Decision ID: 11a4428f-16a4-41a6-a50e-698d322bdcb3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene
X._
verfügt über keine Berufsausbildung. Zuletzt arbeitete sie als Briefsortiererin bei der
Y._
.
A
m 2
8.
Juni
2010
meldete sie sich
unter Hinweis auf eine seit dem
1.
April 2010 bestehende voll
umfängliche Arbeits
unfähigkeit bei der Invalidenversicherung zur Früh
erfassung an (Urk. 7/3).
Am 2
7.
Juli 2010 erfolgte die Anmeldung zum Rentenbezug, wobei die Ver
sicherte angab,
zuletzt vom 2
3.
April 2007 bis Ende Juli 2010 mit einem Pensum von 100
%
als Betriebsmitarbeiterin übers
Temporärbüro
Z._
gearbeitet zu haben und seit vier Jahren an Bein
schmerzen, Rückenschmer
zen, Schlaf- und Kraftlosigkeit zu leiden, wobei am
1.
April
2010 eine Ver
schlechterung eingetreten sei (Urk. 7/6). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin medizini
sche sowie erwerbliche Abklärungen. Am 1
6.
Februar 2011 teilte sie der Ver
sicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, da die Ver
sicherte sich aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden derzeit noch nicht in der Lage sehe, die Stellensuche aufzunehmen (Urk. 7/26).
Im weiteren Ver
lauf holte sie das or
thopädisch-psychiatrische Gutachten des
A._
vom
8.
August 2011 ein (Urk. 7/36). Gestützt auf dieses Gutachten stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid
vom 1
2.
September 2011 die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aus
sicht
(Urk. 7/41). Dage
gen erhob die Versicherte am
5.
Oktober
2010 Einwand (Urk. 7/43).
Am
1.
November 2011 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 7/46).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Am 2
0.
August 2014 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine
Ver
schlechterung ihres Gesundheitszustands erneut bei der Invalidenversi
che
rung
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/68). Mit Vorbescheid vom 1
3.
Februar 2015 stellte
die IV-Stelle
der Versicherten das Nichteintreten auf ihr neues Leistungs
begehren in Aussicht (Urk. 7/83). Dagegen erhob die Versi
cherte am 1
3.
März 2015
, ergänzt am
16.
April 2015
sowie am 1
8.
Mai
2015
, unter Bei
lage medizinischer Berichte Einwand (Urk. 7/87-88, Urk. 7/91-92
, Urk. 7/94-95
).
Daraufhin liess die IV-Stelle die Versicherte durch ihren
Regi
onalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) psychiatrisch sowie orthopädisch untersu
chen, worüber am
3.
August 2015 berichtet wurde
(Urk. 7/
99-100).
Gestützt darauf stellte sie der Versicherten mit
erneutem
Vorbescheid vom 2
1.
August
2015 die Ab
weisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk. 7/
104). Dagegen erhob die
Versicherte
am 1
7.
September 2015 Einwand
(Urk. 7/
108).
Am
1.
Oktober 2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne
(Urk. 7/
113 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
1.
Oktober
2015 erhob die Versicherte am 3. Novem
ber 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei der Fall zwecks weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 3
0.
November 2015 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6).
Mit Gerichtsverfügung vom
3.
Dezember 2015 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt sowie die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
gemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015
,
E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber 2015
,
E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
,
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015
,
E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15
,
E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016
,
E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.
4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat
demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver
änderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizini
schen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Inva
lidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungs
fähig
keit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätig
keit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sach
entscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsan
spruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizi
nischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisun
gen des Bun
desamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014
,
E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Ergebnisse der psychiatrischen sowie orthopädisch-rheumatologischen Un
tersuchung
en
durch ihren
RAD
auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin
sei in der angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin
bei der
Y._
wei
ter
hin zu 75
%
arbeitsfähig. In einer optimal
an die Behinderung
angepassten Tätigkeit
liege
gar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
vor
.
Es
bestehe bei einem In
validitätsgrad von 25
%
kein Rentenanspruch (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde vor, das Gutachten des
A._
basiere lediglich auf einer orthopädischen und psychiatrischen Un
ter
suchung, obwohl sie bereits an rheumatologischen und neurologischen Krank
heiten gelitten habe
. Ihr Gesundheitszustand habe sich zwischenzeitlich ver
schlechtert und das Gutachten sei veraltet (Urk. 1 S. 2). Aufgrund der Berichte der Fachärzte des
B._
sei aus
gewiesen, dass sich ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert habe, dass sie schwer krank sei, an einer mittelgradigen depressiven Episode sowie an einer somatoformen Schmerzstörung leide und nicht arbeiten könne. Auch aus neurologischer Sicht sei sie zu 70
%
arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 2
f.
).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilde
t
die letzte rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonfor
mer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010
,
E. 2.
1 mit Hinweisen)
, mithin die Verfügung vom
1.
November
2011
(Urk. 7/46)
. Diese Verfügung basierte auf
dem orthopädisch-psychiatrischen
A._
-Gutachten vom
8.
August
2011 (Urk. 7/36).
Darin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 7/36/22):
-
Osteochondrose
und
Unkovertebralarthrose
mit leichter
Retrolisthesis
C4/5 und
Diskusprotrusion
sowie mässiger Einengung des Spinalka
nals ohne Myelopathie mit Beeinträchtigung der
Neuroforamina
beidseits und möglicher Beeinträchtigung der Nervenwurzel C5 rechts mehr als links
-
kleine
foraminale
Diskushernie L4/5 links mit Einengung des
Neurofo
ramens
und möglicher Reizung der Nervenwurzel L4 links
-
Neurasthenie, bestehend seit etwa 2007 (ICD-10: F48.0)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und
histronischen
Persönlichkeitszügen, bestehend seit Jahren (ICD-10: F61.0)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, bestehend seit mindestens 2007 (ICD-10: F45.4).
Die Gutachter führten in ihrer interdisziplinären Beurteilung aus, die Na
cken
schmerzen könnten grösstenteils auf die
mittels
MRI-Untersuchung dar
ge
stellten
Befunde zurückgeführt werden. Aufgrund der seit Jahren beste
hen
den multiplen Schmerzsymptomatik mit Symptomausweitung könne eine an
hal
tende somatoforme Schmerzstörung angenommen werden. Dabei trete der Schmerz in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auf. Auf der Grundlage der diagnostizierten Persönlichkeitsstö
rung habe sich
ein neurasthenisches Beschwerdebild mit leichten depressiven Verstimmungen und Angstgefühlen entwickelt
. Dadurch seien die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Moti
vation und die Dauerbelastbarkeit gering beeinträchtigt und die Arbeitsfä
hig
keit in der angestammten Tätigkeit als Briefsortiererin bei der
Y._
um 25
%
reduziert. Leidensangepasst seien körperlich leichte Tätigkeiten in tem
perier
ten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte und
reklinierte
sowie ro
tierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über fünf Kilogramm ge
ho
ben oder getragen werden müss
t
en
,
sowie Arbeiten ohne erhöhte emoti
o
nale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung. Solche Tätigkeit
en
seien bei voller Stundenpräsenz zu 90
%
zumutbar (Urk. 7/36/21-23).
3.2
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung präsentierte sich die Aktenlage wie folgt:
3.2.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 10. März 2014, er gehe in erster Linie von einer lang
an
dauernden ausgeprägten Depression und von einem generalisierten Schmerzsyndrom aus.
Weiter führte er aus, a
us neurologischer Sicht handle es sich in erster Linie um einen Spannungs
typ-Kopfschmerz mit Migräne-Komponente. Der Migräne-Teil stehe nicht im Vordergrund. Dennoch habe er der Beschwerdeführerin eine prophylaktische Behandlung mit
Topamax
empfohlen. Da solche Kopfschmerzen häufig bei Patienten mit Depressionen auftreten würden, sei in erster Linie die Depres
sion adäquat zu behandeln. Nach seiner neuro-psychiatrischen Betreuung sei sie für jegliche Tätigkeiten in der freien Wirtschaft zu über 70
%
arbeitsun
fähig (Urk. 7/87/2).
3.2.2
Am
6.
September 2013 berichteten die Ärzte des
B._
, aus wirbelsäulen
chirurgischer Sicht habe eine deutliche klinische Verschlechterung stattge
funden und aus psychiatrischer Sicht hätten die Schmerzen zugenommen und
die Depression habe sich verstärkt. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht
(wegen des
zervikozephalen
und
lumbovertebralen
Syndroms) sowie aus psy
chiatrischer Sicht (wegen der Depression) sei sie vollumfänglich arbeitsun
fähig, auch für angepasste Tätigkeiten (Urk. 7/94/14).
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Chirurgie, führte in seinem Bericht vom 2
4.
März 2015 aus, er habe die Beschwerdeführerin zuletzt am 2
9.
Juli 2013 gesehen. Sie habe seit Jahren über ein chronisch
es
rezidivierendes
zer
vikozephales
Syndrom und ein zervikal- und lumbalbetontes
Panvertebral
syndrom
geklagt. Die Schmerzen seien während der Schwerarbeit bei der
Y._
im Laufe der Jahre eingetreten. Infolge dieser Beschwerden sei sie in der angestammten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig. In einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit sei sie aus somatischer Sicht zu 50
%
arbeitsfähig (Urk. 7/91/3).
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, und Dr.
phil.
F._
, Klinischer Psychologe, gaben am 1
3.
Mai 2015 an, die Beschwerdeführerin sei seit dem
1.
April 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 7/94/1). Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin habe sich seit 2011 deutlich verschlechtert und es liege nun eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1)
,
vor. Sie sei auch für angepasste Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 7/94/2-3).
3.2.3
Am
2
3.
Juli
2015 erfolgte eine psychiatrische Untersuchung durch RAD-Arzt
med.
pract
.
G._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
(Urk. 7/99
/1). Bei
der Erhebung der psychopathologischen Befunde bemerk
te er,
die Beschwerdeführerin sei affektiv gering schwingungsfähig gewesen. Bei der Schilderung vom Tod ihres Bruders habe sie wiederholt geweint, bei der Schilderung ihrer Kinder sei sie freudig gewesen. In Gestik und Mimik sei sie unauffällig gewesen, sie habe prompt geantwortet und flüssig und eigen
initiativ dargestellt. Ihr Antrieb sei unauffällig gewesen. Über die gesamte zweieinhalbstündige Untersuchungszeit sei sie aufmerksam und konzentriert gewesen und es hätten sich keine äusserlich wahrnehmbaren Anzeichen von
Müdigkeit manifestiert. Ebenso wenig hätten sich Anhaltspunkte für Ge
dächt
nisstörungen ergeben. Während der verbalen Untersuchung habe sie demon
strativ und ohne erkennbare Schmerzreaktion aus dem Sitzen heraus einen Fuss auf Tischniveau hochheben können (Urk. 7/99/3). Med.
pract
.
G._
ge
langte zur Diagnose einer Neurasthenie (ICD-10: F48), welcher er Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumass. Er führte aus, die
se
Diagnose passe zum derzeitigen Bild, zumal kaum Angst- und nur geringe Depressi
ons
symp
tome vorlägen. Zu dieser Diagnose gehörten typischerweise auch Muskel
schmer
zen und Spannungskopfschmerzen, subjektive Konzentrati
onsschwä
chen
und hohe Ermüdbarkeit. Bis circa zum Jahr 2010 habe sie ein gutes Funktionsbild aufgewiesen, weshalb keine Persönlichkeitsstörung, son
dern nur eine Persönlichkeitsakzentuierung zu diagnostizieren sei (Urk. 7/99/4).
Bezüglich der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung hielt er fest, diese erfordere nicht nur eine multiple Schmerzsymptomatik, sondern auch einen andauernden, schweren und quälenden Schmerz. Da die Beschwerde
führerin während des zweistündigen Sitzens bei der verbalen Untersuchung keine Schmerzmimik oder ähnliches gezeigt, sondern nur während der halb
stündigen körperlichen Untersuchung über Schmerzen ge
klagt habe, müsse an einem anhaltenden und quälenden Schmerzgeschehen gezweifelt werden. Zur vom
B._
gestellten Diagnose einer Depression merkte er an, es sei nicht klar, ob der Befund objektiv erhoben worden sei oder ob man den subjek
tiven Darstellungen der Beschwerdeführerin
gefolgt sei
. Ferner habe das Testprotokoll eine geringe Motivation erörtert. Im Ver
gleich zum
im
A._
-Gut
achten erhobenen Psychostatus sei der Befund un
verändert. Als leichte Ver
schlechterung liege nun eine reduzierte Schwin
gungsfähigkeit vor, im Gegensatz zu einer relativ gut gelaunten Beschwer
deführerin. Als leichte Verbesserung sei das Fehlen demonstrativer Hyper
ventilationen zu
wert
en und es liege keine Einengung auf ihre körperlichen Beschwerden mehr vor, sondern sie könne ihre Trauer um den Bruder und die Schwägerin heute offen darlegen. Insgesamt habe sich der psychische Gesundheitszustand nicht wesentlich geändert (Urk. 7/99/5).
RAD-Ärztin med.
pract
.
H._
, Fachärztin für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie, untersuchte die Beschwerdeführerin am 23. Juli
201
5
orthopädisch (
Urk.
7/100
/1).
Sie
führte aus, die Beschwerde
führerin habe über
generalisierte
Schmerzen
aller Knochen, besonders der Gelenke, geklagt.
Schmerzfrei sei sie eigentlich nie und
sie fühle sich immer erschöpft und unwohl.
Dauerhaft
könne sie
laut ihren eigenen Angaben
we
der stehen noch gehen noch sitzen. Sie müsse immer wieder liegen. Ausser
dem leide sie an Kopfschmerzen und sie könne seit bereits über zehn Jahren höchstens zwei bis drei Stunden pro Nacht schlafen (Urk. 7/1200/1-2). Tagsüber schlafe
sie nie (Urk. 7/100/4).
Med.
pract
.
H._
gab an, die Beschwerdeführerin hab
e während der gesamten Anamneseerhebung über circa anderthalb Stunden entspannt und ohne sichtbare Anzeichen von Schmerzen oder Anstrengung am Tisch gesessen. Sie habe mühelos mit einer mitgebrachten Plastiktüte und
mit
ihrer Handtasche hantiert. Beim Ein- und Auspacken der Medikamente
sowie beim An- und Auskleiden seien keine feinmotorischen Schwierigkeiten aufgefallen. Im Rahmen der spontanen Be
weglichkeit seien keinerlei Bewegungseinschränkungen vorzufinden gewe
sen
. Das Aufstehen aus dem Sitzen sei am Ende der Anamnese mühelos und ohne Abstützen gelungen. Die Beschwerdeführerin habe sich ohne Mühe aufgerichtet und sei frei durch den Raum gegangen. Über die gesamte Un
tersuchungsdauer sei sie wach und präsent gewesen und habe keine Anzei
chen von Müdigkeit oder Erschöpfung gezeigt
.
Der Druckschmerz der Dorn
fortsätze der unteren Hals
wirbelsäule sei unter Ablenkung nicht reproduzier
bar gewesen. Im Rahmen der spontan ausgeführten Bewegungen habe sich keine Einschränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule gezeigt. Bei der Prüfung der Beweglichkeit habe sie hingegen eine deutliche Einschränkung mit Gegenspannung nach rechts gezeigt. Beim Beklopfen der Schädelkalotte und beim Betasten des Hinterhauptes habe sie über starke Schmerzen ge
klagt, laut gestöhnt und sei zusammengezuckt. Unter Ablenkung sei diese Reaktion aber nicht repro
du
zierbar gewesen
(Urk. 7/100/5)
.
Rechts habe sie eine ausgeprägte
Beschwie
lung
der Handinnenfläche und aller Fingerkuppen mit deutlichen Gebrauchs
spuren der Hand vorgefunden. Die gesamte Hand
innenfläche sei hart und von Hornhaut fast vollständig bedeckt
gewesen
. Auch links seien an allen Fingerkuppen deutliche Gebrauchsspuren ersicht
lich gewesen (Urk. 7/100/7).
D
ie Füsse seien
ebenfalls
seitengleich
beschwielt
gewesen,
mit einer aus
geprägten
Schwielenbildung
der Ferse (Urk. 7/100/8). Weiter gab med.
pract
.
H._
an, bei der segmentalen Untersuchung der groben Kraft sei keine Reduktion der Kraft in den Kennmuskeln der oberen und der unteren Extre
mitäten beidseits aufgefallen, bei allerdings einge
schränkter Beurteilbarkeit aufgrund mangelnder Compliance (Urk. 7/100/9).
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine schmerz
hafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Wirbelsäule (Urk. 7/100/9). Sie hielt fest, gegenüber dem Befund des o
rthopädischen Gut
achtens vom 8.
August 2011 sei keine wesentliche Änderung eingetreten. Bei der klinischen Untersuchung und im Spontanverhalten hätten sich Inkonsis
tenzen gezeigt und bei der Bewegungsprüfung habe zum Teil eine Selbstli
mitierung bestanden
. Ent
gegen ihren Schilderungen hätten sich mit den Ge
brauchsspuren an Händen, Knien und Füssen deutliche Hinweise auf regel
mässige Aktivität gezeigt.
Klinisch seien zudem keine Anzeichen von Müdig
keit oder Erschöpfung ersichtlich gewesen, obwohl die Beschwerdeführerin angegeben habe, seit vielen Jahren nie mehr als zwei bis drei Stunden pro Nacht zu schlafen.
In ihrer Beurteilung führte med.
pract
.
H._
aus, bei Degeneration der Hals-
und der Lendenwirbelsäule bestehe für gewisse Tätig
keiten eine ver
minderte Belastbarkeit. Seit der Begutachtung durch das
A._
bestehe aus rein somatischer Sicht eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
S
ortiererin. Angepasste Tätigkeiten seien der Beschwer
de
führerin seit jeher vollzeitig zumutbar (Urk. 7/100/10).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin
leidet seit Jahren an den Folgen von degenerativen Veränderungen im Bereich
der Hals- und Lendenwirbelsäule
(Urk. 7/36/7-8). Im
A._
-Gutachten vom
8.
August 2011 wurden zudem aus psychiatrischer Sicht eine somatoforme Schmerzstörung, eine kombinierte Persönlichkeits
störung mit ängstlichen und
histronischen
Anteilen sowie ein neurastheni
sches Beschwerdebild mit leichten depressiven Verstimmungen und Angst
gefühlen beschrieben (Urk. 7/36/21).
Es wurde ihr
gutachterlich eine um 25
%
reduzierte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Briefsor
tiererin bei der
Y._
attestiert
.
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom
1. November
2011
(Urk. 7/46)
eine invaliditätsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes erlitten hat (vgl. E. 1.
4
vorstehend
).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Be
urteilung der Neuanmeldung vom 2
0.
August 2014 auf die Ergebnisse der RAD-Untersuchung
en
.
Die RAD-Ärzte verneinten eine zwischenzeitlich ein
getretene
wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwer
de
führerin (Urk. 7/99/
5
, Urk. 7/100/
10
).
Med.
pract
.
H._
und med.
pract
.
G._
untersuchten die Beschwerdeführerin im Juli 2015 in ihrem je
weiligen Fachgebiet, berücksichtigten die von ihr geklagten Beschwerden sowie die
Vorakten
, erhoben die Anamnese sowie die Befunde und zogen aus all diesen Komponenten ihre Schlussfolgerungen (vgl.
Urk.
7/99 und Urk. 7/100).
4.2
Die behandelnden Ärzte sahen eine Verschlechterung in einer Zunahme von Schmerzen und Depression sowie in einer deutlichen klinischen Verschlech
terung aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht (Urk. 7/94/14)
und gaben an, die Beschwerden hätten insgesamt zugenommen (Urk. 7/94/14). Aus wirbelsäu
lenchirurgischer Sicht beschrieben wurde das Auftreten der Schmerzen wäh
rend der Schwerarbeit bei der
Y._
(Urk. 7/94/10)
, mithin vor der den Ver
gleichszeitpunkt bildenden Verfügung vom 1. November 201
1.
Objektive Befunde für eine Verschlechterung im Zeitraum
von
2011 bis 2015 wurden nicht angeführt. Auf
allfällige
vermehrte Einschränkungen bei der klinischen Untersuchung durch die behandelnden Ärzte kann nicht abgestellt werden,
da die Beschwerdeführerin bei der
klinischen
Untersuchung durch med.
pract
.
H._
Einschränkungen demonstrierte, welche hingegen
im Spon
tan
ver
halten
nicht bestanden
(Urk. 7/100/10).
Beispielsweise zeigte sich im Rahmen der spontan ausgeführten Bewegungen keine Einschränkung der Beweglich
keit der Halswirbelsäule, bei der Prüfung der Beweglichkeit jedoch eine deutliche Einschränkung mit Gegenspannung (Urk. 7/100/5).
Dr.
D._
hat
- im Gegensatz zu med.
pract
.
H._
-
die bei seiner klinischen Untersuchung vorgefundenen Einschränkungen nicht auf ihre Konsistenz hin überprüft, was beim
soeben geschilderten
Verhalten der Be
schwerdeführerin
mit Selbstlimitierung (Urk. 7/100/10)
notwendig gewesen wäre, um die Ein
schränkungen zu objektivieren. Auch lässt sich nicht ohne Weiteres auf ihre Angaben abstellen, zumal sie
ausgeführt
hatte, sie könne im Alltag nicht mehr viel machen, was angesichts der vorgefundenen erheb
lichen
Beschwie
lung
an Händen, Füssen und Knien
nicht plausibel ist (vgl. Urk. 7/100/10).
Ebenso wenig verlässlich sind die
h
äuf
igen
Schmerzäusserungen der Be
schwer
deführerin
anlässlich der Untersuchung
, wohingegen sie unter Ab
len
kung nicht reproduzierbar waren (Urk. 7/100/5).
Demnach ist auch eine Schmerz
zunahme nicht nachvollziehbar.
Die Angabe von med.
pract
.
H._
, die Befunde
hätten sich im Vergleich zum orthopädischen Gutachten vom
8.
August 2011 nicht wesentlich
ver
ändert (Urk. 7/100/10), ist vor die
sem Hintergrund
schlüssig
.
4.3
Die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte mittelgradige Depression (Urk. 7/94/2-3) wurde von med.
pract
.
G._
nicht bestätigt. Er führte in Auseinandersetzung mit dem entsprechenden Bericht aus, es sei nicht klar, ob objektive Befunde beschrieben
worden seien
oder ob man den subjektiven Darste
llungen der Beschwerdeführerin gefolgt sei
. Zudem wies
er
darauf hin, dass auch von den behandelnden Ärzten eine geringe Motivation als Ursache für die schlechten Testergebnisse angeführt wurde
(Urk. 7/99/5
, Urk. 3/3 S. 5
). Angesichts der von med.
pract
.
G._
erhobenen Befunde mit unauf
fälligem Antrieb, Freude bei der Schilderung ihrer Kinder, erhaltener Auf
merksamkeit und Konzentration während der zweieinhalbstündigen Untersu
chung, fehlenden Anzeichen von Müdigkeit (Urk. 7/99/3, Urk. 7/
100/5) und nur geringen Depressionssymptomen, welche im Rahmen der Neurasthenie gesehen wurden (Urk. 7/
99
/4), überzeugt es, dass er keine depressive Störung diagnostiziert hat.
In den
vorgefundenen
geringen Depressionssymptomen ist keine Verschlechterung zu sehen, zumal bereits im
A._
-Gutachten leichte depressive Verstimmungen, ebenfalls im Rahmen des neurasthenischen Be
schwerdebildes, beschrieben wurden (Urk. 7/36/21, Urk. 7/36/23).
Eine Zu
nahme der Schmerzen aus psychischen Gründen ist auch nicht plausibel, nachdem die Beschwerdeführerin
während der gesamten Anamneseerhebung über circa anderthalb Stunden
und während der zweistündigen psychia
tri
schen Exploration
entspannt und ohne sichtbare Anzeichen von Schmerzen am Tisch sass (Urk. 7/100/5
, Urk. 7/99/5
).
4.4
Dem Bericht des Neurologen
Dr.
C._
vom 1
0.
März 2014 (Urk. 7/87/1-3, E. 3.2.1 vorstehend) ist ebenfalls keine relevante Verschlechterung des Ge
sundheitszustands zu entnehmen.
Dr.
C._
erachtete hauptsächlich das psy
chische Leiden als einschränkend, welches er jedoch fachfremd
und gestützt auf die nicht kritisch
hinterfragten
Angaben der Beschwerdeführerin
diag
nostizierte.
Auch med.
pract
.
G._
sah die Kopfschmerzen im Zusammen
hang mit den psychischen Problemen (Urk. 7/99/4), sodass nicht davon aus
zugehen ist, dass eine neurologische Erkrankung hinzugetreten
ist
.
4.5
Nach dem Gesagten erweisen sich die RAD-Berichte
sowohl aus formeller (E. 4.1 vorstehend) als auch aus materieller Sicht (E. 4.2 bis 4.4 vorstehend) als beweiskräftig und im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung aktuell.
Mangels des Eintritts einer wesentlichen Veränderung
des Gesundheitszu
stands der Beschwerdeführerin und somit auch ihrer Erwerbsfähigkeit und ihres Invaliditätsgrades ist die Abweisung des erneuten Rentenbegehrens nicht zu beanstanden. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermes
sensweise auf
Fr.
7
00.
--
anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlege
n, zufolge der ihr gewährten un
entgeltlichen Prozessführung (vgl.
Urk.
8) jedoch einst
weilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen; dies unter Hinweis auf die Nach
zahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 des
Gesetzes über das Sozialversi
che
rungsgericht (
GSVGer
).