Decision ID: 5dc3cf81-660b-4eb2-a6a1-849cbb9ac636
Year: 2021
Language: de
Court: AG_VB
Chamber: AG_VB_002
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Gericht entnimmt den Akten:
1.
A. ist Alleineigentümer des Grundstücks Nr. aaa, Stockwerkeigentum, 4.5-
Zimmerwohnung, am M-Weg 6, 2.Stock rechts mit Nebenraum, in Q. (E-
GRID bbb). Zusätzlich ist er Eigentümer von zwei Garagenplätzen.
2.
2.1.
Mit Verfügung vom 10. Oktober 2012 teilte das Kantonale Steueramt
(KStA), Sektion Grundstückschätzung (GS), A. den Eigenmietwert von
CHF 15'639.00 (gültig ab 1. Dezember 2011) und den Vermö-
genssteuerwert von CHF 362'400.00 (Kaufpreis CHF 618'000.00) mit. Als
Schätzungsgrund wurde "Ersteinschätzung" angegeben.
2.2.
Mit Verfügungen vom 10. Oktober 2012 teilte das KStA GS A. die
Eigenmietwerte der Garagenplätze mit CHF 671.00 (gültig ab 1. Dezember
2011) und die Vermögenssteuerwerte von je CHF 18'300.00 (Kaufpreis
CHF 25'000.00) mit.
2.3.
Mit Schreiben vom 9. Januar 2017 wurde A. die von Grossen Rat am 24.
November 2015 beschlossene Anpassung des Eigenmietwertes der
Wohnung am M-Weg 6 in Q. mitgeteilt. Der Eigenmietwert für die
Eigentumswohnung wurde dabei mit Wirkung ab der Steuerperiode 2016
von CHF 15'639.00 um 9 % auf CHF 17'046.00 erhöht.
2.4.
Mit Schreiben vom 9. Januar 2017 wurden A. die von Grossen Rat am 24.
November 2015 beschlossenen Anpassungen des Eigenmietwertes der
Garagenplätze mitgeteilt. Der Eigenmietwert für die Garagenplätze wurde
dabei mit Wirkung ab der Steuerperiode 2016 je von CHF 671.00 um 9 %
auf CHF 731.00 erhöht.
3.
3.1.
Mit Schreiben vom 15. Mai 2017 ("Antrag wegen Informationsschreiben An-
passung der Eigenmietwerte ab 1. Januar 2016, rückwirkend") an das KStA
nahm A. zur Eigenmietwerterhöhung Stellung und stellte den Antrag:
"Die detaillierten Berechnungsgrundlagen des Jahres 2012 meiner  (gemäss Bewertungsverordnung 651.121, Beilagen 1 und 2, usw) sind so rasch als möglich mir schriftlich vollständig und verständlich zur Verfügung zu stellen."
- 3 -
3.2.
Mit Schreiben vom 5. Juli 2017 nahm das KStA GS zum Schreiben von A.
vom 15. Mai 2017 Stellung und stellte ihm ohne Gegenbericht innert 30
Tagen die Einleitung des Verfahrens zur Überprüfung der rechtskräftigen
Schätzung der Liegenschaft in Aussicht.
3.3.
Mit Schreiben vom 21. Juli 2017 verzichtete A. auf die Überprüfung der
rechtskräftigen Schätzung der Liegenschaft, ersuchte jedoch darum, ihm
die relevanten Berechnungsfaktoren zur Einschätzung 2012 so rasch als
möglich zur Verfügung zu stellen.
3.4.
Das KStA GS nahm mit Schreiben vom 24. Juli 2017 vom Verzicht auf Ein-
leitung eines Verfahrens zur Überprüfung der rechtskräftigen Schätzung
der Liegenschaft Kenntnis. Gleichzeitig wurde A. auf die Möglichkeit zur
Akteneinsicht beim Gemeindesteueramt Q. hingewiesen.
4.
Mit Verfügung vom 20. August 2018 wurde A. von der Steuerkommission
Q. für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 zu einem steuerbaren
Einkommen von CHF 117'800.00 und zu einem steuerbaren Vermögen von
CHF 0.00 veranlagt. Dabei wurde in Abweichung von der Selbstdeklaration
ein Eigenmietwert von CHF 17'046.00 (inkl. Zuschlag von 9 %) erfasst.
5.
Gegen die Verfügung vom 20. August 2018 erhob A. mit Schreiben vom 7.
September 2018 Einsprache mit den Anträgen:
"1. Es sei festzustellen, dass die Information über die geplante Aenderung der Eigenmietwerte willkürlich viel zu spät und rechtswidrig ohne Rechtsmittelbelehrung erfolgt ist. Damit ist die Erhöhung der  willkürlich und nicht in rechtskraft getreten.
2. Es sei festzustellen, dass der Grosse Rat nicht ermächtigt war eine Ent-
scheidung über die Erhöhung der Eigenmietwerte zu beschliessen die gemäss Verordnung über die Bewertung der Grundstücke vom 4.  1985 Ziffer 34 in die Verantwortung vom Regierungsrat fällt. Damit ist die Erhöhung der Eigenmietwerte willkürlich und nicht in rechtskraft getreten.
3. Es sei festzustellen, dass die am 3. September 2018 mitgeteilten Erhö-
hungen pro Gemeinde diskriminierend sind und die rechtliche  der Ortskategorien gem. Verordnung vom 4. November 1985  18 nicht ausser Kraft gesetzt wurden.
- 4 -
4. Die Erhöhungen der kantonalen Eigenmietwerte per 1.1.2016 um 9 % sind als willkürlich falsch, nicht massvoll, rechtswidrig und  schon vor der geplanten Erhöhungen als ungültig zu bestätigen. (ungerechtfertigte Bereicherung)
5. Es sei dem Kläger für die Jahren 2012 bis 2015 CHF wegen ungerecht-
fertigter Bereicherung durch das kantonale Amt die zu viel bezahlten Steuern im Betrag von rund CHF 2'640 zurückzuerstatten.
Ab 1.1.2016 sind die Eigenmietwerte der 4.5 Zimmer Wohnungen des Klägers statt zu erhöhen um 9 % gegenüber der ursprünglichen  des Jahres 2012 zu reduzieren.
6. Die gemäss Veranlagung 2016 willkürliche Erhöhung des Wertschriften
Vermögen im Betrag von CHF 5'077 ist rückgängig zu machen und die alten selbstveranlagten Werte gutzuheissen."
6.
Mit Entscheid vom 25. Februar 2019 wies die Steuerkommission Q. die
Einsprache ab, soweit darauf eingetreten wurde.
7.
Den Einspracheentscheid vom 25. Februar 2019 (Zustellung am 6. März
2019) hat A. mit Beschwerde (recte: Rekurs) vom 2. April 2019
(Postaufgabe am 4. April 2019) an das Spezialverwaltungsgericht weiter-
gezogen. Mit dem gleichen Schreiben wurde eine an die Oberstaatsanwalt-
schaft des Kantons Aargau gerichtete "Strafanzeige als Privatkläger im Ad-
häsionsverfahren" eingereicht. Es wurden folgende Anträge gestellt:
"1. Es sei festzustellen, dass die Information über die geplante Aenderung der Eigenmietwerte willkürlich zu spät und rechtswidrig ohne  erfolgt ist und für das Jahr 2016 ungültig ist.
2. Die Eigenmietwerte Erhöhungen um 9 % statt Reduktion um 9 %, be-
antragt durch die Gemeinde Q. und beschlossen durch den Grossen Rat Aargau sind für diese Gemeinde auch in der Zukunft für nichtig zu erklären und rückwirkend an die tatsächlichen Marktverhältnisse anzupassen. (vgl. sinngemäss Antragspunkte 3 und 4 gemäss Einsprache vom 7. September 2018)
3. Statt eine Erhöhung von 9 % ist eine Reduktion um 9 % durch die Steu-
erkommission in Q. zu beschliessen und durch den grosse Rat Aargau abzusegnen zu lassen.
4. Es sei dem Kläger für die Jahren 2012 bis 2015 wegen ungerechtfer-
tigter Bereicherung (Art. 62 OR) durch das kantonale Amt und dem Bund die zu viel bezahlten Steuern im Betrag von rund CHF 2'640 .
5. Die gemäss Veranlagung 2016 willkürliche Erhöhung des Wertschriften
Vermögen im Betrag von CHF 5'077 ist rückgängig zu machen und die alten selbstveranlagten Werte gutzuheissen womit die Gemeinde  ist eine korrigiert Veranlagung mit Entschuldigung dem  zu senden.
- 5 -
6. Gegen die Steuerkommission der Gemeinde Q. und im speziellen
gegenüber den Präsidenten (Art. 29 StGB/Vertretungsverhältnisse) wird für ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) und  falscher zu hohen Mietpreise im Immobilienmarkt in der  Q. (Art. 148 StGB/Betrug) sowie unehrenhaftes Verhalten (Art. 174 StGB) Strafanzeige erhoben.
7. Gegen den Grossen Rat Aargau und im speziellen gegenüber dessen
Präsidenten (Art. 19 StGB/Vertretungsverhältnisse) wird für Beihilfe zur ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) und Fahrlässigkeiten im Zusammenhang mit der willkürlichen Vortäuschung falscher zu  Mietpreise im Immobilienmarkt in der Gemeinde Q. (Art. 148 StGB) Strafanzeige erhoben.
8. Gegen das kantonale Steueramt Aarau und im speziellen gegenüber
dessen Präsidenten (Art. 19 StGB/Vertretungsverhältnisse) wird für Beihilfe zur ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) und  im Zusammenhang mit der willkürlichen Vortäuschung  zu hohen Mietpreise im Immobilienmarkt in der Gemeinde Q. (Art. 148 StGB) Strafanzeige erhoben."
Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-
wägungen eingegangen.
8.
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau hat betreffend Strafan-
zeige vom 2. April 2019 die Nichtanhandnahmeverfügung vom 9. April 2019
erlassen.
9.
9.1.
Das Gemeindesteueramt Q. beantragt die Abweisung des Rekurses,
sofern überhaupt auf diesen eingetreten werden kann.
9.2.
Das KStA beantragt die Abweisung des Rekurses.
10.
A. hat keine Replik erstattet.
11.
A. hat dem Spezialverwaltungsgericht das an die Beschwerdekammer in
Strafsachen des Obergerichtes gerichtete Schreiben "Beschwerde gegen
Verfügung der Oberstaatsanwaltschaft Aarau vom 9. April, erhalten
12. April 2019 (Ergänzungen)" vom 16. Mai 2019 in Kopie eingereicht.
12.
Mit an die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichtes gerichte-
tem Schreiben vom 22. Mai 2019 reichte A. "Kommentare zu den
- 6 -
rechtswidrigen eingeholten Vernehmlassungen des Gemeindesteueramtes
Q. vom 16. April 2019 und des Kantonalen Steueramtes Aarau vom 13. Mai
2019 durch das Spezialverwaltungsgericht in Steuersachen" ein.
- 7 -

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Der vorliegende Rekurs betrifft die Schätzung des Eigenmietwertes und
des Vermögenssteuerwertes für die Steuerperiode 2016. Massgebend für
die Beurteilung des Rekurses sind somit das Steuergesetz vom 15. De-
zember 1998 (StG), die Verordnung über die Bewertung der Grundstücke
vom 4. November 1985 (VBG) sowie das Dekret über die Anpassung des
Eigenmietwertes per 1. Januar 2016 vom 24. November 2015 (SAR
651.140; nachfolgend: Anpassungsdekret).
2.
Der Rekurrent hat keine Replik erstattet, jedoch in den Eingaben an die
Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichtes vom 16. und
22. Mai 2019, welche dem Spezialverwaltungsgericht vom Rekurrenten in
Kopie zugestellt wurden, weitere Ausführungen gemacht. Diese können –
obwohl ausserhalb des Rekursverfahrens erfolgt – soweit sie nicht die
Strafanzeige und die Nichtanhandnahmeverfügung der Oberstaatsanwalt-
schaft vom 9. April 2019 betreffen, berücksichtigt werden.
3.
3.1.
Der Rekurrent hat im Schreiben vom 22. Mai 2019 an die Beschwerdekam-
mer in Strafsachen des Obergerichtes geltend gemacht, das Spezialver-
waltungsgericht habe "rechtswidrige Vernehmlassungen eingeholt zu ei-
nem Zeitpunkt als die Oberstaatsanwaltschaft die private Strafanzeige im
Adhäsionsverfahren noch nicht behandelt hat." Er habe aber ausdrücklich
in korrekter Form und Inhalt adhäsionsweise eine Zivilklage im Strafverfah-
ren erhoben und diese in der Beschwerde vom 2. April 2019 mit den Anträ-
gen 6 bis 8 geltend gemacht. Das Spezialverwaltungsgericht sei somit nicht
ermächtigt gewesen, Vernehmlassungen bei der (beanzeigten) Gemeinde-
verwaltung Q. (Steuerkommission) und beim KStA einzuholen. Einzig die
Oberstaatsanwaltschaft sei "in der Verantwortung, die private Strafanzeige
im Adhäsionsverfahren mit der Zivilklage zu vertreten." Die beiden
Vernehmlassungen an das Spezialverwaltungsgericht seien aus dem
Recht zu weisen. Zudem sei rechtlich zu bemängeln, "dass das ebenfalls
befangene Spezialverwaltungsgericht Steuern in Aarau, keine Vernehm-
lassung beim auch beschuldigten Grossen Rat des Kantons Aargau einho-
len liess."
3.2.
3.2.1.
Vorerst ist auf die pauschal geltend gemachte Befangenheit des Spezial-
verwaltungsgerichtes einzugehen.
- 8 -
3.2.2.
Wer beim Vollzug dieses Gesetzes in einer Sache zu entscheiden oder an
einer Verfügung oder Entscheidung in massgeblicher Stellung mitzuwirken
hat, ist gemäss § 169 Abs. 1 StG verpflichtet, in den Ausstand zu treten,
wenn sie oder er
- an der Sache ein persönliches Interesse hat (lit. a),
- mit einer Partei durch Ehe oder eingetragene Partnerschaft verbunden
ist, mit ihr eine faktische Lebensgemeinschaft führt oder mit einer Partei
in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum dritten Grade verwandt
oder verschwägert ist (lit. b),
- Vertreterin oder Vertreter einer Partei ist oder für eine Partei in der glei-
chen Sache tätig war (lit. c),
- gemäss § 16 Abs. 1 lit. d und e des Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200)
vom 4. Dezember 2007 in der Sache befangen sein könnte (lit. d).
Nach § 16 Abs. 1 lit. d VRPG darf am Erlass von Entscheiden nicht mitwir-
ken, wer Mitglied, Mitarbeiterin oder Mitarbeiter der Behörde ist, deren Ent-
scheid angefochten ist oder die mittels verbindlicher Weisung oder Teilent-
scheid am angefochtenen Entscheid beteiligt war. § 16 Abs. 1 lit. e VRPG
(und damit kraft Verweises auch § 169 Abs. 1 lit. d StG) enthält die Gene-
ralklausel bzw. den Auffangtatbestand, dass am Erlass von Entscheiden
nicht mitwirken darf, wer aus anderen Gründen in der Sache befangen sein
könnte (vgl. Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-
Bern 2015, § 169 StG N 9).
Zweck der Ausstandspflichten ist es, jede tatsächliche, aber auch nur
scheinbare Befangenheit oder Interessenkollision auf Seiten einer Behörde
zu vermeiden. Es geht darum, die unvoreingenommene und unparteiische
Beurteilung eines Sachverhalts zu gewährleisten (Kommentar zum Aar-
gauer Steuergesetz, a.a.O., § 169 StG N 2). Schon wenn ein Behördenmit-
glied in einer Angelegenheit als befangen erscheint, darf es bei der Be-
handlung dieser Sache nicht mitwirken; es muss in den Ausstand treten.
Der Anspruch auf Beurteilung durch eine unparteiische und unvoreinge-
nommene Behörde ist verfassungsrechtlich garantiert (Art. 30 Abs. 1 BV).
Adressat der Ausstandspflicht ist, wer beim Vollzug des Gesetzes in einer
Sache zu entscheiden oder an einer Verfügung oder Entscheidung in mas-
sgeblicher Stellung mitzuwirken hat. Eine massgebliche Stellung liegt dann
vor, wenn eine Person an der Vorbereitung einer Verfügung oder eines
Entscheids beteiligt ist (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O.,
§ 169 StG N 4).
Ausstandsgründe sind rechtzeitig geltend zu machen. Denn diejenige Per-
son, welche das Ausstandsbegehren nicht unverzüglich stellt, sobald sie
vom Ausstandsgrund Kenntnis erhält, sondern sich stillschweigend auf das
- 9 -
Verfahren einlässt, verwirkt nach dem Grundsatz von Treu und Glauben
den Anspruch auf spätere Anrufung des Ausstandsgrundes (BGE 121 I 255
Erw. 3.; 117 Ia 323; 116 Ia 485 Erw. 2c; 114 Ia 280 Erw. 3e; 112 Ia 340
Erw. 1c; RGE vom 22. Januar 2009 [3-RV.2008.187]).
3.2.3.
Ist der Ausstand streitig, entscheidet darüber die Aufsichtsbehörde oder,
wenn es sich um den Ausstand eines Mitglieds einer Kollegialbehörde han-
delt, diese Behörde unter Ausschluss des betreffenden Mitglieds (§ 16
Abs. 4 VRPG). Davon kann abgewichen werden, wenn ein Ausstands-
gesuch offensichtlich unbegründet ist. Ein Gericht kann nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung selbst über den eigenen Ausstand entschei-
den, wenn die gestellten Ablehnungsgründe unzulässig sind. Unzulässig-
keit ist speziell bei missbräuchlichen Ausstandsgesuchen gegeben, oder
wenn es offensichtlich an einer vernünftigen Grundlage mangelt oder wenn
das Ausstandsgesuch nachweislich sonst wie untauglich erscheint (VGE
vom 9. März 2020 [WBE.2020.65], Erw. I.2., mit Verweisen).
3.2.4.
Der Vorwurf der Befangenheit wird vom Rekurrenten einzig mit einem Han-
deln des Spezialverwaltungsgerichtes im eigenen Zuständigkeitsbereich
(vgl. Erw. 3.3.; Einholung von Vernehmlassungen von der mit der Sache
befassten Steuerbehörden [KStA, Vorinstanz]) begründet. Ein solches Aus-
standsbegehren entbehrt offensichtlich jeder vernünftigen Grundlage. Eine
derart begründete Ablehnung ist unzulässig, weshalb auch kein Ausstands-
verfahren durchzuführen ist. Auf das Ausstandsbegehren des Beschwer-
deführers ist vielmehr nicht einzutreten.
3.2.5.
Das Aussstandsbegehren wurde – unabhängig von seiner Unzulässigkeit
(Erw. 3.2.4.) – nach Rekurserhebung im Beschwerdeverfahren betreffend
Nichtanhandnahmeverfügung der Oberstaatsanwaltschaft eingereicht (Ein-
gabe vom 22. Mai 2019), obwohl dem Rekurrenten vom Spezialverwal-
tungsgericht bereits mit Schreiben vom 3. April 2019 angezeigt worden war,
dass nach Eingang des Kostenvorschusses von den beteiligten Steuerbe-
hörden die Vorakten und Vernehmlassungen eingeholt werden. Das Aus-
standsbegehren ist damit verspätet erfolgt. Hinzu kommt, dass das Aus-
standsbegehren einzig mit der Nichteinholung einer Vernehmlassung beim
Grossen Rat begründet wird. Das Ausstandsbegehren ist auch deshalb
(vgl. Erw. 3.3.) offensichtlich unbegründet, so dass nicht darauf einzutreten
ist.
- 10 -
3.3.
3.3.1.
Das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, ist für die Behandlung
von Rekursen gegen Einspracheentscheide der Steuerkommissionen zu-
ständig (§ 196 StG). Das Spezialverwaltungsgericht ordnet von Amtes we-
gen die erforderlichen Untersuchungen und Beweisaufnahmen ab, wofür
es die gleichen Befugnisse wie die Steuerbehörden und das Verwaltungs-
gericht hat (§ 197 Abs. 1 StG). Es ist bei seinem Entscheid nicht an die
Anträge der Parteien gebunden (§ 197 Abs. 2 StG). Im Übrigen sind die für
das Verwaltungsgericht geltenden Verfahrensvorschriften sinngemäss an-
wendbar (§ 197 Abs. 4 StG). Es führt sodann nach Einreichung eines
Rechtsmittels, sofern sich dieses nicht als offensichtlich unzulässig oder
unbegründet darstellt, einen Schriftenwechsel durch (§ 45 Abs. 1 [VRPG]).
3.3.2.
Der Rekurrent hat gegen den Einspracheentscheid der Steuerkommission
Q. vom 25. Februar 2019 die "Beschwerde" vom 2. April 2019 eingereicht.
Er hat dabei 8 Anträge gestellt, wobei mit den Anträgen 1 bis 5 eine
Änderung des angefochtenen Einspracheentscheides verlangt wird. Inso-
weit fällt die "Beschwerde" in die Zuständigkeit des Spezialverwaltungsge-
richtes und ist von diesem zu behandeln. Dementsprechend ordnet es die
notwendigen Verfahrenshandlungen an und führt insbesondere einen
Schriftenwechsel durch.
Dementsprechend sind die beim Gemeindesteueramt Q. und beim KStA
eingeholten Vernehmlassungen nicht – wie beantragt – aus dem Recht zu
weisen.
3.3.3.
Das Spezialverwaltungsgericht ist sodann für die Behandlung von Strafan-
zeigen nicht zuständig. Im Steuer-/Rekursverfahren besteht auch keine
Möglichkeit, adhäsionsweise Zivilansprüche geltend zu machen. Insoweit
ist auf die Anträge 6 bis 8 der "Beschwerde" vom 2. April 2019 nicht einzu-
treten.
4.
4.1.
Der Rekurrent beantragt (Rekursantrag 4) die Rückzahlung der für die
Jahre 2012 bis 2015 zu viel bezahlten Steuern im Betrag von
CHF 2'640.00. Er begründet dies mit den Steuerfolgen eines um 9 % zu
hohen Eigenmietwertes vor dem 1. Januar 2016.
Es ist festzustellen, dass der angefochtene Einspracheentscheid aus-
schliesslich die Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern 2016 be-
trifft. Es fehlt damit bezüglich der Jahre 2012 bis 2015 an einem Anfech-
tungsobjekt. Dementsprechend kann auf den Rekurs in diesem Punkt nicht
- 11 -
eingetreten werden. Allenfalls wäre vom Rekurrenten ein Revisionsgesuch
einzureichen (§ 201 ff. StG).
4.2.
Eine Änderung eines zu hohen Eigenmietwertes wäre zudem aufgrund der
Rechtskraft der Grundstückschätzung vom 10. Oktober 2012 in einem Ein-
zelschätzungsverfahren (§ 218 ff. StG), welches vom KStA GS durchzufüh-
ren wäre, zu erwirken.
Darauf wurde der Rekurrent bereits mit Schreiben des KStA GS vom 5. Juli
2017 hingewiesen. Er hat jedoch auf die Durchführung eines solchen Ver-
fahrens mit Schreiben vom 21. Juli 2017 ausdrücklichen verzichtet. Auch
insofern kann auf den Rekursantrag 4 vom Spezialverwaltungsgericht nicht
eingetreten werden.
5.
5.1.
Der Rekurrent deklarierte in seiner Steuererklärung 2016 den Erneue-
rungsfonds Liegenschaft mit CHF 5'077.00 in der Rubrik "übrige Vermö-
genswerte". Mit dem vom KStA korrigierten Wertschriftenverzeichnis vom
18. Januar 2018 wurden ein Guthaben "StwG M-Weg 6, Q." mit
CHF 5'077.00 und ein Ertrag daraus von CHF 0.81 als "veranlagt", jedoch
nicht "deklariert" erfasst. In der Folge wurde das Guthaben von
CHF 5'077.00 im Veranlagungsverfahren doppelt berücksichtigt, was der
Rekurrent mit der Einsprache rügte.
5.2.
Die Vorinstanz führte im Einspracheentscheid dazu aus, dass der Rekur-
rent trotz doppelter Erfassung des Erneuerungsfonds mit einem steuerba-
ren Vermögen von CHF 0.00 veranlagt worden sei, weshalb er (trotz dieses
Fehlers) nicht beschwert sei. Auf die Einsprache wurde in diesem Punkt
nicht eingetreten.
5.3.
Der Adressat einer Verfügung oder eines Entscheides braucht ein Rechts-
schutzinteresse, um diese(n) anfechten zu können (§ 42 Abs. 1 lit. a VRPG;
Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.o., § 92 StG N 15 ff.). Ein
schutzwürdiges eigenes Interesse liegt vor, wenn die Gutheissung des
Rechtsmittels dem Steuerpflichtigen einen praktischen Nutzen bringen
kann, d.h. einen Nachteil abwendet, den der angefochtene Entscheid für
ihn zur Folge hätte (VGE vom 21. Oktober 2009 [WBE.2009.74]).
Die Anfechtung einer Verfügung, die den Adressaten nicht belastet, ist un-
zulässig (VGE vom 8. Dezember 2008 [WBE.2008.114]). An einem Rechts-
schutzinteresse mangelt es insbesondere, soweit sich das Begehren nur
- 12 -
gegen die Begründung der angefochtenen Verfügung richtet und keine Ab-
änderung der festgesetzten Steuerfaktoren – oder gegebenenfalls der
Steuersätze, der Steuerbeträge oder der Dauer der Steuerpflicht – verlangt
wird (vgl. VGE vom 16. Juni 2010 [WBE.2009. 245]).
5.4.
Der Rekurrent beantragt (Rekursantrag 5), dass die "gemäss Veranlagung
2016 willkürliche Erhöhung des Wertschriften Vermögen im Betrag von
CHF 5'077 (...) rückgängig zu machen und die alten selbstveranlagten
Werte gutzuheissen [seien,] womit die Gemeinde anzuweisen ist eine kor-
rigiert Veranlagung mit Entschuldigung" an den Rekurrenten zu senden.
Wie die Vorinstanz im Einspracheentscheid zu Recht ausführt, führt die
Gutheissung des Antrages nicht zu einer Veränderung des veranlagten
steuerbaren Vermögens. Der Rekurrent ist nicht beschwert, weshalb auf
den Rekursantrag 5 nicht einzutreten ist.
Gleiches gilt in Bezug auf die verlangte Entschuldigung. Das Spezialver-
waltungsgericht ist nicht befugt, eine entsprechende Anweisung im Sinne
einer aufsichtsrechtlichen Massnahme zu verfügen. Auch insofern ist auf
den Rekurs nicht einzutreten.
6.
6.1.
Der Rekurrent macht geltend, ihm sei das rechtliche Gehör verweigert wor-
den (Rekurs, Ziff. III.A.10.). Im Einspracheentscheid werde unter den Er-
wägungen rechtsmissbräuchlich ausgeführt, dass abstrakte Rechtsfragen
zu beantworten gewesen seien, die sich nicht gegen die festgesetzten
Steuerfaktoren gerichtet hätten. Gerügt wird damit eine Verletzung der Be-
gründungspflicht.
6.2.
Der Einspracheentscheid ist gemäss § 195 Abs. 3 StG schriftlich zu be-
gründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass jedenfalls die bun-
desrechtlichen Minimalanforderungen, wie sie aus Art. 29 Abs. 2 BV ("Die
Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör") abgeleitet werden, Be-
achtung finden. Die tatsächlichen Feststellungen und rechtlichen Überle-
gungen, welche die Einsprachebehörde dem Entscheid zu Grunde gelegt
hat, müssen nachvollzogen werden können. Die Begründung hat zudem
eine Beurteilung der Beweismittel zu enthalten. Weiter hat die Einsprache-
behörde zu den Anträgen der steuerpflichtigen Person so Stellung zu neh-
men, dass ersichtlich wird, wieweit ihnen entsprochen wird. Sie muss sich
jedoch nicht mit jedem Vorbringen der steuerpflichtigen Person auseinan-
dersetzen und jedes einzelne Argument ausdrücklich widerlegen. Sie darf
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Als Mini-
malerfordernis verbleibt aber stets, dass sich die am Verfahren beteiligten
- 13 -
Personen anhand der Begründung über die Tragweite des Entscheids Re-
chenschaft ablegen können. Dieses Minimalerfordernis wird verletzt, wenn
sich die Steuerbehörde im Einspracheentscheid mit mehreren Begehren
und mit Beweismitteln, welche die steuerpflichtige Person angerufen hat,
überhaupt nicht auseinandersetzt (Bundesgerichtsurteil vom 20. Dezember
2012 [2C_843/2012]; Bundesgerichtsurteil vom 3. Mai 2005 [1P.115/2005],
mit Verweis auf BGE 126 I 97; VGE vom 1. Dezember 2008 [WBE.2007.
154]; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.o., § 175 StG N 31,
§ 195 StG N 9, mit Hinweisen).
6.3.
Die Steuerkommission Q. hat unter Verweis auf die Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichtes erwogen, dass in Veranlagungsverfügungen über
die Festlegung der Steuerfaktoren hinausgehende Feststellungen nicht
rechtskraftfähig seien. Sie hat damit zu den Einspracheanträgen 1 bis 4 in
formeller Hinsicht Stellung genommen und ihre Auffassung begründet. In
der Folge wurde zu den Einspracheanträgen 1 bis 5 in materieller Hinsicht
Stellung genommen. Insgesamt hat sich die Steuerkommission Q. zu
sämtliche Anträgen geäussert und eine Begründung abgegeben. Ob die
Begründung inhaltlich richtig ist oder ob die Begründung der Auffassung
des Rekurrenten entspricht, bleibt bei der formellen Prüfung, ob das
rechtliche Gehör des Rekurrenten gewahrt wurde, ohne Belang.
Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs ist nicht festzustellen und der Rekurs in diesem Punkt
abzuweisen.
7.
7.1.
Der Rekurrent rügt, dass der Eigenmietwert von CHF 15'639.00 mit dem
Anpassungsdekret um 9 % auf CHF 17'046.00 angehoben, anstatt um 9 %
reduziert worden sei. Der Rekurrent sei verspätet über die mit dem Anpas-
sungsdekret vorgesehene Erhöhung orientiert worden. Die Umrechnung
des um 9 % erhöhten Eigenmietwertes für die 4.5 Zimmerwohnung bedeute
eine nicht realistische monatliche Marktmiete von CHF 2'368.00 ohne Ne-
benkosten. Zu dieser Miete sei die Wohnung nicht vermietbar. Der Rekur-
rent werde damit gegenüber Mietern diskriminiert. Es sei stossend, dass
gegen das Orientierungsschreiben vom 9. Januar 2016 kein Rechtsmittel
gegeben sei.
Die Eigenmietwertansätze nach Ortskategorien im Anhang 18 der VBG
seien seit 1998 überhöht. Es könne nicht sein, dass pro Gemeinde mit dem
Anpassungsdekret völlig andere und neue Inflations- statt Deflations-An-
passungsfaktoren herangezogen würden. Das sei willkürlich und führe zu
nicht nachvollziehbaren Verzerrungen. Die generelle Erhöhung des Eigen-
mietwertes um 9 % führe zu fiktiven, viel zu hohen und gegenüber Mietern
- 14 -
willkürlichen, diskriminierenden Marktpreisen für 4.5 Zimmerwohnungen in
Q. von +24 % bzw. +25.2 %. In den in der gleichen Ortskategorie
eingereihten Nachbargemeinden S. und T. seien die Zuschläge nur mit 3 %
bzw. 6 % verfügt worden. Das System der Ortskategorien sei in unerlaubter
Weise verändert worden.
Die Vergleichsmieten in Q. (Auswertung aus "Homegate" per 30. Januar
2017) für 4.5 Zimmerwohnungen lägen bei CHF 1'891.00/Mt. Im Vergleich
mit 4.5 Zimmerwohnungen in umliegenden Gemeinden liege der
Durchschnittspreis bei CHF 2'005.00/Mt. (Auswertung aus "Homegate" per
30. Januar 2017), was einer Differenz von 18.1% entspreche.
Eine Auswertung per 6. September 2018 ergebe für den Mietwertvergleich
von 4.5 Zimmerwohnungen in Q. eine Differenz von CHF 406.00/Mt., was
+20.7 % entspreche. Damit werde gezeigt, dass das Überangebot von 4.5
Zimmerwohnungen zu einem Leerstandrisiko führe. Der Rekurrent habe
auch darum ein schützenswertes Interesse daran, dass seine 4.5
Zimmereigentumswohnung "mit einem realistischen Eigenmietwert
Drittvergleiche am Vermietungsmarkt als Resultat der festgelegten CHF-
Faktoren standhält und auch in Zukunft gegenüber Mietern nicht zusätzlich
an dem Jahr 2016 mit weitere Diskriminierung bestraft wird."
Auch für die Jahre 2012 bis 2015 liege der verfügte Eigenmietwert zu hoch,
was der Rekurrent erst im Jahr 2017 festgestellt habe. Statt einer willkürli-
chen Erhöhung um 9 % müssten die Gemeinde Q. bzw. nun das
Spezialverwaltungsgericht oder die Strafbehörden eine Reduktion von 9 %
ab dem Jahr 2016 beschliessen und anschliessend rückwirkend beim
Grossen Rat den korrekten Deflationsfaktor absegnen lassen. Die generel-
len Erhöhungen pro Gemeinde seien unzulässigerweise allein aufgrund
von Mix-Veränderungen ermittelt worden. Dabei sei bekannt gewesen,
dass grössere Wohneinheiten aufgrund der Bewertung nach Raumeinhei-
ten zu unzulässigen höheren Eigenmietwerten führen müssten. Die effekti-
ven Marktwerte seien vollständig ignoriert worden, obwohl Stichproben am
Markt notwendig gewesen wären. Die grössten Zu- und Abschläge in den
verschiedenen Aargauer Gemeinden, die vom Grossen Rat bewilligt wur-
den, zeigten eine Differenz von 35 %, was völlig unmöglich sei. Das gelte
auch für den Zuschlag von 9 % in Q., welcher aufgrund des Baus von
mehrheitlich grösseren Wohnungen ohne Marktwertvergleich allein mit
dem Zweck, zusätzliche Steuereinnahmen zu generieren, beschlossen
worden sei. Die Ermittlung der Erhöhung des Eigenmietwertes sei falsch
konzipiert worden.
7.2.
Das KStA verwies in seiner Vernehmlassung auf den angefochtenen Ein-
spracheentscheid und die Vernehmlassung des Gemeindesteueramtes Q.
- 15 -
(ebenfalls mit Verweis auf den Einspracheentscheid). Im Ein-
spracheentscheid wurde vorerst auf das Anpassungsdekret verwiesen,
welches vom Verwaltungsgericht mit Urteil vom 20. September 2016 als
verfassungs- und gesetzeskonform beurteilt worden sei. Nach dem Anhang
zum Anpassungsdekret betrage der Zuschlag für Q. 9 %, was gestützt auf
die mit Wertbasis Mai 1998 verfügten Eigenmietwerte zu Eigenmietwerten
für die 4.5 Zimmerwohnung von CHF 17'406.00 und für die Garagenplätze
von CHF 731.00 führe. Diese Werte seien für die Veranlagungsbehörde
verbindlich. Die Steuerkommission dürfe davon nicht abweichen. Die
Unrichtigkeit des Eigenmietwertes könne nur mit einem Antrag auf
Einzelschätzung geltend gemacht werden. Entsprechende Anträge seien
an das KStA GS zu richten. Die Veranlagungen der Steuerperioden 2012
bis 2015 seien allesamt in Rechtskraft erwachsen und könnten im
vorliegenden Verfahren nicht abgeändert werden.
8.
8.1.
Nach § 30 Abs. 1 lit. b StG ist der Mietwert von Liegenschaften oder Lie-
genschaftsteilen, die der steuerpflichtigen Person aufgrund von Eigentum
oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den Eigengebrauch zur Ver-
fügung stehen, als Einkommen steuerbar. Die Eigenmietwerte haben dabei
in jedem Einzelfall mindestens 60 % der Marktmietwerte zu betragen. Da-
von kann vom Grossen Rat abgewichen werden, soweit es das Bundes-
recht erlaubt (§ 30 Abs. 2 StG). Das aargauische Steuergesetz folgt damit
den in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen
(zuletzt: Urteil des Bundesgerichtes vom 31. Januar 2019 [2C_843/2016,
2C_844/2016] = StE 2019 A 21.12. Nr. 17):
"2.2. 2.2.1. Während der bundessteuerliche Eigenmietwert in den genannten Grenzen auf dem 'objektiven Marktwert' beruht, lässt das harmonisierte Steuerrecht der Kantone und Gemeinden tendenziell tiefere ('massvolle') Eigenmietwerte zu. Grund für die massvolle Besteuerung sind namentlich die geringe Verfügbarkeit des Grundeigentums und das aus Art. 108 BV hergeleitete Bestreben, die Selbstvorsorge durch Bildung von  fiskalisch zu fördern. Die kantonal und kommunal massgebenden  haben indes dem allgemeinen Rechtsgleichheitsgebot zu genügen (Art. 8 Abs. 1 BV) und dürfen dem Gebot der verhältnismässigen Besteuerung (Art. 127 Abs. 2 BV, 'Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit') nicht zuwiderlaufen (BGE 143 I 137 E. 3.3 S. 140 f. mit Hinweisen; BASILE CARDINAUX, in: Bernhard Waldmann/Eva Maria /Astrid Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesverfassung [: BSK-BV], 2015, N. 34 zu Art. 108 BV). Der kantonale und  Eigenmietwert muss im konkreten Einzelfall die Untergrenze von 60 Prozent wahren (BGE 143 I 137 E. 3.3 S. 141).
2.2.2. Der Bundesgesetzgeber hat davon abgesehen, die Methodik und Bemessung des Eigenmietwerts auch vertikal zu harmonisieren (Urteil 2C_757/2015 / 2C_758/2015 vom 8. Dezember 2016 E. 2). Ohnehin liess er es auf kantonaler bzw. kommunaler Ebene damit bewenden, Art. 7
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=31.01.2019&to_date=31.01.2019&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Eigenmietwert&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-137%3Ade&number_of_ranks=0#page137 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=31.01.2019&to_date=31.01.2019&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Eigenmietwert&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-137%3Ade&number_of_ranks=0#page137
- 16 -
Abs. 1 Satz 1 StHG hinsichtlich der Eigenmietwerte als blosse  auszugestalten (Urteil 2C_12/2007 vom 22. Februar 2007 E. 3.1, in: StE 2008 B 25.2 Nr. 9, StR 62/2007 S. 357). Die gesetzgeberische  des kantonalen und kommunalen Gestaltungsspielraums, der sich daraus ergibt (2C_829/2016 / 2C_830/2016 vom 10. Mai 2017 E. 10.1 mit Hinweisen, in: ASA 86 S. 60, RDAF 2017 II 461, StR 72/2017 S. 809), und die Auslegung bzw. Anwendung dieses Rechts überprüft das  lediglich unter dem Gesichtswinkel des Verstosses gegen  Individualrechte bzw. namentlich des Willkürverbots."
8.2.
Allgemeine Neuschätzungen von Eigenmietwerten (und Vermögenssteuer-
werten) werden auf Anordnung des Grossen Rates auf Beginn einer Ver-
anlagungsperiode vorgenommen (§ 218 Abs. 1 StG). Der Regierungsrat
überprüft die Marktlage periodisch. Er unterbreitet dem Grossen Rat Be-
richt und Antrag, wenn sich die Marktwerte gegenüber den nach § 30 Abs. 2
StG festgelegten Eigenmietwerten um mehr als 5 Prozentpunkte verändert
haben oder wenn sich die Marktwerte der selbst bewohnten Liegenschaf-
ten wesentlich verändert haben (§ 218 Abs. 3 StG).
8.3.
Der Regierungsrat regelt die Bewertung der Grundstücke und der Eigen-
mietwerte (§ 218 Abs. 4 StG). Er hat dabei im Rahmen der Totalrevision
des aargauischen Steuergesetzes die gestützt auf § 52 Abs. 4 des Steuer-
gesetzes vom 13. Dezember 1983/26. Januar 1988 (aStG) erlassene VBG
unverändert in Kraft belassen.
8.4.
Nach § 24 Abs. 1 VBG ist der Eigenmietwert von selbst genutzten Liegen-
schaften wie Einfamilienhaus, Wohnung im Mehrfamilien-, Wohn- und Ge-
schäftshaus, Ferien- und Weekendhaus und Nutzniessungen hieran mass-
voll festzusetzen. Er ergibt sich aus den im Anhang enthaltenen Mietwert-
tabellen Nr. 1 bis 10 und 18. Das Resultat ist gemäss Anhang 17 zu kürzen.
8.5.
Der Grosse Rat hat mit dem Anpassungsdekret eine Anpassung der Eigen-
mietwerte per 1. Januar 2016 beschlossen. Das Anpassungsdekret lautet
wie folgt:
"Der Grosse Rat des Kantons Aargau,
gestützt auf die §§ 30 Abs. 2 und 218 Abs. 1 und 3 des Steuergesetzes (StG) vom 15. Dezember 1998,