Decision ID: e78ac562-7e23-5dc9-8cc6-269f80b75397
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter), ist bei der Sanitas Grundversicherungen AG,
Winterthur (nachfolgend: Versicherer), obligatorisch krankenversichert (act. G 5.8).
A.a.
Am 19. September 2018 informierte der Versicherer die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: SVA) über die erfolgte Betreibung gegen den
Versicherten wegen ausstehender Zahlungen in der Höhe von Fr. 5'828.60. Da der
Versicherte zudem weder Ergänzungs- noch Sozialhilfeleistungen bezog, trug ihn die
SVA in die Liste der Versicherten mit Leistungsaufschub ein (act. G 5, G 5.8).
A.b.
Der Versicherte, Inhaber eines Einzelunternehmens, hatte wegen Überschuldung
Insolvenz angemeldet und den Privatkonkurs beantragt. Gemäss der Verteilliste des
Konkursamtes vom 11. März 2019 betrugen die offenen Forderungen insgesamt rund
Fr. 285'000.- und davon machten diejenigen vom Versicherer Fr. 53'441.70 aus (act.
G 1.4). Mit Entscheid vom 14. März 2019 stellte das Kreisgericht B._ fest, dass das
Konkursverfahren vollständig durchgeführt worden war und erklärte demzufolge das
Konkursverfahren für geschlossen (act. G 1.3).
A.c.
Mit E-Mail vom 21. Mai 2019 ersuchte ein Mitarbeiter von Schmuki / Bachmann -
Rechtsanwälte, St. Gallen, die SVA um Zustellung einer anfechtbaren Verfügung, da
der Versicherte auf eine schwarze Liste gesetzt worden sei und der Versicherer
daraufhin seine Leistungen aufgeschoben habe (act. G 5.1).
A.d.
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B.
C.
Daraufhin erliess die SVA die Verfügung vom 3. Juni 2019 über die Eintragung des
Versicherten auf der Liste der betriebenen Versicherten (act. G 5.2; "Wir verfügen
deshalb wie folgt: A._ [...] wird mit der Krankenkasse Sanitas auf der Liste der
betriebenen Versicherten eingetragen."; Korrekt: Liste der Versicherten mit
Leistungsaufschub).
A.e.
Dagegen erhob Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann als Vertreter des
Versicherten am 5. Juli 2019 Einsprache mit dem Rechtsbegehren: 1. Die Verfügung
vom 3. Juni 2019, wonach der Versicherte mit dem Versicherer auf der Liste der
betriebenen Versicherten eingetragen wird, sei vollumfänglich aufzuheben. 2. Alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 5.3).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 2. August 2019 wies die SVA die Einsprache ab. Zur
Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass der Privatkonkurs keinen gesetzlich
ausgewiesenen Grund darstelle, um von der Liste der betriebenen Versicherten
gelöscht zu werden. Die Schulden würden (soweit die Gläubiger nicht durch die
Verwertung der Konkursmasse befriedigt werden könnten) weiterbestehen und es
würden Verlustscheine ausgestellt. Der Eintrag auf der Liste der betriebenen
Versicherten könne erst gelöscht werden, nachdem sie, die SVA, vom Versicherer die
Mitteilung erhalten habe, dass sämtliche Forderungen bezahlt worden seien (act.
G 5.7).
B.b.
Am 16. September 2019 erhob der Rechtsvertreter des Versicherten (nachfolgend:
Beschwerdeführer) Beschwerde mit dem Rechtsbegehren: 1. Der Einspracheentscheid
der Vorinstanz vom 2. August 2019 respektive die Verfügung vom 3. Juni 2019 sei
vollumfänglich aufzuheben. 2. Auf den Eintrag in der Liste der betriebenen Versicherten
sowie auf den Aufschub der Leistungen sei zu verzichten. 3. Alles unter allfälliger
Entschädigungs- und Kostenfolge. Ausgeführt wurde insbesondere, dass sich die
offenen Forderungen beim Versicherer auf Abrechnungen vor der Konkurseröffnung
beziehen würden. Der Versicherte sei in absehbarer Zeit nicht in der Lage, diese zu
C.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Eintragung des
Beschwerdeführers in der Liste der Versicherten mit Leistungsaufschub (LVL) nach Art.
64a Abs. 7 KVG rechtmässig ist.
2.
begleichen. Die nach der Konkurseröffnung gestellten Rechnungen habe er jedoch
sämtliche bezahlt (act. G 1).
Die SVA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte mit Beschwerdeantwort
vom 4. Dezember 2019 die Abweisung der Beschwerde. Zudem wurde in Frage
gestellt, ob sie überhaupt über den Eintrag auf der Liste verfügen müsse, würden doch
die Leistungen schlussendlich durch den Versicherer sistiert. Sie würden lediglich auf
Geheiss des Versicherers die Person auf die Liste setzen und sie wieder entfernen. Es
sei der Versicherer, der die Leistungssistierung wieder aufhebe (act. G 5).
C.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Eingabe einer Replik innert gesetzter
Frist. Der Schriftenwechsel wurde daraufhin für abgeschlossen erklärt (act. G 6f.).
C.c.
Nach Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG, SR
832.10) muss sich jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz innert drei Monaten nach
der Wohnsitznahme oder der Geburt in der Schweiz für Krankenpflege versichern oder
von ihrem gesetzlichen Vertreter beziehungsweise ihrer gesetzlichen Vertreterin
versichern lassen (siehe auch Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die
Krankenversicherung [KVV, SR 832.102]).
2.1.
Die Prämien sind im Voraus und in der Regel monatlich zu bezahlen (Art. 90 KVV).
Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht, so hat
der Versicherer ihr, nach mindestens einer schriftlichen Mahnung, eine
Zahlungsaufforderung zuzustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen einzuräumen und
sie auf die Folgen des Zahlungsverzuges hinzuweisen (Art. 64a Abs. 1 KVG). Bezahlt
die versicherte Person trotz Zahlungsaufforderung die Prämien, Kostenbeteiligungen
und Verzugszinse nicht innert der gesetzten Frist, so muss der Versicherer die
Betreibung anheben (Art. 64a Abs. 2 Satz 1 und 2 KVG).
2.2.
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Nach Art. 64a Abs. 2 Satz 3 KVG, in Kraft seit 1. Januar 2012, kann der Kanton
verlangen, dass der Versicherer der zuständigen kantonalen Behörde die
Schuldnerinnen und Schuldner, die betrieben werden, bekannt gibt (sog. Liste der
Versicherten in Betreibung, nachfolgend: LVB). Da der Schuldner bzw. die Schuldnerin
und die versicherte Person nicht immer identisch sind, verlangt der Kanton St. Gallen
von den Versicherern, dass sie nebst dem Schuldner bzw. der Schuldnerin (gegen den
oder die ein Betreibungsverfahren wegen ausstehender Prämien oder
Kostenbeteiligungen eingeleitet wurde) auch die betroffenen Versicherten meldet. Die
Meldung hat zu erfolgen, sobald die Voraussetzungen für das Fortsetzungsbegehren
erfüllt sind und bevor der Versicherer das Fortsetzungsbegehren stellt (Art. 8a Abs. 1
des kantonalen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Krankenversicherung [EG-KVG, sGS 331.11]).
2.3.
Gemäss Art. 64a Abs. 7 KVG, in Kraft seit 1. Januar 2012, können die Kantone
versicherte Personen, die ihrer Prämienpflicht trotz Betreibung nicht nachkommen, auf
einer Liste erfassen, welche nur den Leistungserbringern, der Gemeinde und dem
Kanton zugänglich ist (sog. Liste der Versicherten mit Leistungsaufschub, nachfolgend:
LVL). Die Versicherer schieben für diese Versicherten auf Meldung des Kantons die
Übernahme der Kosten für Leistungen mit Ausnahme von Notfallbehandlungen auf. Der
Kanton St. Gallen hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die
Beschwerdegegnerin führt für den Kanton die LVL (Art. 8c Abs. 1 EG-KVG).
2.4.
Im Kanton St. Gallen werden gemäss Art. 8c Abs. 2 EG-KVG versicherte Personen,
die finanzielle Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen, sowie Kinder bis zum
vollendeten 18. Altersjahr nicht mit einem Leistungsstopp belegt. Die
Beschwerdegegnerin prüft diesbezüglich die von den Versicherern gemeldeten
Personen (LVB) und meldet diesen zurück, welche Personen mit einem Leistungsstopp
zu belegen sind. Daraufhin verfügen die Versicherer gegenüber den betroffenen
Versicherten die Leistungssistierung (vgl. Botschaft und Entwurf der Regierung vom 25.
Oktober 2011 zum V. Nachtrag zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über
die Krankenversicherung, publiziert im Amtsblatt des Kantons St.Gallen vom 5.
Dezember Nr. 49, S. 3333 f. [ABI 2011 3333 f.]). Die Versicherer melden der
Beschwerdegegnerin den Vollzug, worauf diese die betroffenen Versicherten in die LVL
einträgt und die Versicherer den Leistungsaufschub vollziehen (vgl. Art. 64a Abs. 7
KVG, Art. 8f Abs. 2 EG-KVG). In den Erläuterungen zu Art. 8c EG-KVG wurde zur
Verdeutlichung ausgeführt, dass die Eintragung der Sistierung in die LVL erst erfolge,
nachdem der Versicherer gegenüber der betroffenen Person die Leistungssistierung
verfügt habe. Der Rechtsschutz gegen eine zu Unrecht erfolgte Leistungssistierung mit
2.5.
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3.
Ein Eintrag in der LVL mit der Folge einer faktischen Leistungssistierung ist aus
nachfolgend dargelegten Gründen aktuell ohnehin nicht (mehr) statthaft.
anschliessender Eintragung in die Liste sei damit gewährleistet (vgl. ABI 2011 3340).
Daraus ist zu schliessen, dass der kantonale Gesetzgeber einen Rechtsweg nur gegen
die (von der Krankenversicherung zu verfügende) Leistungssistierung als ausreichend
erachtete und einen solchen nicht (auch) gegen den Listeneintrag vorsehen wollte.
Bei Leistungssistierungsverfügungen wird der Rechtsweg durch die Einsprache
nach Art. 52 ATSG und das gerichtliche Beschwerdeverfahren nach Art. 56 ATSG
gewährleistet. Da die sachliche Verknüpfung der vorliegenden Streitfrage mit diesem
Verfahren derart gross ist, ist - lückenfüllend - festzustellen, dass das
Versicherungsgericht auch für die Überprüfung der von der Beschwerdegegnerin am 3.
Juni 2019 verfügten und mit Einspracheentscheid vom 2. August 2019 bestätigten
Listenaufnahme zuständig ist.
2.6.
Hinsichtlich der vorliegenden Streitsache ist festzustellen, dass die für einen
Eintrag in die Liste der Versicherten mit Leistungsaufschub (LVL) notwendige
Leistungssistierungsverfügung durch den Krankenversicherer nicht aktenkundig ist. Ob
der Krankenversicherer eine solche erlassen hat oder nicht, ist jedoch im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht relevant. Entscheidend ist, dass die Beschwerdegegnerin
nur für den Listeneintrag zuständig war, diesem jedoch als reinem Verwaltungsakt kein
Verfügungscharakter zukommt, womit gegen ihn auch kein Rechtsweg mittels
ordentlichem Rechtsmittel offensteht. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 2.
August 2019, welchem die Listeneintragsverfügung vom 3. Juni 2019 zugrunde liegt,
erweist sich daher als rechtsfehlerhaft und ist, da der Mangel nicht geradezu
offensichtlich oder schon für einen Laien leicht erkennbar ist, was zur Nichtigkeit führen
würde (Ulrich Häfelin/Georg Müller/ Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7.
Aufl. Zürich/St. Gallen 2016, S. 240 f. N 1098), aufzuheben.
2.7.
Die Absicht des Gesetzgebers ist gewesen, mit dem Art. 64a Abs. 7 KVG
zahlungsunwillige, aber zahlungsfähige Personen dazu zu bewegen, die ausstehenden
Forderungen der Krankenversicherer zu begleichen (vgl. Parlamentarische Initiative
SGK-NR, Artikel 64a KVG und unbezahlte Prämien, www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/
suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20090425, besucht am 24. Februar 2020, siehe
z.B. Votum T. Bortoluzzi, AB 2009 N 1787 und Votum Th. Weibel, AB 2010 N 47). Von
der Regelung in Art. 64a Abs. 7 KVG sind jedoch nicht nur zahlungsfähige, aber
3.1.
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zahlungsunwillige Personen betroffen, sondern auch zahlungsunfähige Personen. Zwar
sind Personen, die Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen, gemäss Art. 8c
Abs. 2 EG-KVG von der Aufnahme in die LVL ausgenommen. Nur weil eine Person
keine Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen bezieht, bedeutet dies jedoch nicht, dass
sie zahlungsfähig ist. Bei der Gruppe der zahlungsunfähigen Personen, die sich auf der
LVL befindet, verfehlt Art. 64a Abs. 7 KVG seine Wirkung, denn eine zahlungsunfähige
Person wird auch unter Druckausübung nicht in der Lage sein, ihre Schulden zu
begleichen.
Nach der gesetzgeberischen Intention in Art. 265 Abs. 2 SchKG und der
höchstrichterlichen Rechtsprechung ist eine über den mit Ausstellung eines
Konkursverlustscheins erfolgten Abschluss des Konkursverfahrens hinaus dauernde
Leistungssperre nicht zulässig, sofern der Schuldner nicht im Sinne von Art. 265 Abs. 2
SchKG zu neuem Vermögen gekommen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli
2013, 9C_803/2012, E. 2.3 mit Verweis auf BGE 109 III 93 E. 1a; RKUV 2005 Nr. K 961
S. 52, RKUV 2005 KV 322 S. 94 E. 3; Gebhard Eugster, Die obligatorische
Krankenpflegeversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007., S. 442 Rz 135; vgl. auch Urteil des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 5. August 2010, KV 2016/6, E. 1.3: Der
Privatkonkurs stellt aus konkursrechtlicher Sicht eine Rechtswohltat dar, aufgrund
welcher die betroffene Person finanziell wieder neu beginnen kann; es wird
gewissermassen ein Schlussstrich unter die finanzielle Vergangenheit gezogen; vgl.
auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 3. Januar 2011,
KV.2009.00024, E. 4.3ff., sowie Gebhard Eugster, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum KVG, 2. Aufl. 2018., S. 610 Rz 26).
3.2.
Aktenmässig belegt ist, dass über den Beschwerdeführer ein
Privatkonkursverfahren nach Art. 191 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und
Konkurs (SchKG; SR 281.1) durchgeführt und rechtmässig abgeschlossen wurde (vgl.
Entscheid des Kreisgerichts B._ vom 14. März 2019, act. G 1.3). Gemäss der
Verteilliste des Konkursamtes beliefen sich die vom Versicherer im Konkursverfahren
angemeldeten offenen Forderungen auf Fr. 53'441.70 (Fr. 36'248.30, Fr. 12'128.80, Fr.
4'194.60 und Fr. 870.00; act. G 1.4). Da das Konkursverfahren ohne
Konkursdividenden abgeschlossen wurde (vgl. act. G 1.4), ist davon auszugehen, dass
der Versicherer für die eingegebenen Forderungen (Konkurs-) Verlustscheine erhalten
hat (vgl. Art. 265 Abs. 1 SchKG). Damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer nicht
zahlungsunwillig, sondern effektiv zahlungsunfähig war.
3.3.
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4.
Zur Aufhebung des Leistungsaufschubs infolge Ausstellung von (Konkurs-)
Verlustscheinen ist anzumerken, dass die Versicherer die Ausstellung von
Verlustscheinen der Beschwerdegegnerin einerseits quartalsweise nach Art. 105f Abs.
1 KVV sowie jährlich per 31. März nach Art. 64a Abs. 3f. KVG i.V.m. Art. 105f Abs. 2
KVV der Beschwerdegegnerin zu melden haben. Die jährliche Meldung enthält u.a. die
Schlussabrechnung der im Vorjahr ausgestellten Verlustscheine und den
dazugehörenden Revisionsbericht sowie die Gesuche um Übernahme der Forderungen
nach Art. 64a Abs. 3 KVG. Nach Art. 8f Abs. 3 lit. c EG-KVG endet die
Leistungssistierung spätestens mit dem zustimmenden oder ablehnenden Entscheid
der Beschwerdegegnerin über die Übernahme des nach Art. 64a Abs. 4 KVG auf den
Kanton fallenden Anteils der Forderung, die Gegenstand des Fortsetzungsbegehrens
war. Die Aufhebung der Leistungssistierung hat gemäss den Erläuterungen zu Art. 8f
EG-KVG durch den Versicherer zu erfolgen (vgl. ABI 2011 3340 f.; vgl. Art. 64a Abs. 7
KVG).
3.4.
Da im vorliegenden Fall der Verlustschein im Jahr 2019 ausgestellt wurde (vgl.
Erwägung 3.3) und keine Indizien vorliegen, dass der Beschwerdeführer zu neuem
Vermögen gekommen oder nach Konkursabschluss wegen neuen Zahlungsausständen
vom Versicherer betrieben worden wäre, sind der Leistungsaufschub und der Eintrag in
der LVL sowohl nach der kantonalen Gesetzgebung (Art. 8f Abs. 3 lit. c EG-KVG) als
auch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Erwägung 3.2) aktuell nicht
mehr zulässig.
3.5.
Gemäss den vorangegangenen Ausführungen ist die Beschwerde gutzuheissen
und der angefochtene Einspracheentscheid vom 2. August 2019 aufzuheben.
4.1.
Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.4.2.
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung,
siehe Art. 30 HonO) pauschal Fr. 1'500.- bis Fr. 15'000.-. Vorliegend ist von einem
eher einfachen Prozess auszugehen, zumal der Aktenumfang sehr gering ist und kein
4.3.
bis
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5.
Da der Gerichtsschreiber verhindert ist, wird der Entscheid stellvertretend für diesen
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).