Decision ID: 9a618ae4-8a12-49a7-8ed6-d2013d48f2f0
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968
, verheiratet und Mutter einer 2006 geborenen Tochter, war in den Jahren 1998 bis 2000 und 2007 erwerbstätig. Zuletzt ar
bei
tete sie als Reinigungsmitarbeiterin be
i der
Firma Y._
. Am 3.
März
2008
meldete sie sich wegen gesundheitlichen Beschwerden bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (vgl. Urk. 7/3-6). Die
So
zialver
si
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte einen
Arbeitgeber
bericht
(Urk. 7/6), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/5), einen Arztbericht (Urk. 7/7) und
ein
medizinisches Gutachten bei der MEDAS (Urk.
7/16) ein. Zum Ergebnis der ärztlichen Abklärun
gen nahm der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) am 8. Mai 2009 Stellung (Urk. 7/18/3 f.). Zusätzlich liess die IV-Stelle anlässlich eines Hausbe
suches bei der teilerwerbstätigen Versicherten den Anteil Erwerbstätigkeit und den Anteil ihrer Betätigung im Haushalt
sowie
die gesundheitsbedingte Beein
trächtigung im Haushalt feststellen
(Urk. 7/1
7)
und die Berufsberatung der IV-Stelle
errech
ne
te die gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse (Urk. 7/19).
Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(vgl.
Urk.
7/21 ff.) erliess die IV-Stelle am 1
8.
Januar 2010 die Verfügung, mit welcher sie den Anspruch der Versi
cherten auf eine Rente verneinte (Urk. 7/42).
Dieser Entscheid blieb unange
fochten.
1.2
Am 1
2.
Juli 2011 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/48). Die IV-Stelle holte
einen aktuellen IK-Auszug ein
(Urk. 7/52). Ebenso holte die IV-Stelle einen aktuellen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/54) und weitere Arztberichte ein (Urk. 7/53,
Urk.
7/55).
Gestützt auf die Stellungnahme des RAD
und einen
erneuten
Einkommensvergleich (Urk. 7/68,
Urk.
7/69 S. 3 f.) sowie nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/71 ff.) erliess die IV-Stelle am 2
5.
November 2013 die Verfügung, mit welcher sie den Anspruch auf eine Invalidenrente wiederum verneinte (Urk. 7/98 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
5.
November 2013 erhob die Versicherte am
10.
Janu
ar 2014 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die angefochtene
Ver
fügung aufzuheben und es seien weitere Abklärungen durchzuführen (Urk. 1)
. Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom
7.
Februar 2014 die Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6).
Am 1
2.
Februar 2014 wurde das Gesuch der Beschwerdeführer
in
um Bewilligung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin gutgeheissen (Urk. 8; vgl.
Urk.
1 S. 2). Am 2
4.
März 2014 äusserte sich die Beschwerdeführe
rin erneut zur Sache
(Urk. 9) und die Beschwerdegegnerin nahm dazu am 1
6.
April 2014 Stell
ung (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich,
in den nachfolgenden Erwägungen, eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Wurde - wie vorliegend (vgl.
Urk.
7/42) - eine Rente bereits einmal
verweigert,
so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn di
e Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen
T
eil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr
eine a
nspruchsbegründende Invalidität
zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen.
Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Da die Beschwerdegegnerin auf di
e Neuanmeldung eingetreten ist
und die
beantragte Rente
inhaltlich
geprüft hat, ist auch im Beschwerdeverfahren über den Anspruch materiell zu befinden.
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerb
s
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und er
werb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die
Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamt
in
validität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
di
ger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im
Ver
waltungs
verfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt
für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der -
anschliessend
refor
matorisch entscheidenden
- Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Ein
e Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage
begründet ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der
Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn ledig
lich
eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausfüh
runge
n erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin führte zu ihrem Entscheid aus, die durchgeführten Ab
klärungen hätten gezeigt, dass seit dem letzten Verfügungserlass, das heisst seit der Abweisung des Leistungsanspruchs im Januar 2010
,
insgesamt
keine rele
van
ten Änderungen eingetreten seien.
Gemäss
Dr.
med.
Z._
, Leitende Ärztin Handchirurgie,
Spital
A._
, sei
aufgrund
einer neu aufgetretenen
Heberden
arthrose
, welche die Belastbarkeit der Hände beeinträchtige,
in der an
gestammten Tätigkeit inzwischen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In einer optimal angepassten Tätigkeit bestehe hingegen nach wie vor eine volle Arbeitsfähigkeit.
Ein Grund für
die Anpassung der Qualifikation
als Teilerwerbstätige be
stehe nicht. Die Einschränkung
im Haushalt sei unver
ändert 50 % und im Erwerbsbereich betrage die gesundheitsbedingte
Einkom
menseinbusse
5 %. Die Gewichtung beider Teilinvaliditäts
g
rade ergebe einen Gesamtinvaliditätsgrad von 28 %, weswegen nach wie vor kein Rentenanspruch bestehe. (Urk. 2 S. 3 f.
, Urk. 6
S.
1
).
3
.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, aus den Arztberichten ergebe sich, dass sie beidseits an einer
Heberdenarthrose
leide. Hierbei handle es sich um eine primär nicht entzündliche Knorpelerkrankung, die progredient verlaufe. Die Er
krankung habe eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zur Folge. Die bisherige Tätigkeit im Bereich Reinigung sei nicht mehr möglich. Der be
handelnde Spezialist,
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, habe
trotz wiederholter Anfragen bislang keinen Bericht abgegeben. Aus diesem Grunde
liege keine spezialärztliche Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit vor.
Ärztliche Berichte seien bis 2012 vorhanden. Im Verfügungszeitpunkt seien diese nicht mehr aktuell gewesen. Da die
Heberden
arthrose
progredient verlaufe und tatsächlich auch schon vorangeschritten sei (das Leiden habe zwischenzeitlich mehrere Finger befallen), müsse auch in einer angepassten Tätigkeit von einer erheblichen Einschränkung ausgegangen wer
den. Über deren Ausmass gäben die vorhandenen Unterlagen nicht hinreichend Auskunft. Es seien daher weitere Abklärungen nötig
(Urk. 1 S.
5 f.
Ziff.
4,
Urk.
9 S. 2).
4.
4
.1
Die Verfügung der IV-Stelle vom 1
8.
Januar 201
0
, mit der sie den Anspruch der Versicherten auf eine Rente
das erste
Mal verneinte (vgl. Urk. 7/42), stützt sich
in medizinischer Hinsicht auf die Erkenntnisse der Begutachtung durch die Ärzte
der MEDAS
(
Gutachten vom
1.
April 2009;
vgl. Urk.
7/18/3f.).
Als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter ein Rückenleiden (chronische Lumbalgien und
Zervikalgien
mi
t
Generalisie
rungs
tendenz
; Urk.
7/16/16
Ziff.
4.1).
Als Diagnosen ohne Auswir
kungen nannten die Ärzte
chronische Bauchbeschwerden (am ehesten funktio
nelles
Reizdarm
syn
drom
vom Obstipationstyp
syndrom
),
fibromyalgiformes
Schmer
zsyndrom,
Dys
thy
mie
, chronische
Hepatitis B-Infektion (Urk. 7/16/16
Ziff.
4.2).
Für die ange
stam
mte Tätigkeit als Reinigungsangestellte gingen die Gutachter von
einer Arbeitsfähigkeit von 50 %
aus. Dieselbe Arbeitsfähigkeit attestierten sie auch für leichte bis mittelschwere Tätig
keiten mit Stehen und Gehen,
ohne regel
mässi
ges Heben von mehr als 12 kg und ohne repetitive
vornübergeneigte
Hal
tung. Für leichte Tätigkeiten mit fast ausschliesslichem Sitzen attestierten die Gutachter eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/16/17
Ziff.
5.1-2).
4
.2
Nach erfolgter Neuanmeldung berichtete
Dr.
Z._
am 2
2.
Juli 2011
mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit leide die Beschwerdeführerin an einer
Heber
den
arthrose
beidseits. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien der
Ver
wachsungsbauch
und die chronische Hepatitis B-Infektion (Urk. 7/53/5
Ziff.
1).
Die
Beschwerdeführerin
sei
erstmals im Jahr 2011
mit symptomatischer
Heber
den
arthrose
an beiden Händen in der Praxis erschienen
.
Besonde
rs ausge
prägt sei das Leiden beidseits am Kleinfinger im Bereich des
proximale
n
Inter
phal
angealgelenk
s
(PIP) und am Mittelfinger im Bereich des distalen
Interpha
langealgelenk
s
(
DIP) gewesen. Die Prognose sei nicht günstig, insbesondere für den Fall, dass keine chirurgische Therapie erfolge (
Arthrodese
;
Urk.
7/53/5 f.
Ziff.
1.4 f.). Das Leiden habe schmerzhafte belastungs- und
bewegungsabhän
gige
Beschwerden an den Finger-, Mittel- und Endgelenken zur Folge. Ange
passt sei eine die Hände nicht belastende Tätigkeit. Hierbei bestehe eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/53/6 f.
Ziff.
1.7
,
Urk.
7/53/4
).
4
.3
Der Hausarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, be
richtete am
2.
November 2011 ebenfalls über eine an beiden Händen aufgetre
tene
Heberdenarthrose
. Im Mai 2011 habe die Beschwerdeführerin über seit mehreren Monaten bestehende Beschwerden im Klein
-
und Zeigefinger beidseits geklagt. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr geeignet. Über die Arbeitsfähig
keit in Zukunft könne
er nichts sagen (Urk. 7/55/6 f.).
4
.4
Im Bericht vom 2
8.
März 2012 ergänzte
Dr.
Z._
, aufgrund der intensiven
Be
schwerdeschilderung
der Beschwerdeführerin habe sie bei jeder Konsultation wiederum eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Eine weitere Tätigkeit in der Reinigung sei nicht mehr plausibel erschienen. In einer angepassten Tä
tigkeit sei die Beschwerdeführerin hingegen sicherlich voll einsetzbar.
Zumutbar seien alle Tätigkeiten, bei denen kein belastender Einsatz der Hände nötig sei
. Ferner wies
Dr.
Z._
darauf hin, dass sie die Beschwerdeführerin an
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, spez. Rheumaerkrankungen, zur Behandlung überwiesen habe
(Urk. 7/76/1
-2
).
4.5
Die Beschwerdegegnerin forderte
Dr.
B._
in der Folge
mehrfach auf
(29.
August und
4.
Oktober 2012),
einen Bericht einzureichen, insbesondere unte
r Hinweis auf die gesetzliche Auskunftspflicht im Sinne von
Art.
6a IVG in Ver
bin
dung mit
Art.
2
8. Abs.
3 ATSG;
Urk.
7/82,
Urk.
7/86-87).
Dr.
B._
kam diese
r Aufforderung in der Folge nicht nach.
5
.
5.1
Die nach erfolgter Neuanmeldung eingeholten Arztberichte zeigen, dass sic
h
die gesundheitliche Situation in dem Sinne verändert
hat
, dass die Beschwer
de
füh
rerin nunmehr zusätzlich an
einer
Heberdenarthrose
beidseit
s leidet.
Der jüngste
ärztliche Bericht
stammt von
Dr.
Z._
und datiert vom 2
8.
März 2012 (Urk. 7/76).
Die angefochtene Verfügung erging am 2
5.
November 2013 (Urk.
2),
das heisst
gut eineinhalb Jahre danach.
Da
Dr.
Z._
über den Verlauf der Er
krankung keine
sicheren Angaben machen konnte, grundsätzlich aber eine un
günstige Prognose stellte (vgl.
Urk.
7/53/5 ff.),
wäre
vor Erlass
der Verfügung
eine aktuelle ärztli
che Beurteilung nötig gewesen. Da
Dr.
B._
, der die Beschwerdeführerin
laut
Dr.
Z._
seit Herbst 2011 behandelt
(
vgl.
Urk.
7/89/7 f.)
, trotz Aufforderung (vgl
.
Urk.
7/82,
Urk.
7/86-87) keinen Bericht einreichte,
hätte die
Beschwerde
geg
ne
rin
gegebenenfalls
eine anderweitige fachärztliche Abklärung
ins Auge fassen müssen
.
Dies hätte sich umso mehr aufgedrängt, als die Ausführungen von
Dr.
Z._
betreffend angepasste Tätigkeit rudimentär
ausgefallen
sind. Sie er
wähn
te nur, angepasst seien die Hände nicht b
elastende Tätigkeiten, ohne aber
dazu nähere Angaben zu machen. Erforderlich sind Angaben, in welcher Hin
sicht Belastungen ungünstig sind respektive welche Art von Einsatz konkret noch möglich und
zumutbar ist. Dass weitere
ärztliche
Abklärungen unterblie
ben, rügte die Beschwerdeführerin somit zu Recht (
Urk.
1 S. 5 f.
Ziff.
4; vgl. auch
Urk.
7/77).
5
.2
Hinzu kommt, dass
auch
allfällige Änderungen im Haushaltbereich im Zusam
men
hang mit der
Heberdenarthrose
nicht abgeklärt wurden. Auch dies rügte die Beschwerdeführerin zu Recht
(vgl. Rüge in
Urk.
7/77 S.
3).
Da die
He
berden
ar
throse
im Erwerbsbereich
dazu
geführt hat
, dass nunmehr die ange
stammte Tätig
keit im Reinigungsberei
ch gar nicht mehr zumutbar ist - somit
aus funk
tioneller Sicht eine nicht un
erhebliche Veränderung vorliegt -
hätte sich
auch
eine erneute Abklärung der Leistungsfähigkeit im Aufgabenbereich aufgedrängt.
5
.3
Zusammengefas
s
t ergibt sich, dass weitere Abklärungen nötig sind. Mit diesen
ist die Beschwerdegegnerin zu beauftragen. Abklärungen bezüglich
de
s
Auf
gaben
bereich
s
unterblieben im Neuanmeldeverfahren zur Gänze.
Die
Beschwer
de
geg
nerin
ist
fachlich am besten zur Vornahme von Abklärungen dieser Art geeig
net. Ergänzend
dazu hat sie
auch die noch nötigen medizinischen Abklä
rungen vorzunehmen
respektive zu veranlassen
. Zu diesem Zweck ist die ange
foch
tene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen.
6
.
6
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
700
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6
.2
Ausgangsgemäss hat
die Beschwerdeführerin
gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine
Pro
zessentschädigung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses
und nach Einsicht in die Honorarnote
von
Rechtsanwältin Ursula
Reger-
Wyttenbach
, Zürich, vom 23. Juli
2015
(Urk.
14
und 15)
auf
Fr.
1‘288
.-- (inkl. Mehrwertsteuer
und Barauslagen) festzu
setzen und der zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin bestellten Rechtsanwältin Reger-
Wyttenbach
direkt ausbe
zahlen.