Decision ID: a0f3d550-83b9-4dcd-acc7-834c371f3c51
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Am 22. Dezember 2005 fuhr B._, geboren 1979, kaufmännische Angestellte bei
der A._ und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert, zusammen mit ihrer Vorgesetzten zum Mittagessen. Auf
dem Parkplatz musste sie ihr Fahrzeug aufgrund vor ihr fahrender bzw. anhaltender
Fahrzeuge ebenfalls anhalten (stop and go-Verkehr). Dabei ist das nachfolgende
Fahrzeug in das Heck des Wagens der Versicherten gefahren. Die biomechanische
Kurzbeurteilung ergab für den Honda Civic der Versicherten eine kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung (delta-v) unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereichs von
10-15 km/h (suva-act. 31). Wegen auftretender Kopf- und Nackenschmerzen suchte
die Versicherte noch am Unfalltag Dr. med. C._ auf, der eine Stauchung der
Halswirbelsäule (HWS-Distorsion) diagnostizierte und eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % bescheinigte (suva-act. 1 und 2). Auf Verordnung des weiterbehandelnden
Arztes, Dr. med. D._, Arzt für Allg. Medizin FMH, wurde die Versicherte
physiotherapeutisch und medikamentös behandelt und erhielt einen Halskragen bei
Bedarf. Mit Zwischenbericht vom 6. Januar 2006 an die Suva führte Dr. D._ aus, bis
anhin seien keine wesentlichen Heilungsfortschritte zu verzeichnen. Es bestünden
Ruhe- und Bewegungsschmerzen im Nacken und eine erhebliche
Bewegungseinschränkung der HWS (suva-act. 4). Am 11. Januar 2006 wurde ein MRI
der HWS durchgeführt. Dabei zeigte sich eine leichte linkskonvexe Skoliose auf Höhe
des cervico-thoracalen Übergangs sowie eine mehrsegmentäre Streckfehlhaltung der
HWS C2-C6 und eine mehrsegmentäre leichte Dehydration der Bandscheiben C2-C6.
Als Nebenbefund wurde ein etwas akzentuierter Canalis centralis auf Niveau C7/Th1
ohne weiteren Krankheitswert und insbesondere ohne Bezug zur aktuellen HWS-
Distorsion festgestellt. Ansonsten zeigte sich eine normales übriges vertebrospinales
Kernspintomogramm C0-Th5 ohne Hinweise auf eine posttraumatische
discoligamentäre Verletzung oder pathologische Veränderungen im Bereich der
paravertebralen Weichteilstrukturen. Ebenfalls fand sich kein Hinweis auf das Vorliegen
microtrabeculärer Wirbelkörperfrakturen (suva-act. 5). Mit Bericht vom 8. Februar 2006
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berichtete Dr. D._ über neu auftretende Sensibilitätsstörungen im linken Arm (suva-
act. 13). Am 10. Februar 2006 wurde die Versicherte von Dr. med. E._, Neurologie
FHM, untersucht. Laut dessen Bericht bestehen keine Hinweise auf eine erlittene
Commotio oder sogar Contusio cerebri/spinalis oder auf eine Läsion von
Sinnesorganen und Hirnnerven (suva-act. 15). Mit Bericht vom 21. Februar 2006
diagnostizierte Dr. med. F._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, ein protrahiertes
Schmerzsyndrom nach HWS-Hyperextensionstrauma vom 22. Dezember 2005 (suva-
act. 19). Mit Schreiben vom 21. Februar 2006 wurde der Versicherten per 31. März
2006 gekündigt (suva-act. 25). Ab dem 23. Februar 2006 betrug die Arbeitsfähigkeit
gemäss Dr. D._ wieder 50 % (suva-act. 24). Am 9. März 2006 wurde in der Rehaklinik
Bellikon ein ambulantes Assessment durchgeführt. Dabei gelangten Dr. med. G._,
Spitalfacharzt, und Dr. med. H._, FMH Chirurgie, zur Einschätzung, die starken
Schmerzen seien nur vor dem Hintergrund einer Schmerzverarbeitungsstörung zu
erklären (suva-act. 32). Vom 11. April bis zum 23. Mai 2006 begab sich die Versicherte
in eine stationäre Rehabilitation in der Klinik Valens. Im Austrittsbericht werden als
Diagnosen ein craniocervikales Beschleunigungstrauma mit myofaszialem
Schmerzsyndrom des Nacken- und Schultergürtels rechts sowie eine aktuell
leichtgradige Depression genannt. Die Rehabilitation zeigte insgesamt einen
erfreulichen Verlauf (suva-act. 50/1). Die Arbeitsfähigkeit wurde mit 50 % beziffert
(suva-act. 50.2). Ab dem 5. September 2006 begab sich die Versicherte in ambulante
Behandlung bei Dr. med. I._, Psychiatrie und Psychotherapie FHM, vorerst in der
Klinik O._, später in der Klinik P._ (suva-act. 75, 82 und 115). Dr. I._
diagnostizierte mit Bericht vom 22. Januar 2007 (suva-act. 75) eine leichte depressive
Episode mit somatischem Syndrom (ICD10: F 32.01) und mit Bericht vom 27. August
2007 (suva-act. 115) eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
(ICD10: F 32.11) im Rahmen einer Anpassungsstörung nach dem Autounfall vom 22.
Dezember 2005. Im Bericht vom 27. August 2007 berichtet Dr. I._ von einer
deutlichen Zurückbildung der depressiven Symptomatik. Unter therapeutischen
Massnahmen sei es erfreulicherweise nicht zur Entwicklung einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung gekommen.
A.b Vom 4. Dezember 2006 bis zum 2. Februar 2007 nahm die Beschwerdeführerin
am Verzahnungsprogramm Q._ teil (suva-act. 77). Ab dem 7. Februar 2007 arbeitete
sie 50 % im Einsatzprogramm J._ (suva-act. 90, 141). Ab dem Juni 2006 konnte das
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Pensum auf 70 % gesteigert werden (suva-act. 101). Auch von ärztlicher Seite wurde
ab dem 11. Juni 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestätigt (suva-act. 104, 110,
115), wobei aus Sicht von Dr. I._ bis Ende des Jahres eine volle Arbeitsfähigkeit in
einer Bürotätigkeit mit maximaler PC-Arbeit von ca. 3 Stunden pro Tag zu erwarten sei
(suva-act. 115). Am 8. Oktober 2007 konnte die Beschwerdeführerin eine bis Ende
2008 befristete 40 %-Stelle als Mitarbeiterin im Sekretariat bei der K._ antreten (vgl.
suva-act. 126).
A.c Am 20. Mai 2008 wurde im Auftrag der Suva eine neurologische Untersuchung bei
Dr. med. L._, Fachärztin für Neurologie FMH, durchgeführt. Mit Bericht vom 27. Mai
2008 (suva-act. 165) hält Dr. L._ fest: "Klinisch-neurologisch konnte ich zum
Untersuchungszeitpunkt keinerlei objektivierbar pathologische Befunde feststellen und
die HWS-Beweglichkeit war erstaunlich gut. Da ein früheres cervicales MRI keinen
pathologischen Befund gezeigt hatte und keine Hinweise für ein begleitendes Schädel-
Hirn-Trauma (keine Erinnerungslücke oder Bewusstseinsstörung, keine äusseren
Kopfverletzungen) vorliegen, habe ich keine weiteren Röntgenabklärungen veranlasst.
In der Gesamtschau habe ich aus rein neurologischer Sicht keine Erklärung dafür, dass
sich die Versicherte 2 / Jahre nach einem HWS-Distorsionstrauma am 22.12.2005
noch immer nicht erholt hat. Auf Grund des heutigen Eindruckes, unterstützt durch die
Vorbefunde, die eine Neigung zu funktionellen Beschwerden und depressive Züge
beschreiben, vermute ich, dass unfallfremde Faktoren der Heilung im Wege stehen.
Diese sind möglicherweise nicht nur psychischer (Zukunftsängste, depressive
Entwicklung) sondern auch sozialer Natur. Es ist ausserdem anzunehmen, dass der
fortgesetzte, und in den letzten Wochen erhöhte Schmerzmittelkonsum eine sehr
ungünstige Auswirkung auf die Beschwerdeentwicklung hat. Insofern habe ich der
Versicherten dringend eine Reduktion empfohlen, auch wenn primär mit einer
vorübergehenden Schmerzexazerbation gerechnet werden muss. Stattdessen würde
ich eher die antidepressive und auch schmerzmodulatorisch wirksame Medikation mit
Fluoxetin erhöhen. Aus rein neurologischer Sicht besteht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, ob eine solche aus psychiatrischer Sicht besteht, vermag ich nicht zu
beurteilen."
A.d Die Suva, welche bis dahin die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlungen,
Taggelder) erbracht hatte, stellte nach Vorlage des Berichts von Dr. L._ an Kreisarzt
1 2
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Dr. med. M._ (vgl. suva-act. 167) mit Verfügung vom 13. Juni 2008 (suva-act. 171)
ihre Leistungen mangels Vorliegen adäquat-kausaler Unfallfolgen per 30. Juni 2008 ein.
B. Mit Eingabe vom 17. Juli 2008 (suva-act. 173) erhob die Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Mels, Einsprache gegen die Verfügung. Mit
Einspracheentscheid vom 12. September 2008 wies die Suva die Einsprache ab (suva-
act. 176).
C.
C.a Am 13. Oktober 2008 erhob die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter
Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (act. G 1) und
beantragt, der Einspracheentscheid vom 12. September 2008 sowie die Verfügung
vom 13. Juni 2008 seien aufzuheben, es seien ihr ab 1. Juli 2008 weiterhin die
gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten, eventualiter sei per 1. Juli 2008 die
Frage der Rente und/oder Integritätsentschädigung zu prüfen, alles unter
Entschädigungsfolge. Das in der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung wurde wieder zurückgezogen (act. G 11). Mit Beschwerdeantwort vom
12. November 2008 (act. G 6) verlangt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Mit Replik vom 11. Dezember 2008 (act. G 12) hält der Anwalt der
Beschwerdeführerin an den Anträgen gemäss Beschwerde fest. Die
Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 16).
C.b Mit Schreiben vom 26. Januar 2009 an das Versicherungsgericht teilt der
Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin mit, dass die Beschwerdeführerin per 1. Februar
2009 eine neue Stelle als "Allrounder" mit einem 80 %-Pensum bei der Firma N._
antreten konnte (act. G 17). Am 27. Januar 2009 stellte die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen die IV-Akten der Versicherten (act. G 18) dem
Versicherungsgericht zu. Die IV-Akten wurden zuerst Rechtsanwalt Braun (vgl. act.
G 23) und danach der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 25) zur Stellungnahme
zugestellt. Nach den IV-Akten wurden die beruflichen Eingliederungsmassnahmen im
Juli 2008 abgeschlossen (vgl. act. G 18.1/35). Zur näheren medizinischen Abklärung
wurde ein MEDAS-Gutachten in Auftrag gegeben (act. G 18.1/38 ff.), welches dem
Gericht jedoch nicht vorliegt.
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Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Fall abgeschlossen
und weitere Leistungen der Unfallversicherung nach dem 30. Juni 2008 verweigert hat.
2.
2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist
eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen
der diesen Instanzen obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu befinden haben. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt dabei für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1,
118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Weiter ist das Vorhandensein des adäquaten
Kausalzusammenhangs zu prüfen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 125 V 456 E. 5a mit
Hinweisen). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a).
2.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
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praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne Weiteres zu
bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind dagegen die
Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen
Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können
doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden.
In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei
welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte
Person beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die
Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen dagegen, dass die versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Bild einer solchen Verletzung
gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen
Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend, andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a festgelegten bzw. den
mit BGE 134 V 109 E. 10.3 modifizierten Kriterien (BGE 127 V 102 E. 5b/bb).
3.
3.1 Aus den Akten ergibt sich, dass bei der Beschwerdeführerin im Rahmen
umfassender bildgebender Abklärungen kein Beschwerdebild festgestellt wurde,
welchem ein organisches Substrat im Sinn einer Verletzung der Halswirbelsäule oder
des Gehirns zugrunde liegt (vgl. suva-act. 5, 15, 165).
3.2 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleudertraumaverletzungen der Halswirbelsäule auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedener Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) typischen Beschwerden nicht mit
entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG)
objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, sie in Abrede zu stellen (BGE 117 V
359 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung
typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffusen
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Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit,
rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen,
Wesensveränderungen usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und den Beschwerden resp. der dadurch eingetretenen Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b). Vorliegend hat die
Beschwerdeführerin bereits am Unfalltag wegen Kopf- und Nackenschmerzen, sowie
Schwindel und Übelkeit Dr. C._ aufgesucht, der eine Distorsion der HWS
diagnostizierte (suva-act. 2). Somit traten unmittelbar nach dem Unfall erste
Beschwerden ein, die sich in der Folge zu einem für Schleudertraumaverletzungen
typischen bunten Beschwerdebild ausweiteten. Es ist deshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
vom 22. Dezember 2005 und dem Beschwerdebild der Versicherten auszugehen.
Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch der
Beschwerdeführerin auf Taggelder und Heilbehandlungen anerkannt.
4.
4.1 Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab dem 30. Juni 2008 sei der
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 22. Dezember 2005 und den
geklagten Beschwerden nicht mehr gegeben, so ist darauf hinzuweisen, dass die
Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es sich
dabei um eine leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des EVG vom 15. Oktober
2003, U 154/03, E. 2.1, RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Dabei muss nicht etwa der
Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Entscheidend ist allein, ob
unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
4.2 Aus den Akten ergibt sich nicht, dass die einmal anerkannte natürliche Kausalität
zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin weggefallen wäre. Da somit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, dass ab dem 30. Juni 2008 keine Unfallfolgen
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mehr bestehen, ist auch nach diesem Datum vom Fortbestehen eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen. Die Beschwerdegegnerin durfte ihre Leistungen
somit nur einstellen, wenn ab diesem Zeitpunkt die Adäquanz verneint werden kann.
Kann die Adäquanz verneint werden, erübrigen sich auch weitere Abklärungen zur
natürlichen Kausalität. Es ist deshalb unbehelflich, wenn der Anwalt der
Beschwerdeführerin in seiner Replik (act. G 12) ein weiteres medizinisches Gutachten
zur Abklärung des natürlichen Kausalzusammenhangs verlangt. Auch das von der IV in
Auftrag gegebene MEDAS-Gutachten muss nicht abgewartet bzw. beigezogen werden,
da sich dieses nicht zur Frage der natürlichen Kausalität zu äussern hat. In diesem
Zusammenhang ist zu erwähnen, dass sich in einer ersten Phase nach dem Unfall die
natürliche mit der adäquaten Kausalität deckt; auf eine gesonderte Adäquanzprüfung
kann verzichtet werden. Eine solche ist erst vorzunehmen, wenn sich die Frage nach
Dauerleistungen (Rente) stellt (vgl. BGE 134 V 109 E. 9.2 und 9.3).
5.
5.1 Dem Gesetz lässt sich nicht entnehmen, bis zu welchem Zeitpunkt der
Unfallversicherer die Heilbehandlungen und Taggelder zu gewähren hat. Dieser
Zeitpunkt ergibt sich jedoch aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch
entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin. Nach konstanter Rechtsprechung heisst dies, der Versicherer
hat – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind – die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren,
als von der Fortsetzung der Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V
109 E. 4.1). Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten
bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt. "Namhaft"
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bedeutet, dass die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende
Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 E. 4.3).
5.2 Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Beschwerdegegnerin den Fall per 30.
Juni 2008 abschliessen durfte. Der Anwalt der Beschwerdegegnerin macht geltend, der
Fallabschluss sei zu früh erfolgt (vgl. act. G 1, S. 8 f.). Er verweist diesbezüglich
insbesondere auf sich widersprechende Aussagen der Ärzte zur Arbeitsunfähigkeit.
Laut Bericht von Dr. I._ vom 9. Juli 2008 (act. G 1.2/7) betrage die Arbeitsunfähigkeit
ca. 20 % und es sei noch offen, ob eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 20 %
bleiben werde. Aufgrund des bisherigen Verlaufs erachte er jedoch ein Wiedererlangen
der 100 %igen Arbeitsfähigkeit im nächsten Jahr als nicht realistisch. Demgegenüber
bescheinigt Dr. R._ in seinem Bericht vom 10. Juli 2008 (act. G 1.2/8) eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 %, wobei davon auszugehen sei, dass eine weitere
Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sein werde. Dem hält die Beschwerdegegnerin
in ihrer Beschwerdeantwort (act. G 6, Ziff. 4) entgegen, dass Dr. I._ bereits im Juli/
August 2007 ausgeführt hat, es sei bis Ende Jahr eine volle Arbeitsfähigkeit zu
erwarten (vgl. suva-act. 115). Die danach bis zum Einstellungszeitpunkt (30. Juni 2008)
durchgeführten Therapien brachten jedoch keine relevante Besserung mehr. Dr. I._
halte zudem in seinem Bericht vom 9. Juli 2008 eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit im
Verlauf des nächsten Jahres für unrealistisch und auch der Hausarzt Dr. R._ halte
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bloss für möglich. Es sei deshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass weitere therapeutische
Massnahme keine ins Gewicht fallenden Verbesserungen des Gesundheitszustandes
mehr zu bewirken vermöchten und der medizinische Endzustand demzufolge am 30.
Juni 2008 erreicht worden sei. Diese Beurteilung der Beschwerdegegnerin ist
nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu
beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin den Fall mit Verfügung vom 13. Juni 2008
abgeschlossen und die Leistungen per 30. Juni 2008 eingestellt hat. Die Prüfung einer
Rente oder einer Integritätsentschädigung erübrigt sich, wenn die Adäquanz verneint
werden muss. Steht mangels Adäquanz keine Rente zur Diskussion, ist auch nicht
relevant, ob allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Der diesbezügliche Einwand des
Rechtsanwalts (vgl. act. G 1, S. 9) ist deshalb nicht relevant, wenn die Beschwerdegeg
nerin die Adäquanz zu Recht verneint hat.
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6.
6.1 Es ist deshalb zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Adäquanz zu Recht
verneint hat.
6.2 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist im Einzelfall zu
verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die
Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend
vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen
einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden
mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in
der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen
verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem
mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es
sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen die weiteren unfallbezogenen
Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann
(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1, 117 V 359 E. 6, mit Hinweisen). Als in die
Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 134 V
109 E. 10.3) abschliessend: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche
Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
6.3 Nach der Rechtsprechung werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als
mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U
549 S. 236, U 380/04, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin macht in ihrer
Beschwerdeantwort neu geltend, es sei von einem banalen/leichten Unfall auszugehen
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und die Adäquanz deshalb ohne Weiteres zu verneinen (act. G 6, Ziff. 6.2). In den von
ihr zitierten Urteilen (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. Juli 2006,
U 206/07, E. 2.1 und Entscheid des Bundesgerichts vom 16. Januar 2008, U 42/07,
E. 3.3) wurden Auffahrunfälle insbesondere aufgrund der fotografisch dokumentierten
geringen Schäden am Fahrzeug als banale bzw. leichte Unfälle gewertet. In einer
biomechanischen Kurzbeurteilung vom 14. März 2006 (suva-act. 31) wurde die
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das Fahrzeug der
Beschwerdeführerin unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereiches von 10 – 15 km/h
eingeschätzt. In den Akten findet sich zusätzlich eine Unfallanalyse der Zürich
Versicherungen (Haftpflichtversicherung) vor, wonach die kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung (delta-v) lediglich zwischen 3.0 – 6.4 km/h gelegen hatte
(suva-act. 86). Angesichts der sich in den Akten befindlichen Fotos des Unfallautos,
welche nur geringe Schäden am Fahrzeug der Beschwerdeführerin zeigen (vgl. suva-
act. 9), wäre somit eher von einem
banalen/leichten Unfall auszugehen, so dass sich eine Adäquanzprüfung erübrigte. Es
muss hier jedoch nicht abschliessend beurteilt werden, ob ein leichter oder ein
mittelschwerer Unfall vorliegt, falls auch bei Annahme eines mittelschweren Unfalls die
Adäquanz zu verneinen ist.
6.4 Die Beschwerdegegnerin macht in der Beschwerdeantwort geltend, die
Adäquanz wäre richtigerweise nicht nach der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109)
sondern nach den für psychische Unfallfolgen massgeblichen Adäquanzkriterien
("Psycho-Praxis"; BGE 115 V 133) zu prüfen, weil sich die bis zum
Einstellungszeitpunkt vorhandenen Beschwerden nur mit einer ausgeprägten
psychischen Störung erklären liessen (act. G 6, Ziff. 6.3). Dem hält der Anwalt in der
Replik entgegen, die psychische Problematik liege im Rahmen des typischen
Beschwerdebilds nach einem HWS-Distorsionstrauma, weshalb die Adäquanzprüfung
nach der Schleudertrauma-Praxis vorzunehmen sei (act. G 12, S. 3). Eine
abschliessende Beurteilung der Frage erübrigt sich jedoch, falls die Adäquanz auch
unter Anwendung der für die Beschwerdeführerin günstigeren Schleudertrauma-Praxis
(BGE 134 V 109) zu verneinen ist.
6.5
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6.5.1 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls sind offensichtlich nicht gegeben. Vielmehr handelt es sich
um einen alltäglichen Auffahrunfall.
6.5.2 Der Unfall hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere
Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer
besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, wie etwa
eine besondere Körperhaltung im Unfallzeitpunkt (BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Solche
besonderen Umstände liegen hier nicht vor. Die Beschwerdeführerin sass zum
Unfallzeitpunkt mit gerader Kopfstellung im Auto (suva-act. 2). Aus den Akten ergibt
sich, dass die Beschwerdeführerin bereits 1997 einen Autounfall in ihrem Heimatland
hatte, bei dem sie sich eine leichte Nackenverletzung zuzog. Lenker war damals ein
Cousin. Bis zu einem neuerlichen Unfall im Jahre 2001 habe sie diesbezüglich jedoch
keinerlei Beschwerden mehr gehabt. Am 21. Juni 2001 sei es während einer
Fahrstunde ebenfalls zu einer Auffahrkollision gekommen. Allerdings habe es sich
damals um einen Bagatellunfall gehandelt, und sie habe bis zum Ereignis vom 22.
Dezember 2005 keine Beschwerden gehabt (vgl. suva-act. 10, S. 2; 32, S. 7; ). Die
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bereits früher zwei Autounfälle erlitten hat,
begründet keine Schwere der Verletzung im Sinne des Kriteriums. Dies ist nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung nur der Fall, wenn ein früherer Unfall eine
erhebliche Vorschädigung der HWS verursachte (vgl. Urteil des EVG vom 26. April
2006, U 39/04, E. 3.4.2). Vorliegend verliefen die früheren Ereignisse jedoch ohne
Komplikationen, weshalb das Kriterium nicht erfüllt ist.
6.5.3 Zum Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung ist zu sagen, dass bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall folgende
Behandlungen durchgeführt wurden: Physiotherapie, ärztliche Manualtherapie, Cranio-
Sakral-Therapie, MTT, Fussreflexzonenbehandlung und Nazarov-Therapie. Vom 11.
April 2006 bis zum 23. Mai 2006 begab sich die Versicherte in einen stationären
Aufenthalt in die Reha-Klinik Valens. Seit dem stationären Aufenthalt steht die
Beschwerdeführerin unter psychiatrischer Behandlung, macht Kraft- und
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Ausdauertraining, eine Atemtherapie sowie eine Osteopathie. Zudem wird die
Beschwerdeführerin seit dem Unfall durchgehend medikamentös behandelt (vgl. act.
G 1, S. 9 f., Ziff. 10). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung steht die Tatsache,
dass es sich bei vielen Behandlungen um alternativ- oder komplementärmedizinische
Behandlungen handelt, der Annahme einer fortgesetzt spezifischen belastenden
ärztlichen Behandlung nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008,
8C_331/2007, E. 4.2.3). Im letztgenannten Entscheid wurde neben der Vielzahl der
therapeutischen Massnahmen auch die Tatsache berücksichtigt, dass der Erfolg trotz
intensivem Einsatz der Versicherten und während eines Zeitraums von mehr als fünf
Jahren andauernden Behandlungen weitgehend ausblieb (E. 4.2.3.2 des zitierten
Entscheids). Im vorliegenden Fall zeigten die Behandlungen demgegenüber einen
Erfolg, was sich in der ausgewiesenen Steigerung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdegegnerin zeigt. Zudem ist eine Behandlung von zwei bis drei Jahren bei
Schleudertraumaverletzungen durchaus üblich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2.
Juli 2008, 8C_266/2007, E. 5.5). Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen,
belastenden ärztlichen Behandlung ist somit nicht erfüllt.
6.5.4 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Die
Beschwerdeführerin erklärt, sie könne seit dem Unfall kein normales Leben mehr
führen: Unter anderem habe sie ihre Arbeitsstelle verloren, habe ständig Schmerzen,
habe den Kinderwunsch aufgeben müssen, sei im Eheleben, im sozialen Umfeld und im
Haushalt eingeschränkt (vgl. act. G 12.1/11). Das Kriterium der erheblichen
Beschwerden kann, wenn man den von der Beschwerdeführerin gemachten
Schilderungen glaubt, somit als erfüllt betrachtet werden, wenn auch nicht in
ausgeprägtem Ausmass, erreichte die Beschwerdeführerin doch bereits relativ schnell
nach dem Unfall eine erhebliche Arbeitsfähigkeit (50 % ab Februar 2006, 70 % ab Juni
2007 und 80 % ab Juli 2008; vgl. E. 6.5.7).
6.5.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
wesentlich verschlimmert hat, sind nicht ersichtlich.
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6.5.6 Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen
Komplikationen ist nicht erfüllt. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und
der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf
geschlossen werden. Hierzu bedarf es besonderer Gründe, welche die Heilung
beeinträchtigt haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts U 590/06 vom 7. Februar 2008,
E. 4.3.2 und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008, E. 7.6). Im vorliegenden Fall finden sich
keine Hinweise auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder auf erhebliche
Komplikationen.
6.5.7 Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen setzt voraus, dass die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen
unternimmt, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Darin liegt der Anreiz für die
versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu
werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung
des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Willen erkennbar sein, sich durch aktive
Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche
Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften
Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei
ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von Therapiemassnahmen zu
berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen
Einschränkung besser Rechnung tragenden Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in
der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse
arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium
erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen). Vorliegend war die
Beschwerdeführerin bereits relativ schnell nach dem Unfall (ab 23. Februar 2006)
wieder zu 50 % arbeitsfähig (vgl. suva-act. 24, 50). Danach steigerte sich die
Arbeitsfähigkeit ab 11. Juni 2007 auf 70 % (suva-act. 104, 110, 115) und ab ca. Juli
2008 auf 80 % (suva-act. 173 und act. G 1.2/7). Da somit nicht von einer erheblichen
Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeitpunkt des Fallabschlusses gesprochen werden kann, ist
das Kriterium zu verneinen.
6.6 Somit ist höchstens das Kriterium der erheblichen Beschwerden erfüllt und auch
dies nicht in ausgeprägtem Ausmass. Angesichts der Tatsache, dass vorliegend eher
von einem banalen/leichten als von einem mittelschweren Unfall ausgegangen werden
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müsste, genügt die Erfüllung bloss eines Adäquanzkriteriums nicht zur Bejahung der
Adäquanz. Somit hat die Beschwerdegegnerin die Adäquanz zu Recht verneint und die
Versicherungsleistungen per 30. Juni 2008 eingestellt.
7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG