Decision ID: 73b643ce-8d35-5d3f-8f7a-63989167f058
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Fachangestellte Gesundheit bei der B._
AG gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 27. April 2016 mit nassen
Schuhen ausrutschte (act. K1). Nachdem sie der B._ zunächst durch ihre
Arbeitgeberin am 13. Mai 2016 eine dabei erlittene Zerrung am rechten Fussgelenk
hatte melden lassen, erging am 23. September 2016 eine Schadenmeldung UVG für
eine Knieverletzung bzw. einen Meniskusriss links als Folge "vom Sturz im April".
Während die Erstbehandlung des rechten Fussgelenks im Spital C._ stattgefunden
hatte, wurde bezüglich der Knieverletzung Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Allgemeine Innere Medizin, Uzwil, als erstbehandelnder Arzt angegeben (act. K1, K2).
A.b Am 19. September 2016 hatte die Klinik E._ bei der Helsana ein
Kostengutsprachegesuch für einen stationären Eintritt der Versicherten am 14.
November 2016 zur Behandlung einer "lat. Meniskusläsion links" durch Dr. med. F._,
Spezialarzt Orthopädie FMH, Sportmedizin (SGSM), eingereicht (act. K4, vgl. auch act.
M2 und M3).
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A.c Nach Einholung von Berichten beim Spital C._ (act. K7, M1) und bei Dr. D._
(act. K8, M4), ergänzenden Erkundigungen bei der Versicherten zum Unfallhergang
(act. K9, K11) sowie nach Vorlage des Schadenfalls an ihren beratenden Arzt Prof. Dr.
med. G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates (act. M5), lehnte die Helsana mit Verfügung vom 10. November
2016 den Anspruch der Versicherten auf Versicherungsleistungen aus der
obligatorischen Unfallversicherung für die Kniebeschwerden mit der Begründung ab,
dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 27. April 2016 nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei (act. K16).
Entsprechend teilte die Helsana der Klinik E._ mit Schreiben vom 10. November 2016
mit, dass sie keine Kosten für den Spitalaufenthalt der Versicherten übernehmen werde
(act. K15).
A.d Am 15. November 2016 teilte die Versicherte der Helsana mit, dass sie am 2. Juni
2016 Dr. med. H._ Fachärztin FMH Praktische Ärztin, notfallmässig wegen
Knieschmerzen konsultiert habe. Deren Unterlagen hätten der Helsana zur Beurteilung
des Schadenfalls nicht zur Verfügung gestanden. Dr. D._ und Dr. H._ hätten eine
Gemeinschaftspraxis. Am 2. Juni 2016 habe letztere Notfalldienst gehabt (act. K19).
A.e Ebenso am 15. November 2016 führte Dr. F._ bei der Versicherten am linken
Knie arthroskopisch ein Shaving sowie eine laterale Teilmeniskektomie durch (act. M6).
B.
B.a Mit Schreiben vom 18. November 2016 ersuchte die DAS Rechtsschutz-
Versicherungs-AG, St. Gallen, für die Versicherte um Zustellung der bzw. Einsichtgabe
in die Akten und beantragte die Verlängerung allfällig laufender Fristen (act. K21). Die
Helsana betrachtete das Schreiben als vorsorgliche Einsprache gegen die Verfügung
vom 10. November 2016 (act. K22), worauf die DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG
am 20. Dezember 2016 die Einsprachebegründung einreichte (act. K23).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 27. Februar 2017 wies die Helsana die Einsprache
der Versicherten ab (act. K28).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt M. Büchel, Oberuzwil, mit Eingabe
vom 31. März 2017 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Die Verfügung vom
10. November 2016 sowie der Einspracheentscheid vom 27. Februar 2017 seien
aufzuheben. 2. Die Angelegenheit sei zur weiteren medizinischen
Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. Eventualiter seien der
Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung,
insbesondere betreffend der Meniskusläsion im linken Knie, zu erbringen. 4.
Subeventualiter sei ein gerichtliches Gutachten erstellen zu lassen. 5. Unter Kosten-
und Entschädigungsfolge (act. G1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2017 beantragte die Helsana (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G3).
C.c Mit Schreiben vom 12. Juli 2017 verzichtete der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin auf eine Replik (act. G7).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Debatte steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin erlitt am 27. April 2016 unstreitig einen Unfall im Sinn von
Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1), indem sie laut Schadenmeldung UVG vom 13. Mai 2016 mit nassen
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Schuhen ausrutschte und sich eine Verletzung am rechten Fussgelenk zuzog (act. K1).
Sie wurde noch am Unfalltag wegen Fussschmerzen rechts beim Spital C._
vorstellig, dessen diensthabende Ärztin nach einer klinischen und radiologischen
Untersuchung den Verdacht auf eine ATFL-Läsion rechts bei Status nach OSG-
Supinationstrauma rechts diagnostizierte, eine konservative Behandlung (Therapie mit
Analgesie, Hochlagern, Kühlen, Ruhigstellung, Voltaren-Salbenverband mit elastischen
Binden) verschrieb und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 27. April bis 1. Mai 2016
attestierte (act. M1). Am 23. September 2016 liess die Beschwerdeführerin durch ihre
Arbeitgeberin ergänzend eine Verletzung am linken Knie melden, welche ebenfalls als
Folge "vom Sturz im April" angegeben wurde (act. K2).
2.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Einspracheentscheid vom 27. Februar 2017 (act. K28), worin sich die
Beschwerdegegnerin einzig mit ihrer Leistungspflicht in Bezug auf das linke Knie der
Beschwerdeführerin befasst. Sie verneint eine solche und begründet die
Leistungsablehnung damit, dass zwischen dem Unfall vom 27. April 2016 und der
Knieproblematik links kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die beim Unfall
an sich unbestrittenermassen von der Beschwerdeführerin erlittene Fussverletzung
rechts kann damit nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
bilden. Der Beschwerde vom 31. März 2017 ist jedoch auch nicht zu entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin diesbezüglich noch Leistungen beantragt (act. G 1). Der
Vollständigkeit halber ist weiter festzuhalten, dass eine Unfallbeteiligung des rechten
Knies bzw. eine diesbezügliche Gesundheitsschädigung offensichtlich unter den
Verfahrensparteien ebenfalls nicht zur Diskussion steht. Dies auch wenn laut Bericht
des Spitals C._ über die Notfallkonsultation vom 27. April 2016 das rechte Knie
untersucht worden ist (act. M1), die Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2016 im
Fragebezogen zum Unfallhergang schilderte, dass nach Absetzen der wegen der
Fussproblematik verordneten Schmerzmittel Schmerzen am „rechten“ Knie (richtig
wohl: am linken Knie) aufgetreten seien (act. K11, Frage 1), und Dr. F._ im Bericht
vom 16. September 2016 betreffend die Untersuchung vom 15. September 2016 von
einem Unfall im April 2016 mit dem rechten Knie spricht (act. M3). Die
Beschwerdeführerin hält nämlich im Fragebogen weiter fest, dass die Schmerzen
stärker geworden seien, worauf im MRI ein Meniskusriss (laut medizinischen Akten im
linken Knie [vgl. act. M2]) festgestellt worden sei, und auch Dr. F._ befasste sich in
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der Untersuchung nur mit Kniebeschwerden links (vgl. auch Beschwerde vom 31. März
2017, act. G 1 S. Ziff. 1).
3.
3.1 Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls
(Art. 4 ATSG) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als
dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten
Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/
ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel
auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz
gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige
Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
3.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte
und Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von
ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, beweistauglich, solange
ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3).
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch eine reine Beurteilung aufgrund der
Akten, wie sie vorliegend von Prof. G._ erstellt wurde (act. M5), beweiskräftig sein
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kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die
fachärztliche Beurteilung eines an sich fest stehenden medizinischen Sachverhalts
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den
Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E.
5.1.1). Ob letztlich auf die Aktenbeurteilung von Prof. G._ abgestellt werden kann, ist
im Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw.
Beweiswürdigung zu prüfen.
3.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen,
vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im
Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Da es dem Leistungsansprecher obliegt, das
Vorliegen eines (leistungsbegründenden) natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen
dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen, liegt die entsprechende
Beweislast bei ihm. Diese Beweisregel greift jedoch erst Platz, wenn im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes kein überwiegend wahrscheinlicher (die blosse Möglichkeit
genügt nicht; BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen; THOMAS LOCHER/THOMAS
GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.)
Sachverhalt ermittelt werden kann (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 119 Nr. U 86 S.
50; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29).
4.
4.1 Für die Annahme einer unfallkausalen somatischen Gesundheitsschädigung wird
im Regelfall eine strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Als
objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen entsprechenden
radiologischen Untersuchungsbefund erhoben wird (BGE 134 V 121 E. 9; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 82
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f. E. 5.4 mit Hinweisen [U479/05]). Im Rahmen der am 23. August 2016 im
Röntgeninstitut I._ durchgeführten MRT-Untersuchung des linken Kniegelenks der
Beschwerdeführerin wurde ein Vorderhornriss des Aussenmeniskus erhoben (act. M2).
Eine Meniskusläsion ist gemäss medizinischer Literatur häufig degenerativer Natur.
Allerdings kann sie - wenn auch vergleichsweise selten - als Folge eines Traumas
auftreten (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4.
Aufl. Bern 2005, S. 1056 ff.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin
2017, S. 1146; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1204; LEITLINIEN
DER ORTHOPÄDIE, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und
Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2.
Erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 141). Nachfolgend ist anhand massgebender
Beurteilungskriterien zu prüfen, von welcher Kausalitätsvariante im konkreten Fall
überwiegend wahrscheinlich auszugehen ist.
4.2 Es erscheint offensichtlich, dass in der Regel nur ein vom Unfall betroffener
Körperteil eine unfallbedingte Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen
kann. Allein durch den Unfall bzw. das Ausrutschen vom 27. April 2016 ist also keine
Betroffenheit des linken Knies und noch keine Unfallverletzung bezüglich des linken
Knies ausgewiesen. Folgerichtig stellt damit der zeitliche Ablauf einen bedeutsamen
Umstand im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung dar. So führen Unfallverletzungen im
Regelfall unmittelbar zu Schmerzen oder anderweitigen Beschwerden, welche
unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest unfallnah auch im
entsprechenden Umfang wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen
Untersuchung diagnostiziert werden. Die Anforderungen an den Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
sind strenger, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Eintritt
bzw. der Objektivierung einer Schädigung ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c; Urteil
des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Vor diesem
Hintergrund weist Prof. G._ in seiner Beurteilung vom 10. November 2016
überzeugend auf den echtzeitlich erhobenen Befund und die anfänglich von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden hin. In der zeitnahen
Dokumentation werde ein Trauma am rechten Fuss mit OSG-Beschwerden erwähnt.
Spätestens ab dem MRI vom 23. August 2016 habe sich das Leidensbild
verselbständigt mit Beschwerden auf Höhe des linken Kniegelenks. Diese
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Beschwerden würden im Fragebogen ein halbes Jahr nach dem Ereignis als
Unfallfolgen angegeben, was nicht nachvollziehbar sei. Ein Kausalzusammenhang
zwischen dem Meniskusriss und dem Unfallereignis vom 27. August 2016 sei demnach
nur möglich (act. M5).
4.3 In einer ersten Phase nach dem Unfall ist zu erwarten, dass dessen Hergang
möglichst genau und verifizierbar dokumentiert wird. Gleiches gilt für die anschliessend
auftretenden Beschwerden. Diesen ersten tatbeständlichen Grundlagen kommt
grosses Gewicht zu (BGE 134 V 123 E. 9.2).
4.3.1 Wie bereits erwähnt, wurde mit der ersten Schadenmeldung UVG vom 13. Mai
2016 einzig eine Verletzung des rechten Fusses angezeigt (act. K1), während die
Schadenmeldung UVG mit Angabe einer Verletzung des linken Knies erst am 23.
September 2016 erfolgt ist (act. K2). Bereits diese zeitliche Verzögerung ist als Hinweis
darauf zu werten, dass ursprünglich nicht von einer Knieverletzung links ausgegangen
wurde. Zumindest ist eine solche Verletzung nicht unfallnah dokumentiert. Auch im
Fragebogen zum Unfallhergang beschrieb die Beschwerdeführerin am 31. Oktober
2016 unfallnah nur Schmerzen am rechten Fuss, weswegen sie sich notfallmässig ins
Spital begeben habe. Sie spricht zwar weiter von einer kleinen Schürfung am linken,
den Meniskusriss aufweisenden Knie (vgl. act. M2), führt dann aber aus, dass ihr vom
Spital Schmerzmittel verordnet worden seien und Schmerzen am „rechten“ Knie bzw.
am linken Knie (vgl. zur versehentlichen Körperseitenangabe vorstehende E. 2.2) erst
aufgetreten seien, als sie mit der Schmerzmitteleinnahme aufgehört habe (act. K11; vgl.
dazu auch nachfolgende Erwägung 4.3.3). Damit steht also fest, dass die
Beschwerdeführerin unfallnah keine Schmerzen im linken Knie mit dem Meniskusriss
verspürte.
4.3.2 Auch die medizinischen Unterlagen belegen einen zeitlichen Ablauf mit einem
erst nachträglichen Auftreten von Kniebeschwerden links. Die am Unfalltag
stattgefundene klinische und röntgenologische Untersuchung im Spital C._ durch die
diensthabende Ärztin betrafen den rechten Fuss sowie das rechte - nicht das linke -
Knie. Bezüglich des rechten Fusses liessen sich - wenn auch keine Fraktur, so doch -
bezüglich der Bänder auffällige Befunde erheben, worauf die Diagnose Verdacht auf
ATFL-Läsion rechts bei Status nach OSG-Supinationstrauma rechts gestellt wurde.
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Das rechte Knie zeigte sich unauffällig und indolent. Entsprechend wurde
therapiemässig nur der rechte Fuss angegangen (act. M1). In den medizinischen Akten
dokumentiert ist eine Knieproblematik links erstmalig im Bericht des Röntgeninstituts
I._ vom 23. August 2016 über die am gleichen Tag durchgeführte MRT-
Untersuchung, welche den zur Diskussion stehenden Meniskusriss hervorbrachte (act.
M2). Anlässlich eines Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin am 15. November
2016 gab die Beschwerdeführerin zwar an, sie habe Dr. H._ am 2. Juni 2016 wegen
Knieschmerzen notfallmässig aufgesucht, worüber - wie von der Beschwerdeführerin
bemerkt - kein Untersuchungsbericht bei den Akten liegt (act. K19). Dies ändert jedoch
nichts daran, dass Kniebeschwerden links auch nach Aussage der Beschwerdeführerin
erst nach einer Latenzzeit von fünf Wochen nach dem Unfall aufgetreten wären, was
als bedeutsamer Hinweis gegen eine Unfallkausalität zu werten ist. Es ist nicht zu
erwarten, dass einem Untersuchungsbericht von Dr. H._ - abgesehen von allenfalls
im Untersuchungszeitpunkt erhobenen auffälligen Befunden in Bezug auf das linke
Knie, einer entsprechenden Diagnose sowie einer Therapieverordnung - weitere
Erkenntnisse zur Unfallkausalität zu entnehmen wären. Am Nachweis einer
Gesundheitsschädigung im Bereich des linken Knies ist nicht zu zweifeln. Wie von Prof.
G._ festgestellt, ist spätestens ab der MRT-Untersuchung von einem selbständigen
Leidensbild mit Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks auszugehen, welches
letztlich zum arthroskopischen Eingriff durch Dr. F._ geführt hat (act. M 6f.). Eine
ärztlich bestätigte bzw. objektivierte Knieproblematik links vermag jedoch als
ausreichender Beweis für eine traumatische Ursächlichkeit nicht zu genügen.
Insbesondere in denjenigen Fällen, in welchen nach einer gewissen Latenzzeit
radiologisch nur ein Befund erhoben werden konnte, der keiner eindeutigen frischen
Verletzung wie einer Fraktur oder ligamentären Ruptur entspricht, sondern - wie ein
Meniskusriss - verschiedene Ursachen (traumatische, degenerative) haben kann, ist der
in Erwägung 4.2 angeführte Grundsatz zu beachten (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E.
1c; Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Eine
Gesamtbetrachtung im Sinne der vorangegangenen Erwägungen bzw. des zeitlichen
Ablaufs lässt im konkreten Fall nicht die überwiegend wahrscheinliche
Schlussfolgerung zu, dass der Meniskusriss unfallkausal wäre. Der Verwechslung von
Dr. H._ mit ihrem Praxispartner Dr. D._ und dessen ergebnisloser Auskunft
kommt im Gesamten keine Bedeutung zu.
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4.3.3 An dieser Beurteilung vermag auch der Einwand in der Beschwerde vom 31.
März 2017 (act. G 1, Ziff. 1) nichts zu ändern, dass das Auftreten der Knieschmerzen
links mit dem Absetzen der wegen der Fussproblematik rechts eingenommenen
Schmerzmittel zusammen gefallen sei. Eine Latenz von fünf Wochen bis zum Auftreten
von Schmerzen am linken Knie erscheint insofern nicht nachvollziehbar, als
Schmerzmittel erfahrungsgemäss Schmerzen nicht über Wochen lückenlos zu
unterdrücken vermögen. Ausserdem waren im konkreten Fall Schmerzmittel wegen der
Fussproblematik nur nach Massgabe der Beschwerden verordnet worden. Die
Unfallverletzung am rechten Fuss verspürte die Beschwerdeführerin erwartungsgemäss
unfallnah. Augenscheinlich dürfte diese (die ferner keine Arbeitsunfähigkeit verursachte,
vgl. act. K11, S. 2) nicht derart schwerwiegend gewesen sein, dass sie nicht auch die
Berücksichtigung bzw. die Differenzierung einer Beschwerdesymptomatik am - im
Übrigen in Distanz liegenden - linken Knie erlaubt hätte. Es darf also davon
ausgegangen werden, dass sich eine unfallbedingte Verletzung am linken Knie beim
Unfall vom 27. April 2016 echtzeitlich bemerkbar gemacht hätte.
4.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die zeitlichen Zusammenhänge im
konkreten Fall mit einer erstmaligen Dokumentation von Kniebeschwerden links einige
Monate nach dem Unfall und einer Erstbehandlung fünf Wochen danach gegen eine
Beteiligung bzw. Verletzung des linken Knies am Unfall vom 27. April 2016 und somit
gegen eine traumatische Verursachung des Meniskusrisses sprechen. In Anbetracht
der für die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 27. April
2016 und der Knieproblematik links massgebenden sachverhaltlichen Grundlagen
bezüglich zeitlichem Ablauf hatte Prof. G._ keine Veranlassung, weitere medizinische
Ausführungen hinzuzufügen. Hinsichtlich des Schadens am linken Knie standen ihm im
Übrigen bereits aussagekräftige Berichte zur Verfügung (act. M2 und M3).
4.4
4.4.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vermag schliesslich seiner
Aussage - das Unfallereignis vom 27. April 2016 sei durchaus geeignet gewesen, die
Verletzungen im linken Knie zu verursachen - keine überzeugende Begründung zu
Grunde zu legen. So ist weder belegt noch wird von beschwerdeführender Seite
dargetan, inwiefern ein Unfall mit unstreitiger Fussverletzung rechts gleichzeitig eine
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Knieverletzung links zur Folge gehabt haben soll. Zumindest geht aus der
aktenkundigen Unfallschilderung (mit nassen Schuhen ausgerutscht) allein keine solche
Differenzierung hervor.
4.4.2 Der Begründung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin - es könne
nicht argumentiert werden, die Kniebeschwerden links seien keine Folge des Unfalls,
weil die Beschwerdeführerin die Schmerzen am linken Knie erst nach dem Unfall
gemeldet habe - ist nicht zu folgen. Der Umstand, dass ein Meniskusriss nach einem
Unfall erhoben wird, bildet für sich allein nach konstanter bundesgerichtlicher Praxis
keinen Beweis für eine Unfallkausalität. Der zeitliche Aspekt besitzt für sich allein keine
wissenschaftlich genügende Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich mit dem
blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und
davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall
verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.
Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu Art. 4; ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [= Beweisführung nach der
Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4
mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb).
4.5 Im Sinn der Beurteilung von Prof. G._ ist damit ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Meniskusriss links und dem Unfall vom 27.
August 2016 lediglich möglich. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine
neuen Erkenntnisse zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin hat somit ihre
Leistungspflicht für die Heilbehandlung am linken Knie, insbesondere für die
arthroskopische Operation vom 15. November 2016, zu Recht verneint.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 27. Februar
2017 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die Beschwerdeführerin hat
bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.