Decision ID: 80d8fd12-ceaa-450d-9c26-98559792b4f4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene
X._
, gelernte Kosmetikerin und
Coiffeu
se
, arbeitete zuletzt als Hilfsarbeiterin und meldete sich am 1
2.
August 1997 unter Hinweis auf Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der Versicherten mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2000 (
Urk.
7/52) bei einem Invaliditätsgrad von 45
%
eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung ab
1.
Januar 1998 zu
.
1.2
Nachdem die Versicherte im Dezember 2001
wieder eine Arbeitsstelle ange
nommen hatte, leitete die IV-Stelle eine
Revision
ein
und
stellte
ihr
mit Vorbe
scheid vom
2.
Februar 2002 die Einstellung der
Viertelsrente
in Aussicht (
Urk.
7/70).
Dagegen erhob
der Hausarzt der
Versicherte
n
Einwand (
Urk.
7/72). Ab Ende August arbeitete die Versicherte gesundheitsbedingt nicht mehr (
Urk.
7/80
und
Urk.
7/83/7
)
, worauf die IV-Stelle keine Verfügung erliess, son
dern formlos weiterhin die
Viertelsrente
zur Ausrichtung brachte (
Urk.
7/85).
1.
3
Die IV-Stelle leitete im März 2003 eine weitere Revision ein (
Urk.
7/87) und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 2
7.
Januar 2005 (
Urk.
7/125
-128
) ab März 2003 eine halbe Rente und ab
1.
Januar 2004 eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung zu.
1.
4
Im Rahmen der
im März 2007 eingeleiteten
Revision
(
Urk.
7/129) holte
die
IV-Stelle ein
Gutachten (
Urk.
7/160)
und weitere Arztberichte
ein
und sprach der Versicherten mit Verfügung vom
2.
Juli 2009
(
Urk.
7/185
-186
) ab
1.
April 2009 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu.
1.
5
Anlässlich der
im Sommer 2010 eingeleiteten Re
vision holte die IV-Stelle
unter anderem
ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten (
Urk.
7/202) ein und hob die Invalidenrente mit Verfügung vom 1
0.
März 2011 per Ende des der Zustel
lung folgenden Monats auf (
Urk.
7/211). Dagegen erhob die Versicherte Beschwerde an das hiesige Gericht (
Urk.
7/214
/3-5
)
, welche sie jedoch wieder zurückzog (
Urk.
7/218
/3
),
woraufhin
das Verfahren abgeschrieben wurde (
Urk.
7/218
/1-2
).
1.
6
Die Versicherte
meldete sich
am 1
5.
Juli 2011
(
Urk.
7/220) erneut bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an,
woraufhin die IV-Stelle er
-
neute
Abklärungen tätigte und insbesondere ein
rheumatologisches Gut
-
achten (
Urk.
7/237)
einholte. Mit
Verfügung
en
vom
1
8.
Dezember
2012 (
Urk.
7/252
-257
) sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze Rente ab
1.
Juli 2011 und eine halbe Rente ab
1.
Juli 2012 zu.
1.
7
Mit Revisionsgesuch vom 1
2.
November 2014 stellte die Versicherte einen Antrag auf Erhöhung der Invalidenrente (
Urk.
7/264
-265
)
, woraufhin die
IV-Stelle ein
rheumatologisches Gutachten (
Urk.
7/276)
einholte.
Mit Vorbescheid vom
1
6.
Juli 2015
(
Urk.
7/279) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abwei
sung des Rentenerhö
h
ungsgesuchs in Aussicht, wogegen diese Einwand erhob (
Urk.
7/285). Nach einer Stellungnahme der Gutachterin (
Urk.
7/288) reichte die Versicherte
ihrerseits eine Stellungnahme und
weitere Arztberichte ein. Die IV-Stelle wies das Rentenerhöhungsgesuch mit Verfügung vom 2
9.
Juli 2016
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
2.
September 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Verfügung vom 2
9.
Juli 2016 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei die Ange
legenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach umfas
senden medizinischen Abklärungen neu über den Anspruch auf Erhöhung der halben Invalidenrente entscheide. Weiter beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 1
4.
Oktober 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
7.
November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde
, gleichzeitig w
urde ihr die unentgeltliche Prozessführung gewährt (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
sich
gemäss
ihren medizinischen Abklärungen am Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin keine wesentliche Veränderung ergeben habe. Es sei wei
terhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen in der angestammten wie auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, insbe
sondere das Unfallereignis vom 1
1.
April 2016 habe zu einer klaren Exazerba
tion der Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenkes sowie im Bereich des Rückens geführt. Dies sei im Gutachten vom 2
2.
Dezember 2015 nicht berück
sichtigt worden, weshalb diese Beurteilung bereits veraltet sei. Die Beschwerde
führerin sei seit spätestens dem 1
1.
April 2016 in jeglicher Tätigkeit vollum
fänglich arbeitsunfähig und werde dies bis auf weiteres auch bleiben (
Urk.
1 S. 4).
2.3
Vergleichsbasis für die strittige Revision bildet die
(erneut)
rentenzusprechende Verfügung vom
9.
November 2012
,
mit welcher
der Beschwerdeführerin ab
1.
Juli 2011
eine ganze und
ab
1.
Juli 2012
eine halbe Rente der Invalidenversi
cherung
zu
gesprochen wurde.
3.
3.1
De
r
Verfügung vom
9.
November 2012
lag das r
heumatologische Gutachten
vom 2
2.
Juni 2012
(
Urk.
7/237)
zugrunde.
Darin hatte
Dr.
med.
Y._
, Spezial
ärztin FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie,
die folgenden Diagno
sen gestellt
(S. 30):
-
Lumbovertebralsyndrom
bei
-
F
ailed
-back-
surgery
-Syndrom bei Status nach
Spondylodese
L4 bis S1 beidseitig und kompletter
Laminektomie
L5 Dezember 2002
-
Verlängerungsspondylodese
und Dekompression L3/4 Dezember 2004 und Metallentfernung Januar 2009 bei
transped
i
kulärer
Tipolax
-Stangen-
Spondylodese
L2/L3 beidseitig
dorsomedial
links,
Hemilami
notomie
, Dekompression,
Foraminotomie
,
Neurolyse
L2/L3 rechts am
2.
September 2011
-
Tendopathica
rechts (
Tendopathie
der
Supraspinatussehne
)
-
Eisenmangel-Anämie
-
Hypovitaminose D3
Damals führte die Gutachterin
in der Beurteilung im Wesentlichen an
, klinisch und anamnestisch finde man eine eingeschränkte und schmerzhafte Beweglich
keit im Bereiche der Lendenwirbelsäule in Inklination,
Reklination
und
Seiten
neigung
. Nach der letzten Operation von
Dr.
med.
Z._
im Septem
ber 2011 seien die ausstrahlenden Schmerzen in das Bein verschwunden aber es seien unveränderte Schmerzen im Bereiche der lumbalen Wirbelsäule, des
Sak
rums
und des
Gesässes
geblieben. Weiterhin könne die Beschwerdeführerin eine Stunde laufen. Sitzen könne sie nur mit einem Kissen im Rücken. Sie leide an nächtlichen Schmerzen. Sie könne auch nur mit einem Kissen zwischen den Beinen schlafen und müsse mehrere Male pro Nacht aufstehen. Während der Aufnahme der Anamnese sei die Patientin sehr langsam gewesen, sie habe circa zwei Stunden gedauert. In der ersten Stunde sei die Beschwerdeführerin alle fünf bis zehn Minuten aufgestanden. Sie sei vor dem Stuhl mit Abstützung der Ellbogen in die Knie gegangen. Ihr Gesichtsausdruck habe einen Leidensdruck gezeigt. In der zweiten Stunde der Anamnese sei sie ruhiger geworden. Sie sei nicht mehr aufgestanden und man habe sich besser mit ihr unterhalten können (S. 30). Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie
regelmässig
1.5 g
Dafalgan
pro Tag einnehme. Sie habe das heute Morgen auch genommen. Die durchgeführte Blutuntersuchung habe eine ungenügende Paracetamol-Blutkonzentration gezeigt. Das bedeute, es bestehe eine gewisse Diskrepanz zwi
schen der Aussage der Beschwerdeführerin und der durchgeführten Blutanalyse. Während der Untersuchung sei die Patientin sehr demonstrativ mit ihren Schmerzangaben gewesen. Sie habe auch vier von fünf
Waddell
-Zeichen positiv gehabt. Trotz Durchführung von mehreren Operationen und der
regelmässigen
Physiotherapie sowie Kräftigung habe keine Linderung der Kreuzschmerzen erzeugt werden können. Nach der letzten Operation im September 2012 von
Dr.
Z._
seien die ausstrahlenden Schmerzen in das Bein ver
schwunden (diese seien im Juli 2011 akut aufgetreten) aber die Kreuzschmerzen seien unverändert geblieben. Eine intensive muskuläre Kräf
t
i
g
ungstherapie habe auch keinen Erfolg gebracht. Auch das konsequent durchgeführte Heimpro
gramm mit Gymnastik helfe ungenügend. Die Schmerzangaben der Beschwer
deführerin wirkten plausibel
,
aber es bestünden Hinweise auf eine Verdeutli
chungstendenz. Vier von fünf
Waddel
-Zeichen seien positiv. Zusätzlich bestehe momentan bei der Beschwerdeführerin eine PHS
Tendopathica
rechts (
Supraspi
natussehne
). Diese Beschwerden seien sehr schwach und die Beschwerdefüh
r
erin zeige klinisch minimale Schmerzen bei der seitlichen Elevation. Der restliche Bewegungsablauf sei unauffällig (S. 3
0 f.
).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt die Gutachterin fest, im Vordergrund der Beschwerden stehe ein generalisiertes Schmerzsyndrom, vor allem in der rech
ten Körperhälfte. Seit der letzten Operation persistierten unveränderte lumbale Schmerzen, die den Schlaf störten und sich beim Bücken und beim Heben und Tragen von Lasten verstärkten. Schmerzmittel würden
regelmässig
eingenom
men (bei der Blutuntersuchung vom 3
0.
März 2012 habe sich eine ungenügende Konzentration von Paracetamol im Blut gezeigt). Dies korreliere nicht mit den Angaben der Beschwerdeführerin. Die
regelmässig
durchgeführte Physiotherapie sei wirkungslos. Nach dem letzten Eingriff vom
2.
September 2011 seien die rechtsseitigen Beinschmerzen verschwunden. Es seien jedoch unveränderte lum
b
ale Beschwerden geblieben. Das S
itzen sei schmerzbedingt am Anfang der Untersuchung auf 15 Minuten limitiert gewesen. Danach müsse die Beschwerde
führerin die Position wechseln. Nach einer Stunde der Untersuchung könne die Beschwerdeführerin problemlos eine Stunde sitzen ohne die Position zu wech
seln. Hier bestehe eine Diskrepanz
. Aufgrund der Anamnese und der klinischen Befunde erachte
te
die Gutachterin die Beschwerdeführerin aus rheumatologi
scher Sicht für eine leichte Tätigkeit, mit Möglichkeit die Position zu wechseln, ohne Arbeit in Nässe und Kälte, ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als fünf Kilogramm ab sofort zu 50
%
arbeitsfähig (S. 31).
3.2
Im Rahmen der vorliegend strittigen Rentenrevision ergingen folgende Berichte.
Im Bericht vom
4.
September 2014 (
Urk.
7/263
/1-2
) hielt
Dr.
med.
Z._
, FMH Orthopädische
Chrirurgie
/ Wirbelsäule, fest, die Beschwerdeführe
rin sei bei ihm in Behandlung wegen eines Rückenleidens mit Primärkonsultati
on am
2.
Oktober 2010 und in der Zwischenzeit mit mehrfachen Rückenoperati
onen, insbesondere Versteifungen nun von
L2-S
1.
Im
Verlauf seien nach eini
germassen guten Abschnitten immer wieder stärkere Schmerzen aufgetreten. Die Abklärungen hätten dann einen Schraubenbruch L3 links ergeben, weshalb die OSME L2-3 links am 1
3.
Juni 2014
erfolgte
mit komplikationslosem posto
perativen Verlauf bis auf einen Herpes Zoster auf Höhe Th2-3 rechts
.
A
uf den letzten Röntgenaufnahmen vom
4.
September 2014 ersichtlich, sei leider auch noch ein Schraubenbruch
Pedikel
L3 rechts erfolgt. Sie müssten somit von einer Pseudoarthrose L2-3 ausgehen. Er würde eine OSME L2-3 rechts empfehlen, eine
Anfrischung
dorsomedial
und erneute Knochenanlagerung aber ohne erneute Re-Instrumentierung
und
hoffe, dass nun auch diese Etage definitiv durchbauen könne, was bis jetzt noch nicht der Fall sei. Die Etagen L3-S1 seien nachweislich durchgebaut. Aus den erwähnten Gründen seien die belastungsbe
dingten Beschwerden glaubhaft und nachvollziehbar und somit sei die Arbeits
fähigkeit stark eingeschränkt
.
3.3
Im rheumatologischen Gutachten vom
6.
Juli 2015 (
Urk.
2/276) stellte
Dr.
Y._
folgende Diagnosen (S. 6):
-
Lumbospondylogensyndrom
bei Status nach dorsaler
Spondylodese
L2-S1 mit
leichtgradiger
,
epifusioneller
Chondrose
der Bandscheibe L1/2 sowie bei bilateraler
Spondylarthrose
L1/2, rechts mehr als links mit
leichtgradiger
Stenosierung
des
Foramen
intervertebrale links, bei erheb
lich fettiger Degeneration der
authochtonen
Rückenmuskulatur und bei Status nach Metallentfernung (abgebrochene Schraubenspitzen in LWK3 noch in situ)
-
Periathropathie
der rechten Schulter mit
Tendopathie
der
Supraspinatus
sehne
, Bursitis
subdeltoidea
, AC-Gelenksarthrose und Verdacht auf
Imping
e
ment
-
Gonarthrose rechts
Sie hielt fest, anamnestisch berichte die Beschwerdeführerin, dass sie sich fast nicht bewegen könne. Sie müsse alle fünf Minuten ihre Position wechseln. Bei der Anamnese sitze sie ohne Probleme zwei Stunden. Am
A
nfang bewege sie sich auf dem Stuhl, anschliessend, während des Gesprächs, bleibe sie ruhig. Einmal stehe sie demonstrativ auf und probiere sich zu bewegen. Es bestehe eine gewisse Diskrepanz zwischen der Anamnese und ihrem Verhalten während der Anamnese.
Zusätzlich leide die Beschwerd
e
führerin an einer Gonarthrose rechts. Bei der ersten Kontrolle am 2
6.
Mai 2015 erwähne die Patientin keine Knieschmerzen. Bei der zweiten Kontrolle am 1
1.
Juni 2015 seien die Knie
schmerzen sehr stark. Die erste Untersuchung zeige eine normale Kniebeweg
lichkeit, bei der zweiten Untersuchung, vor allem bei der Hüftuntersuchung, habe sie unerträgliche Schmerzen im rechten Knie. Zudem leide die Beschwer
deführerin an einer PHS
tendopathica
bei Verdacht auf
Impingement
der rech
ten Schulter. Sie sehe hier keinen Grund, warum sie auf der rechten Seite einen Stock halten sollte. Wegen der rechten Schulter könne sie damit noch mehr Beschwerden bekommen. Wenn sie wegen der rechten Knieschmerzen an einem Stock gehe und ihr dieser helfen sollte, müsste dieser auf der linken Seite gehal
ten werden. Wegen der Kreuzschmerzen habe man im Juni 2014 und im Okto
ber 2014 eine Operation durchgeführt,
nämlich
eine
Osteosynthesenmaterialent
fernung
L2/3 links und rechts, weil man gedacht habe, dass dies die Ursache der Beschwerden sei. Leider habe das keine Beschwerdelinderung gebracht (S. 6 f.)
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt die Gutachterin fest, sie erachte die Beschwerdeführerin aufgrund des chronischen
lumbospondylogenen
Syndroms bei Status nach dorsaler
Spondylodese
L2-S1 mit
leichtgradiger
,
epifusioneller
Chondrose
der Bandscheibe L1/2 sowie bei bilateraler
Spondylarthrose
L1/2, rechts mehr als links mit leichtgradiger ISG-Arthrose beidseitig weiterhin für eine nicht Rücken belastende Tätigkeit, ohne Exposition in Kälte oder Nässe, mit Möglichkeit von Positionswechsel zu 50
%
arbeitsfähig. Wegen der PHS
Tendopathica
rechts und Verdacht auf
Impingement
der rechten Schulter sollte
die Arbeit nicht über Kopfhöhe stattfinden. Weil die Beschwerdeführerin auch an einer Gonarthrose rechts leide, sollte man eine Arbeit, bei der sie Treppen aufwärts oder abwärts steigen müsse, vermeiden (S. 7).
Das Krankheitsbild habe sich aus rheumatologischer Sicht seit 2012 nicht wesentlich verändert. Deswegen bleibe die Beschwerdeführerin weiterhin für eine leichte, angepasste Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig. Als Telefonistin sei ihr weiterhin eine 50%ige Tätigkeit zumutbar (S.
6
).
3.4
Im Bericht vom
7.
Juli 2015 (
Urk.
7/277) hielt
Dr.
med.
A._
, Oberarzt Radio
logie vom
B._
,
zu Händen des Hausarztes
fest, es best
ehe
eine schwerste Retropatellararthrose mit
höchstgradigem
Knorpelsubstanzver
lust
und ausgedehnten
subchondralzystischen
Defektzonen an der
Patellarück
fläche
. Aufgrund vorliegender
Suszeptibilitä
t
sartefakte
sei die
Beurteilbarkeit des medialen
fomorotibialen
Gelenkskompartiment
es stark eingeschränkt
. Die
ses
sei
, soweit zu beurteilen, mit
höhergradig
myxoid
degeneriertem
Innen
meniskus
ohne grössere fokale Rissbildung. Schwierig zu beurteilen
sei die
Knorpelfläche.
Es bestehe k
ein
höhergradiger
Knorpelschaden im lateralen Gelenkskompartiment
,
jedoch
mit
Ausbildung moderater
osteophytärer
Randan
bauten
. Intakt
seien
Aussenmeniskus
und
Kreuzbänder
bei
Reizerguss.
3.5
Im Operationsbericht vom 1
0.
August 2015 (
Urk.
7/284/5)
verwies
Dr.
C._
,
leitender Arzt am Spital
D._
,
auf die Diagnosen eines
Verdacht
s
auf Riesen
zelltumor
1.
dorsale Kommissur rechts
sowie eines l
eichte
n
Carpaltunnelsyn
drom
s
rechts ohne elektrodiagnostische Schädigungszeichen
.
Er beschrieb die Exzision des Tumors sowie eine durchgeführte endoskopische Spaltung
Retina
culum
flexorum
rechts.
3.6
Im Bericht vom
1.
September 2015 (
Urk.
7/284
/8-9
)
diagnostizierten
Dr.
med.
F._
, Assistenzarzt und
Dr.
med.
E._
, Oberarzt, vom
G._
,
neben der bekannten Rückenpathologie eine s
ekundäre medial sowie
retropatellär
betonte
Pangonarthrose
rechts mit Status nach unbekanntem Vor
eingriff (Differentialdiagnose mediale Bandplastik) Knie rechts 1989 (anamnes
tisch in Bern)
, einen
Status nach passagerem Morbus Basedow
sowie eine A
di
positas
per
magna
.
Sie hielten fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe als Beschwerdebild eine medial sowie
retropatellär
betonte
Pangonathrose
,
wohl nach medialer Bandplastik / Naht 1989 in Bern. Klinisch zeige sich eine diffuse Schmerzsymptomatik im rechten Knie mit Reproduktion des Arthrose
-
schmerzes vor allem
retropatellär
, weniger
medial und lateral. Bei dieser ausgeprägten Arthros
e
bestehe als Therapieoption einzig die Implan
t
ation einer Knie-TP
(Totalprothese)
rechts, dieser Eingriff sollte jedoch bei einer
52-jährigen Patien
tin möglichst hinausgezögert werden. Somit
würden sie
primär diagnostisch
e
/ therapeutische Kniegelenksinfiltration recht
s
mit an
-
schliessender Besprechung nach sechs bis acht Wochen in ihrer Knie-Sprech
-
stunde
empfehlen
. Zudem sei der Beschwerdeführerin nahegelegt worden, möglichst an Gewicht zu
verlieren
, um die Belastung
des
abgenutzte
n
Gelenk
s
zumindest zu einem Teil zu reduzie
ren.
3.7
Dr.
Z._
verwies
im Bericht vom 1
0.
September 2015 (
Urk.
7/284/10)
auf die bekannte
Langstreckenspondylodese
von L2-S1 mit im Verlauf
suprafu
sionellen
Facettengelenks-
Arthroseschmerzen
sowie beidseitigen ISG-
Arthroseschmerzen
. Im Verlauf habe sich auch eine deutliche Patella-Arthrose des rechten Knies herauskristallisiert, was die Beschwerdeführerin zusätzlich behindere im Alltag
. Ein Muskelaufbau, wie dies die Rheumatologin
Dr.
Y._
schildere, sei wohl utopisch bei dieser adipösen Patientin. Er sei nach wie vor der festen Überzeugung, dass hier eine stark eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule vorhanden sei und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit nicht durchsetzbar sei. Er vertrete weiterhin die Meinung, dass hier eine mindestens 75%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres bestehe.
Das Gutachten von
Dr.
Y._
, welche Rheumatologin s
ei, werde in diesem Falle angez
w
e
ifelt werden können, da es sich hier um ein orthopädisch-chirurgisches Wirbelsäulenproblem handle. Es sei bekannt, dass bei übergewichtigen Patien
ten mit
Langstreckenspondylodese
L2-S1 und nun auch nachgewiesener supra- und
infrafusioneller
Verschlechterungstendenz die Arbeitsfähigkeit auf Dauer stark eingeschränkt sei.
Seit 2012 habe sich die Situation verschlechter
t
und sei nicht, wie von
Dr.
Y._
geschrieben, unverändert geblieben. Die geschilderte 50%ige Arbeits
fähigkeit sei rein theoretisch, es sei auch nicht erläutert worden, weshalb diese so hoch sein sollte und entspreche nicht der Realität.
3.8
Die Gutachterin
Dr.
Y._
hielt in der Stellungnahme vom 2
2.
Dezember 2015
(
Urk.
7/28)
fest, die Berichte vom
B._
und vom Spital
D._
brächten keine neuen Gesichtspunkte. Die Arthrose des rechten Kniege
lenkes sei in der Diagnose ihres Gutachtens erwähnt worden. Die Folgen für die Arbeit in einer wechselbelastenden Tätigkeit sei in d
ie
Beurteilung mit einbezo
gen worden. Dass chirurgisch nur noch die TP für das Kniegelenk angeboten werden könne, spreche nicht gegen e
ine 50%ige Arbeitsfähigkeit in
einer wech
selbelastenden Tätigkeit. Wäre das Beschwerdebild so ausgeprägt, dass diese Arbeitsfähigkeit nicht erreicht werden könne, so müsste
jetzt
eine TP eingesetzt werden.
Zum Rückenproblem sei grundsätzlich zu sagen, dass die Beurteilung und kon
servative Therapie die Domäne der Rheumatologen sei. Selbst die Kollegen der
H._
Klinik erwähnten in
ihrem Brief vom 2
6.
Mai 2009, dass die weiter
führende Schmerzbehandlung durch die Kollegen der Rheumatologie zu erfol
gen sei.
Vorliegend
habe sich der chirurgische Ansatz mit bisher sechs Operati
onen nicht als brillant erwiesen. Sie
spreche
von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
, das heisse vier Stunden pro Tag, in einer leichten Arbeit in wechselbelas
tender Stellung. Zudem verweise sie auf ihre Beobachtung während des Gutach
tens. Es bestehe eine Diskrepanz der geschilderten Beschwerden sowohl für Knie wie Rücken und das Verhalten während des Gutachtens.
3.9
Im Bericht vom 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
7/291
)
empfahlen
Assistenzarzt Azar und
Dr.
med.
I._
, Oberarzt Orthopädie, von der
H._
Klinik
, wo am 2
2.
Dezember 2015 eine therapeutische Kniegelenksinfiltration stattgefunden hatte,
noch ein Ausschöpfen der konservativen Therapiemassnahmen im Sinne
von
Physiotherapie
und
Analgesie
sowie
eine dauerhafte Gewichtsreduktion im Sinne eines Magenbandes beziehungsweise eines Magenbypasses.
3.1
0
Dr.
Z._
hielt im Bericht vom
1.
März 2016 (
Urk.
7/294/7) fest,
d
ie Beschwerdeführerin gehe mit einem Stock,
es bestehe eine
exquisite
Druckdo
lenz
im
Facettenbereich L2/3 beidseitig sowie insbesondere
im
ISG-Bereich beidseitig
bei ansonsten unauffälliger Sensomotorik der unteren Extremitäten. Das CT der Lendenwirbelsäule und ISG vom 2
9.
Februar 2016
(
Urk.
7/294/6)
ergebe eine deutliche, beidseitige, fortgeschrittene ISG-Arthrose, welche im Vordergru
n
d sein könnte, sowie eine weniger symptomatische,
suprafusionelle
Facettenarthrose mit relativ engem Spinalkanal L2/3.
Sollten die Beschwerden invalidisierenden Charakter haben, käme allenfalls eine CT-gesteuerte Infiltration ISG z.B. rechts mit
Kor
t
isondepot
infrage. Gemäss Ergebnis käme dann eine ISG-Verschraubung zunächst rechts und dann ver
mutlich auch links infrage.
3.1
1
RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt Anästhesiologie FMH, zertifizierter medizini
scher Gutachter SIM,
hielt in der Beurteilung vom
3.
Februar 2016 (
Urk.
7/299 S. 3) fest, die nachgereichten Berichte der
H._
Klinik vom 2
2.
Dezember 2015 und 2
3.
Dezember 2015 dokumentierten eine therapeutische Kniegelenks
infiltration rechts bei bekannter, bereits im Gutachten von
Dr.
Y._
vom
6.
Juli 2015 bildgebend und klinisch erfasster und berücksichtigter Gonarthrose. Aus den nachgereichten Berichten ergebe sich deshalb keine dauerhafte Verän
derung des Gesundheitszustandes.
In der Beurteilung vom 2
9.
Juni 2016 (
Urk.
7/299 S. 4 f.) hielt
Dr.
J._
fest, der Arztbericht des Spitals
D._
vom 1
8.
April 2016
(
Urk.
7/298/1)
erwähne eine
undislozierte
Fraktur des
Tuber
ischiadicum
. Davon sei, wie von den übrigen angeführten Befunden, keine dauerhafte zusätzliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit abzuleiten. Die von der Klinik für
Viszeral- und Transplantationschirurgie
K._
am 1
6.
Februar 2016 erwähnten Rückenbeschwerden und die Gonarthrose seien im Gutachten von
Dr.
Y._
vom
6.
Juli 2015 berücksichtigt worden. Die Berichte der
H._-K
linik vom 2
2.
und 2
3.
Dezember 2015 würden eine invasive Schmerztherapie bei bekann
ten Kniebeschwerden rechts beschreiben. Dem Bericht des Zentrums für medizi
nische Radiologie Lindberg vom
7.
Juli 2015 seien keine klinisch relevanten neuen Befunde des rec
hten Kniegelenks zu entnehmen (d
azu passe, dass die
H._
Klinik lediglich eine Kniegelenksinfiltration vorgenommen habe). Das CT der Lendenwirbelsäule, Privatklinik
L._
vom 2
9.
Februar 2016, halte den bekannten Status nach mehrfachen Rückenoperationen fest. Der Bericht der Privatklinik
L._
vom
1.
März 2016 beschreibe ebenfalls diese lumbalen Befunde und behalte sich ebenfalls eine
infiltrative
Schmerztherapie vor. Zusammenfassend würden die nachgelieferten Berichte - neben der
undislozierten
Tuber
ischiadicum
-Fraktur - im Wesentlichen die Situation beschreiben, wie sie
Dr.
Y._
bei Erstellung des Gutachtens vorgelegen habe und wie sie diese klinisch beurteilt habe. Weitere medizinische Abklärungen erschienen aktuell nicht nötig. An der Beurteilung einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit sei festzuhal
ten.
3.1
2
Im beschwerdeweise eingereichten Bericht vom
8.
Juni 2016 (
Urk.
3/4)
betref
fend Therapiekontrolle bei
Pangonarthrose
führten
Assistenzarzt
M._
und
Dr.
med.
N._
, Leitende Ärztin Rheumatologie, von der
H._
Klinik
aus,
im Rahmen eines Sturzereignisses sei es zu einer
Schmerzexazerbation
im Bereich des Rückens bei chronischem
lumbovertebrale
m
Schmerzsyndrom gekommen. Im durchgeführten Becken-CT des Spital
s
D._
sei am
8.
April 2016 eine
undislozierte
Fraktur des
Tuber
ischiadicum
rechts diagnostiziert worden. Im Rahmen der klinischen Untersuchung zeige sich eine deutlich schmerzgeplagte Patientin mit starker Mobilitätseinschränkung sowie positiven Nervendehnzeichen (
Lasègue
positiv) beidseitig. Sensomotorische Defizite hätten aber nicht objektiviert werden können.
In heute durchgeführter radiologisch konventioneller Bildgebung hätten sich keine Hinweise auf eine weitere Fraktur im Bereich der Lendenwirbelsäule ergeben.
3.1
3
Im Bericht vom 3
1.
August 2016 (
Urk.
3/5)
betreffend Therapiekontrolle hielten
Assistenzarzt
M._
und
Dr.
N._
von der
H._
Klinik
fest,
in durch
g
eführter
szintigraphischer
beziehungsweise SPECT/CT Untersuchung bei ver
längerter
Schmerzexazerbation
nach Sturzereignis vom 1
1.
April 2016, bei wel
chem
sich die Beschwerdeführerin eine Fraktur des
Tuber
ischiadicum
rechts zugezogen habe, zeige sich neben einer deutlich aktivierten
Spondylarthrose
LWK2/3 links Zeichen einer Cage-Lockerung auf Höhe LWK5/SWK1 mit ver
mehrter kräftiger
Aktivität. Zur Behandlung der Beschwerden verordneten sie den Ausbau der analgetischen Therapie. Zusätzlich verordneten sie eine physio
therapeutische Einzeltherapie mit den Behandlungszielen Analgesie,
Detonisie
rung
, Dehnung sowie segmentale beziehungsweise funktionelle Stabilität und Kräftigung der Rumpfmuskulatur. Aufgrund der aktuellen Beschwerdesituation mit nachgewiesener Cage-Lockerung sowie aktivierter
Spondylarthrose
würden sie aktuell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben sehen. Aufgrund einer ver
änderten Beschwerdesituation würden sie diesbezüglich empfehlen
betreffend
IV-Rentenanspruch eine Neubewertung durchführen zu lassen.
4.
4.1
Vorwegzuschicken
ist
, dass das
Gutachten von
Dr.
Y._
(E. 3.
3
) den
praxisge
mässen
Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (E. 1.4) vollumfäng
lich entspricht. So
ist
es für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Aus
kunft über die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und die verbleibende Arbeitsfähigkeit. Die Expertise beruht auf
eingehenden U
ntersuchungen in
rheumatologischer Hinsicht, wobei die Expertin die
geklag
ten Beschwerden detailliert
berücksichtig
t
e
und sich mit diesen und den
erho
benen
Befunden auseinander
setzte
. D
er Gutachterin
waren die
Vorakten
bekannt und sie nahm ausführlich Bezug darauf, insbesondere in der Darlegung der Anamnese und der m
ehrfachen
operativen Eingriffe. Das Gutachten leuchtet sodann in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet.
In diesem Sinne
ist
ohne weiteres nachvollziehbar, dass
die
Beschwerdeführerin angesichts der Pathologie an Wirbelsäule
und Schulter nur leichte Tätigkeiten und auch diese nur im Umfang von 50
%
zumutbar
sind
.
Diese – im Vergleich zum Vorzustand unveränderte
–
Einschätzung
überzeugt auch angesichts des Umstandes, dass bei praktisch identischer Diagnose
im Verlauf vorweg
die im Juni und Oktober 2014 erfolgten Operationen (Materialentfernung beidseits)
zu verzeichnen waren, welche wohl keine Beschwerdelinderung, aber auch keine Verschlechterung mit sich brachten. Der neu hinzugetretenen Gonarthrose sowie der Akzentuierung der Schulterpathologie wurde durch Anpassung des Stellenprofils (keine Treppen steigen, keine Überkopfarbeit) Rechnung getragen, was überzeugt.
4.2
Die behandelnden Ärzte kamen
–
ausser
von
Dr.
Z._
-
denn auch nicht zu einer abweichenden Einschätzung. Abgesehen von einer kurzen Phase vollständiger Arbeitsunfähigkeit nach der Tumorexzision sowie CTS-Operation
(E. 3.5) ist
demgemäss
auch im Längsschnitt von einer entsprechenden Restar
beitsfähigkeit auszugehen.
Das Attest einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit von
Dr.
Z._
(
Urk.
7/263/3)
im Rahmen des Schraubenbruchs und der im Juni und Oktober 2014 erfolgen Operationen
bezog sich auf
die postoperative Phase und war nicht von Dauer. Hernach ging er
– in Kritik der Expertise von
Dr.
Y._
-
von einer
75%igen Arbeitsunfähigkeit aus, begründete dies aber nicht weiter, son
dern verwies im Wesentlichen auf die eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbel
säule. Dies war
Dr.
Y._
indes bekannt und bildete denn auch Grundlage ihrer Einschätzung.
Die abweichende E
in
schät
zu
ng der Arbeitsunfähigkeit (
75
%
statt 5
0
%
) entspr
in
gt
demgemäss
e
in
er
zu
rückhaltenderen
Zu
mutbarkeitse
in
schät
zu
ng
, welche wohl mit der vom Bundesgericht erkannten Erfahrungstatsache
zu
erklären ist, dass behandelnde Arztpersonen bzw. Therapiekräfte mitunter im H
in
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher
zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen. Wohl kann die e
in
en längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeu
tisch tätigen (Fach-) Person e
in
erseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmediz
in
ischen Experten anderseits nicht
zu
, e
in
Adm
in
istrativ- oder Gerichtsgutachten
stets
in
Frage
zu
stellen
und
zu
m Anlass weiterer Abklä
rungen
zu
nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte
zu
anderslautenden E
in
schät
zu
ngen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle,
in
denen sich e
in
e abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht re
in
subjektiver
In
terpretation entspr
in
gende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben s
in
d (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit H
in
weisen).
Bei
dieser Ausgangslage und
dem
Fehlen von objektivierbaren Umständen, wel
che
Dr.
O._
entgangen waren, besteht ke
in
e Veranlassung, von
ihrer
E
in
schät
zu
ng ab
zu
weichen.
Damit ist weiterhin von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen
. Da sich den Akten auch keine Anhaltspunkte
für erwerbliche Veränderungen
entnehmen lassen
–
die zusätzliche Einschrän
kung des Stellenprofils auf Tätigkeiten ohne Treppensteigen führt zu keiner relevanten Verminderung des Invalideneikommens - besteht
nach wie vor Anspruch auf die bisherige halbe Rente.
4.3
4.3.1
Im weiteren Verlauf zeigte sich
vorerst kein
m
assgeblich
veränderter Zustand. Die medizinischen Diskussionen drehten sich um eine Magenbandoperation zur
Bekämpfung der Adipositas
sowie die Karpaltunnelsymptomatik samt Operati
on.
4.3.2
Ein
relevanter
neuer Befund wurde dann am 1
8.
April 2016 (
Urk.
7/298/1) durch die Radiologie des Spitals
D._
geschildert, welche
nach einem Sturz
der Beschwerdeführerin
auf das
Gesäss
eine Woche zuvor
mittels CT eine
undislozierte
Fraktur des
Tuber
ischiadicum
erkannt hatte. Nachdem RAD-Arzt
Dr.
J._
hieraus keine dauerhafte zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähig
keit abgeleitet hatte (E. 3.11), beschrieben die Ärzte der
H._
Klinik
knapp zwei Monate später eine deutlich schmerzgeplagte Beschwerdeführerin bei posi
tiven Nervendehnzeichen (E. 3.12) und am 3
1.
August 2016 – nachdem sie wegen verlängerter
Schmerzexazerbation
neue Untersuchungen durchgeführt hatten, eine Cage-Lockerung auf Höhe LWK5/SWK
1.
Bei aktivierter
Spondylar
throse
attestierten sie eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (E. 3.13).
Angesichts dieser neuen Entwicklung erscheint es nicht ausgeschlossen, dass eine andauernde Verschlechterung mit dem Sturz auf das Gesäss am 1
1.
April 2016 oder im Rahmen der Cage-Lockerung allenfalls auch später (sofern der Sturz nicht unmittelbar zu
r
Lockerung geführt haben sollte) eingetreten sein könnte. Die Beschwerdegegnerin liess sich zu dieser neuen Entwicklung nicht vernehmen. RAD-Arzt
Dr.
J._
liess es – allerdings in Unkenntnis der Cage-Lockerung – beim unbegründeten Hinweis bewenden, aus der Fraktur sei keine dauerhafte zusätzliche Einschränkung abzuleiten. Bei der gegebenen Aktenlage überzeugt dies nicht.
Dass indes ein
e
vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliegt, ist nicht erstellt.
Die Ärzte der
H._
Klinik begründeten ihr Attest nicht weiter und legten auch nicht dar, aus welchen Gründen auch eine rückenschonende Tätigkeit gar nicht mehr in Frage kommen soll. Bei dieser Aktenlage drängen sich weitere Abklä
rungen auf.
4.4
Angesichts des Sturzes am 1
1.
April 2016 und der damit zusammenhängenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes wäre eine Rentenanpassung per
1.
Juli 2016
denkbar
(nach Ablauf von drei Monaten per
Beginn
des Monats,
Art.
88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] und
Art.
29
Abs.
3 IVG). Angesichts des Verfügungserlasses am 2
9.
Juli 2016 fällt dies noch in
den
Bereich des überprüfbaren Zeitraums. Demgemäss ist die ange
fochtene Verfügung in dem Sinne zu bestätigen, dass der Beschwerdeführerin bis 3
0.
Juni 2016 eine halbe Rente zusteht; für den Zeitraum ab
1.
Juli 2016 ist die Verfügung indes aufzuheben und die Sache an die Beschwerdeführerin zurückzuweisen, damit sie ergänzende Abklärungen tätige und über den Ren
tenanspruch der Beschwerdeführer neu befinde.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
r
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen
.
Ausgangsgemäss
steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, welche mit
Fr.
1‘400.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bemessen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.
Das Gericht erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise
gutgeheissen
, als die Verfügung vom 2
9.
Juli 2016 betreffend den Zeitraum ab
1.
Juli 2016 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit sie, nach ergänzenden Abklärungen, über die Ansprüche der Beschwerdeführe
rin neu verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
8
00.-- werden de
r
Beschwerdegegnerin
auferlegt
.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1‘400
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsdienst
Inclusion
Handicap
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.