Decision ID: 0a2e8a6c-9e3b-4d19-a692-bbdd5c020618
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde im Mai 1994 unter Hinweis auf eine Hexadactylie der Zehen zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 2). Mit einer
Verfügung vom 12. Juli 1994 stellte die IV-Stelle fest, dass der Versicherte am
Geburtsgebrechen Ziff. 177 Anh. GgV litt (IV-act. 5). Im September 1996 wurde der
Versicherte erneut – dieses Mal unter Hinweis auf einen Spasmus nutans, auf eine
Hyperopie und auf einen Astigmatismus – zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 6).
Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 1996 stellte die IV-Stelle fest, dass der
Versicherte am Geburtsgebrechen Ziff. 425 Anh. GgV litt (IV-act. 10). Der Neuropädiater
Dr. med. B._ vom Ostschweizer Kinderspital berichtete im März 1998 (IV-act. 12), der
Versicherte leide an einem Bardet-Biedl-Syndrom, an einer Adipositas per magna, an
einem gemischten Entwicklungsrückstand sowie an einem Status nach einer
chirurgischen Entfernung einer Hexadactylie. Beim Bardet-Biedl-Syndrom handle es
sich um eine selten auftretende genetisch autosomale rezessive Erkrankung mit einer
klinischen Heterogenität. Kardinalsymptome seien eine Adipositas und schwere
Sehprobleme mit einer schweren retinalen Dystrophie, die meist ab einem Alter von vier
Jahren zur Nachtblindheit und im weiteren Verlauf dann zu schweren Sehstörungen
führe. Kein Patient mit diesem Syndrom habe im Alter von 16 Jahren einen Visus von
mehr als 0,1. Ein weiteres Kardinalsymptom seien Extremitätenfehlbildungen, meist
Polydactylien. Nach der Pubertät trete bei Männern meist ein Hypogenitalismus auf.
Eine mentale Retardierung, die früher als obligat angesehen worden sei, sei kein
Kardinalsyndrom; nur gut 40 Prozent der Patienten seien mental retardiert. Dagegen
träten in fast allen Fällen Nierenbeteiligungen auf. Beim Versicherten sei die
psychomotorische Entwicklung nicht ganz altersentsprechend. Insbesondere liege eine
Sprachentwicklungsstörung vor. Voraussichtlich werde wegen der Sehstörungen eine
Sonderbeschulung notwendig sein. Diagnostisch seien die Kriterien der Ziff. 417 und
422 Anh. GgV erfüllt. Mit einer Verfügung vom 20. April 1998 stellte die IV-Stelle fest,
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dass der Versicherte am Geburtsgebrechen Ziff. 422 Anh. GgV litt (IV-act. 15). Die
sonderpädagogische Beratungsstelle des Zürcher Elternvereins für blinde und
sehbehinderte Kinder teilte am 29. September 1998 mit (IV-act. 22), der Versicherte
leide an einem deutlichen allgemeinen Entwicklungsrückstand „im Sinne einer geistigen
Behinderung“. Er benötige eine heilpädagogische Früherziehung. Gelegentlich sollte
geprüft werden, ob ein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung bestehe, da der
Versicherte in den lebenspraktischen Fertigkeiten auf eine nicht altersgerechte Hilfe
angewiesen sei. Mit einer Verfügung vom 15. Oktober 1998 erteilte die IV-Stelle dem
Versicherten eine Kostengutsprache für die bereits begonnene heilpädagogische
Früherziehung (IV-act. 23). Am 22. Juli 1999 berichtete die sonderpädagogische
Beratungsstelle des Zürcher Elternvereins für blinde und sehbehinderte Kinder (IV-act.
30), der Versicherte leide nach wie vor in allen Bereichen seiner Persönlichkeitsstruktur
an einem deutlichen Entwicklungsrückstand. Der geistige Entwicklungsrückstand liege
im Bereich einer geistigen Behinderung mit einer Schulbildungsfähigkeit. Im RAVEN-
Matrizen-Test habe der Versicherte einen IQ von 87 erzielt; der Kramer-Test habe einen
IQ von 79 ergeben. Der Versicherte benötige eine Sonderbeschulung sowie zusätzliche
pädagogisch-therapeutische und medizinisch-therapeutische Massnahmen. Mit einer
Verfügung vom 6. August 1999 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
Sonderschulmassnahmen zu (IV-act. 32). Nach einer Abklärung betreffend die
Hilflosigkeit des Versicherten in der Wohnung seiner Eltern (vgl. IV-act. 36) sprach die
IV-Stelle dem Versicherten mit einer Verfügung vom 15. Dezember 1999 einen
Pflegebeitrag bei einer Hilflosigkeit leichten Grades zu (IV-act. 42). Auf ein Gesuch des
Ostschweizerischen Blindenfürsorgevereins hin (IV-act. 51) erteilte die IV-Stelle mit
einer Verfügung vom 21. Juli 2003 eine Kostengutsprache für eine
Internatssonderbeschulung in der Stiftung für blinde und sehbehinderte Kinder und
Jugendliche C._ (IV-act. 54). Die Pflegebeiträge wurden nach der vierten IVG-
Revision mit einer Verfügung vom 31. März 2004 per 1. Januar 2004 durch eine
Entschädigung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades abgelöst (IV-act. 59).
A.b Mit einer Mitteilung vom 13. Januar 2011 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
eine Berufsberatung und eine Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten
(IV-act. 132). Eine Berufsberaterin der IV-Stelle D._ hatte bereits am 26. November
2010 festgehalten (IV-act. 135), dass die Berufsberatung schon im Winter 2009
aufgenommen worden sei. Damals sei ein Entwicklungsrückstand aufgefallen, der sich
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im Berufswahlprozess als mangelnde Fähigkeit des Versicherten zur
Auseinandersetzung mit sich selbst und mit seinen eigenen Fähigkeiten gezeigt und zu
unrealistischen Berufswünschen geführt habe. Auch den Eltern sei eine realistische
Einschätzung der Fähigkeiten des Versicherten nicht möglich gewesen. Dieser sei aber
bildungsfähig und es sei ihm gelungen, vom Kleinklassenstatus auf die Realstufe zu
wechseln, wo er durchschnittliche Leistungen erbringe. Er habe je eine Woche in der
technischen Montage einer Blindenwerkstätte, als medizinischer Masseur, in einem
Hotel und im kaufmännischen Bereich „geschnuppert“. Die Rückmeldungen seien
überall negativ ausgefallen, da es dem Versicherten an Selbständigkeit gefehlt habe
und da der Betreuungsaufwand zu gross gewesen sei. Auch der Versicherte habe
Mühe bekundet, sich auf die Arbeiten einzulassen. Nur die Tätigkeiten im
kaufmännischen Bereich hätten ihn angesprochen. Vor diesem Hintergrund biete sich
die Durchführung eines Vorbereitungsjahres auf eine Attestausbildung im
kaufmännischen Bereich an. Am 8. Juni 2012 berichtete die Berufsberaterin der IV-
Stelle Bern (IV-act. 160), der Versicherte habe am 6. Dezember 2010 eine eintägige
Abklärung in der Sehbehindertenhilfe E._ absolviert. Dabei sei festgestellt worden,
dass ihm die Voraussetzungen für eine berufliche Ausbildung ab August 2011 fehlten.
In der Folge sei ein spezielles schulisches Förderprogramm festgelegt worden, mit dem
die Lücken weitgehend hätten geschlossen werden können. Eine „Schnupperzeit“ im
Januar 2012 in der Sehbehindertenhilfe E._ sei erfolgreich verlaufen, weshalb der
Versicherte für das Vorbereitungsjahr empfohlen worden sei. Am 6. August 2012 trat
der Versicherte bei der Sehbehindertenhilfe E._ in das Vorbereitungsjahr ein (IV-act.
165). Mit einer Mitteilung vom 10. September 2012 gewährte die IV-Stelle eine
Kostengutsprache für das Vorbereitungsjahr (IV-act. 175). Die Stiftung F._ berichtete
am 12. März 2013 (IV-act. 190), der Versicherte habe eine Kurzabklärung in der Stiftung
absolviert. Dabei habe sich gezeigt, dass die schulischen Kenntnisse sicher für eine
Ausbildung zum Büroassistenten und teilweise sogar für eine dreijährige Lehre
ausreichten. Im praktischen Bereich habe der Versicherte gute Leistungen erbracht,
wenn es sich um strukturierte Aufgaben gehandelt habe. Mit offeneren
Aufgabenstellungen habe er dagegen Mühe gehabt. Der Versicherte habe festgehalten
und während der Abklärung auch gezeigt, dass er sich im schulischen Bereich zuhause
fühle, sich mit dem Erarbeiten von praktischen Kompetenzen aber schwer tue. Man
habe ihm die Möglichkeit geboten, ab August 2013 in der Stiftung eine zweijährige
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Lehre zum Büroassistenten zu beginnen und ab dem zweiten Semester die
sogenannten Passerelle-Kurse zu besuchen, um sich bei einem guten Verlauf und einer
genügenden Leistung innerhalb der Attestausbildung die Grundlagen für den Übertritt
in das zweite Lehrjahr der Ausbildung zum Kaufmann mit einem eidgenössischen
Fähigkeitszeugnis zu erarbeiten. Die Sehbehindertenhilfe E._ hielt in ihrem
Abschlussbericht vom 2. August 2013 fest (IV-act. 213), der Versicherte habe im
Vorbereitungsjahr einen starken Willen und eine hohe Belastbarkeit gezeigt. Er könne
sich selbst organisieren und sei sehr zuverlässig. Allerdings müsse er seine
Arbeitsqualität noch verbessern und an einer exakten Arbeitsweise arbeiten. Teilweise
sei eine leichte Überschätzung der eigenen Kompetenzen festgestellt worden, die unter
anderem auf die noch fehlende Erfahrung in einer nicht geschützten Umgebung
zurückzuführen sei. Angesichts der persönlichen und der schulischen Ressourcen sei
eine Attestausbildung zu empfehlen. Bereits am 31. Juli 2013 hatte die IV-Stelle mit
einer Mitteilung eine Kostengutsprache für die behinderungsbedingten Mehrkosten der
erstmaligen beruflichen Ausbildung zum Büroassistenten gewährt (IV-act. 210).
A.c In einem Zwischenbericht vom 28. Februar 2014 hielt die Stiftung F._ fest (IV-
act. 221), der Versicherte zeige Interesse und Motivation an seinem Beruf. Freundlich
und ruhig übernehme er alle Aufgaben, die für ihn machbar seien. Die Aufbereitung der
von ihm auszuführenden Arbeiten sei aber sehr zeitaufwendig. Um die vielen
Informationen verarbeiten zu können, sei der Versicherte auf viele Wiederholungen und
damit auf eine lange Einarbeitungszeit angewiesen. Aus technischen Gründen sei eine
Ausbildung in der Buchhaltung nicht möglich. Insgesamt könne der Versicherte die
Ziele seiner Ausbildung knapp erfüllen, obwohl er kämpfe, um das Maximum zu leisten.
Am 8. April 2014 fand ein Standortgespräch in der Stiftung F._ statt, an dem offenbar
der Versicherte, dessen Vorgesetzte und die Eingliederungsverantwortliche der IV-
Stelle teilnahmen (vgl. IV-act. 292–1). Dabei äusserte der Versicherte den Wunsch, in
eine dreijährige Lehre zu wechseln, um das eidgenössische Fähigkeitszeugnis erlangen
zu können. Die Stiftung F._ unterstützte dieses Vorhaben, aber die
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle teilte dem Versicherten mit, dass er zuerst
die Attestausbildung abschliessen müsse und dass die Erlangung des eidgenössischen
Fähigkeitszeugnisses erst ins Auge gefasst werden könne, falls sich „doch noch“ eine
Perspektive für eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt abzeichne. In der Folge
ersuchte der Versicherte erneut um eine Unterstützung bei einem Wechsel in die
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dreijährige Lehre ab August 2014 (IV-act. 222). Die Eingliederungsverantwortliche
antwortete ihm am 23. April 2014 (IV-act. 223), die Erlangung des eidgenössischen
Fähigkeitszeugnisses sei angesichts der Rückmeldungen der Ausbildungsinstitution
„ganz klar unrealistisch“. Selbst wenn er den Abschluss erlangen sollte, hätte er mit
jenen Hürden zu kämpfen, die ihm heute schon im Weg stünden. Die Stiftung F._
berichtete am 14. Juli 2014 (IV-act. 230), der Versicherte benötige
behinderungsbedingt sehr viel Unterstützung und spezielle Arbeitsarrangements. Die
Nutzung und Erweiterung seiner beruflichen Kompetenzen sei für die Arbeitsagogen
mit einem überdurchschnittlich grossen und auch zeitlich spürbaren Mehraufwand
verbunden. Die Leistungssteigerung erfolge in kleinsten Schritten. Der Versicherte habe
die Ausbildungsziele bisher knapp erfüllen können. Der Ausbildungsaufwand sei
insgesamt so hoch, dass eine Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft unrealistisch sei.
Aus diesem Grund habe der Versicherte bei der Suche nach einer Praktikumstelle sehr
viele Absagen erhalten. In einem weiteren Bericht vom 19. Januar 2015 führte die
Stiftung F._ aus (IV-act. 237), ein Abschluss mit einem eidgenössischen
Fähigkeitszeugnis sei möglich, wenn eine schulische Begleitung gewährleistet sei und
wenn auch alle Elemente der betrieblichen Ausbildung begleitet realisiert werden
könnten. Der Versicherte müsse zudem seine sprachlich-kommunikativen
Kompetenzen, sein Engagement und die Eigeninitiative im Ausbildungsalltag noch
verbessern. Trotz intensiven Bemühungen habe der Versicherte keinen Praktikumsplatz
gefunden. Teilweise sei ein Praktikumsvertrag wegen technischer Barrieren nicht
zustande gekommen, denn die behindertenspezifischen Hilfsmittel seien nicht
kompatibel mit den Netzwerklösungen der in Frage kommenden Betriebe gewesen.
Sogar in einem „papierlosen Büro“ habe der Versicherte nicht beschäftigt werden
können, da dort die meisten Akten als Bilddateien eingelesen würden und deshalb
einer Sprachausgabe nicht zugänglich seien. Am 10. Juli 2015 notierte die
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle (IV-act. 247), der Versicherte werde
demnächst die Ausbildung zum Büroassistenten abschliessen. Dank dem grossen
Einsatz und Willen des Versicherten seien alle Ausbildungsziele erreicht worden.
Angesichts der erzielten Fortschritte werde eine Integration in die Privatwirtschaft
wahrscheinlich. Zudem sei es dem Versicherten gelungen, einen Lehrbetrieb zu finden,
bei dem er die Zusatzlehre für das eidgenössische Fähigkeitszeugnis absolvieren
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könne. Sie beantrage deshalb die Vergütung der Mehrkosten während der
Weiterführung der erstmaligen beruflichen Ausbildung.
A.d Mit einer Mitteilung vom 30. Juli 2015 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Kostengutsprache für die behinderungsbedingten Mehrkosten während der
erstmaligen beruflichen Ausbildung zum Kaufmann mit einem eidgenössischen
Fähigkeitszeugnis (IV-act. 250). Am 2. Mai 2016 mahnte der Lehrbetrieb den
Versicherten ab (IV-act. 276), nachdem dieser offenbar Deutschtests vorgewiesen
hatte, bei denen er die erreichten Punkte und die Note zu seinen Gunsten abgeändert
hatte, und nachdem er seine Arbeitszeit nicht korrekt erfasst hatte. Der Lehrbetrieb
forderte den Versicherten auf, solches Fehlverhalten künftig zu unterlassen und seine
schulischen und betrieblichen Leistungen zu steigern. Laut einem Zeugnis vom 30.
Januar 2017 hatte der Versicherte im ersten Semester einen Notendurchschnitt von
3,6, im zweiten Semester einen solchen von 3,5 und im dritten Semester einen solchen
von 3,3 erzielt (IV-act. 284). Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle notierte am
28. Februar 2017 (IV-act. 291), der Lehrbetrieb habe die Ausbildung gegen Ende des
Jahres 2016 abgebrochen, den Versicherten aber in der verbleibenden Zeit bis zum
formalen Abbruch per Ende Februar 2017 nochmals im Telefoniebereich intensiv
geschult, da der Versicherte in diesem Bereich über die meisten Ressourcen für eine
künftige Tätigkeit verfüge. Der Lehrbetrieb habe die Leistungsreduktion des
Versicherten aufgrund der Sehbehinderung auf etwa 30 Prozent geschätzt, aber
angegeben, dass dieser zusätzlich verlangsamt gearbeitet habe, sodass er insgesamt
lediglich eine Leistung von etwa 50 Prozent erbracht habe. Die Arbeitsqualität sei
mangelhaft gewesen. Fortschritte seien kaum erkennbar gewesen. Der
Betreuungsaufwand sei sehr hoch gewesen; in der Ausbildung habe der Versicherte
eine Eins-zu-Eins-Betreuung benötigt. Weiter hielt die Eingliederungsverantwortliche
der IV-Stelle fest, dass der Versicherte gemäss den Angaben des Lehrbetriebes
ständig überfordert gewesen und insgesamt nur in der Lage sei, die Arbeit eines
Büroassistenten zu verrichten. In einem optimal auf ihn angepassten Arbeitsplatz
könnte er wohl eine Arbeitsleistung von etwa 30 Prozent erbringen. Aufgrund des
hohen Betreuungsaufwandes sei er allerdings auf einen geschützten Arbeitsplatz
angewiesen. Der Einstiegslohn für einen Büroassistenten liege bei 13 × 3’900 Franken.
Unter Berücksichtigung einer Leistungsfähigkeit von 30 Prozent sei mit einem
Einstiegslohn von 13 × 1’170 Franken zu rechnen. An einem geschützten Arbeitsplatz
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werde der Versicherte voraussichtlich ein tieferes Einkommen erwirtschaften. Mit einer
Mitteilung vom 7. März 2017 hob die IV-Stelle ihre Kostengutsprache für die erstmalige
berufliche Ausbildung zum Kaufmann mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis
per 28. Februar 2017 revisionsweise auf (IV-act. 294). Nachdem der Lehrbetrieb
mitgeteilt hatte, dass das Berufslehrverhältnis nicht abgebrochen worden sei, sondern
– ohne Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss – weitergeführt werde (IV-act. 295),
widerrief die IV-Stelle ihre Mitteilung vom 7. März 2017 mit einer weiteren Mitteilung
vom 13. März 2017 (IV-act. 296). Mit einer dritten Mitteilung vom 23. Mai 2017 hob die
IV-Stelle ihre Kostengutsprache für die erstmalige berufliche Ausbildung zum
Kaufmann mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis schliesslich per 31. Juli 2017
auf (IV-act. 301). Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte am 19. Juli 2017 (IV-act.
312), gemäss den Angaben der Berufsberaterin könnte der Versicherte als
Büroassistent ein Einkommen von 50’700 Franken erzielen, während das
zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen angesichts der Leistungsfähigkeit von
lediglich 30 Prozent nur 15’210 Franken betrage. Der Invaliditätsgrad belaufe sich
folglich auf 70 Prozent. Mit einem Vorbescheid vom 26. Juli 2017 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass sie die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab dem
1. August 2017 vorsehe (IV-act. 314). Dagegen wandte dieser am 16. August 2017 ein
(IV-act. 319), das Valideneinkommen sei zu tief angesetzt, denn ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung hätte er die Berufslehre zum Kaufmann mit einem
eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlossen. Zudem stelle sich die Frage, ob er
ein Frühinvalider im Sinne des Art. 26 IVV sei. Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle
antwortete am 21. August 2017 (IV-act. 324), es liege kein Anwendungsfall des Art. 26
IVV vor. „Nach Prüfung“ könnte „auch auf die EFZ Ausbildung“ abgestellt werden, aber
das spiele im Ergebnis keine Rolle, da ab einem Invaliditätsgrad von 70 Prozent
ohnehin eine ganze Rente geschuldet sei. In ihrem Beschluss vom 13. September 2017
berücksichtigte die IV-Stelle ein Valideneinkommen von 60’210 Franken, was dem
Lohn eines Kaufmanns mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis entsprach; der
Invaliditätsgrad lag nun bei 75 Prozent (IV-act. 329). Mit einer Verfügung vom 6.
Oktober 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. August
2017 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 75 Prozent zu (IV-act. 342).
A.e Bereits am 18. September 2017 hatte der Versicherte die IV-Stelle darüber
informiert (IV-act. 331), dass er eine selbst finanzierte Weiterbildung beginnen werde.
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Er hatte angefragt, wie er vorzugehen habe, damit ihm die Lehrmittelübertragung
finanziert werde. Die IV-Stelle hatte ihm geantwortet, dass eine Kostenvergütung von
den Erwerbsaussichten abhängig sei und dass der Versicherte folglich zur Prüfung
seines Begehrens weitere Angaben zur begonnenen Weiterbildung zu machen habe
(IV-act. 333). Am 19. September 2017 hatte der Versicherte mitgeteilt, dass er eine
Handelsmittelschule besuche, um sein kaufmännisches Diplom „nachzuholen“ (IV-act.
334). Ein Sachbearbeiter der IV-Stelle hatte am 28. September 2017 notiert, dass die
Voraussetzungen der Ziff. 13.01 Anh. HVI nicht erfüllt seien, weshalb das
Leistungsbegehren abgewiesen werden müsse (IV-act. 339). Mit einem Vorbescheid
vom 29. September 2017 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, dass sie
angesichts des Abschlusses der beruflichen Massnahmen und des Anspruchs des
Versicherten auf eine ganze Rente die Abweisung seines Leistungsbegehrens vorsehe
(IV-act. 341). Dagegen liess der Versicherte am 26. Oktober 2017 einwenden (IV-act.
348), die Ausbildung zum Kaufmann sei wegen der Doppelbelastung in der Schule und
im Lehrbetrieb gescheitert. Er habe mittlerweile über 100 Bewerbungen als
Büroassistent versandt und nur Absagen erhalten. Er sehe keine Chance, seine
Resterwerbsfähigkeit als Büroassistent zu verwerten. Deshalb habe er nun mit dem
Besuch der Handelsschule begonnen. Er sei top motiviert. Die Ausbildung teile sich auf
ein Jahr Schule und auf ein Jahr Praktikum auf, womit eine Doppelbelastung durch
Schule und Arbeit vermieden werde. Ohne eine Lehrmittelübertragung habe er aber
keine Chance auf eine erfolgreiche Bewältigung des Schulstoffs. Mit einer Verfügung
vom 27. Oktober 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-act. 350). Zur
Begründung führte sie an, der Anspruch auf das anbegehrte Hilfsmittel setze eine
Erwerbstätigkeit voraus. Eine solche liege nur vor, wenn die versicherte Person ohne
Rente und Soziallohn ein Jahreseinkommen von 4’667 Franken erziele. Dem
Versicherten sei nach der Prüfung und Ausschöpfung der Möglichkeiten im Rahmen
der beruflichen Massnahmen eine ganze Rente zugesprochen worden. Die
Voraussetzungen für eine Lehrmittelübertragung zulasten der Invalidenversicherung
könnten vor diesem Hintergrund nicht erfüllt sein.
B.
B.a Am 30. November 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Oktober 2017 erheben (act. G 1). Seine
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Vertreterin beantragte die Vergütung der Kosten für die Lehrmittelübertragung im
Zusammenhang mit der begonnenen Weiterbildung zum Kaufmann mit einem
eidgenössischen Fähigkeitszeugnis und für eine Ausbildungsbegleitung während vier
bis sechs Stunden pro Monat. Zur Begründung führte sie an, als Kaufmann mit einem
eidgenössischen Fähigkeitszeugnis könne der Beschwerdeführer nicht nur einen
höheren Lohn als jenen erzielen, den er als Büroassistent erzielen könnte. Auch seine
Chancen, eine Anstellung zu finden, seien wesentlich höher. Für die begonnene
Weiterbildung sei er auf eine Übertragung von fünf Fachbüchern angewiesen. Zudem
benötige er eine Ausbildungsbegleitung im Umfang von zunächst vier Stunden pro
Monat. Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz werde er dann wohl auf eine
Ausbildungsbegleitung in einem höheren Umfang angewiesen sein.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 27. Januar
2018 die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, die
zuständige Berufsberaterin sei von Anfang an skeptisch gewesen, ob der
Beschwerdeführer die erforderlichen Voraussetzungen für die gewünschte Ausbildung
zum Kaufmann habe. Nichtsdestotrotz sei eine entsprechende Kostengutsprache
erfolgt. Nach dem Abbruch der Ausbildung habe die Berufsberaterin notiert, dass die
Berichte des Lehrbetriebes eine völlige Überforderung des Beschwerdeführers mit der
Ausbildung gezeigt hätten. Im praktischen Bereich habe dieser kaum Fortschritte
erzielt. Bei der Zusprache der ganzen Rente habe schliesslich davon ausgegangen
werden müssen, dass der Beschwerdeführer nur im geschützten Rahmen erwerbstätig
sein könne. Die begonnene Weiterbildung sei für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit
nicht notwendig, weshalb die beantragten Hilfsmittel nicht abgegeben werden könnten.
B.c Am 1. Februar 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 7).
B.d Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 9).

Erwägungen
1.
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Der Beschwerdeführer hat am 18. September 2017 zunächst nur eine
Lehrmittelübertragung beantragt. Erst nachdem die Beschwerdegegnerin das
Leistungsbegehren mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Oktober 2017
abgewiesen hatte, hat der Beschwerdeführer zusätzlich die Vergütung der Kosten einer
Ausbildungsbegleitung im Umfang von vier bis sechs Stunden pro Monat beantragt.
Wenn sich die angefochtene Verfügung ausdrücklich auf die Lehrmittelübertragung
beschränken würde, könnte das zusätzliche Begehren um eine Ausbildungsbegleitung
davon zum Vorneherein nicht erfasst sein. Diesbezüglich würde es folglich an einem
Anfechtungsgegenstand fehlen, weshalb insofern nicht auf die Beschwerde eingetreten
werden könnte. Der Wortlaut der angefochtenen Verfügung beschränkt sich allerdings
nicht auf das Begehren um eine Lehrmittelübertragung; er ist weiter gefasst: Die
Beschwerdegegnerin hat das Leistungsbegehren betreffend „Hilfs¬mittel/
Dienstleistung“ abgewiesen, wobei sich der Verfügungsbegründung entnehmen lässt,
dass sich dies auf invaliditätsbedingte Arbeitsgeräte sowie Zusatzeinrichtungen,
Zusatzgeräte und Anpassungen für die Bedienung von Apparaten und Maschinen im
Sinne der Ziff. 13.01* Anh. HVI bezieht. Darunter fällt nicht nur die
Lehrmittelübertragung, sondern auch die Ausbildungsbegleitung. Mit der
angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin augenscheinlich nicht nur die
explizit beantragte Lehrmittelübertragung, sondern generell einen Anspruch auf eine
Kostenvergütung gestützt auf den Art. 21 Abs. 1 IVG in Verbindung mit der Ziff. 13.01*
Anh. HVI im Zusammenhang mit der begonnenen Weiterbildung verneinen wollen. Das
erst in der Beschwerde explizit gestellte Begehren um die Vergütung der Kosten für
eine Ausbildungsbegleitung ist davon ebenso erfasst wie das Begehren um eine
Lehrmittelübertragung. Folglich kann vollständig auf die Beschwerde eingetreten
werden. Den Gegenstand dieses Verfahrens bildet damit die Frage, ob der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf die Vergütung der Kosten der mit der
begonnenen Weiterbildung im Zusammenhang stehenden Hilfsmittel im Sinne des Art.
21 Abs. 1 IVG in Verbindung mit der Ziff. 13.01* Anh. HVI hat.
2.
2.1 Das IVG kennt zwei Kategorien von Hilfsmitteln: Der Art. 21 Abs. 1 IVG verschafft
einer versicherten Person einen Anspruch auf all jene Hilfsmittel, die diese für die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder einer Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur
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Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, für die Aus- und
Weiterbildung oder zum Zweck der funktionellen Angewöhnung benötigt; laut dem Art.
21 Abs. 2 IVG besteht daneben ein Anspruch auf jene Hilfsmittel, die eine versicherte
Person für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder
für die Selbstsorge benötigt. Ursprünglich hat das IVG nur einen Anspruch auf jene
Hilfsmittel verschafft, die zur beruflichen Eingliederung notwendig gewesen sind (vgl.
BBl 1958 II 1186 f.), das heisst auf eingliederungsrelevante Hilfsmittel im Sinne des
heutigen Art. 21 Abs. 1 IVG. Erst im Rahmen der ersten IVG-Revision ist der Anspruch
auf nicht eingliederungsrelevante Hilfsmittel im Sinne des heutigen Art. 21 Abs. 2 IVG
eingeführt worden, wobei dem Gesetzgeber deutlich bewusst gewesen ist, dass es
sich dabei um eine Durchbrechung des generellen Prinzips gehandelt hat, wonach die
Invalidenversicherung nur eingliederungsrelevante Leistungen erbringt (vgl. BBl 1967 I
676 f.). Der Verordnungsgeber hat der Zweiteilung des Hilfsmittelanspruchs in
eingliederungs- und nicht eingliederungsrelevante Hilfsmittel Rechnung getragen,
indem er die eingliederungsrelevanten Hilfsmittel in der Hilfsmittelliste im Anhang zur
HVI mit einem Asterisk versehen hat. Im Art. 2 Abs. 2 HVI heisst es, dass nur dann ein
Anspruch auf diese speziell gekennzeichneten (eingliederungsrelevanten) Hilfsmittel
bestehe, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder einer Tätigkeit im
Aufgabenbereich, für die Schulung, für die Ausbildung, für die funktionelle
Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs zur HVI ausdrücklich
genannte Tätigkeit notwendig seien. Die Ziff. 13.01* Anh. HVI, unter die die vorliegend
streitigen Hilfsmittel fallen, ist mit einem solchen Asterisk gekennzeichnet, was
bedeutet, dass die fraglichen Hilfsmittel nur als eingliederungsrelevante Leistungen
abgegeben werden können.
2.2 Da der Beschwerdeführer die Abgabe der streitigen Hilfsmittel im Zusammenhang
mit einer Weiterbildung vom Büroassistenten mit einem eidgenössischen Berufsattest
zum Kaufmann mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis beantragt hat, scheint
die Voraussetzung der Eingliederungsrelevanz auf den ersten Blick erfüllt zu sein, denn
nach einem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung könnte der Beschwerdeführer
ein höheres Invalideneinkommen erzielen, was eine entsprechende Reduktion des
Invaliditätsgrades zur Folge hätte. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers selbst bei einem erfolgreichen Abschluss der
Weiterbildung wohl unverändert bleiben dürfte. Die formell rechtskräftige und damit für
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die Parteien und für das Gericht verbindliche Rentenverfügung vom 6. Oktober 2017
beruht nämlich auf einer Validenkarriere des Beschwerdeführers als Kaufmann mit
einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis. Wenn der Beschwerdeführer seine
Weiterbildung zum Kaufmann mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis erfolgreich
abschliessen könnte, würde seine Invalidenkarriere der Validenkarriere entsprechen,
das heisst das Validen- und der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens wären identisch. Bei einer mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelten Arbeitsunfähigkeit von 70 Prozent
würde folglich bestenfalls anstelle des bisherigen Invaliditätsgrades von 75 Prozent ein
solcher von 70 Prozent resultieren. Bei der Berücksichtigung eines sogenannten
Tabellenlohnabzuges wäre der Invaliditätsgrad sogar noch höher. Da bereits ab einem
Invaliditätsgrad von 70 Prozent ein Anspruch auf eine ganze Rente besteht, kann sich
die begonnene Weiterbildung also zum Vorneherein nicht auf den Rentenanspruch
auswirken. Die begonnene Weiterbildung kann vor diesem Hintergrund also gar nicht
zu einer Ablösung aus der ganzen Rente führen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie
nicht eingliederungsrelevant wäre, denn das IVG kennt nicht nur einen einzigen – den
rentenspezifischen – Invaliditätsbegriff, sondern eine Mehrzahl von
leistungsspezifischen Invaliditätsbegriffen (Art. 4 Abs. 2 IVG). Für die Beantwortung der
Frage nach dem Eingliederungserfolg der begonnenen Weiterbildung ist also nicht
entscheidend, ob diese einen Einfluss auf den Rentenanspruch habe, sondern
vielmehr, ob sie geeignet ist, jenen Eingliederungserfolg zu erzielen, der im Bereich der
beruflichen Eingliederungsmassnahmen massgebend ist. Dieser besteht vorliegend
darin, den Beschwerdeführer in die Lage zu versetzen, jenen Beruf auszuüben, der
seinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht, das heisst als Kaufmann mit einem
eidgenössischen Fähigkeitszeugnis anstatt als Büroassistent arbeiten zu können. Die
begonnene Weiterbildung ist augenscheinlich geeignet, diesen Erfolg zu erzielen,
weshalb sie als eingliederungsrelevant zu qualifizieren ist.
2.3 Fraglich ist allerdings, ob der Beschwerdeführer seine Erwerbsfähigkeit mit der in
Angriff genommenen Weiterbildung überhaupt tatsächlich wird verbessern können,
denn ein erster Versuch einer Weiterbildung zum Kaufmann mit einem eidgenössischen
Fähigkeitszeugnis ist bereits gescheitert, weshalb zu befürchten ist, dass auch der
zweite Versuch scheitern wird. Zwar lässt sich dem Wortlaut des Art. 21 Abs. 1 IVG und
der dazu gehörenden Verordnungsbestimmungen nicht entnehmen, dass ein Anspruch
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auf ein eingliederungsrelevantes Hilfsmittel eine bestimmte Erfolgsaussicht der
entsprechenden Eingliederungsmassnahme voraussetzen würde. Aber die
Finanzierung von (kostspieligen) Hilfsmitteln als „flankierende Massnahmen“ für eine
berufliche Eingliederung, die von Beginn weg als aussichtslos qualifiziert werden muss,
kann nicht vom Sinn und Zweck des Art. 21 Abs. 1 IVG gedeckt sein, weil diese ja zum
Vorneherein ihren eigentlichen Zweck – die Ausbildung erfolgreich zu gestalten – nicht
erreichen können. Das bedeutet, dass die Abgabe von eingliederungsrelevanten
Hilfsmitteln im Zusammenhang mit einer von Beginn weg aussichtslosen beruflichen
Eingliederung unverhältnismässig ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass es schon
gewisse Zweifel am Erfolg einer beruflichen Eingliederungsmassnahme rechtfertigen
würden, eine Kostengutsprache für eingliederungsrelevante Hilfsmittel zu verweigern.
Mit anderen Worten kann nur die eigentliche Aussichtslosigkeit einer
Eingliederungsmassnahme eine Kostenverweigerung zulassen. Vorliegend hatte die
Beschwerdegegnerin deshalb zu Recht trotz der Bedenken am Erfolg der
Weiterbildung zum Kaufmann mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis beim
ersten Versuch des Beschwerdeführers die behinderungsbedingten Mehrkosten und
die Kosten der dazu gehörenden Hilfsmittel vergütet, denn nach dem erfolgreichen
Abschluss der Ausbildung zum Büroassistenten mit einem eidgenössischen
Berufsattest hatte die Weiterbildung zum Kaufmann nicht als aussichtslos qualifiziert
werden können. Auch das Scheitern jenes ersten Versuchs rechtfertigt es noch nicht
ohne Weiteres, den zweiten Versuch als aussichtslos zu qualifizieren. Vielmehr muss
anhand der gesamten Umstände des konkreten Falles eingehend geprüft werden, ob
eine Aussichtslosigkeit im Sinne der obigen Ausführungen vorliegt.
2.4 Bereits in der Attestausbildung zum Büroassistenten war es dem
Beschwerdeführer trotz des geschützten Rahmens im Lehrbetrieb und trotz eines von
diesem attestierten maximalen Einsatzes nur knapp gelungen, die
Leistungsanforderungen zu erfüllen. Trotzdem hatte die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer beim Versuch unterstützt, sich im ungeschützten Arbeitsmarkt zum
Kaufmann mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis weiterzubilden. Der
Beschwerdeführer hatte diesen ersten Versuch bei einer kantonalen Amtsstelle
absolviert. Erfahrungsgemäss kann sich die öffentliche Hand eine intensivere
Betreuung und einen grosszügigeren Umgang mit Fehlern oder Schwierigkeiten beim
Erreichen der Leistungsvorgaben leisten als ein privatwirtschaftlicher Betrieb. In der
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Schule hatte der Beschwerdeführer von einem sogenannten „Nachteilsausgleich“, das
heisst von seiner Gesundheitsbeeinträchtigung Rechnung tragenden Erleichterungen,
profitieren können. Zudem war der Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin mit
Hilfsmitteln beziehungsweise als Hilfsmittel geltenden Dienstleistungen unterstützt
worden. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss der ersten
Weiterbildung des Beschwerdeführers zum Kaufmann mit einem eidgenössischen
Fähigkeitszeugnis müssen zusammenfassend als optimal bezeichnet werden.
Trotzdem hatte der Beschwerdeführer bereits im ersten Semester nur einen
ungenügenden Notendurchschnitt (3,6) erreicht. Im zweiten Semester war der
Notendurchschnitt leicht tiefer (3,5) und im dritten Semester noch tiefer (3,3)
ausgefallen (vgl. IV-act. 284). Eine Vertiefungsarbeit im Lehrbetrieb war deutlich
ungenügend ausgefallen (Note 3,0; vgl. IV-act. 288). War die „Arbeits- und
Lernsituation“ gegen Ende des ersten Lehrjahres vom Lehrbetrieb noch als (knapp)
genügend qualifiziert worden (Note 4,0; IV-act. 289), hatte der Lehrbetrieb diese rund
ein halbes Jahr später als deutlich ungenügend beurteilt (Note 3,0; IV-act. 290).
Wiederholt waren während der Weiterbildung eine ungenügende Qualität der Arbeit
und ein ausbleibender Fortschritt bemängelt worden (vgl. IV-act. 292).
Zusammenfassend ist der erste Versuch zur Weiterbildung zum technischen Kaufmann
also trotz idealer Bedingungen nicht knapp, sondern ganz deutlich gescheitert. Der
Beschwerdeführer hat zwar geltend gemacht, dass nur die Doppelbelastung durch
Schule und Arbeit im Lehrbetrieb ursächlich für den Lehrabbruch gewesen sei, aber
das überzeugt schon deshalb nicht, weil der Beschwerdeführer faktisch gar nicht
doppelt belastet gewesen ist. Die schulische und die praktische Ausbildung haben
nämlich zusammen einem gewöhnlichen Vollpensum entsprochen. Eine
Doppelbelastung hätte erst vorgelegen, wenn der Beschwerdeführer beispielsweise in
einem Vollpensum gearbeitet und eine Abendschule oder eine Samstagsklasse
besucht hätte. Auch allfällige „Reibungsverluste“, die durch den ständigen Wechsel
zwischen Schule und Lehrbetrieb verursacht worden sein könnten, könnten die trotz
einer erheblichen Unterstützung deutlich ungenügenden Ergebnisse sowohl in der
Schule als auch im Lehrbetrieb nicht für sich allein begründen. Mit anderen Worten
kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer sowohl in der
Schule als auch im Lehrbetrieb wesentlich bessere – also genügende – Leistungen
erzielt hätte, wenn er nicht parallel die Schule besuchen und im Lehrbetrieb hätte
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arbeiten müssen. Selbst ein Versuch, bei dem zuerst die schulische und dann
anschliessend die praktische Ausbildung absolviert wird, muss folglich angesichts der
Erfahrungen aus dem ersten Versuch als aussichtslos bezeichnet werden. Das
bedeutet, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eingliederungsrelevante
Hilfsmittel im Zusammenhang mit der begonnenen Ausbildung hat, weshalb sich die
angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2017 im Ergebnis als rechtmässig erweist.
3.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Die Gerichtskosten wären an sich dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege ist dieser aber von der Pflicht zur Bezahlung der
Gerichtskosten befreit. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten,
wird er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2
VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).