Decision ID: 1b5d51d3-74a3-483c-abf8-cb62efd4b530
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalts durch das Gericht die Möglichkeit einzuräumen, die
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Verfügung vom 30. Juli 2013 in Wiedererwägung zu ziehen. Begründend
führte der Beschwerdeführer was folgt aus:
 Sowohl die Baubewilligung als auch die Bewilligung der Projektänderung seien rechtskräftig.
 In seinem Gesuch um Verlängerung der Baubewilligung vom 18. Juli 2013 habe er auf den Umstand hingewiesen, wonach beim vorliegenden Projekt nur die bestehende Bausubstanz durch eine neue ersetzt werden solle. Zwar weise das neue Projekt in der Anzahl Wohnungen eine Mehrzahl gegenüber den bestehenden Gebäulichkeiten auf (fünf statt drei), die BGF des neuen Gebäudes betrage aber lediglich 19 m2 mehr als bestehend. Auf diese Mehrfläche könnte mittels einer Projektänderung verzichtet werden. Ebenso hätten die unternommenen Verkaufsbemühungen bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
 Im Erstreckungsgesuch sei die Gemeinde ersucht worden, vor Erlass einer Verfügung ein persönliches Gespräch mit dem Bauherrn zu führen zwecks Erörterung des Sachverhalts. Dabei hätte durchaus vereinbart werden können, dass beispielsweise eine Wohnung der Erstwohnungspflicht unterstellt werden solle. Davon sei nicht Gebrauch gemacht worden, obwohl dies mit dem Baufachchef vorgängig erörtert worden sei. Die Gemeinde habe eine willkürliche, pauschale, nicht genügend abgewogene und auf die konkrete Situation abgestützte Entscheidung getroffen. Davon zeuge eine schriftliche Stellungnahme des zuständigen Baufachchefs, woraus ersichtlich sei, dass die Verfügung der Gemeinde vom 30. Juli 2013 ohne sein Wissen ergangen sei, obwohl er Mitglied des Gemeindevorstands sei. Zudem sei die Feststellung des Baubeginns bei Schnurgerüstabnahme vorliegend ebenfalls willkürlich. Zutreffender wäre die Feststellung des Baubeginns bei Beginn des Totalabbruchs der bestehenden Gebäulichkeiten. Willkürlich erscheine auch die Feststellung der Gemeinde, wonach es sich beim Bauprojekt um eine vollständige Umnutzung zu Zweitwohnungen handle. Das bestehende Gebäude sei seit Ende 2011 nicht mehr ganzjährig bewohnt und stehe seit Frühling 2012 leer.
 Das vorliegende Bauprojekt sei von Bauprojekten, welche eine vollständige Neuerstellung von Gebäulichkeiten auf bisher nicht beanspruchtem Bauland beabsichtigten, abzugrenzen, gehe es doch hier um den Wiederaufbau bestehender Bausubstanz. Es werde nicht neues Bauland vernichtet, sondern die bestehende alte Substanz ersetzt. Der Dorfkern würde ein in energetischer Sicht moderndes
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Gebäude erhalten, welches dem Dorfcharakter eine Auffrischung gäbe. Hier stünde der Gemeinde ein pflichtgemässer Ermessensspielraum zu.
 Er habe das Verlängerungsgesuch genügend begründet, um eine angemessene Verlängerung zu erhalten. Zwar bestehe kein Rechtsanspruch auf Verlängerung. Jedoch sollte auch die Gemeinde hier ein gewisses Interesse an einer Verlängerung haben.
5. Am 26. August 2013 stellte der Beschwerdeführer ein
Wiedererwägungsgesuch an die Gemeinde X._. Dieser sei vorab der
Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts durch das Verwaltungsgericht
die Möglichkeit einzuräumen, ihre Verfügung vom 30. Juli 2013 in
Wiedererwägung zu ziehen.
6. Die Gemeinde X._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in
ihrer Vernehmlassung vom 17. September 2013 die Abweisung der
Beschwerde.
 Es habe am 16. September 2013 eine Besprechung mit dem Beschwerdeführer stattgefunden. Dabei seien weder erhebliche neue Tatsachen namhaft gemacht worden, die zur Zeit der Verfügung bereits beständen hätten, noch seien neue Erwägungen in Betracht gezogen worden. Sie werde die angefochtene Verfügung nicht in Wiedererwägung ziehen, weshalb das Verwaltungsgericht über die Beschwerde urteilen solle.
 In der jetzigen Nachbarschaft Y._ sei das Baugesetz der Gemeinde Y._ vom 19. Juli 2011 weiterhin anwendbar, da noch kein einheitliches Baugesetz für die Gemeinde X._ bestehe. Das Grundbuchamt habe eine neue Nummerierung der Grundstücke in der Gemeinde X._ vorgenommen. Die ehemalige Parzelle 298 trage nun die Grundstücknummer 7298 in der Gemeinde X._.
 Im Übrigen verweise sie auf ihre Erwägungen im angefochtenen Entscheid vom 30. Juli 2013.
7. Am 23. September 2013 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen
Anträgen fest.
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 Es stimme, dass an der Besprechung vom 16. September 2013 keine Einigung habe erzielt werden können. Die Gemeinde verweigere willkürlich die Zustimmung zum Verlängerungsgesuch. Er habe Kenntnis von Baubewilligungen für Zweitwohnungen, welche ebenfalls nach dem 11. März 2012 erteilt und verlängert worden seien. Davon hätten auch die Vertreter der Gemeinde X._ Kenntnis.
 Der Baufachchef der Gemeinde X._ habe anlässlich der Besprechung vom 16. September 2013 Ausführungen gemacht, welche nicht kongruent mit seinen schriftlichen Ausführungen ihm gegenüber seien. Dies dürfe nicht einfach so hingenommen werden.
 Anlässlich der Besprechung habe die Gemeinde ausgeführt, eine Verlängerung könnte auch dann nicht bewilligt werden, wenn das Projekt auf die BGF des bestehenden Gebäudes redimensioniert würde oder der Bauherr bereit wäre, eine Wohnung der Erstwohnungspflicht zu unterstellen. Die Gemeinde habe gesagt, er solle ein neues Baugesuch einreichen, welches eine Reduktion der BGF auf die bestehenden Masse zum Inhalt hätte, welches wohl gestützt auf den Besitzstand genehmigt werden könnte. Dies sei für ihn nachteilig. Er hätte weitere Baubewilligungsgebühren zu bezahlen und würde Gefahr laufen, dass zwei der fünf Wohnungen der Erstwohnungspflicht zu unterstellen wären (das bestehende Gebäude habe drei Wohnungen). Zudem bestehe die Gefahr von Baueinsprachen seitens der Nachbarschaft.
 Hier werde ein bestehendes Gebäude am gleichen Ort wieder aufgebaut. Es werde alte durch neue Bausubstanz ersetzt. Er verweise auf Art. 12 ff. des in der Vernehmlassung befindlichen ZwG, wonach altrechtliche Wohnungen im Rahmen der vorbestandenen Hauptnutzfläche ohne Nutzungsbeschränkung erneuert, umgebaut oder wieder aufgebaut werden könnten. Auch eine geringfügige Erweiterung sei möglich. Zudem sei auf die Bestimmungen des Hofstattrechts hingewiesen.
8. Am 30. September 2013 hielt auch die Beschwerdegegnerin duplicando
an ihren Anträgen fest.
 Es sei nicht willkürlich entschieden worden. Sodann entspreche die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe Kenntnis von Baubewilligungen für Zweitwohnungen, welche nach dem 11. März 2012 erteilt und auch verlängert worden seien, und die Behörde der
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Gemeinde X._ hätte davon Kenntnis erhalten, was diese nicht abgestritten hätte, nicht den Tatsachen. Der Beschwerdeführer habe der Gemeindebehörde keinen konkreten Fall genannt, bei dem die Verlängerung einer solchen Bewilligung genehmigt worden sei und von dem er persönlich Kenntnis habe.
 Die Baubehörde habe jedes ihr in diesem Jahr eingereichte Gesuch auf Verlängerung einer Baubewilligung für Zweitwohnungen, welche nach dem 11. März 2012 aber vor dem 1. Januar 2013 erteilt worden sei, ohne Ausnahme abgelehnt und dies jeweils entsprechend begründet. Sie habe die Ablehnung der Verlängerungsgesuche auch damit begründet, dass Schaden von der Gemeinde abgewendet werden solle, der sich aus eventuellen Entschädigungsforderungen ergeben könnte, da sich Bewilligungsnehmer auf ihre Rechtssicherheit bzw. den Vertrauensschutz berufen könnten, falls eine entsprechende Verfügung zur Verlängerung der Baubewilligung auf Beschwerde hin aufgehoben werden sollte. Werde in einer anderen Gemeinde eine andere Praxis angewandt, sei das deren Sache.
 Gemäss Praxis des Verwaltungsgerichtes Graubünden des Jahres 2012 hätten auch in Gemeinden, die den 20 % Zweitwohnungsanteil bereits überschritten hätten, bis zum 31. Dezember 2012 noch Baubewilligungen für die Erstellung neuer Zweitwohnungen erteilt werden können. Auch der Gemeindevorstand Y._ habe bis zum 1. Januar 2013 noch das bisherige Recht angewendet. Zudem habe das Verwaltungsgericht entschieden, dass sowohl vor als auch nach dem 11. März 2012 eingereichte Baugesuche nach altem Recht zu beurteilen seien. Die ZwVO enthalte keine Übergangsbestimmungen für Baubewilligungen, die vor dem 1. Januar 2013 erteilt worden seien. Ab diesem Zeitpunkt erteilte Bewilligungen seien gemäss Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV nichtig. Aufgrund dieser Rechtslage sei die Bewilligung am 24. August 2012 erteilt worden. Das Bundesgericht habe in den Leitentscheiden vom 22. Mai 2013 unter anderem entschieden, Art. 75b Abs. 1 BV sei ab dem 11. März 2012 direkt anwendbar und enthalte ein Baubewilligungsverbot für Zweitwohnungen in allen betreffenden Gemeinden. Dies habe zur Folge, dass Baubewilligungen für Zweitwohnungen, die zwischen dem 11. März 2012 und dem 31. Dezember 2012 in den betreffenden Gemeinden erstinstanzlich erteilt worden seien, anfechtbar und ab dem 1. Januar 2013 erteilte Baubewilligungen nichtig seien. Hier liege unstreitig eine Bewilligung für Zweitwohnungen vor und der Zweitwohnungsanteil in der ehemaligen Gemeinde Y._ wie auch in der heutigen Gemeinde X._ liege über 20 %. Die Gemeindebehörde X._ habe sich bei der Verlängerung an das Recht zu halten, welches gemäss Bundesgerichtsentscheiden vom 22. Mai 2013 anzuwenden sei. Durch
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diese Entscheide habe sich die Rechtsanwendung gegenüber der Praxis des Verwaltungsgerichtes aus dem Jahr 2012 entscheidend geändert. Diese Änderung bei der Rechtsanwendung gelte auch für Entscheide der Gemeindebehörde X._ betreffend Verlängerung der Baubewilligung für Zweitwohnungen. Beim Entscheid über die Verlängerung einer Baubewilligung habe die Behörde das zum Zeitpunkt des Entscheids gültige Recht anzuwenden.
 Nach Inkrafttreten der Ausführungsgesetzgebung zu Art. 75b BV würden sich die rechtlichen Voraussetzungen nochmals ändern. Sie könne aber nicht auf einen Entwurf des ZwG abstellen, das noch nicht in Kraft sei. Ebenso wenig könnten Diskussionsbeiträge in Zeitschriften als gesetzliches Recht gelten. Weil Aussicht bestehe, dass unter einem zukünftigen ZwG das beschwerdeführerische Bauprojekt realisierbar sein könnte, hätten die Gemeindevertreter dem Beschwerdeführer am 16. September 2013 empfohlen, bis zum Inkrafttreten des ZwG zuzuwarten, um sein Projekt eventuell realisieren zu können.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Verfügung vom 30. Juli 2013, mit welcher die Beschwerdegegnerin das
Gesuch des Beschwerdeführers vom 18. Juli 2013 um Verlängerung der
Baubewilligung vom 24. August bzw. vom 20. Dezember 2012
abgewiesen hat. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob das
Verlängerungsgesuch des Beschwerdeführers von der
Beschwerdegegnerin zu Recht abgewiesen wurde respektive ob die
Weigerung der Beschwerdegegnerin, die Baubewilligung zu verlängern,
sachlich vertretbar ist oder gegen allgemeine Rechts- oder
Verfassungsgrundsätze verstösst. Die Prozessvoraussetzungen geben
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vorliegend zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist -
unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen 1b und 1c - einzutreten.
b) Zur Diskussion steht im vorliegenden Beschwerdeverfahren - wie
gesehen - die Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung vom 30. Juli
2013. Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerdeschrift vom
20. August 2013 unter anderem auch den Widerruf der angefochtenen
Verfügung. Ein Widerruf ist aber gemäss Art. 25 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) nur durch die
Verwaltungsbehörde, mithin die Baubehörde X._, in Bezug auf einen
rechtskräftigen Entscheid möglich. Da ein solcher vorliegend aber gerade
nicht vorliegt, und überdies das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden hierfür auch nicht zuständig wäre, kann auf den
beschwerdeführerischen Antrag auf Widerruf der angefochtenen
Verfügung nicht eingetreten werden.
c) Hinsichtlich des Antrags des Beschwerdeführers, der Gemeinde X._
sei vorab der Beurteilung des Sachverhalts durch das Gericht die
Möglichkeit einzuräumen, die angefochtene Verfügung in
Wiedererwägung zu ziehen, ist festzuhalten, dass diesem Antrag bereits
stattgegeben wurde. So hat die Beschwerdegegnerin in ihrer
Vernehmlassung vom 17. September 2013 hinsichtlich des
beschwerdeführerischen Wiedererwägungsgesuchs vom 26. August 2013
ausgeführt, es habe am 16. September 2013 eine Besprechung mit dem
Beschwerdeführer stattgefunden, bei welcher keine erheblich neuen
Tatsachen namhaft gemacht worden seien, welche zurzeit der Verfügung
bereits bestanden hätten. Auch seien keine neuen Erwägungen in
Betracht gezogen worden, weshalb sie ihre angefochtene Verfügung nicht
in Wiedererwägung ziehen werde. Vor diesem Hintergrund ist aber der
beschwerdeführerische Antrag, der Gemeinde sei die Möglichkeit
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einzuräumen, ihren Entscheid in Wiedererwägung zu ziehen,
gegenstandslos geworden. Folglich erübrigen sich weitere diesbezügliche
Ausführungen.
2. a) Gemäss Art. 91 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) erlöschen Baubewilligungen und BAB-
Bewilligungen, wenn mit den Bauarbeiten nicht innert Jahresfrist seit
zulässigem Baubeginn begonnen worden ist. Bauvorhaben sind innert
zwei Jahren nach Baubeginn zu vollenden. Die Bindung der
Baubewilligung an eine bestimmte Geltungsdauer hat ihren berechtigten
Grund. Die formell rechtskräftige Baubewilligung verschafft dem Bauherrn
eine Vertrauensbasis, indem sie die Rechtslage stabilisiert. Auf der
anderen Seite unterliegt aber das öffentliche Baurecht nicht selten starken
Änderungen. Aus der Sicht der Öffentlichkeit besteht daher das Bedürfnis,
nach einer bestimmten Zeit Klarheit darüber zu haben, ob das
Bauvorhaben verwirklicht wird oder nicht. Analog sind in der Regel die
Interessen der Nachbarn gelagert (vgl. ANDREAS BAUMANN, Das
Baubewilligungsverfahren nach aargauischem Recht, Zürich/Basel/Genf
2007, S. 140 f.; BALTHASAR HEER, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht,
Bern 2003, Rz. 870 zu Art 88 des St. Gallischen Baugesetzes). Die für die
Bewilligung zuständige Behörde kann die Geltungsdauer der
Baubewilligung auf begründetes Gesuch hin angemessen verlängern
(Art. 91 Abs. 2 letzter Satz KRG). Wenn sich aber die massgebenden
rechtlichen oder tatsächlichen Verhältnisse seit dem Bauentscheid
wesentlich verändert haben, ist die Verlängerung ausgeschlossen. Das
KRG vermittelt den Gesuchstellern mit dieser "Kann-Vorschrift" auch bei
einem begründeten Gesuch keinen Rechtsanspruch auf die Verlängerung
einer Baubewilligung. Der Entscheid, ob eine Verlängerung gewährt wird,
liegt vielmehr im pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Die
Verwaltungsbehörden dürfen das ihnen gesetzlich gewährte Ermessen
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indessen nicht nach Belieben ausüben. Sie sind dabei an die ratio legis,
an Sinn und Zweck des im konkreten Fall anzuwendenden Rechtssatzes
sowie an allgemeine Rechtsgrundsätze gebunden. Auf Grund dieser
Bindung haben sie alle sachdienlichen und -erheblichen Interessen zu
berücksichtigen und gegeneinander abzuwägen (BALTHASAR HEER, a.a.O.,
Rz. 875 zu Art 88 Abs. 3 des St. Gallischen Baugesetzes, das eine Art. 91
Abs. 2 KRG entsprechende "Kann-Vorschrift" enthält).
b) Art. 51 Abs. 1 VRG beschränkt die Überprüfungsbefugnis des
Verwaltungsgerichtes auf Rechtsverletzungen einschliesslich
Ermessensüberschreitung oder -missbrauch sowie auf die Überprüfung
der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz. Das Verwaltungsgericht
kann nur dann eingreifen, wenn sich der angefochtene Entscheid als
sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine Rechts- und
Verfassungsgrundsätze verstösst (vgl. zum Ganzen Urteile des
Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden R 08 93 vom 10. März
2009 E.2, R 07 1 vom 26. Juni 2007 E.4).
3. Zu prüfen ist nachfolgend wie einleitend erwähnt, ob die Weigerung der
Gemeinde, die Baubewilligung vom 24. August bzw. vom 20. Dezember
2012 zu verlängern, sachlich vertretbar ist oder gegen allgemeine Rechts-
oder Verfassungsgrundsätze verstösst.
a) Der Beschwerdeführer beruft sich einerseits auf den Besitzstand und
macht geltend, dass beim vorliegenden Projekt nur die bestehende
Bausubstanz durch eine neue ersetzt werden solle. Der
Beschwerdeführer räumt indessen selber ein, dass er sein Baugesuch
nicht gestützt auf den Besitzstand respektive das Hofstattrecht gestellt
hat. Den bei den Akten liegenden Unterlagen ist denn auch zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 30. Juli 2012 ein „normales“
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Baugesuch eingereicht hat, welches zudem - wie der Beschwerdeführer
in seiner Beschwerdeschrift selber einräumt - 19 m2 BGF mehr
konsumiert und überdies zwei Wohnungen mehr aufweist als der
Besitzstand beinhaltet. Seine Behauptung, es werde im Endresultat bloss
die bestehende Bausubstanz durch eine neue ersetzt, belegt er zudem in
keiner Weise. Vor diesem Hintergrund kann der Beschwerdeführer aber
aus dem Besitzstand respektive dem Hofstattrecht nichts zu seinen
Gunsten ableiten.
b) Weiter beruft sich der Beschwerdeführer auf Treu und Glauben. Der
Baufachchef habe ihm gegenüber schriftliche Zusicherungen gemacht,
welche mit dem heutigen Verhalten der Gemeinde nicht kongruent seien.
Dementsprechend ist nachfolgend zu prüfen, ob durch das Verhalten des
Baufachchefs eine Vertrauensgrundlage geschaffen wurde, aufgrund
derer die ersuchte Verlängerung der Baubewilligung hätte erteilt werden
müssen.
Der Grundsatz des Vertrauensschutzes gemäss Art. 9 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101)
bedeutet, dass die Privaten einen Anspruch darauf haben, in ihrem
berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in ein anderes,
bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt
zu werden (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 627). Auf
Auskünfte, die sich hinterher als unzutreffend erweisen, darf sich der
Empfänger berufen und die verantwortliche Behörde muss sich so
verhalten, als ob die Auskunft richtig gewesen wäre, wenn kumulativ
folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
 (1) Die Auskunft wurde vorbehaltlos in einer konkreten Situation mit
Bezug auf eine bestimmte Person erteilt;
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 (2) Die Behörde war zur Auskunftserteilung zuständig oder der Bürger
durfte sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten;
 (3) Die Unrichtigkeit der Auskunft war nicht ohne weiteres erkennbar;
 (4) Aufgrund der Auskunft wurden Dispositionen getroffen, die nicht
ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können; dabei muss die
Auskunft für die nachteilige Disposition kausal gewesen sein;
 (5) Die relevante Rechts- und Sachlage hat seit der Auskunftserteilung
keine Änderungen erfahren.
Doch selbst dann, wenn diese Voraussetzungen alle erfüllt sind, steht
nicht fest, ob der Private mit seiner Berufung auf Treu und Glauben
durchdringen kann. Es müssen das Interesse an der richtigen
Durchsetzung des objektiven Rechts und jenes des Vertrauensschutzes
gegeneinander abgewogen werden. Überwiegt das öffentliche Interesse
an der Anwendung des positiven Rechts, muss sich der Bürger diesem
unterziehen (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, a.a.O., Rz.
668-696; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 22 Rz. 15; BGE
116 Ib 185 E.3c; Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons
Graubünden R 09 22 vom 8. Dezember 2009 E.2).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht gegeben. Infolge fehlender
Zuständigkeit des Baufachchefs zur Erteilung von Zusicherungen
bezüglich Verlängerung einer Baubewilligung könnte sich der
Beschwerdeführer vorliegend selbst dann nicht auf den Vertrauensschutz
berufen, wenn der Baufachchef - wie vom Beschwerdeführer behauptet -
fehlerhafte Zusicherungen erteilt hätte. Denn die für die Schaffung einer
Vertrauensgrundlage erforderliche behördliche Zuständigkeit ist nach
Lehre und Rechtsprechung nur dann gegeben, wenn die Auskunft
erteilende Behörde den Entscheid in der Sache hätte treffen können, oder
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wenn der Beschwerdeführer in guten Treuen davon ausgehen durfte, dies
sei der Fall. Vorliegend erhellt, dass der Baufachchef als einzelnes
Mitglied der Baubehörde für die Erteilung von Zusicherungen in Bezug auf
die Verlängerung von Baubewilligungen nicht befugt und zuständig ist,
und vom Beschwerdeführer auch nicht aus zureichenden Gründen als
zuständig erachtet werden durfte, was vom Beschwerdeführer denn auch
nicht geltend gemacht wird (vgl. dazu Urteil des Verwaltungsgerichtes des
Kantons Graubünden R 08 53 vom 14. Juli 2009 E.3b; PVG 1996 Nr. 35
E.2c). Überdies hat der Baufachchef gemäss Beilage 4 des
Beschwerdeführers lediglich Empfehlungen betreffend des weitere
Vorgehens abgegeben, nicht aber - wie vom Beschwerdeführer behauptet
- Zusicherungen. Zudem macht der Beschwerdeführer weder geltend
noch weist er nach, dass er aufgrund des E-Mail-Verkehrs mit dem
Baufachchef von Anfang August 2013 irgendwelche Dispositionen
getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden
könnten. Dementsprechend liegt vorliegend offenkundig keine Verletzung
des Gebots von Treu und Glauben in Form des Vertrauensschutzes im
Sinne von Art. 9 BV vor.
c) Schliesslich macht der Beschwerdeführer eine Ungleichbehandlung mit
anderen Petenten für eine Baubewilligungsverlängerung geltend, indem
er vorbringt, er habe Kenntnis von Baubewilligungen für Zweitwohnungen,
welche ebenfalls nach dem 11. März 2012 erteilt und verlängert worden
seien. Da der Beschwerdeführer seine diesbezügliche - von der
Beschwerdegegnerin bestrittene - Behauptung indes weder substantiiert
noch bewiesen hat, ist auf diese Behauptung nicht weiter einzugehen.
d) Offen gelassen werden kann sodann - weil für den Verfahrensausgang
ohne jegliche Bedeutung - die Beurteilung der vom Beschwerdeführer
erhobenen Rüge, wonach die Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt des
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Baubeginns bei Schnurgerüstabnahme willkürlich festgelegt habe. Denn
es geht im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig um die Frage der
Rechtmässigkeit der Verfügung vom 30. Juli 2013, mit welcher das
Verlängerungsgesuch des Beschwerdeführers von der
Beschwerdegegnerin abgewiesen wurde, und nicht um allfällige Fragen
bezüglich verpasster Fristen. Ohne Belang sind schliesslich auch die
Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach der Dorfkern durch das
geplante Bauprojekt in energetischer Sicht ein den Dorfcharakter
auffrischendes, modernes Gebäude erhalten würde sowie auch die vom
Beschwerdeführer geltend gemachte Ungleichbehandlung mit
Baugesuchen für die Neuerstellung von Gebäulichkeiten auf bisher nicht
beanspruchtem Bauland. Denn es geht vorliegend nicht um die Erteilung
einer Baubewilligung, sondern um die Erteilung einer Bewilligung für die
Verlängerung einer Baubewilligung, wo aber die vom Beschwerdeführer
vorgebrachten Argumente nicht massgebend sind. Ebenso ist klar, dass
der Beschwerdeführer aus dem blossen Entwurf eines zukünftigen
Zweitwohnungsgesetzes (ZwG) nichts für sich ableiten kann.
4. a) Wie einleitend bereits dargestellt kann die für die Bewilligung zuständige
Behörde die Geltungsdauer der Baubewilligung auf begründetes Gesuch
hin gemäss Art. 91 Abs. 2 KRG angemessen verlängern. Haben sich
indes die massgebenden rechtlichen oder tatsächlichen Verhältnisse seit
dem Bauentscheid wesentlich verlängert, ist eine
Baubewilligungsverlängerung ausgeschlossen.
b) Im vorliegenden Fall wurden die Bau- und die
Projektänderungsbewilligung am 24. August bzw. am 20. Dezember 2012
erstinstanzlich und rechtskräftig erteilt, somit im Zeitraum zwischen dem
11. März und 31. Dezember 2012. Gegenüber dem Zeitpunkt der
Bewilligungserteilung (24. August/20. Dezember 2012) haben sich weder
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die tatsächlichen Verhältnisse noch die Rechtslage geändert. Geändert
hat sich indessen die Auslegung der massgeblichen
Verfassungsbestimmungen von Art. 75b und Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV.
Entscheidend ist dabei, dass der schon seit dem 11. März 2012 geltende
Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV die Vorschrift enthält, dass Baubewilligungen für
Zweitwohnungen, die zwischen dem 1. Januar des auf die Annahme von
Art. 75b BV folgenden Jahres (1. Januar 2013) und dem Inkrafttreten der
Ausführungsbestimmungen (noch unbestimmt) erteilt werden, nichtig
sind. Die Baubewilligung vom 24. August bzw. vom 20. Dezember 2012
enthält unstreitig keine Nutzungsbeschränkung in Bezug auf
Zweitwohnungen. Ebenso unbestritten wurde sie zwischen dem 11. März
und dem 31. Dezember 2012 erteilt. Unbestritten ist weiter, dass das
Gesuch um Verlängerung der Baubewilligung vom Beschwerdeführer am
18. Juli 2013 gestellt wurde und dass die Gemeinde X._ unter den
Geltungsbereich von Art. 75b BV fällt (vgl. Anhang der Verordnung über
Zweitwohnungen [ZwVG; SR 702]). Dementsprechend hätte aber die
Baubewilligung vom 24. August bzw. vom 20. Dezember 2012 im Jahr
2013 - ohne Nutzungsbeschränkung bezüglich Zweitwohnungen - nicht
mehr erteilt werden können und nach dem vorstehend Gesagten
hinsichtlich Besitzstand bzw. Hofstattrecht sowie hinsichtlich der nicht
vorliegenden Verletzung des Gebots von Treu und Glauben in Form des
Vertrauensschutzes und der nicht gegebenen Ungleichbehandlung auch
nicht erteilt werden müssen. Folglich lag es im Ermessen der Gemeinde,
die Baubewilligung, welche zur Zeit des angefochtenen Entscheides - wie
gesehen - nicht mehr hätte erteilt werden dürfen, nicht zu verlängern. Ihre
Entscheidung, das Gesuch um Verlängerung der Baubewilligung
diesbezüglich wie ein am 18. Juli 2013 gestelltes Baugesuch zu
behandeln, ist sachlich vertretbar und verstösst nach dem Gesagten nicht
gegen allgemeine Rechts- oder Verfassungsgrundsätze.
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5. Vor dem Hintergrund des vorstehend Gesagten erweist sich die
angefochtene Verfügung vom 30. Juli 2013 als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens
gehen die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des
Beschwerdeführers. Gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG wird Bund, Kanton und
Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten
Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen,
wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon
abzuweichen, besteht vorliegend kein Anlass.