Decision ID: 0da8c3fa-6277-57ec-bc09-655d2f98a00c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit August 2005 im Kanton St. Gallen Ergänzungsleistungen zu
seiner AHV-Rente (EL-act. 87). Er lebte gemeinsam mit seiner Ehefrau in einer
Mietwohnung (EL-act. 90). Den in den Jahren 2005 und 2008 durch den Versicherten
eingereichten Unterlagen betreffend seinen Mietzins war zu entnehmen, dass sich die
Nebenkosten aus einer Heiz- und Warmwasserkostenpauschale sowie einer stets
gleichbleibenden Antennengebühr in Höhe von Fr. 22.-- zusammensetzten (vgl. EL-act.
76 S. 7 f., 91 S. 25). Bei den EL-Anspruchsberechnungen kürzte die EL-
Durchführungsstelle den jeweiligen Bruttomietzins stets um den für die
Antennengebühr geschuldeten Betrag in Höhe von jährlich Fr. 264.-- (Fr. 22 × 12, vgl.
EL-act. 64, 69, 74, 79, 80, 85).
A.b Im Rahmen einer periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen (EL-act. 62)
reichte der Versicherte am 5. September 2011 ein Schreiben der B._ AG vom 21.
März 2011 ein, aus welchem hervorging, dass der ab dem 1. Juli 2011 zu bezahlende
Nettomietzins Fr. 1'293.-- betrug und sich die Nebenkosten aus Fr. 145.-- "Akonto
Heizkosten" und Fr. 5.-- "Pauschale Reinigung" zusammensetzten (EL-act. 58). Am 11.
Juni 2012 passte die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des Versicherten
rückwirkend ab dem 1. September 2011 den im September 2011 durch den
Versicherten gemeldeten Änderungen an. Der neu in dieser und auch in den
darauffolgenden Revisionsverfügungen als Ausgabe berücksichtigte Bruttomietzins in
Höhe von jährlich Fr. 17'580.-- ergab sich aus dem Nettomietzins in Höhe von
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monatlich Fr. 1'293.--, aus den durch die EL-Durchführungsstelle als Nebenkosten
anerkannten Heiz- und Reinigungskosten in Höhe von monatlich Fr. 150.-- sowie aus
den fälschlicherweise hinzugerechneten Antennengebühren in Höhe von monatlich Fr.
22.--, die jedoch gar nicht mehr geschuldet waren. Weiter passte die EL-
Durchführungsstelle das Vermögen sowie die Vermögenserträge an (EL-act. 37 f., 45 f.,
49 f., 51 f., 61 S. 8 und 12).
A.c Im Rahmen einer weiteren periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen
gab der Versicherte am 19. Oktober 2015 einen Mietzins von Fr. 1'458.-- an, der sich
aus dem Bruttomietzins für die Wohnung in Höhe von Fr. 1'333.-- und dem Mietzins für
den Garagenstellplatz in Höhe von Fr. 125.-- zusammensetzte (EL-act. 31 f.). Gemäss
seiner Veranlagungsberechnung hatte er in der Steuerperiode vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2013 Wertschriften und Guthaben in Höhe von Fr. 5'144.-- gehabt (EL-act.
24). Auf Anfrage der EL-Durchführungsstelle reichte die B._ AG ein Dokument zur
Mietzins-Entwicklung vom 1. Juli 2011 bis 31. Dezember 2015 ein. Diesem war zu
entnehmen, dass der Mietzins vom 1. Juli 2011 bis 31. März 2012 brutto Fr. 1'443.--,
vom 1. April 2012 bis 30. September 2012 Fr. 1'427.--, vom 1. Oktober 2012 bis 31.
März 2014 Fr. 1'395.--, vom 1. April 2014 bis 30. September 2015 Fr. 1'364.-- betragen
hatte und seit dem 1. Oktober 2015 Fr. 1'333.-- betrug, wobei sich die Nebenkosten
jeweils aus "Akonti" von Fr. 145.-- und "Pauschalen" von Fr. 5.-- zusammensetzten
(EL-act. 25).
A.d Weil die erste Mietzinsreduktion im April 2012 stattgefunden hatte, erliess die EL-
Durchführungsstelle am 28. Dezember 2015 eine Verfügung, mit der sie die
Ergänzungsleistungen ab dem 1. April 2012 unter Berücksichtigung der bekannt
gewordenen Bruttomietzinse abzüglich einer Antennengebühr von monatlich Fr. 22.--
und unter Berücksichtigung der aus den Steuerveranlagungen hervorgehenden
Vermögenswerte und -Erträge neu berechnete. Während der Anspruch auf die
ordentlichen Ergänzungsleistungen daraufhin aufgrund des neu um Fr. 17.-- höheren
Vermögensertrags im Jahr 2014 lediglich für dieses Jahr um monatlich Fr. 1.-- auf Fr.
141.-- sank und ansonsten gleich blieb, sank der Anspruch auf die ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen ab dem 1. April 2012 auf monatlich Fr. 155.--, ab dem 1.
Oktober 2012 auf monatlich Fr. 123.--, ab dem 1. Januar 2013 auf monatlich Fr. 123.--,
ab dem 1. April 2014 auf monatlich Fr. 92.-- und ab dem 1. Oktober 2015 auf monatlich
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Fr. 61.--. Somit ergab sich eine Rückforderung von ordentlichen Ergänzungsleistungen
in Höhe von Fr. 12.-- und von ausserordentlichen Ergänzungsleistungen in Höhe von
Fr. 4'683.-- (EL-act. 13 ff.).
A.e Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 22. Januar 2016 eine
Einsprache. Er machte sinngemäss geltend, bei den vergangenen periodischen
Überprüfungen (letztmals im Dezember 2013) habe es keinerlei Beanstandung gegeben
und er habe stets mit bestem Wissen und Gewissen gehandelt (EL-act. 12). Gemäss
einem Telefonat mit der B._ AG vom 15. Februar 2015 waren im Bruttomietzins seit
2008 keine Antennengebühren mehr enthalten (EL-act. 8). Mit dem
Einspracheentscheid vom 22. Februar 2016 hiess die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache des Versicherten teilweise gut, indem sie erklärte, die monatlichen Kosten
für die Antennengebühr von Fr. 22.-- zu Unrecht abgezogen zu haben. Die
Rückforderung reduziere sich damit auf gesamthaft Fr. 3'705.-- (Fr. 12.-- ordentliche
Ergänzungsleistungen und Fr. 3'693.-- ausserordentliche Ergänzungsleistungen).
Entgegen der Ansicht des Versicherten habe im Jahr 2013 jedoch keine periodische
Überprüfung stattgefunden. Da er nicht rechtzeitig über die Mietzinsänderungen
informiert habe, habe sie die Ergänzungsleistungen rückwirkend mittels einer
prozessualen Revision neu berechnen und eine entsprechende Rückforderung
verfügen dürfen. Auf das sinngemäss gestellte Erlassgesuch könne nicht eingetreten
werden (EL-act. 7).
B.
B.a In seiner dagegen am 18. März 2016 erhobenen Beschwerde beantragte der
Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) sinngemäss die Aufhebung des
Einspracheentscheids. Zur Begründung machte er geltend, er sei im Jahr 2012 sehr
krank geworden und auch heute noch in ständiger ärztlicher Pflege. Dafür, dass er es
aufgrund seiner damals schwierigen Lebenssituation versäumt habe, die
Mietzinsreduktionen anzugeben, sei Verständnis aufzubringen (act. G 1).
B.b Am 1. April 2016 beantragte die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf
die Erwägungen im Einspracheentscheid (act. G 3).
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B.c In seiner Replik vom 20. April 2016 hielt der Beschwerdeführer zusätzlich fest, er
weise die Rückforderungen infolge der irrtümlich angerechneten Garagenmiete zurück,
da er nicht gewusst habe, dass diese nicht von der EL übernommen werde (act. G 5).

Erwägungen
1.
Mit der Verfügung vom 28. Dezember 2015 hat die Beschwerdegegnerin
Ergänzungsleistungen zurückgefordert, woraufhin der Beschwerdeführer in seiner
Einsprache sinngemäss u.a. auch ein Erlassgesuch gestellt hat (EL-act. 12). Auf dieses
ist die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid mit der
Begründung, die Voraussetzungen für einen Erlass könnten erst nach Eintritt der
Rechtskraft des Einspracheentscheides über die Rückforderung der
Ergänzungsleistungen geprüft werden, zu Recht nicht eingetreten. Bei ihren weiteren
Ausführungen zum Erlass hat es sich deshalb um ein obiter dictum gehandelt (EL-act.
7). Da der Beschwerdeführer sich daraufhin in einem Schreiben an den zuständigen
Rechtsdienstmitarbeiter gegen die von der Beschwerdegegnerin getätigten Aussagen
betreffend des guten Glaubens gewehrt hat und auch in seiner Beschwerde mit
Hinweis auf seine gesundheitliche Situation um Verständnis für seine Versäumnisse in
Bezug auf die nicht gemeldeten Mietzinsreduktionen gebeten hat (act. G 1, 1.2), ist
davon auszugehen, dass er in seiner Beschwerde nicht das Nichteintreten auf sein
Erlassgesuch beanstandet hat, sondern vielmehr erneut ein Erlassgesuch gestellt hat.
Weil der Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens qualitativ nicht vom Inhalt des
angefochtenen Einspracheentscheids abweichen kann und weil in diesem eben explizit
von einem Eintreten auf das Erlassgesuch des Beschwerdeführers abgesehen worden
ist, kann auf die Beschwerde des Beschwerdeführers, soweit darin den Erlass der
Rückforderung beantragt wird, nicht eingetreten werden.
2.
2.1 Mit der Verfügung vom 28. Dezember 2015 bzw. dem Einspracheentscheid vom
22. Februar 2016 hat die Beschwerdegegnerin die seit dem 1. April 2012 offenbar zu
viel bezogenen ordentlichen Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 12.-- und die zu viel
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bezogenen ausserordentlichen Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 3'693.--
zurückgefordert. Die vom 1. April 2012 bis 31. Dezember 2015 ausgerichteten
Ergänzungsleistungen haben sich auf die formell rechtskräftigen Verfügungen vom 11.
Juni 2012, vom 27. Dezember 2012, vom 27. Dezember 2013 und vom 22. Dezember
2014 gestützt. Sie haben folglich nicht ohne Weiteres zurückgefordert werden können,
da dem die verbindlichen Leistungszusprachen in den genannten Verfügungen
entgegengestanden haben. Die von der Beschwerdegegnerin verfügte Rückforderung
hat deshalb die vorgängige rückwirkende Herabsetzung der Ergänzungsleistungen
vorausgesetzt. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. Februar 2016 hat die
Beschwerdegegnerin erklärt, sie habe die Ergänzungsleistungen gestützt auf Art. 25
Abs. 1 i.V.m. Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) rückwirkend mittels einer prozessualen
Revision neu berechnet und zurückgefordert (EL-act. 7). Da die Anpassung der
Ergänzungsleistungen u.a. aufgrund des Umstands erfolgt ist, dass sich, wie die
Beschwerdegegnerin im Rahmen der periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen und auf Nachfrage bei der B._ AG erfahren hat, der Mietzins
seit dem 1. April 2012 mehrfach verändert hatte, muss - obwohl sich die
Beschwerdegegnerin diesbezüglich nicht geäussert hat - interpretatorisch davon
ausgegangen werden, dass sich die prozessuale Revision auf die formell rechtskräftige
Verfügung vom 11. Juni 2012 bezogen hat. Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen
formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide in Revision gezogen
werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass
erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringen
zuvor nicht möglich war. Eine solche qualifizierte Neuheit liegt im konkreten Fall jedoch
nicht vor, da die Informationen betreffend die Mietzinsänderungen bereits vorher
verfügbar und einholbar gewesen sind. Die Voraussetzungen für eine Revision nach
Art. 53 Abs. 1 ATSG haben somit von Vornherein nicht erfüllt sein können.
2.2 Die Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. Februar 2016
beruhen auf einem Irrtum über die Qualität der Verfügung vom 28. Dezember 2015. Es
stellt sich daher die Frage, wie die Verfügung vom 28. Dezember 2015 korrekt zu
interpretieren ist. Auf den ersten Blick wäre aufgrund der neu berücksichtigten, seit
dem 1. April 2012 vorgenommenen Mietzinsreduktionen davon auszugehen, dass die
Beschwerdegegnerin die mit der Verfügung vom 11. Juni 2012 zugesprochenen
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Ergänzungsleistungen ab dem 1. April 2012 mittels einer Revision gemäss Art. 17 Abs.
2 ATSG an eine Sachverhaltsänderung angepasst hätte. In der Verfügung vom 28.
Dezember 2015 hat die Beschwerdegegnerin jedoch insbesondere auch ihren Fehler in
Bezug auf die seit dem 1. September 2011 fälschlicherweise angerechneten
Antennengebühren korrigiert, indem sie jeweils Fr. 22.-- von den neuen monatlichen
Bruttomietzinsen abgezogen hat. Die irrtümliche Anrechnung der Antennengebühr ist
bei der auf die im Jahr 2011 durchgeführte periodische Überprüfung der
Ergänzungsleistungen folgenden Revisionsverfügung vom 11. Juni 2012 jedoch bereits
per 1. September 2011 vorgenommen worden. Da die Beschwerdegegnerin ihren
diesbezüglichen Fehler somit bereits vor der Mietzinsänderung ab dem 1. April 2012
begangen hat, ist eine "Korrektur" dieses Fehlers im Rahmen einer rückwirkenden
Revision nach Art. 17 Abs. 2 ATSG per 1. April 2012 nicht möglich gewesen, weil zu
diesem Zeitpunkt diesbezüglich keine revisionsrechtlich relevante
Sachverhaltsveränderung eingetreten ist. Die Korrektur hat deshalb direkt ab dem
Zeitpunkt der erstmaligen Anrechnung der Antennengebühr als Ausgabe, also ab dem
1. September 2011 stattfinden müssen. Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin
mit ihrer Verfügung vom 28. Dezember 2015 die für den Fehler in Bezug auf die
Antennengebühr im Mietzins verantwortliche Revisionsverfügung vom 11. Juni 2012
gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG in Wiedererwägung gezogen haben muss. Gegenstand
dieses Beschwerdeverfahrens bilden somit die Wiedererwägung der
leistungszusprechenden Verfügung vom 11. Juni 2012 und die daraus resultierende
Rückforderung der ab dem 1. September 2011 zu Unrecht ausgerichteten ordentlichen
und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen.
3.
3.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR 831.30; ELG) sind Einkünfte aus
beweglichem und unbeweglichem Vermögen als anrechenbare Einnahmen und
gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 ELG sind der Mietzins einer Wohnung und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten in Höhe von maximal Fr. 15'000.-- als
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anrechenbare Ausgabe anerkannt. Der Jahresmietzins hat sich stets über diesem
Maximalbetrag bewegt, sodass die entsprechende Differenz durch die
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen zu decken gewesen ist. Die
ausserordentlichen Ergänzungsleistungen richten sich nach kantonalem Recht. Die
durch den Beschwerdeführer im Einspracheverfahren angefochtene Verfügung ist am
28. Dezember 2015 erlassen worden. Deswegen ist die Fassung des St. Gallischen
Ergänzungsleistungsgesetzes (sGS 351.5; ELG SG) aus dem Jahr 2015 zu
berücksichtigen. Gemäss Art. 6 ELG SG wird dem EL-Bezüger zusätzlich der um einen
Drittel erhöhte Betrag für Mietzinse nach Art. 10 Abs. 1 Bst. b Ziff. 1 und 2 ELG
angerechnet. In Bezug auf die Rückerstattung ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. c
ELG SG das Bundesrecht sachgemäss anzuwenden.
3.2 Zunächst ist zu prüfen, ob die Verfügung vom 11. Juni 2012 zweifellos unrichtig
gewesen ist und ob deren Berichtigung von erheblicher Bedeutung gewesen ist. Die
B._ AG hat im Rahmen eines Telefongesprächs vom 15. Februar 2015 bestätigt, dass
seit 2008 keine Antennengebühren mehr im Mietzins erhalten gewesen seien (vgl. EL-
act. 8). Solche sind denn auch dem Schreiben der B._ AG vom 21. März 2011 nicht
zu entnehmen gewesen (vgl. EL-act. 58). Da die Beschwerdegegnerin nicht nur dem
Irrtum unterlegen ist, dass im seit dem 1. Juli 2011 geschuldeten monatlichen
Bruttomietzins in Höhe von Fr. 1'443.-- eine Antennengebühr enthalten sei, sondern sie
diese ausserdem fälschlicherweise zum Mietzins hinzugerechnet statt vom Mietzins
abgezogen hat, ist die zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 11. Juni 2012 zu
bejahen. Aufgrund dieses Fehlers der Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführer
ab dem 1. September 2011 monatlich Fr. 22.-- zu viel an ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen bezogen. Zwar handelt es sich dabei zunächst um einen
geringen monatlichen Betrag, doch resultiert daraus aufgrund der Tatsache, dass es
sich bei Ergänzungsleistungen um regelmässig wiederkehrende Leistungen handelt,
gesamthaft ein ungerechtfertigter Leistungsbezug in Höhe von Fr. 1'144.--, so dass
auch die Voraussetzung der Erheblichkeit der Korrektur erfüllt ist (vgl. dazu auch UELI
KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Art. 53 Rz 58 mit Hinweisen). Die
Beschwerdegegnerin hat somit die Verfügung vom 11. Juni 2012 in Wiedererwägung
ziehen dürfen.
4.
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4.1 Da die Beschwerdegegnerin mit der Wiedererwägungsverfügung vom 28.
Dezember 2015 die Revisionsverfügung vom 11. Juni 2012 aufgehoben hat, sind auch
alle sich darauf stützenden späteren Revisionsverfügungen dahingefallen. Die
Beschwerdegegnerin hatte somit im Rahmen der Wiedererwägung in einem zweiten
Schritt die ordentlichen und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen rückwirkend ab
dem 1. September 2011 korrekt festzusetzen, d.h. den tatsächlichen Gegebenheiten
anzupassen.
4.2 Die B._ AG hat am 17. Dezember 2015 ein Dokument eingereicht, welches
aufzeigt, dass sich der Mietzins für die vom Versicherten bewohnte Liegenschaft per 1.
April 2012, per 1. Oktober 2012, per 1. April 2014 und per 1. Oktober 2015 verändert
hat. Ausserdem ist diesem Dokument unter zusätzlicher Berücksichtigung des
Schreibens der B._ AG vom 21. März 2011 zu entnehmen gewesen, dass sich die
Nebenkosten aus monatlich "Akonto" Fr. 145.-- für Heizkosten und einer "Pauschale"
Fr. 5.-- für Reinigungskosten zusammengesetzt haben (EL-act. 25 f.). In der
angefochtenen Wiedererwägungsverfügung vom 28. Dezember 2015 hat die
Beschwerdegegnerin stets den aufgeführten Bruttomietzins inkl. Nebenkosten in Höhe
von monatlich Fr. 150.-- berücksichtigt. Damit hat sie die Pauschale für die
Reinigungskosten als abzugsfähige Nebenkosten anerkannt. Abzugsberechtigt ist der
Nettomietzins einer Wohnung zuzüglich der Nebenkosten. Ob Nebenkosten
berücksichtigt werden können, entscheidet sich nicht danach, ob sie im Mietvertrag als
solche aufgeführt werden. Massgeblich ist vielmehr, ob sie eng mit dem Gebrauch des
Mietobjekts zusammenhängen oder dazu dienen, die Mietsache in einem zum
vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand zu erhalten. Somit ist zu überprüfen, ob
die jeweiligen Kostenpositionen direkt aus dem Wohnbedürfnis resultieren oder ob sie
zum allgemeinen Lebensbedarf zählen (vgl. RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur
AHV/IV, in: Schweizerisches Bundessozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale
Sicherheit, 3. Aufl. 2015, Rz. 72). Reinigungsarbeiten am Mietobjekt (dazu gehören
beispielsweise Reinigungsarbeiten in Treppenhaus und Veloräumen, Gartenarbeiten
sowie das Schneeschaufeln) sind in der Tat notwendig, um ein Mietobjekt in einem für
die vorgesehene Nutzung tauglichen Zustand zu erhalten. Daher hat die
Beschwerdegegnerin die Pauschale für die Reinigungskosten zu Recht als
Nebenkosten anerkannt. Auch hat sie in ihrem Einspracheentscheid zu Recht von
einem Abzug für die Antennengebühr vom Bruttomietzins abgesehen. Schliesslich ist
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neben dem diesbezüglichen Abklärungsergebnis der Beschwerdegegnerin vom 15.
Februar 2015 (EL-act. 8) weder dem Schreiben der B._ AG vom 21. März 2011 noch
dem Dokument zur Mietzinsentwicklung vom 1. Juli 2011 bis 31. Dezember 2012 zu
entnehmen, dass seit dem 1. Juli 2011 bei den Nebenkosten überhaupt eine
Antennengebühr berücksichtigt worden wäre (vgl. EL-act. 58, 26). Die
Beschwerdegegnerin hat sich also zu Recht auf die dem am 17. Dezember 2015
eingereichten Dokument zu entnehmenden Bruttomietzinse gestützt.
4.3 Ausserdem hat die Beschwerdegegnerin die Einnahmenposten "Vermögen" und
"Vermögenserträge" den durch den Beschwerdeführer eingereichten Akten angepasst.
Da der Beschwerdeführer im Jahr 2013 gemäss der Veranlagungsberechnung
Wertschriften und Guthaben von Fr. 5'144.-- besessen hat, hat die
Beschwerdegegnerin ihm für das Jahr 2014 richtigerweise unter Berücksichtigung des
für das Jahr 2013 geltenden Zinssatzes von 0,4% einen Vermögensertrag von Fr. 20.--
angerechnet. Dadurch hat sich der monatliche Anspruch auf Ergänzungsleistungen für
das Jahr 2014 um Fr. 1.-- reduziert.
4.4 Die übrigen Einnahmen- und Ausgabenposten sind ebenfalls korrekt berechnet
worden. Abschliessend ist festzuhalten, dass die Garagen- bzw. Stellplatzmiete nie in
die Anspruchsberechnung einbezogen worden ist und somit weder ganz noch teilweise
ursächlich für die Rückforderung gewesen ist. Der Beschwerdeführer hat also seit dem
1. September 2011 ausserordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 3'693.-- und vom
1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 ordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 12.--
bezogen, auf die er von Gesetzes wegen keinen Anspruch gehabt hat. Zwar sind diese
Leistungsbezüge ursprünglich aufgrund der formell rechtskräftigen
leistungszusprechenden Verfügungen rechtmässig gewesen, doch sind sie nun infolge
der wiedererwägungsweisen Korrektur dieser Verfügungen unrechtmässig geworden.
Die unrechtmässig bezogenen Ergänzungsleistungen müssen folglich gemäss dem Art.
25 Abs. 1 Satz 1 ATSG zurückgefordert werden. Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt
der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der
einzelnen Leistung. Die "Rückforderungsverfügung" der Beschwerdegegnerin ist am
28. Dezember 2015 erlassen worden, weshalb die damit geltend gemachten
Rückforderungen per 1. April 2012 nicht verwirkt sind. Im Rahmen dieses
Beschwerdeverfahrens ist festgestellt worden, dass auch vom 1. September 2011 bis
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31. März 2012 teilweise unrechtmässig Ergänzungsleistungen bezogen worden sind.
Eine daraus grundsätzlich resultierende Rückforderung ist jedoch bereits verwirkt, da
die entsprechenden Auszahlungen im Urteilszeitpunkt mehr als fünf Jahre zurückliegen.
Die aufgrund der Wiedererwägung der Verfügung vom 11. Juni 2012 resultierende
Rückforderung beträgt somit, wie die Beschwerdegegnerin in ihrem
Einspracheentscheid im Ergebnis korrekt festgehalten hat, insgesamt Fr. 3'705.--. Sie
setzt sich aus Fr. 12.-- ordentlichen und Fr. 3'693.-- ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen zusammen. Da sich der angefochtene Einspracheentscheid als
rechtmässig erweist, ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).