Decision ID: 60c2adad-96d5-4864-90ca-ae0173b7991f
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
51
, gelernter
Elektromonteur
, war seit
Juni 1974
als bauleitender Monteur
für die
Y._
tätig (vgl. Urk.
7
/
3
Ziff.
5.2 und
Ziff.
5.4; Urk.
7
/11).
Am
7
. November 2010
erlitt er einen
ischämi
schen In
sult (Schlaganfall, Hirninfarkt;
vgl.
Urk.
7/1/8
).
In der Folge wurden ihm
Arbeitsunfähigkeiten von 100 % und 50 % attestiert
(vgl. Urk. 7/
11/8
)
. Seit dem 18. April
2011 arbeitet der Versicherte wieder
im Umfang von
50 %, wobei sein Aufgabengebiet seitens des Arbeitgebers angepasst wurde (vgl.
Urk.
7/13/1).
Am
1. Mai 2011
meldete
er
sich zum Bezug von Leistungen der
Invalidenver
siche
rung an (Urk.
7
/
3
).
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Aus
zug
aus dem individuellen Konto (
Urk.
7
/9
),
einen Arbeitgeberbericht (Urk.
7
/1
1
) so
wie medizinische Berichte (
Urk.
7
/
10
) ein
und
lud den Versicher
ten zu Ge
sprä
chen über die berufliche und gesundheitliche Situation
(
vgl. Be
richt über das
Re
ssour
cengespräch
vom 24. Mai 2011,
Urk.
7/8, sowie
Ver
laufsprotokoll
Einglie
derungsberatung
vom 24. August 2011,
Urk.
7
/
1
3)
ein
.
Am 9. September 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass zurzeit keine beruflichen Einglie
derungsmass
nah
men möglich seien (
Urk.
7/15).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(vgl.
Urk.
7/
18
;
Urk.
7/
23
) sprach
sie
dem Versicherten mit Verfügung vom
21
.
Febr
uar
2012
eine
Viertelsrente
ab dem 1.
November
201
1
zu (
Urk.
7
/
24
= Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
21. Februar
2012
(Urk. 2) erhob der Versicherte am
21. März
2012
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei
ihm eine
halbe Rente
zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur
Anord
nung eines Gutachtens betreffend Arbeitsfähigkeit
an die IV-Stelle zurückzu
weisen (S. 2
oben
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom
10
. M
ai
2012
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
). Diese Eingabe wurde dem Beschwerdeführer am
2
5
. M
ai
2012
zur Kenntnis
nahme
zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
D
ie massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Invali
di
tätsbemessung
(Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts
, ATSG) und den Rentenanspruch (Art. 28 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S.
1). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch reali
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leis
tung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je
den
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran
gezo
gen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
F
ür die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hin
weis), wobei
jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der mass
geb
liche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
dass der Beschwerdeführer seit dem 9. November 2010 (Beginn der einjäh
rigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Eine an
gepasste Tätigkeit, wie beispielsweise Sachbearbeiter, Bürohilfe oder Call-Center Mitarbeiter, sei ihm zu 100 % zumutbar. Die Beschwerdegegnerin stellte einem
V
a
lideneinkommen
von Fr. 94'900.--
ein Invalideneinkommen von
rund
Fr. 55'8
88.--
gegen
über und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 41 %, womit sich ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Viertelsrente
ergab (Verfü
gungsteil 2 S. 1 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer führte in seiner Beschwerde (Urk. 1) aus, er sei aufgrund des Schlaganfalles sowohl körperlich als auch geistig massiv eingeschränkt, leide unter koordinativen Störungen sowie Schwindel. Er sei nur noch zu 50
% arbeitsfähig. Überdies habe er zeitlebens als Bauarbeiter gearbeitet, habe weder Computerkenntnisse noch sei er redegewandt. Zudem stehe er kurz vor der Pen
sio
nierung. Die Behauptung, er könne in einem Call-Center oder als
Büro
hilfe
zu
100 % arbeiten, sei daher absurd und lebensfremd. Schliesslich hätte auf
grund
seines Alters und de
r
gesundheitlichen Einschränkungen ein Abzug vom
Ta
bellen
lohn
von 25 % vorgenommen werden müssen (S. 3).
2.3
Demnach ist zu prüfen, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit und dem
Inva
lidi
täts
grad
des Beschwerdeführers verhält.
3.
3.1
Die Ärzte des
Z._
,
Klinik für
Neurologie
,
berichteten
am 9. November 2010 (
Urk.
7/
10/14-16
)
über die Notfalluntersuchung vom sel
ben
Tag. Sie äusserten
d
en Verdacht auf
einen
ischämischen
Insult
im
Posterio
r
stromgebiet
rechts am 7. November 2010 (S. 1). Am Abend des 7. November 2010
sei plötzlich ein Pfeifen im rechten Ohr aufgetreten. Einige Minuten später
sei
en
eine Gefühlsstörung im Nacken, im ganzen Arm und im Oberschenkel links (richtig
wohl: rechts)
erfolgt
. Es handle sich nicht um eine echte Taubheit; viel
mehr habe der Beschwerdeführer das Gefühl, dass die rechte Körperhälfte einge
schlafen sei. Die Symptomatik habe sich bis heute nicht verbessert
. Eine
Kraft
minderung
sei
verneint
worden
(S. 2 oben).
Der Beschwerdeführer habe sich gegen
ärztlichen Rat und auf eigenes Risiko selbst entlassen. Ihm sei erklärt wor
den, dass er aktuell weder Auto fahre
n
noch auf einer Baustelle arbeiten dürfe (S. 3).
3.2
Mittels Magnetresonanztomographie
(
MRI
)
des Schädels
vom 16. November 2010
zeigte sich eine subakute
dorsolaterale
pontine
Ischämie
link
s
und
eine ältere
pa
ra
median
pontine
Ischämie links
(vgl. Bericht des
Z._
vom 2
2.
November 2010,
Urk.
7/1/7).
3.3
Dem Bericht der Ärzte des
Z._
,
Klinik für
Kardiologie, vom 9. Dezember 2010 (
Urk.
7/1/
8
-1
1
) sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
unklare
nächtliche Synkope
während 24-Stunden-EKG am 19. Novem
ber
2010, am ehesten
vasovagal
ischämischer
zerebrovaskulärer
Insult
am 7. November 2010
kardiovaskuläre Risikofaktoren:
Adipo
sitas,
Nikotin
abusus
,
Sedentiali
tät
sowie positive Familienanamnese bezüglich hohem Blut
druck
Gicht, Erstdiagnose etwa 1990,
rezidivfrei
seit etwa 2000
Lungentuberkulose, 1993 behandelt
Die untersuchenden Ärzte gaben an, der Beschwerdeführer sei zur Beurteilung einer Synkope während eines 24-Stunden-EKG im Rahmen der Untersuchungen
des
zerebrovaskulären
Infarktes
erschienen
.
Vor der Synkope habe er
sich auf dem Sofa liegend ein
en
Tennismatch angesehen und plötzlich einen starken Krampf
im rechten Bein bekommen. Beim Aufsitzen sei ihm während 30 Se
kun
den schwarz vor Augen geworden. Nach der Synkope sei der Krampf weg gewe
sen, er habe keine Kopfschmerzen oder andere Beschwerden verspürt.
Die Symp
to
me des
zerebrovaskulären
Insults (Tinnitus, Kribbeln und Kältegefühl im rech
ten Arm, Oberkörper und Hinterkopf) seien noch leicht vorhanden, die Be
schwer
den hätten sich aber deutlich verbessert (S. 2 oben).
Im Alltag sei er be
schwerdefrei. Klinisch sei er
kardiopulmonal kompensiert
. Es sei ein normaler Sprechstundenblutdruck gemessen worden
.
Aus kardialer Sicht
bestehe
kein
weiterer Abklärungsbedarf.
Abschliessend formulierten die untersuchenden Ärzte
folgende Empfehlungen: keine Einschränkung der körperlichen Aktivität,
Blut
druckeinstellung
durch den Hausarzt, Gewichtsreduktion und Rauchstopp (S. 3).
3.
4
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
A._
,
Allgemeine
In
nere
Medizin FMH, nannte
im
Bericht vom 15. April 2011
zuhanden der
Kran
ken
tag
geldversicherung
(
Urk.
7/1/6)
als Diagnosen einen Verdacht
auf ischä
mischen Insult
rechts
am 7.
November 20
10
sowie unklare nächtliche Synkopen am 19.
No
vem
ber 2010
.
Er attestierte dem Beschwerdeführer für die Zeit vom
9.
November 20
10 bis 6.
März 20
11
eine volle Arbeitsunfähigkeit und
seit
dem
7.
März 20
11
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
A._
gab an, dass der Be
schwerdeführer vor allem körperlich noch nicht voll belastbar sei. Des Weiteren bestünden koordinative Störungen sowie leichte Schwindelgefühle, welche ein
Besteigen von Leitern beziehungsweise Gerüsten im Moment noch nicht
zula
s
sen
würden
. Aus hausärztlicher Sicht sei die Prognose bezüglich Arbeitsfähig
keit gut.
Es werde versucht, im Verlaufe der nächsten Wochen die Arbeitsfähig
keit zu
steiger
n.
3.
5
Mit Bericht vom 9. Juni 2011
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/10/6
-7
)
nannte
A._
als zusätzliche
Diag
nose eine
hypert
ensive
Kardiopathie.
Er bescheinigte dem Beschwerdeführer vom 15. bis 17. April 2011 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit und ab dem 18. April 2011 bis auf weiteres wieder eine sol
che
von 50 % (
Ziff.
1.6).
Er führte aus, der Beschwerdeführer sei in seiner Arbeit als
Elektriker sowohl geistig wie auch körperlich eingeschränkt. So sei die psy
chi
sche
Belastbarkeit limitiert, Überkopfarbeiten seien schwierig und das Bestei
gen von Leitern sowie das Arbeiten in mittleren und grossen Höhen löse Schwindel und
Unsicherheit aus. Die bisherige Tätigkeit sei aktuell im reduzier
ten Masse zumut
bar. Es bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.7).
In Bezug auf eine behinderungsangepasste Tätigkeit
füllte
A._
gleichen
tags
die entsprechende Tabelle der Beschwerdegegnerin aus (
Urk.
7/10/4). Dabei
gab er an, dass dem Beschwerdeführer rein
sitzende Tätigkeit
en ganztags zu
mut
bar seien.
Überkopfarbeiten sowie das Besteigen von Leitern und Gerüsten seien ihm nicht zumutbar.
Die übrigen genannten Tätigkeiten seien ihm halb
tags möglich.
Konzentrations- und Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien eingeschränkt
; diesbezüglich verwies
A._
auf seinen Bericht
(vom 9. Juni 2011, vgl. oben)
.
3.6
A._
nannte im Bericht vom 1. November 2011 (
Urk.
3/4) folgende Diag
nosen
(S. 1
Ziff.
1)
:
Status nach
zerebrovaskulärem
Insult rechts am 7. November 2010
hypertensive
Kardiopathie
chronische obstruktive
Pneumopathie
unklare nächtliche Synkopen im November 2010
A._
führte aus, dass
am 7. November 2010
ein
zerebrovaskuläre
r
Insult rechts
erfolgt sei. Gleichzeitig habe eine Verschlechterung einer
hypertensiven
Kardiopathie sowie einer chronisch obstruktiven
Pneumopathie
mit
Anstren
gungshypoxämie
stattgefunden.
D
ie Situation von Seiten des kardio-pulmona
len
Leidens
sei
nicht
wesentlich besser geworden
(S. 1
Ziff.
4). Seit dem 18. Ap
ril 2011
bis auf weiteres bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2
Ziff.
6).
Aus
haus
ärztlicher
Sicht sei eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf lange Sicht nicht möglich (S. 2
Ziff.
8).
3.7
Mit Schreiben vom 7. März 2012 zuhanden des Rechtsvertreters des Be
schwer
de
führers (
Urk.
3/6
) hielt
A._
fest
,
dass
sich die Einschätzung der 50%igen
Arbeitsunfähigkeit auf sämtliche berufliche Tätigkeiten beziehe (
Ziff.
1). Der Be
schwerdeführer leide an den Folgen eines Schlaganfalls, was ihn nach wie vor
sowohl geistig wie auch körperlich massiv einschränke.
Es be
stünden folgende Einschränkungen: die körperliche Kraft sei deutlich vermin
dert, die psychische Be
lastbar
keit sei deutlich eingeschränkt, der Beschwerde
führer komme rasch in eine Überforderungssituation. Es bestehe ein hartnäcki
ger, plötzlich auftretender
Schwindel mit Unsicherheit, was Arbeiten über dem Boden verhindere. Des Wei
t
eren bestehe eine massive Herz-/Lungeneinschränkung im Sinne einer Herz
in
suffizienz (Herzschwäche) sowie einer massiv ausgeprägten Arbeitshypoxämie
(Sauerstoffmangel unter mini
malster körperlicher Anstrengung;
Ziff.
2). Ange
sichts
dessen sei der Beschwer
deführer auch in einer körperlich angepassten Tätig
keit
(leichte Hilfsarbeiten etc.
) lediglich zu 50 % arbeitsfähig. Er ermüde sehr rasch bei sämtlichen beruflichen Tätigkeiten, was sich sowohl in einer psy
chischen wie auch in einer physischen raschen Erschöpfbarkeit zeige (
Ziff.
3).
Eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei aus hausärztlicher Sich
t nicht mehr erreichbar (
Ziff.
4).
4.
4.1
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit äusserte sich einzig
A._
, der Hausarzt des
Beschwerdeführers. Er attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfä
higkeit von 50 % im bisherigen Beruf als Elektromonteur
. Dies erscheint
nach
vollzieh
bar, zumal
er körperlich nicht mehr voll belastbar ist und
ihm
Über
kopfarbeiten
sowie das Besteigen von Leitern nicht mehr zumutbar sind.
Schliesslich waren Elektroinstallationsarbeiten ein wesentlicher Teil seiner früheren Tätigkeit (vgl. Arbeitgeberbericht,
Urk.
7/11/6-7).
4.2
Betreffend
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gab
A._
im Juni 2011
zuhanden der Beschwerdegegnerin
an, dass dem Beschwerdeführer rei
n sitzende Tätigkeiten ganztags zumutbar seien. Mit Schreiben vom
7. März 2012
an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
führte er dagegen aus, dass
auch in einer körperlich angepassten Tätigkeit lediglich eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit bestehe.
Die veränderte Beurteilung lässt sich nicht mit dem Zeitablauf und einer damit einhergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes erklären.
Eine Be
gründung für eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angep
assten Tätig
keit lässt sich d
em Schreiben
vom März 2012 zuhanden des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers
nicht entnehmen.
A._
betonte darin insbesondere eine
Herzschwäche sowie einen Sauerstoffmangel bei geringer körperlicher An
stren
gung. Gemäss Bericht von
A._
vom
November 2011
erfolgte mit dem
zerebrovaskulären
Insult am 7. November 2010 eine Verschlechterung der
hyper
ten
siven
Kardiopathie sowie der chronisch obstruktiven
Pneumopathie
. D
ie Situ
a
tion seitens des kardio-pulmonalen Leidens
h
abe
sich
nicht wesentlich
ver
besser
t
.
Auch
mit Schreiben
vom März 2012
berichtete
A._
nicht über eine
wesentliche Veränderung. Des Weiteren nannte er k
eine
konkreten Aus
wirkungen der Herzschwäche und der eingeschränkten Lungenfunktion auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
.
Somit zeigt sich
aufgrund der Be
richte
von
A._
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Be
ur
teilung vom Juni 2011.
Zu bemerken ist
zudem
, dass s
eitens des Haus
arztes keine
weiteren Abklärungen empfohlen
wurden
, weder in kardiologischer noch in
pneu
mologischer
Hinsicht.
Bei einer massiven Einschränkung, wie sie
A._
angab, wäre zweifellos eine Behandlung durch Fachärzte notwen
dig.
Insgesamt
fehlt es an
neuen Befunden sowie
einer Begründung
, weshalb
dem
Beschwerdeführer
nun
auch
eine angepasste
Tätigkeit
lediglich
noch
im Aus
mass
von
5
0
%
zumutbar sein
soll
.
Insbesondere vermag nicht zu überzeu
gen, dass in einer angepassten,
überwiegend sitzenden
Tätigkeit dieselbe Ar
beitsunfähigkeit wie im bisherigen Beruf als Elektromonteur bestehen soll.
Soweit
A._
– bei welchem der Beschwerdeführer seit 1992 in Behand
lung steht (
vgl.
Urk.
7/10/6
Ziff.
1.2
) – mit
Schreiben vom
7.
März 2012
an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
auch in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausging, vermag dies seine frühere Beurtei
lung vom Juni 2011
somit
nicht
umzustossen
, zumal bei der
Beweis
würdi
gung
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patien
ten aussagen (vgl. BGE 125 V 351
E
.
3b/cc
). Schliess
lich ist zu beachten, dass die geänderte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung erfolgte.
4.3
Mit Bericht
vom Juni 2011 gab
A._
an, d
ie
psychische Belastbarkeit
des
Beschwerdeführers
sei
limitier
t
.
Konzentrations- und Auffassungsvermögen, An
passungsfähigkeit und Belastbarkeit seien eingeschränkt. Mit Schreiben vom März 2012 hielt er fest, dass die psychische Belastbarkeit deutlich eingeschränkt sei und der Beschwerdeführer rasch in eine Überforderungssituation komme. Auch
ermüde er rasch, was sich psychisch (und physisch) in einer raschen
Er
schöpfbarkeit
zeige.
Weitere Befunde aus psychischer Sicht wurden nicht ge
nannt.
Aus
diesen Befunden
kann keine psychiatrische Diagnose mit
Krank
heits
wert
abgeleitet werden.
Ebensowenig
geben die
hausärztlich beschriebenen psychischen Beeinträchtigung
en
Anlass zu weiteren Abklärungen.
So nannte auch
A._
selbst weder eine psychiatrische Diagnose noch empfahl er eine psychiatrische Beurteilung.
Vor diesem Hintergrund
kann davon ausgegan
gen
werden,
dass aufgrund der psychischen Beschwerden keine zu berücksichti
gen
de Arbeitsunfähigkeit vorliegt.
4.
4
Zusammenfassend
ist davon auszugehen
, dass de
r
Beschwerdeführer
im bisheri
gen
Beruf
als Elektromonteur
zu 50 % arbeitsfähig ist. Eine
angepasste, über
wiegend
sitzende
Tätigkeit
ist ihm
zu 10
0 % zumutbar
.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
4.5
Fraglich bleibt, ob diese medizinisch erstellte Arbeitsfähigkeit namentlich mit Blick auf das doch fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt auch in diesem Umfang verwertbar ist. Es sei hierzu auf
die Erwägungen in Zusammenhang mit der Festsetzung des
Invalidenein
komm
ens
verwiesen (hinten E. 5.2).
5.
5.1
Z
ur Bestimmung des
Valideneinkommens
ist auf den bisherigen Lohn des Be
schwerdeführers
bei der
Y._
abzustellen. Dem
Arbeitgeber
bericht
vom 1
1.
Juli 2011 (
Urk.
7
/
11
) ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer seit
Januar
200
9
einen
Jahre
slohn von
Fr.
94
‘
9
00.
--
erzielte
, welchen er
ohne Gesundheitsschaden im Jahr 20
11
weiterhin verdienen würde
.
Dieser Be
trag ist somit
als
Valideneinkommen
einzusetzen
.
5.2
Was das Invalideneinkommen betrifft, so steht der Beschwerdeführer in einem
stabilen teilzeitlichen Arbeitsverhältnis: Er nahm am 18. April 2011 seine Tä
tigkeit bei der
Y._
, der Firma, bei welcher er seit 1974 als
bau
leitender
Monteur tätig war, in modifizierter Weise in einem Pensum von 50
%
wieder auf. Sein Aufgabengebiet wurde im Hinblick auf seine Ein
schrän
kung
en adaptiert: keine Führungsaufgaben mehr, kein Steigen auf Leitern, Zuzug
einer Hilfsperson für das Heben von schweren Gewichten oder das Arbeiten in der Höhe. Der Lohn wird ihm auf der Basis seines zuletzt erzielt
en Jahreslohnes von Fr. 94‘900.--
entrichtet, womit er noch ein Einkommen von Fr. 47‘450.-
-
erzielt. Der Arbeitsplatz ist nicht gefährdet, da der Beschwerdeführer ein lang
jähriger Mitarbeiter ist und bis zu seinem Schlaganfall einer der besten Bau
leiter
war. Einer weiteren
Pensumssteigerung
im Rahmen dieses bestehenden Arbeits
ver
hältnisses steht sowohl nach Ansicht der Arbeitgeberin sowie des Beschwer
deführers der Gesundheitszustand des letzteren entgegen (Urk. 7/13).
Es stellt sich die Frage, ob dieses seitens des Beschwerdeführers nach Eintritt des
Ge
sundheitsschadens effektiv noch erzielte Erwerbseinkommen als
Invaliden
ein
kommen
übernommen werden kann, ob es die hierfür von der Rechtsprechung
entwickelten Voraussetzungen (vorne E. 1.2) erfüllt, namentlich ob es nicht zu
fällig, nicht zu tief und nicht zu hoch ist:
Der Beschwerdeführer erzielt dieses Einkommen nicht zufällig, es handelt sich um keine Momentaufnahme, sondern er steht in einem ausnehmend stabilen Ar
beitsverhältnis, ist er doch bereits seit 1974 bei der
Y._
tätig und die Firma ist um die Weiterbeschäftigung des gesundheitlich einge
schränkten Beschwerdeführers bemüht.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob das Einkommen nicht zu tief sei, da die me
di
zinisch attestierte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bei 100 % liegt,
der Beschwerdeführer bei der
Y._
nach Eintritt des
Ge
sund
heitsschadens
jedoch nur noch ein Pensum von 50 % aufnahm. Die
Beschwer
degegnerin
hält dem Beschwerdeführer vor, er könne beispielsweise als
Büro
hilfe
oder als Call-Center Mitarbeiter Vollzeit tätig sein (Urk. 2 Verfügungsteil 2 S. 1), was sich mit dem medizinischen Sachverhalt deckt. Soweit die Zumutbar
keit weiterer Erwerbstätigkeit nach Massgabe der Selbsteingliederungspflicht und
der auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt vorhandenen Arbeitsgelegenheiten in Frage steht, stellt das fortgeschrittene Alter jedoch keinen invaliditätsfremden Faktor dar. Vielmehr ist
diesfalls
zu beurteilen, ob für den Versicherten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
realistischerweise
geeignete Arbeitsstellen zur Verfü
gung stehen, an denen er die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit
zumutbarer
weise
noch ganz oder teilweise verwerten kann (Urteil des Bundesgerichts I 617/02 vom 10. März 2003 E. 3.2.3, mit Hinweis auf BGE 107 V 21 E. 2 c). Mass
gebend für das Alter ist dabei der Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung.
Der am 9. November 1951 geborene Beschwerdeführer war im
Verfügungszeit
punkt
bereits 60 Jahre und drei Monate alt.
Angesichts seines vorgerückten Alters schöpft er mit dem gut bezahlten 50%-Pensum in seinem angestammten
Betrieb seine Restarbeitsfähigkeit rechtsgenügend aus. Eine
Vollzeitarbeitstätig
keit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im Bürobereich ist für den Beschwer
de
führer nicht mehr realistisch. Er arbeitete bei Verfügungserlass seit rund 38 Jahren
bei derselben Firma als Monteur, wobei administrative Tätigkeiten wohl eher einen kleinen Raum in seinem Tätigkeitsprofil einnahmen.
Für das 50%-Pensum sind bei der
Y._
genügend
leidensan
ge
passte
Tätigkeiten vorhanden, es darf davon ausgegangen werden, dass der
vom Beschwerdeführer weiterhin bezogene Lohn nicht zu hoch ist, sondern grund
sätzlich der von ihm erbrachten Arbeitsleistung entspricht.
Da somit sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind, ist das tatsächlich noch erziel
te
Einkommen von Fr. 47‘450.- als Invalideneinkommen zu übernehmen
5.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
94‘900.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
47
‘
450
.
--
beträgt die Einkommenseinbusse Fr.
47
‘
450
.
--
, was
ei
nem
In
validitätsgrad
von
50
% entspricht.
Damit ist ein Anspruch des
Be
schwerde
führers
auf eine
halbe R
e
nte
ausgewiesen.
Die angefochtene Verfügung vom 2
1.
Februar 2012 (
Urk.
2)
ist in Gutheissung der
dagegen erhobenen Beschwerde entsprechend abzuändern
.
6.
6.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) ha
t
die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kos
ten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Der Beschwerdeführer obsiegt im vorliegenden Ver
fahren vollständig, womit die Beschwerdegegnerin zu verspflichten ist, ihm eine
Prozessentschädigung auszurichten. Nach Einsicht in die Honorarnote von Rechtsanwalt Urs P. Keller, des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, vom
9.
August 2013 (Urk. 9), worin dieser e
inen angemessenen Aufwand von 6.
1
Stun
den und Barauslagen von Fr. 39.-
-
geltend macht, ist die
Prozess
ent
schä
digung
beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 200.-
-
(zuzüglich Mehr
wertsteuer) auf Fr. 1‘400.- (inkl. Barauslagen und
MWSt.
) festzusetzen.