Decision ID: c2026a32-e869-59ad-a20e-e876e6ab9167
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass das BFM mit Verfügung vom 19. Januar 2010 - eröffnet am 21. Januar 2010 - in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 19. Juli 2008 nicht eintrat und die  aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die  von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG seien vorliegend erfüllt, da der Bundesrat Italien als sicheren Drittstaat bezeichnet und der  sich vor der Einreise in die Schweiz dort aufgehalten habe, wie er nach der Sicherstellung italienischer Dokumente, die ihm hätten zugeordnet werden können, zugegeben habe,
dass Italien die Bereitschaft für die Rückübernahme erklärt habe,
dass der Beschwerdeführer in der Schweiz weder nahe Angehörige noch enge Beziehungen zu hier lebenden Personen habe,
dass die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht offensichtlich erfüllt sei, da die vom Beschwerdeführer vorgetragenen tragischen Ereignisse (Tod seiner Eltern und Brüder sowie selbst erlittene ) als Folgen von bürgerkriegerischen Auseinandersetzungen in der Regel keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes darstellen würden,
dass keine Hinweise vorliegen würden, wonach in Italien kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG bestünde,
dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides darstelle und keine Gründe ersichtlich seien, die auf Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit eines Wegweisungsvollzuges in den Drittstaat Italien schliessen lassen würden,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs zwar behauptet habe, in Italien auf der Strasse gelebt, keine staatliche oder kirchliche Unterstützung erhalten sowie vom Betteln gelebt zu haben, und es sei unmöglich gewesen, eine Arbeit zu finden oder  Unterstützung zu erhalten,
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dass das BFM in der angefochtenen Verfügung bemerkt, das Verhalten des Beschwerdeführers spreche nicht für ihn, wenn er den  Aufenthalt in Italien nicht aus eigenem Antrieb erwähnt und überdies seine italienischen Ausweisdokumente einer  mit dem Ziel einer missbräuchlichen Verwendung  habe,
dass überdies darauf hinzuweisen sei, dass caritative Organisationen in Italien Migranten fürsorglich betreuen würden,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Januar 2010 () gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhebt und beantragt, die Verfügung des BFM sei , es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren,
dass im Weiteren festzustellen sei, dass der Wegweisungsvollzug , unzumutbar und unmöglich sei,
dass in prozessualer Hinsicht die unentgeltliche Prozessführung mit Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu bewilligen sei,
dass eventualiter die aufschiebende Wirkung der Beschwerde  wird,
dass die Vollzugsbehörden im Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen seien, die Kontaktaufnahme mit dem Heimat- oder  sowie jede Weitergabe von Daten an denselben zu ,
dass eine eventuell bereits erfolgte Datenweitergabe dem  mit einer separaten Verfügung offenzulegen sei,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen dieselben Einwände gegen eine Rückkehr nach Italien vorbringt, wie er sie im Rahmen des rechtlichen Gehörs im  Verfahren vorgebracht hatte, und betont, es sei für ihn äusserst schwierig, ja gar gefährlich, in Italien zu leben,
dass die vorinstanzlichen Akten am 29. Januar 2010 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
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dass im Übrigen vorliegend hinsichtlich Sachverhaltsfeststellung und Verfahrensgang auf die Akten und den Inhalt der angefochtenen  verwiesen werden kann,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist und auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52 VwVG),
dass die Beschwerde nicht in einer Amtssprache des Bundes  ist, jedoch auf die Ansetzung einer Frist zur  verzichtet werden kann, da sich aus der in englischer Sprache verfassten Beschwerdeschrift genügend klare  mit entsprechender Begründung ergeben und ohne weiteres darüber befunden werden kann,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der  nicht Gegenstand der Beschwerde bilden kann, da der  vorliegend von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz die aufschiebende Wirkung der Beschwerde nicht entzogen hat, weshalb
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mangels Rechtsschutzinteresses auf diesen Antrag nicht einzutreten ist,
dass das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen im  mit der vom Beschwerdeführer befürchteten  angesichts des vorliegenden, direkten Entscheids in der Hauptsache gegenstandslos wird, den Akten auch keine Hinweise auf eine bereits erfolgte Datenweitergabe durch das BFM zu entnehmen sind und zudem die Wegweisung in den Drittstaat Italien und nicht in den Heimat- oder Herkunftsstaat angeordnet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den  als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  zu verzichten ist,
dass gemäss der Bestimmung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG  können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben,
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dass nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG der Bundesrat Staaten  kann, in denen nach seinen Feststellungen effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht,
dass nach Art. 34 Abs. 3 AsylG die Bestimmung von Abs. 2 dieses  keine Anwendung findet, wenn Personen, zu denen die  Person enge Beziehungen hat, oder nahe Angehörige in der Schweiz leben (Bst. a), die asylsuchende Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt (Bst. b) oder Hinweise darauf bestehen, dass im Drittstaat kein effektiver Schutz vor  nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Bst. c),
dass die Voraussetzungen der Anwendbarkeit von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG vorliegend in Bestätigung der vorinstanzlichen Erkenntnisse erfüllt sind,
dass der vorangegangene Aufenthalt des Beschwerdeführers in Italien aktenkundig und unbestritten ist,
dass das BFM zu Recht feststellte, der Beschwerdeführer habe zur Schweiz weder enge Beziehungen noch würden hier nahe Angehörige leben,
dass der Umstand, wonach angeblich ein Onkel des  in der Schweiz lebt und der Beschwerdeführer gerne in dessen Nähe leben möchte, die Voraussetzungen an Art. 34 Abs. 3 Bst a AsylG nicht zu erfüllen vermag (vgl. BVGE 2009/8),
dass Italien - zusammen mit allen anderen EU- und EFTA Staaten - am 14. Dezember 2007 vom Bundesrat als sicherer Drittstaat  worden ist,
dass der Beschwerdeführer - wie vom BFM zutreffend erkannt - in den sicheren Drittstaat Italien zurückkehren kann, da dessen Behörden  der Schweiz die Rückübernahme zugesichert haben,
dass der Beschwerdeführer die Vermutung der Beachtung des  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG durch den  Italien nicht zu widerlegen vermag,
dass ferner eine Missachtung des Non-refoulement-Gebotes durch den Drittstaat gar nicht begangen werden kann, solange die Behörden
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dieses Drittstaates mangels Schutzersuchens oder mangels  der Betroffenen (beispielsweise durch Beachtung einer ) gar nicht auf eine allfällige Verfolgungs- oder  im Heimatstaat aufmerksam gemacht werden,
dass es somit in der Disposition des Beschwerdeführers liegt,  Gründe nach einer Rückkehr nach Italien geltend zu ,
dass auch keine Indizien für die Widerlegung der Vermutung ersichtlich sind, wonach Italien im Falle des Beschwerdeführers den  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG beachte,
dass bei Anwendung des Nichteintretens-Tatbestandes von Art. 34 Abs. 2 AsylG (sicherer Drittstaat) und im Unterschied zu Abs. 1 der gleichen Bestimmung (safe country im Sinne eines  Herkunftslandes) nicht zu prüfen ist, ob Hinweise auf  vorliegen, sondern lediglich die Ausnahmeklausel von Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG zu beachten ist, wonach von einer Wegweisung in den Drittstaat dann abgesehen wird, wenn die asylsuchende Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft erfüllt,
dass somit das BFM nicht darlegen muss, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt, sondern bereits die Feststellung genügt, dass die Flüchtlingseigenschaft jedenfalls nicht offensichtlich zutage tritt,
dass sich, wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend erkannt, aus den Akten keine konkreten Hinweise zur offensichtlichen Annahme der Flüchtlingseigenschaft ergeben und auf die betreffenden Erwägungen verwiesen werden kann,
dass die Beschwerdeschrift keine zureichenden Anhaltspunkte für eine gegenüber den vorinstanzlichen Erkenntnissen andere  in der Eintretensfrage enthält,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vor-
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liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht  oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgebenden völker- und landesrechtlichen Bestimmungen (insb. auch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]) zulässig ist, da der  in Italien offensichtlich nicht an Leib, Leben oder  gefährdet ist oder eine menschenrechtswidrige Behandlung zu  hat und er dort zudem – wie bereits oben erkannt – Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet, sofern darum ersucht wird,
dass weder die in Italien herrschende allgemeine Lage noch sonstige Gründe gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges des  nach Italien sprechen,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien schliesslich möglich ist, da keine konkreten Vollzugshindernisse er-
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sichtlich sind (Art. 83 Abs. 2 AuG) und die italienischen Behörden die Rückübernahme zugesichert haben,
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt angeordnete Vollzug der Wegweisung als rechtmässig zu bestätigen ist,
dass demnach die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist, soweit darauf einzutreten ist,
dass aufgrund des Erkannten und der gesamten Umstände und  darauf verzichtet werden kann, auf die gestellten Anträge und den Inhalt der Beschwerde weiter einzugehen oder allfällige weitere Beweismittel abzuwarten,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der behaupteten Bedürftigkeit abzuweisen ist, da sich die Rekursbegehren gemäss vorstehenden  als aussichtslos präsentierten, welcher Umstand die  unentgeltlicher Prozessführung nach Gesetz ausschliesst,
dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines  mit vorliegendem Urteil gegenstandslos ist.
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