Decision ID: a155cac7-6e26-47c2-b0ae-f631bdc574a4
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
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A._ wurde von seiner Arbeitgeberin am 18. September 2008 aufgrund diverser
Beschwerden (Handgelenk rechts, Kopf, Nacken, Rücken, Beine) zur Früherfassung bei
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen gemeldet (IV-act. 1). Dem Meldeformular lag unter
anderem eine Verfügung der Suva vom 8. September 2008 betreffend Einstellung
sämtlicher Leistungen im Zusammenhang mit zwei Unfällen vom 26. Oktober 2007
(Handgelenk rechts) bzw. 30. Oktober 2006 (diverse Beschwerden; Kopf-, Nacken-,
Schulter-, Rücken-, Beinschmerzen) bei (IV-act. 3). Anlässlich eines Gesprächs vom
29. September 2008 teilte die zuständige Eingliederungsberaterin dem Versicherten
mit, dass eine Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
angezeigt sei; dieser teilte mit, die Anmeldung sei bereits unterwegs (IV-act. 8).
B.
B.a Am 29. September 2008 ging der IV-Stelle die Anmeldung des Versicherten zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung vom 17. September 2008 zu (IV-
act. 9). Der Anmeldung lagen unter anderem diverse medizinische Berichte bei. Im
Austrittsbericht der Klinik B._ vom 28. Dezember 2006 betreffend einen stationären
Aufenthalt vom 11. bis 23. Dezember 2006 mit den Diagnosen eines chronischen
Panvertebralsyndroms, einer chronischen Pancephalgie, frontal betont, chronischer
Schulterschmerzen beidseits, einer Amaurose des rechten Auges sowie einer
Anpassungsstörung war festgehalten worden, nach Austritt bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bis 31. Dezember 2006. Danach sei der Versicherte medizinisch-
theoretisch aus rheumatologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig für eine leichte bis
mittelschwere Arbeit; die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bedürfe einer
Evaluation im Rahmen einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung (IV-act. 14). Aus den Berichten von Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 7., 21.
und 28. November sowie 20. Dezember 2007 geht hervor, dass der Versicherte an
einer Lumboglutealgie bei multisegmentaler Osteochondrose und Spondylarthrose der
unteren Lendenwirbelsäule, an einem Status nach Handgelenksdistorsion rechts bei
Radiocarpalarthrose, an einem Status nach Acromioclaviculargelenksdistorsion rechts,
an einem Status nach subacromialem Impingement-Syndrom beidseits, an einer
degenerativen Innenmeniskusläsion links, an einer Degeneration der Halswirbelsäule
mit Uncarthrose C5–7 und verdachtsweise an einem Sehnenscheidenganglion im
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Hypotenar rechts litt, sich der Zustand, insbesondere bezüglich des rechten
Handgelenks, aber relativ rasch und deutlich besserte und der Versicherte seine Arbeit
am 5. Januar 2008 wieder aufnehmen wollte (IV-act. 16). In einem Bericht der Klinik für
Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen vom 21. Februar 2008
waren im Wesentlichen ein schweres chronisches Panvertebral- und
Cervicocephalsyndrom, eine Acromioclaviculargelenksarthrose, eine Bursitis
subdeltoidea, eine Tendinopathie der Supraspinatussehne mit Partialruptur, ein Status
nach Handgelenksdistorsion rechts, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
sowie eine Amaurose des rechten Auge diagnostiziert worden (IV-act. 19). In einem
Bericht von Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Chirurgie und Handchirurgie, vom
12. März 2008 waren ein Status nach intraarticulärer distaler Radiusfraktur rechts, der
Verdacht auf ein posttraumatisches Carpaltunnelsyndrom rechts, eine traumatisierte
STT-Arthrose rechts, eine Pisotriquetralarthrose rechts, eine beginnende Rhizarthrose
rechts sowie eine Arthrose des distalen Radioulnargelenks rechts diagnostiziert und
ausgeführt worden, auf jeden Fall sei die rechte Hand für den schweren Einsatz auf
dem Bau sicherlich nicht mehr geeignet (IV-act. 21).
B.b Am 28. Oktober 2008 gingen der IV-Stelle die Akten der Suva zu. Bei diesen
befanden sich unter anderem weitere medizinische Berichte. In einem Bericht vom
7. Mai 2008 hatte Dr. D._ ausgeführt, aufgrund der Handgelenksbeschwerden sei
eine Integration in den Arbeitsprozess „eher unwahrscheinlich bis unmöglich“ (Suva-
act. 16). Die Ärzte der Rehaklinik E._ hatten nach stationärer Behandlung des
Versicherten im März 2008 eine physikalisch-medizinische (Suva-act. 25), eine
psychiatrische (Suva-act. 24), eine handchirurgische (Suva-act. 23) sowie eine
neurologische und interdisziplinäre (Suva-act. 22) ausführliche Stellungnahme erstattet.
Gesamthaft verneinten sie das Vorliegen unfallbedingter somatisch-struktureller
Schädigungen des Nervensystems, einer depressiven Verstimmung wie auch einer
Angststörung – aus psychiatrischer Sicht wurde lediglich eine Symptomausweitung
festgestellt –, beurteilten die physikalisch-medizinisch erhobenen Befunde als nicht
unfallkausal und stellten fest, aus handchirurgischer Sicht liege eine Traumatisierung
einer vorbestehenden Arthrose vor, die vorübergehend eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit im Beruf des Hilfsarbeiters auf einer Baustelle bedinge, der Befund
sei allerdings besserungsfähig.
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B.c In der Folge beauftragte die IV-Stelle das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI)
GmbH mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 42).
B.d Am 16. Dezember 2008 erstattete der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. F._,
Facharzt FMH für Innere Medizin, einen Arztbericht. Er diagnostizierte im Wesentlichen
ein chronisches Panvertebralsyndrom, einen Status nach Handgelenksdistorsion
rechts, eine Acromioclaviculargelenksarthrose, eine Bursitis subdeltoidea, eine
Tendinopathie der Supraspinatussehne mit Partialruptur links, eine degenerative
Innenmeniskusläsion links, eine chronische Pancephalgie mit chronisch
rezidivierendem Schwindel und Tinnitus sowie eine maladaptive Schmerzbewältigung
und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 14. März 2008 für die angestammte
Tätigkeit als Hilfsarbeiter auf dem Bau (IV-act. 45–1 ff.). Unter anderem liess Dr. F._
der IV-Stelle einen Bericht von Dr. med. G._, Facharzt FMH für Oto-Rhino-
Laryngologie, vom 2. Juli 2007 zugehen, in welchem ein Status nach Contusio capitis
mit Commotio cerebri et labyrinthii und Abknicktrauma der Halswirbelsäule, ein
postcommotionelles Syndrom und ein cervico-encephales Syndrom diagnostiziert
worden waren (IV-act. 50–24 ff.).
B.e Am 25. Mai 2009 erstatteten die Ärzte der ABI GmbH das in Auftrag gegebene
Gutachten. Darin diagnostizierten sie im Wesentlichen ein chronisches panvertebrales
Schmerzsyndrom ohne radiculäre Symptomatik, chronische Handgelenksschmerzen
rechts, den Verdacht auf ein leichtgradiges subacromiales Impingement der linken
Schulter, ein leichtgradiges subacromiales Impingement der rechten Schulter sowie
eine Amaurose des rechten Auges. Bezüglich Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter
fest, die angestammte Tätigkeit im Baugewerbe sei bleibend nicht mehr zumutbar,
körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position, wo eine Hebe- und Tragelimite
von zehn Kilogramm nur ausnahmsweise überschritten werde, keine länger dauernden
Zwangshaltungen von Kopf oder Rumpf, keine regelmässigen Überkopfbewegungen
der Arme sowie keine monotonen Bewegungen der rechten Hand vorkommen und
keine Ansprüche an das räumliche Sehen gestellt würden, seien dagegen
vollumfänglich zumutbar (IV-act. 58). Dem Gutachten lagen weitere medizinische
Berichte bei, unter anderem zwei Berichte des Palliativzentrums des Kantonsspitals
St. Gallen vom 19. Dezember 2008 bzw. 9. Februar 2009, in welchen im Wesentlichen
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ein chronisches Schmerzsyndrom, eine Schulterproblematik und eine Amaurose rechts
diagnostiziert worden waren (IV-act. 59–31 ff.).
B.f Mit Vorbescheid vom 30. Juni 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass bei einem
Invaliditätsgrad von 8 % die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-
act. 64). Dagegen liess der Versicherte am 27. August 2009 vorsorglich Einwand
erheben (IV-act. 71), der in der Folge allerdings nicht weiter begründet wurde (vgl. IV-
act. 73). Am 12. Oktober 2009 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 74).
C.
C.a Dagegen erhob der Versicherte am 23. Oktober 2009 Beschwerde an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 75). Der Beschwerde legte er
unter anderem den Austrittsbericht der Klinik H._ vom 30. September 2009
betreffend einen ambulanten Rehabilitationsaufenthalt vom 24. August bis
18. September 2009 bei, in welchem eine rezidivierende depressive Störung mit
mittelgradiger Episode und somatischen Symptomen sowie eine somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden
waren (IV-act. 77–6 ff.).
C.b Am 30. Dezember 2009 widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung (IV-
act. 89).
C.c Gleichentags ging ihr der Arztbericht der Klinik H._ vom 23. Dezember 2009 zu,
in welchem eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert und aus psychiatrischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde; der Versicherte habe
einen vereinbarten Termin im November nicht wahrgenommen und sich nicht mehr
gemeldet, weshalb davon ausgegangen werde, dass die Behandlung abgeschlossen
sei (IV-act. 88).
C.d Mit Entscheid IV 2009/381 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
8. Januar 2010 wurde das Beschwerdeverfahren abgeschrieben (vgl. IV-act. 95).
C.e Am 12. Januar 2010 erliess die IV-Stelle einen weiteren Vorbescheid. Bei einem
Invaliditätsgrad von 8 % wurde wiederum die Abweisung des Rentengesuchs
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vorgesehen (IV-act. 94). Am 22. Februar 2010 verfügte die IV-Stelle entsprechend (IV-
act. 96).
D.
D.a Dagegen richtet sich die am 16. März 2010 erhobene Beschwerde, mit der die
Überprüfung der angefochtenen Verfügung beantragt und zur Begründung im
Wesentlichen ausgeführt wird, der Beschwerdeführer sei nicht mehr arbeitsfähig.
Obwohl er starke Schmerzen habe und sich kaum bewegen könne, arbeite er wieder zu
100 %, damit die Familie finanziell überleben könne (act. G 1).
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2010 führte sie zur Begründung im Wesentlichen aus,
es sei auf das Gutachten der ABI GmbH abzustellen, womit kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad resultiere (act. G 9).
D.c Am 3. Juni 2010 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten) bewilligt (act. G 11).
D.d Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 12).
D.e Am 10. August 2010 reichte die Beschwerdegegnerin einen Arbeitgeberbericht
vom 16. Juni 2010 ein, wonach der Beschwerdeführer die Arbeit am 26. Oktober 2009
zu 50 % wieder aufgenommen habe und seit 6. November 2009 voll arbeite, wobei
gesundheitliche Einschränkungen oder Beschwerden im Arbeitsalltag nicht erkennbar
seien (act. G 13 und G 13.1).
D.f Der Beschwerdeführer liess sich dazu nicht vernehmen.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht verneint hat. In
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erster Linie besteht zwischen den Parteien Uneinigkeit bezüglich der medizinisch-
theoretisch zu ermittelnden Arbeitsunfähigkeit.
2.
2.1 Die beiden ausführlichsten medizinischen Berichte sind die (physikalisch-
medizinische, psychiatrische, handchirurgische, neurologische und interdisziplinäre)
Stellungnahmen der behandelnden Ärzte der Rehaklinik E._ aus dem Jahr 2008
(Suva-act. 22 ff.) und das Gutachten der ABI GmbH vom 25. Mai 2009 (IV-act. 58).
Obwohl sich die Ärzte der Rehaklinik E._ hauptsächlich zur – hier nicht
interessierenden – Unfallkausalität der erhobenen Befunde äusserten und sie keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgaben, lassen sich ihrem Bericht doch Angaben zur
Arbeitsfähigkeit entnehmen: Aus neurologischer und psychiatrischer Sicht wurden
Gesundheitsbeeinträchtigungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verneint; aus
handchirurgischer Sicht wurde eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit attestiert,
wobei allerdings von einer Besserung des Zustands ausgegangen wurde. Auch die
Gutachter der ABI GmbH verneinten relevante neurologische und psychiatrische
Gesundheitsbeeinträchtigungen. Aufgrund der von ihnen erhobenen Befunde
attestierten sie sodann diverse qualitative Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit,
indem sie lediglich noch körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position, wo eine
Hebe- und Tragelimite von zehn Kilogramm nur ausnahmsweise überschritten werde,
keine länger dauernden Zwangshaltungen von Kopf oder Rumpf, keine regelmässigen
Überkopfbewegungen der Arme sowie keine monotonen Bewegungen der rechten
Hand vorkommen und keine Ansprüche an das räumliche Sehen gestellt würden, als
zumutbar qualifizierten. Für entsprechende leidensadaptierte Tätigkeiten attestierten
sie allerdings in quantitativer Hinsicht volle Arbeitsfähigkeit. Sowohl die
Schlussfolgerungen der Ärzte der Rehaklinik E._ als auch jene der Gutachter der ABI
GmbH beruhen auf umfassenden Untersuchungen, wurden in Kenntnis der Vorakten
abgegeben und sind nachvollziehbar. Sie stehen sodann, soweit ersichtlich, nicht
zueinander in Widerspruch, weshalb grundsätzlich darauf abzustellen ist.
2.2 In neurologischer und psychiatrischer Hinsicht besteht zudem Übereinstimmung
zwischen dem Gutachten der ABI GmbH, der Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik
E._ und den übrigen medizinischen Berichten. Zwar wird in diversen Berichten eine
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somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, doch haben der psychiatrische
Consiliargutachter der ABI GmbH und der Psychiater der Rehaklinik E._ mit
überzeugender Begründung dargelegt, weshalb eine solche Störung nicht vorliegt.
Darauf ist abzustellen. Was sodann die Berichte der Klinik H._ betrifft, so ist zwar
nicht nachvollziehbar, weshalb im zweiten Bericht vom 23. Dezember 2009 keine
Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr diagnostiziert wurde. Fraglich ist
insbesondere, ob und inwiefern die anders ausgefallene Beurteilung damit
zusammenhängt, dass der Beschwerdeführer einen Kontrolltermin nicht
wahrgenommen und sich nicht mehr gemeldet hat. Trotz dieser Unsicherheit besteht in
Würdigung der gesamten Akten allerdings kein Anlass zur Annahme, der
Beschwerdeführer leide an einer relevanten psychiatrischen
Gesundheitsbeeinträchtigung, denn der erste Bericht der Klinik H._ vom
30. September 2009, in welchem noch eine depressive Störung diagnostiziert und eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert wurde, enthält keinerlei konkrete Hinweise, die
Zweifel an den übrigen fachärztlich-psychiatrischen Berichten aufkommen lassen
würden.
2.3 Bezüglich der Handgelenksbeschwerden hat zwar Dr. D._ in ihrem Bericht vom
7. Mai 2008 (Suva-act. 16) noch ausgeführt, diese würden eine Reintegration in den
Arbeitsprozess verunmöglichen. Es ist davon auszugehen, dass Dr. D._ dabei die
Rückkehr in die angestammte Tätigkeit (Bauarbeit) nicht mehr für möglich hielt
(vgl. ihren früheren Bericht vom 12. März 2008; IV-act. 21), was letztlich auch die
Gutachter der ABI GmbH bestätigt haben – die Ärzte der Rehaklinik E._ haben die
angestammte Tätigkeit allerdings nicht als bleibend unzumutbar qualifiziert. Die
Unmöglichkeit der Aufnahme jeglicher beruflichen Tätigkeit kann aber mit den
Beschwerden von Seiten des Handgelenks allein nicht begründet werden; es ist daher
davon auszugehen, dass Dr. D._ unter Berücksichtigung der Verhältnisse des
tatsächlichen Arbeitsmarktes annahm, der Beschwerdeführer würde keine andere
Arbeit mehr finden. Dies ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar, muss aber in einer
medizinischen Beurteilung unbeachtlich bleiben. Hinweise auf eine IV-rechtlich
relevante Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit liefern die Akten nicht. Bei der
Bemessung des Invaliditätsgrades ist im Übrigen nicht auf den tatsächlichen
Arbeitsmarkt abzustellen, sondern auf den so genannten hypothetischen ausge
glichenen Arbeitsmarkt. Die übrigen Handchirurgen haben denn auch nicht die Ansicht
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vertreten, der Beschwerdeführer könne aufgrund der Handgelenksbeschwerden keiner
Arbeit mehr nachgehen. Insbesondere ist Dr. C._ offensichtlich davon ausgegangen,
der Beschwerdeführer könne von Seiten des Handgelenks her sogar die angestammte
Tätigkeit wieder aufnehmen (vgl. IV-act. 16). Es besteht insofern kein Grund, nicht auf
die Einschätzung der Gutachter der ABI GmbH abzustellen.
2.4 Die übrigen somatischen Befunde, die nicht nur im Gutachten der ABI GmbH und
in der Stellungnahme der Ärzte der Rehaklinik E._ ausführlich aufgelistet und
gewürdigt wurden, sondern auch in weiteren Berichten ausgewiesen werden,
schränken den Beschwerdeführer zwar qualitativ in seiner Arbeitsfähigkeit ein (vor
allem unter Mitberücksichtigung der Handgelenksbeschwerden). Ungeeignet dürften
namentlich Tätigkeiten sein, die mit häufigem Heben und Tragen schwerer Lasten
verbunden sind. Eine leidensadaptierte Tätigkeit ist ihm vollschichtig zumutbar.
Insofern besteht kein Widerspruch zwischen dem Gutachten der ABI GmbH und den
übrigen medizinischen Berichten.
3.
Der Beschwerdeführer hat in seiner angestammten Tätigkeit kein derart hohes
Einkommen erzielt, dass der Wechsel in eine andere Hilfsarbeitertätigkeit mit einer
Erwerbseinbusse von mindestens 40 % verbunden wäre. Ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad ist daher nicht ausgewiesen, weshalb die angefochtene Verfügung
nicht zu beanstanden ist.
4.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Die gemäss Art. 69 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu verlegenden und
angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden
Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege ist er indessen von der Bezahlung zu befreien. Wenn es
seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten verpflichtet werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP