Decision ID: 81efc2bf-92c6-5719-aada-f461742aed09
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 31. Januar 2007 beantragte die philippinische Staatsangehörige C._ (nachfolgend Gesuchstellerin) bei der schweizerischen Botschaft in Manila ein Visum für einen dreimonatigen Ferienaufenthalt bei ihrer im Kanton Basel-Landschaft lebenden Tante und deren Ehemann. Die Auslandvertretung überwies das Gesuch dem  für Migration zum Entscheid.
B. Nachdem die zuständige Behörde des Kantons Basel-Landschaft bei den Gastgebern weitere Auskünfte eingeholt hatte, wies das  für Migration (nachfolgend Vorinstanz) das Einreisegesuch mit Verfügung vom 3. April 2007 ab. Die Vorinstanz begründete ihre  im Wesentlichen damit, dass die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise aufgrund der wirtschaftlichen und sozioökonomischen Verhältnisse auf den Philippinen sowie wegen fehlender beruflicher, gesellschaftlicher und familiärer Verpflichtungen nicht als gesichert angesehen werden könne.
C. Mit Beschwerde vom 24. April 2007 beantragen die Tante und ihr  (nachfolgend Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 3. April 2007 sowie die Erteilung einer Einreisebewilligung an die Gesuchstellerin. Als Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, dass die Beschwerdeführer der  versprochen hätten, sie in die Schweiz einzuladen, wenn sie in der Schule gute Leistungen zeige. Die Gesuchstellerin wolle  ihre Ferien in der Schweiz verbringen. Eine entsprechende,  beglaubigte Erklärung der Gesuchstellerin lag der  bei.
D. Die Vorinstanz beantragt mit ihrer Vernehmlassung vom 19. Juni 2007 die Abweisung der Beschwerde.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen gemäss Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als  gelten die in Art. 33 und Art. 34 VGG aufgeführten Behörden.
Darunter fallen die Verfügungen des Bundesamtes für Migration  Bewilligung der Einreise (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] und Art. 18 Abs. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und  [VEA, SR 142.211]). Das Bundesverwaltungsgericht  in diesem Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem VwVG, sofern das Gesetz nichts anderes bestimmt.
1.3 Die Beschwerdeführer sind als Garanten und Gastgeber aufgrund von Art. 48 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 2 ANAG zur Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2. 2.1 Ausländer und Ausländerinnen sind zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder  haben oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a ANAG). Gewisse Gruppen von Ausländerinnen und Ausländern benötigen für die Einreise in die Schweiz ein Visum (vgl. Art. 3 ff. VEA).
2.2 Das Bundesamt für Migration entscheidet im Rahmen der  Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem  über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 VEA). Dies bedeutet, dass die  Rechtsordnung weder ein allgemeines Recht auf Einreise
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kennt noch einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums gewährt (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Peter Münch/Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], , Handbücher für die Anwaltspraxis Bd. VIII, Basel 2002, Rz. 5.28).
2.3 Im Falle einer Einreisebewilligung ist daher der Spielraum für das behördliche Ermessen umfangreicher als beispielsweise bei der  einer Anwesenheitserlaubnis. Während es im  Fall zu bedenken gilt, dass ein bereits anwesender Ausländer auf sein Bleiberecht vertraut und insoweit einen gewissen Schutz , kann im Falle einer Einreisebewilligung jedes gegen den  sprechende öffentliche Interesse entscheiderheblich sein. Dabei sind vor allem die geistigen und wirtschaftlichen Interessen sowie das Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 1 ANAG).  gebieten Ordnungs- und Steuerungsfunktionen der , über jeden Einzelfall unter Einhaltung einer möglichst  Interessenabwägung zu entscheiden.
2.4 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 VEA  Voraussetzungen nicht erfüllt sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). Insbesondere müssen Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller, die in die Schweiz reisen möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wieder ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
3. Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise in die Schweiz neben dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die  Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
3.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wiederausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten  Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise  Verhältnissen von vornherein mit Zurückhaltung zu , da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
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3.2 Die politische und wirtschaftliche Lage der Philippinen wurde durch immer wiederkehrende Turbulenzen sowie die hohe Staats- und Auslandsverschuldung geprägt. Inzwischen hat die Wirtschaft an Unabhängigkeit gewonnen, so dass die Wachstumsraten in den letzten Jahren bei 5 - 6 % lagen. Getragen wird das Wirtschaftswachstum zu einem erheblichen Teil vom Inlandskonsum, der durch die hohen  von Auslandfilipinos � rund 10 % der Bevölkerung � angekurbelt wird. Arbeitslosigkeit, starkes Bevölkerungswachstum und verbreitete Armut sind ein starker Motivationsfaktor für die  Bevölkerung, sich im Ausland Arbeit zu suchen. Jährlich  so etwa 1 Million Menschen die Philippinen. Zudem fördert die Regierung auch gezielt die Entsendung von Gastarbeitern ins Ausland. Dies hat zur Folge, dass die im Ausland lebenden Filipinos jährlich schätzungsweise 12-15 Milliarden US-Dollar in ihre Heimat  (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand Februar 2007,  am 23. Oktober 2007). Der geschilderte Migrationsdruck zeigt sich erfahrungsgemäss besonders stark bei jungen und  Personen, die unter anderem auch die Schweiz als Zielland betrachten. Besteht im Ausland bereits ein soziales Beziehungsnetz von Verwandten oder Freunden, so wird dadurch die Tendenz, sich dort unter besseren Lebensbedingungen eine (neue) Existenz , begünstigt. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven fremdenpolizeilichen Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen. Solche Umstände und Erfahrungen sind beim Visumsentscheid zu berücksichtigen. Dies umso mehr, als es um die Beurteilung eines zukünftigen Verhaltens geht, über welches in der Regel keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen.
3.3 Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer nicht  Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte. Bei der  sind allerdings nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt dem Gesuchsteller oder der Gesuchstellerin beispielsweise eine besondere berufliche,  oder familiäre Verantwortung, so kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise . Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das
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Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht gemäss den fremdenpolizeilichen Regeln verhalten, als hoch eingeschätzt werden.
3.4 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 23jährige, ledige Frau. Sie hat den ersten Teil einer Ausbildung im Pflegebereich ("nursing") absolviert und im September 2007 mit der Vorbereitung zur staatlichen Anerkennung ("licensure examination") ihrer Ausbildung begonnen (vgl. die Angaben auf dem kantonalen Fragebogen sowie im Schreiben an Bundesrätin Micheline Calmy-Rey vom 11. April 2007). Die vorhandenen Informationen lassen keine gesellschaftlichen oder familiären Verpflichtungen erkennen, die die Gesuchstellerin  von einer Emigration anzuhalten vermöchten. Einzig die noch fehlende staatliche Anerkennung ihrer Ausbildung lässt eine gewisse Verpflichtung zugunsten einer Rückkehr ins Heimatland erkennen. Dem gegenüber steht jedoch die Tatsache, dass jedes Jahr sehr viele im Gesundheitswesen ausgebildete Filipinos ihr Land verlassen; die meisten davon sind Pflegende. Gemäss Schätzungen sollen im Jahr 2003 150'000 philippinische Pflegende im Ausland gearbeitet haben (Quelle: www.focus-migration.de, Kurzdossier "Abwanderung und Anwerbung von Fachkräften im Gesundheitswesen: Ursachen,  und politische Reaktionen", Ausgabe Nr. 7, August 2007) und der Trend ist aufgrund verschiedener Faktoren (viele , wirtschaftliche Lage etc.) bis heute ungebrochen. Die meisten Pflegenden, welche ins Ausland gehen, sind weiblich, knapp über 20 Jahre alt, ledig und stammen aus dem Mittelstand. Die  verfügt nur über die universitäre Grundausbildung ("Bachelor's Degree in Nursing"). Viele der Emigranten sind nicht offiziell erfasst, da sie mit einem Touristenvisum ausgereist sind (Quelle: Health Service Research, Bd. 42, Ausgabe Juni 2007: Lorenzo F.M.E. et al. "Nurse Migration from a Source Country Perspektive: Philippine Country Case Study", S. 1406 - 1418). Insgesamt muss somit festgestellt werden, dass die berufliche Situation der Gesuchstellerin ebenfalls nicht  ist, die aufgrund der allgemeinen Situation auf den Philippinen negative Prognose bezüglich der Wiederausreise positiv zu .
4. An dieser Beurteilung vermögen auch die Versicherungen der  und der Gastgeber nichts zu ändern, dass die Gesuchstellerin anstandslos wieder ausreisen werde. In Bezug auf die Gastgeber ist festzuhalten, dass es keinen Grund gibt, an ihrer Integrität zu zweifeln
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(vgl. auch die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 19. Juni 2007). Naturgemäss kann jedoch ein Gastgeber das Verhalten seines Gastes nicht oder nur beschränkt beeinflussen (vgl. den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes C-787/2006 vom 6. Juli 2007 mit ). Deshalb muss die Beurteilung, ob die Wiederausreise gesichert erscheint, aufgrund der allgemeinen Lage im betreffenden  und der persönlichen Situation der Gesuchstellerin erfolgen.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die fristgerechte und  Wiederausreise der Gesuchstellerin nicht als gesichert erscheint. Dabei handelt es sich nicht um eine sichere Erkenntnis, sondern um eine Prognose betreffend das zukünftige Verhalten der Gesuchstellerin im Falle ihrer Einreise in die Schweiz; doch reicht praxisgemäss eine negative Prognose aus, um den Antrag auf Erteilung einer , worauf wie oben in Ziffer 2.2 erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, abzulehnen. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Ergebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 des  vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv siehe folgende Seite)
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