Decision ID: 47f69b9b-b231-531d-9c08-012a37b5e607
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1966, war in einem 75%-Pensum als Pflegefachmann Dialyse angestellt, als er sich am 11. Juni 2008 unter Hin
weis auf verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen als Folgen eines am 15. Januar 2007 erlit
tenen Unfalls – von einem Auto am Hinterrad des Velos angefahren und ge
stürzt (Urk. 8/22/70)
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 8/13). Nach der Anmeldung zog die IV-Stelle die Akten des für das Unfallereignis vom 15. Januar 2007 zuständigen Unfallversicherers (Urk. 8/22/1-74, Urk. 8/27/1-31, Urk. 8/30/1-9, Urk. 8/31/1-47, Urk. 8/35/1-13) sowie die ärztlichen Berichte von Dr. med.
Y._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 2. Juli 2008 (samt dessen Korrespondenz, Urk. 8/23/1-38 und Urk. 8/26/1-22) und Dr. med
.
Z._
,
Neurologie FMH, vom 3. Juli 2008 (samt dessen Korrespondenz, Urk. 8/24/1-20) bei. Zudem liess sie den Versicherten im
A._
polydis
ziplinär
begutachten (Gutachten vom 12. Dezem
ber 2010, Gutachter: Dr.
med.
B._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH, Dr. med.
C._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Prof. Dr.
med.
D._
, Neurologie
FMH, Dr. sc. hum. Dipl
. Psych.
E._
, Neuropsychologie
, Dr. med
.
F._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Urk. 8/45). Gestützt darauf teilte die IV-Stelle dem Versicherten per Vorbescheid vom 5. Januar 2011 mit, dass sie das Leistungsbegehren abzuwei
sen gedenke, da zu keinem Zeitpunkt eine medizinisch begründbare Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe (Urk. 8/50). Dagegen opponierte der Versicherte am 3. Februar 2011 (Urk. 8/53) und beantragte, es sei ihm ab Januar 2008 eine ganze Rente der Invalidenver
sicherung auszurichten, eventualiter sei ein neues polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben,
subeventualiter
seien die beiden mit dem Einwand zu den Akten gereichten Gutachten von Dr
. med.
G._
, Psychiatrie
und Psycho
therapie FMH, vom 12. Januar 2010 (Urk. 8/54) und
Dr. med.
H._
,
Neurologie FMH, vom 19. Oktober 2009 (Urk. 8/55) dem
A._
zur Stellung
nahme
vorzulegen. Ferner reichte der Versicherte nach dem Einwand noch die Bescheinigung seines Arbeitgebers, Dr. med.
I._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 14. Februar 2011 (Urk. 8/57), die Stellungnahme von Dr.
phil.
J._
,
Fachpsychologin für Neuropsychologie SVNP/FSP, vom 11. März 2011 (Urk. 8/60) sowie den Bericht von Dr. med.
K._
, Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie FMH, vom 12. April 2011 (Urk. 8/65) zu den Akten. Am 18. April 2011 nahm
das
A._
(Dr.
B._
sowie
Dr. med.
L._,
Allgemeine Innere Medizin sowie Psychiatrie und Psycho
therapie FMH) Stellung zu den
Gutachten
G._
und
H._
(Urk. 8/66). Dazu wiederum nahm der Versi
cherte mit Eingabe vom 24. Mai 2011 Stellung (Urk. 8/68). Am 8. Juni 2011 würdigte der RAD (Dr. med.
M._
, Anästhesi
ologie FMH) unter Hinweis auf seine
Stellungnahme vom 3. Mai 2011 den me
dizini
schen Sachverhalt abschliessend dahingehend, dass dem
A._
-
Gutachten zu folgen sei, welches besage, dass der Versicherte in bisheriger und angepasster Tätigkeit uneinge
schränkt arbeitsfähig sei (vgl. Urk. 8/76/2-3). Dementspre
chend wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 4. Juli 2007 (recte: 2011) ab (Urk. 2).
2.
Gegen die am 6. Juli 2011 beim Rechtsvertreter des Versicherten eingegangene Verfügung erhob dieser am 2. September 2011 Beschwerde mit dem
Rechtsbe
gehren
, es sei die Beschwerdegegnerin unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolge
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze Rente der Invalidenversi
cherung auszurichten, eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Abklä
rung der Arbeitsfähigkeit in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 2).
Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 3. Oktober 2011 mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 7). Hiervon wurde der Beschwer
deführer am 4. Juli 2012 in Kenntnis gesetzt (Urk. 13). Der Beschwerdeführer reichte am 18. April 2012 (Urk. 9) noch einen Zeitungsartikel vom 10. April 2012 betreffend
den
A._
-Gutachter Dr.
B._
(Urk. 10/1) sowie einen Auszug aus dem im Urteil des Sozialversicherungsgerichts UV.2006.00218 vom 11. Februar 2010
berücksichtigten
A._
-Gutachten mit dem Bericht der neu
rologischen Untersuchungsbefunde des
A._
-Gutachters Prof. Dr.
D._
vom 4. Juni 2009 (Urk. 10/2) zu den Akten. Mit Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2012 (Urk. 11) folgte der Bericht Dr.
J._
über die neuropsychologi
sche
Kontrolluntersuchung vom 11. April 2012 (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geis
tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 gel
tenden Fas
sung).
1.2
1.2.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwal
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztli
che und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.2.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztli
chen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben wor
den ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozi
alversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fre
denhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.3
1.3.1
Gemäss der grundlegenden - auch im Sozialversicherungsrecht beachtlichen - Beweisregel von Art. 8 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuch
s
(ZGB) ist das Vor
handen
sein einer behaupteten Tatsache von demjeni
gen zu beweisen, wel
cher aus ihr Rechte ableitet. Im
Sozial
versicherungspro
zess
schliesst allerdings der
Untersuchungs
grund
satz
eine subjektive
Beweis
führungslast
begriffsnot
wendig
aus und bedeutet „Beweislast“ lediglich, dass im Falle der
Beweis
losig
keit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus
fällt, die aus dem unbe
wiesen gebliebe
nen Sachverhalt Rechte ablei
ten wollte, wenn es sich als un
möglich erweist, im Rahmen des
Un
ter
su
chungsgrundsatzes
aufgrund einer
Beweiswür
digung
einen Sach
verhalt zu ermit
teln, der zumindest die Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirk
lichkeit zu entspre
chen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264).
1.3.2
In der Invaliden
versicherung hat der Gesetzgeber die Entstehung des Rentenan
spruchs nicht direkt an die Diagnose einer Krankheit (oder einer traumatischen Körperschädigung oder eines Geburtsgebrechens) bzw. an die ärztliche Feststel
lung einer darauf zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit ange
knüpft, sondern in Art. 28 IVG nebst dem Erfordernis einer Invalidität von min
destens 40 % (Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG) eine einjährige Karenzfrist mit einer andauernden durch
schnittlich min
destens 40%igen
krankheits
bedingten
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) und die Verpflich
tung, sich zumut
baren Ein
gliederungs
massnahmen (wozu auch adäquate medi
zinische Therapien und eine zumutbare Willensanstrengung zur
Selbsteinglie
derung
gehören) zu unterziehen (Eingliede
rung vor Rente, Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG), als gesetzliche
Anspruchsvoraus
setzun
gen
verankert. Der im Hinblick auf einen Rentenan
spruch zu beweisende Sachverhalt umfasst sämtli
che
Tatbe
standselemente
von Art. 28 Abs. 1 IVG.
Anspruchsbegründend ist eine durch Krankheit, Unfall oder Geburtsgebrechen verursachte, objektiv nicht überwindbare voraussicht
lich bleibende oder längere Zeit dau
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig
keit.
1.3.3
Die Verwaltung als verfügende Instanz sowie
im Beschwerdefall
das Gericht können bzw. dürfen die medizinischen Aspekte des
anspruchsbegrün
denden
Tatbestands nicht aufgrund eigener Sachkunde feststellen, sondern sind auf externes medizinisches Fachwissen angewiesen (vgl. E. 1.2.1). Bei Vorliegen mehrerer medizinischer Beurteilungen sind diese gegeneinander abzuwägen und ist nach dem
Beweis
grad
der über
wiegenden Wahr
scheinlichkeit jener
Sachver
haltsdarstellung
zu folgen, die von allen möglichen
Geschehensabläu
fen
als die
wahr
scheinlichste zu würdigen ist (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.; vgl. auch vorstehende E. 1.2.2).
Bei der Würdigung ärztlicher Beweisaussagen zum anspruchsbegründenden Tat
bestand ist zwischen ärztlich dokumentierten medizinischen Fakten (klinische Feststellungen, gutachterliche Verhaltensbeobachtungen und anamnestische Daten) und deren Bewertung (von den Experten abgeschätzte Ursachen und Auswirkungen der festgestellten Fakten auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit) zu unterscheiden (vgl. dazu: Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.2 und E. 4.3 sowie Andreas Traub, Zum Beweiswert medi
zinischer Gutachten im Zusammenhang mit der
Rentenrevi
sion
, SZS 2/2012, S.
183-186
). Die ärztliche Dokumentation der Faktenlage im Zeitpunkt eines leistungszusprechenden Ent
scheids ist nicht nur - wie die vor
stehend zitierte Rechtsprechung und Literatur zeigen - Voraussetzung dafür, dass dieser Ent
scheid später revidierbar ist. Bei unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen der Anspruchsvoraussetzungen ist sie auch im Rahmen der erst
maligen
Anspruchs
prüfung
entscheidend dafür, welcher Sachverhaltsdarstellung als der wahr
schein
lichsten zu folgen ist.
Auch im Rahmen der erstmaligen Anspruchsprüfung kann daher eine lege
artis
erfolgte fachärztliche Beurteilung von einem anderen medizinischen Experten nicht durch die bloss abweichende Bewertung bereits aktenkundiger Fakten in Frage gestellt werden, sondern nur durch die Dokumentation neuer
entscheid
relevanter
Fakten. Solange lediglich - im Rahmen des medizinisch-wissen
schaftlich Vertretbaren - unterschiedliche Wertungen der gleichen medi
zini
schen Fakten vorliegen, lassen sich nur gleichermassen mögliche, aber kein überwiegend wahrscheinli
cher medizinischer Sachverhalt beweismässig erstel
len. In solchen Fällen kann ein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt auch nicht durch den
Beizug
eines weiteren Experten (Obergutachten) ermittelt wer
den. Denn ein
Obergut
achten
darf (und muss) nur dann angeordnet werden, wenn Widersprüche zwi
schen reproduzierbaren Fakten zeigen, dass diese noch ungenügend abgeklärt sind und weitere medizinische Untersu
chungen zusätz
liche
entscheidrelevante
Fakten liefern können. Ein Obergutachten darf aber nicht dazu dienen, die Grenzen der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verdecken (vgl. E. 1.2.2 am Ende) und den - den rechtsanwenden Behörden im Rahmen der Beweiswürdigung obliegenden - Entscheid darüber, welcher von mehreren durch die medizinischen Experten lege
artis
ermittelten möglichen
Sachver
haltsvarian
ten
als der wahrscheinlichsten zu folgen ist, an die Medizin zu dele
gieren.
2.
2.1
Nach eigener Beurteilung ist der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis vom 15. Januar 2007 aufgrund persistierender neuropsychologischer Defizite in sei
ner Lebensführung und Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt (Urk. 1 S. 3). Im Rahmen klinischer Untersuchungen wurden auch durchwegs - wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung - entsprechende Beschwerden dokumentiert. Ebenso sind in den medizinischen Akten drittanamnestische Angaben doku
mentiert, welche das Beschwerdebild bestätigen.
Strittig ist, ob es sich dabei um im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG invalidisierende Beschwerden handelt. Während der Beschwerdeführer und die ihn behandeln
den Ärzte die Ansicht vertreten, es handle sich um die Folgen eines beim Unfall vom 15. Januar 2007 erlittenen Schädel-Hirn-Traumas, gehen die Auffassungen der gutachterlich oder konsiliarisch tätig gewesenen Experten zum Teil dahin, dass die Beschwerden eher eine psychogene Ursache haben (ohne eine psychi
sche Erkrankung zu diagnostizieren).
2.2
Unter den gegebenen Umständen rechtfertigt es sich, zunächst die Fakten darzule
gen, welche den medizinischen Beurteilungen zugrunde liegen, auf die sich der Beschwerdeführer beruft.
2.2.1
In seinem Bericht vom 23. Januar 2007 über die erste Behandlung des Beschwer
deführers vom 19. Januar 2007 (Urk. 8/22/61-62)
verwies Dr.
Y._
hinsichtlich der
initialen
Befunde nach dem Unfall auf den Bericht über die am
bulante Behandlung vom 15. Januar 2007 in der
Notfallstation des Spitals
N._
(Urk. 8/22/70). Dort wird festgehalten, dass der Beschwerdeführer bei Ein
tritt klar orientiert war und dass er gemäss seinen Angaben beim Sturz keine Bewusstlosigkeit erlitten hatte, ihm danach aber schwindlig gewesen war. Ein Kopfanprall beim Sturz mit nachfolgendem Kopfschmerz oder eine äusserlich sichtbare Kopfverletzung sind nicht dokumentiert, aber Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), des rechten Ellbogens und des linken oberen Sprunggelenks. Diagnostiziert wurden Weichteilprellungen. Bildgebend abge
klärt wurden HWS, oberes Sprunggelenk links und Ellbogen rechts, alles ohne Befund (vgl. Urk. 8/22/61). Aufgrund der vom Beschwerdeführer am 19. Januar 2007 geschilderten Beschwerden des Unfalltages (sowie des Folgetages):
antero
grade
Amnesie für einige Minuten, wahrscheinlich Bewusstlosigkeit,
Kol
laps
neigung
mit Blasswerden, Schwindel, Brechreiz, einmaliges Erbrechen,
Kon
zentrationsstörungen
sowie Kopf- und Nackenschmerzen (mit nur teilweiser Besserung bis zum 19. Januar 2007), und nach Feststellung der Schäden an dem beim Unfall getragenen Helm
diagnostizierte Dr.
Y._
bei
unauffälligem
All
gemeinzustand
ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, eine fragliche leichte Com
motio cerebri eine HWS-Distorsion sowie eine Kontusion des rechten Ellbogens und der rechten Hüfte. Eine bildgebende Abklärung dazu ist nicht dokumentiert. Am 9. Februar 2007 überwies Dr
.
Y._
den Beschwerdeführer zur Abklärung und Behandlung an den Neurologen Dr.
Z._
,
weil er über zusätzliche Kopf
schmerzen rechts frontal bis retroaurikulär rechts seit dem 3. Februar 2007 geklagt hatte, welche bei Kopflage auf der rechten Seite ausgelöst würden (Urk. 8/22/66-67). Zudem bestünden jetzt leichte Ohrschmerzen rechts. Eben
falls neu hatte der Beschwerdeführer über ein intermittierendes Würgegefühl und Aufstossen, fast bis zum Erbrechen geklagt.
Dr.
Y._
ersuchte insbeson
dere um Abklärung der Frage, ob die neu aufgetretenen rechtsseitigen
Kopf
schmerzen allenfalls auf ein
intracerebrales
Hämatom zurückzuführen seien.
2.2.2
Dr.
Z._
untersuchte den Beschwerdeführer erstmals am 15. Februar 2007 (Bericht vom 19.
Februar 2007, Urk. 8/22/63-65). Dabei erhob er einen abgese
hen von einer diffusen Hypästhesie im Gesicht rechts und im Bereich der rech
ten Zungenhälfte (bei seitengleich auslösbaren
Kornealreflexen
) normalen
Hirn
nervenbefund
(und einen auch im Übrigen unauffälligen Status). Unauffällige Befunde ergaben auch die
cerebro
-vaskuläre Doppleruntersuchung, die Duplex-Sonogra
phie mit Farbcodierung, die EEG-Untersuchung sowie die visuell evozierten Potentiale. Gemäss der
Beurteilung Dr.
Z._
sprachen
die vom Beschwer
deführer geklagten Gefühlsstörungen für eine leichte Schädigung des
Nervus
trigeminus
. Ein
intracerebrales
Hämatom oder eine gröbere Läsion an Gehirn und Rückenmark war aufgrund der erhobenen Befunde nicht anzuneh
men. Noch offen gelassen werden müsse die Möglichkeit einer minimalen
Hirnschä
digung
. Die vom Beschwerdeführer geklagten Konzentrations- und
Gedächt
nisschwierigkeiten
könnten auch schmerzbedingt sein.
2.2.3
Wie der Beschwerdeführer zutreffend geltend macht (Urk. 1 S. 3 Ziff. 2), wies Dr
.
Y._
in seinem Bericht vom 5. Mai 2007 (Urk. 8/22/59) auf die „leichte Schädigung des
Nervus
trigeminus
mit Gefühlsstörungen im Gesicht rechts“ hin. Präzisierend ist dazu festzuhalten, dass Dr.
Y._
nicht
etwa - fachfremd - eine Läsion des Nervs und dessen Auswirkungen befundmässig nachwies, sondern lediglich die Beurteilung
Dr.
Z._
vom
15. Februar 2007 referierte, gemäss welcher die Gefühlsstörungen als Hinweis auf eine mögliche Läsion zu werten waren.
2.2.4
Zu präzisieren ist auch der Hinweis des Beschwerdeführers, dass er von Dr
.
Y._
erneut an Dr.
Z._
überwiesen worden sei, „weil seit dem Unfall eine Anosmie aufgetreten war“ (Urk. 1 S. 3 Ziff. 2). In seinem
Überweisungs
schreiben
vom 27. Juni 2007 gibt Dr.
Y._
zwar
eine „traumatisch aufgetre
tene
totale Anosmie“ als Überweisungsgrund an (Urk. 8/22/56). Als Fakten sind dem Bericht aber nur zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Verlaufskontrolle vom 26. Juni 2007 einen totalen Geruchsverlust seit dem Un
fall vom 15. Januar 2007 beklagt hatte, welchen er wegen seiner anderweiti
gen Beschwerden früher nicht wahrgenommen habe (Urk. 8/22/56), sowie, dass Dr
.
Y._
dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall bis zum 3. April 2007 und eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit ab dem 4. April 2007 attestierte (Urk. 8/22/57).
2.2.5
Präzisierungs- bzw. ergänzungsbedürftig ist auch die (zutreffende
) Feststellung des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 2), dass das von Dr.
Z._
ver
anlasste MRI unauffällige Befunde ergab und im Befundbericht darauf
hinge
wiesen wurde, dass man eine mögliche Läsion der
Fila
olfactoria
im MRI nicht erkennen würde. Gemäss dem Bericht des Neuroradiologischen und Radiologi
schen Instituts
der Klinik
O._
vom 5. Juli 2007 (Urk. 8/22/46-47) hatte Dr.
Z._
nicht nur eine mögliche Läsion der
Fila
olfactoria
abklären lassen, sondern allgemein nach
Anhaltspunkten für traumatische Hirnveränderungen gefragt. Der Vollständigkeit halber ist daher festzuhalten, dass
Dr.
Z._
eine umfassende Abklärung allfälliger hirnorganischer Schädigungen durchgeführt
bzw. veranlasst hat, aber weder seine eigenen Untersuchungen (vgl. Bericht vom 4. Juli 2007, Urk. 8/22/50) noch
diejenigen der Klinik
O
._
(vgl. Urk. 8/22/46) Anhaltspunkte für ein stattgefundenes Schädel-Hirn-Trauma lie
ferten.
2.2.6
Auch der Bericht von Dr.
med.
P._
,
Facharzt für Neurologie und Medi
zinischer Direktor
des
Q._
, welcher
auf Zuweisung
von Dr.
Z._
hin den Beschwerdeführer am 12. Januar 2009 ambulant explorierte (in Kenntnis
der
Vorbefunde Dr.
Z._
,
aber ohne dezidiert klinisch-neurologische Untersuchung, vgl. Urk. 3/4 S. 2) und beim Beschwerdeführer nochmals eine MRI-Untersuchung des Gehirns durchführen liess (Bericht vom 27. Januar 2009, Urk. 3/4 S. 1), wird in der Beschwerdeschrift nur sehr selektiv wiedergegeben.
Dr.
P._
berichtete zwar tatsächlich von einem mit dem Standard-EEG erhobe
nen pathologischen Befund mit unspezifischen mässig- bis mittelschwe
ren Verlangsamungsherden beidseits temporal (Urk. 3/4 S. 2). Dabei handelte es sich auch durchaus in dem Sinne um einen „organischen Befund“ (Urk. 1 S. 6), als er am Körper des Beschwerdeführers erhoben wurde. Der Befund zeigt aber keine strukturell-organische Hirnschädigung, sondern einen auffälligen physi
ologischen Vorgang im Gehirn, welcher gemäss Dr.
P._
auch der Medika
tion gegen die - vom Beschwerdeführer anamnestisch berichteten - epilepti
schen
Anfälle zugeschreiben werden kann (Urk. 3/4 S. 3). Das zum Nachweis
strukturell-organischer Läsionen geeignete Dünnschicht-MRI mit einem hoch
auflösenden Gerät ergab keinen Nachweis einer typischen
postkontusionellen
Läsion, keine Hinweise auf eine Mikroblutung und keinen Nachweis einer foka
len, kortikalen,
epileptogenen
Läsion. Auch das zusätzliche
Postprocessing
der Bilder durch einen zweiten Spezialisten im Hause (
Prof
. Dr. med.
R._
, Facharzt für Neurologie) habe keine Hinweise auf eine
epileptogene
bzw.
postkontusionelle
Läsion ergeben (Urk. 3/4 S. 2). Bei der Diagnosestellung (Urk. 3/4 S. 1):
„Status nach Velounfall am 15. Januar 2007 mit anamnestisch berichteter Be
wusstlosigkeit (Verdacht auf Commotio cerebri; ICD-10 S06.0),
anamnestisch und anhand der bisher durchgeführten Diagnostik kein hinrei
chender Anhalt für posttraumatische Epilepsie“,
machte Dr
.
P._
sodann deutlich, dass es nicht nur an Hinweisen für ein mit
telschweres Schädel-Hirn
-Trauma mit Hirnschwellung fehlte, sondern - mangels gesicherter ärztlicher Befunde - selbst eine Commotio cerebri nur als Verdacht diagnostiziert werden konnte.
2.2.7
Dr.
H._
gab
in seinem neurologischen Gutachten vom 19. Oktober 2009 (Urk. 8/55/1-17) an, dass die kooperationsunabhängigen Befunde, welche im Neurostatus vom 16. und 24. September 2009 erhoben wurden, durchwegs unauffällig waren. Die vom Beschwerdeführer demonstrierte Kraftverminderung am rechten Arm, die
Dysmetrie
im Finger-Nasen-Versuch rechts sowie die ver
minderte Sensibilität für alle Parameter im rechten Arm und Bein hätten sich diagnostisch nicht verwerten lassen. Die zerebrale Kernspintomographie habe keine Läsionen im Bereich der linken Hemisphäre gezeigt, welche für die Aus
fälle in der rechten oberen Extremität verantwortlich gemacht werden könnten. Es lägen auch keine Hinweise auf eine Läsion der peripheren Nerven im Bereich der rechten Hand vor (Urk. 8/55/14-15).
Im Übrigen referierte
Dr.
H._
- welchem der Beschwerdeführer eine sehr sorgfältige Auseinandersetzung
mit den
Vorakten
attestiert (Urk. 1 S. 10) - den
Bericht Dr.
P._
vom
27. Januar 2009 sowie denjenigen über ein in der
Q._
durchgeführtes EEG-Long-Term-Monitoring mit mehreren 24 Stunden-Ableitungen vom 11. bis 13 März 2009, welche die Natur der - anamnestisch - bisher dreimal aufgetretenen
Bewusstlosigkeiten
nicht hätten klären können, da solche trotz
Abdosieren
von
Carbamazepin
ebenso wenig hätten beobachtet werden können wie
interiktal
epilepsiespezifische Potentiale beziehungsweise Aktivitäten registriert werden konnten. Die Ärzte des
Q._
würden das Vorliegen einer posttraumatischen Epilepsie bei Status nach Velounfall am 15. Januar 2007 für unwahrscheinlich halten. Angesichts der Gesamtsituation
sei das Vorliegen einer psychogenen Symptomatik sehr wahrscheinlich (Urk. 8/55/6).
2.3
2.3.1
Soweit der Beschwerdeführer darauf hinweist, dass der neurologische Gutachter des
A._
ein
initiales
Schädel-Hirn-Trauma beim Unfall vom 15. Januar 2007 verneine (Urk. 1 S. 11), ist dies dahingehend zu präzisieren, dass Dr.
D._
nicht nur ein beim Unfall erlittenes Schädel-Hirn-Trauma verneint, sondern in seiner Beurteilung generell festhält, dass die von ihm durchgeführte neurologische Untersuchung ausser der (vorbestandenen, vgl. Urk. 8/1-10) Schwerhörigkeit keinen sicheren oder wahrscheinlichen Anhalt für eine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem ergeben habe (Urk. 8/45/36).
Diese Beurteilung steht - wie die vorstehenden Ausführungen gezeigt haben - in Übereinstimmung mit der Faktenlage aus den ärztlichen Voruntersuchungen.
2.3.2
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt (Urk. 1 S. 11 f.), kann der (mit Inkonsistenzen bei der neuropsychologischen Testung begründeten, vgl. Urk. 8/45/59) These Prof.
Dr.
D._
, wonach
eine bewusstseinsnahe, demonstra
tive Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden vorliegt, nicht „den Boden entziehen“ (vgl. Urk. 1 S. 12). Doch sind die Vorbringen des Beschwer
deführers als Hinweis darauf zu werten, dass er möglicherweise aufgrund der nach dem Unfall festgestellten Schäden an dem von ihm getragenen Helm zur Überzeu
gung gelangt sein könnte, beim Unfall ein zumindest mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma (mit einer Hirnschwellung) erlitten zu haben, und dass er unge
achtet der medizinischen Fakten (welche das als wenig wahrscheinlich erschei
nen lassen) an dieser Krankheitsüberzeugung festhält.
2.3.3
Ausgehend von der Schäden am Helm und der biomecha
nischen
Kurzbeurtei
lung
des Unfallgeschehens durch Prof. Dr. med.
S._
, Rechtsmedizin FMH, und Dr. sc. techn.
T._
vom 16. Januar 2009, gemäss der „von der Halswirbelsäule ausgehende Beschwerden und Befunde durch die
Sturzein
wirkung
im Falle eines ungünstig abgelaufenen Geschehens erklärbar wären“ (Urk. 3/3), postuliert der Beschwerdeführer das Vorliegen einer organischen Hirnverletzung (Schwellung des Hirns oder derglei
chen). Diese Behauptung un
termauert er, indem er aufgrund eigener Internet-Recherchen Beschwerden oder isolierte Befunde apodiktisch als Folgen von Hirndruck oder einer
Hirnschwel
lung
deklariert (Urk. 1 S. 11 f.).
2.3.4
Wie das Sozialversicherungsgericht bereits in anderen Fällen festgehalten hat (vgl. Urteile des
Sozialversicherungs
ge
richts
IV.2011.00355 vom 26. September 2012 E. 2.5.3, UV.2010.00146 vom 10. August 2011 E. 4.3.4 und
UV.2007.00077 vom 12. Juli 2008 E. 3.4.3), besteht hinrei
chend medizinisch-wissenschaftliche Evidenz dafür, dass der blosse Glaube, eine Verletzung erlitten zu haben, welche – nach verbreiteter Auffas
sung – typischerweise be
stimmte Symptome verursacht, zum Auftreten dieser Symptome führen kann. Dass die Erwartung einer nicht direkt willentlich beeinflussbaren (heilsamen oder schä
di
genden) Reaktion des eigenen Körpers, die erwartete Reaktion tat
sächlich her
vorrufen kann, lässt sich im Übrigen auch durch Erkenntnisse aus der Placebo-Forschung belegen (vgl. Georg
Schönbäch
ler
, Placebo, in Schweiz
Med
Forum 2007
;7
;205-210).
2.3.5
Versicherungsmedizinisch macht es bei (möglicherweise) psychogenen Beschwer
den (
pathogenetisch
-äti
ologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organi
sche Grundlage) in der Regel keinen Unterschied, ob die geklagten Beschwerden eher bewusstseinsnahen oder eher
bewusstseinsfer
nen
Ursprungs sind. Denn solange keine besonderen Umstände vorliegen, wel
che die Loslösung von einer selbstschädigenden Krankheitsüberzeugung verun
möglichen oder zumindest stark erschweren, ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 136 V 279) auch damit ein invalidisierender
Gesund
heitsschaden
im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG nicht nachgewiesen.
2.4
2.4.1
Im Lichte der vorstehenden Überlegungen kann offen gelassen werden, ob die nach der Beurteilung von Dr.
J._
(vgl. Urk. 8/22/32, Urk. 8/60 und Urk. 12) die Arbeitsfähigkeit einschränkenden neuropsychologischen Defizite des Be
schwerdeführers authentisch sind oder eine bewusstseinsnahe, demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden darstellen (so das neu
ropsychologische Teilgutachten von Dr.
E._
im Rahmen der
polydisziplinä
ren
A._
-Begutachtung, Urk. 8/45/61-70). Aufgrund
der neuropsychologischen Befunde lässt sich weder das Eine noch das Andere ausschliessen. Denn ein Schädel-Hirn-Trauma (oder eine andere unfallbedingte organische Schädigung) als Ursache dieser Beschwerden lässt sich neurologisch-fachärztlich nicht ob
jektivieren, und eine Krankheit (oder ein Geburtsgebrechen) wird nicht diag
nos
tiziert. Insbesondere stimmen
Dr.
G._
(Urk. 8/54) und der psychiatrische
A._
-Gutachter, Dr.
F._
(Urk. 8/
45/76-83), darin überein, dass der Be
schwerdeführer keine Anzeichen einer psychischen Störung zeigt, welche es ihm verunmöglichen oder stark erschweren würde, sich von seiner
Krankheits
über
zeugung
zu lösen. Auch die ärztlich dokumentierten psycho-sozialen Lebens
umstände liefern dafür keine Anhaltspunkte.
2.4.2
Unter diesen Umständen erscheint aufgrund des aktenkundigen medizinischen Sachverhalts eine invalidisierende Gesundheitsschädigung im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG nur als möglich, aber - weil eine nicht invalidisierende psychogene Ursache der Beschwerden genauso gut möglich ist - nicht als überwiegend wahrscheinlich.
2.4.3
Überdies ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht darge
legt, inwiefern weitere gutachterliche Abklärungen noch neue Erkenntnisse hinsichtlich des mehrfach fachärztlich überprüften und lediglich unterschiedlich bewerteten medizinischen Sachverhalts (vgl. E. 1.3.3 bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung liefern könnten.
2.5
Demzufolge ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen und lässt sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nach neuerlicher Abklä
rung nicht nachweisen. Die Beschwerde erweist sich deshalb in jeder Hinsicht als unbegründet und ist abzuweisen.
3.
Ausgangsgemäss sind die gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG nach dem
Verfahrens
auf
wand
zu bemessenden und hier auf Fr. 700.-- festzusetzenden
Verfahrens
kosten
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.