Decision ID: a4df1ca3-894c-4d62-8097-28e414e3615f
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog aufgrund der von Dr. med. B._, FMH Psychiatrie, am 31. August
2007 diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung seit dem 1. Juni 2004 eine
halbe Rente (IV-act. 36-20, 37, 57). Gemäss der Einschätzung von Dr. med. C._,
FMH Innere Medizin, vom 23. September 2007 bestand aus somatischer Sicht trotz
dem chronisch unspezifischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom bei Status nach
DH-Operation L5/S1 1997 und dem Zustand nach lumbaler
Facettengelenksdenervation 1999 für eine leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeit keine Einschränkung (IV-act. 36-9, vgl. auch IV-act. 37).
A.b Am 16. Dezember 2008 meldete sich der Versicherte für den Bezug von
Ergänzungsleistungen an und gab u.a. an, seine Frau arbeite mit einem 100%-Pensum
zu einem Stundenlohn von Fr. 10.50 bei der Stiftung D._ (EL-act. 134-4, 143). Am 23.
April 2009 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten rückwirkend ab dem 1.
Juli 2006 Ergänzungsleistungen zu seiner halben IV-Rente zu (EL-act. 126). Am 1.
Januar 2010 erklärte der Versicherte, der Stundenlohn seiner Ehefrau habe sich auf Fr.
12.50 erhöht (EL-act. 114).
A.c Am 25. Juli 2012 setzte der Versicherte die EL-Durchführungsstelle darüber in
Kenntnis, dass er ab dem 12. September 2012 - zunächst zu einem Pensum von ca.
30% - bei der E._ AG im Stundenlohn arbeiten werde (vgl. EL-act. 76, 78). Obwohl
die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten am 3. August 2012 mitgeteilt hatte, ein
Arbeitspensum von 30% sei zu gering, weil er damit seine verbliebene Restarbeits-
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fähigkeit nicht voll ausschöpfe, weshalb er sich weiterhin um eine Arbeitsstelle
bemühen müsse, rechnete sie ihm stets nur seinen tatsächlich bei der E._ AG
erzielten und nie einen hypothetischen Lohn an (EL-act. 73, vgl. EL-act. 59, 69).
A.d Gemäss einem Bericht des Hausarztes, Dr. med. F._, FMH Allgemeine Medizin,
vom 6. Dezember 2014 litt der Versicherte unter chronisch lumbalen Rückenschmerzen
mit häufigen Exazerbationen, einer Hypertonie, obstruktiven Miktionsstörungen und
depressiven Verstimmungen unter der Schmerzsymptomatik. Drei bis vier Stunden
täglich könne der Versicherte handwerklich leichte und im Tempo reduzierte Arbeiten
ausführen (IV-act. 74). Der Versicherte teilte am 3. März 2015 auf Anfrage der IV-Stelle
mit, er befinde sich momentan nicht in psychiatrischer Behandlung. Seine letzte
psychiatrische Konsultation sei fünf Jahre her (IV-act. 76). Gestützt auf den aktuellen
Bericht des Hausarztes des Versicherten, Dr. F._, erklärte Dr. med. G._ vom RAD
am 17. April 2015, es könne davon ausgegangen werden, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten seit der Rentenzusprache nicht verändert habe
und dass insbesondere nach wie vor eine chronifizierte depressive Erkrankung vorliege,
welche offenbar durch den Hausarzt regelmässig mit Antidepressiva behandelt werde
(IV-act. 77). Am 21. April 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er nach
wie vor einen Anspruch auf eine halbe IV-Rente habe (IV-act. 80).
A.e Im Rahmen der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen gab der
Versicherte am 16. Dezember 2015 an, er erziele ein jährliches Bruttoeinkommen in
Höhe von Fr. 10'214.-- und seine Ehefrau ein jährliches Bruttoeinkommen in Höhe von
Fr. 28'056.-- (EL-act. 42, 44). Die Arbeitgeberin des Versicherten reichte am 2. März
2016 den Lohnausweis für das Jahr 2015 ein, gemäss welchem der Versicherte ein
Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 8'047.-- erzielt hatte (EL-act. 38). Am 8. März 2016
erklärte die Arbeitgeberin auf die Anfrage der EL-Durchführungsstelle hin, dass der
Versicherte nicht zu einem fixen Pensum arbeite. Je nach Arbeit seien es jedoch etwa
20% (EL-act. 36 f.). Daraufhin informierte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten
gleichentags, dass bei Teilinvaliden unter 60 Jahren der Höchstbetrag für den
Lebensbedarf in Höhe von Fr. 19'290.-- als Erwerbseinkommen anzurechnen sei und
dass auf die Anrechnung dieses Mindesteinkommens nur verzichtet werden könne,
wenn genügende Arbeitsbemühungen getätigt würden. Ansonsten werde die
Ergänzungsleistung ab dem 1. September 2016 unter der Berücksichtigung des
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genannten Mindesteinkommens auf voraussichtlich monatlich Fr. 1'729.-- reduziert
(EL-act. 35). Mit einer Verfügung vom 10. März 2016 berücksichtigte die EL-
Durchführungsstelle die aus der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen
gewonnenen Erkenntnisse, rechnete dem Versicherten jedoch nach wie vor sein
tatsächliches Erwerbseinkommen an und verwies auf das separate Schreiben
betreffend die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens bei Teilinvaliden
(EL-act. 32).
A.f Am 6. September 2016 reichte der Versicherte auf Anfrage der EL-
Durchführungsstelle hin Lohnabrechnungen ein, gemäss welchen er von Januar bis Juli
2016 ein Erwerbseinkommen in Höhe von insgesamt Fr. 5'100.50 erzielt hatte (EL-act.
26 f.). Mit der Verfügung vom 14. September erklärte die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten, dass sein Verdienst gemäss den eingereichten Lohnabrechnungen
deutlich unter dem für Teilinvalide zumutbaren Mindesteinkommen liege. Weil er keine
Bewerbungsnachweise eingereicht habe, habe er seine Schadenminderungspflicht
verletzt. Deshalb berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle ab dem 1. Oktober 2016
ein hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'290.--. Ab dem 1. Oktober
2016 hatte der Versicherte somit einen EL-Anspruch in Höhe von monatlich Fr. 1'729.--
(EL-act. 24).
A.g Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 26. September 2016 eine
Einsprache. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und die
Neuberechnung der Ergänzungsleistungen ohne die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens. Zur Begründung führte er aus, er habe sich von Anfang Mai 2012
bis Ende April 2013 weitgehend erfolglos beworben. Nur mit viel Glück habe er eine
Stelle bei der E._ AG gefunden, wo er seit vier Jahren im Teilzeitpensum arbeite. Er
arbeite an unterschiedlichen Tagen, die teilweise flexibel angepasst würden, von 19:00
bis 22:30 und sei jeweils erst um 23:45 zuhause, weshalb es für ihn schwierig sei, einer
zusätzlichen Arbeit mit normalen Arbeitszeiten nachzugehen. Ausserdem erscheine es
seiner Ansicht nach in seinem Alter als aussichtslos, eine andere Stelle zu finden,
weshalb er um die Befreiung von der Pflicht zur Erbringung von Arbeitsbemühungen
bitte (EL-act. 21). Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin führte der Versicherte am 3.
Januar 2017 aus, aufgrund seiner chronischen Rückenschmerzen könne er seine
jetzige Arbeit nicht öfter als an zwei bis drei Tagen pro Woche durchführen. Sein
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Arbeitspensum habe innerhalb der vergangenen vier Jahre parallel zu seiner
körperlichen Belastbarkeit abgenommen, weil er aufgrund seiner chronischen
Rückenschmerzen nicht mehr als zwei bis drei Tage die Woche arbeiten könne. Er
habe sich deshalb nicht für eine weitere Teilzeitstelle am Vormittag oder Nachmittag
beworben, weil er einen langen Arbeitsweg und eine körperlich anstrengende Arbeit
habe. Wenn er sich nicht genügend erholen könne, könne er diese Arbeit nicht mehr
zur Zufriedenheit seiner Arbeitgeberin ausführen (EL-act. 13, 18). Am 24. Februar 2017
reichte der Versicherte u.a. seinen Lohnausweis für das Jahr 2016 ein, gemäss
welchem er ein Bruttoeinkommen in Höhe von Fr. 9'368.-- erzielt hatte (EL-act. 8).
A.h Mit einem Einspracheentscheid vom 6. März 2017 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache des Versicherten ab. Zur Begründung führte sie
aus, der Versicherte sei zu 50% arbeitsfähig. Bei der E._ AG arbeite er jedoch nur zu
20%. Indem der Versicherte keine Arbeitsbemühungen getätigt habe, um sein
Arbeitspensum und auch sein Erwerbseinkommen seiner verbliebenen
Restarbeitsfähigkeit entsprechend zu erhöhen, sei er seiner Schadenminderungspflicht
nicht vollumfänglich nachgekommen. Die Anrechnung des hypothetischen
Erwerbseinkommens sei zu Recht erfolgt (EL-act. 7).
B.
B.a Dagegen erhob der Versicherte am 20. März 2017 eine Beschwerde. Er beantragte
sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheides und die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen ohne die Berücksichtigung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens. Zur Begründung verwies er auf seine Ausführungen in der
Einsprache (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. April 2017 die Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 3).
Erwägungen
1.
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1.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Ehepaare bilden bei der
Anspruchsberechnung eine wirtschaftliche Einheit, sodass ihre Ausgaben und
Einnahmen zusammengerechnet werden (Art. 9 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR
831.30; ELG]). Laut der EL-spezifischen Schadensminderungspflicht muss ein EL-
Ansprecher oder eine in die Anspruchsberechnung einbezogene Person ihren
Existenzbedarf soweit möglich und zumutbar aus eigener Kraft finanzieren. Kommt eine
Person dieser Pflicht nicht oder nur unzureichend nach, indem sie beispielsweise
keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl ihr dies möglich und zumutbar wäre, oder ist
sie ohne zwingenden Grund zu einem zu tiefen Lohn oder unentgeltlich erwerbstätig,
sieht der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG die Anrechnung fingierter Erwerbseinkünfte – in der
Praxis als hypothetisches Erwerbseinkommen bezeichnet – als Reaktion darauf vor. Für
die Beantwortung der Frage, wie hoch das zumutbarerweise erzielbare hypothetische
Erwerbseinkommen ist, sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalls zu
berücksichtigen. Namentlich ist allfälligen Gesundheitsbeeinträchtigungen, der
beruflichen Ausbildung, der bisherigen Berufskarriere, den Verhältnissen auf dem
konkreten, tatsächlichen Arbeitsmarkt und allfälligen Hinderungsgründen wie etwa den
Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern Rechnung zu tragen (vgl.
RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 125, 133 f.).
1.2 Gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV ist bei Invaliden unter 60 Jahren bei einem IV-
Grad von 50% bis unter 60% mindestens der Höchstbetrag für den Lebensbedarf von
Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG anzurechnen. Praxisgemäss
begründet Art. 14a Abs. 2 ELV die Vermutung, dass die teilinvalide Person in der Lage
sei, ein Erwerbseinkommen in der vorgesehenen Mindesthöhe zu erzielen. Diese
Vermutung knüpft an einen bestimmten Invaliditätsgrad an, der von einem anderen
Sozialversicherungsträger ermittelt worden ist. Dieser Invaliditätsgrad bildet Teil des für
die EL-Durchführungsstelle massgebenden Sachverhalts, auf den sich wiederum die
Vermutung stützt, dass noch ein bestimmtes Erwerbseinkommen erzielt werden
könnte. Ausnahmsweise kann unter Berufung auf den aktuellen Gesundheitszustand
die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV widerlegt werden, nämlich wenn nach der IV-
Rentenzusprache eine Veränderung des Gesundheitszustandes eintritt, die dem
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Invaliditätsgrad, auf den sich die IV-Rentenzusprache gestützt hat, offensichtlich nicht
mehr entspricht.
2.
2.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2016 ausgehend von einem durch die IV-Stelle
ermittelten IV-Grad in Höhe von 50% gestützt auf Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV ein
hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'290.-- angerechnet (EL-act. 24).
Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, es sei aussichtslos, sich in seinem Alter
noch zu bewerben. Es sei bereits ein grosses Glück, dass die E._ AG ihn eingestellt
habe, obwohl er teilinvalid und über 50 Jahre alt sei (vgl. act. G 1, EL-act. 21).
2.2 Der Beschwerdeführer hat erklärt, er könne aufgrund seiner körperlichen
Leistungsfähigkeit nicht mehr als zwei bis drei Tage pro Woche arbeiten (vgl. EL-act.
13). Gemäss den vorliegenden IV-Akten ist der Beschwerdeführer unter
Berücksichtigung seines somatischen Gesundheitszustands in einer leichten bis
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit voll arbeitsfähig. Einzig aufgrund seiner
psychischen Gesundheit ist er in einer solchen Tätigkeit zu 50% eingeschränkt (IV-act.
36, 56, 74, 77, 79). Im Rahmen des Einkommensvergleichs ist die IV-Stelle davon
ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ein Invalideneinkommen in Höhe von Fr.
30'857.-- erzielen könne (IV-act. 78). Weil der Beschwerdeführer nie gegen seine halbe
IV-Rente interveniert hat, sondern - ganz im Gegenteil - mit seiner Aussage, zwei bis
drei Tage pro Woche arbeiten zu können, das Vorliegen einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
indirekt bestätigt hat, besteht kein Grund zur Annahme, dass er nicht wenigstens in
diesem Umfang einer Erwerbstätigkeit nachgehen und ein entsprechendes
Erwerbseinkommen erzielen könnte. Insbesondere wird anhand der vorliegenden IV-
Akten nicht ersichtlich, inwiefern seine körperlichen Beschwerden ihn in einer
leidensangepassten Tätigkeit einschränken sollten.
2.3 Weiter sind invaliditätsfremde Umstände, i.d.R. wohl eine unverschuldete
Arbeitslosigkeit, geeignet, die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV umzustossen. Ein
eine IV-Rente beziehender EL-Ansprecher hat die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit
in Erfüllung der EL-spezifischen Schadenminderungspflicht voll auszuschöpfen. Tut er
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dies nicht, kann er eine Anrechnung der in Art. 14a Abs. 2 ELV vorgesehenen
Minimalbeträge für die anrechenbaren hypothetischen Erwerbseinkünfte nur
verhindern, indem er mittels qualitativ und quantitativ ausreichender, aber erfolgloser
Arbeitsbemühungen eine unverschuldete (Teil-) Arbeitslosigkeit nachweist (JÖHL,
a.a.O., Rz 138). Zu prüfen bleibt deshalb, ob es dem Beschwerdeführer allenfalls
gelungen ist, die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV damit zu widerlegen, dass er
in den Monaten vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung im August und
September 2016 nicht aufgrund einer Verletzung seiner Schadenminderungspflicht
lediglich zu 20-30% gearbeitet und damit zu wenig verdient hat. Dafür hat er zu
belegen, dass er sich ernsthaft und intensiv, also qualitativ und quantitativ genügend
darum bemüht hat, eine Stelle zu finden, mit der er seine Restarbeitsfähigkeit komplett
ausschöpfen könnte. Der Beschwerdeführer hat keine Arbeitsbemühungen oder
dergleichen eingereicht, sondern lediglich erklärt, dass er sich von 2012 bis 2013 um
Arbeit bemüht habe und dass er von Glück sprechen könne, als Teilinvalider und über
Fünfzigjähriger überhaupt eine Anstellung gefunden zu haben. Es erscheine ihm als
aussichtslos, eine andere Stelle zu finden, und er sei mit seiner aktuellen Arbeit
zufrieden (EL-act. 21). Weil sich der massgebliche Arbeitsmarkt jedoch stets im Fluss
befindet und es jederzeit sein kann, dass eine passende Stelle ausgeschrieben wird,
lässt sich mit der Erfolglosigkeit der Stellenbemühungen in der Vergangenheit nicht für
die Zukunft belegen, dass weitere Stellenbemühungen von vornherein zum Scheitern
verurteilt wären (JÖHL, a.a.O., Rz 132). Indem sich der Beschwerdeführer also nicht
darum bemüht hat, seine Restarbeitsfähigkeit voll auszuschöpfen, obwohl er gewusst
hat, dass die Beschwerdegegnerin eben dies von ihm verlangt, und obwohl er gewusst
hat, dass er lediglich zu 50% invalid ist, hat er auch nicht nachweisen können, dass
sein zu niedriges Erwerbseinkommen nicht auf eine Verletzung der EL-spezifischen
Schadenminderungspflicht zurückzuführen ist. Die Beschwerdegegnerin ist deshalb zu
Recht davon ausgegangen, der Beschwerdeführer könne gemäss Art. 14a Abs. 1 lit. b
ELV mindestens ein Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'290.-- erzielen.
2.4 Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer am 8. März 2016 darüber in
Kenntnis gesetzt, dass ihm, sollte er sich nicht darum bemühen, seine
Restarbeitsfähigkeit voll auszuschöpfen, ab dem 1. September 2016 ein
hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'290.-- angerechnet und somit
eine monatliche Ergänzungsleistung von Fr. 1'729.-- ausbezahlt werde (EL-act. 35).
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Indem die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer damit konkret darüber in
Kenntnis gesetzt hat, welches Verhalten sie von ihm verlangt und welche
Konsequenzen eine Zuwiderhandlung hat (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3.
Auflage 2015, Rz 136 zu Art. 21), hat sie das nach Art. 21 Abs. 4 ATSG einer
Leistungskürzung notwendigerweise vorausgehende Mahn- und Bedenkzeitverfahren
korrekt durchgeführt. Sinn und Zweck dieses Verfahrens ist es nämlich, die versicherte
Person auf die möglichen nachteiligen Folgen ihres unerwünschten Verhaltens
aufmerksam zu machen und sie so in die Lage zu versetzen, ihre Entscheidung in
Kenntnis aller wesentlichen Faktoren zu treffen (vgl. BGE 122 V 220). Es besteht die
Möglichkeit, dass sich der Beschwerdeführer - obwohl er es grundsätzlich als
aussichtslos erachtet hat, sich zu bewerben - um eine neue Arbeitsstelle bemüht hätte,
wenn ihm ein höheres hypothetisches Erwerbseinkommen und damit eine niedrigere
monatliche Ergänzungsleistung angedroht worden wäre. Deshalb hätte die
Beschwerdegegnerin im Rahmen der Verfügung vom 14. September 2016 bzw. des
angefochtenen Einspracheentscheides vom 6. März 2017 kein höheres hypothetisches
Erwerbseinkommen anrechnen dürfen, als sie am 8. März 2016 angedroht hat, ohne
dies zuvor im Rahmen eines erneuten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens angedroht zu
haben. Ansonsten wäre der Beschwerdeführer nämlich nicht in der Lage gewesen, in
Kenntnis aller wesentlichen Faktoren zu entscheiden, ob er nicht allenfalls doch seine
Schadensminderungspflicht hätte erfüllen und sich um ein höheres Arbeitspensum
hätte bemühen wollen. Die Beschwerdegegnerin ist also an die im Rahmen des Mahn-
und Bedenkzeitverfahrens angedrohte Höhe des hypothetischen Erwerbseinkommens
gebunden. Obwohl es sich bei den Beträgen in Art. 14a Abs. 2 ELV gemäss der
ständigen Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen lediglich um
Mindestbeiträge handelt und dem Beschwerdeführer deshalb allenfalls ein über Fr.
19'290.-- liegendes hypothetisches Erwerbseinkommen hätte angerechnet werden
müssen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21.
November 2017, E 2.4), hat die Beschwerdegegnerin also zu Recht nur ein
hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'290.-- als Einnahme
berücksichtigt. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
3.
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Im Rahmen eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse der IV-
Rentenrevision aus dem Jahr 2015 den unveränderten Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu belegen vermögen. Der Beschwerdeführer ist zuletzt im Jahr
2007 psychiatrisch begutachtet worden (IV-act. 36-10) und er hat angegeben, sein
letzter Besuch bei einem Psychiater habe im Jahr 2010 stattgefunden (IV-act. 76). Zwar
ist Dr. G._ vom RAD davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer - wie dies bei
chronifizierten Fällen häufig der Fall sei - regelmässig durch seinen Hausarzt
psychiatrisch behandelt werde (IV-act. 77), doch hat der Hausarzt Dr. F._ lediglich
erklärt, dass der Versicherte unter depressiven Verstimmungen bei
Schmerzsymptomatik leide sowie Probleme mit dem Sohn und mit dem Tod seiner
Mutter vor 4 Monaten habe (vgl. IV-act. 74). Dass diese hausärztliche Einschätzung des
psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers dazu geeignet sein soll, zu
einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu führen, ist zweifelhaft. Zusätzlich
ist nämlich zu berücksichtigen, dass die die IV-Rente begründende rezidivierende
depressive Störung im Rahmen der Begutachtung im Jahr 2007 als remittiert
bezeichnet worden ist. Deshalb ist es durchaus möglich, dass sich der psychische
Zustand des Beschwerdeführers seither erheblich verbessert haben könnte (IV-act.
36-10 f., 42). Um beurteilen zu können, ob dem Beschwerdeführer nach Art. 14a Abs. 2
ELV ein über dem Minimum liegendes hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet
werden müsste, hätte die Beschwerdegegnerin deshalb die IV-Stelle im Rahmen des
Art. 41 Abs. 1 lit. k der Verordnung über die Invalidenversicherung (SR 831.201; IVV)
anzuhalten, den IV-Rentenanspruch des Beschwerdeführers genau zu überprüfen.
Stünde der IV-Grad des Beschwerdeführers schliesslich fest, hätte die
Beschwerdegegnerin bei der Anwendung des Art. 14a Abs. 2 ELV zu berücksichtigen,
dass Art. 14a Abs. 2 ELV nicht die Vermeidung eines grossen Abklärungsaufwandes
und schwieriger Ermessensentscheide, sondern die Verhinderung der Ausrichtung von
im Verhältnis zu den Rentenleistungen übersetzten Ergänzungsleistungen bezweckt
(vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 136 mit Hinweisen zu der Schaffung des aArt. 3a Abs. 7 lit. c
ELG [jetzt Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG] anlässlich der 2. IV-Revision). Unter diesem
Gesichtspunkt müssen die in Art. 14a Abs. 2 ELV aufgezählten Beträge also - im
Übrigen in Übereinstimmung mit der Wortwahl des Bundesgerichts - als
Mindestbeträge betrachtet werden. Ein hypothetisches Erwerbseinkommen muss
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somit mindestens dem in lit. a, b oder c vorgeschriebenen Betrag entsprechen. Sollte
sich ergeben, dass das Erwerbspotenzial der invaliden Person im Falle einer
Erwerbstätigkeit die Erzielung eines Erwerbseinkommens ermöglicht, das über dem
Mindestbetrag liegt, so ist eben dieses als hypothetisches Erwerbseinkommen
anzurechnen (vgl. die Bemessung des hypothetischen Erwerbseinkommens gemäss
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG, vgl. auch E 2.4). Die Beschwerdegegnerin hätte deshalb zu
prüfen, wie viel der Beschwerdeführer verdienen könnte, wenn er seine verbliebene
Restarbeitsfähigkeit voll ausschöpfen würde. Dabei wäre zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer in der Vergangenheit als Elektromonteur gearbeitet hat (vgl. EL-act.
83-13). Nur falls es keine den Leiden des Beschwerdeführers angepasste Tätigkeit als
Elektromonteur geben sollte, wäre allenfalls von einem Hilfsarbeiterlohn auszugehen.
Abschliessend sei noch darauf hingewiesen, dass die Beschwerdegegnerin bei dieser
Gelegenheit wohl auch noch abzuklären hätte, weshalb die Ehefrau des
Beschwerdeführers lediglich zu einem Stundenlohn von Fr. 12.50 erwerbstätig ist bzw.
ob es ihr nicht allenfalls zumutbar wäre, sich eine besser bezahlte Stelle zu suchen.
4.
Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind gemäss Art.
61 lit. a ATSG keine zu erheben.