Decision ID: 3de6b355-9916-4bca-bd63-4cf4ebfd0e78
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ und B._ (nachfolgend: Gesuchsteller) meldeten sich und ihren Sohn C._
(geboren am _) am 4. Januar 2019 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St.
Gallen (nachfolgend: SVA) zum Bezug einer individuellen Prämienverbilligung (IPV) für
das Jahr 2019 an (act. G 9.2-1).
A.a.
Mit Verfügung vom 25. Januar 2019 sprach die SVA den Gesuchstellern bei einem
errechneten Selbstbehalt von Fr. 2'237.-- einen Anspruch auf IPV von gesamthaft
Fr. 7'708.80 zu. Sie legte ihrer Anspruchsberechnung ein anhand der provisorischen
kantonalen Steuerdaten für das Jahr 2017 ermitteltes Reineinkommen von Fr. 17'987.--
zu Grunde, wobei sie dieses um einen IPV-Kinderabzug von Fr. 4'000.-- reduzierte,
sodass sie von einem anrechenbaren Einkommen von Fr. 13'987.-- ausging (act. G
9.2-3; vgl. ferner act. G 9.2-2). Am 12. April 2019 erliess die SVA gestützt auf die
definitive Steuerveranlagung der Kantons- und Gemeindesteuer 2017 eine neue
A.b.
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B.
Verfügung, mit welcher sie diejenige vom 25. Januar 2019 aufhob und den
Gesuchstellern aufgrund eines ermittelten Selbstbehaltes von neu Fr. 6'636.40 bei
einem Reineinkommen von Fr. 37'182.-- bzw. anrechenbaren Einkommen von
Fr. 33'182.-- nur noch einen IPV-Anspruch von total Fr. 3'481.80 zusprach und
festhielt, die Rückforderung erfolge direkt über den Krankenversicherer (act. G 9.2-4).
Gegen diese Verfügung erhoben die Gesuchsteller am 9. Mai 2019 Einsprache
(act. G 9.2-5 i.V.m. 9.2-9; vgl. ferner act. G 9.2-6). Sie machten im Wesentlichen
geltend, dass das für das Steuerjahr 2017 veranlagte Reineinkommen für die
Berechnung des Selbstbehaltes und somit auch des Anspruchs auf IPV 2019 um
Fr. 12'667.-- nach unten zu korrigieren sei. Das Steueramt habe ihnen um Fr. 1'000.--
zu hohe Kinderzulagen angerechnet und zu Unrecht einen Abzug für
Versicherungsprämien verweigert. Sodann habe das Steueramt in der
Steuerveranlagung 2017 Erträge aus einer Beteiligung in der Höhe von Fr. 7'500.--
angerechnet. Diese in der Steuerveranlagung als Einkommen angerechneten Erträge
beträfen aber nicht das Steuerjahr 2017, sondern es handle sich um die Aufrechnung
einer geldwerten Leistung für vergangene Steuerjahre. Die zufällige Anrechnung im
Jahr 2017 sei für alle Beteiligten am einfachsten gewesen, zumal dadurch kein
Nachsteuerverfahren für die vorangegangenen Jahre notwendig geworden sei. Die
geldwerte Leistung, welche nicht das Jahr 2017 betreffe, dürfe demnach aber nicht für
die Berechnung des Selbstbehaltes der Prämienverbilligung im Jahr 2019
berücksichtigt werden. Gegen die Steuerveranlagung 2017 sei keine Einsprache
erhoben worden, weil trotz allfälliger Korrekturen die Steuerrechnung noch immer
Fr. 0.-- betragen hätte (act. G 9.2-5).
B.a.
Am 24. Mai 2019 brachte die SVA vom Steueramt telefonisch in Erfahrung, dass
die Gesuchsteller in einer Liegenschaft wohnten, welche einer Aktiengesellschaft (AG)
gehöre. Die Gesuchsteller hätten der AG in den Jahren 2014 bis 2016 zu tiefe
Mietzinsen bezahlt, sodass die geldwerte Leistung in der Form der eingesparten
Mietzinsen in der Steuerveranlagung 2017 als Einkommen angerechnet worden sei.
Wenn die Mietzinsen zukünftig korrekt bezahlt würden, sei dies eine einmalige Sache
gewesen (act. G 9.2-6).
B.b.
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C.
Mit Einspracheentscheid vom 28. Mai 2019 wies die SVA die Einsprache der
Gesuchsteller ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass für die
Berechnung der IPV 2019 regulär die Steuerdaten 2017 die Berechnungsbasis bildeten.
Die steuerliche Einsprachefrist hätten die Gesuchsteller verstreichen lassen, sodass die
Steuerveranlagung für das Jahr 2017 in Rechtskraft erwachsen sei. Bei den in der
Steuerveranlagung angerechneten Erträgen aus Beteiligung ab 10 Prozent
Privatvermögen handle es sich nicht um regelmässiges Einkommen, sondern um eine
einmalige steuerliche Einkommensposition. Die steuerlichen Mehreinnahmen lösten
demzufolge keine dauerhafte finanzielle Veränderung aus. Die beanstandete steuerliche
Einkommensposition stelle somit keinen Grund zur Abweichung von den relevanten
Steuerdaten dar (act. G 9.2-10).
B.c.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Gesuchsteller (nachfolgend:
Rekurrenten) am 12. Juni 2019 Rekurs mit den Anträgen, das Reineinkommen 2017 sei
für die Berechnung der IPV 2019 um Fr. 12'902.80 nach unten zu korrigieren.
Eventualiter sei der Einspracheentscheid der SVA (nachfolgend: Vorinstanz) vom 28.
Mai 2019 ersatzlos aufzuheben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der Vorinstanz (act. G 1). In formeller Hinsicht rügten die Gesuchsteller eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs im Einspracheverfahren, da ihnen keine persönliche
Anhörung gewährt worden sei. Der Einspracheentscheid sei auch deshalb aufzuheben
(act. G 1 S. 4).
C.a.
Am 4. September 2019 stellten die Rekurrenten ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 4, 7 und 10).
C.b.
Mit Stellungnahme vom 27. September 2019 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung des Rekurses (act. G 9).
C.c.
Mit Schreiben vom 8. Oktober 2019 teilte die verfahrensleitende Richterin den
Parteien mit, dass über das Gesuch um Befreiung von den Gerichtskosten mit dem
Endentscheid befunden werde. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde
verzichtet (act. G 11).
C.d.
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Erwägungen
1.
Mit Eingabe vom 31. Oktober 2019 hielten die Rekurrenten sinngemäss an ihren
im Rekurs gestellten Anträgen fest (act. G 12).
C.e.
Mit Schreiben vom 11. November 2019 hielt die Vorinstanz an dem bereits
gestellten Antrag fest und verzichtete auf eine weitere ausführliche Stellungnahme
(act. G 14).
C.f.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Rekurrenten auf IPV für das
Jahr 2019.
1.1.
Der angefochtene Einspracheentscheid sowie die ihm zu Grunde liegende
Verfügung sind an die Rekurrenten 1 und 2 adressiert gewesen (vgl. act. G 9.2-4 und
9.2-10). Diese beiden Rekurrenten haben auch die Rekursschrift sowie das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege unterzeichnet (vgl. act. G 1, 4 und 10). An C._, den Sohn
der Rekurrenten, sind die IPV-Verfügung sowie der Einspracheentscheid hingegen
nicht direkt adressiert worden (vgl. act. G 9.2-4 und 9.2-10) und er hat auch den
erhobenen Rekurs nicht mitunterzeichnet (vgl. act. G1). Da er im Zeitpunkt des Erlasses
des Einspracheentscheides und der Einreichung des Rekurses noch minderjährig
gewesen ist (vgl. dazu act. G 9.2-1), haben seine Eltern als Inhaber der elterlichen
Sorge (vgl. Art. 296 Abs. 2 des Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) ihn vertreten (Art. 304
Abs. 1 i.V.m. 318 Abs. 1 ZGB) bzw. seine vermögensrechtlichen Ansprüche allenfalls
sogar in eigenem Namen im Rahmen einer sogenannten Prozessstandschaft geltend
machen können (vgl. Art. 318 Abs. 1 ZGB; BGE 142 III 81 E. 3.2 mit Hinweisen). Am _
2019 hat C._ das 18. Altersjahr erreicht (vgl. act. G 9.2-1), wodurch die gesetzliche
Vertretungsbefugnis der Eltern weggefallen ist (vgl. Art. 296 Abs. 2 ZGB). Folglich hat
C._ im vorliegenden Verfahren ab dem _ 2019 selbst als Partei zu gelten, weshalb
ihm auch der Entscheid des Versicherungsgerichtes in diesem Verfahren zuzustellen
ist. Wird in diesem Entscheid von Rekurrenten oder Gesuchstellern gesprochen, gilt
C._ im Sinne dieser Erwägung als teilweise miterfasst. Da C._ im Zeitpunkt der
Einreichung des Gesuchs um Gewährung der IPV noch minderjährig gewesen ist und
soweit ersichtlich im gemeinsamen Haushalt mit den Eltern gewohnt hat und noch
immer wohnt, ist es jedoch richtig, dass sein Anspruch auf IPV gemeinsam mit
demjenigen der Eltern festgesetzt worden ist. Auch im vorliegenden
Beschwerdeverfahren ist der Anspruch somit nicht getrennt von demjenigen der Eltern
1.2.
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2.
zu beurteilen. Sein Prozessinteresse kann ferner ohne weiteres als gegeben betrachtet
werden.
Nach Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR
832.10) haben die Kantone den Versicherten in bescheidenen wirtschaftlichen
Verhältnissen IPV zu gewähren. Die Kantone haben dafür zu sorgen, dass bei der
Überprüfung der Anspruchsvoraussetzungen, insbesondere auf Antrag der versicherten
Person, die aktuellsten Einkommens- und Familienverhältnisse berücksichtigt werden
(Art. 65 Abs. 3 KVG). Dazu haben die Kantone nach Art. 97 Abs. 1 KVG
Ausführungsbestimmungen zu Art. 65 KVG zu erlassen. Der Kanton St. Gallen ist dieser
Verpflichtung durch die Art. 9 bis 16 des Einführungsgesetzes zur
Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung (EG-KVG; sGS 331.11) und die
dazugehörigen Vollzugsvorschriften in der Verordnung zum Einführungsgesetz zur
Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung (Vo EG-KVG; sGS 331.111)
nachgekommen, wobei er insbesondere die persönlichen (Art. 10 EG-KVG) und die
einkommensmässigen (Art. 11 EG-KVG) Voraussetzungen sowie die Höhe der IPV (Art.
12 EG-KVG) festgesetzt hat.
2.1.
In Bezug auf die einkommensmässigen Voraussetzungen bestimmt Art. 11 EG-
KVG, dass das die IPV auslösende Einkommen unter teilweiser Berücksichtigung des
steuerbaren Vermögens durch Verordnung festgesetzt wird (Abs. 1). Grundlage des die
IPV auslösenden Einkommens bildet in der Regel die definitive Steuerveranlagung des
vorletzten Jahres vor dem Jahr, für das die IPV beansprucht wird (Abs. 2). Gemäss Art.
12 Abs. 1 Vo EG-KVG bildet bei ordentlich besteuerten Personen Grundlage für die
Berechnung des massgebenden Einkommens das nach kantonalem Steuerrecht
ermittelte Reineinkommen der Steuerperiode des vorletzten Jahres vor dem Bezugsjahr
für: a) noch nicht definitiv veranlagte Personen gemäss Steuerdeklaration; b) definitiv
veranlagte Personen gemäss Veranlagung. Ist die Veranlagung rechtskräftig, führt die
SVA die Neuberechnung der IPV durch (Art. 12 Abs. 5 Vo EG-KVG). Nach dem klaren
Willen des Gesetzgebers soll also primär auf die Steuerdaten abgestellt werden
(vgl. dazu Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4.
September 2019, KV-SG 2019/3, E. 3.3 mit Hinweisen). Entspricht das durch die
Steuerdaten ermittelte Einkommen allerdings offensichtlich nicht der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit, wird auf diese abgestellt (Art. 11 Abs. 3 EG-KVG). Mit der
Verwendung des Begriffes "offensichtlich" wird zum Ausdruck gebracht, dass nicht
jede Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse massgebend sein kann, um von den
Steuerdaten abzuweichen. Die Diskrepanz zwischen der früheren und der aktuellen
2.2.
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3.
wirtschaftlichen Lage muss rechtserheblich sein. Nur grundlegende und tiefgreifende
Änderungen der Verhältnisse rechtfertigen ein Abweichen von der definitiven
Steuerveranlagung des vorletzten Jahres (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 4. September 2019, KV-SG 2019/3, E. 3.4). Gemäss Art.
12 Abs. 1 Vo EG-KVG wird nur dann auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
nach Art. 11 Abs. 3 EG-KVG abgestellt, wenn sich die Einkommensgrundlagen
dauerhaft verändert haben. Weiter muss die Abweichung im Bezugsjahr wenigstens
einen Viertel des massgebenden Einkommens des vorletzten Jahres betragen
(Art. 12 Abs. 2 Vo EG-KVG).
quater
quater
Die Vorinstanz hat für die Berechnung des von den Rekurrenten zu tragenden
Selbstbehaltes (vgl. Art. 19 Abs. 1 lit. d Vo EG-KVG) und somit auch des Anspruchs auf
IPV 2019 auf das in der Steuerveranlagung 2017 ausgewiesene Reineinkommen von
Fr. 37'182.-- reduziert um den IPV-Kinderabzug von Fr. 4'000.-- (vgl. Art. 14 Abs. 1 Vo
EG-KVG) abgestellt (vgl. act. G 9.2-4 und 9.2-10). Demgegenüber stellen sich die
Rekurrenten sinngemäss auf den Standpunkt, dass das anhand der Steuerdaten 2017
ermittelte Reineinkommen nicht ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Sinne von
Art. 12 Vo EG-KVG entspreche (vgl. act. G 1 und 12).
3.1.
quater
Bei der geldwerten Leistung von Fr. 7'500.--, welche den Rekurrenten in der
Steuerveranlagung 2017 für die zu tief bezahlten Mietzinsen in den Jahren 2014-2016
angerechnet worden ist, dürfte es sich um eine einmalige Einkommenserhöhung
gehandelt haben (vgl. act. G 9.2-5 und 9.2-6). Gemäss Auskunft des Steueramtes vom
24. Mai 2019 wird diese Einkommensposition in Zukunft wegfallen, sofern die
Rekurrenten einen korrekten Mietzins entrichten (act. G 9.2-6). Da die
Einkommensposition in der Steuerveranlagung 2017 nur für die Jahre 2014 bis 2016,
nicht mehr jedoch für das Jahr 2017 angerechnet worden ist (vgl. act. G 9.2-5 S. 9 f.),
darf umso mehr davon ausgegangen werden, dass es sich um eine einmalige
Einkommenserhöhung gehandelt hat. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz bedeutet
diese kurzfristige Einkommenserhöhung im Jahr 2017 aber gerade nicht, dass sich die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Rekurrenten nicht dauerhaft verändert hat
(vgl. act. G 9 S. 3). Vielmehr ist anzunehmen, dass das Einkommen der Rekurrenten –
andere allfällige Änderungen ausgenommen – gegenüber dem Jahr 2017 (und nur mit
diesem Jahr ist vorliegend zu vergleichen) für längere Zeit um jährlich Fr. 7'500.-- tiefer
ausfallen wird. Folglich liegt hinsichtlich dieser geldwerten Leistung eine dauerhafte
Einkommensveränderung i.S.v. Art. 12 Abs. 1 Vo EG-ZGB vor. Allerdings erreicht
diese Veränderung von jährlich Fr. 7'500.-- nicht die geforderte Differenz von einem
3.2.
quater
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4.
Soweit die Rekurrenten die Aufhebung des angefochtenen Entscheids mit dem
Argument fordern, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei im Einspracheverfahren
verletzt worden, da sie nicht persönlich angehört worden seien (vgl. act. G 1), kann
ihnen ebenfalls nicht gefolgt werden. Denn in ihrer Einsprache haben die Rekurrenten
ihre Sicht der Dinge ausführlich dargelegt (vgl. act. G 9.2-5 und 9.2-9). Die
Beschwerdegegnerin ist auf die Argumente im Einspracheentscheid ausreichend
eingegangen (vgl. act. G 9.2-10). Die Ansicht der Rekurrenten hat somit genügend
Eingang in das Einspracheverfahren gefunden. Inwiefern eine mündliche Anhörung
weitere entscheidwesentliche Erkenntnisse hätte bringen können, ist nicht ersichtlich.
5.
Viertel des im Jahr 2017 veranlagten Einkommens von Fr. 37'182.-- (Fr. 37'182.-- / 4 =
Fr. 9'295.50; vgl. Art. 12 Abs. 2 Vo EG-KVG). Weitere Veränderungen zwischen der
Einkommensbasis 2017 und 2019 bringen die Rekurrenten nicht vor. Sie bemängeln
zwar, dass die Kinderzulagen und die Abzüge für Versicherungsprämien in der
Steuererklärung 2017 falsch festgesetzt worden seien (vgl. act. G 1). Allein aus
allfälligen Fehlern in der Steuerveranlagung 2017 hinsichtlich dieser beiden Positionen
lässt sich aber nicht ableiten, dass sich das Einkommen zwischen 2017 und 2019
dauerhaft verändert hat. Vielmehr ist anzunehmen, dass gerade Kinderzulagen und
Versicherungsprämien ohnehin nicht selten Veränderungen unterworfen sind und
diesbezüglich in der Regel nicht von einer dauerhaften Veränderung der
Einkommensverhältnisse ausgegangen werden kann. In ihrer Einsprache haben die
Rekurrenten zudem ausgeführt, dass sie im Jahr 2019 für ein weiteres Kind
rückwirkend eine Ausbildungszulage beantragt hätten (vgl. act. G 9.2-5 S. 1, unten).
Daraus wird erst recht deutlich, dass die Steuerposition der Kinder- bzw.
Familienzulagen in diesem Fall nicht geeignet ist, eine wesentliche Verschlechterung
der Einkommensverhältnisse zwischen 2017 und 2019 darzutun. Jedenfalls haben die
Rekurrenten eine über Fr. 7'500.-- hinausgehende Einkommensveränderung zwischen
2017 und 2019 weder konkret behauptet noch glaubhaft dargelegt. Demnach hat die
Beschwerdegegnerin für die Festsetzung des Anspruchs auf IPV 2019 im vorliegenden
Fall zu Recht auf die Daten der definitiven Steuerveranlagung 2017 abgestellt.
quater
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der Rekurs abzuweisen.5.1.
Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS
951.1) hat in Streitigkeiten grundsätzlich jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen
5.2.
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