Decision ID: c8773459-7f34-4590-a1dd-b36866f9ccff
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1956, war vom 1. April
2006 bis 31. Mai
2010 als Backwarenver
käufer selbständig tätig
und
versuchte
sich hernach zum Taxifah
rer aus
zubilden, ohne jedoch die praktische Zulassung zu erhalten
(vgl. Urk.
8/2; Urk. 8/5 Ziff. 5.3 f.
; Urk. 8/134 S. 94
). Unter Hinweis auf
seit Septem
ber 2010 bestehende physische Beschwerden meldete sich der Versicherte am 3. Januar 2011 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 8
/22
) und holte bei
der
Abklärungs
stelle
Y._
und bei der
Z._
je ein polydisziplinäres Gutachten ein, welche am 10. Oktober
2013 (Urk. 8/57) und am 14. April 2016 (Urk. 8/134) erstattet wurden.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/142; Urk. 8/144) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 16. Oktober 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 57 % eine halbe Rente ab September 2015 zu (Urk. 8/149
i.V.m
. Urk. 8/153 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 12. November 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Oktober 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es
sei
ihm ab dem 1. September
2011 eine ganze IV-Rente zuzusprechen, eventuell seien weitere gutachterliche Sachverhaltsabklärungen in neurologischer Sicht zu tätigen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. Dezember
2016 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 9. Januar 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 13).
Mit Gerichtsverfügung vom
7. August
2017
w
urden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und
das beigezo
gene Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 21. Oktober
2014
(Verfahren Nr. KK.2013.00032) in Sachen des Beschwerdeführers zur Stellungnahme zuge
stellt (Urk. 15
).
Beide Parteien verzichteten
in der Folge
auf eine Vernehmlas
sung (vgl. Urk. 17 und Urk. 18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
) in Verbindung mit Art. 8
ATSG
bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
ren
tenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2
ATSG
;
BGE
139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG
setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (
BGE
130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vor
liegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE
127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
143 V 409
E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem
strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (
BGE
141 V 281). Mit
BGE
143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychi
schen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach
BGE
141 V 281 zu unter
ziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hin
sichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach
BGE
141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (
BGE
141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (
BGE
141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom
1.
Dezember
2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invalidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweis
losigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (
BGE
141 V 281 E. 6;
BGE
141 V 547 E. 2).
1.3
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8
ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG
).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leis
tungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widerspre
chender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Be
weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsicht
lich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgege
ben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmögli
chen, gegebenenfalls deutlich macht (
BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung,
BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die gutachterlichen Untersuchungen
davon aus
, dass dem Beschwerdeführer seit September
2010 die zuletzt ausgeübte
selbständig
e Tätigkeit als Bäcker nicht mehr zumutbar sei. Hingegen
bestehe
spätestens nach Ablauf
der einjäh
rigen Wartefrist per September
2011 für eine angepasste Tätigkeit mit – näher ausgeführtem Belas
tungsprofil – eine vollständige Arbeitsfähigkeit (S. 3 oben).
Aufgrund einer psychi
schen Problematik sei ab September 2015 eine Ver
schlechterung des Gesundheitszu
standes eingetreten, was einerseits die Arbeits
fähigkeit auf 50 % reduziert und andererseits das Belastungsprofil mit Vorhan
densein einer klaren Führungsstruktur und ausreichend Pausen ergänzt habe (S. 4 oben). Der Einkommensvergleich gestützt auf die Tabellenlöhne (
Validen
ein
kommen
gestützt auf den Tabellenwert
als Bäcker und das Invalidenein
kommen unter Berücksichtigung eines 10%igen leidensbeding
ten Abzuges) er
gebe einen Invaliditätsgrad von 57 %, mithin Anspruch auf
eine hal
be Rente (S. 4 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer machte
demgegenüber geltend
(Urk. 1)
,
das
Z._
-Gutachten sei
– vor allem die neurologische Beurteilung -
fehlerhaft
und nicht aussagekräftig (S. 6 f.
). Im Rahmen des Einkommensvergleiches sei hinsichtlich des
Validenein
kommens
aufgrund seiner Erwerbsbiographie, wonach er stets in einer leitenden Position gearbeitet habe, das Anforderungsniveau 2 anstatt 3 einzusetzen. Das Inva
lideneinkommen ergebe sich aus dem standardisierten Monatslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten und es sei ein Leidensabzug
von mindestens 20 % zu gewäh
ren (S. 11 unten). Für die Zeit von September 2011 bis September 2015 resultiere ein Invaliditätsgrad von 74
%
und für die Zeit ab Oktober 2015 und unter Berücksichti
gung eines Leidensabzugs von 25 % ein solcher von 76 % (S. 11 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin diverse medizinische Berichte über
die
seit 1. September
2010 die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkende
n
Beschwerden (Urk. 8/7; Urk. 8/14;
Urk. 8/15; Urk. 8/18-21
; Urk. 8/25; Urk. 8/34
; Urk. 8/42-44; Urk. 8/49/2 und Urk. 8/55
)
eingeholt hatte, entschied sie sich zur um
fassenden Abklärung ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Y._
in Auftrag zu geben. Dieses wurde am
10. Oktober 2013 er
stattet (Urk. 8/57). Die Gutachter stellten
zusammenfassend folgende Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit (S. 47 Ziff. 8.1.1):
-
n
icht näher bezeichnete organische oder symptomatische psychische Störung (neuropsychologische Defizite, die vor allem durch ein Schlafapnoe-Syndrom verursacht worden seien; ICD-10 F09)
-
Spondylarthrose
und
Osteochondrose
der Halswirbelsäule (
HWS
)
-
Karpaltunnelsyndrom beidseits (links leichtgradig, rechts grenzwertig)
Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine
axonale
Neuropathie des
Nervus
peroneus
links, einen Verdacht auf
ein kleines
paraophthalmisches
ACI
-Aneurysma rechts, eine
schwergradgie
Schlafapnoe/
Hypopnoe
, einen Status nach Nikotinabusus, einen Verdacht auf
eine
a
rterielle Hypert
onie,
eine
Adipositas, eine
Dyslipidämie
und eine
Hyperurikämie (S. 47 Ziff. 8.1.2).
Die Gutachter führten zur Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
des Beschwerdeführers
aus,
von neurologischer Seite
her
fänden sich Schädi
gungen, welche lediglich qualitative, jedoch keine quantitativen Einschränkun
gen bewirkten. Aufgrund des Karpaltunnelsyndroms seien diskrete Störungen der Feinmotorik nicht auszuschliessen. Es sollte somit auf Tätigkeiten verzichtet werden, welche ein schweres Heben, langanhaltende, kraftfordernde Arbeiten mit den Händen und Dauerbelastungen der Hände mit mehr als 15 kg erfordern. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der
zuletz
t ausgeübten Tä
tigkeit wegen der
neuropsycho
logischen Defizite vollständig eingeschränkt, weil der Beschwerdeführer hier
selb
ständig
strukturiert und organisiert sowie unter Zeitvorgabe arbeiten müsse. Im orthopädischen und internistischen Fachgebiet würden keine quantitativen oder qualitativen Einschränkungen gesehen. Zu
sam
men
fassend bestehe eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als
selbstän
dig
er Leiter eines Restaurants und einer Bäckerei (S. 51 Ziff. 9.1.1).
Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit werde im Oktober 2011 ange
nommen (S. 52 Ziff. 9.1.2).
Zur Beurteilung der Arbeitsf
ähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit führten die Gut
achter aus, dass vor allem aus psychiatrischer Sicht wegen der neuropsycho
logischen Defizite eine quantitative und qualitative Einschränkung vorliege.
Namentlich seien vom Beschwerdeführer nur noch Tätigkeiten mit einem Pen
sum
von zirka 35 % durchführbar. Diese 35 % resultierten aufgrund der redu
zierten Kon
zentrationsphase.
Durchführbar seien nur Tätigkeiten, die wenig komplex seien und
Aufgaben beinhalten, die eine starke Strukturierung von aussen aufweisen. Es sollte auf Tätigkeiten verzichtet werden, welche spezifi
sche feinmotorische Fähigkeiten, ein schweres Heben, langanhaltende, kraftfor
dernde Arbeiten mit den Händen
sowie
Dauerbelastungen der Hände mit mehr als 5-10 kg erforder
te
n. Die adaptierte Tätig
keit sollte gemäss orthopädischer Einschätzung keine Zwangshaltungen in Inkli
nation oder
Reklination
des Kopf
es und keine langandauernden Rotationsbewe
gungen des Kopfes beinhalten. Die neuropsychologischen Defizite könnten nicht alleine mittels Willensanstren
gung überwunden werden, nur möglicherweise mittels Behandlung optimiert.
Der Beginn der Arbeitsfähigkeit
(richtig: Arbeitsunfähigkeit)
in einer adaptierten Tätigkeit sei auf den 20. August
2013 zu datieren, da während dieser Zeit die aktuelle neuropsychologische Untersuchung durchgeführt worden sei (S. 52 Ziff. 9.2.1
f.
).
3.2
Am 19. November
2013 (Urk. 8/59) präzisierten die
Y._
-Gutachter auf Rück
fragen der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/58), dass
die Arbeitsfähigkeit auf
grund der festge
stellten neuropsychologischen Defizite lediglich vorübergehend sei und es sich um keine langfristige Einschränkung – weder in der bisherigen noch in einer angepass
ten Tätigkeit – handle. Weil das Schlafapnoe-Syndrom, welches am ehesten die Ursache der neuropsychologischen Defizite sei, behan
delbar sei, sei es gut möglich, dass die neuropsychologischen Defizite nach der Durchführung einer Behandlung geringer
werden
oder auch ganz verschwinden könnten
, mithin die dadurch
verur
sachten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit innerhalb von zirka drei bis sechs Monaten nicht mehr bestünden. Es sei sinn
voll, die Situation in zirka sechs Monaten erneut zu beurteilen und dabei vor allem eine erneute neuropsychologische Untersu
chung durchzuführen (S. 1).
3.3
Dr. med.
A._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 18. März 2015 (Urk. 8/84/6-7) über seine Untersuchungen vom 5. Februar und 27. Okto
ber
2014 sowie vom 27. Februar
2015 und nannte die –
verkürzt wieder
ge
ge
be
nen
- Diagnosen (S. 1):
-
Polyradikuloneuropathie
(Differentialdiagnose: ent
z
ü
nd
liche Genese mit
Mononeuropathia
multiplex und mit Leitungsblöcken an typischen
Rädilektionsstellen
)
-
Enzephalopathiesyndrom
,
zurzeit noch unklare Genese (Differentialdiag
nose: organisch bedingt im Rahmen einer entzündlichen Mitbeteiligung des
zentra
len Nervensystems
)
-
zervikospondylogenes
und panvertebrales Syndrom mit assoziierten (
pseudo
radikulären
) Fühlstörungen und degenerativen Halswirbelsäulen-Veränderungen mit unter anderem rel
a
tiver zervikaler Spinalkanalsteno
se
-
kleines zerebrales Aneurysma
-
vaskuläre Risikofaktoren
-
Refluxösophagitis
Eine Arbeitsfähigkeit sei unverändert nicht gegeben (S. 2).
3.4
Anlässlich der Jahreskontrolle führte Dr. med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie mit Schlafmedizin,
mit Bericht vom 9. April
2015 (Urk. 8/92)
aus, die
bestehende Diagnose eines
schwergradige
n
obstrukti
ve
n
Schlafapnoe-Syndrom
s
(S. 1)
sei
als Quelle einer eingeschränkten Tagesbe
findlichkeit oder Tagesmüdigkeit hochgradig gut therapiert, sodass er diesbe
züglich keine wesentlichen
residuellen
Symptome erwarte und diese eher einer anderen
Genese
zuordnen würde (S. 2).
3.5
Dr.
A._
führte am 12. Mai
2015 (Urk. 8/94) bei bekannter Diagnose (vgl. vorste
hend E. 3.3) aus, die neuropsycholog
ischen
Befunde zeigten formal ein mittelschwer vermindertes Leistungsprofil. Mittelschwere Auffälligkeiten zeigten sich im
attentio
nalen
Bereich (gerichtete Aufmerksamkeit)
bei
leicht verminder
te
r
kognitive
r
Verar
beitungsschwierigkeit.
Im mnes
tischen
Bereich bestünden leicht bis schwer vermin
derte Auffälligkeiten in praktisch allen geprüften Teil
funktionen. Leicht vermindert seien die verbale Merkspanne, die relative mittel
fristige figurale
Behaltensleistung
sowie das figurale Wiedererkennen (S. 5).
In der akt
uellen
Untersuchung gebe es aufgrund ermittelter Diskrepanzen Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden, ohne dass deren grundsätzli
che Präsenz bezweifelt werde.
Unter Berück
sichtigung der klar nachweisbaren Defizite und
der
zusätzlich postulierten Verdeut
lichungstendenzen liege aus neurologisch-neuropsychologischer Optik insgesamt eine leicht bis mittelschwe
re neuropsychologische Störung vor (S. 6). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit komme nur eine sehr niedrigprozentige Beschäftigung (stun
denweise) mit nur sehr leichten Anforderungen in Frage. Davon unabhängig werde unverändert die vollständige IV-Berentung empfohlen (S. 7).
3.6
Am 14. April 2016 erstatteten
Privatdo
zent
(PD)
Dr. med.
C._
, Fach
arzt für Neuro
logie,
lic
. phil.
D._
, Fachpsychologe für Neuropsycho
logie, Dr. med.
E._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie der Fallkoordinator Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Z._
, das von der Beschwerdegegnerin veranlasste poly
disziplinäre Gutachten (Urk. 8/134). Die Gutachter stellten zusam
menfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeits
fähigkeit (S. 16
lit
. A
):
-
s
chubförmig progredient verlaufende, asymmetrische,
demyelinisierende
Polyneuropathie, Verdacht auf
atypische Fo
rm eines Lewis-Sumner-Syndroms
,
anam
nestisch
bestehe eine
Kortikosteroid
-Sensitivität
-
Karpaltunnelsyndrom beid
seits, möglicherweise akzentuiert oder als Teil des Syndroms bei Diagnose 1
-
Ulnarisneuropathie
auf der rechten Seite mit fokaler Schädigung des
Nervus
ulnaris
im Bereich des knöchernen
Sulcus
ulnaris
, möglicher
weise akzentu
iert oder bedingt durch Diagnose 1
-
Verdacht auf Enzephalopathie unklarer Genese
-
n
icht quantifizierbare neuropsychologische Störung aufgrund einer wahr
scheinlichen Aggravation
-
m
ittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gut
achter ein kleines zerebrales Aneurysma, ein anamnestisch
schwergradiges
Schlafapnoe/
Hyp
o
pnoe
-Syndrom, ein metabolisches Syndrom
,
eine arterielle Hype
r
tonie, einen Verdacht auf Eisenstoffwechselstörung, eine
Hepatophatie
unklarer Ätiologie,
Refluxbeschwerden
, einen Verdacht auf Prostatahyperplasie sowie psy
chologische und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizi
erten Er
kran
kungen (ICD-10 F54);
Differentialdiagnose anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(S. 16
f.
lit
. B).
Aus somatischer Sicht
leide der Beschwerdeführer seit
2010 unter einer schmerzhaf
ten Sensibilitätsstörung und einer Schwäche am rechten Arm, weni
ger auch links (S. 17 oben).
Die Beschwerdebilder und deren Verlauf seien aus neurologischer Sicht wegen einer Symptomausweitung und einer nicht adäquaten Symptomverdeutlichung anhand der anamnestischen Angaben und der klinischen Befunde nur schwer einzuordnen. Bei der aktuellen neurologischen Untersuchung fänden sich Hin
weise für eine distale, wie auch proximale
demyelinisierende
Schädigung der motorischen und der sensiblen Nervenfasern. Gegenüber der Untersuchung vom Februar 2015 hätten sich die Befunde weiter verschlechtert.
Basierend auf den im Rahmen des Gutachtens durchgeführten elektrophysiologischen Untersu
chungen seien die Diagnosekriterien für das Vorliegen eines Lewis-Sumner-Syndroms erfüllt. Es handle sich dabei um eine Sonderform der chronischen
inflammatorisch
demyelinisierenden
Polyneuropa
thie (
CIDP
), eine im weitesten Sinne autoimmunologische Erkrankung des peripheren Nervensystems. Beim Lewis-Sumner-Syndrom seien prädominant distale Nerven der
oberen Extremi
täten stärker betroffen und es stünden häufig Schmerzen und sensib
le Reizsymptome im Vordergrund. Nicht erfüllt seien die Kriterien des in Europa be
nutzten Diagnosesystems, bei
dem Leitungsblöcke
im Nervensystem gefordert wer
den, da diese beim Beschwerdeführer im Gegensatz zu früheren Untersu
chungen nicht hätten nachgewiesen werden können. Darüber hinaus
sei
- ent
sprechend einem Karpaltunnelsyndrom – eine zunehmende
Myelinscheiden
schädigung
des
Nervus
medianus
auf der rechten Seite und des
Nervus
ulnaris
im Bereich des knöchernen
Sulcus
ulnaris
des Ellbogen rechts, entsprechend einer
Ulnarisneuropathie
,
ausge
wiesen. Aufgrund der elek
t
rophysiologischen Be
funde liege eine schubförmige
,
progredient verlaufende, asymmet
r
ische
und
überwiegend
demyelinisierende
sensomo
torische Polyneuropathie vor.
Für die in früheren Gutachten aufgrund der Konzentra
tionsstörung vermutete Enzepha
lopathie habe kein bildmorphologisch fassbares Korrelat gefunden werden kön
nen.
Es bestehe auch kein zwingender Zusammenhang zwischen der Polyneuro
pathie und der dokumentierten Enzephalopathie. Diffe
re
ntial
diagnostisch kom
me eine paraneoplastische Erkrankung des Nervensystems in Frage. Da
die Be
schwer
den jedoch schon seit mehr al
s fünf Jahren bestünden, müsste
sich eine solche Erkrankung zwischenzeitlich manifestiert haben (S. 17 ff.).
Aus neuropsychologischer Sicht müsste die im neurologischen Fachgutachten erwähnte Verdachtsdiagnose einer Enzephalopathie unklarer Genese grundsätz
lich Einfluss auf das kognitive Leistungsvermögen haben. Die aktuelle Testung zeige eine Progredienz der kognitiven Symptomatik gegenüber den Untersu
chungen von 2011, 2013 und April
201
5.
Die Validität dieser Progredienz müs
se jedoch in Frage gestellt werden, da in keiner der drei Voruntersuchungen eine ausreichende
Beschwerde
validitätsprüfung
durchgeführt worden sei.
Die Belastbarkeit des Beschwerdeführers über die gesamte mehrstündige Untersu
chung sei angemessen, eine erhöhte Ermüd
barkeit habe sich nicht gezeigt. Bei der Anamnese habe der Beschwerdeführer einen auffallend wachen und agilen Eindruck gemacht, dies im Gegensatz zur Testung, wo die Müdigkeit demonst
rativ und überzeichnet gewirkt habe. Obwohl der Beschwer
deführer
Schmerzen mit einer Stärke von 5-7 (
VAS
0-10) angegeben habe, sei kein auffälliges Schmerzverhalten beobachtet worden (S. 19). Es bestünden deutliche Diskrepan
zen zwischen den schweren kognitiven Defiziten und dem unauffälligen
MRI
Befund vom 21. Mai
201
3.
Ebenso hätten sich Inkonsistenzen zwischen den Testergebnissen und dem Verhalten des Beschwerdeführers gezeigt. Die Validität der neuropsychologischen Befunde sei nicht gegeben und es liege eine wahr
scheinliche Aggravation vor (S. 21).
Aus allg
e
meininternistischer Sicht sei beim Beschwerdeführer unter anderem
ein
seit 2012
bestehendes
schwergradiges
Schlafapnoe-Syndrom bekannt, wel
ches seither mittels Therapie behandelt werde und gemäss Aktenklage zu einer Besserung von Tagesmüdigkeit und Tagesbefindlichkeit geführt habe (S. 21 unten).
Aus psychiatrischer Sicht seien die Kriterien nach ICD-10 für das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode ohne somatisches Syndrom erfüllt. Der Be
schwerdeführer leide unter Niedergeschlagenheit,
Anhedonie
und rascher Ermüdbar
keit, klage über Konzentrationsstörungen, Insuffizienz- und Schuldge
fühle, Appetit
verlust und Schlafstörungen, womit sechs Kriterien für die Diag
nose einer Depression erfüllt seien. Über das Vorliegen einer depressiven Episo
de in der Ver
gangenheit sei nichts Näheres bekannt. Eine affektive Störung sei 2011 erwähnt worden (S. 22).
Die Bewertung des diagnostizierten Leidens des Beschwerdeführers anhand der bundesgerichtlichen Standardindikatoren (vgl. vorstehend E. 1.2) habe – näher ausgeführt - eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit ergeben (vgl. psychiatri
sches Teilgutachten, Urk. 8/134 S. 133 ff.).
Hinsichtlich
der
Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Gutachter dahingehend, dass die neurologische Symptomatik und die damit verbundene Arbeits
un
fähigkeit im Jahr 2010 begonnen
hätten
, eine genaue Bezifferung des Ausmasses im Ver
laufe der letz
ten sechs Jahre indes durch Missempfindungen und Schmerzen schwierig zu beur
teilen sei. Auf Grund der vorhandenen Akten hätten sich die neurographischen Untersuchungsbefunde zwischen 2011 und 2013 verschlech
tert und seien anschlies
send bis 2015 stabil geblieben. Ab 2015 sei es zu einer erneuten progredienten Ver
schlechterung der Befunde gekommen. Aus neu
ropsychologischer Sicht sei die Validität der Befunde der Untersuchung von 2013 nicht gegeben. Daher sei es auch nicht möglich zu beurteilen,
ob und allenfalls ab welchem Zeitpunkt bereits früher eine neuropsychologisch beding
te Arbeitsunfähigkeit vorgelegen haben könnte.
In der bisherigen Tätigkeit be
stehe aufgrund der Schmerzen und Missempfindung eine quali
tative Einschrän
kung der Belastbarkeit von 50 %. Hinzu komme eine quantitative Ein
schrän
kung von 50 % (vier Stunden Arbeitsfähigkeit bei acht Stunden-Arbeitstag). Somit verbleibe aus neurologischer Sicht kumulativ eine Arbeitsfähigkeit von
25 % (S. 26 f.).
Die
Befunde aus der allgemeininternistischen Sicht hätten bisher keinen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit gehabt (S. 26 f.).
Aus psychiatrischer Sicht würden kei
ne psy
chiatrischen Vorbefunde über das Vorhandensein und den Schweregrad der depressiven Episode und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit existie
ren, so
dass diesbezüglich keine zuverlässige Aussage getroffen werden könne.
Die nunmehr vorliegende Verminderung von Anpassungsfähigkeit an Regeln und Routinen, die eingeschränkte Fähigkeit, Aufgaben zu planen und zu struk
turieren, die fehlende Umstellungsfähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit, Durch
haltefähigkeit, Kontakt
fähigkeit und Entscheidungsfähigkeit
,
führten derzeit zu einer qualitativ und quanti
tativ reduzierten Arbeitsfähigkeit
von 50 %
(S. 27 Mitte.).
Aus neurologischer Sicht beinhalte eine angepasste oder Verweistätigkeit eine Arbeit in variablen Positionen, stehend, gehend und sitzend, wobei die Zeiträu
me, in
der bestimmte Position
en
eingenommen werden, variabel
gestaltet wer
den müssten.
Die Tätigkeit sollte überwiegend mit der linken Hand durchgeführt werden. Ausreichen
de Pausen zur Erholung seien notwendig (alle zwei Stun
den), schwere Gegenstände (über 5 kg) sollten nicht gehoben werden. Wenn dies
e Voraussetzungen erfüllt seien
bestehe – bedingt durch die Schmerzen und Missempfindungen – eine qualitativ eingeschränkte Belastbarkeit von 25 % ohne zeitliche Einschränkung, womit aus neurologischer Sicht eine Arbeits
fähig
keit in der angepassten Tätigkeit von 75 % be
stehe. Aus neuro
psycho
logischer Sicht könne aus den erwähnten Gründen keine Aussagen gemacht werden und aus allg
e
meininternistischer Sicht bestünden keine Einschrän
kungen. In psychi
atrischer Hinsicht sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ge
geben für eine Tätigkeit mit definiertem Aufgabenfeld, guter Führungsstruktur und
mit
regelmässigen Pausen (S. 27 f.).
Gesamtmedizinisch bestehe
somit in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsf
ähig
keit von 25 % (S. 27 unten) und
– aufgrund der psychiatrischen Beurteilung – in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 28 Mitte).
3.7
PD Dr. med.
G._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), erachtete in seiner Stellungnahme vom 22. April
2016 (Urk. 8/139/10-11) das einge
gangene Gutachten der
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.6) als beweistauglich. Die Gut
achter würden aktuell in bisheriger Tätigkeit (Gas
tronomie, Chef de Service Hotel
) von 25 % Arbeitsfähigkeit ausgehen, in einer angepassten Tätigkeit
hingegen
von 50 %. Hinsichtlich der Einschätzung der retrospektiven Arbeitsfähigkeit seien beide Gutachten zu keiner differenzier
ter Aussage gelangt, weshalb diese nur mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit bestimmt werden könne. Bei führenden neurologischen Beschwerden und Doku
men
tation einer psychopathologisch begründeten Arbeitsun
fähigkeit erst an
läss
lich des aktuellen Gutachtens könne Folgendes angenommen werden
(Urk. 8/139/11 am Schluss)
:
-
Beginn der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2010
-
Zunahme der Arbeitsunfähigkeit um 15 % pro Jahr
-
demnach Eröffnung der Wartezeit im
September
2013
mit
Arbeitsunfä
higkeit von 45 % in
der bisherigen
Tätigkeit
-
a
b September
2014 Arbeitsunfähigkeit von 60 %, ab September
2015
von 75 %
-
angepasste
Tätigkeit: vollständige Arbeitsfähigkeit bis Ende August
2015 und 50 % Arbeitsunfähigkeit ab September 2015
4.
4.1
D
as
Z._
-Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.6) beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen
und berücksichtigt die vom Beschwerde
führer geklag
ten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizini
schen Situation Rechnung. Das
Gutachten
leuchtet in der Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich begründet. Es ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die
praxisgemässen
K
riterien (vgl. vorstehend E. 1.
4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
dar
auf
ab
gestellt werden kann.
4.2
Diagnostisch stimmen sämtliche Arztberichte mit dem
Z._
-Gutach
ten weitgehend überein und blieben auch vom Beschwerdeführer unbestritten (Urk. 1 S. 3 ff.).
Gemäss Gutachter sei
en
aus neurologischer Sicht die Beschwer
debilder und deren Verlauf wegen der Symptomausweitung und einer nicht adäquaten Symptomver
deutlichung nur schwer einzuordnen. Der im
Y._
-Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.1) aufgrund der Konzentrationsstörung vermu
tete Enzephalopathie fehle es an einem bildmorphologisch fassbaren Korrelat. Auch bestehe kein Zusammenhang zwischen der Polyneuropathie und der dokumentierten Enzephalopathie. Eine allen
falls in Frage kommende paraneo
plas
tische Erkrankung des Nervensystems
hätte
sich
nach fünf Jahren mani
festiert haben müssen. Aus neuropsychologischer Sicht bestünden deutliche Diskrepan
zen zwischen den schweren kognitiven Defiziten und dem unauf
fälligen
MRI
-Befund vom Mai 201
3.
Aufgrund von Inkonsistenzen und wahr
scheinlich vor
liegender Aggravation könne keine Aussage gemacht werden. Das
schwer
gradi
ge
Schlafapnoe-Syndrom sei
mit
t
els Therapie gut behandelt. Aus
psychiatri
scher Sicht
sei die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode an
hand eines strukturierten, normativen Prüfrasters beurteilt worden, welche eine deut
liche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zeige.
Die
Gutachter hielten fest, dass
aus neurologischer Sicht aufgrund von Schmer
zen und Missempfindungen eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 75 % bestehe und aus psychiatrischer Sicht eine solche von 50 %
, mithin gesamthaft
eine
50%ige
Restarbeitsfähigkeit
vorliege
(vgl. vorstehend E. 3.6).
4.3
Der Beschwerdeführer kritisierte, das
Z._
-Gutachten zeige auf, dass er aus rein neurologischer Sicht zu 25 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, jedoch zu 50 % aufgrund der bestehenden psychi
atrischen Diagnosen. Dabei sei
in der psychi
atri
schen Beurteilung gerade denjenigen Schmerzen und Miss
em
pfindungen keinerlei Rechnung getragen worden, welche die einge
schränkte Belastbarkeit von 25 % aus neurologischer Sicht begründeten. Das Gutachten versäume die Begrün
dung, weshalb diese 25 % eingeschränkte Belastbarkeit durch die aus ps
ychiatrischer Sicht attestierte
50 % Arbeits
un
fähigkeit kompen
siert sein solle (Urk. 1 S. 7).
Die
Z._
-Gutachter erachteten den Beschwerdeführer sowohl aus somati
scher wie auch aus psychiatrischer Sicht als zu 50 % arbeitsunfähig, wobei die Arbeitsun
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht kumulativ zu jener aus neu
rologischer Sicht hinzuzu
rechnen ist, was
explizit
aus der Ges
amtbeurteilung hervorgeht (Konsensbe
urteilung, Urk. 8/134 S. 28
).
Die weitere Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten vermag nicht zu über
zeugen.
Namentlich ist nicht nachvollziehbar
, weshalb der Beschwerdeführer – obwohl Rechtshänder – nicht überwiegend mit seiner linken Hand eine behin
derungsangepasste Tätigkeit soll ausüben können (Urk. 1 S. 6 unten), wenn die
gefestigte
bundesgerichtliche Rechtsprechung davon ausgeht, dass
der ausgegli
chene Arbeitsmarkt für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrach
ten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische Betäti
gungsmöglichkeiten bietet
(
Urteile des Bundesgerichts 8C_31/2017 E. 6.2 und
8C_100/2012 vom 29. März 2012 E. 3.4).
Ferner
stützte
das
Y._
-Gutachten die neuropsychologische Gutachtensauf
fassung der
Z._
, indem bereits damals eine Symptomverdeutlichung, fehlende fokal-neurologische Ausfälle und Diskrepanzen beobachtet worden sind (Urk. 8/57 S. 55 Ziff. 8.2.3). Selbst
der behandelnde Dr.
A._
bestätigte
in seinem Bericht vom 12. Mai 2015
die
Diskrepanzen und Verdeutlichungsten
denzen (vgl. vorstehend
E. 3.5)
. Hingegen
ist
seine
n
Einschätzung
en
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers
(vgl. vorstehend E. 3.3 und E. 3.5)
nicht zu folgen. Einerseits geht aus seiner attestierten vollständigen Arbeits
un
fähigkeit nicht hervor, ob e
s
sich dabei um die angestammte oder eine ange
passte
Tätig
keit handelt. A
ndererseits ist
aufgrund
der Behandlungsnähe
zum Patienten
sei
ne
Einschätzung ohnehin mit Vorbehalt zu wür
digen (
BGE
135 V 465 E. 4.5), was sich exemplarisch im
Umstand
zeigt, in dem
Dr.
A._
die vollständige IV-Berentung
empfiehlt
(vgl. vorstehend E. 3.5).
Unter diesen gegebenen Umständen ist nicht ersichtlich und wird
vom Be
schwerdeführer
auch
nicht näher
ausgeführt, weshalb das Gutachten fehlerhaft, ten
denziös und widersprüchlich sein soll (Urk. 1 S. 7).
4.4
Aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers ist in medizinischer Hinsicht
des Weiteren
strittig, dass das
Z._
-
Gutachten den Beginn und
den Ver
lauf der medizi
nisch begründbaren Arbeitsunfähigkeit nicht aufzeigt (Urk. 1 S. 5
f.).
Die
Z._
-Gutachter bekundeten Mühe,
retrospektiv den Verlauf der
krankheitsbe
dingten Arbeitsunfähigkeit seit 1. September
2010 zu bestimmen.
Sie
begründeten dies damit,
dass sich die neurographischen Untersuchungsbe
funde
aufgrund der vorhandenen Akten
zwischen 2011 und 2013 verschlechtert hätten und danach bis 2015 stabil geblieben seien. Ab 2015 sei es zu einer er
neuten progredienten Ver
schlechterung der Befunde gekommen
(vgl. vorstehend E. 3.6)
.
Aufgrund der fehlen
den Validation gelangte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Einschätzung ihres RAD-Arztes zum Ergebnis, es sei von einer Stufung der Arbeitsfähigkeit in ange
stammter Tätigkeit mit Beginn 2010 und einer Erhöhung von 15 % pro Jahr auszu
gehen (vgl. vorstehend E. 3.7).
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist grundsätzlich nachvollziehbar.
Da der Beschwerdeführer jedoch bereits seit Juli 2010 seine zuletzt ausgeübte Tä
tigkeit als Führer eines Bäckereibetriebs mit überwiegender Wahrscheinlichkeit freiwillig und nicht krankheitsbedingt aufgegeben hat (vgl. E. 5.1 des Urteils dies hiesigen Gerichts von 21. Oktober
2014 in Sachen des Beschwerdeführers
, Verfahren Nr. KK.2013.00032; Urk. 14) ist
bereits ab diesem Zeitpunkt
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit massgebend.
Der RAD-Arzt schloss auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit bis Ende August 2015 (vgl. vorstehend E 3.7).
Di
es ist insoweit mit den
Y._
-Gutachtern vereinbar
, als diese
auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
am 19. November 2013
erklärte
n
, es handle sich bei der attestierten
Arbeitsunfähig
keit
(vgl. vorstehend E. 3.1)
nicht um ei
ne langfristige Einschränkung (vgl. vorste
hend E. 3.2).
Darüber hinaus waren damals keine psychischen Beschwerden akten
kundig, welche die Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers beeinträchtigten (vgl. vorstehend E. 3.6).
Weitere von der Beschwerdegegnerin angestrengte Abklärungen ergaben keine zu
verlässige Klärung des Verlaufes der Arbeitsfähigkeit
und es ist bei dieser Sachlage nicht davon auszugehen, dass
von weiteren medizinischen Untersu
chungen
neue Erkenntnisse zu erwarten sind
, weshalb
darauf
zu verzichten ist
(antizipierte Beweis
würdigung;
BGE
1
34 I 140 E. 5.3 und 124 V 90 E.
4b
).
4.5
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass de
r
Beschwerdeführer in einer ange
passten Tätigkeit mit
einem
seit 2011 ausgewiesenen
und per April
2016 konkreti
sierten
Belastungsprofil
(vgl. vorstehend E. 3.1 und E. 3.6)
seit
Septem
ber 2015
zu
50 %
Prozent arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen sind
schliesslich
die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkung
.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16
ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mens
ver
gleichs;
BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
Gemäss bundesgerichtli
cher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entschei
dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbe
ginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Ein
kommens
entwicklung angepassten Ver
dienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (
BGE
139 V 28 E. 3.3.2,
135 V
58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (
LSE
) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per
sönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (
BGE
139 V 28
E. 3.3.2,
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April
2016 E. 4.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Ver
fügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der
LSE
zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE
142 V 178 E. 2.5.8.1 und
BGE
133 V 545 E. 7.1).
5.4
Die Beschwerdegegnerin zog als
Valideneinkommen
für die Zeit ab 2011 und ab 2015 jeweils
die Tabellen
löhne
der
Lohnstrukturerhebung (
LSE
) des Bundesam
tes für Statistik
heran mit der Begründung, der Beschwerdeführer habe seine
selbständig
e Tätigkeit im April
2006 aufgenommen und bereits im August/Sep
tem
ber
2010 aus Gesundheitsgründen wieder aufgegeben, womit sich der Betrieb noch in der Auf
bauphase befunden habe, weshalb zur Bestimmung des
Valideneinkommens
die Geschäftsabschlüsse nicht zu berücksichtigen seien (Urk. 8/137/3).
Dies
es Vorgehen
ist
auch mit Blick auf den
IK
-Auszug (Urk. 8/69)
grundsätzlich
nicht zu beanstanden
(vgl. vorstehend E. 5.3 und mit nachstehender Ergänzung)
.
Die Beschwerdegegnerin
stellte für das
Valideneinkommen
auf die Tabelle TA1 Ziff. 10 (Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln
) der
LSE
2010
ab und teilte den Beschwerdeführer aufgrund seiner ausgeübten Tätigkeit mit Berufs- und Fach
kenntnisse
n
im Anforderungsniveau 3 ein
, was unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für Männer und angepasst an die betriebsübliche Arbeits
zeit für das Jahr
2011 ein
Valideneinkommen
von Fr. 70'782.-- ergibt
(Urk. 8/138). Demgegenüber weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass auf
grund seiner Tätig
keit als Kellner, Chef de Service und
selbständig
er Bäcker in Fortsetzung seiner bis
herigen Tätigkeiten quasi als Filialleiter das Anforde
rungsniveau 2 heranzuziehen
sei, was ein
Valideneinkommen
für das Jahr 2011 von Fr. 91'542.-- ergebe (Urk. 1 S. 8 f.).
Aus dem
beigezogenen rechtskräftigen
Urteil des hiesigen Gerichts
vom 21. Oktober
2014
in Sachen des Beschwerdeführers
(Verfahren Nr. KK.2013.00032; Urk. 14) geht
indessen
hervor, dass anlässlich dieses Gerichtsverfahrens betreffend die Aus
richtung von Krankentaggeldern ein Beweis
verfahren durchgeführt wurde, welches ergab, dass der Beschwerdeführer seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Führer eines Bäckereibetriebs mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit per 1. Juli
2010 freiwillig und nicht krank
heits
bedingt
auf
gegeben
hat
(
E. 5.1).
Seit Juli 2010
hat
er sich der Taxi-Ausbildung gewidmet und auf die im November 2010 absolvierte Prüfung ge
lernt (E. 2.2).
Gestützt auf dieses Urteil ist
bei der Bestimmung des
Validenein
kommen
s
auf die Verdienst
möglichkeit als Taxifahrer abzustellen
. Da der Beschwer
deführer
jedoch nie
als Taxifahrer gearbeitet hat
(vgl.
Urk. 8/134 S. 94)
, ist mangels Angaben auf d
en Tabellenlohn TA 1 Sektor 3 Dienstleistungen total auf das Anfor
derungsni
veau
3
abzustellen.
Aufgrund seiner Erwerbsbiographie ist zu
dem erwie
sen, dass der Beschwerdeführer nicht nur einfache und repetitive Tätigkeiten ver
richten kann, hingegen lässt sich daraus
sowie auch gestützt auf seine dabei erziel
te
n
Ein
kommen (
IK
-Auszug, Urk. 8/69)
nicht auf das Anforderungsniveau
2 schlies
sen, da seine Tätigkeiten zum Teil
als
selbständig
, jedoch nicht als qualifiziert anzu
sehen sind.
Das im Jahr 2010 von Männern im Durchschnitt aller Tätigkeiten in sämtlichen Dienstleistungszweigen des priva
ten Sektors erzielte Einkommen
be
trägt
pro Monat Fr. 5’
804.--
(
LSE
2010, Tabellengruppe TA1, Total Männer, An
forderungsniveau 3,
herausgegeben vom Bundesamt für Statistik
)
mithin Fr. 69'648.
--
pro Jahr. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwick
lung im Jahr
2011 in der Höhe von
1 % (Nominallohni
ndex 2011
2016, Tabelle T1.1.10
Total
)
sowie der durch
schnitt
lichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr
2011 von
41.7 Stunden
(Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02)
beträgt das
Validenein
kommen
für das Jahr
2011 für ein 100%-Pensum
Fr.
73'334.15
(F
r. 69'648.-- x
1.01 :
40 x 41.7)
.
Für das
Valideneinkommen
ab 2015 ist auf die
LSE
2014 abzustellen.
Das im Jahr
2014
von
Männer
n
im Durchschnitt für Tätigkeiten im Sektor Dienstleis
tungen
total
erzielte Einkommen ohne Kaderfunktion
beträgt
pro Monat Fr. 5‘
834
.-- (
LSE
2014
, Tabellengruppe T1_b, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater und öffentli
cher Sektor, Unterstes Kader, Total
Männer
), mithin F
r. 70‘008.-- pro Jahr (Fr. 5‘834
.-- x 12). Unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentli
chen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen total, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02)
sowie der allgemeinen Lohn
entwicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4 % (
Bundesamt
f
ür Statistik,
Schw
eizerischer Lohnindex, T1.1.10,
Nominal
lohnindex, Männer, 2011-2016
)
ergibt dies ein
Valideneinkommen
bei einem
100%-
Pensum
von rund Fr. 73‘275.30
für das Jahr 201
5
(Fr. 70
‘
008
.
-- x 1.004
: 40 x 41.7).
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (
LSE
) herangezogen we
rden (
BGE
139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2,
129
V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b).
Der Griff zur Lohnstatistik ist sub
sidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Er
mittlung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten
Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (v
gl.
BGE
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.6
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich vorliegend, auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
gemäss
LSE
abzustellen.
Die Beschwerdegegnerin stellt hier auf die
LSE
2010
Tabelle TA1
ab und errechnet einen Lohn für das Anfo
rderungsniveau 4 (Zent
ralwert) und angepasst an die Arbeitszeit und Lohnentwicklung f
ür das
Jahr 2011 von Fr. 65‘601.-- für ein Vollzeitpensum (Urk. 8/138). Dabei beanstandet der Beschwerdeführer zu Recht,
dass der standardisierte Monatslohn für einfa
che und repetitive Tätigkeiten (Anforderungs
niveau 4) für Männer im Jahr
2010
gemäss
LSE
2010
Fr. 4‘901.
--
beträgt
und nicht wie von der Beschwerdegegne
rin angegeben Fr. 5‘192.-- (Urk. 1 S. 9).
Unter Berück
sichtigung dieser Zahlen
korrektur
errechnet sich für das Jahr 2011 ein Einkommen bei einem Er
werbs
pensum von 100 % von Fr. 61‘924.65 (Fr. 4‘
901.
--
:
40 x 41.7 x12 x 1.01).
Dass die
Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Invalideneinkommens ab September 2015
eine Tätigkeit im Sektor Dienstleistungen allgemein (Sektor drei, Ziffern
1
-96 von Tabelle T1_skill_level,
LSE
201
4
) als
zu 50 %
zumutbar erach
tet und den entsprechenden Lohn herangezogen hat,
ist
für die Bemessung des Invalidenein
kommens
nicht zu beanstanden
, zumal auch schon für das Invali
deneinkommen
ab
2011
die
Tabellenlöhne über alle Wirtschaftszweige
anzu
wenden sind. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Einschränkung auf den Tabellenlohn „Herstellung von Nahrungsmitteln, Getränkeherstellung“ (Ziff. 10-11
; vgl. Urk. 1 S.
12
) ist ange
sichts der bekannten Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht aus gesundheitsbe
dingten Gründen seine angestammte Tätigkeit aufgegeben hat, nicht haltbar.
Das Invalideneinkommen ab September 2015 be
läuft sich demnach auf Fr.
66‘719.--
(Fr. 5‘
312.
-- :
40 x 41.7 x 12
x
1.004) bei einem Vollzeitpensum respektive vorliegend aufgrund der 50%igen Restarbeitsfähigkeit auf Fr. 33‘359.50.
5.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (
BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (
BGE
126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
BGE
135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtspre
chung gewährt insbesondere dann einen Abzug
auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä
hig
keit eingeschränkt ist (
BGE
126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte
ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei
densbedingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar
2015
E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Die Beschwerdegegnerin nahm einen leidensbedingten Abzug von 10 % sowohl beim Invalideneinkommen ab 2011 als auch für die Zeit ab September 2015 an (Urk. 2), wohingegen der Beschwerdeführer einen solchen von
20-
25 % geltend macht
(Urk. 1
S. 10 f.
).
Die 10 % beziehen sich auf d
as Belastungsprofil (nur noch leichte Tätigkeiten mit
Hebelimite
5 kg, Arbeiten überwiegend nur mit der linken Hand in variab
len
Positionen, abwechselnd stehend, gehend
,
sitzende Tätigkeiten
; vgl. vorste
hend E. 3.1 und E. 3.6
), was in der Höhe nicht zu beanstanden ist. Denn n
ach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
gemäss
BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwal
tung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensaus
übung als naheliegender erscheinen lassen (
BGE
137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Ebenfalls liegen keine Gründe vor, wonach das fortgeschrittene Alter und die gesundheitlichen Ein
schränkungen die Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als nicht mehr verwertbar erscheinen lassen, womit es mit der beschwerdegegnerischen Ge
währung eines Abzuges vom Tabellenlohn von 10 % sein Bewenden hat.
5.
8
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (
BGE
129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2;
BGE
128 V 174; Urteile des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.1 und 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
Der
Vergleic
h des
Validenein
kommens
von Fr. 73'334.15
(vgl. vorstehend E. 5.4)
mit dem
um 10 % reduzier
ten Invalideneinkommen von Fr. 55'732.20 (
Fr. 61‘924.65 x 0.9
; vgl. vorstehend E. 5.6
)
erg
ibt
eine Einkommenseinbusse von Fr.
17'602.95
und damit
einen
ren
tenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
24 % im Jahr 2011.
Der Einkommensvergleich
ab September
2015 ergibt Folgendes:
Bei einem
Vali
deneinkommen
von
Fr. 73‘275.30
(
vgl. vorstehend E.
5.4
) und einem
um 10 % redu
zierten
Invalideneinkommen von
Fr. 30‘023.55
(
Fr. 33‘359.50 x 0.9; vgl. vorstehend
E
. 5.6
)
,
beträgt die
Einkommenseinbusse
Fr. 43‘251.75
,
was einen Invaliditätsgrad von
59
%
und damit
einen
Anspruch auf eine halbe Invaliden
rente ergibt.
6.
Zusammenfassend erweist sich die Verfügung vom 12. Oktober 2016
(Urk. 2)
im Ergebnis
als rechtens, und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und auf
Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschwer
deführer ist auf § 16 Ab. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen.
7.2
Für das Beschwerdeverfahren wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilli
gung der unentgeltlichen Rechtsvertretung mit Verfügung vom 7. August 2017
gut
geheissen
(Urk. 15).
Rechtsanwalt
Felix
Hollinger
machte mit Honorar
note vom 6. März 2018 einen Gesamtaufwand von
rund 35 Stunden und Bar
auslagen von Fr. 292.
--
geltend, was bei einem Stundenansatz von Fr. 280.
--
zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer bis Ende 2017 und von 7.7 % Mehrwertsteuer für Aufwendungen ab 2018 den Betrag von Fr. 10‘643.40 erg
ibt
(Urk. 20/2).
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§ 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechts
vertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Er
satz gewährt.
Die Positionen #1-43
der Honorarnote
umfassen anwaltliche Leistungen
im Umfang von rund 21 Stunden
, welche
jedoch
anlässlich des Verwaltungsverfah
rens erbracht wurden. Diese sind durch die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung im Beschwerdeverfahren nicht gedeckt und sind
demzufolge nicht zu entschädigen.
Der geltend gemachte
Resta
ufwand von
14
Stunden
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Proze
sses nicht ange
messen
, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass
der Rechtsanwalt
den Be
schwer
deführer schon im
Vorbescheidverfah
ren
vertrat und die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerde
schrift in weiten Teilen der
Einwand vom 14. September 2014 (Urk. 8/144).
Namentlich erscheint ein Auf
wand von
sieben
Stunden für die Beschwerdeschrift als über
höht.
Darüber hin
aus
ist der Aufwand für
die viel
en und durchaus länger dauernden
telefoni
schen Kontakte mit dem Klienten nach Versand der Beschwerde im Umfang von total 2 Stunden und 35 Minuten (
Honorarnoten-
Positionen #46, 52, 56-59)
überhöht
, zumal es sich dabei auch um nicht das vorliegende Beschwerdever
fahren betreffende Angelegenheiten
handelte
(so zum Beispiel die Positionen #57-58).
Angesichts der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens neu hinzugekommenen zu studierenden Aktenstücke, der etwa
14
-seitigen
Rechts
schrift
, den Auf
wen
dungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unent
geltliche
Rechtspflege
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von
Rechtsanwalt Felix
Hollinger
bei Anwendung des ge
richtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer
) auf Fr. 2‘9
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.