Decision ID: 4ac7f902-4fa3-4e87-8156-dd8f47d9b156
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1956 geborene
X._
meldete sich am 4. Juli 2009
zum Bezug von Leistungen (Rente) der Eidgenössischen Invalidenversi
che
rung (IV) an (Urk. 6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbliche sowie medizinische Abklärun
gen
und holte am 4. November 2010 einen Haushaltabklärungsbericht (Urk. 6/16) ein. Mit Vorbescheid vom 31. Mai 2010 (Urk. 6/18) stellte sie der Versicherten die Ab
weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, da keine
ge
sundheitsbedingte
Ein
kom
mens
einbusse
bestehe. Nachdem
X._
hie
ge
gen
Einwand erho
ben hatte (Urk. 6/21), liess die IV-Stelle
sie am 10. November
2010 von den Ärzten des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin
, rheumatologisch
(vgl. Ex
pertise vom 14. Februar 2011
, Urk. 6/36)
und Anfang 2012 von den Ärzten der MEDAS
Z._
poly
dis
ziplinär
untersuchen (vgl. Gutachten vom 25. Mai 2012, Urk. 6/46). Nach wei
teren medizinischen Abklärungen verfügte die IV-Stelle am 5. Februar 2014 – unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 0 % - die Abweisung des
Ren
ten
gesuchs
(Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am 10. März 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung vom 5. Februar 2014 vollumfänglich aufzuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine
Invalidenr
ente auszurichten;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerde
geg
nerin
.“
Die IV-Stelle schloss am
17. April 2014 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 5), was der Beschwerdegegnerin am 22. April 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte
,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der
Ein
kommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Rentenverweigerung
– unter Hinweis auf das Gut
achten der MEDAS vom 25. Mai 2012 (Urk. 6/46) und die Stellungnahmen de
r Ärzte de
s Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV (Urk. 6/77) -
damit, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und da
mit in der Lage sei, ein das
V
alideneinkommen
übersteigendes Salär zu erzielen (Urk. 2 S. 2, Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
seit der
Begutachtung durch die Ärzte der MEDAS habe sich ihr Gesundheitszustand ver
schlechtert. Gemäss den seit
der Expl
o
ration
ergangenen Berichten der be
han
deln
den Ärzte sei sie nun auch in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeits
un
fähig. Die IV-Stelle
, die
den medizinischen Sachverhalt ungenügend abge
klärt
habe, habe
ihren Rentenanspruch
demnach
zu Unrecht verneint (Urk. 1 S. 3 ff.).
3.
3.1
Die Ärzte der
A._
stellten am
30. Juli 2009 folgende
, seit D
ezember 2008 bestehende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/8 S. 6):
Fibromyalgieformes
Schmerzsyndrom
Lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5/S1 rechts bei deutlicher
Spinal
stenose
und
Rezessalstenose
L4/5 beidseits bei
Spondylarthrosen
und
Anterolisthesis
L4 Grad 1
Zervikozephalsyndrom
mit
Kettentendomyosen
rechts
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen (Urk. 6/8 S. 6):
Arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus
Adipositas
permagna
Connatal
nur eine Niere
Status nach Hepatitis B
Es bestünden keine geistigen und psychischen Einschränkungen.
Die ange
stam
m
te Tätigkeit als Raumpflegerin sei der Beschwerdeführerin – nach einer bereits
vom 1
5.
bis 20. Dezember 2008 bestandenen 100%igen Arbeitsunfähig
keit – seit
dem 24. Februar 2009 nicht mehr zumutbar (Urk.
6
/
8
S. 7). In einer rein sitzen
den Tätigkeit sei sie indes zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 6/8 S.
9
).
3.2
Nachdem sie die Beschwerdeführerin vom 19. Mai bis 5. Juni 2009 stationär be
handelt hatten (Urk. 6/9 S. 7), stellten die Ärzte des
Spitals B._
in ihrem Bericht vom 30. Juli 2009 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/9 S. 6 f.):
Panvertebralsyndrom
aktuell Verdacht auf
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5 (S1) rechts (vorher auch links), leichtes, wahrscheinlich altes
,
motorisches Restsyndrom L5 links bei deutlicher Spinalkanalstenose/
Rezessalste
nose
L4/5 beidseits bei tieflumbal betonten
Spondylarthrosen
mit
Anterolisthesis
L4 Grad 1 (Differentialdiagnose: dynamische Kompo
nente/Funktionsr
ö
ntgen: leichte Zunahme in Inklination), mit
Fora
minalstenose
L4/L5 auch links (klinisch nicht relevant)
Zervikozephalsyndrom
,
Zervikospondylogensyndrom
rechts mit
Ketten
tendomyosen
rechts und Dysfunktion Kopfgelenke
Fehlhaltung/
Fehlform
(Hohl-/Rundrücken, prominenter
zervikozepha
ler
Übergang)
degenerative Veränderungen,
Spondylarthrosen
betont tieflumbal,
An
terolisthesis
C2 Grad 1
ausgedehnte
Myofaszialbeschwerden
/
Panvertebralsyndrom
dysfunktiona
le Schmerzverarbeitung mit
Kata
strophisieren
und de
pressiver Symptomatik (drei
Waddel
l
-Zeichen)
Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus folgenden Diagnosen (Urk. 6/9 S. 7):
Fibromyalgieformes
Schmerzsyndrom
Arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ 2 unter OAD
HbA1
c aktuell 8,6 %
Adipositas
permagna
(BMI 45,35 kg/m
2
)
Ab dem 8. Juni 2009 sei der Beschwerdeführerin d
ie angestammte Tätigkeit (täg
lich abends vier Stunden Büroreinigung)
– mit
rascher Steigerung des
Ein
stiegs
pensums
von
zwei Stunden täglich -
wieder zumutbar. In der Tätigkeit als Haus
frau
und in jeder leichten, sitzenden Tätigkeit
bes
tehe keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei mit der
ihr
attestierten Ar
beits
fähigkeit nicht einverstanden gewesen (Urk. 6/9 S. 8 und S. 9).
3.3
Gestützt auf die Ergebnisse
der
Untersuchung vom 10. November 2010 stellten die Ärzte des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physika
li
sche Medizin, in ihrem Gutachten vom 14. Februar 2011 nachstehende Diag
nosen (Urk. 6/36 S.
20
):
Lumbospondylogenes
Syndrom
Anterolisthesis
LWK 4 gegen LWK 5
Meyerding
Grad 1
Spinalkanalstenose im Segment L4/5 bei hypertrophen
Facetten
ge
lenks
arthrosen
und hypertrophen Ligamenta
flava
Spondylarthrosen
L4/5 beidseits und L5/S1 beidseits mehr als L3/L4 beidseits
mehrsegmentale Mikroinstabilität der Segmente L4 gegen L5, L3 ge
gen L4, L2 gegen L3 und Th12 gegen L1
sekundäre
myofaszielle
Befunde mit lokalem Hartspann besonders der autochthonen Rückenmuskulatur und der Gesässmuskulatur beidseits
muskuläre
Dekonditionierung
Zervikozephales
und
zervikospondylogenes
Syndrom beidseits
Anterolisthesis
C2 gegen C3 um 3 mm
zervikale Wirbelsäulenfehlform mit lokaler Hy
p
erkyphose C2-
C4
mehrsegmentale
Osteochondrose
C2-C4
sekundäre
myofaszielle
Befunde
Mediale
Gonarthrose
beidseits,
Femoropatellararthrose
rechts
Periarthropathia
genu
rechts
sekundäre
myofaszielle
Befunde
Klinisch
Rhizarthrose
links mit
Thenaratrophie
Polyneuropathie der unteren Extremitäten beidseits
wahrscheinlich im Rahmen des Diabetes mellitus Typ II
Senk-Spreizfuss beidseits
Metabolisches Syndrom
arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ II
-
Insulin
dependent
morbide Adipositas
permagna
, BMI 46,5 kg/m
2
Steatosis
hepatis
(
Sono
Abdomen Mai 2009)
C
onnatale
Nierenaplasie
Rezidivierende Insomnie
Aus rheumatologischer Sicht sei die Belastbarkeit aufgrund der
lumbospondy
lo
ge
nen
,
zervikozephalen
und
zervikospondylogenen
Beschwer
den, der beidsei
ti
gen
Gonarthrose
, der muskulären
Dekonditionierung
sowie der
Rhizarthrose
ver
mindert.
Unter Berücksichtigung auch der Adipositas und der
Dekonditionie
rung
seien der Beschwerdeführerin m
ittelschwere und schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine 60%ige und in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit (50%ige
Leistungs
einbusse
im Rahmen eines Vollzeitpensums). Die Ar
beitsfähigkeit lasse sich mittels
medizinischer Massnahmen mit grosser Wahr
scheinlichkeit noch ver
bess
ern (Urk. 6/36 S.
20 ff.
).
3.4
Nachdem sie die Beschwerdeführerin Anfang 2012 polydisziplinär untersucht hatten, stellten die Ärzte der MEDAS
Z._
in ihrer Expertise vom
25. Mai 2012 folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/46
S. 16):
Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS), leichte Progre
di
enz im Vergleich zu 2009, sowie degenerative Veränderungen der
Len
denwirbelsäule
(LWS), ohne Progredienz
intermittierendes
zervikovertebrales
oder
lumbospondylogenes
Syn
drom möglich, subjektiv kaum abgrenzbar von zusätzlich vorliegen
der
Fibromyalgie
ausgeprägte muskuläre
Dekonditionierung
wahrscheinlich
Überdies bestünden nachstehende, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zeitigende Diagnosen (Urk. 6/46 S. 16):
Fibromyalgie
: Schmerzen an allen vier Körperquadranten, positive
Fib
romyalgiepunkte
(17/18)
Diskrete mediale
Gonarthrose
beidseits, ohne radiologische Progredienz im Vergleich zu 2004
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
Karpaltunnelsyndrom beidseits
Diabetes mellitus Typ II, Insulin-
dependent
leichte, distal und sensibel betonte Polyneuropathie
Arterielle Hypertonie
Adipositas
permagna
(BMI 47,8)
Hypercholesterinämie
/
Hypertriglyzeridämie
Nierenagenesie einseitig, kong
e
nital
Die psychiatrische Exploration habe keine Anhaltspunkte für das Vorliegen ei
ner
relevanten psychischen Störung e
rgeben. Das über weite Strecken getrübte seelische Wohlbefinden der Beschwerdeführerin sei am ehesten vor dem Hinter
grund einer
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) zu sehen; diese wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 6/46 S. 15). Aufgrund der verminderten Belastbarkeit
des Achsenorgans sei der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit, deren
An
forderungsprofil
nicht genau bekannt sei, wohl nicht mehr zumutbar (Urk. 6/46
S. 16). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei sie seit der An
meldung zum Bezug von Leistungen der IV am 4. Juli 2009 zu 100 % ar
beits
fähig. Prognostisch sei mit keiner wesentlichen Veränderung des Gesund
heits
zu
standes zu rechnen (Urk. 6/46 S. 17).
3.5
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin
und für Rheumatologie, stellte
am 10. September 2012 folgende Diagnosen (Urk. 6/54 S. 1):
Chronisches, therapieresistentes
Panvertebralsyndrom
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits im Vordergrund
-
erhebliche degenerative Veränderungen
-
myofasziale
Begleitsymptomatik
zervikospondylogenes
Syndrom
-
degenerative Veränderungen
-
spondylobrachiale
und
zephale
Symptomatik
Gonarthrose
beidseits
Rhizarthrose
links
Thenar
-A
trophie
Metabolisches Syndrom
arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus, insulinpflichtig
-
leichte, distal und sensibel betonte Polyneuropathie
Karpaltunnelsyndrom beidseits
Adipositas
Depressive Verstimmung
Die bis anhin als Putzfrau von privaten Haushalten und – als Angestellte eines
Reinigungsinstituts – von Büros tätige Beschwerdeführerin sei seit März 2009 zu
100 % arbeitsunfähig. Diagnostisch habe sich seit der Begutachtung durch die Ärzte des
Y._
im Jahr 2011 keine Veränderung erge
ben. Die degenerativen Befunde im Bereich der LWS hätten zwischen 2009 und Feb
ruar 2012 noch zugenommen. Derzeit bestünden klinisch keine Anhalts
punkte für das Vorliegen eines
Fibromyalgiesyndroms
. Die Kniebesch
werden und die Dau
menschmerzen korrelierten mit den radiologisch festgestellten
arthrotischen
Veränderungen. Nachdem
schon die
Gutachter des
Y._
und
in der Folge auch die Experten der MEDAS therapeutische Massnah
men für in
di
ziert erachtet hätten
, sei eine drei- bis vierwöchige statio
näre Rehabilitation mit intensiver
Rekonditionierung
, diätischen Massnahmen und psychologischer Unterstützung nun unumgänglich. Ohne eine derartige Be
handlung schienen die Chancen
auf eine
gesundheitliche
Verbesserung und eine berufliche
Reintegra
tion sehr gering (Urk. 6/54 S. 2).
3.6
Nachdem sie die Beschwerdeführerin vom 1. Oktober bis 2. November 2012 sta
tionär behandelt hatten, stellten die Ärzte der
Klinik D._
i
n
ihrem Be
richt vom 20. November 2012 nachstehende Diagnosen (Urk. 6/56 S. 1):
Chronisches
Panvertebralsyndrom
mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10 F45.4
1
lumbospondylogenes
und
zervikospondylogenes
Syndrom mit Aus
strahlung in Arme und Kopf
HWS-Röntgen 2009: schwere
Osteochondrose
C3/C4
aktenanamnestisch Spinalkanalstenose
MRI der LWS 2009:
Diskusprotrusion
BWK 12/LWK 1, LWK 4/5 mit
foraminaler
Einengung beidseits
verschlimmert im Rahmen
des differentialdiagnostisch festgestellten obstruktiven
Schlafapnoesyndrom
s
Mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F32.2
Metabolisches Syndrom
Adipositas
Diabetes mellitus Typ II, insulinpflichtig
arterielle Hypertonie
Verdacht auf
obstruktives Schlafapnoesyndrom
Gonarthrose
Röntgen Knie rechts: beginnende mediale
Gonarthrose
Rhizarthrose
links
positiver Röntgenbefund 2011
Leichte distale, sensibel betonte Polyneuropathie
Karpaltunnelsyndrom beidseits
Bei der Beschwerdeführerin habe ein
chronifiziertes
, im Verlauf in der Intensität wechselndes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in die Beine
vorgelegen
. Zudem habe sie über Schmerzen im Nacken geklagt.
Aggravierend
auf die Symptomatik
hätten sich
der
überdies
bestehende insulinpflichtige, schlech
t eingestellte Diabetes mellitus Typ II sowie die mittelgradige depressive Episode im Rahmen unverarbeitete
r
Trauer und der andauernden körperlichen Be
schwerden ausgewirkt. Im Laufe des stationären Aufenthalts habe sich das Beschwerdebild deutlich gebessert (Urk. 6/56 S. 3). Bei noch nicht ausreichend gebesserter Schmerzsymptomatik und starken degenerativen Veränderungen im Bereich des Rückens bestehe vorerst weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Nach einer weiteren Stabilisierung der Beschwerden sei der Beschwerdeführerin – nach einem stufenweisen Wiedereinstieg – in einer körperlich nicht anstren
genden Tätigkeit allenfalls wieder ein Arbeitspensum von maximal 50 % zu
mutbar (Urk. 6/56 S. 4).
3.7
Dr. med.
E._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 25. Juli 2013 folgende
Diagnosen (Urk. 6/68 S. 5):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
chronifizierte
schwere Depression mit Zwangsgrübeln, Ängsten und Suizidalität; ICD-10 F33.2
Posttraumatische
Belastungsstörung, ICD-10 F
4
3.
1
Pathologische Trauerreaktion, ICD-10 F43.2
Generalisierte Angst- und Panikstörung, ICD-10 F41.1
Hypochondrische Störung, ICD-10 F45.2
Essattacken bei anderen psychischen Störungen, ICD-10 F50.4
Probleme in der primären Bezugsgruppe (Krankheit der Mutter im frühen Erwachsenenalter, Unfalltod der Mutter), ICD-10 Z63.8
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner mit Gewalterfahrung in der Ehe, ICD-10 Z63.0
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3) bei atypischer familiärer Situation (Trennung von den Kindern); ICD-10 Z60.1
Persönliche ängstigende Erlebnisse in der Kindh
eit durch eigene Krank
heit (Epi
lepsie; Differentialdiag
nose: dissoziative Störung), ICD-10 Z61.7
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10 F45.41
In somatischer Hinsicht bestünden die von Dr.
C._
(Bericht vom 10. Septem
ber 2012 [Urk. 6/54]) und von den Ärzten der
Klinik D._
(Be
rich
t vom 20. November 2012 [
Urk. 6/56
]
) gestellten Diagnosen.
Die Beschwer
de
führerin, die seit Februar 2013 bei ihr in ambulanter Behandlung stehe
(Urk. 6/68 S. 6)
,
sei sowohl körperlich als auch psychisch schwer krank.
Das
psy
chische Leiden sei seit Jahren vorhanden (Urk. 6/68 S. 11). Es bestünden unter
anderem eine schwere kognitive Beeinträchtigung sowie eine schwere De
press
i
on
mit Erschöpfung, verminderter
Belastbarkeit
und reduzierter
Erho
lungsfähig
keit
(Urk. 6/68 S. 10).
Das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS, gemäss welchem
aus psychischer Sicht
keine Diagnose von Krankheitswert be
stehe, sei nicht nach
vollziehbar. Es sei – selbst bei einer Besserung der somati
schen und psychischen
Beschwerden
– von einer bleibenden 100%igen Arbeits
unfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit auszugehen
(Urk. 6/68 S. 10 und S. 11)
.
3.8
Am 30. November 2013 bestätigte Dr.
E._
ihre Einschätzung vom 25. Juli 2013 (Urk. 6/68) und hielt fest, dass das invalidenversicherungsrechtliche Ver
fahren beziehungsweise die Unklarheit betreffend Rentenanspruch die Be
schwer
deführerin sehr belaste und
zu einer weiteren Verschlechterung des Ge
sund
heitszustandes beigetragen habe
(Urk. 6/74 S. 4
und S. 5
). D
ie
aktuelle
n
Befund
e
entspräche
n
zwar im Wesentlichen
den schon im Bericht
25. Juli 2013
(Urk. 6/68
)
genannten
; einige Symptome hätten sich indes im Verlauf akzentu
iert.
So hätten
sich i
nsbesondere
d
ie Ängste, die Erschöpfung und die Schmer
zen seit dem Aus
tritt aus der
Klinik D._
und des damit ver
bundenen Wie
der
beginns des
beschwerlichen Alltag
slebens
noch verstärkt.
Die 100%ige Ar
beits
un
fähigkeit
aufgrund der seit Jahren
chronifizierten
komorbi
den
schweren psy
chischen und somatischen Erkrankung habe schon im Zeit
punkt der Un
tersu
chung durch die Ärzte der MEDAS bestanden (Urk. 6/74 S.
1 f.
und S. 4 f.
). Auf das psychiatrische Gutachten der MEDAS könne wegen diverserer Mängel nicht abgestellt werden (Urk. 6/74 S
. 2); insbesondere sei nicht nachvollziehbar, dass der begutachtende Psychiater keine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit beschei
nigt habe (Urk. 6/74 S. 5
f.
).
3.9
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom
6. J
anuar 2014
gelangte RAD-Arzt Dr. med.
F._
, Vertrauensarzt, Facharzt FMH für Or
thopädische Chirurgie, zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin seit der Begutachtung durch die
MEDAS in somatischer Hin
s
icht nicht wesentlich verändert habe
(Urk. 6/77 S. 8).
3.10
RAD-Arzt Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Fach
arzt für Neurologie,
hielt am 24. Januar 2014
fest,
Dr.
E._
Beurteilung
stelle die Beweistauglichkeit des Gutachtens der MEDAS vom 25.
Mai
2012 (Urk. 6/46) nicht in Frage
. Dr.
E._
habe keine anderen Befunde erhoben als die Experten der MEDAS, und die aktuell geklagten Beschwerden entsprächen den
schon
anlässlich der Begutachtung angegebenen
(Urk. 6/77 S. 8
).
4.
4.1
Nach Lage der Akten ist
der Beschwerdeführerin
die angestammte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin und Raumpflegerin aufgrund der physischen Be
schwer
den nicht mehr zumutbar
(
vgl.
insbesondere Gutachten der MEDAS vom 25. Ma
i 2012,
Urk. 6/46 S. 16
).
4.2
4.2.1
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ging die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten der MEDAS vom 25. Mai 2012 (Urk. 6/46 S. 16) davon aus, dass der Beschwerdeführerin eine Verweistätigkeit
– schon
seit
Einreichung des Rentengesuchs -
zu 100 % zumutbar sei (Urk. 2 S.
2
). Die Expertise de
r MEDAS
enthält eine um
fassende Stellungnahme zu den vorhande
nen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit (Urk.
6/
46 S.
16 f.
), beruht auf einer fundierten
, unter
Beizug
ei
ner Dol
metscherin durchgeführten
allgemein
medizinischen
(Urk.
6/46 S. 12 f.
),
(auch bildgebenden [vgl. Urk. 6/46 S. 21 f.])
rheumatologischen
(Urk.
6/46 S. 13 f.
und
S. 23 ff.
)
, neurologischen (Urk. 6/46 S. 14 und
S. 35 ff.
)
und psy
chiatrischen (Urk.
6/46
S. 14 und S.
43 ff.
) Untersuchung
, ber
ücksichtigt die ge
klagten Be
schwerden
(Urk. 6/46 S.
11)
und erging in Kenntnis der
Vorakten
(Urk.
6/46 S. 2 ff.
; zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens vgl. BGE 125 V 351 E.
3a,
122 V 157 E. 1c).
4.2.2
Was das Leistungsvermögen in physischer Hinsicht anbelangt, legten die Gut
achter der MEDA
S
einleuchtend dar, dass die Beschwerdeführerin aufgrund
der degenerativen
Veränderungen an der Wirbelsäule beziehungsweise
deren ver
min
derter Belastbarkeit
insofern in
ihrer
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, als
sie
– ohne
zeitliche Einschränkung – nur noch in der Lage sei, einer körperlich
leichten und wechselbelastenden (auch feinmanuellen), stehenden, sitzenden oder
gehenden Tätigkeit
nachzugehen
, welche kein häufiges Heben von Lasten über 10 kg über Lendenhöhe und von Gewichten über 5 kg über Schulterhöhe sowie keine repetitiven Rotationsbewegungen des Rumpfs und der HWS erfor
dere und
nicht in repetitiv gebückten Stellungen ausgeübt werden müsse (Urk. 6/46 S. 16 f.)
. Diese
angesichts der erhobenen Befunde ohne Weiteres nach
vollziehbare
Einschätzung
wird von der Beschwerdeführerin, die lediglich eine seit der Exploration Anfang 2012 eingetretene Verschlechterung geltend macht (Urk. 1 S. 4 f.), zumindest implizit anerkannt und
durch die
weiteren
Arztberich
te
nicht in Frage gestellt.
So waren bereits die Gutachter des
Y._
v
on der vollzeitlichen Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit ausgegangen
.
Von der
von ihnen
– unter Hinweis auf die Adipositas, die aktuelle muskuläre
Dekon
ditionierung
und die anzunehmende Kumulation der Beschwerden im Verlauf des Tages aufgrund von Zwangshaltungen
–
attestierten
50%ige
n
Leis
tungs
einbusse
(vgl. Expertise vom 14. Februar 2011, Urk. 6/36 S. 18)
,
ist
indes nicht
auszugehen
.
D
urch Zwangshaltungen bedingte Schmerzen
fallen
nämlich
ange
sichts des von der MEDAS formulierten Anforderungsprofils, gemäss wel
chem die
Verweistätigkeit wechselbelastend sein muss,
als Grund für eine Ar
beitsun
fähig
keit ausser Betracht
.
Sodann
dürfte sich
m
it der
Wiederaufnahme einer Erwerbs
tätigkeit
und der damit verbundenen vermehrten physischen Beanspru
chung
die
-
als Folge der körperlichen Inaktivität bestehende
-
muskuläre
De
konditio
nie
rung
vermindern.
Schliesslich vermag a
uch die schon seit langem bestehende
Adi
positas
, welche die Beschwerdeführerin während Jahren nicht in ihrer (kör
perlich belastenden) Tätigkeit als Raumpflegerin und Reinigungsmitarbeiterin eingeschränkt hat und nach Lage der Akten keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und
auch
nicht Auswirkung solche
r
Schäden ist, keine leistungsbegründende Invalidität zu begründen (vgl.
hiezu
etwa
ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3
und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3
; ferner 8C_496/2012 vom 19. September 2012
E. 2.2
).
D
ie Einschätzung der Ärzte der
Klinik D._
vom 20. November 2012, gemäss welcher auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine
(zumin
dest teilweise)
Arbeitsunfähigkeit besteht (Urk
.
6/56 S. 4), vermag
ebenfalls keine
Zweifel an der
Beweistauglichkeit der
Beurteilung der Experten der MEDAS
zu wecken
.
Die erstgenannten Ärzte
begründeten
die
von ihnen
attes
tierte
Arbeits
unfähigkeit nämlich nicht
mit
funktionelle
n
Einschränku
ngen
, sondern
mit
Schmer
zen
und degenerative
n
Befunde
n
,
mithin mit Faktoren, die
an sich noch nicht auf eine relevante Leistungseinbusse schliessen lassen. An
zumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die objektivierbaren Befunde an der Wirbelsäule
nach
Einschätzung der MEDAS-Experten
das
Ausmass der
von der Beschwer
de
führerin
geklagten Beschwerden
bei
W
eitem
nicht zu erklä
ren
vermögen
(Urk. 6/46
S. 13
und S. 15
)
.
Für eine
seit der Begutachtung durch die Ärzte der MEDAS eingetretene wesent
liche Verschlechterung des physischen Gesundheitszustandes
gibt es keine An
haltspunkte
. Die von Dr.
C._
erwähnte Zunahme der degenerativen Befunde im Bereich der LWS (vgl. Bericht vom 10. September 2012, Urk. 6/54 S. 2)
be
trifft
den Zeitraum zwischen 2009 und Februar 2012, mithin
eine vor der
Be
gutachtung durch die Ärzte der MEDAS
liegende Periode
(Urk. 6/46)
.
Die Ärzte der
Klinik D._
stützten sich in ihre
m
Bericht vom 20. Novem
ber 2012 (Urk. 6/56) auf
die
den Gutachtern der MEDAS
bereits
vorgele
gene
n
radiologische
n
Befunde und berichteten über
chronifizierte
Beschwerden, welch
e sich
nicht etwa verschlimmert, sondern
im Verlauf des stationären Auf
enthaltes gar deutlich gebessert hätten. Dem von ihnen differentialdiagnostisch festge
stellten Schlafapnoesyndrom massen sie keine erhebliche Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit bei
(Urk.
6/56 S.
3)
.
4.2.3
Bezüglich des
psychischen Gesundheitszustand
s
gelangten
die Experten de
r MEDAS
zum Schluss
, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
an
einer
– sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden
-
Dysthymie
leide (Urk.
6/46 S.
15
)
, was
angesichts der erhobenen Befunde
durchaus
nachvollziehbar ist. Im Einklang mit dieser Be
urteilung diagnostizierte der behandelnde Hausarzt Dr.
C._
in der Folge am 10. September 2012 eine depressive Verstimmung (Urk. 6/54 S. 2). Die Ärzte der
Klinik D._
subsumierten die fragliche Symptomatik daraufhin zwar unter die Diagnose einer mittelgradigen
depressiven
Episode,
befanden diese indes – in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung zu den Auswirkungen der
artiger psychischer Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit (
vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 26. Juni 2014
E. 3.3.4 mit Hinweisen)
– im Rahmen der Beurteilung des Leistungsvermögens für nicht bedeutsam (vgl. Be
richt vom 20. November 2012, Urk. 6/56 S. 1 und S.
3)
.
Auf eine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
invalidenversicherungsrecht
lich
relevante psychische Störung lassen auch die Beurteilungen der
seit Februar 2013 behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
vom 25. Juli 2013 (Urk. 6/68) und vom 30. November 2013 (Urk. 6/74)
nicht schliessen.
Diese stehen
i
m
Wider
spruch
nicht nur
zur
Expertise d
er MEDAS vom 2
5.
Mai 2012 (Urk.
6/46)
, son
dern auch zu
sämtlichen weiteren medizinischen Berichten
und vermögen schon deshalb nicht zu überzeugen, weil Dr.
E._
in ihrer
Arbeitsfähigkeitsbeurtei
lung
nicht zwischen de
r
durch die psychischen
Beschwerden und der
durch die
- nicht in ihren Fachbereich fallenden - physischen Gesundheitsschäden be
ding
ten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
unterschied. Nicht nachvollzieh
bar ist überdies, dass sie
selbst für den Fall des Eintritts einer gesundheitlichen Besse
rung von einer dauerhaften gänzlichen Arbeitsunfähigkeit aus
ging
(Urk. 6/68 S. 10 und S. 11, Urk. 6/74 S. 6)
.
Die
aus ihrer Sicht
im Vordergrund ste
hende schwere Depression ist
sodann
schon deshalb auszuschliessen, weil
die von Dr.
E._
angeführten Befunde i
m Wesentlichen identisch
sind
mit den von den
MEDAS-Ärzte
n
erhoben
en
und im Rahmen einer
Dysthymie
interpretier
ten
Untersuchungsergebnissen
.
Betreffend die von Dr.
E._
diagnostizierte post
trau
matische Belastungsstörung, die pathologische Trauerreaktion, die ge
nera
li
sierte Angst- und
Panikstörung sowie
die Essattacken bei anderen psy
chischen Störungen
ist angesichts der Tatsache, dass
die weiteren (auch statio
när behan
delnden) Ärzte nie auch
nur
den
Verdacht auf die
se
Störungen äusserte
n
, gegebenenfalls jedenfalls von keiner dadurch bedingten Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit auszugehen. Die Beschwerdeführerin hatte denn, bis ihr Ende 2008
beziehungsweise ab Anfang 2009 – aus physischen Gründen – eine Ar
beitsun
fähigkeit bescheinigt wurde, auch stets zu 100 % gearbeitet, obwohl die ge
nannt
en Störungen gemäss Dr.
E._
bereits seit langem, teilweise gar seit der
Kindheit, bestehen
(Urk. 6/68 S. 11, Urk. 6/74 S. 1 und S. 6)
.
Hinsichtlich der von
Dr.
E._
festgestellten Probleme in der primären Bezugsgruppe (Krankheit der Mutter im frühen Erwachsenenalter, Unfalltod der Mutter), de
r
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner mit Gewalterfahrung in der Ehe, de
r
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung bei atypischer familiärer Si
tuation (Trennung
von den Kindern) sowie de
r
persönlichen ängstigenden Er
lebnisse in der Kind
heit
durch eigene Krankheit (Epilepsie; Urk. 6/68 S. 5, Urk. 6/74 S. 3) ist im Übri
gen darauf hinzuweisen, dass diese
Diagnose
n
unter die
sogenannte Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10-Systems
fallen. B
ei diesen Z-Kodierungen
handelt es sich
um Faktoren, die den Gesundheitszustand beein
flussen und zur Inan
spruch
nahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle
vor
gesehen, in denen Sachverhalte als
„
Diagnosen" oder
„
Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ur
sache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fal
len als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (
vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_810/2013 vom 9. April 2014 E. 5.2.2 mit Hinweisen)
und sind daher
vorliegend
nicht anspruchsrelevant
.
Dass es zwischen der Begutachtung durch die MEDAS Anfang 2012 (Urk. 6/46)
und dem Erlass der Verfügung vom 5. Februar 2014 (Urk. 2
; zur zeitlichen Grenze
der Überprüfungsbefugnis vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2 mit Hinweisen
) zu einer we
sentlichen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ge
kom
men
wäre
(Urk. 1 S.
4 f.), ist aufgrund der medizinischen Berichte nicht anzu
nehmen. So ging Dr.
E._
im Gegenteil davon aus,
dass die – von ihr als schwer
und seit Jahren
chronifiziert
bezeichnete - psychische (und somatische) Krankheit schon im Zeitpunkt der
polydisziplinären
Exploration bestanden und bereits damals eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gezeitigt habe
(Urk. 6/74 S. 5, Urk. 6/68 S. 11). Die von ihr erwähnte Verstärkung der Ängste, der Erschöpfung und der Schmerzen seit dem Austritt aus der
Klinik D._
führte sie auf die psychische Belastung durch das laufende
invalidenversicherungs
rechtliche
Verfahren
(Urk. 6/68 S. 2, S. 4 und S. 5), mithin
auf
psychosoziale und damit invalidenversicherungsrechtlich irrelevante Faktoren (vgl.
hiezu
BGE
127 V 294 E.
5a; Urteil des Bun
desgerichts 8C_730/2008 vom 23.
März 2009 E.
2
)
zurück
.
Zur Divergenz der Beurteilung der MEDAS-Gutachter
einerseits
und der behan
delnden Psychiaterin Dr.
E._
andererseits
bleibt anzu
merken
, dass eine
psy
chi
atrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfol
gen
kann
. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medi
zinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stel
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichts
punkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung uner
kannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_
79/
2008 vom
19. August
2008 E. 4.1 mit
Hinweis). Solche
ergeben sich aus den beiden Berichten Dr.
E._
vom 25. Juli
2013 (Urk. 6/68) beziehungsweise vom 30. November 2013 (Urk. 6/74) indes nicht.
4.3
Nach dem Gesagten ging die IV-Stelle zu Recht
von
der
100%igen Arbeitsfähig
keit
der Beschwerdeführerin
in
einer Verweistätigkeit
aus
(Urk. 2). Dass weitere
medizinische Abklärungen (Urk. 1 S. 5) zu einem anderen Ergebnis führen wür
den, ist nicht anzunehmen, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
4.
4
Nach Lage der Akten
ist nicht zu beanstanden, dass
die IV-Stelle
die Beschwer
deführerin
als
im Gesundheitsfall
zu 100 % erwerbstätig
qualifizierte
(vgl.
Urk. 6/16
S. 2
).
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ging sie gestützt auf den
im Jahr 2007 erzielten Gesamtlohn von Fr. 34‘938
.
--
(vgl. IK-Auszug, Urk. 6/6
S. 1) und unter Berücksichtigung der seither eingetretenen
Nominal
lohnent
wicklung
für das Jahr 2013 von einem
Valideneinkommen
von Fr. 37‘826.-- aus. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens von Fr. 54‘326.-- stellte sie
korrekterweise
auf den Tabellenwert für Hilfsarbeiten für das Jahr 2010 ab und gelangte so – unter Berücksichtigung der
Nominallohn
entwicklung
sowie der im Jahr 201
3
betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit – zu einem
Inva
liditäts
grad
von 0 % (Urk. 6/76, Urk. 2).
Der
Einkommensver
gleich
für das Jahr 2010 (vgl. Anmeldung vom 4. Juli 2009
[
Urk. 6/3
] und Art. 29 Abs. 1 IVG
) führt zum nämlichen Ergebnis.
4.5
Da sich die
Rentenverweigerung
demnach als rechtens erweist, ist die Be
schwer
de abzuweisen.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Gerichts
kosten in Höhe von Fr. 8
00.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.