Decision ID: 58d852e8-635a-56ea-92ee-7923e84fe198
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, Dorfstrasse 21,
8356 Ettenhausen TG,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
M._ (Jahrgang 1953) meldete sich am 15. Januar 1999 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an. Er habe von 1988 bis 1998 als Baggerführer gearbeitet
und Fr. 4'390.-- pro Monat verdient. Seit 21. April 1998 sei er wegen einer wieder
aufgetretenen Lumboischialgie vollumfänglich arbeitsunfähig (IV-act. 3). Dr. med. A._,
Facharzt für Neurologie FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am
15. Juni 1999, der Versicherte leide an einer Lumboischialgie S1 links und Schmerzen
in der linken Piriformisloge. Am 5. Februar 1999 habe man eine Diskushernie L4/5 mit
Kompression der Wurzel L5 im Recessus lateralis festgestellt. Ohne
Wurzelkompression bestehe eine Diskushernie L5/S1 subligamentär. Der Versicherte
habe aus Angst eine Operation abgelehnt. Er benütze zwei Amerikanerstöcke zum
Gehen. In der bisherigen Tätigkeit bestehe seit 7. Januar 1997 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Höchstens leichte Hilfsarbeiten wären denkbar (IV-act. 15). Die IV-
Stelle veranlasste die Begutachtung des Versicherten an der Klinik Valens. Gemäss
Gutachten der Klinik Valens vom 3. Januar 2000 sei dem Versicherten aus
rheumatologischer Sicht leichte, wechselbelastende und rückenadaptierte Arbeit ohne
Gewichtsbelastungen und Überkopfarbeiten zu 100% zumutbar. Aus psychiatrischer
Sicht bestehe aber zurzeit schmerz- und depressionsbedingt eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte bedürfe vorerst einer psychiatrischen Behandlung
(IV-act. 37). Mit Verfügung vom 11. Mai 2000 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. April 1999 eine ganze Rente zu (IV-act. 42).
B.
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B.a Dr. A._ gab in seinem Verlaufsbericht vom 14. Februar 2002 einen stationären
Gesundheitszustand an. Der Versicherte gehe noch an einem Amerikanerstock (IV-act.
47). Am 8. März 2002 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Überprüfung des
Invaliditätsgrades habe keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben (IV-act. 49).
B.b Im Fragebogen zur Revision der Invalidenrente gab der Versicherte am 13. April
2005 an, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Er habe starke Schmerzen
im Rücken, beiden Beinen und im Nacken (IV-act. 72). Dr. A._ bestätigte im Bericht
vom 25. April 2005 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Neben der
chronischen Lumboischialgie bei Diskushernie beständen zusätzlich noch ein
Zervikalsyndrom sowie Gelenksschmerzen (IV-act. 76).
B.c Die IV-Stelle beauftragte die Klinik Valens am 23. September 2005 mit einer
Verlaufsbegutachtung des Versicherten (IV-act. 84). Im Gutachten vom 10. April 2006
führten die Ärzte der Klinik Valens aus, der Versicherte leide an einem chronischen
Panvertebralsyndrom mit Lumboischialgie linksseitig bestehend seit 1993 mit
Progredienz sowie einer Periarthropathia genu beidseits. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit beständen psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren (ICD-10:
F54) bei chronischem Panvertebralsyndrom mit Lumboischialgie, chronischen
unspezifischen Kopfschmerzen, anamnestisch St. n. mittelgradig ängstlich
depressivem Zustandsbild 1999/2000, maladaptivem kinesiophobischem, von starker
somatopsychischer Dekonditionierung und Symptomausweitung gekennzeichnetem
Zustandsbild, Perspektivenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt sowie Verdacht auf sonstige
Probleme in der primären Bezugsgruppe (wahrscheinlich depressive Verstimmung der
Ehepartnerin). Aus rheumatologischer Sicht sei der Versicherte für eine sehr leichte
Arbeit mit wechselnden Körperpositionen im Stehen und Sitzen, leichte
Kontrollarbeiten ohne repetitiven schnellen Charakter zu 50% arbeitsfähig. Eine
berufliche Eingliederung scheine nach den Beobachtungen in der klinischen
Untersuchung sowie der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit aus Gründen
der langen Arbeitsunfähigkeit nicht mehr realisierbar zu sein. Aus psychischer Sicht
zeige sich ebenfalls, dass eine Eingliederungsfähigkeit aufgrund des bisherigen
Krankheitsverlaufs und der aktuellen Untersuchungsergebnisse nicht mehr gegeben
sei. Auch wenn zur Zeit kein ängstlich depressives Zustandsbild mehr bestehe und die
Diagnose von psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts
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klassifizierten Krankheiten gewählt worden sei, bestehe beim Versicherten eindeutig
eine fehlende Voraussetzung für eine zumutbare Willensanstrengung gemäss den
Försterkriterien. Deshalb sei der Versicherte insgesamt für jegliche Tätigkeit zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 87). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete
das Verlaufsgutachten in seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2006 als
widersprüchlich betreffend die psychiatrische Diagnose und
Arbeitsfähigkeitsschätzung (IV-act. 89). Auf Nachfrage der IV-Stelle teilte die Klinik
Valens mit, dass beim Versicherten Erschwernisse für eine Willensanstrengung
vorlägen, die bei Aufbringen allen guten Willens ermöglichen würden, mit und trotz der
Beschwerden und der Schmerzen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Insgesamt
könne dem Versicherten aber aus medizinisch-theoretischer Sicht eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 50% zugemutet werden, auch wenn es nicht mehr
realistisch erscheine, ihn wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren (IV-act. 91).
B.d Mit Vorbescheid vom 29. November 2006 stellte die IV-Stelle in Aussicht, die
bisherige ganze Rente auf eine Dreiviertelsrente zu reduzieren. Nach den zur Verfügung
stehenden Unterlagen sei die ursprüngliche Rente aufgrund des psychischen Leidens
zugesprochen worden. Bei der Begutachtung am 7. Februar 2006 sei kein ängstlich-
depressives Zustandsbild mehr feststellbar gewesen. In der angestammten Tätigkeit
als Bauarbeiter sei der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. In einer sehr leichten
adaptierten Tätigkeit sei es ihm zumutbar 50% zu arbeiten. Ohne Behinderung betrage
das zumutbare Erwerbseinkommen Fr. 61'120.--. Mit Behinderung sei bei einem 50%-
Pensum sowie einem zusätzlichen Abzug von 25% (Teilzeit- und Leidensabzug) ein
Einkommen von Fr. 21'870.-- erzielbar. Daraus resultiere eine Einkommenseinbusse
von
Fr. 39'250.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 64%, weshalb noch ein
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bestehe (IV-act. 97).
B.e Dagegen liess der Versicherte am 12. Februar 2007 einwenden, er sei mit einer
Kürzung der Rente nicht einverstanden. Wie aus dem psychiatrischen Teilgutachten
hervorgehe, gelte er weiterhin zu 100% als arbeitsunfähig (IV-act. 104). Mit Verfügung
vom 7. März 2007 reduzierte die IV-Stelle mit Wirkung ab 1. Mai 2007 die ganze Rente
auf eine Dreiviertelsrente. Zu den Einwänden des Versicherten führte sie aus, die
100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht beziehe sich lediglich auf die
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Eingliederungsfähigkeit. Diese sei jedoch klar von der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit zu unterscheiden. Rein medizinisch sei die Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht nicht beeinträchtigt (IV-act. 107 und 109).
B.f Nachdem der Versicherte gegen diese Verfügung am 17. April 2007 am
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde erhoben hatte (IV-act. 113),
widerrief die IV-Stelle am 15. Mai 2007 ihre Verfügung vom 8. März 2007. Aufgrund der
Beschwerde würden weitere Abklärungen durchgeführt, bevor erneut eine
beschwerdefähige Verfügung zugestellt werde (IV-act. 125). Der zuständige
Einzelrichter des Versicherungsgerichts schrieb in der Folge am 5. Juli 2007 das
Beschwerdeverfahren ab (IV-act. 135).
C.
C.a Am 17. September 2007 beauftragte die IV-Stelle das Aerztliche
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, mit der Begutachtung des Versicherten (IV-
act. 141). Gemäss ABI-Gutachten vom 28. Mai 2008 leide der Versicherte
hauptsächlich an einem panvertebralen Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beständen eine
Schmerzverarbeitungsstörung, eine Adipositas und ein hypertoner Blutdruckwert. Aus
polydisziplinärer Sicht sei dem Versicherten seit April 2006 (Begutachtung Valens) eine
körperlich leichte und adaptierte Tätigkeit zu 100% zumutbar. Damals sei keine
mittelschwere Depression mehr nachweisbar gewesen. Dem Versicherten sei die
Willensanstrengung zumutbar, sich trotz der geklagten Beschwerden beruflich zu
reintegrieren. Bei der Untersuchung seien Inkonsistenzen aufgefallen. Es bestehe eine
deutliche Diskrepanz zwischen der subjektiven Beschwerdeschilderung und den nur
geringen objektivierbaren Befunden. Entgegen den Angaben des Versicherten seien die
Medikamente Remeron und Tramadol gemäss der Wirkstoffspiegelbestimmungen im
Blut nicht oder nur sporadisch eingenommen worden. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe insofern eine gute Übereinstimmung zum Gutachten der Klinik Valens vom
10. April 2006, als auch dort keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten festgestellt werden können. Hingegen könne die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Klinik Valens von 50% aus orthopädischer Sicht aufgrund der Untersuchung nicht
nachvollzogen werden, weil weitgehend ein unveränderter Befund vorliege. Eine gute
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Übereinstimmung bestehe mit der Beurteilung zum früheren Gutachten der Klinik
Valens vom 3. Januar 2000. Berufliche Massnahmen könnten aufgrund der
Krankheitsüberzeugung, der Entwöhnung von der Arbeit, der geringen Bildung sowie
fehlender Berufsausbildung nicht empfohlen werden (IV-act. 149).
C.b Mit Vorbescheid vom 26. August 2008 stellte die IV-Stelle die Einstellung der Rente
in Aussicht. Das Resultat der erneuten medizinischen Begutachtung des Versicherten
habe ergeben, dass sich sein Gesundheitszustand seit April 2006 verbessert habe, so
dass ihm eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen
von Lasten über 10kg und ohne Arbeiten oberhalb des Schulterniveaus zu 100%
zumutbar sei. Das zumutbare Erwerbseinkommen ohne Behinderung betrage Fr.
62'596.-- und mit Behinderung bei einem maximalen Abzug von 25% Fr. 44'931.--.
Daraus resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 17'665.-- beziehungsweise ein
Invaliditätsgrad von 28%. Da der Invaliditätsgrad unter 40% liege, bestehe kein
Rentenanspruch mehr (IV-act. 152 und 155). Dagegen liess der Versicherte am 23.
September 2008 einwenden, das ABI-Gutachten setze sich nicht detailliert mit den
vorgängigen psychiatrischen Gutachten auseinander. Aufgrund der unterschiedlichen
psychiatrischen Begutachtungen werde ein Obergutachten beantragt. Zudem sei eine
EFL-Abklärung durchzuführen (IV-act. 158).
C.c Mit Verfügung vom 13. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle die ganze Rente des
Versicherten auf Ende des Folgemonats ein. Zu den Einwänden führte sie aus, seit April
1998 habe aufgrund der vorliegenden Diagnosen nachvollziehbar eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit bestanden, weshalb der Anspruch auf eine ganze Rente ab April
1999 gerechtfertigt gewesen sei. Gemäss ABI-Gutachten vom 28. Mai 2008 habe sich
der Gesundheitszustand ab April 2006 verbessert. Demgemäss sei dem Versicherten
eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100% zumutbar. Bei Verwertung dieser
zumutbaren Arbeitsfähigkeit sei es dem Versicherten möglich, in der freien Wirtschaft
ein Erwerbseinkommen über Fr. 44'931.-- zu erzielen. Da im Vergleich zum
Valideneinkommen von Fr. 62'596.-- ein Invaliditätsgrad von unter 40% resultiere,
bestehe kein Rentenanspruch mehr (IV-act. 159).
D.
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D.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 14. November 2008 Beschwerde
erheben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 13. Oktober 2008. Sodann sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente
auszurichten. Eventualiter sei die Streitsache zur ergänzenden Sachverhaltsermittlung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Er führt aus, der im psychiatrischen
Teilgutachten geäusserte Vorwurf, er nehme die verordneten Medikamente nicht ein,
sei unzutreffend. Er habe die Medikamente kurzzeitig nicht eingenommen, weil er an
einem Tag der Begutachtung mit dem Auto angereist und dafür erhebliche Schmerzen
in Kauf genommen habe. Die (erstmals) gestellte Diagnose einer
Schmerzverarbeitungsstörung sei nicht nachvollziehbar. Aufgrund der zusätzlich
erhobenen Befunde der Dres. A._ und B._ könne ohne weiteres nachvollzogen und
belegt werden, dass im Bereich der Wirbelsäule durchaus somatische Beschwerden
beständen. Diese verursachten erhebliche Schmerzen und wirkten sich auf die
Arbeitsfähigkeit aus. Im Rahmen eines Upright-MRI der LWS habe festgestellt werden
können, dass eine bilaterale Diskushernie bestehe, welche in die Gesässhälften
ausstrahlende Schmerzen verursache (G act. 1.4). Zudem habe man
Sensibilisierungsstörungen mit Taubheit am linken Bein feststellen können. Damit lägen
objektivierbare Befunde vor, welche den Untersuchungsergebnissen und Beurteilungen
des ABI widersprächen. Dr. A._ habe dazu in seinen Berichten vom 17. Oktober und
11. November 2008 ausführlich Stellung genommen, worauf verwiesen werde (G act.
1.2 und 1.3). Sodann fehle eine vertiefte Auseinandersetzung der Ärzte des ABI mit den
früheren Begutachtungen des Beschwerdeführers. Das ABI habe auch keine aktuellen
bildgebenden Verfahren durchgeführt. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb keine
eigenständige depressive Störung oder Angststörung mehr vorliegen sollte. Daher sei
eine erneute Begutachtung erforderlich. Aus den Akten ergebe sich keine
Verbesserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise keine massgebliche
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit. Eine bloss unterschiedliche Beurteilung des im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhalts rechtfertige hingegen keine
Rentenrevision. Schliesslich bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass die Zusprache
der ganzen Rente bereits von Beginn an zweifellos unrichtig gewesen wäre (G act. 1).
D.b Das Versicherungsgericht bewilligte mit Zwischenentscheid vom 12. Februar 2009
das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung (G act. 9).
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D.c In der Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die neuen Arztberichte der Dres.
A._ und B._ seien dem RAD sowie dem ABI zur Stellungnahme vorgelegt worden.
Die entsprechenden Berichte vom 6. und 27. Januar 2009 lägen bei, worauf verwiesen
werde (G act 7.1 und 7.3). Die Gutachter hielten an ihrer Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit fest. Die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers seien im
Rahmen einer Symptomausweitung zu sehen. Aufgrund der anamnestischen Angaben
und klinischen Untersuchung sei nicht von einer Wurzelkompression L5 auszugehen.
Würde eine solche bildgebend dargestellt werden können, könnten damit keinesfalls
die den ganzen Körper umfassenden Schmerzen erklärt werden und es würde daraus
auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultieren (G act. 7.3). Insgesamt zeige
sich, dass auf das Gutachten abgestellt werden könne und es den Anforderungen der
Rechtsprechung entspreche. Die mit der Beschwerde eingereichten Berichte würden
am Gutachten keine Zweifel zu erheben vermögen. Eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes im Vergleich zur Situation im Jahr 2000 sei daher ausgewiesen.
Bereits im Gutachten der Klinik Valens vom 10. April 2006 sei keine psychische
Störung mit Krankheitswert mehr festgestellt worden und aus somatischer Sicht sei
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Die Einstellung der Rente sei daher zu
Recht erfolgt (G act. 7).
D.d Mit Replik vom 23. März 2009 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen und
entsprechenden Ausführungen fest. Gemäss der beiliegenden Stellungnahme des
behandelnden Neurologen Dr. A._ vom 6. März 2009 hätten pathologische Befunde
erhoben werden können. Beim Upright-MRI handle sich um eine anerkannte Methode,
die offenbar schon mehrfach mit der funktionellen MRIS aus München verwechselt
worden sei. Eine Auseinandersetzung der Ärzte des ABI mit diesen klinisch sowie
bildgebend erhobenen Befunde fehle (G act. 12.1). Somit lägen sich widersprechende
Expertenmeinungen vor, weshalb sich eine erneute Begutachtung aufdränge (G act.
12).
D.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. April 2009 auf eine Duplik (G act. 14).

Erwägungen:
1.
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Angefochten ist eine Verfügung, die das im April 2005 von Amtes wegen eingeleitete
Revisionsverfahren abschloss und nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich
allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Einleitung des
Rentenrevisionsverfahrens unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität
von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG
anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5).
Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar
(BGE 112 V 372 E. 2b). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
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beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer
umfassenden materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit dem Sachverhalt
zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1 Im Zeitpunkt der umfassenden Sachverhaltsabklärung bei der ersten Prüfung des
Rentenanspruchs haben die begutachtenden Ärzte der Klinik Valens am 3. Januar 2000
festgestellt, der Beschwerdeführer leide hauptsächlich an einer chronischen
therapieresistenten Lumboischialgie bei/mit einer Diskushernie L4/5 mit
Nervenwurzelkompression L5 und Diskushernie L5/S1 mit Tangieren der Nervenwurzel
S1 ohne Verlagerung oder Kompression, degenerativen Wirbelsäulenveränderungen,
leichter rechtskonvexer Torsionskoliose, Wirbelsäulenfehlhaltung (Schonhaltung),
ausgeprägter muskulärer Dysbalance mit Dekonditionierung sowie einer
Schmerzverarbeitungsstörung mit Somatisierung. Sodann beständen ein depressives
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Syndrom mittleren Grades mit Somatisierung, angstgefärbt, sowie chronische
Kopfschmerzen. Die Arbeitsfähigkeit betrage aus rheumatologischer Sicht für eine
leichte, wechselbelastende und rückenschonende Tätigkeit ohne Gewichtsbelastungen
und Überkopfarbeiten 100%. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aber zurzeit schmerz-
und depressionsbedingt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 37). Mit Verfügung
vom 11. Mai 2000 ist dem Beschwerdeführer deshalb mit Wirkung ab 1. April 1999 eine
ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen worden (IV-act. 42). Im Rahmen
des im April 2005 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens berichtete der behandelnde
Neurologe von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes, worauf eine
bidisziplinäre Verlaufsbegutachtung in Auftrag gegeben wurde. Das Ergebnis dieser
Begutachtung wurde schliesslich als widersprüchlich beurteilt, weshalb die
Beschwerdegegnerin ein weiteres Gutachten erstellen liess. Im vorliegenden Verfahren
ist deshalb der Sachverhalt zum Zeitpunkt der Verfügung vom 11. Mai 2000 mit dem
Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung vom 13. Oktober 2008 zu
vergleichen.
3.2 Der Beschwerdeführer leidet an einer chronischen Lumboischialgie bei bekannter
Diskushernie L4/5 und L5/S1, weshalb ihm die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter im
Tiefbau nicht mehr zumutbar ist. Streitig ist, ob ein Revisionsgrund nachgewiesen ist.
Aus dem Verlaufsgutachten der Klinik Valens vom 10. April 2006 geht hervor, dass die
Röntgenuntersuchung vom 7. Februar 2006 eine ventrale Spondylose C3/4 ohne
signifikante Verschmälerung der Bandscheibe, vermutlich degenerative Verkalkungen
im Bereich des vorderen Längsbandes auf Höhe C5/6 ebenfalls ohne Verschmälerung
der Bandscheibe sowie eine kleine vordere Randleistenhernie an der Unterkante von
HWK6 gezeigt hat. Im Segment L5/S1 hat man Zeichen einer Osteochondrose mit
Verschmälerung der Bandscheibe und geringgradiger subchondraler Sklerose sowie
angedeutet spondylotische Ausziehungen ventral festgestellt. Die Bandscheibe L4/5
hat sich ebenfalls etwas verschmälert im Sinn einer initialen Chondrose gezeigt. Man
hat einen Verdacht auf degenerative Veränderungen der kleinen Wirbelbogengelenke
L3 bis S1 im Sinn von Spondylarthrosen angegeben. Bei auffallend kurzen Pedikeln
wurde auf einen wahrscheinlich kongenital engen Spinalkanal mit auch engen
knöchernen Neuroforamina L4/5 und L5/S1 hingewiesen (IV-act. 87-16/57). Als
Diagnose haben die Ärzte der Klinik Valens ein chronisches Panvertebralsyndrom mit
Lumboischialgie linksseitig bestehend seit 1993 mit Progredienz aufgeführt. Auch die
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degenerativen Wirbelsäulenveränderungen, eine Wirbelsäulenfehlform und eine
Fehlhaltung der Wirbelsäule sind berücksichtigt worden. Aus rheumatologischer Sicht
hat man rein medizinisch-theoretisch eine sehr leichte Arbeit mit wechselnden
Körperpositionen im Stehen und Sitzen, leichte Kontrollarbeiten ohne repetitiven
schnellen Charakter, zu 50% zumutbar erachtet. Kriechen, Hockstellung, vorgeneigte
Körperhaltungen im Stehen und Sitzen sowie Gewichte heben über 5 kg sollten
vermieden werden (IV-act. 87-21/57).
3.3 Das ABI hat keine neuen bildgebenden Untersuchungen vorgenommen, sondern
sich auf diejenigen vom Februar 2006 gestützt. Jedoch hat der begutachtende
Orthopäde ausgeführt, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Ärzte von Valens nicht
nachvollziehbar sei, da sich die klinischen Befunde an Wirbelsäule und Extremitäten im
Verlauf nach den Akten weitgehend nicht verändert hätten. Die Untersuchung
betreffend die Beweglichkeit der Wirbelsäule sowie der oberen und unteren
Extremitäten sei durch eine massive Gegenspannung erschwert worden. Neurologisch
habe man keine Hinweise für das Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren
Nervensystems finden können. Eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion
eines grösseren peripheren Nervs habe man klinisch weitestgehend ausschliessen
können. Zusammenfassend hat der Orthopäde angegeben, dass sich die vom
Beschwerdeführer beschriebenen diffusen Beschwerden durch die objektivierbaren,
deutlich inkonsistenten Befunde sowie die vorliegenden Bilddokumente kaum
begründen liessen. Insgesamt beständen massive Anzeichen einer Ausweitung der
Schmerzproblematik. Aus rein orthopädischer Sicht seien dem Beschwerdeführer
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von
Gewichten über 10kg sowie ohne Tätigkeiten oberhalb des Schulterniveaus
uneingeschränkt zumutbar (IV-act. 149-20/25 f.). Damit liegen zwei unterschiedliche
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzungen vor. Aus dem Verlaufsgutachten der Klinik
Valens 2006 geht nicht schlüssig hervor, inwiefern sich seit der Erstbegutachtung im
Jahr 2000 der Gesundheitszustand aus körperlicher Sicht verschlechtert hat, sodass
nur noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar wäre. Unstreitig hat sich die
Krankheitsproblematik des Beschwerdeführers massiv chronifiziert und prägt dessen
Gesamtverhalten, so dass eine Abgrenzung der krankheitstypischen Symptomatik
schwierig wird, wie selbst der behandelnde Neurologe Dr. A._ in seiner
Stellungnahme vom 17. Oktober 2008 angibt (G act. 1.2). Diesbezüglich jedoch auf
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einem unveränderten Gesundheitszustand seit 2000 zu beharren und von einer
vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit auszugehen, vermag das Versicherungsgericht nicht
zu überzeugen, wie nachfolgend zu zeigen ist.
3.4 Der Beschwerdeführer hat mit Einreichen von Arztberichten von Dr. A._ sowie
dem Bericht über ein Upright-MRI geltend gemacht, dass durchaus objektivierbare
Befunde vorlägen, welche seine Beschwerden teilweise erklären würden. Dr. A._ hat
in seinem Bericht vom 11. November 2008 angegeben, im Upright-MRI der LWS
komme eine bilaterale Diskushernie bis in die Rezessi zur Darstellung. Dass der
Beschwerdeführer vornübergebeugt gehe, habe zwei Gründe: Rückenschmerzen
genau in Höhe L4/5, die bis in die Gesässhälften ausstrahlten und das Gefühl,
respektive die Furcht, nach hinten zu fallen, und sich nicht mehr halten zu können,
wenn er aufrecht gehen würde (G act. 1.3). Aus dem Bericht des Upright-MRI-Zentrum
Zürich vom 6. November 2008 geht hervor, dass eine Diskusprotrusion L3/4 und eine
Diskushernie L4/5 und L5/S1 samt jeweils beidseitiger Kompromittierung der Wurzel L4
und L5 vorliege (G act. 1.4). Das ABI hat in seiner Stellungnahme vom 27. Januar 2009
unter Verweis auf die Bundesgerichtspraxis darauf verzichtet, sich mit dem Ergebnis
dieses Upright-MRI's auseinanderzusetzen. Die erwähnte Bundesgerichtspraxis
bezieht sich auf den Entscheid BGE 134 V 231. Das Bundesgericht hat in diesem
Entscheid in der Erwägung 5.2 im Zusammenhang mit der Kausalität von Beschwerden
nach einem Unfall mit HWS-Trauma die fMRT-Untersuchungen als nicht
wissenschaftlich anerkannt bezeichnet. Somit hat es die so zur Darstellung gebrachten
Befunde in der Beweiswürdigung nicht berücksichtigt. In seinem Urteil vom
3. November 2009 i/S. W. (8C_238/2009), E. 3.2, hat das Bundesgericht sodann darauf
hingewiesen, dass betreffend Upright-MRI-Untersuchungen keine Differenzierung zur
vorgenannten Rechtsprechung vorzunehmen sei, weil auch diese Methode
wissenschaftlich betreffend die Beantwortung der Kausalitätsfrage noch nicht
anerkannt sei. Vorliegend sind jedoch keine Kausalitätsfragen von Unfallfolgen zu
beantworten. Der Beschwerdeführer legt mit dem Bericht des Uprigth-MRI's vom 6.
November 2008 dar, dass die bereits bekannten Diskushernien L4/5 und L5/S1
weiterhin die Nervenwurzel L4 und L5 drücken würden. Sodann komme eine
Diskusprotrusion L3/4 hinzu, die ebenfalls die Nerven kompromittiere. Das ABI hat
lediglich darauf hingewiesen, dass klinisch keine radikulären Ausfälle hätten festgestellt
werden können. Die Untersuchung war jedoch durch das Verhalten des
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Beschwerdeführers, der sich wohl vor Schmerzen durch die Untersuchungshandlung
fürchtete, massiv behindert. Dass damit eine verwertbare klinische Untersuchung
möglich gewesen war, ist zu bezweifeln. Bildgebende Untersuchungen hat das ABI
nicht durchgeführt. Das letzte beurteilte MRI stammt aus dem Jahr 1999 und das letzte
beurteilte Röntgenbild vom Februar 2006. Vor dem Hintergrund, dass der
Beschwerdeführer möglicherweise an einer weiteren Diskusprotrusion bei
degenerativen Wirbelsäulenveränderungen leidet, kann auch bei einer wissenschaftlich
(noch) nicht anerkannten Methode nicht auf weitere Untersuchungen verzichtet
werden. Mit dem Upright-MRI ist immerhin der Nachweis erbracht, dass aus
orthopädischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein unveränderter
Gesundheitszustand seit dem Jahr 2000 vorliegt. Sodann ist allein der Umstand, dass
das Bundesgericht die Untersuchungsmethode betreffend Kausalitätsfragen bei
Unfallverletzungen als nicht massgebend bezeichnet, kein Grund, einen solchen
Bericht nicht als Beweismittel zu würdigen. Wie Dr. B._ vom Upright-MRI Zentrum
Zürich an der Unfallversicherungstagung vom 27. November 2008 referiert hat, handelt
es sich bei der Upright-MRI-Methode nicht um die im Bundesgerichtsurteil genannte
fMRT-Methode (vgl. Jaroslav Naxera / Jean Pierre Elsig, Multiposition Magnetresonanz
Imaging: Upright-MRI, genannt auch kinematische, dynamische oder positionelle MR-
Bildgebung (kMRI, pMRI), S. 225, in René Schaffhauser / Ueli Kieser; Unfall und
Unfallversicherung, St. Gallen 2009). Jedenfalls ist zu vermuten, dass die neu
entdeckte Diskusprotrusion auf der Höhe L3/L4 mit Wurzelkompression auch mittels
konventionellem MRI objektiviert werden könnte. Ob diese Tatsache einen Einfluss auf
die zumutbare Arbeitsfähigkeit hat, ist nach erfolgter Untersuchung erneut zu
beurteilen.
3.5 Die ursprüngliche Rentenzusprache erfolgte aufgrund psychischer Beschwerden
(schmerz- und depressionsbedingt), die eine vorläufige vollumfängliche Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit zur Folge hatten. Bereits im Verlaufsgutachten der Klinik Valens ist
festgehalten worden, dass eine signifikante Depressivität nicht mehr habe festgestellt
werden können. Im psychiatrischen Teilgutachten vom 23. März 2006 hat der
begutachtende Psychiater der Klinik Valens angegeben, der Beschwerdeführer leide an
psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren (ICD-10 F54). Die Diagnose einer
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) hat er sinngemäss verneint, weil
relevante somatische Beschwerden beständen (IV-act. 87-46-57 ff.). Das
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Vorhandensein einer (Rest-) Arbeitsfähigkeit hat der begutachtende Psychiater verneint
mit der Begründung, der bisherige Krankheitsverlauf und die aktuellen
Untersuchungsergebnisse liessen klar erkennen, dass eine Eingliederungsfähigkeit des
Beschwerdeführers definitiv nicht mehr gegeben sei. Das Zusammenspiel der
rheumatologischen Problematik, des soziokulturellen Hintergrunds, des Verlaufs in der
Zeitachse und des festgefahrenen Krankheitskonzeptes liessen jeden
Eingliederungsversuch von vornherein frustran erscheinen. Die Willensanstrengung zur
Überwindung seiner Beschwerden sei dem Beschwerdeführer nicht zuzumuten,
obwohl keine Komorbidität psychischer Störungen vorliege, weil eine chronische
körperliche Krankheit, ein mehrjähriger Verlauf mit unveränderter oder progredienter
Symptomatik, unbefriedigende Behandlungsergebnisse, eine gescheiterte
Rehabilitation sowie ein Verlust der sozialen Integration vorlägen (IV-act. 87-49/57). Der
begutachtende Psychiater des ABI hat bestätigt, dass die Diagnose einer
somatoformen Schmerzstörung nicht erfüllt sei, weil schwere psychosoziale sowie
deutliche emotionale Belastungsfaktoren fehlten. Weil sich das Ausmass der
Beschwerden und die subjektive Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, nicht
durch somatische Befunde objektivieren liessen, müsse eine psychische Überlagerung
angenommen werden. Diagnostisch handle es sich um eine
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54). Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es bestünden keine Hinweise auf eine manifeste
depressive Erkrankung, eine Angststörung oder auf unbewusste Konflikte. Ein primärer
Krankheitsgewinn sei nicht gegeben. Daher könne dem Beschwerdeführer zugemutet
werden, trotz der geklagten Beschwerden ganztags einer seinen körperlichen
Einschränkungen angepassten Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 149-14/25 f.). Zwar
haben die Gutachter beide die Diagnose ICD-10: F54 gewählt, jedoch anders benannt.
Man kann also eine Übereinstimmung der psychiatrischen Diagnose annehmen.
Hingegen ist der vorbegutachtende Psychiater der Klinik Valens von einer
Unzumutbarkeit der Willensanstrengung ausgegangen, trotz der Schmerzen einer
Arbeitstätigkeit nachzugehen. Dagegen ist dem Beschwerdeführer vom ABI-Gutachter
diese Willensanstrengung zugemutet worden. Der ABI-Gutachter begründet jedoch
nicht, inwiefern er zu diesem gegenteiligen Schluss kommt, weshalb die psychiatrische
Begutachtung unvollständig ist. Sodann rechtfertigt es sich nicht, aufgrund der
Serumsspiegelmessungen dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, er habe (vorsätzlich)
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Fehlangaben gemacht. Denn Schlüsse aus Serumspiegelmessungen können ohnehin
nur mit besonderer Vorsicht gezogen werden, da der Blutspiegel aus individuellen
Gründen um einen Faktor 20 variieren kann (vgl. J. John Mann, Drug Therapy, The
Medical Management of Depression, in New England Journal of Medicine, October 27,
2005, 1829). Daher ist erneut abzuklären, inwiefern dem Beschwerdeführer die
Willensanstrengung ganz oder teilweise zumutbar ist, einer leidensangepassten
Tätigkeit nachzugehen.
3.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Sachverhalt unvollständig abgeklärt
worden ist. Die Sache ist deshalb zur Klärung des medizinischen Tatbestands
(bildgebende Untersuchung, Diagnose, Bemessung der Arbeitsfähigkeit) und
gegebenenfalls - im Hinblick auf ein Verfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG - einer
fachärztlichen Stellungnahme zur Eingliederungskapazität des Beschwerdeführers
zurückzuweisen, bevor allenfalls im Sinn von Art. 17 ATSG eine überwiegend
wahrscheinliche anspruchserhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
angenommen werden kann. Sodann sind je nach Ergebnis der zusätzlichen
medizinischen Abklärung Massnahmen zur beruflichen Eingliederung an die Hand zu
nehmen. Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" kommt nicht bloss bei der
erstmaligen Anspruchsprüfung, sondern auch anlässlich einer Leistungsrevision zum
Tragen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2008 i/S. S. [9C_720/2007] E 4. mit
Hinweisen).
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom
13. Oktober 2008 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist
zu weiteren Abklärungen des Sachverhalts im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
bis
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Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), weshalb der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine Kostennote in der
Höhe von Fr. 4'878.15 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht. Diese
Honorarnote scheint etwas übersetzt im Vergleich zum mittleren Pauschalhonorar von
Fr. 3'500.-- sowie in Anbetracht der getätigten Arbeiten im ersten
Beschwerdeverfahren im Jahr 2007. Auf ein weiteres Erstgespräch konnte damit
verzichtet sowie beim Sachverhalt weitgehend auf die erste Beschwerde
zurückgegriffen werden. In Anbetracht dessen, dass sich der Beschwerdeführer jedoch
ausführlich hat vernehmen lassen (inklusive mehreren Arztberichten), scheint ein
Honorar von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) gerechtfertigt. Bei
diesem Verfahrensausgang wird die bereits bewilligte unentgeltliche Prozessführung
gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG