Decision ID: 8e6361a7-ffe5-5858-9073-57345169c855
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Rekurrentin,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Vorinstanz,
betreffend
individuelle Prämienverbilligung 2009
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Sachverhalt:
A.
A.a R._, die auf den 1. November 2008 ihren Wohnsitz vom Kanton Thurgau in den
Kanton St. Gallen verlegt hatte, meldete sich sowie ihre Tochter A._, Jahrgang 1991,
am 11. März 2009 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: SVA) zum Bezug einer individuellen Prämienverbilligung (IPV) für das Jahr
2009 an (act. G 3.1/3). Ihr Sohn B._, Jahrgang 1988, hatte - insbesondere unter der
Angabe, am 1. Januar 2009 in Ausbildung gewesen zu sein - am 9. März 2009 bei der
SVA um eine IPV für das Jahr 2009 ersucht (act. G 3.2/1).
A.b Mit Verfügung vom 10. Juni 2009 sprach die SVA der Versicherten für das Jahr
2009 eine IPV von Fr. 2'126.25 zu. Dies basierend auf dem im Gesuch angegebenen
Reineinkommen von Fr. 21'922.-- ohne steuerbares Vermögen, wobei bei einem
Kinderabzug von Fr. 9'000.-- für die Tochter A._ ein anrechenbares Einkommen von
Fr. 12'922.-- resultierte (act. G 3.1/4). Ihrem Sohn B._ hatte die SVA mit Verfügung
vom 27. Mai 2009 für das Jahr 2009 eine IPV von Fr. 1'801.85 zugesprochen (act.
G 3.2/7). Dies auf Grundlage der Steuererklärung vom 14. März 2009 für das Jahr
2008, eingereicht bei der Gemeinde Wil, in der ein steuerbares Einkommen von Fr.
5'336.-- und kein steuerbares Vermögen angeführt worden war (act. G 3.2/6).
A.c Am 17. Juli 2009 reichte die Versicherte neuerlich ein Antragsformular für eine IPV
für das Jahr 2009 ein, wobei ein Reineinkommen von Fr. 29'524.-- sowie ein
steuerbares Vermögen von Fr. 71'473.-- angegeben wurde (act. G 3.1/6). Die SVA teilte
der Versicherten daraufhin mit Verfügung vom 29. Juli 2009 mit, sie müsse die IPV
aufgrund veränderter Verhältnisse neu berechnen. Zum neuen Reineinkommen von Fr.
29'524.-- würden zudem 10% des steuerbaren Vermögens hinzugerechnet. Nach dem
Kinderabzug resultiere demnach ein Einkommen für die Berechnung der IPV von Fr.
27'671.30, woraus sich eine IPV von Fr. 622.40 ergebe. Die Versicherte habe den mit
Verfügung vom 10. Juni 2009 zu viel ausbezahlten Betrag in der Höhe von Fr. 1'503.85
zurückzuerstatten (act. G 3.1/7).
A.d Gegen die Verfügung vom 29. Juli 2009 bzw. die erwähnte Rückforderung erhob
die Versicherte am 9. August 2009 Einsprache (act. G 3.1/9).
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A.e Mit Schreiben vom 27. August 2009 ersuchte die SVA die Versicherte um
Zustellung der Veranlagungsberechnungen über die Staats- und Gemeindesteuern
2008 (act. G 3.1/11). Am 16. September 2009 reichte die Gesuchstellerin die
gewünschten Unterlagen ein (act. G 3.1/12, 13).
A.f Nach Überprüfung der Unterlagen ersetzte die SVA ihre Verfügung vom 29. Juli
2009 teilweise durch die Verfügung vom 30. September 2009. Sie errechnete neu eine
IPV für das Jahr 2009 von Fr. 626.20, womit sich der am 29. Juli 2009 verfügte
Rückforderungsbetrag um Fr. 3.80 auf Fr. 1'500.05 reduzierte (act. G 3.1/14, 15).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 30. September 2009 erhob die Versicherte am 20.
Oktober 2009 Einsprache mit dem Begehren, ihre IPV für das Jahr 2009 sei unter
Mitberücksichtigung ihres Sohnes B._ neu zu berechnen. Ihre beiden Kinder seien im
Jahr 2008 in Ausbildung gewesen. Sie trage in deren Ausbildungsphase die
Verantwortung und übernehme die Kosten. Ab 1. Januar 2009 habe sie
Ausbildungszulagen erhalten (act. G 3.1/16).
B.b Die SVA wies die Einsprache mit Entscheid vom 28. Oktober 2009 ab. Dies mit
der Begründung, es dürfe davon ausgegangen werden, dass der Sohn der Versicherten
zur Hauptsache selber für seinen Lebensunterhalt aufkomme (act. G 3.1/18).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2009 hat die Versicherte am
4. November 2009 Rekurs beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhoben.
Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids und die
Neuberechnung ihres IPV- Anspruchs für das Jahr 2009 unter Mitberücksichtigung
ihres Sohnes B._. Wie aus ihrer Auflistung der Einkünfte und Ausgaben zu ersehen
sei, sei es ihrem Sohn nicht möglich, im 3. und teilweise 4. Lehrjahr ohne elterliche
Unterstützung die Ausbildung sowie den Lebensunterhalt zu finanzieren.
C.b Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 23. November 2009 die
Abweisung des Rekurses.
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C.c Mit Replik vom 29. November 2009 hält die Rekurrentin an ihrem Antrag fest.
C.d Die Vorinstanz hat auf eine weitere Stellungnahme verzichtet.
C.e Auf Nachfrage des Versicherungsgerichts vom 26. August 2010, wie sich der laut
definitiver Steuerveranlagung 2008 vom 9. September 2009 der Rekurrentin gewährte
Abzug für Kinder in Schule und Ausbildung von Fr. 13'600.-- zusammensetze, teilte
das Steueramt der Stadt Wil mit Schreiben vom 27. August 2010 mit, es sei für jedes
Kind, das unter der elterlichen Sorge oder Obhut des Steuerpflichtigen stehe oder
volljährig sei und sich in der schulischen oder beruflichen Ausbildung befinde, ein
Abzug gewährt worden, im konkreten Fall also für B._ und A._ je ein Abzug von Fr.
6'800.--.

Erwägungen:
1.
1.1 Als Grundsatz gilt, dass Verwaltungsbehörden fehlerhafte Verfügungen - selbst
wenn sie in formelle Rechtskraft erwachsen sind - unter bestimmten Voraussetzungen
aufheben oder abändern können. Nach Eintritt der formellen Rechtskraft sind allerdings
die Anforderungen an die Zulässigkeit einer Neubeurteilung strenger, da dem Gebot
der Rechtssicherheit und dem Vertrauensprinzip alsdann grössere Bedeutung
zukommt als vorher (vgl. Häfelin/Müller/Ullmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5.
Aufl., Zürich 2006, Rz. 995). Sofern das Gesetz die Voraussetzungen des Widerrufs
nicht ausdrücklich regelt, muss seine Zulässigkeit gemäss allgemeinen Kriterien
beurteilt werden. Art. 13 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung
über die Krankenversicherung (sGS 331.11; EG-KVG) und Art. 31 der Verordnung zum
Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung (sGS
331.111; Vo EG-KVG) legen fest, dass eine zu Unrecht bezogene Prämienverbilligung
zurückerstattet werden muss, ohne sich darüber zu äussern, unter welchen
verfahrensrechtlichen Voraussetzungen die einer Prämienverbilligung zugrunde
liegende Verfügung - also die leistungszusprechende Verfügung - nachträglich
aufgehoben oder abgeändert werden kann (vgl. dazu Urteil des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 17. April 2007 i/S K. H. [KV-SG 2006/10] E. 3d).
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1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS
951.1; VRP) können Verfügungen durch die erlassende Behörde oder durch die
Aufsichtsbehörde geändert oder aufgehoben werden, wenn der Widerruf die
Betroffenen nicht belastet oder wenn er aus wichtigen öffentlichen Interessen geboten
ist. Ein öffentliches Interesse an der Rückforderung zu Unrecht ausgerichteter
Prämienverbilligungen ist gegeben; dies ergibt sich nicht zuletzt aus Art. 13 Abs. 1 EG-
KVG und Art. 31 Abs. 1 Vo EG-KVG.
1.3 Mit Verfügung vom 10. Juni 2009 wurde der Rekurrentin für das Jahr 2009 eine
Prämienverbilligung von Fr. 2'126.25 zugesprochen (act. G 3.1/4). Verfahrensrechtlich
ist davon auszugehen, dass diese Verfügung korrekt zugestellt worden und damit nach
Ablauf der 30-tägigen Einsprachefrist (vgl. Art. 16 EG-KVG) in formelle Rechtskraft
erwachsen ist. Mit Verfügung vom 29. Juli 2009 errechnete die Vorinstanz eine
Prämienverbilligung von Fr. 622.40 und forderte den mit Verfügung vom 10. Juni 2009
folglich zu viel ausbezahlten Betrag von Fr. 1'503.85 zurück (act. G 3.1/7). Mit dieser
Verfügung hat die Vorinstanz mithin die Verfügung vom 10. Juni 2009 aufgehoben bzw.
eine Widerrufsverfügung erlassen, die Anspruchshöhe neu berechnet und eine
Rückforderung geltend gemacht. Indem gegen die Verfügung vom 29. Juli 2009 ein
Einspracheverfahren eröffnet wurde, ist diese jedoch nicht in formelle Rechtskraft
erwachsen. Am 30. September 2009 folgte eine weitere Verfügung mit einer
Neuberechnung des Prämienverbilligungsanspruchs, nämlich eines solchen von Fr.
626.20. Daraus resultierend reduzierte sich der Rückforderungsbetrag auf Fr. 1'500.05.
Mit Erlass dieser Verfügung ist das Einspracheverfahren gegen die Verfügung vom 29.
Juli 2009 bzw. letztlich die Verfügung selber gegenstandslos geworden. Dies hat zur
Folge, dass die Verfügung vom 10. Juni 2009 nicht durch die Verfügung vom 29. Juli
2009, sondern durch diejenige vom 30. September 2009 widerrufen worden ist. Im
Streit liegt damit die Frage, ob die Verfügung vom 30. September 2009 die
Widerrufsvoraussetzungen in Bezug auf die formell rechtskräftige Verfügung vom 10.
Juni 2009 erfüllt bzw. die Vorinstanz die mit Verfügung vom 10. Juni 2009 festgelegte
Prämienverbilligung für das Jahr 2009 zu Recht neu berechnet und gestützt auf die
Neuberechnung den angeblich zu viel ausbezahlten Betrag von Fr. 1'500.05
zurückgefordert hat.
2.
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2.1 Die einkommensmässige Basis für die Prüfung eines Gesuchs um
Prämienverbilligung für das Jahr 2009 bilden grundsätzlich die definitiven Steuerwerte
des Jahres 2007, insbesondere das in diesem Jahr nach kantonalem Steuerrecht
ermittelte Reineinkommen (vgl. Art. 12 Abs. 1 und 4 Vo EG-KVG). Da die Rekurrentin
erst am 1. November 2008 in den Kanton St. Gallen zugezogen ist, liegen jedoch für
das Jahr 2007 nur Steuerdaten vor, die nach Steuerrecht des Kantons Thurgau
ermittelt wurden. Zieht eine Person aus dem Ausland oder einem anderen Kanton zu,
wird auf das massgebende Einkommen des Jahres vor dem Bezugsjahr abgestellt,
wenn ein nach kantonalem Steuerrecht ermitteltes Reineinkommen der Steuerperiode
des vorletzten Jahres fehlt (Art. 12a Vo EG-KVG). Die Vorinstanz hat folglich sowohl in
der Verfügung vom 10. Juni 2009 als auch im Einspracheentscheid vom 28. Oktober
2009 bei der Berechnung der Prämienverbilligung 2009 auf das von der Rekurrentin im
Jahr 2008 erzielte Reineinkommen abgestellt (vgl. dazu Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juli 2008 i/S S. M. [KV-SG
2007/5] E. 2).
2.2 In Bezug auf die einkommensmässigen Voraussetzungen der Prämienverbilligung
bestimmt Art. 11 EG-KVG, dass das die Prämienverbilligung auslösende Einkommen
unter teilweiser Berücksichtigung des steuerbaren Vermögens von der Regierung durch
Verordnung festgesetzt wird (Abs. 1). Grundlage bildet in der Regel die letzte definitive
Steuerveranlagung (Abs. 2; vgl. auch Art. 12 Abs. 1 lit. b Vo EG-KVG). Eine
Prämienverbilligung wird nach Art. 10 Abs. 1 EG-KVG Personen gewährt, die im Kanton
St. Gallen steuerrechtlichen Wohnsitz haben (lit. a) und ein die Prämienverbilligung
auslösendes Einkommen erzielen (lit. b). Das massgebende Einkommen für die
Berechnung der Prämienverbilligung für Personen mit zivilrechtlichem Wohnsitz im
Kanton entspricht gemäss Art. 12 Abs. 2 Vo EG-KVG dem Reineinkommen: zuzüglich
einen Zehntel des steuerbaren Vermögens (Ziff. 1); die Beiträge an die Gebundene
Selbstvorsorge Säule 3a (Ziff. 2); die Leistungen und Einkaufsbeiträge an Einrichtungen
der beruflichen Vorsorge, soweit diese den Betrag von Fr. 25'000.-- übersteigen (Ziff.
3); den Liegenschaftsaufwand, soweit dieser den Pauschalabzug von 20 Prozent der
Mieteinnahmen übersteigt (Ziff. 4); den Vorjahresverlusten nach Art. 42 des
Steuergesetzes vom 9. April 1998 (Ziff. 5); abzüglich den Kinderabzug nach Art. 14 (Ziff.
6).
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2.3 Während die Vorinstanz in der Verfügung vom 10. Juni 2009 bei der Prüfung des
Anspruchs der Rekurrentin auf Prämienverbilligung für das Jahr 2009 von dem im
Anmeldeformular vom 11. März 2009 deklarierten Reineinkommen von Fr. 21'922.--
ausging (act. G 3.1/4), stellte sie im angefochtenen Einspracheentscheid bzw. der
Verfügung vom 30. September 2009 entsprechend der in Erwägung 2.1 und 2.2
dargelegten Regelung auf die rechtskräftigen Zahlen der definitiven Steuerveranlagung
2008 und damit auf ein Reineinkommen von Fr. 29'524.-- ab (act. G 3.1/14, 18). In
Bezug auf die Festlegung des Reineinkommens erweist sich die Verfügung vom 30.
September 2009 als rechtmässig. Das Abstellen auf das Reineinkommen im
Anmeldeformular ist demgegenüber weder von Gesetzes noch von Verordnungs
wegen vorgesehen, womit sich die Verfügung vom 10. Juni 2009 rückblickend, d.h.
nach Vorliegen der definitiven Steuerveranlagung 2008, als fehlerhaft erweist. Nachdem
die definitive Steuerveranlagung 2008 zudem ein Vermögen von Fr. 71'000.-- auswies,
rechnete die Vorinstanz sodann in der Verfügung vom 30. September 2009 zum
Reineinkommen gemäss Art. 12 Abs. 2 Ziff. 1 Vo EG-KVG Fr. 7'100.-- hinzu. Im
Anmeldeformular vom 11. März 2009 war demgegenüber noch kein steuerbares
Vermögen vermerkt, weshalb in der Verfügung vom 10. Juni 2009 auch keine
Vermögensanrechnung erfolgt war. Auch in diesem Punkt erwies sich diese Verfügung
damit nachträglich als fehlerhaft. Mit nur einem Kinderabzug für die Tochter der
Rekurrentin von Fr. 9'000.-- (vgl. Art. 14 Abs. 1 Vo EG-KVG) ergibt sich folglich - wie in
der Verfügung vom 30. September 2009 errechnet - ein anrechenbares Einkommen
von insgesamt Fr. 27'624.--. Die mit Verfügung vom 30. September 2009 erfolgte
Berichtigung der Verfügung vom 10. Juni 2009 ist angesichts der dargelegten
Fehlerhaftigkeit in Bezug auf die Berechnung des anrechenbaren Einkommens zu
Recht erfolgt und deren Widerruf erweist sich auch unter Berücksichtigung des
Vertrauensschutzes als statthaft. So ist weder anzunehmen, dass die Rekurrentin keine
Kenntnis über ihre Vermögenssituation hatte, noch ist davon auszugehen, dass sie
gestützt auf das ihr durch die Verfügung vom 10. Juni 2009 begründete Vertrauen
Dispositionen getätigt hat, welche nicht ohne Nachteil wieder rückgängig gemacht
werden konnten (vgl. dazu Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 631 ff.).
2.4 Die Belastungsgrenze für Alleinstehende mit Kindern liegt gemäss Art. 2 lit. c des
Regierungsbeschlusses über die Prämienverbilligung in der Krankenpflege-
Grundversicherung für Personen mit zivilrechtlichem Wohnsitz oder einer
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fremdenpolizeilichen Bewilligung zum Aufenthalt im Kanton St. Gallen für das Jahr
2009 bei einem massgebenden Einkommen von Fr. 15'001.-- oder mehr bei 10% (ABl
2008, 3891). Für die Rekurrentin ergibt sich hieraus - wie von der Vorinstanz am 30.
September 2009 verfügt - ein Selbstbehalt (= Belastungsgrenze) von Fr. 2'762.40 und
bei einer Referenzprämie von total Fr. 3'160.-- (Rekurrentin: Fr. 2'549.--; A._: Fr.
611.--) sowie einem Mindestgarantie-Zuschlag nach Art. 65 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (SR 832.10; KVG) für Tochter A._ von
Fr. 228.60 ein Anspruch auf Prämienverbilligung von Fr. 626.20 (Referenzprämie ./.
Selbstbehalt + Mindestgarantie-Zuschlag). Unter den dargelegten Aspekten lässt sich
der angefochtene Einspracheentscheid nicht beanstanden. Die Rekurrentin hat denn
auch keine entsprechenden Einwendungen vorgebracht.
3.
3.1 Die Rekurrentin beanstandet nun aber die von der Vorinstanz durchgeführte
Berechnung des die Prämienbewilligung auslösenden Einkommens gemäss Art. 12
Abs. 2 Vo EG-KVG insofern, als dabei nicht auch ein Kinderabzug für ihren Sohn B._
berücksichtigt worden sei. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, erweist sich die
Verfügung vom 10. Juni 2009 tatsächlich auch in diesem Punkt als fehlerhaft, womit
diesbezüglich mit der Verfügung vom 30. September 2009 ebenfalls anders hätte
entschieden werden müssen.
3.2 Die Vorinstanz lehnt einen zweiten Kinderabzug mit der mit Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 18. Januar 2005 i/S E. B. (KV-SG 2004/12) eingeführten
und seither mehrfach bestätigten Praxis (vgl. u.a. KV-SG 2008/3) zu Art. 10 Abs. 2 Ziff.
3 EG-KVG und Art. 21 Abs. 3 Vo EG-KVG ab. Diese Praxis ist nach wie vor zu
bestätigen. Den vorliegenden Fall gilt es jedoch nicht unter dem Blickwinkel der Frage
nach einer allfälligen eigenen Anspruchsberechtigung auf IPV von B._ zu beurteilen,
sondern unter dem Gesichtspunkt der einkommensmässigen Voraussetzungen der
Rekurrentin für eine IPV (Art. 12 Vo EG-KVG) und damit konkret der Frage, ob bei ihr
ein zweiter Kinderabzug zu berücksichtigen sei (Art. 12 Vo EG-KVG Abs. 2 Ziff. 6; vgl.
dazu auch Entscheid des Versicherungsgerichts vom 20. April 2010 i/S E. D. [KV-SG
2009/6]). Kinderabzüge bilden eine vom Reineinkommen in Abzug zu bringende
bis
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Komponente und vermindern die Höhe des für die Berechnung der IPV massgebenden
Einkommens.
4.
4.1 Von der Rekurrentin wird sinngemäss geltend gemacht, dass ihr massgebliches
Einkommen im Jahr 2008 zu hoch veranschlagt worden sei, weil für ihren Sohn B._
kein Kinderabzug vorgenommen worden sei. Es ist zu prüfen, wie es sich damit verhält.
4.2 Art. 12 Abs. 2 Ziff. 6 Vo EG-KVG bestimmt, dass vom nach kantonalem
Steuerrecht ermittelten Reineinkommen ein allfälliger Kinderabzug nach Art. 14 Vo EG-
KVG vorgenommen wird. Demnach reduziert sich das massgebende Einkommen um
Fr. 9'000.-- für jedes in der Schweiz wohnhafte Kind, für welches ein Kinderabzug
gemäss Art. 48 des Steuergesetzes (sGS 811.1; StG) gewährt wird (Art. 14 Abs. 1 Vo
EG-KVG). Gemäss definitiver Steuerveranlagung 2008 des Steueramts der Stadt Wil
vom 9. September 2009 wurden der Rekurrentin zwei Kinderabzüge nach altArt. 48
StG (bis zum 31. Dezember 2009 gültige Fassung) für B._ und A._ von je Fr.
6'800.--, d.h. ein Abzug von insgesamt Fr. 13'600.--, gewährt. Besagte Bestimmung
setzt für einen Kinderabzug insbesondere voraus, dass die steuerpflichtige Person zur
Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufkommt (Art. 48 Abs. 1 lit. a StG). Gemäss
Art. 14 Abs. 1 Vo EG-KVG sind der Rekurrentin somit auch bei der Ermittlung des IPV-
Anspruchs zwei Kinderabzüge, d.h. also auch ein Kinderabzug für Sohn B._, zu
gewähren.
4.3 Abs. 2 von Art. 14 Vo EG-KVG bestimmte in der bis zum 31. Dezember 2009
gültigen Fassung (XV. Nachtrag zur Vo EG-KVG), dass ein Kinderabzug von Fr. 9'000.--
auch Eltern eines in Ausbildung stehenden Kindes bis zum vollendeten 25. Altersjahr
gewährt wird, wenn entweder diese unselbständig erwerbstätig sind und ein Anspruch
auf Ausbildungszulage besteht (lit. a) oder wenn sie nicht oder - wie die Rekurrentin -
selbständig erwerbstätig sind und die übrigen Voraussetzungen nach altArt. 11 des
Kinderzulagengesetzes (sGS 371.1; KZG) erfüllt sind (lit. b). Der den Anspruch auf
Ausbildungszulage regelnde altArt. 11 KZG wurde mit Einführung des Bundesgesetzes
über die Familienzulagen per 1. Januar 2009 (SR 836.2; FamZG) gestrichen. Der
Verordnungsgeber hat der veränderten Rechtslage mit dem XVI. Nachtrag zur Vo EG-
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KVG per 1. Januar 2010 Rechnung getragen, indem nun in Art. 14 Abs. 2 lit. b Vo EG-
KVG auf Art. 1 der eidgenössischen Verordnung über die Familienzulagen (SR 836.21;
FamZV) verwiesen wird.
4.4 Nach altArt. 11 Abs. 3 KZG entstand für Erwerbstätige der Anspruch auf
Ausbildungszulage nicht oder erlosch, wenn das Kind ein jährliches
Bruttoerwerbseinkommen von wenigstens dem doppelten Betrag der höchsten
einfachen Waisenrente der eidgenössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung -
ab 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 2008 betrug diese Fr. 884.-- monatlich - erzielte.
Laut eigener Angabe in der Steuer-erklärung 2008 erzielte B._ im Jahr 2008 ein
jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 14'268.-- bzw. es stand ihm monatlich ein Betrag
von Fr. 1'189.-- zur Verfügung (act. G 3.2/6). Unter Geltung von altArt. 11 KZG wäre der
Rekurrentin damit bei einem doppelten Betrag der höchsten einfachen AHV-
Waisenrente von Fr. 1'768.-- eine Ausbildungszulage für B._ zu gewähren gewesen.
Gemäss Art. 1 FamZV besteht ein Anspruch auf eine Ausbildungszulage für Kinder,
welche eine Ausbildung im Sinn von Art. 25 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung (SR 831.10; AHVG) absolvieren. Kein Anspruch
besteht jedoch, wenn das Kind ein jährliches Einkommen von mehr als der maximalen
vollen AHV-Rente erzielt (Art. 1 Abs. 2 FamZV). Nachdem diese ab 1. Januar 2009 Fr.
2'280.-- monatlich betrug, ist mithin auch unter Geltung des neuen Rechts ein
Anspruch der Rekurrentin auf eine Ausbildungszulage zu bejahen. Vorliegend kann
offen bleiben, ob betreffend das Bezugsjahr 2009 das aktuelle oder das inzwischen
überholte Verweisobjekt von Art. 14 Abs. 2 Vo EG-KVG anwendbar ist. Dies weil
sowohl für das Jahr 2008, als auch zum vorliegend massgeblichen Stichtag - dem 1.
Januar 2009 (vgl. Art. 9 Vo EG-KVG) - unter Geltung des neuen und alten Rechts ein
Anspruch der Rekurrentin auf eine Ausbildungszulage zu bejahen ist. Die
Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 2 Vo EG-KVG sind in ihrem Fall mithin erfüllt.
5.
Die Rekurrentin erfüllt sowohl die Voraussetzungen für einen Kinderabzug für Sohn
B._ gemäss Art. 14 Abs. 1 Vo EG-KVG als auch diejenigen von Art. 14 Abs. 2 Vo EG-
KVG. Die Vorinstanz hat damit zwar die Verfügung vom 10. Juni 2009 infolge
Fehlerhaftigkeit (Abstellen auf das Reineinkommen im Anmeldeformular;
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Nichtberücksichtigung des Vermögens) zu Recht aufgehoben, jedoch erneut, d.h. auch
im Widerrufsverfahren, falsch entschieden, indem sie nur einen Kinderabzug für
Tochter A._ gewährte. Die Gewährung eines weiteren Kinderabzugs für Sohn B._
hat jedoch eine Änderung der IPV-Berechnung zur Folge. Ausgehend von einem
Reineinkommen von Fr. 29'524.-- und einem Vermögen von Fr. 71'000.-- ergibt sich
zunächst bei einem Kinderabzug für Tochter A._ und Sohn B._ von je Fr. 9'000.--
ein anrechenbares Einkommen von insgesamt Fr. 18'624.--. Für den IPV-Anspruch
2009 der Rekurrentin ergibt sich mithin folgende Berechnung (alle Beträge in Fr.):
Name Vorname
Referenz-Prämie
Selbstbehalt / Belastungsgrenze
IPV-Anspruch
Zuschlag Mindest-garantie
Total IPV-Anspruch
R._
2'549.--
1'259.--
1'290.--
--
1'290.--
A._
611.--
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301.75
309.25
--
309.25
B._
611.--
301.75
309.25
--
309.25
Total
3'771.--
1'862.50
1'908.50
--
1'908.50
6.
6.1 Entsprechend der obigen Erwägungen ist der Rekurs vom 4. November 2009
unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids gutzuheissen und der
Rückforderungsbetrag auf Fr. 217.75 (Fr. 2'126.25 ./. Fr. 1'908.50) festzusetzen.
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6.2 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten grundsätzlich jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder zum Teil abgewiesen werden. Beim
vorliegenden Verfahrensausgang hat demnach die Vorinstanz die Gerichtsgebühr zu
bezahlen. Diese ist in Anwendung von Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs (sGS
941.12), der einen Rahmen von Fr. 500.-- bis Fr. 15'000.-- vorsieht, wie in gleichartigen
Fällen üblich auf Fr. 1'000.-- festzusetzen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG