Decision ID: 308c62df-f58c-438d-afa6-d5411c81678f
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. Der gelernte Betriebsschlosser und Maler/Lackierer A._, geboren
1963, war zuletzt als Springer in der Abteilung Veredelung und Ausrüstung
bei der B._ AG tätig, bevor ihm diese Anstellung wegen einer
bescheinigten Schichtuntauglichkeit gekündigt wurde. Das von ihm
namentlich infolge von intermittierenden Herzrhythmusstörungen bei St. n.
Mitralklappenrekonstruktion im Jahr 2004 bei der damals zuständigen IV-
Stelle des Kantons Zürich gestellte Leistungsbegehren, wies diese mit
Verfügung vom 6. Dezember 2011 ab und verneinte einen
Rentenanspruch, da A._ nie über längere Zeit arbeitsunfähig
gewesen sei und aus medizinischer Sicht in einer leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe.
2. Am 20. März 2017 meldete sich A._ bei der IV-Stelle des Kantons
Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) u.a. unter Hinweis auf Schwindel und
ständige Müdigkeit infolge von seit Oktober 2016 bestehenden massiven
Schlafstörungen mit attestierter Arbeitsunfähigkeit und
Schichtuntauglichkeit zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle traf in der
Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen. Nachdem sich der
Gesundheitszustand von A._ nach mehreren erlittenen zerebralen
Ischämien am ehesten kardioembolischer Genese bei Vorhofflimmern und
insbesondere hemiparetischer Restsymptomatik links mit
sensomotorischen Defiziten stabilisiert hatte, wurden
Eingliederungsmassnahmen eingeleitet. Vom 13. August 2018 bis zum 30.
September 2019 absolvierte A._ eine Integrations- bzw.
Vorbereitungsmassnahme bei der C._ Werkstätte in D._. Mit
Verfügung vom 26. März 2020 schloss die IV-Stelle die
Eingliederungsmassnahmen ab, weil sich A._ nicht als
eingliederungsfähig erachtet habe.
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3. Nachdem bei A._ eine fokale Epilepsie diagnostiziert wurde und sein
Hausarzt, Dr. med. E._, ihn mit Bericht vom 6. Juli 2020 als dauerhaft
erwerbsunfähig eingestuft hatte, veranlasste die IV-Stelle die Einholung
eines polydisziplinären Gutachtens bei der Neurologie F._ AG in den
Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie sowie
Psychiatrie und Psychotherapie (nachfolgend: MEDAS-Gutachten). In
dem am 27. Januar 2021 erstatteten MEDAS-Gutachten wurde mit einem
St. n. rechtszerebralem ischämischen Infarkt, einer fokalen Epilepsie, eine
Sarkoidose mit Befall des zentralen Nervensystems sowie ein unilateraler
Tremor der rechten Hand einzig aus neurologischer Sicht Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Die Gutachter erachteten
A._ in der bisherigen Tätigkeit als Springer in einem Industriebetrieb
zu 100 % arbeitsunfähig. Hingegen bestehe für adaptierte Tätigkeiten
ohne Schichtbetrieb, Arbeiten in der Höhe, Einsatz an laufenden
Maschinen und ohne namhafte Anforderungen an die feinmotorischen
Fähigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 60 % ab April 2017.
4. Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Ausrichtung einer Viertelsrente vom 1. Oktober 2017 bis zum 31. August
2018 und ab dem 1. Oktober 2019 in Aussicht. In der Zeit vom 13. August
2018 bis zum 30. September 2019 seien Taggeldleistungen in
Zusammenhang mit Eingliederungsmassnahmen ausgerichtet worden.
Die getätigten Abklärungen hätten eine Arbeitsfähigkeit von 60 % in einer
behinderungsgerechten Tätigkeit ab dem 14. April 2017 ergeben. In
Gegenüberstellung des bei der früher ausgeübten Tätigkeit als Springer in
der Abteilung Veredelung erzielten Verdiensts und des anhand der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (Kompetenzniveau 1,
Männer, AF 60 %) ermittelten Invalideneinkommens resultiere ein
Invaliditätsgrad von 45 %. Dagegen liess A._ am 15. April 2021
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Einwand erheben. Mit Verfügung vom 22. Juni 2021 entschied die IV-
Stelle wie vorbeschieden und sprach A._ vom 1. Oktober 2017 bis
zum 31. August 2018 und ab dem 1. Oktober 2019 eine Viertelsrente bei
einem Invaliditätsgrad von 45 % zu, ohne vom Invalideneinkommen einen
Leidensabzug vorzunehmen.
5. Mit dagegen am 24. August 2021 beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden erhobener Beschwerde liess A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) neben der Aufhebung der Verfügung vom 22. Juni
2021 und des Vorbescheids vom 25. Februar 2021 beantragen, ihm sei
eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Zur
Begründung brachte er im Wesentlichen vor, ihm sei aufgrund seiner
gesundheitlichen Probleme, seines fortgeschrittenen Alters, der nur noch
zumutbaren Teilzeitarbeit, des tieferen Lohnniveaus in körperlich leichten
Tätigkeiten (im Vergleich zu körperlich schweren Tätigkeiten) sowie eines
Gutachtens zu den Tabellenmedianlöhnen der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) ein Leidensabzug von mindestens 10 % zu
gewähren.
6. Mit Vernehmlassung vom 7. September 2021 schloss die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und
verwies auf die in der angefochtenen Verfügung angeführte Begründung.
7. Der Beschwerdeführer verzichtete mit Eingabe vom 20. September 2021
auf die Einreichung einer Replik.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die
angefochtene Verfügung vom 22. Juni 2021 sowie die weiteren Akten wird,
sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
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1.1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 22.
Juni 2021 (Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 2, Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 379) stellt eine solche anfechtbare
Verfügung der Invalidenversicherung und folglich ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat der strittigen
Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und er weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 1
Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und
formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2
ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.
1.2. Der Beschwerdeführer weist in der Beschwerde darauf hin, dass die
Verfügung vom 22. Juni 2021 einzig ihm persönlich, anstatt seiner
Rechtsvertretung zugestellt worden sei. Da ihm mit der rechtzeitigen
Erhebung der Beschwerde innerhalb der Rechtsmittelfrist von 30 Tagen
(unter Berücksichtigung der Gerichtsferien vom 15. Juli 2021 bis zum 15.
August 2021, vgl. Art. 60 i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG) aus der
mangelhaft eröffneten Verfügung kein Rechtsnachteil erwachsen ist (vgl.
KNEUBÜHLER/PEDRETTI, VwVG – Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, Kommentar, 2. Auflage 2019, N. 10 zu Art. 38),
erübrigen sich Weiterungen dazu.
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2.1. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs des
Beschwerdeführers. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dieser während
der Eingliederungsmassnahmen vom 13. August 2018 bis zum 30.
September 2019, anlässlich derer er ein Taggeld bezog (Bg-act. 196, 199,
243, 248, 273, 278), keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat (Art. 43
Abs. 2 IVG). Unstreitig ist dabei das gestützt auf die Tätigkeiten des
Beschwerdeführers als Springer in der Abteilung Veredelung ermittelte
Valideneinkommen von CHF 75'199.80 für das Jahr 2020 (Bg-act. 376).
Gleiches gilt mit Blick auf die ihm gestützt auf das MEDAS-Gutachten
attestierte Arbeitsfähigkeit von 60 % in leidensadaptierter Tätigkeit ab April
2017 (Bg-act. 347 S. 6 und 51 ff., Bg-act. 374 S. 20 f.).
2.2. Uneinig sind sich die Parteien einzig hinsichtlich der Vornahme eines
Leidensabzugs von dem gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne ermittelten
Invalideneinkommen.
3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität
oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein auf höchstens 25 %
begrenzter Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu
ermittelnden Invalideneinkommen vorgenommen werden kann, soweit
anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende
Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. dazu BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (BGE 146 V
16 E.4.1, BGE 135 V 297 E.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021
vom 10. August 2021 E.3.2.1, 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.1 und
9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der
Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf
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das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt,
wie erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE
135 V 297 E.5.2, BGE 134 V 322 E.5.2, BGE 126 V 75 E.5b/bb-cc; Urteile
des Bundesgerichts 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1,
9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen
einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.5a/bb; Urteile des Bundesgerichts
8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 17.
August 2020 E.7.1.1). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1; Urteile des
Bundesgerichts 8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und
9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1).
4.1. Gemäss MEDAS-Gutachten vom 27. Januar 2021, auf welches die
Beschwerdegegnerin abstellt und dessen Beweiswert vom
Beschwerdeführer nicht in Abrede gestellt wird, ist der Beschwerdeführer
aus neurologischer Sicht für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Springer in
einem Industriebetrieb zu 100 % arbeitsunfähig. In einer
leidensangepassten Tätigkeit ohne Schichtbetrieb, ohne Arbeiten in der
Höhe, ohne Einsatz an laufenden Maschinen und ohne namhafte
Anforderungen an die feinmotorischen Fähigkeiten besteht eine
Arbeitsfähigkeit von 60 % (ganztags verwertbar mit einem
eingeschränkten Rendement von 40 % aufgrund der erhöhten
Erschöpfbarkeit) ab April 2017 (Bg-act. 347 S. 6 und S. 51 ff.).
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4.2. Soweit der Beschwerdeführer einen Abzug mit dem Verweis auf seine
gesundheitlichen Probleme geltend macht, ist ihm entgegenzuhalten, dass
die sich aus medizinischer Sicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden
Limitierungen, welche bereits in qualitativer Hinsicht bei der
gutachterlichen Festlegung des Belastungsprofils bzw. in quantitativer
Hinsicht im Sinne einer reduzierten Leistungsfähigkeit berücksichtigt
worden sind, nicht nochmals – als abzugsrelevant – herangezogen
werden dürfen. Dies käme einer unzulässigen doppelten Anrechnung
derselben Gesichtspunkte gleich (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_48/2021 vom 20. Mai 2021 E. 4.3.4. und 9C_771/2017 vom 29. Mai
2018 E.3.5.1 m.H.). Es bestehen denn auch keine Anhaltspunkte dafür,
dass die gesundheitlichen Einschränkungen nicht bereits vollumfänglich in
der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter
Tätigkeit enthalten sind. So wurden die vom Beschwerdeführer angeführte
fokale Epilepsie und der Tremor der rechten Hand im MEDAS-Gutachten
ausdrücklich als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
ausgewiesen (Bg-act. 347 S. 4). Den damit einhergehenden
Funktionseinschränkungen wurde dadurch Rechnung getragen, als der
Beschwerdeführer aufgrund des Tremors der dominanten rechten Hand
mit Blick auf feinmotorische Tätigkeiten als eingeschränkt bzw. wegen der
fokalen Epilepsie eine Tätigkeit in der Höhe, an laufenden Maschinen und
im Schichtbetrieb als ungeeignet erachtet wurde. Zudem hielten die
Gutachter fest, bei multiplen zerebralen Läsionen könne es im Sinne einer
globalen Netzwerkstörung zu Minderungen der Aufmerksamkeitsleistung
und insbesondere der Belastbarkeit kommen, weshalb die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers dadurch gemindert sei (Bg-
act. 347 S. 5). Des Weiteren kann angesichts des vorerwähnten
Belastungsprofils entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht
gesagt werden, dass sich seine funktionellen Einschränkungen nicht ohne
Weiteres mit den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen im Rahmen von
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körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeiten vereinbaren liessen. Vielmehr
umfasst der hier anwendbare Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 ein
genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten ohne
Arbeiten in der Höhe, ohne Schichtarbeit, ohne Einsatz an laufenden
Maschinen und ohne namhafte Anforderungen an die feinmotorischen
Fähigkeiten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_240/2021 vom 15.
September 2021 E.4.4.3, 8C_528/2019 vom 12. November 2019 E.4.2.2).
Die Beschwerdegegnerin brachte dazu in der angefochtenen Verfügung
namentlich vor, dass bspw. Kontrollfunktionen oder leichte Sortier-, Prüf-
und Verpackungsarbeiten sowie leichtere Tätigkeiten im Bereich der
Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung in Frage kämen.
4.3. Ferner kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, soweit er
vorbringt, das Kompetenzniveau 1 beinhalte häufig Tätigkeiten mit
schweren körperlichen Anstrengungen, welche ein höheres Lohnniveau
aufwiesen als die ihm zumutbaren körperlich leichten Tätigkeiten. Dabei
verkennt er, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt im Kompetenzniveau 1
rechtsprechungsgemäss eine Vielzahl von körperlich leichten Tätigkeiten
beinhaltet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_433/2020 vom 15. Oktober
2020 E.8.2.2, 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E.5.2, 8C_841/2017
vom 14. Mai 2018 E.5.2.2.2). Auch legt der Beschwerdeführer nicht
konkret dar, inwiefern es ihm in einer Verweistätigkeit nur möglich sein
sollte, ein im Vergleich zum Medianlohn im Kompetenzniveau 1 nur
wesentlich unterdurchschnittliches Einkommen zu erzielen. Dies ist denn
auch – wie nachfolgend dargelegt (vgl. E.4.5 hernach) – angesichts der
bei ihm vorliegenden personenbezogenen und beruflichen Merkmale nicht
ersichtlich. Letztlich geht aus der von ihm ins Recht gelegten Studie mit
dem Titel "Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der
Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung" vom 8. Januar 2021 denn
auch bloss hervor, dass es lediglich Hinweise darauf gebe, dass das
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Lohnniveau im Kompetenzniveau 1 für körperlich anstrengendere
Tätigkeiten eher höher sei als für körperlich eher weniger anstrengende
(Bf-act. 3 S. 10, 35 und 38).
4.4. Dem Beschwerdeführer ist grundsätzlich darin beizupflichten, dass bei
Männern, die behinderungsbedingt nur mehr einer Teilzeitarbeit
nachgehen können, unter dem Titel Beschäftigungsgrad allenfalls ein
Abzug vom Tabellenlohn anerkannt wird. Ein solcher entfällt aber, wenn
grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige Versicherte aus gesundheitlichen
Gründen lediglich reduziert leistungsfähig sind (Urteile des
Bundesgerichts 8C_395/2019 vom 20. September 2019 E.6.5.2,
9C_232/2019 vom 26. Juni 2019 E.2 und 3.1, 8C_211/2018 vom 8. Mai
2018 E.4.4 und 8C_344/2012 vom 16. August 2012 E.3.2, je mit
Hinweisen). Eine solche Konstellation liegt hier entgegen der Auffassung
des Beschwerdeführers vor. So wurde im MEDAS-Gutachten vom 27.
Januar 2021 ausgeführt, der Beschwerdeführer sei in einer
leidensadaptierten Tätigkeit ohne Schichtbetrieb, ohne Arbeiten in der
Höhe, ohne Einsatz an laufenden Maschinen und ohne namhafte
Anforderungen an die feinmotorischen Fähigkeiten in einem vollen
Pensum von 8.5 Stunden belastbar. Es bestehe eine Einschränkung des
Rendements von 40 % aufgrund der erhöhten Erschöpfbarkeit, weshalb
sich eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 60 % ergebe (Bg-act. 347 S. 6 und
S. 51 ff.). Von dieser Rechtsprechung abzuweichen, weil – wie der
Beschwerdeführer behauptet – es sich bei dieser Konstellation um eine
faktische Teilzeitarbeit handle, besteht entgegen seiner Auffassung kein
Anlass. So hat denn auch das Bundesgericht in Fällen, bei dem die
vollzeitliche Verrichtung leidensangepasster Verweistätigkeiten nur mehr
eine hälftige Leistung zeitigt, eine Abkehr von der Rechtsprechung
verneint (Urteil des Bundesgerichts 9C_542/2019 vom 12. November
2019 E.3.1 m.H.).
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4.5 Entgegen dem im massgeblichen Zeitpunkt (vgl. hierzu BGE 146 V 16
E.7.1) 57-jährigen Beschwerdeführer stellt sein Alter keinen Grund dar,
der einen leidensbedingten Abzug zu rechtfertigen vermöchte. Denn
insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten muss sich ein fortgeschrittenes
Alter auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG)
praxisgemäss nicht zwingend lohnsenkend auswirken. Gerade
Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen
Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit
Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_176/2021 vom 18.
Mai 2021 E.6.2.2 und 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E.4.2). Bei
Männern im Alterssegment von 50 bis 64/65 wirkt sich das Alter gemäss
den LSE bei Stellen ohne Kaderfunktion sogar eher lohnerhöhend aus
(Urteile des Bundesgerichts 9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E.4.4.5 und
9C_702/2020 vom 1. Februar 2021 E.6.3.2; vgl. ferner LSE 2018, Tabelle
TA9, Monatlicher Bruttolohn nach Lebensalter, beruflicher Stellung und
Geschlecht, Privater Sektor). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer
deutscher Muttersprache ist und über gute schulische und berufliche
Qualifikationen verfügt (vgl. Anmeldungen vom 20. Februar 2009 [Bg-act.
1 S. 5] und 20. März 2017 [Bg-act. 94 S. 5], Assessmentbericht vom 23.
Juli 2019 [Bg-act. 286 S. 2 f.] sowie diverse Zeugnisse, Diplome und
Zertifikate [Bg-act. 5 S. 13 f., Bg-act. 85 S. 3, Bg-act. 254 ff.],
zusammengefasst in der undatierten Zeugnisübersicht [Bg-act. 270]). Von
seinen bisher gewonnenen Berufserfahrungen und breiten Kenntnisse in
verschiedenen Berufsgattungen, so namentlich im Bereich Veredelung
und Ausrüstung, Extrusion und Kunststoffverarbeitung, Mechanik und
(Medizinal-)Technik sowie als Maler/Lackierer, Hauswart und
Betriebsschlosser (vgl. undatierter Lebenslauf [Bg-act. 267] und
Qualifikationsprofil [Bg-act. 269]), kann er auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt profitieren. Dass er sehr vielseitig einsetzbar ist und grosse
Erfahrungen in verschiedenen Bereichen sowie entsprechende
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Fachkompetenzen mitbringt, attestierten ihm denn auch seine
Eingliederungsfachpersonen (vgl. Schlussbericht C._ vom 18.
Oktober 2019 [Bg-act. 308 S. 2 und 4 f.], Assessmentbericht vom 23. Juli
2019 [Bg-act. 286 S. 3] und Protokolle Standortgespräche C._ vom
28. Mai 2019 [Bg-act. 282], 27. März 2019 [Bg-act. 250] und 19. Februar
2019 [Bg-act. 246]). Zudem hat der Beschwerdeführer bisher praktische
und handwerkliche Tätigkeiten ausgeübt, weshalb der Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand in eine Verweistätigkeit gering sein dürfte. Dies ist
mit Blick auf die kürzere Aktivitätsdauer positiv zu werten, genauso wie
seine Persönlichkeitsstruktur als engagierte und leistungswillige Person
(vgl. MEDAS-Gutachten vom 27. Januar 2021 [Bg-act. 347 S. 6],
undatiertes Qualifikationsprofil [Bg-act. 269], Schlussbericht C._ vom
18. Oktober 2019 [Bg-act. 308 S. 3 f.], Protokolle zu den
Standortgesprächen C._ vom 27. März 2019 [Bg-act. 250], 19.
Februar 2019 [Bg-act. 246], 5. November 2018 [Bg-act. 223] und vom 25.
September 2018 [Bg-act. 214 S. 2], Arbeitszeugnis der B._ AG vom
31. August 2017 [Bg-act. 260], Evaluationsgespräch Eingliederung vom
10. April 2017 [Bg-act. 119 S. 1], Abschlussbericht Viva Arbeitstraining
vom 28. Oktober 2011 [Bg-act. 85 S. 2], Arbeitszeugnis des Spitals Bülach
vom 3. Oktober 2011 [Bg-act. 85 S. 3], Schreiben des Beschwerdeführers
vom 17. Februar 2009 [Bg-act. 4] und vom 15. März 2011 [Bg-act. 48]). Es
fehlen somit jegliche Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund seines Alters verglichen mit
anderen Beschäftigten seiner Alterskategorie mit einem geringeren Lohn
rechnen müsste.
4.6. Der Beschwerdeführer bringt schliesslich gestützt auf das von ihm ins
Recht gelegte Gutachten vom 8. Januar 2021 mit dem Titel "Nutzung
Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der
IV-Rentenbemessung" vor, der Medianlohn von Erwerbstätigen mit
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starken gesundheitlichen Einschränkungen ohne Zugang zu einer
Invalidenrente liege im Vergleich zu den Löhnen von voll leistungsfähigen
Erwerbstätigen um rund 10 % tiefer. Hinsichtlich des möglichen
Lohnniveaus von Invalidenrentenbezüger bzw. -bezügerinnen mit
Teilrenten und entsprechender Resterwerbsfähigkeit halte des Gutachten
fest, dass ihr Medianlohn um 17 % tiefer sei als der in den LSE-Tabellen
aufgeführte Lohn. Mithin seien die Löhne von gesundheitlich
beeinträchtigten Personen deutlich tiefer als diejenigen von Personen
ohne gesundheitliche Einschränkungen, weshalb vorliegend ein Abzug
von mindestens 10 % vorzunehmen sei. Mit dieser Argumentation
verkennt der Beschwerdeführer, dass ein Leidensabzug
rechtsprechungsgemäss nicht generell und in jedem Fall zur Anwendung
gelangt. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern dann erfolgen, wenn
im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person
wegen eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale ihre
gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg
verwerten kann (BGE 146 V 16 E.4.1. mit Hinweisen, 134 V 322 E.5.2,
126 V 75 E.5a/bb und E.5b/aa; Urteile des Bundesgerichts 9C_323/2019
vom 2. September 2019 E.4.2 und 9C_549/2018 vom 20. Februar 2019
E.4.1 mit Hinweis). Dass vorliegend solche Anhaltspunkte beim
Beschwerdeführer vorliegen, ist aufgrund der erwähnten
personenbezogenen und beruflichen Merkmale – wie hiervor eingehend
diskutiert – zu verneinen. Darüber hinausgehende
einkommensbeeinflussende Faktoren, aufgrund derer er negative
Auswirkungen auf die Lohnhöhe zu gewärtigen hätte, macht er nicht
geltend. Vielmehr verweist er zur Begründung des Lohnnachteils einzig
auf die statistischen Werte des von ihm eingereichten Gutachtens, ohne
sich diesbezüglich konkret mit seiner Situation auseinanderzusetzen.
Insgesamt erscheint der Beschwerdeführer somit auch auf einem
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ausgeglichenen Arbeitsmarkt gegenüber gesunden Mitbewerbern nicht
benachteiligt; mit anderen Worten hat er nicht nur bei Inkaufnahme einer
Lohneinbusse reale Chancen auf eine Anstellung.
4.8. Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich vorliegend bei einer gesamthaften
Betrachtungsweise nicht, bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
einen Leidensabzug vorzunehmen. Das Invalideneinkommen beläuft sich
somit auf CHF 41'067.60 (LSE 2018, TA 1, Kompetenzniveau 1, Männer,
umgerechnet auf die wöchentliche durchschnittliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden, aufindexiert, Arbeitsfähigkeit von 60 % = CHF 5'417.-- x 12 : 40
x 41.7 x 1.005 x 1.005 x 0.6). Dabei resultiert bei einem unbestritten
gebliebenen Valideneinkommmen von CHF 75'199.80 ein Invaliditätsgrad
von 45.4 %, womit – in Übereinstimmung mit der angefochtenen
Verfügung – ein Anspruch auf eine Viertelsrente besteht.
5.1. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein
durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.--
fest. Diese sind vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen.
5.2. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
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