Decision ID: eb00fc8b-2d36-5145-afac-ed76f326286c
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reiste im Rahmen des Relocationprogramms am
8. September 2016 legal von Italien in die Schweiz, wo er gleichentags um
Asyl nachsuchte. Anlässlich der Befragung zur Person vom 12. September
2016 und der Anhörung vom 9. August 2017 führte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen aus, er sei ethnischer Saho und seine Muttersprache sei
Saho. Er habe in B._, Zoba C._, Subzoba D._, ge-
lebt. Als er zwei Jahre alt gewesen sei, sei seine Mutter gestorben. Sein
Vater sei im Jahr 2010 gestorben. Nach Beendigung der siebten Klasse im
Juni 2013 habe er die Schule abgebrochen und seither in der Landwirt-
schaft gearbeitet. Im Dorf habe das Militär Razzien gemacht und nach
Schulabbrechern gesucht. Aus Angst, in den Militärdienst eingezogen zu
werden, habe er nachts meistens draussen übernachtet. Nach circa zwei
bis drei Monaten habe ihm ein Nachbar berichtet, Soldaten hätten ihn zu
Hause gesucht. Insgesamt seien die Soldaten vier Mal zu ihm nach Hause
gekommen. Er sei nie anwesend gewesen. Zudem habe er eine Vorladung
für den Militärdienst erhalten. Im Januar 2014, einen Tag nach dem vierten
Aufsuchen, sei er illegal aus Eritrea ausgereist.
Der Beschwerdeführer reichte eine Kopie seiner Identitätskarte ein.
B.
Mit Verfügung vom 21. März 2018 (eröffnet am 22. März 2018) stellte die
Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der
Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an.
C.
Mit Schreiben vom 4. April 2018 und 12. April 2018 stellte die Vorinstanz
dem Beschwerdeführer auf sein Gesuch hin eine Kopie des Aktenverzeich-
nisses sowie Kopien der gewünschten Akten, inklusive der Akten des Re-
locationverfahrens zu, soweit diese dem Akteneinsichtsrecht unterlagen.
D.
Mit Eingabe vom 23. April 2018 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung der Vor-
instanz sei vollumfänglich aufzuheben. Die Sache sei zur rechtsgenügli-
chen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Entscheidung an die Vor-
instanz zurückzuweisen. Die Relocationakten seien vollständig beizuzie-
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hen und offen zu legen. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Subeventualiter
sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Es sei die unentgeltliche Pro-
zessführung zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
zu verzichten. Es sei dem Beschwerdeführer in der Person der Unterzeich-
nenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.
Der Beschwerdeführer reichte einen Kurzbericht der Hilfswerksvertretung
vom 9. August 2017 und eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung ein.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 17. April 2018 hiess der Instruktionsrichter die
Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Verbeiständung
gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und gab der
Vorinstanz Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung.
F.
Am 8. Mai 2018 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein.
G.
Mit Replik vom 31. Mai 2018 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehmlas-
sung Stellung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-
gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden Ge-
setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG ins
AIG übernommen worden.
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
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entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer
ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht (ein-
schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-
richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Kognition im Bereich des
Ausländerrechts richtet sich nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer beantragt, die Akten des Relocationverfahrens
seien vollständig beizuziehen und offen zu legen. Die Vorinstanz habe im
Rahmen des Relocationverfahrens seiner Übernahme von Italien zuge-
stimmt, weil er besonders schutzwürdig gewesen sei. Ihm sei nur ein Teil
der Relocationakten offengelegt worden. Aus den übrigen Akten ergebe
sich wahrscheinlich, weshalb er als schutzbedürftig angesehen worden sei.
Es sei ihm daher vollständige Einsicht in diese Akten, insbesondere in das
Übernahmeersuchen Italiens (SEM-Akten, act. R1/25 und R2/3) sowie das
Prüfschema Relocation (act. A8/1), zu gewähren. Dies entspreche der
Rechtsprechung des Bundeverwaltungsgerichts, wonach dem Beschwer-
deführer zumindest beschränkter Zugang zu den Relocationakten zu ge-
währen sei und die Vorinstanz Akten des Relocationverfahrens mitzube-
rücksichtigen und zumindest ansatzweise in den Entscheid einfliessen zu
lassen habe (Urteil des BVGer E-4491/2017, E-4500/2017 vom 10. No-
vember 2017 E. 6.2.3).
4.2 Die Akten des Relocationverfahrens sind Teil der Asylakten. Folglich
sind sie für das Asylverfahren beigezogen worden. Im zitierten Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts wurde festgehalten, es bestehe ein be-
schränktes Einsichtsrecht in die Relocationakten. Die Vorinstanz gewährte
dem Beschwerdeführer Einsicht in folgende Akten des Relocationverfah-
rens: Kopie des Aktenverzeichnisses des Relocationverfahrens, Aktenno-
tiz des SEM (Akte R5), Relocation Acceptance (Akte R 10/2), Laissez-Pas-
ser (Akte R11), Akten betreffend die Asylvorbringen des Beschwerdefüh-
rers in anonymisierter Form aus Akte R1/25 (Akte R13: Modello C3-Eng-
lish; Vulnerability Form und Exclusion Form). Aus diesen Akten geht der
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Grund für die Übernahme des Beschwerdeführers durch die Schweiz so-
wie eine kurze Schilderung seiner Asylvorbringen (Furcht vor dem Einbe-
zug in den Militärdienst) hervor. Die Voristanz ist damit ihrer Pflicht zur Ge-
währung des beschränkten Zugangs zu den Relocationakten nachgekom-
men. Die übrigen Relocationakten hat sie zu Recht als interne Akten be-
zeichnet und keine Einsicht gewährt. Der Beweisantrag auf vollständige
Offenlegung der Akten des Relocationverfahrens ist daher abzuweisen.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
und eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts. Die Anhörung habe
in Tigriniya stattgefunden, obwohl seine Muttersprache Saho sei. Er habe
dies zwar nicht moniert, da ihm die Vorinstanz schriftlich mitgeteilt habe, es
gebe keinen Dolmetscher für Saho. Im Verlaufe der Anhörung habe er den
Dolmetscher aber etliche Male nicht verstanden, weshalb seine Antworten
von den Fragen abgewichen seien oder keinen Sinn ergeben hätten. Die
Befragerin habe dies selbst festgestellt. Zudem habe der Dolmetscher nicht
korrekt beziehungsweise nicht präzis genug übersetzt sowie über ungenü-
gende Deutschkenntnisse verfügt. Die Hilfswerksvertretung habe mehr-
mals intervenieren müssen. Die Sache sei deshalb zur Durchführung einer
erneuten Anhörung in seiner Muttersprache (Saho) an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. Hierbei handelt es sich um eine formelle Rüge, welche
vorab zu beurteilen ist, da sie allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt
(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet
einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
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ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-
den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-
SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
5.3 Die Muttersprache des Beschwerdeführers ist Saho. Die Befragung
und die Anhörung wurden mangels eines Saho sprechenden Dolmetschers
auf Tigriniya durchgeführt. Der Beschwerdeführer nannte auf dem Perso-
nalienblatt Tigriniya als mögliche weitere Interviewsprache (act. A1). An der
Befragung gab er an, er könne sich in Tigriniya frei ausdrücken und seine
Sprachkenntnisse in Tigriniya seien sehr gut. Am Ende der Befragung be-
stätigte er, den Dolmetscher gut verstanden zu haben (act. A4 F h,
F 1.17.03, F 9.02). Vor der Anhörung wurde der Beschwerdeführer schrift-
lich darauf aufmerksam gemacht, die Anhörung würde auf Tigriniya durch-
geführt werden, da es keinen Dolmetscher für Saho gebe. Das Schreiben
blieb unerwidert. Eingangs der Anhörung wies die Befragerin den Be-
schwerdeführer darauf hin, es sei sehr wichtig, dass er alles verstehe. Er
solle nicht zögern, auf beide Seiten Rückfragen zu stellen, die für eine Ver-
ständigung notwendig seien. Der Beschwerdeführer meinte, es gebe keine
Verständigungsprobleme (act. A13 F 1 ff.). Wie in der Beschwerdeschrift
ausgeführt, gab es während der Anhörung Fragen, auf die der Beschwer-
deführer zunächst unklare Antworten gab (act. A13 F 76 ff., F 93, F 145,
F 203). Die Befragerin klärte diese Unklarheiten durch gezieltes Nachfra-
gen indes auf (act. A13 F 35, F 85, F 97, F 147, F 204). Zudem erkundigte
sich die Befragerin im Verlaufe der Anhörung, ob die Verständigung klappe.
Der Beschwerdeführer bejahte dies. Der Dolmetscher antwortete, die Satz-
stellung des Beschwerdeführers sei schwierig, inhaltlich sei es aber ok
(act. A13 F 69). Zudem stellte der Beschwerdeführer zwischendurch Rück-
fragen, aus denen ersichtlich ist, dass er der Befragung folgen konnte
(act. A13 F 79, F 96, F111, F 173 f.). Abgesehen von dem gelegentlichen
Nachfragen zur Klärung der Antworten sind dem Anhörungsprotokoll denn
auch keine Unstimmigkeiten zu entnehmen. Die Asylvorbringen des Be-
schwerdeführers gehen daraus klar hervor. Insgesamt liegt keine ungenü-
gende Sachverhaltsfeststellung oder eine Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs vor; eine erneute Anhörung des Beschwerdeführers ist nicht ange-
zeigt.
5.4 Es besteht demnach keine Veranlassung, die Sache aus formellen
Gründen aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Das diesbezügliche Rechtsbegehren ist abzuweisen.
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6.
6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
7.
7.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, die Schilderungen der
Razzien respektive der Suche durch die Soldaten nach ihm und wie er da-
von erfahren habe, seien auch nach mehrmaligem Nachfragen äusserst
vage und unsubstantiiert ausgefallen. Die rudimentären Antworten hätten
nicht den Eindruck vermittelt, der Beschwerdeführer spreche von ein-
schneidenden Erlebnissen, die ihn zur Flucht veranlasst hätten. Zudem
fehle den Schilderungen weitgehend der persönliche Bezug. An der Befra-
gung habe er gesagt, er habe eine Vorladung für den Militärdienst erhalten,
während er an der Anhörung diese Vorladung trotz mehrmaligen Fragens
nach den Fluchtgründen nicht erwähnt habe. Erst als er auf diesen Wider-
spruch aufmerksam gemacht worden sei, habe er den Erhalt der Vorladung
bestätigt. Die Ausführungen zur illegalen Ausreise seien ebenfalls knapp
und teils widersprüchlich ausgefallen. Die Asylvorbringen seien daher un-
glaubhaft. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die
blosse Befürchtung, es könnte irgendwann einmal etwas passieren, nicht
zur Annahme einer begründeten Furcht vor künftiger asylrelevanter Verfol-
gung genüge.
7.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die tendenzielle Knappheit in
der Substanz seiner Erzählweise sei nicht als Unglaubhaftigkeitsmerkmal,
sondern als persönlicher Erzählstil zu werten. Der Erhalt der Vorladung sei
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für ihn weder das einschneidenste, noch das fluchtauslösende Element ge-
wesen. Er habe bereits vorher gewusst, dass die Behörden ihn hätten rek-
rutieren wollen. Ferner habe er die Vorladung nicht persönlich erhalten und
nicht gelesen. Die Behörden hätten nach ihm gesucht und seien somit mit
ihm in Kontakt getreten. Mit seiner Flucht habe er sich dem Militärdienst
entzogen. Er werde deswegen als Dienstverweigerer angesehen. Die ille-
gale Ausreise habe er glaubhaft geschildert. Bei einer Rückkehr würde er
verhaftet, bestraft und in den Militärdienst eingezogen werden. Der Weg-
weisungsvollzug sei unzulässig. Zudem sei der Vollzug nicht zumutbar, da
er der Minderheitsethnie Saho angehöre, seine Eltern tot seien, seine ent-
fernten Verwandten mittelos seien und er als Tagelöhner gearbeitet habe.
8.
8.1 Dienstverweigerung und Desertion werden in Eritrea unverhältnismäs-
sig streng bestraft. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweige-
rung oder Desertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in ei-
nem konkreten Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt
ist regelmässig anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven
Dienst stand und desertierte. Darüber hinaus ist jeglicher Kontakt zu den
Behörden relevant, aus dem erkennbar wird, dass die betroffene Person
rekrutiert werden sollte (z.B. Erhalt eines Marschbefehls). In diesen Fällen
droht grundsätzlich nicht allein eine Haftstrafe, sondern eine Inhaftierung
unter unmenschlichen Bedingungen und Folter, wobei Deserteure regel-
mässig der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgesetzt sind. Die Desertion wird
von den eritreischen Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit auf-
gefasst. Demzufolge sind Personen, die begründete Furcht haben, einer
solchen Bestrafung ausgesetzt zu werden, als Flüchtlinge im Sinn von
Art. 1A Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 3 Abs. 1–3 AsylG anzuerkennen
(vgl. zum Ganzen Entscheidungen und Mitteilungen der ehemaligen Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3; Urteil des BVGer E-1740/2016
vom 9. Februar 2018 E. 5.1).
Der Beschwerdeführer wurde zwar nicht in seiner Muttersprache angehört,
er verfügt aber über gute Kenntnisse der Anhörungssprache Tigriniya und
die Anhörung weist keine Unregelmässigkeiten auf. Selbst unter Berück-
sichtigung dieses Umstandes darf daher erwartet werden, dass er prä-
gende Erlebnisse einigermassen nachvollziehbar und detailliert schildern
kann. Dies gelang dem Beschwerdeführer indes nicht. Trotz mehrmaligen
Nachfragens fielen die Angaben zum Schulabbruch, zu den Razzien, zur
Suche nach ihm durch die Soldaten und zu seinen Übernachtungen im
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Freien äusserst vage und substanzlos aus. Die Erklärung, dies entspreche
seinem Erzählstil, überzeugt nicht. Spätestens nachdem er mehrfach da-
rauf aufmerksam gemacht worden ist, dass eine detaillierte Schilderung
der Asylvorbringen wichtig sei, wäre zu erwarten gewesen, dass er von
seinem Erzählstil abrücken und die Erlebnisse ausführlicher erzählen
würde. Dies war jedoch nicht der Fall. So wurde er beispielsweise am Ende
der Anhörung von der Hilfswerksvertretung gebeten, den Tag, an dem er
den Ausreiseentschluss gefasst habe, zu schildern. Der Beschwerdeführer
antwortete, er habe die Situation nicht mehr ausgehalten und sich entschie-
den auszureisen. Auf Nachfrage der Hilfswerksvertretung, ob dies alles sei,
woran er sich erinnern könne, meinte er, das sei es gewesen. Etwas ande-
res gebe es nicht (act. A13 F 176 ff.). Seine Schilderungen sind insgesamt
äusserst oberflächlich ausgefallen und erwecken nicht den Eindruck, dass
er die Ereignisse tatsächlich erlebt hat. Hinzu kommen einige Ungereimt-
heiten. Der Beschwerdeführer konnte nicht nachvollziehbar erklären, wes-
halb er erst im Alter von 14 Jahren mit der Schule begonnen hat. An der
Befragung gab er an, eine Vorladung für den Militärdienst erhalten zu ha-
ben. Anlässlich der Anhörung erwähnte der Beschwerdeführer die Vorla-
dung nicht, obwohl er mehrmals gefragt wurde, ob er nebst der Suche der
Soldaten nach ihm noch weiteren Kontakt mit den Behörden gehabt habe
(act. A13 F 91, F 96 f., F101, F 179). Auf diesen Widerspruch hingewiesen,
meinte der Beschwerdeführer, die Befragung sei nicht so ausführlich ge-
wesen. Sie hätten ihm damals nicht gesagt, er solle detailliert erzählen. Sie
hätten ihm kürzere Fragen gestellt und er habe kürzere Antworten gegeben
(act. A13 F 188). Diese Erklärung ist nicht nachvollziehbar. Gerade weil die
Anhörung ausführlicher als die Befragung ist, hätte erwartet werden kön-
nen, dass er an der Befragung genannte Vorbringen ebenfalls an der An-
hörung erwähnt. Dem Argument in der Beschwerdeschrift, der Erhalt der
Vorladung sei weder das einschneidenste noch das fluchtauslösende Ele-
ment gewesen, kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Offenbar war die Vor-
ladung ein derart einschneidendes Erlebnis, dass er es bei der kurz gehal-
tenen Befragung nannte. Deshalb hätte erwartet werden können, dass er
es ebenfalls an der Anhörung erwähnt, selbst wenn es nicht das fluchtaus-
lösende Erlebnis gewesen wäre. Insgesamt sind die Vorbringen des Be-
schwerdeführers zur Suche nach ihm durch Soldaten und zum Erhalt der
Vorladung für den Militärdienst aufgrund der Substanzlosigkeit der Schil-
derung und der Ungereimtheiten als unglaubhaft einzustufen. Es ist somit
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer von den eritreischen Be-
hörden nicht als Dienstverweigerer angesehen wird.
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8.2 Das Bundesverwaltungsgericht kam im Referenzurteil D-7898/2015
vom 30. Januar 2017 nach einer eingehenden Lageanalyse zum Schluss,
dass die bisherige Praxis, wonach eine illegale Ausreise per se zur Flücht-
lingseigenschaft führte, nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Es sei
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass einer
Person einzig aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrele-
vante Verfolgung drohe. Nicht asylrelevant sei auch die Möglichkeit, dass
jemand nach der Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen werde; ob
eine drohende Einziehung in den Nationaldienst unter dem Blickwinkel von
Art. 3 EMRK und Art. 4 EMRK relevant sein könnte, betreffe die Frage der
Zulässigkeit bzw. Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Für die Begrün-
dung der Flüchtlingseigenschaft im eritreischen Kontext bedürfe es neben
der illegalen Ausreise zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu einer
Verschärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevan-
ten Verfolgungsgefahr führen könnten (E. 5.1 f.).
Das Bundesverwaltungsgericht stützte mit obigem Urteil die Praxisände-
rung der Vorinstanz, wonach die illegale Ausreise aus Eritrea ohne weitere
Anknüpfungspunkte keine Asylrelevanz aufweist. Der Beschwerdeführer
konnte weder die Suche der Soldaten nach ihm noch die Vorladung für den
Militärdienst glaubhaft machen. Folglich kann offenbleiben, ob seine Aus-
reise illegal erfolgt ist, da nebst der allfälligen illegalen Ausreise keine zu-
sätzlichen Anknüpfungspunkte vorliegen, welche ihn in den Augen des erit-
reischen Regimes als missliebige Person erscheinen lassen könnten, be-
ziehungsweise zu einer Schärfung seines Profils und dadurch zu einer
flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten. Dem Be-
schwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine relevante Verfolgungsge-
fahr im Sinne von Art. 3 respektive Art. 54 AsylG darzutun. Die Vorinstanz
hat seine Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint.
9.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen.
(Art. 32 Abs. 1 AsylV 1, SR 142.31). Die Wegweisung wurde zu Recht an-
geordnet.
10.
10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
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Seite 11
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).
10.2
10.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen. Vorliegend kommt der Beschwerdeführerin keine Flücht-
lingseigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von
Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwendbar. Die Zulässig-
keit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfas-
sungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK,
SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
10.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
10.2.3 Das Bundesverwaltungsgericht klärte im Grundsatzurteil BVGE
2018 VI/4 die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei dro-
hender Einziehung in den eritreischen Nationaldienst unter den Aspekten
des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK), des Folterverbots und der
unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK).
Das Bundesverwaltungsgericht stellte fest, die Bemessung der Dienst-
dauer und die Gewährung von Urlauben im eritreischen Nationaldienst
seien für die Einzelperson kaum vorhersehbar. Die durchschnittliche
Dienstdauer lasse sich nicht genau beziffern, auszugehen sei jedoch da-
von, dass sie zwischen fünf und zehn Jahre betrage und in Einzelfällen
darüber hinausgehen könne. Die Lebensbedingungen gestalteten sich so-
wohl in der Grundausbildung als auch im militärischen und im zivilen Nati-
onaldienst schwierig; der Nationaldienstsold reiche kaum aus, um den Le-
bensunterhalt zu decken. Darüber hinaus komme es im eritreischen Natio-
naldienst – insbesondere in der Grundausbildung und im militärischen Na-
tionaldienst – zu Misshandlungen und sexuellen Übergriffen. Die Bedin-
gungen im Nationaldienst seien folglich grundsätzlich als Zwangsarbeit im
Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu qualifizieren. Für die Annahme der Unzu-
lässigkeit des Wegweisungsvollzugs reiche diese Einschätzung jedoch
nicht aus. Vielmehr wäre hierfür erforderlich, dass durch die Einziehung in
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den eritreischen Nationaldienst das ernsthafte Risiko einer schwerwiegen-
den Verletzung von Art. 4 Abs. 2 EMRK bestünde, mithin der Kerngehalt
dieser Bestimmung verletzt würde. Eine solche Situation liege indessen
nicht vor. Nicht erstellt sei zudem, dass die berichteten Misshandlungen
und sexuellen Übergriffe derart systematisch stattfänden, dass jede Natio-
naldienstleistende und jeder Nationaldienstleistende dem ernsthaften Ri-
siko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden (vgl. a.a.O.
E. 6.1, insbes. 6.1.5).
10.2.4 Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-
rechte (EGMR) müsste die Beschwerdeführerin mit Blick auf Art. 3 EMRK
eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung
drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil
vom 28. Februar 2008, Nr. 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Im Grundsatz-
urteil E-5022/2017 wurde diesbezüglich ausgeführt, dass keine hinreichen-
den Belege dafür existieren, Misshandlungen und sexuelle Übergriffe wür-
den im Nationaldienst derart flächendeckend stattfinden, dass jede Dienst-
leistende und jeder Dienstleistender dem ernsthaften Risiko ausgesetzt
wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es besteht daher kein ernsthaf-
tes Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer Einziehung in
den eritreischen Nationaldienst (vgl. E. 6.1.6).
10.2.5 Aus den Akten ergeben sich keine weiteren Gründe für die An-
nahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. Der Wegweisungs-
vollzug ist folglich als zulässig zu betrachten.
10.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
10.3.1 Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem
Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-
weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-
gangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in ei-
nigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor
schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation,
der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der
Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Kon-
flikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch
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die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil
der Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage
des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz-
bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen.
Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende
individuelle Faktoren jedoch nicht mehr zwingende Voraussetzung für die
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer
D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.).
10.3.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen Mann mit
siebenjähriger Schulbildung. Danach hat er als Bauer für seinen Lebens-
unterhalt gesorgt. Seine Eltern sind zwar verstorben, aber seine Verwand-
ten haben sich früher um ihn gekümmert und er wohnte mit ihnen zusam-
men im Dorf B._. Zudem lebt dort seine jüngere Schwester, mit wel-
cher er seit seiner Ankunft in der Schweiz in telefonischem Kontakt steht.
Er verfügt somit über ein tragfähiges soziales Beziehungsnetz. Es ist da-
von auszugehen, dass er bei einer Rückkehr wieder bei seinen Verwand-
ten wohnen kann und diese ihn bei seiner sozialen und wirtschaftlichen
Wiedereingliederung unterstützen werden. Der Vollzug der Wegweisung
erweist sich somit auch in individueller Hinsicht als zumutbar.
10.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
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dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit Zwischenver-
fügung vom 17. April 2018 hiess der Instruktionsrichter indes die Gesuche
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Beiordnung einer
amtlichen Rechtsbeiständin gut. Dem Beschwerdeführer sind deshalb trotz
Unterliegens keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
12.2 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte eine Honorar-
note in der Höhe von Fr. 3'814.65 (inkl. Auslagen und MWST) ein. Aus der
Honorarnote ist ersichtlich, dass ein Stundenansatz von Fr. 250.– verrech-
net wurde. Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung in
der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für eine
nichtanwaltliche Vertretung aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE).
Die Honorarnote ist entsprechend zu reduzieren. Der amtlichen Rechtsbei-
ständin ist demnach für ihre Bemühungen zu Lasten des Gerichts ein amt-
liches Honorar von Fr. 2‘307.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzu-
schlag i.S.v. Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) auszurichten.
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