Decision ID: 03d61c97-e5ef-588b-b35b-1256a13722c9
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ (geb. 1955) erwarb 1976 den Führerausweis der Kategorien B und BE sowie der
Unterkategorien D1 und D1E (act. 8/12). Am 12. November 2012 teilte die IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen mit, aus medizinischen Gründen an der Fahrtauglichkeit von A._ zu
zweifeln (act. 8/13/60 = act. 8/8/3). In einem vom Strassenverkehrsamt in Auftrag
gegebenen Aktengutachten vom 11. Dezember 2012 verneinte das Institut für
Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (IRM) die Fahreignung aus
verkehrsmedizinischer Sicht wegen einer Benzodiazepinabhängigkeit und einem
zumindest schädlichen Gebrauch des Opioids Tramal (act. 8/13/44 = act. 8/8/4). In der
Folge wurde A._ am 18. April 2013 vom IRM verkehrsmedizinisch und
verkehrspsychologisch untersucht. Die Gutachter kamen im Bericht vom 5. Juli 2013
ebenfalls zum Schluss, die Fahreignung könne aus verkehrsmedizinischer Sicht wegen
einer Benzodiazepinabhängigkeit, einem zumindest schädlichen Gebrauch von Tramal
sowie einer insgesamt mindestens mittelstark bis zum Teil markant beeinträchtigten
Leistungsfähigkeit – vor allem bei Aufgaben, wo mehrere Faktoren zur gleichen Zeit zu
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beachten seien, bei der visuellen Strukturierung und der Fehlerkontrolle – nicht
befürwortet werden (act. 8/13/11 = act. 8/8/6). Gestützt darauf entzog das
Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 29. August 2013 A._ den – am 26. April 2013
bereits vorsorglich entzogenen (act. 8/13/20) – Führerausweis für alle Kategorien auf
unbestimmte Zeit. Als Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs wurden der
Nachweis einer mindestens siebenmonatigen, fachtherapeutisch betreuten und
kontrollierten Abstinenz von suchterzeugenden zentral wirksamen Medikamenten
(insbesondere benzodiazepinähnlichen Substanzen und Tramal) gemäss Merkblatt zum
Nachweis einer Abstinenz sowie eine positiv lautende verkehrsmedizinische sowie
verkehrspsychologische (Leistungsdiagnostik) Kontrolluntersuchung festgelegt
(act. 8/13/62 = act. 8/8/5).
B.
Am 7. Juni 2014 beantragte A._ erstmals die Wiedererteilung des Führerausweises
(act. 8/13/80). Mangels Vorliegens eines positiv lautenden verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Gutachtens und eines Berichts der Suchtfachstelle wies das
Strassenverkehrsamt das Gesuch mit Schreiben vom 17. Juni 2014 ab (act. 8/13/78).
Am 4. März 2015 wurde A._ – nachdem er erneut um Wiedererteilung des
Führerausweises ersucht hatte (act. 8/13/88) – begutachtet. Im Bericht vom 26. März
2015 kamen die Gutachterinnen zum Schluss, dass A._ aufgrund von
Hirnleistungsdefiziten zum jetzigen Zeitpunkt als Lenker eines Motorfahrzeugs
überfordert wäre. Die Defizite hätten ein nicht mehr kompensierbares Ausmass;
erfahrungsgemäss seien die Möglichkeiten zur Wiederherstellung der kognitiven
Fahreignung bei dieser Ausgangslage sehr beschränkt (act. 8/13/115 = act. 8/8/7). Mit
Schreiben vom 8. September 2017 ersuchte A._ abermals um die Wiedererteilung des
Führerausweises (act. 8/13/162). Mit Schreiben vom 13. September 2017 erklärte das
Strassenverkehrsamt, gemäss der Verfügung vom 29. August 2013 könne über eine
Wiedererteilung erst entschieden werden, wenn eine siebenmonatige Abstinenz
bestätigt sei und ein verkehrsmedizinisch-verkehrspsychologisches Gutachten die
Fahreignung bestätige. Da ein solches nicht vorliege, sei das Gesuch abzuweisen
(act. 8/13/170). Am 26. Februar 2018 meldete sich A._ beim IRM zur
Fahreignungsabklärung an (act. 8/13/198), welche am 16. Juli 2018 durchgeführt
wurde. Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 16. Oktober 2018 kamen die Ärzte
zum Schluss, bei noch ausstehender verkehrspsychologischer Untersuchung der
kognitiven Leistungsfähigkeit könne die Fahreignung nicht abschliessend beurteilt
werden (act. 8/13/246 = act. 8/8/8). Am 4. Juli 2019 unterzog sich A._ einer
verkehrspsychologischen Untersuchung. Im entsprechenden Gutachten vom 25. Juli
2019 führte der Verkehrspsychologe zusammenfassend aus, die vorhandene kognitive
Leistungsfähigkeit reiche nicht aus, um ein Motorfahrzeug sicher zu führen. A._ sei
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zwar bezüglich seiner Leistungsschwächen einsichtiger geworden; diese seien aber zu
gravierend, als dass sie aktuell auf der Einstellungs- und Verhaltensebene hinreichend
kompensiert werden könnten (act. 8/13/375 = act. 8/8/9). Mit Schreiben vom 5. August
2019 wies das Strassenverkehrsamt das Gesuch um Wiedererteilung des
Führerausweises ab. Für eine Aufhebung des Entzugs seien gemäss Gutachten ein
kognitives Training von zehn Stunden und eine positiv lautende
verkehrspsychologische Untersuchung nötig. Letztere sei aber nur zu veranlassen,
wenn das Training zum gewünschten Erfolg geführt habe (act. 8/13/377).
C.
Mit Schreiben vom 20. Januar 2020 forderte A._ wiederum seinen Führerausweis
zurück und legte dem Schreiben diverse Arztberichte bei (act. 8/13/414). Mit Verfügung
vom 4. Februar 2020 wies das Strassenverkehrsamt das Gesuch um Wiedererteilung
des Führerausweises ab mit der Begründung, die eingereichten Berichte seien nicht
geeignet, die im Gutachten vom 24. Juli 2019 festgestellten Defizite auszuräumen
(act. 8/3). Einen dagegen erhobenen Rekurs wies die Verwaltungsrekurskommission
mit Entscheid vom 25. Juni 2020 ab, soweit sie darauf eintrat (act. 2).
D.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 26. Juni 2020 versandten Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom 1. Juli 2020 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, "das Administrativverfahren aufzuheben und
die sofortige Wiedererteilung des Führerausweises". Ausserdem seien ihm die
aufgelaufenen Kosten von CHF 18'119.65 zurückzuerstatten, inklusive Zins von
5 Prozent seit dem 1. Mai 2013, sowie eine Entschädigung von CHF 25'000 für den
entstandenen Schaden im persönlichen, privaten und beruflichen Bereich
zuzusprechen (act. 1). Unter Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids beantragte die Vorinstanz am 11. August 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. 7). Das Strassenverkehrsamt (Beschwerdegegner) verzichtete am
17. August 2020 ausdrücklich auf eine Vernehmlassung (act. 10). Mit Eingaben vom
28. August 2020 (act. 12), vom 11. September 2020 (act. 15), vom 23. September 2020
(act. 16) und vom 5. Oktober 2020 behielt der Beschwerdeführer das letzte Wort.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
2.
Umstritten ist, ob die Vorinstanz den Rekurs gegen die mit Verfügung des
Beschwerdegegners vom 4. Februar 2020 verweigerte Wiedererteilung des
Führerausweises zu Recht abgewiesen hat.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 941.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Die Beschwerde gegen den am 26. Juni 2020 versandten Rekursentscheid wurde mit
Eingabe vom 1. Juli 2020 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen an eine Laienbeschwerde (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb
grundsätzlich einzutreten (vgl. aber nachfolgende E. 1.2).
1.1.
Verfahrensgegenstand bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid vom 25. Juni 2020,
mit welchem der Rekurs gegen die Verfügung des Beschwerdegegners vom 4. Februar
2020 und damit die Wiedererteilung des Führerausweises abgewiesen wurde. Soweit
der Beschwerdeführer Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche geltend macht,
ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten. Gemäss Art. 72 lit. a VRP bzw.
Art. 13 des Gesetzes über die Haftung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften und
Anstalten und die Verantwortlichkeit der Behörden und öffentlichen Angestellten
(Verantwortlichkeitsgesetz, sGS 161.1) beurteilt der Zivilrichter öffentlich-rechtliche
Entschädigungsansprüche gegenüber Staat, öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder
Anstalten (vgl. auch Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen –
dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 483). Im
Übrigen wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass die Kosten
verkehrsmedizinischer Untersuchungen grundsätzlich vom Fahrzeuglenker zu leisten
sind (vgl. BGer 1C_248/2011 vom 30. Januar 2012 E. 4.2).
1.2.
bis
Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die sog.
Fahreignung. Mit diesem Begriff umschreiben alle betroffenen wissenschaftlichen
Disziplinen (insbesondere Medizin, Psychologie und Jurisprudenz) die körperlichen und
2.1.
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geistigen Voraussetzungen des Individuums, ein Fahrzeug im Strassenverkehr sicher
lenken zu können. Die Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II
384 E. 3.1). Nach Art. 16 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) sind
Ausweise zu entziehen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für ihre Erteilung nicht
mehr gegeben sind. Der Führerausweis wegen fehlender Fahreignung wird einer
Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn ihre körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug sicher zu führen
(Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG). Der Entzug des Führerausweises wegen fehlender
Fahreignung ist ein Entzug zu Sicherungszwecken (sog. Sicherungsentzug). Dieser wird
angeordnet, um die zu befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen
ungeeigneten Fahrzeugführer in der Zukunft zu verhindern, nicht um den Betroffenen
wegen einer begangenen Verkehrsregelverletzung zu bestrafen. Er setzt keine
schuldhafte Widerhandlung im Strassenverkehr voraus (BGer 1C_74/2011 vom 17. Mai
2011 E. 2.2). Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis kann bedingt und
unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte
Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels
nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Für den
Nachweis der Mangelbehebung gilt das volle Beweismass. Absolute Gewissheit ist
dabei nicht verlangt, sondern es genügt, dass die Behörde nach objektiven
Gesichtspunkten von der Richtigkeit der behaupteten Tatsache überzeugt ist (Rütsche/
Weber, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar,
Strassenverkehrsgesetz [SVG], Basel 2014, N 25 zu Art. 17 SVG).
Verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Gutachten unterliegen der freien
richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP).
Das Gericht ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung an die Auffassung
des Experten gebunden, soweit Fachfragen betroffen sind und soweit nicht triftige
Gründe für eine abweichende Würdigung sprechen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht auf einer hinreichend umfassenden
Untersuchung beruht, die Vorbringen der untersuchten Person berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGer
1C_5/2014 vom 22. Mai 2014 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Auch das
verkehrspsychologische Gutachten soll in der Gesamtbeurteilung die erhobenen
Befunde hinsichtlich der Fragestellung würdigen und so gewichten, dass die
Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung für einen psychologischen
Laien nachvollziehbar sind (J. Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens, Würdigung,
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Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2009, St. Gallen 2009, S. 58).
Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit dem verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Gutachten vom 5. Juli 2013 (act. 8/8/6), der
verkehrspsychologischen Abklärung der kognitiven Fahreignung vom 26. März 2015
(act. 8/8/7) und dem verkehrspsychologischen Gutachten vom 25. Juli 2019 (act. 8/8/9)
sowie mit den vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismitteln auseinandergesetzt.
Sie kam dabei zum Schluss, die drei verkehrspsychologischen Gutachten stimmten
sowohl im Ergebnis (fehlende Fahreignung) als auch in der Begründung (erhebliche
Probleme bei der Durchführung der standardisierten Leistungstests) und damit
inhaltlich überein. Mehrheitlich unterdurchschnittlich bzw. nicht ausreichend für eine
sichere Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr seien namentlich die Ergebnisse
in den Bereichen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis
gewesen. Die ärztlichen Stellungnahmen von behandelnden Ärzten des
Beschwerdeführers würden dagegen nicht auf konkreten, spezifischen
Untersuchungen der kognitiven Leistungsfähigkeit beruhen, weshalb sie die
übereinstimmenden und mittels Tests belegten verkehrspsychologischen Ergebnisse
der Fachleute nicht in Zweifel zu ziehen vermögen würden (vgl. E. 2b des
angefochtenen Entscheids, act. 2).
Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Sämtliche Gutachten befassen sich mit der
Vorgeschichte des Beschwerdeführers, setzen sich mit den Angaben des Untersuchten
und Fremdauskünften auseinander und stützen sich auf die Befunde der körperlichen
Untersuchung und die Resultate der Laboruntersuchungen bzw. die Testergebnisse
der für die spezifischen Fragestellungen geeigneten Tests. Die Untersuchungen wurden
dabei unter der Verantwortung von Verkehrsmedizinern SGRM bzw. von anerkannten
Fachpsychologen für Verkehrspsychologie FSP durchgeführt (vgl. zum Ganzen Art. 5a
ff. der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr [Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51, VZV]). Die Gutachter
sprachen dem Beschwerdeführer die Fahreignung übereinstimmend insbesondere
aufgrund einer Einschränkung der kognitiven Leistungsfunktionen ab; die vom
Beschwerdeführer bestrittene Benzodiazepinabhängigkeit und der Vorwurf eines
zumindest schädlichen Gebrauchs des Opioids Tramal spielte dabei keine Rolle mehr.
Bereits im Gutachten vom 5. Juli 2013 ergaben sich mindestens mittelstarke
Schwierigkeiten in der visuellen Strukturierungsfähigkeit und in der Fehlerkontrolle in
der gerichteten Aufmerksamkeit (vgl. act. 8/8/6). In der verkehrspsychologischen
2.2.
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Untersuchung im Jahr 2015 ergaben sich bei der Durchführung der standardisierten
Leistungstests ebenfalls erhebliche Probleme. Insgesamt betrachtet ergaben die
Resultate verkehrsrelevante kognitive Defizite in allen getesteten Funktionen. Als
übergeordnete Problematik gingen die Fachpsychologinnen von einer sehr geringen
kognitiven Kapazität aus, die zu Beeinträchtigungen in der Fähigkeit, Informationen
schnell und korrekt verarbeiten zu können, führe. Dabei können gemäss
Gutachterinnen die bestehenden Defizite nicht durch entsprechende Anpassungen auf
der Verhaltensebene ausgeglichen werden (act. 8/8/7). Schliesslich kam auch der im
Jahr 2019 beauftragte Gutachter zum Schluss, dass die vorhandene kognitive
Leistungsfähigkeit nicht ausreiche, um ein Motorfahrzeug sicher zu führen.
Insbesondere die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und das Gedächtnis
wurden als mehrheitlich unterdurchschnittlich bzw. nicht ausreichend für die sichere
Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr beurteilt, wobei die Mängel als nicht
kompensierbar eingeschätzt wurden (act. 8/8/9). Für ein sicheres Fahren unabdingbar
sind unter anderem schnelle und sichere visuelle Wahrnehmung, visuelle
Zielorientierung im Verkehrsraum, Aufmerksamkeitsverteilung, Fokussierung und
Belastbarkeit sowie schnelle und sichere (auch motorische) Reaktionen (vgl. BGer
1C_74/2011 vom 17. Mai 2011 E. 2.3). Sämtliche Gutachter haben festgestellt, dass
solche wichtigen kognitiven Voraussetzungen beim Beschwerdeführer nicht mehr oder
nur noch eingeschränkt vorhanden sind. In der letzten Untersuchung im Jahr 2019
fielen insbesondere am Fahrsimulator die Wachsamkeit (rechtzeitige Entscheidung bei
Verzweigungen), zuverlässiges Erkennen der Signale sowie die Reaktionszeit auf
Signale als sehr negativ auf, das heisst die Ergebnisse bewegten sich unter den
15 Prozent leistungsschwächsten Personen (vgl. act. 8/8/9).
Die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel genügen nicht, um die von
entsprechenden Fachpersonen der Verkehrsmedizin und Verkehrspsychologie
erstellten Gutachten in Zweifel zu ziehen. Soweit sich der Beschwerdeführer auf die
Berichte des Universitätsspitals Basel vom 11. April 2012 (act. 3/1), des IRM vom
5. Juli 2013 (act. 3/2) und des IRM vom 16. Oktober 2018 (act. 3/3) bezieht, geht
daraus lediglich hervor, dass in den Laboruntersuchungen (Blut, Urin, Haar) weder
Tramal noch Benzodiazepine nachgewiesen wurden. Zur kognitiven Leistungsfähigkeit
ist den eingereichten Teilauszügen jedoch nichts zu entnehmen. Auch der Bericht der
Suchtfachstelle vom 7. Mai 2018 (act. 3/4) äussert sich lediglich zur
Benzodiazepinabhängigkeit, nicht aber zur kognitiven Leistungsschwäche. Schliesslich
bestätigt ein Facharzt für Neurologie dem Beschwerdeführer in seinem Bericht vom
13. Dezember 2019 (act. 3/5) zwar, dass er im Gespräch keine Auffälligkeiten im
kognitiven Bereich festgestellt habe; insgesamt sei die neurologisch körperliche
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3.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem vom Beschwerdeführer in der
gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.