Decision ID: 7b334358-103c-5667-8913-25d60af1a8c5
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ erlitt am 3. Dezember 2008 einen Treppensturz und am 30. Januar 2010
einen Autounfall mit Frontalkollision (IV-act. 31-2, 38-37). Dr. med. B._, Facharzt für
Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 26. Februar 2010 die Diagnose eines Status
nach dem Autounfall am 30. Januar 2010, verbunden mit einem dadurch bedingten
cervico-cephalen Distorsionstrauma, mit cervico-cephalen Beschwerden rechtsbetont
sowie thorako-lumbal und rechtsbetonten musculo-ligamtenären Schmerzen. Dr. B._
führte aus, dass beim Versicherten keinerlei Hinweise für eine Schädigung im Bereich
des Nervensystems vorhanden seien; er gehe davon aus, dass sich die aktuellen
Beschwerden im Verlauf wieder langsam zurückbilden würden (nicht nummerierte
Fremdakten, in act. G 4.2). In seinem Bericht vom 10. Juni 2010 stellte Suva-Kreisarzt
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, folgende Diagnosen: HWS-Distorsion vom
30. Januar 2010 durch Frontalkollision mit Symptomausweitung und somatoformer
Chronifizierung und persistierenden Cervicalgien bei Gibbusbildung sowie Zustand
nach Treppensturz am 3. Dezember 2008 mit Kontusion rechter Ellbogen und
beschwerdehafter Bewegungseinschränkung persistierend (nicht nummerierte
Fremdakten, in act. G 4.2). Dr. med. D._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom
versicherungspsychiatrischen Dienst der Suva berichtete in seiner psychiatrischen
Beurteilung vom 13. September 2010, gemäss Berichten des Hausarztes Dr. med.
E._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, sei neben dem Schmerzsyndrom mit
Symptomausweitung eine Verschlechterung der psychischen Verfassung des
Versicherten im Sinne einer psychischen Traumareaktion ersichtlich. Die
Zusammenfassung des Vorgespräches der Klinik F._ vom 9. August 2010 zeige aus
psychiatrischer Sicht auf nachvollziehbare Art das Bestehen einer posttraumatischen
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und einer depressiven Störung (ICD-10: F33.1; nicht
nummerierte Fremdakten, in act. G 4.2). Suva-Kreisarzt Dr. C._ erachtete in seinem
Bericht vom 6. Dezember 2010 einen Einsatz für leichte Tätigkeiten auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt im Rahmen von 75 % als möglich. Er gab an, dass Dr. med.
G._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, eine posttraumatische Belastungs
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störung und mittelgradig depressive Episoden diagnostiziert habe (nicht nummerierte
Fremdakten, in act. G 4.2).
A.b Der Versicherte meldete sich am 21. März 2011 zum Bezug von IV-Leistungen bei
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.). Am 27. April 2011 ging bei der
IV-Stelle der von der H._ AG ausgefüllte "Fragebogen für Arbeitgebende: Berufliche
Integration/Rente" vom 19. April 2011 ein (IV-act. 11-1 ff.). Darin wurde ausgeführt,
dass der Versicherte vom 11. Oktober 2004 bis 31. März 2009 als
Produktionsmitarbeiter in der Bearbeitung tätig gewesen sei, wobei er seinen letzten
Arbeitstag am 11. Februar 2009 gehabt habe. Das Arbeitsverhältnis sei durch die
Arbeitgeberin aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst worden. Die IV-
Eingliederungsverantwortliche berichtete im "FI-Assessmentprotokoll/Verlauf" vom
27. Mai 2011, dass der Versicherte sich absolut nicht arbeitsfähig fühle. Er habe sich
deshalb auch nie beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet und sei
damit einverstanden, dass die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen würden (IV-
act. 20-1 f.).
A.c In einer Aktennotiz des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 8. Juli
2011 berichtete Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
folgendes: Die in den eingegangenen Unterlagen enthaltene Beschwerdeantwort der
Suva enthalte eine ausführliche Darstellung sowohl der medizinischen wie auch der
versicherungsrechtlichen Sachverhalte. Aus den medizinischen Erwägungen und Fest
stellungen der Suva könnten ohne weiteres auch stringente Schlüsse bezüglich der
unfallfremden Gesundheitsschäden gezogen werden. So könne unter Einbezug der
Kriterien nach ICD-10 davon ausgegangen werden, dass die Kriterien für eine post
traumatische Belastungsstörung weder durch den ersten noch durch den zweiten
Unfall hätten erfüllt werden können. Aus der inkorrekten Diagnosestellung erkläre sich
möglicherweise auch die dramatisch gegenläufige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die Klinik F._. Den neu vorliegenden Akten könnten daher keine medizinischen
Sachverhalte entnommen werden, welche die Arbeitsfähigkeit höhergradig
einschränkten oder eine nähere Abklärung nahelegten. Der Beschwerdeführer könne
jederzeit einer leichten Tätigkeit im Umfang von mindestens 75 % nachgehen; anhand
der Unterlagen bestünden keine medizinisch theoretischen, objektivierbaren Einwände
gegen eine Steigerung auf 100 % (IV-act. 23)
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A.d Mit Vorbescheid vom 29. Juli 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten daher die
Abweisung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen und auf Rentenleistungen in
Aussicht, weil keine Invalidität im Sinne des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (IVG) ausgewiesen sei (IV-act. 27-1 f.).
A.e Gegen den Vorbescheid liess der Versicherte am 14. September 2011 Einwand
erheben und beantragen, es sei ihm für die Zeit vom Dezember 2009 bis Oktober 2010
eine halbe Rente sowie ab November 2010, spätestens ab April 2011, eine ganze IV-
Rente zuzusprechen und zu entrichten (IV-act. 29-1 ff.). Mit Schreiben vom 16. Sep
tember 2011 (IV-act. 31-1) reichte der Rechtsvertreter des Versicherten einen Bericht
von Dr. med. J._, Oberarzt der Klinik F._ und Facharzt Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 14. September 2011 (IV-act. 31-2 f.) ein. Dr. J._ nannte die
Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung PTBS (ICD-10: F43.1), einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F33.1), eines Nacken-Kopf-Distorsions
traumas, Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen sowie eines Harndrangs. Zurzeit sei
der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig.
A.f RAD-Ärztin Dr. med. K._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt am
30. September 2011 in einer internen Stellungnahme fest, der Rechtsvertreter be
gründe seinen Einwand ohne neue medizinische Erkenntnisse und Fakten, der bei
gelegte psychiatrische Bericht von Dr. J._ vom 14. September 2011 sei hinsichtlich
der Befunde/Funktionseinschränkungen mit den früheren Berichten identisch. An der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der RAD-Notiz vom 8. Juli 2011 könne
vollumfänglich festgehalten werden (IV-act. 32).
A.g Am 6. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle gemäss dem Vorbescheid (IV-act.
33-1 f.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtete sich die am 3. November 2011 erhobene
Beschwerde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragte die
vollumfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zusprache einer halben
Invalidenrente für die Zeit vom Dezember 2009 bis Oktober 2010 sowie einer ganzen
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Invalidenrente ab November 2010, spätestens ab April 2011. Eventualiter seien dem
Beschwerdeführer die geeigneten beruflichen Massnahmen zuzusprechen und zu
entrichten; nach deren Abschluss sei mittels anfechtbarer Verfügung betreffend die
Rentenansprüche des Beschwerdeführers neu zu befinden. Subeventualiter sei die
Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und
anschliessender Neuverfügung zur Zusprache einer Rente gemäss Hauptantrag,
allenfalls gemäss Eventualantrag, zurückzuweisen. Zur Begründung führte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, die Verletzung des rechten Ellbogens
anlässlich des Unfalls vom 3. Dezember 2008 habe zu einer reduzierten
Arbeitsfähigkeit geführt. Die Arbeitsfähigkeit habe zwischen 0 % und 50 % variiert. Ab
dem 20. April 2009 habe sich die Arbeitsfähigkeit bei 50 % stabilisiert. Nach dem
15. Dezember 2009 habe der Suva-Kreisarzt eine reduzierte Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers attestiert. Somit könne festgehalten werden, dass schon allein
aufgrund den Beschwerden im rechten Ellbogen bis zum 19. April 2009 eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und danach eine solche von 50 %, mindestens aber
eine solche von 25 %. Sodann habe der Beschwerdeführer anlässlich der Frontal
kollision vom 30. Januar 2010 ein Schleudertrauma erlitten. Die Folgen davon, nämlich
Nacken-, Rücken- und Kopfbeschwerden, bestünden nach wie vor in erheblicher
Weise. Die Suva habe die psychischen Störungen als nicht unfallkausal erachtet,
trotzdem aber einen Invaliditätsgrad von 7.27 % errechnet. Ausserdem sei die Suva
von einer krankheitsbedingten Arthrose am Ellbogen ausgegangen. Neben den
somatischen Beschwerden leide der Beschwerdeführer unter psychischen
gesundheitlichen Störungen. In der Klinik F._ seien anlässlich eines stationären
Aufenthalts vom 27. September 2010 bis zum 22. Oktober 2010 eine posttraumatische
Belastungsstörung nach ICD 10-F43.1, eine mittelgradig depressive Episode nach
ICD-10 F.33.1, ein Nacken-Kopf Distorsionstrauma, Nacken-, Rücken- und
Kopfschmerzen sowie ein Harndrang diagnostiziert worden. Dabei sei eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten festgehalten worden. Wenn schon
psychische Beschwerden (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargelegt würden und aktenkundig
seien, müsste die Beschwerdegegnerin vor der Verneinung derselben zumindest im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes rechtsgenügliche Abklärungen vornehmen.
Dies habe sie nicht getan, weshalb die angefochtene Verfügung schon aus diesem
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Grund aufzuheben sei. Betreffend Invalideneinkommen sei zu bemerken, dass der
Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Störungen ab August 2010 kein
solches mehr habe erzielen können. Gemäss Art. 88a IVV bestehe mithin ab November
2010 ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente. Zumindest
aber wäre die Prozedur zur Vornahme weiterer Abklärungen und anschliessender
Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen könne der
Beschwerdeführer aufgrund seiner physischen und psychischen Beschwerden ohnehin
nur, im besten Fall, ein minimales Pensum von ein paar wenigen Stunden in der Woche
bewältigen. Ausserdem wäre ein Leidensabzug in der Höhe von 25 % vorzunehmen,
da der Beschwerdeführer in seiner Leistungsfähigkeit somatisch und psychisch
erheblich eingeschränkt sei. Zudem verfüge er über keine abgeschlossene Berufslehre
und habe bloss acht Schuljahre absolviert. Ab Anspruchsbeginn im Dezember 2009 bis
Ende Januar 2010 habe die Arbeitsunfähigkeit 50 % betragen. Anschliessend habe sie
zwischen 50 % und 100 % variiert. Die Arbeitsunfähigkeit infolge der psychischen
gesundheitlichen Störung liege spätestens seit dem 30. Januar 2010 vor. Deshalb gehe
der Beschwerdeführer davon aus, dass ihm von Dezember 2009 bis Oktober
mindestens eine halbe und anschliessend eine ganz Rente zustehe. Zumindest habe er
aber Anspruch auf geeignete berufliche Massnahmen. Bei zutreffender
Betrachtungsweise erfülle er den massgeblichen IV-Grad von 20 %. Der
Beschwerdeführer sei auch willens, im Rahmen des ihm medizinisch Zumutbaren aktiv
an beruflichen Massnahmen mitzuwirken (act. G 1). Der Beschwerde lagen die
Einsprachen des Beschwerdeführers vom 5. April 2011 gegen die Verfügungen der
Suva vom 7. und 12. März 2011 (act. G 1.2 und 1.3), die Beschwerde vom 18. Mai
2011 gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 27. April 2011 (act. G 1.4) sowie
die Replik vom 25. Juli 2011 (act. G 1.5) bei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus,
es falle zunächst auf, dass in den Berichten der Klinik F._ von den geklagten
Symptomen direkt auf ein psychisches Leiden von erheblichem Schweregrad
geschlossen worden sei. Dem Kriterium der zumutbaren Willensanstrengung zur
Überwindung der beklagten Beschwerden sei dabei aber keinerlei Beachtung
geschenkt worden, weshalb die Berichte in Bezug auf die attestierte 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit nicht zu überzeugen vermöchten. Mit Blick auf die im
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gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltene Umschreibung werde nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine posttraumatische Belastungsstörung nur
anerkannt, wenn sie nach einem traumatisierenden Ereignis von ungewöhnlicher
Schwere auftrete. Angesichts der Unfallereignisse vom 3. Dezember 2008 und
30. Januar 2010 sei die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung nicht
anzuerkennen. Die daneben von Dr. J._ diagnostizierte mittelgradige depressive
Episode nach ICD-10: F33.1 könne rechtsprechungsgemäss nicht als eine von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens betrachtet werden, welche es
der betroffenen Person verunmöglichen würde, die Folgen der bestehenden Schmerz
problematik zu überwinden. Auch das übrige medizinische Aktenmaterial lasse nicht
darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer nebst den nicht objektivierbaren Be
schwerden im Bereich des rechten Ellbogens sowie den auf keiner organischen Grund
lage basierenden Nacken- und Rückenbeschwerden und Kopfschmerzen an einer
psychischen Erkrankung im Sinne einer Komorbidität von erheblicher Schwere, Aus
prägung und Dauer leide, und es fehle auch an Anhaltspunkten dafür, dass die übrigen
rechtsprechungsgemäss relevanten Kriterien hinreichend gehäuft und ausgeprägt
erfüllt sein könnten, um insgesamt den rechtlichen Schluss auf eine invalidisierende
Gesundheitsschädigung zu gestatten. Selbst wenn das Kriterium der unbefriedigenden
Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter Behandlungsbemühungen
und gescheiterter Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung erfüllt wäre, liesse dies nicht den Schluss auf die Unüberwindbarkeit
der syndromalen Befunde zu. Der RAD sei somit zu Recht von einer vollen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen
(act. G 4).
B.c In der Replik vom 28. Januar 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
und der Begründung der Beschwerde fest. Die Suva sei nicht, wie die Beschwerde
gegnerin, eine finale Versicherung und habe sich mit den psychischen Beschwerden
des Beschwerdeführers nicht eingehend zu beschäftigen. Dennoch habe die Suva den
Beschwerdeführer psychiatrisch untersucht. Der Suva-Psychiater habe sogar aus
drücklich empfohlen, bezüglich der Zeit vom 17. August 2010 bis 27. September 2010
auf die Angaben Dr. J._s abzustellen. Unter diesen Umständen sei seitens der Be
schwerdegegnerin keine rechtsgenügliche Sachverhaltsabklärung erfolgt, wenn sie ge
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stützt auf zwei RAD-Aktennotizen eine invalidenrechtlich relevante psychische Störung
des Beschwerdeführers verneint habe. Ohne selber irgendwelche Abklärungen getätigt
zu haben, habe der RAD-Arzt die Diagnosen von Dr. J._ und damit sinngemäss auch
diejenigen des Suva-Psychiaters für unzutreffend erachtet, was nicht angehen könne.
Folglich beschäftige er sich auch nicht mit der zumutbaren Willensanstrengung. Wenn
ein Mediziner die zumutbare Willensanstrengung nicht beurteilte, liege es nicht am
medizinischen Laien, dies zu tun (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 %
invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist ge
mäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Demnach wird für die Bestimmung
des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden.
1.2 Eine der Grundlagen der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu
können, ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen ange
wiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
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stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). In beweis
rechtlicher Hinsicht gilt in Bezug auf alle Unterlagen der Grundsatz der freien Beweis
würdigung (BGE 122 V 157; BGE 123 V 331 Erw. 1c). Das Gericht hat den Sachverhalt
von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweis
mittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Be
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine rechts
genügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Beurteilung der zumutbaren Arbeits
leistung des Beschwerdeführers auf die internen Aktennotizen der RAD-Ärzte Dr. I._
vom 8. Juli 2011 (IV-act. 23) und Dr. K._ vom 30. September 2011 (IV-act. 32)
gestützt. Diese wiederum haben sich bei ihren Einschätzungen auf die medizinische
Aktenlage der Suva gestützt. Der Beschwerdeführer hält unter anderem dagegen, die
Beschwerdegegnerin hätte keine genügenden Abklärungen hinsichtlich der
psychischen Beschwerden vorgenommen; er könne aufgrund seiner psychischen
Störungen, seiner Ellbogenbeschwerden sowie der Nacken-, Rücken- und
Kopfschmerzen im besten Fall ein minimales Pensum von ein paar wenigen Stunden in
der Woche bewältigen (act. G 1).
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2.3 Im Bericht vom 6. Dezember 2010, welcher unter anderem auf einer
Kernspintomographie cervical vom 1. Februar 2010, auf den Untersuchungen von Dr.
med. L._ (Facharzt FMH Urologie) vom 26. März 2010 und des Neurologen Dr. B._
vom 24. Februar 2010 sowie auf einer eigenen Untersuchung vom 9. Juni 2010 basiert
(vgl. nicht nummerierte Fremdakten, in act. G 4.2), hat Suva-Kreisarzt Dr. C._ unter
anderem Folgendes ausgeführt: Die Bewegungsumfänge des rechten Ellbogens seien
reduziert auf Extension/Flexion 3-30-130 Grad bei Pro/Supination 90-0-90 Grad und
nahezu schmerzfrei. Das Kantonsspital St. Gallen (KSSG) habe den Beschwerdeführer
am 21. Oktober 2009 mit einer Extension/Flexion von 0-25-120 Grad bei einem Streck
defizit von 25 Grad schmerzhaft, mit weichem Anschlag und symmetrisch
schmerzfreier Pro/Supination beurteilt. Am 7. Januar 2010 sei eine therapeutische
Infiltration am rechten Ellbogen mit Bupivacain und Kenakort erfolgt. Am 11. Februar
2010 habe der Beschwerdeführer in der Verlaufskontrolle keine wesentliche
Befundverbesserung nach der Infiltration erwähnt. Von einem operativen Vorgehen sei
keine wesentliche Verbesserung der Beschwerden erwartet und die Behandlung daher
abgeschlossen worden. Dr. E._ habe am 22. März 2010 über eine Besserung der
HWS-Beweglichkeit und der Schlafqualität mit regelmässigen gymnastischen Übungen
mit noch Muskelverspannung im Schulter- und Nackenbereich ohne neurologische
Ausfälle berichtet. Auch der psychische Zustand habe sich verbessert. Die festgestellte
Arthrose im Ellbogen sei vorbestehend, offenbar bis anhin asymptomatisch gewesen
und durch die Kontusion manifest geworden. Es bestehe eine wahrscheinliche
Überlagerung durch nicht organische Komponente, wie sich auch im anderen Fall
betreffend HWS zeige. Das Nichtansprechen auf die Infiltration im KSSG werde
dahingehend interpretiert, dass die intraartikuläre Pathologie nicht wesentlich
massgebend sei für die Beschwerden. Er verweise auf die klinischen Befunde bei der
Untersuchung mit Empfehlung zum Ergreifen der Möglichkeit des Einsatzes für leichte
Tätigkeit im Rahmen 75 % auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt unter Offenlassen der
nicht organischen Komponente im Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Bericht, S. 2 f.). Der
Bericht des Suva-Kreisarztes basiert auf einer umfassenden Kenntnis des
Sachverhalts. Eigene Befunde und Beobachtungen anlässlich der Untersuchung vom
9. Juni 2010 sind erhoben worden. Auch die Beschwerdebeschreibung des
Beschwerdeführers und die Suva-Akten haben in den Bericht Eingang gefunden. Die
Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
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abgegeben worden. Der Bericht leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Sicht ein. Daher vermögen
auch die darin enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit (75 % in einer leichten Tätigkeit), zu überzeugen. Mithin kommt dem
Bericht voller Beweiswert zu, zumal auch Dr. B._ im Bericht vom 26. Februar 2010
keinerlei Hinweise für eine Schädigung im Bereich des Nervensystems gefunden hat,
im Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 19. April 2010 keine Bedenken gegen die Suche
einer neuen Arbeitsstelle vorhanden gewesen sind (nicht nummerierte Fremdakten, in
act. G 4.2) und die RAD-Ärzte Dr. I._ und Dr. K._ sogar von einer möglichen
Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 100 % ausgegangen
sind (IV-act. 23, 32). Daher ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit von mindestens 75 % auszugehen.
