Decision ID: 3d0f2e02-30a8-54c3-af0f-8511e0725686
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger der Ethnie der
Hazara, gelangte eigenen Angaben zufolge am 15. September 2015 in die
Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ)
B._ um Asyl nachsuchte. Am 8. Oktober 2015 wurde er zu seiner
Person, zum Reiseweg sowie summarisch zu den Gesuchsgründen be-
fragt (Befragung zur Person [BzP]) und am 19. Juni 2017 eingehend ange-
hört.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen geltend, er stamme aus C._, Provinz D._.
Sein Vater sei im Jahr 1994 im Bürgerkrieg ermordet worden. Nachdem
sich die Familie einige Jahre in Pakistan aufgehalten habe, seien sie im
Jahr 2007 zurückgekehrt und hätten in der Stadt D._ gelebt. Dort
habe er drei Jahre bei einem Automechaniker gearbeitet und später seinen
eigenen Laden geöffnet. Einer seiner Brüder, E._, habe in
D._ für den Geheimdienst gearbeitet. Ein zweiter Bruder,
F._, habe im Jahr 2014 drei bis vier Monate lang für das Provincial
Rehabilitation Team (PRT) gearbeitet und für die Amerikaner im Zivilbe-
reich gedolmetscht, sei aufgrund der Lage aber Anfang 2016 in den Iran
gegangen. Der dritte Bruder, G._, sei in Afghanistan für das briti-
sche Militär ebenfalls als Übersetzer tätig gewesen, Anfang 2017 nach
England ausgereist und wohne nun in Schottland. Aufgrund der Tätigkeiten
der Brüder seien der Beschwerdeführer und seine Familie in Gefahr gewe-
sen. Auch sei er selber in Gefahr gewesen, da er als Mechaniker Fahr-
zeuge von Mitarbeitern des Geheimdienstes repariert habe. Sein Bruder
habe ihm diese Kunden vermittelt. Eines Tages seien der Beschwerdefüh-
rer und sein Bruder E._ auf ihren Mobiltelefonen von den Taliban
kontaktiert und bedroht worden. Etwas mehr als einen Monat später, im
(...) 2015, habe ihm ein Kunde einen an seine Familie adressierten Droh-
brief übergeben. Davor habe weder er noch sonst jemand in seiner Familie
Probleme mit den Taliban gehabt. Im (...) 2015 habe er erneut Drohanrufe
von den Taliban erhalten. Zwei Wochen später, Ende (...) 2015, habe ein
schwarzes Auto ihm den Weg versperrt, als er mit dem Motorrad unterwegs
gewesen sei. Die Insassen dieses Autos hätten ihn mitnehmen wollen, er
habe sich aber gewehrt, sei im Handgemenge mit einem Messerstich ver-
letzt worden und habe das Bewusstsein verloren. Er sei später in einem
Zivilkrankenhaus in D._ erwacht, habe zur Behandlung jedoch
mehrmals zwischen Spitälern in Kabul und D._ hin- und herreisen
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müssen. Sein Bruder habe ihm erzählt, dass die Täter Kontakt mit ihm auf-
genommen hätten. Sie hätten gesagt, sie hätten seinen Bruder getötet und
würden auch ihn töten. Deshalb habe er sich nach der letzten Hospitalisa-
tion in Kabul zu Hause aufgehalten und sei ungefähr eineinhalb Monate
später ausgereist.
In einem Schreiben vom 24. August 2018 informierte der Beschwerdefüh-
rer die Vorinstanz darüber, dass sein Bruder, E._, am (...) 2018 von
den Taliban entführt worden sei. Daraufhin sei seine Familie in den Bezirk
H._ geflohen und wohne nun dort in Zelten.
B.
Mit Verfügung vom 30. August 2018 – eröffnet am 1. September 2018 –
stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung.
Gleichzeitig wurde der Wegweisungsvollzug als unzumutbar erklärt und die
vorläufige Aufnahme angeordnet.
C.
Am 1. Oktober 2018 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfü-
gung der Vorinstanz sei in den Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs aufzuheben,
es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen, die
Vorinstanz sei anzuweisen, ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Un-
zulässigkeit statt der blossen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
festzustellen. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei die unent-
geltliche Prozessführung zu bewilligen, unter Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses und der Unterzeichnende sei als unentgeltlicher
Rechtsbeistand zu bestellen.
Mit der Beschwerde wurden neben der Vollmacht und dem vorinstanzli-
chen Entscheid sowie einer Fotografie des Beschwerdeführers im Spital
folgende Beweismittel betreffend den Bruder, G._, zu den Akten ge-
reicht: ein Zertifikat des 1st Battalion The Royal Welsh (Royal Welsh Fusi-
liers) Combined Force Burma Operation HERRICK 16, Commendation of
Service der International Security Assistance Forces, Certificate of Appre-
ciation der Afghan National Army Officer Academy, Ausweis als Chief Inter-
preter for ITW Course, ANAOA Instructor Course 132 sowie eine Referenz
der Afghan National Army Officer Academy (ANAOA), Qargha, Kabul, Af-
ghanistan und drei weitere Referenzen, datiert vom 22. November 2012,
vom 9. Januar 2013 sowie vom 3. Februar 2013.
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D.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Oktober 2018 stellte die Instruktionsrichte-
rin den legalen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz fest und
hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung unter Voraussetzung des Nachreichens einer Für-
sorgebestätigung gut. Nachdem die Fürsorgebestätigung am 17. Oktober
2018 nachgereicht worden war, ordnete sie mit Zwischenverfügung vom
19. Oktober 2018 den Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Urs Ebnöther, als
amtlichen Beistand bei und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Ver-
nehmlassung ein.
E.
Mit Vernehmlassung vom 2. November 2018 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde. Darauf replizierte der Beschwerdeführer mit
Eingabe vom 21. November 2018.
F.
Mit Schreiben vom 28. Januar 2021 übermittelte das Amt für Migration des
Kantons Aargau dem SEM den vom Beschwerdeführer eingereichten Pass
mit Ausstellungsdatum vom 21. Dezember 2020.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
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1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG
setzt voraus, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von be-
stimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise solche im Fall einer Rück-
kehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-
barer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen gezielt und aufgrund
bestimmter Verfolgungsmotive drohen oder zugefügt worden sein. Aus-
gangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage, ob
im Zeitpunkt der Ausreise eine Verfolgung bestand. Die Verfolgungsfurcht
muss im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein (vgl. dazu
BVGE 2013/11 E. 5.1; 2010/57 E. 2 und 2008/12 E. 5, je m.w.H.). Er-
strecken sich Verfolgungsmassnahmen neben der primär betroffenen Per-
son auf Familienangehörige und Verwandte, liegt eine Reflexverfolgung
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vor. Diese ist flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die von der Reflexverfol-
gung betroffene Person ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2
AsylG ausgesetzt ist oder sie die Zufügung solcher Nachteile mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründet befürchten
muss (zum Begriff der Reflexverfolgung BVGE 2007/19 E. 3.3; Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [E-
MARK] 1994 Nr. 5 E. 3h; EMARK 1994 Nr. 17).
3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, die
Vorbringen des Beschwerdeführers seien teilweise nicht glaubhaft. So wür-
den seine Ausführungen nicht mit dem Inhalt der von ihm eingereichten
Beweismittel übereinstimmen. Ferner bringe er zur Begründung seines
Asylgesuchs an, seine Familie werde aufgrund seiner sowie der Tätigkei-
ten seiner Brüder von den Taliban verfolgt. Indes vermöge er nur über sich
persönlich zu berichten, die Situation seiner Brüder scheine ihm kaum be-
kannt zu sein. So habe er nicht sagen können, wie sein Bruder F._
bedroht worden sei. Auch betreffend die Bedrohung von G._ habe
er lediglich gesagt, wäre er nicht bedroht gewesen, hätte man ihn nicht
nach England mitgenommen. Es könne aber erwartet werden, dass er bei
einer Verfolgung, von der die gesamte Familie betroffen gewesen wäre,
genauer über die Probleme seiner Brüder informiert gewesen wäre. Als
Grund, weshalb er und nicht seine Brüder verfolgt worden seien, habe er
sodann angegeben, dies liege daran, dass er in der Stadt D._ ge-
lebt habe. Demgegenüber seien seine Brüder im Dienst gewesen. Diese
Erklärung greife zu kurz, zumal seine Brüder, deren Tätigkeit exponierter
gewesen sei als seine, auch in deren Abwesenheit hätten bedroht werden
könnten. Diese Vorbringen seien deshalb nicht glaubhaft im Sinne von Art.
7 AsylG. Betreffend Asylrelevanz der Vorbringen führte die Vorinstanz an,
die von ihm beschriebene Gefährdungslage habe nicht nur ihn, sondern
gleichermassen seine Brüder betroffen. Von seinen Brüdern habe einer Af-
ghanistan Anfang 2016 und einer Anfang 2017 verlassen, der dritte habe
sich bis vor Kurzem in D._ aufgehalten. Dies spreche gegen eine
http://links.weblaw.ch/EMARK-1994/5 http://links.weblaw.ch/EMARK-1994/5 http://links.weblaw.ch/EMARK-1994/17
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Verfolgung der Familie zum Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdefüh-
rers, weshalb auch nicht davon ausgegangen werden könne, dass er zu
diesem Zeitpunkt verfolgt gewesen sei. Auch sein Vorbringen, er hätte aus
gesundheitlichen Gründen mehrmals nach Kabul und zurück nach
D._ fahren müssen und habe sich in der letzten Zeit vor der Aus-
reise ausschliesslich zu Hause aufgehalten, spreche gegen das Vorliegen
einer Gefährdung. Seine Vorbringen seien somit nicht asylrelevant. Auch
die eingereichten Beweismittel würden an dieser Einschätzung nichts än-
dern. Zwar werde nicht a priori in Abrede gestellt, dass er wegen eines
Vorfalls in Spitalbehandlung gewesen sein könnte, doch der Zusammen-
hang mit einer Talibanverfolgung sei weder überzeugend dargelegt worden
noch könne aktuell davon ausgegangen werden, dass aus heutiger Sicht
eine objektiv nachvollziehbare Furcht vor den Taliban bestehe.
4.2 Dem entgegnete der Beschwerdeführer im Wesentlichen, seine Vor-
bringen seien sehr wohl glaubhaft und erklärte ausführlich, weshalb den
Ansichten der Vorinstanz betreffend Widersprüche und fehlendem Detail-
reichtum nicht gefolgt werden könne. Weiter wurde ausgeführt, auch der
Einschätzung der Vorinstanz, wonach er zum Zeitpunkt seiner Ausreise im
Juni 2015 nicht tatsächlich verfolgt worden sei, da seine Brüder nach seiner
Flucht noch weiter in D._ gelebt hätten, könne nicht gefolgt werden.
Er sei kein Zufallsopfer gewesen, sondern gezielt angegriffen worden. Zu-
dem seien die Brüder aufgrund ihrer Arbeitgeber besser geschützt gewe-
sen als er. Ferner seien die beiden stark gefährdeten Brüder binnen sechs
beziehungsweise fünfzehn Monaten nach dem Beschwerdeführer aus ih-
rem Heimatland geflohen. Daraus zu schliessen, der Beschwerdeführer sei
zum Zeitpunkt seiner Ausreise nicht tatsächlich gefährdet gewesen, ent-
behre jeglicher Grundlage. Bei der Formulierung der Vorinstanz, der Be-
schwerdeführer habe zwischen D._ und Kabul gependelt, handle
es sich um eine Übertreibung. Er habe sich zweimal aufgrund einer medi-
zinischen Notlage nach Kabul begeben und sei mit einem ehemaligen Kun-
den frühmorgens gereist, habe somit Vorsichtsmassnahmen getroffen. Zu-
dem seien die Taliban der Ansicht gewesen, der Beschwerdeführer sei um-
gekommen. Dies erkläre, weshalb sie nicht aktiv nach ihm gesucht hätten.
Der Beschwerdeführer sei auch heute noch bedroht. Würden die Taliban
erfahren, dass er noch lebe, würden sie ihn wieder verfolgen. Dass die
Bedrohung der Familie sehr real sei, zeige das traurige Ereignis vom
10. August 2018. Nach Aussagen der Ehefrau von E._ seien sechs
Taliban an dessen Entführung beteiligt gewesen. Bis heute gebe es kein
Lebenszeichen von ihm. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die Vor-
bringen des Beschwerdeführers glaubhaft und asylrelevant seien. Er sei
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aus zwei Gründen ins Visier der Taliban geraten, einerseits da er in seiner
Autowerkstatt Fahrzeuge von Geheimdienstmitarbeitern repariert habe
und andererseits als Verwandter von drei Brüdern, die für die afghanische
Regierung beziehungsweise die ausländischen Streitkräfte tätig waren. Als
regierungsnahe Person, die zudem verwandt mit den britischen Streitkräf-
ten angehörigen Personen sei, bedürfe er des Schutzes. Dies ergebe sich
bereits aus den UNHCR Eligibility Guidelines 2016 sowie 2018 und dem
Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 14. September 2017 zu
Afghanistan. Der afghanische Staat sei nicht fähig, Schutz vor Angriffen der
Taliban und anderen bewaffneten Gruppen zu gewähren. Das Bundesver-
waltungsgericht habe in mehreren Urteilen die Flüchtlingseigenschaft re-
gierungsnaher Personen aus Afghanistan bejaht (beispielsweise D-
4024/2014 vom 16. Februar 2016).
4.3 Anlässlich der Vernehmlassung führte das SEM im Wesentlichen aus,
betreffend die neu eingereichten Beweismittel sei festzuhalten, dass die
familiären Bande zwischen dem Beschwerdeführer und G._
I._ nicht erwiesen seien. Da der Beschwerdeführer anlässlich der
Anhörung nicht über die Tätigkeit seines Bruders habe berichten können,
würden daran erhebliche Zweifel bestehen.
4.4 In seiner Replik entgegnete der Beschwerdeführer dem, er habe be-
reits anlässlich der Anhörung erklärt, sein Bruder habe den Nachnamen
beziehungsweise Namenszusatz I._ gewählt und der Dolmetscher
habe bestätigt, dass dies in Afghanistan möglich sei. Die Zweifel der Vor-
instanz seien nicht nachvollziehbar, zumal er immer dieselben Vornahmen
genannt habe und diese mit den Beweisdokumenten übereinstimmen wür-
den. Sollte das Gericht jedoch die Zweifel der Vorinstanz teilen und es als
erforderlich erachten, offeriere er als Beweis der Verwandtschaft eine DNA-
Analyse. G._ halte sich bekanntlich dauerhaft in Grossbritannien
auf, wo er sich ohne weiteres für die Abnahme der Wangenschleimhaut auf
die Schweizer Vertretung begeben könne. Es werde diesbezüglich um Mit-
teilung gebeten, ob er sich um die Beschaffung dieses Beweises kümmern
solle.
5.
5.1 Die Vorinstanz erachtete zunächst die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers, er beziehungsweise seine ganze Familie werde von den Taliban be-
droht, nicht für glaubhaft. Dies einerseits aufgrund von Differenzen zwi-
schen den Inhalten der eingereichten Beweismittel und den Aussagen des
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Beschwerdeführers sowie da dieser nicht genau über die Tätigkeiten sei-
ner Brüder zu berichten gewusst habe. Ferner greife seine Erklärung dafür,
dass er und nicht seine Brüder Ziel der Verfolgung durch die Taliban ge-
worden sei, zu kurz, zumal diese auch in deren Abwesenheit hätten be-
droht werden können. Diese Ausführungen der Vorinstanz vermögen nicht
zu überzeugen. So ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschwerde-
führers durchwegs detailliert, kohärent, mit Realkennzeichen versehen und
übereinstimmend ausgefallen sind. Dieser weiss über das Vorgefallene
und die geltend gemachte Bedrohung durch die Taliban ausführlich zu be-
richten. Dass er über Sachverhalte, die nicht ihn selber betreffen bezie-
hungsweise bei denen er nicht dabei war, weniger genau berichtet, liegt
auf der Hand und ist nicht zu beanstanden. Bei den von der Vorinstanz
angeführten Widersprüchen handelt es sich aber ausschliesslich um Sach-
verhalte, die den Beschwerdeführer nicht direkt betreffen. So erscheint klar
und nachvollziehbar, dass dieser nicht detailliert über die Tätigkeiten seiner
Brüder berichtet, sondern lediglich genau – und in Übereinstimmung mit
den Beweismitteln – ausführt, wo und für wen diese gearbeitet haben. An
dieser Stelle ist auch festzuhalten, dass aus Sicht des Gerichts kein Anlass
dafür besteht, die Identität beziehungsweise die Verwandtschaft des in
England lebenden Bruders mit dem Beschwerdeführer zu bezweifeln. So
nannte der Beschwerdeführer stets und übereinstimmend den Namen
G._ I._ (vgl. vorinstanzliche Akten act. A20 F197) und sagte
aus, dass dieser für die Engländer übersetzt habe und momentan in
Schottland lebe. Die vom SEM in der Vernehmlassung angeführten Zweifel
am Bestehen der familiären Bande sind nicht nachvollziehbar. Auch dass
der Beschwerdeführer nur aussagte, sein (anderer) Bruder habe nach dem
Anschlag auf ihn bei der lokalen Behörde Anzeige erstattet und nicht ge-
nauer darüber berichtet, wie oft Mitglieder seiner Familie an welche Stellen
gelangt sind, erscheint durchaus nachvollziehbar, insbesondere zumal er
sich während dieser Zeit in medizinischer Behandlung befand. Seiner Ant-
wort auf den Hinweis, dass gemäss Beweismittel mehrere Anzeigen erfolgt
seien, lässt sich denn auch entnehmen, dass seine Familienangehörigen
mehrmals vorgesprochen haben müssen, indem er aussagt, einmal seien
Zeugenaussagen eingereicht worden, einmal eine Bestätigung des Kran-
kenhauses (vgl. act. A20 F219). Die von der Vorinstanz angeführten Wi-
dersprüche stützen sich damit auf Details, welche den Beschwerdeführer
nicht direkt und persönlich betreffen. Sie wirken gesucht und vermögen die
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nicht zu widerlegen. Schliesslich er-
scheint seine Erklärung, weshalb gerade er körperlich angegriffen worden
sei, er sei für die Taliban ein leichteres Ziel gewesen als seine Brüder, wel-
che durch ihre jeweiligen Arbeitgeber beschützt worden seien, während er
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sich als einziger alleine und frei in D._ bewegt habe, durchaus über-
zeugend. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der vorliegenden Akten
gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die Aussagen
des Beschwerdeführers nicht in einem Mass ungereimt beziehungsweise
der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns widersprechend
ausgefallen sind, dass grundsätzliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der
Vorbringen, welche ihn zum Verlassen seiner Heimat veranlasst haben sol-
len, anzubringen wären.
5.2 Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer bei einer Rück-
kehr in seinen Heimatstaat aufgrund der geltend gemachten Vorbringen
ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte.
5.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat zuletzt mit Urteil D-5800/2016
vom 13. Oktober 2017 (als Referenzurteil publiziert) eine Lagebeurteilung
zu Afghanistan vorgenommen. Zu verzeichnen war und ist eine deutliche
Verschlechterung der Sicherheitslage seit dem letzten Länderurteil des
Bundesverwaltungsgerichts im Jahr 2011 (BVGE 2011/7) und dem Abzug
der International Security Assistance Force (ISAF) über alle Regionen hin-
weg. Seit dem Übergang der Kontrolle von den ISAF-Kampftruppen auf die
Afghan National Security Forces (ANSF) hat der Konflikt mehr und mehr
den Charakter eines Bürgerkrieges angenommen, wobei grosse Teile des
Staatsgebiets direkt von Kampfhandlungen betroffen sind. Hinzu kommen
terroristische Anschläge in den von offenen Gefechten weitgehend ausge-
nommenen urbanen Zentren. Im Visier stehen vor allem Grossstädte wie
Kabul. An dieser Einschätzung ist angesichts der nach wie vor sehr volati-
len Sicherheitslage, welche sich später, im Verhältnis zum Jahr 2017, noch-
mals verschlechtert hat, nach wie vor festzuhalten (vgl. etwa Urteil des
BVGer D-5407/2017 vom 24. Februar 2020 E. 6.3 m.w.H.). Bei der Beur-
teilung der Sicherheitslage lassen sich Gruppen von Personen definieren,
die aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten Verfolgungsrisiko ausge-
setzt sind. Dazu gehören unter anderem Personen, welche der afghani-
schen Regierung oder der internationalen Gemeinschaft inklusive den in-
ternationalen Militärkräften nahestehen oder als Unterstützende derselben
wahrgenommen werden sowie westlich orientierte oder der afghanischen
Gesellschaftsordnung aus anderen Gründen nicht entsprechende Perso-
nen. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Mitarbeitende der afghanischen
Regierung oder internationaler Organisationen, gezielten Angriffen oder ei-
nem anderen Gewaltakt – insbesondere durch die Hände der Taliban –
ausgesetzt zu werden (vgl. Urteil des BVGer E-1551/2019 vom 5. Dezem-
ber 2019 E. 7.3).
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5.2.2 Der Beschwerdeführer selber war als selbständiger Automechaniker
tätig und gehört dadurch nicht klar zu den oben genannten exponierten
Personen. Es kann an dieser Stelle offengelassen werden, ob er von den
Taliban allein aus dem Grund, dass er teilweise Fahrzeuge von Geheim-
dienstmitarbeitern repariert hat, als solche wahrgenommen wurde. Aller-
dings erscheint klar, dass seine drei Brüder, welche einerseits für die af-
ghanische Regierung und andererseits für die internationale Gemeinschaft
inklusive internationale Militärkräfte tätig waren, zu dieser Risikogruppe ge-
hören, also aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten Verfolgungsrisiko
ausgesetzt sind beziehungsweise waren. Aus dieser familiären Zugehörig-
keit ergibt sich ein erhöhtes Interesse der Taliban an der Familie des Be-
schwerdeführers im Allgemeinen. Dies wird sodann von ihm auch so gel-
tend gemacht. Der Beschwerdeführer und seine Brüder wurden mehrfach
bedroht und er selber wurde bereits einmal körperlich angegriffen. Damit
hatte er zum Zeitpunkt seiner Ausreise im Sommer 2015 eine begründete
Furcht vor Verfolgung durch die Taliban im Sinne von Art. 3 AsylG. Nach-
dem sich die Sicherheitslage in Afghanistan seit 2016 weiter deutlich ver-
schlechtert hat und es zu vermehrten Anschlägen durch die Taliban und
andere islamistische Gruppierungen in allen Landesteilen, auch in Kabul,
gekommen ist, ist anzunehmen, dass er im Falle einer Rückkehr begrün-
deterweise auch zum heutigen Zeitpunkt künftige Angriffe insbesondere
seitens der Taliban zu befürchten hat.
5.2.3 Nachdem die festgestellte Verfolgungsgefahr nicht von staatlichen
Organen, sondern von Dritten ausgeht, allerdings am Herkunftsort in der
Provinz D._ die Schutzfähigkeit des Staates offensichtlich zu ver-
neinen ist, bleibt die Frage zu prüfen, ob für den Beschwerdeführer eine
innerstaatliche Flucht- beziehungsweise Schutzalternative besteht. Ge-
mäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bedingt die An-
nahme einer innerstaatlichen Schutzalternative im Lichte der Schutztheo-
rie, dass am Zufluchtsort eine funktionierende und effiziente Schutzinfra-
struktur besteht und der Staat gewillt ist, der in einem anderen Landesteil
von Verfolgung betroffenen Person am Zufluchtsort Schutz zu gewähren.
Praxisgemäss sind an die Effektivität des Schutzes am Zufluchtsort hohe
Anforderungen zu stellen. Namentlich genügt es nicht, dass der Verfolger
am Zufluchtsort nicht präsent ist, sondern es muss auch die Möglichkeit
ausgeschlossen werden können, dass er seinen Einfluss auf diesen Ort
ausdehnen kann (vgl. BVGE 2013/5 E. 5.4.3, BVGE 2011/51 E. 8.5.1 und
8.6). Schliesslich muss es dem Betreffenden individuell zuzumuten sein,
den am Zufluchtsort erhältlichen Schutz längerfristig in Anspruch nehmen
zu können. Dabei sind die allgemeinen Verhältnisse am Zufluchtsort und
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Seite 12
die persönlichen Umstände der betroffenen Person zu beachten und es ist
unter Berücksichtigung des länderspezifischen Kontextes im Rahmen ei-
ner individuellen Einzelfallprüfung zu beurteilen, ob ihr angesichts der sich
konkret abzeichnenden Lebenssituation am Zufluchtsort realistischerweise
zugemutet werden kann, sich dort niederzulassen und sich eine neue Exis-
tenz aufzubauen. Für die Frage der Zumutbarkeit kommt der Zumutbar-
keitsbegriff gemäss Art. 83 AIG zur Anwendung (vgl. BVGE 2011/51 E. 8).
Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass die Taliban landesweit aktiv sind
und in den vergangenen Jahren eine Entwicklung hin zu einer gut organi-
sierten Bewegung durchlaufen haben, wodurch sie in verschiedenen Pro-
vinzen an Einfluss, Macht und Stärke gewonnen haben. Sie verübten auch
mehrere komplexe Angriffe in Kabul. Die afghanischen Sicherheitskräfte
können die feindlich gesinnten Konfliktparteien kaum in genügender Weise
zurückdrängen oder kontrollieren (vgl. Referenzurteil D-5800/2016,
E. 7.3.1 und 7.3.2). Die kürzlich erfolgte Aufnahme von Friedensgesprä-
chen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban vermag daran
nichts zu ändern, zumal diese Gespräche bereits wieder ins Stocken gera-
ten sind (vgl. https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-doha-frie-
densverhandlung-taliban-101.html; zuletzt abgerufen am 25. September
2020).
Daraus folgt, dass die afghanischen Sicherheitskräfte für den Beschwer-
deführer – insbesondere auch in Anbetracht dessen, dass seine Brüder ein
besonders hohes Risikoprofil aufweisen – auch in Kabul keine funktionie-
rende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung stellen können
(vgl. etwa Urteile des BVGer D-5923/2018 vom 17. August 2020 E. 8.3
sowie D-2879/2018 vom 7. Mai 2020 E. 7.6, jeweils mit weiteren Hinwei-
sen). Eine Schutzalternative im Sinne der Rechtsprechung besteht offen-
sichtlich auch in anderen Teilen Afghanistans nicht, zumal die Taliban ihre
Aktivitäten in allen Landesteilen entfalten und die Schutzinfrastruktur ge-
genüber derjenigen von Kabul auch in anderen grossen Städten nicht effi-
zienter ist. Es erübrigt sich daher auch, zur Bemerkung der Vorinstanz, die
Brüder des Beschwerdeführers hätten das Land erst nach ihm verlassen
beziehungsweise einer habe – zumindest bis August 2018 – noch in
D._ gelebt und für die Regierung gearbeitet, Stellung zu nehmen.
Schliesslich bleibt anzumerken, dass die Vorinstanz angesichts der verfüg-
ten vorläufigen Aufnahme ihrerseits Kabul als Aufenthaltsort ausschloss.
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Dass der Beschwerdeführer sich im Dezember 2020 vom afghanischen
Generalkonsulat in Bonn einen Pass hat ausstellen lassen – was praxisge-
mäss als Unterschutzstellung einzustufen wäre –, genügt nicht, um eine
Schutzfähigkeit des afghanischen Staates gegen gezielte Übergriffe der
Taliban bejahen zu können.
6.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdefüh-
rer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Anhalts-
punkte für das Vorliegen von Asylausschlussgründen im Sinne von
Art. 53 AsylG gehen aus den Akten nicht hervor, weshalb ihm Asyl zu ge-
währen ist (Art. 49 AsylG). Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die
angefochtene Verfügung vom 30. August 2018 ist aufzuheben und das
SEM anzuweisen, ihm Asyl zu gewähren.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63
Abs. 1 und 2 VwVG).
8.
Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-
wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen.
Am 21. November 2018 wurde eine Kostennote in der Höhe von Fr.
2'741.40 beigelegt. Diese erscheint den Verfahrensumständen als ange-
messen. Danach erfolgten keine weiteren Eingaben mehr. Die von der Vo-
rinstanz auszurichtende Parteientschädigung ist somit antragsgemäss auf
insgesamt Fr. 2'741.40 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag im
Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
D-5594/2018
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