Decision ID: c2dfe189-92ed-450b-874a-5fe66a5436b8
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1991, war ab
1.
Februar 2019 bei der
Y._
angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
obligatorisch unfallversichert. Mit Bagatellunfall-Meldung vom
6.
August 20
19
(
Urk.
10/1) zeigte
d
er
Arbeitgeber
der Suva an, dass
sich der Versicherte am
2.
August 2019 eine Schulterzerrung links zugezogen habe, als seine Schulter beim Klettern
irgendwann
mit einem knackenden Geräusch versagt habe
(Unfall Nr.
25.97410.19.3;
Urk.
10/1-63)
.
Mit einer weiteren Bagatellunfall-Meldung vom 2
8.
Juli 2020 (
Urk.
12/1)
wurde
der Suva
gemeldet
, dass
d
er
Versicherte
am 2
7.
Juli 2020 beim
Bouldern
gefallen sei und sich das rechte Fussgelenk verdreht
beziehungsw
e
i
se verstaucht habe
(Unfall Nr. 25.52578.20.4; Urk. 12/1-11)
.
Nachdem d
ie Suva
beim Versicherten ergänzende Angaben betreffend das Ereig
nis vom
2.
August 2019 eingeholt hatte (
Urk.
10/9 S. 1-2,
Urk.
10/10 S. 2-
3,
Urk.
10/25 S. 1), teilte sie ihm mit Schreiben vom
1.
Oktober 2020 (
Urk.
10/29) mit, dass
das gemeldete Ereignis vom
2.
August 2019 den
U
nfallbegriff nicht erfülle und
die Beschwerden gemäss Beurteilung durch den Kreisarzt mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit auf Abnützung zurückzuführen seien, weshalb keine Versicherungsleistungen erbracht werden könnten.
Im Rahmen eines am
5.
Oktober 2020 mit einer Mitarbeiterin der Suva geführten Telefongesprächs wandte der Versicherte ein, dass es aber im Juli 2020 zu einem Unfallereignis gekommen sei, woraufhin die Suva-Mitarbeiterin ihn aufforderte, dies
durch seine Arbeitgeberin m
elden
zu lassen
(
Urk.
10/36). Mit Bagatellunfall-Meldung
vom
6.
Oktober 20
20 (
Urk.
11/1) wurde der Suva in der Folge angezeigt, dass der Versicherte am 2
5.
Juli 2020 auf dem Rückweg vom Klettern auf dem Schnee ausgerutscht und hingefallen sei und sich dabei die linke Schulter ver
renkt habe
(Unfall Nr. 26.53523.20.6;
Urk.
11/1-26)
.
Am
8.
Oktober 2020 unter
zog sich der Beschwerdeführer einer linksseitigen Schulteroperation (vgl.
Urk.
12/3-4).
Nach
erneuter Konsultation ihres Kreisarztes
(
Urk.
10/43 =
Urk.
11/8,
Urk.
10/44 =
Urk.
11/17) verneinte die Suva
m
it Verfügung vom
6.
Januar
2021 (
Urk.
10/46 =
Urk.
11/18)
ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit den gemeldeten links
seitigen Schulterbeschwerden. Daran hielt sie mit
Einsprache
entscheid
vom 1
2.
März 2021 (
Urk.
10/57 =
Urk.
11/23 =
Urk.
2) fest.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
2.
März 2021 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
7.
April 2021 Beschwerde (
Urk.
1/1-2), welche er innert mit Verfügung vom 1
5.
April 2021 (
Urk.
4) angesetzter Nachfrist verbesserte (vgl.
Urk.
6/1-2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Mai 2021 (
Urk.
9) beantragte die Suva die Abwei
sung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom
7.
September 2021 (
Urk.
13) setzte das hiesige Gericht der Beschwerdegegnerin Frist an, um bei ihrem Kreisarzt eine ergänzende Stellung
nahme einzuholen. Mit Eingabe vom
5.
Oktober 2021 (
Urk.
15) reichte die Beschwerdegegnerin die kreisärztliche Beurteilung vom 2
1.
September 2021 (
Urk.
16) ein, zu welcher der Beschwerdeführer am
5.
November 2021 (Datum des Poststempels) Stellung nahm (
Urk.
19-20). Die Eingabe des Beschwerdeführers wurde der Beschwerdegegnerin am
9.
November 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
21).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden –
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen
–
darunter
etwa
Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b)
-
, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurück
zu
führen sind.
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweck
-
mäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetztes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktor
s, sondern nur auf diesen selbst
. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_368/2020 vom 17. September 2020 E. 4.2 mit Hinweisen
).
1.4
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bej
ahen; denn der äussere Faktor –
Veränderung zwischen Körper und Aus
senwelt
– ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhn
licher Faktor (
Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September 2020 E. 2.2 mit Hinweis auf
BG
E 130 V 117 E. 2.1
). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vor
liegen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hinweis).
Der äussere Faktor ist nur dann ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebens
bereich alltäglich und üblich ist, nicht aber, wenn ein Geschehen in die gewöhn
liche Bandbreite der Bewegungsmuster
des betreffenden Sports fällt (Urteil
des Bundesgerichts 8C_186/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 5
mit Hinweisen).
1.
5
Gemäss
BGE
146
V
51
hat der Unfallversicherer nach Meldung einer Listenver
letzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG
in der seit 1.
Januar 2017 geltenden Fassung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein U
nfall
ereignis im Sinne von Art.
4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriteri
en des Unfallbegriffs nach Art.
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für
eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs.
2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (E. 9.1). Der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers ist erbracht, wenn die Listendiagnose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (E. 8.2.2.1, E. 8.6).
1.6
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
7
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie
den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE
145 V 97 E. 8.5,
142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus,
beim Ereignis vom
2.
August
2019
handle es
sich
nicht um einen Unfall
im Rechtssinne, da es am Merkmal der Ungewöhnlichkeit fehle. Als Unfall gewertet werden könnten hingegen das Ereignis vom 2
5.
Juli 2020, als der Beschwerde
führer auf dem Rückweg vom Klettern auf dem Schnee ausgerutscht und hinge
fallen sei, sowie das Ereignis vom 2
7.
Juli 2020 (S. 9
Ziff.
3.1)
. Es sei auf die Beurteilung
en
des Kreisarztes
abzustellen, gemäss welchen
keines der
gemeldeten Ereignisse geeignet sei
, die
im Oktober 2020
operativ behandelte Schulte
rinsta
bilität herbeizuführen (
S. 9 f.
Ziff.
3
.2
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
(
Urk.
1/1)
geltend,
er habe am
2.
August 2019 bei der Ausübung des Klettersports eine teilweise
Auskugelung
der linken Schulter erlitten. Dieses Trauma habe eine Instabilität der Schulter verursacht. Zwischen dem
2.
August 2019 und dem 2
5.
Juni 2020 habe er erfolg
los versucht, durch Physiotherapie seine Schulter zu stabilisieren. Im Laufe des J
a
hres habe
er unter verschied
ene
n
U
mständen mehrere tei
l
w
e
is
e
Auskug
el
ungen
und
am 2
5.
Juni 2020
bei einem Bergunfall
eine
komplette
Auskugelung
der lin
ken Sch
u
lter erlitten
.
A
m
4.
August
2020
habe er der B
eschwerdegeg
n
e
r
i
n den Unfall vom 2
5.
J
uni 2020
gemeldet, weil dieser Unfall, der schwerer als die vor
herigen
gewesen sei,
schliesslich zur Operation
geführt habe
(S. 1)
.
Die
Suva
habe sich bei den Daten vertan. Am 2
5.
Juli
2020 habe er keinen Unfall gemeldet, es hand
le sich um den Unfall vom 2
5.
Juni 2020
(S. 2 oben)
. Die mit der Operation
korrigierte Instabilität sei zunächs
t durch die Subluxation vom
2.
August
2019 verursacht worden und habe sich anschliessend verschlimmert.
Das
Knochen
-
defizit
sei nicht die Ursache für die Operation
. Falls es vorbestehend gewesen sei, könne es nicht die Ursache für die Instab
ilität sein, er klettere seit zehn
Jahren und habe nie Probleme gehabt. Oder dann spiegle es den Verschleiss
des Gelenks aufgrund der am
2.
August
2019 ausgelösten Instabilität wider und sei somit indirekte Unfallfolge
(S. 2 Mitte)
.
2.3
In der Beschwer
deantwort (
Urk.
9) ging die Beschwerdegegnerin
(weiterhin) von Ereignissen am
2.
August 2019, am 2
5.
Juli 2020 und am 2
7.
J
uli 2020
aus (S. 2
f.
Ziff.
4.1-3)
und hielt
daran fest, dass keines der Ereignisse geeignet gewesen sei, die chirurgisch adressierten Pathologien herbeizuführen.
Es handle sich mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit um eine krankheitsbedingte Instabilität, welche die (Sub-)
lux
ationen
verursacht habe (
S. 3
Ziff.
4.4).
2.4
Mit Stellungnahme vom
5.
November 2021 (
Urk.
19) führte der Beschwerdeführer aus, dass auch die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, dass die Verrenkung vom 2
5.
Juni 2020 die Schulter zwar beschädigt habe, aber nicht wesentlich, und der Schaden schon vor diesem U
nfall bestanden habe. Dieser Schaden sei wahr
scheinlich vor dem Ereignis vom
2.
August 2019 entstanden
(S. 1 unten). Die Beschwerdegegnerin gehe ferner offenbar davon aus, dass die Operation zu früh erfolgt sei. Schliesslich habe die am 3
1.
Juli 2020 durchgeführte Bildgebung nicht zur Feststellung gedient, ob
eine Operation
, sondern welche Operation notwendig sei. Die Operation sei daher eine unmittelbare Folge des Unfalls vom 2
5.
Juni 2020 und nicht von hypothetischen früheren Verletzungen (S. 2).
3.
3.1
Am
3.
August 2019 (
Urk.
10/7 S. 2-3) berichteten die Ärzte des Universitätsspitals
Z._
, Institut für Notfallmedizin,
der Beschwerdeführer habe
anlässlich seiner
gleichentags erfolgten notfallmässigen Selbstvorstellung bei Schulter
schmerzen rechts
(richtig wohl: links)
berichtet,
im Rahmen sportlicher Betäti
gung di
e Schulter überlastet zu haben
, wobei die Beschwerden persistierten
(S. 1 unten)
.
Bei entsprechender klinischer Symptomatik sei z
um Ausschluss einer
ossären
B
egleitverletzung
ein Röntgen durchgeführt worden,
das
keine
Auffällig
keiten
gezeigt habe. Nach gründlicher Besprechung der Resultate werde von einer
mu
skuloskelettale
n
Schmerzsymptomatik
ausgegangen (S. 2 Mitte). Als Diagnose nannten die Ärzte eine
Schulterkontusion links
(S. 1 unten).
3.2
In den von der
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
Klinik B._
,
Puls 5,
ausgestellten P
hysio
therapie
ver
ordnungen
vom 1
1.
September 2019 und vom 1
6.
Dezember
2019 (
Urk.
10/2-3) wurde als Diagnose eine Periarthritis
humero
scapularis
(PHS) links bei Status nach
Distorsion
am
2.
August 2019, differentialdiagnostisch (
dd
)
subscapularis
, genannt
.
3.3
Dr.
med.
C._
, Facha
rzt für Medizinische Radiolo
gie/
Radiodiagnos
tik,
Klinik B._
,
berichtete am
8.
Juli 2020 (
Urk.
10/21), klinisch bestünden
Schulterschmerzen links bei Status
nach Luxa
tion mi
t spontaner Repo
sition am 2
5.
Juni
202
0.
Die Magnetresonanztomogra
phie (MRI) des
Schulterge
lenk
s links vom
7.
Juli 2020 habe eine gute Artikulation des Gelenkes gezeigt. E
s seien
eine nicht knöcherne Bankart-Läsion und
eine ödematös
e Hill-Sachs L
äsion, flach, non
engaging
, zu
objektivieren gewesen. E
s bestünden
weder eine
Rota
torenmans
chettenruptur
noch der
Nachweis
eines
Knorpeldefektes
. Das
A
kro
mioklavikulargelenk
sei nicht aufgetrieben
,
das
Akro
mion
leicht gebogen
, Typ II
, und die
Mu
s
kulatur
kräftig
ohne fettige Degeneration oder Atrophie.
Es
bestehe nach
Schulterluxation
eine
Hill-Sachs-Läsion, frisch
ödematisiert
,
und
eine Bankart-Läsion.
3.4
Dr.
med.
D._
,
Klinik B._
, Klinik
E._
,
berichtete am 1
4.
Juli
2020 (
Urk.
10/18
S. 2
), der Beschwerdeführer sei
ihm
mit linksseitiger Schulterinstabilität
durch
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2)
zugewiesen worden. Er
habe
mittlerweile
fünf oder sechs Luxationen beziehungsweise
Subluxationen erlitten, nach einer ersten traumatischen Luxation mit Selbstreposition vor einem Jahr. Im MRI
habe sich eine
klassische Konstellation mit Hill-Sachs-Läsion und zerstörtem
vorderem Labrum
gezeigt
.
Als Diagnose nannte
Dr.
D._
eine
posttraumatische Schulterinstabilität links ohne
Hyperlaxität
.
Zum weiteren Prozedere führte er aus, die Indikation zur operativen Versorgung dürfe sicherlich diskutiert werden, wobei in dieser Situation sicherlich eine
Latarjet
-Operation erfolgen würde.
3.5
Im Bericht vom 2
5.
August 2020 (
Urk.
10/19 S. 3-4) f
ührte
Dr.
med.
F._
, l
eitender Oberarzt,
Klinik G._
, Schulter- und Ellbogenchirurgie, aus, der Beschwerdeführer habe sich am
3
1.
Juli 2020 zur
Einholung einer Zweitmei
nung
vorgestellt. Er habe angegeben,
dass es seit August 2019 zu einer Instabili
tätsproblematik und Subluxationen gekommen sei. Ein klares Trauma sei ihm nicht erinnerlich. Dann sei es jedoch beim Klettern im Juli dieses Jahres zur gesicherten Luxation mit Selbstreposition gekommen
(S. 1 Mitte)
.
In der Unter
suchung sei a
ufgrund der fris
ch zurückliegenden Luxation
auf eine eingehende Testung der linken Schulter verzichtet worden.
Das am Untersuchungstag intern durchgeführte
Computertomogramm
(CT;
vgl.
Urk.
10/37) habe einen erheblichen
glenoidalen
bone
loss
von >20
%
am
ventrokaudalen
Glenoidrand
sowie einen Hill-Sachs-Defekt an typischer Lokalisation gezeigt. Es habe sich kein Hinweis auf ein frisches knöchernes Fragment am ventralen
Glenoidrand
ergeben. Das MRI vom
7.
Juli 2020 zeige eine grosse
ventrokaudale
Bankartläsion, eine intakte
Rotatorenmanschette
und keine Knorpelschäden (S. 1 unten). Zusammengefasst zeige sich das
Bild mit Status nach akuter Luxation.
Es bestehe eine f
lache, eher wenig ausgeprägte Hill-Sachs-Läsion bei gleichzeitig grossem
glenoidalen
bone
loss
von mindestens
20
%
. Auch das
ventrokaudale
Labrum zeige sich deutlich disloziert.
Die
Chance für
ein
erneutes Luxationsereignis
liege bei
über 80
%
. Daher
empfehle er ebenfalls klar die operative Vorgehensweise. In Anbetracht des
bone
loss
sei ein Verfahren mit knöcherner Augmentation zu empfehlen und damit die
Lat
a
rjet
-Operation zu unterstützen (S. 2 oben).
Als Diagnose nannte
Dr.
F._
eine
Schulterinstabilität links mit Status
nach frischer Luxation vom
6.
Juli 2020 mit
vorbestehende
n
Subluxationen
links seit August 2019 (S. 1 Mitte)
.
3.6
In einer (Kurz-)Beurteilung vom 2
6.
September 2020 (
Urk.
10/28 S. 3) führte der
Suva-
Kreisarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädie und
Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
a
us, das
Ereignis 2019
sei
keine Listendiagnose, sondern eine Erkrankung, «Überlastung/Kontusion». 2020
sei eine
Instabilität m
it frischer Luxation am
6.
Juli 2020 attestiert worden
.
Eine
Instabilität sei eine Erkrankung,
ein klares Trauma sei dem Beschwerdeführer
nicht erinnerlich.
Die
Luxation/Verrenkung wäre eine Listendiagnose, diese sei überwiegend wahr
scheinlich auf Erkrankung zurückzuführen.
3.7
In der ärztlichen Beurteilung vom 2
7.
Oktober 2020 (
Urk.
10/43 =
Urk.
11/8) führte Suva-Kreisarzt
Dr.
H._
aus, der Beschwerdeführer habe nachträglich ein Unfallereignis vom 2
5.
Juli 2020 gemeldet, bei welchem er ausgerutscht und gestürzt sei. Am
8.
Oktober 2020 sei ein
e Operation erfolgt (S. 1 oben
)
.
Das
Ereignis im Juli 2020 habe vermutlich zu einer richtunggebenden Verschlimme
rung geführt, welche die Operation
indiziert hab
e
. Versicherungsmedizinisch handle es sich vermutlich um eine vorbestehende Instabilität, welche durch d
en Unfall im Juli 2020 richtungs
gebend verschlimmert worden sei.
Er ersuche darum, ihm das Dossier nach E
inholung sämtlicher
Berichte
von
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2)
erneut vorzulegen
(S. 5 unten)
.
3.8
Nach Eingang der ausstehenden Sprechstundenberichte von
Dr.
A._
, welche allesamt den rechten Fuss des Beschwerdeführers betreffen (
Urk.
11/14), nahm
Suva-Kreisarzt
Dr.
H._
am 1
6.
Dezember 2020
erneut Stellung
(
Urk.
10/44
=
Urk.
10/45 =
Urk.
11/17). Er
gelangte zum Schluss, dass es am 2
5.
Juli
2020
zu
keine
r
richtunggebende
n
Verschlimmerung
des Gesundheitszustands das linke Schultergelenk betreffend gekommen sei.
In der Zusammenschau
des akten
mässigen Verlaufs
handle es sich um eine vordere Schulterinstabilität, welche zu einem unbekannten Zeitpunkt durch eine mögliche vordere Schultergelenksluxa
tion zu einem Abscheren der stabilisierenden Gelenkspfanne im vorderen unteren Bereich geführt habe, und hierdurch
sei es
zu einer vorderen Schulter
gelenksin
stabilität gekommen
,
welche sich nur bei hoher Belastung des Schultergelenks wie beim Sportklettern klinisch manifestiere (S. 6 unten).
Das
Ereignis vom 2
5.
Juli
2020 sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geeignet, jene Pathologien herbeizuführen, welche im Verlauf die I
ndikation zur
Stabilisie
rungs
-Operation
bedingt hätten. Diese Pathologie, die
Bankart-Läsion, welche zur Schulterinstabilität führen kön
ne, sei vor dem Ereignis, am
7.
Juli 2020,
darge
stellt worden. Das am
7.
Juli 2020 objektivierte
Knochenmarködem im Bereich der Hill-Sachs-Läsion sei überwiegend wahrscheinlich auf ein zeitnahes Er
eignis zurückzuführen. Vom Beschwerdeführer werde ein
Ereignis
am 2
5.
Juni
2020 angegeben.
Das Ereignis vom 2
5.
Juli
2020 habe nur möglich zu
einer Prell
ung des linken Schultergelenks geführt, bereits zwei Tage danach
sei der Beschwer
deführer
wieder in der Lage gewesen, zu klettern, und habe sich dabei am Fuss verletzt
(S. 7 oben)
.
Der
Status quo sine
nach
bone
bruise
sei überwiegend wahr
scheinlich am 2
5.
Dezember
2020 erreicht
(S. 7 Mitte).
Auch
das
Ereignis vom August 2019 sei nicht überwiegend wahrscheinlich geeignet, die vordere Sc
hultergelenksinstabilität im Sinne einer
richtunggeben
den Vers
chlimmerung herbeizuführen. Der Beschwerdeführer
habe bis Juni 2020 keine Luxationen in den Anamneseges
prächen erwähnt. Im CT vom 3
1.
Juli
2020 sei ein anlagebedingter knöcherner Defekt am vorderen unteren Anteil der Gelenkspfanne dargestellt
worden
, welcher die 2019 geklagten Beschwerden hin
reichend erkläre.
Das CT zeige anschaulich die
fehlende
n
unteren vorderen
stabi
lisierende
n
knöcherne
n Anteile der Gelenkspfanne (S. 7 unten).
3.9
Im
Rahmen des
Einspracheverfahrens
wurden
Suva-Kreisarzt
Dr.
H._
der Operationsbericht
von
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4)
vom
8.
Oktober 2020
(
Urk.
12/3)
und de
ssen
Austrittsbericht vom 1
3.
Oktober 2020
(
Urk.
12/4) unter
breitet.
Diesen ist zu entnehmen, dass am
8.
Oktober 2020 bei diagnostizierter posttrau
matischer Schulterinstabilität links eine SAS links und ein offener
Latarjet-repair
durchgeführt wurde
n
.
Gemäss
Dr.
D._
habe die Arthroskopie die erwartete Zer
störung des
anterokaudalen
Labrumkomplexes mit klarem Knochendefekt gezeigt. Die
Cavitas
glenoidalis
habe ansonsten einen schönen Knorpelbezug gezeigt. Der
Humeruskopf
sei ebenfalls unauffällig gewesen bis auf die zu erwar
tende relativ breite Hill-Sachs-Läsion an typischer St
elle. Die
Rotatorenman
schette
s
e
i
unauffällig und der Bizeps intakt gewesen mit unauffälligem
Poulie
und
Bizepsanker
(
Urk.
12/3 Mitte).
In seiner Stellungnahme vom 1
1.
März
2021 (
Urk.
11/21 =
Urk.
12/5
=
Urk.
3
)
hielt
Dr.
H._
fest, unter Würdigung des Operations- und des Austrittsberichts müsse weiterhin an der Beurteilung vom 1
6.
Dezember 2020 (vorstehend E. 3.8) festgehalten werden. Das
Ereignis vom
2.
August
2019 sei n
icht geeignet gewe
sen, die im Operationsb
ericht beschriebene «Zerstörung des
anterokaudalen
Labrumkomplexes mit klarem Knochendefekt» herbeizuführen,
andernfalls wäre der klinische
Verlauf eindrücklicher gewesen.
Der Beschwerdeführer hätte über
wie
gend wahrscheinlich gleichentags unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Anlässlich der Vorstellung im
Universitätsspital Z._
am Folgetag sei eine Zerstörung des
anterokaudalen
Labrums weder als Verdachtsdiagnose gestellt noch bildge
bend objektiviert worden. Die Funktionsprüfung der Sehnenkappe sei unauffällig und der Bewegungsumfang uneingeschränkt gewesen (S. 2 oben).
Gleiches
gelte für das Ereignis vom 2
5.
Juli 2020
, als der Beschwerdeführer auf dem Schnee ausgerutscht und hingefallen sei
. Bereits zwei
Tage später sei
er
wie
der geklettert
(S. 2 Mitte)
. Der intraoperative Befund habe einer länger
als drei Monate zurück
liegenden Luxation mit einer sogenannten
Bankart-Läsion an
typ
is
cher
Stelle entsprochen. Retrospektiv lasse sich nicht feststellen, zu welchem Zeitpunkt die Bankart-Läsion
, die
Abscherverletzung
des vorderen unteren Anteils der Gelenks
pfanne des Schultergelenks,
eingetrete
n sei. Anhand
der Bild
gebung, der
Klinik und dem
intraoper
ativen
Befund
sei
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit kei
nes der drei gemeldeten Ereignisse geeignet
gewesen
, die chirurgisch adressierten Pathologien herbeizuführen.
4.
4.1
Aktenkundig sind drei Bagatellunfall-M
eldungen, mit welchen
der Beschwerde
gegnerin ein Ereignis am
2.
August 2019
(Versagen der linken Schulter beim Klettern,
Urk.
10/1), ein Ereignis am 2
7.
Juli 2020
(
beim
Bouldern
gefallen,
Urk.
12/1)
, sowie (nachträglich) ein Ereignis
am 2
5.
Juli 2020
(
auf dem Rückweg vom Klettern auf dem Schnee ausgerutscht und hingefallen
,
Urk.
11/1) gemeldet wurden.
4.2
Anlässlich des
Ereignis
ses
vom 2
7.
Juli 2020 verletzte sich der Beschwerdeführer am Fuss (vgl.
Urk.
12/14 S. 2).
Ein Zusammenhang zwischen diesem Ereignis und den
vorliegend im Streite stehenden linksseit
ig
en Schulterbeschwerden
wurde weder geltend gemacht noch ist ein solcher aus den Akten ersichtlich. Auf das Ereignis vom 2
7.
Juli 2020 und die in diesem Zusammenhang ergangenen medi
zinischen Berichte ist daher nicht weiter einzugehen.
4.3
Zum Ereignis vom
2.
August 2019 wurde in der Unfallmeldung vom
6.
August 2019 (
Urk.
10/1) ausgeführt, der Beschwerdeführer
sei geklettert und irgendwann habe seine Schulter mit einem knackenden Geräusch versagt.
Anlässlich
der not
fallmässigen Selbstvorstellung im
Universitätsspital Z._
am
3.
August 2019
(vorstehend E. 3.1)
berichtete der Beschwerdeführer von einer Überlastung der Schulter im Rahmen sportlicher Betätigung. Dem Bericht von
Dr.
F._
vom 2
5.
August 2020 (vorste
hend E. 3.5) ist sodann zu entnehmen, dass es gemäss Angaben des Beschwerde
führers seit August 2019 zu einer Instabilitätsproblematik mit Subluxationen gekommen, ihm aber ein klares Trauma nicht erinnerlich sei.
Von der Beschwer
degegnerin um eine genaue Beschreibung des Ereignisses vom
2.
August 2019 gebeten (
Urk.
10/24 S. 1
Ziff.
1) führte der Beschwerdeführer in einer E-Mail vom 1
8.
September 2020
schliesslich
F
olgendes aus
(
Urk.
10/25 S. 1
Ziff.
1)
: «On 02.08.2019 I
had
a sub-
dislocation
of
my
left
shoulder
.
While
I was rock
climbing
, I
pushed
hard
on
my
left
arm
and
I
felt
my
shoulder
getting
out
of
i
ts
socket
and
back in
again
.»
4.4
Die
Schilderungen des Beschwerdeführers
(vorstehend E. 4.3)
lassen nicht erken
nen, dass es beim Klettern am
2.
August 2019 zu einer Bewegung gekommen wäre, wel
che ausserhalb der gewöhnl
i
c
hen Bandbreite der Bewegungsmuster beim Klettern liegt.
Dass sich der Beschwerdeführer stark auf den linken Arm abstützte, erscheint nicht ungewöhnlich, zumal er bereits seit längerer Zeit klet
tert (vgl. vorstehend E. 2.2) und damit wohl auch anspruchsvollere Routen begeht. Es ist insbesondere auch nicht ersichtlich, dass der
Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges wie etwa ein Aus
rutschen
gestört worden
wäre. Vielmehr gab der Beschwerdeführer anlässlich der notfallmässigen Selbstvorstellung im
Universitätsspital Z._
am
3.
Augu
st 2019 selber an
, die Schulter überlastet zu haben. Gegenüber
Dr.
F._
verneinte er ein eigentliches Trauma explizit
.
In Bezug auf das Ereignis vom
2.
August 2019 fehlt es
damit
an einer schädigenden Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren F
aktors und damit am Unfallbegriff (
vgl. vors
tehend E.
1.2-4)
.
Die erstbehandelnden Ärzte des
Universitätsspital
s
Z._
diagnostizierten
am
3.
August 2019 eine Schulterkontusion links und sahen die Beschwerden im Rahmen einer
muskuloskelettalen
Schmerzsymptomatik, nachdem
ossäre
Begleitverletzungen konventionell-radiologisch ausgeschlossen werden konnte
n
. Die behandelnde
Dr.
A._
diagnostizierte eine PHS links bei Status nach Distorsion am
2.
Au
gust 2019 (vorstehend E. 3.2). Vor dem Hintergrund dieser medizinischen Akten
lage ist das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG zu verneinen.
Was schliesslich die vom Beschwerdeführer
verschiedentlich
erwähnten, jedoch nicht gemeldeten und
undokumentierten
weiteren
– angeblich fünf oder sechs -
Luxationen beziehungsweise Subluxationen (vgl. vorstehend E. 2.2, E. 3.4
,
Urk.
10/10 S. 2
Ziff.
1
) anbelangt, können darin keine unfallversicherungsrecht
lich relevanten Ereignisse erblickt werden, da selbst bei Listendiagnosen noch ein initiales
erinnerliches
und benennbares Ereignis
nötig ist (vgl. BGE 146 V 51 E.
8.6)
und ein solches fe
hlt
.
4.5
Mit Bagatell-Unfallmeldung vom
6.
Oktober 2020
(
Urk.
11/1)
wurde der B
eschwerdegegnerin schliesslich
ein Ereignis am 2
5.
Juli 2020
(
Ziff.
4)
gemeldet.
Ge
mäss
Angaben in der
Unfallmeldung sei der Beschwerdeführer auf dem Rück
weg vom Klettern auf dem Schnee ausgerutscht und hingefallen (
Ziff.
6) und habe sich die linke Schulter verrenkt (
Ziff.
9
)
. A
ls Unfallort genannt wurde
I._
,
J._
(
Ziff.
5)
.
Beschwerdeweise (
Urk.
1)
machte der
Beschwerdeführer unter and
erem geltend, das infrage stehende Ereignis
datiere vom 2
5.
Juni 202
0.
Er habe dieses der
Beschwerdegegnerin am
4.
August 2020
gemeldet. Der Beschwerdeführer
bezog sich dabei
offensichtlich
a
uf einen von ihm am
4.
August 2020 ausgefüllten und unterzeichneten Fragebogen
(
Urk.
10/10 S. 2-3)
. Dieser war ihm zwar
im Zusam
menhang mit dem gemeldeten Ereignis vom
2.
A
ugust 2019 zugestellt worden
(vgl.
Urk.
10/8,
Urk.
10/9 S. 1-2)
.
Bei der Beschreibung des Sachverhalts führte
er
indes
F
olgende
s aus
: «As
previously
declared
,
I’ve
had
a
climbing
accident
in August 2019,
which
resulted
in a
sublu
x
ation
of
the
left
shoulder
.
Since
then
, I
kept
having
shoulder
sublu
x
ations
(~
every
2
months
,
for
various
reasons
)
and
a
full
dislocation
on June 25
th
.».
Zum Ort machte er folgende Angaben: «
Full
dislocation
:
I._
,
J._
». Bei der Frage nach dem Datum und der Zeit gab er an: «25.06.20, 18:00».
Sodann erwähnte der Beschwerdeführer auch in einer E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 1
8.
September 2020 (
Urk.
10/25 S. 1
Ziff.
4) eine im letzten Juni erlittene «
full
shoulder
dislocation
» und führte aus, «
the
shoulder
went
out
of
its
socket
and
did
not
get
back in
by
itself
».
Übereinstimmend mit diesen Angaben wurde
auch
im Bericht vom
8.
Juli 2020
über
die MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks vom
7.
Juli 2020
(vorste
hend E.
3.3
)
eine
Luxation mit spontaner Reposition am 2
5.
Juni 2020
erwähnt.
Vor dem Hintergrund dieser (zeitnäheren) Aktenlage ist – entgegen den Angaben zum Unfallzeitpunkt in der (späteren
und von der Arbeitgeberin ausgefüllten
) Unfallmeldung vom
6.
Oktober 2020 – davon auszugehen, dass
der Beschwerde
führer
nicht am 2
5.
Juli 2020, sondern am 2
5.
Juni 2020 auf dem Rückweg vom Klettern ausgerutscht und hingefallen ist. Dafür spricht nicht zuletzt auch der Umstand, dass in der Unfallmeldung
vom
6.
Oktober 2020
als letzter Arbeitstag (vor dem Unfall) der Freitag, 1
9.
Juni 2020, genannt wurde (
Urk.
11/1
Ziff.
8).
Soweit
Dr.
F._
in seinem Bericht vom 2
5.
August 2020 (vorstehend E. 3.5) v
on einer Luxation am
6.
Juli 2020 ausging, ist dies nicht weiter dokumentiert und handelt es sich mutmasslich um eine Datumsverwechslung.
4.6
Aufgrund de
r dargelegten (vorstehend E. 4.5
) Überlegungen
sah sich das Gericht zur
Referentenverfügung vom
7.
September 2021 (
Urk.
13) veranlasst. Es erwog, da der Kreisarzt in seiner Beurteilung (unter anderem) von einem (inexistenten) Ereignis am 2
5.
Juli 2020 ausgegangen sei (vgl.
Urk.
10/44 S. 6 f.,
Urk.
3
; vgl. auch vorstehend E
. 3.8
-9
), dränge sich die Einholung einer ergänzenden medizi
nischen Stellungnahme auf. Die Beschwerdegegnerin sei aufzufordern, dem Kreisarzt folgende Fragestellung zu unterbreiten:
«
Das MRI vom
7.
Juli 2020 (
Urk.
10/21) dokumentiert eine frisch ödematöse Hill-Sachs-Läsion und eine nicht knöcherne Bankart-Läsion. Unter Annahme eines Unfalldatums am 2
5.
Juni 2020
(und nicht am 25. Juli 2020)
wurden diese Verletzungen damit erst nach diesem Ereignis dargestellt. Auch würde die Bankart-Läsion einem intraoperativen Befund von einer länger als drei Monate zurückliegenden Luxation (vgl.
Urk.
3 S. 2 unten) nicht entgegenstehen.
Fragen:
-
Ändert dies etwas an der Einschätzung, ob die geltend gemachten Beschwer
den und die Operation mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2
5.
Juni 2020 (auf dem Rückweg vom Klettern auf dem Schnee ausgerutscht und hingefallen, Verrenkung der linken Schulter) zurück
zuführen sind?
-
Bewirkte
das Ereignis vom 2
5.
Juni 2020
eine richtunggebende Verschlimme
rung der
linksseitigen Schulterp
roblematik?
-
Haben Sie w
eitere
Bemerkungen?
»
4.7
Am 2
1.
September 2021
(
Urk.
16)
nahm Suva-Kreisarzt
Dr.
H._
Stellung zu den Fragen gemäss Referentenverfügung vom
7.
September 202
1.
Er führte aus, die erste Bildgebung des linken Schultergelenks sei konventionell-radiologisch am
3.
Aug
ust 2019 im
Universitätsspital Z._
erfolgt, wegen Überlastungsbeschwerden
. Der klini
sche Befund sei unauffällig gewesen. Die zweite Bildgebung sei am
7.
Juli 2020 erfolgt, dies knapp zwei Wochen nach dem nun neu zu beurteilenden Ereignis
datum am 2
5.
Juni 202
0.
Wenn davon ausgegangen werde, dass am 2
5.
Juni 2020 ein Ereignis
– auf dem Schnee ausrutschen und hinfallen -
stattgefunden habe
, könne anhand der Bildgebung davon ausgegangen werden, dass eine Luxation und Selbstreposition stattgefunden habe bei vorbestehender Bankart-Läsion. Es habe sich eine sogenannte Hill-Sachs-Delle mit Knochenmar
k
södem am Oberarmkopf als Hinweis auf ein kürzer als sechs Monate zurückliegendes Ereignis gezeigt. Ferner einer Bankart-Läsion, eine Schädigung der vorderen unteren Gelenkslippe der Gelenkspfanne ohne Knochenmarksödem als Hinweis dafür, dass diese Läsion älter als sechs Monate war (S. 4 Mitte).
Die dritte Bildgebung sei am 3
1.
Juli 2020 mittels CT erfolgt. Dieses habe eine sicher älter als zwei Monate alte Bankart-Läsion mit abgerundeten Knochenrän
dern in der Ablösungszone und gänzlich fehlendem Knochenfragment als Hinweis für eine langjährig erfolgte Knochenresorption des abgelösten Knochen
frag
ments der vorderen Gelenkspfanne im Rahmen der natürlichen Regeneration nach Ablösung des Knochens oder als anlagebedingte Variation der Gelenkspfan
nenkonfiguration gezeigt. Das Ereignis vom 2
5.
Juni 2020 habe somit mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustands geführt. Zusätzliche Band-, Sehnen oder Muskelläsionen seien zeit
nah nicht dargestellt worden, es sei somit nicht zu einer richtungsgebenden Ver
schlimmerung des Vorzustands, dem Status nach Bankart-Läsion zu einem unbekannten Zeitpunkt mindestens sechs Monate vor dem Ereignis 2020,
gekom
men. Klinisch und radiologisch könne dieser Zeitpunkt auch nicht auf das Ereig
nis 2019 zurückdatiert werden, da der zeitnah erhobene Befund klinisch und radiologisch unauffällig gewesen sei. Überwiegend wahrscheinlich habe es sich um Überlastungsbeschwerden ohne richtungsgebende Verschlimmerung gehan
delt (S. 4 unten).
Der Status quo sine nach Luxation und Selbstreposition mit
bone
bruise
wäre spätestens sechs Monate nach dem Ereignis vom 2
5.
Juni 2020 erreicht worden. Jedoch sei am
8.
Oktober 2020 die Operation nach
Latarjet
erfolgt (S. 5 oben).
4.8
Gestützt auf die medizinischen Akten kann es als ausgewiesen gelten, dass der Beschwerdeführer am 2
5.
Juni 2020 gestürzt ist und sich dabei eine Luxation der linken Schulter zuzog, welche sich in der Folge spontan rep
onierte
. Im zeitnah
durch
Dr.
C._
angefertigten MRI vom
7.
Juli 2020 zeigte sich eine frisch
ödematisierte
Hill-Sachs-Läsion und eine nicht knöcherne Bankart-
Läsion (vor
stehend E. 3.3). Das durch
Dr.
F._
veranlasste CT vom 3
1.
Juli 2020 bestätigte eine
-
eher wenig
ausgeprägte
-
Hills-Sachs-Läsion und objektivierte überdies einen erheblichen
glenoidalen
bone
loss
von >20
%
am
ventrokaudalen
Glenoidrand
, während sich kein Hinweis auf ein frisches knöchernes Fragment am ventralen
G
lenoidrand
ergab. Sodann wies auch
Dr.
F._
auf ein deutlich disloziertes Labrum
ventrokaudal
hin
(vorstehend E. 3.5).
Anlässlich der im Rah
men des operativen Eingriffs vom
8.
Oktober 2020 durchgeführten Arthroskopie bestätigte sich
die
Zerstörung des
anterokaudalen
Labrumkomplexes mit klarem Knochendefekt (vorstehend
E. 3.9).
4.9
W
ährend
Suva-Kreisarzt
Dr.
H._
in seiner Stellungnahme vom 2
7.
Oktober 2020
(vorstehend E. 3.7)
noch die Vermutung einer richtunggebende
n
Verschlim
merung
anlässlich des (inexistenten) Unfallereignisses vom 2
5.
Juli 2020
äusserte, dies jedoch nicht weiter begründete, nahm er am
1
6.
Dezember 2020 (vorstehend E. 3.8), am
1
1.
März 2021 (vorstehend E. 3.9)
-
nunmehr in Kenntnis des Operationsberichts vom
8.
Oktober 2020 -
und insbesondere am 2
1.
Septem
ber 2021 (vorstehend E. 4.7) -
nunmehr richtigerweise ausgehend von einem am 2
5.
Ju
ni 2020 stattgehabten Ereignis -
ausführlich Stellung.
Bezugnehmend auf die CT-Bildgebung
vom 3
1.
Juli 2020
stellte
Dr.
H._
einen
knöchernen Defekt
im Sinne fehlender unterer vorderer stabilisierender knöcherner Anteile an der Gelenks
pfanne fest
(vorstehend E.
3.8
)
. Dies steht
im Einklang mit dem
auch
im Operationsbericht
vom
8.
Oktober 2020
beschriebenen klaren Knochendefekt
(vgl. vorstehend E. 3.9).
In seiner Stellungnahm
e
vom 2
1.
September 2021
(vorstehend E. 4.7)
legte
Dr.
H._
sodann
nachvollzieh
bar dar, dass das gänzliche Fehlen eines Knochenfragments als Hinweis für eine langjährig erfolgte Knochenresorption des abgelösten Fragments oder als anlage
bedingte
Variation der Gelenkspfan
nenkonfiguration zu werten sei.
In Bezug auf den
K
nochendefekt
ist
damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
von einem Vorzustand auszugehen
.
Weiter
bezeichnete
Dr.
H._
auch d
ie
bildgebend und intraoperativ
objekt
i
vierte Bankart-Läsion
als im Zeitpunkt des Ereignisses vom 2
5.
Juni 2020 vorbe
stehend
, dies unter Hinweis darauf, dass im MRI
vom
7.
Juli 2020 kein Knochen
ma
rksödem objektiviert worden sei, was für eine Läsion älter als sechs Monate spreche (vorstehend E. 4.7).
B
ereits in seiner Stellungnahme vom 1
1.
März 2021 – damals allerdings noch ausgehend von einem E
reignis am 2
5.
Juli 2020
–
gelangte
Dr.
H._
auch
unter Bezugnahme auf den intraoperativen Befund vom
8.
Oktober 2020
zum Schluss
,
dass die
Abscherverletzung
der vorderen unteren Gelenkspfanne
älter als
drei M
onate sei
(vgl. vorstehend E. 3.9). Zwar lag das infrage stehende Ereignis vom 2
5.
Juni 2020 im Zeitpunkt der Operation
am
8.
Oktober 2020 bereits etwas mehr als drei M
onate zurück. A
ngesichts d
er prä
zisie
renden Stellungnahme
von
Dr.
H._
vom 2
1.
September 2021 (vorste
hend E. 4.7)
steht dies
der Annahme einer bereits im Zeitpunkt des Ereignisses vom 2
5.
Juni 2021 vorbestandenen Bankart-Läsion
jedoch
nicht entgegen. In Würdigung
der dargelegten
Ergebnisse der Bildgebungen
schlussfolgerte
Dr.
H._
in nachvollziehbarer Weise, dass das Ereignis vom 2
5.
Juni 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (lediglich) zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung eines Vorzustands geführt habe. Eine richtunggebende Verschlim
merung verneinte er unter Hinweis auf das Fehlen von zeitnah dargestellten zusätzlichen Läsionen an Bändern, Sehnen oder Muskeln.
4.10
Die Beurteilung durch
Dr.
H._
erweist sich insgesamt als schlüssig und über
zeugend und es bestehen keine Zweifel an
ihrer
Z
uverlässigkeit. Es sind nament
lich keine anderslautenden medizinischen Berteilungen aktenkundig. Allein
damit
, dass
Dr.
D._
eine
posttraumatische
Schulterinstabilität diagnostizierte (vgl. vorstehend E. 3.4, E. 3.9)
, ist die Unfallkausalität nicht dargetan.
Die Argu
mentation des Beschwerdeführers, wonach er vor dem Ereignis vom
2.
August 2019
-
welches nach dem
Gesagten (vorstehend E.
4.4
) allerding
s den U
nfallbe
griff gar nicht erfüllt -
keine Schulterprobleme gehabt habe, erschöpft sich schliesslich in
der beweisrechtlich nicht zulässigen
Argumentation nach der For
mel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist
.
Diese
vermag zum Nachweis eines natürlichen Kausalzusammen
hangs nicht zu genügen
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Bei der
am
8.
Oktober 2020 durchgeführte
n Stabilisierungsoperation gelangte ein Verfahren mit knöcherner Augmentation in F
orm eines
Latarjet-
repair
zur Anwendung, dies aufgrund des
bone
loss
(vgl. vorstehend E.
3.4-5,
Urk.
12/4)
.
Die Hill-Sachs-Läsion spielte bei der Stabilisierungsoperation dagegen keine Rolle.
Da d
er
bone
loss
sowie die Bankart-Läsion nach dem Gesa
gten
nicht mit überwiegender Wahrsch
e
inlichkeit in einem kausalen Zusammenhang zum Ereignis vom 2
5.
Juni 2020 standen, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwer
degegnerin ihre Leistungspflicht für die Operation vom
8.
Oktober 2020 ver
neinte.
Der angefochtene Entscheid ist damit zu bestätigen und die Beschwerde abzuwei
sen.