Decision ID: b39c1ea0-3dad-4ba2-9f2c-96bf920f9949
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war vom _ 2000 bis 30. Juni 2005 als C._ bei
der D._ AG angestellt gewesen (vgl. act. G 1.4; zum Geburtsjahr vgl. act. G 1.6).
Nach mehrfachen Absenzen aus gesundheitlichen Gründen (vgl. act. G 1.4 S. 2)
kündigte die D._ AG am _ 2005 das bestehende Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per 30. Juni 2005. Zur Begründung führte sie an, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten seit _ 2003 bis zum Tag der Kündigung kaum
verändert habe. Ein Wiedereingliederungsversuch zwischen _ und ._ 2004 sei nicht
gelungen. Die Leistungsfähigkeit des Versicherten müsse weiterhin als ungenügend
eingestuft werden und eine Beschäftigung im Schichtbetrieb werde als unzumutbar
erachtet (vgl. act. G 1.5).
A.a.
Am 31. Oktober 2005 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an (vgl. IV-act. 3). Er gab an,
von Januar bis Oktober 2005 voll arbeitsunfähig gewesen zu sein (vgl. IV-act. 3-5). In
einem Bericht vom 11. Februar 2006 nannte Dr. med. J._, Facharzt FMH Psychiatrie
und Psychotherapie, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, sowie eine wahnhafte
Störung. Weiter erklärte er, dass der Versicherte nach der Aufnahme seiner Tätigkeit
bei der D._ AG zunehmend belastende Mehrschichtarbeitszeiten gehabt habe. Im
Jahr 2001 sei es zu einem Suizidversuch gekommen. Im Jahr 2002 habe sich ein
Arbeitsunfall mit einem (...) ereignet. Im _ 2003 sei es zu einem zweiten
Suizidversuch gekommen mit einem anschliessenden stationären Aufenthalt in der
kantonalen psychiatrischen Klinik E._ vom ._ bis ._ 2003. Im Anschluss daran sei
A.b.
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der Versicherte ambulant weiterbehandelt worden, unter anderem durch ihn. Vom _
bis ._ 2004 habe der Versicherte die Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen. Im Januar
2005 sei es zu einem depressiv-synthym-psychotischen Rückfall gekommen. Seit dem
18. Februar 2005 stehe der Versicherte wieder bei ihm in Behandlung. Wegen des
krankheitsbedingten Leistungsdefizits habe die D._ AG dem Versicherten per 30.
Juni 2005 gekündigt. Vom _ 2003 bis 16. Mai 2004 habe eine 100%ige, zwischen
dem 17. Mai und 25. Juni 2004 eine 50%ige und vom 7. Januar bis 27. Oktober 2005
wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 28. Oktober 2005
liege eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vor (vgl. IV-act. 25). In einem Bericht vom 16.
Februar 2006 nannte Dr. med. F._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: rezidivierende depressive
Störungen mit leichten Episoden von wahnhaften Störungen (ausgeprägt seit einem bis
zwei Jahren) sowie chronische Kopfschmerzen bei einem Status nach
Schädelhirntrauma. Er attestierte dieselben Arbeitsunfähigkeiten wie Dr. J._ (vgl. IV-
act. 26-6 ff.). In einer Aktenbeurteilung vom 4. Mai 2006 bestätigte der regionale
ärztliche Dienst (RAD) für leidensangepasste Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(vgl. IV-act. 30-3). In einer Stellungnahme vom 16. Juni 2006 hielt der RAD an einer
medizinisch-theoretisch verwertbaren 50%igen Arbeitsfähigkeit fest (vgl. IV-act. 39).
Nach Erlass eines entsprechenden Vorbescheids (vgl. IV-act. 46 f.) teilte die IV-
Stelle der zuständigen Ausgleichskasse am 2. November 2006 ihren Beschluss mit,
wonach der Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 63 % ab dem _ 2004 einen
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe (vgl. IV-act. 51 f.). Mit Verfügung vom 8.
Januar 2007 wurde dem Versicherten ab dem 1. Januar 2007 eine Dreiviertelsrente
zugesprochen (vgl. IV-act. 54; zur Rentenverfügung für die Zeit ab dem 1. März 2007
[(...), vgl. dazu IV-act. 83-3] vgl. IV-act. 62). Mit Verfügungen vom 13. März 2007 wurde
dem Versicherten rückwirkend für die Zeit vom _ 2004 bis 28. Februar 2007 eine
Dreiviertelsrente zugesprochen (vgl. IV-act. 65 f.).
A.c.
Mit Schreiben vom 20. März 2007 liess die Pensionskasse B._ dem Versicherten
mitteilen, dass gemäss den von der Invalidenversicherung eingeholten medizinischen
Berichten psychische Erkrankungen zur Invalidität geführt hätten. Ursache der
Absenzen bei der D._ AG seien demgegenüber jeweils körperliche
Beeinträchtigungen (z.B. Schmerzen in der rechten Schulter als Folge eines Unfalls
A.d.
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vom _ 2002) gewesen. Im Zeitpunkt der psychischen Erkrankung sei der Versicherte
nicht mehr bei der Pensionskasse B._ versichert gewesen. Ihr gegenüber bestehe
daher kein Anspruch auf eine Invalidenrente (act. G 1.19 und 5.3; vgl. ferner Schreiben
vom 11. Juni 2007 in act. G 5.3). Nach einer Stellungnahme des damaligen
Rechtsvertreters des Versicherten vom 7. September 2007 (vgl. act. G 5.3) verneinte
die Pensionskasse B._ bzw. deren Beratungsunternehmen am 15. Oktober 2007
erneut einen Anspruch auf eine vorsorgerechtliche Invalidenrente, da während des
Arbeitsverhältnisses beim Versicherten keine berufsvorsorgerechtlich relevante
Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei. Bei den während der Anstellung eingetretenen
Unfallfolgen und den depressiven/wahnhaften Störungen handle es sich um klar
abgrenzbare Krankheitsbilder ohne sachlichen Zusammenhang (vgl. act. G 1.20 und
5.3).
Nach einer im August 2009 eingeleiteten Prüfung einer Rentenrevision (vgl. IV-act.
101 ff.) teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 27. November 2009 mit, dass ein
unveränderter Anspruch auf eine Rente für einen Invaliditätsgrad von 63 % bestehe (IV-
act. 113).
A.e.
Mit Schreiben vom 4. Februar 2011 machte der anwaltlich vertretene Versicherte
erneut einen Anspruch auf eine Rente gegenüber der Pensionskasse B._ geltend,
woraufhin deren Rechtsvertreter einen solchen mit Schreiben vom 23. Februar 2011
wiederum in Abrede stellte. Schliesslich verlangte der damalige Rechtsvertreter des
Versicherten am 2. März 2011 eine anfechtbare Verfügung, woraufhin der
Rechtsvertreter der Pensionskasse B._ diesem am 3. März 2011 mitteilte, dass
Vorsorgeeinrichtungen keine anfechtbaren Verfügungen erlassen würden (vgl. act. G
5.3)
A.f.
In einem Telefonat vom 17. Oktober 2014 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit,
dass sein Hausarzt ihn als arbeitsfähig eingestuft habe und er wieder arbeiten wolle
(vgl. IV-act. 127), weshalb die IV-Stelle eine Rentenrevision prüfte (vgl. IV-act. 132 ff.).
Nachdem der RAD dem Versicherten am 14. Januar 2015 unterdessen ausschliesslich
noch aus somatischen Gründen eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (vgl. IV-
act. 135-3), erfolgten unter Fortzahlung der Dreiviertelsrente von der IV-Stelle
unterstützte Eingliederungsversuche im Rahmen des verwertbaren Teils der
A.g.
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B.
Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 143 ff.). Diese führten ab _ 2017 zu einer Festanstellung
als G._ für ein Pensum von 50 % (vgl. IV-act. 181), wobei der Versicherte gemäss
dem IV-Eingliederungsverantwortlichen aufgrund der Einschränkungen einen
Leistungslohn bezog (vgl. IV-act. 182-4; zum vereinbarten Gehalt von Fr. ._ plus
Fr. ._ Spesen pro Monat vgl. IV-act. 181-2). Mit Mitteilung vom 23. November 2016
schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab (vgl. IV-act. 184). Am 24.
November 2016 informierte sie den Versicherten, dass weiterhin Anspruch auf die
bisher ausgerichtete Invalidenrente bestehe (vgl. IV-act. 186). Eine neue kurzzeitige
Anstellung, die der Versicherte am _ 2017 antrat (vgl. IV-act. 188 und 190), stufte die
IV-Stelle am 23. August 2017 unter Hinweis auf den Monatslohn von Fr. _ als nicht
rententangierend ein (vgl. IV-act. 189). Mit Schreiben vom 30. März 2020 bestätigte die
IV-Stelle gegenüber dem Versicherten, dass er seit dem 1. September 2004 bei einem
Invaliditätsgrad von 63 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe (IV-act. 196).
Am 20. April 2020 ging bei der IV-Stelle eine erneute Anmeldung des Versicherten
für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ein (IV-act. 197). In einem Bericht
vom 17. Juni 2020 teilte dipl. med. H._, FMH Allgemeine Innere Medizin, der IV-Stelle
mit, dass beim Versicherten die Diagnose eines Myeloms gestellt worden sei. Dadurch
und durch das ausgeprägte Raynaudsyndrom, welches zu massiven Schmerzen führe,
habe sich auch die psychische Situation verschlechtert. Gesamthaft sei der Versicherte
durch diese veränderte Situation als zu 100 % arbeitsunfähig einzustufen. Dipl. med.
H._ legte seinem Bericht weitere medizinische Unterlagen bei (vgl. IV-act. 199). Am
19. Juni 2020 berichtete auch Dr. J._ davon, dass beim Versicherten die
gesundheitlich schwerwiegende Diagnose eines Myeloms gestellt worden sei, das
nicht behandelbar sei. Unter dieser Belastung sei er psychisch eingebrochen, sodass
eine gesundheitliche Verschlechterung festgestellt werden müsse (vgl. IV-act. 200).
Nach der Einholung weiterer Unterlagen (vgl. IV-act. 203 ff.) leitete die IV-Stelle eine
polydisziplinäre Begutachtung in die Wege (vgl. IV-act. 219 ff.).
A.h.
Mit Klage vom 30. Oktober 2020 beantragte der Versicherte (nachfolgend: Kläger),
vertreten durch Rechtsanwältin S. Ebneter, St. Gallen, die Pensionskasse B._
(nachfolgend: Beklagte) sei zu verpflichten, ihm eine Dreiviertelsrente ab 1. Oktober
B.a.
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2015 auszurichten unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer
zulasten der Beklagten. In formeller Hinsicht beantragte der Kläger die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung im Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 1).
Am 15. Januar 2021 erstattete die K._ AG im Auftrag der Beklagten (vgl. act. G 5
und 5.1) eine Beschwerdeantwort, in welcher die Abweisung der Klage beantragt
wurde (act. G 5).
B.b.
Mit Schreiben vom 20. Januar 2021 wies die verfahrensleitende Richterin die
Beklagte darauf hin, dass im Kanton St. Gallen die berufsmässige Vertretung der
Parteien vor Gericht Rechtsanwälten und Rechtsagenten vorbehalten sei. Die K._ AG
erfülle die entsprechenden Voraussetzungen nicht, sodass sie nicht als Vertreterin
akzeptiert werden könne. Inskünftig werde daher wieder direkt mit der Beklagten
korrespondiert (vgl. act. G 6). Gleichentags entsprach die verfahrensleitende Richterin
dem Gesuch des Klägers um unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verfahren
vor Versicherungsgericht (act. G 7).
B.c.
In seiner Replik vom 8. Februar 2021 hielt der Kläger an den in der Klage vom 30.
Oktober 2020 gestellten Anträgen fest (act. G 10). Die Beklagte verzichtete in der Folge
auf die Erstattung einer Duplik (vgl. act. G 12).
B.d.
Mit Schreiben vom 15. April 2021 zeigte das Versicherungsgericht den Parteien
den Beizug der IV-Akten an und setzte eine Frist zur allfälligen Einsichtnahme und
Stellungnahme (act. G 15).
B.e.
Am 16. April 2021 teilte der Kläger dem Versicherungsgericht mit, dass er auf eine
Akteneinsicht verzichte. Die IV-Akten seien ihm bekannt. Eine Stellungnahme werde
ebenfalls nicht abgegeben (act. G 16). Auch die Beklagte verzichtete auf eine
Stellungnahme innert der angesetzten Frist (vgl. act. G 17).
B.f.
Mit Schreiben vom 10. August 2021 teilte die verfahrensleitende Richterin den
Parteien mit, dass im Hinblick auf das unterdessen im Auftrag der IV erstellte
Gutachten der ABI GmbH die seit dem 14. April 2021 aufgelaufenen IV-Akten
beigezogen worden seien. Diesen sei zu entnehmen, dass seitens der IV-Stelle
B.g.
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Erwägungen
1.
2.
Rückfragen an die Gutachter gestellt worden seien, deren Beantwortung noch
ausstehend sei. Das hängige Klageverfahren werde bis zu deren Beantwortung,
einstweilen bis September 2021, pendent gehalten (vgl. act. G 20; vgl. ferner act. G 18
f.). Auf eine entsprechende Anfrage seitens der verfahrensleitenden Richterin hin,
gingen am 21. Oktober 2021 die zwischenzeitlich aufgelaufenen IV-Akten beim
Versicherungsgericht ein (vgl. act. G 21 f.). Mit Schreiben vom 22. Oktober 2021 setzte
die verfahrensleitende Richterin den Parteien Frist zur Einsicht in die neu eingegangen
IV-Akten sowie zur allfälligen Stellungnahme (act. G 23).
Mit Eingabe vom 9. November 2021 wies die Klägerin darauf hin, dass die
gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit entsprechend Ziff. 4.7.5 der interdisziplinären
Gesamtbeurteilung frühestens ab April 2021 berücksichtigt werden könne. Der
ursprüngliche Leistungsanspruch sei davon nicht tangiert. Im Weiteren habe den
Teilgutachtern gemäss Ziff. 5 der Gesamtbeurteilung nur ein Aktenauszug vorgelegen,
was für den Beweiswert des Gutachtens entscheidend sei (vgl. act. G 26).
B.h.
Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton als
letzte kantonale Instanz ein Gericht, das über die Streitigkeiten zwischen
Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im
Kanton St. Gallen ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. e des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) das Versicherungsgericht zuständig für
Streitigkeiten nach Art. 73 BVG.
1.1.
bis
Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten
oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde. Vorliegend ist die
örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts zu bejahen, weil die Beklagte ihren
Sitz im Kanton St. Gallen hat (vgl. act. G 1.2).
1.2.
Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Klage einzutreten.
1.3.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
berufsvorsorgerechtliche Anspruch des Klägers auf eine Invalidenrente für die Zeit ab
dem 1. Oktober 2015 (vgl. act. G 1 S. 2).
3.
Nach Art. 23 lit. a BVG haben (im Obligatoriumsbereich) Personen Anspruch auf
Invalidenleistungen, die im Sinn der Invalidenversicherung (IV) zu mindestens 40 %
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt
hat, versichert waren. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG (in der bis Ende 2021 gültigen Fassung)
setzt der Anspruch auf eine volle Invalidenrente eine mindestens 70%ige Invalidität im
Sinn der IV voraus (lit. a). Eine Dreiviertelsrente kommt zur Ausrichtung bei mindestens
60%iger Invalidität (lit. b). Eine halbe Rente wird bei mindestens hälftiger Invalidität (lit.
c) und eine Viertelsrente bei mindestens 40%iger Invalidität ausgerichtet (lit. d).
3.1.
Die Invalidenleistungen nach BVG sind von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, bei der die ansprechende Person bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert gewesen ist (vgl. BGE 120 V 112 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_52/2018, E. 3.1 mit
Hinweisen; zur Vorleistungspflicht allfälliger späterer Vorsorgeeinrichtungen vgl. Art. 26
Abs. 4 BVG). Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt und
sich auf das Arbeitsverhältnis ausgewirkt hat; mithin arbeitsrechtlich in Erscheinung
getreten ist, dass der Versicherte im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen
eingebüsst hat. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder
der Verschlimmerung der Invalidität (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 21.
Juni 2018, 9C_52/2018, E. 3.1 f. mit Hinweisen). Allerdings setzt der
berufsvorsorgerechtliche Anspruch auf eine Invalidenrente einen engen zeitlichen und
sachlichen Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit, die während des
Vorsorgeverhältnisses (einschliesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG)
bestanden hat, und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität voraus (BGE 134
V 22 E. 3.2). Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, der zur
Arbeitsunfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen derselbe ist, wie er der
Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BGE 138 V 419 E. 6.2 und 134 V 22 E. 3.2; Urteil
des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 2.2). Die zeitliche Konnexität
setzt voraus, dass zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität
bzw. deren Verschlimmerung keine längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei
sind die gesamten Umstände des Einzelfalls zu würdigen (Urteil des Bundesgerichts
vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 2.2 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen
3.2.
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4.
Rechtsprechung bedarf es zum rechtsgenüglichen Nachweis einer
berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen nicht
zwingend einer echtzeitlich attestierten Arbeitsunfähigkeit. Eine zuverlässige
Einschätzung des zeitlichen Zusammenhangs ist nur möglich, wenn die Entwicklung
gesamthaft betrachtet wird; wobei die Frage, ob eine nachhaltige Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit möglich war, auch im Licht von erst später gewonnenen
Erkenntnissen zu beurteilen ist (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni
2018, 9C_100/2018, E. 4.2.2 mit Hinweisen). Eine Unterbrechung des zeitlichen
Konnexes ist grundsätzlich dann anzunehmen, wenn während mehr als dreier Monate
eine Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist
(BGE 144 V 58; Urteile des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 2.2 mit
Hinweisen, und vom 28. Mai 2018, 9C_533/2017, E. 2.1.2 und E. 4.2), wobei er auch
bei einer länger als drei Monate dauernden Tätigkeit gewahrt sein kann, etwa weil die
Tätigkeit (allenfalls auch erst im Rückblick) als Eingliederungsversuch zu werten ist
(BGE 134 V 22 f. E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2016,
9C_142/2016, E. 3.2).
Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren insbesondere der sachliche
Zusammenhang zwischen den während des Arbeitsverhältnisses bei der D._ AG
unbestrittenermassen eingetretenen Arbeitsunfähigkeiten und dem vom Kläger geltend
gemachten rentenwirksamen Eintritt der Invalidität.
4.1.
Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass der Kläger während seiner
Anstellung bei der D._ AG zwar infolge dreier Unfälle mehrfach arbeitsunfähig
gewesen sei. Zum Anspruch auf eine Invalidenrente hätten jedoch keine
Gesundheitsbeeinträchtigungen, deren Ursache in den Unfällen liege, geführt, sondern
psychische Erkrankungen. Solche seien während der Anstellung bei der D._ AG nicht
in Erscheinung getreten. Von einer Wechselwirkung zwischen den während der
Versicherungsunterstellung stattgehabten Unfällen und der psychischen Erkrankung sei
aufgrund der Aktenlage nicht auszugehen (vgl. act. G 5).
4.2.
Demgegenüber macht der Kläger geltend, dass Unfälle zwar zu vorübergehenden
Arbeitsunfähigkeiten geführt hätten, die unfallbedingten Arbeitsunfähigkeiten jedoch
spätestens am 6. April 2003 geendet hätten. Neben den vorübergehenden
unfallbedingten Arbeitsunfähigkeiten seien auch psychische Erkrankungen in
Erscheinung getreten, aufgrund derer er während der Anstellung wiederholt und
anhaltend arbeitsunfähig gewesen sei (vgl. act. G 10).
4.3.
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Gemäss den IV-Verfügungen ist der Kläger seit dem _ 2003 in der
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt (vgl. IV-act. 51 f., 54, 62 und 65 f.). In
medizinischer Hinsicht hat die IV-Stelle für die Rentenzusprache in erster Linie auf die
RAD-Stellungnahme vom 16. Juni 2006 (IV-act. 39; vgl. ferner IV-act. 30-3 und 33-1)
abgestellt (vgl. IV-act. 40 f., 45, 47 und 51), die ihrerseits auf die Einschätzungen von
Dr. J._ vom 11. Februar 2006 (IV-act. 25) und Dr. F._ vom 16. Februar 2006 (IV-act.
26) verwiesen hat. Diese hatten dem Kläger insbesondere aufgrund psychischer
Probleme (namentlich rezidivierende depressive Störung und wahnhafte Störung) für
die Zeit vom _ 2003 bis 16. Mai 2004 eine 100%ige, vom 17. Mai bis 25. Juni 2004
eine 50%ige, vom 7. Januar bis 27. Oktober 2015 erneut eine 100%ige und seit dem
28. Oktober 2005 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 25-5 f. und
26-6).
4.4.
Die Rentenzusprache ist also insbesondere aufgrund psychischer Probleme, die
nach einem dokumentierten Suizidversuch vom _ 2003 mit anschliessendem
fürsorgerischem Freiheitsentzug in der psychiatrischen Klinik E._ (vgl. act. G 1.10) zu
einer lang anhaltenden Arbeitsunfähigkeit geführt haben (vgl. IV-act. 25-5 f.), erfolgt.
Nach einer Besserung der psychischen Situation, die zur Wiederaufnahme der Arbeit
zwischen _ und ._ 2004 geführt hat, ist es gemäss Dr. J._ im Januar 2005 und
damit noch während des Anstellungsverhältnisses bei der D._ AG (vgl. act. G 1.4) zu
einem depressiv-synthym-psychotischen Rückfall mit erneuter 100%iger
Arbeitsunfähigkeit gekommen (vgl. IV-act. 25-6). Ab dem 28. Oktober 2005 hat Dr.
J._ für leidensangepasste Tätigkeiten noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(vgl. IV-act. 25-5 f.). Gestützt auf diese auch vom RAD bestätigte Arbeitsunfähigkeit
(vgl. IV-act. 30, 33, 39 und 41) hat die IV-Stelle den Rentenanspruch des Klägers
berechnet (vgl. IV-act. 51 f.). Folglich ist erstellt, dass die psychischen Probleme, die
zur Hauptsache zur Rentenzusprache geführt haben, ihren Anfang bereits während des
bei der Beklagten bestehenden Vorsorgeverhältnisses genommen haben.
4.5.
Der nicht belegten Behauptung der Beklagten, die psychischen Probleme seien
während der Anstellung bei der D._ AG aber nicht durch entsprechende
Arbeitsunfähigkeiten in Erscheinung getreten (vgl. act. G 5), kann nicht gefolgt werden.
Gemäss dem von der D._ AG am _ 2005 ausgefüllten Fragebogen ist der Kläger ab
dem _ 2003, dem Tag nach dem dokumentierten Suizidversuch (vgl. dazu act. G
1.10), durchgehend bis zum _ Januar 2004 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben
gewesen (vgl. IV-act. 19-2). Auch wenn dem Arbeitgeberfragebogen die Ursachen für
die einzelnen ausgewiesenen Absenzen nicht entnommen werden können, so legt das
zeitliche Zusammentreffen des Suizidversuchs mit der von der D._ AG angegebenen
4.6.
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100%igen Arbeitsunfähigkeit gleichwohl einen sachlichen Zusammenhang nahe. Dies
gilt umso mehr, weil nach dem Suizidversuch eine fürsorgerische Unterbringung des
Klägers erfolgt ist (vgl. act. G 1.10). Die von der D._ AG angegebene 50%ige
Arbeitsunfähigkeit zwischen dem ._ Januar und ._ Februar 2004 (vgl. IV-act. 19-2)
kann durch die ärztlichen Beurteilungen von Dr. J._ und Dr. F._ zwar nicht
nachvollzogen werden. Möglicherweise haben sie diese kurzzeitige Abweichung von
der 100%igen Arbeitsunfähigkeit als nicht wesentlich eingestuft und daher in ihren
Berichten vom Februar 2006 unerwähnt gelassen (vgl. IV-act. 25 f.). In der Zeit vom _
Februar bis ._ Mai 2004 hat die D._ AG denn auch bereits wieder eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit angegeben (vgl. IV-act. 19-2). Dass im Mai und Juni 2004 eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, stimmt im Wesentlichen (wenn auch nicht
bezüglich der exakten Daten) ebenfalls mit den Berichten von Dr. F._ und Dr. J._
überein (vgl. IV-act. 19-2, 25-5 f. und 26-6 f.). Auch wenn die von der D._ AG
genannten Daten der Arbeitsunfähigkeit betreffend das Jahr 2004 nicht exakt mit den
von Dr. J._ und Dr. F._ genannten übereinstimmen, so ist also doch eine gewisse
Parallelität zu erkennen, die einen Zusammenhang zwischen den psychischen
Problemen ab _ 2003 und den Arbeitsunfähigkeiten nahelegt. Dies gilt umso mehr,
weil im Kündigungsschreiben der D._ AG vom _ 2005 ausgeführt worden ist, dass
sich der Gesundheitszustand des Klägers im Zeitraum vom ._ 2003 bis zum
damaligen Tag kaum verändert habe (vgl. IV-act. 19-4). Ausschlaggebend für die
Kündigung ist also gerade die im _ 2003 eingetretene, wohl in einem Zusammenhang
mit dem Suizidversuch stehende psychische Problematik gewesen.
Anhaltspunkte dafür, dass die ab _ 2003 eingetretene Arbeitsunfähigkeit in
einem Zusammenhang mit den von der Beklagten aufgeführten Unfällen (vgl. act. G 5)
stehen würde, liegen nämlich nicht vor. Vielmehr spricht die Aktenlage dafür, dass der
Kläger, übereinstimmend mit seinen Ausführungen in der Replik (vgl. act. G 10 S. 2 f.),
die Arbeit nach dem Unfall vom ._ 2002 zunächst bereits am ._ 2002 trotz
Beschwerden aufgenommen hat, anschliessend aber zwischen dem ._ und ._ 2002
vorübergehend zu 100 % krankgeschrieben worden ist, bevor er dann am ._ 2002
wieder die volle Arbeitsfähigkeit erlangt hat (vgl. Fremdakten 1-51, 1-103, 1-106, 1-112,
1-120 und 1-127; vgl. ferner act. G 5.4). Weitere im Zusammenhang mit dem Unfall
vom _ 2002 attestierten Arbeitsunfähigkeiten gehen aus den Akten nicht hervor.
Bezüglich des Unfalls vom _ 2002 ist wiederum übereinstimmend mit den
Ausführungen in der Replik (vgl. act. G 10) eine Hospitalisation bis zum _ 2002 (vgl.
Fremdakten 1-37), eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum _ 2003 und eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit bis zum _ 2003 dokumentiert (vgl. Fremdakten 1-53). Ab dem _
2003 hat der Kläger wieder seine volle Arbeitsfähigkeit erlangt (vgl. Fremdakten 1-19 ff.
4.7.
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5.
Der zeitliche Zusammenhang ist nach dem Gesagten ebenfalls klar gegeben. Der
Kläger ist während seiner vom _ 2000 bis 30. Juni 2005 dauernden Anstellung bei
der D._ AG bei der Pensionskasse B._ berufsvorsorgerechtlich versichert gewesen
(vgl. act. G 1.4). Nach einer kurzen Phase der Arbeitsfähigkeit in der zweiten Hälfte des
Jahres 2004 ist ihm von Dr. J._, Dr. F._ sowie vom RAD ab dem 7. Januar 2005 bis
zur Rentenzusprache durch die IV-Stelle im November 2006 bzw. Januar und März
2007 (vgl. IV-act. 51 f., 54, 62 und 65 f.) durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit im
Umfang von mindestens 50 % attestiert worden (vgl. IV-act. 25-5, 26-6 und 39-1). Die
Arbeitsunfähigkeit, die zur Rentenzusprache geführt hat, ist somit noch während der
Dauer des Anstellungsverhältnisses eingetreten und der zeitliche Zusammenhang kann
nicht als unterbrochen gelten (vgl. dazu E. 3).
und 1-53) und am _ 2003 ist überdies die ärztliche Behandlung abgeschlossen
worden (vgl. Fremdakten 1-18). Anhaltspunkte dafür, dass die Unfälle vom _ 2002
und vom _ 2002 zu einer über den _ 2003 hinausgehenden Arbeitsunfähigkeit
geführt hätten, liegen nicht vor. Folglich ist anzunehmen, dass die Unfälle vom _
2002 und _ 2002 nicht für die ab _ 2003 attestierten Arbeitsunfähigkeiten
verantwortlich gewesen sind. Der Unfall vom _ 2004 (vgl. Fremdakten 1-8), zu
welchem am _ 2005 eine Rückfallmeldung gemacht worden ist (vgl. Fremdakten 1-7),
hat laut Arztzeugnis von Dr. med. I._, Facharzt Allgemeinmedizin, vom 1. Juli 2005
nicht zu einem Arbeitsunfähigkeitsattest geführt (vgl. Fremdakten 1-6; vgl. ferner
Fremdakten 1-4 f.). Demnach können die ab _ 2003 bestehenden
Arbeitsunfähigkeiten auch nicht in einem Zusammenhang zum Unfallereignis vom _
2004 gestanden haben.
Nach dem Gesagten ist also rechtsgenüglich ausgewiesen, dass die ab _ 2003
aufgetretenen Arbeitsunfähigkeiten in einem Zusammenhang zur psychischen
Problematik gestanden haben, die im Wesentlichen zur Rentenzusprache durch die IV-
Stelle geführt hat. Selbst wenn aber sämtliche im Jahr 2003 oder 2004 dokumentierten
Arbeitsunfähigkeiten auf die erlittenen Unfälle und nicht auf eine psychische
Problematik zurückzuführen gewesen wären, ist aufgrund des Berichts von Dr. J._
vom 11. Februar 2006 (vgl. IV-act. 25) und demjenigen von Dr. F._ vom 16. Februar
2006 (vgl. IV-act. 26) jedenfalls klar erstellt, dass die ab dem 7. Januar 2005
dokumentierte und somit ebenfalls noch während des Anstellungsverhältnisses bei der
D._ AG in Erscheinung getretene Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 19-1 und 19-2) in
einem sachlichen Zusammenhang zu derjenigen Problematik steht, die im
Wesentlichen zur Rentenzusprache geführt hat (vgl. dazu auch E. 4.5).
4.8.
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6.
Zusammenfassend ist die massgebliche Arbeitsunfähigkeit erstmals während des
Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten eingetreten und sowohl der zeitliche als auch
der sachliche Zusammenhang sind bis zum Eintritt der Invalidität nicht unterbrochen
worden. Damit ist eine Leistungspflicht der Beklagten grundsätzlich zu bejahen.
7.
Die Höhe der berufsvorsorgerechtlichen Rente richtet sich grundsätzlich nach dem
von der IV festgelegten Invaliditätsgrad (vgl. Art. 24 Abs. 1 BVG in der bis Ende 2021
gültigen Fassung). Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 2. November 2006 bzw. 8.
Januar 2007 (vgl. IV-act. 51 f. und 54) und ebenso in ihren Verfügungen vom 1. März
2007 (vgl. IV-act. 62-1) und vom 13. März 2007 (vgl. IV-act. 65 f.) einen Invaliditätsgrad
von 63 % berechnet. Die Berechnung des Invaliditätsgrads durch die IV-Stelle ist von
den Parteien nicht in Frage gestellt worden und ist nach Lage der Akten auch nicht zu
beanstanden. Für den Beginn des Anspruchs auf berufsvorsorgerechtliche IV-
Leistungen gelten gemäss Art. 26 Abs. 1 BVG sinngemäss die entsprechenden
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20).
Die IV-Stelle hat dem Kläger gestützt auf den von ihr errechneten Invaliditätsgrad unter
Berücksichtigung des Wartejahres nach Art. 28 IVG sowie der Wartefrist nach Art. 29
IVG per _ 2004 eine Dreiviertelsrente zugesprochen (vgl. IV-act. 51 f.). Eine im
Sommer 2009 eingeleitete Rentenrevision (vgl. IV-act. 101, 105 und 110) hat einen
unveränderten Invaliditätsgrad von 63 % ergeben (vgl. IV-act. 113). In einem Telefonat
vom 17. Oktober 2014 hat der Kläger zwar eine Verbesserung seines
Gesundheitszustandes geltend gemacht (vgl. IV-act. 127), woraufhin die IV-Stelle ein
Verfahren zur Prüfung einer Rentenrevision eingeleitet hat (vgl. IV-act. 132 ff.). Der RAD
hat im Januar 2015 jedoch an der 50%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten
Tätigkeiten festgehalten, obgleich seine Begründung, wonach nun die bereits im
Zeitpunkt der Rentenzusprache bestehenden somatischen Beschwerden die
Arbeitsunfähigkeit weiter rechtfertigen würden (vgl. IV-act. 135 und 137), nicht
vollumfänglich überzeugt, haben doch im Wesentlichen die psychischen
Einschränkungen zur Rentenzusprache geführt und der Aktenlage kann auch nicht
nachvollziehbar entnommen werden, dass die psychische Problematik sich gebessert
hätte. Auch im von der IV-Stelle eingeholten ABI-Gutachten vom 9. Juni 2021 haben
die Sachverständigen keine somatischen Leiden erkannt, welche die ab 2007 seitens
der IV-Stelle angenommene Arbeitsunfähigkeit erklären könnten. Vielmehr sind sie
davon ausgegangen, dass eine mindestens mittelgradige depressive Störung und eine
7.1.
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wahnhafte Störung die in der Vergangenheit angenommene Arbeitsunfähigkeit in
Verweistätigkeiten von 50 % begründet haben. Diese psychiatrischen Störungsbilder
haben sich anlässlich der psychiatrischen ABI-Begutachtung nicht mehr bestätigen
lassen (vgl. IV-act. 235-12 f.). Als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit haben die ABI-Sachverständigen im Gutachtenszeitpunkt noch eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne somatisches
Syndrom festgestellt (vgl. IV-act. 235-10) und dem Kläger ab April 2021 eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten attestiert. Eine retrospektive
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ist den
Gutachtenspersonen aufgrund der dünnen medizinischen Aktenlage nicht möglich
gewesen (vgl. IV-act. 235-12 f.). Angesichts der gutachterlichen Einschätzung kann
nicht davon ausgegangen werden, dass die psychiatrische Problematik im Jahr 2015
vollständig remittiert war. Möglicherweise hatte sich zwar die wahnhafte Störung
bereits zurückgebildet, jedoch scheint die depressive Symptomatik bis zum
Gutachtenszeitpunkt zumindest mit rezidivierenden Intervallen persistiert zu haben.
Ebenso unklar ist, welche somatischen Gründe den RAD in seiner Einschätzung von
Januar 2015 zur Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bewegt haben (vgl. IV-act.
135 und 137). Entweder sind nicht sämtliche damaligen somatischen Leiden
aktenkundig oder aber der RAD hat die Arbeitsunfähigkeit in der Annahme einer labilen
psychischen Situation nicht vorzeitig für beendet erklären wollen. Da sich die
Widersprüche rückwirkend nicht mehr klären lassen, ist die vom RAD im Januar 2015
attestierte und von der IV-Stelle anerkannte 50%ige Arbeitsunfähigkeit auch über den
Januar 2015 hinaus anzunehmen, zumal die IV-Stelle die Dreiviertelsrente während der
anschliessenden Eingliederungsversuche (vgl. IV-act. 140 ff.) jedenfalls unverändert
ausbezahlt hat und die Eingliederung lediglich auf die Verwertung einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit ausgerichtet gewesen ist (vgl. IV-act. 141 ff., 147 ff., 154 f., 162, 164,
167 f., 170, 177 und 179). Schliesslich hat sie ab dem ._ 2017 denn auch zu einer
Anstellung in einem Pensum von 50 % geführt (vgl. IV-act 181), wobei der Kläger im
Rahmen dieser Festanstellung gemäss dem Protokoll des IV-
Eingliederungsverantwortlichen aufgrund der bestehenden Einschränkungen lediglich
einen geringen Leistungslohn erzielt hat (vgl. IV-act. 182-4; zum Arbeitsvertrag vgl.
ferner IV-act. 181). Nach Abschluss der beruflichen Eingliederung hat die IV-Stelle dem
Kläger am 24. November 2016 erneut mitgeteilt, dass ein unveränderter Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente bestehe (vgl. IV-act. 186). Ein später eingereichter neuer
Arbeitsvertrag über eine Anstellung im Stundenlohn (vgl. IV-act. 188) hat sich
entsprechend den Abklärungen der IV-Stelle ebenfalls nicht als rententangierend
erwiesen (vgl. IV-act. 189; zur Auflösung dieses Arbeitsverhältnisses vgl. ferner IV-act.
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8.
190 f.). Mit Schreiben vom 30. März 2020 hat die IV-Stelle den Anspruch auf die
Dreiviertelsrente erneut bestätigt (vgl. IV-act. 196).
Im vorliegenden Verfahren sind Rentenleistungen ab Oktober 2015 beantragt (vgl.
act. G 1 S. 2). Im Zeitraum von Oktober 2015 bis mindestens März 2020 ist nach dem
Gesagten von einem Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 63 % auszugehen, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist.
Aufgrund des seitens der IV-Stelle eingeholten ABI-Gutachtens vom 9. Juni 2021 (vgl.
IV-act. 235), dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung der RAD nach einer Rückfrage bei der
Gutachterstelle (vgl. IV-act. 242 und 244) geteilt hat (vgl. IV-act 245), ist anzunehmen,
dass die IV-Stelle die Rente revidieren wird, sofern sie dies zwischenzeitlich nicht
bereits getan hat. Selbstverständlich steht auch der Beklagten die Überprüfung des
weiteren Rentenanspruchs offen. Einer solchen steht der vorliegende Entscheid nicht
entgegen.
7.2.
Praxisgemäss sind die kantonalen Berufsvorsorgegerichte nicht gehalten, die
Rentenberechnung detailliert vorzunehmen, sondern es reicht aus, wenn sie nur dem
Grundsatz nach über den Leistungsanspruch entscheiden und die Sache zur Ermittlung
des Rentenbetrags an die zuständige Vorsorgeeinrichtung überweisen. Dies hat das
Bundesgericht insbesondere mit Hinweis auf die Gebote der Einfachheit und Raschheit
des Verfahrens nach Art. 73 Abs. 2 BVG begründet, wobei es auch die Nähe zum
Sozialversicherungsprozess betont hat (BGE 129 V 450 E. 3.4). Die Sache ist damit zur
Festsetzung der Rentenbeträge an die Beklagte zu überweisen.
7.3.
Zusammenfassend ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verpflichten, dem
Kläger ab dem 1. Oktober 2015 eine Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 63 % auszurichten. Die Angelegenheit ist zur Berechnung der
Leistungen an die Beklagte zu überweisen (vgl. dazu BGE 129 V 453 f. E. 3.4).
8.1.
Der Beginn der Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 des Bundesgesetzes
betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil:
Obligationenrecht [OR; SR 220]; vgl. BGE 119 V 133 f. E. 4; vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Februar 2020, BV 2018/13, E.
6). Nach dieser Bestimmung hat ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im
Verzug ist, erst vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an
Verzugszinsen zu bezahlen. Im vorliegenden Fall hat der Kläger beim
Versicherungsgericht am 30. Oktober 2020 Klage erhoben (act. G 1 und 1.22).
Demnach schuldet ihm die Beklagte ab diesem Zeitpunkt auf den ausstehenden
8.2.
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