Decision ID: d2d8068d-db22-5e08-b931-2b23c391857b
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführerinnen reichten am 2. Oktober 2018 bei der Gemeinde Köniz
ein Baugesuch ein für ein Geländer im zweiten Obergeschoss auf der Deckenplattform des
Anbaus vom ersten Obergeschoss auf Parzelle Köniz Grundbuchblatt Nr. D._
(Baugesuch Nr. C._). Die Parzelle liegt in der Wohnzone F._. Die
Gemeinde wies die Beschwerdeführerinnen mit Schreiben vom 11. Oktober 2018 darauf
hin, dass die geplante Terrasse nur 1.25 m in den Grenzabstand hinauskragen dürfe und
damit einen Grenzabstand von 3.75 m einhalten müsse. Gemäss den eingereichten Plänen
sei das Geländer in einem Abstand von 3.5 m von der Nachbarparzelle vorgesehen, was
nur mit schriftlicher Zustimmung des Nachbars oder gestützt auf eine
Ausnahmebewilligung zulässig sei. Sie stellte einen Bauabschlag nach Art. 24 BewD1 in
1 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
RA Nr. 110/2019/117 Seite 2 von 9
Aussicht. Die Beschwerdeführerinnen reichten mit Schreiben vom 12. Oktober 2018 einen
neuen Situationsplan ein. Die Gemeinde verlangte mit Schreiben vom 9. November 2018
eine Verbesserung des Baugesuchs. Die Beschwerdeführerinnen reichten mit Schreiben
vom 9. März 2019 ein verbessertes Baugesuch ein. Am 22. April 2019 erhoben sie
Rechtsverzögerungsbeschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des
Kantons Bern (BVE) bezüglich des vorliegend relevanten Baugesuches Nr. C._
(sowie des Baugesuches Nr. E._, vgl. unten).2 Die Gemeinde teilte den
Beschwerdeführerinnen am 13. Mai 2019 mit, sie habe aus den missverständlichen
Angaben im Situationsplan geschlossen, das Geländer sei nun mit einem Grenzabstand
von 3.75 m geplant. Gemäss den überarbeiteten Baugesuchsunterlagen sei das Geländer
nach wie vor mit einem Grenzabstand von 3.5 m vorgesehen. Sie verlangte erneut ein
Näherbaurecht oder ein Ausnahmegesuch und stellte andernfalls einen Bauabschlag nach
Art. 24 BewD in Aussicht. Aufgrund dieser Verfügung zum weiteren Vorgehen konnte das
Rechtsamt der BVE das Verfahren betreffend die Rechtsverzögerungsbeschwerde
(vollständig) abschreiben. Mit Schreiben vom 15. Mai 2019 an den Gemeinderat führten die
Beschwerdeführerinnen aus, dass sie das Geländer für eine Terrasse mit einer Tiefe von
1.75 m erstellen wollen und dafür – falls nötig – ein Ausnahmegesuch stellen. Mit
Entscheid vom 4. Juli 2019 erteilte die Gemeinde Köniz ohne vorherige Publikation den
Bauabschlag.
Die Beschwerdeführerinnen hatten zudem am 19. Juni 2018 bei der Gemeinde Köniz ein
Baugesuch für das "Versetzen von Geländer und Sichtschutz auf reglementarisches
Grenzmass von 2.5 m" zur Nutzung des Daches der bestehenden Garage als Terrasse
(Baugesuch Nr. E._) gestellt, nachdem sie das Bundesgericht mit Entscheid vom
18. Mai 1018 zur Demontage des Geländers mit Grenzabstand von 1.75 m verpflichtet
hatte. Die Gemeinde Köniz erteilte diesem Baugesuch mit Entscheid vom 30. April 2019
den Bauabschlag. Dagegen erhoben die Beschwerdeführenden Beschwerde bei der BVE
(RA 110/2019/88).
2. Gegen den Bauabschlag der Gemeinde Köniz vom 4. Juli 2019 in Bezug auf das hier
strittige Baugesuch Nr. C._ reichten die Beschwerdeführerinnen am 23. Juli 2019
Beschwerde bei der BVE ein. Sie beantragen die Aufhebung des Bauabschlags vom 4. Juli
2 RA Nr. 110/2019/70
RA Nr. 110/2019/117 Seite 3 von 9
2019 und die Erteilung der Baubewilligung. Sie machen insbesondere geltend, die geplante
Terrasse sei ohne Ausnahmebewilligung zulässig.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Es fragte bei den
Beschwerdeführerinnen nach, wie tief bzw. mit welchem Abstand zur Grenze die Terrasse
geplant sei, da die vorhandenen Pläne widersprüchlich seien. Die Beschwerdeführerinnen
reichten daraufhin insbesondere einen "Ergänzungsplan (...) mit Grenzabstand von
3.75 m" ein. Die Gemeinde nahm dazu nicht mehr Stellung. Auf die Rechtsschriften wird,
soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG4 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die
Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerinnen, deren Baugesuch
abgewiesen wurde, sind durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur
Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
b) Die Beschwerdeführerinnen führen in ihrer Beschwerde aus, das zweite
Obergeschoss sei mit Baubewilligung vom 15. August 2013 als Technikraum/Estrich
bewilligt worden und werde – wie anlässlich von Kontrollen habe festgestellt werden
können – nicht als Wohnraum benutzt. Gemäss Beschwerde wird das zweite
Obergeschoss mit dem neuen Baureglement zum Wohnraum. Sie bringen sinngemäss vor,
3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191) 4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
RA Nr. 110/2019/117 Seite 4 von 9
zu diesem neuen Wohnraum brauche es die beantragte Terrasse mit SIA-konformen
Geländern.
Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht sich
nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses
hinausgehen. Innerhalb dieses Rahmens bestimmen die Parteien den Streitgegenstand.
Sowohl für das Einleiten eines Beschwerdeverfahrens als auch für dessen Umfang und
eine allfällige vorzeitige Beendigung gilt somit die Verfügungs- oder Dispositionsmaxime
sowie das Rügeprinzip. Die Parteien können den Streitgegenstand im Verlauf des
Verfahrens nicht erweitern, sondern nur einschränken.5
Wie die Gemeinde zu Recht ausführt, ist vorliegend nur das Baugesuch betreffend die
Erstellung eines Geländers im zweiten Obergeschoss auf der Deckenplattform des Anbaus
des ersten Obergeschosses Verfahrensgegenstand. Ein Gesuch um Umnutzung des
zweiten Obergeschosses haben die Beschwerdeführerinnen nicht gestellt. Insoweit ist auf
die Beschwerde nicht einzutreten.
2. Geländer für Terrassennutzung
a) Die Beschwerdeführerinnen planen eine Terrasse auf dem Dach des Anbaus im
ersten Obergeschoss. Diesen hatte die Gemeinde gestützt auf ein Näherbaurecht
(Grenzabstand 3.5 m) im Jahr 2013 als Wintergarten bewilligt. Erstellt wurde daraufhin
trotz Baueinstellungsverfügung ein Anbau mit gemauerten Ecken und Betondecke
(Wohnraumerweiterung), welcher nicht bewilligungsfähig war, auf deren Rückbau die BVE
jedoch im Verfahren RA 110/2015/176 verzichtete.6
b) Die vorliegend geplante Terrasse auf dem als Wintergarten bewilligten Anbau ragt
unbestrittenermassen in den gemäss Art. 93 Abs. 1 GBR7 geltenden Grenzabstand von
5 m hinein. Dem angefochtenen Entscheid kann entnommen werden, dass die Gemeinde
im vorliegenden Fall davon ausging, dass die Beschwerdeführerinnen das Geländer im
zweiten Obergeschoss mit einem Abstand von 3.5 m zur Nachbarparzelle planen. Die von
den Beschwerdeführerinnen eingereichten Projektpläne sehen in der Tat ein Geländer vor,
5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8 6 Entscheid der BVE RA 110/2015/176 vom 26. September 2016 7 Gemeindebaureglement vom 7. März 1993
RA Nr. 110/2019/117 Seite 5 von 9
welches bis 3.5 m an die Nachbarparzelle reicht. Die Tiefe der Terrasse beträgt hier 2 m.8
Gemäss Situationsplan vom 9. März 2019 beträgt der Abstand von der Terrasse zur
Nachbarparzelle hingegen 3.75 m und die Tiefe der Terrasse 1.75 m. Nachdem das
Rechtsamt die Beschwerdeführerinnen auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht
hatte, reichten diese einen zusätzlichen "Ergänzungsplan" ein.9 Demgemäss planen sie ein
25 cm breites Geländer. Stahlstützelemente sollen mit einem Abstand von 3.5 m zur
Grenze an die Betonstirne des Dachs des Anbaus des ersten Obergeschosses
("Wintergarten") geschraubt werden. Auf diesen "Befestigungsrahmen" sollen 25 cm weiter
innen – also mit einem Abstand von 3.75 m zur Grenze – Glaselemente aufgesetzt werden.
Da die äusseren Stützelemente und nicht die 25 cm weiter nach innen versetzten
Glaselemente massgebend sind,10 beträgt der Grenzabstand der geplanten Terrasse – wie
von der Gemeinde angenommen – rund 3.5 m.
c) Das noch geltende Gemeindebaureglement vom 7. März 1993 sieht für Bauten,
Bauteile und Anlagen im Grenzabstand folgende Regelung vor:
Art. 76 1 In den Zwischenräumen, der durch die vorgeschriebenen Grenz- und Gebäudeabstände gebildet wird, dürfen ausser den üblichen Sockel- und Fundamentvorsprüngen nur Terrassen,
offene Balkone (auch solche mit seitlichen Abschlüssen), Erker, Vordächer, Dachgesimse und
ähnliches mit dem vierten Teil des Grenzabstandes auskragen, Balkone und Erker jedoch
höchstens 1,50 m (siehe Anhang I Skizze 10).
2 Balkone, Erker, Dachaufbauten usw. müssen bei zusammengebauten oder an der Grenze stehenden Gebäuden von der angebauten Grenze einen Grenzabstand von wenigstens
1,50 m, in allen übrigen Fällen einen solchen von wenigstens 2,50 m aufweisen. Mit
schriftlicher Zustimmung des Nachbars können diese Grenzabstände beliebig reduziert
werden (siehe Anhang I Skizze 10).
d) Da es sich bei der Bestimmung von Art. 76 GBR um eine kommunale Norm handelt,
ist es vorab Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie ihre eigene Vorschrift verstanden
8 vgl. Pläne Ansicht Nordfassade und Ansicht Südfassade vom 9. März 2019 9 Beilage 9 zum Schreiben vom 26. September 2019 10 Vgl. dazu auch die Figur 2.3.b im Anhang 1 der Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3)
RA Nr. 110/2019/117 Seite 6 von 9
haben will. Ist ihre Auslegung der Norm rechtlich vertretbar, darf eine Rechtsmittelbehörde
nicht einer andern, ebenfalls möglichen oder vertretbaren Auslegung den Vorzug geben.11
Art. 76 Abs. 2 GBR sieht für den vorliegenden Fall vor, dass der Abstand von der Terrasse
zur Grenze mindestens 2.5 m betragen muss. Dieser Abstand wird vorliegend eingehalten.
Abs. 1 von Art. 76 GBR bestimmt zudem, dass ein Balkon mit dem vierten Teil des
Grenzabstandes, jedoch höchstens 1.5 m, in den Grenzabstand auskragen darf. Gemäss
Gemeinde bedeutet dies, dass der Abstand des Balkons zur Grenze 3⁄4 des gesetzlichen
Grenzabstandes – vorliegend 3.75 m (3⁄4 von 5 m) – betragen muss. Gemäss der
Auslegung der Gemeinde muss dieser Grenzabstand zusätzlich zum Mindestabstand von
2.5 m gemäss Art. 76 Abs. 2 GBR eingehalten werden. Diese Auslegung der Gemeinde
wird gestützt durch die Skizze 10 des Anhang 1 des GBR. Sie ist haltbar, was das
Bundesgericht betreffend eines anderen Balkons auf dem Dach der Garage der
Beschwerdeführerinnen festgehalten hat.12 Da der Abstand zwischen der geplanten
Terrasse und der Grenze zur Nachbarparzelle nur 3.5 m beträgt, entspricht sie Art. 76 Abs.
1 GBR nicht.
e) Laut Art. 26 BauG können Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften bewilligt
werden, wenn besondere Verhältnisse es rechtfertigen und wenn keine öffentlichen
Interessen beeinträchtigt werden. Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen
nachbarlichen Interessen verletzen, es sei denn, die Beeinträchtigung könne durch
Entschädigung vollwertig ausgeglichen werden. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ
erfüllt sein.
Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der
Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend
erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den
Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den
geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den
Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter
Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen
der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen,
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 65 N. 3 12 Vgl. BGer 1C_209/2017 vom 18. Mai 2018, E. 2.3
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der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber
keine Ausnahmebewilligung. Es geht vielmehr darum, ausgesprochene Unbilligkeiten und
Unzweckmässigkeiten zu vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die
Bauwilligen zur Folge hätte.
Im vorliegenden Fall werden keine Ausnahmegründe geltend gemacht und solche sind
auch nicht ersichtlich. Für die geplante Terrasse kann daher auch keine
Ausnahmebewilligung erteilt werden.
f) Für die geplante Terrasse liegt auch kein Näherbaurecht vor: Die
Zustimmungserklärung vom 9. März 2013 galt einzig für den Bau des projektierten
Wintergartens.13
g) Die Beschwerdeführerinnen berufen sich auf den künftig geltenden Art. 57 Abs. 2
GBR. Mit Volksabstimmung der Gemeinde Köniz vom 23. September 2018 hat diese einer
Ortsplanungsrevision zugestimmt.14 Das neue GBR kann erst nach der Genehmigung des
Amtes für Gemeinden und Raumordnung in Kraft gesetzt werden. Art. 57 Abs. 2 des
künftigen GBR sieht vor, dass Balkone vorspringende Gebäudeteile im Sinne der BMBV
sind, wenn sie mindestens auf einer Seite oder der Hälfte der Längsseite nicht geschlossen
werden können und folgend Masse nicht überschreiten:
a) zulässige Tiefe: 1⁄4 des jeweils geltenden kleinen oder grossen Grenzabstandes
oder beim Näherbau 1⁄4 des Abstandes zur Grenze (vgl. Anhang I, Skizze 2.1).
b) zulässige Breite: Im Mittel 1⁄2 der Fassadenlänge pro Geschoss, welches auf dem
entsprechenden Fassadenabschnitt vollständig über dem massgebenden Terrain
liegt (vgl. Anhang I, Skizze 2.2).
Das künftige Recht sieht damit für den vorliegenden Fall vor, dass die Terrasse 1⁄4 des
geltenden Grenzabstandes tief sein darf. Da auch das neue Baureglement in der
Wohnzone WIIa einen kleinen Grenzabstand von 5 m vorsieht (Art. 53 Abs. 1), dürfte die
Terrasse einzig eine Tiefe von 1.25 m haben (1⁄4 von 5 m). Da auch zur Bemessung der
Tiefe die äusseren Stützelemente des geplanten Geländers massgeblich sind (vgl. Skizze
2.1 im Anhang des künftigen GBR) ist von einer Tiefe von 2 m auszugehen. Damit
13 VGE 2016.319 vom 09.03.2017, E. 2.2.3, vgl. auch BGer 1C_2019/2017 vom 18. Mai 2018, E. 2.3 14 Vgl. https://www.koeniz.ch/wirtschaft/entwicklung-gemeinde/ortsplanungsrevision-opr/die-unterlagen-.page/1165
https://www.koeniz.ch/wirtschaft/entwicklung-gemeinde/ortsplanungsrevision-opr/die-unterlagen-zur-opr.page/1165 https://www.koeniz.ch/wirtschaft/entwicklung-gemeinde/ortsplanungsrevision-opr/die-unterlagen-zur-opr.page/1165
RA Nr. 110/2019/117 Seite 8 von 9
entspricht die geplante Terrasse auch der vorgesehenen künftigen Regelung für
vorspringende Gebäudeteile nicht. Ein Näherbaurecht liegt nicht vor, ein Grund, eine
Ausnahme zu bewilligen, ebenfalls nicht (vgl. Ziffer 2e und f hievor). Da die zulässige
Breite der vorspringenden Gebäudeteile nach dem künftigen Art. 57 Abs. 2 Bst. b GBR
beschränkt ist, müsste ausserdem eine Koordination mit einem allenfalls im ersten
Obergeschoss gewünschten Terrasse erfolgen (vgl. RA 110/2019/88). Zudem scheint nach
der künftigen, noch nicht genehmigten Regelung ein Balkon über die gesamte Breite
grundsätzlich bewilligungsfähig. Hier stellt sich die Frage, ob diese Regelung vor Art. 10
BMBV standhält.15
h) Damit ist das vorliegende Projekt weder nach geltendem noch nach künftigem Recht
bewilligungsfähig. Die Gemeinde hat daher zu Recht den Bauabschlag erteilt. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
3. Verfahrenskosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführerinnen. Sie
haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf
eine Pauschalgebühr von Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV16).
Die Beschwerdeführerinnen haften solidarisch für den gesamten Betrag
b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).