Decision ID: 541e0ad6-14bc-542b-9115-831f3cebd18e
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der am (...) 1972 geborene, seit dem (...) 2019 geschiedene nigeria-
nische Staatsangehörige A._ (nachfolgend: Versicherter oder Be-
schwerdeführer) ist Vater von zwei Kindern, B._, geboren am (...)
2011, und C._, geboren am (...) 2013, und wohnhaft in (...), Nigeria.
Er reiste am 13. Juli 2007 in die Schweiz ein, war mit Unterbrüchen von
2008 bis 2017 in der Schweiz erwerbstätig und leistete entsprechende Bei-
träge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV;
Akten der Vorinstanz gemäss Aktenverzeichnis vom 19. Oktober 2020
[nachfolgend: act.] 8; 9; 10; 24).
A.b Mit Urteil vom 12. Dezember 2012 wurde der Versicherte vom Bezirks-
gericht Uster der mehrfachen, schweren Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz schuldig erklärt und rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe
von 36 Monaten verurteilt (vgl. act. 10, S. 7). In der Folge verfügte das
Staatssekretariat für Migration (SEM) am 4. Juli 2017 für den Zeitraum vom
17. September 2017 bis 16. September 2024 ein Einreiseverbot gegen den
Versicherten (act. 12, S. 22 f.). Am 10. Dezember 2017 fand die Ausschaf-
fung nach (...), Nigeria, statt (act. 12, S. 16 ff.).
B.
B.a Mit Gesuch vom 23. August 2019 beantragte er bei der Schweizeri-
schen Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz) die Rückver-
gütung seiner geleisteten Beiträge an die AHV und liess ihr ein entspre-
chendes Gesuchsformular zukommen (act. 8).
B.b Mit Verfügung vom 15. Oktober 2019 wies die SAK das Gesuch des
Versicherten um Rückvergütung der an die schweizerische AHV geleiste-
ten Beiträge ab. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, dass die
Kinder des Versicherten, C._ und B._ noch Wohnsitz in der
Schweiz hätten (act. 25). Die dagegen erhobene Einsprache vom 27. No-
vember 2019 (act. 28; vgl. auch act. 27), wies die SAK mit Einspracheent-
scheid vom 20. Dezember 2019 ab (act. 29; erneut versandt am 6. Februar
2020 [act. 32]).
C.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Beschwerdeführer mit Ein-
gabe datiert vom 2. Mai 2020 (eingegangen am 19. Juni 2020 beim
Schweizerischen Generalkonsulat Lagos) Beschwerde beim Bundesver-
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waltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene Ent-
scheid sei aufzuheben und sein Antrag um Rückvergütung der von ihm ge-
leisteten Beiträge an die schweizerische AHV sei gutzuheissen (Akten im
Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1 und 2).
D.
Mit Schreiben vom 1. Juli 2020 wies die Instruktionsrichterin den Be-
schwerdeführer auf das Erfordernis hin, ein Zustellungsdomizil in der
Schweiz zu bezeichnen (BVGer-act. 3). Telefonisch (BVGer-act. 4) sowie
mit Schreiben vom 20. August 2018, beim Bundesverwaltungsgericht ein-
gegangen am 14. Oktober 2020, bestätigte der Beschwerdeführer den Ein-
gang des Schreibens vom 1. Juli 2020 und erklärte gleichzeitig, er verfüge
über kein Zustellungsdomizil in der Schweiz (BVGer-act. 8).
E.
Mit Vernehmlassung vom 19. Oktober 2020 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheides
vom (BVGer-act.9).
F.
Mit Mitteilung vom 10. November 2020 wurde der Beschwerdeführer da-
hingehend informiert, dass zu eröffnende Verfügungen und Entscheide zu-
künftig durch Veröffentlichung im Bundesblatt eröffnet würden. Gleichzeitig
wurde der Schriftenwechsel – unter Vorbehalt weiterer Instruktionsmass-
nahmen – abgeschlossen (BVGer-act. 12; erneut zugesandt am 6. Januar
2021 [BVGer-act. 16]).
G.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten ist
– soweit für die Entscheidung erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-
gungen einzugehen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf die Beschwerde
einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 VwVG [SR 172.021]; BVGE 2007/6 E. 1 mit
Hinweisen; vgl. auch Urteil des BVGer C-3291/2017, C-3304/2017 vom
18. Oktober 2017 E. 2).
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85bis
Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizeri-
schen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32
VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Be-
schwerde zuständig.
1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG findet das VwVG keine Anwendung
in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) an-
wendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des
ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung
vom ATSG vorsieht.
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Partei durch den angefochtenen Ein-
spracheentscheid vom 20. Dezember 2019 berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an der Wiederherstellung der Frist zur Einreichung der Be-
schwerde respektive an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die
Legitimation ist damit gegeben (Art. 59 ATSG; vgl. Art. 48 VwVG). Die Be-
schwerdeschrift genügt zudem in formeller Hinsicht den gesetzlichen An-
forderungen (Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1 Gemäss Art. 60 ATSG ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit
Eröffnung der Verfügung einzureichen (vgl. auch Art. 50 VwVG), wobei
schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde ein-
zureichen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post oder einer
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung zu über-
geben sind (Art. 39 Abs. 1 i.V.m. Art. 60 Abs. 2 ATSG; vgl. auch Art. 21
Abs. 1 VwVG). Die Beweislast für die Einhaltung der Frist trägt diejenige
Partei, die daraus Rechtsfolgen ableiten will, weshalb die versicherte Per-
son die rechtzeitige Einreichung der Beschwerdeschrift nachzuweisen hat
(UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 39 Rz. 8),
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wobei nach ständiger Rechtsprechung der Zustellnachweis der angefoch-
tenen Verfügung der verfügenden Behörde obliegt (BGE 109 Ia 184 E. 3b,
99 Ib 356),
2.1.1 Der Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2019 (act. 29) konnte
dem Beschwerdeführer gemäss dessen Angaben nicht zugestellt werden,
was dieser der Voristanz telefonisch am 6. Februar 2020 mitteilte (act. 33;
vgl. auch act. 30). In der Folge liess die Vorinstanz dem Beschwerdeführer
ihre Verfügung vom 20. Dezember 2019 erneut per Einschreiben zukom-
men (act. 32). Aus den Akten ist ersichtlich, dass die SAK den Beschwer-
deführer per E-Mail über den erneuten Versand informierte und ihm mit-
teilte, er könne die Sendung mit der Sendungsnummer RM 097 541 236
CH über die Sendungsverfolgung («Track&Trace») verfolgen. Ein Zustell-
nachweis, wie er gemäss ständiger Rechtsprechung verlangt wird (vgl.
E. 2.1 hiervor), ist indes den Akten nicht zu entnehmen. Demnach ist auf
die Aussage des Beschwerdeführers abzustellen, wonach ihm die Verfü-
gung vom 20. Dezember 2019 am Montag, 24. Februar 2020, zugestellt
worden sei (act. 41). In der Sendungsverfolgung wurde die Zustellung in-
des erst am 25. Februar 2020 registriert, wobei als Bestimmungsland
ebenfalls Deutschland anstelle von Nigeria hinterlegt wurde. Die Sen-
dungsverfolgung ist demnach im vorliegenden Fall unbeachtlich.
2.1.2 Im Lichte des Ausgeführten ist die erst mit Eingabe vom 19. Juni 2020
(Übergabe an das Generalkonsulat in Lagos [BVGer-act. 2]) erhobene Be-
schwerde offensichtlich verspätet. Der Beschwerdeführer bestreitet die
verspätete Beschwerdeeinreichung denn auch gar nicht, sondern bringt
selber zum Ausdruck, die Beschwerde erst nach Ablauf der Frist anhängig
gemacht zu haben (vgl. BVGer act. 1). Damit ist auf die Beschwerde vom
19. Juni 2020 grundsätzlich nicht einzutreten, es sei denn, der Beschwer-
deführer kann sich auf einen Grund zur Wiederherstellung der Frist beru-
fen.
2.2 Ist die gesuchstellende Person oder ihre Vertretung unverschuldeter-
weise abgehalten worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese wieder-
hergestellt, sofern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach
Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshand-
lung nachholt (Art. 41 ATSG; vgl. auch Art. 24 VwVG). Nach der Rechtspre-
chung ist die Wiederherstellung nur bei klarer Schuldlosigkeit der betroffe-
nen Prozesspartei und ihrer Vertretung zu gewähren, es darf also auch
keine bloss leichte Fahrlässigkeit vorliegen. In Frage kommt objektive Un-
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möglichkeit zeitgerechten Handelns wie beispielsweise bei Naturkatastro-
phen, Militärdienst oder schwerwiegender Erkrankung, oder subjektive Un-
möglichkeit, wenn zwar die Vornahme einer Handlung, objektiv betrachtet,
möglich gewesen wäre, die betroffene Person aber durch besondere Um-
stände, die sie nicht zu vertreten hat, am Handeln gehindert worden ist (vgl.
Urteil des BGer 9C_821/2016 vom 2. Februar 2017 E. 2.2; ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht, 2. Auflage, Basel 2013, Rz.2.139 ff.).
2.2.1 Vorliegend ist zwar kein explizites Fristwiederherstellungsgesuch er-
sichtlich, zu Gunsten des nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführers
ist jedoch von einem sinngemässen Gesuch um Wiederherstellung der Be-
schwerdefrist auszugehen. Der Beschwerdeführer macht zur Begründung
seines sinngemässen Wiederherstellungsbegehrens geltend, es treffe ihn
keine Schuld. Vielmehr sei es ihm aufgrund der weltweiten COVID-19 Pan-
demie nicht möglich gewesen, die Beschwerde rechtzeitig zu erheben
(«The delay in my response is due to the corona virus (covid 19) ravaging
the world» [BVGer-act. 1]). Nachdem gemäss der Website des Nigeria
Center for Disease Control im Februar 2020 erste Fälle des Corona-Virus
am Wohnsitz des Beschwerdeführers in (...), Nigeria, bestätigt wurden (vgl.
<https://ncdc.gov.ng/news/227/first-case-of-corona-virus-disease-confir-
med-in-nigeria>; abgerufen am 21.01.2021) ist angesichts der notorisch
erheblichen Auswirkungen der globalen Pandemie das – ohne Zweifel et-
was dürftig begründete – Fristwiederherstellungsgesuch des Beschwerde-
führers unter diesen aussergewöhnlichen Umständen gutzuheissen.
3.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet der
– die Verfügung vom 15. Oktober 2019 (act. 25) ersetzende (vgl. hierzu
BGE 142 V 337 E. 3.2.1 mit Hinweisen) – Einspracheentscheid vom
20. Dezember 2019 ab (act. 29), mit welchem das Gesuch des Beschwer-
deführers um Rückvergütung der an die schweizerische AHV geleisteten
Sozialversicherungsbeiträge abgewiesen worden ist. Strittig und zu prüfen
ist die Rechtmässigkeit dieses Entscheids.
4.
4.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
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4.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
streitigen Entscheides eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2
mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben,
sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein
(BGE 121 V 362 E. 1b).
4.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtss-
ätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ist die Rückvergü-
tung von AHV-Beiträgen zu beurteilen, ist auf die im Zeitpunkt der Antrag-
stellung (vorliegend 23. August 2019; act. 8) geltenden Bestimmungen ab-
zustellen (BGE 136 V 24 E. 4.4; Urteil des BVGer C-2051/2020 vom
11. September 2020 E. 3.1).
5.
5.1 Nach Art. 18 Abs. 3 AHVG können den Ausländern, die ihren Wohnsitz
im Ausland haben und mit deren Heimatstaat keine zwischenstaatliche
Vereinbarung besteht, sowie ihren Hinterlassenen die gemäss den Art. 5,
6, 8, 10 oder 13 bezahlten Beiträge rückvergütet werden (Satz 1). Satz 2
beauftragt den Bundesrat zur Regelung der Einzelheiten, insbesondere
das Ausmass der Rückvergütung. Dazu hat der Bundesrat die Verordnung
vom 29. November 1995 über die Rückvergütung der von Ausländern an
die Alters- und Hinterlassenenversicherung bezahlten Beiträge (RV-AHV
[SR 831.131.12]) erlassen.
5.2 Art. 1 Abs. 1 RV-AHV setzt für eine Rückvergütung der entrichteten
AHV-Beiträge – ergänzend bzw. konkretisierend zu Art. 18 Abs. 3 AHVG –
voraus, dass diese Beiträge während mindestens eines vollen Jahres ge-
leistet worden sind und keinen Rentenanspruch begründen. Die Beiträge
können zurückgefordert werden, sobald die Person aller Voraussicht nach
endgültig aus der Versicherung ausgeschieden ist und sowohl sie selber
als auch die Ehefrau oder der Ehemann und ihre noch nicht 25-jährigen
Kinder nicht mehr in der Schweiz wohnen (Art. 2 Abs. 1 RV-AHV). Rück-
vergütet werden nur die tatsächlich bezahlten Beiträge. Zinsen werden vor-
behältlich Art. 26 Abs. 2 ATSG keine geleistet (Art. 4 Abs. 1 RV-AHV).
5.2.1 Hinsichtlich der Dauer der Beitragsleistung und der Höhe der Bei-
träge wird grundsätzlich auf die individuellen Konten (IK) abgestellt, welche
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für jeden beitragspflichtigen Versicherten geführt und in welche die ent-
sprechenden Daten eingetragen werden (vgl. Art. 30ter AHVG; Art. 137 ff.
AHVV).
6.
Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob die
SAK den Rückvergütungsanspruch des Beschwerdeführers seiner an die
schweizerische AHV geleisteten Beiträge zu Recht verneinte.
6.1 Der Beschwerdeführer bemängelt in seiner Beschwerde ausschliess-
lich, dass ihm seine geleisteten Beiträge zurückzuerstatten sind (vgl.
BVGer-act. 1; vgl. auch seine Einsprache [act. 39]). An einer vertieften Aus-
einandersetzung mit den im Einspracheentscheid enthaltenen Ausführun-
gen fehlt es.
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt mit der nigerianischen Staatsbürger-
schaft über die Staatsangehörigkeit eines Staates, mit dem die Schweiz
kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat (vgl. www.eda.ad-
min.ch > Aussenpolitik > Völkerrecht > internationale Verträge > Datenbank
Staatsverträge > Suchbegriff Nigeria; abgerufen am 29. Januar 2021). Der
Anspruch des Beschwerdeführers um Rückvergütung seiner an die
schweizerische AHV geleisteten Beiträge bestimmt sich demnach aus-
schliesslich nach schweizerischem Recht, sodass die entsprechenden
Bestimmungen des AHVG und die RV-AHV auf den vorliegenden Sachver-
halt Anwendung finden (vgl. E. 5.1 f.). Der Beschwerdeführer hat deshalb
die Möglichkeit, sich die bezahlten AHV-Beiträge rückvergüten zu lassen,
sofern die weiteren Voraussetzungen des AHVG und der RV-AHV erfüllt
sind.
6.3 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer während mehr als eines
Jahres Beiträge an die AHV geleistet hat und diese keinen Rentenan-
spruch begründen. Er wurde am 10. Dezember 2017 in seine Heimat Ni-
geria ausgeschafft. Allerdings leben seine beiden Kinder, B._, ge-
boren am (...) 2011, sowie C._, geboren am (...) 2013, in der
Schweiz (vgl. act. 10, S. 22 ff.). Dies wird vom Beschwerdeführer nicht be-
stritten und geht auch ohne Zweifel aus den von der Vorinstanz eingeholten
Wohnsitzbestätigungen der Gemeinde (act. 21; 24) hervor. Demnach hat
der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Rückerstattung seiner Beiträge
bis seine beiden Kinder das 25. Altersjahr erreichen und deren Ausbildung
abgeschlossen ist oder sie die Schweiz ebenfalls definitiv verlassen.
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7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 20. Dezember 2020 nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde
erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im einzelrichterli-
chen Verfahren gemäss Art. 23 Abs. 2 VGG in Verbindung mit Art. 85bis Abs.
3 AHVG vollumfänglich abzuweisen und der angefochtene Einspracheent-
scheid zu bestätigen ist.
8.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
8.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde ist der SAK jedoch keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 7
Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ebenso wenig eine Parteient-
schädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nachfolgende Seite verwiesen.)
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