Decision ID: 1256ca4b-9c5a-5771-b866-cbdadbcca7b3
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ erkrankte Ende 2009 an einem multifokalen, invasiv duktalen
Mammakarzinom links (Onkologiebericht vom 10. Dezember 2009, IV-act. 9), das am
2./16. Dezember 2009 operativ und medikamentös behandelt wurde (Bericht des
Zentrums B._ vom 9. März 2010, Fremdakten, und Bericht der Medizinischen Klinik
des Spitals C._ vom 14. Juni 2011, IV-act. 10). Die Versicherte wurde am 7.
Dezember 2009 durch die behandelnde Dr. med. D._, Fachärztin für Gynäkologie und
Geburtshilfe FMH, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet
(IV-act. 1; zum von der Versicherten unterzeichneten Antrag vom 12. Dezember 2009
siehe IV-act. 3). Beantragt wurde eine Perücke wegen Alopezie unter Chemotherapie.
Am 21. Dezember 2009 leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für Perücken oder
anderen Haarersatz ab 1. Dezember 2009 bis 31. Dezember 2019 (IV-act. 4).
A.b Am 22. September 2011 reichte die Versicherte erneut bei der IV-Stelle eine
Anmeldung zum Bezug von Leistungen (Massnahmen der beruflichen Integration/
Invalidenrente) ein. Sie gab an, seit 30. November 2009 unter den Nebenwirkungen
einer 1 1⁄2-jährigen Chemotherapie sowie einer 5-jährigen Hormontherapie zu leiden (IV-
act. 5).
A.c Der behandelnde Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, stellte in
einem Bericht vom 14. Januar 2012 die Diagnose einer mittelschweren depressiven
Störung mit rezidivierenden Panikattacken, wahrscheinlich im Rahmen einer
Anpassungsstörung bei Diagnose eines Mammakarzinoms sowie einer schweren
Endometriose Stadium III-IV. Die Arbeitsfähigkeit betrage 50% des ursprünglichen
Pensums von 80% seit März 2011 (IV-act. 29).
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A.d Am 20. Februar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien auf Grund
des instabilen Gesundheitszustandes keine Eingliederungsmassnahmen möglich, und
stellte die Prüfung des Anspruchs auf Rentenleistungen im Mai 2012 in Aussicht (IV-
act. 35).
A.e Im Verlaufsbericht vom 6. Juni 2012 stellte der behandelnde Dr. E._ einen
unveränderten Gesundheitszustand fest bei Depression und Panikattacken im Rahmen
einer Anpassungsstörung bei Mammakarzinom (IV-act. 40). Gemäss eigenen Angaben
der Versicherten sei sie zu 80% arbeitstätig; sie habe nie aufgehört zu arbeiten, bis auf
jeweils eine Woche auf Grund der Chemotherapie (Telefonnotiz vom 23. November
2012, IV-act. 54).
A.f Am 12. November 2012 wurde die Versicherte einer laparoskopischen
Adnexektomie rechts mit Salpingektomie links unterzogen (Brief der Versicherten vom
27. Januar 2013, IV-act. 58, S. 2; IV-act. 48; FI-Assessmentprotokoll vom 21. Februar
2013, IV-act. 64; medizinische Berichte zu diesem Eingriff sind keine aktenkundig).
A.g Die IV-Stelle liess die Versicherte in der Folge durch med. pract. F._, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch begutachten (IV-act. 61). Nach
der am 24. Juni 2013 erfolgten psychiatrischen Begutachtung erhob med. pract. F._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: sonstige spezifische
Angststörungen im Sinne einer Angststörung infolge einer Krebserkrankung (ICD-10:
F41.8); Verdacht auf Neurasthenie bzw. "tumorbedingtes Fatigue-Syndrom" (ICD-10:
F48.0). In der bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte/Sachbearbeiterin bestehe wie in
anderer, adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 30-40% bezogen
auf ein Vollzeitpensum. Eine weitere Reduktion der Arbeitsunfähigkeit auf unter 20%
sei unter adäquater und konsequenter psychiatrisch-psychotherapeutischer
Behandlung zu erwarten. Die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt betrage 0%
(psychiatrisches Gutachten vom 8. Juli 2013, IV-act. 67).
A.h Am 10. September 2013 sicherte die IV-Stelle der Versicherten Beratung und
Unterstützung im Hinblick auf den Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes zu (IV-act. 76;
vgl. Zielvereinbarung vom 5. September 2013, IV-act. 74). Eine Steigerung der
Arbeitsfähigkeit konnte nicht erreicht werden (vgl. Verlaufsprotokoll der
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Eingliederungsberatung vom 12. Februar 2014, IV-act. 91). Die Versicherte nahm eine
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei Dr. med. G._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, Praxis für Psychoonkologie der Krebsliga,
auf. Dr. G._ schätzte die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten auf 50% ab 26.
November 2013 (Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 11. Februar 2014, IV-act. 90). Da die
Versicherte sich nicht mehr als 40% arbeitsfähig fühlte, wurden keine weiteren
Eingliederungsmassnahmen in Angriff genommen (Mitteilung vom 14. Februar 2014, IV-
act. 93; vgl. im Weiteren Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung 12. Februar 2014,
IV-act. 91).
A.i Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von med. pract. F._ vom 8. Juli 2013
(IV-act. 67) ermittelte die IV-Stelle ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 65% im
Erwerbsbereich und einer 100%igen Leistungsfähigkeit im Aufgabenbereich im
Rahmen der gemischten Methode (Status: 80%iges Erwerbspensum; 20%iges
Pensum im Aufgabenbereich) einen Gesamtinvaliditätsgrad von 28%
(Feststellungsblatt vom 2. April 2014, IV-act. 95). Daraufhin stellte sie der Versicherten
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Vorbescheid vom 9. April 2014, IV-
act. 97). Die Versicherte erhob dagegen am 27. Mai 2014 Einwand (Datum
Posteingang) und bemängelte, die IV-Stelle habe bei der zumutbaren Tätigkeit von
65% die psychische Komponente nicht berücksichtigt (IV-act. 98-2, mit beigelegtem
Bericht von Dr. G._ vom 23. Mai 2014, IV-act. 98-1; vgl. auch die Stellungnahme von
Dr. G._ vom 15. Juli 2014 mit deren Bericht vom 13. Dezember 2013, IV-act. 103).
Nachdem das Dossier erneut dem RAD vorgelegt worden war, verfügte die IV-Stelle
gemäss Vorbescheid (Verfügung vom 23. Juli 2014, IV-act. 105; vgl. RAD-
Stellungnahmen vom 28. Mai 2014, IV-act. 99, und vom 17. Juli 2014, IV-act. 104).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 23. Juli 2014 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 8. September 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin die Aufhebung der Verfügung
und die Zusprache einer Invalidenrente. Eventualiter sei ihr für die Zeit von März 2012
bis Ende Februar 2013 eine befristete Invalidenrente zuzusprechen. Sie beanstandet,
dass die Beschwerdegegnerin sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten
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Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 65% und einem Invaliditätsgrad von 28%
ausgegangen sei. Auf Grund des tumorbedingten Fatigue-Syndroms sei sie vielmehr
lediglich im Umfang von 30-40% arbeits- bzw. leistungsfähig. Zumindest sollte die
erhebliche Arbeits- und Leistungsunfähigkeit zwischen März 2011 und Ende November
2012 Anspruch auf Ausrichtung einer befristeten IV-Rente verleihen. Insbesondere sei
auf Grund der Verschlimmerung der Symptome der tumorassoziierten Fatigue seit
Herbst 2013 eine erneute Überprüfung angezeigt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, die Grundsätze
zum invalidisierenden Charakter einer somatoformen Schmerzstörung seien auf ein
tumorassoziiertes Fatigue-Syndrom nicht analog anwendbar und von der
psychiatrischen Gutachterin auch nicht herangezogen worden. Im Gutachten vom 8.
Juli 2013 habe die Gutachterin die sogenannten Foerster-Kriterien unter dem
Gesichtspunkt der ICD-10 Kodierung einer Neurasthenie geprüft, und sie sei zum
Schluss gekommen, dass die Kriterien bis auf die chronische körperliche
Begleiterkrankung nicht erfüllt seien und somit kein invalidisierender
Gesundheitsschaden vorliege. Ihr Gutachten sei beweiskräftig. Die angenommene
Arbeitsunfähigkeit von 35% sei aus ihrer (der Beschwerdegegnerin) Sicht grosszügig.
Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin seien leichter Natur. Die tumorassoziierte
Fatigue stelle kein eigenständiges Krankheitsbild dar und habe keinen Eingang in den
ICD-10 Katalog gefunden. Daher sei es befremdend, dass das Bundesgericht für ein
solches Krankheitsbild eine Ausnahme von der Anwendung der
Schmerzrechtsprechung vorsehe. Bei einer Neurasthenie müssten die Foerster-
Kriterien zur Anwendung kommen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 11. Dezember 2014 stellt die Beschwerdeführerin in Abänderung
der in der Beschwerde gestellten Anträge den Eventualantrag einer gerichtlichen
Begutachtung und nachträglicher neuer Entscheidung über ihren Rentenanspruch. Zur
Begründung führt sie an, die psychiatrische Gutachterin habe die tumorassoziierte
Fatigue nicht in ihre psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen und
habe diese Erkrankung auf Grund der nicht erfüllten Foerster-Kriterien als nicht relevant
bezeichnet. Die Arbeitsunfähigkeit von 30-40% habe die Gutachterin ausschliesslich
auf die von ihr unabhängig von der tumorassoziierten Fatigue diagnostizierte
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Angststörung bezogen. Der tumorassoziierten Fatigue als Begleitsymptom
onkologischer Erkrankungen liege zumindest mittelbar eine organische Ursache
zugrunde, so dass die analoge Anwendung der Grundsätze zum invalidisierenden
Charakter somatoformer Schmerzstörungen nicht gerechtfertigt sei (act. G 6).
B.d Auf eine Duplik hat die Beschwerdegegnerin verzichtet (Schreiben vom 19.
Dezember 2014, act. G 8).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
1.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte
Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt
gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70% und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4 mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
2.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zulässt.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Verfügung vom 23. Juli 2014 auf das
psychiatrische Gutachten von med. pract. F._ vom 8. Juli 2013 (IV-act. 67). Darin
diagnostizierte diese mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sonstige spezifische
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Angststörungen (ICD-10: F41.8) im Sinne einer Angststörung infolge einer
Krebserkrankung und einen Verdacht auf Neurasthenie bzw. „tumorbedingtes Fatigue-
Syndrom“ (ICD-10: F48.0; IV-act. 67-18). Die seit Frühjahr 2011 beschriebenen
wiederholten Panikattacken hätten sich auf spezifische Situationen oder besondere
Umstände im Rahmen ihrer Krebserkrankung und Behandlung bezogen. Eine
Panikstörung könne nach ICD-10 nur diagnostiziert werden, wenn sich wiederkehrende
schwere Angstattacken "nicht auf eine spezifische Situation oder auch besondere
Umstände beschränken und deshalb nicht vorhersehbar sind" (IV-act. 67-16). Eine
depressive Symptomatik habe aktuell nicht mehr festgestellt werden können. Die
Arbeitsunfähigkeit betrage seit Beginn der Erkrankung höchstens 30-40% bezogen auf
ein Vollpensum in angestammter und in adaptierter Tätigkeit. Im Haushalt bestehe bei
freier Zeiteinteilung eine Arbeitsunfähigkeit von 0%. Es sei retrospektiv aus
gutachterlicher psychiatrischer Sicht anzunehmen, dass zu keiner Zeit eine andauernde
Arbeitsunfähigkeit von mehr als 30-40 % bestanden habe (IV-act. 67-19).
2.2 In psychiatrischer Hinsicht bestreitet die Beschwerdeführerin den Beweiswert des
Gutachtens von med. pract. F._, indem sie darauf hinweist, die Gutachterin habe das
tumorbedingte Fatigue-Syndrom nicht in die psychiatrische Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit miteinbezogen, sondern ihre Einschätzung ausschliesslich mit der
unabhängig von der tumorassoziierten Fatigue diagnostizierten Angststörung
begründet (act. G 6, Rz 1). Die Beschwerdeführerin wirft der Gutachterin des Weiteren
vor, ihrer Beurteilung unzulässigerweise die Rechtsprechung zu den somatoformen
Schmerzstörungen zugrunde gelegt zu haben (act. G 1, Rz 4).
2.2.1 Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit der tumorassoziierten Fatigue
(Cancer-related Fatigue [CrF]) Folgendes ausgeführt: Krebsbedingte Fatigue ist ein
multidimensionales Syndrom, unter dem die Mehrheit der Krebspatientinnen und -
patienten während der Therapie leidet. Die CrF kann viele Jahre nach
Therapieabschluss andauern und wird durch physische, psychologische und auch
soziale Faktoren beeinflusst. Alle Erklärungsmodelle zur Ursache und Entstehung von
Müdigkeits- und Erschöpfungssyndromen gehen von komplexen und multikausalen
Vorgängen aus. Bei der tumorassoziierten Fatigue können diese durch den Tumor
bedingt oder Folge der Therapie, aber auch Ausdruck einer genetischen Disposition,
begleitender somatischer oder psychischer Erkrankungen, wie auch verhaltens- oder
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umweltbedingter Faktoren sein. [...] (BGE 139 V 347 E. 3.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur). Ursachen und Entstehung der CrF sind demnach nach
derzeitigem Forschungsstand nicht ganz geklärt. Es besteht in der medizinischen
Fachwelt aber Einigkeit darüber, dass sie komplex sind und, wie dargelegt,
somatische, emotionale, kognitive und psychosoziale Faktoren zusammenspielen. Die
CrF kann - auch wenn zugrunde liegende internistische oder psychiatrische
Erkrankungen behandelt worden sind - in 30 bis 40% noch längere Zeit nach
Therapieabschluss andauern. Sie wird in Zusammenhang gebracht mit der
Krankheitsverarbeitung oder langfristigen Anpassungsproblemen. Sie wird aber auch
als mögliche Spätfolge der Therapie im Bereich von Störungen des Stoffwechsels oder
der psychovegetativen Selbstregulation des Körpers gesehen (BGE 139 V 348 E. 3.3).
Definitionsbedingt tritt die CrF immer in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auf.
Ein Hinweis auf die Einordnung in die somatoformen Störungen findet sich in der
medizinischen Literatur nicht. Damit grenzt sich die tumorassoziierte Fatigue auch klar
vom Chronic Fatigue Syndrome (CFS; ICD-10: G93.3) als eigenständiges
Krankheitsbild ab, wenngleich die tumorassoziierte Fatigue noch nicht als eigene
Krankheitsentität Eingang in die ICD gefunden hat. Es bestehen aber von der Fatigue-
Coalition definierte Diagnosekriterien analog zu ICD-10-Kriterien. Als Begleitsymptom
onkologischer Erkrankungen und ihrer Therapie liegt der CrF zumindest mittelbar eine
organische Ursache zugrunde, weshalb es sich nicht rechtfertigt,
sozialversicherungsrechtlich auf die tumorassoziierte Fatigue die zum invalidisierenden
Charakter somatoformer Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze analog
anzuwenden (BGE 139 V 348 E. 3.4 mit Hinweisen).
2.2.2 Med. pract. F._ hat die Ansicht vertreten, ein tumorbedingtes Fatigue-
Syndrom bzw. tumorbedingtes Erschöpfungssyndrom sei als eine Neurasthenie
(ICD-10: F48.0) zu kodieren, weshalb sich die „letztlich juristische Frage“ der
zumutbaren Willensanstrengung nach den Förster-Kriterien zu beurteilen habe (IV-act.
67-17). An dieser Sichtweise bestehen im Licht von BGE 139 V 346 und mangels einer
näheren Begründung von med. pract. F._ erhebliche Zweifel. Allerdings erübrigen
sich Weiterungen hierzu sowie zur mit BGE 141 V 281 begründeten Praxisänderung
(Aufgabe der Überwindbarkeitsvermutung und der Förster-Kriterien), da durch die
gutachterliche Stellungnahme zu den Förster-Kriterien für sich allein die Beweiskraft
der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht erschüttert wird. Entscheidend
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ist nämlich, dass med. pract. F._ es im Gutachten dabei belassen hat, Ausführungen
zu den einzelnen Förster-Kriterien vorzunehmen, ohne daraus Schlüsse auf die
psychiatrisch-gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung zu ziehen (IV-act. 67-17). Sie
hat der Diagnose „Verdacht auf Neurasthenie bzw. «tumorbedingtes Fatigue-
Syndrom» (ICD-10: F48.0)“ ausdrücklich eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zugemessen (IV-act. 67-18). Insoweit erweist sich das Vorbringen der
Beschwerdeführerin, med. pract. F._ habe allein der diagnostizierten Angststörung
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (act. G 6, Rz 1), als aktenwidrig.
Bei der quantitativen und qualitativen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigte
med. pract. F._ (leichte) Einschränkungen in der Stress- und Frustrationstoleranz, der
emotionalen Belastbarkeit sowie der Ausdauer (IV-act. 67-13 und -17 unten) und
bescheinigte immerhin eine 30 bis 40%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten (IV-act. 67-19). Damit hat sie dem tumorbedingten Fatigue-Syndrom bzw.
dem damit verbundenen Erschöpfungszustand (vgl. auch betreffend die von der
Beschwerdeführerin geklagte vermehrte Erschöpfung IV-act. 67-17 oben) sowie den
erhobenen Befunden (IV-act. 67-12 f.) vollumfänglich Rechnung getragen. Im Rahmen
der Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschätzungen hat med. pract. F._ die
Divergenzen zudem nicht mit der Prüfung der Förster-Kriterien, sondern damit
begründet, dass die behandelnden medizinischen Fachpersonen hauptsächlich auf die
subjektiven Leidensangaben der Beschwerdeführerin abgestellt und psychosoziale
Belastungsfaktoren zu stark gewichtet hätten (IV-act. 67-20 f.).
2.3 Des Weiteren spricht die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Stellungnahmen
der seit 26. November 2013 behandelnden Dr. G._ der gutachterlichen Einschätzung
von med. pract. F._ jeglichen Beweiswert ab.
2.3.1 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V
351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden kann und Anlass zu weiteren
Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, welche im
Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer
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anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008,
9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von
der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden
psychiatrischen Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum,
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich,
zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte oder die Expertin lege artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
2.3.2 Med. pract. F._ hat ausgeführt, seit Frühjahr 2011 seien von der
Beschwerdeführerin wiederholt Panikattacken beschrieben worden. Diese hätten sich
aber auf spezifische Situationen oder auf besondere Umstände im Rahmen ihrer
Krebserkrankung und -behandlung bezogen (IV-act. 67-16). Aktuelle Panikattacken hat
sie nicht festgestellt (IV-act. 67-15). Ohne nähere Auseinandersetzung mit den
gutachterlichen Ausführungen diagnostiziert Dr. G._ eine Panikstörung (ICD-10:
F41.0) und hält die von der Beschwerdeführerin geklagten Angstzustände und
Panikattacken (IV-act. 103-2) für situationsungebunden auftretend (vgl. Schreiben vom
23. Mai 2014, IV-act. 98, vom 15. Juli 2014, IV-act. 103-1, und Stellungnahme vom 13.
Dezember 2013, IV-act. 103, S. 2 f.). Allerdings geht Dr. G._ an anderer Stelle davon
aus, dass die Panikstörung als "Folge der Krebserkrankung und der begleitenden
Therapien zu sehen" sei (IV-act. 103-2). Die Beschwerdeführerin gab sodann an,
zunächst unter der Chemotherapie Beschwerden entwickelt zu haben (IV-act. 103-2),
womit nicht ohne Weiteres von "situationsungebundenen" Symptomen die Rede sein
kann. Demnach scheint es vielmehr plausibel, dass die Angst- und Panikzustände nicht
losgelöst von einer konkreten Situation, sondern im Zusammenhang mit den
durchgemachten körperlichen Erkrankungen auftraten. Inzwischen sind sie sowohl
nach Einschätzung der Gutachterin als auch den Angaben der Beschwerdeführerin (IV-
act. 103-3: es sei in den letzten eineinhalb Jahren zu einer Symptomreduktion
gekommen) zurückgegangen. Ausserdem ergeben sich aus der abweichenden
Beurteilung der Situationsabhängigkeit der Panikattacken durch Dr. G._ keine für die
Arbeitsfähigkeit relevanten objektiven Gesichtspunkte, die med. pract. F._ im
Rahmen der von ihr berücksichtigten Angstsymptomatik (IV-act. 67-16) bzw. von ihr
diagnostizierten Angststörung (IV-act. 67-18) ausser Acht gelassen hätte oder die
Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung begründen. Deshalb kann letztlich offen
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bleiben, ob die geschilderte Symptomatik als Angst- oder Panikstörung zu
diagnostizieren ist.
2.3.3 Überdies fehlt den Berichten von Dr. G._ eine eingehende und
nachvollziehbare Begründung ihrer vom Gutachten abweichenden Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit. Die Aussagen von Dr. G._ scheinen hauptsächlich auf den
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu beruhen ("Die Patientin beschreibt
Angstzustände und Panikattacken [...]", IV-act. 103-2; „[...] hat einen hohen
Leidensdruck“, IV-act. 103-1). Hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit beliess es
Dr. G._ im Rahmen der Befunderhebung bei der Angabe „Aufmerksamkeits- und
Gedächtnisstörungen subjektiv“ (IV-act. 103-3) und dies, obschon gerade in diesem
Zusammenhang von med. pract. F._ erhebliche Diskrepanzen zwischen den
Angaben der Beschwerdeführerin und dem klinischen Eindruck während der
dreistündigen Exploration festgestellt wurden (IV-act. 67-13). Die Grundlage für die
Befunde „ausgeprägte starke Erschöpfung und zeitweilig Energielosigkeit“ (IV-act.
103-3) wird ebenfalls nicht näher erläutert. Sie scheinen hauptsächlich auf den
Leidensangaben der Beschwerdeführerin zur schnellen Erschöpfbarkeit und
reduzierten Belastbarkeit zu beruhen (IV-act. 103-2). Eine von den subjektiven
Leidensangaben unabhängige objektive Ressourcenbeurteilung durch Dr. G._ ist
jedenfalls nicht erkennbar. Sie hat sich zudem nicht mit dem von med. pract. F._
beschriebenen eigenwillig anmutenden Krankheitskonzept der Beschwerdeführerin
sowie deren inadäquatem Schonverhalten (IV-act. 67-13; siehe zur Selbstlimitierung IV-
act. 67-16 und zur kritischen gutachterlichen Stellungnahme zur Selbsteinschätzung
IV-act. 67-20) auseinandergesetzt. Relevante objektive Gesichtspunkte, die med. pract.
F._ ausser Acht gelassen hätte, gehen aus ihren Ausführungen nicht hervor. Bei der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. G._ handelt es sich demnach lediglich um eine
vom Gutachten abweichende Würdigung desselben Sachverhalts. Insgesamt vermag
sie die fundierte gutachterliche Einschätzung nicht in Frage zu stellen.
2.4 Gesamthaft gesehen erscheint das psychiatrische Gutachten vom 8. Juli 2013 (IV-
act. 67) schlüssig und widerspruchsfrei. Es legt den Zusammenhang zwischen den
geklagten Beschwerden und den objektiv erhobenen Befunden einleuchtend dar. Med.
pract. F._ hat sich darin mit den bestehenden medizinischen Stellungnahmen und
der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin nachvollziehbar auseinandergesetzt.
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Ferner hat RAD-Ärztin Dr. H._ das Gutachten für umfassend und nachvollziehbar
beurteilt (Stellungnahme vom 16. Juli 2013, IV-act. 68). Sowohl sie als auch RAD-Arzt
Dr. med. I._, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und
Rehabilitation FMH, (Stellungnahme vom 28. Mai 2014, IV-act. 99) schlossen sich der
gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie in
leidensangepasster Tätigkeit an.
2.5 Gestützt auf das Gutachten von med. pract. F._ ist - auch retrospektiv - davon
auszugehen, dass aus psychiatrischer Sicht keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit
von mehr als 30 bis 40% (IV-act. 67-19) bzw. von mehr als dem Mittelwert von 35%
(zur Massgabe des Mittelwerts siehe Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009,
9C_193/2009, E. 1.3.1 mit Hinweis) und keine länger dauernde Einschränkung im
Aufgabenbereich bestanden hat. Für die im Schreiben vom 23. Mai 2014 erwähnte
erneute „Verschlimmerung der Symptome“ (IV-act. 98-1) bestehen keine objektiven
Anhaltspunkte. Solche ergeben sich insbesondere auch nicht aus dem Schreiben von
Dr. G._ vom 15. Juli 2014 (IV-act. 103-1) oder deren Bericht vom 13. Dezember 2013
(IV-act. 103-2 f.). Aus letzterem geht lediglich hervor, dass sich die Beschwerdeführerin
„im Moment“ aufgrund des laufenden IV-Verfahrens „sehr unter Druck“ gesetzt fühle
(IV-act. 103-2). Die Beschwerdeführerin hat in damit zu vereinbarender Weise im
Einwand vom 27. Mai 2014 (Datum Posteingang) keine gesundheitliche
Verschlechterung ins Feld geführt (IV-act. 98-2). Weitere medizinische Abklärungen für
die Zeit nach der Begutachtung vom 24. Juni 2013 bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung am 23. Juli 2014 erübrigen sich deshalb.
2.6 Aus somatischer Sicht gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin trotz der
Krebserkrankung bis Juni 2011 nicht an einer längerdauernden Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit litt (IV-act. 67-14 unten). Gemäss Bericht des Zentrums B._ vom 7.
Dezember 2011 (IV-act. 27) ergab eine Nachsorgekonsultation keinen Hinweis auf
Tumorrezidive (es finden regelmässige Kontrollen statt, IV-act. 64-2). RAD-Ärztin Dr.
med. J._, Praktische Ärztin FMH, erwähnt - nach Telefonat mit dem behandelnden
Dr. K._ - eine somatische Situation mit unauffälligen Tumornachkontrollen (vgl.
Stellungnahme vom 23. August 2012, IV-act. 42, und die weitere Stellungnahme von
RAD-Ärztin Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom
3. Dezember 2012, IV-act. 56). Spätere Berichte der behandelnden Ärzte und Ärztinnen
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ergeben keine Hinweise auf ein verbleibendes relevantes körperliches Leiden. So
äussert sich Dr. E._ in einem Bericht vom 14. Januar 2012 (IV-act. 29) ausschliesslich
zur psychischen Situation; in einem weiteren Bericht vom 6. Juni 2012 (IV-act. 40)
erwähnt er im Weiteren eine Depression und Panikattacken im Rahmen einer
Anpassungsstörung bei Mammakarzinom bei unverändertem Zustand. Gesamthaft
betrachtet ergeben die medizinischen Akten keine Hinweise auf ein Rezidiv oder
anderweitige somatische Beschwerden. Vor diesem Hintergrund kann mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht nicht während einer längeren Zeit in ihrer
Erwerbsfähigkeit bzw. der Fähigkeit, den Haushalt zu besorgen, beeinträchtigt
gewesen ist.
3.
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads kann der Status der Beschwerdeführerin offen
bleiben. Denn selbst wenn sie zu ihren Gunsten als vollzeitlich Erwerbstätige qualifiziert
würde, resultierte im Rahmen eines Einkommensvergleichs bei einer 35%igen
Arbeitsunfähigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die genaue Bestimmung
der massgebenden Vergleichseinkommen kann vorliegend ebenfalls offen bleiben, weil
die angestammte Tätigkeit als Büroangestellte/Sachbearbeiterin einer
leidensangepassten Tätigkeit entspricht (IV-act. 67-19). Ein Tabellenlohnabzug ist nicht
zu gewähren, da die im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung knapp 40-jährige
Beschwerdeführerin sich nicht in einem neuen Beruf bestätigen muss, sondern in
angestammter Tätigkeit arbeiten und somit auch auf ihre früheren Erfahrungen
zurückgreifen kann. Zudem sind auch keine anderweitigen Abzugsgründe ersichtlich.
Die Beschwerdeführerin macht denn auch keinen Tabellenlohnabzug geltend. Im
Rahmen eines Prozentvergleichs resultiert ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 35%.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
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Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.