Decision ID: 17ed2bc6-e157-4a57-8258-aa504a1b1f36
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1949 geborene
X._
verfügt über eine kaufmännische Lehre im Verkauf und war zuletzt von 2004 bis Ende 2010 als Ladenleiter bei der
Y._
AG tätig
(Urk. 7/1, 7/8). Am 29. Juni 2010 meldete er sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 7/1). In der Folge tätigte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erwerbliche (Urk. 7/7, 7/8) sowie medizinische (Urk. 7/12, 7/14) Abklärungen und zog die Akten der
Krankentaggeldversiche
rung
(
Urk. 7/11), insbesondere das
in deren Auftrag erstattete
Gutachten von Dr. med.
Z._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 12. Oktober 2010 (Urk. 7/13) bei.
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/20, 7/26, 7/34, 7/36, 7/41, 7/47) reichte der Versicherte
ein
Gutachten von Dr. med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 31. März 2011 ein (Urk. 7/29). Mit Verfügung vom 26. Juli 2012 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 6. September 2012 Beschwerde mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei ihm ab dem 1. März 2011 eine Invalidenrente zuzusprechen und es sei die
Beschwerdegeg
nerin
zur Erstattung der Kosten des medizinischen Gutachtens von Dr.
A._
an ihn zu verpflichten (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheidfin
dung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem
Invaliditäts
grad
von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneinte.
2.2
Die Beschwerdegegnerin trug zusammengefasst vor,
gestützt auf das Gutachten von Dr.
Z._
sei kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesundheits
schaden
ausgewiesen. Auf das Gutachten von Dr.
A._
könne nicht abge
stellt werden, da dieses sich nicht zur Überwindbarkeit der von ihm diagnosti
zierten anhaltenden Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion äussere (Urk. 2).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen,
gemäss Gutachten von Dr.
A._
liege eine Depression vor, welche die Arbeitsfähigkeit in einer einfachen Tätigkeit ohne Leistungsdruck im gewohnten Arbeitsfeld des Verkaufs im Umfang von 50 % bewirke. Die
Foerster’schen
Kriterien
zur Frage der
Über
windbarkeit
fänden
keine Anwendung, da kein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild vorliege (Urk. 1 S. 7). Die
Invaliditätsbe
messung
ergebe unter Berücksichtigung eines Invalideneinkommens basierend auf dem Tabellenwert der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) TA 7 Ziffer 27 „Verkauf von Konsumgüter und Dienstleistungen im Detailhandel“, Anforderungsniveau 3, sowie eines Abzugs vom Tabellenlohn von 15 %
einen Invaliditätsgrad von 72 % und somit Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1
S.
8 f.).
3.
3.1
3.1.1
Dr.
Z._
diagnostizierte im Gutachten vom 12. Oktober 2010 (Urk. 7/13) einen Zustand nach Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) und eine akzentuierte Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen (
ICD-10
Z73.1). Hinweise für weitere
komorbide
psychische Störungen gemäss ICD-10
konnte er nicht finden, insbesondere keine depressive Störung, keine Angststörung und keine Persönlichkeitsstörung.
Weiter hielt Dr.
Z._
fest, h
in
sichtlich der Anpassungsstörung sei der Beschwerdeführer während seiner zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit über mehrere Monate (2009 und Anfang 2010) einer erheblichen psychosozialen Belastung ausgesetzt gewesen, nämlich einem anhaltenden Leistungsdruck als Geschäftsführer mit
Budgetver
antwortung
, die schlechten Umsatzzahlen des Betriebs bei hohem Konkurrenz
druck durch Billiganbieter gewinnbringend zu korrigieren. Dies sei ihm nicht gelungen. Er habe unter dem anhaltenden Druck und den fehlenden Ergebnis
sen seiner Bemühungen zu leiden begonnen, sei emotional
(
Anspannung, Sor
gen, Gereiztheit und
Dünnhäutigkeit
)
sowie in seinen sozialen Funktionen und seinen Leistungen beeinträchtigt gewesen, so dass er sich immer mehr zurück
gezogen habe. Er sei Mitte März derart verstimmt gewesen, dass er subjektiv das Gefühl gehabt habe, nicht mehr zurechtzukommen oder in dieser Situation fortfahren zu können. Die Anspannung, eine phasenweise depressive Stimmung und einige
somatofo
rm
e
Sym
p
tome wie Schwindel, Verdauungsbeschwerden oder Schwitzen, seien jedoch nie so ausgeprägt gewesen, dass eine entspre
chende Störung
habe diagnostiziert werden können. Zum aktuellen
Untersu
chungszeitpunkt
habe der Beschwerdeführer zwar noch über einige Beschwer
den wie etwa Schlafstörungen, Schwitzen, innere Blockade, Anspannung, Ten
denz, leicht in Stress zu geraten oder
Grübelneigung
geklagt, was insbesondere dann der Fall sei, wenn er sich vor anderen exponieren müsse, wie etwa bei der gegenwärtigen Begutachtung. Dies
e
Symptome
sei
en nicht mehr der
Anpas
sungsstörung
zu
zurechnen
, sondern seien vielmehr Ausdruck einer persönlichen grundlegenden Verunsicherung über die eigenen Fähigkeiten sowie den eigenen Wert und der Furcht vor einer vermeintlich negativen Reaktion der Umgebung auf selbst kleine Fehler, wie sie für eine akzentuierte Persönlichkeit mit narziss
tischen Zügen typisch sei. Dies sei umso mehr der Fall, wenn die üblichen
Kom
pensationsmechanismen
wie Perfektionismus, ausgeprägter Ehrgeiz, hoher Ein
satz oder Ähnliches zuvor versagt hätten und die Abwehr von habituellen Min
derwertigkeitsgefühlen nicht mehr zu garantieren schienen (Urk. 7/13/10).
Eine Leistungseinschränkung könne aufgrund der fehlenden psychiatrischen Diagnose (nach ICD-10) aus psychiatrischer Sicht gegenwärtig nicht abgeleitet und damit eine Arbeitsunfähigkeit nicht attestiert werden. Zwar fühle sich der Beschwe
rdeführer beeinträchtigt und geb
e Symptome an, die vor allem bei Exposition in leistungs- bzw. prüfungsähnlichen Situationen wie etwa der gut
achterlichen Untersuchung
aufträten
. Hingegen gebe er in unbelasteten Situati
onen, zum Beispi
el morgens im Café beim Zeitung
lesen
,
aber auch sonst über Tage keine Beschwerden an. Auch habe er berichtet, dass sich sein Gesundheits
zustand seit
Mitte März und insbesondere seit
der Kündigung im August und damit seit
Wegfall des
potentielle
n
Leistungsdruck
s
stetig gebessert habe. In der Schilderung des Tagesablaufes sei zudem keine wesentliche Einschränkung sei
ner Aktivitäten festzustellen, sei er doch während rund sieben bis acht Stunden pro Tag aktiv. Aufgrund der gegenwärtigen Verunsicherung des Beschwerde
führers bei vorbestehender akzentuierter Persönlichkeit und nach „Versagen“ in einer Leistungssituation sei jedoch damit zu rechnen, dass er in naher Zukunft in einer erneuten Führungsposition wieder ähnlich unter Druck geraten und wiederum eine psychische Störung entwickeln werde. Es sei daher ratsam, die
nächste Arbeitsstelle so auszuwählen, dass er wenig Führungsverantwortung bzw. diese nicht allein tragen müsse. Zudem werde die gegenwärtige Verunsi
cherung durch die phobische Vermeidungshaltung des Beschwerdeführers, zum Beispiel bezüglich sozialer Kontakte, weiter aufrecht erhalten, da sie verhindere, die
katastrophisierenden
Denk- und Wahrnehmungsstile an realen Erfahrungen zu korrigieren (Urk. 7/13/11).
3.
1.
2
Dr.
A._
hielt im Gutachten vom 31. März 2011 (Urk. 7/29) fest, die im vorliegenden Fall geführte Diskussion um die richtige Störungsdiagnose scheine insgesamt wenig bedeutend. Er sei der Meinung, dass der Beschwerdeführer depressiv sei und dass dabei seine Persönlichkeitsstruktur, auch wenn die Dig
nität einer Persönlichkeitsstörung nicht gegeben sei, für die
Beeinträchtigungs
schwere
der Störung massgebend sei. Er stelle die Diagnose einer weiter anhal
tenden Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion gemäss ICD-10 F43.21 bei einer akzentuierten Primärpersönlichkeit mit narzisstischen und selbstunsicheren Zügen gemäss ICD-10 Z73.
1.
Die Kriterien für diese
Störungs
diagnose
seien seines Erachtens erfüllt. Möglich wäre auch die Diagnose einer leicht- bis mittelgradigen Depression. Dr.
Z._
führe als Argument für das Fehlen einer psychiatrischen Diagnose auf, dass der Beschwerdeführer einen gut strukturierten Tagesablauf mit sieben bis acht Stunden Aktivitäten habe. Er sei der Meinung, dass der Beschwerdeführer entsprechend seinem Funktionsmuster mit grosser Anstrengung seine Aktivitäten durchziehe, um seine Depression abzuwenden. Dabei gehe es nicht um Leistungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt, sondern um Stabilisierungsversuche innerhalb der Störung des Beschwerdefüh
rers. Die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit betrage 100 %. In angepasster Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zumutbar. Er denke dabei, dass der Beschwerdeführer mit reduziertem Pensum vorrangig eine Arbeitsstelle ohne Führungsaufgaben und Leistungsdruck im gewohnten Arbeitsumfeld des Verkaufs suchen sollte (Urk. 7/29/18).
3.2
Das Gutachten von Dr.
Z._
basiert auf psychiat
rischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben. Er hat detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagno
sen erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und seinem Verhalten auseinander
gesetzt. Zudem hat er die medizinischen Zusammenhänge und die me
dizinische Situation einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolgerungen nach
vollziehbar begründet. Seinem Gutachten kommt somit grundsätzlich vol
le Beweiskraft zu (vgl. E.
1.4).
3.3
Was der Beschwerdeführer gestützt auf das Gutachten von Dr.
A._
vor
bringt,
vermag
nicht
zu überzeugen
.
3.3.1
Rechtsprechungsgemäss erfolgen psychiatrische Explorationen von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei, weshalb ver
schiedene psychiatrische Inter
pretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1). Insofern lässt sich nur schon deshalb die unterschiedliche
Diag
nosestellung
erklären. Die Kritik von Dr.
A._
am Gutachten von Dr.
Z._
erschöpft sich entsprechend in einer unterschiedlichen
Gewichtung der Ent
wicklung des Beschwerdeführers und der aktuell feststellbaren psychodynami
schen Aspekte bei der Beurteilung der depressiven Störung. So hielt Dr.
A._
fest, der Einbezug der genannten Aspekte führe zu einer anderen Gewichtung der Störung und deren Beeinträchtigungsschwere. Für
ihn
sei die Depression des Beschwerdeführers noch nicht abgeklungen, wie die
s
Dr.
Z._
in seiner Diagnose eines Zustandes nach einer Anpassungsstörung festhalte und damit eine krankheitswertige Diagnose und eine Arbeitsunfähigkeit ablehne. Dr.
Z._
schiebe die Probleme des Beschwerdeführers mit einer allgemeinen Begründung auf dessen akzentuierte Persönlichkeit. In der Sache habe Dr.
Z._
recht
.
Er selber käme
zum Schluss, dass die Persönlichkeitsstruktur
des Beschwerdeführers
für dessen Störung
massgebend sei, indem
er
auch seine basalen psychischen Funktionen gemäss OPD (
Operationalisierte Psychodyna
mische Diagnostik)
beurteilt h
abe
.
Der Boden des Beschwerdeführers und seine Stabilität seien wackliger, als dies Dr.
Z._
erfasst habe (Urk. 7/29/19).
Mithin ist
von einer
anderen Ein
schätzung des an sich gleichen Gesundheitszustandes auszugehen.
3.3.2
Ferner ist
nicht die Diagnosestellung, sondern die aus der Diagnose abgeleit
ete Arbeitsfähigkeit massgebend
, wobei mehr Diagnosen nicht zwangsläufig auch eine höhere Arbeitsunfähigkeit bedeuten (Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2012 vom 15. November 2012 E. 4.3 mit Hinweis). Die von Dr.
Z._
attestierte Leistungseinschränkung in der angestammten Tätigkeit als
Ladenlei
ter
mit Führungs- und Budgetverantwortung und damit lediglich in qualitativer Hinsicht vermag zu überzeugen, wohingegen die von Dr.
A._
festgehal
tene 50%ige Arbeitsunfähigkeit
auch in angepasster Tätigkeit, mithin in einer Stelle ohne Führungsaufgaben und Leistungsdruck (Urk. 7/29/18), nicht schlüs
sig ist. Insbesondere bleibt unbegründet, weshalb die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch in quantitativer Hinsicht eingeschränkt sein soll, wo er doch gemäss Dr.
A._
in Übereinstimmung mit Dr.
Z._
einen gut struk
tu
r
ierten Tagesablauf mit sieben bis acht Stunden Aktivität hat
(Urk. 7/29/18)
.
Weshalb er diesen ganztägigen Aktivitätsumfang zur Abwehr der Depression nicht in einer Arbeitsstelle ohne Leistungsdruck verwerten kann, anstatt sich beispielsweise auf Internetforen mit Leidensgenossen auszutauschen, um dann
festzustellen, dass diese Berichte seine Niedergeschlagenheit verstärkten (Urk. 7/29/14), ist daher nicht einsichtig.
Anhaltspunkte für eine sozial-prakti
sche Unzumutbarkeit der Verwertung der Arbeitsfähigkeit trotz psychischer Beeinträchtigung
(vgl. E. 1.1)
sind keine ersichtlich und vermag auch Dr.
A._
keine
zu nennen
. Daher handelt es sich bei der von Dr.
A._
attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit lediglich um eine psychosoziale Beurteilung der Leistungsfähigkeit, welche
invalidenversi
cherungsre
chtlich
irrelevant ist (Urteile
des Bundesgerichts I 198/04 vom 7. Januar 2005 und I 125/05 vom 11. August 2005 E. 2.4 mit Hinweisen)
, wes
halb
der Arbeitsfähigkeitseinschätzung durch Dr.
Z._
gegenüber derjenigen Dr.
A._
der Vorzug zu geben
ist
.
3.3.3
Auch dass Dr.
Z._
entgegen den testpsychologischen Resultaten eine noch anhaltende Anpassungsstörung verneinte, spricht nicht gegen die
Beweistaug
lichkeit
seiner Ausführungen, weil die Rechtsprechung diesen Testverfahren höchstens ergänzende Funktion zuerkennt, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ent
scheidend bleibt (Urteil des Bundesgerichts 9C_209/2011 vom 27. Mai 2011
E.
3.2 mit Hinweisen). Dr.
Z._
begründete denn auch, dass die Angaben in den Selbstbeurteilungsverfahren sich nur teilweise mit den eigenen Befunden, die in weit geringerem Ausmass
beobachtet
worden seien, gedeckt hätten, was sich jedoch gut mit der grundlegenden Verunsicherung
und dem sich daraus erge
benden
katastrophisierenden
Denk- und Wahrnehmungsstil
,
welcher einen negativen Verstärkereffekt auf die Beschwerdeäusserung habe (Urk. 7/13/11),
begründen lasse.
3.3.4
Zusammengefasst
kann davon ausgegangen werden, dass es dem Beschwerdefüh
rer bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht all
gemein geltenden Gru
ndsatzes der
Schadenmin
derungs
pflicht
zuzumuten ist, zu 100 % einer Tätigkeit, die sein Verkaufstalent und Wissen voraussetz
t
, jedoch keinen erheblichen Leistungs- oder Zeitdruck au
f
weis
t
(Urk. 7/13/13)
, nachzu
gehen.
4.
4.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist grundsätzlich entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns tat
sächlich verdient hätte (Urteil des Bundesgerichts I 457/06
vom 14. Februar 2007 E
. 4.1
mit Hinweisen).
Ab dem 13. März 2010 ist eine durchgehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit dokumentiert (Urk. 7/8/8), weshalb das Wartejahr am 12. März 2011 abgelaufen ist (vgl. E. 1.2).
Daher hat sich der
Ein
kommens
vergleich
auf das Jahr 2011 zu beziehen
. Weiter ist
das
Valideneinkommen
grundsätzlich anhand des letzt
en vor Eintritt der Gesundheits
schädigung erziel
ten Verdienstes zu bestimmen
. 2010
erhielt
der Beschwerdeführer bei der
Y._
AG
ein
Jahreseinkommen von Fr. 100‘608.--.
Weiter ist zu beach
ten, dass das
Vali
den
ein
kom
men
- wie auch das
Invaliden
einkommen
- nöti
genfalls der Teue
rung und der realen
Einkom
mensent
wicklung
anzu
passen sind (vgl. BGE 129
V 224 E
. 4.3.1) und dabei eine Diffe
renzierung nach Geschlech
tern zu erfolgen hat, weshalb auf den
Nominal
lohnindex
für Männerlöhne ab
zustellen ist (BGE 129 V 410 E
. 3.1.2). Unter Berück
sichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
für
Männer
löhne
von
100
Punkten im Jahre
2010
auf
101
Punkte im Jahre
2011 (vgl. Schweizerischer Lohnindex, Nominallohnindex nach Geschlecht,
2010-2011
)
ergibt sich ein Betrag von Fr.
101‘614.--
.
4.2
Mangels eines tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens sind die
Tabellen
löhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohn
struktur
erhebungen
(LSE) he
ranzuziehen (BGE 126 V 76 f. E
. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 475 E
. 4.2.1). D
abei ist von dem in der LSE 2010 (S. 27
, Tabelle TA1
, Sektor III, Ziffern 45-47 „Handel; Instandhaltung u. Rep. von
Motor
fahrz
.
“
)
für Arbeitn
ehmer des Anforderungsniveaus 3
(
Berufs- und Fachkennt
nisse vorausgesetzt
) im privaten Sektor angegebenen Bruttomonatslohn für Männer von Fr.
5‘432.--
auszugehen (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmäs
siger Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden), da dieser Lohn
mit der Berufserfahrung und dem Wissen des Beschwerdeführers
ohne zusätzliche Umschulungen und Prüfungen erzielt wer
den kann. Es ist dabei aber zu berücksichtigen, dass den Anga
ben in der LSE generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstund
en zugrunde liegt (vgl. LSE 2010 S. 27
), welcher Wert etwas
tiefer ist als die im Jahre 2011 geltende
be
triebsübli
che
durchschnittliche
Arbeitszeit von wöchentlich 41,9
Stunden
(
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, 2004-2012, Sektor III, Ziffern 45-47 „Handel; Instandhaltung u. Rep. von
Motorfahrz
.
“
; BGE 129 V 484
Erw
. 4.3.2, 126 V 77 f.
Erw
. 3b/
bb
mit Hinweisen), wes
halb eine
entsprechende An
passung vorzunehmen ist.
Unter Berücksichtigung der
Nomi
nal
lohnentwicklung
für Männerlöhne von
100 Punkten im Jahre 2010 auf 101 Punkte im Jahre 2011
ergibt sich hochgerechnet auf das ganze Jahr ein Betrag von Fr.
68‘963.--
für das
Jahr 2011
(= Fr.
5‘432.-- x 12
x
1.01
/
40 x 41.9
)
.
Vom
Tabellenlohn
kann unter bestimmten, von der Rechtsprechung umschrie
be
nen Voraussetzungen ein Abzug vorgenommen werden, wobei dieser für sämt
liche in Betracht fallenden Umstände (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität bzw. Aufenthaltskategori
e und Beschäftigungs
grad) gesamthaft zu schätzen und unter Einfluss sämtlicher Merkmale auf höchstens 25 % zu be
schränken ist (BGE 129 V 481 E
. 4.2.3 mit Hinweisen). Im Lichte dieser Rechtsprechung erscheint
ein
leidensbedingte
r Abzug von 5
%
aufgrund des Alters des Beschwerdeführers
als
angemessen
.
Somit ergibt sich ein Betrag von Fr.
65‘515.--
(
Fr.
68‘963.--
x 0.95
). Gemessen am
Valideneinkom
men
von Fr.
101‘614.--
resul
tiert
bei einer Differenz von Fr.
36‘099.
--
(Fr.
101‘614.--
- Fr.
65‘515.--
) eine Einschränkung bzw. ein
rentenausschliessender
Invaliditäts
grad
von rund
36
%
.
Das in etwa gleiche Ergebnis ergibt sich aus der Gegen
überstellung des vom Beschwerdeführer vorgetragenen
Valideneinkommens
von Fr. 101‘312.-- und des Invalideneinkommens von Fr. 67‘382.-- (vgl. Urk. 1 S. 8) und unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn von 5 %.
4.3
Damit hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
einen Anspruch des Beschwerde
füh
rers auf eine Invalidenrente verneint, weshalb
die Beschwerde abzuweisen
ist
.
5.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
r
ung vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen.
Ausgangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.