Decision ID: ca209771-b50c-4bab-87f3-3c08712ebf92
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968,
arbeitete seit Juli 2002 als
Betriebs
mitarbeiterin
vor
erst bei
der
Y._
und ab Mai 2010 beim
Z._
(
Urk. 7/1/6,
Urk. 7/9
,
Urk. 7/12/7
)
. A
m 12. April 2017
meldete sich die Versicherte
mit Hin
weis auf
Beschwerden psychischer und physischer Art
bei der
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1).
Im Rahmen ihrer Abklärungen führte die IV-Stelle am 10. Mai 2017 ein Standortge
spräch durch (Urk. 7/10).
Das Arbeitsverhältnis
wurde von Seiten
der Arbeitge
berin
per Ende Juli 2017 gekündigt (Urk. 7/12/7).
Mit Mitteilung vom 12. Juni 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen möglich seien und ihr Rentenanspruch geprüft werde (Urk. 7/14).
Nachdem sich die Versicherte bereits vom
9.
März bis 1
3.
April 2017 stationär in Behandlung befunden hatte (
Urk.
7/13/2), absolvierte sie v
om 30. Oktober bis am 18. Dezember 2017
erneut
einen stationären Aufenthalt in der
A._
(
Urk. 7/21) und
war
vom 29. Januar bis am 27. April 2018 gleichenorts
in
tagesklinische
r
Behandlung (Urk. 7/35).
Nachdem die IV-Stelle das Dossier
ihrem
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellung
nahme vorgelegt hatte (Stellungnahmen vom 4. Dezember 2018 [Urk. 7/59/6] und vom
19. Juni 2019 [Urk. 7/59
/8-9]), stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Juni 2019 die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 7/60).
Dagegen erhob die Versicherte am 11. Juli 2019 Einwand (Urk. 7/61) und begrün
dete diesen mit Eingabe vom 8. August 2019 (Urk. 7/65). Mit Verfügung vom 5. September 2019 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 2 = Urk. 7/67).
2.
A
m 16. September 2019
erhob die Versicherte
Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 5. September 2019 aufzuheben und ihr eine Rente zuzuspre
chen. Eventualiter beantragte
sie
die Rückweisung der Angelegenheit zur weite
ren Abklärung der Leistungsfähigkeit an die IV-Stelle (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwer
deantwort vom 23. Oktober 2019 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei im Sinne einer Rückweisung zur weiteren Abklärung
teilweise gutzuheissen
(Urk. 6). Mit Eingabe vom 14. November 2019 nahm die
Beschwerdeführerin
– aufforde
rungsgemäss (Urk. 8) – zur Vernehmlassung der
Beschwerdegegnerin
Stellung. Sie
stellte neu den Antrag
, die Angelegenheit sei insofern an die
Beschwerdegeg
nerin
zurückzuweisen, als dass die
Beschwerdegegnerin
ihr
eine ganze Rente zuspreche und gleichzeitig die Auflage erhalte, eine geeignete Massnahme zu ergreifen, welche einerseits die Leistungsfähigkeit beurteilen lasse und anderer
seits einen Versuch zur Integration in den Arbeitsprozess enthalte (Urk. 9).
Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete daraufhin auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 11), worüber die
Beschwerdeführerin
am 9. Dezember 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben
gemäss Art.
28 Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die
es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
-
ben
, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines
rentenbe
-
gründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
wider
-
spruchsfrei
mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht –
ge
-
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden ha
-
ben
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass die
Beschwerdeführerin
, nachdem ab dem
5. November 2016 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in
jeglicher
Tätigkeit bestanden habe,
seit dem 19. Dezember 2017
in
einer angepassten Tätigkeit
wieder zu 100 % arbeitsfähig
sei. Somit sei in einer angepassten Tätigkeit, in welcher die
Beschwerdeführerin
keine Erwerbseinbusse erleide, keine langandaue
rnde Einschränkung ausgewiesen
(Urk. 2).
2.2
Dem hielt
die
Beschwerdeführerin
entgegen
,
eine Arbeitnehmerin mit den
von den Ärzten festgestellten psychischen Funktionsstörungen sei auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht einsetzbar.
Hinzukommen würden die diversen physischen Beeinträchtigungen, welche für sich alleine gesehen keine Arbeitsunfähigkeit implizierten, jedoch den Kreis der Tätigkeiten, welche
sie
allenfalls noch ausüben könnte, weiter einschränken würden. Sollte das Aktenmaterial nicht genügen
,
dann wären zumindest weitere Abklärungen vorzunehmen. Dies sei
insbesondere im Bereich der Leistungsfähigkeit
auch von Dr.
B._
vorgeschlagen worden. Die Beurteilung durch den RAD sei nicht sehr detailliert und
hinsichtlich der
Abweichung in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht begründet
(Urk. 1 S. 6 f.).
2.3
I
n ihrer Beschwerdeantwort
vertr
at
die
Beschwerdegegnerin
dann
den Stand
punkt, die vorliegenden medizinischen Unterlagen würden den rechtsprechungs
gemässen Kriterien nicht genügen, um als beweistaugliche Grundlage für eine rechtmässige Beurteilung der Invalidität zu dienen.
I
n den lediglich gestützt auf die Akten ergangenen RAD-Stellungnahmen
werde
die von den Berichten der behandelnden Ärzte abweichende Beurteilung nicht weiter begründet, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Andererseits könne eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch nicht allein gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte erfolgen. So müsse diesbezüglich der Erfahrungstatsache Rechnung getra
gen werden, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussa
gen.
Ferner
würden vorliegend Hinweise auf diverse psychosoziale Belastungs
faktoren bestehen, deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestützt auf die vor
handenen ärztlichen Berichte ebenfalls unklar bleibe. Zudem werde die Arbeits
fähigkeit im jüngsten Bericht der
C._
auch nicht abschliessend beurteilt, werde darin doch unter anderem eine gutachterliche Abklärung empfohlen. Schliesslich könne mangels sämtlicher erforderliche
r
Angaben gestützt auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen auch keine
Indikatorenprüfun
g
gemäss BGE 141 V 281 erfolgen
. Bevor über den Leistungs
anspruch der
Beschwerdeführerin
entschieden werden könne, seien somit zur Klä
rung des Gesundheitszustandes zwingend weitere medizinische Abklärungen erforderlich (Urk. 6).
2.4
I
n ihrer Stellungnahme vom 14. November 2019
führte
die
Beschwerdeführerin
aus
, es würden durchgehend schlüssige und zum Teil ausführliche Berichte vor
liegen, welche allen Kriterien genügten, um darauf abstellen
zu können
. Die
krankheitsbedingten
Funktionseinschränkungen seien durch die Mini-ICF-APP objektiviert und aus den diversen Unterlagen ergebe sich auch die Konsistenz. Es könne nicht sein, dass bei Vorliegen
einer umfassenden
Beurteilung durch ver
schiedene Ärzte ein Gutachten in Auftrag gegeben werden müsse, welches Zeit und auch Geld koste. Die
Beschwerdeführerin
sei seit dem 5. November 2016 arbeitsunfähig.
Die zukünftige Möglichkeit einer Eingliederung in den Arbeits
prozess sehe Dr.
B._
nur mit Unterstützung der
Invalidenversicherung
und einer Begleitung der
Beschwerdeführerin
. Insofern stehe es der
Beschwerdegeg
nerin
offen, neben der Zusprechung einer Rente auch weitere Integrationsmass
nahmen anzuordnen, wobei hier wegen der notwendigen Begleitung bestenfalls ein Arbeitstraining oder eine geschützte Werkstatt in Frage komme. So könne auch die Leistungsfähigkeit überprüft werden (Urk. 9).
3.
3.1
Dr. med. D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
stellte in seinem Bericht
vom 13. Mai 2017
folgende Diagnosen (Urk. 7/11/6):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.2)
-
Fibromyalgie
-
Lumboradikuläres
Schmerzsyndrom beidseitig
-
Stenose bei Bandscheibenvorfall LWK 4/5
-
Thorakovertebrales
Syndrom
int
er
cap
s
ulär
linksbetont
Die
Beschwerdeführerin
leide seit Jahren unter rezidivierenden Depressionen und diversen körperlichen Erkrankungen. Ihre Lebensgeschichte sei gezeichnet durch Schwierigkeiten (die Ermordung ihres Bruders sei noch immer ein sehr schwieri
ges Thema für sie) und Erkrankungen. Sie sehe ihr Leben als ständigen Überle
benskampf, den sie immer wieder zu verlieren drohe. Zurzeit sei sie aus psychi
atrisch-psychotherapeutischen Gründen 100 % arbeitsunfähig. Dies sowohl in ihrem angestammten Beruf als auch in angepassten Tätigkeiten. Der Krankheits
verlauf tendiere
dazu
sich zu
chronifizieren
. Es bestehe keine
gute Prognose (Urk. 7
/11/6-7).
3
.2
Im
Bericht
der
A._
vom 23. Mai 2017
wurde
neben den von
Dr.
D._
genann
ten Diagnosen eine r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Epi
sode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
, d
epressive Erkrankung erst
malig
im Jahr 2002 diagnostiziert
, genannt.
Es bestehe ein komplexes Krankheitsbild mit langjähriger Depression und chro
nischer Schmerzsymptomatik sowie kulturell bedingter Komponente. Für den Zeitraum des stationären Aufenthaltes
(9. März bis 13. April 2017)
sei die
Beschwerdeführerin
z
u 100 % krankgeschrieben worden
. Zu jenem Zeitpunkt sei
sie
aufgrund psychischer wie auch physischer Einschränkungen nicht arbeitsfähig gewesen. Aufgrund der Schmerzsymptomatik bestehe eine stark reduzierte kör
perliche Belastbarkeit. Die kognitive Leistungsfähigkeit sei im Rahmen der depressiven Erkrankung herabgesetzt. Es bestehe eine reduzierte körperliche Belastbarkeit aufgrund rascher Ermüdbarkeit und anhaltende
r
Schlafstörungen im Rahmen der Depression wie auch aufgrund der Schmerzsymptomatik. Für eine adäquate, detaillierte Einschätzung betreffend
die Arbeitsfähigkeit
werde an den ambulanten Behandler verwiesen (Urk.
7/13
).
3
.3
In seinem Bericht
vom 1
7.
Juni 2017
bestätigte
Dr.
D._
die Diagnosen aus sei
nem Vorbericht vom 13. Mai 2017
und übernahm auch seine damalige Beurtei
lung
(Urk. 3/5
, vgl. E. 3.1
).
Auch in seinem
Bericht vom 11. November 2017
bestätigte Dr.
D._
die
bisherigen
Diagnosen und fügte seiner
ansonsten identi
schen
Beurteilung ergänzend hinzu,
dass sich der Krankheitsverlauf mittlerweile
chronifiziert
habe (Urk.
7/16
).
3.
4
Die
Beschwerdeführerin
absolvierte vom 30. Oktober bis am 18. Dezember 2017 einen weiteren stationären
Aufenthalt
in der
A._
(Urk. 7/21
/1
).
Im Austritts
-
bericht vom 18. Dezember 2017 diagnostizierten die Ärzte zusätzlich zu den Diag
nosen
in ihrem
Vorbericht vom 23. Mai 2017 eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0; Urk. 7/21/5
, vgl. auch Urk. 7/21/2
). Die
Beschwerdeführerin
habe sich auf
der
Station rasch zurechtgefunden und
im stationären Rahmen von den sozialen Kontakten, der Tagesstruktur und den Spezialtherapien profitiert. Dabei habe sie sich affektiv aufgehellter und körperlich aktiver gezeigt. Die vorbekann
ten Schmerzen am ganzen Körper, insbesondere Kopfschmerzen, Schmerzen in den Gliedern, Extremitäten und Gelenke
n
hätten sich über den Behandlungspro
zess
fluktuierend
gezeigt. Die Kriterien würden die Vergabe einer Somatisierun
gs
störung erfüllen.
Es werde eine weitere detaillierte Exploration im ambulanten Setting in der Muttersprache der
Beschwerdeführerin
empfohlen. Aufgrund der positiven Entwicklung im therapeutischen Milieu sei in
Rücksprache mit der Beschwerdeführerin eine Anbindung in der
E._
erfolgt. Dies mit dem Ziel, eine Tagesstruktur zu gewährleisten und die in den Spezialtherapien aktivierten Ressourcen weiter auszugestalten und aufrechtzuerhalten (Urk.
7/21/5-8
).
Während des stationären Aufenthaltes
sei die
Beschwerdeführe
rin
für jegliche Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.
Während des Auf
enthaltes hätten sich objektivierbar ein deutlich reduzierter Antrieb, wenig Ener
gie und
anhaltende Anzeichen von Erschöpfung gezeigt. Durch die berichteten körperlichen Beschwerden sei die
Beschwerdeführerin
in ihren alltäglichen Akti
vitäten deutlich eingeschränkt und leicht ermüdbar. Kognitiv habe sich eine deut
lich reduzierte allgemeine Leistungsfähigkeit mit reduzierter Konzentrations- und Merkfähigkeit gezeigt.
Wie viele Stunden pro Tag die bisherige oder eine leidens
angepasste Tätigkeit zumutbar sei
,
könne nicht beantwortet werden. Es
werde empfohlen, eine aktuelle Einschätzung der Situation nach erfolgter Behandlung in der
E._
einzuholen.
Eine Eingliederung, welche die vor allem körperlichen Einschränkungen berücksichtige, werde befürwortet (Urk. 7/21/1-4).
3.5
Im Anschluss an die tagesklinische Behandlung vom
29. Januar bis am 27. April 2018
stellten
die Ärzte der
A._
in ihrem Bericht vom 21. Juni 2018 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigk
eit (Urk. 7/35/3
):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
Differentialdiagnose:
Schizoaffektive
Störung (ICD-10 F33.1)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
Passagere Mundastschwäche rechts mit leichter Hypästhesie der rechten Körperhälfte unklarer Genese am 19. März 2018
-
CT Schädel mit Ausschluss einer Blutung, keine Gefässunterbrüche
-
Differentialdiagnose im Rahmen der Diagnose 2 oder einer dissoziati
ven Störung (ICD-10 F44.9)
Während der tagesklinischen Behandlung sei der
Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit zu attes
tieren. Bei immer noch persistierender Symptomatik sei am 27. April 2018 nach dreimonatiger Behandlung der Austritt aus der Tagesklinik erfolgt.
Die fehlende Besserung der Symptomatik nach der dreimonatigen tagesklinischen Behandlung sei prognostisch eher ungünstig, die Prognose könne zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht abschliessend gestellt werden. Eine Wiedereingliederung sei bei immer noch persistierender depressiver Symptomatik mit bedrückter Stim
mung, vermindertem Antrieb, verminderter Konzentrationsfähigkeit, formalge
danklich verlangsamtem Denken, Grübeln, psychotischen Symptomen und auf
grund der allgemein stark reduzierten Belastbarkeit aktuell noch nicht zumutbar beziehungsweise nicht realistisch. Bevor Integrationsmassnahmen angegangen werden könnten, bedürfe es einer weiteren Symptomreduktion und einer Steige
rung der Belastbarkeit. Die Fortsetzung der ambulanten psychiatrisch-psychothe
rapeutischen Behandlung in der Muttersprache der
Beschwerdeführerin
werde dringend empfohlen.
Hinsichtlich den bestehenden
Funktionseinschränkungen
werde auf den beigefügten Mini-ICF
(
S. 6-8
)
verwiesen. Im Vordergrund
würden
die durch die psychischen Einschränkungen verursachten
,
schwergradigen
Beein
trächtigungen im Durchhaltevermögen und der Belastbarkeit stehen
. Die Fragen nach der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit in bisheriger
als auch in leidensangepass
ter Tätigkeit wurden als nicht
beantwortbar
bezeichnet (
S. 1-5
).
3.6
Mit
Bericht vom 30. September 2018
hielt
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
dafür,
der
Beschwerdeführerin
sei
eine leichte Tätigkeit mit Wechselbelastung aus somatischer Sicht für maximal 2-3 Stunden pro Tag zumutbar
. Vor allem die chronischen wiederkehrenden Rückenschmerzen würden sich einschränkend auswirken. Da die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch die psychiatrisch
en Diagnosen bedingt sei, sei aber
eine psychiatrische Beurtei
lung notwendig
(Urk. 7/43/2-5)
.
3.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt
FMH
für Chirurgie, nahm am
4. Dezember 2018
für den RAD Stellung. Er
hielt fest, in der bisherigen Tätigkeit als Küchen
hilfe würde eine Antriebsstörung mit deutlichen Hemmungen sowie eine psycho
physische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelastbarkeit bestehen.
V
om 5. November 2016 bis am 18. Dezember 2017
habe
eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
in sämtli
chen Tätigkeiten
bestanden
. Ab dem 19. Dezember 2017 sei die
Beschwerdefüh
rerin
in einer zeitlich flexiblen Tätigkeit ohne permanenten Zeit- und Termin
druck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen medizinisch-theoretisch in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/59/6).
3.8
Seit dem 28. Juni 2018
steht
die
Beschwerdeführerin
in ambulante
r Behandlung bei Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie
.
In seinem
Bericht
vom
4. Juni 2019
stellte Dr.
B._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 7/55/3
):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.4)
Die
Beschwerdeführerin
sei seit dem 5. November 2016 durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig.
An ihrem psychischen Zustand mit einer anfänglich schweren depressiven Episode habe sich leider trotz Psychoeduk
a
tion und Psychotherapie in der Mutt
erspra
che und reichliche
r
medikamentöse
r
Behandlung wenig verän
dert, aktuell bestehe eine mittelgradige Depression. Ohne zusätzliche Belastung
werde die
Beschwerdeführerin
einigermassen psychisch stabil bleiben
,
bezie
hungsweise
werde sich
ihr Zustand nicht mehr weiter verschlechtern. Es sei daher prognostisch schwer einzuschätzen, inwieweit sie sich in der Zukunft
eine Arbeit
wieder
zutraue
. Eine gutachterliche Abklärung und anschliessend ein Arbeitsver
such wäre
n
notwendig, um
fest
zustellen, welches Arbeitspensum sie noch schaf
fen könn
t
e. Bei einer wohlwollenden Unterstützung könnte in der Zukunft ein Arbeitspensum in einer angepassten Tätigkeit zuerst in 30%igem Pensum wahr
scheinlich möglich sein. Die Möglichkeit einer Steigerung müsste im Verlauf eva
luiert werden.
Die Arbeitsanforderungen
der bisherigen Tätigkeit
könne sie auf
grund der
Einschränkungen aus
der aktuell weiterhin bestehenden depressiven
Symptomatik nicht mehr erfüllen.
Einer
Eingliederung fühle sich die
Beschwer
deführerin
nicht gewachsen. Sie habe Angst etwas Neues zu beginnen, bekomme schnell Ängste, ihr Zittern am ganzen Körper steigere sich enorm, Schlafprob
leme, welche unter der Medikation etwas gebessert seien, würden wahrscheinlich wieder auftreten, eine schwere depressive Dekompensation sei nicht auszuschlies
sen. Daher sei die Eingliederungsprognose momentan eher als negativ zu bewer
ten. Eine Zukunftsprognose sei schwer zu machen. Da die
Beschwerdeführerin
sehr ängstlich sei und wenig Selbstverstrauen in Bezug auf Arbeiten habe, müsste sie unterstützt von der
Invalidenversicherung
ins Arbeitsleben gut begleitet wer
den, bis sie sich wieder an eine leidensangep
asste Tätigkeit gewöhnen könne. Aktuell bestehe bis 3
1.
Juni 2019 auch für leidensangepasste Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Danach werde die B
eschwerdeführerin neu beurteilt (Urk. 7/55/4 f.).
4.
4.1
Der angefochtene Entscheid (Urk. 2) basiert auf den Aktenbeurteilungen von RAD-Arzt Dr.
G._
vom 4. Dezember 2018 und vom 19. Juni 2019 (Urk. 7/59/9). Die Parteien stimmen – mittlerweile (vgl. E. 2.1) – darin überein, dass die betreffenden RAD-Stellungnahmen die Anforderungen an eine beweis
wertige
Entscheidgrundlage
nicht erfüllen (E. 2.2-2.3).
Dem ist
beizupflichten
:
Obwohl Dr.
G._
in seiner Stellungnahme vom 4. Dezember 2018
explizit
aus
führte, auf die
vorliegenden Arztberichte
könne abgestellt werden,
erachtete er die
Beschwerdeführerin
–
abweichend davon
–
ab dem 19. Dezember 2017
in einer angepassten Tätigkeit
vollumfänglich arbeitsfähig (Urk. 7/59/6).
Inwiefern
es sich ab dem
19. Dezember 2017
rechtfertigen soll, die Arbeitsfähigkeit
anders als die behandelnden Ärzte
zu beurteilen,
begründete Dr.
G._
nicht.
Im
Aus
trittsbericht der
A._
vom 18. Dezember 2017
wurde
zwar
von
eine
r
positive
n
Entwicklung im therapeutischen Milieu
berichtet
, bei persistierender deutlich
reduzierter kognitiver Leistungsfähigkeit zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aber auf die
Nachbehandler
der Tagesklinik verwiesen (E. 3.4), welche ihrerseits eine Wiedereingliederung noch nicht als realistisch erachteten (E. 3.5).
Auf d
ie Arbeitsfähigkeits
einschätzung
von Dr.
G._
kann vor diesem Hintergrund nicht
abgestellt
werden. Daran nichts zu ändern vermag, dass Dr.
G._
am 19. Juni 2019 eine weitere Stellungnahme erstattete, zumal er sich darin aus
schliesslich mit dem Bericht von Dr.
B._
vom
4
. Juni 2019
befasste
(Urk. 7/59/8) und
die erwähnten Unklarheiten nicht zu beseitigen vermochte
.
4.2
Zu prüfen ist, ob –
gemäss dem Dafürhalten der
Beschwerdeführerin
(E. 2.4) –
die
weiteren
medizinischen Akten
eine hinreichende Grundlage bilden, um
gestützt darauf über
das
Rentenbegehren
entscheiden zu können
. Dabei ist darauf hinzu
weisen, dass
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung e
ine direkte
Leistungs
zusprache
einzig gestützt auf die Angaben behandelnder Ärztinnen und Ärzte mit Blick auf deren auftragsrechtliches Verhältnis zur versicherten Person im Streit
fall kaum je in Frage kommt (
Urteil des Bundesgerichts
9C_304/2019 vom 27. August 2019
E. 3.2.3 mit Hinweis auf BGE
135 V 465 E. 4.5).
Mit Blick auf die Aktenlage besteht vorliegend kein Raum, um von diesem Grund
satz abweichen zu können:
Dr.
B._
sah sich
in seinem Bericht vom
4. Juni 2019
ausser Stande
,
die
Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
in psychiatri
scher Hinsicht verlässlich zu beurteilen und erachtete dafür eine gutachterliche Abklärung sowie anschliessend einen Arbeitsversuch als notwendig (E. 3.8).
Auch die Vorberichte der Ärzte der
A._
enthalten keine Einschätzung der Auswirkun
gen
der psychischen Defizit
e
auf die
funktionelle Leistungsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
.
Weder nach den beiden stationären Therapieaufenthalten vom 9. März bis am 13. April 2017
respektive
vom 30. Oktober bis am 1
8. Dezember 2017 noch nach der
tagesklinischen Behandlung vom 29. Januar bis am 27. April 2018
waren
die Ärzte der
A._
in der Lage, die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
nach deren Austritt beurteilen zu können (E. 3.2, E. 3.4-3.5). Bei den Berichten von Dr.
D._
vom
28. Januar,
13. Mai, 17. Juni und 11. November 2017 (
Urk. 3/3,
E. 3.1, E. 3.3)
handelt es sich demnach um die ein
zigen fachpsychiatrischen Beurteilungen der Leistungsfähigkeit der
Beschwerde
führerin
.
Dr.
D._
attestierte der
Beschwerdeführerin
jeweils
eine vollumfängli
che Arbeitsunfähigkeit sowohl in ihrem angestammten Beruf als auch in einer
angepassten Tätigkeit
.
Zur Begründung führte er aus, dass die
Beschwerdeführe
rin
seit Jahren unter rezidivierenden Depressionen und diversen körperlichen Erkrankungen leide und ihre Lebensg
eschichte durch Schwierigkeiten
und Erkrankungen gezeichnet sei (E. 3.1, E. 3.3, Urk. 3/3). Konkrete, die Arbeitsfähig
keit beeinflussende Defizite
lassen sich
den Beurteilungen von Dr.
D._
aber
nicht entnehmen. Auch gestützt auf den in den Berichten vom 28. Januar 2017 (Urk. 3/3 S. 2) und vom 11. November 2017 (Urk. 3/6 S. 2)
enthaltenen
Psycho
status lässt sich eine
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehende
voll
umfängliche Arbeitsunfähigkeit nicht
nachvollziehen.
Im Übrigen ist darauf hin
zuweisen, dass sich
aus
den medizinischen Akten
deutliche Hinweise darauf
ergeben
, dass die
Beschwerdeführerin
verschiedenen psychosozialen und sozio
kulturellen Belastungen ausgesetzt ist (
E. 3.1,
Urk. 3/4 S. 2,
Urk. 3/8 S. 2, Urk. 3/9 S. 2-4, Urk. 7/21/5
)
.
Dr.
B._
empfahl denn auch
unter anderem
eine sozial
psychiatrische Behandlung (Urk. 3/9 S. 4).
Solche sozialen Belastungen mit direkten nega
tiven funktionellen Folgen sind
bei der Bemessung der invaliden
versicherungsrechtlich relevanten funktionellen Leistungsfähigkeit
indes
recht
sprechungsgemäss auszuklammern (BGE 143 V 409 E. 4.5.2; Urteil
des Bundes
gerichts 9C_436/2019
vom 25. September 2019 E. 4.2.4
)
.
Nach dem Gesagten erweist sich der medizinische Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht nicht als hinreichend abgeklärt.
4.3
Daneben lassen sich den Akten
Hinweise darauf entnehmen, dass die
Beschwer
deführerin
auch
aus
somatische
n
Gründen
in ihrer Leistungsfähigkeit einge
schränkt sein könnte. Aktenkundig ist
insbesondere
ein Bandscheibenvorfall LWK 4/5
sowie ein Verdacht auf eine Tendovaginitis de
Quervain
rechts und
ein Verdacht
auf ein Weichteilrheumatismus im Zusammenhang mit einem genera
lisierten Schmerzsyndrom (
Urk. 7/43/7
,
Urk. 7/43/20-21, Urk. 7/43/31-32, Urk. 7/43/3
6
-44
, Urk. 7/43/81-82
).
Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht wurde e
inzig
vom
Hausarzt der
Beschwerdeführerin
, Dr.
F._
,
vorgenommen
. Er attestierte aus somatischen Gründen eine Arbeits
fähigkeit von 2-3 Stunden pro Tag für leichte Arbeiten mit Wechselbelastung und begründete dies mit den chronisch rezidivierenden Rückenschmerzen (E. 3.6).
Eine differenzierte Auseinandersetzung mit den
Arztberichten im Bereich Ortho
pädie-Rheumatologie hat bislang
jedoch
nicht stattgefunden (
vgl.
Urk. 7
/59/6 ff.).
4
.
4
Zusammengefasst
er
gibt sich, dass der Sachverhalt
in
verschiedener
Hinsicht unzureichend abgeklärt
ist,
was einer abschliessenden Beurte
ilung der Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin entgegensteht.
So liegt im
Bereich der Psychi
atrie
keine verlässliche
Arbeitsfähigkeitseinschätzung vor. I
m
aktuellsten psychi
atrischen Bericht, demjenigen
von Dr.
B._
vom 4. Juni 2019
,
wird explizit
eine gutachterliche Abklärung empfohlen (E. 3.8). Es kommt hinzu, dass es auch an einer
Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebe
nden Indika
toren (Beweisthemen)
mangelt, was rechtsprechungsgemäss zwingend erforder
lich ist (vgl. BGE
145
V 361 E. 4.3; vgl. E. 1.3
).
Schliesslich lässt sich auch
in somatischer
Hinsicht mit Blick auf die vorhandenen ärztlichen Berichte die Leis
tungsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
nicht schlüssig beurteilen
, weshalb
zumindest
i
m orthopädisch-rheumatologischen Bereich
nicht auf zusätzliche
Abklärungen
verzichtet werden kann
.
Folglich fehlt es
in psych
ischer und somatischer Hinsicht an einer hinreichenden
Grundlage für einen Entsche
id.
Die angefochtene Verfü
gung ist demnach aufzu
heben und die Sache an die
IV-Stelle z
urückzuweisen, damit diese eine umfas
sende Begutachtung unter Berücksichtigung der normativen Vorgaben
veran
lasse,
wobei auch den zahlreichen psychosozialen und soziokulturellen Belas
tungsfaktoren Rechnung zu tragen sein wird.
Im
Anschl
uss daran wird die IV-Stelle eine neue Beurteilung (auch eventueller Eingliederungsmassnahmen)
vor
zunehmen
und hernach über den Leistungsanspruch
der
Beschwerdeführerin
neu
zu verfügen haben
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Da auf Grundlage der bestehenden Aktenlage ein Rentenanspruch weder bejaht noch verneint werden kann, besteht kein Raum für eine – von der
Beschwerde
führerin
auch im Falle einer Rückweisung beantragte (E. 2.4) –
Rentenzusprache
.
5.
5.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat
die
Beschwerdeführer
in
Anspru
ch auf eine Parteientschädigung
(Art. 61
lit
. g ATSG). Diese ist in Anwendung von § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsg
ericht (
GSVGer
) auf Fr. 1’
8
00.-
(inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer)
fes
tzulegen und der unterliegenden IV-Stelle
aufzuerlegen.
5.2
Die Verfahrenskosten sind auf Fr
. 600.-- festzusetzen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und ausgangsgemäss der IV-Stelle aufzuerlegen.