Decision ID: 4562b2f8-7943-4b22-a4c1-4e8e3f4838d4
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1944, Bezügerin einer
Hinterlassenenrente
der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHV
)
, meldete sich am 29. Oktober 2007 bei der Gemeinde
Z._
zum Bezug von Zusatzleistungen an. Mit Verfügungen vom 17. Dezember 2009 sprach die seit 1. November 2008 für die Gemeinde zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Amt für Zusatz
leistungen zur AHV und Invalidenversicherung (nachfolgend:
Durchführungs
stelle
), der Versicherten Zusatzleistungen (Ergänzungsleistungen und
kantonale
Beihilfe
n
) für die Zeitperiode
n von
1. Oktober bis 31. Dezember
2007
, Januar bis Dezember 2008 und ab Januar 2009 zu. Die von der Versicherten
dagegen erhobene Beschwerde vom 2. August 2011 mit dem sinngemässen Antrag,
es sei
eine Neuberechnung für die Jahre 2007-2009 durchzuführen, wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 21. Juni 2013
(Prozess Nr. ZL.2011.00060)
in dem Sinne gutgeheissen, als die Sache
an die Durchführungsstelle zurückgewiesen
wurde
.
Die Rückweisung erfolgte
zur Klärung der Frage der Anrechnung eines Verzichtsvermögens
und einer allfälligen Neuberechnung der Leistungen ab 1.
Oktober 200
7.
Hingegen wurde die von der Versicherten gerügte
Festsetzung
diverser Einnahmen- beziehungsweise Ausgabenpositionen in den Verfügungen vom 17. Dezember 2009 nicht beanstandet
und ihre Beschwerde in diesem Punkt abgewiesen
(Urk. 7/1).
Gegen das Urteil des hiesigen Gerichts vom 21. Juni 2013 erhob die Versicherte am 16. September 2013 Beschwerde ans Bundesgericht (Urk. 7/3), welches mit Urteil vom 27. September 2013 mangels Erfüllung der
Eintretensvoraus
setzungen
darauf nicht eintrat (Urk. 7/11).
1.2
In Nachachtung des Urteils des hiesigen Gerichts vom 21. Juni 2013
(Prozess Nr. ZL.2011.00060)
überprüfte die Durchführungsstelle das Vermögen
der Versi
cherten
per Oktober 2007 neu und
klärte
insbesondere
einen allfälligen
Vermö
gensverzicht
ab. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2014 berechnete sie den Anspruch der Versicherten auf Zusatzleistungen
ab Januar 2009 neu (Urk. 7/40)
und
mit Verfügung vom 6. November 2014 den Anspruch für die Periode
von
1.
Oktober
2007 bis 31. Dezember 2008 (Urk. 7/62
= Urk. 15/7
).
In beiden
Berechnungen
wurde ein Verzichtsvermögen im Umfang von Fr. 100‘000.
-- ab 1. Januar 2008
berücksichtigt (vgl. Berechnungsblätter; Urk. 7/42-55, Urk.
7/64-69
= Urk. 15/1-6
), woraus
Rückforderungsbeträge
von
total Fr. 15‘738.
--
und
Fr. 10‘140.
--
resultierte
n
.
Gegen
die Verfügungen vom 22. Oktober
und vom 6. November
2014
erhob
die Versicherte am 26. November
(Urk. 7/73) und am 8. Dezember 2014
(Urk. 7/77 = Urk. 15/8)
jeweils
Einsprache
, wobei sie das angerechnete Verzichtsvermögen
wie auch die daraus resultierenden Rückforderungen
rügte
. Ferner stellte sie mit Schreiben vom
26. November (Urk. 7/93) und
8. Dezember 2014 (Urk. 7/79
= Urk. 15/10
)
jeweils
ein Erlassgesuch betreffend die Rückforderung
en
der Durchführungsstelle vom
22. Oktober 2014 im Betrag von Fr. 15‘738.-- (Urk. 7/57) und vom
10. November 2014 im Betrag von Fr. 10‘140.-- (Urk. 7/71).
1.3
Mit Verfügung vom 23. Dezember 2014 (Urk. 7/82) setzte die
Durchführungs
stelle
den Anspruch der Versicherten auf Zusatzleistungen für die Zeit ab Januar 2015 neu fest. Dagegen erhob die Versicherte am 10. Februar 2015 wiederum Einsprache, wobei sie erneut den angerechneten Vermögensverzicht rügte (Urk. 7/87 S. 2).
1.4
Die Durchführungsstelle wies mit Einspracheentscheid vom 5. März 2015 die Einsprache der Versicherten vom 26. November 2014 gegen die Rückforderung von Zusatzleistungen für die Periode Januar 2009 bis Ende Oktober 2014 gemäss Verfügung vom 22. Oktober 2014 ab (Urk. 7/97 = Urk. 2).
Ebenso ver
fuhr sie mit der Einsprache vom 8. Dezember 2014 gegen die Verfügung vom 6. November 2014, welche sie mit Entscheid vom 21. April 2015 abwies (Urk. 15/17 = Urk. 9/2).
2.
2.1
Gegen den Einspracheentscheid vom 5. März 2015 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Eingabe vom 27. April 2015 Beschwerde und beantragte
unter anderem sinngemäss, es sei von der Rückforderung von Fr. 15‘738.-- abzusehen und es sei eine Neuberechnung für die Jahre 2009 bis 2013 respektive 2007 bis 2014 durchzuführen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2015 (Urk. 6) beantragte die Durchführungsstelle die Abweisung der Beschwerde
.
Von dieser Eingabe wurde
der Versicherten mit Vorladung vom 27. Mai 2015 zu einer Instruktionsverhandlung am 25. Juni 2015 eine Kopie zugestellt
(Urk. 8)
. Dieser Prozess wurde unter der Prozessnummer ZL.2015.00030 angelegt.
2.2
Mit Eingabe vom 28. Mai 2015 erhob die Versicherte Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 21. April 2015 (Urk. 9/2),
mit welcher
sie unter ande
rem die Aufhebung
der
Rückforderung im Betrag von Fr. 10‘140.-- und die Neuberechnung der Zusatzleistungen für die Jahre 2007 und 2008 respektive
von
2007 bis 2014 beantragte (Urk. 9/1 S. 2)
.
Dieser Prozess wurde unter der Prozessnummer ZL.2015.00046 angelegt.
2.3
Da zwischen den beiden
Verfahren
ein enger sachlicher und rechtlicher Zusam
menhang besteht und die Parteien identisch sind, wurde mittels Verfügung vom 2. Juni 2015 (Urk. 10) der Prozess Nr. ZL.2015.00046 mit dem vorliegenden Prozess Nr. ZL.2015.00030 vereinigt und unter dieser Prozessnummer weiter
geführt sowie das Verfahren Nr. ZL.2015.00046 als dadurch erledigt abge
schrieben.
2.4
In ihrer Vernehmlassung vom 19. Juni 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 14), was der Beschwerdeführerin am 22.
Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 16)
.
2.5
Am 25. Juni 2015 wurde eine Instruktionsverhandlung durchgeführt, an wel
cher ein Vergleich mit Widerrufsvorbehalt geschlossen wurde (Urk. 17). Die Beschwerdegegnerin machte mit Eingabe vom 3. Juli
2015 von ihrem Wider
rufsrecht G
ebrauch und beantragte die Abweisung der Beschwerde (Urk. 18), was der Beschwerdeführerin am 7. Juli 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 19).
In der Folge
wurde der Beschwerdeführerin, welche mit Eingabe vom 10. Juli 2015 um eine Fristerstreckung der Widerrufsfrist ersuchte (Urk. 20), mit Mitteilung vom 14. Juli 2015 nochmals erklärt, dass der Vergleich nicht zustande gekommen
sei
(Urk. 21).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen sind im U
rteil des hiesigen Gerichts vom 21. Juni 2013 (
Prozess Nr. ZL.2011.00060,
Urk. 7/1 S. f. E. 1)
angeführt. Darauf wird verwiesen.
2.
2.1
Die Beschwerdeführer
in
stellte sich in ihrer Beschwerde auf den Standpunkt, es liege kein Vermögensverzicht vor, da es sich bei
der
in Frage stehenden
Zahl
ung an ihren Schwiegersohn
um eine Darlehensrückzahlung
im Betrag von Fr. 100‘000.
-- gehandelt habe
. Die eingereichten Unterlagen
,
eine Kopie der Darlehensbestätigung/Quittung vom 5. Dezember 2007
und
des Bankauszuges mit den entsprechenden Zahlungspositionen
würden belegen, dass
eine entsprechende Recht
spflicht bestanden habe
(Urk. 1 S. 3 ff.).
2.2
Die Beschwerdegegnerin verwies auf das Urteil des hiesigen Gerichts vom 21. Juni 2013, wonach sie die Zusatzleistungen ab Oktober 2007 neu zu verfü
gen hätte unter Berücksichtigung eines allfälligen Vermögensverzichts. Ihren Abklärungen zufolge habe die Beschwerdef
ührerin im Jahre 2007 die Fr. 10
0‘000.-- ohne Rechtspflicht ihrem Schwiegersohn ausbezahlt. Das Gegen
teil hätte sie jedenfalls nicht zu beweisen vermocht. Somit liege ein
Verzichts
tatbestand
vor, welcher in den Verfügungen habe berü
cksichtigt werden müssen (Urk. 2, Urk. 6).
2.3
Soweit die Beschwerdeführerin gestützt auf ihre in den am 21. Januar 2010 ein
gereichten Beschwerden
enthaltenen Vorbringen eine Neuberechnung der Zusatzleistungen beantragte und darüber hinaus einen Verzugszins von 5 % ab 1. Januar 2009 respektive ab 29. Oktober 2007 geltend machte
(Urk. 1 S. 2, Urk. 9/1 S. 2)
, wird vollumfänglich
auf das Urteil vom 23. Juni 201
3
(Prozess-Nr. ZL.2011.00060, Urk. 7/1)
verwiesen, in welchem diese Begehren bereits
gerichtlich
beurteilt und
abgewiesen
wurden. Darauf ist
ohne Weiterungen abzustellen
.
2.4
Strittig und zu prüfen bleibt demnach einzig die Anrechnung
eines allfälligen
Vermögensverzichts im Betrag von Fr. 100‘000.-- seit
Januar 2008
und der damit verbundenen Rückforderungen im Betrag von Fr. 15‘738.-- beziehungs
weise Fr.
10‘140.--
. Mithin ist zu klären, ob
die Vermögenshingabe
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
mit einer
adäquate
n
Gegenleistung
erfolgte, nämlich ob damit ein bestehendes Darlehen getilgt wurde
.
3.
3.1
Wer Zusatzleistungen beantragt, ist für alle leistungsbegründenden Umstände beweispflichtig; dies bezieht sich auch auf den Umstand, dass auf ehemals vor
handen gewesenes Vermögen nicht verzichtet worden ist (Urs Müller, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich 2015,
Rz
484). Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, so trägt die
leistungs
beanspruchende
Person die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer rechtli
chen Verpflichtung oder gegen adäquate Gegenleistung hingegeben wurde (Urteile des Bundesgerichts 9C_124/2014 vom 4. August 2014 E. 5, 8C_1039/2008 vom 25. Februar 2009 E. 2).
3.2
Ob eine adäquate Gegenleistung vorliegt, beurteilt sich nach dem Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung im Zeitpunkt der
Entäusserung
(BGE 120 V 182 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.1). Die Anrechnung von Verzichtsvermögen richtet sich dagegen nicht nach
dem geltenden Recht im Zeitpunkt des zur Diskussion stehenden
Vermögens
verzichts
, sondern nach dem im Moment der Anrechnung geltenden Recht (sogenannte unechte Rückwirkung; BGE 120 V 182 E. 4b; Urteil des Bundesge
richts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.3).
3.3
Art. 11 Abs. 1
lit
. g
des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
enthält keine zeitliche Beschränkung in Bezug auf die Berücksichtigung des Vermögensverzichts. Ein hypothetisches Vermögen ist also auch dann anzurechnen, wenn die
Verzichts
handlung
sehr lange zurückliegt. Dem Aspekt des Zeitablaufs wird durch die jährliche Reduktion
gemäss
Art. 17a der Verordnung über
Ergänzungsleistun
gen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) Rechnung getragen. Danach wird der anzurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um Fr. 10'000.-- vermindert, wobei der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichtes unverändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern ist (Abs. 1 und 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.2 mit Hinweisen).
4.
4.1
Im Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 21
.
Juni 201
3
(Urk. 7/1)
wurde festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin die Vermögensdisposition der Beschwerdeführerin nach Eingang des Kapitals aus der Freizügigkeitspolice auf ihrem
Privat
konto
nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt habe
. Namentlich die Darstellung der Beschwerdeführerin über die Rückzahlung eines
ihr seitens des Schwiegersohns
gewährten Darlehens bedürfe der genaueren Klärung. Das im Recht liegende Dokument (Bestätigung/Quittung) vom 5. Dezember 2007 genüge nicht für die Annahme, die Hingabe der Fr. 100‘000.
--
an den Schwiegersohn der Beschwer
deführerin sei aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung erfolgt. Insbesondere sei nicht geklärt, wann, in welchem Betrag, zu welchen Konditionen sowie aus wel
chem Vermögen und unter welchen Umständen das geltend gemachte Darlehen gewährt worden sei. In den Akten fänden sich kein Darlehensvertrag und die geltend gemachte Schuld fehle auch im Schuldverzeichnis zur Steuererklärung des Jahres 200
6.
Die Beschwerdeführer
in
habe aber geltend gemacht, dass sie (inklusive Darlehen) Schulden in der Höhe von Fr. 120‘000.
--
gehabt und in der Folge Fr. 116‘436.
--
zurückbezahlt habe. Aus den Akten gehe dies jedoch nicht hervor und auch anlässlich ihrer Stellungnahme vom 31. März 2013 habe die Beschwerdeführerin trotz gerichtlicher Aufforderung die Darlehensschuld nicht
belegt. Stattdessen habe sie auf amtliche Dokumente, welche bei Bedarf beige
bracht werden könnten, verwiesen (E. 3.2.5).
4
.2
Um einen allfälligen Vermögensverzicht zu prüfen, forderte die
Beschwer
de
gegne
rin
mit Schreiben vom 26. November 2013 diverse Kontoaus
züge sowie den geltend gemachten Darlehensvertrag mitsamt
Gutschriftsanzeige
von
A._
ein (Urk. 7/13).
Nachdem die Beschwerdeführerin in dieser Hinsicht untätig blieb, ergingen am 30. Dezembe
r 2013 (Urk. 7/19), 10.
(Urk. 7/20) und 24. Februar 2014 (Urk. 7/21) erneute Aufforderungen an die Beschwerde
führerin, die benötigten Unterlagen beizubringen. Die Beschwerde
führerin reichte mit Eingabe vom 6. März 2014
erneut
das als „Bestäti
gung/Quittung“ betitelte Dokument
von
A._
vom 5. Dezember 2007
ein, woraus
hervorgehe
, dass das Darlehen mit einer Barzahlung von Fr.
25‘000.
--
am 5. November 2007 und mit einer Banküberweisung von Fr. 75‘000.
--
am 28. November 2007 vollumfänglich zurückbezahlt worden sei
(Urk. 7/22 S. 4, Urk. 7/27)
.
4
.3
Die Beschwerdeführerin hat das Darlehen damit erklärt, dass ihr Ehemann im August 1990 verstarb. Der Nachlass sei überschuldet gewesen und die auf beide Ehegatten lautende Liegenschaft sei
von ihr
finanziell nicht mehr tragbar gewesen. Aus diesem Grund sei
en
ihr von ihrem Schwiegersohn
A._
entsprechende Darlehensbeträge gewährt worden. Dessen Zahlungen für die Hypothekarzinsen und Amortisationen seien zwar alle belegt, jedoch nach über 25 Jahren nicht mehr vorhanden, zumal die Liegenschaft vor über 12 Jahren mit Verlust veräussert worden sei.
Aus Goodwill habe ihr Schwiegersohn auf einen Teilbetrag des gewährten Darlehens verzichtet, da die Darlehenssumme wesentlich höher gewesen sei als die zurückbezahlte Summe von Fr. 100‘000.-- (Urk. 1 S. 5).
4
.4
Die Beschwerdeführerin bringt sowohl in ihren Beschwerden wie auch anläss
lich der durchgeführten
Instruktionsverhandlung vom 25. Juni 2015 nichts
vor, was
sie
nicht schon anlässlich ihrer Beschwerde im
vorangegangenen
Prozess Nr.
ZL.2011.00060
vorbracht
e
,
weshalb eine andere Beurteilung
nicht angezeigt ist.
Namentlich werden die Akten
lediglich
durch einen
Bankauszug der
Bank B._
für das Jahr 2007 ergänzt, aus welchem aber hin
sichtlich Darlehenszahlungen
/Gewährung
nicht
s hervorgeht (Urk. 7/33), und es wird wiederum die Bestätigung/Quittung der Rückzahlung der Darlehensschuld vom 5. Dezember 2007 ins Recht gelegt. Dass diese hingegen
nicht als
rechts
genügliche
r
Beweis
für die Annahme, die Hingabe der Fr. 100‘000
.-- an den Schwiegersohn
A._
sei in Erfüllung einer Rechtspflicht erfolgt,
qualifiziert werden kann
, wurde bereits im damaligen Urteil vom 21. Juni 2013 festgehalten
(
Urk. 7/1
E. 3.2.5).
Richtig ist zwar, dass ein Darlehen formfrei gewährt werden kann, es zur Gültig
keit insofern kein
es
schriftlich geschlossene
n
Darlehensvertrag
es
bed
ürfte
(
Schärer
/Maurenbrecher, in: Basler Kommentar zum Obligationenrecht, 4. Aufl., Art. 312 N 4). Ebenfalls ist das Darlehen im gewöhnlichen Verkehr nur dann verzinslich, wenn Zinse verabredet sind (Art. 313 Abs. 1 Obligationenrecht, OR), mithin eine Vermutung besteht, dass im nichtkaufmännischen (gewöhnlichen) Verkehr keine Zinspflicht besteht. Hingegen sieht Art. 318 OR für unbestimmte Darlehen von der ersten Aufforderung an eine sechswöchige Rückzahlungsfrist vor. Auch hier sind anderslautende Vereinbarungen über die Beendigung von Darlehen im Rahmen der Vertragsfreiheit zulässig (
Schärer
, Maurenbrecher, a.a.O., Art. 318 N 7). Eine Aufforderung zur Rückzahlung des Darlehens ist nicht in den Akten oder
von der Beschwerdeführerin sonst wie dargelegt wor
den. Sie
beliess
es lediglich bei der
„
Bestätigung
/Quittung
“
der
getätigten
Rück
zahlung.
Darüber hinaus konnte die
Beschwerdeführerin weder die genaue Höhe des Darlehens, welches gemäss ihrer Darstellung mehr als Fr. 100‘000.-- betra
gen
habe
n soll
,
beziffern
(vgl.
vorstehend E. 4.3
)
,
noch die
genauen
Bezüge
und
deren Verwendung näher belegen.
Auch wurde die Darlehensschuld in der Steuererklärung nie ausgewiesen.
Es ist durchaus möglich
, dass ihre Ausführun
gen betreffend d
ie
Zahlungen seitens des Schwiegersohnes im Zusammenhang mit der Liegenschaft der Wahrheit entsprechen
, sie sind jedoch nicht mit dem notwendigen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt. Es blieb bei vagen Behauptungen, ohne
genauere Angaben zur Höhe und zum Datum der Leist
ungen
. Infolge Beweislosigkeit muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin
Fr.
100‘000.-- ihres Vermögens im November 2007 ohne
adäquate materielle Gegenleistungen vergab, womit
gemäss
Rechtspre
chung
Verzichtshandlungen vorliegen
, welche
in ihrer Berücksichtigung
keiner zeitlichen Beschränkung unterliegen (vgl. vorstehend E. 3.3).
Nur am Rande sei erwähnt, dass
nach herrschender Meinung die Rückforderung des Darlehens, wenn die Parteien über die Rückzahlung nichts vereinbart haben, innert zehn Jahren und sechs Wochen nach Aushändigung der Darlehenssumme
verjährt
(BGE 50 II 401; 91 II 451)
. Demnach wären
gemäss
der zeitlichen
Dar
stellung der Beschwerdeführerin
betreffend
die Umstände
der
Darlehensge
währung
(vgl. vorstehend E. 4.3)
sowie
aufgrund
fehlender genannter Verein
barung/Absprache
die gewährten Darlehensbeträg
e ohnehin verjährt
.
Folglich hätte
auch
keine Pflicht bestanden, das vor über 25 Jahre
n
gewährte Darlehen zurückzubezahlen, womit
die
Zahlungen im November 2007 im Betrag von total Fr. 100‘000.--
auch
aus diesem Grund
ohne Rechtspflicht
erfolgt
sind
.
Schliesslich
ist auch d
em
E
inwand
der Beschwerdeführerin, wonach sie
noch
amtliche Dokumente noch beibringen könnte
,
entgegenzuhalten, dass sie dies
bereits anlässlich der Beschwerde vom 2. August 2011 vorbracht
e
(vgl. vorste
hend E. 4.1)
und hierfür seit dem Urteil vom 21. Juni 2013 fast zwei Jahre lang Zeit gehabt
hat
, womit anzunehmen ist, dass sie trotz Bemühung
en
die Unterla
gen nicht mehr
beschaffen
konnte
und kann
. Dies zeigt sich auch
in
ihrem erfolglosen Begehren vom 10. Juli 2015 um Fristerstreckung
der Widerrufsfrist
, in welchem nicht mehr die Rede von Beibringung von
Unterlagen zwecks Beweis
es
der Darlehensgewährung
war, sondern es lediglich um die
Anspruchs
berechnung
der Zusatzleistungen
ging (Urk. 20
).
Mangels anderweitiger
aussagekräftiger
Unterlagen kann die Darlehensschuld auch im vorli
egenden Verfahren
nicht
belegt werden
. D
ie
Beschwerdeführerin
trägt
somit
die
Folgen der
Beweislosigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.1)
.
4
.5
Zusammenfassend bleibt
der im November 2007
mit zwei
Zahlungen
vom 5. und 28. November 2007
erfolgte Vermögensabbau
im Betrag von insgesamt Fr. 100‘000.--
ohne Nachweis einer adäquaten Gegenleistung, womit
V
erzichts
vermögen
anzunehmen ist.
5.
Das Verzichtsvermögen ist im Betrag von Fr. 100‘000.-- in den
Anspruchs
berech
nungen
zu berücksichtigen, wie es die Beschwerdegegnerin
ab
Januar 2008
korrekt getan hat, womit aufgrund der Neuberechnung der Ansprüche auf Zusatzleistungen auch die Rückforderungen im Betrag von Fr. 15‘738.-- und Fr. 10‘140.-- ausgewiesen sind.
Da auch die übrigen Begehren der Beschwerde
führerin abzuweisen sind (vgl. vorstehend E.
2.
3
),
erweis
en
sich
damit
die
angefochtene
n
Einsprachee
ntscheid
e
vom 5. März 2015 (Urk. 2) und 21. April 2015 (Urk. 9/2)
als rechtens,
was zur Abweisung der
dagegen erhobe
ne
n
Beschwerde
n
führt
.