Decision ID: 2a31984b-f79b-4097-9c05-bc7ffea9735e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im März 2018 bei der EL-Durchführungsstelle des Kantons St.
Gallen zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu ihrer IV-Rente an (EL-act. 28). Sie gab
an, seit 1995 geschieden zu sein. Sie bezahle einen jährlichen
Nichterwerbstätigenbeitrag an die AHV/IV/EO von Fr. 504.--. Sie wohne alleine in ihrer
eigenen Liegenschaft. Vermögen/Sparguthaben besitze sie keines. Allerdings sei sie an
einer unverteilten Erbschaft beteiligt. Ihre Schulden beliefen sich auf Fr. 20'000.--. Bei
Fr. 5'000.-- davon handle es sich um Schulden bei diversen Gläubigern. Ein
Erwerbseinkommen erziele sie nicht. Sie erhalte eine IV-Rente von Fr. 1'694.-- (pro
Monat). Eine BVG-Rente erhalte sie nicht; auch eine Kapitalauszahlung habe sie nicht
erhalten. Sie sei nicht versichert gewesen, da sie meistens selbständig erwerbend
gewesen sei oder einen tiefen Lohn erhalten habe. Auf der Liegenschaft bestehe eine
Hypothek von Fr. 150'000.--. Der Eigenmietwert betrage Fr. 9'620.--. Zudem erhalte sie
Erträge aus Untermiete (richtig: Vermietung) von Fr. 650.-- (pro Monat). Laut einem
Bankbeleg vom 28. März 2018 hatte die aktuelle Zinsbelastung für die Hypothek von
Fr. 150'000.-- bei einem Zinssatz von 2.625 % Fr. 3'937.50 pro Jahr und die
Zinsbelastung für das Darlehen von der Mutter der Versicherten (verstorben im April
2013) von Fr. 65'000.-- bei einem Zinssatz von ebenfalls 2.625 % Fr. 1'706.25 pro Jahr
betragen (EL-act. 27-17). Gemäss der Steuerbescheinigung hatte die Versicherte im
Jahr 2017 IV-Rentenleistungen von Fr. 20'328.-- bezogen (EL-act. 27-1). Der Saldo des
A.a.
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Liegenschaftskontos bei der Bank hatte per 31. Dezember 2017 Fr. 17.30 betragen
(EL-act. 26-5). Der Mietwert der selbstbewohnten Liegenschaft in B._ war am
17. Februar 2010 auf Fr. 9'620.-- und der Verkehrswert auf Fr. 223'000.-- geschätzt
worden (EL-act. 26-1). Auch der Mietvertrag lag der EL-Anmeldung bei (EL-act. 25).
Einem Bankbeleg über ein weiteres Privatkonto war ein Saldo von Fr. 12.25 per 31.
Dezember 2017 zu entnehmen (EL-act. 23).
In einer Rückfrage vom 18. Juli 2018 (EL-act. 21) bat die EL-Durchführungsstelle
die Versicherte darum, weitere Angaben über die Erbschaft zu machen und die
entsprechenden Unterlagen einzureichen. Zudem wollte sie wissen, ob sich die
Versicherte bisher um eine Arbeitsstelle beworben habe. Da die Versicherte während
einigen Jahren ein BVG-pflichtiges Einkommen erzielt habe, müsse der Anspruch auf
eine BVG-Rente geprüft werden. Die Versicherte müsse das Beiblatt ausfüllen und der
Zentralstelle einreichen. Sobald der Entscheid vorliege, sei ihr eine Kopie davon
zuzustellen. Bis dahin werde die EL-Anmeldung sistiert. Ausserdem solle die
Versicherte die Schulden und Darlehen per 31. Dezember 2017 genau beziffern. Die
Versicherte antwortete am 12. August 2018 (EL-act. 20), dass sie ausser einem
Erbvorbezug von der Erbschaft noch nichts erhalten habe. Sie habe sich bisher nicht
um eine Arbeitsstelle beworben, weil sie zu 100 % invalid sei. Per 31. Dezember 2017
habe sie bei diversen Gläubigern Schulden von insgesamt Fr. 5'000.-- gehabt. Von
ihrer Mutter habe sie ein Darlehen von Fr. 15'000.-- erhalten. Die Versicherte hatte
handschriftlich ergänzt, dass sie die Anfrage an die Zentralstelle am 30. Juni 2018
versandt habe. Dem Schreiben lagen diverse Unterlagen zum Erbschaftstreit bei. Die
Sozialabteilung C._ hatte am 6. August 2013 Rechtsanwalt Z._ damit beauftragt,
sich einen Überblick über die Erbschaftsangelegenheit zu verschaffen (EL-act. 20-11).
Der Rechtsanwalt hatte der Sozialabteilung am 24. September 2013 Bericht erstattet
und eine "gewagte" Überschlagsrechnung präsentiert (EL-act. 20-13 ff.). Nach seiner
Berechnung würde der Erbanspruch der Versicherten Fr. 365'333.-- resp. nach Abzug
des Darlehens von Fr. 65'000.-- noch Fr. 300'333.-- betragen.
A.b.
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch
um Ergänzungsleistungen ab (EL-act. 16). Zur Begründung hielt sie unter anderem fest,
dass der Erbanteil der Versicherten gemäss der Berechnung des Rechtsanwalts Z._
berücksichtigt worden sei. Aufgrund des Einnahmenüberschusses werde derzeit auf
A.c.
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eine Abklärung betreffend die BVG-Rente verzichtet. Gegen diese Verfügung erhob die
Versicherte am 29. November 2018 Einsprache (EL-act. 13). Sie machte geltend, dass
vom Erbe ein Vermögensverzehr von Fr. 10'000.-- pro Jahr abzuziehen sei. Des
Weiteren sei der Erbvorbezug von insgesamt Fr. 80'000.-- (Fr. 65'000.-- und Fr.
15'000.--) zweimal "mitberechnet" worden. Ob die privaten Schulden − inzwischen
seien es Fr. 8'000.-- − in Abzug gebracht werden könnten, entziehe sich ihrer Kenntnis.
Für sie sei schwer verständlich, dass ihr ein fiktives Erbe von Fr. 300'000.--
angerechnet werde. Sie verstehe auch nicht, weshalb ihr neben den Mieteinnahmen
(Fr. 7'800.--) auch der Eigenmietwert (Fr. 9'620.--) als Einnahme angerechnet worden
sei. Die Versicherte informierte die EL-Durchführungsstelle darüber, dass ihre Mieterin
per 1. März 2019 ausziehen werde. Gleichzeitig ersuchte sie um die Übernahme von
Krankheitskosten der Jahre 2017 und 2018. Der Einsprache lagen diverse Unterlagen
bei. Die Versicherte hatte am 22. Mai 2015 eine Schuldanerkennung der Sozialberatung
C._ unterzeichnet (EL-act. 11-6). Der Veranlagungsberechnung der Kantons- und
Gemeindesteuer 2017 war unter anderem zu entnehmen, dass sich die Einkünfte aus
Wertschriften und Guthaben auf Fr. 24.-- und das Sparguthaben auf Fr. 465.-- belaufen
hatten (EL-act. 11-3).
Mit Entscheid vom 7. März 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
ab (EL-act. 5). Zur Begründung hielt sie fest, dass die Versicherte gemäss der
detaillierten und überzeugenden Aufstellung von Rechtsanwalt Z._ einen
Erbschaftsanspruch von Fr. 300'333.-- habe. Der Rechtsanwalt habe den Erbanspruch
ohne das bereits als Erbvorbezug erhaltene Darlehen von Fr. 65'000.-- berechnet. Das
Darlehen sei somit nicht zweimal berücksichtigt worden. Die Versicherte habe nicht alle
rechtlichen Möglichkeiten zur Durchsetzung der Erbansprüche wahrgenommen. Das
Erbschaftsvermögen sei daher bei der EL-Berechnung weiterhin anzurechnen. Eine
Reduktion um jährlich Fr. 10'000.-- sei lediglich bei einem Vermögensverzicht
vorzunehmen, nicht jedoch bei der Anrechnung einer unverteilten Erbschaft. Der
Versicherten sei insoweit zuzustimmen, dass − solange Mieteinnahmen generiert
worden seien, d.h. bis Februar 2019 − nur der die Mieteinnahmen übersteigende Teil
des Eigenmietwertes als Einnahme anzurechnen sei. Für die Periode von März 2018 bis
Februar 2019 sei deshalb bei den Einnahmen lediglich ein Eigenmietwert von Fr.
1'820.-- zu berücksichtigen, was allerdings zur Folge habe, dass auch bei den
A.d.
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B.
Ausgaben lediglich ein Eigenmietwert von Fr. 1'820.-- berücksichtigt werden könne.
Insoweit sei die Berechnung gemäss der Verfügung vom 31. Oktober 2018 zu
korrigieren. Im Ergebnis sei die Verfügung rechtmässig, da insgesamt nach wie vor ein
Einnahmenüberschuss vorliege. Da die Mieteinnahmen ab März 2019 nachweislich
weggefallen seien, bestehe ab März 2019 ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen in
der Höhe der Minimalgarantie (Prämienpauschale Krankenversicherung). Diesbezüglich
sei eine neue Verfügung zu erlassen, da im Einspracheentscheid nur der Sachverhalt
bis zum Verfügungserlass Ende Oktober 2018 zu berücksichtigen sei. Betreffend die
geltend gemachten Krankheitskosten müsse die Versicherte ein separates Gesuch
stellen.
Gegen diesen Entscheid (von der Versicherten irrtümlicherweise als Verfügung
bezeichnet) erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 6. April 2019
Beschwerde (von der Beschwerdeführerin irrtümlicherweise als Einsprache bezeichnet)
(act. G 1). Ergänzend zur Einsprachebegründung machte sie geltend, dass sie bei den
Gemeinden (D._/B._) "Sozialschulden" von Fr. 40'000.-- und bei der Gemeinde
C._ Steuerschulden von Fr. 11'271.10 habe. Die Schulden würden fällig, sobald sie
erbe. Sie verstehe nicht, weshalb die EL-Berechnung nicht anhand der aktuellen
Steuerunterlagen vorgenommen werde. Sie habe sehr wohl Schritte unternommen, um
an das Erbe zu kommen, sie habe jedoch nichts erreicht. Der Beschwerde lag unter
anderem die 1. Mahnung Staats- und Gemeindesteuer 2015 vom 19. April 2018 über
einen Betrag von Fr. 11'271.-- bei (act. G 1.2.4).
B.a.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am

17. April 2019 mit Verweis auf die Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung
der Beschwerde (act. G 3).
B.b.
Mit einer Eingabe vom 18. Juli 2019 teilte die Beschwerdeführerin dem Gericht
unter anderem mit, dass ihr Anteil an der unverteilten Erbschaft gemäss der
Veranlagungsberechnung der Kantons- und Gemeindesteuer 2018 lediglich
Fr. 14'169.-- betrage (act. G 5).
B.c.
Am 24. Februar 2020 machte die Beschwerdeführerin mit Verweis auf weitere
Unterlagen geltend, dass ihr Erbanteil Fr. 132'666.-- betrage (act. G 9).
B.d.
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Erwägungen
1.
Zuständig ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte
Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung
Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Die Beschwerdeführerin hat im Zeitpunkt
der Beschwerdeerhebung noch im Kanton St. Gallen gewohnt. Somit ist die örtliche
Zuständigkeit des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen für die Beurteilung
der Beschwerde gegeben.
2.
Am 12. Mai 2020 teilte die Beschwerdeführerin dem Gericht mit (act. G 11), dass
eine Einigung zwischen den Erben zustande gekommen sei. Vom Erbe habe sie diverse
"Altlasten" bezahlt: Steuerschulden (Fr. 14'090.80 und Fr. 3'601.05) sowie Schulden
bei diversen Gläubigern in der Höhe von Fr. 8'000.--. Die Belege lägen bei (act. G 11.3,
11.4, 11.6). Die Rückzahlung an die Sozialämter sei noch ungeklärt; es liege lediglich
eine provisorische Zusammenstellung der Gemeinden D._/B._ über den Betrag von
Fr. 42'146.85 und der Gemeinde C._ über den Betrag von Fr. 123'980.60 vor (act. G
11.7). Gemäss dem Erbteilungsvertrag vom 14. April 2020 (act. G 11.1) hatten die
Parteien vereinbart, dass die Beschwerdeführerin mit einem Betrag von insgesamt
netto Fr. 167'000.-- am Nachlass ihrer Eltern beteiligt sei. Weitere Ansprüche oder
Verpflichtungen bestünden nicht.
B.e.
Am 28. August 2020 teilte die Beschwerdeführerin dem Gericht mit, dass sie ihr
Haus in B._ SG verkauft und per 1. September 2020 in den Kanton Zürich gezogen
sei (act. G 13).
B.f.
Die Beschwerde der Beschwerdeführerin richtet sich gegen die Anrechnung eines
Vermögens von Fr. 300'333.-- aus der − damals noch − unverteilten Erbschaft ihrer
Eltern. Da dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 7. März 2019 eine erstmalige
Anmeldung zum Bezug von Ergänzungsleistungen zugrunde liegt, sind jedoch alle
Berechnungspositionen auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen.
2.1.
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3.
Die Beschwerdeführerin hat sich im März 2018 zum Leistungsbezug angemeldet.
Die Beschwerdegegnerin hat mit dem angefochtenen Einspracheentscheid die
Verfügung vom 31. Oktober 2018 im Ergebnis bestätigt, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen EL-Anspruch ab 1. März 2018 wegen eines
Einnahmenüberschusses verneint hat. Die Beschwerdegegnerin hat im
Einspracheentscheid zu Recht darauf hingewiesen, dass sich der Streitgegenstand auf
den Sachverhalt bis zum Verfügungserlass Ende Oktober 2018 beschränke (siehe
hierzu z.B. Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 2. März 2015, EL
2012/37 E. 2). Nachfolgend ist somit lediglich zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin für
den Zeitraum 1. März 2018 bis 31. Oktober 2018 einen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen hat. Sachverhaltsveränderungen, die nach diesem Zeitpunkt
eingetreten sind (wie zum Beispiel der Wegfall der Mieteinnahmen per 1. März 2019)
sind im vorliegenden Verfahren also unbeachtlich.
2.2.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELG, SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG sowie den in Art. 11 bis 18 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten Bestimmungen ermittelt.
3.1.
Die Beschwerdegegnerin hat bei der Anspruchsberechnung, die sie der Verfügung
vom 31. Oktober 2018 zugrunde gelegt hat, auf der Einnahmen- wie auch auf der
Ausgabenseite den vollen Eigenmietwert der selbstbewohnten Liegenschaft
berücksichtigt. Auf Intervention der Beschwerdeführerin hin hat sie die
Anspruchsberechnung im Einspracheverfahren jedoch insoweit korrigiert, als sie nicht
mehr den vollen Eigenmietwert (Fr. 9'620.--) und die Mieteinnahmen (Fr. 7'800.--) als
Einnahmen angerechnet hat, sondern lediglich noch den die Mieteinnahmen
übersteigenden Teil des Eigenmietwerts, also Fr. 1'820.-- pro Jahr (Fr. 9'620.-- - Fr.
7'800.--). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Mietwert einer
selbstbewohnten Liegenschaft auf der Ausgaben- und auf der Einnahmenseite der
Anspruchsberechnung zu berücksichtigen (vgl. BGE 138 V 9; siehe auch Rz. 3236.01
und Rz. 3433.02 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL,
Stand 1. Januar 2018). Diese Rechtsprechung erweist sich bei näherer Betrachtung
jedoch als nicht gesetzeskonform, wie das Versicherungsgericht des Kantons St.
3.2.
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Gallen bereits in seinem Entscheid vom 1. Juli 2014 (EL 2013/23, aufgehoben durch
das Urteil 9C_551/2014 [SVR 2015 EL Nr. 4] des Bundesgerichts) ausführlich
begründet hat (vgl. auch Entscheid EL 2013/14 vom 28. April 2015, aufgehoben durch
das Urteil 9C_330/2015 des Bundesgerichts):
Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG sind Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen
als Einnahmen anzurechnen. Einkünfte sind das, was an Geld einkommt (vgl. Wahrig,
Deutsches Wörterbuch, herausgegeben von Renate Wahrig-Burfeind, Neuausgabe
2006). Grammatikalisch betrachtet deckt Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG also die Anrechnung
eines fiktiven Einkommens in der Form des Eigenmietwerts einer Liegenschaft nicht ab.
Es fehlt der konkrete Geldfluss, der mit dem Wort Einkünfte gemeint ist. Die
Entstehungsgeschichte des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG spricht ebenfalls gegen die
Anrechnung eines Eigenmietwertes als Einnahme, denn das frühere Recht der
ausserordentlichen Altersrenten mit Einkommensgrenzen hat die Anrechnung des
Eigenmietwertes als Einnahme nur aus einer Besonderheit der Definition der
anerkannten Ausgaben heraus angeordnet, die es im Recht der Ergänzungsleistungen
nicht gibt (vgl. Ralph Jöhl/Patricia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in:
Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale
Sicherheit, 3. Auflage, S. 1754 Fn. 65). Systematisch betrachtet kann die Frage einer
allfälligen Anrechnung eines Eigenmietwertes gestützt auf Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG nur
unter Einbezug des Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG beantwortet werden. Laut dieser
Bestimmung gehört der Mietzins einer Wohnung zu den anerkannten Ausgaben. Wie
beim Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG gilt auch hier, dass der Gesetzeswortlaut die Anrechnung
eines Eigenmietwerts nicht abdeckt: Ein Eigenmietwert ist kein Mietzins, ja er ist nicht
einmal – bei einer rein wirtschaftlichen Betrachtungsweise – ein wirtschaftlicher
Nachteil im Sinne einer Aufwandposition (während der Eigenmietwert auf der
Einnahmenseite wenigstens noch als ökonomischer Vorteil aufgefasst werden kann).
Die Anrechnung eines Eigenmietwertes als Mietzins würde also eine Auslegung gegen
den klaren Wortlaut und damit das Vorliegen einer ausfüllungsbedürftigen
Gesetzeslücke voraussetzen. Zusätzlich müsste, wenn ein Eigenmietwert als Einnahme
gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG angerechnet würde, eine fiktive Ausgabe im Betrag
des Eigenmietwertes berücksichtigt werden, um eine nicht zu rechtfertigende
Schlechterstellung jener Versicherten, die in ihrer eigenen Liegenschaft wohnen,
gegenüber den Mietern zu verhindern. Auch der Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG müsste also
eine Gesetzeslücke aufweisen, die mit der Anordnung ausgefüllt werden müsste, dass
eine betraglich dem Eigenmietwert entsprechende, völlig fiktive Ausgabe anzurechnen
sei. Diese lückenfüllend geschaffene fiktive Ausgabenart fände ihre Rechtfertigung
3.2.1.
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einzig darin, eine dem klaren Wortlaut und der Entstehungsgeschichte
widersprechende Interpretation des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG zu erlauben. Auch das
Ergebnis der systematischen Auslegung spricht also gegen die Anrechnung eines
Eigenmietwerts als Einnahme.
Bei der teleologischen Interpretation des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG gilt es zu
beachten, dass ein Eigenmietwert, wenn er als Einnahme angerechnet wird, so hoch
sein kann, dass er sowohl die fiktive (Kompensations-) Ausgabe (die gemäss Art. 10
Abs. 1 lit. b Ziff. 1 oder 2 ELG auf Fr. 13’200.-- bzw. Fr. 15’000.-- beschränkt ist) als
auch die Summe aus den Gebäudeunterhaltskosten und den Hypothekarzinsen
gemäss Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG abdeckt, so dass aus diesen drei Positionen (Art. 11
Abs. 1 lit. b, Art. 10 Abs. 1 lit. b und Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG) im Ergebnis ein
Einnahmenüberschuss resultieren kann. Bei einem das gesetzliche Mietzinsmaximum
und die Summe aus den Gebäudeunterhaltskosten und den Hypothekarzinsen
übersteigenden Eigenmietwert hat die versicherte Person gar keine Möglichkeit, ihre für
das Grundbedürfnis des Wohnens effektiv anfallenden Kosten, nämlich die
Gebäudeunterhaltskosten und die Hypothekarzinsen, in die Anspruchsberechnung
einfliessen zu lassen und damit durch die Ergänzungsleistung (wenigstens teilweise)
gedeckt zu sehen. Im Gegenteil werden ihr sogar noch im Ausmass des das
Mietzinsmaximum und die Summe aus den Gebäudeunterhaltskosten und den
Hypothekarzins übersteigenden Eigenmietwertes fiktive Einnahmen angerechnet, d.h.
es wird ihr unterstellt, dass sie mit der Befriedigung ihres Grundbedürfnisses des
Wohnens sogar noch Geld verdiene. Das bedeutet, dass die versicherte Person einen
Teil des zur Deckung der übrigen Lebenshaltungskosten bestimmten allgemeinen
Lebensbedarfs (Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG) – entgegen dem eindeutigen Willen des
Gesetzgebers – opfern muss, um weiterhin in ihrer eigenen Liegenschaft wohnen zu
können. Der aus der entsprechenden Anspruchsberechnung resultierende Betrag der
Ergänzungsleistung reicht nicht aus, um den Existenzbedarf zu decken. Das würde
indirekt auch dem mit dem Art. 11 Abs. 1 lit. c zweiter Halbsatz ELG (dem erhöhten
Vermögensfreibetrag für selbstbewohnte Liegenschaften) verfolgten Zweck
zuwiderlaufen, den EL-Bezügern ein möglichst langes Verbleiben in der eigenen
Liegenschaft zu ermöglichen. Zusammengefasst ist festzustellen, dass auch die
teleologische Auslegung gegen die Anrechnung des Eigenmietwertes als Einnahme aus
unbeweglichem Vermögen – und damit auch gegen die gleichzeitige Anrechnung einer
fiktiven (Kompensations-) Ausgabe in Höhe des effektiven Eigenmietwerts – spricht.
Das Ergebnis einer umfassenden Interpretation zwingt demnach dazu, den Wortlaut
insbesondere des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG ernst zu nehmen und einem EL-Ansprecher,
3.2.2.
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der in seiner eigenen Liegenschaft wohnt, nur die effektiv anfallenden Wohnkosten,
nämlich die Hypothekarzinsen und die Gebäudeunterhaltskosten, als Ausgaben
anzurechnen, d.h. den Eigenmietwert bei der Anspruchsberechnung weder als fiktive
Einnahme noch als fiktive Ausgabe zu berücksichtigen (vgl. Ralph Jöhl/Patricia
Usinger-Egger, a.a.O., S. 1754 f. Rz. 66). Zusammenfassend erweist sich die in den
Rz. 3433.02 und 3236.01 WEL rezipierte bundesgerichtliche Praxis zur
Eigenmietwertanrechnung als gesetzwidrig.
Die Anrechnung eines Eigenmietwertes als fiktive Einnahme aus unbeweglichem
Vermögen (und damit notwendigerweise auch als fiktive Mietzinsausgabe) könnte sich
auf den ersten Blick auch auf Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG stützen. Es könnte nämlich
argumentiert werden, wer in der eigenen Liegenschaft wohne, die einen Eigenmietwert
aufweise, der höher sei als das abzugsfähige Mietzinsmaximum, verzichte auf
Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen, wenn er seine Liegenschaft nicht mindestens
zum Eigenmietwert vermiete und selbst in eine Wohnung ziehe, deren Miete nicht über
dem abzugsfähigen Maximalbetrag liege. Objektiv betrachtet liegt in einer solchen
Situation tatsächlich ein Einnahmenverzicht vor, denn in aller Regel ist es durchaus
möglich, eine Liegenschaft zu einem Betrag zu vermieten, der wenigstens dem
Eigenmietwert entspricht. Erfahrungsgemäss liegen die amtlich geschätzten
Eigenmietwerte nämlich unter dem effektiv erzielbaren Mietertrag. Von einem Verzicht
auf Einnahmen i.S. von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG kann allerdings nur ausgegangen
werden, wenn die Erzielung der fraglichen Einnahmen nicht nur möglich, sondern auch
zumutbar ist. Diese Voraussetzung dürfte kaum je erfüllt sein, denn zum einen ist es,
wie oben bereits erwähnt, das (in der Erhöhung des Vermögensfreibetrages bei einer
selbstbewohnten Liegenschaft augenfällig gewordene) Bestreben des Gesetzgebers,
den EL-Bezügern ein möglichst langes Verbleiben in der eigenen Liegenschaft zu
ermöglichen. Zum andern hat es bis zum Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober
2013 (9C_429/2013) einer langjährigen höchstrichterlichen Praxis entsprochen, bei der
Annahme eines Verzichts im Zusammenhang mit dem Wohnen sehr zurückhaltend zu
sein. Im Normalfall kann deshalb darin, dass ein EL-Bezüger in der eigenen
Liegenschaft wohnt, deren Eigenmietwert nach Abzug der Gebäudeunterhaltskosten
und der Hypothekarzinsen so hoch ist, dass er über dem massgebenden maximalen
Mietzinsabzug liegt, kein Verzicht im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG erblickt werden
(zum Ganzen siehe auch EL 2013/23 E. 1).
3.2.3.
Im vorliegenden Fall, in dem Einnahmen aus der teilweisen Vermietung der
selbstbewohnten Liegenschaft generiert werden, wird augenscheinlich, dass die
Anrechnung einer fiktiven Ausgabe im Betrag des Eigenmietwerts einzig bezweckt, eine
3.2.4.
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fiktive Einnahme zu kompensieren: Die Beschwerdegegnerin hat im
Einspracheverfahren selbst eingesehen, dass es absurd wäre, neben den tatsächlichen
Mieteinnahmen von Fr. 7'800.-- zusätzlich den gesamten Eigenmietwert von
Fr. 9'620.-- als fiktiven Ertrag anzurechnen, denn damit stünden einem gesamten
(teilweise fiktiven) Liegenschaftsertrag von Fr. 17'420.-- nur fiktive (Kompensations-)
Ausgaben von Fr. 9'620.-- gegenüber. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb auf der
Ausgabenseite lediglich die Differenz zwischen dem Betrag des Eigenmietwerts und
den Mieterträgen, also einen völlig willkürlichen Betrag, als fiktive Mietzinseinnahme
angerechnet. Dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin zeigt klar auf, dass die
Anrechnung des Betrages des Eigenmietwertes als fiktive Ausgabe ausschliesslich der
Kompensation einer sinnlosen Anrechnung des Eigenmietwertes als fiktive Einnahme
dient. Das korrekte Vorgehen wäre somit gewesen, auf die Anrechnung des
Eigenmietwerts als fiktive Ausgabe und als fiktive Einnahme zu verzichten. Da der
angerechnete Eigenmietwert im vorliegenden Fall weit unter dem anrechenbaren
Mietzinsmaximum von Fr. 13'200.-- pro Jahr liegt, hat die Anrechnung des
Eigenmietwerts zwar ausnahmsweise keinen Einfluss auf die Anspruchsberechnung
(auf der Ausgaben- und auf der Einnahmenseite ist jeweils ein gleich hoher Betrag als
Eigenmietwert angerechnet worden, nämlich der die Mieteinnahmen übersteigende Teil
des Eigenmietwerts von Fr. 1'820.-- pro Jahr). Da die Sache, wie nachfolgend
aufgezeigt werden wird, ohnehin zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist, wird die Beschwerdegegnerin bei der Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen in Anwendung der Praxis des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen aber den Eigenmietwert weder bei den Ausgaben noch bei den
Einnahmen anrechnen.
Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c 1. Halbsatz ELG wird bei Bezügern einer IV-Rente ein
Fünfzehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 37'500.--
übersteigt, als Einnahme angerechnet. Zeitlich massgebend für die Berechnung der
jährlichen Ergänzungsleistung ist in der Regel das am 1. Januar des Bezugsjahres
vorhandene Vermögen (Art. 23 Abs. 1 ELV). Die Beschwerdegegnerin hat beim
Vermögen ein Sparguthaben von Fr. 29.-- angerechnet. Dieser Betrag setzt sich aus
den Saldi zweier Privatkonten der Raiffeisenbank B._ per 31. Dezember 2017 (EL-
act. 23 und 26-5) zusammen. Aus dem Wertschriften- und Guthabenverzeichnis der
Steuererklärung des Jahres 2016 geht jedoch hervor, dass die Versicherte am
31. Dezember 2016 zusätzlich Genossenschaftsanteile der Raiffeisenbanken B._ und
E._ von je Fr. 200.-- sowie ein Sparkonto und ein Privatkonto bei der Raiffeisenbank
E._ gehabt hat (EL-act. 24-11). Gemäss der Veranlagungsberechnung der Kantons-
und Gemeindesteuer 2017 hat sich das Sparguthaben per 31. Dezember 2017 auf Fr.
3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/14
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465.-- belaufen (EL-act. 11-3 f.). Die Höhe des ab 1. März 2018 anzurechnenden
Sparguthabens steht demnach nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest. Die Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich somit noch
weitere Abklärungen tätigen müssen.
Gehört dem EL-Bezüger oder einer Person, die in die Berechnung der
Ergänzungsleistung eingeschlossen ist, eine Liegenschaft, die mindestens von einer
dieser Personen bewohnt wird, so ist nur der Fr. 112'500.-- übersteigende Wert der
Liegenschaft beim Vermögen zu berücksichtigen. In Abweichung davon ist nur der Fr.
300'000.-- übersteigende Wert der Liegenschaft beim Vermögen zu berücksichtigen,
wenn ein Ehepaar eine Liegenschaft besitzt, die von einem Ehegatten bewohnt wird,
während der andere im Heim oder Spital lebt (Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG) oder wenn
eine Person Bezügerin einer Hilflosenentschädigung der AHV, IV, Unfallversicherung
oder Militärversicherung ist und eine Liegenschaft bewohnt die sie oder ihr Ehegatte
besitzt (lit. b). Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2018 in ihrer eigenen Liegenschaft in
B._ gewohnt. Die Beschwerdegegnerin hat den Verkehrswert der Liegenschaft von
Fr. 223'000.-- (EL-act. 26-1) als Vermögen angerechnet. Davon hat sie einen Freibetrag
für selbstbewohntes Grundeigentum von Fr. 300'000.-- in Abzug gebracht. Die
Beschwerdeführerin hat jedoch weder einen Ehegatten, der im Heim oder Spital lebt −
ihr Zivilstand ist "geschieden" − noch bezieht sie eine Hilflosenentschädigung. Die
Beschwerdegegnerin hätte also lediglich einen Freibetrag für selbstbewohntes
Grundeigentum von Fr. 112'500.-- abziehen dürfen. Dies hat sie im Nachhinein zwar
offenbar selber bemerkt (siehe EL-act. 15), jedoch nicht korrigiert, weil trotz
Anrechnung eines höheren Abzugs ein Einnahmenüberschuss resultiert ist. Die Höhe
des Freibetrags für selbstbewohntes Grundeigentum ist somit auf Fr. 112'500.-- zu
korrigieren.
3.4.
bis
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin ein Vermögen von
Fr. 300'333.-- aus einer unverteilten Erbschaft angerechnet. Nach Abschluss des
Schriftenwechsels, am 12. Mai 2020, hat die Beschwerdegegnerin einen
Erbteilungsvertrag vom April 2020 eingereicht (act. G 11.1). Diesem ist zu entnehmen,
dass die Beschwerdeführerin noch mit einem Betrag von insgesamt netto Fr.
167'000.-- am Nachlass ihrer Eltern beteiligt ist. Die Höhe des anrechenbaren
Vermögens ist somit zu korrigieren. Vom rohen Vermögen sind die nachgewiesenen
Schulden abzuziehen. Hypothekarschulden sind nicht bei der Liegenschaft, sondern in
ihrer vollen Höhe beim Gesamtvermögen in Abzug zu bringen (Rz. 3443.05 der
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand 1. Januar
2019). Die Beschwerdegegnerin hat die ausgewiesene Hypothekarschuld von
3.5.
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Fr. 150'000.-- (siehe EL-act. 26-4 und 27-17) korrekt vom Vermögen in Abzug
gebracht. Das Darlehen von Fr. 65'000.-- von der verstorbenen Mutter hat sie
richtigerweise nicht abgezogen, da dieses bei der Erbteilung verrechnet worden ist. Die
Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, per 31. Dezember 2017 bei diversen
Gläubigern Schulden in der Höhe von insgesamt Fr. 5'000.-- gehabt zu haben (EL-act.
20-2). Belege für diese Schulden hat sie bislang jedoch nicht eingereicht. Die
Beschwerdegegnerin wird die Beschwerdeführerin (allenfalls unter Verweis auf Art. 43
Abs. 3 ATSG) auffordern müssen, einen Nachweis über den Bestand dieser Schulden
zu erbringen. Schliesslich hat die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 12. Mai
2020 Steuerschulden bei der Gemeinde C._ von Fr. 14'090.80 (act. G 11.3) und bei
den Gemeinden F._ und B._ von Fr. 3'601.05 (act. G 11) geltend gemacht. Die
Rückzahlung der Schulden an die Sozialämter sei noch ungeklärt; es liege nur eine
provisorische Zusammenstellung der Gemeinden D._/B._ in der Höhe von Fr.
42'146.85 und der Gemeinde C._ im Betrag von Fr. 123'980.60 vor. Die
Beschwerdegegnerin wird auch bezüglich der geltend gemachten Schulden weitere
Abklärungen vornehmen.
Als Einnahmen angerechnet werden unter anderem Renten, Pensionen und andere
wiederkehrende Leistungen, einschliesslich der Renten der AHV und der IV (Art. 11
Abs. 1 lit. d ELG). Die Beschwerdeführerin hat angegeben, dass ihr keine BVG-Rente
ausgerichtet werde und dass sie auch nie eine Kapitalauszahlung erhalten habe (EL-
act. 28-6). Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin am 18. Juli 2018
darüber informiert, dass sie gemäss dem IK-Auszug während einigen Jahren ein BVG-
pflichtiges Einkommen erzielt habe und daher der Anspruch auf eine BVG-Rente
geprüft werden müsse. Ob die Zentralstelle 2. Säule zwischenzeitlich über den
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine BVG-Rente entschieden hat, geht aus den
Akten nicht hervor. Die Beschwerdegegnerin wird somit noch abklären, ob die
Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine BVG-Rente (oder allenfalls eine
Kapitalauszahlung) hat.
3.6.
Ebenfalls als Einnahmen angerechnet werden Einkünfte aus beweglichem und
unbeweglichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG). Die Beschwerdegegnerin hat
richtigerweise die Mieteinnahmen in der Höhe von Fr. 7'800.-- (12 x Fr. 650.--)
berücksichtigt. Erträge aus Sparguthaben hat sie demgegenüber keine angerechnet.
Gemäss der Veranlagungsberechnung der Kantons- und Gemeindesteuer haben sich
die Einkünfte aus Wertschriften und Guthaben im Jahr 2017 auf Fr. 24.-- belaufen. Das
deutet darauf hin, dass auch im Jahr 2018 solche Einkünfte erzielt worden sind. Die
3.7.
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4.