Decision ID: 6ad2d206-c233-5d1f-99d0-7e71673fbedb
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Dem 1952 geborenen, seit März 1980 bis März 2004 als Maler erwerbstätig gewe
senen
X._
waren nach kreisärztlicher Untersuchung für die Fol
gen einer am 2
3.
September 2003 erlittenen
Kniedistorsion -
nicht jedoch für die auf keinen Unfall zurückzuführende Rückenp
roblematik -
die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen zugesprochen worden (Verfügung der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt [SUVA] vom 2
1.
Oktober 2004). Nach wei
teren Abklärungen, darunter einer am 2
8.
u
nd
2
9.
Juni 2006 in der Rehaklinik
Y._
durchgeführten
Evaluation der funkti
onellen Leistungsfähigkeit
, sprach ihm die SUVA mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2007 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 24
%
zu; am 2
4.
September 2008 verfügte sie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 7,5
%
. Mit
Einspracheentscheid
vom 2
8.
November 2008 hielt die SUVA an ihren bei
den Verfügungen vom 1
1.
Juli 2007 (Invalidenrente) und 2
4.
September 2008 (Integritätsentschädigung) fest. Eine
vom Versicherten
dagegen beim hiesigen Gericht
– namentlich unter Hinweis auf Stellungnahmen des
Dr.
med.
Z._
vom Psychiatriezentrum
A._
(vom
5.
Dezember 2005) und des Prof.
Dr.
med.
B._
von der
C._
Klinik (vom 1
1.
Februar 2009) -
erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 2
6.
November 2010 (Prozess Nr.
UV.2009.00021) abgewiesen (
Urk.
8/41).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/46/3-4) den Anspruch
auf eine Rente der Invalidenversicherung
(
Verfügung vom 1
8.
Juli 2011,
Urk.
2
).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
8.
Juli 2011
liess
X._
am 1
3.
September 2011 -
unter Beilage von Berichten des Psychiatriezentrums
A._
vom
6.
Juni 2011 (
Dr.
med.
Z._
), der
C._
Klinik, Schmerz-/
Gutach
ten
zent
rum
, vom 1
1.
Februar 2009 (Prof.
Dr.
med.
B._
), der
C._
Klinik, Rheumatologie, vom 1
2.
und 1
9.
November 2010 (
Dres
. med.
D._
und
E._
) sowie der
C._
Klinik, Untere Extremitäten, vom
6.
Dezember 2010 (
Dres
. med.
F._
und
G._
) -
Beschwerde erheben mi
t dem Rechtsbegehren um Aufhebung der angefochtenen
Verfügu
ng und Rückweisung der
Sache zur medizinischen Begutachtung und zu
neuem Ent
scheid;
unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolgen
zu Lasten der
Beschwerdegeg
nerin
(
Urk.
1
und 3
). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 2
5.
Oktober 2011 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7)
, was dem Beschwerdeführer am 2
6.
Oktober 2011
zu
r Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9
). Am 2
8.
August 2013 liess der Beschwerde
führer einen Bericht des
H._
(Interdisziplinäre Schmerzbehandlung)
vom
2
7.
Februar 201
3 nachreichen (
Urk.
10 und 11), wel
cher der Beschwerdegegnerin mit
Gerichts
verfügung
vom 2
9.
August 2013
zu
gestellt wurde (
Urk.
12). Die
Beschwerde
gegnerin
verzichtete am 1
2.
September 2013 auf Stellungnahme (
Urk.
13).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE
134 V 231 E. 5.1,
125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenabweisende Verfügung vom 1
8.
Juli 2011 damit, dass – entsprechend ihren eigenen A
bklärungen und jenen der SUVA
– dem Versicherten d
ie
angestammte Tätigkeit als Maler zwar nicht mehr
möglich sei
,
ihm
aber
behinderungsangepasste Tätigkeit
en
wie beispiels
weise Montage-, Kontroll-
oder Verpackungsarbeiten
voll zugemutet werden könn
t
e
n
. Aus dem Einkommensvergleich resultiere unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
ein rentenausschliessender Inval
iditätsgrad von 27
%
. In den
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
nachgereichten
Be
rich
ten der
C._
Klinik
sowie des Psychia
triezentrums
A._
würden lediglich
die
bereits
bekannte
n
Diagnosen beziehungsweise
Einschränkungen
an
Wirbelsäule, Knie und
Schulter
beschrieben
. Mangels
neuer medizinischer Aspekte bestehe kein Grund, von der
im Vorbescheid in Aussicht gestellten
Abweisung des Leistungsbegehrens abzuweichen
(
Urk.
2
)
.
2.2
Dem
wurde beschwerdeweise (
Urk.
1)
entgegengehalten,
die
i
nvalidenversi
cherungsrechtlich
relevante
Fragestellung sei mit jener anlässlich des
Ein
spracheentscheids
der SUVA
vom 2
8.
November 2008
beziehungsweise des
Abweisungs
entscheids d
es hiesigen G
erichts
vom 2
6.
November 2010 (Prozess
Nr. UV.2009.00021; Verneinung der natürlichen Kausalität [allfälliger] psychi
scher Beschwerden) nicht identisch.
Auch
habe die IV-Stelle
die
Berich
te der
C._
Klinik (
Dr.
B._
) und des
Psychia
triezentrums
A._
(
Dr.
Z._
)
nicht ernsthaft geprüft; namentlich nicht die Frage, ob dem Be
schwerdeführer trotz der
attestierten
chronifizierten
Schmerzen
mit erheb
licher psychischer
Komorbidität
eine Hilfsarbeit überhaupt zumutbar sei
(
S. 3 f.).
Falls man
den vor
ge
nannten Ärzte
n
nicht folgen wolle
, sei -
nebst einer rheumatolo
gischen
Beurt
eilung
-
durch einen unabh
ängigen Psychiater abzuklären,
ob eine psychisc
he Störung von Relevanz bestehe
und ob ein solcher Zustand gegebe
nenfalls die Arbeitsfähigkeit als Hi
lfsarbeiter einschränke (
S. 4).
3.
3.1
3.1.1
Nach der Kniedistorsion vom
2
3.
September
2003 hatte der auf Zuweisung des Hausarztes konsultierte
Dr.
med.
I._
, Orthopädis
che Chirurgie FMH,
über
retropatelläre
Beschwerden
des Versicherten
und
eine Symptomausweitun
g in Richtung Lendenwirbelsäule berichtet
(
Schreiben vom 2
3.
Dezember 2003;
vgl.
Urk.
8/41/5
).
Im Zwischenbericht des
J._
, Rheumaklinik und Insti
tut für Physikal
ische Medizin, vom
1.
März 2005 (
Urk.
8/11/24)
stellten
Dr.
med.
K._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
L._
, Assistenzärztin, die Diagnosen einer
Gonarthrose
rechts
(Status nach Kniedistorsion am 2
3.
September 2003)
und eines chronischen
lumbovertebralen
/
lumbo
spondy
lo
genen
Syndroms rechts
sowie eines
cervicothorakalen
Schmerzsyndroms rechts bei Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
und beginnenden degenerativen Verän
derungen der Lendenwirbelsäule)
. U
nter physikalischer Einzeltherapie und ausgebauter medikamentöser Therapie sowie einer einmalig durchgeführten
Corticosteroidinfiltration
des rechten Knies
sei der Verlauf stationär
,
mit persis
tierenden Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und im rechten Knie. Im September 2004 sei zusätzlich ein
cervicothorakales
Schmerzsyndrom aufgetre
ten. Die Frage nach dem Besteh
en unfallfremder Faktoren beantworteten die Ärzte
mit dem Hinweis auf radiologisch nachgewiesene degenerative Verände
rungen s
owohl im rechten Knie wie auch a
n der
Lendenwirbelsäule
.
Zur Zumutbarkeit einer Arb
eitstätigkeit nahmen sie - vor dem geplanten
Arbeitsas
s
essment
und der
Evaluation der körperlichen Leistungsfähigkeit –
nicht Stel
lung
(
Urk.
8/11/25).
Am
3.
August 2005 berichtete
Dr.
K._
über
die Resul
tate des
am 1
0.
Februar 2005 durchgeführten
Arbei
tsasses
s
ments
sowie
der Ba
siste
sts (
vom
2
8.
Februar un
d
1.
März 2005;
Urk.
8/14/10).
Die
zusammen
fas
sende
Beurteilung
(
Urk.
8/14/17)
lautete dahin, dass die
belastungsabhängi
gen
Schmerzen im Rahmen einer beginnenden
Pangonarthrose
mit degenerati
ven Muskelveränderungen lateral recht
s
zu sehen seien
. Daneben bestehe ein chroni
sches
lumbospondylogenes
Syndrom rechts, welches auf die
Wirbelsäu
lenfehlform
/-
fehlhaltung
, auf degenerative Veränderungen der
Lendenwirbel
säule
sowie auf eine allgemeine
Dekond
itionierung
zurückzuführen sei
. Z
usätz
lich müsse jedoch auch von einer
Chronifizierung
ausgegangen werde
n
. Hinweise für eine
radikuläre
Ursache der Beschwerden hätten sich nicht finden lassen
.
Das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einer verminderten Belastungstoleranz des rechten Knies, des Kreuzes und des Nackens. Dabei sei eine mässige Leistungsbereitschaft des Versicherten bis hin zu einer teilweisen
Selbstlimitierung erkennbar gewesen. Die Belastbarkeit liege allgemein im Be
reich einer mittelschweren Arbeit (
Urk.
8/14/17) beziehungsweise
einer leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit, wobei aufgrund der reduzierten Testauswahl und der fehlenden Belastungsdauer eine Beurteilung des zumutbaren zeitlichen Umfanges nicht möglich gewesen sei
. Es werde
deshalb eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungs
fähigkeit nach Isernhagen (EFL) emp
fohlen
(
Urk.
8/14/16).
3.1.2
In der Folge veranlasste die SUVA eine Abklärung unt
er Einbezug einer
EFL an der Rehaklinik
Y._
(
Urk.
8/24/123)
. Dabei verwies sie ausdrücklich
auf die Zusatzfragen der I
V-Stelle vom 2
5.
Januar 2006,
namentlich betreffend
Arbeits
fähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit unter Ber
ücksichtigung aller relevanten
unfallbedingten und unfal
lfremden Leiden (
Urk.
8/24/129)
. Im entsprechenden Bericht vom 3
0.
Juni 2006 (
Urk.
8/24/103)
gelangten
Dr.
med.
M._
, Leitender Arzt FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
und Frau
N._
, Therapeutin Ergonomie
,
zu
m
Schluss,
es bestehe zwar
eine schmerzhaft verminderte Belastbarkeit des rechten Kniegelenks, der Hals- und
Lendenwir
bel
säule
sowie
der linken Schulter
. Das Hauptproblem liege jedoch im Umgang des Probanden mit seinen Beschwerden
(
Urk.
8/24/104), insbesondere
in den sehr ungünstigen Überzeugungen und Rehabilitationshindernissen (
Urk.
8/24/103).
D
ie
Leistungsbereitschaft
sei
„nicht zuverlässig“
,
und
die Be
obachtungen bei den Tests hätten auf eine deutliche Selbstlimiti
erung hinge
wiesen;
die
Konsis
tenz
sei schlecht
(
Urk.
8/24/106)
. Das Ausmass der demons
trierten physischen Einschränkungen stehe nicht im Einklang mit den wenig relevanten objektivier
baren pathologischen Befunden
(
Urk.
8/24/104)
.
Wegen der reduzierten Belast
barkeit des Knies sei die bisherige Tätigkeit als Maler nicht mehr zumutbar, jedoch bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkei
ten. Hinsichtlich der Rücken- und Nackenbeschwerden ergäben sich „keine weitergehende(n) Einschränkungen der Zumutbarkeit“. Aufgrund der Inkonsis
tenzen und der Selbstlimitierung in den Tests seien somatisch orientierte Thera
pien nicht indi
ziert (
Urk.
8/24/105).
3.1.3
In seiner Stellungnahme a
n den Hausarzt
äusserte sich
Dr.
B._
vom Schmerz-/Gutachtenzentrum der
C._
Klinik
am 1
1.
Februar 2009
dahin
gehend, dass
-
ohne die S
ituation genau zu überblicken -
aufgrund der An
ga
ben des Versicherten gesagt werden könne, es sei
auch nach psychothera
peutisc
h-psychiatrischer Intervention
keine Stabilisierung erreicht
worden.
Die Gesamtsituation
des seit dem Unfall während
mehr als 5 1⁄2 Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesenen Versicherten sei
so, dass an einer
deutlich reduzierten,
allen
falls vollständig aufgehobenen
Arbeits
fähigkeit kaum zu zweifeln sei be
ziehungsweise kaum Alternativen zu einer Berentung bestünden. Es liege
eine
chronische Schmerzstörung mit erheblicher psychischer
Komorbidität
vor
, wel
che bislang sämtlichen Therapien getrotz
t zu haben scheine (
Urk.
3/4).
3.1.4
Die Rheumatologen der
C._
Klinik,
Dres
.
E._
und
D._
, stellten in ihrem Bericht vom 1
2.
November 2010 die Hauptdiagnosen eines chronischen
panvertebralen Schmerzsyndroms, links ausgeprägter als rechts
, einer sympto
matischen lateral- und retropatellar-betonten
Gonarthrose
rechts sowie chroni
scher Schulterschmerzen links. A
ls Nebendiagnose nannten sie eine unklare allergische Reaktion auf
Cortisonspritzen
. Im Vergleich zur letzten Konsult
ation vor eineinhalb Jahren sei
der Zustand weitg
ehend unverändert.
Betreffend
das
Knie
bestehe klinisch ein reizloses Bild bei radiologischem Nachweis einer lateralen Gelenkspaltverschmälerung
femo
ropatellär
. Bezüglich der
cervic
o
- und
lumbovertebralen
Schmerzen zeige sich eine
Chronifizierung
mit
Schmerzver
meidungsverhalten
. Es liessen sich kei
ne Musk
elatrophien bei vollständiger Entlastung des rechten Beines objektivieren. Zum sicheren Ausschluss einer Neurokompression oder Pathologie der lumbalen Wirbelsäule sei ein MRI ange
ordnet worden (
Urk.
3/5).
Im Rahmen d
er Besprechung der MRI-Befunde
mit Nachweis von degenerativen Veränderungen in Form von
Osteochondrosen
L4/5 und L5/S1 sowie Facettengelenksarthros
en auf der entsprechenden Höhe sei
der Versicherte darüber informiert
worden
, dass sich weder wesentliche
Spi
nalkanalstenosen
noch
foraminale
Engen gezeigt hätten.
E
ine als Möglichkeit angesprochene
Facettengelenksinfiltration L4/L5 und L5/S1 beidseits mit LA/Ste
roiden
werde vom Versicherten in Anbetracht der unklaren allergischen Reaktion auf Cortison verständlicherweise nicht gewünscht. Deshalb habe man die Durchführung einer Wassertherapie zweimal wöchentlich in der Höhenklinik
O._
zur allgemeinen
Rekonditionierung
und Kräftigung der Rumpfmuskulatur besprochen und dem Versicherten nochmals die Bedeutung einer regelmässigen täglichen körperlichen Betätigung deutlich gemacht. Eine allfällige Steigerung der schmer
zmodulierenden Medikation sei
von den betreu
enden Psychologen zu prüfen
(
Bericht vom
1
9.
November 2010,
Urk.
3/6).
3.1.5
Nach
Anfertigung eines MRI des rechten Kniegelenks in der
C._
Klinik, Untere Extremitäte
n
,
fand am
6.
Dez
ember 2010 eine Besprechung über das weitere Vorgehen
statt (
Urk.
3/7). Die Ärzte (
Dres
.
F._
und
G._
)
nannten
als Hauptdiagnose eine beginnende
Gonarthrose
lateral und
retropa
tellar
betont am rechten Knie und als Nebendiagnosen ein chronisches
pan
vetrebrales
Schmerzsyndrom, lin
ks ausgeprägter als rechts (MRI der
LWS vom 1
3.
November 2010; kein Nachweis einer wesentlichen Spinalkanalstenose oder Neurokompression,
Osteochondrosen
L4/5 und L5/S1,
myofasciale
Komponente bei muskulärer Insuffizienz), chronische Schulterschmerzen links (
s
ubacromiales
Impingement
,
myofasziales
Schmerzsyndrom, kein Erguss Schultergelenke beid
seits) sowie eine unklare allergische Reaktion auf
Cortisonspritzen
.
Es
wur
den orthopädische Masseinlagen mit medialer Fussranderhöhung zur
Achskor
re
ktur
und
zusätzlich lokale Physiotherapie mit achsstabilisierendem und
patel
la
zen
t
rierendem
Muskelaufbau verordnet. Möglicherweise werde in Zu
kunft eine
endo
prothetische
Versorgung nicht zu umgehen sein, ein solcher Eingriff müsse jedoch solange wie m
öglich hinausgeschoben werden.
3.1.
6
In seinem
Bericht an die
Rechtsvertreterin d
es Beschwerdefü
hrers stellte der behandelnde Psychiater
Dr.
Z._
am
6.
Juni 2011 - nebst einem chronischen HWS-Syndrom, einem chronischen LWS-Syndrom sowie chronischen
Arthrose
beschwerden
an den Knien -
die Diagnose
einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F4
5.41). D
er seit Mitte Juli 2008 auf Zuw
eisung des Hausarztes am Psychiatriezentrum
A._
in Behandlung stehende Versicherte komme regelmässig zu den psychiatrischen Terminen. Er klage w
eiterhin über starke Schmerzen a
m ganzen Körper
und berichte von
Schlaflosigkeit, Nervosität und innere
r
Unruhe
. Am
3.
Mai 2011 habe er
einen abschlägigen
Vorbescheid der IV-Stelle erhalten. Aus ärztlicher Sicht sei eine Verbesserung des Zustandes derzeit nicht zu erwarten. Die Krank
heit
habe sich
chronifiziert
(
Urk.
3/3).
3.2
3.2.1
Nach Lage der Akten erlitt der Beschwerdeführer am 2
3.
September 2003 ein
leichtgradiges
T
rauma mit Kniedistorsion rechts. S
eit diesem Ereignis bestehen anhaltende belastungsabhängige Schmerzen.
In der Folge
traten - auf eine Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
, auf degenerative Veränderungen sowie auf eine allgemeine
Deko
nditionierung
zurückzuführende lumbale und
z
erviko
thorakale
- Rückenschmerzen hinzu
. A
uch war von einer
Chronifizierung
des
Beschw
er
debildes
die Rede. Im Rahmen
der von der SUVA veranlassten EFL (Bericht vom 3
0.
Ju
ni 2006; E. 3.1.2
hievor
) bestätigten die Untersucher
eine schmerzhaft verminderte Belastbarkeit des rechten Kniegelenkes, der Hals- und
Lendenwir
bel
säule
sowie der linken Schulter, wiesen aber gleichzeitig
auf sehr ungünstige
Überzeugungen und
auf eine
deutliche Selbstlimi
tierung sowie auf
Inkonsisten
zen im Rahmen
der Tests (detailliert
Urk.
8/24/106 ff.
) hin. A
nge
sichts der Diskrepanz zwischen dem Ausmass der demonstrierten Einschrän
kungen und den
wenig relevanten
objektivi
erbaren pathologischen Befunden hielten sie
eine leichte Tätigkeit für voll zumutbar. Diese Einschätzung ist trotz der
beschwer
deweise
angesprochenen u
nterschiedlichen Fragestellung
en
in der kausal orien
tierten Unfallversicherung und der finalen Invalidenversicherung, die grund
sätzlich nicht nach den Ursachen gesundh
eitlicher Störungen fragt (
BGE 124 V 178 E.
3b)
, auch
für die Belange der Invalidenversicherung rele
vant
, nachdem sich die Untersucher auftragsge
mäss (
Urk.
8/24/129
) - und aus
verfahrensöko
nomischer
wi
e finanzieller Sicht
du
rchaus sinnvoll - zu sämtli
chen
unfallbe
dingten
und unfallfremden
Leiden und deren Auswirkungen auf d
ie Arbeitsfä
higkeit äusserten.
3.2.2
Was den weiteren Verlauf angeht,
wurde
n
in den Berichten der
C._
Kli
nik von November und Dezember 2010 (E.
3.1.4 und 3.1.5
hievor
) aus somati
scher Sicht die bereits bekannten
(chronischen) Knie-, Schulter- und Rü
cken
schmerzen (mit Nachweis degenerativer
Veränderungen aber ohne
Nachweis
wesentliche
r
Spinalkanalstenosen oder
foraminale
r
Engen) genannt
,
und
es wurde
auf die verordnete
n
T
herapien
zur
Rekonditionierung
und Kräftigung der Rumpfmuskulatur beziehungsweise auf die Bedeutung regelmässiger täglicher körperlicher Betätigung hingewiesen.
Dr.
B._
seinerseits
(
E. 3.1.3
hievor
)
erhob im Februar 2009 keine eigenen Befunde
und stellte keine psychiatrische
n
Diagnose
n. Se
ine
Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit scheint hauptsächlich
auf den (subjektiven) Angaben des Versicherten zu beruhen
,
und die
Feststellung, es bestünden kaum Alternativen zu einer Berentung,
entb
ehrt einer objektiven Grundlage
beziehungsweise
liegt ausse
rhalb seines Kompetenzbereichs.
3.2.3
Hinsichtlich der
Stellungnahme des behandel
nden Psychiaters
Dr.
Z._
vom
6.
Juni 2011 (E. 3.1.6
hievor
)
ist festzuhalten, dass
somatoforme
Schmerzstö
run
gen
und
ähnliche
pathogenetisch
-ätiolo
gisch
unklare
syndromale
Leidens
zustände
– worunter auch die
von
Dr.
Z._
diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) fällt (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1; Bundesgerichtsurteil 8C_381/2012 vom 2
0.
Juni 2012 E. 4.2.1)
– in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
IVG
führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begrün
den vermögen. Eine mitwirkende, psychisch ausgewiesene
Komorbidität
(von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer), wie sie für die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmer
züberwindung
und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess vorausges
etzt wü
rde, stellte
Dr.
Z._
nicht fest
, und Hinweise auf andere qualifizierte Krite
rien (BG
E 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352
E. 2.2.3; ferner das zur Publikation vor
gesehene
Bundesgerichtsurteil 8C_972/2012 vom 3
1.
Oktober 2013 E. 9.1) liegen
nicht vor.
Vielmehr besteht
der Eindruck,
dass die bereits anläss
lich der Untersuchung im
J._
sowie
im Rahmen der
EFL festgestellten ungünsti
gen Überzeugungen (vgl. E. 3.1.1 und 3.1.2
hievor
) und das entsprechende Verhal
ten des Beschwerdeführers eine
r
berufliche
n
Reintegration
entgegens
tehen
.
3.2.4
Der nachträglich aufgelegte Bericht des
H._
vom 2
7.
Februar 2013 (
Urk.
11
) vermag zum recht
s
erheblichen Sachverhalt, wie er sich bis zu der die zeitliche
Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden (BGE 134 V 39
2 E. 6) Verfügung
vom 1
8.
Juli 2011 ve
rwirklicht hat, nichts Massgeblich
es beizutragen. Aktuell wird dem Beschwerdeführer zwar eine
insgesamt
vollständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Maler als auch in jeglicher angepasster Arbeit attestiert
(S. 7
)
.
In somatischer Hins
icht finden sich indes
lediglich
die
bereits bekannten Diagno
sen (
lumbo
- und
thorakovertebrales
Syndrom, Knieschmerzen rechts und Schulterschmerzen links
; S. 1
)
. Der Rheumatologe hält
den Beschwerdeführer
zwar
„unter Berücksichtigung aller Facetten der Persönlichkeit aus
schmerz
therapeutischer
Sicht“
für zu 100
%
arb
eits
unfähig, bescheinigt ihm aus
der
Sicht
seines
rheumatologischen Fachgebiets
aber gleichzeitig
eine vollständige Arbeitsfähigkeit (S. 6 unten
).
U
nter dem Titel „Verschlechterung der Sympto
matik seit 2005“
wird sodann
einzig festgehalten, dass d
ie Nackenschmerzen und die lumbalen Schmerzen
„
in den letzten Monaten“ zugenommen hätten, bezüglich der Schulter (bei subjektiv zunehmenden Schmerzen) keine Progre
di
enz zu verzeichnen und hinsichtlich der Kniearthrose eine
endopr
othetische
Versorgung später erforderlich (S. 6
)
, heute aber noch nicht indiziert
sei
(S. 5
)
.
Von
der
nun
diagnostizierten mittelgr
adigen depressiven Episode (S. 1
) war in der Vergangenheit
nie
-
namentlich nicht von Seiten
des behandelnden Psy
c
hi
aters
Dr.
Z._
(E. 3.1.6
hievor
)
– die Rede
.
Abgesehen davon
bestehen
keine Hinweise dafür,
dass die depressive Episode
als eigenständige Krankheit und nicht in erster Linie als (reaktive) Begleiterkrankung zur ebenfalls diagnosti
zierten anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
zu betrachten wäre
. Im Übrigen stel
lt eine mittelgradige depressive
Episode grundsätzlich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
sion dar, die es der betroffenen Person verunmöglichte, die Folgen de
r Schmerzstörung zu überwinden
. L
eichte bis mittelschwere
psychische Störun
gen gelten
grundsätzlich
auch
als therapeutisch
angehbar
(BGE 138 V 339 E.
4.3.2 mit diversen Hinweisen).
4.
Durfte d
ie Verwaltung nach dem Gesagten -
jedenfalls bezogen auf den Zeit
punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Juli 2011 -
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ausgehen
und gibt der nicht beanstandete, zu einer rentenau
sschliessenden
Invalidität führende
Ein
kommensvergleich
keinen Anlass für Weiterungen
, erweist sich die Vern
einung des Rentenanspruchs als r
ech
tens. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.