Decision ID: 6799b70e-6efb-5787-aa9d-d520ef981198
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, arbeitete von März bis Oktober 2001 als Au
s
helfer im Zustelldienst bei der Y._ (Urk. 11/16 = Urk. 11/17 Ziff. 1 und 5). Am 19. November 2001 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/4 = Urk. 11/5). Mit Verfügung vom 25. Septem
ber 2002 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente (Urk. 11/35).
Die IV-Stelle nahm einen Bericht des damaligen behandelnden Psychiaters (Urk. 11/39) als Neuanmeldung des Versicherten entgegen und verneinte mit Verfügung vom 17. März 2005 (Urk. 11/70) einen Rentenanspruch. Eine da
gegen vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 11/74) hiess die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2006 (Urk. 11/95) teilweise gut und sprach dem Versicherten ab 1. April 2004 eine halbe Rente mit zugehörigen Kinderrenten zu (Urk. 11/106). Dagegen erhob der Versicherte am 15. Februar 2007 Beschwerde (Urk. 11/117/3-10). Mit Urteil vom 26. September 2008 (Prozess Nr. IV.2007.00261) wies das hiesige Gericht die Beschwerde ab und verneinte zudem einen Rentenanspruch (Urk. 11/133 S. 13 unten Ziff. 1). Auf eine dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 26. November 2008 nicht ein (Urk. 11/134 = Urk. 11/135).
1.2
Am 1. April
2010 erfolgte eine erneute Anmeldung des Versicherten (Urk. 11/152).
Mit Verfügung vom 19. Januar 2012 (Urk. 11/191) verneinte die
IV-Stelle einen Anspruch auf IV-Leistungen. Die dagegen vom Versi
cherten am 20. Juni 2012 erhobene Beschwerde (Urk. 11/202/3-8) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 12. November 2013 (Prozess Nr. IV.2012.00659) ab (Urk. 11/211/1-14 S. 13 Ziff. 1).
1.3
Am 15. Juli 2015 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 11/217). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfah
ren (Urk. 11/227-230) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. März 2016 (Urk. 11/231 = Urk. 2) auf die Neuanmeldung des Versicherten nicht ein.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am 28. April 2016 Beschwerde (Urk. 1) gegen die Verfü
gung vom 15. März 2016 (Urk. 2). Mit Eingabe vom 13. Juni 2016 be
antragte der neu mandatierte Rechtsvertreter des Versicherten, die Verfügung vom 15. März 2016 sei aufzuheben und es sei der massgebende aktuelle Sachverhalt, insbesondere der gegenwärtige Gesund
heitszustand des Versi
cher
ten, durch ein medizinisches Gutachten genauer abzuklären. Nach Erhalt des Gutachtens sei die Rentenfrage erneut zu prüfen (Urk. 6 S. 2 Ziff. 1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2016 (Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. August 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
2.2
Am 1. Dezember 2016 (Urk. 17) reichte der Beschwerdeführer dem Gericht einen Arztbericht (Urk. 18) ein.
Am 11. Januar 2017 fand am hiesigen Gericht eine Instruktionsverhandlung statt. Dabei überreichte der Beschwerdeführer dem Gericht einen weiteren Arztbericht (Urk. 19).
Der Rechtsvertreter informierte das Gericht am 2. März 2017, dass er den Beschwerdeführer nicht mehr vertrete (Urk. 20).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen
durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben
, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurtei
lung der Eintretensfrage, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein
getr
eten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3
IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tat
sachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend ge
machten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhalts
pun
kte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Er
heblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die gel
tend ge
machten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesge
richts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.4
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sach
verhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat den Standpunkt, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor (Urk. 2 S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer wies in der Eingabe vom 13. Juni 2016 auf einen Be
richt des behandelnden Psychiaters vom 6. Februar 2016 hin. Der Psychiater begründe darin, warum es zu einer wesentlichen Verschlechterung seines Ge
sundheitszustandes gekommen sei (Urk. 6 S. 3 Ziff. 3). Zwischen dem me
di
zi
ni
schen Gutachten vom 22. April 2011 und der angefochtenen Verfügung lie
ge sodann ein Zeitraum von fast fünf Jahren. Eine genauere Untersuchung der medizinischen Situation sei daher gerechtfertigt (Urk. 6 S. 4 Ziff. 6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 15. Juli 2015 zu Recht nicht eingetreten ist.
3.
3.1
Der behandelnde Psychiater Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in einem Schreiben vom 2. Dezember 2008 (Urk. 11/136) aus, dem Beschwerdeführer gehe es zunehmend schlechter. Er beschreibe Symptome, die klar dem Bild einer Somatisierungsstörung ent
sprächen. Zusätzlich leide er an einer Depression.
3.2
Am 4. Februar 2010 (Urk. 11/160/1) berichtete Dr. Z._, dass es insgesamt zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes gekommen sei.
Der Psychiater stellte folgende Diagnosen:
-
mittlere bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom
-
Borderline-Persönlichkeitsstörung
-
verschwommenes Sehen und Benommenheit haben zugenommen
-
somatoforme Funktionsstörung
Dr. Z._ führte aus, der Beschwerdeführer leide unter Gewaltfantasien. Er sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig und sei auch nicht fähig, leichte Ar
beiten auszuführen.
3.3
Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, erstattete am 22. April 2011 ein psychiatrisches Gutachten (Urk. 11/167/5-49).
Dr. A._ stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 35 Ziff. 4.1):
Achse I: klinische Störungen
-
Somatisierungsstörung
-
schädlicher Gebrauch von Benzodiazepinen, iatrogen mit-induziert seit
zirka ein bis zwei Jahren (Differentialdiagnose: low-dose-Abhän
gig
keit von Benzodiazepinen)
Achse II: Persönlichkeitsstörungen
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, disso
zia
len und narzisstischen Anteilen; als Persönlichkeitsorganisa
tion seit der späten Adoleszenz bestehend
Achse III: medizinische Krankheitsfaktoren
-
lumbal- und cervicalbetontes Panvertebral-Syndrom, bei Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule (linkskonvexe Skoliose) bei dorsalem Übergang und Hyperlaxizität, Erstdiagnose 2002
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Gutach
ter (S. 35 Ziff. 4.2):
Achse I: klinische Störungen
-
episodisch paroxysmale Angst, Beginn unbekannt
-
Störungen durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom, ständiger Substanz
ge
brauch, seit Jahren
Achse II: Persönlichkeitsstörung entfällt
Achsel III: medizinische Krankheitsfaktoren
-
chronische Spannungskopfschmerzen
-
Myalgien im Bereich der Extremitäten bei Dekonditionierung
Achse IV: psychosoziale und umgebungsbedingte Probleme
Dr. A._ führte aus, eine von Dr. Z._ postulierte mittlere bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom bestehe nicht. Hierfür fehlten in sämtlichen Vorberichten jedwede psychopathologisch stringenten Hinweise (S. 31 unten). Die Schilderungen des Beschwerdeführers zeigten eine maladaptive, sich wiederholende und biographisch früh einsetzende dysfunktionale Beziehungsgestaltung in der Partnerschaft, im Beruf und in anderen sozialen Bezügen. Diese sei kontaminiert durch Gewalterfahrungen und eigene Gewaltausübung (S. 33 oben).
Eine irgendwie bedeutsame Minderung der Arbeitsfähigkeit sei aus dem ge
samten Störungsbild nicht abzuleiten. Probanden mit Persönlichkeitsstörun
gen seien prinzipiell arbeitsfähig, das gelte auch für den Beschwerdeführer. Die Einschränkungen, die aus der Somatisierungsstörung resultierten, seien
durch eine zumutbare Willensanstrengung überwindbar. Eine relevante so
ma
tische und/oder psychische Komorbidität bestehe nicht. Auf keinen Fall liege eine mittelschwere oder gar schwere depressive Episode vor. Ein invali
di
sie
rendes Leiden liege somit nicht vor. Allerdings bestehe ein Störungs
komplex, der eine Behandlung impliziere (S. 39 oben). Nach den Fachbeur
teilungen auf rheumatologisch-orthopädischem und internistischem Gebiet bestehe für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Das gelte insbesondere für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten (S. 39 unten). Von psychiatrischer Seite bestünden leichte Einschränkungen der Konzentration, die aber durch einen Benzodiazepinabusus mindestens mit
bewirkt würden und die sich unter anderem in einer Tagesmüdigkeit nieder
schlagen würden (S. 40 oben).
3.4
Im Übrigen kann auf die im Urteil des hiesigen Gerichts vom 12. November 2013 zitierten Arztberichte (Urk. 11/211 S. 6 ff. E. 4.1-4.8) verwiesen werden.
4.
4.1
Am 15. Juli 2015 meldete sich der Beschwerdeführer erneut bei der Invali
den
versicherung an (Urk. 11/217).
Der Beschwerdeführer ist neu seit dem 24. August 2015 bei Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter psychiatrischer Behandlung (Urk. 11/225 Ziff. 1.2). Dr. B._ stellte im Bericht vom 26. November 2015 (Urk. 11/225) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidiverende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, disso
zia
len und narzisstischen Anteilen
Dr. B._ führte zur Anamnese aus, der Beschwerdeführer habe beim ersten Termin von seinem langjährigen psychischen Leiden erzählt, das durch eine depressive Stimmungslage, eine Antriebsstörung und Schmerzen geprägt sei (Ziff. 1.4). Eine stationäre Therapie sei indiziert. Der Patient werde in der C._ (Depressions- und Angststation) angemeldet (Ziff. 1.5). Im Rahmen der Depression bestünden ein Mangel an Konzentration und Auf
merksamkeit, eine rasche Ermüdbarkeit und eine fehlende Belastbarkeit. Auf der Persönlichkeitsebene zeige der Patient grosse Defizite. Aktuell könne er keine Leistung auf dem ersten Arbeitsmarkt erbringen (Ziff. 1.7).
4.2
Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regio
nal
ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in einer Stellung
nahme vom 17. Dezember 2015 (Urk. 11/226 S. 3) aus, in der Vor
geschichte sei immer wieder von einer rezidivierenden depressiven Störung gesprochen worden, die jedoch von Dr. A._ im psychiatrischen Gutachten als nicht nachvollziehbar bezeichnet worden sei. In diesem Sinne könne aktuell nicht von einer rezidivierenden depressiven Störung ausge
gangen werden. Da insbesondere keine weiteren Episoden geschildert worden seien, könne höchstens von einer neu aufgetretenen mittelgradigen depressi
ven Epi
sode ausgegangen werden. Die Diagnose einer Somatisierungsstörung werde im neuesten Bericht von Dr. B._ vom 26. November 2015 nicht mehr aufgeführt. Ob der Beschwerdeführer die antidepressive Medika
tion tatsächlich eingenommen habe, sei in Frage zu stellen, da er diese in früheren Behandlungen wegen Nebenwirkungen immer wieder abgesetzt habe. Eine Veränderung sei zusammenfassend nicht ausgewiesen.
4.3
Dr. B._ äusserte sich in einem Schreiben vom 6. Februar 2016 (Urk. 11/228/1-2) zunächst zur Vorgeschichte des Beschwerdeführers. So sei es in der Zwischenzeit nach 2006 zu einer Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes gekommen. In einem Bericht der E._ sei nach einem stationären Aufenthalt, der vom 27. Juni bis 28. Juli 2012 ge
dauert habe, die Diagnose einer Depression gestellt worden (S. 1).
Dr. B._ stellte zur aktuellen Behandlung durch ihn fest, der Be
schwer
deführer zeige ein komplexes psychisches Beschwerdebild. Es handle sich um behandlungsbedürftiges depressives Zustandsbild zumindest mittel
schweren Grades. In der Anamnese hätten sich mehrere depressive Phasen gezeigt. Er, Dr. B._, gehe deshalb aktuell von einer rezidi
vierenden depressiven Störung aus. Zudem seien die Wahrnehmungen, das Denken und die Affektregulation des Patienten sehr auffällig. Er weise ein tiefgreifendes
und andauerndes Verhaltensmuster auf, welches im Rahmen einer Persön
lic
h
keitsstörung aufzufassen sei. Der Beschwerdeführer habe dieses Leiden jahre
lang mit Alkoholkonsum im Griff gehalten und in mehre
ren Lebens
bereichen nicht funktioniert. Seit der Abstinenz spüre er ein deut
liches sub
jektives Leiden, welches ihn in mehreren Lebensbereichen inklusive der Leis
tungs
fähigkeit einschränke. Dr. B._ gehe deshalb von einer Persön
lich
keitsstörung aus. Eine intensive stationäre Therapie sei beim Be
schwerde
führer indiziert.
Da es zu einer starken Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekom
men
sei, werde die Beschwerdegegnerin gebeten, den Vorbescheid zu über
prüfen und eine seriöse Abklärung durchzuführen (S. 2).
4.4
Der Beschwerdeführer stellte dem Gericht am 1. Dezember 2016 (Urk. 17) einen Bericht zu von Dr. med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, Oberärztin,
G._
vom 4. November 2016 (Urk. 18).
Das ambulante Vorgespräch fand am 27. Oktober 2016 statt. Der Patient habe berichtet, dass er ständig nervös sei. Er sei so angespannt und schwer belastbar, dass er teilweise nur wenige Minuten mit anderen Menschen, zum Beispiel auch mit seinen Kindern, aushalte. Sehr schnell trete der Impuls zu körperlichen Übergriffen auf. Er könne nicht garantieren, dass er nicht je
manden schwer körperlich verletzen oder töten würde, sollte er sich durch eine andere Person provoziert fühlen. Er könne sich nur eine Therapie vor
stellen, in deren Rahmen keine Gruppentherapie stattfinden würde, er nicht mit anderen zusammen essen müsse und keine Besprechungen in der Gruppe habe.
Dr. F._ sehe den Patienten zusammenfassend als schwer gestört und drin
gend behandlungsbedürftig. Allerdings könne sie dem Patienten aufgrund des Fremdgefährdungspotentials keine stationäre Aufnahme anbieten. Der Patient habe dies verstanden. Sie empfehle die Fortführung der ambulanten Therapie mit schrittweiser Heranführung an Gruppentherapien.
4.5
Dr.
B._
stellte in einem Zwischenbericht vom 9. Januar 2017 (Urk. 19
) dieselben Diagnosen wie im Bericht vom 26. November 2015. Der Psychiater führte aus, der Beschwerdeführer zeige eine Motivation, eine sta
tionäre Therapie durchzuführen. Er sehe die Notwendigkeit, seine prekäre psychische Situation zu verändern. In diesem Rahmen sei eine stationäre Therapie angestrebt worden. Der Patient habe sich in der C._ und später in der G._ vorgestellt. Nach ausführlichen Informatio
nen über die Details des Klinikaufenthaltes habe der Patient grosse Skepsis geäussert, dass er aktuell diese Therapie machen könne. Er habe grosse Ängste geäussert, eine Gruppentherapie auszuhalten. Der Patient habe grosse Mühe, sich im
Kontakt zu anderen abzugrenzen. Hiervor habe er grosse Angst, da er nie
man
dem etwas antun wolle. In den Sprechstunden werde in
tensiv daran gear
bei
tet. Das Ziel sei eine Vorbereitung für eine Gruppenakti
vität bezieh
ungsweise
eine Gruppentherapie. Nach wie vor werde eine statio
näre Therapie ange
strebt
.
5.
5.1
Das hiesige Gericht stellte im Urteil vom 12. November 2013 im Rahmen der letztmaligen Beurteilung im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. A._ vom 22. April 2011 (E. 3.3 hiervor) ab. Der Gut
achter nannte damals als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung, einen schädlichen Gebrauch von Benzodiazepi
nen, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, disso
zialen und narzisstischen Anteilen und ein lumbal und cervicalbetontes Pan
vertebral-Syndrom. Dr. A._ kam zum Schluss, dass der Be
schwerdeführer im Hinblick auf die zuletzt von ihm ausgeübten Tätigkeiten nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Der Beschwerdeführer ist neu bei Dr. B._ in ambulanter psychia
trischer Behandlung. Dr.
B._
diagnostizierte im Bericht vom 26. Novem
b
er 2015 eine rezidivierende depressive Störung und eine kombi
nierte Persönlichkeitsstörung und erachtete den Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt als nicht arbeitsfähig (E. 4.1).
5.2
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass Dr. B._ eine noch von
Dr.
A._
diagnostizierte Somatisierungsstörung in der Diagno
se
liste seines Berichtes vom 26. November 2016 nicht mehr aufführte. Es ist daher davon auszugehen, dass die Diagnosekriterien für eine Somatisie
rungs
störung nicht länger erfüllt sind. Dementsprechend braucht nicht ge
prüft zu werden, ob der Beschwerdeführer aufgrund einer solchen Störung in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Dr. B._ verwies im Schreiben vom 6. Februar 2016 auf frühere Arztbe
richte, in denen die Diagnose einer depressiven Störung gestellt wor
den sei (E. 4.3). Zu beachten ist jedoch, dass Dr. A._ eine de
pressive Störung im psychiatrischen Gutachten vom 22. April 2011 nicht bestätigen konnte, während nach Einschätzung von Dr. Z._ zum Zeit
punkt der Begutachtung eine mittlere bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom bestanden haben soll. Dr. B._ diagnostizierte nun wiederum wie zuvor Dr. Z._ eine depressive Störung. Dass es sich um eine neu aufgetretene Depression handelt, ist den Berichten von Dr. B._ nicht zu entnehmen, geht er doch von einer rezidivierenden depressiven Störung aus. Dies lässt auf eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes schliessen. Mit dem RAD der Beschwerdegegnerin ist nach Lage der Akten daher davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers verglichen mit dem Zeitpunkt der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 19. Januar 2012 nicht wesentlich verändert hat. Dies, nachdem in den Berichten der behandelnden Ärzte seit Jahren ein
schlechter psychischer Gesundheitszustand des Beschwerdeführers beschrie
ben
worden ist. Auch der Bericht von Dr. F._ vom 4. November 2016 ent
hält keine Hinweise auf eine Verschlechterung, nachdem bereits Dr. Z._ er
wähnt hatte, dass der Beschwerdeführer wie auch aktuell an Gewaltfanta
sien leide (E. 3.2 hiervor).
Der Bericht von Dr. F._ vom 4. November 2016 sowie der Zwischenbericht von Dr. B._ vom 9. Januar 2017 können in zeitlicher Hinsicht nicht berücksichtigt werden, da im vorliegenden Verfahren die Verhältnisse zum Zeitpunkt der angefochte
nen Verfügung vom 15. März 2016 zu beurteilen sind (E. 1.4 hiervor).
5.3
Zusammenfassend ergibt sich auch bei herabgesetzten Anforderungen an den Beweis einer gesundheitlichen Verschlechterung, dass sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers im Vergleich zur letztmaligen Beurteilung der Verhältnisse nicht verändert hat und der Beschwerdeführer nicht massgeblich in seiner Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt ist. Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuan
meldung des Beschwerdeführers vom 15. Juli 2015 daher zu Recht nicht ein
getreten.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Vorlie
gend
sind die Kosten auf Fr. 900.-- festzusetzen und dem unterliegenden Be
schwer
deführer aufzuerlegen.