Decision ID: 17fdd2a5-a55c-4443-809f-db24ebd9bff4
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1976
,
war
zunächst in
verschiedene
n
berufliche
n
Tätig
keiten,
unterbrochen
durch Arbeitslosigkeit
,
erwerbstätig (
Urk.
7/8; 7/74/22), bevor sie sich
zur Kosmetikerin
ausbilden liess und
bis 2014 auf diesem Beruf als selbstständig Erwerbstätige
arbeitete
(
Urk.
7/74/8;
7/74/22)
. Am
3. Jul
i 2014 (Ein
gangsdatum,
Urk.
7/2
)
meldete sich
die Versicherte
unter Hinweis auf
eine Dis
kus
hernie (C5/C6 links)
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(
Urk.
7/2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog daraufhin die Unterlagen des Krankentag
geldversicherers bei (
Urk.
7/11; 7/22)
und
tätigte
medizinische
und erwerblich-berufliche Abklärungen.
Namentlich wurde
bei der Abklärungsstelle
Y._
(
fortan:
MEDAS) ein
polydisziplinäres
Gutachten in Auftrag gegeben
(Expertise vom 3. August 2017, Urk. 7/74)
.
Gestützt hierauf stellte die IV-Stelle der Versicherten mittels Vorbescheid vom 5. September 2017 (
Urk.
7/76) in Aussicht, das Leis
tungsbegehren abzuweisen
. Die Versicherte erhob dagegen und unter Beilage neuer Arztberichte
fristgerecht
Einwand (
Urk.
7/77;
7/82;
7/84/2-5;
7/85)
. Nach
dem die IV-Stelle den Einwand geprüft hatte (
Urk.
7/87),
verfügte
sie
am
4. Januar
2018 (
Urk.
2)
im Sinne
ihres
Vorbesch
eids und wies
das Leistungsbegehren
ab
.
2.
Dagegen erhob
X._
am
1.
Februar 2018 (
Urk.
1)
Beschwerde beim
hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte,
die Verfügung vom 4. Januar
2018 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei durch das Gericht ein psychia
tri
sches Obergutachten in Auftrag zu geben.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Be
schwerdeantwort vom
1
4.
März 2018 (Urk. 6)
auf Abweisung der Beschwerde, wovon der
Versicherten
am
1
6.
März 2018 (
Urk.
8)
Kenntnis gegeben wurde.
Am 2
0.
Februar 2019
reichte die Versicherte einen neuen Arztbericht ein (
Urk.
9; 10), welcher der
Beschwerdegegnerin
, zusammen mit der Eingabe der Versicherten, zur freiwilligen Stellungnahme zugestellt wurde (
Urk.
11). Mit Schreiben vom
5.
März 2019 teilte die IV-Stelle mit, auf eine Stellungnahme zu verzichten (
Urk.
12). Mit Mitteilung vom
6.
März 2019 wurde die Versicherte darüber in Kenntnis gesetzt (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgeh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine
Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der
Rechtsprechung
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die
Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) einen Rentenanspruch de
r Beschwerdeführerin
mit der Begründung, den Akten liessen sich keine Diagnosen entnehmen,
die eine dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten. In der angestammten wie auch
in der
angepassten Tätigkeit als Kosmetikerin best
ehe
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Objektivierbare Befunde,
welche die geltend gemachten Beschwerden erklärten, lägen nicht vor. Es seien auch keine Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung erkenn
bar.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in brachte indes vor,
die Diskrepanz zwischen dem psychia
trischen Teilgutachten der MEDAS im Vergleich zu den Beurteilungen der übrigen Ärzte sei zu gross, als dass einzig auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden könne. Eine w
eitere Abklärung
dränge sich deshalb auf, wobei eine Ste
llung
nah
me des psychiatrischen G
utachters nutzlos wäre, da er sich eine klare Meinung gebildet habe und
er
den anderen Ärzten schlicht die Wissenschaftlichkeit ihrer Diagnosestellung abspreche (
Urk.
1).
3.
3.1
D
ie Gutachter
der MEDAS
bescheinigten der
Beschwerdeführerin
anlässlich der im Frühjahr 2017 stattgefundenen Begutachtung (
Urk.
7/74)
sowohl in ange
stammte
r
wie auch in angepasste
r
Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
.
Als Leistungsprofil wurde
eine körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeit
defi
niert, wobei es der Beschwerdeführerin zumutbar sei,
als selbstständige Kosmeti
kerin, im Verkauf un
d / oder Service zu arbeiten (
Urk.
7/74/17).
In interdisziplinärer Hinsicht
stellten sie folgende Diagnosen
(Urk.
7/74/16-17)
:
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Keine
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Mögliche
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
-
Anamnestisch chronisch rezidivierende Beschwerden
nuchal
bei Fehl
statik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und verschmächti
g
ter Rumpfmuskulatur
-
Gemäss
Aktenlage
Status nach Bandscheibenvorfall in Höhe HWK 5/6 linksbetont
-
Kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
-
Beidseits verkürzte
Ischiokruralmuskulatur
ohne Dehnungsschmerzen
-
Kein Anhalt auf körperliche Inaktivität nach Betrachten der Fusssohlen
-
Beginnendes stammbetontes und oberschenkelbetontes Übergewicht von etwa 15 kg
-
Diskrete chronische Gastritis bei
Refluxproblematik
-
Atypischer Gesichtsschmerz in Zusammenhang mit einer Somatisierungs
störung
-
Episodischer Spannungskopfschmerz
3.2
Der
psychiatrische Gutachter
erklärte
,
d
ie Beschwerdeführerin
habe seiner Ein
schätzung zufolge
selbstsicher
gewirkt
.
Der Vortrag habe sich bei der Exploration jedoch etwas langwierig und umständlich gestaltet.
Während der Untersuchung habe sie relativ distanziert berichtet, ohne merkliche innere Regung, dass sie wahrscheinlich ihr Valium einnehmen müsse. Sie habe dann jedoch festgestellt, dass sie das Medikament vergessen habe.
Sie habe ihm mitgeteilt, die
Nase
ginge
bere
its zu und brenne. Auch verspanne sich
das gesamte Gesicht und sie könne keine Luft mehr bekommen. Ersatzweise habe sie demonstrativ
homöopathisch
wirkende
Globuli eingenommen, die nach ihren Angaben ebenfalls sofort wirkten
. Hinweise eines Panikanfalles hätten sich dabei jedoch überhaupt nicht gezeigt
.
Zwischenzeitlich habe sie das Fenster geöffnet, es jedoch nur angelehnt, so dass frische Luft nicht wirklich habe eindringen können
(
Urk.
7/74/
24-
25)
.
Sie habe ausgeglichen
und besonnen gewirkt, bezüglich der Symptome distanziert und in gewisser Weise berechnend
.
Ihre Lebensgeschichte
habe
verworren
gewirkt
und Widersprüche hätten auch auf Nachfrage hin nicht aufgelöst werden können.
Ihr Vortrag sei berechnend und eloquent gewesen (
Urk.
7/74/25 und 27).
Bezüglich ihrer Lebensgeschichte habe sie besonderen Wert darauf
gelegt
zu betonen
, bereits in der Kindheit durch sexuelle Übergriffe traum
atisiert worden zu sein sowie
unter dem
Tod eines Jugendfreundes
wie auch unter dem schweren Motor
radunfall ihres Bruders
gelitt
en
zu haben.
In Bezug auf das Gesagte vermerkte der psychiatrische Gutachter, s
o sehr einerseits die Betroffenheit und Angst im Rahmen dieser Ereignisse nachvollziehbar
erschienen
, wirke der Vortrag jedoch gezielt. Hinweise auf das Entstehen einer posttraumatischen Belastungsstörung mit entsprechenden Brückensymptomen ergäben sich überhaupt nicht (
Urk.
7/74/
25-27)
.
Im Gespräch sei
die Beschwerdeführerin
immer darauf bedacht gewesen, sich möglichst wenig festzulegen. So habe sie nur sehr unsichere Angaben zu ihren Lebensdaten oder eingenommenen Medikamenten gemacht. Dabei sei eher
der
Eindruck einer gezielten Vergesslichkeit als tatsächlicher Zerfahrenheit entstanden.
Die Versicherte sei
konzentriert und geordnet gewesen.
Bezüglich Lebensdaten und Medikamente
habe
sie
sich
nicht festlegen wollen
.
E
ine genauere Angabe zum tatsächlichen gegenwärtigen Arbeitspensum
sei ihr
ebenso wenig zu entlocken gewesen wie
eine Aussage zu
ihre
n
tatsächlichen gegenwärtigen finan
ziellen Verhältnisse
n
. Auch ihre sozialen Kontakte seien trotz intensiver Recherche über weite Stellen im Unklaren
geblieben
. Völlig unklar sei
auch
gewesen
, weshalb
ihre früheren Bekannten, vor
denen sie geflohen sein soll, ihr heute so viel Geld leihen soll
t
en, dass dieses zum Bedienen des Wohnungskredites und zum Leben reichen
würde.
Sie
sei
relativ misstrauisch gewesen, dass ihre Aussagen gegen sie verwendet werden könnten.
Gleichzeitig habe die
Beschwerdeführerin Wert daraufgelegt, dass er auch Kleinigkeiten oder Nebensächlichkeiten genau registriert habe.
Zusammenfassend hielt
der psychia
trische Gutachter
fest, bei dem über weite Strecken gezielt wirkenden Be
schwerdevortrag sei von erheblichen gesunden Persönlichkeitsanteilen der Versi
cherten auszugehen. Insbesondere auch die nach der Untersuchung
erfolgte
tele
fonische Mitteilung, sich entgegen der ärztlichen Anordnung
kein Blut
abnehmen zu lassen, zeuge von starken Persönlichkeitsanteilen. Medizinische Ressourcen würden zurzeit überhaupt nicht beansprucht. In der Vergangenheit sei dies nur mangelhaft geschehen (Urk. 7/74/27).
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt der psychiatrische Gutachter fest,
es
sei erstaunlich
, dass bei dem geringen therapeu
tischen Aufwand offenbar seit 2014 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit
vor
gelegen habe
, die schliesslich von der Versicherten selbst beendet worden sei. Eine Arbeitsunfähigkeit könne allenfalls bei
einem
nachgewiesenen Bandschei
ben
vorfall kurzfristig aus organisc
hen Gründen angenommen werden, e
benso wie möglich
er
weise für
eine
kurze Zeit wegen eines
gastroösophagealen
Refluxes. Eine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit sei aus heutiger Sicht allerdings auch in der Vergan
genheit nicht zu eruieren (Urk.
7/74/28).
3.3
Die Befunde der
übrigen
Teildisziplinen des Gutachtens
zeigten sich ebenfalls wei
tgehend
unauffällig. So
wurden vom neurologischen Gutachter
keine signifi
kanten Auffälligkeiten
sowie - anlässlich der orthopädischen Untersuchung
–
alters
entsprechende Normalbefunde am Bewegungsapparat festgestellt (
Urk.
7/74/1
5
).
Insbesondere liessen sich keine
zervikoradikulären
Störungen fest
stellen und bestanden keine sensomotorischen Defizite. Auch im Bereich der Hirn
nerven waren keine Auffälligkeiten oder Pathologien zu erheben. Die von der Beschwerdeführerin beklagten Gesichtsschmerzen seien, so der Neurologe, am ehesten als atypische Gesichtsschmerzen im Zusammenhang mit einer möglichen Somatisierung zu werten.
Die internistische Gutachterin
hielt fest, es lasse sich kein Befund erheben, welcher versicherungsmedizinisch eine Einschränkung der Funktionen, der Arbeitsfähigkeit und der Ressourcen nach sich ziehe (
Urk.
7/74/37).
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, aus interdisziplinärer Sicht hätten sich keine Diagnosen mit Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Kosmetikerin ergeben. In dieser Tätigkeit wie auch in jeder anderen adaptierten Verweistätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %, was
sicherlich spätestens ab Oktober 2014 (Austritt aus der stationären Rehabi
litation) zu gelten habe (
Urk.
7/74/16).
4.
Das
Gutachten
der MEDAS vom
3.
August 2017 (E.
3
)
erlaubt eine zuverlässige Beurteilung des be
ruflichen Leistungsvermögens der Beschwerdeführerin
.
Die
Gutachter
berücksichtigte
n
sowohl die von
der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden
(
Urk.
7/74/7-8
; 7/74/15
)
als auch die relevanten
Vorakten
(Urk.
7/74/4-7)
. Überdies legte
n die Gutachter
die medizinischen Zusammen
hänge einleuchtend dar und begründete
n
ihre Schlussfolgerungen
, namentlich, weshalb keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
genannt werden könnten
(
Urk.
7/74/15-16)
, nachvollziehbar. Damit sind
die rechtspre
chungs
gemässen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (E.
1.4
) erfüllt.
Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die somatischen Teilgutach
ten nicht infrage stellt (
Urk.
1 S. 4). Demgegenüber beanstandet sie das psy
chiatr
ische Gutachten (
Urk.
1 S. 5-7), da
d
ie Diskrepanz zwischen diesem Teil
gut
achten und den Beurteilungen aller anderen beteiligten Ärzte
vorliegend
zu gross
sei
, als dass auf das MEDAS-Gutachten, insbesondere, was den psychiatrischen Teil betreffe, abgestellt werden könne (
Urk.
1 S. 7).
Hierauf
ist näher einzugehen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass nicht nur der psychiatrische Gutachter
zwi
schen
den
g
eklagten
Beschwerden
einerseits und den
festgestellten
Befunden
andererseits Diskrepanzen festgestellt hatte
.
So vermerkte
auch
der neurologische Gutachter,
die beklagte
Einschränkung in
der Halswirbelsäule
n
-Beweglichkeit sei nicht erkennbar gewesen
(
Urk.
7/74/8-9)
. D
ie Beschwerdeführerin sei während der gesamten Untersuchung (Dauer:
2.75 Stunden) ruhig gesessen.
Auch seien während der gesamten Dauer der Untersuchung keine konkreten kognitiven Störungen aufgefallen (
Urk.
7/74/11).
Auch
die Feststellung des neurologischen Gutachters, die Behandlungsaktivitäten seien auffallend sehr gering und zeugten nicht von einer relevanten Beschwerdesymptomatik (Urk.
7/74/13)
,
ist angesichts der
Vielzahl beklagter
Leiden
als
Diskrepanz aufzufassen
.
Insgesamt
konstati
erten
die
Gutachter eine
deutliche Diskrepanz
zwischen dem Beschwerdevortrag einer
seits und den
objektivierbaren
Befunden, den (unauffälligen) Tagesaktivitäten sowie der ausgesprochen nieder gewählten Therapieaktivität andererseits
(Urk. 7/74/19)
.
Ungereimtheiten sind letztlich auch in Bezug auf das Aussage
ver
halten der Beschwerdeführerin, was ihre Arbeitsfähigkeit anbelangt, festzustellen. So führte
die Beschwerdeführerin
in der Beschwerdeschrift vom
1.
Februar 2018 an, seit dem
4.
April 2014 bis heute zu 100
%
arbeitsunfähig zu sein
, wobei sie im 2016 einen
Arbeitsversuch unternommen habe
(
Urk.
1 S. 2). Anlässlich der Begutachtung im Frühjahr 2017 (Urk. 7/74/1) hatte sie hingegen verlauten lassen, im Umfang von 30
%
einer selbständigen Erwerbstätigkeit als Kosmetikerin nach
zugehen (
Urk.
7/74/8; 7/74/10; 7/74/22),
wobei
sie
aber höchstens Teilzeit arbeiten
könne (Urk.
7/74/19; 7/74/24).
Verlässliche Angaben
zum aktuellen Arbeitspensum hatte denn der psychiatrische Gutachter
nicht erhältlich
machen können (E.
3.2
)
.
Hinsichtlich der
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Di
skrepanz zwischen dem Gutachten
einerseits sowie den aufgelegten Arztberichten anderer
seits ist darauf hinzuweisen, dass die Gutachter - schlüssig - darlegten, we
shalb mithin von anderen als den
von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnose
n
auszugehen sei
:
In Bezug auf die
von
der
zuständigen Oberärztin der
i
ntegrierten
Psychiatrie
Z._
diagnostizierte
p
osttraumatische Belastungsstörung
(
Urk.
7/32; Urk. 7/30/7-11)
hielt der psychiatrische Gutachter fest, Hinweise auf das
Entstehen
einer solchen
Erkrankung
mit entsprechenden Brückensymptomen hätten sich nicht ergeben (
Urk.
7/7
4/26).
Die
genannte
komplexe posttrauma
ti
sche Belastungsstörung könne genauso wenig diagnostiziert werden wie
die von
den Ärzten der p
syc
hiatrischen Klinik A._ und der i
ntegrierten Psychiatrie
Z._
genannte
depressive Episode.
Auch die
früher angegebenen
Fähig
keits
störungen
liessen sich nicht bestätigen
.
So
konnten
- e
ntgegen den Aus
f
ührungen der i
ntegrierten Psychiatrie
Z._
-
anhand der Mini-ICF-App, die
offenbar
auch der damaligen Beurteilung zugrunde
lag
, keinerlei Beein
trä
ch
tigungen
festgestellt werden
.
Unter Bezugnahme auf
den diagnostizierten
zervi
kalen Bandscheibenvorfall
hielt der psychiatrische Gutachter
weiter
fest,
ein Nacken
schmerz
könne
nicht ausgeschlossen werden. Therapeutische Massnah
men würden von der Versicherten jedoch nicht unternommen.
Möglicherweise
bestehe
, aufgrund der schillernden
Lebensgeschichte
,
eine gewisse psychogene Überlagerung im Sinne einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren.
Diese
Diagnose
sei
jedoch bei den beschriebenen erhebli
chen Aggravationstendenzen mit Distanz
zu betrachten
und könne nur als mög
liche Diagnose angedeutet werden (
Urk.
7/74/27).
Zusammenfassend vermögen die Ausführungen der Gutachter
zu den aufgelegten Arztberichten
zu überzeugen
. Zudem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte wie auch behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkennt
nisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der
therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper
sonen
beziehungsweise
Therapeuten
zu anderslautenden Einschätzungen gelan
ge
n.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_677/2014
vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06])
.
Solche Aspekte sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht substantiiert geltend gemacht.
Soweit sich
Dr.
B._
als
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, psychosomatische und psychosoziale Medizin
(Bericht vom 17. November 2017,
Urk.
7/82)
und
Dr.
C._
als
Fachärztin für Allgemeine Innere
Medizin
(Bericht vom 21. November 2017,
Urk.
7/85)
zu
beklagten
psychia
tri
sc
hen
Beschwerden
äussern
, kommt
ihrer
Stellungnahme
mangels entsprechendem Fach
arzttitel
nicht der erforderliche
Beweiswert zu (vgl. Urteil
e
des Bundes
gerichts 8C_1059/2010 vom
9.
Mai 2011 E. 3.5
; 9C_762/2008 vom 2
9.
Dezember 2008 E.
3.2
).
Ins Gewicht fällt jedoch
, dass
namentlich die von ihnen genannte Diagnose
der
p
osttraumatischen Belastungsstörung
im Gutachten
nicht bestätigt
werden konnte
. Darüber hinaus
haben
sie
ihre
Diagnose nicht echtzeitlich gestellt
, sondern offenbar vielmehr die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu
grunde gelegt (vgl.
Urk.
7/82/1, wonach seit mindestens 1992 eine posttrauma
tische Belastungsstörung bestehe). Gesichtspunkte, welche bei der Begutachtung durch die MEDAS unerkannt geblieben wären (vgl. vorstehend), ergeben sich auch nicht gestützt auf diese Berichte
.
In Bezug auf den nach Erlass der ange
fochtenen
Verfügung (4. Januar 2018, Urk.
2) aufgelegten Bericht von
Dr.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
1.
Februar 2019 (
Urk.
10)
ist zum einen daran zu erinnern, dass nach ständiger Recht
spre
chung der Zeitraum bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens Bezugsgrösse für den
entscheidrelevanten
Sachverhalt bildet und spätere Berichte im Normal
fall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (
BGE 131 V 242 E.
2.1
). Zum anderen
kann festgehalten werden, dass sich
auch
dieser
Bericht
vorwiegend auf subjektive Aussagen der Beschwerdeführerin
stützt
. So ist namentlich die Diagnose der
p
osttraumatischen Belastungsstörung, entgegen der Annahme von
Dr.
D._
, nicht
vor
be
stehend, sondern wurde im Gutachten
- wie schon dargelegt -
ausdrücklich verneint.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass erhebliche Diskrepanzen
zwischen
den geschilderten
Schmerzen
und Einschränkungen einerseits sowie dem gezeigten Verhalten
der Beschwerdeführerin
andererseits bestehen. Auch hatte sich die Be
schwerdeführerin in der Vergangenheit nur sporadisch, wenn überhaupt, medi
zi
nisch behandeln lassen (
E.
5.3
nachstehend
), was
gegen einen
erheblichen
Leidens
druck spricht
.
Die
von den Gutachtern
abgegebene Beurteilung erscheint
deshalb
nachvollziehbar und
plausibel. Es besteht kein Anlass, nicht
auf das Gut
achten
abzustellen.
Ein
gerichtliches Obergutachten
ist - entgegen
dem Antrag
de
r Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S.
2) -
infolgedessen
nicht
einzuholen.
5.
5.1
Wie dargelegt
(E. 1.3.2), sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grund
sätzlich sämtliche psychische
n
Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen, wobei
dort von einem strukturierten Beweis
verfahren abgesehen werden kann, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist.
E
s
bleibt etwa da
entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl.
BGE 125 V 351
) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begrün
deter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beige
messen werden kann (
BGE 143 V 418
E. 7.1 S. 428
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_270/
2019 vom
5.
September
2019
E. 4.2.2). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass aus einer
Indikatorenprüfung
eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gut
achterlich attestierte nicht resultieren kann, sondern mittels strukturiertem Be
weisverfahren die im Rahmen einer psychiatrischen Diagnose attestierte Arbeits
unfähigkeit validiert wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_629/2019 vom
8.
Novem
ber 2019 E. 4.2.4). Nachfolgend wird daher aufgezeigt, dass die Gutach
ter das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit zu Recht verneint haben.
5.2
Zum Komplex «
Gesundheitsschädigung
» in der Kategorie «funktioneller Schwere
grad» ist festzuhalten, dass die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung erho
benen objektiven Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erschienen
(
Urk.
7/74/18; vgl. E.
3.2
)
. So hielt der psychiatrische Gutachter insbesondere fest, während der gesamten
Untersuchung habe eine volle Aufmerksamkeit und Kon
zentration bestanden, die über den gesamten Untersuchungszeitraum habe gehal
ten werden können. Die Beschwerdeführerin habe bezüglich ihres Gedächtnisses
angegeben, sich Sozialdaten, Lebensdaten und
Medikamente, überhaupt Zahle
n und Namen, nicht merken zu können. Dabei sei jedoch eher der Eindruck einer nicht ausreichenden Bereitschaft zur Mitarbeit entstanden (
Urk.
7/74/25
).
Ferner ist die Therapieaktivität der Beschwerdeführerin gemäss gutachterlicher Beurtei
lung ausgesprochen niedrig (
Urk.
7/74/19-20).
Hinweise auf ressourcenein
schrän
kende Komorbiditäten sind nicht zu erkennen.
Insgesamt ist damit nicht von einer erheblichen Gesundheitsschädigung auszugehen. Sodann ist zum Kom
plex «Persönlichkeit»
festzuhalten, dass keine Anhaltspunkte für eine
Persön
lichkeitsstörung,
eine Ich-
Abspaltung
oder eine Dissoziation
festgestellt wurden.
Auch
waren
keine Neologismen, Paraphasien, Halluzinationen
oder
illusionären Verkennungen
auszumachen
. Der psychiatrische Gutachter ging
vielmehr
, ge
stützt auf die Exploration, von einer mittleren bis überdurchschnittlichen Intel
li
genz aus (Urk. 7/74/25).
Zu berücksichtigen ist weiter, dass
sich die Beschwer
deführerin
offenbar
in der Schweiz integrieren, deutsch lernen
(Urk.
7/74/25)
sowie
auch
eine
Ausbildung zur Kosmetikerin
(
Urk.
7/74/8; 7/74/22
)
absolvieren
konnte.
Hinsichtlich
des
Komplex
es
«Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen
,
dass di
e Beschwerde
führerin in einer ihr gehörenden
3.5-Zimmer-
Eigentums
woh
nung
lebt
, welche sie zusammen mit einer afrikanischen Bekannt
en
bewohnt (
Urk.
7/74/
22-
23).
Ihre
Schilderungen
zum
Tagesablauf
(Aufstehen um acht Uhr, frü
hstücken, etwas spazieren gehen;
dann um elf Uhr zur Arbeit
gehen
, selbst
wenn keine Kunden da seien;
am Arbeitsplatz sei ihre Kollegin, eigentlich Freun
din anwesend
;
nachmittags arbeite sie oder aber beschäftige sich in d
er Wohnung oder gehe spazieren und schaue sich Geschäfte an; u
m einkaufen zu gehen, fehlten ihr gegenwärtig die Mittel
;
nach dem Abendessen lese s
ie, mach
e
auch öfters gar nichts;
nach 22:00 Uhr gehe sie ins Bett
; Urk.
7/74/10
; 7/74/24
)
lassen
auf eine
relativ
aktive Teilhabe
am
(Arbeits-)
Alltag schliessen.
Ebenso
scheint die Beschwerdeführerin
ihren Hobbies
Kochen und
Backen
, wenn auch einge
schränkt,
nachgehen zu können
(
Urk.
7/74/24).
Auch das soziale Umfeld der Beschwerdeführerin scheint intakt zu sein. So trifft sie sich wöchentlich mit ihrem Freund und pflegt den Kontakt zu einer Freundin sowie auch oberflächliche Freundschafte
n. Einmal im Monat nimmt sie
Kontakt zu ihrer Mutter, zu ihrem Vater und zu ihren Geschwistern in Marokko auf (
Urk.
7/74/23). Insgesamt verfügt die Beschwerdeführerin
deshalb
über ein ausreichend intaktes soziales Umfeld mit mobilisierbaren Ressourcen.
5.3
Zum Aspekt der
«
Konsistenz
»
ist darauf hinzuweisen
,
dass die Beschwerdeführerin nach wie vor ein relativ hohes Aktivitätsniveau aufweist, ist es ihr doch möglich,
sich mit Freunden zu treffen sowie
regelmässig Kontakt zu ihrer Familie in Marokko zu
halten
(E.
5.2
)
Sodann nimmt die Beschwerdeführerin ihre alltäg
lichen Ver
richtungen
regelmässig wahr
, wobei sie auch
- ihren eigenen Angaben zufolge -
eine
r
Erwerbstätigkeit
nachgeht
(
E.
5.2
).
Kontrastierend hierzu sieht sich die Beschwerdeführerin nur als
bedingt
arbeitsfähig (
Urk. 7/74/19
; 7/74/24
)
. Diese Selbsteinschätzung findet in den Akten allerdings, mithin unter Berück
sichtigung der eruierten erheblichen Diskrepanzen zwischen der
Klinik
einerseits und den objektivierbaren Befunden andererseits (E.
3.2
und
4
)
,
keine Stütze.
Im
Weiteren
sind den Akten auch keine
Indizien zu entnehmen, die auf einen erheblichen
Leidensdruck
hinwiesen. So hatte die Beschwerdeführerin
beispiels
weise
mitgeteilt, sie sei nur sporadisch (alle zwei bis drei Wochen) in Behandlung gewesen (vgl. Notiz vom 3
1.
Mai 2016, Urk. 7/42/1). Wie dem Gutachten zu entnehmen ist (
Urk.
7/74/23), wurde die
se
psychiatrische Behandlung im Herb
s
t 2016 abgebrochen. Überdies hielt auch die die Beschwerdef
ührerin behandelnde Ärztin der i
nte
grierten Psychiatrie
Z._
fest, die Beschwerdeführerin sei nach drei Abklärungsterminen noch zu zwei Terminen erschienen. Die Folge
ter
mine hätte sie dann nicht mehr wahrgenommen (
Urk.
7/32/1). Der letzte Kontakt datiere vom
7.
Mai 2015 (
Urk.
7/30/9
Ziff.
1.5). Die Tendenz, Therapien nur unre
gelmässig bis gar nicht wahrzunehmen, wurde auch im Austrittsbericht der Klinik
E._
vermerkt (
Urk.
7/22/12).
Unter Berücksichtigung des Ge
sagte
n weist die Kategorie der Konsi
stenz
deshalb
erhebliche
Auffälligkeiten auf.
5.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung eines
nicht aus
gewiesenen
erheblichen
Leidensdrucks bei gleichzeitig erhaltenen Kom
pen
sa
tionspotentialen und eines nicht erheblichen
Schweregrads
der
Gesund
heits
schädigung das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin
nicht
eingeschränkt erscheint. Mithin ist
, wie die Gutachter darlegten,
eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
in
angestammter und
ange
passter Tätigkeit
ausgewiesen
.
Nachdem der Be
schwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit unvermindert zumutbar ist,
führt dies - mangels eines zur Rente berechtigenden Invaliditätsgrades (E.
1.2
)
- zur Ab
weisung der Beschwerde
.
Dies selbst dann, wenn davon ausgegangen würde, dass die Beschwerdeführerin nur noch eine adaptierte Tätigkeit ausüben könnte, wie sich aus dem nachstehend durchgeführten Einkommensvergleich (E.
6
) ergibt.
6.
6.1
6.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allen
falls
zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc).
6.2
6.2.1
Die Beschwerdeführerin
gab
an, bis 2014 als selbständig Erwerbstätige ein Kos
me
tikstudio betrieben zu haben (
Urk.
7/74/22).
Unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor
in ihrem
angestammten Bereich
tätig zu sein scheint
- a
nlässlich der Begutac
htung gab sie an, in einem 30
%
-
Pensum als Kosmetiker
in
zu arbeiten
(
Urk.
7/74/8;
7/74/22) -,
wäre
am zuletzt erzielten
Verdienst
anzuknüpfen
(E.
6.1.2
).
Gemäss IK-Au
szug hatte sie 2011 Fr. 42'300.--
verdient (
Urk.
7/8/4).
Unter
Berücksichtigung der geschlechts- und branchen
spezifischen Nominallohnentwicklung (vgl. BFS,
Tabelle T2.1
.
10,
Ziff.
90-96
,
Kunst, Unterhaltung und Erholung, sonstige Dienstleistungen
;
Index 2011: 100.
1
;
Index 2018:
107.6
) ergäbe sich für das Jahr 2018
somit
ein
Valideneinkommen
von Fr.
45‘469.-- (Fr. 42‘300.-- / 100.1
x
107.6
).
6.2.2
Mangels
Angaben zum
aktuellen
tatsächlichen Verdienst
sind zur Ermittlung des Invalideneinkommens praxisgemäss (E.
6.1.3
) die LSE-Tabellenlöhne heranzu
ziehen. Mit Blick auf die
der Beschwerdeführerin
offenstehenden Einsatzmög
lichkeiten (vgl. E.
3.2
)
wäre
auf den statistischen Durchschnitt
slohn aller Wirt
schaftszweige («
Total
»
) von
Frauen
auf dem Kompetenzniveau 1 gemäss Tabelle TA1 der LSE 20
14
abzustellen, welcher bei einer Arbeitszeit von 40 Wochen
stunden monatlich
Fr.
4’300
.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebsüb
lichen wöchent
lichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018
(vgl.
BFS,
Tabe
lle T 03.02.03.01.04.01,
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen,
Ziff.
1-96 «
Total
»
) und der Nominal
lohnentwicklung bei Frauen im «
Total
»
aller Wirtschaft
szweige zwischen den Jahren 2014 und 2018 (Index 2014
:
103.6
, Ind
ex 2018
: 10
5.9
;
vgl. die vorerwähnte Tabelle T1.2
.
10) ergäbe sich für das Jahr 2018
ein Invalideneinkommen von
Fr.
54’987.--
(
Fr.
4’300.--
x 12 / 40 x
41.7
/
103.6
x
105.9
)
bei einem zumutbaren Vollzeitpensum. Selbst wenn hiervon – ohne nähere Prüfung der Berechtigung – der
maximal zulässige Abzug von 25
% (
E.
6.1.4
)
gewährt und mithin von einem Invalideneinkommen von Fr.
41’240.--
ausgegangen
würde
, resultiert
e
im Vergleich mit dem
Validen
ein
kommen
von Fr.
45’
469
.-- (vgl. E.
6.2.1
)
eine invaliditätsbedingte Erwerbsein
busse
von Fr.
4’229
.-- (
Fr.
45‘
469
.-- abzüglich
Fr. 41’240.--) entsprechend einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
9
% (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121)
.
7.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Verfügung der IV-Stelle vom
4. Januar 2018
nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr.
7
00.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen
.