Decision ID: 4fe2de9f-616f-4538-b391-aa570a916d69
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
gegen
Panorama Kranken- und Unfallversicherung, Rue du Nord 5, 1920 Martigny,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Forderung
Sachverhalt:
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A.
A.a A._und B._ sowie die beiden Söhne C._ und D._ waren seit dem 1. Juni
1996 bei der Panorama Kranken- und Unfallversicherung (ehemals
Personalkrankenkasse Zürich, PKK; vgl. act. G 8.1/27) im Rahmen der obligatorischen
Krankenpflege versichert (act. G 8.1/2-4). Am 30. März 2007 wurde der Panorama
telefonisch die Kündigung der Versicherungen bekanntgegeben mit dem Hinweis, dass
die Bestätigung der Weiterversicherung in der Wincare folgen werde (act. G 8.1/5). Mit
Schreiben vom 4. April 2007 an die Ehefrau bestätigte die Panorama die Kündigung der
Versicherungen per 31. Dezember 2007 (Versicherter und dessen Ehefrau) bzw. per 30.
Juni 2007 (Söhne), sofern die diesbezüglichen Bedingungen (Bestätigung der
Weiterversicherung; keine Zahlungsausstände) erfüllt seien (act. G 8.1/6). Aufgrund
einer Adress-Nachfrage der Panorama (act. G 8.1/7) gab das Sozialamt E._ der
Panorama mit Schreiben vom 25. Mai 2007 den Wegzug der Ehefrau des Versicherten
per 22. Mai 2007 nach Deutschland bekannt. Das Sozialamt werde daher keine
Ausstände der Ehefrau übernehmen (act. G 8.1/8). Am 22. Juni 2007 teilte die Ehefrau
des Versicherten der Panorama mit, sie lebe seit dem 1. März 2007 vom Versicherten
getrennt. Die beiden Söhne würden bei ihm leben. Sie bitte daher um Zusendung der
Rechnungen an den Versicherten (act. G 8.1/9).
A.b Am 9. Juli 2007 stellte die Panorama gegenüber dem Versicherten Rechnung für
seine Prämien und diejenigen für die beiden Söhne für den März 2007 im Betrag von
Fr. 337.30 (act. G 8.1/10). Am 10. Juli 2007 teilte die Panorama dem Versicherten mit,
dass die Versicherungsverträge von ihm und seiner Ehefrau getrennt und die Kinder mit
dem Vertrag des Vaters gruppiert würden; ferner habe sie die Prämien aufgrund der
neuen Adresse per 1. Juli 2007 angepasst (act. G 8.1/11). Am 19. Juli 2007 liess die
Panorama dem Versicherten die Prämienrechnungen für die Monate April bis August
2007 im Betrag von Fr. 1'713.50 sowie für September 2007 im Betrag von Fr. 350.80
zukommen (act. G 8.1/12f). Im Schreiben vom 3. September 2007 teilte der Versicherte
der Panorama mit, dass er keinen Vertrag unterschrieben habe und damit auch keine
Rechnungen bezahlen werde (act. G 8.1/14). Mit Schreiben vom 19. September 2007
mahnte die Panorama gegenüber dem Versicherten die ausstehenden Prämien gemäss
Rechnungen vom 9. und 19. Juli 2007 und belastete ihm je Fr. 10.-- Mahnspesen
(insgesamt Fr. 30.--; act. G 8.1/15-17). Im Schreiben vom 27. September 2007 brachte
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die Panorama ihr Erstaunen über sein Schreiben vom 3. September 2007 zum
Ausdruck, da seine Verträge seit über zehn Jahren bestehen würden und nie
angefochten worden seien. Zudem sei bisher keine Aufnahmebestätigung einer neuen
Krankenkasse eingetroffen, womit die Kündigung vom 29. März 2007 noch nicht gültig
sei (act. G 8.1/18). Am 22. November 2007 erfolgten erneute Mahnungen betreffend die
Prämien für März bis September 2007 mit Belastung von Mahnspesen von je Fr. 30.--
pro Rechnung (act. G 8.1/19-21).
A.c Am 21. November 2007 stellte die Panorama beim Betreibungsamt F._ das
Betreibungsbegehren gegen den Versicherten für die Prämien von März bis September
2007 im Gesamtbetrag von Fr. 2'401.60 zuzüglich Mahnkosten von Fr. 90.-- und
Dossiereröffnungskosten von Fr. 80.-- (act. G 8.1/22). Gegen den am 28. November
2007 zugestellten Zahlungsbefehl erhob der Versicherte Rechtsvorschlag (act. G
8.1/23). Mit Verfügung vom 4. Dezember 2007 hob die Panorama den Rechtsvorschlag
auf (act. G 8.1/24). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (act. G 8.1/25)
wies die Panorama mit Einspracheentscheid vom 23. Januar 2008 ab (act. G 8.1/26).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 3.
Februar 2008 Beschwerde. Zur Begründung legte er dar, er habe keinerlei Verträge
unter seinem Namen mit der Beschwerdegegnerin abgeschlossen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2008 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Der angefochtene Entscheid sei zu bestätigen, und es sei
ihr in der Betreibung Nr. 72982 des Betreibungsamtes F._ vollumfänglich
Rechtsöffnung zu erteilen; jegliche anderweitigen Begehren seien abzuweisen. Zur
Begründung legte sie unter anderem dar, der Beschwerdeführer und seine Kinder seien
sehr wohl bei ihr versichert. Der Beschwerdeführer verhalte sich treuwidrig, wenn er
dies in Abrede stelle, wo er doch seit 1996 Prämien entrichte und Leistungen beziehe.
Die Betreibung für die in Rechnung gestellten Prämien sei rechtmässig erfolgt, und
auch die geltend gemachten Verzugszinsen, Mahn- und Umtriebsspesen seien
gerechtfertigt. Die Betreibungskosten würden zulasten des Beschwerdeführers gehen.
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B.c Mit Replik vom 12. Mai 2008 bestätigte der Beschwerdeführer seinen Antrag und
seine Ausführungen.
B.d Mit Schreiben vom 15. Mai 2008 wies der Gerichtspräsident den
Beschwerdeführer darauf hin, dass sein Begehren offensichtlich aussichtslos sei und er
bei Festhalten an seinen Anträgen gegebenenfalls kostenpflichtig werde. Ihm wurde die
Gelegenheit eingeräumt, für die Zeit von März bis September 2007 einen
Krankenversicherungsnachweis zu erbringen oder allenfalls einen Beschwerderückzug
bekanntzugeben (act. G 11). Da der Beschwerdeführer die eingeschriebene Sendung
auf der Post nicht abholte, erfolgte eine erneute Zustellung mit gewöhnlicher Post. In
der Folge nahm der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Mai 2008 Stellung (act. G
14). Auf ein weiteres Schreiben des Versicherungsgerichts vom 3. Juni 2008 reichte der
Beschwerdeführer Versicherungsverträge mit der Swica Gesundheitsorganisation mit
Gültigkeit ab 1. Juli 2007 (für die beiden Söhne) bzw. ab 1. Januar 2008 (für ihn selbst)
ein (act. G 16). Auf Anfrage des Versicherungsgerichts vom 18. Juni 2008 (act. G 17)
gab die Swica im Schreiben vom 2. Juli 2008 unter anderem bekannt, sie werde die
zum aktuellen Zeitpunkt bestehende Doppelversicherung eliminieren, indem sie die bei
der Swica bestehenden Verträge des Beschwerdeführers und seiner Söhne
rückwirkend per 31. Dezember 2007 aufheben werde (act. G 18).
B.e Mit Schreiben vom 14. Juli 2008 unterbreitete der Gerichtspräsident den Parteien
einen Einigungsvorschlag in dem Sinn, dass der Beschwerdeführer die bestehende
Mitgliedschaft bei der Beschwerdegegnerin im Zeitraum 1. März bis 30. September
2007 anerkenne und die in Betreibung gesetzte Prämienforderung von Fr. 2'401.60
bezahle, zuzüglich Fr. 90.-- Mahngebühren und Fr. 70.-- Kosten des Zahlungsbefehls
(Ziffer 1). Im weiteren anerkenne der Beschwerdeführer das Weiterbestehen der
Mitgliedschaft von A._, D._ und D._ bei der Beschwerdegegnerin und der
entsprechenden Prämienzahlungspflicht über den 31. Dezember 2007 hinaus (Ziffer 2).
Die Beschwerdegegnerin erkläre sich bereit, die bestehenden
Krankenversicherungsverträge des Beschwerdeführers und seiner Söhne nach
Bezahlung aller bis zu diesem Zeitpunkt geschuldeten Prämien und
Kostenbeteiligungen rückwirkend per 30. Juni 2008 zu beenden (Ziffer 3). Die Swica
Gesundheitsorganisation versichere den Beschwerdeführer und die beiden Söhne mit
Wirkung ab 1. Juli 2008 im Umfang der Versicherungsanträge vom 14. Mai 2007 (Ziffer
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4). Die Swica Gesundheitsorganisation erstatte dem Beschwerdeführer bereits bezahlte
Prämien für bestehende Doppelversicherungen im Zeitraum 1. Juli 2007 bis 30. Juni
2008 zurück und erhebe neu Prämien erst ab dem 1. Juli 2008 (Ziffer 5). Die Parteien im
Verfahren KV 2008/2 würden sich bei gegenseitiger Zustimmung zu dieser
einvernehmlichen Lösung als auseinandergesetzt erklären und um kostenlose
Abschreibung des gegenstandslos gewordenen Verfahrens vor Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen ersuchen (Ziffer 6; act. G 19). Diesem Vorgehen stimmten die
Verfahrensparteien mit Eingaben vom 23. Juli und 14. August 2008 grundsätzlich zu
(act. G 20, 21). Auf ein weiteres Schreiben des Versicherungsgerichts vom 7. Oktober
2008 (act. G 22) informierte die Swica über die ihr vom Beschwerdeführer
überwiesenen Prämien und erklärte sich bereit, diese der Beschwerdegegnerin zu
überweisen (act. G 23). Mit Schreiben des Versicherungsgerichts vom 7. Oktober 2008
war der Beschwerdeführer gebeten worden, zu bestätigen, dass die geschuldeten
Prämien (nach Abzug der an die Swica bezahlten Prämien) von ihm bis Ende Oktober
2008 bezahlt würden (act. G 22). Nachdem er auf dieses Schreiben nicht reagiert hatte,
wurde ihm von Seiten des Versicherungsgerichts eine erneute Frist eingeräumt mit dem
Hinweis, dass die Einigung als nicht zustande gekommen betrachtet werde, wenn
innert Frist weder eine Zahlungsbestätigung für den Ausstand gegenüber der
Beschwerdegegnerin noch eine Erklärung der Beschwerdegegnerin vorliege, wonach
die Angelegenheit aus ihrer Sicht als erledigt angesehen und der Übertritt zur Swica
per 1. Juli 2008 vollzogen werden könne (act. G 24). Innert der angesetzten Frist
erfolgte keine Reaktion des Beschwerdeführers und auch kein Zahlungseingang bei der
Beschwerdegegnerin (act. G 25).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens sind offene Prämienforderungen
aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung des Beschwerdeführers und seiner
beiden Söhne betreffend die Monate März bis September 2007 (vgl. act. G 8.1/15-17),
wie sie mit Zahlungsbefehl vom 28. November 2007 seitens der Beschwerdegegnerin
geltend gemacht wurden, und an welchen sie mit Verfügung vom 4. Dezember 2007
und im angefochtenen Einspracheentscheid festhielt. Soweit im vorliegenden Verfahren
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im Rahmen eines Einigungsversuchs Prämien für spätere Zeitperioden diskutiert
wurden (vgl. act. G 20), können diese nicht das vorliegende Beschwerdeverfahren
einbezogen werden, zumal sich der Beschwerdeführer dazu in betraglicher Hinsicht
nicht äusserte. - Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau unterzeichneten am 6. Mai
1996 Versicherungsanträge für die ganze Familie zuhanden der damaligen PKK (act. G
8.1/3). Diese wurde im Jahr 2000 in "Stiftung Panorama" und schliesslich 2004 in
"Panorama Kranken- und Unfallversicherung" umbenannt (act. G 8.1/27). Im Juli 2003
erfolgte ein Anschluss an die Groupe Mutuel, über welchen die Versicherten informiert
wurden (act. G 8.1/28, 29). Unbestritten blieb, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer für das Jahr 1996 und die Folgejahre jeweils die
Versicherungspolicen zustellte und diese unbeanstandet blieben. Im weiteren ist davon
auszugehen, dass die Prämien bis und mit Februar 2007 jeweils bezahlt wurden und
zudem auch Leistungsabrechnungen erfolgten (vgl. act. G 8.1/18). Unbestritten ist
schliesslich, dass die beiden Söhne seit der Ehetrennung beim Beschwerdeführer
leben und er auch für deren Krankenversicherungsprämien aufzukommen hat (act. G
8.1/9). Die Ehetrennung bewirkte entgegen der offenbaren Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 14) keine Auflösung der bestehenden Verträge. Im Streit
stehen sodann auch nicht Beiträge der Ehefrau des Beschwerdeführers, sondern einzig
solche des Beschwerdeführers selbst und der beiden Söhne (vgl. act. G 8.1/11). Der
Bestand der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bei der Beschwerdegegnerin
kann bei dieser Aktenlage - jedenfalls für den hier streitigen Zeitraum von März bis
September 2007 - nicht ernsthaft in Frage gestellt werden.
1.2 Die versicherte Person kann unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist
den Versicherer auf das Ende eines Kalendersemesters wechseln (Art. 7 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Am 29. März 2007
unterzeichnete der Beschwerdeführer als Versicherungsnehmer die Kündigung der bei
der Beschwerdegegnerin bestehenden Krankenversicherung für die ganze Familie (act.
G 8.1/5). Ein Versicherungswechsel wäre somit grundsätzlich auf Ende Juni 2007 in
Betracht gekommen. Das Versicherungsverhältnis endet jedoch beim bisherigen
Versicherer erst, wenn ihm der neue Versicherer mitgeteilt hat, dass die betreffenden
Personen bei ihm ohne Unterbrechung des Versicherungsschutzes versichert ist.
Unterlässt der neue Versicherer diese Mitteilung, so hat er der versicherten Person den
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daraus entstandenen Schaden zu ersetzen, insbesondere die Prämiendifferenz. Sobald
der bisherige Versicherer die Mitteilung erhalten hat, informiert er die betroffene
Person, ab welchem Zeitpunkt sie nicht mehr bei ihm versichert ist (Art. 7 Abs. 5 KVG).
Eine solche Mitteilung zuhanden der Beschwerdegegnerin war unbestrittenermassen
nie erfolgt. Zudem kann bei ausstehenden Prämien der Versicherer in Abweichung von
Art. 7 KVG nicht gewechselt werden (Art. 64a Abs. 4 KVG). Im Kündigungszeitpunkt
(29. März 2007; act. G 8.1/5) war die Prämie für März 2007 nicht beglichen, und auch
Prämien für die Folgemonate bezahlte der Beschwerdeführer nicht. Die
Voraussetzungen für einen Versicherungswechsel auf Ende Juni 2007 waren daher
nicht erfüllt. Im übrigen ist auf die bei der Swica bestehenden
Krankenversicherungsverträge (act. G 14) in diesem Verfahren nicht näher einzugehen.
2.
2.1 Nach Art. 90 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) in
der ab 1. August 2007 gültigen Fassung bzw. Art. 90 Abs. 1 KVV in der früheren
Fassung sind die Prämien im Voraus und in der Regel monatlich zu bezahlen. Bezahlt
die versicherte Person fällige Prämien nicht, so hat der Versicherer sie schriftlich zu
mahnen, ihr eine Nachfrist von dreissig Tagen einzuräumen und sie auf die Folgen des
Zahlungsverzuges hinzuweisen (Art. 64a Abs. 1 KVG; in Kraft seit 1. Januar 2006). Der
Versicherer muss unbezahlte fällige Prämien und Kostenbeteiligungen im Rahmen der
obligatorischen Krankenpflegeversicherung, nachdem er mindestens einmal an diese
Ausstände erinnert hatte, getrennt von allfälligen anderen Zahlungsausständen
spätestens drei Monate ab Fälligkeit schriftlich mahnen. Mit der Mahnung muss er der
versicherten Person eine Frist von 30 Tagen zur nachträglichen Erfüllung ansetzen und
sie auf die Folgen der Nichtbezahlung hinweisen (Art. 105b Abs. 1 KVV; in Kraft seit 1.
August 2007 und gemäss SchlussB der Änderung vom 27. Juni 2007 auf vor dem 1.
August 2007 fällig gewordene Prämien nicht anwendbar). Bezahlt die versicherte
Person innerhalb der angesetzten Frist nicht, so muss der Versicherer die Forderung
innerhalb von weiteren vier Monaten getrennt von allfälligen anderen
Zahlungsausständen in Betreibung setzen (Art. 105b Abs. 2 KVV; in Kraft seit 1. August
2007 und gemäss SchlussB der Änderung vom 27. Juni 2007 auf vor dem 1. August
2007 fällig gewordene Prämien nicht anwendbar). Verschuldet die versicherte Person
Aufwendungen, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, so kann der
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Versicherer angemessene Bearbeitungsgebühren erheben, sofern er in seinen
allgemeinen Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine
entsprechende Regelung vorsieht (Art. 105b Abs. 3 KVV; in Kraft seit 1. August 2007
und gemäss SchlussB der Änderung vom 27. Juni 2007 auf vor dem 1. August 2007
fällig gewordene Prämien nicht anwendbar). Für fällige Beitragsforderungen sind
gemäss Art. 26 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Verzugszinsen zu leisten. Der Satz für den
Verzugszins auf fälligen Prämien nach Artikel 26 Absatz 1 ATSG beträgt 5 Prozent im
Jahr (Art. 105a KVV; in Kraft seit 1. August 2007). Bezahlt die versicherte Person trotz
Mahnung nicht und wurde im Betreibungsverfahren ein Fortsetzungsbegehren bereits
gestellt, so schiebt der Versicherer die Übernahme der Kosten für die Leistungen auf,
bis die ausstehenden Prämien, Kostenbeteiligungen, Verzugszinse und
Betreibungskosten vollständig bezahlt sind (Art. 64a Abs. 2 Satz 1 KVG; in Kraft seit 1.
Januar 2006). Die Krankenversicherer haben die Befugnis, mit Verfügung über den
Bestand ihrer Forderungen gegenüber versicherten Personen zu entscheiden und einen
im Betreibungsverfahren erhobenen Rechtsvorschlag analog zu Art. 79 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) zu beseitigen
(vgl. BGE 121 V 109; Art. 54 Abs. 2 ATSG).
2.2 Im Nachgang zu zwei erfolglos gebliebenen Mahnungen setzte die
Beschwerdegegnerin den Prämienbetrag betreffend die Monate März bis September
2007 von insgesamt Fr. 2'401.60 zuzüglich Fr. 90.-- Mahnkosten und Fr. 80.--
Dossiereröffnungskosten in Betreibung. Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit des
Prämienbetrags werden weder geltend gemacht noch sind solche aus den Akten
ersichtlich, weshalb vom erwähnten Betrag auszugehen ist. Die Erhebung
angemessener Mahngebühren und Umtriebsspesen beim Verzug in der Zahlung von
Prämien und Kostenbeteiligungen ist unter der Voraussetzung der schuldhaften
Verursachung der (bei rechtzeitiger Zahlung unnötigen) Aufwendungen durch die
versicherte Person im Bereich des KVG zulässig, sofern der Krankenversicherer in
seinen allgemeinen Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine
entsprechende Regelung vorsieht (BGE 125 V 276). Eine Regelung zur Erhebung von
Verzugszinsen sowie Mahn- und Verwaltungskosten nach Ablauf der angesetzten
Zahlungsfrist findet sich in Art. 12 Abs. 2 lit. a der Allgemeinen
Versicherungsbedingungen der Beschwerdegegnerin (AVB; act. G 8.1/1). Die Höhe der
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in diesem Zusammenhang von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten
Mahnspesen - Fr. 30.-- für die ersten drei Mahnbriefe gleichen Datums (act. G
8.1/15-17) und Fr. 60.-- für die zweiten Mahnungen (act. G 8.1/19f), d.h. insgesamt Fr.
90.-- - lässt sich nicht beanstanden. Die Mahnspesen sind demgemäss zu Recht
verfügt worden. Die ebenfalls in Betreibung gesetzten "Dossiereröffnungskosten" von
Fr. 80.-- lassen sich dagegen nicht ohne weiteres unter Verwaltungskosten im Sinn von
Art. 12 Abs. 2 lit. a AVB subsumieren. Inwiefern sie mit den durch die
Zahlungsausstände bedingten Umtrieben und Korrespondenzen (vgl. act. G 8.1/18, 24,
26) begründet sind und ob sich ihr sachlicher Anwendungsbereich nicht mit den
erwähnten Mahngebühren deckt, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Mangels
ausreichend bestimmter reglementarischer Grundlage kann der erwähnte Betrag von
Fr. 80.-- nicht in die Rechtsöffnung mit einbezogen werden. Auch die
Betreibungskosten können - im Gegensatz zu Mahngebühren und Umtriebsspesen -
nicht Gegenstand der Rechtsöffnung sein; diese sind von Gesetzes wegen geschuldet
(Art. 68 SchKG) und vom Schuldner bei erfolgreicher Betreibung zusätzlich zum Betrag,
der dem Gläubiger zugesprochen wurde, zu bezahlen (RKUV 2003, 226).
2.3 Die Beschwerdegegnerin machte in der dem angefochtenen Entscheid zugrunde
liegenden Verfügung Verzugszinsen von 5% "während der Betreibung" (act. G 8.1/24)
geltend. Im Zahlungsbefehl wurden Zinsen von 5 % seit 20. November 2007 verlangt
(act. 8.1/23). In Bezug auf fällige KVG-Prämienforderungen ist ein Verzugszins (Art. 26
Abs. 1 ATSG) auch für geringe Beträge und kurzfristige Ausstände geschuldet (RKUV
2004 KV 306, 463 Erw. 5.3.4). Der Beschwerdeführer hat daher im Sinn des Antrags
der Beschwerdegegnerin ab 20. November 2007 auf den ausstehenden Prämien
Verzugszinsen von 5 % zu bezahlen.
3.
3.1 Die Beschwerde ist dementsprechend unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 23. Januar 2008 in dem Sinn abzuweisen, dass der
Beschwerdeführer verpflichtet wird, der Beschwerdegegnerin den Betrag von Fr.
2'491.60 (Prämien von Fr. 2'401.60 und Mahngebühr von Fr. 90.--) zuzüglich Zins zu
5 % seit 20. November 2007 auf den ausstehenden Prämien zu zahlen. In diesem
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Umfang ist der in der Betreibung Nr. 72982 des Betreibungsamtes F._ erhobene
Rechtsvorschlag zu beseitigen.
3.2 Nach Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht für die Parteien in der Regel kostenlos; einer Partei, die sich
mutwillig oder leichtsinnig verhält, können jedoch eine Spruchgebühr und die
Verfahrenskosten auferlegt werden. Mutwillige Prozessführung ist nicht einfach mit der
Erhebung einer aussichtslosen Beschwerde gleichzusetzen. Sie setzt vielmehr ein
subjektives tadelnswertes Verhalten einer Partei in dem Sinn voraus, dass die Partei die
Aussichtslosigkeit bei der ihr zumutbaren vernunftgemässen Überlegung ohne weiteres
hätte erkennen können, den Prozess aber trotzdem führt (BGE 124 V 285 Erw. 3b,
SVR-AHV 1998 Nr. 7; vgl. auch U. Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 61 Rz 32).
Im vorliegenden Verfahren wies der Gerichtspräsident den Beschwerdeführer im
Schreiben vom 15. Mai 2008 darauf hin, dass sein Begehren offensichtlich aussichtslos
sei und er bei Festhalten an seinen Anträgen gegebenenfalls kostenpflichtig werde. Ihm
wurde die Gelegenheit eingeräumt, für die Zeit von März bis September 2007 einen
Krankenversicherungsnachweis zu erbringen oder allenfalls einen Beschwerderückzug
bekanntzugeben (act. G 11). Da der Beschwerdeführer die eingeschriebene Sendung
auf der Post nicht abholte, erfolgte eine erneute Zustellung mit gewöhnlicher Post. In
der Folge wies der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Mai 2008 unter anderem
sinngemäss darauf hin, dass der ursprünglich von ihm unterzeichnete Vertrag die
ganze Familie umfasst habe, er jedoch zwischenzeitlich von seiner Frau getrennt lebe
(act. G 14). Auf ein weiteres Schreiben des Versicherungsgerichts vom 3. Juni 2008
reichte er am 15. Juni 2008 Versicherungsverträge mit der Swica ein und räumte ein,
dass er "wohl verloren" habe. Er bat um Mitteilung, was er tun solle, da er zwei
Versicherungen nicht zahlen könne (act. G 16). Dem in der Folge von Seiten des
Versicherungsgerichts unterbreiteten Einigungsvorschlag vom 14. Juli 2008 (act. G 19)
stimmte der Beschwerdeführer grundsätzlich zu (act. G 21), reagierte jedoch auf die
Schreiben des Gerichts vom 7. und 29. Oktober 2008 (act. G 22, 24), welche die
tatsächliche Realisierung der Einigung betrafen, nicht mehr. - Bei dieser Sachlage war
für den Beschwerdeführer die Aussichtslosigkeit des Verfahrens bei der ihm
zumutbaren vernunftgemässen Überlegung, betreffend den Prämienausstand,
grundsätzlich ohne weiteres erkennbar. Die Beschwerdegegnerin erklärte sich sodann
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bereits im Rahmen der Einigungsverhandlung bereit, von der Erhebung von
Dossiereröffnungskosten von Fr. 80.-- abzusehen (act. G 20). Anderseits kann dem
Beschwerdeführer eine gänzlich fehlende Mitwirkung am Verfahren nicht vorgehalten
werden. Auch hatte sich aufgrund der Kündigung der einen Versicherung und der
Stellung eines Versicherungsantrags bei einer neuen Versicherung offensichtlich eine
etwas konfuse Situation für den Beschwerdeführer ergeben. Angesichts dieser
Umstände erscheint es gerechtfertigt, auf eine Kostenerhebung zu verzichten. Einzig
der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Einigung in diesem Verfahren
verunmöglichte, rechtfertigt keine Verfahrenskostenauferlegung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG