Decision ID: 5bfc9721-eee1-417b-80ad-6ea16e608290
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Juni 2016 erneut bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 205), nachdem er am 31. März 2016 einen zweiten
Herzinfarkt erlitten hatte (Status nach NSTEMI [Nicht-ST-Hebungsinfarkt] mit
subtotalem Verschluss der distalen RCA mit PTCA und Stenting am 1. April 2016; IV-
act. 205; vgl. auch Austrittsbericht Klinik für Kardiologie, Kantonsspital St. Gallen
[KSSG], vom 3. Mai 2016, IV-act. 213). Der Versicherte hatte bereits am 11. April 2010
unter Hinweis auf einen (ersten) Herzinfarkt und seither bestehende psychische
Probleme um Leistungen der IV ersucht (IV-act. 1). Gestützt auf ein kardiologisches
Gutachten von Dr.med. B._, Arzt Kardiologie Kantonsspital St. Gallen (KSSG), vom
16. August 2012 (IV-act. 103) und auf ein psychiatrisches Gutachten von med.pract.
C._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 15. November 2012 (IV-act. 108)
hatte die IV-Stelle das Gesuch mit Verfügung vom 25. November 2013 hinsichtlich
beruflicher Massnahmen abgewiesen (IV-act. 129). Nachdem sie bei med.pract. C._
ein Verlaufsgutachten eingeholt hatte (vom 19. Januar 2015, IV-act. 171), hatte sie mit
Verfügung vom 3. Juni 2015 auch das Rentengesuch abschlägig beurteilt (IV-act. 181).
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A.b Vom 17. November bis 18. Dezember 2015 war der Versicherte in der
Psychiatrischen Klinik D._ hospitalisiert gewesen. Dort war eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome
(ICD-10: F33.2), diagnostiziert und bei Austritt eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert
worden (Austrittsbericht vom 5. Januar 2016, IV-act. 222). Dr.med. E._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, hatte am 30. Mai 2016 zuhanden der IV-Stelle festgehalten,
die koronare Eingefässerkrankung von 2006 habe sich in den letzten zehn Jahren zu
einer schweren koronaren Dreigefässerkrankung entwickelt (Diagnose: Koronare
Dreigefässerkrankung und hypertensive Herzkrankheit mit Status nach anteroseptalem
Myokardinfarkt Februar 2006 mit PTCA/Stenting einer RIVA-Stenose, Status nach
NSTEMI am 31. März 2016 mit subtotalem Verschluss des distalen RCA mit PTCA und
Stenting am 1. April 2016, elektive PTCA/Stenting der proximalen ACD bei schwerer
Stenose am 2. Mai 2016). Der Versicherte sei wegen einer schweren Episode der
Depression mit latenter Suizidalität für eine stationäre Behandlung in der KPK Wil
angemeldet. Die Hospitalisation habe wegen der kardialen Rehabilitation noch nicht
stattgefunden. Aus somatischer Sicht bestehe aktuell noch eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 206; vgl. auch Bericht Kardiologische Sprechstunde, Spital
F._, vom 6. Juni 2016, IV-act. 211).
A.c Die IV-Stelle entschied am 25. Juli 2016, zurzeit seien keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich (Mitteilung, IV-act. 221).
A.d Dr.med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, teilte mit Arztbericht vom
18. August 2016 die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), sowie
einer andauernden Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10:
F62.1) mit. Der Versicherte leide unter einer ausgeprägt reduzierten psychischen
Belastbarkeit, einer ausgeprägt eingeschränkten körperlichen und geistigen
Durchhaltefähigkeit, einer eingeschränkten geistigen Flexibilität, einer schweren
Selbstwertproblematik, unter schweren Störungen der sozialen Interaktionen, unter
Antriebsstörungen und einer verlangsamten Psychosomatik. Er sei zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 224).
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A.e RAD-Arzt Dr.med. H._, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, nahm
am 19. Dezember 2016 Stellung, die Ärzte der psychiatrischen Klinik D._ hätten bei
Austritt keine schwerwiegenden Befunde mehr beschrieben, so dass ihre Einschätzung
(einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit) gut nachvollzogen werden könne. Auf die
Einschätzung von Dr. G._ könne mangels eines ärztlichen Befundes nicht abgestellt
werden. Die kardiologische Behandlung sei so erfolgreich gewesen, dass der
Versicherte bei der Kontrolle im Oktober 2016 wieder dieselbe Leistungsfähigkeit
erreicht habe wie vor dem zweiten Herzinfarkt. Der Gesundheitszustand habe sich
durch den zweiten Herzinfarkt vorübergehend verschlechtert. Mittlerweile entspreche
er demjenigen im Referenzzeitpunkt (Verfügung vom 3. Juni 2015), so dass auch
wieder die damalige Arbeitsfähigkeit (100% angestammt und adaptiert) gelte (IV-
act. 236). Mit Mitteilung vom 11. Januar 2017 wies die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Massnahmen ab (IV-act. 239).
A.f Am 8. Februar 2017 erlitt der Versicherte einen dritten NSTEMI. Als weitere
Diagnosen hielten die Kardiologen des KSSG eine Ektasie der Aortenwurzel und der
Aorta ascendens sowie rezidivierende atypische Thoraxschmerzen fest (Austrittsbericht
Klinik für Kardiologie KSSG vom 20. Februar 2017, IV-act. 250-6 ff.). Im
kardiologischen Sprechstundenbericht vom 17. März 2017 wurde festgehalten, der
Versicherte sei im Alltag nicht eingeschränkt; Spaziergänge mit Hund sowie
Treppensteigen über zwei Stockwerke seien ohne Beschwerden möglich. In der
Zusammenschau der Befunde sei eine koronare Ursache der ausschliesslich in Ruhe
aufgetretenen thorakalen Beschwerden eher unwahrscheinlich (IV-act. 253).
A.g Dr. G._ vermerkte im Arztbericht vom 5. April 2017, der Versicherte wirke
ungepflegt. Es bestünden schwere Konzentrationsstörungen, sonst grob unauffällige
mnestische Funktionen. Im formalen Denken sei der Versicherte verlangsamt, grüble
über die eigene Hoffnungslosigkeit. Im Affekt sei er deprimiert, affektive
Schwingungsfähigkeit und Elan vitae seien deutlich reduziert, affektiv sei er nicht
modulierbar, ein affektiver Rapport sei kaum herstellbar. Der Antrieb sei vermindert,
motorisch sei er wenig lebhaft. Er berichte von passiven Todeswünschen. Mit der
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr zu rechnen (IV-act. 256).
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A.h IV-Ärztin Dr. I._, Fachärztin Neurologie, nahm am 13. April 2017 Stellung, aus
kardiologischer Sicht sei es durch den NSTEMI zwar zu einer vorübergehenden
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen, doch sei bereits nach
Austritt aus dem KSSG die Arbeitsfähigkeit (in kardial angepasster Tätigkeit) wieder
gegeben gewesen. Somatischerseits sei somit auch aktuell wieder der Zustand wie
anlässlich der Verfügung von 2015 erreicht. Dem Bericht von Dr. G._ liessen sich
keine Angaben entnehmen, welche einen Verlauf bzw. Gründe beschrieben, die zu
einer Verschlechterung des psychischen Zustandes seit der Hospitalisation in der
psychiatrischen Klinik D._ (bis 18. Dezember 2015) geführt haben könnten. Der von
Dr. G._ attestierten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit stehe entgegen, dass während der
Hospitalisation der Zustand soweit habe gebessert werden können, dass nach Austritt
wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Die Angaben zum Verlauf im
Bericht vom 5. April 2017 seien identisch mit denjenigen vom 18. August 2016. Auch
seien die therapeutischen Massnahmen seit der Therapieaufnahme unverändert
geblieben. Da den Berichten von Dr. G._ keine Hinweise für eine anhaltende,
signifikante Verschlechterung entnommen werden könnten, drängten sich aktuell keine
weiteren medizinischen Abklärungen auf (IV-act. 257). Gestützt darauf gewährte die IV-
Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 19. Juni 2017 das rechtliche Gehör zur
beabsichtigten Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 259).
A.i Hiergegen erhob der Versicherte am 17. August 2017 Einwand und machte geltend,
die Remission der depressiven Störung sei nur kurzfristig gewesen. Er leide unter einer
depressiven Störung mit unvollständiger Remission (double depression, Dysthymie mit
zusätzlichen depressiven Episoden), weshalb er zwar zwischendurch, aber nie
andauernd zu einer gewissen Leistung fähig sei. Hinzu kämen die regelmässigen
Herzinfarkte, wobei er in ständiger Angst vor einem nächsten Infarkt lebe (IV-act. 274).
A.j Mit Verfügung vom 29. August 2017 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Durch
die erlittenen Infarkte habe sich der Gesundheitszustand jeweils kurzfristig somatisch
wie auch psychisch verschlechtert. Aufgrund der durchgeführten Abklärungen und der
aktuellen medizinischen Berichte sei aktuell davon auszugehen, dass sowohl aus
kardiologischer wie auch aus psychiatrischer Sicht wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
bestehe. Die Angst vor einem neuen Infarkt sei sicher verständlich und nachvollziehbar,
begründe aber aus IV-rechtlicher Sicht keinen Anspruch auf Rentenleistungen.
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Massgebend sei der Längsverlauf, und dass nicht von einer therapeutisch nicht mehr
angehbaren depressiven Störung gesprochen werden könne (IV-act. 275).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 29. August 2017 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin MLaw J. Husidic, am 29. September 2017 Beschwerde erheben. Er
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben und es sei ein unabhängiges interdisziplinäres Gutachten in Auftrag zu
geben. Eventualiter sei ihm eine ganze, subeventualiter mindestens eine halbe Rente
zuzusprechen. Weiter ersucht er um unentgeltliche Prozessführung sowie
Rechtsverbeiständung. Er habe im Februar 2017 einen weiteren Infarkt erlitten. Sein
psychischer Gesundheitszustand habe sich seit Behandlungsbeginn bei Dr. G._ am
6. Juni 2015 verschlechtert, so dass dieser ihm eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
attestiert habe. Der Standpunkt der IV-Ärztin, es liege keine Verschlechterung vor, sei
demnach nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht nach der
Therapiehäufigkeit erkundigt und sei damit ihrer Abklärungspflicht nicht
nachgekommen. Die IV-Ärztin sei nicht psychiatrische Fachärztin. Somit seien die
psychiatrischen Beeinträchtigungen nicht hinreichend abgeklärt worden. Dass aus
kardiologischer Sicht der gleiche Zustand wie vor dem Referenzzeitpunkt (3. Juni 2015)
vorliegen solle, sei nicht nachvollziehbar. Die aktuelle Leistungsfähigkeit sei nicht
abgeklärt worden; im Bericht zur Ergometrie vom 9. März 2017 werde lediglich von
einer deutlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit gesprochen. Der Sachverhalt sei
somit auch kardiologisch lückenhaft abgeklärt. Eventualiter sei das Valideneinkommen
zu ermitteln und beim Invalideneinkommen ein Leidensabzug vorzunehmen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie weist darauf hin, der
Beschwerdeführer habe aufgrund seiner aufenthaltsrechtlichen Situation einen starken
psychosozialen Anreiz, als invalide zu gelten. Es falle auf, dass er sich unmittelbar nach
Erhalt der Verfügung vom 3. Juni 2015 in die Behandlung von Dr. G._ begeben habe.
Aus dessen Berichten ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine relevante psychische
Veränderung seit dem Referenzzeitpunkt. Möglich sei eine vorübergehende
Verschlechterung im Herbst 2015. Dabei hätten ausdrücklich psychosoziale
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Belastungsfaktoren im Vordergrund gestanden, welche invalidenversicherungsrechtlich
auszuklammern seien. Eine relevante Veränderung des psychischen
Gesundheitszustandes seit dem Referenzzeitpunkt könne mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Nach den kardiologisch behandelten
Ereignissen vom 31. März 2016 und vom 8. Februar 2017 habe innert weniger Monate
bzw. nach der Behandlung wieder eine volle Leistungsfähigkeit vorgelegen. Demnach
sei von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen
(act. G 5).
B.c Die vorsitzende Richterin bewilligt am 3. Januar 2018 die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung; act. G 6).
B.d In seiner Replik vom 2. Februar 2018 bestreitet der Beschwerdeführer eine
aufenthaltsrechtliche Motivation und dass es sich bei der Beurteilung durch Dr. G._
um eine abweichende Interpretation eines im Wesentlichen unveränderten
Sachverhalts handle. Er sei nach wie vor vollumfänglich arbeitsunfähig. Eine volle
Leistungsfähigkeit liege nicht vor und habe zu keinem Zeitpunkt vorgelegen. Bei RAD-
Berichten seien an die Beweistauglichkeit strengere Anforderungen zu stellen. Die
fehlende fachspezifische Qualifikation von Dr. I._ stelle ein Indiz gegen die
Zuverlässigkeit dar (act. G 8).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
Verfahrensgegenstand bildet das neue Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom
15. Juni 2016 (IV-act. 205), nachdem ein erster Antrag vom 11. April 2010 mit
rechtskräftig gewordener Verfügung vom 3. Juni 2015 abgewiesen worden war (IV-
act. 181).
1.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass
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sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]). Ist die
anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf
das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht umfassend zu prüfen (Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2018,
9C_589/2017, E. 4, mit weiteren Verweisen, vom 6. Juni 2018, 8C_868/2017, E. 3.1 und
vom 3. August 2018, 8C_177/2018, E. 3.3).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Nach der
Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, gestützt auf im
Wesentlichen oder sogar ausschliesslich von einem Versicherungsträger intern
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eingeholte medizinische Unterlagen zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei
auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen
Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 122 V 157 E. 1d
S. 162; Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 2008 i.S. M., 9C_55/2008, E. 4.2).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das neue Gesuch des
Beschwerdeführers vom 15. Juni 2016 eingetreten, nachdem der Beschwerdeführer im
März 2016 den zweiten Herzinfarkt erlitten hatte. Es ist demnach umfassend zu prüfen,
ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert hat.
Referenzzeitpunkt bildet die Verfügung vom 3. Juni 2015 (IV-act. 181), welche auf
umfassenden Abklärungen beruhte (insbesondere psychiatrisches Verlaufsgutachten
med.pract. C._ vom 19. Januar 2015).
3.
3.1 Im Austrittsbericht vom 8. April 2016 der Inneren Medizin, Spital F._, wo der
Beschwerdeführer nach seinem Infarkt vom 31. März 2016 behandelt wurde, wurde
ausgeführt, echokardiographisch habe sich eine erhaltene Pumpfunktion gezeigt. In
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einer submaximalen Ergometrie hätten sich bis zum Abbruch formal und subjektiv
keine Ischämiezeichen auslösen lassen, so dass der Beschwerdeführer am 4. April
2016 in gutem Allgemeinzustand in die weitere Behandlung habe entlassen werden
können. Eine Re-Intervention (ACD-Stenose) sei in drei bis vier Wochen vorgesehen
(IV-act. 214). Im Austrittsbericht der Klinik für Kardiologie des KSSG vom 3. Mai 2016
wurde diese als erfolgreich bezeichnet (IV-act. 213). Im kardiologischen
Sprechstundenbericht Spital F._ vom 27. Oktober 2016 wurde dargelegt, die
Fahrradergometrie habe bezüglich Ischämie einen aussagekräftigen, subjektiv und
formal negativen Untersuchungsbefund ergeben. Es zeige sich ein regelrechtes
Kreislaufverhalten bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit (131 Watt [74% Soll] bzw. 6.1
Mets). Klinisch präsentiere sich der Beschwerdeführer kardiopulmal kompensiert. Die
beklagten atypischen thorakalen Beschwerden seien während der Belastung nicht
aufgetreten. Zusammenfassend sei von einem stabilen Verlauf der koronaren
Herzkrankheit auszugehen (IV-act. 234-2 ff.). Nach dem dritten NSTEMI am 8. Februar
2017 ergab eine submaximale Ergometrie bezüglich Ischämien bei knapper
Aussagekraft eine subjektiv und formal negative Untersuchung, ein regelrechtes
Kreislaufverhalten und eine normale Leistungsfähigkeit mit 183 Watt (Austrittsbericht
vom 20. Februar 2017, IV-act. 250-6 ff.). Eine weitere Ergometrie vom 10. März 2017
war bezüglich Ischämie bei submaximaler Belastung nicht aussagekräftig, bis zum
Abbruch subjektiv und formal negativ. Anamnestisch wurde erwähnt, der
Beschwerdeführer könne täglich mit dem Hund spazieren gehen sowie zwei
Stockwerke treppengehen ohne AP oder Dyspnoe. Somit sei er im Alltag nicht
eingeschränkt (Sprechstundenbericht Klinik für Kardiologie KSSG vom 17. März 2017,
IV-act. 253-4 ff.).
3.2 Die behandelnde Kardiologin, med.pract. J._, führte im Arztbericht vom 11. März
2017 den NSTEMI bzw. die Gefässerkrankung als Erkrankung ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit auf und attestierte entsprechend weder für die bisherige noch eine
Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit bzw. Einschränkung der Leistungsfähigkeit,
sondern liess die entsprechenden Felder leer (IV-act. 250-1 ff.). IV-Ärztin Dr. I._ nahm
am 13. April 2017 dazu Stellung, von den Kardiologen werde bestätigt, dass die
berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen werden könne. Aus kardiologischer Sicht sei
es durch den NSTEMI zwar zu einer vorübergehenden Verschlechterung des
Gesundheitszustandes gekommen, doch sei bereits nach Austritt aus dem KSSG die
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Arbeitsfähigkeit (in kardial angepasster Tätigkeit) wieder gegeben gewesen. Anlässlich
der Nachkontrolle einen Monat später sei der Versicherte in seinen Alltagsaktivitäten
nicht eingeschränkt gewesen. Somatischerseits sei somit auch aktuell wieder der
Zustand wie anlässlich der Verfügung von 2015 erreicht (IV-act. 257). Diesen
Ausführungen ist in Anbetracht dessen, das kardiologischerseits nie - auch im späteren
Verlauf des Verfahrens - eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit bestätigt wurde, zu
folgen. Dass aus kardiologischer Sicht wohl eine Einschränkung auf leichte bis
mittelschwere körperliche Tätigkeiten besteht (vgl. Gutachten Dr.med. B._, Arzt
Kardiologie KSSG, IV-act. 103), ist invalidenversicherungsrechtlich insoweit nicht
massgebend, als die Aufnahme einer solchen grundsätzlich zumutbar ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Mai 2016, 9C_644/2015, E. 4.3.1). Ebenfalls als zumutbar
betrachtet werden muss dem Beschwerdeführer die Durchführung der von den
Kardiologen empfohlenen ambulanten Reha sowie eine konsequente medikamentöse
und diätische Behandlung und Kontrolle. Die ambulante Reha hatte der
Beschwerdeführer abgelehnt, jedoch ist er aufgrund der allgemein geltenden
Schadenminderungspflicht gehalten, von sich aus alles zu unternehmen, um seinen
Gesundheitszustand sowie seine Arbeitsfähigkeit zu verbessern bzw. zu erhalten (zu
den empfohlenen Therapiemassnahmen vgl. IV-act. 250-7).
4.
4.1 Med.pract. C._ kam im psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 19. Januar 2015
aufgrund der Anamnese und des psychopathologischen Befundes zum Schluss, aus
psychiatrischer Sicht bestünden keine Einschränkungen der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit mehr. Es sei anzunehmen, dass es zu einer spontanen Remission
der depressiven Symptome gekommen sei, zumal der Beschwerdeführer eine
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung nicht oder nur sehr kurzfristig
wahrgenommen habe (IV-act. 171-20). Sie grenzte die psychosozialen
Belastungsfaktoren ab (Migrationshintergrund mit ungewisser Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, kein erlernter Beruf, Arbeitsplatzverlust, eher geringere
Chancen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, schwankender beruflicher Ehrgeiz bei
eigenwilligem subjektivem Krankheitskonzept, finanzielle Probleme, ambivalenter
Rentenwunsch, vgl. IV-act. 171-20 f.). Bereits im Erstgutachten hatte sie festgehalten,
diese würden den Verlauf der psychischen Störung beeinflussen (IV-act. 108-19). Die
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beim Beschwerdeführer vorliegenden akzentuierten Persönlichkeitszüge hätten keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Es liessen sich viele und ausbaufähige Ressourcen
in Form von guten kognitiven Fähigkeiten einschliesslich einer guten Konzentration und
Aufmerksamkeit, einer guten Auffassungsgabe und eines zielgerichteten, strukturierten
Handelns ohne Antriebsstörung zum Erreichen der eigenen Ziele feststellen (IV-
act. 171-19). Die Gutachterin würdigte ausführlich die Konsistenz der Angaben des
Beschwerdeführers. Das von ihm beschriebene Funktionsniveau mit
uneingeschränktem eigenständigem Autofahren, Ferien im Ausland und der
Wahrnehmung und Vertretung eigener Interessen und Bedürfnisse zeuge von einem
recht guten sozialen Funktionsniveau. Die von der behandelnden med.pract. Breu
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % lasse sich nicht nachvollziehen, zumal die
Ärztin bei ihrer diagnostischen Einschätzung, der Beschreibung der psychischen
Einschränkungen und der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auf die subjektiven
Beschwerden und Klagen des Beschwerdeführers abgestellt habe (IV-act. 171-20, vgl.
auch S. 17 ff.). Die Angaben zu den Beschwerden und zur sozialen Anamnese seien
inkonsistent und widersprüchlich bzw. nur teilweise mit der Aktenlage vereinbar (IV-
act. 171-19 f., 27). Es sei ein externer Anreiz nachgewiesen und die negativen
Antwortverzerrungen (Inkonsistenzen) könnten nicht durch Pathologien oder
Entwicklungsstörungen erklärt werden (IV-act. 171-25).
4.2 Das psychiatrische Verlaufsgutachten wurde als beweiskräftig beurteilt
(Stellungnahme Dr. I._ vom 3. Februar 2015) und die abweisende Verfügung vom
3. Juni 2015 (IV-act. 181) wurde darauf gestützt. Da es sich zu Einschränkungen,
Ressourcen und zur Konsistenz umfassend äussert, genügt es auch den
Anforderungen des mittlerweile auch für depressive und andere psychische
Erkrankungen anwendbaren strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGE 143 V 409, 418).
Die volle Arbeitsfähigkeit wurde nicht aufgrund der vermuteten Therapierbarkeit der
Depression attestiert, jedoch hat die Gutachterin die Tatsache, dass mögliche
Therapieoptionen nicht ausgeschöpft wurden, berücksichtigt (vgl. dazu insbesondere
auch das psychiatrische Erstgutachten, IV-act. 108-19). Da das Gutachten allerdings
den im vorliegenden Verfahren nicht mehr relevanten Zeitrahmen vor der abweisenden
Verfügung vom 3. Juni 2015 betrifft, ist im Folgenden zu prüfen, ob sich aufgrund der
späteren medizinischen Akten Hinweise auf seit der Verlaufsbegutachtung eingetretene
Veränderungen des psychischen Gesundheitszustandes ergeben.
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4.3 Vom 17. November bis 18. Dezember 2015 wurde der Beschwerdeführer stationär
in der psychiatrischen Klinik D._ behandelt. Die Zuweisung erfolgte wegen deutlicher
Überforderung mit der Lebenssituation, Arbeitsplatzverlust und finanziellen Problemen.
Es wurde eine depressive Störung mit gegenwärtig schwerer Episode diagnostiziert.
Bei Eintritt wurden eine leicht reduzierte Gedächtnisfunktion und Konzentration
erhoben. Das formale Denken war eingeengt auf das Thema Finanzen. Der
Beschwerdeführer äusserte Schuldgefühle und war leicht verlangsamt. Im Affekt war er
depressiv, hoffnungslos, innerlich unruhig, vermindert schwingungsfähig. Der Antrieb
war reduziert. Bei Austritt wurde festgehalten, die Symptomatik habe sich im Verlauf
stabilisiert. Es bestünden keine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung mehr. Im
Affekt seien leichte Insuffizienzgefühle und (wohl: reduzierte) Selbstwertgefühle
vorhanden. Der Beschwerdeführer sei schwingungsfähig und der Antrieb regelrecht. Er
habe von der Tätigkeit in der Industrie in den K._ sowie von der Unterstützung eines
Sozialarbeiters profitiert. Es seien eine Anmeldung beim Sozialamt sowie eine
Überweisung ins Ambulatorium L._ zur sozialpsychiatrischen Unterstützung erfolgt.
Aus psychiatrischer Sicht wurde eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert und
festgehalten, der Beschwerdeführer werde weiterhin im Ambulatorium
sozialpsychiatrisch betreut (Austrittsbericht Psychiatrische Klinik D._ vom 5. Januar
2015, IV-act. 222). Eine eigentliche psychotherapeutische oder
psychopharmazeutische Intervention bzw. Intensivierung der Behandlung - die bei
einer schweren depressiven Episode zu erwarten wäre - wird im Bericht nicht erwähnt.
Auch bringt er zum Ausdruck, dass von einem invalidenversicherungsrechtlich
relevanten Gesundheitsschaden abzugrenzende psychosoziale Belastungsfaktoren bei
der Symptomatik eine wesentliche Rolle spielen und bestätigt insoweit die
Ausführungen von med.pract. C._. Bevor der Beschwerdeführer am 31. März 2016
seinen zweiten Herzinfarkt erlitt, war offenbar ein weiterer Aufenthalt in der
Psychiatrischen Klinik D._ angedacht gewesen (Bericht Dr. E._ vom 30. Mai 2016,
IV-act. 206; Berichte Dr. G._ vom 18. August 2016 und 5. April 2017, IV-act. 224-6
und IV-act. 256-2 ff.). Eine zweite stationäre Behandlung in der psychiatrischen Klinik
D._ erfolgte jedoch erst vom 16. Oktober bis 19. Dezember 2018 (act. G 16.1) und
damit nach dem für die vorliegende Beurteilung relevanten Zeitraum. Dr. G._
diagnostizierte 2016 zusätzlich zur depressiven Erkrankung eine andauernde
Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10: F62.1), ohne jedoch
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die entsprechenden Diagnosekriterien aus dem Befund herzuleiten. Er beschrieb in
seinen Berichten vom 18. August 2016 (IV-act. 224) und vom 5. April 2017 (IV-act. 256)
eine ausgeprägt reduzierte psychische Belastbarkeit, eine ausgeprägt eingeschränkte
körperliche und geistige Durchhaltefähigkeit, eine eingeschränkte geistige Flexibilität,
eine schwere Selbstwertproblematik, schwere Störungen der sozialen Interaktionen,
Antriebsstörungen und eine verlangsamte Psychosomatik bzw. ein ungepflegtes
Erscheinungsbild, ausgeprägte Antriebsstörungen, körperliche und geistige
Erschöpfung sowie Konzentrationsstörungen und bescheinigte jeweils eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 224-3 f.; IV-act. 256-4). Im August 2016 war der
Beschwerdeführer in tagesklinischer Behandlung im Psychiatriezentrum L._, zu deren
Art und Dauer der behandelnde Psychiater im Übrigen keine Angaben macht (IV-
act. 224-3), und im April 2017 fand eine Gesprächspsychotherapie nach Bedarf statt
sowie eine Psychopharmakotherapie, wobei aufgrund der koronaren Herzkrankheit auf
höhere Dosen der Medikamente verzichtet wurde (IV-act. 256-4).
4.4 Die von Dr. G._ seit Behandlungsbeginn am 6. Juni 2015 attestierte 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit erscheint aufgrund des Berichts der psychiatrischen Klinik D._
vom 5. Januar 2016 (IV-act. 222) nicht nachvollziehbar. Sie ist nicht kohärent zur
stattfindenden Behandlung, insbesondere zur lediglich gelegentlichen
psychotherapeutischen Behandlung. Auch wenn die psychopharmazeutische
Behandelbarkeit aufgrund der koronaren Gefässerkrankung eingeschränkt sein mag, ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die therapeutischen Möglichkeiten
nach wie vor nicht ausschöpft. Dies legt nahe, dass Dr. G._ bei seiner Einschätzung
die invalidenversicherungsrechtlich nicht beachtlichen Auswirkungen der immer noch
bestehenden psychosozialen Belastungsfaktoren (allem voran die anhaltende
schwierige finanzielle Situation) mitberücksichtigte. Auch setzte er sich nicht mit der
Konsistenz der Schilderungen des Beschwerdeführers auseinander. In diesem
Zusammenhang erscheint aufgrund der Akten des Migrationsamtes (drohender Verlust
des Aufenthaltsrechts in der Schweiz bei anhaltender erheblicher Verschuldung) ein
mitwirkender motivationaler Anreiz des Beschwerdeführers plausibel und verständlich,
sich nicht weiter verschulden zu müssen, der indes nicht isoliert betrachtet werden darf
und von psychiatrischer Seite denn auch nicht besonders hervorgehoben wird.
Dr. I._ ist insgesamt beizupflichten, dass sich den Berichten von Dr. G._ vom
18. August 2016 und vom 5. April 2017 keine Hinweise darauf entnehmen lassen, dass
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sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Hospitalisation in der Psychiatrischen Klinik D._ in invalidenversicherungsrechtlich
massgeblicher Weise verschlechtert habe (vgl. IV-act. 257). Daher durfte die
Beschwerdegegnerin ohne weitere Abklärungen aus psychiatrischer Sicht eine
100 %ige Arbeitsfähigkeit annehmen.
5.
Zusammenfassend liegt beim Beschwerdeführer sowohl aus kardiologischer als auch
aus psychiatrischer Sicht seit der zweiten IV-Anmeldung vom 15. Juni 2016 bis zum
Erlass der Verfügung am 29. August 2017 keine längerdauernde bleibende
Arbeitsunfähigkeit und damit keine relevante bleibende Verschlechterung des
Gesundheitszustandes gegenüber der früheren ablehnenden Verfügung vom 3. Juni
2015 vor. Eine erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. deren
Glaubhaftmachung aufgrund eines erneuten Herzinfarktes im Mai 2018 wurde mit der
Wiederanmeldung vom 12. Juni 2018 (IV-act. 292 [Verfahren IV 2018/324]) geltend
gemacht und von der Beschwerdegegnerin mit einer Nichteintretensverfügung vom
24. August 2018 (IV-act. 303 [Verfahren IV 2018/324]) bereits wieder abgeschlossen.
Darüber ist im dagegen eingeleiteten Beschwerdeverfahren - welches nach Rechtskraft
des vorliegenden Entscheides fortgesetzt werden kann - zu entscheiden.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
6.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal mit
Fr. 2‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).