Decision ID: 91309518-0165-4d68-86e5-009770efcae7
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, Hausfrau, meldete sich am 31. Januar 2008 unter Hinweis auf die Folgen eines Gehirntumors bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (vgl. Urk. 10/16 S. 7 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situa
tion ab und veranlasste insbesondere ein psychiatrisches Gutachten, welches am 22. Dezember 2008 erstattet wurde (Urk. 10/31), sowie eine Abklärung der be
einträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 27. Febru
ar 2009 berichtet wurde (Urk. 10/33). Mit Verfügungen vom 13. August 2009 (Urk. 10/39; Urk. 10/45) sprach die IV-Stelle der Versicherten schliesslich bei einem Invaliditätsgrad von 44 % eine
Viertelsrente
mit Wirkung ab dem 1. Februar 2007 zu.
Mit Mitteilung vom 27. Mai 2010 (Urk. 10/57) wurde der Anspruch auf die bis
herige Invalidenrente bestätigt.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 30. Juni 2015 (Urk. 10/59) tätigte die IV-Stelle erneut medizinische sowie erwerbliche Abklärungen und veran
lasste ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten, welches am 19. März 2016 erstattet wurde (Urk. 10/67-69). Ausserdem nahm sie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vor, über welche am 31. Mai 2016 berichtet wurde (Urk. 10/71). Mit Vorbescheid vom 21. Juni 2016 (Urk. 10/73) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Einstellung der Invaliden
rente in Aussicht, wogegen diese Einwände (Urk. 10/74; Urk. 10/80; Urk. 10/86) erhob. Die IV-Stelle stellte daraufhin Rückfragen an den psychiatrischen Gut
achter (Urk. 10/87-89). Hierzu nahm die Versicherte am 15. März 2017 Stellung (Urk. 10/91).
Mit Verfügung vom 19. Mai 2017 (Urk. 10/93 = Urk. 2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und hob die bisherige Invalidenrente der Versicherten auf.
2.
Die Versicherte erhob am 19. Juni 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Mai 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und zur neuen Entscheidung ausge
hend von der Qualifikation als Erwerbstätige an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei die bisherige
Viertelsrente
zu bestätigen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 15. August 2017 (Urk. 9) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 31. August 2017 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig an
tragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsver
tretung bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein
genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesund
heitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV;
BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten
Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversi
cherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wah
rschein
lichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c
).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Be
stimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invalidi
täts
be
messungsmethode und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage han
delt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willens
entscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweis
führung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien er
schlossen werden
(vgl. Urteile des Bundes
gerichts 9C_287/2013 vom
8.
November
2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
E. 3.1
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der
Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft zu 70 % arbeitsfähig. Es sei von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszuge
hen. Sie sei weiterhin als zu 100 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren. Die Ein
schränkung im Haushalt betrage rund 30 %. Somit entspreche diese Einschrän
kung dem Invaliditätsgrad, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), sie sei als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren. Die Kinder seien längst er
wachsen und sie sei finanziell auf ein Einkommen angewiesen. Der früher für den Abbruch der Arbeitsversuche verantwortliche Stress bezüglich der Kinder
betreuung liege nicht mehr vor. Aus rheumatologischer Sicht bestehe keine we
sentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Im Vordergrund stünden die psychischen Beschwerden (S. 3 f.). Die Arbeitsunfähigkeit sei wesentlich höher als im psychiatrischen Gutachten attestiert. Auf das Gutachten könne nicht ab
gestellt werden, weshalb die Sache zur ergänzenden Abklärung an die Vo
rin
stanz zurückzuweisen sei. Falls auf die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsein
schät
zung abgestellt werde, sei aufgrund der Qualifikation als Erwerbstätige ein Einkommensvergleich vorzunehmen (S. 8 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist nebst der Statusfrage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
erheblich ver
bessert hat, und gestützt darauf die Frage, ob die verfügte Rentenaufhebung rechtens ist.
3.
3.1
Den rentenzusprechenden Verfügungen vom 13. August 2009 (Urk. 10/39; Urk. 10/45) lagen im Wesentlichen folgende Berichte zugrunde:
3.2
Dr. med.
Y._
, praktischer Arzt, nannte mit Bericht vom 10. April 2008 (Urk. 10/23/2-6) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit medianer Diskushernie L5/S1 mit möglicher Tangierung der Nervenwurzel S1 rechts sowie mit leichter
Osteo
chondrose
/Spondylarthrose L5/S1 rechts sowie eine depressive Episode. Als ohne Auswirkung erachtete er ein
Vestibularisschwannom
links sowie einen Status nach im August 2004 erfolgter
retrosigmoidaler
Kraniotomie links und Tumo
rexstirpation (S. 1 Ziff. 2.1-2.2). Die Beschwerdeführerin sei aktuell zu 100 % arbeitsunfähig. Je nach Wirkung der Physio- und
Antidepressivatherapie
sei die Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit neu einzuschätzen (S. 5 Ziff. 6.2).
3.3
Am 22. Dezember 2008 erstattete Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, sein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Beschwer
degegnerin (Urk. 10/31/1-16). Dabei diagnostizierte er eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie eine Dysthymie (ICD-10 F34.1; S. 14
lit
. G Ziff. 1).
Anlässlich der Untersuchung hätten eine mittelstarke Konzentrations- und Ge
dächtnisstörung sowie ein eingeengtes, grübelndes formales Denken festgestellt werden können. Affektiv sei die Beschwerdeführerin zeitweise deprimiert,
aber auch moduliert, dysphorisch sowie gereizt und quälend traurig gewesen. Hin
weise für eine weitere komorbide Störung lägen nicht vor. Insbesondere sei kei
ne Angststörung, somatoforme Störung oder Persönlichkeitsstörung ausgewie
sen. Die posttraumatische Belastungsstörung sei durch zwei schwere traumati
sche Ereignisse (Vergewaltigungen) vor der Flucht aus dem Kosovo ausgelöst worden. Symptome des intrusiven
Wiedererinnerns beziehungsweise
der
traum
abezo
ge
nen
Vermeidung und der vegetativen Übererregung seien klinisch deut
lich vor
handen. Da die Diagnose einer komplizierten Trauer bisher keiner ICD-10 Codie
rung entspreche, sei hierfür die Codierung der Dysthymie zu verwen
den. Eine depressive Episode könne nicht bestätigt werden (S. 12).
Die Beschwerdeführerin sei sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Reini
gungsdienst als auch als Hausfrau oder in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig. Dies gelte seit der im August 2004 durchgeführten Ohroperation. Zu
vor habe höchstens eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden (S. 13, S. 15
lit
. G Ziff. 2-3). Über die traumatische Vergangenheit der Beschwerdeführerin sei bis
her wenig bekannt und diese habe es vermieden, sich damit zu konfrontieren. Eine spezifische Traumatherapie sei notwendig. Eine Besserung des Gesund
heitszustandes sei in Anbetracht der starken Chronifizierung nicht vor einem hal
ben bis einem Jahr zu erwarten. Inwieweit dabei eine mindestens teilweise Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne, müsse abgewartet werden. Prog
nostisch negativ seien die Komorbidität, der bereits länger dauernde Ver
lauf der Störun
gen und die geringen Deutschkenntnisse. Prognostisch positiv sei ihre gute Intelligenz, ihr ursprünglich starker Charakter, ihr ausgeprägter Wille, das Fehlen einer schweren Depression beziehungsweise einer Persön
lich
keits
störung und die noch teilweise vorhandene soziale Unterstützung durch ihre Kinder (S. 14).
3.4
Mit Stellungnahme vom 6. Januar 2009 erachtete Dr. med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), das Gutachten für einleuchtend und nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Dysthymie. Ein invaliditätsrelevanter Gesundheitsschaden sei ausge
wiesen. Anhand der medizinischen Berichterstattung sei seit mindestens August 2004 von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten der freien Wirtschaft auszugehen. Unter adäquater Therapie könne höchstwahrscheinlich mit einer Wiederherstellung einer Restarbeitsfähigkeit gerechnet werden (vgl. Urk. 10/34 S. 3).
3.5
Am 10. Februar 2009 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfä
higkeit in Beruf und Haushalt (vgl. Abklärungsbericht vom 27. Februar 2009, Urk. 10/33). Die Beschwerdeführerin habe dabei erzählt, dass sie an unterschied
lich starken, konstanten Kopfschmerzen sowie an nicht konstanten, aber häufig vorhandenen Rückenschmerzen leide. Sie sei oft müde und psychisch gehe es ihr sehr schlecht (S. 1 Ziff. 1). Sie habe keine Berufsausbildung und sei seit dem Schulabschluss Hausfrau und Mutter. Sie sei sowohl im Kosovo wie auch in der Schweiz nie einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen. Ihre vier Kinder würden noch zu Hause wohnen. Sie lebe vom Geld der Kinder (S. 2 Ziff. 2.1-2.4).
Die Beschwerdeführerin habe sodann zunächst angegeben, dass sie auch bei guter Gesundheit Hausfrau wäre. Sie habe nie gearbeitet und sei immer Haus
frau und Mutter gewesen. Später habe sie angegeben, dass sie bei Gesundheit einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Sie wisse jedoch nicht, in welchem Ausmass. Sie habe bereits versucht zu arbeiten. Es sei ihr jedoch noch schlechter gegangen, weshalb sie wieder aufgehört habe. Die Abklä
rungsperson hielt es indessen für nicht nachvollziehbar, dass die Be
schwerde
führerin bei Gesundheit einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nach
gehen würde, da sie sich auch, als die Kinder älter geworden seien, nie um eine Stelle bemüht habe. Dementsprechend legte sie die Qualifikation als zu 100 % im Haushalt Tätige fest (S. 3 Ziff. 2.5).
Die Abklärungsperson erkannte schliess
lich eine Einschränkung bei der Ernährung, der Wohnungspflege sowie der Wäsche und Kleiderpflege von insgesamt 44 % (S. 4 ff. Ziff. 6).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 19. Mai 2017 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgen
den Berichte.
4.2
Mit Bericht vom 11. Juli 2015 (Urk. 10/61) informierte Dr.
Y._
über einen unveränderten Gesundheitszustand, wobei sich die Befunde nicht verändert hät
ten. Die Behandlung erfolge zirka einmal monatlich (S. 1 Ziff. 1.1, Ziff. 1.3; S. 4 Ziff. 3.1). Die Prognose sei düster (S. 4 Ziff. 3.3).
4.3
Am 19. März 2016 erstattete Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, ihr rheuma
tologisches Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 10/67/2-51). Dabei konnte sie keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stel
len. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte sie Folgendes (S. 39 Ziff. 9.1-9.2):
-
intermittierende ausgedehnte chronische Schmerzen
-
Adipositas Grad I
-
Vitamin D-Mangel
-
Status nach Sturz vom Fahrrad am 29. Juni 2010 auf die rechte Flanke mit kaum dislozierten Frakturen der Processus
transversi
L1-3 rechts mit konservativer Therapie
-
Status nach Exstirpation eines
Vestibularis-Schwannoms
links am 10. August 2004 mit Taubheit links und erfolgreicher Hörgerät-Anpassung; seit längerem keine Anwendung des Hörgerätes
-
Status nach Niereninsuffizienz unklarer Ätiologie, aktuell normale
glo
meruläre
Infiltrationsrate und normaler
Kreatininwert
Der Blutdruck sei normal. Der Fersen- und Zehengang seien normal. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte seien normal beweglich und radikuläre Zeichen nicht vor
handen. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich.
Ge
lenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht vorhanden. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tenderpoints sowie alle 8 Kontrollpunkte patho
logisch, was einer Schmerzausweitung entspreche. Die Bioimpedanz-Analyse zeige trotz der Adipositas eine erfreulich grosse Muskelmasse von 41 %, welche den Normwert von 40 % sogar übertreffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden. Die Magnetresonanztomogra
phie (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) zeige im wesentlichen altersentspre
chende Befunde. Die im Dezember 2007 festgestellte kleine Diskushernie L5/S1 mit diskreter Tangierung der Nervenwurzel S1 links sei nicht mehr sichtbar. Die aktuellen bildgebenden Befunde hätten sich daher verbessert und sogar norma
lisiert. In Kenntnis der klinischen und bildgebenden Befunde könne daher keine Diagnose im Bereich der LWS gestellt werden. Es bestünden keine strukturellen Befunde, welche die Leistungsfähigkeit einschränken würden. Die geklagten Be
schwerden könnten nicht durch strukturelle Befunde erklärt werden (S. 40 f. Ziff. 10).
Es seien erhebliche Diskrepanzen aufgefallen. So läge ein Schmerzstöhnen vor, welches bei Ablenkung verschwinde. Die Untersuchung des Bewegungsappara
tes werde durch deutliche Gegenspannung erschwert. Der intermittierend hin
kende Gang normalisiere sich bei Ablenkung. Die Beschwerdeführerin habe zweimal spontan den
Langsitz
eingenommen. Dennoch habe sie die Prüfung des Lasègues rechts nur bis 40° und links nur bis 30° zugelassen. Auch habe sie mit der linken Hand eine völlige Kraftlosigkeit gezeigt, während sie durchaus in der Lage gewesen sei, mit dieser Hand ihre grosse Handtasche und den Sack mit den medizinischen Unterlagen zu tragen (S. 40 f. Ziff. 10, S. 48
lit
. V Ziff. 1).
Die Beschwerdeführerin könne sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben. Da aus den Unterlagen nicht hervorgehe, wie sich ihr Gesundheitszustand ent
wickelt habe, gelte die attestierte Arbeitsfähigkeit seit dem Datum der rheuma
tologischen Untersuchung am 7. März 2016
(S. 42 Ziff. 11.1-11.4). Die Prognose sei gut. Es sei wahrscheinlich, dass sie lang andauernd arbeiten könne (S. 43 Ziff. 12.3).
4.4
Gleichentags erstattete PD Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sein psychiatrisches Gutachten (Urk. 10/69) und diagnostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 Ziff. 4.1).
Der Ehemann der Beschwerdeführerin sei im Jahr 1989 im Kosovo umgebracht worden. Sie sei zwar nicht dabei gewesen, dennoch habe der Verlust zu einer erheblichen innerpsychischen
Fragilisierung
und Verunsicherung geführt. An
lässlich der aktuellen Untersuchung habe sie neutral darüber berichten können. Sie träume nur selten von ihrem Ehemann und sei auch bereits mehrfach wieder in die Heimat zurückgekehrt. Diesbezüglich liege keine posttraumatische Belas
tungsstörung vor. Die Beschwerdeführerin sei allerdings durch mehrere Männer brutal vergewaltigt worden und zeige diesbezüglich eine deutliche Symptoma
tik, welche einer posttraumatischen Belastungsstörung zugeordnet werden kön
ne. So denke sie täglich 24 Stunden daran und träume davon, mache von sich aus keine Angaben zu diesen Ereignissen und sei dabei deutlich affektlabil sowie innerlich angespannt geworden. Allerdings reise sie seit mehreren Jahren wieder regelmässig in den Kosovo und habe bereits Beziehungen mit anderen Männern geführt. Dies weise darauf hin, dass das Vermeidungsverhalten vor allem beim Erzählen über diese Ereignisse relevant sei. Das Kriterium des «
hyperarousal
» könne nicht bestätigt werden, da sie eine ruhige Person sei und sich innerlich nicht nervös fühle. Demzufolge könne eine posttraumatische Belas
tungsstörung diagnostiziert werden, wobei allerdings nicht das Vollbild vorhan
den sei. Im objektiven Psychostatus zeige die Beschwerdeführerin ins
ge
samt nur wenige Auffälligkeiten. Die Grundstimmung sei nie regelrecht de
pres
siv gewe
sen und einzig beim Erzählen über die Vergewaltigungen sei
es zu affektlabilen Einbrüchen gekommen. Die innerpsychische Vitalität sei vollum
fänglich erhal
ten, so dass eine relevante Affektpathologie ausgeschlossen wer
den könne. Eine depressive Störung liege nicht vor. Eine Persönlich
keits
störung oder eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung könnten ebenfalls nicht diagnostiziert wer
den (S. 12 ff.).
In der Untersuchung hätten sich keine Hinweise ergeben, dass im Haushalt rele
vante Beeinträchtigungen bestünden. Dennoch seien die qualitativen Funktions
fähigkeiten durch die posttraumatische Belastungsstörung teilweise weiterhin beeinträchtigt. Aufgrund der wiederkehrenden Erinnerungen an die Vergewalti
gungen und der beschriebenen Gedächtnisstörungen, welche allerdings nicht hätten objektiviert werden können, könne sie sich nicht jederzeit auf die von ihr geforderten Handlungen fokussieren. Eine leitliniengerechte psychotherapeuti
sche Behandlung erfolge nicht, es fänden nur zirka einmal monatlich Gespräche mit ihrem Hausarzt statt. In der Untersuchung hätten sich weder eine Verdeutli
chungstendenz noch eine Aggravation oder Begehrlichkeit gezeigt. Erhebliche Diskrepanzen seien nicht ersichtlich gewesen. Es lägen psychosoziale Belas
tungsfaktoren vor. Die Beschwerdeführerin habe hierzulande nur eine kleine Verwandtschaft, verfüge über keine Berufsbildung und lediglich einfache Deutsch
kenntnisse (S. 15 ff.). In der angestammten sowie einer angepassten Tä
tigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Prognostisch sei mittelfristig nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin allenfalls in einem noch höheren Pensum tätig sein könne. Voraussetzung hierfür sei eine Optimierung der psy
chiatrischen Behandlung (S. 17 f.). Seit der Begutachtung durch Dr.
Z._
habe sich eine Verbesserung einzelner psychischer Beschwerden ergeben (S. 18 Ziff. 8, S. 22
lit
. E Ziff. 2.A). Auch habe dieser erwähnt, dass der geschilderte Tagesablauf kaum eine produktive Tätigkeit zu erkennen gebe. Dies könne
heute nicht mehr bestätigt werden (S. 22
lit
. E Ziff. 2.D).
4.5
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 19. März 2016 (Urk. 10/68) er
klärten Dr.
A._
und PD Dr.
B._
, dass lediglich die diagnostizierte post
traumatische Belastungsstörung Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Es bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit, die Frauen im Alter der Beschwerdeführerin üblicherweise ausüben könnten. Dies gelte seit dem Datum der rheumatologischen Untersuchung am 7. März 2016.
4.6
Mit Stellungnahme vom 31. März 2016 stützte sich RAD-Arzt PD Dr. med. univ.
C._
, Facharzt für Neurologie, auf das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten. Der Gesundheitszustand habe sich seit dem Jahr 2008 verbessert. Die Gutachter würden seit spätestens dem 26. Januar 2016 von einer 70%igen Ar
beitsfähigkeit ausgehen (vgl. Urk. 10/72 S. 4).
4.7
Am 18. Mai 2016 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (vgl. Abklärungsgericht vom 31. Mai 2016, Urk. 10/71). Die Beschwerdeführerin habe dabei erklärt, dass die Situation im Vergleich zum Jahr 2009 stabiler geworden sei. Sie habe aber weiterhin fast täglich Kopf
schmerzen. Die vor Jahren aufgrund der Rückenschmerzen erfolgte Physiothe
rapie habe langfristig keine Verbesserung gebracht (S. 1 f. Ziff. 1). Seit Novem
ber 2014 wohne einzig noch eine Tochter im gemeinsamen Haushalt (S. 3 Ziff. 2.3.1). Bei guter Gesundheit würde sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen, wobei sie nicht wisse, in welchem Pensum. Die Abklärungsperson hielt diesbe
züglich fest, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz auch schon vor Eintritt des Gesundheitsschadens nur minim erwerbstätig gewesen sei, obwohl die Kin
der bereits volljährig gewesen seien. Ausserdem betreue sie den Enkelsohn mit. Dementsprechend legte sie die
Qualifikation weiterhin als zu 100 % im Haushalt Tätige fest (S. 3 Ziff. 2.5-2.6).
Weiter habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie nur selten eine Mahl
zeit zubereite. Ansonsten würden die Kinder kochen und auch die gründlichen Reinigungsarbeiten erledigen. Die Wohnungspflege werde mehrheitlich durch die Töchter übernommen. Einmal im Monat, manchmal auch alle zwei Monate, gehe sie in Begleitung eines ihrer Kinder in Deutschland einkaufen. Die alltägli
chen Einkäufe erledige sie zusammen mit der Tochter oder diese gehe alleine. Die administrativen Angelegenheiten übernehme sie selbst. Die Wäsche werde grösstenteils durch die Tochter erledigt. Nach der Geburt des Enkelsohnes sei die Tochter erkrankt. Sie habe daher einen Pflegevertrag, wonach sie ihre Tochter unterstütze, weil der Enkel sonst fremdbetreut werden müsste. Hierfür erhalte sie Fr. 905.-- pro Monat. Die Abklärungsperson erkannte Einschränkungen von insgesamt 30.2 % (S. 4 ff. Ziff. 6).
4.8
Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
D._
nahmen am 17. Oktober 2016 Stellung zum psychiatrischen Gutachten von PD Dr.
B._
(Urk. 10/85). Dabei hielten sie fest, dass das Gutachten oberflächlich, nicht objektiv und ohne Hinweise auf eine seit dem Jahr 2008 eingetretene Verbesserung sei. Die Be
schwerdeführerin berichte subjektiv über eine Verschlechterung. Die Ängste hätten zugenommen.
Der Tagesablauf werde beschönigend dargestellt. Die - hier gekürzt aufgeführten - Diagnosen würden wie folgt lauten (S. 1 ff.):
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Adipositas
-
Hirntumor Cerebellum links
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Die Beschwerdeführerin sei zwar in der Lage, deutlich verlangsamt und unre
gelmässig den Haushalt zu erledigen.
Sie werde dabei aber von der Tochter un
terstützt und sei keineswegs in der Lage, schon nur den Haushalt zeitgerecht zu führen. Es lägen massive Stimmungseinbrüche vor, welche einen vollständigen Rückzug bewirken würden. Die schwer traumatisierte Beschwerdeführerin sei daher auch für angepasste Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig (S. 3).
4.9
Am 23. Januar 2017 beantwortete PD Dr.
B._
die von der Beschwerdegegne
rin gestellten Rückfragen (Urk. 10/89). Die Beschwerden der Beschwerdeführerin sowie die objektiven Untersuchungsbefunde seien detailliert festgehalten und gewürdigt worden. Die Kritik einer oberflächlichen Befundaufnahme sei nicht nachvollziehbar (S. 2). Es lasse sich ebenfalls nicht nachvollziehen, weshalb er den Tagesablauf beschönigend dargestellt habe. Er habe diejenigen Angaben aufgeführt, welche die Beschwerdeführerin genannt habe. Auch habe er detail
liert dargestellt, welche Phänomene der posttraumatischen Belastungsstörung vorlägen und welche nicht. Die erkannte Verbesserung sei diskutiert worden (S. 3). Die psychopathologische Befundaufnahme sei ausführlich erfolgt (S. 4). Die vorgebrachten Einwände vermöchten die von ihm beschriebene Psy
chodiagnos
tik und attestierte Arbeitsfähigkeit nicht in Frage zu stellen (S. 5).
4.10
Mit erneuter Stellungnahme vom 17. Februar 2017 erklärte RAD-Arzt PD Dr.
C._
, dass der Gutachter detailliert auf die vorgebrachte Kritik eingegangen sei. Er empfehle, an den Aussagen des Gutachters festzuhalten. Die RAD-Stellungnahme vom 31. März 2016 gelte weiterhin (vgl. Urk. 10/92 S. 3).
5.
5.1
Das im Rahmen des Revisionsverfahrens veranlasste rheumatologisch-psy
chiatrische Gutachten von Dr.
A._
und PD Dr.
B._
(vorstehend E. 4.3
4.5) erfüllt die praxisgemässen Kriterien an beweiskräftige Entschei
dungs
grundlagen (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, weshalb für die
Entscheid
fin
dung
– den RAD-Stellungnahmen folgend (vgl. Urk. 10/72 S. 4; Urk. 10/92 S. 3) – darauf abgestellt werden kann. Eine Verbesserung des Gesund
heits
zustandes ist darin sowohl aus rheumatologischer als auch aus psychiatrischer Sicht aus
gewiesen.
5.2
So waren die anlässlich der rheumatologischen Begutachtung erhobenen Befun
de allesamt unauffällig respektive altersentsprechend (vgl. Urk. 10/67/2-51 S. 31 ff. Ziff. 8, S. 40 f. Ziff. 10). Konnte im Zeitpunkt der ursprünglichen
Renten
zusprache
noch eine mediane Diskushernie L5/S1 mit möglicher Tan
gierung der Nervenwurzel S1 erkannt werden (vgl. Urk. 10/23/2-6 S. 1 Ziff. 2.1; Urk. 10/23/7-8 S. 1), war diese nun radiologisch nicht mehr sichtbar, womit eine Verbesserung der bildgebenden Befunde vorliegt. Aufgrund der fehlenden strukturellen Befunde, der festgestellten Schmerzausweitung sowie der erhebli
chen Diskrepanzen wurde die Beschwerdeführerin in nachvoll
ziehbarer Weise als in jeglicher Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig erachtet (vgl. Urk. 10/67/2-51 S. 42 Ziff. 11.1-11.4). Die Tatsache, dass aus körperlicher Sicht keine wesentliche Beeinträchtigung vorliegt, wird auch von der Beschwerdefüh
rerin selbst nicht bestritten (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 4).
5.3
Auch in psychiatrischer Hinsicht zeigt sich eine Zustandsverbesserung. Der in
folge der erlebten Vergewaltigungen diagnostizierten posttraumatischen Belas
tungsstörung wird zwar aufgrund der wiederkehrenden Erinnerungen daran und der beschriebenen – indessen nicht objektivierbaren – Gedächtnisstörungen weiterhin eine Relevanz in Bezug auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit beigemes
sen, wird die Beschwerdeführerin doch in jeglicher Tätigkeit als lediglich zu 70 % arbeitsfähig erachtet, wobei bei einer Optimierung der psychiatrischen Be
handlung eine Steigerung des zumutbaren Pensums nicht ausgeschlossen
wird (vgl. Urk. 10/69 S. 15 ff.). Allerdings stellte sich die posttraumatische Belas
tungsstörung nun nicht mehr im Vollbild dar, kehrt die Beschwerdeführerin seit Jahren wieder regelmässig in den Kosovo zurück und führte unterdessen auch Beziehungen zu anderen Männern, was Schlüsse betreffend das Diagnosekrite
rium eines Vermeidungsverhaltens zulässt. Ein
Hyperarousal
besteht ebenfalls nicht (vgl. Urk. 10/69 S. 13). Im objektiven Psychostatus zeigte die Beschwerde
führerin zudem nur wenig Auffälligkeiten. Insbesondere war die Grundstim
mung nie regelrecht depressiv und es kam einzig beim Erzählen über die Ver
gewaltigungen zu affektlabilen Einbrüchen. Die innerpsychische Vitalität war vollumfänglich erhalten. Das Vorliegen einer affektiven Störung konnte dem
nach in schlüssiger Weise nicht mehr bestätigt werden (vgl. Urk. 10/69 S. 9 f. Ziff. 3, S. 14). Auch der Tagesablauf der Beschwerdeführerin hat sich seit der
Rentenzusprache
geändert. Während damals noch nicht viele produktive Tätig
keiten zu erkennen waren, konnte dies aktuell nicht mehr bestätigt werden (vgl. Urk. 10/31/2-16 S. 6; Urk. 10/69 S. 8 f., S. 15). Dabei ist auch auf die anlässlich der rheumatologischen Begutachtung getätigten Angaben mit vielen sportlichen Aktivitäten – tägliche gymnastische Übungen und lange Spaziergänge sowie sehr häufige Besuche im Freibad - zu verweisen (vgl. Urk. 10/67/2-51 S. 45). Demzufolge lässt sich eine Verbesserung einzelner psychischer Befunde sowie des Aktivitätsniveaus der Beschwerdeführerin erkennen, worauf auch PD Dr.
B._
hinwies (vgl. Urk. 10/69 S. 18 Ziff. 8, S. 22
lit
. E Ziff. 2.A und 2.D).
5.4
Dass aufgrund der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) die Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin um 30 % beeinträchtigt ist, wird durch die Prü
fung der Standardindikatoren (vgl. vorstehend E. 1.2) bestätigt. So ist zum funk
tionellen Schweregrad festzuhalten, dass die Gesundheitsschädigung im Vergleich zur Situation, welche im Jahr 2009 zur
Rentenzusprache
führte, ge
ringer
ist: Die von Dr.
Z._
diagnostizierte Dysthymie lag anlässlich der Begut
achtung durch Dr.
B._
nachvollziehbar nicht mehr vor, und die somatische Beeinträchtigung war gemäss Dr.
A._
wesentlich gebessert. Die PTBS-relevanten Befunde waren lediglich noch in geringem Ausmass vorhanden, in
dem die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung durch Dr.
B._
ein
zig bei aktiver Erinnerung an die belastenden Ereignisse Symptome zeigte und ansonsten im objektiven Psychostatus nur wenig Auffälligkeiten vorhanden wa
ren. Auch wenn sie anamnestisch ständig an die Ereignisse denkt und davon träumt, ist sie doch fähig, sowohl wieder in den Kosovo zu reisen als auch Be
ziehungen zu Männern einzugehen. Eine Behandlungsresistenz liegt nicht vor; die Beschwerdeführerin nimmt keine psychotherapeutische Behandlung in An
spruch, da sie nach eigenen Angaben viel Selbstvertrauen habe (S. 17 des Gut
achtens). Komorbiditäten bestehen nicht.
Hinsichtlich der Persönlichkeit stellte Dr.
B._
gute kognitive Ressourcen so
wie eine gute soziale Einbettung in ihrer eigenen Familie und in der Ursprungs
familie fest und wies darauf hin, dass das nach eigener Ansicht bestehende gute Selbstvertrauen ein weiteres Indiz für eine relevante Stärkung der innerpsychi
schen Ressourcen darstelle (S. 17 des Gutachtens). Eine spezifische Persönlich
keitsdiagnostik besteht nicht.
Die Prüfung der Konsistenz ergibt, dass die Beschwerdeführerin ein aktives So
zialleben
führt, häufig Schwimmen und Fahrradfahren
geht, lange Spaziergänge und gymnastische Übungen
macht, in die Ferien reist und regelmässig ihren Enkel
betreut (vgl. vorstehend E. 5.3 sowie E. 4.7). Sie ist fähig, mit dem öffent
lichen Verkehr und dem Flugzeug zu reisen und Auto zu fahren, dies sogar bis in den Kosovo (vgl. Urk. 10/67/30). Es ist deshalb von einem weitgehend nor
malen Aktivitätsniveau auszugehen. Ein Leidensdruck besteht einzig in dem Sinne, dass die qualitativen
Funktionsfähigkeiten durch die posttraumatische Belastungsstörung teilweise weiterhin beeinträchtigt sind. Dies liesse sich jedoch mittels einer Optimierung der psychiatrischen Behandlung noch verbessern.
Somit kann der ärztlichen Feststellung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit auch aus diesem Blickwinkel gefolgt werden.
5.5
Daran vermag der entgegenstehende Bericht der Ärzte des Medizinischen Zent
rums
D._
(vorstehend E. 4.8) nichts zu ändern, erweisen sich die darin gegen das psychiatrische Gutachten vorgebrachten Einwände als unbegründet (vgl. auch vorstehend E. 4.9). Dabei ist insbesondere anzumerken, dass im psy
chiatrischen Gutachten die geklagten Beschwerden detailliert festgehalten und berücksichtigt wurden (vgl. Urk. 10/69 S. 5 ff. Ziff. 2, S. 11 ff. Ziff. 5), eine kei
neswegs oberflächliche, sondern ausführliche psychopathologische Befundauf
nahme erfolgte (vgl. Urk. 10/69 S. 9 ff. Ziff. 3), die vorhandenen und fehlenden Kriterien der posttraumatischen Belastungsstörung eingehend diskutiert wurden (vgl. Urk. 10/69 S. 12 ff.) sowie eine Verbesserung der psychischen Situation einleuchtend festgehalten wurde (vgl. Urk. 10/69 S. 18 Ziff. 8, S. 22
lit
. E Ziff. 2.A und 2.D). Daher und im Hinblick auf die Verschiedenheit von
Behand
lungs
- und Begutachtungsauftrag und die Erfahrungstatsache, wonach behan
delnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. statt vieler Urteil des Bun
desgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1), vermag die abwei
chende Einschätzung der Ärzte des Medizinischen Zentrums
D._
keine Zweifel an der schlüssigen und nachvollziehbaren gutachterlichen Beurteilung aufkommen zu lassen. Auch lässt sich damit keine seit der Begutachtung einge
tretene Verschlechterung begründen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh
rerin (vgl. Urk. 1 S. 9) besteht daher keine Veranlassung für ergänzende medizi
nische
Abklärungen, weshalb darauf im Sinne antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d) zu verzichten ist.
5.6
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass aus medizinischer Sicht gestützt auf das beweiskräftige rheumatologisch-psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
und PD Dr.
B._
von einer Verbesserung des Gesundheitszu
standes der Beschwerdeführerin auszugehen und dieser jegliche Tätigkeit wiede
rum zu 70 % zumutbar ist. Damit besteht in jedem Fall Anlass zur Rentenrevisi
on im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (vorstehend E. 1.3).
6.
6.1
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerde
führerin (vorstehend E. 1.4) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den im Mai 2016 erstellten Haushaltsabklärungsbericht, worin die Beschwerdeführerin wei
terhin als zu 100 % im Haushalt Tätige qualifiziert wurde (vgl. Urk. 2 S. 2; Urk. 10/71 S. 3 Ziff. 2.6). Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass sie bei guter Gesundheit zu 100 % erwerbstätig wäre (vgl. Urk. 1 S. 3 f. Ziff. 3).
6.2
Aus den Akten geht hervor, dass die ungelernte Beschwerdeführerin Mutter von vier Kindern (geboren 1981, 1983, 1986, 1988) ist und bisher weder im Kosovo noch in der Schweiz je in relevanter Weise erwerbstätig war. Seit der Einreise in die Schweiz im Februar 1991 war sie lediglich während jeweils einer oder eini
gen Wochen in einer Wäscherei und in einer Cafeteria tätig. Ausserdem arbeite
te sie während einigen Monaten in einem Reinigungsdienst in einem Pensum von 50 %. Dabei handelte es sich um ein Beschäftigungsprogramm der Asylor
ganisation (vgl. Urk. 10/16 S. 1 ff. Ziff. 1.6, Ziff. 3.1, Ziff. 5.2; Urk. 10/24; Urk. 10/31/1-16 S. 5; Urk. 10/60; Urk. 10/69 S. 3 ff.). Im Zeitpunkt der im Jahr 2004 erfolgten Tumorexstirpation waren drei Kinder
volljährig und die jüngste Tochter bereits 16 Jahre alt. Der Betreuungsaufwand war demnach schon nicht mehr beziehungsweise in nur noch geringem Ausmass vorhanden. Dennoch tätigte die allein erziehende Beschwerdeführerin nach Lage der Akten auch zuvor keinerlei Stellenbemühungen, obwohl sie finanziell auf ein Einkommen ange
wiesen gewesen wäre. Es ist daher nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie bei guter Gesundheit einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen würde. Die vorgenommene Qualifikation ist somit nicht zu beanstanden.
6.3
Die von der Abklärungsperson ermittelten und von der Beschwerdeführerin nicht bestrittenen Einschränkungen bei der Ernährung, bei der Wohnungspflege, beim Einkauf und weiteren Besorgungen, bei der Wäsche und Kleiderpflege sowie bei der Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen im Um
fang von insgesamt 30.20 % (vgl. Urk. 10/71 S. 4 ff. Ziff. 6) erscheinen in An
betracht der gutachterlich festgestellten gesundheitlichen Einschränkungen und der geltenden Schadenminderungspflicht von im Haushalt tätigen Versi
cher
ten (BGE 133 V 504 E. 4.2) eher grosszügig bemessen, zumal aus körperlicher Sicht keinerlei relevante Einschränkungen vorliegen und sich anlässlich der Begut
achtung auch keine Hinweise für eine aus psychiatrischer Sicht vorliegende Be
einträchtigung im Haushalt ergaben (vgl. Urk. 10/69 S. 15). Da allerdings auch bei Berücksichtigung dieser Einschränkungen kein Renten
an
spruch mehr resul
tiert, kann darauf abgestellt und von weiteren Abklärungen abgesehen werden.
6.4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin somit mit dem im Sozialversi
cherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit weiterhin als zu 100 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren. Die ermittelte Einschränkung im Haushaltsbereich beträgt 30.20 %, was dem Invaliditätsgrad entspricht. Die Rentenaufhebung erfolgte daher zu Recht. Aufgrund der Qualifi
kation der Beschwerdeführerin als
Nichterwerbstätige erübrigt sich die Klärung der Frage nach der Notwendigkeit von Eingliederungshilfe.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
7.2
Mit Verfügung vom 31. August 2017 (Urk. 11) wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungs
gericht die Möglichkeit besteht, dem Gericht vor Fällung des Endentscheides eine detaillierte Zusammenstellung über den bisherigen Zeitaufwand und die bis
her angefallenen Barauslagen einzureichen, und dass das Gericht im Unter
las
sungsfall die Entschädigung nach Ermessen festsetzt.
Bis dato wurde keine entsprechende Honorarnote eingereicht, weshalb der un
entgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Daniel
Christe
, Winterthur, beim gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüg
lich
MWSt
) ermessensweise mit Fr. 2'700.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nach
zahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.