Decision ID: a654ce14-2fcd-43a4-836d-d2a1e44399f6
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Amtsvormundschaft der Stadt St. Gallen, Bahnhofplatz 1, Postfach 23,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 26. Juni 2001 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 7.2/1). Nachdem er verschiedene Delikte begangen, für unbestimmte Zeit in ein
Erziehungsheim eingewiesen, umplatziert und schliesslich unter Auflagen aus der
Massnahme der Heimeinweisung beurlaubt worden war, wurde er nach Äusserung von
Suizidabsichten und Selbstverletzungen im Juni 2001 im Auftrag der
Jugendanwaltschaft während eines Aufenthalts in der Psychiatrischen Klinik B._ vom
2. Juli bis 21. September 2001 begutachtet (vgl. act. G 7.2/25-7). Bereits im Bericht
vom 26. Juli 2001 hielt Dr. med. C._ folgende Diagnosen fest: Verdacht auf (V.a.) eine
emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ, V.a. dissoziale
Persönlichkeitsstörung, V.a. ängstliche Persönlichkeitsstörung, V.a. paranoide
Persönlichkeitsstörung, V.a. Reifungshemmung, V.a. leichte Intelligenzminderung, V.a.
eingeschränkte soziale Leistungsfähigkeit. Der Versicherte sei wenig belastbar. Auf
Grund der psychischen Verfassung sei eine Arbeit vorerst nur im geschützten Rahmen
möglich. Zudem benötige der Versicherte eine engmaschige Betreuung, um eine
Überforderung zu vermeiden. Vorerst sollten Arbeiten vermieden werden, die ein hohes
Mass an Konzentration oder Selbständigkeit erforderten (act. G 7.2/20). Gemäss dem
Gutachten der Psychiatrischen Klinik B._ vom 15. November 2001 bestehe beim
Versicherten eine emotional instabile Persönlichkeitsorganisation mit typologisch
akzentuierten paranoiden, dissozialen und unreifen Zügen vor dem Hintergrund
wiederholter teilweise schwerster Traumatisierungen in der frühen Kindheit und
Jugendzeit. Zwar würden in der Vorgeschichte auch Phasen einer relativ stabilen
Lebensführung vorkommen. Diese hingen aber offensichtlich mit der Höhe der
Anforderungen zusammen. Bei geringen Leistungsanforderungen und mässigem
sozialem Druck gelinge es dem Versicherten, sich sozial verträglich zu verhalten.
Wachse der Druck, so zeigten sich die typischen charakterlichen Zeichen einer
emotional instabilen Persönlichkeit mit unangemessenen Gefühlsausbrüchen, paranoid
ausgestalteten Beziehungsideen und selbst- und fremdaggressivem Verhalten.
Entscheidend für die weitere Entwicklung werde sein, inwieweit ein gestuftes
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Anforderungsprofil an ihn durch haltgebende Beziehungen, soziale Unterstützung und
positive Bindungserfahrungen in seiner subjektiven Bedrohlichkeit soweit entschärft
werden könne, dass der Versicherte die Anforderungen auch über längere Zeiträume
hinweg durchhalten könne. Die beschriebene Abbruchsreaktion bei
Leistungsanforderungen begrenze die Arbeitsfähigkeit des Versicherten deutlich (act.
G 7.2/25-15ff.). Mit Beschluss vom 18. Januar 2002 errichtete die
Vormundschaftsbehörde für den Versicherten eine Vormundschaft gemäss Art. 369
ZGB (act. G 7.2/30).
A.b Am 21. Februar 2002 verfügte die IV-Stelle eine ganze Rente gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 100% ab 1. Juni 2000 (act. G 7.2/26).
A.c Im Verlaufsbericht vom 4. Juli 2003 hielt Dr. med. D._ fest, dass sich die
Diagnosen seit der Entlassung aus der Klinik B._ nicht geändert hätten. Die
psychischen Störungen hätten einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. So
könne der Versicherte Termine nicht einhalten, es sei kein Verlass auf ihn, er könne
keine Verantwortung übernehmen und sei nicht in der Lage eine Arbeitsstruktur zu
halten. Es sollte versucht werden, den Versicherten in einer geschützten Werkstatt
arbeitsmässig zu integrieren (act. G 7.2/40). Die IV-Stelle hielt in der Mitteilung vom
25. Juli 2003 weiterhin einen Anspruch auf die bisherige Invalidenrente fest (act.
G 7.2/41).
A.d Am 22. Januar 2007 stellte der Versicherte Antrag auf Berufsberatung (act.
G 7.2/44). Laut seiner Vormundin hatte er ca. ein halbes Jahr im Heim E._ gearbeitet.
Im Rahmen der Strafmassnahme sei auch eine Psychotherapie auferlegt worden (act.
G 7.2/47). Diese hatte der Versicherte nach Auskunft des behandelnden
Psychotherapeuten Anfang 2006 abgebrochen (act. G 7.2/60; vgl. dagegen: act.
G 7.2/58: Abbruch ca. Mitte 2007).
A.e Mit Stellungnahme vom 7. Dezember 2007 erachtete RAD-Arzt Dr. med. F._,
dass weiterhin von einem stationären Verlauf ausgegangen werden könne und sich
weitere Abklärungen erübrigten. Auf Grund der Begutachtung der Klinik B._ sei der
Versicherte psychisch sehr krank und es bestünden keine Hinweise für eine Besserung
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des Gesundheitszustands (act. G 7.2/61-2). Folglich hielt die IV-Stelle in der Mitteilung
vom 11. Dezember 2007 an einer unveränderten Invalidenrente fest (act. G 63).
A.f Am 22. Mai 2008 teilte der Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit, er habe ab
dem 2. Juni 2008 eine 50%-Stelle gefunden (act. G 7.2/64). Gemäss den Angaben
seines Amtsvormunds handelte es sich demgegenüber um ein 20%-Pensum.
Nachdem der Versicherte diese Anstellung durchgehend ausführen konnte, beantragte
sein Vormund am 19. März 2009 berufliche Massnahmen im Sinn einer Erstausbildung
(act. G 7.2/84, 88).
A.g Anlässlich weiterer Abklärungen hielt Dr. med. G._, Ärztin für Allgemeine
Medizin, gestützt auf eine Untersuchung vom 14. August 2009 im Bericht vom
24. August 2009 fest, dass sich der Versicherte gut fühle und keine körperlichen
Beeinträchtigungen oder Schmerzen geltend mache. Die klinische Untersuchung sei
unauffällig gewesen und die subjektiven Angaben sowie die objektiven Befunde
deckungsgleich. Die Prognose sei gut (act. G 7.2/107-11).
A.h Im ärztlichen Bericht vom 9. Oktober 2009 bezüglich die RAD-Abklärung vom 7.
Oktober 2009 kam Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zum
Schluss, dass eine Eingliederungsfähigkeit gegeben sei, zumal der Versicherte in der
Lage gewesen sei, über das gesamte letzte Jahr konstant und ohne Ausfälle zu ca.
20-25% zu arbeiten. Für eine Berufsausbildung im engeren Sinn sei jedoch ein
Arbeitsversuch (ganztägig) zu empfehlen. Es sei der Wunsch des Versicherten, eine
Ausbildung in der freien Wirtschaft zu machen. Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich
durch die gezeigten Defizite, insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich, gewisse
Vorbehalte, so dass eher von einer Ausbildungsfähigkeit im geschützten Rahmen
ausgegangen werden müsse. Die beruflichen Massnahmen begleitend sei eine
fachpsychiatrische oder psychologische Behandlung nötig (act. G 7.2/113).
A.i Anlässlich einer notfallmässigen Vorstellung in der Krisen- und Kurzzeittherapie-
Station vom 28. September 2009 wurde beim Versicherten eine Anpassungsstörung
mit Störung des Sozialverhaltens (F43.24) sowie differentialdiagnostisch eine
Persönlichkeitsstörung (Psychose) diagnostiziert. Die notfallmässige Vorstellung
erfolgte, weil der Versicherte angekündigt hatte, Personen anzugreifen, damit er Hilfe
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erhalte. Er sei mit der Berentung und Vormundschaft nicht einverstanden. Die
einweisende Person vom "I._" berichtete von häufigen (bislang verbalen)
Impulsdurchbrüchen (act. G 7.2/116). Der RAD-Arzt Dr. F._ befand auf Grund des
Kontrollverlusts mit Drohung von Gewaltanwendung auch nach drei Tagen Auszeit in
der Herberge, dass nicht von einer anhaltenden Besserung des Gesundheitszustands
und einer Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft ausgegangen werden könne. Es
bestehe somit kein medizinischer Revisionsgrund und keine anhaltende
Arbeitsfähigkeit, die eine berufliche Eingliederungsmassnahme begründen könnten
(act. G 7.2/117). Nach weiteren internen Abklärungen wurde daran festgehalten, die
Ausbildungsfähigkeit des Versicherten weiter abzuklären. Der Versicherte arbeite zu 20
- 30%. Eine mögliche Abklärung sollte im Wunschberuf des Versicherten (Service) zu
50% erfolgen, damit der Versicherte die Anstellung nicht kündigen müsse (act.
G 7.2/119).
A.j Nachdem der Versicherte Anfang 2010 während zwei Wochen als
Restaurationsfachangestellter im Bistro J._ geschnuppert hatte und diese
Schnupperlehre zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten verlaufen war (act.
G 7.2/121), wurde beschlossen, die Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit des
Versicherten abzuklären (act. G 7.2/127). Dazu nahm der Versicherte vom 1. Februar
bis 30. April 2010 eine Tätigkeit im Bistro J._ auf. Der überschaubare Rahmen sowie
die persönliche und engmaschige Begleitung trugen zum guten Gelingen bei. Der
Versuch, den Versicherten während der Abklärung in einen Partnerbetrieb in der freien
Wirtschaft zu vermitteln, misslang. Der Berufsberater sprach sich dafür aus, eine
Ausbildung im geschützten Rahmen zuzusprechen, wobei er auch eine interne
Wohnmöglichkeit mit engmaschiger Begleitung befürwortete. Das interne Wohnen
wurde auf die Zeit ab dem 27. Juni 2010 angesetzt (act. G 7.2/131). Mit Verfügung vom
4. Juni 2010 wurde dem Versicherten ein IV-Taggeld für die Dauer der beruflichen
Massnahmen vom 1. Februar bis 30. April 2010 zugesprochen (act. G 7.2/136). Am
6. Juni 2010 verfügte die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente per 1. Mai 2010
(act. G 7.2/137) und mit Mitteilung vom 8. Juni 2010 wurde dem Versicherten
Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung vom 1. Mai 2010 bis 31.
Juli 2011 erteilt (act. G 7.2/139).
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A.k Mit Bericht vom 31. Juli 2010 teilte der Lehrbetriebsverbund J._ mit, dass er das
Lehrverhältnis mit dem Versicherten per 31. Juli 2010 in gegenseitigem Einverständnis
auflöse. Im ausführlichen Bericht wird ausgeführt, dass der Versicherte sehr gerne
arbeite und sehr motiviert sei. Leider überschätze er sich in grossem Ausmass. Die
persönliche Situation im Umgang mit Vorgesetzten, betrieblichen Zielen und Aufträgen
sei sehr schwierig; auch seine persönliche Wahrnehmung im Umgang mit anderen
Menschen müsse als sehr schwierig bezeichnet werden. Verschiedene Versuche, dem
Versicherten ein anderes Bild der Realität zu vermitteln, seien immer wieder
gescheitert. Der Versicherte sei momentan nicht ausbildungsfähig. Der Grund dafür
liege v.a. in seiner persönlichen Befindlichkeit und der klaren Aussage, im Moment
nichts an sich verändern zu wollen (act. G 7.2/148).
A.l Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 3. August 2010 befand der
Eingliederungsverantwortliche den Versicherten für nicht ausbildungs- und
eingliederungsfähig (act. G 7.2/150). Die beruflichen Massnahmen wurden daher mit
Verfügung vom 1. Oktober 2010 per 31. Juli 2010 abgebrochen und die
Taggeldzahlungen per 31. Juli 2010 eingestellt. Betreffend Rente wurde eine separate
Verfügung in Aussicht gestellt (act. G 7.2/158).
A.m Am 16. Februar 2011 wurde der Versicherte psychiatrisch durch med. pract. K._,
Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Zertifizierte medizinische Gutachterin
SIM, begutachtet. Im Gutachten vom 26. März 2011 diagnostizierte die Psychiaterin mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
emotional-instabilen (impulsiver Typus) und narzisstischen Zügen (ICD-10: F61.0). Sie
befand den Versicherten als höchstens zu 50% arbeitsunfähig. Eine weitere
Verminderung der Arbeitsunfähigkeit auf etwa 20 - 30% sei voraussichtlich innerhalb
eines Jahres bei Fortsetzung einer einfachen angelernten Tätigkeit möglich. Eine
Suchtproblematik im Sinn einer Abhängigkeit von psychotropen Substanzen gemäss
den Kriterien des ICD-10 bestehe nicht. Ein Missbrauch von Alkohol und Cannabis im
Sinn eines schädlichen Gebrauchs liege demgegenüber vor. Im Rahmen der aktuellen
klinischen Untersuchung habe keine Intelligenzminderung invalidisierenden Ausmasses
festgestellt werden können (act. G 7.2/166). Gemäss RAD-Arzt Dr. med. L._ konnte
ohne Einschränkung auf das Gutachten abgestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit
angestammt (Produktionsmitarbeiter und Küchenhelfer) im 1. Arbeitsmarkt sowie in
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adaptierten Tätigkeiten betrage 50%. Dr. L._ empfahl, mit einem Pensum von 30%
mit rascher Steigerung auf 50% zu beginnen (act. G 7.2/167).
A.n Mit Vorbescheid vom 11. Mai 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. August 2010 (IV-Taggeld bis 31. Juli 2010) eine halbe Rente gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 56% in Aussicht (act. G 7.2/175). Dagegen wehrte sich der
Amtsvormund des Versicherten mit Schreiben vom 3. Juni 2011. Er schilderte die
unveränderten Schwierigkeiten des Versicherten im Umgang mit anderen und
beantragte die Ausrichtung einer ganzen Rente (act. G 7.2/177). M._, Diplom-
Psychologin, hielt im Schreiben vom 6. Juni 2011 fest, dass der Versicherte von
Oktober 2009 bis Februar 2010 und von Juni 2010 bis Januar 2011 zuverlässig zu
regelmässigen Gesprächen gekommen sei. Zurzeit zeichne sich auf Grund des
Engagements des N._s eine Stabilisierung ab. Es sei immer noch möglich, den
Versicherten in seiner Selbständigkeitsentwicklung so weit zu unterstützen, dass er
über eine längere Phase der Stabilität noch mehr Eigenverantwortung übernehmen
könne. Eine gute Vorbereitung mit praktischen Erfahrungen über einen längeren
Zeitraum sei sicher der richtige Weg zum Erfolg. Im Moment sei der Versicherte noch
stark auf Unterstützung angewiesen (act. G 7.2/184). Auch der Verein N._, wo der
Versicherte am 1. Mai 2011 in die Wohngruppe eingetreten war, sah eine Eingliederung
in den Arbeitsmarkt zu 50% per 1. August 2011 als nicht realistisch. Vielmehr müsse
zur Erreichung dieses Ziels eine längere Stabilisierungsphase des Versicherten erreicht
werden (act. G 7.2/182).
A.o Die IV-Stelle bestätigte mit Beschluss vom 16. Juni 2011 einen Anspruch des
Versicherten auf eine halbe Rente ab 1. August 2010 (IV-Taggeld bis 31. Juli 2010). Zur
Begründung hielt sie fest, die Gutachterin habe im Vergleich zum Vorgutachten von
2001 eine positive Veränderung feststellen können. Danach sei es dem Versicherten
möglich, auf dem freien Arbeitsmarkt eine 50%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu
erbringen (act. G 7.2/179). Mit Verfügungen vom 19. Juli 2011 hielt die IV-Stelle am
Anspruch auf eine halbe Rente ab 1. August 2010 fest (act. G 187ff.).
B.
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B.a Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch seinen Amtsvormund und dieser
wiederum vertreten durch die procap, am 12. September 2011 Beschwerde erheben
mit den Anträgen auf Aufhebung der Verfügungen vom 19. Juli 2011 und auf
Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei die Angelegenheit zu
ergänzenden medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Zudem seien dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Zur Begründung hielt er fest, dass
der Beschwerdeführer durch med. pract. K._ zwar als motiviert beschrieben wurde,
er jedoch bei den jeweiligen Eingliederungsversuchen bereits nach kurzer Zeit jeweils
Schwierigkeiten mit Vorgesetzten, anderen Personen und seiner Wahrnehmung hatte.
Begleitend habe er auch immer wieder Schwierigkeiten mit den individuellen
Wohnformen, so dass dort immer wieder neue Lösungen gesucht werden müssten.
Daher könne auf das Gutachten bezüglich einer Verbesserung des
Gesundheitszustands nicht abgestellt werden. Obgleich die Tätigkeit gar nicht mehr
bestehe, werde sie ihm von der IV-Stelle weiterhin zugemutet. Dies zeige ebenfalls die
Ungenauigkeit der Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin. Zudem ergebe sich
sowohl aus dem Bericht der Amtsvormundschaft, als auch den Schreiben von Dr.
M._ und der Wohngruppe des Vereins N._, dass keine Verbesserung der
gesundheitlichen Situation stattgefunden habe (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies damit, dass
gestützt auf die Gutachterin med. pract. K._ ab Oktober 2009, jedoch spätestens ab
Februar 2011, eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50% bestehe. Wie die
Gutachterin ausführe, habe sich seit 2001 ein Nachreifungsprozess eingestellt. Zudem
befinde sich der Beschwerdeführer seit mehr als einem Jahr in kontinuierlicher
ambulanter psychotherapeutischer Behandlung und es sei eine Besserung des
Verantwortungsbewusstseins feststellbar. Die Feststellung eines verbesserten
Gesundheitszustands werde dadurch gestützt, dass der Beschwerdeführer
zwischenzeitlich alleine wohne und er beim Verein N._ eine Arbeitsstelle angetreten
habe (act. G 7).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 24. November 2011 wurde dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege entsprochen (act. G 8).
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B.d Am 28. November 2011 orientierte der Rechtsvertreter das Versicherungsgericht
über seine Mandatsniederlegung auf Wunsch des Beschwerdeführers (act. G 10). Der
Amtsvormund des Beschwerdeführers orientierte mit Schreiben vom 6. Dezember
2011, dass jener seit dem IV-Vorbescheid durch das Sozialamt unterstützt werde. Ein
Arbeitsversuch in einer Autoverwertung habe ebenso vorzeitig abgebrochen werden
müssen wie ein Wohnversuch in einer betreuten Wohngemeinschaft des Vereins N._.
Die Gründe dafür lägen wiederum im auffälligen Verhalten des Beschwerdeführers.
Dieser sei weder zu weiteren Gesprächen mit dem Rechtsvertreter der procap noch zu
einem dringend erforderlichen Arztbesuch bereit. Er sei nach wie vor der festen
Überzeugung, eine Arbeitsstelle in der freien Marktwirtschaft zu finden und sich vom
Sozialamt und der IV-Stelle befreien zu können. Damit laufe er jedoch Gefahr, sich zu
überschätzen und die Anforderungen in der Arbeitswelt zu unterschätzen. Aktuell
arbeite er zu 50% in einem Projekt des Vereins N._. Die Vergangenheit habe gezeigt,
dass es dem Beschwerdeführer schwer falle, sich in einem klar strukturierten
Arbeitsfeld und Wohnbereich zu Recht zu finden. Er gerate immer wieder in alte
Verhaltensmuster, die mühsam erarbeitete Grundlagen der Wissensvermittlung und des
Vertrauens gefährdeten bzw. zerstörten. Der Vormund erachtete es als seine Aufgabe,
den Beschwerdeführer vor unbedachten Schritten zu bewahren, weshalb er das
Gericht - entgegen dem Willen des Beschwerdeführers - um Fortsetzung des
Beschwerdeverfahrens bat (act. G 11).
B.e Am 12. Dezember 2011 teilte der Beschwerdeführer dem Gericht telefonisch mit,
das Beschwerdeverfahren nicht fortsetzen zu wollen. Er wolle keine Invalidenrente,
sondern selbständig sein und arbeiten. Eine Rente würde ihn daran hindern, auf dem
freien Arbeitsmarkt eine Arbeit zu finden (act. G 13).
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 15).
B.g Am 23. Dezember 2011 meldete sich der Beschwerdeführer erneut telefonisch
beim Gericht und ersuchte um Fortführung des Beschwerdeverfahrens und Zusprache
einer ganzen Rente (act. G 17).

Erwägungen:
1.
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Vorliegend streitig und zu prüfen ist die Frage, ob ab 1. August 2010 weiterhin ein
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente besteht.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher
Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte
(der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten
bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V
108 E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008,
E. 2.1).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Im anlässlich des Abbruchs der beruflichen Massnahmen und der damit
verbundenen Taggeldeinstellung durchgeführten Gutachten vom 26. März 2011 hielt
die Psychiaterin med. pract. K._ als die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Diagnosen
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen (impulsiver Typus)
und narzisstischen Zügen (ICD-10: F61.0) fest. Ohne Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit sah sie die Störungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10:
F10.1), sowie die Störungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10:
F12.1). Anlässlich der mehrstündigen Untersuchung habe sich der Beschwerdeführer
nach anfänglich provokativer und distanzloser Haltung sowie einem Wechsel zwischen
Nähe und Distanz und zwischen Idealisierung und Abwertung in Bezug auf das
Gegenüber später doch zunehmend angepasster und kooperativer gezeigt; dies
allerdings bei einem Eindruck von manipulativen Tendenzen. Psychodynamisch könne
die kombinierte Persönlichkeitsstörung anhand der OPD 2 folgendermassen
operationalisiert werden: Beim Beschwerdeführer lasse sich ein geringes strukturelles
Integrationsniveau in den psychischen Bereichen der Selbst- und Objektwahrnehmung,
der Selbststeuerung, der Bindung und der Kommunikation feststellen. Das
Selbsterleben (Selbstwahrnehmung) erscheine eingeschränkt (Selbstreflexion und
Introspektionsfähigkeit, Schwierigkeit, eigene Affekte zu differenzieren). Die Fähigkeit
zur ganzheitlichen Wahrnehmung des Anderen erscheine deutlich eingeschränkt
(Empathiefähigkeit, Fähigkeit, objektbezogene Affekte wie Sorge, Anteilnahme und
Schuld zu erleben). Hinsichtlich der Kommunikation bestünden Schwierigkeiten des
emotionalen Verstehens anderer. Die Fähigkeit zur Bindung und Lösung sei
eingeschränkt. Die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu lösen, sei deutlich eingeschränkt.
Konflikte könnten nicht innerpsychisch bearbeitet werden, sondern würden
externalisiert. Belastende Affekte könnten wenig ertragen werden und es sei ihm wenig
möglich, das eigene Selbstwerterleben zu regulieren. Med. pract. K._ ging davon
aus, dass relevante Veränderungen der Lebenssituation - wie z.B. in der aktuellen
Vorgeschichte Wohnortswechsel, wiederholte Ortsveränderungen im Rahmen der
beruflichen Massnahme - bei den persönlichkeitsstrukturell bedingten Defiziten des
Beschwerdeführers zur Labilisierung der strukturellen Vulnerabilität mit einer Zunahme
der Auffälligkeiten und in der Folge zum Scheitern der beruflichen Massnahme mit
beigetragen hätten. Im Rückblick lasse sich auf den Verlauf des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers seit 2001 ein nicht unwesentlicher Nachreifungsprozess
feststellen. Es sei ihm möglich gewesen, über einen längeren Zeitraum von 2008 bis
2009 einer Erwerbstätigkeit mit begrenztem Zeitpensum nachzugehen. Derzeit befinde
er sich seit mehr als einem Jahr in kontinuierlicher ambulanter psychotherapeutischer
Behandlung. Seine Steuerungsfähigkeit von Impulsen habe sich insofern gebessert, als
bei ihm seit längerem keine Sachbeschädigungen oder gar Tätlichkeiten sowie auch
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keine suizidalen Äusserungen mehr beschrieben worden seien. Er sei während der
beruflichen Massnahme (Februar bis Juli 2010) als "sehr zuverlässig", "sehr fleissig und
ausdauernd" sowie "sehr motiviert" beschrieben worden. Dies zeuge von einer
Besserung seines Verantwortungsbewusstseins sowie einer Besserung der Fähigkeit,
soziale Normen, Regeln und Verpflichtungen einzuhalten. Das früher beschriebene
dissoziale Verhalten habe sich gebessert. Paranoide Züge, wie sie 2001 noch
beschrieben worden seien, liessen sich anamnestisch nicht mehr eruieren und auch bei
der aktuellen Untersuchung nicht mehr feststellen. Zusammenfassend bestünden auf
Grund der aufgeführten psychischen Störung aktuell mittelgradige Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit und der Leistungsfähigkeit. Diese seien bedingt durch eine
Einschränkung der Stress- und Frustrationstoleranz sowie eine Einschränkung der
sozialen Kompetenzen mit Einschränkung der emotionalen Belastbarkeit sowie der
Kommunikations-, Konflikt- und Umstellungsfähigkeit (Flexibilität). Bezugnehmend auf
den Bericht von Dr. H._ vom 9. Oktober 2009 befand med. pract. K._ deren
diagnostische Einschätzung nachvollziehbar. Ihrerseits habe sie die Diagnose mit
narzisstischen Persönlichkeitszügen ergänzt. Jene Psychiaterin habe sich zwar nicht
explizit zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers geäussert, sie habe ihn aber für
eingliederungs- und ausbildungsfähig gehalten, dabei jedoch eine Prüfung in Form
eines Arbeitstrainings empfohlen (act. G 7.2/166).
3.2 Im Vergleich dazu hatte Dr. C._ im Erstgutachten des Beschwerdeführers vom
15. November 2001 festgehalten, beim Beschwerdeführer bestehe eine emotional
instabile Persönlichkeitsorganisation mit typologisch akzentuierten paranoiden,
dissozialen und unreifen Zügen vor dem Hintergrund wiederholter, teilweise schwerster
Traumatisierungen in der frühen Kindheit und Jugendzeit. Der persönliche
Entwicklungsstand sei durch verschiedene gestörte Verhaltensmuster im
zwischenmenschlichen Bereich trotz eigentlich vorhandener ausreichender Intelligenz
auf dem Niveau eines vorpubertären Jugendlichen stehen geblieben. Es fehlten
insbesondere Erfahrungen stabiler, haltgebender Beziehungen, deren emotionaler
Gehalt angenommen und in das Selbst- und Weltbild integriert werden könne. Eine
geschützte Wohn- und Arbeitsmöglichkeit könne allenfalls Gewähr bieten, die
erforderliche Konstanz in Beziehungen über längere Zeit zu gewährleisten. Dr. C._
ging selbst beim Scheitern eines solchen Versuchs davon aus, dass eine spätere
Nachreifung der Persönlichkeit unter Umständen vorstellbar wäre, so dass auch
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weiteren Platzierungsversuchen zu einem späteren Zeitpunkt mehr Erfolg beschieden
sein könnte (vgl. act. G 7.2/25-15, 18ff.). Diesen Nachreifungsprozess sah med. pract.
K._ auf Grund ihrer Begutachtung in einem so wesentlichen Ausmass als erfolgt,
dass sie die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf mindestens 50%
veranschlagte. Es dürfte unbestritten sein, dass seit dem Erstgutachten im Jahr 2001
von einer Besserung ausgegangen werden kann. Aus diesem Grund hat schliesslich
auch der Vormund des Beschwerdeführers im März 2009 berufliche Massnahmen
beantragt; damals war der Beschwerdeführer seit mehr als einem halben Jahr in einem
geringen Pensum beschäftigt. Der Vormund ging davon aus, dass der
Beschwerdeführer mit einer Erstausbildung rentenausschliessend eingegliedert werden
könnte (act. G 7.2/88). Die beruflichen Massnahmen scheiterten in der Folge. Zu prüfen
ist, ob trotzdem von einem Revisionsgrund auszugehen ist bzw. eine anhaltende
Besserung in dem Ausmass als nachgewiesen zu erachten ist, wie sie med. pract.
K._ veranschlagte. Diese Frage ist auf Grund der gesamten Akten zu prüfen.
3.3 Bei der Begutachtung durch med. pract. K._ fällt auf, dass sie auf
fremdanamnestische Angaben verzichtete, obwohl sie im psychischen Befund das
Verhalten des Beschwerdeführers als verhaltensauffällig beschrieb bzw. gar den
Eindruck von manipulativen Tendenzen hatte (act. G 7.2/166-11f.). Insbesondere
unterliess sie es, bei der behandelnden Psychologin M._ oder bei seinem Vormund
nachzufragen. Hätte sie bei der Psychologin nachgefragt, hätte sie beispielsweise
erfahren, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung im Februar 2011
die Behandlung, von der er der Gutachterin nur Positives berichtete (vgl. act. G
7.2/166-11), gerade abgebrochen hatte und er vor der Begutachtung erst von Juni
2010 bis Januar 2011 regelmässig und zuverlässig in die Behandlung gekommen war
(vgl. act. G 7.2/184). Die Gutachterin stellte allein auf die Angaben des
Beschwerdeführers ab und ging davon aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit
mehr als einem Jahr in kontinuierlicher Behandlung, was sie als stabilitätsfördernd
beurteilte (act. G 7.2/166-11). Hätte die Gutachterin ausserdem beim Vormund
nachgefragt, hätte sie erfahren, dass die ständig wechselnden Wohnverhältnisse auf
die Defizite des Beschwerdeführers im zwischenmenschlichen Umgang zurückzuführen
waren (vgl. act. G 7.2/177). Schon wegen der fehlenden Fremdanamnese ist fraglich,
ob das Gutachten beweistauglich für die Annahme einer nachhaltigen Verbesserung
des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers sein kann.
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3.3.1 Im Schreiben vom 6. Juni 2011 sah die behandelnde Psychologin M._
das Scheitern des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Lehrstelle nicht im
Arbeitsverhalten oder der Zuverlässigkeit begründet, sondern in seiner mangelnden
Kompetenz, die ihm immer wieder Schwierigkeiten mit Mitarbeitern und Vorgesetzten
eingetragen habe. Mangelnde reale Einschätzung seiner eigenen Fähigkeiten, sowohl
Überschätzung kombiniert mit zu wenig Selbstbewusstsein hätten in
Auseinandersetzungen und Rückzug geendet. Zurzeit scheine sich eine Wende der
Situation durch das Engagement des Vereins N._ anzubahnen, sodass sich eine
Stabilisierung abzeichne. Zwar geht auch die behandelnde Psychologin noch immer
von der Möglichkeit aus, den Beschwerdeführer in seiner Selbständigkeitsentwicklung
unterstützen zu können, damit er über eine längere Phase der Stabilität mehr
Eigenverantwortung übernehmen kann. Dabei sei aber eine gute Vorbereitung mit
praktischen Erfahrungen über einen längeren Zeitraum der richtige Weg zum Erfolg; auf
diesem Weg sei der Beschwerdeführer momentan noch stark auf Unterstützung durch
andere Menschen angewiesen (act. G 7.2/184). Das spricht nicht für eine erheblich
verbesserte Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt.
3.3.2 Der Verein N._ teilte der Beschwerdegegnerin am 15. Juni 2011 mit, dass
ein Arbeitsantritt per 1. August 2011 (mithin ein Jahr nach der angeblichen Besserung)
nach ihrer Einschätzung nicht realisierbar sei. Der Beschwerdeführer war seit 1. Mai
2011 in eine Wohngruppe des N._s eingetreten. Er habe sich von Anfang an sehr
kooperativ gezeigt und habe sich unter anderem eine Arbeitsstelle und autonomes
Wohnen als Ziel gestellt. Er habe selbständig einen Entzug von Kokain und Cannabis
durchgeführt, nehme regelmässige Gespräche bei der Suchtfachstelle wahr. Auch habe
er sich wieder bei der Therapeutin angemeldet. Trotz dem grossen Engagement sei
eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt per "01.08.11" unrealistisch (act. G 7.2/182).
Schliesslich kam der Vormund in seinem Einwand vom 3. Juni 2011 zur gleichen
Einschätzung (act. G 7.2/177). Er berichtete ausführlich über seine Begleitung des
Beschwerdeführers seit Januar 2009 und hielt auch fest, dass ein weiterer
Arbeitsversuch im ersten Arbeitsmarkt (nach Abbruch der Eingliederungsmassnahmen)
bereits nach zwei Wochen gescheitert sei.
3.4 Weiter ist zu berücksichtigen, dass RAD-Ärztin Dr. H._ im Bericht vom 9.
Oktober 2009 aus versicherungsmedizinischer Sicht eine Eingliederungsfähigkeit zwar
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als gegeben erachtete, da sich aus psychiatrischer Sicht jedoch durch die gezeigten
Defizite insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich gewisse Vorbehalte ergaben,
ging sie eher von einer Ausbildungsfähigkeit im geschützten Rahmen aus (act.
G 7.2/113). Diese Einschätzung erfolgte, obgleich sie über die notfallmässige
Vorstellung des Beschwerdeführers in der Krisen- und Kurzzeittherapie-Station vom
28. September 2009 im Zeitpunkt ihrer Berichterstattung nicht einmal in Kenntnis
gewesen zu sein schien. Die zurückhaltende Einschätzung von Dr. H._ lässt sich mit
der Beurteilung von med. pract. K._ bezüglich einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auf
dem ersten Arbeitsmarkt kaum in Übereinstimmung bringen.
3.5 Gestützt auf den Vorfall in der Krisen- und Kurzzeittherapie-Station, wo der
Beschwerdeführer in gereizter Stimmung, mit misstrauisch bis feindseliger Haltung
aufgetreten war und ohne die Bereitschaft, zur Einschätzung der Situation ausreichend
Auskunft zu erteilen (vgl. act. G 7.2/116) ging RAD-Arzt Dr. F._ in der Stellungnahme
vom 23. Oktober 2009 auf Grund des Kontrollverlusts mit Drohung von
Gewaltanwendung nicht von einer anhaltenden Besserung des Gesundheitszustands
und einer Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft aus. Er sah keinen medizinischen
Revisionsgrund und keine anhaltende Arbeitsfähigkeit, welche eine berufliche
Eingliederungsmassnahme begründen konnten (act. G 7.2/117).
3.6 Obgleich dann die Abklärungen beruflicher Massnahmen im Lehrbetriebsverbund
J._ anfänglich auf eine äusserst positive Entwicklung hindeuteten und der
Beschwerdeführer die Aufgaben ernst zu nehmen und mit Engagement und Wille zu
verfolgen schien (act. G 7.2/130), kam es am 31. Juli 2010 zum Abbruch der
Massnahmen. Verantwortlich seien seine persönliche Situation im Umgang mit
Vorgesetzten, betrieblichen Zielen und Aufträgen gewesen. Er habe immer wieder
Mühe gehabt, sich klaren Aufträgen unterzuordnen und diese auch auszuführen, da er
nicht nur die Leitungspersonen in Frage gestellt, sondern auch eine Ungeduld in Bezug
auf den Ausbildungsauftrag mehrfach geäussert habe. Dabei seien wiederholte
Anleitung und Kontrolle nötig gewesen. Der Beschwerdeführer habe sich nur schlecht
an wiederkehrende Arbeiten erinnern können und habe immer wieder angeleitet
werden müssen. Das sei ihm sehr schwer gefallen, da er sich überschätzte und sich
immer sofort wieder etwas Neuem habe widmen wollen (act. G 7.2/148).
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3.7 Dass eine weitere Stabilisierung noch nötig sei, räumte auch die Gutachterin
med. pract. K._ ein, indem sie eine Fortführung der "bisherigen engmaschigen"
ambulanten Psychotherapie empfahl. Sie sah ein längerfristiges Ziel dieser Behandlung
in der Strukturförderung, d.h. der Besserung der sozialen Kompetenzen, insbesondere
dem Erlernen von Strategien im Umgang mit einschiessenden Spannungszuständen.
Auch sollte die Motivation des Beschwerdeführers in Bezug auf berufliche
Massnahmen gefördert werden (act. G 7.2/166-16). RAD-Arzt Dr. L._, welcher dem
Gutachten von med. pract. K._ trotz der fehlenden fremdanamnestischen Angaben
(vgl. act. G 7.2/167-1) uneingeschränkt folgte, ging am 31. März 2011 wie die
Gutachterin davon aus, dass der Beschwerdeführer bereits zu einem Pensum zwischen
20-30% im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert sei; das Pensum sollte rasch auf 50%
gesteigert werden (act. G 7.2/167-2). Auf Rückfrage bestätigte Dr. L._ am 15. Juni
2011 nochmals seine Auffassung, wonach das Verhalten des Beschwerdeführers sich
eindeutig verbessert habe, wie die Gutachterin aufgezeigt habe. Schliesslich sei der
Beschwerdeführer ja schon mit der aktuellen Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt
eingegliedert (act. G 7.2/178). Letzteres traf gerade nicht zu; ein weiterer Versuch war
ebenfalls bereits nach zwei Wochen misslungen, wie der Vormund mitgeteilt hatte, und
zwar obwohl die Stelle keine Anforderungen an Fach- oder Sachkompetenz gestellt
hätte. Einmal mehr habe eine grosse Diskrepanz zwischen der Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers und seinen subjektiven Erwartungen an sein soziales Umfeld
festgestellt werden müssen. Trotz eingehendem Gespräch mit allen Beteiligten sei es
dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die Situation adäquat zu reflektieren (act.
G 7.2/177-2).
3.8 Die gesamten Akten zeigen, dass trotz einer gewissen Stabilisierung der
gesundheitlichen Situation noch keine rentenrelevante Verbesserung bis zum Zeitpunkt
der angefochtenen Verfügung ausgewiesen erscheint. Das Gutachten von med. pract.
K._ beruht auf teils unvollständigen bzw. falschen Tatsachen. Es lässt eine tiefere
Auseinandersetzung mit den abgebrochenen beruflichen Massnahmen vermissen;
jedenfalls fehlt eine Begründung, weshalb im Gegensatz zur Beurteilung der
Eingliederungsfachleute damals von einer Eingliederungsfähigkeit in den ersten
Arbeitsmarkt auszugehen war. Der Hinweis im Gutachten, wonach die verschiedenen
Ortswechsel während der beruflichen Massnahmen zu einer "Labilisierung" bzw. zum
Scheitern der Massnahmen mit beigetragen hätten, erscheint insoweit unbegründet, als
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im Bericht des Vereins Lehrbetriebsverbund Amriswil eingehend ausgeführt wird, dass
die Wechsel im Verhalten des Beschwerdeführers begründet waren und mit
fortlaufenden Anpassungen gerade den Defiziten des Beschwerdeführers vermehrt
Rechnung getragen werden sollte, um ein Gelingen der beruflichen Eingliederung doch
noch zu ermöglichen. Die Wohnungswechsel in diesem Zusammenhang waren nicht
freiwilliger Natur. Vielmehr wurden die beruflichen Massnahmen immer wieder neu an
die Defizite des Beschwerdeführers angepasst (von grösseren zu kleineren, enger
begleiteten Strukturen, vgl. act. G 7.2/148 und 149). Mithin dürfte das Scheitern der
beruflichen Massnahmen kaum auf eine an die Defizite des Beschwerdeführers zu
wenig angepasste soziotherapeutische Begleitung zurück zu führen sein, wie die
Gutachterin ohne jede Rückfrage annimmt (act. G 7.2/166-17). Die gutachterliche
Einschätzung, wonach von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit im ersten
Arbeitsmarkt auszugehen sei, vermag in einer Gesamtsicht nicht zu überzeugen. Allein
die während 17 Monaten ausgeführte Arbeit im Rahmen von 20 - 30% belegt noch
keine rentenrelevante Arbeitsfähigkeit. Damit erscheint ein Revisionsgrund im Zeitpunkt
der angefochtenen Verfügungen vom 19. Juli 2011 (noch) nicht ausgewiesen. Somit
bleibt es beim Anspruch auf eine ganze Rente nach Einstellung der Taggelder per 31.
Juli 2010. Angesichts der mittlerweile neuen Wohn- und Arbeitsverhältnisse im N._
ist es der Beschwerdegegnerin unbenommen, erneut ein Revisionsverfahren
durchzuführen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügungen vom 19. Juli 2011 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer weiterhin,
d.h. ab 1. August 2010, eine ganze Invalidenrente auszurichten.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die gesamte
Gerichtsgebühr zu bezahlen.
bis
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4.3 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat eine obsiegende beschwerdeführende
Person Anspruch auf den Ersatz ihrer Parteikosten. Die Parteientschädigung bemisst
sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses.
Sie wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der ehemalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf
das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf die Anforderungen und Komplexität der Streitsache sowie auf
den einfachen Schriftenwechsel eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'200.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht