Decision ID: 87948c2b-0530-5b3a-8c33-ace0e67e6b7f
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ erlitt am 31. Dezember 2009 gemäss Schadenmeldung UVG für arbeitslose
Personen vom 3. März 2010 (Suva-act. 1) bei einem Sturz zu Hause eine Quetschung
am linken Knie. Im Unfallzeitpunkt war die Versicherte als Bezügerin von
Arbeitslosenentschädigungen obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen
und Berufskrankheiten versichert. Dr. med. B._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
FMH, Klinik C._, hatte am 19. Januar 2010 berichtet, dass die Versicherte am 31.
Dezember 2009 wegen akuter Schmerzen am linken Knie nach einem Fehltritt beim
Gehen die Klinik C._ aufgesucht habe. Dr. B._ hatte eine mediale
Kapselbandzerrung am linken Knie bei unauffälligem Röntgenbild diagnostiziert (Suva-
act. 4, 33). Diese war konservativ behandelt worden (Suva-act. 8, 13, 47, 51).
A.b Vom 6. bis 15. Oktober 2013 war die Versicherte im Spital D._, hospitalisiert, wo
sie am 11. Oktober 2013 einer Arthroskopie am linken Knie unterzogen wurde (Suva-
act. 19; Kostengutsprachegesuch des Spitals D._ vom 6. Oktober 2013, Suva-act.
14; vgl. auch Suva-act. 15 und 16). Die Ärzte des Spitals D._ stellten folgende
Diagnosen: aktivierte Pangonarthrose links mit ausgeprägtem intraartikulärem
Kniegelenkserguss mit/bei Chondropathie Grad III des femoralen Gleitlagers
retropatellär, Chondropathie Grad II-III der medialen Femurkondyle, Chondropathie
Grad II des medialen Tibiaplateaus, Chondropathie Grad II der lateralen Femurkondylen
und des lateralen Tibiaplateaus, Synovialitis im oberen Recessus, Status nach
stationärer Physiotherapie August/ September 2008, Status nach Kniearthroskopie mit
medialer Teilmeniskektomie und Knorpeldébridement medilarer Femurkondylus rechts
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2/2008 sowie Status nach Kniedistorsion rechts nach Treppensturz 11/2007 (Suva-act.
19).
A.c Im Bericht der Suva vom 8. November 2013 (Suva-act. 26), der aus Anlass des im
Herbst 2013 gemeldeten Rückfalls zum Ereignis vom 31. Dezember 2009
aufgenommen wurde, gab die Versicherte zum Unfallhergang an, sie sei auf einem
Spaziergang mit dem linken Bein auf etwas gestanden; dabei habe sie sich das linke
Knie massiv verdreht.
A.d Die Suva nahm Abklärungen auf und legte das Dossier ihrem Kreisarzt, Dr. med.
F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FHM, zur Beurteilung vor. Dr. F._
befand, die Rückfallkausalität sei überwiegend wahrscheinlich zu verneinen (Suva-act.
38). Daraufhin verneinte die Suva mit Verfügung vom 24. Januar 2014 ihre
Leistungspflicht in Bezug auf den geltend gemachten Rückfall zum Ereignis vom 31.
Dezember 2009 (Suva-act. 39). Zur Begründung führte sie aus, dass seit 8. August
2008 bis 6. Oktober 2013 im Bereich des linken Knies eine namhafte Zunahme der
vorbestehenden degenerativen Veränderungen überwiegend wahrscheinlich bestätigt
worden sei, so dass es beim Ereignis im Jahr 2010 (recte: 2009) nicht überwiegend
wahrscheinlich zu einer richtungsweisenden strukturellen Läsion gekommen sei.
B.
B.a Mit Eingabe vom 5. Februar 2014 erhob die Versicherte, vertreten durch lic. iur.
Daniel Küng, Fürsprecher, St. Gallen, Einsprache gegen die Verfügung der Suva vom
24. Januar 2014 (Suva-act. 43). Die Versicherte stellte die Rechtsbegehren, die
angefochtene Verfügung der Suva vom 24. Januar 2014 sei vollumfänglich aufzuheben
und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggelder auf der Basis
einer Arbeitsunfähigkeit von 100 %, zu entrichten und es sei für die medizinischen
Behandlungen und Hilfsmittel aufzukommen; ab dem Zeitpunkt, an dem von
medizinischen Massnahmen keine Besserung mehr erwartet werden könne, sei ihr eine
ganze Invalidenrente und ausserdem eine Integritätsentschädigung auf der Basis von
mindestens 35 % zuzusprechen und zu entrichten. Allenfalls seien weitere Abklärungen
im Sinne der Erwägungen vorzunehmen. Die Versicherte begründete ihre Einsprache
damit, allein aus dem Umstand, dass zwischen dem 8. August 2008 und dem 6.
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Oktober 2013 die degenerativen Veränderungen zugenommen hätten, könne nicht
geschlossen werden, dass sich die gesundheitlichen Beschwerden durch den Unfall
vom 31. Dezember 2009 nicht richtungsweisend verschlechtert hätten. Letztgenanntes
Ereignis sei vielmehr eine Mitursache der bestehenden Beschwerden. Die Suva hätte
weitere Abklärungen veranlassen und klären sollen, ob und allenfalls wann der status
quo sine vel ante erreicht sei bzw. sein werde. Schliesslich beantragte die Versicherte
eine Sistierung des Einspracheverfahrens bis 31. März 2014, da sie daran sei, weitere
medizinische Unterlagen ausfindig zu machen. Diesem Begehren entsprach die Suva
am 18. Februar 2014 (Suva-act. 50).
B.b Die Versicherte reichte der Suva in der Folge eine ergänzende
Einsprachebegründung ein (Schreiben vom 16. Mai 2014, Suva-act. 56), welcher sie
einen Bericht von Dr. med. G._, Leitender Arzt Rheumatologie am Spital D._, vom
12. Mai 2014 (mit Beilagen) sowie einen Bericht vom Hausarzt Dr. H._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, vom 25. Februar 2014 (Suva-act. 56) beilegte. Am gleichen
Tag reichte die Versicherte ausserdem eine Zusammenfassung der Krankengeschichte
des Spitals D._ ein (Suva-act. 57).
B.c Die Visana als obligatorische Krankenpflegeversicherung der Versicherten erhob
mit Eingabe vom 4. Februar 2014 ebenfalls (vorsorgliche) Einsprache gegen die
Verfügung der Suva vom 24. Januar 2014 (Suva-act. 44). Diese zog sie nach internen
Abklärungen mit Schreiben vom 13. Februar 2014 (Suva-act. 48) wieder zurück und
anerkannte ihre Leistungspflicht im Rahmen der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung.
B.d Am 19. Mai 2014 übergab die Suva ihrem Kreisarzt Dr. F._ die mit der
Einsprachebegründung eingereichten medizinischen Berichte zur Stellungnahme. Dr.
F._ hielt nach deren Würdigung an seiner ärztlichen Beurteilung vom 24. Januar 2014
fest (kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 22. Mai 2014, Suva-act. 59). Er gab an,
dass vorliegend eine andauernde Behandlung nicht überwiegend wahrscheinlich
unfallkausal sei. Denn weder in den klinischen Untersuchungen durch die
behandelnden Orthopäden direkt nach dem Unfall und ca. fünf Monate nach dem
Ereignis noch radiologisch habe eine richtunggebende strukturelle Läsion im Bereich
des linken Knies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden können.
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B.e Mit Schreiben vom 23. Mai 2014 überliess die Suva der Versicherten die ärztliche
Beurteilung des Kreisarztes vom 22. Mai 2014 zur Stellungnahme (Suva-act. 60). Die
Versicherte liess sich nicht vernehmen. Die Suva wies die Einsprache mit
Einspracheentscheid vom 30. Juni 2014 ab (Suva-act. 63).
C.
Gegen den Einspracheentscheid vom 30. Juni 2014 erhob die Beschwerdeführerin,
weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Küng, mit Eingabe vom 12. Juli 2014
Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit den Anträgen auf
Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie auf Ausrichtung der gesetzlichen
Leistungen, insbesondere Taggelder, auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit vom 100 %
und der Kosten für die medizinische Heilbehandlung, und - von dem Zeitpunkt an, in
dem von medizinischen Massnahmen keine Besserung mehr erwartet werden könne -
auf Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung in der
Höhe von mindestens 35 %. Allenfalls seien weitere Abklärungen vorzunehmen (act. G
1). In der Beschwerdeantwort vom 2. September 2014 beantragte die Suva die
Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Mit Replik vom 18. September 2014 hielt die
Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12). Zu den in diesen
Rechtsschriften angeführten Begründungen der Anträge wird, soweit erforderlich, in
den anschliessenden Erwägungen Stellung genommen.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung.
1.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen
und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
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auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat
die versicherte Person nach einem Unfall Anspruch auf die zweckmässige Behandlung
ihrer Unfallfolgen. Ist sie zufolge Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG),
so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu
mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie
Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die
Versicherungsleistungen werden gemäss Art. 11 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) grundsätzlich auch für Rückfälle und Spätfolgen
gewährt.
1.2 Angesichts der in Erwägung 1.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet
die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; A. Rumo-
Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 143 und 145). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist,
den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (vgl. BGE 129 V 181 E.
3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils des
Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen
Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a; vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung).
1.3 Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen wie gesagt auch für
Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei ein Rückfall einen besonderen
revisionsrechtlichen Tatbestand im Sinn von Art. 22 UVG darstellt (vgl. BGE 118 V 293
E. 2c, RKUV 1994 Nr. U 206 S 326). Beim Rückfall handelt es sich um das
Wiederaufleben einer vermeintlich geheilten Schädigung. Von Spätfolgen spricht man,
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wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder
psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild
führen können (BGE 123 V 138 E. 3a). Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich somit
begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut
geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(BGE 118 V 293 E. 2c).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen;
vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im
Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der
versicherten Person, das Vorhandensein eines natürlichen Kausalzusammenhangs
zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand
zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist,
desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119
V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der
versicherten Person aus (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1.
Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] U 127/02
vom 28. November 2002 E. 1 mit Hinweis).
2.
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Zur Prüfung der Frage, ob die geklagten Beschwerden am linken Knie mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Sinne eines Rückfalls auf das
Ereignis vom 31. Dezember 2009 zurückzuführen sind, ist zunächst zu klären, welche
Diagnose bezogen auf dieses Ereignis die echtzeitlichen medizinischen Berichte
festhalten, und ob auf Grund der medizinischen Dokumentation ein Vorzustand
bestand.
2.1 Gemäss Schadenmeldung UVG vom 3. März 2010 stürzte die Beschwerdeführerin
am 31. Dezember 2009 zu Hause und zog sich dabei eine Quetschung des linken Knies
zu (Suva-act. 1). Dem Bericht von Dr. B._ vom 3. Februar 2010 lässt sich entnehmen,
dass die Beschwerdeführerin beim Gehen einen Fehltritt erlitten habe (Suva-act. 4). Am
8. November 2013 gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin
an, sie sei bei einem Spaziergang mit dem linken Bein auf etwas gestanden. Dabei
habe sie sich das linke Knie "massiv verdreht" (Suva-act. 26). Die divergierenden
Schilderungen lassen gewisse Zweifel am wirklichen Geschehen aufkommen. Doch
decken sich die Angaben der Beschwerdeführerin, sie sei bei einem Spaziergang
verunfallt, mit den Angaben von Dr. B._. Es ist zudem nicht bekannt, wer die
divergierende Schilderung gemäss Schadenmeldung vom 3. März 2010 verfasst hat, so
dass im Ergebnis kein Anlass besteht, am Unfallhergang gemäss der Schilderung der
Beschwerdeführerin zu zweifeln.
2.2 Die Erstbehandlung der Beschwerdeführerin nach dem Ereignis vom 31.
Dezember 2009 erfolgte gleichentags durch Dr. B._ (Suva-act. 33, gleichlautend
Suva-act. 4). Er diagnostizierte eine mediale Kapselbandzerrung am linken Knie als
Folge des erlittenen Valgisationstraumas und empfahl eine funktionell/konservative
Therapie sowie die erneute Vorstellung zwecks Ausschlusses einer medialen
Meniscopathie, sollten die Beschwerden persistieren. Das Röntgenbild war betreffend
unfallkausalen Läsionen unauffällig, zeigte ansonsten eine medial betonte Gonarthrose
und einen grossvolumigen Gelenkserguss (Suva-act. 34; vgl. auch act. G 13.1); eine
MRI-Untersuchung fand unmittelbar nach dem Unfall nicht statt (act. G 13.1, S. 2; das
MRI vom 12. März 2010 betraf nur die LWS, vgl. Bericht des Zentrums für medizinische
Radiologie, Röntgeninstitut I._, vom 12. März 2010, Suva-act. 5). Dr. med. J._,
Assistenzarzt an der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG), stellte anlässlich der Untersuchung der Beschwerdeführerin am 27. Mai 2010
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beidseits reizlose Kniegelenke ohne Gelenkserguss, beidseits freie
Kniegelenksbeweglichkeit ohne Bewegungsschmerz, negative Meniskuszeichen und
eine bestehende Bandstabilität fest. Den vorliegend interessierenden Unfall vom 31.
Dezember 2009 erwähnt er in seinem Bericht vom 28. Mai 2010 nicht (Suva-act. 46).
Die Diagnose einer medialen Kapselbandzerrung am linken Knie, die Dr. B._
unmittelbar nach dem Ereignis diagnostiziert hatte (Suva-act. 4), kommt im Bericht des
KSSG vom 28. Mai 2010 nicht mehr vor. Eine weiterführende Behandlung des linken
Knies fand nach medizinischer Aktenlage nach Ende Mai 2010 bis zum gemeldeten
Rückfall 2013 nicht statt. Zwar gab die Versicherte an, zwischen März 2010 und
Oktober 2013 beim Hausarzt Dr. H._, bei Dr. K._ und Dr. G._, Spital D._, sowie
in der Klinik C._, in Behandlung gewesen zu sein (Aussendienstrapport vom 8.
November 2013, Suva-act. 26). Die letzte Konsultation bei Dr. B._ erfolgte jedoch am
22. Februar 2010 (Suva-act. 32; vgl. auch Suva-act. 4), und im Spital D._ war die
Beschwerdeführerin wegen des linken Knies nicht in Behandlung (Suva-act. 2; vgl.
Suva-act. 3). Der als nachbehandelnder Arzt aufgeführte Dr. med. L._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, sah die Beschwerdeführerin zum letzten Mal am 8. Januar
2010 wegen eines anderen Leidens (Suva-act. 3).
2.3 Es ist somit festzuhalten, dass die Behandlung der auf den Unfall vom 31.
Dezember 2009 zurückgehenden Beschwerden am linken Knie (mediale
Kapselbandzerrung, Suva-act. 4) ca. Ende Mai 2010 abgeschlossen war. Auf Grund der
medizinischen Dokumentation ist zudem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von
einem das linke Knie betreffenden Vorzustand auszugehen.
3.
Im Rahmen des geltend gemachten Rückfalls sind sodann die Fragen zu prüfen, ob
das Ereignis vom 31. Dezember 2009 zu einer neuen strukturellen Läsion am linken
Knie geführt hat oder ob ein Vorzustand bestand, der eine richtunggebende
Verschlimmerung erfahren hat. Die Beschwerdegegnerin verneint diese Fragen gestützt
auf die Aktenbeurteilung von Dr. F._ vom 22. Mai 2014 (act. G 5, S. 3 ff., Ziff. 7).
3.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorab, dass die Beschwerdegegnerin ihrem
Entscheid ausschliesslich den Bericht ihres Kreisarztes Dr. F._ vom 22. Mai 2014
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zugrundegelegt habe, der erst nach der hier angefochtenen Verfügung vom 24. Januar
2014 ergangen sei (Suva-act. 59 und 39, act. G 1 S. 5 f.).
3.1.1 Das Versicherungsgericht hat alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Es muss bei einander widersprechenden medizinischen Berichten das gesamte
Beweismaterial würdigen und die Gründe angeben, warum es auf die eine und nicht auf
die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 353 E. 3a). Praxisgemäss ist den im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Suva eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, die auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. In Bezug auf Berichte von
Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Auch den Berichten und
Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte
Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr
besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung,
welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125
V 352 ff. E. 3b). Wurde ein Aktengutachten eingeholt, so ist seine Beweiskraft nicht
prinzipiell zu bezweifeln. Die Rechtsprechung lässt Aktengutachten zu, wenn die Akten
ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf der Beschwerden und gegenwärtigen
Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist indessen ein
lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte oder die Expertin imstande ist,
sich auf Grund der vorhandenen Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild zu
verschaffen (PVG 1996 Nr. 89 S. 265).
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3.1.2 Dass der Kreisarzt der Suva erst nach Erlass der Verfügung vom 24. Januar
2014 einen ausführlichen Bericht verfasst hat, ist entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden. Das hatte den Vorteil, dass Dr. F._ auch
die seither zu den Akten gelegten medizinischen Berichte berücksichtigen konnte. Es
kann somit nicht gesagt werden, dass der Kreisarzt der Suva "spätestens
dann" (gemeint ist im Zeitpunkt des Verfassens eines ausführlichen Berichts nach
Erlass der angefochtenen Verfügung) seine Neutralität bzw. Objektivität verloren habe.
Es spricht nichts dafür, dass im zu beurteilenden Fall die Beschwerdegegnerin ihre
Verpflichtung zur Objektivität (BGE 122 V 157 E. 1c) verletzt haben soll. Hinweise auf
eine voreingenommene oder sonst wie sachfremde Beurteilung ergeben sich weder
aus dem Bericht von Dr. F._ vom 22. Mai 2014 noch werden solche von der
Beschwerdeführerin konkret dargetan. Die zur Diskussion stehende ärztliche
Beurteilung vom 22. Mai 2014 ist im Hinblick auf die vorliegend strittige Frage
umfassend, sie beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die
geklagten Beschwerden, und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben.
Die Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
durch Dr. F._ ist einleuchtend und seine Schlussfolgerungen sind begründet (BGE
125 V 352 E. 3a). Zu prüfen bleibt damit lediglich noch, ob sich aus den Berichten der
behandelnden Ärzte objektive Aspekte ergeben, welche die Beweiskraft der
Kausalitätsbeurteilung von Dr. F._ erschüttern.
3.2 Zunächst ist zu prüfen, ob die Verneinung der natürlichen Kausalität durch Dr.
F._ unter dem Blickwinkel einer neuen strukturellen Läsion (die er als nicht gegeben
erachtet) standhält.
3.2.1 Dr. F._ führt dazu aus, im Bereich des linken Knies habe bereits 2008 eine
beginnende Gonarthrose nachgewiesen werden können, welche im Verlauf nicht
progredient gewesen sei. Eine Instabilität habe weder vom erstuntersuchenden
Orthopäden einen Tag nach dem Trauma noch von den Orthopäden des KSSG im Mai
2010 festgestellt werden können. Strukturell habe eine richtunggebende Zunahme der
Degenerationen nicht nachgewiesen werden können, was ohne klinische Instabilität zu
erwarten gewesen sei. Es habe weder in den klinischen Untersuchungen durch die
behandelnden Orthopäden direkt nach dem Unfall und ca. fünf Monate danach noch
radiologisch eine richtunggebende strukturelle Läsion im Bereich des linken Knies
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bestätigt werden können. Entsprechend sei überwiegend wahrscheinlich nach wenigen
Wochen bzw. spätestens nach sechs Monaten von einem stabilen Zustand
auszugehen; eine andauernde Behandlung sei als nicht unfallkausal zu werten (Suva-
act. 59, S. 8).
3.2.2 Die medizinischen Akten weisen verschiedentlich auf einen bereits vor dem
Ereignis vom 31. Dezember 2009 bestehenden Vorzustand hin. Der Bericht vom 12.
März 2010 betreffend MRI-Untersuchung der LWS erwähnt eine „bekannte
Gonarthrose beidseits“ (Suva-act. 5). Diesen Befund bestätigten die Ärzte der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des KSSG am 28. Mai 2010 (beginnende femoropatellar-
betonte Gonarthorose beidseits, Suva-act. 46) und des Spitals D._ (Notfallbericht der
Chirurgie des Spitals D._ vom 6. Oktober 2013, Suva-act. 31: bekannte Arthrose;
Austrittsbericht vom 15. Oktober 2013, Suva-act. 19: aktivierte Gonarthrose). Im
Austrittsbericht vom 15. Oktober 2012 wird verglichen mit der Voruntersuchung vom 8.
Juni 2012 eine moderate medial betonte Gonarthrose mit osteophytären Ausziehungen
an den medialen und lateralen Tibiakondylen stationär und osteophytären
Ausziehungen an der Patella festgestellt (Suva-act. 19, S. 4). Dem Operationsbericht
vom 17. Oktober 2013 (Suva-act. 20, vgl. auch Suva-act. 33, wo von einer
fortgeschrittenen Gonarthrose die Rede ist) lässt sich schliesslich entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin an einer aktivierten Pangonarthrose links leidet sowie an
Chondropathie Grad III im femoralen Gleitlager retropatellar, an Chondropathie Grad II-
III medialer Femorcondylus, an Chondromalazie Grad II mediales und laterales
Tibiaplateau sowie medialer und lateraler Femurcondylus und schliesslich an diffuser
Synovialitis, oberer Recessus.
3.2.3 Den Vorzustand bestätigte auch der Hausarzt Dr. H._. Er wies am 25.
Oktober 2013 auf die fortgeschrittene Gonarthrose hin (Suva-act. 33; vgl. dazu auch
die Physiotherapieverordnungen, Suva-act. 47 und 51, welche von der Diagnose einer -
aktivierten - Gonarthrose ausgehen). Er äusserte sich im Weiteren am 18. November
2014 zum Verlauf der Kniebeschwerden links (act. G 13.1) und wies darauf hin, dass
am 8. August 2008 radiologisch eine leichte retropatellare Arthrose zu sehen gewesen
sei, was einem häufigen Befund entspreche. Der Befund einer sich rasch
entwickelnden Pangonarthrose hingegen sei nicht alltäglich; ein Zusammenhang mit
einem Trauma sei demnach wahrscheinlich. Es sei möglich, dass die Knieproblematik
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rechts durch die Überbelastung links indirekt zusätzlich ungünstig auf die
posttraumatischen Veränderungen eingewirkt habe. H._ bezog sich dabei auf einen
Unfall mit Kniedistorsion des rechten Knies, der sich im Jahre 2007 ereignet hatte
(erwähnt im Bericht von Dr. H._ vom 14. März 2011, Suva-act. 10, und im Bericht von
Dr. J._ vom 28. Mai 2010). Als unmittelbare Folge dieses Unfalls habe sich eine
Arthrose entwickelt. Dr. H._ sprach von einer „Kettenreaktion“ ausgehend vom Unfall
2007, die für den Verlauf ausschlaggebend gewesen sei, begründete diese Aussage
jedoch nicht näher. Sie kann möglicherweise so verstanden werden, dass das verletzte
rechte Knie durch Überbeanspruchung des linken Knies geschont worden ist, was das
linke Knie belastet haben könnte. Dr. J._ machte ebenfalls auf die beginnende
femoropatellar betonte Gonarthrose beidseits und die geringgradige retropatelläre
Arthrose rechts aufmerksam und erwähnte den Unfall aus dem Jahr 2007, nicht aber
den vorliegend interessierenden Unfall vom 31. Dezember 2009 (Suva-act. 46). Im
Bericht vom 5. September 2012 hielt Dr. K._ eine beginnende femoropatellar betonte
Gonarthrose beidseits bei sonst unveränderten Diagnosen fest, womit auch gesagt ist,
dass keine strukturellen Läsionen vorliegen (Suva-act. 37, S. 13; vgl. auch
radiologische Untersuchung vom 8. Juni 2012, Suva-act. 34: Gonarthrose links).
3.2.4 Als Zwischenergebnis ist festzustellen, dass eine neue strukturelle Läsion im
Bereich des linken Knies mit fortdauerndem Charakter als Folge des Unfalls vom 31.
Dezember 2009 auf Grund der echtzeitlichen medizinischen Berichte nicht
auszumachen ist. Gestützt auf die dargestellte medizinische Dokumentation (vgl. Erw.
3.2.2 und 3.2.3) ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem bereits vor dem
Unfall vom 31. Dezember 2009 bestehenden Zustand am linken Knie auszugehen.
3.3 Es bleibt sodann zu prüfen, ob der Vorzustand (vgl. Erw. 2.3) durch den Unfall
vom 31. Dezember 2009 entgegen der Auffassung von Dr. F._ eine richtunggebende
Verschlimmerung erfahren hat.
3.3.1 Dr. F._ äusserte sich zur Frage der Kausalität zwischen den bestehenden
Kniebeschwerden und dem Ereignis vom 31. Dezember 2009 ein erstes Mal am 24.
Januar 2014 (Suva-act. 38). Dabei stellte er fest, die Rückfallkausalität sei nicht
überwiegend wahrscheinlich zu bejahen. Zwar hielt er fest, radiologisch habe seit 8.
August 2008 bis 6. Oktober 2013 im Bereich des linken Knies „eine“ namhafte
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Zunahme der vorbestehenden degenerativen Veränderungen überwiegend
wahrscheinlich bestätigt werden können, so dass das Ereignis 2010 (recte: Ende 2009)
nicht überwiegend wahrscheinlich zu einer richtungsweisenden strukturellen Läsion
geführt habe. Beim Wort „eine“ (Suva-act. 38) handelt es sich offensichtlich um einen
Verschrieb; es müsste richtig „keine“ heissen. Denn erstens weist Dr. F._ in
demselben Bericht vom 24. Januar 2014 auf geringe Degenerationen beidseits hin und
verneint das Vorliegen einer Rückfallkausalität (vgl. Suva-act. 38). Zweitens führt Dr.
F._ in seiner ärztlichen Beurteilung vom 22. Mai 2014 betreffend Röntgenbilder aus,
die degenerativen Veränderungen am linken Knie seien im Vergleich zu den
Voraufnahmen vom 8. August 2008 bzw. 8. Juni 2012 nicht namhaft progredient (Suva-
act. 59, S. 7: nicht progredienter Verlauf). In der Rekapitulation seines eigenen Berichts
vom 24. Januar 2014 im Rahmen des Aktengutachtens vom 22. Mai 2014 (Suva-act.
59) erwähnt Dr. F._ drittens Folgendes: „Radiologisch konnte (...) im Bereich des
linken Knies keine namhafte Zunahme der vorbestehenden degenerativen
Veränderungen überwiegend wahrscheinlich bestätigt werden ...“ (im Original ohne
Hervorhebung). Schliesslich kommt Dr. F._ sowohl in der Aktennotiz vom 24. Januar
2014 als auch im Aktengutachten vom 22. Mai 2014 zum Schluss, dass die
Unfallkausalität nicht überwiegend wahrscheinlich zu bejahen sei. Ausserdem ist eine
richtunggebende Zunahme der Degenerationen gemäss Dr. F._ ohne klinische
Instabilität nicht zu erwarten (vgl. Suva-act. 59, S. 8).
3.3.2 Die Beschwerdeführerin beanstandete die obige Beurteilung durch Dr. F._
und machte in der Einsprache vom 5. Februar 2014 (Suva-act. 43, S. 3) geltend, allein
aus der Tatsache, dass die degenerativen Veränderungen zwischen 8. August 2008
und 6. Oktober 2013 zugenommen hätten, könne nicht geschlossen werden, dass sich
die gesundheitlichen Beschwerden durch den Unfall vom 31. Dezember 2009 nicht
richtungsweisend verschlechtert hätten. Der Unfall habe vielmehr mindestens eine
Mitursache der heutigen Beschwerden dargestellt. Die Beschwerdeführerin begründet
ihren Standpunkt mit Hinweis auf den Bericht von Dr. Späth vom 12. Mai 2014 sowie
auf den Bericht des Hausarztes Dr. H._vom 25. Februar 2014 (vgl. act. G 1, S. 6, Ziff.
4). Diese Berichte wurden von der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Rechtsvertreter
eingeholt. Die jeweiligen Fragestellungen sind nicht bekannt.
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3.3.3 Dr. H._ diagnostizierte degenerative Veränderungen, insbesondere
Pangonarthrose und Chondropathie. Beim Fehltritt vom 31. Dezember 2009 mit
Kniedistorsion links sei es klinisch zu einer Kapselbandzerrung gekommen, wobei das
Röntgenbild unauffällig gewesen sei. Eine röntgenologische Untersuchung des linken
Knies habe am 18. Mai 2011 eine Doppelkontur im medialen Tibiaplateau ergeben -
eine Strukturalteration, die mit Sicherheit weder degenerativ noch posttraumatisch
zugeordnet werden könne - sowie eine Chondrocalcinosis. Die Unfallkausalität sei eine
Ermessensfrage; auf Grund der anzunehmenden Instabilität des linken Kniegelenks
nach Zerrung des Kapselbandapparates sowie der Mehrbelastung des linken
Kniegelenks zur Schonung des bereits zuvor verletzten rechten Kniegelenks dürfte die
Unfallkausalität überwiegend wahrscheinlich als gegeben anzunehmen sein. Ungünstig
auf den posttraumatischen Verlauf mit Ausbildung einer Pangonarthrose wirke sich die
genannte Instabilität, die Mehrbelastung und schmerzbedingte Minderbeanspruchung,
die Ruhigstellung sowie die damit einhergehende Gewichtszunahme aus (Suva-act.
56). Ein krankhafter Vorzustand sei angesichts des damals normalen Röntgenbildes
nicht anzunehmen. Bis zum Unfall vom 28. November 2007 mit Verletzung des rechten
Knies sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig gewesen (vgl. auch Suva-act. 10,
46). Mit diesen Ausführungen bezieht sich Dr. H._ ausschliesslich auf das Ereignis
des Jahres 2007. Sie sind damit nicht geeignet, eine Kausalität zum Unfall vom 31.
Dezember 2009 zu belegen, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen. Weiter ist
anzumerken, dass eine Bandinstabilität von Dr. B._ kurz nach dem Ereignis vom 31.
Dezember 2009 nicht erwähnt wurde (Suva-act. 33). Eine Bandinstabilität wurde
genauso wenig im Bericht des KSSG vom 28. Mai 2010 (Suva-act. 46) aufgeführt; es
wurde vielmehr explizit von einer Bandstabilität gesprochen, sowie von weitgehend
normalen Verhältnissen am linken Knie. Die Beschwerdeführerin reichte nach
Abschluss des Schriftenwechsels ein weiteres Schreiben von Dr. H._ vom 22.
Dezember 2014 ein (act. G 13.1). Dieser berichtete darin, dass das am 31. Dezember
2009 angefertigte Röntgenbild des linken Knies unauffällig gewesen sei. Radiologisch
sei am 8. August 2008 eine leichte retropatellare Arthrose zu sehen. Der weitere Befund
einer sich rasch entwickelnden Pangonarthrose sei kein alltäglicher Befund bei einer
_jährigen Person und lasse die Vermutung eines Zusammenhangs mit einem Trauma
als wahrscheinlich erscheinen. Ob diese Schlussfolgerung zutreffend ist, mag
dahingestellt bleiben. Jedenfalls wäre ein Kausalzusammenhang nicht mit dem im
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Sozialversicherungsrecht erforderlichen Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(Urteil des Bundesgerichts 8C_484/2014 vom 1. April 2015 E. 2.2.1) zu bejahen. Die
Behauptung von Dr. H._, wonach zu beweisen wäre, dass kein
Kausalzusammenhang bestehe, ist nicht korrekt (zur Beweislastverteilung siehe
vorstehende Erw. 1.4). Hingegen trifft es zu, dass die Formel post hoc ergo propter hoc
nicht per se einen Kausalzusammenhang ausschliesst. Diese Formel vermag gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber genauso wenig einen solchen zu beweisen,
weshalb die Beschwerdeführerin aus der Beurteilung durch Dr. H._ auch nichts
zugunsten der natürlichen Unfallkausalität abzuleiten vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/cc;
Urteil des Bundesgerichts 8C_52/2015 vom 24. August 2015 E. 4).
3.3.4 Gemäss Beurteilung von Dr. G._ (Suva-act. 56, S. 4) stellt der Unfall vom
31. Dezember 2009 zumindest überwiegend wahrscheinlich eine (Mit-)Ursache der
bestehenden Beschwerden dar. Er begründet seine Auffassung damit, dass bis zum
Treppensturz am 28. November 2007 mit Beteiligung des rechten Knies bzw. bis zum
Unfall vom 31. Dezember 2009 mit Beteiligung des linken Knies die Patientin
beschwerdefrei gewesen sei. Diese Erläuterung läuft ebenfalls auf die in der
vorhergehenden Erwägung genannte Formel post hoc ergo propter hoc hinaus, die
eine Kausalität nicht zu beweisen vermag, weshalb die Beschwerdeführerin auch aus
der Beurteilung von G._ nichts zugunsten der natürlichen Unfallkausalität abzuleiten
vermag (siehe vorstehende Erw. 3.3.3).
3.4 Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten: Auf Grund der medizinischen
Akten der behandelnden Ärzte kann nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als erstellt betrachtet werden, dass es sich bei den im Sommer
2013 gemeldeten Kniebeschwerden um eine natürliche Folge des Unfallereignisses
vom 31. Dezember 2009 handelt. Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus dem Bericht
von Dr. K._ vom 4. August 2014 (act. G 3.1). Vielmehr räumt Dr. K._ darin ein, er
kenne die Beschwerdeführerin zu lange und sei zu fest involviert, als dass er eine
unabhängige Meinung abzugeben vermöchte. Es besteht damit kein Anlass, von der
beweiskräftigen Beurteilung von Dr. F._ abzuweichen, der das Bestehen der
natürlichen Kausalität verneint. Demzufolge ist ein Anspruch der Beschwerdeführerin
auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung abzulehnen. Von
zusätzlichen medizinischen Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
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und es kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung davon abgesehen werden (BGE
122 V 162 E. 1d; BGE 124 V 94 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2011 vom 28.
Juli 2011 E. 2.1). Von einer Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs kann unter
den genannten Umständen ebenfalls abgesehen werden.
4.
Bei diesem Ausgang ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 30.
Juni 2014 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde vom 12. Juli
2014 abzuweisen. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem
Prozessausgang besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 98bis des
Verwaltungsverfahrensgesetzes [VRP; sGS 951.1]).