Decision ID: cf2493af-8abe-4fd2-a8cb-e1d7fedbfd98
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war seit Januar 2007 als Unterhaltsreinigerin bei der
Y._
AG in
Z._
angestellt, als sie am 28. März 2015 im Ausland verunfallte und sich am linken Fussgelenk verletzte (Urk. 9/5/7 Ziff. 1-6 und 9, Urk. 9/5/20). Die Suva richtete für die Folgen des Unfalles Versicherungs
leis
tun
gen aus (vgl. Urk. 9/5/10-11).
Die Versicherte meldete sich am 27. Juni und erneut am 3. Oktober 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/1, Urk. 9/15). Die Suva stellte ihre Versicherungsleistungen per 1. März 2017 ein, was sie der Versi
cher
ten am 10. Februar 2017 mitteilte (Urk. 9
/23/19-20).
Die Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte am 9. Mai 2017 eine Haushaltabklärung durch (Urk. 9/26 S. 1 oben).
Mit Verfügung vom 28. September 2017 (Urk. 9/37) verneinte
die
IV-Stelle
einen Rentenanspruch. Die vo
n
der Versicherten am 12. Oktober 2017
(Urk. 9/38/3)
dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 26. März 2018
(Verfahren-Nr. IV.2017.01181)
im dem Sinne gut, dass es die V
erfügung vom 28. September 2017 aufhob und die Sache zur ergänzenden Abklärung des Sachverhaltes an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 9/43 S. 10 Dispositiv Ziff. 1).
1.2
Die IV-Stelle holte
in der Folge
medizinische Berichte (Urk. 9/59-60, Urk. 9/64) und ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 16. September 2019 (Urk. 9/76) erstattet wurde
, und zog Akten des Unfallversicherers (Urk. 9/49) zum Verfahren bei. Am
16. April 2020 (Urk. 9/81)
erliess sie
den Vorbescheid. Die Versicherte brachte dagegen Einwände (Urk. 9/85) vor.
Mit Verfügung vom 16. September 2020 (Urk. 9/91 = Urk. 2) verneinte die IV-Stelle erneut einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte
erhob
bei der IV-Stelle Beschwerde (Urk. 1/1) gegen die Ver
fügung vom 16. September 2020 (Urk. 2), die am 23. November 2020 (Urk. 4) auf Wunsch der Versicherten (Urk. 1/2) an das hiesige Gericht weitergeleitet wurde.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 29. Dezember 2020 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
5. Januar 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt im
angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
fest,
gemäss den neu getätigten medizinischen
Abklärungen
wirkten
sich ein
chronisches Schmerzsyndrom nach mehrmaligen Operationen am linken oberen Sprung
ge
lenk sowie ein Zustand nach Arthroskopie des linken Schultergelenkes auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
als Reinigungsmitarbeiterin aus.
Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten mit repetitiven Bewegungen des linken Armes sowie Überkopfarbeiten. Leichte angepasste Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und
Transportieren von
L
asten
von mehr als 5 kg und
ohne Arbeiten in einer Arm
vorhalteposition
seien ihr
jedoch weiterhin zu 100 % zumutbar
. Bezüglich einer allfälligen psychischen Erkrankung bestünden keine Einschränkungen
(S. 2 oben).
Die
Beschwerdegegnerin ermittelte
sodann
nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung für den Erwerbsbereich eine Einschränkung von 5 %. Für den Haushalt habe eine Abklärung vor O
rt keine Einschränkung ergeben, womit ein
Invaliditätsgrad von
total rund 3 %
resultiere
.
Die Beschwerdegegnerin ver
neinte daher einen Rentenanspruch.
Weiter gab sie an,
nachdem
i
n einer ange
passten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, habe die per 2018 erfolgte Änderung in der Berechnung des Invaliditätsgrades keine Auswirkung auf den ermittelten Invaliditätsgrad. Da die Beschwerdeführerin vollumfänglich arbeits
fähig sei, seien
auch
keine beruflichen Mas
snahmen angezeigt (S. 2 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte vor, ihr Gesundheitszustand habe sich in jeder Hinsicht sehr verschlechtert.
Beim
Gehen, Laufen oder bei der Hausarbeit
müsse sie
oft pausieren
. Weiter habe sei einen zu hohen Blutzucker und permanent mit starken Schmerzen zu kämpfen. Sie müsse daher ihre Tochter bitten, ihr beim Haushalt zu helfen. Es bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (Urk. 1/1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin verletzte sich
beim Unfall vom 28. März 2015
am
l
inken
Fussgelenk
(Urk. 9/5/7
Ziff. 2, 4, 6 und 9).
Am 8. April 2015 wurde sie im
Spital A._
operiert (vgl. Urk. 9/5/24-25).
Die
Ärzte des
Spitals A._
stellten im Austrittsbericht vom 10. April 2015 (Urk. 9/5/22-23) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Bimalleolarfraktur
links
-
Status nach Sturz am 28. März 2015 und Erstversorgung mit Gips im
B._
-
Diabetes mellitus
-
chronische Kopfschmerzen
-
Differentialdiagnose: Spannungskopfschmerzen, somatoforme Störung
-
chronische Bauchschmerzen, Differentialdiagnose: Obstipation
-
Adipositas
3.2
Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, stellte im Bericht vom 29.
August
2016
(Urk.
9/13)
folgende Diagnosen (S. 1):
postoperative
retraktile
Kapsulitis
Schulter links mit assoziierten
Myogelosen
Musculus
trapezius
und
periscapulär
links bei
-
Status nach Schulterarthroskopie links mit
Tenodese
der B
izeps
longus
Sehne und
subakromiale
r
Dekompression bei
-
posttraumatischem
subacromialem
Schmerzsyndrom links mit instabiler B
izeps
longus
Sehne
bei Limbus
-Läsion
supero-posterior
SLAP III nach Distorsionstrauma vom 28. März 2015 Schulter links
Dr.
C._
führte
in seiner Beurteilung aus
, es bestehe noch eine
residuelle
Frozen
Shoulder
. Dadurch bedingt werde die AC-Region bei Bewegungen stark belastet und es komme reflektorisch zu einer Irritation im Bereich des AC-Ge
lenkes
. Derzeit stünden Muskelschmerzen über dem
Trapeziusmuskel
und im Be
reich des AC-Gelenkes links im Vordergrund
. Die Patientin sei noch bis Ende Oktober 2016 zu 100 % arbeitsunfähig. Ihre Arbeitsstelle habe sie bereits verloren (S. 2).
3.3
Suva-Kreisärztin Dr. med.
D._
, Fachärztin für Chir
urgie, stellte im Bericht vom 17
. Dezember 2016 (Urk. 9/21)
über die kreisärztliche Untersuchung vom 15. Dezember 2016
folgende Diagnosen (S. 6):
-
Restbeschwerden im Bereich des linken oberen Sprunggelenkes bei Status
nach osteosynthetisch versorgter
Bimalleolarfraktur
im April 2015
, Metall
entfernung im Mai 2016
-
medikamentenpflichtiger Diabetes mellitus
-
chronische Kopfschmerzen
-
Restbeschwerden im Bereich der linken Schulter bei Status nach Schulter
arthroskopie,
subakromiale
r
Dekompression,
Bizepstenodese
Dezember 2015
Dr.
D._
führte weiter aus, die
Schulterbeschwerden seien kreisärztlich bereits im Dezember 2015 als unfallfremd beurteilt worden. Die Metallentfernung vom 10. Mai 2016 sei komplikationslos verlaufen, wobei es im weiteren Verlauf aber zu einer Wundheilungsstörung im Bereich des medialen
Malleolus
mit mehreren
Wunddébridements
gekommen sei (S. 6 unten).
3.4
Dr. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD) der Beschwerdegegnerin, führte
in der Stellungnahme vom 10. April 2017 (Urk. 9/27 S. 4 f.)
aus,
f
ür die Tätigkeit als Putzfrau bestünden funktionelle Ein
schränkungen
.
Für diese Tätigkeit habe
vom
28. März 2015
bis 31. Mai 2016
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
und v
om 12. bis 17. September 2016
von 50
% bestanden.
Seit dem 16. September 2016 bestehe i
n dieser Tätigkeit
bis auf Weiteres
erneut
eine A
rbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätig
keit gemäss Belastungsprofil bes
t
ehe seit dem 1. März 2017 bis auf Weiteres
eine Arbeitsunfähigkeit von 0 %. Dabei seien ü
berwiegend sitzend ausgeübte Tätig
keiten mit leichter Wechselbelastung medizinisch-theore
tisch zu 100
% zumutbar (S. 5 oben).
3.5
Dr. med.
F._
,
Praktische Ärztin
, nannte im Bericht vom 23. Oktober
2018 (Urk. 9/59) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5
):
-
aktivierte Arthrose
im linken oberen Sprunggelenk
-
Status nach Osteosynthese einer
Bimalleolarfraktur
links, April 2015
-
Status nach Metallentfernung, Mai 2016
-
Depression, reaktiv
-
Vitaminmangel, wird substituiert
Dr.
F._
nannte sodann als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Diabetes mellitus, Typ II, eine ch
ronische Gastritis
, eine eingeschränkte Rotation der Halswirbelsäule (HWS) und eine
Foramina
intervertebralia
links (
Ziff. 2.6).
Als Befunde bestünden starke Schmerzen am linken oberen Sprunggelenk, eine
Palpationsdolenz
, eine Gehstörung und ein Schonhinken (Ziff. 2.4).
3.6
Dr. med.
G._
, Fachärztin für Neurologie,
stellte im Bericht vom 24.
Januar 2019 (Urk. 9/64) folgende Diagnosen (S. 2 Ziff. 2.5):
zervikospondylogenes
und
myofasziales
Schmerzsyndrom, anamnestisch zirka
seit März 2015
-
anamnestisch linksbetonte
Zervikalgien
über Schulterdach lateraler Ober- und Unterarm
,
ausstrahlend bis
Dig
. I und III
-
klinisch: obere
HWS
links mit ausgeprägter
Druckdolenz
über Facettengelenke C2-4 links, keine klaren Paresen, sensibles Defizit betont
Dermatom
C6 und 7 beschrieben bei Dysästhesie des gesamten linken Armes
,
Spurling
-Test beidseits
bland
-
MRI HWS vom 23 November 2018: leichte
atlantodentale
Arthrose, leichtgradige Degeneration der Facettengelenke multisegmental,
keine Myelopathie, keine signifikanten
Foram
enstenosen
, dorsale
Spondylophy
ten
C3-7
-
motorische und sensible
Medianus
- und motorische
Ulnaris
-Neuro
graphie links mit Normalbefund,
Nadelmyographie
aus der Kenn
mus
kulatur C5-7 links ohne
Denervationszeichen
-
Status nach Schulterarthroskopie links mit
Tenodese
der Bizeps
lon
gus
Sehne und
subacromialer
Dekompression nach post
traumati
schem
subacromialem
Schmerzsyndrom links
mit instabiler Bizeps
longus
Sehen bei
Limbusläsion
superoposterior
SLAP II nach Distorsions
traums März 2015 der linken Schulter
Dr.
G._
gab zur Arbeitsfähigkeit an, durch das Schmerzsyndrom bestünden
Funktionseinschränkungen. Einseitig die HWS belastende Tätigkeiten wirkten sich
ungünstig aus (S. 3 Ziff. 3.4).
3.7
3.
7
.1
Die Gutachter der
Medas
H._
erstatteten am 16. September 2019 (Urk. 9/76)
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
ein polydisziplinäres Gutachten.
Die fachärztlichen Untersuchungen erfolgten
vom 18. Juni bis 15. August 2019 durch Dr. med.
I._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
Dr. med.
J._
, Dr. med.
K._
,
Fachärztin für
Neurologie
,
Prof. Dr. med.
L._
, Facharzt für Neurologie
,
Dr. med.
M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie d
es Bewegungsapparates, Dr. med. N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(S.
1 f.
Ziff.
1-
2).
Dr.
I._
führte im
internistischen Teilgutachten (Urk. 9/76/14-40)
aus
, die Be
schwerdeführerin
habe w
ährend der Begutachtung immer wieder betont, dass sie
auf keinen Fall mehr
arbeiten könne (S. 18 Ziff. 3.1).
Eine Physiotherapie werde nicht durchgeführt (S. 18 Ziff. 3.2 unten).
Dr.
I._
stellte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Diabetes mellitus Typ 2 und Adipositas (S. 22 Ziff. 6).
Die
Fraktur des
linken
Sprunggelenkes sei fachgerecht versorgt und das Operationsmaterial zeitgerecht wieder entfernt worden. Eine
anschliessende
Wun
dinfektion sei behandelt worden. Hinsichtlich der linksseitigen Schulter
be
schwerden sei eine Arthroskopie durchgeführt und eine Physiotherapie emp
fohlen worden, die von der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht konsequent durchgeführt worden sei. Eine Ende 2018 nachmals verordnete Physiotherapie habe sie nicht in Anspruch genommen. D
ie Hausarbeit werde mit Hilfe des
nicht mehr berufstätigen Ehemann
s
verrichtet
und zwei Töchter und eine Schwie
gertochter stünden
zur
Hilfe bereit
(S. 24 Ziff.
7.2).
Auf internistischem Gebiet fänden sich keine Beeinträchtigungen mit Einfl
uss auf die Leistungsfähigkeit
. Berufliche Ressourcen seien kaum vorhanden
(S. 24 Ziff. 7.4).
3.7
.2
Im neurologischen Teilgutachten (Urk. 9/76/50-73) wurde ausgeführt,
nach den Angaben der Beschwerdeführerin sei es nach der zweiten Operation am Fuss
gelenk und den Revisionen zu einer weiteren
Zunahme
der Schmerzen gekommen und der
Schmerz habe nun auch in den Oberschenkel ausgestrahlt. Die Schul
terschmerzen hätten bereits initial nach dem Sturz bestanden. Aktuell spüre sie den g
esamten linken Arm nicht richtig
und leichte Berührungen des Armes seien schmerzhaft
(S. 10 Ziff. 3.2 unten).
Es bestünden keine Hinweise auf eine Polyneuropathie oder eine traumatische Schädigung des N.
peronaeus
oder N.
tibialis
linksseitig (S. 16 oben).
Die Gutachter stellte
n
keine neurologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten
sie
einen
chronische
n Kopfschmerz
, am ehesten
ein
Spannungskopfschmerz (S. 16
Ziff. 6).
Die Beurteilung der operativen und konservativen Therapie der Sprungg
elenksfraktur müsse orthopädisch erfolgen (S. 17 Ziff. 7.2 oben).
Es werde von einer neuropathischen Schmerzkomponente im Bereich der Operationsnarbe des linken Sprunggelenks am medialen und lateralen Knöchel ausgegangen. Hierfür spreche die brennend-stechende Schmerzqualität mit zusätzlich stromschlag
arti
gen Sensationen und eine
Allodynie
und Hyperalgesie in eben diesem Bereich (S.
17 Ziff. 7.2 Mitte).
Die Angaben der Beschwerdeführerin deckten sich grösstenteils mit der Akten
lage. Es bestehe jedoch
eine Diskrepanz zwischen der Aussage, dass
sie
stets alle Anweisungen der Ärzte befolgt habe
,
und der dokumentierten Ablehnung von Physiotherapie sowie einer psychiatrischen Anbindung beziehungsweise
dem Fehlen
einer neuropathischen Schmerzmedikation. Konsistent erschienen die Ein
schränkungen bez
üglich der Haushaltstätigkeit, die Angaben zum
Tagesablauf sowie
zur
sozialen Teilhabe (
S. 19 Ziff. 7.3 oben). Es liege keine neurologische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Die Kopfschmerzen
hätten
akten- und eigenanamnestisch
keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
(S. 21 Ziff. 8 oben).
3.7.3
Dr.
M._
führte im orthopädischen Teilgutachten (Urk. 9/76/76-92) aus, die Beschwerdeführerin habe überall Schmerzen
angegeben
,
in den Beinen beidseits, im Rücken und in der linken Schulter (S. 5 Ziff. 3.1).
Im rechten Bein bestehe in Ruhe ein Schmerz von 4-5 auf d
er
VAS-Skala und bei Belastung von 5. Im linken Bein betrage der Schmerz sowohl in Ruhe als auch bei Belastung 7-8
auf
der Schmerzskala. Im Rücken habe sie im Bereich der Lendenwirbelsäule gürtel
för
mige, stechende Schmerzen. Manchmal habe sie auch keine Schmerzen.
In Ruhe werde ein Schmerz von 3-4 und bei Belastung von 2-5 angegeben.
Weiter habe sie täglich Schmerzen in der linken Schulter und der linke Arm sei taub. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass
sie bereits nach dem Treppensturz im März 2015 Schmerzen in der linken Schulter angegeben habe.
Sie
sei darauf
hingewiesen worden, dass diese Angaben so nicht in den Akten erscheinen würd
en
(S. 5 Ziff. 3.2 unten).
Das An- und Ausziehen sowie die restlichen Körperbe
we
gungen im Rahmen der körperlichen Untersuchung seien etwas verlangsamt, aber ohne Schmerzäusserungen erfolgt
. Beim Sitzen von über einer Stunde sei es nicht zu einer Bewegungsunruhe gekommen
(S. 8 Ziff. 4.1).
Dr.
M._
nannte als orthopädische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 Ziff. 6.1):
-
Schmerzsyndrom chronisch, nach mehrmaligen Operationen am linken oberen Sprunggelenk ab April 2015 und
Arthroskopie
des linken Schulter
gelenkes im Dezember 2015
-
linksseitig mässige Arthrose des oberen Sprunggelenks, schwere
Talonavi
kular-Arthrose
und leichte degenerative Veränderungen im Bereich des unteren Sprunggelenks und
calcaneocuboidal
-
muskuläre
Dysbalance
Der Gutachter
stellte keine Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 Ziff. 6.2).
Nach dem Unfall im März 2015
habe die Beschwerdeführerin
im
April 2015 eine Plattenosteosynthese
erhalten
. Der Heilverlauf werde als schwierig
beschr
i
eben mit persistierenden Schmerzen. Gemäss den Akten seien im Herbst 2015 Schmerzen an der linken Schulter hinzugekommen. Aus den Akten gehe nicht eindeutig hervor, ob die Schmerzen durch den Sturz im März 2015
oder
durch das Gehen an Gehstützen, wohl bei degenerativer Vorschädigung
,
ausgelöst
worden seien
. Im Dezember 2015 sei eine Arthroskopie der linken
Schulter durch
geführt worden. I
m Mai 2016
sei das Material aus dem linken oberen Sprung
gelenk entfernt worden. Hierbei sei es zu einem Wundinfekt gekommen
, so dass eine Nachoperation erfolgt sei
(S. 11 f. Ziff. 7.1).
Die
Beschwerdeführerin
habe im Rahmen der Exploration
ein weinerliches
Zur
s
chaustellen
und ein
e teilweise nicht kooperative
und provokativ
e Zusammen
ar
beit
gezeigt.
Ein schmerzverzerrter Gesichtsausdruck habe während der gesam
ten Exploration nicht bestanden
(S. 12 Ziff. 7.3).
Die Beschwerdeführerin
absol
viere zu Hause keine Übungen,
liege teilweise bis zu drei Tage im Bett und sei körper
lich
dekonditioniert
(S. 13 oben).
In
der bisherigen Tätigkeit als Unter
halts
reinigerin
sei
sie
von orthopädischer Seite zu 50 % arbeitsfähig. In einer optimal angep
assten Tätigkeit sei sie zu 100
% arbeitsfähig. Dies
e
beinhalte eine leichte bis mittelschwere körperliche Wechseltätigkeit. Zu vermeiden seien Zwangshal
tungen, repetitives Heben und Tragen, häufiges Knien und Kauern, häufiges Steigen auf Treppen und Leitern und Überkopfarbeit
en
(S. 14 Ziff. 8). Die Haus
haltabklärung vom 9. Mai 2017 habe gezeigt, dass im Haushalt keine Einschrän
kung vorg
elegen habe
. Es werde eine erneute Haushaltabklärung empfohlen
(S. 16
Ziff. 8.1 Mitte).
3.7.4
Dr.
N._
führte im psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 9/76/93-116) aus,
die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie
i
m Haushalt wenig machen
könne
. Ihr Mann, ihre
Tochter und die Schwiegertochter würden ihr helfen (S. 6 Ziff. 3.2.1.3). Sie sei nicht in psychiatrischer Behandlung gewesen (S.
6 Ziff.
3.2.1.4). Die Beschwerdeführerin sei im Alter von etwa 33
Jahren in die Schweiz gekommen und habe
bis 2015 gearbeitet
. Sie habe stets in der Reinigung gearbeitet
(S. 7 Ziff. 3.2.7).
Die Beziehungen zu den Kindern und den Verwandten seien in Ordnung. Man helfe sich gegenseitig und fahr
e einmal im Jahr in
s Heimatland in den Urlaub
(S. 7
Ziff. 3.2.8).
Die Auffassung, die Konzentration, die Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien im klinischen Gespräch nicht relevant beeinträchtigt gewesen. Das Denken sei geordnet
gewesen
und
es hätten
keine Störungen
im Sinne von gehemmt, ver
langsa
mt, umständlich oder eingeengt vorgelegen
(S. 9 Ziff. 4.3.2.1 oben).
Hin
weise auf Sinnestäuschungen hätten nicht bestanden (S. 9 Ziff. 4.3.21 unten).
Weiter hätten
auch
keine Hinweise auf Störungen
bestanden
im Sinne eines sozialen Rückzugs
, einer sozialen Umtriebigkeit oder von
Aggressivität oder Selbstschädigung (S. 10 oben).
Aus psychiatrischer Sicht
bestünden keine Gründe, die mit einer reduzierten Arbeitsfähigkeit einhergehen würden (S. 11 Ziff. 4.3.2.2
oben).
Diagnostisch fänden
sich keine
Hinweise auf Störungen aus dem Bereich F2 nach ICD-10 (S. 12 Ziff. 6.1 oben). Hinweise auf ein aktuelles Depressionsgeschehen oder ein erhöhtes Depressionsrisiko seien
ebenso
nicht zu finden (S. 12 Ziff. 6.1 unten). Es bestehe der Eindruck einer gewissen Selbstlimitierung und einer als
legitim erlebten finalen Entschädigungshaltung. Nach Jahren der Nicht-Partizi
pa
tion am Arbeitsmarkt und des Zurückziehens auch bezüglich häuslicher Pflichten dürften Effekte der
Dekonditionierung
eingetreten sein, sowohl auf somatischer als auch psychischer Ebene (Vergesslichkeit
)
. Das Schonverhalten erscheine aus
geprägt und ein sekundärer Krankheitsgewinn nicht ausgeschlossen (S. 13 oben).
Ressourcen dürften im Familienverband bestehen. Es scheine, dass die Defizite der Explorandin von familiärer Seite kompensiert würden (S. 14 Ziff. 6.2.4). Die Erwerbsbiographie sei gekennzeichnet vom Abbruch der beruflichen Tätigkeit nach dem Unfall im Jahr 2015 (S. 15 Ziff. 7.1 oben). Der soziale Kontakt erscheine
nicht in erwerbsrelevantem Ausmass gestört. Psychosoziale Faktoren stünden durch
aus im Vordergrund (S. 15 Ziff. 7.1 unten). Ein
e Bereitschaft zur Verän
de
rung scheine
nicht gegeben zu sein und e
ine
Leistungsmotivation
sei nicht zu erkennen (S. 16 Ziff. 7.3 oben).
Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine relevanten funktionellen Einschrän
kungen (S. 17 Ziff. 7.3 oben). Störungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
lägen nicht vor
(S. 17 Ziff. 7.4.1 oben) und ein
eigenständiges psychiatrisches Leiden sei nicht zu erkennen (S. 18 Ziff. 7.4.2.1). Als invaliditätsfremde Faktoren bestünden eine mehrjährige Absenz vom Arbeitsplatz, ein fortgeschrittenes Alter,
das Fehlen einer
Ausbildung, mangelnde Sprachkompetenzen, ein niedriges Bil
dungsniveau und körperliche Einschränkungen (S. 19 Ziff. 7.4.4 oben). In der bis
herigen Tätigkeit resultiere eine effektive Arbeitsfähigkeit von etwa 100 % (S. 22 Ziff. 8.1.4).
3.7.5
Die Gutachter stellten gesamthaft (Urk. 9/76/
2
-13) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. 4.2):
-
Schmerzsyndrom chronisch, nach mehrmaligen Operationen am linken oberen Sprunggelenk ab April 2015 und Arthroskopie des linken Schultergelenkes im Dezember 2015
-
l
inksseitig mässige Arthrose des oberen Sprunggelenks, schwere
Talona
vikular-Arthrose
und leicht
e
degenerative Veränderungen im Bereich des unteren Sprunggelenks und
calcaneocuboidal
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie:
-
muskuläre
Dysbalance
-
Verhaltensauffälligkeit in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren (ICD-10 F54)
-
chronischer Kopfschmerz im Sinne eines Spannungskopfschmerzes
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Adipositas
Im Vordergrund der Beeinträchtigungen stehe eine erhebliche
Dekonditionierung
auf somatischem und psychischem Gebiet.
Die Belastbarkeit des linken oberen Sprunggelenks sowie des linken Schultergelenkes sei leichtgradig eingeschränkt, vor allem für repetitive Tätigkeiten. Das Schonverhalten erscheine ausgeprägt. Ein sekundärer Krankheitsgewinn sei nicht ausgeschlossen und es bestehe eine gewisse Selbstlimitierung (S. 8 Ziff. 4.3). Es seien psychosoziale Belastungen vor
handen wie finanzielle Belastungen, ein somatisches Krankheitsmodell mit fehlender Integration von psychosozialen Aspekten im Behandlungskonzept, eine
Somatisierungstendenz
und eine sekundäre Symptomausweitung. Ressourcen seien eine stabile familiäre Situation. Urlaubsreisen würden unternommen. Eine Hilfe sei vorhanden. Berufliche Ressourcen bestünden allerdings nicht (S.
8 Ziff.
4.5). Eine früher beschriebene leichte Polyneuropathie lasse sich elektro
phy
sio
logisch nicht bestätigen.
Die Anamneseerhebung habe sich teilweise schwierig gestaltet. Die Beschwerdeführerin habe sich nicht immer auskunftswillig gezeigt bei einem zum Teil weinerlichen
Z
ur
s
chau
stellen
der Beschwerden.
Entgegen ihren Angaben habe sie ärztliche Anweisungen bezüglich Physiotherapien nicht befolgt (S. 8 f. Ziff. 4.6).
Aus orthopädischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit vormittags für zwei Stunden und nachmittags für zwei Stunden zumutbar. Somit ergebe sich für diese Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Eine angepasste Tätigkeit sei ohne weitere Leistungseinschränkung zu 100 % in vollem zeitlichem Umfang zumutbar (S. 9 Ziff. 4.7 und 4.8). Aus orthopädischer Sicht sei ein ambulantes Kraft- und Kon
ditionstraining zur Beseitigung der bereits eingetretenen körperlichen
Dekon
di
tionierung
zu empfehlen. Eine Rehabilitation in einer auf
muskuloskelettale
Beschwerden spezialisierten Klinik
über zwei bis drei Wochen könnte
ebenfalls schmerzli
ndern wirken (S. 9 Ziff. 4.10).
3.8
RAD-Arzt Dr.
E._
nahm am 4. Oktober 2019 (Urk. 9/80 S. 7) Stellung zum Gutachter der
Medas
H._
vom 16. September 2019. Er führte aus, es werde empfohlen, der Beurteilung durch die Gutachter zu folgen. Als Dia
gnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein chro
nisches Schmerzsyndrom nach mehrmaligen Operationen am linken oberen Sprunggelenk mit mässiger Arthrose des oberen Sprunggelenks, schwerer
Talon
a
vikular
-Arthrose
und leichten degenerativen Veränderungen im Bereich des unte
ren Sprunggelenks u
nd
calcaneo-cuboidal
sowie ein
Zustand nach Arthros
kopie des linken Schultergelenkes im Dezember 2015.
Als Diagnosen ohne dau
erhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine muskuläre
Dysba
lance
, eine Verhaltensauffälligkeit in Verbindung mit Störungen und Faktoren (ICD-10 F54), ein chronischer Kopfschmerz im Sinn ein
es Spannungskopf
schmer
zes, ein
Dia
betes mellitus Typ 2 und Adipositas (S. 7 oben).
In der bisherigen Tätigkeit als Putzfrau bestehe seit dem 27. Juni 2016 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. (S. 7 Mitte). Tätigkeiten mit repe
titiven Bewegungen des linken Armes sowie Überkopfarbeiten seien nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit jeher eine Arbeitsun
fähig
keit von
0
%. Als Belastungsprofil seien der Beschwerdeführerin leichte ange
passte Tätigkeiten möglich ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten
von mehr als 5 kg
und ohne beidseitiges Arbeiten
in einer
Armvorhalteposition (S. 7 unten).
3.9
Dr.
F._
führte
im
Bericht vom 5. Februar 2020 (Urk. 9/
84) aus, die Be
schwer
deführerin sei seit 2006 bei ihr in Behandlung. Aufgrund einer akuten Depression, multiplen Gelenksschmerzen (Arthrosen, Frakturen) und eines Diabetes mellitus sei die Beschwerdeführerin bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Die Prog
nose sei schlecht.
4.
Die Beschwerdegegnerin führte am 9. Mai 2017 eine Haushaltabklärung durch (Urk. 9/26 S. 1 oben).
Die Abklärungsperson
gab
im Bericht vom 9.
Mai
2017 (Urk. 9/26 S.
1
unten)
an
, als Diagnosen bestünden ein Zustand nach Sturz auf einer Treppe im März 2015 und ein Zustand nach Distorsionstrauma der linken
Schulter vom März 2015 (S. 1 Ziff. 1). Die Beschwerdeführerin habe erklärt, dass es ihr nicht gut gehe. Sie leide unter starken Schmerzen am linken Fuss und sei mehrfach am inneren und äusseren Fussgelenk operiert worden. Zusätzlich habe sie zwei Wundinfektionen erlitten. Weiter leide sie unter Schmerzen an der linken Schulter (S 2 Ziff. 1 oben).
Die Beschwerdeführerin habe
bei
der Anstellung als Putzfrau bei der
Y._
AG von Juli 2008 bis April 2016 ein Pensum von 57 % ausgeübt (S. 2 Ziff. 2.2). Im Juli oder August 2015 habe sie bei der
Y._
AG einen Arbeitsversuch unternommen. Sie habe diesen abbrechen müssen, da sie an einer Infektion im Fuss zu leiden begonnen habe (S. 2 Ziff. 2.3). Die Be
schwer
deführerin
würde
bei guter Gesundheit weiterhin der Tätigkeit als Reinigungskraft bei der
Y._
AG nachgehen.
Am Arbeitspensum hätte sie nichts verändert (S. 3 Ziff. 2.5). Die Abklärungsperson legte die Qualifikation daher da
hingehend fest, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 57 % erwerbs
tätig und zu 43 % im Haushalt tätig wäre. Das Ehepaar sei auf einen monatlichen finanziellen
Zustupf
angewiesen. Es sei daher nachvollziehbar, dass die Be
schwerdeführer die Tätigkeit bei guter Gesundheit beibehalten hätte (S. 3 Ziff. 2.6 und 2.6.1).
Die Abklärungsperson verneinte für die Bereiche wie Haushaltführung, Ernäh
rung
, Wohnungspflege
, Wäsche und Kleiderpflege
etc. eine Einschränkung
(S. 5 ff.)
. So werde etwa der Abfall vom Ehemann nach draussen gebracht (S
.
5
Ziff. 6.2). Bezüglich
der
Wohnungspflege sei es der Beschwerdeführerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar, die Tätigkeiten auszuführen, die sie ver
richten könne. Ein verlangsamtes Arbeiten oder das Arbeiten in Etappen sei hierbei zumutbar. So sei es ihr zumutbar, das Badezimmer mit entsprechenden Reinigungsmitteln zu reinigen, um starkes Wischen vermeiden zu können
. Die Hilfe des Ehemannes bei der Bodenpflege, dem Fensterputzen etc. sei im Rahmen der Mitwirkung im Haushalt zumutbar
(S
. 6 Ziff. 6.3). Die Abklärungsperson wies für den Haushalt
gesamthaft
eine Einschränkung von 0 % aus (S. 7 Ziff. 6.8).
5.
5.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systemati
siert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E.
4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E.
4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
5.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.5
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode d
er Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE
144
I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
(vgl. Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
sind die per
sön
lichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfälli
ge
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruf
lichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hy
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125
V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2 mit Hinweisen
)
5.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der pro
zentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
5.7
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
6.
6.1
Die Gutachter
der
Medas
H._
nannten im Gutachten vom 16.
September 2019 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Schmerzsyndrom chronisch, nach mehrmaligen Operationen am linken oberen Sprunggelenk ab April 2015 und Arthroskopie des linken S
chulter
gelenkes im Dezember 2015
-
linksseitig mässige Arthrose des oberen Sprunggelenks, schwere
Talo
na
vikular-Arthrose
und leicht
e
degenerative Veränderungen im Bereich des unteren
Sprunggelenks und
calcaneocuboidal
Die Gutachter nannten sodann als Diagnosen ohne Auswi
rkung auf die Arbeits
fähigkeit ein
e
muskuläre
Dysbalance
,
eine
Verhaltensauffälligkeit im Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren,
ein
en
chronische
n
Kopfschmerz im Sinne eines Spannungskopfschmerzes,
einen
Diabetes mellitus Typ 2 und Adi
po
sitas (E. 3.7.5 hiervor). Die Gutachter kamen zur Einschätzung, dass in der ange
stammten Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin aus orthopädischer Sicht eine
einge
schränkte
Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe. In einer
angepassten
Tätigkeit
bestehe dagegen
eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
(E. 3.7.5).
Die Hausärztin der Beschwerdeführerin
erwähnte
im Bericht vom 5. Februar 2020
demgegenüber
unter anderem eine akute Depression und attestierte
abweichend
zum Gutachten der
Medas
H._
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(E. 3.9).
Die
Haushaltabklärung vom 9. Mai 2017
ergab
keine Einschränkung im Haushalt (vorstehend E. 4).
6.2
Das Gutachten
der
Medas
H._
vom 16. Dezember 2019 erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens. Es
erweist sich als umfassend,
beruht auf den erforderliche
n fachärztlichen Unter
suchungen,
wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und
den
geklagten Beschwerden wurde ausreichend Rechnung getragen.
Die Gutachter legten
gestützt auf die erhobenen Befunde
in überzeugender Weise
dar, dass aus orthopädischer Sicht Einschränkungen
im Wesentlichen
aufgrund eines
chroni
sche
n
Schmerzsyndroms
und degenerativer Veränderungen
im linken Sprungge
lenk
bestehen
.
Im Übrigen verneinten sie
jedoch
eine
massgebliche
funktionelle Einschränkung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Das Gutachten vermag
damit
auch hinsichtlich der
Darlegung der
medizinischen Situation und der
Schlussfolgerungen der Gutachter zu überzeugen.
In psychiatrischer Hinsicht
ermöglicht es die
Durchführung eines
strukturieren Beweisverfahrens.
Die
von Dr.
F._
angegebene
akute Depression
(vgl. E. 3.9)
wurde
von Dr.
N._
im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung
nicht festgestellt. Nachdem
diese nur
wenige Monate
vor dem Bericht von Dr.
F._
vom 5. Februar 2020
erfolgte
, hätte eine
depressive
Störung
beziehungsweise eine allfällige
psy
chiatrische
Verschlechterung
bei der
psychiatrischen Begutachtung
an sich
fest
gestellt werden müssen
.
Ein Grund für eine erneute psychiatrische Abklärung besteht daher nicht
und
es kann auf das Gutachten der
Medas
H._
abgestellt werden.
Dies hat umso mehr zu gelten, als dass Dr.
F._
keinerlei depressionsspezifische Befunde nannte (vgl. Urk. 9/84) und sie bereits im Oktober 2018 eine Depression diagnostizierte (Urk. 9/59/3), welche gutachterlich nicht bestätigt werden konnte.
6.3
Auf den Haushaltabklärungsbericht vom 9. Mai 2017 kann ebenfalls abgestellt werden. Gutachterin Dr.
I._
bestätigte,
dass
die Hausarbeit
unverändert
im Wesentlichen durch den Ehemann der Beschwerdeführerin
und weitere Familien
mitglieder
erl
edigt werde (E. 3.7.1 hiervor). Dies spricht für einen unveränderten Sachverhalt seit der Abklärung vom Mai 2017.
Des Weiteren
ist der Beurteilung durch die Gutachter zu folgen. Auf die von der Hausärztin attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % kann dagegen nicht abge
stellt werden. Dr.
F._
begründete die Angabe einer akuten Depression
und die von ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit
in ihrem Bericht nicht weiter
, wobei sie
– wie bereits erwähnt -
schon im Bericht vom 23. Oktober 2018 eine reaktive Depression diagnostiziert hatte (E. 3.5 hiervor)
.
Die
im Bericht vom 5. Februar 2020 zudem
erwähnten multiplen Gelenkschmerzen und ein Diabetes mellitus waren den Gutachtern bekannt. Schliesslich
ist auf die Erfahrungstatsache hin
zuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrecht
lichen Vertrauens
stellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 313 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen be
handelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom 6. April 2005 E. 5.5).
6.
4
Der psychiatrische Gutachter gab an, dass bei
d
er klinischen Untersuchung bei
spielsweise
die Auffassung, die Konzentration, die Merkfähigkeit und das Ge
dächtnis im klinischen Gespräc
h nicht relevant beeinträchtigt
gewesen
seien
.
Er
verneinte sodann
das Vorliegen
einer psychiatrischen Störung
und
sah keine
Gründe für eine
aus psychiatrischer Sicht
reduzierte
Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 3.7.4). Der diagnoserelevante Befund erweist sich
somit
als nicht schwerwie
gend ausgeprägt.
Gemäss den
Angaben der Beschwerdeführerin erfolgte bislang keine psychiatrische Behandlung (E. 3.7.4).
Ebenso wurden v
erordnete Physio
therapien von der Beschwerdeführerin
offenbar
ungenügend
wahr
genommen
(E.
3.7.2 hiervor).
Beim Komplex «Gesundheitsschädigung» ist daher zu berück
sich
tigen, dass m
edizinische Behandlungen bislang
nicht ausreichend wahrge
nommen wurden.
Nach Einschätzung durch die Gutachter der
Medas
H._
verfügt die Beschwerdeführerin über gewisse Ressourcen durch die Familienmitglieder, von denen sie Unterstützung
etwa bei den Arbeiten im Haushalt
erhält. In beruf
liche
r
Hinsicht
bestehen dagegen
praktisch keine
Ressourcen.
Zur Prüfung der Konsistenz ist zu sagen, dass der Beschwerdeführerin trotz der geklagten Be
schwerden Ferienreisen möglich sind
(E. 3.7.4)
. Nach Prüfung der Standard
indi
katoren ist eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer beh
inderungsangepassten Tätigkeit
aus psychiatrischer Sicht
zu bestätigen.
Der medizinische Sachverhalt erweist
sich
somit als dahingehend erstellt, dass in der angestammten Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin eine eingeschränkte Arbeits
fäh
igkeit von 50 % und
in einer angepassten Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit
von 100 % besteht.
6.
5
Nachfolgen
d
ist von der im
Abklärungsbericht vom 9. Mai 2017 getroffenen Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätig
e
mit einem Anteil von 57 % im Erwerbsbereich und 43 % im Haushalt
auszugehen
, zumal sich diese aus den Akten ergibt und sie nicht bestritten wurde
.
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung für den Erwerbs
bereich darauf ab, dass die Beschwerdeführerin weiterhin als U
nterhaltsreinigerin gearbeitet
und sie im Jahr 2016
mit
einem Teilzeitpensum von 57 %
ein Ein
kommen von Fr. 29'596.-- erzielt hätte
. Sie errechnete im Erwerbsbereich eine Einbusse von 5 %
(Urk. 2 S. 2 oben
, Urk. 9/80/10
).
Darüber hinaus
führte die Beschwerdegegner
in
eine Berechnung anhand des ab 1. Januar 2018 geltenden Berechnungsmodells durch und kam zu demselben Ergebnis
(Urk. 9/80/10; vgl. vorstehend 5.6).
Die von der Beschwerdegegnerin durchgeführten Berechnungen sind nicht zu beanstanden und wurden auch nicht bestritten. Damit resultiert b
ei einer Ein
schränkung von 5 % für den Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 2.85 % (5 % x 0.57). Die Haushaltabklä
rung ergab keine Einschränkung, so dass sich ein Invaliditätsgrad von total rund 3 % ergibt.
6.
6
Zusammenfassend besteht bei einem Invaliditätsgrad von rund 3 % kein
An
spruch auf eine Invalidenrente und d
ie Beschwerdegegnerin hat einen Renten
an
spruch zu Recht verneint.
Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr. 700.-- festzulegen und der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.