Decision ID: 06dbce9d-89fe-56b0-a009-0111dabc4e6a
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 26. Juni 2008 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, wobei er keine Identitätspapiere zu den Akten reichte,
dass er anlässlich der Erstbefragung im Empfangs- und  Chiasso vom 25. Juli 2008 sowie der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM vom 17. Dezember 2008 im Wesentlichen angab, er habe in B._ zusammen mit seiner Mutter und Grossmutter gelebt und sei seit dem Jahr 2006 mit der Tochter eines Militärkommandanten  gewesen,
dass er am 21. November 2007 von Militärangehörigen festgenommen worden sei, da seine Freundin - wie er an diesem Tag erfahren habe - von ihm schwanger gewesen sei,
dass er am 25. November 2007 wieder freigelassen worden sei,  er eine Erklärung - von welcher er keine Kopie erhalten habe - unterzeichnet habe, wonach er die Verantwortung für seine Freundin übernehme, woraufhin er nicht mehr weiter behelligt worden sei,
dass seine Freundin aufgrund von Komplikationen bei der Geburt des Kindes am 20. Mai 2008 gestorben sei, woraufhin Militärangehörige noch am selben Tag zu ihm nach Hause gekommen seien, um ihn dort zu suchen,
dass sie an seiner Stelle seine Grossmutter mitgenommen hätten, da er selbst nicht zu Hause gewesen sei,
dass er daraufhin auf Anraten seiner Mutter das Land am 27. Mai 2008 auf dem Seeweg verlassen habe und am 25. Juni 2008 in Italien - den Ankunftshafen könne er nicht nennen - an Land gegangen sei, von wo aus er mit dem Zug weiter gereist und am 26. Juni 2008 illegal in die Schweiz gelangt sei (vgl. A1, S. 5 ff.; A11, S. 4 ff.),
dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der  des rechtserheblichen Sachverhalts auf die Protokolle bei den Akten verwiesen wird,
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dass der Beschwerdeführer trotz entsprechender Aufforderung keine Identitätspapiere eingereicht hat,
dass er zur Begründung ausführte, er habe nie einen Pass besessen und seine Identitätskarte habe das Militär am 20. Mai 2008 bei der Durchsuchung seines Zimmers mitgenommen, und dass er aufgrund seiner Probleme keine Möglichkeit habe, diesbezüglich jemanden zu kontaktieren (vgl. A1, S. 3; A11, S. 3),
dass das BFM mit Verfügung vom 13. Januar 2009 - eröffnet am 15. Januar 2009 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung des  aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,
dass der Beschwerdeführer dagegen mit Eingabe vom 21.  2009 (Datum Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht  einreichte und um Aufhebung der vorinstanzlichen  und Rückweisung der Sache an das BFM, eventualiter um  der Unzulässigkeit, allenfalls der Unzumutbarkeit des  ersuchte,
dass er zudem in formeller Hinsicht um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchte,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
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dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, bei denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, wobei bei Nichteintretensentscheiden gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG auch die Flüchtlingseigenschaft zum Prozessgegenstand gehört (vgl. Entscheide des Schweizerischen  [BVGE] 2007/8 E. 2.1 S. 73),
dass indes die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend - wie nachfolgend aufgezeigt - um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur  zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht  wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innert 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben,
dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlings-
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eigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 AsylG),
dass unter den Begriff „Reise- oder Identitätspapier“ gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nur Dokumente fallen, welche von den  Behörden zum Zweck des Identitätsnachweises ausgestellt  sind, weshalb grundsätzlich nur Reisepässe oder Identitätskarten diese Anforderungen erfüllen, nicht aber zu anderen Zwecken  Dokumente wie Führerausweise oder Geburtsurkunden (vgl. Art. 1 Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; BVGE 2007/7 E. 6), weshalb die Ausführungen des Beschwerdeführers in der Beschwerdeschrift vom 21. Januar 2009 zur allfälligen Erhältlichmachung „anderer “ zur Bestätigung seiner Identität unbeachtlich sind, da diese voraussichtlich keine rechtsgenüglichen Dokumente darstellen ,
dass überdies ein nachträglicher Eingang rechtsgenüglicher  nicht zur Aufhebung des Nichteintretensentscheides zu führen vermöchte, da - wie nachfolgend aufgezeigt - das Unterlassen der Einreichung genüglicher Identitätspapiere innert Frist nicht  ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 1999 Nr. 16 E. 5),
dass der Beschwerdeführer es trotz entsprechender Aufforderung unterliess, im Moment der Einreichung des Asylgesuchs  innert 48 Stunden danach Dokumente zu seiner Identifizierung abzugeben,
dass die Erklärungen des Beschwerdeführers, er habe lediglich eine Identitätskarte besessen, die vom Militär beschlagnahmt worden sei, und er sei ohne ein Ausweisdokument von Guinea nach Europa , ohne jemals kontrolliert worden zu sein (vgl. A1, S. 3 und 5),  der strengen Kontrollen an wichtigen Grenzübergängen als nicht realistisch erscheinen,
dass zudem die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seiner , wonach er von B._ per Schiff nach Italien gelangt sei,  weder den Ankunftshafen noch den Namen der Person nennen könne, welche ihm nach der Zugsfahrt von Italien in die Schweiz geholfen habe, indem sie ihm die Fahrkarte zum Empfangszentrum gekauft, ihm Kleider geschenkt und ihm erklärt habe, wie er die
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schweizerischen Behörden um Hilfe bitten könne (vgl. A1, S. 5), nicht zu seiner Glaubwürdigkeit beitragen,
dass somit keine entschuldbaren Gründe für das Versäumnis des Beschwerdeführers, innert der gesetzlichen Frist von 48 Stunden rechtsgenügliche Identitätsdokumente einzureichen, vorliegen,
dass sodann die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers, seinen Heimatstaat wegen der Furcht vor Verfolgung durch das Militär beziehungsweise durch den Vater - eines Militärkommandanten - seiner aufgrund von Geburtskomplikationen verstorbenen Freundin verlassen zu haben, im Ergebnis zutreffend mangels Substanz und Realkennzeichen sowie aufgrund diverser Widersprüche im  mit den geltend gemachten Ereignissen als nicht glaubhaft und nicht asylrelevant erachtet hat, und dass hierzu auf die zu  Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen  kann,
dass sich die Argumente in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen in einer Wiederholung der bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Vorbringen erschöpfen und die vom BFM aufgezeigten Widersprüche und Ungereimtheiten nicht zu entkräften und keine  relevante Verfolgung zu begründen vermögen,
dass somit keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG notwendig erscheinen,
dass das Bundesamt demzufolge zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die Anordnung der Wegweisung die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wenn sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpolizeilichen  befindet,
dass der Beschwerdeführer über keine derartige Bewilligung verfügt und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann,  die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. EMARK 2001 Nr. 21),
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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30)],
dass der Wegweisungsvollzug vorliegend in Beachtung dieser völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 Abs. 1 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die im Heimatstaat droht,
dass sich der Vollzug der Wegweisung für Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass in Guinea am 24. Dezember 2008 eine Militärjunta unter Führung von Hauptmann Moussa Dadis Camara die Macht übernommen hat, nachdem der Präsident, Lansana Conté, verstorben war, und die Verwaltung des Landes bis zu Neuwahlen von einem „Conseil National pour la Démocratie et le Développement“ ausgeführt wird,
dass die Lage im Land nach dem Putsch jedoch weitgehend ruhig  ist und nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt ausge-
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gangen werden kann, aufgrund derer die Bevölkerung konkret  wäre,
dass der Vollzug der Wegweisung des jungen, ledigen und über  Beziehungen im Heimatstaat verfügenden , der keine gesundheitlichen Beschwerden geltend macht und gemäss eigenen Angaben auf dem Markt, wo er zunächst als Plastikverkäufer gearbeitet hatte, als selbständiger Devisenhändler tätig war, wodurch er ein genügendes Einkommen erzielt hat (vgl. A1, S. 2 f.; A11, S. 3), sich somit als zumutbar erweist (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass der Vollzug der Wegweisung auch möglich ist, da keine  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem  obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass somit keine Wegweisungshindernisse vorliegen, weshalb die  der vorläufigen Aufnahme nicht in Betracht fällt und der  der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass die angefochtene Verfügung demnach weder Bundesrecht  noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt wurde (Art. 106 AsylG), weshalb sie zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen ist,
dass mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  geworden ist,
dass die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als  zu qualifizieren ist und daher das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG -  der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers - abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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