Decision ID: 3af78559-b3c0-52be-899c-dd2eb3cf81ae
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969
, war
von September 2005 bis Juli 2014
bei der S
e
kundarschulgemeinde Y._
im Rahmen eines teilzeitlichen
Arbeitspensums von 1 bis 2 Lektionen in der Woche
als Tanz
lehrerin beziehungsweise als Fachlehrperson für Salsa
(Urk. 7/42/4, Urk. 7/15, Urk. 7/16) und gleichzeitig vom 16. August 2009 bis 31. Juli 2014 im Umfang von 6 bis 9 Wochenlektionen als Fachlehrperson für Musik bei der Sekundarschulgemeinde
Z._
(Urk. 7/42/7, Urk.
7/51) tätig
, als sie sich am 21.
September 2008
mit dem Hinweis auf „Arthrose im Knie,
Versteifung eines Fussgelenks
“ (Urk.
7/8 Ziff. 6.2)
bei der Invalidenver
siche
rung zum
Leis
tungs
bezug
an
meldete
(Urk.
7/8
).
Nach durch
geführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/32-33) stellte die
Sozialversi
che
rungs
ansta
lt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Verfügung vom 9. Juni 2009 (Urk. 7/35) einen Invaliditätsgrad von 18 % fest und verneinte einen Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen im Sinne von Umschulung. Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
1.2
Mit dem Hinweis auf
„Arthrose im Knie, verschobene Kniescheibe,
Synovitis
, Löcher in der Knochen“ (Urk. 7/44 Ziff. 6.2)
, meldete sich die
Ver
sicherte am
9
. September
2014 erneut
zum
Leistungsbezug
bei der IV-Stelle an.
Mit Vorbescheid vom 24. Februar 2015 (Urk. 7/57) stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Verneinung eines Rentenanspruchs
in Aussicht
, worauf
die Ver
sicherte am 8. April 2015 dagegen Einwand erhob
(Urk.
7
/69)
. Die
IV-Stelle
liess sie alsdann
polydisziplinär begutachten (Gutachten vom
4.
November 2015 (
Urk.
7
/95/1-46
)
und
verneinte mit Verfügung vom
5.
April
2016
(Urk.
7
/102
= Urk. 2)
einen Rentenanspruch
der Versicherten
.
2.
Gegen die Verfügung vom
5. April 2016
(Urk. 2) erhob
die
Versicherte am
4.
Mai 2016
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben und es sei die IV-Stelle
zu verpflichten
,
ihr
die gesetzlichen Leistungen und insbe
sondere eine Invalidenrente
auszurichten
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
13. Juni 2016
(Urk. 6) beantragte die
Beschwer
de
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 11. November 2016 (Urk.
12 S.
2)
hielt die Beschwerdeführerin an ihrem beschwerdeweise
gestellten Rechtsbegehren fest, worauf die Beschwerdegegnerin mit
Eingabe vom 29. Dezember 2016 (Urk. 15) auf eine Duplik
verzichtete. Davon wurde
der Beschwerdeführerin am 6. April 2017 Kenntnis gegeben (Urk. 16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gle
ichs
zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be
hand
lung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Inva
liden
einkom
men
)
, in
Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkom
men). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkom
men
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt wer
den, worauf sich aus der
Ein
kommensdifferenz
der
Invali
di
täts
grad
bestim
men lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch
anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsme
thode
.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen
Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer
de
n
könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesun
d
heitsschaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre
(Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Die gemischte
Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemess
ung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Mass
gabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypotheti
sche Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit ist
der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E.
3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
messungsmethode
und damit der Beantwortung der entscheidenden
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothe
tische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf
Beweiswürdi
gung
beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Fol
gerungen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus fest
gestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise ge
än
dert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem
Revi
sionsfall
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu
prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchs
begründende
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Be
schwerdefall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157
)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefocht
enen Verfügung vom 5. April 2016
(Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Vergleich zur
Situation bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 9.
Juni
2009 (Urk. 7
/35) unverändert als Erwerbstätige im Umfang von 50 % und im rest
lichen Umfang von 50 % als im Aufgabenbereich des Haushalts Tätige zu qualifizieren sei.
Obwohl ihr die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Tanz
lehrerin nicht mehr zuzumuten sei, sei ihr die Ausübung einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit weiterhin unverändert im Umfang eines
Arbeitspen
sums
von 50 % zuzumuten. Da im Haushalt keine Behinderung ausgewiesen sei, resultiere ein unveränderter rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 18 % (Urk. 2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, dass
s
ich die Statusfrage seit Erlass
der Verfügung vom 9.
Juni
2009 verändert habe, und dass die
Be
schwer
degegnerin
zu Unrecht davon abgesehen habe, die Einschränkungen im Haushalt abzuklären. Die Beschwerdegegnerin, welche in der angefoch
te
nen Verfügung trotzdem festgestellt habe, dass von Abklärungen im
Haus
hal
t
bereich
abgesehen worden sei, da keine massgebende Veränderung ersicht
lich sei, habe damit ihr rechtliches Gehör im Sinne der Begründungspflicht verletzt (Urk. 1 S. 4). Die Beschwerde
gegn
erin habe sodann auch insofern die Begründungspflicht verletzt, als die angefochtene Verfügung ke
inen
Ein
kommens
vergleich
enthalte
.
Sodann habe sich d
ie Beschwerdegegnerin bei Erlass der angefochtenen Verfügung zu Unrecht auf das Gutachten der Ärzte des
A._
vom 4. November 2016 gestützt
. Da
dieses verschiedene formelle und inhaltliche Mängel und Inkonsistenzen aufweise
,
könne darauf vielmehr nicht abgestellt werden
(Urk. 1 S. 5
; Urk. 12 S. 6
).
3.
3.1
Vorweg zu prüfen ist die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verletzung des
rechtlichen Gehörs (Urk. 1 S. 4
f.).
3.2
Die Parteien haben nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) und Art. 42 Satz 1 ATSG Anspruch auf rechtliches Gehör; sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind (Art. 42 Satz 2 ATSG; BGE 134 V 97 E. 2.8.1).
3.3
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist von Amtes wegen zu überprüfen (Art. 29 Abs. 2 BV; Urteil des Bundesgerichts H 4/05 vom 19. April 2005 E. 2).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Vorbehalten sind
rechtsprechungs
gemäss
diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern
, die sowohl den Sach
verhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines
–
all
fälligen - Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 125 V 368 E. 4c/aa, 124 V 183 E. 4a).
3.4
Wesentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs ist die Begründungspflicht. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsach
lichen Motiven leiten lässt, und es den Betroffenen ermöglichen, die Verfü
gung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Die Begründungspflicht be
deu
tet nicht, dass sich die Behörde mit jedem einzelnen Vorbringen und jedem einzelnen Aktenstück ausdrücklich auseinandersetzen muss. Der An
spruch auf rechtliches Gehör verlangt insbesondere, dass die rechtserheb
li
chen Vorbringen der Parteien angehört und berücksichtigt werden (BGE 124 I 241 E. 2). Die Begründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen
sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich die Verfügung stützt. Nicht
erforderlich ist hingegen, dass sich die Verfügung mit allen
Partei
stand
punkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus
drücklich widerlegt. Es genügt, wenn die Verfügung gegebenenfalls sachge
recht angefochten werden kann (BGE 130 II 530 E. 4.3, 129 I 232 E. 3.2, 124 V 180 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 22. November 2007 E. 4.2.2).
3.5
Die
Beschwerdegegnerin
kam im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
den von der Beschwerdeführerin am 8. April 2015 gegen den Vorbescheid vom
24.
Februar
2015 (Urk.
7/57) erhobenen Einwendungen, wonach weitere
Sach
ver
haltsabklärungen
und insbesondere die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens erforderlich sei
en
(Urk. 7/69 S. 1 und S. 4), insoweit nach, als sie die Beschwerdeführerin durch die Ärzte des
A._
, polydisziplinär begutachten
liess
(Gutachten vom 4.
November
2015; Urk. 7/95/1-46)
und begründete die Verneinung eines Rentenanspruchs i
n der angefochtenen Verfügung vom
5.
April
2016
folgen
dermassen
(
Urk. 2
S. 2
f.
):
„
Es wurden weitere Abklärungen im Rahmen eines Gutachtens getätigt. Das
Gutachten bestätigte, dass aus orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsun
fähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit vorliegt. In einer angepassten Tätigkeit (leichte
Tätigkeiten, weitgehend im Sitzen bei vermehrtem Pausenbedarf und der zwischenzeitlichen
Möglichkeit aufzustehen oder die Position zu wech
seln) besteht
unverändert eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
.“ (...) „
Da die medi
zinischen Abklärungen zu keiner abweichenden Beurteilung geführt
haben, entsteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Dabei wird auch von einer
Abklärung der Einschränkung im Haushaltbereich abgesehen, da keine
mass
gebende
, rententangierende Veränderung ersichtlich ist.
“
3.6
In Würdigung der gesamten Umstände
ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
mit den
von der
Be
schwerdeführerin
anlässlich des
Vorbescheidverfahrens
erhobenen Einwen
dung
en
insgesamt
in genüg
ender Weise auseinander setzte. Sodann enthält die angefochtene Verfügung eine genügende Begründung der darin angeord
neten Verneinung eines Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin.
Eine Ver
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist
dar
in
nicht zu erblicken. Die Begründungspflicht verlangt denn auch nicht, dass sich die Behörde mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausein
andersetzt (BGE 129 I 232 E. 3.2, 126 I 97 E. 2b, 124 V 180 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts B 61/00 vom 26. September 2001 E. 3b).
4.
4.1
Obwohl die ursprüngliche, in Rechtskraft erwachsene
Verfügung vom 9. Juni 2009 (Urk. 7/35)
mit „Keine Kostengutsprache für Umschulung“ betitelt ist, hat die Beschwerdegegnerin darin
nicht nur den Anspruch der Beschwerde
führerin auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, sondern auch
deren
Ren
ten
anspruch verneint (Urk. 7/35 S. 3).
Anschliessend
meldete sich die Be
schwerdeführerin am 9. September 2014 erneut zum Leistungsbezug bei der Beschwerdegegnerin an (Urk. 7/44), welche den Sachverhalt in materieller Hinsicht abklärte und einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung vom 5. April 2016 (Urk. 2) erneut verneinte.
4.2
In zeitlicher Hinsicht
steht daher die Entwick
lung des
anspruchsrelevanten Sachver
halts im
Vergleichszeit
raum
seit Erlass der erstmaligen
leistungs
ver
neinenden
Verfügung vom
9. Juni 2009
bis zum Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom
5. April 2016
(Urk. 2) im Streite.
5.
5.1
Die leistungsverneinende Verfügung vom 9. Juni 2009 (Urk. 7/35)
erging im Wesentlichen gestützt auf den Bericht von Dr.
B._
vom 6. Juni 2008 (Urk. 7/14/7) und die
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin (RAD) vom 24. Januar 2009 (Urk. 7/30/4).
5.2
Dr. med.
B._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, diagnostizierte mit Bericht vom 6. Juni 2008 (Urk. 7/14/7) eine Mittelfussarthrose rechts und erwähnte, dass am 30.
August 2007 eine
Arthrodese
zwischen Os
naviculare
und Os
cuneiforme
mediale rechts durchgeführt worden sei. Nach einem etwas verzögerten
Hei
lungs
verlauf
sei die Situation gegenwärtig deutlich besser als präoperativ. Vom 13. Juni 2007 bis 14. Januar 2008 habe
in Bezug auf die Tätigkeit
als Tanzlehrerin beziehungsweise Tänzerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und ab 15. Januar 2008 bis auf Weiteres eine solche von 75 % bestanden.
In
behinderungsangepassten Tätigkeiten sei
indes von
eine
r
volle
n
Erwerbs
täti
g
keit
auszugehen
.
5.3
RAD-Arzt Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medi
zin,
führte in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2009 (Urk. 7/30/4) aus, dass gestützt auf die Beurteilung durch Dr.
B._
davon auszugehen sei, dass für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Tanzlehrerin vom 13. Juni 2007 bis 14. Januar 2008 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und ab 15. Januar 2008 bis auf Weiteres eine solche von 75 % bestanden habe. Der Beschwer
de
führer
in
sei indes ab Dezember 2008 die Ausübung einer
behinderungs
angepassten
, körperlich leichten und überwiegend sitzenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von Lasten, im Umfang eines Arbeitspensums von 100 % zuzumuten.
6.
6.1
Für die Invaliditätsbemessung bei
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. April 2016 (Urk. 2)
gilt es die folgenden, massgebende
n medizinischen Akten zu prüfen:
6.2
Die Ärzte der Universitätsklinik
D._
, Kniechirurgie, stellten in ihrem
Bericht vom 12.
Februar
2014 (Urk. 7/95/86-87) die folgenden Diagnosen (S.
1):
-
chronische Schmerzen Knie links mit/bei:
-
Femoropatellararthrose Knie links
-
Trochleadysplasie
sowie Patella
alta
-
valgische
Beinachsen
Sie erkannten, dass auf Grund der starken Schmerzen und
des
Nichtan
sprechen
s
auf eine intraartikuläre Infiltration eine operative Versorgung nicht indiziert sei (S. 2).
6.3
Dr. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, Leitender Arzt Chirurgie des Spitals
F._
, führte am
29. August 2014 (Urk. 7/95/84-85) aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer fortschreitenden Gonarthrose im Bereich des linken Kniegelenks leide. Anlässlich einer
arthroskopischen
Untersuchung sei eine zunehmende
Knorpeldestruierung
festgestellt worden. Da die Beschwer
de
führerin zunehmend bewegungseingeschränkt sei und ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen könne, sei
die
Indikation für einen künstlichen
Kniege
lenksersatz
gegeben (S. 2).
6.4
Mit Bericht vom 9. September 2014
(Urk. 7/95/77-78) stellte Dr.
B._
fest, dass die Beschwerdeführerin unter einer komplexen, unklaren
Schmerz
prob
lematik
am linken Kniegelenk leide. Obwohl sie an einer objektivierbaren, leichten Femoropatellararthrose leide, entspreche das klinische Bild eher einer
Algodystrophie
, ohne die üblichen dystrophen Veränderungen. Von einer operativen Behandlung im Sinne einer Implantation einer Kniegelenks
totalprothese sei keine Verbesserung zu erwarten (S. 1). Indiziert seien viel
mehr eine rheumatologische Abklärung und eine Schmerzbehandlung (S. 2).
In
seinem Bericht vom 22.
September
2014 (Urk. 7/49/6-7)
erwähnte Dr.
B._
, dass die Beschwerdeführer
in
seit dem Jahre 2007 sporadisch in seiner Behandlung gestanden habe, initial wegen einer Fussproblematik rechts und ab Frühjahr 2011 wegen Schmerzen im rechten Knie, und stellte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Arthrose im Mittelfuss rechts mit/bei Status nach
Arthrodese
zwischen Os
naviculare
und Os
cuneiforme
mediale rechts am 30. August 2007
-
Status nach Metallentfernung am Mittelfuss rechts am 15. September 2008
-
Femoropatellararthrose links mit unklarem Schmerzsyndrom
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2011 unter
zunehmenden
peripatellären
Kniebeschwerden links leide, und dass eine
Mag
net
resonanztomographie
(MRI) des linken Kniegelenks vom 10. Mai 2013 eine
Patella
alta
, eine
Trochleadysplasie
und eine deutliche
Femoropatell
ar
ar
throse
mit lateral bis auf den Knochen reichenden
Knorpelver
schmäle
rungen
und mit einem
subchondralen
Knochenmarksödem ergeben habe (S. 1).
Die Beschwerdeführerin, welche ursprünglich als Tänzerin und anschliessend als Choreographin und Musiklehrerin gearbeitet habe, sei seit längerer Zeit im Umfang von 100 % arbeitsunfähig. Die Ausübung einer rein sitzenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin indes wahrscheinlich zuzumuten (S. 2).
6.5
Die Ärzte der
G._
,
stellten mit Bericht vom 20. Dezem
ber 2014 (Urk. 7/65) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
symptomatische
femoropatelläre
Arthrose links mit/bei:
-
deutlicher
Oberschenkelatropie
links, ausgeprägte
Valgus
defor
mation
links und rechts mit deutlicher
Lateralisierung
der Patella
-
subchondraler
Knochenmarksreaktion, Patella
alta
,
Trochlea
dys
plasie
-
lumbospondylogenes Syndrom linksbetont mit/bei:
-
Wirbelsäulenfehlform mit Hyperlordose lumbal und Abflachung der Kyphose der Brustwirbelsäule (BWS)
-
Wirbelsäulenfehlhaltung mit muskulärer Dysbalance
-
Tendenz zur
Hyperlaxität
-
anamnestisch
Asthma bronchiale
-
kurze depressive Anpassungsstörung (gegenwärtig nicht voll erfüllt)
Eine am 6. Februar 2014 durchgeführte MRI des linken Kniegelenks habe unter Anderem
einen Lateralversatz der Patella, eine
Trochleadysplasie
und tiefe, grossflächige Knorpeldefekte der
Trochlea
fermoris
lateralis
sowie fortgeschrittene, tiefe, grossflächige
Knorpledefekte
der Patella lateral und eine
regrediente
subchondrale
Knochenmarksreaktion ergeben (S. 1).
Es sei eine nochmalige orthopädische Beurteilung des linken Kniegelenks in einer entsprechend spezialisierten Klinik mit der Frage nach allfälliger Kor
rek
turosteotomie und/oder Knorpelersatztherapie angezeigt. In psychi
scher Hinsicht habe die Berufsuntauglichkeit als Tanzlehrerin bei der Beschwer
de
führerin zu einer Niedergeschlagenheit geführt (S. 2).
6.6
Die Ärzte der
H._
Klinik, Orthopädie Untere Extremitäten, diagnos
ti
zierten mit Bericht vom 4. März 2015 (Ur. 7/66) eine symptomatische
femoropatelläre
Arthrose links mit beginnender Pangonarthrose (S. 1) und erwähnten, dass eine konventionell radiologische Untersuchung des linken
Knie
gelenks der Beschwerdeführerin ein
e
massive
Patellafemoral
arthrose
sowie
beginnende
Pangonarthrose
links ergeben habe. Eine MRI vom 26. Februar 2015 habe zusätzlich
femoropatelläre
Dysplasien, eine Subluxation der Patella sowie eine kleine, basisnahe Unterflächenläsion des medialen Menis
kus dorsal gezeigt. Ein
e
prothetische Versorgung sei auf Grund des jungen Alters der Beschwerdeführerin nicht indiziert und ein
Patellarück
flächen
ersatz
sei bei beginnender Pangonarthrose nicht
indiziert. Angezeigt seien vielmehr
regelmässige therapeutische
Kniegelenks
infiltrationen
links und Physiotherapie (S. 2).
6.7
Dr. med.
I._
, Fachärztin für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
, erwähnte in ihrem Bericht vom 1. April 2015
(Urk. 7/68)
, dass die Beschwerdeführerin seit 8. Januar 2015 im Rahmen einer delegierten Psychotherapie in ihrer Behandlung stehe, und führte aus, dass bei der Be
schwerdeführerin neben ihrem Kniegelenksleiden eine depressive Störung mit
Antriebsarmut, Erschöpfung, Schlafschwierigkeiten, reduzierter Leistungs- und
Belastungsfähigkeit, Ängsten, emotionalen Schwankungen und Selbstzwei
fe
l
n
aufgetreten sei. Gegenwärtig bestehe eine Arbeitsun
fähigkeit von 100 % und es sei auf Grund des chronischen Krankheitsverlaufs eine berufliche Inte
gration nicht zu erwarten. Auf Grund der depressiven Symptome sei die Beschwer
deführerin sodann auch in der Bewältigung des Alltags erheblich beeinträchtigt.
6.8
Die Ärzte des
A._
erwähnten in ihrem Gutachten vom 4. November 2015 (Urk. 7/95/
1-46), dass die
Beschwerdeführerin in der Zeit vom 24. bis 27.
August 2015 ambulant allgemeinmedizinisch beziehungsweise internis
tisch, orthopädisch und psychiatrisch untersucht worden sei (S.
1
f.) und stellten die folgenden Diagnosen
(S. 37 f.):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Pangonarthrose
links,
femoropatellar
betont mit
chronifizierter
Schmerz
symptomatik
bei
:
-
grossfläc
higen Knorpeldefekten der
Trochl
ea
femoris
lateralis
und an der Patella lateral,
Patella
alta
-
Gelenkspaltverschmälerung leichten Grades
media
und lateral mit leichter
Osteophytenbildung
-
Verschmächtigung
der Oberschenkelmuskulatur links
-
Patellaspitzensyndrom
bei initialer
Femoropatellararthrose
rechts
-
c
hronisch rezidivierendes
lumbosakrales
Schmerzsyndrom mit aktivierter Face
t
tenarthrose
und
perisakraler
Ligament
opathie
bei
:
-
lumbosakraler
Hyper
ordosierung
und geringer Skoliose
-
muskulärer Dysbalance und
I
nsuffizienz
-
Adiposit
as
-
Morphin-Medikation
-
d
epressive Episode, gegenwärtig leich
t
gradig ausgeprägt
-
chronische Schmerzstörung mit soma
t
ischen und psychischen Fakto
re
n
Diag
nosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
:
-
Asthma bronchiale
-
a
rterielle Hypertonie
-
Übergewicht
-
Allergien auf Penicillin und Paracetamol
-
Hypokaliämie
-
Eisenmangel
-
Fussinsuffizienz leichten Grades bei Status nach
A
rthrodese
des Mit
t
elfusses recht
s am
4. März
2015
-
Status nach Beinvenenthrombose links 2014
-
k
onstitutionelle
Laxität
Die Gutachter führten aus, dass anlässlich der klinischen or
th
opädi
s
chen Un
te
r
suchung keine objektivierbaren Reizerscheinungen, keine Schwellung
en, kein Erguss und keine Rötung des linken Kniegelenkes
festzustellen gewesen seien
.
Eine Röntgenuntersuchung
des linken Kniegelenkes
habe eine leichte
Pangonarthrose
sowie
eine laterale Subluxa
t
ion der Patella mit Zeichen
einer Femoropatellararthrose und eine
MRI des linken Kniegelenkes Knorpeldefek
t
e der
Trochlea
femoris
und der Patella lateralseitig
ergeben. Aus ortho
pädi
scher Sicht leide die Beschwerdeführerin
im Bereich ihres linken Kniegelenks
daher unter
eine
r
leichte
n
Pangonarthrose
mit dominierenden
Knorp
el
schäden
im
femoropatellaren
Gl
eitlager
. Obwohl d
ie Umfangsminderung des linken Oberschenkels auf eine relevante Funktionsstörung des linken Knie
gelenkes schliessen
lasse, bestehe
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den angegebenen massiven Bewegun
gsschmerzen und dem klinisch
bla
nden
Be
fund des linken Kniegelenkes
(S. 38)
.
Die
disponierenden
Faktor
en
für die
Arthroseentstehung
seien die
hochgradige
Valgusstellung
an beiden Kniege
lenken
und eine konstitutionelle
ligamentäre
Laxität
.
Die Röntgenaufnahmen der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
hätten eine
lumbo
sakrale
Faz
ettenarthrose
bei verstärkter
Lordosierung
und geringer
links
kon
vexer
Skoliose
gezeigt
.
Im Bereich der Lendenwirbelsäule leide die Beschwer
deführerin unter
eine
r
lumbosakrale
n
,
hyperl
ordotische
n
Dekompensation l
eichteren Grades mit Irritationen an den
Fazetten
und
perisakralen
Liga
menten. Demgegenüber
sei
der operativ versorgte rechte
Mittelfuss
gegen
wärtig asymptomatisch. Die festgestellten internistischen Befunde
seien ohne relevante
Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit
.
Aus psychiatrischer Sicht
leide die Beschwerdeführerin
unter
einer
gegen
wärtig leichtgradig ausgeprägten
depressiven Episode
und
unter einer
Schmerz
störung
. Die Sy
mptomatik und der Krankheitsverl
auf rechtfertigten die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren
(S. 39)
.
Durch die somatische Erkrankung sei es zu einem Verlust der beruflichen Identität der Beschwerdeführerin gekommen
(S. 44).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin im Umfang von unge
fähr 30 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (S. 35).
Der Beschwerdeführerin sei ihre bisherige Tätigkeit als Tanzlehrerin nicht mehr zuzumuten.
Es
sei
ihr
indes die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter, vorwiegend sitzender und wechselbelastender Tätigkeiten, bei einem vermehrten Pausenbedarf, ohne Treppensteigen, ohne regel
mässiges Gehen auf unebenem Boden und ohne Arbeiten in kniender oder kauernder Stellung im Umfang eines Arbeitspensu
ms von insgesamt 50
% zuzumuten
(S. 41)
.
Mit Mail vom 17. September 2015 (Urk. 7/93) teilte
der den
orthopädische
n
Teil des Gutachten
s
der Ärzte
des
A._
mitverfassende
Dr. med.
J._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
appa
rates
, der Beschwerdegegnerin mit, dass die Beschwerdeführerin an
lässlich
eines
na
ch den gutachterlichen
Untersuchung
en durchgeführte
n
Abschlussgesprächs
eine CD mit Röntgen
bildern einer anderen
Explorandin
mitgenommen habe,
wobei
nicht
klar sei
, ob die Beschwerdeführerin
von
den
Mitarbeitenden des
A._
eine falsche CD
erhalten habe, oder ob sie
diese selbst von einem
Tisch
in dem Raum
, in welchem das Abschlussgespräch mit der Beschwerdeführer
i
n stattgefunden habe, zu sich genommen habe.
Beim
Verfassen des Gutachtens
seien indes
ausschliesslich
Röntgenbilder
der Be
schwerdeführerin
berücksichtigt
worden
.
6.9
Dr.
C._
vom RAD empfahl mit Einschätzungen vom 3. Dezember 2015 und vom 8. Januar 2016, auf das
A._
-Gutachten abzustellen und von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen. Als weitere medizinische Massnahmen empfahl Dr.
C._
eine psychiatrisch-
pharmakologische und psychiatrisch-psychologische Behandlung. Diese Be
hand
lung sei medizinisch indiziert und geeignet, die Arbeitsfähigkeit auf 100 % in leidensangepasster Tätigkeit zu verbessern (Urk. 7/100 S. 3 ff.).
6.10
Mit Schreiben vom 18. Dezember 2015 (Urk. 3 = Urk. 7/103/17-18) nahmen die Ärzte der
H._
Klinik zum Gutachten der Ärzte des
A._
vom 4.
November 2015 Stellung und erwähnten, dass sie im Gegensatz zu den
Gutachtern
des
A._
keinen
blanden
Befund im Bereich des linken Kniege
lenks erhoben hätten. Vielmehr hätten die Beschwerden
im Bereich des linken Knies
klar dem
patellofemoralen
und lateralen Kompar
timent zu
ge
ordnet werden können und
eine zweimalige Infiltration
habe wenigstens
vor
übergehend je zu einer Besserung der Beschwerden geführt. Sie
erwähnten sodann
, dass die Beschwerdeführerin am 7. Dezember 2015 an der
H._
Klinik an ihrem linken Knie
operiert worden sei. Dabei sei eine Geradstellung des linken Beines durchgeführt worden, um die laterale Patella und
das laterale Kompartiment
des linken Kniegelenks
zu entlasten.
Von dieser Ope
ration habe sich d
ie Beschwerdeführerin relativ gut erholt.
6.11
Dr.
I._
führte in ihrem Bericht vom 24. Juni 2016 (Urk. 13/2) aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund der chronischen Schmerzen im Bereich ihres linken Kniegelenks an einer depressiven Störung
leide
. Gegenwärtig bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S.
1). Durch die bisherige psy
chotherapeutische Behandlung habe eine gewisse psychische Stabilisierung
erreicht werden können. Die schmerzinduzierten depressive
n Symptome
hätten
wegen der persistierenden arthrotischen Erkrankung indes nicht wesentlich verbessert werden können (S. 2).
6.1
2
Dr. med.
K._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, stellte in seinem Bericht vom 30. Juni 2016 (Urk. 13/4) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Knieschmerzen links mit/bei:
-
bikompartimentär
betonte
r
Gonarthrose links
-
Status nach
varisierender
suprakondylärer
Femurosteotomie
vom 7. Dezember 2015 mit Plattenosteosynthese der lateralen
Femur
corticalis
Er erwähnte, dass die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden teilweise sowohl durch die Platten
(-osteosynthese)
als auch durch die per
sistierenden
arthrotischen
Beschwerden
intraarticulär
bedingt seien. Durch die Operation (vom 7. Dezember 2015)
seien
die Beschwerden nicht
gänzlich verschwunden
. Nach einer Infiltration sei das linke Kniegelenk
indes
deutlich beschwerdeärmer gewesen.
Eine
Entfernung des
Osteosynthes
ematerials
sei
nicht vor einem Jahr postoper
a
tiv angezeigt (S. 1).
7.
7.1
Vorweg festzuhalten ist, dass die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation, welche von der IV-Stelle gestützt auf den Haushaltabklärungsbericht vom 3. November 2008 (Urk. 7/27) und damit im Vergleich zur rentenabweisenden Verfügung vom 9. Juni 2009 (Urk. 7/35) unverändert mit als zu 50 % Erwerbstätige und zu 50 % im Haushalt Tätige beziffert wurde, vorliegend offen gelassen werden kann. Denn selbst wenn die Beschwerdeführerin als zu 100 % Erwerbstätige qualifiziert würde, was angesichts der
Erwerbsbiogra
phie
eher unwahrscheinlich sein dürfte (Urk. 7/15, Urk. 7/27, Urk. 7/42, Urk.
7/51), ergäbe sich - wie nachfolgend zu zeigen ist - kein
rentenbe
grün
dender
Invaliditätsgrad. Damit erübrigen sich auch weitere Abklärungen betreffend Einschränkungen im Haushaltsbereich.
Weiter ist festzuhalten, dass im Vergleich zum Zeitpunkt der Verfügung vom 9.
Juni
2009 (Urk. 7/35) mit den Kniebeschwerden eine Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Zu prüfen ist daher, ob nunmehr eine rentenrelevante Einschränkung vorliegt.
7.
2
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwer
de
führerin im Vergleich zur Situation
bei
Erlas
s
der ursprünglichen Verfügung vom 9. Juni 2009
unter
neu
aufgetretenen
chronischen Schmerzen im Be
reich ihres linken Kniegelenks litt. Während die
Ärzte der Universitätsklinik
D._
am
12. Februar 2014 (
vorstehend E.
6.2
)
und Dr.
B._
in seinen Berichte
n
vom 9. und vom 22. September 2014 (vorstehend E.
6.4
)
überein
stimmend
eine
Femoropatellararthrose
im Bereich des linken
Knie
s
fest
stellten und davon ausginge
n
, dass die chronischen Schmerzen im Bereich
des linken Kniegelenks mindestens teilweise dadurch verursacht worden seie
n,
stellte Dr.
E._
am 29. August 2014 (
vorstehend E.
6.3
)
zusätzlich
eine
fortschreitende
Gonarthrose im Bereich des linken Kniegelenks
fest. Damit übereinstimmend stellten
auch
die
Ärzte der
H._
Klinik
am
4. März 2015 (
vorstehend E.
6.6
) eine symptomatische
femoropatelläre
Arthrose links mit beginnender
Pangonarthrose
,
femoropatelläre
Dysplasien, eine
Subluxa
tion
der Patella sowie eine kleine
Unterflächenläsion des medialen Meniskus dorsal
fest. Demgegenüber gingen die
Ärzte des
A._
in ihrem Gutachten vom 4.
November
2015 (
vorstehend E.
6.8
)
davon aus
, dass die Beschwerde
führerin
in somatischer Hinsicht
neben einem
chronischen rezidivierenden lumbosakralen Schmerzsyndrom
unter einer
Pangonarthrose
,
femoropatellar
betont
,
mit
chr
onifizierter
Schmerz
symptomatik
im Bereich des linken Knie
gelenks
leide. In der Folge wurde die Beschwerdeführer
in
am 7. Dezember 2015 an ihrem linken Knie
indes operativ mittels einer
varisierenden
supra
kondylären
Femurosteotomie
mit Plattenosteosynthese der lateralen
Femur
corticalis
behandelt, worauf Dr.
K._
in seinem Bericht vom 30. Juni 2016 (
vorstehend
E.
6.11
) feststellte, dass die Beschwerden durch die Operation vom 7. Dezember
2015 zwar reduziert worden
, jedoch nicht vollständig
verschwunden seien. Er ging sodann davon aus
, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig sowohl unter
intraarticulären
Beschwerden als auch unter durch die Plattenosteosynthese verursacht
en Beschwerden
leide.
7.3
In psychischer Hinsicht stellten die Ärzte der
G._
am 20. Dezember 2014 (vorstehend E
.
6.5
) eine durch die
Berufsuntauglichkeit als Tanzlehrerin
verursachte kurze depressive Anpassungsstörung fest. Demgegenüber vertrat Dr.
I._
in ihren Berichten vom 1. April 2015 (vorstehend E.
6.7
) und vom 24. Juni 2016 (vorstehend E.
6.11
) die Ansicht, dass die Beschwerdeführerin unter einer durch das Kniegelenksleiden ausgelösten depressiven Störung leide. Die Ärzte des
A._
gingen in ihrem Gutachten vom 4. November 2015 (vorstehend E.
6.8
) schliesslich davon aus, dass die Beschwerdeführerin in
psychischer Hinsicht unter einer gegenwärtig leichtgradig ausgeprägten d
epressive
n
Episode
und unter einer ch
ronische
n
Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren
leide, und dass sie aus psychischen Grün
den
im Umfang von ungefähr 30 %
und aus psychischen und somatischen Gründen
insgesamt im Umfang von 50 %
in
ihrer
Arbeitsfähigkeit einge
schränkt
sei
.
7.4
Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, insoweit sie die Meinung vertritt, dass auf das Gutachten der Ärzte des
A._
vom 4. November 2015 (vorstehend E.
6.8
) nicht abgestellt werden könne, weil die Gutachter darin die Röntgenbilder einer anderen Person beurteilt hätten (Urk. 1 S. 5 f.). Denn der am Verfassen des Gutachtens der Ärzte des
A._
vom 4. November 2015
mit
beteiligte Dr.
J._
führte
in seiner Stellungnahme vom 17. September 2015 (vgl. vorstehend E.
6.8) plausibel aus,
dass die Gutachter des
A._
beim Verfassen des Gutachtens ausschliesslich die Röntgenbilder der Beschwerde
führerin berücksichtigt hätten, und dass
der Umstand, dass die Beschwer
de
führerin nach den Untersuchungen eine CD mit Röntgenbildern einer ande
ren Person mit nach Hause genommen habe, keinen Einfluss auf den Inhalt des Gutachtens
gehabe habe. Diese Beurteilung
vermag zu überzeugen.
Auf einen eingeschränkten Beweiswert des Gutachtens
der Ärzte des
A._
vom 4.
November 2015 lässt sich daraus
jedenfalls
nicht schliessen.
7.5
In Bezug auf das Gutachten der Ärzte des
A._
vom 4. November 2015 (vorstehend E.
6.8
) gilt es sodann zu beachten
, dass
ein
Facharzt für
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(Dr.
J._
) daran
mitwirkte
.
Insofern entspricht das
Gutachten der Rechtsprechung
,
wonach bei der
Begutachtung von Kniegelenksbeschwerden
in der Regel dann
ein
orthopädischer
Facharzt
beteiligt sein muss
, wenn ein wesentlicher Teil der die
Heilbehand
lung betreffenden medizinischen Akten von orthopädi
schen Fachärzten stammt
,
und
wenn
bereits verschiedene operative Eingriffe zu Behandlungs- und/oder Diagnosezwecken erfolgt sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_419/2014 vom 23. September 2014 E. 7.2).
8.
8.1
In psychiatrischer Hinsicht wurden im
A._
-Gutachten vom 4. November 2015, wie bereits erwähnt, eine depressive Episode, gegenwärtig leichtgradig ausgeprägt, und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert sowie eine 30%ige Einschränkung aus psychiatrischer Sicht attestiert.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 12 S. 4 f.) überzeugen die von den
A._
-Gutachtern gestellten Diagnosen. Dabei blieb die Diagnose der chronischen Schmerzstörung grundsätzlich unbestritten (vgl. Urk.
1, Urk.
12). Es ist somit von einer solchen auszugehen, zumal sie sich im Wesentlichen übereinstimmend aus den Akten ergibt (Urk. 7/68, Urk. 7/95, Urk.
13/2), wobei in den Berichten von Dr.
I._
zwar keine entsprechende Diagnose genannt wurde, die Schmerzen jedoch als zentrale Beschwerden und auch als Auslöser der depressiven Erkrankung beschrieben wurden.
In Bezug auf den Schweregrad der depressiven Erkrankung („gegenwärtig leichtgradig ausgeprägt“) bestehen sodann keine Gründe von der Einschät
zung der
A._
-Gutachter abzuweichen. Insbesondere geht aus dem Bericht der Ärzte der
G._
vom 20. Dezember 2014 (Urk. 7/65) bloss eine kurze
depressive Anpassungsstörung (derzeit nicht voll erfüllt) beziehungsweise eine
deutliche Niedergeschlagenheit hervor. Ebenfalls ergibt sich aus den Berich
ten von Dr.
I._
(Urk. 7/68, Urk. 13/2) keine schwerwiegendere depressive Erkrankung. So ist den Berichten zum einen keine entsprechende Diagnose zu entnehmen. Zum anderen kann aus der attestierten erheblichen Beein
trächtigung der Befindlichkeit und der Bewältigung des Alltags sowie der 100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht ohne Weiteres auf eine
invaliden
ver
siche
rungsrechtlich
relevante depressive Erkrankung geschlossen werden, zumal den geklagten Schmerzen in den Berichten eine überwiegende Bedeutung zu
kommt und somit nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Einschrän
kungen im Wesentlichen auf die Schmerzstörung zurückzuführen sind. Dies gilt umso mehr, als explizit erwähnt wurde, dass sich die depressive Erkran
kung aufgrund der Schmerzen begleitend entwickelt habe, womit die depres
sive Erkrankung als Begleiterscheinung eines psychogenen
Schmerzge
scheh
ens
einzustufen ist.
8.2
Die depressive Episode, gegenwärtig leichtgradig ausgeprägt, vermag die Arbeitsfähigkeit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht einzu
schrän
ken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. November 2014 E.
4.2). Sie hat des Weiteren als blosse Begleiterscheinung zum unkla
ren Beschwerdebild invaliditätsrechtlich keine weiter gehende Bedeutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 4.3.1). Die von den
A._
-Gutachtern attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychia
trischer Sicht vermag dementsprechend in Bezug auf die depressive Erkran
kung nicht zu überzeugen. Diesbezüglich ist auch auf die
bundes
gerichtliche
Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es nicht alleine
Sache der mit dem konkreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle
v
erbindlich zu entschei
den, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder
v
or
übergehenden Arbeitsunfähigkeit in bestimmter Höhe und Ausprägung führt.
V
ielmehr hat die rechtsanwendende Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu überprüfen (
v
gl.
BGE
140
V
193
E. 3.2-3.3).
Dass die attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit nicht zu überzeugen vermag, gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin - soweit sich dies aus den Akten erheben lässt - bislang auf eine antidepressive medikamentöse Therapie ver
zichtet hat, welche grundsätzlich zumutbar ist (vgl. Urk. 7/95/36 Ziff. 4.3.7, Urk. 7/100 S. 4).
8.3
Zu prüfen ist demnach, ob die diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermag.
8.3.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
ma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensations
potenzia
len
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesge
richts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das
Aktivitäts
niveau
der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
säch
lichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende
Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtin
an
spru
ch
nahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Com
pliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur
Krankheits
einsicht
zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Ver
halten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Ein
glie
derung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
8.3.2
Wie in BGE 141 V 281 festgehalten (E. 5.2.1), hat sich das Bundesgericht ve
r
schiedentlich, so auch jüngst, über das Zusammenwirken von Recht und Medi
zin bei der konkreten Rechtsanwendung geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten al
s auch den Organen der Rechtsan
wendung auf
gegeben, die Arbeitsfähigkeit im E
inzelfall mit Blick auf die nor
mativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 137 V 64 E. 5.1). Bei der Abschätzu
ng der Folgen aus den diagnos
ti
zierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist ein
e wichtige Grundlage für die an
schliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle
istung der versi
cherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2; Ulrich Meyer, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkei
t und seine Bedeutung in der So
zialversicherung, namentlich für den Einkomme
nsvergleich in der
In
va
liditätsbemessung
, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], 2003, S. 49).
In diesem Sinne lautet die normativ bestimmte Gutachterfrage, wie die sach
ver
ständige Person das Leistungsvermögen einschätzt, wenn sie dabei den ein
schlägigen Indikatoren folgt. Die Rechtsanwender überprüfen die betreffen
den Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die massgebenden nor
mativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie aus
schliess
lich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), so
wie, ob die
versiche
rungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objekti
vierter Grundlage er
folgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; vgl. BGE 137 V 64 E. 1.2 in
fine
). Dies sichert die einheitliche und rechtsgleiche Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit (BGE 140 V 290 E. 3.3.1, 135 V 201 E. 7.1; E. 5.2.2).
Jedenfalls in der Invalidenversicherung tragen Recht und Medizin, je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und dersel
ben Arbeitsunfähigkeit bei. Das heisst, dass die medizinischen Gut
ach
ter nicht, wie häufig anzutreffen, eine quasi freihändige Beurteilung abgeben und dane
ben noch Grundlagen liefern sollen, anhand derer die
Rechtsan
wen
der
eine von
der subjektiven ärztlichen Einschätzung losgelöste
Parallelüber
prüfung
vor
nehmen. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prü
fung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (E. 5.2.3).
8.3.3
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem darge
leg
ten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn
Ausschluss
grün
de
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation
oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Janu
ar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
8.3.4
Der einschlägige BGE 141 V 281
datiert vom 3. Juni 2015 und wurde im September 2015 amtlich publiziert.
Die Untersuchungen im
A._
erfolgten vom 24. bis 28. August 2015, womit nicht abwegig erscheint, dass die Indi
katoren im
A._
-Gutachten, auch wenn es vom 4. November 2015 datiert, nicht explizit erwähnt werden.
Dabei ist jedoch z
u beachten, dass nach altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren (BGE 141 V 281 E. 8). Das im
November 2015
erstattete psychiatrische Gutachten wurde zwar ohne Be
zugnahme auf die heute massgebende Terminologie verfasst. Inhaltlich aber genügt es den mit BGE 141 V 281 formulierten Anforderungen, denn alle
die
zu beachtenden Standar
dindikatoren
– nämlich (im Hinblick auf die
Gesund
heitsschädigung
) die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der
Be
hand
lungs
- und Eingliederungserfolg oder –
misserfolg
und allfällige
Komor
bidi
täten
, sodann die Persönlichkeit, der soziale Kontext und (im Hinblick auf die Konsistenz) die gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen sowie der behandlungs- und
einglie
derungsanamnestisch
ausgewiesene Leidensdruck (BGE 141 V 281 E. 4.1.3) - sind in der gutachterlichen Beurteilung in
ausreichender
Weise thematisiert
.
8.3.5
Die
A._
-Gutachter kamen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin die Beschwerden nicht willentlich überwinden könne. Sie leide unter einer de
pressiven Störung, die die bestehende Schmerzstörung negativ beeinflusse. Sofern die Depression remittiert sei, sei es möglich, mit der Versicherten am Umgang mit dem Schmerz zu arbeiten. Es müssten Möglichkeiten entwickelt werden, innerpsychische Konflikte zu lösen und einen neuen Lebensentwurf zu gestalten. Die effektiven orthopädischen Diagnosen wirkten sich hierbei eher negativ aus (Urk. 7/95/45). Die Versicherte lebe die sozialen Kontakte nicht mehr wie früher aus und sei im Alltag eingeschränkt. Durch die Erkran
kung sei es zum Verlust ihrer beruflichen Identität und zum Wegfall eines sehr wichtigen Lebensbereichs gekommen. Sie habe keine
Kompen
sa
tionsmöglichkeit
entwickeln können. Versuche, sich beruflich wieder zu eta
blieren scheiterten einerseits an ihren Schmerzen und andererseits an den gesetzlichen Vorgaben, da beispielsweise ihre Ausbildung nicht anerkannt werde (Urk. 7/95/44).
8.3.6
Vorauszuschicken ist, dass die
A._
-Gutachter wiederholt festhielten, dass erhebliche Diskrepanzen zwischen den angegebenen massiven Ruhe- und
Bewegungsschmerzen beziehungsweise der empfundenen
Funktionsbeein
träch
ti
gung
und den objektivierbaren Veränderungen vorlägen (Urk. 7/95/19, Urk. 7/95/24, Urk. 7/95/26, Urk. 7/95/38). Sie wiesen indes trotzdem darauf hin, dass eine Belastbarkeitsminderung durchaus nachvollziehbar sei (Urk.
7/95/24). Es stellt sich somit die Frage, ob damit eine Aggravation oder
bloss
verdeutlichendes Verhalten (vgl. BGE 141 V 281,
Urteil
des Bundes
ge
richts 9C_899/2014 vom 29.
Juni
2015 E.
4
) gegeben ist. Angesichts der nach
folgenden Ausführungen zu den Indikatoren kann diese Frage letztlich offen bleiben.
Die Beschwerdeführerin leidet an Knie- und Rückenbeschwerden sowie an den genannten psychiatrischen Diagnosen. Diese weisen einzeln wie auch insgesamt keine schwerwiegende Ausprägung auf (vgl. für die somatischen Diagnosen: Urk. 7/95/38, und für die psychiatrischen Diagnosen unter ande
rem oben). Zwar wurde im
A._
-Gutachten festgehalten, die Beschwerde
füh
rerin könne die Schmerzen nicht einfach überwinden (Urk. 7/95/45). Den
noc
h wiesen die
A._
-Gutachter wiederholt darauf hin, dass der
Beschwerde
kom
plex
therapeutisch behandelbar sei unter anderem im Rahmen einer inter
disziplinären Behandlung, wobei eine psychopharmakologische Behandlung erforderlich sei (Urk. 7/95/41-42, Urk. 7/95/44-45). Auch erachteten die Gut
achter die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit als arbeitsfähig und empfahlen den beruflichen Wiedereinstieg (Urk.
7/95/26). Auch Dr.
B._
kam zum Schluss, dass die Ausübung einer
rein sitzenden Tätigkeit wahrscheinlich zumutbar sei (Urk. 7/95/77-78). An
ge
sichts der empfohlenen Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten, der bishe
rigen Behandlungen sowie der schwach ausgeprägten Komorbiditäten spricht die Kategorie „funktioneller Schweregrad“ nicht gegen eine Arbeitsfähigkeit.
In Bezug auf den
Komplex „Persönlichkeit"
, den
Komplex „Sozialer Kontext"
und die Kategorie
„Konsistenz"
ist einerseits auf die bereits erwähnten, an
läss
lich der
A._
-Begutachtung festgestellten Inkonsistenzen hinzuweisen.
Des Weiteren bejahten die
A._
-Gutachter durchaus Ressourcen (Urk. 7/95/42
) und hielten fest, die sozialen Kontakte seien sehr gut und würden gepflegt (Urk. 7/95/29). Auch zu den Söhnen bestehe ein guter Kontakt (Urk. 7/95/28). Sie lebe mit ihrem Lebenspartner zusammen und beschäftige sich mit Lesen, PC-Spielen, Chatten, Malen, Fernsehschauen etc. (Urk. 7/95/28-29). Die Beur
teilung dieser Indikatoren steht einer Arbeitsfähigkeit somit ebenfalls nicht entgegen.
Im Übrigen ist zu erwähnen, dass die
A._
-Gutachter unter anderem im Zu
sammenhang mit der Beurteilung der somatoformen Schmerzstörung auch auf
invaliditätsfremde Faktoren (vgl. auch Urk. 7/95/25:
schmerzunter
hal
tende
Faktoren wie die Morphinmedikation, die
Dekonditionierung
, der Arbeits
platz- und Selbstwertgefühlsverlust) hinwiesen, namentlich darauf, dass die Berufsbildung der Beschwerdeführerin nicht anerkannt werde
(Urk. 7/95/42, Urk. 7/95/44)
. Diese Faktoren können invalidenversicherungsrechtlich bei der
Beurteilung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden
.
8.3.7
Insgesamt kann somit die von den
A._
-Gutachtern attestierte 30%ige Arbeits
unfähigkeit aus psychiatrischer Sicht invalidenversicherungsrechtlich keine Berücksichtigung finden. Die diagnostizierte
Schmerzstörung
begrün
det für sich alleine aber auch im Zusammenhang mit der depressiven Erkran
kung keine Invalidität
,
da die
funktionelle
n
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage anhand der
Standard
in
di
ka
toren
nicht
schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_899/2014 vom 29. Juni 2015
).
8.4
In somatischer Hinsicht ergibt sich mit dem Wegfall der
psychiatrischerseits
attestierten Arbeitsunfähigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 - 100 %, zumal die
A._
-Gutachter einerseits aus somatischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit festhielten, sie wiederholt auf die bereits oben erwähnten Inkonsistenzen hinwiesen und der RAD explizit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ausging nach der Durchführung einer psychiatrischen Behandlung. Auch Dr.
B._
erachtete
eine rein sitzende Tätigkeit als „wahrscheinlich zumutbar“ (vorstehend E. 6.4).
Gegen diese Einschätzung spricht auch die erst nach dem Erstellen des Gut
achtens aber vor Erlass der angefochtenen Verfügung durchgeführte Opera
tion des Knies (vgl. Urk.
13/4) nicht. Denn selbst der neueste Bericht von Dr.
K._
vom 30.
Juni
2016 vermag die Einschätzung im
A._
-Gutachten nicht in
Zweifel zu ziehen. So hielt Dr.
K._
fest, die Beweglichkeit habe sich gegenüber dem präoperativen Zustand deutlich gebessert. Die Beschwerden hätten zwar nicht komplett
reduziert werden können, mittels Infiltration sei die Versicherte jedoch deutlich beschwerdeärmer (Urk. 13/4).
Insgesamt bestehen damit
auch
keine Verhältnisse, welche weitere Abklä
rungen rechtfertigen würden
,
weshalb darauf verzichtet werden kann (antizi
pierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157).
8.5
In Bezug auf Folgen der im
A._
-Gutachten festgestellten
Gesundheits
beein
trächtigungen
ist somit invalidenversicherungsrechtlich davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin in leidensangepasster Tätigkeit zu 80-100 % arbeits
fähig ist.
Dabei vermögen die geltend gemachten Ungenauigkeiten oder gar blosse Tipp
fehler im Gutachten (vgl. Urk. 13/1) dieses im Resultat nicht in Zweifel zu ziehen. So führt beispielsweise ein falsch notiertes Geburtsdatum eines Sohns der Beschwerdeführerin nicht zu einer mangelhaften Beurteilung des
Gesundheitszustands und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, insbeson
de
re
wenn diese im Wesentlichen im Einklang mit der übrigen medizinischen Akten
lage stehen.
9.
Zur Beurteilung des Invaliditätsgrades kann vorliegend ein Prozentvergleich durchgeführt werden, zumal die
A._
-Gutachter als angepasste Tätigkeiten unter anderem die Tätigkeiten als Zeichenlehrerin, Keyboardspielerin oder Gesangslehrerin nannten (Urk. 7/95/41), welche zum Teil bereits bis 2014 aus
geübt wurden (Urk. 7/42 S. 1-2). Eine genaue Bezifferung insbesondere
des
Valideneinkommens
erübrigt sich auch angesichts der stark schwanken
den
und unregelmässigen Einkommen der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 7/15, Urk. 7/51). Somit resultiert - vorausgesetzt, die Beschwerdeführerin wäre als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren - ein Invaliditätsgrad von maximal 20 %, welcher nicht zu einer Rente berechtigt.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
10
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die
Kosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
li
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
7
00.-- fest
zu
setzen
und
aus
gangsgemäss
der Beschwerde
führer
in aufzuerlegen.