Decision ID: e41c6d6c-6bf1-53be-9768-76c0b721c759
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann, Rosenbergstrasse 42,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 27. Juli 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 8.1).
Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt FMH für Innere Medizin, diagnostizierte im
Bericht vom 13. August 2007 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mögliche
Depression mit multiplen somatoformen Störungen, einen Hohl-Rundrücken, eine
Fehlhaltung mit muskulärer Dysbalance, cervical. Die für leidensangepasste Tätigkeiten
bestehende Arbeitsfähigkeit hielt er für abklärungsbedürftig (act. G 8.12). Im Bericht
vom 21. August 2007 gab die behandelnde Dr. med. C._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, an, die Versicherte leide an einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1). Für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge die
Versicherte über eine 50 bis 70%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 8.17). Am 11. Februar 2008
berichtete Dr. C._, dass durch die laufende psychiatrische Therapie eine Besserung
der Arbeitsfähigkeit habe erreicht werden können. Es bestehe eine gute Prognose. Für
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte Dr. C._ eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
(act. G 8.20). Im Verlaufsbericht vom 13. Mai 2008 führte sie aus, der
Gesundheitszustand sei stationär geblieben (act. G 8.33).
A.b Am 24. April 2008 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt. Die
Abklärungsperson hielt im Bericht vom 21. Mai 2008 fest, die Versicherte habe bis zum
Eintritt des Gesundheitsschadens (2. März 2007) zu einem Pensum von 70% als
"Betriebsangestellte Hausdienst" gearbeitet. Die Versicherte habe ihre Arbeit zwar
wieder aufgenommen, jedoch zu einem reduzierten Umfang von 50%, ausgehend vom
bisherigen 70%igen Pensum. Die Abklärungsperson ermittelte für den
Haushaltsbereich eine Einschränkung von 18% (act. G 8.34).
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A.c Mit Vorbescheid vom 28. Mai 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, ihr Rentengesuch abzuweisen. Sie ermittelte in Anwendung der gemischten
Methode und ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten einen Invaliditätsgrad von 12% (act. G 8.40). Dagegen erhob die
Versicherte am 30. Mai 2008 Einwand (act. G 8.43; vgl. auch die Eingaben vom 1. Juli
2008, act. G 8.49, und vom 10. September 2008, act. G 8.56). Sie reichte am
26. September 2008 (Datum Posteingang bei der IV-Stelle) eine Stellungnahme von
Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 25. September 2008 ein,
worin dieser eine psycho-physische Erschöpfung und einen Verdacht auf eine
Dysthymia diagnostizierte. Die Versicherte sei vorwiegend erschöpfungsbedingt nicht
in der Lage, mehr als 50% zu arbeiten (act. G 8.62; vgl. auch den ausführlichen Bericht
von Dr. D._ vom 12. Dezember 2008, act. G 8.67). Ergänzend teilte Dr. D._ am
16. Januar 2009 mit, dass sich die bescheinigte 50%ige Arbeitsfähigkeit auf das bis vor
zwei Jahren realisierte 70%ige Pensum bezogen habe. Die Begründung hierfür liege in
der Doppelbelastung Erwerbstätigkeit und Haushaltspflichten (act. G 8.69).
A.d RAD-Ärztin Dr. E._ kam in der Stellungnahme vom 20. Januar 2009 zum
Schluss, die Doppelbelastung Erwerbstätigkeit und Haushalt bilde einen IV-fremden
Faktor und könne bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt
werden. Es sei weiterhin von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. G 8.70).
A.e Am 22. Januar 2009 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (act.
G 8.71). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 23. Februar 2009 (act. G 8.79-2 ff.)
hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 6. Mai 2010, IV 2009/66, teilweise
gut und wies die Sache zur Vornahme eines psychiatrischen Gutachtens an die IV-
Stelle zurück. Allenfalls werde diese bei der Festlegung des Invaliditätsgrads eine
Neubeurteilung der erwerblichen Einschränkung sowie der Aufteilung von Erwerbs- und
Haushaltstätigkeit vorzunehmen haben (act. G 8.87).
