Decision ID: 0b9886bb-87a9-53d3-9895-499c2a18a420
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_BRK
Chamber: ZH_BRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A.
Mit Verfügung vom 13. Januar 2017 setzte die Baudirektion Kanton Zürich
den kantonalen Gestaltungsplan "Kinderspital Zürich, Lengg" fest.
B.
Gegen diesen Entscheid erhoben die M. AG und die Einfache Gesellschaft
B. mit Eingabe vom 20. Februar 2017 fristgerecht Rekurs beim Baurekurs-
gericht des Kantons Zürich und beantragten die Aufhebung der Festset-
zung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegne-
rin.
C.
Mit Verfügung vom 22. Februar 2017 wurde der Rekurseingang vorgemerkt
und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
D.
Mit Eingabe vom 8. März 2017 beantragte die Stadt Zürich die Abweisung
des Rekurses, ebenso die Baudirektion mit Vernehmlassung vom 24. März
2017 und das Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung mit Eingabe vom
27. März 2017, letzteres unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
der Rekurrierenden.
E.
Mit Eingabe vom 13. April 2017 erstatteten die Rekurrierenden ihre Replik.
Mit Dupliken vom 5. bzw. 11. Mai 2017 nahmen die Vorinstanz bzw. die
Mitbeteiligte 2 dazu Stellung. Die Vorinstanz stellte den zusätzlichen Antrag
auf Umtriebsentschädigung, im Übrigen wurde an den Anträgen festgehal-
ten.
Mit Eingabe vom 30. Mai 2017 reichten die Rekurrierenden eine weitere
Stellungnahme ein.
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F.
Am 7. Juni 2017 führte die 1. Abteilung des Baurekursgerichts im Beisein
der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch.
G.
Auf die Vorbringen der Parteien und die anlässlich des Lokaltermins ge-
machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich,
in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.

Es kommt in Betracht:
1.
Die Rekurrierenden sind Eigentümer der Parzellen Kat.-Nrn. [....] bzw. [....],
die unmittelbar an den Gestaltungsplanperimeter angrenzen. Aufgrund der
engen räumlichen Beziehung und der vorgebrachten Rügen sind sie zur
Rekurserhebung im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes
(PBG) grundsätzlich legitimiert. Soweit dies bei einzelnen Rügen nicht zu-
trifft, wird es im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darzulegen sein.
Da die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs
grundsätzlich einzutreten.
2.
Am heutigen Standort des Kinderspitals Zürich in Zürich-Hottingen können
die räumlichen Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden. Deshalb soll mit dem
Gestaltungsplan die planungsrechtliche Grundlage für einen Neubau des
Kinderspitals geschaffen werden.
Das Gestaltungsplangebiet umfasst im Wesentlichen die weitestgehend
unbebauten Grundstücke Kat.-Nrn. RI5416 (Areal Süd, 33'250 m2) und
RI5481 (Areal Nord, 13'400 m2). Die Grundstücke sind der Zone für öffentli-
che Bauten Oe3 bzw. Oe4 zugewiesen und befinden sich, getrennt durch
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die Lenggstrasse, südlich der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) bzw.
getrennt durch die August-Forel-Strasse, östlich davon. Das Areal ist Teil
des kommunalen Landschaftsschutzobjektes "Glaziallandschaft Burghölzli
und Bachtobel Burgwies", KSO-23.00. Es liegt ausserdem im Landschafts-
förderungsgebiet Burghölzli gemäss regionalem Richtplan Stadt Zürich. Die
benachbarte Psychiatrische Universitätsklinik PUK ist im Inventar der über-
kommunalen Schutzobjekte enthalten. Zudem wird sie im Bundesinventar
der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) aufge-
führt. Das Gestaltungsplangebiet liegt gemäss ISOS in der dazugehörigen
Umgebungszone.
Auf dem Areal Süd soll das Akutspital zu stehen kommen, auf dem Areal
Nord das Labor-, Lehre- und Forschungsgebäude. Für künftige geänderte
bzw. zusätzliche Raumbedürfnisse ermöglicht der Gestaltungsplan Erweite-
rungen dieser Gebäude. Die Haupterschliessung für den motorisierten Indi-
vidualverkehr soll von der Forchstrasse über die Lenggstrasse erfolgen. Im
Nordwesten des Areals Süd ist die Zufahrt zur Einstellhalle und Anlieferung
vorgesehen. Die Gestaltungsplanvorschriften (GPV) lassen maximal 450
Parkplätze zu (Art. 20 Abs. 4 GPV).
3.1.
Die Rekurrierenden beanstanden zunächst eine ungenügende Sachver-
haltsermittlung. Die Verkehrsbelastung im Gebiet Lengg sei schon heute
erheblich. Der geplante Neubau des Kinderspitals und der Erweiterungsbe-
darf der bereits ansässigen Kliniken erfordere eine umsichtige Planung.
Deshalb sehe der kantonale Richtplan die Erarbeitung einer fachübergrei-
fenden Gebietsplanung vor. Der angefochtene Gestaltungsplan presche
nun aber vor und präjudiziere die Gebietsplanung, indem die für die Quar-
tiererschliessung zentralen Verkehrsanlagen bis an die Grenze ihrer Kapa-
zität bzw. darüber hinaus beansprucht würden. Der Gestaltungsplan wirke
sich somit auf wesentliche Aspekte der Gebietsplanung aus, weshalb ein
Vorziehen des Projekts nur in Frage kommen würde, wenn im Rahmen der
Gebietsplanung die verkehrlichen Auswirkungen und die Verträglichkeit der
baulichen Entwicklung im Gebiet Lengg auf das übergeordnete Verkehrs-
netz und das angrenzende Quartier bereits untersucht worden wären. Dies
sei aber nicht der Fall, weshalb die im Erläuterungsbericht erwähnten Ab-
sprachen mit den betroffenen Stellen eine negative Präjudizierung der Ge-
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samtplanung nicht verhindern könnten. Auch im Richtplantext werde auf
den Koordinationsbedarf bei der Verkehrserschliessung hingewiesen.
3.2.
Die Baudirektion hält dem entgegen, der Neubau eines Kinderspitals am
Standort Lengg sei im kantonalen Richtplan mit einem kurzfristigen Reali-
sierungshorizont vorgesehen. Für das betreffende Gebiet sehe der kanto-
nale Richtplan zudem eine fachübergreifende Gebietsplanung vor mit Ko-
ordinationsbedarf bei der Konzentration und Erweiterung der Gesundheit
und Forschung sowie bei der Verkehrserschliessung. Der kantonale Richt-
plan statuiere für Vorhaben in Perimetern von Gebietsplanungen jedoch
ausdrücklich, dass einzelne Vorhaben, die vor dem Vorliegen von ausgear-
beiteten Gebietsplanungen innerhalb von Gebietsplanungsperimetern reali-
siert werden sollen, in Absprache mit den betroffenen Stellen zu planen
seien. Daraus ergebe sich, dass Einzelvorhaben vorgezogen werden kön-
nen.
Als Teil der Gebietsplanung Lengg sei eine Testplanung durchgeführt wor-
den (Ergebnisbericht der Testplanung Lengg, August 2016, act. 11.20). Es
habe sich gezeigt, dass das Vorhaben des Kinderspitals die möglichen
räumlichen Entwicklungen der Lengg nicht negativ präjudiziere. Im Nach-
gang dazu sei eine vertiefende Studie zum Thema Verkehr durchgeführt
worden (Gebietsplanung Lengg, Schlussbericht Vertiefung Verkehr, März
2017, act. 11.19). Diese zeige auf, wie das Gebiet Lengg und namentlich
auch das neue Kinderspital besser mit dem öffentlichen Verkehr erschlos-
sen werden könnten, welche verkehrsplanerischen Aspekte zu berücksich-
tigen seien und welche Anpassungen an der Verkehrsinfrastruktur nötig
seien. Es sei der Nachweis erbracht worden, dass eine Entwicklung des
Gebiets über das Vorhaben des Kinderspitals hinaus möglich sei, ohne die
umliegenden Quartiere über die Gebühr zu belasten oder das gesamte
Verkehrssystem zu überlasten. In Bezug auf die Sachverhaltsermittlung
könne auf den ausführlichen Erläuterungsbericht nach Art. 47 der Raum-
planungsverordnung (RPV) verwiesen werden.
3.3.1.
Die Ausführungen der Baudirektion treffen zu. Der kantonale Richtplan
(Richtplantext Stand 18. September 2015) sieht den Neubau des Kinderspi-
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tals am Standort Lengg vor mit Realisierungshorizont "kurzfristig (bis 2016)"
(s. Richtplantext Ziff. 6.4.2., Objekt Nr. 2).
Der Kanton kann bei mehreren Vorhaben in einem Gebiet, die erhebliche
Auswirkungen auf die Landschaft haben, von den beteiligten Planungsträ-
gern eine fachübergreifende Gebietsplanung verlangen oder diese initiieren
(vgl. Art. 2 RPV). Diese wird in partnerschaftlicher Zusammenarbeit der
Planungsträger aller Stufen und weiterer betroffener Akteure erarbeitet. Ei-
ne Gebietsplanung koordiniert Einzelvorhaben, macht Synergien nutzbar
und entwickelt Massnahmen zur Minimierung von negativen Auswirkungen.
Sie macht Aussagen über Entwicklungspotenziale, Auswirkungen sowie
den nötigen Koordinationsbedarf im jeweiligen Gebiet und legt die entspre-
chenden Eckwerte im kantonalen Richtplan fest. Innerhalb eines Perime-
ters besteht bei vorliegender Gebietsplanung ein Anordnungsspielraum be-
züglich der konkreten räumlichen Ausgestaltung der Vorhaben. Ausgear-
beitete Gebietsplanungen schlagen sich im Richtplantext nieder, indem da-
rin Eckwerte der Gebietsplanung oder einzelne Vorhaben festgelegt wer-
den (vgl. Pt. 6.2 bzw. 6.3-6.6 im Richtplantext). Sofern vor dem Vorliegen
von ausgearbeiteten Gebietsplanungen einzelne Vorhaben innerhalb von
Gebietsplanungsperimetern realisiert werden sollen, sind diese in Abspra-
che mit den betroffenen Stellen zu planen (s. zum Ganzen Richtplantext
Ziffern 3.1.2. lit. a, 6.1.1. lit. b, 6.1.2., 6.1.3. lit. a. sowie Abb. 6.1.).
Für das Gebiet Lengg in Zürich, mit den geplanten Einzelvorhaben Neubau
Kinderspital, Neubau Schweizerisches Epilepsie-Zentrum und Erweiterung
Uniklinik Balgrist, sieht der kantonale Richtplan eine solche Gebietsplanung
vor. In deren Rahmen soll ein Masterplan erarbeitet werden, der eine Ent-
wicklungsperspektive und die Eckwerte zur langfristigen räumlichen Ent-
wicklung des Gebiets enthält. Mit der erwähnten Testplanung sollen dafür
mögliche Konzepte und Prinzipien, Lösungsansätze und Handlungsemp-
fehlungen entworfen werden. Der Masterplan wird schliesslich als Orientie-
rungsrahmen für die weitere Entwicklung und letztlich auch als Grundlage
für raumplanerische Verfahren, Bauprojekte und weitere räumliche Konzep-
te dienen (s. Testplanung S. 2).
3.3.2.
Zunächst ist festzuhalten, dass der Neubau des Kinderspitals Teil und mit-
unter ein Grund für die Notwendigkeit der laufenden Gebietsplanung Lengg
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ist. Dementsprechend geht die Testplanung vom Neubau des Kinderspitals
im Perimeter des nunmehr angefochtenen Gestaltungsplans aus und zeigt
für das Gebiet Lengg auf konzeptioneller Ebene Lösungsansätze unter an-
derem für die Verkehrserschliessung auf.
Gemäss Planungsbericht (S. 11) hatte die Kinderspital Zürich – Eleonoren-
stiftung die Gelegenheit, ihre Anliegen im Rahmen von Workshops in die
besagte Testplanung einzubringen. Entsprechend seien die Planungsab-
sichten des Kinderspitals in der Gebietsplanung berücksichtigt worden. In-
folge der parallelen Erarbeitung und des laufenden gegenseitigen Aus-
tauschs der beiden Planungen Lengg und Kinderspital sei zudem gewähr-
leistet worden, dass der Gestaltungsplan keine negativen Präjudizien für
die Gebietsplanung schaffe. Dazu ist zu bemerken, dass der Masterplan
‒ wie die Baudirektion vernehmlassungsweise vorbringt ‒ kein hoheitliches
Planungsinstrument darstellt, sondern eine Grundlage für allfällige Anpas-
sungen der Planungsinstrumente auf kantonaler, regionaler und kommuna-
ler Stufe. Durch den Einbezug aller massgeblichen Akteure sollen gute Lö-
sungen gefunden werden, damit sich öffentliche Bauten und Anlagen als
Gewinn für die Standortgemeinde herausstellen können und eine gute Ein-
bettung in die bestehenden Siedlungsstrukturen erfolgt. Die Eckwerte die-
ser Lösungsansätze sollen sodann als Vorgaben wieder Eingang in den
kantonalen Richtplan finden (Sacha Peter, Der neue kantonale Richtplan,
PBG aktuell 2016/1, S. 22 f.).
Mithin handelt es sich nicht um eine im Sinne von § 16 PBG verbindliche,
im Planungs- und Baugesetz (PBG) vorgesehene Planung, sondern um ein
Hilfsinstrument von Kanton und Gemeinden für die Planung und Abstim-
mung raumwirksamer Tätigkeiten (vgl. Art. 8 lit. b des Raumplanungsge-
setzes [RPG] und Art. 2 RPV). Daraus folgt, dass die in Form eines Mas-
terplans noch zu erarbeitende Gebietsplanung Lengg dem streitbetroffenen
Gestaltungsplan nicht entgegengehalten werden kann. Der kantonale
Richtplan verlangt lediglich eine Absprache mit den betroffenen Stellen, um
die in Art. 2 Abs. 3 RPV verlangte Abstimmung raumwirksamer Tätigkeiten
sicherzustellen. Diese Absprache hat stattgefunden. Die im Nachgang zur
Testplanung erfolgte vertiefte Untersuchung der verkehrlichen Aspekte des
Gebietes Lengg zeigt auf Basis der Angaben der Institutionen für den Ist-
Zustand 2015 sowie die Prognosezustände 2025 mit Kinderspital und 2040
(mit Ausbauabsichten der restlichen Institutionen) auf, wie viel Verkehr das
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Gebiet Lengg erzeugt bzw. anzieht. Grundlage für die Untersuchung bildete
u.a. das Verkehrsgutachten zum Gestaltungsplan "Kinderspital Zürich,
Lengg" der Gruner AG vom März 2016 (s. Gebietsplanung Lengg –
Schlussbericht Vertiefung Verkehr, März 2017, act. 11.19). Damit ist ge-
währleistet, dass der Gestaltungsplan die weiteren baulichen Tätigkeiten im
Gebiet Lengg nicht ausschliesst oder behindert, insbesondere was die ver-
kehrsmässige Erschliessung anbelangt (vgl. Art. 2 Abs. 3 RPV). Die dies-
bezügliche Sachverhaltsermittlung ist daher nicht zu beanstanden.
4.1.
Nach Auffassung der Rekurrierenden ist nicht ersichtlich, dass der Sach-
verhalt in Bezug auf das im regionalen Richtplan vorgesehene Landschafts-
förderungsgebiet und den Schutz des Ortsbilds und der Landschaft hinrei-
chend abgeklärt worden ist. Der blosse Verweis auf ein Wettbewerbsver-
fahren genüge nicht, zumal die Vorgaben des Wettbewerbsprogramms
nicht bekannt seien und der Wettbewerb keine Gewähr dafür biete, dass
das Siegerprojekt den rechtlichen Anforderungen genüge. Ausserdem sei
das Landschaftsförderungsgebiet nicht genügend berücksichtigt worden.
Die wertvollen Freiflächen und Sichtbezüge würden weitestgehend verloren
gehen. Die PUK werde von Osten her in die Siedlung einbezogen und das
dazwischenliegende Freiraumband werde zerstört.
4.2.1.
Der Untersuchungsgrundsatz (§ 7 Abs. 1 VRG) verpflichtet die Behörde
von Amtes wegen dazu, für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Die Pflicht der Verwaltungs(ju-
stiz)behörden, den Sachverhalt von Amtes wegen richtig zu ermitteln, be-
schränkt sich auf jene Tatsachen, die möglicherweise zum rechtserhebli-
chen Verfahrens- bzw. Streitgegenstand gehören und somit Grundlage des
Entscheids bilden können. Eine Sachverhaltsermittlung gilt in Bezug auf ei-
nen nicht untersuchten Punkt nur dann als unvollständig, wenn die ernstzu-
nehmende Wahrscheinlichkeit für seine Relevanz besteht. Welches der
entscheidrelevante Sachverhalt ist, muss aufgrund der im konkreten Einzel-
fall massgebenden spezialgesetzlichen Regeln beurteilt werden. Rechtser-
heblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über die
strittigen Fragen so oder anders zu entscheiden ist (Kaspar Plüss, in:
Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 7 Rz. 10 und 12 f.).
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4.2.2.
Die Landschaftsförderungsgebiete sind überlagernde Festlegungen und
umfassen die bewaldeten Hügelzüge, die dem Wald vorgelagerten Frei-
raumbänder und prägende Erhebungen im Siedlungskörper. Die Grundnut-
zungen (Wald, Landwirtschaft, Siedlung bzw. Erholung) bleiben bestehen,
berücksichtigen jedoch die Multifunktionalität und die landschaftlichen und
geomorphologischen Besonderheiten dieser Räume. Ziel ist der Erhalt ei-
nes attraktiven Stadtbilds und Erholungsraums. Dazu wird in den Land-
schaftsförderungsgebieten die Weiterentwicklung bestehender Qualitäten
und die Stärkung ihres Charakters angestrebt. Die Landschaftsförderungs-
gebiete zeichnen sich durch ein attraktives, die lokalen Besonderheiten be-
tonendes Landschaftsbild, eine multifunktionale Nutzung (Erholung, Natur-
und Landschaftserlebnis, Land- und Forstwirtschaft) und eine hohe ökolo-
gische Qualität aus. Insbesondere die ökologischen Qualitäten der hügel-
begleitenden Freiraumbänder mit Wiesen, Weiden, Hecken, Obstgärten
und naturnahen Waldrändern sind zu erhalten. Als Massnahmen werden
die Erarbeitung und Umsetzung von Nutzungskonzepten, (ökologische)
Aufwertungen und die Koordination von Landschaftsentwicklungsmass-
nahmen mit den Nachbargemeinden genannt. Im Landschaftsgebiet Burg-
hölzli soll der deutlich erkennbare, weitgehend unbebaute Molassehügel
mit stark durchgrünter Seitenmoräne erhalten bleiben. Förderungsschwer-
punkte sind die Trockenstandorte, Reben, Obstgärten, Wiesen, Weiden
und die Durchgrünung (Bäume) (Regionaler Richtplan Stadt Zürich, Richt-
plantext Ziffern 3.6.1 f., Tabelle 3.6, Abbildung 3.8). Die räumliche Ausdeh-
nung des Landschaftsförderungsgebietes Burghölzli ist identisch mit derje-
nigen des Natur- und Landschaftsschutzobjekts "Glaziallandschaft Burg-
hölzli und Bachtobel Burgwies" (s. dazu Erw. 9.2.1. ff.).
Im Planungsbericht (S. 9) ist festgehalten, dass der regionale Richtplan im
Gestaltungsplanperimeter ein Gebiet für öffentliche Bauten und Anlagen,
überlagert mit einem Landschaftsförderungsgebiet, enthalte. Mit dem Wett-
bewerbs- und Vorprojekt und dem darauf basierenden Gestaltungsplan
werde den entsprechenden Vorgaben im regionalen Richtplan bestmöglich
Rechnung getragen, da dies ein zentraler Beurteilungsaspekt gewesen sei.
Soweit steht fest, dass die Festlegung des Landschaftsförderungsgebiets
Burghölzli berücksichtigt worden ist und die Baudirektion, die den Gestal-
tungsplan erlässt, der Meinung ist, dass dieser den "Vorgaben" des Land-
schaftsförderungsgebiets hinreichend Rechnung trägt.
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Eine ungenügende Abklärung des Sachverhalts ist nicht auszumachen und
die Rekurrierenden legen nicht dar, in welcher Hinsicht die tatsächlichen
Gegebenheiten näher zu untersuchen sein sollen. Der Umstand, dass im
Planungsbericht die Überlegungen der Baudirektion zur Lage des Gestal-
tungsplanperimeters im Landschaftsförderungsgebiet nicht näher ausge-
führt werden, deutet nicht auf einen diesbezüglichen Mangel hin.
Sodann handelt es sich bei der Festlegung der Landschaftsförderungsge-
biete nicht um Schutzmassnahmen und das betroffene Gebiet wird damit
nicht als Schutzobjekt ausgewiesen (vgl. BRKE II Nrn.
0137/0138/0139/0140/2002, E. 5b, in BEZ 2006 Nr. 62). Sie führt auch
nicht zu erhöhten Anforderungen bezüglich der Ästhetik (vgl.
VB.2004.00214, E. 4, vom 9. September 2004, sowie RB 2000 Nr. 87).
Das Ziel des Landschaftsförderungsgebiets ist mithin nicht unmittelbar der
Erhalt der hügelbegleitenden Freiraumbänder mit Wiesen, Weiden, Hecken
etc. als solche, sondern der Erhalt ihrer ökologischen und landschaftlichen
Qualitäten. Mit den oben erwähnten Massnahmen sollen diese in den be-
treffenden Gebieten bestehende Qualitäten gefördert werden. Es stellt sich
somit die Frage, ob sich der streitbetroffene Gestaltungsplan mit diesen
Zielen vereinbaren lässt. Dabei ist zu beachten, dass Landschaftsförde-
rungsgebiete überlagernde Festlegungen sind, welche die Grundnutzung
prinzipiell nicht einschränken; hingegen sollen typische Landschaftsele-
mente erhalten bleiben. Im Bereich des Gestaltungsplanperimeters ist als
Grundnutzung die Überbauung mit öffentliche Bauten und Anlagen vorge-
sehen, dies namentlich auch im regionalen Richtplan. Der mit einer solchen
Überbauung notwendigerweise einhergehende Verlust von Freiflächen und
die Beeinträchtigung von Sichtbezügen stehen somit nicht im Widerspruch
zum Richtplan, woran auch die überlagernde Festlegung des Landschafts-
förderungsgebietes Burghölzli nichts ändert. Die damit beabsichtigten För-
derungsmassnahmen zielen nicht auf das Gestaltungsplangebiet ab.
5.1.
Sodann machen die Rekurrierenden eine Verletzung des Koordinationsge-
bots (Art. 25a RPG) geltend. Die Realisierung des Gestaltungsplans setze
die Umsetzung anderer Projekte voraus, namentlich das Strassenprojekt
Lenggstrasse und den Ausbau des Knotens Forch-/Lenggstrasse. Aus dem
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Planungsbericht und dem Verkehrsgutachten ergebe sich, dass die Kapazi-
tätsgrenzen der Erschliessungsanlagen nur mit baulichen Massnahmen
und Anpassung der Signalisation eingehalten werden könnten. Auch in Be-
zug auf die ÖV-Erschliessung basiere der Gestaltungsplan auf Annahmen,
deren Verwirklichung höchst ungewiss sei. Eine inhaltliche Abstimmung der
notwendigen Anpassungen der Verkehrsanlagen und der ÖV-
Erschliessung mit dem Gestaltungsplan sei auch deshalb unverzichtbar,
weil sich diese Aspekte auf die Parkplatzzahl und damit auf die UVP-Pflicht
auswirken würden.
Im Zusammenhang mit der verkehrsmässigen Erschliessung beanstanden
die Rekurrierenden auch deren Ungenügen in tatsächlicher Hinsicht. Das
Verkehrsgutachten basiere auf altem Datenmaterial und einer zu tiefen
Parkplatzzahl. 450 Parkplätze würden höchstens dann genügen, wenn
möglichst viele Personen die öffentlichen Verkehrsmittel benützten. Dies
soll mit Hilfe eines Mobilitätskonzepts erreicht werden, das aber erst mit
dem ersten Baugesuch einzureichen sei. Die Grundlage zur Annahme von
maximal 450 Parkplätzen soll also erst später geliefert werden.
Im Weiteren seien der zusätzliche Pendlerstrom der Mitarbeiter des Kinder-
spitals sowie der Mehrverkehr aufgrund anderer bevorstehender Entwick-
lungen im Quartier nicht berücksichtigt worden und gehe das Gutachten
beim Fussgängerübergang Lenggstrasse (Einmündung Forchstrasse) von
einer unrealistischen Fussgängergeschwindigkeit aus. Die bestehenden
Verkehrsanlagen hätten bei weitem nicht die erforderlichen Kapazitäten,
um den gesamten Mehrverkehr aufzunehmen.
5.2.1.
Die strassenmässige Erschliessung im Sinne von § 237 PBG ist eine erst
im Baubewilligungsverfahren zu prüfende Grundanforderung an Bauten
und Anlagen. In tatsächlicher Hinsicht genügt es dabei, wenn ein Bauvor-
haben über eine normaliengerecht ausgebaute Zufahrtsmöglichkeit verfügt.
Die Rekurrierenden stellen zu Recht nicht in Abrede, dass das Strassen-
netz im Einzugsbereich des Gestaltungsplans, namentlich die Lenggstras-
se, den Anforderungen der aufgrund von § 237 Abs. 1 PBG erlassenen Zu-
gangsnormalien (ZN) genügt.
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Was die Kapazität des übergeordneten Strassennetzes anbetrifft, ist dies
für Bauvorhaben kein Erschliessungserfordernis (vgl. § 1 ZN) und ebenso
wenig eine Voraussetzung für den Erlass eines Gestaltungsplans. Dieser
hat sich nicht mit der Groberschliessung des Gebietes oder mit ausserhalb
des Perimeters gelegenen Erschliessungsfragen zu befassen und kann im
Übrigen keine verbindlichen Festlegungen zu Anlagen der Groberschlies-
sung enthalten (vgl. RB 1998 Nr. 97). Die Lenggstrasse und der Knoten
Forch-/Lenggstrasse liegen ausserhalb des Gestaltungsplanperimeters.
Deren Ausbau kann damit nicht zum Inhalt des Gestaltungsplans gehören.
Selbst die erstmalige Festlegung einer Bauzone oder die Umzonung eines
Gebietes in eine nutzungsintensivere Zone setzen das Bestehen einer hin-
reichenden Groberschliessung nicht voraus, sondern können lediglich eine
Erschliessungspflicht des Gemeinwesens auslösen (Art. 19 Abs. 2 RPG).
Aufgabe des Gestaltungsplanes ist es aber immerhin, die Feinerschlies-
sung zu ordnen (§ 83 Abs. 3 PBG), was vorliegend auch geschehen ist
(vgl. zum Ganzen RB 1998 Nr. 97, VB.2003.00223 vom 22. Januar 2004,
E. 7.2 f., VB.2006.00068 vom 15. Juni 2006, E. 4.5, und VB.2012.00063
vom 12. Juli 2012, E. 4.4. f.). Soweit das tatsächliche Genügen der ver-
kehrsmässigen Groberschliessung beanstandet wird, ist somit auf den Re-
kurs nicht einzutreten.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Realisierung des Gestaltungsplans, d.h.
die Errichtung des Kinderspitals, und noch weniger die Festsetzung des
Gestaltungsplans, bauliche Anpassungen an der Lenggstrasse oder den
Ausbau des Knotens Forch-/Lenggstrasse voraussetzt oder diese verbind-
lich festgelegt sein müssen, auch wenn der zusätzlich generierte Verkehr
einen entsprechenden Handlungsbedarf auslösen mag. Folglich erfordert
der Erlass des Gestaltungsplans keine Verfügungen von weiteren Behör-
den, insbesondere nicht die Festsetzung von Strassenprojekten. Das Koor-
dinationsgebot nach Art. 25a RPG greift somit entgegen der Auffassung der
Rekurrierenden nicht. Auch aus § 319 Abs. 2 PBG und § 7 ff. Bauverfah-
rensverordnung (BVV) ergibt sich keine Pflicht zur Abstimmung des Gestal-
tungsplans mit strassenbaulichen Massnahmen.
5.2.2.
Art. 3 Abs. 3 lit. a RPG statuiert den Planungsgrundsatz, wonach Wohn-
und Arbeitsgebiete schwergewichtig an Orten geplant werden sollen, die
auch mit dem öffentlichen Verkehr angemessen erschlossen sind. § 237
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Abs. 1 Satz 2 PBG setzt diesen Planungsgrundsatz als selbständiges kan-
tonales Recht um, findet aber grundsätzlich nur im Rahmen des Baubewil-
ligungsverfahrens Anwendung. Laut § 237 Abs. 1 Satz 2 PBG muss bei
grösseren Überbauungen die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr
gewährleistet sein. Dies setzt eine ÖV-Erschliessung voraus, die sich nach
der Art, Lage und Zweckbestimmung der Baute richtet. Bei Anlagen, die ei-
nen bedeutenden Publikumsverkehr erzeugen, muss der Standort daher
über ein leistungsfähiges und kundenfreundliches Verkehrsangebot verfü-
gen, welches eine attraktive Alternative zum motorisierten Privatverkehr
darstellt. Vorliegend ist nicht eine Baubewilligung, sondern ein Sondernut-
zungsplan zu beurteilen. Es fragt sich, ob dies die Anwendbarkeit von
§ 237 PBG in Frage stellt. Aus dem kantonalen Recht (§§ 91 und 237 PBG)
kann nicht geschlossen werden, dass ein Zonenplan in einem bestimmten
Areal grössere Überbauungen nur dann zulassen darf, wenn die Erschlies-
sung mit öffentlichem Verkehr bereits erfolgt und damit die Voraussetzun-
gen für eine Baubewilligung in dieser Hinsicht bereits gegeben sind. Es wä-
re unsinnig, das Angebot an öffentlichem Verkehr mit seinen allenfalls be-
trächtlichen Investitionen bereits in einem Zeitpunkt auszubauen, wo noch
keineswegs feststeht, ob in einem bestimmten Gebiet aufgrund seiner künf-
tigen Entwicklung auch tatsächlich mit einem grösseren Benutzer- oder
Publikumsverkehr zu rechnen ist (VB.2001.00245 vom 21. März 2002,
E. 6b, in RB 2002 Nr. 74).
Im Lichte des Planungsgrundsatzes von Art. 3 Abs. 3 lit. a RPG und der
Zweckmässigkeit der Planung ist immerhin zu prüfen, ob für die im Gestal-
tungsplan vorgesehene Nutzung eine den Anforderungen gemäss § 237
Abs. 1 PBG genügende Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr vor-
handen ist oder zum gegebenen Zeitpunkt noch geschaffen werden kann.
Dies gilt insbesondere im vorliegenden Fall eines projektbezogenen Gestal-
tungsplans, der auf eine konkrete und in naher Zukunft zu realisierende
Nutzung ausgerichtet ist (vgl. VB.2004.00234, E. 5.2, in BEZ 2004 Nr. 46 =
RB 2004 Nr. 60).
5.2.3.
Nach § 4 Abs. 3 lit. a der Angebotsverordnung gelten Siedlungsgebiete als
durch den öffentlichen Verkehr erschlossen, wenn die Luftlinienentfernung
zu einer Haltestelle von Linien, die der Feinerschliessung dienen, 400 m
nicht übersteigt (unter Vorbehalt besonderer topographischer Verhältnisse).
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Dies trifft für den überwiegenden Teil des Gestaltungsplangebiets, nament-
lich für den Haupteingang des Akutspitals, zu. Die ÖV-Güteklasse ist mit B
(Areal Nord) bzw. C (Areal Süd) in der zweit- bzw. dritthöchsten von sechs
Güteklassen eingestuft (s. GIS-Browser, www.maps.zh.ch, Karte "ÖV-Güte-
klassen"). Das Gestaltungsplangebiet ist mit der Tramlinie 11 über den
Hauptbahnhof und den Bahnhof Stadelhofen bzw. mit der Forchbahn S 18
ab Bahnhof Stadelhofen über die Haltestelle Balgrist erreichbar und kann
daher als mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen gelten. Bis zur Inbe-
triebnahme des Kinderspitals ist zudem im Rahmen der Gebietsplanung
Lengg eine neue Busverbindung über die Lenggstrasse vorgesehen, mit
der das Kinderspital direkt ins Busnetz integriert wird. Dadurch wird die Er-
schliessung mit dem öffentlichen Verkehr noch verbessert (s. Planungsbe-
richt S. 23 sowie Schlussbericht Vertiefung Verkehr, act. 11.19).
5.2.4.
Soweit die Rekurrierenden die Ermittlung des Parkplatzbedarfs kritisieren,
ist folgendes festzuhalten: Die Bau- und Zonenordnung legt die Zahl der
Abstellplätze fest, die nach den örtlichen Verhältnissen, nach dem Angebot
des öffentlichen Verkehrs sowie nach Ausnützung und Nutzweise des
Grundstücks für Bewohner, Beschäftigte und Besucher erforderlich sind
(§ 242 Abs. 1 PBG). In der Stadt Zürich ist die Verordnung über private
Fahrzeugabstellplätze (Parkplatzverordnung, PPV) massgebend. Gemäss
Art. 20 der Gestaltungsplanvorschriften bestimmt sich die Anzahl der Ab-
stellplätze nach der zum Zeitpunkt des baurechtlichen Entscheides für die
Stadt Zürich massgebenden Parkplatzverordnung. Im Endausbau sind ma-
ximal 450 Parkplätze für Personenwagen zulässig. Vorliegend stellt sich die
Frage, ob diese Begrenzung der Parkplatzzahl rechtmässig und zweck-
mässig ist.
Gemäss Art. 4 Abs. 2 PPV berechnet sich der Normalbedarf für spezielle
Nutzungen wie z.B. Spitäler oder Bildungsstätten von Fall zu Fall nach den
Grundsätzen der Verordnung unter Anwendung der Praxis-Richtwerte. Auf-
grund der Erschliessungsqualität liegt der Gestaltungsplanperimeter im "üb-
rigen Gebiet" gemäss Art. 5 PPV. Demensprechend reduziert sich die Zahl
der minimal erforderlichen und der maximal zulässigen Abstellplätze auf
70 % bzw. 115 % des Normalbedarfs. Die Stadt Zürich habe jedoch statt-
dessen eine Reduktion auf 60 % bzw. 80 % des Normalbedarfs verlangt (s.
Planungsbericht, S. 10, und Art. 8 Abs. 3 PPV, wonach die zuständige Bau-
R1S.2017.05031 Seite 15
behörde aus wichtigen Gründen Abweichungen von den in Art. 4–7 PPV
ermittelten Abstellplatzzahlen bewilligen oder anordnen kann).
Als Normalbedarf für den Grundausbau (1. Bauetappe) des Kinderspitals
wurde die Zahl von 491 Parkplätzen ermittelt, für sämtliche Erweiterungs-
optionen zusätzliche 84, insgesamt somit 575 Parkplätze. Grundlage dafür
waren die Praxis-Richtwerte gemäss Art. 4 Abs. 2 PPV (Richtwerte für
"Spezielle Nutzungen" gemäss Parkplatzverordnung, von der Bausektion
genehmigt am 4. Oktober 2016; www.stadt-zuerich.ch).
Für den Bereich Aus- und Weiterbildung wurde der Richtwert für die Nut-
zung "ETH/Universität" (Praxis-Richtwerte, Ziff. 5.3: 1 Parkplatz pro
2.5 Vollzeitstellen) verwendet, für den Bereich Gesundheits- und Pflegeein-
richtungen derjenige für die Nutzung "Klinik/(Akut-)Spital" (Praxis-
Richtwerte, Ziff. 6.1: 1 Parkplatz pro 120 m2 Geschossfläche, 1/3 für Besu-
chende). Bei Letzterer kommt 1 Parkplatz pro 10 "Room-in"-Betten für Be-
suchende hinzu, was 5 bis 6 Parkplätze ergibt (s. Planungsbericht, S. 24,
sowie Verkehrsgutachten, S. 11 f. und Anhang A). Die aus den Praxis-
Richtwerten gemäss PPV herangezogenen Nutzungen entsprechen dem
geplanten Vorhaben, womit die Verwendung der entsprechenden Richtwer-
te als sachgerecht erscheint. Die weiteren der Berechnung zugrunde geleg-
ten Werte (Anzahl Vollzeitstellen, Geschossfläche) werden nicht in Frage
gestellt.
Mit der ordentlichen Reduktion gemäss Art. 5 Abs. 1 PPV ergibt sich eine
Bandbreite von 402 bis 661 und mit der von der Stadt Zürich zusätzlich ver-
langten Reduktion eine solche von 345 bis 460 Parkplätzen. Damit bewegt
sich der in den Gestaltungsplanvorschriften festgelegte Maximalwert von
450 Parkplätzen innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Die Zahl liegt sogar
deutlich über der vorgeschriebenen Anzahl Pflichtparkplätze, dies auch oh-
ne die von der Stadt Zürich gewährte Erleichterung von 60 % anstatt 70 %
des Normalbedarfs. Die Bauherrschaft könnte im späteren Baubewilli-
gungsverfahren nicht dazu verpflichtet werden, zusätzliche Parkplätze zu
schaffen, selbst wenn dies die Gestaltungsplanvorschriften zuliessen; dafür
fehlt die Rechtsgrundlage (s. § 243 Abs. 1 lit. a PBG). Somit ist der Rekurs
in diesen Punkten abzuweisen.
R1S.2017.05031 Seite 16
6.1.
Weiter monieren die Rekurrierenden das Fehlen einer Umweltverträglich-
keitsprüfung (UVP). Laut Planungsbericht könne die Einhaltung der Vor-
schriften über den Schutz der Umwelt nur mit projekt- und standortspezifi-
schen Massnahmen sichergestellt werden. Daher sei die Anlage bzw. die
diese ermöglichende Sondernutzungsplanung gemäss Art. 10a Abs. 2 des
Umweltschutzgesetzes (USG) der Umweltverträglichkeitsprüfung unter-
stellt.
Hinzu komme, dass von mehr als 500 tatsächlich erforderlichen Parkplät-
zen auszugehen sei. Ausserdem sei fraglich, ob der im Rahmen der Revi-
sion 2008 von 300 auf 500 Motorwagen erhöhte Schwellenwert für Park-
häuser und Parkanlagen (Nr. 11.4 im Anhang der Verordnung über die
Umweltverträglichkeitsprüfung [UVPV]) mit dem übergeordneten Recht
vereinbar sei. Denn die Erhöhung sei erfolgt, obwohl sich laut Erläuterndem
Bericht des BAFU vom 20. Dezember 2007 zur Revision der UVPV "an der
Erheblichkeit der Umweltauswirkungen des Anlagetyps Nr. 11.4 kaum et-
was geändert" habe.
Zu den Auswirkungen des Motorfahrzeugverkehrs auf die Umwelt kämen
sodann 500 Helikopterbewegungen hinzu. Der Schwellenwert der Anzahl
Flugbewegungen gemäss Anhang UVPV werde damit zwar nicht erreicht,
die gebotene ganzheitliche Betrachtung (Art. 8 USG) führe aber zum
Schluss, dass die Anlage Umweltbereiche erheblich belasten könne, wes-
halb eine UVP unverzichtbar sei.
6.2.1.
Gestützt auf Art. 10a Abs. 3 USG bezeichnete der Bundesrat in der Ver-
ordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV) die Anlagetypen,
die der Umweltverträglichkeitsprüfung unterstehen und legte die Schwel-
lenwerte fest, ab denen die Prüfung durchzuführen ist. Der Umweltverträg-
lichkeitsprüfung unterstellt sind ausschliesslich Anlagen, die im Anhang der
Verordnung aufgeführt sind (Art. 1 UVPV). Bei Anlagen, die nicht der UVP-
Pflicht unterliegen, werden die Vorschriften über den Schutz der Umwelt
(USG und weitere umweltrechtliche die Vorschriften, vgl. Art. 3 UVPV) an-
gewendet, ohne dass ein Umweltverträglichkeitsbericht erstellt wird (Art. 4
UVPV).
R1S.2017.05031 Seite 17
6.2.2.
Mit der am 1. Dezember 2008 in Kraft getretenen Änderung der UVPV wur-
de der Schwellenwert für die UVP-Pflicht von Parkhäusern und Parkplätzen
von 300 auf 500 Motorwagen erhöht (UVPV, Anhang Ziff. 11.4). Die Rekur-
rierenden stellen die Vereinbarkeit dieses Schwellenwertes mit dem USG in
Frage.
Im erläuternden Bericht vom 20. Dezember 2007 des BAFU zur Revision
der UVPV (S. 8 f.) wird dazu Folgendes festgehalten: "1988 hat der Bun-
desrat die Erheblichkeitsschwelle für Parkhäuser und -plätze (Anlagetyp
Nr. 11.4) auf 300 Parkplätze festgelegt. [..] Der Anlagetyp führt zu Lärmbe-
lästigungen und Luftbelastungen und kann auch negative Auswirkungen
auf Natur- und Landschaft, Grundwasser und Boden haben. Die Erheblich-
keit der Auswirkungen ist aber stark vom Standort und seinen bestehenden
Vorbelastungen und von der Nutzungsart der Parkplätze abhängig. [..] In
den letzten 15-20 Jahren haben der motorisierte Individualverkehr und die
allgemeinen Verkehrsbelastungen in Siedlungsgebieten stark zugenom-
men. Im gleichen Zeitraum wurden zwar die spezifischen Emissionen der
Fahrzeuge beträchtlich gesenkt; diese Entlastung wird aber durch das Ver-
kehrswachstum zum Teil wieder kompensiert. Die Immissionsgrenzwerte
für NO2 und für PM10 werden in den Agglomerationen nach wie vor regel-
mässig überschritten. [..] Die Lärmauswirkungen der Motorfahrzeuge haben
in den letzten Jahren aufgrund der Zusammensetzung des Fahrzeugparks
(stärkere Motorisierung, höhere Wagen, breitere Reifen) wieder zugenom-
men. Zudem werden Parkierungsanlagen heute intensiver und – aufgrund
der gelockerten Ladenöffnungszeiten – vor allem auch später in den Abend
hinein genutzt als noch vor ein paar Jahren. Aus diesen Überlegungen lässt
sich schliessen, dass sich an der Erheblichkeit der Umweltauswirkungen
des Anlagetyps Nr. 11.4 kaum etwas geändert hat. Es ist aus Umweltsicht
nötig, dass die Auswirkungen dieser Anlagen umfassend dargestellt wer-
den; gerade bei Einsprachen durch Anwohner ist es hilfreich, wenn ein
Umweltverträglichkeitsbericht vorliegt. Aufgrund der jahrelangen politischen
Fokussierung auf diesen Anlagetyp im Zusammenhang mit dem Verbands-
beschwerderecht soll im Rahmen des Ermessensspielraums (vgl. Kap. 3.1)
der Schwellenwert von 300 auf 500 Parkplätze angehoben werden. Diese
Erhöhung kann im Vergleich mit den anderen Anlagen des Strassenver-
kehrs, die der UVP-Pflicht unterstellt sind, verantwortet werden. Allerdings
R1S.2017.05031 Seite 18
werden mit dieser Lockerung in Zukunft ein Grossteil der Neubauten oder
Anlageerweiterungen aus der UVP-Pflicht entlassen werden."
Für die Grenzziehung zwischen UVP-pflichtigen Anlagen und solchen, die
nicht der UVP-Pflicht unterstellt sind, mithin für die Auslegung des unbe-
stimmten Rechtsbegriffs "erhebliche Umweltbelastung" (s. Art. 10a Abs. 2
USG) besteht ein Ermessensspielraum. Inwiefern der Bundesrat diesen
überschritten haben soll, vermögen die Rekurrierenden nicht näher zu be-
gründen. Soweit ersichtlich wird die Rechtmässigkeit des seit mehr als acht
Jahren anwendbaren Schwellenwertes weder in der Rechtsprechung noch
in der Lehre in Zweifel gezogen. Es besteht daher kein Grund, von diesem
Wert abzuweichen.
6.2.3.
Einwirkungen werden sowohl einzeln als auch gesamthaft und nach ihrem
Zusammenwirken beurteilt (Art. 8 USG). Anlagen, die je einzeln nicht der
UVP unterliegen, sind in Anwendung von Art. 8 USG als Teile einer UVP-
pflichtigen Gesamtanlage anzusehen, wenn zwischen ihnen ein hinrei-
chend enger räumlicher und funktionaler Zusammenhang besteht und der
Schwellenwert für die UVP gesamthaft überschritten wird. Hierbei geht es
um die Frage der UVP-Pflicht einer Kombination von Anlagen. Davon zu
unterscheiden ist der Fall, dass ein UVP-pflichtiges Vorhaben einen so en-
gen räumlichen und funktionalen Zusammenhang mit einer anderen Anlage
aufweist, dass diese in die Prüfung miteinbezogen werden muss. Diese
Frage bezieht sich auf den Umfang der Prüfung (vgl. Alain Griffel, Heribert
Rausch, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Ergänzungsband zur
2. Auflage, 2011, Art. 10a Rz. 21 und 23; BGr 1A.125/2005 vom 21. Sep-
tember 2005, E. 6.2).
Der streitbetroffene Gestaltungsplan beschränkt die Parkplatzzahl auf 450
Parkplätze. Eine UVP-pflichtige Parkierungsanlage ist damit ausgeschlos-
sen. Helikopterlandeplätze von Spitälern gelten luftfahrtrechtlich nicht als
Flugfelder (vgl. UVPV, Anhang Ziff. 14.3), sondern als Aussenlandestellen,
weshalb sie nicht UVP-pflichtig sind (Bundesamt für Umwelt BAFU, UVP-
Handbuch, Richtlinie des Bundes für die Umweltverträglichkeitsprüfung,
Modul 2, UVP-Pflicht von Anlagen, Bern 2009, Ziff. 2.2; Art. 1 Abs. 4 lit. a
Verordnung über das Abfliegen und Landen mit Luftfahrzeugen ausserhalb
von Flugplätzen [AuLaV]). Daraus folgt, dass die gemäss Gestaltungsplan
R1S.2017.05031 Seite 19
vorgesehene Nutzung keine UVP-pflichtige Anlage umfasst. Die Aufzäh-
lung der UVP-Anlagen im Anhang der UVPV ist abschliessend, weshalb
nicht weitere Anlagen – auch nicht gestützt auf das Gebot der gesamtheitli-
chen Beurteilung von Einwirkungen (Art. 8 USG) – der UVP-Pflicht unter-
stellt werden können, weil sie im Sinne von Art. 10a Abs. 2 UVPV "Umwelt-
bereiche erheblich belasten können". Der streitbetroffene Gestaltungsplan
erfordert somit keine Umweltverträglichkeitsprüfung.
7.1.
Die Rekurrierenden beanstanden, der Lärmschutznachweis basiere auf zu
tiefen Verkehrszahlen. Ungeachtet dessen sei ersichtlich, dass man sich
bereits am Limit bewege. In wesentlichen Teilen der Lenggstrasse seien
selbst bei einer Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf
30 km/h keine zusätzlichen Fahrten möglich, weil an der Liegenschaft
Lenggstrasse 67 der Planungswert erreicht werde. Zusätzliche Fahrten
würden zur Überschreitung des Planungswertes führen, womit Art. 7b (rec-
te wohl Art. 7 Abs. 1 lit. b) der Lärmschutzverordnung (LSV) verletzt würde.
7.2.1.
Der Betrieb neuer oder wesentlich geänderter ortsfester Anlagen darf nicht
dazu führen, dass durch die Mehrbeanspruchung einer Verkehrsanlage die
Immissionsgrenzwerte überschritten werden (Art. 9 lit. a LSV) oder durch
die Mehrbeanspruchung einer sanierungsbedürftigen Verkehrsanlage
wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugt werden (lit. b), wobei erst
die Erhöhung des Verkehrslärmpegels um 1 dB(A), was einer Verkehrszu-
nahme um 25 % entspricht, wahrnehmbar stärkere Verkehrslärmimmissio-
nen verursacht (vgl. VB.2008.00001 vom 2. Juli 2008, E. 6.1, mit Hinwei-
sen, und BGr 1A.148/2005 vom 20. Dezember 2005, E. 3.5). Obschon der
Vorsorgegrundsatz (Art. 11 Abs. 2 USG, Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV) in Art. 9
LSV nicht nochmals wiederholt wird, gilt er auch für die Verkehrsimmissio-
nen, welche durch die bestimmungsgemässe Nutzung einer Anlage auf öf-
fentlichen Verkehrsanlagen verursacht werden und deshalb der Anlage zu-
zurechnen sind. Auch wenn ein Projekt die massgeblichen Belastungs-
grenzwerte der LSV einhält, ist deshalb im Einzelfall zu prüfen, ob die Vor-
sorge weitergehende Beschränkungen erfordert, d.h. vorsorgliche emissi-
onsbegrenzende Massnahmen technisch und betrieblich möglich und wirt-
R1S.2017.05031 Seite 20
schaftlich zumutbar sowie verhältnismässig sind (BGr 1C_10/2011 vom
28. September 2011, E. 4.1.).
7.2.2.
In einigen Abschnitten der Lenggstrasse, insbesondere im Bereich Lengg-
strasse 67, wird der Immissionsgrenzwert schon heute überschritten
(Lärmschutznachweis Gruner AG, 14. April 2016, S. 16). Daher gilt die
Lenggstrasse – zumindest in den fraglichen Abschnitten – als sanierungs-
bedürftige Strasse im Sinne von Art. 9 lit. b LSV (Art. 13 Abs. 1 LSV). Ge-
mäss Lärmschutznachweis kommt es im Quartier Nordost, und damit auch
an der Lenggstrasse 67, durch den Mehrverkehr zu einer wahrnehmbaren
Zunahme der Lärmbelastung um maximal 2.0 dB.
Um die Lärmemissionen zu reduzieren, soll die Geschwindigkeit auf der
Lenggstrasse von 50 km/h auf 30 km/h reduziert werden (s. Planungsbe-
richt S. 27). Mit dieser Massnahme wird die Lärmbelastung an der Lengg-
strasse 67 gegenüber dem Ausgangszustand sogar reduziert (s. Lärm-
schutznachweis, Tabelle 6-15). Damit erzeugt der vom Neubau des Kinder-
spitals verursachte Mehrverkehr keine wahrnehmbar stärkeren Lärmmissi-
onen, womit die Anforderung von Art. 9 lit. b LSV erfüllt ist.
Falsch ist die Feststellung im Lärmschutznachweis (S. 23), wonach allein
mit dem projektinduzierten Verkehr der Planungswert erreicht werde, wes-
halb zusätzliche Fahrten zur Überschreitung des Planungswertes und damit
zur Verletzung von Art. 7b LSV (recte wohl Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV) führen
würden. Diese Vorschrift ist in vorliegendem Zusammenhang nicht an-
wendbar. Bezüglich der Mehrbeanspruchung von Verkehrsanlagen gilt
Art. 9 LSV und ausserdem das Vorsorgeprinzip gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. a
LSV.
Hinsichtlich der Mehrbeanspruchung von Verkehrsanlagen durch den Be-
trieb von neuen oder wesentlich geänderten ortsfesten Anlagen sind nur die
Auswirkungen des konkreten Bauvorhabens, nicht aber solche von weite-
ren möglichen Projekten im Einzugsgebiet zu prüfen (RB 1995 Nr. 94).
Folglich sind die weiteren Entwicklungen im Gebiet Lengg nicht zu beach-
ten. Der Lärmschutznachweis basiert demnach nicht auf zu tiefen Ver-
kehrszahlen.
R1S.2017.05031 Seite 21
Nach dem Gesagten ist der Rekurs auch in diesem Punkt abzuweisen.
8.1.
Weiter halten die Rekurrierenden die Positionierung der Zu- und Wegfahrt
der Tiefgarage für unzulässig. Die Zufahrt sei am von der Forchstrasse ent-
ferntesten Punkt des Planungsgebiets vorgesehen, obwohl der Verkehr
hauptsächlich über die Forchstrasse geführt werden soll. Damit werde ein
erheblicher Anreiz geschaffen, durch das Quartier zu fahren. Die längere
Distanz von der Forchstrasse her führe auch zu einer höheren Umweltbe-
lastung, weshalb die Tiefgaragenzufahrt auch aus Gründen des umwelt-
rechtlichen Vorsorgeprinzips zu verschieben sei. Das starke Gefälle im Be-
reich der geplanten Zufahrt habe eine erhebliche Erhöhung der Lärm- und
Schadstoffimmissionen zur Folge. Ausserdem führe die im Bereich der Zu-
fahrt unerlässliche Beleuchtung bei den rekurrentischen Liegenschaften zu
unnötigen Lichtimmissionen und beeinträchtige die Schutzobjekte PUK,
Burghölzli-Hügel und alter Weiler Wonneberg bzw. die im Letzteren befind-
lichen zahlreichen inventarisierten oder formell geschützten Liegenschaf-
ten.
Sodann sei die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet. Aufgrund der Kurve
unmittelbar östlich der Zufahrt sei die Sichtweite nach rechts für ausfahren-
de Fahrzeuge ungenügend. Darum sei ein Rechtsabbiegegebot bzw. ein
Linksabbiegeverbot für alle Fahrzeuge bereits auf Stufe Gestaltungsplan
verbindlich zu verankern. Auch für Fussgänger auf dem Trottoir, welches
von den ein- und ausfahrenden Fahrzeugen überfahren werden müsse, sei
die Situation gefährlicher als überall sonst im Planungsgebiet. Es gebe ent-
gegen dem Erläuterungsbericht zu den Einwendungen (S. 1 f.) keinen
Grund, der gegen die Verschiebung der Zufahrt auf das Areal Nord spre-
che.
8.2.1.
Die Gründe für die gewählte Lage der Tiefgaragenzufahrt werden im Erläu-
terungsbericht zu den Einwendungen und in der Vernehmlassung der priva-
ten Rekursgegnerin ausgeführt. Die Erschliessung der Tiefgarage auf dem
Areal Nord hätte aufgrund der notwendigen Unterquerung der Druckwas-
serleitung des Seewasserwerks Lengg und der vorherrschenden Topogra-
phie ein aufwändiges Einfahrts- und Rampenbauwerk erfordert. Der Ein-
R1S.2017.05031 Seite 22
fluss auf den Landschaftsraum in diesem Bereich und die Erhaltung der
Sicht auf die östliche Fassade des Schutzobjekts PUK habe durch die Ver-
legung der Zufahrt auf das Areal Süd wesentlich verbessert werden kön-
nen. Damit seien auch die sich überlagernden Verkehrsströme der Notfall-
vorfahrt und der Anlieferungszufahrt entflochten worden. Zudem sei die
Kreuzung Lenggstrasse und August-Forel-Strasse bereits heute stark be-
lastet (Zufahrten PUK und Schulthessklinik). Sodann würden betriebliche
Gründe für die gewählte Lösung sprechen. In der Küche im 1. Unterge-
schoss müsse Tageslicht und eine direkte (vertikale) Anbindung an das
Restaurant im Erdgeschoss neben dem Haupteingang gewährleistet sein.
Dies werde, begünstigt durch den gegen Westen abfallenden Geländever-
lauf, sichergestellt. Die Küche müsse auch möglichst nahe bei der Anliefe-
rung liegen. Vergleichbare Anforderungen müssten auch für die Zentralste-
rilisation erfüllt sein. Zusammen mit der betrieblich zwingend nötigen An-
bindung der Anlieferung an die Wäsche-Ver- und Entsorgung, an die Ent-
sorgung und an das Zentrallager sei nur die gewählte Lage betrieblich
sinnvoll. Ausserdem könne die Topographie für die Zufahrt in die Unterge-
schosse genutzt werden, indem die Zufahrt ohne Rampenwerk direkt in die
unteren Geschosse führe.
Betreffend Verkehrsführung sei vorgesehen, dass die Verkehrsabwicklung
hauptsächlich (d.h. zu ca. 80 %) über die Forchstrasse erfolge. Die Aus-
fahrt aus der Tiefgarage und der Anlieferung werde mit einem Rechtsab-
biegegebot für Lastwagen versehen. Bei Bedarf würden weitere flankieren-
de Massnahmen ergriffen, wie beispielsweise ein Rechtsabbiegegebot für
sämtliche Verkehrsteilnehmer. Das Einzugsgebiet des Kinderspitals sei
überregional. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Fahrzeuglen-
kenden das übergeordnete Strassennetz (Kantons- und Nationalstrassen)
benützen. Die Verkehrsführung solle zudem über eine entsprechende Be-
schilderung und die angestrebte Lenkung mittels Navigationsgeräten unter-
stützt werden.
8.2.2.
Gemäss Lärmschutznachweis erfährt das Quartier westlich des Gestal-
tungsplanperimeters durch den Mehrverkehr keine wahrnehmbaren
Pegeländerungen und es kommt nicht zu neuen Überschreitungen des Im-
missionsgrenzwerts. Die Anforderungen von Art. 9 LSV sind somit erfüllt.
Es bleibt die Frage, ob gestützt auf das Vorsorgeprinzip (Art. 7 Abs. 1 lit. a
R1S.2017.05031 Seite 23
LSV) eine Verlegung der Anlieferung und der Tiefgaragenzufahrt verlangt
werden könnte. Wenn aber bereits der gesamte zu erwartende Mehrver-
kehr im westlichen Quartier nicht zu wahrnehmbaren Pegeländerungen
führt, so hätte die Verlegung der Tiefgaragenzufahrt und eine damit allfällig
bewirkte geringfügige Entlastung des westlichen Quartiers keine spürbare
Verbesserung zur Folge. Damit erweist sich eine solche Massnahme in Be-
zug auf den Verkehrslärm auf der Lenggstrasse zum vornherein als unver-
hältnismässig. Dies zumal die im Gestaltungsplan vorgesehene (ungefähre)
Lage für die Anlieferung und die Zu- und Wegfahrt zur Tiefgarage auf sach-
lichen und nachvollziehbaren Gründen beruht und alternative Lösungen für
die geplante Nutzung ungünstiger sind, insbesondere aus betrieblichen
Gründen. Hinzu kommt, dass mit der Verlegung der Zufahrt die Lärmemis-
sionen nicht im Sinne des Vorsorgeprinzips weiter begrenzt, sondern
höchstens örtlich in das Quartier nordöstlich des Gestaltungsplangebiets
verlagert würden.
In ihrer Triplik monieren die Rekurrierenden die von der Zufahrt selbst aus-
gehenden Lärmimmissionen (u.a. wegen des Güterumschlags). Gemäss
Lärmschutznachweis (S. 25 ff.) können die Planungswerte bei den der Zu-
fahrt westlich benachbarten Liegenschaften deutlich eingehalten werden.
Eine weitere Reduktion ergäbe sich mit der Einhausung oder Teileinhau-
sung der Parkhauszufahrt und allenfalls mit betrieblichen Massnahmen be-
züglich der Anlieferungszeiten. Darüber hinaus zur weiteren vorsorglichen
Emissionsbegrenzung (s. Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV) die Verlegung der Zufahrt
zu verlangen, ginge zu weit, zumal triftige Gründe für die geplante Lage
sprechen und eine andere Lösung nicht auf der Hand liegt. Allenfalls erfor-
derliche bauliche und betriebliche Schallschutzmassnahmen sind erst im
konkreten Bauvorhaben zu prüfen und nicht bereits mit dem Gestaltungs-
plan festzulegen. Entscheidend ist, dass der Gestaltungsplan eine auch in
lärmrechtlicher Hinsicht gesetzeskonforme Baute gewährleistet. Dies ist der
Fall. Damit erweist sich die vorgesehene Lage der Anlieferung und der
Tiefgaragenzufahrt in lärmrechtlicher Hinsicht als zulässig.
Was die ca. 200 m längere Fahrdistanz ab Forchstrasse angeht, ist die
damit verbundene zusätzliche Luftverunreinigung vernachlässigbar. Eine
Verlegung der Zufahrt gestützt auf das Vorsorgeprinzip kann deshalb und
weil sie mit gewichtigen Nachteilen für die geplante Nutzung verbunden wä-
re aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht verlangt werden.
R1S.2017.05031 Seite 24
Sodann sind Beleuchtungsanlagen nicht Teil des angefochtenen Gestal-
tungsplans. Es bestehen keine begründeten Zweifel, dass eine Zufahrt am
geplanten Ort hinreichend beleuchtet werden kann, ohne übermässige Im-
missionen zu bewirken.
Weiter kann aufgrund der örtlichen Gegebenheiten davon ausgegangen
werden, dass an der im Gestaltungsplan bezeichneten ungefähren Lage
eine verkehrssichere, den gesetzlichen Anforderungen genügende Ausfahrt
geschaffen werden kann. Dies gilt mit Blick auf die geplante Tempo 30-
Zone insbesondere hinsichtlich der erforderlichen Sichtweiten (s. Anhang
Verkehrssicherheitsverordnung [VSiV]). Die konkrete Ausgestaltung der Zu-
fahrt ist erst im Baubewilligungsverfahren zu prüfen, desgleichen allfällige
Verkehrsanordnungen (z.B. Signalisation Rechtsabbiegegebot).
Schliesslich spricht auch die Einordnung in die bauliche und landschaftliche
Umgebung und die gebotene Rücksichtnahme auf die Schutzobjekte (Art. 3
Abs. 2 lit. b RPG, § 238 Abs. 1 und 2 PBG) nicht gegen eine Zufahrt am
geplanten Ort (bezüglich des ISOS siehe die Ausführungen unter
Ziff. 10.2.1. ff.). Im Gegenteil lässt sich eine an der Hanglage talseitig ins
Untergeschoss führende Zufahrt mit geringstmöglichen Eingriffen ins Ter-
rain realisieren.
Insgesamt erweist sich der Gestaltungsplan bezüglich der (ungefähren) La-
ge der Zu- und Wegfahrt zu den unterirdischen Parkplätzen und der Anlie-
ferung als rechtmässig, zweckmässig und den Gegebenheiten angemes-
sen. Auch wenn andere Lösungen nicht undenkbar sind, liegt die gewählte
Variante ohne Weiteres im Ermessen der Planungsbehörde.
9.1.
Die Rekurrierenden rügen eine ungenügende Berücksichtigung des Land-
schaftsschutzobjektes "Glaziallandschaft Burghölzli und Bachtobel Burg-
wies", KSO-23.00. Indem die letzte verbliebene Freifläche östlich des Hü-
gels mit derart grossvolumigen und in die Höhe strebenden Gebäuden ver-
baut werde, verschwinde die Erlebbarkeit der Moränenerhebung und der
Schutzzweck werde vereitelt. Die im Planungsbericht hervorgehobene
Sichtbeziehung werde verstellt. Bedeutsam sei nicht nur der Punkt an der
Ecke Karl-Stauffer-Strasse/Lenggstrasse, sondern der gesamte Abschnitt
R1S.2017.05031 Seite 25
zwischen der Karl-Stauffer-Strasse und der August-Forel-Strasse. Auch
biete die bewaldete Kuppe ohne die PUK nur das halbe Bild: Die Moräne
werde ohne die flach ansteigende Erhebung, auf der die PUK erstellt wor-
den sei, nicht ersichtlich. Spätestens mit den im Baubereich B4 zulässigen
Gebäuden werde auch die Sicht auf die bewaldete Kuppe verstellt.
9.2.1.
Im Inventarblatt (act. 18) wird das Landschaftsschutzobjekt wie folgt be-
schrieben:
Beschreibung: "In der Glaziallandschaft bildet der Molassehügel des
Burghölzlis den markantesten Teil. Er zeigt die typische Form eines
durch den Gletscher in der Fliessrichtung geschliffenen Rundhöckers. [..]
Der Rundhöcker liegt zwischen den beiden Moränenwällen des Balgrists
und des Botanischen Gartens. Der untere Moränenwall ist zum Teil gut
erhalten, vor allem im Bereich des Botanischen Gartens. [..]"
Bedeutung: "Der Molassehügel des Burghölzli ist ein markanter und
landschaftlich schöner Zeuge des Eiszeit. Im Verbund mit den Moränen-
zügen gewinnt er noch an Bedeutung. Der Tobelabhang des Wildbaches
ist mitten im überbauten Gebiet ein beeindruckendes, reizvolles Naher-
holungsgebiet. Der Nebelbach ist ein wichtiges Naturelement im Sied-
lungsgebiet [..]. Das Gebiet enthält zahlreiche ökologisch wertvolle Ele-
mente der traditionellen Kulturlandschaft. Der Rebberg stellt einen poten-
tiell wertvollen Lebensraum für eine reiche Flora dar."
Ziel: "Erhaltung der typischen Erscheinungsformen und der attraktiven
Ansicht. Keine weiteren Überbauungen des Burghölzlihügels oder seiner
unmittelbaren Umgebung. Zugänglichmachung des regionalen Aus-
sichtspunkts. Erhaltung aller Obstgärten, Hecken und des Nebelbaches
mit Ufervegetation. Optimierung der Gehölzpflege. Kein Herbizid-Einsatz
im Rebberg, sondern Bodenvegetation sich entwickeln lassen."
9.2.2.
Im Planungsbericht (S. 15) wird zur Lage innerhalb des Landschaftsschutz-
objektes folgendes ausgeführt: Um ein optimales Projekt für einen Spital-
neubau zu erhalten und den Einfluss auf das Burghölzli gering zu halten,
sei die Setzung der Bauten und der Umgang mit den vorhandenen land-
schaftlichen Werten vor Ort im Rahmen eines Wettbewerbs ermittelt wor-
den. Es sei jenes Projekt ausgewählt worden, welches nicht nur in hervor-
R1S.2017.05031 Seite 26
ragender Weise der Forderung nach einem kindergerechten Gebäude ent-
spreche, sondern sich auch am besten in die Umgebung eingliedere. Das
neue Akutspital im südlichen Bereich sowie das Gebäude im Norden wür-
den dabei so gestaltet, dass sie in den Landschaftsraum eingebunden wür-
den und die charakteristischen Eigenschaften der Landschaft aufnähmen.
Das grosse Bauvolumen des Akutspitals erhebe sich nur wenig aus der fla-
chen Hügellandschaft. Es wirke trotz seiner Grösse sehr zurückhaltend und
beiläufig. Mit dem Rundbau auf dem nördlichen Areal werde bewusst ein
Kontrapunkt zum Spitalgebäude gesetzt. Dieses hebe sich zeichenhaft und
selbstbewusst hervor. Seine bewusste Setzung ermögliche weiterhin den
Blick von der Lenggstrasse zur Psychiatrischen Universitätsklinik. Das ver-
bleibende Grundstück bleibe weiterhin als zusammenhängender Grünraum
erlebbar.
An anderer Stelle (S. 17) wird festgehalten, der sechsgeschossige Solitär-
bau im Areal Nord werde so platziert, dass er den Blick auf die denkmalge-
schützte PUK, den Burghölzli-Hügel und über das Kinderspital hinweg auf
die Silhouette der Albiskette auf der anderen Seeseite bestmöglich erlaube.
Die Topografie des Geländes könne unterhalb des Gebäudes "durchflies-
sen", wodurch die Moränenlandschaft erfahrbar bleibe.
Gemäss Art. 6 Abs. 3 der Gestaltungsplanvorschriften ist bei der Überbau-
ung des Baubereichs B4 (Baubereich Erweiterungen) die Sichtachse auf
den Burghölzli-Hügel von der Ecke Lengg- und Karl-Stauffer-Strasse zu be-
rücksichtigen.
9.2.3.
Vorab ist zu festzuhalten, dass es sich beim Burghölzli-Hügel entgegen der
Auffassung der Rekurrierenden nicht um eine Moräne, sondern um einen
Molassehügel handelt. Einer der Moränenwälle erstreckt sich unmittelbar
südwestlich des Hügels (u.a. in den Botanischen Garten und auf der Achse
Süd- und Bleulerstrasse), ein zweiter östlich des Hügels im Bereich der Kli-
nik Balgrist, ausserhalb des vom Landschaftsschutzobjekts umfassten Be-
reichs (s. Geologische Karte des Kantons Zürich nach Hantke et al. 1967,
verfügbar im GIS-Browser). Der Gestaltungsplanperimeter liegt dazwischen
und somit ausserhalb dieser geomorphologisch interessanten Objekte. Der
Baubereich B2 ist im Erdgeschoss, abgesehen von Erschliessungs- und
Haustechnikkernen, von Bauten freizuhalten (Art. 5 Abs. 1 GPV). Der be-
R1S.2017.05031 Seite 27
treffende Flügelbau steht somit auf Stützen und Treppenkernen, wodurch
die Topografie des Geländes unterhalb des Gebäudes durchfliesst und die
Moränenlandschaft erfahrbar bleibt (s. Planungsbericht S. 17). Terrainver-
änderungen, welche über die Bestimmungen von Art. 10 BZO hinausge-
hen, sind unter Berücksichtigung einer besonders guten Einordnung zuläs-
sig (Art. 16 GPV).
Elemente der Glaziallandschaft, die gemäss Inventar zu erhalten sind, wer-
den durch den Neubau des Kinderspitals nicht in ihrer Substanz beeinträch-
tigt. Anders verhält es sich mit dem Erhalt der "attraktiven Ansicht". Mit der
Zuweisung des Gestaltungsplangebiets zur Zone für öffentliche Bauten
(Oe4 bzw. Oe3) verzichtete der Gesetzgeber indes auf einen uneinge-
schränkten Erhalt der besagten Ansicht. In der Zone Oe4 (Areal Nord) wä-
ren nach Regelbauweise bis zu vier Vollgeschosse und ein Dachgeschoss
erlaubt (Gebäudehöhe max. 15,5 m). Mit einer Arealüberbauung wären so-
gar sieben Vollgeschosse und eine Gebäudehöhe von 25 m möglich (Art. 8
Abs. 4 BZO). Eine gewisse Einschränkung der Sicht auf den Burghölzli-
Hügel aus östlicher Richtung, insbesondere von der Lenggstrasse im Ab-
schnitt zwischen der Karl-Stauffer-Strasse und der August-Forel-Strasse,
ist damit schon gemäss BZO hinzunehmen.
In den Baubereichen B1 und B4 lässt der angefochtene Gestaltungsplan
eine Gebäudehöhe von ca. 30 m zu, gegenüber einer Arealüberbauung
somit nur 5 m mehr. Im Vergleich zu einem niedrigeren, aber breiteren Ge-
bäudekubus wird die Sicht auf den Hügel durch ein schlankeres, dafür hö-
heres Gebäude weniger verstellt. Der Burghölzli-Hügel bleibt weitherum
sichtbar. Bei späteren Erweiterungen im Baubereich B4 ist die Sichtachse
auf den Burghölzli-Hügel von der Ecke Lengg- und Karl-Stauffer-Strasse zu
berücksichtigen (Art. 6 Abs. 2 GP-VO).
Unter diesen Bedingungen kann nicht die Rede davon sein, dass der
Schutzzweck vereitelt werde. Soweit ist festzuhalten, dass das Land-
schaftsschutzobjekt dem Neubau des Kinderspitals nicht entgegensteht.
10.1.
Die Rekurrierenden monieren eine ungenügende Berücksichtigung des
Schutzobjekts PUK. Zum Schutzumfang gehöre gemäss § 203 lit. c. PBG
R1S.2017.05031 Seite 28
auch die für die Wirkung des Schutzobjekts wesentliche Umgebung. Die
PUK sei ausser von Norden von allen Seiten sehr gut einsehbar, was ins-
besondere durch die grossen Freiflächen begünstigt werde. Um die hohe
Eigenständigkeit der PUK in ihrer "Insellage" zu erhalten, sei zumindest ein
Teil der Freiflächen zu erhalten. Die im Gestaltungsplan vorgesehenen
Baukörper, v.a. die Erweiterungsmöglichkeiten im Baubereich B4, würden
aber nur einen minimalen Abstand zum Schutzobjekt einhalten und dieses
bedrängen und konkurrenzieren. Die Sicht auf die östliche Seitenfassade
der PUK werde stark beeinträchtigt.
Weil sich der Schutzumfang in den Planungsperimeter hinein erstrecke, sei
ein Schutzentscheid erforderlich und es seien Gutachten der NHK und der
KDK einzuholen. Dies sei ohnehin erforderlich, weil die genannten Kom-
missionen gemäss § 3 Abs. 1 lit. d der Verordnung über die Sachverständi-
genkommissionen gemäss § 216 PBG (VSVK) zu Projekten für grössere
Bauten und Anlagen im Bereich von Schutzobjekten von überkommunaler
Bedeutung Stellung nehmen würden.
Zur wesentlichen Umgebung der PUK gehöre auch die Liegenschaft Leng-
gstrasse 28 ("Direktorenvilla"). Diese dürfe nicht abgebrochen werden, ihre
Schutzwürdigkeit sei zu prüfen.
10.2.
Die Baudirektion führt aus, die Wirkung der Anlage verändere sich zwangs-
läufig mit der Veränderung der städtebaulichen Situation. Die ursprünglich
(1866-1870) gewollt in peripherer Lage ausserhalb des damaligen Stadt-
körpers erstellte Anlage sei heute von mehr oder weniger dichten Stadt-
quartieren umgeben und zum historischen und strukturellen Kern der zu ei-
nem städtischen Entwicklungsstandort gewandelten Lengg geworden. In
diesem Sinne und anachronistisch könne sie heute als Pionierbau einer
späteren städtischen Entwicklung aufgefasst werden, zu vergleichen etwa
mit der Kasernenanlage Zürich, die – damals auf grüner Wiese ausserhalb
der barocken Stadtgrenze, "ausser Sihl", entstanden – sehr rasch in die
schnell wachsende Stadterweiterung integriert worden sei. Mit der Errich-
tung der durch den Gestaltungsplan möglichen Volumen werde die PUK
den Charakter einer solitären Anlage und denjenigen einer "Insellage" ge-
wiss einbüssen. Die starke Konzeption der Anlage, die hohe Qualität ihrer
zugehörigen und in direktem Zusammenhang mit dem Bau der Gebäude
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gestalteten Freiräume und die gezielte Einbettung in die Topographie wür-
den ihr dennoch auch in Zukunft die Rolle des identifizierenden Elements
des Gebiets zuweisen. Die Dreiteiligkeit der Gesamtanlage sowie die
Symmetrie von Gebäuden und Garten seien zentrale Elemente des Zeug-
niswertes der Anlage selbst.
10.3.1.
Nach § 203 Abs. 1 lit. c letzter Halbsatz PBG gehört zu den Schutzobjekten
auch die "für ihre Wirkung wesentliche Umgebung", also die Umgebung,
die wesentlich für das "eigentliche" Schutzobjekt bzw. dessen optische Wir-
kung ist. Darunter fallen bei Gebäuden etwa eine Park- oder Gartenanlage,
ohne dass diese ihrerseits schutzwürdig sein müsste, ein Rebberg, der mit
dem geschützten Landsitz ein Ganzes bildet, oder im Falle einer wegen ih-
res Situationswertes geschützten Villa Teile der sie umgebenden Fläche
zur Freihaltung eines Sichtbereichs. Damit von "Umgebung" gesprochen
werden kann, ist stets ein entsprechender räumlicher Bezug zum eigentli-
chen Schutzobjekt vorauszusetzen (BRGE I Nrn. 0165-0167/2012, E. 7.1.,
in BEZ 2013 Nr. 26). Mit dem Umgebungsschutz soll der Schutzzweck ge-
währleistet werden (vgl. VB.2012.00579 vom 21. November 2012, E. 5.1.).
Zu schützen ist der gebaute und natürliche entwicklungsgeschichtliche Be-
zugsraum von Baudenkmälern. Notwendig ist ein Schutz der Umgebung
dann, wenn dieser zum Verständnis und zur Erhaltung des Einzel- oder Si-
tuationswertes eines geschützten Baudenkmals unerlässlich ist (Walter En-
geler, Das Baudenkmal im schweizerischen Recht, St. Galler Schriften zur
Rechtswissenschaft Band/Nr. 15, 2008, S. 170 f.).
Somit stellt sich die Frage, ob vorliegend Teilbereiche des Gestaltungsplan-
gebietes im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c letzter Halbsatz PBG zu der für die
Wirkung des Schutzobjektes PUK wesentlichen Umgebung zu zählen sind,
weil die Wirkung des Schutzobjekts einen angemessenen Freiraum erfor-
dert.
10.3.2.
Im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte enthalten ist das Klinikge-
bäude der Psychiatrischen Universitätsklinik PUK mit drei Ökonomiege-
bäuden, Wirtschaftstrakt und Pavillons im Garten und im Wald. Es handelt
sich um ein historisch gewachsenes Bauensemble mit grosszügiger Gar-
tenanlage und um eine Pionierbaute des schweizerischen "Irrenhausbaus"
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des 19. Jahrhunderts. Die Anlage ist ein wichtiger Zeuge der Architektur-
und Sozialgeschichte (Medizingeschichte). Schutzmassnahmen sollen den
maximalen Erhalt der noch vorhandenen historischen Bau-, Ausstattungs-
und Dekorationselemente sowie der originalen Raum- und Konstruktions-
strukturen sicherstellen. Die grosszügigen Gartenanlagen sind integraler
Bestandteil des Schutzobjektes (s. Inventarblatt, act. 11.14, sowie Gutach-
ten der Denkmalpflege-Kommission des Kantons Zürich [KDK], act. 11.15).
10.3.3.
Der Geltungsbereich einer der Denkmalpflege zuzurechnenden Schutzver-
fügung reicht in aller Regel bis zur Grundstücksgrenze der als schutzwürdig
erkannten Liegenschaft, die aus einem oder (wohl seltener) mehreren
Grundstücken (mit Hauptgebäude, Nebengebäuden, Vorgarten, Garten,
Wegführungen etc.) bestehen kann. Darüber hinaus geht der Geltungsbe-
reich nur dann, wenn mit der Schutzverfügung explizit auch Nachbargrund-
stücke erfasst werden, die freigehalten werden oder nur beschränkt über-
baubar sein sollen (BRKE II Nrn. 0051 und 0052/2009, E. 8, in BEZ 2009
Nr. 65). Analoges muss auch für den Geltungsbereich eines Inventarein-
trags gelten. Die Schutzwürdigkeit der PUK beschränkt sich auf die histori-
schen Haupt- und Nebengebäude der Klinik und die dazugehörigen Gar-
tenanlagen. Somit begründet der Inventareintrag der PUK keine Vermu-
tung, der Schutzumfang umfasse eine für die Wirkung "wesentliche Umge-
bung" im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG, die sich bis in das Gestal-
tungsplangebiet hinein erstreckt. Eine entsprechende Schutzabklärung, wie
sie die Rekurrierenden verlangen, ist darum nicht erforderlich; das Gestal-
tungsplangebiet liegt nicht im Geltungsbereich, sondern in der Nachbar-
schaft des Schutzobjektes PUK.
10.3.4.
Beim Erhalt der "hohen Eigenständigkeit in einer 'Insellage' " und der Sicht
auf die östliche Seitenfassade der PUK von der Lenggstrasse aus, den die
Rekurrierenden verlangen, handelt es sich nicht um im Inventareintrag for-
mulierte Schutzziele, sondern um Anforderungen, die im Wettbewerb an die
Bauten des Kinderspitals gestellt wurden (s. Erläuterungsbericht S. 6). Die
Beeinträchtigung des Schutzobjekts PUK ist indes nicht anhand dieser
Wettbewerbsvorgaben zu beurteilen. Sie zielen auf den Situationswert der
PUK ab, d.h. auf deren siedlungsprägende Wirkung nach Süden und Os-
ten. Dieser ist zwar nicht der Grund für die gemäss dem Inventareintrag zu
R1S.2017.05031 Seite 31
vermutende Schutzwürdigkeit. Das Inventar wie auch das Gutachten der
KDK sprechen sich nur für die Zeugeneigenschaft der PUK aus. Dennoch
ist es offensichtlich, dass die PUK – allein aufgrund der Grösse der Anla-
ge – das Ortsbild wesentlich mitprägt.
Weil das Gestaltungsplangebiet, wie ausgeführt, nicht zur für die "Wirkung
wesentlichen Umgebung" der PUK im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG
gehört, liessen sich dort Baubeschränkungen, zum Beispiel zur Erhaltung
bestehender Sichtachsen auf die PUK, nicht im Rahmen einer Unterschutz-
stellung der PUK anordnen. Der Gestaltungsplanperimeter liegt ausserhalb
des möglichen Geltungsbereiches einer allfälligen, die PUK betreffenden
Schutzverfügung oder eines Schutzvertrags (§ 203 lit. c und d PBG).
Um Ortsbild- und Denkmalschutzobjekte vor unerwünschten, insbesondere
optischen, Einwirkungen aus der Umgebung zu bewahren, sind geeignete
planungsrechtliche Massnahmen, wie die Einteilung in Freihaltezonen
(§ 205 lit. a PBG) und/oder besondere Anordnungen (§ 205 lit. c PBG) zu
treffen (s. § 26 Kantonale Natur- und Heimatschutzverordnung [KNHV]).
Dahingehende Massnahmen zielen auf den weiteren Umkreis um ein
Schutzobjekt herum ab. Vorliegend bestehen im Gestaltungsplangebiet je-
doch keine solchen Schutzmassnahmen hinsichtlich des Situationswertes
der PUK. Was bleibt, sind die gestalterischen Vorschriften zur Einordnung
von Bauten. Dazu was folgt.
10.3.5.
Der Gestaltungsplan muss die übergeordnete Planung sowie das überge-
ordnete Recht respektieren, namentlich die Ziele und Grundsätze von Art. 1
und 3 RPG. Darüber hinaus bedarf es keiner speziellen Rechtfertigung für
eine bestimmte Planung, solange es sich um eine sachgerechte Nutzungs-
planung handelt, die sich an den objektiven Gegebenheiten orientiert (vgl.
VB.2004.00135 vom 7. April 2004, E. 4.2).
Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG verlangt, dass Siedlungen, Bauten und Anlagen sich
in die Landschaft einordnen. Diese Bestimmung beinhaltet einerseits einen
Rechtssetzungsauftrag an die Kantone, welche die Einordnung auf der Stu-
fe der Baubewilligungen regelmässig mittels ästhetischer Generalklauseln
verlangen (vgl. § 238 PBG), bezeichnet gleichzeitig aber auch einen allge-
meinen Planungsgrundsatz, welchen die Behörden bei der Ausübung des
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ihnen zustehenden Ermessens – sei es bei der Planfestsetzung oder bei
der Planverwirklichung – zu beachten haben. So hat sich auch die zweck-
mässige Unterteilung der Bauzonen in Teilzonen mit unterschiedlichen
Nutzungen, Nutzungsdichten und Bauvorschriften unter anderem an der
Einordnung von Siedlungen, Bauten und Anlagen in die Landschaft zu ori-
entieren. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass die von der Zonenord-
nung einmal vorgegebenen Nutzungsmöglichkeiten in der Regel im Bau-
bewilligungsverfahren auch ausgeschöpft werden dürfen, ohne dass einem
Bauvorhaben mit Bezug auf sein Volumen eine Verletzung der ästhetischen
Generalklausel vorgeworfen werden kann (BGE 115 Ia 114 und 115 Ia 363
E. 3a; RB 1992 Nr. 66 mit Hinweisen).
Daraus folgt für den vorliegenden Fall, dass die für Bauten und Anlagen
geltende allgemeine Gestaltungsvorschrift von § 238 PBG nicht direkt an-
wendbar ist. Zu untersuchen ist, ob die nach dem Gestaltungsplan zulässi-
gen Bauvolumen die gebotene Rücksichtnahme auf das Schutzobjekt PUK
gewährleisten.
10.3.6.
Die Baubereiche im Areal Süd halten zur südlichen Hauptfassade des his-
torischen Klinikgebäudes der PUK einen Abstand von mehr als 60 m ein.
Dazwischen liegen die Vorzone des Kinderspitals gemäss Gestaltungsplan,
die Lenggstrasse und die Gartenanlage der PUK mit einer Baumreihe und
der Vorfahrt zum Haupteingang der PUK. Die maximale Höhenkote von
Gebäuden im Areal Süd wurde auf 486,80 m ü.M. festgelegt, ca. 17 m über
dem Niveau der Lenggstrasse im Bereich der Hauptzufahrt zur PUK. Das
Hauptgebäude der PUK liegt ca. 2 m über dem Niveau der Lenggstrasse.
Bei diesen Abstands- und Höhenverhältnissen ist eine ästhetische Beein-
trächtigung des Schutzobjektes PUK ausgeschlossen. Vielmehr wird das im
Areal Süd geplante Gebäude nicht im Zusammenhang mit der PUK wahr-
genommen. Eine rechtsgenügende Einordnung des Spitalneubaus im Areal
Süd ist, was die im Gestaltungsplan festgelegte Lage und äusseren Ab-
messungen angeht, gewährleistet.
Das gleiche gilt für die Baubereiche B2 und B3 im Areal Nord mit einer ma-
ximalen Höhenkote für Gebäude von 480 m ü.M. Auch hier beträgt der Ab-
stand zum historischen Klinikgebäude mehr als 60 m und es liegen Garten-
anlagen und die August-Forel-Strasse dazwischen.
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Im Baubereich B1 wurde die maximale Höhenkote auf 499 m ü.M. festge-
legt. Ausgehend vom Niveau der August-Forel-Strasse (ca. 468 m ü.M.) ist
somit ein bis zu 31 m hohes Gebäude möglich. Dieser Baubereich liegt
nördlich der Achse des mittleren Längsflügels des Gebäudekomplexes der
PUK. Damit ist er gegenüber dem vorderen Längsflügel mit der nach Süden
orientierte Hauptfront der PUK aber auch noch gegenüber dem mittleren
Längsflügel der Anlage zurückversetzt. Gegenüber dem Baubereich B1,
jenseits der August-Forel-Strasse, befinden sich als nächstgelegener Teil
der PUK ein eingeschossiges, der Stirnseite des hinteren Längsflügels
(Trakt D) vorgelagertes, kleines Gebäude (Trakt K) in einer Distanz von ca.
45 m. Der Trakt K wurde erst 1909 erbaut, als Schutzobjekt gilt aber nur
der Gründungsbau von 1870. Das Schutzobjekt ist mit der Stirnseite des
zweigeschossigen hinteren Längsflügels (Trakt D) mehr als 60 m vom Bau-
bereich B1 entfernt, ebenso die Stirnseite des mittleren Längsflügels
(Trakt B). Die Trauffassade des seitlichen Querflügels (Trakt C), welche die
Trakte D und B verbindet, liegt sogar in einer Entfernung von ca. 95 m.
Das im Baubereich B1 mögliche Hochhaus wird die Gebäude der PUK
zwar weit überragen, aber optisch nicht bedrängen. Was die Massstäblich-
keit der Bauten anbetrifft, entstehen keine störenden Gegensätze. Dies
insbesondere dank der erheblichen Entfernung, der gegenüber der PUK
zurückversetzten Positionierung und der im Verhältnis zum grossflächigen
Gebäudekomplex der PUK relativ kleinen horizontalen Ausdehnung. Eine
Baute, die die gemäss § 238 Abs. 2 PBG gebotene besondere Rücksicht
auf das Schutzobjekt PUK, einschliesslich deren Gartenanlagen, nimmt, ist
somit im Rahmen der Vorgaben des Gestaltungsplans möglich. Dies wird
anhand des Siegerprojekts deutlich, welches als Hochhaus einen Rundbau
vorsieht. Mit dieser Ausgestaltung wird eine architektonische Konkurrenz
zur PUK zusätzlich vermieden.
Nordöstlich angrenzend an den Baubereich B1 folgt der Baubereich B4
(Baubereich für Erweiterungen), mit der identischen maximalen Höhenkote
von 499 m ü.M. Das erlaubte zusätzliche Volumen künftiger Erweiterungs-
bauten lässt sich ebenfalls rechtsgenügend in die bauliche Umgebung ein-
ordnen, zumal es gegenüber dem Gebäudekomplex der psychiatrischen
Universitätsklinik noch weiter zurückversetzt ist und auf der der PUK abge-
wandten Seite des Hochhauses im Baubereich B1 liegt.
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10.3.7.
In der Zone Oe4 wäre nach der Regelbauweise eine Gebäudehöhe von
max. 15,5 m, mit einer Arealüberbauung eine solche von sogar 25 m mög-
lich (Art. 8 Abs. 4 BZO). Auch mit einer Überbauung im Rahmen der gel-
tenden Zonenvorschriften würde daher die Sicht auf die psychiatrische Uni-
versitätsklinik aus östlicher Richtung, namentlich von der Lenggstrasse her
im Abschnitt von der Forchstrasse bis zur August-Forel-Strasse, weitge-
hend, wenn nicht vollständig verdeckt. Es ist davon auszugehen, dass bei
der Zuweisung des in Frage stehenden Grundstücks zur Zone Oe4 diese
Auswirkungen einer zonengemässen Überbauung auf das benachbarte
Schutzobjekt der PUK bedacht wurden. Unter diesen Umständen wäre eine
einordnungsbedingte Reduktion des Gebäudevolumens bei der Anwen-
dung von § 238 Abs. 2 PBG – wenn überhaupt – an noch strengere Vo-
raussetzungen zu knüpfen als in denjenigen Fällen, bei denen mit der Fest-
legung der Nutzungsplanung nicht auf jedes einzelne Schutzobjekt im er-
fassten Gebiet Rücksicht genommen werden konnte und im Einzelfall eine
Reduktion des Gebäudevolumens aus Einordnungsgründen beim Vorliegen
besonders triftiger Gründe ausnahmsweise gerechtfertigt sein kann (s. da-
zu VB.2007.00036 vom 28. März 2007, E. 3.3.).
Der streitbetroffene Gestaltungsplan bewirkt gegenüber einer Regelüber-
bauung keine weitergehende Beschränkung der Sicht auf die Ostseite der
PUK, zumal die maximale Höhenkote für Gebäude in den Baubereichen B2
und B3 deutlich tiefer liegt, als sie nach Regelbauweise erlaubt ist, und die
Bauten am Fuss des Hanges konzentriert werden. Mit der bereits rechts-
kräftigen Zuweisung des Gestaltungsplangebietes zur Bauzone bzw. einer
zonengemässen Überbauung geht zwangsläufig eine Veränderung des
Ortsbilds und die Verbauung bestehender Durchblicke einher. Dies ist vom
Gesetzgeber, der mit der Nutzungsplanung zukunftsweisend festlegte, in
welcher Weise das Gebiet überbaut werden darf, so gewollt. Somit kann
dem Gestaltungsplan nicht entgegengehalten werden, die Sicht aus östli-
cher Richtung auf die psychiatrische Universitätsklinik werde übermässig
eingeschränkt.