Decision ID: 273d52ec-63ed-4f0f-8e9b-95149e5d8cd4
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
war
seit dem 7. August 1995
mit einem Pensum von 100
%
als Hilfsarbeiterin in der
Stanzerei
und in der Konfektionierung
bei der
Y._
angestellt (
Urk.
7/1)
. Dort verrichtete sie aufgrund
einer Erkrankung
zuletzt
ein 50%-Pensum
(Urk.
7/56 S. 1 und 3
). Daneben war sie
seit 1998
bei
Z._
bzw.
A._
(Urk.
7/27 S. 16, 7/37 und
7/74
) und
seit 2002
bei
B._
(
Urk. 7/27 S. 15, 7
/33
und 7/60)
als Hauswartin und Putzfrau
angestellt
.
Am
8. Dezember 2015
erlitt die Versicherte
in der
Y._
beim Reinigen des Bolzens einer Taumelnietmaschine
einen Arbeitsunfall, bei dem sie sich
den Mittelfinger ihrer
dominanten
rechten Hand
verletzte
.
Gleichentags wurde im
C._
eine
offene distale
Phalanxfraktur
Dig
. III diagnosti
ziert
und operativ versorgt (
Urk.
7/17-18).
Darüber wurde die Suva
als zustän
diger Unfallversicherer
mit
Schadenmeldung vom
9.
Dezember 2015
in Kenntnis gesetzt
(
Urk.
7/1)
, worauf
jene
Taggelder ausrichtete und
die
Heilbehandlungs
kosten übernahm
(
Urk.
7/3
,
7/
5-
6
und
7/45
)
.
Die ambulante Behandlung im
C._
wurde am
2
1.
Dezember 2015
abgeschlossen (
Urk.
7/19)
.
M
ed.
pract
.
D._
, Assistenzarzt der Chirur
gie des
C._
, attestierte der Versicherten
bis zum
1.
Ja
n
uar 2016
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Unfalls (
Urk.
7/7)
.
Anschliessend
bescheinigte
die Hausärztin
Dr.
med. E._
, Fachärztin FMH für Allge
meine Medizin, der Versicherten
zuerst eine 100%ige und ab dem
2
5.
Januar 2016
eine 75%ige
unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/7
, 7/22, 7/39 un
d
7/47)
.
Die Suva unterbreitete die
medizinischen
Unterlagen
wiederholt
ihrem Kreisarzt
Dr.
med. F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie. Dieser vertrat am
1
5.
April 2016 die Auffassung,
es bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr, die auf den Unfall zurückzuführen sei
(
Urk.
7/48).
Darauf teilte die Suva der Rechtsvertreterin der Versicherten m
it Schreiben vom 2
2.
April 2016 mit, sie werde die Taggeldleistungen per
2
5.
April 2016 einstellen (Urk.
7/50).
In der Folge holte die Suva
einen ärztlichen Zwischenbericht zum Heilverlauf ein
(
Urk.
7/52 und 7/59
)
und nahm weitere medizinische Unterlagen zu den Akten (
Urk.
7/61, 7/63
, 7/72
, 7/76
, 7/85, 7/88 und 7/94)
.
Am 1
4.
Dezember 2016 gelangte der
Kreisarzt
Dr.
F._
gestützt darauf
zum Schluss, es lägen noch Unfallfolgen vor und der medizinische Endzustand sei erreicht (
Urk.
7/95)
.
Mit Schreiben vom 15.
Dezember 2016 setzte die Suva die Rechtsvertreterin der Ver
sicherten über den Fallabschluss und die Einstellung
der
Heilbehandlungskosten
leistungen
per
15. Dezember 2016
in
Kenntnis (
Urk.
7/96).
Mit Eingabe vom
2
1.
Dezember 2016
liess die Versicherte den Erlass einer anfechtbaren Verfügung
betreffend Regelung der Taggelder, Fallabschluss, Inva
lidenrente und Integritätsentschädigung
beantragen
(
Urk.
7/100)
.
Die Suva holte eine weitere ärztliche Beurteilung ihr
es Kreisarztes
Dr.
F._
vom 5.
Januar 2017 ein (
Urk.
7/106).
Mit Verfügung vom
1
8.
Januar 2017
schloss
die
Suva
den Fall per 15. Dezember 2016 ab und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente und die Übernahme weiterer Heilbehandlungskosten
(Urk. 7
/109
)
. Dagegen liess
die
Versicherte Einsprache erheben (
Urk.
7
/1
10).
Die Suva holte eine weitere Beurteilung ihres Kreisarztes
Dr.
F._
vom
1.
März 2017 ein (Urk.
7/115) und verneinte gestützt darauf mit
einer weiteren Verfügung vom 7.
März 2017 einen Anspruch auf Integr
itätsentschädigung (
Urk.
7/117). Dagegen liess
die Ver
sicherte ebenfalls Einsprache erheben (
Urk.
7/127). Mit
Entscheid vom
2
9.
Juni 2017
wurden die Einsprachen abgewiesen
(
Urk.
2=
7/139
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Juni 2017 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
iur
. Barbara Wyler, mit Eingabe vom 3
1.
August 2017 (
Urk.
1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei auf
zuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr auch über den 2
5.
April 2016 hinaus Taggelder auszurichten und die weiteren Versicherungs
leistungen zu erbringen.
Überdies
seien weitere medizinische Abklärungen zu treffen. Insbesondere sei für die Beurteilung des neurologischen Status des rechten
Dig
. III eine explizit darauf konzentrierte neurologische Untersuchung und Beurteilung in Auftrag zu geben. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung von 6
%
auszurichten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge
n
zu Last
en der Beschwerdegegnerin (Urk.
1 S. 2).
Die
Suva
, vertreten durch
Dr.
iur
. Beat Frischkopf,
schloss am 2
8
.
September
2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
).
Die R
eplik wurde mit Eingabe vom
2
.
November 2017 erstattet (
Urk.
13).
Mit derselben
wurde eine Honorarnote
ein
gereicht (Urk. 1
1
).
Am
9.
Dezember 2017
verzichtete
die Beschwerdegegnerin
auf eine
Duplik
und machte eine Bemerkung zur eingereichten Honorarnote
(Urk.
1
4
). Davon wurde de
r
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom 1
3
.
Dezem
ber 2017 Kenntnis gegeben (Urk.
15
), worauf
sie
a
m
1
8.
Dezember
201
7
eine ergänzende Stellungnahme
zur Honorarnote
ein
reichen liess
(
Urk.
16
).
Diese wurde der Beschwerdegegnerin
mit Schreiben vom 2
0.
Dezember 2017
zur Kenntnisnahme zugestellt
(
Urk.
17
).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtss
chriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Unf
a
ll
hat sich
am
8.
Dezember
2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG wer
den
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun
fällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
1.4
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
tre
ten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht er
forderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geistige Integrität der versi
cher
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getre
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Stö
rung ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
gen
den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
de
n hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie
etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet
zuwer
den
, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesund
heitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.7
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.8
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach
unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.9
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
Hinsichtlich der Einstellung der Taggeldleistungen per 2
5.
April 2016 (vgl. Schreiben vom 2
2.
April 2016;
Urk.
7/50) hat die Suva keine formelle Verfügung erlassen, obwohl die Beschwerdeführerin im Schreiben vom 2
1.
Dezember 2016 (
Urk.
7/100) auch diesbezüglich eine anfechtbare Verfügung verlangt hatte. Im
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Juni 2017 führte sie indessen aus, mit den Verfü
gungen vom 1
8.
Januar und
7.
März 2017 sei auch die Einstellung der Taggeld
leistungen per 2
5.
April 2016 bestätigt worden (
Urk.
2
Ziff.
5), und wies die gegen die genannten Verfügungen erhobenen Einsprachen ab. Auch die Beschwerde
führerin geht davon aus, dass die Suva rechtsgültig über die Ein
stellung der Tag
geldleistungen per 2
5.
April 2016 entschieden habe (
Urk.
1 S. 2), und rügt keine Verletzung des formellen Rechts.
Angesichts der Tatsache, dass im zu beurteilenden
Einspracheentscheid
über die Einstellung der Taggeldleistungen befunden wurde und sich beide Parteien dies
bezüglich nur materiell äussern, ist auf die Rückweisung der Sache zum Erlass einer formellen Verfügung betreffend die Einstellung der Taggeldleistungen zu verzichten, da dies einem formalistischen Leerlauf gleichkäme. Es ist daher zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin über den 2
5.
April 2016 hinaus Taggeldleistungen schuldet und ob sie die Heilbehandlungsleistun
gen zu Recht per 1
5.
Dezember 2016 unter Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung eingestellt hat. Dabei wurde zwischen den Parteien
insbesondere kontrovers diskutiert, ob auf
die Beurteilun
gen des Kreisarztes
Dr.
F._
vom 15. April und vom 1
4.
Dezember 2016 sowie vom
1.
Januar und
vom
1.
März 2017
abgestellt werden kann,
welche
er
mass
geblich
mit
dem neurologischen Untersuchungsbericht der
G._
vom
2.
November 2016
begründete
(
Urk.
1, 2,
6, 10 und 14
).
3.
3.1
Im Rahmen des operativen Eingriffs vom
8.
Dezember 2015 wurden
am rechten Mittelfinger
ein
e Wundexploration und
ein
Débridement
durchgeführt
, eine
palmare
Wundnaht angebra
cht und der Nagel
refixiert
(
Urk.
7/18). Die postope
rative radiologische Untersuchung am 15. Dezember 2015 habe deutlich bessere Stellungsverhältnisse bei mehrfragmentärer, aktuell nur gering nach
palmar
dislozierter Nagelkranzfraktur
ergeben
(
Urk.
7/14).
Bei der klinischen Abschluss
kontrolle am 2
1.
Dezember 2015 hätten sich die Wundverhältnisse reizlos und trocken präsentiert; der Versicherten sei die Ruhigstellung in der
Stack’scher
Schiene für eine weitere Woche empfohlen worden (
Urk.
7/19).
3.2
Die Hausärztin
Dr.
E._
vermerkte in ihrem Zwischenbericht vom 3
1.
Januar 2016 Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung. Die Versicherte habe die Arbeit am 2
5.
Januar 2016 wieder zu 25
%
aufgenommen (
Urk.
7/23).
3.3
Am
1
5.
März 2016 vertrat der Suva-K
r
eisarzt
Dr.
F._
die Ansicht, die Versicherte sollte Ende März 2016 ein 50%-Pensum verrichten können und ab April 2016 wieder voll
arbeitsfähig sein (
Urk.
7/40).
3.4
In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 2
6.
März 2016 führte
Dr.
E._
nebst einer Bewegungseinschränkung einen Berührungsschmerz als Beschwerden auf. Wegen der Schmerzempfindlichkeit trage die Versicherte bei der Arbeit eine Metallschiene. Sie
verrichte die Arbeit mit den Fingern 1 und
2. Dr.
E._
empfahl die Weiterführung der Ergotherapie (
Urk.
7/46).
Mit Arztzeugnis vom
6.
April 2016 bescheinigte
Dr.
E._
der Versicherten bis zum 3
0.
April 2016 eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Unfalls (
Urk.
7/47).
3.5
Der Kreisarzt
Dr.
F._
hielt am 1
5.
April 2016 fest, eine weitere Arbeitsunfähig
keit lasse sich durch den Bericht
Dr.
E._
s vom 2
6.
März 2016 nicht recht
fertigen. Es bestehe kein Hinweis auf ein CRPS oder ein neuropathisches Schmerzsyndrom. Aktuell sei von einer 100%i
g
en Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
7/48).
3.6
Mit ärztlichem Zeugnis vom
1.
Mai 2016 attestierte
Dr.
E._
der Versicherte
n
vom
1.
bis zum
8.
Mai eine 75%ige und vom
9.
Mai bis zum 3
0.
Juni 2016 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit und Unfall (
Urk.
7/58 S. 3
= 7/76 S. 10
). In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 2
8.
Mai 2016 führte sie
mit Bezug auf den rechten Mittelfinger
au
s
, es bestünden keine Schmerzen und reiz
lose Narbenverhältnisse, aber eine Bewegungseinschränkung. Seit dem
9.
Mai 2016 betrage die Arbeitsunfähigkeit 70
%
(
Urk.
7/59 S. 1)
. Eine weitere Steige
rung der Arbeitsfähigkeit
für die gegenwärtige schwere Arbeitstätigkeit
sei ihres Erachtens
aufgrund
der bestehenden Handbehinderung
nicht möglich (Urk.
7/59
S. 2
).
3.7
Am
1
7.
Juli 2016 beschrieb
Dr.
E._
erneut reizlose Narbenverhältnisse und eine Bewegungseinschränkung. Überdies bestünden eine Hyposensibilität, eine Dysästhesie und ein Kraftverlust.
D
urch
die
anstrengende schwere Metallarbeit, Akkordarbeit mit extrem hohem Tempo
, komme es zu chronischen Handschmer
zen
. Seit dem
1.
Juli 2016 bestehe eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/72 S. 1 f.
; vgl. auch
Urk.
7/76 S. 11
).
Ihrem Zwischenbericht legte
Dr.
E._
den Abschlussbericht der Ergo-/Hand
–
therapie
vom 1
6.
Juni 2016 bei.
Demnach habe die Versicherte bis anhin 16 Mal die Ergotherapie absolviert. Als Befunde habe man ein eingeschränktes Bewe
gungsausmass
Dig
. III in Flexion, eine Hyposensibilität in
Dig
III (
ZPD
9 mm), bis in den Arm ausstrahlende
Dysästhesien
und einen Kraftverlust erhoben. Es seien abschwellende Massnahmen, eine Mobilisation und eine Instruktion von
Bewe
gungs
- und Kräftigungsübungen als Therapie durchgeführt worden. Insgesamt gehe es dem Finger wesentlich besser, aber das Bewegungsausmass sei nicht voll
ständig und der Finger schmerze immer mal wieder. Die Kraft bleibe deutlich reduziert. Man schliesse die Therapie im Einverständnis mit der Versicherten ab; sie habe sich mit ihrer
Situation arrangiert und habe noch andere, grössere gesundheitliche Probleme
(
Urk.
7/72 S. 3 f.
)
.
3.8
Der Kreisarzt
Dr.
F._
gelangte darauf
zum Schluss, es lägen noch Unfallfolgen vor, und empfahl, die nächste hausärztliche Un
tersuchung abzuwarten (Urk.
7/73).
3.9
Über dieselbe
g
ab
Dr.
E._
mit ärztlichem Zwischenb
ericht vom 21. Septem
ber 2016 Auskunft (
Urk.
7/85). Darin führte sie bezüglich des
Dig
. III ein einge
schränktes Bewegungsausmass in Flexion und eine Hypersensibilität auf. Über
dies bestünden
Dysästhesien
, welche bis in den rechten Arm ausstrahlten, und ein Kraftverlust. Das Zustandsbild sei stationär und es sei keine Besserung in Sicht. Durch das Handicap bezüglich des
Dig
. I
I
I sei es zu einer Überlastung der Hand mit Schmerzsymptomatik von der Hand zum Arm gekommen.
3.10
Darauf vertrat der Kreisarzt
Dr.
F._
die Auffassung, es lägen noch Unfallfolgen in Form einer Hypersensibilität und eventuell einer Bewegungseinschränkung des Endgelenkes des
Dig
. III vor. Es sollte eine neurologische Untersuchung zur Objektivierung der geklagten Beschwerden erfolgen (
Urk.
7/73).
Die Suva
forderte
deshalb
Dr.
E._
dazu auf
, die Versicherte für eine neurologische Unte
r
suchung anzumelden (
Urk.
7/66), worauf diese ein entsprechendes Schreiben an die
G._
richtete, in welchem sie unter anderem auf ein diagnosti
ziertes generalisiertes
myofasziales
Schmerzsyndrom verwies (Urk. 7/87).
3.11
Die neurologische Untersuchung wurde am
2.
November 2016
in
der
G._
durchgeführt. Als Konsultationsgrund wurden die Beurteilung der Schmer
zen der oberen Extremitäten und
einer
Fussheberschwäche
links
genannt
. Im gleichentags verfassten Bericht wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt (
Urk.
7/94 S. 1
f.
):
Chronisches
lumboischialgiformes
Schmerzsyndrom links mit/bei:
-
Klinisch: Diskrete
Fussheberschwäche
links und Hypästhesie gesamter Unter
schenkel
-
Elektrophysiologisch: Keine akute
Denervationszeichen
für L5 links
-
MRI LWS 07/2013 (aktenanamnestisch,
RADIOG
): Paramediane
Diskusprotru
sion
links L4/L5 mit möglicher Irritation L5, mässige
Spondylarthrose
Chronisches
zervikozephales
und
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom
-
Klinisch: ausgeprägte
myofasziale
Komponente ohne
radikuläre
Ausfallsym
p
tomatik
-
Elektrophysiologisch: Keine Hinweise für ein Karpaltunnel-Syndrom beidseits
-
MRI HWS 2014,
H._:
Diskusprotrusion
C5/C6, C6/C7 ohne Nerven
wurzelkontakt
Chronifiziertes
generalisiertes
myofasziales
Schmerzsyndrom
-
Aktenanamnestisch somatoforme Komponente
-
Verdacht auf Fibromyalgie
-
Status nach stationärer Rehabilitation
I._
(4 Wochen)
Knieschmerzen links mit/bei
-
Status nach mehreren Knieeingriffen
-
MRI Knie links vom 27.05.2016,
C._
: Innenmeniskus bei Status nach
TME-Hinterhorn
, Meniskusganglion (6x4 mm), Status nach VKB-Ruptur mit Vernarbung des Ligaments, Verdünnung Gelenkknorpel
femorotibial
medial betont, lateral betonte
Chondropathie
retropatellar (Grad 2), leichte
Trochleadysplasie
mit Patella
alta
Chronisches
zervikozephales
und
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom
-
Bei Verdacht auf dentoge
n bei mehreren Zahnextraktionen
Aktenanamnestisch psychosoziale Belastungssituation
-
Psychiatrische Betreuung
Dr.
J._
Zürich,
Dr. K._, L._
Nebendiagnosen:
Leichte Kreatinin-Erhöhung
Status nach offener Fraktur Endphalanx
Dig
. III Hand rechts 12/2015
Status nach CTS-Operation ca. 2000 beidseits, anamnestisch
Status nach OSG Fraktur links 2009.
Die Versicherte habe
unter anderem
berichtet, dass sie seit dem Ereignis vom Dezember 2015 an Schmerzen im
Dig
. III leide, welche bis zum Oberarm, Unter
arm rechts ausstrahlten, VAS 4-5/1
0.
Die Schmerzen seien stechend mit einem pelzigen Gefühl und verbreiteten sich auf den gesamten Körper und Kopf (
Urk.
7/94 S. 2).
Klinisch habe man bezüglich der Arme einen intakten Tonus und eine intakte
Trophik
erhoben. Die Koordination
und die Muskelkraft
sei
en
normal
. Es gebe ein
Tinel
-Zeichen über dem Karpaltunnel und der
Kubitaltunnel
sei schmerzhaft, jedoch ohne Ausstrahlung. Die Muskeleigenreflexe seien seitengleich schwach auslösbar.
Die
Ergebnisse der neurographischen Untersuchung
seien
no
rmal;
e
s bestünden keine Hinweise auf eine Mononeuropathie oder ein Karpalt
unnelsyn
drom (
Urk.
7/94 S. 3
).
3.12
Der Kreisarzt
Dr.
F._
hielt am 1
4.
Dezember 2016 fest, aus medizinischer Sicht lägen noch Unfallfolgen vor. Der Endzustand sei erreicht (
Urk.
7/95).
Diese Ein
schätzung bestätigte er mit
einer weiteren Beurteilung vom
5.
Januar 2017 (
Urk.
7/106).
3.13
Am
1.
März 2017 legte der Kreisarzt
Dr.
F._
dar, im Rahmen der neurologischen Untersuchung vom
2.
November 2016 hätten sich keine Hinweise auf eine
radi
kuläre
Ursache der geklagten Beschwerden an der oberen und unteren Extremität gefunden. Sowohl die Problematik an der Hals-
als
auch
diejenige
an der Len
denwirbelsäule sei
en
unfallfremd und
hätten
nach Kenntnis des Berichtes der
M._
aus dem Jahr 2014 (
vgl.
Urk.
7/61) bereits lange vor dem Unfallereignis vom
8.
Dezember 2015 bestanden (
Urk.
7/115 S. 1).
Aus medizinischer Sicht sei in Anlehnung an die Feinrastertabelle 1 keine Integ
ritätsentschädigung geschuldet (
Urk.
7/115 S. 1).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
F._
fest, diese sei
aus seiner Sicht
seit dem 2
5.
April 2016 zu 100
%
vorhanden. Hinweise auf ein CRPS oder ein neuropathisches Schmerzsyndrom
hätten ausgeschlossen werden können
. Im Rahmen der neurologischen Untersuchung vom
2.
November 2016 hätten die geklagten Beschwerden an der rechten oberen Extremität nicht objektiviert wer
den können. Es hätten sich keine Hinweise für eine
myeläre
,
radikuläre
oder
peripher nervöse Ursache der geklagten Sy
mptomatik gezeigt; es werde
von einer hohen
myofaszialen
Komponente ausgegangen. Die Elektrophysiologie habe keine Anhaltspunkte für ein peripher neurolo
gisches Geschehen gezeigt (Urk.
7/116).
4.
4.1
Der Kreisarzt
Dr.
F._
gab sämtliche seiner Einschätzungen in Kenntnis der jeweils vorhanden gewesenen medizinischen Unterlagen ab.
Es trifft zwar zu, dass er die Beschwerdeführerin nie persönlich untersuchte (
Urk.
1 S. 6).
Er bezog
indessen die in den medizinischen
Vorakten
dokumentierten
geklagten Beschwer
den und
erhobenen Untersuchungsb
efunde stets sorgfältig in seine Würdigung mit ein. Diese
begründete
er nachvollziehbar
und schlüssig.
Es wurde eingewandt,
Dr.
F._
hätte nicht
einfach
auf den Bericht zur neuro
logischen Untersuchung vom
2.
November 2016 in der
G._
abstel
len dürfen
, da diese den ganzen Körper betroffen habe
(
Urk.
1 S. 5 f.).
Die Beschwerdeführerin leide an zahlreichen weiteren Beschwerden, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass die durch den Unfall verursachten Beschwerden nicht genügend berücksichtigt worden seien (
Urk.
1 S. 7). Dem ist entgegen
zuhalten, dass bei der betreffenden neurologischen Untersuchung die Schmerzen der oberen Extremitäten – nebst einer
Fusshebersc
hwäche
links – im Vordergrund
standen (
Urk.
7/94 S. 1). Dabei
habe die
Versicherte unter anderem berichtet,
dass sie seit dem Ereignis vom Dezember 2015 an Schmerzen im
Dig
. III leide, welche bis zum Oberarm
und
Unterarm rechts ausstrahlten,
mit einer Intensität von
4-5/10
auf der visuellen Analogskala
. Die Schmerzen seien stechend mit einem pelzigen Gefühl und verbreiteten sich auf den gesamten Körper und
den
Kopf (
Urk.
7/94 S. 2).
In der Folge wurden
bezüglich der oberen Extremitäten
unauf
fällige Befunde erhoben, insbesondere eine Mononeuropathie und ein Karpaltun
nelsyndrom verneint (
Urk.
7/94 S. 3).
Zu den oberen Extremitäten gehört auch der rechte Mittelfinger, welcher sowohl bezüglich der geklagten Beschwerden als auch
hinsichtlich
der erhobenen Befunde angemessen berücksichtigt wurde. Es wurde denn auch weder ausgeführt noch ist ersichtlich, inwiefern die von Seiten der Beschwerdeführerin geforderte
neurologische
Untersuchung allein betreffend die Beschwerden im rechten
Mittelfinger
(
Urk.
1 S. 7) zu einem Erkenntnisgewinn führen könnte. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass
Dr.
F._
sich auf die Wür
digung d
es Berichts
der
G._
vom 2.
November 2016 beschränkte
und keine weiteren Abklärungen als erforderlich erachtete
.
4.2
Hervorzuheben ist
, dass die Beurteilung
Dr.
F._
s
,
spätestens
seit dem 2
5.
April 2016
sei
keine durch den Unfall bedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
mehr vorhanden
, mit dem Abschlussbericht der Ergo-/Handtherapie vom 1
6.
Juni 2016
im Einklang steht
. In demselben wurden für den 2
1.
April 2016 lediglich noch
deutlich reduzierte Bewegungseinschränkungen betreffend das dritte
Glied des Mittelfingers
dokumentiert (Urk. 7/72 S. 4).
Auch die anderslautenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen
Dr.
E._
s vermö
gen die Einschätzung
Dr.
F._
s nicht in Zweifel zu ziehen, ungeachtet der Erfah
rungstatsache, dass
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Ver
trauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen
und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass
Dr.
E._
bereits in ihrem Zwischenbericht vom 2
6.
März 2016 nebst der Bewegungseinschränkung lediglich noch einen Berüh
rungsschmerz als Beschwerden aufgeführt hatte
(Urk.
7/46). Dieser war gemäss dem nächsten Zwischenbericht vom 2
8.
Mai 2016 nicht mehr vorhanden (
Urk.
7/59 S. 1).
Dr.
E._
s begründete die attestierte
(teilweise)
Arbeitsun
fähigkeit denn auch – wenig nachvollziehbar – allein mit
der
Bewegungsein
schränkung
, ohne diese näher zu beschreiben
(vgl.
Urk.
7/59
).
Es war somit korrekt, dass
Dr.
F._
bereits
in Anbetracht der damaligen Akten
lage
, welche die Anamnese, die erhobenen Befunde etc. dokumentierte,
auf
eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit schloss
. Die neurologische Untersuchung vom
2.
November 2016 hat denn auch keine neuen Erkenntnisse gebracht, weswegen
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
Dr.
F._
s in Frage zu stellen wäre (
Urk.
7/94). Unter diesen Umständen ist
es
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegne
rin auf die Aktenbeurteilung
Dr.
F._
s abgestellt hat.
5.
5.1
Gestützt auf die Aktenbeurteilung
Dr.
F._
s ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin spätestens
seit
dem
2
5.
April 2016 nicht mehr wegen Unfall
folgen in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist.
Eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit, namentlich eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands war damit nicht mehr zu erwarten. Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen
per 1
5.
Dezember 2016
abgeschlossen und den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung geprüft hat.
5.2
Da
seit dem 2
5.
April 2016
keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr
besteht
,
ist
die Beschwerdeführerin nicht für eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt.
Es war folglich rechtens
, dass die Beschwerdegegnerin eine Invalidität und einen Rentenanspruch verneinte (vgl.
Art.
8
Abs.
1 ATSG und
Art.
18
Abs.
1 UVG).
5.3
In Anbetracht der objektivierbaren Einschränkungen am rechten Mittelfinger war es auch richtig,
dass die Beschwerdegegnerin vom Fehlen einer erheblichen Schä
digung der körperlichen Integrität ausging und zum Schluss gelangte, es bestehe kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
2 S. 11 ff.
und 7/117; vgl. auch die Suva-Tabelle 1, integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten, Integritätsentschädigung gemäss UVG). Die Anwendung der Suva-Tabelle 3,
Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten
, Integritätsentschädigung gemäss UVG,
welche
nach wie vor von Seiten der Beschwerdeführerin gefordert wird
(
Urk.
1 S. 10 und 7/127 S. 5)
,
fällt ausser Betracht. Dies hat
bereits die Beschwerdegegnerin zutreffend erkannt
(
Urk.
2 S. 13
; vgl. auch
Urk.
6 S. 7
)
.
Dennoch ist darauf hinzuweisen
, dass selbst bei einem Verlust des dritten Mittelfingerglieds von eine
m Integritäts
schaden von 0
% auszugehen wäre (vgl. die erwähnte Suva-Tabelle 3, S. 3).
5.4
Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene Entscheid korrekt ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.