Decision ID: b485f331-83b8-5366-a899-734e9efe2df8
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ erlitt im Februar 2010 einen Herzinfarkt und war vom 12. bis 16. Februar
2010 in der Abteilung Kardiologie des HerzKreislaufZentrums des UniversitätsSpitals
Zürich und vom 16. bis 22. Februar 2010 im Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert
(Berichte vom 16. Februar und 5. März 2010, act. G 7.18-5 ff. und G 7.17-12 ff.). Vom
2. bis 22. März 2010 befand sich der Versicherte zur stationären kardiologischen
Rehabilitation in der Klinik B._. Die dort behandelnden Ärzte diagnostizierten eine
koronare 1-Gefässerkrankung mit u.a. subakuter STEMI bei subtotalem RIVA-
Verschluss (direct Stenting der ostio-promialen Stenose am 12. Februar 2010). Der
Versicherte sei voraussichtlich bis 28. März 2010 zu 100% arbeitsunfähig. Eine
stufenweise Arbeitswiederaufnahme könne ab 29. März 2010 in 50% Teilzeit während
zweier Wochen erfolgen (Bericht vom 26. April 2010, act. G 7.32).
A.b Am 20. Mai 2010 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an
(act. G 7.1). Der behandelnde Dr. med. C._, FMH Innere Medizin, spez. Kardiologie,
bescheinigte dem Versicherten im Bericht vom 22. Juni 2010 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Küchenhilfe. Eine
leidensangepasste Tätigkeit sei dem Versicherten ganztags möglich (act. G 7.18-1 ff.).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 20. und 22. September 2010 in
der MEDAS Ostschweiz polydisziplinär (allgemeininternistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch) untersucht. Im Gutachten vom 29. November 2010 diagnostizierten die
Experten mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine koronare
Herzkrankheit mit Status nach grossem Vorderwandinfarkt (02/10), eine atypische
Angststörung nach Herzinfarkt (ICD-10: F41.8), eine leichte bis mittelgradige
depressive Episode bei unbehandelter Angststörung (ICD-10: F32.1) sowie eine
belastungsabhängige Cervicobrachialgie links, im MRI der HWS 04/10 linksforaminale
Discushernie C6/7. Aus somatischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit als
Küchenhilfe seit 4. bzw. 12. Februar 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Hinsichtlich
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einer leidensangepassten Tätigkeit wurde somatischerseits keine quantitative
Einschränkung beschrieben. Der psychiatrische Gutachter bescheinigte dem
Versicherten für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 30 bis 40%ige Arbeitsunfähigkeit
(act. G 7.39). Am 24. Mai 2011 erstellten der Versicherte und die zuständige
Eingliederungsverantwortliche einen Eingliederungsplan (act. G 7.50). Mit Schreiben
vom 28. Juli 2011 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und Unterstützung
bei der Stellensuche durch die Eingliederungsberatung (act. G 7.59).
A.d Im Rahmen eines Einsatzprogramms des RAV war der Versicherte vom 1. Februar
bis 25. November 2011 als Mitarbeiter Zerlegung für die Stiftung D._ tätig. Das
anfänglich 50%ige Pensum habe bis Juli 2011 auf 100% gesteigert werden können
(Zeugnis vom 25. November 2011, act. G 7.69). Im Schlussbericht der beruflichen
Eingliederung vom 27. Dezember 2011 hielt die Eingliederungsverantwortliche fest, es
sei mit dem Sozialamt abgemacht worden, dass der Versicherte via Sozialamt wieder
zur Stiftung D._ gehen könne. Die beruflichen Massnahmen seien nun
abzuschliessen und die Rentenprüfung einzuleiten. Die Betreuungsperson der Stiftung
D._ habe die Leistungsfähigkeit des Versicherten auf 50 bis 60% geschätzt (act.
G 7.72). Am 4. Januar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen (act. G 7.75).
Dr. C._ berichtete am 23. April 2012, der Gesundheitszustand des Versicherten sei
seit Juni 2010 stationär geblieben. Die Tätigkeit im D._ (Bücher und Kleider sortieren)
sei dem Versicherten vier bis fünf Stunden täglich zumutbar. Eine leidensangepasste
Tätigkeit könne der Versicherte ganztags mit reduzierter Leistung ausüben. Die
Leistung sei durch die etwas langsamere Arbeitsweise wahrscheinlich nicht ganz 100%
(act. G 7.86).