2.4 Soweit in der Beschwerde geltend gemacht wird, die vom Suva-Kreisarzt be
scheinigte Arbeitsfähigkeit im Umfang von 75 % für leichte Tätigkeiten lasse sich auf
grund der diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung, der mittelgradigen
depressiven Episode bzw. depressiven Störung, des Nacken-Kopf Distorsionstraumas
sowie des Harndrangs und der damit einhergehenden 75 %igen bis 100 %igen
Arbeitsunfähigkeit nicht halten, kann dem nicht beigepflichtet werden. Für die
erwähnten Diagnosen findet sich keine organische Grundlage. Aus Gründen der
Rechtsgleichheit ist es daher geboten, sämtliche pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den
gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen (Urteil des
Bundesgerichts vom 14. April 2008, I 70/07, E. 5). Aus rechtlicher und auch aus Sicht
der RAD-Ärzte bestehen keine hinreichenden Gründe anzunehmen, die psychischen
Ressourcen erlaubten es dem Beschwerdeführer nicht, trotz seiner Schmerzen eine
leichte Tätigkeit im Umfang von mindestens 75 % auszuüben, zumal die Rehaklinik
Bellikon im Rahmen ihrer Untersuchungen im Bericht vom 19. April 2010 diverse
Inkonsistenzen, eine Selbstlimitierung sowie ein demonstrierendes/appellatives
Verhalten des Beschwerdeführers und eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt
hat (vgl. ausgefüllter Fragebogen "Umgang mit Schmerz, Leistungsverhalten und
Konsistenz", S. 10 f., nicht nummerierte Fremdakten, in act. G 4.2). Vor diesem
Hintergrund kann in den erwähnten Beschwerdebildern keine invalidisierende
Gesundheitsschädigung erblickt werden. Dass die beiden RAD-Ärzte Dr. I._ und Dr.
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K._ im Übrigen nicht selber Untersuchungen durchgeführt haben, schmälert den
Beweiswert ihrer Beurteilungen nicht schon an sich; vielmehr können Berichte des
RAD, auch wenn seine Fachärzte keine persönlichen Untersuchungen durchgeführt
vorgenommen haben, die Qualität von Gutachten aufweisen (Urteil des Bundesgerichts
vom 14. Juli 2009, 9C_323/2009, E. 4.3.1; SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174). Auf die
Stellungnahmen des RAD kann abgestellt werden, weil sie den von der
Rechtsprechung an medizinische Berichte gestellten Anforderungen (vgl. BGE 135 V
254 E. 3.3 und 3.4 S. 257 ff.) genügen: Die internen Stellungnahmen vom 8. Juli und
30. September 2011 stammen von Fachärzten (FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie). Diese haben sich kritisch mit den in den Akten liegenden
fachärztlichen Stellungnahmen der Suva auseinandergesetzt und auch plausible
Schlüsse bezüglich des unfallfremden Gesundheitsschadens unter Einbezug der
Kriterien der ICD-10 gezogen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2013,
9C_649/2012, E. 3.2).
2.5 Angesichts der umfassenden medizinischen Abklärung der Suva besteht kein
Anlass zu weiteren ärztlichen Untersuchungen, weil davon für den massgeblichen Zeit
punkt des Verfügungserlasses (6. Oktober 2011) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
sind. Es finden sich in den Akten im Übrigen auch keine Hinweise darauf, dass sich die
Arbeitsfähigkeit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung geändert haben könnte.
Deshalb steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer
in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu mindestens 75 % arbeitsfähig ist.
2.6 Zu prüfen ist im Weiteren die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene
Invaliditätsbemessung. Diese hat mittels eines Einkommensvergleichs zu erfolgen.
2.7 Für die Ermittlung des Einkommens, welches der Beschwerdeführer ohne
Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im Zeitpunkt
des möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
Da das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG mit dem Eintritt der - zeitlich
und masslich genügenden - Arbeitsunfähigkeit, definiert als "Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich" (BGE 130 V 99 E. 3.2
mit Hinweisen), beginnt, und ausgehend davon, dass der Beschwerdeführer ab
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1. Februar 2010 anhaltend zu 100 % bzw. ab 29. März 2010 zu 50 % arbeitsunfähig
geschrieben (Arztzeugnis UVG Dr. E._ vom 15. März 2010, Unfallschein UVG der
Suva mit Eintragungen der Arbeitsunfähigkeiten von Dr. E._; Bericht von Dr. med.
M._ vom 20. Mai 2011; nicht nummerierte Fremdakten, in act. G 4.2) und die
Anmeldung im März 2011 (IV-act. 1-6) erfolgt ist (BGE 138 V 475), sind bei einem
allfälligen Leistungsanspruch ab September 2011 dem Einkommensvergleich somit die
Lohnverhältnisse im Jahre 2011 zu Grunde zu legen. Gemäss den Angaben der
ehemaligen Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2009 als Pro
duktionsmitarbeiter in der Bearbeitung ein Einkommen von Fr. 54'600.-- (Fr. 4'200.-- x
13) erzielt (IV-act. 11-2). Aufgerechnet auf das Jahr 2011 ergibt sich ein Einkommen
von Fr. 55'495.-- (Nominallohnindex Männer 2009: 2136 / 2011: 2171). Der Be
schwerdeführer verfügt nicht über einen Berufsabschluss und ist bis anhin immer als
angelernter Mitarbeiter tätig gewesen (Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 19. April
2010; nicht nummerierte Fremdakten, in act. G 4.2; IV-act. 1-4, 11-2). Das Durch
schnittseinkommen der Hilfsarbeiter gemäss Anhang 2 der Textausgabe Invalidenver
sicherung, Gesetze und Verordnungen mit Querverweisen und Sachregister, Ausgabe
2012, S. 234, basierend auf der Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik, belief sich im Jahr 2010 auf Fr. 61'414.--, aufgerechnet auf
2011 auf Fr. 62'014.-- (Nominallohnindex Männer 2010: 2150 / 2011: 2171). Es ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Valider nach der Kündigung aus
wirtschaftlichen Gründen eine durchschnittlich bezahlte Hilfsarbeit angenommen hätte,
wenn ihm eine solche angeboten worden wäre. Es rechtfertigt sich daher, von einem
Valideneinkommen 2011 von Fr. 62'014.-- auszugehen.
2.8 Der Beschwerdeführer war seit April 2009 nicht mehr erwerbstätig (IV-act. 11-1,
12-1, 20-1). Beim Invalideneinkommen ist mithin auf die Tabellenlöhne der LSE
abzustellen (BGE 129 V 472 Erw. 4.2.1). Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von
Männern für einfache und repetitive Tätigkeiten 2011 lag gemäss Ausführungen in E.
2.7 bei Fr. 62'014.--.
2.9 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 Erw. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf
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dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab
(namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist
unzulässig (BGE 126 V 79 Erw. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481
Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat keinen Abzug vorgenommen
(IV-act. 33-1 f.). Vorliegend erscheint es jedoch plausibel, dass sich insbesondere der
Wechsel von einer bisher mittelschweren Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter in der
Bearbeitung (Stanzen an Stanzmaschine, IV-act. 11-2, 11-6) in eine nur noch leichte
Tätigkeit nachteilig auf die Einkommenserzielung in einer Verweistätigkeit auswirkt (vgl.
etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_133/2011 vom 29. April 2011 E. 3.2, 9C_17/2010
vom 22. April 2010 E. 3.3.3). Unter diesen Umständen erscheint ein Tabellenlohnabzug
von 10 % angemessen. Das Durchschnittseinkommen ist somit auf Fr. 55'813.--
herabzusetzen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 75 % ergibt sich per 2011 ein
zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 41'859.--.
2.10 Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen von Fr. 62'014.-- und
Invalideneinkommen von Fr. 41'859.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von rund 33 %.
Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht keine Rente zugesprochen.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob auch der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Ein
gliederungsmassnahmen zu Recht verneint worden ist. Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben
Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte Anspruch auf Ein
gliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähig
keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu
erhalten oder zu verbessern. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer
zu berücksichtigen. Die Eingliederungsmassnahmen bestehen insbesondere in Mass
nahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b i.V.m. Art. 15 ff. IVG).
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3.2 In den Akten finden sich keine Hinweise darauf, dass sich der Beschwerdeführer
bis zum Verfügungszeitpunkt am 6. Oktober 2011 motiviert zur Durchführung von
beruflichen Eingliederungsmassnahmen gezeigt hätte. So haben die behandelnden
Ärzte der Rehaklinik Bellikon im Bericht vom 19. April 2010 ausgeführt, der
Beschwerdeführer gebe an, dass er erst wieder im Gesundheitsfall arbeiten könne und
sich aufgrund seiner Schmerzen zu aktivierenden Massnahmen kaum in der Lage sehe.
Unter Berücksichtigung der problematischen Punkte wurden die Erfolgschancen einer
Eingliederung als schlecht erachtet (nicht nummerierte Fremdakten, in act. G 4.2). Die
Eingliederungsverantwortliche hat im FI-Assessmentprotokoll vom 27. Mai 2011 (IV-
act. 20-1 f.) ausgeführt, dass sich der Beschwerdeführer absolut nicht arbeitsfähig
fühle und sich deshalb auch nie auf dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
gemeldet habe. Er sei damit einverstanden, dass sie die Eingliederungsmassnahmen
abschliesse (IV-act. 20-2). Unter diesen Umständen waren berufliche Massnahmen
nicht sinnvoll durchführbar. Die Verneinung eines diesbezüglichen Anspruchs in der
angefochtenen Verfügung vom 6. Oktober 2011 ist somit nicht zu beanstanden,
weshalb auch das Eventualbegehren des Beschwerdeführers abzuweisen ist.
3.3 Sollte der Beschwerdeführer inzwischen ein ernsthaftes Interesse beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen entwickelt haben, steht es ihm natürlich frei, der
Beschwerdegegnerin ein entsprechendes Leistungsgesuch einzureichen.
4.
4.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Angesichts des vollen Unterliegens des Beschwerdeführers rechtfertigt es sich, ihm die
Gerichtskosten unter Anrechnung des von ihm in selbiger Höhe geleisteten Kostenvor
schuss gesamthaft aufzuerlegen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- unter Anrechnung
des von ihm geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe zu bezahlen.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 23.10.2013 Art. 28 Abs. 2 IVG; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG Würdigung des Berichts eines Suva-Kreisarztes und von Stellungnahmen des RAD. Unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit sowie eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10 % resultiert ein Invaliditätsgrad von 33 %. Damit besteht kein Rentenanspruch. Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Oktober 2013, IV 2011/353).
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