Decision ID: 279916aa-7332-55e6-9768-7f2f235e086f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente und berufliche Massnahmen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Februar 2008 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 5.1). Dr. med. B._, Praktische Ärztin FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
Ostschweiz (RAD) hielt nach einer Rücksprache mit dem behandelnden med. pract.
C._ (vgl. zum FI-Gesprächsprotokoll vom 26. Februar 2008 sowie zur von med. pract.
C._ seit Januar 2007 bescheinigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit, act. G 5.15), in der
Aktennotiz vom 11. März 2008 fest, dass ein Gesundheitsschaden vorliege. Es handle
sich um eine chronische entzündlich-rheumatische Krankheit. Der Gesundheitszustand
sei noch nicht stabil. Aktuell bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche
Tätigkeiten (act. G 5.12). Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin und
Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 25. April 2008 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: eine Sacroiliitis, DD Spondylitis ancylosans (Morbus Bechterew), ein
Zervikalsyndrom sowie eine somatoforme Schmerzstörung bei depressiven Episoden.
Nachdem es keinen massiven Umbau der Wirbelsäule durch die Spondylitis
ancylosans gebe und somit die Beweglichkeit nicht deutlich eingeschränkt sei, bleibe
eine rheumatologische Ursache für die Arbeitsunfähigkeit fraglich. Aktuell sei jede Form
von Tätigkeit möglich. Stehende Tätigkeiten könnten aber im weiteren Verlauf bei
einem eventuellen Progress des Morbus Bechterew zu Problemen führen (act.
G 5.16-1 ff.).
A.b Der behandelnde Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, berichtete am 23. Juni 2008, dass die Versicherte an einer zunehmenden
psychischen Belastung mit depressiver Stimmungslage bei invalidisierenden, starken,
somatisch bedingten Schmerzen (Morbus Bechterew) leide. Er bescheinigte ihr seit
Januar 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Fabrikangestellte. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei der Versicherten
möglicherweise zumutbar. Es müsse aber mit einer bleibenden hohen Einschränkung
gerechnet werden (act. G 5.22).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 6. Juni 2008 von Dr. med. F._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
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FMH, und am 9. September 2008 durch Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und
Neurologie, begutachtet (act. G 5.24-1 ff.). Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte
im psychiatrischen Teilgutachten vom 11. September 2008 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein neurasthenisches Beschwerdebild (ICD-10: F48.0) sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Für die bisherige Tätigkeit
bestehe eine 85%ige und für leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit. Die mit der somatoformen Schmerzstörung einhergehenden
Beschwerden und Folgen seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
(act. G 5.24-18). Im orthopädischen Teilgutachten vom 27. Oktober 2008 stellte
Dr. F._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zusätzlich folgende Diagnosen:
mässige linksbetonte Spondylarthrose L5/S1 mit leichter Einengung des linken
Neuroforamens ohne neurale Kompression sowie eine Präadipositas. Die lumbalen
Schmerzen und die "abnormen Untersuchungsbefunde der LWS" könnten teilweise auf
die radiologisch festgestellte mässige linksbetonte Spondylarthrose L5/S1
zurückgeführt werden. Das Ausmass der Beschwerden kontrastiere indessen mit den
objektiven Befunden. Für die bisherige Tätigkeit bestehe eine 90%ige Arbeitsfähigkeit
bei voller Stundenpräsenz. Die bisherige Tätigkeit entspreche aus somatischer Sicht
einer angepassten Tätigkeit. Anlässlich der "gemeinsamen orthopädisch-
psychiatrischen Beurteilung" vom 27. Oktober 2008 sei die Restarbeitsfähigkeit für eine
leidensangepasste Tätigkeit auf 90% festgelegt worden (act. G 5.24-1 ff.). Der
behandelnde Psychiater teilte der IV-Stelle am 27. Januar 2009 mit, dass er die im
Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeitsschätzung in angestammter sowie
leidensangepasster Tätigkeit nicht nachvollziehen könne (act. G 5.29).
A.d Die Eingliederungsverantwortliche hielt am 5. Juni 2009 fest, dass
Eingliederungsmassnahmen aufgrund der subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung
der Versicherten keinen Sinn machen würden, weshalb ein Anspruch auf berufliche
Massnahmen zu verneinen sei (act. G 5.37-3).
A.e Mit Vorbescheiden vom 25. Juni 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf Rentenleistungen zu
verneinen (act. G 5.4 und G 5.44).
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A.f Dagegen erhob die Versicherte am 24. August 2009 (Datum Posteingang IV-
Stelle) Einwand. Sie brachte darin vor, dass sie dauernd an Schmerzen leide und
dauernd in medizinischer Behandlung sei (act. G 5.45, vgl. auch act. G 5.47). Mit dem
Einwand reichte sie mehrere Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen
ein (act. G 5.46). Der RAD nahm zu den eingereichten Berichten am 14. September
2009 Stellung und kam zum Schluss, dass an der gutachterlich festgesetzten
Arbeitsfähigkeit festgehalten werden könne. Allerdings dürften vorübergehende
Ereignisse zeitweise die Arbeitsfähigkeit der Versicherten eingeschränkt haben. Es sei
aber keine neue relevante Diagnose dazugekommen (act. G 5.48).
A.g Die IV-Stelle verfügte am 17. September 2009 im Sinn der Vorbescheide vom
25. Juni 2009 und lehnte einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf
Rentenleistungen ab (act. G 5.49 f.).
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 17. September 2009 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 16. Oktober 2009 (zur versehentlichen Zustellung an die IV-Stelle und
Weiterleitung an das Versicherungsgericht vgl. act. G 5.54 und G 1). Die
Beschwerdeführerin beantragt darin die Ausrichtung mindestens einer halben Rente.
Falls notwendig, sei ein neues Gutachten zu erstellen. Ferner sei die Ablehnung von
beruflichen Massnahmen zu überprüfen. Zur Begründung bringt sie vor, dass die
gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht beweiskräftig sei (act. G 1.1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 1. Februar
2010 die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt,
dass die gutachterliche Beurteilung aussagekräftig sei. Bezüglich des Anspruchs auf
berufliche Massnahmen führt die Beschwerdegegnerin aus, dass die Schwierigkeiten
bei der Stellensuche nicht auf gesundheitlich bedingte Einschränkungen
zurückzuführen seien, weshalb die Arbeitsvermittlung nicht in den
Zuständigkeitsbereich der IV falle. Ferner sei die Beschwerdeführerin subjektiv nicht
eingliederungsfähig (act. G 5).
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B.c In der Replik vom 2. März 2010 führt die Beschwerdeführerin aus, dass die
Gutachter und der RAD den Morbus Bechterew nicht genügend berücksichtigt hätten
(act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist die Frage streitig, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung hat. Vorab ist zu prüfen, ob der medizinische
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Die
verschiedenen Anspruchsvoraussetzungen für die einzelnen Massnahmen beruflicher
Art sind in Art. 15 ff. IVG geregelt.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
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und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
Rechtsprechungsgemäss kommt einem Gutachten oder anderen medizinischen
Beurteilungen schon dann kein voller Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht feststehen, dass die medizinischen
Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen entsprechen, was nicht mit medizinischen
Fachpersonen besetzte Behörden in der Regel nicht beurteilen können (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 2002, I 779/01, E. 4.2).
2.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht auf die gutachterliche
Beurteilung der Dres. F._ und G._.
2.1 Am psychiatrischen Teilgutachten vom 11. September 2008 ist zu bemängeln,
dass es auf einer ungenügenden Berücksichtigung der Vorakten beruht. So hatte der
Experte keine Kenntnis vom ausführlichen Bericht des behandelnden Psychiaters vom
23. Juni 2008 (act. G 5.22). Dies fällt vorliegend umso mehr ins Gewicht, als in den
Vorakten keine weiteren fachpsychiatrischen Beurteilungen liegen. Fraglich erscheint
auch der Umstand, dass der psychiatrische Gutachter die somatische Befunderhebung
des orthopädischen Gutachters nicht abwartete und dessen somatische Erkenntnisse
nicht mitberücksichtigte. Denn die Erhebung objektiver somatischer Befunde ist in den
meisten Fällen gegenüber der psychiatrischen Diagnostik im zeitlichen Ablauf
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vorrangig. Gerade bei der Beurteilung psychosomatischer Krankheitsbilder ist eine
valide somatische Befunderhebung für die psychiatrische Begutachtung notwendig,
zumal etliche ICD-10-Diagnosen des Kapitels F den Ausschluss organischer Ursachen
verlangen (vgl. Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie
für die Begutachtung psychischer Störungen, in: Schweizerische Ärztezeitung, 2004;
85: Nr. 20, S. 1050). Die ungenügende Berücksichtigung der somatischen Befundlage
weckt umso mehr Zweifel, als der psychiatrische Gutachter die von ihm diagnostizierte
somatoforme Schmerzstörung ausdrücklich mit dem Fehlen ausreichender organischer
Befunde begründete (act. G 5.24-15), der orthopädische Gutachter jedoch die
Schmerzen teilweise auf "abnorme" Untersuchungsbefunde bei der LWS und die
radiologisch festgestellte mässige linksbetonte Spondylarthrose L5/S1 zurückführte
(act. G 5.24-5).
2.2 Das orthopädische Teilgutachten vermag ebenfalls nicht zu überzeugen.
Zunächst ist zu bemerken, dass es sich nicht mit der davon abweichenden
medizinischen Aktenlage auseinandersetzt. So fehlt insbesondere jegliche Diskussion
der von der RAD-Ärztin festgehaltenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit und des von ihr
beschriebenen instabilen Gesundheitszustands (vgl. Stellungnahme vom 11. März
2008, act. G 5.12). Nicht nachvollziehbar ist auch die rückwirkende Festlegung der
Arbeitsfähigkeit, zumal der orthopädische Gutachter dabei auf die von der
Arbeitgeberin bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses (30. Juni 2007) gemachten
Angaben (vgl. hierzu act. G 5.11-5 f.) abstellte und die erwähnte Einschätzung des RAD
- die über den 30. Juni 2007 hinaus von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausging -
ausser Acht liess (act. G 5.24-6). Die rückwirkende Festlegung einer 90%igen
Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab Juli 2007 erscheint daher nicht plausibel (act. G 5.24-6).
Ferner mangelt es auch an einer näheren Auseinandersetzung mit den abweichenden
Diagnosen der behandelnden Rheumatologen (vgl. etwa Bericht vom 17. März 2008,
act. G 5.16-5 ff.), an denen diese im Bericht vom 21. April 2009 festhielten (act.
G 5.46-6). Insbesondere wurde die Diagnose des Morbus Bechterew bzw. der
entsprechende "klinische und radiologische Befund" im Bericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 30. April 2008 bestätigt
(act. G 5.46-19 f.).
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2.3 Insgesamt erscheint, dass die Gutachter die Beschwerdeführerin und ihre vor
allem durch Schübe geprägte Erkrankung (vgl. zu den die Schmerzen erklärenden
Arthritis-Schüben die RAD-Stellungnahme vom 14. September 2009, act. G 5.48-2,
sowie zur erneut stark entwickelten ["floriden"] Spondylarthropathie, Bericht der
behandelnden Rheumatologen vom 21. April 2009, act. G 5.46-6 f.) nicht hinreichend
erfassten. Der gutachterlichen Beurteilung fehlt es nach dem Gesagten an Beweiskraft
und die Sache erweist sich als noch nicht spruchreif. Insbesondere besteht keine
genügende medizinische Grundlage für die richterliche Beurteilung der Höhe sowie des
Beginns und des weiteren Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit. Es besteht Abklärungsbedarf
hinsichtlich des Bestehens eines Morbus Bechterew oder einer ähnlichen
rheumatischen Erkrankung und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Sache
ist daher zur neuen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da
sich der medizinische Sachverhalt als noch nicht hinreichend abgeklärt erweist,
erübrigen sich vorerst Weiterungen zum Anspruch der Beschwerdeführerin auf
berufliche Massnahmen und Rentenleistungen.
3.
3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde sind die angefochtenen Verfügungen
vom 17. September 2009 aufzuheben. Die Sache ist zur Einholung eines neuen
Gutachtens sowie zur neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der
Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
bis
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