Decision ID: bef35efc-65cd-5593-bc6f-84b543b65ca9
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Eberle, Felsenstrasse 4, Postfach 3,
8808 Pfäffikon SZ,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 29. Oktober 1996 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med.
B._ berichtete der IV-Stelle am 11. April 1997, die Versicherte habe bei einem
Autounfall am 10. Februar 1995 eine Oberschenkelfraktur rechts, eine Tibiafraktur links,
eine schwere Commotio cerebri, einen Mantelpnoe bei Rippenfrakturen und eine
Axillarisparese links erlitten. Der Heilungsverlauf sei langwierig, die Versicherte immer
noch vollständig arbeitsunfähig. Die Klinik Bellikon führte in einem Bericht vom
19. November 1997 gegenüber der SUVA aus, die Gehfähigkeit der Versicherten sei
immer noch eingeschränkt, aber es sei mit einer Verbesserung zu rechnen. Die
Versicherte klage über starke, chronische, zervikogene Kopfschmerzen. Die
neuropsychologische Untersuchung habe eine mögliche leichte neuropsychologische
Funktionsstörung aufgezeigt. Weder für die Kopfschmerzen noch für die Beschwerden
in den Beinen sei ein eindeutiges morphologisches Substrat vorhanden. Die
Versicherte sei nach wie vor zu 100% arbeitsunfähig. Am 3. April 1999 berichtete die
Klinik Bellikon der SUVA, die neuropsychologische Untersuchung habe eine leichte
Störung multikausaler Genese und einen St. n. Hirnverletzung ergeben. Die Folgen
seien eine Verlangsamung des Arbeitstempos, eine Erhöhung der Fehlerzahl und eine
leichte Einschränkung bei der verbalen Informationsauffassung und bei der verbalen
Speicherfähigkeit. Die SUVA ermittelte einen Invaliditätsgrad von 60%, indem sie eine
maximal zumutbare Tagesarbeitszeit von 3,5 Std. einer üblichen Tagesarbeitszeit von
8,2 Std. gegenüberstellte. Die IV-Stelle nahm am 7. März 2000 eine
Haushaltsabklärung vor. Dabei gab die Versicherte an, ohne den Gesundheitsschaden
ginge sie zu 60% einer Erwerbstätigkeit nach. Die IV-Stelle ermittelte eine
Einschränkung im Haushalt von insgesamt 24,77%, bei einem Haushaltanteil von 40%
als 9,9%. Für den erwerblichen Bereich ging die IV-Stelle von einer Einschränkung von
50%, bei einem Erwerbsanteil von 60% also von einer anteiligen Einschränkung von
30% aus. Das ergab einen Invaliditätsgrad von 40%. Am 6. Juli 2001 sprach die IV-
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Stelle der Versicherten für Februar 1996 bis Mai 1999 eine ganze Invalidenrente auf der
Grundlage einer Arbeitsunfähigkeit von 100% und für die Zeit ab Juni 1999 eine
Viertelsrente auf der Grundlage des Invaliditätsgrades von 40% zu. Die Versicherte
erhob am 7. September 2001 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr auch nach Mai
1999 eine ganze Rente auszurichten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
hielt in seinem Urteil vom 28. November 2002 fest, mit der angefochtenen Verfügung
habe die IV-Stelle konkludent die Möglichkeit einer Umschulung verneint.
Diesbezüglich sei die angefochtene Verfügung korrekt. Bei der Bemessung der
rentenspezifischen Invalidität habe die IV-Stelle zu Recht die sogenannte gemischte
Methode angewendet. Auch die Aufteilung in einen Erwerbsanteil von 60% und einen
Haushaltanteil von 40% sei korrekt gewesen. Sowohl die verbliebene Arbeitsfähigkeit
in einer der Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Erwerbstätigkeit als auch die
verbliebene Leistungsfähigkeit im eigenen Haushalt seien aber unzureichend abgeklärt
worden. Es hätte eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung erfolgen müssen.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Sache zur weiteren
Abklärung und zur anschliessenden erneuten Haushaltabklärung an die IV-Stelle
zurück. Es wies die IV-Stelle ausserdem an, den Zeitpunkt des Übergangs von der
vollständigen Arbeitsunfähigkeit als Grundlage des Rentenanspruchs auf den nach der
gemischten Methode ermittelten Invaliditätsgrad zu überprüfen. Dieses Urteil erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
B.
Die IV-Stelle beauftragte am 13. Juni 2003 die MEDAS Zentralschweiz mit einer
interdisziplinären Abklärung. Die MEDAS berichtete in ihrem Gutachten vom 25.
November 2004, die Versicherte leide an Residuen nach einem schweren
Verkehrsunfall am 10. Februar 1995 mit Commotio cerebri, Oberschenkelfraktur rechts,
Tibiaplateaufraktur links, Rippenfrakturen rechts und Axillarisparese links, nämlich an
einem chronischen zervikozephalen Schmerzsyndrom bei kleiner paramedian
rechtsseitig lokalisierter Diskushernie C 5/6 ohne Neurokompression, an einem
schmerzhaften Residualzustand im Bereich des rechten Oberschenkels mit Hinken
rechts bei St. n. Implantation eines OA-Universal-Femurmarknagels mit distaler
Verriegelung am 10. Februar 1995, St. n. Frakturdistraktion und proximaler
Verriegelung des Marknagels am 14. März 1995 und St. n. Marknagelentfernung, an
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einer residuellen Gonalgie bei St. n. Osteosynthese der Tibiaplateaufraktur am 17.
Februar 1996 und St. n. Osteosynthesematerialentfernung, an einer multifaktoriell
bedingter Belastbarkeitsminderung und leichten Funktionsstörungen
(Konzentrationsstörungen) und an einer sekundären leichten depressiven Störung ohne
somatische Symptome. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Elektronikmitarbeiterin
sei die Versicherte zu 50% arbeitsfähig, wobei v.a. die rheumatologischen und weniger
auch die neuropsychologischen und psychopathologischen Befunde limitierend seien.
Im Haushalt sei aufgrund der erhobenen Befunde und in Würdigung der Tatsache, dass
die Versicherte auf Fremdhilfe im Ausmass von 30% angewiesen sei, von einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% auszugehen. Zur exakten Beurteilung sei aber eine
erneute Haushaltabklärung notwendig, zumal sich die familiäre Situation seit der letzten
Abklärung im Jahr 2000 geändert habe. Auch jede andere vergleichbare körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeit bei einem Sitzanteil von 50% sei zu 50%
zumutbar. Körperliche Schwerarbeit und Tätigkeiten in ausschliesslich stehender oder
gehender Position sowie solche mit Gehen in unebenem Gelände oder mit Besteigen
von Leitern oder mit Treppensteigen seien nicht mehr zumutbar. Der Beginn dieser
Arbeitsfähigkeit sei auf den 21. Oktober 2004 festzusetzen.
C.
Die IV-Stelle Schwyz nahm am 27. April 2005 eine Haushaltabklärung vor. Sie
berichtete, die Versicherte sei neben der Tätigkeit als Hausfrau auch noch im Betrieb
ihres selbständigerwerbenden Ehemannes tätig, wofür sie einen Monatslohn von Fr.
800.- erhalte. Sie kümmere sich um die Rechnungen und um provisorische Offerten.
Hin und wieder erledige sie Kundengespräche vor Ort. Sie arbeite an drei bis vier
Wochentagen jeweils zwei bis drei Stunden. Die Hausarbeit verteile sie über den
ganzen Tag. Vier bis sechs Stunden pro Woche helfe ihr eine Reinigungsangestellte.
Diese erledige die anstrengenden Arbeiten. Das ältere Kind gehe in den Kindergarten,
das jüngere ein- bis zweimal wöchentlich in den Kinderhort. Die Versicherte habe
angegeben, sie wäre aktuell zu 100% erwerbstätig. Da die Versicherte aber zwei Kinder
habe, sei weiterhin ein Erwerbsanteil von 60% gerechtfertigt. Bei der Haushaltführung
(2%) bestehe keine Einschränkung. Dasselbe gelte für den Einkauf und weitere
Besorgungen (7%). Die Grosseinkäufe und das Einkaufen schwerer Gegenstände seien
nur mit Hilfe des Ehemannes möglich. Da der Ehemann auch helfen würde, wenn die
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Versicherte gesund wäre, und da die Hilfe zur Schadenminderungspflicht gehöre,
bestehe keine behinderungsbedingte Einschränkung. Bei der Ernährung (30%) sei die
Versicherte verlangsamt. Der Ehemann müsse ein- bis zweimal wöchentlich abends
und auch am Wochenende die Mahlzeiten fertig kochen. Die Bodenreinigung in der
Küche werde von der Reinigungsangestellten erledigt. Die Einschränkung betrage
20%. Bei der Wohnungspflege (15%) bestehe eine Einschränkung von 40%, weil die
Bodenpflege durch die Reinigungsangestellte vorgenommen werden müsse. Beim
Fensterreinigen würden der Ehemann und die Schwiegermutter helfen. Hier betrage die
Einschränkung 40%. Bei der Wäsche und der Kleiderpflege (15%) mache die
Einschränkung 30% aus, denn die Reinigungsangestellte bügle, lege die Wäsche
zusammen und versorge sie. Bei der Kinderbetreuung (30%) sei die Versicherte um
40% eingeschränkt, weil die Schwiegermutter einen Teil der Betreuung übernehmen
müsse. Verschiedene Haushaltsarbeiten (1%) könnten ohne Einschränkung ausgeführt
werden. Insgesamt betrage die behinderungsbedingte Einschränkung im Haushalt
29%. Auch im erwerblichen Bereich resultiere eine Einbusse von 29%. Bei einem
Valideneinkommen (Beschäftigungsgrad 60%) von Fr. 28'315.- und einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 20'056.- (Arbeitsfähigkeitsgrad 50%, "Leidensabzug"
15%) ergebe sich nämlich eine Erwerbseinbusse von lediglich Fr. 8259.-.
D.
Dr. med. C._ vom RAD Ostschweiz hielt dazu am 25. August 2006 fest, das
Gutachten der MEDAS sei umfassend und kohärent, in sich widerspruchsfrei und
medizinisch nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei medizinisch plausibel.
Auch das Resultat der Haushaltsabklärung sei medizinisch nachvollziehbar. Die
Arbeitsfähigkeit im Erwerb könne nicht bereits für die Zeit ab dem Ende des
Wartejahres (Februar 1996) angenommen werden. Die Versicherte sei nämlich damals
vom Hausarzt zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Erst Ende 1997 sei im
Bericht der Klinik Bellikon eine Verbesserung beschrieben. Eindeutig belegt sei die
Verbesserung erst ab dem im Gutachten der MEDAS festgesetzten Zeitpunkt (21.
Oktober 2004). Für die Periode 10. Februar 1995 bis 31. Mai 1999 sei von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen, für die Periode 1. Juni 1999 bis 20. Oktober
2004 sei auf die Beurteilung der SUVA abzustellen und von einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 60% auszugehen und ab 21. Oktober 2004 sei ein
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Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% anzunehmen. Mit einem Vorbescheid vom 5.
September 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie werde ihr für Februar 1996
bis August 1999 eine ganze Invalidenrente zusprechen. Für die Zeit danach bestehe
kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr, weil der Invaliditätsgrad unter 40%,
nämlich bei 30% liege. Am 25. Oktober 2006 erging die entsprechende Verfügung. Sie
hatte - auszugsweise - folgenden Wortlaut: "Laut Beschluss unserer IV-Stelle vom
18.10.2006 hat Frau A._ ab 1.2.1996 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100%
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Per 1. Juni 1999 ergibt die Bemessung eine
Reduktion des Invaliditätsgrades auf unter 40%. Laut Artikel 28 IVG entfällt der
Anspruch auf die Invalidenrente. Laut Art. 88 IVV wird die laufende Rente nach
Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgehoben. Die
Ausgleichskasse der Schweizer Maschinenindustrie wird demzufolge die Zahlungen
der laufenden IV-Viertelsrente per 30.11.2006 einstellen. Eine Verfügung für die Zeit
vom 1.2.1996 bis 31.8.1999 erhalten Sie sobald das Verrechnungsverfahren
abgeschlossen ist". Am 19. Dezember 2006 erging die Verfügung, mit welcher die IV-
Stelle der Versicherten für die Periode 1. Februar 1996 bis 31. August 1999 eine ganze
Invalidenrente zusprach. Diese Verfügung enthielt den Vermerk, sie ersetze die
Verfügung vom 6. Juli 2001.
E.
Die Versicherte erhob am 24. November 2006 Beschwerde gegen die Verfügung vom
25. Oktober 2006 mit dem Begehren, diese Verfügung sei aufzuheben und es sei
festzustellen, dass über den 1. Juni 1999 hinaus ein Rentenanspruch bestehe. Zur
Begründung führte sie aus, sie sei einverstanden mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung
durch die MEDAS, aber sie verlange die Anwendung der allgemeinen
Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs. Sie habe anlässlich der
Haushaltsabklärung vom 20. September 2005 angegeben, dass sie ohne Behinderung
zu 100% ausserhäuslich erwerbstätig wäre. Die Abklärungsperson der IV-Stelle habe
dies zur Kenntnis genommen, ohne weiter darauf einzugehen oder die Frage mit ihr zu
diskutieren. So habe die Abklärungsperson beispielsweise keine Fragen nach der
Kinderbetreuung im Falle einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit gestellt. Die Betreuung
könnte sehr gut gewährleistet werden. Bei der letzten Haushaltabklärung im Jahr 2000
sei das erste Kind neun Monate alt gewesen und trotzdem habe sie, die Versicherte,
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damals angegeben, sie würde im Gesundheitsfall zu 60% arbeiten. Bereits damals
habe sie stark betont, dass die Ausübung einer Erwerbstätigkeit für sie
ausserordentlich wichtig sei. Die Grosseltern der Kinder wohnten ganz in der Nähe und
übernähmen in jedem Fall einen hohen Anteil an der Betreuung der Kinder. Die Kinder
seien im übrigen sehr selbständig. Die familiäre und berufliche Situation sei ganz
verschieden von derjenigen im Jahr 2000. Ihr Ehemann habe damals einen
Einmannbetrieb geführt: Heute habe er sechzehn Mitarbeiter, so dass für sie mehr als
genug Arbeit vorhanden wäre. Im Betrieb ihres Ehemannes wäre sie in Bezug auf die
Arbeitszeiten sehr flexibel (abends, samstags), so dass sie gleichzeitig die Kinder
betreuen könnte. Objektiv wäre eine ganztägige Erwerbstätigkeit also durchaus
zumutbar. Wäre sie gesund, würde sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
vollzeitlich arbeiten. Im übrigen habe die höchstrichterliche Rechtsprechung zur
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung eine massive Diskriminierung der
Frauen zur Folge. Bei der Haushaltabklärung seien verschiedene Gewichtungen zu
korrigieren. Beim Einkauf und den weiteren Besorgungen sei von einer Gewichtung von
10% und einer Einschränkung von 50% auszugehen, da regelmässig schwere Taschen
und andere Gegenstände zu tragen seien. Bei der Ernährung sei zuwenig beachtet
worden, dass sie bei allen schwereren Arbeiten sehr stark eingeschränkt sei und dass
solche Arbeiten einen erheblichen Anteil der Küchenarbeit ausmachten. Die
Schadenminderungspflicht in der Form der Mitarbeit des Ehemannes sei fragwürdig.
Die Einschränkung betrage in diesem Bereich mindestens 40%. Bei der
Wohnungspflege sei sie am meisten eingeschränkt (mindestens 65%). Insgesamt
betrage die Einschränkung im Haushalt wenigstens 40%. Validen- und
Invalideneinkommen seien anhand der LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln, wobei ein
"Leidensabzug" von 20% zu berücksichtigen sei. Nach der allgemeinen Methode des
Einkommensvergleichs resultiere so in Invaliditätsgrad von 60%.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 12. Februar 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie
begründete dies damit, dass der Umfang der hypothetischen Erwerbstätigkeit nicht
nach dem Zumutbarkeitskriterium geprüft werden dürfe, weil damit unzulässigerweise
Gesichtspunkte der Validen- und der Invalidenkarriere vermischt würden. Nur bei der
Invalidenkarriere sei die Zumutbarkeit zu berücksichtigen. Der Anteil der Frauen, die
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vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachgingen, sei deutlich tiefer, als die Versicherte
annehme. Im Urteil vom 28. November 2002 sei für den Zeitpunkt bis zum Erlass der
Verfügung vom 6. Juli 2001 verbindlich ein Erwerbsgrad von 60% festgelegt worden.
Es gebe keinen Grund, heute etwas daran zu ändern, zumal die Versicherte am 20. Mai
2002 ein zweites Kind zur Welt gebracht habe. Bei zwei Kindern im Alter von vier und
sieben Jahren sei eine Erwerbsquote von 60% sogar wohlwollend. Bei der Ermittlung
des zumutbaren Invalideneinkommens sei nur ein "Leidensabzug" von 10%
gerechtfertigt. Gestützt auf Tabellenlöhne resultiere ein Invaliditätsgrad von 25%, bei
einem Erwerbsanteil von 60% also ein Invaliditätsgrad von 15%. In bezug auf die
Einschränkung im Haushalt sei von einer grossen Schadenminderungspflicht
auszugehen. Deshalb bestehe beim Einkaufen keine Einschränkung. Beim Kochen
könnte die Versicherte schwere Pfannen durch leichtere ersetzen, so dass keine
Einschränkung mehr bestehen würde. Bei der Wohnungsreinigung könnte die
Versicherte etappenweise vorgehen und zudem sei die Mithilfe des Ehemannes
gefordert. Der Invaliditätsgrad im Haushalt betrage 11,6%, der Gesamtinvaliditätsgrad
also 27%. Die Rente sei deshalb zu Recht auf Ende August 1999 eingestellt worden,
wobei eine Rückforderung der bis Ende November 2006 ausgerichteten Viertelsrente
gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV nicht möglich gewesen sei.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Verfügung vom 6. Juli 2001, mit der die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin ab Februar 1996 eine ganze und ab 1. Juni 1999 eine Viertelsrente
hatte zusprechen wollen, ist mit dem (rechtskräftigen) Urteil vom 28. November 2002
aufgehoben und die Sache ist zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen
Verfügung über das Rentengesuch an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
worden. Damit hat verfahrensmässig wieder dieselbe Situation bestanden wie vor dem
Erlass der aufgehobenen Verfügung vom 6. Juli 2001, d.h. das an das Urteil vom 28.
November 2002 anschliessende Verwaltungsverfahren hat wieder die erstmalige
Behandlung des Rentengesuches zum Gegenstand gehabt. Das bedeutet, dass die
vorliegend angefochtene Verfügung vom 25. Oktober 2006 eigentlich eine erstmalige
Rentenzusprache sein müsste. Nun verweist die angefochtene Verfügung vom 25.
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Oktober 2006 aber auf Art. 88 IVV und ordnet die Aufhebung einer laufenden
Viertelsrente an. Das lässt sich nur dadurch erklären, dass die Beschwerdegegnerin
nach der Aufhebung der Verfügung vom 6. Juli 2001 irrtümlicherweise die Viertelsrente
weiter ausbezahlt hat, obwohl jede Verfügungsgrundlage dafür gefehlt hat. Die
Auszahlung der Viertelsrente hätte nach dem Urteil vom 28. November 2002 sofort
gestoppt werden müssen. Dazu wäre keine sich auf Art. 17 Abs. 1 ATSG stützende
Einstellungsverfügung notwendig gewesen. Soweit die angefochtene Verfügung vom
25. Oktober 2006 die Auszahlung der Viertelsrente revisionsweise beenden soll, ist sie
rechtswidrig, denn eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG setzt zwingend die
Existenz einer Rentenverfügung voraus, die für die Zukunft entsprechend der
nachträglichen Sachverhaltsveränderung korrigiert werden muss. Da die
Rentenverfügung vom 6. Juli 2001 ersatzlos aufgehoben worden ist, kann sie natürlich
nicht für die Zukunft korrigiert werden. Hätte die angefochtene Verfügung vom 25.
Oktober 2006 also tatsächlich nur die revisionsweise Einstellung der irrtümlicherweise
ohne Verfügungsgrundlage ausbezahlten Viertelsrente zum Gegenstand, wäre sie ohne
weiteres als rechtswidrig ersatzlos aufzuheben. Interpretiert man die angefochtene
Verfügung vom 25. Oktober 2006 aber nach ihrem eigentlichen Sinn und Zweck, so ist
sie keine Revisionsverfügung, sondern die rückwirkende Zusprache einer zeitlich
begrenzten Rente, genauer die rückwirkende Zusprache einer abgestuften Rente. Es
handelt sich also doch um eine erstmalige Verfügung über das Rentengesuch der
Beschwerdeführung, zu deren Erlass (nach der Durchführung der notwendigen
zusätzlichen Sachverhaltsabklärung) das Gericht die Sache im Urteil vom 28.
November 2002 an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hatte. Streitgegenstand
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet also die erstmalige Rentenzusprache.
1.2 Die rückwirkende Zusprache einer zeitlich beschränkten ganzen Rente, die
verfahrensrechtlich der rückwirkenden Zusprache einer abgestuften Rente entspricht,
ist unzulässigerweise (vgl. BGE 131 V 164 ff. Erw. 2.3) auf zwei "Verfügungen"
aufgeteilt worden, die zudem nicht gleichzeitig, sondern mit grossem zeitlichem
Abstand zugestellt worden sind. Der Grund dafür war die Verrechnungsproblematik,
der allerdings ohne weiteres auch durch eine Rentenzusprache verbunden mit einem
vorsorglichen Auszahlungsstopp hätte Rechnung getragen werden können. Die
Zusprache einer ganze Rente für die Periode 1. Juli 1996 bis 31. August 1999 und die
damit zwingend verbundene Abweisung des Rentengesuchs für die Zeit ab 1.
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September 1999 bilden also Gegenstand einer Verfügung, die aus dem Teil vom 25.
Oktober 2006 und aus dem Teil vom 19. Februar 1999 besteht. Keiner dieser beiden
Verfügungsteile ist für sich allein rechtskraftfähig. Nur zusammen bilden sie die
Rentenverfügung. Deshalb hätte die Beschwerdeführerin also erst nach der Zustellung
des zweiten Verfügungsteils, d.h. nach dem 19. Dezember 2006 Beschwerde erheben
können, denn der Verfügungsteil vom 25. Oktober 2006 war ja für sich allein nicht
rechtskraftfähig und damit auch nicht anfechtbar. Nun hat die Beschwerdegegnerin
aber durch die unzulässige Aufteilung der rückwirkenden Rentenzusprache bei der
Beschwerdeführerin den Eindruck erweckt, die Abweisung des Rentengesuches für die
Zeit ab 1. September 1999 sei bereits mit dem Verfügungsteil vom 25. Oktober 2006
abschliessend geregelt gewesen. Unter diesen Umständen darf das Vertrauen der
Beschwerdeführerin darin, nur den Verfügungsteil vom 25. Oktober 2006 anfechten zu
müssen und den Verfügungsteil vom 19. Dezember 2006 unangefochten in Rechtskraft
erwachsen lassen zu können, nicht enttäuscht werden. Auf die Beschwerde vom 24.
November 2006 gegen die Rentenverfügung vom 25. Oktober/ 19. Dezember 2006 ist
deshalb vollumfänglich einzutreten.
2.
2.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28
Abs. 2 IVG i. V. m. Art. 27 IVV). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen
versicherten Personen gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die
Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil
erwerbstätig wäre, wird die Invalidität diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt.
Wäre sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese
Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen
(Art. 28 Abs. 1 IVG). Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als
gemischte Methode bezeichnet. Gemäss Art. 27 Abs. 2 IVV ist nur der
bis
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ter
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Einkommensvergleich anzustellen, wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person
im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden
ganztägig erwerbstätig wäre. In ständiger Praxis prüft das Bundesgericht die Frage, ob
und gegebenenfalls in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den
Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen
Verhaltensweise der versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu
abzuklären, ob die versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art)
erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle
Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren
berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei
auf die hypothetischen Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum
massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hält es trotz des Bundesgerichtsurteils
vom 6. August 2007 (I 126/07) für richtig, dass Art. 8 Abs. 3 ATSG eine
Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung im
Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulässt, wenn und soweit eine versicherte Person die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" objektiv nicht
zumutbar ist (vgl. etwa das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 30. Nov. 2007, IV 2006/175). Im vorliegenden Fall kann die Frage, welche der
beiden Gesetzesauslegungen die richtige sei, allerdings offen bleiben, denn wie die
nachfolgenden Ausführungen zeigen, führen beide Varianten zum selben Ergebnis.
2.2
2.2.1 Bei objektiver Betrachtung wäre es der Beschwerdeführerin zumutbar, im
hypothetischen "Gesundheitsfall" vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die
Betreuung der beiden Kinder wäre nämlich sichergestellt, denn wie die
Beschwerdeführer glaubhaft dargestellt hat, sind die Grosseltern der Kinder bereit,
einen erheblichen Teil der Betreuungsleistung zu erbringen. Zudem würde die
Beschwerdeführerin entgeltlich im Betrieb ihres Ehemannes arbeiten, so dass sie ihre
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Arbeitszeiten entsprechend dem familiären Bedarf (abends, samstags, während des
Kindergarten- oder Kinderhortaufenthalts der Kinder) festlegen könnte. Die Besorgung
des Haushalts wäre - unter Mithilfe des Ehemannes - während jenen Zeiten möglich, an
denen die Kinder zu Hause wären, denn aufgrund ihres Alters bedürfen die Kinder
keiner dauernden Beaufsichtigung mehr. Bei einer Anwendung der vom
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vertretenen Gesetzesauslegung wäre der
Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin also ausschliesslich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Entsprechend der vom Bundesgericht als richtig
erachteten Gesetzesauslegung ist zu prüfen, wie die konkreten tatsächlichen
Verhältnisse im hypothetischen "Gesundheitsfall" wären.
2.2.2 Die Beschwerdeführerin ist anlässlich der Haushaltabklärung vom 27. April 2005
nur gefragt worden, in welchem Ausmass sie ohne Behinderung aktuell erwerbstätig
wäre. Sie hat geantwortet, sie ginge vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nach. Im
Beschwerdeverfahren hat sie unwidersprochen ausgeführt, es sei ihr nur diese eine
Frage gestellt worden. Die Abklärungsperson hat also nicht versucht, eine Begründung
für diese Antwort zu erhalten, um so deren Plausibilität prüfen zu können. Sie hat die
Antwort der Beschwerdeführerin ohne weiteres als nicht plausibel qualifiziert. Dabei hat
sie auf die Antwort der Beschwerdeführerin auf dieselbe Frage anlässlich der
Haushaltabklärung im März 2000 (Erwerbsanteil im hypothetischen "Gesundheitsfall"
60%) abgestellt und angenommen, seither sei keine erhebliche Veränderung
eingetreten, zumal die Beschwerdeführerin nun zwei Kinder habe. Damit hat die
Beschwerdegegnerin ihre Pflicht zur umfassenden Abklärung des Sachverhalts verletzt.
Sie hätte sorgfältig prüfen müssen, ob sich zwischen 2000 und 2005 eine Veränderung
ergeben habe, welche die Antwort auf die anlässlich der zweiten Haushaltabklärung
gestellten Frage nach dem Erwerbsanteil im hypothetischen
"Gesundheitsfall" (vollzeitlicher Erwerb) als plausibel erscheinen lassen bzw.
widerlegen würde. Dies hätte eine eingehende Befragung der Beschwerdeführerin und
eine Erhebung der relevanten Umstände (Betreuungsbedarf der Kinder und
Möglichkeiten, diesen Bedarf durch andere Personen zu decken,
Erwerbsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin, Bereitschaft des Ehemannes, einen Teil
der Hausarbeit zu übernehmen usw.) erfordert. Beruht eine Verfügung auf einem in
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes unvollständig erhobenen Sachverhalts, so
ist sie als rechtswidrig zu qualifizieren und deshalb aufzuheben. Zu prüfen bleibt, ob die
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Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist oder ob
das Beschwerdeverfahren eine Klärung des Sachverhalts ergeben hat, so dass das
Gericht in der Sache selbst entscheiden kann.
2.2.3 Zur Diskussion steht ein hypothetischer Sachverhalt, der nicht mit dem üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann.
Verschiedene Hypothesen müssen gegeneinander abgewogen werden.
Ausschlaggebend ist dabei, welche dieser Hypothesen die plausibelste ist. Die
Beschwerdeführerin hat im Laufe des Beschwerdeverfahrens jene Argumente
nachgeliefert, die sie bei der Haushaltabklärung hätte vorbringen können, wenn sie
korrekt befragt worden wäre. Sie hat sich auch zu ihren für die Frage nach dem
hypothetischen Umfang der Erwerbstätigkeit relevanten Lebensumständen geäussert.
Diese Angaben sind als glaubwürdig zu qualifizieren, so dass es möglich ist,
abschliessend zu beurteilen, ob die von der Beschwerdeführerin aufgestellte
Sachverhaltsbehauptung (vollzeitliche Erwerbstätigkeit) oder diejenige der
Beschwerdegegnerin (Erwerbsanteil 60%) die plausiblere ist. Die Beschwerdegegnerin
geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen "Gesundheitsfall"
wegen ihrer beiden Kinder nach wie vor nur zu 60% einer Erwerbstätigkeit nachginge,
dass sich also seit der ersten Haushaltabklärung im Jahr 2000 keine relevante
Veränderung ergeben habe. Die Beschwerdeführerin wendet sinngemäss ein, die
Kinder seien nicht mehr auf eine intensive Betreuung durch sie selbst angewiesen. Es
wäre also nicht mehr notwendig, nur teilerwerbstätig zu sein, um dem persönlichen
Betreuungsbedarf gerecht zu werden. Die Betreuungsaufgabe könnte zu einem
erheblichen Teil durch die Grosseltern übernommen werden. Zudem wäre es möglich,
die Erwerbstätigkeit in bezug auf die Arbeitszeiten so zu gestalten, dass die weiterhin
notwendige Betreuung der Kinder durch die Mutter nicht leiden würde. Im eigenen
Geschäfts des Ehemannes hätte sie die Möglichkeit, einer entgeltlichen
Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei sie auch abends oder samstags arbeiten könnte.
Damit ist die nicht weiter begründete Auffassung der Beschwerdegegnerin, die beiden
Kinder erlaubten der Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit, die mehr als 60%
ausmache, als deutlich weniger plausibel zu werten als die Aussage der
Beschwerdeführerin, sie ginge im hypothetischen "Gesundheitsfall" vollzeitlich einer
entgeltlichen Erwerbstätigkeit nach, denn der Erwerb sei ihr sehr wichtig.
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2.2.4 Damit ist von einer Veränderung der Situation im hypothetischen
"Gesundheitsfall" auszugehen, denn im Jahr 2000 war es wegen des damals erst
wenige Monate alten ersten Kindes plausibel, dass die Beschwerdeführerin ohne ihre
Behinderung nur zu 60% einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre. Daran dürfte sich
auch bis zur Geburt des zweiten Kindes im Jahr 2002 nichts geändert haben.
Anschliessend wäre die Beschwerdeführerin durch die Betreuung zweier kleiner Kinder
an der Ausdehnung der Erwerbstätigkeit gehindert gewesen. Dies zwingt zur Annahme,
dass die Belastung durch die persönliche Betreuung eines bzw. zweier Kleinkinder erst
im Jahr 2005 so vermindert hat, dass neu eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit auf
100% im "Gesundheitsfall" möglich gewesen wäre. Dies rechtfertigt es, den Eintritt der
relevanten Entwicklung des hypothetischen Sachverhalts auf das Datum der zweiten
Haushaltabklärung (27. April 2005) zu legen. Das bedeutet, dass der Invaliditätsgrad
der Beschwerdeführerin bis April 2005 unter Verwendung der sogenannten gemischten
Methode und danach mittels eines reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln ist.
2.3
2.3.1 Nach dem Ablauf des Wartejahres, also ab 1. Februar 1996 war die
Beschwerdeführerin sowohl in einer Erwerbstätigkeit als auch bei der Besorgung des
eigenen Haushalts zu 100% arbeitsunfähig. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb für
die Zeit ab 1. Februar 1996 einen Invaliditätsgrad von 100% angenommen, ohne sich
zur Bemessungsmethode zu äussern. Da die Beschwerdeführerin ihr erstes Kind im Juli
1999 geboren hat, bis dahin also ohne die Behinderung in der Lage gewesen wäre, zu
100% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, kann u.a. aufgrund des bis zum Unfall
bestehenden Erwerbsgrades von 100% und des überzeugenden Aussage der
Beschwerdeführerin, erwerbstätig sein zu wollen, für den hypothetischen
"Gesundheitsfall" zwischen Februar 1996 und Juli 1999 von einer Erwerbsquote von
100% ausgegangen werden. Solange die vollständige Arbeitsunfähigkeit angedauert
hat, besteht auf jeden Fall ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Der letzte
Arztbericht, der eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt, datiert vom 17. April
1998 und ist von Dr. med. D._ erstellt worden. Am 6. Juli 1998 hat die
Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Sie hat zwei bis vier Stunden
täglich gearbeitet. Für die Zeit bis zur Aufnahme der Erwerbstätigkeit kann noch von
einer Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgegangen werden. Danach hat die
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Arbeitsunfähigkeit aber auf jeden Fall weniger als 100% betragen. Ärztliche
Arbeitsfähigkeitsschätzungen für diese Zeit fehlen. Es ist aber davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin im Ausmass des ihr Zumutbaren gearbeitet hat. Die geleisteten
Arbeitsstunden können deshalb dem Arbeitsfähigkeitsgrad gleichgesetzt werden. Bei
einer durchschnittlichen Tagesarbeitszeit von drei Stunden und einem Stundenlohn von
Fr. 19.- resultiert bei 220 Arbeitstagen pro Jahr ein zumutbares Invalideneinkommen
von ca. Fr. 12'540.-. Stellt man diesen Betrag dem Durchschnittslohn der
Hilfsarbeiterinnen gemäss der Lohnstrukturerhebung 1998 (aufgewertet auf 41,8
Wochenarbeitsstunden) von ca. Fr. 44'000.- gegenüber, resultiert ein Invaliditätsgrad
von deutlich über 70%. Demnach ist bis Juli 1999, also bis zur Geburt des ersten
Kindes, in Anwendung des reinen Einkommensvergleiches von einem Invaliditätsgrad
der Beschwerdeführerin von mindestens 70% auszugehen. In analoger Anwendung
von Art. 88a Abs. 1 IVV besteht also zumindest bis 31. Oktober 1999 ein Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente.
2.3.2 Mit der Geburt des ersten Kindes ist entsprechend den plausiblen Angaben der
Beschwerdeführerin anlässlich der ersten Haushaltabklärung anfangs März 2000 von
einer Erwerbsquote von 60% auszugehen. Die Anwendung der sogenannten
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung würde aber die Kenntnis sowohl der
behinderungsbedingten Einschränkung im Haushalt als auch die Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Erwerbstätigkeit voraussetzen. Die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit
für die Zeit nach der Geburt des ersten Kindes im Juli 1999 ist nicht bekannt, d.h. es
steht nicht fest, bis wann ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 3,5 Arbeitsstunden pro Tag (vgl.
die ärztliche Abschlussuntersuchung der SUVA vom 21. Juni 1999) angehalten hat.
Trotz der klaren Anweisung im Rückweisungsurteil vom 28. November 2002 fehlt nach
wie vor eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf den Haushalt für
die Zeit ab Juli 1999. Der für den Rentenanspruch massgebende Invaliditätsgrad lässt
sich also nach wie vor nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ermitteln. Soweit die angefochtene Verfügung den Rentenanspruch
ab 1. November 1999 regelt, ist sie deshalb aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Erwerb und im Haushalt
zwischen 1. Juli 1999 und 30. April 2005 (Dauer der Anwendbarkeit der sogenannten
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung) an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Anhand der wohl sehr detaillierten Krankengeschichte der
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Beschwerdeführerin sollte dies ohne weiteres möglich sein. Bei der Ermittlung der
behinderungsbedingten Einschränkung im Haushalt wird die Beschwerdegegnerin
berücksichtigen, dass entgegen der höchstrichterlichen Praxis keine
Schadenminderungspflicht der Ehemannes der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen
ist (vgl. Hardy Landolt, Hauswirtschaftliche Schadenminderungspflicht von
Angehörigen bei der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2007, S. 143 f.).
2.3.3 Ab Mai 2005 ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin durch einen reinen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Diesem Einkommensvergleich ist ein
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% zugrunde zu legen. Das Validen- und das
Invalideneinkommen können nicht anhand eines (hypothetischen oder realen)
Verdienstes der Beschwerdeführerin im Unternehmen des Ehemannes ermittelt
werden, da keine Gewähr für eine objektiv gerechtfertigte Entlöhnung bestehen würde.
Der erwerblichen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit und ohne
Behinderung auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt trägt der
statistische Durchschnittslohn weit objektiver Rechnung. Abzustellen ist auf die Zahlen
der Lohnstrukturerhebung 2004 des Bundesamtes für Statistik. Die
Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt. Sie ist bis zum Unfall als Hilfsarbeiterin
tätig gewesen. Als gesunde Hilfsarbeiterin könnte sie in allen Branchen eingesetzt
werden. Massgebend ist deshalb der entsprechende Zentralwert. Er beträgt gemäss
der Tabelle TA1 im Anforderungsniveau 4 bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Std.
Fr. 46'716.-. Da der schweizerische Durchschnitt im Jahr 2004 41,6
Wochenarbeitsstunden betragen hat, ist das Einkommen praxisgemäss entsprechend
zu erhöhen. Es beträgt Fr. 48'585.-. Dieses Einkommen definiert nicht nur das
Valideneinkommen, sondern es ist auch das Ausgangseinkommen zur Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% könnte
die Beschwerdeführerin grundsätzlich die Hälfte dieses Einkommens verdienen.
Körperlich leichte, wechselbelastende, zu mindestens 50% sitzend auszuübende
Hilfsarbeiten werden nämlich nicht schlechter entlöhnt als körperlich belastende
Hilfsarbeiten. Sie werden auch in allen Branchen nachgefragt. Zuverlässiges,
sorgfältiges, konzentriertes Arbeiten rechtfertigt in der Regel sogar einen höheren Lohn
als eine körperlich belastende Hilfsarbeit. Bei einem Beschäftigungsgrad von 50%
werden weibliche Hilfskräfte im Vergleich zu Vollzeitangestellten überproportional
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entlöhnt. Der Vorteil beträgt ca. 5% (vgl. die Lohnstrukturerhebung 2004, Tabelle T6* S.
25). Nun weist die Beschwerdeführerin aber gegenüber gesunden Konkurrentinnen auf
dem Markt für teilzeitlich zu 50% auszuübende, leichte, wechselbelastende,
hauptsächlich sitzende Hilfsarbeiten Nachteile auf, die einen ökonomisch denkenden,
fiktiven Arbeitgeber veranlassen müssten, die gesunde Konkurrentin anzustellen.
Neben dem erhöhten Risiko von Krankheitsabsenzen bestehen diese Nachteile
insbesondere in der erschwerten Einsetzbarkeit einer Hilfsarbeiterin, die in ihrer
Konzentrationsfähigkeit und in ihrer Belastbarkeit vermindert ist. Diese
Konkurrenznachteile können von der Beschwerdeführerin nur dadurch kompensiert
werden, dass sie ihre Arbeitskraft dem ökonomisch denkenden, fiktiven Arbeitgeber zu
einem tieferen Lohn als die Konkurrentinnen anbietet. Angesichts des Ausmasses der
Nachteile rechtfertigt sich trotz des "Teilzeitvorteils" von 5% ein zusätzlicher Abzug von
10% (in der Verwaltungsarbeit fälschlicherweise als "Leidensabzug" bezeichnet). Das
zumutbare Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 21'863.-. Die Erwerbseinbusse von
Fr. 26'722.- entspricht einem Invaliditätsgrad von 55%. Die Beschwerdeführerin hat
deshalb einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Ab wann dieser besteht, hängt
davon ab, ob für die Zeit bis April 2005 ein Rentenanspruch besteht, der höher oder
tiefer ist. Ist dies der Fall hat die Beschwerdeführerin in analoger Anwendung von Art.
88a IVV erst ab 1. August 2005 einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Hat sie
bis 30. April 2005 keinen Anspruch auf eine Rente, entsteht der Anspruch auf die halbe
Rente bereits am 1. Mai 2005. Die Beschwerdegegnerin wird deshalb im Rahmen ihrer
weiteren Abklärung des Invaliditätsgrades auch zu prüfen haben, ob für Mai bis Juli
2005 ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente besteht. Fest steht der Anspruch auf
eine halbe Invalidenrente erst mit Wirkung ab 1. August 2005.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom 25.
Oktober/19. Dezember 2006 aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist für die Zeit
vom 1. Februar 1996 bis 31. Oktober 1999 eine ganze und für die Zeit ab 1. August
2005 eine halbe Rente zuzusprechen. Für die dazwischen liegende Zeit vom 1.
November 1999 bis 31. Juli 2005 ist die Sache zur weiteren Abklärung des
rentenrelevanten Sachverhalts und zur anschliessenden neuen Verfügung über das
Rentenbegehren an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei diesem
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Verfahrensausgang ist in bezug auf die Kosten von einem vollumfänglichen Obsiegen
der Beschwerdeführerin auszugehen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb für die
Vertretungskosten der Beschwerdeführerin aufzukommen. Diese bemessen sich nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g
ATSG). Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die
vollumfänglich unterliegende Beschwerdegegnerin hat auch für die Gerichtskosten
aufzukommen. Diese betragen zwischen Fr. 200.- und Fr. 1000.-. Sie bemessen sich
nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dieser rechtfertigt eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Der Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird der
Beschwerdeführerin zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG