Decision ID: 58ba114d-3647-52e7-8871-c3c13ca4a562
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1959 geborene, deutsche Staatsangehörige und in seiner Hei-
mat wohnhafte A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerde-
führer) war in den Jahren 2005 bis 2017 als Grenzgänger in der Schweiz
erwerbstätig, ehe er seine Arbeitstätigkeit als Sanitärmonteur per 8. Sep-
tember 2017 (letzter effektiver Arbeitstag) aufgrund von degenerativen
Hüft-, Knie- und Lendenwirbelsäulenbeschwerden aufgab (vgl. Akten der
Vorinstanz gemäss Aktenverzeichnis vom 14. Oktober 2019 [im Folgen-
den: Dok.] 3, 4 und 44).
B.
B.a Der Versicherte stellte bei der IV-Stelle U._ am 12. Februar
2018 (Eingang IV-Stelle) einen Antrag auf Ausrichtung einer schweizeri-
schen Invalidenrente (Dok. 3). Die IV-Stelle U._ klärte in der Folge
die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab. Am 23. Februar 2018
meldete sich der Versicherte auch beim deutschen Versicherungsträger
zum Bezug einer Invalidenrente an (Dok. 46).
B.b Die T._ Krankenversicherung AG (nachfolgend T._)
reichte der IV-Stelle U._ am 12. März 2018 (Dok. 12) ein von ihr in
Auftrag gegebenes Gutachten der B._AG (nachfolgend:
T._-Gutachten) vom 19. Januar 2018 ein. Die Gutachter kamen
zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit im Sinne eines probatorischen Ar-
beitsversuchs ab dem 1. Februar 2018 auf 25 % gesteigert werden könne.
Sofern der Arbeitseinstieg günstig verlaufe, könne das Pensum ab dem
1. März 2018 auf 50 % und ab dem 1. Mai 2018 auf 100 % gesteigert wer-
den.
B.c Mit Schreiben vom 17. Mai 2018 (Dok. 24) forderte die IV-Stelle für
Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) den Versi-
cherten auf, den Fragebogen für Versicherte, Angaben über die Stellung
eines Rentenantrags in Deutschland und Veränderungen der gesundheitli-
chen und beruflichen Situation einzureichen bzw. bekannt zu geben. Die
geforderten Unterlagen gingen am 18. Juni 2018 (Dok. 26 f.) bei der Vo-
rinstanz ein.
B.d Am 5. Juli 2018 übermittelte der deutsche Versicherungsträger das An-
tragsformular E 204 (Dok. 42) zusammen mit u.a. dem abschlägigen Ren-
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tenbescheid der deutschen Rentenversicherung (Dok. 43), einem ärztli-
chen Befundbericht vom 17. Mai 2018 (Dok. 49) und einem ärztlichen Ent-
lassungsbericht vom 21. Februar 2017 (Dok. 47) der Schweizerischen Aus-
gleichskasse (SAK) zur Durchführung des zwischenstaatlichen Rentenprü-
fungsverfahrens (Dok. 51). Auf Aufforderung hin wurden am 12. Juli 2018
(Dok. 41) weitere Arztberichte des Krankenhauses C._ zu den Ak-
ten gereicht (Dok. 34 ff.).
B.e Die IVSTA holte daraufhin eine Stellungnahme ihres medizinischen
Dienstes ein (Dok. 53). Der daraufhin am 20. August 2018 durchgeführte
Einkommensvergleich ergab einen Invaliditätsgrad von 100 % ab 11. Ja-
nuar 2017 und 26 % ab 4. September 2017 (Dok. 55). Gestützt darauf teilte
die IVSTA dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3. September 2018 mit,
dass sie sein Rentengesuch abzuweisen gedenke (Dok. 56).
B.f Dagegen erhob der Versicherte am 25. September 2018, ergänzt am
27. November 2018, Einwand (Dok. 59 und 68) und reichte zwei weitere
Arztberichte ein (Dok. 66 und 67). Diese legte die IVSTA ihrem medizini-
schen Dienst vor, der sich am 20. Dezember 2018 (Dok. 72) dazu äusserte.
Auf Empfehlung des medizinischen Dienstes wurde eine Stellungnahme
bei einer Rheumatologin eingeholt, welche am 30. Januar 2019 erging
(Dok. 75). Mit Vorbescheid vom 1. April 2019 teilte die IVSTA dem Versi-
cherten mit, dass sie sein Rentengesuch abzuweisen gedenke (Dok. 78).
B.g Dagegen erhob der Versicherte am 8. Mai 2019 Einwand (Dok. 83).
Die IVSTA unterbreitete das Dossier erneut ihrem medizinischen Dienst,
der am 27. Juni 2019 (Dok. 87) dazu Stellung nahm. Gestützt darauf ver-
fügte die IVSTA am 3. Juli 2019 die Abweisung des Rentengesuchs (Dok.
88).
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 5. Septem-
ber 2019 durch seine Rechtsvertreterin Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht und stellte folgende Rechtsbegehren (BVGer-act. 1):
1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3. Juli 2019 sei aufzuheben
und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
basierend auf einem lnvaliditätsgrad von mindestens 50 % mindestens eine
halbe Invalidenrente ab 1. September 2018 zuzusprechen und auszurich-
ten.
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2. Eventualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3. Juli 2019
aufzuheben und zur Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerde-
führers ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen.
3. Subeventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen und diese zu verpflichten ein medizinisches Gutachten einzuholen -
und es sei nach Vorliegen des Gutachtens neu über den Leistungsanspruch
zu entscheiden.
4. Unter o/e-Kostenfolge zzgl. Auslagen und Mehrwertsteuer zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.
D.
Der mit Zwischenverfügung vom 13. September 2019 eingeforderte Kos-
tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- ging am 26. September 2019 bei
der Gerichtskasse ein (BVGer-act. 2 und 4).
E.
Mit Vernehmlassung vom 29. Oktober 2019 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 6).
F.
In seiner Replik vom 15. Januar 2020 hielt der Beschwerdeführer an sei-
nen Rechtsbegehren der Beschwerde vom 5. September 2019 vollumfäng-
lich fest (BVGer-act. 10).
G.
Die Vorinstanz reichte am 10. Februar 2020 eine Duplik ein und hielt dabei
am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (BVGer-act. 12).
H.
Mit Verfügung vom 14. Februar 2020 wurde der Schriftenwechsel abge-
schlossen (BVGer-act. 13).
I.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
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Seite 5

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-
nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1
VwVG). Die angefochtene Verfügung vom 3. Juli 2019 wurde dem Be-
schwerdeführer am 5. Juli 2019 zugestellt (BVGer-act. 1 Beilage 1), wes-
halb die am 5. September 2019 der schweizerischen Post übergebene Be-
schwerde fristgerecht erhoben wurde (Art. 60 Abs. 1 ATSG; Art 22a Abs. 1
Bst. b und 50 Abs. 1 VwVG). Auf die formgerecht eingereichte Beschwerde
ist einzutreten (Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Vorab ist zu prüfen, ob die IVSTA angesichts des bei der IV-Stelle U._
eingereichten Leistungsbegehrens die zuständige Verfügungsbehörde
war.
2.1 Zuständig ist in der Regel die IV-Stelle, in deren Kantonsgebiet der Ver-
sicherte im Zeitpunkt der Anmeldung seinen Wohnsitz hat. Der Bundesrat
ordnet die Zuständigkeit in Sonderfällen (Art. 55 Abs. 1 IVG und Art. 40
Abs. 1 Bst. a IVV). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmel-
dungen von Grenzgängern ist die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der
Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige
Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz
noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden
auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen
werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs.
2 IVV).
2.2 Der Beschwerdeführer war Grenzgänger und hatte seine letzte Arbeits-
stelle im Kanton U._; er wohnt zudem noch im benachbarten
Grenzgebiet. Er hat sich somit zu Recht bei der IV-Stelle U._ zum
Leistungsbezug angemeldet. Der Erlass der Verfügung vom 3. Juli 2019
durch die IVSTA ist gemäss obenstehenden Ausführungen nicht zu bean-
standen. Hingegen wäre die IV-Stelle für die Feststellung des Sachverhalts
in Bst. B.e ff. zuständig gewesen und nicht die IVSTA (vgl. statt vieler Ur-
teile des BVGer C-3204/2019 vom 29. Januar 2021 Bst. B; C-1601/2019
vom 18. November 2020 Bst. B.e; C-2653/2018 vom 30. September 2020
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Bst. C.c). Auch hätte die IVSTA anlässlich ihrer Vernehmlassung und Dup-
lik bei der IV-Stelle U._ eine Stellungnahme einholen müssen (vgl.
Urteile C-3204/2019 Bst. E und G; C-1601/2019 Bst. C.c und C.g; C-
2653/2018 Bst. D.b und D.e).
2.3 Die Verfügung vom 3. Juli 2019, mit welcher die Vorinstanz das Leis-
tungsbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen hat, bildet Anfech-
tungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des vorliegen-
den Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1).
3.
3.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 3. Juli 2019) eingetretenen Sachverhalt ab
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-
dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-
fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
3.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1).
Deshalb sind vorliegend die Vorschriften, welche am 3. Juli 2019 in Kraft
standen anwendbar; weiter aber auch Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt
bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls
früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind.
3.3 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in
Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni
1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur
Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des
FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen
Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009
(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind
auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und
Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der
Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-
spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-
reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem
Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom
16. Januar 2013 E. 4).
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Seite 7
4.
4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und
beim Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer
Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(AHV/IV) geleistet hat, das heisst während mindestens drei Jahren laut
Art. 36 Abs. 1 IVG. Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen wäh-
rend mehr als drei Jahren Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet
(vgl. Dok. 4 S. 2 und 4 ff.), so dass die Voraussetzung der Mindestbeitrags-
dauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente erfüllt.
4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
4.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-
rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können
(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind
(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8
ATSG) sind (Bst. c). Art. 29 Abs. 1 IVG sieht vor, dass der Rentenanspruch
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Mo-
nat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, entsteht.
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4.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-
rente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad
von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die
ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz
haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende
Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für
Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern
sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 VO [EG]
883/2004; BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1).
4.5 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung
und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und
gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind.
Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweiswertes
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-
gen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1;
125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson muss
über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer
9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.).
4.6 Soll über einen Rentenanspruch ohne Einholung eines externen Gut-
achtens, sondern gestützt auf im Wesentlichen oder sogar ausschliesslich
vom Versicherungsträger intern eingeholte medizinische Unterlagen ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen
in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-
stellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (vgl. Urteil des
BGer 9C_730/2018 vom 27. März 2019 E. 5.1.2 mit Verweis auf BGE 142
V 58 E. 5.1).
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Seite 9
5.
5.1 Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, aus den Ak-
ten gehe hervor, dass vom 11. Januar 2017 (Totalendoprothese der Hüfte
[nachfolgend: Hüft-TEP]) bis zum 4. September 2017 (Aufgabe der Tätig-
keit als Sanitärmonteur) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der Aus-
übung sämtlicher Tätigkeiten bestanden habe. Ab dem 4. September 2017
könne eine dem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit unter Berück-
sichtigung der folgenden funktionellen Einschränkungen wieder vollschich-
tig ausgeübt werden: körperlich leichte Tätigkeit, ohne wiederholtes Heben
von Gewichten über 5 kg, ohne wiederholtes Beugen des Rumpfes, keine
Tätigkeiten, die eine wiederholt kniende oder kauernde Arbeitshaltung oder
längere Gehstrecken erfordern, keine Tätigkeiten auf unebenem Gelände.
Dies mit einer Erwerbseinbusse von 26%. Alle ärztlichen Berichte würden
laut Einschätzung ihres medizinischen Dienstes im Hinblick auf die zu be-
achtenden Funktionseinschränkungen übereinstimmen und eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit begründen. Eine ange-
passte leichte oder mittelschwere Tätigkeit könne unter Berücksichtigung
der Funktionseinschränkungen ausgeübt werden. In keinem der genann-
ten Berichte werde eine signifikante Einschränkung genannt, die der Aus-
übung einer angepassten Tätigkeit in Vollzeit im Wege stehen würde.
5.2 Der Beschwerdeführer brachte vor, die summarische Begründung des
medizinischen Dienstes vermöge nicht zu überzeugen. Dr. med.
D._ habe entgegen der versicherungsinternen Beurteilung festge-
stellt, dass belastungsabhängige Schmerzen meist von einer mechani-
schen Ursache herrühre und dass die beschriebenen Pathologien im Be-
reich der Lendenwirbelsäule aufgrund der Affektionen der lumbalen und
sakralen Spinalwurzeln zu Beschwerden im Bereich des Hüftgelenks füh-
ren könnten. Bekanntermassen handle es sich bei der Tangierung der Spi-
nalwurzel um ein neurologisches Beschwerdebild. Zudem bestünden Dif-
ferenzen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Die von Dr. med.
D._ und Prof. Dr. med. E._ beurteilte 50 %-ige Arbeitsunfä-
higkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit stehe der Beurteilung
des medizinischen Dienstes, der seit dem 4. September 2017 eine 100 %-
ige Arbeitsfähigkeit beurteilt habe, entgegen. Vorliegend handle es sich um
ein Beschwerdebild, bei welchem offensichtlich ein zumindest betreffend
die unterschiedliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung arbeitsmedizinischer Klä-
rungsbedarf bestehe. Da die IVSTA trotz den sich widersprechenden Arzt-
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berichten kein externes Gutachten eingeholt habe, und sie die eingereich-
ten Arztberichte bloss ihrem versicherungsinternen ärztlichen Dienst unter-
breitet habe, habe sie ihre Untersuchung- und Abklärungspflicht verletzt.
5.3 Die Vorinstanz entgegnete in ihrer Vernehmlassung ergänzend zu ihrer
Verfügung, neurologische Defizite würden aus keiner der Unterlagen her-
vorgehen. Allein die Tatsache, dass die versicherungsinternen ärztlichen
Stellungnahmen die Einschätzung der täglichen Arbeitsdauer in einer an-
gepassten Tätigkeit von 4 Stunden bzw. einer 50%-ige Arbeitsfähigkeit aus
den orthopädischen Berichten von Dr. D._ und Dr. E._ nicht
übernommen hätten, würde noch keine Zweifel am Beweiswert erwecken.
Die beurteilende Fachärztin habe in ihrer Stellungnahme vom 27. Juni
2019 nachvollziehbar dargelegt, weshalb nicht auf diese Arbeitsfähig-
keitseinschätzung abgestellt werden könne. So seien die Einschätzungen
der Orthopäden Dr. D._ und Dr. E._ nicht begründet worden
und könnten medizinisch nicht nachvollzogen werden. Aus den genannten
Berichten würden keine objektiven Gründe hervorgehen, welche die voll-
schichtige Ausführung einer leidensangepassten Tätigkeit verhindern wür-
den, zumal beide Orthopäden davon ausgehen würden, dass die vom Ver-
sicherten beklagten Beschwerden belastungsabhängig seien. Da der Leis-
tungsanspruch vollumfänglich abgeklärt worden sei, sei ein externes Gut-
achten nicht notwendig.
5.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, Dr.
med. F._ setze sich in Widerspruch zu Dr. med. D._ und Dr.
med. E._. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtige
sie in keiner Weise die fortgeschrittene Gonarthrose beidseits. Die Limitie-
rung durch die Kniebeschwerden werde schlicht ignoriert. Bereits aus die-
sem Grund seien an der versicherungsmedizinischen Beurteilung genü-
gend Zweifel angebracht.
5.5 Die Vorinstanz hielt in ihrer Duplik fest, dass nicht die subjektiven Be-
schwerden an sich, sondern ausschliesslich deren funktionelle Auswirkun-
gen für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massgebend seien. Im Hin-
blick auf die funktionellen Einschränkungen würden alle Ärzte zu überein-
stimmenden Schlussfolgerungen kommen. Dies gelte auch für die Ein-
schätzung von Dr. med. D._. Die funktionellen Einschränkungen
seien in den Stellungnahmen ihres ärztlichen Dienstes nachvollziehbar
dargelegt worden.
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Seite 11
6.
Die rentenablehnende Verfügung vom 3. Juli 2019 beruhte auf der An-
nahme einer Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidens-
angepassten Tätigkeit von 100 % ab dem 4. September 2017 und basierte
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf folgenden ärztlichen Ein-
schätzungen:
6.1 MRT-Bericht der Halswirbelsäule von Dr. med. G._, Chefarzt
des Instituts für diagnostische Radiologie des Krankenhauses H._
vom 27. September 2013 (Dok. 9 S. 19 f.).
6.2 MRT-Bericht der Kniegelenke von Univ.-Prof. emer. Dr. med. Dr. h.c.
I._ der V._ in (...) vom 19. Mai 2015 (Dok. 9 S. 8 ff.).
6.3 Gemäss Bericht des Krankenhauses C._ vom 17. Januar 2017
(Dok. 34) diagnostizierte Dr. med. E._, Chefarzt der Klinik für Or-
thopädie und Unfallchirurgie, eine Koxarthrose "onA R" (M16.9) und eine
Gonarthrose "onA R" (M17.9). Am 11. Januar 2017 wurde dem Versicher-
ten eine nicht zementierte Totalendoprothese am Hüftgelenk rechts implan-
tiert. Er konnte am 17. Januar 2017 in gutem Allgemeinzustand und bei
reizfreien Wundverhältnissen entlassen werden. Aufgrund eines postope-
rativen, subkutanen Ödems und auslaufenden Hämatoms empfahl Dr.
med. E._ dem Versicherten gemäss Bericht vom 19. Januar 2017
(Dok. 35) sich weitestgehend zu schonen, das Bein über der Herzhöhe zu
lagern und bis zur Reha zu Hause zu bleiben.
6.4 Gemäss ärztlichem Entlassungsbericht von Dr. med. J._ und
Dr. med. K._ der Abteilung Orthopädie der L._-GmbH vom
21. Februar 2017 (Dok. 47) über die stationäre Anschlussrehhabilitation
vom 23. Januar bis 13. Februar 2017 zu Handen der Deutschen Renten-
versicherung sei aus orthopädischer Sicht die Tätigkeit als Sanitärinstalla-
teur ungünstig. Eine leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit unter
Vermeidung von überdurchschnittlich häufigem Bücken, Hocken und Knien
könne nach Abschluss des Heilungsprozesses sechs Stunden und mehr
ausgeführt werden
6.5 Am 20. April 2017 (Dok. 36) berichtete Dr. med. E._, insgesamt
sei ein zufriedenstellender Verlauf zu sehen. Da der Versicherte als Sani-
tätsinstallateur körperlich stark belastet werde, sei von einer weiteren Ar-
beitsunfähigkeit für vier bis sechs Wochen auszugehen. Am 11. Oktober
2017 (Dok. 37) diagnostizierte er Schmerzen im distalen Oberschenkel
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Seite 12
kniegelenksnah. Es wurde keine Korrelation der Schmerzsymptomatik mit
der Implantation der Hüftendoprothese gesehen und eine Magnetreso-
nanztomographie (MRT) - Untersuchung des Kniegelenks rechts sowie
eine Iliosakralgelenk (ISG) - Infiltration rechtsseitig vereinbart.
6.6 Dr. med. M._, Fachärztin für Radiologie, diagnostizierte nach
einer Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule des Versicherten vom
26. Oktober 2017 Folgendes (Dok. 7 S. 7 ff.):
1. Spondylolisthesis Lendenwirbelkörper (LWK) 5/Sakralwirbelkörper
(SWK) 1 (Meyerding I(-II) bei Spondylolyse Interarticularportion LWK 5
beidseits).
2. Begleitende Bandscheibenprotrusion L5/S1 (bis 0,8 cm bezogen auf
ventrikulär endenden 5. LWK). Intraforaminale Bandscheibenausläufer
rechts mehr als links mit knappen L5-Kontakten ohne lokale Verdrän-
gung oder Ödem. Keine Duralsackimpression.
3. Protrusion LWK 4/5 (0,2 cm) mit intraforaminalem Bandscheibenlaus-
läufer überwiegend rechts. Keine überzeugende L4-Affektion. Keine
Duralsackimpression.
4. Degeneration untere LWS (Osteochondrose/Spondylose LWK 5/SWK
1). Keine knöcherne Spinalkanalstenose. Streckhaltung thoracolumba-
ler Übergang.
6.7 Der Orthopäde Dr. med. E._ sah am 8. Januar 2018 (Dok. 38)
die neu aufgetretenen Beschwerden im Bereich des Tractus iliotibialis
rechts im Zusammenhang mit der beschriebenen körperlichen Belastung.
Er empfahl dem Versicherten eine Reduktion der körperlichen Arbeitsbe-
lastung. Arbeiten mit Heben von mehr als 5 kg sowie Arbeiten mit Zwangs-
haltungen beurteilte er für den erfolgreichen Genesungsprozess als kri-
tisch.
6.8 Gemäss T._-Gutachten vom 19. Januar 2018 (Dok. 12 S. 2 ff.),
erstellt von Dr. med. N._, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie,
und Dr. med. O._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, wurden
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
1. Verdacht auf Irritation n. ilio-psoas bei Status nach Hüft-TEP rechts
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2. Spondylolisthesis LWK 5/SWK 1 Meyerding Grad I - II mit Bandschei-
benprotrusion mit Kontakt der Nervenwurzel L5 ohne Impressionen des
Duralsacks
Die Arbeitsfähigkeit könne ab dem 1. Februar 2018 auf ca. 25% im Sinne
eines probatorischen Arbeitsversuchs, ab dem 1. März 2018 auf 50% und
ab dem 1. Mai 2018 auf 100% gesteigert werden.
Der Versicherte könne als Sanitärmonteur einen Arbeitsversuch mit einem
reduzierten Arbeitspensum von ca. 2 - 3 h/Tag und unter Berücksichtigung
von kürzeren Gehstrecken sowie Tragen von leichten Lasten starten. Falls
dieser günstig verlaufe, könne eine Steigerung auf 50% im Verlauf erfol-
gen.
Des Weiteren sei er bei längerer Gehstrecke, beim Tragen von Lasten über
10 kg, beim Bücken und Aufstehen aus der Hocke, sowie bei Tätigkeiten,
welche das rechte Knie belasten, eingeschränkt. Alle Tätigkeiten, welche
im Stehen und Sitzen verrichtet werden könnten, administrative Tätigkei-
ten, leichtere Arbeiten ohne repetitives Aufstehen aus der Hocke würden
möglich sein, ca. initial 2 - 3 Stunden pro Tag. Längerfristig wurde eine
Umschulung empfohlen.
6.9 Dr. med. P._, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, diag-
nostizierte am 22. Februar 2018 (Dok. 9 S. 1 ff.) eine Gonarthrose beidseits
(M17.9), einen Zustand nach Hüft-TEP rechts am 11. Januar 2017 (Z96.6)
und eine Spondylolisthesis L5/S1, Grad I bis II (Meyerding). Aus seiner
Sicht sei eine Tätigkeit im Beruf eines Installateurs nicht mehr zumutbar.
Heben und Tragen von Lasten über 10 kg seien zu vermeiden, ebenso Bü-
cken, Hocken, Knien und längere Gehstrecken. Der Versicherte sei als In-
stallateur vom 4. September 2017 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig.
Es solle eine Belastungserprobung einer leichten Tätigkeit im Wechsel zwi-
schen Stehen und Sitzen unter Vermeidung u.a. von Zwangshaltungen und
Heben und Tragen von Lasten über 10 kg erfolgen. Die Leistungsfähigkeit
soll im Rahmen einer stationären Rehabilitation festgelegt werden.
6.10 Gemäss Bericht von dipl.-med. Q._, Fachärztin für Allgemein-
medizin, vom 27. Februar 2018 (Dok. 7 S. 2 ff.) sei der Versicherte zuletzt
am 27. Oktober 2017 bei ihr in Behandlung gewesen. Sie diagnostizierte
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Folgendes: Coxarthrose rechts,
Hüft-TEP am 11. Januar 2017, Spondylolisthesis L5/S1, Bandscheiben-
protrusion L4/5 und L5/S1, Osteochondrose L5/S1. Ohne Auswirkung auf
C-4515/2019
Seite 14
die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine arterielle Hypertonie. Sie führte
aus, dass die Hüft-, Bein- und Rückenschmerzen seit 2016 bestehen wür-
den und bis zur Hüft-Operation konservativ behandelt worden seien. Kör-
perlichen Schwerarbeit sei zu vermeiden. Die Beweglichkeit sei für die Ar-
beit als Heizungs- und Sanitärmonteur durch Knie (recte: Hüft)-TEP und
Wirbelsäulenveränderungen stark eingeschränkt bzw. auch aufgehoben.
Aktuelle Kenntnisse seien nicht vorhanden. Die bisherige Tätigkeit sei nicht
mehr zumutbar. Eine rein sitzende Tätigkeit mit zeitweiliger Rotation des
Oberkörpers sei möglich.
6.11 Der Orthopäde Dr. med. E._ diagnostizierte am 29. März 2018
(Dok. 39) eine mediale Gonarthrose beidseits und einen Status nach Hüft-
TEP rechts im Januar 2017 Keramik-Keramik Gleitpaarung. Perspektivisch
sei bei medialer Gonarthrose beidseits eine endoprothetische Versorgung
mittels unikondylärer Schlittenprothese möglich. Nach Vorlage eines MRT
des linken Kniegelenks vom 8. Mai 2018 hielt er am 11. Mai 2018 (Dok. 40)
an der Indikation zur Implantation einer medialen Schlittenprothese beid-
seits fest.
6.12 Dem ärztlichen Befundbericht von dipl.-med. Q._ vom 17. Mai
2018 (Dok. 49) zu Handen der Deutschen Rentenversicherung können fol-
gende Diagnosen entnommen werden: 1. Hüftarthrose beidseits, rechts
Hüft-TEP, 2. Kniearthrose beidseits, 3. Spondylolisthesis L5/S1 und Band-
scheibenschäden L5/S1. Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit führte sie aus,
dass eine Besserung der Leistungsfähigkeit nicht möglich sei.
6.13 Am 27. Juli 2018 diagnostizierte der IV-Arzt Dr. med. R._,
Facharzt für Allgemeine Medizin, als Hauptdiagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Einlage einer Hüftprothese rechts
am 11. Januar 2017 (Dok. 53). Der Versicherte sei in der bisherigen Tätig-
keit und in einer Verweisungstätigkeit ab dem 11. Januar 2017 zu 100 %
arbeitsunfähig. Ab dem 4. September 2017 sei eine Verweisungstätigkeit
(leichte Tätigkeit) zu 100 % zumutbar.
7.
Einwandweise reichte der Beschwerdeführer zwei weitere Berichte ein.
7.1 Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädie, diagnostizierte am
2. Oktober 2018 (Dok. 66) Folgendes:
- Zustand nach Hüft-TEP rechtsseitig (Januar 2017),
C-4515/2019
Seite 15
- Mediale Gonarthrose/Femoropatellararthrose beidseits mit degenerati-
ver Meniskusruptur medial linksseitig,
- Vorwiegend spondylogener, nichtradikulärer Schmerz bei Spondylo-
listhese L5/S1 bei Spondylolyse L5 beidseits, Bandscheibenprotrusion
L5/S1,
- Ostechondrose/Spondylose L5/S1 sowie Spondylarthrose L5/S1.
Er führte aus, die Ursache der Coxalgie rechtsseitig sei nicht eindeutig ve-
rifizierbar. Trotz verbesserter Hüftimplantate und weichteilschonender
Operationsverfahren klage bis zu 1/5 aller Patienten nach endoprotheti-
scher Versorgung des Hüftgelenks über Beschwerden. Die Computertomo-
graphie (CT) - Untersuchung vom 20. September 2018 habe keinen Locke-
rungshinweis der Prothesenkomponenten ergeben. Hinweise für einen In-
fekt lägen ebenfalls nicht vor. Seien bei einem Patienten belastungsabhän-
gige Schmerzen vorhanden, die bereits früh nach der Operation einsetzen
würden, sei dies meist auf eine mechanische Ursache zurückzuführen.
Die Pathologien im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Spondylolisthese
L5/S1 mit konsekutiv dynamischer Foramenstenose könnten auf Grund der
Affektionen der lumbalen und sakralen Spinalwurzeln zu Beschwerden im
Bereich des Hüftgelenks führen. Aber auch Störungen der funktionellen
Kette könnten die Leistenschmerzen verursachen.
Weiterhin limitierend würden sich die belastungskonsekutiven medialen
Gonalgien beidseits bei fortschreitender medialer Gonarthrose sowie
Femoropatellararthrose zeigen. Das Beschwerdebild sei hier linksseitig
führend.
Insgesamt in der Beurteilung des Leistungsbildes bestehe derzeit und vo-
raussichtlich andauernd eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit für den Be-
ruf des Sanitärmonteurs. Für allfällige Verweistätigkeiten in Wechselbelas-
tung bestehe eine 50-prozentige Arbeitsfähigkeit. Das häufige Tragen und
Heben von Last, häufiges Vor- und Rückneigen sowie Rotationsbewegun-
gen der lumbalen Wirbelsäule seien zu vermeiden. Ebenso das andau-
ernde Arbeiten in kniender oder kauernder Position, häufige Treppenstei-
gen, Vibrationsexposition, Arbeiten auf unebenen Gelände und Arbeiten
auf Leitern oder Stiegen.
7.2 Dr. med. E._, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchi-
rurgie des Krankenhauses C._, berichtete am 5. Oktober 2018, der
C-4515/2019
Seite 16
Versicherte leide bei Zustand nach Hüfttotalendoprothese rechts weiterhin
unter einer Weichteil assoziierten, residuellen Schmerz-symptomatik im
Bereich des rechten Hüftgelenkes/Oberschenkels. Diese erscheine anam-
nestisch insbesondere belastungsassoziiert aufzutreten. Weiterhin leide er
an einer typischen Beschwerdesymptomatik im Rahmen der bekannten
Varusgonarthrose beidseits. Hier bestehe perspektivisch, im kurz- bis mit-
telfristigen Verlauf, die Indikation zum endoprothetischen Teilgelenkersatz
an beiden Kniegelenken. Ausserdem bestehe bei bekannter Osteochond-
rose und Spondylolisthesis L5/S1 eine chronische Lumbago. Auf schwere
Arbeit in Zwangshaltung und Arbeiten mit Tragen von Lasten über 5 Kg soll
verzichtet werden. Er empfehle Arbeiten in abwechselnden Positionen, sit-
zend sowie stehend, mit einer maximalen Arbeitszeit von vier Stunden.
7.3 Der IV-Arzt Dr. med. S._ hielt am 20. Dezember 2018 (Dok. 72)
fest, dass aufgrund der vorgelegten Berichte eine interne orthopädische,
rheumatologische Beurteilung angezeigt sei. Es sei nicht ausgeschlossen,
dass der Versicherte eine Knieprothese benötige. Gemäss Stellungnahme
vom 27. Juli 2018 würden die Gonarthrose und die Lumbago die Arbeitsfä-
higkeit beeinflussen. Er frage sich, ob sich dies lediglich auf die funktionelle
Einschränkung beziehe oder auch auf die Dauer der zumutbaren Arbeit.
7.4 Am 30. Januar 2019 (Dok. 75) hielt Dr. med. F._, Fachärztin für
Rheumatologie, fest, dass sie – wie auch Dr. R._ – den Versicher-
ten in seiner angestammten Arbeitstätigkeit seit dem 11. Januar 2017 als
100 % arbeitsunfähig beurteile. Betreffend die Hüft-TEP rechts sei den Be-
richten keine Komplikation und keine signifikante Limitation der Hüfte zu
entnehmen. Bezüglich der chronischen Kreuzschmerzen aufgrund der de-
generativen Erkrankung der Lendenwirbelsäule könne festgehalten wer-
den, dass die Wirbelsäule nur moderat limitiert sei. Neurologischen Defizite
seien keine beschrieben worden und der Gang sei normal. Die Behandlung
sei lediglich konservativer Art. Bezüglich der chronischen Knieschmerzen
wegen der Gonarthrose könne festgestellt werden, dass der Versicherte
seine Knie uneingeschränkt biegen könne und kein Erguss gefunden wor-
den sei. Die Mehrheit der Orthopäden (ausser Dr. D._) könne keine
Schlaffheit der Knie bestätigen und das MRI vom 5. Oktober 2018 be-
schreibe keine Beeinträchtigung der Bänder. Die Diagnose der Bandschei-
benprotrasion und der Verdacht der Gereiztheit des Muskels Iliopsoas
rechts hätten keine dauerhafte funktionelle Einschränkung zur Folge und
würden keine Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen. In einer angepassten Tätig-
keit, welche die funktionellen Einschränkungen respektiere, bestehe ab
C-4515/2019
Seite 17
dem 11. Januar 2017 eine 100 % - ige Arbeitsunfähigkeit, ab dem 4. Sep-
tember 2017 betrage diese jedoch 0 %.
7.5 Dr. med. F._, Fachärztin für Rheumatologie, nahm am 27. Juni
2019 (Dok. 87) erneut Stellung und führte ergänzend aus, in den Berichten
von Dr. N._ und Dr. O._ vom 19. Januar 2018, Dr.
D._ vom 2. Oktober 2018 und Dr. E._ vom 5. Oktober 2018
sei nicht begründet worden, wieso eine angepasste Arbeitstätigkeit nicht
Vollzeit möglich sei. Alle medizinischen Berichte würden bezüglich den
funktionellen Einschränkungen übereinstimmen. Die Einholung eines ex-
ternen Gutachtens sei nicht angezeigt.
8.
Die Vorinstanz ist der Auffassung, dass der Beschwerdeführer seit der
Hüft-TEP vom 11. Januar 2017 in seiner angestammten Tätigkeit als Sani-
tärmonteur sowie in einer anderen seinen Leiden angepassten Tätigkeit zu
100 % arbeitsunfähig war. Umstritten und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz
zu Recht davon ausgeht, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten
Tätigkeit ab 4. September 2017 wieder im Umfang von 100 % arbeitsfähig
war beziehungsweise ob sich der medizinische Sachverhalt in dieser Hin-
sicht als genügend abgeklärt erweist.
8.1 Die Vorinstanz stützt sich im Wesentlichen auf die Stellungnahmen der
Ärztin und Ärzte ihres medizinischen Dienstes, die den Beschwerdeführer
nicht persönlich untersucht, sondern eine reine Aktenbeurteilung vorge-
nommen haben. Die Stellungnahmen des medizinischen Dienstes, welche
nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengutachten
beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im We-
sentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehen-
den medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas-
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des
BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni
2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je m.H.). Enthalten
die Akten für die streitigen Belange keine beweistauglichen Unterlagen,
kann die Stellungnahme einer versicherungsinternen Fachperson in der
Regel keine abschliessende Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu
weitergehenden Abklärungen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer
9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3). Zu prüfen ist somit, ob es die vor-
liegenden medizinischen Akten dem medizinischen Dienst erlaubten, sich
ein umfassendes Bild der gestellten Diagnosen, der gesundheitlichen Be-
C-4515/2019
Seite 18
einträchtigungen (Verlauf und gegenwärtiger Status) und deren Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit zu machen, und ob seine Schlussfolgerungen
nachvollziehbar und schlüssig sind.
8.2
8.2.1 Bezüglich des Hüftleidens und dessen Entwicklung kann den Arztbe-
richten entnommen werden, dass die Hüft-TEP vom 11. Januar 2017 ins-
gesamt zufriedenstellend verlaufen sei (E. 6.3 ff.). Die neu aufgetretenen
Beschwerden im Bereich des Tractus iliotibalis rechts Anfang 2018 sah Dr.
med. E._ im Zusammenhang mit der beschriebenen körperlichen
Belastung und empfahl deshalb die Reduktion der körperlichen Arbeitsbe-
lastung (vgl. E. 6.7). Auch die Orthopäden des T._ Gutachtens di-
agnostizierten am 19. Januar 2018 die Irritation des ilio-psoas (E. 6.8). Dr.
med. D._ ist der Ansicht, wenn bei einem Patienten belastungsab-
hängige Schmerzen vorhanden seien, die bereits früh nach der Operation
einsetzen würden dies meist auf eine mechanische Ursache zurückzufüh-
ren sei (E. 7.1). Dr. med. E._, berichtete am 5. Oktober 2018 von
einer Weichteil assoziierten, residuellen Schmerzsymptomatik im Bereich
des rechten Hüftgelenkes/Oberschenkels und ist der Ansicht, dass diese
anamnestisch insbesondere belastungsassoziiert aufzutreten scheine (E.
7.2).
8.2.2 Betreffend Knieleiden und dessen Entwicklung ist Folgendes festzu-
stellen: Am 17. Januar 2017 wurde erstmals eine Gonarthrose "onA R" di-
agnostiziert (E. 6.3). Der Orthopäde Dr. med. P._ diagnostizierte im
Februar 2018 eine Gonarthrose beidseits (E. 6.9). Perspektivisch ist laut
Dr. med. E._ bei medialer Gonarthrose beidseits eine endoprothe-
tische Versorgung mittels unikondylärer Schlittenprothese möglich (E.
6.11). Dr. med. D._ diagnostizierte im Oktober 2018 zusätzlich eine
degenerative Meniskusruptur medial linksseitig (E. 7.1). Dr. med.
E._ hielt am 5. Oktober 2018 an seiner Einschätzung bezüglich ei-
ner perspektivischen Indikation eines endoprothetischen Teilgelenkersatz
an beiden Kniegelenken fest (E. 7.2).
8.2.3 Rückenschmerzen hat der Versicherte laut der Hausärztin bereits seit
2016 (E. 6.10). Eine Spondylolisthesis mit begleitender Bandscheiben-
protrusion im Bereich LWK 5/SWK 1 wurde erstmals im Oktober 2017 di-
agnostiziert. Die L5 Kontakte seien knapp und ohne lokale Verdrängung
oder Ödem. Es bestehe keine Duralsackimpression (E. 6.6). Dem
T._-Gutachten kann ebenfalls ein Kontakt mit der Nervenwurzel L5
C-4515/2019
Seite 19
ohne Impression des Duralsacks entnommen werden (E. 6.8). Auch die
Orthopäden Dr. med. P._ und Dr. med. D._ diagnostizierten
eine Spondylolisthesis L5/S1 und Dr. med. D._ erwähnte einen vor-
wiegenden spondylogenen, nichtradikulären Schmerz (E. 6.9 und 7.1).
8.2.4 Die IV-Ärztin konnte sich für ihre Beurteilung der Entwicklung der
Hüft- Knie- und Wirbelsäulenleiden sowie für ihre Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit zwar auf fachärztliche, klinische Untersuchungen abstützen.
So haben die Orthopäden auch ein Belastungsprofil (Verzicht auf schwere
Arbeit in Zwangshaltung, keine Arbeiten mit Tragen und Heben von Lasten,
häufiges Vor- und Rückneigen sowie Rotationsbewegungen der lumbalen
Wirbelsäule usw.) definiert. Dennoch haben sie keine fachgerechte Evalu-
ation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vorgenommen. Bei Ge-
sundheitsschäden im Bereich der Orthopädie ist eine Diagnose des Funk-
tionsausfalles (Funktionsdiagnose), d.h. eine qualitative und quantitative
Analyse der Funktionsstörung des Bewegungsapparates und seiner Fol-
gen für die versicherte Person von zentraler Bedeutung. So sind etwa bei
den Bewegungsprüfungen nicht die Winkelgrade ausschlaggebend – wie
im T._-Gutachten und den Arztberichten angegeben (vgl. Dok. 9 S.
2, 12 S. 3, 39 S. 1, 47 S. 6, 66 S. 1 und 67 S. 2) –, sondern die Brauchbar-
keit eines Gelenkes, die praktische Leistungsfähigkeit bzw. die Behinde-
rung im täglichen Leben. Diese sind deshalb bei der Bewegungsprüfung
der einzelnen Gelenke zusätzlich anzugeben (vgl. Urteil des BGer
9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 4.2.2). Ärztliche Berichte, welche
diese Anforderungen erfüllen, standen dem medizinischen Dienst für die
Beurteilung nicht zur Verfügung.
8.2.5 Der Orthopäde Dr. med. D._ hielt in seinem Bericht sodann
fest, dass die Pathologien im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Spondy-
lolisthese L5/S 1 mit konsekutiv dynamischer Foramenstenose auf Grund
der Affektionen der lumbalen und sakralen Spinalwurzeln zu Beschwerden
im Bereich des Hüftgelenks führen könnten (vgl. E. 7.1). Er deutet somit –
wie vom Beschwerdeführer vorgebracht – auf ein neurologisches Be-
schwerdebild hin. Die Feststellungen der IV-Ärztin, dass keine neurologi-
schen Defizite beschrieben seien und der Gang normal sei, vermögen nicht
zu überzeugen. Als Fachärztin für Rheumatologie hätte sie diesbezüglich
die Meinung einer Neurologin oder eines Neurologen einholen müssen.
8.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die medizinische Aktenlage un-
vollständig ist. Den medizinischen Akten ist keine umfassende Darstellung
C-4515/2019
Seite 20
der Befunde zu entnehmen. Überdies bestehen Zweifel an der Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit durch den medizinischen Dienst. Aus diesem
Grund kann auf die Aktenbeurteilungen des medizinischen Dienstes als
Grundlage für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits-
fähigkeit des Beschwerdeführers nicht abgestellt werden. Daraus folgt,
dass die Vorinstanz den relevanten medizinischen Sachverhalt nicht
rechtsgenüglich abgeklärt hat. Mangels einer zuverlässigen medizinischen
Entscheidgrundlage ist es vorliegend demzufolge nicht möglich, mit dem
im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob und gegebenenfalls in welcher
Höhe und ab wann der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ordentliche
Invalidenrente hat.
9.
Im vorinstanzlichen Verfahren sind infolge unvollständiger Feststellung des
rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts (vgl. Art. 43 ff. ATSG und
Art. 12 VwVG) entscheidwesentliche Aspekte vollständig ungeklärt geblie-
ben. Da es an einer Gesamtbeurteilung fehlt und die Vorinstanz im vorlie-
genden Erstanmeldeverfahren selbst noch kein Gutachten eingeholt hat,
sondern die vom deutschen Versicherungsträger und dem Beschwerdefüh-
rer eingereichten Berichte als ausreichend betrachtet hat, steht einer Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen nichts ent-
gegen (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Von der Einholung eines Gerichts-
gutachtens oder Erhebung anderer Beweismassnahmen ist daher abzuse-
hen. Die Beschwerde ist folglich insoweit gutzuheissen, als die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen ist. Die Vorinstanz ist anzuweisen, – via die IV-Stelle U._– unter
Berücksichtigung sämtlicher aktenkundiger Arztberichte sowie Beizug wei-
terer verfügbarer medizinischer Unterlagen ein polydisziplinäres, insbeson-
dere orthopädisches, neurologisches und rheumatologisches Gutachten in
der Schweiz zu veranlassen (bei Bedarf sind auch weitere Disziplinen ein-
zubeziehen; vgl. Urteil des BGer 9C_207/2012 vom 3. Juli 2013 E. 3.2). Im
Rahmen der Begutachtung ist die Gutachterstelle nach dem Zufallsprinzip
gemäss Zuweisungssystem «SuisseMED@P» zu ermitteln und dem Be-
schwerdeführer sind die ihm zustehenden Mitwirkungsrechte einzuräumen
(vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9).
10.
10.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 bis i.V.m.
Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 63
C-4515/2019
Seite 21
Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei
auferlegt. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der Be-
schwerde führenden Partei (BGE 141 V 281 E. 11.1), weshalb dem Be-
schwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Der einbe-
zahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– ist dem Beschwerdefüh-
rer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auf ein von ihm
bekannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind eben-
falls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
10.2 Der obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG
in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,
SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Ver-
waltung. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung
aufgrund der Akten festzusetzen (14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Die Mehrwert-
steuer ist nur für Dienstleistungen geschuldet, die im Inland gegen Entgelt
erbracht werden, nicht jedoch im vorliegenden Fall, in dem die Dienstleis-
tung für den Beschwerdeführer mit Wohnsitz im Ausland erbracht worden
ist (vgl. Urteil des BVGer C-6983/2009 vom 12. April 2010 E. 3.2). Unter
Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwandes wird die
Parteientschädigung (inkl. Auslagenersatz, exkl. MWSt) auf Fr. 2'800.-
festgelegt (Art. 10 VGKE). Die Vorinstanz hat gemäss Art. 7 Abs. 3 VGKE
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
(Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite).
C-4515/2019
Seite 22