Decision ID: 7e25a5ee-df0a-5252-b637-8076c4676eba
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Pro Infirmis St. Gallen-Appenzell, Poststrasse 23, Postfach 1544,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
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A.
A.a M._ meldete sich am 9. April 1992 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, Rente) an, da
er seit 1. Februar 1992 am Guillain-Barré-Syndrom leide (act. G 7.7). Im Arztbericht
vom 21. Juli 1992 attestierte A._, prakt. Arzt, dem Versicherten für die bisherige
Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 13. Januar 1992 (act. G 7.15-1). Mit
Verfügung vom 2. März 1993 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten berufliche
Massnahmen vom 1. März bis 31. Juli 1993 in Form eines Arbeitstrainings als
Umschulungsmassnahme im Bereich Metallbearbeitung und Industriearbeiten in der
Eingliederungsstätte Z._. (act. G 7.43). Mit Verfügung vom 28. Juli 1993 sprach die
IV-Stelle dem Versicherten berufliche Massnahmen vom 1. August 1993 bis 31. Juli
1994 in Form einer Umschulung zum Maschinenarbeiter im Z._ zu (act. G 7.50). Nach
Abschluss der Massnahme arbeitete der Versicherte weiterhin im Z._ (act. G 7.57).
Mit Verfügung vom 4. Oktober 1995 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ausgehend
von einem Invaliditätsgrad von 62% eine halbe Invalidenrente ab 1. August 1994 zu
(act. G 7.67).
A.b Im Rahmen von Rentenüberprüfungen wurde die halbe Invalidenrente am 25. April
1997 sowie am 20. August 1999 bestätigt (act. G 7.81 und 95).
A.c Mit Schreiben vom 29. Mai 2000 teilte der Versicherte, vertreten durch die Pro
Infirmis St. Gallen-Appenzell, der IV-Stelle mit, sein Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert. Er fühle sich zunehmend überfordert und wolle sein Arbeitspensum im
Z._ reduzieren. Er beantragte eine ganze Invalidenrente (act. G 7.98). Im Arztbericht
vom 25. Juli 2000 attestierte A._ dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 80%
seit 1. Januar 2000. Es sei eine Hepatitis C (richtig: Hepatitis B) mit zunehmendem
Kräftezerfall festgestellt worden (act. G 7.100). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2000
sprach die IV-Stelle dem Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 70%
eine ganze Invalidenrente ab 1. Mai 2000 zu (act. G 7.108).
A.d Im Verlaufsbericht vom 30. Dezember 2006 gab A._ an, er habe den Versicherten
zwischen dem 23. Dezember 2003 und dem 20. Oktober 2006 nicht mehr gesehen. Am
20. Oktober 2006 sei er wegen Müdigkeit und Schwäche sowie wegen lumbalgiformen
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leichteren Schmerzen zu ihm gekommen. Er (A._) denke, dass eine
Wiedereingliederung des Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit bis zu maximal
50% möglich sein könnte (act. G 7.121).
A.e Am 24. April 2007 wurde der Versicherte von Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für
Innere Medizin, untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 25. April 2007 stellte
Dr. B._ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches
Müdigkeitssyndrom, DD Neurastheniesyndrom, bei St. n. Guillain-Barré-Syndrom im
Januar 1992 und nur partieller, nicht nachhaltiger Rehabilitation sowie eine chronische
Hepatitis B mit zur Zeit geringer Aktivität und fehlender Infektiosität (HBe-Antikörper
negativ). Als Bauarbeiter sei der Versicherte nicht mehr einsatzfähig. Er könne ohne
weiteres in Wechselpositionen gewisse Kontrollfunktionen durchführen, am besten an
einem geschützten Arbeitsplatz. Dabei gelte es zu beachten, dass Lasten schwerer als
7 bis 8 kg gemieden werden sollten. Aufgrund der verbliebenen Körperfunktionen sei
jede Position möglich; höhere Kraftaufwendungen sollten gemieden werden, bei der
Möglichkeit, die Position gelegentlich wechseln zu können. Es sei durchaus vorstellbar,
dass er anfänglich einen Einsatz von vier bis fünf Stunden pro Tag, nach Eingewöhnen
und Beginn eines Muskelaufbautrainings einen Einsatz von fünf bis sechs Stunden pro
Tag leisten könne (act. G 7.126).
A.f Mit Vorbescheid vom 1. Juni 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
dass sie die Invalidenrente auf eine Dreiviertelsrente herabsetzen werde (act. G 7.133).
B.
Mit Verfügung vom 26. Juli 2007 setzte die IV-Stelle die Invalidenrente des Versicherten
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 64% per 1. September 2007 auf eine
Dreiviertelsrente herab (act. G 7.137 und 140).
C.
C.a Mit Eingabe vom 12. September 2007 erhebt der Versicherte Beschwerde und
verlangt, es sei ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten. Zudem beantragt er die
unentgeltliche Prozessführung (act. G 1). Zur Begründung bringt seine Vertreterin in der
Beschwerdeergänzung vom 20. September 2007 im Wesentlichen vor, gemäss dem
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Gutachten von Dr. B._ vom 25. April 2007 habe sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nicht verschlechtert, sondern stabilisiert. Eine Verbesserung des
Gesundheitszustands als Voraussetzung für eine Herabsetzung der Invalidenrente liege
nicht vor. Das Invalideneinkommen von Fr. 23'611.-- sei zu hoch angesetzt und nicht
zumutbar und könne im geschützten Rahmen nicht erreicht werden. Im Juli 2007 sei
der Beschwerdeführer wegen einer Magenblutung hospitalisiert gewesen (act. G 2).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, aus
dem Gutachten von Dr. B._ vom 25. April 2007 gehe hervor, dass sich die
medizinische Situation wieder gebessert habe, insbesondere was die Leberproblematik
anbelange. Es sei von einer Arbeitsfähigkeit von vier bis fünf Stunden (pro Tag)
auszugehen, die auch in der freien Wirtschaft verwertet werden könne. Da der
Beschwerdeführer nicht mehr im Z._ arbeite, sei beim Invalideneinkommen neu auf
die LSE abzustellen, wobei die Vornahme eines Teilzeit- und Leidensabzugs von 20%
gerechtfertigt sei. Sie habe das Schreiben des Hausarztes A._ vom 5. September
2007 (act. G 7.143) als Gesuch um berufliche Massnahmen entgegengenommen (act.
G 7).
C.c Mit Präsidialverfügung vom 15. November 2007 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung bewilligt (act. G 8).
C.d Mit Replik vom 29. November 2007 hält die Vertreterin des Beschwerdeführers an
ihrem Antrag fest (act. G 10).
C.e Mit Duplik vom 11. Dezember 2007 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Streitgegenstand ist im vorliegenden Verfahren die revisionsweise Änderung des
Rentenanspruchs des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin hat die
Rentenherabsetzung verfügt, ohne die prioritäre Frage der Eingliederung (Grundsatz
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"Eingliederung vor Rente") zu prüfen, was nicht nur bei der erstmaligen
Anspruchsprüfung, sondern auch anlässlich einer Rentenrevision nach Art. 17 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) von Amtes wegen vorzunehmen ist (Urteile des Bundesgerichtes 9C_720/2007
vom 28. April 2008, E. 4 mit Hinweisen, und 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008, E. 2.4). Die
im Gerichtsverfahren beigezogenen Akten der Beschwerdegegnerin, welche nach
Erlass der Revisionsverfügung ergangen sind, haben indes ergeben, dass sich der
Beschwerdeführer nicht in der Lage fühlt, arbeiten zu gehen, und daher auf Hilfe bei
der Arbeitsvermittlung verzichtete (vgl. Schreiben der Rechtsverterterin des
Beschwerdeführers an die IV-Stelle vom 15. Oktober 2007, Beilage zu act. G 16). Eine
Rückweisung der Streitsache zur Abklärung von beruflichen Massnahmen ist daher
nicht angezeigt. Indes könnte der Beschwerdeführer berufliche Massnahmen
beantragen, sobald er sich dazu subjektiv in der Lage fühlt und entsprechend
eingliederungsbereit ist.
2.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügungen eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind auf die angefochtene Verfügung die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anzuwenden.
3.
3.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
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Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Eine
Revision von Amtes wegen wird unter anderem durchgeführt, wenn Tatsachen bekannt
werden, die eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades als möglich erscheinen
lassen (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]). Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss
keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70
S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch
Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung bzw.
derjenigen Verfügung bestanden hat, welche die laufende Rente auf Grund eines neu
festgesetzten Invaliditätsgrades letztmals geändert hat (BGE 109 V 265 E. 4a; vgl. BGE
105 V 30; Urteil des Bundesgerichts i/S L. vom 28. Juli 2005, I 276/04), mit dem
Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2; ZAK 1984
S. 350 E. 4a; ZAK 1987 S. 36).
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3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der
Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das
Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a
in fine, BGE 122 V 161 E. 1c).
4.
Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Gesundheitszustand habe sich nicht
verändert, weshalb es an einem Revisionsgrund fehle. Dies trifft jedoch nicht zu, wie
ein Vergleich des Sachverhalts zum Zeitpunkt der Zusprache einer ganzen
Invalidenrente mit Verfügung vom 26. Oktober 2000 (act. G 7.108) mit dem Sachverhalt
im Zeitpunkt der angefochtenen Revisionsverfügung vom 26. Juli 2007 (act. G 7.140)
zeigt.
4.1 Die Zusprache einer ganzen Rente erfolgte gestützt auf den Arztbericht von A._
vom 25. Juli 2000 samt den beigelegten Berichten von Dr. med. C._, FMH Innere
Medizin spez. Gastroenterologie, vom 14. Mai und 6. Juni 2000 (act. G 7.100). Letzterer
führte aus, der Beschwerdeführer klage bei ihm schon seit 1997-1999 über dauernde
Müdigkeit und Kraftlosigkeit, den typischen Symptomen einer chronischen Hepatitis B.
Auch seien die Transaminasen stets erhöht, d.h. die Hepatitis sei biochemisch aktiv
und am 7. Juli 1999 habe auch die virologische Untersuchung eine mässige Aktivität
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(PCR quantitativ 167'864 Kopien/ml bei einem Normalwert von <400) gezeigt. In der
Zwischenzeit habe die virologische Aktivität zugenommen (321'000 Kopien/ml).
4.2 Die Herabsetzung der Invalidenrente des Beschwerdeführers erfolgte gestützt auf
das Gutachten von Dr. B._ vom 25. April 2007 (act. G 7.126). Darin führte dieser aus,
mittlerweile habe sich die Lebersituation deutlich beruhigt. Eine Aktivität könne heute
nicht festgestellt werden. Der Beschwerdeführer sei nicht infektiös und die
Virenreplikation sehr gering. Es dränge sich entsprechend auch keine Therapie in diese
Richtung auf. Die Müdigkeit des Beschwerdeführers sei körpereinsatzabhängig; sie
trete bei Verharren während längerer Zeit an gleicher Position, beim Heben von
schweren Lasten und beim Bergaufgehen auf. Im Übrigen bestehe
systemübersichtsmässig keine Beeinträchtigung, objektiv fänden sich zur Zeit keine
Krankheitszeichen mit Ausnahme einer gewissen muskulären Hyperirritabilität mit
gesteigerten Reflexen, gelegentlichen Faszikulationen distalbetont, ohne
sensomotorische Ausfälle.
4.3 Diese medizinischen Einschätzungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Sie
werden von den Parteien denn auch nicht beanstandet. Im Umstand, dass Dr. B._
eine chronische Hepatitis B als mit zur Zeit geringer Aktivität und fehlender Infektiosität
(HBe-Antikörper negativ) diagnostiziert und die Müdigkeit des Beschwerdeführers als
körpereinsatzabhängig bezeichnet, ist (verglichen mit dem Zustand im Zeitpunkt der
Zusprache einer ganzen Invalidenrente) eine Besserung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers zu erblicken, denn dieser ist durch die Hepatitis B kaum mehr
eingeschränkt. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Dr. B._ auf die Frage
nach einer allfälligen Veränderung des Gesundheitszustands bzw. der Arbeitsfähigkeit
ausgeführt hat, eigentlich habe sich der Gesundheitszustand stabilisiert, führte er doch
weiter aus, die Situation habe sich für den Beschwerdeführer insofern gebessert, als
die Lebersituation sich beruhigt habe und von dieser Seite her keine Beeinträchtigung
mehr bestehe. Von einer relevanten Verbesserung des Gesundheitszustandes (und der
Arbeitsfähigkeit) geht denn auch der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) in seiner
Stellungnahme vom 21. Mai 2007 aus (act. G 7.128). Daran ändert auch der Umstand
nichts, dass der Beschwerdeführer im Juli 2007 wegen einer Magenblutung
hospitalisiert werden musste, zeigte eine Kontrollmagenspiegelung nach vier Wochen
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doch ein abgeheiltes Ulkus (act. G 5.1), weshalb diesbezüglich nicht von einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers auszugehen ist.
5.
Umstritten ist des Weiteren das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers bzw. die
Frage, ob er seine Restarbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft oder nur in einem
geschützten Rahmen verwerten kann. Zu Recht nicht bestritten ist das von der
Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkommen von Fr. 65'089.— (2007).
5.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der -
kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden
(BGE 124 V 322 f. E. 3; BGE 129 V 475 E. 4.2.1, mit Hinweisen).
5.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte in der angefochtenen Verfügung ein
Invalideneinkommen von Fr. 23'611.--. Sie stellte dafür auf die LSE-Tabellenlöhne
(2007) für Hilfsarbeiter ab, ging von einer Teilarbeitsfähigkeit von 50% aus und nahm
einen Leidensabzug von insgesamt 20% vor.
5.3 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, gemäss Gutachten von Dr.
B._ könne er nur noch an einem geschützten Arbeitsplatz eingesetzt werden. Dort
könne er maximal ein Einkommen von ca. Fr. 6'000.-- pro Jahr erzielen.
5.4 Zwar trifft es zu, dass Dr. B._ ausführte, der Beschwerdeführer sei am besten (für
vier bis fünf Stunden täglich) an einem geschützten Arbeitsplatz einzusetzen, doch gibt
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es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage wäre, seine
Restarbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft zu verwerten. Dr. B._ begründet seine
Einschätzung denn auch nicht mit medizinischen Gründen, sondern damit, dass der
Beschwerdeführer bisher als Hilfsarbeiter tätig gewesen sei und es sich bei derlei
Tätigkeiten meistens um schwere Arbeiten handle. Der Beschwerdeführer würde daher
am besten an einem geschützten Arbeitsplatz eingesetzt, da die Funktionen, die er
früher als Hilfsarbeiter ausgeübt habe, zur Zeit nicht in Frage kämen. Gemäss
Stellungnahme des RAD vom 21. Mai 2007 wäre demgegenüber aus medizinischer
Sicht eine körperlich leichte halbtägige Tätigkeit in der freien Wirtschaft möglich (act. G
7.128).
5.5 Für die Frage, ob der Beschwerdeführer eine ihm noch zumutbare adaptierte
Tätigkeit verwerten kann, ist auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen. Der
Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes umschliesst einerseits ein bestimmtes
Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen; andererseits
bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer
verschiedenster Tätigkeiten aufweist, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten
beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen
Einsatzes. Letzteres gilt auch im Bereich der un- und angelernten Arbeitnehmer (ZAK
1991, S. 321). Es kann nicht davon ausgegangen werden, sämtliche Hilfsarbeiten seien
körperlich streng. Vielmehr ist davon auszugehen, dass auf dem oben beschriebenen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch körperlich leichte Tätigkeiten existieren, wie etwa
Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten. Derartige Tätigkeiten sind durchaus mit den
von Dr. B._ gestellten Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit vereinbar. Unter
diesen Umständen ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der
Lage ist, seine Restarbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft zu verwerten, bestehen
diesbezüglich aus medizinischer Sicht doch keinerlei Hindernisse. Entsprechend hat
die Beschwerdegegnerin für die Bemessung des Invalideneinkommens zu Recht auf
die LSE-Tabellenlöhne für Hilfsarbeiter abgestellt. Auch der gewährte Leidensabzug
von 20% (darunter 10% für Lohnnachteil wegen Teilzeittätigkeit) ist dabei nicht zu
beanstanden. Damit erweisen sich der von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Invaliditätsgrad von 64% und entsprechend die Herabsetzung der Invalidenrente auf
eine Dreiviertelsrente als korrekt.
6.
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6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es
gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden (Art.
288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
6.3 Für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung sind grundsätzlich nur patentierte
Anwältinnen und Anwälte zugelassen (vgl. BGE 132 V 200). In der Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung vom 15. November 2007 wurde offensichtlich
versehentlich die unentgeltliche Verbeiständung eingeschlossen, obwohl die Vertreterin
der Pro Infirmis, welche die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers im vorliegenden
Verfahren besorgt, nicht Anwältin ist. Ein entsprechendes Begehren um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch die Vertreterin war im Übrigen auch nicht gestellt worden.
Mangels Voraussetzungen kann somit der Staat nicht zur Leistung einer Entschädigung
an die Vertretungskosten des Beschwerdeführers verpflichtet werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG