Decision ID: e5a7424d-f21d-5828-a729-66544b53ad7e
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 17.11.2015 Art. 19 Abs. 1 UVG: Verneinung eines medizinischen Endzustands (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. November 2015, UV 2014/33).Entscheid vom 17. November 2015BesetzungVersicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Marilena GnesaGeschäftsnr.UV 2014/33ParteienA._,Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, Rämistrasse 5, Postfach 462, 8024 Zürich,zusätzlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Frei,Rämistrasse 5, Postfach 462, 8024 Zürich,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,GegenstandInvalidenrenteSachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war seit 1. Januar 2011 bei der B._ AG als
Operator Packaging angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als am 18.
August 2012 beim Beachvolleyballspielen ein Mitspieler auf sie fiel und sie am linken
Knie traf (vgl. Suva-act. 1, 61). Die Versicherte wurde noch am Unfalltag in der
Chirurgischen Klinik des Spitals C._ vorstellig, deren Ärzte nach einer
Röntgenuntersuchung ohne Nachweis einer ossären Läsion eine Kniekontusion links
diagnostizierten und bis 21. August 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierten
(Suva-act. 22, 23). Am 31. August 2012 stellte der Hausarzt der Versicherten, Dr. med.
univ. D._, FMH für Allgemeinmedizin, ein weiteres Arbeitsunfähigkeitszeugnis bis 31.
August 2012 aus (Suva-act. 6). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Taggelder und Heilungskosten; Suva-act. 2 - 5).
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A.b Nach einer Arbeitsaufnahme am 31. August 2012 (Suva-act. 8) bescheinigte Dr.
med. E._, Leitender Arzt Orthopädie FMH, Chirurgische Klinik, Orthopädie, Spital
C._, der Versicherten ab 8. November 2012 erneut eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. 15; vgl. auch Suva-act. 11). Basierend auf dem Ergebnis einer auf
Zuweisung von Dr. D._ am 20. September 2012 im Röntgeninstitut F._
durchgeführten MRI-Untersuchung des linken Knies der Versicherten (Suva-act. 31),
diagnostizierte Dr. E._, nach einer am 27. November 2012 zusätzlich durchgeführten
klinischen Untersuchung, eine hochgradige Partialruptur des vorderen Kreuzbandes
(VKB) Knie links vom 18. August 2012 mit erheblichem Bone bruise des
Fibulaköpfchens, geringer auch des medialen und lateralen Femurcondylus sowie
geringer am medialen Tibiaplateau mit Zerrung der meniscocapsulären Insertion des
medialen Hinterhorns (Bericht vom 3. Dezember 2012, Suva-act. 21). Am 16. Januar
2013 folgte auf Zuweisung von Dr. E._ eine weitere MRI-Untersuchung des linken
Knies im Institut für Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), welche die
posttraumatische Alteration des in der Kontinuität erhaltenen VKB bestätigte und einen
Einriss des Innenmeniskushinterhorns verifizierte (Suva-act. 38). Dr. E._ hielt hierauf
am 31. Januar 2013 fest, dass wahrscheinlich eine Kniearthroskopie links mit medialer
Teilmeniskektomie geplant werden müsse (Suva-act. 34), und attestierte der
Versicherten vom 5. bis 22. Februar 2013 eine 50%-ige Arbeitsunfähgikeit (Suva-act.
35). Die Suva beauftragte darauf Dr. med. G._, Orthopädie H._, mit einer
Untersuchung der Versicherten. Dieser stellte am 19. Februar 2013 die Diagnose eines
Verdachts auf Arthrofibrose Knie links mit/bei: Status nach Distorsionsereignis vom 18.
August 2012, kernspintomographisch verifizierter medialer Meniskushinterhornläsion,
subtotaler VKB-Ruptur und massiver muskulärer Dysbalance und empfahl bei
fehlendem Bone bruise ebenfalls eine arthroskopische Meniskussanierung und
Mobilisation des Gelenks (Suva-act. 28, 41/7 f.). An selbigem Tag kündigte die B._
AG das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten auf den 31. Mai 2013 (Suva-act. 42).
A.c Am 28. Februar 2013 führte Dr. E._ eine Kniearthroskopie durch. Dabei stellte
er die zusätzliche Diagnose einer signifikanten Plica mediopatellaris und nahm eine
mediale Teilmeniskektomie (TME), eine Resektion der Plica mediopatellaris sowie eine
partielle intraartikuläre Synovektomie und partielle Hoffa-Resektion vor. Die Versicherte
war dafür vom 28. Februar bis 1. März 2013 im Spital C._ hospitalisiert. Dr. E._
attestierte ihr anschliessend eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis 15. März 2013 (Suva-
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act. 52, 54). Nach einem eintägigen Arbeitsversuch am 16. April 2013 blieb die
Versicherte am Folgetag wegen einer Schwellung des Kniegelenks und Schmerzen zu
Hause (Suva-act. 61) und wurde von Dr. D._ bis 6. Mai 2013 zu 100% arbeitsunfähig
geschrieben (Suva-act. 63).
A.d Nachdem die Versicherte der Suva am 19. April 2013 von Rückenbeschwerden
berichtet hatte (Suva-act. 61), teilte diese der Versicherten nach Rücksprache mit ihrem
Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie FMH (Suva-act. 71), mit Schreiben vom
17. Mai 2013 mit, dass zwischen den Rückenbeschwerden und dem Unfallereignis vom
18. August 2012 kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe,
weshalb sie für die Rückenbeschwerden nicht leistungspflichtig sei (Suva-act. 73). Die
Versicherte bekundete am 23. Mai 2013 telefonisch ihr Unverständnis und erklärte,
dass sie im März 2011 einen Unfall mit Beteiligung der HWS bzw. des Rückens gehabt
habe und dieser Unfall von einer anderen Suva-Agentur bearbeitet werde (Suva-act.
76).
A.e Anlässlich einer zwischenzeitlich durch Dr. E._ am 6. Mai 2013 durchgeführten
Verlaufsuntersuchung hatte die Versicherte über zunehmende muskuläre Schmerzen
entlang des Tractus iliotibialis sowie auch über dem Beckenkamm beidseits berichtet,
welche Dr. E._ im Rahmen einer Entzündungsreaktion mit Synovitis aufgrund einer
Überlastung nach dem ganztägigen Arbeitsversuch am 16. April 2013 im Stehen
interpretierte. Dr. E._ hatte klinisch eine mässiggradige periartikuläre
Weichteilschwellung mit geringem Erguss, vor allem betont im Bereich des Hoffa, hier
auch eine deutliche Druckdolenz antero-medial wie antero-lateral, eine deutliche
Druckdolenz über dem distalen Verlauf des Tractus iliotibialis sowie über dem Ansatz,
eine nur minimale Druckdolenz über dem zentralen medialen und lateralen Gelenkspalt,
negative mediale und laterale Meniskuszeichen, keine relevante Instabilität, ein
Streckdefizit von ca. 5° mit Schmerzen ventral und eine Flexion ca. 115° mit
Schmerzen ventral erhoben. Als Therapie empfahl er eine intraartikuläre Infiltration des
linken Kniegelenks mit Carbostesin und Kenacort sowie eine Weiterführung der
Physiotherapie. Dr. E._ hatte schliesslich die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis
mindestens 8. Juni 2013 verlängert (Suva-act. 79). Am 12. Juni 2013 erhob Dr. E._
unveränderte Befunde und diagnostiziert unter anderem eine massive muskuläre
Dysbalance (Suva-act. 99).
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A.f Dr. H._ hatte bei seiner derweil am 6. Juni 2013 durchgeführten
kreisärztlichen Untersuchung einen postoperativ protrahierten Verlauf festgestellt und
berichtet, dass die Beschwerden im Bereich des Kniegelenks diffus und keine klaren
Meniskuszeichen zu erheben seien. Ausserdem lasse sich keine namhafte Instabilität
provozieren. Ebenfalls nicht ausreichend nachvollziehbar seien aufgrund der
intraoperativen Befunde die erhebliche Schmerzhaftigkeit und die Einnahme der hohen
Mengen an Schmerzmedikamenten. Die geplante Infiltration sollte möglichst rasch
vorgenommen werden. Aufgrund der klinischen Befunde sei von mehrheitlich
weichteilbedingten Beschwerden auszugehen. Dr. H._ empfahl eine arbeitsorientierte
Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 84).
A.g Vom 31. Juli bis 4. September 2013 hielt sich die Versicherte in der Rehaklinik
Bellikon auf, wo eine diagnostische Beurteilung - unter anderem mit
Röntgenuntersuchungen beider Knie, der HWS und BWS am 5. August 2013 und
psychosomatischem Konsilium am 7. August 2013 -, eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
sowie therapeutische Massnahmen vorgenommen wurden. Die Röntgenuntersuchung
beider Knie brachte eine regelrechte Artikulation in den Kniegelenken, beidseitig eine
zentrierte Patella, keine Fraktur, keine grösseren degenerativen Veränderungen und
keinen Gelenkerguss zur Darstellung. Die für das psychosomatische Konsilium
zuständigen Fachleute diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode agitierter Färbung (ICD-10: F33.1). Im
Austrittsbericht vom 9. September 2013 wurde festgehalten, dass der Versicherten die
angestammte, körperlich mittelschwere Tätigkeit als Maschinenbedienerin in der
Pharmaindustrie nicht mehr zumutbar sei. Hingegen sei ihr mindestens eine leichte
Arbeit ganztags zumutbar. Bezogen auf das linke Knie und die HWS seien spezielle
Einschränkungen zu berücksichtigen. Die Arbeit sollte wechselbelastend (wechselweise
Stehen, Sitzen, Gehen ohne längerdauerndes Stehen/Gehen am Stück länger als 60
Minuten) sein und keine Arbeiten länger dauernd in der Hocke und/oder auf den Knien
sowie mit häufig wiederholtem Steigen auf Treppen oder Leitern und länger dauerndem
Arbeiten über Brusthöhe beinhalten (Suva-act. 111).
A.h Am 19. November 2013 begann die Versicherte bei lic. phil. J._, Psychologin/
Psychotherapeutin SPV/SBAP, spezielle Psychotraumatherapie DeGPT, eine
Psychotherapie (Suva-act. 134).
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A.i Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 21. November 2013
stellte Dr. H._ diskrete Befunde fest. Relevante Schonungszeichen fänden sich keine.
Schmerzen entlang des Tractus iliotibialis, welche vor allem beim Valgustest provoziert
worden seien, könnten anatomisch nicht ausreichend erklärt werden. Beim
Valgusstress komme es zu einer Entlastung des Tractus, was eine Schmerzabnahme
erklären würde. Klinisch könnten keine eindeutigen intraartikulären Pathologien
festgehalten werden. Die Beschwerden würden diffus weichteilbedingt beklagt. Das
Gangbild sei vor allem im Barfussgang und in Alltagsschuhen nicht wesentlich
pathologisch. Auch im Zehenspitzen- und Fersengang könne höchstens ein diskret
vermindertes Abrollen festgehalten werden. Die Symptomatik im Bereich des rechten
Beins könne nicht überwiegend wahrscheinlich durch die klinischen Befunde am linken
Knie erklärt werden. Zusammenfassend seien die Beschwerden strukturell nur
unzureichend zu begründen. Diverse therapeutische Massnahmen hätten zu keiner
Verbesserung geführt, sodass eine namhafte Einflussnahme auf den
Gesundheitszustand nicht mehr überwiegend wahrscheinlich zu erreichen sei. Dr.
H._ teilte sodann die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon hinsichtlich
der kniebezogen zu berücksichtigenden Einschränkungen. Allgemein formulierte er
hingegen, dass der Versicherten aufgrund der objektivierbaren Befunde mindestens
eine leichte bis ausnahmsweise mittelschwere Arbeit ganztags zumutbar sei. Die HWS
wurde von Dr. H._ nicht untersucht und blieb auch im Rahmen der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung unberücksichtigt. Mangels nachweisbarer namhafter
degenerativer Veränderungen und organisch strukturell nur partiell erklärbarer
Beschwerden erklärte Dr. H._ die Erheblichkeitsgrenze für die Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung gemäss Feinrastertabelle 5 als nicht erreicht (Suva-act. 127).
A.j Gestützt auf die kreisärztliche Abschlussuntersuchung von Dr. H._ teilte die
Suva der Versicherten mit Schreiben vom 28. November 2013 die Einstellung der
Taggeldleistungen per 31. Dezember 2013 mit. Über den Umfang der Leistungen ab 1.
Januar 2014 werde die Abteilung Versicherungsmedizin direkt berichten (Suva-act.
131).
A.k Mit einer der Versicherten zugestellten Verfügung vom 12. Dezember 2013
lehnte die Suva einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung ab (Suva-act. 136). Am 19. Dezember 2013 wurde die Suva
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über eine rechtsanwaltliche Vertretung der Versicherten informiert, worauf sie die
Verfügung vom 12. Dezember 2013 durch die Verfügung vom 23. Dezember 2013
ersetzte und diese unter Ansetzung einer neuen Rechtsmittelfrist dem damaligen
Rechtsvertreter der Versicherten eröffnete (Suva-act. 138 f.).
A.l Am 14. Januar 2014 wurde Dr. H._ von Dr. D._ telefonisch darüber
informiert, dass die Versicherte ein verlängertes vorderes Schubladenphänomen
aufweise und er die Versicherte aktuell wieder voll arbeitsunfähig geschrieben habe.
Laut Telefonnotiz von Dr. H._ erklärte dieser darauf, dass er den fraglichen Befund
bereits während der kreisärztlichen Untersuchungen festgestellt habe. Arthroskopisch
habe ein durchgängiges VKB bestätigt werden können, so dass keine weiteren
therapeutischen Massnahmen indiziert seien. Das Zumutbarkeitsprofil sei den
objektivierbaren Befunden angepasst. Dr. D._ konnte die kreisärztlichen Aussagen
laut Telefonnotiz nachvollziehen; er habe angegeben, dass er allenfalls zur
Objektivierung nochmals ein MRI veranlassen werde. Dr. H._ hiess dies als
Möglichkeit zur Bestätigung gut und antwortete, dass er nochmals eine kreisärztliche
Untersuchung durchführen würde, sollte unerwarteterweise eine vollständige VKB-
Läsion nachgewiesen werden können (Suva-act. 145).
A.m Gegen die Verfügung vom 23. Dezember 2013 liess die Versicherte durch Dr.
D._ am 15. Januar 2014 Einsprache erheben (Suva-act. 146).
A.n Auf Zuweisung von Dr. D._ wurde bei der Versicherten am 24. Januar 2014 im
Röntgeninstitut K._ eine neue MRI-Untersuchung des linken Kniegelenks
durchgeführt (Suva-act. 149), deren Ergebnis Dr. D._ und Dr. H._ am 21. Februar
2014 miteinander besprachen (Suva-act. 152).
B.
Mit Einspracheentscheid vom 28. März 2014 wies die Suva die Einsprache der
Versicherten ab und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Suva-act. 156).
C.
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C.a Dagegen liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. B. Zollinger, Zürich, mit Eingabe vom 12. Mai 2014
Beschwerde erheben mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid sei
aufzuheben, der Beschwerdeführerin seien eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung auszurichten und eventualiter sei die Sache an die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführerin
seien ausserdem die unentgeltliche Prozessführung und ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichnenden zu bewilligen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin
- soweit darauf einzutreten sei - die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung
des Einspracheentscheids vom 28. März 2014 (act. G 5).
C.c Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts bewilligte am 18. Juni 2014
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Zollinger;
act. G 6).
C.d Nachdem der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Replik vom 18.
August 2014 unverändert an seinen Anträgen festgehalten und einen Arztbericht von
Dr. med. L._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Aussicht gestellt
hatte (act. G 8), reichte er am 15. Oktober 2014 einen Bericht von Med. pract. M._,
Ärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, Praxis Dr. L._, vom 15. Oktober 2014
ein (act. G 12 und G 12.1). Mit Schreiben vom 20. Oktober 2014 legte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin weitere Berichte von Med. pract. M._ vor
(act. G 14, G 14.1 - G 14.3).
C.e Mit Duplik vom 4. November 2014 erneuerte auch die Beschwerdegegnerin
ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 16).
C.f Mit Schreiben vom 11. Mai 2015 reichte Dr. iur. M. Frei, Zürich, eine von
Rechtsanwalt Zollinger ausgestellte Substitutionsvollmacht ein (act. G 18.1) und
unterbreitete trotz des zuvor am 12. November 2014 von der Verfahrensleitung des
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Versicherungsgerichts mitgeteilten Abschlusses des Schriftenwechsels (act. G 17)
weitere Berichte bzw. Bescheinigungen des Spitals C._ und von Dr. D._ (act. G
18.2 - G 18.7).
C.g Am 6. Juli 2015 legte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
Operationsbericht des Spitals C._ vor, wonach die Beschwerdeführerin am 29. April
2015 erneut am linken Kniegelenk operiert worden war (act. G 20.1).
C.h Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen
1.
1.1 Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der
Einspracheentscheid vom 28. März 2014 (Suva-act. 156), dem die Verfügung vom 23.
Dezember 2013 (Suva-act. 139) zugrunde liegt. In der Verfügung nahm die
Beschwerdegegnerin zunächst Bezug auf ihr Schreiben vom 28. November 2013, worin
sie die Einstellung der bisher erbrachten Taggeldleistungen ab 1. Januar 2014 bzw. die
Annahme des Erreichens des medizinischen Endzustands per 31. Dezember 2013
angekündigt hatte (Suva-act. 131; vgl. dazu auch Erwägungen 1.2 und 3.).
Anschliessend verneinte sie eine erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung der
Erwerbsfähigkeit und damit einen Rentenanspruch sowie einen Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung. Im angefochtenen Einspracheentscheid prüfte die
Beschwerdegegnerin nur noch den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente, hingegen nicht mehr denjenigen auf eine Integritätsentschädigung. Der
von der Beschwerdegegnerin dafür in der Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2014 (act.
G 5) angeführten Begründung, die Verfügung sei betreffend Integritätsentschädigung
unangefochten geblieben und in Rechtskraft erwachsen, weshalb die
Integritätsentschädigung im vorinstanzlichen Einspracheverfahren nicht Gegenstand
einer materiellen Prüfung gewesen sei, kann nicht gefolgt werden. In der Einsprache
vom 15. Januar 2014 schilderte Dr. D._ ein anhaltendes Beschwerdebild der
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Beschwerdeführerin sowie die subjektive Annahme einer weiter bestehenden
Arbeitsunfähigkeit, nannte die objektivierbaren Befunde und informierte über die
Veranlassung einer MRI-Verlaufsuntersuchung, um residuelle Schäden zu detektieren
(Suva-act. 146). Die Einsprachebegründung beinhaltet keinen differenziert formulierten
Antrag betreffend Invalidenrente bzw. Integritätsentschädigung. Die Einsprache ist
mithin dahingehend auszulegen, dass auch die verfügungsweise Ablehnung der
Ausrichtung einer Integritätsentschädigung nicht akzeptiert wurde. Insbesondere mit
der Ankündigung weiterer Abklärungen wurde indirekt geltend gemacht, dass der
Sachverhalt für den Fallabschluss und damit auch für die Prüfung des
Integritätsschadens ungenügend abgeklärt worden sei. Die Beschwerdegegnerin
unterliess somit im angefochtenen Einspracheentscheid zu Unrecht eine Prüfung des
Anspruchs der Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung und wird sich mit
der nicht rechtskräftig erledigten Integritätsentschädigung noch befassen müssen.
1.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig
(Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte Person
infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24
Abs. 1 UVG). Nach Gesetz und Praxis ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) und Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente abzuschliessen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung
und Taggeldleistungen dahin. Die Entschädigung wird mit der Invalidenrente
festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen
Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des medizinischen
Endzustands bildet demgemäss die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage
und der Integritätsentschädigung. Für die Bejahung des medizinischen Endzustands
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wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V
112 ff. E. 3 und 4; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 143, 145). Ebenfalls nicht
verlangt wird, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2). Es genügt jedoch
für eine weiterdauernde Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie
lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte
Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht (Alfred Maurer,
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 274). Ob von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
erwartet werden kann, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu
erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 115 E.
4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009, E. 4.1.1 mit Hinweisen).
Angesichts des Gesagten kann also ein Endzustand auch in einem
Gesundheitszustand mit unfallkausalen Restbeschwerden bestehen, der sich jedoch
zumindest im Zeitpunkt des Fallabschlusses und damit der Rentenprüfung als stabil
bzw. beständig darstellen muss. Dies in dem Sinn, dass Invalidität die voraussichtlich
bleibende und längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ist (Art. 8
Abs. 1 ATSG).
1.3 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art.
16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage
der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung
und die Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und
zumutbaren Tätigkeiten. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können,
ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
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dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
2.
2.1 Angesichts der in Erwägung 1.2 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet
die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53 ff.). Vorab ist mithin zu prüfen, welche gesundheitlichen
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin als unfallkausal zu beurteilen und damit für
die Festlegung ihrer Ansprüche relevant sind.
2.2 Anlässlich des Unfallereignisses vom 18. August 2012 erlitt die
Beschwerdeführerin unbestrittenermassen eine strukturelle Verletzung des linken
Kniegelenks in Form einer hochgradigen VKB-Partialruptur und einer medialen
Meniskushinterhornläsion (vgl. Suva-act. 21, 31, 34, 38), worauf Dr. E._ bei der
Beschwerdeführerin am 28. Februar 2013 arthroskopisch eine mediale
Teilmeniskektomie, eine Resektion der Plica mediopatellaris sowie eine partielle
intraartikuläre Synovektomie und partielle Hoffa-Resektion vornahm (Suva-act. 52).
Diese Sachlage (unbestrittene unfallbedingte Verletzung des linken Knies mit
nachfolgender operativer Therapie) bedenkend, anerkennen die Rehaklinik Bellikon und
Dr. H._ bei der Beschwerdeführerin schlüssig und nachvollziehbar gewisse
Unfallrestfolgen - einen Status nach medialer Teilmeniskektomie und Plicaresektion am
28. Februar 2013 -, obwohl die Ärzte der Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht vom 9.
September 2013 und Dr. H._ im Bericht vom 21. November 2013 über die
gleichentags erfolgte kreisärztliche Abschlussuntersuchung festhielten, dass die
aktuellen Beschwerden und Funktionseinschränkungen der Beschwerdeführerin
aufgrund der Diagnosen sowie der klinischen und radiologischen Befunde aus rein
somatisch-funktioneller Sicht nur teilweise erklärbar bzw. strukturell nur unzureichend
zu begründen seien (Suva-act. 111, 127). Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon und Dr.
H._ gehen davon aus, dass der Beschwerdeführerin angesichts der kniebezogenen
Unfallrestfolgen die angestammte Tätigkeit als Maschinenbedienerin in der
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Pharmaindustrie nicht mehr zugemutet werden kann und formulieren ein
Zumutbarkeitsprofil mit gewissen kniebezogene Einschränkungen (vgl. Sachverhalt
Bstb. A.h und A.j). Gestützt auf diese medizinischen Grundlagen anerkennt auch die
Beschwerdegegnerin begründetermassen kausale Unfallrestfolgen im Bereich des
linken Knies.
2.3
2.3.1 Laut medizinischen Akten liegt bei der Beschwerdeführerin sodann eine
psychische Problematik vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung
begründet (vgl. Suva-act. 111/12 f., 134, act. G 12.1, act. G 14.1 f.). Das Bestehen
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zum Unfallereignis vom 18. August 2012
erscheint diesbezüglich fraglich. Ab 19. November 2013 befand sich die
Beschwerdeführerin bei Psychotherapeutin lic. phil. J._ in Behandlung. Dieser
gegenüber beschrieb sie laut Bericht vom 2. Dezember 2013 ein umfassendes
psychisches Beschwerdebild (Schreckhaftigkeit und Nervosität, Flashbacks,
Alpträume, intrusive Bilder und Geräusche vom Unfall im März 2011, vegetative
Übererregtheit, Angstzustände, emotionales Betäubtsein), das in Folge eines früheren
Unfallereignisses vom März 2011 aufgetreten sei. Lic. phil. J._ diagnostizierte eine
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) aufgrund des Unfalls im Jahr
2011. Als weitere Diagnose stellte sie eine mittelgradige bis schwere depressive
Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11-F32.2), bestätigte eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit und erklärte, dass sich die Depression seit dem Unfall vom 18.
August 2012 entwickelt habe. Die Beschwerdeführerin habe ihr gegenüber berichtet,
dass eine Knieoperation nur beschränkten Erfolg gebracht habe und sie durch die
Einschränkungen infolge des Unfalls und die Knieschmerzen zunehmend deprimiert
gewesen sei. Die depressive Symptomatik habe sich verstärkt. Sie habe nochmals
einen Wiedereinstieg als Maschinenführerin versucht, doch sei ihr diese Tätigkeit
wegen der Kniebeschwerden definitiv nicht mehr möglich gewesen. Im Mai 2013 habe
sie infolge Verschlechterung ihres Zustands die Kündigung erhalten (Suva-act. 134).
Lic. phil. J._ stellte mithin zwar einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen
der Depression und dem vorliegend zur Diskussion stehenden Unfall vom 18. August
2012 her. Die Schilderungen der Fachleute der Rehaklinik Bellikon im Bericht vom 30.
August 2013 über das psychosomatische Konsilium vom 7. August 2013 lassen jedoch
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wiederum die Depression nicht ohne weiteres dem Unfallereignis vom 18. April 2012
zuordnen. So beschrieb die Beschwerdeführerin den Fachleuten der Rehaklinik
Bellikon gegenüber, dass sie dreieinhalb Jahre zuvor ihre Arbeitsstelle in der
Pharmaindustrie nach 21-jähriger Betriebszugehörigkeit verloren habe, was mit einer
grossen Kränkung verbunden gewesen sei und zu einer depressiven Episode mit
halbjähriger Krankschreibung und psychopharmakologischer Behandlungsbedürftigkeit
geführt habe. Nach einer Knieverletzung links im August 2012 sei nach
Wiederaufnahme der Arbeit wiederum eine kränkende Kündigung des Arbeitsplatzes
erfolgt, was eine depressive Auslenkung zur Folge gehabt habe (Suva-act. 111/12 f.).
Die Beschwerdeführerin stellt mit ihren Ausführungen vielmehr vorbestehende sowie
unfallfremde Gründe der Depression in den Vordergrund. Ein solcher Sachverhalt wird
auch durch die Berichte der die Beschwerdeführerin ab 30. April 2014 behandelnden
Psychotherapeutin Med. pract. M._ vom 10. sowie 17. Juli und vom 15. Oktober
2014 untermauert (act. G 14.1 ff., act. G 12.1). Diese vermerkt die Diagnosen leichte
depressive Episode (ICD-10 F 32.0), Verdacht auf PTSD (ICD-10 F 43.1) mit eventuell
Reaktivierung einer traumatischen Situation in der Vorgeschichte der Patientin durch
einen Unfall 2011 mit depressiver Begleitsymptomatik bzw. Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) und hält im Bericht vom 15. Oktober
2014 fest, dass sich der Verdacht einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht
objektiv bestätigt habe und die Diagnose für die Leistungsfähigkeit irrelevant sei. Die
aktuellen psychiatrischen Beschwerden würden im Zusammenhang mit einer beruflich-
sozialen Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion gesehen (act. G
12.1).
2.3.2 Selbst bei Bejahung der natürlichen Kausalität würde es jedoch letztlich am
kumulativ vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhang mangeln (vgl. Erwägung
2.1). In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass bezüglich
des augenscheinlichen Hergangs des Unfalls vom 18. August 2012 - beim
Beachvolleyball fiel eine Mitspielerin auf die Beschwerdeführerin und traf sie am linken
Knie - von einem leichten Unfallereignis auszugehen ist (vgl. dazu die Kasuistik in
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 62). Ein derartiger Unfall ist generell nicht geeignet,
psychische Folgeschäden zu verursachen, womit ein adäquater Kausalzusammenhang
ohne weiteres zu verneinen ist (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 62). Dies bedeutet, dass
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die psychische Problematik auch bei der Prüfung der Frage, welche konkreten
Leistungen der Beschwerdeführerin zuzusprechen sind, nicht miteinzubeziehen ist.
2.4 Die HWS-Beschwerden sind laut Akten und von Seiten der Beschwerdeführerin
unbestritten - wenn auch allenfalls traumatisch bedingt - zumindest nicht auf den im
vorliegenden Beschwerdeverfahren zu beurteilenden Sachverhalt, nämlich den Unfall
vom 18. August 2012, zurückzuführen (vgl. dazu Suva-act. 71, 76, 111, 134). Ein
Anspruch auf Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin wegen HWS-
Beschwerden fällt somit ebenfalls ausser Betracht.
3.
3.1 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, hat jedoch die Beschwerdegegnerin
aufgrund der vorliegenden Akten den Fallabschluss per 31. Dezember 2013 zu früh
vorgenommen. Der medizinische Endzustand war noch nicht erreicht, womit die
Beschwerdegegnerin im fraglichen Zeitpunkt den Anspruch der Beschwerdeführerin
auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung noch nicht hätte prüfen
dürfen.
3.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen
Einspracheentscheids (hier 28. März 2014) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4
E. 1.2 und 129 V 169 E. 1, je mit Hinweis). Berichte, welche nach diesem Zeitpunkt
datieren, sind zu berücksichtigen, sofern sie Rückschlüsse in Bezug auf die im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung - hier des Fallabschlusses - bestehende Situation
erlauben (BGE 121 V 366 E. 1b, 99 V 101 E. 4, je mit Hinweisen). Soweit Berichte
jedoch über nachträgliche Veränderungen als Folge einer Operation oder weiterer
Behandlungen eingereicht werden, sind sie nicht relevant. Demgegenüber können
solche allenfalls zu einer Revision Anlass geben.
3.3
3.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Datierung des Fallabschlusses auf
Feststellungen im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon und im Bericht von Dr. H._
über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung ab (Suva-act. 111/5: verschiedene
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therapeutische Massnahmen wurden durchgeführt, es konnte jedoch keine wesentliche
Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden; Suva-act. 111/6:
Physiotherapie als einzige weitere therapeutische Empfehlung; Massnahmen
hinsichtlich der psychischen Problematik durch die IV, andernfalls müsste mit einer
weiteren Chronifizierung gerechnet werden; in diesem Fall dürfte wohl eher nichts
anderes übrig bleiben, als auf einen Fallabschluss hinzuarbeiten; Suva-act. 127:
Beschwerden strukturell nur unzureichend begründet. Diverse therapeutische
Massnahmen führten zu keiner Verbesserung, so dass eine namhafte Einflussnahme
auf den Gesundheitszustand nicht mehr überwiegend wahrscheinlich zu erreichen ist).
3.3.2 Laut Operationsbericht des Spitals C._ vom 8. Mai 2015 wurde allerdings bei
der Beschwerdeführerin am 29. April 2015, d.h. nach Erlass des streitigen
Einspracheentscheids, ein zweifelsohne bedeutsamer operativer Eingriff im Bereich des
linken Kniegelenks - eine Ersatzplastik des VKB links mit medialer Teilmeniskektomie
Kniegelenk links - vorgenommen (act. G 20.1). Damit rechtfertigt sich die Frage,
inwiefern sich die Indikation für den fraglichen Eingriff bereits vor Erlass des
angefochtenen Einspracheentscheids abzeichnete.
3.3.3 Bezüglich einer gegebenenfalls vor Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids bestehenden Meniskusproblematik ist den medizinischen Akten
Folgendes zu entnehmen: In seinen Berichten vom 10. Mai und 13. Juni 2013 über die
nach der Operation vom 28. Februar 2013 durchgeführten Verlaufsuntersuchungen
vom 6. Mai und 12. Juni 2013 notierte Dr. N._ negative Meniskuszeichen bzw. hielt
fest, dass die medialen und lateralen Meniskuszeichen negativ „scheinen“ würden
(Suva-act. 79, 99). Die kreisärztliche Untersuchung durch Dr. H._ vom 6. Juni 2013
hatte zwar ebenfalls keine klaren Meniskuszeichen ergeben, immerhin zeigten sich
jedoch bei der Beschwerdeführerin beim McMurray Test Beschwerden im Bereich des
medialen Tibiakopfs (Suva-act. 84). Auch bei dem anlässlich der kreisärztlichen
Abschlussuntersuchung vom 21. November 2013 durchgeführten McMurray Test kam
es zu Beschwerden im Bereich der Tuberositas tibiae (Suva-act. 127). Während aber
Dr. H._ das von der Beschwerdeführerin vorgetragene Beschwerdebild strukturell als
unzureichend begründbar und eine namhafte Einflussnahme auf den
Gesundheitszustand durch therapeutische Massnahmen nicht mehr als überwiegend
wahrscheinlich bezeichnete (Suva-act. 127), teilte Dr. D._ Dr. H._ am 14. Januar
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2014 telefonisch mit, dass er zur Objektivierung der geklagten Beschwerden nochmals
eine MRI-Untersuchung veranlassen werde (Suva-act. 145). In der Einsprache vom 15.
Januar 2014 ersuchte Dr. D._ den Kreisarzt, die Beschwerdeführerin anschliessend
zur Reevaluierung aufzubieten (Suva-act. 146). Konkret war zwar eine
Meniskusproblematik von den Ärzten offenbar nicht angesprochen worden. Zumindest
lässt sich dies den eher knappen Akten über die Gespräche nicht entnehmen. Doch
stellte sodann das Röntgeninstitut K._ aufgrund des Ergebnisses ihrer am 24. Januar
2014, d.h. also vor Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids, durchgeführten
MRI-Untersuchung immerhin den Verdacht auf einen horizontal longitudinalen kleinen
Rezidivriss am Hinterhorn (Suva-act. 149). Bei der Operation vom 28. Februar 2013
hatte man lediglich eine Teilmeniskektomie vorgenommen, was laut medizinischer
Literatur durchaus zu einem Rezidiv bzw. einem neuen Meniskusriss führen und eine
Nachresektion erforderlich machen kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Auflage Bern 2005, S. 1061; vgl. Suva-act. 149:
„Restmeniskushinterhorn mit einer flüssigkeitsintensen, in die Unterfläche
einstrahlenden Signalalteration“). Trotz des vorgenannten Verdachts bestätigte Dr.
H._ in einem weiteren Telefongespräch mit Dr. D._ vom 21. Februar 2014 (Suva-
act. 152), dass aufgrund der Bildgebung chirurgisch keine operative Intervention
gerechtfertigt und eine nochmalige kreisärztliche Untersuchung nicht notwendig sei.
Zum Verdacht auf ein Meniskusrissrezidiv nahm Dr. H._ in keiner Weise Stellung. Die
MRI-Untersuchung vom 24. Januar 2014 war wohl zentral zur Klärung der Situation des
VKB veranlasst worden. Entsprechend stand offensichtlich einzig die vernarbte
Partialruptur des VKB, welche sich im MRI unverändert darstellte, im Fokus des
Gesprächs. Dr. D._ erwähnte sodann Berichte von Dr. E._ von Ende Dezember
2013 bzw. Januar 2014, welche die Auffassung von Dr. H._ bestätigen würden.
Solche liegen jedoch nicht bei den Akten. Zweifelsohne erst, aber immerhin, im
Rahmen der MRI-Untersuchung im Spital C._ am 22. Januar 2015 konnte dann ein
erneuter Einriss am Innenmeniskushinterhorn eindeutig bestätigt werden (act. G 18.3).
Dies, obwohl der klinische Meniskustest unmittelbar zuvor am 20. Januar 2015 - wie
auch schon früher (vgl. Suva-act. 79, 84, 99) - noch negativ gewesen war. Der erneute
Einriss am Innenmeniskushinterhorn bedurfte schliesslich unbestrittenermassen der
Operation vom 29. April 2015. Angesichts der dargelegten Sachlage kann mithin im
Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids insofern nicht von
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einem stabilen, beständigen, d.h. einen Fallabschluss rechtfertigenden
Gesundheitszustand hinsichtlich des Meniskus gesprochen werden, als zwischen der
medizinischen Situation vor und nach Erlass des Einspracheentscheids ohne weiteres
ein sachlicher Zusammenhang hergestellt werden kann und von der Operation vom 29.
April 2015 eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden durfte.
Der unauffällige Röntgenbefund der Rehaklinik Bellikon vom 5. August 2013 vermag
diese Schlussfolgerung nicht in Frage zu stellen. Auch die Röntgenuntersuchung vom
20. Januar 2015 hat nämlich bei bereits bestehender Reruptur im Meniskushinterhorn
keine auffälligen Befunde ergeben (vgl. act. G 18.2). Aus den Berichten der Ärzte des
Spitals C._ vom 29. Januar sowie vom 16. und 18. Februar 2015 über solche nach
Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids durchgeführten Untersuchungen vom
20. Januar sowie 3. und 9. Februar 2015 lässt sich nichts Gegenteiliges ableiten. Im
Sprechstundenbericht vom 16. Februar 2015 wird festgehalten, dass mit einer weiteren
Teilmeniskektomie die akuten Meniskusschmerzen angegangen werden könnten (act.
G 18.3). Es erscheint damit nicht abwegig, dass bereits die im Zeitpunkt des Erlasses
des Einspracheentscheids von der Beschwerdeführerin geklagten Kniebeschwerden
auf das Meniskusrediziv zurückzuführen waren. Die Beschwerdeführerin beschrieb
sodann anlässlich der Untersuchungen im Spital C._ vermehrte starke
Kniegelenksschmerzen links seit Jahreswechsel (2014/2015) und in den Berichten wird
eine Reruptur im Meniskushinterhorn im Dezember 2014 diagnostiziert (act. G 18.2 ff.).
Die Angabe „wieder vermehrter starker Kniegelenksschmerzen links“ spricht indessen
nicht gegen das Vorliegen vorbestehender Schmerzen, worauf auch die laut Anamnese
im Bericht vom 29. Januar 2015 letztmals im September 2014 stattgefundene
Corticosteroid-Infiltration hindeutet. Eine Datierung der Reruptur im Meniskushorn auf
den Dezember 2014 lässt sich sodann anhand der medizinischen Akten nicht explizit
begründen. Eine Erklärung für die fragliche Datierung könnte vielmehr in der
subjektiven Schmerzschilderung der Beschwerdeführerin sowie dem Zeitpunkt der
ersten Untersuchung gesehen werden.
3.3.4 Hinsichtlich der Partialruptur des VKBstellte sich der Gesundheitszustand im
Verlauf trotz geklagter Beschwerden objektiv stabiler bzw. gleichmässiger dar. Die
Partialruptur des VKB an sich wurde bei der Operation vom 28. Februar 2013 nicht
therapiert. Sie wurde nur konservativ, insbesondere mit Physiotherapie, behandelt. Bei
den nachfolgenden ärztlichen Untersuchungen zeigte sich bis zum Zeitpunkt des
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Erlasses des Einspracheentscheids keine namhafte Instabilität des Kniegelenks und
das Untersuchungsergebnis des Schubladentests rechtfertigte - auch wenn es sich
nicht vollumfänglich unauffällig zeigte (verlängertes vorderes Schubladenphänomen) -
offensichtlich keine weitere operative Intervention (vgl. Suva-act. 79, 84, 99, 127, 145).
Im letzten MRI vom 24. Januar 2014 vor Erlass des Einspracheentscheids zeigte sich
die vernarbte VKB-Partialruptur gleichfalls unverändert (vgl. Suva-act. 149, 152). Bei
der Operation vom 29. April 2015 wurde die VKB-Läsion des linken Kniegelenks zur
Verbesserung der Kniegelenkinstabilität zwar mit einer Ersatzplastik behandelt. Die
Indikation der Kniegelenkinstablität war jedoch offenbar eher subjektiv ausgeprägt und
objektiv nur von geringgradigem Ausmass (vgl. act. G 18.2 und G 18.3). Eine
Veränderung des Gesundheitszustands betreffend die VKB-Ruptur vor und nach Erlass
des Einspracheentscheids kann den medizinischen Akten somit nicht wirklich
entnommen werden, womit diesbezüglich die Annahme eines Endzustandes per 31.
Dezember 2013 grundsätzlich folgerichtig erscheint. Die Operation vom 29. April 2015
ist derart zu werten, dass die Lösung der lange Zeit geklagten Beschwerden nun doch
in einer operativen Massnahme gesehen wurde.
3.4 Im MRI vom 22. Januar 2015 hat sich nun zusätzlich einebeginnende
Gonarthrose gezeigt (act. G 18.3), die mit der Operation vom 29. April 2015 nicht
angegangen werden konnte. Laut den Ärzten des Spitals C._ werden damit
Restschmerzen verbleiben. Angesichts der Ausführungen in Erwägung 3.3.3, aber auch
in Anbetracht der Gesamtsituation mit der in Erwägung 3.3.4 dargestellten neuen
Sachlage (Ersatzplastik des VKB) und der sich neu entwickelten Gonarthrose
rechtfertigt es sich, nicht bereits per 31. Dezember 2013 von einem Endzustand
auszugehen und die Rentenprüfung sowie Prüfung des Integritätsschadens
vorzunehmen. Die Annahme, dass die Operation vom 29. April 2015 und die
Gonarthrose eine veränderte Ausgangslage im Rahmen der Bemessung der
Versicherungsleistungen bilden könnten bzw. sich hinsichtlich der kausalen
Unfallrestfolgen im Bereich des linken Kniegelenks eine veränderte Situation ergeben
haben könnte, ist nicht unbegründet. Die Sache ist mithin an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie im Zusammenhang mit der Knieproblematik links die
konkreten Ansprüche der Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen ab 1.
Januar 2014 im Sinn der Erwägungen neu prüft.
4.
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4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 28. März 2014 gutzuheissen und die Angelegenheit zur
Vornahme der Prüfung der Ansprüche der Beschwerdeführerin auf
Versicherungsleistungen ab 1. Januar 2014 und zu neuer Verfügung zurückgewiesen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung ist pauschal auf Fr.
3‘500.--, einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer, festzulegen.