Decision ID: 7acaff2c-5da0-5da5-b9b6-b2e035be57af
Year: 2016
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. A.1
Gemäss Unfallmeldung der C_ AG vom 2. September 2005 (Suva-act. 2) sei der am
XX.XX.1961 geborene und dort seit 12. Oktober 1987 als Kaminbauer tätige A_ am
24. August 2005 um 18.45 Uhr zuhause in A-6971 Hard beim treppauf Gehen gestolpert
und ausgerutscht, wobei er sich das rechte Bein oberhalb des Knöchels gebrochen habe
(Suva-act. 2).
A.2
Laut Arztzeugnis UVG des Landeskrankenhauses (LKH) Bregenz vom 12. September 2005
(Suva-act. 6) betreffe die Fraktur den linken Malleolus lateralis. Dieser sei im Rahmen eines
stationären Aufenthalts vom 7. bis 10. September 2005 mit einer Osteosynthese behandelt
worden (Berichte des LKH Hohenems [Suva-act. 3, 4 und 17, 2/5]; Operationsbericht vom
30. Juli 2007 [Suva-act. 28]) und das Metall am 27. März 2016 (Suva-act. 17, 4/5; Operati-
onsbericht vom 30. Juli 2007 [Suva-act. 27]) wieder entfernt worden (vgl. auch die Meldung
der C_ AG an die Suva vom 3. April 2006 [Suva-act. 15, 2/2]). Nach zehnmonatiger Pau-
se habe der Patient ohne vorheriges Lauftraining wieder mit dem Fussballspielen begonnen
und verspüre jetzt vermehrt Beschwerden. Gemäss Kontrolluntersuchung des
LKH Hohenems vom 30. Mai 2006 (Suva-act. 21, 5/5) sei aber alles in Ordnung, wenn-
gleich gemäss Kontrolle im LKH Hohenems vom 8. Juni 2006 nach langem Stehen an der
Seite 3
Arbeit Beschwerden im Bereich der Aussenknöchelspitze bestanden hätten (Suva-act. 22).
Gemäss Kontrolluntersuchung des LKH Hohenems vom 12. Juni 2007 (Suva-act. 41, 6/9)
könne der Patient nicht längere Zeit stehen. Die Knöchelkonturen seien etwas verstrichen,
jedoch ohne wesentliche Schwellungsneigung. Auf den aktuellen Röntgenbildern zeige sich
im Bereich der Innenknöchelspitze eine Verkalkung, die auf den ursprünglichen Bildern
noch nicht sichtbar gewesen sei, was auf eine damalige Verletzung des Deltabandes hin-
deute.
A.3
Laut Aktennotiz der Suva vom 23. September 2008 (Suva-act. 37) habe der Versicherte bei
einem Gespräch im Betrieb gemeint, dass ihm Sport teilweise nicht mehr möglich sei. Nach
einem Auffahrunfall an einer Ampel am 9. Januar 2008 - schon 1986 habe er einen solchen
erlitten - sei ihm übel gewesen und der Kopf wegen Nackenschmerzen seitlich nicht mehr
bewegbar, wobei Schwindel bis heute bestehe. Er sei gelernter Kaminbauer und könne sich
beim Schweissen hinsetzen. Wegen der Knöchelverletzung sei er nur während einer
Woche arbeitsunfähig gewesen. Mit Aktennotiz vom 8. Dezember 2008 (Suva-act. 38) hielt
die Suva fest, dass der Versicherte telefonisch den Abschluss der Behandlung des Knö-
chels mitgeteilt habe.
B. B.1
Gemäss Aktennotiz der Suva vom 15. Februar 2011 (Suva-act. 39) könne der Versicherte
wegen starken Schmerzen im Bein bzw. Fuss nicht mehr gut laufen oder Auto fahren.
B.2
Eine Kontrolluntersuchung am LKH Hohenems vom 15. März 2011 (Suva-act. 41, 6/9)
ergab anhaltende Beschwerden im linken Sprunggelenk mit stark eingeschränkter Beweg-
lichkeit. Die eher lateralen Schmerzen und das Druckgefühl seien wahrscheinlich Residuen
der Sprunggelenkfraktur. Gemäss Bericht über eine MRI-Abklärung vom 24. März 2011
(Suva-act. 102) bestehe ventral des Malleolus lateralis ein geringer Erguss, der sich ge-
mäss Untersuchung vom 10. Mai 2011 (Suva-act. 49, 6/6) als ca. 2 cm messende und
wahrscheinlich von den Peroneussehnen ausgehende Zyste vor dem Aussenknöchel er-
wiesen habe.
C. C.1
Laut Aktennotiz der Suva vom 15. Juni 2012 (Suva-act. 53) klage der derzeit in keiner Be-
handlung stehende Versicherte bei der C_ AG über Schmerzen und wünsche die Prü-
fung einer Integritätsentschädigung (s. auch dessen entsprechendes handschriftliches
Schreiben an die Suva vom 20. Juni 2012 (Suva-act. 54).
Seite 4
C.2
Gemäss Bericht von Orthopäde und Kreisarzt Dr. D_ vom 4. Oktober 2012 (Suva-
act. 60) müsse der Versicherte nach eigenen Angaben als Kaminbauer relativ häufig Trep-
pen und Leitern hinauf- und hinabsteigen. Er wünsche keine weitere Operation, nehme
aber hin und wieder Schmerzmittel. Objektiv bestünden eine marginale Einschränkung der
Beweglichkeit, ein diskreter Reizzustand mit Schwellung der Sprunggelenkkapsel und ein
Druckschmerz an der Spitze des Malleolus internus. Die symmetrischen Umfänge liessen
nicht auf eine längere Schonhaltung schliessen.
Nach einer Röntgen-Untersuchung am LKH Hohenems vom 22. Oktober 2012 (Suva-
act. 64, 6/8), einem Bericht des MRI-Instituts Dornbirn vom 12. November 2012 (Suva-
act. 62), dass eine minimale Arthrose des linken oberen Sprunggelenks (OSG) und ein
grösserer dorsaler Fersensporn von 13 mm vorlägen, und einem Bericht des LKH Ho-
henems vom 29. November 2012 (Suva-act. 64, 7/8), wonach der Versicherte wegen einer
Spritzenphobie keine Infiltration wünsche, verneinte Dr. D_ am 21. Dezember 2012
(Suva-act. 68) wesentliche Funktionseinschränkungen des linken OSG, weshalb die Erheb-
lichkeitsgrenze betreffend Integritätsschaden nicht erreicht werde.
C.3
Mit Verfügung vom 3. Januar 2013 (Suva-act. 70) wies die Suva den vom Versicherten ge-
stellten Antrag mangels erheblichen Integritätsschadens ab. Im Rahmen des vom Versi-
cherten dagegen mit Schreiben vom 28. Januar 2013 (Suva-act. 73) angehobenen Ein-
spracheverfahrens meinte Orthopäde Dr. E_ mit Bericht vom 11. Februar 2013 (Suva-
act. 77), die Beschwerden seien wohl auf eine Läsion der Peronealsehnen zurück-
zuführen, doch lehne der Patient eine diagnostisch/therapeutische Infiltration ab. Daraufhin
wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 7. Mai 2013 (Suva-act. 80) ab. Nach
einem Schreiben des Versicherten vom 3. Juni 2013 (Suva-act. 84), wonach er weiterhin in
Behandlung stehe (Suva-act. 84), nahm die Suva den Einspracheentscheid mit Schreiben
vom 5. Juni 2013 (Suva-act. 89) zurück (s. auch die nachmalige Aktennotiz der Suva vom
2. April 2014 [Suva-act. 120]).
C.4
Gemäss Bericht von Radiologe Dr. F_ über eine Sonographie vom 27. Mai 2013 (Suva-
act. 94) sei links die kurze Peronealsehne instabil und finde sich entlang der langen Pe-
ronealsehne Flüssigkeit als Ausdruck einer leichten Peritendinitis. Im OSG seien degenera-
tive Veränderungen mit kleinen Osteophyten der am Gelenk beteiligten Knochenstrukturen
erkennbar. Statt der Syndesmose sei ein kleines Ossikel erkennbar.
Seite 5
In der Folge sprach Orthopäde Dr. G_ nach zwei Konsultationen durch den Versicherten
vom 24. April und vom 11. Juni 2013 im Bericht vom 13. Juni 2013 (Suva-act. 90) von einer
eindeutig posttraumatischen Instabilität der Peronealsehnen nach Abriss des stabilisieren-
den Retinaculum peroneale. Eine eigentliche Instabilität/Luxation der Peronealsehnen sei
jedoch nicht tastbar.
C.5
Daraufhin holte die Suva auf Anregung von Versicherungsmediziner und Orthopäde
PD Dr. L_ vom 22. Oktober 2013 (Suva-act. 98) ergänzende medizinische Unterlagen
ein.
Gemäss Bericht von Prof. Dr. H_, Chefarzt des Instituts für Radiologie am Stadtspital
Triemli, vom 25. Februar 2014 (Suva-act. 117) habe eine MRI-Untersuchung des linken
OSG/Rückfusses im Vergleich zur MRI-Abklärung in Dornbirn vom 12. November 2012 un-
verändert eine regelrechte Darstellung des Peronealsehnenfaches ohne Hinweis auf eine
Pathologie der Peronealsehnen oder des oberflächlichen peronealen Retinaculums erge-
ben, ferner leichte degenerative Veränderungen im OSG mit kleinen Osteophyten an der
Gelenkfläche des dorsalen Anteils der Tibia im Sinne einer diskreten OSG-Arthrose.
Dr. K_, leitender Arzt am erwähnten Institut, meinte mit Bericht vom 26. Februar 2014
(Suva-act. 115), eine Sonographie des linken OSG habe keinen pathologischen Befund
bezüglich der im Bereich des Malleolus lateralis etwas diffus angegebenen Schmerzen er-
geben. Insbesondere seien die Peronealsehnen unauffällig, die beiden Retinacula intakt
und die Sehnen nicht verschiebbar, sodass keine Instabilität vorliege.
Im Gutachten vom 28. Februar 2014 (Suva-act. 116) verneinte Prof. H_ gestützt auf die
erwähnten Untersuchungen eine frühere oder aktuelle Pathologie der Peronealsehnen. Bei
der Untersuchung habe der Versicherte immer wieder einen anderen Schmerzpunkt ange-
geben, sodass auch klinisch keine eindeutige Schmerzkonsistenz bestanden habe.
C.6
In der Folge meinte PD Dr. L_ mit Beurteilung vom 26. März 2014 (Suva-act. 118), die
Diagnose einer Peronealsehneninstabilität könne nicht aufrechterhalten werden. Für die im
Bereich des ehemals unverletzten Rückfusses geklagten Beschwerden lasse sich keine be-
friedigende Erklärung finden, weshalb eine weitere Abklärung indiziert sei.
Seite 6
C.7
Auf Anfrage der Suva vom 3. April 2014 (Suva-act. 121) betreffend Abklärung in der
Schulthess Klinik oder in der Uniklinik Balgrist, beide in Zürich, antwortete der Versicherte
mit E-Mail vom 7. April 2014 (Suva-act. 123), da er immer wieder an andere Ärzte verwie-
sen worden sei, wünsche er keine weitere Abklärung, sondern ein 30% geringeres Arbeits-
pensum. Nach einem Hinweis der Suva auf die Mitwirkungspflicht vom 9. April 2014 (Suva-
act. 124) erstattete Oberarzt Dr. M_ von der Fusschirurgie an der Schulthess Klinik am
3. Juli 2014 (Suva-act. 133) Bericht über die Abklärung (inkl. Röntgen) vom Vortag. Für die
beschriebene Symptomatik kämen verschiedene Ursachen in Frage. Angesichts der lang-
jährigen Beschwerden sei aber auch eine gewisse Symptomausweitung bzw. Dekonditio-
nierung nicht auszuschliessen. Eine eindeutige Instabilität der Peronealsehnen sei weder
klinisch noch radiologisch feststellbar und deshalb auch keine eindeutige Ursache der Be-
schwerden benennbar. Bei Leidensdruck und Kooperationsbereitschaft des Versicherten
auch für eine allfällige Operation, der aber konservative Massnahmen wie das Tragen eines
bis über das Sprunggelenk reichenden stabilen Schuhes während der Arbeit vorzuziehen
wären, kämen weitere Abklärungen in Frage.
C.8
Mit E-Mail vom 28. September 2014 (Suva-act. 137) ersuchte der Versicherte die Suva, ihm
eine Arbeitsunfähigkeit von 15% zu attestieren, da er den ganzen Tag bei der Arbeit stehen
müsse. Ferner wünsche er eine Entschädigung von Fr. 20'000.-- für die zehn Jahre, wäh-
rend denen er mit unerträglichen und falsch behandelten Schmerzen von Arzt zu Arzt ge-
schickt worden sei.
C.9
Nach einer Stellungnahme von PD Dr. L_ vom 21. November 2014 (Suva-act. 138) teilte
die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 28. November 2014 (Suva-act. 139) mit,
dass er sich entweder durch den Hausarzt an Dr. M_ zur weiteren Abklärung bzw. Be-
handlung überweisen oder den Fall abschliessen lassen könne, mit vorgängiger kreisärztli-
cher Abschlussuntersuchung. Gemäss entsprechendem Bericht von Dr. D_ vom
29. Januar 2015 (Suva-act. 145) nähmen die Beschwerden im linken Sprunggelenk des
deutlich übergewichtigen Versicherten (93 kg auf 165 cm, also Bodymass-Index von 34.16)
unter körperlicher Belastung zu, und er verspüre zusätzlich ein Ermüdungsgefühl im linken
Fuss. Dagegen nehme er bei Bedarf ein Schmerzmittel, verwende aber keine stützenden
Bandagen oder Schuhe. Abgesehen von einer leichten endgradigen Einschränkung der
Dorsalextension und Plantarflexion sowie einer aufgehobenen Eversion und Inversion prä-
sentiere sich das linke Sprunggelenk in reizlosem Zustand ohne Schwellungsneigung, bei
regelrechtem Verlauf der Peronealsehnen im Seitenvergleich. Dieser Befund könne durch
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keine weiteren Behandlungsmassnahmen verbessert werden. Zu empfehlen sei einzig das
Tragen von stabilen Schuhen bei der Arbeit. Zumutbar sei vollschichtig eine mittelschwere
Tätigkeit ohne repetitives Steigen auf Leitern und Gerüste sowie ohne Arbeiten in Schräg-
lagen bzw. Zurücklegen längerer Wegstrecken auf unebenem Untergrund. Zu vermeiden
seien Vibrations- und Stossbelastungen sowie das Einnehmen der Hocke. Betreffend Integ-
ritätsschaden sei die Erheblichkeitsgrenze nicht erreicht.
C.10
Anlässlich einer Besprechung mit der Suva gemäss Aktennotiz vom 11. Februar 2015
(Suva-act. 146) habe der Versicherte das Tragen stabiler Schuhe abgelehnt. Nach eigenen
Angaben arbeite er zu 90% in der Werkstatt und zu 10% auf Montage. Die von ihm geltend
gemachte Einschränkung von 20% erscheine als zu hoch. Mit 10% wäre man noch eini-
germassen einverstanden, da nicht nachvollziehbar sei, weshalb an vier Tagen eine volle
Leistung möglich sein solle, nicht aber am fünften Tag. Plausibler wären mehrere Pausen
pro Tag oder eine längere Mittagspause.
C.11
Gemäss Aktennotiz vom 16. März 2015 (Suva-act. 150) erfolgte auch noch eine Bespre-
chung mit dem Versicherten in der C_ AG. Demnach umfasse seine Tätigkeit zu ca. 40%
das Schweissen, zu ca. 20% das Zuschneiden von Blechen, zu ca. 35% die Endkontrolle
und das Beizen sowie zu vielleicht 5% die Montage. Er könne alle Arbeiten im früheren
Ausmass verrichten und sei so gut wie nie auf Montage. Er bemerke einfach jeweils so ab
15.30 bis 16.00 Uhr das Anschwellen seines Fusses und eine Schmerzzunahme, dies teil-
weise auch saison- bzw. belastungsabhängig. Das Hauptproblem sei, dass er ganztägig
auf den Beinen stehe. Die früher behauptete Einschränkung von ca. 20% sei zu hoch be-
messen. Er sei sich seines Übergewichts bewusst, könne die früher ausgeübten Sportarten
wie joggen und Fussball verletzungsbedingt aber nicht mehr betreiben. Seitens der Suva
könnte man sich allenfalls eine 10%ige Rente vorstellen, allerdings erst nach entsprechen-
dem Feedback seitens des Betriebs.
C.12
Gemäss Telefonnotiz der Suva vom 27. Mai 2015 (Suva-act. 151) sei dessen Chef nie eine
Einschränkung aufgefallen. Er sei überzeugt, dass die Beschwerden nicht im angegebenen
Ausmass vorhanden und eine gewisse (Renten-)Begehrlichkeit beim ansonsten sehr fleis-
sigen Mitarbeiter vorliege, dessen Arbeit in letzter Zeit allerdings häufig nicht einwandfrei
gewesen sei.
Seite 8
C.13
In der Folge äusserte der Versicherte anlässlich einer weiteren Besprechung mit der Suva
gemäss Aktennotiz vom 31. August 2015 (Suva-act. 153) den Wunsch auf eine einmalige
Kapitalzahlung oder eine 10%ige Rente. Die Spezialschuhe werde er nicht mehr tragen, da
sie nur zusätzliche Schmerzen bewirkten. Ferner erkundigte sich Hausarzt Dr. N_ in
dessen Auftrag mit Schreiben vom 24. September 2015 (Suva-act. 154) nach einer Integri-
tätsentschädigung, worauf die Suva mit Schreiben vom 30. September 2015 (Suva-
act. 155) einen Anspruch verneinte, worüber sie auch noch verfügen werde.
D. D.1
Mit Verfügung vom 1. Oktober 2015 (Suva-act. 156) bezifferte die Suva die Erwerbseinbus-
se mit 1.88%, dies bei einem Invalideneinkommen gemäss Tabellenwert von Fr. 71'959.--
und einem Valideneinkommen von Fr. 73'342.--. Da auch kein erheblicher Integritätsscha-
den ausgewiesen sei, werde das Leistungsbegehren abgewiesen.
D.2
Dagegen liess der Versicherte mit Schreiben vom 29. Oktober 2015 (Suva-act. 166) Ein-
sprache mit dem Antrag auf eine mindestens 10%ige Rente und eine Integritätsentschädi-
gung erheben. In der Folge reichte er wie angekündigt ein Schreiben der C_ AG vom 26.
Januar 2016 (Suva-act. 170) nach, demgemäss man bereit sei, seinem Wunsch auf ein
Pensum von 90% zu entsprechen. Da dies für alle Beteiligten mit einigen Nachteilen ver-
bunden sei, könne dieses Pensum allerdings nicht auf Dauer garantiert werden. Ferner sei
die Arbeitszeitreduktion täglich in Form einer verlängerten Mittagsruhe zu beziehen.
D.3
Mit Entscheid vom 26. April 2016 (Suva-act. 178) wies die Suva die Einsprache ab, unter
Bezugnahme auf die Beurteilung von Dr. D_ vom 28. Januar 2015. Betreffend Reduk-
tion des Pensums am Arbeitsplatz - diese wäre gesundheitlich ohnehin nicht begründbar -
fehle es an einer Vereinbarung bzw. Bestätigung des Arbeitgebers, weshalb sich der Versi-
cherte mangels Disposition auch nicht auf den Vertrauensschutz berufen könne.
D.4
Gegen diesen Entscheid liess der Versicherte mit Schreiben vom 30. Mai 2016 Beschwer-
de mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen erheben. Die Nichtreduktion der Arbeits-
zeit bedeute sehr wohl eine nachteilige Disposition, einfach durch Unterlassung. Das Pen-
sum sei nicht reduziert worden aus Angst vor einem Stellenverlust, da er im kleinen Team
nicht fehlen könne und aus finanziellen Gründen. Seit längerem beziehe er zwecks zusätz-
licher Erholung sieben Wochen Ferien im Jahr, wovon zwei unbezahlt.
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Wenn man das morgendliche Steifheitsgefühl im linken Fuss und dessen Anschwellen ab
16 Uhr, die Einschränkungen im Sport, beim Treppensteigen und bei längerem Autofahren,
die Wetterfühligkeit und den täglichen Konsum von Schmerztabletten berücksichtige, liege
beim unteren Sprunggelenk ein Integritätsschaden von 10% vor.
Der Beschwerde war eine schriftliche Bestätigung der C_ AG vom 24. Mai 2016 (Suva-
act. 178) beigelegt, wonach das Pensum des Versicherten auf 90% gekürzt werde, sobald
die Suva eine Rente von 10% zugesprochen habe. Ferner ein Schreiben von Dr. N_ vom
25. Mai 2016 (Suva-act. 177), dass der Versicherte - diesen habe er zuvor letztmals am 22.
September 2015 gesehen - anlässlich einer Konsultation vom Vortag gemeint habe, der lin-
ke Fuss sei vor allem gegen Abend und nach langer Belastung nach wie vor schmerzhaft.
Eine Einschränkung in der Arbeit sei deshalb nachvollziehbar.
D.5
Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2016 entgegnete die Suva, nach dem Unfall seien
nicht die tatsächlichen Umstände wie Arbeitsleistung bzw. Einkommen entscheidend, son-
dern die zumutbaren. Der Beschwerdeführer sei adaptiert zu 100% arbeitsfähig und ver-
letze durch das Nichttragen der Spezialschuhe die ihm obliegende Schadenminderungs-
pflicht.
D.6
Mit Replik vom 29. August 2016 machte der Beschwerdeführer geltend, er habe die Spezi-
alschuhe ca. zwei Monate getragen und diese acht Mal abändern lassen, doch sei der Fuss
noch mehr angeschwollen und habe noch stärker geschmerzt. Dass die Einschätzung von
Dr. D_ hinsichtlich Arbeitsfähigkeit nicht zutreffe, bestätige auch Hausarzt Dr. N_.

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass
diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form- und
Fristerfordernisse erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. 2.1
Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen
Seite 10
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
oder den Tod zur Folge hat. Ein Versicherter hat u.a. Anspruch auf zweckmässige Behand-
lung der Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
[UVG; SR 832.20]), ab dem dritten Tag nach dem Unfall zufolge voller oder teilweiser Ar-
beitsunfähigkeit auf Taggelder (Art. 16 UVG) und - sofern von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind - bei mindestens 10%iger Invalidität auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung
(Art. 18 und 19 UVG). Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er überdies An-
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente
festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Be-
handlung gewährt (Art. 24 UVG), wobei sich die Höhe der Integritätsentschädigung grund-
sätzlich nach der Schwere der Beeinträchtigung richtet.
2.2
Zu ergänzen bleibt, dass nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung vom
20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt werden. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche
Tatbestände dar (SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4.2 mit Hinweisen). Bei einem Rückfall
handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es
zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt;
von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit
organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krank-
heitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein beste-
hendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen)
Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwer-
den und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein na-
türlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 Erw. 2c; Urteil des
Bundesgerichts 8C_714/2011 vom 4. Mai 2012 Erw. 3.2.1), wovon die Suva in der Verfü-
gung vom 1. Oktober 2015 und im diese bestätigenden sowie vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheid vom 26. April 2016 stillschweigend ausgegangen ist.
3. 3.1
Bei der Beurteilung der Kausalität eines Unfalls für behauptete gesundheitliche Beschwer-
den bzw. einer dadurch allfällig bewirkten Arbeitsunfähigkeit stützt sich die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) zunächst auf Unterlagen, welche von ärztlichen und gege-
benenfalls auch anderen medizinischen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind (Urteile
Seite 11
des Bundesgerichts 9C_636/2013 vom 25. Februar 2014 Erw. 4.2.1 und 4.2.2,
9C_922/2013 vom 19. Mai 2014 Erw. 3.2.1, 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 Erw. 3.2). Auf-
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet
werden können (BGE 132 V 93 Erw. 4, 140 V 193 Erw. 3.2).
3.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 Erw. 3a,
134 V 231 Erw. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_337/2015 vom 16. November 2015
Erw. 2.3). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Berichten von externen
Spezialärzten ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien dagegen sprechen. In Bezug auf Berichte von Hausärzten bzw. behan-
delnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 Erw. 3, 135 V 465 Erw. 4.5; Ur-
teile des Bundesgerichts 8C_641/2013 vom 23. Dezember 2013 Erw. 5.4, 8C_637/2013
vom 11. März 2014 Erw. 2.2.2), was auch mit der unterschiedlichen Natur von Behand-
lungs- und Begutachtungsauftrag zusammenhängen mag (Urteile des Bundesgerichts
8C_768/2012 vom 24. Januar 2013 Erw. 3, 8C_107/2013 vom 23. April 2013 Erw. 3). Was
schliesslich die Beweiskraft versicherungsinterner Berichte anbelangt, so lässt ein Anstel-
lungsverhältnis zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität
und Befangenheit schliessen. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines ex-
ternen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen (BGE 122 V 157 Erw. 1d, 125 V 351 Erw. 3b/ee, 135 V 465 Erw. 4.4,
142 V 58 Erw. 5.1, 142 V 551 Erw. 8.3.1.1).
4. 4.1
Vorliegend fällt zunächst auf, dass der Versicherte wiederholt teilweise unzutreffende An-
gaben gemacht hat. So heisst es beispielsweise (weitere Beispiele siehe nachstehend) im
Bericht von Kreisarzt Dr. D_ vom 4. Oktober 2012, er müsse nach eigenen Angaben
Seite 12
häufiger Treppen und Leitern steigen, was sich nachträglich als unzutreffend herausstellte;
jedenfalls wurde die behauptete Montagetätigkeit gemäss Aktennotiz der Suva vom
16. März 2015 über die Besprechung in der C_ AG mit 5% der Arbeitszeit als grosszügig
bemessen bezeichnet.
4.2
Die im Rückfall geklagten Beschwerden begründete zunächst Orthopäde Dr. E_ - ge-
stützt auf eine Untersuchung des Patienten und die Beurteilung der mitgebrachten Rönt-
genbilder - mit Bericht vom 11. Februar 2013 mit einer möglichen Läsion der Peronealseh-
nen. Bereits hier hiess es aber, dass der Patient eine diagnostisch/therapeutische Infiltrati-
on ablehne. In der Folge berichtete Orthopäde Dr. G_ am 13. Juni 2013 nach einer So-
nographie des linken OSG vom 27. Mai 2013 durch Dr. F_ über eine eindeutige post-
traumatische Instabilität der Peronealsehnen nach Abriss des stabilisierenden Retinaculum
peroneale; allerdings war keine eigentliche Instabilität oder Luxation der Peronealsehnen
zu ertasten.
4.3
Dieser Einschätzung stehen zunächst die umfassenden Abklärungen am Triemlispital in
Zürich entgegen: Am 25. Februar 2014 berichtete der Chefarzt des dortigen Instituts für
Radiologie, eine MRI-Untersuchung des linken OSG/Rückfusses habe im Vergleich zur
MRI-Untersuchung vom 12. November 2012 in Dornbirn eine unverändert regelrechte Dar-
stellung des Peronealsehnenfaches ohne Hinweise auf eine Pathologie der Peronealseh-
nen, des oberflächlichen peronealen Retinakulums oder der Peronealsehnen ergeben.
Feststellbar gewesen seien (lediglich) leichte degenerative Veränderungen im OSG mit
kleinen Osteophyten an der Gelenkfläche des dorsalen Anteils der Tibia im Sinne einer dis-
kreten OSG-Arthrose.
Auch Dr. K_, leitender Arzt am erwähnten Institut, meinte mit Bericht vom 26. Februar
2014, bei der Sonographie des linken OSG habe er keinen pathologischen Befund bezüg-
lich der im Bereich des Malleolus lateralis etwas diffus angegebenen Schmerzen finden
können. Die Peroneussehnen seien unauffällig, die beiden Retinacula intakt und die Seh-
nen nicht verschiebbar, sodass auch keine Instabilität vorliege.
Zusammenfassend meinte Prof. H_ am 28. Februar 2014, in der apparativen Abklärung
hätten sich keine Hinweise auf eine Pathologie der Peronealsehnen gezeigt, und dies we-
der aktuell noch früher. Ferner wies er noch darauf hin, dass der Versicherte bei der Unter-
suchung immer wieder andere Schmerzpunkte angegeben habe, weshalb auch klinisch
keine eindeutige Schmerzkonsistenz bestanden habe.
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4.4
Vor diesem Hintergrund erstaunt es wenig, dass Versicherungsmediziner PD Dr. L_
Ende März 2014 meinte, die Diagnose einer Instabilität der Peronealsehnen sei nicht auf-
rechtzuerhalten, weshalb entgegen Dr. G_ keine Indikation für eine entsprechende Ope-
ration bestehe. Indessen seien mangels befriedigender Erklärung der Beschwerden an dem
beim Ereignis vom 24. August 2005 gar nicht verletzten Rückfuss weitere Abklärungen an-
gezeigt. Daraufhin berichtete die Schulthess Klinik anfangs Juli 2014, dass eine eindeutige
Instabilität der Peronealsehnen klinisch nicht feststellbar sei. Da es auch in der Bildgebung
an klaren Hinweisen fehle, seien weitere Operationen solange wie möglich zu umgehen
und stattdessen konservative Massnahmen, wie beispielsweise das Tragen eines bis über
das Sprunggelenk reichenden Schuhes, zu empfehlen.
Auf Wunsch des Versicherten erfolgte schliesslich die Abschlussuntersuchung durch Kreis-
arzt Dr. D_ Ende Januar 2015, wonach der derzeitige Zustand durch keine weiteren Be-
handlungsmassnahmen zu verbessern sei. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe vollstän-
dige Arbeitsfähigkeit. Dem Patienten werde empfohlen, bei seiner Berufstätigkeit stabile
Schuhe mit Einschluss des OSG zu tragen.
4.5
In Anbetracht dessen doch eher unerwartet brachte ein Eingliederungsspezialist der Suva
bei einer Besprechung mit dem Versicherten gemäss Aktennotiz vom 11. Februar 2015
eine Einschränkung von 10% insofern ins Spiel, als er sich damit noch einigermassen ein-
verstanden erklären konnte, nicht aber mit dem vom Versicherten genannten Wert von
20%. So meinte dieser an einer Besprechung im Betrieb im Beisein einer Vertreterin der
C_ AG gemäss Aktennotiz der Suva vom 16. März 2015 denn auch, dass er eigentlich
noch alle Arbeiten im früheren Ausmass verrichte. Allerdings schwelle der betroffene Fuss
am späteren Nachmittag an und nähmen die Schmerzen zu. Seines Erachtens liege das
Hauptproblem darin, dass er ganztägig auf den Beinen sei, wobei ihm bewusst sei, dass
sich sein Übergewicht nicht vorteilhaft auswirke. Man kam überein, betreffend eine allfällige
Rente von 10% auf die Rückmeldung des Arbeitgebers zu warten.
Diese fiel für den Beschwerdeführer ungünstig aus, indem Arbeitgeber C_ AG gemäss
Aktennotiz der Suva vom 27. Mai 2015 meinte, er sei überzeugt, dass die Beschwerden
nicht im angegebenen Ausmass bestünden und eine gewisse Begehrlichkeit nach Leistun-
gen der Unfallversicherung vorliege. Von den angeblichen Einschränkungen habe er an der
Besprechung vom 4. März 2015 erstmals Kenntnis erhalten. Seiner Meinung nach könne
der Versicherte die Arbeit problemlos verrichten. Angesichts dieser Stellungnahme des Ar-
beitgebers war eine allfällige Rente von 10% richtigerweise vom Tisch. Dies möglicher-
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weise auch, da der Versicherte in der Besprechung mit der Suva gemäss Aktennotiz vom
31. August 2015 offenbar erneut unzutreffende Angaben machte, indem er angab, die Spe-
zialschuhe habe er achtmal abändern lassen, obwohl diese keine Gebrauchsspuren auf-
wiesen. Die Suva wies ihn deshalb noch einmal darauf hin, dass eine 10%ige Rente erst
bei einer entsprechenden Lohneinbusse in Frage komme, welche schriftlich bestätigt sein
müsse. Der Versicherte meinte noch, die Schuhe werde er nicht mehr tragen, da sie nur
zusätzliche Schmerzen bewirkten, was mit Blick auf die ihm obliegende Schadenminde-
rungspflicht von Bedeutung sein dürfte.
Auch dem Hausarzt Dr. N_ teilte die Suva auf Anfrage Ende September 2015 mit, dass
aufgrund der umfassenden Abklärungen beim Arbeitgeber eine Rente nicht begründet sei,
woraufhin die dem vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid zugrundeliegende Ver-
fügung vom 1. Oktober 2015 erging. Bei dieser fragt es sich eigentlich nur, weshalb die
Suva überhaupt einen Einkommensvergleich vornahm, wenn der Versicherte an der bishe-
rigen Arbeitsstelle, die gleichzeitig die aktuelle Arbeitsstelle ist, gemäss Zumutbarkeitsprofil
von Dr. D_ vom 29. Januar 2015 vollschichtig arbeitsfähig ist, wie die Suva im Ein-
spracheentscheid vom 26. April 2016 zutreffend festgehalten hat (Ziff. 2.2.2); damit fehlt es
von vornherein an einer Erwerbseinbusse und damit an einer Invalidität. Jedenfalls spricht
die unbestimmte Beurteilung von Hausarzt Dr. N_ vom 25. Mai 2016 - diese kann aus
prozessökonomischen Gründen in die vorliegende Betrachtung einbezogen werden, ob-
wohl sie erst nach dem erwähnten und vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid ab-
gegeben wurde (BGE 129 V 167 Erw. 1; Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22.
September 2016 Erw. 5.4) -, wonach der Beschwerdeführer in seiner Arbeit bei der C_
AG sicherlich eingeschränkt sei, nicht gegen die fundierte und nachvollziehbare Einschät-
zung von Dr. D_ einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in der adaptierten Tätigkeit bei der
C_ AG, zumal Dr. N_ als Begründung für die behauptete Einschränkung nur die be-
reits vom Versicherten schon früher beklagten Schmerzen im linken Fuss nach längerer
Belastung anführt. Falls überhaupt ein Einkommensvergleich anzustellen sein sollte, wäre
an der von der Suva in der Verfügung mit rund 2% ermittelten Erwerbseinbusse, die bei
weitem nicht zum Bezug einer Rente berechtigt, nichts auszusetzen.
4.6
An der Rechtmässigkeit der Verfügung ändert das im Rahmen des Einspracheverfahrens
vom Versicherten eingereichte Schreiben der C_ AG vom 26. Januar 2016 nichts, wo-
nach man bereit sei, dem Wunsch des Versicherten auf ein Pensum von 90% zu entspre-
chen, obwohl dadurch für ihn, den Betrieb und die Kollegen einige Nachteile entstünden,
weshalb bei allfälligen Problemen die Weiterführung dieses Pensums nicht garantiert wer-
den könne. Abgesehen von den deutlichen Hinweisen auf ein Drängen des Versicherten
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kam dieses Schreiben angesichts der früheren und anders lautenden Auskunft der C_
AG zu spät. Ausserdem kommt ihm höchstens der Charakter einer Absichtserklärung zu,
die bis heute aber nicht umgesetzt wurde.
Das Gesagte gilt auch für die vom Versicherten im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein-
gereichte Bestätigung der C_ AG vom 24. Mai 2016, wonach das Pensum durch eine
längere Mittagsruhe auf 90% und der Grundlohn zusätzlich zur zeitlich bedingten Lohn-
reduktion um 2% gekürzt werde, sobald die Suva eine Rente von 10% zugesprochen habe.
Diese unter einer Suspensivbedingung stehende Mitteilung kann angesichts der fehlenden
Rentenzusprache durch die Suva - eine solche erscheint in Anbetracht des in der Verfü-
gung vom 1. Oktober 2015 mit höchstens 2% ermittelten Invaliditätsgrades auch in Zukunft
vorbehältlich einer erheblichen Sachverhaltsänderung als ausgeschlossen - keine Rechts-
wirksamkeit entfalten, und die Berufung auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes schei-
tert nur schon daran, dass nicht ersichtlich ist, was für eine Disposition der Beschwerdefüh-
rer im Hinblick auf welche Zusicherung getätigt haben sollte; der Umstand, dass er nach
eigenen Angaben schon seit längerem zwei Wochen unbezahlten Urlaub im Jahr zwecks
zusätzlicher Erholung bezieht, kann in Anbetracht dessen, dass erstmals anfangs Febru-
ar 2015 von einer keineswegs zugesicherten 10%igen Rente die Rede war, nicht gemeint
sein. Selbst wenn der Beschwerdeführer im Übrigen - allenfalls im Einverständnis mit dem
Arbeitgeber - seine Arbeitszeit beispielsweise um 10% senken sollte, wäre dies mangels
medizinischen Grundes für eine solche Massnahme bei voller Arbeitsfähigkeit in der aktuel-
len Tätigkeit kein Anlass für die Suva, ihm im entsprechenden Ausmass bzw. überhaupt
eine Rente zuzusprechen. Diesbezüglich ist die Beschwerde deshalb abzuweisen.
5. 5.1
Was die beantragte Integritätsentschädigung anbelangt, so beurteilt sich deren Höhe nach
der Schwere der Beeinträchtigung. Diese ist dauernd, wenn sie voraussichtlich während
des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang besteht, und sie gilt als erheblich,
wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augen-
fällig oder stark beeinträchtigt ist (Art. 36 Abs. 1 UVV). Die Schwere der Beeinträchtigung
beurteilt sich dabei allein nach dem medizinischen Befund (Scartazzini/Hürzeler, Bundes-
sozialversicherungsrecht, 4. Auflage, Basel 2012, § 17 N 143 ff. [S. 505]; Urteil des Bun-
desgerichts 8C_525/2010 vom 21. September 2010 Erw. 4). Der Integritätsschaden ist abs-
trakt und egalitär zu bemessen. Hierfür lassen sich auf medizinischer Grundlage allgemein-
gültige Regeln aufstellen. Im Anhang 3 zur UVV findet sich eine Skala mit Richtwerten der
Entschädigung. Die von der medizinischen Abteilung der Suva in Weiterführung der ge-
nannten Skala erstellten Tabellen stellen an sich keine Rechtssätze dar, dienen aber der
Gleichbehandlung der Versicherten (BGE 116 V 156 Erw. 3a). Ist ein Integritätsschaden
Seite 16
weder in der Skala im Anhang 3 der UVV noch in den Tabellen der Suva enthalten, ist eine
Schätzung im Vergleich mit anderen Schäden vorzunehmen (BGE 113 V 219). Die Schät-
zung des Integritätsschadens obliegt in erster Linie den Ärzten, welche aufgrund ihrer
Kenntnisse und Erfahrungen die konkreten Befunde erheben.
5.2
Vorliegend hielt Kreisarzt Dr. D_ auf Antrag des Versicherten betreffend Integritätsent-
schädigung bereits am 21. Dezember 2012 fest, dass die Erheblichkeitsgrenze betreffend
Integritätsschaden - diese liegt gemäss Anhang 3 zur UVV bei 5% - in Anbetracht des
Untersuchungsbefundes und der aktuellen Bildgebung mangels wesentlicher Funktionsein-
schränkung am linken OSG und der nur minimen Veränderungen im Sinne einer beginnen-
den leichten OSG-Arthrose nicht erreicht sei. An dieser Einschätzung hielt er auch im Be-
richt über die Abschlussuntersuchung vom 29. Januar 2015 fest, indem er meinte, auch in
Anbetracht des aktuellen Untersuchungsbefundes und der aktuellsten radiologischen Ab-
klärung gemäss Bericht der Schulthess Klinik vom 3. Juli 2014 werde die Erheblichkeits-
schwelle unterschritten.
5.3
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Sein Hinweis
auf eine Entschädigung von 5-30% beim unteren Sprunggelenk ist nur schon deshalb
unbehelflich, weil vorliegend das obere Sprunggelenk betroffen ist. Deshalb ist nicht die
Tabelle 2 der Suva betreffend Integritätsentschädigung bei Funktionsstörungen an den
unteren Extremitäten (Revision 2000), sondern allenfalls die Tabelle 5 betreffend Integri-
tätsschaden bei Arthrosen (Revision 2011) anwendbar. Demnach beträgt der Integritäts-
schaden bei einer mässigen OSG-Arthrose 5-15%, was aber nichts daran ändert, dass
Dr. D_ diese Schwelle wiederholt als unterschritten bezeichnete. Die Beschwerde ist
deshalb auch hinsichtlich der beantragten Integritätsentschädigung abzuweisen.
6. 6.1
Im vorliegenden unfallversicherungsrechtlichen Verfahren sind keine Gerichtskosten zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 1 UVG).
6.2
Zwar hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG
i.V.m. Art. 1 UVG), nicht aber - wie vorliegend - ein mit einer öffentlich-rechtlichen Aufgabe
betrauter Versicherungsträger wie die Suva (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage,
Zürich 2015, Art. 61 N 200).
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