Decision ID: 325eb22c-b0ff-4587-9897-e956c3028a5d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1988, war ab März 2016 bei der Z._ AG als Fassadenisolierer angestellt. Die obligatorische Unfallver
sicherung führte die Suva (Urk. 9/2). Am 2. November 2016 wurde der Ver
sicherte als Motorradfahrer in einem Kreisel vom Lenker eines Personenwagens angefahren und stürzte. Hierbei zog er sich ein Quetschtrauma am rechtsseitigen Fuss und Unterschenkel zu. Die Verletzung wurde gleichentags im Spital A._ versorgt und es bestand ab dem Unfalltag eine vollständige Arbeits
unfähigkeit. Weitergehende Untersuchungen (CT von HWS und Schädel) erga
ben keine Befunde (vgl. Urk. 9/2 f., Urk. 9/11 f., Urk. 9/15, Urk. 9/21). Gestützt auf eine Untersuchung des Versicherten vom 14. Dezember 2016 kamen die Ärzte des Spitals A._ in ihrem gleichentags verfassten Bericht zum Schluss, ab dem 9. Januar 2017 bestehe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/30). Am 15. Februar 2017 schloss sich der Kreisarzt der Suva, Prof. Dr. med. B._, Orthopädische Chirurgie, dieser Beurteilung an (Urk. 9/44) und gleichentags teilte die Suva dem Versicherten mit, sie werde den Fall per 15. Februar 2017 abschliessen und die Leistungen (Taggeld, Heilungskosten) einstellen (Urk. 9/45). Daran hielt die Suva gestützt auf weitere ärztliche Beur
teilungen (Urk. 9/53, Urk. 9/70) mit Verfügung vom 21. März 2017 fest (Urk. 9/75). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache (Urk. 9/93) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2017 ab (Urk. 9/121 = Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2017 erhob der Versicherte am 29. Januar 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm über den 14. Februar 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter beantragte der Beschwerdeführer, die Sache sei zur Vornahme wei
terer Abklärungen und neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (Urk. 1). In der Beschwerdeantwort vom 7. März 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin, die Sache sei zur Vornahme weiterer Abklärungen an sie zurückzuweisen (Urk. 7). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer am 8. März 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der Änderung
vom 25. September 2015, das heisst vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt, weshalb im Folgenden die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesene Rechtslage massgebend ist.
Die massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen und die zu beachtenden
Grund
s
ätze der Rechtsprechung betreffend d
en Unfallbegriff, betreffend die vorgesehe
ne
n Leistungen und zum Erfordernis des Vorliegens eines natürlichen und adä
qua
ten Kausalzusammenhangs hat
die Beschwerdegegnerin im angefochte
nen
Einspracheentscheid zutreffend dargelegt (Urk. 2 S. 3 f. Ziff. 1 f.) Darauf wird verwiesen.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
Die Beschwerdegegnerin führte im Einspracheentscheid aus, gestützt auf die bildgebenden Befunde sei der Kreisarzt zum Schluss gelangt, dass die Fussbe
schwerden rechts nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen seien. Es liege kein organisches Korrelat für die geklagten Beschwerden vor. Daran vermöchten die vom Beschwerdeführer eingereichten ärztlichen Berichte der behandelnden Ärz
te nichts zu ändern. Gesamthaft betrachtet seien die Leistungen zu Recht per 15. Februar 2017 eingestellt worden (Urk. 2 S. 4 f. Ziff. 3-5).
In der Beschwerdeschrift wandte der Beschwerdeführer ein, die Beschwerdegeg
nerin habe nicht rechtsgenüglich dargetan, dass im Zeitpunkt der Leistungsein
stellung keine unfallkausalen Beschwerden mehr vorhanden gewesen seien. Die Beurteilung des Kreisarztes sei für die Beurteilung der Leistungseinstellung ungeeignet. Der Kreisarzt habe weder eine Untersuchung vorgenommen noch habe er sich mit den vorhandenen Beschwerden oder mit den von den behan
delnden Ärzten erhobenen Befunden auseinandergesetzt. In Würdigung der vor
liegenden medizinischen Akten sei die Leistungseinstellung verfrüht verfügt worden (Urk. 1 S. 5 ff.).
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus, insbesondere die mit der Beschwerde eingereichten Arztberichte habe sie durch PD Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, versicherungsmedizinisch beurteilen lassen. Aufgrund von dessen Ausführungen könne am Einsprache
entscheid nicht festgehalten werden. Die Einstellung der vorübergehenden Leis
tungen und die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente respektive auf eine Integritätsentschädigung gestützt auf die Begründung, der Status quo ante sei per 15. Februar 2017 erreicht gewesen, sei nicht gerechtfertigt. Es seien weitere Abklärungen erforderlich. In diesem Sinne sei die Beschwerde gutzu
heissen (Urk. 7 S. 2 ff.).
3.
In der von der Beschwerdegegnerin erwähnten Stellungnahme von Dr. C._ (Urk. 8) führt dieser nach Einsichtnahme in die ärztlichen Akten und die Bild
diagnostik (Urk. 8 S. 1-3) sowie bezugnehmend auf die daraus gezogenen Schlussfolgerungen (Urk. 8 S. 3-7) zusammenfassend aus, aufgrund der mit dem Dossier vorgelegten ärztlichen Berichte könne nicht an der Beurteilung festge
halten werden, dass ab dem 15. Februar 2017 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestanden habe.
Mit den konventionell angefertigten Röntgenbildern sei der Bruch des dritten Mittelfussknochens, im Gegensatz zu den Computertomogrammen, zu keinem Zeitpunkt darstellbar gewesen. Damit sei konventionell röntgenologisch auch keine eindeutige Aussage zum Fortschritt des Heilungsprozesses dieses Bruches möglich gewesen, sondern erst mit dem Verlaufs-Computertomogramm vom 21. März 2017. Mit dem Bericht des D._ über die Untersuchung vom 21. März 2017 sei eine „konventionell nicht sicher abzugrenzende Fraktur” angegeben worden, was dem Befund der Radiologie des D._ entspreche und eine weiterführende Diagnostik mittels Schnittbildgebung für angezeigt erschei
nen lasse. Die Beurteilung des erkannten Bruchs allein erfasse jedoch nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit alle Auswirkungen des Unfalles. Mit den vorliegenden ärztlichen Berichten über den dokumentierten Verlauf könne ein Fortbestehen von Folgen des Unfallgeschehens vom 2. November 2016 bis zu dem jüngsten Eintrag in die Krankenakte von Dr. E._ vom 26. September 2017 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (Urk. 8 S. 6 f.).
Dr. C._ würdigte in seiner Stellungnahme ausführlich die vorhandenen ärzt
lichen Akten und die Bilddiagnostik und kam nachvollziehbar zum Schluss, dass zur Beurteilung des Leistungsanspruchs weitere Abklärungen erforderlich sind. Über den Leistungsanspruch im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. November 2016 hat die Beschwerdegegnerin somit verfrüht entschieden. Zu Recht beantragte diese vor diesem Hintergrund die Gutheissung der Beschwerde im Sinne des Eventualantrages des Beschwerdeführers (Urk. 7 S. 3 f.).
4.
Ausgangsgemäss hat
der vertretene Beschwerdeführer
gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr. 1’500
.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) festzusetzen.