Decision ID: 3655b0ba-8917-5db3-b3df-20b302925e1b
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_002
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. Übersicht
a) A_ erstattete am 18. November 2016 bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden
Anzeige gegen B_ wegen Betrug und machte geltend, er habe seiner Freundin
während der mehrjährigen Beziehung regelmässig Geld, insgesamt eine Summe von rund
CHF 250‘000.00, geliehen, welches sie nun nicht zurückbezahlen wolle. Am gleichen Tag
unterzeichnete A_ einen Strafantrag gegen B_ für den Fall, dass der Tatbestand des
Betrugs nicht erfüllt ist (act. B 13/1.1).
Ebenfalls am 18. November 2016 wurde A_ als Auskunftsperson befragt (act. B
13/1.2). Dabei führte er im Wesentlichen aus (act. B 13/1.2, S. 2 ff.), er habe B_ im Jahr
2010 zufällig im Ausgang kennengelernt. Sie hätten sich dann ein paar Mal geschrieben
und im November 2010 ein Treffen vereinbart. Dann habe er an der Agrama in Bern
ausgestellt. Bei dieser Gelegenheit hätten sie sich bei B_ zu Hause in Solothurn
getroffen. Er sei dort ihrer Familie vorgestellt worden. B_ habe damals bei ihrer Mutter
gewohnt und nach seiner Erinnerung auch noch mit ihrem von ihr getrennt lebenden
Ehemann. B_ habe ihn informiert, dass sie einen Sohn habe. Nach diesem ersten
Treffen sei es zu einigen weiteren Zusammenkünften gekommen, darunter auch zu einem
Familienfest bei ihm zu Hause. Schon nach wenigen Treffen habe B_ ihr Anliegen, von
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ihm Geld zu leihen, angebracht. Sie habe angegeben, dass ihr Mann nicht zahle, bei der
Arbeit verdiene sie zu wenig und sie brauche das Geld unter anderem für ihr Kind. Sie
habe gesagt, sie werde das Geld wieder zurückzahlen, weswegen er sie unterstützt habe.
Er habe ihr in der Folge ab ca. März 2011 ab und zu Geld auf ihr Konto überwiesen, das
seien jeweils zwischen CHF 500.00 bis CHF 8‘000.00 gewesen. Bis am 17. Oktober 2016
habe er ihr insgesamt etwa CHF 250‘000.00 überwiesen – jeweils bis zu drei Mal pro
Monat. B_ habe immer wieder neue Gründe dafür gefunden, um Geld zu verlangen, so
auch wegen Rechnungen im Zusammenhang mit ihrer Scheidung. Manchmal habe er ihr
Geld auch bar übergeben.
Im Sommer 2011 sei er mit B_ in ihre Heimat, die Dominikanische Republik, gereist. In
D_ habe sie eine Wohnung, die ihr und ihrem Ex-Mann gehöre, die aber nur auf sie
eingetragen gewesen sei. Auf ihre Bitte hin habe er ihr beim Abzahlen dieser Wohnung
geholfen, in der Meinung dafür einen Gegenwert zu haben. Er habe ihr regelmässig Geld
geschickt, um Rechnungen zu begleichen für Zinsen und auch für die Krankenkasse.
Gemäss A_ habe B_ ihm immer versprochen, zusammen zu ziehen und habe ihn
auch heiraten wollen. Die ganzen Jahre habe er jedoch in Schwellbrunn und sie in
Solothurn gelebt. Sie hätten eine Fernbeziehung geführt und sich ungefähr einmal im
Monat gesehen, jedoch täglich einander geschrieben oder telefoniert. Sie habe ihm
versprochen, bald zu ihm zu ziehen. Bei ihren Treffen hätten sie jeweils auch
Geschlechtsverkehr gehabt. Dabei sei er davon ausgegangen, ihr einziger Partner
gewesen zu sein. Er habe jedoch vor einem Monat erfahren, dass sie auch mit anderen
Männern Verkehr gehabt habe.
Immer wieder habe B_ Geld gewollt. Wenn er ihr gesagt habe, er könne ihr nichts mehr
geben, habe sie ihm erwidert, ohne sein Geld gehe es nicht, sie müsse sonst „auf den
Strich gehen“. Da er sie geliebt habe, habe er ihr weiterhin Geld geschickt. Dabei habe er
eigene Rechnungen nicht zahlen können. Sie habe bei ihm wegen ihrer vielen
Rechnungen geklagt, weshalb er ihr immer wieder Geld überwiesen habe, namentlich für
die Krankenkasse und offene Betreibungen. Viel von seinem Geld sei, wie er nun wisse,
in die Wohnung und ein Mehrfamilienhaus in der Dominikanischen Republik sowie in ein
neues Auto geflossen.
Eine letzte Zahlung habe er B_ am 17. Oktober 2016 überwiesen. An diesem Abend sei
sie auf ihn wütend gewesen; am nächsten Tag habe sie ihm erklärt, sie habe einen neuen
Freund und wolle ihn nicht mehr sehen. Einen Tag später sei er mit E_, einer Kollegin
von B_, ins Gespräch gekommen und diese habe ihm erzählt, dass B_ es nur auf
sein Geld abgesehen habe.
Zunächst habe B_ immer gesagt, dass sie ihm das Geld zurückzahlen werde. Davon
habe sie dann schnell nichts mehr wissen wollen und behaupte nun, er habe ihr das Geld
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geschenkt und sie müsse es nicht zurückgeben. Die Rückzahlung sei mündlich vereinbart
gewesen. Dies habe B_ gegenüber F_ und E_ bestätigt.
Bevor E_ ihm nicht alles erzählt habe, sei er davon überzeugt gewesen, mit B_ eine
normale Beziehung gehabt zu haben. Erst von E_ habe er erfahren, dass B_ nur
wegen seinem Geld mit ihm zusammen gewesen sei. Er selbst habe ihr nie etwas
bedeutet. Seit er mit E_ gesprochen habe, wisse er auch, dass B_ im Juli 2016 einen
in New York lebenden Mann, nämlich G_, geheiratet habe. Angeblich habe sie diese
Hochzeit abgestritten, doch er habe Fotos davon gesehen.
A_ ergänzte, dass er B_ auch ein geleastes Auto zur Verfügung gestellt habe. Er
habe dann mit ihr abgemacht, das Fahrzeug zurückzuholen. Das Treffen habe am 11.
November 2016 in Solothurn stattgefunden. Dabei sei es zwischen B_, welche von
H_ begleitet worden sei, und ihm sowie seinem Vater, F_, der zu seiner
Unterstützung mitgekommen sei, zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen. Bei
dieser habe B_ im Rahmen einer Rangelei die Brille seines Vaters beschädigt (B 1).
b) Am 3. Dezember 2016 wurden B_ als beschuldigte Person und am 12. Dezember 2016
E_ als Auskunftsperson zur Einvernahme vorgeladen (act. B 13/1.3 und B 13/1.4).
c) Am 9. Dezember 2012 nahm der Rechtsvertreter von B_ Kontakt mit der Kantonspolizei
Appenzell Ausserrhoden auf, bestritt im Namen seiner Mandantin den Vorwurf des
Betruges und ersuchte um rechtshilfeweise Einvernahme im Kanton Solothurn (act. B
13/1.5).
d) Mit Verfügungen vom 12. Januar 2017 ersuchte das Polizeikommando Appenzell
Ausserrhoden das Polizeikommando Solothurn um rechtshilfeweise Einvernahme von
B_ und E_ (act. B 13/1.6 und B 13/1.9). Die Letztere berief sich am 24. Januar 2017
auf ihr Aussageverweigerungsrecht und machte keine Aussagen (act. B 13/1.9).
e) Die rechtshilfeweise Einvernahme von B_ fand am 28. März 2017 durch die Polizei des
Kantons Solothurn statt (act. B 13/1.8). Anlässlich der Befragung gab B_ im
Wesentlichen zu Protokoll (act. B 13/1.8, S. 2 ff.), sie habe das Verhältnis zu A_
beendet. Dieses habe auf Liebe basiert, Geld habe bei ihrer Entscheidung keine Rolle
gespielt. Es treffe nicht zu, dass sie A_ kurz nach dem Kennenlernen um Geld gefragt
habe. Dieser habe vielmehr gesehen, dass sie mit sehr geringen finanziellen Mitteln habe
auskommen müssen. Er habe ihr daher vorgeschlagen, sie zu unterstützen und habe ihr
daraufhin Geld überwiesen. Eine Wohnung in D_ habe sie nicht. Wieviel Geld sie von
A_ erhalten habe, könne sie nicht sagen, manchmal habe er es ihr bar auf die Hand
gegeben, manchmal überwiesen. Insgesamt seien es etwa CHF 20‘000.00 gewesen, die
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Forderung von CHF 250‘000.00 sei total überrissen. (Mit ihrer Aussage vom 11.
November 2017 auf dem Polizeiposten Solothurn konfrontiert:) Wenn man die Ferien in
der Dominikanischen Republik mitberücksichtige, könnten es auch ca. CHF 100‘000.00
gewesen sein. Mit dem Geld habe sie den Lebensunterhalt für sich selbst und den Sohn
bestritten. Ihr Ex-Mann habe keine Alimente geleistet und sie habe keine Arbeit gehabt.
Sie habe das Geld von A_ als Geschenk erhalten; sie könne das Geld nicht
zurückzahlen, da sie fast nichts verdiene. Eine Vereinbarung, dass das Geld nur geliehen
sei, hätten sie nie getroffen.
f) Bei der UBS Switzerland AG ersuchte die Staatsanwaltschaft um Einreichung eines
Kontoauszuges von B_ von Januar 2011 bis Mai 2017. Weiter liess A_ der
Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden Auszüge seines Kontos bei der Kantonalbank St.
Gallen zugehen (act. B 13/Unterlagen UBS 1 und UBS 2). Schliesslich wurden die Akten
betreffend die Auseinandersetzung zwischen A_ sowie F_ auf der einen und B_
sowie H_ auf der anderen Seite vom 11. November 2016 in Solothurn beigezogen (act.
B 13/2).
g) Am 8. Mai 2018 verfügte StA C_ gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO die Einstellung
des Strafverfahrens gegen B_ wegen Betrug, Veruntreuung und Sachbeschädigung.
Die Untersuchungskosten wurden auf die Staatskasse genommen (act. B 2).
Auf die Begründung der Einstellungsverfügung wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
B. Prozessgeschichte
a) Gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 8. Mai 2018 (act. B 2)
erhob A_ am 17. Mai 2018 Beschwerde beim Obergericht und stellte den eingangs
erwähnten Antrag (act. B 1).
b) Mit Verfügung vom 23. Mai 2018 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass auf der
Beschwerdeschrift die Unterschrift fehle und ihm zur Einreichung eines unterschriebenen
Exemplars eine Nachfrist von 5 Tagen angesetzt. Gleichzeitig wurde er verpflichtet, innert
Frist von 10 Tagen einen Kostenvorschuss von CHF 800.00 zu leisten (act. B 4).
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c) Die verbesserte Beschwerdeschrift ging innert der angesetzten Nachfrist beim
Obergericht ein (act. B 6); ebenso wurde der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet (act.
B 9).
d) Am 7. Juni 2018 wurde dem Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin sowie der
Staatsanwaltschaft je eine Kopie der Beschwerdeschrift zugestellt und ihnen Gelegenheit
zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme gegeben (act. B 10).
e) Die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin ging am 14. Juni 2018 beim Obergericht ein
(act. B 14), die Staatsanwaltschaft liess sich nicht vernehmen (act. B 11 und B 12).
f) Am 29. Juni 2018 wurde dem Beschwerdeführer und der Staatsanwaltschaft Gelegenheit
für allfällige Bemerkungen zur Stellungnahme gegeben, die Erledigung der Beschwerde
an einer der nächsten Sitzungen der 2. Abteilung zur Kenntnis gebracht und die
Verfahrensbeteiligten gebeten, ihre Kostennoten einzureichen. Von diesen Möglichkeiten
machte keine Partei Gebrauch.

Erwägungen
1. Formelles
1.1 Bezüglich der im Kanton Appenzell Ausserrhoden seit 1. Januar 2011 für die
Strafrechtspflege zuständigen Behörden nach StPO ist auf Art. 26 des Justizgesetzes
vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) hinzuweisen. Nach Art. 26 JG ist das
Obergericht Berufungs- und Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Rechtspflege.
1.2 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft ist die
Beschwerde gegeben (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Einstellungsverfügung der
Staatsanwaltschaft stellt eine solche Verfahrenshandlung dar (Art. 393 Abs. 1 lit. a in
Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO; PATRICK GUIDON, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl.
2014, N. 10 zu Art. 393 StPO; ANDREAS J. KELLER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.],
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 16 zu Art. 393
StPO). Ausschlussgründe nach Art. 394 StPO liegen keine vor.
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1.3 Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen
schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO).
Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft
frühestens am 9. Mai 2018 erhalten. Mit der Erhebung der Beschwerde am 17. Mai 2018
wurde die Beschwerdefrist gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO gewahrt.
1.4 Sodann stellt sich die Frage nach der Legitimation von A_ zur Beschwerdeeinreichung.
Die Legitimation für die Ergreifung der Beschwerde gegen die Einstellung eines
Strafverfahrens richtet sich nach Art. 382 StPO, wobei die Privatklägerschaft einen
Entscheid hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion nicht anfechten kann (Art. 382 Abs.
2 StPO). Hat sich der Geschädigte oder das Opfer nicht als Privatklägerschaft im
Strafpunkt konstituiert (obschon sie dafür Gelegenheit hatten), sind sie nicht
beschwerdelegitimiert (LANDSHUT/BOSSHARD, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.],
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 322
StPO). Es stellt sich daher die Frage, ob A_ im Verfahren gegen B_ Privatkläger im
Sinne von Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO ist. Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte
Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu
beteiligen. Der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt. Die Erklärung ist gegenüber
einer Strafverfolgungsbehörde spätestens bis zum Abschluss des Vorverfahrens
abzugeben (Art. 118 Abs. 1-3 StPO).
Anlässlich der Anzeigeerstattung hat A_ auch Strafantrag erhoben und explizit erklärt,
sich als Straf- und Zivilkläger am Strafverfahren zu beteiligen (act. B 13/1.1). Er ist also
zur Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung in Sachen Staat gegen B_ legitimiert.
1.5 Die Beschwerde ist schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen
(Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, einschliesslich
Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und
Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststellung des
Sachverhalts (lit. b); Unangemessenheit (lit. c) gerügt werden (Art. 398 Abs. 2 StPO).
Neue Tatsachenbehauptungen und Beweise sind zulässig (PATRICK GUIDON, a.a.O., N. 16
zu Art. 393 StPO; siehe auch ANDREAS J. KELLER, a.a.O., N. 42 zu Art. 393 StPO). Die
Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt. Heisst das Obergericht die
Beschwerde gut, so fällt es einen neuen Entscheid oder hebt den angefochtenen
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Entscheid auf und weist ihn zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück (Art. 397
Abs. 1 und 2 StPO). Reformatorische Entscheide gemäss Art. 397 Abs. 2 StPO machen
Sinn, wenn nach der konkreten Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des
Beschwerdeentscheids ein Entscheid in der Sache möglich ist (ANDREAS J. KELLER,
a.a.O., N. 7 zu Art. 397 StPO). Kassatorische Entscheide kommen namentlich infrage,
wenn der Entscheid auf einer unvollständigen Sachverhaltsfeststellung beruht,
ungenügend begründet ist oder Widersprüche enthält, die nicht durch Auslegung beseitigt
werden können (ANDREAS J. KELLER, a.a.O., N. 7 zu Art. 397 StPO). Der kantonale
Beschwerdeentscheid, der die Einstellung des Verfahrens schützt, kann mit
Strafrechtsbeschwerde an das Bundesgericht angefochten werden.
Beschwerdeentscheide, welche die Weiterführung des Verfahrens bewirken, sind nicht
anfechtbar (LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 13 zu Art. 322 StPO).
1.6 Schliesslich ist zu prüfen, ob auf das in der Beschwerdeeingabe vom 17. Mai 2018
enthaltene Rechtsbegehren eingetreten werden kann. Der (Beschwerde-)Antrag muss auf
Änderung bzw. Aufhebung einer oder mehrerer Dispositivpunkte lauten, sofern solche
vorhanden sind (PATRICK GUIDON, a.a.O., N. 9b zu Art. 396 StPO). Das fragliche
Begehren richtet sich gegen die Einstellung des Verfahrens U 17 469 gegen B_ wegen
Betrug, Veruntreuung und Sachbeschädigung und ist nach dem Gesagten zulässig.
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
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Materielles
2.1 Vorbemerkungen
Aus Ziff. 1 der angefochtenen Einstellungsverfügung vom 8. Mai 2018 geht hervor, dass
das Verfahren gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt wurde. Gemäss dieser
Bestimmung verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teilweise Einstellung des
Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt. Dies ist zum
Beispiel der Fall, wenn im Vorverfahren der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht
nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt.
Erforderlich ist mit anderen Worten, dass bei erfolgter Anklage nicht mit einem
verurteilenden Erkenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte. Da die
Staatsanwaltschaft als Untersuchungs- und Anklagebehörde nicht dazu berufen ist, über
Recht oder Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch und gestützt auf eigene
Bedenken (die irrtümlich sein können) zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen
sachverhalts- sowie beweismässiger und vor allem rechtlicher Art ist Anklage zu erheben.
Der Grundsatz „in dubio pro reo“ nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht; im Gegenteil:
Es gilt vorab bei schweren Deliktsvorwürfen „in dubio pro duriore“ (SCHMID/Jositsch,
Praxiskommentar schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2018, N. 5 zu Art. 319
StPO; BGE 138 IV 86 E. 4.1 = Pra. 101 (2012) Nr. 114 E. 4.1; BGE 138 IV 186 E. 4; BGE
137 IV 219 E. 7). Der Staatsanwalt hat nicht eine abschliessende Beurteilung darüber
vorzunehmen, ob sich die beschuldigte Person einer ihr zur Last gelegten Tat strafbar
gemacht hat, sondern nur, „ob genügend Anhaltspunkte vorhanden sind, die es
rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen. Nur dann, wenn aufgrund „objektiver
Kriterien von vornherein feststeht, dass jedes andere Ergebnis als ein Freispruch
ausgeschlossen erscheint“, kann und muss eine Einstellung erfolgen
(LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 15 zu Art. 319 StPO; BGE 137 IV 219 E. 7; Urteil des
Bundesgerichts 6B_131/2013 vom 24. Mai 2013 E. 2.4).
Nach diesen Grundsätzen ist nachfolgend zu prüfen, ob die Einstellung des Verfahrens
gegen B_ zu Recht oder zu Unrecht erfolgt ist.
2.2 Betrug
2.2.1 In der Einstellungsverfügung vom 8. Mai 2018 wird im Wesentlichen festgehalten (act. B
2, S. 3), es lägen weder für die Behauptungen von A_ noch für diejenigen von B_
irgendwelche Beweise vor. Im Übrigen verneinte die Staatsanwaltschaft das Vorliegen
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einer arglistigen Täuschung, was Voraussetzung für eine Bestrafung von B_ wäre.
Nach den Angaben von A_ habe er die Zahlungen aufgrund immer neuer Rechnungen
getätigt, welche ihm vorgelegt worden seien. Er habe sich damit immer wieder neu
entschieden, Zahlungen für B_ zu machen, in der Hoffnung mit ihr eine engere
Partnerschaft eingehen zu können. Zwar möge er in dieser Hinsicht enttäuscht worden
sein, Arglist seitens B_ sei jedoch nicht zu erkennen.
2.2.2 Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor (act. B 1), der geschilderte Tathergang
stimme nicht mit den genauen Ereignissen überein. B_ habe Immobilien in der
Dominikanischen Republik auf andere Personen umgeschrieben, die sie gemeinsam
gekauft hätten und von denen immer klar gewesen sei, dass sie auch ihm gehörten. Das
sei aus seiner Sicht sicher Betrug. Es gebe auch Zeugen, die eine Aussage machen
würden. Diese hätten sich bisher nicht freiwillig gemeldet, weil sie Angst vor Racheakten
der Familie B_ hätten.
2.2.3 B_ liess durch ihren Rechtsvertreter geltend machen (act. 14), der Beschwerdeführer
lege in keiner Weise dar, inwiefern die Einstellungsverfügung vom 8. Mai 2018 in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nicht begründet sein solle. Auf die Beschwerde
könne somit nicht eingetreten werden. Insbesondere rüge der Beschwerdeführer nicht,
dass, entgegen der Begründung, eine arglistige Täuschung vorliege.
2.2.4 Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf weitere Äusserungen (act. B 12).
2.2.5 Gemäss den Auszügen der UBS Switzerland AG wurden auf das UBS Privatkonto IBAN
CH00 0000 0000 0000 0000 0 von B_ (Anmerkung der Unterzeichneten: heute B_;)
im Zeitraum von Anfang 2011 bis 17. Oktober 2016 durch A_ rund CHF 155‘400.00
überwiesen (act. B 13/Dossier UBS 1, act. 1.5).
Von seinem Sparkonto CHF 2222.2222.2222 bei der St. Galler Kantonalbank will A_
CHF 10‘000.00 bezogen und B_ zur Verfügung gestellt haben (act. B 13/Dossier UBS
2, act. 2.2 und 2.3).
Vom Privatkonto IBAN CH11 1111 1111 1111 1111 1 hat A_ sich im Zeitraum vom
1. Oktober 2010 bis am 3. Oktober 2016 CHF CHF 270‘000.00 auszahlen lassen. Aus
den entsprechenden Belegen geht allerdings nicht hervor, wohin das Geld geflossen ist
(act. B 13, Dossier UBS 2, act. 2.4).
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2.2.6 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs unter anderem schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden
zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am
Vermögen schädigt.
Nach der Praxis muss sich der Irrtum nach Art. 146 StGB auf Tatsachen beziehen.
Äusserungen über ungewisse zukünftige Ereignisse oder Prognosen fallen nicht darunter,
es sei denn diese stützen sich ihrerseits auf ganz konkrete Tatsachen. Die
Zukunftserwartung kann als gegenwärtige innere Tatsache täuschungsrelevant sein
(ANDREAS DONATSCH, in: Donatsch [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 20. Aufl.
2018, N. 1 zu Art. 146 StGB mit weiteren Hinweisen).
Die Täuschung ist arglistig , wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich
besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn
mehrere Lügen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer
Hinterhältigkeit zeugen, dass sich selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als
besondere Machenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von
Begebenheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, den
Betroffenen irrezuführen. Einfache falsche Angaben gelten als arglistig, wenn deren
Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und
wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den
Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines
besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Der Gesichtspunkt der
Überprüfbarkeit der falschen Angaben erlangt auch bei einem Lügengebäude oder bei
betrügerischen Machenschaften Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 6B_447/2012 vom
28. Februar 2013, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen ).
Arglist scheidet jedoch aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an
Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die jeweilige Lage und die
Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu nehmen ist
namentlich auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder Krankheit
beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder
Unterordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden, und deshalb kaum imstande
sind, dem Täter zu misstrauen. Auf der andern Seite sind besondere Fachkenntnisse und
Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen. Auch unter dem Gesichtspunkt
der Opfermitverantwortung erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das
Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen
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Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten
Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz
nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche
das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum
Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverantwortung kann nur
in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 128 IV 18 = Pra. 91 (2002) Nr. 60 E. 3 lit. a; Urteil
des Bundesgerichts 6B_447/2012 vom 28. Februar 2013, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen ).
2.2.7 Festzuhalten ist zunächst, dass der Beschwerdeführer nicht ausführt, inwiefern der
Sachverhalt, wie er in der Einstellungsverfügung geschildert wird, nicht zutrifft. Er macht
auch keine näheren Angaben - oder kann dies mangels entsprechenden Kenntnissen
nicht machen -, auf welche Person(en) die Liegenschaft in der Dominikanischen Republik
angeblich überschrieben wurde oder legt Belege (zum Beispiel einen Kaufvertrag, einen
Grundbucheintrag etc.) dafür vor, dass ihm an der Immobilie in der Dominikanischen
Republik Rechte zustehen. Diejenigen Personen, welche als Zeugen in Frage kommen
bzw. vom Beschwerdeführer genannt worden sind, wurden zur Sache befragt. Die
Einvernahmen haben jedoch nicht zur Klärung beigetragen, weil E_ die Aussage
verweigert hat (act. B 13/1.9) und F_ gemäss eigenen Angaben, nicht weiss, ob B_
seinem Sohn tatsächlich CHF 250‘000.00 schuldet oder nicht (act. B 13/2.8, S. 3).
Hervorzuheben ist weiter, dass der Sachverhalt sich vorliegend von den im Entscheid
6S.123/2005 des Bundesgerichts vom 24. Juni 2005 beurteilten Umständen deutlich
unterscheidet: Dort ging es lediglich um zwei übergebene Geldbeträge und es konnte
dargelegt werden, dass der Getäuschte sehr unerfahren im Umgang mit Frauen und
„blind vor Liebe“ war. Das Erstere wurde hier mit Bezug auf den Beschwerdeführer nicht
geltend gemacht und vor allem ging es nicht nur um eine oder zwei Geldüberweisungen.
Vielmehr bestand der Kontakt zu B_ während eines Zeitraumes von rund sechs Jahren
und der Beschwerdeführer liess sich durch die Bitten seiner „Freundin“ immer wieder von
neuem dazu verleiten, ihr Geld zu überweisen. In dieser doch langen Zeit hätten dem
Beschwerdeführer nach allgemeinem Verständnis Zweifel bezüglich der Absichten von
B_ kommen müssen, da diese nie konkrete Schritte unternommen hat, mit ihm
zusammenzuziehen und ihn stets hingehalten hat.
Für das Obergericht ist denkbar, dass B_ ihre Liebe und Zuneigung gegenüber A_
von Anfang an vorgespielt und ihn im Irrtum gelassen hat, aus der (Fern-)Beziehung
werde irgendwann eine echte Partnerschaft. Ebenso gut ist es aber möglich, dass sie -
zumindest zu Beginn der Beziehung - auch von einer gemeinsamen Zukunft ausging.
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Welche Motive B_ beim Eingehen des Verhältnisses im Herbst 2010 hatte, wird sich
indessen mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr feststellen lassen.
Schliesslich ist die Darstellung von A_, er habe B_ das Geld nur geliehen, nicht
glaubwürdig, da er die schlechte finanzielle Situation von B_ ja kannte. Weil diese -
zumindest zeitweise - keine Arbeit, zudem für ein Kind zu sorgen hatte und der Ex-Mann
offenbar keine Alimente leistete, stellt sich die berechtigte Frage, wie und von was sie die
überwiesenen Beträge je hätte zurückzahlen sollen? Die gesamten Umstände lassen eher
darauf schliessen, dass A_ recht „blauäugig“ in eine gemeinsam geglaubte Zukunft
investiert hat, die sich dann nicht verwirklicht hat. Für seine Leichtfertigkeit spricht zum
Beispiel die Aussage, dass er B_ unterstützt habe, weil sie angegeben habe, sonst
müsse sie „auf den Strich gehen“. Die gezeigte Hilfsbereitschaft ehrt den
Beschwerdeführer zwar, dennoch darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, dass
bedürftige Personen in der Schweiz Anspruch auf Sozialhilfe haben und sich niemand
mangels finanzieller Mittel prostituieren muss. Dafür, dass A_ durch finanzielle
Grosszügigkeit die Gunst von B_ sichern wollte, spricht zum Beispiel der Umstand,
dass er ihr auch nicht unbedingt für den Lebensbedarf nötige Güter, zum Beispiel ein
Auto, finanzierte (act. B 13/2.5, S. 3). Mit Bezug auf die Wohnung in der Dominikanischen
Republik wusste der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben sogar, dass diese nur auf
die Beschwerdegegnerin lautete. Unter diesen Umständen konnte die Wohnung für ihn
jedoch keine Sicherheit darstellen.
Zusammenfassend ist das Obergericht der Auffassung, dass sich ein möglicher,
anfänglicher Tatverdacht gegenüber B_ nicht erhärtet hat und diese gegenüber A_
nicht arglistig im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB gehandelt hat. Zudem hätte der Letztere
sowohl seinen angeblichen Irrtum als auch den geltend gemachten Schaden durch ein
Minimum an zumutbarer Vorsicht vermeiden können.
2.3 Veruntreuung
2.3.1 In der Einstellungsverfügung vom 8. Mai 2018 wird zur Veruntreuung ausgeführt (act. B 2,
S. 4), nach den übereinstimmenden Angaben der beiden Beteiligten seien die einzelnen
Geldbeträge zur Zahlung von offenen Rechnungen bzw. für eine Liegenschaft in der
Dominikanischen Republik bestimmt gewesen. Soweit diese offenen Rechnungen mit den
jeweiligen Geldüberweisungen seitens von A_ beglichen worden seien, falle der
Tatbestand der Veruntreuung ausser Betracht.
Seite 14
2.3.2 Weder der Beschwerdeführer noch die Beschwerdegegnerin äusserten sich im
Beschwerdeverfahren explizit zum Tatbestand der Veruntreuung (act. B 1 und B 14). Die
Staatsanwaltschaft liess sich überhaupt nicht mehr vernehmen (act. B 12).
2.3.3 Wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen
andern damit unrechtmässig zu bereichern, wer ihm anvertraute Vermögenswerte
unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet, wird mit Freiheitsstrafe
bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Die Veruntreuung zum Nachteil eines
Angehörigen oder Familiengenossen wird nur auf Antrag verfolgt (Art. 138 Ziff. 1 StGB).
Nach der Praxis des Bundesgerichts gilt als dem Täter anvertraut, was er mit der
Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse eines anderen zu
verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten und anschliessend
zurückzugeben, oder aber es für diesen an einen Dritten weiterzuleiten, und zwar gemäss
Weisungen, die ausdrücklich oder stillschweigend sein können; dabei gibt der Treuhänder
seine Verfügungsmacht über das Anvertraute auf (ANDREAS DONATSCH, a.a.O., N. 4 zu
Art. 138 StGB). Nicht anvertraut sind Sachen, welche der Täter nicht im Interesse des
Treugebers, sondern für sich selbst empfangen hat (ANDREAS DONATSCH, a.a.O., N. 5 zu
Art. 138 StGB mit weiteren Hinweisen). Quasi fremd sind übertragene Vermögenswerte,
wenn der Treuhänder zur ständigen Erhaltung ihres Wertes verpflichtet ist bzw. wenn er
verpflichtet ist, die Vermögenswerte entsprechend dem vorgegebenen Zweck und den
Anweisungen des Treugebers zu verwenden. Nicht anvertraut sind Vermögenswerte,
welche der Treuhänder nicht für den Treugeber, sondern für sich selbst eingenommen hat
(ANDREAS DONATSCH, a.a.O., N. 14 und 16 zu Art. 138 StGB mit weiteren Hinweisen).
In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich (ANDREAS DONATSCH, a.a.O., N. 8 und 21
zu Art. 138 StGB).
2.3.4 Vorliegend hat B_ das Geld von A_ in erster Linie zur Deckung des Lebensunterhalts
für sich und ihren Sohn bekommen. Indem sie dieses verbraucht hat, hat sie es somit
nicht weisungswidrig oder unrechtmässig verwendet. Dass tatsächlich Geld von A_ in
eine Liegenschaft in der Dominikanischen Republik geflossen ist und ob diesbezüglich
Abmachungen nicht eingehalten wurden, ist durch nichts belegt und es wurden auch
keine weiteren Beweise offeriert bzw. Beweisabnahmen verlangt. Selbst bei Darlehen
besteht in der Regel keine Werterhaltungspflicht, ausser sie ergibt sich aus der
getroffenen Vereinbarung (ANDREAS DONATSCH, a.a.O., N. 19 zu Art. 138 StGB mit
weiteren Hinweisen).
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Kommt hinzu, dass hier gerade nicht erstellt und im Übrigen bestritten ist, dass A_
B_ das Geld nur geliehen und nicht geschenkt hat. Aus den Akten ergeben sich auch
keine Anhaltspunkte, dass A_ seinen Standpunkt beweisen kann: Sein Vater, F_,
kann zur allein interessierenden Frage nichts sagen (act. B 13/2.8, S. 3) und die andere,
in Frage kommende Zeugin, E_, hat die Aussage verweigert (act. B 13/1.9).
Beweisanträge hat A_ im Beschwerdeverfahren keine gestellt. Mit Bezug auf den
Tatbestand der Veruntreuung ist daher mit der Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 319
Abs. 1 lit. a StPO davon auszugehen, dass kein Tatverdacht vorliegt, der eine Anklage
rechtfertigt.
2.4 Sachbeschädigung
2.4.1 Bezüglich der Sachbeschädigung hat die Staatsanwaltschaft festgehalten, die Brille von
A_ sei im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung beschädigt worden, weshalb die
Tathandlung als fahrlässig qualifiziert werden müsse. Strafbar sei indessen nur eine
vorsätzliche Begehung (act. B 2, S. 4).
2.4.2 Der Beschwerdeführer bemerkte (act. B 1), die beschädigte Brille sei nicht Gegenstand
seiner Anzeige wegen Betrugs etc., sondern gehöre zur Anzeige seines Vaters.
2.4.3 Weder die Beschwerdegegnerin noch die Staatsanwaltschaft äusserten sich zu diesem
Punkt (act. B 12 und B 14).
2.4.4 Von einer beschädigten Brille war am 18. Januar 2016 bei der Erstattung der Anzeige
durch A_ nicht die Rede (act. B 13/1.1). Hingegen wird im Rapport der Polizei des
Kantons Solothurn vom 30. Dezember 2016 erwähnt, dass bei einer Rangelei am
11. November 2016 mit B_ das Gestell der Brille von F_, dem Vater von A_,
verbogen worden ist (act. B 13/2.1, S. 1 und 5 f. und B 13/2.8).
2.4.5 Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht
besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 144 Abs. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht
ist Vorsatz erforderlich (ANDREAS DONATSCH, a.a.O., N. 6 zu Art. 144 StGB).
2.4.6 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass bei der tätlichen Auseinandersetzung am 11.
November 2016 zwischen A_ und F_ auf der einen und B_ sowie H_ auf der
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andern Seite nicht die Brille des Beschwerdeführers, sondern diejenige seines Vaters
beschädigt worden ist (act. B 13/2.1, S. 3). Wie die Staatsanwaltschaft erwogen hat, ist
zudem naheliegend, dass B_ die Brille nicht vorsätzlich beschädigt hat. Unter diesen
Umständen ist die Einstellung des Verfahrens U 17 469 mit Bezug auf den Tatbestand der
Sachbeschädigung nicht zu beanstanden.
2.5 Fazit
Zusammenfassend vertritt das Obergericht die Auffassung, dass das Verfahren U 17 469
durch die Staatsanwaltschaft zu Recht eingestellt worden und die Beschwerde
demzufolge abzuweisen ist.
3. Kosten
3.1 Art. 428 StPO regelt die Kostentragungspflicht im Rechtsmittelverfahren. Gemäss dessen
Absatz 1 tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens Da die Beschwerde abgewiesen wurde und der
Beschwerdeführer somit vollumfänglich unterlegen ist, sind ihm die Verfahrenskosten,
bestehend aus einer Gebühr von CHF 500.00, aufzuerlegen (Art. 29 Abs. 1 lit. a
Gebührenordnung (bGS 233.3).
3.2 Der unterlegene Beschwerdeführer hat schon mangels eines entsprechenden Antrags,
aber auch gestützt auf Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 Abs. 1 StPO keinen Anspruch auf
eine Entschädigung im Beschwerdeverfahren.
Die Beschwerdegegnerin hat im Beschwerdeverfahren, in welchem mehrheitlich
Offizialdelikte zu beurteilen waren, obsiegt, weshalb sie gestützt auf Art. 436 Abs. 1 i.V.m.
Art. 429 Abs. 1 StPO Anspruch auf eine angemessene Entschädigung hätte. Mangels
entsprechendem Antrag - obwohl sie dazu aufgefordert wurde (vgl. act. B 15) - muss in
casu jedoch nicht darüber entschieden werden (SCHMIED/JOSITSCH, a.a.O., N. 14 zu Art.
429 StPO; WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar, StPO, 2. Auf. 2014, N. 31a und 31b
zu Art. 429 StPO).
Der Staat resp. die Staatsanwaltschaft hat bei Obsiegen keinen Anspruch auf
Entschädigung (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 2 zu Art. 423 StPO).
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