Decision ID: ea8962c5-9b35-4e7d-bda2-a6168c28b7cf
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. April 2006 als Gipser beim B._
tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die
Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er am 22. Juli 2018 in C._
als Mitfahrer auf einem Motorrad einen Verkehrsunfall erlitt. In einer Kurve sprang ein
Hund auf die Strasse, welchem der Fahrer auszuweichen versuchte, worauf es zum
Sturz des Fahrers und des Versicherten kam. Die Erstbehandlung des Versicherten
erfolgte gleichentags in einer Klinik in C._, wo nach einer Röntgenuntersuchung eine
distale Radiusfraktur rechts mit Gelenkbeteiligung und radiokarpaler Dissoziation
diagnostiziert wurde. Der Vorderarm wurde mit Gipsschiene ruhiggestellt (Suva-act. 1,
16). Die Nachkontrolle erfolgte bei der Hausärztin Dr. med. D._, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin, die ihm ab 22. Juli 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestierte (Suva-act. 16-1, 18, 62-3). Mit Schreiben vom 17. August 2018 sicherte die
Suva dem Versicherten die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) für
die Folgen seines Unfalls vom 22. Juli 2018 zu (Suva-act. 8).
A.a.
Am 4. September 2018 wurde der Versicherte durch Dr. med. E._, Oberarzt i.V.,
Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
Spitals F._, untersucht, der nach einer Röntgenuntersuchung des rechten
Handgelenks eine in Fehlstellung konsolidierte distale intraartikuläre Radiusfraktur
rechts nach Motorradunfall in C._ vom 22. Juli 2018 diagnostizierte (Suva-act. 24,
vgl. auch Suva-act. 27). Der Versicherte wurde darauf der Klinik für Hand-, Plastische-
und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG)
A.b.
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zugewiesen, wo er am 19. September 2018 durch Dr. med. G._, Oberarzt, untersucht
wurde. Dr. G._ bestätigte nach einer in der Netzwerk Radiologie, F._,
durchgeführten CT-Untersuchung (Suva-act. 87) die Diagnose von Dr. E._ (Suva-act.
28). Am 4. Oktober 2018 führte er beim Versicherten eine Korrekturosteotomie von
palmar und dorsal sowie eine Osteosynthese mit palmarer, dorsaler und radialer
Plattenosteosynthese durch (Suva-act. 31, vgl. auch Suva-act. 32). Im weiteren Verlauf
wurden beim Versicherten eine Radiokarpalarthrose bei Gelenkdefekt nach
fehlverheilter Radiustrümmerfraktur rechts und ein posttraumatisches
Karpaltunnelsyndrom rechts diagnostiziert (Suva-act. 44, 61). Am 1. Februar 2019
entfernte Dr. G._ das Metall und führte eine RSL (radioskapholunäre)-Fusion mit
Beckenkamm und Spongiosa mit distaler Scaphoidpol-Resektion sowie eine
Karpaldachspaltung rechts durch (Suva-act. 61, vgl. auch Suva-act. 64). In einer
Röntgenuntersuchung vom 15. Mai 2019 in der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie des KSSG zeigte sich eine zunehmende Durchbauung der
RSL-Fusion, eine unveränderte Lage des Osteosynthesematerials und kein Hinweis für
ein Materialversagen (Suva-act. 92). Der Versicherte wurde nach wie vor 100 %
arbeitsunfähig geschrieben und mit Ergotherapie behandelt (Suva-act. 76, 77, 86, 93,
97, 101, 110). Am 23. August 2019 kam es zu einer weiteren klinisch-radiologischen
Untersuchung in der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des
KSSG. Eine Röntgenuntersuchung des rechten Handgelenks zeigte nun eine stabile
Durchbauung der RSL-Fusion, erneut eine unveränderte Lage des
Osteosynthesematerials und keinen Hinweis auf ein Materialversagen. Dr. G._ erhob
in der klinischen Untersuchung des rechten Handgelenks unauffällige, reizlose
Narbenverhältnisse, keine Schwellung und keine expliziten Druckdolenzen. Die
Handgelenksbeweglichkeit betrug bei Flexion/Extension 30°/0°/30°. Weiter lag ein
diskretes Defizit für die Ulnar- und Radialdeviation von je 10° vor. Die Pro-/Supination
war nahezu symmetrisch möglich (nur wenig Grade Unterschied). Im
Untersuchungsbericht vom 18. September 2019 hielt Dr. G._ sodann fest, dass den
Versicherten das Osteosynthesematerial zu stören scheine und er dessen Entfernung
wünsche. Er, Dr. G._, habe dem Versicherten erklärt, dass dies noch zu früh, die
Ergotherapie fortzuführen und in sechs Monaten eine Kontrolle zur allfälligen Planung
der Metallentfernung durchzuführen sei (Suva-act. 114). Dr. D._ bescheinigte dem
Versicherten weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 110).
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B.
C.
Am 11. Oktober 2019 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med.
H._, Facharzt Orthopädische Chirurgie, zur Prüfung des Fallabschlusses und zur
Erstellung eines Zumutbarkeitsprofils, zur Schätzung des Integritätsschadens und zur
Formulierung weitergehender Behandlungen zu Lasten der Suva nach Abschluss vor.
Am 21. Oktober 2019 hielt Dr. H._ zunächst fest, dass eine Beurteilung des
unfallbedingten Gesundheitszustandes einschliesslich Fallabschluss anhand der
Aktenlage möglich sei, da der Versicherte erst vor kurzem eine eingehende
Untersuchung der Hand durchlaufen habe und eine entsprechende Bildgebung vorliege
(Suva-act. 120-1). Am 5. November 2019 äusserte er sich sodann zu den obgenannten
Themen (Suva-act. 120-2) und schätzte den Integritätsschaden bei Zustand nach
posttraumatischer, durch Arthrodese stabilisierter Handgelenksarthrose auf 15 %
(Suva-act. 122).
A.c.
Mit Verfügung vom 6. Januar 2020 sprach die Suva dem Versicherten mit Wirkung
ab 1. Januar 2020 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10 %
(Valideneinkommen: Fr. 67'795.--; Invalideneinkommen gemäss LSE abzüglich 10 %
Tabellenlohnabzug: Fr. 60'968.--) zu. Im Weiteren verfügte sie eine
Integritätsentschädigung von Fr. 22'230.-- (Integritätsschaden 15 %; Suva-act. 140).
A.d.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, sowohl vertreten durch das I._
als auch durch die Unia Ostschweiz-Graubünden, St. Gallen, am 30. und 31. Januar
2020 vorsorglich bzw. provisorisch Einsprache (Suva-act. 151 f.). In der Folge entzog er
den beiden Organisationen das Mandat (Suva-act. 160) und liess am 4. März 2020
durch Rechtsanwältin lic. iur. A. Ruibal, St. Gallen, eine Einsprachebegründung
einreichen (Suva-act. 163).
B.a.
Mit Entscheid vom 6. Mai 2020 wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab
(Suva-act. 165).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin Ruibal, am 8. Juni 2020
Beschwerde erheben mit dem Antrag, der Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend:
C.a.
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Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid
vom 6. Mai 2020 (Suva-act. 165), welchem die Verfügung vom 6. Januar 2020 (Suva-
act. 140) zugrunde liegt. Mit dieser hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung
zugesprochen. In der Folge hat der Beschwerdeführer gegen die Höhe der
zugesprochenen Invalidenrente, nicht aber gegen die Integritätsentschädigung
Einsprache erhoben (Suva-act. 163). Der Verfügungsteil betreffend die
Integritätsentschädigung ist damit unangefochten in Rechtskraft erwachsen und bildet
nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Zwischen den Parteien
streitig und zu prüfen ist damit einzig die Höhe des Rentenanspruchs.
2.
Ist die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Beschwerdegegnerin) sei aufzuheben und es sei ihm eine angepasste Invalidenrente
zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
In der Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids (act. G 7).
C.b.
Mit Schreiben vom 24. November 2020 verzichtete die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers auf eine Replik und hielt unverändert an ihren Anträgen fest (act. G
9).
C.c.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
C.d.
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Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit
dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung (Art. 10 UVG) und die Taggeldleistungen
(Art. 16 UVG) dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG; sogenannter "Fallabschluss"; vgl. dazu
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 143 f.; Thomas
Flückiger, N 7 zu Art. 19, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019; Philipp Geertsen, N 11 ff.
zu Art. 19, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018).
3.
Gegen die Festlegung des Fallabschlusses per 31. Dezember 2019 wurden weder
mit der Einsprache noch mit der Beschwerde Einwände erhoben. Der Zeitpunkt des
Fallabschlusses ist mithin unbestritten und aufgrund der Akten auch ausgewiesen
(Suva-act. 120-2, 158). Entsprechend erfolgte zu Recht die Prüfung des
Rentenanspruchs per 1. Januar 2020 (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG und Erwägung 2).
3.1.
Bezüglich der Höhe des Rentenanspruchs bzw. des Invaliditätsgrades ist
unbestritten und medizinisch ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer nach
zweimaliger Operation am rechten Handgelenk (Suva-act. 31, 61) weiterhin an
funktionellen Einschränkungen (Suva-act. 114, 120-2, vgl. auch Suva-act. 122) leidet
und diese unfallkausalen Beschwerden in die Leistungsbeurteilung einzubeziehen sind.
Kreisarzt Dr. H._ hat in seiner Beurteilung vom 5. November 2019 (Suva-act. 120)
dazu Stellung genommen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der
Beschwerdeführer arbeitsunfähig ist (vgl. dazu BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin stützt sich sowohl in der Verfügung vom 6. Januar 2020 (Suva-
act. 140) als auch im angefochtenen Einspracheentscheid (Suva-act. 165) auf die
kreisärztliche Beurteilung, wonach dem Beschwerdeführer aufgrund der Unfallfolgen
Arbeiten mit schweren, die rechte Hand belastenden Tätigkeiten, d.h. ein repetitiver
Gebrauch von Werkzeugen über 3 kg, Tätigkeiten mit Stoss- oder
Vibrationsbelastungen der rechten Hand, Arbeiten mit Anheben von Gegenständen
über 3 kg, Tätigkeiten mit feinmotorischer Beanspruchung und Arbeiten auf Leitern und
Gerüsten aufgrund der eingeschränkten Haltefähigkeit der rechten Hand nicht mehr
zuzumuten sind. Der Beschwerdeführer könne jedoch leichte körperliche,
leidensangepasste Tätigkeiten vollschichtig ausführen. Die Rechtsvertreterin des
3.2.
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4.
Beschwerdeführers folgt in der Beschwerde dem Zumutbarkeitsprofil von Dr. H._
und wendet auch nichts gegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
handgelenksadaptierten Tätigkeit ein (act. G 1, Ziff. 9). Die kreisärztliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung und das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil sind denn auch
nicht in Frage zu stellen. Sie leuchten beim vorliegenden Beschwerdebild ein. Mit den
aufgeführten Adaptationskriterien wird der Beeinträchtigung an der rechten Hand des
Beschwerdeführers umfassend Rechnung getragen und letztere weitreichend entlastet.
Bei Einhaltung der Adaptationskriterien ist demnach eine volle Arbeitsfähigkeit als
zumutbar zu erachten. Die Beschwerdegegnerin leitet schliesslich aus dem
kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil nachvollziehbar ab, dass dem Beschwerdeführer
aufgrund seiner gesundheitlichen Situation die angestammte Tätigkeit als Gipser nicht
mehr zumutbar sei (Suva-act. 120-1; vgl. dazu auch Suva-act. 102-2).
Damit ist ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Für dessen Bestimmung wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Im vorliegenden Fall ist bezüglich dieses
Einkommensvergleichs einzig die Höhe des Invalideneinkommens und diesbezüglich
allein die Höhe des Tabellenlohnabzugs umstritten. Unbestritten ist das
Valideneinkommen, welches im Jahr 2019 Fr. 67'795.-- betragen würde (13 x Fr.
5'215.--; Suva-act. 126), ebenso wie ausdrücklich auch das Invalideneinkommen, von
welchem der Tabellenlohnabzug letztlich zu machen sein wird (Fr. 68'106.--; Suva-act.
165 E. 5e; vgl. act. G 1 N 8 und 15). Davon kann nachfolgend ausgegangen werden.
4.1.
Bestritten und zu prüfen ist die Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn. Wird das
Invalideneinkommen auf Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist
der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der
Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie
Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können. Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 79 f. E. 5b/aa). Der
4.2.
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Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht
übersteigen (BGE 135 V 301 E. 5.2, 134 V 327 f. E. 5.2, 126 V 80 E. 5b/bb-cc). Der
Minimalabzug beträgt 5 %. Innerhalb dieser Bandbreite ist den individuell-konkreten
Verhältnissen mit 5 %-Schritten Rechnung zu tragen (Philipp Geertsen, Der
Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, S. 142). Der Abzug vom Tabellenlohn ist grundsätzlich
ein Ermessensentscheid des Sozialversicherungsträgers. Das kantonale
Versicherungsgericht als Rechtsmittelinstanz greift in das Ermessen des
Sozialversicherungsträgers nur bei triftigen Gründen ein; es muss sich dabei auf
Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6; Marco Weiss, Der Abzug vom
Tabellenlohn gemäss der Lohnstrukturerhebung, in: Haftung und Versicherung HAVE
2020, S. 262 f.)
Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Fall einen Tabellenlohnabzug von 10
% vorgenommen, wobei sie zu Recht das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil mit den
zusätzlichen Einschränkungen berücksichtigte, durch welche der Beschwerdeführer
selbst im Rahmen einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit massgeblich
eingeschränkt ist (vgl. Suva-act. 165-8, Erwägung 5d/bb; vgl. Geertsen, a.a.O., S. 150;
Urteile des Bundesgerichts vom 10. August 2011, 9C_648/2010, E. 3.6.4, und vom 30.
März 2011, 9C_1041, E. 6.2; BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Den von der Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 8. Juni 2020 angeführten Umständen -
Unzumutbarkeit einer feinmotorischen Beanspruchung, Einschränkung der dominanten
rechten Hand - wurde mit einem Tabellenlohnabzug von 10 % angemessen Rechnung
getragen. Das Spektrum adaptierter Tätigkeiten ist zwar eingeschränkt, doch gibt es
durchaus Tätigkeiten auf dem Hilfsarbeiterarbeitsmarkt, wie beispielsweise einfache
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten, leichte
Maschinenbedienungstätigkeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung sowie Fahrtätigkeiten, die keinen feinmotorischen Einsatz des
rechten Arms voraussetzen. Der Beschwerdeführer sollte also in der Lage sein, auf
dem ihm noch offenstehenden allgemeinen Arbeitsmarkt eine seiner Behinderung
angepasste leichte Arbeit zu finden.
4.3.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers fordert beschwerdeweise die
Beachtung weiterer Aspekte, aufgrund welcher ein Tabellenlohnabzug von insgesamt
20 bis 25 % angebracht sei. Sie nennt zunächst das Alter des Beschwerdeführers von
58 Jahren, seine langjährige Tätigkeit (nur) im Baugewerbe als Gipser, was das
4.4.
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5.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu beanstanden
und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für das
vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren Fassung).
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).