Decision ID: d3d11d8c-a6fd-4135-9053-55c9d676f03c
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Januar 2012 wegen eines Bandscheibenvorfalls zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Anlässlich des Gesprächs vom 2. Februar 2012
berichtete der behandelnde med. prakt. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin,
gegenüber dem RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie, der Versicherte leide
an einer lumbosacralen Discushernie links L5/S1 und einem Status nach
Sequesterektomie und Nukleotomie am 30. August 2011 (Protokoll vom 2./6. Februar
2012, IV-act. 13). Vom 13. Juni bis 13. Juli 2012 befand sich der Versicherte zur
stationären Rehabilitation in den Kliniken Valens. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen bescheinigten dem Versicherten bezogen auf die angestammte Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine leichte abwechslungsreiche Arbeitstätigkeit
verfüge er über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (siehe hierzu den Austrittsbericht vom 6.
August 2012, IV-act. 30-7 ff., sowie den Bericht vom 2. Oktober 2012, IV-act. 30-1 ff.).
A.b Im Auftrag des leistungspflichtigen Krankentaggeldversicherers erstattete Prof. Dr.
med. D._, Facharzt für Neurologie FMH, am 8. November 2012 gestützt auf eine
persönliche Untersuchung des Versicherten vom 30. Oktober 2012 ein neurologisches
Gutachten ("Neurologische Second Opinion"). Er diagnostizierte einen Status nach
lumbaler Bandscheibenoperation im Übergang LWK5 auf das Os sacrum (2011) und
ein leichtgradiges lumbales Vertebralsyndrom ohne Anhalt für ein behinderndes
radikuläres Defizit (geringer Defekt für S1 links). Zumindest für körperlich leichte bis
mittelschwere Arbeiten, die im Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen ausgeübt
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werden könnten, oder für überwiegend sitzende Tätigkeiten bestehe per sofort eine
Arbeitsfähigkeit von 100% (fremd-act. 3-3 ff.).
A.c Mit Vorbescheid vom 22. Mai 2013 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 56). Dagegen erhob der Versicherte am 24. Juni
2013 Einwand und brachte u.a. vor, es würde eine erneute Operation ins Auge gefasst.
Vertieftere Abklärungen seien vorgesehen (IV-act. 58). Dr. med. E._, Arzt mbF an der
Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG), vertrat nach einer
ambulanten Untersuchung vom 21. Januar 2014 die Auffassung, in der
Zusammenschau der Bildgebung und der klinischen Befunde sei eine neuerliche
Operation "absolut nicht indiziert" (Bericht vom 21. Januar 2014, IV-act. 69-1 f.). Im
Verlaufsbericht vom 13. Juni 2014 (Datum Dokumenteneingang bei der IV-Stelle; siehe
Aktenverzeichnis act. G 6.1) führte der behandelnde Dr. med. F._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, aus, der Gesundheitszustand des Versicherten sei seit Februar 2014
stationär geblieben (IV-act. 78). Vom 26. Mai bis 10. Juni 2014 war der Versicherte zum
multimodalen Schmerzmanagement im Palliativzentrum G._ hospitalisiert. Die dort
behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten u.a.: 1. rezidivierende
Depressionen (aktuell: depressive Episode; ICD-10: F32.1); 2. ein chronisches
neuropathisches Schmerzsyndrom (ICD-10: F45.41) und 3. eine arterielle Hypertonie
(Austrittsbericht vom 2. Juli 2014, IV-act. 81). In der Zeit vom 7. bis 11. Juli 2014 wurde
der Versicherte stationär in der Klinik H._ behandelt. Deren Ärztinnen diagnostizierten
eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2;
Bericht vom 22. Juli 2014, IV-act. 87-9 ff.).
A.d Der seit 19. Februar 2010 behandelnde med. prakt. I._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, berichtete am 28. August 2014, der Versicherte leide seit ca.
Sommer 2012 an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere
Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) und sei vollständig
arbeitsunfähig. Aufgrund des komplexen Ineinandergreifens der körperlichen und
seelischen Erkrankung halte er eine interdisziplinäre Begutachtung zur genauen
Feststellung der Arbeits- und Integrationsfähigkeit für sinnvoll (Bericht vom 28. August
2014, IV-act. 87; vgl. auch den Bericht vom 23. Februar 2015, IV-act. 119).
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A.e Wegen eines akuten inferoposterioren ST-Hebungsinfarkts war der Versicherte
vom 3. bis 5. November 2014 im Kantonsspital J._ hospitalisiert (siehe hierzu den
provisorischen Austrittsbericht vom 4. November 2014, IV-act. 98). Im Verlaufsbericht
vom 28. November 2014 gab Dr. F._ an, der Gesundheitszustand des Versicherten
sei stationär. Er bescheinigte ihm für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 80%ige
Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte habe im Oktober 2014 zusätzlich einen Herzinfarkt
erlitten. "Der Rücken ist jedoch dominant bezgl. AUF" (IV-act. 101).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 12., 18. und 20. August sowie
am 2. September 2015 in der ZVMB GmbH, Medizinische Abklärungsstelle Bern,
polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, neurologisch und psychiatrisch)
begutachtet. Die ZVMB-Gutachter stellten als Diagnosen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit: ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei
Status nach Diskushernien-OP 2011 mit Hemilaminektomie LWK5/SKW1 und schwerer
Osteochondrose LWK5/SWK1 mit narbigen Veränderungen um die Wurzel S1 links;
eine ischialgiforme Schmerzsymptomatik am linken Bein bei allenfalls möglicher
sensibler Wurzelreizung S1 links sowie vermutlich lipidsenkerbedingte Muskelkrämpfe
der Unterschenkel und Fussmuskulatur links und eine koronare Herzerkrankung
(kardiovaskulärer Risikofaktor Nikotinabusus/Dyslipidämie). Als Diagnosen ohne
Relevanz für die Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. psychische Faktoren und
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10: F54) und
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: Z73).
Bezogen auf die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiter/Maschinenführer
bescheinigten die Experten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten schätzten sie auf 80% ein. Diese Einschätzung gelte ab
Datum des operativen Eingriffs an der LWS am 30. August 2011 bzw. drei Monate
postoperativ ab dem 30. November 2011 (Gutachten vom 28. Dezember 2015, IV-act.
138, insbesondere S. 31 f. und S. 34). Der RAD-Arzt Dr. C._ vertrat die Auffassung,
das Gutachten erfülle die versicherungsmedizinischen Anforderungen und es könne
darauf abgestellt werden (Stellungnahme vom 1. Februar 2016, IV-act. 139).
A.g Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ermittelte die IV-Stelle einen 20%igen
Invaliditätsgrad und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 10. Februar 2016
die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 142). Dagegen erhob der
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Versicherte am 14. März 2016 Einwand und reichte eine Stellungnahme von med.
prakt. I._ zur gutachterlichen Beurteilung vom 8. März 2016 ein. Dieser kritisiert darin
den psychiatrischen Teil des Gutachtens unter verschiedenen Aspekten (IV-act. 148).
Am 21. März 2016 reichte der Versicherte zudem u.a. einen Bericht der am
Schmerzzentrum des KSSG behandelnden Dr. med. K._, Fachärztin für Allgemeine
Innere Medizin, vom 4. März 2016 ein (IV-act. 149). Hierzu äusserten sich die ZVMB-
Gutachter am 9. November 2016. Sie hielten unverändert an ihrer Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit fest (IV-act. 158). Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs
(Schreiben der IV-Stelle "zweite Anhörung" vom 15. November 2016, IV-act. 160;
Stellungnahme des Versicherten vom 24. November 2016, IV-act. 161) verfügte die IV-
Stelle am 3. Januar 2017 die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 162).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. Januar 2017 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 8. Februar 2017. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren Aufhebung und die
Zusprechung einer Invalidenrente. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen (act. G 1). Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer im
Wesentlichen vor, dass das ZVMB-Gutachten nicht beweiskräftig sei. Des Weiteren
bemängelt er die von der Beschwerdegegnerin beim Einkommensvergleich
herangezogenen Vergleichseinkommen. Insbesondere zweifelt er an der Verwertbarkeit
einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit (Beschwerdeergänzung vom 8. März 2017, act. G
4).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 31. März 2017
die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die ZVMB-Gutachter beweiskräftig und der gestützt
darauf ermittelte nicht rentenbegründende Invaliditätsgrad zutreffend sei (act. G 6).
B.c Am 4. April 2017 wird dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 7).
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B.d In der Replik vom 17. Mai 2017 hält der Beschwerdeführer unverändert an den
Rechtsbegehren fest (act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 11).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
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gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
2.
Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu beantworten, ob der
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt worden ist. Die
Beschwerdegegnerin stützt die Rentenabweisung in medizinischer Hinsicht auf das
Gutachten der ZVMB vom 28. Dezember 2015 (IV-act. 138). Der Beschwerdeführer
zieht dessen Beweiskraft in Zweifel (act. G 4, S. 5 oben und act. G 9, S. 2 f.).
2.1 Gegen die Beweiskraft des psychiatrischen Teils des Administrativgutachtens
verweist der Beschwerdeführer auf die Stellungnahme des behandelnden med. prakt.
I._ vom 8. März 2016 (act. G 4, S. 5 oben).
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2.1.1 Dieser kritisiert, dass das Gutachten verschiedene Angaben zur Herkunft des
Beschwerdeführers enthalte (IV-act. 148-3). Med. prakt. I._ legt weder dar noch ist
erkennbar, dass vereinzelten, allenfalls unzutreffenden ethno-kulturellen
Bezeichnungen irgendeine relevante Auswirkung auf die medizinische Beurteilung
zukommt. Entscheidend ist, dass sowohl die geografische Herkunft als auch die
Religion des Beschwerdeführers vom psychiatrischen Gutachter zutreffend
wiedergegeben wurden (siehe zur biografischen Anamnese IV-act. 138-53). In der
medizinischen Anamnese wurde berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer aufgrund
der politischen Umstände als L._ auch Schläge bekommen habe (IV-act. 138-54). In
damit zu vereinbarender Weise ergibt sich aus der Stellungnahme vom 9. November
2016, dass es sich teilweise um ein blosses Redaktionsversehen handelt (IV-act. 158-2
oben).
2.1.2 Des Weiteren bemängelt med. prakt. I._ mit Bezug auf S. 54 des Gutachtens:
In der Darstellung der medizinischen Anamnese würden "eigene anamnestische
Angaben des Patienten und Angaben des Patienten in einem eher losen Bericht kaum
voneinander abgegrenzt verwoben dargestellt. Eine für das Verständnis eines
psychischen Leidens notwendige Innensicht des Patienten wird nicht aufgebaut" (IV-
act. 148-3). Der psychiatrische Gutachter hat eine ausführliche Anamnese erhoben, die
mit einer Darstellung der Problemlage aus der Sicht des Beschwerdeführers beginnt.
Darin schildert der Beschwerdeführer u.a. seine bisherige und aktuelle Gemütslage (IV-
act. 138-53), womit sich der psychiatrische Gutachter einen Überblick über die
"Innensicht" des Beschwerdeführers erarbeitete. Diesen Ausführungen folgen eine
biografische Anamnese, eine Berufsanamnese, eine Sozialanamnese und eine
ausführliche medizinische Anamnese (IV-act. 138-53 ff.). Im Rahmen einer
umfassenden anamnestischen Aufarbeitung hat der psychiatrische Gutachter demnach
nicht bloss die persönlich vom Beschwerdeführer geäusserten Angaben, sondern auch
dessen früheren aktenkundigen Schilderungen sowie die aktenkundigen Ausführungen
von medizinischen Fachpersonen berücksichtigt. Ein Mangel ist nicht erkennbar. Med.
prakt. I._ legt denn auch nicht konkret dar, welche relevanten anamnestischen
Gesichtspunkte falsch gewürdigt wurden oder zu Unrecht unberücksichtigt geblieben
sind.
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2.1.3 Zudem macht med. prakt. I._ geltend, der "Psychische Befund nach
Interviewleitfaden AMDP" sei nicht korrekt dargestellt (IV-act. 148-3 f.). Gemäss
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Stand 2016, gehören zum klinischen
Untersuchungsgang Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Das klassische
AMDP-System (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der
Psychiatrie 2016) wird zur allgemeinen (orientierenden) Befunderhebung empfohlen
(Qualitätsleitlinien, S. 17). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass der
psychiatrische ZVMB-Gutachter nicht strikt dem AMDP-System gefolgt ist, sondern
deren modifizierte Version des Inselspitals Bern angewandt hat (IV-act. 158-2). Es stellt
zudem keinen Mangel am Administrativgutachten dar, dass der psychiatrische ZVMB-
Gutachter zusätzliche Gesichtspunkte wie "Ich-Bewusstsein", "Willen und Antrieb",
"Realitätsorientierung" und "Motivation" gewürdigt hat. Aus den Qualitätsleitlinien
ergibt sich denn auch, dass gerade bezüglich versicherungsmedizinisch wichtiger
Aspekte (siehe hierzu den Anhang 3 und 6, worauf in S. 17 der Qualitätsleitlinien
verwiesen wird) Merkmale des Exploranden in dessen Erleben und Verhalten ebenfalls
zu erfassen sind. Es geht um eine möglichst plastische, phänomenologisch
ausgerichtete Beschreibung von u.a. Krankheits- und Therapieverständnis (S. 17 der
Qualitätsleitlinien). Daher ist - entgegen der Auffassung von med. prakt. I._ (IV-act.
148-4) - nicht zu beanstanden, dass der psychiatrische ZVMB-Gutachter es im
Rahmen einer umfassenden Ressourcen- und Konsistenzprüfung (vgl. BGE 141 V 281
und den entsprechenden Anhang 6 der Qualitätsleitlinien) nicht unterliess, auch die
Motivation und Willensleistung des Beschwerdeführers zu bewerten. Ergänzend kann
auf die plausiblen Ausführungen des psychiatrischen ZVMB-Gutachters in der
Stellungnahme vom 9. November 2016 verwiesen werden (IV-act. 158-2). Schliesslich
legt med. prakt. I._ nicht dar, dass die genannten Gesichtspunkte vom
psychiatrischen ZVMB-Gutachter inhaltlich falsch gewürdigt worden wären.
2.1.4 Med. prakt. I._ rügt ausserdem, dass der psychiatrische ZVMB-Gutachter eine
widersprüchliche Beurteilung der vom Beschwerdeführer in Anspruch genommenen
Therapie vorgenommen habe (IV-act. 148-4). Dem kann nicht gefolgt werden. Der
psychiatrische ZVMB-Gutachter hielt bei der "Beurteilung des objektivierbaren
medizinischen Sachverhalts" fest: "Einmal wurde die Therapie einer akuten Intervention
vom Versicherten sogar abgebrochen, in der Folge fand lediglich eine unregelmässige
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ambulante Behandlung statt. Gegenwärtig erhält der Versicherte Antidepressiva, die
offensichtlich eine positive Wirkung auf die Schmerzsymptomatik, aber auch auf die
psychischen Beschwerden zeitigen". Auf den ersten Blick mag es zwar widersprüchlich
erscheinen, dass der psychiatrische ZVMB-Gutachter unmittelbar vor diesen
Ausführungen angab, "eine psychiatrische Therapie, speziell im stationären Bereich,
wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt durchgeführt" (IV-act. 138-59 unten). Mit dieser
Formulierung behauptete der psychiatrische ZVMB-Gutachter jedoch nicht, dass der
Beschwerdeführer bislang überhaupt keine Psychotherapie in Anspruch genommen
hätte. Vielmehr würdigte er damit, dass bislang weder eine stationäre Therapie
ordentlich beendet werden konnte noch eine regelmässige ambulante Behandlung
stattfand (IV-act. 138-59). Dies ergibt sich aus dem Kontext der Formulierung. Aus der
ausführlichen medizinischen Anamnese (IV-act. 138-54 ff.) geht denn auch hervor, dass
sich der psychiatrische ZVMB-Gutachter eingehend mit den bisherigen Therapien und
dem Therapieverhalten des Beschwerdeführers auseinandersetzte.
2.1.5 Aus der Sicht von med. prakt. I._ hat sich der psychiatrische Gutachter nicht
gehörig mit den abweichenden, von den behandelnden psychiatrischen Fachpersonen
beschriebenen Befunden auseinandergesetzt. Unter dem Abschnitt "Fachspezifische
versicherungsmedizinische Aktendiskussion" würden sein Verlaufsbericht vom 23.
Februar 2015 und der Bericht der Klinik H._ vom 22. Juli 2014 fehlen (IV-act. 148-4).
Vorweg ist zu beachten, dass sich der psychiatrische ZVMB-Gutachter bereits im
Rahmen der medizinischen Anamnese (IV-act. 138-54 ff.) ausführlich mit den
medizinischen Vorakten, namentlich auch mit dem Bericht der Klinik H._ vom 22. Juli
2014 betreffend die stationäre Behandlung vom 7. bis 11. Juli 2014 (siehe hierzu IV-act.
121 und zu den gutachterlichen Ausführungen IV-act. 138-55 f.) und dem
Verlaufsbericht von med. prakt. I._ vom 23. Februar 2015 (siehe hierzu IV-act. 119
und zu den gutachterlichen Ausführungen IV-act. 138-56 Mitte) auseinandersetzte. Auf
diese Aktenauseinandersetzung verwies der psychiatrische ZVMB-Gutachter bereits zu
Beginn seiner Ausführungen unter dem Titel "fachspezifische
versicherungsmedizinische Aktendiskussion" (IV-act. 138-60 unten) und ausdrücklich
bezüglich des Berichts der Klinik H._, den er versehentlich auf den 23. Juli 2014
datierte (IV-act. 138-61 oben). Deshalb kann kein Mangel darin erblickt werden, dass er
unter diesem Titel nicht nochmals jeden Bericht von med. prakt. I._ einzeln, sondern
"beispielsweise" den Bericht vom 6. April 2014 oder denjenigen vom 29. August 2014
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diskutierte und auf eine nochmalige Diskussion der Beurteilung der Klinik H._
verzichtete.
2.1.6 Von Bedeutung ist ausserdem, dass weder die Berichte von med. prakt. I._
noch diejenigen der übrigen behandelnden medizinischen Fachpersonen eine aus
objektiv-kritischer Sicht erfolgte Konsistenz- und Ressourcenprüfung enthalten. Die
Prüfung von Konsistenz, Validität und Plausibilität ist denn auch nicht Teil des Auftrags
eines therapeutisch behandelnden Psychiaters, sondern würde das therapeutisch
notwendige Vertrauensverhältnis in Frage stellen. Damit übereinstimmend hielt med.
prakt. I._ im Bericht vom 23. Februar 2015 ausdrücklich fest, "die Angaben in diesem
Bericht basieren auf den Äusserungen des Patienten gegenüber dem Referenten in der
Rolle als Behandler, nicht als Gutachter" (IV-act. 119-4). Bei den vom
Beschwerdeführer über die somatisch objektivierbaren Gesundheitsschäden
hinausgehenden geklagten Leiden steht allerdings gerade das Problem besonders im
Vordergrund, dass sich die Beurteilung von deren Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit - mangels zuverlässiger bzw. bewährter Messmethodik - zwangsläufig
zunächst auf die Angaben und das Verhalten der versicherten Person stützen muss.
Deshalb ist die Prüfung der Konsistenz und der Plausibilität der Leidensschilderung
sowie -präsentation für die objektive Beurteilung der gesundheitlichen
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Dies gilt vorliegend
umso mehr, als sich aus den Akten zahlreiche Inkonsistenzen und Diskrepanzen in der
Leidensschilderung und -präsentation des Beschwerdeführers ergeben (IV-act. 138-19,
IV-act. 138-22 oben und Mitte, IV-act. 138-23 f. und IV-act. 138-26 oben), mit denen
sich weder med. prakt. I._, insbesondere in seiner Stellungnahme vom 8. März 2016
(IV-act. 148), noch die übrigen behandelnden medizinischen Fachpersonen, wie etwa
Dr. K._ (siehe etwa den Bericht vom 4. März 2016, IV-act. 149-2 f.),
auseinandersetzen. Hinzu kommt, dass sich auch betreffend die angegebene
Medikamenteneinnahme aufgrund der Laborbefunde Hinweise auf eine bewusst
negative Antwortverzerrung, vereinbar mit Täuschungsabsicht, ergeben, die stark an
der Behandlungsaktivität bzw. dem Leidensdruck zweifeln lassen (vgl. IV-act. 138-22
oben, -29 und -30 Mitte, insbesondere die Erläuterungen zu den nicht vorhandenen
Metaboliten für gewisse Medikamente). Schliesslich haben die Gutachter festgehalten,
dass ihre Beurteilung unter Ausklammerung der psychosozialen Problematik erfolgt sei
(IV-act. 138-35 unten, Ziff. 10.5). Insbesondere der psychiatrische Gutachter kam zum
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Schluss, dass sich die in der Aktenlage beschriebenen Störungen vorwiegend auf die
psychosozialen Belastungen des Beschwerdeführers bezogen haben (IV-act. 138-62).
Im Licht dieser Umstände vermögen die abweichenden Berichte der behandelnden
medizinischen Fachpersonen den Beweiswert des ZVMB-Gutachtens nicht in Zweifel
zu ziehen, zumal sie keine wesentlichen objektiven Gesichtspunkte enthalten, welche
die ZVMB-Gutachter ausser Acht gelassen hätten.
2.2 Bei der Würdigung des ZVMB-Gutachtens fällt des Weiteren ins Gewicht, dass es
auf umfassenden polydisziplinären persönlichen Untersuchungen beruht, in Kenntnis
und Diskussion der relevanten medizinischen Aktenlage erfolgte, die Leidensangaben
des Beschwerdeführers berücksichtigt, eine plausible Konsistenz- und
Ressourcenprüfung enthält und die mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit gezogenen
Schlüsse einleuchten. Gestützt darauf ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer bezogen auf eine leidensangepasste
Tätigkeit, auch rückwirkend zumindest bis zur Gesuchseinreichung vom 15. Januar
2012, über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (IV-act. 138-34).
3.
Der Beschwerdeführer bestreitet ausserdem die Verwertbarkeit einer allfälligen
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (act. G 4, S. 6 oben, und
act. G 9, S. 4 Mitte).
3.1 Die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit (auch bei vorgerücktem
Alter; BGE 138 V 460 E. 3.1) beurteilt sich bezogen auf einen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1 ATSG), wobei an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu
stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder
Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die ihr obliegende Selbsteingliederungslast nicht mehr
zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
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eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet (BGE 138 V 459 E. 3.1). Für den Zeitpunkt, in dem die Frage
nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet
wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer
(Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 462 E. 3.3; vgl. zum Ganzen auch Urteil
des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2015, 8C_338/2015, E. 2).
3.2 Im Zeitpunkt des ZVMB-Gutachtens vom 28. Dezember 2015 (IV-act. 138) war der
Beschwerdeführer 47 Jahre alt und stand damit offensichtlich noch nicht in einem
fortgeschrittenen Alter. Zwar verfügt er über keine eigentliche berufliche und lediglich
über eine knappe schulische Ausbildung. Allerdings war er in der Lage, sich vom
Produktionsarbeiter zum Maschinenbediener hochzuarbeiten (IV-act. 138-13; vgl. auch
IV-act. 138-54 Mitte), was - trotz des funktionellen Analphabetismus (IV-act. 138-58
oben) - auf kognitive Ressourcen hinweist. Gemäss gutachterlicher Beurteilung
bestehen keine kognitiven Defizite (IV-act. 138-22 unten; siehe auch IV-act. 138-57
unten; vgl. auch die Beurteilung der Intelligenz durch Prof. D._ in fremd-act. 3-12).
Der Beschwerdeführer spricht ein gutes Deutsch (IV-act. 138-58 oben).
Kommunikationsstörungen bestehen nicht (IV-act. 138-60 Mitte).
3.3 Aus gutachterlicher Sicht sind folgende Anforderungen an eine leidensangepasste
Tätigkeit zu beachten: "Heben und Tragen von schweren Lasten über 10 kg (seit
Dezember 2014: 5 kg) ist nicht zumutbar. Arbeiten mit langem Gehen und Stehen
sowie monotonen Zwangshaltungen des Oberkörpers sind nicht zumutbar, auch nicht
Gehen auf unebenem Boden. Ferner sind Arbeiten in gebückter, kniender und
gehockter Position nicht zumutbar. Eine rein gehende, rein stehende und rein sitzende
Tätigkeit ist ebenfalls nicht zumutbar. Es sollte die Möglichkeit gegeben sein,
vorwiegend aus dem Sitzen heraus zu arbeiten, mit Möglichkeit des selbstbestimmten
Bewegungswechsels. Stressbelastete Tätigkeiten scheiden aus, insofern auch
zeittaktgebundene Tätigkeiten. Auch Tätigkeiten mit immer wieder gestörtem Tag-
Nacht-Rhythmus, wie z.B. Nachtschichttätigkeiten, sind nicht möglich. Aktuell sollten
auch keine Tätigkeiten zugemutet werden, welche die Bewältigung von Stress und
Krisensituationen erfordern und bei denen komplexe Zusammenhänge zu erlernen und
anzuwenden sind" (IV-act. 138-34). Zwar ist das Spektrum leidensangepasster
Tätigkeiten durch diese Einschränkungen stark eingeschränkt, sodass dem
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Beschwerdeführer nur noch - aber immerhin - wechselbelastende, vorwiegend sitzende
leichte Tätigkeiten ohne die genannten ungünstigen Positionen zumutbar sind, sofern
sie nicht mit Nachtschichtarbeit, dem Erlernen sowie Anwenden komplexer
Zusammenhänge, der Bewältigung von Stress und Krisensituationen verbunden sind.
Bei der Würdigung der qualitativen Einschränkungen ist allerdings auch dem Umstand
Rechnung zu tragen, dass der Beschwerdeführer durchaus Entscheidungen treffen und
Aufgaben organisieren kann. Er ist auch in der Lage, für Konflikte Lösungen zu finden.
Zudem ist er ausreichend flexibel und auch umstellungsfähig (IV-act. 138-60 Mitte und
IV-act. 138-61 unten). Mit der Beschwerdegegnerin kann davon ausgegangen werden,
dass dem Beschwerdeführer leidensangepasste Tätigkeiten wie etwa körperlich leichte
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung offenstehen (act. G 6, III. Rz 4).
Auch Prof. D._ hielt etwa den Bereich der Lagerbewirtschaftung für zumutbar (fremd-
act. 3-14). Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
der noch nicht im fortgeschrittenen Alter stehende Beschwerdeführer seine 80%ige
Restarbeitsfähigkeit trotz der zahlreichen qualitativen Einschränkungen auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten könnte.
4.
Zu bestimmen bleiben die Erwerbsunfähigkeit und der Invaliditätsgrad.
4.1 Der Beschwerdeführer erzielte vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens während
Jahren ein sehr schwankendes Einkommen (siehe IV-act. 6). Der von ihm geltend
gemachte höchste jemals erzielte Jahresverdienst des Jahres 2008 von Fr. 65'479.--
(act. G 4, II. Rz 5; IV-act. 6-1) bzw. angepasst an die bis 2012 eingetretene
Nominallohnentwicklung von Fr. 68'484.-- ([Fr. 65'479.-- / Jahresindex 2008 von 2092]
x Jahresindex 2012 von 2188; siehe Bundesamt für Statistik, Tabelle T39, Entwicklung
der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015) bildet daher
für sich allein keine aussagekräftige Grundlage für seine Erwerbsfähigkeit vor dem
Gesundheitsschaden. Mangels repräsentativer Grundlage rechtfertigt sich die
Vornahme eines Prozentvergleichs (siehe zum Prozentvergleich etwa Urteil des
Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen), zumal der
Beschwerdeführer in den vergangenen Jahren keine im Vergleich zum statistischen
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Hilfsarbeiter-Medianlohn höheren Verdienste (dauerhaft) erzielte (vgl. IV-act. 6). Damit
ist die von der Arbeitgeberin für das Jahr 2012 bestätigte Lohnangabe zu vereinbaren
(IV-act. 9-3 oben).
4.2 Es bleibt lediglich noch die Frage der Höhe des Tabellenlohnabzugs zu klären. Mit
dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen
rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der Beschwerdeführer steht noch nicht im
fortgeschrittenen Alter, sodass deswegen kein lohnwirksamer Nachteil zu befürchten
ist. Er begründet denn auch den von ihm geltend gemachten Tabellenlohnabzug von
mindestens 20% mit den qualitativen Einschränkungen (act. G 4, II. Rz 6 am Schluss;
vgl. auch act G 9, S. 4). In der Tat sind die qualitativen Anforderungen an eine
leidensangepasste Tätigkeit vorliegend ausgeprägt (siehe vorstehende E. 3.3). Der von
der Beschwerdegegnerin für angemessen erachtete 10%ige Tabellenlohnabzug
erscheint zu knapp bemessen, berücksichtigte sie dabei doch lediglich die
Einschränkung auf leichte Hilfsarbeitertätigkeiten und liess die weiteren qualitativen
Anforderungen ausser Acht. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von
(höchstens) 20% angemessen. Ein darüber hinausgehender Abzug fällt mangels
weiterer Abzugsgründe und der doch noch verbliebenen Ressourcen (siehe etwa
vorstehende E. 3.2) ausser Betracht. Bei einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit und einem
(höchstens) 20%igen Tabellenlohnabzug resultiert ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von (höchstens) 36% (20% + [80% x 20%]).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
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5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
5.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
hat keine Kostennote eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. November 2018, IV 2017/177)
eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der
Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).