Decision ID: 7056d733-8f28-4bc0-a87e-e7863efb4fbf
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.03.2017 Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens bejaht, die Gutachter wären überwiegend wahrscheinlich auch ohne Kenntnis des Observationsmaterials zur gleichen Einschätzung gelangt. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zwischen dem Gutachten und der angefochtenen Verfügung bleibt beweislos. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. März 2017, IV 2014/425). Entscheid vom 24. März 2017 Besetzung Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und Marie-Theres Rüegg Haltinner;  Katja Meili Geschäftsnr. IV 2014/425 Parteien A._, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106, Postfach 101, 9445 Rebstein, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 14. April 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die Versicherte war wegen einer bei einem Unfall
im Oktober 2010 erlittenen Diskushernie LSK5/SWK1 mit Tangierung der Wurzel S1
rechts im Spital B._ hospitalisiert gewesen (Austrittsbericht vom 11. November 2010;
IV-act. 57-13). Am 24. Februar 2011 hatte sie sich im Kantonsspital St.Gallen einer
Fenestrierung, einer Sequestrektomie und einer Diskektomie L5/S1 rechts, am 7. März
2011 einer Erweiterung der Fenestrierung, einer Entfernung der Resthernie und einer
Erweiterung der Nukleotomie L5/S1 rechts unterzogen (IV-act. 57-1). Ab Juli 2011
begab sie sich wegen der persistierenden Lumboischialgie und chronischer Migräne
mit Analgetika-Übergebrauch in eine ambulante Schmerztherapie im Kantonsspital
St.Gallen (IV-act. 34-1, vgl. IV-act. 19). Am 28. Juli 2011 teilte die IV-Stelle der
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Versicherten mit, aufgrund ihres Gesundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 22).
A.b Mit Bericht vom 9. November 2011 beurteilte Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Neurochirurgie, die Versicherte sei seit dem 18. Oktober 2011 nicht mehr arbeitsfähig,
die Prognose sei aufgrund des Schmerzzustandes ganz schlecht (IV-act. 57-24 f.). Vom
27. Dezember 2011 bis 21. Januar 2012 befand sich die Versicherte in der Klinik D._.
Die behandelnden Ärzte stellten fest, sie sei beim Gehen auf Hilfsmittel angewiesen
und weiterhin zu 100% arbeitsunfähig (Austrittsbericht vom 21. Januar 2012; IV-act.
34-3 ff.). Dr. med. E._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, diagnostizierte
mit Bericht vom 30. März 2012 eine linksseitige Gonarthrose bei Varusstellung und ein
lumbospondylogenes Syndrom (IV-act. 59-34 ff.).
A.c Im Mai 2012 veranlasste die Swica Gesundheitsorganisation als
Krankentaggeldversicherer der Versicherten eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL). Gemäss Bericht der Rehaklinik Valens vom 11. Juni 2012
waren die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren
Belastbarkeit infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und
Inkonsistenz nicht verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen
Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus
somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär
wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der
Beobachtungen bei den Leistungstests. Eine weitergehende Einschränkung der
Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Es sei der
Versicherten eine adaptierte, leichte Tätigkeit während ca. 5 Stunden täglich zumutbar
(act. G1.8, vgl. KV-act. 3). Die IV-Stelle wies den Antrag auf berufliche Massnahmen am
7. September 2012 ab, da sich die Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act.
50).
A.d Im Mai und Juni 2013 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act.
78) mehrfach observiert (Ermittlungs- und Observationsbericht vom 1. Juli 2013; IV-act.
79). Dr. med. F._, Mitarbeiter der IV-Stelle, beurteilte am 5. August 2013, in Bezug
auf die invalidisierenden Einschränkungen sei das Observationsmaterial nicht sehr
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aussagekräftig. Die invalidisierende Störung könne mit dem Observationsmaterial nicht
sicher widerlegt werden. Er empfehle ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 82).
A.e Im Oktober 2013 wurde die Versicherte durch Ärzte der Medizinisches
Gutachtenzentrum Region St.Gallen GmbH (nachfolgend: MGSG) polydisziplinär
abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 6. Januar 2014 diagnostizierten diese mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Lumboischialgie rechts, eine intermittierende
neuropathische Ausstrahlung mit Schmerzen bei sensiblem radikulärem Restsyndrom
L5/S1 rechts und eine langjährige Migräne mit Aura. Für die angestammte Tätigkeit als
Hilfsarbeiterin in einer Autozubehörfirma attestierten sie ihr eine Arbeitsfähigkeit von
70%, für eine adaptierte Tätigkeit eine solche von 100% (IV-act. 98-61 f.).
A.f Mit Vorbescheid vom 10. März 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 103). Dagegen erhob die
Versicherte am 9. April 2014 Einwand und beantragte die Ausrichtung mindestens einer
halben Invalidenrente seit spätestens 18. Oktober 2011 sowie die Einholung eines
Obergutachtens. Sie brachte vor, ihr Gesundheitszustand habe sich in den letzten
Monaten aus psychischer und rheumatologischer Sicht verschlechtert (IV-act. 107, vgl.
auch Nachtrag vom 19. Mai 2014; IV-act. 112). Sie reichte ein Schreiben vom 14. Mai
2014 von Dr. med. G._, Psychiatrische H._, welcher ihr eine mittelgradig
depressive Episode (ICD-10: F32.1) attestierte (IV-act. 112-7), sowie einen Bericht des
Kantonsspitals St.Gallen über eine am 10. Juni 2014 durchgeführte Infiltration (IV-act.
115) ein. Dr. med. I._, Mitarbeiterin der IV-Stelle, führte am 29. Juli 2014 aus, die
aktuellen Arztberichte würden an der bisherigen Beurteilung nichts ändern. Weitere
Abklärungen seien nicht angezeigt (IV-act. 117).
A.g Am 29. Juli 2014 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid. Sie führte
aus, es sei vor allem gestützt auf das Gutachten davon auszugehen, dass die
Versicherte an keiner Krankheit leide, die eine relevante Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nach sich ziehen würde. Ein unerträgliches Schmerzgeschehen könne
mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Es ergäben sich keine neuen Aspekte, die eine
neu eingetretene Verschlechterung vermuten und ein Abweichen vom Gutachten
rechtfertigen würden (IV-act. 118).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 29. Juli 2014 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 15. September 2014, mit der die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
deren Aufhebung beantragt. Ihr sei spätestens ab dem 18. Oktober 2011 mindestens
eine halbe Invalidenrente auszurichten. Es sei mindestens ein neurologisches,
orthopädisches und psychiatrisches Obergutachten sowie ein rheumatologisches
Gutachten einzuholen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie führt aus, das
MGSG-Gutachten sei widersprüchlich und weder schlüssig noch nachvollziehbar oder
begründet. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe daher mindestens
was die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit angehe, nicht auf das Gutachten
abstellen dürfen. Ausserdem sei nach der Begutachtung aus psychiatrischer und
rheumatologischer Sicht eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
eingetreten, weshalb die Beschwerdegegnerin vor Erlass der angefochtenen Verfügung
zwingend noch weitere Abklärungen hätte tätigen müssen. Der Stellungnahme von Dr.
I._ betreffend der geltend gemachten Verschlechterung komme keine Beweiskraft zu,
da sie als Neurologin nicht über die erforderlichen Fachkenntnisse verfüge (act. G1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt
vor, das Gutachten sei beweiskräftig und halte klar fest, dass die Beschwerdeführerin
beim Arbeiten keine Gehhilfe brauche. Der Bericht von Dr. G._ habe nur einen sehr
dürftigen Beweiswert und es sei ihm keine Verlaufsbeurteilung zu entnehmen. Selbst
wenn dem umstrittenen Bericht volle Beweiskraft zukäme, müsste aber vermutet
werden, dass die Beschwerden überwunden werden könnten. Es gebe weder
Hinweise, dass die im Juni 2014 durchgeführte Glukokortikoid-Infiltration wegen
neurologischer oder anderweitig objektivierbarer Ausfälle notwendig gewesen wäre,
noch dass solche dabei hätten festgestellt werden können. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes sei damit nicht erwiesen (Beschwerdeantwort vom 12.
Dezember 2014; act. G6).
B.c In der Replik vom 24. Februar 2015 (act. G13) und der Duplik vom 27. März 2015
(act. G15) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
B.d Mit Schreiben vom 14. Dezember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin das
Verfahren zu sistieren oder mindestens mit dem Entscheid zuzuwarten, bis ein
Grundsatzentscheid des Bundesgerichts betreffend der Zulässigkeit von
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Observationen im Bereich der Invalidenversicherung vorliege (act. G19). Die
Verfahrensleitung teilte den Parteien am 1. Februar 2017 mit, einstweilen stehe nicht
fest, ob der Fall auch ohne Beantwortung dieser Grundsatzfrage entschieden werden
könne. Von einer Sistierung werde daher vorläufig abgesehen (act. G20).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin gegenüber der Invalidenversicherung.
1.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
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261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
Im Urteil Vukota-Bojic gegen Schweiz, Urteil no. 61838/10, vom 18. Oktober 2016
erkannte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einer
unfallversicherungsrechtlichen Streitigkeit auf eine Verletzung von Art. 8 (Recht auf
Achtung des Privat- und Familienlebens) der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) durch die Schweiz, da im
schweizerischen Recht eine hinreichend präzise rechtliche Grundlage für die Foto- und
Videoüberwachung von versicherten Personen fehle. Das Versicherungsgericht
gelangte im Entscheid vom 6. Dezember 2016, IV 2016/145, zur Auffassung, dass im
Bereich der Invalidenversicherung entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin
(vgl. zum Standpunkt der Beschwerdegegnerin act. G19) ebenfalls keine ausreichende
normative Grundlage für heimliche und zielgerichtete Überwachungsmassnahmen
durch die IV-Stelle bestehe (Entscheid IV 2016/145, E. 3.2.1 ff. mit zahlreichen
Hinweisen auf die Lehre, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen,
Rechtsprechung, Versicherungsgericht; siehe auch das Urteil IV 2016/85 vom 24.
Februar 2017 E. 5.2). Der Entscheid IV 2016/145 wurde beim Bundesgericht
angefochten. Da vorliegend ebenfalls eine Observation durchgeführt wurde, beantragte
die Beschwerdegegnerin am 14. Dezember 2016 die Sistierung des Verfahrens bis zum
Vorliegen eines Grundsatzentscheides des Bundesgerichts zur Frage der
Rechtsgrundlage von Observationen im Bereich der Invalidenversicherung (act. G19).
Wie nachfolgend ausgeführt, kann die vorliegende Beschwerde jedoch auch ohne
Beantwortung dieser Grundsatzfrage entschieden werden. Damit wird der
Sistierungsantrag gegenstandslos.
3.
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Die Beschwerdeführerin hat sich am 14. April 2011 zum Bezug einer Invalidenrente
angemeldet (IV-act. 1). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des
Leistungsanspruchs. Es ist somit ein Rentenanspruch ab 1. Oktober 2011 zu prüfen.
Vorerst ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden.
3.1 Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer
Hinsicht vorwiegend auf das polydisziplinäre MGSG-Gutachten vom 6. Januar 2014
(IV-act. 98). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die Beweiskraft ab (vgl. act. G1
und G13).
3.1.1 Die MGSG-Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Lumboischialgie rechts, eine intermittierende neuropathische Ausstrahlung mit
Schmerzen und eine langjährige Migräne mit Aura. Sie beurteilten, die Arbeitsfähigkeit
für die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einer Autozubehörfirma habe ab
September 2011 50% betragen mit sukzessiver Steigerung bis 70% bei voller
Stundenpräsenz ab Januar 2012. Für körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten
Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten und
die nicht mit häufigen inklinierten und reklinierten sowie rotierten Körperhaltungen
verbunden seien und die in Räumen ohne laminare Luftströmung und ohne konstante
künstliche Lichtquellen ausgeübt werden könnten, attestierten sie ihr ab September
2011 eine Arbeitsfähigkeit von 100% (IV-act. 98-61 f.). Das Gutachten beruht auf
umfassender Aktenkenntnis sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen,
berücksichtigt das gesamte Leidensbild der Beschwerdeführerin und die auf dieser
Grundlage gezogenen Schlüsse sind nachvollziehbar. Der psychiatrische Teilgutachter
Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte keine
leistungsrelevante Diagnose. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte
er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine leichte
chronische depressive Verstimmung (Dysthymie; ICD-10: F34.1) (IV-act. 99-15). Er
beurteilte, die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden seien in sich nur
teilweise konsistent. Hinzu kämen deutliche psychogene, demonstrative
Verhaltensweisen mit Verdeutlichungstendenzen ihrer Beschwerden (IV-act. 99-18). Dr.
J._ kam zum Schluss, aus psychiatrischer Sicht sei das Verhalten der
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Beschwerdeführerin anlässlich der Observation mit dem erhobenen psychischen
Zustand vereinbar. Es könne aus psychiatrischer Sicht mit sehr hoher
Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass kein bewusstseinsnahes
Täuschungsverhalten vorliege, und ihr Verhalten sei eher auf ihre
Persönlichkeitsstruktur zurückzuführen (IV-act. 99-22 f.). Die Beurteilung von Dr. J._
war damit offensichtlich durch die Kenntnis des Observationsmaterials nicht
beeinflusst. Dr. med. K._, Spezialärztin Neurologie FMH, führte aus, die von der
Beschwerdeführerin geschilderten Symptome bei Erstmanifestation lumbaler Rücken-
und Ausstrahlungsschmerzen ins rechte Bein seien vollkommen konsistent.
Nachfolgend habe sie nach kurzer Spanne einer Schmerzminderung fortan
gleichbleibende, nicht ganz nachvollziehbare Beschwerden angegeben, insbesondere
da bildgebend keine signifikante neuerliche Nervenwurzelaffektion oder –kompression
S1 rechts durch eine als ausreichend gross zu bewertende Rezidivhernie zu erfassen
sei. Einerseits gebe die Beschwerdeführerin an, ihren Rumpf nicht beugen oder
abhocken zu können infolge massiver Schmerzexazerbationen unter derartigen
Wirbelsäulenbewegungen, andererseits sitze sie bei der Untersuchung über mehr als
30 Minuten mit in Hüfte und Kniegelenk zum Teil stark flektiertem Bein auf einem Stuhl,
mit dem Hinweis, darunter eine Schmerzlinderung zu erfahren. Gleichsam würden bei
der körperlichen Untersuchung, Prüfung der Hüftflexion und -extensionsbewegungen
beidseits, rechtsseitig massivste Bein- und Rückenschmerzen angegeben, dass eine
Beurteilung der Kraftmasse erst nach wiederholter Aufforderung und Durchführung
einer Schmerzüberwindung möglich werde. Die Angabe der Beschwerdeführerin,
wonach sie gegen die neuropathische Schmerzkomponente regelmässig Lyrica und als
schmerzmodulierende Medikation Citalopram einnehme, stehe im Widerspruch zu einer
Blutspiegelkontrolle vom 30. Oktober 2013, welche anzeige, dass die Medikamente
keinesfalls in der angegebenen Dosierung und regelmässig eingenommen würden (IV-
act. 98-51, vgl. IV-act. 98-56). Den somatischen Gutachtern fielen somit während der
Untersuchung gewisse Diskrepanzen zwischen den geltend gemachten Beschwerden
und den objektivierbaren Befunden auf, die sich auch schon anlässlich der EFL im Mai
2012 (vgl. act. G1.8) abgezeichnet hatten. Die Gutachter beurteilten die Arbeitsfähigkeit
der Versicherten jedoch ausdrücklich unabhängig von der geschilderten
Symptomausweitung (IV-act. 98-13, IV-act. 98-64). Sie äusserten sich wohl aufgrund
des Fragekataloges der Beschwerdegegnerin zum Observationsmaterial, aber lediglich
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im Sinne eines Vergleichs ihres erhobenen Befundes mit dem Verhalten der
Beschwerdeführerin anlässlich der Observation (vgl. IV-act. 98-64). Aufgrund der
Ausführungen ist davon auszugehen, dass auch die somatischen Gutachter ihre
Beurteilung im Wesentlichen basierend auf ihren eigenen Untersuchungen erstellten
und auch ohne Kenntnis des Observationsmaterials überwiegend wahrscheinlich zum
gleichen Ergebnis gekommen wären. Auch Dr. F._ ging im Übrigen davon aus, dass
das Observationsmaterial in Bezug auf die invalidisierenden Einschränkungen nicht
sehr aussagekräftig sei (IV-act. 82-2). Von weiteren Abklärungen im Anschluss an eine
Entfernung des Observationsmaterials aus den Akten, konkret von einer erneuten
Begutachtung ohne Vorlage des Observationsmaterials an die Gutachter, sind keine
neuen Erkenntnisse zu erwarten. Auch die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte
leicht unterschiedliche Einschätzung der Gutachter zum Vorliegen eines
bewusstseinsnahen Täuschungsverhaltens (vgl. act. G1, S. 8) ist damit nicht geeignet,
das Gutachten in Frage zu stellen.
3.1.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, Dr. F._ sei zum Schluss gekommen, dass
die invalidisierende Störung mit dem Observationsmaterial nicht sicher widerlegt
werden könne, und habe deshalb eine polydisziplinäre Begutachtung empfohlen. Im
MGSG-Gutachten werde die Frage, ob in der Gesamtsicht des Falles überwiegend
wahrscheinlich ein bewusstseinsnahes Täuschungsverhalten vorliege, mit “dies ist
durchaus möglich“ beantwortet. Zudem hätten die Gutachter ausgeführt, aufgrund des
Videomaterials habe man den Eindruck, dass die Gehhilfe eher demonstrativ
verwendet werde. Gestützt auf die Ausführungen in den Teilgutachten sowie die
Stellungnahme von Dr. F._ hätte man im Gutachten die Frage, ob die
Beschwerdeführerin auf eine Gehhilfe angewiesen sei, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bejahen und diese Einschränkung berücksichtigen müssen. Das
Gutachten sei deshalb widersprüchlich, weder schlüssig noch nachvollziehbar oder
begründet (act. G1, S. 8 f., vgl. IV-act. 98-64). Vor dem Hintergrund, dass die Gutachter
eine Notwendigkeit einer Gehhilfe nicht erwähnten und auch bei der Umschreibung der
Anforderungen an eine leidensadaptierte Tätigkeit auf keine derartige Einschränkung
hinwiesen (vgl. IV-act. 98-54, IV-act. 98-62) bzw. Dr. K._ gar ausdrücklich eine
Tätigkeit mit freiem Gehen als zumutbar erachtete (vgl. IV-act. 100-14), ist die
Argumentation der Beschwerdeführerin nicht überzeugend. Den Ausführungen kann
eindeutig entnommen werden, dass die Gutachter die Notwendigkeit einer Gehhilfe
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und die damit verbundene Einschränkung verneinten. Es ist zudem erneut darauf
hinzuweisen, dass das Observationsmaterial keinen relevanten Einfluss auf die
Einschätzungen der Gutachter hatte und diese aufgrund ihrer eigenen Beobachtungen
und Untersuchungen schlossen, eine Gehhilfe sei nicht notwendig. Im Einklang damit
wurde im Gegensatz zu älteren medizinischen Akten (vgl. IV-act. 34-4, IV-act. 64, KV-
act. 4, KV-act. 5-3, KV-act. 5-29) seit Januar 2013 in keinem Bericht mehr die
Notwendigkeit einer Gehhilfe erwähnt.
3.2 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, nach der Begutachtung vom 10.
Oktober 2013 sei es zu einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes
gekommen. Es seien starke Knieschmerzen, starke Kopfschmerzen, eine Zunahme der
Rückenbeschwerden und weitere psychische Probleme aufgetreten, weshalb
Untersuchungen und Behandlungen stattgefunden hätten (act. G1).
3.2.1 Die behandelnden Ärzte am Departement Innere Medizin, Rheumatologie und
Rehabilitation des Kantonsspitals St.Gallen diagnostizierten am 5. November 2013
unter anderem eine Belastbarkeitsminderung beider Kniegelenke bei beginnender
Gonarthrose beidseitig. Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äusserten sie sich
nicht (act. G1.13). Dies lässt keine Verschlechterung der Kniebeschwerden erkennen,
hatte doch Dr. med. L._, Spezialarzt Orthopädie FMH, in seinem Teilgutachten
bereits eine beginnende Gonarthrose rechts sowie eine Chondropathie des linken
Kniegelenks bei reduziertem femorotibialem Alignement attestiert und festgehalten,
diese Diagnose wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 98-9). Der
Gutachter hielt im Übrigen fest, dass die Beschwerdeführerin die Knieschmerzen erst
auf seine spezielle Nachfrage hin erwähnt hatte. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei
aber subjektiv primär durch die lumbalen Schmerzen eingeschränkt (IV-act. 98-5). Die
Beschwerdeführerin, welche unbestritten an einer Migräne leidet, suchte zwar unter
Angabe von seit einem Monat starken Kopfschmerzen am 6. Januar 2014 das Spital
B._ auf, bei der dortigen Untersuchung wurden jedoch keine Auffälligkeiten
festgestellt, welche auf eine Verschlechterung hindeuten würden (act. G1.14). Am 10.
Juni 2014 wurde im Kantonsspital St. Gallen eine transforaminale Steroidinfiltration
LWK5/SWK1 rechts durchgeführt (act. G1.15). Bereits die MGSG-Gutachter hatten
festgestellt, bei entsprechendem Leidensdruck könne als sekundäre Therapie
nochmals eine intraartikuläre Kortisoninfiltration versucht werden (IV-act. 98-63). Die
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Infiltration wurde also anlässlich des Gutachtens bereits in Betracht gezogen und
deutet nicht auf eine Verschlechterung hin. Dr. med. M._, Facharzt für Innere Medizin
FMH, erwähnte in seinem Schreiben vom 27. März 2014 ebenfalls keine
Verschlechterung, sondern gab an, die chronischen lumbospondylogenen Symptome
im Bereiche der LWS würden fortbestehen (act. G13.19). Wie die Beschwerdegegnerin
zudem richtig vorbringt (vgl. act. G6, act. G16), sind neurologische oder anderweitig
objektivierbare Ausfälle, welche eine Infiltration notwendig gemacht hätten, nicht
nachgewiesen. Eine relevante Verschlechterung des somatischen
Gesundheitszustandes bleibt damit beweislos. Die nach dem Erlass der Verfügung vom
29. Juli 2014 (vgl. IV-act. 118) geltend gemachte Verschlechterung (act. G13) ist
vorliegend ferner nicht relevant, da für die gerichtliche Beurteilung grundsätzlich der
Sachverhalt wesentlich ist, wie er sich bis zur betreffenden Verfügung ereignet hat
(BGE 132 V 220 E. 3.1.1).
3.2.2 In psychischer Hinsicht stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt,
Dr. M._ habe sie wegen einer massiven Verschlechterung der Beschwerden an Dr.
G._ überwiesen. Seit der ersten Konsultation vom 13. Mai 2014 sei sie regelmässig
(ein bis zweimal monatlich) bei diesem in Behandlung (act. G1). Dr. G._
diagnostizierte mit Bericht vom 14. Mai 2014 eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F32.1). Zur Arbeitsfähigkeit und zum Zeitpunkt der angegebenen
Verschlechterung äusserte er sich nicht (act. G1.16). Die Beschwerdeführerin brachte
vor, für die Beantwortung der Frage der Arbeitsfähigkeit wären noch einige Sitzungen
nötig gewesen, reichte den in Aussicht gestellten aktuellen Bericht von Dr. G._
jedoch in der Folge nicht ein (act. G1, vgl. act. G1.17, act. G13). Dr. J._
diagnostizierte demgegenüber eine sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
leichte chronische depressive Verstimmung (Dysthymie), welche seit den operativen
Behandlungen im Februar und März 2011 bestehe. Er führte nachvollziehbar aus, die
leichte depressive Störung erreiche nach Schweregrad und Dauer der einzelnen
Episoden nicht die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige rezidivierende
depressive Störung. Daneben liessen sich keine Hinweise für schwerere depressive
Verstimmungen oder Angststörungen erheben (IV-act. 99-15 f.). Wie Dr. I._ schlüssig
darlegt (vgl. IV-act. 117), sieht Dr. G._ die Ursache der depressiven Problematik in
der Schmerzsymptomatik vonseiten des Rückens und der Migräne. Dr. J._ hat diese
in seinem Teilgutachten ebenfalls berücksichtigt, aber im Sinne einer sich nicht auf die
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Arbeitsfähigkeit auswirkenden anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
interpretiert. Auch die morgendlichen Stimmungsschwankungen wurden von beiden
Ärzten beschrieben (vgl. IV-act. 99-15 f.; act. G1.16). Die beiden Ärzte beurteilten damit
lediglich einen im Wesentlichen gleichen Sachverhalt anders. Zudem ist zu
berücksichtigen, dass Dr. G._ sich bei der Diagnose nach dem erstmaligen Gespräch
auf subjektive Angaben der Beschwerdeführerin und deren Selbsteinschätzung stützte,
weshalb bei der bekannten Selbstlimitierung und Symptomausweitung die Diagnose in
Frage zu stellen ist. Die Beschwerdeführerin bringt zwar vor, Dr. G._ habe Kenntnis
vom MGSG-Gutachten gehabt (act. G1), eine Auseinandersetzung ist jedoch weder
damit noch mit weiteren medizinischen Akten erkennbar. Das Aufsuchen eines
Psychiaters spricht an sich nicht schon für eine Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes, zumal auch Dr. J._ aufgrund der chronischen
Schmerzsymptomatik eine psychotherapeutische Behandlung vor allem mit
verhaltenstherapeutischen Massnahmen mit Erlernen von Strategien im Umgang mit
Schmerzen und zur Schmerzbewältigung empfahl (IV-act. 99-21). Wie die
Beschwerdegegnerin richtig vorbringt (vgl. act. G6), dürfte angesichts der Erkenntnisse
der MGSG-Gutachter (vgl. IV-act. 99-17 ff., IV-act. 98-58 f.) wohl selbst bei Vorliegen
einer mittelschweren Depression davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihre Beschwerden zu überwinden. Der Bericht von
Dr. G._ schmälert den Beweiswert des MGSG-Gutachtens damit nicht.
3.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt (vgl. act. G1, S. 13 f.), der
Stellungnahme von Dr. I._ (vgl. IV-act. 117) komme keine Beweiskraft zu, da sie als
Neurologin die geltend gemachte psychiatrische und rheumatologische
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht beurteilen könne, ist dem nicht zu
folgen. Die von der Beschwerdeführerin genannte höchstrichterliche Rechtsprechung
(BGE I 142/07 E. 3.2, Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2009, 9C_865/2009
E. 2.2) bezieht sich primär auf Gutachten und Untersuchungen versicherungsinterner
Ärzte, welche nur dann vollen Beweiswert haben, wenn sie von einem Arzt mit dem
entsprechenden fachärztlichen Titel durchgeführt bzw. erstellt werden. Vorliegend
handelt es sich jedoch nur um eine Stellungnahme, welche für den Entscheid der
Beschwerdegegnerin nicht hauptsächlich ausschlaggebend war. Die nachvollziehbare
und auf umfassender Aktenkenntnis beruhende Einschätzung von Dr. I._ kann
folglich durchaus in die gerichtliche Würdigung einbezogen werden.
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3.2.4 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind damit nicht geeignet, das MGSG-
Gutachten in Frage zu stellen, und eine seither eingetretene Verschlechterung des
Gesundheitszustandes bleibt beweislos. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf
Erstellung eines Obergutachtens sowie eines rheumatologischen Gutachtens ist
abzuweisen.
4.
Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf
erlernt, so dass sie als Hilfsarbeiterin einzustufen ist. Es ist ihr deshalb zumutbar,
weiterhin einer Hilfsarbeit nachzugehen. Es muss sich um eine der Behinderung
optimal gerecht werdende Hilfsarbeit handeln, damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit -
der allgemeinen Schadenminderungspflicht Rechnung tragend - bestmöglich verwertet
werden kann. Wenn in Art. 6 Satz 1 ATSG von der durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten Einschränkung bei der Fähigkeit, im bisherigen
Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, die Rede ist, so kann damit im Zusammenhang mit
der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin also
nur die Arbeitsunfähigkeit in einer behinderungsadaptierten Hilfsarbeit gemeint sein
(vgl. Urteil des Versicherungsgerichts vom 17. August 2012, IV 2010/400 E. 1.1,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen, Rechtsprechung,
Versicherungsgericht). Ausgehend von einer 100%igen Arbeitstätigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einer Autozubehörfirma im Validenfall und
einer solchen von 100% in einer adaptierten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin im Invalidenfall
erübrigen sich die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere
die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs, da offensichtlich kein rentenbegründender
Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
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5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
anzurechnen.
5.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.