A.f Die Versicherte wurde am 13. April 2011 von Dr. med. F._ und med. pract.
G._, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet. Im Gutachten
vom 15. Juli 2011 diagnostizierten die Experten ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1), eine
rezidivierende depressive Störung, voll remittiert (ICD-10: F33.4) bei Status nach
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leichter bis mittelgradiger depressiver Episode 2009/2010 sowie akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit abhängigen und histrionischen Anteilen (ICD-10: Z73.1).
Sowohl für die angestammte wie auch für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge die
Versicherte über eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (act. G 8.94).
A.g Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung stellte die IV-Stelle der Versicherten
mit Vorbescheid vom 18. August 2011 in Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen. Bei
der Ermittlung des 5%igen Invaliditätsgrads ging sie von einer 70%igen Erwerbs- und
30%igen Haushaltstätigkeit aus (act. G 8.101). Dagegen erhob die Versicherte am
22. September 2011 Einwand (act. G 8.102), den sie am 14. November 2011 mit einem
Schreiben des behandelnden Dr. med. H._, Oberarzt der Klinik I._ für ambulante
psychosomatische Behandlung und Rehabilitation AG, vom 11. November 2011
ergänzte (act. G 8.105). Hierzu nahm der RAD am 20. Dezember 2011 Stellung und
hielt fest, dass keine Gesichtspunkte vorgebracht worden seien, die nicht im Rahmen
des Gutachtens beachtet worden wären (act. G 8.106). Am 22. Dezember 2011
verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (act. G 8.107).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 22. Dezember 2011 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 23. Januar 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Zusprache einer
Invalidenrente (act. G 1). In der ergänzenden Eingabe vom 19. März 2012 beantragt sie
eventualiter, die Sache sei zur erneuten Abklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Wesentlichen stellt sich die Beschwerdeführerin auf den
Standpunkt, das psychiatrische Gutachten sei nicht beweiskräftig. Gestützt auf die
Einschätzungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen (vgl. den Bericht von
Dr. H._ vom 11. November 2011 und die ärztliche Zeugnisse von Dr. med. J._,
Psychiatrisches Zentrum Y._, vom 19. Dezember 2011 und 26. Januar 2012, sowie
die Bestätigung über die tagesklinische Behandlung im Psychiatrischen Zentrum Y._
vom 27. Februar 2012, act. G 6.1 ff.) sei ein Rentenanspruch ausgewiesen (act. G 6).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2012
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, das psychiatrische
Gutachten sei beweiskräftig und die Rentenabweisung sei zu Recht erfolgt (act. G 8).
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B.c Mit Schriftsatz vom 4. Mai 2012 reicht die Beschwerdeführerin den
Austrittsbericht der im Psychiatrischen Zentrum Y._ behandelnden Psychologen vom
19. April 2012 und ein Arztzeugnis von Dr. H._ vom 26. April 2012 ein (act. G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act.
G 11).

Erwägungen:
1.
Zu prüfen ist vorliegend, ob die angefochtene Ablehnung des Rentenanspruchs zu
Recht erfolgte.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.2 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über (IVG;
SR 831.20, in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung; vgl. die gleichlautende
Bestimmung des aArt. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung)
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente,
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bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der
entscheid-relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).
2.
Die Beschwerdegegnerin vertritt gestützt auf das psychiatrische Gutachten vom
15. Juli 2011 den Standpunkt, dass kein rentenbegründender Invaliditätsgrad bestehe
(act. G 5.107). Die Beschwerdeführerin hält diese medizinische Beurteilung für nicht
beweiskräftig (act. G 1 und G 6).
2.1 Zunächst bringt die Beschwerdeführerin vor, die angefochtene Verfügung stütze
sich im Wesentlichen auf Untersuchungen bis August 2010. Während des ganzen
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Jahres 2011 sei sie jedoch weiterhin dringend auf ärztliche Behandlung angewiesen
gewesen (act. G 1, S. 3 und G 6, S. 3).
2.1.1 Vorab ist festzustellen, dass die Behauptung, die angefochtene
Rentenablehnung stütze sich im Wesentlichen bloss auf einen bis August 2010
eingetretenen Sachverhalt, aktenwidrig ist. Die Experten stützten sich im Gutachten
vom 15. Juli 2011 vielmehr auf eine am 13. April 2011 durchgeführte Untersuchung.
Das Vorbringen der Beschwerdeführerin scheint denn auch auf einem Versehen zu
beruhen, da sie bei ihrer Argumentation offenbar auf das Datum des
Gutachtensauftrags (2. August 2010) abgestellt hat (act. G 8.94-1).
2.1.2 Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin während des ganzen Jahres
2011 auf ärztliche Behandlung angewiesen gewesen sei, vermag keinen Zweifel am
Gutachten entstehen zu lassen. Denn von einer Behandlungsbedürftigkeit darf nicht
generell auf eine Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts
vom 24. April 2007, I 687/06, E. 5.2). Im Übrigen haben auch die Gutachter eine
Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen (act.
G 8.94-20), weshalb davon ausgegangen werden kann, dass sie einer weiteren
Behandlungsbedürftigkeit hinreichend Rechnung trugen.
2.2 Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, es seien anlässlich der
Begutachtung keine Stellungnahmen der behandelnden medizinischen Fachpersonen
eingeholt worden (act. G 1, S. 3). Das psychiatrische Gutachten vom 15. Juli 2011
beruhte auf einer umfassenden persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin
und erfolgte in Kenntnis sowie Würdigung der gesamten relevanten Voraktenlage.
Insbesondere zogen die Gutachter auch den Bericht der Klinik I._ vom
13. September 2010 betreffend den Rehabilitationsaufenthalt vom 2. bis 27. August
2010 mit ein (act. G 8.94). Es ergeben sich weder aus dem Gutachten noch den
übrigen Umständen Gesichtspunkte, die das Einholen einer zusätzlichen
Stellungnahme der behandelnden medizinischen Fachpersonen erfordert hätten. Die
Beschwerdeführerin benennt den auch keinen entsprechenden konkreten Anlass.
2.3 Nach der Auffassung der Beschwerdeführerin fällt gegen die gutachterliche
Einschätzung ins Gewicht, dass sie seit Dezember 2011 im Psychiatrischen Zentrum
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Y._ hospitalisiert bzw. behandelt werde (act. G 1, S. 3, und G 6, S. 3). Die
gutachterliche Auffassung, wonach die erfolgte Rehabilitationsbehandlung erfolgreich
verlaufen sei, treffe daher nicht zu (act. G 6, S. 4). Bei dieser Argumentation übersieht
die Beschwerdeführerin, dass sich die Gutachter in diesem Zusammenhang zum
Rehabilitationsaufenthalt vom 2. bis 27. August 2010 (vgl. zum Arztbericht vom
13. September 2010 act. G 8.94-8) und bis zum Untersuchungszeitpunkt vom 13. April
2011 eingetretenen Verlauf äusserten. Die erst mehr als ein halbes Jahr später erfolgte
tagesklinische Behandlung vermag daher die damalige Sichtweise der Gutachter nicht
in Zweifel zu ziehen. Dies umso weniger, als auch die damals in der Klinik I._
behandelnden Ärzte von einem positiven Behandlungsverlauf sprachen (act. G 8.94-9)
und deren Aussage - nebst den eigenen Untersuchungsergebnissen - Grundlage für
die gutachterliche Äusserung bildete (act. G 8.94-17 f.).
2.4 Schliesslich führt die Beschwerdeführerin gegen die gutachterliche Beurteilung
verschiedene Stellungnahmen der behandelnden medizinischen Fachpersonen ins Feld
(act. G 6.1 ff. und G 9.1 f.).
2.4.1 In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass ein den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V
351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden kann und nicht Anlass zu weiteren
Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen
Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007,
E. 4.3 mit Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der
Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden
psychiatrischen Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum,
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich,
zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte oder die Expertin lege artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
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2.4.2 Was die Stellungnahme von Dr. H._ vom 11. November 2011 (act.
G 8.105) und vom 26. April 2012 (act. G 9.2), die ärztlichen Zeugnisse von Dr. J._
vom 19. Dezember 2011 und 26. Januar 2012 sowie deren Bestätigung des
Klinikaufenthalts vom 27. Februar 2012 (act. G 6.2 ff.) anbelangt, so sind diese allein
schon wegen des Fehlens einer näheren Begründung nicht geeignet, die Beweiskraft
des psychiatrischen Gutachtens zu erschüttern. Die im ärztlichen Zeugnis von
Dr. H._ ohne weiteren Angaben ab 16. März 2012 - mithin unmittelbar im Anschluss
an die tagesklinische Rehabilitation - bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit ist nicht
schlüssig (act. G 9.2), zumal sie im Widerspruch zur Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Psychologen des Psychiatrischen Zentrums steht, die ab diesem Zeitpunkt zumindest
von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit ausgingen (Austrittsbericht vom 19. April 2012, act.
G 9.2). Des Weiteren erwecken die genannten medizinischen Akten den Eindruck, dass
hinsichtlich der Frage nach der Restarbeitsfähigkeit primär auf die Selbsteinschätzung
der Beschwerdeführerin abgestellt wurde. Dieser Eindruck wird auch durch den
Austrittsbericht vom 19. April 2012 bestätigt. Darin diagnostizierten die behandelnden
Psychologen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive
Episode und eine Somatisierungsstörung. Angesichts dieses Leidensbilds und mangels
schlüssiger Begründung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit erscheint eine
60%ige Leistungseinbusse nicht nachvollziehbar (act. G 9.1). Der Psychostatus bei
Austritt ergab schliesslich auch keine stark einschränkenden Befunde ("47-jährige
Patientin, gepflegt, übergewichtig. Bewusstseinsklar, orientiert. Leichte
Gedächtnisstörung. Keine Hinweise auf formale Denkstörung, Zwänge, Wahn,
Sinnestäuschungen oder Ich-Störung. Im Affekt leicht depressiv und ängstlich. Leichte
innere Unruhe. Antrieb leicht reduziert, Appetit unauffällig. Schwere
Durchschlafstörung. Anamnestisch latente Suizidgedanken, aktuell klare
Distanzierung", act. G 9.1).
2.4.3 Selbst wenn im Übrigen für die Dauer der tagesklinischen Behandlung
(19. Dezember 2011 bis 16. März 2012) bis zum Austritt am 16. März 2012 von einem
verschlechterten Gesundheitszustand auszugehen wäre, so fällt ins Gewicht, dass sich
der Gesundheitszustand spätestens ab 16. März 2012 verbessert hat. Ein allfällig
verschlechterter Gesundheitszustand dauerte daher weniger als 3 Monate und wäre
ohne Relevanz für einen (befristeten) Rentenanspruch (vgl. Art. 88a Abs. 2 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Demnach kann offen
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bleiben, ob die während der tagesklinischen Behandlung im Vordergrund gestandene
Schmerzproblematik ("zentrales Thema", act. G 9.2, S. 4) eine invalidisierende Wirkung
im Sinn der Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. BGE 130 V 352) zeitigte.
Mit Blick darauf, dass der Psychostatus bei Austritt (act. G 9.1) demjenigen im
psychiatrischen Gutachten (act. G 8.94-13 f.) entspricht, kann mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass das gutachterlich bescheinigte
Leistungsniveau spätestens ab 16. März 2012 wieder erreicht wurde.
2.5 Die gutachterliche Bescheinigung einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für
jegliche Tätigkeiten beruht auf einer umfassenden eigenen Untersuchung und ist
schlüssig. Insbesondere haben die Gutachter in Nachachtung der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 130 V 352) plausibel dargelegt, dass der Beschwerdeführerin
eine Willensanstrengung zumutbar sei, ihre unspezifischen, somatoformen
Beschwerden zu überwinden (act. G 8.94-18 f.). Ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad ist daher mit der Beschwerdegegnerin zu verneinen.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran
anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP