Decision ID: 73952e4c-a69f-4003-a7a8-2b200e9dcd3b
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954,
war bei der
Y._
seit Januar 2005 als
Wicklerin
sowie Raumpflegerin
angestellt und
damit
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) versichert (Urk. 9/19
, Urk. 9/
25
). Am 10. März 2009 erlitt
sie
einen Unfall, als sie
beim Gehen auf einem Trottoir
über ein
en Schlauch
stolperte, dabei auf die rechte Schulter stürzte und sich einen Riss der
Supraspinatussehne
rechts zuzog (Urk. 9/1/2, Urk. 9/3/1
, Urk. 9/5
).
Die Suva erbrachte bis zum 31
.
Mai
201
1
Heilungskosten- und Taggeldleistungen (Urk. 9/
127
).
Mit Verfügung vom 19. Juli 2011
verneinte
die Suva mangels unfallbedingter Erwerbseinbusse einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 9/137). Sodann sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 21
.
September
201
1
eine Integritätsentschädigung von Fr. 12‘600.-- basierend auf einer Integritätseinbusse von 10 % zu (Urk. 9/
141)
.
Die gegen
beide Verfügungen erhob
enen
Einsprache
n
(Urk. 9/140, Urk. 9/148, Urk. 9/154)
wies die Suva - nachdem sie die Versicherte nochmals fachärztlich
hatte
untersuchen
lassen
(Urk. 9/164-165) - mit
Einspracheentscheid
vom 30. März 2012 ab (Urk. 9/173 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 30. März 2012
(Urk. 2)
erhob die Versi
cherte am 15. Mai 2012 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben, vom Gericht sei ein fachorthopädisches Gutachten zur
rechtsgenüglichen
Abklärung des
entscheidwesentlichen
medizinischen Sachverhaltes einzuholen,
und
es sei ihr eine Rente
sowie
eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer
Integri
tätseinbusse
von 15 % zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2012 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am 5. Juli 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
sind die rechtlichen Erwägungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers (
Art.
6
Abs.
1 des Gesetzes über die Unfallversicherung, UVG), zum Invaliditätsgrad und dessen Bemessung (
Art.
18
Abs.
1 UVG;
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG), zum Beweiswert eines Arztberichtes sowie zur Integritätsentschädigung (
Art.
24 f. UVG;
Art.
36
Abs.
1 der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV) zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 S. 4 ff. Ziff. 2a
ff. und S. 14 ff. Ziff. 6a ff.). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.3
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 f. E. 3b/
ee
mit Hinweis).
2.
2.1
Di
e Beschwerdegegnerin ging i
m
angefochtenen
Entscheid (Urk. 2) davon aus,
gestützt auf die Beurteilungen der Suva-Ärzte
Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie sowie für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, und
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Versicherungsmedizin Suva,
sowie jene von Kreis
arzt
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
sei davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Wicklerin
sowie in ihrer als
körperlich
weniger belastenden Nebentätigkeit als Raumpfle
gerin wieder vollumfänglich arbeitsfähig sei (S.
7 ff. Ziff. 4a ff.). Da die Beschwerdeführerin nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig sei, bestehe auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 12 Ziff. 4d).
Der Integritätsschaden belaufe sich auf 10 % (S. 16 f. Ziff.
7a f.). Daran hielt sie mit
Beschwerde
antwort
vo
m 25. Juni 2012 fest (Urk. 7
).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
auf den Standpunkt (Urk. 2),
es
sei nicht auf die Einschätzungen der
versicherungsinter
nen
Ärzte abzustellen, sondern auf die Beurteilungen von
C._
, Facharzt FMH für Orthopädie,
und
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(
S. 12 Ziff. 37 ff.).
Insbesondere seien die versicherungsinternen Ärzte von unzureichend erhobenen Anforderungen der Tätigkeit als Raumpflegerin und
Wicklerin
ausgegangen (S. 15 f. Ziff.
40, S. 21 f. Ziff. 50 f.). Gestützt auf die Einschätzung von
C._
und
D._
sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen (S. 23 f. Ziff. 55 ff.). Deshalb sei in jedem Fall ein Einkommensvergleich durchzuführen und ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu berücksichtigen (S. 24 ff. Ziff. 59 ff.). Da die Invaliditätsbemessung mittels
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (
DAP
)
- aus
näher
dargelegten Gründen -
rechtswidrig sei, sei der
Einkommensver
gleich
gestützt auf die Angaben der Lohnstrukturerhebung (LSE) zu erheben (S. 28
ff.
Ziff.
65 ff.). Betreffend Integritätsentschädigung führte die Beschwer
deführerin aus, eine solche sei ihr auf der Basis einer Integritätseinbusse von mindestens 15 % zuzusprechen (S. 35 f. Ziff. 83 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
zu Recht verneinte sowie die Höhe der Integritätseinbusse.
Unbestritten sind hingegen der Kausalzusammenhang sowie der Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns per 1. Jun
i 2011.
3.
3.1
Anlässlich der Untersuchung vom 11. August 2010
hielt
Kreisarzt
B._
folgenden Befund der rechten Schulter fest: Erhebliche Belastungsintoleranz, bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen, Bewegungseinschränkung in Abduktion-/Elevationsrichtun
g über Kopfhöhe, Kraftminderung, leicht verän
derte Muskelkontur Bizeps nach distal bei erhaltener
Rotatorenmanschetten
trophik
und
Druckdolenz
über dem Gelenk vorwiegend von ventral sowie
Ansatzdolenz
Deltoideus
. Bildgebend liege nach
Rotatorenmanschettennaht
eine intakte
Rotatorenmanschette
mit kleinem Defekt ansatznahe im Rahmen der Rekonstruktion vor.
Das Labrum sei erhalten. Es l
ä
gen sodann degenerative Veränderungen am
Humeruskopf
, eine Atrophie
Supraspinatus
,
Subscapularis
sowie eine AC-Gelenksveränderung nach
subacromialer
Dekompression vor.
B._
stellte
aufgrund
d
er Beschwerden
folgendes Zumutbarkeitsprofil auf:
„W
echselbelastende Tätigkeit
en. Zusatzbelastungen vereinzelt bis Schulterhöhe, auch mit
Abspreizbewegungen
bis 5 kg. Axiale Belastung vom Boden bis
Tisch
höhe
5-10 kg.
Abspreizbewegungen
über Schulterhöhe abnehmend 5-2 kg im möglichen Bewegungsumfang. Freie, nicht repetitive unbelastete Bewegungen im möglichen Bewegungsumfang bis über Kopfhöhe
.
“ Im Rahmen einer solchen Tätigkeit bestehe eine vollzeitliche
, vollschichtige
Arbeitsfähigkeit
(Urk. 9/70
S. 4
).
Leichte Reinigungsarbeiten in den Bewegungsregionen bis Sims-/Tischhöhe seien von der Beschwerdeführerin aufgrund des beschriebenen Profils problem
los zu erfüllen (Bericht vom 9. November 2010, Urk. 9/93).
3.2
Mit Bericht vom 25. November 2010
(Urk. 9/96/25-26)
stimmte
C._
dem von
B._
aufgestellten Zumutbarkeitsprofil im Wesentlichen zu mit der Ausnahme, dass er Zusatzbelastungen bis Schulterhöhe mit
Abspreizbewegun
gen
bis 5 kg als zu hoch einschätzte. Auf Schulterhöhe seien der Beschwerde
führerin keine belastende
n
Tätigkeiten zumutbar
(S. 1 f
Ziff. 2a).
Mit den beschriebenen Einschränkungen scheine ein vollzeitiger Einsatz im
vorbestan
denen
Rahmen von 80 % möglich.
Weiter führte er aus, mit einer
Schulterre
operation
rechts könne eine verbesserte Schulterschmerzhaftigkeit erreicht wer
den
(S. 2 Ziff. 2b
; vgl. dazu auch Bericht vom 4. Januar 2011, Urk. 9/107
).
3.3
Die Beschwerdeführerin suchte
D._
zur Einholung einer Zweitmeinung betreffend
die von
C._
vorgeschlagene
Schulterreoperation
auf.
D._
hielt mit Bericht vom 8. April 2011 (Urk. 9/121) fest, dass mit einer
Reoperation
möglicherweise eine gewisse Schmerzreduktion erreicht werden könne, er jedoch nicht mit einer wesentlichen Verbesserung der
Kraftverhält
nisse
und der Funktion
rechne
(S. 3 Ziff. 1). Sodann führte er betreffend Arbeitsfähigkeit aus, aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin zur Tätig
keit als
Wicklerin
sei davon auszugehen, dass ihr diese Arbeit nicht mehr zumutbar sei. Insbesondere seien ihr das Heben und Tragen von schweren Lasten sowie Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar. Als Raumpflegerin sei sie höchstens zu 50 % arbeitsfähig, genauso wie in anderen, vorwiegend körperlich wenig belastenden Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von grösseren Lasten (S. 3 f. Ziff. 2.1 ff.).
3.4
Am 28. Februar 2012 untersuchten
Z._
und
A._
, beide
Versiche
rungsmedizin
Suva,
die Beschwerdeführerin und nahmen im Bericht vom 29. Februar 2011 (richtig: 2012) Stellung zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit sowie zum Integritätsschaden (Urk. 9/165).
Die Ärzte wiesen auf teilweise inkon
sistente Untersuchungsergebnisse
hin
, welche das Ausmass der beklagten Schmerzen und Funktionseinschränkungen somatisch nicht
zur Gänze erklären liessen (S. 10 f.
; vgl. dazu auch Urk. 9/170/2 Ziff. 2
). Die Ärzte kamen zum Schluss, der Beschwerdeführerin sei eine ganztägige Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg bis Lendenhöhe und 5 kg bis Brusthöhe zumutbar.
Tätigkeiten über Kopf seien zu vermeiden. In Bezug auf die angestammte Tätig
keit als
Wicklerin
mit Lötarbeiten seien keine Einschränkungen gegeben (S. 11).
4.
4.1
Die Beurteilung
der versic
herungsinternen Ärzte
Z._
und
A._
entspricht
den
praxisgemässen Anforderungen
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
, weshalb darauf abgestellt werden kann:
Der Bericht
ist
für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen (S. 7 ff.), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (S. 6 f.) und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(vgl. S. 2 ff.) abgegeben. Sodann leuchtet
der Bericht
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation (S. 10 f.) ein
,
und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet.
Gestützt auf diese Einschätzung sind der Beschwerdeführerin
ganz
tägige Tätigkeit
en
mit Heb
en und Tragen von Lasten bis 15
kg bis Lendenhöhe und 5 kg bis Brusthöhe zumutbar.
Die Tätigkeit als
Wicklerin
wird sitzend mit ausgestreckten Armen auf Schulterhöhe verrichtet. Die Beschwerdeführerin musste dabei Kupferdrähte um Spulen wickeln, die Spulen aushängen und wegstellen, wobei Gewichte bis 5 kg zu heben und tragen waren (vgl. Urk. 9/25, Urk. 9/70/2 unten). Das Zumutbarkeitsprofil entspricht somit dem
Tätigkeits
profil
als
Wicklerin
,
sind
dabei schliesslich keine Überkopfarbeiten aus
zu
führen
oder
Gewichte über 5 kg
zu h
eben oder
t
ragen
(vgl. E. 3.4)
.
4.2
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es sei auf die von
C._
und
D._
für zumutbar erklärten Tätigkeitsprofile abzustellen, kann ihr nicht gefolgt werden.
D._
hielt die Tätigkeit als
Wicklerin
deswegen nicht für zumutbar, weil ihr das Heben und Tragen von schweren Lasten sowie Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar sei
en
(vgl. E. 3.3).
Die Arbeit als
Wick
lerin
beinhaltet w
eder das eine noch das andere.
Sodann fällt auf,
dass
D._
erkennbar die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin
berück
sichtigte, statt objektive medizinisch-theoretische Angaben zur quantitativen und qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu machen (vgl. Urk. 9/121/4 Ziff. 2.1
lit
. a)
.
Daher ist auf
seinen
Bericht
nicht abzustellen.
Die Einschätzung von
C._
unterscheidet sich - wie die
Beschwerde
gegne
rin
bereits darlegte (vgl.
Urk. 2 S. 12) - lediglich in d
em Punkt, als der Beschwerdeführerin
seiner
Ansicht nach
generell keine Belastungen auf Schul
ter
höhe zumutbar
sind
.
M
it der Beschwerdegegnerin ist in diesem Zusam
menhang darauf hinzuweisen, dass bei der Beschwerdeführerin ein
selbstlimi
tieren
des
und symptomausweitendes Verhalten festgestellt
wurde
, was mit den nachvollziehbar aufgezeigten Inkonsistenzen belegt
wurde
:
Die Beschwerde
führerin gab an, sie habe keine Kraft in der rechten Hand und habe Schmerzen im ganzen rechten Arm, wobei auch ein dauerhafter Ruheschmerz bestehe. Unter Bewegung und Belastung verstärke sich der Schmerz erheblich, weshalb eine ruhige Lagerung mit Polsterung am besten sei (Urk. 9/165/6 oben). Wie
Z._
und
A._
ausführten, sei bei einer als derart schmerzhaft beschriebenen Situation von einem deutlichen Mindergebrauch des rechten Armes auszugehen, was sich auch in den Umfangmassen niederschlagen müsste. Die bei der Beschwerdeführerin festgestellten Werte der Umfangmasse des rechten Armes
entsprachen
nach Angaben der Fachärzte
allerdings Werten
eines normalen Einsatzes
. So wurden im Vergleich zum linken Arm teilweise identische bis grössere Umfänge der rechten oberen Extremität gemessen.
Sodann
haben
die passiv unterstützten Bewegungsausmasse im Liegen unter Reduktion der einwirkenden Schwerkraft schlechtere Werte als im Sitzen
gezeigt. Diese unterschiedlich demonstrierten Bewegungs
werte
seien biomecha
nisch nicht zu begründen.
Soweit den Ärzten beim Übertragen der erhobenen
Werte
ein Fehler
unterlief
und jene
des Bewegungsumfangs des rechten Arms
im Liegen und Sitzen ver
tauscht wurden (vgl. Urk. 9/165/6 und Urk. 9/170/1 Ziff. 1), ände
rt dies nichts am Beweiswert d
es Berichtes.
Es
ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, wie von den Ärzten selbst dargelegt (vgl. Urk. 9/170/1),
von einem Versehen auszu
gehen, zumal die Schlussfolgerungen der Ärzte zu den erhobenen Werten und den daraus resultierenden Widersprüchlichkeiten anderenfalls keinen Sinn machen würden und nicht davon auszugehen ist, dass sie widersinnige Schlüsse aus gar nicht erhobenen Befunden gezogen haben. Sodann ist auf
die Beschwerdeantwort und die dortige
Ausführung
und
Auflistung
des zwischen Oktober 2009 und März 2011 erhobenen Bewegungsmasses des rechten Armes
zu verweisen. Daraus wird ersichtlich, dass
der
von
Z._
und
A._
festgehaltene Abduktionswert
von 100°
im S
itzen
zu den übrigen in den Akten dokumentierten Befunden passt (vgl. Urk. 7 S. 3 Ziff. 5.3).
Daran vermag die Stellungnahme des bei der Untersuchung anwesenden Sohnes der Beschwerde
führerin nichts zu ändern (vgl. Urk. 3/12).
4.3
Sodann
deck
t
sich
die Einschätzung von
B._
mit jene
n
von
Z._
und
A._
:
B._
erachtet
e
Abspreizbewegungen
bis Schulterhöhe bis 5 kg und
über Schulterhöhe abnehmend im Rahmen von 5-2 kg zumutbar.
Z._
und
A._
s
a
hen die Beschwerdeführerin unter anderem für Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg bis Brusthöhe für arbeitsfähig.
4.4
Im Übrigen erachteten sowohl die versicherungsinternen Ärzte als auch insbeson
dere
D._
die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin, welche
die
Beschwerdeführerin
bisher im Umfang von 20 % ausübte, mindestens in diesem Ausmass für zumutbar (vgl. E. 3.1, 3.3-4)
. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb
ihr
entgegen den ärztlichen Angaben Reinigungsarbeiten nicht mehr zumutbar sein sollten (vgl. Urk. 1 S. 15 Ziff. 40)
.
4.5
Zusammenfassend ist nach dem Gesagten davon auszugehen, d
ass der Beschwer
deführerin ihre
bisherigen Tätigkeiten
als
Wicklerin
sowie als Raum
pflegerin nach wie vor zumutbar sind
.
Wenn die Beschwerdeführerin diese medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist sie trotzdem nach dieser, mithin nach dem ihr objektiv zumutbaren Arbeitsausmass, zu beurteilen (BGE 127 V 294 E. 4c S. 298 mit Hinweisen und AHI 2001 S. 228 E. 2b). Soweit sie verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzuführen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung ver
zichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Der Gesundheits
zustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Da ihr die angestammten Tätigkeiten nach wie vor im bisherigen Umfang zumut
bar sind,
ist die Durchführung eines Einkommensvergleiches obsolet, weshalb auf die diesbezüglichen Vorbringen (Urk. 1 S. 24 ff. Ziff. 60 ff.) nicht einzugehen ist.
5.
5.1
Es
bleibt
die Höhe der Integritätsentschädigung zu prüfen.
Die
Beschwerde
gegne
rin
ging von einer solchen von 10 % aus (Urk. 2 S. 16 ff. Ziff. 7 f.).
Die Beschwerdeführerin beantragte eine Entschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von mindestens 15 % (Urk. 1 S. 36 Ziff. 88).
5.2
Gemäss
Art.
36
Abs.
1 UVG werden die Pflegeleistungen und
Kostenvergütun
gen
sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen
nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist.
Dagegen werden nach Art. 36 Abs. 2 UVG die Invali
denrenten, die
Integritäts
entschädigungen
und die
Hinter
lassenenrenten
angemessen gekürzt, wenn die
Gesundheits
schädigung
oder der Tod nur teilweise die Folge eines Un
falles ist. Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berücksichtigt.
Diese Bestimmung setzt voraus, dass der Unfall und das nicht versicherte Ereig
nis eine bestimmte
Gesund
heitsschädigung
gemeinsam verursacht haben. Dage
gen ist die Bestimmung nicht anwendbar, wenn die beiden Einwirkungen einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa, wenn der Unfall und das nicht versicherte Ereignis verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden.
Diesfalls
sind die Folgen des versicherten Unfalles für sich allein zu bewer
ten (BGE 121 V 326 E. 3c mit Hinweis).
5.
3
B._
bemass die
Integritäts
einbusse auf
10 %: Aufgrund der strukturellen Veränderungen und der Funktionseinschränkung sei eine Einordnung bei 15 % gerechtfertigt. Allerdings sei der degenerative Vorzustand noch zu berücksichti
gen
, welcher mindestens einen Drittel ausmache.
D
ie Einbusse
sei daher
um 5 % auf 10 % zu reduzieren (Urk. 9/71).
C._
verwies auf die Beurteilung von
B._
und schätz
t
e die Entschädi
gung auf 10-15 % (Urk. 9/96/26 Ziff. 3c). Ebenso hielt
D._
einen Integritätsschaden von 10-15 % fest (Urk. 9/12
1/6).
Z._
und
A._
schätzten den Integritätsschaden auf
10 %
. Als Begründung führten sie an, bei einer Schulterbeweglichkeit bis 30° über der Horizontalen sei der Integritätsschaden mit 10 %, bis zur Horizontalen mit 15 %, eine
Periarthrosis
humeroscapularis
in leichter Ausprägung mit 0 %, in mässiger Ausprägung mit 10 % und in schwerer Au
sprägung mit 15 % einzu
schätzen
(Urk. 9/164).
5.
4
Somit bewegen sich die Beurteilungen sämtlicher Ärzte im selben Rahmen. Die versicherungsinternen Ärzte
B._
,
Z._
und
A._
gingen von einer Einschränkung von 10 % aus. Weder
C._
noch
D._
begründeten ihre Einschätzung
von 10-15 %
und machten auch keine we
iteren Angaben zur genauen Höhe
.
B._
nahm eine Kürzung vor wegen des degenerativen Vorzustandes, wel
cher kurz nach dem Unfall mit MRI vom 3. April 2009 (Urk. 9/2) bildgebend dokumentiert wurde. Ob der degenerative Vorzustand und die beim Unfall erlittene Schädigung des rechten Schultergelenkes derart zusammenwirken, dass von einer gemeinsamen Verursachung des Gesundheitsschadens zu sprechen ist, welche unter bestimmten Voraussetzungen
(vgl. E. 5.2)
einer Kürzung der Leistungen entgegenstehen würde
, ist vorliegend fraglich.
In den Akten finden sich keine weiteren Ausführungen zur Frage
, ob der unfallfremde Vorzustand (auch) z
ur Gesundheitsstörung beiträgt. Fest steht jedoch, dass die Beschwerde
führerin vor dem erlittenen Unfall in ihrer Erwerbsfähigkeit nicht vermindert war.
Damit wäre die Einschätzung von
B._
ohne Berücksichtigung eines
Vorzustandes heranzuziehen
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_181/2009 E.
5)
.
Wie er jedoch auf eine Einbusse von 15 % kam, ist aufgrund der von ihm aufgelisteten Werte nicht ersichtlich (vgl. Urk. 9/71). Gleiches trifft auf die Einschätzung der übrigen beiden Versicherungsmediziner zu (Urk. 9/164). Zudem gingen wohl sämtliche drei Ärzte von verschiedenen Schweregraden der Arthrose aus, führte
B._
doch
die Werte
für
„
mässig bis schwer
“
auf und
Z._
und
A._
berücksichtigten wohl den Wert für leichte Arthrosen (0 %).
Da weder die Einschätzung von
B._
noch jene von
Z._
und
A._
nachvollziehbar ist und die beiden letzteren auch keine Stel
lung
zur Einschätzung von
B._
nahmen
, kann aufgrund der vorliegenden Akten nicht eruiert werden, ob die
Integritätsent
schädigung
auf 10 % oder 15 % oder allenfalls einen
anderen
Wert festzulegen ist.
5.5
In welchem Rahmen sich die Integritätsschädigung tatsächlich befindet, ist nach dem Gesagten ungenügend abgeklärt. Die Sache ist daher zur weiteren Abklä
rung betreffend Höhe der Integritätseinbusse an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
Zusammenfassend verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht, weshalb der
Einspracheentscheid
in diese
r Hinsicht nicht zu beanstanden
und die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen ist.
Hingegen ist die Höhe der Integritätsentschädigung ungenügend abgeklärt und die Sache ist diesbezüglich zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Die Beschwerde ist betreffend Integritätsentschädigung teil
weise gutzuheissen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 54 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3
)
.
In Anwendung
obiger
Kriterien
sowie unter Berücksichtigung, dass die Beschwerde lediglich
betref
fend Integritätsentschädigung teilweise gutzuheissen, im weit
bedeutenderen
Teil betreffend Rente jedoch abzuweisen
ist,
ist die Parteientschädigung vor
liegen
d
um 2/3 zu kürzen und
auf Fr.
700.--
(inkl. Mehrwertsteuer und
Baraus
lagen
) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.