Decision ID: ded5ddee-8c8c-5e4d-9e1c-0e57a9547c5f
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 15. Oktober 2020 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass er gemäss den Erkenntnissen aus einem Abgleich mit der europäi-
schen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) am 7. Mai 2020
in Spanien aufgegriffen und daktyloskopisch erfasst worden war,
dass am 21. Oktober 2020 die Personalienaufnahme (PA) des Beschwer-
deführers erfolgte,
dass er mit Vorladung vom 22. Oktober 2020 zum persönlichen Gespräch
nach Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines
von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-
staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-
gend: Dublin-III-VO) eingeladen wurde, diesen Termin hingegen unent-
schuldigt nicht wahrnahm,
dass ihm das SEM mit Schreiben vom 26. Oktober 2020 das rechtliche
Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Spaniens für die Behandlung sei-
nes Asylgesuchs sowie zu seinem Gesundheitszustand gewährte und er
mit schriftlicher Eingabe vom 29. Oktober 2020 dazu Stellung nahm,
dass die Vorinstanz am 23. Oktober 2020 die spanischen Behörden um
Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-
VO ersuchte und jene das Übernahmeersuchen am 28. Oktober 2020 gut-
hiessen,
dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 – eröffnet am
2. November 2020 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG
(SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die
Wegweisung aus der Schweiz nach Spanien anordnete und ihn auffor-
derte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu
verlassen,
dass sie gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen die Ver-
fügung komme keine aufschiebende Wirkung zu und die Aushändigung der
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerde-
führer verfügte,
F-5572/2020
Seite 3
dass die Rechtsvertretung das Mandatsverhältnis mit Schreiben vom
2. November 2020 beendete,
dass der Beschwerdeführer gegen den vorinstanzlichen Entscheid mit Ein-
gabe vom 9. November 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht
erhob und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben; auf
sein Asylgesuch sei einzutreten und es sei ein nationales Asylverfahren
durchzuführen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die
Vorinstanz zurückzuweisen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Wiederherstellung der auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde ersuchte; zudem sei ihm die unent-
geltliche Rechtspflege zu bewilligen und von der Erhebung eines Kosten-
vorschusses sei abzusehen,
dass die Instruktionsrichterin mit superprovisorischer Massnahme vom
10. November 2020 den Vollzug der Überstellung einstweilen aussetzte,
dass dem Bundesverwaltungsgericht die vorinstanzlichen Akten gleichen-
tags in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) der Vorinstanz entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
F-5572/2020
Seite 4
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2); im Rahmen eines Wiederaufnahme-
verfahrens (engl.: take back) findet demgegenüber grundsätzlich keine (er-
neute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE
2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.),
dass, wenn ein Antragsteller aus einem Drittstaat kommend die Land-,
See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaats illegal überschritten hat, dieser
Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist,
F-5572/2020
Seite 5
dass der Beschwerdeführer gemäss den Erkenntnissen aus einem Ab-
gleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eu-
rodac) am 7. Mai 2020 in Spanien aufgegriffen und daktyloskopisch erfasst
worden war,
dass gestützt darauf und in Anwendung von Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO die
Vorinstanz zu Recht von der Zuständigkeit Spaniens für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens des Beschwerdeführers ausging
und die spanischen Behörden ihre Zuständigkeit mit der Gutheissung des
Übernahmegesuchs anerkannten (vgl. Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass die Zuständigkeit Spaniens somit grundsätzlich gegeben ist und vom
Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht bestritten wird,
dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe vorerst geltend
macht, es liege eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und
des Untersuchungsgrundsatzes vor, da es das SEM versäumt habe, sich
mit der Lage der Asylsuchenden in Spanien während der Corona-Pande-
mie auseinanderzusetzen und sich im Entscheid dazu zu äussern,
dass die vorgenannte Rüge hingegen unbegründet ist,
dass nämlich das SEM in seiner Verfügung vom 30. Oktober 2020 in Bezug
auf die Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 29. Oktober 2020 aus-
führte, die dortigen Vorbringen könnten die Zuständigkeit Spaniens zur
Durchführung des weiteren Verfahren nicht widerlegen,
dass es in dieser Hinsicht verneinte, der Beschwerdeführer könnte in Spa-
nien Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO
und Art. 3 EMRK ausgesetzt sein,
dass die Vorinstanz damit implizit auch die Lage in Spanien aufgrund der
Corona-Pandemie als in diesem Sinne unbeachtlich einstufte (zum Um-
fang der Begründungspflicht siehe Urteil des BVGer F-308/2018 vom
2. März 2018 E. 4.2),
dass Spanien überdies Vertragsstaat der EMRK, des Übereinkommens
vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-
che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des
Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt,
F-5572/2020
Seite 6
dass insbesondere davon ausgegangen werden darf, Spanien anerkenne
und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien
des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni
2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung
des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-
sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-
geben,
dass – entgegen den beschwerdeweisen Vorbringen – keine wesentlichen
Gründe für die Annahme vorliegen, das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen in Spanien würden allgemein für Antragstellende systemi-
sche Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen
oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU-Grund-
rechtecharta bzw. Art. 3 EMRK mit sich bringen,
dass es für die Feststellung systemischer Schwachstellen struktureller und
landesweiter Missstände bedarf, die eine individuelle und konkrete Gefahr
unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung eines jeden einzelnen
oder zumindest einer nennenswerten Anzahl von Asylbewerbern bedarf,
welche von den nationalen Behörden tatenlos hingenommen werden (vgl.
Urteil des BVGer E-223/2016 vom 11. Februar 2016 S. 12) und solche
Missstände auch im Hinblick auf die mit Beschwerde zitierten bzw. einge-
reichten Berichte nicht auszumachen sind,
dass überdies – soweit der Beschwerdeführer rein spekulativ vorbringt, es
sei nicht ausgeschlossen, dass er im Falle eines Negativentscheids von
den spanischen Behörden wegen des Ansteckungsrisikos (Covid-19) unter
gesundheitsgefährdenden Bedingungen inhaftiert werde – gemäss eines
Länderberichts der Asylum Information Database (AIDA) der spanische
Ombudsmann erklärt habe, er werde sich mit dem «General Commissariat
of Aliens and Borders» und dem Staatssekretär für Migration abstimmen,
um sicherzustellen, dass die Gefangenen in Übereinstimmung mit der auf-
grund des Notstands festgelegten Gesundheits- und Sicherheitsmassnah-
men freigelassen werden; weiter koordiniere der Ombudsmann auch die
Sicherstellung eines Überweisungsmechanismus von Personen an das
Auffangsystem und an die Auffangsorte, bei denen sie humanitäre Hilfe er-
halten (vgl. Country Report: Spain, Update 2019, April 2020, S.12),
F-5572/2020
Seite 7
dass der Beschwerdeführer zudem lediglich pauschal ausführt, er sei we-
gen seiner ethnischen Zugehörigkeit äusserst schlecht behandelt worden;
es sei besorgniserregend, dass während des Lockdowns Nordafrikaner
von spanischen Polizisten schikaniert worden seien,
dass diese Vorbringen sowie die Ausführungen in der mit Beschwerde ein-
gereichten «Zusammenfassung Dublin-Spanien» nicht geeignet sind,
massgebende Zweifel an der grundsätzlichen Schutzfähigkeit und Schutz-
willigkeit der spanischen Behörden aufkommen zu lassen,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO gegenüber Spanien nicht gerechtfertigt ist (vgl. dazu von vie-
len Urteile des BVGer F-1889/2020 vom 19. August 2020 E. 4.2,
F-1217/2020 vom 9. März 2020 S. 6 und E-1888/2019 vom 1. Mai 2019
S. 14),
dass es nicht angezeigt ist, das SEM zu verpflichten, bei den spanischen
Behörden Garantien für eine künftige Unterbringung des Beschwerdefüh-
rers in Spanien einzuholen,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
tritt),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und die Vorinstanz das Asylgesuch gemäss dieser Be-
stimmung „aus humanitären Gründen“ auch dann behandeln kann, wenn
dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Beschwerdeführer in gesundheitlicher Hinsicht in seiner Stellung-
nahme zum rechtlichen Gehör vom 29. Oktober 2020 geltend machte, er
habe physische und psychische Beschwerden; zum einen habe er starke
Allergien, weshalb er sich ständig heftig kratzen müsse; auch habe er eine
gebrochene Rippe, welche sehr schmerze; er habe zwar Medikamente be-
kommen aber die Schmerzen seien immer noch so heftig, dass er deshalb
nachts nicht schlafen könne; zum anderen gehe es ihm auch psychisch
nicht gut; er sei sehr gestresst und habe auch deshalb grosse Mühe mit
dem Schlafen,
F-5572/2020
Seite 8
dass er in seiner Rechtmitteleingabe erklärt, er sei auf die Medikamente
angewiesen, die er einnehme; weiter befürchte er, dass der Zugang zu Me-
dikamenten in Spanien nicht gesichert sei; ausserdem sei er aufgrund sei-
ner früheren Erfahrungen in Spanien besorgt, ob dieses Land ihm die not-
wendige Fürsorge zukommen lasse; er habe eine Verletzung im Bauchbe-
reich, welche bis heute nicht behandelt worden sei,
dass sich aus einer Aktennotiz des SEM vom 30. Oktober 2020 ergibt, der
Beschwerdeführer benötige die Medikamente [...]; Arzttermine hätten
keine stattgefunden und es seien auch keine ausstehend,
dass der Beschwerdeführer es versäumt hat, darzulegen, welche konkre-
ten Erfahrungen er in Spanien gemacht habe,
dass hingegen Spanien unbestreitbar über eine ausreichende medizini-
sche Infrastruktur verfügt und die Mitgliedstaaten den Antragstellenden die
erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung
und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-
ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19
Abs. 1 Aufnahmerichtlinie),
dass die Mitgliedstaaten ferner Antragstellenden mit besonderen Bedürf-
nissen die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich
erforderlichenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu ge-
währen haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),
dass kein Grund zur Annahme besteht, die spanischen Behörden könnten
dem Beschwerdeführer in Verletzung der Aufnahmerichtlinie die notwen-
dige medizinische Versorgung versagen (vgl. dazu auch AIDA, [Country
Report: Spain, Update 2019, April 2020] S. 83),
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten
Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-
mung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdeführers
– auch in Bezug auf die Corona-Problematik – Rechnung tragen und die
spanischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen
medizinischen Umstände informieren werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),
dass andere Gründe, die die Schweiz verpflichten oder bei pflichtgemässer
Ermessensausübung veranlassen könnten, von ihrem Selbsteintrittsrecht
nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO bzw. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ge-
brauch zu machen, weder geltend gemacht werden noch ersichtlich sind,
F-5572/2020
Seite 9
dass die Vorinstanz angesichts der vorstehenden Erwägungen zu Recht –
ohne Ermessensfehler – auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht
eingetreten ist und seine Wegweisung verfügt hat (vgl. Art. 31a Abs. 1
Bst. b und Art. 44 AsylG),
dass die Beschwerde, soweit auf sie eingetreten wird, folglich abzuweisen
ist,
dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG)
aufgrund der offensichtlich unbegründeten und damit von vornherein aus-
sichtslos erscheinenden Beschwerde ebenfalls abzuweisen ist,
dass das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der
Beschwerde (Art. 55 Abs. 3 VwVG) mit dem vorliegenden Urteil gegen-
standslos geworden ist,
dass aus dem gleichen Grund der am 10. November 2020 gemäss
Art. 56 VwVG angeordnete Vollzugsstopp dahinfällt,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m.
Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Dispositiv nächste Seite
F-5572/2020
Seite 10