Decision ID: cdf47d6f-02b7-43bf-89ce-06cf3e238046
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene
X._
,
seit 1999
als
Treuhänderin
selbständig
erwerbstä
tig (
Urk. 6/31/1
)
und seit 2004 verwitwet (Urk. 6/
3/
2
)
,
meldete sich am
6. September 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Züric
h, IV
Stelle, unter Hinweis auf Atemnot, bestehend seit dem 19. Januar 2010, zum Leistungsbezug
(Berufliche Massnahmen)
an (Urk. 6/3). Die IV-Stelle
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen, wobei sie insbesondere die Akten des Krankentaggeldversicherers von
X._
beizog (Urk. 6/1, Urk. 6/13).
Mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2011 (Urk. 6/29) stellte die IV-Stelle
die Abweisung
des Leistungsbegehrens
in Aussicht
, da die Versicherte trotz mehr
maliger Aufforderung die
einverlangten
erwerblichen und medizinischen
Unterlagen nicht
zugestellt
hatte.
In der Folge
reichte
n
die behandelnde
Ärztin
der Versicherten, Dr. med.
Y._
,
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
den bei ihr angeforderten
Bericht (Bericht vom 5. November 2011, Urk. 6/30
)
sowie die
Versicherte
Unterlagen betreffend ihre selbständige
Erwerbstätigkeit (Urk. 6/31-32)
nach
.
Die IV-Stelle zog
daraufhin
erneut Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 6/34
, Urk. 6/37)
und liess die Versi
cherte schliesslich am 15. April 2013 von Dr. med.
Z._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachten (Expertise vom 20. April 2014, Urk. 6/44).
Nachdem die Versicherte
weitere Unterlagen bezüglich ihrer selb
ständigen Erwerbstätigkeit ein
gereicht
(Urk. 6/52-53, Urk. 6/60) und Dr.
Y._
zum Gutachten von Dr.
Z._
Stellung
genommen hatte (Urk. 6/46, Urk. 6/55), stellte die IV-Stelle
m
it Vorbescheid vom 25. November 2013
(Urk. 6/63)
die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels eines IV
rechtlich relevanten Gesundheitsschadens in Aussicht
.
D
ie Versicherte
erhob
dagegen Einwand
(Urk. 6/66)
und
liess
weitere medizinische Berichte
zu den Akten reichen
(Urk. 6/65/4
-11
,
Urk. 6/70).
Am 20. März 2014
verfügte
die IV
Stelle
im angekündigten Sinne
(Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 12. April 2014 Beschwerde und beantragte sinn
gemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung von Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2014 (Urk. 5 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-78)
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführe
rin mit Schreiben vom 16. Juni 2014 (Urk. 7) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, es liege
bei der Beschwerdeführerin kein versicherungsrelevanter Gesundheitsschaden vor
(Urk. 2
, Urk. 5
).
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
vor,
sie leide unter psychi
schen Beeinträchtigungen mit invalidisierender Wirkung. A
uf das
psychiatrische
Gutachten von Dr.
Z._
könne nicht abgestellt werden (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Vom 12. Februar 2010 bis am 31. März 2010 war
die Beschwerdeführerin
im
A._
in stationärer psychiatrischer Behandlung
(
Austrittsbe
richt
vom 20. April 2010, Urk. 6/30/7-12). Die Beschwerdeführerin
gab gegen
über den behandelnden Ärzten an
,
seit mehreren Jahren an Atemnot zu leiden, wobei
diese Beschwerden anlässlich einer
Abklärung im
B._
im Jahr 2002 als funktionell beurteilt worden seien. G
egen Ende 2009 sei vermehrter Stress
entstanden
(
Jahrestag des Todes ihres verstorbenen Ehe
mannes, Annahme eines zusätzlichen Kunden,
längere
Krankheitsphase ihres Freundes
,
Konfl
ikt mit den Nachbarn;
Urk. 6/30/8).
A
b dem 7. Januar 2010 sei es ohne
einen
ihr ersichtlichen Grund zu einer starken Zunahme ihrer Atemnot gekommen
(Urk. 6/30/7).
Die Ärzte
des
A._
diagnostizierten eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) bei anhaltender Atemnot (Erstdiagnose 2001) ohne somatisches Korrelat (Urk. 6/30/7).
Sie notierten, als Auslöser für die Verschlechterung des
Zustands
bildes
sähen sie die Zunahme des Stresses gegen Ende 2009, insbesondere das hohe Arbeitspensum, welches kaum Raum für andere Dinge zugelassen habe und empfahlen unter anderem ein realistisches Arbeitszeitmanagement (Urk. 6/30/10). Im Bericht vom 5. Mai 2010 zuhanden des
Krankentaggeldversi
cherers
(Urk. 6/1/10-12)
hielten sie fest
,
die Beschwerdeführerin habe aufgrund einer Verbesserung des Zustandsbildes Ende März
2010
aus dem stationären Aufenthalt entlassen werden können und sei ab
dem
12. April 2010 in die Tagesklinik
C._
zur weiteren teilstationären Behandlung eingetreten. Bei weiterhin erfreulichem Therapieverlauf erachteten sie eine Wiederaufnahme der Arbeit
zu
zirka 80-100 % in den kommenden Monaten als
gegeben (Urk. 6/1/11)
.
3.2
Vom 9. April 2010 bis am 15. Juli 2010 befand sich die Beschwerdeführerin in der Tagesklinik der
D._
in Behandlung (
Austrittsbe
richt
vom 24. August 2010, Urk. 6/30/13-16).
Die Ärzte hielten fest, der Beschwerdeführerin sei es insgesamt um eine bessere Work-Life-Balance gegangen (Urk. 6/30/14).
Im
Bericht vom 28. Mai 2010
zuhanden der
Kranken
taggeldversicherung
(Urk. 6/1/8-9)
hielten die behandelnden Ärzte sodann dafür, bis voraussichtlich am 15. Juli 2010 bestehe eine vollständige Arbeits
unfähigkeit. Nach dem Austritt aus der Tagesklinik sei eine teilweise Wieder
aufnahme der Arbeit möglich und langfristig könne mit einer vollen Wiederer
langung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (Urk. 6/1/9).
3.3
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, unter
suchte die Beschwerdeführerin im Auftrag des Krankentaggeldversicherers am 21. September 2010 (Bericht vom selben Tag, Urk. 6/13/2).
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe unverändert Angstzustände und Atemnot als Dauer
zustand beklagt.
Er
kam zum Schluss, dass eine
konversionsneurotische
Psy
chodynamik
der Problematik (Tod ihres Ehemannes)
vorliege und hielt fest,
die psychischen Funktionen seien in allen Modalitäten unauffällig gewesen.
Per 1. September 2010
erachtete er eine 40
%ige Arbeits
tätigkeit
als zumutbar und zweckmässig und hielt
dafür
, es sei eine graduelle Leistungssteigerung zu erwarten
, wobei er eine
Reevaluation
in zwei bis drei Monaten empfahl
.
E
ine IV-Renten begründende Störung liege bei degressivem Verlauf und
vorbeste
hend
intakter Persönlichkeit nicht vor, eine berufliche Umschulung/Massnahme
sei
obsolet und der Einbezug eines
Casemanagers
sei
nicht sinnvoll.
In der Folge untersuchte Dr.
E._
die Beschwerdeführerin im Auftrag des Krankentaggeldversicherers ein weiteres Mal am 3. Februar 2011
(Bericht vom 4. Februar 2011, Urk. 6/37/6).
Dr.
E._
hielt dafür,
per 1. März 2011
sei eine
Arbeitstätigkeit zu 60 % mit gradueller Steigerung des Leistungspensums auf 100 % innerhalb von
zwei bis drei Monaten zumutbar
.
3.
4
Mit
Bericht vom 5. November 2011
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(Urk. 6/30)
stellte Dr.
Y._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/30/1):
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) mit Atemnot seit 2002, DD:
somatoforme
autonome Funktionsstörung im Atmungssystem (ICD-10 F45.33)
Rezidivierende depressive Störungen, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-1
0 F33.1) seit Tod des Ehemannes
Nicht näher bezeichnete nicht organische emotional bedingte Schlafstö
rung (ICD-10 F51.0) mit Alpträumen
(ICD-10 F51.9), aktuell
Hypersom
nie
Nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.9), die sich vor allem in Beziehungen zeigt, Beginn
seit
Kindheit und Jugend mit narzisstischer Komponente.
Dr.
Y._
hielt dafür, der Beschwerdeführerin sei
ein Pensum von vier Stunden täglich zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit um zirka 10 %
redu
ziert
sei, dies vor allem in depressiven Phasen (Urk. 6/30/3).
Zu angepassten Tätig
keiten äusserte sich die Ärztin
nicht (Urk. 6/30/3).
Abschliessend hielt sie fest, mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden
(Urk. 6/30/4).
3.
5
Gutachter Dr.
Z._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 15. April 2013 und erstattete
seine psychiatrische Expertise
am 20. April 2013 (Urk. 6/44).
Die Beschwerdeführerin gab gegenüber dem Gutachter an,
i
n der zweiten Hälfte 2009 sehr viel Stress im Betrieb gehabt
zu haben
. Schliesslich sei sie im Januar 2010 nervlich zusammen gebrochen
und da
nach
im
A._
und in der
D._
in Behandlung gewesen. Seit Ende Juli 2010 stehe sie in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung bei Dr.
Y._
(Urk. 6/44/14)
.
Die Beschwerdeführerin
klagte über weiterhin bestehende
Atem
not, die immer auftrete und quasi ein Dauerzustand sei (Urk. 6/44/14). Sie habe immer noch Konzentrationsschwierigkeiten beim Arbeiten und müsse vermehrt Pausen machen, weil sie nicht so lange durcharbeiten könne (Urk. 6/44/15).
Gutachter
Dr.
Z._
diagnostizierte eine Panikstörung, weitgehend remittiert (ICD-10 F41)
,
DD:
somatoforme
autonome Funktionsstörung des
Atmungs
systems
(ICD-10 F45.33) sowie eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1). Als ohne Aus
wirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte er
akzentuierte
Persönlichkeits
züge
mit
anankastischen
,
narzisstischen
und selbstunsicher-vermeidenden Anteilen (ICD-10 Z73.1; Urk. 6/44/22).
Dr.
Z._
hielt dafür, in der Untersu
chung habe sich eine altersentsprechend unauffällige, gepflegte und modisch gekleidete Explorandin gezeigt, die in allenfalls leicht bedrückter
Stimmungs
lage
über ihre gesundheitlichen Beschwerden und allgemeine
n
Probleme und Schwierigkeiten berichtet habe (Urk. 6/44/18). Bei der psychiatrischen Untersu
chung habe eine allenfalls noch leichte, insgesamt deutlich remittierte
Angst
symptomatik
mit nur noch eher seltenen Panikäquivalenten bei Status nach Panikstörung, sowie eine weiterhin leichte depressive Symptomatik mit leichten Stimmungsschwankungen, leichter Antriebsminderung, leichten
Konzentra
tionsstörungen
, Selbstzweifeln und Schlafstörungen festgestellt werden
können
.
Hauptfokus der Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin sei aktuell das die Angstsymptomatik begleitende Gefühl von subjektiver Luftnot gewesen. Diesbezüglich sei differentialdiagnostisch eine
somatoforme
autonome Funkti
onsstörung des Atmungssystems in Betracht zu ziehen.
Weiter führte der Gut
achter aus, d
en unerwarteten Tod ihres Ehemannes habe die Beschwerdeführerin noch nicht vollständig verarbeitet, hierfür sei wohl die noch andauernde depressive Symptomatik der emotionale Ausdruck dafür. Diesbezüglich habe sich inzwischen eine
Dysthymia
entwickelt, was anhand der aktuellen Befunde nachvollziehbar und plausibel sei. Die persönlichkeitsstrukturellen Besonder
heiten seien sodann bei der aktuellen Untersuchung nicht entsprechend ausge
prägt gewesen, dass eine manifeste kom
bi
nierte Persönlichkeitsstörung hätte diagnostiziert werden können (Urk. 6/44/20).
Er hielt weiter fest, es bestünden deutlich mehr ausbaufähige Ressourcen, als die Beschwerdeführerin aktuell sel
ber wahrnehme. So sei es ihr in den letzten ein bis zwei Jahren möglich gewe
sen, trotz der subjektiv noch bestehenden Krankheitssymptome ihr Leben neu zu gestalten und eine neu
e
partnerschaftliche Beziehung
mit einem Mann
ein
zugehen, der inzwischen bei ihr im Haus eingezogen sei. Sie fahre auch wieder Auto und pflege regelmässig weitere positive Aktivitäten, was wichtige Hin
weise für eine Verminderung der psychischen Einschränkungen sei
en
(Urk. 6/44/21).
Dr.
Z._
kam zum Schluss,
es bestünden noch leichte Ein
schränkungen der Ausdauer, der Konzentrationsfähigkeit, der emotionalen Belastbarkeit und insbesondere der Stress- und Frustrationstoleranz. Zudem seien auch leichte Defizite der sozialen Kompetenzen festzustellen gewesen (Urk. 6/44/21). Er
hielt dafür,
von
Januar 2010 bis Ende Juli 2010
habe während der vollsta
tionären und tagesklinischen Behandlung eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit bestanden, ab August 2010 sodann eine solche von 50 %. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
-
in Übereinstimmung mit der Ein
schätzung de
s begutachtenden Psychiaters des
Taggeldversicher
ers
-
davon aus
zugehen, dass seit März 2011
nur noch
eine Arbeitsunfähigkeit von ungefähr 40 % und seit Mai 2011 eine solche von höchstens 30 %
bestehe
. Auch in adaptierten Tätigkeiten sei von einer Arbeits
unfähigkeit von
höchstens
30 % auszugehen
(Urk. 6/44/22).
D
urch eine optimierte Behandlung sei
sodann
eine Verminderung der Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise Verbesserung der Leis
tungsfähigkeit um etwa 10 % zu erwarten
(Urk. 6/44/23). Stellungnehmend zu den Berichten von Dr.
Y._
merkte der Gutachter an,
in ihren Berich
ten vom Juli 2011 einerseits und November 2011 andererseits habe sie die Leistungsfähigkeit unterschiedlich beurteilt, ohne dies näher zu begründen (Urk. 6/44/24).
Des Weiteren hielt er fest, Dr.
Y._
habe
psychosoziale Belastungsfaktoren und somit IV-fremde Faktoren
in die diagnostische Beurtei
lung und die Einschät
zung der Arbeitsunfähigkeit mit
einbezogen. Bei der aktu
ellen Untersuchung habe sicher keine schwere und auch keine mittelschwere Panikstörung bestanden, die eine weiterhin hohe Arbeitsunfähigkeit rechtferti
gen würde (Urk. 6/44/25).
3.
6
Vom 30. September bis am 26. Oktober 2013
befand sich die
Beschwerdeführe
rin in der Klinik
F._
zur stationären psychosomatischen Rehabilitation (
Aus
trittsbericht
vom 15. November 2013, Urk. 6/65/4-11).
Die Ärzte
diagnostizier
ten eine
somatoforme
autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.33), eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), eine
Dyslipidämie
sowie
eine
Adipositas.
Sie
notierten, als aktuelle
Hauptbe
lastungsfaktoren
habe die
Beschwerdeführerin
berufliche Faktoren sowie den Tod ihres Ehemannes
genannt, den
sie
nicht wirklich habe verarbeiten können
(Urk. 6/65/4)
. Hinsichtlich Medikation
hielten die Ärzte fest
, die Beschwerde
führerin sei
mit 5 mg
Paroxetin
eingetreten. B
ei Austritt
habe
sie keine Medi
kamente mehr
eingenommen
. Die Ärzte attestierten eine vollständige Arbeits
unfähigkeit für die Zeit des stationären
Aufenthaltes
und
ab dem 27. Oktober 2013 eine solche von 50 %
(Urk. 6/65/5)
.
3.
7
Am
24. Februar 2014
nahm Dr.
Y._
zum Gutachten von Dr.
Z._
Stellung
(Urk. 6/72)
.
Sie
hielt dafür
, Gutachter Dr.
Z._
habe nicht begründet, warum er eine Persönlichkeitsstörung sowie eine depressive Störung aus
schliesse. Den vom Gutachter erwähnte
n
sekundäre
n
Krankheitsgewinn könne sie sodann ebenfalls nicht nachvollziehen
.
Es fehle im Gutachten schliesslich an einer Gesamtschau der Störungen, deren Interaktion und Potenzierung unter
einander und eine Synthese, wie diese
Störungen
sich insgesamt auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden (Urk. 6/72/4). Der Beschwerdeführerin sei weiterhin
(bloss)
ein halbes Pensum zumutbar in einer angepassten Täti
gkeit, wo sie zu Hause arbeiten
, ihre Zeit selber einteilen
, die Arbeit unterbrechen und gute Zeiten mit
weniger Atemnot nützen könne. Dabei sei die Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt, es se
i
denn, die depressive Störung sei mittelgradig (Urk. 6/72/5)
.
4.
4.1
Das von Dr.
Z._
erstattete Gutachten vermag die an eine beweiskräftige ärztli
che Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 2.3). Der Gutachter tätigte
allseitige
, umfassende Abklärungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden und begründete seine Einschätzung in nachvollziehba
rer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(E.
3.5).
4.2
Die abweichende Beurteilung von Dr.
Y._
sowie
die darauf ge
stützten
Einwendungen (E.
3.4, E.
3.7
, E. 1
) bieten keinen Anlass, das Gutachten in Zweifel zu ziehen.
Soweit
Dr.
Y._
ausführt, entgegen der Ansicht von Dr.
Z._
leide die Beschwerdeführerin
an
einer Persönlichkeitsstörung, ist anzumerken, dass weder die behandelnden Ärzt
e des
A._
, der
D._
noch der Klinik
F._
eine solche Persönlichkeitsstörung diagnostiziert hat
ten (vgl. E. 3.1, E. 3.2, E. 3.6).
War die Beschwerdeführerin sodann bis Ende 2009 voll
ständig
arbeitsfähig,
wäre
es
im Übrigen
nicht nachvollziehbar,
wes
halb
die gemäss
Beurteilung von
Dr.
Y._
seit der Jugend bestehende Persönlichkeitsstörung
nun
invalidisierenden Charakter
haben sollte
.
Hinsicht
lich der von Dr.
Y._
erwähnten depressiven Störung ist
sodann
darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung einen aktiven Tagesablauf schilderte (Urk. 6/44/15-16) und sich auch selber nicht über depressive Störungen beklagte, sondern lediglich
von
Atemproble
me
n
berichtete.
Bei dieser Sachlage
sowie mit Blick auf die vom Gutachter erhobenen Befunde (Urk. 6/44/19-20)
ist es nicht zu beanstanden, dass Dr.
Z._
eine
Dysthymie
diagnostizierte, das Bestehen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung ausschloss und von ausbaufähigen Ressourcen der Beschwerdeführerin ausging (E. 3.5).
Die Beurteilung von Dr.
Y._
, wonach die Beschwerdeführerin lediglich zu einem zeitlichen Pensum von vier Stunden pro Tag arbeitsfähig sei (E. 3.4), divergiert
sodann
mit den von der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung gemachten Angaben zu ihrem Tagesablauf (vgl. Urk. 6/44/15).
Es ist denn auch nicht nachvollziehbar, dass
Dr.
Y._
- in Übereinstimmung mit den übrigen ärztlichen Beurtei
lungen (E. 3.1 - E. 3.3) - im Juli 2011 eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 60 bis 70
%
noch für möglich erachtet hatte (
Urk.
6/37/8-9), im November 2011 aber berichtete, mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (E. 3.4), zeigt doch die Betriebsrechnung 2012 ein anderes Bild (vgl.
nachfolgend).
Die Einschätzung von Dr.
Y._
vermag
mithin nicht zu überzeugen und
ihre Einwendungen den
Beweiswert des Gutachtens
von Dr.
Z._
nicht zu
schmälern
. Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
spätestens
ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
wieder zu min
destens 70 %
in ihrer angestammten Tätigkeit
arbeitsfähig
war.
Soweit für die Zeit vor der Begutachtung
von den Ärzten
höhere Arbeitsun
fähig
keit
en
attestiert wurde
n
,
stehen diese
Einschätzungen
in
mar
kanter
Diskre
panz zu den
tatsächlich erzielten
Einnahmen
der Beschwerde
führerin, weshalb diese Beurteilungen nicht
zu überzeugen vermögen
.
So
ver
ringerte sich der Betriebserfolg im Jahr 2010 trotz attestierter
weitgehend
voll
ständiger Arbeits
unfähigkeit
(E. 3.2, E. 3.3, E. 3.5, siehe auch Urk. 6/30/2)
um weniger als
50 %
im Vergleich
zum Vorjahr,
als die Beschwerdeführerin noch keine gesund
heitlichen Einschränkungen
beklagte
und den
bis dahin
höchst
en
je ausge
wiesenen Betriebserfolg erzielte (Urk. 6/31/20, Urk. 6/31/23
, Urk. 6/59/3
).
Aus der Erfolgsrechnung 2012 ergibt sich
im
Weiteren
ein Betriebserfolg von rund Fr.
61‘000.-- (vor Abschreibungen; Urk. 6/60/3), was verglichen mit dem
(bis dahin höchsten je ausgewiesenen)
Betriebserfolg
im Jahr
20
09 von rund Fr.
87‘000.-- (Urk. 6/31/20)
noch
eine E
inbusse von rund 30
% darstellt. In
Diskrepanz
hierzu steht die
Ei
nschätzung von Dr.
Y._
, welche
noch
im
November
2011
lediglich eine Tätigkeit von vier Stun
den pro Tag als zumut
bar erachtete, wobei sie zusätzlich eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10 % attestierte (E. 3.4).
Ob, wie die Beschwerdegegnerin geltend macht, mit Blick auf die von Dr.
Z._
gestellten Diagnosen von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit aus
versiche
rungsrechtlicher
Sicht auszugehen ist (Urk. 5), kann vorliegend offen bleiben, da so oder anders kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung besteht (vgl. E. 5).
4.3
Vorliegend stellt sich
betreffend
den Bericht der Klinik
F._
(E. 3.6) schliesslich noch
die Frage, ob
sich nach der Begutachtung der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert hat.
Sind darin
als Hauptbelastu
ngsfaktoren
weitgehend
berufliche Faktoren
genannt, so
erhellt
, dass psychosoziale Faktoren nicht genügen
d
ausgeschieden wurden und
somit
auf
die
Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin lediglich zu 50 % arbeitsfähig sei, nicht abgestellt wer
den kann. Eine relevante Verschlechterung ist auch mit Blick auf die Befunde nicht ersichtlich, hielten
die Ärzte
doch fest, die testpsychologischen Untersu
chungen hätte
n
lediglich auf eine minimale Ausprägung der depressiven Symptomatik hingewiesen
.
A
uch
sind
sonstige Befundänderungen nicht erkennbar
(Urk. 6/65/9).
5.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die
Beschwerdeführerin mindestens zu 70 % in der angestammten Tätigkeit
arbeitsfähig
ist
(E. 4)
,
womit
kein
rentenbegrün
dender
Invaliditätsgrad
resultiert
(E. 2.2)
.
Dies führt zur
vollumfänglichen
Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).