Decision ID: b01a69c2-1764-5c87-9fa3-6e8e811c5b37
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war für die B._ GmbH tätig und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er am 2. Dezember 2015 einen Autounfall erlitt und sich
dabei an der Wirbelsäule verletzte (UV-act. 1). Die erstbehandelnde Ärztin Dr. med.
C._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte eine
Wirbelsäulenkontusion und attestierte dem Versicherten vom 2. Dezember 2015 bis 3.
Januar 2016 eine 100%ige und danach eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 2, 19,
32).
A.a.
Mit Schreiben von 15. Februar 2016 übernahm die Suva die Kosten für die
Heilbehandlung und entrichtete ein Taggeld von Fr. 234.10 ab dem 5. Dezember 2015
(vgl. UV-act. 4, 6).
A.b.
Am 25. Februar 2016 gingen bei der Suva die angeforderten Lohnabrechnungen
des Versicherten der Monate Januar bis Dezember 2015 ein (UV-act. 17). Im Mai 2016
forderte die Suva den Versicherten sowie Dritte (Sozialversicherungsanstalt [SVA],
Wohnortgemeinde) auf, Dokumente zum Einkommen des Versicherten einzureichen
(vgl. UV-act. 36ff.). Eingereicht wurden der Arbeitsvertrag vom 10. Januar 2015 (UV-
act. 41), die Pensionskassenausweise 2015 und 2016 vom 3. Mai 2016 (UV-act. 41),
die Angaben der Steuerbehörden über die Einkünfte der Jahre 2012 bis 2014 (UV-
act. 42), die Lohndeklarationen SVA der Jahre 2014 und 2015 vom 14. März 2015 und
A.c.
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5. März 2016 (UV-act. 43) sowie Auszüge aus dem individuellen Konto des
Versicherten (IK-Auszug; UV-act. 45).
Zur Klärung der gesundheitlichen Situation des Versicherten veranlasste die Suva
ein ambulantes Assessment in der Rehaklinik Bellikon am 21. Mai 2016. Im Bericht
vom 6. Juni 2016 (UV-act. 50) wurden insbesondere diagnostiziert eine HWS-Distorsion
QTF Grad I sowie ein Verdacht auf Meralgia paraesthetica links mit/bei Hypästhesie im
Bereich N. cutaneus femoris intermedius und lateral links. Das Schmerzverhalten
wurde insgesamt als adäquat und die Leistungsbereitschaft als gut bezeichnet.
Ausgegangen wurde von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für weitere 4 bis 6 Wochen.
Anschliessend solle eine weitere Reduktion der Arbeitsunfähigkeit bis hin zum
vollschichtigen Einsatz angestrebt werden (UV-act. 50).
A.d.
Zur Klärung der Arbeits- und Einkommenssituation des Versicherten beauftragte
die Suva am 21. Juni 2016 die D._ AG mit der Prüfung der Buchhaltung der B._,
bei welcher der Versicherte Angestellter und dessen Ehefrau gemäss
Handelsregistereintrag alleinige Gesellschafterin und Geschäftsführerin war (UV-act.
46ff.).
A.e.
Die behandelnde Ärztin bescheinigte bis 1. August 2016 eine Arbeitsunfähigkeit
von 50% und danach eine solche von 25% (Unfallschein UVG, UV-act. 55). Ab dem
30. August 2016 war der Versicherte wieder voll arbeitsfähig (UV-act. 56, 58).
A.f.
Am 30. August 2016 erkundigte sich der Versicherte bei der Suva, wieso er seit
längerem kein Taggeld mehr erhalte (UV-act. 56). Am 31. August 2016 teilte ihm die
Suva telefonisch mit, dass bis zum Vorliegen der Buchhaltung 2015 und bis zum
Abschluss der in Auftrag gegebenen Buchprüfung keine Taggelder mehr ausgerichtet
würden (UV-act. 57).
A.g.
Am 3. Januar 2017 ging bei der Suva die Steuererklärung 2015 (inklusive Bilanz,
Erfolgsrechnung und Zusammenstellungen über die transitorischen Aktiven und
Passiven) der B._ ein (UV-act. 59). Am 16. Januar 2017 wurde der Versicherte
aufgefordert, weitere bzw. detailliertere Belege einzureichen (UV-act. 63-31). Daraufhin
liess der Versicherte der Suva u.a. mitteilen, der Grund für die Lohnerhöhung im Jahr
2015 seien neu eingegangene Bauprojekte, für welche viele Projektarbeiten hätten
A.h.
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ausgeführt werden müssen. Im Jahr 2014 habe es nicht viel Arbeit gegeben, weshalb
man die Löhne tief angesetzt habe (UV-act. 63-33).
Am 7. März 2017 wurde der Versicherte von einem Mitarbeiter der Suva und einem
der D._ AG befragt (UV-act. 65). Der Versicherte begründete den geringen Lohn im
Jahr 2014 mit einem Baustopp. Deshalb sei kein Geld hereingekommen. Die
Lohnerhöhung im Jahr 2015 begründete er mit dem höheren Gewinn bei seiner
Einzelfirma, der A._ Immobilien. Im Weiteren erklärte er, dass bei der B._ zwar
seine Ehefrau im Handelsregister als Gesellschafterin und Geschäftsführerin
eingetragen sei, er jedoch der faktische Geschäftsführer sei. Die Einzelfirma A._
Immobilien mit Sitz in E._ habe er am 22. Juli 2015 im Handelsregister gelöscht (vgl.
UV-act. 66-3). Nun habe er noch die Einzelfirma A._ Immobilien mit Sitz in F._ (vgl.
UV-act. 66-5). Über die Einzelfirma kaufe und verkaufe er die Grundstücke und
Liegenschaften, die Planung und all die anderen Arbeiten würden über die B._
abgewickelt. Zum im Jahr 2015 ausgewiesenen Ertrag erklärte er, dass es sich nur um
eine Schätzung handle. So gebe es weder Rechnungen noch Stundenaufschriebe oder
Arbeitsrapporte dazu. Sein Lohn sei von den Projekten abhängig und variiere. Sein
effektiver Lohn in den Jahren 2012 bis 2014 sei denn auch tiefer gewesen als der im
Jahr 2011 vereinbarte Lohn von Fr. 80'400.- bezogen auf ein 100%-Pensum (vgl.
Arbeitsvertag vom 15. September 2011, UV-act. 74-16).
A.i.
Im Buchprüfungsbericht vom 18. April 2017 (UV-act. 60) nahm die D._ AG zu den
Fragen der Suva Stellung. Erklärt wurde u.a., dass die Erträge gemäss den
Buchhaltungen sowie die Erträge gemäss den MwSt.-Abrechnungen nicht konsistent
seien. Ausserdem würden Rechnungen und Stundenaufstellungen bzw.
Arbeitsrapporte fehlen. Der für das Jahr 2015 ausgewiesene "Ertrag Bauarbeiten" sei
lediglich geschätzt und bis anhin nicht belegt. Im Jahr 2015 betrage der Reinverlust der
B._ Fr. 239'439.18. Folglich hätten die Löhne von Fr. 174'916.75 nicht aus dem
operativen Geschäft bezahlt werden können. Daher sei eine Lohnerhöhung von Fr.
6'000.- (Jahr 2014) auf Fr. 106'800.- (Jahr 2015) nicht plausibel. Offen sei, in welchem
Zusammenhang die Einzelfirma des Versicherten mit der Lohnerhöhung stehe. Gemäss
IK-Auszug vom 6. Juni 2016 habe das monatliche Einkommen des Versicherten im
Jahr 2014 Fr. 500.- und im Jahr 2016 Fr. 8'900.- betragen. Die Deklaration der
Lohnsumme sei jedoch erst nach dem Unfall am 11. Februar bzw. 5. März 2016 erfolgt.
A.j.
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B.
C.
Am 31. Dezember 2015 und damit ebenfalls erst nach dem Unfall sei der Nettobetrag/
die Auszahlung von Fr. 92'122.30 über das Kontokorrentkonto gebucht worden. Bei
der Pensionskassen-Lohnmeldeliste per 1. Januar 2016 sei der beim Versicherten
aufgeführte Lohn 2015 von Fr. 25'000.- gestrichen und durch Fr. 106'000.- ersetzt
worden (vgl. UV-act. 75-21). Die eingereichten Pensionskassenausweise 2015 und
2016 seien beide erst am 3. Mai 2016 erstellt worden (vgl. UV-act. 75-16ff.).
Mit Verfügung vom 9. Juni 2017 zog die Suva ihren (formlos ergangenen)
Leistungsentscheid vom 15. Februar 2016 betreffend den Taggeldanspruch in
prozessuale Revision und forderte die zuviel ausgerichteten Taggeldleistungen in Höhe
von Fr. 21'981.05 zurück. Zur Begründung wurde angeführt, dass der korrekte
Taggeldansatz nur Fr. 13.15 betrage (UV-act. 80).
A.k.
Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Jaques Marti,
Glarus, am 21. Juni 2017 und mit ergänzender Begründung vom 4. September 2017
Einsprache erheben. Gefordert wurde die Aufhebung der Verfügung vom 9. Juni 2017;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Gerügt wurde insbesondere, dass bei der
Taggeldfestsetzung zu Unrecht nicht auf die Jahresrechnung 2015 und damit auf ein
Einkommen von Fr. 106'800.- abgestellt worden sei. Ins Recht gelegt wurden ein
Kontoblatt und Rechnungen des Jahres 2016 (UV-act. 81, 86, 88f.).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 9. Februar 2018 wies die Suva die Einsprache ab
(UV-act. 91).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Februar 2018 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 15. März 2018. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer),
nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt Marti, beantragt darin dessen Aufhebung;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Geltend
gemacht wird insbesondere, dass der geringe Verdienst im Jahr 2014 durch den
Baustopp im Projekt G._ begründet sei. Im Jahr 2015 habe sich die Situation durch
die Projekte H._, I._ und J._ geändert, da der Beschwerdeführer für diese
Projekte Arbeiten ausgeführt habe. Dies sei in der Buchhaltung 2015 unter
C.a.
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angefangene Arbeiten deklariert worden. Aus den im Jahr 2015 ausgeführten Arbeiten
habe im Jahr 2016 ein Ertrag von rund Fr. 1'000'000.- resultiert. So sei das vom
Beschwerdeführer für das Jahr 2015 angegebene Einkommen von Fr. 106'800.-
erklärbar. Die entrichteten BVG-Beiträge und das deklarierte steuerbare Einkommen
würden die Korrektheit des angegebenen Jahreseinkommens ebenfalls belegen. Im
Weiteren wurde erklärt, dass über die Einzelfirma des Beschwerdeführers keine
Arbeiten erbracht worden seien. Diese diene nur der Liegenschaftsverwaltung (act. G1,
G1.2ff.).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde vom 15. März 2018 und die Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 9. Februar 2018 im Rahmen einer reformatio in peius.
Eventualiter sei die Beschwerde vom 15. März 2018 abzuweisen und der
Einspracheentscheid vom 9. Februar 2018 zu bestätigen. Begründet wird dies
insbesondere damit, dass der Beschwerdeführer keine tatsächlich erfolgten
Lohnzahlungen von der B._ an ihn habe zu erstellen vermögen. Deshalb sei der
versicherte Verdienst mit Fr. 0.- zu beziffern. Der Taggeldanspruch betrage folglich Fr.
0.- (act. G3).
C.b.
Mit Replik vom 2. Juli 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
gemäss Beschwerde vom 15. März 2018 fest. Ausgeführt wurde insbesondere, dass
nicht auf den Buchhaltungsprüfungsbericht der D._ AG abgestellt werden dürfe,
denn dieser sei in Verletzung des rechtlichen Gehörs entstanden. Zudem sei der
Bericht fehlerhaft. Er habe den Lohn von der B._ erhalten, was die
Lohnabrechnungen des Jahres 2015 belegen würden. Er sei deshalb als Angestellter
zu qualifizieren, unabhängig davon, ob er als faktischer Geschäftsführer eingestuft
werde. Arbeitsrapporte über die im Jahr 2015 ausgeführten Arbeiten gebe es keine. Der
gesamte Ertrag der B._ stamme aus seiner Arbeitstätigkeit. Der Ertrag sei durch
Rechnungen belegt. Der Ertrag aus den eingereichten Rechnungen der Bauprojekte
K._ und L._ stamme aus Arbeiten, welche er im Jahr 2015 für die B._ ausgeführt
habe. Die Rechnungsstellung sei jedoch erst im Jahr 2016 erfolgt. Sein Lohn hänge
davon ab, wie viele Aufträge die B._ jeweils akquirieren könne. Im Jahr 2015 habe die
B._ grosse Projekte ausführen können, weshalb mehr Einnahmen generiert worden
seien und mehr Lohn habe bezahlt werden können. Selbst wenn sein Lohn nach dem
C.c.
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Erwägungen
1.
Vorliegend zu prüfen ist der Taggeldanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der
Beschwerdegegnerin. Umstritten sind dabei der Anspruch bzw. dessen Höhe sowie
Unfallereignis festgesetzt worden sei, so sei er in Anbetracht der ausgeführten Arbeiten
und der zu erwartenden Einnahmen doch wirtschaftlich gerechtfertigt gewesen. Zum
Beweis wurden weitere Dokumente aus den Jahren 2016 bis 2018 eingereicht (act. G7,
G7.1ff.).
In der Duplik vom 17. Juli 2018 nahm die Beschwerdegegnerin kurz Stellung zur
Replik. Zur geltend gemachten Unverwertbarkeit des Buchprüfungsberichts wegen
Gehörverletzung wurde erklärt, dass diese nicht Gegenstand des Einspracheverfahrens
gewesen sei und deshalb im vorliegenden Prozess - da verspätet geltend gemacht -
nicht zur Diskussion stehe. Zudem sei dem Beschwerdeführer der Name des
Gutachters im Voraus bekannt gegeben worden. Ablehnungsgründe seien vom
Beschwerdeführer nie vorgebracht worden. Auch mit den Replikbeilagen sei nicht
erstellt, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2015 gegen Lohn für die B._ arbeitstätig
gewesen sei. Folglich sei von einem versicherten Verdienst von Fr. 0.- auszugehen,
was einen Taggeldanspruch ausschliesse (act. G9).
C.d.
Am 25. März 2020 wies das Versicherungsgericht den Beschwerdeführer darauf
hin (act. G11), dass in Anbetracht des Entscheids des Bundesgerichtes vom 8. Mai
2019, 8C_790/2018, im Raum stehe, ihn bezüglich seiner Tätigkeit für die B._ als
Selbständigerwerbenden zu qualifizieren, sodass kein unfallversicherungsrechtliches
Anstellungsverhältnis gegeben wäre und eine Versicherungsdeckung für den Unfall
vom 2. Dezember 2015 nicht bestehen würde. Dies hätte zur Folge, dass die
Rückforderungssumme höher ausfallen würde, als sie mit der dem angefochtenen
Einspracheentscheid zugrundeliegenden Verfügung vom 9. Juni 2017 festgelegt
worden sei. Ihm werde deshalb die Möglichkeit geboten, seine Beschwerde
vorbehaltlos zurückzuziehen, ansonsten davon ausgegangen würde, dass an der
Beschwerde und den damit gestellten Anträgen festgehalten werde. Der
Beschwerdeführer liess die gesetzte Frist ungenutzt verstreichen.
C.e.
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eine allfällig resultierende Rückforderung. Der Beschwerdeführer geht dabei von einem
massgeblichen versicherten Verdienst von Fr. 106'800.- aus (act. G1, G7). Die
Beschwerdegegnerin geht dagegen in der Verfügung vom 9. Juni 2017 und im
Einspracheentscheid vom 9. Februar 2018 von Fr. 6'000.- aus (UV-act. 80, 91). In der
Beschwerdeantwort und der Duplik stellt die Beschwerdegegnerin einen Lohnfluss und
damit das Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses überhaupt in Frage und verneint damit
die Unterstellung des Beschwerdeführers unter die obligatorische Unfallversicherung.
Sie beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids im Rahmen einer reformatio in
peius (act. G3, G9).
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Der Unfall ereignete
sich am 2. Dezember 2015. Vorliegend finden daher grundsätzlich die bis
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
Gemäss Art. 1a Abs. 1 lit. a UVG sind die in der Schweiz beschäftigten
Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre
sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Als Arbeitnehmer nach Art. 1a Abs. 1 UVG gilt nach
Art. 1 UVV, wer eine unselbständige Erwerbstätigkeit im Sinne der
Bundesgesetzgebung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ausübt.
3.1.
Das UVG umschreibt den Begriff des Arbeitnehmers, an den es für die
Unterstellung unter die obligatorische Versicherung anknüpft, nicht. Die
Rechtsprechung hat im Sinne leitender Grundsätze als Arbeitnehmer gemäss UVG
bezeichnet, wer um des Erwerbes oder der Ausbildung willen für einen Arbeitgeber,
mehr oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorübergehend tätig ist, ohne hiebei
ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müssen (BGE 115 V 55 E. 2d, Urteil des
Bundesgerichts vom 8. November 2011, 8C_503/2011, E. 3.4). Aus diesen
Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch
anwendbaren Lösungen ableiten. Die Arbeitnehmereigenschaft ist daher jeweils unter
3.1.1.
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Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. Im Regelfall besteht
zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag gemäss Art. 319 ff. des
Obligationenrechts (OR; SR 220) oder ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis.
Sind solche Rechtsverhältnisse gegeben, besteht kaum Zweifel, dass es sich um einen
Arbeitnehmer gemäss UVG handelt. Der Begriff des Arbeitnehmers gemäss Art. 1a
Abs. 1 UVG geht jedoch weiter als im Arbeitsvertragsrecht (BGE 141 V 313 E. 2.1 mit
Hinweisen).
Die Frage nach der Arbeitnehmereigenschaft wird - in Anlehnung an die Praxis
zur Abgrenzung der selbständigen von der unselbständigen Erwerbstätigkeit im
Beitragsbereich der AHV (BGE 123 V 161 E. 1, 114 V 65 E. 2a) - regelmässig nach der
äusseren Erscheinungsform wirtschaftlicher Sachverhalte und nicht nach allfällig davon
abweichenden internen Vereinbarungen der Beteiligten beurteilt, was jeweils unter
Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalls zu geschehen hat. Entscheidend ist
dabei, ob geleistete Arbeit, ein Unterordnungsverhältnis und die Vereinbarung eines
Lohnanspruchs in irgendeiner Form vorliegen (BGE 141 V 313 E. 3.2, 115 V 55 E. 2d;
vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 9. November 2017, 8C_571/2017, E. 2, und
vom 22. September 2014, 8C_183/2014, E. 7.1).
3.1.2.
Gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf ein Taggeld, wenn er
infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig ist. Arbeitsunfähigkeit ist die
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in
einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Der Anspruch
auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Der Taggeldanspruch erlischt
mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder
mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG). Taggelder und Renten werden
gemäss Art. 15 Abs. 1 UVG nach dem versicherten Verdienst bemessen, wobei als
versicherter Verdienst für die Bemessung der Taggelder laut Art. 15 Abs. 2 UVG der
letzte vor dem Unfall bezogene Lohn gilt. Gebrauch machend von der in Art. 15 Abs. 3
Satz 3 UVG eingeräumten Befugnis, Bestimmungen über den versicherten Verdienst in
Sonderfällen zu erlassen, hat der Bundesrat in Art. 23 Abs. 3 UVV (in Verbindung mit
Art. 15 Abs. 3 lit. d UVG) bestimmt, dass bei einem Versicherten, der keine
regelmässige Erwerbstätigkeit ausübt oder dessen Lohn starken Schwankungen
unterliegt, auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag abgestellt wird.
3.2.
Nach Art. 25 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten.
Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten,
3.3.
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4.
Vom Beschwerdeführer wurden als Nachweis des Arbeitsverhältnisses zwischen ihm
und der B._ zwei Arbeitsverträge ins Recht gelegt.
wenn eine grosse Härte vorliegt (Abs. 1; vgl. auch Art. 4 der Verordnung über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]). Der
Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf
von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Abs. 2 Satz 1).
Art. 25 Abs. 1 ATSG knüpft die Rückerstattungspflicht an einen unrechtmässigen
Bezug der Leistung. Die Unrechtmässigkeit einer bereits bezogenen Leistung kann sich
beispielsweise aus der Wiedererwägung oder der Revision der leistungszusprechenden
Verfügung ergeben, wobei die Korrektur rückwirkend erfolgen muss. Bei Leistungen,
welche durch formlose Entscheide zugesprochen wurden, sind Rückforderungen
ebenso möglich wie bei verfügungsweise festgesetzten Leistungen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, N 27ff. zu Art. 25).
3.3.1.
Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide müssen nach
Art. 53 Abs. 1 ATSG in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder
Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war.
3.3.2.
Das Versicherungsgericht ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden. Es
kann eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid zu Ungunsten der Beschwerde
führenden Person ändern (reformatio in peius) oder dieser mehr zusprechen, als sie
verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum
Rückzug der Beschwerde zu geben ist (Art. 61 lit. d ATSG). Sofern reformatorisch
entschieden werden kann und die Sache nicht wegen anderer Mängel zurückgewiesen
werden muss, ist das kantonale Sozialversicherungsgericht bei Feststellung einer
Rechtsverletzung verpflichtet, eine reformatio in peius ins Auge zu fassen. Ob eine
solche tatsächlich zu erfolgen hat, da das objektive Recht durchgesetzt werden soll,
oder ob im Einzelfall das subjektive Rechtsschutzinteresse überwiegt, verbleibt im
Rahmen dieses Spannungsverhältnisses der Überprüfung durch das kantonale Gericht
(BGE 144 V 153, E. 4.2.4).
3.4.
Gemäss Arbeitsvertrag vom 15. September 2011 war der Beschwerdeführer seit
dem 1. Oktober 2011 als Projektleiter bei der Gesellschaft seiner Ehefrau, der B._
angestellt (UV-act. 66-1, 74-16). Vereinbart wurde, dass sich die Arbeitszeit nach dem
4.1.
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Arbeitsanfall richtet (Ziff. 4 des Arbeitsvertrages). Die Höhe des Lohns bemisst sich
dabei nach der geleisteten Arbeit, wobei ein 100%-Pensum mit Fr. 6'700.- pro Monat
(Fr. 80'400.- pro Jahr) entschädigt worden wäre (Ziff. 6).
Gemäss den eingereichten Lohnabrechnungen betrug der dem
Beschwerdeführer monatlich überwiesene Lohn im Jahr 2014 stets brutto Fr. 500.-
bzw. netto Fr. 468.75 (UV-act. 74-22ff.; vgl. UV-act. 74-21: Lohnausweis des
Beschwerdeführers für das Jahr 2014). In der Buchhaltung der B._ wurde der Lohn
des Beschwerdeführers jedoch nicht monatlich, sondern erst am 31. Dezember 2014
mit Fr. 6'000.- verbucht. Bankbelege, aus welchen die monatlichen Lohnzahlungen
ersichtlich sind, wurden nicht vorgelegt.
4.1.1.
Vorliegend erstaunt zudem, dass der Beschwerdeführer monatlich stets den
gleichen Lohn erhalten haben soll, obwohl dieser gemäss dem Arbeitsvertrag vom 15.
September 2011 vom Arbeitsanfall bzw. von den geleisteten Arbeitsstunden abhängig
ist (vgl. act. UV-act. 74-16). Folglich müsste der Beschwerdeführer jeden Monat die
gleiche Anzahl Arbeitsstunden geleistet haben. Sollte es sich beim monatlich
ausgewiesenen Lohn von Fr. 500.- lediglich um Akontozahlungen gehandelt haben,
dann wäre zumindest per Ende Jahr eine Abrechnung der effektiv geleisteten Stunden
sowie eine Ausgleichs-/Differenzzahlung zu erwarten gewesen. Entsprechende Belege
bzw. Buchungseinträge lassen sich in den Akten jedoch nicht finden (vgl. UV-act.
69-15/20).
4.1.2.
Hinsichtlich des Arbeitsverhältnisses für die Zeit ab dem 1. Januar 2015 beruft sich
der Beschwerdeführer auf den neuen Arbeitsvertrag mit der B._ vom 10. Januar 2015
(UV-act. 74-17). Vereinbart wurde neu eine fixe Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche
und ein monatliches (fixes) Bruttogehalt von Fr. 8'900.- (Fr. 106'800.- pro Jahr). Wenn
der Vertrag nichts Abweichendes festlege, sei das schweizerische Obligationenrecht
anwendbar.
4.2.
Die Arbeitgeberin hätte dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 323 Abs. 1 OR
den Monatslohn spätestens Ende jeden Monats ausrichten müssen. Der
Beschwerdeführer legte entsprechende monatliche Lohnabrechnungen über Fr. 8'900.-
brutto bzw. Fr. 7'676.85 netto vor (UV-act. 75-3). In diesen Abrechnungen wurde
jedoch - im Gegensatz zu denjenigen des Jahres 2014 (UV-act. 74-22ff.) - kein
Lohnauszahlungskonto genannt. Erstaunlich ist zudem, dass die B._ den Lohn des
Beschwerdeführers nicht monatlich, sondern erst am 31. Dezember 2015 mit
Fr. 106'800.- auf dem Konto 5200 mit dem Text "Lohn A._ Jan - Dez 2015"
verbuchte (UV-act. 70-19). Trotz Aufforderung legte der Beschwerdeführer keine
4.2.1.
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Bankbelege oder Bankkontoauszüge vor, welche monatlich erfolgte Lohnzahlungen
belegen würden (vgl. BGE 131 V 444 E. 1.2 mit Hinweisen, BGE 128 V 189 E. 3a/aa,
Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2005, C 161/04, E. 3.1). Die weiteren
vorgelegten Dokumente, welche gemäss dem Beschwerdeführer den Verdienst von
Fr. 106'800.- zu belegen vermögen, sind nach dem Unfall vom 2. Dezember 2015
erstellt worden. So stammt die Lohndeklaration 2015 zuhanden der SVA vom 5. März
2016 und der Lohnausweis 2015 vom 2. Juli 2016.
In der Replik erklärte der Rechtsvertreter, dass der Lohn des Beschwerdeführers
davon abhängig gewesen sei, wie viele Aufträge die B._ habe akquirieren können. Da
sie im Jahr 2015 grosse Projekte habe ausführen können und damit mehr Einnahmen
generiert worden seien, habe mehr Lohn bezahlt werden können. Im Weiteren wurde
erklärt, selbst wenn der Beschwerdeführer den Lohn nach dem Unfallereignis
festgesetzt habe, so sei dieser in Anbetracht der ausgeführten Arbeiten und der zu
erwartenden Einnahmen wirtschaftlich gerechtfertigt gewesen (act. G7-5; vgl. act.
G1-3f.: Das Jahreseinkommen 2015 von Fr. 106'800.- sei aufgrund der
Rechnungstellung im Jahr 2016 für das Projekt J._ von Fr. 498'148.15 "wirtschaftlich
erklärbar"). Dazu ist festzustellen, dass gemäss dem neuen Arbeitsvertrag vom 10.
Januar 2015 die Arbeitszeit (42 Stunden pro Woche) und der Lohn (Fr. 8'900.- pro
Monat) ab dem 1. Januar 2015 fix und nicht wie zuvor vom Arbeitsanfall abhängig sind
(vgl. UV-act. 74-17).
4.2.2.
Anlässlich der Befragung vom 7. März 2017 erklärte der Beschwerdeführer, dass
die Lohnerhöhung per 1. Januar 2015 von seiner Frau und ihm so entschieden worden
sei, denn sie hätten im Jahr 2015 einen höheren Gewinn bei der Einzelfirma A._ in
E._ gehabt, da er zwei Wohnungen in J._ für insgesamt Fr. 1'290'000.- habe
verkaufen können. Dass die gewährte Lohnerhöhung mit dem höheren Gewinn im Jahr
2015 begründet wird, weckt Zweifel daran, dass der neue Arbeitsvertrag am 10. Januar
2015 abgeschlossen wurde, denn ein Jahresgewinn lässt sich regelmässig erst (gegen)
Ende Jahr ermitteln. Hinzu kommt, dass die Lohnerhöhung nicht mit dem
Geschäftserfolg der B._, sondern mit demjenigen der Einzelfirma A._ begründet
wird. Dies legt nahe, dass keine konsequente Trennung zwischen der
Geschäftstätigkeit der Einzelfirma A._ in E._ und derjenigen der B._ stattfand.
Die Aussage des Beschwerdeführers, er habe seinen Lohn zusammen mit seiner
Ehefrau (alleinige Gesellschafterin und Geschäftsführerin der B._) festlegt, deutet
zudem darauf hin, dass der Beschwerdeführer in arbeitsorganisatorischer Hinsicht
nicht der formellen Geschäftsführerin unterstellt war (vgl. dazu auch nachfolgende
Erwägung 5).
4.2.3.
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5.
Zu prüfen bleibt, ob weitere Indizien für oder gegen das Vorliegen einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers sprechen (vgl. Erwägungen
3.1.1 und 3.1.2).
Festzuhalten ist soweit, dass mit den schriftlichen Arbeitsverträgen vom 15.
September 2011 und 10. Januar 2015 das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses
zwischen dem Beschwerdeführer und der B._ zum Unfallzeitpunkt nicht
nachgewiesen werden kann.
4.3.
Zum Unterordnungsverhältnis - als einem der Abgrenzungskriterien zwischen einer
selbständigen und einer unselbständigen Erwerbstätigkeit - ist folgendes festzustellen:
5.1.
Die Ehefrau des Beschwerdeführers war zwar bis zur Sitzverlegung der B._
von E._ nach M._ am 7. Februar 2018 gemäss Handelsregistereintrag alleinige
Gesellschafterin und Geschäftsführerin (UV-act. 46ff.; vgl. UV-act. 49), der
Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter stuften die GmbH jedoch wiederholt
als Familienunternehmung ein (act. G1-3, G7-4). Zudem bezeichnete sich der
Beschwerdeführer wiederholt als faktischen Geschäftsführer der B._ (UV-act. 12-2,
20-2, 65-2). Dass nicht er im Handelsregister als Geschäftsführer eingetragen sei,
erklärte er damit, dass seine frühere Arbeitgeberin, die N._, dies verboten habe (UV-
act. 65-2). Seine Ehefrau, obwohl gemäss Handelsregistereintrag alleinige
Gesellschafterin und Geschäftsführerin, bezeichnete er als seine Angestellte (UV-act.
65-2). Im Weiteren erklärte er, dass er alle Geschäfte mache (UV-act. 65-3). Die am 7.
Februar 2018 mit der Sitzverlegung der B._ nach M._ vorgenommenen weiteren
Mutationen im Handelsregister scheinen in Anbetracht der Ausführungen des
Beschwerdeführers lediglich ein Nachvollzug der faktischen Verhältnisse zu sein. So ist
der Beschwerdeführer nun gemäss Handelsregistereintrag Gesellschafter und
Geschäftsführer und seine Ehefrau Gesellschafterin und Vorsitzende der
Geschäftsleitung. Zudem gehört ihm neu die Hälfte der Stammanteile der Gesellschaft.
5.1.1.
In Anbetracht dessen und des in Erwägung 4.2.3 Gesagten kann bezüglich der
Tätigkeit des Beschwerdeführers nicht von einem Unterordnungsverhältnis bzw. von
einer Eingliederung in die Arbeitsorganisation der B._ ausgegangen werden. Effektiv
ist der Beschwerdeführer als in der Geschäftsführung der B._ zumindest
gleichberechtigt zu betrachten.
5.1.2.
Der Beschwerdeführer besass und war tätig für die beiden Einzelfirmen, die A._
Immobilien mit Sitz in E._, welche am 22. Juli 2015 im Handelsregister gelöscht
5.2.
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wurde (vgl. UV-act. 66-3), und die A._ Immobilien mit Sitz in F._, welche ihren Sitz
am 14. Dezember 2017 nach M._ verlegte (UV-act. 66-5).
Gemäss den Handelsregistereinträgen sind der Zweck der Einzelfirmen und
derjenige der B._ inhaltlich fast gleich: Vermietung von Immobilien auf eigene und
fremde Rechnung, Verwaltung und Verkauf von Liegenschaften, Erstellung von
Neubauten auf eigene Rechnung oder für Dritte, Bauleitung und Ausführung von
Dienstleistungen aller Art, insbesondere in den Bereichen Hochbau, Tiefbau sowie
Sanitär- und Elektroinstallationen (vgl. UV-act. 66-1ff.). Folglich hätte der
Beschwerdeführer die Arbeitsleistungen (Projektleitungen) als Angestellter wie auch in
eigener Verantwortung erbringen können. Die Aussage, dass über die Einzelfirmen
keine Arbeiten erledigt würden, ist nicht belegt und steht in einem Widerspruch zum
aktuellen Handelsregistereintrag, wurde doch der Zweck der Einzelfirma A._ (u.a.
Bauleitung und Ausführung von Baudienstleistungen) ausgeweitet (bspw. um den
Betrieb eines Architekturbüros).
5.2.1.
Die Aussage, dass der Beschwerdeführer diverse Arbeiten für die Grossprojekte
im Jahr 2015 ausführte (act. G1-3/5), mag zutreffend sein, damit ist jedoch nicht
erwiesen, dass er allfällige geleistete Arbeiten als Angestellter der B._ und nicht in
eigener Regie ausgeführt hat. Dass er weisungsgebunden gehandelt hatte, ist
jedenfalls nicht erstellt.
5.2.2.
Der Beschwerdeführer verweist bezüglich seiner Tätigkeit für die B._ GmbH im
Jahr 2015 auf Projektunterlagen (Baubewilligungen, Rechnungen; UV-act. 7.1-7.5) und
hält fest, dass nur er für die B._ Projektarbeiten ausgeführt habe (act. G7-4f.). Belegt
sei dies durch die Baubewilligungen H._ vom 10. August 2015, J._ vom 2. Mai
2015 und I._ vom 26. November 2015 (act. G1.2ff.) sowie die Rechnungsstellungen
für die Bauprojekte K._ und L._ sowie J._, H._ und I._ (act. G7.2ff.). Mit den
ins Recht gelegten Rechnungen kann jedoch nicht - zumindest nicht im Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachgewiesen werden, dass der
Beschwerdeführer als Angestellter der B._ Arbeitsleistungen erbracht hat.
5.2.3.
Die Rechnungen vom 15. Dezember 2016 (act. G7.2), 28. Dezember 2016 (act.
G7.3), 3. April 2017 (act. G7.5 und G7.6) und 1. Dezember 2017 (act. G7.4) stellte die
B._ jeweils an die A._ Immobilien in E._. Da diese Einzelfirma per 22. Juli 2015 im
Handelsregister gelöscht wurde (vgl. UV-act. 66-3), sind die ins Recht gelegten
Rechnungen fehlerhaft und vermögen keine Grundlage für beweismässig verwertbare
Schlussfolgerungen zu bilden.
5.2.4.
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6.
Aufgrund des Gesagten ist im Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass zumindest im Jahr 2015 kein Arbeitsverhältnis zwischen dem
Beschwerdeführer und der B._ bestand. Folglich war der Beschwerdeführer - da
auch keine Erkenntnisse hinsichtlich des Abschlusses einer freiwilligen
Unfallversicherung bei der Beschwerdegegnerin vorliegen - zum Unfallzeitpunkt nicht
bei der Beschwerdegegnerin unfallversichert. Somit hat der Beschwerdeführer
gegenüber der Beschwerdegegnerin auch keinen Anspruch auf Taggelder.
7.
Weiter zu prüfen ist die Rückforderung der geleisteten Taggelder.
Für die vom Beschwerdeführer als Angestellten der B._ geleistete Arbeit gibt es
keine Stunden-, Einzel- oder Arbeitsrapporte. Dieses Fehlen wurde damit begründet,
dass es sich bei der B._ um ein Familienunternehmen handle (act. G1-3, G7-4). Das
Fehlen der Rapporte ist als weiteres Indiz gegen eine Arbeitnehmerstellung zu werten.
5.3.
Zusammenfassend präsentiert sich die Lage wie folgt: Es bestehen enge familiäre
und wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der B._ und den Einzelfirmen des
Beschwerdeführers. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht nur
seine Einzelfirmen, sondern auch die B._ als Geschäftsleiter führte. Diese Firmen
dürften denn auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Einheit bilden. Damit in einer
solchen Konstellation von einem Arbeitsverhältnis ausgegangen werden kann, sind
hinsichtlich des Nachweis der im Arbeitsverhältnis erbrachten Arbeitsleistung sowie der
Lohnbezüge erhöhte Anforderungen zu stellen. Die vorgelegten Dokumente vermögen
dies nicht zu erfüllen.
5.4.
Bei den Rückforderungsfristen (vgl. Erwägung 3.3) handelt es sich um
Verwirkungsfristen (BGE 133 V 579, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Nach der
Rechtsprechung ist unter der Wendung "nachdem die Versicherungseinrichtung davon
Kenntnis erhalten hat" (Art. 25 Abs. 2 ATSG) der Zeitpunkt zu verstehen, in dem die
Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen,
dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen, oder mit andern Worten,
in welchem sich der Versicherungsträger hätte Rechenschaft geben müssen über
Grundsatz, Ausmass und Adressat des Rückforderungsanspruchs. Die
Voraussetzungen für eine Rückforderung müssen demnach gegeben sein, der
Rückforderungsanspruch muss feststehen. Das setzt u.a. voraus, dass die
7.1.
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8.