Decision ID: bcb06007-1ee1-489e-bbc8-dbdeca174317
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, arbeitete zuletzt
seit dem 1
5.
März 2011
als Gip
s
er/
Isoleur
bei der
Y._
in
Z._
(vgl.
Urk.
7/112
), als er
sich am 1
8.
Juli 2011 bei einem Sturz von der Leiter beide Fussknöchel brach (vgl. Unfallmeldung
vom 2
1.
Juli 2011,
Urk.
7/10/132
) und
sich
daher
am 2
2.
August
2012
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
7/7
S. 4
f.
Ziff.
6
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab
, zog
insbesondere
die Akten der Suva (
Urk.
7/10;
Urk.
7/44;
Urk.
7/109;
Urk.
7/114;
Urk.
7/116;
Urk.
7/119)
bei
und erteilte dem Versicherten Kostengutsprachen für eine berufliche Abklärung
(
Urk.
7/25
;
Urk.
7/51
)
, für ein Arbeitstraining
(
Urk.
7/61)
sowie für
«
Arbeitsver
mittlung
plus
»
(
Urk.
7/94). Die beruflichen Massnahmen wurden
per 1
0.
Juni 2017 abgebrochen
(
Urk.
7/101).
Die Suva
sprach
dem Versicherten
mit Verfügung vo
m 1
0.
Juli 2019 (
Urk.
7/128/2-6)
sowohl
eine
Integritätsentschädigung
auf
grund einer Integritätseinbusse
von 10
%
als auch
ausgehend von einer Erwerbs
unfäh
igkeit von 22
%
seit dem
1.
August 2019
eine Invalidenr
ente zu.
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/121;
Urk.
7/125;
Urk.
7/127
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügu
ng vom
5.
September 2019 (
Urk.
7/132
= Urk.
2) einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am
5.
Oktober 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
September 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. Es sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die erforderlichen Abklärungen zum Zumutbarkeitsprofil durchführe und hernach über die Leistungsansprüche neu verfüge (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
November 2019 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
2.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen
Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
1.5
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V
297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen
LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung
des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
a.a.O.
,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a).
1.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1
und
9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl.
Urteile des Bundesgerichtes
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.8
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und
Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch mit der Begründung,
der Beschwerdeführer
habe
zwar
die bisherige Tätigkeit als Gipser
infolge
der unfallbedingten Schädigung der Sprunggelenke nicht mehr aufnehmen können. Eine angepasste Tätigkeit sei ihm jedoch bereits nach Ablauf der Wartezeit
im
Juli 2012 wieder vollumfänglich zumutbar gewesen. In den Jahren 2013 bis 2017 sei
er
mit Wiedereingliederungsmassnahmen unterstützt worden. Der Einkom
mensvergleich ergebe keinen Rentenanspruch. Ein leidensbedingter Abzug sei nicht gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer sei in der Arbeitssuche nicht einge
schränkt, weshalb
auch
kein Anspruch auf berufliche Massn
ahmen bestehe. Zudem sei dies
bereits geprüft worden (
Urk.
2 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt
(
Urk.
1)
,
die
RAD-
Beurteilung
sei ohne persönliche Untersuchung
sowie
ohne
Abwarten des
medizinischen Endzustand
es
erfolgt.
Auch
widerspreche
sie
dem neuesten Zumutbarkeitsprofil des
Suva-
Kreisarztes. Beide Zumutbarkeits
profile würden
zudem
keine realistische Abbildung
seines
tatsächlichen Leistungsvermögens darstellen
. Er könne weiterhin keine 100%ige Leistung erbringen.
Ü
bereinstimmend mit dem Abschlussbericht des Arbeitstrainings im
A._
sei deshalb
weiterhin von einer Leistung von maximal 50 bis 80
%
auszugehen (S. 3 f.).
Die Erstellung eines verbindlichen Zumutbarkeitsprofils sei bis vor kurzem aufgrund seines instabilen Gesundheitszustandes nicht möglich gewesen.
Eine aktuelle Einschätzung nach Erreichen des medizinischen Endzu
standes
habe der
RAD nicht vorgenommen. Der massgebliche Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Die Beschwerdegegnerin habe daher die erforder
lichen Abklärungen zum Zumutbarkeitsprofil einzuholen und hernach über die Leistungsansprüche neu zu verfügen. Die Voraussetzungen für berufliche Einglie
derungsmassnahmen seien erfüllt (S. 5 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
Was das Vorbringen betreffend berufliche Massnahmen anbelangt, ist anzumerken, dass die angefoc
htene Verfügung – trotz
kurzem Hinweis in der Begründung auf die
Verneinung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen -
allein den Rentenan
spruch beschlägt, weshalb diese Frage nicht Anfechtungsgegenstand bildet und insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, da im Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich S
tellung genommen hat (BGE 131 V
164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a)
.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht liegen die folgenden, wesentlichen Berichte vor:
3.2
Am 2
4.
September 2012 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie (
Urk.
7/44/254-265). Dieser
hielt fest, dass der Beschwerdeführer am 1
8.
Juli 2011 von einer Leiter auf beide Füsse gestürzt sei und
dabei
eine mehrfragmentäre
Kalkaneusfraktur
mit
undislozierter
Fraktur des
Processus
tali
rechts sowie eine dislozierte Fraktur des
Processus
posterior
tali
links
erlitten habe
. Auf der rechten Seite sei eine
konservative Therapie erfolgt, wogegen
links
eine Schraubenosteosynthese durchgeführt worden
sei
(S. 8
Ziff.
5). Die
bisherige
Tätigkeit werde aufgrund der Belastungsfähigkeit beider Sprunggelenke kaum möglich sein. Eine angepasste wechselbelastende, leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeit mit Zusatzbelastungen statisch vereinzelt bis 25 kg,
kurzstreckig
gehend 10 bis 15 kg, Stehen mit Belastung reduziert, Gehen mehrere Male pro Arbeitszeit 200 Meter, Sitzen mit der Möglichkeit aufzustehen und herumzugehen
sowie
voraussichtlich ein
em
Teil der Arbeitszeit nur sitzend möglich im
Rahmen von einem Drittel sei dem
Beschwerd
eführer dagegen voll
zeitlich zumutbar. Nicht zumutbar seien kraftvolle Stoss-, Zug- und Drehbewe
gungen, kraftvolles Abstützen, längerdauerndes Stehen, Zwangshaltungen, Gehen ausschliesslich auf unebenem Untergrund, repetitives Treppensteigen, Gerüstarbeit, andauernde kniende, kauernde und bodennahe Tätigkeiten sowie Vibrationen und Schläge (S. 10 f.).
3.3
Mit Austrittsbericht vom 1
9.
Dezember 2012 (
Urk.
7/17)
informierten
die Ärzte der
C._
über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
5.
November bis 1
8.
Dezember 2012 und nannten folgende Diagnosen hin
sichtlich des am 1
8.
Juli 2011 erlittenen Leitersturzes
aus zirka drei
Metern Höhe (S. 1):
-
m
ehrfragmentäre
Kalkaneusfraktur
rechts vom
joint
depression
type
mit/bei:
-
Impressionsfraktur Grenzlamelle laterale
Talusrolle
rechts
-
Ruhigstellung in
Vacuped
-
Skelettszintigraphie (
9.
Juli 2012): Arthrose nach konsolidierter
Kalka
neusfraktur
im
unteren Sprunggelenk (
USG
)
, degenerative aktive Ver
änderungen
talonavikular
,
calcaneocuboidal
und im lateralen
Chopart
-Gelenk
-
Talusfraktur
mit Beteiligung der
Talusrolle
links mit/bei:
-
Ruhigstellung in
Vacuped
-
Schraubenosteosynthese Talus links (2
6.
Juli 2011)
-
Skelettszintigraphie (
9.
Juli 2012):
Osteopenie
des
Kalkaneus
, linkes
oberes Sprunggelenk (
OSG
)
/USG konsolidiert
-
Distorsion Handgelenk rechts
Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei
dem Beschwerdeführer
aktuell nicht zumut
bar. Eine angepasste leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit sei ihm dagegen ganztags zumutbar.
Der Beschwerdeführer
habe sich
jedoch
nicht auf eine berufliche Umstellung eingelassen und auf seiner Arbeit als Gipser beharrt, weshalb keine berufliche Massnahme empfohlen werde. Trotz medizi
nisch fraglicher Voraussetzung werde daher auf Wunsch des Beschwerdeführers ein Arbeitsversuch als Gipser im Frühling 2013 empfohlen. Im Falle eines Schei
terns dürfte eine berufliche Neuausrichtung endgültig nicht mehr zu vermeiden sein
(S. 2 f.).
3.4
Dem Bericht
vom 2
2.
Februar 2013 (
Urk.
7/23)
von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Chirurgie sowie für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
E._
, sind folgende
Diagnosen zu entnehmen (S. 1):
-
m
ehrfragmentäre
Kalkaneusfraktur
rechts vom
joint
depression
t
yp
e
mit/bei:
-
Impressionsfraktur der Grenzlamelle laterale
Talusrolle
rechts
-
k
onservativer Therapie
-
p
rogredienter Sinterung
-
l
eichter posttraumatischer Arthrose des
USG
der hinteren Facette
-
d
egenerativer
aktiver Veränderung
talonavikula
r
und
calcaneocuboi
dal
-
d
islozierte mehrfragmentäre Fraktur des
Processus
posterior
tali
links mit/bei:
-
Schraubenosteosynthese Talus links (2
6.
Juli 2011)
-
arthrotischen
Veränderungen im hinteren OSG,
Differentialdiagnose (
DD
)
:
posteriores
Impingement
Der Beschwerdeführer sei eineinhalb Jahre posttraumatisch weiterhin bei bereits geringer Gehstrecke aufgrund
der
Schmerzen eingeschränkt. Die bisherige Tätig
keit als Gipser
könne er nicht wiederaufnehmen
. Gemäss
der
Einschätzung der Ärzte in
C._
sei eine Umschulung ebenfalls nicht möglich (S. 2).
3.5
Mit Austrittsbericht vom 2
6.
November 2014 (
Urk.
7/43) informierten die Ärzte der
C._
über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 2
0.
Oktober bis 2
5.
November 201
4.
Das Ausmass der demonstrierten Ein
schränkungen lasse sich
mit den Befunden
mehr als drei Jahre nach der mehr
fragmentären
Kalkaneusfraktur
rechts sowie
Talusfraktur
links mit Entwicklung einer USG-Arthrose beidseits
und
sechs Monate nach USG-
Arthrodese
rechts mit
Osteosynthesem
ateria
lentfernung
(OSME)
rechts vor drei Monaten nur
teilweise
erklären.
Es
sei eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Infolge
der
Selbstlimitierung hätten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funk
tion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei dem Beschwerdeführer nicht
zumutbar. In einer
angepassten
leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne häufiges Treppen
- und Leiter
steigen, ohne Gehen auf unebenem Gelände sowie ohne Vibrationsbelas
tung und Schläge bezüglich der Füsse sei e
r ganztags arbeitsfähig (S. 2 f.).
3.6
Am 1
0.
November 2015 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie (
Urk.
7/44/8-13).
Als Diagnose nannte dieser – hier gekürzt aufgeführt - einen Status nach am 1
8.
Juli 2011 erlittenem Leiter
sturz mit wenig dislozierter mehrfragmentärer
Kalkaneusfraktur
rechts vom
joint
depression
type mit
undislozierter
Fraktur des
Processus
tali
rechts und dislozier
te
r
mehrfragmentäre
r
Fraktur des
Processus
posterior
tali
links. Das in der
C._
erstellte Zumutbarkeitsprofil gelte weiterhin. Zu ergänzen sei, dass regelmässig sitzende Anteile in einem Ausmass von mindestens einem Drittel erforderlich seien (S. 5 f.).
3.7
Ein erneuter Aufenthalt in der
C._
erfolgte vom 2
3.
August bis 2
7.
September 201
8.
Mit Austrittsbericht vom 2
8.
September 2018 (
Urk.
7/118)
führten die Ärzte die folgenden Diagnosen auf (S. 1 f.):
-
mehrfragmentäre
K
alkaneusfraktur
rechts vom
joint
d
epression
type
mit Impressionsfraktur Grenzlamelle laterale
Talusrolle
rechts, im Verlauf USG-Arthrose
mit/bei:
-
primär konservativer Behandlung
-
Skelettszintigraphie (
9.
Juli 2012): Arthrose nach konsolidierter
Kalka
neusfraktur
im USG, degenerative aktive Veränderungen
talonavikular
,
kalkaneokuboidal
und im lateralen
Chopart
-Gelenk
-
Subtalar-Arthrodese
rechts (
4.
Juni 2014)
-
v
ollständige
OSME bei störend empfundenem Osteosynthese (OS)-Material
(2
6.
August 2014)
-
Röntgen OSG rechts lateral belastet (1
6.
Oktober 2014): im Vergleich mit den Voraufnahmen weiterhin konsolidierte Verhältnisse
-
SPECT-CT Fuss rechts (
9.
November 2016): aktivierte
Calcaneocuboi
dal-Arthrose
, beginnende OSG-Arthrose im medialen
posterior
beton
ten Drittel bei k
ompletter knöcherner Konsolidat
i
o
n des
Subtalar
-Gelenks
-
Calcaneocuboidal-Arthrodese
mit Spongiosa-Plastik vom
Calcaneus
Fuss rechts (1
3.
März 2017)
-
Röntgen Fuss rechts (2
5.
April 2017): unverändert korrekte Lage des
Arthrodese
-Materials ohne Dislokation im Vergleich mit den intraope
rativen Voraufnahmen
-
Röntgen Fuss rechts (2
0.
September 2017): konsolidierte
Arthrodese
sowie nachvollziehbar mit
ungelockerten
Schrauben in situ
-
Talusfraktur
mit Beteiligung der
Talusrolle
links, im Verlauf USG-Arthrose
mit/bei:
-
Schraubenosteosynthese Talus links (2
6.
Juli 2011)
-
Skelettszintigraphie (
9.
Juli 2012):
Osteopenie
des
Kalkaneus
, linkes OSG/USG konsolidiert
-
SPECT-CT Fuss links (
9.
November 2016): mit aktiv vermehrtem Kno
chenumbau im
Malleolus
medialis
allerdings ventral sowie leichter degenerativer Veränderung im USG teils auch OSG
-
Arthrodese
Subtalar
-Gelenk links (
9.
April 2018)
-
Röntgen Fuss links (2
4.
Mai 2018): Zeichen der Konsolidation bei Sub
tala
r-
Arthrodese
mit in s
itu liegendem O
S-M
aterial
-
Röntgen OSG links (1
9.
Juli 2018): im Vergleich zu den Voraufnahmen zunehmende Konsolidation des USG bei in situ liegendem O
S-M
aterial, keine Lockerungszeichen
-
Wespenstich-Allergie
-
Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21)
Die psychische Störung begründe aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsminde
rung.
Es sei z
irka sieben Jahre nach
dem
Leitersturz mit
erlittener
Kalkaneusfrak
tur
rechts und
Talusfraktur
links im Jahr 2017 bei aktivierten Arthrosen eine
Arthro
dese
des
Calcaneocuboidalgelenk
s
rechts und im April 2018 eine
Subtalar
-A
rthrodese
li
nks durchgeführt worden, weshalb
die Beweglichkeit
beider
Fussge
lenke noch immer deutlich eingeschränkt
sei. Auf der rechten Seite
träten
kaum noch Beschwerden auf, wogegen links
aktuell noch eine schmerzhafte Funktions
einschränkung
bestehe
, welche sich im Verlauf bereits gebessert habe. Aufgrund der zwischenzeitlich weitgehend konsolidierten
Arthrodesen
sei mit einer dauer
haften Bewegungseinschränkung beidseits zu rechnen. Die Schmerzsymptomatik sollte jedoch in den nächsten Monaten weiter
regredient
sein.
Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei
dem Beschwerdeführer
nicht zumutbar. Eine angepasste mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeit ohne Arbeiten länger
dauernd in der Hocke und/oder auf den Knien sowie ohne
häufiges Treppen- und Leiter
steigen sowie längeres Gehen über unebene Böden sei
ihm
ganztags zumutbar
. Ein stabi
ler Zustand sei erreicht. Von der Fortsetzung der Behandlung könne keine nam
hafte Bess
erung mehr erwartet werden (S. 2 f.
).
3.8
Mit
RAD-
Stellungnahme vom 2
2.
November 2018
erwähnte
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie,
mit Verweis auf den Bericht der Ärzte der
C._
vom Septe
mber 2018 (vorstehend E. 3.7
) als – hier gekürzt aufgeführte - Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine
mehr
fragmentäre
K
alkaneusfraktur
rechts vom
joint
d
epression
type mit Impress
i
o
ns
fraktur Grenzlamelle laterale
Talusrolle
rechts und im Verlauf USG-Arthrose
sowie eine
Talusfraktur
mit Beteiligung der
Talusrolle
links und
im Verlauf USG-Arthrose
.
Es handle sich um
reine
Unfallfolgen, weshalb mit der Suva koordiniert werden könne.
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
er eine Wespenstich-Allergie sowie eine Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21). Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei
dem Beschwerdeführer
seit dem 2
1.
Juli 2011 nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit in Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heb
en und Tragen von Lasten bis 15
kg körpernah, ohne längeres Gehen über unebene
Böden, ohne Tätigkeiten länger
dauernd in der Hocke oder auf den Knien oder auf Leitern, Stehen und Gehen am Stück
maximal bis 1.5 Stunden könne
ihm
weiterhin zugemutet werden.
Vom 2
1.
Juli 2011 bis 1
8.
De
zember 2012 sei er auch in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeits
unfähig gewesen. Seither bestehe – abgesehen von zeitweisen 100%igen Arbeits
unfähig
keiten – eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, dies zuletzt seit dem
2
8.
September 2018
(Arztbericht
C._
)
. Eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten. Im Rah
men der Wiedereingliederungsmassnahmen seien immer wieder motivationsbe
dingte Verhaltensweisen wie auch schlechte Deutschkenntnisse aufgefallen,
welche
versicherungsmedizinisch nicht relevant seien (vgl.
Urk.
7/124 S. 5 ff.).
4.
4.1
Anhand der vorliegenden
Akten
steht in medizinischer Hinsicht
unbestrittener
massen fest, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Gipser
/
Isoleur
aufgrund der unfallbedingten Beschwerden an
beiden
Sprungge
lenken – der Beschwerdeführer erlitt bei einem Leitersturz
im Wesentlichen
eine mehrfragmen
täre
Kalkaneusfraktur
rechts vom
joint
depression
type sowie eine
Talusfraktur
mit Beteiligung der
Talusrolle
links - nich
t mehr zumutbar ist (
vorstehend E. 3.2-3.8
).
Die
Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer
jedoch
bereits
eineinhalb
Jahr
e
nach dem Unfallereignis wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit; dies abgesehen von kurzzeitigen operationsbedingten vollstän
digen Arbeitsunfähigkeiten (
vorstehend E. 3.3,
E. 3.5-3.8
). Das durch RAD-Arzt
Dr.
G._
erstellte Belastbarkeitsprofil
, wonach der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit in Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg kör
pernah, ohne längeres Gehen über unebene Böden, ohne Tätigkeiten längerdau
ernd in der Hocke oder auf den Knien oder auf Leitern, Stehen und Gehen am
Stück maximal bis 1.5 Stunden, ganztags arbeitsfähig sei (vgl.
Urk.
7/124
S. 5
ff.),
erweist sich dabei als plausibel
und
nachvollziehbar. Darauf kann abgestellt werden.
4.2
Dass, wie vom
Beschwerdeführer geltend
ge
macht, die RAD-Beurteilung ohne persönliche Untersuchung sowie ohne Abwarten des medizinischen Endzustandes
erfolgt
sei
und zudem der neuesten kreisärztlichen Einschätzung
sowie den
Erkenntnissen aus dem Arbeitstraining im
A._
widerspreche
(
Urk.
1 S. 3
f.
),
schmälert deren Beweiswert nicht
. So handelt es sich bei der RAD-Stellungnahme zwar um eine reine
Aktenbeurteilung
. Einer solchen kann trotz
dem voller Beweiswert zukommen, sofern es im Wesentlichen nur um die ärztli
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2
, 9C_73/2014 vom
9.
April 2014 E. 4.2 und 9C_904/2009 vom
7.
Juni 2010 E. 2.2
). Vorliegend konnte sich RAD-Arzt
Dr.
G._
anhand der ihm zur Verfügung gestellten
Vorakten
ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Krankheitsverlauf sowie den gegenwärtigen gesundheitlichen
Zustand
des Beschwerdeführers verschaffen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass auf eine persönliche Untersuchung des Besc
hwerde
führers verzichtet wurde.
Gemäss der Einschätzung der behandelnden Ärzte der
C._
war
bei Austritt im September 2018
ein stabiler Zustand erreicht und von der Fortsetzung der Behandlung konnte keine namhafte Besserung mehr erwartet
werden (vgl.
Urk.
7/118 S. 3
).
Obwohl der
Suva-
Kreisarzt davon ausging,
dass ein
stabiler Z
ustand frühestens
zirka
zwölf Monate nach der
im April 2018 erfolgten
Operation
– und
damit
erst
im April 2019
– erreicht sei (vgl.
Urk.
7/119/694-695 S. 2), kann gestützt darauf entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
7/127 S. 2) nicht gesagt werden, dass das Zumutbarkeitsprofil der
C._
verfrüht erstellt
wurde
. So handelt es sich bei der kreisärztlichen Aussage einzig um eine Prog
nosestellung gestützt auf die
Vorakten
, wogegen die Einschätzung der
C._
nach
eigener
ausführlicher
Befundaufnahme
erfolgte.
Schliesslich ist e
in offensichtlicher Widerspruch des
RAD-
Belastungsprofils zum neusten kreisärztli
chen Zumutbarkeitsprofil
(vgl.
den
Auszug in
Urk.
3) nicht ersichtlich und vermag die
ses nicht in Zweifel zu ziehen.
Auch aus
dem Abschlussbericht des Arbeitstrainings im
A._
im Jahr 2016
kann der Beschwerdeführer nichts
zu seinen Gunsten
- auch nicht eine maximale Leistungsfähigkeit von 50 bis 80 % -
ableiten.
Es
handelt sich dabei nicht um eine
ärztliche
Beurteilung und die
Empfehlung zur
Präsenzzeit erfolgte
nicht anhand objektiv ausgewiesener Befunde, sondern
aufgrund der
vom
Beschwerdeführer
subjektiv beklagten Beschwerden
. Zudem fielen motivationsbedingte
Verhaltensweisen und schlechte Deutschkenntnisse auf, welche die Arbeitssuche behinderten
(vgl.
Abschlussbe
richt Arbeitstraining vom 1
1.
Oktober 2016 in
Urk.
7/78 S. 1
ff.
).
4.3
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines somatischen Leidens in der bisherigen Tätigkeit als Gipser
/
Isoleur
seit dem im Juli 2011 erlittenen Unfall nachweislich nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer angepassten Tätigkeit in Beachtung des
RAD-
Belastungsprofils ist dagegen von einer vollständigen Arbeitsf
ähigkeit auszugehen.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
vorzunehmen, wobei der Beschwerdeführer als zu 100
%
Erwerbstätiger zu qualifizieren ist. Somit ist ein Einkommensvergleich nach
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG vorzunehmen
(vorstehend E. 1.3)
.
Anhand der medizinischen Akten ist seit dem
2
1.
Juli 2011 ununterbrochen eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, womit das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (vorstehend E. 1.2)
am
2
1.
Juli 2012 erfüllt war.
A
ngesichts der am
4.
September 2012 bei der Beschwerdegegnerin einge
gangenen Anmeldung (vgl.
Urk.
7/7; Aktenverzeichnis zu
Urk.
7 S. 1)
ist
die sechsmonatige Frist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG
im März 2013
abgelaufen.
Ein Rentenanspruch würde somit frühestens ab
März 2013
bestehen. Für die Vor
nahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das
Jahr 2013
, abzu
stellen (BGE 129 V 222).
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das hypothetische
Valideneinkommen
(vor
stehend E. 1.4)
gestützt auf das gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) durch den Beschwerdeführer bei der
Y._
im Jahr 2010 erzielte Einkommen
in der Höhe
von
Fr.
80'400.
-- (vgl. IK-Auszug in
Urk.
7/13)
und berechnete – angepasst an die Nominallohnentwicklung – ein hypothetisches
Valideneinkommen
im
Jahr 2013 von rund
Fr.
82'508.--
(vgl.
Urk.
7/120 S. 1). Dies ist nicht zu beanstanden
und darauf ist abzustellen.
Soweit der Beschwerde
führer mit Verweis auf die Unfallmeldung (
Urk.
7/10/132) ein AHV-pflichtiges Jahreseinkommen im Jahr 2011 von mindestens
Fr.
81'144.-- erwähnt (vgl.
Urk.
7/127 S. 3),
vermag dies nichts daran zu ändern.
5.3
Da der Beschwerdeführer nach Lage der Akten
seit dem Unfallereignis
keine Tätigkeit
mehr
aus
ge
übt
hat
, ist für die Bestimmung des hypothetischen Invali
deneinkommens
(vorstehend E. 1.5)
auf die Tabellenlöhne der LSE und dabei
mit der Beschwerdegegnerin
auf den Zentralwert
bei den Männern für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art im Sektor «Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren» abzustellen (vgl.
Urk.
7/120 S.
1)
. Dies
er betrug im Jahr 2012
Fr.
5'361.--
(LSE 2012
, TA1_tirage_skill_level,
Ziff.
10-33, Kompe
tenzniveau 1
). Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbei
tszeit im Jahr 2013 von 41.7
Stunden sowie der Nominallohnentwicklung bei den Männern
im Jahr 2013 von 0.8
%
angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund
Fr.
67'603.--
(
Fr.
5'361.
--
:
40 x 41.7 x 12
x 1.008
).
Ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug (
vorstehend E. 1.6
) wurde von der Beschwerdegegnerin nicht gewährt und ist
vorliegend
– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
7/127 S. 3) -
auch nicht gerechtfertigt.
So sind die
gesundheitlichen
Einschränkungen bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalten und dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen.
Zu erwähnen ist ausserdem, das
s
Hilfsarbei
ten auf dem ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt
werden
und d
er Umstand, dass
die Stellensuche
altersbedingt erschwert sein mag, als
invaliditätsfremder Faktor
ausser Betracht
fällt
(
vgl. Urteil
e des Bundesgerichts
8C_
219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3,
8C_312/2017 vom 22.
November 2017 E. 3.3.2
und 8C_805/2016 vom 22. März 20
17 E. 3.4.3).
Auch die
lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt rechtfertigt bei Hilfstätigkeiten im untersten Kompetenzniveau keinen Abzug (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 3
0. September 2019 E. 5.2
).
Weitere Gründe, welche einen Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht explizit geltend gemacht.
5.4
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
82'508.-- dem Invalideneinkommen von Fr.
67'603.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
14'905.-- und somit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 18
%
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur
Abwei
sung der Beschwerde führt
, soweit darauf einzutreten ist.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit darauf einzutreten ist
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Daniel Wenger
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.