Decision ID: 9275a51b-1887-43fe-b6cd-2c1a3679c8bf
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1940 geborene
X._
ist seit
Mai 2012 bevormundet bezie
hungsweise
seit Dezember 2014 im Sinne der revidierten Bestimmungen de
s
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB)
verbeiständet
(
Urk.
7/2,
Urk.
12/5/12 S. 2
). Nach s
einem Altersheime
intritt im August 2017 (
Urk.
12/1/2 S. 8) liess er sich
provisorisch
im
Juni
2017 (
Urk.
12/
10/25
)
und definitiv
am 2
2.
September
2017
bei der Gemeinde
Z._
, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchführungsstelle)
, zum Bezug von Zusatzleistungen zu seiner AHV-Rente anmelden (
Urk.
12/1/2
,
Urk.
12/10/26
).
In der Folge klärte d
ie Durchführungsstelle
seine
Einkommens- und Vermögensverhältnisse ab
(
Urk.
12/1
/
3
-11,
Urk.
12/10/27-28
)
. Aufgrund des ermittelten hohen Vermögens
verbrauch
s
in den Jahren 2001 bis 2005
forderte
sie
den
Versicherten
am
9.
und nochmals am 2
2.
November 2017 auf
, zu belegen, wofür das
Geld verwendet wurde (
Urk.
12/
10/29-32
). Anschliessend gelangte sie
zur Schlussfolgerung, dass per
1.
Januar 2017 ein
Verzichtsvermögen
in Höhe von
Fr.
150'000.-- vorliege (
Urk.
12/5/5,
Urk.
12/2/11). Mit
zwei
Verfügungen
vom 2
9.
März 2018 sprach sie dem Versicherten Ergänzungsleistungen in Höhe von
Fr.
1'747.--
ab
1.
August 2017
(
Urk.
12/2/10)
und
Fr.
687.--
ab
1.
Oktober 2017
(
Urk.
12/2/9)
zu.
Über den
Anspruch ab
1.
Januar 2018
erliess die Durchführungsstelle am
1
7.
April 2018
eine weitere Verfügung, mit der sie den monatlichen Anspruch auf
Fr.
870.-- festsetzte
(
Urk.
12/2/8)
.
Am
2
0.
April 2018
ersetzte sie diese Verfügung und
setzte den Ergänzungsleistungsanspruch
ab
1.
Januar 2018
nunmehr
auf
Fr.
883.
--
fest
(
Urk.
12/2/7;
vgl. auch
Urk.
12/10/33-34)
.
Die
von der
Beiständin
des
Versicher
te
n
am 1
5.
Mai 2018
dagegen
erhobene
Einsprache (
Urk.
12/10/35
) hiess
die Durchführungsstelle mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Juli 2018
in dem Sinne
gut
, dass sie bei der Berechnung des Leistungsanspruchs ein tieferes Verzichts
vermögen berücksichtigte,
und sprach dem Versicherten mit vier Verfügungen gleichen Datums, die Bestandteil des
Einspracheentscheides
bilden
(vgl.
Urk.
2 S. 6)
,
Ergänzungsleistungen in
der
Höhe von
Fr.
1'997.-- ab
1.
August 2017,
Fr.
937.-- ab
1.
Oktober 2017,
Fr.
1'133.
--
ab
1.
Januar 2018 sowie
Fr.
2'240.-- ab 1
8.
April 2018
zu
(
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
12/10/37).
2.
Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch seine
Beiständin
und diese durch Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser
, mit Eingabe vom
4.
September 2018
Beschwerde erheben
mit dem Antrag,
die Durchführungsstelle sei zu verpflichten,
sei
n
en
An
spruch auf
Zusatzleistungen
ohne Anrechnung eines
Verzichtsvermögen
s
zu ermitteln
.
In prozessualer Hinsicht liess er die Bestellung von Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser
als unentgeltlichen
Rechtsvertreter beantragen
(
Urk.
1 S. 2).
Mit der Beschwerde liess er neue Beweismittel einreichen (
Urk.
3/2-3,
Urk.
3/6-29).
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Oktober 2018 beantragte die Durchführungs
stelle
sinngemäss
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11).
In Gutheissung seines Gesuchs bewilligte das Gericht dem Beschwe
rdeführer mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2018
die unentgeltliche Prozessführung und bestellte ihm Rechts
anwalt
Dr.
Pierre Heusser
als unentgeltlichen Rechtsvertreter
(
Urk.
13).
Mit Replik vom 3
1.
Januar 2019 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (
Urk.
19) und weitere Unterlagen zu den Akten reichen (
Urk.
20/1-16). In der Duplik vom
5.
März 2019 machte die Durchführungsstelle sinngemäss geltend, es sei Sache des Gerichts zu entscheiden, inwiefern die Beschwerde anhand der neu eingereichten Unterlagen gutgeheissen werden könne (
Urk.
22).
Auf
die
Vorbringen
in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
9
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über Er
gänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
entspricht die jährliche Ergänzungs
leistung dem Betrag, u
m den die anerkannten Ausgaben nach
Art.
10
ELG die an
rechenbaren Einnahmen nach
Art.
11 ELG
übersteigen.
1.2
Als Einnahmen angerechnet werden
Einkünfte aus beweglichem und unbeweg
liche
m
Vermögen (
Art.
11
Abs.
1
lit
. b ELG),
ein Zehntel des Reinvermögens von Altersrentnerinnen und Altersrentnern, soweit es bei
alleinstehenden Personen 37‘500 Franken
übe
rsteigt
(
Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG
).
Ebenfalls anrechenbar sind
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die ver
zichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG).
Eine Verzichtshandlung im Sinne von
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durchsetzt, oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht
(BGE 140 V 267 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss
Art.
17a
der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
wird
der anzurechnende Betrag von
Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um 10'000 Franken ver
mindert (
Abs.
1). Dabei ist der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichtes unverändert auf den
1.
Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu über
tragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern (
Abs.
2). Für die Berech
nung der jährlichen Ergänzungsleistung ist der verminderte Betrag am
1.
Januar des Bez
ugsjahres massgebend (
Abs.
3).
1.4
Wer Ergänzungsleistungen beansprucht,
hat sich im Rahmen
sein
er
Mitwirkungs
pflicht an der Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu beteiligen (
Art.
43
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungs
rechts [ATSG]
und
Art.
61
lit
. c ATSG in Verbindung mit
Art.
2 ATSG und
Art.
1
Abs.
1 ELG). Insbesondere hat
die versicherte Person
bei einer ausserordentlichen Abnahme des Vermögens diejenigen Tatsachen zu
nennen
und soweit möglich auch zu belegen, die einen Vermögensverzicht ausschliessen
.
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, trägt
sie
die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Pflicht oder gegen eine adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist (
BGE 121 V 204
E. 6a).
Dabei genügt weder die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts noch Glaubhaftmachen, sondern es gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Dieser ist erfüllt, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten ver
nünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen
(Urteil des Bundesgerichts
9C_435/2017
vom 1
9.
Juni 2018 E. 3.3)
.
In diesem Beweismass ist Spielraum vor
handen, der es der Verwaltung und dem Gericht gestattet, auf Beweisschwierig
keiten der
anspruchstellenden
Person
Rücksicht zu nehmen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_274/2019 vom 1
7.
Juli 2019 E. 5.2 mit Hinweis).
Bei Beweislosigkeit, das heisst
wenn es dem Leistungsansprecher nicht gelingt, einen (überdurch
schnittlichen) Vermögensrückgang zu belegen oder die Gründe dafür rechts
genügend darzutun, wird ein Vermögensverzicht angenommen und ein hypo
thetisches Vermögen sowie
ein
darauf entfallender Ertrag angerechnet
(Urteil des Bundesgerichts
9C_435/2017
vom 1
9.
Juni 2018 E. 3.3).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
begründete
die Durchführungsstelle
die Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs des Beschwerdeführers
ab
1.
August 2017
im Wesentlichen damit,
per
1.
Januar 2017
sei
ein Verzichts
vermögen in Höhe von
Fr.
135'700.-- anzurechnen.
Die Gegenüberstellung des in den Steuerunterlagen ausgewiesenen Einkommens in den Jahren 2002 bis 2004
und der Ausgaben für Krankenkassenprämien, Miete, den (erhöhten) allgemeinen Lebensbedarf, die Steuern,
die Hilfe bei der Haushaltführung durch eine Raum
pflegerin
, die
extern erledigte
chemische
Kleiderreinigung sowie das
regelmässige
Essen auswärts,
führe
lediglich
im
Jahr 2004
zu
ein
em
Ausgabenüberschuss von
rund
Fr.
23'700.--
(
Fr.
5'700.-- +
Fr.
6'000.-- +
Fr.
12'000.--)
, welcher als belegte Vermögensminderung anerkannt werden könne.
Die
anerkannten
Ausgaben
seien
, soweit sie die Pauschalen gemäss ELG für den Lebensbedarf, den Mietzins und die
Krankenkasse
überstiegen
,
allein Aufgrund der Angaben der
Beiständin
beziehungsweise der Kinder des Beschwerdeführers
bestimmt
worden;
weitere Belege
lägen nicht vor (
Urk.
2 S. 2-5,
Urk.
12/10/3)
.
Das Verzichtsvermö
gen per
1.
Januar 2017 von
Fr.
135'700.-- errechne
sich, indem von der Vermögensab
nahme in den Jahren 2002 (
Fr.
161'000.--), 2003 (
Fr.
40'400.--
)
und 2004 (
Fr.
98'000.--)
der Ausgabenüberschuss im Jahr 2004
(
Fr.
23'700.--
)
abgezogen und dieser Betrag um die in den Jahren 2004 bis 2017 anfallende Abschreibung des Verzichtsvermögens
in Höhe von insgesamt
Fr.
140'000.
--
gekürzt werde
(
Urk.
2 S. 3 und 5,
Urk.
12
/10/3
S. 6-7
; vgl. auch
Urk.
12/2/11
)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, ihm dürfe kein Verzichtsvermögen angerechnet werden. Im Wesentlichen begründet er dies damit,
selbst bei Anrechnung des Verzichtsvermögens in Höhe von
Fr.
135'700.-- müsse berücksichtigt werden, dass seine Schulden dieses Vermögen deutlich überstiegen. Ab dem Jahr 2000 sei er
selbständigerwerbend
gewesen. Mit seiner Einzelfirma habe er aber keinen geschäftlichen Erfolg gehabt, sondern im Gegen
teil viel Geld verloren. Zusätzlich habe er private Schulden gehabt. Im Jahre 2012 habe über ihn der Konkurs eröffnet werden müssen. Noch heute bestünden Schulden in Höhe von
Fr.
429'075.9
0.
Gemäss BGE 142 V 311 E. 3.3
müssten diese Schulden vom rohen Vermögen abgezogen werden, um das anrechenbare Vermögen zu ermitteln. Da die Schulden das Vermögen überstiegen, sei
er
über
schuldet
; bei der Ergänzungsleistungsberechnung dürfe somit kein Vermögen berück
sichtigt werden (
Urk.
1 S. 5-8
;
Urk.
19 S. 9-14
).
D
ie Anrechnung eines Verzichtsvermögens sei
ferner auch deswegen
nicht zulässig
,
weil er
auf sein Ver
mögen
gar
nicht verzichtet, sondern das Geld über Jahre mit seiner Einzelfirma, seinem luxuriösen, den finanziellen Verhältnissen nicht
angepassten
Lebens
wandel und mit der privaten
Finanzierung
der Kosten
der Krebsbehandlung seiner zweiten Ehefrau
ausgegeben habe
. Er sei von Geschäftspartnern ausgetrickst worden und habe dadurch rund
Fr.
150'000.-- verloren. Wegen einer veränderten Honorarpolitik der Verlage habe er zudem Buchprojekte selber vorfinanzieren müssen
(
Urk.
1 S. 8-10
,
Urk.
19 S. 5
).
Er habe über 600 Bücher initiiert, produziert
und begleitet und mit zahlreichen Verlagen zusammengearbeitet, wodurch nach
vollziehbar werde, dass er relativ schnell viel Geld verloren habe (
Urk.
1 S. 13).
Zusätzlich habe er bis September 2005 monatlich Alimente in Höhe von
Fr.
3'900.-- an seine Ex-Frau leisten müssen
und
vo
n August 19
99 bis Juni 2002 seiner Tochter monatlich
Fr.
1'500.
--
überwiesen
(
Urk.
1 S. 10-11).
Seinem Sohn habe er Alimente in Höhe von
Fr.
14'400.-- bezahlen müssen (
Urk.
19 S. 4).
Im Jahr 2002 habe er zudem hohe Ausgaben für den Autounterhalt (
Fr.
11'443.--), für Telefonkosten (
Fr.
15'682.--) sowie Reisespesen gehabt
(
Urk.
1 S. 10-11).
In
den Jahren 2001 bis 2005 habe er Gesundheitskosten in Höhe von
Fr.
9'259.50
bezahlen müssen
, welche nicht von der Krankenkasse
übernommen
worden seien (
Urk.
19 S. 3).
Aus den
Plädoyernotizen
der Scheidungsanwältin vom 1
0.
April 2003 ergebe sich zudem
, dass er einmal
Fr.
37'000.-- und einmal
Fr.
42'000.-- an die Pensionskasse und zusätzlich Steuern in Höhe von
Fr.
25'000.--
habe
zahlen müssen
.
Seine finanzielle Situation sei derart schlecht gewesen, dass er sich sogar Geld von seinen Kindern habe ausleihen müssen (
Urk.
1 S. 12).
Die Vermögens
reduktion sei also durchaus erklärbar und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Vermögensverbrauch
zu betrachten und nicht als Ver
mögensverzicht (
Urk.
1 S. 14
).
2.3
Die Durchführungsstelle entgegnet den Argumenten des Beschwerdeführers in der Beschwerdeantwort und
Duplik
,
eine
Verrechnung der Verschuldung mit der unbelegten Vermögensabnahme sei nicht möglich (
Urk.
11 S. 1 f.
,
Urk.
22 S. 1 ff.
). Da der Beschwerdeführer trotz mehrfachem Hinweis auf fehlende Belege wieder
holt schriftlich und telefonisch habe mitteilen lassen, dass keine Belege zur Vermögensabnahme zu beschaffen seien,
habe
sie auf Basis der bereits vor
handenen und im
Einspracheverfahren
zusät
zlich beigezogenen Akten entsch
e
i
den
müssen. Allein aufgrund der damals vorhandenen schriftlichen Hin
weise und Indizien seien die geltend gemachten Ausgaben nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt
gewesen
. Sie habe ihren Spielraum grosszügig zugunsten des Beschwerdeführers ausgenutzt, indem sie trotz schlechter Aktenlage die vorgebrachten Argumente soweit möglich berück
sichtigt und zu seinen Gunsten einen erhöhten Lebensbedarf eingerechnet habe. Die Aktenlage sei erst im Verlauf des Beschwerdeve
rfahrens etwas besser gewor
den
(
Urk.
11 S. 2 f.,
Urk.
22 S. 4
).
Die im Konkursverfahren im Jahr 2012 fest
gestellte hohe Verschuldung des Beschwerdeführers
schliesse
einen Vermögens
verzicht in der massgeblichen Periode von 2002 bis 2004 nicht aus (
Urk.
22 S. 5). Zudem leiste der Kollokationsplan keinen
relevanten
Beitrag zur Belegung der Vermögensabnahme in den Jahren 2002 bis 200
4.
Die mit Abstand überwiegende
Mehrheit an Eintragungen stamme nämlich von F
orderungen aus späteren Jahren
(
Urk.
22 S. 5).
3.
Die Durchführungsstelle weist grundsätzlich zu Recht darauf hin, dass sie den Beschwerdeführer wiederholt und bis zum Erlass des angefochtenen
Einsprache
entscheids
weitgehend
erfolglos aufgefordert hatte, die erhebliche Vermögensab
nahme in den Jahren 2002 bis 2004
hinreichend
zu
erklären und
zu
belegen
(
Urk.
12/10/29-32)
.
In diesem Zeitraum bot sie ihm beziehungsweise seiner
Bei
ständin
zudem mehrmals eine Besprechung an (
Urk.
12/10/33-34,
Urk.
12/10/37).
Allerdings wies
sie den Beschwerdeführer im Rahmen dieser Korre
s
pondenz nie
in klarer schriftlicher Form
auf seine
Auskunfts- und
Mitwirkungspflicht
en
b
ei der Sachverha
ltsabklärung, di
e Rechtsf
olgen
bei
deren
Nichtbeachtung
– wie die
Entscheidfindung
auf Grund der Akten -
und die e
inschlägige
n
Rechtsgrundlage
n
in
Art.
28 ATSG sowie
Art.
43
Abs.
3 ATSG
h
in
(
vgl. dazu etwa ZAK 1989
S. 284
sowie
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, Zürich 2020,
Art.
21
Rz
152 sowie
Art.
43
Rz
104 ff.
).
Zudem hätte
die Durchführungsstelle
vor Erlass des ange
fochtenen
Einspracheentscheids
von sich
aus
ohne unverhältnismässig grossen Aufwand
weitere Abklärungen bei den Steuerbehörden
– durch Herausverlangen der Steuerbescheide und –
abrechnungen
zur Ermittlung der effektiv gezahlten Steuern -
und beim Konkursamt – durch
Beizug
des im Schreiben der
Beiständin
vom
1
5.
November 2017
erwähnten Kollokationsplans
(
Urk.
12/10/30 S. 2)
-
t
ref
fen können
(vgl.
Kieser
, a.a.O.,
Art.
43
Rz
110 f.)
.
Bereits aus diesen Gründen
verbietet es sich, den
Sachverhalt im Gerichtsverfahren allein aufgrund der bei Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
vorhandenen Akten
zu beurteilen
.
4.
4.1
Die strittige Frage, ob
die geltend gemachten Schulden des Beschwerdeführers in Höhe von
Fr.
429'075.90 vom rohen (Verzichts-)Vermögen abgezogen werden müssen
(
Urk.
1 S. 6,
Urk.
3/11,
Urk.
11 S. 2)
, um das anrechenbare Vermögen zu ermitteln,
kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen
dahingestellt
bleiben.
4.2
Auf Basis der Steuerausweise ermittelte die Durchführungsstelle Einkünfte des Beschwerdeführers von
Fr.
106'500.-- im Jahr 2002,
Fr.
147'900.-- im Jahr 2003 und
Fr.
66'
600.-- im Jahr 2004 (
Urk.
12/1/6
), was nicht zu beanstanden ist.
Für die Jahre 2002 bis 2004 hat d
ie Durchführungsstelle zusätzlich
beziehungs
weise anstelle der
nach ELG als Ausgab
en anerkannten Pauschalen für d
e
n allge
meinen Lebensbedarf
(monatlich
Fr.
1’406.-- im Jahr 2002 und
Fr.
1'441.-- in
den Folgejahren)
, die
Miete
(monatlich
Fr.
1'100.--)
und die Krankenversicherung
(
Fr.
276.-- pro Monat)
sowie
weitere
Auslag
en von
Fr.
3'200.--
pro Monat
anerkannt
(
Urk.
2 S. 3-5; vgl. auch
Urk.
11 S. 3)
, nämlich
den vom Beschwerde
führer behaupteten damaligen Mietzins von
Fr.
3'000.--
(
Urk.
12/10/32
)
,
eine hohe monatliche
Krankenkassenp
rämie von
Fr.
750.--
sowie
zusätzliche
monat
liche Ausgaben von
Fr.
833.-- wegen
des damals hohen Lebensstandards
(
Fr.
10'000.
--
pro Jahr geteilt durch 12
[
Urk.
2 S. 3-4
]
).
Auf das Jahr hoch
gerechnet ergibt dies
kumulierte A
usgaben von
Fr.
71'868.-- im Jahr 2002 und
Fr.
72'288.-- in den Jahren 2003 und 2004 (
Urk.
2 S. 3).
Zusätzlich hat
die Durchführungs
stelle
Auslagen für die Steuern von
Fr.
9'000.-- im Jahr 2002
,
Fr.
13'000.--
im Jahr 2003 und
Fr.
6'000.--
im Jahr 2004 anerkannt sowie
Fr.
12'000.-- pro Jahr für die
Bezahlung
eine
r
Raumpflegerin
, der
extern
en
Kleider
reinigung
und des
regelmässige
n
Essen
s
in Restaurants (
Urk.
2 S. 5).
Damit resultieren für
2002
gerundet Gesamtausgaben
von
Fr.
92'880.--, für 2003 solche von
Fr.
97'300.-- und für 2004 von
Fr.
90'300.
--
(
vgl.
Urk.
12/1/6,
Urk.
12/10/3 S. 6)
.
Dies
e
Ausgaben sind, soweit sie als Untergrenze verstanden werden,
nicht zu beanstanden, zumal sich bereits aus den damals vorliegenden Akten
hin
reichend erschliessen
liess
, dass der Beschwerdeführer in den 2000er Jahren einen
gehobenen
, seine finanziellen Verhältnisse übersteigenden Lebensstil pflegte.
Dadurch
hat die
Durchführungsstelle
angesichts der Beweisschwierigkeiten in diesem Fall
ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt und
ihren Spielraum bei der Beweiswürdigung nicht überschritten
(vgl. vorstehend E. 1.4
)
.
Aufgrund der Abklärungen der Durchführungsstelle zu den anrechenbaren
Ein
nahmen
und anerkannten Ausgaben kann als Zwischenergebnis von Einnahmen
überschüssen
von
Fr.
13
'620.-- im Jahr 2002
und
Fr.
50
'600.--
im Jahr 2003 aus
gegangen werden;
für das Jahr 2004
resultiert
ein Ausgabenüberschuss in Höhe von
Fr.
23'700.-- (
Urk.
2 S. 3
und 5
,
Urk.
12/10/3 S. 6-7).
4.3
Mittels der im Beschwerdeverfahren neu aufgelegten Urkunden (
Urk.
3/2-3,
Urk.
3/6-29,
Urk.
20/1-16
)
, die nach dem Gesagten bei der Sachverhaltsfest
stellung zu berücksichtigen sind
(vgl. vorstehende E. 3)
,
kann
der Beschwerde
führer weitere Ausgabenposten in der massgeblichen Zeitperiode belegen.
Die Ehe des Beschwerdeführers mit seiner Ex-Frau wurde mit Urteil vom 2
0.
April 1993 geschieden (
Urk.
20/4 S. 2). Der Beschwerdeführer strengte im Jahr 2002 eine Abänderung
einzelner Bestimmungen
dieses Urteils an. Aus den
Plädoyer
notizen
seiner Scheidungsanwältin vom 1
5.
Mai 2002 geht hervor, dass er seiner Ex-Frau Unterhaltsbeiträge von
Fr.
4'500.--, indexiert auf der Basis August 1992, schuldete (
Urk.
20/4 S. 2 f.).
Laut
der Verfügung vom 2
3.
Februar 2005 des Einzel
richters im Verfahren betreffend Abänderung
dieses
Scheidungsurteils
hat
sich
der Beschwerdeführer mit seiner
Ex-
Frau vergleichsweise auf die Zahlung von Unterhaltsbeiträgen von monatlich
Fr.
3'900.-- vom
1.
Januar 2003 bis 3
0.
September 2005
und von
Fr.
2'500.-- vom
1.
Oktober 2005 bis 3
1.
Juli 2006
geeinigt
(
Urk.
3/17 S. 2)
.
D
er im Aktenverzeichnis des Prozesses vermerkten
(
Urk.
20/16 S. 2)
Aufstellung der
Gegena
nwältin
ist zu entnehmen
, dass er seine
r
Ex-Frau Unterhaltsbeiträge von
Fr.
42'000.-- im Jahr 2002,
Fr.
36'000.--
im Jahr 2003 und
Fr.
24'000.-- von Januar bis August
2004 bezahlt hatte
(
Urk.
20/8)
.
Diese Angaben
hat die
Ex-Ehefrau als
Gegenp
artei
des Beschwerdeführers
im Prozess um
Unterhaltszahlungen gemacht.
Es ist nicht zu bezweifeln, dass der Beschwerdeführer diese Beträge tatsächlich auch bezahlt hat.
Zusätzlich
ergibt sich aus dem Protokoll des Verfahrens vor dem Einzelrichter betreffend Abänderung des Scheidungsurteils sowie aus den
Plädoyernotizen
der
Scheidungsanwältin vom 1
5.
Mai 2002 und 1
0.
April 2003, dass
der Beschwer
deführer seinem jüngsten Sohn, geboren
1983 (
Urk.
12/1/2 S. 2)
,
seit der Schei
dung im Jahr 1993
Unterhaltsbeiträge
schuldete, welche sich spätestens ab 2002 auf
m
onatlich
Fr.
1'340.-- beziehungsweise
Fr.
16'080.-- pro Jahr
beliefen
(
Urk.
20/3 S. 23,
Urk.
20/4 S. 2,
Urk.
20/5 S. 11,
Urk.
20/6 S. 3
).
Der Sohn
befand
sich
gemäss Schreiben der Anwältin der Ex-Frau vom 2
4.
Mai 2005 im Jahr 2005
noch im Studium
. Diesem Schreiben ist auch zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer seine Unterhaltszahlungen an den Sohn seit Januar 2005 nicht mehr leistete (
Urk.
3/16 S. 8). Umgekehrt kann daraus
geschlossen werden, dass er die Unterhaltsbeiträge in den Jahren 2002 bis 2004
an den Sohn überwies
,
zumal seine Anwältin laut den
Plädoyernotizen
vom
1
0.
April 2003
argumentierte, der Unterhalt für den Sohn gehe demjenigen für die Ex-Frau vor (
Urk.
20/
5 S. 11
). Auch
im
Kollokationsplan
des Konkursamts aus dem Jahr 2012
fehlen Anhalts
punkte dafür, dass der Beschwerdeführer seinem jüngsten Sohn Geld schuldete
,
wohingegen offene Schulden gegenüber der Ex-Frau
verblieben
(
Urk.
3/11 S. 12).
Aus den
Plädoyernotizen
der Scheidungsanwältin vom 1
0.
April 2003 ergibt sich ferner, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2002 BVG-Beiträge in Höhe von
Fr.
37'000.--
zur Deckung einer Beitragslücke eingezahlt hatte.
Zum Beweis der Einzahlung vom
7.
Oktober 2002 hatte die Anwältin dem Gericht eine Postquit
tung eingereicht (
Urk.
20/5 S. 4 und 9). Auch dieser Ausgabenposten ist hin
reichend
belegt.
Den
Plädoyernotizen
der Scheidungsanwältin vom 1
0.
April 2003 ist weiter zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer für das Jahr 2002 Staats- und Gemeinde
steuern in Höhe von rund
Fr.
25'000.
-- zu bezahlen hatte (
Urk.
20/5 S. 10). Dieser Betrag ist auch angesichts des steuerbaren Einkommens in diesem Jahr von
Fr.
106'500.-- realistischer (
Urk.
12/1/6 S.
3
) als der von der Durchführungsstelle
geschätzt Steuerbetrag von
Fr.
9
’
000.
--
respektive
Fr.
13'000.--
im Jahr 2003
(
Urk.
2 S.
5
). Im Kollokationsplan des Konkursamts fehlen Anhaltspunkte dafür
, dass der Beschwerdeführer die Steuern für diese Periode nicht beglich, anders als in der Zeit ab 2008 (
Urk.
3/11 S. 9-10).
Es kann daher
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
von Ausgaben für die Steuer
periode
2002, welche im Jahr 2003 anf
ielen, in Höhe von rund
Fr.
25'000.--, respektive unter Berücksichtigung des bereits anerkannten Steuerbetrags von
Fr.
13'000.--
,
von zusätzlichen Steuer
ausgaben von
Fr.
12'000.-- ausgegangen werden. Auf eine Einholung der Steuer
bescheide und –
abrechnun
gen
für die Jahre 2002 bis 2004
kann bei die
ser Akten
lage verzichtet werden, zumal diese möglicherweise gar nicht mehr erhältlich sind.
Schliesslich ergibt sich aus der Aufstellung der Krankenkasse vom 1
2.
Dezember 2018, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2003 und 2004
für Leistungen des Gesundheitswesens
rund
Fr.
5'000.-- bezahlt hat (rund
Fr.
1'300.-- für Selbst
behalte,
Fr.
530.-- Franchise und
Fr.
3'170.-- für nicht versicherte Leistungen [
Urk.
20/2]).
Ob
sich anhand
der eingereichten
beziehungsweise zusätzlich einzuholender
Unter
lagen weitere Auslagen im interessierenden Zeitraum beleg
en
lassen
, kann aufgrund der nachfolgenden Erwägung offen bleiben.
4.4
Unter Berücksichtigung der vorerwähnten Ausgabenpositionen ist
für das
Jahr
2002
von zusätzlich belegten Ausgaben für die Unterhaltsbeiträge an Ex-
Frau und Sohn
sowie für Pensionskassenbeiträge
in Höhe von
Fr.
95
'080.--
aus
zugehen
(
Fr.
42'000.-- für die Ex-Frau
,
Fr.
16'080.-- für den Sohn
sowie
Fr.
37'000.-- für Pensionskassenbeiträge
).
Deshalb
ist für
2002
kein
Einnahmen
überschuss
von
Fr.
13'620.
-- (
Urk.
12/10/3 S. 6)
,
sondern
ein
Ausgaben
überschuss von
Fr.
81
'460.-- zu veranschlagen
.
2003 resultiert aufgrund der zusätzlichen Ausgaben von
Fr.
64'080.-- (
Fr.
36'000.-- für die Ex-Frau,
Fr.
16'080.-- für den Sohn sowie zusätzliche
Fr.
12'000.-- für die Steuerrechnung Periode 2002) ebenfalls nicht ein Einnahmenüberschuss von
Fr.
50'600.-- (
Urk.
12/10/3 S. 6), sondern ein Ausgabenüberschuss von
Fr.
13'480.--.
Für
2004 erhöht sich der bisher anerkannte Überschuss der Ausgaben über die Einnahmen in Höhe von
Fr.
23'700.
--
wegen zusätzlicher Ausgaben von
Fr.
45'080.-- (
Fr.
24'000.-- für die Ex-Frau,
Fr.
16'080.-- für den Sohn sowie
Fr.
5'000.-- für Krankheitskosten)
auf
Fr.
68'780.--.
Die
u
nter Berücksichtigung dieser
weiteren
Ausgaben
ver
bleibende
unbelegte Vermögensabnahme
errechnet sich folgendermassen:
Die
Vermögensminderung im Jahr 2002 von
Fr.
161'000.--
(
Urk.
12/10/3 S. 2)
wird durch den belegten
Überschuss der Ausgaben über die Einnahmen in diesem Jahr in Höhe von
Fr.
81'460.--
teilweise erklärt.
Die Differenz von
Fr.
79'540.--
stellt
mangels Be
legen für die Art der Verwendung Verzichtsvermögen
dar
.
Der Vermögens
abnahme im Jahr 2003 von
Fr.
40'400.
--
steht ein belegter Ausgabenüberschuss von
Fr.
13'480.-- gegenüber, womit für dieses Jahr ein Verzichtsvermögen in Höhe von
Fr.
26'920.-- verbleibt. Die weitere Abnahme des Vermögens um
Fr.
98'000.-- im Jahr 2004 ist im Umfang des Ausgabenüberschusses von
Fr.
68'780.-- belegt,
so dass ein
Verzichtsvermögen von
Fr.
29'220.-- übrig bleibt.
Unter Berücksichtigung der jährlichen Verminderung des
hypothetischen Ver
mögens um
Fr.
10‘000.-- jeweils am
1.
Januar gemäss
Art.
17a
ELV
errechnet sich das Verzichtsvermögen folgendermassen:
Jahr
Verzichtsvermögen am 1. Januar
Verzicht
Amortisation
2002
Fr. 0.--
Fr. 79'540.--
Fr. 0.--
2003
Fr. 79'540.--
Fr. 26'920.--
Fr. 0.--
2004
Fr. 96'460.--
Fr. 29'220.--
Fr. 10'000.--
2005
Fr. 115'680.--
F. 0.--
Fr. 10'000.--
2006
Fr. 105'000.--
Fr. 0.--
9 x
bis
Fr. 10'000.--
2015
Fr. 15'680.--
Fr. 0.--
Fr. 10'000.--
2016
Fr. 5'680.--
Fr. 0.--
Fr. 10'000.--
2017
Fr. 0.--
Fr. 0.--
Fr. 10'000.--
Damit verbleibt per
1.
Januar 2017
kein Verzichtsvermögen mehr. In Gutheissung der Beschwerde ist
der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und
die Sache
ist
an die Durchführungsstelle zurückzuweisen, damit sie
den Zusatz
leistungsanspruch ohne Berücksichtigung eines Verzichtsvermögens neu
berechne.
5.
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser ersuchte am
1.
April 2020 um Entlassung aus seiner Funktion als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Beschwerdeführers per 3
1.
März 2020 zufolge Wahl in ein öffentliches Amt und Aufgabe seiner Tätigkeit
als selbständiger Rechtsanwalt (
Urk.
26 S. 2; vgl. auch
Urk.
28). Diesem Gesuch ist
unter den gegebenen Umständen
stattzugeben.
6.
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Da der Beschwerdeführer obsiegt
,
hat er Anspruch auf eine Prozess
entschädigung.
Der Honorarnote
des unentgeltlichen Rechtsvertreters
Rechts
anwalt
Dr.
Pierre Heusser
ist
ein Arbeitsaufwand von
20 Stunden und 55
Minuten
à
Fr.
220.--
für die Redaktion der Beschwerdeschrift und Replik, Ko
rrespondenz und den
Beizug
von Belegen zu entnehmen. Abzüglich der bereits einkalkulierten zwei Stunden für die Besprechung des Urteils mit der
Klientschaft
-
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser wird antragsgemäss per 3
1.
März 2020 aus seiner Funktion als unentgeltlicher Rechtsvertreter entlassen – verbleibt ein Zeitaufwand von 18 Stunden und 55 Minuten (
Urk.
24
).
Dieser Aufwand erscheint zwar als eher hoch,
liegt aber angesichts der B
esonderheiten des Falles
–
der
an einer Demenz erkrankte
Beschwerdeführer
(
Urk.
12/10/30 S. 2)
konnte über seine unüber
sichtlichen finanziellen Verhältnisse keine Auskünfte mehr geben, was sowohl die Arbeit der
Beiständin
im
Einspracheverfahren
als auch diejenige von Rechts
anwalt Heusser, welcher die Rechtsvertretung erst nach Erlass des
Einsprache
entscheids
übern
ommen hatte
, erheblich erschwerte
-
noch
im angemessenen Rahmen
.
Nebst der Entschädigung für den Zeitaufwand von
Fr.
4'162.-- können die
in der Honorarnote ausgewiesenen
Auslagen für Kopien, Spesen und Porto von
Fr.
514.10
(
Urk.
24
)
anerkannt
werden, was u
nter Berücksichtigung der Me
hrwertsteuer von 7.7
%
zu einer Prozessentschädigung von
Fr.
5'036.15
führt
.
Diese ist an Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser zu bezahlen.
Das Gericht
beschliesst:
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich, wird per 3
1.
März 2020 aus seiner Funktion als unentgeltlicher Rechtsvertreter entlassen.
und
erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der angefo
chtene
Einspracheentscheid
vom
3.
Juli 2018
aufgehoben, und es wird die Sache an die
Gemeinde
Z._
, Durchführungs
stelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV
, zurückgewiesen, damit
diese
den
Anspruch
des Beschwerdeführers
auf Zusatzleistungen im Sinne der Erwägungen
neu ermittle und darüber verfüge
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich,
eine Prozessentschädigung von
Fr.
5'036.15
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y._
-
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich
, als Urteilsauszug
-
Gemeinde
Z._
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
Sicherheitsdirektion Kanton Zürich
5.