Decision ID: 78efbcf6-6119-4da3-afe5-817d4dd2ac50
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, arbeitet seit dem 19. Juli 2010 als kaufmännische Angestellte der
Y._
(
Urk.
6/3/9
, 6/10/2
und 6/16
).
Am
27. April 2011
wurde sie
wegen
einer
symp
tomatische
n
Hüftgelenksdysplasie mit
Coxa
valga
et
antetorta
in der
Z._
an der linken Hüfte operiert (
Urk.
6/11/5
und 6/17/36
).
Sie war
bis zum 12. Mai 2011 hospitalisiert (
Urk.
6/17/33).
Der postoperative Verlauf zeigte sich sehr verzögert und die Versicherte war
nur schwer mobilisierbar (Urk.
6/11/6
und 6/17/34
).
Nach dem Eingriff klagte sie über progrediente neuropathische Schmerzen
im Bereich des linken Beines
,
worauf sie am
6. und am
20. Mai 2011 im
Paraplegikerzentrum
der
Z._
neurologisch und neurophysiolo
gisch untersucht wurde
(
Urk.
6/3/20 und 6/11/3)
.
Beim zweiten Untersuch
wur
den
in den
Muskeln aus allen drei Nervenv
ersorgungsgebieten (
Nervus
femo
ralis
,
Nervus
tibialis
und
Nervus
peronaeus
)
axonale
Schädigungszeichen
fest
gestellt
und es
wurde ein
e
inkomplette Plexus
lumbosacralis
-Schädigung diag
nostiziert (
Urk.
6/3/20
und 6/3/21
).
Am 11. Oktober 2012 meldete sich
die Versicherte
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, I
V-Stelle, zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/4).
Diese
stellte
ihr nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse mit
Vorbescheid
vom
11. März 2014 (
Urk.
6/38 und 6/39)
, au
sgehend von einer 50
%igen Arbeitsfähigkeit und einem Invaliditätsgrad von 50
%
(vgl.
Urk.
6/37 und 6/38), ab dem 1. Juli 2013 eine halbe Rente
in Aussicht
.
Dagegen liess die Versicherte
mit Eingabe vom 23.
April 2014 (
Urk.
6/42)
Einwand erheben
und, ausgehend von
einer 30%igen Arbeitsfähigkeit und
einem Invaliditätsgrad von 70 %, die Ausrichtung einer ganzen Rente beantragen. Überdies machte sie einen Anspruch auf Vergütung von Dienstleistungen
in Form
der
Übernahme der Kosten eines professionellen Taxisdienstes für den Arbeitsweg geltend, da sie an Stöcken gehen müsse
und ihre Mutter die notwendigen Fahrdienste aus gesundheitlichen Gründ
en nicht mehr leisten könne
.
Die IV-Stelle holte weit
ere Arztberichte ein (
Urk.
6/46 und
6/52
) und erliess am
28
.
August
2014
bezüglich der beantragten Beiträge an Dienstleistungen Dritter
einen negativen Vorbe
scheid (Urk.
6
/
54
), gegen
d
en die Versicherte Einwand
erheben liess
(Urk.
6
/
64
).
Mit demselben liess sie eine Bestätigung ihrer Arbeitgeberin einreichen,
dass
sie
seit dem 27. April 2011 jeden Arbeitst
ag von ihrer Mutter
zum Arbeitsort
und wieder nach Hause gefahren worden sei. Eine entsprechende Dienstleistung
könne die
Arbeitgeberin nicht
erbringen
(
Urk.
6/63).
Mit Verfügung vom
2
. Oktober 2014 (
Urk.
6
/
66
)
sprach die IV-Stelle der Versicherten wie angekün
digt ab Juli 2013 eine halbe Invalidenrente zu. Sie holte in der Folge weitere medizinische Unterlagen ein (
Urk.
6/81
, 6/82, 6/84 und 6/90
).
Mit Verfügung
vom 14.
Dezember 2015
lehnte die IV-Stelle
die beantragten Beiträge an Dienstleistungen Dritter ab (
Urk.
2 = 6/95)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
4
.
Dezem
ber 201
5
liess
die Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt
Massimo
Aliotta
,
mit Eingabe vom 2
9
.
Januar 2016
(Urk. 1)
Beschwerde
erheben
.
Ihr Rechtsvertreter beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Hilfs
mittel festzustellen. Dementsprechend sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, der Beschwerdeführerin Dienstleistungen Dritter in Form von Taxikosten für den Arbeitsweg zu bezahlen
(
Urk.
1 S. 2)
.
Am
1
.
März
201
6
schloss die IV-Stelle auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 5
).
Davon wurde der Gegenpartei mit Verfügung vom 2. März 2016 Kenntnis gegeben (
Urk.
7)
, worauf sie am 6.
April 2016 eine Stellungnahme
einreichte (
Urk.
8)
.
Eine Kopie derselben wurde
der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom
8. April 2016 zugestellt (Urk.
11).
Auf
die
Vorbringen der Parteien wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche
Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.3
Gemäss Art. 21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbil
dung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versi
cherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedür
fen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rück
sicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die d
i
e
v
er
sicherte
Person
auch ohne Invalid
ität anschaffen müsste, so hat sie
sich an den Kosten zu beteiligen (Abs. 3). Der
Bundesrat kann vorsehen, dass die ve
rsicherte
Person
ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchs
voraussetzungen weiter verwenden darf (Abs. 4).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von Art. 21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in Art. 14
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
an das Eidgenössische Departement des Innern
(EDI)
übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangs
weise aufgeführter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut Art. 2 HVI besteht im Rah
men der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
1.4
Versicherte, die voraussichtlich dauernd eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit ausüben und zur Überwindung des Arbeitswegs auf ein persönliches Motorfahr
zeug angewiesen sind,
haben Anspruch auf ein Motorfahrzeug im Sinne von Ziffer 10.01, 10.02 oder 10.04 HVI-Anhang oder
auf
die invaliditätsbedingte Abänderung eines Motorfahrzeuges
gemäss Ziffer 10.05 HVI-Anhang
(vgl. Ziffer 10 HVI-Anhang).
1.5
Die versicherte Person hat gemäss Art. 9
Abs.
1 HVI Anspruch auf Vergütung der ausgewiesenen invaliditätsbedingten Kosten für besondere Dienstleistungen, die von Dritten erbracht werden und anstelle eines Hilfsmittels notwendig sind, um
a.
den Arbeitsweg zu überwinden
b.
den Beruf auszuüben oder
c.
besondere Fähigkeiten zu erwerben, welche die Aufrechterhaltung des Kon
takts mit der Umwelt ermöglichen.
Die monatliche Vergütung darf weder den Betrag des monatlichen
Erwerbsein
kommens
der versicherten Person noch den anderthalbfachen Mindestbetrag der ordentlichen Altersrente übersteigen (Art. 9
Abs.
2 HVI).
Nach der Rechtsprechung hat die Invalidenversicherung Dienstleistungen Dritter jedenfalls dann zu entschädigen, wenn die invalide Person die Voraussetzung für die Abgabe eines bestimmten Hilfsmittels zwar erfüllen würde, dieses aber wegen Gegebenheiten, die in ihrer Person liegen, nicht benützen kann. Diese Gegebenheiten können, müssen aber nicht notwendigerweise mit ihrem Gebrechen zusammenhängen (BGE 112 V 11; ZAK 1988 S. 183 E. 3a).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin
ihren Arbeitsweg selbst bewältigen kann oder ob sie auf
den
Transport mit einem
Taxi
angewiesen ist
(vgl.
Urk.
1, 2, 5 und 8)
.
3.
3.1
In prozessualer Hinsicht ist vorab
zu bemerken
, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Durchführung eines Augenscheins bezüglich des von
ihr
zu bewältigenden Arbeitsweges beantragt hat (
Urk.
1 S. 6 und
8 S. 2 und 3).
3.2
Jede Partei hat das Recht, dass das Gericht die von ihr form- und fristgerecht angebotenen
tauglichen Beweismittel abnimmt
, um einen strittigen Sachverhalt zu klären
. Das Recht auf Beweis hindert das Gericht jedoch nicht daran, die Beweise antizipiert zu würdigen, wenn es zum Schluss kommt, dass weitere Beweiserhebungen an sei
nem Urteil nichts zu ändern vermöchten, weil die entsprechenden Beweisan
träge offensichtlich untauglich sind oder eine
rechts
unerhebliche
Tatsache betreffen oder weil das Gericht aufgrund der bereits abgenommenen Beweise eine Überzeugung gebildet hat und willkürfrei davon ausgehen darf, diese wür
de durch weitere Beweiserhebungen nicht erschüttert
(
vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 und das
Urteil
des Bundesgerichts
8C_480/2011
vom 2
8
.
Oktober
201
1
E.
3.2
, je mit Hinweisen).
3.3
Es ist insoweit unbestritten, dass die Beschwerdeführerin vom Einfamilienhaus, in dem sie lebt, bis zum Bahnhof
A._
eine Stecke von mehreren hundert Metern zurückzulegen hat.
Vom
Bahnh
of
A._
bis zum
Hauptbahnhof B._
verkehrt eine S-Bahn.
Eine direkte Busverbindung zwischen dem
Hauptbahnhof B._
und dem Arbeitsort der Beschwerde
führerin, wo es offenbar diverse Treppenstufen zu bewältigen gilt, existiert nicht (
Urk.
1 S. 5 f.
; vgl. auch
Urk.
2, 5 und 6/53
).
Bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin die Reiseroute
, einschliesslich
der
in der Regel
benötigten Zeit für die zu Fuss zurückzulegenden
Distanzen
,
anhand des SBB Fahrplanes überprüft (
Urk.
6/53; vgl. auch
www.sbb.ch/fahrplan
)
.
Diese Abklärungen blieben unbeanstandet
(vgl.
Urk.
1 und 8)
.
Die einzige Kontroverse
entwickelte sich
im Verlauf des Beschwerdeverfahrens
und betrifft die exakte
Distanz zwischen de
r
Wohn
ung
der Beschwerdeführerin
und dem Bahnhof
A._
. Während die Beschwerdeführerin ausführen liess, sie betrage etwa 500 Meter (
Urk.
1 S. 5), machte die Beschwerdegegnerin geltend, sie
belaufe sich auf
ca. 400 Meter; der Weg vom Bahnhof
B._
bis zum Arbeitsort betrage dann nochmals
ca. 580 Meter (
Urk.
5).
Die Diskrepanz von rund 100 Metern ist – wie zu zeigen sein wird – nicht
entscheidrelevant
. Ungeachtet dessen erscheint der beantragte Augenschein
auch ungeeignet
, die vorhandene Unstimmigkeit auszuräumen, würden bei einem solchen doch keine exakten Distanzen ausgemessen
.
Demge
genüber lassen sich die zurückzulegenden Wege
mit Hilfe einer Recherche unter
www.map.search.ch
präzise
ermitteln. Demnach beläuft sich die
zu Fuss zurück
zulegende
Strecke zwischen de
r
Wohn
ung
der Beschwerde
führerin und de
m Bahnhof
A._
auf 36
6 Meter und wird von einem Fussgänger in der Regel in 4 Minuten bewältig
t
. Der Weg zwischen dem
Hauptbahnhof B._
und dem Arbeitsort misst 556 Meter und ist zu Fuss üblicherweise innert 7 Minuten zurückzulegen.
E
rgänzende Informationen zur Topografie
usw.
wären
– sofern
überhaupt
strittig und relevant
– unter
www.google.ch/maps
etc. erhält
lich zu machen
.
Auf den beantragten Augenschein ist folglich zu ver
zichten.
4.
4
.1
Mit Bezug auf die medizinischen Verhältnisse lässt sich den Akten entnehmen,
dass
die
behandelnden
Ärzte
der Orthopädie der
Z._
bereits am 18.
August 2011 eine Mobilisation an zwei Gehstöcken
festgestellt hatten
. Der
Einbeinstand
rechts war
noch
unsicher und links nicht durchführbar. Die
geh
stockfreie
Mobilisation
konnte
schmerzbedingt nicht
ge
prüf
t werden (Urk.
6/17/25 f.).
Bei
der neurologischen Untersuchung
im
Paraplegikerzentrum
der
Z._
a
m 1
9.
August 2011 wurde eine gute Rückläufigkeit des neur
o
pa
thischen Schmerzsyndroms unter Belastungsaufbau vermerkt. Die
i
nkomplette Plexus
lumbosacralis
-Schädigung mit Schwerpunkt auf
peroneale
und
femorale
Anteile
befand
sich in Besserung (
Urk.
6/3/25).
Beim Gang mit den
Unterarm
gehstöcken
war
ein
gutes Abrollen und ein physiologisches Gangbild ent
sprechend einer deutlichen Funktionsverbesserung auch des linken Beines mög
lich (
Urk.
6/3/26).
4
.2
Med.
pract
. Amin
C._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
bestätigte
in seinem Bericht
vom 2
6.
September 2011
ebenfalls
, dass eine Mobilisation an zwei Gehstöcken stattgefunden habe. Eine gehstockfreie Mobilisation sei gegenwärtig schmerzbedingt
noch
nicht durchführbar. Die Patientin klage
nach wie vor
über eine Sensibi
litätsstörung am linken B
ein, am stärksten ausgeprägt im Bereich der Hüfte lateral.
Die Hüftbeweglichkeit sei besonders stark einge
schränkt. Es sei eine schmerzhafte Flexion bis 70° möglich. Überdies bestehe eine ausgeprägte Kraftminderung an der Ober- und an der
Unterschenkel
muskulatur
des linken Beines. Neu klage die Patientin auch über Rücken- und Steissbeinschmerzen und über Druckschmerzen (
Urk.
6/3/14 f.).
In einem Verlaufsbericht vom
8.
Februar 2012 vermerkte med.
pract
.
C._
ein ausgeprägtes Rehabilitationsdefizit mit
Tend
in
opathie
der
Pso
as
sehne
und
eine
Schwäche der
Hüftabduktoren links
(
Urk.
6/3/2
7). Die Versicherte habe am 17.
Oktober 2011 ihre Arbeit mit einem Pensum von 30
%
wieder aufgenom
men
.
Vom
20. Dezember 2011
bis zum 1
9.
Januar 2012 habe sie
50
%
gear
beitet. Seit dem
2
0.
Januar 2012 sei sie wieder zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
6/3/29).
Die Versicherte sei wieder auf zwei Gehstöcke angewiesen und habe kaum Kraft im linken Bein. In der Muskulatur des linken Ober- und Unterschenkels verspüre sie vermehrt Schmerzen.
Med.
pract
.
C._
empfahl
deshalb
einen stationären Aufenthalt in der Rehaklinik
Zurzach
(
Urk.
6/3/29 und 6/3/31).
4
.3
Eine
klinisch
-
neurologische
und neurologische
Verlaufsuntersuchung
fand am 2
4.
Februar 2012
im
Paraplegikerzentrum
der
Z._
statt. Es
wurden eine weitgehend rückläufige Nervenschädigung
im Bereich des Plexus
lumbosa
cr
alis
,
persistierend neuropathisch einschiessende Schmerzen im linken Bein und leichte, weitgehend reife
periartikuläre
Ossifikationen in der linken Hüfte diagnostiziert (
Urk.
6/3/32).
Der Befund sei im Vergleich zur letzten Unter
suchung vom Juni 2011 eindeuti
g gebessert (Urk. 6/
3/33).
Die Versicherte habe einen Unterarmgehstock zur Untersuchung mitgebracht und berichtet, für län
gere Distanzen noch
einen solchen
zu benötigen (
Urk.
6/3/32). Das Gangbild sei
inzwischen
flüssig und
ohne Hinken
(
Urk.
6/3/33).
Demgegenüber stellten die Ärzte in der Orthopädie der
Z._
bei der Untersuchung am 2
0.
April 2012 ein deutliches linksseitiges Schonhinken mit Hyperextension des linken Beines zur Stabilisation fest. Die Operationsnarbe sei reizlos abgeheilt. Es bestehe immer noch eine ausgeprägte Schwäche sowohl der Hüftflexoren als auch der Hüftabduktoren, maximal M
3.
Es wurde deshalb ein stationärer Rehabilitationsaufenthalt in der
D._
organisiert (
Urk.
6/11/12
f. und 6/17/15 f.
).
Dieser dauerte v
om
7.
bis zum 2
6.
Mai 201
2.
Bei
Klinikeintritt
sei
die Ver
sicherte
innerhalb des Zimmers ohne Unterarmgehstöcke und ausserhalb
sowie
für grössere Distanzen an zwei Unterarmgehstöcken im Kreuzgang
gehfähig
gewesen. Im Rehabilitationsverlauf hätten erfreuliche Fortschritte erzielt werden können (
Urk.
6/3/49
und 6/11/15
).
Bei
m
Austritt sei Treppensteigen mit zwei Unterarmgehstöcken im Nachstellschritt problemlos möglich gewesen (Urk.
6/3/40
und 6/11/15
).
Es habe ein Kraftdefizit der Hüftflexoren (M 2-3),
-extensoren (M 2-3), -abduktoren (M 2), des
Musculus
quadriceps
femoris
(M 3-) und des
Musculus
tib
ialis
anterior
(M 3) links bestanden. Sie habe 25 Meter in 36 Sekunden, 95 Meter in drei Minuten und eine maximale Gehstrecke von 130 Metern bewältigt (
Urk.
6/11/15).
4
.
4
Am 1
8.
Juli 2012
vertraten
die behandelnden Ärzte der Orthopädie der
Z._
die Auffassung
, dass die Versicherte vom
Rehabilitations
aufent
halt
sehr profitiert habe. Sie hätten sie am
6.
Juli 2012 ambulant untersucht. Mittlerweile könne sie immer längere Strecken ohne Stöcke gehen. Der
Barfuss
gang
mit Stöcken sei flüssig, ohne Stöcke gebe es noch ein Insuffizienzhinken. Die Hüftabduktoren lägen bei M
3 und die Beweglichkeit des Hüftgelenks sei unverändert. Der
Psosas
-Test sei negativ. Die Physiotherapie werde weiterge
führt zur Gangschulung, Stockentwöhnung und zum Aufbau der
pelvitrochan
tären
Muskulatur (
Urk.
6/17/11-14).
Gemäss einem weiteren Bericht
vom
2
2.
März 2013 fand nach dem
6.
Juli 2012 keine weitere Untersuchung mehr statt (
Urk.
6/18). Erst am 1
4.
Juni 2013 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle erneut
in der Orthopädie der
Z._
untersucht. Sie habe von einer Verschlechterung der Symptomatik berichtet. Die
geplante
elektroneuromyographische
Verlaufsuntersuchung
(ENMG)
habe nicht durchgeführt werden können, da die Versicherte aufgrund der Vorgeschichte keine Untersuchung durch
Dr.
E._
gewünscht habe
(Urk.
6/21/1)
.
Zum Befund wurde vermerkt, dass die Versicherte weiterhin an zwei Gehstöcken unterwegs sei. Der Gang ohne Gehstöcke sei möglich, dann sei
en
ein deutliches Schonhinken
und
weiterhin
eine
Hyperextension des linken Beines zu beobachten. Der
Einbeinstand
sei beidseits nicht möglich wegen der fehlenden Rumpfstabilisierung. Der Zehen-/Fersenstand mit beidarmiger Unterstützung sei rechts möglich, links nicht (
Urk.
6/21/1 f.).
4
.5
Dr.
med
. F._
hielt in ihrem
Bericht vom 1
3.
Mai 2014 fest, dass die Versicherte an Unterarmgehstöcken gehe. Sie sei nur wegen des Rückens bei ihr in Behandlung gewesen.
Dr.
F._
habe auch nicht gewusst, dass die Versicherte ihren Arbeitsweg mit einem Taxi bewältige. Die letzte Unter
suchung habe durch
Dr.
med. G._
, Facharzt FMH für Neurologie, statt
gefunden (
Urk.
6/46/1 f.).
Aus dessen Bericht vom
2.
Mai 2014
(
Urk.
6/46/3 f.)
geht hervor, dass er die Versicherte gleichentags untersuchte. Eine Diagnosestellung bezeichnete er als unmöglich, da er über keinerlei Akten der früheren Krankengeschichte verfüge. Die Versicherte klage über einen Schmerz inguinal über die Adduktoren bis zum Knie und andererseits über dem
Tractus
iliotibialis
bis auf die Aussenseite des Knies reichend, daneben
über
Missempfindungen über dem Oberschenkel vent
ral und dem Unterschenkel medial bis in den Vorderfuss. Der Nachtschlaf sei nicht wesentlich gestört. Tagsüber bestünden wechselhaft, teils stechende Schmerzen, weswegen sie seit Jahren
Lyrica
einnehme, überdies
Spedifen
,
Tra
mal
und in Reserve Tropfen. Die Schwäche im linken Bein und der
Schmerz
zustand
hätten zu einer deutlichen Abhängigkeit vo
n Fremdpersonen geführt. Sie benötige beim Aus- und Anziehen Hilfe, fahre nicht mehr Auto und bewäl
tige nur noch 30
%
ihres Arbeitspensums im kaufmännischen Bereich.
Neurologisch klinisch mache die Patientin bei der Untersuchung und im Gespräch einen sehr guten Eindruck, sie sei voll orientiert, beschreibe ihre Schmerzen aber relativ vage, wechselhaft, auch die Beurteilung hinsichtlich der Medikamentenwirkung sei ungenau. Eigentliche Ruheschmerzen gebe sie nicht an, keine brennenden
Dysästhesien
im Innervationsbereich des
Nervus
femo
ralis
, welcher aufgrund der Beschreibung am ehestens lädiert gewesen sei
n dürfte
. Klinisch auffallend sei eine Präsenz sämtlicher Eigenreflexe inklusive PSR und der Bauchhautreflexe,
es bestehe ein
normaler Vibrationssinn von 8/8 über den Knöcheln,
die
Spitz-Strumpf-Diskrimination und
die
Temperatur-Empfindung
seien
al
lseits gegeben, subjektiv links allgemein schwächer als rechts. Das
linke
Bein könne im Sitzen angehoben werden, Absitzen sei ohne
Einknicken möglich, das Laufen an einem Stock über einige Schritte sei
gut möglich, teils auch ohne Stö
cke. Es gebe keine Trendelenburgzeichen. Auf aktive Befehle, gewisse Muskelgruppen zu innervieren, geschehe dies nur
sak
kadisch
und unvollständig. Das Abheben des linken gestreckten Beines
in lie
gender Stellung
von der Unterlage
sei nur knapp möglich
. Die Flexion und Extension sowohl im Knie- wie auch im Hüftbereich links sei zu ca. 30
%
ein
geschränkt. Es gebe kein
Lasègue
-Phänomen. Die Muskulatur scheine kräftig und es seien keine umschriebenen Atrophien sichtbar, wobei
die Beurteilung
durch die Adipositas etwas eingeschränkt sei (
Urk.
6/46/4).
Eine schwere sensomotorische Ausfallsymptomatik liege aktuell nicht vor. Es bestünden hauptsächlich ein Schmerzproblem und eine deutliche
Dekonditio
nierung
, weshalb er eine regelmässige physikalische Therapie mit im V
order
grund stehenden Dehnungsüb
ungen im Hüft- und Kniebereich und anschlies
sender MTT sowohl für die Rumpf- wie auch für die Beinmuskulatur empfohlen und entsprechend verschrieben habe. Die Schmerzmedikation sollte möglichst reduziert werden, vor allem
Lyrica
wegen der Gewichts
zunahme von 30 Kilo
gramm und des subjektiven Empfinde
n
s
von
Trümmel
u
nd verminderter
Reak
tionsberei
tschaft
, dies im Hinblick auf das angestrebte Wiederzulassen zum Führen eines Motorfahrzeuges (
Urk.
6/46/4).
4
.6
Im
Bericht der Orthopädie der
Z._
vom
2
8.
Juli 2014
wurde im Wesentlichen festgehalten,
dass seit dem 1
4.
Juni 2013 keine weitere Unter
suchung mehr stattgefunden ha
b
e (
Urk.
6/52/2).
4
.7
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vertrat
am 2
6.
August 2014
die Auffassung,
es lasse sich
anhand der vorliegenden Arztberichte nicht fest
stellen, dass die Versicherte
zur
Bewältigung
ihres
Arbeitsweges
auf einen Taxitransport
angewiesen sei. Gemäss dem Bericht der
Z._
vom 1
4.
Juni 2013 und den Berichten der
D._
vom 2
5.
Mai und vom
7.
Juni 2012 sei
die Versicherte
mit Unterarmstützen mobil gewesen, teil
weise auch ohne solche Hilfsmittel. Die Kraft des linken Beines sei auf MFP 2-4 (Bericht der
Z._
vom 1
8.
November 2011) bzw. MFP 3-5 (Bericht der
Z._
vom 2
7.
April 2011) reduziert gewesen. Damit sei das Gehen mit Unterarmstützen möglich. Eine seit den genannten Arztberichten eingetretene Verschlechterung des Gehens sei nicht dokumentiert. Aufgrund der Medikamentennebenwirkungen dürfe die Versicherte derzeit kein Auto lenken (
Urk.
6/53/2).
4
.8
Aus dem
später
eingereichten Bericht von
Dr.
med. I._
, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin
,
der auf der letzten Untersuchung vom 2
4.
April 2015 beruht,
geht hervor
, dass die Versicherte
an zwei Gehst
öcken mit aussenrotiertem lin
kem
Bein und erheblich langsam
gehe
. Sie sei rasch erschöpft und klage über eine Beinschwäche und eine bel
astungsabhängige Schmerzzunahme
. Der Geh
weg von zuhause
bis zur Bahnstation sei zu lang
. Sie könne nur mit rechts
vorangehendem Bein Treppensteigen und Hindernisse übers
teigen. Wegen sen
somotor
i
s
cher Defizite,
der
Koordinationsschwäche im linken Bein und vor allem wegen der psychoaktiven Schmerzmedikation
riet
Dr.
I._
vom Lenken eines Fahrzeuges dringend ab (
Urk.
6/81/1 f.).
Dem
beigelegten Bericht
von
Dr.
med. J._
, Facharzt FMH für Rheu
matologie im
K._
,
vom 3
0.
April 2015
lässt sich ent
nehmen
, dass die V
ersicherte A
nfang 2015 von
Dr.
G._
zur Untersuchung zugewiesen worden sei. Zu den Orthopäden und Neurologen der
Z._
habe die Versicherte das Vertrauen verloren (
Urk.
9/81/3). Aktuell bestehe eine
exazerbierte
chronifizierte
Schmerzproblematik, ausgehend von der linken Leiste, mit Übergreifen auf den ganzen linksseitigen Beckengürtel und einer belastungsabhängigen erheblichen Schmerzausstrahlung ins linke Bein. Dabei zeigten sich klinisch Zeichen einer Hyperalgesie bis hin zu einer
Hyper
pathie
/
Allodynie
, insbesondere im Bereich der Adduktoren und bei schmerz
haftem Os
pubis
links. Im Gangbild falle ein ausgesprochenes propriozeptives und koordinatives Defizit auf. Dies, obschon die Versicherte eigentlich seit mehreren Jahren ambulant regelmässig mehrmals pro Woche die Physiotherapie besucht habe. Aufgrund der aktuellen Röntgen- und MRI-Aufnahmen vom Januar und Februar 2015 fänden sich keine richtungsweisenden
morphostruk
turellen
Pathologien, welche die
chronifizierte
,
zum Teil neuropathische Schmerzsymptomatik erklären könnten. Insbesondere könne nun im aktuellen MRI eine entzündliche Genese,
artikulär
bzw.
periartikulär
an der linken Hüfte ausgeschlossen werden. Entsprechend könne der Versicherten
gegenwärtig
keine
infiltrative
Massnahme angeboten werden (
Urk.
6/81/4). Nach wie
vor sei die Versicherte im Alltag massiv eingeschränkt und auf die Hilfe ihre
r
Mutter angewiesen. Zudem führe sie ein
e
medikamentöse Polypharmazie durch, die so auf die Dauer nicht weiter toleriert werden könne. Eine entsprechende intensive stationäre Auseinandersetzung mit der Problematik und dem
Schmerzmittel
konsum
müsse dringend erfolgen. Daneben müssten alle möglichen therapeu
tischen R
egister aus dem konservativen
Ar
mamentarium
ausgeschöpft werden, unter Durchführung intensiver Therapien, da bis anhin die durchgeführten ambulanten Behandlungen beziehungsweise Therapien unergiebig gewesen seien. Er beantrage daher eine drei- bis vierwöchige Intensivbehandlung in der
D._
(
Urk.
6/81/5).
Aufgrund der komplexen Schmerzsituation sei die Patientin nur für kurze
Geh
strecken
an zwei Stöcken
gehfähig
. Bis anhin sei sie zur Ausübung der bishe
rigen Restarbeitsfähigkeit von 50
%
jeweils von der Mutter zur Arbeit gefahren
und wieder abgeholt worden. Dies sei für die Mutter psycho-physisch sehr belastend, zumal sie auch anderweitig stark engagiert sei. Als Alternative sehe er die Inanspruchnahme eines Taxidienstes. Der Patientin sei
es
nicht zumutbar, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu gehen,
da sie
sturzgefährdet
sei
. Zudem habe
sie
während der letzten zwei Jahre nicht selbst Auto fahren kön
nen. Aus ärztlicher Sicht sei die Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr kontraindiziert, weil sie psychoaktive Substanzen und
Opoide
einnehme (
Urk.
6/82).
4
.9
Vom 1
3.
Juli bis zum
8.
August 2015 war die Versicherte in der
D._
hospitalisiert. Sie habe motiviert am multimodalen
Therapiepro
gramm
teilgenommen. Die Behandlungsschwerpunkte hätten hauptsächlich auf der Verbesserung der muskulären Kraft des linken Beines und der Verbesserung der Gehfähigkeit und der Förderung der kardialen Ausdauer gelegen. Beim Austritt habe die Versicherte sämtliche Therapiewege an Unterarmgehstöcken im 3-Punktegang bewältigen können und sei auf Zimmerebene ohne Hilfsmittel mobil gewesen. Tagesformabhängig habe sie für die Therapiewege einen
Roll
stuhltransport
benötigt. Bei
m
Austritt hätten weiterhin Kraftdefizite in der hüftstabilisierenden Muskulatur und ein vermindertes Gleichgewicht bestanden (
Urk.
6/90/1). Aufgrund der chronischen Schmerzproblematik habe man mit der Versicherten eine psychologische Begleitung besprochen, die sie während des Aufenthaltes nicht habe in Anspruch nehmen wollen (
Urk.
6/90/2).
4
.10
Am 1
7.
November 2015
erklärte
Dr.
H._
vom RAD
,
dass die Nutzung öffent
licher Verkehrsmittel auch mit Unterarmgehstöcken oder einem Rollstuhl mög
lich sei. Die zwingende Nutzung eines
Autos
beziehungsweise eines
Taxitrans
portes
sei mit den vorhandenen medizinischen Unterlagen nicht ausgewiesen.
Er verweise auf
seine bisherigen Stellungnahmen (
Urk.
6/101/3). In derjenigen vom
7.
Juli 2015
hatte
er
auch festgehalten
, dass die zwischenzeitlich eingereichten
weiteren
Arztberichte keine Befunde enthielten, die eine Verschlechterung der Mobilität belegen würden (Urk. 6/101/3).
5.
5.1
Aufgrund der geschilderten medizinischen Aktenlage steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit Unterarmgehstöcken, zum Teil auch ohne,
ge
h
fähig
ist. Dies hat sie – zu Recht – nicht in Frage gestellt, sondern
lässt geltend machen, es sei ihr nicht möglich, zu Fuss die erforderlichen Gehstrecken
zu bewältigen (
Urk.
1 S.
5
).
Hierzu ist zu bemerken, dass
im Juli 2012, nach dem ersten Reha
bilitationsaufenthalt vom Mai 2012,
nochmals eine deutliche Verbesserung der Gehfähigkeit festgestellt worden war (vgl.
Urk.
6/17/11
und 6/17/13
). Aus
keinem der
danach
verfassten Arztberichte – insbesondere
keinem seit
der Antragsstellung vom 23. April 2014 (
Urk.
6/42) –
lässt sich entnehmen
, dass die Beschwerdeführerin objektiv nicht dazu in der Lage ist, eine Strecke von maxi
mal 556 Meter
n
(bzw. 580 Meter; vgl.
Urk.
5), allenfalls auch mit den notwen
digen Pausen (vgl.
Urk.
1 S. 6), mit
ihren
Gehstöcken zurückzulegen.
Zwar lässt die Beschwerdeführerin
vorbringen, sie könne bei Regen oder Schnee nicht mit den Unterarmgehstöcken unterwegs sein, da sie dann gar keinen Regenschirm halten könne (
Urk.
1 S. 6)
. Es ist
ihr im Rahmen der Schadenminderungspflicht
jedoch zuzumuten
, anstatt eines Regenschirms eine geeignete wetterschützende Bekleidung, die in zahlreichen Ausführungen erhältlich ist, zu tragen.
5.2
Zum Einwand, die Beschwerdeführerin könnte nicht mehr alleine aufstehen, wenn sie auf den Strecken von oder zu den Bahnhöfen
oder im Zug umfallen
würde (
Urk.
1 S. 5), ist festzuhalten, dass
lediglich der Rheumatologe
Dr.
J._
eine Sturzg
efahr attestiert hat (
Urk.
6/82
). Selbst in seinem Bericht ist jedoch nicht davon die Rede, dass die Beschwerdeführerin im Falle eines Sturzes
nicht dazu in der Lage wäre, selbständig aufzustehen
. Ebenso wenig ergeben sich aus den weiteren vorhandenen
medizinischen
Unterlagen Anhalts
punkte in diese Richtung.
5.3
Auch die Behauptung, dass die Beschwerdeführerin nur mit Hilfe Treppen über
winden könne (
Urk.
1 S. 6
), findet in den Akten keine Stütze. Vielmehr geht aus denselben hervor, dass die Beschwerdeführer
in
seit spätestens Ende Mai 2012
mit Unterstützung von Gehstöcken
problemlos
t
reppensteigen
kann
(vgl. Urk.
6/3/40, 6/11/15 und 6/81
/2
).
5.4
Schliesslich wird von Seiten der Beschwerdeführerin vorgebracht, dass sich im Winter auf dem Vorplatz zum Gebäude ihrer Arbeitgeberin und auch auf den Treppenstufen stets Eis bilde, das ihre Mutter jeweils
entfernt
und ihr
danach
beim Betreten der Liegenschaft geholfen habe (
Urk.
1 S. 6).
Hierzu ist festzu
halten, dass es zu den Pflichten des Grundstücks- bzw. Werkeigentümers gehört, ein sicheres Betreten auch im Winter zu gewährleisten.
Physische Ein
schränkungen, weswegen die Beschwerdeführerin beim Betreten der Liegen
schaft einer Hilfe bedarf, sind in den diversen Arztberichten nicht dokumentiert.
5.5
Aus dem Gesagten folgt, dass
die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegan
gen ist
, dass die Beschwerdeführerin nicht auf die Verwendung eines Motorfahrzeuges
beziehungsweise einen Taxitransport
angewiesen ist. Dies
würde selbst dann gelten, wenn die Beschwerdeführerin
aus gesundheitlichen Gründen objektiv
auf die Verwendung eines Rollstuhls angewiesen wäre
(vgl. 6/90/1), zumal weder etwas ersichtlich ist noch etwas vorgebracht wurde,
wes
wegen
sie
unter diesen Umständen ihren Arbeitsweg nicht mit öffentlichen Ver
kehrsmitteln bewältigen könnte. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.