Decision ID: ed921f14-5e79-4ced-baa6-2c251004f4b3
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X war seit 1. März 1992 für das Y-Amt S, Zweigstelle Z, tätig. Mit Verfügung vom
21. April 2010 verzichtete das Departement des Innern des Kantons St. Gallen auf die
Wiederwahl von X als Beamtin und löste das Beamtenverhältnis per 31. Juli 2010 auf.
Eine dagegen erhobene Beschwerde beim Verwaltungsgericht wurde am 26. Januar
2011 abgewiesen und vom Bundesgericht anschliessend unter Rückweisung an das
Departement des Innern mit Urteil vom 14. September 2011 gutgeheissen. Am
16. Oktober 2012 kündigte das Finanzdepartement das bestehende Arbeitsverhältnis
mit X per 31. Januar 2013. Nachdem bei der Schlichtungsstelle in Personalsachen
keine Einigung erzielt worden war, erhob X am 22. Juli 2013 Klage beim
Verwaltungsgericht. Mit Entscheid vom 28. Juli 2015 schrieb das Verwaltungsgericht
die Klage zufolge Gegenstandslosigkeit ab, nachdem am 30. Juni 2015 unter
Mitwirkung des Gerichts folgender Vergleich abgeschlossen worden war:
1. Der Beklagte verpflichtet sich ohne Anerkennung einer vorbestandenen
Rechtspflicht
zur Nachzahlung von Lohn im Nettobetrag von Fr. 50‘000.–.
2. Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin einen Pauschalbetrag von Fr. 40‘000.–
zu bezahlen zum Zweck der beruflichen Wiedereingliederung (z.B. Outplacement).
3. [Schlusszeugnis]
4. [Kosten- und Entschädigungsfolgen]
5. Die Zahlungen gemäss Ziff. 1 und 2 erfolgen spätestens am 31. Juli 2015. [...]
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6. [Saldoklausel]
B.- Die Vergleichssumme von Fr. 50‘000.– wurde vom kantonalen Steueramt auf einen
Bruttolohn von Fr. 53‘060.95 hochgerechnet und zusammen mit dem letzten
Monatslohn von Fr. 5‘342.90 quellenbesteuert, was eine Quellensteuer von
Fr. 16‘619.65 ergab. Mit Valuta vom 24. Juli 2015 wurden X Fr. 33‘380.35 ausbezahlt.
Dagegen erhob sie mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 21. August 2015
Einsprache beim kantonalen Steueramt, welche mit Entscheid vom 4. März 2016
abgewiesen wurde.
C.- Gegen den Einspracheentscheid erhob X mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom
18. März bzw. 4. April 2016 Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen sei der Einspracheentscheid vom 4. März 2016 aufzuheben, es
sei keine Quellensteuer zu erheben und es sei ihr der volle Restlohnbetrag von
Fr. 16‘121.05 durch den Kanton St. Gallen nachzuvergüten, zuzüglich 5% Verzugszins
ab 1. August 2015. Eventualiter sei eine Quellensteuer auf einem Monatslohn von
Fr. 4‘166.– (1/12 von Fr. 50‘000.–) zu erheben, und zwar zum Quellensteuertarif H1Y
geschieden mit einem unterstützungsbedürftigen Sohn im gleichen Haushalt vom
1. August 2014 bis 31. Juli 2015. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung
vom 4. Mai 2016 die Abweisung der Rechtsmittel. Die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin nahm am 9. Juni 2016 zur vorinstanzlichen Vernehmlassung
Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis
zur Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde
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vom 18. März 2016 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen zusammen mit der
noch während der laufenden Beschwerdefrist eingereichten Ergänzung vom 4. April
2016 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194
Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 140 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h
Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.
2.- Umstritten ist, ob es sich bei der Vergleichssumme von Fr. 50‘000.– netto um eine
Genugtuungsleistung handelt und der vorgenommene Quellensteuerabzug von
Fr. 16‘619.65 daher zurückzuerstatten ist oder ob die Leistung als Lohn zu qualifizieren
ist.
a) Das Verfahren bei der Erhebung der Quellensteuer folgt dem Grundsatz der
Selbstveranlagung. Der Schuldner der steuerbaren Leistung ist dabei verpflichtet, von
der Leistung die vom Empfänger geschuldete Steuer direkt abzuziehen und der
Steuerbehörde zu überweisen. Die Steuerbehörde, welcher bei der Erhebung der
Quellensteuer eine Kontroll- und Aufsichtsfunktion zukommt, prüft die Veranlagung
nachträglich und nimmt (allenfalls) eine Berichtigung vor. Im Regelfall erfolgt keine
Entscheidung durch die Steuerbehörde. Nur wenn die Steuerpflicht oder der
Steuerabzug dem Grundsatz oder seiner Höhe nach umstritten ist, entscheidet die
Steuerbehörde entsprechende Streitigkeiten durch Erlass einer Verfügung (Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 7 zu Art. 136 DBG).
Art. 186 Abs. 1 StG bzw. Art. 137 Abs. 1 DBG räumen dem Steuerpflichtigen und dem
Schuldner für die Bestreitung des Steuerabzugs eine Frist bis Ende März des auf die
Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahres ein.
b) aa) Nach Art. 115 Abs. 1 lit. a StG bzw. Art. 91 Abs. 1 DBG unterliegen im Ausland
wohnhafte Arbeitnehmer für ihre Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit und
die an deren Stelle tretenden Ersatzeinkünfte einem Steuerabzug an der Quelle, wenn
sie für kurze Dauer, als Grenzgänger oder Wochenaufenthalter oder als leitende
Angestellte für einen Arbeitgeber mit Wohnsitz, Sitz oder Betriebsstätte im Kanton
erwerbstätig sind. Für Grenzgänger sehen die Doppelbesteuerungsabkommen
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regelmässig eine Beschränkung des Besteuerungsanspruchs des Arbeitsortstaates vor
(Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, S. 320 f). Im
Verhältnis zum Fürstentum Liechtenstein liegt aufgrund des
Doppelbesteuerungsabkommens die Besteuerungsbefugnis grundsätzlich beim
Wohnsitzstaat. Ein Vorbehalt besteht einzig für öffentlich Bedienstete; diese werden
grundsätzlich vom Schuldner- bzw. Quellenstaat besteuert (Art. 7 Ziff. 1 des
Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum
Liechtenstein über verschiedene Steuerfragen, SR 0.672.951.43, abgekürzt: DBA-FL).
An der Quelle erfasst werden alle Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit,
eingeschlossen die Nebeneinkünfte und Naturalleistungen, sowie die Ersatzeinkünfte.
Die steuerbaren Erwerbseinkünfte umfassen dabei alle Leistungen, die auch im
ordentlichen Verfahren als Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gelten (vgl.
Art. 30 StG bzw. Art. 23 DBG). Als Ersatzeinkünfte für den Bereich des
Quellensteuerrechts gelten alle Ersatzleistungen, die mit einer gegenwärtigen, allenfalls
vorübergehend eingeschränkten oder unterbrochenen Erwerbstätigkeit in
Zusammenhang stehen. Darunter fallen Leistungen aus dem Arbeitsverhältnis, die nicht
unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit darstellen, sondern zur Abgeltung
anderweitiger Ansprüche erbracht werden (z.B. Entschädigung für befristetes
Konkurrenzverbot, Abfindungen), Taggelder und gewisse Renten der
Invalidenversicherung, der Unfallversicherung, von Krankenkassen sowie Leistungen
aus Arbeitslosen- und Haftpflichtversicherung (Art. 106 Abs. 2 lit. a StG bzw. Art. 84
Abs. 2 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., S. 312). Als weitere Leistungen aus dem
früheren Arbeitsverhältnis gelten auch Entschädigungen, welche der Arbeitgeber bei
missbräuchlicher Kündigung auszurichten hat, doch sind diese als
Genugtuungsleistungen nach Art. 37 lit. h StG bzw. Art. 24 lit. g DBG steuerfrei
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 14 zu Art. 23 DBG).
bb) Am 22. Juli 2013 liess die Rekurrentin und Beschwerdeführerin wegen der
Kündigung des öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnisses Klage beim
Verwaltungsgericht erheben. Am 20. September 2013 beantragte sie unter anderem,
dass der Arbeitgeber zu verpflichten sei, den ausstehenden Rest des
gesetzeskonformen Lohnes für die Jahre 2010 und 2011 zu bezahlen sowie es sei die
Nichtigkeit der per 31. Januar 2013 erklärten Kündigung festzustellen und der Lohn
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weiterhin zu bezahlen. Im Eventualfall beantragte sie eine Lohnersatzentschädigung
(Schadenersatz) für die nicht erfolgte Weiterbeschäftigung oder eine
Abgangsentschädigung von einem Jahreslohn (vgl. act. 6 S. 3). Am 30. Juni 2015 fand
unter der Leitung des Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts ein
Verständigungsversuch statt. Die Parteien einigten sich dabei darauf, dass der
Arbeitgeber sich „ohne Anerkennung einer vorbestandenen Rechtspflicht zur
Nachzahlung von Lohn im Nettobetrag von Fr. 50‘000.–“ verpflichtet. Zudem wurde
vereinbart, dass der Arbeitgeber der Rekurrentin und Beschwerdeführerin einen
Pauschalbetrag von Fr. 40‘000.– bezahlt zum Zweck der beruflichen
Wiedereingliederung (z.B. Outplacement; vgl. VerwGE K 2013/1 vom 28. Juli 2015,
act. 7/2b Beilage 1 S. 5). Mit E-Mail vom 30. Juli 2015 teilte das Verwaltungsgericht
den Parteien mit, aus dem Vergleichstext seien die der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin per 31. Juli 2015 auszurichtenden Zahlungen, sowohl was die
Beträge als auch die Zahlungsgründe anbelange, im Detail ersichtlich (act. 7/2b Beilage
4).
Aus dem Wortlaut des Vergleichstextes geht hervor, dass es sich bei den Fr. 50‘000.–
um eine Nachzahlung von Lohn und nicht um eine Genugtuungsleistung handelt. Es
darf angenommen werden, dass die Auszahlung einer Genugtuungsleistung wegen
missbräuchlicher Kündigung ausdrücklich im Vergleichstext erwähnt worden wäre. So
waren die Parteien in der Lage, in Ziffer 2 des Vergleiches den Zweck der Zahlung klar
zu bezeichnen, nämlich die berufliche Wiedereingliederung. Weshalb in Ziffer 1 von
Lohn gesprochen wird, wenn eigentlich eine Genugtuungszahlung gemeint gewesen
wäre, ist nicht nachvollziehbar. Gegen eine Entschädigungsleistung gemäss Art. 336a
OR spricht im Weiteren, dass eine solche den Betrag nicht übersteigen darf, der dem
Lohn für sechs Monate entspricht (Abs. 2; vgl. auch GVP 2005 Nr. 4 E. 2h). Dieselbe
Grenze gilt für Entschädigungen nach dem Gleichstellungsgesetz oder nach einer
ungerechtfertigten fristlosen Kündigung (vgl. Art. 337c Abs. 3 OR). Die Bestimmungen
des OR über den Kündigungsschutz werden dabei sachgemäss auf das öffentlich-
rechtliche Arbeitsverhältnis angewendet (vgl. Art. 25 Abs. 3 des Personalgesetzes,
sGS 143.1). Vorliegend wurde der Arbeitgeber der Rekurrentin und Beschwerdeführerin
aber verpflichtet, ihr eine Summe von einem Jahreslohn nachzuzahlen. Die gesamten
Umstände sprechen daher dafür, dass es sich dabei um eine gütliche Erledigung der
streitigen Lohnrestanz für die Zeit vom 1. August 2013 bis 31. Juli 2015 handelt (vgl.
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act. 5 S. 8, 14 S. 4, wonach die Rekurrentin und Beschwerdeführerin während dieser
Zeit keinen Lohn erhalten habe).
c) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass es sich bei der Vergleichssumme von
Fr. 50‘000.– um Lohn handelt, welcher an der Quelle zu besteuern ist. Zu prüfen ist
daher im Folgenden, ob die Berechnung der Quellensteuer korrekt erfolgt ist.
3.- Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin beantragt im Eventualfall, es sei eine
Quellensteuer auf einem Monatslohn von Fr. 4‘166.– (1/12 von Fr. 50‘000.–) zu
erheben, und zwar zum Quellensteuertarif H1Y.
a) Die Eidgenössische Steuerverwaltung bestimmt im Einvernehmen mit der kantonalen
Behörde die Ansätze, die als direkte Bundessteuer in den kantonalen Tarif einzubauen
sind (Art. 85 Abs. 2 DBG). Die Ausgestaltung des Steuerbezugs als echte Quellensteuer
und damit als endgültige Steuerbelastung für die Einkünfte aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit bedingt nach Massgabe des Gleichbehandlungsgebots, dass die
Steuerbelastung ausländischer Arbeitnehmer ohne ausländerrechtliche
Niederlassungsbewilligung nicht wesentlich anders ausfallen darf als für die
Steuerpflichtigen in gleichen wirtschaftlichen Verhältnissen, die im ordentlichen
Verfahren veranlagt werden. Deshalb entsprechen die Steuerabzüge grundsätzlich den
für die Einkommenssteuer natürlicher Personen geltenden Steuersätzen (Art. 115
Abs. 2 StG i.V.m. Art. 107 Abs. 1 erster Satz StG). In Anbetracht dessen sind seit
1. Januar 2014 unterschiedliche Tarife für alleinstehende Steuerpflichtige (Tarifcode A),
für alleinstehende Steuerpflichtige mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen
Personen im gleichen Haushalt (Tarifcode H), für verheiratete Steuerpflichtige, bei
denen nur ein Ehegatte erwerbstätig ist (Tarifcode B) und für verheiratete
Steuerpflichtige, bei denen beide Ehegatten erwerbstätig sind (Tarifcode C),
vorgesehen (Art. 55 Abs. 1 der Steuerverordnung, sGS 811.11, abgekürzt: StV). Diese
Tarife sind grundsätzlich als Monatstarife ausgestaltet (Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O.,
S. 313). Der Tarifcode H wurde mit dem XI. Nachtrag zur Steuerverordnung, in Vollzug
ab 1. Januar 2014, eingeführt. Zuvor wurde auf Alleinverdiener mit Kindern und/oder
unterstützungspflichtigen Personen im selben Haushalt der Doppelverdienertarif für
Verheiratete (Tarif B) angewandt (vgl. Weidmann/ Grossmann/Zigerlig, Wegweiser
durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 344).
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Bei Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen und bei Beendigung des
Arbeitsverhältnisses sowie bei Entschädigungen für die Aufgabe oder Unterlassung
einer Tätigkeit bemisst sich der Steuerabzug nach dem Satz einer entsprechenden
wiederkehrenden Leistung (sog. Rentensatz), wobei ein Mindestsatz gilt (Art. 109
Abs. 1 StG bzw. Art. 3 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Quellensteuer,
SR 642.118.2, abgekürzt: QStV). Diese Regelung ist vergleichbar mit der
entsprechenden Bestimmung im ordentlichen Veranlagungsverfahren (Zigerlig/Oertli/
Hofmann, a.a.O., S. 314). Erhält der Steuerpflichtige eine einmalige Kapitalleistung, mit
der wiederkehrende Leistungen ausserhalb dieses Zeitraums abgegolten werden,
würde die volle Berücksichtigung dieser Abfindungszahlung bei der Ermittlung des
Steuersatzes angesichts des progressiven Tarifs nicht seiner wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit entsprechen. Deshalb wird die Steuer unter Berücksichtigung der
übrigen Einkünfte zu dem Satz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der
Kapitalabfindung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet würde (vgl. Art. 51
StG, Art. 37 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., S. 185).
b) Hintergrund der Zahlung von Fr. 50‘000.– waren strittige Lohnforderungen der
Rekurrentin und Beschwerdeführerin gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin.
Entsprechend einigten sich die Parteien in der Vereinbarung vom 30. Juni 2015 auf die
„Nachzahlung von Lohn“ in Form einer Kapitalabfindung in der Höhe von Fr. 50‘000.–
netto (vgl. act. 7/2b/Beilage 1 S. 5). Damit handelt es sich nicht um eine
Kapitalabfindung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses wie beispielsweise eine
Abgangsentschädigung, sondern um eine solche für in der Vergangenheit begründete
wiederkehrende Leistungen. Der Betrag von Fr. 50‘000.– entspricht einem
Nettojahresgehalt der Rekurrentin und Beschwerdeführerin, weshalb die Quellensteuer
analog Art. 51 StG bzw. Art. 37 DBG zum Satz eines monatlichen Bruttolohns zu
berechnen ist. Unbestritten blieb, dass der letzte ausbezahlte Bruttolohn Fr. 5‘342.90
betrug. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist daher nicht auf einen fiktiven Zeitpunkt
abzustellen. Mit der Vereinbarung vom 30. Juni 2015 wurden Lohnansprüche
abgegolten, die bis zum Vergleichsabschluss unsicher waren. Der Arbeitgeber
beantragte vor Verwaltungsgericht, das Begehren der Klägerin sei abzuweisen, soweit
überhaupt darauf eingetreten werden könne (Entscheid K 2013/1 vom 28. Juli 2015 E.
4). Der Anspruch der Klägerin auf Lohnzahlung war somit bestritten und
dementsprechend unsicher. Folglich ist davon auszugehen, dass der Anspruch auf
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Lohnnachzahlung erst mit dem Vergleichsabschluss entstand, weshalb auf den
Zeitpunkt der Erfüllung abzustellen ist (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 33
zu Art. 41 DBG). Anzuwenden ist daher der im Jahr 2015 für alleinstehende
Steuerpflichtige mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen im gleichen
Haushalt geltende Tarifcode H. Im Übrigen ist der Abzug bzw. die Bemessung von
Sozialabgaben nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Grundlage der
Quellensteuerveranlagung sowie des Einspracheentscheids ist der Nettolohn, d.h. der
Lohn nach Abzug der Sozialabgaben. Bemessung und Abzug von Sozialabgaben
können nicht Gegenstand einer Veranlagung der Steuerbehörde sein. Festzuhalten ist
ausserdem, dass der Julilohn 2013 nicht Gegenstand der streitigen
Quellensteuerveranlagung ist. Die streitige Quellensteuer im Betrag von Fr. 16‘619.65
umfasst nur die Lohnnachzahlung von Fr. 50‘000.–; die Quellensteuer auf dem Julilohn
2013 wurde ausgeschieden (vgl. act 7/5 und 6).
4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass es sich bei der Vergleichssumme von
Fr. 50‘000.– netto zwar um Lohn handelt. Die Quellensteuer auf diesem Betrag ist
jedoch analog Art. 51 StG bzw. Art. 37 DBG zum Satz eines monatlichen Bruttolohns
unter Verwendung des im Jahr 2015 geltenden Tarifcodes H zu berechnen. Der Rekurs
und die Beschwerde sind dementsprechend teilweise gutzuheissen. Der
Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts vom 4. März 2016 ist aufzuheben. In
Anwendung von Art. 56 Abs. 2 VRP ist die Streitsache zu neuer Berechnung der
Quellensteuer für die Lohnnachzahlung von Fr. 50‘000.– netto im Sinn der Erwägungen
an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.- Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin unterliegt zwar mit dem Hauptantrag,
dringt aber mit dem Eventualantrag durch, was einer weitgehenden Gutheissung des
Rekurses und der Beschwerde entspricht. Bei diesem Verfahrensausgang sind die
amtlichen Kosten dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144 Abs. 1
DBG). Da das Rekurs- und Beschwerdeverfahren in ein und demselben Entscheid
behandelt werden, ist eine Entscheidgebühr von je Fr. 500.– (insgesamt Fr. 1‘000.–)
angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von total Fr. 1'000.– ist
der Rekurrentin und Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
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Bei diesem Verfahrensausgang hat die Rekurrentin und Beschwerdeführerin Anspruch
auf eine volle ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP, Art. 144 Abs. 5 DBG). Im
Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der
Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt:
HonO). Der Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein. Eine Entschädigung von
Fr. 1‘500.– (inkl. Barauslagen) zuzgl. MWSt erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b,
Art. 28 und Art. 29 HonO).