Decision ID: f4e07b9f-9b9d-4802-9f81-e3691af4c974
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit Jahren Ergänzungsleistungen zu einer ganzen Rente der
Invalidenversicherung. Mit einer Verfügung vom 23. Januar 2014 setzte die IV-Stelle die
laufende ganze Rente per 1. März 2014 auf eine halbe Rente herab (act. G 6.3.58). Die
EL-Durchführungsstelle erliess am 5. Februar 2014 eine Verfügung, mit der sie die
laufende Ergänzungsleistung per 1. März 2014 von 3’754 Franken pro Monat (vgl. act.
G 6.3.61) auf 4’705 Franken pro Monat erhöhte (act. G 6.3.54). Diese Verfügung enthielt
den Hinweis, dass die EL-Durchführungsstelle ab September 2014, also sechs Monate
nach der IV-Rentenherabsetzung, in Anwendung des Art. 14a ELV ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von 19’210 Franken anrechnen und die Ergänzungsleistung
entsprechend herabsetzen werde. Sie werde von der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens absehen, wenn der EL-Bezüger belege, dass er trotz einer
andauernden und intensiven Stellensuche keine Arbeit finden könne. Die
Arbeitsbemühungen gälten als „genügend“, wenn monatlich mindestens acht
ordentliche Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen oder mindestens 15 Blind-
respektive Spontanbewerbungen per Telefon, persönlicher Vorsprache, E-Mail oder
Kurzbrief erfolgten. Am 11. März 2014 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 5. Februar 2014 erheben (act. G 6.3.46). Sein Rechtsvertreter
beantragte, dass bei der Berechnung der Ergänzungsleistung vorerst kein
hypothetisches Erwerbseinkommen berücksichtigt werde, da aktuell noch ein
Beschwerdeverfahren betreffend die IV-Rentenherabsetzungsverfügung hängig sei. Mit
einem Entscheid vom 26. Mai 2014 trat die EL-Durchführungsstelle nicht auf diese
A.a.
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Einsprache ein (act. G 6.3.28). Zur Begründung führte sie aus, mit der Verfügung vom
5. Februar 2014 sei die laufende Ergänzungsleistung noch gar nicht wegen der
Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens herabgesetzt worden. Die
Verfügung enthalte lediglich den Hinweis, dass es zu einem späteren Zeitpunkt zu einer
solchen Herabsetzung kommen könnte.
Da die EL-Durchführungsstelle auch die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens der Ehefrau des EL-Bezügers zu prüfen hatte, versäumte sie es
zunächst, den EL-Bezüger aufzufordern, seine Stellenbemühungsnachweise
einzureichen (vgl. act. G 6.2.183). Erst am 4. März 2015 forderte sie den EL-Bezüger
auf (act. G 6.2.182), die Nachweise seiner Stellenbemühungen der vergangenen
Monate einzureichen. Sie drohte ihm an, dass sie ihm mit Wirkung ab dem 1. April
2015 ein hypothetisches Erwerbseinkommen anrechnen respektive die
Ergänzungsleistung entsprechend herabsetzen werde, wenn er keine ausreichend
ernsthaften Stellenbemühungen nachweisen könne. Der EL-Bezüger liess am 6. März
2015 erneut auf das hängige Beschwerdeverfahren betreffend die IV-
Rentenherabsetzung hinweisen (act. G 6.2.180). Ein Sachbearbeiter der EL-
Durchführungsstelle notierte am 10. März 2015, das hypothetische Erwerbseinkommen
könne angerechnet werden, da einer allfälligen Beschwerde gegen die IV-
Rentenherabsetzungsverfügung die aufschiebende Wirkung entzogen worden sei (act.
G 6.2.178). Mit einer Verfügung vom 12. März 2015 setzte die EL-Durchführungsstelle
die laufende Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. April 2015 von 3’831 Franken
pro Monat (vgl. act. G 6.2.190) auf 2’180 Franken pro Monat herab (act. G 6.2.176).
Diese Herabsetzung begründete sie mit der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens des EL-Bezügers von 19’290 Franken pro Jahr (vgl. act. G
6.2.177). Dagegen liess der EL-Bezüger am 26. März 2015 eine Einsprache erheben
(act. G 6.2.172). Sein Rechtsvertreter machte geltend, er habe die IV-
Rentenherabsetzungsverfügung ja gerade deshalb angefochten, weil er nicht
arbeitsfähig sei. Solange die Frage nach der Arbeitsfähigkeit noch nicht rechtskräftig
beantwortet sei, dürfe die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung nicht
herabsetzen. Ausserdem habe die EL-Durchführungsstelle offensichtlich übersehen,
dass sie – anders als die IV-Stelle – auch invaliditätsfremden Faktoren Rechnung
tragen müsse. Mit einer Verfügung vom 22. Mai 2015 sistierte die EL-
A.b.
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Durchführungsstelle das Einspracheverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des
Beschwerdeverfahrens betreffend die IV-Rentenherabsetzungsverfügung (act. G
6.2.154).
Am 7. März 2017 teilte der EL-Bezüger der EL-Durchführungsstelle mit (act. G
6.2.4), dass das Bundesgericht die Herabsetzung der IV-Rente als rechtmässig
qualifiziert habe. Die EL-Durchführungsstelle hob daraufhin die Sistierung des
Einspracheverfahrens auf (act. G 6.2.3). Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle
notierte am 4. Mai 2017 (act. G 6.1.43), der EL-Bezüger habe im IV-
Rentenherabsetzungsverfahren geltend gemacht, dass er nicht in der Lage sei, einer
ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachzugehen; sogar für eine Beschäftigung in einem
geschützten Rahmen müsste man ihn vorher „aufbauen“. Der EL-Bezüger sei also
völlig überzeugt gewesen, dass er nicht mehr arbeitsfähig sei. Wenn er
Arbeitsbemühungen getätigt hätte, könnten diese folglich nicht als ernsthaft qualifiziert
werden. Die Akten enthielten keinerlei Nachweise über Stellenbemühungen des EL-
Bezügers. Die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens sei deshalb als
rechtmässig zu qualifizieren. Mit einem Entscheid vom 26. Juni 2017 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache gegen die Verfügung vom 12. März 2015 ab (act. G
6.1.42). Zur Begründung führte sie aus, der EL-Bezüger habe keinerlei Nachweise
darüber erbracht, dass er sich in den vergangenen Monaten um eine Arbeitsstelle
bemüht hätte. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft (vgl.
act. G 6.1.30).
A.c.
Am 20. Juli 2017 reichte der EL-Bezüger Nachweise über seine
Stellenbemühungen in den Monaten März bis und mit Juni 2017 ein (act. G 6.1.39–1
und G 6.1.39–93 ff.). Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte am 8.
August 2017 (act. G 6.1.37), der EL-Bezüger habe sich in den Monaten März bis und
mit Juni 2017 je achtmal „blind“ um eine Arbeitsstelle beworben. In seinen
Bewerbungsschreiben habe er jeweils angegeben, dass er eine Arbeitsstelle suche,
weil seine IV-Rente herabgesetzt worden sei. Zudem habe er seine Behinderung
erwähnt, was für einen Stellenantritt nicht gerade förderlich sei. In verschiedenen
Antwortschreiben der angeschriebenen Arbeitgeber sei darauf hingewiesen worden,
dass die Bewerbung elektronisch eingereicht werden müsse. Ob der EL-Bezüger das
dann jeweils getan habe, sei nicht ersichtlich. Gesamthaft sei am ernsthaften
A.d.
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Arbeitswillen des EL-Bezügers zu zweifeln. Mit einem Schreiben vom 29. September
2017 teilte die EL-Durchführungsstelle dem EL-Bezüger mit (act. G 6.1.32), dass sie
sein „Gesuch um Ausscheidung des hypothetischen Erwerbseinkommens“ abweise,
weil er sich nicht ausreichend ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht habe. Falls der
EL-Bezüger damit nicht einverstanden sein sollte, könne er eine anfechtbare Verfügung
verlangen. Der EL-Bezüger liess am 10. Oktober 2017 geltend machen (act. G 6.1.30),
er sei mit dem Entscheid der EL-Durchführungsstelle nicht einverstanden.
Selbstverständlich seien alle seine Bewerbungsbemühungen ernst gemeint gewesen.
Er ersuche die EL-Durchführungsstelle, ihre Haltung zu überdenken oder eine
anfechtbare Verfügung zu erlassen. Mit einer Verfügung vom 13. November 2017 wies
die EL-Durchführungsstelle das „Gesuch um Ausscheidung des hypothetischen
Erwerbseinkommens“ ab (act. G 6.1.29). Mit einer Verfügung vom 16. November 2017
setzte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1.
Dezember 2017 neu fest, weil eines der Kinder des EL-Bezügers im November 2017
das 25. Altersjahr vollendet hatte (act. G 6.1.27).
Am 14. Dezember 2017 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 13. November 2017 erheben (act. G 6.1.19). Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der Verfügungen vom 13. November 2017 und vom 16.
November 2017 sowie die rückwirkende Neuberechnung der Ergänzungsleistung ab
Anfang 2017 ohne die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens. Zur
Begründung führte er aus, der EL-Bezüger habe bereits seit mehr als zwei Jahren
regelmässig Nachweise seiner Arbeitsstellenbemühungen eingereicht. Leider habe er
ausschliesslich Absagen erhalten, obwohl er sich redlich und fleissig um eine
Arbeitsstelle bemüht habe. Entgegen der Behauptung der EL-Durchführungsstelle
erachte sich der EL-Bezüger nicht als arbeitsunfähig. Sein Bewerbungsdossier sei
sauber, sorgfältig und vollständig. Seine Vorstellungen bezüglich einer Arbeit seien
realistisch. Die Ernsthaftigkeit der Bemühungen könne nicht in Abrede gestellt werden.
Die EL-Durchführungsstelle habe zu berücksichtigen, dass die Arbeitssuche nicht nur
durch die Gesundheitsbeeinträchtigung, sondern auch durch das Alter, die fehlenden
Sprachkenntnisse, den Ausbildungsstand und die konkrete Arbeitsmarktlage erschwert
werde. Mit einer zweiten Eingabe vom selben Tag liess der EL-Bezüger der EL-
Durchführungsstelle die Nachweise seiner Arbeitsbemühungen in den Monaten Juli bis
A.e.
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B.
und mit Oktober 2017 zugehen (act. G 6.1.17). Am 9. Januar 2018 reichte der EL-
Bezüger die Nachweise seiner Stellenbemühungen in den Monaten November und
Dezember 2017 ein (act. G 6.1.16). Am 27. Januar 2018 liess er eine Einsprache gegen
eine sogenannte „Umrechnungsverfügung“ vom 18. Dezember 2017 erheben (act. G
6.1.14), mit der die Ergänzungsleistung per 1. Januar 2018 an eine Erhöhung der
kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
angepasst worden war (vgl. act. G 6.1.24 und G 6.1.23 mit G 6.1.28). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Neuberechnung der laufenden Ergänzungsleistung ohne
die Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens. Mit einem Entscheid
vom 5. Juni 2018 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprachen gegen die
Verfügungen vom 13. November 2017, vom 16. November 2017 und vom 18.
Dezember 2017 ab (act. G 6.1.6). Zur Begründung führte sie an, die Formulierung in
den Bewerbungsschreiben des EL-Bezügers, wonach dieser infolge einer
Rentenherabsetzung eine Arbeitsstelle suchen müsse, schrecke jeden Arbeitgeber ab.
Bei einer „Gesamtbeurteilung“ der einzelnen Schreiben könne man sich des Eindrucks
nicht erwehren, dass der EL-Bezüger eigentlich gar nicht gewillt sei zu arbeiten.
Am 5. Juli 2018 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides
und die Neuberechnung der Ergänzungsleistung ohne die Berücksichtigung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens für die Zeit ab dem 1. Januar 2017. Zur
Begründung führte er aus (vgl. act. G 4), der Beschwerdeführer habe sich in den
vergangenen drei Jahren ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht. Seine
Bewerbungsschreiben seien sorgfältig verfasst worden. Da er Schwierigkeiten mit der
deutschen Sprache habe, habe er sich an einen Standardtext halten müssen, der zwar
keinen Bezug zum konkreten Stelleninserat aufweise, dafür aber in einem fehlerfreien,
höflichen Deutsch verfasst sei. Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin) habe die in den Bewerbungsschreiben enthaltene Aussage, dass
der Beschwerdeführer nach einer Rentenherabsetzung wieder einer Erwerbstätigkeit
nachgehen wolle, falsch interpretiert. Entgegen der Behauptung der
Beschwerdegegnerin stehe in den Bewerbungsschreiben nicht, dass der
B.a.
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Erwägungen
1.
Beschwerdeführer nun eine Arbeit suchen müsse. Ein „professioneller Berater“ hätte
den entsprechenden Satz wohl anders formuliert. Ein solcher habe dem
Beschwerdeführer aber nicht zur Verfügung gestanden. Das von der
Beschwerdegegnerin sinngemäss geforderte Verschweigen des andauernden
Rentenbezugs wäre eine reine Augenwischerei, denn spätestens bei einem
Vorstellungsgespräch müsste die Gesundheitsbeeinträchtigung zur Sprache kommen.
Die Beschwerdegegnerin habe nie Hand zu einer Verbesserung der
Bewerbungsbemühungen geboten. Zu berücksichtigen sei auch, dass das Finden einer
Arbeitsstelle mit Blick auf die konkreten Umstände als beinahe aussichtslos erachtet
werden müsse.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. September 2018 unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 6).
B.b.
Am 11. September 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren bewilligt (act. G 7).
B.c.
Der Beschwerdeführer hat am 20. Juli 2017 Nachweise für
Arbeitsstellenbemühungen eingereicht, die offensichtlich eine Neuberechnung der
Ergänzungsleistung ohne die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
des Beschwerdeführers und damit im Ergebnis eine revisionsweise Erhöhung der
laufenden Ergänzungsleistung für die Zukunft (vgl. Art. 17 Abs. 2 ATSG) bezweckt
haben. Die Beschwerdegegnerin hat dieses Revisionsbegehren mit ihrer Verfügung
vom 13. November 2017 abgewiesen. In seiner Einsprache gegen diese Verfügung hat
der Beschwerdeführer dann aber nicht etwa die Gutheissung seines
Revisionsbegehrens vom 20. Juli 2017, sondern die rückwirkende Erhöhung der
Ergänzungsleistung ab dem 1. Januar 2017 beantragt. Da die Ergänzungsleistung
davor bereits mit der Verfügung vom 19. Dezember 2016 revisionsweise per 1. Januar
2017 neu festgesetzt worden war, kann es sich beim erwähnten Einsprachebegehren
eigentlich nur um ein Gesuch um eine Wiedererwägung der Verfügung vom 19.
Dezember 2016 (Art. 53 Abs. 2 ATSG) gehandelt haben, denn mit der Gutheissung
dieses Einsprachebegehrens wäre die damals bereits formell rechtskräftige und damit
1.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/13
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verbindliche Verfügung vom 19. Dezember 2016 integral ersetzt worden. Dieses
Einsprachebegehren ist folglich weiter als der Gegenstand des mit der angefochtenen
Verfügung vom 13. November 2017 abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens gewesen.
Die Beschwerdegegnerin ist nicht darauf eingegangen; damit hat sie das
Einsprachebegehren faktisch in ein dem eigentlichen Einsprachegegenstand
entsprechendes Begehren uminterpretiert. Das im Rahmen der Einsprache
möglicherweise gestellte Wiedererwägungsgesuch ist mit dieser stillschweigenden
Uminterpretation wohl nicht erledigt worden. Da dieses mögliche
Wiedererwägungsgesuch nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Einspracheverfahrens
gebildet hat, kann es natürlich auch nicht zum Gegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens gehören.
Während des laufenden Einspracheverfahrens betreffend die Verfügung vom 13.
November 2017 hat der Beschwerdeführer gestützt auf die formell rechtskräftige
Verfügung vom 19. Dezember 2016 weiterhin einen verbindlichen Anspruch auf die
bisherige Ergänzungsleistung gehabt, weshalb ihm diese auch zu Recht weiterhin im
bisherigen Umfang ausbezahlt worden ist. Noch im November 2017 hat allerdings
eines der Kinder des Beschwerdeführers sein 25. Altersjahr vollendet. Folglich haben
die Ausgaben und die Einnahmen dieses Kindes respektive der entsprechende
Ausgabenüberschuss nicht mehr bei der Berechnung der Ergänzungsleistung
berücksichtigt werden dürfen, weshalb zu erwarten gewesen ist, dass sich der
Ergänzungsleistungsanspruch des Beschwerdeführers mit Wirkung ab dem 1.
Dezember 2017 reduzieren würde. Hätte die Beschwerdegegnerin in dieser Situation
weiterhin – bis zum Abschluss des damals hängigen Einsprache- und eines allfälligen
anschliessenden Beschwerdeverfahrens – die bisherige Ergänzungsleistung
unverändert ausbezahlt, hätte die Gefahr bestanden, dass der Beschwerdeführer in der
Zeit vom 1. Dezember 2017 bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens
betreffend sein Revisionsbegehren vom 20. Juli 2017 zu hohe Ergänzungsleistungen
beziehen würde. Das hätte später zu einer Rückforderung geführt, die angesichts des
fortdauernden Ergänzungsleistungsbezuges möglicherweise als uneinbringlich hätte
abgeschrieben werden müssen. Dieser Gefahr hat die Beschwerdegegnerin für die
Dauer des Einspracheverfahrens mit einer vorsorglichen Massnahme begegnen
müssen: Sie hat den Vollzug der formell rechtskräftigen und damit (immer noch)
verbindlichen Verfügung vom 19. Dezember 2016 hemmen müssen, um keine
uneinbringliche Rückforderung zu riskieren. Diese vorsorgliche Massnahme hat nicht
die Verbindlichkeit der Verfügung vom 19. Dezember 2016, sondern nur deren Vollzug,
das heisst nicht den Ergänzungsleistungsanspruch an sich, sondern nur dessen
Auszahlung betroffen. An sich hätte die Beschwerdegegnerin die Auszahlung der
1.2.
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Ergänzungsleistung komplett stoppen können, aber das wäre in der damaligen
Situation unverhältnismässig gewesen, weil die Gefahr einer uneinbringlichen
Rückforderung ja nur im Umfang jenes Betrages bestanden hatte, der sich aus der
Differenz zwischen der am 19. Dezember 2016 zugesprochenen und der nach der
Vollendung des 25. Altersjahres des Kindes des Beschwerdeführers mutmasslich noch
geschuldeten Ergänzungsleistung ergeben hatte. Folglich dürfte es wohl richtig
gewesen sein, die vorsorgliche Massnahme auf eine (vorsorgliche) Herabsetzung der
laufenden Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2017 im Umfang der
mutmasslich zu erwartenden Reduktion des relevanten Ausgabenüberschusses zu
beschränken, wie das die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 16. November