Decision ID: 043211a3-812a-4736-9c80-db54303311e0
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a Z._, Jahrgang 1955, meldete sich im Februar 2001 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Der behandelnde Hausarzt Dr. med. A._
nannte im Arztbericht vom 23. Februar 2001 unter anderem die Diagnosen: schwer
einstellbare arterielle Hypertonie, Arthrose im AC-Gelenk mit Erguss rechts,
Impingementsyndrom rechte Schulter, Fibromyalgiesyndrom und Depression. Die
Versicherte sei seit Mai 2000 und bis auf Weiteres vollständig arbeitsunfähig (IV-
act. 6-3 f.). Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS der Universitätskliniken Basel
vom 10. Dezember 2001 werden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere
folgende Diagnosen genannt: mittelgradige bis schwere depressive Störung mit
somatischem Syndrom ohne psychotische Symptome, Probleme in Verbindung mit der
sozialen Umgebung und chronische Zervikobrachialgie rechts. In der angestammten
Tätigkeit als Näherin sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Für eine körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltung und mit der Möglichkeit zu
Pausen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 40%. Dabei sei vor allem die psychiatrische
Diagnose limitierend (IV-act. 15-6 f.). Die IV-Stelle errechnete gestützt auf dieses
Gutachten einen Invaliditätsgrad von 59% und sprach der Versicherten mit Verfügung
vom 5. Juni 2002 rückwirkend ab 1. Mai 2001 eine halbe Invalidenrente und eine
Ehegattenzusatzrente zu (IV-act. 24-1).
A.b Im April 2004 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustands geltend und beantragte eine Rentenerhöhung (IV-act. 27-6).
Dr. A._ attestierte im Verlaufsbericht vom 4. Mai 2004 einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 31). Mit Verfügung vom 7. Juli 2004 wies die IV-Stelle das
Gesuch um Rentenerhöhung ab. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich
seit der Zusprache der Teilrente nur unwesentlich verändert (IV-act. 35).
A.c In Vertretung der Versicherten berichtete die B._ GmbH am 21. September 2005
von einem verschlechterten Gesundheitszustand und stellte einen Antrag auf
Rentenrevision (IV-act. 38). Am 15. Dezember 2005 sandte Dr. A._ der IV-Stelle
mehrere Arztberichte. Er berichtete u.a. von einer Retinopathie Stadium I, einer
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beginnenden hypertensiven Herzkrankheit, Schwindel und chronischen
Kopfschmerzen, einem massiven Dekonditionierungssyndrom und äusserte den
Verdacht auf Fibroadenome links bei masthopatisch verändertem Brustgewebe (IV-
act. 44). Ein zweites Gutachten der MEDAS des Universitätsspitals Basel vom
3. Januar 2007 nennt insbesondere die Diagnosen mittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom, generalisiertes Schmerzsyndrom, arterielle Hypertonie,
chronische Cephalaea, DD: im Rahmen Hypertonie zervikogene Komponente,
mögliches bilaterales Karpaltunnelsyndrom. In der angestammten Tätigkeit als Näherin
bestehe nach wie vor keine Arbeitsfähigkeit. In körperlich leichten, wechselbelastenden
Tätigkeiten ohne Zwangshaltung und mit der Möglichkeit zu Pausen bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 50%. Hierfür seien die Befunde und Diagnosen im
rheumatologischen und im psychiatrischen Fachgebiet ausschlaggebend. Während im
rheumatologischen Fachgebiet im Vergleich zur Erstbegutachtung eher eine
zunehmende Dekonditionierung zu verzeichnen sei und generell in den somatischen
Untersuchungen eine Schmerzausweitung beschrieben worden sei, habe sich der
Schweregrad der affektiven Symptomatik eher vermindert (IV-act. 57-10 ff.). Gestützt
auf dieses Gutachten stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 9. Februar 2007 die
Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 60), wogegen
Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti in Vertretung der Versicherten mit Einwand vom
22. März 2007 protestierte und die Erhöhung auf eine ganze Rente beantragte (IV-
act. 66). Die IV-Stelle verfügte am 3. Mai 2007 bei einem unveränderten Invaliditätsgrad
von 59% die Abweisung des Erhöhungsgesuchs (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters der
Versicherten vom 4. Juni 2007. Die Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei eine ganze Rente zu gewähren. Eventuell sei die Sache zur
Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung
und Verbeiständung zu gewähren. Im zweiten MEDAS-Gutachten fehle eine schlüssige
Erklärung für die Verbesserung der psychiatrischerseits attestierten Arbeitsfähigkeit.
Am 21. Februar 2007 sei ein zerviko-vertebrales MRI mit der Frage nach Diskushernie
C5/6 oder C6/7 li. durchgeführt worden. Dabei habe sich u.a. eine fortgeschrittene
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Degeneration des Bewegungssegments C6/7 im Sinn von Bandscheibendehydration
begleitet von Osteochondrose und ventral- als auch dorsalseitiger Spondylose
gefunden. Die Bandscheibenbeschwerden der Beschwerdeführerin sowie der gesamte
zerviko-brachiale Problembereich seien bislang ausschliesslich als Symptom einer
psychischen Erkrankung betrachtet worden. Die neuen Erkenntnisse würden ein neues
Licht auf die bisherigen Diagnosen und Beschwerden der Beschwerdeführerin werfen.
Hinzu komme, dass im MEDAS-Gutachten eine Berücksichtigung des bilateralen
Karpaltunnelsyndroms bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht stattgefunden
habe. Die Beschwerdegegnerin habe den Arztbericht von Dr. med. C._, Facharzt
FMH für Neurologie, vom 16. März 2007 nicht in die Verfügung miteinbezogen. Nicht
nachgekommen sei die Beschwerdegegnerin bislang dem Ersuchen um Zustellung
eines von sämtlichen Teilgutachtern unterzeichneten Gesamtgutachtens. Beim
Einkommensvergleich sei zu berücksichtigen, dass der Tabellenlohn um einiges höher
sei als das Einkommen, das die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zuletzt
erzielt habe. Dies sei auch bei der Festsetzung des Invalideneinkommens zu
berücksichtigen, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 76% ergebe (act. G 1).
B.b Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) wurde am 5. Juni 2007
bewilligt (act. G 3). Am 5. Juli 2007 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
eine Begründungsergänzung ein. Inzwischen habe Dr. C._ zusätzliche Abklärungen
betreffend das Karpaltunnelsyndrom durchgeführt. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 80%
(act. G 4).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 17. September 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die MEDAS-Gutachten würden
sich schlüssig mit den degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule der
Beschwerdeführerin auseinandersetzen. Die nach Ergehen des zweiten MEDAS-
Gutachtens eingereichten medizinischen Unterlagen würden keine medizinischen
Erkenntnisse ausweisen, die grundlegend neu wären und eine andere Beurteilung der
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach sich zögen. Ergebnisse bildgebender
Verfahren seien nicht immer unabdingbar zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, obschon
sie bezüglich der Objektivierung der geschilderten Beschwerden von Interesse seien.
Massgeblich sei, ob die Ärzte die Ausfälle und Beschwerden in die Einschätzung
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miteinbezogen hätten. Aus therapeutischer Sicht sei es von Bedeutung, welche
Ursache körperliche Ausfälle hätten. Die Beurteilung der Auswirkungen von Ausfällen
auf die Arbeitsfähigkeit dagegen sei unter Umständen auch möglich, ohne den
genauen Grund zu kennen. Das MEDAS-Gutachten habe sich jedenfalls mit der
Problematik aufgrund der degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule
auseinandergesetzt und diese entsprechend gewürdigt. Ähnliches gelte für den
Standpunkt des Rechtsvertreters, das Karpaltunnelsyndrom sei bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS nicht berücksichtigt worden. Die Gutachter hätten
formuliert, das Karpaltunnelsyndrom könne klinisch nicht ausgeschlossen werden und
diesbezüglich bleibe eine neurographische Untersuchung zu empfehlen. Diese
Formulierung zeige, dass es zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht erforderlich
gewesen sei, solch eine Untersuchung durchzuführen. Es liege im
Beurteilungsspielraum des Arztes, ob er weitere Abklärungen für nötig halte. Im
Weiteren hätten die MEDAS-Gutachter nachvollziehbar und eingehend zur
Verbesserung der psychiatrischen Situation Stellung genommen. Der Aufforderung, die
Teilgutachter zu einer Erklärung hinsichtlich der Übereinstimmung ihrer Teil- mit dem
Gesamtgutachten einzuladen, wäre zu entsprechen gewesen, wenn Widersprüche
hätten aufgezeigt werden können. Bei der Invaliditätsbemessung habe der bisherige
und rechtskräftige Einkommensvergleich weiterhin Gültigkeit. Er sei lediglich der
Teuerung bis 2006 angepasst worden (act. G 6).
B.d Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 1. Oktober 2007 an ihren Anträgen
festhalten. Die MEDAS-Gutachter hätten offensichtlich zur Vornahme einer
Untersuchung des Karpaltunnelsyndroms aufgefordert. Diese Untersuchung habe
Dr. C._ vorgenommen. Aus rein neurologischer Sicht schliesse er auf eine
Arbeitsunfähigkeit von 80%. Dem stehe die Einschätzung der neurologischen
Begutachter (Arbeitsfähigkeit von 90%) gegenüber. Die Behauptung, das
Karpaltunnelsyndrom sei bezüglich der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen worden, sei
aktenwidrig. Nachdem aus rheumatologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit von 60% bis
70% (erste Begutachtung) auf 50% (zweite Begutachtung) gesunken sei, sei aufgrund
der neusten Erkenntnisse gemäss MRI vom 21. Februar 2007 von einer erneuten
Zunahme der Beschwerden und damit der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Da die im Gesamtgutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 50% sich aus
rheumatologischen und psychiatrischen Gründen ergäbe sei fraglich, ob die aus rein
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neurologischer Sicht festgestellte Arbeitsfähigkeit von 90% überhaupt berücksichtigt
worden sei. Im Gutachten fehle eine Auseinandersetzung mit der gegenseitigen
Abhängigkeit der von den einzelnen Teilgutachtern festgestellten Arbeitsunfähigkeiten.
Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Dem Wortlaut des
psychiatrischen Teilgutachtens nach werde diese bereits eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit aufgrund fehlender Belastbarkeit und vermehrter Stressanfälligkeit
nochmals um 40% dezimiert. Hieraus resultiere eine Arbeitsfähigkeit von insgesamt
20% (40% von 50% in teiladaptierter Tätigkeit). Zum gerügten Einkommensvergleich
führt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aus, es seien keinerlei Anhaltspunkte
dafür ersichtlich gewesen, dass sich die Beschwerdeführerin aus freien Stücken mit
einem bescheideneren Einkommen habe begnügen wollen, als sie hätte erzielen
können. Aufgrund ihrer Ausbildung, ihren Sprachkenntnissen und der bisher
ausgeübten Tätigkeit sei überdies klar gewesen, dass Einkünfte in der Höhe des
herangezogenen Durchschnittslohns nicht erreicht werden könnten. Damit sei die
ursprüngliche Verfügung zweifellos unrichtig und allenfalls durch Wiedererwägung ex
tunc zu korrigieren (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hält am 22. Oktober 2007 an ihrem Antrag fest und
verzichtet im Übrigen auf weitere Ausführungen (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellt sich in der Replik auf den
Standpunkt, die ursprüngliche leistungszusprechende Verfügung vom 5. Juli 2002 sei
wegen falscher Invaliditätsgradbemessung zweifellos unrichtig und in Wiedererwägung
zu ziehen. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist jedoch einzig die
angefochtene Verfügung vom 3. Mai 2007. Die ursprüngliche Verfügung vom 5. Juli
2002 ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen und kann in diesem Verfahren nicht
überprüft werden. Im Übrigen ist die Verwaltung frei in der Entscheidung, ob sie eine
Wiedererwägung vornehmen will, sofern eine Verfügung sich als zweifellos unrichtig
erweist und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
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SR 830.1]). Sie könnte vom Gericht nicht zur Vornahme einer Wiedererwägung
verpflichtet werden.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
Erw. 1b; 132 V 215 Erw. 3.1.1), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG
massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2).
2.2 Im vorliegenden Fall ersuchte die Beschwerdeführerin bereits im April 2004 um
Rentenerhöhung. Das Gesuch wies die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 7. Juli
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2004 ab (IV-act. 35). Die Beschwerdegegnerin hatte in jenem Verfahren lediglich einen
Arztbericht vom behandelnden Hausarzt Dr. A._ eingeholt und war nach
Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Ansicht gelangt, der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit Zusprache der Teilrente
nur unwesentlich verändert. Jener Entscheid vom 7. Juli 2004 beruhte jedoch nicht auf
einer umfassenden materiellen Rentenprüfung mit umfangreicher
Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung. Als Vergleichszeitpunkt im vorliegenden
Rentenrevisionsverfahren ist somit der 5. Juni 2002 zu berücksichtigen.
3.
3.1 Zur Beurteilung der Gesundheitsveränderung erscheint es als angezeigt, die
psychischen und somatischen Beschwerden im Vergleich Sommer 2002 mit dem
Verfügungszeitpunkt Mai 2007 im Einzelnen zu betrachten.
3.2
3.2.1 In der ersten MEDAS-Begutachtung vom Herbst 2001 wurde als psychiatrische
Diagnose eine mittelschwere bis schwere depressive Störung mit einem somatischen
Syndrom, aber ohne psychotische Symptome genannt. Weiter bestünden Probleme,
die durch die Enkulturation und die mangelnden Sprachkenntnisse ausgelöst würden.
Bei der geschätzten Arbeitsfähigkeit von 40% seien vor allem die psychiatrischen
Diagnosen limitierend (IV-act. 15-7). Im psychiatrischen Teilgutachten vom
26. September 2001 wurde die Beschwerdeführerin als deutlich älter wirkend
beschrieben. Sie schleppe sich durch den Gang zum Untersuchungsraum, wirke
psychisch und physisch deutlich erschöpft. In der Auffassung sei sie leicht vermindert.
Das Gespräch sei wiederholt unterbrochen worden, weil die Beschwerdeführerin in
Tränen ausgebrochen sei. Mimik und Gestik seien während des gesamten Gesprächs
deutlich reduziert, ein Kontakt sei gut herstellbar gewesen. Die Beschwerdeführerin sei
bewusstseinsklar und voll orientiert, die Konzentration und das Kurzzeitgedächtnis
deutlich vermindert gewesen. Sie habe auch über Gedächtnisstörungen berichtet. Sie
grüble ständig über ihre Situation, es bestünden ausgeprägte pessimistische
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Gedanken. Sie befürchte, sie sei unheilbar krank und habe Angst zu sterben. Zwänge,
Wahninhalte, Sinnestäuschungen und Ich-Störungen wurden keine beobachtet. Der
Affekt sei deutlich verarmt, es bestehe keine Schwingungsfähigkeit. Sie habe Ein- und
Durchschlafstörungen mit frühem Erwachen. Der Antrieb sei deutlich gehemmt und
vermindert. Suizidgedanken würden verneint. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung
erachteten die psychiatrischen Gutachter die depressive Störung, insbesondere die
Anhedonie, Antriebsstörung, Konzentrationsprobleme und Müdigkeit durch die
ausgeprägte Schlafstörung als ausschlaggebend. Aus rein psychiatrischer Sicht sei sie
für eine adaptierte Tätigkeit um rund 50-60% eingeschränkt (IV-act. 15-17 f.).
3.2.2 Im psychiatrischen Teilgutachten der zweiten MEDAS-Begutachtung vom
22. November 2006 waren die Angaben der Beschwerdeführerin festgehalten worden,
wonach sie keine Kraft habe und dauerhaft müde sei. Nachts finde sie kaum noch
Schlaf, hauptsächlich deswegen, weil sie andauernd aufstehen müsse, um Wasser zu
lassen. Die Müdigkeit sei am Morgen am schlimmsten, erst gegen Mittag werde sie
einigermassen einsatzfähig. Abends gehe es ihr besser, wenn auch nur wenig. Sie
habe immer Angst, in erster Linie davor, dass sie sterben könnte. Die seit drei bis vier
Jahren bestehenden Angstattacken würden jeden Tag in immer stärker zunehmendem
Ausmass vorkommen. Die Angst raube ihr die Lebenslust. Ihre Stimmung sei sehr
schlecht, genauer gesagt habe sie gar keine Stimmung. Die Gutachter beschrieben,
während des Untersuchungsgesprächs sei Augenkontakt aufgenommen und
aufmerksam gehalten worden. Die mimischen Äusserungen seien sehr spärlich, die
Gestik sei rechtsbetont flüssig. Die Beschwerdeführerin sei wach und zu allen
Qualitäten orientiert. Kognitiv mnestisch sei sie leicht defizitär mit Konzentrations-,
Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeitsstörungen. Im formalen Denken sei sie geordnet,
kohärent gewesen, es seien kein Wahn, keine Sinnestäuschungen, keine Ich-Störungen
und keine Zwänge erkennbar gewesen. Affektiv sei sie leicht deprimiert, die
Schwingungsfähigkeit sei leicht vermindert gewesen (IV-act. 57-25 f.). Die Gutachter
hielten fest, die Angstsymptomatik sehe man im Rahmen der depressiven Erkrankung.
Aufgefallen sei die ausgesprochen klagsame, jammerige Qualität des Affekts der
Beschwerdeführerin, wobei die eigentliche Deprimiertheit als höchstens mittelgradig zu
bewerten sei. Der Schweregrad der affektiven Symptomatik habe sich seit der
Vorbegutachtung leicht vermindert, was am ehesten dem natürlichen Verlauf der
Erkrankung zuzuordnen sei. Die Probleme in Verbindung mit der sozialen Umgebung
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bestünden unverändert fort und seien von der Beschwerdeführerin als sehr belastend
beschrieben worden. Die sozialen Kompetenzen der Beschwerdeführerin seien eher
gering. Nach wie vor verfüge sie in keinster Weise über suffiziente
Bewältigungsstrategien, ihr Verhalten sei durch eine ausgeprägte Vermeidungstendenz
geprägt. Aufgrund des depressiven Syndroms und damit einhergehender
Beeinträchtigung ihrer Belastbarkeit und vermehrter Stressanfälligkeit sei die
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht für eine adaptierte Tätigkeit um 40%
eingeschränkt (IV-act. 57-27 f.).
3.2.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, bei
der im zweiten Gutachten höher eingeschätzten Arbeitsfähigkeit handle es sich nicht
um eine tatsächliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands, sondern
lediglich um eine andere Einschätzung desselben Sachverhalts, die als solche nicht
bedeutsam sei. Diese Argumentation ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen.
Im zweiten Gutachten wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin die eigene
Selbstwirksamkeit nicht erfahren und keine suffizienten Coping-Strategien erlernt habe.
Zudem wurde die Konsequenz der medikamentösen Behandlung bezweifelt. Während
der Affekt im ersten Gutachten als deutlich verarmt bezeichnet worden war, hielten die
Psychiater im zweiten Gutachten fest, der Affekt habe eine ausgesprochen klagsame,
jammerige Qualität aufgewiesen. Die Schwingungsfähigkeit wurde im ersten Gutachten
als nicht vorhanden, im zweiten Gutachten als vermindert bezeichnet. Ob die
Beurteilung im zweiten Gutachten eine Verbesserung des psychischen Zustands mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt und nicht tatsächlich lediglich eine
unterschiedliche Beurteilung eines unveränderten Zustands darstellt, ist zumindest
fraglich, braucht jedoch nicht abschliessend beurteilt zu werden, wie nachfolgend zu
zeigen ist.
3.3
3.3.1 Somatischerseits wurde im ersten Gutachten vom Dezember 2001 ein zervikales
Schmerzsyndrom auf dem Boden von degenerativen Veränderungen der unteren
Halswirbelsäule erkannt. Die Schmerzsymptomatik sei progredient und mit in den
rechten Arm ausstrahlenden Schmerzen verbunden. Deren Natur sei am ehesten
unspezifisch im Rahmen einer zervikogenen Ausstrahlung in Kombination mit einem
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leichtgradigen sensomotorischen Karpaltunnelsyndrom. Aufgrund der aktuellen
klinischen Befunde und dem Verhalten in der Untersuchung sei eine zervikoradikuläre
Beschwerdegenese nicht auszuschliessen, wenn auch derzeit keine monosegmental
dermatonombezogenen Defizite zu objektivieren seien. Die Symptomatik werde stark
geprägt durch eine Ausbreitungstendenz auf die gesamte rechte Körperhälfte, durch
ein Sichgehenlassen und den Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper verstärkt
durch episodische Hyperventilationsereignisse, die mit einer typischen
Parästhesiesymptomatik im Bereich des Gesichts und der Zunge einhergehen würden.
Das Verhalten im Rahmen der Untersuchung und die Durchsicht der Akten liessen bei
insgesamt geringem klinischem Korrelat auf eine erhebliche Symptomausweitung
schliessen. Eine optimal adaptierte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin in einen
Pensum von 60-70% zumutbar (IV-act. 15-14).
3.3.2 Im zweiten rheumatologischen Teilgutachten vom 22. November 2006 nahm der
Gutachter Dr. med. D._, Facharzt FMH für Rheumatologie und für Innere Medizin,
Bezug auf seine Begutachtung aus dem Jahr 2001 und beschrieb einen Zustand, wie
er bei fortschreitender Konditionierung (richtig wohl: Dekonditionierung) infolge
Schonverhaltens und Malcompliance auch bezüglich der Behandlung des
internistischen Leidens (Hypertonie) zu erwarten sei. Zum Ausschluss eines
entzündlich-rheumatischen Leidens seien ergänzend nochmalige Laboruntersuchungen
veranlasst worden, die den diesbezüglichen Verdacht bei Sicca-Symptomen und
Morgensteifigkeit wiederum nicht hätten erhärten können. Aus rein rheumatologischer
Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50% in adaptierten Tätigkeiten (IV-
act. 57-32). Im neurologischen Teilgutachten vom 20. November 2006 wird auf ein
chronisches generalisiertes Schmersyndrom mit chronischer bilateraler
Zervikobrachialgie, chronischen Spannungskopfschmerzen im Sinn eines
Zervikozephalsyndroms sowie mit einem chronischen lumbovertebralen und
lumbospondylogenen Schmerzsyndrom hingewiesen. Das Vorliegen eines
Karpaltunnelsyndroms sei aufgrund der angegebenen Beschwerden möglich. Man
empfehle deshalb eine bilaterale Medianus-Neurographie. Aus rein neurologischer
Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit 90%. Die Einschränkung basiere auf dem erhöhten
Pausenbedarf bei chronischen Spannungskopfschmerzen (IV-act. 57-40).
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3.3.3 Im Rahmen der zweiten MEDAS-Begutachtung wurden keine bildgebenden
Verfahren durchgeführt. Insbesondere fehlt es an aktuellen Röntgenbildern (IV-
act. 57-32). Welche Bilder berücksichtigt wurden, lässt sich dem Gutachten nicht
entnehmen. In der Auflistung der vorhandenen Akten wird lediglich auf einen Bericht
des Röntgeninstituts Alder vom 15. Juni 2004 verwiesen. Offenbar handelte es sich
dabei jedoch lediglich um eine Untersuchung der Nierenarterien (vgl. IV-act. 57-3
oben). Am 21. Februar 2007 wurde ein zerviko-vertebrales MRI mit der Frage nach
Diskushernie C5/6 oder C6/7 durchgeführt. Der Neurologe Dr. C._ wies im Schreiben
vom 16. März 2007 darauf hin, es habe sich eine fortgeschrittene Degeneration des
Bewegungssegments C6/7 im Sinn von Bandscheibendehydratation begleitet von
Osteochondrose und ventral- als auch dorsalseitiger Spondylose ergeben. Weiter sei
eine bilaterale mittelschwere degenerative Foraminalstenose C6/7 mit möglicher
intermittierender Irritation der Nervenwurzel C7 links erkannt worden. Zudem liege eine
kleine linksseitige foraminale Diskushernie C5/6 mit knappem Kontakt zur Vorderfläche
der foraminal durchziehenden Nervenwurzel C6 links vor. Der Befund weiche von dem
durch die MEDAS Basel erhobenen Befund ab und sei auch krankheitsrelevant. Auch
Dr. C._ äussert den Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom. Auf eine weitere
Abklärung habe man bisher verzichtet, weil man erst einmal Klarheit bezüglich der
zervikalen Situation hätte haben wollen. Der Neurologe äussert seine Ansicht, dass die
derzeitige Arbeitsfähigkeit aufgrund dieses Befunds unter den empfohlenen Werten der
MEDAS liege, zumal die Beschwerdeführerin voraussichtlich auch bei leichten Arbeiten
längere Zeit konzentriert in mit dem Kopf nach vorn gebeugter Stellung sitzen müsste
(IV-act. 66-5; vgl. auch den Bericht der Klinik Stephanshorn vom 21. Februar 2007 in
IV-act. 66-4).
3.3.4 Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 27. April 2007 fest, die erwähnten
Beschwerden aufgrund des Karpaltunnelsyndroms seien in der neurologischen
Stellungnahme des MEDAS-Gutachtens erfasst und entsprechend gewürdigt worden.
Aufgrund der klinischen Befunde und der geklagten Beschwerden habe der Neurologe
eine valide Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vornehmen können. Die Klinik des
Karpaltunnelsyndroms schränke die Arbeitsfähigkeit daher nicht weiter ein, sodass aus
versicherungsmedizinischer Sicht eine weitere Abklärung keine wesentlichen neuen
Erkenntnisse bringe (IV-act. 67). Diese Ansicht teilte Dr. C._ offensichtlich nicht. Er
hatte am 16. März 2007 explizit festgehalten, er wolle die Arbeitsfähigkeit erst nach
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Abklärung der Nervenleitgeschwindigkeiten im Hinblick auf den Verdacht eines
Karpaltunnelsyndroms festlegen (IV-act. 66-6). Tatsächlich ist fraglich, ob sich die
Arbeitsfähigkeit ohne weitere Abklärungen betreffend die Verdachtsdiagnose des
Karpaltunnelsyndroms hinreichend zuverlässig bestimmen liesse. Da die MEDAS-
Gutachter von einer erheblichen Symptomausweitung ausgegangen waren, erscheint
entgegen der Ansicht des RAD nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass ein sich
bestätigendes Karpaltunnelsyndrom in der Arbeitsfähigkeitsschätzung hinreichend
berücksichtigt wurde. Zu den Befunden an der Wirbelsäule gemäss MRI vom Februar
2007 hielt der RAD fest, die erneut bestätigte Diskushernie sei in den Untersuchungen
der MEDAS beschrieben worden und finde in der Beschreibung der adaptierten
Tätigkeit Niederschlag. Degenerative Veränderungen und Diskushernie würden sowohl
in der neurologischen als auch in der rheumatologischen Beurteilung als aktenkundig
vermerkt (IV-act. 67). Auch damit widerspricht der RAD der Einschätzung von
Dr. C._. Dieser hatte anhand der neuen MRI-Bilder von einem krankheitsrelevanten,
von den Erkenntnissen der MEDAS abweichenden Befund berichtet.
3.3.5 Am 16. Mai 2007 berichtete Dr. C._ seinem Kollegen Dr. med. E._, Facharzt
FMH für Chirurgie, von einem Zervikalsyndrom und einem (unterdessen) gesicherten
Karpaltunnelsyndrom, wobei der linke Arm stärker betroffen sei. Es stelle sich die
Frage, ob es sich hierbei um einen operationswürdigen Befund handle. Betreffend
Nervenleitgeschwindigkeit berichtet Dr. C._ von einer beidseits bestehenden
signifikanten pathologischen Verlangsamung. Er bat Dr. E._, die Beschwerdeführerin
in die Sprechstunde aufzubieten mit der Frage, ob eine Neurolyse angezeigt sei. Auf
dem Schreiben wurde offenbar von Dr. C._ handschriftlich ergänzt, die
Arbeitsunfähigkeit betrage derzeit 80% (IV-act. 74).
3.4 Insgesamt erscheint die somatische Situation der Beschwerdeführerin im MEDAS-
Gutachten als nicht ausreichend abgeklärt. Betreffend Wirbelsäule fehlen aktuelle
Bilder, betreffend Karpaltunnelsyndrom mangelt es ebenfalls an genügenden
Abklärungen. Dass diese Aspekte von Vornherein ungeeignet wären, die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu beeinflussen, ist nicht anzunehmen.
Immerhin kann eine Geeignetheit zur Beeinflussung nicht mit hinreichender
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Freilich reicht die Einschätzung von
Dr. C._, wonach die Beschwerdeführerin zu 80% arbeitsunfähig sei, zur Beurteilung
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der Rentenfrage nicht aus. Dr. C._ gab keine Auskunft über die Dauerhaftigkeit der
von ihm geschätzten Einschränkung. Dies konnte er wohl auch nicht beurteilen, da der
Entscheid, ob eine Operation am Handgelenk vorzunehmen sei, noch nicht gefallen war
und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von einer Operation und dem damit
verbundenen Erfolg wohl beeinflusst würde. Da das MRI vom Februar 2007 eine
fortgeschrittene Degeneration eines Teils der HWS zeigte, ist nicht auszuschliessen,
dass dadurch einige der geklagten Beschwerden besser zu objektivieren sind, was am
ehesten polydisziplinär untersucht werden müsste.
4.
4.1 Da ernsthafte Zweifel an der Begründetheit und Schlüssigkeit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss dem zweiten MEDAS-Gutachten bei der
vorhandenen Aktenlage nicht ausgeräumt werden können, ist es unvermeidbar, die
Beschwerdeführerin erneut polydisziplinär untersuchen zu lassen. Die Beschwerde ist
folglich unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 3. Mai 2007 gutzuheissen
und die Sache zur Veranlassung der Abklärung und zur anschliessenden Neuverfügung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin reichte am 3. April 2008 eine Kostennote über Fr. 2'260.90
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein. Dies erscheint als angemessen.
bis
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Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin somit eine Parteientschädigung
von Fr. 2'260.90 zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG