Decision ID: c3b01f9c-e266-4500-aa42-7177bd536d60
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1966
geborene
X._
war ab
1. März 20
0
1 als
Pflege
fach
frau
AKP
im
Y._
angestellt
und
da
durch
bei der
Helsana Unfall AG
gegen die Folgen von Unfällen
versi
chert
.
A
m
11. August 2011
verletzte sie sich
beim Transferieren einer Bewohnerin vom Roll
stuhl ins Bett im Bereich Schulter/Ellbogen rechts und
legte
ihre Arbeit nieder
(
Schadenmeldung vom 27. Ok
tober 2011 [
Urk. 8/K1
]
)
.
In den daraufhin getätigte
n
medizinischen Untersuchungen konnte für die
geklagten
gesundheit
lichen Be
ein
trächtigungen
kein hinreichendes organisches Korrelat gefunden werden
; das
Be
schwerdebild
wurde
im We
sentlichen als
myofasziales
Schmerz
syndrom
inter
pr
e
tiert
.
Schliesslich
wurde
ein
Complex
Regional
Pain
Syndrome (CRPS I)
diag
nos
tiziert
(Urk. 9/M1, Urk. 9/
M4-
M5, Urk. 9/M7
-
M1
3
).
M
it Verfü
gung vom 23. Feb
ruar 2012 (Urk. 8/
K
40) verneinte die
Helsana Unfall AG
ihre
Leistungs
pflicht
mit der Begründung, der Unfallbegriff sei nicht erfüllt und es liege auch keine unfallähnliche Körperschädigung vor. Daran hielt sie auf Ein
sprache (Urk. 8/
K
46
, Urk. 8/
K
53) hin mit Entscheid vom 28. Juni 2012 (Urk. 2) fest.
2.
Dagegen
erhob
X._
mit Eingabe
vom 31. August 2012 Be
schwerde mit folgenden Anträgen
(Urk. 1 S. 2)
:
1.
Die Verfügung der
Helsana Unfall AG
vom 23. Februar 2012 bezie
hungsweise der
Einspracheentscheid
vom 28. Juni 2012 seien aufzu
heben.
2.
Es sei festzustellen, dass die Leistungspflicht der
Beschwerdegeg
ne
rin
gegeben ist und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen nach UVG für die Folgen des Ereignisses vom 11. August 2011 zu erbri
ngen.
Unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2012 (Urk. 7) schloss die
Beschwerde
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 11. Ok
tober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1).
Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.2.2
Nach der Rec
htsprechung bezieht sich das Be
griffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber.
Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äus
sere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass
sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den mensch
lichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine
Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung
(RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.) be
stehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erforder
nis der
äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussen
welt be
gründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung
ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor
–
Ver
änderung zwischen Körper und Aussenwelt
–
ist wegen der er
wähnten
Pro
grammwidrigkeit
zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183
E. 4.1,
Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S.
541 E. 3.1).
1.2.4
Selbst bei
fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes,
das heisst
einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings je
weils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und be
ruf
liche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dent
licher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38)
. Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung
nur wegen bestehender krank
haf
ter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ur
sache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den patho
lo
gi
schen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hin
weisen).
1.2.5
Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, unterliegt der Nach
weis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt wer
den muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusser
lich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahr
scheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursa
chen besteht (BGE 99 V 136 E.
1
). Der äussere Faktor ist zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden
Unfaller
eignisses
; er ist Gegenstück zur
–
den Krankheitsbegriff konstituierenden
–
in
neren Ursache (BGE 134 V 72 E. 4.1
und 4.3.2.1; vgl. zum Ganzen:
Urteil des Bundesgerichts 8C_693/2010
vom 2
5.
März 2011
E. 5.2
).
1.3
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
vollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen.
Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht we
nig
stens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Per
son aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV
1990 Nr. U 86 S. 50).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 11. August 2011 einen Unfall im Rechtssinne darstellt.
Dagegen
blieb
e
ine
Leistungspflicht
des Unfallversicherers aus Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
mangels einer
unfallähnlichen
Körperschädigung zu Recht ausser Frage.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
hielt dafür
,
mangels eines ungewöhnlichen äusseren Fak
tors sei der Unfallbegriff nicht erfüllt.
Das
Auffangen der Bewohnerin
sei nicht
durch etwas Programmwidriges oder Sinnfälliges
beeinträchtigt worden
; eine unkoordinierte Bewegung sei daher zu verneinen. Auch ein ausserordent
li
cher Kraftaufwand sei im Hinblick auf die berufliche Gewöhnung und das Ge
wicht der Bewohnerin auszuschliessen. Bei der Ausübung ihrer beruflichen Tä
tigkeit sei eine Pflegeassistentin zuweilen mit der Situation konfrontiert, dass Patienten bei der Mobilisation respektive Verlagerung vom Bett in den Rollstuhl und umgekehrt stürzen könnten und aufgefangen werden müssten. Dies sprenge den Rahmen des Üblichen nicht.
Ein Unfall bei
Überanstrengung
ohne Störung des Bewegungsablaufs durch etwas Programmwidriges
werde nach der Recht
sprechung nur bei
sehr hohen Gewichten anerkannt. Die
Bewohnerin
sei
zirka 80 kg
schwer gewesen, was
praxisgemäss nicht
genüge
(Urk.
2 S. 5 f.
).
2.3
Dagegen brachte
die Beschwerdeführerin
vor
, der ausserordentliche Kraftauf
wand sei beim Auffangen einer stürzenden, zirka 80 kg schweren
Hemiplegike
rin
eindeutig zu bejahen.
Dieses Kriterium könne nicht mit dem Argument der beruflichen Gewöhnung verneint werden. Von Berufes wegen sei eine
Pflege
fachfrau
keinesfalls gewöhnt, zirka 80 kg schwere Patienten (einhändig) aufzu
fangen, um sie vor einem Sturz zu bewahren. Entsprechend habe sie im Frage
bogen zum
Verhebetrauma
festgehalten, dass sie einen ausserordentlichen, zu
vor nie erbrachten Kraftaufwand habe leisten müssen und es sich nicht um eine gewohnte, unter normalen Bedingungen verlaufene Tätigkeit gehandelt habe.
Die Programmwidrigkeit liege darin, dass die Patientin das Gleichgewicht verlo
ren habe und gestürzt sei. Der Sachverhalt sprenge den Rahmen dessen, was als alltäglich und üblich zu betrachten sei (Urk. 1 S. 4 ff.).
3.
Der
Schadenmeldung
des
Y._
vom 27. Oktober 2011 (Urk. 8/
K
1)
ist
in Bezug auf den Hergang des Ereignisses vom 11. August 2011 Folgendes zu entnehmen: "Beim Transfer eines Bewohner
(
s
)
vom Rollstuhl ins Bett ist der Bewohner der Versicherten entglitten. Bevor der Bewohner ganz zu Boden fiel, zog die Versicherte mit der rechten Hand den Bewohner auf das Bett zurück".
I
n eine
m
von der Beschwerdegegnerin zugestellten
Fragebogen
betreffend
Ver
hebetrauma
(Urk. 8/
K
7)
schilderte
die Beschwerdeführerin am 24. November 2011
den Sachverhalt wie folgt: "Transfer einer Bewohnerin Rollstuhl - Bett."
Dabei sei die zirka
80 kg schwer
e Bewohnerin gestürzt respektive habe das Gleich
ge
wicht verloren. In einer Reflexhandlung habe sie
– die Beschwerdefüh
rerin –
die Bewohnerin ohne Dritthilfe knapp über dem Boden aufgefangen, was einen ausserordentlichen Kraftaufwand erfordert habe. Sie habe sofort Schmer
zen am
rechten Arm
, aus
strahlend bis
in die Hand
,
verspürt und die Arbeit nie
derlegen müssen.
Am 29. November 2011 gab die Beschwerdeführerin gegenüber der
Schadenin
spektorin
der
Beschwerdegegnerin zu Protokoll,
dass ihr
die Bewohnerin beim Transfer vom Rollstuhl ins Bett entglitten
sei.
Damit die Bewohnerin nicht zu Boden
gestürzt sei
, habe sie diese mit der rechten Hand auf das Bett gezog
en. Die Bewohnerin sei zirka 80 kg
schwer und
Hemiplegikerin
gewesen (Urk. 8/K9 S. 4 unten
; vgl. auch Urk. 8/K33 S. 1)
.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin war
im Zeitpunkt des
in Frage stehenden
Ereignisses
vom 11. August 2011 seit
über
zehn Jahren
als Pflegefachfrau
AKP
im
Y._
tätig
und dabei auch für
die Betreuung von Lernenden, die Durchführung von Schulungen
sowie
die Abnahme von Prüfun
gen
zuständig
(Urk. 8/
K
9 S. 1).
Das Umlagern und Transferieren von
Bewohnern
beziehungsweise Patienten
gehört
e
zu
ihrem beruflichen Alltag
.
Diesem
war
stets ein gewisses Risiko inhärent,
dass
die zu betreuenden Personen
stürzen könnten und aufgefangen werden müssen.
Die Voraussehbarkeit eines solchen Vorkommnisses war vorliegend nicht bloss abstrakter Natur,
handelte es sich doch
bei der zu transferierenden Bewohnerin um eine
He
miplegikerin
. Insofern vermag d
ie
Beschwerdeführer
in
mit dem Hinweis
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 6)
auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_827/2007 vo
m 22. September 2008, E. 4.2.1
, wo
nach
aufgrund der Tatsache, dass die versicherte
Person
(abstrakt)
mit dem Ein
tritt einer Gefahr rechnen musste
,
noch nicht die Ungewöhnlichkeit des
Gefah
reneintritts
verneint werden
kann,
nichts zu
ihren
Gunsten abzuleiten.
Entgegen ihrer Auffassung (Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 7) gehört objektiv betrachtet e
ine
Auffang
bewegung
bei einem drohenden Sturz
grundsätzlich
zur
gewöhnliche
n
Band
breite der Bewegungsmuster
des Pflegeb
eruf
e
s
. Dies gilt selbst dann, wenn die Auffangbewegung reflexartig ausgeführt wird (vgl. Urteil des
Eidgenössische
n
Versicherungsgerichts U 144/06 vom 23. Mai 2006
E. 1 und
E. 2.2 mit Hin
wei
sen)
.
In den Akten
finden sich keine Anhaltspunkte für eine
unfallversiche
rungs
recht
lich
relevante
P
rogrammwidrig
keit im
Bewegungs
ablauf
der Beschwer
de
führerin
(Ausgleiten, Stolpern oder dergleichen), woraus
sich
eine
unphysio
logische
Bean
spruchung einzelner Körperteile hätte
ergeben
können.
Aus dem Umstand, dass die Bewohnerin das Gleichgewicht verlor und zu stürzen drohte, kann entgegen der beschwerdeweise vertretenen Auffassung (Urk. 1 S. 5 Ziff. 7)
für sich alleine nicht geschlossen werden, dass die Auffangbewegung nicht pro
grammgemäss
ausgeführt wurde.
Demzu
folge
ist ein
ungewöhnliche
r
äussere
r Faktor im Sinne einer
unkoordinierte
n
Bewegung nicht
rechtsgenüglich
erstellt.
4.2
Ob ein Unfallereignis aufgrund einer Überanstrengung gegeben ist, muss recht
sprechungsgemäss in Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles ent
schie
den werden (RKUV 1994 Nr. U 180 S. 37, U 109/92 E.
3b). Ein Unfall be
jaht wurde etwa im Falle einer Gemeindekrankenschwester,
die
einen schwer
gewichtigen Patienten beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl vor dem unver
mu
teten Sturz bewahrte, indem sie ihn in Sekundenschnelle mit übermässigem Kraf
t
aufwand in den bereitstehenden Rollstuhl zu setzen vermochte (RKUV 1994
Nr. U 185 S. 79 E. 2b), oder bei einer 35-jährigen, 57 kg schweren
Physio
the
ra
pie
praktikantin
mit Rotkreuzausbildung
, welche einen 84 kg schweren Patien
ten,
der das Gleichgewicht ver
loren hatte, auffing (in der Beschwerde
[Urk. 1
S. 4 Ziff. 4)
angerufenes Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U
166/04
vom 18.
April 2005
E. 4.2.5
).
Ver
neint wurde demge
genüber ein ver
sichertes Er
eig
nis im Falle einer 39-jährigen, 62 kg schweren Krankenschwester,
welche
un
versehens das Gewicht einer 66 kg
schweren Pa
tientin auffangen musste (Urteil
des Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
U
421/01 vom 1
5.
Januar 2003).
Im Lichte dieser Praxis kann das
fragliche
Ereignis vom
11. August 2011
unge
achtet des subjektiven Empfindens der Beschwerdeführerin, einen ausserordent
li
chen Kraftaufwand geleistet zu haben,
nicht als Überanstrengung im Sinne der
Rechtsprechung gewertet w
erden. I
n diesem Zusammenhang zu berücksichtigen ist die körperliche Konstitution der
damals 45-jährigen
Beschwerdeführerin, wel
che
nach Lage der Akten (mindestens) 180 cm gross ist und rund 75 kg wiegt, im Vergleich zur
nach Angaben der
Beschwerdeführerin
zirka 80 kg
(Urk. 8/K7, Urk. 8/K9 S. 4 unten, Urk. 8/K33 S. 1, Urk. 9/M9 S. 1) schweren Bewohnerin
.
An
gesichts des
sen sowie mit Blick darauf, d
ass die Beschwerdeführerin auf
g
rund ihrer lang
jährigen beruflichen Tätigkeit Pflegefachfrau
erhebliche
Ge
wichtsbelastungen
gewohnt ist, kann nicht von einem
ausserordentlich
en
Kraft
akt ausgegangen wer
den. Hinzu kommt, dass
beim fraglichen Geschehnis unge
achtet der Hemiplegie kaum das gesamte Gewicht der Bewohnerin
,
welches – anders als im Urteil U 166/
0
4 vom 18. April 2005 E. 4.2.6
– nicht weit über dem Gewicht der Beschwerdeführerin lag,
auf
dieser
gelastet haben
dürfte
.
Damit ist eine
sinnfällige
Überanstrengung auf
g
rund des Gewicht
s
der Be
wohnerin
zu verneinen.
4.3
Ist das Ereignis vom 11. August 2011 nach dem Ausgeführten im Lichte der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung mangels Einwirkung eines ungewöhnli
chen
äusseren Faktors
nicht als Unfall im Sinne von Art.
4 ATSG
zu qualifi
zie
ren,
hat
die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht
zu Recht verneint
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Bei diesem Ergebnis
sind die weiteren Voraussetzungen für eine Leistungspflicht
der Unfallversicherung
nicht zu prüfen.
Insbesondere erübrigt es sich, näher auf
den
medizinische
n
Sachverhalt
einzugehen.
Festzuhalten ist
dennoch
, dass die
bildgebenden
Abklärungen kein organisches Korrelat zur Darstellung
gebracht haben
, welches die geklagten Beschwerden erklären
könnte
.
Dies würde –
falls denn ein Unfall im Rechtssinne vorläge
– zwar die natürliche Kausalität der Be
schwerden nicht ausschliessen, jedoch eine besondere Prüfung des adäquaten Kau
s
alzusammenhangs
bedingen. Diese hätte nach den
für psychische Fehlent
wicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen
(so genannte
Psycho-Praxis; BGE 115 V 133)
zu erfolgen, wobei
indes
die Adäquanz ausgehend von einem leich
ten Ereignis praxisgemäss (
BGE 115 V 133
E. 6a) ohne weiteres zu vernei
nen wäre. Was schliesslich die Diagnose CRPS I be
trifft, könnte diese
unter Be
rücksichtigung der einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl.
et
wa
die
Urteile U 436/06 vom 6. Juli 2007 E. 3.4.2.1, 8C_150/2008 vom 24. Juli 2008
E.
3.2.2 und 8C_384/2009 vom 5. Januar 2010 E.
4.2.1)
kaum
als
unfall
be
dingt
gelten
.