A.e Mit Vorbescheid vom 10. Mai 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen (act. G 7.91). Dagegen erhob der Versicherte
am 29. Mai 2012 Einwand und beantragte darin die Ausrichtung einer halben Rente
(act. G 7.92). Am 19. Juni 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs (act. G 7.93).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 19. Juni 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 16. August 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
die Rentenfrage "nach wirtschaftlich machbaren Usanzen" zu prüfen. Zur Begründung
bringt er vor, von der gutachterlich bescheinigten 60 bis 70%igen Leistungsfähigkeit für
eine leidensangepasste Tätigkeit sei mit Blick auf die Leistungsbeurteilung der Stiftung
D._ der untere Wert zu berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin habe ferner zu
Unrecht keinen Tabellenlohnabzug berücksichtigt. Werde das tatsächlich noch beim
D._ erzielte durchschnittliche monatliche Einkommen als Invalideneinkommen
herangezogen, resultierte ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 25. Oktober
2012 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den
Standpunkt, es sei hinsichtlich der Höhe der Arbeitsfähigkeit auf den Mittelwert der
gutachterlichen Einschätzung von 65% abzustellen. Bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens könne der noch tatsächlich erzielte Verdienst nicht
berücksichtigt werden, da dieser nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt erwirtschaftet
werde. Bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen wegen Minderverdienstes sei
ein 5%iger Selbstbehalt zu beachten. Selbst wenn ein 10%iger Tabellenlohnabzug bei
der Ermittlung des Invalideneinkommens vorgenommen werde, resultierte kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad (act. G 7).
B.c Der Beschwerdeführer beantragt in der Replik vom 9. Januar 2013 eine "volle"
Rente. Eventualiter sei eine "vorübergehende volle Rente" zu sprechen. Er macht
geltend, er sei gesundheitlich nicht in der Lage, eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft
aufzunehmen. Er werde sich in den kommenden Monaten einem erneuten Eingriff am
Herzen unterziehen müssen, aus dem wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit resultiere.
Bis ein stabiler Gesundheitszustand erreicht sei, habe er Anspruch auf eine "volle"
Rente (act. G 13). Mit der Replik reicht der Beschwerdeführer einen Bericht von
Dr. C._ vom 8. Januar 2013 ein, worin dieser u.a. ausführt, da die Herzsituation noch
instabil sei, sei dem Beschwerdeführer eine erneute Herzkatheter-Untersuchung
empfohlen worden (act. G 13.2).
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B.d Mit Präsidialverfügung vom 21. Januar 2013 wird dem Gesuch des Beschwerde
führers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 14).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
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Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Situation bis zum mass
gebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 19. Juni 2012 ausreichend abgeklärt
ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Rentenabweisung in medizinischer
Hinsicht auf das Gutachten der MEDAS-Ostschweiz vom 29. November 2010 ab, worin
dem Beschwerdeführer (aus psychiatrischer Sicht) eine 30 bis 40%ige
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigt wurde (act. G 7.39).
2.1 Der Beschwerdeführer benennt keine konkreten Mängel an der gutachterlichen
Beurteilung (act. G 1 und G 13). Er bringt in der Replik vom 9. Januar 2013 allerdings
vor, er sei in ständiger spezialärztlicher Kontrolle und werde sich in den kommenden
Monaten einem erneuten Eingriff am Herzen unterziehen müssen, aus dem wiederum
eine volle Arbeitsunfähigkeit resultiere. Unklar sei zudem, ob er gesundheitlich je
wieder in der Lage sein werde, in der freien Wirtschaft tätig zu sein. Das MEDAS-
Gutachten sei somit nicht zu berücksichtigen und irrelevant (act. G 13, Rz 7). In der
ärztlichen Stellungnahme vom 8. Juni 2013 berichtet Dr. C._, da die Herzsituation
noch instabil sei, sei dem Beschwerdeführer eine erneute Herzkatheter-Untersuchung
empfohlen worden. Wegen schlechter Erfahrung im KSSG vor zwei Jahren habe sich
der Beschwerdeführer noch nicht dazu entschliessen können. Er (Dr. C._) denke
aber, dass die Herzkatheteruntersuchung eventuell im Frühling 2013 im
Universitätsspital durchgeführt werde, um mittels einer Bypassoperation die Situation
eventuell zu stabilisieren. Bis dahin werde die medikamentöse Therapie durchgeführt
(act. G 13.2).
2.1.1 Vorweg gilt es zu beachten, dass Dr. C._ am 23. April 2012 über einen seit
Juni 2010 und damit auch einen im Vergleich zur im September 2010 stattgefundenen
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Begutachtung stationären - mithin stabilen - Gesundheitszustand berichtete und für
eine leidensangepasste Tätigkeit eine wegen langsamerer Arbeitsweise "nicht ganz"
100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigte (act. G 7.86). Aus den Akten ergeben sich ferner
keine Hinweise, dass sich der kardiologisch als stabil beschriebene
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der MEDAS-Begutachtung bis zum -
rund zwei Monate nach dem Bericht vom 23. April 2012 eingetretenen - Zeitpunkt des
Verfügungserlasses in einer für den Rentenanspruch massgeblichen, dauerhaften
Weise verschlechtert hat.
2.1.2 Eine vor Verfügungserlass eingetretene gesundheitliche Verschlechterung
kann auch nicht dem rund sechs Monate nach dem Verfügungserlass von Dr. C._
erstellten, knapp begründeten Bericht vom 8. Januar 2013 entnommen werden (act.
G 13.2). Ergänzend ist zu bemerken, dass sich Dr. C._ darin nicht mit allfälligen
Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auseinandergesetzt
hat.
2.2 An der gutachterlichen Leistungsfähigkeitsbeurteilung vermag auch die
Einschätzung des zuständigen Bereichsleiters der Stiftung D._ nichts zu ändern,
wonach die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 50 bis 60% betrage (act.
G 7.72-1 und G 7.71-4). Dabei fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer im
Rahmen eines über das RAV organisierten Einsatzprogrammes in der Stiftung D._
tätig war, dieses nicht die Beurteilung der Leistungsfähigkeit zum Gegenstand hatte, es
an einer begründeten Arbeitsfähigkeitsschätzung durch den Bereichsleiter fehlt und im
Übrigen die dort ausgeübte Tätigkeit von Dr. C._ als nicht (optimal)
leidensangepasste Tätigkeit betrachtet wurde (so hielt er die dort ausgeübte Tätigkeit
lediglich während vier bis fünf Stunden täglich zumutbar [act. G 7.86-3], während dem
er für eine leidensangepasste, "z.B. sitzende Tätigkeit" eine knapp 100%ige
Arbeitsfähigkeit bescheinigte [act. G 7.86-4]).
2.3 Zwar beruht das MEDAS-Gutachten nicht auf einer eigenen fachkardiologischen
Abklärung. Angesichts dessen, dass der behandelnde Dr. C._ im Bericht vom
22. Juni 2010 keine quantitative Einschränkung für leidensangepasste Tätigkeiten
beschrieb (act. G 7.18), der internistische Gutachter diesen sowie die weiteren
relevanten kardiologischen Vorakten zur Kenntnis genommen (act. G 7.39-5) und das
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Herzleiden gestützt darauf bei der Beurteilung schlüssig gewürdigt hat (act.
G 7.39-12 f.), weckt das Fehlen einer fachkardiologischen Beurteilung keine Zweifel am
Gutachten. Dies umso weniger, als sich die gutachterliche Beurteilung auch mit dem
später ergangenen Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 23. April 2012 deckt (act. G 7.86)
und die Parteien den Verzicht auf den Beizug eines fachkardiologischen Experten nicht
bemängelten. Auch wenn Dr. C._ im Verlaufsbericht vom 23. April 2012 nicht
vorbehaltlos eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit
bescheinigt hat, geht aus seiner Formulierung "nicht ganz 100%" (act. G 7.86-4)
hervor, dass keine quantitative Arbeitsunfähigkeit besteht, der im Vergleich zur vom
psychiatrischen Teilgutachter bescheinigten 30 bis 40%igen Arbeitsunfähigkeit ein
additiver Effekt zukäme.
2.4 Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 29. November 2010 ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für
eine leidensangepasste Tätigkeit über eine 60 bis 70%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (act.
G 7.39-11). Gibt ein Arztbericht die Arbeitsunfähigkeit in Form einer Bandbreite an, ist
nach der Rechtsprechung in der Regel auf den Mittelwert abzustellen. Dadurch werden
Rechtsungleichheiten vermieden, die aus der Art der Bezifferung resultieren (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. August 2009, 9C_193/2009, E. 1.3.1 mit Hinweis). Vorliegend
besteht kein Anlass, um von diesem Grundsatz abzuweichen. Insbesondere besteht
gestützt auf die Einschätzung des zuständigen Bereichsleiters der Stiftung D._ keine
Rechtfertigung, die Arbeitsfähigkeit an der unteren Bandbreite der gutachterlichen
Beurteilung (60%) festzusetzen, da die dortige Tätigkeit aus kardiologischer Sicht
offenbar nicht optimal leidensangepasst ist (vgl. vorstehende E. 2.2). Die Bestimmung
des Invaliditätsgrads hat demnach mit der Beschwerdegegnerin (act. G 7, Rz 2 am
Schluss) auf der Grundlage einer 65%igen Restarbeitsfähigkeit zu erfolgen. Dabei
ergeben sich weder aus den medizinischen noch den übrigen Akten Hinweise darauf,
dass die dem Beschwerdeführer verbliebene Restleistungsfähigkeit auf dem freien
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht nachgefragt würde (der psychiatrische Gutachter
wies ausdrücklich darauf hin, eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei "eindeutig
möglich", act. G 7.39-25). Soweit der Beschwerdeführer Anderweitiges behauptet,
stützt er sich auf den rund ein halbes Jahr nach der angefochtenen Verfügung
ergangenen Arztbericht von Dr. C._ vom 8. Januar 2013 (act. G 13, Rz 7, und
G 13.2), der indessen weder den vorliegend zu prüfenden Zeitraum beschlägt (vgl.
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vorstehende E. 2.1.2) noch Angaben zur Restleistungsfähigkeit enthält, weshalb sich
Weiterungen erübrigen.
3.
Ausgehend von einer 65%igen Restarbeitsfähigkeit verbleibt die Prüfung des
Invaliditätsgrads. Dabei kann offen bleiben, ob die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Parallelisierung mit einem 5%igen Selbstbehalt zulasten des
Beschwerdeführers wegen Minderverdienstes vorliegend zutreffend ist. Denn selbst
wenn auf die von der Beschwerdegegnerin ermittelten Vergleichseinkommen
(Valideneinkommen: Fr. 43'750.--; Invalideneinkommen ohne Tabellenlohnabzug
Fr. 29'860.--, act. G 7.93-2) abgestellt und kein Prozentvergleich vorgenommen würde,
resultierte ein rentenbegründender Invaliditätsgrad, da die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung zu Unrecht die Gewährung eines Tabellenlohnabzugs
unterlassen hat. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann der von ihm
geltend gemachte, bei der Stiftung D._ erzielte Monatslohn von durchschnittlich
Fr. 1'290.-- (act. G 1, Rz 9) nicht als Grundlage für das Invalideneinkommen
herangezogen werden, da dieser nicht im ersten Arbeitsmarkt erzielt wird (zur bejahten
realistischen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt siehe
vorstehende E. 2.4).
3.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten
Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
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(BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
3.2 Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (act. G 7, Rz 5), gilt es bei der
Bestimmung des Tabellenlohnabzugs zu berücksichtigen, dass bei der Parallelisierung
der Vergleichseinkommen aufgrund eines unterdurchschnittlichen Valideneinkommens
dieselben einkommensbeeinflussenden Merkmale nicht sowohl im Rahmen der
Parallelisierung als auch bei der Gewährung des Abzugs einbezogen werden dürfen
(Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 8C_273/2011, E. 5). Die
Parallelisierung steht indessen der Gewährung des höchstzulässigen Abzugs von 25%
nicht entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. September 2008,
9C_677/2008), zumal bereits aufgrund leidensbedingter Einschränkungen ein Abzug
von 25% gewährt werden kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom
17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 mit Hinweisen betreffend "Einhändigkeit").
3.3 In der Beschwerdeantwort räumt die Beschwerdegegnerin ein, dass ein 10%iger
Abzugsgrund insoweit im Raum stehe, als der Beschwerdeführer lediglich noch leichte
Tätigkeiten ausüben könne (act. G 7, Rz 5). In der Tat gaben die Gutachter an, dass
dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht nur noch "körperlich leichte Tätigkeiten"
zumutbar seien (act. G 7.39-13). Da der Beschwerdeführer selbst bei körperlich
leichten Tätigkeiten in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, fällt allein schon aus
diesem Grund ein Abzug in Betracht (Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2011,
9C_648/2010, E. 3.6.4). Bei der Abzugshöhe ist weiter zu berücksichtigen, dass das
mögliche Arbeitsspektrum durch die psychiatrischerseits umschriebenen
Anforderungen ("einfache und angelernte, eher manuelle Tätigkeiten", "die keine
besonders erhöhten Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz, die
emotionale Belastbarkeit oder die sozialen Kompetenzen stellen", act. G 7.39-10)
zusätzlich erheblich eingeschränkt wird, weshalb ein 15%iger Abzug angemessen
erscheint (vgl. BGE 126 V 82 E. 7b und Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar
2014, 9C_796/2013, E. 3.4). Diese Abzugshöhe erscheint umso mehr gerechtfertigt, als
eine Häufung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen (koronare Herzkrankheit,
atypische Angststörung nach Herzinfarkt, leichte bis mittelgradige depressive Episode
bei unbehandelter Angststörung sowie belastungsabhängige Cervicobrachialgie links,
act. G 7.39-12) bestehen, welche die Leistungsfähigkeit einschränken (Urteil des
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Bundesgerichts vom 10. Februar 2011, 9C_617/2010, E. 4.3), und der
Beschwerdeführer trotz ausgewiesener Bemühungen ("während der ganzen Monate
aktiv beworben und war sehr motiviert im Einsatzprogramm") erhebliche
Schwierigkeiten bei der Stellensuche hat (siehe Schlussbericht der beruflichen
Eingliederung vom 27. Dezember 2011, act. G 7.72).
3.4 Aus dem MEDAS-Gutachten ergibt sich nicht, ob der Beschwerdeführer die
Restleistungsfähigkeit ganztags oder bloss noch teilzeitlich verwerten könne (siehe
insbesondere act. G 7.39-10; auch der die gutachterliche Beurteilung bestätigenden
RAD-Stellungnahme vom 18. März 2011 kann diesbezüglich keine Antwort entnommen
werden, act. G 7.43). Dr. C._ hielt beide Varianten für möglich. Allerdings nahm er
einzig aus kardiologischer Sicht Stellung und wies darauf hin, der Beschwerdeführer
sei bei "Ganztages-Arbeit vollständig erschöpft und wird immer
langsamer" (Verlaufsbericht vom 23. April 2012, act. G 7.86-4). Letztlich kann indessen
offen bleiben, ob eine Teilzeittätigkeit unter Berücksichtigung sämtlicher Leiden
realistischer wäre, denn selbst wenn ein Teilzeitabzug gewährt und der Abzug auf 20%
erhöht würde, bliebe dies ohne Einfluss auf die Rentenhöhe (vgl. nachstehende E. 3.6).
3.5 Es bestehen keine weiteren Gesichtspunkte, die sich erhöhend auf den
Tabellenabzug auswirken und die nicht bereits im Rahmen der Parallelisierung
abgegolten wurden.
3.6 Bei einem Tabellenlohnabzug von 15% bzw. 20% resultieren beim Abstellen auf
das von der Beschwerdegegnerin gemäss den Lohnangaben der früheren
Arbeitgeberin (act. G 7.12-9) und entsprechend dem Minderverdienst ermittelte
Einkommen (Fr. 29'860.--, act. G 7.93-2) ein Invalideneinkommen von Fr. 25'381.--
(Fr. 29'860.-- x 0,85) bzw. Fr. 23'888.-- (Fr. 29'860.-- x 0,80), eine Erwerbseinbusse von
Fr. 18'369.-- (Fr. 43'750.-- - Fr. 25'381.--) bzw. Fr. 19'862.-- (Fr. 43'750.-- -
Fr. 23'888.--) und ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 42%
([Fr. 18'369.-- / Fr. 43'750.--] x 100) bzw. 45% ([Fr. 19'862.-- / Fr. 43'750.--] x 100).
Würde zugunsten des Beschwerdeführers ein Prozentvergleich vorgenommen,
resultierten Invaliditätsgrade von gerundet 45% (35% + [65% x 0,15]) bzw. 48% (35%
+ [65% x 0,2]). Da die Gutachter dem Beschwerdeführer seit Februar 2010
("04.02.2010 bzw. "12.02.2010") für die angestammte Tätigkeit eine vollständige
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Arbeitsunfähigkeit bescheinigen (act. G 7.39-13), entsteht der Rentenanspruch in
Nachachtung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG am 1. Februar 2011 (die Anmeldung erfolgte
am 20. Mai 2010, act. G 7.1).
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 19. Juni 2012
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Februar 2011 eine
Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459,
E. 5.2 f.).
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer; vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 25. März 2013, IV 2011/111) als angemessen. Die
Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung erübrigt
sich bei diesem Prozessausgang.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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