Decision ID: 067972ae-7e81-41e2-9b07-53335bc40e96
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich
, IV-Stelle, sprach der 1957 geborenen
X._
mit Verfügung vom 11. November 1999 mit Wirkung ab 1. Mai 1997 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
7/16). Mehrere in der Folge eingelei
tete Revisionsverfahren schloss die IV-Stelle jeweils mit der Feststellung eines unveränderten Invaliditätsgrades ab (Mitteilungen vom 8. Januar 2002,
Urk.
7/20, vom 7. April 2005,
Urk.
7/24, und vom 18. Novemb
er 2008, Urk.
7/29).
Im Herbst 2013 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein (Fragebo
gen vom 4. November 2013,
Urk.
7/33). Die IV-Stelle holte dabei einen
Arztbe
richt
von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und für Kinder- und Jugendmedizin,
(Bericht vom 5. Januar 2014,
Urk.
7/36) ein und
führte
am 23. April 2014 bei
X._
eine
Haushalts
abklärung
durch (Bericht vom 30. April 2014,
Urk.
7/43). Nachdem
X._
am 27. August 2014 von med.
pract
.
Z._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) der IV-Stelle
untersucht worden war (Bericht vom
2.
September 2014,
Urk.
7/42), stellte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfah
ren
(Vorbesc
heid vom 27. Oktober 2014, Urk.
7/46, und Einwand vom 16. No
vember 2014,
Urk.
7/47) mit Verfügung vom 9. Januar 2015 die
Viertelsrente
von
X._
auf das Ende des der
Zustellung der
Verfügung folgenden Monats ein (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 24. Januar 2015 Beschwerde und beantragte, dass ihr die
Viertelsrente
weiterhin ausgerichtet werde (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am 9. März 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin
auch nach dem 28. Februar 2015 noch
Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversiche
rung
hat oder ob ab
dem
1. März 2015 kein Rentenanspruch mehr
besteht
.
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen
, insbesondere eine wesentliche Verschlechte
rung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes, aber auch ein Wechsel des invalidenversicherungsrechtlichen Status (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_586/2014 vom 2
2.
Dezember 2014 E. 4).
D
ie bloss unterschiedliche Beurtei
lung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit
stellt
für sich allein genommen
dage
gen
keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitli
che Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Be
weiswürdigung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.2
2.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.2.2
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnüt
zige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27
der Verordnung übe
r d
ie Invaliden
-
ver
sicherung
,
IVV).
2.2.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
3.
3.1
Bei der ursprünglichen
, mit Verfügung vom 11. No
vember 1999 erfolgten (Urk.
7/16)
Rentenzusprache
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100 % im Aufgabenbereich tätig wäre. Sie erachtete die Beschwerdeführerin dabei als zu 43 % eingeschränkt (Mitteilung Beschluss,
Urk.
7/15). Aus medizinischer Sicht stützte sich die
Be
schwerd
e
gegnerin
– unter anderem – auf Berichte von
Dr.
Y._
. Dieser hatte ein chronisches
Lumbovertebralsyn
d
rom
bei Status nach
Chemonukleolyse
L5/S1
am 8. März 1994
und eine progrediente
Diskopathie
und
Osteochondrose
L5/S1 diagnostiziert. Er
hielt
die Beschwerdeführerin
für eine
Tätigkeit im Büro als zu 100 % arbeitsunfähig. Im Haushalt
erachtete er sie zunächst als zu 50 % eingeschränkt
(
Urk.
7/7), wobei er davon ausging, dass die Leistungsfähigkeit im Haushalt mit einem pneumatischen Mieder um etwa einen Viertel gesteigert werden könne (
Urk.
7/8). Nachdem die Beschwerdegegnerin der Beschwerde
führerin ein Überbrückungs-Stütz-Korsett zugesprochen hatte (Verfügung vom 14. Oktober 199
8
,
Urk.
7/9), ergab die Haushalt
s
abklärung der
Beschwerdegeg
nerin
vom 18. März 1999 eine Einschränkung im Aufgabenbereich von 43 % (Bericht vom 2
2.
April 1999,
Urk.
7/10). Diese Einschätzung wurde von
Dr.
Y._
geteilt (Stellungnahme vom 15. Juli 1999,
Urk.
7/12).
3.2
3.2.1
Anlässlich des mit Mitteilung vom
8. Januar 2002
(
Urk.
7/20) abgeschlossenen Revisionsverfahrens berichtete einzig
Dr.
Y._
der Beschwerdegegnerin. Dieser hielt einen stationären Gesundheitszustand fest und erklärte, dass der Beschwerdeführerin
weiterhin
eine Erwerbstätigkeit nicht möglich sei und im Haushalt eine Einschränkung wie im Haushaltsabklärungsbericht von 1999 er
hoben bestehe (
Urk.
7/19).
3.2.2
Im Rahmen des mit Mitteilung vom 7. April 2005 (
Urk.
7/24) abgeschlossenen Revisionsverfahrens holte die IV-Stelle lediglich einen
Kurzb
ericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
ein. Dieser hielt zum Verlauf fest, dass es zu keiner wesentlichen Befundänderung gekommen sei (
Urk.
7/22).
3.2.3
Anlässlich
der Mitteilung vom 18. November 2008 (
Urk.
7/29) ging die
Beschwer
degegnerin
weiterhin von einer 100%igen Tätigkeit der Beschwerde
führerin im Aufgabenbereich aus (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/28) und hielt – ohne neue Haushaltsabklärung – einen unveränderten Invaliditätsgrad fest. Aus medizinischer Sicht stützte
sie
sich hauptsächlich auf den Bericht von
Dr.
Y._
vom 10. August 2008. Dieser
erklärte
, dass sowohl in der ange
stammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte wie auch in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit
seit Mai 1994
eine 25%ige Arbeitsfähigkeit
bestehe
(
Urk.
7/27
/6
)
, während im Haushalt bis auf
W
eiteres von einer Einschränkung von 50 % auszugehen sei (
Urk.
7/27/2).
3.3
3.3.1
Im aktuellen Revisionsverfahren
nannte
Dr.
Y._
mit Bericht vom 5.
Januar 2014
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
c
hronische
Lumboischialgie
beidseits rechtsbetont bei
Diskopathie
L5/S1
Status nach
Chemonukleolyse
L5/S1
1994
c
hronische
s
Zervikobrachialsyndrom
Status nach
Acromioplastik
,
Bursektomie
Periarthropathia
coxae
rechts
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine
ISG
-Arthrose rechts, eine psychosoziale Stress
s
ituati
o
n und eine
Chondropathia
patellae
beidseits.
Die Beschwerdeführerin sei seit Mai 1994 in der Tätigkeit als kaufmännische Angestellte zu 75 % und im Aufgabenber
eich zu 50 % eingeschränkt (Urk.
7/36
/2
).
3.3.2
RAD-Ärztin m
ed.
pract
.
Z._
diagnostizierte mit Bericht vom
2.
September 2014 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der LWS ohne
radikuläre
Symptome. Ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Status nach Dekompressions-Ope
ration rechte Schulter sowie Senk-Spreizfüsse. Mit Ausnahme einer
Dekonditio
nierung
bestehe kein nachweisbares organisches Substrat der geklagten Be
schwerden. Gegenüber dem Zeitpunkt der Aussendienstabklärung vom 2
2.
April 1999 sei eine deutliche Besserung eingetreten. Bei der Beschwerdeführerin sei kein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit in einem Treuhandbüro beeinträchtige (
Urk.
7/42).
3.3.3
Mit Schreiben vom 4. Dezember 2014 erklärte
Dr.
