Decision ID: 89286074-8138-42ed-b953-d2613980c5c9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Thürlemann, Neff Rechtsanwälte,
Poststrasse 17, Postfach 841, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Revision)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1969, arbeitete ab 1. April 1994 als Hilfsschreinerin in einer
Möbelfabrik. Sie kündigte ihr Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2000 mit der Begründung,
sie sei gesundheitlich nicht mehr in der Lage, den von ihr erwarteten Arbeitseinsatz zu
erbringen (act. G 10.1/8). Im Dezember 2001 meldete sie sich zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab an, seit ca. einem Jahr an starken
Schmerzen im linken Arm zu leiden (act. G 10.1/1). Mit Arztbericht vom 9. Februar 2002
diagnostizierte Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, ein cerviko-spondylogenes
Syndrom links, eine Depression und eine distale Radiusfraktur links, welche sich die
Versicherte am 2. Januar 2002 zugezogen habe. Er attestierte der Versicherten in ihrer
bisherigen Tätigkeit als Montagehilfsarbeiterin in einer Möbelfabrik eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Leichte, rückenschonende Arbeiten in verschiedenen
Arbeitspositionen seien demgegenüber in vollem Umfang möglich (act. G 10.1/3). Im
Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen erstattete Dr. med. C._, Arzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, am 17. Dezember 2002 ein psychiatrisches
Gutachten. Darin stufte er die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit als zu 100%
arbeitsunfähig ein. Eine adaptierte leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei ihr im Umfang
von 80% zumutbar. Dabei bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 20% (act.
G 10.1/13). Mit Verfügung vom 12. Juni 2003 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch auf
berufliche Massnahmen ab (act. G 10.1/34). Gegen diese Verfügung erhob die
Versicherte am 23. Juni 2003 Einsprache (act. G 10.1/35). Am 18. August 2003
widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 12. Juni 2003 zwecks Durchführung weiterer
Abklärungen (act. G 10.1/53). Mit Arztbericht vom 23. August 2003 stufte Dr. B._ die
Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit als zu 50% arbeitsfähig ein (act. G 10.1/58 –
2/10). Mit Stellungnahme vom 1. September 2003 erklärte Dr. med. D._, Facharzt für
Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Rheumatologie, vom
Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD), es sei von einer
gesamthaften adaptierten Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen (act. G 10.1/59).
Gestützt auf diese Einschätzung sprach die IV-Stelle der Versicherten mit zwei
Verfügungen vom 19. Februar 2004 für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2003
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eine Viertelsrente und ab 1. Januar 2004, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50%,
eine halbe Invalidenrente zu (act. G 10.1/67 und 69).
A.b Im November 2004 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein. Im Fragebogen
für die Revision der Invalidenrente gab die Versicherte am 9. November 2004 an, sie
leide vermehrt an Schmerzen bei der Arbeit, hauptsächlich im Rücken- und
Schulterbereich (act. G 10.1/73). Mit Verlaufsbericht vom 6. Dezember 2004 attestierte
Dr. med. E._, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, der Versicherten
einen stationären Gesundheitszustand (act. G 10.1/75). Am 22. April 2005 ordnete die
IV-Stelle eine neue medizinische Abklärung an (act. G 10.1/81). Mit Schreiben vom
29. April 2005 beantragte die Versicherte wegen einer Schwangerschaft und einer
Auslandabwesenheit eine Verschiebung der Untersuchung entweder auf Anfang Juli
oder ab Mitte August 2005 (act. G 10.1/82). Die Begutachtung fand jedoch erst im
Sommer 2007 statt. Der Grund für diese Verzögerung ist aus den Akten nicht
ersichtlich. Die Versicherte wurde am 4. Juli 2007 durch Dr. med. F._, Spezialarzt
FMH Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, spez.
Rheumaerkrankungen, und am 9. August 2007 durch Dr. med. G._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, untersucht. In der gemeinsamen interdisziplinären
Stellungnahme vom 29. August 2007 kamen die Gutachter zum Schluss, dass eine
Arbeitsfähigkeit von 100% für wechselbelastende, sich auf gelegentliches maximales
Heben von 5-10 kg beschränkende Tätigkeiten bestehe (act. G 10.1/88). Mit Arztbericht
vom 22. Dezember 2007 erklärte Dr. B._, die Versicherte habe ihn am 10. Dezember
2007 wegen ständigen, in den letzten Wochen verstärkten Beschwerden im Bereich
der ganzen Wirbelsäule aufgesucht. Die Befunde würden sich jedoch nicht von den
Befunden anlässlich der Untersuchung durch Dr. F._ vom 4. Juli 2007 unterscheiden.
Seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit decke sich mit der Beurteilung durch Dr. F._
und Dr. G._ anlässlich des Gutachtens (act. G 10.1/99). Mit Verlaufsbericht vom
31. Dezember 2007 erklärte Dr. E._, der Gesundheitszustand habe sich zur Zeit
verschlechtert. Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte sie eine
depressive Störung mit fluktuierendem Verlauf, chronifiziert, auf. Sie halte eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 40-50% nicht für realistisch (act. G 10.1/100).
Mit Bericht vom 9. Januar 2008 über die am 11. Dezember 2007 durchgeführte
Haushaltabklärung kam die Abklärungsbeauftragte zum Schluss, dass die Versicherte
zu 100% als Erwerbstätige zu qualifizieren sei (act. G 10.1/101). In seiner
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Stellungnahme vom 4. Februar 2008 hielt der RAD eine rentenrelevante
Verschlechterung seit der Begutachtung im August 2007 nicht für ausgewiesen (act.
G 10.1/102).
A.c Mit Vorbescheid vom 13. Februar 2008 wurde der Versicherten die Einstellung der
Rente angekündigt (act. G 10.1/108). Mit Schreiben vom 14. Februar 2008 erklärte die
Versicherte, sie sei mit der Einstellung der Invalidenrente nicht einverstanden. Sie
müsse täglich infolge Rückenschmerzen sowie psychischen Beschwerden die vom
Hausarzt und von der Psychiaterin verordneten Medikamente einnehmen, welche sie
sehr müde machten. Zudem leide sie unter schmerzbedingten Schlafstörungen. Sie
bestehe darauf, dass bei der Abklärung auch ihre beiden behandelnden Ärzte
miteinbezogen würden (act. G 10.1/112). Am 11. März 2008 erhob der von der
Versicherten beauftragte Rechtsanwalt Dr. oec. HSG Niklaus Widmer Einwand gegen
den Vorbescheid vom 13. Februar 2008. Er erklärte, das Gutachten von Dr. F._ und
Dr. G._ weiche wesentlich von der Beurteilung der behandelnden Ärzte ab. Deshalb
habe der Hausarzt Dr. B._ die Versicherte an Dr. med. H._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, überwiesen. Sobald die Begutachtung durch Dr. H._ vorliege,
würde diese der IV-Stelle zugestellt. Die IV-Stelle wurde deshalb ersucht, ihren
Entscheid bis zum Vorliegen der Begutachtung durch Dr. H._ aufzuschieben (act.
G 10.1/113). Mit Stellungnahme vom 27. März 2008 hielt die RAD-Ärztin Dr. I._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, medizinisch gebe es derzeit keinen
Hinweis für eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht sei weiterhin auf das Gutachten Dr. G._ / Dr. F._
abzustellen. Weitere Abklärungen seien aktuell nicht nötig (act. G 10.1/114).
B.
Mit Verfügung vom 28. März 2008 verfügte die IV-Stelle die Einstellung der
Invalidenrente. Zur Begründung führte sie aus, aus medizinischer Sicht sei für leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Der
Einwand des Rechtsvertreters auf den Vorbescheid sei geprüft worden. Die
ergänzenden medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass derzeit kein Hinweis für
eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands vorhanden sei. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht sei weiterhin auf das Gutachten Dr. G._ / Dr. F._
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abzustellen. Weitere Abklärungen seien nicht angezeigt. Das Valideneinkommen
betrage Fr. 41'289.-. Das zumutbare Invalideneinkommen betrage ebenfalls
Fr. 41'289.-, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 0% ergebe. Die Rente werde deshalb
nach Zustellung der Verfügung auf Ende des nachfolgenden Monats aufgehoben (act.
G 10.1/115).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 25. April 2008 (act. G 1) und Ergänzung vom 25. August 2008
erhebt die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Thürlemann,
Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Der Vertreter
beantragt, es sei die Verfügung vom 28. März 2008 betreffend Einstellung der
Invalidenrente aufzuheben, und der Beschwerdeführerin sei die Invalidenrente
mindestens im bisherigen Umfang weiter zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur
erweiterten medizinischen Abklärung und zu neuem Entscheid an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wozu ein interdisziplinäres Gutachten zu
erstellen sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 8, S. 2). Zur Begründung
verweist er im Wesentlichen auf eine bei Dr. E._ eingeholte Stellungnahme vom
6. Mai 2008 (act. G. 8.1/11) und auf den mittlerweile vorliegenden Bericht von Dr. H._
vom 13. Juni 2008 (act. G 8.1/12). Zusammenfassend führt er aus, dass die physischen
und psychosomatischen Leiden bzw. die psychisch bedingten Beeinträchtigungen der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin nicht
hinreichend abgeklärt worden seien und insbesondere nicht auf das Gutachten von Dr.
G._ abgestellt werden könne. Dr. H._ bestätige in seinem Gutachten die bisherige
50%ige IV-Rente, womit der Beschwerdeführerin die IV-Rente in diesem Umfang
weiterhin zuzusprechen sei. Für den Fall, dass das Gericht diesem Antrag nicht folgen
sollte, wäre die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
insbesondere unter dem Aspekt der posttraumatischen Belastungsstörung, der
Extremdosierung mit Antidepressivum, der andauernden Persönlichkeitsänderung und
der Neurasthenie noch umfassend zu klären. Es sei dazu ein interdisziplinäres
Gutachten zu erstellen (act. G 8, S. 10).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen an, sie
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habe die Berichte von Dr. E._ und Dr. H._ dem RAD zur Stellungnahme vorgelegt.
Gemäss RAD-Ärztin Dr. I._ ergebe sich aus versicherungsmedizinischer Sicht durch
die neu vorgelegten Berichte kein Hinweis auf eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands seit der Begutachtung durch Dr. F._ und Dr. G._ (act. G 10).
C.c Mit Schreiben vom 18. November 2008 hat der Rechtsanwalt auf die Einreichung
einer Replik verzichtet (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der verfügten Rentenzusprache vom 19. Februar 2004 (act.
G 10.1/67 und 69) rentenrelevant verbessert hat.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die im Zeitpunkt
gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt
verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1; BGE 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die
angefochtene Verfügung erging am 28. März 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen
ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am
1. Januar 2008 begonnen hat (Einleitung des Revisionsverfahrens unter altem Recht).
Da die 5. IV-Revision bezüglich des Grads und der Bemessung der Invalidität und
bezüglich der Rentenrevision keine Änderung mit sich gebracht hat, stellen sich im
vorliegenden Fall keine intertemporalrechtlichen Probleme. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
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2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28
Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 48 E. 4a in fine).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
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2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE
130 V 343 E. 3.5; BGE 134 V 131 E. 3). Ob eine solche Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der
versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche
Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. BGE 112 V 371 E. 2b mit
Hinweisen). Namentlich gilt es zu beachten, dass sich die medizinische Abklärung im
Rahmen des Revisionsverfahrens nicht auf die Erhebung des aktuellen
Gesundheitszustands beschränken darf. Ergibt die Erhebung des aktuellen
Gesundheitszustands eine Abweichung gegenüber dem Gesundheitszustand, auf den
sich die ursprüngliche Leistungszusprache gestützt hatte, muss vielmehr zusätzlich
abgeklärt werden, ob diese Abweichung auf eine seither eingetretene Veränderung
zurückzuführen ist. Sonst besteht die Gefahr, dass eine abweichende medizinische
Einschätzung eines unverändert gebliebenen Gesundheitszustands fälschlicherweise
als nachträgliche Sachverhaltsänderung interpretiert wird. Eine abweichende
medizinische Einschätzung eines unveränderten Sachverhalts kann allenfalls eine
Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) der ursprünglichen formell rechtskräftigen
Rentenzusprache, nicht aber eine Rentenrevision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
rechtfertigen (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Mai
2009, IV 2008/353, E. 1).
3.
3.1 Vorliegend erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprache am 19. Februar 2004, wobei
der Beschwerdeführerin rückwirkend vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2003 eine
Viertelsrente und ab 1. Januar 2004 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50% eine
halbe Rente zugesprochen wurde (act. G 10.1/67 und 69). Im November 2004 wurde
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ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet. Wegen langwieriger Abklärungen wurde die
Revisionsverfügung erst am 28. März 2008 erlassen (act. G 10.1/115). Vorliegend
massgeblich für die Frage nach der relevanten Sachverhaltsveränderung ist folglich der
Vergleich des Sachverhalts im Februar 2004 mit jenem per März 2008.
3.2 Die ursprüngliche Rentenzusprache stützte sich auf das Gutachten von Dr. C._
vom 17. Dezember 2002 (act. G 10.1/13), den Bericht von Dr. B._ vom 23. März 2003
(act. G 10.1/58) sowie auf die zusammenfassende Würdigung des RAD-Arztes Dr.
D._ vom 1. September 2003 (act. G 10.1/59). Dr. C._ hatte in seinem Gutachten
vom 17. Dezember 2002 folgende Diagnosen gestellt: Leichte bis mittelschwere
depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01 und 32.11) bei
Persönlichkeitsstruktur mit asthenischen und konversionsneurotischen Zügen (ICD-10
F60.8) und cervikospondylogenem Syndrom links mit Parästhesien. Als weitere
Diagnose ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erwähnte er
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3). Aus psychiatrischer
Sicht habe die Beschwerdeführerin eine depressive Störung entwickelt, welche sich
nicht nur psychisch, sondern auch physisch äussere. Auf die vorhandenen Belastungen
reagiere sie, zeitlich mit unterschiedlicher Intensität, mit gedrückter Stimmung,
Interessenverlust, Freudlosigkeit und Verminderung des Antriebs, ausserdem mit
Schuldgefühlen und Gefühlen von Wertlosigkeit, vermindertem Selbstwertgefühl,
Störungen der Konzentration und Schlafstörungen. Auch Angst könne, je nach
Umständen, auftreten. Die psychischen Konflikte würden aber gleichzeitig somatisiert,
äusserten sich auch durch körperliche Beschwerden, die mit dem somatischen
Syndrom innerhalb der Depression einhergingen. Dr. C._ erachtete die
Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als zu 100% arbeitsunfähig. Eine
adaptierte leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei ihr im Umfang von 80% zumutbar.
Dabei bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 20%. Dr. B._ hatte in seinem
Bericht vom 23. März 2003, unter Beilage anderer Arztberichte, folgende Diagnosen
gestellt: Cerviko-spondylogenes Syndrom links, Depression, St. n. distaler
Radiusfraktur links. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit liege
bei 50%. In Würdigung dieser Berichte erachtete der RAD-Arzt Dr. D._ eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit als zumutbar (act. G 10.1/59).
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3.3 Die angefochtene Verfügung stützt sich in erster Linie auf das interdisziplinäre
Gutachten von Dr. F._ und Dr. G._ vom 25. September 2007 (act. G 10.1/88). In
somatischer Hinsicht bestehe aktuell kein symptomrelevantes Leiden. In
psychiatrischer Hinsicht wurden eine Neurasthenie (ICD-10: F 48.0) und eine schwach
ausgeprägte anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4) diagnostiziert.
Dr. G._ führte aus, aufgrund des Untersuchungsbefunds könne er aktuell nicht mehr
von einem relevanten depressiven Zustandsbild ausgehen, hingegen seien die
klassischen Symptome der Neurasthenie, wie beispielsweise Klage über vermehrte
Müdigkeit (auch nach geistigen Anstrengungen), Konzentrationsschwäche, muskuläre
Schmerzen, Spannungskopfschmerzen, Schwindel, Gefühl einer allgemeinen
Unsicherheit sowie Sorge über abnehmendes geistiges und körperliches Wohlbefinden
sehr deutlich vorhanden. Interdisziplinär beurteilt betrage die Arbeitsfähigkeit 100% für
wechselbelastende, sich auf gelegentliches maximales Heben und Tragen von 5-10 kg
beschränkende Tätigkeiten.
3.4 Während die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf Berichte behandelnder Ärzte
geltend macht, ihr Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zur ursprünglichen
Rentenzusprache verschlechtert, geht die Beschwerdegegnerin gestützt auf das
Gutachten von Dr. F._ und Dr. G._ von einem verbesserten Gesundheitszustand
aus.
Bei der Beschwerdeführerin stehen psychische Beschwerden im Vordergrund. Im
anlässlich des Revisionsverfahrens eingeholten Verlaufsbericht vom 6. Dezember 2004
ging Dr. E._ zwar von einem stationären Zustand aus, doch hielt sie fest, das Denken
und der Alltag der Beschwerdeführerin seien nicht mehr von den Schmerzen
beherrscht. Sie (die Beschwerdeführerin) sei freier, fröhlicher und weniger ängstlich.
Dies spricht für eine deutliche Besserung ihres Gesundheitszustands. Nicht
nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang die Bemerkung von Dr. E._, wonach
sich die Verbesserung des Gesundheitszustands vor allem auf die Lebensqualität,
weniger auf die Leistungsfähigkeit auswirken soll (act. G 10.1/75). Dass sich der
Gesundheitszustand auch im Hinblick auf die Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin gebessert hat, geht aus dem Gutachten von Dr. G._ vom 25.
September 2007 hervor. In diesem Gutachten, welches in Kenntnis der Vorakten und
unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
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ergangen ist, kam Dr. G._ zum Schluss, dass kein depressives Zustandsbild mehr
vorliege. Die Grundstimmung der Beschwerdeführerin wirke zurückhaltend-
ausgeglichen, dahinter sei aber eine Bereitschaft zu immer wieder hervorbrechendem
Lachen spürbar. Ebenso spürbar seien aber auch wiederholte, plötzlich auftretende
Müdigkeitsmomente. Das Gesprächsverhalten erlebe er (Dr. G._) als angenehm und
direkt, ebenfalls den Blickkontakt. In Bezug auf affektive Ansprechbarkeit und
emotionalen Ausdruck nehme er normale Verhältnisse wahr; auch hier könne er keine
Hemmung feststellen, aber doch Ermüdungserscheinungen im Lauf des Gesprächs.
Die Mimik sei lebendig-situationsadäquat moduliert, die Sitzhaltung ruhig und
entspannt. Psychomotorisch beobachte er keine Auffälligkeiten, der Antrieb sei
möglicherweise etwas vermindert. Insgesamt habe er bei der Beschwerdeführerin
weniger den Eindruck von einem eigentlich depressiven Zustandsbild als vielmehr von
einer erhöhten Ermüdbarkeit. Die Beschwerdeführerin bestehe aber wiederholt und
dezidiert darauf, depressiv erkrankt zu sein. Diese Beurteilung von Dr. G._ ist
nachvollziehbar und vermag zu überzeugen, zumal Dr. C._ der Beschwerdeführerin in
seinem Gutachten vom 17. Dezember 2002 bei entsprechender Behandlung eine
günstige Prognose gestellt hatte und diese Behandlung in der Zwischenzeit erfolgt ist
(act. G 10.1/13). Was die diagnostizierte Neurasthenie anbelangt, weist die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu Recht darauf hin, dass eine solche
Diagnose allein gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung noch keine Invalidität zu
begründen vermag.
Die Beschwerdeführerin verweist für die geltend gemachte Verschlechterung ihres
Gesundheitszustands in erster Linie auf das Schreiben von Dr. E._ vom 6. Mai 2008
(act. G 8.11) und den Bericht von Dr. H._ vom 13. Juni 2008 (act. G 8.12). Dr. E._
verwies in ihrem Schreiben vom 6. Mai 2008 auf ihren Verlaufsbericht vom 31.
Dezember 2007 (act. G 10.1/100). Die darin genannten Beschwerden der
Beschwerdeführerin stimmen mehr oder weniger mit den anlässlich der Begutachtung
durch Dr. G._ geklagten Beschwerden überein. Insofern handelt es sich bei der
Einschätzung von Dr. E._ lediglich um eine abweichende Beurteilung desselben
Sachverhalts und nicht um die Beschreibung eines verschlechterten
Gesundheitszustands, weshalb weder der Verlaufsbericht vom 31. Dezember 2007
noch das Schreiben vom 6. Mai 2008 das interdisziplinäre Gutachten in Zweifel zu
ziehen vermögen. Dr. H._ führte in seinem Bericht vom 13. Juni 2008 aus, bei der
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Beschwerdeführerin sei die Komplexität der pathogenen Phänomene nicht zu
überbieten. In den Neunzigerjahren sei es zu einem überstrapazierten
Bewegungsapparat gekommen und die Schmerzsymptomatologie habe begonnen. Die
Beschwerdeführerin habe nur unter Männern und wie diese gearbeitet. Im Jahr 1999
habe sich in der Heimat der Beschwerdeführerin in der Türkei ein Erdbeben ereignet.
Die Beschwerdeführerin, die zusammen mit ihrem Ehemann dorthin geflogen sei, weil
Familienmitglieder verschwunden seien, habe Entsetzliches (zerstörte Häuser, Leichen,
Verletzte etc.) erlebt. Aufgrund dieser Erlebnisse sei es zur Entwicklung einer
posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) gekommen. Die
Beschwerdeführerin habe immer innerlich gekämpft und sich kolossal angestrengt. Sie
habe sich dabei nach Möglichkeit nichts anmerken lassen. Ihr Ehemann sage aber,
dass sie ein völlig anderer Mensch geworden sei. Dies erinnere an die Diagnose einer
andauernden Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62), nicht Folge einer Schädigung
oder Erkrankung des Gehirns. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. H._ aus,
für die Zukunft sei vorstellbar, dass die Beschwerdeführerin imstande sei, eine 50%ige,
leidensadaptierte Arbeit zu verrichten. Dieser Bericht vermag das Gutachten von Dr.
F._ und Dr. G._ nicht zu entkräften, zumal er sich damit nicht auseinandersetzt.
Zudem legte Dr. I._ vom RAD in ihrer Stellungnahme vom 19. August 2008
überzeugend dar, dass weder die Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung noch die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung
nachvollziehbar seien. Die diagnostischen Kriterien gemäss ICD-10 seien nur
ansatzweise erfüllt. Die Beschwerdeführerin habe sicher durch den Besuch in der
Heimat kurz nach dem schweren Erdbeben 1999 eine traumatische Erfahrung erlebt.
Eine solche Erfahrung führe aber nicht zwangsläufig zu einer posttraumatischen
Belastungsstörung. Im Bericht von Dr. H._ seien keine Flashbacks, keine Alpträume,
keine emotionale Stumpfheit, Teilnahmslosigkeit oder ein Vermeidungsverhalten
beschrieben; auch zeige die Beschwerdeführerin kein unflexibles und unangepasstes
Verhalten (act. G 10.1/127). Diese Ausführungen sind plausibel; schliesslich haben
weder Dr. C._ noch Dr. E._ oder Dr. G._, die alle Kenntnis von der Situation im
Zusammenhang mit dem Erdbeben hatten, bei der Beschwerdeführerin je die Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer andauernden
Persönlichkeitsstörung gestellt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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St.Galler Gerichte
3.5 Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der ursprünglichen Rentenzusprache
wesentlich verbessert hat. Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten von Dr. F._
und Dr. G._ vom 25. September 2007 ist sie für wechselbelastende, sich auf
gelegentliches maximales Heben und Tragen von 5-10 kg beschränkende Tätigkeiten
als zu 100% arbeitsfähig. Die angefochtene Verfügung ist damit nicht zu beanstanden.
4.
4.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG