Decision ID: 9fd48d3c-6a11-5563-9424-6dc30217f477
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
gelernte Betriebspraktikantin und seit 2000 als
Leiterin einer Spielgruppe
tätig
, meldete sich im Februar 2011 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/44). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog den Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/12)
und die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
8/11). Sodann tätigte sie medizinische Abklärungen (Arztbericht von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Rheum
atologie und Innere Medizin FMH,
Urk.
8/14/5-7
; Bericht der
Institution Z._
,
Urk.
8/1
4/8
;
Bericht von
Dr.
med. A._
, FMH für Allgemeinmedizin,
Urk.
8/15; Bericht von
Dr.
med. B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
Urk.
8/16)
und
führte am 2
2.
Februar 2011 ein Ressourcengespräch durch (
Urk.
8/8).
Mit Schreiben vom 2
0.
Mai 2011
teilte die IV-Stelle der Versi
cherten mit, es sei eine medizinische Abklärung (psychiatrisch/rheumatologisch) notwendig, welche
von Dr. C._
, In
nere Medizin FMH spez. Rheumaer
krankungen,
und
von
Dr. med. D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Klinik
E._
,
durchgeführt werde (Urk.
8/19
). Am
1
8.
Juli
2011 fand
die psychiatrische Untersuchung durch
Dr.
D._
und am
5.
Oktober 2011
die rheumatolog
ische Untersuchung durch Dr. C._
statt. Das rheumatologische Gutachten wurde am
1
3.
Oktober
2011 erstattet (Urk.
8/28
), das psychiatrische Gutachten mit inter
dis
ziplinärer Zusammenfassung (psychiatrisch und rheumatologisch) am
1
7.
Okto
ber
2011 (Urk.
8/29
).
Mit Vorbescheid vom 2
7.
Oktober
2011 hielt die
IV-Stelle
gegenüber
der Versicherten
fest, es bestehe
kein Anspruch auf eine In
validenrente
(
Urk.
8/32)
.
Die Versicherte erhob
daraufhin
am
7.
November 2011 Einwand (
Urk.
8/33).
W
eitere
Einwä
nd
e
liess sie
ausserdem
am 3
0.
November 2011 durch
Dr.
B._
vorbringen
(
Urk.
8/40). Am
2
3.
Januar
2012 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids und
wies das Leistungsbegehren
der Versicherten ab (Urk.
2
).
2.
Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt K. Gehring
,
mit Eingabe vom
2
0.
Februar 2012
(Urk. 1)
Beschwerde erheben mit dem Rechtsbegehren, es sei die angefochtene
Verfügung
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten – allenfalls nach Vornahme der notwendigen Abklä
rungen – die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Ihrer Beschwerdeschrift legte
s
ie einen Austrittsbericht des
Spitals F._
(Rheumaklinik und Institut für physikalische Medizin) vom 2
8.
Oktober 2011 bei (
Urk.
3).
In
ihre
r
Ver
nehm
lassung
vom 2
2.
März 2012
beantragte die Beschwerdegegnerin
die Ab
weisung der Beschwerde
(
Urk.
7),
was d
er Beschwerdeführerin am
2.
April 2012 ange
zeigt
wurde
(
Urk.
9). Mit Schreiben
vom 1
6.
April 2013 liess die Beschwer
de
führerin mitteilen, es sei geplant, dass sie an einer mehrwöchigen Rehabilita
tion in der Einrichtung G._
teilnehme. Sie ersuche deshalb um eine Sistierung des Verfahrens für vorerst einmal drei Monate (
Urk.
10).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
ge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
Die Wartezeit im Sinne
von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein
getreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
1
.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1
.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.). In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Haus
ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
Die medizinische Aktenlage stellt sich wie folgt dar:
2.1
Dr.
Y._
nannte in seinem Arztbericht vom 3
0.
März 2011 als Diagn
ose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes
Syn
drom beidseits mit intermittierender
radikulärer
Reizung L5 beidseits bei grössenprogredienter
breitbasiger
mittelgrosser medianer Diskushernie auf Höhe L4/L
5.
Die Beschwerdeführerin leide seit 1992 an belastungsabhängigen lum
balen Rückenbeschwerden. Anfänglich hätten nicht-
steroidale
Antirheumatika, steroidhaltige Infiltrationen sowie Physiotherapien eine regelmässige Besserung gebracht. Im Jahr 200
8 seien erstmals
radikuläre
Sym
p
t
ome im Rahmen einer Diskushernie L4/L5 aufgetreten. Eine CT-gesteuerte
epidurale
Infiltration habe damals während eineinhalb Jahren eine weitgehende Beschwerdefreiheit ge
bracht. Seit einem Jahr nun bestünden progrediente lumbale Rückenschmerzen beim Stehen, Bücken, Heben von Lasten und zeitweise auch nachtsüber. Ausser
dem liege ein positiver Husten- und Pressschmerz
vor
.
Für Arbeit
en, die länge
res Stehen, Sitzen
oder
Positionen in gebückter Haltung erforderten, sei die Beschwerdeführerin auf fremde Hilfe angewiesen. Ihren Beruf als Kleinkin
der
betreuerin könne sie derzeit nicht ausüben. Es seien nur leichtere Tätigkeiten im Rahmen der Kinderbetreuung im zeitlichen Rahmen von vier Stunden pro Tag möglich. Mit
einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit bzw.
einer Er
höhung der Einsatzfähigkeit sei nicht zu rechnen (
Urk.
8/14/5-7).
2.2
Dr.
A._
hielt in seinem Arztbericht vom
6.
April 2011 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits mit intermittierenden
radikulären
Reizungen L5 beidseits bei grössenprogredienter
breitbasiger
mittelgrosser Diskushernie auf Höhe L4/5;
Erschöpfungsdepression und Angstzustände. Nach Angaben der Beschwerde
führerin habe sich der Gesundheitszustand stabilisiert. Seit
1.
September 2010 weise sie eine Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
auf
. Eine weitere Verbesserung ihres Zustands sollte möglich sein (
Urk.
8/15).
2.3
Mit Arztbericht vom 1
2.
April 2011 stellte
Dr.
B._
die Diagnosen Angst und Depression gemischt, bestehend seit Ende 200
9.
Ausserdem leide die Be
schwerdeführerin seit vielen Jahren an einer Diskushernie. Unter den Befunden gab
Dr.
B._
an, die Beschwerdeführerin wirke verzweifelt, kraftlos, verär
gert, deprimiert. Auch sei sie stressintolerant. Vor vier Tagen habe sie einen Panikanfall erlitten. In der Tätigkeit als Spielgruppenleiterin habe vom
9.
Juli bis 1
1.
November 2010 eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
bestanden, seit dem 1
2.
November 2010 betrage die Arbeitsunfähigkeit nun
bis auf weiteres
50
%
. Dieses Pensum könne sie indes nur mit grosser Mühe erfüllen, manchmal auch gar nicht.
Die Prognose sei unsicher, diese sei auch abhängig vom somatischen Verlauf (
Urk.
8/16).
2.4
2.4.1
Im rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten von Dr.
C._
/Dr.
D._
vom 13./1
7.
Oktober 2011 werden
fol
gende rheumatologischen und psychiatri
schen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 8/29/9):
L
umbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Syndrom rechts mehr als links bei
Diskusprotrusion
L4/5 median bis
recessal
links mehr als rechts und de
g
e
nerativer
osteodiskaler
bilateraler
Recessusstenose
mit:
deutlichem Kontakt zu den Nervenwurzeln L5 beidseits
recessal
linksbe
tont
und
leichter Besserung des Befunds bezüglich
Diskusprotrusion
und bezüg
lich MRI 10/2011 im Vergleich zu MRI 03/2011;
k
linisch
ohne
radikuläre
Zeichen
.
Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind genannt:
Status nach Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22)
;
Panikstörung (ICD-10: F41.0)
;
ausgedehnte chronische Schmerzen
;
Alkohol-Abusus
,
bei einem
CDT
von 3,5
%
(ICD-10: F10.1)
;
a
kuter
Harnwegsinfekt.
2.4.2
In der interdisziplinären Zusammenfassung gelangt
en die Gutachter
zum Ergeb
nis, die Beschwerdeführerin sei
in der
angestammte
n
Tätigkeit als Spielgruppenleiterin
oder
in einer anderen adaptierten Tätigkeit
aus rheumatolo
gisch-psychi
atrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig.
Auch im Haushaltsbereich bestehe keine Einschränkung.
Im Zusammenhang mit der Frage nach einer ideal angepassten Tätigkeit sei indes zu beachten, dass die Beschwerdeführerin durch die einge
schränkte Funktion der LWS limitiert sei. Sie könne Lasten bis 15 kg heben und tragen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Aus psychiat
rischer Sicht bestehe kein Bedarf nach adaptierten Tätigkeiten.
Die Prognose sei aus rheu
matologisch-psychiatrischer Sicht günstig.
In Bezug auf den gesund
heitlichen Verlauf ist dem Gutachten zu entnehmen, a
us psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
9.
Juli bis 1
1.
Novem
ber 2010, sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
2.
November 2010 bis Juli 2011 attestiert werden. Ab Juli 2011 sei aus psychiatrischer Sicht keine Arbeits
un
fähigkeit mehr gegeben. Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführer
in in der angestammten oder
in
einer adaptierten Tätigkeit nie längerfristig arbeitsunfähig gewesen
(
Urk.
8/29/10)
.
2.4.3
Die Rheumatologin Dr.
C._
hielt in ihrer Beurteilung fest
(
Urk.
8/28/22-24)
, die 40-jährige, kräftige Beschwerdeführerin klage seit Jahren über
Schmer
zen im Rücken, die sich unterdessen auf den ganzen Körper ausgedehnt hätten, rechts mehr als links.
Die vorhandenen Befunde würden indes weder das Aus
mass noch die Dauer der vorhandenen Beschwerden erklären.
In der klinischen Untersuchung
habe sich
kein wesentlicher Befund
gezeigt
.
Alle
Wirbelsäulenabschnitte seien normal beweglich. Die Beschwerdegegnerin habe auf der Untersuchungsliege spontan den
Langsitz
eingenommen, was eine wesentliche lum
bale Kompression ausschliesse.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. In der MR-Untersuchung der LWS im Oktober 201
1
seien eine
Diskusprotrusion
L4/L5 median bis
recessal
linksbetont sowie degenerative
osteodiskale
Irritatio
nen der Nervenwurzeln L5 beidseits linksbetont die wesentlichsten Befunde gewesen. Im Vergleich zur MR-Voruntersuchung im
März 2011 hätten die bildgebenden Befunde etwas gebessert. Auffallend sei, dass die bildgebenden Befunde linksbetont seien, während die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden rechts mehr als links spüre. Es sei daher fraglich, inwieweit die bildgebenden Befunde
tatsächlich Ursache ihrer Beschwerden seien.
Bei der Urinuntersuchung habe sich ein Harnweginfekt gezeigt. Bei der Blutuntersuchung habe eine stark erhöhte CDT auf einen aktuellen Alkohol-Abusus hingewiesen.
Hingegen sei keines der vier geprüften Medikamente in ihrem Blut im therapeutischen Bereich nachweisbar
gewesen
. Von den beiden
Antidepressiva
Seropram
und
Saroten
hätten
sich nur Spuren im Blut bzw. Urin
gefunden
. Beide verordnete
n
Schmerzmittel (Aspirin bzw
.
Arthrotec
)
hätten jedoch gänzlich gefehlt
. Die Be
schwerdeführerin sei somit ungenügend medikamentös behandelt.
Es sei davon auszugehen, dass, wenn die Beschwerdeführerin sich wirklich derart krank ein
schätze, sie medizinische Massnahmen korrekt durchführen würde
.
In der
Dolorimetrie
seien
sämtliche
(
18 der 18
)
Tender Po
ints pathologisch wie auch sechs der acht
Kontrollpunkte. Sanfte Berührungen würden von der Be
schwerdeführerin bereits als schmerz
haft angegeben. Eine
Fibromyalgie
bestehe definitionsgemäss nicht, wenn die Mehrheit der Kontrollpunkte pathologisch sei. Die aktuellen Beschwerden seien im Wesentlichen im Rahmen der ausge
dehnten chronischen Schmerzen zu interpretieren.
Bei der Untersuchung sei der Handeinsatz beidseits normal gewesen.
Die Be
schwerdeführerin habe angegeben, dass die Gebrauchsspuren an beiden Händen von ihrer Arbeit in der Spielgruppe stammten, was eine plausible Erklärung sei.
Diskrepant hierzu
sei
die gezeigte maximale Handkraft von 36
%
der Norm links (und 69
%
rechts)
.
Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Erklärung für eine deutlich verminderte Handkraft links.
Am ehesten sei diesbezüglich von einer
Selbstlimitierung in der Un
tersuchungssituation auszugehen
.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
C._
aus, die Be
schwerdeführerin sei durch die eingeschränkte Funktion der LWS limitiert. Rückenfunktionseinschränkungen könnten sich je nach Art und
Ausmass
unter
schiedlich auf die Fähigkeit auswirken, häufig Lasten ohne Hilfsmittel zu heben und zu tragen. Das längere Verharren in vornüber geneig
ter Haltung – ob ste
hend oder sitzend – sei zu vermeiden. Ebenso seien uner
wartete, asymmetri
sche Lasteinwirkungen
auszuschliessen
. Eher günstig seien wechselbelastende Tätig
keiten. Die Beschwerdeführerin könne Lasten bis 15 kg heben oder tragen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Die angestammte Tätigkeit als Spielgruppenleiterin könne
sie zu 100
%
ausüben; es handle sich dabei um eine leichte wechselbelastende Tätigkeit. Daneben sei ihr auch jede andere Tätigkeit,
die dem beschriebenen Belastungsprofil entspreche, zu einem 100
%
-Pensum zumutbar.
Aus rheumatologischer Sicht habe in der angestammten oder in einer adaptierten Tätigkeit nie eine langfristige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
2.
4.4
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
D._
führte
im Zusammenhang mit dem Psychostatus der Beschwerdeführerin
aus,
diese
habe im Rahmen der Untersu
chung bewusstseinsklar und allseits orientiert gewirkt. Während des gesamten Gesprächs habe sie ohne Verzögerung klare und präzise Antworten auf die ge
stellten Fragen gegeben. Sie habe ihre Lebensgeschichte bzw. die Entwicklung der Beschwerden
fliessend
und genau geschildert, was auf ganz unauffällige
mnestische
Funktionen hindeute. Im formalen Denken sei sie geordnet gewesen, inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen ergeben.
Stimmungsmässig
sei sie ausgeglichen und affektiv modulierbar gewesen. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei erhalten bzw. ein affektiver Rapport gut herstellbar gewesen. In Antrieb und Motorik habe
sie sich
unauffällig präsentiert. Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung hätten keine bestanden.
I
n seiner Beurteilung
h
ielt
der Gutachter sodann fest
, bei der Beschwerdeführerin seien aufgrund der anamnestischen Angaben weder eine genetische Vulnerabilität noch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psy
chiatrischer Erkrankungen festzustellen. Ihre Kindheit sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen, sie sei regelrecht eingeschult worden und nach der Primar- und Sekundarschule habe sie eine dreijährige Ausbildung bei der Post abgeschlossen. Damit könnten bei ihr sowohl eine Intelligenzminderung als auch Verhaltensstörungen oder sonstige psychische Probleme mit Krankheitswert in der Kindheit, Pubertät oder im Früherwachsenenalter ausge
schlossen werden. Die Beschwerdeführerin sei im Erwachsenenalter über Jahre den sozialen Anforderungen ohne Probleme gewachsen gewesen, sie habe jah
relang eine konstante Arbeitsleistung erbracht, sie pflege konstante zwischen
menschliche Beziehungen,
anhaltende
Störungen der Impuls- oder Affektkontrolle seien weder
anamnetisch erhoben noch
aktenmässig
dokumentiert
,
und damit würden sich bei der Beschwerdeführerin auch im Erwachsenenalter keine Hinweise auf psychische Probleme mit Krankheitswert ergeben. Die Be
schwer
deführerin habe im Rahmen der Untersuchung berichtet, dass bei ihr seit Ende 2009 panikartige Ängste, allgemeine Ängstlichkeit und Stimmungseinbrüche bestünden. Dies sei auch von Seiten des behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
in dessen Bericht vom 1
2.
April 2011 dokumentiert worden.
Die im Juli 2010 eingeleitete ambulante psychiatrische Behandlung bei
Dr.
B._
habe offen
bar zur zunehmenden Rückbildung der Anpassungsstörung mit Ängsten und depressiven Reaktionen gemischt geführt
. Anlässlich der Untersu
chung vo
m 1
8.
Juli 2011 seien diese
Befunde nicht mehr festzustellen gewesen.
Die Beschwerdeführerin habe über panikartige Ängste sowie „Ängste vor den Ängsten“ berichtet
.
Indes sei festzustellen, dass diese nur
intermittierend auf
treten und sozialmedizinisch
die Arbeitsfähigkeit nicht üb
er längere Zeit beein
trächtigen würden
. Für die erhaltene Arbeitsfähigkeit spreche der von der Beschwerdeführerin geschilderte Tagesablauf bzw. die berufliche Tätigkeit vor
mittags und nachmittags, die Haushaltführung und Kinderbetreuung.
Die Be
schwerdeführerin habe auch berichtet, wieder vermehrt soziale Kontakte zu pflegen. Subjektiv stünden bei ihr
ausserdem
gegenwärtig die
muskulo-skelettären
Schmerzen im Vordergrund. Zusammenfassend könne bei der Beschwerdeführerin aufgrund der anamnestischen Angabe
n, der vorhandenen Akten und der
aktuelle
n psychiatrische
n Befunde
ein
Zustand nach Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt sowie eine Panikstörung diagnostiziert werden. Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin objektiv keine psychopathologischen Merkmale aufgewiesen und bei objektiv erhaltenen psychokognitiven Funktionen (Gedächtnisfunktionen, Merkfähigkeit, Auffassungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit, Gedankenfluss, geistige Flexi
bilität, Antrieb und Psychomotorik) könne ihr gegenwärtig, abgesehen von einer Panikstörung
, keine weitere psychiatrische Erkrankung nach ICD-10 attestiert werden. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfä
hig. Rückblickend sei jedoch von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit vom
9.
Juli bis 1
1.
November 2010 auszugehen, sowie von einer 50%igen Arbeitsunfähig
keit vom 1
2.
November 2010 bis Juli 201
1.
Ab Juli 2011 sei aus psychiatrischer Sicht keine Arbeits
un
fähigkeit mehr gegeben
(
Urk.
8/29/5-7)
.
2.5
Im Austrittsbericht des
Spitals F._
(
Rheumaklinik
und Institut für physikalische Medizin
)
, wo die Beschwerdeführerin sich vom 1
2.
bis 2
8.
Oktober 2011 in
stationärer Behandlung
befand,
werden folgende Diagnosen genannt:
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links (EM als
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom 1992,
lumbospondylogen
seit 8/11
)
:
MRI 10/11:
Diskusprotrusion
L4/5 mit engem Spinalkanal, keine neuro
gene Kompression;
Infiltration loci
dolenti
Beckenkamm li. am 13.10.11;
multimodale komplexe Therapie;
z
ervikovertebrales
Schmerzsyndrom
Depression (ED 2009)
in
regelmässiger
psychiatrischer Behandlung
Verdacht auf beginnendes Karpaltunnelsyndrom
bds
.
In der Beurteilung wird ausgeführt, die Zuweisung der Beschwerdeführerin sei zur intensiven Physiotherapie erfolgt, bei einem chronischen
lumbospondyloge
nen
Schmerzsyndrom links seit 199
2.
In der klinischen Untersuchung hätten sich eine Haltungsinsuffizienz sowie Myalgien
gluteal
links präsentiert. Die neurologische Untersuchung habe sich unauffällig gestaltet. In einer vorgängig durchgeführten externen MR-Untersuchung hätten sich eine
Diskusprotrusion
L4/5 mit grenzwertig engem Spinalkanal L4/5 und keine neurogene Kompres
sion gezeigt.
Vom
2
2.
(gemeint wohl 12.)
bis 2
8.
Oktober 2011 habe eine Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
bestanden
, vom 2
9.
Oktober bis
4.
November 2011 eine solche von 80
%
(
Urk.
3).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin stützte ihren ablehnenden Entscheid auf das rheumato
logisch-psychiatrische Gutachten
Dr.
C._
/
Dr.
D._
. Die Beschwerde
führerin hält dieses Gutachten in verschiedener Hinsicht nicht für beweiskräftig.
So macht sie zunächst geltend, es liege gar kein „interdisziplinäres“ Gutachten vor, sondern es handle sich im Prinzip um zwei separate Gutachten
.
Komorbiditäten
würden nicht diskutiert. Dieser Kritik ist entgegenzuhalten,
dass nicht ersichtlich ist,
inwieweit
und welche
Komorbiditäten
hier
eine Rolle spielen. Der Vorwurf, es seien von den Gutachtern allfällige Überschneidungspunkte zwi
schen der rheumatologischen und der psychiatrischen Disziplin
ausser
Acht gelassen worden, ist jedenfalls nicht erstellt.
3.2
In Bezug auf
das psychiatrische Teilgutachten
bringt die Beschwerdeführerin vor, dessen
Schlussfolgerungen
seien nicht nachvollziehbar. Die psychiatrische Unt
ersuchung sei zu oberflächlich bzw.
es
bleibe unklar
, was der Gutachter überhaupt untersucht habe.
Dr.
D._
habe zudem auch unzureichend die Einschätzungen des behandelnden Psychiater
Dr.
B._
berücksichtigt. Nicht hinreichend begründet werde sodann die Behauptung, wonach eine intermittie
rend auftretende Panikstörung die Arbeitsfähigkeit nicht über längere Zeit ein
schränke.
Der Argumentation der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt wer
den. So ist zunächst festzustellen, dass sich keine konkreten Anhaltspunkte für eine fehlerhafte oder unvollständige Untersuchung finden.
Dr.
D._
hat ein
leitend in seinem Gutachten (S. 1)
ausreichend offengelegt, worauf sich seine Erkenntnisse stützen. Es gilt dabei
auch
festzuhalten, dass die Wiedergabe sämtlicher Fragen und Antworten, wie dies die Beschwerdeführerin fordert, nicht zu verlangen ist;
massgebend
erscheint
einzig, ob es der begutachtenden Person in ihrer Beurteilung gelingt, schlüssig aufzuzeigen, welches Bild sich
von dem Exploranden im Rahmen der Untersuchung präsentiert hat.
Nicht angebracht ist sodann der Vorwurf,
Dr.
D._
habe die Einschätzungen von
Dr.
B._
unzureichend berücksichtigt.
So
erklärte
der Gutachter gar aus
drücklich, dass er sowohl eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt als auch eine Panikstörung
bestätigen könne, und dass auch die bis
herigen von
Dr.
B._
attestierten Arbeitsunfähigkeiten plausibel sei
en
.
Dr.
D._
hielt
dann aber auch nachvollziehbar fest, dass es aufgrund der psy
chiatrischen Behandlung offenbar zur zunehmenden Rückbildung der Anpassungsstörung mit Ängsten und depressiven Reaktionen gemischt gekommen sei; diese Befunde seien im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung nicht mehr festzustellen gewesen.
Letzteres
bestätigt sich auch im fehlenden Nachweis entspre
chender Medikamente im Blut- und Urinspiegel.
Aufgrund
der
klaren Fest
stellungen des Gutachters ist kein Mangel darin zu sehen, dass dieser keine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater mehr nahm.
Gesamthaft ist ent
gegen den Darlegungen der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich, inwieweit das psychiatrische Teilgutachten rechtsfehlerhaft sein soll. Daran ändert
im Übrigen auch der Umstand nichts, dass
gemäss
den Einschätzungen
von
Dr.
D._
zu
r
Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit eine Fortführung der psychiatrischen Behandlung erforderlich ist
. Soweit
sich
nämlich
eine drohende Erwerbsun
fähigkeit
durch zumutbare Behandlungsanstrengungen
vermeiden lässt
, fällt die Annahme einer Invalidität
ausser
Betracht.
Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit besteht.
3.3
Was das rheumatologische Teilgutachten von
Dr.
C._
betrifft, beanstandet die Beschwerdeführerin zunächst, dass
Dr.
D._
unter den erhobenen Befun
den einen leicht hinkenden Gang bemerkt habe. Bei
Dr.
C._
sei davon in
des keine Rede bzw. setze
sich
die Gutachterin mit diesem Widerspruch nicht auseinander.
Ohnehin sei nicht nachvollziehbar, dass
Dr.
C._
im Rahmen der klinischen Untersuchung keine Befunde erhoben habe. Dies stehe im Ge
gensatz zu den Beurteilungen von
Dr.
Y._
und
der behandelnden Ärzten
des
Spitals F._
.
Falsch sei
ausserdem
die Feststellung, es sei frag
lich, inwieweit die bildgebenden Befunde tatsächlich Ursache der Beschwerden seien. Das
im
Oktober 2011
erstellte MRI
würde gegenüber jenem aus dem März 2011 gerade keine Verbesserung dokumentieren.
Schliesslich
sei die Gutachterin auch unzutreffend davon ausgegangen, die Tätigkeit als Spielgruppenleiterin sei leidensadaptiert.
In Bezug auf
diese
Vorbringen ist festzuhalten, dass
Dr.
C._
im Gegensatz zu
Dr.
D._
(Untersuchungszeitpunkt 1
8.
Juli 2011)
zwar in der Tat nichts von einem leicht hinkenden Gang erwähnte. Es ist jedoch nicht
anzuzweifeln, dass ein solches Hinken im Rahmen der rheumatolo
gischen Begutachtung
(drei Monate später) am
5.
Oktober 2011 nicht
(mehr)
feststellbar war, zumal auch dem Austrittsbericht des
Spitals F._
vom 2
8.
Oktober 2011 kein entsprechender Befund zu entnehmen ist.
Sodann
trifft nicht zu
, dass
Dr.
C._
gar k
eine klinischen Befunde erhoben hat (vgl.
Urk.
7/28/16-18 und
Urk.
7/28/22)
.
Das
Spital F._
ortete
eine Haltungsinsuffizienz sowie Myalgien
gluteal
links.
Soweit vorliegend überhaupt von einer Diskrepanz zwischen den beiden Beurteilungen
auszugehen ist
, kommt dieser
von vornherein keine
grössere
Bedeutung.
So sind Haltungsinsuffizienzen grundsätzlich durch entsprechendes Training behandelbar, wie auch der Austrittsbericht
vom
2
8.
Oktober 2011 klar auf
zeigt.
Sodann
ergibt sich
im Hinblick auf die einzig relevante
Arbeitsfähigkeitsschätzung
gerade
keine Diskrepanz
.
Das Spital nahm
nämlich
für den Zeitraum der zweiwöchigen
Hospitalisation
bis zum 2
8.
Oktober 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
an und
anschliessend
noch bis zum
4.
November 2011 eine solche von 80
%
. Hinsichtlich des darauf folgenden Zeitraums ist indes gar keine Ar
beitsunfähigkeit mehr dokumentiert.
Bei Austritt wurde eine deutliche Schmerzbesserung festgehalten
und dabei auch eine Fortführung der muskulären Kräftigung empfohlen
.
Aufgrund
dieser Angaben
ist festz
ustellen, dass das S
pital bezüglich der von ihm erho
benen Be
funde nicht von einer relevanten Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
auszugehen
scheint.
Was die Ausführun
gen der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den bildgebenden Befunden betrifft,
so sind ihre Behauptungen
für die Fehlerhaftigkeit der Beurteilung von
Dr.
C._
,
wonach die im Oktober 2011 getätigten Aufnahmen gegenüber jenen aus dem März 2011
eine
leicht
e
Verbesserung
erkennen lassen
und wo
nach die vorhandenen Befunde weder das
Ausmass
noch die Dauer der Be
schwerden zu erklären vermöcht
en
,
nicht belegt
.
Schliesslich
ist festzuhalten, dass die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin durchaus leidensadaptiert ist. In einer Spielgruppe geht es darum, das sozial
e
Verhalten der Kinder
zu
för
der
n
und ihnen Kenntnisse in Bereiche
n
wie Basteln, Malen,
S
ingen
, etc.
zu
ver
mittel
n
.
Dr.
C._
ist diesbezüglich in zutreffender Weise von einer wechselbelastenden Tätigkeit ausgegangen.
Ergänzend ist
darauf hinzuweisen
, dass
die Arbeit
einer Sp
ielgruppenleiterin keine besonderen körperlichen Anstrengungen
mit
sich bringt
bzw. dass
Tätigkeiten, bei welchen Rückenfunktionseinschränkungen
hinderlich s
ind – also insbesondere das häufige
Tragen von Lasten
ohne Hilfs
mittel
oder das längere Einnehmen von Zwangshaltungen -
verm
i
e
den
werden können
.
Gesamthaft ist festzustellen, dass das rheumatologische Teilgutachten schlüssig und gut nachvollziehbar erscheint. Ein Indiz für die Zuver
lässigkeit der Beurteilung ist dabei
insbesondere
im Umstand zu sehen, dass sie mit jener
des
Spitals F._
grundsätzlich übereinstimmt. Im Ergeb
nis ist damit bei der Beschwerdeführerin auch aus r
heumatologischer Sicht eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen.
3.4
In ihrem Schreiben vom 1
6.
April 2013
(
Urk.
10)
hielt die Beschwerdeführerin fest, sie sei neu bei
der Einrichtung G._
in Behandlung, wo eine mehrwöchige Rehabilitation geplant sei. Es seien von dieser Behandlung we
sentliche neue Erkenntnisse zu erwarten, weshalb das Ver
fahren zu sistieren sei, bis die Einrichtung G._
seinen Bericht erstattet habe.
Dazu
ist
festzuhalten, dass
die angefochtene Verfügung am 2
3.
Januar 2012 erlassen wurde.
Diese erging
somit deutlich vor dem Zeitpunkt,
in
welchem
die Beschwerde
führerin ihre Behandlung in der Einrichtung
G
._
in Angriff nahm. Angesichts dieser Tatsache
muss von vornherein bezweifelt werden, dass dem betreffenden Austrittsbericht ein relevanter Beweiswert beizumessen sein wird.
Die behandelnden Ärzte
könnten sich
nämlich
höchstens
retrospektiv zur Frage der Arbeitsfähigkeit bis zum
massgebenden
Zeitpunkt des Verfügungserlasses
äussern
. Eine solche Beurteilung vermöchte
indes
keine Zweifel an dem Gutachten der
Dres
.
D._
/
C._
zu erwecken, diesem käme – zumal vor Verfügungserlass erstattet - gegenüber den Einschätzungen
der Einrichtung G._
rechtsprechungsgemäss
Priorität zu.
Sollte im Übrigen von Seiten der Einrichtung G._
eine Verschlechterung des Ge
sundheitszustands nach Verfügungserlass geltend gemacht werden, wäre dies nicht im Rahmen des vorliegenden Verfahrens, sondern im Rahmen einer Neu
anmeldung zu prüfen
(BGE 132 V 220 E. 3.1.1 mit Hinweisen;
BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen).
Gesamthaft ist im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung festzustellen, dass
kein Anlass be
steht, den
Austrittsbericht de
r Einrichtung G._
abzuwarten
. Entsprechend ist der Antrag der Beschwerdeführerin auf Sistierung des Verfahrens abzuweisen.
4.
Nachdem die Beschwerdeführerin gestützt auf die Ergebnisse des rheumatolo
gisch-psychiatrischen Gutachtens in ihrer bisherigen Tätigkeit als Spielgruppenleiterin als voll arbeitsfähig zu qualifizieren ist, fällt die Annahme einer Invalidität
ausser
Betracht. Entsprechend
hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch
zu Recht verneint
.
5.
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführerin allenfalls rückwirkend eine befris
tete Rente zusteht.
Dr.
D._
nahm gestützt auf die Angaben von
Dr.
B._
z
wischen dem
9.
Juli und dem 1
1.
November 2010
eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
an und ab dem 1
2.
November 2010 eine solche
von
50
%
.
Dr.
D._
hielt
jedoch weiter fest,
e
ine 50
%ige Arbeitsunfähigkeit sei
nur bis Juli 2011
anzunehmen
, ab
Juli 2011
könne aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsun
fähigkeit mehr attestiert werden. Die Ausführungen von
Dr.
D._
zur Frage, wann die Arbeitsunfähigkeit endete, sind zwar eher unpräzise
.
Die
Beurteilung einer 50
%igen
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ist jedoch gestützt
auf die betreffenden Angaben
bis zum Datum vor dem Untersuchungszeitpunkt am 1
8.
Juni 2011 als gültig anzusehen. Damit ist grundsätzlich
festzustellen, dass
die
von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG verlangte durchschnittliche Arbeitsfähigkeit von mindestens
40
%
zwischen dem
9.
Juli 2010 (Beginn der Wartezeit) und dem
8.
Juli 2011
überschritten wird
; konkret beträgt sie aufgerundet 70
%
(145 Tage à 100
%
; 220 Tage à 50
%
)
.
Für einen Rentenanspruch wird jedoch wie erwähnt auch vorausgesetzt, dass nach Ablauf des Wartejahres eine Invalidität von mindes
tens 40
%
besteht, wobei die Erwerbsunfähigkeit gemäss
Art.
8 ATSG „voraus
sichtlich bleibend“ oder „längere Zeit dauernd“ sein muss. In diesem Zu
sam
menhang ist nochmals darauf hinzuweisen, dass
Dr.
D._
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung vom 1
8.
Juli 2011 – also nur
zehn
Tage nach Ablauf der Wartezeit
-
keinerlei Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr aus
machen konnte.
Das Erfordernis der langen Dauer gemäss
Art.
8 ATSG ist somit klarerweise nicht erfüllt. Ebenso wenig konnte die Invalidität
bei Ablauf des Wartejahres
aus damaliger Sicht als voraussichtlich bleibend qualifiziert wer
den
,
vielmehr
muss
die Beendigung der Arbeitsunfähigkeit bereits damals ab
sehbar gewesen sein. Gesamthaft ist die Voraussetzung des
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG
somit
nicht gegeben und ein Anspruch auf eine befristete Invalidenrente demgemäss zu verneinen.
6.
6.1
Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.