Decision ID: a572fdd4-5dc6-5640-86a3-ab0b14bd9dd9
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein ethnischer Serbe mit letztem Wohnsitz in (...), Gemeinde [...] (Kosovo), den Kosovo eigenen Angaben zufolge am 24. Oktober 2009 verliess und am 25. Oktober 2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,
dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und  Kreuzlingen vom 2. November 2009 sowie der direkten  vom 5. November 2009 zur Begründung des Asylgesuchs im  geltend machte, wie andere serbische Familien sei auch seine Familie nach dem Krieg im Jahre 1999 von den Albanern aus  Heimatdorf vertrieben worden, und er habe seither in (...) gelebt,
dass ständig unter anderem aus seinem früheren Wohnort stammende Albaner mit dem Auto durch das ausschliesslich von Serben bewohnte (...) gefahren seien und er von diesen verschiedentlich mit dem Tod bedroht worden sei,
dass ihn etwa ein Monat vor seiner Ausreise aus dem Kosovo Albaner mit dem Auto hätten überfahren wollen,
dass er vor den Übergriffen bei keinen Sicherheitsbehörden um Hilfe nachgesucht habe, da dies nicht erfolgversprechend sei,
dass er es im Kosovo nicht mehr habe aushalten können und diesen deshalb verlassen habe,
dass bezüglich der Vorbringen im Einzelnen auf die Akten zu  ist,
dass das BFM mit Verfügung vom 13. November 2009 – gleichentags eröffnet – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die  nicht, das Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug der Wegweisung anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die internationalen Sicherheitskräfte sowie der Kosovo Police Service (KPS), in dem auch Angehörige der serbischen Minderheit dienten, garantierten die Sicherheit und den Schutz der im Kosovo ansässigen Minderheiten,
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dass auch die Strafgerichtsbarkeit und der Strafvollzug grösstenteils funktionierten,
dass die Sicherheitskräfte regelmässig intervenierten und Übergriffe und Straftaten gegen Angehörige von Minderheiten geahndet würden, weshalb die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Übergriffe  asylrechtlich nicht relevant seien,
dass zudem für Serben und serbischsprachige Roma im Norden Kosovos eine innerstaatliche Fluchtalternative bestehe,
dass die Vorbringen des Beschwerdeführers somit den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten würden,
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung im Rahmen der  der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges zur Einschätzung gelangt, eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers könne  der ethnischen Zugehörigkeit in (Herkunftsort) nicht  werden, jedoch bestünde für ihn im Norden Kosovos eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative und es könne davon  werden, dass es für ihn ohne Weiteres möglich sei, sich dort eine Existenzgrundlage aufzubauen,
dass ferner für Serben grundsätzlich auch eine Aufenthaltsalternative in Serbien bestehe,
dass der Kosovo gemäss der serbischen Verfassung von 2006  Bestandteil Serbiens sei, weshalb Kosovo-Serben auch nach der Unabhängigkeit Kosovos vom serbischen Staat als serbische  betrachtet würden, auf den diplomatischen Vertretungen Serbiens in der Schweiz serbische Reisepapiere erhalten würden und nach Serbien einreisen könnten,
dass der Beschwerdeführer zudem in Serbien über  Anknüpfungspunkte verfüge, weshalb er in Serbien, wo er der Mehrheitsethnie angehöre, eine Aufenthaltsalternative  in Anspruch nehmen könne,
dass es vor dem persönlichen Hintergrund des Beschwerdeführers nicht einsehbar sei, weshalb er keine Anstrengungen unternommen haben wolle beziehungsweise in Zukunft unternehmen sollte, sich in Serbien oder im Norden Kosovos um die Realisierung einer Wohnsitz-
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alternative zu bemühen, zumal die Voraussetzungen hiefür nicht von vornherein aussichtslos erschienen,
dass der Vollzug der Wegweisung somit durchführbar sei,
dass bezüglich der weiteren Ausführungen des BFM auf die  Verfügung verwiesen werden kann,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Dezember 2009  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde  und dabei beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das Asylgesuch gutzuheissen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht zudem beantragt, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
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und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei als Flüchtlinge Personen gelten, die in ihrem  oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer , Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften  ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen  ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),
dass der Beschwerdeführer aufgrund der Aktenlage als  der Republik Kosovo zu betrachten ist,
dass er gemäss dem Gesetz (Nr. 135/04) vom 21. Dezember 2004 zudem die serbische Staatsangehörigkeit besitzt, da er Sohn serbischer Staatsangehöriger ist und auf dem (ehemaligen)  der Republik Serbien geboren wurde,
dass die Republik Kosovo Angehörigen anderer Staaten die  Staatsangehörigkeit weder aberkennt noch verweigert, Serbien die Republik Kosovo nicht als Staat anerkennt und damit die  des Kosovos grundsätzlich als serbische Staatsangehörige betrachtet,
dass der Beschwerdeführer sich demnach nach Serbien begeben kann, wo er aufgrund der Niederlassungsfreiheit Wohnsitz nehmen kann und ihm eine serbische Identitätskarte ausgestellt wird,
dass Asylsuchende, die mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, nicht auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen sind, sofern sie in einem
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der Staaten, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, Schutz vor  finden können,
dass keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dem Beschwerdeführer drohe in Serbien asylrechtlich relevante Verfolgung, weshalb er des Schutzes durch die Schweiz nicht bedarf,
dass es sich demnach erübrigt, auf die in der Beschwerde  Argumente hinsichtlich seiner Gefährdung in Kosovo und die mit der Rechtsmitteleingabe eingereichten fotografischen Beweismittel einzugehen,
dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, die in der  in Aussicht gestellte Nachreichung von Videoaufnahmen des  Hauses der Familie des Beschwerdeführers im früheren  abzuwarten,
dass auch den aufgrund der Erlebnisse der Vertreibung aus dem  Heimatdorf und der vorgebrachten neueren Bedrohungen durch Albaner geltend gemachten psychischen Belastungen des  vorliegend flüchtlingsrechtlich keine entscheidwesentliche Bedeutung beigemessen werden können,
dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht  oder zumindest glaubhaft zu machen vermag, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die  Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
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dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, dass heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: /Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung nach Serbien vorliegend in  dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen  zulässig ist, da es nicht ersichtlich ist, inwiefern der  dort einer asylrechtlich erheblichen Gefährdung ausgesetzt sein sollte, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des  Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine  findet und keine Anhaltspunkte für eine  Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die ihm in Serbien droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage in Serbien noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer dortigen Niederlassung schliessen lassen,
dass der Vollzug der Wegweisung nach Serbien von ethnischen  mit letztem Wohnsitz in Kosovo grundsätzlich zumutbar ist,
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dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen Mann mit guter Ausbildung handelt (acht Jahre Primarschule und vier Jahre  mit Abschluss), der in der Lage sein sollte, sich in Serbien eine Existenz aufzubauen, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch unter individuellen Gesichtspunkten nicht als unzumutbar zu beurteilen ist,
dass die leibliche Mutter des Beschwerdeführers in Serbien lebt, und, auch wenn der Beschwerdeführer geltend macht, mit ihr nach der Scheidung seiner Eltern nicht mehr viel in Kontakt gestanden zu  und ihren aktuellen Wohnort nicht zu kennen, erwartet werden kann, dass er, soweit dies vom Beschwerdeführer für die  in Serbien als notwendig erachtet wird, den Kontakt zu seiner  mit geeigneten Mitteln erneut sucht und von ihr zumindest in der Anfangsphase unterstützt wird,
dass bezüglich der geltend gemachten psychischen Belastung des  keine hinreichenden Anhaltspunkte gegeben sind, die einen Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen liessen,
dass eine allfällige medizinische Hilfe in psychischer Hinsicht in  gewährleistet ist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Serbien schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung  Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG) und bezüglich der Möglichkeit der Beschaffung serbischer Identitätspapiere auf die  Erkenntnisse des BFM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass die Beschwerdebegehren aufgrund der Aktenlage insgesamt als aussichtslos erscheinen mussten und die kumulativ zu erfüllenden  für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG demnach nicht erfüllt sind, weshalb das entsprechende Gesuch, unbesehen einer allfälligen , abzuweisen ist,
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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).