Decision ID: 8e58ede8-f237-4b8a-8155-bd4a635ed56c
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Ergänzungsleistung zur AHV
Sachverhalt:
A.
A.a Der [...] geborene A._ bezog Ergänzungsleistungen zur Altersrente der AHV.
Nach einer periodischen Überprüfung vom Juli 2007 (vgl. act. G 3.4-7; Formular
ausgefüllt im September 2007) stellte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen den Anspruch mit Verfügung vom 3. April 2008 ein (act. G 3.4-6;
Neuberechnung ab Juli 2007 und Einstellung ab Januar 2008). Der EL-Bezüger hatte im
Mai 2007 geheiratet. Die Sozialversicherungsanstalt berücksichtigte als Mietzinsen
Fr. 8'400.-- für die Wohnung des EL-Bezügers und Fr. 15'096.-- für die Wohnkosten
seiner Ehefrau, total pro Jahr Fr. 23'496.--. Aufgrund der Anrechnung eines
Erwerbseinkommens der Ehefrau ab Januar 2008 ergab sich ein
Einnahmenüberschuss. Die Verfügung wurde formell rechtskräftig.
A.b Der Versicherte beantragte in der Folge eine EL-Vergütung von Krankheitskosten
(2007 und 2008). Gegen die Verfügung vom 3. September 2008, welche ihm Fr. 3.-- für
das Jahr 2007 zusprach, erhob er am 8. Oktober 2008 Einsprache und beantragte in
der Begründung vom 21. November 2008 (act. G 3.4-1), es seien ihm wieder
Ergänzungsleistungen wie bisher auszurichten und solche nachzuzahlen. Er legte unter
anderem dar, seine Frau müsse ihre kranke Mutter unterstützen und habe zwei
unmündige Kinder. In der Beschwerde vom 20. Februar 2009 (act. G 3.3-33) gegen den
Einspracheentscheid vom 21. Januar 2009 (act. 3.4-12; Nichteintreten bezüglich des
periodischen Anspruchs, Abweisung betreffend Krankheitskosten) wandte der
Versicherte ein, der Einnahmenüberschuss sei nicht korrekt. Der Mietzins betrage
aktuell Fr. 1'377.-- pro Monat. Zu berücksichtigen seien die Unterhaltsbeiträge seiner
Frau an die drei Kinder im Ausland. Die Ehefrau zahle monatlich EUR 500.--; er zahle
im Durchschnitt jeweils monatlich Fr. 500.--. Er habe zwei Belege über Direktzahlungen
an die Kinder von zusammen Fr. 539.10. Seine Frau habe die Kinder im Jahr 2008
viermal besucht und hierfür Auslagen gehabt. - Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen wies die Sache am 20. März 2009 zur Neuberechnung der für
Krankheitskosten verfügbaren Quote zurück und regte an zu prüfen, ob die Einsprache
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vom Oktober 2008 allenfalls als Anmeldung für jährliche Ergänzungsleistungen zu
betrachten sei (act. G 3.3-25).
B.
B.a Am 17./24. Februar 2009 hatte der Versicherte eine neue EL-Anmeldung
eingereicht (act. G 3.3-35). Darin hatte er unter anderem angegeben, als Stiefvater
zahle er für die drei [...] geborenen Kinder im Ausland monatlich (2008) Fr. 500.--. Seine
Frau habe seit Januar 2009 "ges. Wohnsitz" in B._. Sie sei
"Wochenendaufenthalterin" (Adresse: C._). Sie erziele ein Bruttoeinkommen von
Fr. 3'500.-- pro Monat. Auslagen für Fahrten zur Arbeit oder für auswärtige Verpflegung
entstünden nicht, hingegen solche für Fahrten zum Arzt. Dem beigelegten Vertrag vom
28. Juni 2007 (act. G 3.3-34-12 f.) hatte sich entnehmen lassen, dass das Ehepaar für
Fr. 1'284.-- brutto monatlich eine 3.5-Zimmer-Wohnung in C._ von N._ und O._
D._ in Untermiete hatte. Die Ehefrau war gemäss Lohnausweis (act. G 3.3-34-11) bei
der E._ (N._ und O._ D._), C._, angestellt. - Die Sozialversicherungsanstalt
sprach dem Versicherten am 3. April 2009 (act. G 3.3-20) ab 1. Februar 2009
(ordentliche und ausserordentliche) Ergänzungsleistungen von (zusammen) Fr. 951.--
zu. In einem Beiblatt erklärte sie, ohne entsprechenden Unterhaltsvertrag könnten
Unterhaltsleistungen nicht berücksichtigt werden. Sollte ein solcher vorhanden sein, sei
er innert 30 Tagen einzureichen. Als Mietzins wurden unverändert Fr. 23'496.--
eingesetzt (anrechenbar Fr. 20'000.--).
B.b Am 21. Mai 2009 sprach die Sozialversicherungsanstalt dem EL-Bezüger, die
Einsprache von Oktober 2008 als Neuanmeldung betrachtend und die Verfügung vom
3. April 2009 ersetzend, ab 1. Oktober 2008 monatliche Ergänzungsleistungen von
Fr. 975.-- und ab 1. Januar 2009 solche von Fr. 951.-- (jeweils IPV-Minimalgarantie) zu
(act. G 3.3-8). Eine Einsprache gegen diese Verfügung vom 21. Mai 2009 wies die
Sozialversicherungsanstalt am 15. September 2009 ab. Der Versicherte erhob
Beschwerde und beantragte, ihm auch für die Zeit von April bis September 2008
Ergänzungsleistungen auszurichten, eventualiter diese um die Prämienverbilligung zu
reduzieren. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob den
Einspracheentscheid mit Urteil vom 13. April 2010 (act. G 3.2-24) auf und wies die
Sache zur Abklärung, ob die Ehefrau des Versicherten für ihre drei aus erster Ehe
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stammenden Kinder (Halbwaisen) unterhaltspflichtig sei und ob sie einer allfälligen
Unterhaltspflicht nachkomme, zurück. Die Frage nach einer Wiedererwägung der
formell rechtskräftigen Einstellungsverfügung vom 3. April 2008 sei nicht
Streitgegenstand. Die Verwaltung werde erst noch zu prüfen haben, ob sie auf ein
gegen diese Verfügung gerichtetes Wiedererwägungsgesuch vom 11. Dezember
2008/19. Juni 2009 eintreten wolle. - Am 28. Dezember 2009 setzte die
Sozialversicherungsanstalt den EL-Anspruch des EL-Bezügers ab 1. Januar 2010 auf
monatlich Fr. 1'005.-- fest (Minimalgarantie IPV; act. G 3.2-30).
B.c Mit Schreiben vom 4. Mai 2010 nahm die Sozialversicherungsanstalt die
Abklärungen betreffend die Unterhaltspflicht auf (act. G 3.2-22). Auf ihre Fragen
antwortete der EL-Bezüger am 25. Mai 2010 (act. G 3.2-20-2 ff.), es sei seine Ehefrau,
welche die Unterhaltsleistungen bezahle. Die Leistungen seien für deren unmündige
Kinder (geb. [...]) bestimmt. Sie würden seit Juni 2007 bezahlt, nämlich seit sich seine
Ehefrau in der Schweiz aufhalte. Die Zahlungen seien noch bis zur Volljährigkeit der
Kinder bzw. bis zum Abschluss des ersten Bildungsweges geschuldet. Sie machten
monatlich Fr. 800.-- aus. Seit dem Tod ihres ersten Ehemannes F._ sei seine Ehefrau
(allein) verpflichtet, für den Unterhalt ihrer drei Kinder aufzukommen. Die Zahlungen
seien durch den Arbeitgeber seiner Ehefrau, N._ D._, mittels Kurier ins Ausland
gebracht worden und dort auch angekommen. Er (der EL-Bezüger) habe noch
zusätzliche Zahlungen wegen Krankheiten und Spitalaufenthalten und für Medikamente
machen müssen, nämlich am 3. November 2008, am 4. Dezember 2008, am 13. Januar
2009 und am 3. Februar 2009 je EUR 500.--. EUR 2'000.-- entsprächen bei einem Kurs
von Fr. 1.50 Fr. 3'750.--. Am 30. Dezember 2008 habe er per G._ einen weiteren
Betrag von Fr. 351.30 und am 6. Januar 2009 einen solchen von Fr. 187.80 geschickt. -
In einer beigelegten Bestätigung vom 25. Mai 2010 gaben N._ und O._ D._,
E._, an, im Auftrag der Ehefrau des EL-Bezügers in der Zeit seit dem 1. Januar 2008
monatlich Fr. 800.-- an deren Mutter im Ausland ausbezahlt zu haben. Die Beträge
seien jeweils durch den Bruder von N._ D._ überbracht worden, der mindestens
einmal pro Monat her- und hinreise. H._ bestätigte am 17. Mai 2010, sie erhalte
monatlich Fr. 800.-- von ihrer Tochter (der Ehefrau des EL-Bezügers), um damit den
Lebensunterhalt deren bei ihr lebenden Kinder zu bestreiten. Vier Quittungen von N._
und O._ D._ bescheinigten, EUR 500.-- in bar von der Ehefrau des EL-Bezügers
erhalten zu haben; der Betrag werde durch die sich im Ausland befindende
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Zweitunternehmung von N._ D._ an deren Mutter ausbezahlt werden. Ferner
reichte der EL-Bezüger Kopien zweier Kundenbelege über einen Geldversand von
Fr. 311.30 (EUR 200.--) vom 30. Dezember 2008 und von Fr. 157.80 (EUR 100.--) vom
6. Januar 2009 ein. Schliesslich war eine Kopie der Geburtsurkunde von F._ mit
Vermerk des Todes am 28. März 1999 beigelegt.
B.d Die Sozialversicherungsanstalt ersuchte am 2. Juni 2010 um Angabe, ob die
Unterhaltsleistungen Fr. 800.-- oder EUR 500.-- ausmachten, und um Einreichung von
Belegen bezüglich der weiteren Zahlungen wegen Krankheiten usw. - Der EL-Bezüger
teilte am 7. Juni 2010 telefonisch mit, seine Ehefrau habe monatlich Fr. 800.-- bezahlt.
Die EUR 500.-- habe er selber für zusätzliche Ausgaben (Krankheitskosten, Spesen,
Spitalkosten) bezahlt. Belege gebe es zurzeit keine; seine Frau reise aber nächsten
Monat ins Ausland und versuche, solche zu besorgen (act. G 3.2-18).
B.e Nachdem er am 5. Mai 2010 mitgeteilt hatte, seine Frau verdiene seit 1. Januar
2010 monatlich Fr. 300.-- weniger als im Jahr 2008 (recte wohl: 2009) und schon im
Jahr 2009 habe es eine Lohneinbusse von Fr. 3'000.-- gegeben (act. G 3.2-21-1),
erklärte der EL-Bezüger am 7. Juni 2010 (act. G 3.2-16-1), sie wohne nach wie vor (seit
Januar 2008; recte: 2009?) in B._. Seit September 2009 arbeite sie in I._.
Deswegen habe sie ein Streckenabonnement für Fr. 285.--. Beigelegt waren Kopien
von Bahnabonnementen ab I._ (vgl. act. G 3.2-16-3) und Lohnabrechnungen der
E._, K._ (Postadresse/Büro: C._).
B.f Mit Verfügung vom 21. Juni 2010 (act. G 3.2-8) ordnete die
Sozialversicherungsanstalt an, die Unterhaltsbeiträge nicht als Ausgaben
anzuerkennen, und setzte die EL-Ansprüche ab 1. Oktober 2008 übereinstimmend mit
den bisherigen Verfügungen fest. Mehrfach seien die erforderlichen Belege eingefordert
worden. Es seien zum Teil widersprüchliche Beträge als Unterhaltszahlungen geltend
gemacht worden. Es sei davon auszugehen, dass die unterzeichnende Person (die
Mutter der Ehefrau als Zahlungsempfängerin) die in deutscher Sprache verfasste
Bestätigung unterschrieben habe, ohne sie zu verstehen. Eine weitere Bestätigung
eines P._händlers sei wenig vertrauenswürdig. Es rechtfertige sich nicht, die
Ergänzungsleistungen aufgrund einer so dürftigen Aktenlage massiv zu erhöhen. -
Gleichentags verfügte sie (act. G 3.2-9), die Verfügung vom 3. April 2008 werde nicht
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wiedererwägungsweise aufgehoben, da materiell keine Veränderungen vorgenommen
werden könnten. - Am 24. Juni 2010 setzte die Sozialversicherungsanstalt den EL-
Anspruch ab 1. Mai 2010 bei geänderter Berechnung (Anpassung des Lohns und
Berücksichtigung von Gewinnungskosten von Fr. 3'420.-- für das
Streckenabonnement) auf Fr. 1'005.-- fest (act. G 3.2-7).
B.g Gegen die Verfügung vom 21. Juni 2010 (act. G 3.2-8) erhob der EL-Bezüger am
16. Juli 2010 Einsprache (act. G 3.2-4) und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben
und sein EL-Anspruch sei neu zu prüfen. Entgegen anderer Behauptung seien die
Belege nicht mehrfach eingefordert worden. Es treffe nicht zu, dass die Angaben nicht
mit den Belegen übereinstimmten. Die Überweisungen seien teilweise mit G._
gemacht worden. Beim damaligen Wechselkurs hätten EUR 500.-- Fr. 750.-- ergeben,
wobei die Kosten bzw. Gebühren noch nicht berücksichtigt seien. Die restlichen
Zahlungen, die über den Bruder von N._ D._ getätigt worden seien, seien (für
monatlich Fr. 800.--) ausgewiesen. Die Bestätigung der Mutter seiner Ehefrau sei zu
einer Zeit unterzeichnet worden, als Letztere sich im Heimatland befunden habe und
der Mutter die Bestätigung habe übersetzen können. Eine Übersetzung werde
nachgereicht. Die Qualifizierung der Bestätigungen des Ehepaars D._ (P._händler)
könne nur als eine Berufsgattung diskriminierend verstanden werden. - Am 27. Juli
2010 (act. G 3.2-3) reichte der EL-Bezüger eine Bestätigung von L._ D._, des
Kuriers der monatlichen Zahlungen, vom 15. Juli 2010 (act. 3.2-3-2) ein.
B.h Mit Schreiben vom 5. Oktober 2010 (act. G 3.2-0-3) bot die
Sozialversicherungsanstalt dem EL-Bezüger Gelegenheit, die Einsprache innert Frist
zurückzuziehen. Nach einer summarischen Prüfung müsse damit gerechnet werden,
dass die angefochtene Verfügung zu seinen Ungunsten abgeändert werden müsse. Die
Kosten der Wohnung seiner Ehefrau in C._ würden voraussichtlich nicht als
Ausgaben berücksichtigt werden können. - Auf dieses Schreiben reagierte der EL-
Bezüger nicht.
B.i Mit Entscheid vom 11. November 2010 wies die Sozialversicherungsanstalt die
Einsprache ab und stellte fest, dass der Versicherte ab 1. Oktober 2008 keinen EL-
Anspruch mehr besitze. Über die Rückforderung werde später verfügt. Einer allfälligen
Beschwerde werde die aufschiebende Wirkung entzogen. Ein Ausnahmetatbestand für
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die (bisher angenommene) Anrechenbarkeit zweier Wohnungen (eheliche Wohnung in
B._ und Wohnung in C._) sei nicht gegeben. Nach Angaben des Versicherten
arbeite seine Frau in I._. Die Arbeitgeberin habe ihren Sitz in C._ und eine
Betriebsstätte in K._. Weshalb die Ehefrau des Beschwerdeführers in I._ arbeiten
sollte, sei zwar nicht ersichtlich, aber irrelevant. Denn es sei ihr zumutbar, nach I._
wie nach C._ oder nach K._ zu pendeln. Berücksichtigt werden könnten lediglich
Ausgaben von Fr. 8'400.--. Der Versicherte habe im Übrigen telefonisch angegeben,
die Wohnung ohnehin gekündigt zu haben. Sollte das Mietverhältnis bereits beendet
sein, läge eine Verletzung der Meldepflicht vor. Der Sozialversicherungsanstalt liege
kein Dokument vor, das bestätigen würde, dass die Ehefrau des Versicherten
tatsächlich Mutter der in der EL-Anmeldung erwähnten Kinder sei. Der Versicherte
verliere hierüber kein Wort und reiche auch keine Dokumente darüber ein, welcher
schulischen Ausbildung oder Arbeit die Kinder nachgingen. Zumindest der älteste Sohn
sei volljährig und würde aus der Unterhaltsberechtigung fallen. Eine Zahlung könnte
schon aus diesen Gründen nicht als Ausgabe anerkannt werden. Die Zahlungen seien
ausserdem in keiner Art nachgewiesen. Dem Bestätigungsschreiben des Ehepaars
D._ vom 25. Mai 2010 sei kein überwiegend wahrscheinlicher Beweiswert in Bezug
auf die Erfüllung der Unterhaltspflicht zu attestieren. Es sei vorstellbar oder gar
wahrscheinlich, dass eine Gefälligkeitshandlung vorliege. Eine Geldübergabe sei nicht
belegt und auch nicht glaubwürdig. Die Eheleute D._ hätten bestätigt, monatlich
Fr. 800.-- zu überbringen, gemäss den vier Empfangsbescheinigungen sollten sie
jedoch je EUR 500.-- erhalten haben. Im gleichen Zeitraum Franken und Euros
überbracht zu haben, sei aber nicht glaubwürdig. In der EL-Anmeldung vom Februar
2009 sei angegeben worden, Fr. 500.-- würden überwiesen, wobei das Wort "Euro"
gestrichen und überschrieben worden sei. Auch bei der Bestätigung der
Schwiegermutter des Versicherten bestehe der Verdacht, es handle sich um ein
Gefälligkeitsschreiben, dürfte sie der deutschen Sprache doch nicht mächtig sein. Die
Überweisungen via G._ erreichten betragsmässig nicht annähernd die Schwelle von
EUR 500.--, die als Unterhaltszahlung geltend gemacht worden seien. Ausserdem sei
Zahlungsempfängerin die Ehefrau des Versicherten und nicht die Schwiegermutter.
Gemäss dem Bestätigungsschreiben der Eheleute D._ hätten diese für den gleichen
Zeitraum Geld entgegengenommen und transferiert, was einer teilweisen
Doppelzahlung gleichkäme. Nicht nachvollziehbar sei zudem, dass die Ehefrau des
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Versicherten dem Ehepaar D._ monatlich Geld für ihre Kinder gebe, obwohl sie hin
und wieder selber in die Heimat reise. Weshalb das Gericht im Entscheid vom 13. April
2010 ausgeführt habe, es sei zu berücksichtigen, dass Geldüberweisungen in das
Herkunftsland der Ehefrau des Versicherten oft nicht mittels Bank- oder
Postüberweisung erfolgen könnten, sondern andere, sicherere Wege gesucht werden
müssten, sei unerklärlich. Abklärungen bei einer Bank hätten ergeben, dass Geld
durchaus mittels Banküberweisung gezahlt werden könne. Mit den Belegen der G._
habe der Versicherte selber diese Möglichkeit nachgewiesen. Sofern er seiner
Beweispflicht nachkommen wolle, habe er seine Zahlungen über ein Bankinstitut zu
tätigen. Der Versicherte vermöge nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darzutun,
dass die in Frage stehenden Unterhaltsleistungen tatsächlich erbracht worden seien,
nicht einmal, dass sie überhaupt geschuldet seien. Die Höhe der geltend gemachten
Unterhaltsleistungen könnte keinesfalls anerkannt werden. Gemäss einer Analyse des
Bundesamtes für Flüchtlinge betrage das durchschnittliche Jahreseinkommen im
betreffenden Land EUR 900.--. Eine Familie (mit durchschnittlich 6.3 Mitgliedern)
brauche monatlich EUR 340.--. Gemäss einer anderen Quelle könnten sich bescheiden
bemessene Lebensunterhaltskosten für eine Familie mit vier bis sechs Personen auf
EUR 250.-- pro Monat belaufen. Dem stehe ein durchschnittliches Bruttogehalt eines
Angestellten von EUR 180.-- oder eines Fabrikarbeiters von EUR 150.-- gegenüber. Ein
Arzt verdiene im Durchschnitt EUR 280.-- pro Monat. Unterhaltsleistungen von EUR
500.-- für drei Kinder (wovon eines volljährig) seien um ein Vielfaches zu hoch. Bis zum
31. März 2010 hätte die Ehefrau des Versicherten ausserdem Familienzulagen für die
Kinder geltend machen können, was ihre allfällige Unterhaltspflicht mehr als abgedeckt
hätte. Soweit sie dies nicht getan habe, müsse ihr ein Verzichtseinkommen in diesem
Umfang angerechnet werden. Ein EL-Anspruch bestehe gemäss den beigelegten
Berechnungsblättern nicht.
C.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 10. Dezember
2010. Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss, den angefochtenen Entscheid
aufzuheben und ihm die ihm zustehenden Ergänzungsleistungen unter
Berücksichtigung der Unterhaltszahlungen von Fr. 9'600.-- pro Jahr und von speziellen
Unterhaltszahlungen von Fr. 2'451.30 für 2008, Fr. 2'287.80 für 2009 und Fr. 800.-- für
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2010 zuzusprechen. Zu berücksichtigen sei, dass auch die Mutter seiner Ehefrau von
den Zahlungen leben müsse, da sie wegen der Kinderbetreuung keiner Arbeit
nachgehen könne. In den speziellen Auslagen seien jeweils Fr. 800.-- für zweimalige
Besuche seiner Ehefrau bei ihren Kindern eingeschlossen. Er habe am 25. Mai 2010 die
gestellten Fragen wahrheitsgetreu beantwortet und Belege eingereicht. Die
Beschwerdegegnerin gehe von unterschiedlich hohen Unterhaltszahlungen aus,
obwohl er dargelegt habe, dass die EUR 500.-- zusätzlich zu den Fr. 800.-- geleistet
worden seien. Sie seien für einen Spitalaufenthalt und für Medikamente besonders für
den Sohn M._bestimmt gewesen, der einen schweren Unfall erlitten habe. Einzelne
Quittungen hierfür seien vorhanden. Auch für die Zahlungen über G._ bestünden
klare Belege. Die Gebühren für eine Überweisung von Fr. 800.-- würden Fr. 65.--
ausmachen; die Argumentation der Beschwerdegegnerin zur Überweisungsart sei
daher weltfremd. Auch bei diesen Zahlungen habe es sich um zusätzliche Leistungen
gehandelt. Die Beschwerdegegnerin halte fest, es liege kein Dokument vor, wonach
seine Frau die Mutter der drei Kinder sei. Einen entsprechenden Nachweis habe sie
aber nie verlangt. Beiliegend reiche er nun drei Geburtsurkunden ein. Die angeforderten
Belege zum Spitalaufenthalt seien nicht einfach zu erbringen; sie würden nachgereicht.
Da er entgegen der Nötigung durch die Beschwerdegegnerin an seiner Einsprache
festgehalten habe, werde ihm nun die Ergänzungsleistung gestrichen und es werde
sogar eine Rückforderung von Fr. 24'387.-- gestellt. Nachdem sie dies früher getan
habe, akzeptiere die Beschwerdegegnerin nun die Zweitwohnung in C._ nicht mehr.
Sie berücksichtige aber nicht, dass er und seine Frau, die nun permanent in B._
wohnten, dort mehr Wohnraum benötigten und deshalb einen um jährlich Fr. 7'200.--
höheren Zins bezahlen müssten und dass Kosten für auswärtige Verpflegung von
Fr. 3'600.-- und für den Arbeitsweg von Fr. 3'420.-- anfielen. Im Jahr 2008 belaufe sich
der Ausgabenüberschuss auf Fr. 21'150.30, im Jahr 2009 auf Fr. 17'032.80 und im Jahr
2010 auf Fr. 19'457.--.
D.
Die Beschwerdegegnerin beantragt am 17./20. Dezember 2010 die Abweisung der
Beschwerde.
E.
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Der Beschwerdeführer reicht am 10. Februar 2009 (recte: 2011) eine Kopie seiner
Einsprache vom 10. Dezember 2010 gegen eine Rückforderungsverfügung der
Beschwerdegegnerin vom 26. Oktober 2010 ein, damit jene Argumentation im
Beschwerdeverfahren berücksichtigt werden könne. Die Kosten einer zweiten
Wohnung am Arbeitsort seiner Ehefrau seien zunächst anerkannt worden, nachträglich
sei die Bewilligung rückgängig gemacht worden, ohne aber zu berücksichtigen, dass
dadurch weitere Kosten anfielen. In der Einsprache hatte er erklärt, das
Betreibungsamt habe einen Mietzins von jährlich Fr. 15'600.-- angerechnet.

Erwägungen:
1.
Im Streit liegt der Einspracheentscheid vom 11. November 2010, mit welchem die
Beschwerdegegnerin (die Verfügung vom 21. Juni 2010 in peius reformierend) einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf Ergänzungsleistungen ab 1. Oktober 2008
abwies. - Es handelt sich um den Entscheid über eine Neuanmeldung nach einer
formell rechtskräftigen Abweisung. Der die Verfügung vom 21. Mai 2009 betreffende
Einspracheentscheid vom 15. September 2009 (Zusprechung einer EL ab Oktober
2008) war durch Urteil vom 13. April 2010 gänzlich aufgehoben worden.
2.
2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die
anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten und von
Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen Anspruch auf eine
Kinderrente der AHV oder IV begründen, werden zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2
ELG).
2.2 Nach Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG werden als Einnahmen Einkünfte und
Vermögenswerte angerechnet, auf die verzichtet worden ist.
3.
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3.1 Der Beschwerdeführer hat nach den Angaben in der periodischen Überprüfung zu
schliessen eine zu zweit benutzte Wohnung in B._ gemietet. Ein Mietvertrag liegt
nicht bei den Akten. Daneben hat der Beschwerdeführer nach der Heirat zusammen
mit seiner Ehefrau ab Juli 2007 eine Wohnung in C._ untergemietet. - Die
Beschwerdegegnerin hält dafür, angerechnet werden könnten allein die Mietzinskosten
der Wohnung in B._.
3.2 Der Beschwerdeführer beruft sich zunächst darauf, dass die Beschwerdegegnerin
früher die Zweitwohnungskosten zum Abzug zugelassen habe. Indessen steht ihrer hier
strittigen Beurteilung der Neuanmeldung keine Rechtskraftbindung an die formell
rechtskräftige Abweisungsverfügung vom 3. April 2008 entgegen (vgl. hierzu den
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S Z. vom 22. August
2006, EL 2006/6). Die späteren Verfügungen sind aufgehoben worden. Die
Beschwerdegegnerin hatte über die Neuanmeldung korrekt zu entscheiden, ohne dabei
an frühere Entscheidungen gebunden gewesen zu sein. Der Beschwerdeführer kann
daher allein aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin früher einmal beide
Wohnungen anerkannt hatte, nichts zu seinen Gunsten ableiten.
3.3 Nach Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG werden bei Personen, die nicht dauernd oder längere
Zeit in einem Heim oder Spital leben (zu Hause lebende Personen) als Ausgaben
anerkannt der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden
Nebenkosten. Als jährlicher Höchstbetrag werden bei Ehepaaren Fr. 15'000.--
anerkannt (lit. b Ziff. 2).
3.4 Nach Rz 3025 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL, Fassung 2008) kann
[übereinstimmend mit dem Wortlaut von Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG] gleichzeitig nur der
Mietzins für eine einzige Wohnung, nicht auch noch der Zins für zusätzlich benützte
Wohnräumlichkeiten, z.B. an einem andern Ort, berücksichtigt werden. Im Sinne der
Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht; BGE 100 V 52 = ZAK 1974, 212) lässt die Rz 3025 WEL eine
Ausnahme jedoch insofern zu, als eine zweite Wohnung aus beruflichen oder
gesundheitlichen Gründen für die EL-beziehende Person unentbehrlich ist. Es kann
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jedoch zusammen höchstens der Betrag nach Anhangtabelle 2 [d.h. gemäss Art. 10
Abs. 1 lit. b ELG] als Ausgabe berücksichtigt werden.
3.5 Deckt zusätzlicher Wohnraum allerdings nicht existentielle Wohnbedürfnisse,
sondern einen beruflichen Bedarf, so handelt es sich nach einer Lehrmeinung (vgl.
Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR XIV, 2. A., N 94, 1700) bei den
entsprechenden Aufwendungen dem Wesen nach um Gewinnungskosten, hat der
Bedarf gesundheitliche Gründe, handelt es sich um Behandlungskosten. Eine
Abweichung vom Wortlaut von Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG ist in diesen Fällen nicht
gerechtfertigt. Hierauf kann abgestellt werden.
4.
4.1 Bei der periodischen Überprüfung wurde im Formular vom September 2007 C._
als Wohnort (-adresse) der Ehefrau des Beschwerdeführers bezeichnet.
Unbestrittenermassen ist nicht von einer tatsächlichen Trennung der Eheleute im Sinne
von Art. 1 ELV auszugehen. Gemäss einem Lohnausweis war die Ehefrau des
Beschwerdeführers im Jahr 2008 bei einer in C._ ansässigen Arbeitgeberin tätig. Das
legt den Schluss nahe, dass es sich um das Bestellen einer zweiten Wohngelegenheit
für die Ehefrau an ihrem (künftigen) Arbeitsort handelte. Möglicherweise hatten aber
auch Pläne für einen Umzug des Beschwerdeführers bestanden, hat die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer doch mit einem Schreiben vom 6. März
2008 (act. G 3.4-7) dazu aufgefordert, ihr mitzuteilen, wie lange er voraussichtlich noch
in B._ zu bleiben gedenke. Das ist ebenso wenig abgeklärt worden wie die Frage, ob
und gegebenenfalls wann der betreffende Mietvertrag wieder gekündigt bzw. die
Wohnung aufgegeben worden ist. Für die von der Beschwerdegegnerin erwähnte
telefonische Auskunft des Beschwerdeführers, die Kündigung sei erfolgt, fehlt eine
Aktennotiz. Nach Auskunft des Einwohneramtes ist bekannt, dass sich die Ehefrau ab
1. Januar 2009 in B._ angemeldet hat. Nach Angaben des Beschwerdeführers
(act. G 3.2-16-1) wohnt sie seit Januar 2008 bei ihm in B._. In der EL-Anmeldung
vom 17./24. Februar 2009 war angegeben worden, sie habe seit Januar 2009 Wohnsitz
in B._ und sei Wochenaufenthalterin. - Der Beschwerdeführer ist in diesem
Zusammenhang daran zu erinnern, dass die Anspruchsberechtigten der kantonalen
Durchführungsstelle gemäss Art. 24 ELV von jeder Änderung der persönlichen und von
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jeder ins Gewicht fallenden Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse unverzüglich
Mitteilung zu machen haben. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf
Veränderungen, welche bei an der Ergänzungsleistung beteiligten Familiengliedern des
Bezugsberechtigten eintreten. - Die genannten Fragen können allerdings, wie sich aus
dem Folgenden ergibt, offen bleiben.
4.2 Für den vorliegend massgeblichen Zeitraum (mehr als ein Jahr nach
Mietabschluss; ab Oktober 2008) kann ohne weiteres angenommen werden, dass die
Zweitwohnung - sofern überhaupt noch - (lediglich) aus beruflichen Gründen gemietet
wurde. Es kommt daher unter dem Titel von Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG nach dem
Dargelegten nur eine Anrechnung der Mietkosten der einen (ehelichen) Wohnung in
Betracht. Da die Miete der zusätzlichen Wohnung aber im Zusammenhang mit der
Erwerbstätigkeit der Ehefrau steht, können die Kosten grundsätzlich (ganz oder
teilweise) als Gewinnungskosten abzugsfähig sein.
4.3 Nach Art. 10 Abs. 3 lit. a ELG sind Gewinnungskosten bis zur Höhe des
Bruttoerwerbseinkommens als Ausgaben anzuerkennen. Die Gewinnungskosten sind
vom Bruttoerwerbseinkommen (und nicht etwa vom privilegierten Erwerbseinkommen)
abzuziehen (vgl. Art. 11a ELV; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/
S S. vom 29. August 2006, P 54/05). Nach Rz 2083 WEL können bei
Unselbständigerwerbenden namentlich die Mehrkosten für auswärtige Verpflegung und
die Aufwendungen für Fahrspesen und Berufskleider als Gewinnungskosten vom
Bruttoerwerbseinkommen abgezogen werden. Im Entscheid P 15/01 wurden
Mietkosten einer Garage (Lagerung von Berufswerkzeug) als Gewinnungskosten
betrachtet. Allgemein sind nach der Rechtsprechung die unmittelbar zur Erzielung des
rohen Einkommens oder zur Erhaltung der Einkommensquelle gemachten
Aufwendungen als abzugsfähige Gewinnungskosten zu betrachten. Es sind dies
Ausgaben, welche die Erzielung des erfassten Einkommens mit sich bringt und die sich
aus einer Berufstätigkeit unmittelbar ergeben. Nicht zu den Gewinnungskosten gehören
diejenigen Auslagen, die mit dem Erwerb nicht oder nur mittelbar zusammenhängen.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis gelten als Gewinnungskosten diejenigen
Auslagen, deren Vermeidung der steuerpflichtigen Person nicht zumutbar ist (BGE 124
II 29 E. 3a S. 32) und die wesentlich durch die Erzielung von Einkommen verursacht
bzw. veranlasst sind (Bundesgerichtsentscheid i/S X. vom 22. April 2009, 2C_14/09).
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4.4 Die Beschwerdegegnerin stellte sich (unter dem Aspekt der Anrechnung nach
Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG) auf den Standpunkt, es sei der Ehefrau des
Beschwerdeführers zumutbar, an den Arbeitsort (liege er in I._, in C._ oder in
K._) zu pendeln, weshalb nicht die Mietzinse zweier Wohnungen angerechnet werden
könnten. Die drei Arbeitswege sind tatsächlich alle mit einem zeitlichen Aufwand
(höchstens 1.75 Stunden pro Weg) zu bewältigen, welcher als zumutbar zu betrachten
ist. Nach dem Umzug pendelte die Ehefrau (sie arbeitet nach Angaben des
Beschwerdeführers seit September 2009 in I._) denn offenbar auch tatsächlich,
betrachtete also das Pendeln auch subjektiv als gangbare Möglichkeit. Auslagen für
Wohnraum am Arbeitsort erweisen sich demnach nicht als unvermeidbar im Sinne der
Rechtsprechung. Hingegen sind unter diesen Umständen die (zunächst wohl
hypothetischen) Auslagen für den Arbeitsweg als Gewinnungskosten zu
berücksichtigen. Sie werden noch zu eruieren sein. - Der Beschwerdeführer hat
ausserdem in der Beschwerde (wohl für die Zeit nach dem Aufgeben der zweiten
Wohnung) höhere Mietkosten am verbleibenden Wohnort in B._ und weitere
Gewinnungskosten (für auswärtige Verpflegung) geltend gemacht, was ebenfalls der
Abklärung bedarf.
5.
5.1 Als Ausgaben anerkannt sind gemäss Art. 10 Abs. 3 lit. e ELG geleistete
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge.
5.2 Nach der vom Eidgenössischen Versicherungsgericht bestätigten Rechtsprechung
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 12. Februar 2004 und Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in gleicher Sache vom 14. September
2005, P 12/04, E. 4.1) ist die Abzugsfähigkeit auf jene Unterhaltsbeiträge beschränkt,
die in Erfüllung einer familienrechtlichen Pflicht geleistet werden. Freiwillig über diese
familienrechtliche Pflicht hinaus erbrachte Unterhaltsleistungen sind nicht abzugsfähig.
Würde allein auf den Wortlaut von Art. 10 Abs. 3 lit. e ELG abgestellt, wären beliebig
hohe Unterhaltsleistungen abzugsfähig, sofern sie nur effektiv erbracht werden.
Indessen ist der Gedanke von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG mitzuberücksichtigen, wo
vorgesehen ist, dass Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist, als
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Einnahmen angerechnet werden. Entgegen der zu engen Formulierung jener
Bestimmung ist auch der Abzug von Ausgaben ausgeschlossen, welche die versicherte
Person ohne Rechtspflicht oder zwingenden Rechtsgrund vornimmt.
6.
6.1 Die Beschwerdegegnerin hält dafür, der Beschwerdeführer habe nicht
überwiegend wahrscheinlich machen können, dass die in Frage stehenden
Unterhaltsleistungen tatsächlich erbracht worden seien, nicht einmal, dass sie
geschuldet seien. In der Beschwerde vom 20. Februar 2009 (act. G 3.3-33) hatte der
Beschwerdeführer angegeben, seine Ehefrau zahle monatlich EUR 500.-- für die
Kinder, er im Durchschnitt jeweils monatlich Fr. 500.--. In der Folge legte der
Beschwerdeführer eine Bestätigung vom 25. Mai 2010 von N._ und O._ D._ vor,
wonach im Auftrag der Ehefrau des EL-Bezügers in der Zeit seit dem 1. Januar 2008
monatlich Fr. 800.-- an deren Mutter im Ausland ausbezahlt worden seien. Daneben
sind vier Quittungen von N._ und O._ D._ über eine Entgegennahme von EUR
500.-- in bar von der Ehefrau des EL-Bezügers zur Weiterleitung an deren Mutter
vorhanden. Am 25. Mai 2010 (act. G 3.2-20) erklärte der Beschwerdeführer, die
Zahlungen machten monatlich Fr. 800.-- aus. Bei den vier Beträgen von EUR 500.--
handle es sich um zusätzliche Zahlungen wegen Krankheiten und Spitalaufenthalten
und für Medikamente. Bezüglich der Regelmässigkeit der Zahlungen von Fr. 500.-- und
des Zahlungsbeginns sind unterschiedliche Angaben zu verzeichnen. Indessen kann
nicht gesagt werden, dass den vorhandenen Bescheinigungen über die Überweisungen
keine bzw. ungenügende Beweiskraft zukomme, so dass davon auszugehen sei, dass
keinerlei Unterhaltszahlung ausgewiesen sei, zumal es sich um Überweisungen durch
Kurier handelte. Gemäss den Bescheinigungen ist anzunehmen, dass gewisse
Zahlungen erfolgten.
6.2 Die Beschwerdegegnerin bemängelt, dass der Beschwerdeführer keine
Dokumente eingereicht habe, woraus ersichtlich sei, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers tatsächlich die Mutter der in der EL-Anmeldung erwähnten Kinder
sei und welcher Arbeit oder Ausbildung die Kinder nachgingen. Es wäre allerdings
Gegenstand ihrer Untersuchungspflicht gewesen, entsprechende Abklärungen zu
treffen. Der Beschwerdeführer hat nun mit der Beschwerde Geburtsurkunden der drei
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Kinder nachgereicht. Gemäss einer Geburtsurkunde des Vaters der Kinder
(act. G 3.2-6) ist dieser am 28. März 1999 verstorben.
6.3 Gemäss der gegenwärtigen Aktenlage (laut den eingereichten - nicht beglaubigten
- Geburtsurkunden) ist die Ehefrau des Beschwerdeführers Mutter dreier Halbwaisen.
Diese leben nach Angaben in der EL-Anmeldung im Ausland. Hält sich ein
Familienglied längere Zeit im Ausland auf, so fällt es bei der Bemessung der
Ergänzungsleistungen ausser Betracht (Art. 10 ELV). Die Beschwerdegegnerin hat die
Kinder demnach zu Recht nicht in die EL-Berechnung des Beschwerdeführers
einbezogen.
7.
7.1 Es fragt sich, ob und in welcher Höhe eine Unterhaltspflicht der Ehefrau des
Beschwerdeführers besteht, die mit ihren Einnahmen und Ausgaben in die EL-
Berechnung des Beschwerdeführers mit einbezogen ist. Damit Unterhaltsleistungen
den Verzichtstatbestand (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG analog) nicht erfüllen, müssen sie
einerseits den finanziellen Möglichkeiten des Pflichtigen und anderseits dem Bedarf
des Unterhaltsberechtigten entsprechen. Massgebend ist der gebührende Unterhalt
gemäss Art. 163 ZGB, wie er vom Zivilrichter festgesetzt würde (vgl. für den
Ehegattenunterhalt den erwähnten Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 12. Februar 2004, EL 2003/36).
7.2 Die Leistungsfähigkeit der Ehefrau des Beschwerdeführers im Hinblick auf die
Bemessung des allfälligen Unterhaltsbeitrags auf der einen Seite wird unter anderem
von Ansprüchen auf Familienzulagen beeinflusst. Familienzulagen stellen nach Art. 11
Abs. 1 lit. f ELG anrechenbare Einnahmen dar. Ob der Bruttolohn der Ehefrau des
Beschwerdeführers gemäss Lohnausweis Familienzulagen enthalte oder - wie die
Beschwerdegegnerin anzunehmen scheint - nicht, lässt sich aufgrund der Akten nicht
eruieren. In den vorhandenen monatlichen Lohnabrechnungen des Arbeitgebers mit
Sitz in I._ sind keine Familienzulagen erwähnt. Die Beschwerdegegnerin wird
abzuklären haben, ob die Ehefrau des Beschwerdeführers Familienzulagen bezieht
oder Anspruch auf solche Zulagen hat. - Bezieht sie Zulagen, so dienen sie dem
Unterhalt der Kinder. Besteht ein Anspruch, so hat die Ehefrau des Beschwerdeführers
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diese auch einzuverlangen, ansonsten die entsprechenden Beträge in der EL-
Berechnung (und bei der Bestimmung der Leistungsfähigkeit) als hypothetische
Einnahmen zu betrachten wären. Für die Frage des Anspruchs ist vorliegend
angesichts des Umstands, dass der älteste Sohn nach der Aktenlage im Februar 2008
16 Jahre alt geworden ist, wohl massgebend, ob er in einer Ausbildung stehe. Ein
Nachweis über die Absolvierung einer Ausbildung ist bis anhin nicht eingeholt worden.
[...]
7.3 Was auf der anderen Seite den Bedarf der Kinder betrifft, wird ihr angemessener
Lebensstandard zu ermitteln sein. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
(Bundesgerichtsentscheid i/S K. c. B. vom 11. Juni 2002, 5C.6/02; vgl. P 12/04 E. 4.3)
ist bei der Bedarfsberechnung das allenfalls tiefere oder höhere Niveau der dortigen
Lebenskosten zu berücksichtigen, wenn der Unterhaltsschuldner im Ausland lebt. Dies
erfolgt praxisgemäss über eine Umrechnung anhand der statistisch erhobenen
Verbrauchergeldparitäten bzw. internationaler Kaufkraftvergleiche. Verwendung finden
in der Praxis vorab die Erhebungen internationaler Grossbanken oder die Angaben des
Bundesamtes für Statistik.
7.4 Falls sich ergeben sollte, dass ein Anspruch auf Familienzulagen besteht oder
bestünde, ist er am Bedarf der Kinder zu messen. Sollte der Bedarf die Höhe der
Zulagen übersteigen, so wird die Beschwerdegegnerin die Leistungsfähigkeit der
Ehefrau des Beschwerdeführers insgesamt abzuklären haben. Die Leistungsfähigkeit
seiner Ehefrau ist ohne Berücksichtigung von allfälligen
Ergänzungsleistungsansprüchen des Beschwerdeführers zu bestimmen (vgl. GVP 1998
Nr. 12), wie erwähnt so, wie es der Zivilrichter zu tun hätte.
8.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. November 2010 teilweise zu schützen.
Die Sache ist zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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