Decision ID: 2f44828b-1ce6-4b6d-abc3-088b6048a366
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ W. F. B., geb. 1979, ist brasilianischer Staatsangehöriger. Er reiste am
16. September 2000 als Tourist in die Schweiz ein und hielt sich bei seiner Tante in A.
auf. Am 2. Mai 2001 heiratete er in W. die dort wohnhafte Schweizer Primarlehrerin X.
In der Folge wurde W. F. B. am 15. Juni 2001 eine ordentliche
Jahresaufenthaltsbewilligung erteilt, welche jeweils verlängert wurde. Aus der Ehe
gingen die Kinder L. (geb. 24. Dezember 2001) und N. (geb. 4. September 2003) hervor.
Die Kinder sind wie die Mutter Schweizer Staatsangehörige. Am 1. Februar 2004
trennten sich die Eheleute.
Am 3. Oktober 2005 gebar die in St. Gallen wohnhafte spanische Staatsbürgerin M. G.,
geb. 1975, von W. F. B. die Tochter S. M. G. war zu jenem Zeitpunkt mit einem
Staatsbürger der Dominikanischen Republik verheiratet. Von diesem wurde sie am 4.
Mai 2006 geschieden. W. F. B. anerkannte das Kind am 28. Juni 2006.
Am 5. September 2006 wurde die Ehe F. B.-X. geschieden. Die elterliche Sorge über
die gemeinsamen Kinder wurde der Mutter zugesprochen. Der Vater erhielt ein
Besuchsrecht und wurde zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen für die Kinder
verpflichtet.
Mit Verfügung vom 7. Dezember 2006 verweigerte das Ausländeramt die Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung von W. F. B. und lehnte sein Gesuch um Erteilung einer
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Bewilligung zur Vorbereitung der Heirat bzw. für den Familiennachzug ab. Zur
Begründung wurde angeführt, der Gesuchsteller sei inzwischen rechtskräftig von seiner
Schweizer Ehefrau geschieden. Die Ehegemeinschaft sei bereits im Februar 2004
aufgelöst worden. Anschliessend habe der Gesuchsteller nur noch
rechtsmissbräuchlich an der Ehe festgehalten. Auch aufgrund der beabsichtigten
Eheschliessung mit der niedergelassenen spanischen Staatsangehörigen M. G. könnte
dem Gesuchsteller keine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, da im Fall des
Familiennachzugs die konkrete Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen
Fürsorgeabhängigkeit bestehe.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob W. F. B. am 19. Dezember 2006
Rekurs.
Am 9. März 2007 heirateten M. G. und W. F. B. in St. Gallen.
Mit Entscheid vom 9. Januar 2008 wies das Sicher-heits- und Justizdepartement den
Rekurs von W. F. B. gegen die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung und des Familiennachzugs ab. Der Rekurs gegen die
Verweigerung der Bewilligung zur Vorbereitung der Heirat wurde zufolge
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.
C./ Mit Eingabe vom 21. Januar 2008 erhoben W. F. B. und M. G. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, der Ehemann
habe einen guten Kontakt zu den beiden Kindern aus erster Ehe und auch zu seiner
früheren Ehefrau. Dass er keine Arbeit habe, bedeute nicht, dass er nichts tue. Es sei
ihm auch klar, dass er bald arbeiten müsse, damit er seine Kinder in Altstätten
unterstützen könne. Bei der Ehefrau habe sich bezüglich Arbeit einiges geändert. Sie
habe eine Arbeit als Filialleiterin gefunden und verdiene erheblich mehr als früher. Sie
wäre auch bereit, die Kinder ihres Mannes aus erster Ehe zu unterstützen. Sie sei auf
ihren Ehemann angewiesen, da sie sonst nicht wisse, wo sie ihre Tochter hinbringen
solle, wenn sie arbeite. Für sie komme es nicht in Frage, nach Brasilien zu gehen. Auf
die weiteren Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den

nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragt in seiner Vernehmlassung vom
30. Januar 2008 unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid und die Akten die
Abweisung der Beschwerde.
Am 19. Mai 2008 reichten die Beschwerdeführer einen vollständigen Arbeitsvertrag der
Beschwerdeführerin sowie eine Lohnabrechnung ein.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). W. F. B.
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Seine Ehefrau M. G. hat sich am Rekursverfahren nicht beteiligt. Der
Rekurs wurde ausschliesslich im Namen von W. F. B. erhoben, und die Rekursschrift
wurde nur von ihm unterzeichnet. Aufgrund der fehlenden Beteiligung am
Rekursverfahren ist die Ehefrau nicht berechtigt, gegen den Rekursentscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements vom 9. Januar 2008 Beschwerde zu erheben.
Daher ist auf die Beschwerde der Ehefrau nicht einzutreten. Die Beschwerdeeingabe
vom 21. Januar 2008 (Datum des Poststempels) wurde aber rechtzeitig eingereicht und
genügt formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde von W. F.
B. ist daher einzutreten.
2. Am 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) in Kraft. Dieses enthält in Art. 126
Uebergangsbestimmungen. Nach Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem
Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht worden sind, das bisherige Recht anwendbar.
Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 126 Abs. 2 AuG nach dem neuen Recht. Im
vorliegenden Fall wurden die Gesuche um Erteilung bzw. Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung vor dem 1. Januar 2008 eingereicht. Somit bleibt materiell das
Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (BS 1, 121 mit seither
ergangenen Aenderungen, abgekürzt ANAG) massgebend.
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2.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Heirat mit einer
spanischen Staatsangehörigen und des gemeinsamen Kindes, welches ebenfalls die
spanische Staatsangehörigkeit hat, aus dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft und ihren
Mitgliedstaaten (SR 0.142.112.681, abgekürzt FZA) keinen Anspruch auf Erteilung oder
Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung geltend machen kann. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts können Ehegatten von EU/EFTA-Staatsbürgern,
die ihrerseits Staatsangehörige eines Drittstaates sind, aus Art. 3 des Anhangs I zum
FZA nur dann einen Anspruch auf Aufenthalt geltend machen, wenn sie sich bei der
Gesuchstellung in einem EU/EFTA-Staat aufhalten (vgl. BGE 134 II 10, BGE 130 II 1 E.
3.6; A. Epinay, in: Jahrbuch des Migrationsrechts 2004/05, Bern 2005, S. 145 ff.). Die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers war am 2. Mai 2005 abgelaufen. Da er
im Zeitpunkt der Gesuchstellung kein Aufenthaltsrecht in der Schweiz hatte, hat er
nach dem Gesagten aufgrund des FZA keinen Anspruch auf eine
Aufenthaltsbewilligung.
2.2. Nach Art. 7 Abs. 1 ANAG hat der ausländische Ehegatte einer Schweizer Bürgerin
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowie nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren Anspruch auf
eine Niederlassungsbewilligung.
Die Ehe des Beschwerdeführers mit der Schweizerin X. wurde am 5. September 2006
geschieden. Der Beschwerdeführer hat daher keinen aus der Ehe mit einer Schweizerin
fliessenden Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Auch erwarb er keinen
Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Der Beschwerdeführer trennte
sich nämlich bereits am 1. Februar 2004 von seiner Ehefrau. Die eheliche Gemeinschaft
bestand somit weniger als drei Jahre. Die Vorinstanz hielt daher zutreffend fest, dass
spätestens im Herbst 2005 keine Zweifel mehr am definitiven Scheitern der Ehe
bestanden und die Berufung auf eine Ehedauer von mindestens fünf Jahren
rechtsmissbräuchlich sei, weshalb der Beschwerdeführer vor der Scheidung keinen
Anspruch auf eine Niederlassung nach Art. 7 Abs. 1 ANAG erworben hat
(Rekursentscheid E. 5 d, bb). Der Beschwerdeführer beruft sich denn auch zu Recht
nicht auf Art. 7 Abs. 1 ANAG und macht keinen Rechtsanspruch auf Verbleib in der
Schweiz aufgrund der früheren Ehe mit X. geltend.
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2.3. Die Kinder aus der Ehe des Beschwerdeführers mit X. verfügen über das
Schweizer Bürgerrecht. Daher ist zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer auf Art. 8
der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) berufen
kann.
Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV)
gewährleisten das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Darauf kann sich
im Rahmen eines ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens berufen, wer nahe
Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz (Schweizer
Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) hat. Soweit eine familiäre Beziehung
tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen Behörde grundsätzlich
eingeräumte freie Ermessen beschränkt (BGE 127 II 64, 126 II 427, 118 Ib 157 und 116
Ib 355). Der in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Anspruch auf Achtung des Privat- und
Familienlebens entspricht materiell der Garantie von Art. 8 EMRK und gewährt darüber
hinaus im Bereich des Ausländerrechts keine zusätzlichen Ansprüche (BGE 126 II 394).
Im Verhältnis zwischen Vater und leiblichen Kindern ist ein eigentliches
Zusammenleben nicht ohne weiteres unentbehrlich für das Bestehen eines
Familienlebens im Sinn von Art. 8 EMRK. Eine intakte und gelebte familiäre Beziehung
wird schon dann angenommen, wenn ein regelmässiger Kontakt besteht (BGE 120 Ib
3, 119 Ib 84). Der nicht sorgeberechtigte Ausländer kann die familiäre Beziehung zu
seinem Kind nur in einem beschränkten Rahmen, nämlich durch Ausübung des ihm
eingeräumten Besuchsrechts, leben. Hierzu ist indessen nicht unabdingbar, dass er
dauernd im gleichen Land wie die Kinder lebt und dort über eine
Anwesenheitsberechtigung verfügt. Ein Besuchsrecht gegenüber einem in der Schweiz
fest anwesenheitsberechtigten Kind verschafft dem ausländischen Elternteil daher im
Allgemeinen noch keinen Anspruch auf dauernde Anwesenheit; den Anforderungen von
Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allerdings dessen
Modalitäten entsprechend aus- bzw. umzugestalten sind. In ausländerrechtlicher
Hinsicht hat das Bundesgericht daraus die Konsequenz gezogen, dass die
Aufenthaltsbewilligung nur dann erteilt oder erneuert werden muss, wenn einerseits
zwischen dem Ausländer und dessen in der Schweiz ansässigen Kindern in
wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht, die
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sich wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Land, in das der Ausländer bei
Verweigerung der Bewilligung auszureisen hätte, praktisch nicht aufrechterhalten
liesse, und wenn andererseits das Verhalten des Ausländers weitgehend tadellos ist
(Urteil 2A.119/2004 vom 5. März 2004, Urteil 2A.563/2002 vom 23. Mai 2003, BGE 120
Ib 4 ff. und 24 ff.).
Die elterliche Sorge über die Kinder wurde der Mutter übertragen. Der
Beschwerdeführer kommt seinen Unterhaltspflichten gegenüber den Kindern nicht
bzw. nur ungenügend nach. Die persönlichen Kontakte beschränken sich auf die
Ausübung des Besuchsrechts. Zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht kann daher nicht
von einer besonders engen Beziehung gesprochen werden. Zudem ist das Verhalten
des Beschwerdeführers alles andere als tadellos (vgl. unten E. 2.4.4.). Daher kann der
Beschwerdeführer aufgrund von Art. 8 EMRK keinen Anspruch auf eine
Aufenthaltsbewilligung geltend machen.
2.4. Nach Art. 17 Abs. 2 ANAG hat der ausländische Ehegatte einer in der Schweiz
niedergelassenen Ausländerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammenwohnen. Die Ansprüche
erlöschen, wenn der Anspruchsberechtigte gegen die öffentliche Ordnung verstossen
hat.
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer aufgrund der Heirat mit einer spanischen
Staatsangehörigen und der Beziehung zum gemeinsamen Kind mit spanischer
Staatsbürgerschaft einen auf Art. 17 Abs. 2 ANAG beruhenden Anspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung hat.
Als Ehemann einer niedergelassenen Ausländerin bzw. als Vater eines Kindes, das im
Besitz der Niederlassungsbewilligung ist, kann sich der Beschwerdeführer zudem auf
Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV berufen (vgl oben E. 2.3.).
2.4.1. Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist nicht
absolut. Er verpflichtet die Behörden nicht in jedem Fall, eine Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen (BGE 126 II 342). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1
geschützte Rechtsgut dann zulässig, wenn er gesetzlich vorgesehen und in einer
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demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit,
für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur
Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz
der Rechte und Freiheiten anderer.
Der Familiennachzug kann insbesondere auch dann verweigert werden, wenn ein
Ausweisungsgrund vorliegt. Ein solcher liegt u.a. vor, wenn nach Art. 10 Abs. 1 lit. d
ANAG konkret die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit
besteht (BGE 122 II 8, 125 II 641 mit Hinweisen).
Sodann kann gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG ein Ausländer ausgewiesen werden,
wenn sein Verhalten im allgemeinen oder seine Handlungen darauf schliessen lassen,
dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im Gaststaat geltende Ordnung
einzufügen.
2.4.2. Bei der Beurteilung der Gefahr einer Fürsorgeabhängigkeit ist von den aktuellen
Voraussetzungen auszugehen; die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung ist aber auf
längere Sicht abzuwägen (BGE 122 II 8). Dabei darf nicht einzig auf das Einkommen
des hier anwesenden Familienangehörigen abgestellt werden, sondern es sind - dem
Gesetzeszweck der Vereinigung der Gesamtfamilie entsprechend - die finanziellen
Möglichkeiten aller Familienmitglieder über eine längere Sicht abzuwägen
(BGE 122 II 8).
Die EMRK verlangt ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an
der Erteilung der Bewilligung und dem öffentlichen Interesse an deren Verweigerung,
wobei die öffentlichen Interessen an der Verweigerung in dem Sinn überwiegen
müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der
Interessenabwägung sind die gesamten persönlichen Verhältnisse des Ausländers zu
würdigen, namentlich die Dauer des Aufenthalts, die Integration in der Schweiz, die
verbleibende Beziehung zum Heimatstaat und straf- oder fremdenpolizeilich verpöntes
Verhalten (vgl. Haefliger/Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und
die Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 263; VerwGE vom 16. März 2004 i.S. A.L. und vom
23. Januar 2004 i.S. A.G. mit Hinweis auf VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. N.O.).
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2.4.3. Das Ausländeramt ermittelte für den Beschwerdeführer, seine Ehefrau und das
Kind einen monatlichen Bedarf von Fr. 5'423.40. Die Ehefrau erzielt einen monatlichen
Bruttolohn von Fr. 3'750.--. Eine Umsatzprovision ist auf der eingereichten
Lohnabrechnung vom April 2008 nicht aufgeführt. In der Beschwerde äusserte die
Ehefrau zudem die Bereitschaft, rund Fr. 300.-- für die Kinder des Beschwerdeführers
aus erster Ehe zu leisten, bis dieser eine Arbeitsstelle hat.
Aufgrund der Bedarfsrechnung genügt das Einkommen der Ehefrau nicht, um eine
Fürsorgeabhängigkeit zu verhindern. Bei einem Gehalt der Ehefrau von Fr. 3'750.--
brutto bzw. Fr. 3'308.45 netto besteht ein Defizit von über Fr. 2'000.-- pro Monat zum
erforderlichen Finanzbedarf, zumal eine Umsatzprovision nicht ausgewiesen ist. Nach
den Ausführungen in der Beschwerde bestehen keine realistischen Aussichten, dass
der Beschwerdeführer ein nennenswertes Zusatzeinkommen erzielen kann, um an den
Bedarf der Familie beizutragen. In der Beschwerde wird vielmehr ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass nur der Verzicht auf die Erwerbstätigkeit des Ehemannes der
Ehefrau ermöglicht, ihre ausserhäusliche Erwerbstätigkeit auszuüben. Weiter wird in
der Beschwerde eingeräumt, dass sich der Beschwerdeführer bislang nicht intensiv um
eine Arbeitsstelle bemühte. Ob bei ihm nunmehr die Motivation zur Suche nach einer
Arbeitsstelle grösser ist, wie in der Beschwerde behauptet wird, muss bezweifelt
werden. Die Beschwerdeführer halten übrigens selber fest, dass die Ehefrau nur dann
ihre Erwerbstätigkeit ausüben kann, wenn der Ehemann zuhause die Tochter
beaufsichtigt. Bei dieser Sachlage muss davon ausgegangen werden, dass das
Einkommen um rund Fr. 2'000.-- unter dem Bedarf liegt. Angesichts dieser
beträchtlichen Einkommenslücke hat die Vorinstanz zutreffend angenommen, es
bestehe die konkrete Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit.
Damit liegt beim Ehemann ein Ausweisungsgrund im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. d
ANAG vor, der einen Eingriff in das durch Art. 8 EMRK und Art. 13 BV geschützte
Recht auf Familienleben rechtfertigt.
2.4.4. Der Beschwerdeführer wurde wiederholt straffällig. Am 2. Mai 2002 wurde er
wegen mehrfacher Entwendung eines Personenwagens zum Gebrauch, mehrfachen
Führens eines Personenwagens trotz Entzugs des Lernfahrausweises und weiterer
SVG-Delikte mit 25 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 1'500.-- bestraft. Am
27. Januar 2004 wurde er wegen Diebstahls, mehrfacher Entwendung eines
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Motorfahrzeuges zum Gebrauch und mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis mit drei
Monaten Gefängnis bestraft. Am 1. März 2004 sprach das Ausländeramt gegen den
Beschwerdeführer eine Verwarnung aus. Am 16. Juni 2005 wurde der
Beschwerdeführer wegen Widerhandlung gegen das Transportgesetz (Schwarzfahren)
mit Fr. 150.-- gebüsst. Sodann wurde er am 22. Mai 2006 wegen geringfügigen
Vermögensdelikts (Diebstahl) mit Fr. 750.-- gebüsst. Weiter steht fest, dass der
Beschwerdeführer die Unterhaltszahlungen für seine Kinder aus erster Ehe nicht leistet.
Im weiteren liegen gegen den Beschwerdeführer Verlustscheine über Fr. 20'740.40
beim Betreibungsamt St. Gallen und über Fr. 9'789.05 beim Betreibungsamt A. vor.
Trotz der wiederholten Missachtung seiner finanziellen Verpflichtungen reiste der
Beschwerdeführer während seines Aufenthalts in der Schweiz mehrmals ferienhalber
ins Ausland, und zwar im Jahr 2003 nach Brasilien und in den Jahren 2005 und 2007
nach Spanien.
Die wiederholte Delinquenz und die Missachtung der finanziellen Verpflichtungen zeigt,
dass der Beschwerdeführer nicht fähig bzw. nicht gewillt ist, sich in die im Gaststaat
geltende Ordnung einzufügen. Damit liegt auch ein Ausweisungsgrund nach Art. 10
Abs. 1 lit. b ANAG vor.
2.4.5. Die zahlreichen Straftaten und die Missachtung der finanziellen Verpflichtungen
begründen einen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung, weshalb der
Beschwerdeführer gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG keinen Anspruch auf Erteilung
bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung geltend machen kann.
2.5. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen hatte die Vorinstanz das öffentliche
Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers gegenüber dem Interesse des
Beschwerdeführers und seinen Angehörigen an einem Verbleib in der Schweiz
abzuwägen.
Zutreffend hielt die Vorinstanz fest, dass es der Ehefrau und dem gemeinsamen Kind
nicht zuzumuten ist, dem Beschwerdeführer nach Brasilien zu folgen. Aus der Heirat
lassen sich allerdings keine ausschlaggebenden Gründe für einen Verbleib des
Beschwerdeführers in der Schweiz ableiten. Die Ehefrau hat den Beschwerdeführer
nämlich erst während des ausländerrechtlichen Rekursverfahrens geheiratet. In jenem
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Zeitpunkt lag bereits die ablehnende Verfügung gegen ihren Ehemann vor. Sie musste
sich daher bereits vor der Heirat und erst recht im Zeitpunkt der Eheschliessung
bewusst sein, dass sie die Ehe mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht in der Schweiz
würde leben können. Sie heiratete den Beschwerdeführer im Wissen um dieses
mögliche Hindernis, die Ehe in der Schweiz zu leben. Die Trennung von der Tochter
stellt zwar ebenfalls eine gewisse Einschränkung des Rechts auf Familienleben dar,
doch wird die vorrangige Beziehung des Kindes zur Mutter nicht tangiert, wenn dem
Beschwerdeführer der weitere Aufenthalt in der Schweiz verweigert wird, und im
übrigen sind eingeschränkte Beziehungen zwischen Kindern und getrennt lebenden
Eltern keine aussergewöhnlichen Umstände. Der Beschwerdeführer lebt zudem erst
seit rund sieben Jahren in der Schweiz.
Der Vorinstanz kann keine fehlerhafte Interessenabwägung vorgehalten werden, dass
sie den Aufenthalt des Beschwerdeführers verweigert hat. Die Verstösse gegen die
öffentliche Ordnung, die konkrete Gefahr einer erheblichen Fürsorgeabhängigkeit sowie
die fehlenden Anstrengungen, eine Erwerbstätigkeit auszuüben, lassen die
Verweigerung des weiteren Aufenthalts trotz der privaten Interessen der Ehefrau an der
Beaufsichtigung der Tochter sowie der Interessen der Tochter an einem intensiven
Kontakt mit dem Vater als verhältnismässig erscheinen. Folglich ist die Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdeführer (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf ihre Erhebung ist zu verzichten (Art. 97 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht