Decision ID: 3001df2b-1022-421e-b8d5-3006dda534ac
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1967, ist
als Fachjournalist und Kommunikations
fach
mann tätig
und
der Sozial
versicherungs
anstalt des Kantons Zürich, Ausgleichs
kasse,
seit
Januar 2010
als
Selbständig
erwerbender
im Teilzeitpensum von 40 %
ange
schlossen (vgl.
Urk.
7/9
;
vgl. auch
Urk.
7/74
,
Urk.
7/102
).
Für das Jahr 2019 wurden die
Akonto
beiträge
für
Selbständigerwerbende
gestützt auf ein Erwerbs
ein
kommen von Fr.
52’900
.-
- festgesetzt (Mitteilung vom
28
.
Januar
2019, Urk.
7/1
).
Am
2
0.
April 2020
(Ein
gangs
datum) meldete sich der Versicherte
bei der Ausgleichskasse zum Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung (Härtefall-Regelung) gestützt auf die Ver
ord
nung über Massnahmen bei Erwerbs
ausfall im
Zusammenhang mit dem
Corona
virus
(Covid-19-Verordnung Erwerbs
au
sfall) an
(
Urk.
7/
41
).
Mit Abrechnung
en
vom
3
0.
April, 18. Mai, 24. Juli, 3
1.
Juli, 3
1.
A
ugust und
1
6.
September
2020 teilte die Ausgleichskasse mit, dass der Ver
sicherte in der Periode vom 1
7.
März bis zum 1
6.
September 2020 infolge Härte
falls Anspruch auf Corona-Erwerbs
er
satz
entschädigung bei einem Tages
an
satz von
Fr.
117.60 habe (
Urk.
7/44, Urk. 7/45,
Urk.
7/47,
Urk.
7/48,
Urk.
7/49, U
rk.
7/51).
Am 2
3.
April 2021 teilte die Ausgleichskasse dem Versicherten ausser
dem mit, dass er auch für den De
zem
ber 2020 infolge erheblicher Umsatz
ein
bus
sen Anspruch auf eine Corona-Er
werbsersatzentschädigung bei einem Tages
an
satz von Fr. 117.60 habe (Urk.
7/64
).
1.2
Mit weiteren Anmeldungen vom 3
0.
A
pril,
1.
Mai
,
1.
J
uni,
1.
Juli
, 3
1.
J
uli,
1. Sep
tember
und 3
1.
Oktober
2021 machte X._
insgesamt einen Anspruch auf eine Co
rona-Erwerbsausfall
ent
schä
digung für die Monate
Januar bis
August
2021
sowie Oktober 2021
gel
tend (
Urk.
7/65
,
Urk.
7/66, Urk. 7/
6
7,
Urk.
7/69
, U
rk.
7/71,
Urk.
7/84
, Urk. 7/89, Urk. 7/95
,
Urk.
7/100
).
Die Ausgleichs
kasse gewährte dem Versicherten eine Corona-Erwerbs
ausfall
entschä
digung in
folge Um
satz
einbusse und richtete ihm für die Zeitperiode vom
1.
Januar
bis 3
1.
August
2021 eine auf einem Tagesansatz von
Fr.
117.60 be
ruhende Corona-Erwerbs
aus
fall
ent
schä
di
gung aus (vgl.
Urk.
7/70
,
Urk.
7/76, U
rk.
7/85
,
Urk.
7/91,
Urk.
7/97
).
Für den Monat Oktober 2021 verneinte die Ausgleichskasse
einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung, da
Personen, deren Erwerbs
tätigkeit nicht von der Z
ertifikatspflicht eingeschränkt
werde, ab
1.
September 2021 keinen An
spruch auf diese Leistungen mehr
hätten
(Verfügungen vom
1
0.
Novem
ber
2021
,
Urk.
7/99
).
Die dagegen vom Versicherten am
8.
Dezember
2021 erhobene Ein
sprache (
Urk.
7/102; vgl. auch
Urk.
7/105-107 und
Urk.
7/111
) wies die Aus
gleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom
7.
Januar 2022
ab
(
Urk.
7/116 = Urk. 2)
.
2.
Dagegen erhob
X._
am
1
4.
März
202
2 (Eingangsdatum)
Beschwerde
und bean
tragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die
Rückwei
sung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. Eventualiter sei ihm
eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung für den
Monat Oktober 2021 zuzusprechen
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
April 2022
schloss die Beschwerdegegnerin
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
, unter Beilage der Kassenakten
[Urk. 7
/1-1
31
]), was dem Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom
7.
April 2022
zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
for
der
lich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Nach
Art.
185
Abs.
3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Ver
ordnun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar dro
hen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl.
Art.
7d
Abs.
2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat
–
nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten
–
am 2
0.
März 2020 die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt (
Art.
11
Abs.
1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall vom 2
0.
März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grund
lagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom 2
5.
September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 1
7.
Sep
tem
ber 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaffen (
Art.
15 in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem Inkrafttreten per 1
7.
März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
1.1.2
Gestützt auf
Art.
7 des
Epidemiengesetzes
erliess der Bundesrat unter anderem die Covid-19-Verordnung 2, welche vom 1
3.
März bis 2
2.
Juni 2020 in Kraft war. Sie ordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung, Organisationen und Insti
tutionen sowie den Kantonen zur Verminderung des Übertragungsrisikos und zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19) an (
Art.
1
Abs.
1 dieser Verordnung). Gemäss
Art.
6
Abs.
1 der Covid-19-Verordnung 2 in der ab 1
7.
März 2020 gültig gewesenen Version war
es verboten, öffentliche oder private Veranstaltungen durch
zuführ
en
. In der Folge beschloss der Bundesrat am
2
7.
Mai 2020
eine weitgehende Lockung der noch geltenden Massnahmen zur Bekämpfung de
s
Co
rona
virus
per
6.
Juni 202
0.
Unter der Bedingung, dass für alle Einrichtungen und Ver
anstaltungen Schutz
konzepte vorhanden sind (
Art.
6d
Abs.
1 Covid-19-Ver
ord
nung 2 in der ab
6.
Juni 2020 gültig gewesenen Version),
waren Veran
stal
tungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt
(vgl. die Medien
mitteilung des Bundes
rates vom 2
7.
Mai 2020).
Nach einer Zunahme der Ansteckungen mit dem
Coronavirus
im Herbst und Winter 2020 wurden weitere Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
beschlossen. Mit der Änderung der Verordnung über Massnahmen in der be
son
de
ren Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung beson
dere Lage) vom
2
9.
Oktober
2020 (
aufgehoben mit
Art.
30 Covid-19-Ver
ordnung besondere Lage vom 2
3.
Juni 2021
) wurden mit
Art.
6
Abs.
3
dieser Verordnung
die Durchführung von Messen und Märkten in Innenräumen
wieder
verboten. Alsdann
beschloss der Bundesrat in seiner Sitzung vom
2
6.
Mai 2021 wann und in welcher Form Grossveranstaltungen wieder stattfinden
konnten
(vgl. die Medien
mitteilung des
Bundesrates vom 2
6.
Mai 2021).
Demnach
waren
m
it einer Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde a
b
1.
Juli 2021 grosse Fach- und Publikumsmessen mit bis zu 1000 Personen wieder zulässig (Art.
6 Abs.
3 in Verbindung mit
Art.
6b
quinquies
Covid-19-Verordnung besondere Lage
in der ab 27.
Mai 2021 gültig gewesenen Version
)
.
Per 2
6.
Juni 2021 wurde sodann die Pflicht eingeführt,
ein Schutzkonzept zu erarbeiten und umzusetzen. Für Messen, die nicht aus
schliess
lich im Freien stattfanden, bestand ausserdem
bei Grossveranstaltungen
die Zertifikatspflicht für alle Per
so
nen ab 16 Jahren
(
Art.
17 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 2
6.
Juni 2021 geltenden Fassung). Per 1
3.
September 2021 wurde die Zertifikatspflicht auf alle Veranstaltungen in Innenräumen ausgeweitet
(
Art.
18 der Covid-19-Ver
ord
nung besondere Lage in der ab
13.
September
2021 gültig gewesenen V
ersion).
An der Sitzung vom 1
7.
Dezem
ber
2021
verschärfte
der Bundesrat
die
Mass
nahmen und entschied, dass
zu Veranstaltungen im Innern
künftig
nur noch geimpfte und genesene Personen (2G
-Regel
)
Zugang
haben (vgl. Medi
enmitteilung vom
1
7.
Dezember 2021
;
Art.
14 der Covid-10-Verordnung beson
dere Lage in der ab 2
0.
Dezember 2021 geltenden Fassung
).
Schliesslich wurde die Zertifikatspflicht per 1
7.
Februar 2022 wieder aufgehoben (vgl. Medienmit
teilung des Bundesrates vom 1
6.
Februar 2022).
1.2
I
n zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1).
Weiter stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Vorliegend streitig ist die Höhe des Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung im Monat
Oktober
202
1.
Entsprechend sind die in diesem Monat gültigen Bestimmungen anwendbar.
1.3
Laut
Art.
1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (gemäss sämtlichen Fassun
gen) sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) auf die Entschädigungen gemäss dieser Ver
ordnung anwendbar, soweit die nachstehenden Bestimmungen nicht aus
drück
lich eine Abweichung vom ATSG vorsehen. Nach
Art.
8
Abs.
5 der Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall (gemäss sämtlichen Fassungen) wird die Ent
schä
di
gung im formlosen Verfahren nach Artikel 51 ATSG festgesetzt. Dies gilt in Abweichung von Artikel 49 Absatz 1 ATSG auch für erhebliche Entschädigungen.
1.4
1.4.1
Nach
Art.
2
Abs.
3 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand: 2
0.
Septem
ber 2021) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG und Perso
nen nach Artikel 31 Absatz 3 Buchstaben b und c des Bundesgesetzes über die obliga
to
rische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) unter der Voraussetzung von Absatz 1
bis
Buchstabe c anspruchsberechtigt, wenn sie:
a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b. einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden.
1.4.2
G
emäss
Art.
2
Abs.
3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand:
2
0.
Septem
ber 2021
) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von
Art.
12 ATSG, die nicht
unter Absatz 3 fallen
, anspruchsberechtigt wenn:
a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b. sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c. sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens
Fr.
10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinn
ge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraus
setzung proportional zu deren Dauer.
Die Erwerbstätigkeit gilt gemäss
Art.
2
Abs.
3
ter
Satz 1 Cov
id-19-Verordnung Erwerbsausfall
als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine
Umsatz
ein
busse von mindestens 3
0 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen monat
li
chen Um
satz der Jahre 2015–2019 vorliegt.
Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufge
nom
men haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindes
tens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen (
Art.
2
Abs.
3
ter
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf Corona-Erwerbsaus
fall
entschädigung mit der Begründung, dass nur
selbständigerwerbende
Personen anspruchsberechtigt seien, die aufgrund kantonaler oder auf Bundesebene beschlossener Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
ihre Erwerbstätig
keit erheblich einschränken müssten.
Der Zusammenhang zwischen der geltend gemachten
Erwerbseinbusse
und
den behördlichen M
assnahmen sei nicht erwie
sen. Des Weiteren wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass eine
Umsatzein
busse, die dadurch entstehe, dass Aufträge im Ausland abgesagt worden seien,
nicht durch die Corona-Er
werbs
ersatzentschädigung abgedeckt
sei
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber zusammengefasst geltend (Urk. 1),
seit Herbst 2021 gelte als einschränkende behördliche Massnahme für im Messe
bereich tätige Unternehmen die Zertifikatspflicht. Diese Massnahme, die durch vormalige behördliche Eingriffe generierte Planungsunsicherheit sowie die ge
ne
relle Unsicherheit aufgrund der im Herbst 2021 stetig steigenden Infektions
zahlen hätten dazu geführt, dass reihenweise Veranstalter auf die Durchführung ihrer Messen/Fachtagungen/Events verzichtet hätten (S.10).
In den Jahren 2015 bis 2019 habe er wachsende Jahresumsätze zwischen Fr. 69'715.-- und Fr. 97'072.-- erzielt.
Im Oktober 2021 habe er
dann
eine Umsatzeinbu
s
se von rund 39 % in
Kauf nehmen müssen.
Die Kriterien des Mindesteinkommens und des Umsatz
rückgangs seien somit erfüllt. Die Umsatzeinbussen seien auf die ab
gesagten Messen/Fachtagungen/Events und die dadurch zusätzlich erschwerte Kunden
akquise zurückzuführen
(S. 8)
.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer ist bei der Beschwerdegegnerin als selbständig Erwerbs
tätiger im Bereich Fachjournalismus und Kommunikation gemeldet (
Urk.
7/
9
).
Er ist auf das Verfassen von Fachartikeln, Führen von Interviews sowie das Abwi
ckeln von Foto- und Filmaufträgen an Messen und Events spezialisiert (
Urk.
1 S.
4).
Im Rahmen der Abrechnungen richtete die Beschwerdegegnerin die Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung zu Beginn bis 1
6.
September 2020 aufgru
nd der Härtefall
regelung (vgl.
Urk.
7/44, Urk. 7/45,
Urk.
7/47,
Urk.
7/48,
Urk.
7/49, Urk. 7/51), seit Dezember 2020 bis
August 2021 aufgrund erheblicher Umsatzein
bussen in
folge abgesagter Veranstaltungen aus (vgl.
Urk.
7/64,
Urk.
7/70,
Urk.
7/76, Urk. 7/85,
Urk.
7/91,
Urk.
7/97
), implizit also gestützt auf
Art.
2
Abs.
3
bis
und Abs. 3
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
.
Dass der Beschwerdeführer im Oktober 2021 eine Umsatzeinbusse von mindestens 30 Pro
zent im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015 bis 2019
erlitten hat, ist ausgewiesen und wird nicht bestritten (vgl.
Urk.
7/100).
In der Verfügung vom 10. No
vem
ber 2021 sowie im
Einspracheentscheid
vom
7.
Januar 2022 äusserte
sich
die Beschwerdegegnerin einzig
zu den behördlich angeordneten Massnah
men
und dass der Beschwerdeführer von solchen seit
1.
September 2021 nicht mehr betroffen sei
, mithin die Kausalität
der Umsatzein
busse
mit den geltenden Massnahmen nicht mehr gegeben sei
.
3.2
Die Beschwerdegegnerin verweist im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
auf
Rz
. 1040.2 des Kreisschreibens über die Entschädigung zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE). Darin wird ausgeführt, dass ab dem
1.
September 2021, in Anbetracht der Aufhebung des generellen Veranstaltu
ngs
verbotes und des Fehlens des
erforderlichen Nachweises nach
Rz
. 1037 ff. (welche Randziffern den Anspruch infolge eines geltenden Veranstaltungsverbotes oder infolge Nichtgenehmigung der Veranstaltung aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
betreffen),
Selbständigerwerbende
und Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie deren mitarbeitende Ehegatten oder einge
tragene Partner, die aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
einen Erwerbsausfall erlitten, Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz infolge mass
gebender Einschränkung der Erwerbstätigkeit geltend machen
könnten
. Diese
Randziffer wurde mit der Version 19 des KS CE (gültig ab 1
7.
September 2021
, vgl. dazu das Vorwort zur Version 19) eingefügt, nachdem im Vorwort zur Ver
sion 18 festgehalten worden war, dass es aktuell kaum noch behördliche Ein
schränkungen gebe. Deshalb müssten die Ausgleichskassen ihr Augenmerk besonders auf die Gründe richten, die die Versicherten für eine erhebliche Ein
schränkung geltend machten. Diese Gründe müssten im Zusammenhang mit den Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
stehen. Es ist der Beschwerdegeg
nerin somit beizupflichten, dass eine Umsatzeinbusse, die (alleine) darauf zurück
zuführen ist, dass sich das ökonomische Umfeld aufgrund der Pandemie ändert, nicht durch die Corona-Erwerbsersatzentschädigung abgedeckt wird
.
3.3
Massgebend
ist
, ob und inwiefern die Erwerbseinbusse
des Beschwerdeführers
im Monat Oktober 2021
auf die staatlich verordneten Massnahmen gegen das Corona-V
irus zurückzuführen war. Seit 1
3.
September 2021
galt in Bezug auf Fach- und Publikumsmessen insofern eine Einschränkung, als eine Zertifikats
pflicht für alle Personen ab 16 Jahre bestand (E. 1.1.2 hiervor).
Einzig diese M
ass
nahme interessiert
in Bezug auf den zu prüfenden Entschädigungsanspruch.
Soweit der Beschwerdeführer
den geltend gemachten Anspruch
mit Massnahmen begründet, die im relevanten Z
eitraum
bereits nicht mehr in Kraft waren, kann ihm nicht gefolgt werden. Mit der Aufhebung einer Massnahme
endet ihr zeit
licher Geltungsbereich und sie kann
nicht mehr Grundlage eines (weiteren) Ent
schäd
igungsanspruchs bilden. Ähnlich verhält
es sich
mit dem Umstand, dass sich im Herbst 2021 die epidemiologische Lage verschlechterte und deshalb wieder eine Verschärfung der Massnahmen zu erwarten war. Eine Vorwirkung
kommt ihnen nicht zu, womit sie
vorliegend ausser Betracht zu bleiben haben.
Der Beschwerdeführer verweist auf diverse Veranstaltungen, die abgesagt oder verschoben worden seien, und begründet so die Erwerbseinbusse (
Urk.
1
S. 10 ff.). Mit Ausnahme der Z._
-Expo
(eine
r
Gesundheitsmesse)
war jedoch
keine dieser Veranstaltung für
Oktober 2021 geplant. Die meisten dieser Veranstaltungen
waren ursprünglich in den Monaten
Januar bis Juni 2021 vorgesehen (vgl.
Urk.
1 S. 10
f.
).
In
diese
n
Monate
n
erhielt der Beschwerdeführer Corona-
Erwerbsausfall
entschädigung.
Die Z._
-Expo
als physische Veranstaltung
wurde auf das Jahr 2022 verschoben. Auf wann ihre Durchführung ursprünglich geplant war, geht aus den Akten nicht hervor.
Jedoch fand als Ersatz
vom 1
9.
bis 2
9.
Oktober 20
21 eine digitale Messe, die Z._
Digital
, statt (
Urk.
3/10)
.
Inwiefern der Beschwerde
führer trotz der digitalen Durchführung eine Erwerbseinbusse erlitt
en haben soll
, wird von ihm
nicht dargelegt. Er selber führt aus, dass er in der Vergangen
heit im Rahmen seiner
60
%
-Tätigkeit bei der A._ AG Fachtagungen an der Z._
habe halten können.
Da er diese Stelle aufgrund der Corona-Massnahmen
verloren habe, beziehe er nun Arbeitslosenentschädigung entsprechend einer Ver
mittlungsfähigkeit von 60
%
(
Urk.
1 S. 11
)
. Dieser Umstand steht, soweit die Ver
schiebung der Z._
-Expo betreffend, der Ausrichtung einer Corona-Erwerbsaus
fallentschädigu
n
g entgegen, da
diese Entschädigung subsidiär zu sämtlichen anderen Leistungen der Sozialversicherungen
, also auch der Arbeitslosenent
schä
digung,
ist (
Rz
. 1042 KS CE). Des Weiteren mag
zwar zutreffen, dass Messen einer Vor- und N
achbereitung bedürfen.
Der Beschwerdeführer legt indessen nicht dar, inwiefern
dadurch
das
Einkommen des Monats Oktober 2021 betroffen
gewesen wäre
. Nachdem keine
der abgesagten oder verschobenen Messen zeitnah zum Monat Oktober 2021
geplant war, ist
eine erwerbliche Auswirkung auf diesen Monat
auch nicht zu erwarten.
Die E
inschränkung aufgrund der
Zertifikationspflicht für Messen dürfte beim Beschwerdeführer
im Oktober 2021
wohl
zu einer Erwerbseinbusse geführt haben, da er über kein Zertifikat verfügte
(
Urk.
7/100/2)
.
Dafür hat jedoch
nicht die Beschwerdegegnerin einzustehen.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.