Decision ID: d7879da3-af4f-5b86-bbb8-dab4de60e842
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geboren 1971, absolvierte vom 13. bis 16. März 2009 bei der Q. GmbH eine
fachspezifische Ausbildung für Personen, die ihrerseits Hundehalter ausbilden. Er ist
damit berechtigt, Sachkundenachweise auszustellen, welche die erforderlichen
Kenntnisse über die Haltung und den Umgang mit Hunden sowie die praktische
Fähigkeit attestieren, einen Hund in Alltagssituationen unter Kontrolle zu halten. Seit
September 2010 ist er einziger Gesellschafter und einzelzeichnungsberechtigter
Geschäftsführer der A. GmbH mit Sitz in B., welche insbesondere den Betrieb einer
Hundeschule sowie die Beratung in Hundepflege, -haltung und –ausbildung bezweckt.
B./ Während eines von X.Y. am 17. November 2008 geleiteten Kurses biss der Hund
einer Kursteilnehmerin den Hund einer anderen Teilnehmerin zu Tode. Der
Veterinärdienst des Amtes für Gesundheits- und Verbraucherschutz (seit 1. März 2011
Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, nachfolgend AVSV) wurde am 7.
Januar 2009 über das gegen X.Y. wegen Tierquälerei und Misshandlung von Tieren
angehobene Strafverfahren orientiert. Das Strafverfahren wurde mangels Beweisen am
18. August 2009 aufgehoben. Am 13. Juli 2010 meldete eine Hundehalterin dem AVSV,
sie habe von X.Y. nach dem Besuch des obligatorischen Hundehalterkurses eine nicht
gesetzeskonform ausgestellte Kursbestätigung erhalten.
Am 24. August 2010 teilte eine ehemalige Kursteilnehmerin dem AVSV mit, X.Y. bringe
den Kursteilnehmern Methoden bei, die mit Schlägen, Wut, Aggression und Quälerei zu
tun hätten. Am 18. August 2011 wurde das AVSV auf eine am 12. August 2011 gegen
X.Y. erstattete Strafanzeige wegen vorsätzlicher Misshandlung eines Tieres
aufmerksam gemacht. Er hatte am 11. August 2011 während einer Agility-Stunde
dreimal auf den Hund einer Kursteilnehmerin eingeschlagen. Zu den Umständen und
zum Tathergang gingen die Schilderungen der Betroffenen auseinander. Anlässlich der
polizeilichen Einvernahme erwähnte die betroffene Kursteilnehmerin zudem, im Mai
2011 seien zwei Hunde von X.Y. wegen Überhitzung in seinem Auto verendet. Am
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19. September 2011 wurde X.Y. wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz zu
einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je 120 Franken, davon 100 Tagessätze
bedingt erlassen bei einer Probezeit von drei Jahren, verurteilt. X.Y. erhob gegen den
Strafbefehl Einsprache.
C./ Am 7. Februar 2012 verbot das AVSV X.Y. die berufliche Beschäftigung mit Tieren
für die Dauer von fünf Jahren. Mit Rekurs vom 22. Februar 2012 beantragte er beim
Gesundheitsdepartement, die Verfügung vom 7. Februar 2012 sei aufzuheben und das
Verfahren bis zum Abschluss des Strafverfahrens zu sistieren. Das Untersuchungsamt
stellte das Strafverfahren am 3. April 2012 ein mit der Begründung, bezüglich des
Vorfalls im August 2011 (mehrmaliges Schlagen des Hundes einer Kursteilnehmerin) sei
wegen unterschiedlicher Aussagen zum Sachverhalt und mangels anderweitiger
Beweise ein strafbares Verhalten von X.Y. nicht belegt. Bezüglich des Vorfalls im Mai
2011 (Verenden der beiden eigenen Hunde des Beschwerdeführers) wurde von einer
Schuldunfähigkeit wegen einer Depression mit psychischer Dekompensation
ausgegangen. Im Übrigen wäre aufgrund seiner starken Betroffenheit durch den Verlust
der Hunde eine Bestrafung auch unangemessen erschienen.
Das Gesundheitsdepartement wies den Rekurs gegen das fünfjährige Verbot der
beruflichen Beschäftigung mit Tieren am 15. Oktober 2012 ab (Ziffer 1) und stellte
ergänzend fest, das Verbot beginne mit Rechtskraft der angefochtenen Verfügung zu
laufen (Ziffer 2) und X.Y. habe nach Ablauf eine allfällige Wiederaufnahme der
berufsmässigen Beschäftigung mit Tieren im Kanton St. Gallen zu melden (Ziffer 3). In
den Erwägungen wurde darauf hingewiesen, ein vor Ablauf der Fünfjahresfrist
gestelltes Wiedererwägungsgesuch dürfte nur – aber immerhin – Erfolg haben, wenn
X.Y. eine für die Ausübung des Berufs relevante Verbesserung seines
Gesundheitszustandes nachweisen könne.
D./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob durch seinen Rechtsvertreter am
31. Oktober 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragt, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge sei der Entscheid des Gesundheitsdepartements
(nachfolgend Vorinstanz) vom 15. Oktober 2012 aufzuheben und auf das Verbot der
beruflichen Beschäftigung mit Tieren zu verzichten, eventualiter die Angelegenheit zu
weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 13. Dezember 2012, die
Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Der Rechtsvertreter nahm dazu am
16. Januar 2013 Stellung und teilte am 4. Juli 2013 mit, zwischen ihm und dem
Beschwerdeführer bestehe kein Mandatsverhältnis mehr.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton Thurgau. Dies ändert indessen nichts an der
örtlichen Zuständigkeit der st. gallischen Behörden. Zum einen hatte der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Einleitung des Verfahrens im Kanton St. Gallen
Wohnsitz (vgl. Zustelladresse des Verfügungsentwurfs vom 28. November 2011, act.
10-3/16; vgl. Art. 32 Abs. 2 und Art. 23 Abs. 2 des Tierschutzgesetzes, SR 455,
abgekürzt TSchG; BGE 108 Ib 139). Zum andern hat die A. GmbH ihren Sitz in B. und
ist nach wie vor unter dem Namen des Beschwerdeführers in der Liste der
Hundetrainer des Bundesamtes für Veterinärwesen verzeichnet (vgl.
www.bvet.admin.ch, Tierhaltung, Datenbank Hundetrainer, zuletzt besucht am
27. August 2013). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben
(Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt VRP, in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 lit. a der Vollzugsverordnung zur
Bundesgesetzgebung über den Tierschutz, sGS 645.1, abgekürzt VTs). Da sich das
Verbot der beruflichen Beschäftigung mit Tieren gegen den Beschwerdeführer richtet,
ist er zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 17. Oktober 2012 zugestellten Entscheid der
Vorinstanz wurde mit Eingabe vom 31. Oktober 2012, welche die gesetzlichen
Voraussetzungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht erfüllt, rechtzeitig erhoben (Art.
64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer wirft dem gemäss Art. 3 Abs. 1 bzw. Abs. 2 Ingress und lit. c
VTs zum Erlass des Verbots zuständigen kantonalen Amt für Verbraucherschutz und
Veterinärwesen vor, es sei voreingenommen gewesen und habe den Sachverhalt
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ungenügend abgeklärt, indem es sich selbst kein Bild von den von ihm geleiteten
Kursen gemacht habe. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer im
Rekursverfahren nicht ausdrücklich die Befangenheit der verfügenden Behörde und die
Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend machte, hätten sich die Rügen als
unbegründet erwiesen. Zwar äusserte sich eine im Amt tätige Tierärztin gegenüber dem
damaligen, Ende August 2011 in den Ruhestand getretenen Kantonstierarzt und
Amtsleiter (vgl. ABl 2011 S. 885 f.) negativ über den Beschwerdeführer (act. 10-3/8),
jedoch wurde die Verfügung schliesslich am 7. Februar 2012 vom neuen
Kantonstierarzt erlassen. Zumal die verfügende Behörde nicht davon ausging, es fehle
dem Beschwerdeführer an den erforderlichen Fachkenntnissen, durfte sie nach
Würdigung der ihr vorliegenden Beweismittel zum Schluss kommen, auf einen
Augenschein anlässlich eines vom Beschwerdeführer geleiteten Kurses könne
verzichtet werden.
3. Gemäss Art. 23 Abs. 1 TSchG kann die zuständige Behörde Personen, die wegen
wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen Vorschriften des
Tierschutzgesetzes und seiner Ausführungserlasse oder gegen Verfügungen bestraft
worden sind (lit. a) oder aus anderen Gründen unfähig sind, Tiere zu halten oder zu
züchten (lit. b), die berufsmässige Beschäftigung mit Tieren auf bestimmte oder
unbestimmte Zeit verbieten. Die Tierschutzverordnung (SR 455.1, abgekürzt TSchV)
und die Verordnung des EDI über Ausbildungen in der Tierhaltung und im Umgang mit
Tieren (SR 455.109.1) regeln die für Ausbilder im Bereich der Tierhaltung erforderliche
Ausbildung (vgl. vorab Art. 203 TSchV), beschreiben aber keine weiteren
Voraussetzungen, welche diese Personen erfüllen müssen.
Die Vorgängerbestimmung von Art. 23 Abs. 1 Ingress und lit. b TSchG liess ein Verbot
der berufsmässigen Beschäftigung mit Tieren zu, wenn der Betroffene wegen
Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht oder aus anderen Gründen zur
Tierhaltung unfähig war (vgl. Art. 24 Ingress und lit. b des Tierschutzgesetzes vom 9.
März 1978; AS 1981 I S. 562 ff., S. 568). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung liegt Unfähigkeit im Sinn von Art. 23 Abs. 1 Ingress und lit. b TSchG
vor, wenn die betreffende Person nicht die grundsätzlichen Verhaltensgebote und -
verbote des Tierschutzgesetzes zu befolgen vermag (vgl. BGer 2C_378/2012 vom 1.
November 2012 E. 3.1 mit Hinweisen auf 2C_79/2007 vom 12. Oktober 2007 E. 4.2.2
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und 2A.99/1999 vom 3. Juni 1999 E. 3b). Die Ausbildung von Hunden und deren
Haltern setzt die Fähigkeit voraus, in schwierigen Situationen, wie sie insbesondere das
Verhalten unerfahrener oder ungeeigneter Hundehalter hervorrufen kann (vgl. dazu
beispielsweise BGer 2C_1001/2011 vom 21. Mai 2012), unter Beachtung des in Art. 1
TSchG verankerten Grundsatzes des Schutzes von Wohlergehen und Würde des
Tieres, zu reagieren. Diese Fähigkeit beruht ihrerseits insbesondere beim Umgang mit
Hunden auf einer gewissen psychischen Stabilität – was sich im Wortlaut der früheren
Bestimmung niederschlug - und physischen Leistungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer
selbst scheint sich im Übrigen der Bedeutung der psychischen Stabilität für die
erfolgreiche Ausbildung und Betreuung von Hunden und Hundehaltern durchaus
bewusst zu sein. So wies er im Zusammenhang mit dem Vorfall vom November 2008 in
der polizeilichen Befragung vom 18. Dezember 2008 und im Schreiben vom 20.
November 2008 an die verfügende Behörde auf die Unsicherheit und Labilität der
Hundehalterin als (Mit-)Ursache für das problematische Verhalten ihres Hundes hin
(act. 10-3/4, insbesondere Antwort auf Frage 22).
Der Beschwerdeführer erkrankte im Jahr 2006 an einem Hirntumor und erlitt einen
Hirninfarkt. Er ist zum Bezug einer vollen IV-Rente berechtigt. Im November 2008 fügte
in einem von ihm geleiteten Kurs der Hund einer Teilnehmerin einem anderen Hund
tödliche Bisswunden zu. Nach Beziehungskonflikten und dem selbstverursachten
Verlust seiner beiden eigenen Hunde Ende Mai 2011 wurde eine psychiatrische
Hospitalisation des Beschwerdeführers erforderlich, anlässlich welcher eine Depression
mit psychischer Dekompensation diagnostiziert wurde (act. 10-7/22, Arztzeugnis vom
10. Juni 2011). Im August 2011 setzte der Beschwerdeführer gegenüber einem
aggressiven Hund physische Gewalt ein, welche er damit begründete, die Situation
habe für ihn aufgrund der geringen psychischen Belastbarkeit, eines andauernden
Angstzustandes und des nicht verarbeiteten Verlusts seiner eigenen Hunde enormen
Stress bedeutet (act. 10-3/14). Ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Rekursentscheides wieder eigene Hunde gehalten hat, wird aus den Akten nicht
ersichtlich. Jedenfalls im Januar 2012 hatte er auf die Haltung eigener Hunde noch
verzichtet, weil ihn der Verlust seiner beiden Hunde, an denen er sehr hing, immer noch
sehr schmerzte (act. 10-9). In der polizeilichen Befragung vom 18. August 2011
äusserte er auch, er habe "genug von diesen Hundehaltern" (act. 10-3/12, Antwort auf
Frage 46), mit denen es im Übrigen zuweilen zu teilweise heftigen
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Auseinandersetzungen gekommen ist. Auf die nach wie vor bestehende Absicht des
Beschwerdeführers, sich beruflich mit Hunden und Hundehaltern zu beschäftigen,
lassen der Inhalt seiner aktuellen Homepage (www. ..., zuletzt besucht am 27. August
2013) und die Eintragung als Hundetrainer an mehreren Standorten in der Liste des
Bundesamtes für Veterinärwesen (vgl. www.bvet.admin.ch, a.a.O.) schliessen.
Die dargestellten Umstände wecken berechtigte Zweifel an der physischen und
insbesondere psychischen Eignung – und nicht an den Grundfähigkeiten und
Fachkenntnissen - des Beschwerdeführers zur beruflichen Beschäftigung mit Hunden
und deren Haltern. Dass dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den Vorfällen
in seiner Hundeschule und mit seinen eigenen Hunden kein strafrechtlich relevantes
Verschulden zuzuschreiben war, ändert daran nichts. Entscheidend ist im
Zusammenhang mit der Anwendung von Art. 23 Abs. 1 Ingress und lit. b TSchG einzig,
ob der Betroffene fähig ist, in seiner beruflichen Beschäftigung und beim Halten
eigener Tiere entsprechend Art. 1 TSchG Wohlergehen und Würde der Tiere zu
schützen.
4. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe zur Beurteilung seiner
mangelnden Fähigkeit im Sinn von Art. 23 Abs. 1 Ingress und lit. b TSchG den
Sachverhalt ungenügend abgeklärt, indem sie weder Kursteilnehmer noch die den
Beschwerdeführer behandelnden Ärzte und Fachpersonen befragt habe.
4.1. Die Rekursinstanz ermittelt den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes
wegen; sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine besonderen Erhebungen
nötig, so sind nur die von den Beteiligten angebotenen und die leicht zugänglichen
Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen (Art. 58 Abs. 1 in Verbindung mit Art.
12 Abs. 1 und 2 VRP). Mit welchen Beweismitteln der Sachverhalt festzustellen ist, liegt
im Ermessen der Behörde, sofern nicht Beweismittel seitens der Beteiligten bezeichnet
werden, auf deren Erhebung sie einen Anspruch haben (Cavelti/ Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 740). Im
Rekursverfahren trifft den Rekurrenten im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht die
Beweisführungslast, indem er gemäss Art. 50 Abs. 1 VRP verpflichtet ist, allfällige
Beweismittel soweit möglich beizulegen oder sie zu bezeichnen. Die Rekursinstanz ist
befugt, den Rekurrenten zur Herausgabe bestimmter Urkunden zu verpflichten.
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Unterlässt er dies, kann er unter Fristansetzung aufgefordert werden, die Beweismittel
nachträglich beizubringen. Im Säumnisfall wird, falls angedroht, entsprechend Art. 50
Abs. 3 VRP aufgrund der Akten entschieden (vgl. Cavelti/ Vögeli, a.a.O., Rz. 611).
4.2. Weder in der Rekurseingabe vom 22. Februar 2012 (act. 10-1) noch in der
Rekursergänzung vom 24. April 2012 (act. 10-5) beantragte der Beschwerdeführer die
Befragung von Kursteilnehmern sowie von den ihn behandelnden Fachpersonen. Auch
die Stellungnahme vom 26. Juni 2012 zur Rekursvernehmlassung (act. 10-9) enthielt
keine weiteren Beweismittel oder –angebote. Am 24. August 2012 reichte der
Beschwerdeführer ein Zeugnis vom 14. August 2012 ein, in welchem der Hausarzt
einzig bestätigte, aus ärztlicher Sicht sei bei einem Invaliditätsgrad von achtzig Prozent
eine Teilbeschäftigung von zirka zwanzig Prozent durchaus möglich (act. 10-14).
Obwohl die verfügende Behörde in der Vernehmlassung vom 5. Juni 2012 (act. 10-7)
und die Vorinstanz im weiteren Verlauf des Rekursverfahrens auf die Bedeutung der
Einschätzung seiner psychischen und physischen Verfassung durch die behandelnden
Ärzte für die Erteilung von Kursen für Hundehalter hingewiesen und angedroht hatten,
ohne die Erteilung der Ermächtigung zur Einholung von Akten und Auskünften bei der
IV-Stelle, den behandelnden Ärzten und der behandelnden Psychotherapeutin nach der
Aktenlage zu entscheiden (act. 10-11 und 10-13), befreite der Beschwerdeführer die
ihn betreuenden Fachpersonen nicht vom Berufsgeheimnis und stimmte auch dem
Beizug der IV-Akten nicht zu (act. 10-14). Damit kann der Vorinstanz nicht vorgehalten
werden, sie habe vom Beschwerdeführer eingereichte oder angebotene Beweismittel
zu Unrecht nicht berücksichtigt und aufgrund der ihr vorliegenden Akten entschieden.
4.3. Indem die Vorinstanz den Beschwerdeführer ersuchte, die ihn betreuenden Ärzte
und Fachpersonen vom Arzt- und Berufsgeheimnis zu entbinden und die IV-Akten
beizuziehen, kam sie mit Blick auf die konkreten Umstände und die Anwendung von
Art. 23 Abs. 1 Ingress und lit. b TSchG ihrer Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen
abzuklären, nach. Soweit der Sachverhalt im Rekursverfahren hinsichtlich der
ausreichenden psychischen und physischen Eignung des Beschwerdeführers zur
beruflichen Beschäftigung mit Hunden (und deren Haltern) ungenügend abgeklärt blieb,
ist dies auf die Weigerung des Beschwerdeführers zurückzuführen, der Befreiung der
ihn betreuenden Personen vom Berufsgeheimnis und dem Beizug der IV-Akten
zuzustimmen. Weitere besondere Erhebungen waren zur Wahrung des öffentlichen
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Interesses nicht notwendig. Die Befragung von Kursteilnehmern wurde weder vom
Beschwerdeführer beantragt noch kann sie als leicht zugängliches Beweismittel
bezeichnet werden. Der Vorinstanz kann unter den dargelegten Umständen keine
ungenügende Abklärung des Sachverhalts vorgeworfen werden (vgl. dazu Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 627).
4.4. Entsprechend den dargelegten berechtigten Zweifeln an den psychischen und
physischen Voraussetzungen des Beschwerdeführers zur berufsmässigen
Beschäftigung mit Tieren und dem Umstand, dass er zur Klärung des Sachverhalts
nicht mitgewirkt hat, ist die Abweisung des Rekurses durch die Vorinstanz nicht zu
beanstanden.
5. Im Beschwerdeverfahren beantragt der Beschwerdeführer nun selbst, den ihn
behandelnden Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie zu befragen und die IV-
Akten beizuziehen. Auch im Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer
Beweismittel soweit möglich beizulegen (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 11 Abs. 2
VRP). In der Beschwerde begnügt sich der Beschwerdeführer, Beweise anzubieten,
obwohl ihm deren Einreichung ohne weiteres möglich gewesen wäre. Insbesondere
wäre es ihm zumutbar gewesen, IV-Akten und ärztliche Zeugnisse insbesondere zu
seinem psychischen Gesundheitszustand, zu beschaffen und einzureichen. Selbst eine
verbindliche Erklärung, die ihn behandelnden Fachpersonen vom Berufsgeheimnis zu
entbinden, fehlt. Unter diesen Umständen erübrigt sich eine weitere Abklärung des
Sachverhalts durch das Verwaltungsgericht. Wie die Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid zu Recht ausgeführt hat (vgl. E. 5.2.2), ist es dem Beschwerdeführer
unbenommen, gestützt auf Art. 27 VRP in einem Wiedererwägungsverfahren unter
Einreichung der entsprechenden Beweismittel bei der verfügenden Behörde vor Ablauf
der Fünfjahresfrist um Aufhebung des Berufsausübungsverbots nachzusuchen.
6. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist
abzuweisen. Mit der Abweisung erübrigt sich eine Sistierung des
Beschwerdeverfahrens bis zum Vorliegen von Akten zum aktuellen
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers.
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7. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom
Beschwerdeführer zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 2'000
Franken erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer, welcher im
Beschwerdeverfahren bis zum Abschluss des Schriftenwechsels anwaltlich vertreten
war, keinen Anspruch auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten (Art. 98bis und
98ter VRP). Mangels Anspruchs des Gemeinwesens auf Kostenersatz (vgl. Hirt, a.a.O.,
S. 176) kann dem Antrag der Vorinstanz auf "Kostenfolge", welcher ein Begehren auf
Parteientschädigung beinhaltet (vgl. A. Urwyler, in: Schweizerische
Zivilprozessordnung, Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N 4 zu Art. 105 ZPO), nicht
entsprochen werden.
Demnach hat das Verwaltungsgericht