Decision ID: c2eca27e-1984-4269-92ea-033641521279
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Treviso Revisions AG, Gaiserwaldstrasse 6, Postfach 447,
9015 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Nachbelastung von persönlichen Beiträgen 2005 (Liegenschaften, investiertes
Eigenkapital)
Sachverhalt:
A.
A.a Im Antrag an die Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen für die Erfassung als
Einzelfirma vom 18. März 2003 umschrieb E._ seine am 1. Januar 2001
aufgenommene Arbeit wie folgt: Baumanagement, Promotionen, An- und Verkauf von
Grundstücken/Liegenschaften, Verwaltungen, Vermittlungen Generalunternehmer (act.
G 3.2). Die Ausgleichskasse erfasste den Beitragspflichtigen ab 2001 als
Selbstständigerwerbenden und erhob entsprechende Beiträge (act. G 3.3 f.; zu der
rückwirkenden Beitragserhebung für die Jahre 2001 und 2002 vgl.
Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2006, act. G 3.6). In der Beitragsverfügung vom
2. Februar 2005 forderte die Ausgleichskasse für das Jahr 2005 gestützt auf ein
beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 420'100.-- aufgrund der vorangehenden
Beitragsperiode einen Akontobeitrag von Fr. 40'508.40 (act. G 3.5).
A.b In der Nachtragsverfügung vom 26. Januar 2010 forderte die Ausgleichskasse vom
Beitragspflichtigen für das Jahr 2005 gestützt auf die Steuermeldung vom
21. Dezember 2009 (act. G 3.8) zusätzlich zum bereits erhobenen Akontobeitrag einen
Beitrag von Fr. 34'230.60. Der Nachtragsverfügung legte sie ein Erwerbseinkommen
von Fr. 775'100.-- (reines Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit von
Fr. 735'264.-+ aufzurechnende persönliche Beiträge von Fr. 39'909.--, investiertes
Eigenkapital 0; abgerundet auf Fr. 100.--) zugrunde (act. G 3.10).
B.
B.a Gegen die Nachtragsverfügung vom 26. Januar 2010 erhob der Beitragspflichtige
am 26. Februar 2010 Einsprache und beantragte, das AHV-beitragspflichtige
Einkommen für das Jahr 2005 auf Fr. 585'500.-- festzusetzen. Er rügte, dass das
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Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit falsch berechnet worden sei und das
investierte Eigenkapital per 31. Dezember 2005 nicht Fr. 0 betrage. Es seien zu Unrecht
die drei Liegenschaften in A._, B._ und C._ zum Geschäftsvermögen gerechnet
und die daraus erzielten Mietzinseinnahmen als selbstständiges Erwerbseinkommen
berücksichtigt worden. Denn diese Liegenschaften seien seinem Privatvermögen
zuzuordnen. Sie seien nie in seiner Einzelfirma bilanziert worden. Damit gehe einher,
dass bezüglich dieser drei Liegenschaften auch immer der Pauschalabzug für
Unterhaltskosten von den Steuerbehörden akzeptiert worden sei. Ferner sei zu
berücksichtigen, dass die Liegenschaft in C._ auch eine Ferienwohnung beinhalte.
Die Liegenschaften in A._ und C._ würden von ihm selbst verwaltet, diejenige in
B._ werde durch eine externe Verwaltung betreut. Bei korrekter Betrachtung dürften
die privaten Liegenschaftserträge sowie die Unterhaltskosten und privaten
Schuldzinsen nicht in die Bemessung des AHV-beitragspflichtigen
Erwerbseinkommens aus selbstständiger Tätigkeit miteinbezogen werden (act. G 3.13).
B.b Auf entsprechende Nachfrage der Ausgleichskasse (vgl. Schreiben vom 1. April
2010, act. G 3.14) hin berichtete die Steuerbehörde am 9. April 2010, dass der
Beitragspflichtige als gewerbsmässiger Liegenschaftenhändler im weiteren Sinn gelte.
Die Liegenschaften - mit Ausnahme der eigenen bewohnten Liegenschaft - stellten
Geschäftsvermögen dar. Die Einnahmen daraus seien Einkommen aus selbstständiger
Tätigkeit (act. G 3.15; vgl. auch die ergänzende Mitteilung vom 23. April 2010; act.
G 3.17). Zum Schreiben vom 9. April 2010 nahm der Beitragspflichtige am 14. Mai 2010
Stellung und hielt an den Anträgen und der Begründung seiner Einsprache fest (act.
G 3.18).
B.c Mit Entscheid vom 10. Juni 2010 wies die Ausgleichskasse die Einsprache vom
26. Februar 2010 ab. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass die drei Liegenschaften
in A._, B._ und C._ als Geschäftsvermögen zu qualifizieren seien. Die
Behauptung des Beitragspflichtigen, diese Liegenschaften seien AHV-rechtlich bisher
als Privatvermögen betrachtet worden, treffe nicht zu. Die Mieterträge einschliesslich
des Eigenmietwerts der Ferienwohnung in der Liegenschaft C._ seien unter Abzug
von Unterhaltskosten als selbstständiges Erwerbseinkommen beitragspflichtig. Weil die
geschäftlichen Schulden des Beitragspflichtigen den Wert der geschäftlich genutzten
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Liegenschaften übersteigen würden, resultiere für 2005 kein investiertes Eigenkapital
(act. G 3.19).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 10. Juni 2010 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 9. Juli 2010. Der Beschwerdeführer beantragt darin sinngemäss
dessen Aufhebung und die Festsetzung des AHV-beitragspflichtigen Einkommens für
das Jahr 2005 auf Fr. 585'000.--. Zur Begründung bringt er vor, dass die
geschäftlichen Schuldzinsen gemäss Erfolgsrechnung im Betrag von Fr. 26'705.-- wohl
irrtümlich nicht berücksichtigt und unter dem Titel "Schuldzinsen (private)" in Abzug
gebracht worden seien. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, er sei in der
Veranlagungsverfügung 2005 als gewerbsmässiger Liegenschaftenhändler betrachtet
worden und die fraglichen Liegenschaften stellten damit Geschäftsvermögen dar, sei
nicht konform mit der vorgenommenen Veranlagung. Denn in der Veranlagung würden
die Liegenschaftserträge gerade nicht dem Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit zugewiesen. Daraus ergebe sich, dass nur jene Liegenschaften dem
Geschäftsvermögen zuzuweisen seien, die eben als solche auch rechtsgenüglich
bezeichnet worden seien und in der Jahresrechnung der Einzelunternehmung geführt
würden. Die fraglichen Liegenschaften seien auch immer als private Kapitalanlagen
behandelt worden. Es seien für diese Liegenschaften auch keine Hypotheken
vorhanden und die Vermietertätigkeit entspreche einer blossen privaten
Vermögensverwaltung. Des Weiteren sei nicht nachzuvollziehen, weshalb die
Beurteilung der Vermögenswerte aufgrund des vorgenommenen Wohnsitzwechsels
vom Kanton St. Gallen in einen anderen Kanton ändern solle. Es sei unzulässig und
verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, nach Belieben eine
Liegenschaft in einer Periode als Privatvermögen, in einer anderen als
Geschäftsvermögen zu qualifizieren. Demnach seien auch die privaten Schuldzinsen
von Fr. 33'521.-- bei der Berechnung des Einkommens aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit nicht zu berücksichtigen. Mit Blick auf das Eigenkapital sei von einer
Summe von Fr. 3'051'000.-- auszugehen. Daraus resultiere ein Eigenkapitalzins von
Fr. 61'000.--, der vom Erwerbseinkommen in Abzug zu bringen sei (act. G 1).
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C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 26. Juli 2010 unter Verweis auf die
Begründung des angefochtenen Einspracheentscheids die Beschwerdeabweisung (act.
G 3).
C.c Der Beschwerdeführer verzichtet auf eine Replik (act. G 6).

Erwägungen:
1.
1.1 Zwischen den Parteien streitig ist vorweg die Frage, ob die Erträge, die der
Beschwerdeführer aus der Vermietung der sich in seinem Eigentum befindlichen
Liegenschaften in A._, B._ und C._ im Jahr 2005 erzielt hat, beitragspflichtiges
Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit darstellen.
1.2 Der Beitragspflicht unterliegen grundsätzlich alle Einkünfte, die sich aus einer auf
Erwerb gerichteten Tätigkeit (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]) ergeben, gleichgültig, ob diese im
Haupt- oder Nebenberuf und ob sie regelmässig ausgeübt wird. Als Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in
unselbstständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt (Art. 9 Abs. 1 AHVG). Darunter
fallen laut Art. 17 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHVV; SR 831.101) alle in selbstständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem
Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien
Beruf, sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der
Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
direkten Steuern (DBG; SR 642.11) und der Gewinne aus der Veräusserung von land-
und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der
Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG.
Die blosse Verwaltung des persönlichen Vermögens fällt nicht unter den Begriff der
(selbstständigen) Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV.
Der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht der Beitragspflicht
(BGE 134 V 253 E. 3.1 und 125 V 385). Für gemischt genutzte Vermögenswerte hat
Art. 18 Abs. 2 DBG die Präponderanzmethode eingeführt. Danach gelten als
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Geschäftsvermögen alle Vermögenswerte, die aufgrund ihrer Nutzung ganz oder
überwiegend, d.h. mehr als zu 50%, der selbstständigen Erwerbstätigkeit dienen. Ein
Vermögensgegenstand ist jeweils vollständig einem der beiden Vermögen zuzuordnen.
Analoge Regeln gelten für die AHV (Reto Böhi, Der unterschiedliche Einkommensbegriff
im Steuerrecht und im Sozialversicherungsrecht und seine Auswirkungen auf die
Beitragserhebung, Bern 2001, S. 217 f.; BGE 125 V 219). Mieterträge von sich im
Geschäftsvermögen befindenden Liegenschaften stellen allein schon aufgrund dieses
Umstands Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar, ohne dass zu prüfen
wäre, ob es sich bei der Vermietung um eine selbstständige Erwerbstätigkeit handelt
oder nicht (BGE 134 V 250 E. 4.3).
1.3 Die Ausgleichskassen beurteilen ohne Bindung an die Steuermeldung aufgrund des
AHV-Rechts, wer unter welchem Titel für ein von der Steuerbehörde gemeldetes
Einkommen beitragspflichtig ist (vgl. aber Art. 23 AHVV betreffend die Ermittlung des
Einkommens und des Eigenkapitals). Allerdings sollten sich die Ausgleichskassen bei
der Qualifikation gemeldeter Einkünfte in der Regel auf die Steuermeldungen verlassen
und eigene nähere Abklärungen nur vornehmen, wenn sich ernsthafte Zweifel an deren
Richtigkeit ergeben (BGE 134 V 253 E. 3.3).
1.4 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfasst die Rechtskraft einer
Beitragsverfügung lediglich einen zeitlich abgeschlossenen Sachverhalt. Die
Rechtsbeständigkeit einer Verfügung hindert die Verwaltung mit anderen Worten nicht,
den Sachverhalt für die Zukunft anders zu würdigen. Insbesondere in Fällen, in denen
sich die ursprüngliche Verfügung als klar rechtsfehlerhaft erweist, kann die Verwaltung
den Sachverhalt für die Zukunft rechtskonform würdigen. In Grenzfällen soll eine
andere Beurteilung allerdings nur mit Zurückhaltung Platz greifen (BGE 124 V 153
E. 7a; bezüglich Wechsel des Beitragsstatuts vgl. BGE 121 V 3 E. 5b mit Hinweisen).
1.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der
entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).
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1.6 Nach der Rechtsprechung stellt die Vermietung von (unmöblierten) Wohnungen
eines sogenannten Renditehauses Vermögensverwaltung dar, wenn und soweit diese
Tätigkeit sich auf die Erzielung der Erträgnisse des Vermögensobjekts an sich
beschränkt und nicht betrieblichen Charakter hat. Gleich verhält es sich mit der
Vermietung von Geschäftsräumlichkeiten. Dagegen erhält die Vermietertätigkeit dann
betrieblichen Charakter, wenn sie die blosse Gebäudeverwaltung übersteigt. Für die
beitragsrechtliche Abgrenzung von blosser (privater) Vermögensverwaltung und
betrieblicher (gewerbsmässiger) Nutzung ist das in einer Liegenschaft investierte
Fremdkapital grundsätzlich nur massgebend, wenn die versicherte Person eine
Tätigkeit ausübt, die auch Kapitalinvestitionen verlangt, wie der Kauf und Verkauf von
Grundstücken. Dagegen kommt diesem Kriterium keine entscheidende Bedeutung zu,
wenn die Tätigkeit sich darauf beschränkt, aus einer eigenen Liegenschaft
Mietzinseinnahmen zu erzielen. In einem solchen Fall ist die Herkunft der Mittel für den
Erwerb des Vermögensobjektes - Darlehen oder eigene Gelder - von untergeordneter
Bedeutung, wenn auch der Umstand, dass jemand ohne anlagebedürftiges eigenes
Vermögen bzw. unter Inanspruchnahme fremder Gelder Häuser besitzt und
bedeutendes Einkommen aus Vermietungen erzielt, gelegentlich doch ein Indiz gegen
blosse Vermögensverwaltung sein kann. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn diese
Einkommensquelle in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit einer haupt- oder
nebenberuflich ausgeübten erwerblichen Tätigkeit, wie beispielsweise
Liegenschaftshandel, steht und dem Besitz von Liegenschaften sowie deren
Vermietung nicht eindeutig eine davon unabhängige Funktion zukommt. Unter solchen
Umständen erscheint die Vermietertätigkeit als wirtschaftliche Folge der haupt- oder
nebenberuflich gewerbsmässig ausgeübten Tätigkeit in der Bau- oder
Immobilienbranche und nicht als blosse Kapitalanlage in Immobilien (Urteile des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2004, H 36/03, E. 4.4 mit Hinweisen und
vom 2. Mai 2002, H 72/01, E. 4a).
2.
Vorliegend ist eine Nachtragsverfügung betreffend die Festsetzung der persönlichen
Beiträge für das Jahr 2005 im Zusammenhang mit drei sich im Besitz des
Beschwerdeführers befindenden Liegenschaften streitig.
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2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Steuermeldungen in den Jahren
2001 bis 2004 zur Festsetzung der persönlichen AHV-Beiträge nur die in der
Geschäftsbuchhaltung erfassten Vermögenswerte und Einkünfte enthalten hätten.
Daraus könne entnommen werden, dass im Jahr 2004 (und in den früheren Jahren) die
fraglichen Liegenschaften A._, B._ und C._ bereits als Privatvermögen beurteilt
und sowohl von den Steuerbehörden als auch von der Beschwerdegegnerin
entsprechend akzeptiert worden seien (act. G 1, S. 6).
2.2 Nach der Aktenlage wurde der Beschwerdeführer ab 2001 von der
Beschwerdegegnerin als Selbstständigerwerbender im Haupterwerb erfasst. Zuvor war
er Arbeitnehmer in seiner D._ AG gewesen (act. G 3.2). Wann die fraglichen
Liegenschaften erworben wurden, geht aus den Akten nicht hervor. Der
Beschwerdeführer machte bereits im Einspracheverfahren geltend, dass sich die
Liegenschaften F._ und C._ seit vielen Jahren im Privateigentum befänden und
auch die Liegenschaft B._ im Jahr 2000, mithin vor der Aufnahme der
selbstständigen Erwerbstätigkeit erworben wurde (act. G 3.18). Es finden sich in den
Akten auch keine Dokumente, die Angaben darüber enthalten, wie die drei
Liegenschaften steuerrechtlich und sozialversicherungsrechtlich in den Jahren vor der
streitigen Periode 2005 bzw. bei Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit
behandelt wurden und ob die Behauptungen des Beschwerdeführers zutreffen. Mit
Blick darauf, dass frühere Qualifikationen bezüglich der Frage, ob Liegenschaften zum
Privat- oder Geschäftsvermögen zuzurechnen sind, gewisse Wirkungen für zukünftig
vorzunehmende Qualifikationen entfalten (vgl. vorstehende E. 1.4), ist das Fehlen
jeglicher entsprechender Abklärungen im Verwaltungsverfahren mit dem der
Beschwerdegegnerin obliegenden Untersuchungsgrundsatz nicht vereinbar. Dies umso
weniger als sich aus den vergangenen steuerrechtlichen und
sozialversicherungsrechtlichen Einschätzungen Hinweise für die Beurteilung der im
Streit stehenden Qualifikationsfrage ergeben können. Insbesondere kann durch Beizug
entsprechender Unterlagen überprüft werden, ob die vergangenen Einschätzungen
fehlerhaft sind oder - in Grenzfällen - sich eine andere Qualifikation aufdrängt.
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat bislang auch nicht näher abgeklärt, ob und
bejahendenfalls in welchem Umfang der Beschwerdeführer die fraglichen drei
Liegenschaften im Rahmen seines Einzelunternehmens, der F._ AG, der G._ AG
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oder der D._ AG zur Arbeitsbeschaffung nutzte. Ferner ist der Frage nachzugehen,
ob die fraglichen Liegenschaften tatsächlich nie in der Einzelfirma oder den vom
Beschwerdeführer beherrschten Gesellschaften (F._ AG, der G._ AG oder der
D._ AG) bilanziert worden sind. Weiterer Abklärungsbedarf besteht auch im
Zusammenhang mit den vom Beschwerdeführer in den Steuerunterlagen für das Jahr
2005 deklarierten "Privatschulden" von Fr. 3'193'732.-- (act. G 3.9). Hier ist von
Interesse, wie sich diese Schulden zusammensetzen und ob sie im Zusammenhang mit
den fraglichen Liegenschaften stehen. Allenfalls ergeben sich aufschlussreiche
Erkenntnisse auch bei der Überprüfung des Auftritts der drei Liegenschaften auf dem
Immobilienmarkt (Werbeumfang, Verkaufs- oder Vermietungsangebote, Kontaktperson
usw.).
2.4 Der Sachverhalt erweist sich nach dem Gesagten als ungenügend abgeklärt und
noch nicht spruchreif. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie in Nachachtung der ihr obliegenden Untersuchungspflicht
den Sachverhalt hinsichtlich der Nachbelastung von persönlichen Beiträgen und des
investierten Eigenkapitals betreffend das Jahr 2005 im Sinn der Erwägungen abkläre
und hernach erneut verfüge.
3.
3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 10. Juni 2010 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden
Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Die
Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V
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215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Der
Beschwerdeführer ist durch ein Treuhandunternehmen vertreten. Der Vertreter des
Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. Mit Rücksicht auf
den Verfahrensaufwand im Beschwerdeverfahren erscheint im vorliegend zu
beurteilenden Fall eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.