Decision ID: 8188a623-ef0b-4f24-888d-36ef303ac7a1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, Mechaniker, arbeitete seit 1998 bei der
Y._ AG
als
Biegereimitarbeiter
. Am 15. Mai 2007 meldete sich der Versi
cherte wegen seit Oktober 2006 bestehender psychischer Beschwerden und Rücken-
, Ellbogen- und Kopf
schmerzen bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an
. Gestützt auf das
MEDAS
-Gutachten vom
23. Juli 2008
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom
7. Septem
ber 2009 eine
befristete
ganze Rente
mit Wirkung
ab 1. Januar 2008 und
eine
Viertelsrente
mit Wirkung
ab 1. Oktober 2008 zu. Die da
gegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil
des hiesigen Gerichts
vom
19. Mai 2011 abgewiesen (Prozess Nr. IV.2009.00961
;
Urk.
7/65), was vom Bundes
gericht
mit
Urteil vom 1
9.
Juli 2011 ge
schützt wurde (Prozess Nr. 9C_521/2011
; Urk.
7/67).
1.2
Im Zuge eines amtlichen Revisionsverfahrens (vgl. Urk. 7/71-72)
holte die IV-Stelle medizinische Berichte ein (Urk. 7/74-75) und liess den Versicherten durch
das
Z._
begutachten (Gut
achten vom 16. November 2012; Urk. 7/82). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Urk. 7/91-97) stellte die IV-Stelle die Rente mit Verfü
gung vom
17. Januar 2014 auf das Ende
des
der Zustellung folgenden Monats
ein
(Urk. 7/101
= Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 17. Januar 2014 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 14. Februar 2014 Beschwerde mit dem Antrag, es sei
bezüglich der beginnenden
vaskulären Demenz sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in ada
p
tierter Tätigkeit ein neutrales Gerichtsgutachten einzuholen und hernach neu zu entscheiden. Als Eventualantrag ersuchte er um
Zusprache
einer halben Rente mit Wirkung ab 16. September 2013,
subeventualiter
sei die bisherige
Viertels
rente
weiter auszurichten (Urk. 1 S. 2
Ziff.
1 ff.). In prozessualer Hinsicht bean
tragte er die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6
Abs. 1
Europäische Menschenrechtskonvention
(
EMRK
;
Urk. 1
S. 2). Mit
Be
schwer
deantwort
vom 21. März 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Am 24. Juni 2015 wurde mit Einverständnis des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 9)
an
stelle
einer öffentlichen Verhandlung
eine Parteibefragung und
Instruktions
verhandlung
durchgeführt (Urk. 12 und Protokoll S. 2 ff.).
Mit Verfügung vom 16. Juli 2015 wurde die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
Winterthur zum Prozess beigeladen (Urk. 14), welche am 2. September 2015 mit
teilte, der Anschlussvertrag sei per 31. Dezember 2014 aufgelöst respektive mit
den Rentnern an die neue Vorsorgeeinrichtung der Helvetia übertragen worden,
und sie verzichte deshalb auf eine Stellungnahme (Urk. 16). Die Hel
vetia
Sammel
stiftung
für Personalvorsoge, welche am 11. September 2015 zum Prozess bei
ge
laden wurde (Urk. 18), liess sich nicht vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heit
s
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinwei
sen). Eine
Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts
9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3)
. Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder
welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
kon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht
(BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte die Invalidenrente mit der zusammengefassten
Be
gründung ein (Urk. 2), laut Gutachten des
Z._
sei aus neurologischer Sicht
von einer leichten somatischen Verschlechterung auszugehen
(S. 2)
. Psy
chia
trisch
bestehe keine
Einschränku
ng der Arbeitsfähigkeit
. Gegenwärtig seien die Einschränkungen rein somatischer Natur. Aufgrund der Untersuchungsbe
funde könne kein Einfluss der als
leicht
zu qualifizierenden
somatoformen
au
tonomen
Funktionsstörung (F45.3) auf die Arbeitsfähigkeit ausgemacht werden. In der Kon
sequenz bedeute dies, dass aus psychischen Gründen kein
leidensbe
dingter
Abzug mehr gewährt werden könne. Die somatischen Leiden seien mit der nun gesamthaft um 20 % (anstatt wie bisher um 10 %) verminderten Leis
tungs
fähig
keit berücksichtig
t
und rechtfertigten folglich auch keinen
leidensbe
dingten
Abzug mehr
(S. 3)
.
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (Urk. 1)
, das Gut
ach
ten der
Z._
beruhe auf Untersuchungen im Herbst 201
2.
Bis zur
Renten
verfügung
vom 17. Januar 2014 habe sich sein Gesundheitszustand indessen erheblich verschlechtert. Es liege mittlerweile zumindest der hochwahrscheinlich be
gründete Verdacht einer vaskulären Demenz, einer ernsthaften organischen
Hirn
störung
, vor (S. 2 f.). Es sei unbestritten, dass rein somatisch eine Ver
schlech
terung eingetreten sei. Es bestehe in adaptierter Tätigkeit nunmehr eine
Leis
tungs
einschränkung
von 20 %. In psychiatrischer Hinsicht hielten die
Z._
-
Gut
achter dafür, dass sich keine Unterschiede zum früheren Gutachten der MEDAS
A._
ergäben. Es sei bereit
s
in der früheren Expertise von einer als leicht einzustufenden psychischen Störung, nämlich einer
somato
formen
Schmerzstörung ausgegangen worden. Es liege daher bloss
eine andere Beurteilung des im W
esentlichen glei
chgebliebenen Sachverhalts vor (S. 4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob es seit der
Rentenzusprache
im September 2009 zu einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen ist und ob der Gesundheitszustand ausreichend abgeklärt worden ist.
3.
3.1
Die erstmalige
Rentenzusprache
beruhte auf dem Gutachten der MEDAS
A._
vom 23. Juli 2008 (vgl. Urk. 7/65 S. 15 E. 3.5). Darin stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit Einschränkung der zum
utbaren Arbeitsfähig
keit (Urk. 7
/31 S. 12
Ziff.
4.1):
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Fehlstatik mit Haltungsinsuffizienz, muskulärer
Dysbalance
und
Dekon
ditionierung
Segmentdegenerationen L3 bis S1
im Vordergrund stehende
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L5/S1 mit
Retrolisthesis
Grad I
chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom bei
zervikaler Streckhaltung C3 bis C6
Osteochondrosen
C5/6 und C6/7 mit
degenerativ bedingter segmentaler
Gefügelockerung
C5/6
somatoforme
autonome Funktionsstörung ICD-10 F45.3
unter anderem chronische Spannungskopfschmerzen, unspezifischer Schwindel,
Palpitationen
, Status nach wahrscheinlich
vasovagal
-be
dingtem
synkopalem
Ereignis
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, nannten sie eine
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts, eine
initiale
Coxarthrose
beidseits und eine Adipositas (BMI 32; S.
12 Ziff. 4.2).
Nebe
n
befundlich
hielten sie unter anderem eine
n Status nach mittelgradiger de
pressiver Störung mit Ängsten im Januar 2007 fest (S. 12 Ziff. 4.3).
Gemäss fachärztlicher rheumatologischer Beurteilung stehe diagnostisch ein c
hronisches
lumbo
- und
zervikospondylogenes
Syndrom im Vordergrund. Die fest
gestellten Veränderungen am Bewegungsapparat bedingten eine verminderte Wirbelsäulenbelastbarkeit. Körperliche mittelschwere und schwere Arbeiten mit häufig rückenbelastenden Tätigkeiten und/oder häufigen Arbeitspositionen über
Kopf mit
reklinierter
Halswirbelsäule seien lediglich noch zu 25 % der Norm zumutbar. Bezüglich einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ohne rückenbelastenden Arbeitspositionen mit vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper und ohne Arbeiten mit
rekliniertem
Kopf sei von einer Arbeitsfähig
keit von 90 % (Ganztagespräsenz, Leistungs
einbusse von 10 % wegen
schmerz
bedingt
langsamerem Arbeitstempo sowie erhöhtem Pausenbedarf) auszugehen (S. 11 f. Ziff. 3).
Der
psychiatrische
Befund sei weitgehend unauffällig, und der Beschwerdefüh
rer
wirke überwie
gend
euthym
. Allerdings bestünden Insuffizienzgefühle und Selbst
zweifel aufgrund der unbefriedigenden sozialen Situation, offensichtlich sei er nicht gut auf eine Tätigkeit als Hausmann und Vater vorbereitet. Er be
richte, dass er sich manchmal frustriert, freudlos und unmotiviert fühle, und er nenne verschiedene funktionelle Beschwerden wie Einschlaf- und
Konzentrati
onsstö
rungen
, Magenbeschwerden, Herzklopfen, Kopfweh und vermehrtes Schwitzen bei Anstrengung (
Psychiatrisches Konsilium, Urk. 7/31/27-31
S. 4 Ziff. 3).
D
er Beschwerdeführer leide aktuell an etlichen funktionellen Beschwerden, die sich zum Teil mit den rheu
matologischen überschnitten. Ein signifikantes de
pressives Syndrom sei gegen
wärtig nicht mehr fassbar, offenbar sei im Verlauf diesbezüglich unter der psy
chiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung bei Dr.
B._
eine Besserung eingetreten. Es bestehe der Eindruck, dass der Be
schwerdeführer zwischenzeit
lich ein realistischeres Krankheitskonzept habe und akzeptiere, dass seine Be
schwerden durch psychosoziale Stressoren mit verur
sacht würden. Dabei sei zu erwähnen, dass er seine Situation als Hausmann und Vater oft frustrierend finde, weil er merke, dass sein Repertoire begrenzt sei und seine Frau den Kin
dern manchmal mehr bieten könne als er. Trotzdem versuche er sein Möglichs
tes, um der ungewohnten Herausforderung gerecht zu werden. Die insgesamt als leicht ausgeprägt einzustufende psychische Störun
g bedinge eine nur geringe, 20%
ige Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit be
züglich einer ge
mäss rheumatologischen Kriterien leidensangepassten Tätigkeit, wobei die be
ruflichen Möglichkeiten überwiegend durch die rheumatologischen Befunde bestimmt würden (Urk.
7
/31 S. 12 Ziff. 3
und Urk. 7/31/27-31 S. 4 f. Ziff. 5 und 6
).
In der Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit hielten die Ärzte fest, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer lediglich noch zu 25 % der Norm zumutbar, soweit es sich dabei um eine körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeit gehandelt habe. Aufgrund obiger Befunde und der vorliegenden Akten
habe anhaltend eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 20. Januar 2007 und vor
g
ängig eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit von 50 % vom 15. Dezember 2006
bis 8. Januar 2007 bestanden. Eine körp
erlich leichte und
wechselbelas
tende
Tätigkeit, ohne länger dauernde Verric
htungen in rückenbelastenden
Ar
beits
po
sitionen
mit vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper und auch ohne Arbei
ten
mit
rekliniertem
Kopf sei dem Beschwerdeführer seit dem 9. Juli 2008 (Datum der Schlussbesprechung) noch zu 80 % der Norm zumutbar – dies ebenso wegen der verminderten Wirbelsäulenbelastbarkeit, aber auch wegen den psychischen Auffälligkeiten beziehungsweise der autonomen
somatoformen
Funktionsstö
rung mit Ängsten, chronischen Spannungskopfschmerzen und unspezifischem Schwindel (
Urk. 7/31
S. 13 Ziff. 5.1-5.2 und Ziff. 5.4).
3.2
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus folgenden medizinischen Be
richten:
3.2.1
Mit Bericht vom 2. April 2012 stellte
Dr.
B._
, Facharzt für Psychia
trie und Psychotherapie
,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 7/74):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittleren Grades mit
somatischem Syndrom und psychotischem Erleben (hört täglich kom
mentierende/negative Stimmen)
chronisches
Lumbovertebral
- und
Zervikalsyndrom
abhängige Persönlichkeitsstörung
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er Schwindel und Kopf
schmerzen.
Der Beschwerdeführer sei in seinem Gesundheitserleben deutlich beeinträchtigt. Er sei zwar bewusstseinsklar, verliere aber gelegentlich die Orien
tierung in der
Stadt. Er leide
an ausgeprägter Vergesslichkeit und sei auf sein
Krankheitserle
ben
eingeengt. Die Aufmerksamkeit sei reduziert. Er fühle sich oft in seinem Denken von negativen Stimmen kommentiert. Psychosomatisch sei er ange
spannt und erregbar. Er sei verzweifelt und traurig und fühle sich wertlos. Er spüre kaum Energie und müsse sich zu allem mühsam aufraffen. Er habe zu
nehmend
Angst vor Kontrollverlust, indem
er in seiner Verzweiflung
aggressiv werden könnt
e
(
S. 2
Ziff.
1.4).
Die Arbeits
un
fähigkeit
habe über die letzten Jahre im angestammten Beruf 100 % betragen. Dies bleibe weiterhin so
(S. 6 oben)
.
3.2.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Be
richt vom 4. Mai 2012 folgende Diagnosen auf (Urk. 7/75 S. 1
Ziff.
1.1):
Verdacht auf
Caludicatio
spinalis
bei
spinaler
Stenosierung
durch Diskushernie L3/L4
Lipomatosis
spinalis
schmalem Spinalkanal
Diskushernie L5/S1 rechts mit
Rezessalstenose
und Kompression der Nervenwurzel L5 rechts
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom bei
Osteochondrose
C5/6 und C6/7
somatoforme
autonome Funktionsstörung
Depression
Es bestehe seit Januar 2007 auf unbestimmte Zeit eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit
(S. 3 Ziff. 1.6)
.
3.2.3
Im Gutachten des
Z._
vom
16. November 2012 (Urk. 7/82) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 55):
c
hronisches
lumbospondylogenes
Vertebralsyndrom
beidseit
s
mit klini
schen Zeichen eines sogenannt vermehrten Schmerzgebarens ICD-10 M54.4
kleine
breitbasige
m
ed
iane Diskushernie LWK3/4 und
Lipomatosis
spinalis
sowie anlagebedingt etwas engem Spinalkanal mit
Dural
sackeinengung
auf Höhe LWK3/4
kleine bis mittelgrosse Diskushernie LWK4/5 mit
Rezessusstenose
rechts
Osteochondrose
lumbosakral
und kleine
breitbasige
mediane
Diskus
hernie
LWK5/S1 ohne Neurokompression
Angaben gemäss MRI der LWS vom 24.4.2012
Osteochondrosen
HWK5/6 und HWK 6/7 ICD-10 M54.2
unspezifische Nackenschmerzen
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (S. 55):
k
linische Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung, respektive einer Symp
tomausweitung
m
uskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel und am Beckengürtel beidseits
s
tatische Fussveränderungen beidseits leichten Grades (Knick-/Senk
f
üsse, Spreizfüsse, beginnender
H
allux
valgus
beidseits)
l
eichte
Polyneruopathie
Spannungskopfschmerz
Verdacht auf zusätzlich Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜKS)
Verdacht auf vegetative Dysregulation (unspezifische
Schwindelbe
schwerden
, „innerliches Zittern“)
Die psychiatrische Beurteilung habe ergeben, dass unter Berücksichtigung aller Faktoren in diagnostischer Hinsicht von einer
somatoformen
autonomen Funk
tionsstörung (F45.3) auszugehen sei. Zu bemerken sei diesbezüglich, dass die psychosoziale Funktionsfähigkeit als nicht beeinträchtigt zu be
ur
teilen sei. Der Beschwerdeführer pflege intakte Beziehungen mit seiner Ehefrau sowie mit den beiden Kindern und einer befreundeten Familie. Die Beziehung mit seinen
Ge
schwistern soll, den Angaben des Beschwerdeführers zufolge, offenbar bereits seit
vielen Jahren nicht sehr intensiv sein. Ein Zusammenhang mit den Schmer
zen
bestehe diesbezüglich nicht. Darüber hinaus müsse festgehalten werden, dass sich
beim Beschwerdeführer keine schwerwiegende psychiatrische Komor
bidität diag
nostizieren lasse. Es lasse sich
den Akten
auch keine schwere chro
nische kör
per
liche Begleiterkrankung entnehmen. Von einer Therapieresistenz der den Be
schwer
den zugrunde liegenden Konflikte könne zudem nicht ausge
gangen werden,
da es bezüglich der depressiven Symptomatik im Vergleich mit den An
gaben in den Akten offenbar zu einer deutlichen und erheblichen Ver
besserung gekommen sei. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren sei der Schweregrad der
somatoformen
autonomen Funktionsstörung als leicht zu be
urteilen. In diag
n
os
tischer Hinsicht ergäben sich keine Diskrepanzen zum psy
chiatrischen Teilgutachten der MEDAS
A._
im Jahre 200
8.
Hingegen könne auf
grund der aktuellen Untersuchungsbefunde kein Einfluss auf die Ar
beits
fähig
keit dieser
somatoformen
autonomen Funktionsstörung abgeleitet werden.
Im
Vor
gutachten
sei jedoch der Schweregrad der
somatoformen
auto
nomen Funk
tions
störung nicht bestimmt worden, so dass dazu keine Stellung genommen wer
den könne. Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde lasse sich zusam
menfassend keine psychiatrische Krankheit
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit diagnostizieren. Es bestehe auch keine Verminderung der Leis
tungs
fähigkeit. Im Vergleich mit den Befunden der Begutachtung vom Jahre 2008 lasse sich keine wesentliche Veränderung aus psychiatrischer Sicht fest
stellen. Aktuell sei allerdings nicht mehr von einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
auszugehen. Im Jahre 2008 habe aus psychiatrischer Sicht noch eine 20%ige Ein
schränkung bestanden. Es dürfte sich möglicherweise um eine un
terschied
liche Einschätzung bei gleichem Beschwerdebild handeln
(S. 56 f.)
.
Die aktuelle fachärztliche neurologische Beurteilung ergebe zusammenfassend,
dass beim Beschwerdeführer ein chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom, vor
nehmlich von der Lendenwirbelsäule und vom Kopf ausgehend, darüber hin
aus mit
zervikobrachialen
und
lumboischialgiformen
Beschwerden bestehe. Kli
nisch
lasse sich aus rein neurologischer Sicht weder zervikal noch lumbal ein
radikuläres
Reiz- und Ausfallssyndrom feststellen, auch eine spinale Funktions
störung könne nicht objektiviert werden. Hingegen fänden sich klinisch und
elektroneurographisch Befunde einer leichten Polyneuropathie der unteren Extre
mitäten. Ferner finde sich ein chronisches Spannungskopfweh, überlagert von einer schmerzmittelinduzierten Komponente. Es bestehe eine deutliche Dis
kre
panz zwischen dem geltend gemachten Beschwerdeausmass und den objekti
ven
Befunde. Die im Frühjahr 2012
durchgeführten Abklärungen hätten den er
wähn
ten Befund einer Spinalkanalstenose L3/4 bei anlagebedingter Enge und zusätz
licher
Diskopathie
ergeben
(vgl. Urk. 7/75/7)
. Diese Befunde könnten durchaus geeignet sein, eine Verschlechterung des Gesun
d
heitszustandes her
beizuführen im Sinne der
g
eklagten
lumboischialgiformen
Beschwerden beim Gehen. Aller
dings könne damit nach wie vor das geltend gemachte Ausmass der Beschwer
den und Einschränkungen nicht begründet werden. Auch sei festzu
stellen, dass keine früheren MRI-Befunde der LWS zur Verfügung stünden, so dass ein effek
tiver Vergleich mit einem Vorbefund nicht möglich sei. Die klini
sche Relevanz des Befundes müsse auch insofern relativiert werden, als der Be
schwerdeführer gemäss seinen Angaben auf die kürzlich durchgeführte
epi
durale
Infiltration kaum angesprochen habe. Aufgrund der aktuell durchge
führten Abklärungen be
stehe in Tätigkeiten mit mittelschwerer bis schwerer körperlicher Belastung eine Restarbeitsfähigkeit von 20 %. In einer körperlich leichten Tätigkeit mit wechselnder Körperstellung und ohne repetitive
Über
kopfstellung
der Arme sowie ohne längeres Gehen, bestehe aus neurologischer Sicht
eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 20 %
(S.
57 f.)
.
Die rheumatologische Beurteilung ergebe, dass die eigentlichen Untersuchungs
befunde aktuell nicht relevant differier
t
en von den Angaben im Gutachten von 200
8.
Deshalb sei zu schliessen, dass die subjektiv verstärkten Schmerzen beim
Beschwerdeführer seit 2011 vorwiegend auf die ausführlich beschriebenen Zei
chen
eines sogenannt vermehrten Schmerzgebarens, respektive einer
Symptom
ausweitung
zurückzuführen seien und deshalb nicht einem eigentlichen rheu
matologischen Krankheitsbild entsprächen. Aus diesem Grunde könne abgese
hen
des natürlicherweise progredienten degenerativen bildgebenden Verlaufs keine Verschlechterung, insbesondere der für die Arbeitsfähigkeit führenden
Beurtei
lungs
rundlage
der klinischen Untersuchungsbefunde, genannt werden. Der Be
schwer
deführer habe seine frühere Tätigkeit
wiederum als schwere Arbeit be
schrieben, so dass diesbezüglich die schon im Vorgutachten erwähnte
Restar
beit
s
fähigkeit
von insgesamt 25 % bestätigt werden könne. In einer körperlich
leichten und rückenadaptierten
wechselbelastenden Tätigkeit könne dagegen aus rein rheumatologischer Sicht keine andere Beurteilung gemacht werden, als diejenige, wie sie schon im Gutachten von 2008 festgehalten worden sei. Solche körperlich leichten, wechselbelastenden und rückenadaptierten Tätigkeiten könnten dem Beschwerdeführer ganztags zugemutet werden. Wegen etwas er
höhtem Pausenbedarf im Rahmen verminderter Belastbarkeit werde eine
Leis
tungs
einschränkung
um 10 % bestätigt
(S. 58 f.)
.
Gesamtmedizinisch kamen die Gutachter zum Schluss, dass seit der letzten Be
urteilung im Jahr 2008 aus neurologischer Sicht ein leicht verschlechterter so
matischer Gesundheitszustand vorliege. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Bieger
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % und für leichte
rückenadap
tierte
Tätigkeiten eine Leistungsverminderung von 20 % bei einer
vollschichti
gen
Arbeitsfähigkeit. Die Verschlechterung m
ü
ss
e
arbiträr ab Anfang 2011 an
genommen werden. Aktuell sei hingegen aus psychiatrischer Sicht nicht mehr von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen
(S. 59)
.
3.2.4
.
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurologie, diagnostizierte im Bericht vom
20. Februar 2013 (Urk. 7/85
/3-5
) einen Verdacht auf beginnende dementielle Ent
wicklung vom gemischt kortikalen und subkortikalen Typ. Als
Different
ial
diag
n
os
e nannte sie eine Pseudodemenz im Rahmen der depressiven Störung.
Die am 20. Februar 2013 dur
ch
geführte neuropsychologische Untersuchung habe
Hinweise a
uf eine beginnende dementielle E
ntwicklung gezeigt. Dies, obwohl der Besc
hwerdeführer aufgrund der
Fremd
sprachigkeit
wahrscheinlich etwas
schlechter abgeschnitten habe
,
als dies bei einer Untersuchung in seiner Mutter
sprache der Fall gewesen wäre. Eine differentialdiagnostisch zu erwägende
Pseu
dodem
enz
im R
ahmen der depressiven Entwicklung lasse sich zumindest überlagernd nicht ganz ausschliessen, als alleinige Ursache der vorliegenden kognitiven Defizite komme sie
weniger wahrscheinlich in Frage.
Aetiologisch
sei am ehesten von einer beginnenden dementiellen Entwicklung vom gemischt kortikalen und subkortikalen Typ auszugehen. Im Schädel-MRI seien Zeichen einer subkortikalen
Leuken
z
ephalopathie
gefunden worden, welche allein auf
grund der neuroradiologischen Merkmale jedoch für die Diagnose einer vasku
lären Demenz nicht ausreichend sei. Ergänzend sei noch eine
z
erebrovaskuläre
Doppleruntersuchung vorgesehen.
3.2.5
Nach der durchgeführte
n
dopplersonographischen
Untersuchung berichtete
Dr.
D._
am 1. März 2013 (Urk. 7/85/1-2
= Urk. 3/1
), die Untersuchung habe
b
is auf vereinzelte kleinste Plaques im Abgangsbereich der Aorta
carotis
interna
links unauffällige Verhältnisse sowohl im Bereich der grossen zuführenden
extra
kraniellen
Arterien als auch
transkraniell
im Bereich der basal
en z
erebra
le
n Arterien gezeigt.
3.2.6
Am 31. Januar 2014 berichtete
Dr.
D._
(Urk. 7/104/17-18 = Urk. 3/2) über die neuropsychologische Verlaufskontrolle und stellte fest, dass sich im Ver
gleich zur Voruntersuchung vor einem Jahr erneut Defizite sowohl im Bereich der
mnestischen
als auch im Bereich der exekutiven Funktionen gezeigt hätten. Allerdings seien die Resultate insofern inkonsistent gewesen, als einzelne Re
sultate besser und andere schlechter ausgefallen seien. Insbesondere sei auch auf
gefallen, das
s bei den verbalen
mnestischen
F
unktionen das Wiedererkennen nicht besser gewesen
sei
als der spontane Spätabruf. Auch in dem daraufhin
durchgeführten 15 Items Test nach Rey, welcher als „
Malingering
“ Test einge
setz
t werden könne, hätten einige Auffälligkeiten gefunden werden können. Insge
samt stelle sich die Frage nach einer zusätzlichen funktionellen Kompo
nente.
3.2.
7
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.2.1) berichtete am 8. Februar 2014 (
U
rk. 13/1), es sei wahr, dass sich die
ängstlich
-depressive Grundstimmung verbessert habe, die Depression sei heute als nicht mehr mittleren, sondern als leichten Grades einzustufen. Es habe sich aber eine total veränderte Gesamtsituation ergeben: Es
zeichne sich heute eine ernsthafte organische Hirnstörung ab. Der
Gesamtzu
stan
d
habe sich verschlechtert. Dies, obwohl sich die depressiven Symptome et
was ab
gemildert hätten. Der Beschwerdeführer habe heute wieder besseren see
li
schen Halt, leide aber nach wie vor an Ängsten, höre gelegentlich Stimmen, habe Schwindel und Mühe mit der Konzentration sowie dem Antrieb. Die kog
nitiven Fähigkeiten seien katastr
o
phal, er sei vergesslich, könne sich kaum kon
zen
trie
ren, verliere manchmal in der Stadt die Orientierung. Er sei oft zittrig und könn
e die ihm zu Hause anvertrauten Aufgaben im Haushalt nur unzu
reichend er
füllen. Obwohl er alles aufschreib
e,
vergesse
er vieles. Dies führe auch zu ver
mehrten Konflikten mit der Familie.
3.2.8
Am 22. Juni 2015 berichtete
Dr.
B._
(Urk. 13/2)
sodann, seit seiner letzten Berichterstattung habe sich der Zustand nicht verbessert, sondern sei in etwa stationär geblieben. Der Beschwerdeführer leide nach wie vor an der bekannten depressiven Störung. Er sei in seiner Lebensführung durch die enorme Vergess
lichkeit, die Antriebsstörung, die psychotischen Stimmen und den daraus resul
tie
renden sozialen Rückzug ernsthaft eingeschränkt. Die
somatoformen
Schmer
zen
behinderten ihn sehr wesentlich in der Ausübung körperlicher Arbeit, er könne
seine Frau
stundenweise und nur mit Schonung im Haushalt und
beim
Verrichten der
Arbeiten als Hauswartin
unterstützen.
4.
4.1
Der Vergleich de
s seinerzeit
im Gutachten der MEDAS
A._
(E.
3.1)
beschriebenen mit dem im Gutachten des
Z._
(E.
3.2.3) geschilderten Ge
sund
heitszustand ergibt, dass sich dieser im Wesentlichen nicht verändert hat.
Zwar wurde im
Z._
-Gutachten im neurologischen Bereich eine Verschlech
terung
festgehalten, so dass nunmehr aus somatischer Sicht nicht mehr nur eine 10%ige
, sondern eine 20%ige Einschränkung in leidensangepasster Tätigkeit attestiert wurde. Allerdings fand damals durch die MEDAS
A._
keine neuro
lo
gische Untersuchung statt, so dass ein direkter Vergleich nicht möglich ist.
D
er
Rheumatologe der MEDAS
A._
fand weder Anhaltspunkte für eine
lumboradikuläre
Reiz- oder Ausfalls
s
ymptomatik noch Hinweise auf eine
zervi
ko
radikuläre
Reiz- oder Ausfalls
s
ymptomatik (vgl. Urk. 7/31/17-26 S. 6 unten und S. 7 Mitte). Auch der Neurologe des
Z._
konnte klinisch we
der zervikal noch lumbal ein
radikuläres
Reiz- und Ausfallssyndrom feststellen (Urk. 7/82 S. 41 unten). Dafür
fand er klinisch und elektroneurographisch Be
funde einer leichten Polyneuropathie der unteren Extremitäten (Urk. 7/82 S. 41 unten) und stellte sich auf den Standpunkt, dass der im Frühjahr 2012 erhobene Befund einer Spinalkanalstenose L3/4 bei anlagebedingter
E
nge und zusätzli
cher
Disko
pathie
geeignet sein könnten, eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes
herbeizuführen im Sinne der
ge
klagten
lumboischialgiformen
Beschwerden beim
Gehen
. Allerdings könne damit das geltend gemachte Aus
mass der Beschwerden und Einschränkungen nicht begründet werden und die klinische Relevanz des Befundes müsse auch insofern relativiert werden, als der Beschwerdeführer auf die durchgeführte
epidurale
Infiltration kaum angespro
chen habe
(Urk. 7/82 S. 42 Mitte).
Überdies bleibt zu beachten, dass
der Be
schwerdeführer bereits
gegenüber dem Rheumatologen
der MEDAS
A._
über
anhaltende,
therapierefraktäre Schmerzen im Bereich der
Lenden
wirbelsäule
und beider Beine
geklagt hatte
(Urk. 7/31/17-26 S. 6 Mitte).
Insoweit die Gutachter des
Z._
bezüglich der Rückenproblematik von einer geringfügigen Verschlechterung ausgingen und die somatisch begründete Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mit 20 % veran
schlag
ten, ist dies nicht zu beanstanden.
4.2
Die
vom Experten der MEDAS
A._
(vgl. E. 3.1) diagnostizierte
soma
toforme
autonome Funktionsstörung (F45.3)
wurde vom
Psychiater des
Z._
(vgl. E. 3.2.3)
zwar bestätigt
,
indessen aber nicht mehr als beeinträchtigend be
urteilt mit der zusammengefassten Begründung, der Beschwerdeführer pflege intakte Beziehungen mit seiner Ehefrau, seinen Kindern und einer befreundeten Familie. Eine schwerwiegende psychiatrische Komorbidität lasse sich nicht di
ag
nostizieren und den Akten sei auch keine schwere chronische körperliche
Be
gleiterkrankung
zu
entnehmen
,
und von einer Therapieresistenz könne nicht aus
gegangen werden
(Urk. 7/82 S. 28)
.
Ähnliches wurde bereits im Gutachten der MEDAS
A._
erwähnt, weshalb
wohl
der psychiatrische Experte des
Z._
im Gutachten einräumte, dass es sich bei seiner Beurteilung der Ar
beits
fähigkeit
möglicherweise
um eine unterschiedliche Einschätzung
der Ar
beits
fähig
keit bei gleichem Beschwerdebild
handle
(Urk. 7/82/S. 32 Mitte).
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sich in psychiatrischer Hin
sicht keine Veränderung des Gesundheitszustandes ergeben hat.
4.3
Insgesamt liegt
somit
beim Beschwerdeführer keine wesentliche Veränderung des
Ge
sundheitszustandes vor, auch wenn die Beeinträchtigung in der Arbeitsfähig
keit in den beiden Gutachten unterschiedlich
begründet wurde: So attestierten
die Experten der MEDAS
A._
eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer
rücken
adaptierten
Tätigkeit, dies wegen der verminderten
Wirbelsäulen
belast
bar
keit
aber auch wegen den psychischen Auffälligkeiten
(Urk. 7/31 S. 13
Ziff.
5.2)
. Die Gutachter des
Z._
dagegen attestierten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in an
gepasster Tätigkeit allein aufgrund der somatischen Beschwerden
(Urk. 7/
82 S. 59)
. Ausgehend davon, dass beim Beschwerdeführer
organisch nachweisbare Schädigungen im Lendenwirbelsäulen- und im oberen Halswirbelsäulenbereich
vorliegen, indessen eine Diskrepanz zwischen dem geltend gemachten
Be
schwer
deausmass
und den objektiven Befunden besteht, ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer eine Schmerzproblematik vorliegt, die
insgesamt
eine
Ar
beitsunfähigkeit von 20 % in behinderungsangepasster Tätigkeit nach sich zieh
t.
4.4
Auch im Lichte
der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zu den
somato
formen
Schmerzstörungen oder anderen psychosomatischen Störungen
(BGE 141
V 281)
hält die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Gutachter stand
,
stellt
die
neue Rechtsprechung
für sich allein kein Revisionsgrund dar
.
Im Übrigen können
dem
Z._
-Gutachten Ausführungen zu den von der
bundesgerichtli
chen
Recht
sprechung geforderten Indikatoren
(wenn auch nicht in der in E.
4.1 des ge
nannten Urteils strukturierten Reihenfolge)
entnommen werden, so dass die Einschr
änkung der Arbeitsfähigkeit schlüssig nachvollzogen werden kann.
4.5
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands vermögen
sodann
die nach der Begutachtung durch das
Z._
erstatte
te
n Arztberichte von
Dr.
B._
(vgl. E.
3.2.1, 3.2.7-8)
und
Dr.
D._
(vgl. E.
3.2.4-6)
nicht
zu belegen
.
Dr.
D._
äusserte am 20. Februar 2013 den Verdacht auf eine beginnende dementielle Entwick
lung vom gemischt kortikalen und subkortikalen Typ. Im Schädel-MRI konnten Zeichen einer subkortikalen
Leu
k
enzephalopathie
gefunden werden, die
allein aufgrund der neuroradio
logischen Merkmale für die
D
iagnose einer vas
kulären Demenz nicht ausreichend waren. Die weiterführende
dopplersono
gra
phische
Untersuchung ergab leidglich vereinzelte kleinste Plaques im
Abgangs
bereich
der Aorta
carotis
interna
und unauffällige Verhältni
s
se sowohl im Be
reich der grossen zuführenden
extrakraniellen
Arter
ien als auch
transkraniell
im Berei
ch der basalen zerebralen Arter
ien.
In der knapp ein Jahr nach dem ge
stellten Ver
dacht durchgeführten neuropsychologischen Verlaufskontrolle (vgl. E. 3.2.6) stellte sie fest, dass die Resultate inkonsistent gewesen seien und sich
die Frage nach einer zusätzlichen funktionellen Komponente stelle. Der Verdach
t auf eine organische Hirnstörung erhärtete sich nicht, und dementsprechend erwähnte
auch
Dr.
B._
diese in seinem letzten Bericht vom
22. Juni 2015 (vgl. E. 3.2.8) nicht mehr.
Angesichts dieser Entwicklung sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist.
5.
Zusammenfassend hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch die MEDAS
A._
insgesamt
nicht wesentlich
verändert.
Aufgrund der Aktenlage ergeben sich keine Hinweise darauf, dass sich
die er
werblichen Auswirkungen des
attestierten
Gesundheitszustands wesentlich
geändert hätten. Damit liegt kein Revisionsgrund vor, weshalb auch kein Grund
besteht, von dem mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 19. Mai 2011 vorgenom
me
nen
Tabel
lenlohnabzug
von 20 % abzuweichen.
Damit bleibt es bei einem
Invaliditäts
grad
von 46 %.
Selbst aber wenn der Invaliditätsgrad
unter Be
rück
sichtigung eines Tabellenlohnabzuges von nur 10 % ermittelt würde, resultierte hieraus – unter Zugrundelegung der im Urteil vom 19. Mai 2011 herangezo
ge
nen Werte für das
Valideneinkommen
(Fr. 71‘495.--) und das
Invalidenein
kom
men
(Fr. 47‘983.--) – eine Erwerbseinbusse von Fr.
28‘310.30
(Fr. 71‘495.-- - [0.9 x Fr. 47‘983.--]
)
beziehungsweise
ein Invaliditätsgrad
von 39.59 % oder aufgerundet von 40 %.
Der
Beschwerdeführer
hat demnach weiterhin
Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG) und auf Fr.
1‘0
00.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
zu
3⁄4
der
Be
schwe
r
degegnerin
und zu
1⁄4
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
6
.2
Gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat der Beschwerdeführer
aufgrund seines nur teilweisen Obsiegens
An
spruch auf eine
um
1⁄4
gekürzte
Parteientschädigung
von
Fr. 1‘
8
00.-- (inkl. Me
hr
wertsteuer und Barauslagen)
.