Decision ID: 223c8ec6-c660-4538-bfbe-7a3e217a0f46
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956,
bezog seit 1. November 2006 Taggelder der Arbeits
losenversicherung und war damit bei der Schweizerischen
Unfallversi
cherungsanstalt
(SUVA) gegen Unfälle versichert. Am 21. Februar 2008 stürzte sie beim nächtlichen Toilettengang (
Urk.
8/1) und zog sich eine
erstgradig
of
fene
Trimalleolar
-Luxationsfraktur rechts mit grossem mehrfragmentärem Volkmann-Ausriss zu (
Urk.
8/11). Die SUVA trat auf den Schaden ein und ge
währte Heilbehandlung sowie Taggeld.
Am
4
. März 2008 erfolgte eine
dorsolaterale
Plattenosteosynthese der Fibula mit Zugschraubenosteosynthese der Tibia und des Volkmann-Dreieckes sowie
Zug
gurtungsosteosynthese
des
Malleolus
medialis
(
Urk.
8/11
-12
). Vom 26. März bis 21. Mai 2008 wurde sie in der
Klinik Y._
behandelt (
Urk.
8/26). Am 18. November 2008 erfolgte die Entfernung des
Osteosynthesematerials
und hierauf vom 24. November 2008 bis 13. Januar 2009 (
Urk.
8/50) ein erneuter Aufenthalt in der
Klinik Y._
. Am
2.
Februar 2011 wurde eine
Arthro
dese
des
oberen Sprunggelenkes (
OSG
)
rechts vorgenommen (
Urk.
8/121/3).
Nach kreisärztlicher Untersuchung vom 16. Februar 2012 (
Urk.
8/169) sprach die SUVA der Versicherten mit Verfügung vom 17. Juli 2012 (
Urk.
8/198) eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20
%
zu, einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte sie. Mit Schreiben vom glei
chen Tag (
Urk.
8/200) informierte die SUVA die Versicherte, dass per 1. Mai 2012 von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werde und die
Tag
geldleistungen
bis 30. April 2012 erbracht würden. Die am 15. August 2013 (
Urk.
8/202/1-7) erhobene und am 4. Dezember 2013 (
Urk.
8/220/1-2) ergänzte Einsprache wurde mit Entscheid vom 16. Dezember 2013 (
Urk.
2) abgewiesen.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 11. Januar 2014 (
Urk.
1) Beschwerde mit dem Rechtsbegehren (S. 2), der
Einspracheentscheid
vom 16. Dezember 2013 sei aufzuheben und es seien
ihr
die gesetzmässigen Leistungen in Form einer Inva
lidenrente im noch zu bestimmenden Ausmass ab Fallabschluss zu gewähren; eventuell sei ein medizinisches Gutachten einzuholen. Weiter ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung und Bezeichnung von Rechts
anwalt Christian Jaeggi als unentgeltlichen Vertreter. Die SUVA ersuchte am 1
2.
Februar 2014 (
Urk.
7) um Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am 5. Mai 2014 (
Urk.
14) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der Versi
cherten mit Verfügungen vom 6. Januar 2014 (
Urk.
8/224) mit Wirkung ab
1. September 2010 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 58
%
eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts
, ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente (Art. 18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
-
massnahmen
der In
validenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Renten
-
beginn fallen die Heil
behandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129
V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete ihren Entscheid damit, aufgrund der medizi
nischen Akten sei anzunehmen, dass im Mai 2012 das medizinische
Be
handlungspotential
, welches noch eine namhafte Verbesserung der organisch-strukturellen Unfallfolgen versprochen hätte, als ausgeschöpft zu betrachten gewesen sei. Damit
sei
der Fallabschluss per 1. Mai 2012 vorzunehmen (
Urk.
2 S. 7). Ausgehend von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer – näher bezeichneten – angepassten Tätigkeit ermittelte sie keine Erwerbseinbusse
(S. 9 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
ging dagegen von einer – aus rein unfallbedingter
Sicht – lediglich 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus und bemän
gelte die von der
Beschwerdegegnerin
beigezogenen DAP-Profile (
Urk.
1 S. 7 ff.).
2.3
Die Höhe der Integritätsentschädigung wurde von der
Beschwerdeführerin
we
der im Einsprache- noch im vorliegenden Beschwerdeverfahren
gerügt
. Demge
mäss hat es mit der zugesprochenen Integritätsentschädigung von 20
%
sein Bewenden. Zu prüfen bleibt demnach, ob die
Beschwerdegegnerin
den Fall zu Recht per 1. Mai 2012 abgeschlossen hat und ob der
Beschwerdeführerin
eine Invalidenrente zusteht.
3.
3.1
Die Ärzte der
Klinik Z._
diagnostizierten am 26. Januar 2012 (
Urk.
8/168) eine
Fasciitis
plantaris
rechts mit Restbeschwerden bei Status nach OSG-
Arthrodese
rechts bei posttraumatischer Arthrose OSG und USG
(unteres Sprunggelenk)
rechts mit
O
s
teonekrose
im Bereich der distalen Tibia sowie bei Status nach
Trimalleolar
-Luxationsfraktur rechts mit postoperativem Infekt und anschliessender Materialentfernung. Die Ärzte führten aus, es bestünden weiter
hin persistierende, unveränderte Beschwerden im rechten OSG-Bereich. In der durchgeführten Fluorid-PET/CT-Untersuchung vom 17. November 2011 sei der Nachweis einer starken Fluorid-Anreicherung im weitgehend durchgebauten OSG rechts in der distalen Tibia
posterolateral
sowie eine starke Fluorid-Auf
nahme im
Sustentaculum
tali
rechts erbracht worden. Aufgrund der klinischen
Untersuchung bestätigten sich die degenerativen Veränderungen im Subtalar
gelenk rechts. Sie empfahlen die Durchführung einer Physiotherapie.
3.2
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie FMH, berichtete am 16. Februar 2012 (
Urk.
8/169) über seine Untersuchung vom selben Tag und verwies (S. 7 ff.) auf den ungünstigen
Hei
lungsverlauf
;
trotz eines längeren stationären Rehabilitationsaufenthalts in
Y._
sei die Stockentwöhnung nicht gelungen. Die bei der ersten
Kreisarztun
tersuchung
eineinhalb Jahre nach dem Unfall angeordneten Röntgenbilder hät
ten dann eine schwere posttraumatische OSG-Arthrose rechts gezeigt. Bei den Beurteilungen
A
nfang 2010 in der Fusssprechstunde
Z._
sei eine
Arthrodese
vorgeschlagen worden, wegen den intermedizinischen Begleitleiden habe sich dann eine erhebliche Verzögerung der Operation ergeben, erst am
2.
Februar 2011 habe man die OSG-
Arthrodese
rechts durchgeführt. Der rein medizinische Verlauf sei günstig gewesen, die konventionellen Röntgenbilder
,
aber auch das PET-CT vom 17. November 2011 hätten einen
Durchbau
der
Arthrodese
gezeigt und
szintigraphisch
habe eine Mehrspeicherung im Bereich des
Sustentaculum
tali
bestanden, nur leicht im
Subtalargelenk
, letzteres entsprechend der geringen degenerativen Veränderungen
subtalar
im konventionellen Röntgenbild. Sub
jektiv sei der Verlauf ungünstig gewesen, die Stockentwöhnung sei erneut nicht gelungen und auch im
Gehbad
habe die
Beschwerdeführerin
nicht ohne Abstüt
zen mit den Händen ein Gehtraining durchführen können. Die
Beschwerdefüh
rerin
gebe aktuell mehr Beschwerden an als vor der
Arthrodese
. Sie sei nach wie vor im und ausserhalb des Hauses auf zwei Gehstöcke angewiesen, einzig im Haus könnten ganz kurze Strecken mit einem Stock und mit Abstützen der an
deren Hand am Mobiliar zurückgelegt werden.
Dr.
A._
hielt weiter fest, der klinische Befund sei insgesamt günstig, die
Arthrodese
des OSG erscheine konsolidiert in korrekter
plantigrader
Stellung des Fusses. Naturgemäss sei der
Rückfuss
etwas aufgetrieben, eine erhebliche ödematöse Schwellung bestehe aber nicht und auch die
Trophik
am Fuss er
scheine unauffällig. Die subjektiv angegebene Schmerzhaftigkeit von der Basis der Zehen bis zum unteren Unterschenkel und häufig auch bis zum rechten Knie sei medizinisch nicht erklärbar, das gleiche gelte für die sehr ausgedehnte Druck- und
Klopfdolenz
. Das objektivierbare muskuläre Defizit am betroffenen rechten Bein sei angesichts der angegebenen massiven
Belastungseinschrän
kungen
eher gering. Aufgrund der objektivierbaren Befunde seien die
Restbe
schwerden
medizinisch nur teilweise zu erklären. Besonders der dauernde Stockgebrauch sei anhand der objektivierbaren Fakten nicht verständlich. An
gesichts des demonstrierten Schonverhaltens erachte er –
Dr.
A._
- die er
neut
verordnete Physiotherapie nicht für geeignet, den Zustand zu verbessern, man habe ja bislang lediglich passive Massnahmen durchführen können. Auch eine weitere Behandlung im
Gehbad
erscheine aussichtslos, die
Beschwerde
führerin
glaube, trotz des Auftriebs nur mit Abstützen der Hände an den Gelän
dern gehen zu können. Einen erneuten stationären Rehabilitationsaufenthalt halte er ebenfalls nicht für erfolgsversprechend. Die geplante Versorgung mit einem orthopädischen Massschuh werde man in den nächsten Monaten noch durchführen, er sei aber pessimistisch bezüglich des Erfolgs dieser Massnahme. Eine erneute operative Intervention halte er ebenfalls nicht für
erfolgsverspre
chend
, auch eine
Arthrodese
subtalar
werde die Situation nicht verbessern.
Dr.
A._
gab trotz der noch geplanten, erneuten orthopädietechnischen Mass
nahmen ein Zumutbarkeitsprofil an, welches auf den objektivierbaren kli
nischen und radio
logischen Befunden beruhe; die
subjektive Wahrnehmung der
Beschwerdeführerin
mit dem ausgeprägten Schonverhalten und den
chronifi
zierten
Schmerzen könnten nur teilweise berück
sichtigt werden. Das einzig die
Unfallfolgen am recht
en Bein
berücksichtigende Zumutbarkeitsprofil formulierte er wie folgt: Eine wechselbelastende, leichte Tätigkeit, welche mindestens zu zwei Drittel
n
im Sitzen geleistet werden könne, wäre vollzeitlich zumutbar. Nicht zumutbar seien dabei Tätigkeiten auf unebenem Boden, in unwegsamem Gelände oder mit Absturzgefahr, Treppensteigen sei nur selten zumutbar. Un
günstig und entsprechend ebenfalls nicht zumutbar seien andauernde
kraftfor
dernde
Tätigkeiten mit dem rechten Bein sowie solche, welche zu heftigen Schlägen oder Erschütterung des Beines führten (S. 9).
3.3
Die Ärzte der
Klinik Z._
erhoben am 8. Mai 2012 (
Urk.
8/190) folgende Befunde: reizlose, gut verheilte Weichteilverhältnisse, reizlose Narben, leichte Schwellung im Bereich über dem
M
a
lleolus
medialis
sowie ubiquitäre
Druckdo
lenzen
weiterhin mit Maximum im Bereich des
Subtalargelenkes
, klinisch stabile
Arthrodese
des OSG, periphere DMS (
Durchblutung, Motorik und Sensi
bilität) intakt,
Druckdolenz
über dem
Calcaneus
mit Maximum über der planta
ren Faszie, axiale Belastung in der klinischen Untersuchung stark schmerzhaft, vollständiges Abstehen sei der
Beschwerdeführerin
nicht möglich,
Druckdolenz
über dem Verlauf des
Subtalargelenkes
sowohl medial- als auch lateralseitig, Wackelbewegungen im
Subtalargelenk
deutlich
druckdolent
, USG klinisch stabile
Arthrodese
.
Die Ärzte führten aus, sie könnten der
Beschwerdeführerin
keine weiteren
Thera
pieoptionen
versprechen. Sie gingen mit der Einschätzung des
Dr.
A._
einig, dass auch Physiotherapie oder weitere
Massnahmen
zum aktuellen Zeit
punkt wahrscheinlich keine weiteren Erfolge anbieten könnten. Eine
subtalare
,
diagnostisch-therapeutische Infiltration wäre noch denkbar gewesen, jedoch habe dies bereits im November stattgefunden. Dies habe zu einer starken
Be
schwerdeverschlechterung
geführt, weshalb davon abgesehen werde. Auch die Schmerzen der
Plantarfaszie
bei Verdacht auf
Plantarfasciitis
stünden aktuell nicht im Vordergrund. Es wäre noch einzig eine
Osteosynthesematerialentfer
nung
zu diskutieren, es sei aber nicht davon auszugehen, dass
vorwiegend
das Material die
Beschwerdeführerin
störe. Bei klinischer Untersuchung habe eine
Druckdolenz
ubiquitär quasi am gesamten
Fuss
bis hin zum proximalen Ober
schenkel bestanden. Der
Beschwerdeführerin
sei erneut die Situation erläutert worden, dass sie weiter voll belasten soll frei nach
Massgabe
der Beschwerden.
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, Regionalärztlicher Dienst der IV-Stelle
, verwies in seinem Bericht vom
13. Dezember 2012 auf geklagte ständige Schmerzen Tag und Nacht
;
die
Beschwer
deführerin
könne den rechten Fuss nicht richtig belasten, das Gehen sei nur mit orthopädieschuhtechnischen Hilfsmitteln und an zwei Unterarmstützen längs
tens 15 min. am Stück möglich (
Urk.
3/12/1). Er diagnostizierte eine schmerz
hafte Belastungseinschränkung des rechten Fusses mit/bei chronischen
Restbe
schwerden
nach OSG-
Arthrodese
rechts am
2.
Februar 2011, bei Status nach
trimalleolarer
Luxationsfraktur rechts am
21. Februar 2008, Osteosynthese am 4. März 2008,
Osteosynthesematerialentfernung
am 18. November 2008, post
traumatischer OSG/USG-Arthrose rechts sowie
Plantarfasciitis
rechts. Weiter verwies er auf ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(
Urk.
3/12/6).
Zur Restarbeitsfähigkeit hielt
Dr.
B._
fest, die SUVA-Beurteilung vom 17. Juli 2012 scheine diese differenziert zu beurteilen
;
aufgrund der zusätzli
chen aktenkundigen Gesundheitsstörungen (kombiniertes
Mitralklappenvitium
mit überwiegender Stenose, Status nach Embolie und erfolgloser Kardioversion, Status nach kardialer Dekompensation 2004, nächtliche Luftnotattacken bei Lungenstauung,
Urk.
3/11/4) im orthopädisch-internistischen Konsens. Er ging von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Arbeitstätigkeit als Reinigungskraft aus
,
attestierte
er
in angepasster Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend, mehrheitlich sitzend, ohne regelmässige Hebe- und
Tragebe
lastungen
über 5 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen-, hüft- und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten [Bücken, Hocken, Knien], ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexpositionen) rein orthopädisch eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit abzüg
lich 20
%
Leistungsabzug für vermehrten Pausenbedarf, mithin eine 80%ige Ar
beitsfähigkeit (
Urk.
3/12/6).
3.5
Am 29. April 2013 (
Urk.
8/215) berichteten die Ärzte der
Klinik Z._
er
neut und schilderten reizlose Weichteilverhältnisse und Narben, eine leichte Schwellung im medialen
Malleolus
, eine
Druckdolenz
über dem
Subtalargelenk
bei ubiquitärer
Druckdolenz
, klinisch stabile OSG-
Arthrodese
, periphere DMS intakt, keine
Druckdolenz
über der
Plantaraponeurose
. Auf einer Aufnahme des rechten Fusses vom 25. April 2013 zeigten sich eine unveränderte Lage des
Os
teosynthesematerials
mit kompletter Konsolidation der
Arthrodese
sowie eine
subtalare
Arthrose.
4.
4.1
Kann von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden, so hat der Versicherungsträger den Fall grundsätzlich gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie Prüfung des An
spruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
abzuschlies
sen
. Die namhafte Verbesserung bezieht sich hierbei in erster Linie auf die Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 4.3).
4.2
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die behandelnden Ärzte im Mai 2012 keine weitere Heilbehandlung mehr empfahlen. Die Ärzte der
Klinik Z._
konnten keine weiteren Therapieoptionen mehr anbieten und er
achteten sowohl Physiotherapie auch Infiltrationen als nicht zielführend (E. 3.3). Kreisarzt
Dr.
A._
hatte Physiotherapie bereits im Februar 2012 als ungeeig
net erachtet und ebenfalls keine sinnvollen Therapieoptionen genannt, nament
lich riet er von weiteren operativen Eingriffen ab. Sodann formulierte er ein Zumutbarkeitsprofil (E. 3.2).
4.3
Bei dieser Aktenlage und Fehlens jeglicher anderslautender ärztlicher Einschätzun
gen durfte die
Beschwerdegegnerin
den Fall per 1. Mai 2012 ab
schliessen. Es ist nicht ersichtlich, mit welcher therapeutischen Massnahme eine Verbesserung des Gesundheitszustandes hätte erreicht werden können. Ange
sichts des Wiedererlangens der Arbeitsfähigkeit (wenn auch in angepasster Tä
tigkeit) war auch eine diesbezügliche Verbesserung nicht mehr möglich.
4.4
Die
Beschwerdeführerin
bemängelte im vorliegenden Beschwerdeverfahren den Zeitpunkt des Fallabschlusses zu Recht nicht mehr, weshalb es damit sein Be
wenden hat.
5.
5.1
Unbestritten zwischen den Parteien ist, dass die
Beschwerdegegnerin
nur für den Schaden am rechten Fuss aufzukommen und für die multiplen übrigen Be
schwerden (unter anderem Herz- und Rückenproblematik) nicht
leistungspflich
tig
ist. Sollte die
Beschwerdeführerin
mit ihren Ausführungen (
Urk.
1 S. 6 f.) etwas anderes gemeint haben, würde dies der einschlägigen Rechtsprechung wi
dersprechen und wären sie mangels darauf bezogener Einwendungen nicht weiter zu kommentieren. In psychiatrischer Hinsicht wurde keine Diagnose ge
stellt, weshalb sich Weiterungen über einen allfälligen adäquaten Kausalzu
sammenhang erübrigen. Anzumerken bleibt immerhin, dass die
Beschwerde
führerin
den Sturz angesichts der Rechtsprechung (vgl.
beispielsweise
Rumo-Jungo
, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 62 ff.
) zu Recht als leichten Unfall gefasst hat (vgl. hierzu die
unsub
stantiierte
Rüge der
Beschwerdeführerin
,
Urk.
1 S. 5 f.), weshalb eine Adäquanz von vornherein ausser Betracht fällt (
BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
5.2
Zur verbleibenden Einschränkung im Zeitpunkt des Fallabschlusses am 1. Mai 2012 ist den Akten zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin
nach wie vor über erhebliche
Beschwerden
klagte.
Dr.
A._
berichtete von Schmerzen im ganzen rechten Fuss ohne Zehen und immer auch im untersten
Unterschenkel
drittel
, häufig
strahlten
sie sogar bis zum Knie rechts aus (
Urk.
8/169 S. 4). Auch die Ärzte der
Klinik Z._
erwähnten im Mai 2012 weiterhin geklagte starke persistierende Schmerzen (
Urk.
8/190).
Hierzu befand
Dr.
A._
, dass die geklagten Restbeschwerden medizinisch nur teilweise zu erklären seien
,
und verwies auf den unverständlichen dauernden Stockgebrauch (E. 3.2), was die Ärzte der
Klinik Z._
bestätigten und er
neut ein Gehen ohne Stockgebrauch empfahlen (E. 3.3). In
versicherungsrechtli
cher
Hinsicht ist auf die objektivierbaren Restbeschwerden abzustellen.
5.3
Die zahlreichen bildgebenden Untersuchungen zeigten anfänglich erhebliche Befunde. So kam
en
auf den MRI-Bildern des OSG vom 28. November 2008 eine
Osteonekrose
und Infarkte im Bereich der distalen Tibia bei posttraumatischer Arthrose zur Darstellung (
Urk.
8/88 S. 2).
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt für Radio
logie FMH, beschrieb in seiner Interpretation der Röntgenbilder der beiden OSG vom 25. August 2009 (
Urk.
8/79) eine knöchern konsolidierte
Sprunggelenks
fraktur
rechts, eine hochgradige Sekundärarthrose im rechten OSG mit Arthrose im
Tibi
a
fibulargelenk
ohne nachweisbare
osteochondrale
Läsion, eine geringe
Osteopenie
rechts und einen Erguss im oberen Sprunggelenk. Die Röntgenun
tersuchung vom 7. Januar 2010 (
Urk.
8/88 S. 2) zeigte einen Status nach
tri
malleolärer
Luxationsfraktur rechts mit
Pilon
Tibiale
-Beteiligung, eine
Osteo
nekrose
in der distalen Tibia, eine
Malunion
des lateralen
Malleolus
sowie eine Sprengung der
Syndesmose
.
Kreisarzt
Dr.
A._
fasste die jüngeren Bildern wie folgt zusammen (
Urk.
8/169 S. 7): Die konventionellen Aufnahmen des rechten Fusses vom
25. August 2011 zeigten einen
Durchbau
der
Arthrodese
bei stabilem Metall. Die Knochenstruktur
sei im Fussskelett etwas strähnig, eine eigentliche dystrophe Knochenreaktion komme aber nicht zur Darstellung. Auf den Bildern der PET-CT-Untersuchung vom 17. November 2011 sei die OSG-
Arthrodese
durchgebaut in korrekter Stellung. Im
Subtalargelenk
rechts zeigten sich nur geringe dege
nerative Veränderungen, insbesondere das dorsale
talocalcaneare
Gelenk sei nur diskret geschädigt, etwas deutlicher seien die degenerativen Veränderungen im vorderen Gelenk.
Die Ärzte der
Klinik Z._
ihrerseits interpretierten die Aufnahmen vom 25. August 2011 ebenfalls und verwiesen auf eine unverän
derte Lage des
Osteosynthesematerials
ohne neue Lockerungszeichen oder se
kundäre Dislokation, stationäre Stellungsverhältnisse und eine gute
ossäre
Durchbauung
im OSG (
Urk.
8/190). Aufnahmen vom April 2013 bestätigten
die unveränderte Lage des
Osteosynthesematerials
mit kompletter Konsolidation der
Arthrodese
sowie eine
subtalare
Arthrose (E. 3.5).
5.4
Angesichts dieser stark gebesserten Verhältnisse erscheint das von
Dr.
A._
genannte Zumutbarkeitsprofil als nachvollziehbar. Vorweg steht fest, dass die
Beschwerdeführerin
aufgrund der verbleibenden Beschwerden (Arthrose sowie Gelenksversteifungen) nicht mehr uneingeschränkt einsetzbar, sondern auf eine einfache, wechselbelastende Tätigkeit angewiesen ist, welche den rechten
Fuss
nicht belastet. Ebenso erscheint es als schlüssig, dass sie eine derart auf sie zu
geschnittene Tätigkeit vollzeitlich ausüben kann. Die objektivierbaren Schäden im rechten
Fuss
sind nicht derart, als dass daraus auf eine
bloss
teilzeitliche Ar
beitsfähigkeit geschlossen werden könnte. Namentlich zeigten die Operationen zuletzt gute Resultate, waren die
Arthrodesen
durchgebaut und in korrekter Stellung.
Der Bericht von
Dr.
A._
entspricht auch den übrigen Anforderungen der Rechtsprechung an die Beweiswertigkeit einer
Entscheidgrundlage
(BGE 125
V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). So ist der Bericht für die relevanten Fragen um
fassend, gibt er doch Antwort auf die Restarbeitsfähigkeit der
Beschwerdefüh
rerin
unter Darlegung der
mediznischen
Zusammenhänge. Er beruht sodann auf den notwendigen Untersuchungen und berücksichtigt ausführlich die geklagten Beschwerden, mit welchen sich
Dr.
A._
auseinandersetzte. Der Bericht wurde sodann in Kenntnis der umfangreichen
Vorakten
abgegeben und leuchtet – wie
oben
erwähnt - in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation samt den gezogenen Schlussfol
gerungen ein.
5.5
Den übrigen medizinischen Akten kann nichts Gegenteiliges entnommen wer
den. Die orthopädische Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
B._
, welcher eine leidensangepasste Tätigkeit als vollzeitlich zumutbar erachtete, unterschei
det sich von jener des
Dr.
A._
lediglich darin, dass ersterer einen 20%igen Leistungsabzug für vermehrten Pausenbedarf einrechnete und deshalb auf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit schloss (E. 3.4). Hierzu ist indes zu bemerken, dass
Dr.
B._
in seiner Beurteilung auch unfallfremde Schäden berücksich
tigte. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus seinem Hinweis, dass die SUVA-Beurtei
lung „differenziert zu beurteilen“ sei,
was nur so verstanden werden kann
, dass sich aufgrund der im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren zu berück
sichtigenden weiteren Gesundheitsstörungen eine abweichende Einschätzung aufdräng
t
. Die orthopädische Beurteilung des
Dr.
B._
berücksichtigte denn auch die Rückenproblematik, welcher er Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass (
Urk.
3/12/6). Bei fehlender Kritik an der kreisärztlicher Einschätzung ergibt sich, dass sich der zusätzliche Pausenbedarf aus einer Gesamtschau der (objektivierbaren) Beschwerden ergibt und nicht aus rein fussorthopädischer Sicht. Hierzu ist denn auch zu bemerken, dass einem entsprechenden
Pausenbe
darf
im Rahmen der Fussproblematik durch eine Anpassung des Arbeitsplatzes
Rechnung getragen werden kann
, so etwa durch Hochlagern des Fusses, was bei zusätzlicher Rückenproblematik nicht ohne weiteres möglich ist, oder durch Positionswechsel. Dass
Dr.
B._
eine Arbeitsunfähigkeit erst ab
Unfall
datum
attestierte bedeutet damit - entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 7) – nicht, dass sämtliche nun vorliegenden Beschwerden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nur fussorthopädisch bedingt sind. Solches kann dem Bericht nicht entnommen werden.
Weitere ärztliche Berichte, welche auf eine höhere Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit schliessen liessen, finden sich nicht in den Akten. Die Ärzte der
Klinik Z._
äusserten sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Sie verwiesen indes wiederholt auf die Notwendigkeit einer Fussbelastung an
stelle des Gebrauchs des Stockes und schlossen demgemäss ebenfalls auf eine Belastungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
.
5.6
Der medizinische Sachverhalt ist nach dem Gesagten als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass die
Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit voll
umfänglich arbeitsfähig ist. Von weiteren Abklärungen (vgl. zum bedingt ge
stellten Antrag der
Beschwerdeführerin
,
Urk.
1 S. 8) sind keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten, ist doch der relevante Gesundheitsschaden am rechten Fuss
bildgebend dargestellt und sind sich die Ärzte bezüglich der objektiven
Untersu
chungsresultate
einig. Damit ist darauf zu verzichten (
antizipierte
Beweiswürdi
gung
; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die verbliebenen Unfallfolgen am rechten Fuss in er
werblicher Hinsicht auswirken.
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 349 E. 3.4.2).
6.2
6.2.1
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
mit Fr.
42‘588
.-- und stützte sich dabei auf die Angaben der Arbeitgeberin
nen
D._
AG und
E._
AG, wo die Beschwerdeführerin seit Jahren stunden
weise beschäftigt war (
Urk.
8/28). Diese meldeten
per 201
1 identische
Stunden
löhne
von Fr.
17.55 pro Stunde nebst Dreivierteln des 13. Monatslohns sowie Ferien-/Feiertagsentschädigung bei jeweils 42 Wochenstunden
(Urk. 2 S. 1
0
und
Urk. Urk.
8/134-135
).
6.2.2
Die Beschwerdeführerin stellte diese Zahlen nicht in Frage, beantragte aber die Parallelisierung der Einkommen unter dem Hinweis, dieser Lohn liege mehr als 5
%
unter dem statistischen Wert
für entsprechende Reinigungstätigkeiten ge
mäss
der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik.
6.2.3
Hierzu ist festzuhalten, dass nach der Rechtsprechung für eine Parallelisierung von Einkommen bei der Invaliditätsbemessung mittels DAP-Löhnen grundsätz
lich kein Raum besteht.
Dem Umstand
eines unterdurchschnittlichen Einkom
mens vor Eintritt des versicherten Ereignisses wird dadurch Rechnung getragen, dass
in der Regel
ebenfalls unterdurchschnittliche DAP-Blätter ausgewählt
wer
den
(Urteil des Bundesgerichts 8C_541/2012 vom 31. Oktober 2013 E. 7.5 mit Hinweisen)
. Entsprechend wurde im vorliegenden Fall vorgegangen: So liegt der Durchschnitt der Löhne der ausgewählten DAP-Blätter unter jenem der
Durch
schnittslöhne
der grundsätzlich in Frage kommenden Stellenprofile
(
Urk.
8/180 S. 1
; vgl. nachfolgende E. 6.3.3
)
.
6.2.4
Anzufügen bleibt, dass auch eine Parallelisierung der Einkommen dann zu kei
nem anderen Resultat führt, wenn auf die DAP-Löhne abgestellt werden kann, da diese selbst bei einer Parallelisierung über dem
Valideneinkommen
liegen.
6.3
6
.3.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf ihre Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) und wies die zumutbaren Stellen aufgrund von fünf DAP-Arbeitsplätzen nach (DAP-Nr.
1577
[
Hilfsarbei
ter
in
; Bestücken von Printplatten
],
4768
[Hilfsarbeiter
in
Mischerei
],
7842
[
Hilfs
arbeiterin
Zylindermontage
],
5389
[
Löterin
;
Silberdrähte
und Kabel
] und
10044
[
Hilfsarbeiterin; Montage von Kleinwaagen
],
Urk.
8/180
).
6.3.2
Die Beschwerdeführerin bestritt die Zumutbarkeit dieser Stellen unter der An
nahme, sie sei lediglich im Ausmass von 80
%
arbeitsfähig bzw. benötige ent
sprechende Pausen (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
19). Da sich aufgrund der unfallkausalen Beschwerden eine vollzeitliche Tätigkeit als zumutbar erweist (E. 5.6), erübrigen sich diesbezügliche Weiterungen.
Weiter bemängelte die Beschwerdeführerin, die DAP-Stelle Nr. 4768 beinhalte „Gehen bis 50
m“
manchmal (mithin eine halbe bis knapp drei Stunden), was dem Profil (2/3 sitzend) widerspreche (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
19).
Entsprechend
der
B
eschreibung w
e
rd
en
bei diesem Arbeitsplatz diverse Pulver und Granulate mit
einander vermischt. Dies sei eine sehr feine Arbeit. Das Pulver werde mit eine
m
„Kaffeelöffel“ den Behältern entnommen und auf die Waage geleert. Die Mi
schungen
müssten
auf ein 1000stel Gramm
abgewägt
werden. Diese Arbeit müsse als Laborarbeit bezeichnet werden (
Urk.
8/180 S. 12). Bereits diese Be
schreibung erhellt, dass sich das Gehen eher auf eine halbe Stunde als auf drei Stunden
ausdehnen
dürfte. Dies umso mehr, als
„
Sitzen
“
als längerdauernde Haltung mit einem Umfang von 67
%
bis 100
%
angegeben wurde. Damit ist klar, dass das Sitzen zumindest zwei Drittel in Anspruch nimmt, womit dem Stellenprofil
G
enüge getan ist.
Die Beschwerdeführerin beantragte sodann die Offenlegung der
Auswahlkrite
rien
für die konkret verwendeten DAP (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
21). Nach der Rechtspre
chung besteht grundsätzlich kein Einsichtsrecht in sämtliche Dokumentationen.
Um die Repräsentativität im Einzelfall zu gewährleisten, genügt nach der Rechtsprechung der Nachweis von fünf zumutbaren Arbeitsplätzen. Die entspre
chenden DAP-Blätter müssen aufgelegt werden, sodass in diesem Rahmen das rechtliche Gehör gewahrt ist. Um die Repräsentativität der im Einzelfall ausge
wählten DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben überprüfen zu können, hat der Unfallversicherer zusätzlich Angaben zu machen über die Ge
samtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden do
kumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil ent
sprechenden Gruppe (
BGE 139 V 592 E. 7.8 m
it Hinweis auf BGE 129 V 472
E. 4.2.2).
Ob die Beschwerdegegnerin die
Auswahlkriterien
explizit zu nennen hat, kann vorliegend offen bleiben, weil die fünf konkret herangezogenen DAP ge
nügend überprüfbar sind und dem
zumutbaren
Stellenprofil entsprechen.
6.3.3
Im
Weiteren
blieb die Zumutbarkeit der ausgewählten Stellen zu Recht unbestrit
ten
und sind die übrigen bundesgerichtlichen Kriterien erfüllt
. Sodann liegt der verwendete Durchschnittslohn der drei Stellen mit
Fr.
55‘267.-- unter dem Durchschnitt über alle in Frage kommenden Stellen (
Fr.
57‘228.--,
Urk.
8/180 S. 1), womit die Beschwerdegegnerin den Umständen, namentlich dem unterdurchschnittlichen
Valideneinkommen
angemessen Rechnung getra
gen hat. Selbst ein Abstellen auf die Lohnminima (
Fr.
50‘007.--) führte zu kei
nem anderen Ergebnis.
6.4
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
42‘588
.-- und dem aufgrund der DAP-Blätter errechneten Invalideneinkommen von
Fr.
55‘267
.-- resultiert
k
eine
Er
werbseinbusse
. Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich
demge
-
mäss
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da die Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin in Gutheissung des Gesuches vom
1
1.
Januar 2014 (
Urk.
1 S. 2)
die unentgeltliche
Rechtsver
tretung
zu bewilligen und es ist ihr Rechtsanwalt
Christian Jaeggi
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.
Nach Einsicht in die Kostennote vom 2
8.
September 2015
(
Urk.
15/1-2
) mit ei
nem Aufwand von
13.9
Stunden und
Barauslagen von
Fr.
125.10
ist er bei An
wendung des gerichtsüblichen Ansatzes von
Fr.
200.-- pro Stunde
(bis 3
1.
Dezember 2014) bzw.
Fr.
220.-- (ab
1.
Januar 2015)
mit
Fr.
3‘169.90
(inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) für seine Bemühungen zu entschädigen.
D
i
e Beschwerdeführer
in
wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet werden kann, sobald
sie
dazu in der Lage ist.
Das Gericht
beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuches vom 1
1.
Januar 2014 wird der Beschwerdeführerin
Rechts
anwalt Christian Jaeggi, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vor
liegende Verfahren bestellt,