Y._
, der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin habe sich nicht verbessert. Gerade eine Bürotätigkeit mit vorwiegendem Sitzen sei überhaupt nicht möglich, die reaktiven Schmerzen veranlassten die Beschwerdeführerin
,
mehr Schmerzmittel zu nehmen. Berücksichtige man noch den normalen Alterungsprozess
,
sei das Heilungsphänomen seit Oktober 2010 noch viel weniger nachvollziehbar. Selbst im Haushalt benötige die Beschwerdeführerin zusätzliche Hilfe. Auch die
Geh
fähigkeit
habe sich durch die chronische Reizung der Achillessehne verschlech
tert. Die Sehne müsse im Sinne eines
Débridements
operiert werden
. Dies ver
ursache ein langsames Gehen und somit auch eine verminderte Leistungsfähig
keit (
Urk.
3/2).
4.
4.1
Zeitliche
Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Ände
rung des Invaliditätsgrades bildet die Verfügung vom 11. November 1999
(
Urk.
7/16)
, da damals letztmals eine vollständige Sachverhaltsabklärung inklu
sive Haushaltsabklärung durchgeführt worden war
(vgl. E. 3.)
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin
qualifizierte die Beschwerdeführerin
in der angefochte
n
en
Verfügung vom 9. Januar 2015
als
im Gesundheitsfall zu 40 % erwerbstätig und zu 60 % im Aufgabenbereich Haushalt tätig (
Urk.
2). Diese Qualifikation
wird von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt (
Urk.
1). Sie erweist sich denn auch als rechtens, erklärte die Beschwerdeführerin im Rahmen der Haushaltsabklärung vom 23. April 2014 doch, dass sie bei guter Gesundh
eit mindestens im Rahmen von 40
% einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgehen würde. Ihr Wunsch wäre es, wieder in einem Treuhandbüro einzusteigen. Sie habe diese Arbeit immer sehr gerne ausgeübt. Leider habe sich ihr Gesundheits
zustand in den letzten Jahren derart verschlechtert, dass sie sich absolut nicht arbeitsfähig fühle und sie deshalb keine Arbeitsbemühungen oder/und Arbeits
versuche hätte unternehmen können. Sie hätte sich gut vorstellen
können,
bei guter Gesundheit ab der Ausschulung ihrer beiden Töchter im August 2008 eine Anstellung zu suchen (
Urk.
7/43/3). Dass die Beschwerdeführerin im
Gesund
heitsfall
nach einer gewissen Zeit reiner Tätigkeit im Aufgabenbereich wieder eine Erwerbstätigkeit angestrebt hätte, erklärte sie
im Übrigen auch
bereits im Rahmen der Ab
klärungen zur Verfügung vom 11.
November 1999 (
Urk.
7/10/2;
Urk.
7/16).
4.
2
.2
Nachdem die Beschwerdeführerin bei Erlass der Verfügung vom 11. November 1999 (
Urk.
7/16), wie im Übrigen auch im Rahmen sämtlicher
Revisionsverfah
ren
, als
zu 100 % im Aufgabenbereich tätig
qualifiziert w
orden war
(
Urk.
7
/15;
Urk.
7/20,
Urk.
7/24, und Urk. 7/29)
, liegt ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG vor
(vgl. E. 2.1)
. Ist ein Revisionstatbestand gegeben, steht ei
ner umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs nichts entgegen (Urteil des Bundesgerichts 9C_325/2013 vom 2
2.
Oktober 2013 E. 3.5 mit Hinweisen). Es können daher sämtliche Teilaspekte des Rentenanspruchs neu überprüft werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_114/2008 vom 30. April 2008 E. 3.1 mit Hinwei
sen).
Anzufügen ist hierbei, dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Men
schenrechte (EGMR) Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2.
Februar 2016 (7186/09), gemäss welchem die Anwendung der gemischten
Invaliditätsbemes
sungsmethode
in der Invalidenversicherung bei einer Versicherten, welche ohne gesundheitliche Einschränkungen nach der Geburt ihrer Kindern nur noch
teil
zeitlich
erwerbstätig gewesen wäre und deshalb im Rentenrevisionsverfahren ihren Anspruch auf eine Invalidenrente verlor, Art. 14
der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK;
Diskriminierungsver
bot) in Verbindung mit Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Fami
lienlebens) verletzt, auf die vorliegende Streitsache keine Auswirkungen hat
.
Die Beschwerdeführerin lebte
im Zeitpunkt der Rentenaufhebung lediglich mit ih
rem Ehemann und nur an den Wochenenden zusätzlich mit ihrer
jüngeren Toch
ter zusammen (
Urk.
7/43/2)
.
Die Beschwerdeführerin hat gegenüber ihren
1989 und 1993 geborenen
Töchtern
keine Betreuungspflichten mehr.
Es besteht daher
kein familiär bedingte
r
Grund, lediglich teilzeitlich zu arbeiten. Eine Ver
letzung des Rechts auf Achtung des Familienlebens durch Anwendung der ge
mischten Methode ist darum nicht ersichtlich und wird im Übrigen
von der Be
schwerdeführerin
auch nicht geltend gemacht
(vgl. das Urteil des Bundesge
richts 8C_633/2015 vom 1
2.
Februar 2016 E. 4.3)
4.
3
4.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 2015
aus medizinischer Sicht
davon aus, dass die Beschwerdeführerin das im Gesundheitsfall ausgeübte
40%ige Erwerbspensum
bei einer Arbeitsfähigkeit
von
80
% in der angestammten Tätigkeit ohne Einschränkungen ausüben könne (
Urk.
2).
Die Beurteilung der Beschwerdegegnerin steht insoweit in Übereinstimmung mit der Einschätzung
durch
RAD-Ärztin
med.
pract
.
Z._
, als diese für ein 40%iges Arbeitspensum ebenfalls keine Einschränkung mehr festhielt. In Ab
weichung zur angefochtenen Verfügung
attestierte sie der Beschwerdeführerin
jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
(
E. 3.3.2
).
RAD
-Berichten
,
welche auf eigenen Untersuchungen der
RAD
-Ärzte beruhen
(vgl. Art. 49 Abs. 2 IVV)
,
kommt Beweiswert zu, sofern sie den von der Recht
sprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (Urteil des Bundesgerichts 9C_33
5/2015 vom 1. September 2015 E.
3.1). Der Bericht von med.
pract
.
Z._
erfüllt die rechtsprechungsgemässen Voraus
setzungen an beweistaugliche Berichte: Der Bericht ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf eingehender Untersuchung, berücksichtigt auch die ge
klagten Beschwerden, ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben wor
den, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind grundsätzlich nachvollziehbar begründet (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
4.
3
.2
Dr.
Y._
erklärte
mit
Brief
vom 4. Dezember 2014, dass sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin seit Oktober 2010 nicht verändert habe und
erachtete
eine Bürotätigkeit
für nicht mehr zumutbar
(E. 3.3.3). Wie darge
legt (E. 4.
2
.2
) ist für eine revisionsweise Aufhebung der Rente der Beschwerde
führerin nicht Voraussetzung, dass sich ihr Gesundheitszu
s
tand verbessert hat, ist doch aufgrund des Statuswechsels ein Revisionsgrund bereits gegeben. Im Übrigen ist Vergleichszeitpunkt nicht Oktober 2010, sondern September 1999, da damals letztmals eine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung durchgeführt
wurde
(vgl. E. 4.1)
. Betreffend die Einschätzung
durch
Dr.
Y._
ist dies insoweit von Bedeutung, da aus seinen Berichten im Vergleich zu September 1999 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin her
vorgeht. So attestierte er der Beschwerdeführerin mit B
ericht vom 9. Juli 1998 für Bür
otätigkeiten noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (E. 3.1). Gleiches hielt er im November 2001 fe
st (E.
3.2.1). Mit Bericht vom 10. August 2008 attes
tierte
er
demgegenüber für eine Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eine 25%ige Arbeitsfähigkeit (E. 3.2.3). Auch im vorliegenden Revisionsverfahren attestierte er der Beschwer
deführerin mit Bericht vom 5.
Januar 2014 für die Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eine 25%ige Arbeitsfähigkeit (E. 3.3.1).
In Anbetracht
dessen
, dass es bei
der Würdigung der Einschätzung
durch
Dr.
Y._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
gilt
, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b
/cc) und unter Berücksichtigung
der Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag
(vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4), ist nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver
fügung vom 9. Januar 2015 davon ausging, dass die Beschwerdeführerin das im Gesundheitsfall verrichtete Arbeitspensum von 40 %
auch tatsächlich
ausüben kann
. Entsprechend besteht im Erwerbsbereich keine
invalidenversicherungs
rechtlich
relevante Einschränkung.
Im Übrigen hätte die Beschwerdeführerin – wie nachfolgen
d
zu zeigen
ist
(E. 4.4)
- selbst bei der Annahme einer bloss 25%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit keinen Rentenan
spruch mehr.
4.
4
Zur Prüfung, in welchem
Ausmass
die Beschwerdeführerin in der Führung des Haushalts eingeschränkt ist, führte die Beschwerdegegnerin – wie dargelegt
–
am
23. April 2014
eine Haushaltsabklärung durch. Sie stellte dabei unter Be
rücksichtigung der von
Dr.
Y._
gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.3.1 und
Urk.
7/43/1), der von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden und Behinde
rungen sowie der
Familiengrösse
, Wohnverhältnisse, technischen Einrichtungen und der örtlichen Lage eine Einschränkung der Beschwerdeführerin im
Haus
halt
s
bereich
von 23 % fest (
Urk.
7/43). Der von der Beschwerdegegnerin ver
fasste Bericht setzt sich eingehend mit den einzelnen Haushaltsbereichen sowie deren prozentualen Gewichtung auseinander und umschreibt die zu verrichten
den Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festgestellte Einschränkung in die
sen Bereichen unter Berücksichtigung der Mithilfe der im Haushalt wohnenden Familienmitglieder. In Anbetracht
dessen
, dass die Haushaltsabklärung aus me
dizinischer Sicht led
iglich die Einschätzung von Dr.
Y._
berücksichtigte, nicht
aber die
Beurteilung d
urch
RAD-Ärztin
med.
prac
.
Z._
, ist fraglich, ob die Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht tatsächlich in dem von der Abklärungsperson festgestellten Umfang in der Haushaltsführung eingeschränkt ist.
Weitere diesbezügliche Abklärungen können jedoch unterbleiben
, da auch bei der Annahme einer 23%igen Einschränkung im Aufgabenbereich insgesamt ein Invaliditätsgrad von weniger als 40 % (23
%
x 0,6 + 0 x 0,4
= 13,8
%
)
resul
tiert und entsprechend kein Rentenanspruch mehr besteht.
Gleiches würde auch bei der Annahme einer
25%igen Arbeitsfähigkeit
im Erwerbsbereich
gelten
(23 % x 0,6 + [{40 % - 25 %
} :
40 %] x 0,4 = 28,8 %)
.
5.
Nach dem Gesagten und unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin seit Rentenbeginn aus invaliditätsfremden Gründen, das heisst aufgrund ihrer Tätigkeit im Aufgabenbereich, keiner Erwerbstätigkeit
nachgegangen
ist
, ist die Rente der Beschwerdeführerin ohne die Prüfung
von
Eingliederungsmassnah
men aufzuheben (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_752/2013
vom 27. Juni 2014, woraus hervorgeht, dass
bei einer durch
invaliditätsfremde
Umstände be
gründete
n
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt kein
Eingliederungsanspruch be
steht
). Die Beschwerde erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzu
weisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
5
00.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).