Decision ID: 659ef390-f930-44ea-b8c5-fdb36b11a367
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war seit Nov
ember 2019 als Maler bei der Y._
angestellt und über diese bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am
9.
November 2019 auf einer Baustelle stürzte
und sich verletzte
(
Urk.
8/1 S. 1
Ziff.
1-5 und 9
,
S. 2,
Urk.
8/3
). Die Suva richtete für die Folgen des Ereignisses die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus (
Urk.
8/7).
Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2020 (
Urk.
8/86) stellte die Suva die bisher ausgerichteten Versicherungsleistungen rückwirkend per
9.
Januar 2020 ein. Die
vom Versicherten am 1
2.
November 2020 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
8/89/1-5) wies die Suva mit Entscheid vom 1
1.
März 2021 (
Urk.
8/95 =
Urk.
2) ab.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
1
6.
April 2021
Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 1
1.
März 2021 (
Urk.
2) und beantragte,
dieser und die Verfügung der Suva vom
9.
Oktober 2020 seien aufzuheben. Die Suva sei zu verpflichten, ihm für die andauernde Behandlung der Beschwerde
n
bis auf Weiteres Taggelder zu entrichten und die Behandlungs- und Heilungskosten zu übernehmen. Des
Weite
ren sei
die Suva zu verpflichten zu überprüfen
, ob ihm eine angemessene Inva
lidenrente zuzusprechen sei, und es sei ihm eine Genugtuung von
Fr.
5'000.-
zu bezahlen (
Urk.
1 S. 1 f.
Ziff.
1-4).
Verfahrensrechtlich beantragte er die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechts
vertre
tung (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
5).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Mai 2021 (
Urk.
7) die
Abwei
sung der Beschwerde.
2.2
Der Beschwerdeführer reichte am 2
8.
Mai 2021 (
Urk.
11) das Formular zur Abklärung der proze
ssualen Bedürftigkeit (
Urk.
9) mit Belegen (
Urk.
10/1-2) ein, wobei S. 6 des Formulars fehlte
. Mit Gerichtsverfügung
vom
9.
Juli 2021 wurde der Beschwerdeführer
dazu aufgefordert, das
vollständige Formular zur Abklä
rung der prozessualen Bedürftigkeit
einzureichen
und dazu zu erklären, ob eine Kostenübernahme durch die Rechtsschutzversicherung abgelehnt worden sei und entspreche
nde Belege einzureichen (
Urk.
12
Dispositiv
Ziff.
1). Der Beschwerde
führer reichte am 1
6.
Juli 2021 (
Urk.
13) erneut das unvollständige Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
14) mit Belegen (
Urk.
15) ein. Die
Frage
nach
einer Kostenübernahme durch die Rechtsschutzversicherung wurde nicht beantwortet.
Mit Verfügung vom 2
8.
September 2021 wurde das Gesuch vom 1
6.
April 2021 um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung androhungsgemäss abge
wiesen. Zudem wurde dem Beschwerdeführer eine Kopie der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
17 Dispositiv
Ziff.
1-2). Auf eine am
8.
November 2021
dagegen
beim Bundesgericht erhobene Beschwerde (
Urk.
23 S.
2
oben) trat das Bundes
gericht mit Urteil vom 1
6.
November 2021 nicht ein (
Urk.
22 Dispositiv
Ziff.
1). Auf ein am
8.
November 2021 gestelltes Wiedererwägungsgesuch
(
Urk.
19)
trat das hiesige Gericht mit Beschluss
vom
7.
Dezember 2021 nicht ein (
Urk.
24 Dispositiv
Ziff.
1).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden –
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Renten
alters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbe
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
–
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä
rungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten spontanen «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen,
die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121 V 45 E. 2a, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest,
die Suva-Kreisärzte
med.
pract
. Z._
, Fachärztin für Anästhesiologie, und
Dr.
med. A._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
seien in der Beurteilung vom
5.
Oktober 2020 zum Schluss gekommen, dass keine Hinweise für eine richtunggebende Verschlimmerung eines Vorzustandes bestünden. Es sei von einer kurzen
,
vorübergehenden
Verschlimmerung auszu
gehen, welche vier Wochen nach dem Unfallereignis als folgenlos abgeheilt zu betrachten sei (S.
5 E. 3.1).
Im Arztzeugnis zur Erstbehandlung sei
nur
eine Untersuchung
(
MRI
)
des Ellen
bogens vom 1
0.
Dezember 2019 eingetragen worden. Der Hausarzt habe die
eben
falls
am 1
0.
Dezember 2019 durchgeführte
n
Arthro
-MRI
-Untersuchungen
beider S
chultern im Arztzeugnis nicht dokumentiert. Dies deute darauf hin, dass die Schulterbeschwerden nicht im Zusammenhang mit dem U
nfallereignis gestanden hätten
(S. 7 oben).
Die
beschriebenen degenerativen Veränderungen
des rechten Schultergelenks seien schon in einem MRI vom
7.
J
uni 2018 nachgewiesen worden (S. 7 Mitte).
Der
dokumentierte
Beschwerdeverlauf spreche
ebenfalls gegen eine traumatische
Rotatorenmanschetten
-Läsion. Der Beschwerdeführer habe nach dem Unfallereignis keine Schulterbeschwerden bemerkt und am Unfall
tag der körperlich schweren angestammten Tätigkeit weiter nachgehen können. Dies spreche auch gegen eine relevante Verletzung des rechten Ellen
bogens und des linken Fusses
(S. 7
unten
).
Die Beurteilung durch die Suva-Kreisärzte sei für di
e streitigen Belange umfas
send. Sie berücksichtige
zudem
die geklagten Beschwerden und sei in Kenntnis der
Vorakten
erfolgt.
Die Stellungnahme leuchte sodann in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Darlegung der medizinischen Situa
tion ein. Aus den Akten seien keine Gründe ersichtlich, die gegen die Schluss
fol
gerungen der Kreisärzte sprechen würden.
Gemäss
Dr.
A._
und med.
pract
.
Z._
sei davon
auszugehen, dass es beim Unfall vom
9.
November 2019 weder am Ellenbogen noch an den Schultern oder am linken Fuss zu einer struk
tu
rellen Läsion gekommen sei. Bei den bildgebend erhobenen Befunden handle es sich vielmehr um vorbestehende degenerative Veränderungen (S. 8 E. 3.2 oben).
2
.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
die Stellungnahme der Suva-Kreisärzte sei ohne ausreichende Begründung und vor allem ohne profunde Untersuchung erfolgt. Diese hätten lediglich darauf hingewiesen, dass
im Arztzeugnis über die E
rstbehandlung keine Angaben zu den
Schulterbeschwerden und dem Traum
a
zu finden seien
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
16). Die in einem Auftragsverhältnis zur Beschwer
degegnerin stehenden Kreisärzte hätten nicht ausreichend beziehungsweise gar nicht zu abweichenden Gegenmeinungen
Stellung
genommen. Bezüglich des Haus
arztberichtes hätten sich die Kreisärzte nicht die Mühe gemacht, sich mit dem genannten Arzt in Verbindung zu setzen und dessen Untersuchung und die Diagnose sachlich zu überprüfen. Zur Expertise von
Dr.
med. B._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
hätten sie überhaupt nicht Stellung genommen (S. 6
Ziff.
17).
Die noch bestehenden Folgeschäden stünden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang
zum
Unfallereignis (S. 7
Ziff.
19). Dass
einige Beschwer
den, insbesondere im Zusammenhang mit der Schulter und den Füssen, erst zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt hätten, sei eine häufige Erscheinung bei vielen Unfälle
n
. Dies sei keineswegs als lebensfremd und als nicht kausal einzu
stufen (S. 7
Ziff.
20).
2
.3
Die Beschwerdegegnerin führte in der Vernehmlassung vom 1
8.
Mai 2021 ergän
zend aus, die Beurteilung durch die Kreisärzte sei gestützt und unter Bezugnahme auf sämtliche bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen erfolgt. Diese lieferten ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Verlauf und den gegen
wärtigen Status. Der Untersuchungsbefund liege in den Akten lückenlos vor.
Die Kreisärzte hätten sich daher ein gesamthaft lückenloses Bild verschaffen können.
Sie
hätten zudem Bezug genommen zu den Angaben, den erhobenen Befunden und den Diagnosen im Hausarztbericht vom 1
4.
Januar 2020 und im Bericht von
Dr.
B._
vom 1
3.
März 202
0.
Diese begründeten
, insbesondere unter Bezug
nahme auf die zeitlich verzögerte Erstbehandlung beziehungsweise die nicht sofortige Arbeitsniederlegung, dass das Ereignis vom
9.
November 2019 nicht zu einer erheblichen Traumatisierung und zu keiner strukturell objektivierbaren Ver
letzung geführt habe
(
Urk.
7 S. 3
Ziff.
5.2).
Die Kreisärzte der Suva würden im Übrigen ausschliesslich Unfallpatienten und Körperschädigungen gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG diagnostisch beurteilen und thera
peutisch begleiten. Sie verfügten deshalb über besonders ausgeprägte
trau
mat
o
log
ische
Kenntnisse und Erfahrungen (S. 4
Ziff.
5.3 Mitte).
2
.4
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistun
gen zu Recht rückwirkend per
9.
Januar 2020 eingestellt hat
oder
ob die Heilbe
handlungskosten und Taggelder
weiterhin
von der Beschwerdegegnerin zu über
nehmen sind.
Zudem ist zu prüfen, ob ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer rügte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin. Er
brachte vor
, die erwähnten Suva-Kreisärzte wären
gemäss Art 29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) verpflichtet gewesen, allfällige offene Fragen oder Widersprüche mit den jeweiligen Fachärzten gründlich zu klären und
die gegenteilige Auffassungen
vertretenden Kollegen zu entsprechen
den Stellungnahmen zu veranlassen. Die Beschwerdegegnerin habe gar eine beantragte vollumfängliche Einsicht in alle Untersuchungsakten als nicht erfor
derlich abgewiesen (
Urk.
1 S. 7 f.).
Zum Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist vorab Stellung zu nehmen.
3.2
Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer einzelnen Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 144 I 11 E. 5.3, 143 V 71 E. 4.1, je mit Hinweisen).
3.3
Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin der versicherungsinternen Beurtei
lung ihrer Kreisärzte Beweiswert beimass und sie auf weitere medizinische Abklä
rung verzichtete, lässt
noch nicht auf
einen Verstoss gegen die Grundsätze eines fairen Verfahrens und
auf
eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs schliessen.
Wie
nachfolgend
darzulegen ist
(E. 5.2)
, kann der Beurteilung durch die Suva-Kreisärzte Beweiswert beigemessen werden.
Be
i dieser Ausgangs
lage
war
ein Verzicht auf weitere Beweismittel
nach den Regeln der antizip
ierten Beweiswürdigung (BGE
124 V 94 E. 4 b
122 V
157
E. 1 d) zulässig.
Der Beschwerdeführer stellte
in der
Einsprache vom 1
2.
November 2020 den Antrag, es seien sämtliche
Vorakten
bei der Beschwerdegegnerin zum Verfahren beizuziehen (
Urk.
8/89 S. 3
Ziff.
3 oben). Die Beschwerdegegnerin hielt im
Ein
spracheentscheid
vom 1
1.
März 2021 dazu fest,
es seien ihr
keine weiteren
bei ihr
versicherten
U
nfälle mit einer Beteiligung der Ellenbogen
, der Sc
hultern oder der Füsse gemeldet worden,
weshalb sich weitere Abklärungen
dazu
erübrigten (
Urk.
2 S. 9 E. 3.4).
S
oweit ersichtlich,
liegen keine
früheren
bei der Beschwerde
gegnerin versicherten
Unfälle
des Beschwerdeführers
mit Beteiligung der
Ellen
bogen, der Schultern
oder
der Füsse
vor
.
Einen derartigen Unfall machte auch der Beschwerdeführer nicht geltend.
Auf den
Beizug
sämtlicher
Vorakten
zum Ver
fahren durfte daher ohne Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör ver
zichtet werden.
4.
4.1
Die vorinstanzlichen Akten enthalten
einen Bericht vom
8.
Juni 2018 (
Urk.
8/49) über eine
MR
-
S
c
hulterarthrografie
rechts vom
7.
Juni 201
8.
Bei der Unter
suchung wurde
n
degenerative Veränderungen des
Acromioclaviculargelenks
(AC-Gelenk)
festgestellt
. Weiter wurde ausgeführt, es sei
en
eine
transmurale
Rota
torenmaschetten-Läsion
mit Beteiligung der
Supraspinatussehne
und einer Breite von zirka 8 mm festgestellt worden, ohne eine Sehnenretraktion. Zudem
bestünden
eine
hyperintense
Signalalteration der
Bizepssehne
im intraartikulären Abschnitt im Sinne einer schweren
Tendinopathie
und
Zeichen einer
Synovitis
bei bekannter Periarthritis
humeroscapularis
(PHS).
4.2
Gemäss Unfallmeldung vom 3
0.
Dezember 2019 verletzte sich der Beschwerde
führer am
9.
November 2019 bei der Arbeit auf einer Baustelle
am Oberarm und am Rücken
(
Urk.
8/1 S. 1
Ziff.
2
, 4-5 und 9
).
In der Unfallmeldung
wurde zum Ereignis angegeben
,
er
sei mit dem Oberkörper voraus seitlich umgefallen. Er habe dies zu Beginn nicht ernst genommen, da erst später richtige Schmerzen aufgetreten seien. Aufgrund von Personalmangel und weil sein Chef keine Freude gehabt habe, habe er weitergearbeitet. Schliesslich sei jede Bewegung, vor allem mit dem Arm,
immer
schlimmer geworden (S. 2).
4.3
Dr.
med. C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
D._
, attestierte
im
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom
5.
Dezember 2019 (
Urk.
8/5) für die Zeit vom
4.
bis
8.
Dezember 2019 aufgrund eines Unfalles eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
4.4
Dr.
C._
attestierte
in einem weiteren
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 1
2.
Dezember 2019 (
Urk.
8/6)
für die Zeit vom
9.
bis 2
0.
Dezember 2019
ebenfalls
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
4.5
In einem von einem
/r
Arzt
/Ärztin
der
D._
ausgestellten Arztzeugnis vom
1
4.
Januar 2020 (
Urk.
8/13/1-2) wurde angegeben, die Erstbehandlung sei im November 2019 erfolgt. Ein genaues Datum wurde nicht
genannt
(
Ziff.
1).
D
er Patient habe Ende November 2018 bei der Arbeit den rechten Ellenbogen ange
schlagen (
Ziff.
2).
A
uf die Frage nach besonderen Umständen, die den Heilungs
verlauf ungünstig beeinflussen könnten
(zum Beispiel frühere Erkrankungen
, Unfälle
)
,
wurde
n
eine
PHS
der rechten Schulter, Erstdiagnose Dezember 2019, und ein chronisches Schmerzs
yndrom der Halswirbelsäule (HWS) angegeben
(
Ziff.
3).
Als objektive Befunde bestünden Schmerzen bei
der
Palpation
de
s rechten late
ralen
Epicondylus
sowie bei der Flexion des rechten Ellenbogens. Erwähnt wurde sodann ein MRI des rechten Ellenbogens vom 1
0.
Dezember 201
9.
Die Untersu
chung habe eine Grad II-Läsion
Ligamentum
collaterale
ulnare
(LUCL)
ergeben und ein Knochenmar
ksödem am lat
eralen
Epic
ondylus
,
d
ifferentialdiagnostisch im Rahmen der
Ligamentläsion
beziehungsweise einer
reaktive
n
Epicondylitis
radialis
(
Ziff.
4). Der behandelnde Arzt stellte die Diagnose Läsion des LUCL Grad II des rechten Ell
enbogen
s
. Als Differentialdiagnose bestehe eine
Epicondylitis
radialis
(
Ziff.
5).
Die erhobenen Befunde seien mit dem geltend gemachten Ereig
nis vereinbar und erschienen plausibel (
Ziff.
6). Es sei ein MRI des rechten Ellen
bogens erstellt worden
(
Ziff.
7). Vom
4.
Dezember 2019 bis 1
0.
Februar 2020 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (
Ziff.
8). Die Behandlung
könne
voraussichtlich in vier Wochen abgeschlossen
werden
(
Ziff.
9).
4.6
Dr.
C._
attestierte
im
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 1
4.
Januar 2020 (
Urk.
8/22) für die Zeit vom 2
1.
Dezember 2019 bis zum 1
0.
Februar 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
4.7
Die Ärzte der Universitätsklinik
E._
, Schulter/Ellenbogen, stellten im Bericht vom 1
4.
Januar 2020 (
Urk.
8/16)
folgende
Diagnosen (S. 1):
-
Rotatorenmanschetten
-Ruptur (
transmurale
Ruptur
Supraspinatussehne
, partielle Ruptur
Subscapularissehne
Schulter rechts, dominant) mit/bei
-
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
-
beginnende
r
Arthrose
-
Rotatorenmanschetten
-Ruptur Schulter links (
transmurale
Supraspinatus
sehne
, partielle
Infra
spintu
ssehne
mit/bei
-
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
-
beginnende
r
Arthrose
-
l
aterale
Epikondylitis
Ellenbogen rechts mit/bei
-
partieller Läsion der LUCL
-
Verdacht auf
Hallux
rigidus
links
Die Ärzte der Universitätsklinik
E._
führten zur Anamnese aus, der Patient habe über seit zwei bis drei Jahren bestehende beidseitige Schulterschmerzen berichtet
, ohne ein zu erinnerndes Trauma
.
Aktuell sei er hinsichtlich einer Ver
minderung der Kraft beziehungsweise der Beweglichkeit der Schultern etwas weniger eingeschränkt (S. 1 f.). Zusätzlich habe
er
berichtet, dass seit einem Monat Schmerzen im rechten Ellenbogen bes
tünden. Er sei aus diesem Grund
seit Dezember 2019 als Maler zu 100
%
krankgeschrieben. Der Patient nehme bei Bedarf
Dafalgan
ein. Für den rechten Ellenbogen benutze er einen
Flector
Patch. Für die Schulter sei bis jetzt keine gezielte Therapie durchgeführt worden.
Bei der Palpation des
AC-Gelenks
beidseits bestünden keine Schmerzen.
Schmer
zen seien bei der Palpation des
Sulcus
beidseits angegeben worden.
Am
rechten Ellenbogen
bestünden
Schmerzen bei der Palpation des
LUCL und
der
Palpation am Ursprung der Handgelenksextensoren (S. 2 oben). Ein MRI vom 1
0.
Dezember 2019 habe eine
tramsmurale
Rotatorenmanschetten
-Ruptur rechts mit Beteili
gung der
Supraspinatussehne
sowie eine schwere
Tendinopathie
der langen
Bizeps
sehne
mit einer Partialruptur
ergeben
.
In einem
MRI der linken Schulter vom 1
0.
Dezember 2019 sei
en
eine
transmurale
Rotatorenmanschette
mit Bet
ei
ligung der
Supraspinatussehne
,
eine
Tendinopathie
der
I
nfraspinatussehne
, eine
Partialruptur
und
ein
Rotatorenintervall
mit mässiger
Omarthrose
festgestellt worden
. Ein MRI des rechten Ellenbogens vom 1
0.
Dezember 2
019 habe eine Grad II-Läsion des
LUCL
und ein Knochenmarksödem am lateralen
Epikondylus
ergeben (S. 2 Mitte).
Es bestünden eine beidseitige
Rotator
e
nmanschetten
-Ruptur und eine
Epicondy
litis
rechts. Für die rechte Seite
würden
zuerst eine
glenohum
erale
Infiltration der Schulter,
eine intraartikuläre Infiltration im Bereich des rechten Ellenbogens sowie
Physiotherapie empfohlen. Eine Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
rechts sei indiziert, dies sei aber für die Behandlung der
Epicondylitis
ungünstig. Hinsichtlich der linken Schulter werde ein operatives Vorgehen empfohlen mit einer
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (S
upra- und
Infraspinatus
, gege
be
nenfalls
Subcapsularis
), einer
subacromialen
Dekompression und einer
mini
-open subpektoralen
Bizepstenodese
links. Die Operation sei für den 1
0.
Februar 2020 vorgesehen.
Der Patient habe zusätzlich von einem schmerzhaften
Hallux
rigidus
links berichtet.
Er sei für eine Sprechstunde bei einem Fussspezialisten aufzubieten (S.
2 unten).
4.8
Der Beschwerdeführer gab auf einem Formular
der Beschwerdegegnerin
vom 2
9.
Januar 2020 (
Urk.
8/29) zum Unfallhergang an, er sei bei der Arbeit
während des Hinunterlaufens
auf einem Gerüst (Treppe) gestürzt. Nach einem Arztbesuch seien mehrere Verletzungen am linken Fuss und der Zehen festgestellt worden. Als erstes hätten Beschwerden an der Schulter und am Ellenbogen bestanden (
Ziff.
1). Nach dem Sturz
seien Schmerzen aufgetreten
, die er nicht so ernst genommen habe (
Ziff.
4). Die Erstbehandlung bei
Dr.
C._
sei am
5.
Dezember 2019 erfolgt (
Ziff.
5).
Er habe schon jahrelang Beschwerden an den zur Diskussion stehenden Körper
teilen
, vor allem in der rechten Körperhälfte. Diese seien aber bis zum Sturz nicht
so
schlimm gewesen.
Er sei deswegen früher in ärztlicher
Behandlung
gewesen.
Anschliessend sei alles wieder gut gewesen (
Ziff.
7).
4.9
Am 1
9.
Februar 2020 fand eine Besprechung zwischen dem Beschwerdeführer und Vertretern der Beschwerdegegnerin statt (
Urk.
8/35).
Dazu wurde
festge
halten, der Beschwerdeführer habe zum Unfallhergang
angegeben,
dass er
am
9.
November 2019 auf einer Baustelle gearbeitet
habe
. Er sei
auf
der
Metalltreppe des
Gerüsts heruntergestiegen. Beim Sturz sei er
mit dem Oberkörper
nach rechts gefallen und mit dem rechten Unterarm, leicht unterhalb des Ellenbogens etwas heftiger an das Metallgeländer des Gerüsts gestossen. Dies habe ihn aus dem Gleich
gewicht gebracht. Anschliessend sei er vornüber auf den Plattenboden eines Gartens gestürzt. Er habe die linke Hand nicht mehr aus der Hosentasche ziehen können und sei von vorne flach auf der linken Schulter aufgeschlagen. Die Sturzhöhe schätze er auf zirka 30 bis 40 Zentimeter. Bei dem Vorgang müsse auch
der
linke Fuss in Mitleidenschaft gezogen
worden sein
. Dieser habe nach dem Sturz ebenfalls geschmerzt (S. 1 oben). Nach dem Sturz hätten die Schmerzen im rechten Ellenbogen im Vordergrund gestanden. Die Beschwerden an der linken Schulter habe er nicht wirklich bemerkt (S. 1 Mitte). Er habe den Arbeitstag dennoch wie geplant
fo
r
tgesetzt
und sei nach der Pause an seinen Arbeitsplatz auf der Baustelle zurückgekehrt (S. 1 unten).
Der Beschwerdeführer habe weiter angegeben, dass er seit einigen Jahren an S
chulterbeschwerden leide. Die Schultern seien beidseits nicht frei beweglich (S.
2 unten).
In
einem Bericht der
D._
werde ein Unfall mit dem Ellen
bogen im November 2018 erwähnt. Der Beschwerdeführer habe sich damals den rechten Ellenbogen an einem Türrahmen angeschlagen (S. 3 oben).
4.10
Dr.
B._
, Universitätsklinik
E._
,
Fuss-/Sprunggelenk,
stellte im Bericht vom 1
3.
März 2020 (
Urk.
8/61) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Metatarsophalangealgelenk
(MTP)
I-Arthrose, aktiviert nach Sturz vom Dezember 2019
-
Rotatorenmanschetten
-Ruptur rechts
-
Rotatorenmaschetten
-Ruptur links
-
l
aterale
Epikondylitis
Ellenbogen rechts
Dr.
B._
führte zur Anamnese aus, der Patient habe über zwei Unfälle in der Vergangenheit berichtet.
Der erste Unfall
habe sich
vor fünf Jahren
zugetragen
mit anschliessender Besserung der Beschwerden. Beim Sturz von einem Gerüst im letzten Dezember habe er sich die Schulter, den Ellenbogen sowie den Fuss verletzt. Schmerzen bestünden im Bereich des Grosszehengrundgelenks mit einer Zunahme der Schmerzen bei Bewegung (S. 1 f.). Als Befund bestünden eine leichte Schwellung über dem MTP I-Gelenk und eine
Druckdolenz
dorsal im Bereich des MTP I-Gelenks. Die
Dorsalextension sei schmerzhaft. Nach dem Röntgenbild vom
3.
März 2020 besteh
e
eine MTP I-Arthrose und eine Verkalkung im Bereich des Ansatzes der Achillessehne sowie am plantaren Fersensporn
(S. 2 oben).
Es bestehe eine symptomatische MTP I-Arthrose. Für den Beschwerdeführer stehe aktuell die Schulter im Vordergrund.
Es sollten konservative
Massnahmen aus
geschöpft werden (S. 2 Mitte).
4.11
Kreisärztin med.
pract
.
Z._
antwortete in einer Beurteilung vom 1
6.
April 2020 (
Urk.
8/59 S. 2) auf die Fragen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/59 S. 1). Sie gab an, der Unfall habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer strukturellen, objektivierbaren Läsion an der linken Schulter geführt (
Ziff.
1.1). Es sei eine Operation
an der linken Schulter geplant, die jedoch nicht unfallkausal sei.
Gegen eine Unfallkausalität würden die angegebenen deu
tlichen degenera
tiven Befunde in den
Untersuchungen (MRI)
vom 1
0.
Dezember 2019 sprechen sowie ein ungeeigneter Unfallmechanismus. Anamnestisch seien zudem seit zwei bis drei Jahren bestehende Beschwerden dokumentiert. Weiter spreche
der ange
gebene
Beschwerdeverlauf gegen eine traumatische Verletzung der
Rotatoren
manschette
. So habe der Beschwerdeführer die Beschwerden an der linken Schul
ter nicht wirklich bemerkt (
Ziff.
1.2).
Die Beschwerden spielten vier Wochen nach dem Unfallereignis keine Rollen mehr (
Ziff.
2).
4.12
Med.
pract
.
Z._
und
Dr.
A._
erstatteten am
5.
Oktober 2020 (
Urk.
8/85) eine Aktenbeurteilung.
Sie
führten aus,
in der
Schadenmeldung
werde
ein Sturz auf die Seite
(umgefallen) dokumentiert mit Verletzungen im Bereich des Oberarms
(ohne Seitenangabe) und
am
Rücken (S. 6 oben). Gemäss
dem
Rapport vom 1
9.
Februar 2020 hätten nach dem Sturz die Schmerzen am rechten Ellenbogen im Vordergrund gestanden, wobei der Beschwerdeführer starke Schmerzen verspürt habe. Die Beschwerden an der linken Schulter habe er nicht wirklich bemerkt. Im Rapport werde ausserdem dokumentiert, dass
er
seit einigen Jahren an Schulterbeschwerden beidseits leide.
Die Schultern
seien beidseits nicht frei beweglich (S. 6 Mitte).
Im Bericht über ein
Arthro
-MRI der linken Schulter
vom
1
0.
Dezember 2019 seien als klinische Angaben eine bekannte
Rotatorenmanschetten
-Läsion mit
einer
Ver
schlechterung der Symptomatik und Schmerzen nun auch links angegeben worden. Ein Trauma sei nicht erwähnt worden. M
R-tomografisch hätten sich links
eine
transmurale
Rotator
en
manschetten
-Ruptur
mit Beteiligung der
Supraspi
nat
ussehne
,
eine schwere
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
mit interstiti
eller Partialruptur, eine schwere
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
mit inte
rstiti
eller Partialruptur, ein
Verdacht auf eine Läsion des
oberen
Labrum
genoidale
des Schulterblatts (SLAP) mit Beteiligung des
Bizepsankers
und eine beginnende
Omarthrose
gezeigt
. Im
Arthro
-MRI der rechten Schulter vom 1
0.
Dezember 2019 seien ähnliche Befunde wie
an der
linken Schulter festgestellt worden. Im Ver
gleich mit dem
Arthro
-MRI vom
7.
Juni 2018 seien eine zunehmende
transmurale
Rotatorenmanschetten
-Ruptur mit Beteiligung der
Supraspinatusseh
ne
, eine
Tendinopathie
der
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
mit Verdacht auf eine gelenksseitige Partialruptur am Ansatz der
Infraspinatussehne
und eine mässige
Omarthrose
festgestellt worden. Im MRI des rechten Ellenbogens vom 1
0.
Dezem
ber 2019 sei
en
eine Läsion des LUCL und ein Knochenmarködem am lateralen
Epicondylus
, differentialdiagnostisch im Rahmen der
Ligamentläsion
bezie
hungs
weise einer reaktiven
Epicondylitis
radialis
dokumentiert worden (S. 6 unten).
Im Arztzeugnis vom 1
4.
Januar 2020 fehlten das Untersuchungsdatum und der Name und die Unterschrift des untersuchenden Arztes.
Es
sei
ein Anschlagen des rechten Ellenbogens bei der Arbeit Ende
November 2018 angegeben worden und
eine Läsion des LUCL Grad II des rechten Ellenbogens diagnostiziert worden. Als Differentialdiagnose bestehe eine
Epicondylitis
radialis
.
Im Arztzeugnis seien als
besondere Umstände eine PHS der rechten Schulter und chronische Schmerzen der HWS angegeben worden. Als objektive
r Befund sei
nur der rechte Ellenbogen beschrieben worden. Schulter- oder Fussbeschwerden
würden nicht erwähnt
.
Es sei
sodann nur das MRI des rechten Ellenbogens vom 1
0.
Dezember 2019 und nicht die
Arthro
-MRI-Untersuchungen der Schultern vom gleichen Tag einge
tragen worden (S. 7 oben).
Die Ärzte der Universitätsklinik
E._
hätten im Bericht vom 1
4.
Januar 2020 eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur, eine
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
und eine beginnende Arthrose rechts und links diagnostiziert. Ausserdem sei eine laterale
Epicondylitis
am rechten
Ellenbogen
bei partieller Läsion der LUCL dokumentiert worden.
Anamnestisch bestünden seit zwei bis drei Jahren beid
seitige Schulterbeschwerden, ohne ein zu erinnerndes Trauma (S. 7 Mitte). Der Beschwerdeführer sei
zudem
im März 2020 in der Universitätsklinik
E._
untersucht
worden
(Fusssprechstunde). Es sei eine MTP I-Arthrose
diagnostiziert worden
, aktiviert nach einem Sturz im Dezember 201
9.
Die Arthrose sei radio
logisch schon im Juni 2018 nachgewiesen worden. Im Vergleich zwischen den Bildern von 2018 und 2020 lasse sich keine wesentliche Veränderung feststellen.
Die Kreisärzte führten
in der
Beurteilung aus, es sei unklar,
wann und von wem die Erstuntersuchung durchgeführt worden se
i.
Dazu
seien
im Arztzeugnis
nur die Beschwerden am rechten Ellenbogen doku
mentiert worden. Weiter sei nur das Ergebnis des MRI
am rechten Ellenbogen
vom 1
0.
Dezember 2019 eingetragen worden. Die am gleichen Tag durchgeführten
Arthro
-MRI-Untersuchungen beider Schultern seien nicht erwähnt worden. Dies deute darauf hin, dass die Schulter
beschwerden nicht i
n
Zusammenhang mit dem Unfallereignis stünden. Die drei MR
I-Untersuchungen
seien vermutlich vom Hausarzt veranlasst worden. In den klinischen Angaben zu den
Arthro
-MRI-Untersuchungen
werde kein Trauma angegeben.
In
dem den
Ellenbogen betreffenden MRI
werde jedoch ein Trauma angegeben.
Die Schulterbeschwerden seien daher vom behandelnden Arzt als nicht traumatisch bedingt eingestuft worden (S. 7 unten).
MR-tomografisch zeigten sich in beiden Schultern beinahe identische Befunde. Weiter sei festzustellen, dass die beschriebenen degenerativen Veränderungen des
rechten Schultergelenks schon 2018 im MRI vom
7.
Juni 20
18 nachgewiesen worden seien. Es zeige sich jeweils eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur, eine
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
und eine beginnende
Omarthrose
. Eine f
ettige Degeneration oder eine A
trophie des
Musculus
supraspinatus
seien
nicht
festzustellen
. Aufgrund der in beiden Untersuchungen gleichen Befunden sei davon auszugehen, dass sich die Veränderungen gleichzeitig entwickelt hätten. Im
Arthro
-MRI der linken Schulter seien ausserdem keine Hinweise für eine trau
matische Läsion oder eine richtunggebende Verschlimmerung der vorbestehen
den degenerativen Veränderungen festgestellt worden. Der im Bericht vom 1
9.
Februar 2020 dokumentierte Beschwerdeverlauf spreche ebenfalls gegen eine traumatische
Rotatorenmanschetten
-Läsion. Der Beschwerdeführer habe nach dem Unfall keine Beschwerden an den Schultern bemerkt und am Unfalltag der
körperlich schweren angestammten Tätigkeit weiter nachgehen können (S. 8 oben).
Degenerative Läsionen würden meist asymptomatisch beginnen und zeigten im zeitlichen Verlauf einen ansteigenden Schmerzcharakter. Im Gegensatz dazu werde
nach der Literatur
ein
akutes Schmerzereignis gefolgt von
einem muskel
spezifischen
Kraft- und Funktionsverlust als richtungsweisend für eine akute Schädigung gewertet. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer am Unfalltag problemlos
habe
weiterarbeiten können, spreche gegen eine relevante Verletzung der linken Schulter sowie des rechten Ellenbogens und des linken F
usses (S. 8 Mitte).
Im Bereich des rechten Ellenbogens fänden sich sowohl bei der Erstunter
suchung als auch MR-tomographisch keine Hinweise für eine traumatische Läsion. Die Befunde deuteten vielmehr
auf eine typische überlastungsbedingte laterale
Epikondylitis
hin. Die im Verlauf geltend gemachten Fussbeschwerden liessen sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom
9.
November 2019 zurückführen. Die Arthrose des MTP I sei schon in der Röntgenaufnahme vom
7.
Juni 2018 nachgewiesen worden. Im Vergleich zwi
schen den Bildern von 2018 und 2020 könne keine wesentliche Veränderung festgestellt werden. Nach der aktuellen Datenlage
bestünden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Hinweise für eine richtunggebende Verschlimmerung
. Es sei lediglich von einer kurzen, vorübergehenden Verschlimmerung auszu
gehen, die vier Wochen nach dem Unfallereignis als folgenlos abgeheilt zu betrachten sei
(S. 8 unten).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer stürzte am
9.
November 2019 bei der Arbeit
von einem
Baugerüst (E. 4.2).
Nach
seinen
Angaben
anlässlich der
Besprechung
vom 1
9.
Februar 2020
schlug er sich
im Bereich des rechten
Ellenbogen
s
an. Ausser
dem
fiel
er bei
m Sturz auf die linke Schulter und der linke Fuss wurde
in Mitlei
denschaft gezogen (E. 4.9
hiervor).
Im Arztzeugnis vom 1
4.
Januar 2020 über die Erstbehandlung in der
D._
ist eine
Verletzung am rechten Ellenbogen
dokumentier
t. Es wurde eine Läsion des LUCL
Grad I
I
diagnostiziert. Als Differentialdiagnose wurde eine
Epi
condylitis
radialis
gestellt
. A
ls Befunde
wurden zur Erstbehandlung
Schmerzen bei der Palpation des rechten lateralen
Epicondylus
sowie bei der Flexion des
rechten Ellenbogens angegeben und
es wurde
ein
MRI des rechten Ellenbogens vom 1
0.
Dezember 2019 erwähnt
, wobei ein Knochenmarksödem am lateralen
Epikondylus
festgestellt wurde
(E. 4.5 hiervor)
.
Die Suva-Kreisärzte med.
pra
ct
.
Z._
und
Dr.
A._
kamen
in der Aktenbeurteilung
vom
5.
Oktober 2020
zur Einschätzung
, dass die
Beschwerden an der linken Schulter
und am linken Fuss nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den Unfall vom
9.
November 2019 zurückzuführen sind. Die Beschwerden am rechten Ellenbogen waren nach der Einschätzung durch die Kreisätzte bis zum
9.
Januar 2020
bezie
hungsweise rund vier Wo
chen nach dem Unfall abgeheilt (E. 4.12).
5.2
Die Aktenbeurteilung von med.
p
r
act
.
Z._
und
Dr.
A._
vom
5.
Oktober 2020
und die Beurteilung von med.
pract
.
Z._
vom 1
6.
April 2020
erweisen
sich für die streitigen Belange als umfassend.
Die Kreisärzte berücksichtigten
die geklagten Beschwerden
und die Beurteilung
en
erfolgte
n
in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
massgeblichen
Vorakten
.
Die Kreis
ärzte
gingen auch auf den
Bericht
von
Dr.
B._
vom 1
3.
März 2020
über eine
Untersuchung des linken Fusses
in der Universitätsklinik
E._
im März 2020
ein
.
Sie wiesen darauf hin, dass die
festgestellte
Arthrose bei MTP I schon
in einem
Röntgenbild vom
7.
J
uni 2018 beschrieben worden sei (E. 4.12 hiervor).
Der Vergleich der Röntgenbilder
ergab keine
wesentliche Veränderung der Befunde
.
Dies spricht dafür, dass
die Beschwerden am linken Fuss, wie von den Kreisärzten dargelegt, bereits
vor dem Unfall
bestanden
hatten
. Aus dem Bericht von
Dr.
B._
ergibt sich keine abweichende Beurteilung der medizinischen Situation.
Dass die Kreisärzte
dazu gar nicht Stellung genommen hätten
(
Urk.
1 S. 7 f.
Ziff.
21),
lässt sich nicht sagen.
Die Aktenbeurteilung vom
5.
Oktober 2020 und die Beurteilung durch med.
pract
.
Z._
von 1
6.
April 2020 erweisen sich
sodann
als schlüssig und nachvoll
ziehbar begründet. Es liegen keine Indizien vor, die gegen
die Beurteilungen
sprechen würde. Des Weiteren war es nicht erforderlich, ergänzende Informa
tionen zum Arztzeugnis vom 1
4.
J
anuar 2020 einzuholen, wie der Beschwerde
führer geltend machte
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
17).
Die Kreisärzte durften auf
die Anga
ben im Arztzeugnis zur Erstbehandlung
abstellen
.
Den Beurteilungen vom
5.
Oktober 2020 und vom 1
6.
April 2020 ist daher Beweiswert beizumessen. Weitere Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes
sind
nicht erforderlich.
5.3
Nach
den vorliegenden Berichten und der Beurteilung durch die
Suva-
Kreisärzte ist
lediglich
erstellt,
dass sich der Beschwerdeführer beim Sturz vom
9.
November 2019
den rechten Ellenbogen anschlug
. Nicht
überwiegend wahrscheinlich ist dagegen,
dass er sich ausserdem die linke Schulter anschlug und den linken F
uss
verletzte
. Die Angaben
des Beschwerdeführers
in der Besprechung vom 1
9.
Februar 2020 erfolgten
über drei Monate nach dem Unfallere
ignis. Nach den Regeln zur Aussage der ersten Stunde sind spätere Angaben zum Unfallhergang
zurückhaltend zu bewerten (vgl. E. 1.6).
Wie der Beschwerdeführer in der Scha
denmeldung vom 3
0.
Dezember 2020 angab, verspürte er unmittelbar nach dem Unfall keine
Schmerzen
an der linken Schulter
(E. 4.2)
.
I
m Arztzeugnis vom 1
4.
Januar 2020 zur Erstbehandlung
wurden
ebenfalls
keine Beschwerden an der linken S
chulter
erwähnt
(vorstehend E. 4.5). Schliesslich ist nicht erstellt, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall den linken Fuss verletzte.
Gemäss med.
pract
.
Z._
und
Dr.
A._
wurden in den
am 1
0.
Dezember 2019 durchgeführten Untersuchungen (MRI)
der Schultergelenke
weitgehend gleiche Befunde beschrieben. Dies ist
gemäss den Kreisärzten
dahingehend zu interpretieren, dass sich die Befunde
an den
Schultern gleichzeitig entwickelten
und es sich dabei um degenerative Veränderungen handelt
(E. 4.12 hiervor)
.
Die
Berichte zu den Untersuchungen
enthalten
zudem keine Hinweise für eine trau
matische Verletzung. Eine neue
unfallbedingte
Verletzung
an der linken oder rechten Schulter
ist daher auszuschliessen
. Nach der Einschätzung durch med.
pract
.
Z._
und
Dr.
A._
spricht auch der Umstand, dass der Beschwer
deführer am Unfalltag weiterarbeiten konnte
, gegen eine Unfallkaus
alität der Schulterbeschwerden
und
der Beschwerden am linken F
ussgelenk
und gegen eine erhebliche Verletzung am rechten Ellenbogen
(E. 4.12).
Es fehlt daher an einer objektivierbaren, strukturellen Verletzung der Schulter
n
, am rechten Ellenbogen und an den Füssen aufgrund des Unfalles vom
9.
November 201
9.
5.4
Der medizinische Sachverhalt ist somit als dahingehend erstellt zu erachten, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall vom
9.
November 2019
mutmasslich
den linken Ellenbogen anschlug. Nicht mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist dagegen erstellt, dass die Beschwerden an den Schultern und am linken Fuss auf den Unfall zurückzuführen sind. Die Beschwerden am
rechten Ellenbogen waren
gemäss der Einschätzung durch med.
pract
.
Z._
und
Dr.
A._
vier Wochen nach dem Unfall folgenlos abgeheilt.
Da es an der natürlichen Kausalität der noch bestehenden Beschwerden zum Unfallereignis vom
9.
November 2019 fehlt, hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht per
9.
Januar 2020 abgelehnt und den Fall abgeschlos
sen. Bei dieser Ausgangslage besteht auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente
oder
auf eine Genugtuung.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.