Decision ID: be53a90f-8ac0-5eaa-8894-e2b3a55787ea
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
Der Versicherte erlitt am 23. September 2002 einen Verkehrsunfall, bei dem er sich ein
Zervikalsyndrom zuzog. Dieses Syndrom heilte wieder ab, so dass er von seinem
Hausarzt ab 30. Oktober 2002 wieder voll arbeitsfähig geschrieben werden konnte
(Dossier Fremdakten, Einspracheentscheid der SUVA S. 2 oben). Am 14. Dezember
2004 prallte ein Auto in das Heck des vom Versicherten gelenkten Autos. Der Kreisarzt
der SUVA hielt in einem Bericht vom 27. Januar 2005 fest, gemäss den
Befunderhebungen im Spital Walenstadt und gemäss den Angaben des Hausarztes
habe sich der Versicherte dabei eine HWS-Distorsion zugezogen. Ausserdem sei der
Versicherte in Behandlung wegen Krankheit, nicht unfallkausalen Befunden. In seiner
Beurteilung stellte der Kreisarzt fest, die Symptomatik korreliere teilweise mit einem
cranio-cervicalen Beschleunigungstrauma. Soweit beurteilbar seien auch kognitive
Basisfunktionen betroffen. Die objektiv nachweisbaren Befunde seien wenig
ausgeprägt. Er werde eine MRI-Abklärung veranlassen (Dossier Fremdakten). Dr. med.
B._, Radiologie FMH, berichtete dem SUVA-Kreisarzt am 4. Februar 2005, MR-
tomographisch sei eine ausgeprägte Streck- und Schiefhaltung der HWS ohne
Nachweis einer Diskushernie oder einer diskoligamentären Verletzung ermittelt worden
(Dossier Fremdakten). Vom 9. Februar bis 9. März 2005 hielt sich der Versicherte in der
Rehaklinik Bellikon auf. Im Austrittsbericht vom 14. März 2005 wurde ausgeführt, der
Versicherte sei mit einem weitreichenden Beschwerdebild mit Nackenschmerzen,
Schulterschmerzen, Kraftlosigkeit der Arme, Durchschlafstörungen, Übelkeit,
Erbrechen, beidseitigem Ohrensausen und weiteren Symptomen zur stationären
Rehabilitation aufgenommen worden. Bei der Aufnahmeuntersuchung seien extreme
Druckdolenzen im Bereich des gesamten M. trapezius und eine stark eingeschränkte
HWS-Beweglichkeit festzustellen gewesen. Es hätten aber keine konkreten
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neurologischen Defizite bestanden. Bei der rheumatologischen Untersuchung habe der
Versicherte in bezug auf die subjektive Beeinträchtigung und in bezug auf die
Funktionen ein maximal schlechtes Bild gezeigt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit habe
eine Symptombetonung vorgelegen. Eine ausführliche funktionelle Testung sei
aufgrund der ausgeprägten Schon- und Vermeidungshaltung nicht möglich gewesen.
Unter Berücksichtigung des biomechanischen Gutachtens, das Kollisionskräfte unter
der Harmlosigkeitsgrenze ergeben habe, sei von rheumatologischer Seite auf eine
Aggravation geschlossen und unfallbedingt eine normale Arbeitsfähigkeit ermittelt
worden. Die neuropsychologischen Befunde hätten auf eine erhebliche
Dauerleistungseinschränkung (vor allem Defizite der Aufmerksamkeit, der
Exekutivfunktionen und des Gedächtnisses) hingewiesen. Zudem hätten sich
psychische Auffälligkeiten mit vermindertem Antrieb und gedämpfter Stimmungslage
gezeigt. Es seien auch Zeichen einer Verdeutlichungstendenz vorhanden gewesen. Die
Ursache der Störung sei am ehesten im Rahmen einer Schmerzsymptomatik und einer
reaktiv-psychischen Störung zu sehen. Von psychiatrischer Seite her habe keine
typische oder spezifische Störung festgestellt werden können. Die Art der Präsentation
der Beschwerden habe jedoch auf eine bewusste Verdeutlichungstendenz schliessen
lassen. Die geklagten und demonstrierten Gedächtnisdefizite hätten atypisch gewirkt.
Es habe keine spezifische Psychopathologie bestanden, welche die geklagte oder
präsentierte Stimmung hätte erklären können. Die Rehaklinik Bellikon attestierte eine
normale Arbeitsfähigkeit bei Aggravation (Dossier Fremdakten). Der Versicherte liess
der SUVA einen Bericht von Dr. med. C._, FMH für Neurologie, vom 3. Mai 2005 ein
reichen. Gemäss diesem Bericht bestand überhaupt keine Arbeitsfähigkeit mehr.
Dr. C._ begründete diese Einschätzung damit, dass der Aufprall sehr heftig gewesen
sei, dass der Versicherte für eine halbe Stunde das Bewusstsein verloren habe und
dass dann intensive Nacken- und Kopfschmerzen mit begleitendem Schwindel
aufgetreten seien (Dossier Fremdakten). In ihrem Einspracheentscheid vom 20. Juli
2005 verneinte die SUVA einen Leistungsanspruch des Versicherten, wobei sie
insbesondere darauf hinwies, dass gemäss der biomechanischen Beurteilung eine
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von 10 bis 15 km/h eingetreten sei, so
dass die Harmlosigkeitsgrenze von 10 bis 15 km/h nicht überschritten worden sei
(Dossier Fremdakten).
B.
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Am 25. August 2005 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an. Im
Gesuchsformular gab er u.a. an, er habe in seinem Herkunftsland den Beruf des
Schuhmachers erlernt. Von 1998 bis Dezember 2004 sei er als Maschinenarbeiter tätig
gewesen (IV-act. 1). Dr. med. D._ berichtete der IV-Stelle am 23. September 2005,
der Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem 14. Dezember 2004 zu
100% arbeitsunfähig. Der Versicherte leide an einem posttraumatischen zervikalen
Schmerzsyndrom bei St. n. zwei Unfällen der HWS und an einer Depressivität. Der
teilweise völlig apathische Versicherte sei kaum für irgendeine Arbeitsaufnahme zu
bewegen (IV-act. 11-1/18 bis 4/18). Dr. D._ legte einen Bericht der Klinik Valens an
die CSS Versicherungen bei. Gemäss diesem Bericht hatte die rheumatologische
Untersuchung die Diagnose eines chronischen zervikozephalen Schmerzsyndroms
bestätigt. Es hatten sich deutliche myofasziale Befunde im Bereich des Nackens und
des Schultergürtels bei einer deutlichen Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule und
bei einer muskulären Dysbalance gezeigt. Die demonstrierten Beeinträchtigungen
waren aber durch die klinischen Befunde nur ungenügend erklärbar gewesen. Die
ergonomische Abklärung hatte eine deutlich reduzierte Belastbarkeit ergeben, die aber
allein durch die Funktionsstörung der HWS nicht hatte erklärt werden können. Da der
Versicherte eine deutliche Selbstlimitierung aufgewiesen hatte, war es nicht möglich
gewesen, das physisch-funktionelle Leistungsmaximum zu beobachten. Die
demonstrierte Belastbarkeit war minimal gewesen. Im Rahmen der psychosomatischen
Abklärung hatte eine mittelgradige depressive Symptomatik imponiert. In den
vorausgegangenen zwei Monaten war eine deutliche progrediente Entwicklung dieser
depressiven Symptomatik zu verzeichnen gewesen. Aus rheumatologischer und
ergonomischer Sicht hatte keine Therapie empfohlen werden können. Hingegen war
eine Therapie der depressiven Symptomatik als sinnvoll betrachtet worden. Der
Versicherte war nach der Ansicht der Ärzte der Klinik Valens für eine körperlich leichte
und wechselbelastende Tätigkeit mit Gewichtsbelastung bis maximal 10 kg zu 50%
arbeitsfähig. Nach einer adäquaten Behandlung der aktuell mittelgradigen depressiven
Symptomatik für vier bis sechs Monate sollte die Arbeitsfähigkeit reevaluiert werden,
denn es war zu erwarten, dass durch eine Besserung der psychiatrischen Symptomatik
auch die Arbeitsfähigkeit ansteigen würde (IV-act. 11-17/18 bis 18/18). Die E._ teilte
der IV-Stelle am 28. Oktober 2005 mit, der Versicherte würde als Maschinist aktuell Fr.
57'908.- verdienen (IV-act. 13). Dr. med. F._ vom RAD empfahl am 27. Dezember
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2005 eine polydisziplinäre Begutachtung (IV-act. 14). Die mit der Abklärung betraute
MEDAS Zentralschweiz teilte der IV-Stelle am 4. Juni 2007 mit, sie habe das Gutachten
nicht erstellen können. Der Versicherte sei zwar zum vereinbarten Untersuchungstermin
erschienen, aber es sei nicht möglich gewesen, von ihm die für ein rechtsgenügliches
Gutachten erforderlichen Angaben zu bekommen. Deshalb habe die Abklärung
abgebrochen werden müssen (IV-act. 20). Der Versicherte bestätigte am 24. Oktober
2007, dass er bereit sei, sich einer medizinischen Abklärung zu unterziehen und dabei
alle nötigen Auskünfte zu erteilen (IV-act. 25).
C.
Die medizinischen Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz berichteten in ihrem
Gutachten vom 8. Juli 2008, für die Eintrittsuntersuchung sei eine Dolmetscherin
beigezogen worden. Damit seien die sprachlich bedingten Verständigungsprobleme
ausgeschaltet worden. Trotzdem sei es schwierig gewesen, die Anamnese zu erheben,
da der Versicherte manchmal nicht auf die Fragen geantwortet habe, sich oft einsilbig
gezeigt, vage Angaben gemacht und häufig angegeben habe, sich an frühere
Vorkommnisse nicht mehr richtig erinnern zu können. Deshalb seien die Daten der
Anamnese teilweise den Akten entnommen worden. Der rheumatologische
Sachverständige gab an, es bestehe ein ausgeprägter myofaszialer Reizzustand im
gesamten Nacken- und Schulterbereich mit einer massiv eingeschränkten
Beweglichkeit der HWS in alle Richtungen. Aufgrund des jahrelangen Schonverhaltens
lägen zudem eine erhebliche muskuläre Dysbalance und eine Dekonditionierung vor.
Anhaltspunkte für eine radikuläre Symptomatik oder für eine Segmentinstabilität
fehlten. Die körperliche Untersuchung sei durch ein extremes Schmerzverhalten massiv
erschwert gewesen. Diskrepant zu diesem Schmerzverhalten seien die bildgebenden
Befunde als leichtgradig zu bezeichnen gewesen. Bezüglich des myofaszialen
Reizzustandes sei von rheumatologischer Seite her kein organisches Substrat zu
erkennen gewesen. Das ganze Beschwerdebild habe sich rheumatologisch nicht
hinreichend erklären lassen. Aus rheumatologischer Sicht sei eine leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ganztags und ohne Leistungseinbusse
möglich gewesen. Der psychiatrische Sachverständige berichtete, die Angaben des
Versicherten seien oft widersprüchlich gewesen. Bezüglich seines Verhaltens und
seiner Problempräsentation seien die Kriterien einer relativ ausgeprägten Aggravation
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erfüllt gewesen, während wohl eher nicht von einer Simulation auszugehen sei.
Insgesamt sei es nicht möglich gewesen, die subjektiven Beschwerden mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu objektivieren und gesicherte Diagnosen zu
stellen. Eine klassische dissoziative Störung habe nicht diagnostiziert werden können.
Testpsychologisch habe eine leichte bis mittelschwere Depression vorgelegen, wobei
keine eigentliche depressive Störung, sondern nur eine gedrückte, leere Stimmung zu
objektivieren gewesen sei. Die depressive Stimmung sei vor allem die Folge der
Schmerzen und des Stellenverlusts. Sie verstärke ihrerseits wieder die Schmerzen.
Zusätzlich gebe es Hinweise auf das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung.
Die Schmerzen seien nicht eindeutig somatisch zu erklären gewesen und sie seien
vage geschildert worden. Ausserdem sei eine Alexithymie festzustellen gewesen. Die
Coping-Möglichkeiten seien begrenzt gewesen. Eine vorbestehende schwerwiegende
psychosoziale Belastung habe gefehlt. Deshalb habe die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung nicht eindeutig gestellt werden können, sie habe aber auch nicht
sicher ausgeschlossen werden können. Sie sei aber wahrscheinlicher als eine einfache,
nicht krankheitswertige Symptomausweitung. Da wegen der kognitiven Störung eine
erhöhte Selbst- und Fremdgefährdung möglich sei, bestehe für die Arbeit als
Maschinist eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der Depression und der
Schmerzen seien der Antrieb, die Ausdauer, die Konzentrationsfähigkeit und das
Selbstvertrauen des Versicherten beeinträchtigt. Wegen des schlechten Schlafs sei die
Regenerationsfähigkeit reduziert. Dies führe zu einer Einschränkung der
Leistungsfähigkeit um 30%, wobei die Präsenzzeit nicht wesentlich eingeschränkt sei.
Die insgesamt erhobenen Diagnosen lauteten: Leichte bis mittelgradige depressive
Störung mit somatischem Syndrom (St. n. HWS-Distorsionstrauma infolge
Heckauffahrkollision 14.12.04), anhaltende somatoforme Schmerzstörung,
chronifiziertes zervikozephales Schmerzsyndrom (Fehlhaltung mit ausgeprägter
myofaszialer Irritation der Nacken-/Schulterpartie bds. linksbetont, St. n. HWS-
Distorsionstrauma infolge Heckauffahrkollision 2004, St. n. wahrscheinlicher leichter
Frontalkollision 2003, St. n. Verkehrsunfall 1993 mit unbekanntem Unfallmechanismus)
sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Verdacht auf sonstige dissoziative
Störungen (Konversionsstörungen, Ganser-Syndrom), chronisches
lumbovertebrogenes Syndrom (Fehlhaltung mit muskulärer Dysbalance und
Dekonditionierung), Oberbauchbeschwerden und V. a. Restless legs-Syndrom. Die
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Gesamtbeurteilung ergab eine Arbeitsunfähigkeit von 30% in einer adaptierten
Tätigkeit. Eine solche Tätigkeit musste leicht bis mittelschwer und wechselbelastend
sein. Überkopfarbeiten und ausschliesslich stehend oder sitzend in einer
Zwangshaltung auszuübende Arbeiten waren auszuschliessen. Eine adaptierte
Tätigkeit durfte weder die Schmerzen verstärken noch einen intensiven Kontakt mit
Kunden beinhalten. Die medizinischen Sachverständigen empfahlen eine
Psychotherapie sowie die Weiterführung der medikamentösen Therapie, wobei
allerdings ein Wechsel des Medikaments erwogen werden sollte. Zur Frage nach dem
Beginn der Arbeitsunfähigkeit gaben die Sachverständigen an, ab dem Unfall am 14.
Dezember 2004 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten
bestanden. Beim Austritt aus der Rehaklinik Bellikon am 9. März 2005 sei
rheumatologisch eine volle Arbeitsfähigkeit postuliert worden. Aus psychiatrischer
Sicht sei damals keine krankheitswertige Störung nachgewiesen worden. Am 5.
September 2005 sei im Gutachten der Klinik Valens eine Arbeitsfähigkeit von 50%
attestiert worden, wobei offenbar der psychische Zustand ausschlaggebend gewesen
sei. In der Folge sei dem Versicherten von verschiedenen behandelnden Ärzten eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Die Sachverständigen der MEDAS
hielten dies für unwahrscheinlich und nicht nachvollziehbar, wenn man sich
ausschliesslich auf die krankhaften Befunde beschränke. Die behandelnden Ärzte
hätten sich wohl vor allem auf die Aussagen des Versicherten abgestützt. Dabei hätten
sie die IV-fremden Faktoren und die offensichtliche Aggravation nicht als solche
gewertet (IV- act. 45).
D.
Am 6./9. Februar 2009 erfuhr die IV-Stelle, dass der Versicherte erneut einen Autounfall
erlitten habe und sich im Spital befinde (IV-act. 57). In einem Austrittsbericht des
Spitals Grabs wurde am 10. Februar 2009 festgehalten, der Versicherte sei mit 70 km/h
gegen eine Betonwand gefahren. Augenzeugen hätten über ein auffälliges Verhalten
nach dem Ereignis berichtet: Bewusstes Schlagen des Kopfs gegen das Lenkrad. Die
Ärzte des Spitals Grabs berichteten weiter, der Versicherte habe bei Spitaleintritt eine
retrograde Amnesie für das Ereignis sowie eine mangelnde Orientierung zu Zeit und
Person gezeigt. Das Schädel-CT sei unauffällig gewesen. Es hätten auch keine
behandlungsbedürftigen Verletzungen vorgelegen. Während des Aufenthalts habe der
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Versicherte ein auffälliges aggressives Verhalten vor allem gegenüber dem weiblichen
Pflegepersonal und gegenüber den Ärztinnen gezeigt. Gleichzeitig sei der Versicherte
beim Versuch, allfällige weitere HWS-Verletzungen zu untersuchen, in einem massiven
Umfang unkooperativ gewesen. Er sei in die psychiatrische Klinik Pfäfers verlegt
worden (IV-act. 62). Die IV-Stelle verglich ein anhand der Lohnangaben der E._
ermitteltes Valideneinkommen von Fr. 57'908.- mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 41'265.- (70% von Fr. 58'950.-). Daraus resultierte ein
Invaliditätsgrad von 29% (IV-act. 73). Mit einem Vorbescheid vom 17. Juli 2009 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, sein Rentengesuch
abzuweisen (IV-act. 76). Der Versicherte liess am 15. September 2009 einwenden, er
habe einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Arbeitsfähigkeit von 70% sei
nämlich nur noch an einem geschützten Arbeitsplatz zu verwirklichen. Der Unfall vom
5. Februar 2009 zeige, dass psychische Beschwerden vorlägen. Diesbezüglich seien
genauere Abklärungen unterblieben (IV-act. 80). Mit einer Verfügung vom 13.
November 2009 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Sie ging von einem
Invaliditätsgrad von 29% aus. In der Verfügungsbegründung wies sie insbesondere
darauf hin, dass die geltend gemachten psychischen Beschwerden genügend
abgeklärt worden seien (IV-act. 82).
E.
Der Versicherte liess am 15. Dezember 2009 Beschwerde erheben und die Ausrichtung
einer ganzen Invalidenrente beantragen. Zur Begründung führte sein Rechtsvertreter
aus, der frühestmögliche Rentenbeginn sei der 1. Dezember 2005, weil sich der
Verkehrsunfall am 14. Dezember 2004 ereignet habe. Ohne den Unfall hätte der
Beschwerdeführer im Jahr 2004 Fr. 59'246.- verdient. Aufgrund der
Nominallohnentwicklung (1,0%) sei für das Jahr 2005 von Fr. 59'838.- auszugehen.
Dieser Betrag sei als Valideneinkommen zu berücksichtigen. Bis zur Begutachtung
durch die MEDAS Zentralschweiz sei nie eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50%
bescheinigt worden. Diese Einschätzung gehe auf einen Bericht der Klinik Valens vom
5. September 2005 zurück. Dieser Bericht habe volle Beweiskraft. Das auffällige
Aussageverhalten des Beschwerdeführers sowohl bei der ersten als auch bei der
zweiten MEDAS-Untersuchung sei ein deutlicher Hinweis auf eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Dasselbe gelte für das Verhalten während der Notfallhospitalisation.
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Dieses Verhalten sei Ausfluss einer Erkrankung. der Beschwerdeführer sei einem
möglichen Arbeitgeber offensichtlich nicht zumutbar. Die möglichen
leidensangepassten Tätigkeiten seien auf dem theoretischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt auf wenige Nischenstellen beschränkt. Deshalb bestehe keine
Restarbeitsfähigkeit. Selbst wenn noch eine Resterwerbsfähigkeit vorhanden wäre,
könnte sie höchstens 50% betragen. Die MEDAS-Abklärung habe keine zeitechte
klinische Untersuchung beinhaltet, weshalb das Gutachten die zuverlässige
Einschätzung der Klinik Valens nicht widerlegen könne. Das müsse zumindest bis 30.
Juni 2008 gelten, da die MEDAS die Geltung ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die
Zeit ab der Untersuchung beschränkt habe. Zur Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens sei von einem anhand der Lohnstrukturerhebung 2004
ermittelten Einkommen von Fr. 57'566.- auszugehen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad
von 50% resultiere ein Einkommen von Fr. 28'783.-. Davon seien zusätzlich 25%
abzuziehen (Ausländernachteil, Dienstaltersnachteil, Teilzeitnachteil,
Verhaltensauffälligkeiten), so dass ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr.
23'026.- resultiere. Das entspreche einem Invaliditätsgrad von 62%. Selbst bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% würde ein Invaliditätsgrad von 54% resultieren (act.
G1).
F.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. März 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung machte sie geltend, auf das Gutachten
der MEDAS könne ohne weiteres abgestellt werden, da es den Anforderungen der
Rechtsprechung genüge. Der Beschwerdeführer sei weder aufgrund der medizinisch-
theoretischen Arbeitsunfähigkeit noch aus einem anderen Grund so eingeschränkt,
dass für ihn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Stellen vorhanden wären. Der
Beginn der Arbeitsfähigkeit von 70% sei im Gutachten auf den 1. Juli 2008 gelegt
worden. Die Untersuchung vom 29. Mai 2007 sei aufgrund der Verletzung der
Mitwirkungspflicht unterblieben. Die Beweislosigkeit könne nicht ihr, der
Beschwerdegegnerin, angerechnet werden, da sie alles versucht habe, um die
rechtserheblichen Tatsachen zu klären. Es sei kein zusätzlicher Abzug zu
berücksichtigen, da sehr viele Ausländer Hilfsarbeiter seien, so dass ein allfälliger
"Ausländernachteil" bereits im Zentralwert enthalten sei. Da der Beschwerdeführer
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ganztags arbeitsfähig sei, entfalle auch ein Teilzeitabzug. Im übrigen wäre auch bei
einem Teilzeitabzug von 9% kein Anspruch auf eine Rente gegeben (act. G6).
G.
In der Replik vom 22. März 2010 liess der Beschwerdeführer geltend machen, er sei
nach dem Unfall vom 5. Februar 2009 zwei Tage in der Klinik St. Pirminsberg
hospitalisiert gewesen. Danach sei er in der Tagesklinik, Psychiatrisches Zentrum
Trübbach, ambulant psychiatrisch weiterbehandelt worden. Gemäss dem Schreiben
von Dr. med. G._, Psychiatrie-Dienste, vom 23. Februar 2010 habe die Behandlung
vom 22. April bis 6. November 2009 kaum Fortschritte gebracht. Der Beschwerdeführer
habe sich resigniert-passiv verhalten und sei nicht motiviert gewesen. In seinen
affektiven Äusserungen habe er starr und in der Stimmung gedrückt gewirkt. Er leide
an einer rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradig ausgeprägten Episoden
mit somatischem Syndrom, an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und
an einem posttraumatischen zervikozephalen Schmerzsyndrom bei St. n. zwei Unfällen
(2002 und 2004). Die Krankheit sei mittlerweile zu einem chronischen, therapeutisch
kaum mehr beeinflussbaren Geschehen geworden. Der Beschwerdeführer scheine
kaum mehr in der Lage zu sein, seinem Leiden ein wirkungsvolles Handeln entgegen zu
setzen. Aufgrund der langen Leidenszeit und der geringen Beeinflussung durch
therapeutische Massnahmen sei nicht mehr mit einer wesentlichen Besserung zu
rechnen. Es bestünden keine Zweifel, dass es sich bei der Krankheit um einen
verfestigten, therapeutisch kaum noch angehbaren Leidenszustand handle. Da man
aufgrund der schlechten Sprachkenntnisse wenig über die innere seelische Dynamik
habe erfahren können, wäre es verfehlt, sich zur Frage der Bedeutung des Leidens zu
äussern. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers führte gestützt auf die Notizen
der Tagesklinik weiter aus, der behandelnde Psychiater habe mit dem
Beschwerdeführer kein adäquates Gespräch führen können. Der Beschwerdeführer
habe keine adäquaten Antworten auf einfache Fragen geben können. Bei ihm sei keine
Eigeninitiative spürbar gewesen und er habe die Behandlung gern abbrechen wollen. Er
leide an Ganzkörperschmerzen, Kopfschmerzen mit Erbrechen, Schwindel,
Albträumen, Schlafstörungen, Atempausen während der Nacht, Niedergeschlagenheit
am Morgen. Er sei affektarm, könne kaum Auskunft geben, sei deutlich depressiv
gestimmt, wirke gedrückt und grüblerisch. Sein häuslicher Alltag sei von Rückzug
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geprägt. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers führte in rechtlicher Hinsicht aus,
der MEDAS hätten nicht die vollständigen SUVA-Akten vorgelegen. Die nach der
Begutachtung erstellten medizinischen Akten enthielten wesentliche Informationen, die
für die Beurteilung der Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung notwendig seien. Die
von den Sachverständigen der MEDAS festgestellte Aggravation sei nach der
allgemeinen Lebenserfahrung den vorbehandelnden und vorbegutachtenden Ärzten
nicht entgangen. Aufgrund der neu vorliegenden Akten der Tagesklinik stehe fest, dass
allein schon die somatoforme Schmerzstörung trotz einer zumutbaren
Willensanstrengung nicht überwunden werden könnte. Die erste Begutachtung durch
die MEDAS sei nicht verweigert worden. Vielmehr sei der Beschwerdeführer schon
damals aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage gewesen, ein taugliches
Gespräch zu führen. Der Zentralwert der Löhne der Schweizer Hilfsarbeiter betrage
Fr. 4841.-, derjenige der Ausländer Fr. 4500.-. Also gebe es einen Nachteil von 7% (act.
G9).
H.
Die Beschwerdegegnerin wandte am 26. April 2010 ein, die Gutachter der MEDAS
hätten sich mit den wesentlichen Unterlagen der SUVA auseinandergesetzt. Die
geltend gemachten Sprachschwierigkeiten seien unerheblich gewesen, weil die
Begutachtung im Beisein einer Dolmetscherin stattgefunden habe, was bei den
Gesprächen bei den Psychiatrie-Diensten Süd nicht der Fall gewesen sei. Die
Aggravation bzw. die deutliche Tendenz zur Symptomausweitung sei nicht erst im
MEDAS-Gutachten diskutiert worden. Auch die Klinik Valens und die Klinik Bellikon
hätten darauf hingewiesen (act. G10).
I.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 28. Juni 2010 zwei ärztliche
Zeugnisse des Psychiatrie-Zentrums Werdenberg-Sarganserland ein. Er beantragte
dem Gericht die Einholung eines ausführlichen Berichts dieser Institution. In den
genannten beiden Berichten war eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers für die Periode 19. April bis 30. Juni 2010 bestätigt worden (act.
G12.1). In einer Eingabe vom 28. März 2011 führte der Rechtsvertreter des
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Beschwerdeführers aus, letzterer sei vom 11. Januar bis 25. Februar 2011 wegen einer
schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome und wegen einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung in der psychiatrischen Klinik St.
Pirminsberg in Pfäfers hospitalisiert gewesen. Das Gericht solle schriftliche Auskünfte
der Klinik und des Psychiatrie-Zentrums Werdenberg-Sarganserland einholen (act.
G14).

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten seit der Anmeldung zum Leistungsbezug. Bis zum 1. Januar 2008
(Inkrafttreten der 5. IV-Revision) entstand der Rentenanspruch unabhängig vom
Zeitpunkt der Anmeldung in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40%
arbeitsunfähig gewesen war, d.h. mit der Erfüllung des sogenannten Wartejahres (aArt.
29 Abs. 1 lit. b IVG). Bei einer verspäteten Anmeldung zum Leistungsbezug war die
Nachzahlung der Rente aber auf die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate
beschränkt gewesen (aArt. 48 Abs. 2 IVG). Der Beschwerdeführer hat sich am 25.
August 2005 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Nach der geltenden Regelung
könnte er also frühestens ab 1. März 2006 einen Anspruch auf eine Invalidenrente
haben. Nach der früheren, mit der 5. IV-Revision ausser Kraft gesetzten Regelung wäre
ein allfälliger Rentenanspruch mit der Erfüllung des Wartejahres am 14. Dezember 2005
möglich. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) ist in seinem IV-
Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 von einer ausfüllungsbedürftigen
intertemporalrechtlichen Gesetzeslücke ausgegangen. Es hat vorgeschlagen, diese
Lücke durch die Anordnung einer weiteren Anwendbarkeit des an sich aufgehobenen
Rechts betreffend den Zeitpunkt der Entstehung des Rentenanspruchs zu füllen. Das
solle für jene Fälle gelten, in denen der Versicherungsfall vor dem Inkrafttreten der 5.
IV-Revision eingetreten sei. Das Bundesgericht hat diese Lückenfüllung als
rechtmässig betrachtet (vgl. etwa das Urteil 8C_233/2010 vom 7. Januar 2011). Im
vorliegenden Fall ist deshalb in Anwendung der altrechtlichen Bestimmungen zu
prüfen, wann ein allfälliger Rentenanspruch entstanden ist.
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2.
Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das eine versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.1 Der Einkommensvergleich kann erst erfolgen, wenn alle Sachverhaltselemente,
auf die sich die Bemessung des Validen- und des zumutbaren Invalideneinkommens
abstützt, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Dabei
ist zu beachten, dass es sich bei der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens notwendigerweise um eine Prognose handelt, die - unter dem
Vorbehalt der Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG - bis zum Erreichen des
Pensionierungsalters Bestand haben muss. Diese Prognose beruht auf einer
Arbeitsfähigkeitsschätzung, die vom medizinischen Sachverständigen abgegeben wird
und die selbst auch wieder eine Prognose ist, weil der medizinische Sachverständige
die Frage zu beantworten hat, wie die Arbeitsfähigkeit in der Zukunft aussehen wird.
Nur bei einer rückwirkenden Rentenzusprache kann für die Vergangenheit eine
"definitive" (d.h. mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachweisbare) Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben werden. Die
Arbeitsfähigkeitsprognose für die Zukunft kann offenkundig nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit belegt werden, da sie keine Tatsache, sondern eben nur eine
Erwartung ist. Sie ist nur plausibler als andere mögliche Prognosen. Eine
Arbeitsfähigkeitsprognose für die Zukunft, von der mit ausreichender
Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass sie längerfristig zutreffen wird, kann erst dann
abgegeben werden, wenn sich der Gesundheitszustand der versicherten Person
stabilisiert hat. Mit dem Einkommensvergleich zur Bemessung der (prognostischen)
Invalidität muss deshalb zugewartet werden, bis von einem in diesem Sinn stabilen
Gesundheitszustand ausgegangen werden kann. Vorher abgegebene
Arbeitsfähigkeitsschätzungen haben in aller Regel keinen Beweiswert, da sie nur den
aktuellen Zustand wiedergeben, von dem aber nicht zu erwarten ist, dass er
längerfristig Bestand haben wird.
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2.2 Die medizinischen Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz haben in ihrem
Gutachten (vgl. IV-act. 45) eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer der
Behinderung angepassten Erwerbstätigkeit von 70% angegeben. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist nicht nur auf ihre inhaltliche Überzeugungskraft, sondern
auch darauf zu prüfen, ob sie sich auf einen stabilen Gesundheitszustand gestützt hat
und deshalb geeignet gewesen ist, als längerfristige Prognose der Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens und damit des Invaliditätsgrades zu dienen. Die
Sachverständigen der MEDAS haben sich im Gutachten nicht dazu geäussert, ob es
sich bei ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung um eine Momentaufnahme im Rahmen eines
im Fluss befindlichen Krankheitsgeschehens oder um eine längerfristige Prognose auf
der Grundlage einer stabilen gesundheitlichen Situation gehandelt hat. Sie haben aber
darauf hingewiesen, dass die bereits laufende Psychotherapie intensiviert und optimiert
und dass auch die medikamentöse Behandlung fortgesetzt werden sollte. Auf den
ersten Blick scheinen die Sachverständigen der MEDAS damit von einem noch im
Fluss befindlichen, weil unmittelbar besserungsfähigen Zustand ausgegangen zu sein.
Erfahrungsgemäss weisen medizinische Sachverständige auf die Unmöglichkeit hin,
eine verbindliche Arbeitsfähigkeitsprognose abzugeben, wenn der Gesundheitszustand
noch nicht stabil ist. Fehlt ein solcher Hinweis, sind die vorgeschlagenen
therapeutischen Massnahmen nur längerfristig geeignet, eine Verbesserung zu
bewirken, so dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung als Prognose zu verstehen ist und ein
allfälliger Erfolg der vorgeschlagenen therapeutischen Massnahmen in der ferneren
Zukunft zu einer Veränderung der Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. des
Invaliditätsgrades und damit zu einer Revision der laufenden Invalidenrente führen
würde. So ist auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen der MEDAS
zu interpretieren, d.h. bei der Angabe einer Arbeitsunfähigkeit von 30% hat es sich
nach der Überzeugung dieser Sachverständigen um eine auf einen stabilen
Gesundheitszustand abstützende und damit längerfristig gültige
Arbeitsfähigkeitsprognose gehandelt.
2.3 Bevor die Beschwerdegegnerin gestützt auf diese Arbeitsfähigkeitsschätzung
einen Einkommensvergleich hat vornehmen und gestützt darauf hat verfügen können,
ist der Beschwerdeführer erneut verunfallt. Die Beschwerdegegnerin hat das
Abklärungsverfahren wieder aufgenommen, indem sie den Austrittsbericht des Spitals
Grabs angefordert hat. Dieser Bericht hat gezeigt, dass der Beschwerdeführer durch
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den Unfall keine Veränderung in seinem somatischen Gesundheitszustand erfahren hat
(vgl. IV-act. 62). Hingegen hat dieser Bericht Indizien dafür enthalten, dass sich der
psychische Gesundheitszustand verschlechtert haben könnte. Der Beschwerdeführer
war nämlich im Spital Grabs psychisch so auffällig gewesen, dass er im Anschluss an
die stationäre Notfallbehandlung an die psychiatrische Klinik St. Pirminsberg in Pfäfers
überwiesen worden war. Trotzdem hat die Beschwerdegegnerin das
Abklärungsverfahren nach dem Eingang des Berichts des Spitals Grabs de facto
wieder abgeschlossen. Sie hat also keinen Bericht der psychiatrischen Klinik St.
Pirminsberg oder der anschliessend zuständigen Psychiatrie-Dienste Werdenberg-
Sargans eingeholt, weil sie davon ausgegangen ist, dass der jüngste Unfall keine
Schäden hinterlassen habe, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden (vgl. IV-
act. 73-2/2). Im Ergebnis muss die Beschwerdegegnerin also davon ausgegangen sein,
dass sich der psychische Zustand des Beschwerdeführers nach der Begutachtung
durch die MEDAS Zentralschweiz nicht mehr verändert hatte, also stabil und damit
geeignet war, die Grundlage einer plausiblen langfristigen Arbeitsfähigkeitsschätzung
zu bilden. Dementsprechend hat sie dem Beschwerdeführer auf der Grundlage einer
Arbeitsunfähigkeit von 30% einen abweisenden Vorbescheid zugestellt (vgl. IV-act. 76).
In seinem Einwand gegen diesen Vorbescheid hat der Beschwerdeführer keine nach
der Begutachtung durch die MEDAS eingetretene Verschlechterung seines
Gesundheitszustands geltend gemacht. Die Beschwerdegegnerin hat verfügt, ohne
weitere Abklärungen im Hinblick auf die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit
und auf deren allfällige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorgenommen zu haben.
In der Beschwerdebegründung hat sich der Beschwerdeführer wieder nur mit der
Überzeugungskraft des MEDAS-Gutachtens auseinandergesetzt. Erst in der Replik hat
er Berichte über die psychiatrische Behandlung einreichen lassen. In der fortlaufenden
Berichterstattung der Tagesklinik Trübbach über den teilstationären Aufenthalt ist ein
Verhalten des Beschwerdeführers geschildert worden, das weitgehend demjenigen
anlässlich der MEDAS-Abklärung entsprochen hat. So hat der Beschwerdeführer
beispielsweise angegeben, er wisse nicht, ob eine IV-Abklärung im Gang sei und er hat
das Alter und die Namen seiner Kinder erst nach längerem Nachdenken angeben
können. Der Beschwerdeführer hat sich schwer getan, konkrete Fragen zu seinem
Befinden gezielt zu beantworten, während er bei sachlichen und strukturellen Themen
keine Beeinträchtigung gezeigt hat. Er hat die teilstationäre Therapie schliesslich
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abgebrochen, weil sie ihm nicht gefalle und weil er keine Verbesserung seines
Gesundheitszustandes erkennen könne. Die fortlaufende Berichterstattung der
Tagesklinik liefert keinen Hinweis darauf, dass sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der MEDAS-Begutachtung in
massgeblicher Weise verändert haben könnte. Dr. G._ von den Psychiatrie-Diensten
hat zwar in seinem Bericht zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers mit
Vehemenz eine jede Arbeitsfähigkeit ausschliessende schwere psychische Erkrankung
angegeben. Aber auch in diesem Bericht fehlt jedes Indiz für eine nach der MEDAS-
Begutachtung eingetretene, für die Arbeitsfähigkeitsschätzung relevante Veränderung
des Gesundheitszustandes. Das gilt insbesondere auch für den Hinweis auf ein
allfälliges Schlafapnoesyndrom, denn dieses muss bereits seit längerer Zeit bestanden
haben. Der psychiatrische Sachverständige der MEDAS hat nämlich auf die
Schlafschwierigkeiten und auf die dadurch erheblich eingeschränkte
Regenerationsfähigkeit hingewiesen, auch wenn er die Ursache im psychischen
Bereich gesehen hat. Damit steht fest, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht von
einem trotz des jüngsten Unfalls unveränderten Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers ausgegangen ist und deshalb auf weitere Abklärungen verzichtet
hat. Der Gesundheitszustand ist also so stabil gewesen, dass es möglich gewesen ist,
eine langfristige Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Die angefochtene Verfügung
ist demnach nicht verfrüht und damit in Verletzung der Untersuchungspflicht ergangen.
2.4 Zu prüfen bleibt, ob die im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz angegebene
Arbeitsfähigkeit von 70% in einer der Behinderung angepassten Erwerbstätigkeit
überwiegend wahrscheinlich richtig ist.
2.4.1 Die erste medizinische Begutachtung stammt von der Klinik Valens. Aus
rheumatologischer Sicht ist dort eine Arbeitsfähigkeit für leichte und
wechselbelastende Tätigkeiten von mindestens 50% angegeben worden, weil keine
schwerwiegende Pathologie an der HWS festzustellen war. Auch aus
psychosomatischer Sicht ist eine Arbeitsfähigkeit von 50% angegeben worden,
allerdings mit dem Hinweis darauf, dass nach einer adäquaten Behandlung nach vier
bis sechs Monaten eine Reevaluation der Arbeitsfähigkeit erfolgen sollte. Bei diesen
Angaben zur Arbeitsfähigkeit hat es sich also nicht um langfristig gültige Schätzungen
gehandelt, weil die medizinischen Sachverständigen davon ausgegangen sind, dass
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die adäquate Behandlung schnell zu einer Besserung führen werde. Dahinter dürfte
aber auch die Erkenntnis gestanden haben, dass der Beschwerdeführer bei der
Untersuchung nicht die objektiv bestehende Leistungsfähigkeit gezeigt habe (sehr
auffälliges Schmerzverhalten, Selbstlimitierung, inkonsistente Testresultate). Die
Arbeitsfähigkeit von 50% kann unter diesen Umständen nur so verstanden werden,
dass die Sachverständigen dem Beschwerdeführer die Gelegenheit geben wollten, das
übertrieben demonstrative Verhalten aufzugeben und anlässlich der Reevaluation nach
vier bis sechs Monaten die Erhebung der objektiven Situation zu ermöglichen. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten der Klinik Valens ist also weder als objektiv
noch als längerfristig einzuschätzen. Sie kann deshalb nicht gegen die
Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS Zentralschweiz ins Feld
geführt werden. Dafür spricht auch der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon, in dem
ausdrücklich von einer mit grosser Wahrscheinlichkeit vorliegenden Aggravation
gesprochen worden ist. Die ausserordentlich pessimistische
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ beruht auf einem offensichtlichen Irrtum über
die Schwere des Heckaufpralls, der vom Beschwerdeführer offenbar massiv
übertrieben geschildert worden war. Dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung muss deshalb
jede Überzeugungskraft abgesprochen werden. Die der MEDAS-Abklärung
vorausgegangenen, im Abklärungsverfahren der SUVA abgegebenen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind demnach nicht geeignet, Zweifel an der Richtigkeit
der Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS Zentralschweiz zu wecken oder gar mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einen Arbeitsunfähigkeitsgrad
von 50% oder mehr zu belegen. Die fortlaufende Berichterstattung der Tagesklinik
Trübbach schwankt zwischen dem durch den Behandlungsauftrag bewirkten
Bemühen, dem Beschwerdeführer die Beschwerdeschilderungen und das massive
Krankheitsverhalten zu glauben, und dem im Behandlungsverlauf immer wieder
auftauchenden Verdacht der Aggravation. Angesichts dieser Zwiespältigkeit der
Einschätzung durch die Therapeuten der Tagesklinik lässt sich nicht nachvollziehen,
weshalb Dr. G._ mit Vehemenz auf einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
beharrt und den Krankheitszustand als verfestigt und therapeutisch nicht mehr
angehbar bezeichnet hat. Die Feststellungen während der mehrmonatigen
teilstationären Behandlung vermögen diese Einschätzung offenkundig nicht zu
erklären. Im übrigen hat Dr. G._ selbst die Überzeugungskraft seiner Einschätzung
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herabgesetzt, indem er angegeben hat, die schlechten Sprachkenntnisse des
Beschwerdeführers hätten dazu geführt, dass die Therapeuten wenig über die
innerseelische Dynamik erfahren hätten, so dass er sich nicht zur Bedeutung des
Leidens äussern könne. Dr. G._ dürfte also bei seiner Qualifikation der
Krankheitssituation und seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung nur auf das vom
Beschwerdeführer demonstrierte Verhalten abgestellt und es nicht hinterfragt haben.
Bei einer kritischen Beobachtung des Verhaltens des Beschwerdeführers und bei
vorauszusetzender Kenntnis der medizinischen Vorakten hätte Dr. G._ wohl kaum
entgehen können, dass ein aggravatorisches Verhalten vorlag. Auch die nach der
Abklärung durch die MEDAS von den behandelnden Ärzten abgegebenen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind also nicht geeignet, die Überzeugungskraft der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen der MEDAS zu erschüttern oder gar
einen höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu belegen.
2.4.2 Die im Rahmen der MEDAS-Begutachtung vorgenommene
rheumatologische Untersuchung hat auf einer umfassenden bildgebenden Abklärung
beruht. Die klinische Abklärung hingegen ist aufgrund des extremen Schmerzverhaltens
des Beschwerdeführers nur teilweise möglich gewesen. Dieses Schmerzverhalten hat
sich anhand der Ergebnisse der bildgebenden Abklärung, aber auch anhand der
teilweise möglichen klinischen Abklärung nicht nachvollziehen lassen. Der
rheumatologische Sachverständige der MEDAS hat überzeugend dargelegt, dass keine
organisch fassbaren Befunde vorlägen, die das demonstrierte Beschwerdebild auch
nur annähernd erklären könnten; es liege eine wesentliche Überlagerungssymptomatik
vor. Aus rheumatologischer Sicht ist der Beschwerdeführer also überwiegend
wahrscheinlich zu Recht als in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig
qualifiziert worden. Anlässlich der Exploration durch den psychiatrischen
Sachverständigen der MEDAS ist das demonstrierte Krankheitsverhalten so
offenkundig nicht durch die bestehende Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit
zu erklären gewesen, dass der Sachverständige keine Schmerzverdeutlichung, sondern
eine Aggravation angenommen hat. Erfahrungsgemäss tritt oft ein verdeutlichendes,
aber nur selten ein aggravatorisches Verhalten auf. Gibt ein erfahrener
Sachverständiger an, die untersuchte Person habe aggraviert, so muss eine
ausgeprägte Diskrepanz zwischen der objektiv bestehenden Krankheit und den
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demonstrierten Symptomen bestanden haben. Im vorliegenden Fall sind die objektiv
bestehenden Symptome der diagnostizierten psychischen Krankheiten so leicht
gewesen, dass sich zum vornherein nur eine geringe Arbeitsunfähigkeit hat begründen
lassen. Da die für ein Schlafapnoesyndrom sprechenden Symptome bei der Erhebung
der Anamnese nicht vollumfänglich bekannt geworden sind, ist eine fachspezifische
Untersuchung im Hinblick auf die Diagnose einer solchen Krankheit unterblieben. Ein
Schlafapnoesyndrom kann zwar eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit bewirken, aber es
ist gut behandelbar (verschiedene Therapien, z.B. CPAP-Therapie bis hin zu
chirurgischer Intervention, vgl. Das MSD Manual, 6. A., München 2000, S. 1714 f.), so
dass die Arbeitsfähigkeit nicht auf Dauer relevant sein kann. Die Sachverständigen der
MEDAS haben also in ihrer zusammenfassenden, d.h. interdisziplinären Beurteilung
den Schlafproblemen und der daraus resultierenden Einschränkung der
Regenerationsfähigkeit möglicherweise zu Unrecht einen relevanten Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eingeräumt, da ein lege artis behandeltes
Schlafapnoesyndrom ohne wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bleibt. Ob
depressions- und schmerzbedingte Beeinträchtigungen des Antriebs, der Ausdauer,
der Konzentrationsfähigkeit und des Selbstvertrauens tatsächlich eine
Arbeitsunfähigkeit von 30% auslösen können, ist unter Berücksichtigung der
notwendigen zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung dieser Symptome (vgl.
die sogenannten Foerster'schen Kriterien) fraglich. Die angegebene Arbeitsunfähigkeit
von 30% stellt deshalb auf jeden Fall die oberste Grenze dar. Würde bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30% ein Invaliditätsgrad von 40% oder mehr resultieren,
wäre die Sache also zur Ergänzung des medizinischen Sachverhalts an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.5 Der massgebende Unfall ist am 14. Dezember 2004 geschehen. Zur Diskussion
steht also ein möglicher Rentenanspruch ab Dezember 2005. Der
Einkommensvergleich erfolgt deshalb auf der Grundlage der Einkommen für das Jahr
2005. Die E._ hat angegeben, der Beschwerdeführer hätte im Jahr 2005 ohne den
Gesundheitsschaden Fr. 57'908.- verdient. Dieser Betrag ist als Valideneinkommen in
den Einkommensvergleich einzusetzen. Der Beschwerdeführer ist nach dem Unfall
keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Sein zumutbares Invalideneinkommen ist
deshalb praxisgemäss anhand des Zentralwerts der Hilfsarbeiterlöhne gemäss der
Tabelle TA1 im Anhang zu der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
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Lohnstrukturerhebung 2004 zu ermitteln. Die Behauptung des Rechtsvertreters, der
Beschwerdeführer sei nur noch in Nischenarbeitsplätzen einsetzbar, ist nicht
stichhaltig. Da der Beschwerdeführer nicht auf eine Tätigkeit in einer bestimmten
Branche beschränkt ist und da es auch keine Branche gibt, in der er die verbliebene
Arbeitsfähigkeit lukrativer als in anderen Branchen verwerten könnte, ist auf den
Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne aller Branchen abzustellen. Dieser Zentralwert hat
sich im Jahr 2004 auf Fr. 4588.-, umgerechnet von 40 auf den schweizerischen
Durchschnitt von 41,6 Wochenarbeitsstunden auf Fr. 4771.52 bzw. Fr. 57'258.-
belaufen. Gemäss der Tabelle T1.93 im Anhang der vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen Lohnentwicklung 2005 sind die Löhne von 2004 bis 2005 nominell
um 1,0% angestiegen. Das ergibt ein Ausgangseinkommen zur Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens von Fr. 57'830.-. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad
von 70% entspricht das einem Einkommen von Fr. 40'481.-. Gemäss der Tabelle TA12
im Anhang zur Lohnstrukturerhebung 2004 beläuft sich der Zentralwert der Löhne der
Schweizer Hilfsarbeiter auf Fr. 4934.-, der Zentralwert der Löhne der niedergelassenen
ausländischen Hilfsarbeiter auf Fr. 4723.-. Die Differenz entspricht einem Nachteil von
etwas mehr als 4%. Der Teilzeitnachteil bei einem Beschäftigungsgrad von 70%
beträgt gemäss der Tabelle T6* der Lohnstrukturerhebung 2004 (S. 25) etwas mehr als
9%. Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers kann der
zusätzliche Abzug vom statistischen Durchschnittseinkommen also nicht anhand der
Summe der einzelnen statistisch ausgewiesenen Lohnnachteile ermittelt werden. Da es
keine Statistik gibt, die alle Nachteile eines ausländischen, teilzeitbeschäftigen,
behinderten Hilfsarbeiters in Kombination beinhaltet, muss der zusätzliche Abzug von
dem um den Arbeitsunfähigkeitsgrad reduzierten Zentralwert ermessensweise
festgelegt werden, wobei dieses Ermessen ausserordentlich weit ist. Im vorliegenden
Fall erscheint der Beschwerdeführer aufgrund seines Alters, aufgrund seiner
erwerblichen Fähigkeiten und aufgrund seines Charakters und seiner Persönlichkeit als
wenig benachteiligt, so dass sich ein Abzug von 10% rechtfertigt. Damit resultiert ein
zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 36'433.-. Die behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse von Fr. 21'475.- entspricht einem Invaliditätsgrad von 37%. Die
Beschwerdegegnerin hat also im Ergebnis zu Recht einen Rentenanspruch verneint.
3.
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Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 29 Abs. 1 IVG). Praxisgemäss erweist
sich ausgehend von dem als durchschnittlich zu betrachtenden Verfahrensaufwand
eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als angemessen. Diese Gebühr ist durch den
Kostenvorschuss von ebenfalls Fr. 600.- gedeckt. Da der Beschwerdeführer unterliegt,
ist auch sein Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung abzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP