Decision ID: 8223dca4-9140-5e7a-ac4c-bd7965691e2a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Willi Füchslin, Zürcherstrasse 49, Postfach 644,
8853 Lachen SZ,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Z._, von Beruf Heizungsmonteur, meldete sich am 26. Mai 1995 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (Berufsberatung, eventuell Umschulung auf
eine neue Tätigkeit oder Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit, act. G 4.1/2).
Gestützt auf den Arztbericht von Dr. med. A._, Spezialärztin für Psychiatrie u.
Psychotherapie FMH, Glarus, die eine neurotische Depression sowie einen
Erschöpfungszustand diagnostizierte, sprach die IV-Stelle St. Gallen dem Versicherten
mit Verfügung vom 7. Februar 1996 berufliche Massnahmen in Form einer
berufsbegleitenden Ausbildung zum Technischen Kaufmann (26. Februar 1996 bis
30. Juni 1999) in der B._ AG, zu (act. G 4.1/14). Auf Antrag des Versicherten wurde
die Umschulung mit Verfügung vom 9. Dezember 1996 abgeändert und ihm eine
Umschulung zum Marketingplaner bei der B._ AG zugesprochen (5. Mai 1997 bis 31.
März 1999, act. G 4.1/22). Nachdem er die Abschlussprüfung zum Marketingplaner
nicht bestanden, die B._ AG das Arbeitsverhältnis aufgelöst und er eine Aushilfsstelle
in einem Restaurant aufgegeben hatte, wurde dem Versicherten gestützt auf den
Arztbericht von Dr. med. C._, Facharzt Psychiatrie FMH, mit Verfügung vom 14.
September 2000 eine halbe Invalidenrente, beginnend am 1. Juli 1995, zugesprochen
(act. G 4.1/47).
A.b Eine im Jahr 2002/2003 durchgeführte Revision ergab keine Änderung des
Invaliditätsgrades (act. G 4.1/53). Im Jahr 2006 führte die IV-Stelle erneut eine Revision
durch. Im entsprechenden Fragebogen gab der Versicherte am 10. Mai 2006 an, der
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. So habe er in der Zeit vom 24. Februar
2005 bis zum 18. Februar 2006 diverse Unfälle erlitten, nämlich einen Unfall mit
Schädelfraktur, Hirnerschütterung und Verlust des Geruchsinns, einen "Handunfall"
sowie einen "Hüftunfall" (act. G 4.1/55). Mit Verlaufsbericht vom 8. Juni 2006 führte Dr.
med. D._, Allgemeine Medizin FMH, aus, der Versicherte habe im Februar 2006 eine
Acetabulum-Fraktur erlitten, weshalb er in seinem erlernten Beruf als Sanitärinstallateur
zu 100% arbeitsunfähig sei. Die Fingerverletzung (vom August 2005) sei praktisch
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beschwerdefrei. Wegen der Commotio im Februar 2005 bestehe immer noch eine
eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit. Die nachfolgenden Unfälle könnten
möglicherweise als Commotio-Folge interpretiert werden. Zudem bestehe eine
Anosmie (act. G 4.1/63.7). Auch Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete
am 27. Juni 2006 von einem verschlechterten Gesundheitszustand und einer
geänderten Diagnose. Er diagnostizierte eine dorsale Hüftluxation mit
mehrfragmentärer Fraktur der Hüftgelenkspfanne rechts vom 18. Februar 2006 sowie
eine chronische Hepatitis C. Es seien neue berufliche Massnahmen angezeigt (act. G
4.1/67). Ein weiterer Verlaufsbericht wurde bei Dr. med. F._, FMH Orthopädische
Chirurgie, eingefordert. Auch dieser Arzt ging von einem verschlechterten
Gesundheitszustand sowie einer geänderten Diagnose aus. Er diagnostizierte ebenfalls
eine dorsale Hüftluxation, eine Anosmie nach Commotio cerebri und nicht dislozierter
Schädelfraktur os occipitalis rechts, Hepatitis C sowie eine Depression. Die
gegenwärtigen Beschwerden seien mit der bisherigen Tätigkeit als selbstständiger
Heizungsmonteur nicht mehr vereinbar. Die zweite berufliche Tätigkeit als Weinhändler
sei wegen der Anosmie nicht mehr ausführbar (act. G 4.1/68.5 ff.). Mit Verlaufsbericht
vom 19. Januar 2007 führte schliesslich Dr. C._ aus, der Gesundheitszustand habe
sich bei unveränderter Diagnose seit 2003 verbessert. Es liege eine rezidivierende
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), sowie eine Substanzabhängigkeit vom
Aethyltyp episodisch (F20.26) vor. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen
schwanke zwischen 20 und 30% (act. G 4.1/73).
A.c Der RAD Ostschweiz geht in seiner Stellungnahme vom 6. Februar 2007 davon aus,
dass sich der psychische Gesundheitszustand zwar nachvollziehbar gebessert habe.
Der somatische Zustand habe sich jedoch auf Grund der Unfallfolgen wesentlich und
anhaltend verschlechtert. Die von Dr. F._ genannte vollständige Arbeitsunfähigkeit
als selbstständiger Heizungsmonteur sei nachvollziehbar. Die zweite berufliche
Tätigkeit als Weinhändler sei wegen der Beeinträchtigung des Geruchs- und
Geschmacksinns nicht mehr ausführbar. Aus rein somatischer Sicht sei eine wechselnd
belastende leidensangepasste Tätigkeit ganztägig zumutbar. Gesamthaft (somatisch
und psychiatrisch) sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70% in einer angepassten
Tätigkeit auszugehen (act. G 4.1/74).
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Am 12. Juni 2007 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt. Dabei gab der
Versicherte an, am 12. März 2007 eine Hüft-Totalprothese erhalten zu haben und dass
sich die Hüftschmerzen zum Untersuchungszeitpunkt gebessert hätten. Die
Abklärungsperson schlug vor, - gestützt auf die Unterlagen der SUVA - dem
Versicherten für die Zeit nach dem Unfall vom 18. Februar 2006 bis zur
Wiedererlangung der früheren Leistungsfähigkeit (d.h. vom 1. Mai 2006 bis zum 31.
August 2007) eine Rentenerhöhung zu gewähren (act. G 4.1/90.4). In seiner
Stellungnahme vom 3. September 2007 ging der RAD Ostschweiz davon aus, dass ab
Juni 2007 wieder vom Vorzustand (vor dem Unfall vom 18. Februar 2006) ausgegangen
werden könne, wobei jedoch die Folgen des Unfallereignisses vom Februar 2005
fortbestehen würden (act. G 4.1/92).
A.d Mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle St. Gallen dem
Versicherten in Aussicht, für den Zeitraum vom 1. Mai 2006 bis zum 31. August 2007
eine ganze, ab dem 1. September 2007 wiederum eine halbe Rente auszurichten (act.
G 4.1/95). Am 14. Februar 2008 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt (act. G 4.1/101).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 31. März
2008 mit dem Antrag, die angefochtenen Verfügungen seien dahingehend abzuändern,
dass dem Beschwerdeführer ab 1. September 2007 mindestens eine Dreiviertelsrente
zustehe. Eventualiter sei die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung wird im Wesentlichen
vorgebracht, der Gesundheitszustand habe sich seit der leistungszusprechenden
Verfügung vom 14. September 2000 wesentlich verschlechtert. Der Beschwerdeführer
habe diverse Unfälle erlitten, wobei vor allem der erste Unfall vom 24. Februar 2005 in
den IV-Akten kaum Berücksichtigung finde. Im Weiteren sei die von Dr. C._ im
Verlaufsbericht vom 19. Januar 2007 festgestellte Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustands nicht ohne Weiteres anzunehmen. Wie bereits in seinem Bericht
vom 21. November 1999 habe er wiederum eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig remittiert, diagnostiziert. Zudem habe er noch einen Status nach einem
Schädel-Hirntrauma und eine Verschärfung der Abhängigkeitsproblematik erwähnt.
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Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit zu deutlich mehr als 60%
eingeschränkt, sei er doch schon vor den Unfällen allein aus psychischen Gründen zu
50% eingeschränkt gewesen. Die psychiatrische Diagnose habe sich nicht verändert.
Jedoch seien seit den Unfällen noch erhebliche somatische Beschwerden
hinzugekommen, die den Beschwerdeführer ebenfalls einschränkten. Sollten daran
Zweifel bestehen, seien weitere Abklärungen, am besten in Form eines
polydisziplinären Gutachtens, vorzunehmen. Selbst wenn man aber von einer 66 %-
igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgehen wollte, resultiere
immer noch ein Invaliditätsgrad von über 60%. Bei der Bemessung des
Valideneinkommens sei auf die Lohnstrukturerhebung 2006, Tabelle TA 1, privater
Sektor, Kategorie 1 + 2, abzustellen. Daraus resultiere ein Jahreseinkommen von Fr.
74'424.--. Hochgerechnet auf eine betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7
Stunden ergebe dies ein Valideneinkommen von Fr. 77'587.--. Beim
Invalideneinkommen sei auf den gesamten privaten Sektor, TA 1, Kategorie 4,
abzustellen. Dies ergebe hochgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit ein
Jahreseinkommen von Fr. 59'197.--. Bei einer Einschränkung von 34% resultiere
daraus ein Einkommen von Fr. 39'070.--. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs
von 25% ergebe sich ein Invalideneinkommen 29'302.50, was einem Invaliditätsgrad
von 62% entspreche (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2008 beantragt die Verwaltung, für die Zeit
vom 1. Mai 2006 bis zum 31. August 2007 sei die angefochtene Verfügung zu
bestätigen. Zudem sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. September
2007 nur noch Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Beim Valideneinkommen sei auf
die Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 3, abzustellen, was ein Valideneinkommen von
Fr. 70'156.-- ergebe. Der behandelnde Psychiater Dr. C._ gehe von einem
gebesserten Gesundheitszustand und einer Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80% aus. Der
Orthopäde habe noch vor der Hüftoperation angegeben, dem Beschwerdeführer sei
eine adaptierte Tätigkeit ganztags zumutbar. Es sei davon auszugehen, dass die
Arbeitsfähigkeit nach der Hüftoperation eher gestiegen als gesunken sei. In einer
adaptierten Tätigkeit sei er jedenfalls zu 70 bis 80% arbeitsfähig. Selbst wenn man
beim Invalideneinkommen vom Anforderungsniveau 4 ausgehe und dem
Beschwerdeführer einen Leidensabzug von 10% zubillige, betrage das
Invalideneinkommen bei einer Arbeitsfähigkeit von rund 75% Fr. 39'958.--. Dies
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entspreche einem Invaliditätsgrad von 43%, womit der Beschwerdeführer ab 1.
September 2007 nur noch Anspruch auf eine Viertelsrente habe (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 4. Juli 2008 führt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aus,
es könne keinesfalls von einer 70 bis 80 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer erhalte von der SUVA allein aus
somatischen Gründen (Unfallfolgen) eine Invalidenrente gestützt auf eine 30 %-ige
Erwerbsunfähigkeit. Dabei seien die Einschränkungen im Weinhandel ebenso wenig
berücksichtigt wie die psychischen Beschwerden (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin
verzichtet auf eine Duplik (act. G 4.1/8).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen materiellen
Bestimmungen anwendbar.
1.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG).
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG
massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
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beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Nachdem beide Verfügungen am 14. Februar 2008 erlassen und formell
angefochten wurden - und damit auch die Zusprache der befristeten ganze Rente noch
nicht in Rechtskraft erwachsen ist -, sind die beiden Verfügungen als ein
Rechtsverhältnis anzusehen und die Veränderung des Sachverhalts in Bezug auf die
ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom 14. September 2000 zu prüfen.
Diesbezüglich ist jedoch unbestritten, dass der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1.
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Mai 2006 bis zum 31. August 2007 Anspruch auf eine ganze Rente der
Invalidenversicherung hat (Verfügung vom 14. Februar 2008; act. G 4.1/101.1).
Demgegenüber ist umstritten, in welchem Umfang ein Leistungsanspruch ab dem 1.
September 2007 besteht, so dass nur dieser Zeitraum Streitgegenstand des Verfahrens
bildet.
2.2 Die Beschwerdegegnerin geht in der angefochtenen Verfügung vom 14. Februar
2008 (act. G 4.1/101.3) davon aus, dass der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nach erfolgter Hüft-Totalprothese wieder dem Vorzustand
entspreche und ihm demgemäss wieder eine halbe Rente zustehe. Im vorliegenden
Verfahren geht sie neu davon aus, dass sich der psychische Gesundheitszustand
verbessert habe, und dem Beschwerdeführer nur noch eine Viertelsrente zustehe.
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, er habe auch ab dem 1.
September 2007 mindestens Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Begründet wird dies
damit, dass sich der somatische Gesundheitszustand verschlechtert habe. So gingen
sowohl Dr. D._ als auch Dr. E._ in ihren Verlaufsberichten vom 8. und 27. Juni 2006
von einem verschlechterten Gesundheitszustand aus (act. G 4.1/63 und 67).
Tatsächlich machten beide Ärzte eine Änderung der Diagnose geltend. So sei es am
18. Februar 2006 zu einem Unfall mit einer Acetabulum-Fraktur beim Holzfällen
gekommen. Ausserdem liege ein Status nach Commotio im Februar 2005 vor. Dr.
D._ führte zudem aus, dass die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, eine
andere jedoch schon (act. G 4.1/63 und 67). Auch der behandelnde Orthopäde, Dr.
F._, ging in seinem Bericht vom 21. August 2006 von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands sowie einer geänderten Diagnose aus. Er diagnostizierte eine
dorsale Hüftluxation mit mehrfragmentärer Fraktur des dorsalen Acetabulumpfeilers
rechts, eine Coxarthrose rechts, eine Anosmie nach Commotio cerebri und nicht
dislozierter Schädelfraktur os occipitalis rechts, eine Hepatitis sowie eine Depression.
Im Weiteren beschrieb er nach wie vor bestehende Schmerzen sowohl beim Gehen als
auch nachts. Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. F._ aus, dass die bisherige Tätigkeit als
Heizungsmonteur mit eigener Firma mit den gegenwärtigen Beschwerden in der
rechten Hüfte nicht mehr vereinbar sei, da der Beschwerdeführer in dieser Tätigkeit
hauptsächlich selber als Monteur gearbeitet habe. Die zweite berufliche Tätigkeit als
Weinhändler sei wegen der Anosmie nicht mehr ausführbar. Der aktuelle Zustand - vor
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Einsatz der Hüftprothese - würde eine wechselnd sitzende, stehende bzw. gehende
Tätigkeit den ganzen Tag zulassen. Die Dauer der stehenden bzw. gehenden Position
solle ein Drittel der Arbeitszeit nicht überschreiten und möglichst auf den ganzen Tag
verteilt sein. Heben und Tragen von Lasten müsse auf maximal 15 kg limitiert sein.
Tiefe Hocke oder das Besteigen von Leitern sei dem Patienten derzeit nicht möglich.
Eine solche Arbeit sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar (act. G 4.1/68).
Der behandelnde Psychiater, Dr. C._, führte demgegenüber mit Verlaufsbericht vom
19. Januar 2007 aus, der Gesundheitszustand habe sich verbessert. Es liege eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4) vor. Zudem bestehe
eine Substanzabhängigkeit vom Aethyltyp (F20.26), episodisch, ein Status nach
Schädel-Hirntrauma, komplizierter Beckenfraktur rechts. Konsekutiv beständen eine
Anosmie, Ageusie, sowie chronische rezidivierend starke Schmerzen rechtsseitig
Becken-Hüfte-Bein sowie linksseitig Schulter-Nacken und Kopfschmerzen. Die
Arbeitsfähigkeit als Minergieplaner und Handwerker sei sicher mit 70% (fünf bis sechs
Stunden pro Tag) gegeben. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen schwanke
zwischen 20 und 30%. Im Beiblatt zum Arztbericht gab Dr. C._ zudem an, die
Schmerzsymptomatik stehe nach wie vor im Vordergrund. Es bestehe eine deutliche
Funktionseinschränkung in Ruhe, bei Anstrengung und Bewegung. Im Weiteren
betonte Dr. C._, die gegenwärtige Remission der depressiven Störung stehe unter
dem Einfluss einer medikamentösen Behandlung (Cymbalta; act. G 4.1/73.4).
Demgegenüber erklärte der Beschwerdeführer anlässlich der Abklärung der IV-Stelle
vom 12. Juni 2007, er habe dieses neue Medikament nicht gut vertragen und es wieder
abgesetzt. Den Psychiater Dr. C._ habe er seither nicht mehr aufgesucht. Die
Verhältnisse in psychischer Hinsicht seien unverändert (act. G 4.1/90.2).
2.3 In seiner Stellungnahme vom 6. Februar 2007 ging der RAD gestützt auf die
Angaben Dr. C.'s_ davon aus, dass gesamthaft (somatisch und psychiatrisch) von
einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen sei (fünf bis
sechs Stunden pro Tag bei einer 41,7 Stunden-Woche; act. G 4.1/74). Am 31. August
2007 fand sodann eine Abklärung des Beschwerdeführers statt, um die Einschränkung
im Aufgabenbereich (B._ AG) abzuklären. Die Abklärung ergab, dass die
selbstständige Erwerbstätigkeit nur eine Notlösung darstelle. Für die Planung und
Montage von Öl-, Gas-, Solar- und Holzheizungen stehe lediglich eine kleine Werkstatt
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im Schweinezuchtbetrieb des Vaters zur Verfügung, die ausschliesslich mit
Handwerkzeugen, jedoch ohne geeignetes Transportfahrzeug ausgestattet sei. Seit
2004 betreibe der Beschwerdeführer einen Handel mit Weinen, Spirituosen und
Olivenöl. Es werde der Verkauf übers Internet angestrebt. Er habe ein kleines Sortiment
in einem Restaurant-Keller gelagert, für das er jedoch neue Räumlichkeiten suchen
müsse. Die Abklärungsperson beantragte eine Berentung gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 52%. Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass dem
Beschwerdeführer von der SUVA ab 1. August 2007 ein halbes Taggeld ausgerichtet
wird (act. G 4.1/90). Mit einem weiteren Bericht vom 3. September 2007 geht der RAD
davon aus, dass die Festlegung der Arbeitsfähigkeit durch die SUVA medizinisch
nachvollziehbar sei. Er ging weiter davon aus, dass die Folgen der Hüftverletzung
überwunden seien, die Folgen des Unfalls vom Februar 2005 (Commotio) jedoch
fortbestehen würden. Demzufolge sei weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit von 52% auszugehen (act. G 4.1/92).
2.4 Insgesamt ist aus den medizinischen Akten keine massgebende Veränderung des
Gesundheitszustands seit der Rentenzusprache nachgewiesen. Zwar hat sich offenbar
der psychische Gesundheitszustand etwas verbessert. Demgegenüber stellt sich
jedoch der somatische Gesundheitszustand als Folge der Commotio im Februar 2005
als auch der Hüftluxation im Februar 2006 als verschlechtert dar. Auch wenn der
Beschwerdeführer sich offenbar relativ gut von den Unfallfolgen erholt hat,
insbesondere auch von der Implantation einer Hüftgelenksprothese, bleiben
Schmerzen und Einschränkungen zurück. Soweit ersichtlich, ist die Behandlung der
Unfallfolgen zudem noch nicht abgeschlossen. Es erscheint somit naheliegend, dass
sich auch die erwerblichen Möglichkeiten seit der Rentenzusprache nicht erheblich
verändert haben. Diesbezüglich erscheint die vom RAD gestützt auf die Angaben Dr.
C.'s_ getroffenen Annahme einer 66 %-igen Arbeitsfähigkeit (5,5 Stunden bei einer
41,7 Stunden-Woche) als plausibel, berücksichtigt dieser Wert doch auch die
somatischen Beschwerden, wohingegen die von der Beschwerdegegnerin
angenommene Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 75% nur die
psychischen Beschwerden berücksichtigt. Diesbezüglich ging offenbar auch Dr. C._
davon aus, dass nebst den psychischen Beschwerden, die seiner Ansicht nach die
Arbeitsfähigkeit (nur) zu 20 bis 30% einschränkten, noch weitere (somatische)
Beschwerden hinzukämen, die eine maximal 70 %-ige Arbeitsfähigkeit zu begründen
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vermögen (vgl. act. 4.1/73.3). Die Beschwerdegegnerin selber erachtete denn
ursprünglich einen Arbeitsfähigkeitsgrad in adaptierter Tätigkeit von 66% als
angemessen, so dass sie gar von einem Invaliditätsgrad von 55,45% ausging (vgl.
Stellungnahme Fachbereich vom 6. Mai 2008; act. G 4.1/113). Im Übrigen hat auch die
SUVA eine Erwerbsunfähigkeit von 30% allein auf Grund des Unfalls vom 18. Februar
2006 anerkannt (act. G 4.2, Verfügung vom 7. Dezember 2007). Die nun
beschwerdeweise geltend gemachte neue Berechnung des Invaliditätsgrades beruht
im Wesentlichen darauf, dass die Beschwerdegegnerin von einem höheren
Arbeitsfähigkeitsgrad von 75%, sowie von einem kleineren Leidensabzug von nur noch
10% (vorher 20%; act. G 4.1/113) ausgeht. Diesbezüglich handelt es sich aber nicht
um eine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen, sondern lediglich
um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts. Zusammenfassend ist somit für
den Zeitraum ab 1. September 2007 von im Vergleich zum Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenzusprache unveränderten medizinischen und erwerblichen
Verhältnissen auszugehen. Es liegt damit kein Revisionsgrund vor, so dass der
Beschwerdeführer ab dem 1. September 2007 wiederum Anspruch auf eine halbe
Rente hat.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Nachdem der
Beschwerdeführer vollumfänglich unterliegt, hat er diese Kosten zu tragen, dies unter
Anrechnung des von ihm bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG