Decision ID: 0d1aaccb-5aca-5710-963c-c4529d1f7bc1
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Verfügung vom 1
8.
Januar 2002 sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Ka
ntons Zürich, IV-Stelle,
der 1964 geborenen
X._
bei einem Inva
liditätsgrad von
100
%
eine
ganze
Rente
der Invalidenversicherung vom
1.
Juni 2000 bis 3
1.
März 2001
zu (Urk.
11/3
).
Am 1
2.
Dezember 2013
ersuchte
die Versicherte um
Erteilung von
Kosten
gutsprache für
orthopädische Serienschuhe
(
Urk.
11/6)
. M
it Verfügung vom
9.
Okto
ber 2014 (
Urk.
11/34)
wies die IV-Stelle dieses Gesuch
ab.
1.2
Am 1
1.
Februar 2014 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine seit
4.
September 2013 bestehende Diskushernie
er
neu
t
zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/10). Daraufhin
liess
die IV-Stelle bei
m Regionalärztlichen Dienst (RAD)
ein
e
orthopädische Untersuchung
(Urk.
11/46)
sowie eine
Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch
führen
(
Urk.
11/50).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/52
;
Urk.
11/60
)
verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
3.
Oktober 2016
eine
n Rentenanspruch
(Urk.
11/82
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
6.
November 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 1
3.
Oktober 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr
eine Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Januar 2017
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwer
de. Mit Gerichtsverfügung vom
1.
Juni 2017 wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 1) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
berichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.2
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4).
1.3
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
matische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281).
Den unklaren Beschwerden ist eigen, dass mittels klinischer psy
chiatrischer Untersuchungen weder Pathologie noch Ätiologie erklärbar sind (BGE 139 V 457 E. 9.4).
In BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer ange
passt
en,
körperlich leichten, wechselbe
las
ten
den
Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei. Gestützt auf ein
Validenein
kommen
von
Fr.
29'977.50
und ein Invalideneinkommen von
Fr.
33'290.72
errechnete sie ausgehend von eine
m Anteil Erwerbsbereich von
63
%
und
einem Anteil Haushaltsbereich von
37
%
einen rentenausschliessenden
Invalidi
täts
-
grad von 7.77
%
(
Urk.
2
S. 2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein, dass sie
an
orthopädischen und psychischen Beschwerden leide, welche sich
chronifiziert
hätten. Aufgrund der Arztberichte der
Z._
und des
A._
sei vom Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode auszugehen, welche sich trotz intensiver Behandlung nicht verbessert habe. Die psychischen Beschwerden seien von der Beschwerdegegnerin nicht
rechtsge
nüg
end
abgeklärt worden (
Urk.
1 S. 2 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für orthopädische
Chirurgie und
Trau
matologie
des Bewegungsapparates
, hielt in den Berichten vom 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
11/21 =
Urk.
11/23/1-2 =
Urk.
11/25 = 3/1,
Urk.
11/27/3-9) folgende Diagnosen fest:
-
lumbovertebrales
Syndrom bei degenerativen Veränderungen der Len
den
wirbelsäule mit insbesondere
Diskopathie
L4/L5 mit Irritation der Nervenwurzel L5 links
-
degenerative Veränderung der Lendenwirbelsäule mit distal betonter
Spondylarthrose
der Lendenwirbelsäule
-
Meralgia
parästheti
c
a
rechts
-
Status nach
Cholezystektomie
vor 10 Jahren
-
Senk- und Spreizfüsse beidseits
-
Achillodynie
beidseits rechtsbetont
-
Fascitis
plantaris
beidseits
Dr.
B._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit in Wirbelsäule-adaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen,
insbe
-
sondere
ohne Heben von schweren Lasten (nicht mehr als 5 kg kurzfristig und 2 kg längerfristig) bestehe aufgrund der orthopädischen Leiden eine Arbeits
fähig
keit von 50
%
.
Mit Verlaufsberichten vom 2
5.
November 2014 (
Urk.
11/37) und vom 2
0.
Febru
ar
2015 (
Urk.
11/39/3-5) hielt
Dr.
B._
einen im Wesentlichen unveränderten Verlauf fest und führte aus, dass der Zustand der Beschwerdeführerin unter konservativer Behandlung mit Physiotherapie, Rückenschule, physikalischen Massnahmen sowie orthopädischer Schuhversorgung mit orthopädischen Seri
en
schuhen deutlich habe verbessert werden können. Die Arbeitsfähigkeit habe jedoch nicht gesteigert werden können, und die Arbeitsversuche in der ange
stammten Tätigkeit als Raumpflegerin und in der Reinigung seien gescheitert.
3.
2
Mit vorläufigem Austrittsbericht vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
11/45 =
Urk.
3/4) nannte der Assistenzarzt der
Z._
folgende Diagnosen:
-
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
Diskushernie
-
Meralgia
parästhetica
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1)
-
Adipositas (ICD-10: E66.0 BMI = 34)
Der A
ssistenza
rzt führte aus, dass die Beschwerdeführerin über diffuse Schmer
zen im Lendenwirbelsäulenbereich berichte mit Ausstrahlung ins linke
oberen Sprunggelenk
lateral, intermittierende
n
drückende
n
Schmerzen im rechten
oberen Sprunggelenk
ventral, begleitet von einem Kribbelgefühl, Schmerzen im Brustwirbelsäulenbereich rechts sowie im
zervikobrachialen
Bereich. Die Schmer
zen seien beim Laufen und Liegen am stärksten, beim Sitzen eher weniger. Eine Infiltration mit Cortison (anamnestisch 02/2013) habe zu keiner Schmerzreduktion geführt. Die Schmerzintensität werde auf 10/10 auf der
V
isuellen
Analogs
kala
(VAS)
beschrieben. Die Beschwerdeführerin
klage
über depressive Episoden und Durchschlafstörungen. Sie habe keine Suizidgedanken. Seit
1.
Oktober 2013 sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Beschwerdeführerin habe am multimodalen individuellen angepassten Rehabilitationsprogramm engagiert und regelmässig teilgenommen. Bei Austritt habe keine Verbesserung der Schmerzsymptomatik angegeben werden können. Die Physiotherapie sei im ambulanten Setting fortzusetzen.
3.3
Mit Bericht vom 1
4.
Juli 2015 (
Urk.
11/46) hielt med.
pract
.
C._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Regionalärztlicher Dienst (RAD), aufgrund ihrer Untersuchung vom 1
8.
Juni 2015 folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 8
Ziff.
8):
-
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Lenden
wirbel
säule
-
bei Degenerationen der Lendenwirbelsäule und Diskushernie L4/5
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine Adipositas, Senkfüsse sowie fraglich eine
Meralgia
parästhetica
rechts
.
Im Rahmen der Untersuchung sei eine Überprüfung der Medikamentenspiegel für Paracetamol und
Surm
o
ntil
erfolgt, wobei keines dieser Präparate im Serum nachweisbar gewesen sei. Es bestehe ein erheblicher Verbesserungspote
ntial für die Schmerztherapie (S
. 9 Ziff. 9).
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt
med.
pract
.
C._
auf
-
grund
ihrer ausführlichen Befunderhebung (S. 4 ff.
Ziff.
7)
fest,
dass
anhand der vorliegenden medizinischen Akten und ihrer körperlichen Untersuchung ein
soma
tischer Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, der die Arbeitsfähigkeit beei
n
trächtige. In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe eine Arbeits
fähigkeit von 30
%
seit November 201
3.
Als angepasste Tätigkeit sei eine kör
perlich leichte wechselbelastende Tätigkeit anzusehen, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und
hüftge
lenks
-kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien
,
Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/
Kälteexposition. In einer solchen Tätigkeit sei eine volle Arbeitsfähigkeit seit jeher gegeben (S. 9
Ziff.
10).
3.
4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
phil.
klin
. psych. E._
, Klinischer Psychologe und Supervisor,
A._
, nannten in ihrem Bericht vom 2
9.
August
2016 (
Urk.
11/77/6-7) in Bestätigung ihres Berichtes vom 2
9.
Dezember 2015 (
Urk.
3/2) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/77/6-7 S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD.10: F33.1)
-
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
der Hauptbefund findet sich im Segment L4/5: hier zeigt sich eine
mediolaterale
bis
neuroforaminale
prolabierende Komponente mit
rezessaler
Tangierung/Kompression der Nervenwurzel L5 links,
rezessaler
Tangierung der Nervenwurzel L5 rechts. Zusätzlich im Segment L5/S1
osteodiskoligamentäre
Degeneration mit
Facetten
ge
-
lenksarthrosen
, zirkuläre
Protrusion
mit allenfalls geringer Tangie
rung der Nervenwurzel S1 beidseits
rezessal
(2
3.
Januar 2014 MRI der Lendenwirbelsäule und der ISG nativ am Zentrum für medizinische Radiologie,
F._ AG
)
-
Meralgia
parästhetica
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten
Dr.
D._
und
Dr.
phil.
klin
. psych.
E._
eine Adipositas und ein obstruktives Schlaf
apnoesyndrom leichten Grades.
Weiter
führten
sie
aus, dass d
ie Beschwerdeführerin seit 2012
üb
er Lenden
wirbelsäulenschmerzen
klage
, ausstrahlend Thorax rechts, Halswirbelsäule sowie Schultern beidseits und dem rechten Bein. Sie leide an Schlafstörungen (2-3 Stunden Durchschlaf), Appetitzunahme (95 kg bei 165 cm), Gedanken
kreisen, Lust- und Interesselosigkeit, teilweise Rückzug, Antriebslosigkeit, Nervosität, Motivationslosigkeit, Traurigkeit, Weinen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Sinnlosigkeitsgedanken. Die Beschwerdeführerin konsumiere keinen Alkohol, kein Nikotin, keine Drogen, und es liege kein Medikamen
ten
missbrauch vor. Suizidideen seien anamnestisch vorhanden, es habe keine Suizidversuche gegeben, und es bestehe keine akute Suizidalität (
Urk.
3/2 S. 2,
Urk.
11/77/6-7 S. 2
Ziff.
1.4).
Die Beschwerdeführerin sei kaum in der Lage, länger zu sitzen oder zu gehen, nachts habe sie ebenfalls Schmerzen bei zunehmender und intermittierend schwerer Depression, und der Alltag sei kaum mehr
bewältigbar
. Sitzen sei etwa 30 Minuten, Spazieren etwa 20 Minuten und Autofahren etwa 30 Minuten möglich, und Mithilfe im Haushalt nur für kurze Zeit. Es seien ihr keine schweren Arbeiten, keine längeren, einseitigen Tätigkeiten und kein Stress zu
mutbar. Seit dem
4.
September 2013 bis heute liege eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vor, auch in angepasster Tätigkeit (
Urk.
3/2 S. 2 f.,
Urk.
11/77/6-7 S. 2
Ziff.
1.7).
Mit Verlaufsbericht vom 1
8.
Oktober 2016 (
Urk.
3/3) bestätigten
Dr.
D._
und
Dr.
phil.
klin
. psych.
E._
den unveränderten Gesundheitszustand, trotz medikamentöser und regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung in
alba
-
nischer
Sprache.
3.
5
Mit Stellungnahme vom 2
1.
September 20
16 (
Urk.
11/81 S. 2) hielt
med.
pract
.
C._
fest, dass die im Bericht des
A._
geschilderten Beschwerden, wonach die Beschwerdeführerin kaum in der Lage sei, länger zu sitzen oder zu gehen, anlässlich der Untersuchung nicht hätten nachvollzogen werden können. Die Beschwerdeführerin habe während der gesamten Anamnese klaglos sitzen und danach ohne Abstützen mit den Armen aufstehen können, und das Gangbild sei unauffällig. Die Angabe, wonach sie nachts unter Schmerzen leide, habe die Beschwerdeführerin auch anlässlich der RAD-Untersuchung gemacht. Schmerz
mittel seien jedoch trotz der Angabe einer regelmässigen Einnahme nicht nach
weisbar gewesen, was Zweifel an der Intensität der Beschwerden aufkommen
lasse. Bei der Untersuchung im RAD seien zahlreiche Inkonsistenzen aufge
fallen.
3.
6
Mit psychiatrischer Stellungnahme vom
9.
September 2016 (
Urk.
11/81 S. 3) führte med.
pract
.
G._
, RAD,
aus, dass der Bericht des
A._
lediglich die subjektiven Beschwerden der Beschwerdeführerin wiedergebe, ohne einen objektiven Befund zu nennen. Zum Bericht der
Z._
führte er aus, dass die regelmässige und engagierte Teilnahme der Beschwerdeführerin am Pro
gramm und die Selbständigkeit in täglichen Verrichtungen der angegebenen Schmerzintensität (10/10 als grösstmöglich vorstellbarem Schmerz) und dem Merk
mal einer schweren Depression widerspreche, wonach die betroffene Per
son grosse Schwierigkeiten habe, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen. Ange
sichts des objektiv beschriebenen Funktionsbildes sei keine mittelgradige Depression festzustellen, und mit Blick auf die Schmerzangabe könne eine Aggra
vation erörtert werden. Der Laborbefund spreche sodann dafür, dass die Beschwer
deführerin das Antidepressivum
Surmontil
nicht eingenommen habe.
4.
4.1
Zusammenfassend stimmen die Arztberichte darin überein, dass aufgrund der degenerativen Veränderungen
d
er
Lendenw
irbelsäule, insbesondere der
Diskus
hernie bei
L4/L5, ein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender somatischer
Ge
-
sund
heitsschadens
vorliegt.
Keine Übereinstimmung besteht hinsichtlich der von den
Ärzte
n
des
A._
und der
Z._
genannten weiteren
Diagnosen
ein
es
lumbovertebrale
n
Schmerz
syndrom
s
sowie eine
r
Depression mittleren Grades
(vorstehend E. 3.2 und E.
3.4)
.
Ferner divergieren
auch
die
ärztlichen
Einschätzungen
der Arbeitsfähig
keit
. So ging
med.
pract
.
C._
in angestammter Tätigkeit als Raumpflegerin
von einer Arbeitsfähigk
eit von 3
0
%
aus
(vorstehend E.
3.3)
,
während
Dr.
B._
, die Ärzte des
A._
und die
Z._
von einer vollen Arbeits
unfähigkeit ausgingen
(vorstehend E. 3.1-3.2, E.
3.4)
. In einer angepassten Tätigkeit ging med.
pract
.
C._
von einer vollen Arbeitsfähigkeit
aus
(vorstehend E. 3.3)
, während
Dr.
B._
von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
und die
Ärzte des
A._
von 0
%
ausgingen
(vorstehend E. 3.1 und E. 3.4)
.
4.2
Soweit die Beschwerdeführerin sinngemäss unter Hinweis auf ein «chronisches psychisches Leiden» eine somatoforme Schmerzstörung behauptet, so
bestehen dafür keine Anhaltspunkte:
Z
u den
von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen
und
zum
diag
nos
tizierten
lumbovertebrale
n
Schmerzsyndrom
finden sich
in den Arztberichten
keine
Befunde oder Feststellungen
, wonach es – über die bekannten dege
ne
rativen Veränderungen hinaus – an einem organischen Korrelat fehlen würde
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Dr.
B._
und der Arzt des
A._
wies
en
unter der Diagnose
des
lumbovertebralen
Schmerzsyndroms
sogar
als Hauptbefund auf die
degenerativen Veränderungen im Segment L4/L5
als organische Ursache hin
(vorstehend E. 3.1, E. 3.4)
.
Auch sonst
bestehen
keine
Anhaltspunkte für das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psy
chosomatischen Leidens
, und
es wurde
n
a
uch
k
eine
d
iagnose
relevanten Befunde dazu erhoben
.
Gegen ein
e
Schmerz
störung
sprechen
im Übrigen
auch
der
Um
stand, dass Schmerzmittel im Laborbefund nicht nachweisbar waren und die Beschwerdeführerin am
Rehabilitationsp
rogramm
trotz Angabe
eines grösst
mög
lichen Schmerzes
(VAS 10/10)
engagiert teiln
e
hm
en konnte
.
Im Wider
spruch zur
Schilderung in den Berichten des
A._
war es der Beschwerde
führerin anlässlich der Untersuchung durch den RAD möglich,
während der gesamten Anamnese klaglos zu sitzen
,
ohne Abstützen auf
zu
stehen
, und das Gangbild war
unauffällig
.
Zudem fielen anlässlich der RAD-Untersuchung selber zahlreiche Inkonsistenzen auf
(vorstehend E. 3.3, E. 3.5-3.6)
.
4.
3
Die Beschwerdeführerin machte weiter geltend, dass sie an einer mittelgradigen Depression leide
, welche
von der Beschwerdegegnerin ungenügend abgeklärt worden sei.
Dazu ist zu bemerken, dass diese Diagnose durch die Ärzte der
Z._
und des
A._
zwar
gestellt wurde
(vorstehend E. 3.2, E. 3.4). Indessen beruhen die erhobenen Befunde vorwiegend auf den subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin.
Zudem wäre
der Beschwerdeführerin
- w
ie RAD med.
pract
.
G._
ebenfalls
zutreffend ausführte
(vorstehend E. 3.6)
-
bei Vorliegen einer mittel
gradigen Depression die durchgehende Teilnahme am
Rehabilitationsp
rogramm kaum möglich gewesen. Hinzu
kommt, dass
der
Laborbefund
nicht
dafür
sprach
, dass
das Antidepressivum
S
urmontil
eingenommen wurde
.
Sodann
erfolgte bei Austritt aus der Z._
auch ke
ine – angesichts der Schwere der Diagnose
eigentlich
naheliegende - Empfehlung zur Durchführung einer Psychotherapie
. Sodann wird i
n den Berichten von
Dr.
D._
und
Dr.
phil.
klin
. psych.
E._
des
A._
erst im letzten
Verlaufsb
ericht die Durchführung einer Psychotherapie erwähnt,
indessen
ohne Angabe der Ausrichtung oder der Frequenz.
Angesichts
dessen ist auf die Einschätzung von RAD
-Arzt
med.
pract
.
G._
abzustellen, wonach
die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode
nicht überzeugt. Erns
thafte Anhaltspunkte, die eine diesbezügliche Abklärung erforderlich gemacht hätten
, liegen nicht vor
.
4.4
Damit ist davon auszugehen, dass in somatischer Hinsicht ausgehend vom gleichen medizinischen Sachverhalt – im Wesentlichen
degenerative Verände
rungen der Lendenwirbelsäule
- die Arbeitsfähigkeit unterschiedlich beurteilt wurde.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass der von med.
pract
.
C._
er
stellte Untersuchungsbericht vom 1
4.
Juli 2015 (
Urk.
11/46, vor
stehend E. 3.3) für die Beantwortung der gestellten Fragen und insbesondere der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit umfassend ist. So stützt sie sich auf eine ausführliche Befunderhebung (S. 4 ff.
Ziff.
7) und setzt sich mit den diver
gie
renden Arztberichten auseinander (S. Ziff.). Insbesondere erweist sich auch die Einschätzung von med.
pract
.
C._
, wonach in angestammter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
und in angepasster Tätigkeit eine volle Arbeits
fähigkeit bestehe, angesichts dessen, dass Schmerzmittel
im Serum
nicht nach
weisbar war
en
und dass die Beschwerdeführerin dem Therapieprogramm zu folgen vermochte, als einleuchtend. Die von ihr
vorgenommenen Schlussfolge
rungen sind ausführlich und nachvollziehbar begründet. Ihr Bericht genügt damit den praxisgemässen Anforderungen (vgl. vorstehend E. 1.1) vollum
fäng
lich, weshalb darauf abzustellen ist.
Gestützt darauf ist von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer angepassten, körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit auszugehen, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und hüftgelenks-kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte, ohne häufiges Gehen a
uf unebenem Gelände sowie
ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition.
4.5
Zusammenfassend ist vom Fehlen einer aus psychischen Gründen bestehenden Einschränkung
sowie
von einer aus somatischen Gründen bestehenden Arbeits
fähigkeit von 30
%
in angestammter Tätigkeit als Raumpflegerin und von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
gemäss dem geschilderten Belastungsprofil (vorstehend E. 4.4)
auszugehen.
5.
5.1
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft
von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Ver
hält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
träch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der ver
sicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Betei
ligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E.
2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bun
desgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
5.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3
des Bundesgesetzes über die
Invaliden
ver
-
sicherung
(
IVG
)
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen
Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheits
schaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV
;
BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und
die Vorbringen
der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinwe
isen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Auf
gabenbereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beein
trächti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl.
BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditätsbe
mes
sungsmethode und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezem
ber
2013
E. 3.1
, je
mit Hinweisen).
5.
3
Aus dem Bericht über die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 1
6.
September 2015 (
Urk.
11/50) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2010 bis 2013 verschiedene Teilzeitstellen als Raumpflegerin innehatte, an denen sie zusammengezählt durchschnittlich in
einem Zeitpensum von 68.73
%
(7.15
%
+ 14.
28
%
+ 44.3
%
+ 3
%
; S. 2
Ziff.
2.2)
tätig war
, wobei sie folgende Jahreseinkommen
[bei betriebsüblichen 42 h]
erwirtschaftete (S. 3
Ziff.
2.3):
2010
Fr.
42‘838.—
2011
Fr.
31‘679.—
2012
Fr.
34‘169.—
2013
Fr.
11‘224.—
Zur privaten Situation (S. 4
Ziff.
2.3.1) ist dem Bericht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vier erwachsene Kinder hat, von denen zwei im gemein
samen Haushalt leben, dass ihr Ehemann psychisch erkrankt und erwerbs
un
fähig ist, aber keine Invalidenrente bezieht, und dass die Söhne mit ihrem Einkommen den Lebensunterhalt
der Beschwerdeführerin und deren Ehemannes
inklusive Mietzinse und Krankenkassenprämien finanzieren.
Zur beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden (S. 4
Ziff.
2.5) erklärte die Beschwerdeführerin, bei guter Gesundheit würde sie weiterhin ihre drei bis vier letzten Teilzeitstellen ausführen. Zwar habe sie vorgehabt, ihr Pensum zu erhöhen, jedoch sei es aufgrund der Erkrankung nicht mehr dazu gekommen. Wäre sie gesund gewesen, hätte sie bis zur Pensionierung weiterhin in der Reinigungsbranche gearbeitet. Sie habe versucht, eine andere Stelle zu finden. Eine schriftliche Stellenbemühung habe sie nie gemacht. Erschwerend seien die spärlichen Deutschkenntnisse, was die Wettbewerbsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt deutlich eingeschränkt habe. Die restliche Zeit habe sie für den Haushalt investiert.
Gestützt auf die bisherige Erwerbsbiografie sowie die aktuelle Familiensituation wurde die Qualifikation als 63
%
Erwerb und 37
%
Haushalt festgelegt (S. 5
Ziff.
2.6). Ausgehend von der im Haushalt ermittelten Einschränkung von 21
%
ermittelte die Abklärungsperson einen Invaliditätsgrad für den Haushaltsbereich von 7.77
%
(S. 10
Ziff.
7).
5.
4
Der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige kann nicht gefolgt werden.
Was die private und finanzielle Situation der Beschwerdeführerin angeht, so ist es ihr bei nunmehr erwachsenen Kindern nicht nur möglich, Vollzeit zu arbeiten, sondern dies wäre aufgrund der Erwerbslosigkeit ihres Ehemannes auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks geboten. Auch ihre Erwerbsbiografie spricht für ein höheres Pensum als die im Abklärungsbericht veranschlagten 63
%
. Denn bereits aus der Aufrechnung der verschiedenen
Pensen
ergibt sich ein Pensum von insgesamt 68.73
%
(7.15
%
+ 14.28
%
+ 44.3
%
+ 3
%
) bezogen auf eine betriebsübliche 42-Stunden-Woche. Ferner koordinierte die Beschwerdeführerin bereits in den Jahren vor der Erkrankung vier verschiedene Teilzeitstellen, was einen höheren Koordinationsaufwand und vermehrte Reise
zeit bedeutete, sodass effektiv bereits
damals
von einem höheren Pensum aus
zugehen war. Dass sie ihr Pensum im Gesundheitsfall erhöht hätte, gab
sie
sodann auch selber an, jedoch sei sie aufgrund der Erkrankung nicht mehr dazu
gekommen.
Unter diesen Umständen ist überwiegend wahrscheinlich
(vor
steh
end
E.
5.2
)
, dass
die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
vollzeitlich
e
rwerbs
tätig
wäre.
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrads ist daher ein Einkommensvergleich nach
Art.
16 ATSG
massgebend
(
Art.
28a
Abs.
1 IV
G
).
6.
6.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
-
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
F
ür die Berechnung des
Valideneinkommens
stellt
e
die Beschwerdegegnerin zutreffend auf den Durchschnitt der in den 2010 bis 2013 erzielten Einkommen ab. Das im Jahr 2013 erzielte Einkommen von
Fr.
11'224.-- ist allerdings auf ein ganzes Jahr hochzurechnen, da die Beschwerdeführerin ab
November
2013 als Raumpflegerin zu 100
%
arbeitsunfähig war
(vorstehend E. 3.3)
. Somit ergibt sich ein
für
das Jahr 2013 hochgerechnetes
Jahrese
inkommen von
Fr.
13'468.80
(
Fr.
11'224.
-- :
10 x 12)
und damit ein in den Jahren 2010 bis 2013 erzieltes durchschnittliches Jahreseinkommen von
Fr.
3
0
'538.70
([
Fr.
42'838.-- +
Fr.
31'679.-- +
Fr.
34'169.-- +
Fr.
13'468.80] : 4; vgl. vor
stehend E. 5.3)
bei
einem Pensum von
rund
69
%
(vorstehend E.
5.4
)
.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung
von 1 % im Jahr 2014
als frühestmöglichem Rentenbeginn nach Ablauf de
s mit der Arbeitsunfähigkeit im November
2013 einsetzenden Wartejahres ergibt sich ein
Valideneinkommen
von rund
Fr.
3
0
'
844
.
-- beim ausgeübten Pensum von 69
%
beziehungsweise von
rund
Fr.
4
4'702.
-- bei einem Pensum von 100
%
.
6.2
Angesichts der Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit im Umfang von 100 % (vorstehend E. 4.
4
) steht der Beschwerdeführerin eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es ist deshalb für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den stand
ardi
sier
ten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen (LSE 2012, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Rubrik „Frauen“). Das im Jahr 2012 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4‘112.--
.
Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2014
als frühestmöglichem Rentenbeginn
(Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegeben vom BFS, T03.02, Total Ziff. 1-96) sowie der Nominallohnentwicklung von 0.7% im Jahr 2013 und von 1 % im Jahr 2014 (BFS, Lohnentwicklung 2011, T1.2.10, Nominallohnindex nach
Ge
-
schlecht
, 2011-2015 [Frauen]) angepasst, ergibt dies den Betrag von Fr. 52‘319.--
(Fr. 4‘112.--: 40 x 41.7 x 12 x 1.007 x 1.01).
6.3
Mangels einer Erwerbseinbusse ergibt sich
ein
Invaliditätsgrad von 0
%
.
7.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem
Aus
-
gang
des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
15) einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.