Decision ID: 3eb10e1b-8ca2-428d-b2b0-1f09d5c775f6
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, 15.07.2020 Vorsorglicher Entzug der Berufsausübungsbewilligung eines Zahnarztes durch das GD wegen unzulässigem Einsatz von Personal. Art. Abs. 1 lit. c, 33a Abs. 2 und 34-36 MedBG (SR 811.11). Art. 8 Abs. 1, 22 und 26 VMB (sGS 312.0). Art. 6-8, 43, 44 Abs. 1 und 46 VBG (sGS 312.1). Art. 18 VRP (sGS 951.1). Das Verwaltungsgericht kam im Präsidialentscheid zum Schluss, eine den vorsorglichen Bewilligungsentzug rechtfertigende Dringlichkeit sei nicht ersichtlich, zumal in tatsächlicher Hinsicht gewichtige Unklarheiten bestehen würden, welche sich unter Umständen (erst) im Hauptverfahren klären würden. Selbst wenn in einzelnen Fällen von einer durch den Beschwerdeführer nicht gemeldeten und (in bar) entschädigten Tätigkeit ohne Bewilligung auszugehen wäre, vermöchte dies allein eine Dringlichkeit des vorsorglichen Entzugs der Berufsausübungsbewilligung bzw. die Notwendigkeit, diese Massnahme sofort zu treffen, nicht zu belegen. Die Sicherungsfunktion der vorsorglichen Massnahme verlange, dass keine Anordnungen getroffen würden, die irreparable Nachteile für die beteiligten Interessen verursachen und welche die Entscheidung in der Hauptsache nicht offenhalten würden. Ein vorsorglicher Entzug der Berufsausübungsbewilligung des Beschwerdeführers lasse sich nicht mit zureichenden Gründen rechtfertigen. Auch wäre ein solcher angesichts des nicht abgeschlossenen Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer bzw. der dort bestehenden Unklarheiten im Sachverhalt wie auch der schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen eines vorsorglichen Bewilligungsentzugs für den Beschwerdeführer mit dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz nicht vereinbar. Die angefochtene Verfügung lasse sich daher nicht aufrechterhalten (Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, B 2020/108).
Entscheid vom 15. Juli 2020
Besetzung
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Abteilungspräsident Zürn
Verfahrensbeteiligte
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Reetz, Reetz Sohm Rechtsanwälte,
Obere Wiltisgasse 52, Postfach 441, 8700 Küsnacht,
gegen
Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32,
9001 St. Gallen,
Vorinstanz,
Gegenstand
Entzug der Berufsausübungsbewilligung / unzulässiger Einsatz von Personal
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Der Gesundheitsrat des Kantons St. Gallen erteilte A._ am 19. September 1996 eine
für den ganzen Kanton gültige unbefristete Bewilligung zur selbständigen
Berufsausübung als Zahnarzt. Nachdem ihm das Gesundheitsdepartement (GD) im
Rahmen eines Disziplinarverfahrens die Berufsausübungsbewilligung mit Verfügung
vom 27. November 2012 vorsorglich entzogen hatte, wies es am 11. November 2013
sein Gesuch um Erteilung einer (neuen) Berufsausübungsbewilligung mangels
Vertrauenswürdigkeit ab und trat auf das Begehren um Wiedererwägung des
vorsorglichen Bewilligungsentzugs nicht ein. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
A.a.
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Mit Verfügung vom 10. November 2015 wies das GD ein Ausstandbegehren von A._
gegen den Verfahrensleiter des GD sowie ein Gesuch um Einsicht in die nicht zu den
Akten genommenen Patientenbeschwerden ab. Es stellte ferner fest, dass die
Vertrauenswürdigkeit von A._ nicht gegeben und seine berufliche Eignung nachhaltig
in Frage gestellt sei. Im Weiteren trat es auf die Gesuche um Wiedererwägung der
Verfügungen vom 27. November 2012 und vom 11. November 2013 nicht ein und
büsste A._ disziplinarisch mit CHF 10‘000. Hiergegen erhob A._, vertreten durch
Rechtsanwalt PD Dr. Peter Reetz, Küsnacht, Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Mit
Entscheid B 2015/307 vom 24. August 2017 hiess das Verwaltungsgericht die
Beschwerde gut, soweit darauf einzutreten oder das Verfahren nicht gegenstandslos
geworden war. Die angefochtene Verfügung wurde aufgehoben. Hierauf erteilte das GD
A._ am 6. November 2017 erneut eine Berufsausübungsbewilligung.
Mit Verfügung vom 24. Dezember 2015 hatte das GD das Gesuch der B._ GmbH um
Erteilung einer Betriebsbewilligung für die Führung einer privaten Einrichtung der
Gesundheitspflege abgewiesen. Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das
Verwaltungsgericht im Entscheid B 2016/14 vom 24. August 2017 gut und wies die
Angelegenheit zur Prüfung der Bewilligungsvoraussetzungen an das GD zurück. Mit
Verfügung vom 22. Dezember 2017 erteilte das GD der B._ GmbH die
Betriebsbewilligung zur Erbringung von zahnärztlichen und zahntechnischen

Leistungen „im Sinn der Erwägungen“ (act. G 8/2.2). Mit Verfügung vom 29. März 2018
lehnte das GD ein Erläuterungsgesuch der B._ GmbH betreffend die
Betriebsbewilligung ab. Die gegen die Betriebsbewilligung erhobene Beschwerde
schrieb das Verwaltungsgericht mit Entscheid B 2018/26 vom 12. Januar 2019 als
gegenstandslos geworden ab. Die gegen die Erläuterungsverfügung erhobene
Beschwerde hiess es mit Entscheid B 2018/108 vom 12. Januar 2019 demgegenüber
insofern gut, als es die vom GD verfügten Kosten aufhob; in materieller Hinsicht wies
es die Beschwerde hingegen ab.
Am 16. Februar 2019 reichte C._ beim GD eine Aufsichtsanzeige gegen A._
betreffend seine Behandlung in der Zahnarztpraxis der B._ GmbH ein. Das GD
eröffnete daraufhin ein entsprechendes Verfahren (act. G 8/10.1.1, 11 und 12.2). Am
20. August 2019 führte das Untersuchungsamt X._ eine Hausdurchsuchung in der
Zahnarztpraxis der B._ GmbH durch und verhaftete Personen im Zusammenhang mit
mutmasslichen Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG;
SR 142.20) sowie gegen das Gesundheitsgesetz (GesG; sGS 311.1; act. G 8/18.5). Mit
Schreiben vom 27. September 2019 stellte das GD fest, dass der Betrieb Mitarbeitende
A.b.
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für Aufgaben einsetze, die ihrer Ausbildung nicht entsprechen würden. So habe die
Dentalassistentin D._ in Abwesenheit von A._ an Patienten gearbeitet. Ferner habe
etwa der Geschäftsführer E._, ausgebildeter Informatiker, mit kleinen Zahnbürsten und
dem Mittel Betadine am Patienten C._ die Mund- bzw. Wundreinigung vorgenommen.
Zudem sei die Zahnärztin F._ ohne Berufsausübungsbewilligung tätig gewesen. Das
GD sprach in der Folge eine Verwarnung im Sinn von Art. 51 Abs. 2 zweiter Satz GesG
aus und gewährte der B._ GmbH das rechtliche Gehör (act. G 8/14.2). Am 17. Februar
2020 gab das GD dem Rechtsvertreter von A._ bekannt, dass es Akten der
Strafbehörden betreffend unzulässiger Einsatz von Personal in der B._ GmbH erhalten
habe und den Entzug der Betriebsbewilligung sowie vorsorgliche Massnahmen in
Erwägung ziehe (act. G 8/18). Am 5. März 2020 erstattete die B._ GmbH Strafanzeige
gegen ihre ehemalige Mitarbeiterin (Dentalassistentin) D._ wegen mutmasslicher
Veruntreuung, Urkundenfälschung, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Diebstahls und
unrechtmässiger Aneignung (act. G 8/24.1).
Mit Eingaben vom 5. März und 8. April 2020 äusserte sich der Rechtsvertreter von A._
zur Eröffnung eines separaten Verfahrens betreffend Entzug der
Berufsausübungsbewilligung und zu allfälligen vorsorglichen Massnahmen (act. G
8/25). Am 14. April 2020 nahm das GD zum Auskunftsbegehren von A._ vom 20.
Februar 2020 (act. G 8/21) betreffend Amtshilfe zwischen Straf- und Aufsichtsbehörde
Stellung (act. G 8/30). Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 (act. G 2) eröffnete das GD
A._, seine Berufsausübungsbewilligung als Zahnarzt werde dahingehend
eingeschränkt, dass ihm die Vornahme zahnärztlicher Tätigkeiten vorsorglich untersagt
sei - dies bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verwaltungsverfahrens betreffend
Prüfung eines definitiven Bewilligungsentzugs (Ziffer 1). A._ habe zu veranlassen, dass
alle Auskündigungen (unter anderem auf den Homepages der B._ GmbH und der G._
AG sowie auf der Fassade der Liegenschaft in H._) entfernt bzw. unterlassen würden,
welche auf seine zahnärztliche Tätigkeit im Kanton St. Gallen oder auf Schulungen in
der Zahnarztpraxis in H._ hinweisen würden (Ziffer 2). Das Gesuch vom 3. März 2020
um Verfahrenssistierung (act. G 8/23) werde abgewiesen (Ziffer 3). Widerhandlungen
gegen diese Verfügung würden nach Art. 292 des Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0)
bestraft (Ziffer 4). Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung werde die
aufschiebende Wirkung entzogen (Ziffer 5). A._ habe eine Gebühr von CHF 2'500 zu
bezahlen, unter Anrechnung des von ihm geleisteten Kostenvorschusses von CHF
1'500 (Ziffer 6).
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B.
Das Verwaltungsgericht erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der Beschwerde gegen die Verfügung der
Vorinstanz vom 29. Mai 2020 in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Beschwerden gegen Verfügungen
über vorsorgliche Massnahmen und Entzug der aufschiebenden Wirkung des
Rechtsmittels fallen in die Zuständigkeit des Abteilungspräsidenten des
Verwaltungsgerichts (vgl. Art. 60 Abs. 1 lit. a und b sowie Art. 64 in Verbindung mit Art.
18 Abs. 2 und Art. 33 Abs. 2 VRP).
2.
Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Reetz für A._ mit Eingabe vom 8. Juni
2020 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben (Ziffer 1) und
der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen (Ziffer 2); eventualiter sei
das Verfahren zur Neubeurteilung an das GD zurückzuweisen (Ziffer 3); unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten des Kantons St. Gallen
(Ziffer 4).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 29. Juni 2020 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die angefochtene Verfügung und nahm
ergänzend zur Beschwerde Stellung (act. G 7).
B.b.
In der Stellungnahme vom 13. Juli 2020 bestätigte der Beschwerdeführer seinen
Standpunkt und beantragte die Einholung der vollständigen Verfahrensakten; letzteres
umfasse insbesondere diejenigen Akten aus dem Strafverfahren des
Beschwerdeführers, welche die Vorinstanz bisher nicht ins Recht gelegt habe (act. G
10).
B.c.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahren wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.d.
bis
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Die Ausübung der Tätigkeit als Zahnarzt/Zahnärztin in eigener fachlicher
Verantwortung, selbständigerwerbend oder im Angestelltenverhältnis, untersteht der
Bewilligungspflicht (Art. 2 Abs. 1 lit. c und 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
universitären Medizinalberufe; Medizinalberufegesetz; SR 811.11, MedBG). Wer eine
ausländische Berufsausübungsbewilligung besitzt und den Beruf während höchstens
90 Arbeitstagen je Kalenderjahr im Kanton St. Gallen in eigener fachlicher
Verantwortung auszuüben beabsichtigt, erstattet der Behörde rechtzeitig vor Aufnahme
der Tätigkeit schriftlich Meldung (Art. 8 Abs. 1 Verordnung über die Ausübung
medizinischer Berufe, sGS 312.0 [VMB] und Art. 35 MedBG). Wer einen universitären
Medizinalberuf privatwirtschaftlich unter fachlicher Aufsicht ausüben möchte und
weder ein eidgenössisches noch ein anerkanntes ausländisches Diplom besitzt, muss
nach Art. 33a Abs. 2 MedBG über ein Diplom verfügen, das im Ausstellungsstaat zur
Ausübung des universitären Medizinalberufs unter fachlicher Aufsicht berechtigt (lit. a)
und bei der Medizinalberufekommission ein Gesuch um Eintragung ins Register stellen
(lit. b). Dem Zahnarzt/der Zahnärztin wird eine befristete Bewilligung für die Assistenz
zwecks Weiterbildung erteilt, wenn der Assistent/die Assistentin ein eidgenössisch
anerkanntes Diplom besitzt (Art. 26 Abs. 2 VMB i.V.m. Art. 22 VMB).
Die Bewilligung setzt insbesondere voraus, dass die gesuchstellende Medizinalperson
vertrauenswürdig ist sowie physisch und psychisch Gewähr für eine einwandfreie
Berufsausübung bietet (vgl. Art. 34 und Art. 36 Abs. 1 Ingress und lit. b MedBG). Die
Medizinalperson hat demzufolge Gewähr für ein integres persönliches Verhalten bei der
Berufsausübung zu bieten (BGer 2C_68/2009 vom 14. Juli 2009 E. 2.3; zum
Nachfolgenden vgl. BGer 2C_879/2013 und BGer 2C_859/2013, beide vom 17. Juni
2014). Die Bewilligung wird entzogen, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind
oder nachträglich Tatsachen festgestellt werden, aufgrund derer sie hätte verweigert
werden müssen (Art. 38 MedBG). Selbstständig tätige Arztpersonen müssen sich
zudem an die in Art. 40 MedBG normierten Berufspflichten halten. Die Rechtsinstitute
der Bewilligungspflicht nach Art. 34 MedBG und die Berufspflichten nach Art. 40
MedBG haben den Schutz der öffentlichen Gesundheit zum Ziel. Der Inhalt der
Berufspflichten überschneidet sich teilweise mit den Voraussetzungen für die
Bewilligungserteilung, indem ihnen das Element der Vertrauenswürdigkeit implizit
zugrunde gelegt ist: Durch die mehrfache und gravierende Verletzung von
Berufspflichten kann die Vertrauenswürdigkeit im Sinn von Art. 36 Abs. 1 lit. b MedBG
zerstört werden. Der Verlust der Vertrauenswürdigkeit kann also, muss aber nicht, aus
der Verletzung von Berufspflichten resultieren. Der Schutzzweck des Erfordernisses der
Vertrauenswürdigkeit besteht nicht nur im (unmittelbaren) Wohl der einzelnen
2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/26
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Patientinnen und Patienten, sondern auch darin, deren kollektives Vertrauen zu
rechtfertigen und zu erhalten. Das für die Vertrauenswürdigkeit relevante Verhalten ist
nicht nur auf die berufliche Tätigkeit in konkreten Fällen (beispielsweise auf die
Heilbehandlung als solche) beschränkt. Umgekehrt kann auch nicht jedes
(tadelnswerte) Verhalten für eine Verneinung der Vertrauenswürdigkeit und einen
allfälligen Entzug der Berufsbewilligung herangezogen werden, sondern nur jenes, das
einen Bezug zur selbstständigen Tätigkeit im medizinischen Sektor aufweist. Die
Ausübung dieser Tätigkeit setzt voraus, dass der Bewilligungsinhaber bzw. der um eine
Bewilligung nachsuchende Gesuchsteller in der Lage ist, einen Praxisbetrieb zu führen
und dafür die Verantwortung zu tragen. Deswegen ist für die Beurteilung der
Vertrauenswürdigkeit auch jenes Verhalten massgeblich, welches mit den
unternehmerischen Funktionen im Zusammenhang steht, soweit es Auswirkungen auf
das öffentliche Gesundheitswesen haben kann (BGer 2C_504/2014 vom 13. Januar
2015, E. 3.4 und BGer 2C_879/2013 vom 17. Juni 2014 E. 4.4). Nach der
Rechtsprechung sind an die Vertrauenswürdigkeit im Sinn von Art. 36 Abs. 1 lit. b
MedBG hohe Anforderungen zu stellen (BGer 2C_68/2009 vom 14. Juli 2009 E. 2.3).
Praxisgemäss muss zudem die Vertrauenswürdigkeit nicht nur im Verhältnis des
Bewilligungsinhabers (bzw. Gesuchstellers) zu den Patienten, sondern auch zu den
Behörden erfüllt sein (BGer 2C_389/2012 vom 12. November 2012 E. 7.1, 2C_57/2010
vom 4. Dezember 2010 E. 5.3, 2C_68/2009 vom 14. Juli 2009 E. 5, 2C_191/2008 vom
24. Juni 2008 E. 5.2 und 2C_58/2008 vom 14. April 2008 E. 2.3).
Die wirtschaftlich selbständige Ausübung eines Berufs der Gesundheitspflege setzt
eine (individuelle) Berufsausübungsbewilligung voraus (Art. 6 Abs. 1 Verordnung über
die Ausübung von Berufen der Gesundheitspflege, VBG, sGS 312.1). Keiner
Berufsausübungsbewilligung bedarf die Ausübung der Zahntechnik und Dentalhygiene,
wenn die Fachperson in einer bewilligten privaten Einrichtung der Gesundheitspflege
angestellt ist (vgl. Art. 7 Abs. 1 und 4 VBG). Die Qualifikation der angestellten
Gesundheitsfachpersonen wird bei der Erteilung der Betriebsbewilligung oder im
Rahmen der Erfüllung der Meldepflichten durch den Betrieb geprüft (Erläuternder
Bericht des GD vom 31. Mai 2011 zur Heilmittelverordnung, Verordnung über die
Ausübung der medizinischen Berufe, Verordnung über die Ausübung der Berufe der
Gesundheitspflege und Verordnung über den Betrieb privater Einrichtungen der
Gesundheitspflege). Damit eine Fachperson zur wirtschaftlich unselbständigen
Tätigkeit berechtigt ist, muss sie die Voraussetzungen für die selbständige
Berufsausübung erfüllen (Art. 7 Abs. 2 und 8 VBG). Diese werden anhand des
Formulars "Mitarbeitende privater Einrichtungen der Gesundheitspflege" (www.sg.ch/
2.2.
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gesundheit-soziales/gesundheit/bewilligungen) festgestellt. Zur Tätigkeit unter Aufsicht
ist berechtigt, wer über eine kantonal anerkannte Ausbildung im entsprechenden
Fachbereich verfügt (Art. 7 Abs. 3 VBG). Für die Tätigkeit als Zahntechnikerin/
Zahntechniker bedarf es eines eidgenössisch anerkannten Fähigkeitsausweises (Art. 43
VBG). Diese Berufsgruppe führt zahnärztlich zugewiesene technische Arbeiten aus,
darf jedoch keine Verrichtungen an Patienten vornehmen (Art. 44 Abs. 1 lit. b und Abs.
2 VBG). Die Dentalhygiene wiederum wird entweder durch eine/n ausgebildete/n
Dentalhygienikerin/Dentalhygieniker (im Sinn von Art. 45 VBG) oder die behandelnde
Medizinalperson durchgeführt. Dentalassistentinnen sind dazu nicht befugt. Die
Fachperson für Dentalhygiene führt selbständig die nichtchirurgische, mechanische
und erhaltende Parodontaltherapie durch, nimmt Zahnreinigungen und
Zahnsteinentfernungen vor und berät Patienten über orale Gesundheit (vgl. Art. 46
VBG).
Die Dentalassistenz ist zwar nicht bewilligungspflichtig, jedoch hat der verantwortliche
Zahnarzt zu gewährleisten, dass die Dentalassistentin ausschliesslich für Aufgaben
eingesetzt wird, die ihrer Ausbildung entspricht (vgl. Verordnung des SBFI über die
berufliche Grundausbildung Dentalassistentin/Dentalassistent mit eidg.
Fähigkeitsausweis [EFZ], SR 412.101.221.12; vgl. auch BGE 116 Ia 118 E. 2).
Die Behörde kann zur Erhaltung des Zustandes oder zur Sicherung bedrohter
rechtlicher Interessen vorsorgliche Massnahmen treffen (Art. 18 Abs. 1 VRP).
Vorsorgliche Massnahmen, die vor Anordnung einer Verfügung ergehen, zielen darauf
ab, deren Wirksamkeit sicherzustellen. Mit sichernden Vorkehren wird gewährleistet,
dass der bestehende tatsächliche oder rechtliche Zustand einstweilen unverändert
erhalten bleibt. Mit gestaltenden Massnahmen wird demgegenüber ein
Rechtsverhältnis provisorisch geschaffen oder einstweilig neu geregelt. Der Entscheid
über die Anordnung vorsorglicher Massnahmen setzt Dringlichkeit voraus, das heisst
es muss sich als notwendig erweisen, die fraglichen Vorkehren sofort zu treffen.
Sodann muss der Verzicht auf Massnahmen für den Betroffenen einen Nachteil
bewirken, der nicht leicht wieder gut zu machen ist, wofür ein tatsächliches,
insbesondere wirtschaftliches Interesse genügt. Erforderlich ist schliesslich, dass die
Abwägung der verschiedenen Interessen den Ausschlag für den einstweiligen
Rechtsschutz gibt und dieser verhältnismässig erscheint. Der durch die Endverfügung
zu regelnde Zustand soll weder präjudiziert noch verunmöglicht werden. Beim
vorsorglichen Verbot der Berufsausübung handelt es sich um eine
gesundheitspolizeilich motivierte Einschränkung, mit der weitere Fehlleistungen an
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/26
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Patientinnen und Patienten verhindert werden sollen. Die Massnahme liegt damit
allgemein im öffentlichen Interesse (vgl. BGer 2C_584/2010 vom 12. August 2010 E.
2.1; 2C_866/2012 vom 18. Dezember 2012 E. 2.2). Für den Entscheid über vorsorgliche
Massnahmen kann die Behörde in erster Linie auf die zur Verfügung stehenden Akten
abstellen, ohne aufwändige Abklärungen zu treffen (BGer 2C_720/2016 vom 18. Januar
2017 E. 2.1). Vorsorgliche Massnahmen beruhen auf einer bloss summarischen
Prüfung der Sach- und Rechtslage. Ansprüche müssen nur glaubhaft dargetan, nicht
abschliessend bewiesen werden (Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.].,
Praxiskommentar zum VRP, Zürich/St. Gallen 2020, N. 35 zu Art. 18 VRP). Die
Hauptsachenprognose kann dabei berücksichtigt werden, wenn sie eindeutig ist; bei
tatsächlichen oder rechtlichen Unklarheiten drängt sich hingegen Zurückhaltung auf,
weil in diesem Fall die erforderlichen Entscheidgrundlagen im Hauptverfahren erst noch
beschafft werden müssen (BGE 130 II 149 E. 2.2 mit Hinweisen). Zu beachten ist
weiter, dass der durch den Endentscheid zu regelnde Zustand weder präjudiziert noch
verunmöglicht werden soll (BGE 130 II 149 E.2.2. S. 155).
Der vorsorgliche Entzug einer Berufsausübungsbewilligung hat eine schwerwiegende
Beschränkung der Wirtschaftsfreiheit der betroffenen Person (Art. 27 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, BV, SR 101; BGer
2C_1130/2018 vom 1. Februar 2019 E. 2.3; 2C_32/2017 vom 22. Dezember 2017 E.
4.3.) zur Folge, welche einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage bedarf (Art. 36 Abs.
1 BV). Das Verhältnismässigkeitsprinzip gebietet, dass eine Grundrechtseinschränkung
zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet, notwendig und für die betroffene
Person zumutbar sein muss (BGE 139 I 218 E. 4.3). Bei der
Verhältnismässigkeitsprüfung muss eine Interessenabwägung den Ausschlag
zugunsten des einstweiligen Rechtsschutzes geben (vgl. Märkli a.a.O., N. 28 zu Art. 18
VRP mit Hinweisen). Der Zweck, welcher Art. 36 und 38 MedBG zu Grunde liegt,
besteht hauptsächlich im Schutz der Patienten, mittelbar aber auch im Schutz des
Gesundheitssystems, weil die Qualität der Leistungserbringer (zusammen mit anderen
Faktoren) die Effizienz des Systems sicherstellt (J. Dumoulin in: Ayer/Kieser/Poledna/
Sprumont [Hrsg.], Kommentar Medizinalberufegesetz, Basel 2009, Rz. 4 zu Art. 38
MedBG). Was die Erforderlichkeit der Massnahme betrifft, hat der Gesetzgeber diese
Frage vorab entschieden: Anders als im Bereich der Disziplinarmassnahmen, in dem
ein Verbot der selbständigen Berufsausübung befristet oder definitiv und diesfalls
beschränkt auf ein Tätigkeitsgebiet ausgesprochen werden kann (vgl. Art. 43 MedBG),
sieht das Gesetz im Fall des Fehlens von Bewilligungsvoraussetzungen zum Schutz der
öffentlichen Gesundheit kein milderes Mittel als die Bewilligungsverweigerung vor
(BGer 2C_853/2013 vom 17. Juni 2014 E. 9.1 mit Hinweisen). Ein Bewilligungsentzug
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_853%2F2013&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-218%3Ade&number_of_ranks=0#page218
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3.
ist zumutbar, wenn das öffentliche Interesse an einer vertrauenswürdigen
Berufsausübung höher zu gewichten ist als das private Interesse des
Bewilligungsinhabers, weiterhin als selbständig tätiger Therapeut praktizieren zu
dürfen.
Mit Verfügung vom 22. Dezember 2017 erteilte die Vorinstanz der B._ GmbH die
Betriebsbewilligung unter Auflagen: Bis das Personal vervollständigt sei, werde sich die
Tätigkeit in der Implantologie auf Abklärung, Untersuchung und Beratung sowie
Nachkontrolle von bereits behandelten Patientinnen und Patienten beschränken. Die
Bewilligung wurde bis am 8. Januar 2023 befristet und I._ als fachliche Leiterin
zugelassen (Ziff. 3); letzteres unter der Resolutivbedingung, dass die fachliche Leiterin
über eine Berufsausübungsbewilligung verfügt. Das Personal sei bis am 30. Juni 2018
zu vervollständigen; jede neue Anstellung mit fachlichem Bezug sei dem GD vor Eintritt
unaufgefordert mitzuteilen (vgl. VerwGE B 2018/26 und 108 a.a.O. A.a). Nach
Verfügungserlass bezeichnete die B._ GmbH am 4. Januar 2018 den
Beschwerdeführer, welcher über eine vom GD am 6. November 2017 erteilte
Berufsausübungsbewilligung verfügt, als stellvertretenden medizinischen Leiter (act. G
8/3.1). Am 29. März 2019 teilte die B._ GmbH dem GD mit, dass I._ ihre Funktion als
Praxisleiterin aufgegeben habe und der Beschwerdeführer inskünftig diese Funktion
wahrnehmen werde (act. G 8/3.4).
3.1.
Anlässlich der Einvernahme vom 11. Dezember 2018 äusserte sich Dr. med. J._
dahingehend, dass die medizinische Leiterin nur "auf dem Papier existiert" habe.
Jedenfalls sei sie bei der zahnmedizinischen Versorgung praktisch nie in der
Zahnarztpraxis anwesend gewesen. Ein Ärzteteam sei unter der Verantwortung des
Beschwerdeführers dort tätig gewesen (vgl. 8/29, Beilage 2 zu Fragen 47-50). Das
Team bestehe aus Zahnärztinnen (K._ und L._) und Zahntechnikern (u.a. M._). Die
Entfernung der Zähne erfolge durch Zahnärzte, danach setze der Beschwerdeführer die
Implantate und das Team erledige alle nachfolgenden Schritte, insbesondere die
prothetische Versorgung. Im Notfall versuche D._ (Dentalassistentin), zahnärztliche
Tätigkeit zu übernehmen, was sie jedoch nur auf Anweisung eines in der Praxis
anwesenden Zahnarztes machen dürfe (act. G 8/29 Beilage 2, zu Fragen 31, 35, 53 f.,
56 f. und 63 f.). In der Zahnarztpraxis werde einmal pro Monat für etwa eine Woche
gearbeitet. Dabei gehe es nicht um Weiterbildungen, sondern um die zahnmedizinische
Versorgung von Patienten. D._ kümmere sich um die Termine und die Betreuung der
3.2.
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Patienten (act. G 8/29 Beilage 2, zu Fragen 28, 35, 40 f., 46, 66, 68).
Anlässlich der Festnahmeeröffnung vom 20. August 2019 gab D._ ihrerseits unter
anderem an, dass der Beschwerdeführer alles Administrative in Bezug auf die
ausländischen Zahnärzte und Zahntechniker (Einreise, Unterkunft, Ausreise,
Entschädigung) erledigt habe. Sie (D._) habe im Betrieb allgemeine
Sekretariatsaufgaben ausgeführt. Ursprünglich hätte sie die Dentalhygiene vor
Behandlung der Patienten vornehmen sollen, wozu sie jedoch wegen
Rückenproblemen nicht in der Lage gewesen sei. Die zahnärztlichen Behandlungen
seien in der Regel durch den Beschwerdeführer und die Zahnärztin K._ vorgenommen
worden. J._ habe auch mal einen Patienten nachkontrolliert. K._ habe dem
Beschwerdeführer assistiert; sie sei zudem zuständig für die Anprobe und die Prothetik
gewesen. Die weiteren Zahnärzte seien Schulungsteilnehmer gewesen, hätten aber
nicht behandelt. Dem Vernehmen nach sei L._ Zahnärztin gewesen; sie habe aber
soweit ersichtlich ausschliesslich K._ assistiert. M._ sei Chef der Zahntechniker
gewesen. Als Zahntechniker seien für die B._ GmbH tätig gewesen: N._, P._, Q._.
Der Beschwerdeführer habe R._ Geld gegeben; ob es sich um Lohn gehandelt habe,
wisse sie (D._) nicht (vgl. act. G 8/18.1 Festnahmeeröffnung D._, zu Fragen 6, 17-20,
31, 33, 35-38, 44-48, 53, 59, 65, 68 f., 72, 74). Anlässlich der Einvernahme vom 6.
Dezember 2019 korrigierte D._, die mit dem Vorwurf, Geld entwendet zu haben,
fristlos entlassen worden war, ihre früheren Aussagen. Sie führte unter anderem nun
aus, eine Schulung von Fachpersonal habe nicht stattgefunden. Es gehe vielmehr
einzig darum, nach Aussen den Anschein von Rechtmässigkeit zu wahren. Der
Beschwerdeführer habe die nicht gemeldeten Angestellten jeweils in bar mit Fixansatz
pro Kiefer bezahlt. Für die einmal pro Monat stattfindenden Behandlungstermine
nehme der Beschwerdeführer K._ oder seine Frau F._ mit. Die Ruhe- und
Pausenzeiten halte er nicht ein. Q._ übernehme grösstenteils die Zahntechnik. Die
Zahnarztpraxis arbeite in zwei Liegenschaften. Die zweite Liegenschaft sei gleichzeitig
Unterkunft und Arbeitsplatz. So hätten sich Mitarbeitende sicherer gefühlt (vgl. act. G
8/18.6.1, zu Fragen 5 f., 16, 18-22, 26, 28, 29, 31-33, 35-39, 47-49, 53, 58, 75 f.). Bei
der Einvernahme vom 10. Dezember 2019 erklärte D._ unter anderem auch noch,
dass je nach Arbeitsaufwand zusätzliche Zahntechniker zum Einsatz gekommen seien.
F._ habe oft sämtliche zahnärztlichen Arbeiten selbständig erledigt. K._ habe alles
Zahnmedizinische an Patienten gemacht, bis auf das Setzen von Implantaten. L._ sei
ihre rechte Hand gewesen. O._ habe dem Beschwerdeführer während der
Operationen assistiert, aber auch direkt zahnärztliche Leistungen erbracht. S._ sei der
Anästhesist gewesen. Von Oktober bis Dezember 2018 sei ein anderer Anästhesist für
den Beschwerdeführer tätig gewesen. Der Beschwerdeführer habe T._ Arbeiten
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aufgetragen, welche ausschliesslich durch Zahnärzte durchgeführt werden müssten
(vgl. act. G 8/18.6.2 zu Fragen 12, 14, 24-26, 31-37, 40, 59, 73, 78-80, 100, 108, 124,
175, 184-186).
R._ bestätigte anlässlich der Einvernahme vom 20. August 2019 einen Alkoholkonsum
am Vorabend. Er sei vom Beschwerdeführer eingeladen worden, bei ihm einen Kurs zu
machen. Er habe dabei nichts gearbeitet, sondern nur gelernt und mit den Geräten
gearbeitet, nicht jedoch mit Patienten. Er habe nichts für die Ausbildung bezahlen
müssen. Die G._ AG habe das Flugticket, die Wohngelegenheit und das Essen
bezahlt. Er habe keine Zahnprothesen hergestellt (act. G 8/18.1 zu Fragen 3, 24, 29-33,
39-46). Es sei so, dass bestimmte Geräte ohne sein Zutun im Betrieb der G._ AG nicht
eingesetzt würden. Er habe sich dort aufgehalten, um die Geräte der Firma
weiterzuentwickeln und die Leute der G._ AG zu schulen. Er sei in der Schweiz, um
die G._ AG weiterzubringen. Der Beschwerdeführer habe ihm geschrieben, dass er für
die Schulung seiner Mitarbeiter 500 Euro bekommen sollte. Er sei glücklich, dass er
hier arbeiten dürfe (act. G 8/18.1, zu Fragen 48-57). Es habe nur mündliche
Vereinbarungen zwischen ihm und dem Beschwerdeführer gegeben. Er sei dreimal in
der Schweiz gewesen, um für den Beschwerdeführer zu arbeiten. Es habe keine
Grenze zwischen Arbeit und Freizeit gegeben. Der Beschwerdeführer sei ein Mensch,
der alle nach vorne führe. D._ sei die Administratorin der Klinik. Betreffend
Berufsausübungsbewilligung sei nie etwas besprochen worden. Er habe vom
Beschwerdeführer dreimal 1500 Euro in bar erhalten (act. G 8/18.1 zu Fragen 61, 69,
74, 77, 84, 95-100).
In der Einvernahme vom 5. Dezember 2018 legte Patient U._ unter anderem dar, er sei
durch den Beschwerdeführer, K._, T._ und den Zahntechniker M._ behandelt
worden. Zwei oder drei Tage nach der Behandlung habe der Beschwerdeführer
aufgrund seiner Unzufriedenheit mit der Behandlung eine Nachbehandlung durch T._
veranlasst. Sie habe seine Zähne etwas heruntergeschliffen. Die Dentalassistentin
(D._) sei bei den Nachbehandlungen anwesend gewesen und habe ihr Bestes
versucht. Es sei jedoch nicht richtig gegangen. Er (U._) habe sich aufgrund der
misslungenen Behandlung depressiv gefühlt. Am 19. September 2018 habe ihm der
Beschwerdeführer eine entzündliche Stelle gereinigt. Er (U._) habe bemerkt, dass der
Zahnarzt über den Verlauf nicht unterrichtet gewesen sei. K._ habe bei ihm
verschiedene Behandlungsschritte ausgeführt, den Abdruck genommen, die Prothese
angepasst und mit dem Beschwerdeführer die Zähne einzementiert (vgl. act. G 8/29
Beilage 1 zu Fragen 11, 18, 29 f., 39-42, 45, 47-49, 52, 62-64).
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V._ bestätigte in der Einvernahme, einen medizinischen Kurs betreffend Herstellung
von Zahnprothesen besucht zu haben und nie in einem Arbeitsverhältnis zur B._
GmbH oder zum Beschwerdeführer gestanden zu haben (act. G 8/18.1 zu Fragen
22-26, 53, 63, 80, 91, 126). In gleicher Weise äusserten sich in ihren Einvernahmen
auch der Dentaltechniker W._ (act. G 8/18.1), die OP-Schwester X._ (act. G 8/18.1 zu
Fragen 3-5, 10, 18 f., 55, 58 und 88) sowie der Zahntechniker P._ (act. G 8/18.1 zu
Fragen 16 f., 32, 41, 45, 55, 60, 71, 90, 106, 114, 124 ff., 169). Die Zahnärztin T._ gab
in der Befragung vom 20. August 2019 an, sie sei bei der B._ GmbH als
Dentalassistentin angestellt und führe auch Tätigkeiten einer Dentalassistentin aus.
Zahnärztliche Arbeiten habe sie nie durchgeführt, da sie hierfür über keine Bewilligung
verfüge (act. G 8/18.1 zu Fragen 10 f., 46, 71). Die Zahnärztin K._ gab bei ihrer
Befragung an, vom Beschwerdeführer lediglich eine medizinische Schulung erhalten,
nie in einem Arbeitsverhältnis zur B._ GmbH bzw. zum Beschwerdeführer gestanden
und nie zahnärztliche Behandlungen durchgeführt zu haben (act. G 8/18.1 zu Fragen 7
ff., 14 f., 25, 27 ff., 42, 58 ff.). Die Zahntechnikerin Q._ (act. G 8/18.1 zu Fragen 17, 27
f., 30, 40, 43), der Zahntechniker N._ (act. G 8/18.1 zu Fragen 2 f., 16, 25, 32, 48, 58),
die Studentin Y._ (act. G 8/18.1 zu Fragen 2-5, 36, 50 ff.), der Elektriker Z._ (act. G
8/18.1 zu Fragen 13, 22 und 76 f.), die Zahnärztin A.A._ (act. G 8/18.1 zu Fragen 16,
63 f., 73, 83 ff.) sowie der Arzt S._ (act. G 8/18.1 zu Fragen 6, 15, 21, 23 und 30)
sagten ebenfalls allesamt aus, einen medizinischen Kurs besucht und vom
Beschwerdeführer bzw. der B._ GmbH keinen Lohn erhalten bzw. nie in der Schweiz
gearbeitet zu haben.
In der angefochtenen Verfügung legte die Vorinstanz hierzu dar, die von J._
geäusserte Enttäuschung, dass der Beschwerdeführer sich bei einer früheren
Anstellung nicht um die Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung gekümmert und
ihm fünf Jahre später eine Anstellung als medizinischer Leiter der Zahnarztpraxis
verwehrt habe, lasse entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht darauf
schliessen, dass seine Schilderung des Praxisbetriebs erfunden sei. Das Interesse des
Beschwerdeführers an einer weiteren Zusammenarbeit mit J._ zeige, dass das
Vertrauen nicht gestört sei. Die beiden Zahnärzte hätten sogar eine selbständige
Nutzung der Praxisräume und Mitbetreuung von Patienten des Beschwerdeführers
durch J._ vereinbart. Für die Nutzung der Räume durch J._ bedürfe es keines
Arbeitsvertrags mit der B._ GmbH. Seine Aussagen zu Organisation und Arbeitsweise
des Betriebs würden sich als "belastbar" (verwertbar) erweisen und mit Aussagen
anderer Auskunftspersonen übereinstimmen. Das frühere disziplinarische Vorgehen
des GD gegen J._ lasse nicht den Schluss zu, dass auf seine Aussagen nicht
3.3.
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abgestellt werden dürfe. Im Weiteren lasse sich eine fehlende Verwertbarkeit der
Aussagen von D._ nicht dadurch ableiten, dass die Beweise in Abwesenheit des
Beschwerdeführers durch das Untersuchungsamt abgenommen worden seien. Der
Beschwerdeführer verkenne diesbezüglich die Bestimmungen der Schweizerischen
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0). Die separate Einvernahme von Personen (Art.
146 Abs. 1 StPO), damit diese sich unbeeinflusst äussern könnten, stelle keine
Verletzung der Parteirechte nach Art. 147 Abs. 1 StPO dar (BGE 139 IV 25 E. 5.1).
Durch die getrennte Einvernahme werde der beschuldigten Person nicht das Recht
genommen, mit der sie belastenden Person konfrontiert zu werden, sondern es werde
nur der Zeitpunkt verschoben. Wann das Fragerecht ausgeübt werden dürfe, bestimme
die Verfahrensleitung (BGE 139 IV 25 E. 5.1). Im Strafverfahren würden ca. 19 Personen
beschuldigt, weshalb eine Gemeinschaftseinvernahme realitätsfremd wäre. Als der
Rechtsvertreter von D._ die Einvernahme vom 6. Dezember 2019 beantragt habe, sei
deren Inhalt nicht absehbar gewesen. Bei der Einvernahme vom 10. Dezember 2019
sei es vorab um die Identifizierung von Personen auf Fotos gegangen. Der betroffene
Mitbeschuldigte könne im Strafverfahren die Teilnahme an einer ergänzenden
Einvernahme verlangen (Art. 147 Abs. 3 StPO). Nach Gewährung des rechtlichen
Gehörs seien im Strafverfahren auch die erste Einvernahme und deren Inhalt
verwertbar. Vorsorgliche Massnahmen wiederum würden auf einer bloss
summarischen Überprüfung der Sach- und Rechtslage beruhen. Gestützt auf die
reduzierte Beweiserhebung werde nach Aktenlage entschieden. Der Sachverhalt
müsse dabei nicht vollständig abgeklärt und bewiesen werden. Im
Verwaltungsverfahren habe der Beschwerdeführer Gelegenheit erhalten, sich zu
belastenden Aussagen von D._ zu äussern (act. G 8/25, 8/29). Die Aussagen von D._
könnten nicht als widersprüchlich eingestuft werden, wenn sie sich bereit erkläre, in
einer nachträglichen Einvernahme über bisher verschwiegene Tatsachen auszusagen.
Nachdem sie (nach fristloser Kündigung) nicht mehr im Angestelltenverhältnis mit der
B._ GmbH und dem Beschwerdeführer gewesen sei, habe sie sich entschieden,
offener über die Arbeitsweise in der Zahnarztpraxis zu reden. Die B._ GmbH habe erst
am 5. März 2020 Strafanzeige gegen D._ erhoben (act. G 8/24.1). An diesem Tag habe
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die erste Stellungnahme verfasst (act. G
8/25), nachdem das GD den Beschwerdeführer am 17. Februar 2020 mit den
Einvernahmen von D._ im Strafverfahren konfrontiert habe. Die Frage, ob die
Behandlung von U._ fachgerecht gewesen sei (act. G 8/29 Rz. 111), bilde nicht
Gegenstand dieses Verfahrens. Beweisrelevant seien seine Aussagen einzig insoweit,
als sie die Arbeitsweise in der Zahnarztpraxis beschreiben würden. Wenn er die dortige
Tätigkeit nicht als Schulung, sondern als normalen Arbeitstag beschrieben habe, gehe
es dabei nicht um eine Frage, die nur eine Fachperson beurteilen könne. Die
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Unzufriedenheit von U._ mit der Behandlung spreche nicht gegen seine
Glaubwürdigkeit und nicht für eine persönliche Abneigung gegen den
Beschwerdeführer (act. G 2 S. 10-12). Sodann lasse sich die Glaubwürdigkeit von
Aussagen im Strafverfahren nicht nach der Anzahl von aussagenden Personen
beurteilen. Massgebend sei der Inhalt. Vorliegend hätten einvernommene Personen
angegeben, dass sie sich in der Zahnarztpraxis an einer medizinischen Schulung
befunden hätten (act. G 8/29 Rz. 24, 31, 37, 42, 46, 50, 55, 64, 73 f., 77, 82 f.). Die
Aussagen von J._, D._ und U._ wiederum würden dieser Version deutlich
widersprechen. Ebenfalls habe R._ in seiner Einvernahme vom 20. August 2019
eingestanden, dass er für die B._ GmbH gearbeitet und er sich nicht zu
Schulungszwecken dort aufgehalten habe (act. G 8/18.1 A14). Die hiergegen
erhobenen Einwände des Beschwerdeführers (act. G 8/29 Rz. 90) seien nicht
überzeugend, weil R._ nicht nur etwas für ihn Nachteiliges zugegeben habe; vielmehr
habe er sein Geständnis mit konkreten Angaben untermauern können, dies in
Übereinstimmung mit den Aussagen von D._. Als Fehlschluss erweise sich die
Behauptung des Beschwerdeführers, dass die medizinischen Schulungen rechtmässig
seien, da die Betriebsbewilligung der B._ GmbH und die Berufsausübungsbewilligung
des Beschwerdeführers solche Tätigkeiten umfasse. Das Argument, dass sowohl
Zahnärzte als auch eingewiesene Hilfspersonen im Bereich der Herstellung von
zahntechnischen Werkstücken tätig sein könnten, vermöge nicht von den
ausländerrechtlichen bzw. gesundheitsrechtlichen Anforderungen für die Aufnahme
einer Tätigkeit zu befreien (act. G 2 S. 12 f.).
Die Frage, ob die Behandlung des Aufsichtsanzeigers C._ fachgerecht erfolgt sei (act.
G 8/29 Rz. 119-128), bilde nicht Verfahrensgegenstand. Nach Aussagen von C._ habe
E._ (Geschäftsführer B._ GmbH) am 13. und 14. Dezember 2018 die Zahnreinigung
bei ihm vorgenommen (act. G 8/10.1.1 und 10.2.2). Dies sei von der B._ GmbH
bestätigt worden (act. G 8/10.4 Ziffer 3). E._ habe versucht, mit kleinen Zahnbürsten
und dem Mittel Betadine die Brücke zu reinigen. Es sei somit um Mund- bzw.
Wundreinigung gegangen (act. G 8/10.6 S. 4 Punkt 3). Gegenüber dem
Untersuchungsamt habe E._ angegeben, dass er Informatiker sei (act. G 8/18.1 ZP2).
Der Beschwerdeführer verkenne die Problematik, indem er das Geschehen
herunterspiele (act. G 8/29 Rz. 134). Gemäss Tagebuch von C._ habe D._
(Dentalassistentin) am 17., 18. und 19. Dezember 2018 sowie am 7. und 11. Januar
2020 bei ihm die Reinigung bzw. "Reinigung und Desinfektion" (11. Januar 2020)
durchgeführt (act. G 8/10.1.1). In den KG-Einträgen vom 17. bis 19. Dezember 2018
sowie vom 7. Januar 2019 sei die Behandlung durch D._ mit "Reinigung und Betadine
+ IDB", im KG-Eintrag vom 11. Januar 2020 mit "Kontrolle der Wunden; Reinigung und
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Desinfektion mit Betadine" festgehalten (act. G 8/10.2.2). Die B._ GmbH habe
vorgebracht, dass D._ für "dentalhygienische Massnahmen" ausgebildet sei und
verweise damit auf die Teilnahme an der Veranstaltung "Prophylaxe Mater Class (act. G
8/10.4 und 6.5.2a sowie 6.5.2b). Letztere sei mit einer anerkannten Weiterbildung nicht
vergleichbar. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf die zahnmedizinische
Ausbildung von D._ und jahrelange Berufserfahrung (act. G 8/129 Rz. 136) verkenne
die Kompetenzen einer Dentalassistentin. Die B._ GmbH sei vom GD darauf
aufmerksam gemacht worden, dass eine Dentalassistentin administrative Arbeiten
erledige, der Medizinalperson assistiere und keine selbständigen Handlungen an
Patienten vornehmen dürfe. Sie könne unter Aufsicht der Medizinalperson
prophylaktisch tätig sein, wenn sie die anerkannte Weiterbildung absolviert habe (act.
G 8/11, 12.2 und 14.2). Im Weiteren verfüge die Ehefrau des Beschwerdeführers (F._),
welche C._ gemäss seinem Tagebucheintrag vom 15. Januar 2019 behandelt habe
(act. G 8/10.1.1), über keine Berufsausübungsbewilligung. Gemäss Eingabe der B._
GmbH habe F._ sich tatsächlich mit C._ unterhalten, aber keine Behandlung
durchgeführt (act. G 8/10.4 Ziffer 2). Als Schutzbehauptung erscheine der Inhalt des
"Gesprächsprotokolls" vom 11. Juni 2019, wonach F._ am 15. Januar 2019 "keinerlei
Einschleifarbeiten bei Herrn H._ vorgenommen habe" (act. G 8/14.4.1). Gemäss
Aussagen von E._ und des Beschwerdeführers vom 4. Juli 2019 (act. G 8/10.7) seien
bei C._ Mitte Januar 2019 von F._ anliegende Aufnahmen der Front gemacht worden,
die in ihrem (F._'s) Eigentum seien. Der Umstand, dass F._ über Fotoaufnahmen
verfüge, weise darauf hin, dass sie als Behandlerin aufgetreten sei. Die Tatsache, dass
die Erstellung der Fotos durch F._ nicht in der Krankengeschichte festgehalten
worden sei, spreche nicht gegen die Version von C._. Vielmehr sei die zahnärztliche
Dokumentierung lückenhaft. Befremdend sei die Meinung des Beschwerdeführers,
dass es für die Erstellung der Frontaufnahmen (Mundsituation) keiner
Berufsausübungsbewilligung bedurft habe, weil F._ sich an einer medizinischen
Schulung befunden habe und im Ausland als Zahnärztin tätig sei. Würde dieser
Auffassung gefolgt, wären auch alle anderen invasiven Behandlungsschritte
(Anamnese, Befunderhebung, Diagnose, Planung, Aufklärung, Führung der
Krankengeschichte, Nachsorge) keine zahnärztlichen Tätigkeiten. Es falle überdies ins
Gewicht, dass das Qualitätsmanagementhandbuch (QMH) der B._ GmbH (act. G
8/9.1.1 S. 2) Anlass für Beanstandungen durch das GD gegeben habe. Das GD habe
mit Schreiben vom 27. August 2018 darauf hingewiesen, dass Assistenztätigkeiten zu
Ausbildungszwecken bewilligungspflichtig seien (act. G 8/9.1). Mit Schreiben vom 1.
Oktober 2019 habe das GD die QMH-Fassung vom 23. September 2019 gerügt, weil
das darin genannte Ziel "Ausrichtung der Praxisabläufe an gesetzliche Grundlagen"
nicht gelungen sei (act. G 8/9.5). Andere Beanstandungen seien am 15. Oktober und
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20. November 2019 erfolgt (act. G 8/9.5.3. und 9.6). Die QMH-Fassung der B._
GmbH, wonach sie ungelernte Mitarbeitende, deren Ausbildung in der Schweiz noch
nicht anerkannt sei, beschäftigen dürfe (act. G 8/9.5.1 Ziffer 5.2 S. 14), sei entgegen
der Meinung des Beschwerdeführers (act. G 8/18.1 Antwort Frage 6 handschriftliche
Ergänzung) vom GD nicht genehmigt worden. Nach den obigen Ausführungen
bestünden gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass unter der Verantwortung des
Beschwerdeführers Personal in der Zahnmedizin, Zahntechnik, Mundhygiene und
Dentalassistenz in unzulässiger Weise tätig sei. Nach Lage der Akten sei jedenfalls
jeweils während drei bis fünf Tagen pro Monat in einer Art Massenabfertigung auf
Hochtouren gearbeitet worden, die unvermeidlich den Einsatz von ungemeldetem
Personal vorausgesetzt habe. Die Aussage, wonach Zahnärzte und -ärztinnen, die an
angeblichen Weiterbildungskursen teilnehmen würden, als Dentalassistenten tätig sein
könnten, sei nicht nachvollziehbar, denn eine solche Tätigkeit stelle keine
Weiterbildung für eine Medizinalperson dar (act. G 2 S. 13-16).
Eine Person mit Diplom "Dentalassistenz" dürfe nur Aufgaben ausführen, die sie nach
Ausbildungsreglement erlernt habe. Folgende Aufgaben, die in Ziffer 5 S. 13 QMH-
Version 10 durch die B._ GmbH aufgelistet würden (act. G 8/9.6.1), seien weder im
Ausbildungsreglement enthalten noch könnten sie einer Dentalassistentin delegiert
werden: 1) Einproben von Zahnersatz, Vornahme von Korrekturen (zahnärztliche
Tätigkeiten). 2) Entfernung von bedingt herausnehmbarem Zahnersatz (zahnärztliche
Tätigkeit). 3) Reinigung von ihm Mund befestigten Zahnersatz (durch Prophylaxe-
Assistentin oder Dentalhygienikerin auszuführen, nicht durch Dentalassistentin). 4)
Herstellung von Provisorien/Schutzabdeckungen (zahntechnische Aufgabe). Die
indirekte Assistenz im Sinn von Art. 4 lit. e der Verordnung des SBFI a.a.O.
(SR 412.202.221.12) umfasse keine zahntechnischen Arbeiten oder Verrichtungen im
Mund des Patienten. Das QMH für die Zahnarztpraxis des Beschwerdeführers erweise
sich als rechtswidrig. Unzulässig sei, dass eine Dentalassistentin in Abwesenheit des
Zahnarztes Verrichtungen an den Patienten vornehme. Dentalassistentinnen seien nicht
zu klinischen Tätigkeit, sondern zur Stuhlassistenz zugelassen. Eine Dentalassistentin
könne nur prophylaktisch tätig sein, wenn sie die erforderliche Weiterbildung
(Prophylaxe-Assistenz) absolviert habe. Zwar sei weder die Tätigkeit der Dental- noch
diejenige der Prophylaxe-Assistentin bewilligungspflichtig. Die Meldung der
betreffenden Person gehöre jedoch zu den Voraussetzungen der Erteilung einer
Betriebsbewilligung (Art. 6 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 2 Verordnung über den Betrieb
privater Einrichtungen der Gesundheitspflege, sGS 325.11, VEG).
Der Beschwerdeführer und seine Firma bestünden nach eigenen Aussagen darauf,
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ungelerntes Personal oder Mitarbeiter ohne behördliche Genehmigung zu beschäftigen.
Die Abklärungen im Straf- und im Aufsichtsverfahren würden auf konkrete unzulässige
Tätigkeiten hinweisen. Aufgrund der Verfügung betreffend Betriebsbewilligung und der
weiteren Korrespondenz sei dem Beschwerdeführer die Rechtslage betreffend
Beschäftigung von Personal bekannt gewesen. Insbesondere die bewilligungslose
Aufnahme einer bewilligungspflichtigen Tätigkeit oder die Veranlassung dazu könnten
geeignet sein, schwere Bedenken hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit der
betreffenden Person zu wecken (VerwGE B 2012/77 vom 24. Januar 2013 E. 3.3.2
m.H.). Aufgrund dessen, dass im ordentlichen Hauptverfahren noch weitere
Abklärungen zu tätigen seien und deshalb nicht mit einem raschen
Verfahrensabschluss gerechnet werden könne, erwiesen sich vorsorgliche
Massnahmen als notwendig, damit sich die Vorfälle während der Verfahrensdauer nicht
wiederholen würden. Damit werde die spätere Entscheidung nicht vorweggenommen.
Unzutreffend sei die Auffassung des Beschwerdeführers, dass ein
Verwaltungsverfahren betreffend unzulässigen Einsatzes von Personal gestützt auf
Art. 38 MedBG vorab die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens verlange. Da
Medizinalpersonen bzw. private Einrichtungen der Gesundheitspflege lediglich den
Tatsachen entsprechende Werbung machen könnten (Art. 40 MedBG und Art. 10 Abs.
1 VEG), dürfe der Beschwerdeführer für seine einstweilig untersagte Tätigkeit nicht
werben. Er habe zu veranlassen, dass alle Auskündigen entfernt bzw. unterlassen
würden (unter anderem auf den Homepages der B._ GmbH und der G._ AG sowie
auf der Fassade der Liegenschaft). Im Weiteren sei eine besondere gesetzliche
Ermächtigung der Androhung einer Ungehorsamsstrafe im Sinn von Art. 292 StGB
nicht vorausgesetzt (VerwGE B 2012/77 a.a.O. E. 5). Würde einer allfälligen
Beschwerde gegen eine vorsorgliche Suspendierung der Bewilligung die
aufschiebende Wirkung nicht entzogen, wäre die vorsorgliche Massnahme unwirksam
bzw. vorläufig vereitelt. Es lägen daher wichtige Gründe für die sofortige
Vollstreckbarkeit (Art. 51 Abs. 1 i.V.m. 64 VRP) vor, so dass der Entzug der
aufschiebenden Wirkung gerechtfertigt sei. Eine Arbeitsweise, wie sie dem
Beschwerdeführer und der B._ GmbH vorgeworfen werde, verletze das Vertrauen,
dass ihnen mit der jeweiligen Bewilligungserteilung entgegengebracht worden sei. Die
Tätigkeit von Personen ohne Meldung durch den Leistungserbringer und ohne
Möglichkeit der Prüfung der Qualifikationen durch das GD stelle eine erhebliche
Gefährdung der öffentlichen Gesundheit dar. Zur Sicherung privater und öffentlicher
Interessen dürfe die Vorgehensweise des Beschwerdeführers nicht bis zum Abschluss
des Hauptverfahrens geduldet werden. Die vorsorglichen Massnahmen dienten damit
der Erreichung eines legitimen Ziels. Sie würden sich auch als dringlich erweisen. Aus
dem (nicht Verfahrensgegenstand bildenden) Aufsichtsverfahren betreffend die Anzeige
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von C._ könne nicht das Fehlen einer zeitlichen Dringlichkeit abgeleitet werden. Aus
den Strafakten ergäben sich gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass in der
Zahnarztpraxis des Beschwerdeführers monatlich Behandlungen von Patienten mit
unbefugtem Personal vorgenommen würden. Vorgeworfen werde ein renitentes,
wiederholtes Verhalten. Während der Sachverhalt im Hauptverfahren (betreffend
Bewilligungsentzug) noch abgeklärt werde, sei der summarisch festgestellte
rechtswidrige Zustand ab sofort zu beseitigen. Als führende Person in der
Unternehmensgruppe und rechtliches sowie tatsächliches Organ des Betriebes könne
sich der Beschwerdeführer nicht mit dem Argument entziehen, die rechtswidrigen
Handlungen seien nicht ihm, sondern der B._ GmbH zuzurechnen (act. G 8/29 Rz.
152). Vorsorglich sei die Unterlassung der Erwerbstätigkeit und der Werbung während
des Verfahrens zu verfügen, dies als mildere Massnahme im Vergleich zu einer
vorsorglichen Betriebsschliessung (B._ GmbH) gestützt auf Art. 2 Abs. 2 VMB und Art.
2 Abs. 2 VEG. Sodann treffe es nicht zu, dass der vorsorgliche Bewilligungsentzug die
berufliche Existenz des Beschwerdeführers zerstören könne (act. G 8/29 Rz. 174), weil
er ausländerrechtlich für eine 90-tägige Dienstleistungserbringung in der Schweiz
gemeldet, im Übrigen jedoch international unternehmerisch und zahnärztlich tätig sei.
Die vorsorgliche Massnahme sei daher zumutbar. Der Schutz der öffentlichen
Gesundheit sei höher zu gewichten als das private Interesse des Beschwerdeführers,
während des Verfahrens als Zahnarzt im Kanton St. Gallen praktizieren zu dürfen. Der
Beschwerdeführer lasse sich weder mit Empfehlungen noch Warnungen/Rügen dazu
anhalten, sich nach den behördlichen Vorgaben zu verhalten. Die verfügten
vorsorglichen Massnahmen seien geeignet, erforderlich und auch zumutbar. Das
Gesuch des Beschwerdeführers um Sistierung des Hauptverfahrens (act. G 8/23) sei
abzulehnen. Von einer Vorverurteilung im Verwaltungsverfahren könne nicht die Rede
sein. Das Straf- und das Verwaltungsverfahren würden unterschiedliche Ziel verfolgen
und hätten verschiedene Beweisanforderungen. Die Vertrauenswürdigkeit umfasse
zudem nicht nur die strafrechtliche Unbescholtenheit; sie könne auch durch
strafrechtlich nicht relevante Verhaltensweisen herabgesetzt werden (act. G 2 S.
18-24). Anlass für eine Sistierung des Verwaltungsverfahrens, um die Ergebnisse der
strafrechtlichen Untersuchung abzuwarten, bestehe nicht. Die Akten einer ergänzenden
Einvernahme (von D._) im Strafverfahren unter Anwesenheit des Beschwerdeführers
seien in das Verwaltungsverfahren einzubeziehen. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 8/23 Rz. 9 f.) spreche die Berücksichtigung dieser
ergänzenden Beweise nicht gegen die Weiterführung des Verwaltungsverfahrens: Das
GD könne nach Art. 12 VRP direkt Beweise erheben. Ausserdem müsse das GD nach
Lage der Akten andere Abklärungen vornehmen, die für die strafrechtliche Prüfung
nicht von direkter Bedeutung seien. Der Standpunkt, dass die Aussagen von U._, J._
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und R._ nicht glaubhaft seien (act. G 8/23 Rz. 11), betreffe die Beweiswürdigung, nicht
die Verwertbarkeit der Beweise. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (act.
G 8/23 Rz. 14) könne dem GD nicht vorgeworfen werden, wenn das
Verwaltungsverfahren fortgesetzt und der Einbezug weiterer Akten in Aussicht gestellt
werde. Das Beschleunigungsgebot sei entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 8/23 Rz.17) gegenüber seinen privaten Interessen nicht
nebensächlich, da das Interesse der öffentlichen Gesundheit im Vordergrund stehe. Die
Befürchtung des Beschwerdeführers, dass eine Endverfügung in der Hauptsache
verfrüht - ohne vollständige Abklärung des Sachverhalts - ergehen könnte, sei
unbegründet (act. G 2 S. 24-26).
Der Beschwerdeführer führte hierzu unter anderem aus, die B._ GmbH führe auch
Schulungen von Ärzten, Zahnärzten, Zahntechnikern und medizinischem Hilfspersonal
durch. Diese Schulungen würden aufgrund der weltweiten Reputation des
Beschwerdeführers häufig besucht. Aufsichtsanzeiger C._ sei mit der Behandlung
durch den Beschwerdeführer nicht zufrieden gewesen, weshalb er die
Honorarrechnung nicht vollständig beglichen habe; es bestehe diesbezüglich eine
zivilrechtliche Streitigkeit (act. G 3/4 und 3/5). Die Behauptungen von Aufsichtsanzeiger
C._ seien unzutreffend. Zahnärztin F._ habe ausschliesslich an einer medizinischen
Schulung teilgenommen und auf Anfrage von C._ Fotoaufnahmen von seinem Mund
mit einer Handykamera gemacht; von Röntgenaufnahmen oder gar einer
zahnmedizinischen Behandlung könne nicht die Rede sein. Dies sei auch durch die
Patientenkartei von C._ (act. G 8/10.2) belegt und durch D._ bestätigt (Protokoll vom
11. Juni 2019). E._ habe C._ ausschliesslich bei der Mundhygiene unterstützt und
ihm den Umgang mit Interdentalbürsten gezeigt. Die Vorbringen von C._ würden
zudem ausschliesslich die B._ GmbH beschlagen. In den relevanten Zeiträumen habe
sich der Beschwerdeführer jedoch gar nicht in den Räumlichkeiten der B._ GmbH
aufgehalten. Mit der Verwarnung vom 27. September 2019 sei sodann die B._ GmbH
sanktioniert worden und nicht etwa der Beschwerdeführer. Ausländische Zahnärzte,
Zahntechniker und Hilfspersonal würden sich allein im Rahmen von medizinischen
Schulungen in den Räumen der B._ GmbH aufhalten. Der Zahntechniker R._ habe
gegenüber dem Beschwerdeführer geäussert, dass er bei der Einvernahme (act. G
8/18.1) unter erheblichen Druck gesetzt worden sei und unzutreffende belastende
Aussagen gemacht habe (act. G 3/6). Die Dentalassistentin D._ habe anlässlich der
Festnahmeeröffnung bestätigt, dass ausschliesslich der Beschwerdeführer
zahnärztliche Behandlungen vorgenommen habe. Die von ihr gemachten späteren
Aussagen vom 6. und 10. Dezember 2019 seien im Anschluss an ihre fristlose
3.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/26
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4.
Entlassung vom 4. Dezember 2019 und in der mutmasslichen Absicht erfolgt, dem
Beschwerdeführer Schaden zuzufügen. Die im Vergleich zu ersten Aussage
widersprüchlichen Aussagen in der zweiten und dritten Einvernahme würden erhebliche
Zweifel an der Glaubwürdigkeit von D._ aufkommen lassen. Hinsichtlich der
Beanstandungen von Patient U._ würden bis heute keine medizinischen Erkenntnisse
vorliegen, welche eine nicht lege artis erfolgte Behandlung belegen würden. Sein
Unwohlsein sei medizinisch nicht objektivierbar. U._ bestätige im Übrigen, dass der
Beschwerdeführer selbst die Behandlung und dabei eine medizinische Schulung/
Weiterbildung durchgeführt habe. Andernorts stelle er die Schulung wieder in Abrede.
Dies sei widersprüchlich. Wenn die Vorinstanz im Weiteren J._ in einem anderen
Verfahren jegliche Vertrauenswürdigkeit abgesprochen habe, im vorliegenden
Verfahren seinen Aussagen jedoch Beweischarakter zuerkenne, verhalte sie sich
widersprüchlich. Die Aussagen von J._ als Auskunftsperson seien geprägt von seinem
Unmut gegenüber dem Beschwerdeführer. Letzterer habe das Zahnärztliche Zentrum
H._ AG nicht an J._ verkauft. Nach seinem fehlgeschlagenen Versuch der
Selbständigkeit sei J._ arbeitslos gewesen. Auch die Tätigkeit als medizinischer Leiter
der B._ GmbH sei ihm verwehrt geblieben. Seine persönliche Enttäuschung habe J._
zu belastenden Aussagen getrieben. Da das GD J._ mit Verfügung vom 30. Juni 2017
(act. G 3/7) verboten habe, in den Räumen der B._ GmbH zu arbeiten, sei die
Annahme, dass er Angaben zum Betrieb und zur Organisation der B._ GmbH machen
könne, gänzlich abwegig. Zu berücksichtigen seien auch die entlastenden Aussagen.
Das laufende Strafverfahren basiere momentan auf einer Aussage-Aussage-
Konstellation. Die belastenden Aussagen seien zu hinterfragen bzw. jedenfalls nicht
glaubhaft, da die einvernommenen Personen mutmasslich alle ein erhebliches
Interesse daran hätten, den Beschwerdeführer zu belasten. Der Beschwerdeführer sei
immer an einer Kooperation mit der Vorinstanz interessiert gewesen, weshalb er sich
um eine entsprechende Kommunikation bemüht habe (vgl. act. G 3/9, G 8/10).
Trotzdem habe die Vorinstanz mit Verfügung vom 20. Mai 2020 - nach 17 Monaten
Untätigkeit - plötzlich vorsorgliche Massnahmen gegenüber ihm erlassen. Die
Verfügung sei zu Unrecht erlassen worden, weil die Voraussetzungen für vorsorgliche
Massnahmen nach Art. 18 Abs. 1 VRP, namentlich die Dringlichkeit und die
Verhältnismässigkeit, nicht gegeben seien (act. G 1).
Den Einvernahmeprotokollen in dem gegen den Beschwerdeführer laufenden
Strafverfahren lassen sich sowohl den Beschwerdeführer belastende als auch
4.1.
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Die Aussagen von D._ vom 6. und 10. Dezember 2019, welche im Anschluss an ihre -
offenbar unangefochten gebliebene (act. G 1 Rz. 43 am Schluss) - fristlose Entlassung
vom 4. Dezember 2019 erfolgten und den Beschwerdeführer sowie die B._ GmbH
erheblich belasten (vgl. vorstehende E. 3.2 zweiter Absatz), lassen sich mit den in E. 3.2
letzter Absatz erwähnten entlastenden Aussagen anderer Personen, aber auch mit den
eigenen Aussagen von D._ in der ersten Einvernahme (vom 20. August 2019), welche
den Beschwerdeführer und die B._ GmbH entlasten, inhaltlich nicht in Einklang
bringen (vgl. dazu vorstehende E. 3.2 zweiter Absatz). Letztere betreffen vorab
zahnärztliche Behandlungen durch den Beschwerdeführer sowie medizinische
Schulungen. Diesbezüglich ist von einer unsicheren Tatsachenlage auszugehen,
welche sich unter Umständen im Hauptverfahren klären wird, auf welche sich jedoch
ein vorsorglicher Bewilligungsentzug nicht abstützen lässt. Was im Weiteren die
entlastende Aussagen entnehmen (vgl. vorstehende E. 3.2). Belastende Aussagen
machten vorab der Zahntechniker R._, die Dentalassistentin D._ (in der zweiten und
dritten Einvernahme) und J._. Aus dem Einvernahmeprotokoll betreffend den
Zahntechniker R._ (act. G 8/18.1) ist dabei nicht ersichtlich, dass er bei der
Einvernahme unter erheblichen Druck gesetzt worden wäre, wie der Beschwerdeführer
geltend macht (act. G 1 S. 10 m.H. auf act. G 3/6). R._ bestätigte anlässlich explizit
und mehrfach, in der Schweiz für den Beschwerdeführer tätig gewesen und in bar
entschädigt worden zu sein. Über eine entsprechende Arbeitsbewilligung verfügte er
nicht (vgl. vorstehende E. 3.1). Den Beschwerdeführer entlastende Aussagen machten
demgegenüber D._ in ihrer ersten Einvernahme sowie die zwölf in E. 3.2 letzter Absatz
genannten Personen (V._, W._, X._, P._, T._, K._, Q._, N._, Y._, Z._, A.A._,
S._); letztere bestätigten im Wesentlichen einen Kursbesuch (ohne Erwerbstätigkeit).
Der Strafbefehl gegen T._ wurde mit Entscheid des Kreisgerichts Y._ vom 11. Mai
2020 aufgehoben (act. G 3/8). Was die im Zusammenhang mit der Aufsichtsanzeige
von C._ zur Diskussion stehenden Handlungen der (damals) über keine
Berufsausübungsbewilligung verfügenden Zahnärztin F._ betrifft (vgl. vorstehend unter
Sachverhalt A.b), ist festzuhalten, dass diese - soweit dafür eine
Berufsausübungsbewilligung erforderlich war (in Frage steht die Erstellung von
Handyaufnahmen der Mundsituation von C._; act. G 8/10.7) - nicht dem
Beschwerdeführer persönlich als ein seine Berufsausübungsbewilligung tangierendes
Fehlverhalten zugerechnet werden könnten. Dies gilt auch für die im Rahmen der
erwähnten Aufsichtsanzeige diskutierten Handlungen von E._ (Reinigung mit
Bürstchen; act. G 8/10.1.1.), derentwegen die B._ GmbH am 27. September 2019
verwarnt worden war (act. G 8/14.2).
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Aussagen von J._ betrifft, lässt sich zwar aus dem Sachverhalt, welcher dem
Beschwerdeverfahren B 2016/17 zugrunde lag, kein Unmut bzw. gar eine negative
Gesinnung von J._ gegenüber dem Beschwerdeführer entnehmen, der den
Beweiswert seiner Aussagen in Frage zu stellen vermöchte. Indessen erscheint
aufgrund der Verfügung vom 30. Juni 2017 (act. G 3/7 E. 10.2, 10.8 und 11.7 sowie
Dispositivziffer 3) betreffend Verneinung der Vertrauenswürdigkeit und Arbeitsverbot
von J._ in der B._ GmbH erheblich in Frage gestellt, ob J._ vor diesem Hintergrund
überhaupt zuverlässige Aussagen zu Betrieb und Organisation der B._ GmbH im hier
streitigen Zeitraum machen konnte. Der Beweiswert seiner Aussagen blieb und bleibt
von daher sowohl unsicher als auch vertieft abklärungs- und präzisierungsbedürftig.
Auch hierauf lässt sich ein vorsorglicher Bewilligungsentzug nicht abstützen.
4.2.
Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung vor, sich
bewusst und systematisch über Bewilligungs- und Meldepflichten sowie die
Anforderungen an die reglementierten Berufe hinwegzusetzen. Nicht nachvollziehbar
sei die Aussage, wonach Zahnärztinnen, welche an angeblichen Fortbildungen
teilnehmen würden, als Dentalassistentinnen tätig sein könnten (act. G 2 E. 2.8).
Hinsichtlich des letztgenannten Punktes hatte der Beschwerdeführer die Vorinstanz am
28. August 2018 darauf aufmerksam gemacht, dass die Umschreibung "assistierend"
im Qualitätsmanagementhandbuch (QMH) eine Dentalassistenz durch Zahnärzte
umfasse, welche an einer medizinischen Schulung teilnähmen. Die Vorinstanz nahm
dies im Schreiben vom 5. September 2018 ohne weiteren Kommentar zur Kenntnis
(act. G 3/10). Erst über ein Jahr später, am 1. Oktober 2019, teilte sie der B._ GmbH
mit, dass die Aussage im QMH, wonach an Weiterbildungen teilnehmende
Zahnärztinnen unter Aufsicht von Medizinalpersonen der B._ GmbH als
Dentalassistentinnen tätig sein könnten, nicht nachvollziehbar sei (act. G 8/9.5). Wenn
der Beschwerdeführer und die B._ GmbH bei diesen Gegebenheiten in der Zeit von
September 2018 bis September 2019 von der Zulässigkeit einer Dentalassistenz-
Tätigkeit von an Fortbildungen teilnehmenden Zahnärztinnen ausgingen und
dementsprechend Personen auch so einsetzten, so kann ihnen hieraus kein Vorwurf
erwachsen. Der erwähnte Personaleinsatz erscheint von daher nicht geeignet, einen
vorsorglichen Bewilligungsentzug zu begründen.
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4.3.
Die von Patient U._ (vgl. dazu vorstehende E. 3.2 vierter Absatz) behauptete
zahnärztliche Fehlbehandlung ist nach Lage der Akten bislang in keiner Form
fachzahnärztlich (gutachterlich) belegt. Den Akten lassen sich mithin keine
Anhaltspunkte für Behandlungsfehler des Beschwerdeführers oder des von ihm bzw.
der B._ GmbH eingesetzten Personals entnehmen. Von drohenden (künftigen)
Fehlleistungen an Patientinnen und Patienten, welche allenfalls mit der hier streitigen
Zulässigkeit des Einsatzes von Personal in Zusammenhang zu bringen wäre, kann von
daher nicht ausgegangen werden. Hieraus lässt sich somit eine Dringlichkeit von
Massnahmen im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes nicht ableiten. Zutreffend
ist zwar der Hinweis der Vorinstanz, dass sich die fehlende Dringlichkeit eines
vorsorglichen Bewilligungsentzugs entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
(act. G 1 S. 25) nicht mit Hinweis auf eine 17monatige Untätigkeit der Vorinstanz
begründen lässt, da letzterer die Verwendung der Akten aus dem Strafverfahren
(betreffend Einvernahmen von D._) von Seiten der Staatsanwaltschaft erst am
29. Januar 2020 (act. G 8/18.7) gestattet worden war und die Protokolle der
Einvernahmen von J._ und U._ dem GD erst mit Eingabe des Beschwerdeführers
vom 8. April 2020 (act. G 8/29) zugingen (act. G 7). Zu beachten ist indes, dass die
Vorinstanz die B._ GmbH hinsichtlich der vorgeworfenen Handlungen von F._ und
E._ bereits am 27. September 2019 verwarnt hatte (act. G 8/14.2). Im Schreiben vom
19. März 2020 sicherte die B._ GmbH zu, einstweilen keine weiteren Schulungen in
der Schweiz mehr durchzuführen (act. G 8/28.1). Der Beschwerdeführer bestätigte in
der Stellungnahme vom 8. April 2020 seine Kooperationsbereitschaft und dass er an
einer einvernehmlichen Regelung interessiert sei (act. G 8/29 S. 36); die Vorinstanz
erachtete am 11. März 2020 die Kommunikation mit dem Beschwerdeführer als gut
(act. G 3/9). Eine den vorsorglichen Bewilligungsentzug rechtfertigende Dringlichkeit ist
auch von daher nicht ersichtlich, zumal in tatsächlicher Hinsicht wie dargelegt
gewichtigen Unklarheiten bestehen, welche sich unter Umständen (erst) im
Hauptverfahren klären werden. Selbst wenn in einzelnen Fällen (vgl. Aussagen von
R._; vorstehende E. 3.2 dritter Absatz) von einer durch den Beschwerdeführer bzw.
die B._ GmbH nicht gemeldeten und (in bar) entschädigten, Tätigkeit ohne Bewilligung
auszugehen wäre, vermöchte dies allein eine Dringlichkeit des vorsorglichen Entzugs
der Berufsausübungsbewilligung bzw. die Notwendigkeit, diese Massnahme sofort zu
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treffen (vorstehende E. 2.3), ebenfalls nicht zu belegen.
Die Sicherungsfunktion der vorsorglichen Massnahme verlangt, dass keine
Anordnungen getroffen werden, die irreparable Nachteile für die beteiligten Interessen
verursachen und welche die Entscheidung in der Hauptsache nicht offenhalten (vgl. B.
Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti a.a.O., N. 12 und 27 f. zu Art. 18 VRP). Ein
vorsorglicher Entzug der Berufsausübungsbewilligung des Beschwerdeführers lässt
sich aufgrund der geschilderten Gegebenheiten nicht mit zureichenden Gründen
rechtfertigen. Auch wäre ein solcher angesichts des nicht abgeschlossenen
Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer bzw. der dort bestehenden gewichtigen
Unklarheiten im Sachverhalt wie auch der schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen
eines vorsorglichen Bewilligungsentzugs für den Beschwerdeführer mit dem
Verhältnismässigkeitsgrundsatz (vgl. vorstehende E. 2.3 zweiter Absatz) nicht
vereinbar. Die angefochtene Verfügung lässt sich daher nicht aufrechterhalten.
4.4.
Nicht mehr zu prüfen sind unter diesen Umständen die Voraussetzungen für den
Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde im Sinn von Art. 51 Abs. 1 VRP.
Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist mit Blick auf die materielle
Gutheissung der Beschwerde als gegenstandslos abzuschreiben. Ebenfalls
unterbleiben kann der vom Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 13. Juli
2020 beantragte Beizug der Akten aus seinem Strafverfahren, welche die Vorinstanz
bisher nicht ins Recht legte (act. G 10).
5.
5.1.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 29. Mai 2020 gutzuheissen. Das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung ist als gegenstandslos abzuschreiben. Entsprechend dem
Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Verfahrens der Vorinstanz (Staat)
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 3‘000 erscheint
angemessen. Auf die Kostenerhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der vom
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Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von CHF 3‘000 ist ihm
zurückzuerstatten.
5.2.
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf Entschädigung für das Beschwerdeverfahren
(Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Das Verwaltungsgericht spricht
bei Fehlen einer Kostennote praxisgemäss Pauschalentschädigungen nach Ermessen
gemäss Art. 6 und Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung zu (sGS 963.75, HonO). Mit
Blick auf vergleichbare Verfahren und die konkreten Verhältnisse ist eine
Entschädigung des obsiegenden Beschwerdeführers für das Beschwerdeverfahren mit
CHF 3‘000 zuzüglich 4% Barauslagen (= CHF 120) und Mehrwertsteuer (vgl. Art. 29
HonO) angemessen.