Decision ID: 1ca7700a-488f-4765-bc02-8ed4a3890df0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene
X._
,
ohne Berufsausbildung,
Mutter zweier 1987 und 1990 geborener Söhne,
arbeitete
seit dem
1. September 2010
bei der
Y._
GmbH
als Betriebsmitarbeiterin
. Nach längerer Arbeitsun
fähigkeit wurde
ihr die Stelle auf den 31. Januar 2014 gekündigt (letzter Arbeits
tag:
15. April 2013
;
Urk. 6/14
).
Z
uvor
war die Versicherte
zumeist als Hilfsarbei
terin
in verschiedenen
Branchen
tätig
(
Urk. 6/2-
4
,
Urk. 6/37/2-3
). Am 20. No
vember 2013 (Eingangsdatum) meldete sie sich, unter Hinweis auf Tennisarm und psychische Belastung
,
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk. 6/8
).
Daraufhin tätigte die IV-Stelle medizi
nische sowie erwerbliche Abklärungen (
vgl.
Urk. 6/12-
20
)
und zog in diesem Rahmen unter anderem die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 6/15
, Urk. 6/20
).
Zudem stellte die Krankentaggeldver
sicherung der IV-Stelle ein von med.
pract
.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, am 11. März 2014 erstattetes psychiatrisches Gutachten zu (Urk. 6/16).
Zwischen dem 8. Oktober 2014 und dem 25. Februar 2015 unterzog sich die Ver
sicherte diversen Infiltrationen
der
Lendenwirbelsäule
(medial
branches
L3 bis L5
;
Urk. 6/29/3-5, Urk. 6/29/9)
sowie
verschiedenen
Operationen an beiden Armen
(vgl. Urk. 6/19/6-7, Urk. 6/37/23
-24
).
1.2
Mit Mitteilung vom 4. Mai 2015 setzte die IV-Stelle die Versicherte über die Kos
tenübernahme
sowie die Ausrichtung eines Taggeldes
für eine Potenzialabklä
run
g bei der Institution
A._
,
B._
Arbeitsintegration, vom 19. Mai bis am 18. Juni 2015 in Kenntnis (Urk. 6/39
-40
, Urk. 6/46
, vgl. Urk. 6/48
).
Vom 21. Juli bis am 14. August 2015 befand sich die Versicherte
in der Klinik
C._
in stationärer Behandlung (Urk. 6/52). Mit Mitteilung vom
2. September 2015 leis
tete die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 21. Sep
tember bis am 18. Dezember 2015, inklusive Ausrichtung eines Taggeldes (Urk. 6/53-54
, Urk. 6/56
, vgl. Urk. 6/70/4-7
).
Am 2. Dezember 2015 informierte die IV-Stelle die Versicherte über die Kostengutsprache für ein Aufbautraining
vom 19. Dezember 2015 bis am 17. Juni 2016
und den währenddessen bestehen
den Taggeldanspruch
(Urk. 6/64-65
, Urk. 6/67
, vgl. Urk. 6/82
). Während des Auf
bautrainings wurde die Versicherte bei
der
D._
AG
eingesetzt (Urk. 6/66/3).
Da sich die Versicherte nicht im Stande sah, ihre Arbeitsfähigkeit während des Aufbautrainings zu steigern, wurde die Massnahme per 8. April 2016 vorzeitig beendet (Urk. 6/79
, vgl. Urk. 6/80/4
-5
). Per 11. April 2016 wurde die Versicherte
als Aushilfsangestellte
bei der
D._
AG in einem Teilzeit-Pensum
auf Stundenlohnbasis
angestellt
, wobei sie dort 2 x 2 Stunden pro Tag, somit 20 Stunden pro Woche, arbeitet
(Urk. 6/78).
Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegeh
rens in Aussicht (Urk. 6/88).
Nach erhobenem Einwand (Einwand vom
11. Juli 2016
,
Urk. 6/90
;
Einwandbegründung
vom
13. September 2016
,
Urk. 6/93)
gab die IV-Stelle
am 21. November 2016
bei der
Medizinischen
Abklärungsstelle
E._
(
Medas
)
ein polydisz
iplinäres Gutachten (Allgemeine
Innere Me
dizin, Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie
und Psychotherapie
) in Au
ftrag (Urk. 6/98, vgl. Urk. 6/102
)
.
Das Gutachten wurde am 9. Februar 2017 erstattet (Urk. 6/105).
Dazu nahm die Versicherte am 1
4.
Juni 2017 Stellung und reichte den Bericht von Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie, der mul
tidisziplinären Schmerzklinik am Spital
G._
, vom 8. Juni 2017 zu de
n Akten (
Urk.
6/110 und
Urk.
6/1
11).
Mit Verfügung vom 20. November 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab (Urk. 6/113 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 8. Januar 2018 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 20. November 2017
sei
aufzuheben und
es sei ihr
ab April 2014 eine ganze Rente und ab März 2016 bis auf weiteres eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversic
herung zuzusprechen (Urk. 1 S. 2
). Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2018 schloss die
IV-Stelle
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten Urk. 6/1-116), was der
Beschwerdeführerin
mit Verfü
gung vom 5. Februar 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 7). Mit Eingabe vom 17. Mai 2018 nahm die
Beschwerdeführerin
erneut zur Sache Stellung und reichte drei ärztliche Berichte von Dr. med.
H._
, Facharzt FMH für
Chirurgie und Handchirurgie
, datiert vom 12. Februar, 10. April und 9. Mai 2018, ein (Urk. 9/1-3). Diese Unterlagen wurden der
Beschwerdegegnerin
am 23. Mai 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 10).
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141
V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Durchführung eines strukturiertes Beweisverfahren bleibt jedoch dort ent
behrlich, wo im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsun
fähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint
wird und allfälligen ge
genteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus an
de
ren Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 418 E.
7.1).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung
über die Invali
denversicherung,
IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ei
nander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten
der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351
E. 3a S. 352) entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Admi
nistrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; Urteil 9C_823/2018 vom 1
1.
Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen). Zweck interdiszipli
närer Gutachten ist es, alle relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit in ein Gesamtergebnis zu fassen (BGE 137 V 210 E. 1.2.4; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 [I 514/06] E. 2.1). Dasselbe gilt mit Blick auf die mitunter schwierige Abgrenzung der im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG versicherten Zustände von in
validitätsfremden Faktoren. Der abschliessenden, gesamthaften Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit kommt dann grosses Gewicht zu, wenn sie auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der an der
Begutachtung mitwir
kenden Fachärzte erfolgt (BGE 143 V 124 E. 2.2.4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Umstritten und zu klären ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin
auf eine Rente der Invalidenversicherung.
2.2
Die
Beschwerdegegnerin
führt in der angefochtenen Verfügung aus,
es
ergebe sich
zwar
eine Einschränkung von 30 % aufgrund
eine
s
erhöhten Pausenbedarf
s
. Dieser
sei allerdings auf die Schmerzstörung zurückzuführen, welche nicht derart stark ausgeprägt sei, dass von psychiatrischer Seite her eine eigenständige Er
krankung mit wesentlichem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit begründet werden könne. Gesamtmedizinisch liege weiterhin eine volle Arbeitsfähi
gkeit in ange
passter Tätigkeit vor. Es bestehe ein IV-Grad von 27 %
(Urk. 2).
2
.3
Dahingegen stellt sich die
Beschwerdeführerin
im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
es sei gesamthaft von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Auf das
Medas
-Gutachten könne – aus verschiedenen Gründen (vgl. Urk. 1 S. 4-7) – nicht abgestellt werden.
Mit ihrer aktuellen Festanstellung bei der
D._
AG
schöpfe sie die ihr verbliebene Restarbeitsfähigkeit voll aus (Urk. 1 S. 7).
3.
3.
1
Die medizinische
n
Akten betreffend den Zeitraum vor der Begutachtung wurde
n
im polydisziplinären Gutachten der
Medas
vom 9. Februar 2017
zusammenge
fasst
(Urk.
6/105/2-8
)
, weshalb
sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiederge
geben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen
.
Gestützt auf die Untersuchungen in den einzelnen Fachgebieten stellten die
Me
das-Gutachter
in ihrer
Gesamtbeurteilung folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/105/
19
):
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) bei Status nach multiplen Voroperationen am Ellbogen und Unterarmbereich beidseits
-
Revision bei b
eginnender Beugesehnenscheidenph
legmone
Dig
. II rechts am 02.12.2010
-
Status nach
Denervation
einer
Epicondylopathia
humeroradialis rechts (nach Wilhelm) am 13.08.2013
-
Operation bei
Epicondylitis
humeroradialis rechts, Dekompression
Ner
vus
medianus in der
Pronator
teres
-Loge rechts am 08.10.2014
-
Operation eines
Pronator
teres
-Syndrom links,
Kubitaltunnelsyndrom
links am 13.02.2015
-
Hämatomevakuation
, Drainage bei tiefem Hämatom links nach Dekom
pression
Pronator
teres
-Loge (13.02.2015) am 25.02.2015
Daneben wurden folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 6/105/19):
-
Leichtgradig
ektivierter
Hallux
valgus links
-
Leichte Schulterschmerzen links ohne Funktionseinschränkung, kein
Im
pingementsyndrom
-
Aktenanamnestisch Hypothyreose
Es liege ein Zustand nach multiplen Operationen beider Unterarme seit dem Jahr 2010 vor, wobei auffalle, dass die operativen Eingriffe auch bei elektrophysiolo
gischen Normalwerten oder nicht
stark ausgeprägter Symptomatik
erfolgt
seien
. Hinweise auf ein nicht-organisches Schmerzgeschehen sowie d
ie psychiatrische Angabe, dass
unter allen
Umständen verhindert werden müsse
, dass ohne ganz klare Indikationen weitere Operationen durchgeführt würden, hätten auf chirur
gisch-orthopädischer Seite keine Beachtung gefunden. Zusätzlich zu den thera
pieresistenten Schmerzen im Bereich der Arme bestünden gemäss
Vorakten
auch Beschwerden im Bereich der unteren Wirbelsäule bei degenerativen Veränderun
gen
. Von psychiatrischer Seite her sei im Jahr 2014 eine mittelschwere depressive Erkrankung diagnostiziert und ambulant wie auch stationär
behandelt worden
(Urk. 6/105/18). Aktuell würden die Schmerzen im Bereich beider Unterarme so
wie der Lendenwirbelsäule im Vordergrund des Krankheitserlebens der
Beschwer
deführerin
stehen. Sowohl von rheumatologischer wie von neurologischer Seite her könnten allerdings keine eindeutigen somatischen Ursachen identifiziert wer
den, welche die ausgeprägten Schmerzen erklären könnten. Dies treffe sowohl für die Beschwerden in den Unterarmen wie auch für die Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule zu. Gesamt
gutachterlich und übereinstimmend mit den medizi
nischen
Vorakten
werde von einem kombinierten somatisch/psychiatrischen Krankh
eitsgeschehen ausgegangen. Die i
m Jahr 2014 diagnostizierte depressive Erkrankung sei mittlerweile remittiert, wie dies unter entsprechender Behandlung auch zu erwarten gewesen sei. Die funktionellen Einschränkungen würden aus gesamt-medizinischer Sicht als deutlich abhängig von den konkreten Arbeitsbe
dingungen beurteilt. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperliche leichte Arbeiten lasse sich gesamtmedizinisch nicht ausreichend begründen (Urk. 6/105/19).
Die
Beschwerdeführerin
besitze keine Berufsausbildung und sei in häufig wech
selnden Arbeitsverhältnissen beschäftigt gewesen, so dass die Arbeitsfähigkeit allgemein formuliert würde (
Urk. 6/105/19). Aktuell sei sie seit kurzem in einem Arbeitsverhältnis im Stundenlohn und einem täglichen Pensum von vier Stunden bei der Firma
D._
AG
angestellt. Zu den Aufgaben gehörten das Verteilen der Post sowie das Verarbeiten von Rechnungen. Es handle sich hierbei um eine körperlich leichte, teils sitzende, teils stehend-gehende Tätigkeit. Aus gesamtme
dizinischer Sicht bestehe für diese Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit. Medizinisch nicht zumutbar seien repetitive Arbeiten
mit einer Lasten
handhabung von über
2-3 kg auf oder oberhalb von Schulterhöhe, vereinzelt sei eine Lastenhandhabung von 5-10 kg medizinisch möglich. Bis Gürtelhöhe sei eine
Lastenhandhabung bis maximal 7.5 kg medizinisch zumutbar. Längerdau
ernde Arbeiten auf oder oberhalb von Brusthöhe seien auch ohne Gewichte me
dizinisch nicht möglich, ebenso keine Tätigkeiten mit fortgesetzten schwereren manuellen Halte- oder Greiffunktionen, Tätigkeiten mit Sicherungs- und Halte
funktion sowie keine Tätigkeiten mit Vibrationen.
Psychisch belastende Arbeiten wie beispielsweise das Arbeiten unter Zeitdruck, im Dreischichtbetrieb oder mit hoher Verantwortung für Personal oder Sachwerte führe zu einer erhöhten men
talen Beanspruchung, für derartige Tätigkeit wäre, abhängig von den konkreten Anforderungen, eine Einschränkung in Höhe von maximal 30 % aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs notwendig (Urk.
6/105/20).
Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf Beginn des Jahres 2011 zu datieren, als es zu wiederholten operativen Eingriffen im Bereich der Arme mit postoperativ kompletter Arbeitsunfähigkeit gekommen sei. In diesem Punkt schliesse man sich den Attesten
der
behandelnden Ärzte an. Im weiteren Verlauf sei es
im Jahr 2013
zum Auftreten einer depressiven Erkrankung gekommen. Arbeitsversuche in die
sem Jahr seien nachvollziehbar krankheitsbedingt gesche
itert. Ab Mitte des Jah
res 2014
sei
erneut
eine
Teilarbeitsfähigkeit
erreicht worden
, wobei retrospektiv die genaue Höhe der Arbeitsunfähigkeit nicht näher angegeben werden könne. Es sei davon auszugehen, dass es bei gleichzeitig vorliegender depressiver Er
krankung, chronischen beidseitigen Armschmerzen nach multiplen Operationen
sowie Beschwerden bei degenerativer Erkrankung der Lendenwirbelsäule zu ge
genseitig ungünstigen Wechselwirkungen gekommen sei mit einer Gesamtar
beit
s
fähigkeit von deutlich unter 50 %. Erst Ende des Jahres 2015 (Bericht Ar
beitsintegration vom 0
7.
Dezember
2015) könne von einer stabilen 50%igen Ar
beitsfähigkeit ausgegangen werden
(Urk. 6/105/20). Im Verlauf sei es zu einer weiteren Stabilisierung des Gesundheitszustandes gekommen, so dass die aktuell
attestierte Arbeitsfähigkeit ab Datum des vorliegenden Gutachtens
gelte. Von ei
ner Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im weiteren Verlauf sei nicht auszugehen. So seien die Beschwerden des Bewegungsapparates mittlerweile chronifiziert und könnten durch medizinische Massnahmen realistischerweise nicht in einem für
eine Arbeitstätigkeit relevanten
Umfang verbessert werden
(Urk. 6/105/21).
3.2
Im Bericht von
Dr.
F._
vom 8. Juni 2017, welchen die Beschwerdeführerin im Rahmen der Anhörung eingereicht hat, wurden
folgende Diagnosen gestellt
(Urk. 6/110
/1
):
-
Schmerzrelevante Diagnosen:
-
Chronische Schmerzen mit psychischen und somatischen Faktoren
-
Status nach multiplen Operationen am Ellbogen und Unterarm beidsei
tig mit chronischen Schmerzen in beiden Armen
-
Begleiterkrankungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse / Differentialdiagnose: stressbedingte Hyperalgesie
-
Begleiterkrankungen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronische lumbale Schmerzen bei
Osteochondrose
L4/5 und Dis
kushernie L4/5
-
Rezidivierende depressive Episoden, aktuell in Remission
-
Hypothyreose
Es bestünden belastungsabhängige Schmerzen beider Arme, chronische lumbale Schmerzen, im aktuellen Belastungsniveau nicht einschränkend
.
Die Gelenksbe
weglichkeit sei uneingeschränkt, die Beweglichkeit der LWS leicht eingeschränkt. Hinsichtlich der Muskelkraft (Kondition)
sei die
maximale Belastung
sgrenze
der Arme
bei
2 Stunden am Stück, es seien keine Arbeiten über Schulterniveau mög
lich. Die gesamte medizinische Einschränkung betrage 50 %. Durch Verlangsa
mung (schmerzbedingt, kognitiv, psychisch, medikamentös) bestehe eine Ein
schränkung von 30 %. Die medizinische
Einschränkung addiere sich nicht auto
matisch mit der psychischen Einschränkung, lasse jedoch den Schluss zu, das
s eine
weitere Steigerung der Arbeitsbelastung über 50 % nicht realisiert werden könne. Da die Schmerzen nur nach Belastung auftreten würden und kein thera
peutisches Verbesserungspotential vorhanden sei, seien keine Erhaltungsthera
pien notwendig
(Urk. 6/110/4-5).
Eine leichte Arbeit von 2 mal 2 Stunden (Post verteilen, PC Arbeit) gehe gerade so ohne Schmerzverstärkung. Schwere Haushaltarbeiten würden durch die Söhne übernommen und schwere Sachen von den Söhnen eingekauft. Es bestehe eine geschätzte Einschränkung im Haushalt von 30 %. Die Patientin habe sich in der Situation mit der momentanen Belastung arrangiert. Eine Steigerung der Arbeits
belastung sei im Arbeitsversuch glaubhaft nicht über 50 % möglich gewesen. Von weiteren operativen Therapien im Armbereich
sei,
wenn immer möglich abzuse
hen. Die psychische Stabilität sei bei der Patientin fragil, die psychosoziale Situ
ation chronifiziert. Es sei
langfristig
mit keiner Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 50 % zu rechnen (Urk. 6/110/6-7).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützt ihre
n
rentenablehnende
n
Entscheid
massgeblich
auf das
Medas
-Gutachten
vom
9. Februar
2017 (
Urk. 2 S. 2).
Das
Medas
-Gutachten vom
9. Februar
2017
wurde in Kenntnis der
Vorakten
er
stattet (Anamnese; Urk. 6/105/2-12),
ist für die streitigen Belange umfassend,
be
ruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen
(Urk. 6/105/15-16
,
Urk. 6/105/28-30, Urk. 6/105/37-39
, Urk. 6/105/43-44),
setzt sich mit den ge
klagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander (Urk.
6/105/14-18
, Urk. 6/105/26-28, Urk. 6/105/35-37
, Urk. 6/105/41-43
) und
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
(Urk.
6/105/18-21
, Urk. 6/105/31-33, Urk. 6/105/39-40
, Urk. 6/105/44-46
).
Da
mit erfüllt das Gutachten grundsätzlich die rechtsprechungsgemässen Anforde
rungen an eine beweiskräftige
medizinische
En
tscheidgrundlage
(vgl. E. 1.6
).
4.2
4.2
.1
Die
Beschwerdeführerin
erachtet das
Medas
-Gutachten aus verschiedenen Grün
den
als
nicht
beweiskräftig
(Urk. 1 S.
4-7
).
4.2
.2
Die
Beschwerdeführerin
bringt vor, d
as
Medas
-Gutachten weise bei Durchsicht der einzelnen Teilgutachten Widersprüche und Inkonsistenzen auf
. Im psychiat
rischen Teilgutachten von Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
werde eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % attestiert, welche in der Gesamtbeurteilung nur für entsprechend belastende Arbeiten übernommen werde. Zudem treffe auch die Aussage des Psychiaters, wonach sie sich momentan keiner Psychotherapie unterziehe
,
was darauf hinweise, dass die aktuelle Proble
matik nicht sehr ausgeprägt sei
, nicht zu. Wegen nach wie vor bestehender Pani
kattacken sei sie weiterhin mit einer Frequenz von einmal pro Monat bei
m Psy
chiater
med.
pract
.
J._
in Behandlung
, ein Leidensdruck bestehe somit nach wie vor. Nebenbei sei auf die Untersuchungsdauer von nur gerade 1 Stunde und 10 Minute
n
hingewiesen (Urk. 1 S.
5
Rn
15-20).
Entgegen den Ausführungen der
Beschwerdeführerin
hat
auch
Dr.
I._
der auf psychiatrischem
Fachgebiet gestellten Diagnose einer chronischen Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41) keine Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit bei
gemessen
(vgl. Urk. 6/105/44).
Der psychiat
rische Gutachter stellte eine Häufung von belastenden Lebensumständen, na
mentlich Traumatisierungen in der Kindheit und Jugend, und anamnestisch psy
chische Störungen (Suchterkrankung und depressive Phasen) fest (Urk. 6/105/45). Die Vielzahl von
psychiatrischen Aspekten – welche keinen direkten Zusammen
hang untereinander hätten – führe zwar zu einer erhöhten Vulnerabilität, mit etwas längeren Erholungsphasen liege aber keine Psychopathologie vor (Urk. 6/105/46). Gestützt auf diese Feststellung kamen die Gutachter in ihrer Kon
sensbeurteilung zum Schluss, gesamt-medizinisch würde unter Beachtung des Belastungsprofils keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen und die Ein
schränkung von 30 % – aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs – beziehe sich nur auf psychisch belastende Arbeiten (Arbeiten unter Zeitdruck, im Dreischicht
betrieb oder mit hoher Verantwortung für Personal oder Sachwerte, was zu einer erhöhten mentalen Beanspruchung führt; Urk. 6/105/20). Da der psychiatrische Gutachter keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert hat, wohl aber eine erhöhte Vulnerabilität feststellte, lässt sich ein Widerspruch zwischen dem psychiatrischen Teilgutachten und der Gesamtbeurteilung nicht ausmachen.
Der Beschwerdeführerin ist insofern zuzustimmen, als sich die Feststellung von Dr.
I._
, die ambulante Psychotherapie sei aufgegeben worden, als ungenau erweist. Da die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben lediglich einmal pro Monat ihren Psychiater aufsuchte, um «ihren Frust abzuladen» (Urk. 6/105/27), erscheint fraglich, ob es sich dabei um eine
eigentliche
Psychotherapie handelt. Wie
Dr.
I._
festhielt, ist in psychischer Hinsicht jedenfalls kein erheblicher Leidensdruck auszumachen. Es bestehe eine Fokussierung auf die körperlichen Aspekte. Daher könne das Arbeitsintegrationspotenzial durch eine Intensivierung der Psychotherapie kaum verbessert werden (
Urk.
6/105/47). Die beanstandete Ungenauigkeit vermag keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens zu begründen.
Die Untersuchungsdauer – wie auch der Gutachtensumfang – liegt r
echtspre
chungsgemäss
im Ermessen des medizini
schen
Experten. Für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens ist er nicht entscheidend. Vielmehr kommt es darauf an, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_626/2017 vom 17. Oktober 2017 E. 3.2.1 mit Hin
weisen), was vorliegend der Fall ist.
4.2
.3
Im Weiteren wendet die
Beschwerdeführerin
gegenüber dem
Medas
-Gutachten
ein, die Feststellung des rheumatologischen Gutachters, wonach die chronischen Schmerzen an beiden Ellenbogen und Unterarmen heute organisch nicht mehr erklärbar seien, bedeute nicht, dass sie nicht gleichwohl unter starken Schmerzen leide. Der Gutachter lasse hier eine Auseinandersetzung mit den Wechselwirkun
gen von psychischen und somatischen Aspekten vermissen (Urk. 1 S. 5
f.
R
n
21).
Im zusammenfassenden Gutachten fehle sowohl eine interdisziplinäre Gesamtbe
urteilung wie auch eine Auseinandersetzung mit anderslautenden Beurteilungen. So verweise insbesondere
Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für Rheumatolo
gie,
in seinem Gutachten lediglich auf einen längst überholten Bericht von
Dr.
med.
L._
,
Facharzt FMH für Rheumatologie,
in dem dieser (nach monatelanger Attestierung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit) per Ende 2013 die Wiederaufnahme der Arbeit
empfohlen habe
. Daneben werde nur noch die (angeblich nicht weiter begründete) Beurteilung von Dr.
H._
erwähnt, der die aktuell ausgeübte berufliche Tätigkeit der
Beschwerdeführerin
in einem 50 %-Pensum als sinnvoll erachte, weil die Belastungsgrenze sonst überschritten werde. Keine Erwähnung fänden alle anderen Berichte von Dr.
H._
und insbeson
dere auch die Beurteilung der
M._
-Klinik vom 3. Juli 2014, wonach an
d
er Belastungsintoleranz der Arme «kein Zw
eifel» bestehe (Urk. 1 S. 6-7
Rn
24-25).
Im Zusammenhang mit den von der
Beschwerdeführerin
anlässlich der rheuma
tologischen Begutachtung geäusserten Schmerzen
an beiden Ellenbogen und Un
terarmen
hat sich Dr.
K._
pflichtgemäss
auch mit der Ätiologie
der
Schmerzen befasst
und konnte – bei ausgedehnter Bildgebung (vgl. Urk. 6/105/30) –
kein somatisches
Korrelat
zuordnen
(vgl. Urk. 6/105/
31)
.
Eine Diskussion der Wech
selwirkungen von psychischen und somatischen Aspekten bildet
–
typischerweise
wie
auch vorliegend
–
Teil der poly
disziplinären Gesamtbeurteilung. Gestützt da
rauf haben die
beteiligten Gutachter auf ein kombiniertes soma
tisch/
psy
-
chiatrisches
Krankheitsgeschehen und diagnostisch
auf eine c
hronische Schmerz
-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
ge
schlossen (6/105/18-19).
Nichts für sich zu gewinnen vermag die
Beschwerdeführerin
mit dem Vorbringen, dem
Medas
-Gutachten mangle es sowohl an einer interdisziplinären Gesamtbe
urteilung wie auch an einer Auseinandersetzung mit anderslautenden Beurteilun
gen.
Basierend
auf einer Schlussbesprechung und vorgängig im
Zirkulationsver
fahren erarbeitetem
Konsensfindungsprozess aller beteiligten Fachleute
wurde im
Medas
-Gutachten eine Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähi
gkeit vorgenommen (Urk. 6/105/18
-21).
Zudem enthält das Gutachten
– wie bereits dargetan –
eine ausführliche Anamnese (vgl. Urk. 6/105/2-12). Dass sich die Gutachter nur mit den ihrer Ansicht nach wesentlichen Vorberichten ausdrücklich auseinandersetz
t
en bildet Bestandteil ihres Ermessens und ist nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_531/2007
vom 3. Juni 2008
E. 2.2.1)
.
4.3
Die
Beschwerdeführerin
beruft sich zur Begründung
ihres Standpunktes, wonach
von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen sei,
im Wesentlichen auf
die Berichte von Dr.
H._
,
die Stellungnahme
von
Dr.
F._
vom 8. Juni 2017
sowie die
Berichte
über die absolvierten
Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 1
S. 4
Rn
13, Urk. 1
S.
6-7
Rn
25-27
).
Diese Berichte würden im
Medas
-Gutachten ausser Acht gelassen. Obwohl sie dies am 14. Juni 2017 beantragt habe, habe keine ergänzende Vorlage des Berichts
von Dr.
F._
an die Gutachter und Rückfragen zu den Inkonsistenz
en stattgefunden (Urk. 1 S. 4
Rn
13).
Was den Bericht von
Dr.
F._
vom 8. Juni 2017 betrifft, kann auf die zu
treffenden Ausführungen von
Dr.
med.
N._
, Facharzt für orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie, regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom
3.
Juli 2017 verwiesen werden (
Urk.
6/112/6). Demnach bestehen im Vergleich zum Gut
achten nicht wesentliche Diskrepanzen in den Untersuchungsbefunden und Di
agnosen, sondern in der Beurteilung der Auswirkungen der Schmer
z
störung auf die Arbeitsfähigkeit.
Dr.
F._
legt seiner Beurteilung ein bio-psycho-soziales Konzept zugrunde (und kritisiert die seiner Ansicht nach zu restriktive versiche
rungsmedizinische Beurteilung). Zudem gewichtet er die subjektiven Angaben und Einschätzungen der Beschwerdeführerin sehr stark (vgl.
Urk.
6/110). Demge
genüber hatten die
Medas
-Gutachter ihre Beurteilung nach den versicherungs
medizinischen Grundsätzen vorzunehmen und zu berücksichtigen, dass für einen Anspruch auf Rentenleistungen ausschliesslich der durch den Gesundheitsscha
den bewirkte Verlust der Erwerbsmöglichkeiten massgebend ist (vgl. BGE 142 V 106 E. 4.2). In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini
schen Experten andererseits nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgut
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (SVR 2017 IV Nr. 49 [9C_338/2016] E. 5.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_654/2015 vom 1
0.
Au
gust 2016 E. 4.4 9C_175/2018 vom 1
6.
April 2018 E. 3.3.1). Anders verhält es sich, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbrin
gen, welche im Rahmen der
Begutachtung unerkannt (oder ungewürdigt) geblie
ben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (SVR 2017 IV Nr. 49 [9C_338/2016] E. 5.5; SVR 2008 IV Nr. 15 [I 514/06] E. 2.1.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_793/2016 vom
3.
März 2017 E. 4.1.2 und 9C_353/2015 vom 2
4.
November 2015 E. 4.1). Solche objektiv feststellbaren Gesichtspunkte werden von
Dr.
F._
nicht vorgebracht, weshalb auch kein Anlass bestand, seinen Bericht den Gutachtern zur Stellungnahme vorzulegen.
D
ie Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen
ist
recht
sprechungsgemäss
nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädi
gung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu be
antworten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_334/2018 vom 8. Januar 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen)
.
Die Berichte der Eingliederungsfachleute lagen den Gutachtern bei ihrer Beurteilung vor (vgl. Urk. 6/105/8-9) und vermögen keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu erwecken. Dem Ab
schlussbericht Aufbautraining der
A._
,
B._
Arbeitsintegration, vom 27. Ap
ril 2016 lässt sich namentlich entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sah, die Leistungsfähigkeit kurz- bis mittelfristig zu steigern, weshalb das Aufbautraining vorzeitig beendet worden sei (
Urk.
6/82/3). Dass eine Leis
tungssteigerung aus objektiven Gründen nicht möglich war, geht aus dem Bericht indessen nicht hervor, vielmehr trugen nach Einschätzung der Eingliederungs
fachperson auch persönliche Umstände dazu bei (vgl. auch
Urk.
6/80/3).
Bei den Akten
finden sich
sodann
diverse Berichte des behandelnden Arztes Dr.
H._
, auf die sich die
Beschwerdeführerin
in pauschaler Weise
beruft (vgl. Urk. 1 S. 4
Rn
13)
.
Zu den mit Eingabe vom 17. Mai 2018 eingereichten Berich
ten, datierend vom 12. Februar, 10. April und 9. Mai 2018 (Urk.
8-9
), ist vorab zu
bemerken, dass diese erst nach Erlass der – rechtsprechungsgemäss die zeitli
che Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden (BGE 130 V 445 E. 1.2 mit Hinweisen) – Verfügung vom 20. November 2017 verfasst wurden. Die den Berichten zugrundeliegenden Untersuchungen
fanden
ebenfalls
erst
im Nachgang zum Erlass der Verwaltungsverfügung
statt
, weshalb
die Berichte
keine Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation
ermöglich
en
. Die Berichte sind demnach
nicht zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_235/2016 vom 26. Januar 2017 E. 4.2 mit Hinwei
sen). Im Be
richt vom 1. April 2016
beurteilt
Dr.
H._
die Situation als unverändert
und übernimmt
die Ergebnisse aus dem Aufbautraining, wonach eine tägliche Ar
beitsleistung von 2 mal 2 Stunden möglich sei
, ohne die
se Einschätzung
mit der objektiven Befundlage abzugleichen (
vgl.
Urk. 6/77).
Die
davor erstatteten Be
richte
von Dr.
H._
befassen sich nicht mit der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin
(vgl.
Urk. 6/19/8-9, Urk. 6/19/10-11, Urk. 6/19/12-13,
Urk. 6/43
, U
rk. 6/49/3-4
).
4.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass weder die Einwände der
Beschwerdeführerin
noch die weiteren Unterlagen
das
Medas
-Gutachten
zu entkräften
vermögen. Es liegen somit keine konkreten Indizien vor, welche g
egen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
(vgl. E. 1.6
). Infolgedessen kann auf das
Medas
-Gutachten ab
gestellt werden.
4.5
Bei der retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist die Beschwerdegegne
rin vom
Medas
-Gutachten abgewichen, ohne dies weiter zu begründen.
4.5.1
Die Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug datiert vom 20. No
vember 2013 (Urk. 6/8),
weshalb ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab
1. Mai 2014
besteht
(Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
Massgebend ist daher die Ar
beitsfähigkeit ab Mai 2013 (Beginn der Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG).
4.5.2
Die Gutachter attestieren der Beschwerdeführerin zunächst eine Arbeitsunfähig
keit von 100 % (ab Anfang des Jahres 2011). Sie begründen dies mit den wieder
holt erfolgten operativen Eingriffen im Bereich der Arme, welche postoperativ zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Im Verlauf des Jahres 2013 sei zudem eine depressive Erkrankung aufgetreten, Arbeitsversuche in diesem Jahr seien krankheitsbedingt gescheitert. Ab Mitte des Jahres 2014 habe wieder eine Teilarbeitsfähigkeit bestanden.
Die Gutachter sahen sich ausser Stande, die genaue Höhe der Arbeitsunfähigkeit näher anzugeben, gingen bei gleichzeitig vorliegender depressiver Erkrankung, chronischen beidseitigen Armschmerzen nach multiplen Operationen sowie Beschwerden bei degenerativer Erkrankung der Lendenwirbelsäule und bei gegenseitig ungünstigen Wechselwirkungen aber von einer Gesamtarbeitsfähigkeit von deutlich unter 50 % aus. Ab Ende des Jah
res 2015 attestierten die Gutachter eine stabile Arbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. Urk. 6/105/20).
Med.
pract
.
Z._
stufte die
Beschwerdeführerin
in ihrem zuhanden der Krankentaggeldversicherung erstatteten psychiatrischen Gutachten vom 11. März 2014
gestützt auf eine mittelgradige Depression
als im Begutachtungszeitpunkt zu 100 % arbeitsunfähig ein, erachtete eine Verbesserung des Zustandsbildes und einen stufenweisen Wiedereinstieg in ein den körperlichen Einschränkungen an
gepasstes Tätigkeitsfeld
aber unter einer adäquaten Therapie in spätestens 3 bis 6 Monaten als möglich (Urk. 6/16/
10
-13).
Die
Beschwerdeführerin
befand sich vom 28. April bis am 8. August 2014 in der
O._
in tagesklinischer psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (vgl. Urk. 6/23/2).
Dr.
P._
gelangte in seiner fachärztlichen Beurteilung für die
O._
vom 4. Juli 2014 zur Einschätzung, während der tagesklinischen Behand
lung
b
estehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Symptomatik im Rahmen
einer mittelgradigen
depressiven Episode. Eine berufliche
Reintegrati
onsmassnahme durch die IV werde grundsätzlich unterstützt, um die Chancen für den ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen. Es werde eine erneute Überprüfung in den nächsten 3-6 Monaten empfohlen (Urk. 6/20/5).
In seinem Bericht vom 28. Ok
tober 2014 bestätigte Dr.
P._
eine mittelgradige depressive Episode sowie
eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit für die Dauer der teilstationären Be
handlung vom 28. April bis am 8. August 201
4.
Er sah sich ausser
Stande, eine prognostische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nach Austritt aus der Tagesklinik abzugeben. Um eine erfolgreiche berufliche Reintegration zu ermöglichen, emp
fahl er eine schrittweise Steigerung des Arbeitspensums (Urk. 6/23/3-4). Da im Januar 2015 weitere operative Eingriffe in der
Q._
erfolgten (vgl.
Urk.
6/29), nahm die Beschwerdegegnerin erst ab März 2015 Abklärungen betreffend Eingliederungsmassnahmen vor (vgl.
Urk.
6/27, 6/30, 6/39 und 6/41). Vom 19. Mai bis 18. Juni 2015 wurde durch die
A._
,
B._
Arbeitsintegration
, eine Potenzialabklärung, mit vier Stunden Präsenzzeit, vorgenommen (
Urk.
6/48). Vom 21. Juli bis am 14. August 2015 war die Beschwerdeführerin in der Klinik
C._
in stationärer Behandlung (Urk. 6/52). Am 21. September 2015 folgte das Belastbarkeitstraining resp. das Aufbautraining, welches bis zum vorzeitigen Abbruch am 8. April 2016 dauerte (vgl. Urk. 6/80).
Die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die
Medas
-Gutachter er
scheint aufgrund der vorliegenden Akten nachvollziehbar.
4.6
Zu prüfen bleibt, ob der Beurteilung der Gutachter auch unter Berücksichtigung der Standardindikatoren gefolgt werden kann.
Der psychiatrische Gutachter hat bei seiner Einschätzung die Anforderungen gemäss BGE 141 V 281 berücksich
tigt, jedoch nicht zu allen Indikatoren einlässlich Stellung genommen (vgl.
Urk.
6/105/48).
4.
6
.1
Hinsichtlich des Komplexes «Gesundheitsschädigung» ergibt sich, dass die bei der
Beschwerdeführer
in
diagnostizierte Depression
von Dr.
P._
und
med.
pract
.
Z._
übereinstimmend als mittelgradig eingestuft wurde. Funktionell
sei
die
Beschwerdeführer
in
aufgrund der raschen Erschöpfbarkeit, Kraft- und Ener
gielosigkeit, Antriebsstörungen sowie der verminderten Konzentration und Auf
merksamkeit eingeschränkt (Urk. 6/16/
11-
12
, Urk. 6/20/5
).
Im Austrittsbericht der Klini
k
C._
vom 13. August 2015
wurde die Depression als aktuell leichtgradig eingestuft (Urk. 6/52/9-13).
Zusätzlich zur depressiven Störung
di
agnostizierte med.
pract
.
Z._
in ihrem Gutachten vom 11. März 2014 – wie auch später im Austrittsbericht der Klinik
C._
und im
Medas
-Gut
achten festgehalten (vgl. Urk. 6/52/9, Urk. 6/105/19, Urk. 6/105/44) –
eine So
matisierungsstörung im Sinne von ICD-10 F 45 (Urk. 6/16/12).
Zum Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz» ist fest
zuhalten, dass die
Beschwerdeführerin
vom 28. April bis am 8. August 2014 eine teilstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit Einzel-, Grup
pen- sowie Milieutherapie an fünf Tagen pro Woche in der
O._
absolvierte (Urk. 6/20/5).
Als Medikation nahm
sie
dazumal
täglich 40
Tropfen
Surmontil
4 %
(Urk. 6/16/8, Urk. 6/20/5, Urk. 6/23/3) sowie alle drei Tage eine Tablette
Zol
pidem
Zentiva
bei Schlafstörungen ein
(
Urk. 6/23/3).
Nach der teilstationären Therapie wurde zwar
auf gewisse positive Auswirkungen derselben hingewiesen. So habe
die
Beschwerdeführerin
von den tagesstrukturierenden Massnahmen und dem Knüpfen von Kontakten zu Mitpatienten
profitieren können
und
auch
die wöchentlich stattfindenden stützenden Einzelgespräche
hätten
zu einer Zustands
verbesserung
geführt.
Ein konkreter Therapieerfolg
wurde aber – auch prognos
tisch –
nicht festgehalten (Urk. 6/20/5, Urk. 6/23/3).
Nachdem sich die
Beschwer
deführerin
vom 21. Juli bis am 14. A
ugust 2015 in der Klinik
C._
zur psychosomatischen Rehabilitation aufgehalten hatte, wurde im betreffenden Aus
trittsbericht insbesondere auf einen fördernden
Einfluss der Psychotherapie hin
gewiesen. Die Aktivierung sowie die Entspannung hätten zu einer Verbesserung des stark
dysregulierten
vegetativen Nervensystems und auch des Schlafes ge
führt. Durch Entschleunigung und einen achtsameren Umgang mit ihrem Körper habe sie letztlich die körperliche Leistungsfähigkeit steigern können, wobei sich die Schmerzen in den Armen jedoch kaum verbessert hätten. Die antidepressive
und schlafanstossende Medikation sei unverändert belassen worden
(
Urk.
6/52/11-12).
Auch wenn sich anhand der medizinischen Akten nicht unmittelbar auf eine gute Behandelbarkeit der
Beschwerdeführerin
schliessen lässt, lassen die Berichte der
O._
und der Klinik
C._
im Verlauf doch eine
gewisse
Verbesserung der
Behandelbarkeit
erahnen
.
Damit besteht keine ausgewiesene Therapieresistenz.
Als Komorbiditäten wurde im
Medas
-Gutachten auf chronische beidseitige Arm
schmerzen nach multiplen Operationen sowie Beschwerden bei degenerativer Er
krankung der Lendenwirbelsäule mit gegenseitigen ungünstigen Wechselwirkun
gen
hingewiesen
(Urk. 6/105/20).
Diese bestanden sodann auch bereits im Jahr 2014
(vgl. Urk. 6/19/10-11), was denn auch einen weiteren operativen Eingriff am 8. Oktober 2014 am rechten Arm nach sich zog (Urk. 6/19/6-7).
Die Komor
biditäten mitsamt Wechselwirkungen sind ressourcenhemmend zu berücksichti
gen.
4.
6
.2
In Bezug auf den Komplex «Persönlichkeit» ist festzuhalten, dass im Gutachten von
med.
pract
.
Z._
vom 11. März 2014
aufgrund der lebensgeschicht
lichen Hintergründe, der Beziehungsgestaltung
und
der beruflichen Entwicklung der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung
im engeren Sinne
erhoben
,
eine sol
che Diagnose
–
mangels Fremdanamnese und der depressiven Episode
–
aber nicht abschliessend gestellt
wurde (Urk. 6/16/12).
Im
Medas
-Gutachten wurde zwar keine (Verdachts-) Diagnose
auf eine
Persönlichkeitsstörung
erhoben, der Psychiater wies
aber auf eine Beeinträchtigung der Gesamtpersönlichkeit hin, welche
verschiedene Teilaspekte umfasse
. Die persönlichen Ressourcen sah er als durch die zahlreichen durchgemachten Belastungen eingeschränkt, das Potenzial zur Bewältigung von Belastungen infolgedessen reduziert (Urk. 6/105/45).
Auf
grund der
zahlreichen Belastungen
im Bereich der Persönlichkeit, ist nicht davon auszugehen, dass
sich
die
Beschwerdeführerin
auf dieser Ebene auf ressourcen
fördernde Faktoren stützen kann.
Im «sozialen Kontext» ist zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin
zwei mitt
lerweile erwachsene
S
ö
hn
e
hat
, welche
in den Jahren 2003 bis 2009 – als die
Beschwerdeführerin
mit ihrem zweiten Ehemann in
U._
lebte –
vom Vater und den Grosseltern versorgt
wurden
.
Die
Beschwerdeführerin
ist zweimalig ge
schieden und
lebt aktuell alleine
(Urk. 6/
6-8, Urk. 6/105/
13
).
Mit ihrem ersten Ehemann, dem Vater ihrer Kinder, habe sie
einen recht guten Kontakt.
Der Kon
takt zu ihren beiden Söhnen beschreibt die
Beschwerdeführerin
als gut und innig
.
Ihre Mutter sei verstorben, zu ihrem Vater ha
be sie nur sporadischen Kontakt,
mit
zwei von den drei Geschwistern habe sie den Kontakt komplett abgebrochen, mit dem nächstälteren Bruder habe sie ab und zu Kontakt
. Nicht zuletzt durch ihre Arbeit habe sie eigentlich immer einen gewissen, guten Bekanntenkreis gehabt, heute sei sie eher zurückgezogen, habe aber regelmässig Kontakt zu einzelnen Freundinnen
(Urk. 6/16/5
-6
, vgl. auch Urk. 6/52/10
).
Im
Medas
-Gutachten gab sie an, sie habe einen Kollegen, mit dem sie – aber nur in grösseren Abständen – telefonieren würde. Zudem habe sie eine gute Kollegin, mit der sie täglich spa
zieren gehen würde (Urk. 6/105/13).
Auch wenn die
Beschwerdeführerin
nur über ein kleines soziales Netzwerk verfügt, ist nicht von einem ausgeprägten sozialen Rückzug auszugehen.
4.
6
.3
In der Kategorie «Konsistenz» ist darauf hinzuweisen, dass sich die Beschwerde
führerin
in den Untersuchungen
authentisch zeigte
und sich den medizinischen Akten keine Hinweise auf Aggravationstendenzen entnehmen lassen
(
vgl. Urk. 6/105/46
, vgl. auch Urk. 6/105/44
). Nach
ihr
em
letzten
Arbeits
tag
bei
der Gate Gourmet AG
am
1
5
.
April
201
3
, ging die
Beschwerdeführerin
bis zu ihrer Anstellung bei der
D._
AG
ab dem 11. April 2016 keiner Arbeitstätigkeit mehr nach (Urk. 6/16/6,
Urk. 6/52/10, Urk. 6/105/12).
Bei der
D._
AG ar
beitet
die
Beschwerdeführerin
zweimal zwei Stunden t
äglich, wobei sie Post ver
teilt und Rechnungen verarbeitet
(
Urk. 6/78, vgl.
Urk. 6/105/12).
Befragt nach Hobbies gab die
Beschwerdeführerin
an,
dass sie puzzle. Täglich gehe sie ein biss
chen spazieren, sie könne wegen ihres Rückens jedoch maximal eine Stunde am Stück laufen
(Urk. 6/16/12)
.
Vergleicht man den im Gutachten von
med.
pract
.
Z._
vom 11. März 2014 geschilderten Tagesablauf mit demjenigen im
Medas
-Gutachten vom
9
. Februar 2017, so ist eine mit der Teilzeitanstellung
bei der
D._
AG
verbundene Steigerung des Aktivitätsniveaus auszumachen (vgl. Urk. 6/16/8 und Urk. 6/105/13).
Dafür spricht auch die Angabe der
Be
schwerdeführerin
anlässlich des Standortgesprächs vom 4. April 2016, sie übe in ihrem Wohnblock noch eine Hauswart-Tätigkeit aus (Urk. 6/80/4).
Behandlungsanamnestisch ist
ab anfangs 2014 auf einen relevanten psychischen Leidensdruck zu
schliessen
, zumal die Beschwerdeführerin
vom
28. April bis am 8. August 2014 eine teilstationäre Therapie in der
O._
absolvierte (vgl. Urk. 6/23), nachdem
med.
pract
.
Z._
die psychiatrische Behandlung
in
klusive der Pharmakotherapie
in
ihre
m
Gutachten vom 11. März 2014 noch als
absolut unzureichend bezeichnet
und unter anderem eine tagesklinische Behand
lung empfohlen
hatte
. Die unzureichende Pharmakotherapie wurde
insbesondere
mit der «fragwürdigen Grundhaltung des behandelnden Psychiaters» erklärt, wel
cher einerseits Medikamente ablehne, und sich eine Heilung durch Ausruhen und Schonen
verspreche
(Urk. 6/16/13).
Vom 21. Juli bis am 14. August 2015 absol
vierte die Beschwerdeführerin eine psychosomatische Rehabilitation im Schmerz
programm in der Klinik
C._
, wo auch die Pharmakotherapie angepasst wurde
(Urk. 6/52/9
-13
).
4.
6
.4
Unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Defizite und Ressourcen der Be
schwerdeführerin ist mit den
Medas
-Gutachtern davon auszugehen, dass (min
destens) ab Mai 2013 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Es ist zunächst auf einen ausgeprägten Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen. Belastend kommen die Komorbiditäten, die fehlenden Ressourcen im Bereich der Persönlichkeit sowie das dazumal tiefe Aktivitätsniveau hinzu. Im Dezember 2015 kann eine wesentliche und dauerhafte Verbesserung der Arbeits
fähigkeit auf 50 % als erstellt gelten. Ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (Ende Dezember 2016) besteht
in einer angepassten Tätigkeit gemäss dem
im Gutachte
n beschriebenen Leistungsprofil (vgl. E. 3.1)
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit mehr.
Objektive Anhaltspunkte dafür, dass seither bis zum Erlass der an
gefochtenen Verfügung eine erhebliche (andauernde) Verschlechterung der ge
sundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin eingetreten sein könnte, liegen nicht vor.
Es besteht somit kein Anlass, von den Einschätzungen der medizini
schen Sachverständigen der
Medas
abzuweichen.
5
.
5
.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung
en
ist
ein Einkommensvergleich vorzunehmen
(vgl. E. 1.
3
)
.
In An
wendung von Art. 88a Abs. 1 IVV sind bei der
Invaliditätsbemessung
folgende Arbeitsunfähigkeiten zu berücksichtigen:
100 % vom 1. Mai 2014 bis am 29
. Feb
ruar 2016 und 50 % vom 1. März 2016 bis am
31
.
März
2017 (
vgl. E. 4.
6
.4). Ab dem 1.
April
2017 ist der
Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeits
tätigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
aus medizinischer Sicht zumutbar.
Medizinisch nicht zumutbar sind
ihr
repetitive Arbeiten mit einer Lastenhandhabung von über
2-3 kg auf oder oberhalb von Schulterhöhe, vereinzelt ist eine Lastenhandhabung von 5-10 kg medizinisch möglich. Bis Gürtelhöhe ist eine Lastenhandhabung bis maximal 7.5 kg medizinisch zumutbar. Längerdauernde Arbeiten auf oder ober
halb von Brusthöhe sind auch ohne Gewichte medizinisch nicht möglich, ebenso keine Tätigkeiten mit fortgesetzten schwereren manuellen Halte- oder Greiffunk
tionen, Tätigkeiten mit Sicherungs- und Haltefunktion sowie keine Tätigkeiten mit Vibrationen (Urk. 6/105/20).
5
.2
Bei der vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 1. Mai 2014 beträgt der Invaliditäts
grad 100 %. Der Einkommensvergleich ist auf
den Zeitpunkt
der Anpassung des Rentenanspruchs
per 1. März 2016 und den 1. April 2017
durchzuführen (vgl.
Urteil
e des Bundesgerichts
9C_818/2018 vom
5.
April 2019 E. 4.2.1
und
8C_486/2019
vom 1
8.
September 2019
E. 7.4, je mit Hinweisen).
5
.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
5
.2.2
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war die
Beschwerdeführerin
bei der
Y._
GmbH
angestellt und
erzielte dort im Jahr 2012 ein Brut
toeinkommen von Fr. 63'164.-- (Urk. 6/12/1).
In Anpassung an die Nominalloh
nentwicklung
im Jahr
2016 ergibt sich ein massgebendes
Valideneinkommen
von Fr.
65'
061.30 (Fr. 63'164.-- : 2630 x 2709) und im Jahr 2017 von Fr. 65'301.50 (Fr. 63'164.-- : 2630 x 2719;
vgl.
Bundesamt für Statistik,
Tabelle
T39
,
Entwick
lung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
, Nominal
löhne
Frauen
).
5
.3
5
.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5
.3.2
Nachdem
die
Beschwerdeführer
in
ihre
Restarbeitsfähigkeit mit der ausgeübten Stelle
als Aushilfsangestellte
bei der
D._
AG
(
20 Stunden
pro Woche; Urk.
6/78
)
nicht
voll ausschöpft
,
ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Ta
bellenlöhne der LSE zu bestimmen (vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3)
. Die
Beschwerde
führer
in
hat keine Berufsausbildung abgeschlossen und verfügt über Arbeitser
fahrung in Hilfsarbeit
s
tätigkeiten
in
diversen Branchen
(vgl.
Urk. 6/12,
Urk.
6/37/2-3
).
Es sind ihr
daher – zumindest –
einfache
Tä
tigkeiten des Kompe
tenzniveaus 1
zumutbar
. Gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level des Bundes
amtes für Statistik (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszwei
gen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor) betrug der Medianlohn von
Frauen, welche im Jahr 2014
Tä
tigkeiten des Kompetenzniveaus 1 ausübten
Fr. 51'600.-- (
Fr.
4’300 x 12)
.
Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche
Ar
beitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stun
den pro Woche, Total)
und die Nominallohnentwicklung ergibt sich bei in einem zumutbaren Pensum von 50 % ein Jahreseinkommen von Fr. 27'258.75 im Jahr 2016 (Fr. 51'600.-- :
40 x 41,7 : 2‘673 x 2‘709 x 0.5)
respektive in
einem 100%-Pensum
Fr. 54‘718.75 im Jahr 2017 (
Fr. 51'600.-- :
40 x 41,7 : 2‘673 x 2‘719).
5
.3.3
D
er von der
Beschwerdegegnerin
vorgenommene leidensbedingte Abzug von 10 %
trägt
den bei
ihr
bestehenden Einschränkungen angemessen Rechnung
und ist so zu übernehmen (vgl. Urk. 6/95/1).
Das massgebende Invalideneinkommen
ab März 2016 beläuft sich somit auf Fr. 24'532.85 und ab April 2017 auf Fr. 49'246.85.
5.4
Bei einem Invaliditätsgrad von 100 % hat die
Beschwerdeführerin
vom 1. Mai 2014 bis Ende Februar 2016 grundsätzlich (vgl. aber E. 5.5) Anspruch der auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. In der Zeitspanne vom 1. März 2016 bis Ende März 2017 steht einem
Valideneinkommen
von Fr.
65'
061.30 ein Inva
lideneinkommen von Fr. 24'532.85 gegenüber, wodurch eine Erwerbseinbusse von Fr. 40'528.45 (Fr.
65'
061.30 - Fr. 24'532.85) und ein IV-Grad von gerundet
62
% (100 : Fr.
65'
061.30 x Fr. 40'528.45) resultiert. Damit besteht vom 1. März 2016 bis am 31. März 2017 grundsätzlich (vgl. aber E. 5.5) Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Ab dem 1. April 2017 hat die
Beschwerdeführerin
keinen Ren
tenanspruch mehr, da
einem
Valideneinkommen
von
Fr. 65'301.50
ein
Invaliden
einkommen von
Fr. 49'246.85
gegenübersteht, was eine
Erwerbseinbusse
von
Fr. 16‘054.65
und
damit
ein
en
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
ge
rundet 25
%
ergibt
(
100 :
Fr. 65'301.50
x Fr. 16‘054.65
).
5.5
5.5.1
Ferner zu berücksichtigen ist, dass
die Beschwerdeführerin vom 19. Mai
2015
bis am 18. Juni 2015 (Urk. 6/46
, vgl. Urk. 6/48
)
und
vom 21. September 2015 bis
am
8. April 2016 (Urk. 6/56
-57
,
Urk. 6/65,
Urk. 6/67, Urk. 6/79) im Rahmen von Ein
gliederungsmassnahmen Taggelder der Invalidenversicherung bezog
.
5.5.2
Das Taggeld wird grundsätzlich zusätzlich zur Rente ausgerichtet, dieses wird je
doch während der Dauer des Doppelanspruchs bei der Durchführung von
Abklä
rungs
- oder Eingliederungsmassnahmen um einen Dreissigstel des Rentenbetrags gekürzt (Art. 47 Abs. 1
ter
IVG).
Während einer Eingliederungsmassnahme, die zu einer länger als drei Monate dauernden Taggeldberechtigung führt, wird die Ren
tenzahlung unterbrochen. Nach Wegfall des Taggeldanspruchs lebt die Rente wie
der auf. Eine Prüfung des Rentenanspruchs für die Zukunft hat unter dem Ge
sichtspunkt der Revision zu erfolgen (AHI 1998 179 E. 2–3). Diese Rechtspre
chung hat
auch
im Rahmen der revidierten
Art.
47
Abs.
1–1
ter
IVG
Bestand (Meyer/Reichmuth,
a.a.O.
,
Rn
2 zu Art. 43).
5.5.3
Art. 29 Abs. 2 IVG steht einem Rentenanspruch vorliegend nicht entgegen, zumal dieser
bereits am 1. Mai 2014 und damit deutlich vor dem ersten Taggeldbezug
(19. Mai 2015)
entstanden ist
.
Die erste Phase des Taggeldbezugs dauerte vom
19. Mai
2015
bis am 18. Juni 2015
und damit nicht länger als drei Monate.
Diese Phase des Taggeldbezugs
führt
somit
nicht zur Unterbrechung des Rentenan
spruchs
(vgl. E. 5.5.2)
.
Die zweite Phase des Taggeldbezugs erstreckte sich vom
21. September 2015 bis
am
8. April 2016
und somit über ei
ne längere Zeit als drei
Monate, was eine Sistierung des Rentenanspruchs zur Folge hat.
Der
Renten
anspruch der
Beschwerdeführerin
ruhte
vom
1. Januar 2016
(
Ende des dritten vollen Kalendermonats, der dem Beginn der Massnahme folgte;
Art. 47 Abs. 1
bis
lit
. b
IVG)
und
lebte
am
1. April 2016 (Monat, in dem der Taggeldanspruch en
dete; vgl. Art. 47 Abs. 2 IVG)
wieder
auf
.
5.6
Zusammengefasst
ergibt sich
ein Anspruch der
Beschwerdeführerin
auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung vom 1. Ma
i 2014 bis am 31. Dezember 201
5.
Darüber hinaus hat die
Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine
Dreiviertels
rente
vom 1.
April
2016 bis am
31
.
März
201
7.
Insofern ist die Beschwerde gut
zuheissen
.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6
.
Da das Verfahren die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invali
denversicherung zum Inhalt hat, ist es kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind in Anwendung von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG auf Fr. 8
00.
--
festzusetzen und ausgangs
gemäss
den Parteien je zur Hälfte (Fr. 400.--) aufzuerlegen.
Die
Beschwerdegeg
nerin
ist
zu verpflichten, d
er
Beschwerdeführerin
eine reduzierte Prozessentschä
digung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
900
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.