Decision ID: b4b7e0dd-9145-5fdd-a7cd-127728f3f60b
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, war seit dem 21. März 2016 als Bauarbeiter für die
A._
AG tätig und
dadurch
bei der
Suva obligatorisch unfallversichert (Urk. 8/1 Ziff. 1 und 3).
Am 4. Juni 2016 wurde er als Fussgänger von einem Auto angefahren und (Urk. 8/1 Ziff. 4
und
6
, vgl. auch Polizeirapport vom 1. Juli 2016, Urk. 8/34
)
und war in der Folge vom 4. bis 8. Juni 2016 im Stadtspital
B._
hospitalisiert, wobei die Ärzte insbesondere eine Kontusion lumbal sowie ein chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom rechts diagnos
tizierten (Urk. 8/26/2). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 8/18).
1.2
Mit Verfügung vom 6. April 2017 teilte die Suva mit,
die bisherigen Leistungen für Heilungskosten und Taggeld würden per 31. Dezember 2016 eingestellt (Urk. 8/62). Der zuständige Krankenversicherer zog seine am 21. April 2017 vor
sorglich erhobene Einsprache (Urk. 8/63/1) mit Schreiben vom 29. Mai 2017 wie
der zurück (Urk. 8/69).
Am 25. Juli 2017 erfolgte eine Rückfallmeldung durch den Versicherten (Urk. 8/82), woraufhin die Suva mit Schreiben vom 3. August 2017 erklärte, nachdem gemäss Verfügung vom 6. April 2017 die Rückenbeschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien, könn
ten Rückfälle nicht mit dem Unfall vom 4. Juni 2016 in Zusammenhang gebracht und keine Versicherungsleistungen ausgerichtet werden (Urk. 8/83).
Die vom Ver
sicherten am 6. Juni 2017 erhobene Einsprache (Urk. 8/71) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
4. Oktober 2017 ab (Urk. 8/87 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 6. November 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 4. Oktober 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und die Sache zur weiteren Leistungsabklärung und Rentenprüfung an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, eventuell sei die Beschwerdegegnerin anzu
weisen, die Taggeldleistungen bis zum 4. Juni 2017 auszurichten (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-3).
Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2017 schloss die Suva auf Abweisung der
Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 11. Janu
ar
2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
4. Juni 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der ver
unfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfall
e
s genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrem Entscheid vom 4. Oktober 2017
(Urk. 2)
die Einstellung der Leistungen per 31. Dezember
2016 insbesondere ge
stützt auf den Bericht des Kreisarztes vom
3. April 2017 und führte dabei aus, es bestehe kein Anlass, die umfassend und schlüssig begründete Einschätzung des erfahrenen Versicherungsmediziners in Frage zu stellen. Medizinische Berichte, welche dieser Beurteilung widersprechen würden, lägen nicht vor. Die kreisärzt
liche Beurteilung stehe auch im Einklang mit der bundesgerichtlichen
Rechtspre
chung zur
unfallbedingt
lediglich
en
Aktivierung einer degenerativ bereits vorbe
standenen Diskush
erni
e.
Demnach könne das Erreichen des Status quo sine bei einer posttraumatischen Lumbalgie, wie sie von Dr.
C._
diagnostiziert worden sei, nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Eine traumatische Verschlimme
rung des beim Beschwerdeführer klar ausgewiesenen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule habe demgegenüber ausgeschlossen werden können (S. 11
lit
. b
). Soweit der Beschwerdeführer psychische Beschwerden als Folge des Un
fallereignisses geltend mache, sei festzuhalten, dass in keinem der vorliegenden Arztberichte eine psychiatrische Diagnose gestellt und dem Beschwerdeführer zu keiner Zeit eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bescheinigt worden sei. Weitere Überlegungen und Abklärungen würden sich folglich erübrigen (S. 11
lit
. c). Mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit sei damit erstellt, dass das Unfallereignis vom 4. Juni 2016 nicht mehr Ursache des Gesund
heitsschadens, wie er sich spätestens sechs Monate danach präsentiert habe, dar
stelle, und der Status quo sine
vel
ante sei zu diesem Zeitpunkt erreicht gewesen.
Die danach noch bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfall-, sondern ausschliesslich noch krankheitsbedingt (S. 11 Ziff. 4).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
es sei
nicht zutreffend
, dass betreffend die psychischen Beschwerden keine Diagnose gestellt worden sei. Im Bericht der
D._
sei festgehalten worden, dass er deprimiert wirke, und im Bericht der
Klinik E._
stehe, dass Anzeichen für Depressionen bestünden. Er sei nie zu seinem psychischen Befinden befragt wor
den. Erst im August 2017 habe er eine Psychiaterin aufgesucht, mit der er sich ver
ständigen könne (Urk. 1 S. 5
Rz
15). Diese habe ein posttraumatisches Belas
tungssyndrom diagnostiziert, welches in Anbetracht des Verlustes der Arbeits
stelle eine relativ hohe Tendenz zur
Chronifizierung
habe (S. 6
Rz
16). Die Beschwer
degegnerin habe ihre Abklärungspflicht verletzt. Es sei offensichtlich, dass bei einem so schweren Autounfall die psychischen
Traumafolgen
in die Beurtei
lung miteinbezogen werden müssten (S. 6
Rz
17).
Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass er zum Zeitpunkt des Unfalles einen Vorzustand am Rücken aufge
wiesen habe, dennoch habe er eine Arbeitsstelle gehabt (S. 6
Rz
18). Der Autoun
fall habe sein Leben vollständig verändert, auch die psychische Situation. Seit dem Unfall könne er sich keine Arbeitsstelle mehr vorstellen (S. 6
Rz
19). Bei dieser Ausgangslage habe die Beschwerdegegnerin die Leistungen zu früh einge
stellt, der Status quo ante
vel
sine sei bei Leistungseinstellung noch nicht erreicht gewesen (S. 6
Rz
20).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Suva aus dem Ereignis vom 4. Juni
2016 auch über den 31. Dezember 2016 hinaus eine Leistungspflicht trifft.
3.
3.1
Vom
4.
bis 8. Juni 2016 war der Beschwerdeführer im Stadtspital
B._
hospi
talisiert. Im Austrittsbericht vom 8. Juni 2016 (Urk. 8/26/2-3) nannten die Ärzte folgende Diagnosen (S. 1):
-
Kontusion lumbal am 4. Juni 2016
-
Hypästhesie und Kribbelparästhesien der proximalen und distalen un
teren Extremität rechts
-
chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom rechts bei
-
Diskushernie L4/5 rechts
-
Status nach mikrochirurgischer Fensterung L4/5 rechts 2014
F._
,
Sequestronukleotomie
2/2013
Der Beschwerdeführer sei am Fussgängerüberweg von einem
Auto
erfasst worden und auf
dessen
Motorhaube gelandet. Es hätten keine Bewusstlosigkeit, keine Amnesie und keine Anzeichen einer Commotio bestanden. Der Beschwerdeführer
klage
über diffuse Rückenschmerzen sowie Schmerzen im rechten Bein mit Krib
belparästhesien. In der
Ganzkörper-Computertomographie hätten sich keine
Trau
ma
folgen
gezeigt. Der Beschwerdeführer beklage seit dem Unfall in das rech
te Bein ziehende Schmerzen, begleitet von einer Hypästhesie und Parästhesie. Diese seien als ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom mit diffuser Hypästhesie gewertet worden. Auch in der MRI
-
Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS) habe kein Korrelat der vom Beschwerdeführer beschriebenen
Hypästhesien
ge
funden werden können. Die Mobilisation mit der Physiotherapie habe sich prob
lemlos gestaltet. Der Beschwerdeführer habe ohne Hilfe gehen und Treppen stei
gen können und sei in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden (S. 1).
Gemäss Bericht vom 6. Juni 2016 konnten mittels MRI der LWS weder posttrau
matische Veränderungen noch frische
ossäre
Läsionen festgestellt werden (Urk. 8/26/7).
3.2
Dr.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie für Chirurgie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 23. Juli
2016 nach der Erstbehandlung am 16. Juni
2016 (Urk. 8/23 Ziff. 1) eine Prellung der Wir
belsäule (Ziff. 5) und hielt fest, der reduziert und deprimiert wirkende Be
schwer
deführer sei schmerzbedingt erheblich in der Motorik eingeschränkt (Ziff. 4). Vom
16. Juni bis 30. Juli 2016 bestehe eine vollständige Arbeitsunfä
higkeit (Ziff. 8).
3.
3
In ihrem Bericht vom 29. September
2016
(Urk. 8/59/1-2)
nannte
Dr.
C._
,
Prodorso
Wirbelsäulenmedizin, folgende Diagnosen (S. 1):
-
exazerbierte
unspezifische Lumbalgie rechtsbetont mit/bei
-
Status nach Unfall am 7. Juni 2016 (richtig: 4. Juni 2016)
-
Status nach Diskushernien-Operation L4/5 links, Klinik
F._
2013
-
Status nach Diskushernien-Operation L5/S1, 2007
-
muskuläre
Dysbalance
Dr.
C._
empfahl eine aktive, segmental stabilisierende Physiotherapie und kei
ne ausschliesslich passive Massnahmen. Auf den Gehstock solle der Beschwer
deführer verzichten, da es keinen Grund gebe, zu entlasten und die muskuläre
Dysbalance
damit nur unterstützt werde (S. 2).
3.4
In seinem Bericht vom 30. August 2016 (Urk. 8/33) nannte Dr.
H._
, Facharzt für Anästhesiologie und
Interventionelle
Schmerztherapie, folgende Diagnosen (S. 2):
-
Verdacht auf
lumbosakrales
radikuläres
Reizsyndrom rechts
-
z
um Ausschluss:
spondylogene
Schmerzbeteiligung, DD: ISG-Reiz
-
Status nach Diskushernien-Operation L5/S1 links 2007
-
Status nach Fensterung L4/5 rechts mit
Sequestronukleotomie
2013
Dr.
H._
besprach mit dem Beschwerdeführer die verschiedenen Behand
lungsmöglichkeiten, machte jedoch keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit (S. 2).
3.
5
Dr.
I._
, Facharzt für Chirurgie, Kreisarzt der Beschwerdegegne
rin, führte am 13. Oktober 2016 aus, die geltend gemachten Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 4. Juni 2016 zurück
zuführen (Urk. 8/40 Ziff. 1). Der Beschwerdeführer habe sich beim Unfall eine Kontusion ohne richtungsgebende Verschlimmerung, aber bei Vorzustand, zuge
zogen. Solche Kontusionen seien nach allgemeiner Lehrauffassung und gültiger Rechtsprechung nach sechs, spätestens aber nach zwölf Monaten abgeheilt. Dann spiele das Unfallereignis im weiteren Verlauf keine Rolle mehr (Ziff. 2).
3.6
In seiner Beurteilung vom 3. April 2017
(Urk. 8/61)
führte der Kreisarzt Dr.
I._
aus, der Beschwerdeführer habe am 4. Juni 2016 einen Unfall erlitten und be
stätigt, dass er dabei im Bereich der rechten Hüfte angefahren worden sei. Ein direktes Anpralltrauma an den Rücken habe nicht stattgefunden.
Beim Beschwer
deführer bestehe zudem ein Status nach Rückenoperationen (S. 3). Der Befund des am Unfalltag durchgeführten CT zeige, dass mit überwiegender Wahrschein
lichkeit keine Frakturen oder Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule vorgelegen hätten (S. 3 f.). In einem weiteren, zwei Tage nach dem Unfall durchgeführten MRI habe sich kein Nachweis posttraumatischer Veränderungen an der LWS ge
zeigt und es
hätten
keine frischen
ossären
Läsionen vorgelegen. Festgestellt wor
den sei eine leichte mediane
Protrusion
der Bandscheibe an L3 oder 4 ohne zent
rale
rezessale
oder
neuroforaminale
Spinalkanaleinengungen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit könne davon ausgegangen werden, dass durch das Unfaller
eignis
keine somatischen Veränderungen
generiert worden seien.
Bezüglich der neurologischen Beschwerden finde sich in den Akten ein Bericht der Wirbelsäu
lenmedizin
Prodorso
, wobei expressis verbis formuliert werde, dass sich kein An
halt für eine spinale Impulsleitungsstörung finde und sich kein neurologisches Substrat für eine erneute
Radikulopathie
infolge des Unfalls ergebe (S. 4).
Als Gesundheitsschaden bestehe beim Beschwerdeführer vorbestehend ein Status nach
Diskushernienoperation
L4/L5 links 2014 und 2013 sowie eine
r
Diskusher
nienoperation
L5/S1 in Basel 200
7.
Ferner bestehe eine muskuläre
Dysbalance
. Unter Zusammenschau der genannten Faktoren habe der Unfall vom 4. Juni 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer richtungsgebenden Ver
schlimmerung des vorbestehenden Zustandes geführt. Speziell eine Verschlim
merung im Bereich der Wirbelsäule könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Prellung im Sinne einer vorübergehenden Unfallfolge zurückzuführen. Diese Unfallfolgen seien nach all
ge
meiner Lehrauffassung und nach Rechtsprechung bei nicht nachweisbaren rich
tungsgebenden Veränderungen nach spätestens sechs Monaten als abgeheilt zu betrachten. Das Unfallereignis spiele dann im weiteren Verlauf keine Rolle mehr (S. 4).
3.7
In einem am 3. Feb
ruar 2017 übermittelten Bericht
nannte Dr.
G._
folgende Diagnosen (Urk. 3/10 Ziff. 8):
-
Status nach Diskushernien-Operation L4/L5 2013
-
Status nach Diskushernien-Operation L5/S1 2007
-
muskuläre
Dysbalance
Der Beschwerdeführer
klage
über chronische, rechtsbetonte Rückenschmerzen (Ziff. 3.2). Er wirke leicht deprimiert und besorgt (Ziff. 4.1). Die Motorik der LWS sei leicht eingeschränkt mit chronischem Schmerzsyndrom lumbal. Unter Physi
otherapie sei der Verlauf insgesamt positiv mit Rückgang der Schmerzen und Verbesserung der Motorik (Ziff. 8). Die letzte Tätigkeit als Bauarbeiter sei höchs
tens noch im Umfang von 25 % zumutbar (Ziff. 11.4). Es bestehe eine vollstän
dige Invalidität (Ziff. 11.7). Für eine wechselbelastende Tätigkeit ohne schweres Heben und Tragen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30 % (Ziff. 11.5-6).
3.8
Dr.
J._
, Praktische Ärztin
,
führte am 20. Oktober 2017 aus, sie führe seit September 2017 wöchentlich eine Gesprächstherapie mit dem Beschwerde
führer durch. Dieser habe bereits vor dem Unfall an Beschwerden der LWS gelit
ten, aber seinen Beruf auf dem Bau problemlos ausüben können. Der Autounfall habe sein Leben total verändert. Gemäss den Ärzten dürfe er nicht mehr als zehn Kilogramm heben, weshalb er weder auf seinem Beruf noch in der Reinigung arbeiten könne. Danach habe sich eine
Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
entwickelt. In Anbetracht des Verlustes seines Berufes und seiner Existenz sei die Tendenz zur
Chronifizierung
relativ hoch. Eine Umschulung sei nicht mög
lich und eine Arbeit in einer angepassten Tätigkeit eine Illusion (Urk. 3/12).
4.
4.1
Was zunächst die somatischen Beschwerden betrifft, stützte die
Beschwerdegeg
nerin ihre Leistungseinstellung per 31. Dezember 2016 insbesondere auf die ärzt
liche Beurteilung durch den Kreisarzt Dr.
I._
(E. 3.6), welcher eine traumati
sche Verschlimmerung des klar ausgewiesenen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule habe ausschliessen können (E. 2.1).
G
emäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung umfasst die Leistungspflicht des Unfallversicherers auch die Beeinträchtigung durch Beschwerden, welche aus einer unfallbedingten (vorübergehenden oder richtunggebenden) Verschlim
me
rung einer vorbestandenen Diskushernie herrühren
. Ist die Diskushernie aller
dings bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zu
sammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach der
zeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der alters
üb
li
chen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen de
generativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts 8C_571/2015 vom 14. Oktober
2015, E. 2.2.3 mit weiteren Hinweisen). Es handelt sich dabei um einen unfall
medizinisch allgemein aner
kannten Verlauf vorbestehender Wirbel
säu
len
erkran
kungen nach einem Unfall
ereignis ohne strukturelle Verletzungen der Wirbel
säule
(Urteil des Bundesge
richts 8C_217/2013 vom 4. September 2013, E. 3.4 mit weiteren Hinweisen).
Um von diesen allgemeinen medizinischen Erfahrungstatsachen respektive von der geltenden Rechtsprechung des Bundesgerichtes abzuweichen, besteht vorlie
gend entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (E. 2.2) kein Anlass, sind doch aufgrund der medizinischen Aktenlage, wie dies Kreisarzt Dr.
I._
in seiner ärztlichen
Beurteilung vom 3. April 2017 (E. 3.6)
nachvollziehbar und überzeu
gend begründet
ausführte,
weder Frakturen oder Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule noch posttraumatische Veränderungen an der LWS oder frische
ossäre
Läsionen nachgewiesen (vgl. auch E. 3.1). Die erstbehandelnden Ärzte des Stadtspitals
B._
diagnostizierten nach den bildgebenden Abklärungen denn auch lediglich eine Kontusion lumbal sowie ein chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom rechts (E. 3.1). Anhaltspunkte dafür, dass - entgegen der allge
meinen medizinischen Erfahrungstatsache - die durch den Unfall vom 4. Juni
2016 verursachte Rückenprellung eine über Ende Dezember 2016 hinaus andau
ernde Schädigung verursacht hätte, liegen nicht vor. Mit dem Kreisarzt Dr.
I._
ist demnach davon auszugehen, dass sechs Monate nach dem Unfall der
status
quo sine der durch den Unfall ausgelösten Rückenbeschwerden erreicht war und die über den 31. Dezember 2016 hinaus persistierenden Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammen
hang mit dem Unfallereignis vom 4. Juni 2016 stehen
.
Bezüglich der somatischen Beschwerden trifft die Beschwerdegegnerin demnach keine über den 31. Dezember 2016 hinausgehende Leistungspflicht.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der geltend gemachten psychischen Beschwerden.
Diesbezüglich beanstandete der Beschwerdeführer den Fallabschluss per Ende Dezember 2016 als verfrüht (vgl. E. 2.2).
Ein Fallabschluss ist dann vorzunehmen, wenn von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann. In diesem Zeitpunkt ist der Fall somit unter Einstel
lung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Inva
lidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen. Die verunfallte Per
son hat Anspruch auf Heilbehandlung, solange von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteile des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014, E. 3, und 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014, E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen ist, um
schreibt das Gesetz nicht näher. Nach der Rechtsprechung ist der Begriff der nam
haften Besserung namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, aus
zulegen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes namhaft durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss und dass unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109, E. 4.3). Der Fallabschluss und die Prüfung der Adäquanz setzen sodann lediglich voraus, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine er
hebliche Verbesserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärzt
liche Behandlung nicht länger erforderlich ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_729/2012 vom 4. April 2013, E. 5.2, und 8C_727/2012 vom 21. Dezember 2012, E. 3.2.2).
5.2
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per Ende Dezember
2016,
mithin gut
ein halbes Jahr
nach dem Unfall, ein. In diesem Zeitpunkt war der Beschwer
deführer zwar nach wie vor arbeitsunfähig, dies jedoch aufgrund der Rückenbe
schwerden, nicht
aber
aufgrund einer fachärztlich diagnostizierten psychiatri
schen Erkrankung. Vielmehr hatte der Beschwerdeführer bis zu diesem Zeitpunkt keine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung aufgenommen.
Die Hausärztin Dr.
G._
hielt in ihrem Bericht vom 23. Juli 2016
zwar
fest, der Beschwerdeführer wirke reduziert und deprimiert
, empfahl aber keine psychiatri
sche Abklärung oder Behandlung
(E. 3.2)
. Diese Ausführungen sind
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
nicht mit einer
psychiatrischen Diagnose gleichzusetzen.
W
eitere
Hinweise auf eine psychi
sche Erkrankung
finden sich in den Akten nicht.
Erst mit der Beschwerde reichte
der Beschwerdeführer
einen Bericht von Dr.
J._
ein, bei welcher er seit September 2017 eine Gesprächsthe
rapie besucht
, welche jedoch g
emäss dem
Medizinalberuferegister
(
www.medre
gom.ch
) über keine psychiatrische Fachausbildung
verfügt
.
Hinzuweisen ist im Weiteren auf das Protokoll des im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren geführten Standortgespräches vom 4. November 2016 (Urk. 3/7). Dabei gab der Beschwerdeführer
die medizinische Situation betreffend
an, er leide unter starken, in jeder Position bestehenden Rückenschmerzen, Schmerzen und Kribbeln im rechten Bein sowie Kopfschmerzen (S. 3 Ziff. 5)
, klagte jedoch nicht über psychi
sche Beschwerden. Auch aus dem restlichen Protokoll ergeben sich keine Hin
weise
auf
eine psychiatrische Erkrankung. Insgesamt ist der von der Beschwerde
gegnerin per Ende Dezember 2016 verfügte Fallabschluss nicht zu beanstanden.
5.3
In Anbetracht dieser Ausführungen ist zweifelhaft, ob eine natürliche Kausalität zwischen dem Unfall vom 4. Juni 2016 und den geltend gemachten psychischen
Beschwerden vorliegt, zumal die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs pra
xisgemäss nicht genügt, um einen Leistungsanspruch zu begründen (vgl. E. 1.
3
). Mit Blick auf die nachfolgenden - der Vollständigkeit halber vorgenommenen - Ausführungen zur Adäquanz kann diese Frage jedoch grundsätzlich offenbleiben (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1).
Das Ereignis vom 4. Juni 2016 ist zunächst nach seiner Schwere zu qualifizieren, wobei diese nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi
ckelnden Kräften bestimmt. Zwar ist unbekannt, mit welcher Geschwindigkeit die Unfallverursacherin in den Beschwerdeführer prallte.
Allerdings wurde der Be
schwerdeführer als Fussgänger von einem Auto erfasst und auf die Motorhaube gehoben, was einen fünftägigen Spitalaufenthalt notwendig machte (vgl. vorste
hend E. 3.1). Angesichts dieser Umstände ist von einem mittelschweren Unfall im engeren Sinn auszugehen, was zur Folge hat, dass zur Bejahung der Adäquanz drei der massgeblichen Kriterien erfüllt sein müssen oder eines in ausgeprägter Weise erfüllt sein muss. Letzteres ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung aber nur mit grösster Zurückhaltung anzunehmen (
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Unfallversiche
rung, 4. Auflage, Zürich 2012, S. 63). Zu den massgebenden Kriterien im Detail wird auf BGE 134 V 109 E. 10.3, BGE 117 V 359 E. 5d/
bb
und BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
verwiesen.
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens der versicherten Person. Zu beachten ist dabei, dass jedem mindes
tens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich
,
nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet. Der Un
fall ereignete sich an einer Kreuzung, an welcher der Beschwerdeführer von einem nach dem Rotlicht eben erst angefahrenen Auto erfasst wurde. Besonders dra
ma
tische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit
können
darin nicht gesehen werden.
Auch wenn der Beschwerdeführer nach dem Unfall fünf Tage im Spital ver
brachte, kann angesichts der diagnostizierten Rückenprellung nicht von schweren oder besonderen Verletzungen gesprochen werden.
Was das Kriterium der «fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behand
lung» betrifft, wurde der Beschwerdeführer medikamentös behandelt und be
suchte physiotherapeutische Sitzungen (E. 3.1
, vgl. Urk. 8/26/3)
, wobei er anläss
lich des
Standortgesprächs vom 4. November 2016 ausführte, er besuche aktuell keine Therapie (Urk. 3/7 S. 4 oben)
.
Bezüglich der geltend gemachten psychischen Beschwerden begann der Beschwerdeführer erst im September 2017, mithin mehr als ein Jahr nach dem Unfall, eine Gesprächstherapie
bei einer Ärztin ohne psy
chiatrische Fachausbildung
(E. 3.8). Insgesamt kann dies nicht als fortgesetzt spe
zifische, belastende ärztliche Behandlung qualifiziert werden.
Aus den Akten ergeben sich sodann keine Hinweise auf eine ärztliche Fehlbe
handlung oder erhebliche Komplikationen.
Nach dem Gesagten sind mindestens fünf der insgesamt sieben massgeblichen Adäquanzkriterien nicht erfüllt, weshalb es an einem adäquaten Kausalzusam
menhang zwischen dem Unfallereignis vom 4. Juni 2016 und den aktuell noch geklagten psychischen Beschwerden fehlt. Von einer Prüfung der weiteren Krite
rien kann abgesehen werden, zumal auch der Beschwerdeführer nicht behauptet, dass zumindest eines dieser Kriterien in ausgeprägter Weise erfüllt sei (vgl. Urk. 1).
5.4
Insgesamt ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistun
gen per Ende Dezember 2016 eingestellt hat. Der angefochtene
Einspracheent
scheid
vom 4. Oktober 2017 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.