Decision ID: 590709d7-154f-490a-903f-e8dfbe464b6d
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
52,
arbeitete
von Juli bis Oktober 2002
als Mon
teur bei der Firma
Y._
(
Urk.
6/1/23,
Urk.
6/2
Ziff.
1.1-1.3
,
Urk.
6/8/1
Ziff.
1, 5 und 20
).
Nach Knieunfällen am 2
2.
und 24. Juli 2002 (
Urk.
6/1/23)
er
brach
te die
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
bis zum
Fallab
schluss
am
26. November 2002 die Versicherungsleistungen (Taggeld und
Heil
kosten
)
und stellte diese danach ein
, da es sich bei den noch vorhandenen Be
schwerden nicht um Unfallfolgen handle (
Urk.
6/1/20-21).
Am 16. Mai 2005 mel
dete sich
der Versicherte
wegen Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindel
ge
fühlen, Müdigkeit, depressiver Ver
stimmung, intensiven Ängsten, innerer Unruhe,
Schlaflosigkeit,
Konzentrati
onsschwierigkeiten
und Bluthochdruck bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (
Urk.
6/2
Ziff.
7.2 und
Ziff.
7.8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Arztberichte (
Urk.
6/9,
Urk.
6/25
), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/8) und einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
6/5) ein und zog
A
kten der Suva
(
Urk.
6/6) bei
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/16-17) und Ein
holung eines psychiatrischen Gutachtens (
Urk.
6/27)
wies sie das Leistungs
be
gehren des Versicherten mit Verfügung vom 18. September 2007 (
Urk.
6/28) ab.
1.2
Am 26. September
(
Urk.
6/31,
Urk.
6/34)
beziehungsweise am 19. Oktober 2011
meldete sich der Versicherte erneut zum Rentenbezug an
(
Urk.
6/
35). Die IV-Stelle ho
lte einen IK-Auszug (
Urk.
6/36) und
einen Arztbericht (
Urk.
6/38) ein und wies nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/43)
mit Verfügung vom 4. Mai 2012 das Leistungsbegehren ab
(
Urk.
6/44 =
Urk.
2). Am 11. Mai 2012
beantragte der Versicherte die Kostengutsprache für orthopädische
Se
rien
schuhe
(
Urk.
6/45).
2.
Gegen die Verfügung vom 4. Mai 2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 4. Juni 2012
Beschwerde
und beantragte sinngemäss deren Aufhebung und erneute Ab
klärung der Sache (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juli 2012 beantrag
te
die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Innert Frist (
Urk.
7) nahm der Beschwerdeführer
dazu
Stellung
(Urk. 9)
und reichte weitere Arztberichte
ein (
Urk.
10/2-7
). Mit Eingabe vom 6. September 2012, welche dem Beschwer
de
führer am 1
0
.
September 2012 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (
Urk.
14), hielt die Beschwerdegegnerin an der Abweisung der Beschwerde fest (
Urk.
12), und
reichte die Mitteilung vom 4. September 2012
ein, mit welcher sie
Kosten
gut
sprache
für orthopädische Serienschuhe
erteilte
(
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
lie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden
und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im
Beschwerde
ver
fah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
van
te Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis)
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). An
lass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
li
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine
Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener
Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom
11.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kung
en
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Ar
beitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
an
spruchs
erheblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräf
tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher
auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
vom Fehlen ei
ner wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes aus
. So
sei
weiterhin von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mit einem nur leicht ver
änderten Ressourcenprofil auszugehen
(
Urk.
2
,
Urk.
5
)
.
Mit Verfügung vom 4. September 2012 sei dem Beschwerdeführer die Kostengutsprache für orthopä
dische Serienschuhe erteilt worden
(
Urk.
12
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, sein Gesundheitszustand
habe
sich seit a
n
fangs 2012 verschlechtert und er
sei nicht voll arbeitsfähig
. Diagnosti
ziert sei
en
eine Polyneuropathie und ein Diabetes, er habe kein Gefühl in den Füssen und Wunden, ohne es zu merken.
Zudem sei er seit Juni 2012 wegen ei
nes Darm
verschlusses hospitalisiert und könne wegen Komplikationen zurzeit nicht operiert werden (
Urk.
1). Er sei in psychiatrischer Behandlung und könne kaum laufen oder stehen. Sein Hausarzt habe ihn ab 1. August 2012
für eine ange
passte Arbeit
zu 50
%
arbeitsfähig geschrieben
. E
r könne sich nicht vorstellen, welche Arbeit er ausü
ben könnte, da er keine Büroausbildung habe und sein höheres Alter und seine unstabile Gesundheit
hinzukämen
(
Urk.
9).
2.3
S
trittig und zu prüfen ist, ob
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers im Zeitraum zwischen der ersten leistungsabweisenden Verfügung (18. Sep
tem
ber 2007) und der angefochtenen Verfügung (4. Mai 2012) in einer
an
spruchs
erheblichen
Weise verändert hat.
3.
3.1
Die rentenabweisende Verfügung vom 18. September 2007
(
Urk.
6/28)
fusste im Wesentlichen auf folgende
m me
dizinischen
Sachverhalt
:
3.2
Dr.
med.
Z._
, welcher den Beschwerdeführer seit Herbst 2002
haus
ärzt
lich
behandelte,
diagnostizierte mit Bericht vom 14. Juni 2006
(
Urk.
6/9/1-2)
eine
seit 2002 bestehende
reaktive angstbetonte Depression, einen periodi
schen Al
koholabusus, eine
Hyperurikämie
und eine leichtere mediale
menis
koprive
Gonarthrose
rechts
(
lit
. A)
und
gab
eine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
seit dem 1. Januar 2005 als Hilfsarbeiter
an
(
lit
. B). In der medizinischen Beur
teilung der Arbeitsbelastbarkeit vermerkte
Dr.
Z._
verschiedene Einschrän
kungen der phy
sischen Funktionen sowie eine eingeschränkte Anpassungsfä
higkeit und Be
last
barkeit
(
Urk.
6/9/3-4)
.
3.3
Dr.
med.
A._
,
B._
,
ging den Angaben von
Dr.
Z._
folgend von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 75
%
hin
sichtlich kniebelastender Tätigkeiten
,
wie der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Monteur
,
aus. Hingegen werde eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
knie
adaptierte
Tätigkeiten
(leichte wechselbelastende Tätigkeiten, überwiegend sit
zend
, ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten, ohne Steigen auf Leitern
und Gerüste, ohne kniende oder kniebeugende Körperhaltungen)
nicht begrün
det,
u
nd ein psychischer G
esundheitsschaden sei mangels objektive
r
psychiat
rische
r
Befunde nicht ausgewiesen, weshalb von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
für an
gepasste Tätigkeiten auszugehen sei (
Urk.
6/14/2).
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem
Bericht vom
2.
August 2007 (
Urk.
6/25) folgende, seit einigen Jahren be
stehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
mittel- bis
schwergradige
rezidivierende depressive Störung (F33.11, F33.2) auf dem Boden einer selbstunsicheren Persönlichkeit (F60.6)
generalisierte Angststörung (F41.1)
periodischer
Alkoholabusus
(gegenwärtig abstinent)
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe in der Tätigkeit als Chauffeur oder Arbei
ter seit dem 1. Januar 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
(
lit
. B). Der Be
schwerdeführer könnte eine leichte, wechselbelastende Arbeit zu 30
%
ausüben, und die jetzige Arbeit als Hauswart, welche der Beschwerdeführer zu 20
%
aus
übe, sei eigentlich eine angepasste Tätigkeit (
Urk.
6/
25/4
).
3.5
Mit Gutachten vom 27. August 2007 führte
Dr.
med.
D._
, FMH Psy
chiatrie und Psychotherapie, aus, dass eine Störung gemäss ICD
-
10 mit Aus
wir
kunge
n auf die Arbeitsfähigkeit zurz
eit nicht vorliege. Als Diagnosen ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein
Tabakabhängig
keits
syn
drom
(F17.24)
, eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
(F33.4)
, mit
einer Anpassungsstörung (F43.2
0
) bei Verlust des Arbeitsplatzes 2003 und
selbst
unsicheren
,
dependenten
und passiv-aggressiven
Persönlich
keitszügen
(Z73.1)
,
einem Verdacht auf ein Alkoholabhängigkeitssyndrom (F10.24), eine ar
terielle Hypertonie und eine
Hyperurikämie
. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Wegen der Schmerzen in den Knien und der
Hüfte sowie der ableitbaren Diagnose einer Arthrose empfehle er eine ergän
zende,
angemessene Abklärung bei einer entsprechenden Fachperson (
Urk.
6/27 S.
12 f.)
.
3.6
In seiner
Stellungnahme vom 6. September 2007
führte
B._
-Arzt
Dr.
A._
aus,
dass
in psychiatrischer Hinsicht auf das Gutachten von
Dr.
D._
abzustellen
sei
. In somatischer Hinsicht seien keine weiteren Abklärungen nötig, da seine
frühere Stellungnahme somatische Einschränkungen berücksichtige. Daher sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen (
Urk.
6/29/2).
3.7
Die rentenabweisende Verfügung vom 18. September 2007 (
Urk.
6/28) ging da
von aus, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten knieadaptierten
,
leich
ten
,
wechselbelastenden Tätigkeit, überwiegend sitzend, ohne Heben, Tragen und
Bewegen von Lasten, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne kniende oder kniebeugende Körperhaltungen zu 100
%
und in einer kniebelastenden Tätigkeit wie der angestammten Tätigkeit als Monteur zu 75
%
arbeitsfähig sei und dass ein psychischer Gesundheitsschaden mangels objektive
r
psychiatrische
r
Befunde nicht ausgewiesen sei.
4.
4.1
Im Rahmen der Neuanmeldung gingen folgende Arztberichte ein:
4.2
Mit Bericht vom 23. Dezember 2009 berichteten die Ärzte der
E._
über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 14. Okto
ber
bis zum 10. November 2009 und nannten folgende Diagnosen
(
Urk.
6/30/1)
:
Pankreaslinksresektion mit
Splenektomie
am 29. September 2009,
F._
bei progredientem
subkapsulärem
Milzhämatom
Status nach
synkopalem
(
orthostatischem
) Sturz mit Nasenkontusion
Aneurysma der
A
rteria
lienalis
,
Coiling
/
Embolisation
am 25.09.09
Diabetes mellitus
bei Status nach Pan
k
reasteilresektion
insulinpflichtig
Pseudozyste im Pankreasschwanz
daher antibiotische Behandlung mit
Metronidazol
und
Ciproxin
seit 21.09.09
Eine Arbeitsunfähigkeit sei vom 14. Oktober bis zum 24. November 2009 be
schei
nigt worden, und eine Arbeitsaufnahme sei im Zeitpunkt des Austrittes noc
h nicht absehbar gewesen (
Urk.
6/30/1).
4.3
Dr.
med.
G._
,
F._
, Klinik und Poliklinik
für Innere Medizin,
welcher den Beschwerdeführer seit dem 19. Juli 2011 am
bulant behandelte (
Ziff.
1.2),
nannte
mit Bericht vom 16. November 2011
(
Urk.
6/38/1-5)
als
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
einen Diabetes mellitus, eine
Steatohepatitis
, einen Status nach
Splenektomie
, eine
Cholezystektomie
und eine Pankreaslinksresektion. Ohne Einfluss auf die Ar
beits
fähigkeit diagnostizierte er eine
hypertensive
Herzkrankheit und einen Shor
t
Barret
-Ösophagus (
Ziff.
1.1).
Dr.
G._
führte aus, der Beschwerdeführer müsse wegen des Diabetes am Arbeits
platz frei essen und trinken können, um Blutzuckerschwankungen aus
zugleichen, und er müsse am Arbeitsplatz Blutzuckermessungen durchführen und dokumentieren können. Aufgrund der Polyneuropathie bestehe eine Sturz- und Unfallgefahr, weshalb Einschränkungen bei Tätigkeiten in der Höhe und auf Leitern bestünden.
Die genannten Diagnosen stellten keinen Grund für eine Krankschreibung dar. Bezüglich Diabetes und der Leberproblematik bestehe eine
Malcompliance
des Beschwerdeführers (
Ziff.
1.7 und 1.11).
4.
4
Am 1
2.
Juni 2012 berichteten die Ärzte des
F._
, Departement für Chirurgie, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, über die
Hospitalisation
des Be
schwerdeführers vom
1.
bis zum 1
8.
Juni 2012 und führten aus, dass der Be
schwerdeführer mit einer
Ileussymptomatik
über den Notfall eingetreten sei.
Die diagnostizierte
Dünndarmpassagestörung
und akute Nieren
in
suffizienz sei
en
kon
servativ therapiert worden
(
Urk.
10/7)
.
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 2
5.
Juli 2012 habe der Beschwerdeführer
be
richtet, seitens des Bauches i
n
gute
m
Allgemeinbefinden zu sein. Er
habe keine
Schmerzen abdominal
und keine Übelkeit oder Erbrechen seit der Ent
lassung au
s dem Spital. Bis zum
7.
Juli 2012 sei der Beschwerdeführer zur Re
habilitation
in der
E._
gewesen, was ihm gut getan habe. Aktuell leide er aber an
musku
loskelettalen
Schmerzen, die ihm das Laufen nahezu verun
möglichten
. Die Ärzte führten aus, dass sie mit dem Verlauf nach konservativer
Ileustherapie
sehr zu
frieden seien. Betreffend
muskuloskelettale
Beschwerden sei der Beschwerde
führer den entsprechenden Spezialisten vorzustellen
(
Urk.
10/3)
.
4.5
Am
6.
Juli 2012 berichtete der Physiotherapeut der
E._
über die Behandlung des Beschwerdeführers vom 1
8.
Juni bis zum
7.
Juli 201
2.
Er hielt einen komplikationslosen Verlauf fest, und die Therapieziele - si
cheres Aufwärtssteigen von 16 Treppenstufen,
Rekonditionierung
, Verbesserung der
Si
cher
heit - seien erreicht worden
;
der Beschwerdeführer sei im ebenen Ge
lände sicher mobil, und steige 60 Treppenstufen problemlos
(
Urk.
10/5)
.
4.6
Im
B
ericht vom 1
9.
Juli 2012 diagnostizierte der Arzt der
H._
, Orthopädie, wie bereits im Bericht vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
3 =
Urk.
6/48/6-7), eine Hyperkeratose über dem lateralen PIP
Digitus
IV (interdigital) rechts, einen Status nach plantarem Ulcus
Metatarsale
II, II
I
links und medio-plantarem Ulcus
der rechten Grosszehe sowie eine Polyneuropathie (
Urk.
10/6 S. 1). Insgesamt liege ein erfreulicher Verlauf vor, und der Beschwerdeführer sei aktuell
ulcus
frei
. Eine kritische Zone bestehe derzeit noch im interdigitalen Bereich IV/V rechts, wo sich ein
Klavus
bilde; dafür sei in vier Wochen eine Kontrolle in der
Wund
sprechstunde
vorgesehen. Anstelle der Verbandschuhversorgung benötige der Be
schwerdeführer orthopädische Serienschuhe (
Urk.
10/6 S. 2).
Ein
Arbeits
un
fähigkeitszeugnis
könne in der aktuellen Situation nicht ausgestellt werden, und diesbezüglich werde auf den Hausarzt verwiesen (
Urk.
10/6 Blatt 3
).
4.7
Dr.
med.
I._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH, welcher den Be
schwer
deführer seit dem 2
6.
Januar 2012 behandelte, attestierte dem Beschwer
de
führer
am 27. Juli 2012
wegen eines schweren Diabetes mellitus mit
Polyneu
ro
pathie
an beiden Füssen eine volle Arbeitsunfähigkeit auch für leichtere Ar
beiten seit dem 2
3.
Januar bis zum 3
1.
Juli 201
2.
Ab
1.
August 2012 sei der Be
schwerdeführer für eine leichte angepasste Arbeit zu 50
%
arbeitsfähig
(
Urk.
10/2)
.
5.
5.1
Im Vergleich zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt de
r erstmaligen
Rentenab
weisung
sind neu die Diagnosen eines Diabetes mellitus und
ein
er
Polyneuro
pathie
hinzugekommen. Laut
Dr.
G._
,
F._
,
verunmöglichen
oder beeinträch
tigen
diese jedoch nicht die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
, sondern es sind
lediglich
gewisse
zusätzliche
Forderungen an einen geeigneten Arbeitsplatz
zu stellen. So sind aufgrund des Diabetes
Blutdruckmessungen
,
Essen und Trin
ken
während der Arbeit
zu ermöglichen, und aufgrund der Polyneuropathie be
steht eine Sturzgefahr und daher e
ine Einschränkung hinsichtlich Arbeiten in der Höhe und auf Leitern
(
Urk.
6/38/1-5, vgl. vorstehend E. 4.3)
.
Eine wesentli
che Verschlechterung des Gesundheitszustandes,
welche
die Arbeitsfähigkeit zu
sätzlich einschränken und damit
eine für den Rentenanspruch relevante Än
derung des Invaliditätsgrades bewirken würde,
ist damit nicht ausgewiesen.
5.2
Betreffend Wundproblematik an den Füssen äusserten sich die Ärzte der
H._
nicht, sondern hielten lediglich fest, dass der Beschwerdefüh
r
er or
thopädische Serienschuhe benötige
(
Urk.
10/6, vgl. vorstehend E. 4.6)
. Solche hat der
Beschwerdeführer
- wie aus der Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom
4.
September 2012 (
Urk.
13) hervorgeht -
zwischenzeitlich erhalten.
5.3
Der Darmverschluss, welche
r
zur notfallmässigen
Hospitalisation
am
1.
Juni 2012
führte, ereignete sich nach Erlass der angefochtenen Verfügung und be
wirkte kein
e
länger dauernde
Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
10/3,
Urk.
10/7, vgl. vor
stehend E. 4.4)
.
5.4
Aus dem Austrittsbericht der
E._
ergibt sich sodann, dass
die Rehabilitation dem Beschwerdeführer gut getan hat, sodass er heute 60 Tre
p
p
en
stufen problemlos gehen kann
(
Urk.
10/5, vgl. vorstehend E. 4.5)
.
5.5
Was die vom Beschwerdeführer zunächst noch geltend gemachte psychische Pro
blematik angeht (
Urk.
9), so wurde diese nicht näher substantiiert, und sie war im Verfahren, welches zum Erlass der rentenabweisenden Verfügung führte,
bereits
eingehend abgeklärt worden.
Auch in psychischer Hinsicht ist somit da
von auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand nicht verschlechtert hat.
5.6
Eine Würdigung
der
genannten Arztberichte ergibt
, dass diese in den wesentli
chen
Punkten übereinstimmen und insgesamt schlüssig und nachvollziehbar sind
und damit den praxisgemässen Anforderungen genügen (vgl. vorstehend E. 1.4)
, weshalb darauf abzustell
en ist
.
Demgegenüber erweist sich die im Wider
spruch dazu stehende, vom Hausarzt
Dr.
I._
attestierte Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
(
Urk.
10/2, vgl. vorstehend E. 4.7)
mangels näherer Begründung
als nicht
nachvollziehbar
.
5.7
Damit ist
mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2)
davon auszugehen, dass dem Be
schwerdeführer weiterhin
(vgl.
Urk.
6/28, vorstehend E. 3.7)
eine angepasste
,
kni
e
adaptierte
,
leichte
,
wechselbelastende
,
überwiegend sitzende
Tätigkeit ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten
, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste
sowie ohne kniende oder kniebeugende Körperhaltungen vollumfänglich zu
mut
bar ist. Neu
ist lediglich, dass
bei der Arbeit die Vornahme von
Blutzucker
messungen
und ein regelmässiges Essen und Trinken zu ermöglichen
ist, welche die Arbeitsfähigkeit - auch in zeitlicher Hinsicht - nicht weiter einschränken
. Da
mit ist
mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
5) von einer nur geringen Erweite
rung des Ressourcenprofils und weiterhin
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen
. Dies stimmt
im Übrigen mit der
vom Be
schwerdeführer selber gegenüber der Arbeitslosenversicherung angegebenen
Ve
r
mittlungsfähigkeit
von 100
%
überein (
Urk.
6/39). Angesichts dessen fehlt es so
mit an einer erheblichen, sich auf die Arbeitsfähigkeit
und den
Invaliditäts
grad
auswirkende
n
Änderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im Vergleich zum Zeitpunkt des Erlasses der ersten rentenabweisenden Verfü
gung.
6.
Zusammenfassend steht fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers seit
Erlass
der
rentenabweisenden Verfügung
(
1
8.
September
2007) nicht
in einer anspruchserheblichen Weise
ver
schlechtert
hat
.
Damit steht ihm keine Rente der Invalidenversicherung zu, weshalb sich die angefochtene Verfügung vom
4.
Mai 2012
als rechtens erweist und die Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
500.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerle
gen.