Decision ID: a13cb054-913c-562a-9a5d-af2b0e41a5cc
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a G._, Jahrgang 1976, war mit einem Arbeitspensum von 70% bei der A._,
St. Gallen, tätig und dadurch obligatorisch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen Unfälle versichert. Am 24. August 2005 wurde
sie bei einem Auffahrunfall im Ausland verletzt: Der Kleinbus, in dem sie als Beifahrerin
sass, wartete vor einem Rotlicht, als er von hinten von einem Landwirtschaftsfahrzeug
(Feldhäcksler) gerammt wurde. Die Versicherte erlitt beim Unfall eine Distorsion der
Halswirbelsäule (HWS) und es traten Cervico-Cephalgien und Konzentrationsstörungen
auf (act. G 3.3/2, /4). Die Heilbehandlung erfolgte konservativ (Physio- und
Medizinische Trainingstherapie [MTT]) und mit alternativen Methoden (Craniosacral-
und Atemtherapie mit Massage und Akupunktur; act. G 3.3/2, /8, /34, /48, /54, /79, /
88, /101, /111). Vom 24. November bis 22. Dezember 2005 weilte die Versicherte zur
stationären Rehabilitation in der Klinik Valens (act. G 3.3/29).
A.b Nach einer Phase voller Arbeitsunfähigkeit nahm die Versicherte am 14. Januar
2006 ihre Tätigkeit teilweise wieder auf und konnte darauf die Arbeitsfähigkeit
schrittweise steigern (act. G 3.3/34, /52, /54, /66, /83). Ab 12. Februar 2007 leistete sie
wieder das Arbeitspensum von 70%, ab 4. Juni 2007 erhöhte sie das Pensum auf 80%
(vgl. act. G 3.3/88, /101). Aufgrund eines Rückfalls am 23. August 2007 legte sie ihre
Arbeit gänzlich nieder und wurde ab 5. November 2007 50% und ab 8. Februar 2008
wieder 100% arbeitsunfähig geschrieben (act. G 3.3/106, /109, /111, /171).
A.c Audio-neurootologisch wurde die Versicherte im November 2006 und im April
2008 bei Dr. med. B._, Facharzt FMH für Oto-Rhino-Laryngologie, abgeklärt (act. G
3.3/80, /162). Von den zwischenzeitlichen neurologischen Untersuchungen am
Kantonsspital St. Gallen erfolgte die neuropsychologische Testung am 3. Januar 2008
(act. G 3.3/125) und die neuroophthalmologische Untersuchung am 7. Januar 2008
(act. G 3.3/126). Über das neurologische Konsil der Klinik für Neurologie vom
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6. Februar 2008 wurde am 12. März 2008 berichtet (act. G 3.3/140). Am 24. Juni 2008
wurde die Versicherte von Kreisarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie,
speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, untersucht (act. G 3.3/174). Zu den
medizinischen Unterlagen, besonders den Berichten und Therapievorschlägen von
Dr. B._, nahmen am 18. September 2008 Dr. med. D._, Facharzt FMH für Oto-
Rhino-Laryngologie und Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin der Suva Luzern,
und am 22. September 2008 Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie, Versicherungsmedizin Suva Luzern, Stellung (act. G 3.3/182 f.).
A.d In der Zwischenzeit hatte sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung (IV)
angemeldet, die ihr am 13. August 2008 Kostengutsprache für eine Umschulung zur
Fotografin ab 1. September 2008 erteilte und ihr ab diesem Datum ein IV-Taggeld
zusprach (act. G 3.3/178, /187).
A.e Mit Verfügung vom 30. September 2008 hielt die Unfallversicherung fest, die
weiterhin geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und
die Unfalladäquanz sei zu verneinen. Sie stellte die Versicherungsleistungen per
10. Oktober 2008 ein und bestätigte, der Anspruch auf Taggeldleistungen habe schon
per 31. August 2008 geendet, da die Versicherte ab 1. September 2008 wegen der
beruflichen Massnahmen Anspruch auf ein Taggeld der IV habe.
B.
Die dagegen erhobene Einsprache wies die Unfallversicherung mit Entscheid vom
24. September 2009 ab.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 28. Oktober 2009 beantragt Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald
Pedergnana, St. Gallen, die Verfügung vom 24. September 2009 sei aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin aufgrund der
medizinischen Unterlagen weiterhin Leistungen für Heilungskosten, allenfalls für eine
Rente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird angeführt, aufgrund der Verschiebung des
Mercedes-Busses um 7,3 m beim Aufprall müsse von einem mittelschweren Unfall an
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der Grenze zu einem schweren ausgegangen werden. Erfüllt seien die
Adäquanzkriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der
erheblichen Beschwerden, des schwierigen Heilverlaufs und erheblicher
Komplikationen und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen. Zudem müsse die Beschwerdeführerin erneut neurologisch
begutachtet werden, da die nach dem Unfall erhobenen (neuropsychologischen) Werte
bisher nicht mit der sehr hohen prämorbiden Leistungsfähigkeit verglichen worden
seien, was unabdingbar sei, um ihre wahren Einschränkungen beurteilen zu können.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2009 lässt die Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Luzern, die Abweisung der
Beschwerde vom 28. Oktober 2009 beantragen und ihr Aktendossier ins Recht legen
(act. G 3.3/1 - 196). Zunächst wird die Authentizität der aufgelegten Skizze zum
Unfallhergang (act. G 1.1/3) in Frage gestellt. Sodann wird festgehalten, dass keine
objektivierbaren Unfallfolgen ausgewiesen seien, auch nicht anhand der
neuropsychologischen Abklärungen. Auf weitere Abklärungen könne in antizipierter
Beweiswürdigung verzichtet werden. Die Adäquanz sei zudem klar zu verneinen.
C.c Die Beschwerdeführerin lässt mit der Replik vom 11. Dezember 2009 an ihrem
Rechtbegehren festhalten. Zur Qualifikation des Unfallereignisses wird festgehalten,
dass die Unterlagen, besonders die Skizze zur Unfallendlage der beteiligten Fahrzeuge,
dem Rapport der ausländischen Polizei entstammten, der der Beschwerdegegnerin
vom Lenker des gerammten Fahrzeugs schon früher zur Verfügung gestellt worden sei
(act. G 3.3/5, /8, G 5.2), weshalb darauf abgestellt werden könne. Die Umstände des
Unfalls seien geeignet gewesen, besonders schwerwiegende Folgen hervorzurufen. Die
Feststellungen der versicherungsinternen Fachperson Dr. D._ weckten erhebliche
Zweifel an seiner Objektivität; die Erkenntnisse von Dr. B._ seien auch nach dem
Grundsatz der Waffengleichheit sehr wohl zu berücksichtigen. An einer erneuten
neurologischen Beurteilung werde ausdrücklich festgehalten. Die Adäquanzkriterien
der erheblichen Beschwerden, des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher
Komplikationen sowie der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen seien erfüllt, letzteres in besonders ausgeprägter Weise.
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C.d Die Beschwerdegegnerin lässt mit der Duplik vom 4. Januar 2010 ausdrücklich
am Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalten und zur Begründung auf die
Ausführungen in der Beschwerdeantwort verweisen. Weiter macht sie geltend, das
Unfallereignis sei als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu
qualifizieren. Eine besondere Dramatik sei bei der Auffahrkollision der
Landwirtschaftsmaschine nicht zu erkennen. Nach wie vor lägen keine organisch
objektiv ausgewiesenen, mit wissenschaftlich anerkannten Untersuchungsmethoden
erhobenen Unfallfolgen vor. Die Argumentation der Beschwerdeführerin zu den
neuropsychologischen Abklärungen stütze sich auf die beweismässig ungenügende
Formel "post hoc ergo propter hoc", was für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht ausreiche. Die Adäquanz müsse verneint werden, da keine
genügende Häufung von erfüllten Adäquanzkriterien vorliege.
C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht nach dem
10. Oktober 2008 für die Folgen des Unfalls vom 24. August 2005 zu Recht verneint
hat.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
Voraussetzungen der Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20), namentlich die
Voraussetzung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfallereignis und dem Gesundheitsschaden, besonders bei Schleudertraumen der
Halswirbelsäule, zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf den massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit und den Beweiswert von
medizinischen Berichten. Darauf kann verwiesen werden.
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2.2 Zu ergänzen ist, dass es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zulässig
ist, die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offen zu lassen, wenn
aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung fest steht, dass ein allfällig bestehender
natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre.
In diesem Fall ist die Frage, ob der natürliche Kausalzusammenhang tatsächlich
besteht, nicht entscheidrelevant (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472 sowie E. 4.c.cc
[S. 10] des angefochtenen Einspracheentscheids vom 24. September 2009).
2.3 Hinzuweisen ist weiter auf die Präzisierungen des Bundesgerichts zur Zahl der
Adäquanzkriterien, die erfüllt sein müssen, damit bei mittelschweren Unfällen die
Adäquanz zu bejahen ist: Mit Urteil vom 29. Januar 2010 (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100
[8C_897/2009] E. 4.5, zusammengefasst auch in plädoyer 2/10 S. 53 f.) hielt es fest,
dass bei Unfällen im eigentlichen mittleren Bereich drei Adäquanzkriterien - keines in
besonders ausgeprägter oder auffallender Weise erfüllt - genügen. Demgegenüber
forderte es bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten (den
klassischen Heckauffahrkollisionen) die Erfüllung von vier Adäquanzkriterien (Urteil
8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5).
3.
3.1 Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 25. Juni 2008 erhob Dr. C._ neben
einer konstituell bedingten, leicht abgeflachten Kyphose der Brustwirbelsäule keine
auffälligen Befunde im Nacken- und Schultergürtelbereich. Der Kopf war
uneingeschränkt und beschwerdefrei beweglich. Aus orthopädisch-traumatologischer
Sicht empfahl der Kreisarzt keine Therapien und sah keinen Grund für eine
Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin klagte bei der kreisärztlichen Untersuchung
über starke Konzentrationsstörungen, Gleichgewichtsprobleme und
Schwindelerscheinungen. Bei den neurologischen Untersuchungen stellte Dr. C._
neben einer Abweichung beim Unterberg'schen Tretversuch nach rechts von ca. 30 bis
45 Grad weitgehend unauffällige Befunde fest (act. G 3.3/174).
3.2 Dr. B._ erhob bei seinen Untersuchungen eine kognitiv-mnestische
Problematik, Schwindel mit Gleichgewichtsstörung, Zervikozephalgien und eine
visuelle Symptomatik (Berichte vom 23. Januar 2007 und 6. Mai 2008, act. G 3.3/80, /
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162). Entgegen seiner Interpretation im Bericht vom 6. Mai 2008 kann jedoch aus den
Befunden, unter anderem mit dynamischer Posturographie erhoben, nicht auf deren
Ursachen geschlossen werden. Wie das Bundesgericht (bis 31. Dezember 2006
Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) wiederholt festgehalten hat, lassen sich
Gleichgewichtsstörungen mit der Untersuchungsmethode der dynamischen
Posturographie zwar objektivieren und können damit verschiedene Typen einer
Gleichgewichtsfehlfunktion unterschieden werden; Informationen zur Entstehung oder
zu einer allfälligen Unfallkausalität lassen sich daraus aber keine entnehmen (vgl.
Urteile des EVG vom 29. März 2006 U 197/04 E. 3.2 und U 254/04 E. 2.3.2). Rein
aufgrund pathologischer neurootologischer Befunde, wie sie auch bei der
Beschwerdeführerin erhoben wurden, ist es danach nicht möglich, eine überwiegend
wahrscheinliche Kausalitätsbeurteilung zervikozephaler Traumafolgen vorzunehmen.
3.3 Weitere von der Beschwerdeführerin beantragte medizinische Abklärungen
würden lediglich der zusätzlichen Erhellung des natürlichen Kausalzusammenhangs
dienen. Da dieser vorliegend ausdrücklich offen gelassen wird (vgl. vorstehende
Erwägung 2.2), kann auch auf diesbezügliche weitere Abklärungen verzichtet werden.
3.4 Bei den medizinischen und insbesondere radiologischen Abklärungen der
Beschwerdeführerin konnten keinerlei strukturelle Läsionen im Sinn von organisch
objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen bzw. objektivierbaren Untersuchungsergebnissen,
die reproduzierbar und von der Person der Untersuchenden und den Angaben der
Patientin unabhängig sind, festgestellt werden (vgl. SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 E. 2 mit
Hinweis [Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009; in BGE 135 V
465 nicht publizierte E. 2]; act. G 3.3/2, /4, /7, /9, /27, /78, /140, /172, /174, /183). Das
gilt insbesondere auch für den neurootologischen Bereich: Dr. B._ führt in seinen
Berichten vom 23. Januar 2007 und 6. Mai 2008 (act. G 3.3/80, /162) Störungen des
Gleichgewichtssystems an, dokumentiert aber ebenfalls keine strukturellen Läsionen.
3.5 Soweit die Beschwerdeführerin die Objektivität der interpretierenden
Stellungnahme von Dr. D._ (act. G 3.3/182) kritisiert, ist ihr zuzugestehen, dass die
Wortwahl des versicherungsinternen Facharztes im entsprechenden Abschnitt
("Anschliessend erfolgt ...", S. 2 ab Mitte) seine Meinung über Dr. B._ als
voreingenommen erscheinen lässt. Diese unglückliche Wortwahl betrifft jedoch nur
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einen Abschnitt seiner ansonsten objektiv gehaltenen Stellungnahme und ändert
insbesondere nichts an der Feststellung, dass bei der Beschwerdeführerin keine
strukturellen Läsionen (als Folge des Unfalls) ausgewiesen sind. Demnach ist
vorliegend auch dieses Element gegeben, um die Adäquanzprüfung nach der
sogenannten Schleudertrauma-Praxis vorzunehmen. (Die Voraussetzungen Diagnose
einer HWS-Distorsion und Vorliegen von mehreren Elementen des sogenannten
typischen Beschwerdebildes blieben unbestritten.)
3.6 Der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung ist erreicht, wenn von einer Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann (vgl.
BGE 134 V 109 E. 4 S. 113 ff.). Die Beschwerdeführerin lässt gegen die
Adäquanzprüfung per 10. Oktober 2008 keine Argumente vorbringen und lässt sich
auch uneingeschränkt auf die Adäquanzprüfung durch die Beschwerdegegnerin ein.
Argumente gegen den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung sind auch aus den Akten nicht
ersichtlich, so dass diese per 10. Oktober 2008 vorgenommen werden konnte.
4.
4.1
4.1.1 Die Parteien sind uneins bezüglich Schwere des Unfallereignisses.
Während die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid offen liess,
ob der mittelschwere Unfall vom 24. August 2005 im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen liege (und einen schweren Unfall oder einen mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den schweren Unfällen aber klar ausschloss; E. 4.c.bb), lässt sie in
den Rechtsschriften anführen, es liege ein mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu
den leichten Unfällen vor. Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, der
mittelschwere Unfall sei an der Grenze zu den schweren Ereignissen einzustufen.
4.1.2 Bezüglich Unfallhergang verweisen mehrere Aktenstücke der
Beschwerdegegnerin auf den Polizeirapport (vgl. act. G 3.3/5, /8). Eine Kopie
desselben muss sich von Mitte September 2005 bis mindestens 23. Juni 2006 in ihrem
Dossier befunden haben (vgl. act. G 3.3/8, /50 f.). Die Akten, die mit der
Beschwerdeantwort dem Gericht eingereicht wurden (act. G 3.3), enthalten dieses
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Dokument nicht. Die Dokumente, die die Beschwerdeführerin als Beilagen 3 (act.
G 1.1/3), 4 und 5 (act. G 5.1, G 5.2) einreichte, sind offenbar Auszüge aus dem
Polizeirapport (oder den amtlichen Akten) bzw. eine Übersetzung derselben. Es besteht
keine Veranlassung, an deren Übereinstimmung mit den Akten zu zweifeln, die der
Beschwerdegegnerin zur Hauptsache Mitte September 2005 zugestellt worden sind,
und deshalb nicht auf diese Dokumente abzustellen.
4.1.3 Differenz zwischen den Parteien bildet die Frage, ob es zutrifft, dass der
Kleinbus, in dem die Beschwerdeführerin sass, durch den Aufprall des Feldhäckslers
mehrere Meter nach vorne katapultiert worden war, und wie sich dieser allfällige
Sachverhalt auf die Bewertung der Unfallschwere auswirkt. - Die Unfallschwere, vom
Sozialversicherungsgericht zu beurteilende Rechtsfrage, ist im Rahmen einer
objektivierten Betrachtungsweise aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit
den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht relevant sind die Kriterien,
welche bei der Prüfung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden;
dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die
versicherte Person zuzog, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu
prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder
Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zog
(SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2008
vom 11. Februar 2009 E. 3.2.1). Nach der Kasuistik, die das Bundesgericht im Urteil
8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 E. 4.6.2 auflistete, wurden Unfälle als mittelschwer,
aber nicht im Grenzbereich zu den schweren liegend, qualifiziert, bei welchen das
Fahrzeug mit der versicherten Person bei einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h
abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall
prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil 8C_169/2007 vom
5. Februar 2008 E. 4.2), einen Lastwagen beim Überholen touchierte und sich
überschlug (Urteil 8C_743/2007 vom 14. Januar 2008 Sachverhalt und E. 3), von der
Strasse abkam und sich überschlug (Urteil U 213/06 vom 29. Oktober 2007
Sachverhalt und E. 7.2), auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich
überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil U 258/06 vom
15. März 2007 Sachverhalt und E. 5.2) oder sich bei einer Geschwindigkeit von ca.
90 km/h auf einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug - wobei die
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versicherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit Totalschaden auf der
Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam (Urteil U 492/06 vom 16. Mai 2007 E. 4.2;
vgl. auch Urteil 8C_915/2008 vom 11. September 2009 E. 5.1). Auch beim Fahrer eines
Personenwagens der mit einer Fahrgeschwindigkeit von 110 km/h die Kontrolle über
das Fahrzeug verloren hatte, auf den Fahrstreifen für den Gegenverkehr, dann auf das
linksseitige Strassenbankett und schliesslich in den Strassengraben abgekommen war,
wobei er sich mehrere Male überschlagen hatte, wurde ein mittelschwerer Unfall
angenommen (Urteil 8C_595/2009 vom 17. November 2009 E. 7.2), wie auch bei einer
Frontalkollision zweier Personenwagen, wobei die Geschwindigkeit des
unfallverursachenden Personenwagens 30 bis 40 km/h betrug und diejenige des
beteiligten Fahrzeugs auf etwa 70 bis 80 km/h geschätzt wurde (Urteil 8C_80/2009
vom 5. Juni 2009 E. 6.1), und bei der Kollision eines Personenwagens bei einer
Fahrgeschwindigkeit von ca. 80 km/h mit einem Drahtgitterzaun abseits der Strasse,
mit seitlichem Überschlag und Stillstand auf dem Dach liegend im angrenzenden
Wiesland (Urteil 8C_609/2007 vom 22. August 2008 Sachverhalt und E. 4.1).
4.1.4 Aufgrund des in den Akten liegenden Auszugs aus dem Polizeirapport bzw.
den amtlichen Akten betrug vorliegend die Entfernung der Fahrzeuge in der Unfall-
Endlage 7,3 m (act. G 5.1). Weil genaue Angaben zu den Beschädigungen an den
Fahrzeugen und zum Unfallablauf fehlen, kann lediglich gemutmasst werden, wie diese
Unfall-Endlage entstand. Es ist somit zwar möglich, dass der Feldhäcksler dem
stillstehenden Kleinbus beim Aufprall einen erheblichen Stoss versetzte, bei dem
höhere Kräfte wirkten, als bei einer sogenannt einfachen Auffahrkollision auf ein
haltendes Fahrzeug, welche regelmässig als mittelschweres Ereignis an der Grenze zu
den leichten Unfällen eingestuft wird (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 [U 380/04]
E. 5.1.2 mit Hinweisen; SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142 [8C_1020/2008] E. 5.1). Denkbar ist
aber auch ein anderer Ablauf, bei dem der Kleinbus aufgrund des Anstosses und
fehlender Bremsung die entsprechenden Meter nach vorne gerollt ist. Aufgrund der
Spezifikationen des auffahrenden Feldhäckslers (Gewicht 11,38 t,
Maximalgeschwindigkeit 40 km/h) ist dieser einigermassen mit einem kleineren
Lastwagen vergleichbar. Unter Berücksichtigung der zitierten Kasuistik (E. 4.1.3) kann
daher der Unfall vom 24. August 2005 höchstens als mittelschwer im engeren Sinn
beurteilt werden. Der Kausalzusammenhang ist somit nach der Rechtsprechung
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adäquat, wenn ein Kriterium besonders ausgeprägt oder drei Kriterien in einfacher
Weise erfüllt sind (vgl. SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 [8C_897/2009] E. 4.5).
4.2
4.2.1 Ausdrücklich als erfüllt betrachtet die Beschwerdeführerin die
Adäquanzkriterien erhebliche Beschwerden, schwieriger Heilverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen. Das Vorliegen der Adäquanzkriterien besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls sowie Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen wird teilweise angedeutet. Für das
Adäquanzkriterium ärztliche Fehlbehandlung enthalten die Akten einen Hinweis, dem
nachzugehen ist. Einzig das Adäquanzkriterium fortgesetzt spezifische, belastende
ärztliche Behandlung kann nach der sogenannten Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V
109 E. 10.2 S. 127 ff.) ohne eingehende Prüfung verneint werden.
4.2.2 Ob sich ein Unfall unter besonders dramatischen Begleitumständen
ereignete oder besonders eindrücklich war, ist nach einem objektiven Massstab zu
beurteilen, nicht nach dem subjektiven Erleben der versicherten Person (RKUV 1999
Nr. U 335 S. 207 E. 3.b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 E. 5). Zu beachten
ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit
eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann
(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142 [8C_1020/2008] E. 5.2 mit Hinweisen). Der Aufprall des
Feldhäckslers ereignete sich objektiv gesehen nicht unter besonders dramatischen
Begleitumständen oder war besonders eindrücklich, weshalb dieses
Adäquanzkriterium verneint werden muss.
4.2.3 Damit das Kriterium Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen erfüllt ist, bedarf es einer besonderen Schwere der für das
Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f. und Urteil des
Bundesgerichts 8C_43/2010 vom 8. Juni 2010 E. 9.2 je mit Hinweisen). Solche sind
nicht ausgewiesen und die Beschwerdeführerin lässt selbst die Erfüllung dieses
Adäquanzkriteriums lediglich als vage Möglichkeit darstellen.
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4.2.4 Als erhebliche Beschwerden gelten glaubhafte Schmerzen oder andere
Beeinträchtigungen, die den Lebensalltag der verunfallten Person massgebend
beeinträchtigen und zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen
Unterbruch bestehen (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128; Urteil des Bundesgerichts
8C_43/2010 vom 8. Juni 2010 E. 9.4 je mit Hinweisen). Selbst wenn die starken
Konzentrationsstörungen, die die Beschwerdeführerin geltend macht, als erhebliche
Beschwerden anerkannt würden, bestanden sie nicht ohne Unterbruch zwischen dem
Unfall und dem Fallabschluss (per 10. Oktober 2008). Vielmehr war es der
Beschwerdeführerin möglich, das Arbeitspensum von 70%, das sie im Zeitpunkt des
Unfalls innehatte, ab 12. Februar 2007 wieder einzuhalten und ab 4. Juni 2007 (bis zum
Rückfall am 23. August 2007) auf ein solches von 80% zu erhöhen. Auch beschrieb sie
am 11. Juni 2007 Beschwerdeschübe in geringerer Intensität mit grösseren Intervallen
(vgl. act. G 3.3/88, /101). Das Adäquanzkriterium erhebliche Beschwerden muss
demnach verneint werden.
4.2.5 Wenn Dr. B._ im Bericht vom 5. Mai 2008 schreibt, weitere
therapeutische Insuffizienz dürfe man sich nicht mehr erlauben (act. G 3.3/162 S. 13),
äussert er damit insbesondere seine Meinung zum kontroversen Thema der weiteren
medizinischen Behandlung (vgl. dazu auch die Stellungnahmen von Dr. D._ und
Dr. E._, act. G 3.3/182 f.). Eine ärztliche Fehlbehandlung im Sinn des
Adäquanzkriteriums ist mit seinem Hinweis nicht dargelegt: Nach der einschlägigen
Rechtsprechung ist dieses nicht bereits dann erfüllt, wenn sich eine angeordnete
medizinische Massnahme nachträglich nicht als nutzbringend erweist, und ist nur dann
von einer Fehlbehandlung im Sinn des Adäquanzkriteriums auszugehen, wenn in der
medizinischen Wissenschaft und Praxis ein gewisser Konsens über die Schädlichkeit
(vorliegend Insuffizienz) einer Therapiemethode besteht, was vorliegend zweifellos nicht
der Fall ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142 [8C_1020/2008] E. 5.6 mit Hinweisen). Das
Adäquanzkriterium ärztliche Fehlbehandlung ist somit ebenfalls zu verneinen.
4.2.6 Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen liegen nach
der Rechtsprechung vor, wenn besondere Gründe gegeben sind, die die Heilung
beeinträchtigt haben, wobei die beiden Teilaspekte nicht kumulativ erfüllt sein müssen
(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142 [8C_1020/2008] E. 5.7 mit Hinweisen). Die
Beschwerdeführerin sieht die Verschlechterung ihres Gesundheitszustands anlässlich
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St.Galler Gerichte
der Untersuchung bei Dr. B._ im November 2006 sowie am 23. August 2007 als
solche besonderen Gründe. Heilungsverläufe nach HWS-Distorsionen sind aber in aller
Regel nicht linear, sondern schwankend. Selbst wenn daher der Heilungsprozess der
Beschwerdeführerin, der insgesamt zu einer stetigen Besserung führte, an diesen
beiden Daten namhaft zurückgeworfen worden sein sollte, kann nicht von erheblichen
Komplikationen gesprochen werden, womit auch dieses Adäquanzkriterium nicht
erfüllt.
4.2.7 Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin, wie sie im Sachverhalt (A.b)
dargelegt worden ist, kann als erheblich im Sinn des entsprechenden Adäquanzkrite
riums bezeichnet werden. Ausgewiesen sind auch ihre Anstrengungen, die
Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Dieses Adäquanzkriterium (vgl. BGE 134 V 109
E. 10.2.7 S. 129 f.) ist damit zu bejahen. Es ist jedoch nicht in besonders ausgeprägter
Weise erfüllt, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, denn Bemühungen zur
Überwindung der Arbeitsunfähigkeit, die eindeutig über das im Normalfall im Rahmen
der Schadenminderungspflicht zu erwartende Ausmass hinausgehen, sind nicht zu
erkennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_987/2008 vom 31. März 2009).
4.2.8 Zusammenfassend ist einzig das Adäquanzkriterium erhebliche
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen in einfacher Weise erfüllt. Das
genügt nicht, um die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach eine weitere Leistungspflicht nach dem 10. Oktober
2008 aufgrund des Unfalls vom 24. August 2005 zu Recht verneint.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG