Decision ID: 303bcab2-3947-5d9a-b937-27cd9fb7fb52
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Nikola Bellofatto, Wiesenstrasse 10,
Postfach 1073, 8032 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (Jahrgang 1975) meldete sich am 30. September 2003 erneut zum Bezug
von Invalidenleistungen an, nachdem er sich bei der IV-Stelle des Kantons B._
bereits 1996 zum Leistungsbezug angemeldet hatte (IV-act. 11). Damals war ihm
wegen einer Ellbogen-Gelenks-Arthrose nach einem Unfall eine Umschulung vom
Maurer zum Kaufmann zugesprochen worden, die er jedoch abgebrochen hatte (IV-act.
22 und 24). In seiner aktuellen Anmeldung gab der in C._ Wohnhafte an, er sei
vollumfänglich arbeitsunfähig, da er seit 1997 an einer schweren Colitis ulcerosa leide
(IV-act. 1). Die Arbeitgeberin des Versicherten berichtete der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen am 14. Oktober 2003, der Versicherte arbeite seit 4. August 2003 als Maurer.
Der letzte Arbeitstag sei der 10. September 2003 gewesen. Das Arbeitsverhältnis
werde wegen nicht korrekten Verhaltens wohl auf Ende November 2003 aufgelöst (IV-
act. 9). Bereits eine frühere Arbeitsstelle im Jahr 2002 war nach fünf Monaten wegen
Unkorrektheiten gekündigt worden (IV-act. 40).
A.b Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am
29. Oktober 2003, der Versicherte leide seit 1997 an einer Colitis ulcerosa und seit
etwa 1994 an einer Osteochondrose des linken Ellbogens. Er sei in der Schweiz
aufgewachsen und habe es bis zum Gymnasium geschafft, sei dort gescheitert und sei
schlussendlich Maurer geworden. Eine vernünftige medizinische Behandlung sei beim
Versicherten nicht möglich, da er charakterlich sehr unstet sei und sich an keine
Anweisungen halte. Die Colitis ulcerosa wirke sich durch Schwächezustände und
Unterbrüche bei der Arbeit aus, weil der Versicherte zwischen fünf und 15-mal am Tag
die Toilette aufsuchen müsse. Seit Jahren sei er deshalb in der bisherigen Tätigkeit
zwischen 20 und 100% eingeschränkt. Eine leichte Arbeit mit einer Toilette in der Nähe
und der Möglichkeit für Pausen sei dem Versicherten vollumfänglich zumutbar (IV-act.
31). Der Hausarzt ergänzte auf Nachfrage der IV-Stelle am 7. Januar 2004, die
Arbeitsfähigkeit der letzten Jahre zu beurteilen sei ihm nicht möglich, da der
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Versicherte wahrscheinlich bei der Arbeit ebenso unzuverlässig gewesen sei wie bei
der medizinischen Behandlung (IV-act. 39).
A.c Die IV-Stelle veranlasste ab Mitte August 2004 erneut eine Umschulung des
Versicherten in einer Ganztageshandelsschule. Weil der Versicherte der Schule
mehrfach unentschuldigt fernblieb, mahnte die IV-Stelle am 25. September 2004 seine
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht ab (IV-act. 55). Am 18. Oktober 2004
erteilte die IV-Stelle verfügungsweise die entsprechende Kostengutsprache für die
Ausbildung an der Handelsschule vom 17. August 2004 bis 8. Juli 2005 (IV-act. 60).
Diese Umschulung wurde wegen weiterer entschuldigter und unentschuldigter
Absenzen mit Verfügung vom 22. August 2005 per 2. Februar 2005 abgebrochen (IV-
act. 89 und 102).
A.d Dr. D._ gab in seinen Verlaufsberichten vom 4. März 2005 und vom 26.
November 2005 an, der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Im
Vordergrund stehe eine psychische Störung. Die Colitis ulcerosa sei mal besser und
mal schlechter und die Rückenbeschwerden träten je nach Belastung auf. Eine leichte
Arbeit sei im Schnitt wahrscheinlich sechs bis acht Stunden pro Tag zumutbar (IV-act.
91 und 105). Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
berichtete der IV-Stelle am 6. April 2004, der Versicherte sei wegen einer mittelgradigen
depressiven Episode zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 94). Diese Behandlung brach der
Versicherte am 4. April 2005 ab (IV-act. 99). Nachdem Dr. med. F._, Facharzt für
Gastroenterologie und Innere Medizin FMH, leitender Arzt an der Klinik für Innere
Medizin des Kantonsspitals B._, am 5. Januar 2006 eine komplizierte
therapieresistente Colitis ulcerosa bestätigt hatte (IV-act. 108), beauftragte die IV-Stelle
am 3. April 2006 das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI), Basel, mit der
polydisziplinären Begutachtung des Versicherten (IV-act. 115).
A.e Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete der
IV-Stelle am 30. April 2006, der Versicherte leide an einer emotionalen instabilen
Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typus (ICD-10: F60.30), nach jahrelangen
Mikrotraumatisierungen durch die Mutter und einer angeblichen Vergewaltigung im
achten Lebensjahr, einer Colitis ulcerosa mit Pancolitis (ICD-10 K51.0) bei chronisch
rezidivierendem Verlauf unter Steroiden, zentraler Linsentrübung beidseits,
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wahrscheinlich steroidbedingt, einem St. n. Enterocolitis mit Campylobacter 9/04 sowie
einem Verdacht auf Colon irritabile. Der Versicherte sei in seiner bisherigen Tätigkeit
seit Jahren etwa zu 70% arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit wie eine leichte
adaptierte Tätigkeit seien dem Versicherten durch die psychischen Beeinträchtigungen
vollständig verunmöglicht (IV-act. 118).
A.f Am 12. Juni 2006 erstattete das ABI im Auftrag der IV-Stelle das polydisziplinäre
Gutachten. Der Versicherte war am 24., 26. und 27. April 2006 rheumatologisch,
psychiatrisch und gastroenterologisch untersucht worden. Die Ärzte nannten folgende
Diagnosen: Colitis ulcerosa (ICD-10: K51.0), chronisches lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom (ICD-10 M53.8) bei differentialdiagnostisch entzündlichem Befall
des Achsenskeletts bei Colitis ulcerosa im Rahmen einer Diskopathie L4/5 und bei
radiomorphologisch Wirbelsäulenfehlform und Chondrose L4/5 sowie beginnende
Arthrose des rechten Radiohumeralgelenks (ICD-10 M19.1) bei St. n. zweimaliger
Arthrotomie des rechten Ellbogens 1994 und 1996 bei St. n. traumatisierter
Osteochondrosis dissecans des Capitulum radiale humeri 1992. Ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Anpassungsstörung mit vorwiegender
Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23). Die bisherige Tätigkeit als
Maurer sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. In einer körperlich leichten bis
gelegentlich mittelschweren Tätigkeit könne unter einer adäquaten antiphilogistischen
und analgetischen Behandlung, die sowohl die Colitis ulcerosa als auch das
rheumatologische Leiden einschliesse, eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit erreicht
werden. Auch unbehandelt bestehe für eine leichte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
80% (IV-act. 120). Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 19. Juli 2006 fest, die
psychiatrische Diagnose einer Anpassungsstörung sei formal aufgrund des zeitlichen
Verlaufs nicht mehr zulässig. Die von den behandelnden Psychiatern erhobenen
Diagnosen seien zwar erwähnt, würden aber nicht genügend diskutiert. Auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 80% könne abgestellt werden (IV-act. 121).
A.g Dr. F._ vom Kantonsspital B._ unterrichtete die IV-Stelle am 16. Oktober 2006
darüber, dass sich der Versicherte erneut in Behandlung begeben habe. Aktuell stehe
unter anderem zur bestehenden Colitis ulcerosa die Diagnose eines Morbus Crohn zur
Diskussion. Man versuche auch, die rheumatologischen Rückenbeschwerden zu
behandeln. Die Arbeitsunfähigkeit betrage insbesondere wegen der chronischen, oft
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imperativen Durchfälle, die wiederholt auch zu einer groben Stuhlinkontinenz mit
entsprechender sozialer Einschränkung geführt hätten, 100% (IV-act. 126). Der
behandelnde Psychiater, Dr. G._, kritisierte am 17. Oktober 2006 das ABI-Gutachten
aus psychiatrischer Sicht. Die gestellte Diagnose sei nicht zutreffend. Die
Selbstbeurteilung des Versicherten werde entgegen den medizinischen Standards nicht
in die Beurteilung miteinbezogen. Der Versicherte leide an einer schweren, emotional
instabilen Persönlichkeitsstörung und sei zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 124). Das ABI
nahm am 9. November 2006 zu diesen Arztberichten Stellung und schlug eine
Verlaufsbegutachtung vor, da sich das Beschwerde- und Befundbild des Versicherten
noch im Fluss befinde und keinem lang andauernden, gleich bleibenden Zustand
entspreche (IV-act. 131).
A.h Am 31. Juli 2007 berichtete Dr. F._ über eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes seit Ende Juni 2007, weil der Versicherte auf ein neues
Medikament sehr gut angesprochen habe. Dadurch seien auch die Rückenschmerzen
verschwunden (IV-act. 135).
A.i Das ABI erstattete am 30. Oktober 2007 das Verlaufsgutachten. Der Versicherte
war am 22. August 2007 untersucht worden. Die Ärzte gaben als Hauptdiagnosen (mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) an:
1. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.3)
2. Seronegative Spondylarthropathie mit bilateraler Sacroileitis bei aktivem Morbus
Crohn (ICD-10: M46.1, M54.5, K50.9)
- Verdacht auf intermittierende periphere Gelenksbeteiligung
- Verdacht auf rezidivierende Enthesiopathie distaler Achillessehne links
3. Reaktives chronisches cerviko-cephales Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0)
- Wirbelsäulenfehlhaltung (deutlich betonte BWS Hyperkyphose)
- deutliche reaktive Myogelose der Suboccipital-und Trapeziusmuskulatur
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- gemäss Aktenlage Chondrose L4/5
4. Beginnende Arthrose des rechten Radiohumeralgelenks (ICD-10: M19.1)
- St. n. zweimaliger Arthrotomie des rechten Ellbogens 1994 und 1996 bei St. n.
traumatisierter Osteochondrose dissecans des Capitulum radiale humeri 1992
5. Chronische entzündliche Darmerkrankung (ICD-10: K42.9)
- DD: Colitis ulcerosa, Morbus Crohn
- weitgehende Therapieresistenz auf verschiedene Therapien
- Therapie mit Immunsupression und Humira seit 29. Juni 2007.
Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden:
1. Latente Hypothyreose (ICD-10: E03.9)
2. Nikotinabusus (10py) (ICD-10: F17.1) .
Die Ärzte führten in ihrer Gesamtbeurteilung aus, der Versicherte leide seit 1997 an
einer Colitis, die sich weitgehend als therapieresistent erwiesen habe. Erstmals sei es
durch die Behandlung mit Humira zu einer Beschwerderegredienz gekommen. Parallel
zur Dosisreduktion von Humira beziehungsweise mit Sistieren der Steroidtherapie seien
die intestinalen Beschwerden mit unveränderter Intensität wieder aufgetreten. Im
Oktober 2006 sei eine seronegative Spondylarthropathie mit ISG-Arthritis beidseits
diagnostiziert worden. Die bisherige Tätigkeit als Maurer sei dem Versicherten seit
Oktober 2003 nicht mehr zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht könne dem Versicherten
wegen der diagnostizierten emotional instabilen Persönlichkeitsstörung eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert werden. Aufgrund der inneren Spannungen, der
Reizbarkeit, der Aggressivität und Impulsivität sei der Versicherte derzeit kaum an
einem Arbeitsplatz und in ein Team integrierbar und einem Arbeitgeber kaum zumutbar.
Aus rheumatologischer Sicht seien wegen der ausgeprägten Beschwerden im Bereich
des Achsenskeletts trotz ausgebauter, kombinierter Basistherapie inklusive eines TNF
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alpha Hemmer (Humira) weder die angestammte noch eine dem Leiden adaptierte
Verweistätigkeit zumutbar. Aus gastroenterologischer Sicht bestehe für eine leichte,
dem Leiden adaptierte, ruhige Tätigkeit eine Einschränkung von 25%. Der Versicherte
müsste jedoch seine Arbeiten jederzeit unterbrechen können, um unverzüglich eine
hygienisch einwandfreie Toilette aufsuchen zu können. Zusammengefasst bestehe
auch für eine dem Leiden adaptierte Verweistätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Die
subjektive Einschätzung des Versicherten, keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgehen zu
können, sei nachvollziehbar. Die Diagnose des behandelnden Psychiaters gemäss
Bericht vom 17. Oktober 2006 könne bestätigt werden, die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
dagegen nicht. Nach Ansicht der Gutachter könne aufgrund des alleinigen
psychopathologischen Zustandes eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zugemutet werden. Der
Versicherte sei im Vorjahr bei deutlich besserer somatischer Situation auch
psychiatrisch einigermassen kompensiert beziehungsweise arbeitsfähig gewesen (IV-
act. 137). Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 22. November 2007 fest, auf das
ABI-Gutachten könne abgestellt werden. Dem Versicherten seien seine angestammte
Tätigkeit ab Oktober 2003 und eine leidensadaptierte Tätigkeit ab September 2006
nicht mehr zumutbar. Für den Zeitraum davor könne für eine adaptierte Tätigkeit von
einer Arbeitsfähigkeit von 80% ausgegangen werden. Wann die Verschlechterung
eingetreten sei, könne wegen der Incompliance des Versicherten ärztlich nicht
nachvollzogen werden (IV-act. 138 und 139).
A.j Mit Vorbescheid vom 20. März 2008 stellte die IV-Stelle die Zusprache einer
Viertelsrente ab 1. Dezember 2006 und einer ganzen Rente ab 1. März 2007 in
Aussicht. Seit 1. Dezember 2005 (Beginn der einjährigen Wartezeit) sei er in seiner
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Ihre Abklärungen hätten ergeben, dass seit
Oktober 2003 eine medizinische Einschränkung von 20% ausgewiesen sei. Bei der
erneuten Begutachtung sei festgestellt worden, dass sich der Gesundheitszustand seit
September 2006 verschlechtert habe und eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe.
Der Invaliditätsgrad betrage deshalb 100% (IV-act. 145). Dagegen liess der Versicherte
am 29. Mai 2008 einwenden, das Abklärungsergebnis könne betreffend die
festgestellte medizinische Einschränkung von Oktober 2003 bis September 2006 nicht
nachvollzogen werden. Dieses widerspreche der Beurteilung gemäss dem neuen ABI-
Gutachten vom 30. Oktober 2007, wonach eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit Oktober
2003 auch in einer adaptierten Tätigkeit bestanden habe. Gemäss den beiliegenden
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Berichten der behandelnden Ärzte habe gar eine Arbeitsunfähigkeit von 66 bis 80 oder
gar 100% bestanden (IV-act. 155-4/7 bis 155-6/7). Daher sei ab Oktober 2003 eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 100% ausgewiesen und der Versicherte habe ab Oktober
2004 Anspruch auf eine 50 bis 100%ige Rente und ab September 2006 Anspruch auf
eine ganze Rente (IV-act. 155).
A.k Mit Verfügungen vom 8. Oktober 2008 sprach die IV-Stelle des Kantons B._
dem Versicherten eine Viertelsrente ab 1. Dezember 2006 und eine ganze Rente ab
1. März 2007 zu (IV-act. 166 bis 168). Zu den Einwänden des Versicherten gab sie an,
die ärztlichen Berichte seien zum Teil widersprüchlich und es werde nicht zwischen
angestammter und adaptierter Tätigkeit unterschieden. Nach der Stellungnahme des
RAD habe bis zur Begutachtung eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit vorgelegen (IV-act. 163).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen liess der Versicherte am 7. November 2008 beim
Verwaltungsgericht des Kantons B._ Beschwerde erheben. Das Verwaltungsgericht
des Kantons B._ stellte die Beschwerde am 25. November 2008 zuständigkeitshalber
dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zu. Wie sich aus den Akten ergebe,
handle es sich bei den ins Recht gelegten Verfügungen in Sinn eines Schreibfehlers
offensichtlich um solche der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (G act. 1). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bestätigte am 28. November 2008 seine
Zuständigkeit (G act. 2).
B.b In der Beschwerde vom 7. November 2008 beantragte der Beschwerdeführer die
Aufhebung der drei Verfügungen vom 8. Oktober 2008. Ihm sei für die Jahre 2003 bis
2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, mindestens jedoch 80% (leidensadaptiert und
angestammt), anzuerkennen und entsprechend die IV-Rente neu zu berechnen.
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Seit September 2006 bestehe eine unbestrittene und ausgewiesene
Arbeitsunfähigkeit von 100%. Die Verschlechterung, die zu dieser Arbeitsunfähigkeit
geführt habe, sei bereits 2003 eingetreten, was von Dr. D._ mit E-Mail vom 21. Mai
2008 bestätigt worden sei (G act. 1.1.7). Die Darmerkrankung und die damit
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verbundenen Schmerzen hätten bereits seit September 2003 dazu geführt, dass eine
Arbeitsfähigkeit von 80% nicht möglich gewesen sei. Seither habe sich keine
wesentliche Veränderung ergeben. Die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit von
80% widerspreche den Akten. Selbst das aktuelle ABI-Gutachten vom 30. Oktober
2007 gehe von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab Oktober 2003 aus (G act. 1.1).
B.c Das Versicherungsgericht St. Gallen bewilligte mit Zwischenentscheid vom 4.
Februar 2009 das mit Beschwerde vom 7. November 2008 gestellte Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung (G act. 8).
B.d Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Einschätzung des ABI
komme grosses Gewicht zu. Die polydisziplinäre Untersuchung gewähre eine
Gesamtbetrachtung. Auf eine oberflächliche psychiatrische Untersuchung während der
ersten Begutachtung ergäben sich keine Hinweise. Auf die jeweiligen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen des ABI könne abgestellt werden. Dr. D._ habe im
Übrigen im Bericht vom 29. Oktober 2003 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit bestätigt. Die Arbeitsfähigkeit betrage deshalb bis September
2006 80%. Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% werde daher
Anfang Dezember 2006 erreicht. Demnach habe der Beschwerdeführer ab Dezember
2006 Anspruch auf eine Viertelsrente und ab März 2007 Anspruch auf eine ganze Rente
(G act. 6).
B.e Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 4. März 2009 an seinen Anträgen
fest (G act. 11).
B.f Am 10. März 2009 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer
Duplik (G act. 14).
B.g Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
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1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 lückenfüllend vorgesehen, grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Eintritts des
Versicherungsfalls abzustellen, aber auch für Sachverhalte mit Eintritt des Rentenfalls
im Jahr 2008 altes Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung ebenfalls noch im Jahr
2008 erfolgt ist. Das Bundesgericht hat gestützt auf das Rundschreiben, wenn der
Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2008 entstanden wäre, altes Recht angewendet
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts i/S S. vom 28. August 2008 [8C_373/2008] und i/
S P. vom 9. März 2009 [8C_491/08]). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns
rechtfertigt es sich vorliegend, angesichts der IV-Anmeldung vom 30. September 2003
und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im September 2003, die bis zum 31. Dezember
2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50%
vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente. Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG durch
einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen
und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
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zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
für eine Tätigkeit der versicherten Person von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung ihr noch zugemutet werden
können (BGE 125 V 256. E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ist eine versicherte Person während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu durchschnittlich 40% arbeitsunfähig
gewesen, so entsteht ein Rentenanspruch (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Unter
Arbeitsunfähigkeit im Sinn von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist die durch den
Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative Einbusse an
funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu
verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald in der
bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S.
124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war
(aArt. 29 IVV). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind
zu berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Urteil des
Bundesgerichts i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]). Für die Erfüllung des Wartejahrs
genügt eine durchschnittlich 40%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Ein
Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs entsteht jedoch erst bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% bezogen auf eine adaptierte Tätigkeit.
ter
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2.2 Nach den Akten ist der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit
gemäss übereinstimmenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden und
begutachtenden Ärzte seit Oktober 2003 vollumfänglich arbeitsunfähig. Der
Beschwerdeführer ist gelernter Maurer. Nach Ablauf der einjährigen Wartezeit (aArt. 29
Abs. 1 lit. b IVG) im Oktober 2004 befand er sich in einer Umschulung zum Kaufmann
und bezog IV-Taggelder. Daher ist für Oktober 2004 bis Ende Januar 2005 keine
Rentenberechnung vorzunehmen (vgl. IV-act. 60 und 102). Der Beschwerdeführer ist
von seinem Hausarzt vom 20. November 2004 bis 3. Dezember 2004 und ab
10. Januar 2005 als Maurer bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig erklärt worden (IV-
act. 155-5/7). Auch der damals behandelnde Psychiater hat aufgrund einer
mittelschweren depressiven Episode eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt (IV-act.
94-2/5). Nach Abbruch der Umschulungsmassnahmen auf den 2. Februar 2005 ist die
Rentenprüfung jedoch nicht mehr aufgrund der vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit in
der bisherigen Tätigkeit als Maurer vorzunehmen. Dem Beschwerdeführer wäre es
nämlich zumutbar gewesen, sich im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht (Art. 21
Abs. 4 ATSG) selbständig im Rahmen der noch zu bestimmenden Restarbeitsfähigkeit
um eine Hilfsarbeit zu bemühen.
2.3 Der Beschwerdeführer leidet unter anderem an einer seronegativen
Spondylarthropathie bei chronischer Darmerkrankung sowie einer
Persönlichkeitsstörung. Diese Erkrankungen haben die Arbeitsfähigkeit zwischen
Oktober 2003 und August 2006 unterschiedlich in Grad und Dauer eingeschränkt.
Spätestens seit September 2006 liegt nach den übereinstimmenden Beurteilungen der
Ärzte sowohl in der bisherigen wie in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vor. Die Krankengeschichte ist nicht lückenlos dokumentiert,
offenbar weil sich der Beschwerdeführer unregelmässig in ärztliche Behandlung
begeben hat. Sofern aus den vorliegenden Akten nicht eruiert werden kann, in welchem
Ausmass der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich in einer
leidensangepassten Tätigkeit arbeitsunfähig war, und weitere Abklärungen
diesbezüglich ebenfalls keine verlässlichen Erkenntnisse versprechen, trägt der
Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosigkeit (BGE 117 V 264 E. 3b). Zu prüfen ist
der Zeitraum ab Februar 2005.
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2.4 Das ABI hat in seinem Gutachten vom 12. Juni 2006 die zumutbare
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auf 80% festgesetzt (IV-act. 120).
Die Beschwerdegegnerin hat unter Berufung auf den RAD auf diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt. Wie aus dem Verlaufsgutachten des ABI vom
30. Oktober 2007 jedoch hervorgeht, war die psychiatrische Begutachtung insofern zu
optimistisch ausgefallen, als damals eine psychische Störung mit Krankheitswert
verneint worden war. Auch der RAD hat in seiner ersten Stellungnahme vom 19. Juli
2006 die psychiatrische Diagnose angezweifelt (vgl. IV-act. 121). Der Beschwerdeführer
ist der Ansicht, er sei seit Oktober 2003 zu mindestens 80%, wenn nicht 100%,
arbeitsunfähig. Nachfolgend ist daher zu überprüfen, ob die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit auch in Verweistätigkeiten retrospektiv erst ab September 2006
eingetreten ist.
2.5 Aus somatischer Sicht hat der Hausarzt im März 2005 bestätigt, dass dem
Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit sechs bis acht Stunden pro Tag
zumutbar sei. Im Vordergrund stehe eine psychiatrische Störung. Der
Beschwerdeführer wechsle zwischen psychisch aufbrausend und depressiv (IV-act.
91). Am 15. November 2005 hat der Hausarzt ihn als nicht vollständig arbeitsunfähig
bezeichnet, auch wenn ihn weiterhin eine Colitis ulcerosa, eine psychische Störung,
eine Osteoporose und Lumbalgien belasteten (IV-act. 105-2/6). Eine genaue
Arbeitsfähigkeitsschätzung fehlt. In der retrospektiven Arbeitsfähigkeitsschätzung vom
21. Mai 2008 hat der Hausarzt ausgeführt, eine Teilarbeitsfähigkeit zu einem Drittel,
maximal aber 50%, könne er noch zeitweise akzeptieren (IV-act. 155-5/7). Sodann hat
der Hausarzt am 29. Mai 2008 erklärt, die von ihm erwähnte maximale Arbeitsfähigkeit
für die Zeit von 2005 bis 2006 sei so zu sehen: Ganztägige körperlich leichte Arbeit in
einem Gebäude mit rasch erreichbarer Toilette, mit intermittierenden ganz- bis
mehrtägigen Absenzen bei schlechtem Zustand, sonst aber mit verminderter Leistung
wegen häufiger Toilettengänge (IV-act. 155-6/7). Der behandelnde Internist Dr. F._
hat in seinen Berichten vom 13. September 2004 (IV-act. 91-5/6) und vom 22. Juni
2005 (IV-act. 105-5/6) jeweils keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. In der
retrospektiven Beurteilung vom 19. Mai 2008 hat er dem Beschwerdeführer eine
80%ige Arbeitsunfähigkeit für die Jahre 2003 bis 2006 attestiert. Nach seiner
Einschätzung hat sich der Gesundheitszustand seit 2003 nicht entscheidend verändert
beziehungsweise hat sich die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich vermindert (IV-act.
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155-4/7). Das ABI geht in seinen Gutachten vom 12. Juni 2006 und vom 30. Oktober
2007 davon aus, dass aus der unbehandelten beziehungsweise später
therapieresistenten Colitis ulcerosa eine Einschränkung von 20 bis 25% resultiere (IV-
act. 120-17/18 und 137-22/56). Der Beschwerdeführer hat sich im Jahr 2005 einzig im
Juni 2005 durch Dr. F._ wegen der Colitis ulcerosa behandeln lassen. Weitere
Arztberichte zur somatischen Situation im Jahr 2005 fehlen. Danach hat sich der
Beschwerdeführer erst im Juni, August und November 2006 wieder behandeln lassen.
Die rückwirkende Beurteilung der behandelnden Ärzte widerspricht ihren echtzeitlichen
Angaben, weshalb darauf mangels hinreichender Verlässlichkeit und Plausibilität nicht
abgestellt werden kann. Die retrospektiven Berichte begründen nicht, weshalb die
echtzeitlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen unzutreffend gewesen sein sollen.
Hinweise darauf, dass die späteren Untersuchungen zu einer besseren Erkenntnis der
gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers und damit zu einer präziseren
rückwirkenden Arbeitsfähigkeitsschätzung geführt hätten, liegen nicht vor. Daraus folgt,
wie aus den echtzeitlichen Berichten und der gutachterlichen Beurteilung schlüssig und
nachvollziehbar hervorgeht, dass dem Beschwerdeführer aus gastroenterologischen
Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit seit etwa 2003 eine 75 bis 80%ige
Arbeitsfähigkeit zumutbar ist.
2.6 Anlässlich der ersten ABI-Begutachtung im April 2006 ist von chronisch-
rezidivierenden Rückenschmerzen berichtet worden, die bei Exazerbationen gut mit
intramuskulären Injektionen durch den Hausarzt behandelt worden waren. Klinisch
habe man keine Sacroileitis nachweisen können, da alle Tests diesbezüglich negativ
ausgefallen seien. Deshalb werde von einem Panvertebralsyndrom im Zusammenhang
mit einem differentialdiagnostisch entzündlichen Befall des Achsenskeletts bei Colitis
ulcerosa im Rahmen einer Diskopathie L4/5 sowie radiomorphologisch nachweisbarer
Wirbelsäulenfehlform und Chondrose L4/5 ausgegangen. Sowohl in der konventionell-
radiologischen Übersichtsaufnahme der LWS als auch im aktenmässig vorliegenden
Befund eines MRI des ISG 3/06 beständen daneben Hinweise für eine mögliche
Sacroileitis. Zusammen mit der persönlichen Vorgeschichte einer Colitis ulcerosa sowie
der Familienanamnese von Spondylitis ankylosans bei zwei Brüdern sei damit das
Vorliegen einer entzündlichen Affektion des Achsenskeletts im Sinn einer
Spondarthropathie nicht vollständig ausgeschlossen. Die starke subjektive
Beschwerdeintensität und vor allem die angegebene Behinderung selbst im Alltag habe
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man durch die vorliegenden Befunde nicht erklären können, spezifische und/oder
hochgradige pathologische Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule seien weder
klinisch noch radiologisch nachweisbar. Aus rheumatologischer Sicht sollten weitere
Abklärungen vorgenommen werden. Aufgrund der vorliegenden Befunde sei eine
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit vollumfänglich zumutbar (IV-act.
120-10/18). Bereits wenige Monate später, am 31. August und 7. September 2006,
wurde der Beschwerdeführer erneut rheumatologisch abgeklärt und die Diagnose einer
seronegativen Sponylarthropathie bei chronisch entzündlicher Darmerkrankung
objektiviert und bestätigt. Eine entsprechende Medikation wurde veranlasst. Eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung wurde nicht abgegeben (IV-act. 137-48/56). Der
begutachtende Rheumatologe des ABI hat bei der Verlaufsbegutachtung vom August
2007 ausgeführt, die Diagnose einer entzündlichen rheumatischen Systemerkrankung
könne nun objektiv bestätigt werden. Trotz einer adäquat ausgebauten kombinierten
Basistherapie lägen weiterhin massive Schmerzen vor. Dementsprechend könne die
subjektive Schmerzsymptomatik somatisch objektiv vollumfänglich nachvollzogen
werden und führe zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft (IV-act.
137-18/56). In der Gesamtbeurteilung haben die Ärzte den Eintritt der 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auf September 2006 festgelegt (IV-act. 137-22/56). Dieser Beginn
erscheint dem Gericht nicht überzeugend. Bereits bei der ersten ABI-Begutachtung im
April 2006 hat der Beschwerdeführer über massive Rückenschmerzen bei
entzündlicher Darmerkrankung geklagt. Sodann besteht eine familiäre Belastung für
chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung. Der begutachtende Rheumatologe
hat als Verdachtsdiagnose eine entzündliche Affektion des Achsenskeletts im Sinn
einer Spondarthropathie bereits im April 2006 nicht ausschliessen können. Jedoch hat
er die subjektiv geklagten Beschwerden damals nicht objektivieren können und
deshalb in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt. Das ihm zur
Verfügung gestandene MRI vom März 2006 ist ohne Kontrastmittelgabe erfolgt,
weshalb es keine Rückschlüsse auf eine entzündliche Systemerkrankung liefern
konnte. Der begutachtende Rheumatologe hat auf den Bedarf weiterer
Untersuchungen betreffend entzündliche Veränderungen hingewiesen. Sodann hat er
festgehalten, falls sich radiomorphologisch relevante neue Aspekte ergäben, müsse
eine Reevaluation der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht veranlasst werden
(IV-act. 120-10/18 f.). Die Diagnose einer seronegativen Spondylarthropathie mit
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bilateraler Sacroileitis bei entzündlicher Darmerkrankung ist bereits wenige Monate
nach dieser Begutachtung im August/September 2006 objektiviert worden. Damit ist
auch die subjektiv geklagte Behinderung durch die Rückenschmerzen bei
entzündlicher Darmerkrankung retrospektiv nachvollziehbar geworden. Diese wird sich
nicht innert weniger Monate grundlegend verändert haben. Daher ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass bereits im April 2006 aus
rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben war. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI-Gutachtens vom 12. Juni 2006 ist daher nicht
plausibel. Im Verlaufsgutachten vom 30. Oktober 2007 wird der Beginn der 100%igen
Arbeitsunfähigkeit nicht begründet. Es ist nicht einzusehen, weshalb diese erst mit
Objektivierung der rheumatologischen Systemerkrankung Ende August/Anfangs
September 2006 Gültigkeit haben sollte, nachdem bereits im April 2006 die
entsprechende Verdachtsdiagnose gestellt worden war.
2.7 Der Beschwerdeführer leidet schliesslich auch an psychischen Beschwerden. Er
hat sich vom 8. Dezember 2004 bis 6. April 2005 psychiatrisch behandeln lassen. Dr.
E._ hat in seinem Bericht vom 6. April 2005 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
aufgrund einer mittelschweren depressiven Episode angegeben (IV-act. 94 und 99). Die
Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode wurde weder von den
begutachtenden Psychiatern noch vom später behandelnden Psychiater Dr. G._
bestätigt. Zudem ist zu vermuten, dass der behandelnde Psychiater die subjektiven
Beschwerden des Beschwerdeführers in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung zu stark
berücksichtigt hat; er hat in seinem Bericht vom 6. April 2005 darauf hingewiesen, dass
sich der Beschwerdeführer eine "Ruhezeit" wünsche, um wieder zu sich zu kommen
(IV-act. 94-2/5). Allenfalls hat die fragliche depressive Episode zu einer
vorübergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt. Da der
Beschwerdeführer die Behandlung jedoch schon nach vier Monaten abgebrochen hat,
ist aus psychiatrischer Sicht eine bestehende, längerdauernde Arbeitsunfähigkeit nicht
nachgewiesen. Bis zur Behandlung durch Dr. G._ ab März 2006 fehlen fachärztliche
Berichte über den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und eine
allfällige Teilarbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Die hausärztliche
Einschätzung vom November 2005, wonach weiterhin psychische Probleme im
Vordergrund stünden, aber keine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit begründet werden
könne, quantifiziert die Arbeitsunfähigkeit nicht. Daher ist eine relevante Einschränkung
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der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bis März 2006 (Zeitpunkt der
Behandlungsaufnahme durch Dr. G._) nicht überwiegend wahrscheinlich
nachgewiesen.
2.8 Erst im März 2006 hat der Beschwerdeführer die psychiatrische Behandlung
wieder aufgenommen (vgl. IV-act. 112). Im Bericht vom 30. April 2006 hat Dr. G._ die
Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung gestellt. Aus
psychiatrischer Sicht leide der Versicherte stark an einer Störung der
Konzentrationsfähigkeit, der Anpassungsfähigkeit sowie der Flexibilität in emotionaler
und sozialer Hinsicht. Der Versicherte habe ein geringes Durchhaltevermögen und eine
kleine Frustrationstoleranz sowie vor allem eine grosse Angst vor Kränkungen, die zu
Reizbarkeit und Impulsivität führten. Auch eine leichte adaptierte Tätigkeit sei dem
Versicherten durch die psychischen Beeinträchtigungen vollständig verunmöglicht.
Insbesondere bezögen sich die psychischen Beeinträchtigungen auf die mit jeder Art
von Arbeit verknüpften, zwischenmenschlichen Kontakte (IV-act. 118). Dieser Bericht
ist dem ABI zwar offenbar in Kopie zugestellt worden, fehlt jedoch in der
Aktenauflistung der Gutachten vom 12. Juni 2006 und vom 30. Oktober 2007. Im
Bericht vom 17. Oktober 2006 hat Dr. G._ die Diagnose sowie die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 0% wiederholt (IV-act. 125). Im ABI-Verlaufsgutachten
vom 30. Oktober 2007 hat Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, bestätigt, dass die von Dr. G._ im Bericht vom 17. Oktober 2006 gestellte
Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung korrekt sei. Seines
Erachtens sei die von Dr. G._ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit jedoch lediglich
im Umfang von 50% gerechtfertigt. In Addition von somatischen und psychischen
Befunden könne die Arbeitsunfähigkeit jedoch eher höher liegen. Zur Zeit sei der
Beschwerdeführer keinem Arbeitgeber zumutbar (IV-act. 137-14/56). Dass die
Persönlichkeitsstörung per se nicht zu einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit geführt
hat, ist plausibel. Aus dem Verlaufsgutachten geht jedoch nicht hervor, wann die
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist. In der Gesamtbeurteilung wird auf
September 2006 verwiesen. Dr. H._ hat zum vorangehenden ABI-Gutachten
angegeben, die Diagnose der Anpassungsstörung habe retrospektiv zu wenig die
Verzahnung von Vorgeschichte und aktuellem Leiden berücksichtigt. Der
Beschwerdeführer sei bereits als Kind gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt gewesen,
die zu einer Verformung seiner Persönlichkeit geführt hätten. Sie bedingten Wut und
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Hass, welche die Persönlichkeit zu sprengen drohten. Der Ausbruch der Colitis
ulcerosa habe später auch zur psychischen Dekompensation geführt. Entsprechend
dem somatisch besseren Zustand im Vorjahr sei der Beschwerdeführer auch
psychiatrisch weitaus ausgeglichener, die Persönlichkeitsstörung sei kompensiert
gewesen (IV-act. 137-15/56 f.). Daraus zu schliessen, die Persönlichkeitsstörung habe
anlässlich der ersten Begutachtung noch nicht zu einer Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit geführt, erscheint dem Gericht nicht überzeugend. Auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht gemäss ABI-Gutachten vom
12. Juni 2006 kann daher nicht abgestellt werden. Dr. H._ hat nämlich einen
psychischen Befund erhoben, der nur minim von der Befunderhebung durch Dr. G._
im Frühling 2006 abweicht. So hat Dr. H._ angeben: Durch innere Spannungen,
Reizbarkeit, Aggressivität und Impulsivität sei der Beschwerdeführer derzeit kaum an
einem Arbeitsplatz, in einem Team integrierbar. Er könne sich nur bedingt mit Konstanz
auf eine Arbeit konzentrieren. Es könne ihm allenfalls eine Arbeit in weitgehender Ruhe
und Abgeschiedenheit zugemutet werden (IV-act. 137-14/56). Sodann ist auch im ABI-
Gutachten vom 12. Juni 2006 festgestellt worden, dass beim Beschwerdeführer
Gereiztheit, Ärger, Anspannung sowie eine geringe Frustrationstoleranz vorlägen (IV-
act. 120-13/18). Der Bericht von Dr. G._ vom 30. April 2006 wurde von Dr. H._
offenbar nicht berücksichtigt. Dr. G._ hat in diesem Bericht festgestellt, dass sich der
psychopathologische Zustand bereits im März 2006 manifestiert habe. Dieser Bericht
ist zusammen mit dem aus rheumatologischer Sicht bereits verschlechterten
Gesundheitszustand geeignet, betreffend Beginn der Arbeitsunfähigkeit zu einer
anderen Beurteilung zu führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008 i/S. L.
[8C_809/2007] E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens ab April 2006 aufgrund
seiner Persönlichkeitsstörung zu mindestens 50% arbeitsunfähig war. Werden dabei
auch die mutmasslichen Auswirkungen der rheumatologischen Systemerkrankung
berücksichtigt, ist in antizipierter Beweiswürdigung mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Arbeitsunfähigkeit
insgesamt bereits im April 2006 100% betragen hat. Die psychiatrische Einschätzung
gemäss ABI-Begutachtung vom 12. Juni 2006 erweist sich retrospektiv als zu
optimistisch. Zwar lässt der Verlauf der Erkrankung des Beschwerdeführers vermuten,
dass bereits vor April 2006 eine nicht unerhebliche Arbeitsunfähigkeit aus
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psychiatrischer und rheumatologischer Sicht bestanden haben könnte und der
Beschwerdeführer die Umschulung möglicherweise aus gesundheitlichen Gründen
abgebrochen hatte. Die erforderliche Begutachtung des Beschwerdeführers hat die
Beschwerdegegnerin jedoch erst im April 2006 in Auftrag gegeben. Die Aktenlage lässt
lediglich den Schluss zu, dass eine 20 bis 25%ige Arbeitsunfähigkeit aus
gastroenterologischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit seit Februar 2005
ausgewiesen ist.
2.9 Zusammenfassend folgt daraus, dass der Beschwerdeführer seit Februar 2005 in
einer leidensangepassten Tätigkeit zu 20 bis 25% und seit April 2006 zu 100%
arbeitsunfähig ist. Gemäss Bundesgericht ist auf den Mittelwert einer Bandbreite,
vorliegend also 22.5% Arbeitsunfähigkeit abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 21. April 2005 i/S. K. [I 822/04] E. 4.4 mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1 Auf der Basis dieser Resterwerbsfähigkeiten für eine leichte, leidensadaptierte
Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad zu bemessen. Gemäss Arbeitgeber hat
der Beschwerdeführer an seiner letzten Arbeitsstelle Fr. 6'235.-- pro Monat inklusive
Ferien- und 13. Monatslohnanteil verdient. Die Arbeit als Maurer hat er krankheitshalber
bereits nach einem Monat nicht mehr ausüben können, weshalb ihm auf Ende
November 2003 gekündigt worden ist (IV-act. 9). Wie aus den Gutachten hervorgeht,
ist die vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit als Maurer ab Oktober 2003 ausgewiesen.
Wenn der Arbeitgeber angibt, der gezeigten Leistung entspreche lediglich ein Lohn von
Fr. 5'200.--, so ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die
gesundheitlichen Beschwerden den Beschwerdeführer bereits im August 2003 in seiner
vollen Leistungsfähigkeit behindert haben, da er bereits am 10. September 2003
krankheitshalber zuletzt zur Arbeit erschienen war (IV-act. 155-5/7). Zwar liegt der
vereinbarte Lohn von Fr. 6'235.-- über dem durchschnittlichen Lohn im Baugewerbe für
Männer mit Berufs- und Fachkenntnissen und entspricht eher dem Lohn für die
Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten (Niveau 3 der Tabellenlöhne TA1,
Privater Sektor, Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2002). Der
Beschwerdeführer wird als sehr intelligent beschrieben. Er leidet seit seiner Kindheit an
einer Persönlichkeitsstörung, die sich gemäss den Akten durch seine Unzuverlässigkeit
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wohl bereits seit der Jugend bemerkbar gemacht hat. Da sie offenbar lange
kompensiert werden konnte, hat sie sich vorerst nicht auf die Arbeitsfähigkeit
ausgewirkt. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass er ohne diese Störung das
Gymnasium beendet hätte. Vor diesem Hintergrund kann für das Valideneinkommen
auf den vertraglich vereinbarten Lohn von Fr. 6'235.-- pro Monat beziehungsweise Fr.
74'820.-- im Jahr 2003 abgestellt werden. Angepasst an die Nominallohnentwicklung
bis ins Jahr 2005 (2004: 0.9% und 2005: 1.0%) beträgt das Valideneinkommen Fr.
76'248.--.
3.2 Weil der Beschwerdeführer seit 2003 keine Arbeit mehr aufgenommen hatte, ist
das Invalideneinkommen aufgrund der Tabellenlöhne der LSE zu bestimmen (vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2008 [8C_119/2007] E. 5.2). Da der
Beschwerdeführer die ihm zugesprochene Umschulung abgebrochen hatte, ist zur
Bestimmung des Invalideneinkommens auf die durchschnittlichen Löhne für einfache
und repetitive Tätigkeiten (Niveau 4) abzustellen. Im Jahr 2005 verdienten Männer bei
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden durchschnittlich Fr. 58'389.--. Dieser
Betrag ist um den Arbeitsunfähigkeitsfaktor von 22.5% zu kürzen, was Fr. 45'251.--
ergibt.
3.3 Der Beschwerdeführer ist gegenüber einem gesunden Konkurrenten
benachteiligt, weil er mehr Krankheitsabwesenheiten haben sowie für
Überstundentätigkeit weniger verfügbar sein wird. Er wird deshalb eine Lohneinbusse
in Kauf nehmen müssen. Vom Invalideneinkommen ist deshalb ein zusätzlicher Abzug
vorzunehmen. Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem
Leiden zu tun, dieses ist bereits in der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung
berücksichtigt worden. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden,
welche die versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das
Invalideneinkommen erleidet (vgl. BGE 126 V 75 neues Fenster zum Leidensabzug).
Vorliegend fällt zudem ins Gewicht, dass bei Männern im tiefsten Anforderungsniveau
die Teilzeitarbeit hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch gesehen schlechter
entlöhnt ist als Vollzeitarbeit (Tabelle T6* auf S. 25 der LSE 2004). Männer im tiefsten
Anforderungsniveau erzielten im Jahr 2006 mit einem zwischen 75% und 89%
liegenden Arbeitspensum aufgerechnet auf ein Vollpensum ein um 8% tieferes
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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Einkommen. Insgesamt ist daher ein zusätzlicher Abzug von 10% gerechtfertigt. Das
Invalideneinkommen beläuft sich demnach auf Fr. 40'726.--.
3.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 76'248.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 40'726.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 46.59%. Das Wartejahr (aArt. 29
Abs. 1 lit. b IVG) war bei einer seit Oktober 2003 bestehenden 100%igen
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit im Oktober 2004 erfüllt. Bis 2. Februar
2005 hat der Beschwerdeführer ein Taggeld wegen der beruflichen Umschulung
bezogen. Der Beschwerdeführer hat somit ab 1. Februar 2005 Anspruch auf eine
Viertelsrente.
3.5 Nachdem sich der Gesundheitszustand verschlechterte hatte, ist der
Beschwerdeführer seit April 2006 zu 100% arbeitsunfähig. Dies stellt einen
Rentenrevisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar, weshalb in Anwendung
von Art. 88a Abs. 2 IVV die Rente ab 1. Juli 2006 auf eine ganze Rente anzuheben ist.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist ab
1. Februar 2005 eine Viertelsrente und ab 1. Juli 2006 eine ganze Rente zuzusprechen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da sich die angefochtene Verfügung als
rechtswidrig erwiesen hat und da der Beschwerdeführer auf jeden Fall gezwungen
gewesen ist, Beschwerde zu führen, um nicht rechtswidrig behandelt zu werden, muss
in Bezug auf die Kostentragungspflicht unabhängig vom konkreten
Beschwerdebegehren (in Analogie zur entsprechenden Regelung bei einer
Rückweisung zur weiteren Abklärung, vgl. ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a) von einem
vollumfänglichen Obsiegen des Beschwerdeführers ausgegangen werden. Die
Beschwerdegegnerin trägt deshalb die gesamten Gerichtskosten. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
bis
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Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Die obsiegende beschwerdeführerende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese bemisst sich gemäss Art. 61 lit. g ATSG
nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses. Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem
Verfahrensausgang wird die bereits bewilligte unentgeltliche Prozessführung
gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht