Decision ID: 0386b065-b5c8-4036-9c40-fd44d28fbfda
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
war seit dem 1. Juni 2002 als Logistiker bei der
Y._
GmbH angestellt, wobei er seit dem 29. Januar 2007 krankheitshalber nicht mehr arbeite
te
und das Arbeitsverhältnis per 31. August 2007 gekündigt war, als er sich am 24. Juni 2007 bei einem Spaziergang das rechte Knie ver
drehte (Unfallmeldung vom 2. Juli 2007, Urk. 8/2/128
, und Kündigung vom 1
5.
Mai 2007,
Urk.
3
).
Die erstbehandelnden
Ärzte des Spitals
Z._
diagnosti
zierte
n
einen Status nach
Patellaluxation
vom
24. Juni 2007 bei
ossärem
Aus
riss des medialen
Retinaculums
sowie aktuell
Patellasubluxation
und
nahmen am
28. Juni 2007
eine Kniearthroskopie mit Kniegelenkstoilette,
Arthrotomie
,
Knochenfragmententfernung
im Bereich der medialen
Patellaabgrenzung
und Raffung des medialen
Retinaculums
vor
(Operationsbericht vom 2. Juli 2007, Urk.
8/2/125
-126
).
Die Schweizerische Unf
allversicherungsanstalt (SUVA)
kam für Heilbehandlun
gskosten und für Taggelder auf
(Schreiben vom 18. Januar 2008, Urk. 8/2/73).
X._
konnte aufgrund der unfallbedingten Beschwer
den
die in Aussicht genommene
Stelle als Teamleiter Lager bei der
A._
AG ab 13. August 2007 nicht antreten (
Arbeitsvertrag vom 1
6.
Juli 2007,
Urk.
8/2/116,
und Telefonnotiz vom 3.
Dezember 2007,
Urk.
8/2/97
). Am 20. Dezember 2007
unterzog sich
X._
im Spital
Z._
eine
r
Mobilisation des Kniegelenks sowie Kniearthroskopie mit
Arthrolyse
rechts (
Operationsbe
richt
, Urk.
8/2/69
-70
). Am 14. Februar 2008
liess
X._
, welcher seit dem 14. Januar 2008 bei der
B._
AG für ein Pensum von 100 % als Logistiker angestellt war, der SUVA melden, er sei am 30. Januar 2008 mit dem rechten Knie eingeknickt, wodurch ihm die Kniescheibe rausgesprungen sei (Schadenmeldung UVG,
8/2/61
).
Im
Spital
Z._
wurde
eine Kniedistorsion
diagnostiziert
(Bericht vom 25. Februar 2008, Urk.
8/2/55
).
X._
war in der Folge wieder zu 100 % arbeitsunfähig und die SUVA richtete weiter Taggelder aus und kam für die Heilbehandlungskosten auf (Telefonnotiz vom 28. März 2008, Urk.
8/2/44, Taggeldabrechnung, Urk.
8/2/141
). Vom 30. April bis 4. Juni 2008 war
X._
in der
Klinik C._
hospi
t
ali
siert, welche neben den Kniebeschwerden auch eine leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom
diagnostizierte
(Austrittsbericht vom 11. Juni 2008, Urk.
8/11
/4-1
4
).
Am 23. Juni 2008 (Eingangsdatum
gemäss
Aktenzverzeichnis) meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/3
).
Die
Klinik C._
führte am 26. September 2008
im Auftrag der
SUVA
eine berufliche Standortbestimmung durch (Bericht vom 9. Oktober 2008, Urk.
8/16
). Am 8. April 2009
liess
X._
in der
Klinik D._
eine Hüftarthroskopie
links
vor
nehmen
(Operationsbericht, Urk.
8/22/27
).
Die SUVA teilte
X._
mit
Verfügung vom 10. August 2009
mit
, dass sie die Taggelder per 10. August 2009 einstellen, für die medizinische Behandlung des rechten Knies aber weiterhin aufkommen werde (Urk.
8/22/2-4
). Hiergegen erhob
X._
am 9. September 2009 Einsprache und beantragte, es seien weiterhin Taggelder auszurichten (Urk.
8/
42/109-111
).
Die IV-
S
telle gab am
9.
November 2009 bei
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates,
und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
vom
G._
ein Gutachten in Auftrag (
Urk.
8/
26).
Am 18. und am 22. Januar 2010 wurde
X._
in
der
Klinik D._
erneut am rechten Knie operiert (Operationsberichte Urk.
8/
42
/
79-80
und Urk.
8/
42/77-78
).
A
m 22.
Dezember
2010
wurde zudem in der
Klinik D._
eine Hüftarthroskopie rechts
mit
Débridement
und Trim
mung Pfannenrand 12.15 und Taillierung des Kopf-/Halsüberganges
durchge
führt (
Urk.
8/
42/4). Am 1
0.
Mai 2011 erstatteten Dr.
E._
und Dr.
F._
ihr gestützt auf ihre Untersuchungen vom 2. November 2010 erstelltes
Gutach
ten zuhanden der IV-Stelle (
Urk.
8/
48).
Vom 2. bis 22. November 2011 war
X._
im Auftrag der SUVA zu einer stationären Standortbestimmung und Behandlung in der
Klinik D._
hospit
alis
iert (Bericht
e
vom 30. Dezember 2011,
8/
64/
13
-16
).
Die IV-Stelle gab am 1
3.
März 2012 bei med.
pract
.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
ein
weiteres
Gutachten in
Auftrag (Urk.
8/
66).
Mit Verfügung vom 1
4
. März 2012 sprach die SUVA
X._
eine einer
Ein
busse
der Integrität von 10 % entsprechende Entschädigung von Fr. 10‘680
.
zu und mit Verfügung vom 16. März 2012 hielt sie fest, dass sie
X._
für die Zeit vom 10. August 2009 bis 17. Januar 2010 Taggelder nachzahlen und ihre Versicherungsleistungen per 31. März 2012 einstellen werde. Die Kosten für die von der
Klinik D._
für
drei
Monate verordnete Medizinische
Trai
ningstherapie
würden noch erbracht. Anspruch auf eine Inv
ali
denrente bestehe nicht (Urk.
8/
67
). Die
SUVA wies die von
X._
am 5. April 2012 erhobene Einsprache, mit welcher er die Ausrichtung einer angemessenen In
validenrente beantragt
e,
mit Entscheid vom 9. Mai 2012 ab (Urk.
8/
71
).
X._
teilte
der IV-Stelle
am
8.
November 2012
mit, dass er Ende Oktober 2012 eine Stelle
zu
einem 5
0%-Pensum angetreten habe (
Urk.
8/
80). Am 23.
November 2012 erstatteten med.
pract
.
H._
und
Dr.
I._
i
hr
Gutachten zuhanden der IV-Stelle (
Urk.
8/
84
; ergänzende Stellungnahme vom 1
7.
Januar 2013,
Urk.
8/
88
, auf
Fragen vom 1
0.
Dezember 2012,
Urk.
8/
85).
Die von
X._
gegen den
Einspracheentschei
d
der
SUVA
vom
9.
Mai 2012
erhobene Beschwerde wie
s das hiesige Gericht mit Ur
teil vom 2
6.
September 2013 ab
(Prozess Nr. UV.2012.00126)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
3.
Juli 2013,
Urk.
8/
97, und Einwand vom 1
8.
Juli 2013,
Urk.
8/
103) sprach die IV-Stelle
X._
vom
1.
Juni 2008 bis
3
0.
S
eptember 2010 und vo
m
1.
Februar 2011 bis
3
1.
Juli 2011 eine ganze Rente zu. Von Oktober 2010 bis Januar 2011 sowie ab August 2011 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
7.
März 2014 Beschwerde und beantragte
sinnge
mäss
, es sei die Beschwerdegegnerin
zu
verpflichten, ihm
bis Januar 2013 eine ganze und ab Februar 2013 eine halbe Rente auszurichten
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Mai 2014 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 2
0.
Mai 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch für die Zeit von Okto
ber 2010 bis Januar 2011 sowie von August 2011 bis Januar 2013 Anspruch auf eine ganze und ab Februar 2013 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
2.
2.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie min
destens zu 40 % invalid sind.
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von
wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3
.
3
.1
Die
Ärzte der
Klinik C._
, in welcher der Beschwerdeführer vom 30. April bis 4. Juni 2008 hospitalisiert war, diagnostizierte
n
mit
Austrittsbe
richt
vom 11. Juni 2008 (Urk.
8/11
/4-14
):
Knie-Distorsion mit
Patellal
uxation
rechts
mediale
Raffung und lateral Release bei
Patellaluxation
am 28. Juni 2007
Arthrolyse
und Mobilisation K
nie rechts am 18. Dezember 2007
MRI vom 7. Februar 2008: Hypoplasie des
femoralen
Gleitlagers und erhebliche
Chondropathia
patellae
Grad 4 sowie bereits einsetz
ende
arthrotische
Veränderungen
Restbeschwerden rechtes Knie
Schlafapnoe
leichte bis mittelgradige depressive E
pisode ohne somatisches Syndrom
Sta
tus nach Kniedistorsion rechts mit Verdacht auf mediane
Meni
skuslä
sion
im Januar 1994
Ein Jahr nach dem Unfa
ll
, bei welchem der Beschwerdeführer eine Distorsi
o
n des rechten Kniegelenkes mit
Patellaluxation
erlitten habe,
bestünden nach wie vor belas
tungsverstärkte Schmerzen im Bereich des rechten Knies sowie ein Flexions- und Kraftdefizit. Der Beschwerdeführer sei in Folge dessen im Alltag subjektiv noch stark eingeschränkt. Treppensteigen alternierend sei nur für einige Stufen unter starkem Abstützen am Geländer und Vorneigung der Kör
perlängsachse möglich. Da sich der Beschwerdeführer bei Austritt noch in der medizinischen Phase befinde, sei eine Zumutbarkeitsbeurtei
lung aktuell noch nicht möglich.
3
.2
Med.
pract
.
J._
,
Oberarzt am
K._
,
berich
tete der Beschwerdegegnerin am 2
6.
Februar 200
9.
Er hielt dabei als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk.
8/21)
:
d
epressive Störung
,
mittelgradige Episode (ICD-10 F32.1) seit
ca.
Januar 2008
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2) bestehend seit mindestens März 2007
Status nach diversen Operationen am Handgelenk und im Knie nach dege
nerativen Veränderungen bzw. nach Unfall
Schlafapnoesyndrom
Nach
seiner
Einschätzung bestehe seit dem letzten Eintritt in ihre ambulante Behandlung am
6.
November 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Da
rü
ber hinaus habe vermutlich auch für die Zeit vom 3
0.
Januar 2008 (vorletzter Ein
tritt in die ambulante Behandlung am
L._
) bis Mai 2008 (bis dahin letzter Termin) eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Der Beschwerdeführer werde mit Citalopram 40 mg
einmal täglich
behandelt. Zuletzt sei
Saroten
50 mg wegen zunehmenden Bedarf
s
an Schmerzmitteln und dadurch ausgeprägter Müdigkeit abgesetzt worden.
Es hätten sei
t
Anfang November 2008 sechs Behandlungsgespräche stattgefunden.
3
.3
Mit Bericht vom
6.
Oktober 2009 hielt med.
pract
.
J._
zuhanden der Beschwerdegegnerin unter Nennung derselben Diagnosen wie im Bericht vom 2
6.
Februar 2009 weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest.
Der Beschwerdeführer halte die Termine, etwa ein
en
Termin pro Monat, zuverlässig ein.
Er
werde mit Citalopram 40 mg behandelt (
Urk.
8/24).
3
.
4
Dr.
E._
und
Dr.
F._
vom
G._
diagnostizierte
n
in
ihrem
Gutachten vom 10. Mai 2011 (Urk.
8/48
) mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk.
8/48/24)
:
F
emoroacetabuläres
Impingement
rechts
Femoropatellararthrose
und Status nach lateraler
Patellafacettektomie
im Januar 2010, Kniege
lenksmobilisation und
arthrosko
pische
Arthrolyse
im Dezember 2007 sowie
Knochenfragmententfernung
und Raffung des medialen
Retinaculums
nach
Patellaluxation
im Juni 2007 rechts mit
Trochleadysplasie
leichte
femoropatelläre
Inkongruenz links
rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episo
den ohne somatisches Syndrom, bestehend seit et
wa Januar 2008 (ICD-10 F33.10)
Ohne Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit seien
(
Urk.
8/48/24)
:
Hüftschmerzen nach
arthroskopischem
Labrum-
Débridement
,
Pfannenrad
trimmung
,
Retaillierung
des Übergangs Kopfschenkelhals links im April 2009 bei
femoroacetabulärem
Impingement
Senk-/Spreizfüsse
Diabetes mellitus
Schlafapnoe
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, bestehend von etwa Okto
ber 2007 bis Dezember 2007 (ICD-10 F43.21)
Als Lagerist sei der Beschwerdeführer vom 24. Juni 2007 bis Juni 2010 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit Juli 2010 bestehe aufgrund der rezidivie
renden depres
siven Stö
rung mit überwiegend mittelgradigen depressiven Episo
den und Einschränkung der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, des Antriebs, der Interessen, der Motivation und der Dauerbelastbarkeit gesamt
haft bei voller Stundenpräsenz eine Arbeits
un
fähigkeit von 50 %. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig kniende Positionen eingenommen und Gegenstände über
fünf
Kilogramm gehoben oder getragen werden müssten
,
und Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne erforder
liche
überdurchschnittliche Kon
zentrationsfähigkeit und Dauerbelastung sowie ohne vermehrte Kundenkontakte könnten gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit Juli 2010 zu 60 % zugemutet werden. Gesamthaft habe auch in adaptierten Tätigkeiten vom 24. Juni 2007 bis Juni 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
Urk.
8/48/24-25
). Aus rein orthopädischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit seit Juli 2010
eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. I
n einer beh
inderungsangepassten Tätigkeit
sei der Beschwerdeführer seit Juli 2010 zu 100 % arbeitsfähig. Vom 24. Juni 2007 bis Jun
i 2010 habe aus orthopädischer Sicht für sämtliche Tätig
keiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Urk.
8/48/9
).
3.5
Nachdem in der
Klinik D._
am 2
2.
Dezember 2010
- nach der gutachterli
chen Untersuchung vom
2.
November 2010 -
eine Hüftarthroskopie rechts mit
Débridement
und Trimmung Pfannenrand 12.15 und Taillierung des Kopf-/Halsüberganges vorgenommen wurde
,
hielten PD
Dr.
med.
M._
, Chefarzt Stellvertreter, und
Dr.
med.
N._
, Assistenzärztin
,
mit Bericht vom 1
7.
Januar 2011 fest, dass bis zur ersten klinischen und radiologischen Kontrolle am
3.
Februar 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde (
Urk.
8/42/2-3).
3.6
Mit Bericht vom 2
6.
Mai 2011 erklärte med.
pract
.
O._
, Assistenzarzt
in
der
Klinik D._
, betreffend Hüftproblematik bestehe beim Beschwer
deführer ein Reha
bilitationsdefizit. Hierzu sollte der Beschwerdeführer weiterhin Physiotherapie zur Kräftigung der
pelvitrochantären
Muskulatur durchführen. Insgesamt zeige sich eine ähnliche Situation wie auf der Gegenseite. Die Gegenseite sei nun deutlich besser, daher erwarteten sie auch auf dieser Seite ein ähnliches Resultat. Med.
pract
.
O._
hielt
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
2.
Dezember 2010
bis
3.
Februar 2011 fest (Urk.
8/52/7)
.
3.
7
Am 2
8.
Juni 2011 erklärte
Dr.
E._
auf Frage der Beschwerdegegnerin, ob sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in seinem Gutachten aufgrund der Operation der rechten Hüfte von Dezember 2010 verändere, bei gutem posto
perativem Resultat könne von einer leichten Steigerung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit ausgegangen werden. Idealerweise müsste der Beschwerde
führer ein halbes Jahr nach der Operation nochmals
untersucht
werden (
Urk.
8/56).
3
.
8
Am 1
9.
Dezember 2011 berichtete med.
pract
.
J._
der
Beschwerdegegne
rin
, die psychiatrische Situation sei unverändert. Die Einschränkungen bei der Arbeit oder bei der häuslichen Tätigkeit entsprächen ebenfalls den Angaben
seines
letzten Berichtes. Eine anhaltende depressive Störung im mittelgradigen Ausmass (ICD-10 F32.1) sei w
eiterhin vorhanden. Eine genaue Bestimmung der
konkreten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und deren Verlauf sei mit den vorhandenen
Daten nicht möglich. Der Beschwerdeführer sei schon lange nicht mehr arbeitstätig. Entsprechende Leistungsdaten fehlten also. Nach Angaben über Tätigkeiten zu Hause sei ein anhaltendes Leistungsniveau über 50
%
sehr unwahrscheinlich. Es dürfte, falls zuverlässige regelmässige Arbeitsleistung verlang
t
werde, eher deutlich darunter liegen (
Urk.
8/63
).
3
.9
Nachdem der Beschwerdeführer vom 2. bis 22. November 2011 in der
Klinik D._
hospitalisiert gewesen war,
berichtete
Dr. med.
P._
,
Oberärz
tin
,
der SUVA am
30. Dezember 2011
zu den Unfallfolgen
(Urk. 8/64/13-14): D
er Beschwerdeführer sei durch die Unfallrestfolgen am rechten Knie einge
schränkt für Tätigkeiten, die mit einer vermehrten Gelenkbelastung der Knie einhergingen wie z.B. Tätigkeiten im Knien
oder
s
chweres und mittelschweres Heben und Tragen (mehr als 10 Kilogramm bis Lendenhöhe). Leichtes Heben und Tragen (bis 10 Kilogramm Lendenhöhe) sei nur gelegentlich möglich, nicht oft während einer hypothetischen 100%igen Arbeitstätigkeit. Aus rheumatolo
gischer Sicht sei unter Beachtung dieser Einschränkungen keine Tätigkeit vor
stellbar, die der Beschwerdeführer überhaupt nicht mehr verricht
en könnte. Allerdings sei auf
grund der rezidivierenden depressiven Episode
n, welche wie
derholt als mittel
schwer beurteilt worden seien, trotz entsprech
ender Therapien von einer herab
gesetzten Leistungsfähigkeit auszugehen, insbesondere auch, da der Beschwerdeführer seit vier Jahren nicht mehr im Arbeitsprozess integriert sei. Aufgrund des insulinpflichtigen Diabetes mit gegen Ende des stationären Aufenthaltes aufgetretener leichter Hypoglykämie bei vermehrter
Insulinsensiti
vität
unter vermehrter körperlicher Belastung seien Tätigkeiten, die auf Leitern oder in grösseren Höhen stattfänden oder Tätigkeiten,
bei denen Entscheide unter ext
remem Zeitdruck getroffen werden müssten, nicht vorstellbar. Bei der bekannten sowie konventionell-radiologisch als auc
h im MRI dokumentierten
Femoro
patellararthrose
sei zum jetzigen Zeitpunkt ein vorläufiger Endzustand erreicht.
3
.
10
Med.
pract
.
H._
und
Dr.
I._
hie
lten in ihrem Gutachten vom 23. November
2012
(
Urk.
8/84)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk.
8/84/14)
:
r
ezidivierende depressive Störung, aktuell schwere depressive Episode (ICD-10 F33.2)
e
rschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung mit dysfunktionaler Fehlent
wicklung und ausgeprägtem Vermeidungsverhalten (ICD-10 F54) bei
Femoropatellararthrose
rechts bei Status nach
Patellaluxation
am 24.
Juni 2007
CAM-
Impingement
beider Hüften mit
residuellen
Hüftschmerzen rechts
Als Diagnosen ohne Auswirkungen
nannten sie:
u
nspezifische Knieschmerzen links und
lumbovertebrale
Schmerzen bei Fehlhaltung/
Dekonditionierung
Diabetes mellitus, insulinpflichtig
In der angestammten Tätigkeit als Lagerist sei der Beschwerdeführer aufgrund des häufig notwendigen Gehens und Stehens seit dem 2
4.
Juni 2007 nicht mehr arbeitsfähig. In einer vorwiegend sitzenden, teilweise wechselbelastenden Tätig
keit sei aus rein rheumatologischer Sicht aufgrund der objektivierbaren Befunde eine mindestens 80%ige Arbeitstätigkeit rheumatologisch medizinisch-theore
tisch zumutbar.
Aufgrund der Akten könne davon ausgegangen werden, dass aus somatischer Sicht dieser Grad der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nach Austritt aus der
Klinik C._
zumutbar gewesen sein dürfte, in der Folge jeweils unterbrochen, durch vorübergehende volle Arbeitsunfähigkeiten nach dem Knie-Eingriff am 2
2.
Januar 2010 bzw. den Hüft-Arthroskopien beidseits 2009 und 201
0.
Unter Einbezug der psychiatrischen Situation mit der aktuell objektivier
ten
Zustandsverschlechterung des depressiven Syndroms besteh
e
zum Begutachtungszeitpunkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für Tätigkeiten unter Bedingungen der freien Wirtschaft. Diesbezüglich liege eine richtungsgebende Verschlechterung sei
t
der psychiatrischen Unt
ersuchung von November 2010 vor
(
Urk.
8/84/14-15
und
Urk.
8/81/18
)
.
Am 1
7.
Januar 2013 erklärte med.
pract
.
H._
auf entsprechende Fragen der Besch
werdegegnerin, der psychiatrische Verlauf seit der gutachterlichen Unter
suchung im November 2010 bis zur aktuellen fachärztlich psychiatrischen Begutachtung sei nicht dokumentiert, es lägen keinerlei verwertbare psychiat
rische Stellungnahme/Bericht
e
der zuständigen Behandler vor. Aufgrund der von ihm erhobenen Beschwerden-Anamnese, der Vorberichte der zuständigen Behandler und der aktuellen Untersuchungsbefunde
gehe
er im Rahmen seiner Beurteilung davon aus, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits ab Dezember 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen s
ei
(
Urk.
8/88).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
Februar 2014
(
Urk.
2) von folgender Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus:
24.
Juni 2007 bis Juni 2010
100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätig
keiten,
Juli bis November 2010
100%ige Arbeitsfähigkeit,
Dezember 2010 bis April 2011 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten
und
ab
Mai
2011
100
%
ige
Arbeitsfähigkeit
.
Sie stützte sich
dabei
betreffend 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Juni 2010 und Wiedererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab Juli 2010
grundsätzlich auf das Gutachten der
Dres
.
E._
und
F._
vom
G._
vom
1
0.
Mai 2011
(E. 3.4)
, wobei sie die attes
tierte psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht als invalidenver
sicherungsrechtlich relevant qu
alifiziert
e. Sie ging zudem davon aus, dass die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers Logistiker i
st und diese Tätigkeit den
gemäss Gutachten
festgehaltenen Einschränkungen angepasst ist.
4.2
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung
recht
mässig
eingeholten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon
krete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
). Sache der (begutachtenden) Mediziner ist es, den Gesundheitszustand zu beur
teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das
heisst
mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksich
tigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genu
ine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine
abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähig
keit Stellung, das
heisst
sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet.
Schliesslich
sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen). Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert verlöre. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen Beurteilung noch eine gerichtliche
Kompetenzanmassung
, sondern es ist not
wendige Folge des rein juristischen Charakters der
sozialversicherungsrechtli
chen
Begriffe
Arbeits
/Erwerbsunfähigkeit und Invalidität (Urteil des Bundesge
richts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3).
4.3
Es bestehen
keine Indizien, welche gegen die Beweistauglichkeit
des Gutachtens von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
(E.
3.4
) sprechen würden. Vielmehr erfüllt das Gutachten die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen, welche an beweistaugliche medizinische Gutachten gestellt werden: Das Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf eingehender Untersuchung, es berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und
die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind grundsätzlich nachvollziehbar begründet (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
4.4
4.4.1
Aus psychiatrischer Sicht attestierten
Dr.
E._
und
Dr.
F._
dem Beschwerdeführer
seit etwa Januar 2008
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der angestammten und von 40
%
in einer
behinderungs
angepassten Tätigkeit
(vgl.
Urk.
8/48/22)
. Aus diagnostischer Sicht basierte diese Einschränkung auf einer rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen Episoden ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10), bestehend seit
etwa Januar 2008.
Leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
gelten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_266/2012 vom 29. August 2012 E. 4.3.2). Die invalidisierende Wir
kung einer mittelschweren depressiven Störung ist zwar nicht schlechthin
aus
zuschliessen
, indessen bedingt deren Annahme, dass es sich nicht
bloss
um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt
, und
dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2).
Die rezidivierende depressive Störung
mit mittelgradigen Episoden ohne
so
mati
-
sches
Syndrom (ICD-10 F33.1
0
)
des Beschwerdeführers besteht unabh
än
gig von einem Schmerzsyndrom
. Betreffend
Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
F._
fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit 2007 in
regelmässiger
psychiatrischer und psychotherapeutischer Behand
lung und erhalte antidepressive Medikation. D
iese therapeutischen
Massnahmen
seien
konsequent fortzusetzen und es könnte zusätzlich noch eine Intensivie
rung der antidepressiven Medikation empfohlen werden.
Ausserdem
seien
ver
haltenstherapeutische
Massnahmen
mit Erlern
en
von Strategien im Umgang mit Schmerzen und zur Schmerzbewältigung zu empfehlen. Betreffend Prog
nose hielt
Dr.
F._
fest, unter Fortsetzung der psychiatrischen und psychothera
peutischen Behandlung mit ausreichend dosierter antidepressiver Medikation sei innerhalb eines Jahres eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit Leistungssteigerung zu erwarten. Es sei
medizinischtheoretisch
eine Arbeitsfä
higkeit in bisheriger Tätigkeit von 70
%
bei vollem Stundenpensum und in angepassten Tätigkeiten von 80
%
bei vollem Stundenpensum zu erwarten. Damit erscheine die Prognose derzeit günstig (
Urk.
8/48/
20-21
).
Dr.
F._
ging nach dem Gesagten davon aus, dass die depressive Erkrankung des Beschwerdeführers weiteren Behandlungen zugänglich war. Dies scheint
schlüssig. Der Beschwerdeführer begann im März 2007 mit der psychiatrischen Behandlung bei
med.
pract
.
J._
(vgl.
Urk.
8/21, E. 3.2). Diese wurde in der Folge nicht ununterbrochen fortgeführt. So fand insbesondere von Mai bis November 2008 ke
ine Behandlung statt (
Urk.
8/21
)
und vermerkten die Ärzte der
Klinik C._
gestützt auf ihre Beobachtung während des gut einen Monat dauernden Aufenthaltes eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (
Urk.
8/11/4-5).
Zwischen Februar 2009 und
August
2009 hatte der Beschwer
deführer fünf Therapiesitzungen
. Ab dem 1
4.
August 2009 nahm der Beschwer
deführer zumindest bis am
6.
Oktober 2009 keine psychiatrische Behandlung in Anspruch
(
Urk.
8/24).
Hieraus ergibt sich, dass im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
F._
noch nicht von einer Therapieresistenz der depressiven Erkrankung des Beschwerdeführers ausgegangen werden konnte, weshalb auch kein psychisch bedingter invalidisierender Gesundheitsschaden
vorlag
(vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2)
.
4.
4.2
Aus dem Gutachten von med.
pract
.
H._
und
Dr.
I._
vom 23.
November 2012 (E. 3.
10
)
ergibt sich betreffend psychische Erkrankung
des Beschwerdeführers
nichts anderes. Das psychi
atrische Teilgutachten von med.
pract
.
H._
basiert unter anderem auf seiner persönlichen Untersu
chung vom 2
4.
September 2012 (
Urk.
8/84/1). Med.
pract
.
H._
diagnosti
zierte aus psychiatrischer Sicht mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere depressive Episode
,
(ICD-10 F33.2) und eine erschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung mit dysfunktiona
ler Fehlentwicklung und ausgeprägtem Vermeidungsverhalten (ICD-10 F54)
und attestierte dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Prognostisch erklärte er, dass noch ein aktivierbares
Reha
bilitationspotential
für zumindest eine Teil-Arbeitsfähigkeit bestehe, wobei er mit einem erschwerten Verlauf und einem Rehabilitationszeitraum vo
n mindes
tens zwölf Monaten rechne
(
Urk.
8/84/13). Ab dem 2
1.
Oktober 2012
, das
heisst
weniger als ein
en
Monat
en
nach der Untersuchung durch med.
pract
.
H._
arbeitete der Beschwerdeführer in einem
Pensum von 50
%
als Sachbearbeiter bei der
Q._
(vgl. Arbeitsvertrag vom 21.
Oktober 2012,
Urk.
8/83). Die von med.
pract
.
H._
attestiere Arbeits
unfähigkeit steht jedoch nicht nur im Widerspruch zu der vom Beschwerdefüh
rer unmittelbar nach der Begutachtung ausgeübten Arbeitstätigkeit, sondern sie ist gestützt auf das Gutachten auch nicht nachvollziehbar.
So
führt
e
med.
pract
.
H._
zwar Befunde an, es ist jedoch nicht ersichtlich, wie er diese erhoben hat. Dies gilt beispielsweise für die erschwerte Auffassungs- und Konzentrati
onsfähigkeit (
Urk.
8/84/10).
Es ist nicht klar, ob med.
pract
.
H._
hierzu Testverfahren durchgeführt hat, ob diese Feststellung auf seiner eigenen
Beobachtung beruht oder ob es
bloss
subjektive Angaben des Beschwerdefüh
rers sind. Ausführungen hierzu wären insbesondere darum Voraussetzung für die Nachvollziehbarkeit des Gutachtens, da med.
pract
.
H._
betreffend Schmerzangaben eine Symptomausweitung feststellte (
Urk.
8/84/10). Med.
pract
.
H._
erläutert in seinem Gutachten nicht, betreffend welcher kon
kreter Symptome bzw. Befunde im Vergleich zur Begutachtung bei
Dr.
F._
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes e
ingetreten ist, weshalb ins
besondere eine schwere depressive Erkrankung nicht nachvollziehbar ist. Es fällt denn auch auf, dass med.
pract
.
H._
mit Stellungnahme vom 1
7.
Januar 2013 erklärte, dass mit überwiegender Wahrschein
lichkeit seit Dezember 2010 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestehe
(
Urk.
8/88). Med.
pract
.
H._
geht somit davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers unmittelbar nach der Begutachtung durc
h
Dr.
F._
verschlechtert hat. Dem steht jedoch die Beurteilung des behandelnden Psychiaters med.
pract
.
J._
entgegen, welcher mit Bericht vom 1
9.
Dezember 2011 festgehalten hatte, dass die psychiatrische Situation – im Vergleich zum Oktober 2009 – unverändert sei, das
heisst
, er konnte nach November 2010 keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers feststellen. Es liege weiterhin eine anhaltende depressive Störung im mittelgradigen
Ausmass
vor
(E. 3.
8
)
. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass
das Gutachten von med.
pract
.
H._
hinsichtlich
Ausmass
der depressiven Episode nicht schlüssig
ist
und daher auch nicht auf
zuzeigen vermag
, dass es nach der Begutachtung durch
Dr.
F._
zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen ist, weshalb davon aus
zugehen ist, dass der Beschwerdeführer auch im Zeitpunkt der Begutachtung durch med.
pract
.
H._
weiterhin an einer depressiven Erkra
n
kung
mittel
gradigen
Ausmasses
litt.
Die mittelgradige depressive Erkrankung war auch im Zeitpunkt der Begutach
tung durch med.
pract
.
H._
weiterhin nicht invalidisierend. So hielt med.
pract
.
H._
in seinem Gutachten fest, er empfehle als nächsten Schritt die Behandlung in einer psychiatrischen Tagesklinik zur Etablierung einer Tages
struktur, Optimierung der antidepressiven Psychopharmaka-Medikation und Durchbrechung der aktuell
zu verzeichnenden dysfunktional limitierenden Fehl
entwicklung ohne jede Alltagsstruktur im häuslichen Rahmen. Die vorgeschla
genen medizinischen Intensivierungsschritte seien aus psychiatrischer Sicht insofern
zweckmässig
, als ausgehend von der beschriebenen Therapieintensi
vierung in einem tagesklinischen Setting
im Verlauf weitere rehabilitati
ve Schritte mit zumindest de
r Perspektive der Wiedererlangu
ng einer Teil-Arbeits
fähigkeit für angepasste Tätigkeiten erfolgsversprechend möglich sein könnten. Die vorgeschlagenen Behandlungsschritte seien dem Beschwerdeführer möglich
und könnten ab sofort in Koordination mit den ambulanten
Behandlern einge
leitet werden
(
Urk.
8/84/13)
. Med.
pract
.
H._
ging nach dem
Gesagten
somit davon aus, dass die depressive Erkrankung des Beschwerdeführers grundsätzlich therapeutisch
angehbar
ist und noch nicht von einem resistenten Scheitern der Depressionstherapie gesprochen werden könne.
Dies erscheint schlüssig, ist doch weder eine
t
agesklinische Behandlung noch ein stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik aktenkundig.
4.4.3
In Bezug auf
erschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung
(ICD-10
F54
),
gilt es zu beachten
(vgl. Urteil des hiesigen Gerichts IV.2014.00892 vom
3.
September 2015 E. 3.5.8)
, dass
das Bundesgericht mit
BGE 141 V 281
seine bisherige Recht
sprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkenn
bare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten
hat
, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss.
Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materi
eller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhal
tender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funkti
onellen Auswirkungen einteilen.
Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Wie dargelegt, arbeitete der Beschwerdeführer ab dem 2
1.
Oktober 2012, das
heisst
k
n
a
pp einen
Monat nach der Untersuchung durch med.
pract
.
H._
, in einem Pensum von 50
%
als Sachbearbeiter bei der
Q._
(
Urk.
8/83).
Gegenüber med.
pract
.
H._
erklärte er auf die Frage, was er noch machen könne: „Er könne liegen, seine persönliche Hygiene verrichten, sich anziehen und ‚solche Sachen`. Früher habe er noch im Haushalt geholfen, seit zwei Jahren mache er nichts mehr. Wenn für die Kinder etwas unbedingt nötig sei, versuche er es zu machen. Er mache aber nicht viel,
er sei ‚einfach da`.“ Auf Nachfrage, welche Tätigkeiten er denn mit den Kindern mache, erklärte er, er sage den Kindern beispielsweise
,
wo das
E
ssen für sie stehe. Meh
r gehe nicht, er sei immer müde
“
(
Urk.
8/84/8).
Diese vom Beschwer
deführer beschriebene praktische Handlungsunfähigkeit steht im Widerspruch zu seiner kurz darauf aufgenommenen Arbeitstätigkeit
. Die von ihm gemachten Angaben sind somit nicht konsistent
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4)
.
Es fällt denn auch auf, dass
ausser
med.
pract
.
H._
keiner der begutachtenden oder behandelnden Ärzte eine
erschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung
diagnosti
zierte.
Nach dem Gesagten ist
eine invalidisierende Wirkung der von med.
pract
.
H._
diagnostizierten
erschwerte
n
Schmerzbeschwerdeverarbeitung (ICD-10 F54)
zu verneinen.
4.
4
.
4
Aus den Berichten von med.
pract
.
J._
(E. 3.2, E. 3.3 und E. 3.
8
) geht eben
falls keine invalidisierende psychische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hervor, diagnostizierte er doch neben der depressiven Störung, mittelgradige Episode
,
(ICD-10 F32.1) lediglich eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2). Bei einer A
npassungsstörung (ICD-10 F43.2)
handelt es sich um
ein vorübergehen
des und damit nicht invalidisierendes psychisches Leiden (Urteil des Bundesge
richts 8C_322/2010 vom
9.
August 2010 E. 5.2 mit Hinweisen).
4.
4
.5
Nach dem Gesagten erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin eine
andauernde
psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers verneint hat.
4.
5
4.5.1
Betreffend die
Perioden 2
4.
Juni 2007 bis Juni 2010 und Dezember 2010 bis April 2011 gehen die Parteien übereinstimmend davon aus, dass der Beschwer
deführer – zumindest – aus somatischer Sicht in jeder Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig war (vgl.
Urk.
2 und
Urk.
1).
Es geht aus den Akten nichts her
vor, was der Beschwerdeführer hiergegen zu seinen Gunsten ableiten könnte
(insb. E. 3.4 und E.
3.
10
). Betreffend
die Periode
Juli bis November 2010 und ab Mai 2
011 geht die Beschwerdegegnerin, aus medizinscher Sicht
unter
Berufung auf Dr.
E._
,
von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
und der Beschwerdeführer
,
insb
esondere unter Berufung auf
Dr.
I._
,
von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit aus.
4.5.2
Wie ausgeführt (vgl. E. 4.
3
)
erfüllt das Gutach
ten von
Dr.
E._
und Dr.
F._
die Voraussetzungen an beweistaugliche medizinische Gutachten. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 10) berücksichtigte
Dr.
E._
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sehr
wohl die Hüftbeschwerden rechts, nannte er als Diagnosen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit doch ein
f
emoroacetabuläres
Impingement
rechts
(
E. 3.4;
vgl.
auch
Urk.
8/48/8).
Dr.
I._
attestierte dem Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit in qualitativer Hinsicht keine wei
tergehende Eins
chränkung als
Dr.
E._
(E.
3.7
;
Urk.
8/81/18
). Betreffend die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht erklärte
Dr.
I._
, dass in einer angepassten Tätigkeit „eine mindestens 80%ige Arbeitstätigkeit medizi
nisch-theoretisch zumutbar“ sei (
Urk.
8/81/18).
Gemäss höchstrichterlicher Pra
xis muss
der für die Beurtei
lung er
hebliche Sachverhalt mit dem im
Sozialversi
cherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit aus
gewiesen sein (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Unter meh
reren behaupteten oder in Be
tracht fallenden Sachverhalten stellt das Gericht auf denjenigen ab, der ihm am wahrschein
lichsten erscheint. Im
Sozialversiche
rungsrecht
besteht kein Rechts
grundsatz des Inhalts, dass die Ver
waltung oder das Gericht im Zweifelsfall zugunsten der versicherten Person zu ent
scheiden hätte (ARV 1990 Nr. 12).
Die
s
bedeutet, dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht massgebend ist, welche Arbeitstätigkeit einer versicherten Person mindestens noch zumutbar ist, sondern welche Arbeitstätigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit noch zumutbar ist.
Dr.
I._
begründet in seinem Gutach
ten in keiner Weise, weshalb es dem
Beschwerdeführer nicht mehr zum
u
tbar sein soll
, vollschichtig einer Arbeitstätigkeit nachzugehen bzw. in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit eine volle Leistungsfähigkeit zu erbri
ngen. Da
Dr.
I._
in seinem Gutachten festhält, dass die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit schon im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
E._
Geltung hatte (vgl.
Urk.
8/81/18)
und er in seinem Gutachten keine andauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers festhält, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer grundsätzlichen – durch die jeweiligen operativen Eingriffe unterbrochene – 100%ige Arbeitsfähigkeit
in einer dem Leiden des Beschwerdeführers angepassten Tätigkeit
auszugehen.
4.5.3
Aus den übrigen ärztlichen Berichten, insbesondere auch den Berichten
von der
Klinik D._
(vgl. E. 3.6)
,
geht nichts hervor, was die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit
in Frage stellen würde.
4.5.4
Betreffend Arbeitsunfähigkeit nach der Operation vom 2
2.
Dezember 2010 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer ab Mai 2011 wieder voll arbeitsfähig war (vgl.
Urk.
2 S. 5). Nachdem dem Beschwerdeführer von den Ärzten der
Klinik D._
postoperativ lediglich bis
3.
Februar 2011 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl.
E. 3.5 und E. 3.6) und
Dr.
I._
lediglich von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit posto
perativ ausging (vgl. E. 3.10
), kann der Beschwerdeführer hiergegen nichts zu seinen Gunsten einwenden
.
4.6
Nach dem Gesagten
ist von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerde
führers
in sämtlichen Tätigkeiten von
Juni 2007 bis Juni 2010 und von Dezem
ber 2010 bis April 2011 sowie von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit von Juli bis November 2010 sowie ab Mai 2011
in körperlich leichten, in temperierten Räu
men auszuübenden Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend verrichtet werden können, ohne dass dabei häufig kniende Positionen einge
nommen und Gegenstände über fünf Kilogramm gehoben oder getragen werden müssen (vgl. E. 3.4)
, auszugehen
.
5.
5.1
5.1.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs
massgebend
, wobei Validen- und
Invali
deneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben sind. Der hypotheti
sche Rentenbeginn ist in dem Zeitpunkt, in welchem der Beschwerdeführer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war und sich daran eine Erwerbsunfähig
keit in mindestens gleicher Höhe
anschliesst
(Art. 28 Abs. 1 IVG).
Gemäss
der seit
1.
Januar 2008 gültigen Fassung von
Art.
29
Abs.
1 IVG entsteht der Ren
tenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs.
Gemäss
dem bis 3
1.
Dezember 2007 in Kra
ft gewesenen
Art.
48
Abs.
2 IVG
wurden die Leistungen grundsätzlich für die zwölf der Anmeldung vorausgegangen Monate entrichtet.
Nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung hat der bis 3
1.
Dezember 2007 in Kraft gewesene
Art.
48
Abs.
2 IVG grundsätz
lich noch für sämtliche Anmeldungen bei der Invalidenversicherung Geltung, die im ersten Ha
l
bjahr 2008 erfolgt
sind
(BGE 138 V 475).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die
anspruchsbeeinflus
sende
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist aber in jedem Fall zu berück
sichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedau
ert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichti
gen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV
,
in der bis am 31. Januar 2011 gültig gewesenen Fassung
bzw. inhaltlich unverändert in der ab
1.
Januar 2012 gültigen Fassung).
Zu beachten bleibt, dass diese Bestim
mung nur bei laufendem Rentenanspruch Anwendung findet. Bei Wiederaufle
ben der Invalidität nach Aufhebung der Rente ist
Art.
29
bis
IVV zu beachten, wonach bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet werden, sofern der Invaliditätsgrad in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass erreicht.
5.1.2
Der
Beschwerdeführer
ist
seit 2
4.
Juni 2007 zu 10
0
%
arbeitsunfähig (vgl. E.
4)
.
Er meldete
sich
am 2
3.
Juni
2008
(Eingangsdatum) bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3)
. Der
hypothetische Rentenbeginn
ist somit
im Juni 2008.
Eine Verbesserung des Gesundheit
s
zusta
ndes trat per Anfang
Juli 2010 ein. Diese Verbesserung ist mit Wirkung per
1.
Oktober
2010 zu berücksichtigen. Die erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes
per
Dezember 2010 ist
ent
gegen der Annahme der Beschwerdegegnerin nicht
erst
per Februar 20
11
wirk
sam
,
sondern mit Eintreten der wiederaufgelebten Erwerbsunfähigkeit, das heisst per Dezember 2010
(
zur
Berechnung
bei
der dre
i
mona
ti
gen Fr
ist nach
Art.
88a
Abs.
1 und
2
I
VV vgl. Entsche
i
de des Bundesger
i
chts
I
569/06 vom 20.
November 2006, E. 3.3 und
I
792/06 vom 2
6.
September 2007, E. 8.2
).
5.2
Der Beschwerdeführer, welcher eine Lehre als Lagerist
ge
macht
hatt
e (vgl.
Fähig
keitszeugnis
vom
1.
August 1996,
Urk.
8/19/25), schloss im Dezember 2006 die Weiterbildung zum
dipl.
Techniker HF Logistik erfolgreich ab (Diplom vom 1
5.
Dezember 2006 Urk. 8/19/26). Im Zei
tpunkt des Unfalls vom 24. Juni
2007 war er seit Juni 2002
bei der
Y._
GmbH als Logistiker ange
stellt
, wobei das Arbeitsverhältnis per 3
1.
August 2007 gekündigt war
(Urk.
8/2/128).
Der Beschwerdeführer hätte ohne den Unfall vom 2
4.
Juni 2007 am 1
3.
August 2007 eine Stelle als Teamleiter Lager bei der
A._
AG angetreten. Er hätte dabei ihm Jahr 2007 einen Lohn von Fr. 75‘400.-- (12 x Fr. 5‘800.-- + Fr. 5‘800.-- [Gratifikation]) erzielt (
Urk.
8/2/116). Im Dezember 2007 schloss
er
mit der
B._
AG einen Arbeitsvertrag ab,
gemäss
welchem
er ab 14.
Januar 2008 als Logistiker angestellt wurde und Fr. 78‘000.-- (13 x Fr. 6'000.--) pro Jahr verdient hätte (Ur. 8/2/78-79). Für die
B._
AG arbeitete der Beschwerdeführer nur für wenige Tage (vgl.
Urk.
8/3/6).
Das Einkommen bei der
A._
AG von Fr. 75‘400.-- hätte in Anpassung an die Nominallohnentwicklung im Jahr 2008 einem Einkommen von
Fr. 76‘626.55 (Fr. 75‘400.-- : 116,8 x 118,7 [
Nominallohnindex des Bundesam
tes für Statistik, Basis 1993, Tabelle T1.1.93, D])
, im Jahr 2010 einem solchen von Fr. 78‘821.40 (Fr. 75‘400.-- : 116,8 x 122,1 [
Nominallohnindex des Bun
desamtes für Statistik, Basis 1993, Tabelle T1.1.93, D])
und im Jahr 2011 einem solchen von Fr. 79‘530.80
entsprochen
(Fr. 75‘400.-- : 116,8 x 122,1 [
Nominal
lohnindex
des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.93, D] : 100 x 100,9 [Nominallohnindex des Bundesamtes für Statistik, Basis 2010, Tabelle T1.1.10, C])
. Das bei der
B._
AG im Jahr 2008 erzielte Einkommen von Fr. 78‘000.-- hätte im Jahr 2010 einem Einkommen von Fr. 80‘234.20 (Fr. 78‘000.-- : 118,7 x 122,1 [
Nominallohnindex des Bundesamtes für Statistik, Basis 1993, Tabelle T1.1.93, D])
und im Jahr 2011 von Fr. 80‘956.30 (Fr. 78‘000.-- : 118,7 x 122,1 [
Nominallohnindex des Bundesamtes für Statistik, Basis 1993, Tabelle T1.1.93, D
]
: 100 x 100,9 [Nominallohnindex des Bundes
amtes für Statistik, Basis 2010, Tabelle T1.1.10, C])
entsprochen.
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
5.3.2
Im Juni 2008 war der Beschwerdeführer in sämtlichen Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig. Sein Invalideneinkommen belief sich somit im Juni 2008 auf Fr. 0.--.
Ab Juni
2010 war der Beschwerdeführer in
körperlich leichten, in temperierten Räumen auszuübenden Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend verrichtet werden können, ohne dass dabei häufig kniende Positionen einge
nommen und Gegenstände über fünf Kilogramm gehoben oder getragen werden müssen zu 100
%
arbeitsfähig (E. 4.6). Die Tätigkeit als
dipl.
Techniker HF Logistik entspricht einer solchen Tätigkeit (vgl.
http://www.berufsberatung.ch/DYN/1199.aspx?id=3201&searchabc=T
).
Ab
Juni
2010 ist somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit auszugehen, weshalb
es ihm wieder möglich war,
das zuletzt
mit
der
A._
AG bzw.
mit
der
B._
AG verein
barte Einkommen zu erzielen
, was per 3
0.
September 2010 zur
Rentenaufhe
bung
führt (Invaliditätsgrad: 0
%
).
Die im Dezember 2010 eingetretene Verschlechterung hatte ein
Invalideneinkom
men
von Fr. 0.-- zur Folge.
Die Rente lebt daher per 1. Dezember 2010 wieder auf (Invaliditätsgrad: 100
%
).
Ab
Mai
2011 war der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit wieder zu 100
%
arbeitsfähig,
weshalb es ihm erneut möglich war, das mit der
A._
AG bzw. der
B._
AG vereinbarte Einkommen zu erzielen
, was zur Rentenaufhebung per 3
1.
Juli 2011 führt (Invaliditätsgrad: 0
%
).
5.4
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze befris
tete Invalidenrente ab
1.
Juni 2008 bis 3
0.
September 2010 und vom
1.
Dezember 2010 bis 3
1.
Juli 2011.
5.5
Anzufügen bleibt, dass selbst wenn davon ausgegangen würde, der Beschwerde
führer könne die Tätigkeit als
Techniker HF Logistik nicht mehr ausüben, und das Invalideneinkommen müsste gestützt auf das Einkommen gemäss
Anfor
derungsniveau
4 der Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohns
trukturerhebung (LSE) berechnet und ein Abzug vom Tabellenlohn von 15
% vorgenommen werden
, der Beschwerdeführer ab
Oktober
2010 bzw.
August
2011 ein
renten
ausschliessendes
Einkommen erzielen konnte (Oktober 2010:
[
Fr. 80‘234.20
-
Fr. 4'901.-- {Lohn
gemäss
LSE 2010} : 40 x 41,6 {betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2010; vgl. die Volkswirtschaft, 3/4-2015, Tabelle B 9.2} x 12 x 0,85
]
: Fr. 80‘234.20 = 35
%
;
August
2011:
[
Fr. 80‘956.30 – Fr. 4'901.-- : 40 x 41,
7
{betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2011; vgl. die Volkswirtschaft, 3/4-2015, Tabelle B 9.2}
x 12 : 100 x 101 {
Nominallohnindex des Bundesamtes für Statistik, Basis 2010, Tabelle T1.1.10,
Total}
x 0,85] : Fr. 80‘956.30 = 35
%
).
6.
Die Beschwerde ist demnach insoweit teilweise gutzuheissen, als der Beschwerde
führer nicht erst seit
1.
Februar 2011, sondern schon ab
1.
Dezember 2010 wiederum Anspruch auf eine befristete ganze Rente bis 3
1.
Juli 2011 erwarb. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Diese teilweise Gutheissung gründet nicht in den beschwerdeweise vorgebrachten Einwände gegen den angefochtenen Entscheid, sondern dem Umstand, dass das Gericht das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat. Infolge des geringfügigen Obsiegens (zwei
Monatsbetreffnisse
) ist daher von einer Parteientschädigung abzusehen.
7.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend ist die Kostenpauschale auf Fr.
9
00.-- festzusetzen
.
Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer zu zwei Dritteln (Fr. 600.--) und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel (Fr. 300.--) aufzuerlegen.