Decision ID: 66b9ec29-ca52-5425-b575-afea22ea97a2
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Zwischen der Q._ AG, Eigentümerin der mit dem Mehrfamilienhaus Assek.-Nr. 0000_
überbauten Parzelle Nrn. 0001_, Grundbuch X._ (bis 13. Februar 2020 Parzellen
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Nrn. 0002_, 0001_ und 0003_) und den Eigentümer der mit Einfamilienhäusern
überbauten Parzellen Nrn. 0004_ (A._ und B._), 0005_ (E._), 0006_ (C._ und
D._) sowie 0007_ (F._ und G._) besteht seit rund acht Jahren ein
Nachbarschaftsstreit. Nach dem Zonenplan der Politischen Gemeinde X._ liegen all
diese Grundstücke in der Wohnzone W2b. Nach Angaben des Baudepartements
bewilligte der Gemeinderat X._ am 20. November 2012 ein erstes Gesuch der Q._ AG
vom 18. Juli 2012 für den Neubau eines Mehrfamilienhauses auf der damaligen Parzelle
Nr. 0003_ und wies die dagegen von den genannten Nachbarn erhobenen
Einsprachen ab. Die diesbezüglichen Rekursverfahren Nrn. 0008_ und 0009_ wurden
vom Baudepartement nach Durchführung eines Augenscheins am 12. April 2013
offenbar sistiert. Am 14. Januar 2014 bewilligte der Gemeinderat X._ ein zweites
Gesuch der Q._ AG vom 16. Oktober 2013 für den Neubau eines Mehrfamilienhauses
auf der damaligen Parzelle Nr. 0003_ und wies die dagegen von den Nachbarn
erhobene Einsprache ab. Den dagegen von den Nachbarn am 30. Januar 2014
erhobenen Rekurs hiess das Baudepartement mit Entscheid vom 14. Januar 2015 gut
und hob den Entscheid des Gemeinderates X._ vom 14. Januar 2014 auf. Die gegen
diesen Rekursentscheid von der Q._ AG am 29. Januar 2015 erhobene Beschwerde
wies das Verwaltungsgericht mit Entscheid VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017 ab
(vgl. Sachverhalt lit. A/b des Rekursentscheids vom 24. Juni 2019, act. 11/3, S. 2 f.,
act. 17.1, act. 18/7/4, S. 2 und 13, act. 18/8/17, 18a, 21 f., 29 f., 38, Beilage zu act. 39,
www.geoportal.ch).
B.
Am 6./10./13./19. Juli 2017 reichte die Q._ AG ein drittes Gesuch für den Neubau
eines Mehrfamilienhauses (drei Wohnungen mit Tiefgarage) auf Parzelle Nr. 0001_
(ehemals Parzelle Nr. 0003_) ein. Während der öffentlichen Auflage vom 28. Juli 2017
bis 10. August 2017 gingen drei Einsprachen ein, darunter zwei der genannten
Nachbarn. Mit Entscheid vom 20. März 2018 wies der Gemeinderat X._ die
Einsprachen in öffentlich-rechtlicher Hinsicht und teilweise auch in privatrechtlicher
Hinsicht gemäss Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB)
kostenfällig ab und bewilligte das Bauvorhaben (act. 18/7/1, 4, act. 18/8/4-6). Dagegen
rekurrierten A._ und B._ am 5. April 2018 (act. 18/1, Verfahrensnummer 0010_) bzw.
C._ und D._, E._, F._ und G._ am 6. April 2018 (act. 19/1, Verfahrensnummer
0011_) an das Baudepartement. Mit Entscheid vom 24. Juni 2019 hiess das
Baudepartement die Rekurse im Sinn der Erwägungen gut und hob den Entscheid des
Gemeinderates X._ vom 20. März 2018 auf (act. 11/3).
C.
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 24. Juni 2019 erhob die
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Q._ AG (Beschwerdeführerin) am 2. Juli 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
(act. 1). Am 23. Juli 2019 (act. 6), 5. September 2019 (act. 10 f.) resp.
12. September 2019 (act. 13 f.) ergänzte sie ihre Beschwerde unter anderem mit einer
Begründung und dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter
Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und die Baubewilligung der Politischen
Gemeinde X._ (Beschwerdebeteiligte) vom 20. März 2018 mit folgender Auflage zu
bestätigen:
"Die Fensterfläche des Raumes "Abstell" im Attikageschoss (gemäss eingefügten
Planausschnitt) ist auf ein Lichtmass von maximal 0.16 m zu reduzieren."
Mit Vernehmlassung vom 9. Oktober 2019 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde (act. 16). Mit Eingabe vom 24. Oktober 2019 verzichtete die
Beschwerdebeteiligte auf eine Vernehmlassung und eigene Rechtsbegehren (act. 21).
Mit Stellungnahmen vom 4. November 2019 trugen A._ und B._
(Beschwerdegegner 1 und 2) bzw. C._ und D._, E._, F._ und G._
(Beschwerdegegner 3 bis 7) durch ihren jeweiligen Rechtsvertreter auf Abweisung der
Beschwerde an, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. 22, 24). Mit Replik vom
24. Dezember 2019 bestätigte die Beschwerdeführerin ihre Anträge und Ausführungen
(act. 28). Am 8. Januar 2020 duplizierten die Beschwerdegegner 3 bis 7 (act. 32) und
am 24. Januar 2020 die Beschwerdegegner 1 und 2 (act. 35) unter Festhalten an ihren
Anträgen. Am 18. Februar 2020 reichte die Beschwerdeführerin Unterlagen zur
Vereinigung der Grundstücke Nrn. 0002_, 0001_ und 0003_ zur Parzelle Nr. 0001_
ein (act. 39). Dazu liessen sich die Beschwerdegegner 3 bis 7 am 11. März 2020
(act. 45) und die Beschwerdegegner 1 und 2 am 23. März 2020 (act. 46) abschliessend
vernehmen.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
2
bis
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Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin
ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Die Beschwerde vom 2. Juli 2019 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt
zusammen mit den Ergänzungen vom 23. Juli 2019 (act. 6), 5. September 2019
(act. 10 f.) und 12. September 2019 (act. 13 f.) die formellen und inhaltlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs. 1 und
2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens kann nur sein, was bereits Gegenstand
des vorinstanzlichen Verfahrens bildete (vgl. VerwGE B 2019/82 vom 2. Juli 2019 E. 1
und BGE 133 II 35 E. 2 je mit Hinweis). Die Vorinstanz hob den Baubewilligungs- und
Einspracheentscheid der Beschwerdebeteiligten vom 20. März 2018 (Beilage zu
act. 18/1) einzig mit der Begründung auf, das Bauvorhaben überschreite die in der
Wohnzone W2b maximal zulässige Ausnützungsziffer (vgl. E. 5.6 des angefochtenen
Entscheids, act. 11/3, S. 9-11). Folglich beschränkte sich die Beschwerdeführerin in
ihrer Beschwerdebegründung auf diesen Gesichtspunkt. Daran ändert nichts, dass sie
beiläufig (S. 5 Ziff. 5) die Ausführungen der Vorinstanz zu weiteren Rügen der
Beschwerdegegner erwähnte (vgl. dazu E. 8 [grosser Grenzabstand, S. 14-16], E. 9
[Erschliessung, S. 16-24], E. 10 [ausseramtliche Kosten im erstinstanzlichen Verfahren,
S. 25] des angefochtenen Entscheids), welche die Vorinstanz nicht abschliessend
prüfte und welche nicht zur Aufhebung des erstinstanzlichen Entscheids führten.
Deshalb kann der Beschwerdeführerin – trotz gegenteiliger Auffassung der
Beschwerdegegner 3 bis 7 (act. 24 Ziff. II/3-5) – auch nicht vorgeworfen werden, sie
habe ihre (Laien-)Beschwerde bezüglich dieser weiteren Aspekte nicht ausreichend
begründet (vgl. dazu VerwGE B 2019/77; B 2019/78 vom 11. Februar 2020 E. 2 und
VerwGE B 2018/82 vom 23. Mai 2019 E. 4.4 je mit Hinweisen).
Das Verwaltungsgericht hat sodann bereits im Entscheid VerwGE B 2015/14 vom
20. Januar 2017 festgehalten (E. 1 mit Hinweisen), dass auf die Eingaben der übrigen
Verfahrensbeteiligten nicht einzutreten sei, soweit in deren Begründung einzelne, von
der Beschwerdeführerin nicht angefochtene Punkte beanstandet werden. Demzufolge
ist auch im vorliegenden Verfahren auf die Eingaben der Vorinstanz (act. 16 Ziff. II/2),
der Beschwerdegegner 1 und 2 (act. 22, S. 6 Ziff. III/9, act. 35 Ziff. 5) sowie der
Beschwerdegegner 3 bis 7 (act. 24, S. 4-5, 7 Ziff. III/1, 2a und 3, act. 45 Ziff. II/3 und 5)
nicht einzutreten, soweit darin über die von der Vorinstanz beanstandete
Überschreitung der Ausnützungsziffer, welche die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer
Beschwerde kritisierte, einzelne, von der Beschwerdeführerin nicht angefochtene
Punkte beanstandet werden. Deswegen braucht auch auf die diesbezüglichen
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Entgegnungen der Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 24. Dezember 2019 (act. 28,
S. 4, 7, Ziff. 2 und 4) nicht eingegangen zu werden. Folglich kann dahingestellt bleiben
(vgl. act. 32, Ziff. II/2 f.), ob die Replik der Beschwerdeführerin insoweit überhaupt zu
hören gewesen wäre (vgl. dazu VerwGE B 2017/29 vom 20. Juli 2018, berichtigt am
13. August 2018 E. 4.3 mit Hinweisen).
2.
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten erging am 20. März 2018
(act. 18/7/4) und damit nach Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1,
PBG) am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049). Auf das strittige Bauvorhaben sind somit
grundsätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar (vgl. Art. 173 Abs. 1 PBG sowie
BGE 141 II 393 E. 2.4 mit Hinweisen, in: Pra 105 [2016] Nr. 52, und G. Müller,
Zulässigkeit der begünstigenden Rückwirkung, in: ZBl 118/2017, S. 268 ff., S. 273 ff.).
Die Anwendung "neuen Rechts" (vgl. Art. 173 Abs. 2 PBG) setzt allerdings gemäss der
Praxis im Kanton St. Gallen voraus, dass die ans PBG angepassten kommunalen
Rahmennutzungspläne in Kraft sind (vgl. Planungs- und Baugesetz, Botschaft und
Entwurf der Regierung vom 11. August 2015, in: ABl 2015 S. 2399 ff., S. 2531, sowie
Kreisschreiben des Baudepartements, Übergangsrechtliche Bestimmungen im
Planungs- und Baugesetz, vom 8. März 2017, S. 1-3 Ziff. 1). Das Baureglement der
Beschwerdebeteiligten (BauR) mit dazugehörendem Zonenplan wurde noch nicht an
das neue Recht angepasst. Von den neuen Regelungen kann daher praxisgemäss
vorerst nur Gebrauch gemacht werden, sofern sie direkt anwendbar sind (vgl. dazu
Anhang des zitierten Kreisschreibens). Ist dies nicht der Fall, ist das bis
30. September 2017 gültig gewesene Gesetz über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom
1. Januar 2015) heranzuziehen.
Die Vorinstanz führte in Erwägung 5.1 des angefochtenen Entscheids (act. 11/3, S. 8)
demgemäss aus, dass auf das vorliegend strittige Baugesuch die Ausnützungsziffer im
Sinne von Art. 61 BauG anwendbar bleibe, obgleich die Ausnützungsziffer im PBG
abgeschafft wurde. Ob dieses Vorgehen – die Baumassenziffer (Art. 87 f. PBG) muss
nicht zwingend anstelle der bisherigen Ausnützungsziffer eingeführt werden (vgl. Art. 79
Abs. 1 PBG) – mit Art. 173 Abs. 2 PBG vereinbar ist, wonach die Anwendung neuen
Rechts vorbehalten bleibt, soweit es für die Baugesuchsteller günstiger ist, kann im
vorliegenden Fall offenbleiben, da die Beschwerdeführerin den angefochtenen
Entscheid in dieser Hinsicht nicht beanstandet hat.
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3.
Nach Art. 8 des interkommunalen Baureglements der Politischen Gemeinden L._,
M._, X._, N._ und O._ (BauR) gilt für den fraglichen Baugrund, welcher in der
Wohnzone W2b liegt, eine Ausnützungsziffer von 0.5. Indem im BauR die
Ausnützungsziffer vorgesehen ist, ist ihre Definition im BauG abschliessend geregelt,
insbesondere auch was als anrechenbare Geschossfläche gilt. Die Ausnützungsziffer
ist die Verhältniszahl der Summe aller anrechenbaren Geschossflächen zur
anrechenbaren Parzellenfläche (Art. 61 Abs. 1 BauG). Die Begriffe „anrechenbare
Geschossfläche“ und „anrechenbare Parzellenfläche“ werden in Art. 61 Abs. 2 und
3 BauG näher umschrieben (vgl. dazu VerwGE B 2018/206 vom 13. Mai 2019 E. 2.1,
VerwGE B 2016/93 vom 14. Dezember 2017 E. 4.1 und VerwGE B 2015/14 vom
20. Januar 2017 E. 13.2 je mit Hinweis[en]).
Die Beschwerdeführerin hat ausdrücklich anerkannt (act. 10, S. 3 f. Ziff. 3.2), dass der
Abstellraum im Attikageschoss (vgl. Plan Grundrisse/Schnitt A-A vom 6. Juli 2017,
act. 18/7/1c) gemäss der Vorinstanz (vgl. E. 5.6.2 des angefochtenen Entscheids,
act. 11/3, S. 10 f.) zur anrechenbaren Geschossfläche im Sinne von Art. 61 Abs. 1
Satz 1 BauG zählt. Anfänglich stellte sie sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren
indessen auf den Standpunkt (act. 10, S. 4 f. Ziff. 4, act. 28, S. 1-3 Ziff. 1 f.), die daraus
resultierende Überschreitung der in der Wohnzone W2b maximal zulässigen
Ausnützungsziffer von 0.5 gemäss Art. 8 BauR könne mittels einer Auflage
(Verkleinerung der Fensterfläche) beseitigt werden. Dieses Ansinnen ist mittlerweile
allerdings dahingefallen, da sie mit Eingabe vom 14. Januar 2020 (act. 39) neu geltend
macht, die massgebliche Ausnützungsziffer sei nach der Vereinigung der Grundstücke
Nrn. 0002_, 0001_ und 0003_ zur Parzelle Nr. 0001_ auf jeden Fall eingehalten. Auf
dem vereinigten Grundstück Nr. 0001_ verbleibe, selbst nach Abzug der für das
vorliegend strittige Baugesuch sowie für den Bau des bestehenden
Mehrfamilienhauses auf Grundstück Nr. 0001_ beanspruchten anrechenbaren
Parzellenflächen, eine Ausnützungsreserve von 150.29 m (anrechenbarer
Geschossfläche).
3.1.
2
Das Verwaltungsgericht hat in Abweichung des in Art. 61 Abs. 3 VRP statuierten
Novenverbots echte Noven zu berücksichtigen, falls die Vorinstanz des
Verwaltungsgerichts, wie hier, keine richterliche Behörde ist (vgl. Art. 6 Ziff. 1 der
Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR
0.101, EMRK, Art. 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
3.2.
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SR 101, BV, und Art. 110 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht,
Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG, sowie VerwGE B 2015/6 vom
23. August 2016 E. 4.2 mit Hinweis auf VerwGE B 2013/254 vom 28. Juli 2015 E. 4.2
mit Hinweisen, bestätigt mit BGer 2C_980/2016 vom 7. März 2017).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegner 1 und 2 (act. 35 Ziff. 3, act. 46) und
der Beschwerdegegner 3 bis 7 (act. 45 Ziff. II/2, 4 und 6) ist damit bei der Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin auf die
im Baugesuch vom 6./10./13./19. Juli 2017 ursprünglich vorgesehene Ausscheidung
des oberirdischen Parkplatzes P5 (vgl. Plan Grundrisse/Schnitt A-A vom 6. Juli 2017,
act. 18/7/1c) verzichtet hat (act. 28, S. 4 Ziff. 2.3) und die Grundstücke Nrn. 0002_,
0001_ und 0003_ per 13. Februar 2020 zu Grundstück Nr. 0001_ vereinigt
(Art. 974b ZGB) wurden (Beilage zu act. 39).
Wie die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 14. Januar 2020 nachvollziehbar
dargetan hat, weist die vereinigte Parzelle Nr. 0001_ eine Gesamtfläche von 2'248 m
auf (www.geoportal.ch). Aus ihrer Ausnützungsberechnung vom 18. Juli 2007
(act. 29/2), welche sie zusammen mit der Verfügung des Rates der
Beschwerdebeteiligten vom 10. Mai 2010 antragsgemäss (vgl. Stellungnahme der
Beschwerdegegner 1 und 2 vom 4. November 2019, act. 22, S. 4 f. Ziff. III/8.3)
nachreichte, geht überdies hervor, dass für das Mehrfamilienhaus Assek.-Nr. 0000_
auf Parzelle Nr. 0001_ bei einer Summe aller anrechenbaren Geschossflächen von
684.79 m eine anrechenbare Parzellenfläche (Art. 61 Abs. 3 BauG) von 1'369.58 m
(684.79 m : 0.5) beansprucht wurde. Danach verbleibt für das vorliegend strittige
Bauprojekt auf der vereinigten Parzelle Nr. 0001_ eine anrechenbare Parzellenfläche
von 878.42 m (2'248 m – 1'369.58 m ). Zudem besteht Einigkeit darüber, dass dazu
gemäss der Ausnützungszifferberechnung im Plan Fassaden/Ausnützung vom
6. Juli 2017 (act. 18/7/1d) für das ehemalige Grundstück Nr. 0003_ eine abgetretene
Strassenfläche (Art. 61 Abs. 3 Satz 2 BauG) von 52.72 m hinzuzurechnen ist. Allein
daraus resultiert für das vorliegend strittige Bauvorhaben eine maximal zulässige
anrechenbare Geschossfläche von 465.57 m ([878.42 m + 52.72 m ] x 0.5, vgl. dazu
auch Beilage zur Verfügung des Rates der Beschwerdebeteiligten vom 10. Mai 2010,
act. 29/1, wonach für das ehemalige Grundstück Nr. 0002_ zusätzlich eine
abgetretene Strassenfläche von 53.95 m anrechenbarer Parzellenfläche, d.h. 26.98 m
[53.95 m x 0.5] anrechenbarer Geschossfläche, eingerechnet werden kann). Aus der
Ausnützungszifferberechnung vom 6. Juli 2017 ergibt sich eine Summe aller
anrechenbaren Geschossflächen von 368.21 m (147.69 m + 150.55 m + 69.97 m ,
3.3.
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4.
Dem Erfolgsprinzip – Rückweisung der Sache an die Vorinstanz mit noch offenem
Ausgang (vgl. dazu Art. 95 Abs. 1 VRP und VerwGE B 2017/76 vom 16. August 2018
E. 5 mit Hinweisen) – und dem Verursacherprinzip – nachträgliches Vorbringen von
Tatsachen, deren rechtzeitige Geltendmachung möglich und zumutbar gewesen wäre
vgl. dazu auch E. 5.3 des angefochtenen Entscheids, act. 11/3, S. 9). Selbst unter
Einbezug der Bodenfläche des Abstellraums im Attikageschoss von 8 m (vgl. Plan
Grundrisse/Schnitt A-A vom 6. Juli 2017, act. 18/7/1c) hält das vorliegend strittige
Bauvorhaben mit einer anrechenbaren Geschossfläche von insgesamt 376.21 m
(368.21 m + 8 m ) demnach die vorgeschriebene Ausnützungsziffer von 0.5, d.h. die
sich daraus ergebende zulässige anrechenbare Geschossfläche von 465.57 m , nach
der Vereinigung der Grundstücke Nrn. 0002_, 0001_ und 0003_ zur Parzelle
Nr. 0001_ sowie nach Abzug der für das Mehrfamilienhaus Assek.-Nr. 0000_ bereits
beanspruchten Ausnützung ein. Es verbleibt eine Reserve von mindestens 89.36 m
bzw. unter Berücksichtigung der für das ehemalige Grundstück Nr. 0002_
abgetretenen Strassenfläche ein solche von maximal 116.34 m (89.36 m + 26.98 m )
anrechenbarer Geschossfläche.
Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 1 hiervor), hat die Vorinstanz den Baubewilligungs- und
Einspracheentscheid der Beschwerdebeteiligten vom 20. März 2018 lediglich mit der
Begründung aufgehoben, das Bauvorhaben überschreite die in der Wohnzone W2b
maximal zulässige Ausnützungsziffer von 0.5. Ob die weiteren Rügen der
Beschwerdegegner im Rekursverfahren zur Aufhebung des erstinstanzlichen
Entscheids geführt hätten, liess die Vorinstanz offen, obgleich dies der beförderlichen
Erledigung des Verfahrens (Art. 29 Abs. 1 BV) zuwiderlaufen kann. Dadurch ist dem
Verwaltungsgericht eine abschliessende materielle Beurteilung verwehrt. Die
Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. Die
Angelegenheit ist gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP an die
Vorinstanz zurückzuweisen, welcher – im Gegensatz zum Verwaltungsgericht (Art. 61
Abs. 1 und 2 VRP) – die volle überprüfungsbefugnis, d.h. entgegen dem Wortlaut von
Art. 46 Abs. 2 Satz 1 VRP auch die Prüfung der Unangemessenheit (vgl. dazu
Aemisegger/Haag, in: derselbe/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich 2020, Art. 33 Rz. 82-84 und 100)
zusteht (vgl. Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung,
Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG). Die Vorinstanz hat die Sache unter
Berücksichtigung der zwischenzeitlichen erfolgten Grundstücksvereinigung und des
Verzichts der Beschwerdeführerin auf die Ausscheidung des Parkplatzes P5 neu zu
entscheiden.
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(vgl. hierzu Art. 95 Abs. 2 Satz 2 VRP und R. von Rappard-Hirt, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St.
Gallen 2020, N 10 zu Art. 95) – entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zur Hälfte zu Lasten der Beschwerdeführerin und zu je einem
Viertel zu Lasten der Beschwerdegegner 1 und 2 bzw. 3 bis 7. Eine Entscheidgebühr
von CHF 3‘000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung;
sGS 941.12, GKV). Der der Beschwerdeführerin auferlegte Kostenanteil von CHF 1'500
ist mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von CHF 4'500 zu verrechnen. Der
Restbetrag von CHF 3'000 wird ihr zurückerstattet. Die Beschwerdegegner 1 und 2
bzw. 3 bis 7 bezahlen unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 96 VRP) den sie je
treffenden Anteil von CHF 750.
Der Beschwerdeführerin, welche ohnehin keine Angaben über getätigte (erhebliche)
Aufwände gemacht hat, und den Beschwerdegegnern steht bei diesem
Verfahrensausgang kein Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten zu (vgl. dazu
Art. 98 Abs. 1, Art. 98 und Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 lit. c der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO, sowie
VerwGE B 2019/192 vom 24. Februar 2020 E. 5.2 und VerwGE B 2019/223 vom
30. Oktober 2019 E. 3.1 je mit Hinweisen).