Decision ID: 5cf40202-3302-4202-8d42-2f370c999e17
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1950, war zuletzt vom 1. März 2004
bis 1. März 2006 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter beschäftigt, wobei der letzte Arbeitstag am 12. Januar 2006 war (Urk. 10/23 Ziff. 2.1, 2.3 und 2.7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erteilte dem Versi
cherten - nach entsprechender Anmeldung am 5. Juli 2005 (Urk. 10/1) - mit Verfügung vom 16. November 2005 Kostengutsprache für orthopädische
Se
rien
schuhe
(Urk. 10/13).
Am 25. Mai 2007 meldete sich der Versicherte mit dem Antrag auf berufliche Massnahmen und Rente erneut an (Urk. 10/16 Ziff. 7.8). Die IV-Stelle holte medi
zinische Berichte (Urk. 10/14-15), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 10/23) und einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 10/24) ein und zog Akten des
Kran
kentaggeldversicherers
(Urk. 10/27), darunter auch medizinische Unterlagen (Urk. 10/27/4-5, Urk. 10/27/7-8, Urk. 10/27/12, Urk. 10/27/15-16), bei.
Mit Vorbescheid vom 24. September 2007 (Urk. 10/33) und Verfügung vom 5. November 2007 (Urk. 10/36) hielt die IV-Stelle fest, Arbeitsvermittlung sei zurzeit nicht möglich.
Mit Vorbescheid vom 8. November 2007 stellte die IV
Stelle die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht (Urk.
10
/39),
wozu der Versicherte am 10. De
z
ember 2007 Stellung nahm (Urk. 10
/40).
Mit Verfü
gung vom 19. Dezember 2007 verneinte die IV-Stelle einen Rentenan
spruch (Urk.
10
/42
)
.
Gegen die Verfüg
ung vom 19. Dezember 2007 (Urk. 10/42
) erhob der Versi
cherte am 21. Januar 2008 Beschwerde (Urk. 1
0/44/3-5)
, welche vom hiesigen G
ericht mit Urteil vom 28. Juli 2009 (Urk. 10/50) abgewiesen wurde.
Auf die am 3. September 2009 dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 10/51)
trat das Bundes
gericht mit Urteil vom 25. September 2009 nicht ein (Urk. 10/52).
1.2
Am 3. November 2009 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug an und machte eine Verschlechte
rung seines Gesundheitszustandes geltend (Urk. 10/54).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte wiederum medizinische Berichte (Urk. 10
/58/6
,
Urk. 10/59-60)
sowie
einen IK-Auszug (Urk. 10/56)
ein
und gab ein interdisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 11. Dezember 2010 erstattet wurde (Urk. 10/71).
Mit Vorbescheid vom 25. November 2011 (Urk. 10/85) stellte die IV-Stelle die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht, wozu der Versicherte am 23. Dezember 2012 Stellung nahm (Urk. 10/88). Mit Verfügung vom 19. April 2012 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten
eine
Viertelsrente
bei einem
Invali
ditätsgrad
von 40 % zu
(Urk. 10/96 = Urk. 2)
, wobei
im ersten Verfügungsteil die
Rente
mit Wirkung ab 1. Mai 2012
zugesprochen
und im Dispositiv
von Verfügungsteil 2
der Anspruch auf eine
Viertelsrente
mit Wirkung ab dem 4.
November 2009 festgehalten
wurde
.
Betreffend die Zeit von Nove
mber 2009 bis April 2012 wurde
eine separate
Verfügung in Aussicht gestellt. Diese wurde sodann am 24. Juli 2012 (Urk. 16/2-4) erlassen.
2.
Gegen die Verfügung vom 19. April 2012 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 23. Mai 2012 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei abzuändern und ihm sei eine ganze Rente zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
26
.
Juni
20
12
beantragte die Beschwerdegegnerin
die Androhung einer
reformatio
in
peius
, eventuell sei die Sache materiell z
u entscheiden, in
dem
Sinne
,
dass
die
Viertelsrente
ab dem 1. Mai 2010 zuzusprechen
sei
(Urk. 9).
Mit
Beschluss vom 20. Juli 2012
wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit
gegeben, sich
zur dar
gelegten Möglichkeit einer Schl
echterstellung zu äussern (Urk. 12)
. Gleichzeitig wurde sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(vgl. Urk. 1 S. 1 unten)
abgewiesen.
Nachdem der Beschwerdeführer von der Gele
genheit, sich zur Frage der
reformatio
in
peius
zu äussern, keinen Gebrauch gemacht hatte, wurde am 20. September 2012 der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zunächst zu prüfen ist die Frage des Streit- und Anfechtungsgegenstandes im vorliegenden Verfahren.
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur
Rechts
verhältnisse zu überprüfen bzw. zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwal
tungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfügung bzw. eines
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Ver
fügung bzw. der
Einspracheentscheid
den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfü
gung bzw. kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a S. 414).
1.2
Die Beschwerdegegnerin verfügte
am
19. April 2012
(Urk. 2)
über die Rentenleis
tun
gen
, wobei im ersten Verfügungsteil die Auszahlungsmodalität
für die Zeit ab 1. Mai 2012
(S. 1) und im Dispositiv des zweiten Verfügungsteils der Anspruch der Rente mit Wirkung ab dem 4. November 2009 festgehalten wurde (S. 6 unten).
Zur Auszahlungsmodalität für
die Zeitperiode v
on November 2009 bis April 2012 stellte die Bes
chwerdegegnerin
eine separate Verfügung in Aus
sicht
, sobald das Verrechnungsver
fahren mit der AXA Winterthur ab
geschlos
sen sei
(S. 1)
.
Formell erliess die Beschwerdegegnerin am
24. Juli 2012
sodann die Verfügung
en
betreffend die Auszahlungsmodalität
für die Zeit ab dem 4.
Novembe
r 2009 bis 30. April 2012 (Urk. 16/2-4
).
Noch vor
Erlass dieser Verfügungen vom 24. Juli 2012
, nämlich am 23. Mai 2012 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde und beanstandete die von der Beschwerdegegnerin festgelegte
Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer
Verweistä
tigkeit
(Urk. 1). Zum zeitlichen Aspekt der
Rentenzusprache
äusserte sich der Beschwerdeführer nicht.
Gegen die Verfügung
en
vom
24. Juli 2012
betreffend die Auszahlungsmodalität für die Zeit von November 2009 bis April 2012 wurde keine Beschwerde erho
ben, weshalb fraglich ist, ob diese in Rechtskraft erwachsen ist.
1.3
Nach BGE 125 V 413 liegt materiell ein einziges Rechtsverhältnis vor, wenn eine Leistung rückwirkend zugesprochen, diese aber gleichzeitig befristet, her
auf- oder herabgesetzt wird.
Dies gilt gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung auch dann, wenn die Zuspre
chung der Leistung und deren Anpassung an inzwischen eingetretene veränderte Verhältnisse (z.B. aus technischen Gründen) in zwei oder mehreren separaten Verfügungen gleichen Datums angeordnet werden. Für die gericht
li
che Überprüfbarkeit kann es keinen Unterschied machen, ob die IV
Stelle eine oder mehrere Verfügungen redigiert und eröffnet, denn am Verfügungsinhalt änder
t sich nichts (BGE 131 V 164 E
. 2.3.2).
Das
Bundesgericht
hat sich im letztgenannten Entscheid weiter mit der Frage auseinandergesetzt, wie es sich mit der gerichtlichen Prüfungsbefugnis verhält, wenn die leistungszusprechende Verfügung und eine allfällige zweite oder wei
tere Verfügung über deren rückwirkende Abänderung zufolge Anpassung an eingetretene veränderte Verhältnisse zeitlich auseinander liegen. Dazu hat es erwogen, dass ein zeitlich gestaffelter Verfügungserlass, soweit er die rückwir
kende Festlegung des Invaliditätsgrades betrifft, aus
den
in BGE 125 V 413 dar
gelegten
materiellrechtlichen
Gründen unzulässig ist. Eine rückwirkend vorge
nommene befristete und/oder abgestufte Rentenzusprechung hat vielmehr aus einem einheitlichen Beschluss der IV-Stelle heraus zu erfolgen und ist demzu
folge zeitgleich verfügungsweise zu eröffnen. In anfechtungs- und
streitgegen
ständlicher
Hinsicht ist es irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Ver
fügungen gleichen Datums eröffnet wird. Es gelten die Grundsätze gemäss BGE 125 V 413 (BGE 131 V
166 E
. 2.3.3-4).
1.4
Obwohl v
orliegend nicht die Zusprechung der Leistung und deren Anpassung in zwei Verfügungen angeordnet
wurden
,
kann
für die Frage der gerichtlichen
Überprüfbarkeit
die vorgenannte Rechtsprechung
in analoger Weise
h
eran
gezo
gen werden.
So
ist es
auch im vorliegenden Verfahren
in anfechtungs- und streitgegenstän
dlicher Hinsicht nicht relevant
, ob die Auszahlungsmodalität einer Invalidenrente in einer oder mehreren Verfüg
ungen eröffnet wird
. Es gel
ten demnach
die
Grundsätze gemäss BGE 125 V 413
und
ist in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht festzuhalten, dass die vorliegende
Renten
zu
spra
che
mit Wirkung ab 4. November 2009
als einheitliches Rechtsverhältnis im Sinne von
BGE 125 V 416 E
. 2b zu verstehen ist
. Dies gilt umso mehr, als sich am Verfügungsinhalt nichts ändert, wenn die Auszahlungsmodalität in mehreren Verfügungen eröffnet wird und
zwischenzeitlich auch keine
Re
visions
gründe
festgestellt wurden
. Es wurde vielmehr
für den gesamten Zeit
raum - gestützt auf einen einheitlichen Beschluss
der Beschwerdegegnerin
vom
22
.
März
20
12 (vgl. Urk. 10
/
93
-94
)
die Rente auf der Grundlage eines
Invali
ditätsgrades
von
40
% zugesprochen.
Damit ist weder eine Teilrechtskraft ein
getreten noch ist die richterliche Überprüfungsbefugnis eingeschränkt, so dass die
Invaliditäts
be
messung
sowie die
Rentenzusprache
für die gesamte Zeit
ab 4
.
November
200
9
überprüft werden darf.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der
Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des
invaliditätsbeding
ten
Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinwei
sen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der frühe
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materi
elle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.6
N
ach Art. 61
lit
. d ATSG ist das Versicherungsgericht an die Begehren der Par
teien nicht gebunden. Es kann eine Verfügung oder einen
Einsprache
entscheid
zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist.
3.
3.1
Mit Verfügung vom
19
. Dezember 200
7
(Urk.
10/42
), welche mit Urteil des hiesi
gen Gerichts IV.200
8
.00
074
vom 2
8
.
Juli 2009
bestätigt wurde (Urk.
10/50; vgl. auch den
Nichteintretensentscheid
des Bundesgerichts vom 25. September 2009, Urk. 10/52
), war der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ausgehend von de
n
Diagnose
n
eine
s Diabetes mit Polyneuropathie sowie einer chronischen venösen Insuffizienz
und der attestierten Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer
leidensangepassten Tätigkeit (vgl.
das
Urteil des hiesigen Gerichts IV.200
8
.00
074
vom 2
8
.
Juli 2009, E. 4.4,
Urk.
10/50 S. 8
) verneint worden.
Auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
3
.
November 2009
(Urk.
10/54
) ist die Verwaltung eingetreten, womit sich die
gericht
liche Beur
teilung der
Eintretensfrage
erübrigt (BGE 109 V 108 E. 2b).
3.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass dem Beschwerdeführer seine ange
stammte
Tätigk
eit zwar nicht mehr zumutbar sei
, er in ein
e
r ange
passten Tätigkeit
hingegen
zu 80 % arbeitsfähig sei.
Gestützt darauf ermittelte sie – unter Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 25 % - einen
Invali
ditätsgrad
von 40 %.
3.
3
Der Beschwerdeführer
wandte sich beschwerdeweise (Urk. 1) gegen die von der Beschwerdegegnerin veranlasste Begutachtung und bemängelte insbesondere die Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit (S. 3).
3.
4
Strittig und zu prüfen ist somit
zunächst ob sich der Gesundheitszustand oder die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu
stands seit der leistungsverweigernden Verfügung vom 19. Dezember 2007 erheblich verändert haben sowie
die Höhe des Invaliditätsgrades.
4.
4.1
Dr. med.
Z._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 8. Juli 2008 (Urk. 10/53) und nannte folgende Diagnosen
(S. 1)
:
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bei metabo
li
schem Syndrom ICD-10 F32.11
PAVK der unteren Extremitäten
diabetisches Fusssyndrom beidseits (links mehr als rechts)
Mediakalzinose
klinisch Obstruktionen
crural
beidseitig (links mehr als rechts)
links
epithelialisierte
Läsion
Dig
. III nach Entfernung einer
hyperkeratotischen
Schwiele bei hochgradiger Stenose der
A.
tibiali
s
anterior
links
kardiovaskuläre Risikofaktoren (
cvRF
)
: Diabetes mellitus Typ 2,
Dyslipi
dämie
, arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ 2, Erstdiagnose etwa 2002
insulinpflichtig seit 2006
diabetische Polyneuropathie
chronisch venöse Insuffizienz Stadium I beidseits
Status nach
Crossektomie
und Stripping der
Vena
saphena
magna beid
seits Februar 2006
Sie führte aus, der Beschwerdeführer habe seine Zuckerkrankheit schwer verar
beitet und eine depressive Reaktion geboten. Er sei zunehmend gereizt und aggressiv gegenüber seiner Gattin und den Töchtern und habe massive Schlaf
störungen und das Gefühl von Wertlosigkeit entwickelt. Aus rein psychiatri
scher Sicht sei der Beschwerdeführer derzeit zu 50 % arbeitsunfähig (S. 2).
4.2
Die Ärzte des
Spitals A._
, Klinik für Endokrinologie,
Diabeto
logie
und klinische Ernährung, Departement Innere Medizin, berichteten am 27. März 2009 (Urk. 20 im Verfahren IV.2008.00074) und nannten folgende Diagnosen:
Diabetes mellitus Typ 2
Polyneuropathie
Nephropathie
diabetisches Fusssyndrom mit
ausgeprägter, rezidivierender Hyperkeratose
Dig
III links
ausgeprägt schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie
Onychomykosis
PAVK beidseits linksbetont
c
ruralen
Obstruktionen
Mediakalzinose
arterielle Hypertonie
Prä-Adipositas
Dyslipidämie
chronisch venöse Insuffizienz II
Status nach
Crossektomie
und Stripping beidseits Februar 2006
Sie führten aus,
das Hauptproblem des diabetischen Fusssyndroms sei durch die diabetesassoziierte, stark schmerzhafte Polyneuropathie und die periphere arte
rielle Verschlusskrankheit bedingt. Unter diesen Voraussetzungen bestünden kaum zu therapierende Fussschmerzen und vermehrte Hornhautbildung an den Füssen mit der Gefahr der Hautläsionen. Als wichtigste und andauernde thera
peutische Massnahme müsse der Beschwerdeführer den Fuss möglichst entlasten (Schuhwerk, körperliche Aktivität). Die Arbeitsfähigkeit sei unter diesen Voraus
setzungen für körperlich strenge Arbeiten nicht mehr gegeben. Es seien einzig leichte Tätigkeiten (sitzend, mit gelegentlicher leichter Aktivität) möglich (S. 1 unten).
4.3
Dr. med.
B._
, Teamleiter technische Orthopädie,
C._
, berichtete am 2. Dezember 2009 (Urk. 10/58/6)
und führte aus, der Beschwerdeführer leide an einem Diabetes mellitus mit multiplen Kompli
kationen.
Die Arbeitsunfähigkeit sei bisher durch die
Diabetologen
des
A._
festgelegt worden.
4.4
Die Ärzte des
A._
, Klinik für Endokrinologie,
Diabetologie
und klinische Ernäh
rung, Departement Innere Medizin, berichteten am 28. Dezember 2009 (Urk.
10/59/5-7)
und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit (S. 1):
Diabetes mellitus Typ 2 mit stark schmerzhafter Polyneuropathie
diabetisches Fusssyndrom
rezidivierender Hyperkeratose
Hohmann-Operation III links am 23. März 2009 bei
Hammerzehendeformität bei chronisch
em
Ulkus
PAVK beidseits linksbetont
k
ru
lare
Obstruktionen
Mediakalzinose
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine
Dys
lipidämie
sowie eine chronisch venöse Insuffizienz bei Status nach
Crossekto
mie
und Stripping beidseits Februar 2006.
Sie führten aus
,
die Vermeidung von körperlicher Belastung sei zu empfehlen (S. 2 unten). Beim diabetischen Fuss-Syndrom sei aufgrund der gestörten Sensi
bilität und aufgrund der Fussdeformität eine körperliche Belastung nur zeitlich limitiert von reduzierter Intensität möglich. Entsprechend sei die Arbeit auf dem Bau nicht realistisch (S. 3 oben). Der Beschwerdeführer könne einer angepassten Tätigkeit (keine körperliche Belastung, wiederholte Positionswechsel) nachgehen (S. 3 unten).
4.5
Dr.
Z._
berichtete am 22. Januar 2010 (Urk. 10/60
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) bei metabolischem Syndrom (ICD-10 F32.1)
kvRF
: Diabetes mellitus Typ 2,
Dyslipidämie
, arterielle Hypertonie
Hammerzehendeformität
Dig
. III Fuss links (operative Korrektur
n
ach Hohmann am 23. März 2009 bei persistierendem Ulkus über der
Zehen
kuppe
)
PAVK der unteren Extremitäten
diabetisches Fusssyndrom beidseits (links mehr als rechts)
Mediakalzinose
beidseits
Angiographisch 28. Januar 2008 2-Gefäss-run-off beidseits
(chronischer Verschluss A.
tibialis
anterior
rechts und A.
tibialis
posterior
links)
l
inks:
epithelialisierte
Läsion
Dig
. III nach Entfernung einer
hyper
kerat
o
tischen
Schwiele bei hochgradiger Stenose der
A.
tibialis
anterior
links
Diabetes mellitus Typ 2, Erstdiagnose etwa 2000
insulinpflichtig seit 2006
Spätfolge-Komplikationen: periphere Polyneuropathie
Makroangiopathie
chronisch venöse Insuffizienz Stadium I beidseits
Status nach
Crossektomie
und Stripping der V.
saphena
magna beid
seits Februar 2006
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte sie einen Zustand nach
Nikotinabusus
.
Sie führte aus, die psychiatrische Behandlung sei im Rahmen einer depressiven Dekompensation erfolgt, nachdem beim Beschwerdeführer Anfang Januar 2008 eine „Operation“ (Entfernung einer
hyperkeratotischen
Schwiele) a
n
der
dritten Zehe des linken Fusses stattgefunden habe.
Der Beschwerdeführer habe sein Selbstwertgefühl verloren und massive Zukunftsängste, da auch seine Ehefrau schwer krank sei (Ziff. 1.4).
Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerde
führer für seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter zu 100 %
arbeitsun
fähig (Ziff. 1.6). Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei der Beschwer
deführer zu 50 % arbeitsfähig (Ziff. 1.7). Bei Besserung der depressiven Symp
tomatik sei damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer mit seiner
Grunder
krankung
sowie deren Folgen besser umgehen könne (Ziff. 1.8).
4.6
Die Gutachter des
D._
erstatteten ihr inter
disziplinäre
s
Gutachten am 11. Dezember 2010 (Urk. 10/71) gestützt auf
die Anamnese, die Befunde, die internistische, orthopädisch-chirurgische und psy
chiatrische Beurteilung
sowie die
Akten.
Sie
nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 28 Ziff. 6.1):
diabetisches Fusssyndrom beidseits mit/bei:
ausgeprägter peripherer Polyneuropathie
Makroangiopathie
mit Verschluss der A.
tibialis
anterior
rechts
und der A.
tibialis
posterior
links
Beginnendem
Malum
perforans
mit rezidivierenden Ulzerationen
an den Zehenkuppen links
ausgeprägter Gangataxie mit
burning
feet
-Syndrom
Hammerzeh-Deformität
Dig
. IV links und
Dig
. III und IV rechts
chronische venöse Insuffizienz Stadium I bis II beidseits mit/bei:
Status nach
Crossektomie
und Stripping der V.
saphena
magna beid
seits im Februar 2006 wegen
Varicosis
crurum
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Sie nannten folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 28 Ziff. 6.2):
metabolisches Syndrom mit/bei:
Adipositas Grad I nach WHO
insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2 und
diabetischer Polyneuropathie
Mikro- und
Makroangiopathie
arterieller Hypertonie
Dyslipidämie
Morbus
Dupuytren
beidseits
Sie führten aus, zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegeben
hei
ten und Befunde sei der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht wegen seines diabetischen Fusssyndroms beidseits als Bauarbeiter seit 2006 dauerhaft nicht mehr einsetzbar
(S. 33 f.)
. Für alle rein stehenden oder gehen
den Tätig
keiten bestehe eine dauerhafte, 100%ige Arbeits
un
fähigkeit
(S.
34)
.
In einer dem Leiden optimal angepassten, körperlich leichten, vorwiegend sitzen
den, gelegentlich wechselbelastenden Tätigkeit ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten und mit der Möglichkeit, regelmässige Pausen zur Blutzuckermessung und zur Insulinapplikation
einzulegen,
bestehe aus
chirurgisch-orthopädischer
Sicht
eine medizinisch begründbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
% (S. 23 unten
).
Aus rein psychiatrischer Sicht sei insgesamt von einer
seit 2008 bestehenden
30%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 27 Mitte).
4.7
Dr.
Z._
berichtete am 15. Februar 2011 (Urk. 10/73 = Urk. 3) und führte aus,
sie behandle den Beschwerdeführer seit dem 22. Januar 2008. Er leide an einer rezidivierende
n
depressiven Störung, gegenwärtig an einer mittelgradigen Episode mit somatischem Syndrom
bei metabolischem Syndrom
(ICD-10 F33.11)
. Die psychiatrische Problematik des Beschwerdeführers werde im psy
chiatrischen Teilgutachten vollkommen unterschätzt und die Arbeitsfähigkeit zu hoch eingestuft. Sie erlaube sich zu sagen, dass die Kommunikation aufgrund von Konzentrationsstörungen des Beschwerdeführers auch in der Muttersprache äusserst gestört sei. Der Beschwerdeführer leide an einer depressiven Verstim
mung seit sein Bruder im Bosnienkrieg gefallen sei, könne sich jedoch über seine Emotionen
nur schwer ausdrücken
. Sie sei der Meinung, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner depressiven Antriebs- und Stimmungslage, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und der Einnahme von
Oxy
contin
zu 50 % arbeitsunfähig sei. Die depressive Symptomatik verschlech
tere das metabolische Syndrom.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers vorwiegend auf das
D._
-Gutachten vom 11. Dezember
2010 (vgl. vorstehend E. 4.6) ab
, soweit dieses eine chirurgisch-orthopädische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 20 %
attestierte (Urk. 2 S. 5).
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
D._
-Gutachten
(Urk.
10/71)
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist und zudem mit der Beurteilung durch
E._
-Ärztin med.
pract
.
F._
, Fachärztin für Innere Medizin FMH (vgl. Urk. 10/83/5), überein
stimmt
.
Es beruht auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen des Beschwerdeführers sowie auf einer ausführlichen Anamnese und berücksichtigt die von ihm geklagten Beschwerden sowie sämtliche Befunde in angemessener Weise.
Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten me
dizinischen Situation Rechnung. So machten die Gutachter
ausdrücklich
darauf aufmerksam, dass
aufgrund de
s
nicht optimal einzustellenden Diabetes mellitus auch zukünftig mit einem chro
nischen Verlauf zu rechnen sei (S. 23
unten).
Weiter
bezogen
sie
ausdrücklich Stellung zu
r Gangataxie des Beschwerdeführers
und setzten sich differenziert mit
dessen a
kt
uellen Hauptproblem
, den perma
nent vorhandenen schmerzhaften Missempfindungen im Bereich beider Füsse
auseinander
(S. 31 Ziff. 7.3
, S. 32 oben
).
Die Gutachter machten zudem
darauf aufmerksam, dass der Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen Explora
tion Symptome beschrieben habe, welche für ein
leichtgradig
depressives Zusta
ndsbild sprächen (S. 33 Mitte).
Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszu
stand und Arbeitsfähigkeit werden
- soweit sie den somatischen Gesundheits
zustand betreffen -
nachvollziehbar begründet.
So
begründeten sie einlässlich und sorgfältig, dass
dem Beschwerdeführer
aus chirurgisch-orthopädischer Sicht
lediglich noch körperlich leichte, vorwiegend sitzende, gelegentlich wechselbe
lastende Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten und mit der Mög
lichkeit, regelmässige Pausen zur Blutzuckermessung und zur Insulinapplikation
einzulegen,
zumutbar seien.
Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Berichts (vgl. vorstehend E. 2.5) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
in Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand
abge
stellt werden kann.
Soweit im
D._
-Gutachten vom 11. Dezember 2010 unter Berücksichtigung der psychischen Beschwerden aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 30 % attestiert wurde (Urk. 10/71 S. 34), kann jedoch nicht darauf abgestellt werden. Denn die darin enthaltene psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit basiert auf der diagnostizierten leichten depressiven Episode (Urk. 10/71 S. 28). Diese psychiatrische Diagnose führt indes
rechtsprechungs
gemäss
nicht zu einer zu berücksichtigenden Arbeitsun
fähigkeit, weshalb ledig
lich die chirurgisch-orthopädische Einschränkung von 20 % (Urk. 10/71 S. 33) zu beachten ist. Diese nunmehr und im Gegensatz zu 2007 attestierte chirur
gisch-orthopädisch begründete Einschränkung stellt zudem die geforderte wesentliche Veränderung in den erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheits
zustandes (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen) dar.
5.2
Demgegenüber kann
auf die Beurteilung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
Z._
(vgl. E.
4.5 und 4.7)
nicht
abgestellt werden. So nannte
Dr.
Z._
in ihren Berichten
lediglich die Diagnosen und
legte weder die erhobenen Befunde dar, noch
gab
sie eine nachvollziehbar begründete und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
ab
. Die angeführten Gründe, weshalb dem Beschwerdeführer auch eine angepasste Tätigkeit lediglich zu 50 % zumutbar sein soll, beruhe
n auch
auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, welche jedoch für die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit nicht massgebend sind.
Abgesehen davon
kann nicht ausgeschlossen werden
, dass Dr.
Z._
die von ihr erwähnten psy
cho
sozialen Belastungsfaktoren
, welche für das Beschwerdebild des Beschwer
deführers mitverantwortlich sind und seine Leistungsbereitschaft negativ beein
flussen, bei
der
Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit
berücksichtigte
.
Ausserdem machte Dr.
Z._
weder nähere Angaben zu funktionelle
n
Einschränkungen, noch äusserte sie sich zu möglichen adaptier
ten Tätigkeiten.
Entgegen den Ausführungen von Dr.
Z._
ist die von den Gutachtern des
D._
vorgenom
mene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht zu bean
standen, zumal
es sich bei einer depressiven Episode definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden handelt, welches
in der Regel nicht i
nvalidisierend ist (vgl. Urteil
8C_80/2011 vom 14. Juni 2011
,
E. 6.3.2).
Da Dr.
Z._
den Beschwerdeführer seit
2007 behandelt, muss zudem der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass sie mitunter im Hinblick auf die
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten des Patienten aussagt (vgl. BGE 125 V 352 ff.).
Ihre Ausführungen
vermögen
das ausführli
che und eingehend begründete
D._
-Gutachten demnach nicht zu entkräften.
5.3
S
oweit der Beschwerdeführer geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt, und es se
ien deshalb weitere Abklärungen
zu
tref
fen
, vermag dies nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Sowohl der physi
sche als auch der psych
ische Gesundheitszustand des Be
schwer
deführers wur
den in den Beurteilungen gebührend berücksichtigt. Der Beschwerdeführer ver
mochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Ak
tenlage unzutreffend
beziehungsweise unvollständig ist.
Anzufügen bleibt, dass es im Übrigen unter Beachtung des Unterschieds von medizinischem Behandlungs- und
Abklärungs
auftrag
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353; 124 I 170 E. 4. S. 175; Urteil des Bun
desgerichts 9C_906/2011 vom 8. August 2012 E. 4.4) nicht angeht, eine medizi
nische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu abweichenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäus
serten divergierenden Auffassungen festhalten (Urteile des Bundesgerichts 8C_567/2010 vom 19. November 2010 E. 3.2.2 sowie 9C_710/2011 vom 20.
März 2012 E. 4.5).
Es ist somit angesichts der nunmehr chirurgisch-orthopädisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von 20 % zu einer erheblichen Veränderung in den
erwerbli
chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
gekommen. Eine darüber hinaus gehende Verschlechterung des Gesundheitszu
standes konnte indes nicht nachgewiesen werden.
Die Einwände des Beschwerdeführers in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen sind
nach dem Gesagten
unbehelflich
.
Weitere substantiierte Einwände brachte er nicht vor.
5.4
Zusammenfassend
ist somit
sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
sowie das Zumutbarkeitsprofil
auf das
D._
-Gutach
ten vom
11
.
Dezember
20
10
abzustellen
, soweit es den somatischen Gesundheitszustand betrifft.
5
.5
Die Invaliditätsbemessung im engeren Sinn wurde vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt und gibt aufgrund der Akten zu keinen Beanstandungen An
lass, so dass sich weitere Ausführungen erübrigen.
5.
6
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts sprechen Sinn und Zweck des im Rahmen der 5. IV-Revision geschaffenen Art. 29 Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach dessen Gel
tendmachung) für dessen grun
d
sätzlich sofortige Anwendung auch in Fällen, in denen die einjährige Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG beziehungsweise alt Art. 29 Abs. 1
lit
.
b IVG beim Inkrafttreten am 1. Januar 2008 noch nicht abgelaufen ist. Bei einer einheitlichen Regelung
kann
die Anmeldefrist anspruchswahrend maximal bis Ende Juni 2008 erstreckt werden.
Auf später
erfolgte Anmeldungen
findet
Art.
29 Abs. 1 IVG Anwendung
(
BGE 138 V 475
E.
3.3.1 und E. 3.4).
Da
die Anmeldung
vorliegend
am 3. November 2009 erfolgte (Urk. 10/54), ist in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG von einer Entstehung des Rentenanspruchs frühestens im Mai 2010 auszugehen.
6.
Die angefochtenen Verfügungen vom 1
9
. April 2012 (Urk. 2) beziehungsweise vom
24
.
Juli
2012 (Urk.
16
/
2
-
4
) erweisen sich daher in Bezug auf die
Invalidi
tätsbemessung
als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Andro
hungsgemäss
sind
jedoch
die angefoch
te
ne
n
Verfügung
en
zu Ungunsten des Beschwerdeführers abzuändern mit der Feststellung, dass er
erst mit Wirkung ab
1. Mai 2010 einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.