Decision ID: d6c6077b-f4c9-4299-84a5-731c75ba659b
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966
, ist seit 1987 bei der
Y._AG
als Schaler angestellt
, wobei der letzte Arbeitstag am
16. Oktober 2018
war
.
Seit 1990
ist er zudem bei
der Z._
als Hilfsarbeiter angestellt (Urk. 6/6; Urk. 6/9/1-8).
Unter Hinweis auf
eine Arthrose
meldete er sich am
13. November 2018
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten der
Krankentaggeldversicherungen Helsana Versicherungen AG (Helsana;
Urk.
6/12-13;
Urk. 6/29; Urk. 6/41
)
sowie
Swica
Krankenversicherungen AG
(
Swica
; Urk. 6/17) bei.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/33-40
) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom
28. Januar 2020 bei einem Invaliditätsgrad von 34
%
einen Rentenanspruch (Urk.
6/45
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
2. März 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
28. Januar 2020
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungs
leistungen auszurichten
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
29. April 2020
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
5. Mai 2020
zur Kenntnis gebracht (Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsm
assnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG
).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf das zuhanden der Helsana erstattete rheumatologische Gutachten davon aus, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Schaler aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben könne. Eine angepasste, überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung sei ihm in einem 100%-Pensum weiterhin zumutbar (S. 1 unten).
Für die Berechnung seines
Valideneinkommens
werde auf die Angaben des Arbeitgebers abgestützt. Zusätzlich
erziele der Bes
chwerdeführer einen Nebenver
dienst bei der
Z._
. Zusammengerechnet betrage das
Validen
einkommen
für das Jahr 2019 Fr. 81'959.70 (S. 2 oben).
Für die Berechnung des Invalideneinkommens werde auf statistische Werte abgestützt. Es betrage für das Jahr 2019 grundsätzlich Fr. 67'743.-- (S. 2 oben).
Es
könne auch nach der erneuten Stellungnahme des Gutachters
Dr.
A._
daran festgehalten werden, dass dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit im 100%-Pensum zumutbar sei.
Dr.
A._
schreibe, dass dem Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausserhalb der entzündlichen Schübe eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar sei. Die erwähnten Faktoren, die eine erfolgreiche Eingliederung erschweren könnten, seien invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant. Es könne aber ein leidens
bedingter Abzug von 20 % gewährt werden, da der Beschwerdeführer an einer schubförmigen Krankheit leide, wonach mit unregelmässigen Teil-Arbeitsun
fähigkeiten zu rechnen sei (S. 2 Mitte).
Somit ergebe sich für das Jahr 2019 ein Invalideneinkommen von Fr. 54'194.40, woraus ein Invaliditätsgrad von 34 % resultiere.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die nach dem am 12. Juli 2019 erfolgten
Aktenbeizug
von der Helsana neu produzierten Akten seien der Beschwerdegegnerin mit Ausnahme der vom Beschwerdeführer eingereichten Stellungnahme durch Dr.
A._
vom 13. August 2019 nicht bekannt. Indem sie
dem Antrag
auf vollständigen
Aktenbeizug
nicht nachgekommen sei, habe die Beschwerdegegnerin ihre gesetzliche Untersuchungspflicht verletzt (S. 5 f. Ziff. 5
).
Die der angefochtenen Verfügung zugrunde gelegte Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepassten Tätigkeiten sei nicht erstellt und widerspreche der rheumato
logisch-internistischen fachärztlichen Beurteilung
durch
Dr.
A._
vom 13. August 2019. Denn sie gelte nur in Perioden ausserhalb entzündlicher Schübe der
Arthropathie
, mithin erklärtermassen rein medizinisch-theoretisch. Für den Zeitpunkt der Untersuchung sei fachärztlich wegen der an beiden Händen bestehenden arthritischen Veränderungen eine etwa 50%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit auch in leichtesten
Belastungen attestiert worden (S. 6 Ziff. 6). RAD-Arzt Dr.
B._
sei Facharzt für Chirurgie und daher nicht in der Lage, die hier zu beurteilenden Beschwerden zutreffend zu beurteilen. Au
f seine Beurteilung könne
nicht abgestellt werden (S. 4 Ziff. 3, S. 6 Ziff. 6).
Gemäss dem Gutachten von Dr.
A._
vom 30. Juni 2019 bestünden sodann massiv eingeschränkte Ressourcen, um die medizinisch-theoretische Arbeits
fähigkeit von 50 % angepasst überhaupt verwerten zu können. Dies sei zusätzlich im Rahmen eines Leidensabzugs von 25 statt 20 % zu berücksichtigen (S. 7 Ziff. 7).
Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK) habe er in den Jahren 2010 bis 2015 stets ein jährliches Erwerbsein
kommen von mehr als Fr. 90'000.--
erzielt, im Jahr 2016 Fr. 84'503.-- und im Jahr 2017 Fr. 82'105.--. Die
Einkommensschwankungen resultierten aus der Nebenerwerbstätigkeit bei der
Z._
, welche trotz Mahnung keinen Arbeitgeberfragebogen eingereicht habe. Die Beschwerdegegnerin habe in Verletzung ihrer gesetzlichen Untersuchungs
pflicht nicht insistiert. Insbesondere hätte sie klären müssen, weshalb im Nebenerwerb ab dem Jahr 2016 eine erhebliche Lohnreduktion eingetreten sei. Es sei davon auszugehen, dass dies Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung durch die seit vielen Jahren bestehende
Hämochromatose
sei.
Das
Validenein
kommen
betrage somit mindestens Fr. 95'000.-- (S. 7 Ziff. 8
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers und dabei insbesondere der Umfang der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sowie die Höhe des
Valideneinkommens
.
3.
3.1
Die Ärz
te des Instituts C._
führten im Bericht vom 18. Januar 2018 zur Magnetresonanztomographie (MRI) des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts (Urk. 6/12/4-5)
zur Indikation
aus,
es besteh
e ein Status nach Notfall im Spital D._
am 26. Dezember 20
17 mit Schmerzen im OSG medial, kein Trauma erinnerlich, livide Verfärbung medial lokal, Röntgen in Ordnung, im Verlauf weiterhin
Druckdolenz
(S. 1 oben). E
s zeige sich eine schwere aktivierte Arthrose im unteren Sprunggelenk (USG) mit Betonung auf Höhe der
talokalkanearen
Gelenkfacette medial sowie Reizung der angrenzenden Weichteilstrukturen im Sinus
tarsi
. Davon anatomisch abgetrennt finde sich ein subkutanes Ödem oberflächlich des
Retinaculum
musculorum
flexorum
auf Höhe des medialen OSG/Fussgewölbes, welches keinen direkten Bezug zu d
er genannten Arthrose aufweise. Die Ursache des Weichteilödems könne bildgebend nicht näher benannt werden (S. 1 f.).
3.2
Dr. med. E._
, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 30. Oktober 2018 (Urk. 6/12/2-3) als Diagnose eine bekannte
Hämochromatose
mit ausgeprägt
er
Hämochromatose-Arthropathie
i
m
Metacorpophalangealgelenk
(MCP) III beidseits sowie
subtalar
rechts, wahrscheinlich beginnend auch links (S. 1 oben). Anamnestisch sei eine
Hämochromatose
bekannt mit wiederholten Aderlässen. Aktuell bestünden bei diesem Hilfsmaurer, welcher zusätzlich neben seinem 100%-Job auf einer Bauste
lle am Wochenende bei der Z._
leichtere Arbeit verrichte, belastungs
abhängige Schmerzen im Bereich des rechten Fusses, vor allem beim Anlaufen und beim Gehen auf unebenem Gelände, tagsüber deutlich zunehmend, nachts gelegentlich auftretende stechende Schmerzen. Neu bestünden seit drei Wochen
auch beginnende Beschwerden im Bereich des linken OSG. Neben einer schweren aktivierten
Ar
throse im Bereiche des USG bestü
nden deutliche
Arthropathien
im Rahmen der
Hämochromatose
im
MCP III beidseits mit belastungsabhängigen Schmerzen seit 8 Jahren, ab Dezember 2017 deutlich
exazerbierend
vor allem bei manuell schwereren Arbeiten (S. 1 Mitte
).
Bekannterweise
sprächen
Hämochromatose-Arthropathien
nicht auf Aderlässe an. Der Patient sei als Hilfsmaurer mit manuell schweren Tätigkeiten und häufigem Gehen zum Teil auch auf unebenen Unterlagen kaum mehr arbeitsfähig. Generell sei er für leichte, nicht monotone manuelle Tätigkeiten unter Vermeidung von längerem Gehen, vor alle
m
auf unebenen Böden
,
sowie Leitersteigen
,
arbeitsfähig (S. 2 Mitte).
3.3
Dr. med. F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im ärztlichen Erstbericht zuhanden der Helsana vom 18. Dezember 2018 (Urk. 6/12/1; Fragen vgl. Urk. 6/12/6-9) als Diagnosen eine
Hämochromatose
und eine
Arthropathie
(Ziff. 3).
Die Erstbehandlung für die aktuelle Arbeitsunfähigkeit sei am 17. Oktober 2018 erfolgt (Ziff. 1).
Der Beschwerdeführer sei wegen der aktuellen Beschwerden seit 2006 in Behandlung (Ziff. 3.2). Am aktuellen Arbeitsplatz bestünden Einschränkungen beim Heben, Tragen und Laufen (Ziff. 8).
Gleichentags berichtete Dr.
F._
auch an die
Swica
(Urk. 6/17/17; Fragen vgl. Urk. 6/17/13). Dabei hielt er zur Anamnese fest, die Fingergelenksprobleme träten seit Ende 2005 auf, aktenkundig gemäss Unterlagen seit dem 14. Dezember 2006 (Arthritis MCP-Gelenk III links und rechts).
Es seien der Nachweis einer
Hämo
chromatose
und seither wiederholte
Aderlassbehandlungen
erfolgt (Ziff. 1). Es bestünden belastungsabhängige Schmerzen in den Händen, neu auch im USG rechts mehr als links seit Dezember 2017 (Ziff. 2).
3.4
Die Ärzte der Abteilung Fus
schirurgie der Klinik G._
nannten im Bericht vom 30. Januar 2019 (Urk. 6/29/27-28) folgende Diagnosen (S. 1 oben):
-
USG Arthrose rechts
-
Hämochromatose
mit/bei
-
ausgeprägter
Arthropathie
MCP III beidseits
-
arterielle Hypertonie
Der Beschwerdeführer
berichte
über starke Schmerzen insbesondere im Bereich des
anterioren
rechten Sprunggelenks, welche belastungsabhängig und ins
besondere beim Treppenhinuntergehen, mittlerweile jedoch auch in Ruhe und nachts nach vermehrter körperlicher Belastung
aufträten. Die Beschwerden hätten akut a
n Weihnachten 2017 begonnen
mit Auftreten eines Hämatoms
retromalleolär
medial sowie einer Schmerzkrise in diesem Bereich, welche zu
einer Vorstellung auf der Notfallstation geführt habe. Die Beschwerden hätten nun ebenfalls linksseitig begonnen, allerdings in deutlich geringerer Intensität. Der Patient arbeite als Hilfsmaurer zu 100 % auf einer Baustelle, nebenbei
verrichte er
am Wochenende leichtere Arbeiten bei der
Z._
(S. 1 Mitte).
3.5
Am 25. Februar 2019 (Urk. 6/29/25-26) berichteten
die Ärzte der Klinik G._
, Fusschirurgie,
über die Befundbesprechung zur Dreiphasen
skelettszinti
grafie mit
Einzelphotonen-Emissionscomputertomographi
e (SPECT
CT) des rechten Fusses vom 21. Februar 2019. Diese habe eine hoch aktive Arthrose in der mittleren, etwas weniger ausgeprägt auch im Bereich der vorderen USG
Gelenks
facette gezeigt (S. 1 unten). Als nächster Schritt sei eine Mischinfiltration des USG besprochen worden (S. 2 oben).
3.6
Im Sprechstundenbericht vom 8. April 2019 (Urk. 6/29/23-24) führten die Ärzte der
Klinik G._
, Fusschirurgie,
aus, der Beschwerdeführer berichte, dass nach der Infiltration vom 25. Februar 2019 während mehreren Tagen eine deutliche Beschwerdebesserung aufgetreten sei, nach einer Woche seien die Beschwerden jedoch wieder in vorbekannter Intensität aufgekommen (S. 1 Mitte). Chirurgisch könnte ihm
nur eine USG-
Arthrodese
angeboten werden, wobei er einen operativen Eingriff zum jetzigen Zeitpunkt klar ablehne (S. 1 unten). Die Kollegen der Rheumatologie würden nun um eine Beurteilung gebeten (S. 2 oben).
3.7
Die Ärzte der Abteilung Rheumatologie und Rehabilitation der
Klinik G._
führten im Bericht vom 6. Mai 2019 (Urk. 6/29/17-18) aus, therapeutisch werde empfohlen, die analgetische Therapie mit einem nicht
steroidalen
Anti
rheumatikum zu erweitern. Gegebenenfalls könnten erneute gezielte USG
beziehungs
weise MCP-III-Infiltrationen mit Stereoiden zusätzliche Erleichterung bringen. Mittelfristig werde das orthopädische Vorgehen mittels
Arthrodese
als zielführend angesehen (S. 2 unten).
3.8
Dr. med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, erstattete am 30. Juni 2019 sein Gutachten zuhanden der Helsana (Urk. 6/29/2-16). Er nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (S. 11 Ziff. 5):
-
Hämochromatose
(ICD-10 E83.1), Erstdiagnose (ED) 2008 mit
-
ausgeprägter
Hämochromatose-Arthropathie
MCP III beidseits sowie
subtalar
rechts, beginnend auch links (M14.8) gemäss Dreiphasen
skelettszintigrafie mit SPECT-CT Fuss rechts im Februar 2019
-
Behandlung mit wöchentlichen Aderlässen
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
-
anamnestisch panvertebrale Rückenbeschwerden
-
aktuell ohne zwingendes klinisches Korrelat
-
Nikotinabusus
Bereits seit vielen Jahren leide der Beschwerdeführer an Beschwerden am Rücken und an den Händen. Seit einem Jahr seien nun zunehmend auch Beschwerden im Bereich beider Füsse aufgetreten. Trotz seiner Beschwerden habe er immer weitergearbeitet, wobei er einen verständnisvollen Arbeitgeber habe, der ihm wegen bereits langer Betriebszugehörigkeit bei Problemen in Phasen aktivierter Gelenksentzündungen teils Hilfe und Unterstützung habe zukommen lassen (S. 7 Ziff. 3.2.1
).
Zur Arbeitsanamnese (S. 8 f. Ziff. 3.2.2) wurde festgehalten, der Beschwerde
führer habe in der Tätigkeit als Schaler Probleme in seinen beiden Füssen, rechts ausgeprägter als links, ausserdem sei die Gebrauchsfähigkeit der Hände eingeschränkt. In seiner Tätigkeit bei der
Z._
sei er jeweils abends von 18:30 bis 20:30 Uhr im Einsatz gestanden. Früher habe er sich vornehmlich mit «
Wägelistossen
» draussen auf den Parkplätzen befassen müssen, zuletzt sei er beim Sortieren von Regalen
, beim Aufräumen von Gestellen und Auffüllen von Getränken
eingesetzt worden.
Derzeit
könne er diese Belastungen mit Gehen und Stehen sowie die manuellen Verrichtungen infolge seiner Arthrosen auch nicht mehr bewältigen.
Der Beschwerdeführer le
ide seit 10 Jahren an einer
Hämo
chromatose
, in deren Rahmen auch ein Gelenkbefall auftreten könne mit einer destruierenden Arthritis, wie sie sich bereits deutlich an den Grundgelenken beider Mittelfinger zeige und auch sei einem Jahr zunehmend im Bereich der unteren Sprunggelenke aufgetreten sei. Infolge der Manifestationen dieser Erkrankung am Bewegungs
apparat bestehe organisch nachvollziehbar eine Einschränkung der Belastbarkeit beider Hände für kräftiges Zupacken wie auch für feinmotorische Belastungen, wodurch die Belastbarkeit für kraftfordernde manuelle Verrichtungen deutlich limitiert erscheine. Durch die Entzündungen im Bereich der unteren Sprung
gelenke ergebe sich eine Minderung der Belastbarkeit für alle vorwiegend in gehenden und stehenden Körperpositionen ausgeübten Tätigkeiten, so dass die Einsetzbarkeit in der letzten, schwer belastenden Tätigkeit als Schaler und Bauhandlanger nachhaltig limitiert erscheine
(S. 11 f. Ziff. 6.1). Einschränkungen ergäben sich dabei namentlich beim Gehen in unebenem Gelände oder auf Treppen sowie beim
Gehen
,
beim Heben und Tragen von schwereren Gewichten (S. 13 Ziff. 6.4.5).
Bei fehlender beruflicher Vorbildung und eingeschränkten Kenntnissen der deutschen Landessprache dürfte es schwerfallen, den Versicherten in eine leichtere Tätigkeit zu
reintegrieren
, auch da er bezüglich Einsetzbarkeit seiner
Hände in Phasen aktiverer
Gelenkentzündungen limitiert bleiben dürfte (
S. 12 Ziff. 6.1)
In den zuletzt vorwiegend gehend und stehend ausgeübten Tätigkeiten im Baugewerbe sowie
als Hilfskraft
in Ladengeschäften sei der Beschwerdeführer für die geforderten manuellen und pedalen Belastungen nicht mehr arbeitsfähig. Zumutbar erschienen körperlich leicht belastende Tätigkeiten in wechselnden Positionen ohne grössere Steh- und Gehbelastungen sowie ohne kraftfordernde und repetitive
sowie feinmotorisch anspruchsvolle Handbelastungen (S. 12 Ziff. 6.2).
Zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei von rheumatologischer Seite eine Anpassung der analgetischen Medikation empfohlen worden, bei entzündlichen Schüben seien neuerliche Infiltrationen der betroffenen Gelenke zu erwägen (S. 1
2
Ziff. 6.3).
In der aktuellen Situation sei auch eine leidensadaptierte Tätigkeit wegen verminderter Belastbarkeit der Hände schwierig vorzustellen (S. 14 Ziff.
6.4.
9
).
3.9
Dr. med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 18. Juli 2019 (Urk. 6/32 S. 4 f.) aus, die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Schal
er betrage gestützt auf das Gutachten von Dr.
A._
(vorstehend E. 3.8) 100 % seit dem 17. Oktober 2018 (S. 4 unten). Die Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit gemäss Belastungsprofil betrage 100 % vom 17. Oktober 2018 bis 30. Juni 2019 und 0 % seit dem 1. Juli 2019 (S. 5 oben). Auf die schlüssigen Arztberichte könne abgestellt werden. Da es sich um eine schubförmige Erkrankung handle, sei mit rezidivierenden Ausfällen auch in einer angepassten Tätigkeit zu rechnen (S. 5 Mitte).
3.10
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.8) beantwortete mit Stellungnahme vom 13. August 2019 (Urk. 6/39) die vom Vertrauensarzt der Helsana aufgeworfene Frage
nach der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Dabei führte er aus, in einer ideal an die Beschwerden adaptierten Tätigkeit gemäss Beschreibung im Gutachten, deren reale Verfügbarkeit für den Beschwerdeführer aufgrund
invaliditätsfremder
Faktoren wie mangelnde Schul- und Berufsbildung sowie Sprachkenntnisse jedoch auf dem sogenannten «ausgeglichenen Arbeitsmarkt» äusserst theoretisch und unwahrscheinlich erscheine, sei ausserhalb entzündlicher Schübe der
Arthropathie
von einer medizinisch-theoretisch vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Zum Zeitpunkt der Untersuchung erscheine wegen der an beiden Händen bestehenden arthritischen Veränderungen
eine etwa 50%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit auch in den leichtesten Belastungen al
s angemessen und vertretbar.
3.11
In ihrer Stellungnahme vom 20. Dezember 2019 (Urk. 6/43 S. 2) führte die Kundenberaterin der Beschwerdegegnerin nach Rücksprache mit Dr.
B._
(vorstehend E. 3.9) aus, dieser halte an seiner Stellungnahme fest. Der Gutachter
habe erwähnt
, dass eine volle Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit bestehe. Die erwähnten Faktoren, die die Eingliederung verhindern könnten, seien
invaliditätsfremd
. Da aufgrund der schubförmigen Krankheit mit wiederkehrenden Teil-Arbeitsunfähigkeiten zu rechnen sei, könne aus Sicht der Kundenberatung ein leidensbedingter Abzug von 20 % gewährt werden.
4.
4.1
Das von Dr.
A._
am 30. Juni 2019 zuhanden der Krankentaggeld
versicherung erstattete Gutachten (E. 3.8) ist auch für die vorliegend streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben
, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen des Experten sind begründet. Es geniesst somit vollen Beweiswert (E. 1.3), weshalb grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
In der bisherigen Tätigkeit als Schaler sowie als Hilfskraft in Ladengeschäften ist der Beschwerdeführer demnach nicht mehr arbeitsfähig.
Darin sind sich auch die Parteien einig
. Unbestrittenermassen erstellt ist sodann das Belastungsprofil einer angepassten Tätigkeit.
Dieses
umfasst körperlich leicht belastende Tätigkeiten
in wechselnden Positionen ohne grössere Steh- und Gehbelastungen sowie ohne kraftfordernde und repetitive sowie feinmotorisch anspruchsvolle Handbelastungen
(E. 3.8).
Auseinander gehen hingegen die
Ansichten
der Parteien
darüber, wie die Einschätzungen von Dr.
A._
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer dergestalt angepassten Tätigkeit
zu verstehen beziehungsweise welche Schluss
folgerungen daraus im Hinblick auf die Berechnung des Invaliditätsgrades zu ziehen sind (E. 2.1-2).
4.2
Dr.
A._
äusserte in seinem Gutachten Bedenken betreffend die Ein
gliederungs
aussichten des Beschwerdeführers.
Als Gründe führte er ins
besondere die
fehlende berufliche Vorbildung und
die
eingeschränkte
n
Sprachkenntnisse
n
an
(E. 3.8), bezeichnete diese in seiner Stellungnahme vom August 2019
aber
als
invalidenversicherungsrechtlich unbeachtliche Faktoren (E. 3.10), worin ihm auch der RAD-Arzt
Dr.
B._
im Dezember 2019
zu Recht
zustimmte (E. 3.
11), sind doch f
ür die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berück
sichtigen (Art. 7 Abs. 2 ATSG; vgl.
BGE 141 V 281 E. 6).
Dr.
A._
hielt in
seinem Gutachten fest, dass die oben
beschriebenen angepassten
Tätigkeiten (E. 4.1) dem Beschwerdeführer zumutbar seien (E. 3.8).
Entsprechend erklärte er in seiner Stellungnahme vom
13.
August 2019 (E. 3.10) auf entsprechende Nachfrage seitens der Krankentaggeldversicherung ganz explizit, es sei in einer ideal an die Beschwerden angepassten Tätigkeit ausserhalb entzündlicher Schübe der
Arthropathie
von einer medizinisch-theoretisch vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Diese Einschätzung steht denn auch im Einklang mit der fachärztlichen Beurteilung durch den behandelnden Rheumatologen Dr.
E._
. Dieser hatte im Oktober 2018 festgehalten, der Beschwerdeführer sei arbeitsfähig für leichte, nicht monotone manuelle Tätigkeiten unter Vermeidung von längerem Gehen, vor allem auf unebenen Böden, sowie Leitersteigen (E. 3.2).
Auf diese übereinstimmende Einschätzung einer
medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit ist abzustellen.
Sie
gilt
gemäss Dr.
A._
nur ausserhalb
der entzündlichen Schübe (E. 3.10).
Auch RAD-Arzt Dr.
B._
räumte ein, da es sich um eine schubförmige Erkrankung handle, sei mit rezidivierenden Ausfällen auch in einer angepassten Tätigkeit zu rechnen (E. 3.9).
4.3
Nicht restlos klar ist, ob der Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr.
A._
am 4.
Juni 2019 (vgl. Urk. 6/29/2
) mit einem entzündlichen Schub
zusammenfiel
.
Dafür spricht,
dass der Gutachter im Juni 2019 festhielt, in der aktuellen Situation sei auch eine leidensadaptierte Tätigkeit wegen verminderter Belastbarkeit der Hände schwierig vorzustellen (E. 3.8). Im August 2019 erklärte er sodann, zum Zeitpunkt der Untersuchung erscheine wegen der an beiden Händen bestehenden arthritischen Veränderungen eine etwa 50%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit auch in den leichtesten Belastungen als angemessen und vertretbar (E. 3.10).
Dagegen spricht, dass Dr.
A._
Schwierigkeiten bei der Reintegration damit begründete, dass der Beschwerdeführer bezüglich Einsetzbarkeit seiner Hände in Phasen aktiverer Gelenkentzündungen limitiert bleiben dürfte. Diese Formulierung spricht ebenso gegen eine solche «aktivere» Gelenkentzündung im Untersuchungszeitpunkt wie die Empfehlung, bei entzündlichen Schüben seien neuerliche Infiltrationen der Gelenke zu erwägen.
Zudem fehlt im Gutachten e
ine explizite Feststellung
oder etwa ein Hinweis bei den Diagnosen
, wonach derzeit
gerade ein entzündlicher Schub stattfinde.
Es ist somit
durchaus denkbar
, dass Dr.
A._
mit der Formulierung, er halte eine etwa 50%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit auch in den leichtesten Belastungen als angemessen und vertretbar, eine aus seiner Sicht faire Beurteilung zuhanden der Krankentag
geldversicherung in Abgrenzung
zur rein invalidenversicherungs
rechtlichen Beurteilung anhand einer «äusserst theoretischen und unwahrscheinlichen»
Verfügbarkeit einer angepassten Tätigkeit auf dem «sogenannten ausgeglichenen Arbeitsmarkt» abgeben wollte.
Im Ergebnis dürfte der Untersuchungszeitpunkt am 4. Juni 2019 eher nicht mit einem entzündlichen Schub zusammengefallen sein.
4.4
Wie es sich damit genau verhält, kann offenbleiben. Entscheidend ist, dass
der neutrale Gutachter
die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit
in Übereinstimmung mit der Einschätzung durch den behandelnden Rheumatologen unmissverständlich attestierte sowie
überzeugend und nachvollziehbar
herleitete
(E. 4.
1-
2). Es ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass der Char
akter der
Hämo
chromatose
einschliesslich der
in deren Rahmen auftretenden
Arthropathien
als
schubförmige
Krankheit von der Beschwerdegegnerin
nur - aber immerhin
-
im Rahmen des leidensbedingten Abzuges berücksichtigt wurde
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_128/2012
vom 15. März 2012
E. 3 ff.).
4.5
Abgestellt auf die folgerichtige Beurteilung durch RAD-Arzt Dr.
B._
(E. 3.9)
ist
in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % im Zeitraum vom 17. Oktober 2018 bis 30. Juni 2019 und
eine
Arbeitsfähigkeit von 100 % im Zeitraum ab 1. Juli 2019 erstellt
.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlich
keit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
5.4
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzu
rech
nen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI
2000 S. 81 E. 2a).
5.5
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grund
sätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222). Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Die
IV-Anmeldung ging am 15. November 2018 bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk. 6/1 sowie Aktenver
zeichnis zu Urk. 6). Ein allfälliger Rentenanspruch bestünde somit frühestens ab dem 1.
Mai
2019. Da aber die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG vorliegend erst im Oktober 2019 abläuft, entsteht ein allfälliger Renten
anspruch frühestens zu diesem Zeitpunkt.
5.6
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte das
Valideneinkommen
im Einkommens
vergleich vom 28. Januar 2020 (Urk. 6/42) wie folgt: Gemäss Arbeitgeber
fragebogen vom 4. Januar 2019
verdiene
der Beschwerdeführer in seiner ursprünglichen Tätigkeit einen Monatslohn von Fr. 5'703.-
-
seit dem Jahr 2014. Dies entspreche einem Jahreslohn von Fr. 74'139.-- (Fr. 5'703.-- x 13) und hochgerechnet auf das Jahr 2019 von Fr. 75'859.70. Gemäss Angaben des
Beschwerdeführers verdiene er
zusätzlich
monatlich Fr. 440.--
beziehungsweise
jährlich
Fr. 5'720.—bei der
Z._
. Gemäss IK-Auszug habe er hier in den Jahren 2016 und 2017 in
des durchschnittlich Fr. 6'100.--
verdient, weshalb von diesem Einkommen ausgegangen werde, ohne es auf das Jahr 2019 hochzurechnen. Insgesamt ergebe sich so ein
Valideneinkommen
von Fr. 81'959.70.
Der Beschwerdeführer kritisiert diese Berechnung mit Verweis auf den IK-Auszug, gemäss welchem er in den Jahren 2010 bis 2015 deutlich mehr verdient habe. Die Einkommensschwankungen resultierten aus der Nebenerwerbstätigkeit bei der
Z._
, bei welcher ab dem Jahr 2016 eine erhebliche Lohnreduktion eingetreten sei. Es sei davon auszugehen, dass diese Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung durch die seit vielen Jahren bestehende
Hämochromatose
sei, weshalb das
Valideneinkommen
mindestens Fr. 95'000.-- betrage (E. 2.2).
5.7
Dies ist eine äusserst zurückhaltende Formulierung seitens des Beschwerdeführers beziehungsweise seines Rechtsvertreters. Es handelt sich im Grunde um eine reine Vermutung eines
medizinischen
Laien, die zudem erst in der Beschwerdeschrift und somit sehr spät geäussert wurde. Der Beschwerdeführer unterlegte diese Vermutung weder mit einer ärztlichen Stellungnahme noch offerierte er einen seine
r behandelnden Ärzte als Zeugen.
Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sein Pensum bei der
Z._
aus gesundheitlichen Gründen und mithin unfreiwillig reduziert hätte. Nachdem der Beschwerdeführer seine körperliche schwere Tätigkeit auf dem Bau in den Jahren 2016 und 2017 weiterhin vollzeitig ausgeübt hat, wäre es denn auch schwer nachzuvollziehen, weshalb ihm die körperlich leichtere Tätigkeit bei der
Z._
aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar hätte sein sollen.
So hielt der behandelnde Rheumatologe Dr.
E._
im Oktober 2018 denn auch explizit fest, neben seinem
100%-Job auf einer Baustellte verrichte der Beschwerdeführer am Wochenende bei der
Z._
leichtere Arbeit (E. 3.2).
Obwohl die Arbeit bei der
Z._
sowohl von Dr.
E._
als auch vom Gutachter Dr.
A._
(E. 3.8) thematisiert wurden, äusserte sich der Beschwerdeführer offenbar weder hier noch dort dahingehend, dass er diese Tätigkeit in den Vorjahren aus gesundheitlichen Gründen habe reduzieren müssen.
Dr.
A._
hielt lediglich fest, «d
erzeit
»
könne er die dort auftretenden Belastungen auch nicht mehr bewältigen.
Gemäss Dr.
E._
bestünden deutliche
Arthropathien
im Rahmen der
Hämochromatose
im MCP III mit belastungsabhängigen Schmerzen seit 8 Jahren. Deutlich
exazerbiert
seien diese ab Dezember 2017
vor allem bei manuell schwereren Arbeiten (E. 3.2). In diesem Monat suchte der Beschwerdeführer wegen Schmerzen im OSG auch die Notfal
labteilung des Spitals D._
auf (E. 3.1). Eine Exazerbation der Schmerzen fand somit gemäss der medizinischen Dokum
entation erst Ende 2017 statt und
eine ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bestand erst ab dem 17. Oktober 2018 (E.
3.3). Es ist entsprechend nicht nachvollziehbar
, weshalb
der
Einkomme
nsrückgang bei
der
Z._
in den Jahren 2016 und
2017 gesundheitlich bedingt gewesen sein soll.
Dies umso weniger, als
die
Anstellung bei
der
Z._
lediglich der Erzielung eines
Zusatzverdienst
es
diente
.
Schliesslich
erzielte der Beschwerdeführer durch seine Hauptanstellung als Schaler im 100 %-Pensum ein durchaus respektables Einkommen, so dass er auf diesen Zusatzverdienst
auch angesichts des erwachsenen Alters der beiden fertig ausgebildeten
und im Erwerbsleben stehenden
Söhne sowie
der vollzeitigen Erwerbstätigkeit seiner Ehefrau (vgl. Urk. 6/29 S. 8 Ziff. 3.2.2)
nicht
(mehr)
angewiesen
gewesen
sein dürfte, was ebenfalls für eine freiwillige
Pensumsreduktion
spricht.
Im Ergebnis ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
der Beschwerdeführer
ohne Gesundheitsschaden
in den Jahren 2016 und 2017 einem (noch) höheren Arbeitspensum nachgegangen wäre, als er dies effektiv tat.
Deshalb ist am zuletzt erzielten Verdienst im Jahr 2017 anzuknüpfen (E. 5.2). Gemäss dem IK-Auszug (Urk. 6/6) erzielte der Beschwerdeführer bei der
Z._
in diesem Jahr F
r. 6'098.-- und bei der Y._AG
Fr. 76'007.--, somit insgesamt Fr. 82'105.--.
Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2018 in der Höhe von 0.5 % und im Jahr 2019 in der Höhe von 0.9 % (Bundesamt für Statistik
[
BfS
]
, Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenprei
se und der Real
löhne,
1910-2019
, T 39) resultiert ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 83'258.-- (Fr. 82’105.-- x 1.005 x 1.009).
5.8
Der Beschwerdeführer übte bisher keine angepasste Erwerbtätigkeit aus, wes
halb die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht konkret erfolgen kann, sondern gestützt auf die statistischen Tabellenlöhne vorzunehmen ist.
Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht dem Beschwerdeführer auch bei Beachtung dessen, dass diese körperlich leicht belastend sein und in wechselnden Positionen ohne grössere Steh- und Gehbelastungen sowie ohne kraftfordernde und repetitive sowie feinmotorisch anspruchsvolle Handbelas
tungen ausgeführt werden sollte
, eine
relativ breite
Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invaliden
einkommens auf den standardisierten Durch
schnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Arbeit in sämtlichen Wirtschafts
zweigen des privaten Sektors abzu
stellen (LSE 2016, Tabellengruppe
TA1_tirage_skill_level
, Total, Niveau 1).
Das im Jahr 2016 von Männern im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘340.--, mithin Fr. 64‘080.-- im Jahr (Fr. 5‘3
40
.-- x 12). Der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden
(Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T.
03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von rund Fr. 66‘803.-- (Fr. 64‘080.-- : 40.0 x 41.7).
Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung
im
Jahr 2017 in der Höhe von 0.4 %, im Jahr 2018 in der Höhe von 0.5 % und im Jahr 2019 in der Höhe von 0.9 % (
BfS
, a.a.O.
) resultiert ein Einkommen von rund Fr. 68’012.-- (Fr. 66’803.-- x 1.004 x 1.005 x 1.009).
5.9
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen
und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschrän
kt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.10
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer einen leidensbedingten Abzug von 20 %, da dieser an einer schubförmigen Krankheit leide,
weshalb
mit unregelmässigen Teil-Arbeitsunfähigkeiten zu rechnen sei (E. 2.
1
).
Der Beschwerdeführer begründete seine Forderung nach dem maximal möglichen Abzug in der Höhe von 25 % nicht näher, sondern verwies lediglich pauschal auf seine gemäss Gutachten massiv eingeschränkten Ressourcen bei der Verwertung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (E. 2.2).
Wenn von einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 ausgegangen wird, recht
fertigen die fehlende berufliche Ausbildung und die gegebenen Sprach
kenntnisse
jedenfalls
keinen Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. J
uli 2020 E. 6.3.4 mit Hinweis).
Es ist somit kein triftiger Grund ersichtlich, weshalb das Gericht vorliegend sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen dürfte und müsste (E. 5.9). Dies umso weniger
,
als auch die Gewährung des maximal möglichen leidensbedingten Abzuges
von 25 %
vorliegend nicht in einen Rentenanspruch münden würde.
U
nter Zugrundelegung eines Abzugs vom Tabellenlohn in der Höhe von 20
%
beträgt das Invalideneinkommen somit rund Fr. 54’410.-- (Fr. 68’012.-- x 0.8
)
.
5.11
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 83‘258.-- mit dem Invalidenein
kommen von Fr. 54‘410.-- ergibt eine Einkommensbusse von Fr. 28’848.-- und
mit rund 35 % kei
nen rentenbegründenden Invaliditätsgrad. Bei diesem Ergebnis steht dem Beschwerdeführer somit keine Rente der Invaliden
versicherung zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.