Decision ID: 1efd1b0d-423b-4629-b9a0-0651c09b7bcc
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte), war seit dem 1. Oktober 2013 arbeitslos und
damit über die Kantonale Arbeitslosenkasse St. Gallen bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Zuletzt hatte die Versicherte als Hilfsarbeiterin in der Produktion
gearbeitet (Suva-act. 1).
A.a.
Am 25. Juli 2014 rutschte die Versicherte während ihrer Ferien in B._ auf einer
Treppe aus und stürzte. Sie habe den Sturz mit dem rechten Arm aufgefangen und
direkt starke Schmerzen in der rechten Schulter verspürt. Nach zwei Tagen habe sie
den Notfallarzt im Hotel aufgesucht. Dieser habe ihr eine Salbe und Medikamente
verschrieben (Suva-act. 1, 21).
A.b.
Am 17. Dezember 2014 begab sich die Versicherte bei anhaltenden Beschwerden
zur Erstbehandlung in der Schweiz zu Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin, D._. Dieser veranlasste eine MRI-Arthrographie der rechten Schulter. Die
Arthrographie vom 31. Dezember 2014 ergab eine komplette Ruptur der
Subscapularissehne mit Luxation der langen Bizepssehne nach medial, eine
ausgeprägte gelenkseitige Partialruptur der Supraspinatussehne sowie eine
gelenkseitige Partialruptur der ventralen Anteile der Infraspinatussehne (Suva-act. 8).
Ab dem 26. Februar 2015 wurde der Versicherten durch Dr. C._ eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Suva-act. 9-2, 16).
A.c.
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Am 23. März 2015 wurde die Versicherte im Spital E._, nach erstmaliger
Konsultation am 24. Februar 2015, von Dr. med. F._, Leitender Arzt Orthopädie FMH
des Spitals E._, an der rechten Schulter operiert (Schulterarthroskopie rechts mit
Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion, Tenotomie der langen Bizepssehne, AC-
Resektion sowie subacromiale Tenotomie; Suva-act. 10, 18 f.).
A.d.
Am 24. März 2015 teilte die Suva mit, dass die Versicherte für die Folgen des
Nichtberufsunfalls die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilbehandlung) erhalte
(Suva-act. 2).
A.e.
Mit Bericht vom 27. April 2015 führte Dr. med. G._, Kreisarzt, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, dass der
Unfallmechanismus und die erhobenen Befunde mit einer traumatisch bedingten
Rotatorenmanschettenruptur am rechten Schultergelenk vereinbar seien, so dass aus
medizinischer Sicht die aktuellen Beschwerden, die zur operativen Sanierung der
ausgedehnten Rotatorenmanschettenruptur geführt hätten, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit Folgen des Ereignisses von Ende Juli 2014 darstellten (Suva-act.
22).
A.f.
Am 28. April 2015 teilte die Suva der Versicherten erneut mit, dass sie für die
Folgen des Nichtberufsunfalls Versicherungsleistungen erhalte. Ihre Abklärungen hätten
ergeben, dass die aktuellen Beschwerden in der rechten Schulter auf den Unfall im Juli
2014 zurückzuführen seien (Suva-act. 23).
A.g.
Mit Bericht vom 4. Oktober 2015 teilte Dr. F._ mit, dass sich nach kombinierter
intraartikulärer glenohumeraler und subacromialer Infiltration der rechten Schulter vom
28. Juli 2015 die Schmerzen erheblich verbessert hätten. Die Versicherte sei in der
Physiotherapie schmerzarm und mit der Situation sehr zufrieden (Suva-act. 55).
A.h.
Ab dem 2. November 2015 konnte die Versicherte ihre bereits vor dem Unfall
ausgeführte Tätigkeit im Zwischenverdienst (Küchenhilfe mit einem Pensum von 30%)
wieder aufnehmen (Suva-act. 21-1, 59, 61). Dr. F._ bescheinigte ihr im Folgenden bei
anhaltenden Restbeschwerden an der rechten Schulter eine 70%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 86, 97, 99 ff., 112 f., 116).
A.i.
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Am 12. September 2016 wurde die Versicherte, nach Kostengutsprache durch die
Suva (Suva-act. 123 f.), erneut operiert (Schulter-Re-Arthroskopie rechts mit
Biopsieentnahme subacromial und intraartikulär, subacromialer Redekompression,
arthroskopische Arthrolyse; Suva-act. 126) und ab dem Operationstag durchgehend zu
100% arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 125, 127).
A.j.
Bei durch Dr. F._ diagnostizierter transmuraler umschriebener Reruptur der
ventralen periinsertionalen Supraspinatussehne (Suva-act. 153) wurde die Versicherte
am 7. Februar 2017 ein weiteres Mal operiert (Arthroskopische Synovektomie,
Arthrolyse und transossäre Rekonstruktion der Rotatorenmanschette [Subscapularis,
Supraspinatus, Arthrotunneler/TunnelPro], Dekompression der ACG-Resektion Schulter
rechts; Suva-act. 161).
A.k.
Auf Vorschlag des Kreisarztes Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie (Suva-act.
180), wurde die Versicherte vom 19. Juni bis 3. August 2017 in der Rehaklinik I._
behandelt (Suva-act. 197).
A.l.
Am 4. Dezember 2017 untersuchte Kreisarzt Dr. H._ die Versicherte. In seiner
Beurteilung vom 5. Dezember 2017 führte er aus, dass ca. drei Jahre nach dem
Unfallereignis ein stabiler Gesundheitszustand vorliege. Aufgrund der Unfallfolgen seien
der Versicherten nur noch leidensadaptierte Tätigkeiten zuzumuten. Zur
Aufrechterhaltung des Gesundheitszustands werde das Fortführen der Physiotherapie
für noch drei Monate sowie das Fortführen der MTT für weiterhin ein halbes Jahr
empfohlen (Suva-act. 211). Den Integritätsschaden schätzte er bei funktioneller
Einschränkung der Bewegung insbesondere oberhalb des Brustniveaus respektive der
Schulterhorizontalen sowie der Rotation auf 12.5% (Suva-act. 212).
A.m.
Mit Verfügung vom 19. Dezember 2017 sprach die Suva der Versicherten mit
Wirkung ab 1. Januar 2018 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
11% (Valideneinkommen: Fr. 58'500.--; Invalideneinkommen gemäss Dokumentation
von Arbeitsplätzen [DAP]: Fr. 51'950.60) zu. Im Weiteren verfügte sie eine
Integritätsentschädigung von Fr. 15'750.-- (Integritätsschaden 12.5%; Suva-act. 216).
A.n.
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B.
C.
Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur.
K. Gehler, Rapperswil-Jona, mit Eingabe vom 26. Januar 2018, ergänzt am 1. März
2018, Einsprache erheben. Beantragt wurde die Aufhebung der Verfügung und die
Abklärung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch ein
medizinisches Gutachten. Danach sei der Invaliditätsgrad neu festzulegen. Eventualiter
sei der Invaliditätsgrad auf 100%, subeventualiter auf 50% festzulegen (Suva-act. 231,
237).
B.a.
Im April 2018 wurde bei der Versicherten eine Ruptur des vorderen Kreuzbands
links sowie ein Korbhenkelriss des medialen Meniskus diagnostiziert. Diese
Verletzungen wurden am 12. April 2018 operativ versorgt (Suva-act. 242).
B.b.
Mit Entscheid vom 17. Dezember 2018 wies die Suva die Einsprache vom 26.
Januar 2018 ab (Suva-act. 245).
B.c.
Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), weiterhin vertreten durch Dr. Gehler, am 25. Januar 2019
Beschwerde erheben. Der Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2018 sei
aufzuheben. Es sei die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin durch ein medizinisches Gutachten abzuklären bzw. die
Angelegenheit sei an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur weiteren
Abklärung mittels Gutachtens zurückzuweisen. Nach Vorliegen des Gutachtens und
aufgrund der zur Sache gemachten Ausführungen seien der Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin und die Integritätsentschädigung neu festzulegen. Eventualiter sei
der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin auf 100%, subeventualiter auf 50%
festzulegen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer)
zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 25. Januar 2019. Der
Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2018 sei bezüglich Integritätsentschädigung
zu bestätigen. Der Einspracheentscheid sei im Rentenpunkt aufzuheben und es sei
C.b.
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Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid
vom 17. Dezember 2018 (Suva-act. 245), dem die Verfügung vom 19. Dezember 2017
(Suva-act. 216) zu Grunde liegt. Im Einspracheentscheid werden einzig die Folgen des
Unfalls vom 25. Juli 2014 (rechte Schulter) thematisiert und diesbezüglich der Fall per
31. Dezember 2017 abgeschlossen, die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld
und Heilkosten) auf diesen Zeitpunkt eingestellt und der Beschwerdeführerin eine
Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zugesprochen. Das Ereignis von
April 2018 (vgl. vorstehende lit. B.b; Suva-act. 241 f.), welches die Beschwerdeführerin
erstmals in der Replik vom 20. Juni 2019 thematisierte (act. G 11 S. 9), und die
allenfalls daraus resultierenden Versicherungsleistungen sind nicht Teil des
Einspracheentscheides und somit vorliegend auch nicht Anfechtungsgegenstand.
2.
festzustellen, dass der Beschwerdeführerin kein Rentenanspruch zustehe, eventualiter
sei der Invaliditätsgrad für die Rente ab 1. Januar 2018 auf 10% festzusetzen (act. G 3).
Mit Replik vom 20. Juni 2019 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Anträgen fest (act. G 11).
C.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und reichte am
12. August 2019 eine Stellungnahme ein. An den Anträgen hielt sie unverändert fest
(act. G 13).
C.d.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
C.e.
Ist die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10% invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads
2.1.
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wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie
Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die
Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein
Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art.
24 Abs. 2 UVG).
2.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
2.3.
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3.
Vorab ist festzuhalten, dass der Zeitpunkt des Fallabschlusses bezüglich des Unfalls
vom 25. Juli 2014 per Ende des Jahres 2017 unbestritten und ausgewiesen ist.
Entsprechend erfolgte zu Recht die Prüfung eines Rentenanspruchs per 1. Januar 2018
(vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Dasselbe gilt in Bezug auf die Integritätsentschädigung (vgl.
Art. 24 Abs. 2 UVG). Ebenfalls unbestritten und medizinisch ausgewiesen ist, dass die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Fallabschlusses nach dreimaliger Operation an
der rechten Schulter weiterhin an funktionellen Einschränkungen und
bewegungsabhängigen Schmerzen leidet (Suva-act. 197 S. 2, 211 S. 4). Diese
unfallkausalen Beschwerden sind in die Leistungsbeurteilung miteinzubeziehen.
Umstritten ist die Höhe des Invaliditätsgrads und der Integritätsentschädigung
aufgrund der genannten Beschwerden.
4.
vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).
Zu prüfen ist im ersten Schritt, ob die medizinische Situation und die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Annahme, bei der Beschwerdeführerin
bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in einer überwiegend leichten bis gelegentlich
mittelschweren, wechseltätigen Beschäftigung (ohne Überkopfarbeiten; ohne Bewegen
von schweren Lasten mit Hubwagen ohne Eigenantrieb; ohne Bedienen von
schwergängigen Hebeln, Werkzeugen und Steuereinrichtungen; ohne Arbeiten mit
hämmernden, vibrierenden oder schlagenden Maschinen; bei Einschränkungen für
Arbeiten auf Leitern, Gerüsten und Dächern) insbesondere auf die Beurteilung des
Kreisarztes Dr. H._ vom 5. Dezember 2017 (Suva-act. 211). Auch der Austrittsbericht
der Rehaklinik I._ vom 4. August 2017 (Suva-
act. 197) bzw. die darin enthaltenen Einschätzungen sind vom Kreisarzt zu Recht, wie
auch die übrigen medizinischen Vorakten (vgl. Suva-act. 211 S. 1 f.), für die Beurteilung
der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin berücksichtigt worden. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bemängelt die Einschätzungen von Dr. H._
und auch diejenigen der Rehaklinik I._, weshalb die medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeit durch ein medizinisches Gutachten abgeklärt werden müsse.
4.1.
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4.2.
Vorab rügt die Beschwerdeführerin eine Gehörsverletzung bezüglich des Reha
klinikaufenthalts in I._. Bei den Abklärungen sei ihr nicht gesagt worden, dass es sich
um ein Gutachten handle und ihr dementsprechend Mitwirkungsrechte zugestanden
hätten, welche ihr indes nicht gewährt worden seien. Auch sei sie nicht darauf
aufmerksam gemacht worden, dass sie tagtäglich akribisch beobachtet werde und
dass jegliche Veränderung der Situation aufgelistet und negativ gewertet werden
könnten (act. G 1 S. 6).
4.2.1.
Beim Austrittsbericht der Rehaklinik I._ vom 4. August 2017 (Suva-act. 197)
handelt es sich nicht um ein Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG (Urteil des Bundes
gerichts vom 25. Januar 2010, 8C_84/2009, E. 3.4), womit die Beschwerdeführerin sich
auch nicht auf die damit verbundenen Mitwirkungsrechte berufen kann. Aus dem
Austrittsbericht ergibt sich im Übrigen, dass sie über die Ziele und Massnahmen der
Rehabilitation sowie die Vornahme einer Zumutbarkeitsbeurteilung aufgeklärt worden
ist (Suva-act. 197 S. 2 f.). Entsprechend konnte und durfte sie davon ausgehen, dass
sie anlässlich der Leistungstests und im Behandlungsprogramm beobachtet und
beurteilt wird. Inwiefern es zu einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gekommen sein
soll, ist gestützt auf das Gesagte nicht ersichtlich.
4.2.2.
Die Beurteilung des Kreisarztes Dr. H._ vom 5. Dezember 2017 wurde lege artis
– wie erwähnt – in Kenntnis und unter Würdigung der Vorakten erstellt (Suva-act. 211
S. 1 f.). Sie beruht auf einer eigenständigen und umfassenden Untersuchung mit
entsprechender Befunderhebung (Suva-act. 211 S. 3 f.) und befasst sich mit den
geklagten Beschwerden (Suva-act. 211 S. 2 f.). Es sind keine Anhaltspunkte erkennbar,
dass bis zum Untersuchungszeitpunkt objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären, womit grundsätzlich auf die versicherungsinterne
fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl in quantitativer als auch
qualitativer Hinsicht abgestellt werden kann (vgl. dazu vorstehende E. 2.3). Es ist nicht
ersichtlich, inwieweit beim vorgenannten Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 4.1) den
Beeinträchtigungen an der rechten Schulter – dazu gehört auch der von Dr. H._
berücksichtigte Kraftverlust und der Muskulaturrückgang am rechten Arm (Suva-act.
211 S. 3 f.) – nicht umfassend Rechnung getragen worden wäre und es leuchtet ein,
dass bei Einhaltung der Adaptionskriterien eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar sein
sollte. Anderslautende Beurteilungen von medizinischen Fachpersonen, insbesondere
solche des Operateurs Dr. F._ (vgl. dazu dessen Untersuchungsberichte vom 19.
September und 12. Oktober 2017; Suva-act. 201, 204), liegen nicht im Recht, womit
auch keine nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
4.3.
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5.
kreisärztlichen Einschätzungen ersichtlich sind. Dass die rechte obere Extremität bei
entsprechendem Belastungsprofil nur noch zur Hilfestellung eingesetzt werden könnte,
wie es die Beschwerdeführerin geltend macht (act. G 1 S. 8), findet in den
medizinischen Akten keine Stütze. Inwiefern Dr. H._ unbesehen auf die
Einschätzungen der Ärzte der Rehaklinik I._ abgestellt haben soll, wie es die
Beschwerdeführerin bemängelt (act. G 1 S. 15, G 11 S. 3), ist bei lege artis
durchgeführter eigener Untersuchung nicht ersichtlich. Dass die untersuchenden Ärzte
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit und das Zumutbarkeitsprofil zu ähnlichen und
gleichen Einschätzungen gelangten, schmälert den Beweiswert des Berichtes von Dr.
H._ keineswegs. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung zu
verzichten ist. Insbesondere besteht kein formeller Anspruch auf Beizug eines
versicherungsexternen medizinischen Gutachtens (vgl. BGE 122 V 162 E. 1d).
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit ein
Vollpensum zumutbar ist.
4.4.
Ausgehend von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist
im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln (vgl.
vorstehende E. 2.1).
5.1.
5.2.
Für die Bemessung des hypothetischen Verdienstes ohne Gesundheitsschaden
(Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden
Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 9C_414/2011, E. 2.2). Bei der Bestimmung des
Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung
und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar, war die
versicherte Person zur Zeit des Unfalls arbeitslos oder hätte sie ihre bisherige Stelle
auch ohne den Unfall in der Zeit bis zum Rentenbeginn verloren, können die Zahlen der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE)
5.2.1.
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herangezogen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2017,
8C_382/2017, E. 2.3.1).
Vor dem Unfall vom 25. Juli 2014 arbeitete die Beschwerdeführerin vom 14.
Februar 2012 bis 30. September 2013 als Produktionsmitarbeiterin in einem 100%-
Pensum bei der Firma J._ (Suva-act. 92), ehe sie ab 1. Oktober 2013 arbeitslos war.
Ab 1. Mai 2014 war sie im Zwischenverdienst als Küchenhilfe bei der Firma K._ in
einem 30%-Pensum tätig (Suva-act. 21 S. 1). Die Beschwerdegegnerin stellte zur
Rentenberechnung in der Verfügung und im Einspracheentscheid (Suva-act. 215 f., 245
S. 9) auf das mutmasslich ohne Gesundheitsschaden bei der Firma J._ im Jahr 2017
erzielbare Einkommen von Fr. 58'500.-- (Fr. 4'500.-- x 13) ab. Dieses
Valideneinkommen ist seitens der Beschwerdeführerin unbestritten.
5.2.2.
In der Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2019 bestreitet die
Beschwerdegegnerin ein Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 58'500.-- gestützt auf
die Lohnangaben der Firma J._. Im Zeitpunkt des Unfalls sei die Beschwerdeführerin
arbeitslos und nicht mehr bei der Firma J._ angestellt gewesen. Zudem beschäftige
diese Firma seit anfangs 2017 keine Mitarbeiter mehr in der Schweiz. Somit sei nicht
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne Unfall bei der Firma J._
weitergearbeitet hätte. Gestützt auf die LSE ergebe sich für das Jahr 2017 ein
Valideneinkommen von Fr. 54'799.20 und bei einem DAP-gestützten
Invalideneinkommen von Fr. 51'950.60 kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von
mindestens 10%. Stütze man sowohl beim Invaliden- (bei 10% Tabellenlohnabzug) als
auch beim Valideneinkommen auf die LSE ab, resultiere ein Invaliditätsgrad von 10%.
Es sei eine reformatio in peius durchzuführen (act. G 3 S. 6 f.).
5.2.3.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt in der Replik vom 20. Juni
2019 aus, es könne davon ausgegangen werden, dass sie sicherlich weiterhin eine
ähnliche Arbeit mit ähnlichem Verdienst wie bei der Firma J._ gefunden und getätigt
hätte, wäre sie nicht verunfallt. Entsprechend sei nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin den bisherigen Validenlohn herangezogen und angepasst habe
(act. G 11 S. 8).
5.2.4.
Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt, hätte die Beschwerdeführerin bei
Auflösung des Arbeitsverhältnisses Ende September 2013 auch ohne Unfall nicht mehr
bei der Firma J._ gearbeitet. Die bisherige Tätigkeit wäre also ohne
Gesundheitsschaden nicht fortgesetzt worden (vgl. dazu vorstehende E. 5.2.1). Damit
ist aber auch nicht überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Rentenbeginns weiterhin jenes Einkommen (Fr.
5.2.5.
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58'500.-- [Fr. 4'500.-- x 13]) erzielt hätte. Vielmehr scheint es bei dieser Konstellation
sachgerecht, für die Bestimmung des Valideneinkommens auf die LSE abzustellen. Der
LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn (Kompetenzniveau 1 [einfache Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art]) hat im Jahr 2016 Fr. 54'517.-- betragen (vgl. Anhang 2 der IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2018). Nominallohnindexiert
bis 2018 (Nominallohnindex 2016-2019, Frauen, 2016: 100.8, 2018: 101.7, Basis 2015
= 100) resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 55'003.75 (Fr. 54'517.-- / 100.8 x 101.7).
5.3.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne oder die bis 2019 von der Suva im Rahmen
ihrer Dokumentation über Arbeitsplätze erhobenen sogenannten DAP-Zahlen
herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen).
5.3.1.
Die Beschwerdeführerin erzielte nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit
der Firma J._ per 30. September 2013 (Suva-act. 17-2) kein Erwerbseinkommen
mehr bzw. war als Arbeitslose lediglich zu einem Pensum von 30% im
Zwischenverdienst angestellt. Es ist damit grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin zur Festsetzung des Invalidenlohns DAP-Daten beigezogen
hat.
5.3.2.
Die Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Profile hat sich auf
mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu
machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage
kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und Tiefstlohn sowie
über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil
entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens
ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-,
Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige
Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer
Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva
die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit
den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit
5.3.3.
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hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich
des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind
grundsätzlich im Einspracheverfahren zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im
Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf
den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die Suva hat diesfalls im
Einspracheentscheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im
Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität
der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den
Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen
Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 595 f. E. 6.3; vgl.
ferner BGE 129 V 472).
Die Beschwerdegegnerin legte das Invalideneinkommen gestützt auf die
geforderten fünf Arbeitsplätze (Nrn. 6150, 354959, 14913389, 5266 und 6591) auf Fr.
51'950.60 (durchschnittlicher Lohn dieser fünf DAP-Profile) fest. Die Gesamtzahl der
aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten
Arbeitsplätze beträgt 129 mit einem Durchschnittslohn von Fr. 55'899.-- (Suva-act. 214
S. 1). Der nach der Rechtsprechung geforderten Repräsentativität mit 129 DAP-Profilen
ist ohne weiteres Genüge getan (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG] vom 19. Juni 2006, U 405/05, E. 4.2). Dabei schadet es nicht, wie die
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid richtig ausgeführt hat, dass im gesamten
Suchresultat der DAP allenfalls einzelne Stellen vorhanden sind, für welche die
Beschwerdeführerin aus invaliditätsfremden Gründen weniger geeignet erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2015, 8C_430/2014, E. 4.5).
5.3.4.
Die Beschwerdeführerin beanstandet sämtliche der ausgewählten DAP-Profile
als nicht zumutbar aufgrund des Belastungsprofils bzw. aufgrund der Tatsache, dass
Teilzeitarbeit ausgeschlossen werde (act. G 1 S. 10 ff.). Diesbezüglich ist festzuhalten,
dass die Beschwerdeführerin eine den Unfallfolgen angepasste Tätigkeit ganztags
ausüben kann, weshalb es unerheblich ist, dass bei gewissen DAP-Profilen
Teilzeitarbeit nicht möglich ist (DAP-Nrn. 6150, 354958, 6591). Dennoch ist der
Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass die ausgewählten DAP-Profile teils Tätigkeiten
umfassen, die nicht geeignet scheinen. So wird bei den Nrn. 6150 und 5266 Rotation,
wohl gelegentlich auch Schulterrotation, häufig vorausgesetzt, obwohl Dr. H._
diesbezüglich Einschränkungen sieht (Suva-act. 211 S. 4). Auch Gärtnerarbeiten, wie
es Nr. 14913389 vorsieht, erscheinen aufgrund der Schulterbelastung nicht günstig. Es
ist daher fraglich, ob die vorgenannten DAP-Arbeitsplätze den Adaptionskriterien der
5.3.5.
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2017&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-472%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page472
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Beschwerdeführerin vollumfänglich entsprechen. Aus diesem Grund ist für die
Festlegung des Invalideneinkommens auf die statistischen Daten der LSE abzustellen.
Eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin für eine neue DAP-Abfrage fällt
vorliegend ausser Betracht, nachdem die Suva die DAP-Erhebungen nicht mehr
vornimmt.
Zumutbar sind der Beschwerdeführerin weiterhin Hilfsarbeiterinnentätigkeiten,
wobei diesbezüglich, wie in E. 5.2.5 ausgeführt, im Jahr 2018 von einem
Jahreseinkommen von Fr. 55'003.75 auszugehen ist. Zu prüfen bleibt, ob von diesem
Tabellenlohn ein Abzug vorzunehmen ist. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind
und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird
dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale
einer versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Wie in E. 4.1 ausgeführt, hat die Beschwerdeführerin
gewisse qualitative Einschränkungen. Sie ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen
Arbeitnehmerinnen damit lohnmässig benachteiligt und muss mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der
Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar
2014, 9C_796/2013, E 3.1.2). Insgesamt erscheint daher ein Abzug von 10%
angemessen.
5.3.6.
Entsprechend resultiert bei einem Invalideneinkommen von Fr. 49'503.40 (90% von
Fr. 55'003.75) ein Invaliditätsgrad von 10%. Dies würde grundsätzlich eine reformatio in
peius bedeuten. Nachdem nach der Rechtsprechung von der Möglichkeit einer
reformatio in peius zurückhaltend Gebrauch zu machen ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2007, H 161/06, E. 5.6; vgl. dazu auch Kieser,
Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 61 N 166), ist vorliegend von
einer solchen abzusehen. Dies zumal die Differenz von 1% nicht allzu gross ins
Gewicht fällt und nicht von einer offensichtlichen Unrichtigkeit auszugehen ist, wenn
man bedenkt, dass der Tabellenlohnabzug ermessenweise erfolgt und sich im
vorliegenden Fall durchaus auch ein Abzug zwischen 10% und 15% rechtfertigen
liesse. Eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 11% ist damit ohne
weiteres vertretbar und die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen.
5.4.
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6.
7.
Zu beurteilen bleibt die Höhe des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. Die
Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin gestützt auf die kreisärztliche
Untersuchung vom 4. Dezember 2017 (Suva-act. 212) in der Verfügung vom 19.
Dezember 2017, bestätigt durch den Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2018,
eine solche basierend auf einem Integritätsschaden von 12.5% zu (Suva-act. 216, 245).
6.1.
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist
der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) wird die Integritätsentschädigung gemäss den
Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als
gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung
der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche
Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet.
Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten
gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32
E. 1c mit Hinweis).
6.2.
Dr. H._ führte mit Beurteilung vom 4. Dezember 2017 aus, dass gemäss Suva-
Tabelle 1 die Beweglichkeit der Schulter bis 30 Grad über Horizontalebene mit 10%
und bis zur Horizontalebene mit 15% bewertet werde. Bei einer Beweglichkeit von 100
bis 110 Grad sei damit von einem Integritätsschaden von 12.5% auszugehen. Diese
Ausführungen leuchten bezüglich Herleitung als auch Höhe vollumfänglich ein, zumal
sie auf persönlicher Befunderhebung beruhen (Suva-act. 211 S. 3) und anderslautende
Einschätzungen nicht im Recht liegen. Eine Erhöhung der Integritätsentschädigung
steht damit nicht zur Diskussion, womit die Beschwerde auch in diesem Punkt
abzuweisen ist.
6.3.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
7.1.
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8.
Da der Gerichtsschreiber verhindert ist, wird der Entscheid für diesen stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art 39 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).