbarkeit festzusetzen sei. Allein zu diesem Zweck habe
das Bundesgericht die Abschreibungsverfügung des Präsidenten der
ESchK Kreis 8 aufgehoben, was zur Folge gehabt habe, dass das ur-
sprüngliche Verfahren wegen der Nichtigkeit des das Verfahren vermeint-
lich beendenden Dienstbarkeitsvertrages habe weitergeführt werden müs-
sen. Dies sei sodann mit der Einberufung einer weiteren Einigungsver-
handlung auf den 16. November 2016 geschehen.
4.3 Der Enteigner entgegnet, eine Neueinleitung und Durchführung des
Verfahrens sei nicht geboten, könne es doch nicht die Absicht des Bundes-
gerichts gewesen sein, das kombinierte Plangenehmigungsverfahren er-
neut durchführen zu lassen. Aufgehoben worden sei allein die Abschrei-
bungsverfügung der Vorinstanz vom 7. [recte 5.] November 2007, weshalb
aufgrund der Rückweisung das Verfahren nach der durchgeführten Eini-
gungsverhandlung vom 20. Mai 2005 wieder habe aufgenommen werden
müssen. Diese Anweisung habe die Vorinstanz sodann auch umgesetzt.
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Seite 12
Im Übrigen enthalte die Plangenehmigungsverfügung sämtliche notwendi-
gen Angaben und das UVEK habe auf Einsprache hin entschieden, dass
für den Bau und den Betrieb des Werkes anstelle einer Enteignung die
Einräumung der erforderlichen beschränkten dinglichen Rechte vorzuse-
hen sei. Weitere Angaben seien sodann nicht mehr notwendig gewesen
und hätten von der Vorinstanz – abgesehen von der Entschädigungshöhe
– auch nicht verfügt werden können.
4.4 Muss im Rahmen eines Infrastrukturprojektes eine Enteignung vorge-
nommen werden, so sind zwei Verfahrensstufen zu unterscheiden:
Zunächst wird im Verwaltungs- resp. Administrativverfahren – kombiniert
mit dem Plangenehmigungsverfahren – neben projektspezifischen techni-
schen Fragen, Aspekten des Umweltschutzes etc. auch über die konkreten
Enteignungsbegehren entschieden. Dabei gilt es insbesondere, über deren
Zulässigkeit, die gegen die Enteignung gerichteten Einsprachen und den
Umfang der abzutretenden Rechte zu befinden (vgl. Art. 28 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes über die Nationalstrassen vom 8. März 1960 [NSG, SR
725.11]; Art. 27 ff. EntG). Das Verfahren auf dieser ersten Stufe wird durch
die sogenannte Leitbehörde geführt und wird mit dem Plangenehmigungs-
entscheid abgeschlossen. Mit ihm werden allfällige Auflagen auferlegt und
bei entsprechender Gutheissung die Bewilligungen zur Erstellung des Pro-
jektes erteilt (vgl. Art. 26 NSG; FRANZ KESSLER COENDET, Formelle Enteig-
nung, in: Giovanni Biaggini/Isabelle Häner/Urs Saxer/Markus Schott
[Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungsrecht, Zürich 2015, Rz. 26.27, 26.70 ff.,
26.81; HÄFELIN/ MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., Rz. 2420 ff., 2430; PETER
HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl., Bern
2016, S. 592 ff., 596 f.; PETER KARLEN, Schweizerisches Verwaltungsrecht,
Zürich 2018, S. 387 ff.; CHRISTOPH BANDLI, Neue Verfahren im Koordinati-
onsgesetz: Ausgleich von Schutz und Nutzen mittels Interessenabwägung,
in: Vereinigung für Umweltrecht (VUR), URP/DEP 2001/6, S. 540 f.).
Insbesondere bezüglich der sich stellenden Fragen zu den Enteignungen
obliegt es der Leitbehörde, die betroffenen Eigentümer sowie deren Eigen-
tum zu ermitteln, den Bestand sowie den Umfang der Enteignung resp. der
Abtretungspflicht festzulegen und die Enteignungsrechte zu erteilen. Dabei
ist der Plangenehmigungsentscheid unter Bezugnahme auf den parzellen-
scharfen Landerwerbsplan und die dagegen gerichteten Einsprachen so
abzufassen, dass die Enteignungstitel klar herausgelesen werden können
(vgl. Art. 26 Abs. 1 der Nationalstrassenverordnung vom 7. November 2007
[NSV, SR 725.111] i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und 2 EntG, Art. 27 NSG; Botschaft
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Seite 13
des Bundesrates zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Natio-
nalstrassen vom 3. Juli 1959, BBl 159 117).
Nur die ordnungsgemäss genehmigten Pläne sind für die in der zweiten
Verfahrensstufe erfolgende Durchsetzung der Enteignung verbindlich. Der
einzelne Enteignungstitel bildet dabei die Grundlage für das die konkrete
Enteignung betreffende Schätzungsverfahren. Dieses beschlägt allein die
finanziellen Aspekte der Enteignung resp. deren Entschädigungsfolgen.
Zuständig dafür ist jeweils die Eidgenössische Schätzungskommission
(ESchK) des betreffenden Schätzungskreises. Diese Verfahrensstufe glie-
dert sich in das Einigungsverfahren (Art. 45 ff. EntG), das Schätzungsver-
fahren im engeren Sinne bzw. die Festsetzung der Enteignungsentschädi-
gung durch die ESchK, sofern sich die Parteien nicht zu einigen vermögen
(Art. 57 ff. EntG) und den Vollzug (vgl. Botschaft des Bundesrates zu einem
Bundesgesetz über die Koordination und Vereinfachung der Plangenehmi-
gungsverfahren vom 25. Februar 1998, BBl 1998 2600; KESSLER COENDET,
a.a.O., Rz. 26.7, 26.70 ff., 26.76 ff., 26.82, 26.114; HÄFELIN/MÜLLER/UHL-
MANN, a.a.O., Rz. 2425 ff.; HÄNNI, a.a.O., S. 599 ff.; KARLEN, a.a.O., S. 387
ff.; BANDLI, a.a.O., S. 540 f.; HESS/WEIBEL, a.a.O., S. 359 Rz. 3 f., Art. 27
Rz. 16 ff. insb. 20).
Mit anderen Worten werden Natur, Inhalt und Umfang der zu enteignenden
Recht grundsätzlich von der Behörde bestimmt, welche im Plangenehmi-
gungs- bzw. im Einspracheverfahren über das Enteignungsrecht entschei-
det. Damit hat sich die Schätzungskommission im nachfolgenden Schät-
zungsverfahren nicht mehr zu befassen. Diese ist primär für die Behand-
lung der Entschädigungsforderungen zuständig und entscheidet über wei-
tere Fragen, die mit der Abtretungspflicht verbunden sind (KELLER COEN-
DET, a.a.O., Rz. 26.27 und Rz. 26.82).
4.5
4.5.1 Im vorliegenden Fall erging mit Datum vom 2. Februar 2004 die Plan-
genehmigungsverfügung durch das UVEK. Unter Verweis auf Art. 27d NSG
hält diese fest, dass das Verfahren als kombiniertes Verfahren geführt wor-
den sei und dementsprechend auch die enteignungsrechtlichen Fragen –
d.h. die diesbezüglichen Einsprachen – zu behandeln seien. Dieser Ent-
scheid behandelt denn auch ausführlich verschiedene Einsprachen, so
auch jene des Enteigneten. Die Verfügung heisst schliesslich dessen An-
trag gut, auf eine Enteignung des vollen Eigentums zu verzichten und statt-
dessen ein beschränktes dingliches Recht einzuräumen, um den Bau und
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 14
Betrieb des Tunnels sicherzustellen. Folgendes wird verfügt: "Für den Bau
und Betrieb des Werkes ist stattdessen [Anm.: anstelle der Enteignung des
vollen Eigentums] die Einräumung der erforderlichen beschränkten dingli-
chen Rechte vorzusehen.".
4.5.2 Im Weiteren bestreiten die Parteien nicht, dass sie am 20. Mai 2005
vor der Vorinstanz Gespräche führten, welche jedoch keine Einigung
brachten. Ob diese als Einigungsverhandlung qualifiziert werden können,
kann an dieser Stelle – wie aus den nachfolgenden Erwägungen hervor-
geht (E. 4.6) – offen bleiben. In der Folge schlossen die Parteien im Sinne
eines aussergerichtlichen Vergleichs den öffentlich beurkundeten Dienst-
barkeitsvertrag vom 8. August 2006, welcher später durch das Bundesge-
richt ausdrücklich als verwaltungsrechtlicher Enteignungsvertrag qualifi-
ziert wurde (vgl. Urteil der Bundesgerichts 1C_613/2015 vom 10. August
2016 E. 1.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2438 f.; KESSLER CO-
ENDET, a.a.O., Rz. 26.91 ff.; HÄNNI, a.a.O., S. 605 f.). Einerseits hielt dieser
unter Bezugnahme auf beigelegte Lagepläne detailliert die sachbestim-
menden Faktoren der zu enteignenden Parzelle (Bezeichnung von Eigen-
tümer, Parzellen-Nr., Anzahl Quadratmeter der beanspruchten Fläche,
etc.) resp. das einzutragende "Baurecht für unterirdischen Strassentunnel
z.G. Staat Aargau" fest. Andererseits regelte er die Rahmenbedingungen
der Enteignung, insbesondere die finanzielle Entschädigung, welche auf-
grund der belasteten Fläche, der Inkonvenienzen sowie einer pauschalen
Parteientschädigung errechnet wurde. Im Weiteren vereinbarten die Par-
teien rein obligatorisch und ohne Grundbucheintrag für sich und ihre
Rechtsnachfolger, dass dem jeweiligen Grundeigentümer der Parzelle
Nr. [...] für die Anker, die wegfallenden Obstbäume und vorübergehende
Beanspruchung nach Abschluss sämtlicher Bauarbeiten eine zusätzliche
Entschädigung auszurichten sei.
4.5.3 Aus verschiedenen – an dieser Stelle unerheblichen – Gründen,
wurde dieser Dienstbarkeitsvertrag angefochten, u. a. auch vom Enteigne-
ten beim Bezirksgericht Aarau mit Klage vom 27. Oktober 2008, welche mit
Entscheid vom 21. Oktober 2010 infolge Rückzugs abgeschrieben wurde
(vgl. oben Sachverhalt Bst. B). Der in der Folge angestrengte Rechtsgang
vor der Vorinstanz endete mit einer Beschwerde des Enteigners vor dem
Bundesgericht (vgl. oben Sachverhalt Bst. C), welches mit Urteil
1C_613/2015 vom 10. August 2016 entschied, der Vertrag sei aufgrund ei-
nes versteckten Dissenses nichtig bzw. vollständig unwirksam, weshalb
"noch das formelle Enteignungsverfahren durchgeführt und die Entschädi-
gung von der Schätzungskommission festgesetzt" werden müsse. Das
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 15
Bundesgericht wies die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zu-
rück und hob die Abschreibungsverfügung des Präsidenten vom 5. Novem-
ber 2007 auf, da diese mit der Nichtigkeit des Vertrages ihre Grundlage
verloren habe (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_613/2015 vom 10. Au-
gust 2016 insb. E. 6.3). In der Folge erging durch die Vorinstanz der vorlie-
gend angefochtene Entscheid vom 14. Juni 2018.
Zu prüfen ist vor diesem Hintergrund, ob die Vorinstanz ihren Entscheid auf
einen rechtsgültigen Enteignungstitel i.S. von Art. 27 EntG stützen konnte.
4.6
4.6.1 Die Plangenehmigungsverfügung vom 2. Februar 2004 beschränkt
sich bezüglich der Regelung der enteignungsrechlichen Folgen alleine auf
die Anordnung, es sei die "Einräumung der erforderlichen beschränkten
dinglichen Rechte vorzusehen". Namentlich wird weder eine dafür verant-
wortliche Stelle genannt noch werden irgendwelche Anforderungen an eine
solche Bestimmung (in formeller und inhaltlicher Hinsicht) umschrieben.
Mit anderen Worten ist der Verfügung keine weitergehende Regelung zum
genannten Zitat zu entnehmen. Erst der im Folgenden (aussergerichtlich)
abgeschlossene Dienstbarkeitsvertrag enthielt eine – detaillierte – Festle-
gung des Dienstbarkeitsverhältnisses und hätte einen Enteignungstitel dar-
stellen können, wie er in der Plangenehmigungsverfügung gefordert wor-
den war und als Grundlage für das Schätzungsverfahren vor der Vorinstanz
vorausgesetzt wird (vgl. oben E. 4.4). Ohne Festlegung dieser notwendi-
gen Parameter muss die Plangenehmigungsverfügung als lückenhaft be-
zeichnet werden und kann nicht als Enteignungstitel dienen. Die rechts-
kräftige Anordnung, die erforderlichen beschränkten dinglichen Rechte
seien noch zu konkretisieren genügt nicht.
4.6.2 Mit dem Entscheid des Bundesgerichts wurde die vollumfängliche
Nichtigkeit des Dienstbarkeitsvertrages festgestellt, weshalb sich die ge-
samte Regelung des Dienstbarkeitsverhältnisses als inexistent erweist.
Damit wurde auch den als Folge davon durchgeführten Verfahrensschritten
der Vorinstanz die Grundlage entzogen.
Zwar ist den Akten zu entnehmen, dass offenbar ein Landerwerbsplan
resp. eine Grunderwerbstabelle existierten und auch Projektpläne zur Auf-
lage eingereicht wurden (vgl. undatierter und durch den Enteigneten nicht
unterzeichneter Enteignungsvertrag des Baudepartements des Kantons
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 16
Aargau, Abteilung Tiefbau/Sektion Landerwerb). Auch von einem Enteig-
nungsplan ist die Rede, doch bringt der Plangenehmigungsentscheid die
Enteignungen in keiner Weise in konkreten Bezug zu diesen Dokumenten.
Letzten Endes fehlt es vorliegend somit an einer rechtsgültigen Begrün-
dung der beschränkten dinglichen Rechte (vgl. Art. 730 ff. des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]; Art, In-
halt, Umfang, Bedingungen etc.), wie sie im Plangenehmigungsentscheid
ausdrücklich gefordert wurden. Damit mangelt es an einer Voraussetzung
für das Verfahren vor der Vorinstanz, d.h. um eine finanzielle Festlegung
der Enteignungsentschädigung vorzunehmen. So ist die Vorinstanz – wie
erwähnt – einzig für die Schätzung des durch die Enteignung entstandenen
finanziellen Schadens zuständig und kann die fehlenden Voraussetzungen
nicht selber schaffen. Insofern erscheint die bundesgerichtliche Rückwei-
sung an die Vorinstanz zur Durchführung des formellen Enteignungsver-
fahrens verwirrend, ist doch die Vorinstanz aufgrund des fehlenden Enteig-
nungstitels gar nicht in der Lage, ein solches durchzuführen und in einem
neuen Schätzungsentscheid die Entschädigung festzulegen.
4.6.3 Eine Aufhebung des Enteignungsverfahrens von Amtes wegen recht-
fertigt sich (nur) dann, wenn ein schwerer Fehler vorliegt. Von einer solchen
ist abzusehen, wenn ein Verfahrensmangel als bereits geheilt betrachtet
oder noch behoben werden kann (vgl. BGE 115 Ib 13 E. 3). Vorliegend
wurden zwar inzwischen durch die Erstellung und den Abschluss des Pro-
jektes nachträglich Fakten geschaffen, doch können diese per se nicht als
Rechtsgrundlage resp. als Enteignungstitel dienen, sind sie doch nicht in
der Form eines beschränkten dinglichen Rechts rechtsgültig festgelegt
worden. Auch das Bundesverwaltungsgericht sieht sich unter diesen Um-
ständen nicht in der Lage – noch wäre es in seiner Kompetenz – die feh-
lenden Faktoren zur Errichtung eines beschränkten dinglichen Rechts zu
bestimmen und ein solches zu errichten.
4.6.4 Mit dem Fehlen einer formellen Grundlage für ein Schätzungsverfah-
ren bzw. einen Schätzungsentscheid liegt demnach ein schwerwiegender
Fehler vor. Aus diesem Grunde ist die Beschwerde im Hauptbegehren (Be-
schwerdeantrag 1) gutzuheissen und die Ziffern 1 und 2 des angefochte-
nen Entscheids (Enteignungsentschädigung/Kosten/Verzinsung sowie
Grundbucheintragsanweisung) sind aufzuheben. Die Beschwerdeanträge
2 und 3 (Anweisungen an die Vorinstanz und Eventualantrag) sind folglich
abzuweisen. Die Anschlussbeschwerde ist sodann bezüglich des Rechts-
begehrens, der angefochtene Entscheid sei dahingehend abzuändern,
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Seite 17
dass der Enteigner dem Enteigneten eine Enteignungentschädigung von
Fr. 3'306.-- zu bezahlen habe und die Erwägung 4.2 durch Erwägung 4.3
zu ersetzen sei, abzuweisen.
4.6.5 Es stellt sich damit die Frage, wie vorliegend weiter zu verfahren ist.
Offensichtlich muss die in der Plangenehmigungsverfügung vom 2. Feb-
ruar 2004 vorgesehene Festlegung der erforderlichen beschränkten ding-
lichen Rechte nachgeholt werden. Dies ist auch im Sinne der bundesge-
richtlichen Rückweisung, wonach das formelle Enteignungsverfahren
durchzuführen sei. Weil die Vorinstanz aufgrund ihrer strikten Zuständigkeit
nur für die Regelung der Folgen der Enteignung zuständig ist, kann die
Sache nicht an sie zurückgewiesen werden (vgl. oben E. 4.6.2 f.). Sollten
sich die Parteien nicht aussergerichtlich in dieser Sache einigen können,
wird die Leitbehörde als für die Koordination im Plangenehmigungsverfah-
ren zuständige Behörde den notwendigen Enteignungstitel im Sinne der
oben gemachten Erwägungen nachträglich zu erstellen haben. Das Ver-
fahren ist demnach zuständigkeitshalber an das UVEK zu überweisen.
5.
Es bleibt über die Anträge des Enteigneten betreffend die Parteientschädi-
gung für das Verfahren vor der Vorinstanz im ersten Rechtsgang (vgl. unten
E. 5.2.1) und über die Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfah-
ren im zweiten Rechtsgang (vgl. unten E. 5.3.1, 5.3.5 – 5.3.7) sowie die
Kosten und Entschädigungsfolgen des vorliegenden Beschwerdeverfah-
rens (vgl. unten E. 5.5) sowie über die Kosten eines beigebrachten Partei-
gutachtens (vgl. unten E. 5.5.3) zu befinden. Ausserdem gilt es, die in der
Anschlussbeschwerde vom 29. August 2018 durch den Enteigneten bean-
tragten Änderungen der Kostenfolgen des Verfahrens vor der Vorinstanz
im zweiten Rechtsgang zu beurteilen (Verfahrenskosten [vgl. unten E. 5.4]
und Parteientschädigung [vgl. unten E. 5.3.2 – 5.3.4]).
5.1 Gemäss Art. 114 EntG trägt der Enteigner die aus der Geltendmachung
des Enteignungsrechts entstehenden Kosten (Abs. 1). Bei offensichtlich
missbräuchlichen Begehren oder bei offensichtlich übersetzten Forderun-
gen können die Kosten ganz oder teilweise dem Enteigneten auferlegt wer-
den (Abs. 2). Gemäss Art. 115 EntG hat der Enteigner für die notwendigen
aussergerichtlichen Kosten des Enteigneten im Einsprache- und im Schät-
zungsverfahren eine angemessene Entschädigung zu bezahlen (Abs. 1).
Bei offensichtlich missbräuchlichen Begehren oder bei offensichtlich über-
setzten Forderungen kann der Enteignete zur Bezahlung einer Parteient-
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 18
schädigung an den Enteigner verhalten werden (Abs. 3). Art. 116 EntG be-
stimmt sodann für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht, dass
die Kosten einschliesslich einer Parteientschädigung an den Enteigneten
vom Enteigner getragen werden (Abs. 1 Satz 1). Werden die Begehren des
Enteigneten ganz oder zum grösseren Teil abgewiesen, so können die
Kosten auch anders verteilt werden (Abs. 1 Satz 2). Unnötige Kosten trägt
in jedem Fall, wer sie verursacht hat (Abs. 1 Satz 3).
Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige
weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 f. des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Bundesverwaltungsge-
richt legt die Parteientschädigung aufgrund einer detailliert einzureichen-
den Kostennote oder, wenn keine solche eingereicht wird, aufgrund der
Akten fest (Art. 14 VGKE; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-3841/2014 vom 1. Juli 2015 E. 2.2 mit Hinweis).
5.2 Der Enteignete stellt in seiner Beschwerde vom 15. August 2018 den
Antrag, der Enteigner sei zu verpflichten, ihm für das Verfahren bis und mit
Urteil der Schätzungskommission vom 26. Juni 2014 eine Parteientschädi-
gung von Fr. 61'102.75 (inkl. Auslagen und 8% MwSt.) zu bezahlen. Aus-
serdem stellt er Forderungen im Zusammenhang mit dem Verfahren vor
dem Bezirksgericht Aarau und dem Bundesgericht im ersten Rechtsgang.
5.2.1 Zunächst ist zu klären, ob die im Zuge des Schätzungsverfahrens vor
der Vorinstanz im ersten Rechtsgang beantragte Parteientschädigung des
Enteigneten durch die Vorinstanz zu Recht gekürzt wurde.
5.2.1.1 Der Enteignete hatte mit einer zunächst nicht detaillierten Kosten-
note vom 30. April 2014 im Hinblick auf den Entscheid der Vorinstanz vom
26. Juni 2014 aufgrund der Klage aus dem Dienstbarkeitsvertrag vom
8. August 2006 eine Parteientschädigung in der Höhe von total
Fr. 61'102.75 geltend gemacht. Der Betrag setzte sich aus dem Honorar
für 157.73 h à Fr. 350.-- (exkl. MwSt.), Auslagen, Wegspesen, und einer
Fremdrechnung sowie der Mehrwertsteuer zusammen.
Die Vorinstanz sprach dem Enteigneten in ihrem Entscheid vom 26. Juni
2014 unter Berücksichtigung – und unter Verweis auf die Praxis von Bun-
desgericht und Bundesverwaltungsgericht (vgl. dort Ziff. 13 und unten
E. 5.2.1.6) – eines Stundenansatzes von Fr. 250.-- ein Honorar von
Fr. 30'000.-- zu. Insgesamt wurden dem Enteigner Kosten von
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Seite 19
Fr. 33'880.80 (inkl. Auslagen, Wegspesen, Fremdrechnung und MwSt.) zur
Bezahlung auferlegt. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid damit, der
betriebene Aufwand für den zweiten Schriftenwechsel sei angesichts der
bereits in der Klageschrift ausführlich behandelten Rechtsfragen nicht
mehr nötig gewesen, so auch die unaufgefordert eingreichte Eingabe vom
21. November 2013. Die Rechtsschriften seien deshalb in unnötigem Um-
fang verfasst worden. Es rechtfertige sich daher, die Parteientschädigung
reduziert festzulegen.
5.2.1.2 Mit seiner Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht vom
1. September 2014 focht der Enteignete diesen Entscheid der Vorinstanz
vom 26. Juni 2014 u.a. auch betreffend die Parteientschädigung an und
hielt diesbezüglich an seiner Forderung fest. Das Bundesverwaltungsge-
richt wies die Sache mit Urteil A-4873/2014 vom 21. Oktober 2015 an die
Vorinstanz zurück und entschied, aufgrund des teilweise aufzuhebenden
Entscheides und der Wiederaufnahme des Verfahrens in Bezug auf die
Frage der zu ersetzenden Kosten aus dem Verfahren vor dem Bezirksge-
richt Aarau (vgl. unten E. 5.2.2) sei im Rahmen der Rückweisung über die
Entschädigungsfolgen für das vorinstanzliche Verfahren neu zu befinden.
5.2.1.3 Auf Beschwerde des Enteigners hin hielt das Bundesgericht in sei-
nem Urteil 1C_613/2015 vom 10. August 2016 fest, die Kosten und die
Höhe der Parteientschädigung für das Schätzungsverfahren seien noch
nicht beziffert worden. Es wies die Sache zurück an die Vorinstanz und
wies diese an, sie habe – sofern sich die Parteien nicht noch ausseramtlich
einigen würden – die Entschädigung für die Dienstbarkeit und alle damit
verbundenen Inkonvenienzen gemäss Art. 19 EntG festzusetzen sowie an-
schliessend über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Schätzungs-
verfahrens zu entscheiden.
Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für die Verfahren vor
Bundesverwaltungsgericht sowie dem Bundesgericht wurden rechtskräftig.
5.2.1.4 Im zweiten Rechtsgang beantragte der Enteignete mit Eingabe
vom 16. November 2016 erneut, er sei für die Parteikosten im erstinstanz-
lichen Verfahren vor der Schätzungskommission gemäss Kostennote vom
30. April 2014 zu entschädigen. Einen Bezug auf sein Schreiben an das
Bundesverwaltungsgericht vom 13. Mai 2015, mit welchem er eine detail-
lierte Kostennote vorgelegt und die Gesamtrechnung bei gleichbleibendem
Zeitaufwand für das erstinstanzliche Schätzungsverfahren auf
Fr. 60'875.90 berichtigt hatte, nahm er jedoch nicht.
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 20
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid vom 14. Juni 2018 an der
Kürzung der vom damaligen Rechtsvertreter des Enteigneten vorgelegten
Honorarnote für das Schätzungsverfahren im Umfang von Fr. 61'102.75
resp. Fr. 60'875.90 auf eine Parteientschädigung von total Fr. 33'880.80
fest. Sie verweist auf ihre Begründung im Entscheid vom 26. Juni 2014
(vgl. oben E. 5.2.1.1) und sieht keine Veranlassung, davon abzuweichen.
Der Enteigner stellt sich in seiner Beschwerdeantwort vom 31. Oktober
2018 (Rz. 153 ff.) im Wesentlichen auf den Standpunkt, es seien nur not-
wendige Kosten mit einer angemessenen Entschädigung abzugelten. Des-
halb sei insbesondere der in der Praxis des Bundesgerichtes übliche redu-
zierte Stundenansatz anzuwenden und zu berücksichtigen, dass es sich –
in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – nicht um einen komplexen Fall
handelte. Ausserdem habe der Enteignete das Verfahren unnötigerweise
immer weiter ausgedehnt. Auch sei der Rechtsstreit spätestens mit der
Duplik ausreichend vorgetragen gewesen und alles Weitere seien lediglich
Wiederholungen gewesen.
5.2.1.5 Wie die Vorinstanz bereits in Anwendung der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung in ihrem Entscheid vom 26. Juni 2014 (E. 13) ausführte,
steht der Schätzungskommission resp. ihrem Präsidenten bei der Beurtei-
lung resp. Festlegung der Parteientschädigung ein Ermessensspielraum
zu. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass diese Instanz besser in der Lage
ist, die Bemühungen und Leistungen des Anwaltes zu beurteilen und na-
mentlich den örtlichen und zeitlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen
(vgl. oben E. 3 sowie BGE 129 II 106 E.5). Von der Einschätzung der Vor-
instanz ist dementsprechend nicht ohne Not abzuweichen (vgl. BGE 135 II
296 E. 4.4.3, 133 II 35 E. 3 und 130 II 449 E. 4.1; Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-330/2013 vom 26. Juli 2013 E. 4).
Die Vorinstanz hat in Ausübung dieses Ermessens den Aufwand des
Rechtsvertreters des Enteigneten aufgrund ihrer Kenntnisse des Verfah-
rens abgeschätzt. Wenn sie der Auffassung ist, die zu klärenden Rechts-
fragen seien im ersten Schriftenwechsel auf eine Art und Weise erörtert
worden, dass der im zweiten Schriftenwechsel betriebene Aufwand nicht
mehr notwendig war und der Rechtsvertreter habe unnötige Eingaben ge-
tätigt (vgl. Entscheid der Vorinstanz vom 26. Juni 2014 S. 18), so ist ihr zu
folgen, sofern sich nicht andere Hinweise ergeben. Derartige Gründe sind
für das Bundesverwaltungsgericht allerdings nicht ersichtlich, weshalb sich
die Kürzung des veranschlagten Zeitaufwandes als sachgerecht erweist.
http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-296 http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-296 http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-35 http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-449
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 21
5.2.1.6 Bezüglich des angewendeten Stundenansatzes ergibt sich Folgen-
des: Die vom Enteigneten mit Datum vom 30. April 2014 eingereichte Zu-
sammenstellung weist den angefallenen Zeitaufwand (mit nachgereichtem
Schreiben vom 13. Mai 2015 für die einzelnen Tätigkeiten detailliert) sowie
die Barauslagen als Totalbetrag aus. Der veranschlagte Stundenansatz
von Fr. 350.-- (exkl. MwSt), zu welchem die einzelnen Tätigkeiten zu ent-
schädigen sind, führt zu einer Honorarforderung in der Höhe von
Fr. 60'875.90 (exkl. MwSt.).
Dieser Ansatz liegt zwar in dem von Art. 10 Abs. 2 VGKE vorgesehenen
Bereich des Stundenansatzes für Rechtsvertretungen zwischen Fr. 200.--
und maximal Fr. 400.-- exkl. MwSt., ist aber dennoch im Enteignungsver-
fahren einer Angemessenheitskontrolle zu unterziehen. Ebenso wie die
Verfahrenskosten ist auch eine allfällige Parteientschädigung im enteig-
nungsrechtlichen Verfahren praxisgemäss eher niedrig anzusetzen (vgl.
zum Ganzen grundlegend hierzu: A-2163/2012 E. 26 und 27.3.2 mit zahl-
reichen Hinweisen). Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts und
des Bundesverwaltungsgerichts ist eine solche primär an den konkreten
Umständen des einzelnen Verfahrens resp. tatbeständlichen und rechtli-
chen Schwierigkeiten des Falles sowie am Umfang der auf dem Spiel ste-
henden Vermögenswerte etc. zu bemessen. So erachtete das Bundesge-
richt einen Normalansatz von Fr. 200.-- resp. einen Ansatz von Fr. 250.--
für tatbeständlich und rechtlich sehr komplexe Fälle, in welchen die Ent-
schädigungsforderung Fr. 500'000.-- überstieg, als angemessen. Diese
Praxis wurde vom Bundesverwaltungsgericht übernommen (vgl. zum Gan-
zen BGE 129 II 106 E. 3.4 und BGE 123 II 456 E. 3; Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts A-330/2013 vom 26. Juli 2013 E. 9.4 f. (ausführlich),
A-3425/2016 vom 8. Juni 2017 E. 11.3.2.2, A-3465/2016 vom 15. Septem-
ber 2016 E. 19.3 und A-4864/2018 vom 1. November 2019 E. 10.3).
Mit der Festsetzung des Stundenansatzes auf Fr. 250.-- hat die Vorinstanz
im Zeitpunkt ihres Entscheides vom 26. Juni 2014 den konkreten Umstän-
den des Falles ausreichend Rechnung getragen. Dies würde selbst dann
gelten, wenn sie den Fall als tatsächlich und rechtlich sehr komplex beur-
teilt hätte, was sie nicht getan hat. Sie musste ihren Entscheid vom 26. Juni
2014 sodann aufgrund der ihr vorgelegten – nicht detaillierten – Zusam-
menstellung fällen, weshalb der Beurteilung der Vorinstanz nichts anzufü-
gen ist.
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 22
5.2.1.7 Die Beschwerde des Enteigneten ist nach dem Gesagten in diesem
Punkt – Antrag auf eine Parteientschädigung von Fr. 61'102.75 (inkl. Aus-
lagen und 8% MwST.) – abzuweisen und der zugesprochene Betrag von
Fr. 33'880.80 zu bestätigen.
5.2.2 Im Zusammenhang mit dem ersten Rechtsgang macht der Enteig-
nete ausserdem Ersatz für Gerichtskosten aus dem Verfahren vor dem Be-
zirksgericht Aarau (rechtskräftiger Abschreibungsentscheid des Bezirksge-
richts Aarau vom 21. Oktober 2010) und vor dem Bundesgericht sowie die
bei letzterem angefallenen Parteikosten (rechtskräftiges Urteil des Bundes-
gerichts 1C_613/2015 vom 10. August 2016) geltend. Diese bringt der Ent-
eignete allerdings im Sinne von adäquat kausalen Folgen der Enteignung
vor, d.h. im Rahmen der weiteren entschädigungspflichtigen Nachteile ge-
mäss Art. 19 Bst. c EntG (Inkonvenienzen; vgl. Beschwerdeschrift vom
15. August 2018, S. 62 ff.). Über solche Entschädigungsbestandteile ist
nicht im vorliegenden Entscheid zu befinden (vgl. Ziff. 4.6.4).
5.3 Im Weiteren ist zu beurteilen, ob die Vorinstanz dem Enteigneten für
den Zeitraum zwischen Bundesgerichtsurteil vom 10. August 2016 bis und
mit dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz (zweiter Rechtsgang) zu
Recht eine Parteientschädigung zusprach und diese gegebenenfalls zu
Recht kürzte.
5.3.1 Die Vorinstanz entschied im angefochtenen Entscheid vom 14. Juni
2018, der Enteignete sei für das Verfahren seit seiner Wiederaufnahme
nach dem Entscheid des Bundesgerichts vom 10. August 2016 durch den
Enteigner pauschal mit Fr. 15'000.-- (inkl. Auslagen und MwSt.) zu entschä-
digen. Sie begründete die vorgenommene Kürzung der Forderung des Ent-
eigneten damit, dass die vorgelegte Kostennote vom 12. Januar 2018 nicht
detailliert erfolgt sei, dass wiederum der reduzierte Stundenansatz für Ent-
eignungsfälle anzuwenden sei (siehe oben), dass der normale Umfang für
Schlussbemerkungen mit der Eingabe des Enteigneten durch neue ausho-
lende sowie letztendlich nicht notwendige Beweisanträge gesprengt wor-
den sei und dass ein durch den Anwaltswechsel bedingter Aufwand nicht
zu entschädigen sei. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass in Würdigung
der Umstände des konkreten Falles und in Berücksichtigung der Vorgabe
von Art. 115 EntG sowie der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine er-
messensweise festgelegte pauschale Entschädigung von Fr. 15'000.--
(inkl. Auslagen und MwSt.) als angemessen erscheine.
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Seite 23
Der Enteignete beantragt in seiner Beschwerde vom 15. August 2018, der
Enteigner sei zu verpflichten, ihm "für das Verfahren vor der Vorinstanz
(Zeitraum seit Zustellung des Urteils des Bundesgerichts vom 10. August
2016 Nr. 1C_613/2015 / 1C_637/2015 bis und mit angefochtenem Urteil
der Schätzungskommission) eine Parteientschädigung in Höhe von
Fr. 37'426.60 gemäss Kostennote vom 12. Januar 2018 (92 h à Fr. 350.--
[exkl. MwSt.], inkl. Auslagen, Fremdrechnungen und 8% MwSt.) zu bezah-
len". Er begründet dies damit, es handle sich um einen tatsächlich und
rechtlich komplexen Fall mit einer überaus langen Verfahrensdauer. Über
die Zeit hätten sich auch die tatsächlichen Verhältnisse stark geändert.
Der Enteigner entgegnet, der von der Vorinstanz festgesetzte Stundenan-
satz von Fr. 225.-- erscheine angesichts der mittleren Komplexität als an-
gemessen. Im Übrigen habe sie auch den veranschlagten Aufwand von
92 h zu Recht nicht als notwendig erachtet, könne doch insbesondere ein
Anwaltswechsel nicht zu Lasten des Enteigners erfolgen.
Überdies beantragt der Enteigner mit Anschlussbeschwerde vom 29. Au-
gust 2018, die angefochtene Verfügung sei dahingehend abzuändern,
dass der Enteignete dem Enteigner eine angemessene Parteientschädi-
gung zu bezahlen habe, eventualiter, dass dem Enteigneten keine Partei-
entschädigung zuzusprechen sei (vgl. Anschlussbeschwerde vom 29. Au-
gust 2018, Rechtsbegehren Ziff. 1 Bst. c).
5.3.2 Der Enteigner begründet seinen in der Anschlussbeschwerde gestell-
ten Antrag im Wesentlichen damit, die überrissene Forderung des Enteig-
neten von knapp Fr. 2 Mio. nebst Zins sei von der Vorinstanz gänzlich ab-
gewiesen worden. Unter Berücksichtigung einer bereits geleisteten Zah-
lung verbleibe lediglich eine Restforderung von Fr. 3'460.90. Das vollstän-
dige Unterliegen ziehe die Entschädigungspflicht des Enteigneten nach
sich.
Der Enteignete bestreitet diese Darstellung in seiner Anschlussbeschwer-
deantwort vom 28. September 2018 und führt aus, es sei unbestritten, dass
er einen Anspruch auf Entschädigung für den Landverlust, die Verkehrs-
wertminderung sowie Inkonvenienzen habe. Die Höhe der Entschädi-
gungsforderung hänge sodann davon ab, welcher Bewertungszeitpunkt für
die Verkehrswertbestimmung als ausschlaggebend erachtet werde. Er
habe schliesslich gute Gründe vorgelegt, weshalb der Bewertungszeit-
A-4707/2018, A-4951/2018
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punkt nicht im Jahr 2005 liege. Wenn deshalb die Entschädigungsforde-
rung höher ausfalle, so könne dies jedenfalls nicht als missbräuchlich be-
zeichnet werden.
5.3.3 Art. 115 EntG sieht den Grundsatz der Entschädigung des Enteigne-
ten für dessen notwendigen aussergerichtlichen Kosten im Einsprache-
und im Schätzungsverfahren durch den Enteigner vor. Einzig bei miss-
bräuchlichen Begehren oder offensichtlich übersetzten Forderungen kann
der Enteignete zur Bezahlung einer Parteientschädigung an den Enteigner
verpflichtet werden (vgl. E. 5.1).
5.3.4 Die Möglichkeit einer vom Grundsatz abweichenden Verpflichtung
zur Entschädigung knüpft an die mutwillige Prozessführung an (vgl. KES-
SER COENDET, a.a.O., Rz. 26.190; HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 115 EntG
Rz. 3 ff.). Eine solche liegt beispielsweise dann vor, wenn die Anrufung der
Beschwerdeinstanz nicht auf den Schutz berechtigter Interessen abzielt,
wenn die gestellten Anträge nicht in guten Treuen vertretbar sind oder
wenn die Entschädigungsforderung auch für den Enteigneten erkennbar
missbräuchlich oder offensichtlich übersetzt ist.
Vorliegend stützt der Enteigner sein Begehren einzig auf das Unterliegen
des Enteigneten und die Höhe dessen Entschädigungsforderung (Art. 115
Abs. 1 und 3 EntG). Dies überzeugt nicht. Wie der Enteignete berechtig-
terweise und überzeugend ausführt, ist der Bewertungszeitpunkt für die
Bestimmung des Verkehrswertes ausschlaggebend zur Festlegung der
Höhe der Entschädigungsforderung. Angesichts der steigenden Immobi-
lienpreise ist es deshalb nachvollziehbar, dass je nach Betrachtungsweise
eine Forderung einiges höher ausfallen kann, als wenn ein Bewertungs-
zeitpunkt verwendet wird, der einige Jahre zurück liegt. Dass der Enteig-
nete einen Anspruch auf Entschädigung hat, ist unbestritten. Es ist ihm im
Übrigen nicht anzulasten, wenn er zur Durchsetzung seiner Forderung den
Rechtsweg beschreitet, selbst wenn sich das Verfahren bereits über viele
Jahre zieht. Ebenso liegt es in seinen berechtigten Interessen, einen spä-
teren Bewertungszeitpunkt geltend zu machen, was er in seiner Beschwer-
deschrift vom 15. August 2018 ausführlich begründet. Dass der Enteignete
offensichtlich missbräuchliche Begehren gestellt hätte, ist deshalb nicht er-
sichtlich und die Voraussetzungen für einen Verzicht auf die Ausrichtung
einer Parteientschädigung zu seinen Lasten – oder sogar eine solche zu
Gunsten des Enteigners – sind nicht gegeben. Die Anschlussbeschwerde
ist diesbezüglich abzuweisen.
A-4707/2018, A-4951/2018
Seite 25
5.3.5 Bezüglich der Festsetzung der Höhe der Parteientschädigung kann
grundsätzlich auf die bereits gemachten Ausführungen verwiesen werden,
kann doch die zuständige Vorinstanz die fallspezifischen Gegebenheiten
am besten abschätzen (vgl. E. 3 sowie 5.2.1.5). Klar ist, dass der Zeitauf-
wand auch bezüglich dieser Kostennote gemäss dem von Bundesverwal-
tungsgericht sowie Bundesgericht in ihrer Praxis angewandten reduzierten
Stundenansatz in Enteignungssachen zu entschädigen ist (vgl. oben
E. 5.2.1.6). Die Einschätzung der Vorinstanz, es handle sich um einen Fall
mittlerer Komplexität und der Sachverhalt sei mittlerweile eingehend dar-
gelegt worden, überzeugt, weshalb ein Ansatz von Fr. 225.-- (exkl. MwSt.)
gerechtfertigt erscheint. Diese Bemessungsgrundlage akzeptiert sodann
auch der Enteigner in seiner Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2018
(vgl. dort Rz. 165).
Die offenbar erst als Beilage zur Beschwerdeschrift vom 15. August 2018
vorgelegte und somit der Vorinstanz unbekannte (vgl. Beschwerdeschrift
vom 15. August 2018, Rz. 182) detaillierte Kostennote vom 12. Januar
2018 beschlägt gemäss dem Antrag des Enteigneten den Zeitraum ab Zu-
stellung des Bundesgerichtsurteils vom 10. August 2016 (vgl. auch die sich
in den Beilagen der Beschwerde befindliche detaillierte Zusammenstellung
der Kosten ab 25. September 2016) bis und mit dem angefochtenen Ent-
scheid der Vorinstanz vom 14. Juni 2018. Zu Beginn dieses Verfahrensab-
schnitts legte der bisherige Rechtsvertreter sein Mandat nieder und be-
gründete dies in seinem Schreiben vom 4. Juli 2018 damit, er wolle auf-
grund seiner fachlichen Ausrichtung auf vertrags-, handels- und gesell-
schaftsrechtliche Themen das weitere Verfahren vor der Schätzungskom-
mission nicht führen. Den Akten ist im Weiteren zu entnehmen, dass in
diesem Zeitraum von 17 Monaten neben der Eingabe vom 16. November
2016 (20 Seiten) und der Stellungnahme/Schlussbemerkung vom 30. Mai
2017 (38 Seiten) am 16. November 2016 auch ein Augenschein resp. eine
Einigungsverhandlung durchgeführt wurde.
5.3.6 Der auf andere Rechtsgebiete spezialisierte Rechtsvertreter vertrat
den Enteigneten von Anfang an in einer enteignungsrechtlichen Angele-
genheit und tätigte dabei zahlreiche Eingaben bei der Vorinstanz, wobei er
hauptsächlich öffentlich-rechtliche Fragen und nur in zweiter Linie vertrags-
rechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Dienstbarkeitsvertrag zu be-
handeln hatte. Der Anwaltswechsel nach einer Verfahrensdauer von mehr
als 12 Jahren drängte sich somit nicht auf. Der durch den vom Enteigneten
selber zu verantwortende Anwaltswechsel entstandene Mehraufwand ist
A-4707/2018, A-4951/2018
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somit nicht dem Enteigner aufzuerlegen: So ist denn insbesondere das Ak-
tenstudium (ca. 18 h) für die Einarbeitung in die Sache nicht gerechtfertigt
und ermessensweise auf ein für das Studium des bundesgerichtlichen Ent-
scheides inkl. rechtliche Abklärungen übliches Mass von ca. 3 h zu be-
schränken. Der zeitliche Aufwand von 20 h für die Redaktion der ersten
Eingabe an die Vorinstanz vom 16. November 2016 im Umfang von total
20 Seiten (ca. 20 h) erscheint sodann als angebracht, wenn auch an der
oberen Grenze angesiedelt. Hingegen erweist sich der Umfang von 38 Sei-
ten (doppelte Länge der Eingabe vom 16. November 2016) für die Stel-
lungnahme/Schlussbemerkungen vom 30. Mai 2017 als nicht gerechtfer-
tigt, hatte sich der Enteignete doch bereits in seiner Eingabe vom 16. No-
vember 2016 ausgiebig geäussert. Die Schlussbemerkungen werden
durch Wiederholungen und ausholende neue Beweisanträge unnötig ver-
längert. Die dafür veranschlagten rund 25 h sind auf ca. 10 h zu kürzen.
5.3.7 Damit ergeben sich für den zeitlichen Aufwand insgesamt ca. 62 h,
welche mit je Fr. 225.-- (exkl. MwSt.) zu entschädigen sind. Damit umfasst
die Parteientschädigung ein Honorar von Fr. 13'950.-- zuzüglich
Fr. 2'454.25 für Auslagen, Fremdrechnungen und 8% Mehrwertsteuer. Der
Gesamtbetrag von Fr. 17'716.60 ist dem Enteigner aufzuerlegen. Im Übri-
gen ist der betreffende Antrag des Enteigneten abzuweisen.
5.4 Der Enteigner stellt mit Anschlussbeschwerde vom 29. August 2018
das Rechtsbegehren, die Dispositivziffer 3 des angefochtenen Entscheides
sei dahingehend abzuändern, dass die Kosten des Verfahrens vor der
Vorinstanz dem Enteigneten aufzuerlegen seien.
5.4.1 Wie bereits ausgeführt, sind die Kosten im enteignungsrechtlichen
Verfahren grundsätzlich vom Enteigner zu tragen und können nur aus-
nahmsweise dem Enteigneten auferlegt werden (vgl. oben E. 5.1; Art. 114
Abs. 1 f. EntG; KESSLER COENDET, a.a.O., Rz. 26.187).
5.4.2 Die Vorinstanz hat die Kosten des Verfahrens seit Wiederaufnahme
des Verfahrens im zweiten Rechtsgang dem Enteigner auferlegt (vgl. Ent-
scheid vom 14. August 2018 E. 5.2.1). Damit folgte sie der grundsätzlichen
Regelung und sah selbst von einer teilweisen Kostenauferlegung zu Las-
ten des Enteigneten ab. Dieser Beurteilung ist zu folgen, schliesslich war
der Enteignete aufgrund der bundesgerichtlichen Beurteilung des Dienst-
barkeitsvertrages vom 8. August 2006 – resp. dessen Nichtigkeit – gezwun-
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gen, diesen Weg zu beschreiten, um eine Enteignungsentschädigung gel-
tend zu machen. Es ist deshalb nicht ersichtlich, weshalb der Enteignete
sein Enteignungsrecht in missbräuchlicher Weise geltend gemacht hätte.
5.4.3 Die Anschlussbeschwerde vom 29. August 2018 ist deshalb in die-
sem Punkt abzuweisen.
5.5 Im Übrigen ist nachfolgend über die Kosten und die Parteientschädi-
gung im vorliegenden Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zu be-
finden:
5.5.1 Die Gerichtsgebühr bemisst sich im Verfahren vor Bundesverwal-
tungsgericht nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Pro-
zessführung und finanziellen Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG so-
wie Art. 2 Abs. 1 VGKE). Wie bereits erwähnt, sind in enteignungsrechtli-
chen Verfahren, die Kosten eher niedrig zu halten (vgl. E. 5.2.1.6 mit Hin-
weisen). In Anbetracht des Umfangs und der Schwierigkeit der vorliegen-
den Sache erscheint eine Gebühr von Fr. 5'000.-- als angemessen.
Der Enteignete hat seine Beschwerde weder missbräuchlich noch mutwillig
eingereicht. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 5'000.-- sind somit
dem Enteigner aufzuerlegen.
5.5.2 Die vorliegend vom Rechtsvertreter des Enteigneten mit Datum vom
19. Dezember 2018 eingereichte Zusammenstellung der Parteikosten
weist den angefallenen Zeitaufwand für die einzelnen Tätigkeiten detailliert
(insg. 52.67 h) sowie die Barauslagen als Totalbetrag (Fr. 553.--) aus. Die
Zusammenstellung ist bezüglich des Zeitaufwandes plausibel und gibt in-
sofern zu keinen Bemerkungen Anlass. Dies u.a. auch deshalb, da es ne-
ben dem Schriftenverkehr für die Beschwerde auch jenen für die An-
schlussbeschwerde zu bearbeiten galt. Der veranschlagte Stundenansatz
von Fr. 350.-- (exkl. MwSt.), führt zu einer Honorarforderung in der Höhe
von Fr. 18'988.00 (exkl. MwSt.).
Auch bezüglich dieser Honorarnote gelten die Ausführungen betreffend
den Stundenansatz in enteignungsrechtlichen Angelegenheiten vor dem
Bundesverwaltungsgericht und Bundesgericht (vgl. E. 5.2.1.6). Die durch-
zuführende Angemessenheitskontrolle führt zum Schluss, dass sich die
vorliegende Streitigkeit im zweiten Rechtsgang befindet, wobei der Rechts-
vertreter des Enteigneten diesen seit dem 26. September 2016 vertritt (vgl.
entsprechende Anwaltsvollmacht), d.h. bereits seit Beginn des Rechts-
gangs und im vorinstanzlichen Verfahren. In dessen Verlauf hatte sich der
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Rechtsvertreter bereits mit der Materie ausgiebig vertraut gemacht, wobei
der Sachverhalt geklärt und die sich stellenden Rechtsfragen im Wesentli-
chen bearbeitet waren. Es galt sodann im vorliegenden Fall insbesondere
die Frage zu klären, ob die formellen Voraussetzungen des Schätzungs-
verfahrens gegeben sind. Es handelt sich demnach um einen Fall mittlerer
Komplexität, weshalb ein Stundenansatz von Fr. 225.-- (exkl. MwSt.) als
angemessen erscheint. Damit ergibt sich ein Honoraranspruch von Fr.
11'850.75 (exkl. MwSt.) nebst Barauslagen.
5.5.3 Das Gutachten der Firma Wüest Partner vom 27. Juli 2018 wurde
durch den Enteigneten in Auftrag gegeben und diesem mit Fr. 8'346.75 in
Rechnung gestellt. Für solche Privatgutachten sind in der Regel keine Ver-
gütungen zuzusprechen, da in den Schätzungskommissionen selbst die
benötigten Fachleute vertreten sind oder solche, falls notwendig, zusätzlich
beigezogen werden können (vgl. Art. 47 der Verordnung über das Verfah-
ren vor den Eidgenössischen Schätzungskommissionen vom 13. Februar
2013 [SR 711.1]; HESS/WEIBEL, a.a.O, Art. 115 N. 3). Entschädigungen für
Privatgutachten werden deshalb nur ausnahmsweise gewährt, wenn sich
ein Enteignungsverfahren als schwierig und die Arbeit des vom Enteigne-
ten beigezogenen Experten im Schätzungsverfahren als nützlich erweist
(BGE 109 Ib 26 E. 3 mit Hinweisen; Urteil 1C_356/2013 E. 3.2; HESS/WEI-
BEL, a.a.O., Art. 115 Rz. 3). Das Privatgutachten ist vorliegend nicht in den
Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts eingeflossen. Insgesamt recht-
fertigt es sich deshalb nicht, dem Enteigner diese Kosten aufzuerlegen.
5.5.4 Dem Enteigneten ist nach dem Gesagten eine Parteientschädigung
im Umfang von Fr. 11'850.75 zuzüglich Barauslagen von Fr. 553.--, d.h.
total Fr. 13'358.85 (inkl. Auslagen und 7.7% MwSt. im Sinne von Art. 9 Abs.
1 Bst. c VGKE) zuzusprechen. Sie ist ihm durch den Enteigner zu entrich-
ten.
Dem Enteigner steht von vornherein keine Parteientschädigung zu, wird
doch seine Anschlussbeschwerde abgewiesen (Art. 116 Abs. 1 EntG e
contrario).
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