Decision ID: 62bad399-4a06-4afc-9472-50d776aa271f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1, 9000 St.
Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der B._ AG als Produktionsmitarbeiter in der Blech-Abkanterei
tätig und dadurch bei der Suva versichert, als er am 2. Juli 2007 beim Ausbau eines
Maschinenteils von einem Metallteil (Bolzen) an der Stirn getroffen wurde und
rückwärts zu Boden fiel. Wegen einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit konnte sich der
Versicherte an den Unfallhergang nicht erinnern (UV-act. 1; vgl. auch Unfallrapport vom
19. November 2007, UV-act. 14a S. 2). Im Bericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vom 3. Juli 2007 wurden als Diagnosen
eine Gesichtsschädelkontusion mit Augenaffektion links und eine Kontusion des
Beckenkamms links festgehalten. Dem Beschwerdeführer sei bei einem Arbeitsunfall
eine ca. 10 kg schwere Metallplatte frontal gegen den Schädel bzw. das Gesicht
geprallt. Dadurch sei er aus einer Kauerstellung auf die linke Seite gefallen und klage
nun zusätzlich über Schmerzen im linken Beckenkammbereich. Anamnestisch habe
eine Amnesie retrograd für ca. 30 Sekunden bestanden. Es finde sich eine Druckdolenz
über dem linken Beckenkamm und eine minimale Prellmarke. Der weitere Body-Check
sei unauffällig (UV-act. 2). Im Bericht der Augenklinik des KSSG vom 5. Juli 2007
wurden die Diagnosen einer Contusio Orbitaoberrand mit klaffender Rissquetschwunde
am Oberlid sowie eine Commotio cerebri festgehalten. Der Patient sei am 3. Juli 2007
mit noch leichten Kopfschmerzen, ansonsten aber in gutem Allgemeinzustand nach
Hause entlassen worden (UV-act. 5). Am 31. Dezember 2007 berichtete Dr. med.
C._, Arzt für Neurologie, über die Behandlung des Versicherten (UV-act. 34).
A.b Nach Durchführung von weiteren medizinischen Behandlungen und Abklärungen
(vgl. unter anderen UV-act. 76, 112) sowie beruflichen Massnahmen (UV-act. 80, 85)
teilte die Suva dem damaligen Rechtsvertreter des Versicherten am 13. Juli 2009 mit,
diesem sei eine mindestens 75%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Sie stelle deshalb die
Taggeldleistungen ab dem 1. August 2009 ein (UV-act. 113). Mit Verfügung vom
22. Juni 2010 stellte die Suva schliesslich die Versicherungsleistungen per 28. Juni
2010 ein, da keine mindestens wahrscheinlichen Unfallfolgen mehr vorliegen würden
und die Adäquanz der noch bestehenden, organisch nicht hinreichend nachweisbaren
gesundheitlichen Beschwerden (Kopfbeschwerden) zu verneinen sei (UV-act. 145). Die
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gegen diese Verfügung von Rechtsanwältin, lic. iur. N. Ley, St. Gallen, für den
Versicherten erhobene Einsprache (UV-act. 161) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2010 ab (UV-act. 166). Die vom
Krankenversicherer vorsorglich erhobene Einsprache war zwischenzeitlich wieder
zurückgezogen worden (UV-act. 148, 158).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2010 richtet sich die
Beschwerde vom 25. November 2010 mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid
und die Verfügung vom 22. Juni 2010 seien aufzuheben. Die Angelegenheit sei zur
Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Eventualiter seien dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung und eine
Invalidenrente auszurichten. Die Heilkosten seien ihm gemäss Art. 21 UVG zu vergüten.
Zur Begründung führt die Rechtsvertreterin unter anderem aus, die Diagnosen des
Psychiaters Dr. med. D._ seien unzutreffend und unbeachtlich. Vorab sei er kein
unabhängiger Gutachter, sondern im Gegenteil versicherungspsychiatrisch für die
Beschwerdegegnerin tätig (act. G 1 Beilage 7 und 8). Er habe sich angemasst, als
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auch die Diagnosen einer Commotio
cerebri bzw. eines MTBI und damit zusammenhängend die natürliche Unfallkausalität
der Kopfschmerzen anzuzweifeln. Sodann habe Dr. D._ die sprachlichen Hemmnisse
des Exploranden sowie ihre möglichen Folgen ignoriert. Das Gutachten basiere auch
wesentlich auf dem Missverständnis von angeblichen Rückkehrplänen des
Beschwerdeführers. Auch auf die offensichtlich vorgefasste Meinung des Kreisarztes
(UV-act. 115) könne nicht abgestellt werden. Sofern nicht auf die in den weiteren
Berichten gestellten Diagnosen und Befunde (UV-act. 5, 9, 12, 33, 34, 76) abgestellt
werde, müsse der Beschwerdeführer neu begutachtet werden, angesichts der
Problematik polydisziplinär. Es treffe nicht zu, dass keine organisch objektivierbaren
Befunde erhoben worden seien. Der Unfallhergang sei bislang nicht genauer abgeklärt
worden, obwohl die Beschwerdegegnerin dazu mit Schreiben 19. August 2010
aufgefordert worden sei und dazu auch verpflichtet sei (Einholen eines
unfallanalytischen Gutachtens). Diese Abklärungen seien von der Beschwerdegegnerin
noch zu treffen. Es stehe ein mindestens mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den
schweren Unfällen zu Beurteilung. Selbst wenn die Prüfung der Adäquanzkriterien jetzt
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schon (ohne Abklärung des Unfallereignisses) vorgenommen werden könnte, wäre die
Adäquanz zu bejahen, da vier bis fünf der Kriterien erfüllt seien (act. G 1). Am
2. Dezember 2010 reichte die Rechtsvertreterin einen Arbeitsvertrag vom 1. April 2009
ein (act. G 3).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur
Begründung verweist sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führt
unter anderem aus, ausschliesslicher Streitgegenstand des Einspracheverfahrens sei
die Einstellung der Heilkosten- und Taggeldleistungen gewesen; diese sei mit der
Beschwerde unangefochten geblieben. Da die Beschwerde die Rechtsverhältnisse i.S.
Taggeld und Heilkosten unberührt lasse, sei der Einspracheentscheid diesbezüglich in
Rechtskraft erwachsen. Die eventualiter beantragte Ausrichtung einer Rente, einer
Integritätsentschädigung und die Übernahme von Heilkosten im Sinn von Art. 21 UVG
seien nicht Streitgegenstand des Einspracheverfahrens gewesen und könnten daher
auch im vorliegenden Prozess nicht thematisiert werden; diesbezüglich könne also auf
die Beschwerde nicht eingetreten werden. Soweit der Beschwerdeführer weitere
Abklärungen verlange, sei die Beschwerde gegenstandslos, weil keine einzige UVG-
Leistungskategorie als Rechtsverhältnis Gegenstand des vorliegenden Prozesses sei
(weder Heilkosten noch Taggeld) noch sein könne (weder Rente noch
Integritätsentschädigung noch Kostenvergütung nach Art. 21 UVG). Soweit auf die
Beschwerde eingetreten werde, habe in Bezug auf die organisch nicht objektivierbaren
Restfolgen (Kopfschmerzen) in Abweichung zum Einspracheentscheid die
Adäquanzprüfung nach der Psycho- und nicht nach der Schleudertraumapraxis zu
erfolgen. Eine Commotio cerebri (als leichte traumatische Hirnstörung ohne
morphologisch fassbare Veränderungen) genüge nicht für die Anwendung der
Schleudertrauma-Praxis. Die Folgen der Beweislosigkeit für den Umstand, dass der
Unfallhergang nicht genau habe rekonstruiert werden können, habe der
Beschwerdeführer zu tragen. Fest stehe lediglich, dass er von einem Metallteil am
Gesicht/Kopf getroffen worden sei, was einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich
zu den leichten Ereignissen entspreche. Keines der Adäquanzkriterien sei erfüllt; dies
wäre auch dann der Fall, wenn die adäquate Unfallkausalität anhand der
Schleudertrauma-Praxis geprüft werde.
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B.c Mit Replik vom 15. Februar 2011 bestätigte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ihren Standpunkt und beantragte subeventualiter zusätzlich, es sei
festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin über die Ansprüche des
Beschwerdeführers auf Ausrichtung von Integritätsentschädigung, Invalidenrente und
Vergütung der Heilkosten nach Art. 21 UVG noch nicht entschieden habe und das
Einspracheverfahren diesbezüglich nach wie vor hängig sei (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen, welche sie
für die Folgen des Unfalls vom 2. Juli 2007 ausgerichtet hatte, zu Recht auf den 28.
Juni 2010 eingestellt hat. Mit der mit dem angefochtenen Entscheid (UV-act. 166)
bestätigten Verfügung vom 22. Juni 2010 (UV-act. 145) verneinte die
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Versicherungsleistungen mit Hinweis auf die
fehlende Adäquanz in genereller Weise und bezog damit auch jenen auf Rente und
Integritätsentschädigung grundsätzlich mit ein (UV-act. 145). Der angefochtene
Entscheid hat somit die Frage des Anspruchs auf Rente insofern zum Gegenstand, als
mit ihm die Verfügung vom 22. Juni 2010 vollumfänglich bestätigt wurde. Vorliegend
stellt sich vorab die Frage der Unfallkausalität der beim Beschwerdeführer
bestehenden gesundheitlichen Probleme. Aus dem Beschwerdeantrag, der
Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2010 und die Verfügung vom 22. Juni 2010
seien aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Durchführung weiterer Abklärungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ergibt sich, dass die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers die Einstellung der Leistungen generell als ungerechtfertigt
erachtet. In der Begründung legte sie dar, dass sie mit der Aberkennung der Adäquanz,
welche mit dem angefochtenen Entscheid ebenfalls bestätigt wurde, nicht
einverstanden sei. Die von ihr beantragte Rückweisung zu weiteren Abklärungen betrifft
zum einen den medizinischen Sachverhalt und zum anderen die bei Adäquanzprüfung
wesentliche Frage des Unfallablaufs. Damit beanstandet sie implizit insofern auch die
Einstellung der Taggeld- und Heilungskosten, als deren Ausrichtung im Wesentlichen
durch medizinische Feststellungen bestimmt wird, welche aus ihrer Sicht erneut
abzuklären sind. Bei diesem Sachverhalt ist auf die Beschwerde einzutreten.
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1.2 Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006
Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) kann ein nach einem versicherten Unfall
neu aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und
soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall
herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die
blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V
289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen,
die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich
klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb
mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
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dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).
2.
2.1 Im Bericht der Klinik für Neurologie am KSSG vom 17. Oktober 2007 wurde
festgehalten, aus neuropsychologischer Sicht zeigten sich beim Beschwerdeführer
leichte kognitive Funktionsstörungen (Aufmerksamkeit, visuelle Belastbarkeit).
Insgesamt zeichne sich ein posttraumatisches klinisches Bild ab, wie es bei leichten
Schädelhirntraumata auftreten könne mit Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung,
Reizbarkeit, Schwierigkeiten der Konzentration, Schlafstörungen und verminderter
Belastungsfähigkeit (UV-act. 12). In der Folge wurden eine medizinische
Trainingstherapie und Physiotherapie sowie Ergotherapie durchgeführt (UV-act. 18a,
19, 30), und der Beschwerdeführer übte stundenweise eine Tätigkeit bei der bisherigen
Arbeitgeberin aus (UV-act. 21, 27). Dr. E._, Innere Medizin FMH, berichtete am 9.
Januar 2008, es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Ereignis und
dessen Verarbeitung im Sinn einer posttraumatischen Belastungsstörung. Der
Beschwerdeführer habe die Arbeit seit 10. Dezember 2007 wieder zu 20-30%
aufgenommen (UV-act. 35). Hinsichtlich der Rissquetschwunde am linken Oberlid und
der Braue erfolgte der Behandlungsabschluss am 11. Januar 2008 (UV-act. 51 Beilage).
Nach Scheitern der Arbeitsversuche (UV-act. 47, 49) kündigte die Arbeitgeberin das
Arbeitsverhältnis (während der Probezeit) am 31. Januar 2008 per 8. Februar 2008 (UV-
act. 52 Beilage). Im Nachgang zu einer stationären Neurorehabilitation und Abklärung
in der Zeit vom 13. Februar bis 11. Juli 2008 bestätigte die Rehaklinik Bellikon am 15.
Juli 2008 das Vorliegen einer leichten neuropsychologischen Funktionsstörung, von
intermittierend auftretenden Kopfschmerzen, eines Sensibilitätsausfalls fronto-parieto-
temporal links (Versorgungsgebiet 1. Trigeminusast), anhaltende bewegungs- und
belastungsverstärkte sowie witterungsabhängige Nacken- und Schulterschmerzen
links, ein Taubheitsgefühl der zwei ulnaren Finger und ulnaren Handkante links, ein
streifenförmiges Taubheitsgefühl am rechten Oberschenkel sowie einen Verdacht auf
agitiert-depressives Zustandsbild (DD: Anpassungsstörung). Es liege zusätzlich zu den
muskuloskelettal bedingten Einschränkungen eine leichte kognitive
Leistungsminderung infolge einer neuropsychologischen Funktionsstörung vor, die
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nicht Folge einer primär hirnorganischen Schädigung, sondern Folge eines
psychopathologischen Zustandsbildes sei. Die frühere Tätigkeit (Tischler,
Produktionsmitarbeiter) sei nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeit sei ganztags zumutbar. Die Leistungsbereitschaft in den
Therapien werde als sehr zuverlässig beurteilt (UV-act. 76). Vom 18. August bis
19. Dezember 2008 absolvierte der Beschwerdeführer eine von der
Invalidenversicherung finanzierte berufliche Massnahme beim Ostschweizerischen
Blindenfürsorgeverein (OBV) St. Gallen (UV-act. 84, 86, 90; act. G 1 Beilage 14). Am
4. Dezember 2008 berichtete Dr. C._ unter anderem, es bestehe der Verdacht, dass
die beim Beschwerdeführer bestehende psychische Überlagerung die
Gesamtsymptomatik mitbestimme und den - von der körperlichen Seite her guten –
Rehabilitationserfolg in Frage stelle. Eine psychiatrische Beurteilung und Behandlung
sei sinnvoll. Die Arbeitsfähigkeit betrage derzeit 50% (UV-act. 88). Auf den 7. Januar
2009 meldete sich der Beschwerdeführer zum Bezug von Leistungen der
Arbeitslosenversicherung an (UV-act. 103).
2.2 Eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, ergab gemäss Bericht vom 8. Juni 2009 die Diagnosen von
akzentuiert zwanghaften und passiv-aggressiven Persönlichkeitszügen,
differenzialdiagnostisch: zwanghafte und passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung,
einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen sowie einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Für die
Entstehung, die Entwicklung und den Verlauf der gesundheitlichen Problematik seien in
sehr hohem Mass persönlichkeitsbezogene Probleme verantwortlich. Dies gelte für alle
erwähnten Diagnosen. Die Frage der Unfallkausalität sei aus psychiatrischer
Perspektive zu verneinen. Eine Psychotherapie sei dann erfolgversprechend, wenn sie
durch einen Änderungswunsch motiviert sei, der Erlebens- und Verhaltensweisen
selbstkritisch aufgreife. Ein solches Behandlungsmotiv sei beim Beschwerdeführer
derzeit nicht ersichtlich. Berücksichtige man die Ergebnisse der Berufsabklärungen und
des Arbeitstrainings mit den Ergebnissen seiner eigenen psychopathologischen
Untersuchung und nehme dazu in den Blick, wie der Beschwerdeführer selbst über
sein Leistungsvermögen urteile, dann ergebe sich aus psychiatrischer Perspektive kein
Grund, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen (UV-act. 112). Dr. E._
hielt im Bericht vom 2. September 2009 fest, es würden nach wie vor episodenhaft
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heftige Kopfschmerzen auftreten. Deren Auftreten lasse sich nicht vorhersehen und sei
somit nicht berechenbar. Die von der Beschwerdegegnerin angenommene 75%ige
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 113) sei aktuell nicht realistisch (UV-act. 116). Kreisarzt Prof.
Dr. med. F._ legte am 9. September 2009 dar, von orthopädisch-traumatischer Seite
her sei die Arbeitsfähigkeit auch im Sinn der Zumutbarkeit nicht eingeschränkt.
Hinweise auf eine traumatisch gesetzte Minderbelastbarkeit liessen sich nicht
erkennen. Zur Frage der psychiatrischen Kausalität verweist er auf das Gutachten von
Dr. D._. Psychiatrisch könne ebenfalls keine Unfallkausalität der geklagten
Kopfschmerzen diagnostiziert werden. Die Befunde einer verminderten Sensibilität der
linken Schädelhälfte, und von zeitweiligen Störungen an den Fingern IV und V der
linken Hand würden keine Arbeitsunfähigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit
begründen. Wegen der geklagten Kopfschmerzen (deren Unfallkausalität anzuzweifeln
sei) solle der Arbeitsplatz nicht stark licht- oder lärmexponiert sein. Mit Blick auf das
Unfallereignis sei der jetzt zweijährige Leidensweg aus traumatologischer Sicht nicht zu
erklären. Dr. D._ lege andere Problemkreise offen, welche die die Abstinenz von der
Arbeit erklären könnten, die aber nicht dem Unfall angelastet werden könnten. Es sei
ab sofort eine 75%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren (UV-act. 118). Gemäss Auskunft
der Unia Arbeitslosenkasse vom 22. September 2009 übte der Beschwerdeführer
damals einen Zwischenverdienst aus (UV-act. 124). Dr. E._ hielt im Bericht vom
20. November 2009 unter anderem fest, der Feststellung von Dr. D._, wonach eine
berufliche Zukunft hierzulande möglicherweise nicht im Interesse des
Beschwerdeführers liege, dürfte ein Missverständnis anlässlich der Beurteilung
zugrunde liegen. Vor dem Kriegsausbruch in Ex-Jugoslawien habe der
Beschwerdeführer zwar Pläne gehabt, nach H._ zurückzukehren und dort ein
selbständiges Unternehmen aufzubauen. Sein Lebensschwerpunkt spiele sich aber seit
vielen Jahren hier in der Schweiz ab. Seine Familie wäre sicherlich nicht gewillt, nach
H._ zurückzukehren. Wegen der Unberechenbarkeit und Heftigkeit der
Migräneanfälle sei nach wie vor mit Arbeitsausfällen zu rechnen. Eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit sei daher von rein theoretischem Charakter (UV-act. 130).
2.3 Im Bericht der Klinik Hirslanden vom 16. Dezember 2009 wird unter anderem
ausgeführt, beim Patienten sei es im Rahmen eines äusseren Schädeltraumas mit
möglicher leichter Commotio cerebri zu posttraumatisch auftretenden Kopfschmerzen
gekommen. Lediglich der teils einseitig starke Charakter und das plötzliche Einsetzen
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mit minimalen Begleiterscheinungen seien hinweisend für eine migräniforme
Komponente (UV-act. 132). Am 7. April 2010 bestätigte Dr. E._, dass die nach wie
vor bestehende Kopfschmerzproblematik arbeitslimitierend sein dürfte (UV-act. 139).
Dr. C._ berichtete am 9. Juni 2010 unter anderem, es habe sich eine
posttraumatische Migräne ohne Aura entwickelt, welche mittlerweile als limitierender
Faktor für die Arbeitsfähigkeit zu gelten habe. Die übrigen Faktoren, insbesondere die
leichten neurokognitiven Defizite und die leichten Sensibilitätsstörungen, würden (auch)
vom Patienten selbst nicht mehr als in relevanter Weise einschränkend betrachtet.
Hinsichtlich Kopfwehproblematik gehe er (der Arzt) prognostisch nicht (mehr) von einer
wesentlichen Besserungswahrscheinlichkeit aus (UV-act. 144).
3.
3.1 Von organisch-strukturell objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden
Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 Erw. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-
G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U 13/07]
Erw. 3.2 und 3.3).
3.2 Nachdem im Bericht des KSSG vom 3. Juli 2007 noch eine Amnesie von ca.
30 Sekunden (anamnestisch) festgehalten worden war, erklärte der Beschwerdeführer
gegenüber dem Suva-Aussendienstmitarbeiter am 20. November 2007, dass er nach
dem Unfall ca. 30 Minuten bewusstlos gewesen sei (UV-act. 15). Dr. G._, Spezialarzt
FMH für Innere Medizin, vermerkte in seinem Bericht vom 14. August 2007 als Angabe
des Beschwerdeführers eine ca. einstündige Bewusstlosigkeit (UV-act. 9) während im
Bericht der Klinik für Neurologie am KSSG vom 17. Oktober 2007 ausgeführt wurde,
der Patient sei "anscheinend während 30 bis 50 Minuten bewusstlos" gewesen (UV-
act. 12). In der Beschwerde wurde schliesslich eine "mehrminütige, aber letztlich
unbekannte Dauer" vermerkt (act. G 1 S. 4). Die Berichterstatter der Rehaklinik Bellikon
gingen demgegenüber von einer anterograden Amnesie im Sekundenbereich aus (UV-
act. 76). Mit Blick auf diese Gegebenheiten erscheint die unmittelbar nach dem Unfall
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festgehaltene Angabe (Amnesie von 30 Sekunden) am plausibelsten. Der cranio-
cerebrale und cervikale und neurologische Befund war - bei röntgenologisch
vermutetem, wegen Artefakten allerdings nicht darstellbarem Metallfremdkörpers im
Bereich der oberen Umschlagsfalte - unauffällig und zeigte insbesondere keine frischen
Läsionen (UV-act. 33, 34). Die im Zeitverlauf an der Behandlung und Abklärung
beteiligten Ärzte massen denn auch dem vermuteten Metallfremdkörper keine (weiter
abklärungsbedürftige) Bedeutung zu und gingen übereinstimmend von einem leichten
Hirntrauma aus (vgl. UV-act. 12, 76). Die ärztliche Behandlung im Augenbereich wurde
bereits im Januar 2008 abgeschlossen (UV-act. 51 Beilage). Keiner der Ärzte stellte je
einen (möglichen) Zusammenhang zwischen dem mutmasslichen Metallfremdkörper
und den Kopfschmerzen her, wie ihn der Beschwerdeführer heute vermutet (act. G 1 S.
8f). Dr. C._ verneinte am 9. Juni 2010 eine wesentliche Besserungswahrscheinlichkeit
der Kopfschmerzproblematik (UV-act. 144 S. 3). Ein eigentlicher hirnorganischer
(struktureller) Schaden kann bei diesem Sachverhalt nicht als nachgewiesen gelten. Für
weitere medizinische Abklärungen fehlt es - bei übereinstimmenden ärztlichen
Äusserungen - an einem Anlass. Weitere Abklärungen des Unfallhergangs, wie sie vom
Beschwerdeführer verlangt werden, vermöchten hier ebenfalls überwiegend
wahrscheinlich zu keinem anderen (für den Beschwerdeführer günstigeren) Resultat zu
führen (vgl. dazu auch nachstehend Erw. 5.1).
3.3 Der Beschwerdeführer klagte im Anschluss an das Unfallereignis vom 2. Juli 2007
über Kopfschmerzen (vgl. UV-act. 12). In der Folge traten diese nach Lage der Akten
episodenhaft und unregelmässig bzw. unvorhersehbar auf (UV-act. 75, 139). Die Ärzte
der Klinik Hirslanden brachten die Kopfschmerzen ursächlich mit einer möglichen
leichten Commotio cerebri in Verbindung, wobei sie auch Hinweise für eine
migräniforme Komponente vermerkten (UV-act. 132). Dr. C._ wies am 9. Juni 2010 in
diesem Zusammenhang darauf hin, dass alle Angaben bezüglich Symptomatik,
Frequenz sowie Dauer und Schwere der angegebenen Migräneattacken auf Angaben
des Patienten beruhten und nicht weiter objektiviert werden könnten (UV-act. 144). Ein
klar fassbares organisch/somatisches Korrelat des Kopfschmerzes ist damit nicht
ausgewiesen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2007 i/S O. [U
328/06] Erw. 7.2). Sodann stellen die in den medizinischen Akten erwähnten
Sensibilitätsstörungen im Bereich der linken Schädelhälfte sowie bei einzelnen Fingern
der linken Hand ausschliesslich klinische Befunde dar; diesbezüglich fehlt es an einem
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objektivierbaren organischen Substrat (UV-act. 9, 34 S. 2). Hieraus resultierte zudem
weder eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit noch eine Behandlungsbedürftigkeit
(vgl. UV-act. 118 S. 5f und 144 S. 2 unten).
4.
4.1 Ist ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung (vorliegend:
Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung) diagnostiziert und liegt - bezogen
auf diese Diagnose - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund vor, muss für
die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. gegeben sein (BGE
117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109
Erw. 9). Angesichts der geschilderten Aktenlage ist in der Zeit nach dem Unfall vom 2.
Juli 2007 vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds mit einer gewissen Häufung
von Beschwerden auszugehen. Ärztlicherseits wurde sodann bei - allerdings höchstens
kurzzeitiger - unfallbedingter Bewusstseinsbeeinträchtigung/Amnesie (vgl. UV-act. 2
und vorstehende Erw. 3.2) und äusserlich sichtbarer Verletzung im Augenbereich eine
leichte traumatische Hirnverletzung (MTBI) bestätigt (vgl. dazu auch S. Johannes/R.
Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen
Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff). Die
Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre
Leistungspflicht anerkannte.
4.2 Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuro
psychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378
Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung
der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov
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(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-
Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die
eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu
beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer
und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S.
475). - Aufgrund der in Erw. 2 dargelegten medizinischen Akten ist von einer
Beeinflussung/Überlagerung der kognitiven Funktionen beim Beschwerdeführer durch
den psychischen Befund auszugehen, womit die neuropsychologischen
Einschränkungen eine vielschichtige Ursache aufweisen (vgl. dazu UV-act. 76 S. 2
oben, UV-act. 88 S. 2), wobei gemäss Bericht von Dr. C._ vom 9. Juni 2010 der
Beschwerdeführer selbst die leichten neurokognitiven Defizite sowie die leichten
Sensibilitätsstörungen (vgl. UV-act. 76 S. 7 Mitte) nicht mehr als in relevanter Weise
einschränkend betrachtet (UV-act. 144). Damit können neuropsychologische Unfall-
Restfolgen im Sinn eines selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds nicht als
nachgewiesen gelten. Neuropsychologische Einschränkungen - wie auch diejenigen
psychischer Art - können hingegen Teil des typischen Beschwerdebilds nach leichtem
Schädelhirn-Trauma bilden.
4.3 Der Psychiater Dr. D._ zog in seinem Gutachten mit Hinweis auf vom
Beschwerdeführer geäusserte Rückkehrpläne nach H._ in Betracht, dass die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz möglicherweise nicht in seinem
Interesse liegen könnte (UV-act. 112 S. 20f und S. 34). Wenn Dr. E._ diese
Schlussfolgerung auf ein Missverständnis zurückführen will (UV-act. 130), so ist
anzumerken, dass Dr. D._ seine Darlegungen mit eigenen, wiederholten
diesbezüglichen Äusserungen des Beschwerdeführers (UV-act. 112 S. 20f und S. 29)
begründete und so ein Missverständnis wenig plausibel erscheint. Dr. D._
begründete seine Schlussfolgerungen mit einlässlichen, gut nachvollziehbaren
Darlegungen, welche deutlich machen, dass er sich mit der Situation des
Beschwerdeführers umfassend und in durchaus einfühlsamer Weise
auseinandersetzte. Wenn er in seiner Beurteilung auch auf den Unfallhergang und die
zur Diskussion stehenden somatischen Diagnosen Bezug nahm (UV-act. 112 S. 30-32),
so erfolgte dies innerhalb eines Rahmens, der für die anschliessenden psychiatrischen
Schlussfolgerungen grundlegend und damit erforderlich war. Eine unzulässige
fachübergreifende Würdigung von medizinischen Sachverhalten lässt sich darin nicht
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erblicken. Die treffende Feststellung, wonach eine zeitliche Rekonstruktion einer
Bewusstlosigkeit dem Bewusstlosen selbst nicht möglich sei (UV-act. 112 S. 30 mit
Hinweis auf die vom Beschwerdeführer in UV-act. 9 angegebene Dauer der
Bewusstlosigkeit), hat durchaus auch für die Würdigung von psychischen Vorgängen
eine Bedeutung. Der Art des vertraglichen Verhältnisses zwischen Dr. D._ und der
Beschwerdegegnerin kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für sich allein keine
Bedeutung zu, zumal auch Berichte versicherungsinterner Ärzte beweiskräftig sind,
wenn keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/
ee; BGE 135 V 465, insb. Erw. 4.3). Abweichende psychiatrische Beurteilungen/
Meinungen liegen nicht vor. Auch werden konkrete Anhaltspunkte, welche inhaltliche
Zweifel am Gutachten D._ zu begründen vermöchten, weder geltend gemacht noch
sind solche aus den Akten ersichtlich. Damit erübrigt sich auch eine weitere Abklärung
des medizinischen Sachverhalts (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 20. März
2008 i/S P. [8C_217/2008], Erw. 7.3). Die Frage, ob die Adäquanzprüfung angesichts
der dargelegten Fakten nach der Schleudertrauma- oder nach der Psycho-Praxis
durchzuführen ist, kann offen bleiben, da die Adäquanz auch nach der für den
Beschwerdeführer günstigeren Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 3
S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009 i/S G. [8C_283/2009]) zu
verneinen ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden.
4.4 Gestützt auf die Berichte des KSSG (UV-act. 51 Beilage) und das Gutachten von
Dr. D._ (UV-act. 112) ist davon auszugehen, dass somatisch am 11. Januar 2008
bzw. spätestens im Juni 2009 keine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit
Aussicht auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr vorlag und
die Therapien im Wesentlichen zur Aufrechterhaltung der bestehenden (teilweisen)
Arbeitsfähigkeit und des Gesundheitszustands vorgeschlagen wurden. Dr. C._ ging
am 9. Juni 2010 nicht mehr von einer wesentlichen Besserungswahrscheinlichkeit der
Kopfschmerzproblematik aus (UV-act. 144 S. 3). Die Beschwerdegegnerin nahm somit
auf das verfügte Einstelldatum zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) - als Voraussetzung
für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - an, wie auch der Beschwerdeführer
anerkennt (act. G 9 S. 4). Bei Anwendung der so genannten Schleudertraumapraxis
beurteilt sich die Adäquanz dabei nach Massgabe der in BGE 117 V 359 Erw. 6
entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriterien. Dabei wird auf eine
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Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten verzichtet (vgl.
BGE 123 V 98 Erw. 2a).
5.
5.1 Nach Lage der Akten wurde der Beschwerdeführer am 2. Juli 2007 beim Ausbau
eines Maschinenteils von einem Metallteil (Bolzen) an der Stirn getroffen und stürzte
rückwärts zu Boden. Wegen einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit konnte er sich an den
Unfallhergang nicht erinnern. Keine andere Person beobachtete den Unfall. Die
Beschwerdegegnerin versuchte daher den Unfallhergang aufgrund der Fakten zu
rekonstruieren (UV-act. 1; vgl. auch Unfallrapport vom 19. November 2007, UV-act. 14a
S. 2). Weitere Abklärungen vermöchten hier - ohne Verfügbarkeit von Zeugen -
überwiegend wahrscheinlich keine besseren Erkenntnisse über den Hergang und die
Qualifikation (Schweregrad) des Ereignisses zu liefern, zumal dieses im Zeitpunkt des
Erlasses des angefochtenen Entscheids bereits über drei Jahre zurücklag. Der in Frage
stehende Unfall kann nicht als ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches
Geschehen im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91) eingestuft
werden (vgl. auch Urteil des EVG vom 13. Juni 2005 [U 276/04] Erw. 2.3). Die
Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren
Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen
im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen,
um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je
näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 Erw. 6c/
bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen,
allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa den
Sachverhalt im Urteil des EVG vom 12. November 2001 i/S K. [U 85/01], Erw. 2b/bb).
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit zu bejahen, wenn ein einzelnes
der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise
vorliegt oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise
gegeben sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b). Von besonders dramatischen
Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls vom 2. Juli 2007
kann nicht gesprochen werden. Solche Umstände lassen sich insbesondere nicht aus
dem geltend gemachten Anblick einer sehr grossen Blutlache, dem der
Beschwerdeführer ausgesetzt gewesen sei (act. G 1 S. 8), herleiten. Immerhin zeigt
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Diskushernie+HWS&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0#page359
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diese Begründung aber, dass der Beschwerdeführer trotz der geltend gemachten
Bewusstseinsbeeinträchtigung seine Umgebung offenbar wahrnehmen konnte. Die
unfallbedingten somatischen/körperlichen Gesundheitsschäden waren nicht
unerheblich (vgl. UV-act. 2 und Fotos in act. G 1 Beilage 11 und 12). Hingegen sind
eine besondere Schwere der für Schädel-Hirn-Traumen typischen Beschwerden oder
besondere Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflusst haben könnten, nicht
ersichtlich.
5.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 2. Juli 2007 mit initialer Behandlung im KSSG
und anschliessender konservativer Therapie eine mehrmonatige Therapie und
Abklärung in der Rehaklinik Bellikon absolvierte. Unter regelmässiger Physiotherapie
und Ergotherapie wurde in der Folge bis Ende 2008 ein "guter körperlicher
Trainingszustand" (UV-act. 88) erreicht und die Therapie danach im Wesentlichen noch
zur Aufrechterhaltung des Erreichten fortgesetzt, wobei sich Dr. C._ damals
dahingehend äusserte, dass die psychische Überlagerung den von der körperlichen
Seite her guten Trainingserfolg in Frage stelle (UV-act 88). Dr. D._ verneinte in der
Folge eine natürliche Unfallkausalität der psychischen Probleme (UV-act. 116). In
Anbetracht dieser Aktenlage kann eine (unfallbedingte) fortgesetzt spezifische, den
Beschwerdeführer belastende ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2008 i/S H. [8C_144/2008], Erw. 7.3) nicht als
gegeben gelten.
Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Der
Beschwerdeführer leidet gemäss den anamnestischen Angaben im Wesentlichen an
unregelmässig (ca. einmal pro Woche) auftretenden Kopfschmerzen, wobei Dr. C._
auf die fehlende Objektivierbarkeit derselben (ausschliessliche Abstützung auf Angaben
des Beschwerdeführers) hinwies (UV-act. 132, 144; vgl. auch Angaben des
Beschwerdeführers in UV-act. 112 S. 17 Mitte). Mit Blick auf das zeitliche Auftreten
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lässt sich das Kriterium der ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen
Beschwerden - wenn überhaupt - höchstens geringgradig als erfüllt erachten. Im
Weiteren können ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
angesichts der medizinischen Aktenlage offensichtlich nicht angenommen werden.
Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Ebenso wenig steht eine die Unfallfolgen
erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung zur Diskussion. Was den hierzu
geltend gemachten Einwand betrifft, wonach eine psychiatrische Behandlung vorerst
unterblieben und erst Ende 2008 empfohlen worden sei (act. G 1 S. 10), so lässt sich
hieraus keine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung
ableiten.
5.3 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten
Schädelhirntraumen ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess
vom medizinischen Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der
Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit
als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen
unternimmt. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung so
rasch wie möglich wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen
der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen
trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können
Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung
tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach
Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen
auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). -
Nachdem nach dem Unfall zuerst eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war
(UV-act. 5) und Dr. G._ in der Folge eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt hatte
(UV-act. 9), wurde im Bericht des KSSG vom 17. Oktober 2007 von einer
stundenweisen Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit ausgegangen (UV-act. 12). Seit
Dezember 2007 arbeitete der Beschwerdeführer wieder zu 20-30% bei der bisherigen
Arbeitgeberin (UV-act. 35). Im Bericht vom 15. Juli 2008 bescheinigten die Ärzte der
Rehaklinik Bellikon die ganztägige Zumutbarkeit einer leichten bis mittelschweren,
wechselbelastenden Arbeit, wobei sie den Verdacht auf ein agitiert-depressives
Zustandsbild äusserten (UV-act. 76). Die Begutachtung durch Dr. D._ ergab keine
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(unfallbedingte) Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 112). Kreisarzt Prof. F._ ging im Bericht
vom 9. September 2009 von einer mindestens 75%igen Arbeitsfähigkeit (mit
Steigerungspotential auf 100%) aus (UV-act. 116). Das Adäquanzkriterium der
erheblichen Arbeitsunfähigkeit liesse sich als Folge hieraus - wenn überhaupt -
höchstens in geringem Umfang bejahen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts i/S G.
vom 30. Oktober 2009 [8C_488/2009] Erw. 5.2.2), und nur soweit überdies die
Wiedereingliederungsbemühungen als zureichend erachtet würden. Dem Unfall vom
2. Juli 2007 kommt damit - bei zwei höchstens geringgradig (wenn überhaupt) erfüllten
Kriterien (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010 i/S S.
[8C_897/2009] Erw. 4.5) - keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die
andauernden Kopfschmerzen und psychischen Beschwerden zu.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde daher unter Bestätigung
des Einspracheentscheids vom 25. Oktober 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP