Decision ID: e9e4b46c-24be-599a-98f9-a4acccc41373
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit Oktober 2007 bei der C._ GmbH als
Berater angestellt und bezog seit 25. Januar 2008 wegen Krankheit Taggeldleistungen
der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Swica; vgl. Schreiben der Swica
vom 6. November 2009 und Taggeldabrechnungen; Fremdakten). Am 12. Juni 2008
erlitt der Versicherte einen Velosturz mit multiplen Prellungen und Schürfwunden (vgl.
Arztbericht vom 12. Juni 2008 des Spitals D._ und Unfallmeldung vom 25. Juli 2008;
Fremdakten). Weil der Versicherte im Nachgang zur Scheidung von seiner zweiten Frau
an Depressionen litt, hatte die Swica bei Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, eine psychiatrische Beurteilung in Auftrag gegeben. Im
psychiatrischen Gutachten vom 25. Juni 2008 (Fremdakten) wurden eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion sowie Störungen durch Alkohol,
Abhängigkeit, diagnostiziert. Gemäss Dr. E._ rechtfertigten die zum Zeitpunkt der
Untersuchung noch bestehenden diskreten depressiven Symptome keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Daraufhin vereinbarte die Swica mit dem
Versicherten die Ausrichtung von Taggeld zu 100% bis Ende August 2008, und zu 50%
bis Ende September 2008. Anschliessend sollte wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit
bestehen (Schreiben der Swica vom 22. Juli 2008; Fremdakten).
A.b Der Versicherte meldete sich am 2. September 2008 zufolge Vorliegens einer
psychischen Krankheit seit Oktober 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.c Dr. med. F._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Herz- und
Kreislaufkrankheiten, schrieb den Versicherten mit Bericht vom 3. September 2008
(Fremdakten) rückwirkend vom 12. Juni bis 10. Juli 2008 voll arbeitsunfähig. Mit Bericht
vom 12. September 2008 (IV-act. 34-6/13) erachtete Dr. med. G._, Fachärztin für
Radiologie, es als möglich, dass die nachgewiesene, inzwischen ältere ischämische
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Läsion des rechten Thalamus in Form einer Thalamuslakune für
Gedächtnisleistungsstörungen verantwortlich sein könnte. Gemäss dem Bericht der
Psychologinnen H._ M. Sc. und lic. phil. I._ der Psychiatrie-Dienste Z._ vom
4. November 2008 über die psychodiagnostischen Untersuchungen vom 15., 20. und
22. Oktober 2008 (IV-act. 34-7ff./13) lag die Leistung des Versicherten bei der
Abklärung der kognitiven Fähigkeiten unterhalb des Durchschnitts der Normpopulation
(Gesamt-IQ von 72). Der behandelnde Psychiater med. pract. J._, Psychiatrische
Dienste K._, berichtete am 8. Januar 2009 (Fremdakten), am 12. Juni 2008 habe sich
ein Velounfall ereignet, wobei der Versicherte auf nasser Fahrbahn einen Abhang
hinuntergestürzt sei und Schmerzen im rechten Arm und der Schulter verspürt habe.
Über den Sturz selber sowie die Stunden danach bestehe eine weitgehende Amnesie.
Der Versicherte sei wegen starken kognitiven Einschränkungen weiterhin zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Dr. med. L._, Facharzt FMH für Neurologie, hatte
in seinem Bericht vom 24. September 2008 (Fremdakten) festgehalten, dass die
geklagten Beschwerden mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ein postcommotionelles
Syndrom mit neuropsychologischen und neurovegetativen Störungen zurückzuführen
seien. Es sei im Rahmen des Velosturzes zu einer relevanten Commotio cerebri mit
mehrstündiger anterograder Amnesie gekommen. Weitergehende therapeutische
Massnahmen seien nicht notwendig, mit einer langsamen Besserung des
postcommotionellen Syndroms könne gerechnet werden.
A.d Med. pract. J._ hatte am 12. September 2008 (IV-act. 5) gegenüber RAD-Arzt
Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, angegeben, dass
aktuell keine depressive Symptomatik mehr bestehe. Komplizierend komme ein
zwischenzeitlicher Velounfall mit neurologischen Problemen (Medianus-Läsion,
rechtsseitige Parästhesien im Gesicht und berichtete initiale Aphasie sowie im weiteren
Verlauf Klagen über neurokognitive Defizite) hinzu. Entsprechende Abklärungen seien
eingeleitet worden. Er gehe davon aus, dass zumindest mittelfristig wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit möglich sei. Nachdem die ausstehenden
Befundberichte eingegangen waren (vgl. IV-act. 16-3ff./10), hatte med. pract. J._ am
4. Dezember 2008 (IV-act. 16-1/10) mitgeteilt, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sei
durch die Diagnosen eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma
infolge eines Velounfalls im Juli 2008 mit persistierenden kognitiven Defiziten, einem
Status nach Anpassungsstörung mit länger andauernder depressiver Reaktion sowie
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einer Alkoholabhängigkeit beeinträchtigt. Die beklagten kognitiven Defizite hätten sich
in der neuropsychologischen Testung bestätigt und imponierten weiterhin, so dass eine
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen eher intellektuell anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit
als „Geschäftsführer“ nicht mehr gegeben sei. Der weitere Verlauf müsse abgewartet
werden. Nach Beurteilung von Dr. M._ vom 5. Dezember 2008 war aufgrund des
instabilen Gesundheitszustands kein Eingliederungspotenzial vorhanden (IV-act. 13ff.).
A.e Mit Anruf vom 22. Dezember 2008 hatte sich die Case-Managerin der Swica über
diese Beurteilung erstaunt gezeigt (IV-act. 17). Daraufhin waren die Akten der Swica
eingeholt worden (IV-act. 26).
A.f Am 3. März 2009 erteilte die Swica der Schweizerischen Institut für
Versicherungsmedizin AG, Luzern (nachfolgend: SIVM), einen Gutachtenauftrag
(Fremdakten). Im Gutachten vom 23. Juli 2009 diagnostizierte Dr. med. N._,
Neurologe, Boston University, School of Medicine, zertifizierter medizinischer
Gutachter SIM, eine leicht bis mittelschwere, wahrscheinlich toxisch-metabolische
(alkoholische) Encephalopathie mit amnestischem Syndrom, chronische
Nackenschmerzen (chronisches Zervikalsyndrom) bei mässigen bis schweren
degenerativen Veränderungen der HWS und zervikogene Kopfschmerzen. Aus
neurologischer Sicht beständen heute keine mindestens wahrscheinlichen
traumatischen Verletzungsfolgen an der HWS. Zeichen einer gestörten Feinmotorik und
Rumpfkoordination könnten als Folgen eines langjährigen Alkoholmissbrauchs erklärt
werden. Die Thalamuslakune könne keinesfalls das Ausmass der kognitiven
Einschränkungen erklären, die neuropsychologisch und klinisch festzustellen gewesen
seien. Bezogen auf die Kopf- und Nackenschmerzen, die kognitiven Symptome, die
neurologischen und neuropsychologischen Befunde sei der Versicherte in einer
adaptierten Tätigkeit wahrscheinlich maximal zu 80% arbeitsfähig. Die frühere Tätigkeit
sei ihm nicht mehr zumutbar. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit ergebe sich aus der verstärkten Ermüdbarkeit, der verminderten
Leistungsfähigkeit und der Schwierigkeit, sich im Alltag zu organisieren, also aus
Behinderungen, die chronisch diffusen Hirnfunktionsstörungen eigen seien. Zumutbar
seien zu 6.4 Stunden pro Tag körperlich leichte Arbeiten, die viel Routine beinhalteten,
ein geringes Fehlerpotential und ein geringes Fremdgefährdungspotential aufwiesen.
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A.g Gemäss dem Bericht der Psychologinnen H._ und lic. phil. O._ der Psychiatrie-
Dienste Z._ vom 11. Mai 2009 über die psychodiagnostischen Untersuchungen vom
22., 23. und 28. April 2009 (IV-act. 34-10ff./13) waren weiterhin deutliche
Einschränkungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit vorhanden. Im Vergleich zur
Voruntersuchung zeigte sich lediglich eine geringe Leistungsverbesserung (Gesamt-IQ
von 77 gegenüber 72 zuvor).
A.h Mit am 2. Juni 2009 eingegangenem Arztbericht (IV-act. 34-1/13) hielt Dr. med.
P._, leitende Ärztin Psychiatrie-Dienste Z._, als Diagnosen ein organisches
Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma, eine Anpassungsstörung mit länger
andauernder depressiver Reaktion, eine Alkoholabhängigkeit sowie einen Verdacht auf
eine Persönlichkeits- und Verhaltensstörung nach multiplem Substanzgebrauch
(Alkohol, Cannabis) fest. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei dem Versicherten
nicht mehr möglich.
A.i Mit Verfügung vom 16. September 2009 (Fremdakten) lehnte die Swica
Versicherungen AG gestützt auf das Gutachten des SIVM vom 23. Juli 2009 mangels
Unfallkausalität einen Leistungsanspruch aus der Unfallversicherung nach UVG ab
1. Oktober 2008 ab.
A.j Mit Schreiben vom 30. Oktober 2009 (IV-act. 77) kündigte die Arbeitgeberin des
Versicherten das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2010. Am 13. Januar 2010 lief die
Leistungsdauer der Krankentaggeldversicherung des Versicherten von 720 Tagen aus
(Schreiben der Swica vom 6. November 2009; Fremdakten). Gleichentags forderte die
IV-Stelle den Versicherten im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht dazu auf, sich bei der
Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) anzumelden (IV-act. 44). Da er dem Termin des
RAV unentschuldigt fernblieb, wurde mit Vorbescheid vom 9. März 2010 in Aussicht
gestellt, dass die Eingliederungsberatung wegen fehlender Mitwirkung abgeschlossen
und das Gesuch um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen abgewiesen werde
(vgl. IV-act. 45f., 50).
A.k Mit Schreiben vom 19. April 2010 stellte der Versicherte sinngemäss einen Antrag
um Wiederaufnahme der Unterstützung bei der Stellensuche, reichte den
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unterzeichneten Eingliederungsplan ein und teilte mit, er habe sich beim RAV
angemeldet (IV-act. 51f., 57).
A.l Daraufhin wurden die Eingliederungsbemühungen wieder aufgenommen und eine
berufliche Abklärung vom 1. September bis 30. November 2010 im Einsatzprogramm
Q._, geplant (IV-act. 61). Nachdem der Versicherte weder diese Abklärung
angetreten, noch sich bei der IV-Stelle gemeldet hatte, wurde das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren am 13. September 2010 wieder aufgenommen (IV-act. 63).
A.m Mit Verfügung vom 30. September 2010 (IV-act. 66) wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen des Versicherten
ab. Eine dagegen erhobene Einsprache vom 29. Oktober 2010 (IV-act. 68) wurde mit
Entscheid vom 27. August 2012 vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV
2010/425) gutgeheissen und die Verfügung vom 30. September 2010 aufgehoben (IV-
act. 86).
B.
B.a Mit Schreiben vom 20. Dezember 2012 (IV-act. 92f.) widerrief die IV-Stelle ihre
Verfügung vom 30. September 2010 und nahm die Eingliederungsbemühungen wieder
auf. Sie eröffnete dem Versicherten, bei mangelnder Bereitschaft an den
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, werde sie das Gesuch um berufliche
Massnahmen abweisen und den Fall zur Rentenprüfung weiterleiten. Am 14. Januar
2013 (IV-act. 96) teilte der Versicherte mit, zurzeit bei der R._ AG erwerbstätig zu sein
und erklärte sich bereit, nötigenfalls an Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung teilzunehmen.
B.b Mit ärztlichem Zeugnis vom 23. August 2012 (IV-act. 103) attestierte Dr. med.
S._, Assistenzarzt Psychiatrie-Zentrum K._, dem Versicherten eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% vom 17. August bis 30. November 2012. Der Versicherte
sei seit dem 25. Januar 2011 bis auf weiteres bei ihm in Behandlung.
B.c Mit Bericht vom 15. März 2013 (IV-act. 112) wurden von Dr. S._ und Dr. P._
ein Status nach organischem Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma (nach
Velounfall im August 2008), eine Alkoholabhängigkeit, ein Verdacht auf Persönlichkeits-
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und Verhaltensstörung nach multiplem Substanzgebrauch (Alkohol, Cannabis) mit
ängstlich vermeidenden Anteilen und ein Verdacht auf kognitive Einschränkungen, ein
Status nach depressiver Episode 2008 sowie ein Verdacht auf rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit in
der Tätigkeit als Eventmanager sei nur eingeschränkt beurteilbar. In der Gesamtschau
bestehe am ehesten eine Arbeitsunfähigkeit von 40-50%.
B.d Gemäss Beurteilung vom 24. April 2013 (IV-act. 114) erachtete Dr. M._ den
Versicherten in der angestammten Tätigkeit als Geschäftsführer und Immobilienberater
sicherlich auch weiterhin und wie durch den Gutachter Dr. N._ beurteilt als nicht
mehr arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit mit geringerer kognitiver
Beanspruchung, möglichst klar strukturierten Arbeiten und in einem möglichst
überschaubaren Arbeitsumfeld ohne grosse Ablenkungen wie z.B. in grösseren
Räumlichkeiten mit vielen Menschen, welche über optische und akustische Signale zur
Ablenkung führen, sei – wie von Dr. N._ festgestellt – weiterhin von einer
Arbeitsfähigkeit von 6.4 Stunden pro Tag entsprechend 80% eines Vollpensums
auszugehen.
B.e Bei einem Assessment-Gespräch vom 27. Mai 2013 (IV-act. 118) setzte der
Versicherte den Eingliederungsverantwortlichen darüber in Kenntnis, dass ab 28. Juni
2013 eine vorzeitige Pensionierung geplant sei. Daraufhin wurde der Abschluss der
beruflichen Massnahmen und die Rentenprüfung vereinbart und am 29. Mai 2013
schriftlich mitgeteilt (IV-act. 120).
B.f Mit Vorbescheid vom 25. September 2013 (IV-act. 135) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten an, das Rentenbegehren bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 38%
abzuweisen. Dagegen liess der Versicherte am 23. Oktober 2013 Einwand erheben (IV-
act. 139). Der ergänzenden Begründung vom 14. Januar 2014 (IV-act. 141) lag ein
ärztliches Arbeitsunfähigkeitsattest vom 31. Oktober 2013 zu 100% vom 4. bis
31. Oktober 2013 von Dr. S._ bei.
B.g Am 10. März 2014 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids (IV-act. 144).
C.
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C.a Mit Beschwerde vom 24. März 2014 liess der Versicherte, vertreten durch B._,
beantragen, die Verfügung vom 10. März 2014 sei aufzuheben (act. G1). Sinngemäss
liess er zur Begründung anführen, die im Gutachten von Dr. N._ geschätzte
Arbeitsfähigkeit von 80% finde in den medizinischen Akten keine Grundlage und der
Einkommensvergleich entspreche nicht der Realität. Die Nichtberücksichtigung der
massgebenden medizinischen Berichte der Spezialisten verletze die Sorgfaltspflicht.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (act. G4). Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen
vor, auf das neurologische Gutachten von Dr. N._ könne abgestellt werden und der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich gemäss Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 24. April 2013 seither weder in
neurologischer noch psychiatrischer Sicht relevant verändert. Ausgehend vom
höchsten je erzielten Verdienst als unselbständig Erwerbstätiger im Jahr 1987 von
Fr. 39'775.-- ergebe sich angepasst an die Nominallohnentwicklung für Männer bis
zum Jahr 2009 ein Valideneinkommen von Fr. 63'879.-- pro Jahr. Beim
Invalideneinkommen sei gemäss LSE 2008 nach Anpassung an die
Nominallohnentwicklung bis 2009 und eine Normalarbeitszeit von 41,6 Wochenstunden
bei einer Arbeitsfähigkeit von 80% von Fr. 48'992.-- auszugehen. Ein Abzug vom
Tabellenlohn sei weder ersichtlich noch dargetan und rechtfertige sich nicht. Aus der
Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergebe sich ein rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 23%.
C.c Mit Replik vom 23. Juni 2014 (act. G6) hielt der Beschwerdeführer am bisherigen
Standpunkt fest und legte unter anderem einen Arztbericht vom 8. Januar 2009 von
Dr. P._ (act. G6.1ff.) auf. Am 27. Juni 2014 reichte der Vertreter des
Beschwerdeführers ein Schreiben der Swica Care-Managerin vom 29. August 2008
(act. G8.1; Beilage bereits davor eingereicht, vgl. act. G6.2) ein (act. G8).
C.d Mit Schreiben vom 30. Juni 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine
Duplik und hielt an ihrem bisherigen Antrag fest (act. G10).
C.e Am 26. März 2015 bat der Vertreter des Beschwerdeführers um vordringliche
Behandlung der Angelegenheit (act. G12).
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Erwägungen
1.
1.1 Zu prüfen ist der Rentenanspruch des Versicherten.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht fallenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf
eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung
der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
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geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Zunächst ist der Frage nachzugehen, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. In
der angefochtenen Verfügung vom 10. März 2014 (IV-act. 144) stützt sich die IV-Stelle
auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. M._ vom 24. April 2013 (IV-act. 114). Der
Vertreter des Beschwerdeführers sieht massgebende medizinische Berichte nicht
berücksichtigt.
2.2
2.2.1 Zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers äussert sich
Dr. M._ nicht explizit. Er verweist diesbezüglich auf das psychiatrische Gutachten
vom 23. Juli 2008 von Dr. E._. Dr. E._ stellte darin zwar die Diagnosen einer
Anpassungsstörung, einer längeren depressiven Reaktion, sowie von Störungen durch
Alkohol, Abhängigkeit. Allerdings rechtfertigten die bei der Untersuchung noch
bestehenden diskreten depressiven Symptome seiner Ansicht nach keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Aus den anamnestischen Angaben des
Beschwerdeführers gegenüber Dr. E._ geht hervor, dass sein Alkoholkonsum im Jahr
1999 ausser Kontrolle geraten sei, als er sich in zwei unabhängigen Militärspielen als
Musiker betätigt habe. Die von Dr. E._ diagnostizierte und zum Zeitpunkt der
Untersuchung nunmehr lediglich diskret bestehende Anpassungsstörung wertete er als
längere depressive Reaktion auf die Scheidung, die veränderten Lebensumstände, die
Auseinandersetzungen vor Gericht, etc. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich
keine Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich symptomatischen
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psychischen Störung, einer Schizophrenie, schizotypen oder wahnhaften Störung
finden lassen. In Zusammenhang mit dem Fahrradsturz erwähnte der Versicherte
gegenüber Dr. E._ einzig ein Zittern der Hände, Rücken- und Kopfschmerzen (S. 11).
Die fundierte Beurteilung von Dr. E._ erscheint als schlüssig, konsistent und
einleuchtend, indem er der in Remission begriffenen Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion und den Störungen durch Alkoholabhängigkeit eine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abspricht. Das Gutachten beruht auf
sorgfältigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden des
Beschwerdeführers, weshalb darauf abgestellt werden kann.
2.2.2 Offen ist, ob sich das psychische Befinden des Beschwerdeführers seither zum
Schlechteren verändert hat. Im Arztbericht des Psychiatriezentrums K._ vom
15. März 2013 (IV-act. 112) werden mehrere Statusdiagnosen (organisches
Psychosyndrom, depressive Episode 2008) und Verdachtsdiagnosen (Persönlichkeits-
und Verhaltensstörung nach multiplem Substanzgebrauch, kognitive Einschränkungen,
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode) aufgeführt. Einzig die
Alkoholabhängigkeit wird weiterhin als sichere Diagnose dargestellt (vgl. auch
Diagnoseliste im Bericht vom 2. Juni 2009; IV-act. 34); und dies obwohl der
Beschwerdeführer bezüglich des aktuellen Konsums intransparent blieb und konsum-
oder suchtspezifische Abklärungen nicht mehr durchgeführt wurden. Obschon sich aus
der Krankheitsanamnese deutliche Hinweise auf Einschränkungen der kognitiven
Leistungsfähigkeit zeigten, sei offen, ob und inwiefern sich die massiven
Schwierigkeiten bei der Lebensplanung und die Realitätsverkennung des Versicherten
mit seinen Verdrängungsmechanismen oder einer womöglich doch mit einer organisch
bedingten Störung durch langjährigen Alkoholkonsum und/oder einer demenziellen
Entwicklung überschnitten. Dr. S._ und Dr. P._ vermuteten am Ehesten eine
Mischung aus Folgen einer neurodegenerativen Erkrankung und einer vermeidenden
Persönlichkeitsstruktur. Die behandelnden Psychiater wiesen bei ihrer Beurteilung einer
Arbeitsfähigkeit von 50-60% mit Nachdruck darauf hin, dass die tatsächliche Arbeits-
und Leistungsfähigkeit psychiatrischerseits nur eingeschränkt beurteilbar sei und seit
November 2011 eine relativ geringe Konsultationsfrequenz bestehe. Der Hinweis, eine
abschliessende Beurteilung sei aktuell nicht möglich, gepaart mit dem Abstellen auf die
subjektiv vom Beschwerdeführer geäusserte Schätzung seiner Arbeitsfähigkeit, sowie
die – an sich nicht verifizierte – Diagnose einer Alkoholabhängigkeit mit weiteren
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Status- und Verdachtsdiagnosen zeigen, dass sich die behandelnden Psychiater bei
der Diagnosestellung und der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht festlegen konnten. Die
von ihnen aufgezeigten, verschiedenen möglichen Einflüsse auf die Psyche des
Beschwerdeführers (organisches Psychosyndrom, Depression, Persönlichkeits- und
Verhaltensstörung nach multiplem Substanzgebrauch, kognitive Einschränkungen)
erschweren eine klare medizinische Beurteilung deutlich und hätten daher weiterer
medizinischer Abklärungen bedurft. Bereits im Bericht vom 2. Juni 2009 (IV-
act. 34-4/13) hatte Dr. P._ zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine Arbeitsabklärung
nahegelegt.
2.2.3 Ob seit dem psychiatrischen Gutachten von Dr. E._ eine Veränderung des
psychischen Gesundheitszustands eingetreten ist, kann aufgrund der vorliegenden
Akten nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beurteilt
werden. Hierzu sind weitere medizinische Abklärungen notwendig, wobei sich die
damit Betrauten eingehend mit dem Verlauf der psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch
Dr. E._ am 16. Juni 2008 bis in die Gegenwart zu befassen haben werden. Die
geringe Konsultationsfrequenz seit November 2011 stellt bei dieser Angelegenheit
sicherlich eine zusätzliche Erschwernis dar, doch ist ein Erkenntnisgewinn dennoch
nicht auszuschliessen. Eine Arbeitsabklärung erscheint aufgrund der fraglichen
Compliance und der wohl inzwischen erfolgten Pensionierung des Beschwerdeführers
wenig sinnvoll. Im Übrigen liessen die Ergebnisse einer zum jetzigen Zeitpunkt
durchgeführten Arbeitsplatzabklärung ohnehin nur bedingt Schlussfolgerungen für den
bereits zurückliegenden Zeitraum zu, weil sie keine retrospektive Beurteilung der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers erlauben.
2.3
2.3.1 Zu prüfen ist, ob sich aus den vorliegenden Akten somatische
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers ergeben, die zu einer
bleibenden Einschränkung seiner Arbeitsfähigkeit führen. Dr. M._ verwies hinsichtlich
des somatischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers weitgehend auf das
neurologische Gutachten von Dr. N._ vom 23. Juli 2009 (Fremdakten) und nahm
Bezug auf die testpsychologischen Untersuchungen im Oktober 2008 (IV-act. 34-7ff./
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13) und April 2009 (IV-act. 34-10ff./13). Dr. N._ stellte nach eingehender
Begutachtung des Beschwerdeführers die Diagnosen einer leicht bis mittelschweren,
wahrscheinlich toxisch-metabolischen (alkoholischen) Encephalopathie mit
amnestischem Syndrom, chronischen Nackenschmerzen (chronisches
Zervikalsyndrom) bei mässigen bis schweren degenerativen Veränderungen der HWS
und zervikogenen Kopfschmerzen (S. 13). Aufgrund dieser Einschränkungen schloss er
auf eine Arbeitsfähigkeit von maximal 80% in einer adaptierten Tätigkeit. Das
Tätigkeitsprofil umfasse dabei folgende Einschränkungen: Wiederholtes Heben von
Lasten vom Boden auf Tischhöhe von mehr als 10kg, wiederholtes Heben ab
Tischhöhe bis Schulterhöhe von Lasten von mehr als 7.5kg und wiederholtes Heben
über Schulterhöhe von Lasten über 5kg sollten ebenso wie schwere Arbeiten vor oder
seitlich am Körper (schaufeln, pickeln) oder Arbeiten die rasche und häufige
Kopfrotationen erfordern, vermieden werden. Aus neurologischer Sicht beständen
keine mindestens wahrscheinlichen traumatischen Verletzungsfolgen an der HWS. Der
Neurostatus müsse periodisch überprüft werden, da die Einengung des Spinalkanals
zu einer Myelopathie führen könne. Die von Dr. L._ im Bericht vom 24. September
2008 (Fremdakten) prognostizierte langsame Besserung hielt sich gemäss Dr. N._
und den Ergebnissen der psychodiagnostischen Untersuchungen im Oktober 2008 und
April 2009 zufolge in Grenzen. Die Diagnose eines postcommotionellen Syndroms von
Dr. L._ erscheint gemäss Dr. N._ auch vor dem Hintergrund, dass im Bericht des
erstbehandelnden Spitals D._ (Fremdakten) nach dem Unfall vom 12. Juni 2008
keinerlei Kopfverletzungen dokumentiert wurden, nicht nachvollziehbar. Beim
neurologischen Gutachten von Dr. N._ handelt es sich an sich um eine zuverlässige
Entscheidgrundlage, da er die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
berücksichtigt und auf die Aktenlage eingeht. Es stellt sich die Frage, ob sich der von
Dr. N._ festgestellte somatische Gesundheitszustand seither bis zum Erlass der
Verfügung am 10. März 2014 (IV-act. 144) stationär verhielt.
2.3.2 Dr. M._ hielt in seiner RAD-Stellungnahme vom 24. April 2013 (IV-act. 114)
fest, es lägen leichte bis mittelgradig ausgeprägte kognitive Beeinträchtigungen vor,
wobei letztlich noch nicht ganz sicher sei, ob diese alkoholtoxisch bedingt seien (wie
dies durch den neurologischen Gutachter der SIVM beurteilt wurde) und bei
Alkoholabstinenz weitgehend reversibel wären oder ob es bereits um eine kaum mehr
therapeutisch angehbare Folgeerkrankung der chronischen Alkoholerkrankung mit
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irreversiblen kognitiven Beeinträchtigungen (Demenzentwicklung) und/oder inzwischen
eingetretener (organischen) Persönlichkeitsänderung gehe. Gemäss ständiger
Rechtsprechung begründet eine Alkoholsucht (wie auch eine Drogen- und/oder
Medikamentenabhängigkeit) für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes,
sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden
geistigen, körperlichen oder psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der
zur Sucht geführt hat oder als deren Folge eingetreten ist (vgl. etwa Urteil des
Bundesgerichts vom 6. Februar 2007, I 313/06, E. 2.3 mit Hinweisen). Ob und welche
somatischen Folgeerscheinungen der Alkoholsucht vorliegen, konnte Dr. M._ in
seiner Aktenbeurteilung nicht eindeutig feststellen. Seit seiner Stellungnahme bis zum
Verfügungserlass verging erneut fast ein Jahr ohne weitere medizinische Abklärungen
des Sachverhalts. Im Übrigen ist fraglich, ob Dr. M._ ohne persönliche Untersuchung
des Beschwerdeführers und als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie – wie
auch Dr. S._ und Dr. P._ als Ärzte aus demselben Fachgebiet – eine neurologische
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers gegenüber dem
neurologischen Gutachten der SIVM von Dr. N._ feststellen konnte. Weitere
Beurteilungsgrundlagen um den Verlauf des neurologischen Beschwerdebilds des
Beschwerdeführers im strittigen Zeitraum zu überprüfen, liegen in den Akten nicht vor.
2.3.3 Bei dieser Aktenlage klafft seit der umfassenden und sorgfältigen gutachterlichen
Beurteilung von Dr. N._ eine Lücke in Bezug auf die neurologische Entwicklung der
Gesundheitssituation des Beschwerdeführers. Diese Lücke gilt es mit weiteren
medizinischen Abklärungen zu schliessen. Aufgrund der in den vorliegenden Akten
vollständig fehlenden neurologischen Verlaufsberichte gestaltet sich eine retrospektive
Betrachtung und Beurteilung der neuralen Beschwerden als noch schwieriger als in
Bezug auf die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers.
Doch ist auch hier nicht ausgeschlossen, dass sich durch die vorzunehmenden
Abklärungen weitere Hinweise zum Verlauf ergeben.
2.4 Zusammenfassend erlaubt die dürftige medizinische Aktenlage seit der
Begutachtung durch Dr. E._ und Dr. N._ keine rechtliche Beurteilung der
Angelegenheit. Der RAD wird eine polydisziplinäre Begutachtung des
Beschwerdeführers in die Wege zu leiten haben, die auf jeden Fall die Fachbereiche
der Psychiatrie und der Neurologie umfasst. Die Entscheidung ob weitere Fachgebiete
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– wie etwa dasjenige der Neuropsychologie – abzudecken sind, ist den
begutachtenden Personen zu überlassen.
3.
3.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.2 Ohne eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Grundlage
kann sein Invaliditätsgrad nicht bestimmt werden. Dennoch drängen sich nachfolgend
einige Fragen zur Validenkarriere des Beschwerdeführers auf, welche im Zuge der
Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen in medizinischer Hinsicht
ebenfalls zu klären sind.
3.2.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens wird in der Praxis regelmässig auf
das vor dem Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit erzielte Einkommen
beigezogen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Bern 2009, N 12 zu Art. 16, mit
Hinweis). Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen
Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns
(vorliegend im Jahr 2009) verdient hätte (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Dezember
2014, 9C_487/2014, E. 3.1.1).
3.2.2 Die Beschwerdegegnerin ging bei der Bestimmung des Valideneinkommens in
der angefochtenen Verfügung vom 10. März 2014 (IV-act. 144) vom letzten Einkommen
des Beschwerdeführers bei der C._ GmbH als „Geschäftsführer“, nämlich
Fr. 78'000.-- pro Jahr, aus und stützte sich dabei auf die Angaben der Arbeitgeberin
vom 24. September 2009 (IV-act. 7). In der Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2014
(act. G4) vertrat sie neu den Standpunkt, es sei vom höchsten je erzielten Verdienst des
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Beschwerdeführers als Unselbständigerwerbender im Jahr 1987 von Fr. 39'775.--,
bzw. unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis im Jahr 2009 von
Fr. 63'879.-- auszugehen.
3.2.3 In der Tat bestehen im vorliegenden Fall gewichtige Gründe zur Annahme, dass
ein unbesehenes Abstellen auf die Lohnangaben der Arbeitgeberin nicht angebracht
ist. Es erscheint in mehrfacher Hinsicht fraglich, ob diese Zahlen die tatsächliche
Einkommenssituation des Beschwerdeführers im Gesundheitsfall umfassend
darstellen. Seit Januar 2004 war der Vertreter des Beschwerdeführers im
Handelsregister als Geschäftsführer der damaligen Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers, der C._ GmbH, mit Einzelunterschrift eingetragen. Sein Sohn
war seitdem zwar einziger Gesellschafter, hatte aber keine Zeichnungsberechtigung
mehr. Die Geschäftsführertätigkeit des Beschwerdeführers kam jedenfalls nie zur
Eintragung, und es ist fraglich, ob überhaupt eine tatsächliche Arbeitsaufnahme
erfolgte. Gemäss Schreiben des Vertreters vom 11. Juli 2013 (IV-act. 130) fielen die
Lohnauszahlungen vom Oktober (Anstellungsbeginn) bis Dezember 2007 gänzlich aus,
da das Arbeitsverhältnis beschränkt oder nicht angetreten worden sei. Seit Januar
2008 bis zur Aussteuerung im Januar 2010 lebte der Beschwerdeführer von Taggeldern
aus Unfall bzw. Krankheit (vgl. Lohn- und Taggeldabrechnungen in den Fremdakten).
Zur im Vergleich mit den bisherigen Einkommen unüblichen Lohnhöhe des
Beschwerdeführers befragt, führte der Vertreter bei einem Gespräch am 18. September
2013 (IV-act. 132) aus, dieser sei als Verwalter eingestellt worden und habe seine
Liegenschaft als Verwaltungsobjekt in die Gesellschaft eingebracht. Ein solch hohes
Einkommen sei vereinbart worden, da die Liegenschaft einen grossen Umsatz
eingebracht hätte. Hierbei handelt es sich jedoch um einen Faktor, der ausserhalb der
Validität des Beschwerdeführers liegt. Auch mit Blick auf die gesamte bisherige
Karriere des Beschwerdeführers (zum IK-Auszug vgl. IV-act. 100) ist es schwierig zu
beurteilen, ob der monatliche Lohn von Fr. 6'500.-- einzig auf seinen beruflichen oder
persönlichen Fähigkeiten beruhen konnte. Sollte der angebliche Ausgleich von Leistung
und Gegenleistung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeberin auf die eingebrachte
Liegenschaft und nicht auf die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers zurückzuführen
sein, können die Lohnangaben der Arbeitgeberin bei der Bestimmung des
Valideneinkommens des Beschwerdeführers nicht beigezogen werden. Bei der Frage
des Invaliditätsgrads soll und kann die Vermögenssituation einer versicherten Person
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keinen Einfluss haben. Des Weiteren ist der bisherige Berufsweg des
Beschwerdeführers ebenfalls wenig aufschlussreich für die Bestimmung einer
Validenkarriere: Der Beschwerde führer hat eine Bäcker-/Konditorenlehre, eine sog.
Saallehre und anschliessend eine Musikausbildung absolviert und war in
verschiedenen Branchen als Angestellter und zeitweise auch als selbständig
Erwerbstätiger arbeitstätig (vgl. IV-act. 100 und psychiatrische Beurteilung von
Dr. E._ vom 25. Juni 2008 zum beruflichen Werdegang). Der Einkommensverlauf
stellte sich seit jeher sehr schwankend dar und weist diverse Lücken auf –
insbesondere auch in den Jahren 2006 und 2007 sowie zwischen 2000 und Januar
2005 – weshalb auch kein einigermassen aktueller Durchschnittswert ermittelt werden
kann. Selbst der zwischen 1980 und 1989 bei der T._ AG erzielte Lohn ist für die
Einkommenslage 2009 wenig aussagekräftig, hat doch der Beschwerdeführer das
Unternehmen für einen Wechsel ins Hotelfach verlassen und ist auch in diesen Bereich
längst nicht mehr tätig. Aufgrund der hier aufgeworfenen Fragen muss daher durch
einen Berufsberater abgeklärt werden, welches Einkommen der Beschwerdeführer
ohne den eingetretenen Gesundheitsschaden erzielen könnte.
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 10. März 2014
aufzuheben. Die Sache ist im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur
Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen, Abklärungen zur Validenkarriere des
Beschwerdeführers und zu neuem Rentenentscheid zurückzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--
erscheinen als angemessen. Dem Verfahrensausgang entsprechend – die Rückweisung
zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2) – sind
sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der vom Beschwerdeführer
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.2 Vom nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer wurde keine
Parteientschädigung beantragt. Eine solche steht ihm – da er sich durch eine nicht
entschädigungsberechtigte Person vertreten liess – auch nicht zu.
bis
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