Decision ID: 6a5e0693-f45d-4c1b-8287-480c5a1639bf
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres Büsser, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Einholung Gutachten)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 11. April 2000 wegen einer am 10. Dezember 1998
erlittenen Verrenkung der rechten Schulter zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 5.1.4). Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 7. Juli 2003 von Dr. med.
B._, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Im Gutachten vom
20. August 2003 diagnostizierte der Experte eine Schulterkontusion rechts, eine
Chrondropathia patellae links mehr als rechts, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom
bei Diskopathie L4/5 und L5/S1, eine psychogene Überlagerung der oberen
körperlichen Beschwerden (ICD-10: F54) sowie eine narzisstische
Persönlichkeitsstruktur mit passiv-abhängigen Zügen (ICD-10: F60.8). Aus
psychiatrischer Sicht sei dem Versicherten eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80%
zumutbar (act. G 5.1.47). Im von der IV-Stelle eingeholten orthopädischen Gutachten
vom 15. Januar 2004, das sich auf eine Untersuchung vom 25. November 2003 stützt,
bescheinigte Dr. med. C._, Spezialarzt für Orthopädie FMH, für eine
leidensangepasste Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.1.58).
A.b Mit Verfügung vom 5. November 2004 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung
ab, da sich der Versicherte nicht arbeitsfähig fühle (act. G 5.1.85). Mit Verfügung vom
2. Juni 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten befristet für den Zeitraum vom
1. Dezember 1999 bis 28. Februar 2001 eine ganze Rente zu (act. G 5.1.103 f.); an
beiden Verfügungen hielt sie im Einspracheentscheid vom 13. Juli 2005 fest (act.
G 5.1.115). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 15. August 2005 (act. G 5.1.117)
hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 26. April 2006, IV 2005/95, teilweise
gut. Es wies die Sache zur Vornahme einer polydisziplinären medizinischen Abklärung
und anschliessender Neuverfügung ab Einstellung der Rente per 1. März 2001 sowie
allfälliger beruflicher Massnahmen an die IV-Stelle zurück (act. G 5.1.132).
A.c Im von der IV-Stelle eingeholten polydisziplinären (internistischen, orthopädischen
und psychiatrischen) Gutachten des ZMB Zentrum für Medizinische Begutachtung vom
20. September 2007, wo der Versicherte vom 2. bis 6. Juli 2007 untersucht wurde,
diagnostizierten die Experten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
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lumbospondylogenes Syndrom, eine Periarthropathia humeroscapularis rechts sowie
ein cervikales Schmerzsyndrom und bescheinigten dem Versicherten für
leidensangepasste Tätigkeiten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.1.145). Da sich
der Versicherte weiterhin arbeitsunfähig erachtete, schloss der Eingliederungsberater
den Fall am 18. Februar 2008 ab (act. G 5.1.154).
A.d Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheide vom 27. Februar 2008,
act. G 5.1.159 und G 5.1.161) verfügte die IV-Stelle am 14. Juli 2008 den Abschluss der
Arbeitsvermittlung (act. G 5.1.169) und die Abweisung des Begehrens um
Rentenleistung (act. G 5.1.170). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom
10. September 2008 (act. G 5.1.173-2 ff.) wies das Versicherungsgericht mit Entscheid
vom 3. August 2009, IV 2008/378, ab (act. G 5.1.191). Das Bundesgericht hob sowohl
die Verfügungen vom 14. Juli 2008 als auch den Entscheid des Versicherungsgerichts
auf und wies die Sache an das Versicherungsgericht zurück, damit es, nach erfolgter

Abklärung im Sinn der Erwägungen, über die dem Versicherten zustehenden
Leistungen neu befinde (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Mai 2010, 8C_741/2009,
act. G 5.1.198). Mit Entscheid vom 24. Juni 2010, IV 2010/243, wies das
Versicherungsgericht die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese - nunmehr unter
Wahrung der Parteirechte - ein Obergutachten einhole und anschliessend über die vom
Versicherten geltend gemachten Leistungsansprüche neu verfüge (act. G 5.1.202).
A.e Die IV-Stelle teilte daraufhin dem Rechtsvertreter des Versicherten mit, sie werde
bei der ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH eine medizinische Abklärung in
Auftrag geben (Schreiben vom 12. Juli 2010, act. G 5.1.205). Am 9. Juli 2010 erteilte sie
der ABI den Gutachtensauftrag (dem Auftrag lag ein Fragekatalog bei, act. G 5.1.206).
Mit Schreiben vom 17. September 2010 orientierte die IV-Stelle den Rechtsvertreter
des Versicherten hinsichtlich des Begutachtungstermins vom 26. Oktober 2010 (act.
G 5.1.210; vgl. auch act. G 5.1.208). Im polydisziplinären (allgemein-internistischen,
psychiatrischen und orthopädischen) Gutachten vom 22. November 2010
diagnostizierten die ABI-Experten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5), ein
chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik
(ICD-10: M54.2), chronische Beschwerden an der dominanten rechten Schulter
(ICD-10: M75.0) sowie chronische Beschwerden im Hüftbereich beidseits (ICD-10:
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M16.0). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54) sowie ein metabolisches Syndrom. Für die
angestammte Tätigkeit als Kellner sowie für jede andere überwiegend im Stehen und
Gehen zu verrichtende, schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeit bestehe eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten könne ab
25. November 2003 von einer ganztägig verwertbaren 80%ige Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden. Inwieweit nach der am 10. Dezember 1998 erfolgten
Schulterkontusion sowie nachfolgend zweimaliger Operation eine Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe, sei anhand der vorliegenden Dokumentation und anamnestischer
Angaben retrospektiv schwierig einzuschätzen. Es könne von der üblichen
postoperativen Rekonvaleszenz ausgegangen werden. Es bestünden keine Hinweise
darauf, dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht jemals eingeschränkt
gewesen sei (act. G 5.1.211).
A.f Der RAD hielt das ABI-Gutachten für beweiskräftig, empfahl aber noch das Einholen
einer gutachterlichen Stellungnahme zum Bericht der Klinik Valens vom 5. Januar 2006
(act. G 5.1.212-2; zum Bericht der Klinik Valens siehe act. G 5.1.175). Hierzu äusserte
sich der psychiatrische ABI-Gutachter am 11. April 2011 und er hielt an seiner
Beurteilung unverändert fest (act. G 5.1.214). Der RAD kam am 19. April 2011 zum
Schluss, dass seit Juli 2000 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten bestehe (act. G 5.1.215).
A.g Mit Vorbescheid vom 27. April 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, einen Rentenanspruch abzuweisen (act. G 5.1.219). Dagegen erhob der
Versicherte am 7. Juni 2011 Einwand und reichte verschiedene ärztliche Berichte
(Bericht von Dr. med. D._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
6. Juni 2011, act. G 5.1.220-9 f., Berichte der bildgebenden Untersuchungen des
Centers E._ vom 30. November 2010 und vom 26. Mai 2011, act. G 5.1.220-11 ff.)
ein. Er machte geltend, das ABI-Gutachten sei mangelhaft (act. G 5.1.220). Hierzu
äusserten sich der psychiatrische und orthopädische ABI-Gutachter am 16. Januar
2012 (act. G 5.1.228). Die IV-Stelle orientierte den Rechtsvertreter des Versicherten am
20. Juli 2012 im Rahmen einer zweiten Anhörung über die eingeholte ABI-
Stellungnahme und ihren Standpunkt, dass sie am bisherigen Entscheid festhalte (act.
G 5.1.230), wozu sich der Versicherte am 21. September 2012 vernehmen liess (act.
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G 5.1.233). Am 4. April 2013 äusserte sich der psychiatrische ABI-Gutachter zu den
Vorbringen des Versicherten vom 21. September 2012 und hielt an der im Gutachten
bescheinigten Arbeitsfähigkeit fest (act. G 5.1.236). Im Rahmen einer dritten Anhörung
nahm der Versicherte am 3. Juli 2013 Stellung zum Schreiben der ABI vom
21. September 2012 (act. G 5.1.239).
A.h Am 11. September 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs
(act. G 5.1.241).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 11. September 2013 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 30. September 2013. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung, die Einholung eines
unabhängigen, polydisziplinären Gerichtsgutachtens und die Gewährung einer
"gesetzmässigen" Rente. Dem Verfahrensausgang entsprechend, seien ihm die
notwendigen beruflichen Massnahmen zu gewähren. Der Beschwerdeführer bringt vor,
das ABI-Gutachten sei nicht beweiskräftig und nicht im Rahmen eines fairen Verfahrens
ergangen. Es sei ihm nicht Gelegenheit gegeben worden, sich bei der Aufstellung des
Fragekatalogs einzubringen. Das Versicherungsgericht wäre verpflichtet gewesen,
selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen. Das ABI-Gutachten sei nicht schlüssig und
beruhe auf falschen medizinischen Prämissen (act. G 1). Am 4. Oktober 2013 reicht der
Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. D._ vom 3. Oktober 2013 ein (act. G 2 und
G 2.1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. Dezember
2013 die Abweisung der Beschwerde. Der Antrag bezüglich der Zusprache von
beruflichen Massnahmen halte sich nicht an den Anfechtungsgegenstand, weshalb
darauf nicht einzutreten sei. Es komme hinzu, dass der Beschwerdeführer nicht
eingliederungsfähig sei. Das ABI-Gutachten sei beweiskräftig und die darauf sich
stützende Rentenabweisung zu Recht erfolgt. Zum Zeitpunkt der Begutachtung habe
gemäss Rechtsprechung noch kein Anspruch der Versicherten bestanden, sich
vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern (act. G 5).
B.c Der Beschwerdeführer hat auf eine Replik verzichtet.
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B.d Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs (Schreiben vom 28. Mai 2014, act.
G 8; die Parteien liessen die Frist für eine Stellungnahme zum in Aussicht gestellten
Gerichtsgutachten unbenützt verstreichen) beauftragte das Gericht am 17. Juni 2014
die MEDAS asim Begutachtung Universitätsspital Basel mit der Erstellung eines
polydisziplinären (psychiatrischen, orthopädischen und allgemein-internistischen)
Obergutachtens (act. G 9). Auf Ersuchen des fallführenden Gutachters genehmigte die
Verfahrensleitung eine zusätzliche neurologische Begutachtung (act. G 12).
B.e Am 20. und 21. August sowie am 1. September 2014 wurde der Beschwerdeführer
in der MEDAS asim untersucht. Die Experten führten im Gesamtgutachten vom
31. Dezember 2014 aus, der Beschwerdeführer leide mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit an einer degenerativ bedingten Funktionsstörung der
Lendenwirbelsäule (ICD-10: M53), einer posttraumatischen Funktionsstörung der
rechten Schulter/des rechten Arms (ICD-10: M75.0, M19.11), einem degenerativ
bedingten chronischen Zervikalsyndrom, einer chronischen Schmerzstörung (ICD-10:
F45.41), einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z73.1) und
episodischen Spannungskopfschmerzen (ICD-10: G44). Obschon die Beschwerden am
Bewegungsapparat klar organisch begründet und auch glaubhaft seien, könne die
subjektive Empfindung des Beschwerdeführers, gar nicht mehr arbeiten zu können,
nicht nachvollzogen werden. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen den organischen
und klinisch-funktionellen Befunden und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
den Beschwerdeführer. Aufgrund der degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule
und der Schulter mit den entsprechenden Schmerzen bestehe in der angestammten
Tätigkeit als Kellner und in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in einer Röhrenfabrik auf
Dauer keine Arbeitsfähigkeit mehr. Dies gelte generell für körperlich schwere und
mittelschwere Tätigkeiten. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht in einem zeitlichen Umfang von 70% möglich. Die
Schmerzstörung auf psychischer Ebene führe nicht zu einer zusätzlichen additiven
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Das etwas höhere Ausmass der aktuell
aufgeführten Einschränkungen gegenüber den Vorgutachten sei auf die langsame
Degenerationsprogression an der LWS zurückzuführen und ab aktuellem
Gutachtensdatum begründet. Für die Zeit vor der aktuellen Begutachtung sei von einer
um 20% herabgesetzten Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
auszugehen (act. G 15).
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B.f Der Beschwerdeführer bringt in der Stellungnahme vom 22. Januar 2015 vor, der
Umstand, dass aus orthopädischer Sicht im Gutachtenszeitpunkt eine
Verschlechterung hinzugekommen sei, welche die Leistungsfähigkeit um 30%, statt
wie vorher um 20% einschränke, sei nicht relevant. Denn aus psychiatrischer Sicht
bestehe nicht erst seit der orthopädisch festgestellten Verschlechterung eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten. Des Weiteren beantragt der
Beschwerdeführer hinsichtlich der Bestimmung des Invalideneinkommens einen
25%igen Tabellenlohnabzug (act. G 17). Die Beschwerdegegnerin hat die Frist für eine
Stellungnahme zum Gerichtsgutachten unbenützt verstreichen lassen.
Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer beantragt u.a. die Gewährung beruflicher Massnahmen (act.
G 1).
1.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich lediglich
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung
genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).
1.2 Was die Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder andere
Eingliederungsmassnahmen anbelangt, so bilden diese nicht Gegenstand der
Verfügung vom 11. September 2013 (act. G 5.1.241). Unter diesen Umständen ist der
Anspruch auf berufliche Massnahmen sowie andere Eingliederungsmassnahmen nicht
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb auf den
entsprechenden Beschwerdeantrag nicht einzutreten ist.
2.
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Gegenstand der angefochtenen Verfügung und damit nachfolgend zu prüfen ist einzig
der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Betreffend die zu beachtenden
Rechtsgrundlagen kann auf den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 3. August
2009, IV 2008/378, E. 1 und E. 4.1 (act. G 5.1.191-1 ff.) verwiesen werden.
3.
Hinsichtlich des Rentenanspruchs ist zunächst die Frage zu beantworten, ob das
Gerichtsgutachten eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlaubt.
3.1 Bei der Beweiswürdigung des Gerichtsgutachtens vom 31. Dezember 2014 ist zu
beachten, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen
der medizinischen Experten abweicht. Auch der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht
ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes
Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen). Das vorliegende
Gerichtsgutachten erfüllt die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise. Mängel,
welche die Beweiskraft des Gerichtsgutachtens erschüttern, sind weder ersichtlich
noch werden solche von Parteien den geltend gemacht.
3.2 Entgegen dem Standpunkt des Beschwerdeführers (act. G 17, S. 1 f.) ist im
Gerichtsgutachten für die Zeit vor der asim-Begutachtung und damit insbesondere bis
zum für die vorliegende gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Ver
fügungserlasses vom 11. September 2013 keine unter 80% liegende Arbeitsfähigkeit
bestätigt worden.
3.3 Zwar wird im psychiatrischen Teilgutachten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit attestiert.
Allerdings erfolgte an dieser Stelle keine ausdrückliche retrospektive Beurteilung (act.
G 15, S. 8 des psychiatrischen Teilgutachtens; im psychiatrischen Teilgutachten ist -
obschon es wünschenswert gewesen wäre - keine entsprechende Fragestellung
enthalten). Demgegenüber wird im von der psychiatrischen Expertin
mitunterzeichneten Gesamtgutachten eine rückwirkende Verlaufsbeurteilung
vorgenommen: In einer leidensangepassten Tätigkeit bis zur aktuellen Begutachtung ist
eine um 20% herabgesetzte Arbeitsfähigkeit ausgewiesen worden. Es seien gemäss
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Akten und "unserer Untersuchungen" keine Anhaltspunkte vorhanden, retrospektive
die Arbeitsfähigkeit anders zu beurteilen (act. G 15, S. 23). Es ist daher mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
auch aus psychiatrischer Sicht bis zur asim-Begutachtung über eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten entsprechend der somatischen
Beurteilung verfügt hat.
3.4 Diese Betrachtungsweise wird einerseits dadurch bestätigt, dass auch in den
Vorgutachten keine tiefere Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bescheinigt wurde
(act. G 5.1.47-15, G 5.1.145-35 und G 5.1.211-22 f.) und die psychiatrische
Gerichtsgutachterin diese nicht in Zweifel gezogen hat, sondern diesen gefolgt ist (act.
G 15, S. 24; act. G 15, S. 6 f. des psychiatrischen Teilgutachtens). Andererseits hat die
psychiatrische Gutachterin dargelegt, dass die aus der chronischen Schmerzstörung
(ICD-10: F45.41) herrührenden psychischen Einschränkungen durch die somatisch
ausgewiesenen Leiden unmittelbar geprägt sind bzw. damit einhergehen ("Die
attestierten somatischen Beeinträchtigungen werden zur Einordnung der Symptomatik
in eine psychiatrische Diagnose herangezogen" [act. G 15, S. 6 des psychiatrischen
Teilgutachtens]; "Chronische Schmerzen haben durchaus Einfluss auf die Affektlage
und führen nach den Angaben des Exploranden zu Reizbarkeit und in der Folge zu
Anspannung und Impulsivität. Dies wird in der Diagnose der chronischen
Schmerzstörung integriert und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt";
"Aus rein psychiatrischer Sicht besteht eine Arbeitsfähigkeit von 70% aufgrund der
chronischen Schmerzbelastung bei inzwischen bestehenden degenerativen
Veränderungen des Bewegungsapparates des Exploranden" [act. G 15, S. 8 des
psychiatrischen Teilgutachtens]; Hervorhebung durch das Gericht). Einen additiven
Effekt schloss sie dabei aus (act. G 15, S. 22; act. G 15, S. 8 des psychiatrischen
Teilgutachtens).
4.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der 80%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten.
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4.1 Aspekte, die ein Abweichen von dem im Entscheid vom 3. August 2009,
IV 2008/378, E. 6.1 (act. G 5.1.191-13 f.), berücksichtigten Prozentvergleich
rechtfertigen, sind weder dargetan noch ersichtlich. Es stellt sich lediglich die Frage, ob
die Ausführungen des Beschwerdeführers (act. G 17, S. 3) Anlass geben, den im
erwähnten Entscheid gewährten 10%igen Tabellenlohnabzug (act. G 5.1.191-14) zu
erhöhen. Dabei gilt es zu beachten, dass bei der Bemessung des Tabellenlohnabzugs
eine gesamthafte Würdigung vorzunehmen ist, was bedeutet, dass nicht für jedes zur
Anwendung gelangende Merkmal separat ein quantifizierter Abzug zu gewähren ist
(BGE 126 V 75 E. 5b/bb).
4.1.1 Das im Gerichtsgutachten umschriebene Anforderungsprofil für
leidensangepasste Tätigkeiten (leichte, wechselbelastende Tätigkeit im Sitzen, Gehen
und Stehen mit mindestens stündlichem Positionswechsel; ohne Bücken, Heben und
Tragen von Lasten über 8 kg, Verrichtungen in Vorneige, Verrichtungen mit der rechten
Hand oberhalb Brusthöhe oder in Schulterabduktion, Arbeiten in Zwangshaltung oder
mit besonderer Rotationsnotwendigkeit für die Halswirbelsäule; aus psychiatrischer
Sicht wird eine Möglichkeit, Pausen einzulegen, gefordert; act. G 15, S. 23; des
Weiteren bestehen Einschränkungen bei Zeit- und Leistungsdruck, act. G 15,
psychiatrisches Teilgutachten S. 8) schränkt das mögliche Spektrum der auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestehenden leichten Hilfsarbeiten wesentlich ein, womit
ein Abzugsgrund zu bejahen ist.
4.1.2 Der 1956 geborene Beschwerdeführer (act. G 5.1.4-1) war im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 11. September 2013 57-jährig. Das fortgeschrittene
Alter dürfte sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lohnmindernd auswirken,
weshalb unter dem Aspekt des Alters ebenfalls ein Abzugsgrund erblickt werden kann.
Allerdings hatte der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt immerhin noch eine rund
8-jährige Aktivdauer bis zum ordentlichen AHV-Rentenalter vor sich, womit lediglich
eine geringfügige Lohneinbusse zu erwarten ist.
4.1.3 Gemäss Beurteilung im Gerichtsgutachten ist schmerzbedingt täglich eine
einstündige Verkürzung des Vollzeitpensums notwendig, womit dem Beschwerdeführer
lediglich ein Teilpensum zugemutet werden kann (in dem darüber hinaus noch ein
vermehrter Pausenbedarf zu berücksichtigen ist, der allerdings in der quantitativen
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Einschätzung bereits miteinbezogen ist; act. G 15, S. 22). Rechtsprechungsgemäss
wird bei Männern ein Teilzeitabzug anerkannt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom
4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.5 mit Hinweisen).
4.1.4 Der Beschwerdeführer begründet nicht, weshalb er wegen seiner
"Ausländereigenschaft" auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen Lohnnachteil zu
befürchten hat (act. G 17, S. 3). Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer über eine
Niederlassungsbewilligung verfügt (act. G 5.1.5-1), ist ein lohnmindernder Effekt zu
verneinen. Denn gemäss Tabelle TA12, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und
Quartilbereich), Schweizer/innen und Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und
Geschlecht, Tabelle "ohne Kaderfunktion", 2012, beträgt der durchschnittliche
Monatslohn für einen Niedergelassenen (bei 40-stündiger Arbeitswoche) Fr. 5'696.--,
was über dem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn des Jahres 2012 (bei 40-stündiger
Arbeitswoche) von Fr. 5'210.-- liegt (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015).
4.1.5 In Würdigung der genannten Umstände erscheint insgesamt ein 15%iger
Tabellenlohnabzug angemessen.
4.2 Im Rahmen eines Prozentvergleichs und in Berücksichtigung einer 20%igen
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten sowie eines 15%igen
Tabellenlohnabzugs resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 32%
(20% + [80% x 15%]).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Aufgrund der Einholung eines
Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheint eine
Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
bis
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angemessen. Dem vollständig unterliegenden Beschwerdeführer sind die
Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet, weshalb er noch einen
Restbetrag von Fr. 400.-- zu bezahlen hat.
5.3 Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 11'241.65 hat die Beschwerdegegnerin
zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).
5.4 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP