Decision ID: 8b12626a-2f62-5a64-afbb-a0008238c9af
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die 1978 geborene dominikanische Staatsangehörige E._ (im Folgenden: Gesuchstellerin) beantragte am 16. Oktober 2006 bei der Schweizerischen Botschaft in Santo Domingo ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt bei ihrer Schwester und ihrem Schwager A._ und H._ (im Folgenden: Gastgeber bzw. ) in Benken (SG). Die Schweizer Vertretung lehnte die  des Visums formlos ab und überwies das Gesuch der Vorinstanz zum Entscheid.
B. Nachdem das Ausländeramt des Kantons St. Gallen bei den  ergänzende Auskünfte eingeholt hatte, verweigerte die Vorinstanz in einer Verfügung vom 15. November 2006 die nachgesuchte . Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die  und fristgerechte Wiederausreise könne angesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage im Herkunftsland sowie der persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin (sie habe keine  und familiären Verpflichtungen) nicht als gesichert  werden.
C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 27. November 2006 (Datum des ) beantragen die Gastgeber beim damals zuständigen  Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Bewilligung des Einreisegesuchs. Zur Begründung machen sie sinngemäss geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Wiederausreise nach einem  wäre nicht gesichert. Die Gesuchstellerin habe keinerlei Interesse, sich in der Schweiz niederzulassen. Sie habe eine Ausbildung  und damit eine gute Ausgangslage für eine berufliche Laufbahn in Santo Domingo geschaffen, die sie nicht verlieren möchte.  hätte sie in der Schweiz kaum eine Chance, eine "vernünftige" Tätigkeit ausüben zu können. Sie selbst (die Beschwerdeführer) seien seit nunmehr neun Jahren verheiratet, integer und hätten noch nie  eingeladen.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Dezember 2006 spricht sich die Vor-
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instanz für eine Abweisung der Beschwerde aus. Es bestehe kein , an der Integrität der Beschwerdeführer zu zweifeln. Für die  einer fristgerechten Wiederausreise seien aber die Verhältnisse auf Seiten der Gesuchstellerin ausschlaggebend. Letztere sei jung und unverheiratet und könne insgesamt keine Gewähr für eine  und anstandslose Wiederausreise bieten.
E. In einer Replik vom 22. Februar 2007 halten die Beschwerdeführer an ihren Rechtsbegehren und deren Begründung fest. Sie weisen darauf hin, dass die Gesuchstellerin ihre Ausbildung abgeschlossen und für die Zeit nach dem Besuchsaufenthalt in der Schweiz bereits eine  habe. Mit der Replik reichten die Beschwerdeführer eine  (spanisch abgefasst und in Form einer Faxkopie) zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend  der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.1 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes bereits beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom  übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach  Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. Das Urteil des  ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
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2. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die  vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das  Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem  Recht. Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und  von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).
3. Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu  (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 Abs. 1 aVEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und  der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).
3.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und  die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte  zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).
4. Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise in
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die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die  und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit  respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
4.2 Nach mehr als zehn Jahren starken Wachstums und grosser  geriet die Dominikanische Republik im Jahre 2003 in eine schwere Wirtschaftskrise. Zu dieser Krise trug unter anderem die  einer der grössten Geschäftsbanken bei. Die Inflationsrate  allein in diesem Jahr 42,7%. Die Wirtschaftskrise traf die  empfindlich; in diesem Zeitraum stieg der Anteil der unter der  lebenden dominikanischen Bevölkerung um 582'278 auf 5,71 Mio., bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 9 Mio. (Quelle: www.auswaertiges-amt.de , Stand März 2006). Die Krise konnte zwar inzwischen überwunden werden, und die Dominikanische Republik  seit 2005 wiederum hohe Wachstumsraten wie in den 90er . Die Arbeitslosenquote sank seit 2005 und betrug im Jahre 2006 noch knapp 16,2%. Diese erfreuliche Entwicklung vermag aber nicht darüber hinweg zu täuschen, dass sich die wirtschaftliche Situation der bedürftigen Schichten noch nicht spürbar verbessert hat. Deshalb wächst auch die Kritik der Bevölkerung, da das hohe Wachstum bisher nicht ausgereicht hat, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, d.h. im  von 2004 bis 2006 nur gerade 286'000 (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand Februar 2008, besucht am 14.  2008). Vor allem in der jüngeren Bevölkerung ist aufgrund der nach wie vor ungünstigen Lebensverhältnisse ein starker  feststellbar. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland vieler  im erwerbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren  eine (neue) Existenz aufbauen möchten. Diese  zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss dort noch begünstigt,
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wo bereits ein soziales Beziehungsnetz (Verwandte, Freunde) im  besteht.
5. Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine  und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer  oder einem Gesuchsteller im Heimatland beispielsweise eine  berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Antragstellerinnen und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen  haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
5.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 29-jährige, ledige Frau. Über ihre familiären Verhältnisse ist nur gerade bekannt, dass ihr Vater und - mit Ausnahme der in der Schweiz lebenden  - ihre Geschwister in der Dominikanischen Republik leben. Ob die Gesuchstellerin alleine oder zusammen mit Familienangehörigen wohnt, ist aufgrund der Akten nicht eruierbar. Jedenfalls sind bei ihr keine engen familiären Bindungen oder gar Verpflichtungen , welche die Prognose einer fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt begünstigen würden.
5.2 Auch in den beruflichen und damit wirtschaftlichen Verhältnissen sind keine Besonderheiten erkennbar, welche den Gedanken an eine Emigration gar nicht aufkommen liessen. Zum Zeitpunkt der  befand sich die Gesuchstellerin noch in Ausbildung (Laborantin), so aus ihrem persönlichen Einreisegesuch und aus  Antwortschreiben der Beschwerdeführerin an das Ausländeramt des Kantons St. Gallen, datiert vom 6. November 2006, zu schliessen. In der Replik wurde dann geltend gemacht, die Ausbildung sei  abgeschlossen und die Gesuchstellerin habe für die Zeit nach ihrem Besuchsaufenthalt in der Schweiz bereits eine Arbeitsstelle. Die in diesem Zusammenhang edierte Arbeitgeberbescheinigung (Fax,  vom 20. Februar 2007) bescheinigt, dass die Gesuchstellerin  seit Anfang Februar 2005 für das "Centro Odontológico Dra. Iara Contreras" in der Funktion als Dentalassistentin arbeite. Die  steht damit in einem gewissen Widerspruch zu den erwähnten
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früheren Auskünften. Wie dem auch sei; selbst wenn die  heute einer Erwerbstätigkeit nachgehen sollte, könne allein aus diesem Faktum noch nicht auf langjährige, stabile berufliche  geschlossen werden, die eine Emigration als unwahrscheinlich erscheinen liessen.
5.3 Vor dem aufgezeigten persönlichen und allgemeinen Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine  Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht.
6. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die  Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
(Dispositiv S. 8)
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