Decision ID: 4e300e7f-9f3e-434d-8b23-8d29f12386d4
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, meldete sich am 1
0.
Dezember 2012 (Eingangs
datum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf einen psychophysi
ologi
schen Erschöpfungszustand, eine rasche geistige Erschöpfung, innere Anspannung, Niedergeschlagenhe
it und eine reaktive Depression
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbesondere das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
med.
Y._
, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
, vom
2.
Juni 2014 ein (
Urk.
7/33). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
2.
Juni 2014,
Urk.
7/35; Einwand vom 2
0.
August 2014,
Urk.
7/43; ergänzende
Einwandbegründung
vom 2
3.
September 2014,
Urk.
7/46) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 3
0.
Januar 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr mit Wir
kung ab
1.
Juni 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom
3.
März 2015 schloss die
Beschwerde
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-52), was der Beschwerdeführerin am
4.
März 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin
hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradig
,
diagnostiziert worden sei. Aus
versicherungsmedizini
scher
Sicht begründe diese Diagnose keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit, da es der Beschwerdeführerin
unter Aufbringung der entsprechenden
Willensanstren
gung
zumutbar sei, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden und einer vollum
fänglichen Erwerbstätigkeit nachzugehen (
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y._
eine vollumfängliche Arbeits
unfähigkeit anzunehmen sei.
Die davon abweichende Einschätzung des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) sei nicht nachvollziehbar, da der RAD-Arzt gestützt auf eine reine Aktenbeurteilung sowohl die Arbeitsfähigkeit als auch die Diagnose abweichend vom Gutachten und den behandelnden Ärzten fe
st
gesetzt habe
. Rechtsprechungsgemäss sei anerkannt, dass zumindest eine mit
telgradige depressive Störung eine Invalidität im Rechtssinne begründen könne. Im konkreten Fall sei der psychische Gesundheitsschaden gestützt auf das Gut
achten von
Dr.
Y._
nicht überwindbar und die Beschwerdeführerin verfüge trotz mittlerweile vierjähriger adäquater Therapie (noch) nicht über die entsprechenden psychischen Ressourcen. Laut Gutachterin liege eine verselb
ständigte psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit vor, folglich verursache die Erkrankung und nicht in erster Linie die psychosozialen Faktoren die attestierte Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
E
rwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Im
Gutachten von
Dr.
Y._
vom
2.
Juni 2014 werden die bis zur
Begut
achtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
7/33/2 f.
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwä
gungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Dr.
Y._
hielt
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
folgende Diag
nose fest (
Urk.
7/33/9):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht
e
bis mittelgradige Episode
(ICD-10
F33.1
)
, anamnestisch teilweise schwere Episoden auf dem Boden von
Problemen durch
negative Kindheitserl
ebniss
e
ICD-10 Z61
(negativ ver
änderte Struktur der Familienbeziehungen in der Kindheit
[ICD-10
Z61.2
];
Ereignisse in der Kindheit, die den Verlust des Selbstwertge
fühls zur Folge haben
[ICD-10 Z
261.3
]
)
sonstigen Probleme
n
bei der Erziehung (emotionale Vernachlässigung
[ICD-10
Z62.4
]
/
unangebrachter elterlicher Druck
[ICD-10 Z62.6
]
)
ungenügender familiärer Unterstützung
(ICD-10
Z63.2
)
die zu akzentuierten Persönlichkeitszügen
(ICD-10
Z73.1
)
führte
n
Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden aus psychiatri
scher Sicht keine (
Urk.
7/33/9).
Die Beschwerdeführerin sei
seit 2011 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Sie
beklage
seit 2010 eine fluktuierende depressive Symptomatik, erstmals sei sie 2007 depressiv gewesen
(
Urk.
7/33/9)
.
Die Beschwerdeführerin schildere
eine Kindheit mit unsicherer Bindung an die Eltern und sie
sei entwertendem
Verhalten ausgesetzt
gewesen. Sie beschreibe
die Mutter als kontrollierend
und tyrannisch, die Mutter
habe sie auch geschla
gen und die Eltern hätten sich konstant gestritten und sich gegenseitig betro
gen
.
Sie sei dadurch sehr selbstunsicher und sehr schüchtern gewesen und habe unter dem Druck in der Schule gelitten. Die
Ü
bersiedlung in
die
Z._
mit 16 Jahren bezeichne
sie als Glück, das dortige Schulsystem mit weniger Druck und die offenere, freiere Lebensweise hätten ihr erlaubt, Entwicklungsschritte zu machen, sich mehr selbstsicheres Auftreten anzueignen und die schulischen Leistungen seien besser geworden. Durch die ständige finanzielle Not von Mut
ter und Stiefvater habe sie gleich nach der
Ü
bersiedlung in die
Z._
begonnen zu arbeiten und habe sich eigentlich Leben und Ausbildung selber verdient.
Zusätzlich habe sie die Mutter und den Stiefvater
unterstützt
,
so
weit sie konnte. Weil sie schnell weg von zuhause wollte
,
habe sie das Studium schnell durchge
zogen. Nach dem Absc
hluss 1979 habe sie sofort bei
A._
zu arbeiten begonnen. Nach ihren Schilderungen
sei diese Firma zu einer Art Ersatzwel
t
geworden
. Sie habe dort Freunde gefunden und sich auch sozial abgesichert gefühlt
(
Urk.
7/33/9 f.)
.
Nach mehreren kurzen Beziehunge
n und zwei gescheiterte
n
Ehen habe
sich ihr sehnlicher Wunsch nach einem
Kind nicht erfüllt. Heute fühle
sie sich als kom
plette Versagerin: S
ie habe beruflich nichts erreicht, habe keine Kinder und k
eine richtige Familie. Sie fühle
sich überfordert und versagend
durch die zunehmende Pflegebed
ürftigkeit der Eltern.
Sie habe
Angst
,
ähnlich wie ihre Mutter zu
werden
,
und leide bis he
ute unter der emotionalen Distanz ihres Va
t
ers. Sie ziehe
insgesamt
eine sehr negative Lebensbilanz,
für die sie sich selber verantwortlich
mache
. 2011
sei zusätzlich ein Mamma
karzinom festgestellt
worden
, das in halbjährlichen Abständen kon
trolliert und bisher nicht opera
tiv versorgt w
ord
e
n sei. Anfänglich habe
diese Diagnose zu einer Verstärkung der Depre
s
sion
geführt
, mittlerweile könne sie die Problematik zwischen
den
Kon
trollterminen
recht gut we
g
schieben
(
Urk.
7/33/10)
.
Laut den Angaben in den vorliegenden Akten, den
Auskünften der
Beschwerde
führerin
und
der Telefonauskunft der be
handelnden Psychiaterin sei
seit 2011 keine Remission der depressiven Störung eingetreten. Im Gegenteil
habe
die depressive Symptomatik
fluktuiert
bis hin zu
schwergradig
, nicht zul
etz
t auch im Zusammenhang mit der Ü
berforderung durch
äußere
Belastungen wie Pfle
gebedürftigkeit der Eltern, eigener Krebserkrankung, Tod einer nahen Angehöri
gen und nicht zuletzt auch durch die aktuellen Lebensumstände, die einem deutlichen sozialen Abstieg entspr
ächen
. Ein Reintegrationsversuch im Mai 2013
habe
offensichtlich bereits bei
einem Pensum von 20
%
zu
einem Rückfall
geführt und habe ab
gebrochen werden
müssen. Die Beschwerdegegnerin habe
daraufhin
berufliche Massnahmen
ab
gelehnt
und den Fall in die Rentenprüfung
gegeben (
Urk.
7/33/10)
.
Aufgrund
der
Gesamtheit all
er vorliegenden Informationen kö
nn
e
die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven
Störung nur bestätigt werden. Deren Verlauf seit
2010 sei
als äußerst ungünstig zu beurteilen
,
indem seither keine
Symp
tomfreiheit
eingetreten sei
und andauernd und fluktuierend leichte bis mittel
gradige bis schwere de
pressive Symptome vorhanden seien
. Der ung
ünstige Verlauf kö
nn
e
einerseits durch das Einwirken sich ständig abwechselnder äußerer Belastungen verstande
n werden. Hauptsächlich aber sei
er auf dem Boden von ungünstigen Bedingungen und Belastungen in der Kindheit zu ver
stehen, die zu einer strukturellen Problematik in der Persönlichkeit geführt haben dürften. Die Bedingungen in der Familie
hätten zur Ausprä
gung einer extrem ausgeprägten Persönlichkeit
geführt
. Konfrontiert mit elterlicher Kon
trolle und Entwertung einerseits und emotionaler Vernachlässigung andererseits
habe
die
Beschwerdeführerin
früh zu verstärkter Eige
nverantwortung und Autonomie
tendiert
. Die materielle Armut in den
Z._
habe
einerseits zu einer frühen finanziellen Selbständigkeit und
andererseits
zu einer extrem
leistungs
orientierten
Persönlichkeit
geführt
, die jahrelang hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt
gewesen sei
. Auf dem Boden der hochambivalenten Beziehungen zu Mutter und Vater
hätten
sich zudem Schwierigkeiten in der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und eine Tendenz
,
sich
ausnutzen zu lassen
,
entwickelt
. Dies
habe
wahrscheinlich durch eine gewisse Befriedigung durch den erreichten materiellen Wohlstand kompensiert werden
können
.
Die Beschwerdeführerin
habe
langjähr
ig ihre intrapsych
ischen Defizite und Leere mit hohem Einsatz in der Berufstätigkeit
kompensiert
, was ihr aufgrund der persönlichen Ressourcen lange gut ge
lungen sei
. Die Firma
A._
, bei der sie
ihr
ganzes Berufsleben ange
stellt
gewesen sei
,
sei
zu einer Art Ersatzwelt
geworden
und sie
habe
darauf
vertraut,
in ihr endlich sozial abgesichert und geborgen zu sein. Derartige hochfunktionale Anpassungen mit grosser Einseitigkeit gel
ängen
oft über eine lange Zeit, falls sich dann aber
Störfaktoren, z.B. in Form von psyc
hosozialen Belastungen
,
zu häufen b
egä
nnen
,
dekompensier
t
en
derartig strukturierte Per
sönlichkeiten in ihrem
bisher labilen Gleichgewicht dann oftmals mas
siv und nachhaltig. Der soziale Abstieg, der sich nun
abzuzeichnen beginne, bedeute
eine massive narzisstische Kränkung. Was aktuell die Depression als dritten Faktor und wahrscheinlich mit star
kem Einfluss weiterhin unterhalte
sei
die Erkenntnis, nach der Auflösung des Arb
eitsvertrages sozia
l und finanziel
l viel schlechter dazustehen als
sie langjährig dachte
,
sich erarbeitet zu haben.
Die Beschwerdeführerin beschreibe
einen deutlichen sozialen Abstieg, dessen Erle
ben und
dessen Folgen nun als letztes G
li
ed in der Kette überfordernder und belastender U
mstände krankheitsaufrechterhaltend wirk
t
en. Die
Beschwerde
führerin habe
im Rahmen der Krankheitsentwicklung ihre wichtigste Ressource, nämlich Autonomie, finanziellen Wohlstand und gesellschaftlichen Status durch die Beru
fstätigkeit
,
verloren. Sie erlebe
s
ich als Versagerin mit leeren Händen und g
ebe
sich ha
uptsächlich selber die Schuld d
afür. D
iese negative Selbstein
schätzung erscheine durchgängig und we
rd
e
nicht
als fremd erlebt. Dies ent
spreche
einer deutlich ausgeprägten depressiven Erl
e
bensw
e
ise
(
Urk.
7/33/10 f.
)
.
Als sich
die Beschwerdeführerin
Ende 2010 unter den Belastungen in der Fami
lie und ausgelaugt vom Beruf
immer verzweifelter gefühlt habe, habe
sie nach einer Behandlungsmöglichkeit
gesucht. Sie sei
seit Anfang 2011 durchgängig in
einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und w
e
rd
e antidepressiv beha
ndelt. Trotz dieser lege
artis
durchgeführten Therapien
habe
bisher keine stabile Remission erreicht werden
können. Deshalb kö
nn
e
mittler
weile von eine
r
Chronifizierung
und
Therapieresiste
nz ausgegangen werden. Durch den Verlust jeglichen Gefühls von Selbstwirksamkeit, dem mittlerweile doch langen Krankheitsverlauf, den sich abwechselnden sozialen Belastungen, der körperlichen Erkrankun
g und dem sozialen Abstieg drehe
sich die
Beschwerdeführerin
in einer depressiven Spirale
,
aus de
r sie nicht mehr heraus
finden kö
nn
e. Durch den Verl
ust des Arbeitsplatzes, der das Ende der
Kompen
sationsmöglichkeiten
durch forcierte Autonomie, beruflichen Erfolg und ge
sell
schaftlichen Status bedeutet habe, verfüge
sie
über keine weiteren taugliche
n Coping-
Strategien mehr und sei
der stetig zunehmenden depressiven Entwick
lung ausgeliefer
t. Diese Entwicklung finde
ihre Entsprechung in den diversen Arztberichten, die anfangs von einer leichtgradigen Störung m
it noch güns
tiger Prognose ausgegangen
und zun
ehmend pessimistischer
ausgefalle
n
seien
(
Urk.
7/33/11)
.
Entsprechend der langen Krankheitsdauer mit ungünstigem Verlauf trotz durchge
hender Behandlung, Krankheitseinsicht und Behandlungsmotivation
erscheine die
Prognose bezüglich Besserung und Arbeitsfähigk
eit ungü
nstig
(
Urk.
7/33/11)
.
Sowohl in der bisherigen als auch in
einer angepassten Tätigkeit sei
die
Beschwer
deführerin
aktuell und in absehbarer Zukunft 100
%
arbeitsunfähig.
Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit kö
nn
e
entsprechend den vorliegenden Infor
mationen ab Juni 2012 angenommen werden
(
Urk.
7/33/12)
.
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, notierte in ihrem Bericht zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 1
8.
September 2014 eine depressive Episode mittelschweren Grades (
Urk.
7/45
; vgl.
Urk.
7/46). In der angestammten Tätigkeit sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig, in einer angepassten, ruhigen und betreuten Tätigkeit zu 20-40
%
. Die Arbeits
unfähigkeit werde nicht von vorübergehenden äusseren Belastungen beeinflusst. Die Defizite, welche aus der schwierigen Kindheit stammten, hätten in der spe
ziellen Struktur, wie sie bei der
A._
geboten worden sei, kompensiert werden können. Durch den Wegfall eben dieser Struktur seien die früher vorhandenen Ressourcen der Beschwerdeführerin erloschen. Diese Störungen seien chronisch und führten daher zu einer dauerhaften Herabsetzung der Arbeitsfähigkeit. Hinzu kämen kognitive Beeinträchtigungen, welche die Leistungsfähigkeit ver
ringern würden. In der neuropsychologischen Testung seien mittelschwere und schwere Beeinträchtigungen festgestellt worden (
Urk.
7/45).
3.4
C._
, Diplom-Psychologin FSP, führte aus, dass die Beschwerdeführe
rin die neuropsychologische Sprechstunde anlässlich einer kognitiven
Leis
tungsabklärung
im Rahmen ihrer affektiven Erkrankung aufgesucht habe (
Urk.
7/45/3).
Frau
C._
konstatierte
, dass
-
a
bgesehen von den Resultaten innerhalb der
Subtests
Arbeitsgedächtnis und geteilte Aufmerksamkeit
-
von der PC-gesteu
erten Te
stbatterie leichte, mittel
gradige und schwere Beeinträchtigungen inner
halb verschiedener
klinisch relevanter Aufmerksam
keitsleistungen eruiert
wor
den
seien
. Schwere Beeinträchtigungen der
Alertnes
s
mit und ohne Warnsignal verwie
sen auf einen deutlich herabgesetzten psychomotorischen Antrieb. L
eichte Beeinträchtigungen (Media
n und Standardabweichung der Reaktions
ze
iten) im
Subtest
„Go/
NoGo
" zeig
t
e
n
, dass die Reaktions-Sel
ektionsleistung herabgesetzt sei
. Die Flexibilitätsleistung
sei
mittelgradig beeinträchtigt, was darau
f hinweise
, dass zentrale exekutive Funktionen ebenso wie
Entscheidungs
prozesse
im Zusammenhang mit der depressiven Erkrankung
in Mitleidenschaft gezogen seien. Ebenso verhalte
es sich mit der Testleistung Inkompatibilität:
Die Beschwerdeführerin könne
kaum verschiedene Reizinformationen verarbeiten, wenn verschiedene Reizinfor
mationen parallel verarbeitet wü
rden und dabei eine Interferenz zwischen verschiedenen
Reaktionstendenzen ausgelöst we
rd
e. Testpsychologisch hätten
kognitive Defizite bei affektiven Störungen objekti
viert werden
können
, insbesondere hinsichtlich Aufmerksamkeitsfunktionen und Exekutivfunktion sowie Rea
ktionszeiten in allen
Subtests
(
Urk.
7/45/4).
4.
4.1
Das
psychiatrische Gutachten vom
2.
Juni 2014
erfüllt sämtliche
rechtsprechungs
gemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Ents
cheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.4
). Es beruht auf fachärztlichen Untersu
chungen durch
Dr.
Y._
und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorha
ndenen Arztberichte sorgfältig und berücksich
tigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ist
grundsätzlich
einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
Dies blieb auch von den Parteien unbestritten (vgl. Feststellungsblatt vom 1
2.
Juni 2014,
Urk.
7/34/5 f.;
Urk.
1).
Bei der Würdigung eines Gutachtens gilt es jedoch zu beachten, dass ein Gutach
ten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hat und diese Aus
führungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde -
der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ver
einbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (vgl. BGE 140
V
193 E. 3.1 f. mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 2
0.
Mai 2015 und 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Das Bundesgericht hat wiederholt erkannt, dass leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (mit Hinweisen: Urteil des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.2). Damit eine mittelschwere depressive „Störung“ ausnahmsweise als invalidisierend bewertet wird, muss eine konsequente Depressionstherapie befolgt werden, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 und 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1).
Dr.
Y._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig leichte bis mittelgradige Episode (E. 3.5)
,
welche gemäss
bundes
gerichtlicher
Rechtsprechung grundsätzlich therapierbar ist und somit zu keiner invalidenversicherungsrechtlich relevanten Einschränkung führt.
In Bezug auf die Behandlung ist des Weiteren auszuführen, d
ass
sich
die Beschwerdeführerin
seit Februar 2011 (
Urk.
7/13/2)
einmal pro Monat bei
Dr.
B._
und einmal pro Woche
bei
C._
in Behandlung
befinde. Sie nehme 50 mg
Trittico
und seit ca. Januar 2014 20 mg
Fluoxetin
, was anfänglich keine Wirkung gezeigt habe, seit April gehe es jetzt etwas besser (
Urk.
7/33/5).
Dr.
Y._
hielt diesbezüglich fest, dass
bei guter
Behand
lungsmotivation
eine durchgehende psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
bestehe
. Die therapeutische Allianz erscheine gut. Wegen der strukturellen Problematik dürfte die Beziehungsgestaltung in der Therapie eine hohe therapeutische Wirksamkeit haben. Medizinisch-theoretisch könnte die
Antidepressivabehandlung
ausgebaut werden. Allerdings sei dies wegen der der depressiven Störung zugrunde liegenden Persönlichkeitsproblematik nicht zwingend mit einem höheren therapeutischen Erfolg verbunden (
Urk.
7/33/12)
Eine stationäre psychiatrische Behandlung erfolgte - soweit aus den Akten ersicht
lich - nicht.
Ob
die
bisherige Behandlung
als konsequente
Depressions
therapie
zu werten ist, welche das Leiden als resistent ausweist, ist zumindest fraglich.
4.2.2
D
ie von Dr.
Y._
angeführten
Probleme durch negative
Kindheitserleb
nisse
, sonstige Probleme bei der Erziehung und ungenügende familiäre Unter
stützung, welche zu akzentuierten Persönlichkeitszügen (vgl. E. 3.2) geführt haben,
stellen als Z-codierte Belastungsfaktoren nach der Rechtsprechung keine rechtserhebliche Beeinträchtigung dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_468/2015 vom 29. Januar 2016 E. 3.2).
4.3
4.3.1
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
4.3.2
Es bestehen erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass das aktuelle Leiden der Beschwerdeführerin zu einem grossen Teil durch äussere Umstände
bedingt und zu einem grossen Teil auch dadurch erklärbar ist.
Entsprechendes
hielt auch
Dr.
Y._
mehrfach im Gutachten fest
(vgl.
E.
3.2)
: Laut den Angaben in den vorliegenden Akten, den Auskünften der Beschwerdefüh
r
erin und der behandelnden Psychiaterin sei seit 2011 keine Remission der depressiven Störung eingetreten. Im Gegenteil habe die depres
sive Störung bis hin zu
schwergradig
fluktuiert, nicht zuletzt auch im Zusam
menhang mit der Überforderung durch äussere Belastungen wie
Pflegebedürf
tigkeit
der Eltern, eigener Krebserkrankung, Tod einer nahen Angehörigen und nicht zuletzt auch durch die aktuellen Lebensumstände, die einem deutlichen sozialen Abstieg entsprächen (
Urk.
7/33/10). D
ie Erkenntnis, dass sie nach der Auflösung des Arbeitsvertrages sozial und finanziell viel schlechter dastehe
,
als sie langjährig dachte sich erarbeitet zu haben
,
unterhalte als dritter Faktor
wahrscheinlich mit starkem Ei
nfluss weiterhin die Depression
(
Urk.
7/33/11).
Durch den Verlust jeglichen Gefühls von Selbstwirksamkeit, dem mittlerweile doch langen Krankheitsverlauf, den sich abwechselnden sozialen Belastungen, der körperlichen Erkrankung und dem sozialen Abstieg drehe sich die Beschwerdeführerin in einer depressiven Spirale aus der sie nicht mehr heraus
finden könne (
Urk.
7/33/11).
Auch die behandelnde Psychiaterin
Dr.
B._
hielt in ihrem zuhanden der Beschwerdegegnerin erstellten Arztbericht vom 3
0.
Januar 2013 fest, dass zunächst eine leichte depressive Episode mit kurzzeitiger Besserung und Stabi
lisierung im Frühjahr 2011 vorgelegen habe. Sodann sei eine reaktive depres
sive Symptomatik aufgrund der Krebsdiagnose eingetreten. Zusätzlich bestün
den schwere familiäre Belastungen durch die in den
Z._
lebende, kranke Mut
ter und den pflegebedürftigen Vater, den Tod der Tante und gleichzeitig engsten Bezugsperson im Familienkreis im Spätsommer 2012 (
Urk.
7/13/3).
In ihrem Bericht vom 1
8.
September 2014 führte
Dr.
B._
aus, dass die Beschwer
deführerin ihrer Ansicht nach aufgrund einer sehr schwierigen Kindheits- und Jugendsituation nicht in der Lage sei, schwierige Lebensumstände adäquat zu bewältigen. Auch ohne aktuelle psychosoziale Belastungssituation sei sie durch den Verlust der strukturgebenden Arbeit („Ersatzwelt“) rasch überlastet, verliere den Überblick, die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu set
zen, sie gerate in schwer zu kontrollierende Gedanken-
Karrussells
- eine adä
quate Erholung trete nicht ein (
Urk.
7/45).
Damit ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, d
ass zahlreiche psychoso
zialen Faktoren, insbesondere der Verlust des Arbeitsplatzes und der
damit einhergehende soziale Abstieg sowie der Tod der Tante, die
Krebserkran
kung
und die schwierige familiäre Situation mit den Eltern
das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin erheblich mitbestimmen.
4.4
4.4.1
Im Weiteren ist
in Betracht zu ziehen, dass die
von
Dr.
Y._
erhobene
n
psychiatrische
n
Befund
e
nur mässig ausgeprägt war
en
:
Das Bewusstsein und die Orientierung seien unauffällig.
Die
Aufmerksamkeit und
das
Gedächtnis
seien
unter strukturierenden Bedingungen leicht reduziert
.
Das formale
Denken
sei
geordnet, teilweise umständlich, teilweise perseverierend und ideenflüchtig, d
eutlich problemzentriert.
Befürchtungen oder Zwänge
seien nicht
eruierbar
.
Anhaltspunkte für Wahn oder Sinnestäuschungen
bestünden keine.
Im Affekt
sei sie wenig spürbar und sie habe
sich scheinbar geübt mit freundlichem, auf
geräumtem Auftreten
präsentiert. Sie sei
wenig schwingungsfähig, wenig
aus
lenkbar
,
der affektive
Rapport
sei
bedingt möglich. Die Stimmung
erscheine
wechselhaft, zum Teil geprägt von Sarkasmus und Ironie, hintergründig bedrückt und verzweifelt. Der Antrieb
erscheine
im Gespräch unauffällig, sub
j
ektiv vermindert.
P
sychomotorisch
sei sie
angespannt und unruhig.
Es bestün
den c
ircadiane
Besonderheiten mit frühmorgendl
ichem Erwachen
(
Urk.
7/33/8)
.
4.4.2
Daneben
geht aus dem Gutachten hervor, dass
die Besch
werdeführerin über ein gutes soziales Umfeld
verfügt
: Sie lasse sich ab und zu von Freundinnen zu Unternehmungen mitnehmen, sie erlebe das sehr anstrengend und forciere sich dazu, von sich aus habe sie keine Initiative (
Urk.
7/33/5).
Aktuell sei sie seit 12 Jahren in einer „ganz verrückten Partnerschaft“, di
e langsam stabiler werde. Ihr Partner sei ein
D._
mit drei erwachsenen Kindern. Man habe versucht
,
zusammen zu wohnen, was katastrophal geendet habe. Nun besuche er sie etwa dreimal pro Woche. Er sei neun Jahre jünger. Er sei lustig, verrückt, nicht in der Norm, er helfe ihr und putze auch. Sie wisse nicht, ob er noch andere Frauen habe
,
und wolle es auch gar nicht wissen (
Urk.
7/33/7).
Dass die Beschwerdeführerin über Ressourcen verfügt, zeigt sich auch in ihrem Tagesablauf: Sie stehe
um 7.00 Uhr auf und trinke Kaffee. Dann „lese sie ohne zu lesen“ die Zeitung, überfliege die Titel. Häufig habe sie Arzttermine. Sie versuche am einen Tag zu joggen und am andern Tag
ins
Fitnesstraining zu gehen, was beides eine Zangengeburt sei, bis sie nur schon dort sei. Wenn sie in die Psychotherapie nach
E._
gehe, bedeute dies mindestens zwei Stunden
Wegzeit
(
Urk.
7/33/7).
Sie ist folglich in der Lage, regelmässig Sport zu treiben und hält auch ihre Therapietermine - trotz langer Anreise - ein.
Die Beschwerdeführerin führte anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
Y._
aus, dass sie sich in schlechten Phasen zurückziehe, zum Bei
spiel sei es zwischen November und März dieses Winters sehr schlecht gegan
gen. Sie habe erneut die Körperhygiene vernachlässigt, wovon sie mittlerweile Zahnfleischprobleme habe, sie habe sich zurückgezogen und isoliert, bleibe dann tagelang im Bett (
Urk.
7/33/5). Telefonisch wurde von
Dr.
B._
ebenfalls bestätigt, dass die Beschwerdeführerin immer wieder in eindrücklich tiefe depressive Phasen
stürze
, in denen sie gar nichts mehr vermöge, tagelang im Bett bleibe und sich auch in der Kör
perpflege vernachlässige
(
Urk.
7/33/9). Dass die Beschwerdeführerin sich in der Lage zeigte, diese
tiefen depressiven Phasen
mit
ambulanter
Behandlung zu überwinden, spricht
allerdings
für erhebliche Ressourcen.
Hinzu kommt, dass
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht
vom
1
8.
September 2014
lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von
20-
40
%
in einer angepassten, ruhigen und betreuten Tätigkeit attestierte (E. 3.
3
) - auch dies spricht für erhebliche Ressourcen.
4.5
Zusammenfassend
ist zweifelhaft
, ob überhaupt eine invalidenversicherungs
-
recht
lich relevante Einschränkung besteht, bzw. ob eine genügende Behandlung erfolgt bzw. erfolgte (E. 4.2).
Hinzu kommen die zahl
reichen schweren psychosozialen
Faktor
en, insbesondere der Verlust des Arbeitsplatzes und der damit einhergehende soziale Abstieg sowie der Tod der Tante, die Krebs
-
erkrankung und die schwierige familiäre Situation mit den Eltern, welche das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin erheblich mitbe
stimmen
(E. 4.3). Zusammen mit den nur mässig ausgeprägten Befunden sowie den guten Ressourcen (E. 4.4) ist der Beschwe
rdeführerin bei objektiver Beur
teilung die volle Verwertung der Arbeitsfähigkeit sozial-praktisch mit
üb
erwie
gender Wahrscheinlichkeit zumutbar, womit di
e rezidivierende depressive Stö
rung
(auf dem Boden von Problemen durch negative Kindheitserlebnisse, sons
tigen Problemen bei der Erziehung und ungenügender familiärer Unterstützung,
welche zu akzentuierten Persönlichkeitszügen geführt habe)
als nicht invalidi
sierend zu qualifizieren ist (vgl. E. 2.3).
4.6
An dieser Einschätzung vermögen auch die Berichte von
Dr.
B._
und Frau
C._
nichts
zu ändern. Wie vom Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes med. prakt.
F._
, Psychiatrie und Psychotherapie, ausgeführt, gibt die testpsychologische Untersuchung den aktuellen Zustand des
Untersuchungsta
ges
wieder und es kann naturgemäss nicht differenziert werden zwischen anhaltenden und vorübergehenden Ge
sundheitsschäden (
Urk.
7/47/2). Hinzu kommt, dass
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin auch unter Kenntnis der neuropsychologischen Testung in einer angepassten Tätigkeit
lediglich
eine 20-40%ige Arbeitsunfähigkeit angepa
sst attestierte (
Urk.
7/45).
Auch ist auf
die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Arztpersonen und Thera
peuten
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.7
Aus somatischer Sicht wurden - soweit aus den Akten ersichtlich - keine Arbeits
unfähigkeiten attestiert (vgl. Bericht von PD
Dr.
med.
G._
, Frau
enklinik
H._
, vom 1
1.
Dezember 2013,
Urk.
7/27), was auch seitens der Parteien unbestritten blieb (vgl.
Urk.
1 und
Urk.
2).
4.8
Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.