Decision ID: a2d7cc8d-9708-54ef-8d92-b3f451210a2c
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 11. Februar 2005 reichte die TDC Switzerland AG (sunrise), Zürich, beim
Gemeinderat Sargans ein Baugesuch für den Neubau einer Mobilfunkantenne auf dem
Grundstück Parz. Nr. 835 an der Rheinstrasse 22/24 in Sargans ein. Das Grundstück
liegt gemäss Zonenplan vom 16. Juli 1999 in der Gewerbe-Industriezone GI A und ist
mit mehreren Gewerbe- und Industriebauten überbaut. Die geplante Mobilfunkantenne
soll an der Nordfassade des Gebäudes Assek.- Nr. 1175 erstellt und rund 32 m hoch
werden. Rund 45 m südwestlich des Antennenstandortes steht ein Kamin, der weniger
hoch ist als die geplante Antenne. Der östlichen Grundstücksgrenze entlang verläuft
die Bahnlinie Sargans-Trübbach.
Innert der Auflagefrist wurden insgesamt 316 Einsprachen gegen das Baugesuch
erhoben. 110 Einsprachen wurden vor dem Entscheid des Gemeinderates
zurückgezogen. Der Gemeinderat entschied am 9. Januar 2006 über das Baugesuch
und die Einsprachen. Auf insbesamt 23 Einsprachen trat er mangels Legitimation nicht
ein (lit. a). Er hiess die öffentlich-rechtlichen Einsprachen teilweise gut und verweigerte
die Baubewilligung (lit. b und e). Die privatrechtlichen Einsprachen wies er ab bzw.
verwies diese auf den Zivilweg (lit. c und d). Der Gemeindrat erwog, bei Standorten
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innerhalb des Baugebiets bestehe ein Anspruch auf Erteilung der Baubewilligung, wenn
die Anlage dem Zweck der Nutzungszone entspreche und die Anforderungen des
kantonalen und kommunalen Rechts sowie des Bundesrechts erfüllt seien. In der
Gewerbe-Industrie-Zone seien eine Mobilfunkantenne und die dazugehörenden
Anlagen als Infrastrukturanlagen zonenkonform. Da Anlagen weder eine Gebäudehöhe
noch einen Gebäude- oder Grenzabstand einhalten müssten und die Höhe einer
Mobilfunkantenne technisch bedingt sei, entspreche der Antennenmast den
Regelbauvorschriften. Weiter hielt der Gemeinderat fest, aufgrund der Beurteilung des
Amts für Umweltschutz sei erstellt, dass die ausgewiesenen Berechnungen korrekt und
vollständig ausgeführt worden und sowohl die Immissionsgrenzwerte als auch die
Anlagegrenzwerte an allen massgebenden Orten eingehalten seien, weshalb die Rügen
zur Strahlenbelastung abgewiesen werden müssten. Im weiteren erwog der
Gemeinderat, dass nach den Bestimmungen des Baureglements die historische
Eigenart, die bauliche Einheit und insbesondere die Silhouette der Altstadt mit dem
Schlosshügel erhalten bleiben müssten und nicht verändert werden dürften. Die
Mobilfunkantenne mit einer Höhe von über 30 m zerstöre das Ortsbild von Sargans,
das von nationaler Bedeutung sei. Die historische Einheit und die historische Silhouette
der Altstadt mit dem Schlosshügel würden durch die Mobilfunkantenne als Blickfang
verdrängt, was dem Schutzzweck diametral entgegenstehe. Da Objekte von nationaler
Bedeutung in besonderem Masse ungeschmälert erhalten werden müssten und
grösstmögliche Schonung verdienten, dürfe eine Baubewilligung nicht erteilt werden.
Weiter erwog der Gemeinderat, aufgrund der exponierten Lage der Antenne seien
Lärmimmissionen durch Wind und Föhn nicht auszuschliessen. Diese Frage könne aber
offen bleiben, da die Baubewilligung aus Gründen des Ortsbildschutzes nicht erteilt
werden könne. Dasselbe gelte in bezug auf den Umstand, dass es sich beim
Antennenstandort um einen belasteten Standort mit Sanierungsbedarf handle. Es sei
denkbar, dass die weiteren Sanierungsmöglichkeiten durch den Bau der
Mobilfunkantenne eingeschränkt würden und daraus erhebliche Mehrkosten
entstünden. Auch diese Frage könne jedoch offen bleiben.
B./ Mit Eingaben vom 17. Januar und 9. Februar 2006 erhob die TDC Switzerland AG
(sunrise) durch ihre Rechtsvertreterin Rekurs beim Baudepartement mit dem Antrag,
der Entscheid des Gemeinderats vom 9. Januar 2006 sei in lit. b und e des Dispositivs
aufzuheben und das Baugesuch vom 31. Januar 2005 zur Erstellung einer
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Mobilfunkantenne auf dem Grundstück Nr. 835 sei zu bewilligen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung wurde im wesentlichen geltend gemacht, der
Antennenstandort liege mehr als 300 m vom äussersten Rand des geschützten
Ortsbilds entfernt. Allein aufgrund dieser erheblichen Distanz fehle ein räumlicher
Bezug zur Altstadt mit dem Schlosshügel. Es werde nicht in Abrede gestellt, dass eine
rund 30 m hohe Antenne nach der Erstellung räumlich wahrgenommen werde und in
Erscheinung trete. Allein die Höhe der geplanten Anlage stelle aber nicht automatisch
eine Beeinträchtigung des geschützten Ortsbilds dar. Je nach Standort werde die
geplante Antenne gar nicht wahrgenommen oder von der bereits vorhandenen
Infrastruktur derart in den Hintergrund gedrängt, dass nicht von einer zusätzlichen
Beeinträchtigung des Ortsbilds gesprochen werden könne. Hinsichtlich der
Lärmimmissionen würden lediglich Vermutungen erhoben, und es sei nicht ersichtlich,
inwiefern die Antenne weitere Altlastensanierungen erschweren würde.
Das Baudepartement holte in der Folge einen Amtsbericht der kantonalen
Denkmalpflege ein. Diese kam zum Schluss, dass die geplante Antenne keine
wesentliche Beeinträchtigung des schützenswerten Ortsbilds darstelle. Die
Industriezone, in der die Anlage errichtet werde, zeichne sich durch eine sehr
heterogene Erscheinung aus, in der Bauten aller Grössen, beachtlicher Höhen und
unterschiedlichster Qualität zu finden seien. In dieser Umgebung sei die Antenne
lediglich eine technische Komponente mehr als die übrigen Anlagen (Reklamen,
Masten, Kamine, Geleiseüberführungen, Signale etc.) und störe somit nicht
ausschlaggebend. Die Beeinträchtigung, welche die Antenne beim Betrachten des
Schlosses und allenfalls der Altstadt noch haben könnte, sei nur aus einem Blickfeld
eines stark eingeschränkten und am Rand des Industriequartiers liegenden Bereichs
möglich. Aus denkmalpflegerischer Sicht spreche nichts gegen den geplanten
Standort.
Mit Amtsbericht vom 28. April 2006 hielt das Amt für Umweltschutz fest, sowohl der
Immissionsgrenzwert als auch der Anlagegrenzwert seien an allen massgebenden
Orten eingehalten. Innerhalb des massgeblichen Anlageperimeters von 65 m befänden
sich zudem keine weiteren Mobilfunkanlagen. Bei der im Standortdatenblatt
angegebenen Leistung handle es sich um die maximal mögliche Leistung, weshalb die
Befürchtungen von ferngesteuerten Leistungserhöhungen unbegründet seien.
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Ausserdem werde ab 2007 ein Qualitätssicherungssystem in Betrieb genommen, bei
dem sämtliche Einstellungen, welche die Strahlenbelastung beeinflussten, erfasst und
laufend aktualisiert würden. Im übrigen sei die Erschwerung der Altlastensanierung
ausgeschlossen, und es seien keine zusätzlich wahrnehmbaren Störgeräusche durch
den Föhn zu erwarten.
Am 30. Mai 2006 führte das Baudepartement an Ort und Stelle einen Augenschein
durch. In der Folge holte es weitere Amtsberichte zur Einhaltung der Grenzwerte sowie
zur Altlastenproblematik ein.
Mit Entscheid vom 11. September 2006 hiess das Baudepartement den Rekurs der
TDC Switzerland AG (sunrise) im Sinne der Erwägungen gut (Ziff. 1) und hob lit. b und e
des Entscheids des Gemeinderats Sargans vom 9. Januar 2006 auf (Ziff. 2). Die
Angelegenheit wurde an den Gemeinderat Sargans zurückgewiesen und dieser
angewiesen, die Baubewilligung ohne Verzug zu erteilen und mit der Auflage zu
versehen, dass die Mobilfunkanlage in das geplante Qualitätssicherungssystem
aufzunehmen sei (Ziff. 3). Die Entscheidgebühr von Fr. 6'480.-- wurde den 162
Rekursgegnern und
C./ Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 26. September und 2. November 2006
erhob die Politische Gemeinde Sargans Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Antrag, der Rekursentscheid vom 11. September 2006 sei aufzuheben und der
Entscheid des Gemeinderats vom 9. Januar 2006 sei zu bestätigen, eventuell sei der
gegnerinnen zu je Fr. 40.-- auferlegt (Ziff. 4). Die 162 Rekursgegner und -
gegnerinnen wurden überdies verpflichtet, die Rekurrentin mit Fr. 3'240.-- zuzügl.
MWSt zu entschädigen. Das Baudepartement erwog, die Mobilfunkantennenanlage
sei in der Gewerbe-Industrie-Zone GI A zonenkonform. Sodann halte die Anlage die
gesetzlichen Vorschriften ein, weshalb die Bewilligung auch unter diesem
Gesichtspunkt zu erteilen sei. Ausserdem seien weder unzulässige
Lärmimmissionen zu befürchten noch werde die laufende Altlastensanierung am
Antennenstandort wesentlich erschwert. Auch sei die Annahme des Gemeinderates,
die Mobilfunkanlage würde das geschützte Ortsbild zerstören, nicht haltbar.
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Rekursentscheid aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdeführerin hält an ihrem
Standpunkt fest, die Mobilfunkantennenanlage sei aus Gründen des Ortsbildschutzes
unzulässig. Ausserdem dürfe die Baubewilligung auch deshalb nicht erteilt werden, weil
die Anlage dem Wind und insbesondere dem Föhn ungeschützt ausgesetzt sei, was zu
erheblichen Pfeifgeräuschen führe. Es sei unhaltbar, dass die Vorinstanz die Bedenken
der Beschwerdeführerin ohne weitere Abklärungen als unmassgebend bezeichnet
habe. Auch gingen die Vorinstanz und das Amt für Umweltschutz zu sorglos mit der
Altlastenproblematik um. Es handle sich bei der besagten Altlast um eine der
schwerwiegendsten Verunreinigungen, welche derzeit bekannt seien, und es sei auch
noch nicht geklärt, wie die Altlast saniert werden solle. Auf die weiteren Vorbringen der
Beschwerdeführerin wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Das Baudepartement beantragt in seiner Vernehmlassung vom 22. November 2006 die
Abweisung der Beschwerde.
Die TDC Switzerland (sunrise) beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 28. November
2006, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, Ziff. 1 bis 5 des Dispositivs des
Rekursentscheids vom 11. September 2006 seien zu bestätigen und Ziff. 6 sei
aufzuheben, soweit eine anteilmässige Haftung der unterlegenen Rekursgegner und -
gegnerinnen statuiert werde, und diese seien bezüglich der ausseramtlichen
Entschädigung zu solidarischer Haftung zu verpflichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin.
Die am Einsprache- und am Rekursverfahren beteiligt gewesenen Einsprecherinnen
und Einsprecher bzw. Rekursgegner und -gegnerinnen haben sich am
Beschwerdeverfahren nicht beteiligt.
Die weiteren von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.
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Vor seinem Entscheid hat das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort und Stelle
durchgeführt. Die Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und erhielten
Gelegenheit zur Stellungnahme.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
1.1. Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP steht der zuständigen
Behörde einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft das Beschwerderecht zur Wahrung
öffentlicher Interessen zu. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist eine
politische Gemeinde zur Beschwerde legitimiert, wenn sie durch Setzung eigener
Verwaltungsakte lokale öffentliche Interessen zu wahren hat, so insbesondere auch in
Bausachen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 450 ff. mit Hinweisen). Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall erfüllt,
da die politische Gemeinde Sargans den Standpunkt vertritt, die geplante
Mobilfunkantenne beeinträchtige in unzulässiger Weise ein Objekt des
Ortsbildschutzes. Die Gemeinde ist somit zur Beschwerdeführung legitimiert. Die
Beschwerdeerklärung vom 26. September 2006 und deren Ergänzung vom 2.
November 2006 entsprechen im übrigen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten, wobei aber auf den nachstehend
auszuführenden Vorbehalt zu verweisen ist (vgl. unten E. 1.3.).
1.2. Das Baudepartement hat in Ziff. 6 des angefochtenen Entscheids der
Beschwerdegegnerin eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 3'240.-- (zuzügl.
MWSt) zugesprochen und diese zu je Fr. 20.-- den 162 unterlegenen Rekursgegnern
und -gegnerinnen auferlegt (E. 8 c). Die Beschwerdegegnerin beantragt in Ziff. 3 ihres
Rechtsbegehrens, Ziff. 6 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids sei
aufzuheben, soweit er eine anteilmässige Haftung der unterlegenen Rekursgegnerinnen
und -gegner statuiere, und diese seien bezüglich der ausseramtlichen Entschädigung
zur solidarischen Haftung zu verpflichten.
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Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRP ist der Vorinstanz und den
Betroffenen Gelegenheit zur Stellungnahme zur Beschwerde zu geben. Dabei ist es
diesen Betroffenen grundsätzlich verwehrt, einen Antrag zu stellen, der zu ihren
Gunsten über das hinausgeht, was durch die Rekursinstanz entschieden wurde. Das
Verwaltungsrechtspflegegesetz lässt die Möglichkeit einer Anschlussbeschwerde
grundsätzlich nicht zu (Art. 63 VRP; Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 945). Auf den Antrag der Beschwerdegegnerin, die am
Rekursverfahren beteiligten Rekursgegnerinnen und -gegner seien zur solidarischen
Haftung für die gesamte ausseramtliche Entschädigung zu verpflichten, kann daher
nicht eingetreten werden. Will sich ein Betroffener mit der Rechtsstellung, die er
aufgrund eines Rekursentscheids erlangt hat, nicht abfinden, so muss er selbständig
Beschwerde führen. Tut er das nicht, so muss er sich darauf beschränken, Abweisung
der Beschwerde und Bestätigung des
vorinstanzlichen Entscheids zu verlangen (vgl. VerwGE vom 15. März 1979 i.S. Pol.
Gde. G., vom 10. Mai 2000 i.S. E.M. und vom 16. August 2005 B 2005/33 i.S. Pol. Gde.
S., in: www.gerichte.sg.ch). Auf den in der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin
gleichsam als Anschlussbeschwerde formulierten Antrag zulasten der am
Rekursverfahren beteiligten Einsprecher ist daher nicht einzutreten.
1.3. Der Beschwerdeführerin wurden die Vernehmlassungen der Vorinstanz und der
Beschwerdegegnerin zugestellt, und es wurde ihr Gelegenheit gegeben, dazu Stellung
zu nehmen, soweit darin neue tatsächliche oder rechtliche Argumente vorgebracht
würden, welche bisher nicht erörtert worden seien. Es wurde darauf hingewiesen, dass
das Gericht über die Zulassung der Stellungnahme entscheiden werde.
Eine Beschwerdeergänzung auf dem Weg der Replik ist nur insoweit statthaft, als die
Ausführungen in den Vernehmlassungen dazu Anlass geben. Mit Anträgen und Rügen,
die die Beschwerdeführerin bereits in der Beschwerde hätte erheben können, ist sie
nach Ablauf der Beschwerdefrist ausgeschlossen (BGE 132 I 42 E. 3.3.4 mit Hinweis
auf BGE 131 I 291 ff.).
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Soweit sich die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme zu den
Beschwerdeantworten zum Begehren der Beschwerdegegnerin betr. Anordnung der
solidarischen Haftung für die ausseramtliche Entschädigung äussert, ist mangels
Legitimation nicht darauf einzutreten (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
und 2 VRP). Jenes Begehren richtete sich ausschliesslich gegen die am
Rekursverfahren beteiligten Einsprecherinnen und Einsprecher. Die
Beschwerdeführerin ist von diesem Begehren nicht betroffen, und sie macht auch
keine im öffentlichen Interesse liegenden Einwendungen geltend.
Im weiteren haben die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin keine Anträge gestellt,
welche über die im Rekursverfahren gestellten Begehren hinausgingen, und sie
machten in ihren Vernehmlassungen auch keine neuen tatsächlichen und rechtlichen
Vorbringen geltend, die der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Replik
verschaffen. Soweit sich die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin zu den
Beschwerdeanträgen und deren Begründung äusserten, erhoben sie lediglich
Einwendungen gegen die Vorbringen der Beschwerdeführerin. Somit ist auf die in der
Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 24. Januar 2007 vorgetragenen
Ausführungen nicht weiter einzutreten.
2. Die Vorinstanz stellte fest, dass die geplante Mobilfunkanlage die Vorschriften der
Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (SR 814.710; abgekürzt
NISV) an allen massgebenden Orten einhält. Sie erwog, die Anlage halte auch bei
Maximalleistung sowohl die Immissionsgrenzwerte als auch die Anlagegrenzwerte ein.
Für einen einzelnen Ort mit empfindlicher Nutzung zeigten die Berechnungen, dass der
Anlagegrenzwert über 80 % des zulässigen Wertes liege, weshalb nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Abnahmemessung verlangt werden könne.
Es stelle sich in dieser Hinsicht allerdings die Frage, ob eine solche noch angezeigt sei,
nachdem sich die Mobilfunkbetreiber verpflichtet hätten, alle ihre Anlagen ab dem Jahr
2007 in ein Qualitätssicherungssystem aufzunehmen, mit welchem täglich die aktuelle
Sendeleistung und der eingestellte Neigungswinkel mit den bewilligten Werten bzw.
Wertebereichen verglichen werde. Das Bundesamt für Umwelt habe in diesem
Zusammenhang empfohlen, die Netzbetreiber mittels Auflage oder Bedingung zu
verpflichten, ihre Anlagen in dieses Qualitätssicherungssystem einzubinden. Das
Bundesgericht habe dieses Vorgehen als hinreichend bezeichnet (BGE 1A.116/2005
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vom 31. Mai 2006). Es rechtfertige sich deshalb auch im vorliegenden Fall, von einer
Abnahmemessung abzusehen und stattdessen in der Baubewilligung mit einer Auflage
sicherzustellen, dass die fragliche Anlage in das Qualitätssicherungssystem
aufgenommen wird.
Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die im Standortdatenblatt
ausgewiesenen Berechnungen korrekt und vollständig ausgeführt sind und sowohl die
Immissionsgrenzwerte als auch die Anlagegrenzwerte der geplanten Mobilfunkanlage
an allen massgebenden Orten eingehalten werden. Sie wies denn auch in diesem
Punkt die Einsprachen gegen das Bauvorhaben ab und anerkannte in der Beschwerde
ausdrücklich die Einhaltung der massgebenden Vorschriften über die
Strahlenbelastung. Bei dieser Sachlage ist nicht weiter auf die Problematik der
Strahlenbelastung einzugehen. Zu prüfen ist einzig, ob die geplante Antennenanlage
den Grundsätzen des Ortsbildschutzes widerspricht und ob sie aufgrund übermässiger
Lärmimmissionen bzw. unzulässiger Behinderung der Altlastensanierung zu verweigern
ist.
3. Art. 3 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (SR 451, abgekürzt
NHG) bestimmt, dass der Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone bei
der Erfüllung der Bundesaufgaben dafür sorgen, dass das heimatliche Landschafts-
und Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kulturdenkmäler geschont
werden und, wo das allgemeine Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten
bleiben (Abs. 1). Sie erfüllen diese Pflicht unter anderem, indem sie Konzessionen und
Bewilligungen nur unter Bedingungen oder Auflagen erteilen oder aber verweigern (Art.
2 lit. b NHG). Diese Pflicht gilt unabhängig von der Bedeutung des Objekts im Sinn von
Art. 4 NHG; eine Massnahme darf jedoch nicht weitergehen, als es der Schutz des
Objektes und seiner Umgebung erfordert (Art. 3 Abs. 3 NHG).
Die Errichtung einer Mobilfunkanlage innerhalb der Bauzone stellt nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts eine Bundesaufgabe im Sinn von Art. 2 NHG dar
(BGE 131 II 545 ff. E. 2.2). Dies führt zur Anwendbarkeit von Art. 3 NHG. Bei der nach
dieser Bestimmung gebotenen Interessenabwägung sind sämtliche Interessen, nicht
nur solche von nationaler Bedeutung zu berücksichtigen (BGE 131 II 545 ff. E. 2.1).
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3.1. Im Baureglement der Politischen Gemeinde Sargans (abgekürzt BR) ist der Schutz
namentlich der Altstadt und des Schlosshügels geregelt. Nach Art. 9 BR umfasst die
Kernzone K3 die historisch gewachsenen Dorfteile, insbesondere die Altstadt und den
Weiler Vild. Die historische Eigenart der Altstadt und des Weilers Vild, die bauliche
Einheit und besonders die Silhouette der Altstadt mit dem Schlosshügel müssen nach
Art. 9 Abs. 2 BR erhalten bleiben und dürfen nicht verändert werden.
Nach Art. 21 des Anhangs zum BR, der bis zum Inkrafttreten der in Art. 9 Abs. 3 BR
erwähnten Schutzverordnung massgebend ist, müssen die historische Eigenart, die
bauliche Einheit und besonders die Silhouette der Altstadt mit dem Schlosshügel
erhalten bleiben und dürfen nicht verändert werden. Zu diesem Zweck wird das Bild
der Strassen, Gassen und Plätze, soweit es für die Altstadt charakteristisch und
bedeutungsvoll ist, unter Schutz gestellt (Art. 21 lit. a Anhang zum BR).
3.2. Fest steht, dass die geplante Mobilfunkantenne weder in der Kernzone K3 noch in
der Grünzone, sondern in der Gewerbe-Industrie-Zone GI A vorgesehen ist. Die
geschützten Gebiete sind durch die Anlage somit nicht direkt berührt, weshalb die
Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, dass von einer unmittelbaren
Beeinträchtigung des geschützten Ortsbilds nicht gesprochen werden kann.
3.3. Der Antennenstandort befindet sich rund 300 m vom äussersten Rand des
Ortsbildschutzperimeters und rund 550 m vom Schloss sowie von der Kernzone K3
entfernt. Ob bei Bauten und Anlagen in einer solchen Entfernung eines Schutzgebiets
oder Schutzobjekts überhaupt von einer relevanten Beeinträchtigung eines
Schutzobjekts gesprochen werden kann, ist fraglich. Die Vorinstanz hielt fest, der
wirksame Schutz eines Objekts setze in der Regel den gleichzeitigen Schutz der
Umgebung voraus, weshalb die zuständige Behörde bereits bei Erlass einer
Schutzanordnung gegebenenfalls auch die Umgebung in den Schutzperimeter
aufzunehmen habe, soweit dies für eine wirksame Erhaltung des eigentlichen
Schutzobjekts notwendig erscheine. Sie prüfte aber dennoch, ob und inwieweit die
geplante Antenne die Schutzobjekte beeinträchtigt.
3.3.1. Die Vorinstanz erwog aufgrund ihrer Feststellungen anlässlich des Augenscheins,
die Altstadt sei vom Antennenstandort oder von einem weiter östlich gelegenen
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Standort aus nicht sichtbar. Das Schloss liege allerdings an erhöhter Lage und sei
praktisch von jedem Ort im Städtchen aus mehr oder weniger gut sichtbar. Aufgrund
seiner prominenten Lage könne deshalb praktisch alles, was sich in der Sichtlinie
zwischen dem aktuellen Standort eines Betrachters und dem Schloss befinde, als
störend empfunden werden. Allein der unübersehbare Industriekamin, welcher in
unmittelbarer Nähe zum vorgesehenen Bauplatz in die Höhe rage, verdecke die Sicht
auf das Wahrzeichen vollständig, wenn sich ein Betrachter entsprechend positioniere.
Die gleichen Probleme werde derjenige haben, welcher sich einen Standort in der
verlängerten Achse von Schloss und Mobilfunkantenne suche.
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, der Schlosshügel als Ortsbildhintergrund
und die Grünanlage mit den öffentlichen Bauten bildeten zusammen mit dem
historischen Ortskern eine Einheit, welche von weit her in Erscheinung trete und
Sargans nachhaltig präge. Angesichts der Weitenwirkung sei unerheblich, ob die
Altstadt vom Standort der Mobilfunkantenne aus sichtbar sei oder nicht. Massgebend
sei, dass die Antenne mit einer Gesamthöhe von über 32 m die zulässige
Gebäudehöhe in der entsprechenden Zone um das Dreifache überschreite. Mit der
Errichtung der Antenne werde das national bedeutsame Erscheinungsbild unhaltbar
beeinträchtigt. Die historische Einheit und die historische Silhouette der Altstadt mit
dem Schlosshügel würden als Blickfang verdrängt, was dem Schutzzweck diametral
entgegenstehe. Hinzu komme, dass der Industriekamin gemäss den
Baugesuchsunterlagen abgebrochen werde solle und er mit einer Höhe von rund 15,5
m nur halb so gross sei wie die geplante Mobilfunkanlage.
3.3.2. Die Vorinstanz holte beim Amt für Kultur, Denkmalpflege, einen Amtsbericht ein.
Darin wird festgehalten, Sargans werde zwar nach dem noch nicht in Kraft gesetzten
Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Ortsbild von
nationaler Bedeutung vorgesehen. Diese Umschreibung betreffe allerdings nur den
engeren, historischen Kern mit der Stadterweiterung bzw. der Vorstadt des 19.
Jahrhunderts. Hauptakzent seien das Schloss, die Kapelle und die Altstadt; alles
Anlagen, die erhöht seien und demzufolge eine grosse Fernwirkung hätten. Die
Antenne sei in der Industriezone und somit in erheblicher Distanz des schützenswerten
Ortsbilds und der herausragenden Kulturobjekte vorgesehen. Die Industriezone zeichne
sich durch eine sehr heterogene Erscheinung aus, in der Bauten aller Grössen,
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beachtlicher Höhen und unterschiedlichster Qualität zu finden seien. Mit knapp 32 m
Höhe sei die geplante Antenne sicher so hoch, oder etwas höher als die höchsten
Industriebauten. Dennoch sei das Auge der Betrachtenden durch das Industriegebiet
derart stark beansprucht, oder deutlicher gesagt, irritiert, dass die Antenne selber keine
wesentliche Beeinträchtigung mehr darstelle. Im Industriequartier sei die Antenne
lediglich eine zusätzliche technische Komponente zu den übrigen Anlagen (Reklamen,
Masten, Kamine, Geleiseüberführungen, Signale etc.) und störe somit nicht
ausschlaggebend. Die optische Erfassung bzw. bewusste Wahrnehmung sei durch das
Vielfache an anderen Störungen sehr stark erschwert, was die Tragweite einer Antenne
relativiere. Die Frage stelle sich jedoch zur möglichen Störung in bezug auf das
schützenswerte Ortsbild Sargans selbst. Dadurch, dass Sargans mit dem Schloss und
der erhöht liegenden Altstadt eine ausgesprochene Fernwirkung habe, überragten
dessen wesentliche Bereiche Schloss, Kapelle und Altstadt das heute schon sehr
heterogene Umfeld der Wohnbebauung sowie des Industrie- bzw. Gewerbegürtels und
seien somit aus grosser Distanz sichtbar. Die Beeinträchtigung, welche die Antenne
beim Betrachten von Schloss oder allenfalls Altstadt noch haben könnte, sei nur aus
einem Blickfeld eines stark eingeschränkten und am Rande des Industriequartiers
liegenden Bereichs möglich. Nähere man sich der Antenne, sei sie durch
Gewerbebauten teils verdeckt, entferne man sich, werde die Distanz zum Schloss zu
gross, so dass eine Betrachtung von dort aus wenig Sinn mache. Dies seien
Standpunkte, die niemand einnehme, wer ernsthaft die Schönheit von Schlosshügel
und historischer Altstadt auf sich einwirken lassen möchte. Das gewinnende, bewusste
Erfahren von Sargans als Landschaft mit historischer Bebauung spiele sich nicht auf
der Aussenseite einer Gewerbezone ab. Deshalb störe die Antenne das Stadtbild nicht
mehr als die vielen anderen Komponenten in seiner näheren und weiteren Umgebung.
Zudem sei noch zu beachten und auch zu relativieren, dass die vor nicht allzu langer
Zeit in unmittelbarer Nähe des Schlosses eingezonten und mit beliebig erscheinenden
Wohnhäusern überbauten Gebiete für das Erlebnis der Schlosslandschaft eine
schwerwiegendere Störung darstellten als die nun geplante Mobilfunkantenne in weit
entferntem Industriegebiet. Aus denkmalpflegerischer Sicht spreche nichts gegen den
Standort dieser Mobilfunkantenne.
3.3.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Amtsbericht beruhe nicht auf
sachlichen Argumenten, sondern sei als Abrechnung für Unstimmigkeiten in früheren
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Verfahren zu betrachten. Dies ergebe sich insbesondere aus dem letzten Abschnitt, in
dem eine Ueberbauung angesprochen werde, welche seit geraumer Zeit verwirklicht
sei.
Da die Beschwerdeführerin negative Auswirkungen der vorgesehenen Antenne auf die
Altstadt bzw. den Schlosshügel geltend machte, kann es nicht als unsachlich
qualifiziert werden, wenn der Denkmalpfleger auf eine Beeinträchtigung der
Schutzobjekte durch eine in unmittelbarer Nähe erstellte Ueberbauung hinwies. Der
Einwand, der Amtsbericht sei als Abrechnung mit der Beschwerdeführerin für
Unstimmigkeiten in früheren Verfahren zu betrachten, ist unbegründet. Der
Denkmalpfleger war vielmehr gehalten, sämtliche Aspekte darzulegen, welche für die
Beurteilung der geltend gemachten Beeinträchtigung der Schutzobjekte relevant
waren. Dazu gehören auch Beeinträchtigungen durch Ueberbauungen in unmittelbarer
Umgebung der Schutzobjekte. Auch ist nicht ausschlaggebend, wann sich der
Verfasser des Amtsberichts an Ort und Stelle begab, um die Situation zu beurteilen.
Aus dem Amtsbericht ergibt sich jedenfalls, dass dem Denkmalpfleger die Situation im
Bereich der geschützten Objekte bzw. des geschützten Ortsbilds von Sargans bekannt
war. Die Beschwerdeführerin bestätigt denn auch mit ihren Hinweisen auf ein früheres
Verfahren, dass dem Denkmalpfleger die
örtlichen Gegebenheiten im Bereich der Schutzobjekte vertraut waren. Sodann lässt
sich die Aussage im Amtsbericht, wonach die geplante Antenne sicher so hoch oder
etwas höher sei als die höchsten Industriebauten, nicht als unzutreffend qualifizieren.
Eine konkrete Angabe, um wieviele Meter die Antenne die höchsten Bauten überragt,
machte der Denkmalpfleger nicht. Zudem sind nicht die Höhendifferenzen in absoluten
Zahlen ausschlaggebend, sondern die Relationen der Höhenunterschiede bezüglich
der Sicht auf die Schutzobjekte. Allein die erhebliche Höhe der Antenne vermag eine
Beeinträchtigung des geschützten Ortsbilds bzw. der Schutzobjekte nicht zu
begründen. Entscheidend ist stets, aus welchem Blickwinkel die Schutzobjekte
betrachtet werden.
3.3.4. Sodann beruft sich die Beschwerdeführerin auf das Grundsatzpapier der
Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege vom 23. Juli 2002. In diesem
Grundsatzpapier werden Kriterien für die Erstellung von Mobilfunkantennen an
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Baudenkmälern aufgestellt. Wie die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin zutreffend
festhalten, betreffen diese Grundsätze im wesentlichen Mobilfunkantennen, die an
Baudenkmälern angebracht werden. Wohl wird auch festgehalten, dass das
sogenannte "äussere Ortsbild", die Ansicht einer Siedlung im Zusammenspiel mit ihrer
Umgebung, stets in enger Beziehung zum landschaftlichen Kontext stehe und in
diesem grösseren Zusammenhang betrachtet und beurteilt werden müsse. Diesem
Postulat wurde im vorliegenden Fall mit der Beurteilung durch den kantonalen
Denkmalpfleger Rechnung getragen. Aufgrund der grossen Distanz zwischen
Baudenkmälern und Antenne lässt sich der Standort im Industriegebiet nicht zur
massgebenden Umgebung bzw. zum äusseren Ortsbild im Sinne der von der
Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege aufgestellten Grundsätze zählen. Der
Einwand der Beschwerdeführerin, das Grundsatzpapier dieser Kommission sei gänzlich
unbeachtet geblieben, erweist sich aufgrund der vorstehenden Ausführungen als
unbegründet. Den dort verankerten Grundsätzen wurde vielmehr im Amtsbericht der
Denkmalpflege wie auch beim Entscheid der Vorinstanz Rechnung getragen.
3.3.5. Fest steht weiter, dass das Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder der
Schweiz (ISOS) im Kanton St. Gallen noch nicht rechtskräftig ist und das Ortsbild von
Sargans lediglich gemäss einem Entwurf als national bedeutsam eingestuft wird.
Materiell ist dieser Umstand allerdings nicht ausschlaggebend, da die Altstadt und das
Schloss durch einen kommunalen Erlass als Schutzobjekte eingestuft sind und nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nur Schutzobjekten von nationaler
Bedeutung, sondern auch solchen von kommunaler oder kantonaler Bedeutung bei der
Interessenabwägung Rechnung zu tragen ist (BGE 131 II 545 ff. Er. 2.1).
3.3.6. Der Antennenstandort befindet sich rund 300 m vom äussersten Rand des
Ortsbildschutzperimeters und rund 550 m vom Schloss sowie von der Kernzone K3
entfernt. Eine direkte Beeinträchtigung der Sicht auf den Schlosshügel und das Schloss
ergibt sich nur für solche Betrachter, die ihren Standort im Bereich der Verlängerung
der Achse von den Schutzobjekten zur Antenne haben. Mit zunehmender Entfernung
vom Antennenstandort schwächt sich die beeinträchtigende Wirkung der Anlage beim
gleichzeitigen Blick auf die Schutzobjekte stark ab. Der Bereich, in dem sich die
Antenne störend auf die Sicht auf die Schutzobjekte auswirkt, ist räumlich eng
begrenzt. Vom weitaus grössten Teil der Umgebung von Sargans ist trotz der Höhe der
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geplanten Anlage ein uneingeschränkter Blick auf die Schutzobjekte möglich. Auch
dem anreisenden Besucher springt die Mobilfunkantennenanlage mit ihrer Höhe von
über 32 m nur aus einigen wenigen Standorten direkt ins Auge. Aufgrund der erhöhten
Lage des Schlosses würde die Antenne schliesslich auch bei einem Blick auf das
Städtchen nicht den einzigen Blickfang darstellen. Im Bereich des Antennenstandorts
ist zudem die Sicht auf die Schutzobjekte durch die wenig ansprechenden und zum
Teil unahnsehnlichen Industrie- und Gewerbebauten und die dort befindlichen Anlagen
bereits erheblich beeinträchtigt. Anlässlich des Augenscheins konnte festgestellt
werden, dass die Sicht auf das Schloss nicht nur vom Kamin, sondern auch von den
Bauten und Anlagen in der Umgebung, namentlich den Leitungen und Masten der
Bahnlinie, stark beeinträchtigt wird und die Antenne trotz der erheblichen Höhe im
Verhältnis zu den anderen störenden Anlagen nur unbedeutend ins Gewicht fällt.
Bestätigt hat sich am Augenschein ausserdem, dass die Antenne nur in einem relativ
eng begrenzten Gebiet die direkte Sicht auf das Schloss und die Altstadt
beeinträchtigt, wobei es sich bei diesem Gebiet weitgehend um gewerblich oder
landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt. Dies mindert den Grad der
Beeinträchtigung zusätzlich. Die örtlichen Umstände, namentlich die Entfernung der
Antenne von den Schutzobjekten, die Heterogenität der Umgebung und der dort
befindlichen Bauten und Anlagen und der eingeschränkte Bereich, in dem die Antenne
den Blick auf die Schutzobjekte unmittelbar stört, durften bei der Beurteilung der
Beeinträchtigung berücksichtigt werden (vgl. VerwGE B 2005/116 vom 24. Januar 2006
i.S. Politische Gemeinde O., in: www.gerichte.sg.ch). Würde die Beeinträchtigung des
Schlosses Sargans durch die geplante Antennenanlage am fraglichen Standort als
übermässig qualifiziert, dürfte im gesamten Talgebiet von Sargans bzw. in der weiteren
Umgebung, von der aus das Schloss zu sehen ist, keine Mobilfunkantenne erstellt
werden. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die örtlichen Gegebenheiten die
Beeinträchtigung der Schutzobjekte als geringfügig erscheinen lassen. Aufgrund der
grossen Entfernung der Antenne zu den Schutzobjekten, der Bebauung und Struktur
der unmittelbaren Umgebung des Antennenstandorts sowie der beschränkten
Einsehbarkeit der Antenne beim Blick auf die Schutzobjekte liegt keine
Rechtsverletzung vor, wenn die Vorinstanz das Bauvorhaben als mit den kommunalen
Schutzbestimmungen vereinbar befunden und eine Veränderung der Schutzobjekte im
Sinne von Art. 21 des Anhangs zum BR verneint hat. Damit verstösst das Bauvorhaben
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auch nicht gegen das in Art. 93 des kantonalen Baugesetzes (sGS 731.1) verankerte
Verunstaltungsverbot (vgl. VerwGE B 2005/116 vom 24. Januar 2006 i.S. Pol. Gde. O.).
3.4. Weiter macht die Beschwerdeführerin Lärmimmissionen geltend. Die Vorinstanz
holte zu diesem Streitpunkt einen Bericht des Amtes für Umweltschutz ein. Dieses hielt
fest, dass der den Winden ausgesetzte Teil der Mobilfunkanlage nicht mit beweglichen
Bauteilen versehen sei und deshalb keine zusätzlich wahrnehmbaren Störgeräusche zu
erwarten seien. Die Vorinstanz erwog, bei Sturmwinden steige der Geräuschpegel
generell an, und einzelne Lärmquellen würden in der Regel zu einem Ganzen
verschmelzen. Es sei nicht zu erwarten, dass von einem massiv konstruierten
Antennenmast mehr Störgeräusche ausgehen würden als von all den anderen Bauten
und Anlagen in seiner Umgebung. Es sei zudem nicht bekannt, dass bis anhin konkrete
Beschwerden wegen Lärmimmissionen durch Mobilfunkanlagen vorgebracht worden
seien.
Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Vorinstanz dazu keinerlei
Sachverhaltsabklärungen getroffen habe. Der beiläufige Verweis auf den Amtsbericht
vom 28. April 2006 zeige, dass diesem selbst von der Vorinstanz keine Bedeutung
zugemessen werde. Dies trifft allerdings nicht zu. Zwar hielt das Amt für Umweltschutz
fest, die Antennenanlage selbst gelte nicht als Lärmquelle. Sie beurteilte aber dennoch,
inwiefern der dem Wind ausgesetzte Teil der Anlage zusätzliche Störgeräusche
erwarten lässt und kam zum Schluss, aufgrund des Fehlens beweglicher Bauteile sei
dies nicht der Fall. Auch verwies die Vorinstanz nicht nur beiläufig auf den Amtsbericht,
sondern wiederholte ausdrücklich die darin enthaltene Schlussfolgerung, wonach keine
zusätzlichen Störgeräusche wahrnehmbar seien. Zutreffend hielt die Vorinstanz im
weiteren fest, dass die Höhe der Anlage mit den zu erwartenden Störgeräuschen
keinen unmittelbaren Zusammenhang hat. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern eine
Mobilfunkantenne mit fest installierten Bauteilen störende Geräusche verursachen soll,
Leitungsmasten oder ähnliche Anlagen aber nicht. Die Beschwerdeführerin bringt
letztlich eine blosse Behauptung vor, für die keine sachliche Grundlage erkennbar ist.
Sie beruft sich im wesentlichen auf Reklamationen aus der Bevölkerung, wonach bei
gewissen Reklameschriften auf Gebäudedächern erhebliche Pfeifgeräusche
entstünden. Inwiefern solche Geräusche, selbst wenn sie als erwiesen angenommen
werden, auch bei Antennenanlagen, die von der Bauart nicht mit Reklameschriften
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vergleichbar sind, zu erwarten sind und inwiefern solche Geräusche als übermässig,
das heisst im Widerspruch zu den Bestimmungen des Umweltschutzgesetzes (SR
814.01) und der Lärmschutzverordnung (SR 814.41) in Erscheinung treten, legt die
Beschwerdeführerin aber nicht dar. Namentlich macht sie auch nicht geltend, von den
anderen in Sargans erstellten Mobilfunkantennen würden störende Geräusche
ausgehen. Im übrigen blieben die Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach bei
den von ihr betriebenen Antennenanlagen noch nie Anstände wegen Lärmimmissionen
vorgekommen seien, unbestritten. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem
Punkt als unbegründet.
3.5. Weiter beruft sich die Beschwerdeführerin auf die Altlastenproblematik im
fraglichen Gebiet. Die Vorinstanz holte auch zu diesem Punkt einen Amtsbericht des
Amtes für Umweltschutz ein und liess diesen nach der Durchführung des
Augenscheins ergänzen. Das Amt für Umweltschutz hielt fest, der Antennenstandort
liege knapp ausserhalb des Herdbereichs der Altlasten. Die Antennenanlage werde
vollständig innerhalb eines bereits bestehenden Gebäudes zu liegen kommen, welches
nicht unterkellert sei und die Carbolineum-Altlast somit nicht tangiere. Aufgrund der
Erstellungsarbeiten könnten keine zusätzlichen umweltgefährdenden Stoffe freigesetzt
werden. Die erforderliche Sanierung der Altlast werde durch die projektierte Anlage
nicht wesentlich erschwert. Die Beschwerdeführerin lässt es im wesentlichen dabei
bewenden, die Beurteilung des Amts für Umweltschutz zu bestreiten. Es ist nicht
ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz und das Amt für Umweltschutz zu sorglos mit
dieser Problematik umgehen. Das Amt für Umweltschutz hat anhand des konkreten
Bauvorhabens einlässlich begründet, weshalb keine wesentliche Erschwerung der
Sanierung zu erwarten ist. Namentlich ist nicht nur die Lage des Antennenmasts für die
Beurteilung des Amts für Umweltschutz ausschlaggebend, sondern auch der Umstand,
dass der Mast auf ein Gebäude zu stehen kommt, das nicht unterkellert ist. Die
bestehenden Gegebenheiten in bezug auf die Altlast werden daher entgegen den
Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht verändert. Namentlich werden auch
weitere Abklärungen über das Ausmass und die Art der Altlast nicht wesentlich
erschwert. Die Einwendungen der Beschwerdeführerin, die spätere Sanierung werde
durch das Bauvorhaben wesentlich erschwert bzw. verunmöglicht, erweisen sich
aufgrund der vorstehenden Ausführungen als unbegründet. Art. 3 lit. b der
Altlastenverordnung des Bundes (SR 814.680), wonach belastete Standorte durch die
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Erstellung von Bauten und Anlagen nur verändert werden dürfen, wenn ihre spätere
Sanierung durch das Vorhaben nicht wesentlich erschwert wird, steht der Erteilung der
Bewilligung für die streitige Mobilfunkantenne nicht entgegen.
3.6. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde der Politischen Gemeinde Sargans vollumfänglich abzuweisen ist. Nicht
einzutreten ist sodann auf den Antrag der Beschwerdegegnerin, Ziff. 6 des
angefochtenen Entscheids sei dahingehend abzuändern, dass die am Rekursverfahren
beteiligten Einsprecherinnen und Einsprecher zu einer solidarischen Haftung für die
ausseramtliche Entschädigung verpflichtet werden.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend ist die Entscheidgebühr des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerleben (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Gebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf
ihre Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Die Barauslagen im Zusammenhang mit der Publikation des Rechtsmittelverfahrens
und der Orientierung der am Rekursverfahren beteiligten Einsprecherinnen und
Einsprecher sind der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, soweit sie auf deren Begehren
um Aenderung von Ziff. 6 des Rekursentscheids zurückzuführen sind. Dabei handelt es
sich um Auslagen von Fr. 855.95. Soweit eine Orientierung der Einsprecherinnen und
Einsprecher über die Beschwerde erforderlich war, sind die entsprechenden
Barauslagen für die Publikation im Betrag von Fr. 525.10 der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen (vgl. Art. 94 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung der Bar-auslagen wird nicht
verzichtet.
Die Beschwerdegegnerin hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98
Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Ihre Rechtsvertreterin hat keine Kostennote eingereicht,
weshalb die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO).
Aufgrund der vorliegenden Umstände erscheint eine Entschädigung von Fr. 3'000.--
zuzügl. MWSt angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. c HonO). Diese geht zulasten der
Beschwerdeführerin.