Decision ID: 8fdc36d9-fa2c-5547-a153-b4c4f22a2417
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die B._ AG ist seit dem 19. Dezember 2003 im Handelsregister des
Kantons (...) eingetragen. Die Gesellschaft bezweckt u.a. den Handel mit
Personentransport-, Transport- und Freizeitfahrzeugen sowie mit Fahr-
zeug-Zubehör, Fahrzeug-Ersatzteilen und Betriebsstoffen. A._
weist als deren Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrates Einzel-
zeichnungsberechtigung auf.
B.
Die B._ AG kaufte von März 2014 bis Mai 2016 von Firmen in Spa-
nien, Rumänien und den Niederlanden insgesamt 32 Fahrzeuge. Für die
Überführung der Fahrzeuge vom Ausland in die Schweiz beauftragte
A._ in seiner Funktion als Geschäftsführer der B._ AG tem-
poräre Chauffeure. Diese fuhren die Fahrzeuge jeweils mit einer der beiden
Garagennummern der B._ AG ([...] U oder [...] U) in die Schweiz
resp. an den Sitz der B._ AG in (...).
C.
Bei den Einfuhren der 32 Fahrzeuge erfolgte weder eine Grenzzollanmel-
dung noch eine Kontrolle an der Grenze durch die Eidgenössische Zollver-
waltung (EZV). Nachdem die Fahrzeuge in (am Sitz der B._ AG)
angekommen waren, veranlasste die B._ AG in den darauffolgen-
den Tagen deren Verzollung durch die C._ AG (Spediteurin). Dabei
wurden die Fahrzeuge im Zollveranlagungsprozess «zugelassener Emp-
fänger» mit dem System «e-dec» definitiv präferenzbegünstigt gegen Vor-
lage einer Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 zur Einfuhr verzollt.
D.
Am 12. Dezember 2019 eröffnete die EZV gegen A._ eine Zollstra-
funtersuchung wegen des Verdachts der Einfuhr von mehreren Fahrzeu-
gen ohne ordentliche Grenzzollanmeldung. Am 7. Januar 2020 wurde
A._ als Beschuldigter befragt.
E.
Mit den beiden separat erlassenen Verfügungen vom 18. August 2020 ver-
pflichtete die EZV sowohl die B._ AG als auch A._ zur Zah-
lung von je Fr. 118'794.60 (Zoll Fr. 96'243.30, Automobilsteuer Fr. 17.20,
Mehrwertsteuer Fr. 7'700.55 und Verzugszins Fr. 14'833.55), unter solida-
rischer Haftung. Die Begründungen der beiden Verfügungen waren iden-
tisch. Die EZV legte im Wesentlichen dar, die 32 Fahrzeuge seien in der
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Seite 3
Zeit von März 2014 bis Mai 2016 ohne Vornahme einer ordentlichen Grenz-
zollanmeldung in die Schweiz eingeführt worden. Von der nicht ordnungs-
gemässen Zuführung, Gestellung und Anmeldung der Fahrzeuge anläss-
lich der Einfuhr in die Schweiz seien Zoll von Fr. 96'243.30, Automobil-
steuer von Fr. 4'135.80 und Mehrwertsteuer von Fr. 282'922.15 betroffen.
Der Umstand, dass die Fahrzeuge nach erfolgter Einfuhr ohne Vornahme
der ordnungsgemässen Grenzzollabfertigung bei der Dienstabteilung (...)
der Zollstelle Aarau zur Einfuhr verzollt wurden, vermöge daran nichts zu
ändern. Die in diesem Zusammenhang geleisteten Zahlungen der Automo-
bilsteuer von Fr. 4'118.60 und Mehrwertsteuer von Fr. 275'221.60 könnten
aber an die zu zahlenden Abgabenbeträge angerechnet werden. Die Zoll-
schuldner würden für die Abgabeschuld solidarisch haften.
F.
Gegen diese Entscheide der EZV (Vorinstanz) reichten A._ (Be-
schwerdeführer 1) und die B._ AG (Beschwerdeführerin 2) mit zwei
separaten Eingaben vom 21. September 2020 Beschwerde beim Bundes-
verwaltungsgericht ein. Sie stellen sinngemäss folgende identischen An-
träge: Die Verfügung der EZV vom 18. August 2020 sei aufzuheben. Die
zwei Beschwerdeverfahren seien zu vereinigen. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
Zur Begründung legen die Beschwerdeführenden im Wesentlichen dar, das
von der Beschwerdeführerin 2 bei der Verzollung der Fahrzeuge ange-
wandte Vorgehen sei mit der zuständigen Zollstelle abgesprochen gewe-
sen. Im Weiteren habe sie den jeweiligen Ursprungsnachweis bei der im
Inland vorgenommenen Zollanmeldung über alle Jahre hinweg erbracht.
