Decision ID: 86ec3d34-1879-40d2-8c54-5444bd8148d2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, arbeitete als Paketbote bei der
Y._
. Am
30. Dezember 2004 sowie am 9. Juni 2005 erlitt er jeweils
einen Unfall mit HWS-Distorsion
.
Unter Hinweis auf die Unfallfolgen
meldete er sich am 1. Januar
(richtig wohl: Juli)
2005
bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an
(Urk. 7
/3).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte das interdisziplinäre Gutachten
des
Z._
vom 14. September 2007 (
Urk.
7/53
) ein und
verneinte
gestützt darauf
mit Verfügung vom 14. November
2008 das Bestehen eines Rentenan
spruchs
(
Urk.
7/81
)
.
Dagegen erhob
der
Versicherte
unter Hinweis auf seine psychischen Beschwerden
mit Eingabe vom 18. Dezember 2008 beim Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde mit dem Antrag auf Zuspre
chung einer ganzen Rente ab August 2005 (
Urk.
7/87/3-4
).
Mit
dem
Urteil
IV
.2008.0130
3 vom 31.
Mai 2009
hiess
das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde
in dem Sinne gut, dass es
die angefochtene Verfügung aufhob und
die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit sie ein fachärztlich-psychiatrisches Gutachten einhole
und hernach erneut
über den Leistungsanspruch verfüge (
Urk.
7/100
).
1.2
In Nachachtung des Gerichtsurteils holte die IV-Stelle zunächst bei
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, das
Gutachten vom 27. Oktober 2009 ein (
Urk.
7/110
).
Sie
erachtete diese Expertise, auch nachdem die Gutachterin Ergänzungsfragen beantwortet hatte (
Urk.
7/112), als nicht beweiskräftig (vgl.
Urk.
7/123)
. Deshalb
holte
sie
bei
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein
weiteres
Gutachten ein, welches am
24. November 2010 erstattet wurde
(
Urk.
7/130)
. Gestützt auf dieses
zweite
Gut
achten und die ergänzenden Stellungnahmen
von
Dr.
B._
vom
2.
Dezember 2010 (
Urk.
7/132) und 30. März 2011 (
Urk.
7/144) lehnte die IV-Stelle die Zusprechung einer Invalidenrente
-
nach
Durchführung des
Vorbescheidver
fahren
s
(
Urk.
7/134-135,
Urk.
7/149)
-
mit Verfügung vom 27. Juli 2011 erneut ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff, mit Eingabe vom 9. September 2011 Beschwerde
und beantragte, es sei ihm eine ganze Rente mit Wirkung ab August 2005 zuzusprechen; eventualiter sei ein Gerichtsgutachten über seine Arbeitsfähigkeit in Auftrag zu geben (
Urk.
1
S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2011 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Nachdem das Gericht zum Schluss gekommen war, es müsse ein psychiatrisches Gutachten eingeholt werden, kontaktierte es im Mai 2013 die
C._
(
Urk.
10-13), die den Auftrag nach Einsicht in die Akten mit Schreiben vom 1. November
2013 ablehnte (
Urk.
19). In der Folge nahm das Gericht mit Beschluss vom
2.
April 2014
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als Gutachter in Aussicht (
Urk.
31).
Dr.
D._
erstattete das Gutachten am 20. Mai 2015 (
Urk.
43). Das Gericht
gab den Parteien Gelegenheit, sich zu den Ergebnissen der Begutachtung
auch unter dem Gesichtspunkt der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ur
sache (BGE 141 V 281)
zu äussern
(
Urk.
47)
. Hiervon machte
der Beschwerde
führer
mit Eingabe vom
20. Juli 2015
(Urk.
49
) Gebrauch
und änderte dabei seinen Beschwerdeantrag dahingehend, es sei ihm spätestens ab August 2005 vorerst eine halbe und hernach eine ganze Rente zuzusprechen
.
Die IV-Stelle
nahm mit Eingabe vom
3. November 2015
(
Urk.
52
; vgl. auch
Urk.
53
) Stellung.
Den Parteien wurde je eine Kopie der Stellungnahme der Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
54).
Die mit Verfügung vom 17. Dezember 2015 zum Prozess beigeladene Pensions
kasse
Y._
liess sich innert der ihr hierzu
angesetzten
Frist von 30 Tagen nicht vernehmen. Deshalb ist ankündigungsgemäss davon auszugehen, dass sie auf eine Stellungnahme verzichtet (
Urk.
55; vgl. auch
Urk.
56).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
27. Juli 2011
– und somit nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision, aber vor Inkrafttreten der Revision 6a – ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestim
mungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und auf
grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertem
poralrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals gel
tenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
.; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1). Die am 1. Januar 2012 revi
dierten Bestimmungen gelangen noch nicht zur Anwendung.
Da die 5. IV-Revision hinsichtlich Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2), werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen – soweit nichts anderes vermerkt ist – im Folgenden in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden und mit der Revision 6a unverändert gebliebenen Fassung zitiert.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3.1
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und anschliessende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen ha
be.
Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell
werde
durch ein struktu
riertes Beweisverfahren ersetzt. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs
würden
im Regelfall beachtliche Standardindikatoren
treten. Diese lie
ssen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades
sei
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen
seien
. Fehl
e
es daran, ha
be
die Folgen der
Beweis
losigkeit
nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tra
gen.
1.3.2
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht in BGE 141 V 281 wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
.
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken.
1.3.3
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betref
fend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE
137 V 210
E. 6). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen In
dikatoren er
lauben oder nicht
(BGE 141 V 281 E. 8).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
-
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Nachdem das
Sozi
alversicherungsgericht
die Verfügung vom 14. November 2008, mit welcher die IV-Stelle den Anspruch auf eine Rente verneint hatte (Urk. 7/81), mit dem Urteil IV.2008.01303 vom 31. Mai 2009 aufgehoben und die Sache zur Anordnung eines psychiatrischen Gutachtens an die IV-Stelle zurückgewiesen hatte (Urk. 7/100/6 f.), holte die IV-Stelle zunächst die Exper
tise von Dr. med.
A._
vom 27. Oktober 2009 ein. Die Gutachterin diag
nostizierte eine anhal
tende schwere agitiert-depressive Episode
ohne psychoti
sche Symptome und attestierte dem Versicherten ab März 2005 eine
50%ige
und ab Juli 2006 eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (
Urk.
7/100/36
; vgl. auch die ergänzende Stellungnahme von Dr.
A._
vom 13. November 2009 [Urk. 7/112]
).
Die IV-Stelle erachtete diese Expertise als nicht beweiskräftig (vgl. Urk. 7/123) und holte zusätzlich das
Gutachten von Dr. med.
B._
vom 24. November 2010 ein (Urk. 7/130; vgl. auch die ergän
zenden Stellungnahmen von Dr.
B._
vom 2. Dezember 2010 [Urk. 7/132] und vom 30. März 2011 [Urk. 7/144]). Aufgrund der darin bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit bei einer Anpassungsstörung mit längerer depressi
ver Reaktion und multiplen psychosozialen
Belastungs
faktoren
(Urk. 7/130/62, Urk. 7/132/3 f.) lehnte die IV-Stelle die Zusprechung einer Invalidenrente mit Verfügung vom 27. Juli 2011 erneut ab (Urk. 2). Dage
gen erhob der Versicherte am 9. September 2011 die im vorliegenden Verfahren zu beurteilende Be
schwerde (Urk. 1).
Das Gericht
begründete die Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens
im Beschluss vom
2.
April 2014
damit
, d
ie zweite von der IV-Stelle veranlasste gutachterliche Beurteilung der psychi
schen Symptomatik
mit dem Resultat einer uneingeschränkten
Arbeitsfähig
keit durch Dr.
B._
widerspreche
diametral der Einschätzung der Erstgutachterin Dr.
A._
, die eine 1
00%ige Ar
beits
unfähigkeit attestiert hatte
.
D
ie zu beurteilende zumutbare Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ab August 2004 (ein Jahr vor dem geltend gemachten
Rentenbeginn; vgl. Urk. 7/87 S. 11)
stehe deshalb
nach wie vor nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest.
2.2
Gestützt auf die vom Gericht zur Verfügung gestellten Akten, eigene Untersu
chungen vom 25. Juli 2014 (Dauer: 130 Minuten) und vom 4. Oktober 2014 (Dauer: 150 Minuten) sowie die vom Beschwerdeführer mitgebrachten aktuellen ärztlichen Berichte erstellte der Psychiater
Dr.
D._
das Gerichtsgutachten vom 20. Mai 2015 (
Urk.
43 S. 1 und 15).
Dr.
D._
erhob eine gereizt-
dysphorische
Stimmung mit impulsivem Verhal
ten,
eine
psychomotorische Unruhe und Angespanntheit, eine intermittierend deutlich eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit und verminderte Aufmerksam
keit. Während der Exploration
sei
es für kurze Momente mehrmals zu einer Bewusstseinsverengung mit Verlust von Kontakt zum inneren Erleben und zur Umgebung sowie mit vorübergehender Affektlosigkeit und Affektstarre auf
grund dissoziativer Mechanismen
gekommen
. Bei formalen Denkprozessen
sei
der Beschwerdeführer zeitweise blockiert und verlangsamt
gewesen
, im inhaltli
chen Denken rigid mit
katastrophisierenden
Ängsten und negativen Erwar
tungshaltungen. Der Antrieb
sei
vermindert
gewesen
und die
Schwingungsfä
higkeit
eingeschränkt.
In Zusammenhang mit der Exploration von belastenden Lebensereignissen und schambesetzten Themen (z.B. Verlust von Selbstkon
trolle, aggressive Durchbrüche)
seien
ein
Hyperarousal
(akute Stressreaktion)
und ein ausgeprägtes habituelles Vermeidungsverhalten beobachtbar
gewesen
. Weiter erhob der Gutachter ein vermindertes Selbstwertgefühl, Schuld- und Schamgefühle, Angst vor Kontrollverlust, Perspektive- und Hoffnungslosigkeit, Verlust von Freude und Interessen sowie eine weitgehend verlangsamte,
aus
drucksarme
Mimik, unterbrochen von impulshaften Affektdurchbrüchen mit Wut.
Dr.
D._
diagnostizierte eine emotional instabile
Persönlichkeitsstö
rung
vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30), eine rezidivierende depressive Störung, mittelgr
adig bis schwer (ICD-10: F32.2
; richtig wohl: F33.2
) sowie
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.1
;
Urk.
43 S. 38
).
Seit
Juli
2006 sei der Beschwerdeführer in der angestammten und in jeder ande
ren Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. Im Zeitraum von August 2004 bis Juli 2006
habe
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine durchschnittliche Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
bestanden
. Eingeschränkt werde die Arbeitsfähigkeit
ausser durch die
depres
sionsbedingte
Verringerung von Kon
zentration, Aufmerksamkeit, des Antriebs und der Durchhaltefähigkeit
vor allem auch durch die pathologischen und sozial wenig verträglichen impulsiven Reaktions- und Verhaltensmuster.
Diese führten zu einer schweren Beeinträch
tigung der Selbstbehauptungs-, Gruppen- und Konta
ktfähigkeit. Ferner schränkten r
igide Denkprozesse und unbewusste dissoziative Reaktionsmuster die Flexibilität und zielgerichtetes, konzentriertes sowie strukturiertes Verhalten erheblich ein.
Die Persönlichkeitspathologie, welche die rezidivierende und anhaltende depressive Symptomatik aufgrund innerpsychischer Defizite und fehlender Bewältigungsressourcen mit aufrecht halte, sei auch verantwortlich für eine unbewusste dysfunktionale Krankheitsbewältigung bei chronischer Schmerzstörung im Sinne eines primären Krankheitsgewinns bei nicht lösbarem innerem Konflikt.
Die Komorbidität von Depression, Persönlichkeitsstörung und chronischer Schmerzstörung sowie die Therapieresistenz trotz vielfacher statio
närer psychiatrischer und psychosomatischer
Hospitalisation
und anhaltender ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung
inklusive
psycho
pharmakologischer
und schmerztherapeutischer Bemühungen sei
en
ein Indika
tor für den Schweregrad der gesundheitlichen Einschränkungen und die schlechte Prognose. Daraus lasse sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ableiten, dass die von der chronischen Schmerzstörung bewirkten Einschrän
kungen nicht willentlich überwindbar seien. Der Beschwerdeführer habe keine ausreichenden innerpsychischen Ressourcen, um genügend flexibel mit den krankheitsbedingten Einschränkungen umzugehen. Eine hinreichende Funkti
onsfähigkeit, Aktivität und Partizipation sei für jegliche Verrichtung auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht gegeben (
Urk.
43 S.
39).
Im Gegensatz zu den Vorgutachtern
Dr.
A._
und
Dr.
B._
sei er
,
Dr.
D._
,
der Ansicht, dass wegen der Schmerzsymptomatik eine psychiat
rische Diagnose zu stellen sei. Durch die diagnostizierte chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD
-10: F45.41) werde den neben den
- durch somatische Probleme verursachten - chronischen
Schmerzen
bestehenden psychischen Faktoren (Depression, Angst,
Persönlichkeitspatholo
gie
), welche an der Aufrechterhaltung der Schmerzen mitwirkten
, Rechnung getragen
. Diese Faktoren beeinflussten den Verlauf und die Möglichkeiten zur Bewältigung der Schmerzen ungünstig
(
Urk.
43
S. 32 f.
und S. 41)
.
Dr.
B._
habe in
seinem Gutachten vom 24. November 2010 inklusive die Ergänzungen vom
2.
Dezember 2010 und 30. März 2011
akzentuierte
Persön
lichkeitszüge
mit impulsiven, paranoiden und dissozialen Anteilen diagnosti
ziert, ohne dies weiter
zu erörtern
. Insbesondere sei er nicht weiter darauf ein
gegangen, ob und inwiefern
sich
diese Merkmale der Persönlichkeit auf die Adaptationsfähigkeit bei chronischer Schmerzerkrankung und depressiver Symptomatik auswirken könnten. Er,
Dr.
D._
, sehe demgegenüber in der Vielzahl somatischer und psychischer
Faktoren
gesamthaft eine Konstellation von sehr graviere
ndem Schweregrad mit erheblicher Auswirkung
auf die Ar
beitsfähigkeit
.
Bedeutsam sei d
ie Überlappung von chronischer Schmerzstörung
mit Depression und Angst sowie eingeschränkten Ressourcen wegen der
Per
sönlichkeitspathologie
.
Innerpsychische Mechanismen für die Aufrechterhaltung der depressiven Störung und der Schmerzstörung, welche nicht der willentli
chen Steuerung unterlägen,
sondern dem Krankheitsgeschehen selbst zuzuord
nen seien,
spielten
für die Beurteilung der Ressourcen zur
Krankheitsbewälti
gung
und des Schweregrads der gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine wesentliche Rolle, welcher
Dr.
B._
nicht genügend Rechnung getragen habe.
Dr.
B._
erwähne zwar die Vielzahl der körperlichen und psychischen Beschwerden, die
Chronifizierung
und die Therapieresistenz, werte diese jedoch nicht als ungünstige Prognosefaktoren,
welche einen Einfluss auf die zumutbare Willensanspannung hätten, sondern als Reaktion auf psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
. In Übereinstimmung mit den Ausführungen von
Dr.
A._
in ihrem Gutachten vom 27. Oktober 2009 inklusive Gutachtensergänzung vom 13. November 2009 sehe er die psychosozialen Belastungsfaktoren als Folge einer zugrundeliegenden tieferen psychischen Störung und nicht die psychoso
zialen Probleme als Ursache der depressiven Entwicklung.
Sodann
sei die von
Dr.
B._
gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung angesichts des langjährigen Krankheitsverlaufs mit
Chronifizierung
der depres
siven Symptomatik nicht korrekt. Laut ICD-10 dürfe diese Diagnose nämlich nicht gestellt werden, wenn die depressive Symptomatik länger als zwei Jahre dauere.
Er,
Dr.
D._
, gehe mit
Dr.
A._
hinsichtlich des Schweregrads der psychi
schen Erkrankung, der fehlenden Ressourcen und der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einig, erfasse die Persönlichkeitspathologie diagnostisch aber eigenständig als emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ und nicht als agitierte Komponente im Rahmen einer schweren depressiven Störung. Seines Erachtens habe die persönlichkeitsbedingte Impulskontroll- und Affektregulationsstörung neben der depressiven Störung eigenständigen
Krank
heitswert
. Der Persönlichkeitspatholog
i
e komme
ein
erheblicher Anteil sowohl an der Aufrechterhaltung der rezidivierenden depressiven Störung als auch an den sozialen Einschränkungen zu
. Sie
verunmögliche die Anpassung an die durch die Schmerzstörung bedingten Einschränkungen
und generell eine kon
struktive Bewältigung der Beschwerden sowie eine adaptive Verarbeitung von Verlust, was wiederum in einem
circulus
vitiosus
die depressive Symptomatik unterhalte und verstärke (
Urk.
43 S. 40 ff.).
3.
3.1
3.1.1
D
er Beschwerdeführer
erklärte
sich in seiner Stellungnahme vom 20. Juli 2015 mit den gutachterlichen Schlüssen einverstanden
.
Er
betonte, dass er
an
einer auch nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung invaliditätsbegründenden rezidivierenden depressiven Störung und nicht bloss an einer depressiven Epi
sode leide
. Falls die neue Schmerzrechtsprechung zur Anwendung gelange, seien auch sämtliche Standardindikatoren erfüllt
. Da gemäss dem Gutachter
Dr.
D._
in der Zeit von August 2004 bis Juli 2006 maximal eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden habe
und danach eine vollständige Arbeitsunfähig
keit vorliege, habe er spätestens ab August 2005 vorerst Anspruch auf eine halbe und danach
auf
eine ganze Rente
(
Urk.
49
; vgl. auch
Urk.
1
).
3.1.2
Die IV-Stelle
– welche in der Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2011 auf Beschwerdeabweisung geschlossen hatte (
Urk.
6) -
hielt in ihrer Stellungnahme vom 3. November 2015
(
Urk.
52; vgl. auch
Urk.
6)
unter Hinweis
auf die Beur
teilung
vom
2.
November 2015
von med. prakt.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des
Regionalen
Ärztlichen Dienstes
(
Urk.
53)
,
fest,
im
Gerichtsgutachten
würden psychosoziale Belastungsfaktoren und soziokulturelle Faktoren nicht ausgeschieden, sondern als psych
ische Folgesymptome gewertet. D
eshalb
seien
die gutachterlichen
Schlüsse nicht nachvollziehbar
.
Folgende Fragen seien dem Gutachter zur Beantwortung zu unterbreiten:
„Ergeben sich eigenanamnestische/fremdanamnestische Belege für eine
impulsive Persönlichkeitsstörung bis ca. 2005? Gibt es Belege für eine „latent vorhandene prämorbide Persönlichkeitspathologie
“
(Seite 35)?
Gab es während der zwei insgesamt 280-minütigen Untersuchungen objek
tive Belege für eine unbeherrschte
Impulsivität?
Welches positive Funktionsniveau zeigt Herr
X._
? Aus dem Gutach
ten ergeben sich Hinweise auf Autofahren zur Untersuchung, Reisen in die
F._
(Auto, Flug?), Thermalbadbesuch in der
F._
, Grillieren mit Bruder, Besuche des Sohnes, Kontakte mit dem Vater...
Wie verträgt sich das Funktionsniveau mit einer mittel- bis
schwergradi
gen
Depression?
Welche Auswirkungen hat die depressive Störung auf den Gesundheitszu
stand und die Arbeitsfähigkeit unter Ausserachtlassung psychosozialer Faktoren? Anmerkung: Nachvollziehbar ist, dass durch den „Schuldenberg“ das Abmühen beim Sozialamt und andere psycho
soziale Faktoren immer wieder Schamgefühle und Angst bei Herrn
X._
aktiviert werden (Seite 38). Dass Herr
X._
diese Belastungen besonders schwerwiegend erlebt
,
ändert aber nichts daran, dass solche Faktoren aus versicherungsmedizinischer Sicht auszuscheiden sind. Der Gutachter hat deshalb anzugeben, wie gravierend er die Depression ein
schätzt,
wenn die psychosozialen und soziokulturellen
Belastungsfakto
ren
abstrahiert werden.“
3.2
Das Gerichtsgutachten von
Dr.
D._
beruht auf zwei ausführlichen
Explorati
onsgesprächen
, einer umfassenden Würdigung der psychischen Situa
tion des Beschwerdeführers und ist in Kenntnis sämtlicher
Vorakten
erstellt worden. Die medizinischen Zusammenhänge werden einleuchtend dargelegt und die gutachterlichen Schlussfolgerungen sind überzeugend begründet
.
Auch wird ausführlich zu abweichenden ärztlichen Meinungen Stellung genommen.
Inso
fern erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweiskräftige medizinische Beurteilungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.3
Auch inhaltlich überzeugt
das Gerichtsgutachten
:
Dr.
D._
hat nachvollzieh
bar aufgezeigt, dass sich die körperlichen Schmerzen, die
Persön
lichkeits
-
problematik und die Depression gegenseitig
unterhalten und verstärken und im Zusammenspiel zur attestierten Arbeitsunfähigkeit führen.
Dass die psy
chischen Beeinträchtigungen invalidisierend sind, lässt sich auch dadurch erschliessen, dass trotz langjähriger
intensiver ambulanter und stationärer psychiatrischer Behandlung einschliesslich Medikation (
Urk.
43 S. 36, 37 f. und 42)
die im Gutachten beschriebene schwere Symptomatik
fortbesteht.
Zudem hielt der Gutachter am Ende der Expertise ausdrücklich fest, er habe keine An
zeichen von Simulation oder Aggravation beobachtet (
Urk.
43 S. 42).
3.4
Die
am
2.
November
2015
von
med.
pract
.
E._
vom RAD aufgeworfenen Fragen
(vorstehend E. 3.1.2)
lassen sich allesamt gestützt auf
die Expertise
beantworten, soweit sie für die Beurteilung
d
es strittigen Rentenans
pruchs überhaupt relevant sind:
Dr.
D._
legte
in seinem Gutachten
dar, dass angesichts belastender biogra
phischer Ereignisse und des Verhaltens während der Exploration mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könne, dass
der Beschwerdeführer
bereits vor den Heckauffahrunfällen 2004 und 2005 eine
Vulnerabilität hinsichtlich des Umgangs mit Stress und negativen Emotionen, eine eingeschränkte Frustrationstoleranz sowie eine Tendenz zu
Impulskontroll
verlust
aufgewiesen
habe (
Urk.
43 S. 34).
Selbst wenn
trotz dieser gutachterli
chen Ausführungen
angenommen würde, dass
impulsive Verhaltensweisen für di
e Zeit vor 2005 und die Annahme
, dass vor den Auffahrunfällen eine
prämor
bide
Persönlichkeitspathologie latent vorhanden gewesen sei, nicht
genügend
beleg
t
sind
,
würde dies die Beweiskraft der Expertise in den wesentlichen Punkten nicht erschüttern. D
ie genaue diagnostische Einordnung der
für die spätere Zeit belegten impulsiven Verhaltensweisen
– als impulsive
Persönlich
keitsstörung
,
andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerz
-
syndrom (Bericht des
G._
vom 21. Dezember 2007 [
Urk.
43 S. 5]) oder agitierte Komponente im Rahmen einer schweren depressiven Störung (
pychiatrisches
Gutachten vom 27. Oktober 2009 von
Dr.
A._
[
Urk.
43 S. 7])
–
ist
letztlich n
icht entscheidend.
Von Bedeutung sind die ausgewiesenen,
von der entsprechenden psychischen Problematik aus
gehenden Beeinträchtigungen.
B
ereits in den
in der Expertise
aufgeführten medizinischen Vorberichten
wurden
wiederholt
heftige impulsiv-aggressive Durchbrüche beschrieben (vgl.
Urk.
43
S. 4 und 7)
. A
uch
Dr.
D._
beobachtete
anlässlich der Explorationsgespräche mehrmals auffällig aufgebrachtes, impulsives Verhalten
des Beschwerdeführers
(
Urk.
43 S. 19 und 22)
.
Zwar konnte
er
sich jeweils
wieder beruhigen, bei der ersten heftigen Reaktion allerdings erst nach einer 10minütigen Pause
(
Urk.
43 S. 19).
Nebst den präzisen Schilderungen
des Gutachters belegt auch
die Not
wendigkeit einer 10minütigen Pause zur Beruhigung die Heftigkeit
dieses
Aus
bruchs. Ferner war das auslösende Ereignis, das Nachfragen des Gutachters nach der Lebensgeschichte
des Beschwerdeführers
vor dem Unfall, relativ harmlos
. Daraus kann, offenbar entgegen der Ansicht von med.
pract
.
E._
(
Urk.
53 S. 2), nicht geschlossen werden
, dass
d
er
Beschwerdeführer
in
kon
fliktträchtigeren
(
Alltags
-)S
ituationen
nicht noch viel heftiger reagiert.
Entspre
chende Reaktionen wurden denn auch
in den medizinischen
Vorakten
doku
mentiert
(vgl.
Urk.
43 S. 4, 7 und 33 f.
)
und vom Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung besch
rieben
.
Gemäss seinen Angaben sei das Einzige, was helfe, wenn ihm etwas auf die Nerven gehe, das Weglaufen (
Urk.
43 S. 17 und 19). Dies spricht ebenfalls für das Bestehen einer schweren Symptomatik.
Dem
nach besteht entgegen der Ansicht von med.
pract
.
E._
kein Grund zu zwei
feln, dass das impulsive Verhalten des Beschwerdeführers einen Schweregrad erreicht, welcher mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung vereinbar ist.
Ferner
vertragen sich
die im Gutachten aufgeführten, von med.
pract
.
E._
hervo
rgehobenen Freizeitaktivitäten -
Thermalbadbesuch in der
F._
, Grillieren mit dem Bruder, Kontakte mit dem Sohn und dem Vater (
Urk.
43
S. 21-23,
Urk.
53 S. 5)
- durchaus mit der diagnostizierten
rezidivierenden mittel
gradigen bis schweren depressiven Störung
. Gleiches gilt für
das regelmässige Besuchen des Clublokals eines Fussballvereins, bei welchem
d
er
Beschwerde
führer
in den 19
80iger Jahren aktiv war, zumal
er gemäss eigenen Angaben nicht ins Vereinsleben
integriert
sei und meist zurückgezogen allein an einem Tisch sitze (
Urk.
43 S. 23).
Bei diesen Aktivitäten handelt es sich nicht um anspruchsvolle soziale Aktivitäten, welche mit dem herabgesetzten
Funktions
niveau
einer mittelgradig bis schweren depressiven Störung nicht vereinbar wären.
Dr.
D._
wies
denn auch
ausdrücklich
darauf hin, dass
es
dem Beschwerdeführer ab 2009 gelungen sei, im Familiengefüge zu bleiben, was als Stabilisierung auf sehr niedrigem Funktionsniveau ohne Wieder
-
herstellung der Arbeitsfähigkeit betrachtet werden könne (
Urk.
43 S. 40).
Schliesslich hat
Dr.
D._
in seiner Expertise deutlich gemacht, dass
sich die depressive Symptomatik und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen nicht allein mit den durchaus
vorhandenen psychosozialen Belastungsfaktoren (Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme, Eheprobleme)
erklären
lassen
. Die psy
chosozialen Faktoren seien
vielmehr
Folge der psychischen Störung
.
Gleichzei
tig
wirkten
sie
sich ungünstig auf deren Verlauf aus, in
dem die
störungsbe
dingten
fehlenden innerpsychischen Ressourcen zur Emotions- und
Stressregu
lation
dem Beschwerdeführer die Möglichkeit nähmen, negative Gefühle, die mit den psychosozialen Problemen einhergingen, flexibel zu bewältigen.
Das Bundesgericht hat wiederholt festgestellt, dass eine depressive Störung nicht völlig unabhängig von
psychosozialen Faktoren
bestehen muss, um eine
Invali
dität bewirken zu können. Es sei unbestritten, dass äussere Umstände
an der Entstehung vieler Krankheiten aus dem depressiven Fo
rmenkreis wesentlich mitwirkten
.
Wenn psychosoziale Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträchti
gung der psychischen Integrität führten, indem sie einen verselbständigten
Gesundheitsschaden aufrechterhie
lten, könnten sie sich ferner mittelbar
invali
ditätsbegründend
auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2014
vom
20. Mai 2014
E. 4.2.2 mit Hinweis sowie vorstehend E. 1.4).
Aufgrund dieser Rechtsprechung
durfte der Gutachter
-
offenbar entgegen der Ansicht von med.
pract
.
E._
(
Urk.
53 S. 5) -
den
ungünstigen Einfluss der psychosozialen Fak
toren auf den Gesundheitszustand bei der Festsetzung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit
mitberücksichtigen
. Die
invalidisierende Auswirkung
der depressiven
Symptomatik
beziehungsweise
die H
öhe der im Gutachten attestierten Arbeits
unfähigkeit werden im Übrigen
da
durch
, dass auch nach langjähriger intensiver ambulanter
und stationärer psychiatrischer
Behandlung einschliesslich
Medi
k
a
tion
(
Urk.
43 S. 36, 37 f. und 42)
eine mittelschwere bis schwere Symptomatik verbleibt
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2014 E. 4.2.2)
,
untermau
ert.
3.5
Auch wenn
die von
Dr.
D._
gestellte Diagnose einer chronischen
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) vom Bun
desgericht bereits mehrmals unter die
Schmerzstörungen ohne erkennbare orga
nische Ursache und vergleichbar
e psychosomatische Leiden
subsumiert
wurde (Urteile des Bundesgerichts 9C_653/2014 vom 6. März 2015 sowie 9C_369/2014 vom 19. November 2014)
,
wird aufgrund der
Ausführungen von
Dr.
D._
zu diese
r
von ihm gestellten Diagnose
deutlich
, dass er
beim Beschwerdeführer
nicht vom Bestehen psychosomatischer Schmerzen ausging
.
Die gleiche Ein
schätzung äusserte med.
pract
.
E._
vom RAD in seiner Stellungnahme
zum Gutachten
vom
2.
November 2015 (
Urk.
53 S. 4).
Vielmehr
gehen
die Schmerzen
nach Meinung des Gutachters
auf somatische Korrelate (eine
Kristallarthropa
thie
sowie Diskushernien mit Nervenkompression)
zurück (
Urk.
43
S. 25 und
S. 32 f.)
.
Deshalb brauchen die
zur Invaliditätsbemessung bei
psycho
-
somatischen Leiden massgeblichen Standardindikatoren nicht beachtet zu werden. Nichts
destotrotz wären
-
bei fehlenden Anzeichen für eine Simulation oder Aggrava
tion (
Urk.
43 S. 42) -
diese Indikatoren zur Anerkennung der invalidisierenden Wirkung psychosomatischer Beschwerden aufgrund der glaubhaften Angaben im Gutachten
(E. 2.2)
und der vorstehenden Aus
-
führungen beim Beschwerde
führer
in hinreichendem Masse erfüllt
; dies gilt
vorab
für
die (mangelnden) persönlichen Ressourcen
(vgl.
etwa
Urk.
43 S. 38 f.)
und die
psychischen und körperlichen
Komorbiditäten
(
Urk.
43 S. 25)
.
3.6
Demnach steht aufgrund des beweiskräftigen psychiatrischen Gutachtens vom 20. Mai 2015 von
Dr.
D._
fest, dass
der Beschwerdeführer wegen seiner psychischen Beeinträchtigungen
ab August 2004
zu 50
%
sowie
ab Juli 2006 100
%
arbeitsunfähig
war
, und zwar für sämtliche Tätigkeiten
(
Urk.
43 S. 39)
.
4.
Wie bereits angetönt, leidet der Beschwerdeführer nicht nur an psychischen Beschwerden, sondern auch an
körperlichen Beeinträchtigungen.
Diese sind für die Festsetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der Periode von August 2004 bis Juni 2006, in welcher unter alleiniger Berücksichtigung der psychi
schen Erkrankungen noch eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
bestand, von Bedeutung.
Gemäss dem interdisziplinär
en
, auf
fachärztlich-internist
ischen, -rheumatologischen und -
psychiatrischen
Untersuchungen vom 29. Mai 2007 beruhenden
Gutachten des
Z._
vom
14. September 2007
(
Urk.
7/53/1)
litt
d
er
Beschwerdeführer
im Wesentlichen an
einem chronisch rezidivierenden
zerviko
-
okkzipital
-Syndrom bei Status nach zweimaliger HWS-Distorsion am 30. Dezember 2004 und 9. Juni 2005,
einem Status nach
Lumbovertebralsyndrom
bei medianer Diskushernie L4/5 und L5/S1 ohne Anzeichen für eine Neurokompression
, einem
f
emoropatellaren
Schmerz
-
syndrom beidseits, einer OSG-Belastungs-Arthralgie beidseits
linksbe
tont
, einem Schlafapnoesyndrom vom Typ des
Upper
Airways Resistance Syn
drom sowie einer Adipositas nach WHO Grad I (BMI von 31,6 kg/m
2
;
Urk.
7/53/31
)
.
Laut Beurteilung der
Z._
-Gutachter war der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der körperlichen Beeinträchtigungen in der ange
stammten
, behinderungsangepassten
leichten bis intermittierend mittelschweren körperlichen Tätigkeit in der Paketnachsendung zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/53
/35-36
).
Aus orthopädisch-rheumatologischer
Sicht wird im Gutach
ten weiter konstatiert, dass auch in der Zeit vor der Begutachtung, insbesondere nach den beiden Auffahrunfällen, nie während längerer Zeit eine qualitativ oder quantitativ weitergehende Arbeitsunfähigkeit bestand (
Urk.
7/53/37-38).
Diese Beurteilung wurde von den Parteien zu Recht nicht angezweifelt.
Es kann folg
lich davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichti
gung der psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen im Zeitraum von
August 2004 bis Juni 2006
in der angestammten sowie in einer
behinderungs
angepassten
leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig und ab Juli 2006 für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfä
hig war.
5.
5.1
Im August 2005 war der Beschwerdeführer nach dem Gesagten
während einem Jahr zu 50
%
a
rbeitsunfähig in seiner angestammten Tätigkeit. Nach Ablauf dieser
einjährigen Wartezeit gemäss
alt
Art
.
29
Abs.
1
lit
. b
IVG
(in der bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung)
entstand
gemäss
altArt
. 29
Abs.
1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) der Rentenan
spruch, weshalb für den Einkommensvergleich (vorstehend E. 1.6) die Einkom
mensverhältnisse im August 2005 massgeblich sind.
Gemäss Angaben des letzten Arbeitgebers, der
Y._
, hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2005 als Gesunder im Vollzeitpensum ein Jahresein
kommen von Fr. 66‘542.-- erzielt (
Valideneinkommmen
;
Urk.
7/11/2).
Bezüglich des Invalideneinkommens gilt die Regel, dass
dieses so konkret wie möglich
zu ermitteln ist, weshalb primär von der beruflich-erwerblichen Situa
tion auszugehen ist, in welcher die invalide versicherte Person steht.
Es ist nicht notwendig, sich auf einen statistischen Durchschnittslohn zu beziehen, wenn die versicherte Person trotz ihrer Behinderung in der Lage ist, ihre bisherige Berufstätigkeit auszuüben, wenn auch mit einer gewissen
Leistungseinschrän
kung
. Ebenso ist nicht auf die lohnstatistischen Angaben abzustellen, wenn die versicherte Person die Restarbeitsfähigkeit
pensenmässig
nicht voll ausschöpft (
Ulrich Meyer,
Rechtsprechung
des
Bundesgerichts
zum
Sozialversicherungs
recht
, Bun
des
gesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich 2014, Art.
28a
Rz
78 und 89
mit Hinweisen
). Trotz der ärztlich attestierten Arbeits
unfähigkeit kündigte die
Y._
dem Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis erst auf Ende Januar 2007 (
Urk.
43 S. 23). Deshalb rechtfertigt es sich, f
ür die Festsetzung des Invalideneinkommens
im Jahr 2005
vom Ein
kommen auszugehen, welches der Beschwerdeführer als Gesunder bei der
Y._
im 100
%
-Pensum hätte erzielen können (Fr. 66‘542.--), und diesen Lohn auf das
noch zumutbare 50%ige Pensum umzurechnen. Daraus resultiert ein
Invali
deneinkommen
von Fr. 33‘271.-- und, verglichen mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 66‘542.--, ein Invaliditätsgrad von 50%.
Aufgrund des ausgewiesenen Invaliditätsgrads von 50
%
hat der Beschwerde
-
füh
rer
ab
1.
August 2005 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (vorstehend
E. 1.5).
5.2
Ab Juli 2006 war der Beschwerdeführer für sämtliche Tätig
keiten zu 100
%
arbeitsunfähig, was ab diesem Zeitpunkt einem Invaliditätsgrad von 100
%
entspricht.
Wenn gleichzeitig rückwirkend erstmals eine Invalidenrente zugesprochen und wegen einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit eine Abstufung angeordnet wird, ist d
ie
anspruchsbeeinflussende Änderung gemäss
der Regelung in
Art. 88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
(vgl. auch Ulrich Meyer, a.a.O., Art. 30-31
Rz
110 mit Hinweisen)
.
Deshalb hat
d
er
Beschwerdeführer
ab
1.
Oktober 2006
– drei Monate nach dem
1.
Juli 2006 -
Anspruch auf eine ganze Rente (vorstehend E. 1.5).
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde gemäss dem in der Stellungnahme vom 2
0.
Juli 2015 geänderten Antrag (
Urk.
49 S. 4).
6
.
6
.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- zulast
en der unter
liegenden IV-Stelle
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
6
.2
In BGE 139 V 496 E. 4.3 und 4.4 hat das Bundesgericht erwogen, das Gericht könne die Kosten eines
Gerichtsgutachten
s unter anderem dann der Verwaltung auferlegen, wenn bereits im Verwaltungsverfahren ein manifester Widerspruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; es müsse mithin ein Zusammenhang zwischen der Notwendig
keit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen, und einem Untersuchungsmangel sei
tens der Verwaltung bestehen.
Solchenfalls
bildeten die Kosten der Begutach
tung keine Kosten des Beschwerdeverfahrens im Sinne von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG, sondern Abklärungskosten im Sinne von Art. 45 ATSG, welche von der Invalidenversicherung zu tragen seien (vgl. auch BGE 140 V 70 E. 6.1).
Die IV-Stelle hat nach Vorliegen des psychiatrischen Gutachtens von
Dr.
A._
, welches mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte weitge
hend
übereinstimmte, ein zweites psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
B._
eingeholt. Dessen Beurteilung der Auswirkung der psychischen Beschwerden auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit widersprach der Einschätzung der
Erstgut
achterin
diametral (vgl. vorstehend E. 2.1). Damit bestand bereits im
Abklä
rungsverfahren
ein manifester Widerspruch zwischen zwei verschiedenen
gut
achterlichen Auffassungen, ohne dass die IV-Stelle diesen
durch objektiv begründete Argumente entkräftet hatte. Mit Blick auf die dargelegte höchst
richterliche Rechtsprechung rechtfertigt es sich deshalb, der IV-Stelle die Kosten des
Gerichtsgutachten
s von Dr.
D._
von Fr. 9‘5
00.-- (Urk.
45
) aufzuerlegen.
6
.3
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Markus Bischoff, macht in seiner detaillierten
Honorarnote vom 1
1.
Februar 2016
einen Zeitauf
wand von 1800 Minuten respektive 30 Stunden geltend (
Urk.
58).
Das Verfah
ren hat zwar lange gedauert und war deshalb aufwändig. Indes macht der Rechtsvertreter in der Honorarnote Aufwendungen geltend, die mit dem vorlie
genden Beschwerdeverfahren nichts zu tun haben und deshalb von der Beschwerdegegnerin nicht zu vergüten sind. Dies betrifft die Korrespondenz mit der AXA (1 Stunde 50 Minuten), mit der
H._
(1 Stunde 5 Minuten), mit der
Vaudoise
(20 Minuten), mit der Bundesanwaltschaft (5 Minuten) sowie mit der Aufsichtsbehörde respektive Justizkommission (
JuKo
, 3 Stunden 25 Minuten) und Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Betreibungsbegehren sowie einen Zahlungsbefehl (1 Stunde 15 Minuten).
Bei einem Stundensatz von Fr. 200.-- (bis 31. Dezember 2014) beziehungsweise von Fr. 220.-- (ab 1. Januar 2015) ergibt dies,
ex
klusive Mehrwertsteuer, eine Entschädigung für den zeitli
chen Aufwand von
1
2
Stunden
und 5 Minuten (rund 12
.1
Stunden)
in der Ze
it bis 3
1.
Dezember 2014 sowie 9
Stunden
und 55 Minuten (rund 9.9 Stunden)
ab
1.
Januar 2015
(
Urk.
58)
von
Fr.
4
‘
598
.--.
Hinsichtlich der in der Honorarnote aufgeführten Spesen von gesamthaft
Fr.
802.50 (
Urk.
58) können die Rech
nungen in Höhe von
Fr.
203.-- sowie
Fr.
203.30 der Bundesanwaltschaft sowie die bei der Korrespondenz mit der AXA (
Fr.
17.--), mit der
H._
(
Fr.
15.--), mit der Justizkommission (
Fr.
90.--) und mit dem Betreibungsamt entstandenen Auslagen (
Fr.
24.--) mangels eines Zusammenhangs mit dem vorliegenden Verfahren nicht anerkannt werden. Werden die verbleibenden Spesen von
Fr.
250.20 zur Entschädigung für den Zeitaufwand von
Fr.
4‘598.-- hinzuad
diert, beläuft sich die dem Beschwerdeführer zuzusprechende
Parteientschädi
gung
unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8
%
auf
Fr.
5‘236.05
.