Decision ID: b0581ef5-3e03-41d0-988e-e17d022633ec
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X wurde der Lernfahrausweis für die Kategorien A und B mit Verfügung des
Strassenverkehrsamts des Kantons Zürich vom 22. Oktober 2007 für die Dauer von
drei Monaten wegen schwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
(Geschwindigkeitsüberschreitung) entzogen. Mit Verfügung vom 5. Januar 2009 entzog
ihm das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich den Lernfahrausweis vorsorglich mit
der Begründung, dass er am 28. Mai 2008 in Steinach die zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h (innerorts) um 31 km/h überschritten habe. Zudem
habe er psychische Probleme und sei in psychiatrischer Behandlung gewesen,
weshalb Zweifel an seiner Fahreignung bestünden. Zur Abklärung der Fahreignung
wurde eine verkehrsmedizinische Untersuchung am Institut für Rechtsmedizin der
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Universität Zürich (IRMZ) angeordnet. Einer solchen unterzog sich X, soweit aus den
Akten ersichtlich, nicht. Am 10. Januar 2009 lenkte er in A ein Motorrad ohne
Führerausweis, Fahrzeugausweis, Kontrollschild und Schutzhelm. Mit Bussenverfügung
des Untersuchungsamts B vom 20. April 2009 wurde er deswegen des Fahrens ohne
Führerausweis, Fahrzeugausweis, Kontrollschild und Haftpflichtversicherung sowie des
Nichttragens eines Schutzhelms schuldig gesprochen und zu einer bedingten
Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 700.– verurteilt.
Am 28. Oktober 2009 entwendete er bei einer Autogarage in C einen Personenwagen,
fuhr mit diesem nach A und verursachte dort zufolge Vortrittsmissachtung einen
Verkehrsunfall. Das Untersuchungsamt B sprach ihn deswegen mit Bussenverfügung
vom 23. November 2009 der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, des
Führens eines Personenwagens ohne Führerausweis, der Verletzung der
Verkehrsregeln und des Nichttragens des Sicherheitsgurts schuldig und verurteilte ihn
zu einer (unbedingten) Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 30.– sowie einer Busse
von Fr. 600.–.
B.- Im Juli 2017 stellte X beim Strassenverkehrsamt des Kantons St. Gallen ein Gesuch
um Erteilung des Lernfahrausweises für die Kategorie B. Er verschwieg die früheren
administrativ- und strafrechtlichen Verfahren und verneinte, psychisch krank zu sein.
Das Strassenverkehrsamt erhielt Kenntnis vom früheren vorsorglichen
Führerausweisentzug und ordnete am 2. August 2017 eine verkehrsmedizinische
Untersuchung beim Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (IRM) an.
Die Untersuchung fand am 12. Dezember 2017 statt. Im Gutachten vom 13. Februar
2018 wurde die Fahreignung wegen einer verkehrsmedizinisch relevanten psychischen
Problematik verneint. Am 23. März 2018 nahm der von X beigezogene Rechtsvertreter
zum Gutachten Stellung und machte schwerwiegende Mängel geltend. Das
Strassenverkehrsamt leitete die Eingabe des Rechtsvertreters an das IRM weiter mit
der Bitte um Stellungnahme. Mit Schreiben vom 18. April 2018 teilte die Gutachterin
mit, dass es aufgrund der vollständigen Nichtakzeptanz des beanstandeten
Gutachtens keinen Sinn mache, auf die vom Rechtsvertreter bemängelten Punkte
einzugehen und diese zu erläutern. Stattdessen empfahl sie eine Zweit- bzw.
Oberbegutachtung (Stufe 4) an einer anderen anerkannten verkehrsmedizinischen
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Begutachtungsstelle. Mit Verfügung vom 7. Mai 2018 ordnete das Strassenverkehrsamt
eine verkehrsmedizinische Untersuchung (Zweitbegutachtung) beim IRMZ an. Dagegen
liess X am 22. Mai 2018 bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen
(VRK) Rekurs erheben. Mit Entscheid vom 27. September 2018 hiess die VRK den
Rekurs gut, soweit sie darauf eintrat, hob die Verfügung des Strassenverkehrsamts
vom 7. Mai 2018 (Anordnung einer Zweitbegutachtung) auf und wies die Angelegenheit
an das Strassenverkehrsamt zurück, um dem Rechtsvertreter Gelegenheit zum Stellen
konkreter Ergänzungsfragen zu geben und nach Einräumung des rechtlichen Gehörs
aufgrund der Beantwortung allfälliger Ergänzungsfragen durch die Gutachterin neu zu
verfügen.
C.- Mit Eingabe vom 30. Oktober 2018 reichte der Rechtsvertreter von X dem
Strassenverkehrsamt Ergänzungsfragen zum Gutachten vom 13. Februar 2018 ein;
diese wurden dem IRM am 31. Oktober 2018 unterbreitet. Die Gutachterin
beantwortete die Fragen mit Aktengutachten vom 20. November 2018. Nach
Gewährung des rechtlichen Gehörs wies das Strassenverkehrsamt das Gesuch von X
um Wiedererteilung des Lernfahrausweises mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 ab
und verweigerte die Erteilung eines Lernfahr- oder Führerausweises auf unbestimmte
Zeit mit der Begründung, es liege eine verkehrsmedizinisch relevante psychische
Problematik vor. Einem Gesuch um Wiederzulassung als Motorfahrzeugführer könne
erst entsprochen werden, wenn aus Sicht einer Ärztin oder eines Arztes der Stufe 4 die
Fahreignung wieder gegeben sei. Die Wiedererteilung des Lernfahr- oder
Führerausweises wurde von folgenden Bedingungen abhängig gemacht: regelmässige
fachärztliche psychiatrische Kontrolle und Behandlung sowie Medikamenteneinnahme
nach Dafürhalten des Behandlers während mindestens sechs Monaten, Einreichen
eines ausführlichen psychiatrischen Verlaufsberichts, verkehrsmedizinische
Kontrolluntersuchung (Aktengutachten) sowie verkehrspsychologische Untersuchung
(kognitive Fahreignung) je nach Diagnose, Medikation und Krankheitsverlauf.
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D.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 20. Dezember 2018 erhob X
mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 4. Januar 2019 und Ergänzung vom
21. Januar 2019 Rekurs bei der VRK (Rekursverfahren IV-2019/4). Er beantragte, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei der Lernfahrausweis für die
Kategorie B zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Das
Strassenverkehrsamt verzichtete am 28. Januar 2019 auf eine Vernehmlassung zum
Rekurs.
E.- Mit Rechnung Nr. 1801460844 vom 10. Dezember 2018 stellte das
Strassenverkehrsamt X die Kosten des Aktengutachtens vom 20. November 2018 von
Fr. 1'290.– in Rechnung. Am 9. Januar 2019 teilte der Rechtsvertreter von X dem
Rechnungssteller mit, die Tatsache, dass die Ergänzungsfragen erst nachträglich
hätten gestellt werden können, habe das Strassenverkehrsamt zu verantworten,
weshalb es nicht gerechtfertigt sei, die Kosten des Aktengutachtens X aufzuerlegen.
Das Strassenverkehrsamt wiederum hielt mit Schreiben vom 14. Januar 2019 an der
Kostenauflage fest. Am 26. Februar 2019 mahnte es X aufgrund der nicht bezahlten
Kosten des Aktengutachtens (Mahnung Nr. 1900503146). Unter Verweis auf das
Schreiben des Rechtsvertreters vom 9. Januar 2019 schickte X die Mahnung am
11. März 2019 an das Strassenverkehrsamt zurück. Dieses stellte die Mahnung X am
15. März 2019 erneut zu. X retournierte die Mahnung am 27. März 2019 abermals an
das Strassenverkehrsamt.
Mit Schreiben vom 3. April 2019 schlug der Verfahrensleiter X und dem
Strassenverkehrsamt vor, aus prozessökonomischen Gründen über die Frage, wer die
Gutachterkosten zu bezahlen habe, ebenfalls im Rekursverfahren IV-2019/4 zu
entscheiden. Die Verfahrensbeteiligten erhoben dagegen keine Einwände.
Auf weitere Einzelheiten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der
Rekurs vom 4. Januar 2019 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt zusammen mit
der Ergänzung vom 21. Januar 2019 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
Das Einholen der Antworten der Gutachterin auf die Ergänzungsfragen des
Rechtsvertreters war im Hinblick auf den Erlass einer neuen Verfügung notwendig. Die
daraus entstandenen Kosten waren im Verfügungszeitpunkt bekannt, weshalb über
deren Verlegung in der angefochtenen Verfügung hätte befunden werden müssen (vgl.
Art. 94 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 lit. c VRP). Da die Kostentragungspflicht bezüglich der
Kosten der Ergänzungen zum Gutachten umstritten ist, erscheint es aus
prozessökonomischen Gründen sinnvoll, darüber im vorliegenden Rekursverfahren
ebenfalls zu entscheiden.
2.- In formeller Hinsicht macht der Rekurrent eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend, weil die Vorinstanz die Einwendungen gegen das Gutachten in den
Stellungnahmen vom 23. März und 14. Dezember 2018 nicht gewürdigt und der
Austrittsbericht der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 23. Mai 2008 nicht
Eingang in die Verfahrensakten gefunden habe.
a) Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 der Bundesverfassung
(SR 101, abgekürzt: BV) leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung auch die
Pflicht der Behörde ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133
III 439 E. 3.3, 133 I 270 E. 3.1, 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b). Als
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz, dass die
Behörde die Vorbringen der vom Entscheid oder von der Verfügung in ihrer
Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt und ihren
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Entscheid oder ihre Verfügung vor diesem Hintergrund begründet (vgl. Steinmann, in:
Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender, Die schweizerische Bundesverfassung,
St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 29 N 49). Der von einem Entscheid oder einer
Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag
entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass er den
Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III
439 E. 3.3, 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Auflage 2016, N 1071). Dies ist nur möglich, wenn sowohl der
Betroffene als auch die Rechtsmittel-instanz sich über die Tragweite des Entscheids
oder der Verfügung ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf
welche sich ihr Entscheid oder ihre Verfügung stützt. Allerdings bedeutet dies nicht,
dass sich die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den
Entscheid oder die Verfügung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I
270 E. 3.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 1071). Umfang und Dichte der
Begründung richten sich generell nach den Umständen (Steinmann, a.a.O., Art. 29
N 49). Ist die Sachlage klar und sind die anwendbaren Normen bestimmt, kann ein
Hinweis auf diese Rechtsnormen genügen, während ein weiter Spielraum der Behörde
– aufgrund von Ermessen oder unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von
in Betracht fallenden Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten
(BGE 112 Ia 110 E. 2b, 104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., Art. 29 N 49). Die
Begründungspflicht, welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von
Art. 29 Abs. 2 BV fliesst, hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24
Abs. 1 lit. a VRP ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung
unter anderem die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen VerwGE
B 2009/211 vom 18. März 2010 E. 2.1, im Internet abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
Eine wirksame Wahrnehmung von Mitwirkungsrechten erfordert auch die Möglichkeit
der Akteneinsicht und die Aktenführungspflicht der Behörde (vgl. Steinmann, a.a.O.,
Art. 29 N 51 ff.).
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Der Rekurrent brachte in den Stellungnahmen vom 23. März und 14. Dezember 2018
diverse Einwendungen gegen das Gutachten vom 13. Februar 2018 und das
Aktengutachten vom 20. November 2018 vor. Die Vorinstanz ging auf die einzelnen
Einwendungen nicht ein, sondern führte allgemein aus, dass das Gutachten keine
offenkundigen Mängel aufweise, schlüssig erscheine und nachvollziehbar begründet
sei. Es zeige keine Indizien, die gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen würden, und es
gebe keine Veranlassung, an den Ausführungen der Gutachterin zu zweifeln. Damit
nahm sie zwar eine Würdigung des Gutachtens vor. Es fehlt jedoch zumindest eine
kurze Begründung, weshalb sie die Einwendungen des Rekurrenten gegen das
Gutachten als unbegründet erachtete. Dadurch verletzte sie den Anspruch auf das
rechtliche Gehör.
b) Die Gewährung des rechtlichen Gehörs ist formeller Natur und die Verletzung dieses
Grundsatzes hat in der Regel die Aufhebung der angefochtenen Verfügung zur Folge
(Kneubühler, Gehörsverletzung und Heilung, in: ZBl 99/1998 S. 101; BGE 121 I 232
E. 2a mit Hinweisen; GVP 1988 Nr. 37). Eine Heilung dieses Verfahrensmangels kann
nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden. Wesentliche Kriterien, die gegen eine
Heilung sprechen, sind unter anderem dann gegeben, wenn die Gehörsverletzung
schwer wiegt, wenn sie in einem Verfahren erfolgt, welches einen empfindlichen Eingriff
in eine Grundrechtsposition der betroffenen Person bewirkt, und wenn bei der
Vorinstanz eine Tendenz zur regelmässigen Gehörsverletzung besteht (Kneubühler,
a.a.O., S. 116). Das Bundesgericht lässt in Ausnahmefällen die Heilung des Anspruchs
auf rechtliches Gehör im Rechtsmittelverfahren zu, um einen prozessualen Leerlauf und
damit verbunden eine zeitliche Verzögerung zu vermeiden (BGE 137 I 195 E. 2.3.2).
Vorausgesetzt wird, dass der betroffenen Partei daraus kein Nachteil erwächst, d.h.
dass sie ihre Rechte im Rechtsmittelverfahren voll wahrnehmen und die zweite Instanz
alle Tat- und Rechtsfragen frei nachprüfen kann (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
N 1175 ff.).
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Die Voraussetzungen für eine Heilung des Mangels im Rekursverfahren sind erfüllt. Die
Gehörsverletzung durch die Vorinstanz wiegt nicht allzu schwer. Die Abweisung des
Gesuchs um Wiedererteilung des Lernfahrausweises und die Verweigerung eines
Lernfahr- oder Führerausweises auf unbestimmte Zeit stellt keinen empfindlichen
Eingriff in eine Grundrechtsposition des Betroffenen dar. Das Gericht verfügt über volle
Überprüfungsbefugnis (Art. 46 Abs. 1 VRP). Eine Rückweisung zu neuer Verfügung an
die Vorinstanz erwiese sich aus verfahrensökonomischen Gründen deshalb nicht als
zweckmässig. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz wird jedoch
bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen sein.
c) Dass der Austrittsbericht der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 23. Mai
2008 nicht Eingang in die Verfahrensakten gefunden hat, stellt hingegen keine
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Zum einen ist davon auszugehen, dass der
Bericht dem Rekurrenten bekannt ist; zum andern hätte der Rekurrent den Bericht bei
der Universitätsklinik Zürich jederzeit anfordern können.
3.- In materieller Hinsicht ist im Rekursverfahren zunächst strittig, ob die Vorinstanz
gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 13. Februar 2018 und das
Aktengutachten vom 20. November 2018 die Fahreignung des Rekurrenten zu Recht
verneinte, das Gesuch um Wiedererteilung des Lernfahrausweises abwies und die
Erteilung eines Lernfahr- oder Führerausweises auf unbestimmte Zeit verweigerte.
a/aa) Führerausweise sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Ein Fahrzeuglenker muss über
Fahreignung und Fahrkompetenz verfügen (Art. 14 Abs. 1 SVG). Über Fahrkompetenz
verfügt, wer die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis
gilt, sicher führen kann (Art. 14 Abs. 3 SVG). Unter Fahreignung werden die
körperlichen und geistigen Voraussetzungen des Individuums umschrieben, um ein
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Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu können (Art. 14 Abs. 2 lit. b SVG). Die
Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Bestehen
Zweifel an der Fahreignung eines Fahrzeugführers, sind verkehrsmedizinische oder
verkehrspsychologische Abklärungen vorzunehmen (Art. 28a der
Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51, abgekürzt: VZV).
Der Führerausweis wird einer Person nicht erteilt oder auf unbestimmte Zeit entzogen,
wenn ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht,
ein Motorfahrzeug sicher zu führen (Art. 14 Abs. 2 lit. b und Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG).
Darunter fallen alle in Betracht kommenden medizinischen und psychischen Gründe
(Botschaft zur Änderung des SVG vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4491). Zum
sicheren und jederzeit situationsadäquaten Führen eines Fahrzeugs im öffentlichen
Strassenverkehr ist ein komplexes Zusammenspiel von psychischen Funktionen und
Fähigkeiten erforderlich, das durch eine Reihe psychischer Störungen und
Erkrankungen dauerhaft oder vorübergehend beeinträchtigt werden kann. Durch
psychische Störungen können erforderliche Voraussetzungen wie zum Beispiel eine
realitätsgerechte Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit, das Reaktionsvermögen, eine
situationsadäquate Verhaltenssteuerung oder die Informationsverarbeitung erheblich
beeinträchtigt sein. Grundsätzlich kann jede psychische Störung Einfluss auf die
Fahreignung haben. Insbesondere bei erheblichen akuten psychischen Erkrankungen,
die mit einer starken Einschränkung des Realitätsurteils und/oder einer
Beeinträchtigung der Verhaltenssteuerung einhergehen, ist die Fahreignung für alle
Kategorien grundsätzlich nicht vorhanden (Dittman/Seeger, Psychische Störungen und
Fahreignung, in: Arbeitsgruppe Verkehrsmedizin [Hrsg.], Handbuch der
verkehrsmedizinischen Begutachtung, Bern 2005, S. 47; Steindl, Fahreignung bei
psychischen Störungen, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2018, St. Gallen
2018, S. 283 ff., Rz. 1 f.).
Grundsätzlich müssen die medizinischen Mindestanforderungen – bezogen auf die
jeweilige Führerausweiskategorie – gemäss Anhang 1 VZV erfüllt sein (Art. 7 Abs. 1
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VZV). Im Bereich "psychische Störungen" werden keine konkreten Diagnosen genannt
(vgl. Anhang 1 VZV). Für die erste Gruppe (u.a. mit den Führerausweiskategorien A und
B) dürfen keine psychischen Störungen mit bedeutsamen Auswirkungen auf die
realitätsgerechte Wahrnehmung, die Informationsverarbeitung und -bewertung, das
Reaktionsvermögen und die situationsgerechte Verhaltenssteuerung, keine
Beeinträchtigung von verkehrsrelevanten Leistungsreserven, keine manische oder
erhebliche depressive Symptomatik, keine erheblichen Persönlichkeitsstörungen,
insbesondere keine ausgeprägten dissozialen Verhaltensstörungen, und keine
erhebliche Intelligenzminderung vorliegen. Zur Beurteilung der Fahreignung ist daher
abzuklären, ob eine psychische Störung oder psychopathologische Befunde vorliegen,
welche Einfluss auf die Fahreignung haben bzw. als verkehrsrelevant einzustufen sind
(Steindl, a.a.O., S. 283 ff., Abstract).
bb) Die Vorinstanz trägt die Beweislast für das Vorliegen der fehlenden Fahreignung.
Die persönlichen Verhältnisse des Betroffenen sind in jedem Fall und von Amtes wegen
genau abzuklären. Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen
richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen
Ermessen der Entzugsbehörde (BGE 129 II 82 E. 2.2). Die Beweismittel und damit auch
das verkehrsmedizinische Gutachten unterliegen der freien richterlichen
Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 und Art. 58 Abs. 1 VRP). In Sachfragen ist aber nur
aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise abzuweichen. Es ist zu prüfen,
ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte
Einwände gegen die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten
aufdrängen. In diesem Fall sind nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung der
Zweifel zu erheben (BGE 133 II 384 E. 4.2.3). Das Gutachten soll in der
Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde hinsichtlich der Fragestellung würdigen und
so gewichten, dass die Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung
auch für einen Laien nachvollziehbar sind (Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens,
Würdigung, Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2009, St. Gallen 2009, S. 58).
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b/aa) Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung von einer mangelnden
Fahreignung wegen einer verkehrsmedizinisch relevanten psychischen Problematik
aus. Sie stützt sich dabei auf das verkehrsmedizinische Gutachten des IRM vom
13. Februar 2018 samt Ergänzung vom 20. November 2018 (Aktengutachten).
Die Untersuchung des Rekurrenten fand am 12. Dezember 2017 statt. Gestützt auf die
Vorgeschichte gemäss Akten, die verkehrsmedizinische Untersuchung,
Fremdauskünfte und die Resultate der Laboruntersuchung kam die Gutachterin zum
Schluss, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Fahreignung des Rekurrenten aus
verkehrsmedizinischer Sicht aufgrund einer psychischen Problematik verneint werden
müsse. Der Rekurrent habe sich bei der Untersuchung in einem psychisch hoch
auffälligen Zustandsbild mit formalgedanklichen und inhaltlichen Denkstörungen
präsentiert. Er habe verlangsamt und zeitweise abwesend gewirkt. Viele Antworten
seien sinnvoll und kohärent gewesen; er habe aber auch immer wieder nicht
nachvollziehbare und aus dem Zusammenhang gerissene Angaben gemacht. Es hätten
sich zudem Störungen im Bereich Affektivität, Antrieb und Psychomotorik gezeigt. Zwei
Kurztests zur Überprüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit, Trail-Making Test Teil A
und B, habe der Rekurrent in der Normzeit fehlerfrei durchführen können. Das
Drogenscreening habe im Schnelltest ein negatives Resultat geliefert. Die
toxikologische Urinuntersuchung auf diverse Drogen, psychotrop wirksame
Medikamente und Alkohol sei durchwegs negativ ausgefallen. Auch die Haarprobe
hätte ein unauffälliges Resultat ergeben; für den untersuchten Zeitraum von fünf bis
sechs Monaten vor der Untersuchung hätten keine der getesteten Drogen oder
Medikamente nachgewiesen werden können. Es gebe auch keine Hinweise auf einen
relevanten Alkoholkonsum im untersuchten Zeitraum. Aus der Krankengeschichte seien
mehrere stationäre Behandlungen in psychiatrischen Kliniken dokumentiert. Aufgrund
der aktuellen Begutachtung bestehe weiterhin der Verdacht auf eine psychische
Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. Eine ambulante psychiatrische
Weiterbehandlung nach den Hospitalisationen und in den letzten Jahren habe wohl
nicht stattgefunden, weshalb es über den zwischenzeitlichen Verlauf keine
Informationen gebe. Eine für die Fahreignung erforderliche längerfristige psychische
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Stabilität mit Symptomfreiheit bei regelmässiger psychiatrischer Behandlung und
Kontrolle liege derzeit nicht vor.
Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, das Gutachten zeige keine
offenkundigen Mängel, welche die Richtigkeit und Schlüssigkeit in Frage zu stellen
vermögen würden. Es erscheine schlüssig, sei nachvollziehbar begründet und zeige
keine Indizien, welche gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen würden. Es gebe keine
Veranlassung, an den Ausführungen der Gutachterin zu zweifeln.
bb) Der Rekurrent lässt demgegenüber im Wesentlichen geltend machen, dass er die
Tests (Trail-Making A und B) mit überdurchschnittlichen Resultaten bestanden habe.
Trotzdem spreche ihm die Gutachterin unter Hinweis auf jahrelang zurückliegende
Ereignisse die Fahreignung ab. Mit den Tests habe er bewiesen, dass er problemlos in
der Lage sei, die Umwelt richtig zu erfassen und die gewonnenen Sinneseindrücke
adäquat und zeitnah umzusetzen. Statt die Resultate der Tests gebührend zu
berücksichtigen, begnüge sich die Gutachterin mit dem Rezitieren von altem
Aktenmaterial, ohne dieses kritisch zu hinterfragen. Dem Rekurrenten sei ein Drogen-
und übermässiger Alkoholkonsum unterstellt worden, obwohl die Drogen- und
Alkoholtests durchwegs negativ ausgefallen seien. Unbestritten sei, dass er vor Jahren
in kurzer psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Diese sei jedoch seit langem
abgeschlossen. Die damals beteiligten Fachpersonen hätten ihn als gesund betrachtet.
Er habe sich nicht veranlasst gefühlt, medizinische oder psychologische Hilfe in
Anspruch zu nehmen. Er fühle sich und sei kerngesund. Trotzdem werde aus der
damaligen Behandlung und gestützt auf überkommene, mit den Ergebnissen des Trail-
Making-Tests in diametralem Widerspruch stehende Akten, aus welchen sich der
heutige Gesundheitszustand aber gerade nicht ergebe, die Fahrunfähigkeit (richtig: die
fehlende Fahreignung) abgeleitet. Die früheren Arztberichte würden nur von
Verdachtsmomenten einer psychischen Erkrankung sprechen, wohingegen die
aktuellen Testergebnisse eine einwandfreie Auffassungs- und Reaktionsgabe und somit
eine uneingeschränkte Fahrfähigkeit (richtig: Fahreignung) belegen würden. Dies zeige,
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dass die früheren Gutachten veraltet und heute nicht mehr aktuell seien und deshalb
nicht als Grundlage für die heutige Beurteilung der Fahreignung herangezogen werden
könnten. Das Gutachten sei mehrfach widersprüchlich. Es werde festgehalten, dass
keine Anhaltspunkte für Ich-Störungen und Symptome, welche auf eine Schizophrenie
hindeuten würden, beständen. Dennoch werde eine angebliche Schizophrenie ins Feld
geführt und davon ausgegangen, dass verkehrsmedizinisch relevante Symptome
vorlägen. Dabei werde übersehen, dass die Fahreignung gestützt auf aktuelle Befunde
und nicht auf frühere, angebliche psychische Erkrankungen zu beurteilen sei. Die
damaligen, längst nicht mehr bestehenden Krankheitsbilder, welche ohnehin nur von
einem Verdacht sprechen würden, habe die Gutachterin nicht kritisch hinterfragt. In
den Austrittsberichten der Clienia Schlössli AG aus den Jahren 2010 und 2011, werde
keine psychotische Störung, sondern eine rezidivierende depressive Störung
diagnostiziert. Bei derartigen Krankheitsbildern sei die Fahreignung nur bei
ungünstigem Verlauf, vor allem beim Auftreten mehrerer manischer oder schwerer
depressiver Phasen mit kurzen Intervallen nicht gegeben. Fakt sei, dass die damaligen
Symptome beim Rekurrenten nie mehr aufgetreten seien und deshalb keine
Veranlassung bestanden habe, sich weiter in psychische Behandlung zu begeben. Von
Dr.med. Witold Tur sei bereits im Februar 2011 die Symptomfreiheit bestätigt worden.
Die Feststellung einer angeblichen paranoiden Schizophrenie im Austrittsbericht der
Clienia Schlössli AG aus dem Jahre 2011 stehe im Widerspruch zur Feststellung der
Gutachterin, es läge keine Ich-Störung vor, und könne nicht ungeprüft übernommen
und anstelle aktueller Untersuchungen gesetzt werden. Das blosse Abstellen auf
frühere negative Verdachtsmomente, ohne den weiteren Verlauf und die aktuellen
Testergebnisse zu berücksichtigen, sei nicht nachvollziehbar. Vielmehr hätte die
Gutachterin die heutige Gesundheitssituation im Lichte der langen Symptomfreiheit
untersuchen müssen. Die Gutachterin habe selber eingeräumt, dass nur die früheren
Verdachtsmomente zur Verneinung der Fahreignung geführt hätten. Für die Beurteilung
der Fahreignung reiche es jedoch nicht aus, dass eine verkehrsmedizinisch relevante
Beeinträchtigung lediglich vermutet werde. Die Fahreignung könne nur dann
abgesprochen werden, wenn eine konkrete und aktuelle psychische Störung
nachgewiesen werden könne. Das Gutachten sei diesbezüglich weder schlüssig noch
nachvollziehbar. Zudem könne dem Rekurrenten nicht vorgeworfen werden, er habe
sich einer Medikation entzogen, nachdem eine solche gemäss Ansicht von gewissen
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Fachleuten (zum Beispiel Dr.med. Witold Tur) und nach eigener Wahrnehmung
überhaupt nicht notwendig gewesen sei. Das Aktengutachten vom 20. November 2018
habe keine Klarheit gebracht. Die Gutachterin könne den Zusammenhang zwischen
den früheren psychiatrischen Behandlungen und der heutigen (nicht bestehenden)
psychischen Beeinträchtigung nicht darlegen; sie habe nicht erklären können, inwiefern
aktuelle Befunde in die Beurteilung eingeflossen seien und sie sei nicht in der Lage, die
von ihr festgestellten Hinweise auf einen Wahn und Denkstörungen zu spezifizieren. Auf
die Frage, inwiefern eine blosse Verdachtslage ausreiche, um die Fahreignung zu
verneinen, gehe die Gutachterin nicht ein. Dass die Beurteilung von Dr.med. Witold Tur
ausgeblendet worden sei, da er den Rekurrenten nur über eine kurze Periode betreut
habe und die Konsultation lange zurückliege, verfange nicht, da auch die übrigen
Stellungnahmen von Ärzten in den Akten nur einen sehr begrenzten
Beobachtungszeitraum betroffen hätten und mindestens so lange zurückliegen würden.
Der Auffassung, dass die Fahreignung nur nach einer längeren psychischen Stabilität
mit Symptomfreiheit zugesprochen werden könne, sei nicht zu folgen, denn ansonsten
wäre jeder Motorfahrzeugführer verpflichtet, ständig seine Symptomfreiheit darzulegen.
Insgesamt gehe weder aus dem Gutachten noch aus der Beantwortung der
Ergänzungsfragen hervor, welche konkrete psychische Störung dem Rekurrenten
angelastet werde. Einerseits werde von einer wiederkehrenden Depression
gesprochen, andererseits werde auf eine Schizophrenie hingewiesen. Das Gutachten
sei deshalb widersprüchlich und nicht schlüssig.
c) Dem Rekurrenten ist zuzustimmen, dass er die Tests (Trail-Making Test A und B)
fehlerfrei und zeitlich schneller als der Mittelwert bestanden hat. Der Trail-Making Test
ist ein neuropsychologischer Test, der die visuelle Aufmerksamkeit und die
Umstellfähigkeit misst. Im Gutachten wurde festgehalten, dass der Rekurrent diese
beiden Tests fehlerfrei in der Normzeit durchlaufen habe. Es wurde angemerkt, dass
diese Tests keine umfassende Untersuchung der Hirnleistungsfunktionen darstellen
würden, da sie nur Sekunden bis Minuten dauern würden. Im Aktengutachten wurde
sodann konkretisiert, dass ein fehlerfreies Absolvieren der Tests in der Normzeit nicht
ohne Weiteres bedeute, dass die Fahreignung gegeben und die betroffene Person
psychisch gesund sei. Die verkehrsmedizinische Praxis zeige, dass Personen mit
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psychischen Grundkrankheiten die Kurztests zumeist problemlos durchlaufen könnten;
bei einer umfassenden Untersuchung der Hirnleistungsfunktionen, wo auch die
Leistungsreserve mituntersucht werde, könnten dann jedoch gravierende kognitive
Einschränkungen zum Vorschein kommen. Die Tests seien lediglich ein Teilaspekt der
gesamten Fahreignungsbeurteilung. Die Ergebnisse des Rekurrenten in den beiden
Tests wurden damit im Gutachten berücksichtigt. Ebenso wurde erklärt, weshalb –
entgegen der Auffassung des Rekurrenten – nicht allein aufgrund des fehlerfreien
Bestehens dieser Tests auf die uneingeschränkte Fahreignung geschlossen werden
kann.
Dass die Gutachterin ältere Arztberichte (Austrittsbericht der psychiatrischen
Universitätsklinik Zürich vom 23. Mai 2008, Austrittsberichte der Clienia Schlössli AG
vom 2. März 2010 und 27. Januar 2011) in die Fahreignungsbeurteilung miteinfliessen
liess, ist nicht zu beanstanden. Bei psychischen Störungen kommt der Bewertung des
Verlaufs eine besondere Bedeutung zu. Wichtig ist die Bewertung des gesamten
Krankheitsverlaufs (Dittman/Seeger, a.a.O., S. 47). Die Gutachterin erklärte im
Aktengutachten denn auch, dass es aus gutachterlicher Sicht wichtig sei,
Informationen über frühere Behandlungen und Therapien beizuziehen. Bei den
vorangegangenen psychiatrischen Hospitalisationen und Diagnosen handle es sich um
relevante Aspekte der Krankenvorgeschichte, welche in einem verkehrsmedizinischen
Gutachten zu berücksichtigen seien. Der Rekurrent geht zu Unrecht davon aus, dass
ihm die Fahreignung ausschliesslich aufgrund dieser älteren Berichte abgesprochen
wurde. Diese fanden zwar Einfluss in die Beurteilung, die Gutachterin erhob indes auch
eigene Befunde, welche im Gutachten unter "Verhalten und psychischer Befund"
wiedergegeben wurden. Demnach wirkte der Rekurrent im Kontakt passiv und
psychomotorisch verlangsamt. Mehrheitlich habe eine verzögerte Antwortlatenz
bestanden. Zwischendurch habe der Rekurrent immer wieder sekundenlang in eine
Richtung gestarrt und dabei abwesend gewirkt. Die Aufmerksamkeit sei eingeschränkt
und Antworten teilweise inhaltlich nicht nachvollziehbar gewesen. Der Rekurrent sei
formal gedanklich ideenflüchtig gewesen, sei öfters vom Thema abgeschweift und
habe zeitweise danebengeredet. Der formale Gedankengang sei verlangsamt und
teilweise inkohärent gewesen. Antworten seien zögerlich erfolgt. Es bestünden
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Hinweise auf einen Wahn. Während der Untersuchung habe eine Affektarmut imponiert
und der Antrieb sei reduziert gewesen. Die Gutachterin, die nicht nur
Verkehrsmedizinerin, sondern insbesondere auch Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie ist und deshalb über psychiatrisches Spezialwissen verfügt, kam in der
Beurteilung zum Schluss, dass sich der Rekurrent in einem psychisch hoch auffälligen
Zustandsbild präsentiert habe. Im Aktengutachten hält sie fest, dass bereits aufgrund
dieser in der verkehrsmedizinischen Untersuchung festgestellten
psychopathologischen Befunde die Fahreignung hätte abgesprochen werden müssen,
auch ohne die Berücksichtigung der älteren Arztberichte. Diese waren somit nicht
alleinige Grundlage der aktuellen Beurteilung der Fahreignung. Unter diesen
Umständen ist auf den Einwand des Rekurrenten, dass die damaligen Krankheitsbilder
nur auf einem Verdacht beruht hätten, nicht weiter einzugehen. Zu berücksichtigen ist
auch, dass die Gutachterin erklärte, dass nach diagnostischen Leitlinien für eine
Diagnose gemäss ICD-10 die Symptome mindestens einen Monat bestehen müssten,
der Rekurrent die Behandlung aber früher abgebrochen habe, und in einem solchen
Fall immer nur eine Verdachtsdiagnose gestellt werden könne. Entgegen der Ansicht
des Rekurrenten hat die Gutachterin damit seine heutige Gesundheitssituation
untersucht und aktuelle Befunde in die Beurteilung einfliessen lassen. Zudem hat die
Gutachterin auch den Zusammenhang zwischen den früheren psychiatrischen
Behandlungen und den aktuell festgestellten psychischen Beeinträchtigungen
dargelegt. Sie führte aus, dass die im Rahmen der verkehrsmedizinischen
Untersuchung festgestellten psychischen Auffälligkeiten zu den aus der
Krankengeschichte hervorgegangenen Diagnosen und Verdachtsdiagnosen (Psychose
aus dem schizophrenen Formenkreis, paranoide Schizophrenie und rezidivierende
depressive Störung) passen würden. Dass die Gutachterin Hinweise auf
Denkstörungen und einen Wahn feststellte, ist aufgrund der Aussagen des Rekurrenten
nachvollziehbar. So antwortete der Rekurrent, gefragt nach seinem Drogenkonsum,
dass manchmal technische Apparaturen drogenähnlich wirken würden.
Elektronenröhren, alte Radios und Computermonitore seien besser als Speed. Zudem
erzählte er von Kriegsschiffen, wobei die weiteren Angaben für die Gutachterin nicht
mehr nachvollziehbar waren. Zur Diagnose Schizophrenie befragt, gab er an, dass er
dann nicht wisse, wer er sei. Er kenne das Gefühl von Überwachung. Er wisse Dinge
über die Welt, die andere Leute nicht mitbekommen würden, und er fühle sich
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gescheiter als die meisten Menschen. Er fühle sich extrem stark, zu dünn und zu
schief. Diese Aussagen des Rekurrenten muten auch für einen medizinischen Laien
wahnhaft an und sind nicht nachvollziehbar, weshalb der Gutachterin nicht unterstellt
werden kann, sie hätte die Feststellung von Denkstörungen und eines Wahns nicht
weiter spezifiziert.
Dass die Gutachterin festhielt, es gebe keine Anhaltspunkte für Ich-Störungen, und
dennoch den Verdacht äusserte, es läge eine psychische Erkrankung aus dem
schizophrenen Formenkreis vor, ist nicht widersprüchlich. Sie erklärte im
Aktengutachten verständlich, dass Ich-Störungen nur vom Betroffenen selbst berichtet
werden können. Gebe es keine Hinweise auf Ich-Störungen, bedeute dies nicht
zwangsläufig, dass die betroffene Person psychisch gesund sei, weil Ich-Störungen in
einem Krankheitsschub nicht zwingend vorkommen müssten oder sie vom Betroffenen
nicht kommuniziert würden. Dass im Gutachten festgehalten worden sei, es gebe keine
Anhaltspunkte für Symptome, die auf eine Schizophrenie hindeuten würden, ist nicht
ersichtlich, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Zudem trifft nicht zu, dass die
Gutachterin dem Rekurrenten einen Drogen- und übermässigen Alkoholkonsum
vorwarf. Im Gutachten ist vielmehr klar festgehalten, dass es im untersuchten Zeitraum
keinen Hinweis auf einen Drogen- oder verkehrsrelevanten Alkoholkonsum gebe.
Es trifft zu, dass die Stellungnahme von Dr.med. Witold Tur vom 2. Februar 2011,
wonach der Gesundheitszustand des Rekurrenten stabil sei, er über ein tragendes
Umfeld verfüge und aktuell keiner zusätzlichen ärztlichen oder sozialen Massnahme
bedürfe, keinen Eingang in das Gutachten fand. Die Gutachterin hielt dazu im
Aktengutachten fest, dass dieser Bericht zur Fahreignungsbeurteilung ungenügend sei,
da grundlegende Punkte wie Dauer der Untersuchung, Anamnese, subjektive
Beschwerden, psychischer Befund nach AMDP – hierbei handelt es sich um ein
System zur standardisierten Erfassung und Dokumentation eines
psychopathologischen Befundes – und eine Stellungnahme zu den Vordiagnosen und
der psychiatrischen Vorgeschichte fehlen würden. Aus dem Bericht gehe insbesondere
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nicht hervor, ob Dr.med. Witold Tur überhaupt Kenntnis von den vorangegangenen
psychiatrischen Hospitalisationen gehabt habe. Dass die Gutachterin den Bericht unter
diesen Umständen nicht ins Gutachten einfliessen liess, ist nicht zu beanstanden. Es ist
nachvollziehbar, dass der Bericht zu wenig konkret ist, als dass er am Ergebnis der
Begutachtung etwas hätte ändern können.
Entgegen der Ansicht des Rekurrenten wirft ihm die Gutachterin nicht vor, sich einer
Behandlung und Medikation entzogen zu haben. Vielmehr handelt es sich hierbei um
eine Feststellung, welche sich insbesondere aus dem Austrittsbericht der
psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 23. Mai 2008 und den Austrittsberichten
der Clienia Schlössli AG vom 2. März 2010 und 27. Januar 2011 ergibt. Im
Austrittsbericht der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 23. Mai 2008 ist
festgehalten, dass ein Therapieversuch mit einem Neuroleptikum empfohlen worden
sei, was der Rekurrent abgelehnt habe. Aus dem Austrittsbericht der Clienia Schlössli
AG vom 27. Januar 2011 ergibt sich, dass der Rekurrent eine Behandlung abgelehnt
habe. Dass die Gutachterin deshalb davon ausging, dass eine mangelnde
Behandlungsbereitschaft bestanden und eine ambulante psychiatrische
Weiterbehandlung nach den Hospitalisationen und in den letzten Jahren nicht
stattgefunden habe, ist nicht zu beanstanden. Im Übrigen stimmt die Aussage des
Rechtsvertreters des Rekurrenten, wonach dieser seit Jahren "kerngesund" sei, mit
den eigenen Angaben des Rekurrenten anlässlich der Untersuchung vom
12. Dezember 2017 nicht überein; er äusserte gegenüber der Gutachterin nämlich, es
sei ihm in den letzten Jahren psychisch nicht gut gegangen (was er nun allerdings im
Nachhinein bestreitet, ausgesagt zu haben). Zudem unterzog er sich der in der
Verfügung des Strassenverkehrsamts des Kantons Zürich vom 5. Januar 2009
angeordneten verkehrsmedizinischen Untersuchung nicht. Insgesamt besteht
Unklarheit über den gesundheitlichen Verlauf des Rekurrenten, weshalb im Gutachten
zu Recht festgestellt wurde, dass es keine Informationen über den zwischenzeitlichen
Verlauf gibt.
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Die Gutachterin stellte aufgrund der Untersuchung insgesamt erhebliche
psychopathologische Befunde und eine psychische Auffälligkeit des Rekurrenten fest.
Insbesondere erkannte sie formalgedankliche und inhaltliche Denkstörungen sowie
Störungen im Bereich Affektivität, Antrieb und Psychomotorik. Aufgrund der
Krankengeschichte und der aktuellen Begutachtung ging sie vom Verdacht einer
psychischen Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis aus. Dass sie keine
konkrete psychische Störung diagnostizierte, kann ihr nicht zum Vorwurf gemacht
werden, denn für eine Diagnosestellung bedarf es eines längeren
Beobachtungszeitraumes. Es genügt, dass sie aufgrund der anlässlich der
Untersuchung festgestellten psychopathologischen Befunde von einer psychischen
Störung ausging, welche mit einem sicheren und jederzeit situationsadäquaten Führen
eines Motorfahrzeugs nicht vereinbar ist (vgl. Anhang 1 VZV, wo keine konkreten
Diagnosen genannt werden, wonach jedoch keine psychische Störung mit
bedeutsamen Auswirkungen auf die realitätsgerechte Wahrnehmung, die
Informationsverarbeitung und -bewertung, das Reaktionsvermögen und die
situationsgerechte Verhaltenssteuerung vorliegen darf).
Zusammenfassend ergibt sich damit, dass im Gutachten schlüssig und auch für
medizinische Laien nachvollziehbar und widerspruchsfrei dargelegt wird, dass sich der
Rekurrent in einem psychisch nicht stabilen Zustand befindet. Es liegen eine
Verdachtsdiagnose aus dem Jahr 2008 auf eine Psychose aus dem schizophrenen
Formenkreis sowie zwei Diagnosen aus dem Jahr 2010 und 2011 auf eine
rezidivierende depressive Störung und eine paranoide Schizophrenie vor. Die
Gutachterin führt überzeugend aus, dass aufgrund der aktuellen Befunde ebenfalls von
einer psychischen Störung im schizophrenen Formenkreis auszugehen sei. Bei akuten
schizophrenen Erkrankungen, insbesondere wenn sie mit Wahn, Sinnestäuschungen,
Denk- und Verhaltensstörungen, wie sie teilweise beim Rekurrenten festgestellt
wurden, einhergehen, ist die Voraussetzung zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen
grundsätzlich nicht gegeben. Eine ausgeprägte schizophrene Symptomatik
beeinträchtigt in schwerem Masse verschiedene psychische Funktionen, die zum
sicheren Führen eines Kraftfahrzeugs Voraussetzung sind. Die wesentliche
Einschränkung ergibt sich aus der Störung des Realitätsbezugs und der fehlenden
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situationsgerechten Verhaltensanpassung (Dittmann, a.a.O., S. 50 f.). Dass die
Gutachterin unter diesen Umständen die Fahreignung des Rekurrenten aus
verkehrsmedizinischer Sicht verneinte, leuchtet ein. Die Einwendungen des
Rekurrenten vermögen das Ergebnis der Begutachtung insgesamt nicht zu erschüttern.
d) Damit hat die Vorinstanz zu Recht auf das Gutachten vom 13. Februar 2018 samt
Ergänzung vom 20. November 2018 abgestellt, das Gesuch des Rekurrenten um
Wiedererteilung des Lernfahrausweises abgewiesen und die Erteilung des Lernfahr-
oder Führerausweises auf unbestimmte Zeit verweigert. Daran ändert nichts, dass es
um die Erteilung des Lernfahrausweises geht, und der Rekurrent nur die Erteilung des
Lernfahrausweises für die Kategorie B (Personenwagen) und nicht auch für Motorräder
(Kategorie A) beantragte. Wird die Fahreignung verneint, so gilt dies sowohl für den
Lernfahrausweis als auch für die Fahrzeugkategorie A. Eine allfällige berufliche
Angewiesenheit des Rekurrenten auf den Führer-ausweis (vgl. act. 10/153) kann nicht
berücksichtigt werden. Dieses Kriterium ist einzig für die Bemessung der Dauer eines
Warnungsentzugs, nicht aber für einen Sicherungsentzug respektive eine Verweigerung
des Lernfahrausweises – wo es um die Verkehrssicherheit geht – relevant (vgl. Art. 16
Abs. 3 SVG; BGer 6A.23/2004 vom 11. Juni 2004 E. 2.2). Abgesehen davon ändert der
Umstand, dass dem Rekurrenten in einem Bewerbungsverfahren attestiert wurde, er
erkenne komplexe Zusammenhänge, am Ergebnis des Gutachtens nichts; hierbei
handelt es sich um eine Feststellung eines Nichtmediziners.
4.- Dass die Vorinstanz die Bedingungen für eine Wiedererteilung des Lernfahr- oder
Führerausweises von einer Bestätigung der Fahreignung durch eine Ärztin oder einen
Arzt der Stufe 4, einer regelmässigen fachärztlichen psychiatrischen Kontrolle und
Behandlung sowie Medikamenteneinnahme nach Dafürhalten des Behandlers von
mindestens sechs Monaten, dem Einreichen eines ausführlichen psychiatrischen
Verlaufsberichts, einer verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung (Aktengutachten)
und einer verkehrspsychologischen Untersuchung (kognitive Fahreignung) je nach
Diagnose, Medikation und Krankheitsverlauf abhängig machte, ist nicht zu
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beanstanden. Bei F2-Diagnosen (darunter fällt beispielsweise die paranoide
Schizophrenie) braucht es zur Bejahung der Fahreignung der 1. Medizinischen Gruppe
(u.a. Führerausweiskategorien A und B) bei einmaligen Krankheitsepisoden oder
milderen Ausprägungen mindestens sechs Monate psychische Stabilität und
weitestgehende Symptomfreiheit ausserhalb eines stationären Settings (Steindl, a.a.O.,
S. 283 ff., Rz. 7). Solche kontrollierten Beobachtungszeiträume gibt es hier bis jetzt
noch nicht. Bei ausreichender Symptomfreiheit kann nach einer psychotischen Episode
eine Wiederzulassung zum Verkehr verantwortet werden. Regelmässige Kontrollen und
eine zumeist langfristige medikamentöse Therapie sind in der Regel erforderlich. In
Zweifelsfällen sind objektive Leistungsmessungen mit entsprechenden Testverfahren
durchzuführen (Dittmann, a.a.O., S. 51). Bei einem auf unbestimmte Zeit entzogenen
oder verweigerten Lernfahr- oder Führerausweis liegt es an der betroffenen Person, die
Behebung des Mangels nachzuweisen, der die Fahreignung ausgeschlossen hat (vgl.
Art. 17 Abs. 3 SVG).
5.- Aufgrund der zahlreichen Ergänzungsfragen des Rekurrenten ist bei der
Begutachtungsstelle ein erheblicher Aufwand angefallen, den sie zu Recht zusätzlich in
Rechnung stellte. Hintergrund der Ergänzungsfragen war nicht ein klärungsbedürftiges
Gutachten, sondern eine Fundamentalkritik des Rekurrenten am Ergebnis des
Gutachtens. Da der Rekurs in der Sache abzuweisen ist, erscheint es gerechtfertigt, die
Rechnung über Fr. 1'290.– für das Ergänzungsgutachten vom Rekurrenten bezahlen zu
lassen. Daran ändert nichts, dass die Vorinstanz im ersten Rekursverfahren
(IV-2018/74) nicht korrekt vorgegangen war und zu Unrecht eine Zweitbegutachtung
bei einer anderen Gutachterstelle angeordnet hatte. Die entsprechende Verfügung
wurde aufgehoben und der Rekurrent ausseramtlich entschädigt. Hätte die Vorinstanz
die gleichen Ergänzungsfragen bereits in jenem Verfahren zugelassen, wären die
zusätzlichen Gutachterkosten zufolge Abweisung des Rekurses in der Hauptsache
ebenfalls dem Rekurrenten auferlegt worden.
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6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs gegen die Verfügung der
Vorinstanz vom 20. Dezember 2018 abzuweisen ist. Der Rekurrent ist zudem zu
verpflichten, die Kosten für das Aktengutachten vom 20. November 2018 von
Fr. 1'290.– (Rechnung Nr. 1801460844) zu bezahlen.
7.- In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Es gilt der Grundsatz der
Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens. Kosten, die ein
Beteiligter durch Trölerei oder anderes ungehöriges Verhalten oder durch Verletzung
wesentlicher Verfahrensvorschriften veranlasst, gehen jedoch zu seinen Lasten (Art. 95
Abs. 2 VRP). Der Rekurrent dringt im Hauptantrag auf Aufhebung der Verfügung der
Vorinstanz vom 20. Dezember 2018 nicht durch. Auf der anderen Seite verletzte die
Vorinstanz den Anspruch des Rekurrenten auf rechtliches Gehör. Bei diesem
Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, die amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu drei
Vierteln aufzuerlegen; der Rest ist vom Staat zu tragen. Eine Entscheidgebühr von
Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist mit dem Kostenanteil des
Rekurrenten von Fr. 900.– zu verrechnen und im Restbetrag von Fr. 300.–
zurückzuerstatten.
Dem Verfahrensausgang entsprechend ist keine ausseramtliche Entschädigung
zuzusprechen (Art. 98 VRP).