Decision ID: 50018ed9-fe5a-5bdb-893f-aa155182a932
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend IVSTA oder Vor-
instanz) mit Verfügung vom 3. Januar 2017 A._ (nachfolgend Be-
schwerdeführer) eine ganze Invalidenrente der schweizerischen Invaliden-
versicherung sowie eine ordentliche Kinderrente für die Zeit vom 1. Okto-
ber 2014 bis zum 30. April 2015 zusprach (BVGer act. 1/2),
dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter diese Verfügung
mit Beschwerde vom 8. Februar 2017 beim Bundesverwaltungsgericht an-
fechten liess (BVGer act. 1),
dass der Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 16. Februar 2017
zur Zahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 800.- bis zum 20. März 2017
aufgefordert wurde, verbunden mit der Androhung, bei nicht fristgemässer
Bezahlung werde auf die Beschwerde nicht eingetreten (BVGer act. 2),
dass diese Zwischenverfügung dem Beschwerdeführer bzw. seinem
Rechtsvertreter am 17. Februar 2017 zugestellt wurde (BVGer act. 3),
dass gemäss Art. 21 Abs. 3 VwVG die Frist für die Zahlung eines Kosten-
vorschusses gewahrt ist, wenn der Betrag rechtzeitig zu Gunsten der Be-
hörde der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bank-
konto in der Schweiz belastet worden ist,
dass der auferlegte Kostenvorschuss am 21. März 2017 bei der Gerichts-
kasse eingegangen ist (vgl. Buchungsbeleg PostFinance AG; BVGer act.
4 und 16/1),
dass der Kostenvorschuss vorliegend einen Tag nach Ablauf der ange-
setzten Frist dem Konto des Gerichts gutgeschrieben wurde, woraus je-
doch noch nichts für die Verspätung der Vorschussleistung abzuleiten ist
(vgl. BGE 143 IV 5 E. 2.6; 139 II 364 E. 3.2), weshalb der Beschwerde-
führer mit Instruktionsverfügung vom 6. August 2019 aufgefordert wurde,
die rechtzeitige Vorschussleistung nachzuweisen (BVGer act. 17),
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. August 2019 (BVGer act.
18) durch seinen Rechtsvertreter ausführen liess, der einverlangte Kosten-
vorschuss sei rechtzeitig am 20. März 2017 der Schweizerischen Post
übergeben bzw. dieser Beitrag sei am selben Tag einem schweizerischen
Bankkonto belastet worden, wobei die ausführende in Vaduz domizilierte
B._ Bank AG aufgrund der Wirtschafts- und Zollunion zwischen
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dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz gleicherweise als schwei-
zerische Bank gelte, der Betrag sei somit am 20. März 2017 dem Post-
scheckkonto des Rechtsvertreters belastet und dem Bundesverwaltungs-
gericht am 21. März 2017 gutgeschrieben worden, zudem sei der Be-
schwerdeführer nach dem durchgeführten Schriftenwechsel davon ausge-
gangen, dass das Bundesverwaltungsgericht auf die Beschwerde zufolge
Zahlung des Kostenvorschusses nun eingetreten sei,

und zieht in Erwägung,
dass gemäss Art. 31 VGG das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, sofern – wie hier – keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,
dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten,
dass Verfügungen der IVSTA im Bereich von IV-Rentenansprüchen vor
dem Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind,
dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte fristgerechte Zahlung
des Kostenvorschusses aktenwidrig ist, geht doch aus dem eingereichten
Bankbeleg der B._ Bank AG ausdrücklich hervor, dass die Zahlung
am 21. März 2017 dem Bankkonto des Rechtsvertreters des Beschwerde-
führers belastet und gleichentags dem Bundesverwaltungsgericht weiter-
geleitet wurde (BVGer act. 18/1), was mit den genannten Buchungsbele-
gen der PostFinance übereinstimmt,
dass der genannte Bankbeleg der B._ Bank AG gemäss Stempel
am 24. März 2017 beim Rechtsvertreter eingegangen ist,
dass somit der Rechtsvertreter als Anwalt wissen musste, dass die Zahlung
verspätet erfolgt war und, wie zuvor (Zwischenverfügung vom 16. Februar)
angedroht, jederzeit, spätestens aber bei der Spruchreife des Verfahrens
mit einem Nichteintretensentscheid des Gerichts zu rechnen war,
dass demzufolge der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, aus seinem
weiteren Einwand, es habe ein vollständiger Schriftenwechsel stattgefun-
den, nichts zu seinen Gunsten ableiten kann,
dass es dabei bleibt, dass der Beschwerdeführer die ihm auferlegte Frist
zur Zahlung des Kostenvorschusses versäumt hat,
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dass für die Säumnisfolgen Art. 63 Abs. 4 VwVG ausdrücklich das Nicht-
eintreten auf die Beschwerde vorsieht, was dem Beschwerdeführer aus-
drücklich mit der Erhebung des Kostenvorschusses anzudrohen ist,
dass gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung das Nichteintreten auf
ein Rechtsmittel mangels rechtzeitiger Leistung des Kostenvorschusses,
auch wenn diese nur um einen Tag verspätet erfolgte, keinen überspitzten
Formalismus darstellt (vgl. Urteil des BGer 9C_410/2018 E. 3.2.2),
dass nach dem Gesagten somit androhungsgemäss und im einzelrichter-
lichen Verfahren auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1
Bst. b VGG),
dass die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden können,
wenn Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unverhält-
nismässig erscheinen lassen, diese der Partei aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass
im vorliegenden Fall auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzich-
ten ist,
dass der verspätet einbezahlte Kostenvorschuss dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Parteientschädigung zu-
zusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).
(Es folgt das Dispositiv)
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