Decision ID: eeea0973-e0de-4910-b601-1cc927c9d3d3
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die Mutter von A._ (nachfolgend: die EL-Bezügerin) bezog gestützt auf eine
Verfügung vom 11. Februar 2017 (act. G 3.2.39) ab dem 1. Dezember 2015
Ergänzungsleistungen zu einer ganzen Rente der Invalidenversicherung bei einem
Invaliditätsgrad von 86 Prozent (vgl. act. G 3.2.52). Im Juli 2017 gebar sie einen Sohn
(act. G 3.2.25). Nach der Geburt begab sie sich (noch im Juli 2017) mit ihrem Sohn in
ein Kinder- und Elternheim; die Tagestaxe betrug 250 Franken für die EL-Bezügerin
und 140 Franken für den Sohn (act. G 3.2.24). Mit einer Verfügung vom 1. November
2017 setzte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1.
Juli 2017 neu fest (act. G 3.2.9). Sie berücksichtigte die kantonale Durchschnittsprämie
für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, Nichterwerbstätigenbeiträge an die
AHV/IV/EO, eine maximale Tagestaxe für die EL-Bezügerin und eine Pauschale für
persönliche Auslagen als Ausgaben sowie die IV-Rente der EL-Bezügerin als Einnahme
(act. G 3.2.10). Für den Sohn nahm sie eine gesonderte Anspruchsberechnung vor. Mit
einer Verfügung vom 8. November 2017 sprach sie der EL-Bezügerin mit Wirkung ab
dem 1. Juli 2017 eine gesondert berechnete Ergänzungsleistung für den Sohn von 461
Franken pro Jahr zu (act. G 3.1.14). Bei der Anspruchsberechnung hatte sie die
kantonale Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, eine
maximale Tagestaxe von 33 Franken und eine Pauschale für persönliche Auslagen als
Ausgaben sowie Kinderzulagen, die IV-Kinderrente und hypothetische
Unterhaltsbeiträge des Kindsvaters von 500 Franken pro Monat als Einnahmen
berücksichtigt (act. G 3.1.13).
A.a.
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Am 15. November 2017 ersuchte die Berufsbeiständin der EL-Bezügerin die EL-
Durchführungsstelle um die Bekanntgabe der Berechnungsgrundlagen für die
hypothetischen Unterhaltsbeiträge des Kindsvaters (act. G 3.1.11). Sie wies darauf hin,
dass die subsidiär finanzierende Wohngemeinde vom Vater keinen Elternbeitrag
einfordere, weil dessen finanzielle Verhältnisse dies nicht zuliessen. Die EL-
Durchführungsstelle antwortete am 17. November 2017 (act. G 3.1.11 und G 3.1.12),
ihre Berechnung habe einen jährlichen Einnahmenüberschuss des Vaters von 7’229
Franken ergeben. Sie habe auf den Nettolohn gemäss dem Lohnausweis für das Jahr
2016 abgestellt. Für die Berechnung des Ausgabentotals habe sie die
ergänzungsleistungsrechtliche Lebensbedarfspauschale, die kantonale
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung und die
Mietkosten berücksichtigt. Zudem habe sie die Berufsauslagen gemäss dem in der
Steuerveranlagungsverfügung für das Jahr 2016 angerechneten Betrag als Ausgaben
berücksichtigt.
A.b.
Am 17. November 2017 liess die EL-Bezügerin eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 8. November 2017 erheben (act. G 3.1.11). Ihre Berufsbeiständin
beantragte die Neuberechnung des gesondert für den Sohn berechneten Teils der
Ergänzungsleistung unter Berücksichtigung einer Tagestaxe von maximal 145 Franken
und eines wesentlich tieferen hypothetischen Unterhaltsbeitrages des Kindsvaters.
Bezüglich des Unterhaltsbeitrages machte sie geltend, dem Kindsvater müsse ein
Freibetrag von mindestens 400 Franken pro Monat gewährt werden. Zudem müssten
Fahrtkosten angerechnet werden, denn der Kindsvater besuche seinen Sohn dreimal
pro Woche mit dem Auto. Da er sehr abgelegen wohne und in einem Vollpensum
arbeite, könne er den Weg jeweils nur mit dem Auto zurücklegen. Das verursache bei
einer Wegstrecke von 51 Kilometer pro Besuch monatliche Kosten von 367.20
Franken. Mit einem Entscheid vom 12. Februar 2018 wies die EL-Durchführungsstelle
die Einsprache ab (act. G 3.1.2). Zur Begründung führte sie an, die in der einschlägigen
kantonalen Verordnung über die nach dem Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare
Tagespauschale vorgesehene Begrenzung der Tagestaxe für Kinder bei einem
Aufenthalt in einem Kinder- oder Jugendheim oder bei einer Pflegefamilie auf 33
Franken sei vom Bundesgericht als bundesrechtskonform qualifiziert worden.
Diesbezüglich erweise sich die angefochtene Verfügung folglich als rechtmässig.
A.c.
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B.
Hinsichtlich des hypothetischen Unterhaltsbeitrages sei darauf hinzuweisen, dass nur
das Existenzminimum des Kindsvaters zu schützen sei. Die Berücksichtigung eines
Freibetrages komme daher nicht in Frage. Gemäss der von der EL-Durchführungsstelle
vorgenommenen Berechnung könnte der Kindsvater monatlich 601 Franken bezahlen.
Kulanterweise sei aber nur ein Betrag von 500 Franken berücksichtigt worden. Die
geltend gemachten Fahrtkosten seien zu hoch. Dem Kindsvater könne die Benützung
der öffentlichen Verkehrsmittel zugemutet werden. Der Preis für ein entsprechendes
Abonnement belaufe sich auf 148 Franken pro Monat. Diese Kosten seien von der
Lebensbedarfspauschale abgedeckt.
Am 6. März 2018 liess der nun durch einen patentierten Rechtsagenten vertretene
Sohn der EL-Bezügerin (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen
den Einspracheentscheid vom 12. Februar 2018 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides
und die (für den Sohn getrennt erfolgte) Neuberechnung der Ergänzungsleistung unter
Berücksichtigung der effektiven Ausgaben für die Hotellerie und für die Betreuung mit
Wirkung ab dem 1. Juli 2017. Zur Begründung führte er aus, die Kantone seien
gesetzlich verpflichtet, eine Sozialhilfe-Abhängigkeit von EL-Bezügern bei einem
Heimaufenthalt zu verhindern. Das Bundesgericht nehme zwar seit Januar 2017 –
entgegen seiner bisherigen Auffassung – in Kauf, dass bei Aufenthalten in Heimen, bei
denen es sich nicht um Pflegeheime im Sinne des Art. 39 Abs. 3 KVG handle, eine
Sozialhilfe-Abhängigkeit entstehen könne. Aber das ändere nichts an der Tatsache,
dass die im Art. 1a Abs. 2 der kantonalen Verordnung über die nach dem
Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare Tagespauschale vorgesehene maximale
Tagestaxe nicht einmal im Ansatz auch nur die elementarsten Bedürfnisse der
betroffenen Kinder decken könne. Aus diesem Grund habe das Versicherungsgericht in
einem Entscheid vom 19. Juni 2015 (EL 2012/21) festgehalten, dass dieses Maximum
nur dann nicht zu beanstanden sei, wenn der aus der Limitierung der Tagestaxe
resultierende Ausfall mittels nicht rückerstattungspflichtiger Staatsbeiträge nach den
Art. 41 ff. SHG aufgefangen werde. Die Begrenzung der Tagestaxe habe zur Folge,
dass die Betreuungsleistungen ignoriert würden, obwohl diese in Fällen wie dem
B.a.
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vorliegenden unbedingt erforderlich seien. Andere Kantone sähen deutlich höhere
Maximalansätze vor.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte

am 16. März 2018 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 7).B.c.
Am 12. Mai 2020 wies das Versicherungsgericht den Beschwerdeführer darauf hin
(act. G 12), dass sich der von der Beschwerdegegnerin bei der Anspruchsberechnung
berücksichtigte Betrag der hypothetischen Unterhaltsbeiträge des Vaters
möglicherweise als zu tief erweisen könnte. Folglich bestehe die Gefahr einer
reformatio in peius, weshalb dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zum
Beschwerderückzug eingeräumt werde. Der Beschwerdeführer liess am 29. Mai 2020
geltend machen (act. G 13), mit Wirkung ab dem 1. April 2019 lägen verbindliche
Unterhaltsverträge vor, laut denen der Kindsvater verpflichtet sei, für den
Beschwerdeführer und dessen im Dezember 2018 geborene Schwester einen
monatlichen Unterhaltsbeitrag von je 287 Franken zuzüglich Kinderzulagen zu
bezahlen. Der Gesamtbetrag der Unterhaltsbeiträge von 574 Franken sei ausgehend
von einem monatlichen Nettoeinkommen des Kindsvaters von 4’166 Franken
festgesetzt worden. Der im Jahr 2016 erzielte Nettolohn habe sich nur auf 3’707
Franken belaufen. Mit Blick auf die finanziellen Verhältnisse des Kindsvaters sei nicht
ersichtlich, inwiefern dieser im hier massgebenden Zeitraum in der Lage gewesen sein
sollte, einen höheren als den von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten
Unterhaltsbeitrag zu leisten. Die Beschwerdegegnerin nahm dazu keine Stellung (vgl.
act. G 14).
B.d.
Am 2. Juli 2020 erkundigte sich das Versicherungsgericht bei der
Beschwerdegegnerin telefonisch „in allgemeiner Weise“ (d.h. nicht fallbezogen) danach
(act. G 15), ob es eine Praxis gebe, nach der bei einer eine IV-Rente beziehenden
Mutter, die sich zusammen mit ihrem Kind in einem Heim aufhalte, eine Tagestaxe von
220 Franken anzurechnen sei. Der Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin gab an,
eigentlich müsste in einem solchen Fall wohl eher eine Tagestaxe von 180 Franken
B.e.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer bezieht selbst keine Ergänzungsleistung, sondern er partizipiert
lediglich an der Ergänzungsleistung der eigentlichen EL-Bezügerin, nämlich seiner
Mutter. Zur Erhebung einer Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht ist
allerdings gemäss dem Art. 45 Abs. 1 VRP (sGS 951.1) nicht nur der Bezüger einer
Sozialversicherungsleistung, sondern jede Person legitimiert, die durch eine Verfügung
oder durch einen Einspracheentscheid berührt ist und die ein eigenes schutzwürdiges
Interesse an der Aufhebung oder Abänderung der Verfügung respektive des
Einspracheentscheides hat. Als Teilhaber an der Ergänzungsleistung seiner Mutter ist
der Beschwerdeführer durch den angefochtenen Einspracheentscheid offensichtlich
berührt. Da die Höhe der Ergänzungsleistung seiner Mutter einen unmittelbaren
Einfluss auf seine finanzielle Lage hat und unter anderem für die Beantwortung der
Frage entscheidend ist, ob er Sozialhilfeleistungen beziehen muss, hat er ein eigenes
schutzwürdiges Interesse an der Abänderung oder Aufhebung des angefochtenen
berücksichtigt werden, aber er werde diesbezüglich noch Abklärungen tätigen und die
weiteren Erkenntnisse per E-Mail mitteilen. Auf die zweite Frage, weshalb in einem Fall
wie dem vorliegenden eine getrennte Berechnung durchgeführt werde, entgegnete er,
das habe technische Gründe. Bei jedem Heimaufenthalt erfolge eine getrennte
Berechnung. Die hier vorliegende Konstellation sei der einzig denkbare Fall, in dem
eine gemeinsame Berechnung sinnvoll sein könnte, aber auch diese Fallkonstellation
sei technisch kaum mit einer gemeinsamen Berechnung abzubilden. In einer E-Mail
vom 16. Juli 2020 hielt der Sachbearbeiter fest (act. G 16), wahrscheinlich hätte
vorliegend nur die „Standardtaxe“ von 180 Franken berücksichtigt werden dürfen. Man
könne sich aber auch auf den Standpunkt stellen, dass hier eine ausfüllungsbedürftige
Verordnungslücke vorliege, die dahingehend geschlossen werden könnte, dass für den
im Heim lebenden Elternteil eine möglichst kostendeckende Tagestaxe zu
berücksichtigen sei, also die „Maximaltaxe“ von 220 Franken. Der Beschwerdeführer
liess am 3. August 2020 bezugnehmend auf die Telefonnotiz vom 2. Juli 2020 und die
E-Mail vom 16. Juli 2020 geltend machen, er habe die getrennte Berechnung und die
Berücksichtigung der Tagestaxe von 220 Franken nicht beanstandet, weshalb die vom
Versicherungsgericht getätigten Abklärungen für das vorliegende Beschwerdeverfahren
unerheblich seien (act. G 18).
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Einspracheentscheides. Er ist folglich im Sinne des Art. 45 Abs. 1 VRP zur Erhebung
einer Beschwerde gegen den angefochtenen Einspracheentscheid legitimiert. Da auch
die übrigen Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheides auf dessen Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand
jenem des mit dem angefochtenen Entscheid abgeschlossenen Einspracheverfahrens
entsprechen. Auch beim Einspracheverfahren hat es sich um ein („echtes“)
Rechtsmittelverfahren gehandelt, das heisst es hat die Überprüfung der mittels
Einsprache angefochtenen Verfügung bezweckt. Auf den ersten Blick scheint die
massgebende, den Streitgegenstand des Einspracheverfahrens definierende Verfügung
jene vom 8. November 2017 betreffend den gesondert berechneten Teil der
Ergänzungsleistung für den Sohn zu sein. Das trifft aber nicht zu, denn bei EL-
Bezügern, die mit Kindern zusammenleben, die einen Anspruch auf eine Kinderrente
begründen, muss gemäss dem Art. 9 Abs. 2 ELG eine gemeinsame Berechnung
erfolgen. Den Gegenstand eines Verwaltungsverfahrens und eines allfälligen sich daran
anschliessenden Rechtsmittelverfahrens kann in solchen Fällen nur der gemeinsame
Anspruch bilden, bei dem es sich folglich um einen untrennbaren
Verfahrensgegenstand handeln muss. Etwas anderes gilt nur in jenen Fällen, in denen
eine Ausnahme vom Grundsatz des Art. 9 Abs. 2 ELG vorliegt, das heisst wenn das
Kind nicht bei den Eltern oder bei einem nicht rentenberechtigten Elternteil lebt (vgl.
Art. 9 Abs. 5 ELG i.V.m. Art. 7 ELV). Da der Beschwerdeführer im hier massgebenden
Zeitraum zusammen mit seiner Mutter gelebt hat, die die eigentliche Renten- und
Ergänzungsleistungsbezügerin gewesen ist, haben der Beschwerdeführer und seine
Mutter nur einen gemeinsamen EL-Anspruch haben können. Der Umstand, dass es
technisch offenbar kaum möglich ist, bei zwei gemeinsam in einem Heim lebenden
Personen eine gemeinsame Berechnung vorzunehmen, ist für die verfahrensrechtliche
Einordnung irrelevant. Auch die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin je eine
Verfügung betreffend die Revision der Ergänzungsleistung der Mutter per 1. Juli 2017
und betreffend die „Zusprache“ eines gesondert für den Beschwerdeführer
berechneten Teils der Ergänzungsleistung der Mutter per 1. Juli 2017 eröffnet hat,
spielt für die verfahrensrechtliche Beurteilung keine Rolle. Verfahrensrechtlich gesehen
kann es sich bei den beiden Verfügungen vom 1. November 2017 und vom 8.
November 2017 nur um eine einzige Verfügung betreffend einen untrennbaren
Streitgegenstand gehandelt haben, die fälschlicherweise in zwei separaten
Verfügungsdokumenten eröffnet worden ist (vgl. BGE 131 V 164). Inhaltlich hat es sich
bei der Verfügung vom 1./8. November 2017 um eine Revisionsverfügung im Sinne des
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Art. 17 Abs. 2 ATSG gehandelt, mit der die laufende Ergänzungsleistung an eine
relevante Sachverhaltsveränderung per 1. Juli 2017 angepasst worden ist. Weil es sich
bei jener Sachverhaltsveränderung um einen Heimeintritt gehandelt hat und weil eine
Heimberechnung auf der Ausgabenseite (abgesehen von der kantonalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung) keine
Gemeinsamkeit mit einer Berechnung für eine zuhause lebende Person aufweist, haben
(mit Ausnahme der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung) sämtliche Ausgabenpositionen der Mutter und des
Beschwerdeführers zum Verfahrensgegenstand gehört. Auf der Einnahmenseite der
Anspruchsberechnung hat sich nur eine Berechnungsposition verändert: Die
Beschwerdegegnerin hat neu ab Juli 2017 (hypothetische) familienrechtliche
Unterhaltsbeiträge angerechnet. Den Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet
also die Frage, ob die ab dem 1. Juli 2017 veränderten Ausgabenpositionen der Mutter
und des Beschwerdeführers sowie die ebenfalls ab dem 1. Juli 2017 angerechneten
(hypothetischen) Unterhaltsbeiträge richtig festgesetzt worden sind.
3.
Gemäss dem Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG können die Kantone die Kosten begrenzen,
die wegen des Aufenthaltes in einem Heim als Ausgaben zu berücksichtigen sind. Der
Art. 1 der St. Galler Verordnung über die nach dem St. Galler
Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare Tagespauschale (VTP; sGS 351.52) sieht vor,
dass bei einem Aufenthalt in einem Heim höchstens eine Tagestaxe von 180 Franken
angerechnet werden darf (Abs. 1); nur bei einem Aufenthalt in einer Einrichtung für
Menschen mit einer Behinderung darf eine höhere Tagestaxe von maximal 220 Franken
angerechnet werden (Abs. 3). Der im Art. 1 Abs. 3 VTP vorgesehene Mehrbetrag von 40
Franken pro Tag kann augenscheinlich nicht die Abgeltung von Pflege- und
Betreuungsleistungen bezwecken, die ein Heim der versicherten Person erbringt, denn
dafür würden 40 Franken pro Tag bei weitem nicht ausreichen. Der Art. 1 Abs. 3 VTP
kann also nicht dahingehend interpretiert werden, dass Menschen mit einer
Behinderung bei einem Heimaufenthalt selbst dann einen Anspruch auf eine maximale
Tagestaxe von 220 Franken haben, wenn sie sich nicht in einer Einrichtung für
Menschen mit einer Behinderung aufhalten. Ein Anspruch auf den Mehrbetrag von 40
Franken besteht nur, wenn sich eine versicherte Person in einem Heim für Menschen
mit einer Behinderung aufhält. Der von einem Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin
zur Diskussion gestellte Hinweis, der Art. 1 der VTP enthalte möglicherweise eine
ausfüllungsbedürftige Lücke, ist nicht nachvollziehbar, denn die Bestimmung zielt
offensichtlich darauf ab, grundsätzlich für alle EL-Bezüger die anrechenbare Tagestaxe
3.1.
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auf 180 Franken zu begrenzen und lediglich die in den Abs. 2 und 3 spezifisch
genannten Zusatzkosten ergänzend zu berücksichtigen. Eine ausfüllungsbedürftige
Lücke ist nicht auszumachen. Da kein Anwendungsfall des Art. 1 Abs. 2 oder 3 VTP
vorliegt, erweist sich die Berücksichtigung einer Tagestaxe von 220 Franken für die
Mutter des Beschwerdeführers als rechtswidrig. Die EL-Anspruchsberechnung ist
diesbezüglich zu korrigieren; als Tagestaxe für die Mutter ist lediglich der im Art. 1 Abs.
1 VTP genannte Maximalbetrag von 180 Franken anzurechnen.
Der Art. 1a Abs. 2 VTP sieht vor, dass bei einem Aufenthalt in einem Kinderheim
höchstens eine Tagestaxe von 33 Franken, die nur Kost und Logis, aber nicht die
Betreuungsleistung des Heims abdeckt, angerechnet werden darf. Diese Regelung
beruht offenbar auf dem Gedanken, dass sich der Anspruch eines Kindes auf eine
Betreuung in einem Heim in erster Linie gegen die unterhaltspflichtigen Eltern richte
(vgl. Art. 276 Abs. 1 ZGB) und dass sich daran auch dann nichts ändere, wenn dieser
Unterhaltsanspruch auf das Gemeinwesen übergehe (vgl. Art. 289 ZGB), weil der
Unterhaltsanspruch zivilrechtlicher Natur bleibe und sich nicht in eine Leistung der –
finanziellen oder betreuenden – Sozialhilfe verwandle, weshalb er auch nicht der
Rückerstattungspflicht gemäss dem Art. 18 Abs. 1 des St. Galler Sozialhilfegesetzes
(sGS 381.1; entspricht dem Art. 18 Abs. 2 des Sozialhilfegesetzes in der bis zum 31.
Dezember 2017 gültigen Fassung) unterliege (vgl. dazu auch den Entscheid III-2007/2
der Verwaltungsrekurskommission vom 4. April 2008). Das ist in der seit dem 1. Januar
2018 gültigen Fassung des Sozialhilfegesetzes in Bezug auf das Kind selbst nun
explizit so vorgesehen (Art. 18 Abs. 1 lit. c SHG). Die weiteren Kosten für die
Betreuung sind gemäss dem Sozialhilfegesetz durch das Gemeinwesen zu tragen.
Insofern fingiert der Art. 1a Abs. 2 der Verordnung über die nach dem
Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare Tagespauschale also eine
„Einnahmequelle“ (nämlich die vom Gemeinwesen direkt dem Kinderheim bezahlte
Taxe), die im Ergebnis dazu führt, dass von der Ausgabenposition „Tagestaxe“ nur
noch ein anrechenbarer Restbetrag von 33 Franken verbleibt. Da die Eltern also
gemäss der geltenden sozialhilferechtlichen Regelung lediglich verpflichtet sind, die
Unterkunfts- und Verpflegungspauschale zu bezahlen, sieht der Art. 1a Abs. 2 der
Verordnung über die nach dem Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare
Tagespauschale – insofern folgerichtig – vor, dass bei einem EL-Bezug der Eltern nur
diese Unterkunfts- und Verpflegungspauschale als EL-anerkannte Ausgabe
angerechnet werden darf.
3.2.
bis
Diese kantonale gesetzliche Konzeption liesse sich nur dann mit dem ELG
vereinbaren, wenn das vom Gemeinwesen direkt bezahlte Heimgeld einer der im Art.
3.3.
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11 Abs. 1 ELG genannten Einnahmenpositionen zugeordnet werden könnte. Auf den
ersten Blick könnte man meinen, dass dies der Fall sei, weil der Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge als anrechenbare Einnahmen qualifiziert und weil
das Gemeinwesen das Heimgeld ja in „stellvertretender“ Erfüllung der im ZGB
verankerten elterlichen Unterhaltspflicht bezahlt. Nun handelt es sich bei diesen
Zahlungen aber nicht um Staatsbeiträge à fonds perdu, sondern um typische, das
heisst grundsätzlich rückerstattungspflichtige Sozialhilfeleistungen, denn der Art. 40b
Abs. 4 SHG sieht vor, dass die an sich unterhaltspflichtigen Eltern abhängig von ihrer
finanziellen Leistungsfähigkeit zu einer Beteiligung an diesen Kosten verpflichtet
werden können. Diese explizite Regelung ist zwar erst am 1. Januar 2020 in Kraft
getreten, aber für die Zeit bis zum 31. Dezember 2019 kann nichts anderes gegolten
haben. Vor dem 1. Januar 2020 fehlte nämlich eine explizite Regelung betreffend die
Rückerstattungspflicht der Eltern für das vom Gemeinwesen direkt an ein Heim
ausbezahlte Heimgeld. Das kann nur bedeuten, dass bis zum 31. Dezember 2019 die
generellen Regeln für die Sozialhilfe im Allgemeinen gegolten haben, dass also die
Eltern damals schon zu einer Beteiligung an den Kosten haben verpflichtet werden
können. Denn ohne eine explizite gesetzliche Grundlage kann nicht davon
ausgegangen werden, dass für die Vergütung von Betreuungskosten in Abweichung zu
sämtlichen übrigen finanziellen Leistungen der Sozialhilfe keine Rückerstattungspflicht
gegolten hätte. Sobald also die Sozialhilfe bei einer finanziellen Notlage der an sich
unterstützungspflichtigen Eltern „einspringen“ muss, verwandeln sich die Leistungen
für die Unterbringung von Minderjährigen in einem Kinderheim wesensmässig in
Sozialhilfeleistungen im Sinne des Art. 11 Abs. 3 lit. b ELG oder aber in Leistungen mit
einem ausgesprochenen Fürsorgecharakter im Sinne des Art. 11 Abs. 3 lit. c ELG.
Bei einer sorgfältigen systematischen Interpretation zeigt sich dann aber, dass die
EL-Anspruchsberechnung auf den folgenden Überlegungen beruht: Der Art. 10 ELG
definiert das ergänzungsleistungsrechtliche Existenzminimum, das heisst jenen
finanziellen Bedarf, dessen Deckung das ELG bezweckt; der Art. 11 ELG regelt, wie
dieser Bedarf zu decken ist respektive welche Rolle die Ergänzungsleistungen bei der
Deckung dieses Bedarfs spielen, wobei der Art. 11 Abs. 1 ELG vorgibt, welche
Einnahmenquellen einer Ergänzungsleistung vorgehen, während der Art. 11 Abs. 3 ELG
bestimmt, welchen Einnahmenquellen die Ergänzungsleistung vorgeht. Mit anderen
Worten sollen die im Art. 11 Abs. 1 ELG erwähnten Einnahmenquellen einen EL-
Anspruch ausschliessen oder zumindest minimieren, während eine allfällige
Ergänzungsleistung aber jedenfalls eine Notwendigkeit der Ausrichtung der im Art. 11
Abs. 3 ELG erwähnten Leistungen ausschliessen soll. Wer also grundsätzlich einen
Anspruch auf eine Ergänzungsleistung hat, soll keine Sozialhilfeleistungen beziehen
3.4.
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müssen. Sinnvollerweise sind die kantonalen Sozialhilfegesetze so zu konzipieren, dass
sie keine sozialhilfe- beziehungsweise fürsorgerechtliche Leistungspflicht der
zuständigen politischen Gemeinde für jenen Bedarf vorsehen, der mittels
Ergänzungsleistungen gedeckt werden kann. Wenn aber ein kantonales
Sozialhilfegesetz eine Leistungspflicht vorsieht, die mit einem EL-Anspruch
konkurrieren könnte, kann es nicht die Aufgabe der bundesrechtlichen EL-
Gesetzgebung sein, hierfür eine spezifische Koordinationslösung zu bieten, denn es
besteht ja bereits die allgemeine bundesrechtliche EL-Koordinationslösung, dass
Sozialhilfeleistungen bei der EL-Anspruchsberechnung keine Rolle spielen dürfen. Die
spezifischen Koordinationslösungen, die bei einer allfälligen Konkurrenz eines EL-
Anspruchs und eines Sozialhilfeanspruchs benötigt würden, müssten also im
Anwendungsbereich der nachrangigen Sozialhilfe geschaffen werden. Reichen die im
Art. 11 Abs. 1 ELG genannten Einnahmen nicht zur Deckung des EL-anerkannten
Existenzbedarfs aus, kann nur eine Vergütung der ungedeckten Kosten durch eine
entsprechende Ergänzungsleistung in Frage kommen. Der Art. 11 Abs. 3 ELG lässt es
nämlich nicht zu, dass diese ungedeckten Kosten durch eine Sozialhilfeleistung (Art. 11
Abs. 3 lit. b ELG) oder durch eine öffentliche oder private Leistung mit einem
ausgesprochenen Fürsorgecharakter (Art. 11 Abs. 3 lit. c ELG) beglichen werden. Diese
bundesgesetzliche Regelung kann vom kantonalen Sozialhilfegesetzgeber nicht
modifiziert werden, denn über die kantonale Sozialhilfegesetzgebung können die lit. b
und c des Art. 11 Abs. 3 ELG nicht „ausgeschaltet“ werden. Die aus
ergänzungsleistungsrechtlicher Sicht systematisch richtige Lösung kann folglich nur
darin bestehen, dass die Ergänzungsleistung die gesamten Kosten decken muss, die
bei einer Betreuung in einem Kinderheim entstehen. Der Art. 1a Abs. 2 der Verordnung
über die nach dem Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare Tagespauschale erweist
sich damit als gesetzwidrig, denn er verstösst gegen den Art. 11 Abs. 3 ELG. Deshalb
ist ihm die Anwendung zu versagen. Daran ändert die vom Bundesgericht im Urteil
9C_884/2018 vom 1. Mai 2019 vertretene Auffassung nichts, weil sich das
Bundesgericht nicht mit dem entscheidenden koordinationsrechtlichen Zusammenspiel
zwischen den Ergänzungsleistungen und der Sozialhilfe auseinandergesetzt und
deshalb wohl übersehen hat, dass die „St. Galler Lösung“ sich nicht mit dem ELG in
Übereinstimmung bringen lässt. Bei der EL-Anspruchsberechnung ist folglich für den
Beschwerdeführer der gesamte vereinbarte Tagessatz von 140 Franken zu
berücksichtigen.
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4.
Zu prüfen bleibt, ob es rechtmässig gewesen ist, hypothetische Unterhaltsbeiträge
des Vaters im Betrag von 500 Franken pro Monat respektive von 6’000 Franken pro
Jahr als Einnahme anzurechnen. Die Frage, ob es überhaupt zulässig gewesen ist,
hypothetische Unterhaltsbeiträge anzurechnen, ist in Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit.
g ELG zu beantworten, laut dem hypothetische Einnahmen berücksichtigt werden
dürfen, wenn ein Verzicht auf entsprechende Einnahmen vorliegt. Das ist der Fall, wenn
die realen Einnahmen tiefer als jene Einnahmen sind, die die EL-beziehende Person an
sich erzielen könnte. Vorliegend stellt sich also die Frage, ob es dem Beschwerdeführer
respektive dessen Mutter möglich gewesen wäre, den Vater des Beschwerdeführers,
der keine Kindesunterhaltsbeiträge bezahlt hat, zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen
zu verpflichten. Diese Frage kann grundsätzlich bejaht werden, denn der
Beschwerdeführer hätte eine entsprechende Forderung stellen und diese nötigenfalls
auf dem Weg einer Zivilklage durchsetzen können. Ein solches Vorgehen wäre aber nur
von Erfolg gekrönt gewesen, wenn der Vater über einen Einnahmenüberschuss verfügt
hätte, der es zugelassen hätte, ihn zu Unterhaltszahlungen zu verpflichten.
4.1.
Die Beschwerdegegnerin hat in einer Berechnung, die den Eindruck einer bloss
ungefähren Schätzung erweckt, einen Einnahmenüberschuss des Kindsvaters ermittelt,
der ihres Erachtens Unterhaltszahlungen von 500 Franken pro Monat zugelassen hätte.
Die vom Beschwerdeführer eingereichten Unterhaltsverträge vom 16./19. April 2019
betreffend den Beschwerdeführer und dessen Schwester (act. G 13.1 f.), die von der
zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde genehmigt worden sind, zeigen
aber, dass das Nettoeinkommen des Kindsvaters von 4’166 Franken pro Monat selbst
ohne die Berücksichtigung der Kinderzulagen den massgebenden Existenzbedarf des
Vaters von 2’921 Franken um gut 1’000 Franken pro Monat überstiegen haben. Zwar
hat auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde den Kindsvater nur zu
Unterhaltsleistungen von insgesamt 574 Franken für den Beschwerdeführer und
dessen im Dezember 2018 geborene Schwester verpflichtet, aber diese Berechnung
hat offensichtlich auf einem grundlegenden Überlegungsfehler beruht, denn die
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ist von einem relevanten Bedarf des
Beschwerdeführers von lediglich 894 Franken pro Monat ausgegangen, was
angesichts der Heimkosten von 140 Franken pro Tag offenkundig falsch gewesen ist.
Hätte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde die hohen Heimkosten bedacht,
hätte sie den Kindsvater gewiss verpflichtet, deutlich höhere Unterhaltsbeiträge für den
Beschwerdeführer zu bezahlen. Das zeigt, dass auch die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Berechnung offensichtlich falsch sein muss, denn die finanziellen
4.2.
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St.Galler Gerichte
5.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid bezüglich der
anrechenbaren Tagestaxen und betreffend die hypothetischen Unterhaltsbeiträge als
rechtswidrig. Er ist deshalb aufzuheben und die Sache ist zur Neuberechnung der
Ergänzungsleistung der Mutter und des Beschwerdeführers ab 1. Juli 2017 unter
Berücksichtigung einer Tagestaxe für die Mutter von 180 Franken und einer Tagestaxe
für den Beschwerdeführer von 140 Franken sowie zur sorgfältigen Ermittlung und zur
genauen Berechnung der hypothetischen Unterhaltsbeiträge des Kindsvaters und zur
anschliessenden erneuten revisionsweisen Anpassung der Ergänzungsleistung der
Mutter (inkl. des für den Beschwerdeführer gesondert berechneten Teils) ab 1. Juli
2017 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieser Verfahrensausgang ist
hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen des
Beschwerdeführers zu qualifizieren, weil dieser mit seinem Hauptanliegen – der
Korrektur des von ihm als rechtswidrig erachteten Einspracheentscheides –
vollumfänglich durchgedrungen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG). Der Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der
erforderliche Vertretungsaufwand ist unter Berücksichtigung der zusätzlichen
Stellungnahmen im Beschwerdeverfahren als leicht überdurchschnittlich zu
qualifizieren, weshalb die Entschädigung auf 3’500 Franken (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Verhältnisse des Kindsvaters haben sich in der Zeit zwischen den Jahren 2017 und
2019 abgesehen von einer geringfügigen Lohnerhöhung nicht verändert. Die Sache ist
zur sorgfältigen Ermittlung und genauen Berechnung der hypothetischen
familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge, die der Kindsvater dem Beschwerdeführer unter
Berücksichtigung der hohen Heimkosten hätte bezahlen müssen, an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Sinne eines obiter dictum ist darauf
hinzuweisen, dass allerdings wohl keine hypothetischen Unterhaltsbeiträge
angerechnet werden dürften, wenn die Betreuungsleistungen des Heims von der
Sozialhilfe finanziert werden müssten. Sollte also das Bundesgericht bei einer allfälligen
Anfechtung dieses Entscheides wider Erwarten die Berücksichtigung einer anteiligen
Tagestaxe von lediglich 33 Franken pro Tag als rechtmässig qualifizieren, wird die
Beschwerdegegnerin wohl von der Anrechnung von hypothetischen
Unterhaltsbeiträgen des Vaters absehen müssen, weil in diesem Fall ja die Sozialhilfe
praktisch den ganzen finanziellen Bedarf des Beschwerdeführers abdecken würde.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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