Decision ID: 6745c1e5-cef8-5c26-8f57-a88edfff894f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Der bosnische Staatsangehörige A._ bezog ab April 2012 Ergänzungsleistungen
zu einer ganzen Rente der Invalidenversicherung (vgl. act. G 3.1.85 und act. G 3.1.63).
Am 4. September 2017 teilte die AHV/IV-Zweigstelle der EL-Durchführungsstelle mit
(act. G 3.1.24), sie habe von einer internen Amtsstelle den Hinweis erhalten, dass sich
der EL-Bezüger mehrheitlich im Ausland aufhalte. Gemäss den der AHV/IV-Zweigstelle
vorliegenden Unterlagen habe der EL-Bezüger letztmals Mitte Februar 2017 um die
Vergütung von Krankheitskosten einer im Dezember 2016 durchgeführten Behandlung
ersucht. Die EL-Durchführungsstelle forderte den EL-Bezüger am 5. September 2017
auf (act. G 3.1.23), die Daten sämtlicher Auslandaufenthalte seit dem 1. Januar 2015
anzugeben, über allfällige bereits bekannte zukünftige Auslandaufenthalte zu
informieren und den Original-Reisepass einzureichen. Der EL-Bezüger antwortete am
19. September 2017 (act. G 3.1.22), er habe sich vom 4. Juni 2015 bis zum 15. Juni
2015 für einen Besuch und vom 14. November 2015 bis zum 21. November 2015 für
eine Taufe in seinem Herkunftsland aufgehalten. Vom 19. Dezember 2015 bis zum 7.
Januar 2016 habe er Ferien in Montenegro verbracht. Vom 20. April 2016 bis zum 28.
April 2016 habe er sich zu Besuchszwecken in Kroatien aufgehalten. Vom 15. Juli 2016
bis zum 29. Juli 2016 habe er Ferien in seinem Herkunftsland verbracht. Vom 26.
Dezember 2016 bis zum 8. Januar 2017 habe er Besuche in Österreich und Serbien
abgestattet. Vom 2. August 2017 bis zum 7. August 2017 sei er wegen einer
Beerdigung in seinem Herkunftsland gewesen. Vom 8. September 2017 bis zum 13.
September 2017 habe er sich für die Verlängerung seines Reisepasses nochmals in
A.a.
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seinem Herkunftsland aufgehalten. Als „zukünftige“ Auslandsaufenthalte nannte der
EL-Bezüger einen Familienbesuch vom 7. Juni 2015 bis zum 12. Juni 2015, eine Taufe
vom 15. November 2015 bis zum 20. November 2015 und eine Beerdigung vom 2.
August 2017 bis zum 7. August 2017. Weiter führte er an, dass sein Pass bis zum 24.
September 2017 gültig sei. Gerade sei ein Verfahren zur Verlängerung des Reisepasses
hängig. Nach dem Abschluss dieses Verfahrens werde er den Reisepass einreichen.
Am 23. Oktober 2017 gab der EL-Bezüger der AHV/IV-Zweigstelle eine polizeiliche
Bestätigung über den Verlust seines alten Reisepasses am 24. September 2017 im
Herkunftsland ab (vgl. act. G 3.1.19). Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle
notierte am 24. Oktober 2017, die Angaben des EL-Bezügers zu dessen
Auslandaufenthalten stünden teilweise im Widerspruch zu den Akten: Der EL-Bezüger
habe Krankheitskosten im Zusammenhang mit einer Behandlung im Zeitraum vom 10.
Juni 2015 bis zum 15. Juni 2015 geltend gemacht, aber später angegeben, er habe
sich vom 4. Juni 2015 bis zum 15. Juni 2015 in seinem Herkunftsland aufgehalten; am
5. Januar 2017 habe sich der EL-Bezüger von Dr. med. B._ behandeln lassen, aber
später habe er angegeben, dass er sich vom 26. Dezember 2016 bis zum 8. Januar
2017 im Ausland aufgehalten habe (act. G 3.1.19). Am 24. Oktober 2017 forderte die
EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger auf, bis spätestens am 31. Oktober 2017
Fragen zum Verlust des Reisepasses sowie zu allfälligen geplanten
Auslandaufenthalten zu beantworten und einen Kontoauszug für das Jahr 2017
einzureichen (act. G 3.1.17). Da sie innert der gesetzten Frist keine Antwort erhielt,
erliess sie am 3. November 2017 eine Verfügung, mit der sie die laufende
Ergänzungsleistung „vorerst“ einstellte (act. G 3.1.13). Am 4. November 2017 gingen
ihr die Antworten des EL-Bezügers auf die am 24. Oktober 2017 gestellten Fragen und
die einverlangten Kontoauszüge zu (act. G 3.1.12). Der EL-Bezüger hatte angegeben,
dass er den alten Reisepass mit sich geführt habe, bis der neue Reisepass ausgestellt
würde. Beim Erhalt des neuen Passes hätte der alte Pass annulliert werden müssen. Da
habe er bemerkt, dass er diesen verloren habe. Das habe er der Polizei melden
müssen, da er ansonsten den neuen Pass nicht erhalten hätte. Für das Jahr 2017 habe
er keine weiteren Auslandaufenthalte geplant. Den eingereichten Kontoauszügen für
die Zeit von Januar 2017 bis und mit September 2017 liess sich entnehmen, dass der
EL-Bezüger in jedem Monat von seinen beiden Konti sowohl in der Schweiz als auch in
A.b.
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seinem Herkunftsland regelmässig Bezüge getätigt hatte. Für die Bezüge vom
Postcheckkonto war im In- und Ausland stets dieselbe Karte verwendet worden
(Kartennummer XXXX8219); für die Bezüge vom Bankkonto bei der UBS waren zwei
Karten verwendet worden, nämlich eine Karte mit der Nummer XXXXXX für die Bezüge
im Herkunftsland des EL-Bezügers und eine Karte mit der Nummer ZZZZZZ für die
Bezüge in der Schweiz. Nur am 29. Dezember 2016, am 6. Januar 2017 und am 20.
September 2017 war die Karte mit der Nummer XXXXXX für Bezüge in der Schweiz
eingesetzt worden. Die EL-Durchführungsstelle forderte den EL-Bezüger in der Folge
auf, auch die Kontoauszüge für die Jahre 2015 und 2016 einzureichen (act. G 3.1.11).
Am 15. November 2017 gingen ihr die einverlangten Kontoauszüge zu (act. G 3.1.10).
Diesen liess sich entnehmen, dass der EL-Bezüger auch in den Jahren 2015 und 2016
praktisch jeden Monat sowohl in der Schweiz als auch in seinem Herkunftsland Bezüge
getätigt hatte. Bis Juni 2015, im November 2015, im Dezember 2015, im September
2016, im November 2016 und im Dezember 2016 hatte der EL-Bezüger die Karte mit
der Nummer XXXXXX regelmässig auch in der Schweiz – nicht nur im Herkunftsland –
Bezüge getätigt. Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte am 24.
November 2017 (act. G 3.1.9), der EL-Bezüger habe im Jahr 2015 insgesamt 11’781
Franken, im Jahr 2016 insgesamt 15’969 Franken und im Jahr 2017 (bis Ende
September) insgesamt 14’642 Franken im Ausland abgehoben. Mit einer Verfügung
vom 27. November 2017 hob die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung
rückwirkend per 1. Februar 2015 mit der Begründung auf (act. G 3.1.8), angesichts der
Bargeldbezüge im Ausland müsse davon ausgegangen werden, dass der EL-Bezüger
seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland gehabt haben müsse, denn ihm hätten für
die Bestreitung des Lebensbedarfs in der Schweiz lediglich noch etwa 6’000 Franken
pro Jahr zur Verfügung gestanden, was unmöglich für ein Leben in der Schweiz
ausgereicht haben könne. Zudem sei davon auszugehen, dass der EL-Bezüger sich an
mehr als 183 Kalendertagen pro Jahr im Ausland aufgehalten habe. Die ab Februar
2015 ausgerichteten Ergänzungsleistungen im Gesamtbetrag von 25’202 Franken
müssten zurückgefordert werden.
Am 11. Januar 2018 liess der nun anwaltlich vertretene EL-Bezüger eine
Einsprache gegen die Verfügung vom 27. November 2017 erheben (act. G 3.1.1). Seine
Rechtsvertreterin beantragte, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und auf
A.c.
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eine Rückforderung verzichtet werde sowie dass dem EL-Bezüger für die Zeit ab dem
1. November 2017 „korrekte“ Ergänzungsleistungen ausgerichtet würden. Zur
Begründung führte sie aus, der EL-Bezüger habe sich in den Jahren 2015–2017 nie
länger als 183 Tage pro Kalenderjahr im Ausland aufgehalten. Die Bankbezüge fänden
ihren Grund in medizinischen Behandlungen, die der EL-Bezüger im Herkunftsland in
Anspruch genommen habe und die er jeweils im Voraus habe bezahlen müssen, aber
auch im Umstand, dass der EL-Bezüger seinen Familienangehörigen, bei denen er
Schulden habe, erlaubt habe, die Bankkarte zu benutzen. Am 14. Mai 2018 machte die
Rechtsvertreterin ergänzend geltend (act. G 3.2.26), der EL-Bezüger bestreite nicht,
dass er gelegentlich im Ausland geweilt habe, aber die Auslandsaufenthalte hätten nie
länger als drei Monate am Stück gedauert. Die Bankbezüge im Ausland taugten nicht
als Beweismittel, weil der EL-Bezüger seinem Cousin die Bank- und Postkarte gegeben
habe. So könne verhindert werden, dass der EL-Bezüger sein Einkommen für Alkohol
ausgebe. In den Jahren 2015–2017 habe der EL-Bezüger diverse Arzttermine in der
Schweiz wahrgenommen. Im Januar, Februar und April 2015 habe er insgesamt
sechsmal einen Zahnarzt aufgesucht. Vom 15. September 2015 bis zum 4. November
2015 habe er sich in einer stationären psychiatrischen Behandlung befunden. Am 22.
März 2016, am 27. Juni 2016, vom 21. bis zum 27. September 2016, am 15. November
2016, am 22. November 2016 und am 30. November 2016 habe der EL-Bezüger in der
Schweiz medizinische Leistungen in Anspruch genommen. Am 20. und 21. September
2017 sei er kurzzeitig stationär im Spital Grabs behandelt worden. Ende des Jahres
2017 habe er mehrere Zahnarzttermine in der Schweiz wahrgenommen. Seine
Anwesenheit in der Schweiz werde durch weitere medizinische Leistungsbezüge am 5.
Januar 2017, am 27. März 2017, am 17. Juli 2017, am 25. Oktober 2017 und am 7.
November 2017 belegt. Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte am 28.
Juni 2018 (act. G 3.2.23), es könne kein Zufall sein, dass der EL-Bezüger seinen
Reisepass genau in dem Moment verloren habe, als die EL-Durchführungsstelle
danach gefragt habe. Die Behandlungsdaten belegten nur eine Anwesenheit des EL-
Bezügers in der Schweiz an genau diesen Daten. Im Jahr 2015 habe der EL-Bezüger
43 Prozent seiner finanziellen Mittel (IV-Rente und Ergänzungsleistungen) im Ausland
ausgegeben; im Jahr 2016 seien es 61 Prozent und im Jahr 2017 seien es 67 Prozent
gewesen. Mit den in der Schweiz getätigten Bezügen sei ein Leben in der Schweiz gar
nicht finanzierbar gewesen. Mit Blick auf die Kaufkraft sei ein Leben im Herkunftsland
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mit den dort abgehobenen Mitteln dagegen gut finanzierbar gewesen. Es möge zwar
zutreffen, dass ein Verwandter oder ein Kollege des EL-Bezügers über ein Bank- oder
Postkärtchen verfüge und damit auf das Geld des EL-Bezügers zugreifen könne. Das
belege aber nicht, dass sich der EL-Bezüger in der Schweiz aufgehalten habe. Die
Behauptung, die Einkommensverwaltung für den in der Schweiz lebenden EL-Bezüger
sei in dessen Herkunftsland erfolgt, sei wenig überzeugend. Zusammenfassend müsse
davon ausgegangen werden, dass der EL-Bezüger überwiegend in seinem
Herkunftsland gelebt habe und nur für medizinische Behandlungen in die Schweiz
gekommen sei, wobei er zu diesen Zeiten wohl jeweils bei Verwandten oder Bekannten
untergekommen sei. Der Zeitpunkt der Überprüfung (1. Januar 2015) sei willkürlich
gewählt worden. Es sei nicht auszuschliessen, dass der EL-Bezüger für gewöhnlich
schon vor dem 1. Januar 2015 im Ausland gelebt habe. Diesbezüglich seien weitere
Abklärungen angezeigt. Man müsste dem EL-Bezüger aber wohl eine reformatio in
peius androhen.
Die EL-Durchführungsstelle forderte den EL-Bezüger am 12. Juli 2018 auf, weitere
Angaben zum massgebenden Sachverhalt zu machen (act. G 3.2.22). Der EL-Bezüger
kam dieser Aufforderung am 20. September 2018 nach. Er gab an (act. G 3.2.19), er
reise jeweils mit dem Bus in sein Herkunftsland. Sein Cousin helfe ihm bei der
Einteilung der finanziellen Mittel. Dieser schaue, dass der EL-Bezüger sein Geld für
notwendige Sachen wie Nahrungsmittel und Medikamente ausgebe, weil der EL-
Bezüger im Herkunftsland jeweils dazu neige, sein ganzes Geld für Alkohol
auszugeben. Zudem begleiche der Cousin Rechnungen respektive Schulden des EL-
Bezügers. Der EL-Bezüger bewohne ein Zimmer in der 3,5 Zimmer-Wohnung seines
Sohnes. Es bestehe kein schriftlicher Miet- respektive Untermietvertrag. Er bezahle
seinem Sohn 720 Franken pro Monat und er kümmere sich um die Wohnungspflege
sowie um die Zubereitung des Nachtessens. Er verbringe die meiste Zeit des Tages in
seinem Schrebergarten, wo er Gemüse wie Salat, Zwiebeln und Tomaten anpflanze,
seine Traubenstöcke bewirtschafte, sich um einen Birnbaum kümmere und Blumen
pflege. Zwei Bekannte hätten schriftlich bestätigt, dass der EL-Bezüger mehrheitlich
über das ganze Jahr in der Schweiz lebe. Am 8. Oktober 2018 forderte die EL-
Durchführungsstelle zur Beantwortung weiterer Ergänzungsfragen und per sofort zur
persönlichen Vorsprache auf der AHV/IV-Zweigstelle an jedem Montag oder Dienstag
A.d.
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auf (act. G 3.2.17). Die Rechtsvertreterin des EL-Bezügers machte am 12. Oktober
2018 geltend (act. G 3.2.16), sie erachte die Mehrheit der Ergänzungsfragen als
irrelevant, weshalb der EL-Bezüger jene Fragen nicht beantworten werde. Die
wöchentliche Meldepflicht sei unverhältnismässig, weil es dem EL-Bezüger frei stehe,
drei Monate am Stück respektive sechs Monate pro Jahr im Ausland zu verbringen. Der
EL-Bezüger werde alle drei Monate persönlich bei der AHV/IV-Zweigstelle vorsprechen.
Die EL-Durchführungsstelle beharrte in einem Schreiben vom 16. Oktober 2018 auf der
Beantwortung der am 8. Oktober 2018 gestellten Fragen (act. G 3.2.15). Sie legte zur
Begründung dar, dass sie die entsprechenden Angaben zur Sachverhaltsermittlung
benötige, und sie wies den EL-Bezüger auf dessen Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung hin. Bezüglich der wöchentlichen Meldepflicht hielt sie fest,
dass diese nicht unverhältnismässig sei, weil sich die AHV/IV-Zweigstelle nur 15
Gehminuten von der Wohnung des EL-Bezügers entfernt befinde und weil dieser ja
gemäss seinen eigenen Angaben nur etwa drei Wochen pro Jahr im Ausland verbringe.
Ihm stehe es selbstverständlich frei, einen länger dauernden Auslandaufenthalt im
Voraus anzumelden und sich für die entsprechende Zeit von der Meldepflicht befreien
zu lassen. In einem Schreiben vom 12. November 2018 liess der EL-Bezüger zur
Beantwortung der ihm gestellten Fragen ausführen (act. G 3.2.11), er neige in seinem
Herkunftsland dazu, sehr viel Alkohol zu konsumieren. Diese Exzesse endeten in
ärztlicher Behandlung oder sogar mit Spitalaufenthalten. Die Rechnungen der
Notfallbehandlungen würden jeweils vom Cousin beglichen. Der EL-Bezüger kaufe im
Herkunftsland auch ein pflanzliches Heilmittel und ein Ersatzmedikament für Temesta
ein, das auch bei einem Alkoholkonsum eingenommen werden dürfe. Der Cousin
begleiche als Einziger die Auslagen des EL-Bezügers im Herkunftsland. In der Schweiz
begleiche der EL-Bezüger seine Rechnungen grundsätzlich selber. Teilweise
übernehme das auch der Sohn. Der Sohn ziehe jeweils auch die Miete direkt vom
Konto des EL-Bezügers ein. Die ehemalige Ehefrau habe ebenfalls Zugriff auf die Konti
und mache ab und zu Gebrauch davon. In einem bestimmten Restaurant im Heimatort
des EL-Bezügers hätten sich über die Zeit Schulden von knapp 6’000 Euro angehäuft.
Hinzu kämen Kosten für Taxifahrten, Einkäufe und Übernachtungen. Der Cousin des
EL-Bezügers begleiche diese Schulden, um Streit im Ort und in der Familie zu
verhindern. Der EL-Bezüger bewohne jeweils ein Gästezimmer im grossen Haus seines
Cousins. Am 10. Januar 2019 teilte die AHV/IV-Zweigstelle der EL-Durchführungsstelle
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B.
mit, dass der EL-Bezüger am Freitag, dem 2. November 2018, persönlich
vorgesprochen habe; in den darauf folgenden acht Kalenderwochen sei er nicht
erschienen (act. G 3.2.7). Mit einem Entscheid vom 21. Januar 2019 hiess die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache teilweise gut (act. G 3.2.5). Sie hob den
Ergänzungsleistungsanspruch nicht bereits per 1. Januar 2015, sondern erst per 1.
Januar 2016 auf und sie forderte statt 25’202 Franken lediglich 15’994 Franken zurück.
Zur Begründung führte sie an, aufgrund der nachgewiesenen regelmässigen
Arztbesuche und des siebenwöchigen stationären Klinikaufenthaltes im Jahr 2015 sei
für jenes Jahr davon auszugehen, dass sich der EL-Bezüger damals überwiegend in
der Schweiz aufgehalten habe. In den Jahren 2016 und 2017 hätten dem EL-Bezüger
aber in der Schweiz so wenig finanzielle Mittel zur Verfügung gestanden, dass nicht
vorstellbar sei, wie er seinen Lebensbedarf hier hätte bestreiten wollen, zumal sein
Cousin ja nur Auslagen im Herkunftsland beglichen habe. Die vom EL-Bezüger geltend
gemachten Ausgaben im Herkunftsland könnten die hohen Beträge, die dort bezogen
worden seien, nicht erklären. Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass die Angaben
des EL-Bezügers teilweise widersprüchlich seien: Die angeblich ausschliesslich vom
Cousin genutzten Karten seien teilweise auch in der Schweiz benutzt worden; der alte
Reisepass sei ausgerechnet dann angeblich verloren gegangen, als die EL-
Durchführungsstelle ihn angefordert habe; die wöchentliche Meldepflicht sei nicht
erfüllt worden. Da gemäss der Rechtsprechung des St. Galler Versicherungsgerichtes
nur der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt der Verfügungseröffnung massgebend sei,
würden die Angaben und Belege des EL-Bezügers für die Zeit ab Dezember 2017 als
eine Neuanmeldung zum Ergänzungsleistungsbezug behandelt; diesbezüglich werde
eine separate Verfügung erlassen werden.
Am 21. Februar 2019 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 erheben (act.
G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides. Zur Begründung führte sie aus, der Beschwerdeführer lebe als
Untermieter bei seinem Sohn. Er komme seinen finanziellen Verpflichtungen nur
teilweise nach, weshalb er auf die finanzielle Unterstützung des Sohnes und anderer
Familienangehöriger angewiesen sei. Seine Zeit verbringe er grossmehrheitlich in
B.a.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat gestützt auf eine formell rechtskräftige Verfügung eine
Ergänzungsleistung zu einer Rente der Invalidenversicherung bezogen. Die
rückwirkende Aufhebung dieser Ergänzungsleistung hat deshalb zwingend eine
seinem Schrebergarten, wo er Gemüse anpflanze und Blumen pflege. Er treffe sich
auch regelmässig mit Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern, die allesamt
bestätigen könnten, dass er sich meistens in der Schweiz aufhalte. Sein Cousin sorge
für die Begleichung der Unkosten im Zusammenhang mit den Aufenthalten des
Beschwerdeführers im Herkunftsland, weshalb aus den Bankbezügen im Ausland
nichts in Bezug auf den Aufenthaltsort des Beschwerdeführers abgeleitet werden
könne. Die zahlreichen Arzttermine in der Schweiz belegten den Aufenthalt des
Beschwerdeführers in der Schweiz. Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin) könne den von ihr behaupteten überwiegenden
Auslandaufenthalt nicht beweisen, da die „paar Buchungen im Ausland“ nicht gegen
den gewöhnlichen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz sprächen. Sie
habe den Nachteil der Beweislosigkeit zu tragen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 4. März 2019 unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 3).
B.b.
Der Beschwerdeführer liess am 26. März 2019 eine Bestätigung seiner Schwester
einreichen, wonach diese ihn regelmässig finanziell unterstütze (act. G 6 und G 6.1).
Am 11. Juni 2019 liess er einen Pachtvertrag und einen Nachtrag dazu aus dem Jahr
2014 betreffend seinen Schrebergarten einreichen (act. G 9 und G 9.1). Seine
Rechtsvertreterin reichte eine Honorarnote über 3’729.85 Franken ein (act. G 9.2).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin reichte am 11. Juni 2019 eine Verfügung vom 29. April
2019 (mit der sie das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers für die Zeit ab dem 1.
Dezember 2017 abgewiesen hatte), die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene
Einsprache vom 27. Mai 2019 und eine Sistierungsverfügung vom 29. Mai 2019 ein
(act. G 11).
B.d.
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Modifikation einer früheren, formell rechtskräftigen Verfügung, das heisst eine
rückwirkende Revision (Art. 17 Abs. 2 ATSG), eine sogenannt prozessuale Revision
(Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG), erfordert. Ein
Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin hat nach der Einspracheerhebung darauf
hingewiesen, dass der Korrekturzeitpunkt ohne einen Gedanken an eine allfällige
Korrekturverfügung und damit willkürlich gewählt worden sei; der Beschwerdeführer
könne seinen gewöhnlichen Aufenthalt nämlich bereits vor dem 1. Januar 2015 im
Ausland gehabt haben. An sich hätte die Verfügung vom 27. November 2017 deshalb
aufgehoben werden müssen und die Beschwerdegegnerin hätte weitere Abklärungen
für den Zeitraum vor Januar 2015 tätigen müssen. Anschliessend hätte sie die
ursprüngliche Zusprache einer Ergänzungsleistung ab April 2012
wiedererwägungsweise durch eine Abweisung des Leistungsbegehrens ersetzen oder
aber die ursprünglich zugesprochene Ergänzungsleistung rückwirkend revisionsweise
aufheben müssen (wenn der Beschwerdeführer seinen gewöhnlichen Aufenthalt erst
nach April 2012 ins Ausland verlegt hätte). Nun steht aufgrund der Akten aber mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2015 – wohl vor allem wegen medizinischer Behandlungen –
seinen gewöhnlichen Aufenthalt mehrheitlich in der Schweiz gehabt hat: Er hat im
Verlauf des Jahres 2015 zahlreiche ambulante medizinische Behandlungen in Anspruch
genommen; er hat sich vom 15. September 2015 bis zum 4. November 2015 in einer
stationären psychiatrischen Behandlung befunden; er hat (auch) nach dem Austritt aus
der stationären Behandlung den ganzen November und Dezember 2015 hindurch
immer wieder in der Schweiz Geld abgehoben; nur in der Zeit vom 18. November 2015
bis zum 26. November 2015 sind Bezüge im Ausland getätigt worden; der
Beschwerdeführer hat – anders als in den Jahren 2016 und 2017 – den überwiegenden
Teil seiner Einnahmen in der Schweiz ausgegeben. Ab Januar 2016 ist das ganz anders
gewesen: Bereits ab dem 9. Januar 2016 hat der Beschwerdeführer fast nur noch in
seinem Herkunftsland Geld abgehoben; medizinische Behandlungen hat er in der
Schweiz lediglich noch alle drei Monate für einzelne Tage in Anspruch genommen.
Selbst wenn der Beschwerdeführer seinen gewöhnlichen Aufenthalt vor Januar 2015 im
Ausland gehabt hätte, hätte er folglich für das Jahr 2015 (vorübergehend) einen
Anspruch auf eine Ergänzungsleistung gehabt. So oder anders hätte also geprüft
werden müssen, ob per 1. Januar 2016 eine relevante Sachverhaltsveränderung – die
Neu- oder Wiederverlegung des gewöhnlichen Aufenthaltsortes ins Ausland –
eingetreten ist, die eine (rückwirkende) revisionsweise Aufhebung der laufenden
Ergänzungsleistung erfordert hat. Die Beschwerdegegnerin hat sich im mit dem
angefochtenen Entscheid abgeschlossenen Einspracheentscheid aus nicht ganz
nachvollziehbaren Gründen darauf beschränkt, nur die rückwirkend revisionsweise
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Aufhebung der Ergänzungsleistung per 1. Januar 2016 zu prüfen. Verfahrensrechtlich
ist das (im Unterschied zur willkürlichen Festsetzung des Wirkungszeitpunktes im
vorangegangenen Verwaltungsverfahren) zulässig gewesen. Den Gegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens bildet folglich ausschliesslich eine Revision gemäss Art. 17 Abs.
2 ATSG und damit die Frage, ob der Beschwerdeführer seinen gewöhnlichen
Aufenthaltsort im Januar 2016 ins Ausland verlegt und dadurch seinen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen per 31. Dezember 2015 verloren habe. In zeitlicher Hinsicht ist
nach der ständigen Praxis des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen nur der
Sachverhalt bis zum Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung vom 27. November 2017
massgebend, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten hat.
2.
Nach dem klaren Wortlaut des Art. 4 Abs. 1 ELG setzt ein Anspruch auf
Ergänzungsleistungen den Wohnsitz und den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz
voraus. Fällt eine dieser Voraussetzungen während eines laufenden Bezugs von
Ergänzungsleistungen dahin, endet der Anspruch auf Ergänzungsleistungen (Art. 12
Abs. 3 ELG). Dahinter steht der Gedanke, dass die Ergänzungsleistungen nicht
„exportiert“, sondern ausschliesslich zur Bestreitung des Lebensbedarfs in der Schweiz
verwendet werden sollen. Das kann nur erreicht werden, wenn ein EL-Bezüger nicht
nur seinen zivilrechtlichen Wohnsitz, sondern auch seinen gewöhnlichen Aufenthalt in
der Schweiz hat, wenn er also effektiv hier in der Schweiz leben respektive sich hier
während einer gewissen Zeit aufhalten will (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.
2020, Art. 13 N 27). Die sich an der bundesgerichtlichen Auffassung orientierenden
Verwaltungsweisungen sehen vor (vgl. Rz. 2330.01 ff. der Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen), dass eine laufende Ergänzungsleistung (erst dann) „eingestellt“
wird, wenn sich ein EL-Bezüger ohne einen triftigen oder zwingenden Grund mehr als
drei Monate respektive 92 Tage am Stück im Ausland aufgehalten hat; bei einer
Rückkehr in die Schweiz wird die Ergänzungsleistung für die Zukunft wieder
ausgerichtet. Hält sich der EL-Bezüger aber während eines Kalenderjahres für mehr als
sechs Monate respektive 183 Tage im Ausland auf, entfällt der EL-Anspruch für das
ganze Kalenderjahr. Eine für jenes Kalenderjahr bereits ausgerichtete
Ergänzungsleistung muss zurückgefordert werden. Diese Verwaltungsweisungen
lassen sich nicht mit dem Art. 4 Abs. 1 ELG vereinbaren, der den EL-Anspruch direkt
an den (effektiven) Aufenthalt in der Schweiz anknüpft und der deshalb bei einer sich
an seinem klaren Wortlaut orientierenden Auslegung eine „Einstellung“ der
Ergänzungsleistung sofort mit der Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes ins
Ausland erfordern müsste. Ausschlaggebend für die in den Verwaltungsweisungen
2.1.
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enthaltene Regelung dürften wohl reine Praktikabilitätsüberlegungen gewesen sein,
denn diese Regelung erlaubt es den EL-Durchführungsstellen, die Ergänzungsleistung
kalenderjahrweise, also nur jeweils einmal pro Kalenderjahr zu revidieren. Allerdings
erfordern relevante Veränderungen von Ausgaben- oder Einnahmenpositionen ein
„Denken in Kalendermonaten“. Die Ergänzungsleistung muss bei solchen
Veränderungen nämlich jeweils auf den Folgemonat hin revidiert werden; tritt in diesem
Folgemonat eine weitere Veränderung ein, muss eine weitere Revision auf den
nächstfolgenden Monat hin vorgenommen werden. Weshalb mit Blick auf den
gewöhnlichen Aufenthalt nicht auch ein „Denken in Kalendermonaten“, sondern ein
„Denken in Kalenderjahren“ richtig sein sollte, ist nicht nachvollziehbar. Das lässt sich
auch nicht mit dem Art. 4 Abs. 1 ELG vereinbaren, der ja sicherstellen will, dass die
Ergänzungsleistungen nicht „exportiert“ werden, was nur möglich ist, wenn die
Ergänzungsleistungen ausschliesslich für jene Monate ausgerichtet werden, in denen
der EL-Bezüger seinen gewöhnlichen Aufenthalt effektiv in der Schweiz gehabt hat. Die
in der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen (WEL) enthaltene Vorgabe, dass allein
anhand der Anzahl von Tagen, die ein EL-Bezüger während eines Kalenderjahres (92
Tage am Stück oder 183 Tage pro Kalenderjahr) im Ausland verbracht hat, zu
beurteilen sei, ob die Anspruchsvoraussetzung des Art. 4 Abs. 1 ELG noch erfüllt sei,
kann lediglich für sich in Anspruch nehmen, dass sie eine einfache Methode zur
Beantwortung der Frage ist, ob ein EL-Bezüger seinen gewöhnlichen Aufenthalt ins
Ausland verlegt habe. Davon abgesehen sind keine überzeugenden Gründe ersichtlich,
die für die Richtigkeit dieser Interpretation sprechen würden. So lässt sich weder in der
WEL noch in den entsprechenden Bundesgerichtsentscheiden eine Begründung dafür
finden, dass die massgebende Anzahl an Tagen mit Auslandaufenthalt gerade auf drei
Monate respektive 92 Tage am Stück beziehungsweise auf sechs Monate oder 183
Tage pro Kalenderjahr festgesetzt worden ist. Genauso gut hätte man die Anzahl auf
einen Tag pro Woche respektive auf 52 oder 53 Tage pro Jahr, auf den üblichen
Ferienanspruch eines Arbeitnehmers von vier bis sechs Wochen pro Jahr oder aber auf
eine andere, letztlich aus der Luft gegriffene Zahl festlegen können. Die in der WEL
vorgegebene, starre Regelung, wonach ab einer bestimmten Anzahl von Tagen, an
denen sich ein EL-Bezüger im Ausland aufgehalten habe, die Verlegung des
gewöhnlichen Aufenthaltsortes ins Ausland fingiert werden müsse, lässt sich nicht mit
dem Sinn und Zweck des Art. 4 Abs. 1 ELG vereinbaren, der ja darin besteht,
sicherzustellen, dass die Ergänzungsleistungen zur Finanzierung des Lebensbedarfs in
der Schweiz verwendet werden. Zwar kann die Anzahl der Tage, die ein EL-Bezüger im
Ausland verbringt, eines von mehreren Indizien sein, die für oder gegen einen
gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz sprechen, aber es besteht offensichtlich kein
zwingender und direkter Zusammenhang zwischen der Anzahl der Tage mit
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Auslandaufenthalt und dem Ort des gewöhnlichen Aufenthaltes. Bei genauer
Betrachtung ist es nicht (allein) die Dauer eines Auslandaufenthaltes, sondern der
Grund oder der Zweck eines Auslandaufenthaltes, der darüber entscheidet, ob ein EL-
Bezüger seinen gewöhnlichen Aufenthalt ins Ausland verlegt hat. Im konkreten
Einzelfall mag es zwar schwierig oder sogar unmöglich sein, den eigentlichen Grund
oder Zweck eines Auslandaufenthaltes zu ermitteln, aber in der weit überwiegenden
Zahl der Auslandaufenthalte von EL-Bezügern werden es die konkreten Umstände
erlauben festzustellen, ob es sich dabei um eine Verlegung des gewöhnlichen
Aufenthaltes ins Ausland gehandelt hat. Die Dauer eines Auslandaufenthaltes kann
dabei durchaus ein Indiz, aber offensichtlich nicht das allein massgebende Kriterium
sein. Vielmehr sind auch alle anderen Indizien zu prüfen, wozu beispielsweise familiäre
und verwandtschaftliche Beziehungen in der Schweiz und im Herkunftsland, die
Wohnsituation in der Schweiz und im Herkunftsland oder eine Vereinsmitgliedschaft in
der Schweiz und im Herkunftsland gehören können. Im Übrigen gehen auch das
Bundesgericht und die Aufsichtsbehörde mit aller Selbstverständlichkeit davon aus,
dass die Dauer eines Auslandaufenthaltes für sich allein nicht in jedem Fall
massgebend sein kann, denn die sich auf die bundesgerichtliche Auffassung
stützenden Verwaltungsweisungen erlauben die Weiterausrichtung einer
Ergänzungsleistung selbst dann, wenn sich ein EL-Bezüger während mehr als 92
Tagen am Stück oder während mehr als 183 Tagen pro Kalenderjahr im Ausland
aufgehalten hat. Das soll dann der Fall sein, wenn triftige oder zwingende Gründe für
den längeren Auslandaufenthalt vorliegen. Die Verwaltungsweisungen tragen dem Sinn
und Zweck der massgebenden Gesetzesbestimmung also nicht konsequent Rechnung.
Dem Beschwerdeführer haben in den Jahren 2016 und 2017 nur die Rente der
Invalidenversicherung und die Ergänzungsleistung als Einnahmen zur Verfügung
gestanden. Das Einnahmentotal hat sich – ohne Berücksichtigung der individuellen
Prämienverbilligung – in diesen beiden Jahren auf je 26’148 Franken belaufen. Im Jahr
2016 hat der Beschwerdeführer 15’969 Franken im Ausland bezogen; in der Schweiz
hat er lediglich 10’199 Franken bezogen. In den Monaten Januar bis und mit Oktober
2017 hat er von den in jenem Zeitraum ausgerichteten Leistungen von insgesamt
21’790 Franken 14’642 Franken im Ausland und lediglich 7’116 Franken in der Schweiz
bezogen. Der Beschwerdeführer müsste sich also, wenn er seinen gewöhnlichen
Aufenthalt in dieser Zeit in der Schweiz gehabt hätte, mit 39 Prozent respektive mit 33
Prozent des ergänzungsleistungsrechtlichen Existenzminimums beziehungsweise mit
850 Franken (2016) und 712 Franken (2017) pro Monat begnügt haben. Nur schon der
Untermietzins für das angeblich in der Wohnung des Sohnes bewohnte Zimmer hat
aber 720 Franken pro Monat betragen. Der Beschwerdeführer hätte im Jahr 2017 also
2.2.
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nicht einmal seinen Untermietzins bezahlen können. Selbst wenn man – entgegen der
anderslautenden Behauptung des Beschwerdeführers – davon ausgehen würde, dass
dieser seinem Sohn während der ganzen Zeit keinen Untermietzins hätte bezahlen
müssen, müsste er sich während der ganzen Zeit von Januar 2016 bis und mit Oktober
2017 mit der Hälfte der Lebensbedarfspauschale begnügt haben. Die angebliche
finanzielle Unterstützung durch die Schwester hätte also beträchtlich sein müssen.
Umgekehrt müsste der Beschwerdeführer, wenn seine Behauptungen zutreffend
wären, in wenigen Wochen Ferien pro Jahr in seinem Herkunftsland, dessen
Preisniveau sich in jener Zeit auf etwa einem Drittel des Schweizer Preisniveaus bewegt
hat (vgl. die von der Weltbank publizierte „price level ratio of PPP conversion factor
(GDP) to market exchange rate“; <https://data.worldbank.org/indicator/
PA.NUS.PPPC.RF>, abgerufen am 4. September 2020), rund doppelt beziehungsweise
– unter Berücksichtigung des Preisniveauunterschiedes – sechsmal so viel Geld aus
gegeben haben wie im ganzen übrigen Jahr zusammen. Das ist sehr unwahrscheinlich.
Hinzu kommt, dass sämtliche Bezüge vom Postcheckkonto im In- und Ausland stets
mit derselben Karte getätigt worden sind, was der Aussage des Beschwerdeführers
widerspricht, nur sein Cousin habe im Herkunftsland jeweils Geld abgehoben. Die
Bezüge vom Bankkonto im Ausland sind zwar mit einer anderen Karte als jene in der
Schweiz getätigt worden, aber die „Auslandkarte“ ist immer wieder in der Schweiz
eingesetzt worden. Selbst ohne diese „Verwerfungen“ wäre es nicht auszuschliessen,
dass der Beschwerdeführer selbst einfach im Ausland eine andere Bankkarte als in der
Schweiz benutzt hätte. Das spielt aber keine Rolle, weil der Cousin gemäss den
Angaben des Beschwerdeführers nur für dessen Auslagen im Herkunftsland
aufgekommen sein soll, weshalb es letztlich dabei bleibt, dass der Beschwerdeführer
während einiger Wochen Ferien im Herkunftsland – unter Berücksichtigung des
Preisniveauunterschiedes – sechsmal so viel Geld wie im ganzen übrigen Jahr in der
Schweiz ausgegeben hätte. Zu berücksichtigen ist auch, dass praktisch jeden Monat
Bezüge im Herkunftsland des Beschwerdeführers getätigt worden sind. Anders als für
das Jahr 2015 hat der Beschwerdeführer zudem für die Zeit von Januar 2016 bis und
mit November 2017 nur verhältnismässig wenige Termine für medizinische
Behandlungen wahrgenommen. Damit steht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass sich der Beschwerdeführer im
massgebenden Zeitraum in seinem Herkunftsland aufgehalten hat.
Zur Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung hätten an sich etwa die
Nachbarn des Sohnes des Beschwerdeführers und die Schrebergartennachbarn als
Zeugen befragt werden können. Die Beschwerdegegnerin hat aber zu Recht von
diesen aufwendigen Abklärungsmassnahmen abgesehen, denn im
2.3.
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3.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG). Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.