Decision ID: 50aef53b-9ca1-4e8c-a308-163a7894b92b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
war
bis 1996 als Buffetmitarbeiterin
für die
Y._
tätig (
Urk.
8/1/2,
Urk.
8/2/1).
Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, geboren
1988 und
1996 (
Urk.
8/14/8
, Urk. 8/34/2
).
Am
13.
März
2013
meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung
wegen psychischer Beschwerden, Kopf-, Nacken- und Kreuz
schmerzen
zum Leistungsbezug
an
(Urk.
8/3
). Daraufhin klärte die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die erwerblichen und medizi
nischen Verhältnisse ab. Unter anderem liess s
ie die Versicherte von Dr. med.
Z._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
(Bericht vom
9. Dezem
ber 2013
, Urk.
8/18
)
, und von med.
pract
.
A._
, Fachärztin für Ortho
pädie un
d Traumatologie (Bericht vom 7.
November 2013, Urk.
8/19
), je vom
Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD)
,
abklären
. Nach Durchführung des
Vorbescheidver
fahrens
(Urk.
8/22
, Urk.
8
/25, Urk. 8/28
) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
3. April 2014
ab (Urk.
8/29
).
1.2
M
it Eingang
vom 2
.
November
201
7
meldete sich die Versicherte bei der Eidge
nössischen Invalidenversicherung
unter Beilage der
Berichte des Zentrums
B._
vom 2
2.
Juni und 2
3.
Oktober 2017 (
Urk.
8/32)
erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
8/
34
). Mit Vorbescheid vom
16. November
2017 kündigte die IV-Stelle an, auf das neue Leistungsbegehren nicht einzutreten (Urk.
8/37
). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom
6.
Dezember
2017 (Urk
. 8/38)
Einwände. Die IV-Stelle trat mit Verfügung vom 2.
März
201
8
wie angekündigt auf das neue Leistungsbegehren nicht ein (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
1.
April 2018
Beschwerde und beantragte, die
Verfügung vom 2. März 2018
sei aufzuheben und die
Beschwer
degegnerin
sei zu verpflichten,
über die Invalidenrente zu entscheiden; eventua
liter sei festzustellen, dass sie Anrecht auf eine ganze Invalidenrente habe.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie zudem um Gewährung der unentgeltliche
n
Pro
zessführung
(Urk. 1 S.
1
). Mit Beschwerdeantwort vom 2
6
.
April
2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
).
Mit Verfügung vom 12. Juni 2018 wurde der
Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Prozessführung gewährt (
Urk.
13 S. 2).
Am
29.
Juni 2018 (Urk. 17) reichte die
Beschwerdeführerin
den Austrittsbericht der
Klinik
C._
Privatklinik für Psychiatrie und Psycho
therapie
vom 19.
Juni 2018 ein (
Urk.
18).
Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete mit Eingabe vom
4.
Oktober 2018 auf eine Stellungnahme (
Urk.
22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationss
ystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG). Der Rentenan
spruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Absatz 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditäts
grad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3
.1
Wird der Verwaltung eine Neuanmeldung eingereicht, so ist gemäss Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität seit dem
letz
ten leistungsabweisenden Entscheid in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Der versicherten Person kommt damit ausnahmsweise eine Beweis
führungslast zu und der Untersuchungsgrundsatz spielt insoweit nicht (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung somit zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne wei
tere Abklärungen durch Nichteintreten. Die Verwaltung hat daher erst dann gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV), wenn sie auf das Leistungsbegehren eingetreten ist.
1.
3
.2
Unter Glaubhaftmachen im Sinne von
Art.
87
Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2
IVV ist nicht der Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein mass
gebenden Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Be
weis
anforderungen sind vielmehr herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die Überzeugung der Verwaltung
begründet zu werden braucht, dass seit der letzten, rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung eingetreten ist. Es genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus
noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung nicht erstellen lassen. Bei der Prüfung der Frage, ob die Vorbringen der versicherten Person glaubhaft sind, berücksichtigt die Verwaltung unter anderem, ob seit der rechtskräftigen Erledigung des letzten Leistungsgesuchs lediglich kurze oder schon längere Zeit vergangen ist; je nach
dem sind an die Glaubhaftmachung einer Änderung des rechtserheblichen Sach
verhalts höhere oder weniger hohe Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundes
ge
richts
9C_236/2011 vom 8. Juli 2011
E. 2.1.1 mit Hinweisen). Insofern steht der Verwaltung ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grund
sätzlich zu respektieren hat (BGE 109 V 108 E. 2b;
Urteil des Bundes
gerichts I 888/05 vom 7. Juni 2006 E. 2).
Die
Eintretensvoraussetzung
gemäss
Art. 87
Abs. 2 und
3 IVV soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden un
d nicht näher begrün
deten Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Die Rechtskraft der früheren Verfügung steht ein
er neuen Prüfung so lange entge
gen, wie der seinerzeit beurteilte Sachverhalt sic
h in der Zwischenzeit nicht ver
ändert hat. Wenn die dem Revisionsg
esuch beigelegten ärztlichen Berichte so wenig sub
stantiiert sind, dass sich eine neue P
rüfung nur aufgrund weiterer Erkennt
nisse allenfalls rechtfertigen wü
rde, ist die IV-Stelle zur Nach
forderung weiterer Angaben nur, aber immerhin dann verpflichtet, w
enn den - für sich allein genom
men nicht Glaubhaftigkeit begründend
en - Arztberichten konkrete Hin
weise entnommen
werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhe
bungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt (Urteil des Bun
des
ge
richts 8C_228/2010 vom 19. Juli
2010 E. 2.2 und E. 2.3 mit Hin
weisen
).
1.3
.3
Das Gericht hat die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt. Seiner beschwerdeweisen Überprü
fung hat das Gericht den Sachverhalt zugrund
e zu legen, wie er sich der Ver
waltung bei Erlass des
Nichteintretensentscheides
bot (
BGE
130 V
64 E. 5.2.5; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_196/2008 vom 5. Juni 2008). Zeitlicher
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet bei der Neuanmeldung die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht. Demgemäss sind die Ver
hält
nisse bei Erlass der strittigen Verwaltungsverfügung mit denjenigen im Zeitpunkt der letzten materiellen Abweisung zu vergleichen (BGE 130 V 64 E. 2, 130 V 71 E. 3, 133 V 108 E. 5.2 und E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurtei
lung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
es sei k
eine wesentliche
Änderung
des Gesundheitszustands
ausgewiesen, weshalb auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin
nicht
eingetreten
werden könne
.
Die
von der
Beschwerdeführerin
eingereichten
Berichte
hätten die bereits bekann
ten Diagnosen enthalten und seien teilweise nicht nachvollziehbar. Zudem wür
den belastende Faktoren im privaten Umfeld bestehen. Dieser Auslöser könne bei der
Invalidenversicherung
nicht berücksichtigt werden
(Urk. 2 S. 1)
2.2
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein,
wie dem
B._
-Bericht vom 23. Oktober 2017 zu entnehmen sei,
habe sich ihr Zustand seit 2014 erheblich verschlechtert. Die Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörung, Vergess
lichkeit, der soziale Rückzug, der Verlust von Selbstvertrauen und die Sinnlosig
keit der Gedanken hätten zugenommen.
Sie sei nicht in der Lage auf dem ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten und auch im Haushalt versuche sie immer wieder ohne Erfolg etwas zu bewältigen.
Wegen der Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes sei sie insbesondere wegen ihrer Suizidgefährdung bereits in die psychiatrische Klinik
C._
eingetreten. Die
Beschwerdegegnerin
habe bei ihrem Entscheid nur die Haushaltstätigkeit der
Beschwerdeführerin
berücksich
tigt. Da ihre Kinder bereits er
wachsen seien, wolle sie zu 100
% arbeiten, habe aber wegen ihrer Erkrankung keine Anstellung gefunden. Ausserdem seien ihre psychischen Leiden nicht nur mit den Ehekonflikten verbunden. Das psychische Leiden habe sich längst verselbständigt und könne als solches nicht unberück
sichtigt bleiben. Die Suizidgefahr sei ziemlich hoch und latent. Unter diesen Umständen könne sie nicht arbeiten
(Urk. 1
S.
3
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf
das
neue Leistungs
begehren der Beschwerdeführerin
(
Urk.
8/34
)
nicht eingetreten ist und ob
die Beschwerdeführerin
seit der letzten materiell
-
rechtlichen Leistungsprüfung
mit leistungsabweisender
Verfügung vom
3. April 2014
(Urk.
8/29
)
eine
anspruchserhebliche Änderung
glaubhaft gemacht hat.
3.
3.1
Zur Prüfung dieser Frage sind in medizinischer Hinsicht allein die von der
Beschwerdeführerin im Ver
waltungsverfahren
mit der Neuanmeldung (
Urk.
8/34)
vorgelegte
n
B._
-
Bericht
e
(Urk.
8/32
)
beachtlich, da
der besc
hwerdeweisen gerichtlichen Überprüfung jener Sachverhalt zu
grunde
zu legen
ist, wie er sich der Ver
waltung bei Erlass des
Nichteintretensentscheides
geboten hat
(
BGE
130 V
64 E. 5.2.5; Urteil des Bundes
gerichts
8C_196/2008 vom 5. Juni 2008). Der erst
im Beschwerdeverfahren
eingereichte
Austrittsbericht der
Klinik
C._
vom 1
9.
Juni 2018 (
Urk.
18)
ist in die Bewe
iswürdigung daher nicht einzube
ziehen
.
3.2
Die leistungsabweisende
Verfügung vom
3
.
April 2014
hatte die
Beschwerdegeg
nerin
damit begründet
,
dass die
Beschwerdeführerin
gemäss dem Abklärungs
ergebnis
in ihrer Tätigkeit im Haushaltsbereich aus medizinisch-somatischer Sicht nicht eingeschränkt sei. Aus psychiatrischer Sicht könnten die häuslichen Tätig
keiten aufgrund von Minderung der Konzentration und Belastbarkeit, wenn auch verlangsamt, ebenfalls weiterhin durchgeführt werden. Sie könne die Aufgaben auf die Woche verteilt erledigen und wann immer nötig Pausen einlegen.
Aus
serdem habe ihre Familie (Ehemann, Tochter)
aufgrund der Mitwirkungspflicht
im Haushalt mitzuhelfen. Insgesamt liege kein invalidenversicherungsgerichtlich relevanter Gesundheitsschaden vor, welcher die
Beschwerdeführerin
im Haus
haltsbereich massgeblich einschränken würde (Urk. 7/29).
Dem Feststellungsblatt der
Beschwerdegegnerin
vom 1. Februar 2014 (
Urk.
7/20) ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdegegnerin
bei ihrem Entscheid auf die Berichte
der RAD-Ärztinnen
med.
pract
.
A._
und
Dr.
Z._
vom 7.
November und vom 9.
Dezember 2013 zu den Untersuchungen
aus orthopä
discher und psychiatrischer Sicht
vom 2
8.
Oktober, 1
1.
und 1
8.
November 2013 (Urk. 8/18-19) abstellte.
Danach
schlossen
die RAD-Ärzt
innen
auf
die
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Bewegungseinschränkung der rechten Schulter bei
Supraspinatus
-Sehnenruptur, mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Ausserdem wurden die folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten: generalisierte Schmerzen ohne Hinweis auf funk
tionelle Defizite der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS)
, Status nach Suizidversuch beziehungsweise parasuizidaler Handlung im Juni 2012 (
Urk.
8/18/6, Urk. 8/19/8,
Urk.
8/20/3).
Zur Arbeitsfähigkeit
ist dem Bericht zur orthopädischen RAD-Untersuchung zu entnehmen, es sei mit den Befunden an der rechten Schulter ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Im Vordergrund würden indes die geklagten psy
chischen Beschwerden stehen. In der angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe bestehe
aus medizinisch-somatischer Sicht
keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/19/8).
Die
psychiatrische RAD-Ärztin Dr.
Z._
führte zur Arbeitsfähigkeit
aus, es müsse von einer Qualifikation für den Haushalt aus
gegangen werden, da die
Beschwerdeführerin
seit 1996 nicht mehr in der freien
Wirtschaft gearbeitet habe. Im Haushalt sei die
Beschwerdeführerin
zwar einge
schränkt, da langsamer; sie vermöge aber die notwendigen Tätigkeiten zu bewäl
tigen. In der Haushaltstätigkeit bestehe keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit,
i
n einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft
sei
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
gegeben
. Diese Einschätzung berücksichtige bereits die Tatsache, dass erhebliche aktuelle psychosoziale Belastungsfaktoren (konflikthafte Ehesituation, finanzielle Belastungen) vorhanden seien und versicherungsmedizinisch nicht einbezogen werden könnten (
Urk.
8/18/7).
Zur Beurteilung
des Streitgegenstandes
ist von dieser Vergleichsbasis auszu
gehen.
3.3
3.3.1
Die
Beschwerdegeg
nerin war beim Erlass der letzten leistungsabweisenden Ver
fügung vom April 2014 (Urk. 8/28) somit betreffend die
Statusfrage
(vgl. dazu:
Urteil
des Bundesgerichts
8C_265/2013
vom 2
5.
November 2013
E. 3.1
)
davon aus
gegangen
, dass die
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall zu 100
%
im Haus
haltsbereich
t
ätig gewesen wäre.
Wie dem psychiatrischen RAD-Untersuchungsbericht vom
9.
Dezember 2013 zu entnehmen ist,
lebte die
Beschwerdeführerin
damals
mit ihr
em Ehemann und ihrer 17-jährigen Tochter im gemeinsamen Haushalt in einer 4-Zimmerwohnung. Der 25-jährige Sohn sei verheiratet
. Die letzte Erwerbstätigkeit habe sie im Jahr 1996 ausgeübt (Urk.
8/18/1).
Die
Beschwerdeführerin
hat keinen Beruf erlernt und war zuletzt als Buffetmitarbeiterin tätig (
Urk.
8/2/1).
Bei dieser Ausgangslage ist entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
für die Statusfrage nicht relevant, dass
beide
Kinder mittlerweile erwachsen
sind
. Dies traf für den Sohn
mit Jahrgang 1988
schon im April 2014 zu
. Auch die Tochter war mit 17 1⁄2 Jahren bereits in einem Alter, in welchem
für den
Gesundheitsfall ohne Weiteres eine Erwerbstätigkeit hätte angenommen werden können
.
Dass auch die Tochter der
Beschwerdeführerin
in der Zwischenzeit erwachsen ist, fällt daher nicht ins Gewicht. Darin kann
mithin
keine erhebliche Veränderung gese
hen werden.
Andere Sachverhaltsänderungen bezüglich der Statusfrage wurden nicht geltend gemacht und sind den Akten nicht zu entnehmen.
3.3.2
Zu prüfen bleibt somit
, ob in Bezug auf die Leistungsfähigkeit im Haushalts
bereich eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit leistungsbegrün
dender Auswirkung auf den Invaliditätsgrad glaubhaft gemacht wurde.
Den mit der Neuanmeldung Anfang
November 2017
(Urk.
8/34
) eingereichte
n
B._
-Berichten
vom
2
2.
Juni
2016
und vom 23.
Oktober
2017
(Urk. 8/32) sind
dazu
entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
keine
einschlägigen
Anhalts
punkte zu entnehmen.
So wurde unter dem Titel "Verschlechterung des Zustandes der Pat. seit 2014" einzig
festgehalten
, dass die Kinder der
Beschwerdeführerin
29 und 21 Jahre alt seien und die
Beschwerdeführerin
daher im Gesundheitsfall wieder zu 100
%
arbeiten würde. Daher sei heute nicht nur die Haushaltstätigkeit, sondern auch die Erwerbstätigkeit zu prüfen (Urk. 8/32/1). Zu
r Verschlechterung des
Gesundheitszustand
es
wurde unter diesem Titel
dagegen nichts
ausgeführt
.
Die
B._
-Ärzte erklärten an anderer Stelle, es sei eine weitere Verschlechterung im Sinne von deutlichen Rezidiven der Depression und der Traumatisierung auf
getreten; es bestehe daher auch
für angepasste
Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
8/32/4). Von eine
r
solchen 100%igen Arbeitsunfähigkeit in einer Erwerbstätigkeit aufgrund der psychischen Beschwerden wurde indes auch schon im
RAD-Untersuchungsbericht vom 9.
Dezember 2013 ausgegangen
(Urk. 8/18/7)
.
Ausserdem wurde in den
B._
-Berichten unter dem positiven Leis
tungsbild je festgehalten, die
Beschwerdeführerin
verrichte den Haushalt - wie schon Ende 2013 (Urk. 8/18/2) - alleine (
Urk.
8/32/4, Urk. 8/32/13
).
Auch aus der Diagnoseliste
ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine wesent
liche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
mit Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit im Haushalt
. Insbesondere
hinsichtlich des
psychischen Gesundheitszustand
es
, bezüglich welchen die
Beschwerdeführerin
eine Ver
schlechterung geltend macht, wurde
von den
B._
-Ärzten
weiterhin
- wie schon im RAD-Untersuchungsbericht vom
9.
Dezember 2013 (Urk. 8/18/6) -
die Diag
nose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
,
aufgeführt (Urk. 8/32/3, Urk. 8/32/5).
Zudem wurde aus psychosomatischer Sicht erklärt, die
Beschwerdeführerin
sei seit 2011, mithin wie bis anhin, in ihrer Leistungsfähigkeit im Beruf und im Haushalt wegen Rückenproblemen und einer depressiven Störung eingeschränkt (
Urk.
8/38/12).
In somatischer Hinsicht
sind
den
B._
-Berichten
im Vergleich zu den
Vorakten
zwar
neue
Diagnosen
zu entnehmen
; namentlich wurden
nebst den Diagnosen zu den bekannten Nack
en
-, Kopf-. Schulter- und Rückenbeschwerden an der HWS und LWS
für die Zeit nach April 2014 neu
die Diagnosen
einer
cervikal
unterhal
tenden
Migräne
(Dr. med.
D._
, 26.
Mai 2016),
neuroangiologisch
diskrete
r
Zeichen einer beginnenden
Cerebralsklerose
(Wandverdickung
in linker
Carotis
interna
;
Dr.
med.
D._
2
6.
Mai
2016), atypischer,
muskuloskeletall
beding
ter
Thoraxschmerzen
(Universitätsspital
E._
27. Mai 2014), sowie der Verdacht auf eine
Herzkrankheit
(KHK
;
Dr.
m
ed.
F._
, 2
0.
Dezember 2016
)
festgehalten
(
Urk.
8/32/3-4, Urk. 8/32/5-6)
.
Jedoch
gaben
die
B._
-Ärzte
i
m Bericht vom 2
2.
Juni 2017
dazu an
, dass die
Beschwerdeführerin
bereits seit 2012 an Migräne leide und ausser einer leichten Wandverdichtung der
Carotis
interna
links keine
pathologischen neurologischen Befunde hätten festgestellt werden können (
Urk.
8/32/6).
Zudem wurde aus internistisch-kardiologischer Sicht eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit attestiert (Urk.
8/32/13).
Auch insofern ist somit nicht von einer
relevanten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen. Insbeson
dere ergeben sich daraus keine Hinweise auf eine anspruchserhebliche Ver
schlechterung der Leistungsfähigkeit im Haushalt.
Im Übrigen waren bereits im orthopädischen RAD-Untersuchungsbericht vom 7. November 2013 Einschränkungen in der Belastbarkeit
des Rumpfes
und der Schultern berücksichtigt worden (
Urk.
8/19/8).
Die
im Wesentlichen gleichlau
tenden
Ausführungen der
B._
-Ärzte aus orthopädisch-chirurgischer und Wir
belsäulen-chirurgischer Sicht zur eingeschränkten Belastbarkeit
cervical
, lumbal und der Schultern
(
Urk.
8/32/13)
deuten insofern nicht auf neue
erhebliche
Umstände hin.
3.3.3
Eine
mögliche
wesentliche Zunahme des Invaliditätsgrades im Haushaltsbereich
wurde
damit
weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht glaubhaft gemacht,
zumal weiterhin eine
Mitwirkungspflicht der im gleichen Haushalt wohnenden Familienmitglieder
besteht.
Sämtliche Vorbringen der
Beschwerdeführerin
führen zu keiner anderen Betrach
tungsweise.
4.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom
2.
März
2018
(
Urk.
2) eine wesentliche Änderung seit der leistungsabweisenden Verfügung vom
3.
April 2014
(
Urk.
8/29
) verneint hat und auf die Neuanmeldung
von Anfang
November 2017
(
Urk.
8/34
) nicht eingetreten ist.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG), ermessensw
eise auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen und der
Beschwerde
führerin
aufzuerlegen, jedoch zufolge der gewährten unentgeltlichen Prozessfüh
rung einstweilen auf die Staatskasse zu nehmen.