Decision ID: 7ed88488-0a54-5ea8-911c-922dcb52eaf7
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._, Jahrgang 1984, zog per 1. Mai 2016 von A._ nach B._. Bevor ihm Leistungen
(Taggelder) der Arbeitslosenversicherung zugesprochen wurden, wurde er vom 1. Juni
2016 bis 31. Juli 2016 vom Sozialamt B._ unterstützt (act. Sozialamt 41, 68 und 141).
X._ reichte am 21. September 2017 erneut ein Sozialhilfegesuch ein (act. Sozialamt 4),
da ihm die Arbeitslosenversicherung gemäss Verfügung vom 21. September und
Abrechnung vom 22. September 2017 die letzten Arbeitslosentaggelder auszahlte und
er danach ausgesteuert war (act. Sozialamt 141).
A.a.
Mit E-Mail vom 27. September 2017 bat das Sozialamt B._ X._ um Einreichung
weiterer Unterlagen (Konto- und Sparheftauszüge sowie Abrechnung der
Arbeitslosenversicherung für den Monat September 2017, act. Sozialamt 6). Die
Abrechnung liess X._ dem Sozialamt B._ am 29. September 2017 zukommen.
A.b.
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Daraufhin erstellte das Sozialamt B._ ein Budget und setzte X._ darüber in Kenntnis,
dass für den Monat Oktober 2017 ein Überschuss von CHF 11.25 bestehe. Dabei
berücksichtigte es bei den Ausgaben den Grundbedarf für eine Person in einer
Zweckgemeinschaft von CHF 879.30, Mietkosten von CHF 728 sowie als Einnahmen
die Arbeitslosentaggelder von CHF 1'618.55. Überdies wurde ihm eine Anmeldung für
die Beschäftigung bei PrimaJob beigelegt (act. Sozialamt 9).
X._ zeigte sich weder mit dem Budget noch mit der vorgesehenen Beschäftigung
einverstanden. Er legte einen Kontoauszug vom 29. September 2017 bei, welcher einen
Saldo von CHF –16.47 aufwies (act. Sozialamt 10). Mit E-Mail vom 3. Oktober 2017
verlangte X._ eine anfechtbare Verfügung (act. Sozialamt 12). Mit Schreiben vom
9. Oktober 2017 forderte das Sozialamt B._ X._ unter anderem auf, weitere
Unterlagen einzureichen (act. Sozialamt 14). Da sich X._ weigerte, die gewünschten
Unterlagen einzureichen, bat das Sozialamt mit Schreiben vom 11. Oktober 2017
erneut darum (act. Sozialamt 16). Am 18., 20. und 24. Oktober 2017 reichte X._ die
geforderten Unterlagen grösstenteils ein (act. Sozialamt 20). Am 31. Oktober 2017 fand
das Erstgespräch zwischen dem Sozialamt B._ und X._ statt. Dabei wurde unter
anderem zur Klärung des Vorliegens eines Konkubinats vorgeschlagen, anschliessend
an das Gespräch einen Hausbesuch durchzuführen. X._ verweigerte den Hausbesuch,
da er zu kurzfristig sei und seine Mitbewohnerin einen Unfall gehabt habe (act.
Sozialamt 48).
A.c.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs erliess das Sozialamt B._ am 6. November
2017 die Verfügung. Es hielt unter anderem fest, dass X._ ab dem 1. November 2017
Anspruch auf wirtschaftliche Sozialhilfe gemäss dem beiliegenden Budget habe, am
Beschäftigungsprogramm teilzunehmen habe und die Auszahlung des Grundbedarfs
für den Lebensunterhalt pro erfüllten Arbeitstag im Beschäftigungsprogramm erfolge.
Im Oktober 2017 seien ihm die am 22. September 2017 ausbezahlten
Arbeitslosentaggelder anzurechnen, und damit bestehe in diesem Monat keine
Bedürftigkeit. Nachdem die Darlegung der Wohnverhältnisse anhand der vorliegenden
Informationen nicht plausibel und eine Überprüfung vor Ort verhindert worden sei,
müsse von einem Konkubinat ausgegangen werden. Der Grundbedarf für den
Lebensunterhalt betrage damit CHF 748. Wohnkosten seien keine zu berücksichtigen,
da X._ seit seinem Einzug keine Miete bezahlt habe (act. Sozialamt 52).
A.d.
Mit Eingabe vom 17. November 2017 reichte X._ beim Stadtrat B._
A.e.
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B.
Gegen den Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) führt die politische
Gemeinde B._ (Beschwerdeführerin), vertreten durch den Stadtrat, mit Eingabe vom
12. Juni 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie stellt das Rechtsbegehren,
den vorinstanzlichen Entscheid aufzuheben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 20. Juni 2019 die Abweisung
der Beschwerde und verwies auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids. Zu
den neu eingereichten Akten fügte sie an, dass der im November erzielte Lohn im
Unterstützungsbudget des Monats Dezember 2017 als Einnahme zu berücksichtigen
sei. Mit Eingabe vom 5. September 2019 stellte X._ (Beschwerdegegner) den Antrag
auf Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdegegner reichte am 12. September
2019 ein weiteres Schreiben ein. Die Beschwerdeführerin nahm mit Schreiben vom 23.
"Rechtsverweigerungsbeschwerde und Rekurs in Sachen Verfügung gegen das
Sozialamt" ein.
An der Besprechung vom 15. Dezember 2017 mit dem Sozialamt B._ teilte X._ mit,
dass er sich per sofort vom Sozialamt abmelden wolle (act. Sozialamt 105). In der
Folge stellte das Sozialamt B._ mit Verfügung vom 21. Dezember 2017 die
Sozialhilfeleistungen für X._ per 15. Dezember 2017 ein (act. Sozialamt 109). Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.f.
Mit Beschluss vom 13. Februar 2018 wies der Stadtrat den Rekurs ab, soweit er darauf
eintrat. Mit Schreiben vom 16. Februar 2018 teilte der Stadtrat X._ mit, dass die
Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen das Sozialamt als gegenstandslos
abgeschrieben werde. Die gestellten Anträge seien im Rahmen des Rekursverfahrens
behandelt worden. Gegen den Beschluss des Stadtrats vom 13. Februar 2018
rekurrierte X._ am 23. Februar 2018 beim Departement des Innern und erhob
gleichzeitig Rechtsverweigerungsbeschwerde. Den Rekurs hiess das Departement des
Inneren mit Entscheid vom 28. Mai 2019 teilweise gut. Es kam zum Schluss, dass X._
ab dem 1. Oktober 2017 bedürftig gewesen sei. Beim Grundbedarf für den
Lebensunterhalt sei von einer Zweck-Wohngemeinschaft und einem getrennten
Haushalt auszugehen. Die Mietkosten seien anzurechnen. Das Sozialamt B._ wurde
verpflichtet, X._ die seit dem 1. Oktober bis 15. Dezember 2017 zustehenden
finanziellen Leistungen im Sinne der Erwägungen nachzuzahlen. Die
Rechtsverweigerungsbeschwerde wurde infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.
A.g.
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September 2019 Stellung zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz und des
Beschwerdegegners. Dazu liess sich die Vorinstanz am 15. Oktober 2019 nochmals
vernehmen. Der Beschwerdegegner behielt mit Schreiben vom 18. Dezember 2019
(Posteingang: 7. Januar 2020) unaufgefordert das letzte Wort.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für
den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Nach Art. 64 VRP in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wer an
der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut. Zur Wahrung öffentlicher Interessen steht das
Beschwerderecht auch der zuständigen Behörde einer öffentlich-rechtlichen
Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt zu (Art. 64 VRP in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP). Praxisgemäss setzt die Legitimation eines
Gemeinwesens nach Art. 45 Abs. 2 VRP voraus, dass dieses den streitigen Entscheid
durch Setzen eines Rechtsaktes im eigenen Aufgabenbereich erlassen und damit
bestimmte öffentliche Interessen vertreten hat (GVP 1992 Nr. 43). Das ist nur der Fall,
wenn es im Bereich einer ihm obliegenden Aufgabe tätig wurde und dabei lokale
Interessen wahrgenommen hat. Unerheblich ist, ob es sich dabei um autonome
Belange oder übertragene Befugnisse handelt. Der Aufgabenkreis der öffentlich-
rechtlichen Körperschaften oder Anstalten ergibt sich aus der Zuständigkeitsordnung
des kantonalen Rechts. Massgebend ist letztlich, ob der betreffenden Körperschaft
oder Anstalt eigene Verfügungskompetenz zukommt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 453 f., Geisser/Zogg, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St.
Gallen 2020, N 36 zu Art. 45 VRP). Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin von
ihrer Verfügungskompetenz Gebrauch gemacht, und damit ist die Beschwerdebefugnis
der politischen Gemeinde betreffend die Sozialhilfestreitigkeiten gegeben (vgl. VerwGE
B 2019/117 vom 18. Dezember 2019 E. 1, B 2016/32 vom 14. Dezember 2017 E. 1.1).
Die Beschwerde gegen den Entscheid der
Vorinstanz vom 28. Mai 2019 wurde mit Eingabe vom 12. Juni 2019 rechtzeitig erhoben
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und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
2.
Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz vom
25. April 2017 (sGS 381.1, SHG; IV. Nachtrag in: nGS 2017-064; Botschaft vom 6.
September 2016 in: ABl 2016 2707 ff. oder www.ratsinfo.sg.ch: Geschäftsnummer
22.16.02) und dem am 29. Januar bzw. 1. April 2019 in Kraft getretenen V. Nachtrag
(nGS 2019-024, Botschaft vom 1. Mai 2018 und Festlegung des Vollzugsbeginns:
Protokoll der Regierung des Kantons St. Gallen vom 5. Februar 2019, Nr. 047,
www.ratsinfo.sg.ch: Geschäftsnummer 22.18.11) wurden die gesetzlichen Grundlagen
betreffend die Gewährung finanzieller Sozialhilfe teilweise revidiert. Nach den allgemein
gültigen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist die Rechtmässigkeit von
Verwaltungsakten mangels einer anderslautenden übergangsrechtlichen Regelung
nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Ergehens zur beurteilen (vgl. z.B. BGE 139 II
263 E. 6; 135 II 384 E. 2.3; 125 II 591 E. 5e/aa; je mit Hinweisen). Eine dem SHG eigene
übergangsrechtliche Regelung besteht im vorliegenden Fall nicht. Der zu beurteilende
Sachverhalt liegt im Jahr 2017 und die massgebende Verfügung der
Beschwerdeführerin erging am 6. November 2017. Dementsprechend finden die oben
dargestellten Grundsätze Anwendung, und die Streitsache ist nach der bis zum
31. Dezember 2017 geltenden Fassung des SHG (im Folgenden mit "aSHG"
bezeichnet) und der dazu ergangenen Rechtsprechung zu beurteilen (vgl. VerwGE
B 2016/212 vom 14. Juli 2018 E. 2).
3.
Strittig sind der Anspruchsbeginn der sozialhilferechtlichen Unterstützung (dazu
nachfolgend E. 3.1 bis 3.3) sowie die Höhe der auszurichtenden Leistungen bzw. die
Höhe des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt (dazu nachfolgend E. 4.1 bis 4.6) und
der Wohnkosten (dazu nachfolgend E. 5.1 und 5.2).
Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass der Beschwerdegegner ab dem 1. Oktober
2017 bedürftig gewesen sei. Aufgrund der ausbezahlten Arbeitslosentaggelder sei er im
September 2017 zwar nicht auf Sozialhilfegelder angewiesen gewesen, am 29.
September 2017 habe der Saldo auf dem Privatkonto jedoch CHF –16.74 betragen. Es
seien somit die ab 1. Oktober 2017 verfügbaren Eigenmittel und Ausgaben in der
Bedarfsrechnung zu berücksichtigen. Gestützt auf das Tatsächlichkeits- und
Finalprinzip wirke sich für den Beschwerdegegner nicht negativ aus, dass er die
Arbeitslosentaggelder vom September 2017 zur Schuldentilgung verwendet und
3.1.
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bereits bis Ende Monat ausgegeben habe.
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, der Beschwerdegegner habe das
Sozialhilfegesuch am 21. September 2017 gestellt und seine Bedürftigkeit geltend
gemacht, also noch bevor ihm am 22. September 2017 die Arbeitslosentaggelder
ausbezahlt worden seien. Es sei nicht belegt, wofür er diese Gelder ausgegeben habe.
Eine vernünftige Person, welche sich bei der Sozialhilfe angemeldet habe, müsse die
erhaltenen Taggelder für den laufenden Lebensunterhalt verwenden und nicht für die
Schuldentilgung. Zahlungen, welche während der Bedürftigkeit eingehen würden, seien
nicht als vorbestehendes Vermögen, sondern als anrechenbare Einnahmen zu
berücksichtigen. Zudem sei bundesgerichtlich bestätigt, dass Lohneinnahmen jeweils
für den Folgemonat zu verwenden und anzurechnen seien. Es widerspreche dem Sinn
und Zweck der Sozialhilfe, wenn die
Vorinstanz bei ihrer Beurteilung einzig auf das Datum der effektiven Aufnahme der
sozialhilferechtlichen Unterstützung abstelle und dabei das Datum der Gesuchstellung
völlig ausser Acht lasse.
Nach Art. 9 Abs. 1 aSHG hat Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe, wer für seinen
Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann. Finanzielle Sozialhilfe umfasst Geld- und Naturalleistungen sowie
Kostengutsprachen. Sie wird rechtzeitig gewährt (Art. 10 Abs. 1 und 2 aSHG). Das
Sozialhilferecht kennt eine Reihe von fundamentalen Prinzipien. Das
Bedarfsdeckungs-, Tatsächlichkeits- und Gegenwärtigkeitsprinzip, das
Individualisierungs-, Final- und Subsidiaritätsprinzip skizzieren die Sozialhilfe als
konkrete, gegenwärtige, individuelle, verschuldensunabhängige und nachrangige Hilfe
(G. Wizent, Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Zürich 2014, S. 211, F. Wolffers,
Grundriss des Sozialhilferechts, 2. Aufl. 1999, S. 69 ff.). Gemäss dem Finalprinzip spielt
es für die Anspruchsberechtigung auf Sozialhilfe keine Rolle, ob die unterstützte
Person ein Verschulden trifft. Die Leistungen werden bei Bestehen einer Notlage
unabhängig von den Ursachen der Bedürftigkeit ausgerichtet (Wolffers, a.a.O., S. 165).
Massgebend für die Beurteilung der Bedürftigkeit sind die tatsächlich gegenwärtig
verfügbaren Eigenmittel (Wolffers, a.a.O., S. 153, Wizent, a.a.O., S. 211). Dieses
Tatsächlichkeitsprinzip steht im Spannungsverhältnis zum Grundsatz der Selbsthilfe,
welches als Teil des Subsidiaritätsprinzips gilt. Dafür ist zwischen den ökonomischen
Begriffen des Vermögens und der Einnahme zu unterscheiden, welche im
Sozialhilferecht als bekannt vorausgesetzt und nicht sinnerfüllend definiert werden.
Unter Einnahmen sind alle tatsächlichen Geld- oder geldwerten Zuflüsse zu verstehen,
3.2.
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die jemand während der Unterstützungsdauer erhält. Hingegen wird als Vermögen
betrachtet, was vor Beginn der Bedürftigkeit bereits vorhanden ist. Abzustellen ist auf
den massgeblichen Bedarfszeitraum und somit in der Regel auf die monatliche
Unterstützungsperiode. Zuflüsse, die im Monat der Gesuchseinreichung zufliessen,
sind demzufolge grundsätzlich als Einnahmen zu betrachten. Gestützt auf den
Selbsthilfegrundsatz hat die unterstützte Person die ihr während der Unterstützung
zufliessenden Mittel für ihren Lebensunterhalt einzusetzen (Wizent, a.a.O., S. 212, 420
ff.).
Lohneinnahmen werden im Folgemonat angerechnet. Ein Ende Monat ausbezahlter
Lohn ist demnach zur Deckung der Auslagen des nachfolgenden Monats gedacht
(BGer 8C_648/2018 vom 7. Januar 2019 E. 7.3.2). Da es sich bei
Arbeitslosentaggeldern um ein Ersatzeinkommen handelt und dieses demselben Zweck
wie der Lohn dient, sind auch Ende des Monats ausbezahlte Arbeitslosentaggelder im
Folgemonat anzurechnen, sofern sie vor Beginn der Unterstützung durch die Sozialhilfe
ausgerichtet wurden (vgl. Urteil des Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt VD.
2017.291 vom 9. Juli 2018 E. 3.2 und 3.3.3, Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich VB.2006.00464 vom 23. Januar 2007 E. 3.2).
Im vorliegenden Fall reichte der Beschwerdegegner das Gesuch um finanzielle
Unterstützung am 21. September 2017 bei der Beschwerdeführerin ein (act. Sozialamt
4). Mit diesem Gesuch unterschrieb er, dass er sowohl die Grundsätze und
Verpflichtungen beim Bezug von Sozialhilfe sowie die Berechnung der Sozialhilfe zur
Kenntnis genommen habe. Am 22. September 2017 stellte die Arbeitslosenkasse dem
Beschwerdegegner die Abrechnung der Taggelder in der Höhe von CHF 1'618.55 zu
(act. Sozialamt 141). Die Rahmenfrist für die Arbeitslosentaggelder lief am
14. September 2017 aus. Die Vermögensübersicht des Privatkontos des
Beschwerdegegners bei der Raiffeisenbank vom 29. September 2017 wies einen Saldo
von CHF –16.47 auf (act. Sozialamt 10). Dem in den Akten liegenden Kontoauszug
dieses Privatkontos sind lediglich Buchungen bis zum 21. September 2017 zu
entnehmen (act. Sozialamt 139). Die Gutschrift über den Eingang der
Arbeitslosentaggelder bzw. die Belastungen bis zum 29. September 2017 fehlen.
Die Vorinstanz weist zwar in Bezug auf das Tatsächlichkeits- und Finalprinzip zu Recht
darauf hin, dass der Beschwerdegegner Ende September offenbar über kein Vermögen
verfügte. Dabei übersieht sie jedoch, dass dem Beschwerdegegner nach der
Gesuchstellung Einnahmen in Form der Arbeitslosentaggelder zugeflossen sind. Mit
3.3.
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der Gesuchseinreichung verpflichtete sich der Beschwerdegegner zur Wahrung der
sozialhilferechtlichen Grundsätze. Unter anderem musste ihm daher auch aus der Zeit
seiner früheren Sozialhilfeunterstützung bekannt sein, dass er dazu verpflichtet war,
alles zu unternehmen, um seine Notlage zu beheben (Selbsthilfe). Die nach
Gesuchstellung zugeflossenen Mittel musste der Beschwerdegegner damit vorrangig
zur Bestreitung seines Lebensunterhalts einsetzen.
Im Beiblatt zur Berechnung der Sozialhilfe der Beschwerdeführerin sind die
massgebenden Pauschalen für den Grundbedarf für den Lebensunterhalt und die
Höchstansätze für die Miete pro Monat zahlenmässig aufgelistet. Einleitend wird darauf
hingewiesen, dass ein grundsätzlicher Anspruch auf Sozialhilfeleistungen besteht,
wenn keine Einnahmen vorhanden sind bzw. solange die verfügbaren Einnahmen die
Kosten für die materielle Grundsicherung nicht erreichen (act. Sozialamt 4). Da der
Beschwerdegegner bereits im Juni/Juli 2016 Sozialhilfe bezogen hatte, musste ihm die
Berechnung des Sozialhilfebudgets bekannt sein. Ansonsten konnte er gestützt auf die
Pauschalbeträge selbst berechnen, dass ihm beim Grundbedarf für den
Lebensunterhalt höchstens ein Pauschalbetrag für eine Person von CHF 977 und bei
der Miete ein Höchstbetrag von CHF 850 zustand, ihm insgesamt also Ausgaben von
höchstens CHF 1'827 angerechnet werden könnten. Nach der Gesuchseinreichung
flossen dem Beschwerdegegner Arbeitslosentaggelder in der Höhe von CHF 1'618.55
zu (Abrechnung vom 22. September 2017, act. Sozialamt 141). Wie der Lohn sind auch
die Arbeitslosentaggelder zur Bestreitung des laufenden Lebensunterhalts für den
nachfolgenden Monat, vorliegend also für den Oktober 2017, zu verwenden. Diese
Taggelder waren aufgrund der ausgelaufenen Rahmenfrist zwar tiefer als im
vorhergehenden Monat, als dem Beschwerdegegner noch CHF 3'798.55 zur Verfügung
standen, doch hätte es für die Bestreitung der Kosten für die materielle
Grundsicherung für den Monat Oktober 2017 knapp ausreichen müssen. Innerhalb
weniger Tage nach Eingang der Arbeitslosentaggelder am 29. September 2017 wies
das Konto des Beschwerdegegners jedoch bereits einen Negativsaldo auf. Wofür der
Beschwerdegegner die nach Gesuchseinreichung zugeflossene Einnahme verwendete,
ist mangels entsprechender Angaben des Beschwerdegegners, des Kontoauszugs
oder anderweitiger Belege nicht eruierbar. Allerdings ist dem Kontoauszug ab dem
Buchungsdatum vom 21. März 2017 bis zum 21. September 2017 eine auffällige
Struktur zu entnehmen (act. Sozialamt 139). Der Beschwerdegegner hob jeweils nach
Gutschrift der Arbeitslosentaggelder innerhalb weniger Tage Bargeld in der Höhe
dieser Gutschriften ab. Wie es sich mit der Gutschrift bzw. den Belastungen zwischen
dem 22. und 29. September 2017 verhält, kann indes offenbleiben. In Kenntnis der
Grundsätze und Verpflichtungen beim Bezug von Sozialhilfe sowie der Berechnung der
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4.
Zu prüfen ist die Höhe des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt. Nicht strittig ist,
dass der Beschwerdegegner zusammen mit seiner Vermieterin in einer 4,5-Zimmer-
Wohnung lebt. Die Beschwerdeführerin behauptet, der Beschwerdegegner lebe in
einem Konkubinat, wohingegen die Vorinstanz von einer Zweck-Wohngemeinschaft
ausgeht. Die Vorinstanz vertritt die Ansicht, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
fehlenden bzw. unzureichenden Informationen des Beschwerdegegners über die
allfälligen Folgen einer verweigerten unmittelbaren Wohnungsbesichtigung infolge der
Weigerung des Beschwerdegegners nicht auf das Vorliegen einer familienähnlichen
Wohn- und Lebensgemeinschaft bzw. eines Konkubinats schliessen könne. Eine
Wohnungsbesichtigung gegen den Willen und ohne das Wissen der Mitbewohnerin sei
nicht zulässig. Die Beschwerdeführerin hätte die Mitbewohnerin auch direkt zu ihrem
Verhältnis zum Beschwerdegegner befragen können, sofern sie deren Stellungnahme
vom 19. Oktober 2017 hinsichtlich des Vorliegens einer Beziehung als missverständlich
empfunden habe.
Die Beschwerdeführerin hält dagegen, dass die Mitbewohnerin des
Beschwerdegegners selbst eingeräumt habe, der Beschwerdegegner sei ihr
Lebenspartner gewesen. Zudem habe sie es trotz schriftlichem Untermietvertrag
unterlassen, vom Beschwerdegegner seinen Mietzinsanteil einzufordern. Daher sei eine
gewisse persönliche Nähe offensichtlich gegeben. Im Rahmen einer reinen Zweck-
Wohngemeinschaft hätte die Mitbewohnerin mit Sicherheit nicht auf die ihr
zustehenden Gelder verzichtet. Nachdem der Beschwerdegegner einen Hausbesuch
verweigert habe, sei es ihr nicht möglich gewesen, die tatsächliche Situation zu
überprüfen. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz hätte keine Einwilligung bei der
Mitbewohnerin eingeholt werden müssen. Der Beschwerdegegner sei darauf
Sozialhilfe handelte der Beschwerdegegner jedenfalls treuwidrig, indem er dem
Sozialamt mit dem Negativsaldo seines Privatkontos vom 29. September 2017
glaubhaft machen wollte, dass er bereits die gesamten Arbeitslosentaggelder innerhalb
weniger Tage aufgebraucht habe und somit bedürftig sei. Unter Berücksichtigung des
vorliegend massgebenden Grundsatzes der Selbsthilfe hätten die nach der
Gesuchseinreichung Ende September 2017 zugeflossenen Einnahmen in Form der
Arbeitslosentaggelder zur Bestreitung des Lebensunterhalts verwendet werden
müssen. Die Beschwerdeführerin berücksichtigte diese Einnahmen bei der Berechnung
des Sozialhilfebudgets für den Oktober 2017 vom 29. September 2017 damit zu Recht
(act. Sozialamt 9). Ob die von der Beschwerdeführerin vorgenommene Berechnung in
Bezug auf die Auslagen ebenfalls korrekt ist, wird sich in den nachfolgenden
Erwägungen zeigen.
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hingewiesen worden, dass im Falle mangelnder Kooperation von einem Konkubinat
ausgegangen werden müsse. Trotzdem habe er einen Augenschein vor Ort und damit
eine sogenannte spontane "Aussage der ersten Stunde" verhindert, was zwangsläufig
den Schluss zulasse, dass er etwas zu verbergen habe. Nur ein unangekündigter und
unerwarteter Hausbesuch hätte Klarheit über die effektiven Wohnverhältnisse bringen
können, ansonsten könne das Ergebnis zugunsten der Sozialhilfebezüger beeinflusst
und damit verfälscht werden. Die pflichtwidrige Verletzung der Mitwirkungspflichten
könne dem Beschwerdeführer nicht zum Vorteil gereichen, und die Folgen des nicht
erbrachten Beweises, dass kein Konkubinat vorliege, habe dieser zu tragen.
Der Grundbedarf für den Lebensunterhalt dient der pauschalen Deckung der
alltäglichen Bedürfnisse, um das Leben zu bestreiten (Wizent, a.a.O., 291). Zunächst
stellt eine Einzelperson eine Unterstützungseinheit dar. Wohnen mehrere unverheiratete
Personen im selben Haushalt, wird zwischen Personen in familienähnlichen Wohn- und
Lebensgemeinschaften und Personen in Zweck-Wohngemeinschaften unterschieden.
Diese Unterscheidung wirkt sich insbesondere bei der Höhe des Grundbedarfs für den
Lebensunterhalt aus. Dieser Grundbedarf beträgt bei Vorliegen eines Konkubinats CHF
748 und einer Zweck-Wohngemeinschaft CHF 879.30. Unter den Begriff der
familienähnlichen Wohn- und Lebensgemeinschaften fallen Paare oder Gruppen, die
die Haushaltsfunktionen (Wohnen, Essen, Waschen, Reinigung, usw.) gemeinsam
ausüben und/oder finanzieren, also zusammenleben, ohne eine Unterstützungseinheit
zu bilden (z. B. Konkubinatspaare). Unter den Begriff Zweck-Wohngemeinschaften
fallen Personengruppen, deren Zusammenwohnen hauptsächlich den Zweck hat, die
Miet- und Nebenkosten gering zu halten. Die Ausübung und Finanzierung der
Haushaltsfunktionen (Wohnen, Essen, Waschen, Reinigen usw.) erfolgt vorwiegend
getrennt. Darunter fallen beispielsweise Untermietverhältnisse, bei welchen neben der
Zimmernutzung keine weiteren Haushaltfunktionen geteilt werden, oder
Studentenwohngemeinschaften (siehe Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe [SKOS], B. 2.3 f. und Sozialhilfe-Behördenhandbuch des Kantons Zürich,
Ziff. 6.2.3, http://www.sozialhilfe.zh.ch/default.aspx).
4.1.
Das mit dem Vollzug des SHG betraute Organ ermittelt den Sachverhalt zur
Feststellung und Überprüfung des Anspruchs auf persönliche Sozialhilfe und zur
Bemessung der Höhe der finanziellen Sozialhilfe (Art. 4 aSHG). Gemäss Art. 12 VRP
ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt
und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten,
4.2.
bis
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Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten und
Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere geeignete Weise. Sind zur
Wahrung des öffentlichen Interesses keine besonderen Erhebungen nötig, so sind nur
die von den Beteiligten angebotenen und die leicht zugänglichen Beweise über
erhebliche Tatsachen aufzunehmen (Art. 12 Abs. 1 und 2 VRP). Der
Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien (siehe Art. 16
Abs. 1 aSHG) relativiert. Eine solche Mitwirkung ist vor allem dann gerechtfertigt, wenn
davon ausgegangen werden muss, dass der Beteiligte den Sachverhalt nicht nur
besser kennt, sondern auch ein eigenes Interesse daran hat, seine
Sachverhaltsdarstellung beweismässig zu untermauern (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 592, B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 14 ff. zu Art. 12-13 VRP).
Sowohl das nicht streitige als auch das streitige Verwaltungsverfahren ist vom
Grundsatz der freien Beweiswürdigung beherrscht (Art. 21 Abs. 3 VRP), wonach die
Bewertung der einzelnen Beweise nicht starren Regeln folgt. Der Entscheid darüber, ob
sich der Sachverhalt so oder anders zugetragen hat, ist vielmehr auf vernünftige,
nachvollziehbare Gründe abzustützen. Die Gewichtung der einzelnen Beweismittel soll
sich somit aus ihrer inneren Qualität, d.h. aus der anzunehmenden Übereinstimmung
mit der Wirklichkeit, ergeben und nicht durch deren äussere Eigenart. Der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung bedeutet des Weiteren, dass der Richter frei darüber
befindet, ob das gesetzlich geforderte Beweismass erreicht ist. Dabei ist grundsätzlich
davon auszugehen, dass es für den Nachweis einer Tatsache erforderlich ist, dass
diese zur vollen Überzeugung dargetan wird. Kann eine Tatsache nicht direkt bewiesen
werden, ist es zulässig, mittelbar auf diese zu schliessen. Diesfalls müssen Umstände
vorliegen, die auf die zu beweisende Tatsache mit Sicherheit oder doch mit möglichst
hoher Wahrscheinlichkeit schliessen lassen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 615ff. mit
Hinweisen, Märkli, a.a.O., N 17 f. zu Art. 12-13 VRP, R. Widmer, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 9 ff. zu Art. 21, BGE 130 II 482 E. 3.2). Aufgrund der
Untersuchungspflicht gemäss Art. 4 aSHG und Art. 12 VRP muss die Behörde die
entscheidrelevanten Tatsachen mindestens so weit abklären, dass diese im Rahmen
des im konkreten Fall erforderlichen Beweismasses bzw. Beweis- oder
Wahrscheinlichkeitsgrades als erstellt gelten können (vgl. VerwGE B 2017/6 vom 28.
Juni 2018 E. 4).
Eine spezielle Problematik besteht allerdings beim Nachweis von sogenannten
negativen Tatsachen. In solchen Fällen wird mit Vermutungen von Bekanntem auf
Unbekanntes geschlossen. Beispielsweise besteht eine Vermutung für ein gefestigtes
4.3.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/20
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Konkubinat, wenn dieses seit mindestens zwei Jahren besteht oder, unabhängig der
Beziehungsdauer, ein Paar mit einem gemeinsamen Kind zusammenlebt. Den
Betroffenen steht der Beweis des Gegenteils offen (Wizent, a.a.O., S. 544). Die
Beweislast für anspruchsbegründende Tatsachen liegt beim Gesuchsteller, bei der
Kürzung oder beim Entzug von Leistungen und dem damit verbundenen Nachweis
anspruchsaufhebender Tatsachen sowie bei der Rückerstattung bei den
Sozialhilfebehörden (vgl. Ursprung/Riedi Hunold, Verfahrensgrundsätze und
Grundrechtsbeschränkungen in der Sozialhilfe, in: ZBl 116/2015 S. 403 ff., S. 413,
VerwGE B 2015/60 vom 27. September 2016 E. 3.2).
Sowohl der Beschwerdegegner als auch seine Mitbewohnerin gaben bezüglich der
Wohnverhältnisse Stellungnahmen ab. Der Beschwerdegegner führte im Schreiben
vom 16. Oktober 2017 aus, dass seine Mitbewohnerin seine Vermieterin sei. Sie wohne
im selben Haushalt. Er habe Schulden gehabt. Aufgrund dieser schwierigen Situation
sei er bei der Wohnungssuche chancenlos gewesen. Er habe mit seiner Mitbewohnerin
einen Untermietvertrag abgeschlossen, habe allerdings keine Miete entrichten müssen,
damit er einen Teil seiner Schulden habe abbezahlen können (act. Sozialamt 20). In der
Stellungnahme vom 19. Oktober 2017 schildert die Mitbewohnerin, dass sie den
Beschwerdegegner im Jahr 2016 kennengelernt habe. Da er sich jobmässig in die
Ostschweiz verlagert habe, habe sie ihm angeboten, bei ihr einzuziehen. Sie hätten
einen Untermietvertrag abgeschlossen. Rasch hätten sie aber gemerkt, dass das
Zusammenziehen verfrüht gewesen sei, und dass zu viele Baustellen bestehen würden,
um eine aufrichtige Beziehung zu führen. Aufgrund der bestehenden Schulden des
Beschwerdegegners habe sie ihm eine Stundung der Miete gewährt (act. Sozialamt
27). Am Erstgespräch vom 31. Oktober 2017 wurde der Beschwerdegegner zu den
Aussagen der Mitbewohnerin bzw. zum Konkubinat befragt. Dieser teilte mit, dass es
sich um eine Zweckgemeinschaft handle. Während dieses Gesprächs fragte das
Sozialamt unter anderem, ob sie gleich im Anschluss an das Gespräch mit ihm
zusammen einen Hausbesuch machen könnten, um die Frage bezüglich Konkubinat
oder Lebensgemeinschaft vor Ort abklären zu können. Der Beschwerdegegner
verweigerte den Hausbesuch mit der Begründung, dass dieser zu kurzfristig
angekündigt worden sei. Seine Mitbewohnerin habe einen Unfall gehabt (act. Sozialamt
48). Die Mitbewohnerin bekräftige im Schreiben vom 17. November 2017 nochmals,
dass sie keine Liebesbeziehung mit dem Beschwerdegegner führe und damit weder in
einem gefestigten noch ungefestigten Konkubinat lebe.
4.4.
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Nach Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(SR 101, BV) hat jede Person Anspruch auf Achtung ihres Privatlebens und ihrer
Wohnung. Das Grundrecht schützt insbesondere gegen unbefugtes Eindringen von
Staatsorganen in die relevanten Räumlichkeiten. Dieses Grundrecht spielt auch bei
Hausbesuchen durch die Sozialhilfebehörden eine Rolle. Das Interesse auf
Sachverhaltsabklärung ist hierbei gegen das Interesse der bedürftigen Person auf
Wahrung ihrer Privatsphäre abzuwägen. In diesem Sinne ist die Durchführung eines
Hausbesuchs nur auf Voranmeldung zulässig und soweit Anlass dafür besteht. Der
Augenschein hat sich dabei auf die zu klärenden Sachverhalte zu beziehen und darf
nicht zur Unzeit erfolgen (C. Hänzi, Die Richtlinien der schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe, Basel 2011, S. 72, vgl. Wolffers, a.a.O., S. 96, Wizent, a.a.O., S. 531). In der
Botschaft zum III. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz vom 16. Oktober 2012 wird unter
Verweis auf BGE 138 I 331 festgehalten, dass die Informationsbeschaffung einer
Kaskade folgen müsse (https://www.ratsinfo.sg.ch/geschaefte/2434#documents). In
erster Linie sind Informationen im Rahmen der Mitwirkungspflicht bei den betroffenen
Personen zu beschaffen (Art. 16 aSHG). Andere Massnahmen (Art. 16 und Art. 16
aSHG) kämen erst nachgelagert zum Zug, sofern die Notwendigkeit bestehe. Eine
solche Massnahme muss geeignet und angemessen sein sowie in einer vernünftigen
Zweck-Mittel-Relation stehen (S. 10). Diese Einschränkungen fanden auch in Art. 16
aSHG Niederschlag. Nach Art. 16 Abs. 1 und 2 lit. a aSHG sind Hausbesuche
zulässig, sofern das mit dem Vollzug dieses Gesetzes betraute Organ begründete
Zweifel an der Richtigkeit oder Vollständigkeit der Auskunft der hilfesuchenden Person
hat und die Abklärungen für die Feststellung oder Überprüfung des Anspruchs auf
finanzielle Sozialhilfe notwendig sind. Nur in diesen besonderen Fällen können
Hausbesuche die Feststellungen zum Sachverhalt ergänzen. Das Betreten einer
Wohnung gegen den Willen oder ohne Wissen der betroffenen Person ist unzulässig
(Botschaft zum III. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz vom 16. Oktober 2012, S. 14,
www.ratsinfo.sg.ch: Geschäftsnummer 22.12.10).
4.5.
bis ter
ter
ter
Vorliegend wurde während des Erstgesprächs angekündigt, dass im Anschluss an das
Gespräch ein Hausbesuch vorgesehen sei. Die Ankündigung erfolgte damit nicht
vorgängig und folglich zur Unzeit. Zudem ist fraglich, ob der Hausbesuch im Sinne des
Verhältnismässigkeitsprinzips einerseits das einzig mögliche Instrument zur
Sachverhaltsabklärung gewesen wäre (siehe Hinweis der Vorinstanz auf Befragung der
Mitbewohnerin, z. B. hinsichtlich gemeinsamer Haushaltsfunktionen, E. 4.5.1) und
andererseits in einer vernünftigen Zweck-Mittel-Relation gestanden hätte (Differenz des
4.6.
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5.
Weiter ist die Anrechnung der Mietkosten zu prüfen. Die Vorinstanz erschien es
glaubwürdig, dass gemäss den Angaben des Beschwerdegegners und der
Mitbewohnerin die Mietzinsforderungen lediglich gestundet waren. Der
Beschwerdegegner hätte im Übrigen nicht nachweisen können, dass er tatsächlich
Miete zahle, da er über kein Geld mehr verfügt habe.
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass der Beschwerdegegner bisher nie
einen Mietzins habe bezahlen müssen, obwohl er noch über genügend Eigenmittel zur
Bestreitung des Lebensunterhalts verfügt habe, so dass dies nicht plötzlich anders
beurteilt werden könne, nachdem er ein Sozialhilfegesuch gestellt habe. Wenn nun der
vertraglich vereinbarte Mietzins ausbezahlt würde, bestünden erhebliche Zweifel
darüber, ob der Beschwerdegegner die Mietzinsvergütung tatsächlich zweckgemäss
verwenden würde. Es müsse vielmehr davon ausgegangen werden, dass er auch
Grundbedarfs für Lebensunterhalt beim Konkubinat und der Zweckgemeinschaft:
CHF 131.30). Fest steht, dass sowohl der Beschwerdegegner als auch die
Mitbewohnerin das Vorliegen eines Konkubinats verneinen. Die beiden leben in einer
4,5-Zimmer-Wohnung (act. Vorinstanz 15). Gemäss dem Untermietvertrag vom 1. Mai
2016 steht dem Beschwerdegegner die ganze Wohnung zur Mitbenutzung zur
Verfügung. Daraus kann allerdings weder zugunsten noch zulasten des
Beschwerdegegners ein Hinweis auf das Vorliegen eines Konkubinats abgeleitet
werden. Denn nach Angaben der Mitbewohnerin befanden sich der Beschwerdegegner
und sie zum Zeitpunkt des Abschlusses des Untermietvertrags in einer Beziehung. Bei
der Grösse der Wohnung besteht aber auch nach der allfälligen Beendigung der
Beziehung ohne Weiteres die Möglichkeit, dass jeder über ein eigenes Zimmer verfügt.
Hingegen erweckt das Nichtbezahlen der Miete gewisse Zweifel am blossen Vorliegen
einer Zweckgemeinschaft. Allerdings wurde die Miete gemäss den Stellungnahmen der
Mitbewohnerin vom 19. Oktober und 17. November 2017 lediglich gestundet und nicht
erlassen. Im vorliegenden Fall besteht weder aufgrund der Dauer der allfälligen
Beziehung noch gestützt auf die Akten eine natürliche Vermutung für das Vorliegen
eines Konkubinats. Die Beweislast für anspruchsaufhebende Tatsachen liegt daher
beim Sozialamt. Folglich gelangte die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund der Weigerung des Beschwerdegegners zum
Hausbesuch nicht auf das Vorliegen eines Konkubinats schliessen kann, zumal der
Hausbesuch unangekündigt und damit nicht zulässig war. Weitere Beweise erhob das
Sozialamt nicht. Demzufolge ist vorliegend der Grundbedarf für den Lebensunterhalt
für Zweck-Wohngemeinschaften in der Höhe von CHF 879.30 massgebend (SKOS-
Richtlinien, B. 2.3 f.).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/20
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dieses Geld, wie zuvor die Arbeitslosentaggelder, für andere Zwecke verwenden
würde.
Bei der materiellen Grundsicherung werden nebst dem allgemeinen Grundbedarf für
den Lebensunterhalt auch die Wohnkosten angerechnet. Anzurechnen sind die
Wohnkosten nach den örtlichen Verhältnissen (SKOS-Richtlinien, B.3). Zu
berücksichtigen sind die tatsächlichen Ausgaben (Bedarfsdeckungs-, Tatsächlichkeits-,
Gegenwärtigkeits- und Individualisierungsprinzip, Wizent, a.a.O. S. 217). Massgebend
ist der effektive Bedarf. Fallen erst gar keine Ausgaben an, beispielsweise weil eine
unterstützte Person gratis bei ihrer Schwester leben darf, sind im
Unterstützungsbudget keine Wohnkosten zu berücksichtigen (Wizent, Sozialhilferecht,
Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 406, S. 152).
5.1.
Unbestritten ist, dass der Beschwerdegegner am 1. Mai 2016 einen Untermietvertrag
mit der Mietbewohnerin mit einem Mietzins von CHF 990 abgeschlossen hat. Er zahlte
jedoch seit August 2016 nie Miete (act. Sozialamt 5) – vom Juni bis Juli 2016 wurde er
vom Sozialamt unterstützt. Gemäss den Stellungnahmen der Mitbewohnerin vom
19. Oktober und 17. November 2017 gewährte sie dem Beschwerdegegner eine
Stundung für die Bezahlung des Mietzinses. Sie kündigte zudem an, die Mietschulden
des Beschwerdegegners bis Ende November 2017 rechtlich einzufordern. Bis anhin
forderte sie die ausstehenden Mietschulden jedoch nicht ein (keine Betreibung, act.
Sozialamt 165). Unerheblich ist, ob die Mitbewohnerin die Mietschulden anfänglich
wegen Vorliegens eines Konkubinats oder aus sonstigen Gründen nie einforderte. Fest
steht, dass der Beschwerdegegner zum Zeitpunkt der Gesuchstellung am 21.
September 2017 seit über einem Jahr nie – und auch seither nicht, soweit aktenkundig
– seine Mietausstände beglichen hatte. Dies, obwohl er noch über ein regelmässiges
Einkommen in Form von Arbeitslosentaggeldern verfügt hatte, und diese Taggelder
grundsätzlich zur Bestreitung des Lebensunterhalts inklusive der Mietkosten hätten
ausreichen müssen. Faktisch wohnte der Beschwerdegegner somit gratis, und es fielen
ihm keine Auslagen für Wohnkosten an. Für die Berechnung der Bedürftigkeit ist der
effektive Bedarf massgebend. Da der Beschwerdegegner bisher keine Mietkosten
bezahlte, hat – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – auch die Beschwerdeführerin
nicht dafür aufzukommen und diese im Sozialhilfebudget zu berücksichtigen.
5.2.
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6.
In Bezug auf die Berechnung des Sozialhilfebudgets für den Dezember 2017 verlangt
die Beschwerdeführerin gestützt auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten
Beilagen eine Anpassung der Berechnungsgrundlagen. Die Beschwerdeführerin weist
in ihrer Eingabe darauf hin, dass der Vorinstanz zwar bekannt gewesen sei, dass der
Beschwerdegegner am 12. Dezember 2017 von einer Mitarbeiterin der Stadt B._ in
der C._ B._ beim Arbeiten gesehen worden sei, dies aber nicht berücksichtigt habe
(Verfügung vom 21. Dezember 2017, act. Sozialamt 109). Nach dem Entscheid der
Vorinstanz habe sich herausgestellt, dass der Beschwerdegegner bei der C._ in der
D._Abteilung B._ ab dem 20. November 2017 erst als Ferienaushilfe im Stundenlohn
und ab dem 1. Februar bis 31. Dezember 2018 befristet als Verkaufsberater angestellt
gewesen sei. Gemäss der Lohnabrechnung habe der Beschwerdegegner im November
2017 einen Netto-Lohn von CHF 1'492.50 erzielt. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, dass dieser Lohn bei der Berechnung des Sozialhilfebudgets für den Monat
Dezember 2017 angerechnet werden müsse. In der Vernehmlassung vom 20. Juni
2019 pflichtet die
Vorinstanz der Berücksichtigung dieser Einnahmen im Budget vom Dezember 2017
bei. Der Beschwerdegegner vertritt die gegenteilige Ansicht.
6.1.
Art. 61 Abs. 3 VRP regelt das sogenannte Novenverbot. Dieses besagt, dass im
Verfahren vor Verwaltungsgericht grundsätzlich keine neuen Begehren gestellt werden
können. Neu ist ein Begehren, wenn im Verfahren vor Verwaltungsgericht eine
gegenüber dem vorangegangenen Verfahren andere oder weitergehende
Rechtsfolgebehauptung erhoben wird (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 919). Ausdruck des
Novenverbots ist ausserdem, dass das Verwaltungsgericht Tatsachen, die nach
Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens eingetreten sind (echte Noven),
grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 642).
Demgegenüber dürfen neue Tatsachen, die sich vor Abschluss des vorinstanzlichen
Verfahrens verwirklicht haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr
nicht berücksichtigt wurden (unechte Noven), im Verfahren vor Verwaltungsgericht
vorgebracht werden und sind zu würdigen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 643). Eine
Schranke bei der Berücksichtigung unechter Noven besteht dann, wenn der dem
vorinstanzlichen Entscheid zugrundeliegende Sachverhalt nicht ergänzt oder neu
gewürdigt wird, sondern wenn dem Rechtsbegehren ein neues tatsächliches
Fundament unterstellt wird. Eine solche Änderung des Klagefundaments ist nach der
6.2.
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7.
Zusammengefasst fallen im Sozialhilfebudget als Ausgaben der Grundbedarf für den
Lebensunterhalt einer Zweck-Wohngemeinschaft von CHF 879.30 (90% von CHF 977:
monatlicher Pauschalbetrag für eine Person) und die Krankenkassenprämien an;
Mietkosten sind nicht zu berücksichtigen. Im Oktober 2017 sind die
Arbeitslosentaggelder vom September 2017 in der Höhe von CHF 1'618.55 als
Einnahmen anzurechnen. Unter Berücksichtigung dieses Sozialhilfebudgets weist der
Beschwerdegegner einen Einnahmenüberschuss von CHF 11.25 aus (siehe
Berechnung act. Sozialamt 9), und hat im Oktober 2017 damit keinen Anspruch auf
Sozialhilfeleistungen. Im November 2017 wurde der Beschwerdegegner zur Teilnahme
am Beschäftigungsprogramm verpflichtet und die Auszahlung des Grundbedarfs an die
Erfüllung ganzer Arbeitstage geknüpft. Die diesbezüglichen Ausführungen in E. 6 des
angefochtenen Entscheids sind unbestritten und bei der Neuberechnung zu
Praxis gestützt auf Art. 61 Abs. 3 VRP nicht zulässig (Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 14 zu Art. 61 VRP). Eine Einschränkung ergibt sich
aber aus Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, EMRK).
Soweit die Vorinstanz des Verwaltungsgerichts keine richterliche Behörde ist, garantiert
Art. 6 Ziff. 1 EMRK in ihrem Anwendungsbereich eine richterliche Überprüfung mit
voller Kognition, d.h. inklusive (echter) Noven. Eine solche steht dem
Verwaltungsgericht grundsätzlich zu (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 645 mit Hinweis,
VerwGE B 2018/225 vom 29. August 2019 E. 5.2, B 2016/192 vom 26. Oktober 2017 E.
1.2).
Dass der Beschwerdegegner in der C._ B._ arbeitete, war bereits seit der Verfügung
vom 21. November 2017 bekannt (act. Sozialamt 109). Bei den neu eingebrachten
Tatsachen (Lohnabrechnung vom November 2017, Anmeldung Ferienaushilfen vom 10.
November 2017) handelt es sich folglich um unechte Noven, welche vor
Verwaltungsgericht nach dem Gesagten auf jeden Fall berücksichtigt werden dürfen.
Im Übrigen wäre der Beschwerdegegner aufgrund seiner Auskunfts- und
Mitwirkungspflicht gehalten gewesen, jede Änderung seiner persönlichen und
finanziellen Verhältnisse unverzüglich und unaufgefordert dem Sozialamt zu melden.
Wie bereits unter E. 3.2 ausgeführt, sind die tatsächlich verfügbaren Mittel
(Tatsächlichkeitsprinzip) massgebend und Lohneinnahmen im Folgemonat
anzurechnen. Demnach ist gestützt auf die neu im Beschwerdeverfahren eingereichte
Lohnabrechnung der im November 2017 erzielte Lohn bei der Ermittlung des
Sozialhilfebudgets für den Dezember 2017 antragsgemäss als Einnahme zu
berücksichtigen.
6.3.
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berücksichtigen. Im Dezember 2019 ist einerseits der erzielte November-Lohn von
CHF 1'492.50 zu beachten wie auch die Tatsache, dass die Sozialhilfeleistungen per
15. Dezember 2017 eingestellt wurden (act. Sozialamt 109). Folglich ist die
Beschwerde teilweise gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. Die
Sache wird für den Zeitraum vom 1. November 2017 bis 15. Dezember 2017 zur
Neuberechnung an die Beschwerdeführerin zurückgewiesen.
8.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Es gilt der Grundsatz der
Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens (R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 93
und 96). Dem Verfahrensausgang entsprechend – die Beschwerdeführerin obsiegt
weitestgehend – sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens dem
Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP, vgl. VerwGE B 2019/167 vom 8.
Oktober 2019 E. 5). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7
Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
8.1.
Bei vollständiger oder teilweiser Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von
Amtes wegen über die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu
entscheiden. In der Regel erfolgt die entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die
Beteiligten und deren Anteile analog dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, a.a.O., S.
103). Im Rekursverfahren wurde auf die Erhebung der amtlichen Kosten verzichtet. An
diesem Verzicht kann beim Beschwerdegegner festgehalten werden (siehe E. 9 des
angefochtenen Entscheides: Praxis der Regierung und der Vorinstanz).
8.2.
Es sind keine ausseramtlichen Kosten zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).
Der Beschwerdeführerin steht kein Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2019/117 vom
19. Dezember 2019 E. 5.3, VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7, R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen
2004, S. 176 ff., A. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 20 zu Art. 98
VRP), und der Beschwerdegegner ist mehrheitlich unterlegen.
8.3. bis
bis
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