Decision ID: 9b0ccd9b-f8ed-4d53-ab00-32445f1968e3
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Sozial- und Vormundschaftsamt der Gemeinde Zuzwil,
Hinterdorfstrasse 3, 9524 Zuzwil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a B._ meldete sich am 21. Mai 2008 infolge eines Herzleidens zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (Rente) an (act. G 5.1/1). Dr. med. A._ vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz stellte nach Rücksprache mit dem
Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin, fest, es liege eine schwere
koronare Herzkrankheit mit/bei ausgeprägter Belastungsdyspnoe, Status nach
zweifachem Myokardinfarkt, Status nach mehreren koronaren Eingriffen und
Pacemaker-Implantation vor. Es bestehe eine deutlich eingeschränkte körperliche
Belastbarkeit. Der Versicherte könne eine körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit
wahrscheinlich zu 50 % (halbtags) ausüben, was der Hausarzt jedoch als lediglich
theoretische Beurteilung korrigierte (Bericht vom 10. Juni 2008, act. G 5.1/17.1). Am
10./15. Juli 2008 ordnete die IV-Stelle St. Gallen eine internistische Begutachtung mit
kardialem Schwerpunkt bei Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, an, um
das Eingliederungspotential zu eruieren (act. G 5.1/18, 27).
A.b Mit Gutachten vom 9. September 2008 diagnostizierte Dr. D._ eine koronare
Herzkrankheit mit Status nach Anterolateralwandinfarkt (1985),
Anteroseptolateralwandinfarkt (1992), PTCA des RIVA (Perkutane transluminale
coronare Angioplastie des Ramus interventricularis anterior [Ballondilatation der linken
Koronararterie] 1992) und vierfacher AC-Bypass-Operation (1993). Im Weiteren
diagnostizierte Dr. D._ einen Diabetes mellitus Typ II, Dyslipoproteinämie, restriktive
Ventilationsstörung mit Thoraxschmerz bei Status nach Thorakotomie und ausgeprägte
kardiovaskuläre- und Bewegungssystemdekonditionierung bei Schon- und
Vermeidungsverhalten seit 1998. Eine Tätigkeit als Küchengehilfe oder Hilfskoch sei
dem Versicherten bei leichtem körperlichen Einsatz zu 4 1/4 bis 5 bzw. 4 1/4 bis 4 1/2
Stunden täglich zumutbar (act. G 5.1/22.8 und 22.10 f.).
A.c Nachdem sowohl von Seiten der Invaliden- als auch der Arbeitslosenversicherung
vergeblich versucht wurde, den Versicherten in eine Erwerbstätigkeit einzugliedern,
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schloss die Eingliederungsverantwortliche das Dossier am 14. April 2009 ab und leitete
es zur Rentenprüfung weiter (act. G 5.1/35.3). In einer Aktennotiz vom 15. April 2009
vermerkte der RAD, es könne vollumfänglich auf das Gutachten D._ abgestellt
werden (act. G 5.1/36). Mit Feststellung vom 17. April 2009 führte die IV-Stelle den
Einkommensvergleich durch. Dabei ging sie vom Erwerbseinkommen des Versicherten
im Restaurant Ölberg im Jahr 1995/96 aus und rechnete dieses auf das Jahr 2008
hoch. Dies ergab einen Wert von Fr. 38'585.--. Dabei nahm sie keine Aufrechnung bis
zur Höhe des Tabellenlohns vor (Parallelisierung), da der Versicherte nie einer längeren
Erwerbstätigkeit nachgegangen sei und auch stets ein unterdurchschnittliches
Einkommen erzielt habe. Es könne deshalb davon ausgegangen werden, dass der
Versicherte freiwillig auf ein höheres Einkommen verzichtet habe. Für die Bemessung
des Invalideneinkommens ging die IV-Stelle von der Lohnstrukturerhebung 2008, TA1,
Niveau 4, aus. Zusätzlich berücksichtigte sie einen Teilzeitabzug von 10 %, sodass ein
Invalideneinkommen von Fr. 27'118.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 29,72 %
resultierte (act. G 5.1/39). Mit Vorbescheid vom 24. April 2009 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, in diesem Sinn zu entscheiden. Gleichzeitig teilte sie ihm mit,
dass mangels Kooperation kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (act. G
5.1/42 - 44). Der Versicherte erhob am 4. Mai 2009 dagegen Einwand und machte
geltend, es sei eine höhere Arbeitsunfähigkeit gegeben (act. G 5.1/45). Mit Verfügung
vom 5. Juni 2009 hielt die IV-Stelle daran fest, dass der Versicherte für eine leichte
Tätigkeit zu 50 % eingeschränkt sei und kein Rentenanspruch bestehe (act. G 5.1/51).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde des Sozialamtes
Zuzwil vom 23. Juni 2009 mit den Anträgen auf Aufhebung der angefochtenen
Verfügung, Neubemessung des Invaliditätsgrades und Zusprache einer halben Rente
ab dem gesetzlichen Zeitpunkt. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht,
nachdem der Beschwerdeführer in einer leichten Tätigkeit noch zu 50 % arbeitsfähig
sei, sei entweder das Valideneinkommen doppelt so hoch wie das Invalideneinkommen
(zuzüglich Teilzeitabzug) oder aber das Invalideneinkommen nur halb so hoch wie das
Valideneinkommen (abzüglich Teilzeitabzug) anzusetzen. Daraus resultiere jeweils ein
Invaliditätsgrad von rund 55 % (act. G 5.1/1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2009 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Die Invalidenversicherung decke nur Erwerbsverluste ab,
die durch Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht seien, nicht jedoch Einbussen,
die auf andere, z.B. wirtschaftliche oder persönliche Gründe zurückzuführen seien. Der
Beschwerdeführer habe keinen Berufsabschluss in der Schweiz. Bisher sei er als
Küchenhilfe tätig gewesen und habe gemäss IK-Auszug (von 1997 hochgerechnet auf
2008) Fr. 38'585.-- verdient. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im
Gesundheitsfall weiterhin diesen Lohn erzielen würde. Bei der Gestaltung der
Invalidenkarriere müsse dem Beschwerdeführer die Schadenminderungspflicht
entgegengehalten werden. Der Beschwerdeführer spreche nur schlecht Deutsch und
sei nicht gewillt, sich den Gegebenheiten in der Schweiz anzupassen. Bei optimaler
Ausnützung seiner Restarbeitsfähigkeit müsse ihm die Erzielung des (halben)
Tabellenlohns möglich sein. Überdies sei ihm ein zusätzlicher Teilzeitabzug von 10 %
zugesprochen worden (act. G 5).
B.c Mit Replik vom 21. Oktober 2009 präzisierte die Rechtsvertretung die
Rechtsbegehren dahingehend, dass die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem
Beschwerdeführer eine halbe Rente ab gesetzlichem Zeitpunkt zuzusprechen sei.
Eventualiter sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die Begründung ergänzt sie im Wesentlichen dahingehend, dass der
Beschwerdeführer nicht freiwillig auf ein höheres Valideneinkommen verzichtet habe.
Vielmehr sei er aus invaliditätsfremden Gründen (geringe Schulbildung, fehlende
berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte
Anstellungsmöglichkeiten auf Grund seines Flüchtlingsstatus) dazu nicht in der Lage
gewesen. Aus diesem Grund habe eine Parallelisierung von Validen- und
Invalideneinkommen zu erfolgen (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf
eine Duplik (act. G 12).
B.d Mit Gesuch vom 8. Juli 2009 beantragte die Rechtsvertretung für den
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung, die mit Präsidialverfügung vom
10. September 2009 bewilligt wurde (Befreiung von den Gerichtskosten; act. G 4 und
6).

Erwägungen:
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1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente.
1.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.
2.1 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit als Küchenhilfe weiterhin zu 50 % ohne Leistungsminderung arbeiten könnte,
allerdings ohne Tragen von Lasten über 6 kg, ohne häufiges Treppensteigen und ohne
länger dauernde vornüber geneigte Position. Der Gutachter hält diese Tätigkeit für
optimal angepasst, da andere Hilfstätigkeiten in der Regel körperlich schwerer seien.
Möglich wäre aber grundsätzlich jede Tätigkeit, die die genannten Einschränkungen
berücksichtigt (act. G 5.1/22.10).
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2.2 Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Einkommensberechnung vom 17. April 2009
davon aus, dass der Beschwerdeführer freiwillig auf ein höheres Einkommen verzichtet
habe. So sei er nie einer länger dauernden Erwerbstätigkeit nachgegangen und habe
auch stets ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt. Demgegenüber macht die
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass dieser nicht
aus freien Stücken auf ein höheres Einkommen verzichtet habe. Vielmehr habe er aus
invaliditätsfremden Gründen ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt. Der
Beschwerdeführer habe auf Grund seiner geringen Schulbildung, fehlenden beruflichen
Ausbildung, mangelnden Deutschkenntnissen sowie auf Grund seines Asylantenstatus
mit vorläufiger Aufnahme (Ausweis F) notgedrungen mit der Tätigkeit als
unterdurchschnittlich bezahlte Küchenhilfe vorlieb nehmen müssen.
Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass die Einträge im IK des
Beschwerdeführers insgesamt den Zeitraum von Mai 1990 bis Juni 1998 umfassen.
Dabei war der Beschwerdeführer - mit einigen Ausnahmen Anfang der 1990er-Jahre -
ab Januar 1995 bis Juni 1998 lückenlos entweder beschäftigt oder arbeitslos (act. G
5.1/7). Nachdem dem Beschwerdeführer in den Zeiten, in denen er nicht gearbeitet
hatte, Arbeitslosenentschädigung zustand, ist davon auszugehen, dass er die
entsprechenden Voraussetzungen dazu erfüllte, insbesondere der Pflicht zur
Stellensuche nachkam. Mithin kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden,
der Beschwerdeführer habe freiwillig auf eine zeitlich weitergehende Beschäftigung
verzichtet. In Bezug auf die Lohnhöhe ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
gemäss IK-Auszug in seinem letzten längeren Arbeitsverhältnis beim Restaurant E._
rund Fr. 30'700.-- pro Jahr (1995/96) verdiente. In seinem zuletzt ausgeübten
Arbeitsverhältnis beim Restaurant F._ verdiente er in sechs Monaten Fr. 18'975.--
oder rund Fr. 38'000.-- pro Jahr (1997; act. G 5.1/7). Nachdem der branchenübliche
Lohn im Gastgewerbe 1996 bei Fr. 36'480.-- lag (Fr. 3'040.-- X 12; TA1, Niveau 4,
Männer, Ziff. 55), ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Lage war,
ein branchenübliches Einkommen zu erzielen. Dass der Beschwerdeführer zudem nicht
in einer besser bezahlten Branche tätig war, dürfte - wie die Rechtsvertretung
zutreffend ausführt - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit am fehlenden
(schweizerischen) Berufsabschluss, den mangelhaften Deutschkenntnissen sowie
seinem Status als vorläufig aufgenommenem Asylbewerber liegen. Jedenfalls ist nicht
erkennbar, dass sich der Beschwerdeführer aus freien Stücken mit einem nur
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unterdurchschnittlichen Einkommen abgefunden oder dass er dadurch einen
nachvollziehbaren Gegenwert erhalten hätte (etwa in Form von mehr Freizeit, freierer
Zeiteinteilung, mehr Lebensqualität).
2.3 Gemäss Gutachten vom 9. September 2008 eignen sich für den Beschwerdeführer
am besten leichtere Hilfsarbeiten in der Küche, wenngleich auch andere Tätigkeiten,
die die gesundheitlichen Einschränkungen berücksichtigen, möglich wären (act. G
5.1/22.10). Wie gesagt, ist er in einer solchen Tätigkeit noch zu 50 % und - abgesehen
von den genannten Bedingungen - ohne weitere Einschränkung arbeitsfähig. Mithin ist
die angestammte Tätigkeit gleichzeitig die am besten adaptierte, sodass unter diesen
Umständen auf einen Einkommensvergleich verzichtet werden kann und sich der
Invaliditätsgrad aus dem Arbeitsunfähigkeitsgrad ergibt. Dieser beträgt damit 50 %. Die
Beschwerdegegnerin nahm zudem einen Leidensabzug von 10 % vor. Dieser soll die
Tatsache berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer gemäss Gutachten nur noch
eine Teilzeittätigkeit ausüben kann. Dies ist nicht zu beanstanden (vgl. BGE 134 V 322
E. 5.3). Nicht berücksichtigt werden kann indessen die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer gemäss Eingliederungsberaterin nicht (mehr) vermittlungsfähig ist
(act. G 5.1/35.3). Dies beruht im Wesentlichen auf dem gemäss Eingliederungsberaterin
ungepflegten Äusseren des Beschwerdeführers (schwarze Zähne), was eine Anstellung
in einer hygienisch sensiblen Branche (Küchenhilfe) erschwert, sowie auf der fehlenden
Motivation des Beschwerdeführers. Dafür hat die Invalidenversicherung nicht
einzustehen.
Zusammenfassend ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 55 % ([1 - 1 X 50 % X 90 %] X
100). Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf eine halbe Rente.
2.4 Nachdem die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit 1998
bestand (vgl. Gutachten S. 9 [act. G 5.1/22.9]) und sich der Beschwerdeführer am 21.
Mai 2008 bei der IV angemeldet hatte, ist der Beginn des Anspruchs wegen verspäteter
Anmeldung auf den 1. Mai 2007 festzusetzen (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG in Verbindung
mit aArt. 48 Abs. 2 IVG; vgl. auch IV-Rundschreiben des Bundesamtes für
Sozialversicherung Nr. 253 betr. 5. IV-Revision und Intertemporalrecht sowie Urteil
Bundesgericht vom 28. August 2008, 8C_373/08, E. 2.2).
3.
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3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich. Sie hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses wurde auf Grund der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
verzichtet, weshalb eine entsprechende Rückerstattung vorliegend entfällt.
3.2 Erfolgt die Rechtsvertretung durch eine Institution der öffentlichen Sozialhilfe,
besteht nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung kein Anspruch auf
Parteientschädigung (BGE 126 V 11 f. [AHI-Praxis 2000 S. 288 ff.]; Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl., Art. 61 Rz 116). Dies trifft vorliegend umso mehr zu, als das
Sozialamt Zuzwil zwar nicht formell, wohl aber materiell im eigenen Interesse handelt.
Dies kommt einer Prozessführung in eigener Sache nahe, die in der Regel keinen
Anspruch auf Entschädigung gibt (BGE 110 V 132).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG