Decision ID: ab5f4b00-0ced-5efd-87b3-cc2831a07e63
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954, hat eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und Hebamme sowie eine Weiterbildung zur Operationsschwester absolviert (
Urk.
6/3/5;
Urk.
6/125
/3 f.). Diese Tätigkeit führte sie zuletzt vo
m
1.
Juni 2000 bis
28. Februar 2014
im
Y._
aus (
Urk.
6/12/2;
Urk.
6/125/7).
Unter Hinweis auf eine Operation an der linken Schulter mel
dete sich die Versicherte am 30. Dezember 2009 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
6/7) die Unterlagen der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
6/8;
Urk.
6/27)
,
einen Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
6/12)
sowie Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/14;
Urk.
6/17 f.;
Urk.
6/20;
Urk.
6/23 f.)
ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/41) sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 10. Februar 2012
eine
Viertel
s
rente
ab Juni 2010 zu (
Urk.
6/52).
1.2
Unter Bezugnahme auf einen verschlechterten Gesundheitszustand ersuchte
X._
am 3. April 2012 um eine Neubeurteilung der Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
6/61).
Nach Rücksprache mit dem Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD;
Urk.
6/68/3) wies die IV-Stelle das
Revisionsge
such
nach entsprechendem Vorbescheid
mit Verfügung vom 5. Oktober 2012
ab (
Urk.
6/69;
Urk.
6/71).
1.3
Mit Schreiben vom 4. März 2013 ersuchte die Versicherte erneut um Über
-
prü
fung
beziehungsweise Erhöhung der Invalidenrente (
Urk.
6/76), worauf die IV-Stelle weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen vor
nahm (
Urk.
6/83-85). Mit Vorbescheid vom 5. August 2013 stellte sie die Abweisung des Erhöhungsgesuches in Aussicht (
Urk.
6/88).
Mit Eingabe vom 24. September 2013
(
Urk.
6/93
), ergänzt am 16. Januar 2014 (
Urk.
6/98), erhob die Versicherte hiergegen Einwand. Die IV-Stelle gab in der Folge
die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens in Auftrag (
Urk.
6/116; Gut
achten vom 15. Dezember 2014,
Urk.
6/127). Nach weiteren Stellungnahmen der Versicherten (
Urk.
6/131;
Urk.
6/139), der Gutachter (
Urk.
6/133) sowie des RAD (
Urk.
6/140) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. Juni 2015 das Erhöhungsgesuch wie angekündigt ab (
Urk.
6/141 =
Urk.
2).
2.
H
iergegen erhob
X._
am 31. August 2015 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 30. Juni 2015 sowie die
Zu
sprache
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter einer
Dreiviertelsrente
(
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Stellungnahme vom
9. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der
Ver
-
sicherten mit gerichtlicher Verfügung vom 1
2.
Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7). Sie hielt sodann mit Replik vom 13. November 2015 an ihren Anträgen fest (
Urk.
9), worauf die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik verzichtete (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invalidi
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Ände
rung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfü
gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass es nachvollziehbar sei, dass in der angestammten Tätigkeit als Operationsfachfrau eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Unter Berück
sichtigung der vorliegenden medizinischen Unterlagen habe sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nichts Wesentliches geän
dert. Es bleibe daher bei der medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeits
fähigkeit
von 75
%
und es könne weiterhin, wie zuletzt am 5. Oktober 2012 verfügt, auf den Invaliditätsgrad von 45
%
abgestellt werden.
In Bezug auf die
Einwände
der
Beschwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
hielt die IV-Stelle im Wesentlichen fest, dass entgegen deren Behauptungen ein Belastungsprofil hinsichtlich einer Verweistätigkeit im polydisziplinären Gutachten differenziert beschrieben worden sei.
In diesem Zusammenhang
würden sich von neurologischer Seite keine zusätzlichen Einschränkungen ergeben, da die Untersuchungsergebnisse zweifellos
für eine
vestibuläre
Migräne sprechen würden, welche keine grundsätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe.
Für den hypothetischen Beschwerdevortrag, dass der Fuss der Versicherten bei langem Sitzen regelmässig anschwelle, fände sich kein nachvollziehbarer pathologischer Befund. Ferner sei das Lebensalter
der Beschwerdeführerin in der orthopädisch-
traumatologischen
versiche
rungsmedizinischen
Bewertung integrierend berücksichtigt worden.
Es sei davon auszugehen, dass die Versicherte seit Juni 2013 in einer ange
passten - körperlich leichten und vorwiegend sitzenden - Tätigkeit wieder zu 80
%
arbeitsfähig
sei
. Die Abweichung von der Einschätzung aus dem Jahr 2010
(75%ige Arbeitsfähigkeit) beruhe auf einer aktuell etwas günstigeren Beurteilung ein- und desselben Sachverhalts. Der leidensbedingte Abzug in Höhe von 10
%
sei bereits in der Verfügung vom 5. Oktober 2012 berück
sichtigt worden. Es resultiere folglich weiterhin ein Invaliditätsgrad von 45
%
, weshalb auch zukünftig ein Anspruch auf eine
Viertel
s
rente
bestehe (zum Ganzen
Urk.
2 S. 2 f.).
2.2
Die Versicherte machte in ihrer Beschwerdeschrift (
Urk.
1) zunächst
verschie
dene Mängel
am
poly
disziplinären Gutachten geltend. So sei die
Verweistä
tigkeit
nicht mit der vom Bundesgericht geforderten Detailliertheit,
sondern widersprüchlich beschrieben worden
(
S. 7). Es sei auch nicht nachvollziehbar, wie die Gutachter zur Beurteilung der angeblich 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistäti
gkeit gelangt seien (
S. 8). Ferner rügte die Beschwerdefüh
rerin eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, da aus den Akten nicht
ersichtlich sei, ob Berichte verlangt oder Abklärungen an Ort und
Stelle durchgeführt worden seien
, um festzustellen, welches Tätigkeitsspektrum der Versicherten noch zumutbar sei. Es habe auch überhaupt keine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit stattgefunden und es seien auch keiner
lei Abklärungen in Bezug auf die Schwindelproblematik erfolgt (S. 10 f.).
Für den Fall, dass das Gericht trotzdem auf das Gutachten abstellen sollte, brachte die Beschwerdeführerin im Weiteren vor, dass kaum
Verweistätig
keiten
vorstellbar seien, bei welchen sie ihre berufliche Erfahrung und ihr Know-how einsetzen könnte. Sie verfüge über
keine Qualifikationen für andere Tätigkeiten und trete bei der Suche nach einer Verweistätigkeit in Konkurrenz zu allen gesunden und meist noch viel jüngeren Arbeitnehmern. Es könne demnach nicht mehr von einer Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähig
keit
ausgegangen werden (S. 12 f.).
Schliesslich wandte die Beschwerdeführerin ein, dass das Invaliden-einkom
m
en falsch berechnet worden und der behinderungsbedingte Abzug entgegen der Ansicht der IV-Stelle auf 25
%
anzusetzen sei
. Damit ergebe sich ein Anspruch auf eine ganze Rente (S. 15 ff.).
2.3
Ergänzend zur Begründung in der angefochtenen Verfügung brachte die IV-Stelle in ihrer Beschwerdeantwort unter Hinweis auf
die aktuelle
bundesge
richtliche
Rechtsprechung
vor, dass in Bezug auf die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen von hohen Hürden auszugehen sei. Die festgestellten Einschränkungen seien nicht derart gravierend, dass vorliegend von einer Unverwertbarkeit auszugehen sei (
Urk.
5).
2.4
Hiergegen brachte die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vor, dass dem von der IV-Stelle zitierten Bundesgerichtsurteil eine vollständig andere Konstel
lation zugrunde gelegen habe. Die hohen Hürden für die Unverwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit seien im vorliegenden Fall deutlich überschritten worden. Selbst wenn entgegen der Ansicht der Versicherten auf das
poly
disziplinäre Gutachten abgestellt würde, wäre der Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen (
Urk.
9 S. 2 f.).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lässt sich anhand der Akten
lage
zusammengefasst
wie folgt
darstellen:
Die Beschwerdeführerin wurde am 20. August 2009 aufgrund einer
Supraspi
natussehnenruptur
an der linken Schulter operiert (
Urk.
6/8/12;
Urk.
6/10/2).
Es wurde eine gute Prognose gestellt und mit einer vollständigen Wiederer
langung der Arbeitsfähigkeit gerechnet (
Urk.
6/12/9).
3.2
Gemäss Bericht der Rheumapoliklinik vom
7
. April 2010 wurden bei der Beschwerdeführerin folgende
Diagnosen gestellt (
Urk.
6/14/9
):
Undifferenzierte
seronegative
anerosive
Polyarthritis/Polyarthralgien, Differentialdiagnose
seronegative
rheumatoide Arthritis,
Spon
darthropathie
, Kristalle
Mediale Gonarthrose beidseits
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Vitamin D-Mangel
Aufgrund der Schmerzen in beiden Knie- und Schultergelenken, Ellenbogen und Fingergelenken sei die Versicherte in ihrem Beruf als Operations-schwester
deutlich eingeschränkt und aktuell nur noch zu 50
%
arbeitsfähig. In einer ergonomisch optimal angepassten Tätigkeit mit nur mässigem Gebrauch der Hände, sitzender Tätigkeit und Ruhepausen sei momentan eine 75%ige Arbeitsfähigkeit möglich (
Bericht vom 15. April 2010,
Urk.
6/11/6 f.).
Im September 2010 wurde ferner eine Osteoporose festgestellt, welche sich allerdings nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (
Urk.
6/18/5).
3.3
In den
Arbeitsassessmentberichten
der Rheumaklinik des
Z._
vom 16. September und 23. Dezember 2010 wurde die zumutbare Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit ebenfalls auf 50
%
fest
gelegt. Eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bestehe in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit, wobei durch medizinische Massnahmen eine Steigerung der Leis
tungsfähigkeit erreicht werden könne (
Urk.
6/20/3;
Urk.
6/23/3).
3.4
Zusätzlich zu den in E. 3.2 aufgeführten Diagnosen stellte die Klinik für Unfall
chirurgie des
Z._
am 9. März 2012 eine
Stress
fraktur
MT II links sowie eine
Avulsionsfraktur
MT V Basis links fest (
Urk.
6/84/5). Da die Heilung trotz entsprechender Medikation und Ruhig
stellung im Geisha-Schuh unverändert schmerzhaft verlief (
Urk.
6/84/7 ff.)
, erfolgte am 11. September 2012 ein chirurgischer Eingriff (
Urk.
6/84/20 f.).
Der Beschwerdeführerin wurde infolgedessen vom 19. April 2012 bis 30. Juni 2013 - mit Ausnahme von zwei Tagen - eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit attestiert. Hinsichtlich einer sitzenden Tätigkeit wurde ausgeführt, dass eine solche ohne wesentliche Einschränkungen in vollem Zeitumfang möglich sei (
Urk.
6/84/3).
3.5
Die folgenden Diagnosen lassen sich dem Bericht des interdisziplinären Zent
rums für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
des
Z._
vom 26. November 2013 entnehmen
(
Urk.
6/97/3)
:
Verdacht auf benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel
Differentialdiagnose
vestibuläre
Migräne
Verdacht auf Polyneuropathie
anamnestisch: Stand- und Gangunsicherheit, Missempfindungen der Füsse
ätiologisch: am ehesten medikamentös-induziert (
Leflunomid
)
Da der lageabhängige Schwindel einer Bewegungsintoleranz entsprechen könne, wie dies oft bei
vestibulärer
Migräne beobachtet werde, sei eine Basisprophylaxe mit
Magnesiocard
initiiert worden.
Die Stand- und
Gang
unsicherheit
sei am ehesten multifaktoriell bedingt (Polyarthritis, medika
mentös-indizierte Polyneuropathie;
Urk.
6/97/4).
3.6
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berich
tete mit Schreiben vom 1
2.
Dezember 2013, dass bei der Versicherten auf
grund der bestehenden Erkrankungen nun bereits auf kurzen Strecken sowie im Sitzen und Liegen Schmerzen auftreten würden. Die schmerzlindernde Therapie der Rheumatologie und komplementär-medizinische Ergänzung mit Akupunktur habe zu keiner ausreichenden Linderung geführt. Aus neurolo
gischer Sicht
kämen weitere Beschwerden aufgrund wiederholt auftretender Schwindelattacken hinzu. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Opera
tionsschwester sei der Versicherten nicht mehr möglich. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ferner
wies
Dr.
A._
darauf hin, dass
das
Arbeitsassessment
von 2010, welches vor der Fraktur stattgefunden habe, nicht mehr aktuell
sei
(
Urk.
6/97/1-2).
3.7
Anhand der vorliegenden Befunde führte die Klinik für Rheumatologie, Physi
otherapie und Ergotherapie des
Z._
ein weiteres
Arbeitsassessment
durch.
Laut Bericht vom 13. Februar 2014 habe sich die gesundheitliche Situation seit dem ersten
Arbeitsassessment
vom 16. Sep
tember 2010 weiter verschlechtert, sowohl von der Seite der Polyarthrose wie auch der Osteoporose. Das definitive Ausscheiden aus der angestammten Tätigkeit erstaune daher nicht. Diesbezüglich ergebe sich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von aktuell 40
%
und es sei davon auszugehen, dass sich durch medizinische Massnahmen keine wesentliche Leistungssteigerung mehr erzielen lasse. Die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf angepasste Tätigkeiten wurde infolge der notwendigen Pausen und der deutlichen Einschränkung der Handbelastung mit 65
%
beziffert. Auch
diesbezüglich
sei durch medizi
nische Massnahmen nicht mit einer wesentlichen Steigerung der Arbeitsfä
higkeit zu rechnen (
Urk.
6/106/5 f.).
3.8
Im
poly
disziplinären Gutachten
der
B._
vom 15. Dezember 2014
(
B._
-Gutachten)
werden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
in Bezug auf die
letzte ausgeübte
Tätigkeit
aufgeführt (
Urk.
6/127/19):
Ganzkörperschmerzsyndrom mit/bei
haltungsschwachem Hohl-Rundrücken mit rumpfmuskulärem
Glo
baldefizit
in der Anamnese 2012 manifester Osteoporose mit pathologischen Frakturen des
2.
und 5. Mittelfussstrahls, operativ versorgt. Post
operative Pseudoarthrose und osteosynthetische Versorgung mit liegendem
Osteosynthesenmaterial
, Restbeschwerden
in der aktuellen
Verlaufsosteodensitometrie
-DEXA deutliche Besse
rung
des Knochenstoffwechsels definitionsgemäss entsprechend einer
Osteopenie
Panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
haltungsschwachem Hohl-Rundrücken
rumpfmuskulärem Globaldefizit
ostendensitometrisch
Osteopenie
Polyarthralgien
Erstdiagnose 2010
seronegativ
,
anerosiv
persistierende Beschwerden unter
Arava
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die letzte Tätigkeit seien demgegenüber (
Urk.
6/127/20):
vestibuläre
Migräne bei bekannter Migräne ohne Aura
Status nach
Rotatorenmanschettenoperation
Schulter links 2009
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschettenoperation
Schul
ter rechts 2003
beginnende mediale und retropatellare Gonarthrose beidseits
arterielle Hypertonie
grenzwertige Anämie bei Eisenmangel unklarer Ätiologie
Diabetes mellitus Typ II
Hyperlipämie
Nasenbeatmungsstörung beidseits
Fibromyalgisches
Schmerzsyndrom; Differentialdiagnose sekundär im Rahmen der Gelenkerkrankung
Der interdisziplinären Zusammenfassung der einzelnen Fachgutachten ist zu entnehmen, dass bei der Versicherten in der bisherigen Tätigkeit seit April 2012 (Diagnose der Mittelfussfrakturen) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei demgegenüber in der Grös
senordnung von 80
%
seit Juni 2013 eine Arbeitsfähigkeit gegeben (
Urk.
6/127/21).
Aus neurologischer Sicht
wurde festgehalten, dass bei der Beschwerdeführe
rin eine langjährige Migräne vorliege, in deren Rahmen sie im vergangenen Jahr dreimalig eine sogenannte
vestibuläre
Migräne erlitten habe.
Bei exakter Anamneseerhebung seien keine Hinweise für einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel erkennbar, da dieser typischerweise ohne vegetative Begleiterscheinungen wie von der Versicherten geschildertem me
hrfachem Erbrechen und massiven Kopfschmerzen einhergehe. Die Dauer dieser Symptomatik und der fehlende Hörverlust würden ferner gegen einen Mor
bus
Menière
sprechen. Auch eine Polyneuropathie lasse sich nicht bestätigen. Es gebe schliesslich auch keine Hinweise für eine Störung des zentralen oder peripheren Nervensystems (
Urk.
6/127/14 f.).
Die internistischen Diagnosen seien allesamt ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit. Der Diabetes mellitus Typ II sei nur sehr diskret ausgeprägt und wie die Hypertonie
zurzeit
gut eingestellt. Die Osteoporose werde behan
delt. Aus rein internistischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/127/15).
Gemäss orthopädisch-
traumatologischen
Gutachten habe die Versicherte annä
hernde „Ganzkörperschmerzen“ mit jeweils schwerpunktmässigen Loka
lisationen im Bereich beider Füsse, beider Kniegelenke, beider Hüften, im gesamten Rücken und im Brustkorb sowie in den Schultern, Ellenbogen, Händen und im Nacken. Die 2012 diagnostizierten Mittelfussfrakturen seien achsengerecht und stabil verheilt. Die im Rahmen der gutachterlichen Abklärung relativ umfangreichen Röntgenuntersuchungen hätten gezeigt, dass nicht mehr von einer Osteoporose mit erhöhter
Frakturgefährdung, son
dern von einer
Osteopenie
auszugehen sei. Die statische Belastbarkeit des Skelettsystems bleibe weiterhin beeinträchtigt, allerdings in einem deutlich geringeren Ausmass als dies anamnestisch 2010 bis 2012 der Fall gewesen sei.
Für körperlich belastende Arbeiten und insbesondere für Tätigkeiten einer Operationsschwester mit der Notwendigkeit des langen ununterbroche
nen Stehens an einem Operationstisch sei die Versicherte dauerhaft nicht mehr geeignet. Rein orthopädisch
-
somatisch seien nur noch leichte,
rück
en
adaptierte
Tätigkeiten ohne besondere statische Druckbelastungen der Extre
mitäten und der
Extremitätengelenke
vorstellbar.
Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über zehn Kilo
gramm und repetitive Bewegungsanforderungen an den Rumpf. Tätigkeiten, welche mit dem vorbeschriebenen Profil korrelieren, seien auf einem 80%-Niveau zumutbar (
Urk.
6/127/16 f.).
Aus
otoneurologischer
Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Es habe keine fassbare Pathologie des peripheren
Vestibularorganes
eruriert
werden können. Ein benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel sei möglich. Als Differentialdiagnose stehe die
vestibuläre
Migräne an hoher Stelle. Dafür spreche, dass der Schwindelanfall von Kopfschmerzen begleitet werde und dass dieser über mehrere Stunden anhalte. Typisch sei auch, dass die Ver
sicherte
in der Jugend Migräne gehabt habe und
seit der Magnesiumtherapie keine schlimmen Anfälle mehr
aufgetreten seien
. Auch die leichte
Bewe
gungsintoleranz
passe gut zu einer
vestibulären
Migräne. Dies würde auch mit dem neurologischen Fachgutachten übereinstimmen (
Urk.
6/127/17).
Aus Sicht der Rheumatologie sei die Diagnose der Arthritis heute aufgrund von Verlauf und aktuellen Befunden fraglich. Eine rheumatoide Arthritis könne jedoch
fibromyalgisch
beginnen. Bei der klinischen Untersuchung sei auch das Bild eines
fibromyalgischen
Schmerzsyndroms gefunden worden, wobei eine gewisse Überreaktion als Hinweis auf eine Symptomausweitung nicht zu übersehen sei. Andererseits sei eine sekundäre Fibromyalgie im Verlaufe einer primär schmerzhaften
muskuloskelettalen
Erkrankung mög
lich. Unabhängig von der diagnostischen Einordnung sei der Versicherten eine vorwiegend sitzende Tätigkeit in einem Umfang von mindestens 80
%
zumutbar
(
Urk.
6/127/18)
.
4.
Es besteht dahingehend Einigkeit, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage ist, ihrer angestammten Tätigkeit als Operationsschwester nachzu
gehen (
Urk.
1 S. 7;
Urk.
2 S. 2;
Urk.
6/127/21).
Strittig u
nd zu prüfen ist allerdings, ob auf das
B._
-Gutachten - insbesondere auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit - abgestellt werden kann. Unei
nig sind sich die Parteien im Weiteren über die
Verwertbarkeit der
Rest
arbeitsfähigkeit
der Versicherten und die Berechnung des
Invalideneinkom
mens
(vgl. E. 2.1 ff.).
5.
5.1
Zunächst ist darauf einzugehen, ob das
B._
-Gutachten vom 15. Dezember 2014 (
Urk.
6/127) alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllt (vgl. E. 1.5). Die Beschwerdeführerin bemängelt die Expertise jedenfalls in verschiedener Hin
sicht (vgl. E. 2.2).
5.2
Sie rügt in diesem Kontext einerseits, dass
die Verweistätigkeit nicht mit der vom Bundesgericht geforderten Detailliertheit beschrieben worden sei und sich die Angaben der Gutachter teilweise gar widersprechen würden.
So werde in der Stellungnahme vom 1. Mai 2015 (
Urk.
6/133) ausgeführt „län
gerfristiges Stehen und ebenso längerfristiges ausschliessliches Sitzen“ sei ungeeignet. Dann werde jedoch wieder von einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit ausgegangen. Ausserdem tauche in der Stellungnahme der Gutach
ter eine „Präzisierung“ auf, wonach fünf- bis zehnminütige Bewegungs
-
pau
sen pro Stunde notwendig seien, was aber offensichtlich beim Leistungs
-
profil
im Gutachten nicht berücksichtigt worden sei. Schliesslich sei nicht
beachtet worden, dass der Fuss der Versicherten im Tagesverlauf stark anschwelle (
Urk.
1 S. 7 f.).
Die Gutachter haben im
gemeinsamen
Konsens folgendes Belastungsprofil festgelegt (
Urk.
6/127/21): „Polydisziplinär betrachtet sind bezugnehmend auf die Veränderung am Skelettsystem und am Bewegungsapparat insgesamt nur noch leichte, rückenadaptierte Tätigkeiten und Tätigkeiten ohne beson
dere statische Druckbelastungen der Extremitäten und der
Extremitätenge
lenke
vorstellbar. Keine Zwangshaltungen, kein Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über 10 kg. Keine repetitiven Bewegungsanforderungen an den Rumpf. Es sollte sich um eine körperlich leichte und vorwiegend sitzende Tätigkeit handeln.“
Ergänzend wurde in der Stellungnahme vom 1. Mai 2015 ausgeführt, dass es sich mit den orthopädisch zum Ausdruck gebrachten qualitativen Beeinträchtigungen von selbst verstehe, dass es sich um
wech
selbelastende
Tätigkeiten handle. Längerfristiges Stehen und ebenso länger
fristig ausschliessliches Sitzen
sei ungeeignet und Bewegungspausen seien sinnvoll (
Urk.
6/133/2).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin handelt es sich hierbei um ein detailliertes Belastungsprofil.
Eine Widersprüchlichkeit in den Aussagen
ist ebenfalls nicht erkennbar.
Es geht klar hervor, dass die Versicherte keine
ausschliesslich
stehende Tätigkeit - wie die einer Operationsschwester - mehr ausüben
kann
und deshalb eine vorwiegend sitzende Tätigkeit
empfohlen wird.
Auch diese sollte infolge
skelettärer
Beschwerden von Zeit zu Zeit unterbrochen werden (vgl.
Urk.
6/127/17), was durchaus nachvollziehbar ist.
Im Übrigen
bleibt
anzumerken, dass an die Konkretisierung von
Arbeitsgele
genheiten
nach der Rechtsprechung nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1
mit Hinweis
).
Inwiefern sich der gemäss Angaben der Beschwerdeführerin im Tagesverlauf anschwellende Fuss auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirken soll, leuchtet nicht ein und wird in der Beschwerdeschrift auch nicht
näher
dargelegt (vgl.
Urk.
1 S. 8). Soweit ersichtlich hat die Versicherte
zudem
anlässlich der gutachter
lichen Un
tersuchung nicht
auf eine Schwellung des Fusses aufmerksam gemacht
und eine
solche
wurde
im Gutachten auch nicht
als Befund
ver
merkt
(vgl.
Urk.
6/127/48+60).
5.3
Bemängelt wird auch, d
er neurologische Gutachter habe ausgeführt, dass aufgrund der Schwindelproblematik und der Migräne allenfalls Ausfallzeiten von einzelnen Tagen zu erwarten seien, was jedoch keine Auswirkung auf die Restarbeitsfähigkeit sowie das Belastungsprofil habe. Dem sei entgegen
zuhalten, dass auch regelmässige Ausfälle von nur einzelnen Tagen über das Jahr gesehen die Restarbeitsfähigkeit limitieren würden. Das Risiko von Schwindelanfällen sei im bisherigen Tätigkeitsbereich als Operationsschwes
ter zudem nicht tolerierbar und es sei daher nicht nachvollziehbar, wenn der neurologische Gutachter diese weiterhin als zumutbar erachte (
Urk.
1 S. 8
f.
).
Dem Vorbringen der Versicherten ist zunächst entgegenzuhalten, dass
sie gegenüber dem neurologischen Gutachter selbst angegeben hat, dass sie seit einigen Monaten nur noch einen geringen Schwindel habe, der jeweils nur wenige Sekunden anhalte. Damit sei eine leichte Unsicherheit verbunden, die sie aber gut kontrollieren könne. Insgesamt könne man daher sagen, dass sich der Schwindel deutlich gebessert habe (
Urk.
6/127/27
). Hinzu kommt, dass
die Schwindelattacken
in der Vergangenheit
nur sehr selten aufgetreten sind (
Urk.
6/127/
26+
31) und die von den Gutachtern diagnostizierte
vestibuläre
Migräne sehr gut medikamentös vorbeugend behandelt werden kann (
Urk.
6/97/4;
Urk.
6/127/55;
Urk.
6/133/3).
Eine
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevante Limitierung der Restarbeits
-
fähigkeit lässt sich folg
lich nicht begründen.
Da der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Operationsfachfrau nicht mehr zugemutet wird, ist es sodann unerheblich, ob sich die Schwindelproblematik auf diese ungünstig auswirkt.
5.4
Ausserdem
ist es für die Beschwerdeführerin
nich
t nachvollziehbar
, wie die Gutachter zur Beurteilung der angeblich 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit gelangt seien. Der orthopädische Gutachter führe aus, „leichte rückenadaptierte Tätigkeiten und Tätigkeiten ohne besondere sta
tische Druckbelastung der Extremitäten und der
Extremitätengelenke
“ seien vorstellbar. Es bleibe
namentlich
offen, ob diese Tätigkeiten sitzend oder s
te
hend ausgeführt werden soll
t
en und
welche zusätzlichen
Pausen notwendig seien
(
Urk.
1 S. 8).
Bereits in E.
5.2
wurde festgestellt, dass die Gutachter das Belastungsprofil der Versicherten in einer angepassten Tätigkeit
rechtsgenüglich
erläutert haben.
Sie haben sich ausserdem eingehend dazu geäussert, weshalb von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auszugehen
ist
(vgl.
Urk.
6/127/14 ff
.+
20 ff.). Die Rüge der Versicherten ist damit unbegründet.
5.5
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Mängel am
B._
-Gut
achten
erweisen sich als
unberechtigt. Dieses beruht auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Versicherten.
Es wurde ferner in Kenntnis der
Vorakten
erstellt (vgl.
Urk.
6/127/4 ff.) und es erfolgte eine Auseinander
setzung mit den vorangegangenen ärztlichen Einschätzungen (
vgl. etwa
Urk.
6/127/22
+31 ff.;
Urk.
6/127/50 f.;
Urk.
6/127/62).
Da es somit sämtliche praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert erfüllt, kommt d
em
B._
-Gut
achten volle Beweiskraft zu und es kann darauf abgestellt werden.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, dass der
Untersuchungs
grundsatz
in zweifacher Hinsicht verletzt worden sei.
6.2
Einerseits
sei aus den zugestellten Akten nicht ersichtlich, dass Berichte und Auskünfte verlangt und / oder Abklärungen an Ort und Stelle durchgeführt worden seien, um festzustellen, was der Beschwerdeführerin noch zumutbar und welches Tätigkeitsspektrum noch möglich sei.
Mangels Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit könne das
B._
-Gutachten nicht ausreichende Grund
lage für die Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit bilden. Es habe auch über
haupt keine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit stattgefunden. Namentlich könne nicht auf das
Arbeitsassessment
des
Z._
(
Urk.
6/20) abgestellt werden, da dieses erstellt worden sei, bevor die Ver
sicherte Frakturen am linken Fuss und Schwindelanfälle erlitten
sowie ihre angestammte Tätigkeit zumindest noch teilweise ausgeführt habe (
Urk.
1
S. 10).
Der Einwand der Beschwerdeführerin widerspricht der Aktenlage.
Sie über
sieht namentlich, dass am 13. Februar 2014 - also nach der Fraktur am lin
ken Fuss und den Schwindelanfällen - ein weiterer
Arbeitsassessmentbericht
erstellt
und ihre funktionelle Leistungsfähigkeit abgeklärt
w
orden ist
(
Urk.
6/106/2-7).
Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten
Arbeitstätig
keit
wurde damals gar noch mit 40
%
beziffert, wobei eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit nicht empfohlen wurde (
Urk.
6/106/5).
Zu ergänzen ist, dass die
B._
-Gutachter jeweils umfangreiche Befunderhebungen durchgeführt (vgl.
Urk.
6/127/30 f
.+
38 f.+46 ff.+55+60)
und zusätzliche Abklärungen
bei einem Röntgeninstitut
in Auftrag gegeben haben (
Urk.
6/127/65 ff.)
. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese
s Vorgehen
unge
nügend
sein sollte
. Der beschwerdeweise Einwand ist
vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar
.
6.3
Andererseits
sei die Schwindelproblematik nicht abgeklärt worden, obwohl der Neurologe im
B._
-Gutachten festgehalten habe, „dass im Rahmen der Schwindeldiagnostik bislang keine
cerebrale
Kernspintomographie durchge
führt wurde, eine Untersuchung, die in jedem Falle ergänzt werden sollte“ (
Urk.
6/127/15). Die Beschwerdegegnerin habe jedoch keinerlei Abklärungen eingeleitet und damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt, da sie einfach davon ausgehe, dass die Migräne und die Schwindelattacken nicht limitie
rend seien (
Urk.
1 S. 11).
Die Gutachter haben
im
poly
disziplinären Konsens
die Diagnose einer
vestibulären
Migräne gestellt.
Es wurde überzeugend und transparent darge
legt, welche Indizien darauf schliessen lassen (vgl. E. 3.8). Inwiefern eine Kernspintomographie weitere medizinische Erkenntnisse liefern sollte
, die von invalidenversicherungsrechtlicher Bedeutung sind, ist dagegen nicht ersichtlich
und wird von der Versicherten auch nicht dargetan
.
Entscheidend ist, dass sich die gesundheitliche Lage der Versicherten hinsichtlich der Schwindelattacken deutlich verbessert hat (vgl. E. 5.3)
und in diesem Zusammenhang keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
E
in all
fälliger weiterer Befund nach einer Kernspintomographie würde
für sich
allein
an dieser
Beurteilung
nichts ändern.
6.4
Somit kann festgehalten werden, dass der Untersuchungsgrundsatz entgegen der Rüge der Beschwerdeführerin nicht verletzt und der massgebende
medi
zinische
Sachverhalt umfassend abgeklärt worden ist.
7.
7.1
Folglich
ist
der Einwand
der
Versicherten
zu prüfen, wonach
ihre
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr ver
wertbar sei (
Urk.
1 S. 11 ff.).
7.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bun
desgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungs
pflicht
nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög
lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bun
desgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbeson
dere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hin
weisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende
Schadenminde
rungspflicht
und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige
Sachverhaltsfest
stellung
erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
7.3
Aus den medizin
ischen Dokumenten lässt sich ab
leiten, dass der Beschwerde
führerin eine angepasste Tätigkeit
in
einem 80%-Pensum ab Juni 2013 zuzumuten war
. Dies wurde namentlich im
B._
-Gutachten in Überein
stimmung mit vorang
egangenen
Arztberichten klar festgehalten (
Urk.
6/127/22;
Urk.
6/85/5;
Urk.
6/86/4).
Im
Juni 2013
war
X._
rund 58
1⁄2
Jahre alt, was für sich allein die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht
ausschliesst
.
Zu berücksich
tigen ist, dass die Versicherte in einer leidensadaptierten
vorwiegend sitzen
den
Tätigkeit noch zu einem relativ hohen Pensum von 80% arbeitsfähig ist. Sie ist zwar beim Hantieren mit Gewichten (vgl. E. 5.2), jedoch weder
fein
motorisch
noch hinsichtlich der Gehfähigkeit oder in Bezug auf die kogniti
ven Fähigkeiten
massgeblich
eingeschränkt.
Im Weiteren hat sie eine Berufs
ausbildung als Krankenschwester und Hebamme sowie eine Weiterbildung zur
Operationsschwester absolviert und verfügt somit über langjährige Berufserfahrung im Gesundheits- und Pflegebereich.
Den Akten lässt sich zudem entnehmen, dass die Versicherte über gute Deutsch
-
und grundle
gende Computerkenntnisse verfügt (vgl.
Urk.
6/125/1+4). Im Rahmen ihrer letzten Tätigkeit war sie sich
zusätzlich
auch den Kontakt mit Kunden gewohnt (
Urk.
6/
125/7).
Im Lichte der relativ hohen Hürden für die Annahme einer unverwertbaren Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen - was sich auch die Beschwerdeführe
rin bewusst ist (
Urk.
9 S. 3) - ist festzuhalten, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung der Versicherten nicht derart beschaffen ist, dass sich der Schluss rechtfertigt, eine Anstellung sei nicht mehr realistisch.
Ein invaliden
versicherungsrechtlich erheblich erschwerter Zugang zum ausgeglichenen Arbeitsmarkt muss verneint werden
.
An dieser Einschätzung vermögen auch die von der Beschwerdeführerin
zitierten
Bundesgerichtsurteile nichts zu ändern (
Urk.
1 S. 14),
da d
ie
zugrundeliegenden Sachverhalte nicht mit demjenigen im konkreten Fall vergleichbar
sind
.
8.
8.1
Es bleibt zu klären, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad der Ver
sicherten korrekt berechnet hat, wobei insbesondere das zu berücksichtigende Invalideneinkommen umstritten ist. In diesem Zusammenhang ist
ausserdem
der angemessene behinderungsbedingte Abzug zu bestimmen.
8.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592
E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Der Beschwerdeführerin ist in dem Sinne zuzustimmen, dass die IV-Stelle nicht mehr vom gleichen Invalideneinkommen hätte ausgehen dürfen, wie sie es in den Verfügungen vom 10. Februar und 5. Oktober 2012
getan hat. Der Versicherten ist zwischenzeitlich
für ihre
anges
tammte
Tätigkeit
als Operationsfachfrau
unbestrittenermassen
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert worden
(vgl. E. 4).
In Frage kommen hingegen andere Tätigkeiten im Gesundheitsbereich, die dem funktionellen Anforderungsprofil ent
sprechen.
Es sind somit die Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) 2012 heranzuziehen. Da die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitswesen verfügt, ist auf den Lohn der Tabelle TA1,
Ziff.
86-88 Gesundheits- und Sozialwesen,
Kompetenz
niveau
2 Frauen, von monatlich
Fr.
5‘084.-- abzustellen. Unter Berücksichti
gung der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41.5 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2015
,
Ziff.
86-88) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2013 (Indexstand 2630 [2012] auf 2648 [2013], vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015, Nominallöhne Frauen) ergibt sich bei einem Arbeitspensum von 80
%
e
in
Invalidenein
kommen
von
Fr.
51
‘
715
.-- (
Fr.
5‘084.-- / 40 x 41.5 x 12 x 0.8 /2630 x 2686).
8.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskatego
rie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person
wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellen
-
loh
nes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die IV-Stelle nahm in ihrer Berechnung einen behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 10
%
vor (
Urk.
2 S. 3). Die Beschwerdeführe
rin stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass ein 25%iger Abzug gerechtfertigt sei (
Urk.
1 S. 19).
Dem kann indes nicht zugestimmt werden.
So muss namentlich als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben, dass sich das Alter faktisch negativ auf die Stellensuche auswirken kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Auch d
er Umstand, dass die versicherte Person
gemäss
den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln bietet, ihre
Einsatzmög
lichkeiten
daher begrenzt sind, ist im Hinblick auf den allein
massgeblichen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1) nicht abzugsrelevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8).
Entgegen ihren Behauptungen verfügt die Beschwer
deführerin zudem über administrative und computerbezogene Kenntnisse (vgl. E. 7.3
;
Urk.
6/125/3+6
). Vor diesem Hintergrund
ist d
er von der Beschwerdegegnerin vorgenommene behinderungsbedi
ngte Abzug in Höhe von 10
%
nicht zu beanstanden
und
erweist sich
aufgrund des einge
schränkten Belastungsprofils
(vgl. E. 5.2)
als
angemessen
.
8.4
Die IV-Stelle ging für das Jahr 2011 von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
102‘402.-- aus (
Urk.
6/67
), was zutreffend erscheint und von der Ver
sicherten soweit ersichtlich auch nicht beanstandet w
urde
.
Unter Beachtung der Nominallohnentwicklung ergibt sich für das Jahr 2013 demnach ein
Valideneinkommen
von
104‘
132.-
-
(
Fr.
102‘402.-- / 2604 x 2648).
Damit lässt sich ein
Invaliditätsgrad von gerundet 55
%
errechnen
([
Fr.
104‘132.
-- .
/. (
Fr.
51
‘
715
.-- * 0.9)] * 100 / 104‘132.--)
, woraus ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente resultiert.
8.5
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 3
0.
Juni 2015 (
Urk.
2)
demzufolge
aufzuheben und der Beschwerdeführerin in teilweise
r
Gutheissung der Besch
werde eine halbe Invalidenrente. Da die Verschlechte
rung im Juni 2013 eintrat (Urk. 6/127/21) ist sie ab September 2013 zu berücksichtigen
(vgl. Art. 88a
Abs.
2 IVV)
.
9
.
9.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
8
00.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind die Kosten der unterliegen
den Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9.2
Nach der Rechtsprechung ist bei bloss teilweisem Obsiegen dann eine unge
kürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Masslichen
(teilweise) unterliegt. In Streitigkeiten um die Höhe einer Invalidenrente trifft dies zu, wenn nicht die beantragte ganze oder höhere Rente sondern eine geringere Teilrente zuge
sprochen wird. Dahinter steht die Überlegung, dass eine „
Überklagung
“ eine Reduktion der Parteientschädigung nicht rechtfertigt, soweit das
Rechtsbe
gehren
keinen Einfluss auf den Prozessaufwand ausübt (Urteil des Bundesge
richts 9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013 mit weiteren Hinweisen). Die durch Rechtsanwalt Kaspar Gehring vertretene Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung.
Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rück
sicht auf den Streitwert, die Schwierigkeit des Prozesses und den
Streitauf
wand
. Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Ent
schädigung in der Höhe von
Fr.
3
‘
0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.