Decision ID: f785fb55-4b71-42a3-9879-210ebf16028c
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der C._ GmbH als Köchin tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 29. April 2018 auf
einer Strasse ausrutschte (UV-act. UM). Gleichentags suchte sie Dr. med. D._,
Fachärztin Allgemeine Medizin FMH, sowie das Spital E._ auf (UV-act. M1 f.). Die
dort behandelnden Ärzte veranlassten eine Röntgenuntersuchung und diagnostizierten
eine laterale Patellaluxation rechts. Sie reponierten die luxierte Patella, stellten diese
mittels Schiene ruhig und attestierten der Versicherten vom 29. April bis 20. Mai 2018
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (UV-act. M2). Am 30. April 2018 wurde im Institut für
Radiologie MRI AG E._ eine MR-Untersuchung durchgeführt, welche laut Beurteilung
der untersuchenden Ärzte zwei freie Gelenkkörper bei Status nach Patellaluxation
sowie osteochondrale Veränderungen der Patella und wenig ausgeprägt seitens des
lateralen Femurkondylus zeigte (UV-act. M3). Die Mobiliar kam für die Kosten der
Heilbehandlung auf und entrichtete Taggelder (vgl. UV-act. K24, K26, K28, K36).
A.a.
Am 4. Mai 2018 berichtete der behandelnde Arzt des Spitals E._, es zeigten sich
die typischen Schäden nach einer Patellaluxation. Bei einem der freien Gelenkkörper
handle es sich wahrscheinlich um ein abgeschertes Knorpelfragment. Beim zweiten
könnte es sich um ein älteres Fragment nach vorangegangenem Knietrauma handeln.
Ein solches sei der Versicherten jedoch nicht erinnerlich (UV-act. M4). Am 7. Mai 2018
A.b.
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unterzog sich die Versicherte im Spital E._ einer Kniegelenkarthroskopie rechts, einer
Entfernung zweier freier Gelenkkörper, einem lateralen Release sowie einer Refixation
und Raffung des Retinaculum patellae mediale mit zwei Corkscrew-Ankern an der
Patella. Die behandelnden Ärzte attestierten der Versicherten vom 7. Mai bis 4. Juni
2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (UV-act. M6 f., UV-act. AUF1).
Am 12. Juli 2018 berichtete Dr. med. F._, Leitender Arzt Chirurgie, Spital E._,
bei der Versicherten bestünden noch deutliche Restbeschwerden mit vor allem einer
eingeschränkten Flexion des rechten Knies. Einen mechanisch bedingten Grund
intraartikulär finde er nicht. Er habe aus schmerztechnischer Sicht eine intraartikuläre
Infiltration durchgeführt. Die Physiotherapie solle weitergeführt werden und die
Versicherte sei bis zum 8. August 2018 weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (UV-act.
M10, vgl. UV-act. AUF4). Am 13. August 2018 berichtete Dr. F._ sodann über eine
noch bestehende deutliche muskuläre Dysbalance resp. Schwäche auf der rechten
Seite. Störend sei jedoch vor allem die eingeschränkte Flexion des rechten Knies.
Inwieweit ein mechanisches Hindernis vorliege, müsse anhand eines MRI
herausgefunden werden (UV-act. M11). Am 20. August 2018 wurde im Institut für
Radiologie MRI AG E._ ein MRI des Knies rechts durchgeführt. Die zuständigen Ärzte
hielten unter anderem fest, die bekannte Verknöcherung im Bereich des Rezessus
suprapatellaris lateral sei nicht vollständig von Gelenkflüssigkeit umspült und könne
einer Kapselverknöcherung entsprechen; letztendlich sei ein freier Gelenkkörper
möglich. Daneben seien neu mehrere zusätzliche kleinere scharf begrenzte
Formationen im Bereich des Rezessus suprapatellaris sichtbar, die alle ebenfalls nicht
vollständig von Gelenkflüssigkeit umspült seien. Diese seien sowohl vereinbar mit
Kapselverknöcherungen als letztendlich auch mit freien Gelenkkörpern (mindestens
deren vier). Bei vorbestehend ausgeprägten Knorpeldefekten der Patellarückfläche
bestünden progrediente Knochenmarksveränderungen und eine progrediente
delaminierende Läsion lateral. Neu seien deutlich tendinopathische Veränderungen der
Patellarsehne sichtbar (UV-act. M12).
A.c.
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis der Versicherten per 30.
September 2018 (UV-act. K32).
A.d.
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Dr. F._ hielt am 11. Oktober 2018 auf Nachfrage der Mobiliar (vgl. UV-act. M13)
fest, aufgrund der gegebenen Situation habe ein Fortführen der Physiotherapie im
Vordergrund gestanden. Darüber hinaus sei eine analgetisch-antiphlogistische
Therapie angezeigt gewesen. So kurz nach dem erfolgten Eingriff im Mai habe er keine
Indikation für eine Resektion des Narbengewebes gestellt, da davon auszugehen sei,
dass sich dieses sofort wieder entwickeln würde. Aufgrund dessen habe er die
Versicherte bis zum 30. September 2018 arbeitsunfähig geschrieben (vgl. UV-act.
AUF7) und eine nächste Kontrolle für den 30. Oktober 2018 vereinbart (UV-act. M14).
Anlässlich dieser Kontrolle erwog Dr. F._ verschiedene Behandlungsoptionen,
erachtete jedoch ein operatives Angehen der Problematik im Sinne eines
femoropatellaren Gelenkersatzes als nicht angezeigt, da sich der Reizzustand im
Kniegelenk noch verbessern sollte. Er attestierte der Versicherten vom 31. Oktober bis
16. Dezember 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (UV-act. M15, vgl. UV-act.
AUF9).
A.e.
Dr. med. K._, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Mobiliar, beurteilte am
28. November 2018, aufgrund des Unfalls vom 29. April 2018 sei es zu einer
richtungsgebenden Verschlimmerung des Vorzustandes gekommen. Als Köchin sei die
Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig (UV-act. M16).
A.f.
Am 24. Januar 2019 befand Dr. F._, die vorhandene Beschwerdesymptomatik
scheine am ehesten durch die retropatellare Arthrose begründet zu sein. Er habe
nochmals ein mögliches infiltratives Vorgehen angesprochen. Darüber hinaus könne ein
femoropatellarer Gelenkersatz diskutiert werden. Er habe der Versicherten bis zum 15.
Februar 2019 weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Es sei unbedingt
sinnvoll, eine angepasste berufliche Tätigkeit zu finden (UV-act. M20).
A.g.
Das ebenfalls am 24. Januar 2019 durchgeführte MRI zeigte laut den Radiologen
gegenüber August 2018 insgesamt deutlich regrediente Befunde mit noch residuellen,
am ehesten narbigen Veränderungen posterior im Hoffa-Körper und Tendinopathie des
Ligamentum patellae. Der Gelenkerguss war deutlich regredient (UV-act. M21). Am 30.
Januar 2019 hielt Dr. F._ fest, insgesamt zeige sich ein eher unbefriedigender Verlauf.
Er verwies die Versicherte zur weiteren Beurteilung an PD Dr. med. G._, Leiter
Kniechirurgie, Klinik H._ (UV-act. M22). Dieser sowie ein ebenfalls dort tätiger
A.h.
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Assistenzarzt hielten am 7. März 2019 fest, bei der Versicherten zeige sich ein
retropatellärer Knorpelschaden am rechten Knie. Derzeit beurteilten sie ein mögliches
operatives Vorgehen zurückhaltend (UV-act. M24).
Am 19. August 2019 unterzog sich die Versicherte in der Klinik H._ einer
Kniearthroskopie rechts, einer Resektion der Plica mediopatellaris und einer
Adhäsiolyse sowie einem retraopatellären Knorpeldébridement. Die behandelnden
Ärzte attestierten ihr vom 19. August bis 2. September 2019 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % (UV-act. M30 f.).
A.i.
Am 22. August 2019 suchte die Versicherte notfallmässig das Wirbelsäulenzentrum
der Klinik H._ auf. Die zuständigen Ärzte diagnostizierten eine Lumbalgie und eine
schmerzhafte sensorische Radikulopathie L5 rechts (UV-act. M33). Eine MR-
Untersuchung ergab eine Discusprotusion L5/S1 rechtsbetont sowie eine
Discusprotusion und einen Anulus fibrosus-Riss L4/5. Die behandelnden Klinikärzte
berichteten am 22. Oktober 2019, es sei diesbezüglich zu einer spontanen
Beschwerdelinderung gekommen. Die Restbeschwerden im rechten Kniegelenk sähen
sie im Rahmen einer postoperativen retropatellären Reizung, insbesondere bei noch
bestehendem Rehabilitationsdefizit bei prolongierter Entlastung und Status nach
ipsilateraler schmerzhafter S1-Radikulopathie. Sie verordneten eine neue Serie
Physiotherapie sowie NSAR zur Analgesie (UV-act. M34).
A.j.
Am 22. Januar 2020 berichteten Dr. G._ sowie eine Assistenzärztin der
Kniechirurgie der Klinik H._ über weiterhin bestehende Restbeschwerden am Knie
rechts im Rahmen einer postoperativen retropatellären Reizung. Sie empfahlen die
erneute Durchführung einer Infiltration und attestierten der Versicherten weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % (UV-act. M37, UV-act. AUF21). Infolge der Infiltration
kam es zwar zu einer Beschwerdelinderung, Dr. G._ sowie ein in der Kniechirurgie
tätiger Assistenzarzt hielten am 21. April 2020 jedoch noch eine deutliche
Einschränkung fest (UV-act. M40).
A.k.
Am 25. April 2020 beurteilte Dr. med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
beratender Arzt der Mobiliar, die Patellaluxation rechts und der Status nach Naht des
Retinaculums rechts stünden überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen
A.l.
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B.
Zusammenhang zum Unfallereignis vom 29. April 2018. Die Patelladysplasie und der
retropatellare Knorpelschaden Grad IV seien hingegen nicht unfallkausal. Der
medizinische Endzustand sei spätestens Ende Februar 2020 erreicht. Die angestammte
Tätigkeit als Hilfsköchin sei der Versicherten unfallbedingt nicht mehr zumutbar, eine
Verweistätigkeit sei jedoch ab Anfang März 2020 in einem Pensum von 100 % möglich.
Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (UV-act. M41).
Mit Verfügung vom 13. Mai 2020 stellte die Mobiliar ihre vorübergehenden
Versicherungsleistungen per 31. Mai 2020 ein. Einen Anspruch auf eine Invalidenrente
sowie eine Integritätsentschädigung verneinte sie (UV-act. K36).
A.m.
Dagegen erhob die Versicherte am 25. Mai 2020 Einsprache und beantragte die
Überprüfung der Verfügung (UV-act. K42, vgl. auch die Eingabe in UV-act. K39). Sie
verwies dabei auf einen Bericht von Dr. G._ sowie einer an der Kniechirurgie tätigen
Assistenzärztin vom 14. Mai 2020. Diese hatten berichtet, die Versicherte zeige sich
neun Monate postoperativ weiterhin schmerzgeplagt und ohne Beschwerdebesserung
durch die Infiltration. Bei symptomatischer isolierter Retropatellararthrose sei
gegebenenfalls ein patellofemoraler Gelenkersatz indiziert (UV-act. M42). Am 16.
November 2020 reichte die Versicherte, vertreten durch die CAP Rechtsschutz-
Versicherungsgesellschaft AG, eine Einspracheergänzung ein (UV-act. K73 ff.).
B.a.
Mit Vorbescheid vom 30. Juni 2020 hatte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 20 % in Aussicht
gestellt (IV-act.).
B.b.
Dr. med. J._, Orthopädische Chirurgie FMH, beratender Arzt der Mobiliar, hatte
am 11. August 2020 beurteilt, die Patellaluxation rechts und die Operation mit Revision
des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL) respektive des Retinaculums mediale
vom 7. Mai 2018 seien unfallkausal. Die intraartikuläre Situation (insbesondere
bezüglich der "freien Gelenkkörper") sei hingegen unklar. Die Ursache der
femoropatellaren Arthrose könne aus orthopädisch-traumatologischer Sicht nicht
überwiegend wahrscheinlich einem einzigen Faktor ̶ in casu speziell dem
inkriminierten Ereignis ̶ zugewiesen werden. Bezüglich der attestierten
B.c.
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Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei keine hinreichend medizinisch nachvollziehbare
Begründung ersichtlich bzw. dokumentiert. Die geplante Operation (patellofemorale
Prothese) sei wahrscheinlich nicht unfallkausal (UV-act. M65). Am 12. August 2020 war
der Versicherten in der Klinik H._ eine patellofemorale unikompartimentelle
Knieprothese rechts eingesetzt worden. Die behandelnden Ärzte hatten ihr vom 12.
August bis 30. September 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (UV-act.
M66, M68). Auf Nachfrage der Mobiliar hatte Dr. J._ am 17. August 2020
festgehalten, der krankhafte Vorzustand (Patelladysplasie und retropatellarer
Knorpelschaden Grad IV) sei durch den Unfall vom 29. April 2018 nicht überwiegend
wahrscheinlich richtungsgebend verschlimmert worden. Die mit der Operation vom 12.
August 2020 adressierten Veränderungen hätten nichts mit den unfallbedingten
Verletzungen (Patellaluxation und Läsion des MPFL bzw. des Retinaculums patellae
mediale) zu tun, sondern seien alle überwiegend wahrscheinlich unfallfremd (UV-act.
M67).
Dr. G._ sowie ein Assistenzarzt der Kniechirurgie berichteten am 17. November
2020, es bestehe insgesamt ein regelrechter Verlauf drei Monate postoperativ. Die
Versicherte werde die Physiotherapie fortführen mit dem Ziel, die
Kniegelenkbeweglichkeit weiter zu verbessern und einen Kraftaufbau zu erreichen. Die
Mobiliar habe die Kostenübernahme zum derzeitigen Zeitpunkt abgelehnt. Dies bei
einem klaren traumatischen Ereignis mit direktem Zusammenhang zur
Retropatellararthrose, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit posttraumatisch
sei (UV-act. M69).
B.d.
Mit Entscheid vom 12. Mai 2021 wies die Mobiliar die Einsprache ab (UV-
act. K87 ff.).
B.e.
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 25. Mai 2021 mit, sie übernehme die Kosten
für eine berufliche Abklärung vom 10. Mai bis 31. August 2021 im WTL Werk- und
Technologiezentrum Linthgebiet, Jona (UV-act. K107 f., vgl. auch die Mitteilung vom
11. Februar 2021; UV-act. K82 f.). Für die Dauer der Abklärung entrichtete sie ein
Taggeld (UV-act. K110 f.).
B.f.
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C.
Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt
lic. iur. R. Baumann, St. Gallen, erhob am 9. Juni 2021 Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 12. Mai 2021. Sie beantragte damit, dieser sei vollumfänglich
aufzuheben. Ihr seien über den 31. Mai 2020 hinaus und bis auf Weiteres die
gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggelder und Heilbehandlungen, zu bezahlen.
Ihr sei nach Abschluss der medizinischen Behandlungen bzw. dem erreichten
medizinischen Endzustand eine Invalidenrente gestützt auf rechtsgenügliche
Abklärungen, zumindest aber eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 40 % zuzusprechen und auszurichten. Ausserdem sei ihr im Zusammenhang mit
dem Unfallereignis vom 29. April 2018 auch eine Integritätsentschädigung basierend
auf einer Integritätseinbusse von "zuallermindest" 25 % zuzusprechen und
auszurichten. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Mobiliar (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, damit diese danach neu verfüge; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1). Am 21. Juli 2021 liess die
Beschwerdeführerin eine Beschwerdeergänzung einreichen und abweichend von der
Beschwerde die Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % beantragen. Im Übrigen liess sie an ihren Anträgen festhalten
(act. G6).
C.a.
Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Fürsprecherin B._ beantragte am 10.
September 2021, die Beschwerde sei abzuweisen; unter Kostenfolge (act. G8.1).
C.b.
Mit Replik vom 23. Dezember 2021 und Duplik vom 18. Januar 2022 hielten die
Parteien an ihren Anträgen fest (act. G16, G18).
C.c.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorerst zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf vorübergehende Versicherungsleistungen über den 31. Mai
2020 hinaus. Je nach Ergebnis dieser Prüfung sind eventualiter auch der Anspruch auf
eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zu thematisieren.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Die versicherte Person
hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).
Die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der
Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der
versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Das Erreichen
des medizinischen Endzustands bildet demgemäss in Nachachtung des
Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage.
1.1.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad der für den
Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Erleidet die versicherte Person durch
den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2.
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
1.3.
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Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Der Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs (bzw. des Wegfalls desselben) wird in erster Linie
mittels Angaben der medizinischen Fachpersonen geführt (Urteil des Bundesgerichts
vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6;
BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55). Bei physischen
Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (BGE 135 V 250 E. 4 mit Hinweisen, 118 V 291 f. E. 3.a, 117 V 365 mit Hinweisen;
SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs bzw.
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden können bzw. nachgewiesen
sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht
(Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 4).
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
1.4.
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2.
Die Beschwerdeführerin erlitt beim Unfall vom 29. April 2018 unbestritten eine laterale
Patellaluxation rechts, ein bone bruise im Bereich des lateralen Femurkondylus sowie
eine Läsion des MPFL bzw. des Retinaculums patellae mediale (vgl. UV-act. M2, M4,
M65). Die Beschwerdegegnerin kam dementsprechend auch für die Behandlung der
genannten Verletzungen und insbesondere die Operationen vom 7. Mai 2018 und 19.
August 2019 auf (vgl. UV-act. M6, M30 f.). Im Folgenden ist jedoch zu prüfen, ob die
Retropatellarthrose rechts bzw. der Knorpelschaden Grad IV auf den Unfall
zurückzuführen sind. Damit zusammenhängend stellt sich auch die Frage nach dem
Bestehen und der Ursache der im MRI-Bericht vom 30. April 2018 beschriebenen und
in verschiedenen Arztberichten diagnostizierten freien Gelenkkörper. Unbestritten nicht
unfallkausal sind sodann die beklagten Rückenbeschwerden (UV-act. M33 f.).
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen
einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden
(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen
Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine Beurteilungen aufgrund der Akten
beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni
2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid in
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Beurteilungen ihrer beratenden Ärzte
Dr. J._ sowie Dr. I._ (vgl. UV-act. K87ff.).
2.1.
Dr. J._ beurteilte am 11. August 2020, die intraartikuläre Situation sei und
bleibe unklar. Er begründete, die in der MR-Untersuchung vom 30. April 2018 (vgl. UV-
act. M3) beschriebenen "freien" Gelenkkörper seien bei der Operation vom 7. Mai 2018
(vgl. UV-act. M6) an eben dieser Stelle gefunden worden, was im medizinischen
Umkehrschluss eindeutig belege, dass es sich keinesfalls um "freie" Gelenkkörper
2.1.1.
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gehandelt haben könne. Diese wären definitionsgemäss nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit während sieben Tagen zwischen der Bildgebung und der Operation
an der gleichen Stelle verblieben. Die entsprechenden Strukturen hätten aus dem
umgebenden Gewebe befreit werden müssen, ein Umstand, der nur gerade eine
Woche nach der Bildgebung unmöglich eine Folge eines anamnestisch "erstmaligen"
Ereignisses bzw. einer "erstmaligen" Patellaluxation sein könne. Für die intraoperativ
beschriebene Ummantelung (suprapatellar) und die synoviale Fixierung (im
interkondylären Bereich) bräuchte es medizinisch-theoretisch deutlich mehr Zeit. Eine
Heilung bzw. eine erkennbare und wirksame Vernarbung könne erst nach ca. sechs bis
acht Wochen erfolgen. Eine Histologie zur nachvollziehbaren Unterscheidung zwischen
rein chondralem und/oder osteochondralem Gewebe der entfernten Strukturen liege
nicht vor; ebenso fehle auch eine Fotodokumentation. Sowohl die Ursache als auch der
Ursprung der entfernten Gelenkkörper blieben damit offen. Weil das MPFL bzw. das
mediale Retinaculum "direkt an der Patella ausgerissen sei", wäre ein allfällig
abgerissener ossärer Ansatz am MPFL/Retinaculum-Stumpf verblieben und nicht
zusätzlich als "freier Gelenkkörper" im Gelenk gelegen. Der Operationsbericht vom 7.
Mai 2018 (vgl. UV-act. M6) bleibe zudem auch insofern unklar, als zwar ein "grosser"
Knorpeldefekt vierten Grades an der medialen Facette der Patella beschrieben werde,
was frei liegendem Knochen an der Patella entspreche, jedoch weder die Grösse noch
die Form dieses Defekts nachvollziehbar wiedergegeben werde. Dies lasse keinen
erkennbaren Bezug zu den im Rezessus und interkondylär resezierten Strukturen
(Gelenkkörper) zu. Ein solcher Knorpeldefekt, wie im Operationsbericht beschrieben,
entstehe bei einer Abschilferung (tangentiale Krafteinwirkung), nicht aber durch ein
einmaliges Ereignis, zumal in der MR-Untersuchung an der lateralen
Femurkondylenkante (zu) wenig Veränderungen vorlägen, dies im Gegensatz zu der
nachvollziehbaren Signalstörung an der lateralen Flanke des Femurkondylus.
Ausserdem fehlten an der korrespondierenden Stelle an der Patella Signalstörungen
gänzlich, was eine ebendortige "frische" Knorpelabschliferung kaum als möglich
erscheinen lasse (UV-act. M65). Gemäss der überzeugenden Beurteilung von Dr. J._
sind die festgestellten "freien" Gelenkkörper damit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 29. April 2018 zurückzuführen. Dies steht
mindestens teilweise im Einklang mit der Einschätzung der behandelnden Ärzte. Die für
die MR-Untersuchung im Institut für Radiologie MRI AG E._ vom 30. April 2018
zuständigen Ärzte hatten beurteilt, bei Status nach Patellaluxation bestünden zwei freie
Gelenkkörper. Als Differentialdiagnose hatten sie jedoch "alt-vorbestehend
(anamnestisch Status nach früherer Patellaluxation)" notiert (UV-act. M3). Der
behandelnde Arzt des Spitals E._ hatte sodann am 4. Mai 2018 beurteilt, bei einem
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der freien Gelenkkörper handle es sich wahrscheinlich um ein abgeschertes
Knorpelfragment. Beim zweiten könnte es sich um ein älteres Fragment nach einem
vorangegangenen Knietrauma handeln, welches der Beschwerdeführerin jedoch nicht
erinnerlich sei (UV-act. M4). Nach der Operation vom 7. Mai 2018, bei der unter
anderem zwei "freie" Gelenkkörper entfernt worden waren (vgl. UV-act. M6), wurde am
20. August 2018 im Institut für Radiologie MRI AG E._ erneut eine MR-Untersuchung
durchgeführt. Die zuständigen Ärzte beurteilten, die bekannte Verknöcherung im
Bereich des Rezessus suprapatellaris lateral sei nicht vollständig von Gelenkflüssigkeit
umspült und könne einer Kapselverknöcherung entsprechen. Letztendlich sei ein freier
Gelenkkörper möglich. Daneben seien neu mehrere zusätzliche kleinere scharf
begrenzte Formationen im Bereich des Rezessus suprapatellaris sichtbar, die alle
ebenfalls nicht vollständig von Gelenkflüssigkeit umspült seien und sowohl vereinbar
seien mit Kapselverknöcherungen, als letztendlich auch mit (mindestens vier) freien
Gelenkkörpern (UV-act. M12). Damit ist plausibel begründet, dass auch diese
zusätzlichen ̶ erstmals nach der Operation vom 7. Mai 2018 festgestellten ̶
Formationen bzw. "freien" Gelenkkörper nicht beim Unfall vom 29. April 2018
entstanden waren.
Dr. J._ beurteilte am 11. August 2020 weiter, die verschiedenen MR-Unter
suchungen zeigten eine unüblich rasch zunehmende Delamination des Knorpels an der
lateralen Patellafazette mit konsekutiver femoropatellarer Arthrose. Die Ursache sei
nicht eindeutig. Es sei natürlich möglich, dass trotz der technisch korrekten Refixation
des MPFL/Retinaculums immer noch eine gewisse Lateralisierungstendenz der Patella
bestehe, was zu einem gegenüber der individuellen Norm höheren Anpressdruck der
Patellafazette und einer konsekutiven Knorpeldestruktion führen könne. Dagegen
spreche aber einerseits die leichte angeborene Dysplasie der Trochlea und
andererseits die eingeschränkt wahrgenommene Funktion mit/bei willentlich
reduziertem Knieeinsatz bei Arbeitsunfähigkeit seit dem 29. April 2018. Damit entfalle
die Argumentation für eine überwiegend wahrscheinlich sekundäre femoropatellare
Arthrose auf der funktionellen Ebene. Bei den multifaktoriellen Möglichkeiten, welche
eine angeblich invalidisierende, lateral betonte und in casu angeblich einzig
schmerzursächliche femoropatellare Arthrose auslösen könnten, könne die Ursache
aus orthopädisch-traumatologischer Sicht nicht überwiegend wahrscheinlich einem
einzigen Faktor ̶ in casu speziell dem inkriminierten Ereignis ̶ zugewiesen werden. Die laterale Facette der Patella werde bei einer Luxation zwar einmalig und kurzzeitig
belastet, was aber bei der Dysplasie der Trochlea kaum wahrscheinlich einen
hinreichend intensiven Kraftvektor auf die patellare Gelenkfläche auszuüben vermöge,
2.1.2.
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um dort eine grossflächige Delamination zu verursachen, welche im Verlauf sogar noch
zunehme. Vorliegend bestehe damit lediglich die Möglichkeit, dass die Luxation bzw.
die Operation und deren Folgen (mit-)ursächlich für das heutige Beschwerdebild bzw.
die laterale femoropatellare Arthrose rechts sein könnten. Dr. J._ wies zudem darauf
hin, dass eine sensorische Radikulopathie rechts mit rechtsbetonter Diskusprotrusion
L5/S1 und eine Diskusprotrusion mit Anulus fibrosus-Riss L3/5 vorliege. Daraus ergebe
sich, dass die geklagten bzw. persistierenden ventralen Knieschmerzen mindestens
ebenso gut auf dieser Radikulopathie bzw. auf diesem Problemkreis beruhen könnten.
Dies weil das Wirbelsäulenproblem mit Sicherheit vorbestehend gewesen sei, unter
Umständen ohne zunächst fokale Beschwerden auszulösen (UV-act. M65).
Dr. J._ schloss insgesamt nachvollziehbar, die Operation vom 12. August 2020
(Implantation einer patellofemoralen unikompartimentellen Knieprothese rechts bei
fortgeschrittener Femoropatellararthrose; UV-act. M66) sei wahrscheinlich nicht
unfallkausal. Selbst wenn vorgängig des Ereignisses vom 29. April 2018 die
medizinisch-empirisch vorbestehenden, aber asymptomatischen Veränderungen im
rechten Knie nicht belegt seien, spreche dies nicht zwingend dafür, dass die nun
nachgewiesenen Veränderungen an der lateralen Patellafacette durch einen Unfall
respektive durch eine schädigende Kraft bei einem inkriminierten Ereignis verursacht
worden seien (UV-act. M65). Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hielt Dr. J._
sodann am 11. September 2020 überzeugend fest, der krankhafte Vorzustand
(Patelladysplasie und retropatellarer Knorpelschaden Grad IV) sei mit dem Unfall vom
29. April 2018 nicht richtungsgebend verschlimmert worden. Die mit der Operation vom
12. August 2020 behandelten Veränderungen seien alle überwiegend wahrscheinlich
unfallfremd (UV-act. M67).
2.1.3.
Die Beurteilung von Dr. J._ wird gestützt durch diejenige von Dr. I._. Dieser
hatte am 25. April 2020 befunden, die Patelladysplasie und der retropatellare
Knorpelschaden Grad IV seien nicht unfallkausal. Die derzeit geklagten Beschwerden
seien eher auf den Knorpelschaden zurückzuführen. Hinsichtlich der Operation vom 19.
August 2019 (Refixation und Raffung des medialen Retinaculum) seien die
Narbenverhältnisse reizlos, das Patellatracking sei normal (UV-act. M41). Er verwies
dabei auf den Bericht von Dr. G._ sowie einer Assistenzärztin der Klinik H._ vom
22. Januar 2020, welche einen Status nach dem operativen Eingriff vom 19. August
2019 bei einer symptomatischen, isolierten Retropatellararthrose Knie rechts
diagnostiziert hatten (UV-act. M37). Bereits am 22. Oktober 2019 hatten die
behandelnden Ärzte der Klinik H._ dieselben Diagnose gestellt (UV-act. M34). Die
Beurteilung von Dr. I._ ist damit insofern plausibel, als er die noch vorhandenen
2.1.4.
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Beschwerden auf den Knorpelschaden zurückführte. Bezüglich der Verneinung der
Kausalität desselben ist seiner Beurteilung zwar keine Begründung zu entnehmen, sie
entspricht jedoch, wie gesagt, der erwähnten Einschätzung von Dr. J._.
2.2.
Im Gegensatz zu Dr. J._ (vgl. UV-act. M67) war der beratende Arzt der
Beschwerdegegnerin, Dr. K._, am 28. November 2018 von einer richtungsgebenden
Verschlimmerung des Vorzustandes ausgegangen. Er hatte jedoch wie Dr. J._ und
Dr. I._ die Trochleadysplasie und den Knorpelschaden retropatellär Grad IV als
vorbestehend beurteilt (UV-act. M16). Seine kurze und nicht weiter begründete
Stellungnahme widerspricht der Einschätzung von Dr. J._ und der
Leistungseinstellung per 31. Mai 2020 insofern nicht, als er sich bereits rund zwei
Monate nach dem Unfall vom 29. April 2018 äusserte und dementsprechend noch
keine Kenntnis vom weiteren Verlauf und den später entstandenen medizinischen
Akten hatte. Dasselbe gilt auch für die Einschätzung des beratenden Arztes Dr. med.
L._, Facharzt für Chirurgie FMH, welcher am 25. September 2018 ohne weitere
Begründung befunden hatte, die gesundheitlichen Störungen seien überwiegend
wahrscheinlich auf das Ereignis vom 29. April 2018 zurückzuführen (UV-act. M11/1).
2.2.1.
Die behandelnden Ärzte sind sich einig, dass die noch vorhandenen
Beschwerden auf die retropatellare Arthrose zurückzuführen sind. Dr. F._ äusserte
sich bereits am 24. Januar 2019 in diesem Sinne (UV-act. M20, vgl. auch UV-act. M42).
Dementsprechend wurde der Beschwerdeführerin am 12. August 2020 eine
patellofemorale unikompartimentelle Knieprothese rechts eingesetzt (vgl. UV-act. M66).
Dr. G._ sowie ein Assistenzarzt der Kniechirurgie hielten am 17. November 2020 fest,
die Beschwerdegegnerin habe die Kostenübernahme derzeit abgelehnt. Dies bei einem
klaren traumatischen Ereignis mit direktem Zusammenhang zur Retropatellararthrose,
welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit posttraumatisch sei (UV-act. M69). Sie
begründeten diese Aussage jedoch nicht, weshalb sie nicht geeignet ist, die
überzeugende Beurteilung von Dr. J._ in Frage zu stellen. Die Tatsache, dass Dr.
J._ bei seiner letzten Stellungnahme vom 11. September 2020 noch keine Kenntnis
vom genannten Bericht vom 17. November 2020 hatte, schmälert damit die
Beweiskraft seiner Einschätzung nicht. Zudem hatte Dr. G._ bereits am 24. Juni 2020
beurteilt, es bestehe eine ausgeprägte posttraumatische Retropatellararthrose (UV-act.
M43). Dieser Bericht lag Dr. J._ vor (vgl. UV-act. M65). Auch weiteren Berichten von
behandelnden Ärzten ist sodann keine konkrete Stellungnahme zur Unfallkausalität zu
entnehmen. Der behandelnde Arzt des Spitals E._ hielt am 4. Mai 2018 zwar fest, es
2.2.2.
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zeigten sich die typischen Schäden nach einer Patellaluxation. Er befand jedoch ̶ wie
erwähnt (vgl. E. 2.1.1) ̶ bei einem der freien Gelenkkörper handle es sich
wahrscheinlich um ein abgeschertes Knorpelfragment, beim zweiten könnte es sich um
ein älteres Fragment handeln (UV-act. M4). Daraus lässt sich keine überwiegend
wahrscheinliche Unfallkausalität der Knorpeldefekte und insbesondere nicht der
Femopatellararthrose ableiten. Auch dem Bericht von Dr. D._ vom 21. Januar 2019
lässt sich, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. act. G6), keine konkrete
Aussage zur umstrittenen Unfallkausalität entnehmen. Diese hatte zwar als Ursache der
Arbeitsunfähigkeit eine Patellaluxation mit unter anderem Knorpelläsionen Grad IV
festgehalten sowie über weiterhin bestehende Beschwerden berichtet, sich jedoch
nicht zur Unfallkausalität geäussert (UV-act. M19). Folglich vermögen die
Einschätzungen der behandelnden Ärzte keine auch nur geringen Zweifel an der
Aktenbeurteilung des beratenden Arztes Dr. J._ zu wecken.
RAD-Ärztin Dr. med. M._ befand am 30. Juni 2020, der Unfall vom 29. April
2018 müsse als das auslösende Ereignis für die Arbeitsunfähigkeit angesehen werden
bei einem Mischbild aus unfallbedingten und degenerativen Veränderungen (vgl. IV-
act.). Sie äusserte sich jedoch nicht dazu, welche Beschwerden sie als unfallkausal
erachtete und ob diese im Zeitpunkt der Leistungseinstellung vom 31. Mai 2020 bzw.
ihrer Beurteilung vom 30. Juni 2020 noch bestanden. Ihre Stellungnahme ist damit
ebenfalls nicht geeignet, die Einschätzung von Dr. J._ in Frage zu stellen.
2.2.3.
Insgesamt ist ein kausaler Zusammenhang zwischen den im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 31. Mai 2020 noch geklagten Beschwerden, welche auf die
Retropatellararthrose zurückzuführen sind, und dem Unfall vom 29. April 2018 nicht
überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Es liegt nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ein unfallbedingter primärer oder sekundärer Knorpelschaden oder
eine richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes vor, welche sich in diesem
Zeitpunkt noch ausgewirkt hätten. Die unfallbedingten Schäden waren mit dem
lateralen Release, der Raffung und der Refixation des MPFL mit gutem Ergebnis
operativ behandelt worden und gemäss der schlüssigen Beurteilung von Dr. I._ war
damit insoweit spätestens ab März 2020 keine namhafte Besserung mehr zu erwarten
(UV-act. M41). Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich. Die nach dem
Fallabschluss von der IV-Stelle noch gewährten beruflichen Massnahmen (vgl. UV-act.
K107 f.) stehen dem Fallabschluss insofern nicht entgegen, als die Massnahmen
lediglich der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der
unfallfremden Beschwerden dienten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2016,
8C_892/2015, E. 4.1 f.).
2.3.
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3.
Weiter umstritten ist der Grad der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Fallabschlusses per
31. Mai 2020.
Dass die Beschwerdeführerin die Aktenbeurteilung von Dr. J._ im Übrigen
generell für ernsthaft fragwürdig hält, da die Unabhängigkeit und Objektivität seiner
Feststellungen und Ausführungen aufgrund seiner wiederholten beratenden und
gutachterlichen Tätigkeiten für die Beschwerdegegnerin und andere
Unfallversicherungen nicht gegeben sei, ändert nichts an den vorstehend
wiedergegebenen Schlussfolgerungen. Denn gemäss konstanter bundesgerichtlicher
Rechtsprechung beeinträchtigt der Umstand, dass ein Arzt oder eine Ärztin
regelmässig versicherungsmedizinische Beurteilungen für Versicherungsträger abgibt
oder sogar in einem Anstellungsverhältnis zu einem solchen steht, für sich allein die
Zuverlässigkeit der Expertise nicht (vgl. zur verlangten Unabhängigkeit der
begutachtenden Person: Ueli Kieser, Kommentar ATSG, 4. Aufl., N 30 ff. zu Art. 44, mit
weiteren Hinweisen). Von Abklärungen im Sinn des von der Beschwerdeführerin in der
Beschwerdeergänzung gestellten Beweisantrags (act. G6 Ziff. 3.5.5) zur Häufigkeit der
auftragsmässigen versicherungsmedizinischen Betätigung durch Dr. J._ ist deshalb
kein massgeblicher Erkenntnisgewinn zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist.
2.4.
Die behandelnden Ärzte attestierten der Beschwerdeführerin seit dem
Unfallereignis vom 29. April 2018 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (vgl.
UV-act. AUF1 ff.). Dr. J._ beurteilte am 11. August 2020, diesbezüglich sei keine
hinreichend medizinisch nachvollziehbare Begründung ersichtlich. Die subjektiv
vorgebrachte retropatellare Symptomatik sei ̶ bei fehlenden klinischen und radiologischen pathognomischen Befunden ̶ nicht geeignet, eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit im stehenden Beruf als Hilfsköchin zu belegen. Bei der
Nachkontrolle vom 22. Januar 2020 (sechs Monate nach der arthroskopischen
Revision) in der Klinik H._ sei eine klinische Situation vorgefunden worden, welche
einer Attestierung einer anhaltenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit widerspreche. Die
Arbeitsunfähigkeit sei lediglich aufgrund der subjektiv vorgebrachten Beschwerden
ausgesprochen worden (UV-act. M65). Im genannten Bericht hielten Dr. G._ sowie
eine Assistenzärztin der Kniechirurgie im Wesentlichen einen unauffälligen Befund fest,
bei jedoch noch deutlichem Anpress- und Verschiebeschmerz in der Patella. Sie
interpretierten dies als Restbeschwerden im Rahmen einer postoperativen
retropatellären Reizung. Die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit begründeten sie jedoch
nicht, weshalb diese nicht nachvollziehbar erscheint (UV-act. M37). Dr. J._ schätzte
3.1.
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4.
Basierend darauf ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu
ermitteln.
die Arbeitsfähigkeit nicht konkret und äusserte sich insbesondere nicht zu allfälligen
Adaptionskriterien (vgl. UV-act. M65, M67). Der beratende Dr. I._ hatte jedoch am 25.
April 2020 überzeugend beurteilt, dass die angestammte Tätigkeit als Hilfsköchin
unfallbedingt nicht mehr zumutbar sei. In einer Verweistätigkeit (leichte
wechselbelastende körperliche Tätigkeit, ohne häufiges Treppensteigen, ohne
Ersteigen von Leitern und Gerüsten, ohne knien und hocken und nicht ausschliesslich
gehend/stehend und sitzend) sei ab Anfang März 2020 ein Pensum von 100 %
zumutbar (UV-act. M41, vgl. UV-act. M39a).
Abweichend davon beurteilte RAD-Ärztin Dr. M._ am 30. Juni 2020, in einer
adaptierten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin ganztags mit höchstens geringer
Leistungsminderung aufgrund der erforderlichen Positionswechsel arbeitsfähig. Sie
gehe von einer Arbeitsfähigkeit von 90 % aus. Eine adaptierte Tätigkeit müsste
vorwiegend sitzend, aber gleichzeitig rückenadaptiert mit wechselbelastenden Anteilen
und der Möglichkeit zu Positionswechseln sein (IV-act.). Dr. M._ berücksichtigte bei
ihrer Einschätzung offenbar auch die unfallfremden Rückenbeschwerden sowie die
Retropatellararthrose. Ihre Beurteilung widerspricht damit der Einschätzung von Dr.
I._ nicht. Dasselbe gilt auch für die nicht weiter begründeten Atteste der
behandelnden Ärzte (vgl. UV-act. AUF), welche sämtliche ̶ auch unfallfremde ̶ Beeinträchtigungen berücksichtigten und sich zudem nicht zu allfälligen
Adaptionskriterien äusserten.
3.2.
Folglich ist im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 31. Mai 2020 von einer Arbeits
fähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
3.3.
Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Renten
beginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird
grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28
E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015,
8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Die
4.1.
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Beschwerdeführerin war vom 25. April 2016 bis zum 30. September 2018 bei der C._
GmbH als ungelernte Köchin tätig. Vorerst war sie in einem Pensum von 70 %
beschäftigt, ab 1. Mai 2018 sodann von 50 % (vgl. UV-act. UM, K14, K22 f., K32). Für
letzteres war ein Bruttolohn von Fr. 2'363.-- vereinbart (vgl. UV-act. K22), was bei
einem Pensum von 100 % einem Jahreslohn von Fr. 56'712.-- (Fr. 2'363.-- x 2 x 12)
entspräche. Aufgrund der Akten ist jedoch nicht klar ersichtlich, ob dies dem zuvor
ausgerichteten Lohn entsprach, zumal sich aus dem IK-Auszug für das Jahr 2017 ein
etwas höheres Jahreseinkommen von Fr. 62'473.-- (Fr. 43'731.-- / 70 x 100) sowie für
die rund 8 Monate dauernde Anstellung im Jahr 2016 aufgerechnet ein solches von Fr.
62'968.-- (Fr. 29'385.-- / 8 x 12 / 70 x 100) ergibt (vgl. UV-act. K34). Ausserdem wäre
der auf dem IK-Auszug vermerkte Betrag von Fr. 16'576.-- für Januar bis September
2018 bei einem Pensum von 70 % während der ersten vier Monate und einem Pensum
von 50 % während der restlichen fünf Monate bei einem monatlichen Einkommen von
Fr. 3'308.-- (Fr. 2'363.-- / 50 x 70; vgl. auch UV-act. UM) bzw. Fr. 2'363.-- nicht
nachvollziehbar. Die IV-Stelle ging von einem Valideneinkommen von Fr. 61'438.-- aus
(vgl. UV-act. K63). Dieses lässt sich (annähernd) aus der Angabe in der Unfallmeldung,
wonach die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt des Unfalls vom 29. April 2018 bei
einem Pensum von 70 % ein Einkommen von Fr. 3'308.-- erzielte (vgl. UV-act. UM)
berechnen (Fr. 3'308.-- / 70 x 100 x 13). Dies entspricht jedoch ̶ wie gesagt ̶ nicht dem IK-Eintrag für das Jahr 2018. Der abweichend davon in der angefochtenen
Verfügung verwendete Tabellenlohn für die Gastronomiebranche von Fr. 50'278.-- (vgl.
UV-act. K36) bzw. der Durchschnittswert der in den Jahren 2012 bis 2018 tatsächlich
erzielten Einkommen von Fr. 60'541.-- im angefochtenen Einspracheentscheid (vgl.
UV-act. K87 ff.) sind ebenfalls nicht nachvollziehbar bzw. können für das
Valideneinkommen nicht ausschlaggebend sein. Letzterer Wert auch deshalb nicht,
weil ̶ wie erwähnt ̶ die im Zeitraum vom Januar 2012 bis April 2016 geleisteten Pensen unbekannt sind. Insgesamt liegt damit keine verlässliche Grundlage zur
Festlegung des Valideneinkommens vor. Da der Beschwerdeführerin jedoch auch im
Invalidenfall weiterhin Hilfsarbeitertätigkeiten ̶ wenn auch nicht als Hilfsköchin (vgl.
UV-act. M41) ̶ zumutbar sind, rechtfertigt sich ein Prozentvergleich. Dabei entspricht
der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung
eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2017,
9C_734/2016, E. 4.1, mit Hinweis).
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter-)Tätigkeiten behindert
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
4.2.
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5.
Schliesslich ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung
zu beurteilen.
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie Dr. I._
festhielt, hat die Beschwerdeführerin unfallbedingt nur geringfügige qualitative
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (leichte wechselbelastende körperliche Tätigkeit,
ohne häufiges Treppensteigen, ohne Ersteigen von Leitern und Gerüsten, ohne knien
und hocken sowie nicht ausschliesslich gehend/stehend und sitzend; UV-act. M41, vgl.
UV-act. M39a). Sie ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit
lohnmässig höchstens geringfügig benachteiligt und muss allenfalls mit leicht
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der
Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.). Es rechtfertigt sich daher, den
Tabellenlohnabzug auf 5 % festzulegen. Ein höherer Abzug erscheint entgegen der
Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. act. G6) nicht gerechtfertigt.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Hilfsarbeitertätigkeiten und unter Berücksichtigung eines 5%igen Tabellenlohnabzugs
ergibt sich im Rahmen eines Prozentvergleichs ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 5 % (0 % + [100 % x 5 %]). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht
vorbringt (act. G8), entfaltet die ̶ vorliegend abweichende ̶ Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung (Invaliditätsgrad von 20 % [IV-act.]) gegenüber dem
Unfallversicherer keine Bindungswirkung (Urteil des Bundesgerichts vom 18.
September 2019, 8C_224/2019). Zudem liegt keine abgeschlossene
Invaliditätsberechnung der IV-Stelle vor, zumal diese nach Erlass ihres Vorbescheids
vom 30. Juni 2020 (vgl. IV-act.) für die Kosten von beruflichen Massnahmen aufkam
(vgl. UV-act. K107 f.).
4.3.
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei einem gleichen medizinischen Befund
ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des
5.1.
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6.
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) wird die Integritätsentschädigung gemäss den
Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als
gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung
der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche
Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet.
Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten
gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32
E. 1c mit Hinweis).
Dr. I._ beurteilte am 25. April 2020, eine Integritätsentschädigung sei nach
Kenntnis der medizinischen Berichte nicht geschuldet. Die Entwicklung einer
Femoropatellararthrose sei langfristig nicht auszuschliessen (UV-act. M41). Letztere ist
jedoch ̶ wie bereits ausgeführt (E. 2) ̶ nicht unfallkausal und damit entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (act. G1, G6) bei der Zusprache einer allfälligen
Integritätsentschädigung nicht zu berücksichtigen. Die beim Unfall erlittene laterale
Patellaluxation rechts sowie die Läsion des MPFL bzw. des Retinaculums patellae
mediale waren mit gutem Ergebnis operativ behandelt worden. Aus den Akten ergeben
sich keine unfallkausalen Einschränkungen, welche gemäss den einschlägigen Tabellen
der Suva (Tabelle 2: "Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren
Extremitäten", Tabelle 6: "Integritätsschaden bei Gelenkinstabilitäten") zu einem
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung führen könnten. Es liegt damit keine
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Integrität vor, welche zu einem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung führen
könnte (vgl. Art. 24 Abs. 1 UVG). Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ist
folglich zu verneinen.
5.2.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.1.
Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben
(vgl. dazu Art. 61 lit. f ATSG).
6.2. bis
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
6.3.
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7.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend
von einem mitwirkenden Richter unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).