Decision ID: 65a240bc-d1ad-432c-b1dd-019bd7a3d100
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im April 1999 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Im Rahmen ihrer Abklärungen veranlasste die
IV-Stelle des Kantons St. Gallen ein Gutachten bei Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für
Innere Medizin, spez. Rheumatologie (Gutachten vom 30. Juni 1999, IV-act. 10). Dieser
nannte insbesondere die Diagnose diffuses chronisches Schmerzsyndrom
zervikobrachial rechts mehr als links. Die Arbeitsfähigkeit erachtete er nicht als
eingeschränkt. Ebenfalls im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. C._, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 30. September 1999 ein Gutachten (IV-
act. 14). Er diagnostizierte eine psychische Überlagerung von körperlichen
Beschwerden bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung mit zyklothymen und
histrionischen Zügen. Dieses Leiden schränke die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
nicht nennenswert (höchstens 20%) ein.
A.b Eine leistungsverweigernde Verfügung vom 19. November 1999 (IV-act. 19)
widerrief die IV-Stelle nach Intervention der Versicherten (IV-act. 26, vgl. zur
Abschreibung des eingeleiteten Gerichtsverfahrens IV-act. 30), in deren Rahmen die
Ergebnisse einer Kernspintomographie der rechten Schulter vom 25. Februar 2000
eingereicht worden waren (IV-act. 23). Ein von der IV-Stelle anschliessend eingeholtes
Gutachten der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
vom 15. November 2000 ergab lediglich einen Verdacht auf eine Zervikobrachialgie
unklarer Genese sowie chronische Schulterschmerzen rechtsseitig. Die Arbeitsfähigkeit
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wurde nicht als eingeschränkt betrachtet (IV-act. 31). Am 12. Februar 2001 wurde
erneut die Abweisung des Leistungsbegehrens verfügt (IV-act. 39).
A.c Nach einem stationären Aufenthalt in der Klinik Valens vom 16. August bis 5.
September 2001 (IV-act. 40) meldete sich die Versicherte am 3. Januar 2002 erneut
zum IV-Leistungsbezug an (IV-act. 45). Dr. C._ wurde daraufhin von der IV-Stelle
erneut mit der psychiatrischen Begutachtung der Versicherten beauftragt. Im
Gutachten vom 2. Juni 2002 erweiterte er seine ursprüngliche Diagnose der
psychischen Überlagerung von körperlichen Beschwerden um den Zusatz „im Sinne
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung“. Quantitativ habe sich das
psychische Leiden verstärkt, weswegen er die Arbeitsunfähigkeit unterdessen auf 50%
schätzte (IV-act. 53). Darauf abstellend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Verfügung vom 3. Oktober 2003 rückwirkend ab 1. Januar 2003 bei einem
Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Invalidenrente zu (samt zwei bzw. ab 1. Juni 2003
drei Kinderrenten, IV-act. 81). Ein im Mai 2006 von Amtes wegen eingeleitetes
Revisionsverfahren (vgl. IV-act. 88, 91, 94) ergab keinen veränderten Invaliditätsgrad
bzw. Rentenanspruch (IV-act. 93).
A.d Im Sommer 2011 sandte die IV-Stelle der Versicherten erneut einen Fragebogen
zur Revision der Invalidenrente. Die Versicherte gab darin am 16. August 2011 an, ihr
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (IV-act. 97). Dies bestätigte Dr. med.
D._, Spezialarzt für Neurologie, am 5. September 2011 und wies auf einen die
Versicherte erheblich belastenden gewaltsamen Tod ihres Schwiegervaters hin (IV-act.
100). Der Internist Dr. med. E._ bezeichnete den Gesundheitszustand am 19.
September 2011 als stationär und eine Arbeitsfähigkeit von 3 bis 4 Stunden täglich bei
einer um 40 bis 50% reduzierten Leistungsfähigkeit als gegeben (IV-act. 101).
A.e Am 19. Juni 2014 füllte die Versicherte ein IV-Formular mit ergänzenden Fragen
aus (IV-act. 109, ihrem damaligen Rechtsvertreter am 8. Mai 2014 zugeschickt, IV-act.
104). Am 4. Juli 2014 sandte die IV-Stelle Dr. D._ und Dr. E._ neue Fragebögen. Dr.
D._ retournierte seinen am 9. Juli 2014. Er gehe seit 2003 von einer leichten
Verschlechterung aus (IV-act. 112). Dr. E._ berichtete am 14. Juli 2014 von einem seit
2003 unveränderten Zustand und reichte weitere medizinische Akten aus dem Zeitraum
2007 bis 2012 ein (IV-act. 113).
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A.f Am 7. April 2015 erstattete die medas Ostschweiz ein orthopädisch-
psychiatrisches Gutachten. Dr. med. F._, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte als Diagnosen, welchen sie Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit beimass, insbesondere eine chronifizierte Zervikobrachialgie
rechts myofaszial, eine leichte Diskusprotrusion C5/6 ohne Radikulopathie, ein
Hämangiom BWK1, eine linkskonvexe Zervikothorakal- und Thorakalskoliose, eine
muskuläre Dysbalance Schultergürtel und eine Dekonditionierung. Auch in einer
adaptierten Tätigkeit werde eine Leistungsminderung von 20% angenommen. Dr. med.
G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erhob insbesondere eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, der er jedoch keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zubilligte (IV-act. 122-37, 122-40).
A.g Die IV-Stelle stellte mit Vorbescheid vom 18. Mai 2015 die Renteneinstellung
gestützt auf die Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) vom 18. März 2011 (Revision 6a, nachfolgend
zitiert als SchlBest.) in Aussicht (IV-act. 129) und bot der Versicherten gleichentags
Unter¬stützung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben an (IV-act. 126). Einen Einwand
der Rechtsschutzversicherung der Versicherten (IV-act. 136) legte die IV-Stelle ihrem
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor (IV-act. 137), holte eine Stellungnahme ihres
Rechtsdienstes ein (IV-act. 138) und gewährte der Vertretung der Versicherten erneut
das rechtliche Gehör (IV-act. 140). Diese äusserte sich nicht mehr materiell zur Sache
(IV-act. 141). Mit Verfügung vom 8. Mai 2016 stellte die IV-Stelle die Rente auf den
ersten Tag des zweiten der Zustellung folgenden Monats ein (IV-act. 142).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die für die Versicherte erhobene Beschwerde
von Fürsprecher Marco Büchel vom 8. April 2016 (act. G 1). Beantragt werden unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung, die
Weiterausrichtung der halben IV-Rente und eventualiter die Anordnung eines
gerichtlichen multidisziplinären Gutachtens. Ferner wird die Zuerkennung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde beantragt mit Verpflichtung der IV-Stelle,
weiterhin die bisherigen Leistungen zu erbringen. Der Begründung ist insbesondere zu
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin entgegen der Ansicht der
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Beschwerdegegnerin an objektivierbaren somatischen Befunden leide, was mehreren -
zitierten - medizinischen Berichten zu entnehmen sei (vgl. act. G 1 Ziff. III/4). Zudem
vermöge das medas-Gutachten nicht zu überzeugen. Es sei kein aktueller
Verlaufsbericht des behandelnden Dr. D._ eingeholt worden. Weiter sei bei der
Prüfung der sog. Foerster-Kriterien das angewendete Prüfungsraster nicht angegeben
worden, die Abklärung lückenhaft erfolgt und eine Komorbidität nicht abschliessend
geprüft worden. Im Übrigen sei eine schlüssige Beurteilung im Licht der
Beurteilungsindikatoren gemäss der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht
möglich.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Der massgebende Referenzzeitpunkt sei der Zeitpunkt
der Rentenzusprache im Oktober 2003. Damals hätten keine medizinischen Berichte
vorgelegen, die relevante objektivierbare pathologische Befunde am
Bewegungsapparat erwähnt hätten. Die halbe Rente sei ursprünglich eindeutig wegen
eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilds ohne
organische Grundlage im Sinn der SchlBest. zugesprochen worden. Die
Beschwerdegegnerin hält die medizinische Aktenlage auch unter Berücksichtigung der
neuen Rechtsprechung zu den unklaren Beschwerdebildern für ausreichend. Der auch
im medas-Gutachten diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
fehle der erforderliche funktionelle Schweregrad. Ob die im Gutachten festgehaltenen
diskreten organischen Befunde invalidenversicherungsrechtlich eine quantitative
Einschränkung der Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu begründen
vermöchten und damit die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20% zu übernehmen sei,
könne offen bleiben, da selbst damit kein Rentenanspruch resultiere (act. G 4).
B.c Mit Zwischenentscheid vom 17. Juni 2016 wurde das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der angefochtenen Verfügung
abgewiesen (act. G 6).
B.d Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 11. Juli 2016 unverändert an ihren
Rechtsbegehren festhalten. Die Beschwerdegegnerin verkenne, dass bei ihr nicht
einzig eine somatoforme Schmerzstörung vorliege. Neben weiteren psychiatrischen
kämen die objektivierbaren somatischen Befunde mit klar fassbarer organischer
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Grundlage hinzu (insbesondere Skoliose). Die Voraussetzungen für die Rentenrevision
nach SchlBest. seien nicht erfüllt. Des Weiteren sei der Beschwerdeführerin nicht
bewusst gewesen, dass eine Rentenrevision gestützt auf die SchlBest. durchgeführt
werde. Die Rentenüberprüfung könne nur während einer dreijährigen, am 1. Januar
2012 beginnenden Umsetzungsfrist erfolgen. Das Revisionsverfahren könne somit
einzig als Revisionsverfahren nach Art. 17 ATSG aufgefasst werden. Da der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht gleich geblieben
sei, komme eine Rentenreduktion nicht in Frage. Für den Fall, dass die Revision
gestützt auf die SchlBest. doch als zulässig erachtet werde, hätten
Eingliederungsmassnahmen geprüft werden müssen. Es müsse zwingend ein
persönliches Gespräch mit der Beschwerdeführerin geführt werden (act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin hielt mit Schreiben vom 15. Juli 2016 an ihrem
Abweisungsantrag fest (act. G 11).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bzw. dessen Aufhebung gestützt auf lit. a der
SchlBest. Gemäss deren Abs. 1 sind Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch
unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung neu
zu überprüfen. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 Abs. 1 und 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1; Erwerbsunfähigkeit) nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn der Tatbestand von Art. 17 Abs. 1 ATSG (Revision) nicht
verwirklicht ist.
1.2 Ausgangspunkt für die Bemessung der Invalidität bildet die Frage, ob und in
welchem Ausmass es einer versicherten Person zumutbar ist, trotz ihres
Gesundheitsschadens ein Erwerbseinkommen zu erzielen. In Art. 7 Abs. 2 ATSG, der
mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wird festgelegt, dass
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eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit nicht nach dem
subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach objektiven
Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit auf Gesetzesstufe
das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest.
1.3 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 seine die
Bestimmung von Art. 7 Abs. 2 ATSG beschlagende Rechtsprechung zu den
Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu
bewirken vermögen, geändert. Es hat die von ihm geschaffene
Überwindbarkeitsvermutung und den sich an den Foersterkriterien orientierenden
Prüfungsraster aufgegeben. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wurde durch ein
„strukturiertes“ Beweisverfahren ersetzt. Nach der geänderten Rechtsprechung hat die
Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen den Aspekt der funktionellen
Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich schon in den diagnostischen
Anforderungen niederschlagen muss. Zu beachten seien in Schweregrad und
Konsistenz der funktionellen Auswirkungen eingeteilte Standardindikatoren. Die
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrads sei nur zulässig, wenn die
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
seien (BGE 141 V 307 f. E. 6; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2015,
8C_421/2015, E. 5.2).
1.4 Aufgrund dessen, dass die Vorschrift von lit. a Abs. 1 SchlBest. eine Überprüfung
bisheriger Rentenansprüche in Nachachtung von Art. 7 ATSG verlangt und die
Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 auch auf laufende Verfahren Anwendung
findet (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2015, 8C_421/2015, E. 5.1 mit
Hinweis auf BGE 137 V 266 E. 6), ist diese auch für die Prüfung der vorliegenden
Renteneinstellung massgebend.
2.
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2.1 Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu beurteilen, ob die
ursprüngliche Rentenzusprache aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebilds ohne nachweisbare organische Grundlage im Sinn von
lit. a Abs. 1 SchlBest. erfolgte.
2.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind laufende Renten vom
Anwendungsbereich von lit. a Abs. 1 SchlBest. nur auszunehmen, wenn und soweit sie
auf erklärbaren Beschwerden beruhen. Lassen sich unklare Beschwerden von
erklärbaren Beschwerden trennen, können die SchlBest. der 6. IV-Revision auf erstere
Anwendung finden. Sodann bestimmt sich die Anwendung der SchlBest. danach, ob
die ursprüngliche Rentenzusprache zum Teil aufgrund eines syndromalen
Gesundheitsschadens zugesprochen worden ist. Beim Vorliegen sowohl syndromaler
als auch nicht syndromaler Gesundheitsschäden hängt die Anwendbarkeit von lit. a
Abs. 1 SchlBest. davon ab, dass letztere die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit
nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbstständig zur Begründung des
Rentenanspruchs beigetragen haben. Damit bleibt eine Rentenrevision unter diesem
Rechtstitel möglich, wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebilds bloss
verstärken (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2017, 8C_380/2017, E. 3.3 mit
Hinweisen).
2.3 Die auf einem Invaliditätsgrad von 50% basierende halbe Rente wurde der
Beschwerdeführerin im Oktober 2003 einzig gestützt auf das zweite Gutachten des
Psychiaters Dr. C._ vom 2. Juni 2002 (IV-act. 53) zugesprochen. Dies lässt sich den
internen Notizen der IV-Stelle eindeutig entnehmen (vgl. den Abklärungsauftrag
berufliche Massnahmen vom 26. Juni 2002 [IV-act. 57], den Schlussbericht der
beruflichen Eingliederung vom 26. August 2002 [IV-act. 58], die Stellungnahme des
RAD vom 30. September 2002, in der die Arbeitsunfähigkeit von 50% gemäss dem
Gutachten vom Juni 2002 übernommen wird [IV-act. 59], sowie IV-act. 73). Vor
Verfügungserlass hatte die IV-Stelle einen für damalige Verhältnisse eher
überdurchschnittlichen Aufwand betrieben, um die von der Beschwerdeführerin
geklagten somatischen Einschränkungen zu objektivieren. Der damalige Hausarzt Dr.
med. H._ hatte bereits 1999 von einer jahrelangen Odysee bezüglich Schulter-
Armschmerzen rechts berichtet und festgehalten, dass keiner der mehreren
konsultierten Ärzte eindeutige Befunde erheben bzw. eine eindeutige Diagnose habe
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stellen können. Er war von einer unterdessen schweren psychogenen Überlagerung
ausgegangen. Ob möglicherweise eine Rente herausgeschunden werden solle, könne
er nicht beantworten. Er empfahl, die Beschwerdeführerin zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit aufzubieten (IV-act. 5-2). Weder dem Gutachter Dr. B._ noch den
begutachtenden Ärzten der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG war eine
Objektivierung der Beschwerden und eine somatisch erwiesene Diagnosestellung
gelungen. Die vage Vermutung von Dr. I._, im MRI vom 25. Februar 2000 (IV-act.
23-4) werde die Schulterschmerzsymptomatik möglicherweise erklärt (IV-act. 23-5),
wurde vom durch Dr. I._ und später auch durch die IV-Stelle angefragten Dr. J._
(vgl. IV-act. 24 f.) nicht bestätigt. Vielmehr erkannte dieser im MRI keine relevante
pathologische Labrumveränderung und glaubte somit nicht, dass die Beschwerden
durch die MRI-Bilder erklärt werden könnten (IV-act. 31-4). Auch im Rahmen des im
Sommer 2001 erfolgten dreiwöchigen stationären Aufenthalts in der Klinik Valens blieb
es in somatischer Hinsicht bei einer syndromalen Diagnose (chronisches
zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts), also im Wesentlichen einem
Zusammentreffen verschiedener Symptome (vgl. etwa Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1756), deren Ursachen nicht definiert werden konnten,
auch nicht durch die im Bericht vom 27. September 2001 erwähnte kleine Diskushernie
C5/6 (IV-act. 40-1 f.; vgl. diesbezüglich auch den Hinweis im Bericht von PD Dr. med.
K._ vom 17. Januar 2001, wonach im MRI vom 16. Januar 2001 kein Hinweis auf eine
radikuläre Schmerzsymptomatik gefunden wurde, IV-act. 35-1). Ferner wurde die von
PD Dr. K._ im Januar 2001 nach eigenen Angaben "etwas an den Haaren
herbeigezogen [...], aber in Abwesenheit besserer Erklärungsmöglichkeiten" noch
erwogene Kollagenose (IV-act. 35-3) in Valens nach ausgedehnter Abklärung verworfen
(IV-act. 40-1). Insgesamt ist festzuhalten, dass nicht nur die von der
Beschwerdegegnerin beigezogenen, sondern auch die die Beschwerdeführerin
behandelnden Ärzte von nicht begründbaren Schmerzen ausgingen bzw. eine
überzeugende Objektivierung derselben durchwegs misslang. Dies wurde etwa seitens
der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle L._ im Bericht vom 11. März 2002 bei
Diagnostizierung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung explizit
festgehalten (IV-act. 48). Dass in späteren Akten insbesondere mit der Diagnose der
Skoliose ein Krankheitsbild mit organischer Grundlage erkannt wurde, wie die
Beschwerdeführerin betont (act. G 9 Ziff. III/1; act. G 1 Ziff. III/4), ist insofern nicht
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relevant, als bei der Prüfung des Vorliegens eines unklaren Beschwerdebilds im Sinn
der SchlBest. der Zeitpunkt der leistungszusprechenden Verfügung massgebend ist,
wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht (act. G 4 Ziff. III/3). Zwar war die
Skoliose bereits bei der ursprünglichen Abklärung erkennbar, erwähnte doch Dr. B._
bereits 1999 eine "ganz diskrete S-förmige thorakale Skoliose" (IV-act. 10-2; vgl. an
derselben Stelle auch den Hinweis auf Röntgenbefunde der BWS von 1995). Dieser
Diagnose war damals aber klarerweise kein relevanter Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zuerkannt worden, sodass sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.
2.4 Dr. C._, dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss Gutachten vom 2. Juni 2002
sich schliesslich rentenbegründend auswirkte, definierte die festgestellte psychische
Überlagerung von körperlichen Beschwerden im Sinn einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung mit zyklothymen und
histrionischen Zügen. Unter Bezugnahme auf die psychiatrischen Diagnosen in den ihm
zur Verfügung stehenden Vorakten, auch die in Valens erwähnte "Anpassungsstörung
mit depressiver Reaktion mittleren Grades mit somatischen Symptomen" (vgl. IV-act.
40-1), wies Dr. C._ "mit Nachdruck" darauf hin, dass damit nur das "Etikett" geändert
worden sei, die Gesundheitsstörung qualitativ gleich bleibe (IV-act. 53-6). Den
diagnostischen Abweichungen in den Berichten mass er folglich keine funktionale
Bedeutung zu. Auch im psychiatrischen Bereich bleibt es damit bei einem unklaren
Beschwerdebild im Sinn der Definition von lit. a Abs. 1 der SchlBest. (sog.
PÄUSBONOG). So ist insbesondere auch kein eigenständiges depressives
Krankheitsbild belegt, was die Beschwerdeführerin zu Recht auch nicht geltend macht.
2.5 Nach dem Gesagten beruht die ursprüngliche Rentenzusprache im Wesentlichen
auf einem syndromalen Leiden im Sinn von lit. a Abs. 1 SchlBest. (vgl. auch die
Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. M._ vom 6. Oktober 2014, IV-act. 120-2).
Damit war die Beschwerdegegnerin zu einer revisionsweisen Überprüfung des
Rentenanspruchs unter den Erfordernissen von Art. 7 Abs. 1 und Abs. 2 ATSG befugt.
3.
3.1 Des Weiteren ist zu prüfen, ob der im Revisionsverfahren gemäss lit. a Abs. 1
SchlBest. von der Beschwerdegegnerin ermittelte Sachverhalt spruchreif ist. Diese
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legte der verfügten Renteneinstellung das bidisziplinäre Gutachten der medas
Ostschweiz vom 7. April 2015 zugrunde.
3.2 Bei der Würdigung des medas-Gutachtens ist festzuhalten, dass es die
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Expertise erfüllt (siehe hierzu BGE
125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Insbesondere beruht es auf eigenständigen
Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten
wurden verwertet und diskutiert. Die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden wurden berücksichtigt und gewürdigt. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Abweichende
medizinische Stellungnahmen dazu oder sonstige medizinische Akten, die geeignet
wären, Zweifel an den Ausführungen und Einschätzungen der Gutachter zu wecken,
liegen nicht bei den Akten. Die Beschwerdeführerin bestreitet denn auch nicht
grundsätzlich, dass das medas-Gutachten das Ergebnis einer fachgerecht
durchgeführten Begutachtung ist. Sie spricht der gutachterlichen Beurteilung
insbesondere deshalb die Beweiskraft ab, weil die Gutachter das angewandte
"Prüfungsraster" nicht angegeben hätten, was das Gutachten vor dem Hintergrund der
neuen Rechtsprechung lückenhaft bzw. unvollständig mache (act. G 1 Ziff. III/7).
3.2.1 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die von ihm geschaffene
Überwindbarkeitsvermutung und den sich an den Foersterkriterien orientierenden
Prüfungsraster aufgegeben (siehe hierzu vorstehende E. 1.3). Die Beschwerdeführerin
anerkennt zutreffend, dass medizinische Gutachten, die noch nach alter Praxis des
Bundesgerichts eingeholt wurden, nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Es ist im
Einzelfall zu prüfen, ob das betreffende Gutachten, gegebenenfalls im Kontext mit
weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Licht der
massgeblichen Indikatoren erlaubt oder nicht, wobei je nach Abklärungstiefe und -
dichte eine punktuelle Ergänzung genügen kann. Somit führt ein nach alter Praxis des
Bundesgerichts erstattetes Gutachten nicht zwangsläufig zu einer neuen Begutachtung
oder anderen weiteren Abklärungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Mai 2017,
8C_842/2016, E. 5.2.1 mit Hinweisen).
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3.2.2 Für die Beurteilung des medas-Gutachtens ist entscheidend, dass die
Würdigung des Krankheitsbilds und der Arbeitsfähigkeit weder anhand der damals vom
Bundesgericht postulierten Überwindbarkeitsvermutung noch der blossen Verneinung
der Foersterkriterien erfolgte. Im Einwand vom 8. Juli 2015 und in der Beschwerde wird
kritisiert, die Gutachter hätten nicht angegeben, nach welchen der Foerster-Kriterien,
die im Lauf der Jahre einige Änderungen erfahren hätten, die Beschwerdeführerin
begutachtet worden sei (IV-act. 136-4, act. G 1 Ziff. III/7). Dies mag zwar teilweise
zutreffen, wenngleich einige Hinweise doch zu finden sind (vgl. insbesondere IV-act.
122-34 Ziff. 5.4.3, 3. Absatz u.a. zu chronischen körperlichen Begleiterkrankungen,
primärem Krankheitsgewinn, psychischer Komorbidität). Dies ist jedoch aktuell nicht
mehr entscheidend. Relevant ist vielmehr, dass insbesondere der psychiatrische Teil
auf einer ausreichenden Ressourcen- und Konsistenzbeurteilung unter umfassendem
Einbezug der Alltagsaktivitäten der Beschwerdeführerin beruht. So ist sie zumindest
familiär gut integriert, betreut ihren im Begutachtungszeitpunkt _-jährigen Sohn und
unterhält zu den beiden erwachsenen Kindern regen Kontakt. Sie gab an, nicht den
ganzen Tag untätig in der Wohnung herumsitzen zu können, und daher zu versuchen,
leichte Arbeiten zu verrichten. So hängt sie beispielsweise Wäsche auf, wenngleich sie
dabei nach einer Maschine Einschränkungen erwähnt (IV-act. 122-31; zu kleineren
Reinigungsarbeiten zudem IV-act. 122-46 Ziff. 3.2.3). Nach Möglichkeit laufe sie zur
Migros, bereite für den jüngsten Sohn das Mittagessen, räume die Küche auf, gehe
spazieren (IV-act. 122-32). Einkäufe werden gemeinsam mit dem (ebenfalls IV-
berenteten) Ehemann erledigt (IV-act. 122-46). Auch von einem offenbar grossen
Bekanntenkreis ist die Rede (vgl. diesbezüglich bereits die Gutachten von Dr. C._, IV-
act. 53-2, 14-3), in dem es viele Hochzeiten gebe, an denen die Beschwerdeführerin
offensichtlich teilnimmt. Auch wenn sie in diesen und ihren sonstigen Aktivitäten
Einschränkungen bzw. das Auftreten von Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden
schildert, ist sie augenscheinlich in der Lage und hat genügend Energie, insgesamt ein
doch recht aktives Leben zu führen. Damit in Einklang steht, dass Dr. G._ eine
lebhafte Mimik und Gestik beobachtet hat, den Antrieb hat er (durch unproduktive
Unruhe) als gehoben beschrieben (IV-act. 122-33). Eine soziale Zurückgezogenheit hat
Dr. G._ verneint (IV-act. 122-34). Die Beschwerdeführerin fährt weiterhin Auto, wenn
auch nach ihren Angaben nur innerorts (IV-act. 122-32). Sie reist offenbar jährlich mit
der Familie in den Sommerferien ihres Sohnes ins Heimatland (IV-act. 109-1). Im
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Übrigen ist zu beachten, dass Dr. G._ eine Ausweitungstendenz der somatischen
Beschwerden erwähnte, die durch entsprechende (wie die Beschwerdegegnerin zu
Recht vorbrachte lediglich mit Diagnosecoden der Z-Gruppe klassifizierten, vgl. IV-act.
137, 138-1) akzentuierte Persönlichkeitszüge in übertriebener und dramatischer Weise
dargestellt würden (IV-act. 122-34).
3.2.3 Insgesamt ist festzuhalten, dass die medas-Gutachter eine Ressourcen- und
Konsistenzprüfung vorgenommen haben. Ihre Beurteilung bleibt auch nach der
Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 verwertbar; darauf ist abzustellen. Die
Beschwerdeführerin legt denn auch nicht substanziiert dar, welche ressourcen- oder
konsistenzrelevanten Aspekte die medas-Gutachter ausser Acht gelassen hätten.
3.3 Gestützt auf das medas-Gutachten ist somit davon auszugehen, dass die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für körperlich adaptierte
Tätigkeiten aus objektiver Sicht 20% nicht übersteigt. Die Beschwerdeführerin
verdiente beim letzten Arbeitgeber eher unterdurchschnittlich (Fr. 41'664.- im Jahr
1998, vgl. den Arbeitgeberfragebogen vom 11. Mai 1999 [IV-act. 6-2; vgl. ferner auch
IV-act. 127]; verglichen mit dem durchschnittlichen Jahreseinkommen von
Hilfsarbeiterinnen im Jahr 1998 gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung von Fr.
44'058.-). Ob ein Tabellenlohnabzug zu gewähren wäre, ist fraglich, erfolgte die im
medas-Gutachten attestierte Einschränkung von 20% doch wegen einer Reduktion des
Rendements, sodass zumindest gewisse vom Tabellenlohnabzug abgedeckte Aspekte
bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt sind. Weitere Ausführungen
und eine exakte Festsetzung des allfälligen Abzugs erübrigen sich jedoch. Da die
Gewährung des Maximalabzugs von 25% offenkundig nicht angezeigt ist, resultiert
ohnehin kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40%.
4.
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist die Dreijahresfrist von lit. a Abs. 1
SchlBest. eingehalten, wenn das Verfahren zur Rentenüberprüfung innert dieser Frist,
also bis Ende 2014, eingeleitet wird. Nicht verlangt wird, dass das Verfahren innert
dieser Frist auch abgeschlossen sein muss (vgl. m.w.H. den Entscheid 9C_417/2017
vom 19. April 2018, E. 4.6). Dass ein Revisionsverfahren zur Zeit des Inkrafttretens der
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SchlBest. am 1. Januar 2012 bereits im Gang war, schliesst ferner eine Rentenprüfung
auf deren Grundlage nicht aus (m.w.H. 9C_417/2017 E. 4.6). Vorliegend wurde im April
2011 ein (gewöhnliches) Revisionsverfahren eingeleitet. Spätestens ab Mai 2014 wurde
das Verfahren auch mit Blick auf die Voraussetzungen der SchlBest. geführt (vgl. IV-
act. 104, aus dem sich indes noch keine explizite Bezugnahme auf die SchlBest.
ergibt). In den Begleitschreiben zu den im Juli 2014 an die behandelnden Ärzte
versandten Fragebogen wird die IV-Revision 6a dann ausdrücklich erwähnt (IV-act. 112
f.). Es ist nicht erforderlich, dass die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt auch
Kenntnis davon hatte, dass (auch) eine Überprüfung gemäss den SchlBest. in Gang
war. Die Dreijahresfrist von lit. a Abs. 1 SchlBest. ist jedenfalls eingehalten.
5.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass vor einer Renteneinstellung zwingend
Eingliederungsmassnahmen hätten geprüft werden müssen. Offensichtlich vor dem
Hintergrund von lit. a Abs. 2 SchlBest. hat die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 18. Mai 2015 angeboten, sie beim
Wiedereinstieg ins Berufsleben zu unterstützen (IV-act. 126-1). Beigelegt war ein
Anmeldetalon, auf dem die Beschwerdeführerin ihre Bereitschaft, aktiv an beruflichen
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, unterschriftlich bestätigen sollte (IV-act.
126-2). Sie unterzeichnete das Formular am 23. Juni 2015 zwar mit der Bemerkung,
ihre rechte Schulter könne sie nicht belasten (IV-act. 135). Am 16. Juni 2015 hatte sie
der Beschwerdegegnerin jedoch bereits unmissverständlich mitteilen lassen, dass es
ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sei, das Angebot betreffend berufliche
Eingliederungsmassnahmen wahrzunehmen (IV-act. 134). Im Einwand vom 8. Juli 2015
bestritt sie lediglich die Voraussetzungen für eine Rentenaufhebung, brachte aber keine
Eingliederungsbereitschaft zum Ausdruck (IV-act. 136). Vor diesem Hintergrund ist
davon auszugehen, dass die Eingliederung mangels Interesses der Beschwerdeführerin
nicht erfolgversprechend gewesen wäre (zu dieser Anforderung m.w.H. BGE 141 V 385
E. 5.3), sodass die Rentenaufhebung ohne Durchführung der in lit. a Abs. 2 und 3
SchlBest. vorgesehenen Massnahmen erfolgen konnte. Die Durchführung eines
persönlichen Gesprächs mit der Beschwerdeführerin, das gemäss Rz. 1004.2 KSSB
(Kreisschreiben über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des
IVG, gültig ab 1. Januar 2012, Stand 1. Januar 2016) "in jedem Fall" zu führen ist,
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erübrigt sich dann, wenn offenkundig ist, dass die subjektive Eingliederungsfähigkeit
und Motivation (vgl. dazu Rz. 1007 KSSB) fehlen, wovon vorliegend auszugehen ist
(vgl. dazu auch die Ausführungen im medas-Gutachten zur verfestigten niedrigen
subjektiven Selbsteinschätzung und Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin, IV-act.
122-41). Im Übrigen ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin beim Angebot der
Beschwerdegegnerin zur Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung über die
Möglichkeit der maximal zweijährigen Weiterausrichtung der Rente informiert wurde
(IV-act. 126-2) und zudem rechtskundig vertreten war und sich trotzdem nicht zu einem
Gespräch motivieren konnte
6.
6.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen erfolgte die verfügte Renteneinstellung zu
Recht. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Sie ist der
unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der bereits bezahlte
Kostenvorschuss ist daran anzurechnen.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.