Dem Staat seien gar keine Abgaben entzogen worden. Hätte die Be-
schwerdeführerin 2 die Abfertigung bereits am Grenzzoll vorgenommen,
wären die genau gleich hohen Abgaben erhoben worden, wie dies bei der
vorgenommenen Inlandverzollung geschehen sei. Die Vorinstanz gehe von
einer nachträglichen Präferenzverzollung aus, verkenne dabei aber, dass
gar keine «Nachträglichkeit» gegeben sei. Davon könne nur dann die Rede
sein, wenn eine Anmeldung zuerst zum Normalsatz erfolgt sei und erst im
Nachhinein eine präferenzielle Behandlung beantragt würde. In casu seien
die Fahrzeuge im Zollveranlagungsprozess «zugelassener Empfänger»
von Beginn weg, und damit nicht erst nachträglich, präferenzbegünstigt zur
Einfuhr verzollt worden.
A-4667/2020, A-4679/2020
Seite 4
G.
Mit Vernehmlassungen vom 16. November 2020 schliesst die Vorinstanz
auf Abweisung der Beschwerden.
Auf die Begründung der Eingaben ans Bundesverwaltungsgericht wird –
soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Die Rechtsschriften in den Verfahren A-4667/2020 und A-4679/2020
sind identisch. Auch sind die Beschwerdeführenden in diesen Verfahren
durch den gleichen Rechtsanwalt vertreten. Sodann beziehen sich die in
diesen Verfahren angefochtenen Entscheide der EZV auf denselben Sach-
verhalt und sind in beiden Verfahren im Wesentlichen die gleichen Rechts-
fragen zu beantworten. Da die Vorinstanz überdies keine Einwände gegen
die von den Beschwerdeführenden beantragte Vereinigung der Verfahren
erhoben hat, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren zu vereinigen und
über die Beschwerden in einem einzigen Urteil zu befinden (vgl. BGE 133
IV 215 E. 1; Urteil des BVGer A-5727/2019 vom 26. August 2020 E. 1.1).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-
gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach
Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwal-
tungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Eine solche
Ausnahme liegt nicht vor. Die angefochtenen Entscheide sind Verfügungen
im Sinne von Art. 5 VwVG. Die EZV ist zudem eine Vorinstanz des Bun-
desverwaltungsgerichts (vgl. Art. 33 VGG). Dieses ist daher für die Beur-
teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 116 Abs. 4
des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Verfahren rich-
tet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften
des VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführenden sind Adressaten der angefochtenen Ent-
scheide und damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1
VwVG). Die Beschwerden wurde zudem form- und fristgerecht eingereicht
(vgl. Art. 50 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerden ist
einzutreten.
A-4667/2020, A-4679/2020
Seite 5
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtenen Entscheide in
vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführenden können neben der
Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder
unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49
Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49
Bst. c VwVG; Urteil des BVGer A-5216/2014 vom 23. April 2015 E. 1.3).
1.5 Auf das Verfahren der Zollveranlagung vor der Vorinstanz findet das
VwVG keine Anwendung (Art. 3 Bst. e VwVG). Nach ständiger Rechtspre-
chung unterliegt dieses – freilich unter Vorbehalt der Verfahrensgarantien
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom
18. April 1999 (BV, SR 101) und der allgemeinen Grundsätze des Verwal-
tungsrechts – grundsätzlich nur den vom Selbstdeklarationsprinzip getra-
genen besonderen Vorschriften des Zollrechts gemäss Art. 21 ff. ZG (Urteil
des BVGer A-5996/2017 vom 5. September 2018 E. 1.4).
2.
2.1 Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-
sätzlich zollpflichtig und nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom
9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) zu veranlagen (Art. 7 ZG). Solche Ge-
genstände unterliegen zudem im Allgemeinen der Einfuhrsteuer (Art. 50 ff.
des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [Mehr-
wertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20]) und – sofern es sich um Automo-
bile handelt – der Automobilsteuer (Art. 22 Abs. 1 des Automobilsteuerge-
setzes vom 21. Juni 1996 [AStG, SR 641.51]). Vorbehalten bleiben Abwei-
chungen wie Zollbefreiungen und -erleichterungen sowie Steuerbefreiun-
gen, die sich aus Staatsverträgen oder besonderen Bestimmungen von
Gesetzen oder Verordnungen ergeben (vgl. Art. 2 Abs. 1 ZG, Art. 1 Abs. 2
ZTG, Art. 53 MWSTG sowie Art. 7 und Art. 12 Abs. 1 Bst. a und b AStG).
2.2 Der Zollbetrag bemisst sich nach Art, Menge und Beschaffenheit der
Ware im Zeitpunkt, in dem sie der Zollstelle angemeldet wird (Art. 19 Abs. 1
Bst. a ZG), und nach den Zollansätzen und Bemessungsgrundlagen, die
im Zeitpunkt der Entstehung der Zollschuld gelten (Art. 19 Abs. 1 Bst. b
ZG). Ein- und Ausfuhrzölle werden nach dem Generaltarif festgesetzt
(Art. 1 Abs. 1 i.V.m. den Anhängen 1 und 2 des ZTG). Ausnahmen vom
Grundsatz der allgemeinen Zollpflicht müssen sich ergeben aus Staatsver-
trägen (wie beispielsweise die Präferenzverzollung von Ursprungserzeug-
nissen gestützt auf internationale Abkommen), besonderen Bestimmungen
von Gesetzen sowie Verordnungen des Bundesrates, die sich auf dieses
Gesetz abstützen (Art. 1 Abs. 2 ZTG).
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Seite 6
3.
3.1 Die Grundlage der Zollveranlagung ist die Zollanmeldung (Art. 18
Abs. 1 ZG). Diese nimmt im Zollwesen eine zentrale Stellung ein (BARBARA
SCHMID, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Handkommentar Zollgesetz
[Kommentar], 2009, Art. 18 N 1).
3.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG hat derjenige, der Waren ins Zollgebiet ver-
bringt, verbringen lässt oder sie danach übernimmt, die Waren unverzüg-
lich und unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuzuführen. Dieser Ar-
tikel legt somit den Kreis der sogenannt zuführungspflichtigen Personen
fest. Es sind dies – wie die bundesrätliche Verordnung präzisierend fest-
legt – insbesondere der Warenführer, die mit der Zuführung beauftragte
Person, der Importeur, der Empfänger, der Versender und der Auftraggeber
(Art. 75 der Zollverordnung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01]). Zu-
führungspflichtige Personen unterliegen der Anmeldepflicht (Art. 26 Bst. a
ZG). Als Auftraggeber gilt jede Person, welche die Wareneinfuhr tatsäch-
lich veranlasst (BGE 107 Ib 198 E. 6b, Urteile des Bundesgerichts
2C_747/2009 vom 8. April 2010 E. 4.2, 2A.580/2003 vom 10. Mai 2004
E. 3.3.2).
3.3 Die zuführungspflichtige Person oder die von ihr Beauftragten müssen
die der Zollstelle zugeführten Waren gestellen und summarisch anmelden.
Die Gestellung ist die Mitteilung an die EZV, dass sich die Waren bei der
Zollstelle oder an einem anderen von der EZV zugelassenen Ort befinden.
Gestellte Waren stehen im Gewahrsam der EZV. Die summarische Anmel-
dung hat in Papierform oder elektronisch zu erfolgen (Art. 24 i.V.m. Art. 3
der Zollverordnung der EZV vom 4. April 2007 [ZV-EZV, SR 631.013]). Die
summarische Anmeldung unterscheidet sich von der Anmeldung (die auch
als definitive oder ordentliche Anmeldung bezeichnet wird) vor allem
dadurch, dass sie nicht alle zur Zollveranlagung erforderlichen Daten ent-
halten muss (BARBARA HENZEN, Kommentar, Art. 24 N 8).
3.4 Die anmeldepflichtige Person muss die der Zollstelle zugeführten, ge-
stellten und summarisch angemeldeten Waren innerhalb der von der Zoll-
verwaltung bestimmten Frist zur Veranlagung anmelden und die Begleitdo-
kumente einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). Als solche gelten Unterlagen, die
für die Zollveranlagung von Bedeutung sind, so u.a. auch Ursprungsnach-
weise für die Präferenzabfertigung (Art. 80 Abs. 1 ZV i.V.m. Art. 25 Abs. 1
ZG). Anmeldepflichtig sind die zuführungspflichtigen und die mit der Zoll-
anmeldung beauftragten Personen (Art. 26 Bst. a und b ZG). In der Zollan-
meldung müssen zusätzlich zu den sonstigen vorgeschriebenen Angaben
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Seite 7
gegebenenfalls eine Zollermässigung, Zollbefreiung, Zollerleichterung,
Rückerstattung oder provisorische Veranlagung beantragt werden (Art. 79
ZV i.V.m. Art. 25 Abs. 1 und 2 ZG). Gestützt auf das ZG hat die Zollverwal-
tung verordnet, dass die Waren spätestens am Arbeitstag, der auf die Ge-
stellung folgt, bei der Zollstelle (ordentlich) angemeldet werden müssen
(Art. 4 Abs. 1 ZV-EZV i.V.m. Art. 25 Abs. 1 ZG). Wird die Frist nicht einge-
halten, gilt dies als Unterlassen der Zollanmeldung (vgl. HENZEN, Kommen-
tar, Art. 25 N 12).
3.5 Gilt die Zollanmeldung zollrechtlich als nicht geschehen, dann hat eine
Anmeldung zur Präferenzverzollung a fortiori als nicht erfolgt zu gelten mit
der Folge, dass die Ware nicht zum Präferenzansatz, sondern zum Nor-
malansatz zu verzollen ist. So sieht der Gesetzgeber folgerichtig ausdrück-
lich vor, die Ware könne mit dem höchsten Zollansatz belegt werden, der
nach ihrer Art anwendbar ist, wenn die Ware nicht angemeldet worden ist
(Art. 19 Abs. 2 Bst. b ZG). Die Verzollung zum Normalansatz hat schliess-
lich jedenfalls bereits nach dem Grundsatz der allgemeinen Zollpflicht so-
lange und immer dann zu gelten, als die Zollanmeldung der Ware zum er-
mässigten oder befreiten Präferenzansatz nicht rechtmässig erfolgt ist.
Diese Rechtsfolge deckt sich mit jener aus dem dritten Titel des Zollgeset-
zes (Erhebung der Zollabgaben), wonach bei unterlassener Zollanmeldung
– d.h., wenn beispielsweise bereits gestellte, aber noch nicht angemeldete
Waren dem zollamtlichen Gewahrsam entzogen werden – die Zollschuld
im Zeitpunkt entsteht, in dem die Waren über die Zollgrenze verbracht
(Art. 3 Abs. 4 ZG) oder zu einem anderen Zweck verwendet oder abgege-
ben werden (Art. 14 Abs. 4 ZG) oder ausserhalb der freien Periode abge-
geben werden (Art. 15 ZG), oder wenn keiner dieser Zeitpunkte feststellbar
ist, im Zeitpunkt, in dem die Unterlassung entdeckt wird (Art. 69 Bst. c ZG;
MICHAEL BEUSCH, Kommentar, Art. 69 N 17 f.; vgl. auch REMO ARPAGAUS,
Zollrecht, in: Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, 2. Auflage, 2007, Rz. 495). Mit der Entstehung
der Zollschuld wird auch die Verpflichtung des Zollschuldners begründet,
die von der Zollverwaltung zu diesem Zeitpunkt zu veranlagenden Abga-
ben zu bezahlen (Art. 68 ZG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Bst. b ZG). Eine Veranla-
gung zum Präferenzansatz kann diesfalls nicht (mehr) in Betracht kommen
(zum Ganzen: Urteil des BVGer A-6930/2009 vom 1. September 2011
E. 2.5).
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Seite 8
3.6
3.6.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 ZG kann der Bundesrat Vereinfachungen im
Zollveranlagungsverfahren vorsehen. Laut Bst. d kann er am Zollveranla-
gungsverfahren beteiligten Personen Aufgaben der Zollverwaltung übertra-
gen. Diese erhalten die Stellung als zugelassener Versender oder Empfän-
ger, d.h. sie üben in gewissem Masse Funktionen der Zollverwaltung aus
(PATRICK RAEDERSDORF, Kommentar, Art. 42 N 2). Ein zugelassener Emp-
fänger ist eine Person, die von der EZV ermächtigt ist, Waren direkt an
ihrem Domizil oder an zugelassenen Orten zu empfangen, ohne dass die
Waren der Bestimmungszollstelle zugeführt werden müssen (Art. 101 ZV).
Zugelassene Empfänger empfangen direkt in ihrem Domizil und unterlie-
gen an der Grenze bloss einer Transitveranlagung (vgl. Art. 109 ZV).
3.6.2 Art. 49 ZG enthält die Regelung für nationale Transitverfahren. Frei-
lich beschlägt diese Vorschrift – ebenso wie die zugehörigen Ausführungs-
vorschriften in Art. 153-155 ZV – nur das nationale Transitverfahren, das
nicht aufgrund eines völkerrechtlichen Vertrages gilt (vgl. REGINALD DERKS,
Kommentar, Art. 49 N 1 und N 19). Gemäss Art. 49 ZG sind ausländische
Waren, die unverändert durch das Zollgebiet befördert werden (Durchfuhr)
oder die im Zollgebiet zwischen zwei Orten befördert werden, zum Transit-
verfahren anzumelden.
Das Transitverfahren nach Art. 49 ZG hat als Zweck die reine Beförderung
von ausländischen Waren (Art. 6 Bst. d ZG), d.h. Waren, die sich nicht im
freien Verkehr befinden und somit unter Zollüberwachung (Art. 23 Abs. 1
ZG) stehen, im Zollgebiet (Art. 3 ZG) zu ermöglichen (DERKS, Kommentar,
Art. 49 N 5; vgl. auch: ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 765). Voraussetzung für die
Durchführung dieses Verfahrens ist neben der Anmeldung zum Transitver-
fahren die Veranlagung der Einfuhrzollabgaben [mit bedingter Zahlungs-
pflicht] sowie die Identitätssicherung (Art. 49 Abs. 2 ZG i.V.m. Art. 153 ZV;
Art. 42-43 und Art. 46 ZV-EZV) der Waren. Für die Durchführung des Ver-
fahrens ist die jeweils festgesetzte Frist zu beachten, innert welcher die
nämlichen Waren bei der Bestimmungszollstelle oder einem zugelassenen
Empfänger gestellt und summarisch angemeldet werden müssen (Art. 49
Abs. 2 Bst. c ZG; vgl. auch Richtlinie 14-10 vom 1. Mai 2019 der Sektion
Zollveranlagung, Nationales Transitverfahren, Ziff. 3.4.2 und Ziff. 3.5.2.1).
3.7
3.7.1 Das Zollverfahren wird vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt
(Art. 21, 25 und 26 ZG). Derjenige, der Waren ins Zollgebiet verbringt, ver-
bringen lässt oder sie danach übernimmt, hat die Waren unverzüglich und
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Seite 9
unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuzuführen (Art. 21 Abs. 1 ZG).
Anmeldepflichtig ist u.a. die zuführungspflichtige Person (Art. 26 Bst. a
ZG). Von den Anmeldepflichtigen wird die vollständige und richtige Dekla-
ration der Ware gefordert. Hinsichtlich ihrer Sorgfaltspflichten werden somit
hohe Anforderungen gestellt (vgl. Art. 25 ZG; BGE 135 IV 217 E. 2.1.1 und
2.1.3, 112 IV 53 E. 1a; statt vieler: Urteile des BVGer A-5688/2015 vom
11. September 2018 E. 3.4 und A-1131/2017 vom 11. Januar 2018 E. 4;
SCHMID, Kommentar, Art. 18 N 4). Die Zollpflichtigen haben sich vorweg
über die Zollpflicht sowie die jeweiligen Abfertigungsverfahren zu informie-
ren. Unterlassen sie dies, haben sie dafür prinzipiell selber die Verantwor-
tung zu tragen (Urteile des BVGer A-1131/2017 vom 11. Januar 2018 E. 4
und A-4988/2016 vom 17. August 2017 E. 4.5). Insbesondere hat die zoll-
anmeldepflichtige Person selbst das gewünschte Zollverfahren zu wählen
und die Ware entsprechend anzumelden (vgl. Art. 47 Abs. 1 ZG). Zu den
wählbaren Zollverfahren zählt u.a. das Transitverfahren (Art. 47 Abs. 2
Bst. b ZG; vgl. zum Ganzen statt vieler: Urteil des BVGer A-7140/2017 vom
21. November 2018 E. 2.3, mit weiteren Hinweisen).
3.7.2 Mangels anderweitiger Regelung im MWSTG gelten die Mitwirkungs-
und Sorgfaltspflichten des Zollverfahrens auch für die Erhebung der Mehr-
wertsteuer auf der Einfuhr von Gegenständen (vgl. Art. 50 MWSTG; siehe
dazu: Urteile des BVGer A-7140/2017 vom 21. November 2018 E. 2.3 und
A-7871/2015 vom 10. November 2016 E. 2.3, mit weiteren Hinweisen).
3.8 Private haben Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in be-
hördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte Erwartungen begrün-
dendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden (Schutz von Treu und
Glauben, Art. 9 BV). In Zusammenhang mit dem Grundsatz des Vertrau-
ensschutzes steht auch das Verbot des widersprüchlichen Verhaltens der
Verwaltungsbehörden gegenüber den Privaten (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHL-
MANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 624). Für die er-
folgreiche Geltendmachung des Vertrauensschutzprinzips bedarf es unter
anderem einer genügenden Vertrauensgrundlage. Die Behörde muss
durch ihr Verhalten beim Bürger eine bestimmte Erwartung ausgelöst ha-
ben (vgl. BGE 129 I 161 E. 4.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,
Rz. 627). Dies geschieht oft durch Auskünfte oder Zusicherungen, welche
auf Anfragen von Bürgern erteilt werden, kann aber auch durch anderes
Verhalten der Behörde entstehen. Mündliche oder schriftliche Auskünfte
und Zusicherungen einer Verwaltungsbehörde bilden eine Vertrauens-
grundlage, wenn sie sich auf eine konkrete, den betroffenen Privaten be-
rührende Angelegenheit beziehen (vgl. BGE 137 II 182 E. 3.6.2, 131 II 627
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Seite 10
E. 6.1; WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts,
Bd. I, 2012, Rz. 2057, mit Hinweisen).
3.9
3.9.1 Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteuer- sowie die Automobil-
steuergesetzgebung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes.
Entsprechend findet bei Widerhandlungen in den jeweiligen Bereichen
grundsätzlich das Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwal-
tungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) Anwendung (vgl. Art. 128 Abs. 1 ZG;
Art. 103 Abs. 1 MWSTG und Art. 36 Abs. 1 AStG; zum Ganzen: Urteil des
BVGer A-4510/2018 vom 20. Mai 2019 E. 4.4).
3.9.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 VStrR sind Abgaben, die infolge einer Wider-
handlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht
nicht erhoben worden sind, ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Per-
son nachzuentrichten (BGE 106 Ib 218 E. 2c; Urteil des BGer 2A.242/2006
vom 2. Februar 2007 E. 2.1; Urteil des BVGer A-235/2014 vom 26. Mai
2014 E. 4.3.1). Leistungspflichtig für die zu Unrecht nicht erhobene Abgabe
ist, «wer in den Genuss des unrechtmässigen Vorteils gelangt ist, insbe-
sondere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete» (Art. 12 Abs. 2 VStrR;
zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4510/2018 vom 20. Mai 2019 E. 4.4
m.w.H.).
3.9.3 Zu den Nachleistungspflichtigen in diesem Sinne gehören rechtspre-
chungsgemäss insbesondere jene Personen, welche dem Kreis der Zoll-
schuldner gemäss Art. 70 ZG entsprechen, denn sie gelten ipso facto als
durch die Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt (vgl. statt vieler: Urteil des
BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3 f.; zum Ganzen: Urteil des
BVGer A-5320/2018 vom 26. August 2019 E. 4.4).
4.
4.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin 2 in
der Zeit von März 2014 bis Mai 2016 insgesamt 32 Busse aus Rumänien,
Spanien und den Niederlanden eingeführt hat, ohne an der Grenze eine
Zollanmeldung vorgenommen zu haben. Erst mehrere Tage nach dem je-
weiligen Grenzübertritt und Weiterfahrt an das Domizil der Beschwerdefüh-
rerin 2 in (...) erfolgte durch die von ihr beauftragte Spediteurin eine Zoll-
anmeldung zum Präferenzzollansatz bei der Zollstelle Aarau. Strittig ist, ob
die Busse dennoch zum Präferenzzollansatz eingeführt werden können o-
der ob die Vorinstanz dies zurecht verneint bzw. die entsprechende Diffe-
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Seite 11
renz (zuzüglich der auf dem Zollbetrag zu erhebenden Mehrwert- und Au-
tomobilsteuer sowie zuzüglich Verzugszinsen) zurecht bei den Beschwer-
deführenden nachgefordert hat.
4.2 Bei der Einfuhr der 32 Busse gehörten sowohl der Beschwerdeführer 1,
der als Geschäftsführer die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst hat, als
auch die Beschwerdeführerin 2 als Importeurin zum Kreis der zuführungs-
pflichtigen Personen gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG. Die Beschwerdeführenden
und auch die von diesen beauftragte Spediteurin unterliessen es jedoch,
die Busse der Zollstelle an der Grenze zuzuführen, zu gestellen und sum-
marisch anzumelden (E. 3.3) und im Anschluss darauf die ordentliche Zoll-
anmeldung zu veranlassen (E. 3.4). Sie verstiessen demnach gegen
Art. 24 Abs. 1 ZG und Art. 25 Abs. 1 ZG. Die für die Verzollung beauftragte
Spediteurin hatte zum Zeitpunkt der Einfuhr zwar unbestrittenermassen
den Status als zugelassene Empfängerin gemäss Art. 101 ZV. Weil die Wa-
ren jedoch nie zum Transitverfahren angemeldet worden sind (E. 3.6.2),
kam der Zollveranlagungsprozess «zugelassener Empfänger» vorliegend
nicht zur Anwendung.
Zusammenfassend kann demnach festgehalten werden, dass die Busse
ohne Zollanmeldung eingeführt wurden und von der Grenze bis ans Domi-
zil der Beschwerdeführerin 2 in (...) nicht unter Zollüberwachung standen.
Es liegt demnach keine ordentliche Zollanmeldung im Sinn von Art. 25 ZG
vor (E. 3.4). Die von der Spediteurin nachträglich vorgenommene Anmel-
dung vermag diesen Umstand nicht zu ändern. Weil die Zollschuld durch
den jeweiligen Grenzübertritt ohne Zollanmeldung entstanden ist, ist in der
Folge auch die Anmeldung zur Präferenzverzollung nicht mehr möglich
(E. 3.5; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5689/2015 vom
15. Januar 2016 E. 2.2).
Die angefochtenen Verfügungen sind insoweit zu bestätigen. Im nachfol-
genden ist auf die Einwendungen der Beschwerdeführenden einzugehen.
4.3
4.3.1 Die Beschwerdeführenden legen dar, die Spediteurin habe bei der
nach der Ankunft der Busse erfolgten Zollanmeldung die Präferenzverzol-
lung verlangt und zu diesem Zeitpunkt seien auch bereits die entsprechen-
den Ursprungsnachweise vorhanden gewesen. Es könne sich deshalb
nicht um eine nachträgliche Präferenzverzollung handeln. Weil die Ur-
sprungsnachweise eben gerade nicht nachträglich erbracht worden seien,
komme in jedem Fall ein Zollansatz von CHF 0 zur Anwendung.
A-4667/2020, A-4679/2020
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4.3.2 Es ist zutreffend, dass die Spediteurin bei der Zollanmeldung die Prä-
ferenzverzollung beantragt hat. Massgebend ist jedoch, dass die Anmel-
dung erst nach dem Grenzübertritt erfolgte und die Busse dementspre-
chend in der Zeit von der Grenzüberquerung bis zur Anmeldung nicht unter
zollamtlichem Gewahrsam (E. 3.5) standen. Aus diesem Grund entstanden
die Abgabeschulden bereits beim Grenzübertritt und eine Veranlagung
zum Präferenzansatz ist nach der Rechtsprechung nicht mehr möglich
(E. 3.5).
4.4
4.4.1 Die Beschwerdeführenden machen zudem geltend, eine Verzollung
zum Präferenzzollansatz setze keineswegs voraus, dass bei der Einfuhr
der Ware eine ordentliche Zollanmeldung an der Grenze zu erfolgen habe.
In casu seien die Fahrzeuge von der Spediteurin im Zollveranlagungsver-
fahren «zugelassener Empfänger» von Beginn an präferenzbegünstigt zur
Einfuhr verzollt worden. Art. 19 Abs. 2 ZG könne vorliegend nicht zur An-
wendung kommen, da es nie an einer Zollanmeldung gefehlt habe. Diese
sei nachweislich erfolgt.
4.4.2 Die Beschwerdeführenden verkennen, dass die Spediteurin zwar zu-
gelassene Empfängerin war, dies jedoch nicht davon entbindet, die einzu-
führenden Waren zum Transitverfahren anzumelden, damit eine Transit-
veranlagung durchgeführt werden kann. Wie bereits dargelegt, entstanden
die Abgabeschulden im Zeitpunkt, als die Busse die Grenze überquerten,
ohne unter Zollüberwachung zu stehen. Eine Ware kann nur präferenzbe-
günstigt abgefertigt werden, wenn sie permanent unter Zollüberwachung
gestanden hat. Dazu wäre vorliegend in einem ersten Schritt notwendig
gewesen, dass die Busse an der Grenze angemeldet und von dort in einem
Transitverfahren bis zum Domizil des zugelassenen Empfängers befördert
worden wären. In einem zweiten Schritt hätten die Busse sodann zur Über-
führung in den zollrechtlich freien Verkehr mit Präferenzzollantrag ange-
meldet werden können. Vorliegend kamen die Busse jedoch ohne Anmel-
dung und damit illegal in die Schweiz. Art. 19 Abs. 2 Bst. b ZG kommt folg-
lich zur Anwendung. Nicht massgebend ist, dass sie nach der illegalen Ein-
fuhr noch dem Zoll gemeldet worden sind. Die EZV hat demnach zurecht
in Anwendung von Art. 19 Abs. 2 Bst. b ZG die Fahrzeuge zum Normalan-
satz verzollt (vgl. E. 3.5).
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4.5
4.5.1 Die Beschwerdeführenden wenden ein, es sei mit der Zollstelle in
Aarau vereinbart gewesen, dass die Fahrzeuge ohne Vornahme einer or-
dentlichen Grenzzollabfertigung in die Schweiz überführt würden. Die Zoll-
stelle in Aarau habe seit Jahren von der praktizierten Vorgehensweise
Kenntnis gehabt und habe dies toleriert. Tatsache sei weiter, dass durch
die entsprechende Vorgehensweise bei der Einfuhr der Fahrzeuge dem
Staat kein Franken an Abgaben vorenthalten worden sei. Wäre eine Ver-
zollung am Grenzzoll erfolgt, wären dieselbe Abgaben angefallen und ins-
besondere wäre auch der präferenzielle Zolltarif zu Anwendung gelangt.
4.5.2 Die Beschwerdeführenden tragen die volle Verantwortung für die Vor-
nahme der Zollanmeldung und die vollständige und richtige Deklaration der
Ware (E. 3.7.1). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden liegen
keine Hinweise vor, die darauf schliessen lassen, dass die Zollstelle in
Aarau von der praktizierten Vorgehensweise Kenntnis gehabt und dies to-
leriert hätte. Insbesondere konnten die Beschwerdeführenden kein stich-
haltiges Dokument ins Recht legen, welches ihre Behauptung belegt. Es
fehlt deshalb bereits an einer Vertrauensgrundlage, damit sie sich erfolg-
reich auf den Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 9 BV berufen
könnten. Auch aus dem Umstand, dass die Zollstelle nicht bereits früher
interveniert hat, können die Beschwerdeführenden nichts zu ihren Gunsten
ableiten. Weil die Zollbehörde während der vorliegend relevanten Zeit nie
eine nachträgliche Kontrolle durchgeführt hat, wozu sie auch nicht ver-
pflichtet war, konnte sie auch keine Kenntnis des von den Beschwerdefüh-
renden praktizierten Vorgehens haben.
4.6
4.6.1 Durch die Verbringung der 32 Fahrzeuge ohne Vornahme einer or-
dentlichen Grenzzollabfertigung und der in der Folge zu Unrecht erfolgten
Verzollung zum Präferenzzollansatz wurde ein unrechtmässiger Vorteil er-
langt. Damit ist der objektive Tatbestand der Zollhinterziehung (Art. 118
ZG) erfüllt. Entsprechend ist auch die Nachleistungspflicht für die Zollab-
gaben, Einfuhrsteuer und Automobilsteuer nach Art. 12 Abs. 1 VStrR ge-
geben.
4.6.2 Gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR sind die Beschwerdeführenden als
Zollzahlungspflichtige bzw. Zollschuldner unabhängig eines allfälligen
strafrechtlichen Verschuldens zur Nachleistung der Abgaben verpflichtet.
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Die Beschwerdeführenden haften solidarisch. Die Berechnung der Abga-
benhöhe liegt im Übrigen zurecht nicht im Streit. Demzufolge ist der ange-
fochtene Entscheid zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.
4.7 Die Beschwerdeführenden haben als unterliegende Partei die Verfah-
renskosten im Umfang von Fr. 5'000.-- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
Diese werden mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss im entspre-
chenden Umfang verrechnet. Der Überschuss von Fr. 5'000.-- ist den Be-
schwerdeführenden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzu-
erstatten. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1
VwVG e contrario).