Decision ID: cf75bd44-1e17-499d-abe4-f317ff32bdb1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B._ AG angestellt und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Am 12. Februar 2016 meldete die Arbeitgeberin, es habe der
Versicherten am 26. November 2015 beim Hochheben von Getränken im Rücken
gezwickt. Seit dem 10. Dezember 2015 besuche sie die Physiotherapie. Nach vier
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Behandlungen sei der Schmerz schlimmer geworden. Eine MRI-Untersuchung vom 8.
Februar 2016 habe nun die Notwendigkeit einer Operation ergeben (Suva-act. 1).
A.b Mit Schreiben vom 16. Februar 2016 teilte die Suva der Versicherten mit, keine
Versicherungsleistungen für die gemeldeten Rückenbeschwerden zu erbringen. Es
liege weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung und auch keine
Berufskrankheit vor (Suva-act. 2).
A.c Die Versicherte entgegnete hierauf am 18. Februar 2016 telefonisch, dass die
Arbeitgeberin das Ereignis vom 26. November 2015 falsch beschrieben habe (Suva-
act. 3), und reichte am 24. Februar 2016 eine schriftliche Sachverhaltsschilderung ein
(Suva-act. 4).
A.d Mit Schreiben vom 25. Februar 2016 gab die Suva der Versicherten die
Durchführung weiterer Abklärungen bekannt (Suva-act. 5). Sie ersuchte gleichentags
deren Hausarzt Dr. med. C._, Arzt für Allgemeine Medizin, um Zustellung der
radiologischen Untersuchungsbefunde (Suva-act. 6), am 29. Februar 2016 das
Universitätsspital Zürich (nachfolgend: USZ) um Abgabe eines Berichts (Suva-act. 8)
und am 24. März 2016 Dr. C._ um Einreichung des Arztzeugnisses UVG (Suva-act.
14). Inzwischen hatte dieser am 11. März 2016 den MRI-Untersuchungsbericht vom 8.
Februar 2016 des Röntgeninstituts D._, eingereicht (Suva-act. 12). Am 6. April 2016
liess er der Suva den Unfallschein UVG mit einer seit dem 2. Februar 2016
eingetragenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit zukommen (Suva-act. 15). Am 16. März
2016 war bei der Suva ausserdem ein Sprechstundenbericht von Dr. med. E._,
Oberarzt i.V. der Klinik für Neurochirurgie des USZ, vom 18. Februar 2016 mit der
Diagnose lumboischialgiformes Schmerzsyndrom seit November 2015 mit/bei MRI
LWS 8. Februar 2016: paramedianem Bandscheibenprolaps LWK5/SWK1 mit
Kompression der Nervenwurzel S1 rechts eingegangen (Suva-act. 13). Mit Schreiben
vom 19. April 2016 teilte die Suva der Versicherten mit, dass sie zum Ereignis vom 26.
November 2015 noch nicht Stellung nehmen könne; es fehle immer noch das
Arztzeugnis UVG von Dr. C._ (Suva-act. 18). Am 21. April 2016 reichte Dr. C._
einen gleichentags verfassten Bericht sowie das Arztzeugnis UVG ein (Suva-act. 21 f.).
Am 25. April 2016 ging bei der Suva ein Sprechstundenbericht von Dr. med. F._,
Oberarzt i.V. der Klinik für Neurochirurgie des USZ, vom 6. April 2016 ein, dem
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insbesondere zu entnehmen war, dass bei der Versicherten am 25. Februar 2016 eine
mikrochirurgische Fenestration und Sequesterektomie eines Bandscheibenvorfalls L5/
S1 rechts durchgeführt worden war (Suva-act. 20).
A.e Am 26. April 2016 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med. G._,
Facharzt für Chirurgie FMH, mit der Frage vor, ob anhand der vorliegenden
medizinischen Berichte und des MRI-Untersuchungsberichts vom 8. Februar 2016
noch von Unfallfolgen ausgegangen werden könne. Sie hielt ausserdem fest, dass sie
den Schadenfall anfänglich als Lumbago abgelehnt, aufgrund der neuen
Sachverhaltsbeschreibung der Versicherten jedoch nachträglich ein Unfallereignis
anerkannt habe. Nun sei eine Operation geplant und der Schadenfall zur Prüfung des
Status quo sine vel ante gesperrt. Dr. G._ forderte die Suva auf, ihm den
Operationsbericht und den Bericht der präoperativen Konsultation beim Operateur
vorzulegen und fragte nach, ob tatsächlich erst ab dem 2. Februar 2016 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (Suva-act. 23). Am 12. Mai 2016 bestätigte die Suva
gegenüber dem Kreisarzt letzteres und legte ihm den Operationsbericht von Dr. F._
vom 25. Februar 2016 mit der Frage vor, ob anhand des Operationsberichts und des
MRI-Untersuchungsberichts vom 8. Februar 2016 noch von Unfallfolgen ausgegangen
werden könne (Suva-act. 25 f.). Am 7. Juni 2016 reichte der Kreisarzt seine ärztliche
Beurteilung ein. Er betrachtete den Status quo sine ca. Ende Januar 2016 als erreicht
und stellte fest, dass der operative Eingriff vom 25. Februar 2016 zulasten der
Krankenkasse abzuwickeln sei (Suva-act. 31).
A.f Gestützt auf diese Beurteilung stellte die Suva mit Verfügung vom 10. Juni 2016
ihre Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) rückwirkend per 1. Februar
2016 ein und hielt fest, dass die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr
unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien. Der Zustand, wie er sich
auch ohne den Unfall vom 26. November 2015 eingestellt hätte (Status quo sine), sei
gemäss medizinischer Beurteilung spätestens am 1. Februar 2016 erreicht gewesen
(Suva-act. 33).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 10. Juni 2016 erhob die Dextra Rechtsschutz AG,
Zürich, für die Versicherte am 3. Oktober 2016 Einsprache (Suva-act. 52) und reichte
ausserdem eine am 30. September 2016 durch Dr. F._ und Dr. med. H._, Oberarzt,
Facharzt für Neurochirurgie FMH, USZ, erstellte Kurzbegutachtung der kreisärztlichen
Beurteilung von Dr. G._ vom 7. Juni 2016 ein (Suva-act. 52).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 11. Mai 2017 wies die Suva die Einsprache ab
(Suva-act. 58).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Mai 2017 erhob die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. U.
Hochstrasser, Aarau, mit Eingabe vom 9. Juni 2017 Beschwerde mit folgenden
Anträgen: In Gutheissung der Beschwerde sei der Einspracheentscheid vom 11. Mai
2017 aufzuheben und seien weiterhin gesetzliche Leistungen zu erbringen; eventualiter
sei ein gerichtliches Gutachten anzuordnen; eventualiter sei die Causa an die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zwecks weiterer Abklärungen zurückzuweisen,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act.
G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 17. November 2017 (act. G 9) und Duplik vom 19. Dezember 2017
(act. G 11) hielten die Verfahrensparteien an ihren Rechtsbegehren fest.

Erwägungen
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1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem der Streitigkeit ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zu Grunde liegt, die bis
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 In formeller Hinsicht rügt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er wirft der Beschwerdegegnerin vor,
die ihr obliegende Begründungspflicht verletzt zu haben, indem sie sich im
angefochtenen Einspracheentscheid nicht mit der Kurzbegutachtung von Dr. F._ und
Dr. H._ vom 30. September 2016 auseinandergesetzt habe, welche eine klar
differenzierte medizinische Betrachtungsweise des medizinischen Status der
Beschwerdeführerin darstelle und die Beurteilung von Dr. G._ als offensichtliche
Fehleinschätzung veranschlage.
2.2 Einspracheentscheide sind gemäss Art. 52 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 820.1) zu begründen. Diese
Pflicht des Versicherungsträgers folgt aus dem Anspruch der versicherten Person auf
rechtliches Gehör gemäss Art. 42 ATSG (vgl. dazu UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3.
Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 31 zu Art. 42). Dabei sind die Anforderungen an die
Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls sowie der
Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass
der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem
Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
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Behörde leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt. Je grösser der Spielraum ist,
welcher der Behörde infolge Ermessens und unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt
ist, und je stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere
Anforderungen sind an dessen Begründung zu stellen (BGE 118 V 58, BGE 112 Ia 107
E. 2b mit Hinweisen). Die Verwaltung darf sich nicht damit begnügen, die von der
betroffenen Person vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu
prüfen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu
machen und sich dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander zu setzen
oder zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht
berücksichtigen kann (BGE 124 V 180 E. 2b).
2.3 Die Beschwerdegegnerin zeigte in ihrem ablehnenden Einspracheentscheid ihre
Überlegungen, von denen sie sich hinsichtlich der Frage des Vorliegens von kausalen
Unfallfolgen nach dem Leistungseinstellungszeitpunkt per 1. Februar 2016 leiten liess,
in zureichender Weise auf. Sie gab den Inhalt derjenigen ärztlichen Beurteilung wieder,
auf welche sie sich bei der Kausalitätsfrage hauptsächlich abstützte (kreisärztliche
Beurteilung von Dr. G._ vom 7. Juni 2016 [Suva-act. 31]) und erklärte, inwiefern sie
die kreisärztliche Beurteilung überzeuge (Suva-act. 58, Ziff. 3.b.). Der
Einspracheentscheid umfasst im Weiteren theoretische Erwägungen zur
Leistungsvoraussetzung der Kausalität zwischen Unfallereignis und
Gesundheitsschädigung und weist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
bezüglich der Voraussetzungen einer traumatischen Bandscheibenschädigung bzw.
Diskushernie hin. Entgegen der beschwerdeführenden Behauptung hat die
Beschwerdegegnerin in Erwägung 3.b. des angefochtenen Einspracheentscheids zur
Kurzbegutachtung von Dr. F._ und Dr. H._ vom 22. September 2016 (Suva-act. 52)
Stellung genommen (Suva-act. 58, Ziff. 3.b). Anzufügen ist, dass den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin zu einem rechtlichen Einwand der beschwerdeführenden Partei
lediglich ihre Überlegung dazu hinreichend entnommen werden können muss.
Bezüglich Ausführlichkeit derselben bestehen keine konkreten Vorgaben. Es ist mithin
nicht ersichtlich, inwiefern es der Beschwerdeführerin nicht ohne weiteres möglich
gewesen wäre, den Einspracheentscheid sachgerecht anzufechten. Ein
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Begründungsmangel bzw. eine Verletzung des Gehöranspruchs ist somit nicht
ersichtlich.
3.
In materieller Hinsicht steht fest, dass die Beschwerdegegnerin infolge des Ereignisses
vom 26. November 2015 bis 31. Januar 2016 Leistungen für Heilbehandlung (im
genannten Zeitraum bestand keine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin und
damit auch kein Taggeldanspruch), ab 1. Februar 2016 jedoch keine
Versicherungsleistungen mehr erbracht hat. Strittig und zu prüfen ist, ob der
Beschwerdeführerin auch nach dem vorgenannten Zeitpunkt Leistungen aus der
Unfallversicherung zustehen.
4.
4.1 Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 ATSG voraus. Als solcher gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Als weitere Voraussetzung der Leistungspflicht
des Unfallversicherers ist sodann die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem
Unfall und der feststellten Gesundheitsschädigung verlangt (Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE
129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE
HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener somatischer Unfallfolgen
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spielt jedoch die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen).
4.2 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so
entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst dann, wenn der Unfall nicht
(mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn
also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Ebenso
wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.). Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem
durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen
krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn entweder der (krankhafte)
Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206
S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2007, U 290/06).
Von einer richtunggebenden Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur dann,
wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status
quo sine je wieder erreicht werden können (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54).
4.3 Im Rahmen der Prüfung der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für
die Bejahung eines natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die
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fragliche gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1
UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18.
Februar 2003, U 287/02, E. 4.4).
4.4
4.4.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der
Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, demzufolge die
versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten
Wegfall der Kausalität die Unfallversicherung (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b;
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.).
4.4.2 Aus dem Sachverhalt (vgl. Bstb. A.a - A.e) ergibt sich, dass die
Beschwerdegegnerin die Beschwerden der Beschwerdeführerin infolge des Ereignisses
vom 26. November 2015 (nur) als Lumbago gewertet und in Bezug auf eine solche ihre
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Leistungspflicht anerkannt und Versicherungsleistungen für Heilbehandlung erbracht
hat. Taggelder wurden, wie bereits erwähnt, mangels einer Arbeitsunfähigkeit - eine
solche wurde ärztlich erst ab 1. Februar 2016 bescheinigt (Suva-act. 7, 15, 22) - keine
ausgerichtet. Mit einer Lumbago wird grundsätzlich nur ein Beschwerdebild definiert
(Rücken- bzw. Kreuzschmerzen; vgl. dazu ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 1132; ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 860 ff.), bezüglich welchem erfahrungsgemäss von
einem absehbaren Heilverlauf ausgegangen wird. Vor diesem Hintergrund hat die
Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 10. Juni 2016 bzw. angefochtenem
Einspracheentscheid die Versicherungsleistungen per 1. Februar 2016 mit der
Begründung eingestellt, der Status quo sine sei, was die Unfallfolgen anbelange,
erreicht. Angesichts der Ausführungen in Erwägung 4.4.1 trägt sie die Beweislast für
den Nachweis des Dahinfallens der Lumbagobeschwerden.
4.4.3 Am 8. Februar 2016 wurde bei der Beschwerdeführerin ausserdem mittels MRI
ein Bandscheibenvorfall L5/S1 mit nach kaudal umgeschlagenem Sequester mit
Kompression der S1-Wurzel rechts (Suva-act. 12) erhoben, der am 25. Februar 2016
operativ durch Dr. F._ behandelt wurde (Suva-act. 25). Mit dem Bandscheibenvorfall
war eine sichtbare strukturelle Läsion im Bereich des Rückens ausgewiesen. Nachdem
die Beschwerdegegnerin von dieser Schädigung erfahren hatte, liess sie die Frage der
Unfallkausalität durch ihren Kreisarzt Dr. G._ abklären und lehnte gestützt auf dessen
Beurteilung vom 7. Juni 2016 (Suva-act. 31) eine Leistungspflicht für die
Heilbehandlung des Bandscheibenvorfalls von Grund auf ab. Sie anerkannte das
Ereignis vom 26. November 2015 ausdrücklich weder als teilkausalen noch als einzigen
kausalen Faktor für den Bandscheibenvorfall. Hinsichtlich der Frage, ob bezüglich der
Bandscheibenproblematik ein Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 26. November
2016 besteht, ist mithin die Beschwerdeführerin beweisbelastet.
4.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
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urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (KIESER, a.a.O., N 120 zu Art. 61; BGE 125 V 252 E. 3a; SVR 2010 IV Nr. 52,
9C_125/2009, E. 3.3). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert einer ärztlichen Beurteilung ist
grundsätzlich weder deren Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (RKUV 1991 Nr. U 133
S. 312 E. 1b). Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Leistungsablehnung insbesondere
auf die kreisärztlichen Beurteilung von Dr. G._ vom 7. Juni 2016 (Suva-act. 31).
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts
vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Der Umstand, dass Dr. G._ seine
Beurteilung aufgrund der Akten abgegeben und die Beschwerdeführerin nicht selbst
untersucht hat, steht ihrem Beweiswert gleichfalls nicht entgegen (RKUV 1988 Nr. U 56
S. 370 E. 5b)
5.
5.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 10. Juni 2016 (Suva-act.
33) und angefochtenem Einspracheentscheid vom 11. Mai 2017 (Suva-act. 58) ihre
Leistungspflicht bezüglich des Ereignisses vom 26. November 2015 grundsätzlich
anerkannt (vgl. dazu auch Suva-act. 23) und auch entsprechende
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Versicherungsleistungen (Heilbehandlung) erbracht hat, stellt sie in diesem Verfahren
erstmals das Bestehen eines Unfallereignisses in Frage, verbindet damit jedoch keine
Rückforderung der bisher bezahlten Aufwendungen.
5.2 Die Verneinung eines Leistungsanspruchs unter Anführung einer neuen bzw.
weiteren rechtlichen Begründung ist materiell-rechtlich soweit zulässig, als dadurch -
wie im konkreten Fall - das Dispositiv nicht abgeändert wird (vgl. dazu BGE 130 V 380).
Dies ergibt sich aus dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Prinzip der
Rechtsanwendung von Amtes wegen, wonach die entscheidende Behörde auf einen
festgestellten Sachverhalt jenen Rechtssatz anzuwenden hat, den sie als zutreffend
ansieht und ihm auch die Auslegung geben muss, von der sie überzeugt ist. Die
entscheidende Behörde hat sich demzufolge mit allen rechtlich zutreffenden
Begründungen einer Leistungszusprechung bzw. -abweisung auseinanderzusetzen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2010, 9C_303/2010, E. 4.3). Von einer
rechtsmissbräuchlichen Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin kann demnach nicht
gesprochen werden. Formell-rechtlich liegt sodann keine Gehörsverletzung vor. Die
Beschwerdeführerin hatte die Möglichkeit, sich in der Replik vom 17. November 2017
(act. G 9) vor dem Versicherungsgericht - welches sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei prüfen kann (vgl. Art. 61 lit. c ATSG i.V.m. Art. 46 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]; KIESER, a.a.O., N 13 ff. zu Art. 42; vgl.
dazu auch ZAK 1990, 396 E. 2) - zur Frage des Vorliegens eines Unfallereignisses zu
äussern.
5.3 Streitig und zu prüfen ist mithin im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht keine weiteren Leistungen als die bis 31. Januar 2016 gewährte Heilbehandlung
mit der Begründung erbracht hat, das Ereignis vom 26. November 2015 sei weder als
Unfall zu qualifizieren noch liege eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Liegt kein
Unfall vor, fällt sowohl eine weiterdauernde Leistungspflicht im Zusammenhang mit der
Lumbago als auch mit dem Bandscheibenvorfall ausser Betracht.
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6.
6.1 Das Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nach Art. 4 ATSG (vgl. Erwägung
4.1) bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor
selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere
Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ein
äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich
im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV
2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit
Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten
Bewegung bestehen. So kann der Körper als Ganzes in Bewegung kommen, indem er
- z. B. bei einem Sturz - auf harter Unterlage aufschlägt und Schaden nimmt. Der
äussere und der ungewöhnliche Faktor sind hier ohne weiteres gegeben. Dies trifft
auch zu, wenn sich, wie beim Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes, bloss
einzelne Körperteile bewegen und in Verbindung mit einem in der Aussenwelt
liegenden Umstand zur gesundheitlichen Störung führen. Freilich tritt schon bei einer
normalen Bewegung des Körpers, wie beispielsweise beim normalen Aufstehen aus
der tiefen Hocke, eine sinnfällige Veränderung der Aussenwelt ein. Dieser äussere
Faktor ist aber nicht zugleich ein ungewöhnlicher Faktor; denn die Bewegung des
Körpers ist, äusserlich betrachtet, normal verlaufen, also nicht durch eine in der
Aussenwelt begründet Ursache - z.B. Ausrutschen wegen einer glitschigen Unterlage -
in ihrem Ablauf gestört worden. Der Unfallbegriff ist nicht erfüllt. Unter unkoordinierten
Bewegungen versteht man also nur körperliche Bewegungen, die in ihrem Ablauf durch
etwas Programmwidriges, durch etwas Sinnfälliges, d.h. durch einen ungewöhnlichen
Faktor, gestört werden, so dass einzelne Muskeln oder Muskelgruppen übermässig
beansprucht werden; daraus können Muskel- und Sehnenschäden, ja selbst
Knochenbrüche resultieren (ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 40 f.; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b).
Weiter bejaht die Rechtsprechung das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren
Faktors dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz
ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma
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bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob
die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder ausserberufliche
Gewöhnung der betreffend Person ausserordentlich war (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b;
RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).
6.2 Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken und die
erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von
vorbestandenen degenerativen Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines
durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten können (z.B. Diskushernien),
unterliegt der Nachweis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, als die
unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen
gesetzt worden sein muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in
einer äusseren wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.3 mit Hinweisen).
6.3 Folgende, in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgeführte Körperschädigungen
sind, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration
zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen
gleichgestellt: Knochenbrüche; Verrenkungen der Gelenke; Meniskusrisse; Muskelrisse;
Muskelzerrungen; Sehnenrisse; Bandläsionen und Trommelfellverletzungen. Wie die
Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 19. Dezember 2017 (act. G 11) zutreffend
ausgeführt hat, gehören eine Lumbago und eine Diskushernie nicht zum Kreis der
unfallähnlichen Schädigungen, womit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
unter diesem Titel ausser Betracht fällt (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 40).
7.
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7.1 Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des
Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen
Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis
zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue
und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses
ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt
sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann
aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; LOCHER/
GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 2 ff., N. 20; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29; RKUV
1990 Nr. U 86 S. 50). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von
allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu
LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.).
7.2 Hinsichtlich des Hergangs des Ereignisses stellte die Beschwerdegegnerin -
abgesehen vom sich Wiederfinden auf dem Hosenboden - auf die Ereignisschilderung
der Beschwerdeführerin vom 24. Februar 2016 ab (siehe Suva-act. 4). Angesichts
dessen, dass es sich dabei um die erste persönliche und ausführliche
Ereignisschilderung durch die Beschwerdeführerin handelt, die Schadenmeldung UVG
vom 12. Februar 2016 (Suva-act. 1) bzw. die darin enthaltene Sachverhaltsschilderung
demgegenüber von der Arbeitgeberin eingereicht bzw. verfasst worden ist, erscheint
dies gerechtfertigt. Es sind keine grundlegenden Widersprüche oder unrealistischen
Aussagen zum Unfallhergang erkennbar, welche berechtigte Zweifel an der
vorgenannten Ereignisschilderung der Beschwerdeführerin zu begründen vermöchten.
Die Sachverhaltsschilderung enthält zwar ergänzende Elemente, die jedoch - soweit
erkennbar und von der Beschwerdeführerin geltend gemacht - zur Vervollständigung
bzw. Richtigstellung der Sachverhaltsschilderung der Arbeitgeberin erfolgt sind.
Unstreitig ist, dass ein Sturz einen Unfalltatbestand im Sinn von Art. 4 ATSG darstellt
und ein solcher angesichts der Schilderung der Beschwerdeführerin, sie habe sich auf
dem Hosenboden wiedergefunden, nachdem sie zuvor offensichtlich gestanden ist,
nicht ohne Weiteres von der Hand gewiesen werden kann. Die Beschwerdegegnerin
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legt jedoch schlüssig dar, dass das von der Beschwerdeführerin beschriebene sich auf
dem Hosenboden wiederfinden offensichtlich als Folge des "Knackses", d.h. des
schmerzauslösenden Ereignisses, zu verstehen ist und der Sturz damit nicht ursächlich
für die Körperschädigung war. Der beschriebene Sturz kann mithin nachfolgend nicht
als äusserer Faktor berücksichtigt werden. Sachverhaltsmässig ist weiter festzustellen,
dass von der Beschwerdeführerin ein Unfallereignis im Sinne eines Verhebetraumas
oder einer unkoordinierten Bewegung nicht in Hinsicht auf das Heben von zwei
Weinkartons mit je sechs Flaschen geltend gemacht wird. Den beschriebenen
"Knacks" im Rücken verspürte sie, als der Weinkarton herunter zu fallen drohte und sie
diesen aufzufangen versuchte (Suva-act. 4).
7.3 Auszuschliessen ist zunächst eine Ungewöhnlichkeit in Bezug auf den
Kraftaufwand, den die Beschwerdeführerin beim Auffangen des Weinkartons, der
herunter zu fallen drohte, aufwenden musste. Die höchstrichterliche Rechtsprechung
orientiert sich hier insbesondere an Gewichten, welche von konkreten Personen unter
bestimmten Umständen getragen werden können. Ein Weinkarton mit sechs Flaschen
wiegt je nach Grösse der Flaschen (0.5 - 1.5 l) zwischen ca. 5.5 und 15.5 kg (https://
www.post.ch/-/media/post/gk/dokumente/merkblatt-vinolog.pdf?la=de, abgerufen am
7. Dezember 2018). In Fällen, in welchen das höchste Gericht eine den Unfallbegriff
erfüllende Überanstrengung verneint hat, waren die zu hebenden Lasten zwischen 50
und 100 kg schwer und lagen damit deutlich über dem Gewicht eines Weinkartons (vgl.
Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011,
8C_246/2011, E. 4.4.). Angesichts dieser Kasuistik fällt demnach beim Greifen nach
einem Weinkarton ein Unfallereignis ausser Betracht. Denn selbst wenn beide Kartons
hätten aufgefangen werden müssen, hätte das Gewicht maximal nur rund 30 kg
betragen, was im Vergleich zu den obigen Sachverhalten zu wenig ist. Im konkreten
Fall ist also von einem geringen Gewicht auszugehen, bei welchem die fragliche
Körperbewegung als mit einer normalen Belastung verbunden betrachtet werden muss
(MAURER, a.a.O., S. 178 N 359).
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7.4 Ebenso zu verneinen ist ein ungewöhnlicher äusserer Faktor im Sinne einer
unkoordinierten Bewegung (vgl. Erwägung 6.1). Laut höchstrichterlicher
Rechtsprechung gilt eine - wie von der Beschwerdeführerin ausgeführte -
Nachfassbewegung als normale Bewegung des Körpers (vgl. Erwägung 6.1), die nicht
in besonderer, einem Ausgleiten oder einem Sturz vergleichbarer Weise geeignet ist, zu
einer unphysiologischen Belastung einzelner Sehnen, Muskeln, Bänder und Gelenke zu
führen (vgl. Urteile des EVG vom 10. Januar 2003, U 385/01, E. 2, und vom 30. August
2001, U 277/99, E. 3c). Das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ist auch
nicht deshalb zu bejahen, weil die Bewegung - wie von der Beschwerdeführerin
beschrieben - unfreiwillig aus einem Reflex heraus ausgeführt wurde (Urteil des EVG
vom 30. August 2001, U 277/99, E. 3e). In vergleichbaren Fällen hat das EVG das
Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint, so beim reflexartigen
Auffangen eines weggekippten Einkaufwagens (Urteil vom 21. März 2006, U 222/05, E.
3.2), beim reflexartigen Greifen nach einem 100 kg schweren Gusseisenradiator, der
beim zu zweit ausgeführten Transport wegzugleiten drohte (Urteil vom 12. April 2000, U
110/99, E. 3), beim Wiederherstellen des Gleichgewichts durch eine heftige
Handbewegung anlässlich des Transports einer 100 bis 150 kg schweren Türe, beim
Heben eines ca. 60 kg wiegenden Papierstapels und reflexartigen Nachfassen, als
dieser in sich zusammenzufallen drohte, und beim ruckartigen An-sich-nehmen eines
von einem fahrbaren Wagenheber herunterzufallen drohenden Motors mit einem
Gewicht von ca. 80 kg (siehe zu diesen Beispielen das Urteil vom 23. Mai 2006, U
144/06, E. 2.2 mit Hinweisen auf SUVA-Jahresberichte). Auch im Fall einer versicherten
Person, die vorgeschnellt war und reflexartig mit einer Armbewegung versucht hatte,
einen auf einem unvermittelt wegzukippen drohenden Transportroller stehenden
Oleander in die Senkrechte zu reissen, hatte das EVG gleich entschieden (Urteil vom
23. Mai 2006, U 144, 06, E. 2.2). Ebenso verneinte das Bundesgericht die
Ungewöhnlichkeit einer reflexartigen Bewegung, mit welcher eine versicherte Person
einen sich ruckartig lösenden, ca. 25 kg schweren Harass aus einem Regal
herausgezogen hatte (Urteil vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 6.2). Das Auftreten
von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der
Rechtsprechung (vgl. BGE 129 V 470 E. 4.2.1). Die Beschwerdeführerin beschreibt
sodann eine beim Auffangen gebückte Körperhaltung und ungewöhnlich starke
Verdrehung (Suva-act. 4). Es kann zwar bedeutsam sein, ob sich jemand in einer
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ungewohnten Stellung anstrengt (vgl. MAURER, a.a.O., S. 178). Das Heben von und
damit auch das Nachfassen nach Gewichten von einigen Kilogramm - oft auch in
unergonomischen Haltungen - gehört jedoch für Erwachsene zu den alltäglichen
Handlungen, unabhängig davon, ob sie beruflich regelmässig Lasten heben bzw.
tragen müssen. Ein gebückter Rücken führt nicht bereits zu einer unphysiologischen,
programmwidrigen Beanspruchung desselben im Sinne eines ungewöhnlichen
äusseren Faktors. Inwiefern vorliegend eine stärkere Einwirkung stattgefunden haben
könnte, ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen. Was schliesslich die beschriebene Verdrehung angeht, ist zu sagen,
dass Verdrehungen mit dem Rücken an sich nichts Programmwidriges anhaftet. Es
handelt sich dabei um normale Bewegungen, die mit dem Körper ausgeführt werden
können (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.1). Es ist eine Erfahrungstatsache, dass im alltäglichen
Bewegungsablauf Verdrehungen oder ein gewisser Zug in eine Richtung von Sehnen,
Muskeln, Bändern und Gelenken nichts Aussergewöhnliches darstellen, sondern die
genannten beweglichen Bestandteile des Körpers gerade ein normales und
verletzungsfreies Funktionieren im täglichen Leben bzw. verschiedenste Bewegungen
und Drehungen und dergleichen mehr - durchaus auch verbunden mit einer
Krafteinwirkung - gewährleisten. Verdrehungen können sich zwar durch verschiedenste
Schweregrade auszeichnen, können aber durchaus auch geringfügig sein oder nur
einem unfallähnlichen Ereignis ohne Programmwidrigkeit im Sinne eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors entsprechen. Bei der von der Beschwerdeführerin
als "ungewöhnlich stark" beschriebenen Verdrehung handelt es sich um eine reine
Eigenbewertung. Dass im konkreten Fall eine Verdrehung in der Wirkungsstärke eines
Unfalls stattgefunden hätte, kann allein mit der Formulierung bzw. Wortwahl der
Beschwerdeführerin nicht als überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen gelten.
8.
8.1 Selbst wenn man zugunsten der Beschwerdeführerin von einem Unfallereignis am
26. November 2015 ausginge, wäre ein Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
über den 31. Januar 2016 hinaus zu verneinen. Aus den medizinischen Akten geht
eindeutig hervor, dass mit den Heilbehandlungen ab dem
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Leistungseinstellungszeitpunkt vom 1. Februar 2016 insbesondere die Heilung des am
8. Februar 2016 erhobenen Bandscheibenvorfalls LWK5/SWK1 mit Kompression der
Nervenwurzel S1 rechts angestrebt wurde, welche die durch Dr. F._ am 25. Februar
2016 durchgeführte mikrochirurgische Fenestration L5/S1 rechts und
Sequesterektomie beinhaltete. Der Bandscheibenvorfall war auch verantwortlich für die
ab dem 1. Februar 2016 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Suva-act. 13, 21,
25).
8.2 Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien (vgl. zu diesem Begriff ALFRED
M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. S. 778 ff. und 878 ff.)
bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen. Ein Unfall im
Rechtssinne (Art. 4 ATSG) kann nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht
fallen. Voraussetzung ist, dass das fragliche Ereignis von besonderer Schwere und
geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome
der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit
sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung
praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (RKUV 2000
Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05,
E. 3.1, und vom 18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; Medizinische Mitteilungen der Suva
Nr. 68 [1995], S. 17). Eine gesunde Bandscheibe ist derart widerstandsfähig, dass unter
Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt
würde. Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe
durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei
Rotations-, Hyperextensions- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden
(Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf GÜNTER G.
MOLLOWITZ [Hrsg.], Der Unfallmann, Berlin/Heidelberg 1993, S. 164 ff.).
8.3 Aus der Zeit des Unfallereignisses vom 26. November 2015 liegen keine
beweiskräftigen bildgebenden Unterlagen vor, welche den genauen Zeitpunkt der
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tatsächlichen Entstehung der anlässlich der MRI-Untersuchung vom 8. Februar 2016
festgestellten Diskushernie der Beschwerdeführerin belegen würde. Die Feststellung
von Dr. G._ in seiner ärztlichen Beurteilung vom 7. Juni 2016 (Suva-act. 31), der
Bandscheibenvorfall der Beschwerdeführerin habe sich erst anfangs Februar 2016,
also nach dem Ereignis vom 26. November 2015, ereignet, was gegen eine
vorbestehende Diskushernie sprechen würde, lässt sich nicht ohne weiteres
nachvollziehen. Die chronische Wirbelsäulendegeneration ist ein laufender Prozess, der
unmerklich schleichend, aber auch unvermittelt und schlagartig, kompliziert werden
kann (vgl. dazu A. DEBRUNNER, a.a.O., S. 860 f.; S. 878). Insofern lässt sich nicht
ausschliessen, dass bei der Beschwerdeführerin nicht bereits vor dem Ereignis vom 26.
November 2015 eine vorbestehende, wenn auch symptomlose Diskushernie,
vorhanden gewesen ist.
8.4 Mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszuschliessen ist
jedoch - den in Erwägung 8.2 dargelegten medizinischen Erfahrungstatsachen folgend
- eine direkt durch den Unfall verursachte Diskushernie. Eine besonders schwere
Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule, die geeignet gewesen wäre, eine Diskushernie zu
verursachen, ist in Bezug auf die Ereignisschilderung der Beschwerdeführerin vom 24.
Februar 2016 (Suva-act. 4) nicht erkennbar. Nicht ersichtlich ist ausserdem, dass beim
Ereignis eine axiale Belastung auf die Wirbelsäule der Beschwerdeführerin gewirkt
hätte. Von entscheidender Bedeutung für die Verneinung einer direkt durch den Unfall
verursachten Diskushernie ist sodann insbesondere der von Dr. G._ in seiner
ärztlichen Beurteilung vom 7. Juni 2016 (Suva-act. 31) angesprochene zeitliche Ablauf.
Demnach kann im Regelfall eine erst in zeitlichem Abstand zum Unfall diagnostizierte
Diskushernie nicht die Folge des Unfalls sein, sondern stellt eine eigenständige, d.h.
unfallunabhängige degenerative Gesundheitsschädigung dar. Dr. G._ hält zutreffend
fest, dass die Beschwerdeführerin initial nach dem Ereignis vom 26. November 2015
keine ärztliche Behandlung in Anspruch genommen habe. Eine Erstbehandlung fand
erstmals bei Dr. C._ am 25. Januar 2016 statt. Dieser erhob als Befunde
insbesondere eine frei bewegliche LWS, diagnostizierte eine - mit dem beschriebenen
Unfallereignis sehr gut zu vereinbarende (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 856 f.) -
Lumbago und erachtete eine radiologische Untersuchung aufgrund der erhobenen
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Befunde offensichtlich - wie von Dr. G._ ebenfalls richtig bemerkt - nicht als
notwendig (Suva-act. 22). Laut Schreiben von Dr. C._ vom 21. April 2016 hatte ihn
die Beschwerdeführerin zwar am 10. Dezember 2015 um eine
Physiotherapieverordnung wegen eines eingeklemmten Nervs ersucht, dies jedoch nur
telefonisch und ohne den Wunsch weiterer Abklärungen (Suva-act. 21). Bezüglich der
Erstbehandlung vom 25. Januar 2016 schrieb Dr. C._ zudem, dass er die
Rückenschmerzen der Beschwerdeführerin mit einer Schmerzspritze behandelt habe,
die Beschwerdeführerin nicht einmal ein Trauma angegeben und eine empfohlene
Arbeits¬unfähigkeit für eine empfohlene muskelrelaxierende Behandlung abgelehnt
habe. Am 29. Januar 2016 habe sie sodann telefonisch mitgeteilt, dass es ihr schon
besser ginge. Am 1. Februar 2016 habe ihn die Beschwerdeführerin über eine
Zustandsverschlechterung und eine Arbeitsunfähigkeit orientiert. Sie habe ihn am 2.
Februar 2016 konsultiert, wobei er ihr eine weitere Schmerzspritze verabreicht habe.
Ab dem 1. Februar 2016 habe auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (vgl.
auch Suva-act. 15). Erst die vorgenannte Zustandsverschlechterung bzw.
Arbeitsunfähigkeit lässt eine Diskushernienproblematik mit neurologischen
Komplikationen bzw. einer Nervenkompression erkennen. Entsprechend hielt Dr. C._
in seinem Schreiben vom 21. April 2016 fest, dass nun die Planung eines MRI wegen
neurologischer Defizite im rechten Bein, welche vorher nicht bestanden hätten, erfolgt
sei (Suva-act. 21). Ein übereinstimmender Sachverhalt ist dem Sprechstundenbericht
von Dr. E._ vom 18. Februar 2016 zu entnehmen (Suva-act. 13). Die
Beschwerdeführerin hatte Dr. E._ an diesem Tag konsultiert. Laut der Anamnese
hatte sie ihm mitgeteilt, dass sie weiterhin an starken Schmerzen lumbal mit
Ausstrahlung ins Gesäss rechts und intermittierend in das rechts dorsale Bein hinunter
leide. Die Schmerzen hätten im November 2015 angefangen. Seit mehr als zwei
Wochen seien zusätzlich Kribbelparästhesien und Taubheitsgefühle im Fuss in den
Digiti 2-4 aufgetreten. Beim Laufen bemerke sie ein deutliches Hinken und eine
Schwäche im rechten Bein. Wegen der Schmerzen sei sie seit 1. Februar 2016
arbeitsunfähig. Auch wenn Dr. E._ weiter schreibt, die Beschwerdeführerin toleriere
die starken Schmerzen schon seit November, und die Beschwerdeführerin in der
Ereignisschilderung vom 24. Februar 2016 erklärte, sie sei eine sehr zähe Natur und
habe trotz immer stärker werdender Schmerzen weitergearbeitet (Suva-act. 4), ist - wie
von Dr. G._ in seiner ärztlichen Beurteilung vom 7. Juni 2016 festgestellt - dennoch
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von erstmals anfangs Februar 2016, d.h. im Leistungseinstellungszeitpunkt,
aufgetretenen neurologischen Ausfällen, welche eine operative Behandlung der
Diskushernie erforderlich machten und zu einer Arbeitsunfähigkeit führten, auszugehen.
In der lumboradikulären Schmerzausstrahlung ist zwar - wie vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 9. Juni 2017 zutreffend bemerkt (act. G 1)
- die klinische Manifestation des Bandscheibenvorfalls L5/S1 rechts zu sehen, womit
das typische Bild einer Diskushernie komplettiert ist (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S.
880 f.). Eine Unfallbedingtheit derselben ist damit jedoch bei Betrachtung des
gesamten Sachverhalts eben nicht ausgewiesen. Eine primäre traumatische
Diskushernie hätte sich, wie bereits erwähnt, durch eine plötzliche, akute
Beschwerdesymptomatik (vertrebrales oder radikuläres Syndrom mit sofortiger
Arbeitsunfähigkeit) unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis bemerkbar gemacht.
8.5 Hat der Unfall keine Diskushernie verursacht, kann eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin für eine Bandscheibenoperation nur bejaht werden, wenn es
durch den Unfall zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung einer vorbestehenden
degenerativen Diskushernie gekommen ist, wenn und soweit also durch den Unfall eine
Diskushernie früher oder beschleunigt zur Entwicklung gebracht wurde. Denn im Falle
einer (nur) vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden
Bandscheibenvorfalls ist eine Leistungspflicht für eine Bandscheibenoperation und die
nachfolgende Arbeitsunfähigkeit unabhängig davon, ob die Beschwerden des durch
den Unfall aktivierten Bandscheibenvorfalls im Zeitpunkt der Sequesterektomie noch
andauerten, zu verneinen, weil der Eingriff der Behebung der Ursache selbst, d.h. des
degenerativ bedingten Bandscheibenvorfalls dient (vgl. Urteil des EVG vom 20.
September 2001, U 379/00, E. 6c; Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 30.
Juni 2004, UV 2003/51, E. 4.b, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen,
Rechtsprechung, Versicherungsgericht).
8.6 Bezüglich der Frage, ob sich eine vorbestehende Diskushernie richtungsgebend,
mithin dauernd, unfallbedingt verschlimmert hat, gelten dieselben Kriterien wie für eine
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unfallbedingte Diskushernie, was auch hier dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur
ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch
geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Februar 2012, 8C_902/2011, E. 2 mit Hinweisen; Urteil des
EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, teilweise publiziert in AJP 2006 S. 877 ff., und 13.
Juni 2005, U 441/04, E. 3.1). Eine allfällige richtungsgebende Verschlimmerung muss
radiologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben.
Konkret ist ein radiologischer Nachweis erbracht, wenn die Radioskopie ein plötzliches
Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von
Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli
2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und 25. April 2012, 8C_237/2012, E. 4.2.4; Urteil des EVG
vom 25. November 2004, U 107/04, E. 4.1; RKUV 2000 Nr. 363 S. 46 f. E. 3a mit
Hinweisen). Wie in Erwägung 8.5 dargelegt, ist weder von einem Unfall von besonderer
Schwere auszugehen noch sind angesichts des zeitlichen Ablaufs unfallnahe
Radikulopathien und eine sofortige Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen. Ausgehend von
einer vorbestandenen Diskushernie wäre zwar von einer bedeutsamen
Verschlimmerung im Zeitpunkt der Leistungseinstellung auszugehen, nicht jedoch von
einer solchen im Zeitpunkt des geltend gemachten Ereignisses vom 26. November
2015.
8.7 Dr. F._ und Dr. H._, welche die Beurteilung von Dr. G._ vom 7. Juni 2016
(Suva-act. 31) in ihrer Kurz-Begutachtung vom 30. September 2016 (Suva-act. 52) als
Fehleinschätzung bezeichnen, vermögen mit ihren Ausführungen nicht zu überzeugen.
Dr. F._ und Dr. H._ stellen zunächst entscheidende sachverhaltliche Grundlagen
ungenau dar. Die anamnestische Aussage im Sprechstundenbericht von Dr. E._ vom
18. Februar 2016 - die Patientin berichte weiterhin, an starken Schmerzen lumbal mit
Ausstrahlung ins Gesäss rechts und intermittierend in das rechts dorsale Bein hinunter
zu leiden - kann nicht dahingehend ausgelegt werden, die neurologische Symptomatik
habe bereits vor dem 1. Februar 2016 bestanden. Ausgesagt wird damit nur, dass die
Beschwerdeführerin seit November 2015 Schmerzen gehabt und die vorgenannte
Symptomatik am Tag der Sprechstunde, d.h. am 18. Februar 2016, bestanden hat.
Hinsichtlich der neurologischen Symptomatik wird sodann konkret ausgesagt, diese sei
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vor mehr als zwei Wochen aufgetreten, was einem Beginn ungefähr am 1. Februar
2016 (Leistungseinstellungszeitpunkt) entspricht. Ebenfalls unpräzise sprechen die
Ärzte von der Tatsache, dass bereits seit November, nach dem stattgehabten Trauma,
ausstrahlende Schmerzen aufgetreten seien. Wie in Erwägung 8.5 dargelegt, sind
ausstrahlende Schmerzen erst ab Anfang Februar 2016 aktenkundig, womit die
Schlussfolgerung von Dr. F._ und Dr. H._ - die ausstrahlenden Schmerzen liessen
sich nicht mit einem Bandscheibenvorfall mit Erstmanifestation Anfang Februar
vereinbaren - nicht überzeugt. Die Aussage der beiden Ärzte - die Zunahme der
Schmerzintensität im Verlauf sowie das Hinzukommen zusätzlicher neurologischer
Symptome seien sicherlich nicht als Erstmanifestation des Bandscheibenvorfalls zu
sehen, sondern vielmehr als eine Verschlechterung der Beschwerdesymptomatik -
erscheint zwar angesichts der Feststellung in Erwägung 8.4, dass eine vorbestehende
Diskushernie nicht ohne weiteres in Abrede gestellt werden kann, nicht zum Vornherein
unzutreffend. Keine Unfallkausalität der Beschwerdesymptomatik lässt sich indessen
aus ihrem Hinweis ableiten, die Beschwerdesymptomatik habe sich in zeitlichem
Zusammenhang mit dem Traumaereignis manifestiert. Die zeitliche Einordnung einer
Gesundheitsschädigung nach einem Ereignis besitzt allein keine wissenschaftlich
genügende Erklärungskraft (vgl. dazu UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2015, N 69 zu Art. 4 ATSG; ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [= Beweisführung nach der
Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E.
7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Keine Klarheit hinsichtlich der
von Dr. F._ und Dr. H._ offensichtlich vertretenen Kausalität zwischen dem Ereignis
vom 26. November 2015 und der Bandscheibenproblematik ab dem 1. Februar 2016
bringen auch deren weitere Ausführungen, Bandscheibenvorfälle seien in den meisten
Fällen als nicht traumatisch zu werten und häufig degenerativer Natur, allerdings
würden in der Literatur auch traumatische Bandscheibenvorfälle beschrieben, dabei sei
vor allem das Bandscheibenniveau L5/S1 überhäufig vertreten. Diese allgemeinen
Aussagen stehen ausser Frage, doch lässt sich daraus für den konkreten Fall nichts
ableiten. Die Aussage - generell sei bei Bandscheibenvorfällen ein "Verhebetrauma" in
der Anamnese häufig - kann zumindest in Bezug auf eine traumatisch bedingte,
primäre Diskushernie nicht bestätigt werden. So stellt ein Verhebetrauma im Regelfall
kein Ereignis von besonderer Schwere dar, bei welchem eine axiale Stauchung
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stattfindet. Ein Verhebetrauma kann allerdings zu einer Lumbago, d.h. zu einer
vorübergehenden Verschlimmerung einer vorbestehenden Diskushernie, führen. Ein
rückwärtiger Sturz ist sodann sachverhaltsmässig nicht erstellt (vgl. Erwägung 7.2),
ganz bestimmt kein solcher von einer Schwere, der - wie von Dr. F._ und Dr. H._
vertreten - eine plausible Ursache für einen Bandscheibenvorfall bilden könnte.
8.8 Die Beschwerdegegnerin hat schliesslich auch in Bezug auf die von Dr. C._ nach
dem Ereignis vom 26. November 2015 festgestellte Lumbago (Suva-act. 22) - allenfalls
hervorgehend aus einer vorübergehende Verschlimmerung einer allfälligen
vorbestehenden Diskushernie - weitergehende Leistungen verneint. Auch hier ist zu
berücksichtigen, dass die Beschwerdesymptomatik, wie sie sich einerseits vor und
andererseits nach dem Leistungseinstellungszeitpunkt präsentierte, nicht gleich war
und ein verändertes Beschwerdebild nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit mit einem zwei Monate zuvor stattgehabten Ereignis zu begründen
ist. Im Regelfall bewirkt ein bestimmtes Ereignis zeitnah eine konkrete gesundheitliche
Veränderung und allfällige Arbeitsunfähigkeit und es ist unwahrscheinlich, dass zeitlich
verzögert bedeutsame, insbesondere neuartige gesundheitliche Veränderungen
auftreten.
9.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom
11. Mai 2017 (Suva-act. 58), mit welchem die Beschwerdegegnerin die Erbringung
weiterer Versicherungsleistungen aus der Unfallversicherung ab dem 1. Februar 2016
für die Heilbehandlung des am 8. Februar 2016 erhobenen Bandscheibenvorfalls L5/S1
mit Kompression der Nervenwurzel S1 rechts und die nachfolgende Arbeitsunfähigkeit
mangels Vorliegens eines Unfallereignisses, aber - selbst bei Annahme eines solchen -
auch wegen fehlender Unfallkausalität ablehnte, nicht zu beanstanden ist.
10.
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10.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung
des Einspracheentscheids vom 11. Mai 2017 abzuweisen.
10.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
10.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.