Decision ID: de1a35d4-caf3-5001-8406-a69a635d92f9
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Dieter Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a D._, geboren 1974, war bei der A._ als Industrielackierer/-maler tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen
Unfälle versichert (UV-act. I/1 und I/7). Am 18. Juni 2000 wurde er beim Inline-Skaten
von einem Personenwagen angefahren. Dabei zog er sich Verletzungen des rechten
Unterschenkels, des linken Daumens und linken Vorderarms sowie des Schädels zu
(vgl. UV-act. 3; Diagnosen: Tibiaschaft-Trümmerfraktur rechts, distale intraartikuläre
Radiusfraktur links, proximale Ulnaschaftfraktur links, extraartikuläre Basisfraktur des
Metacarpale I rechts, Orbitaboden- und Seitenwandfraktur medial bei Status nach alter
Fraktur des septum nasi). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilungskosten und Taggelder unter der Unfallnummer 9.42267.00.2; Akten mit I/ und
Aktennummer bezeichnet).
A.b Am 13. Januar 2004 kollidierte ein entgegenkommendes Motorfahrzeug, dessen
Lenkerin angetrunken war, frontal mit dem vom Versicherten gelenkten
Personenwagen (UV-act. II/1 und II/3). Am kantonalen Spital Rorschach, wo er
ambulant behandelt wurde, wurden eine Schulterkontusion links, eine Kniekontusion
rechts sowie eine Schürfwunde an der Stirn diagnostiziert. Für Frakturen fanden sich
keine Hinweise (UV-act. II/8). Auch für die Folgen dieses Unfalls erbrachte die Suva die
gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und Taggelder unter der Unfallnummer
9.40341.04.3; Akten mit II/ und Aktennummer bezeichnet).
A.c Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats, der den Versicherten seit Anfang 2002 behandelte (UV-act. I/62
und I/67), hatte diesen am 12. Januar 2004, einen Tag vor dem zweiten Unfall, im
Auftrag der Suva untersucht. Er stellte insgesamt einen sehr günstigen Verlauf nach
dem (beim ersten Unfall) erlittenen Polytrauma, Beschwerdefreiheit des
Bewegungsapparats und volle Leistungsfähigkeit fest (UV-act. I/106; volle
Arbeitsfähigkeit seit 1. Dezember 2003 als Industrielackierer). Am 16. Januar 2004
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konsultierte der Versicherte Dr. B._ erneut. Ausser den Knieschmerzen rechts und
den Schulterschmerzen links klagte er über eine Steifigkeit im Bereich der
Halswirbelsäule (HWS), über Kopfschmerzen und ein Pfeifen in den Ohren. Der
orthopädische Chirurg diagnostizierte neben der Kniekontusion rechts und der
Schulterkontusion links eine Kontusion im Stirnbereich mit Distorsion der HWS (UV-act.
II/9).
A.d Am 7. Juni 2005 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung bei Dr. med.
C._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, statt (UV-
act. I/112 bzw. II/27). Bei dieser Gelegenheit beklagte der Versicherte gegenüber der
Suva erstmals Beschwerden im linken Knie seit ein paar Monaten. Er gab an, sein
Hausarzt, Dr. med. E._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Hämatologie, führe
diese Beschwerden auf eine eventuelle Überlastung des linken wegen der Schonung
des rechten Beins zurück. In seiner Beurteilung kam der Kreisarzt zum Schluss, die
geklagten Beschwerden am linken Knie seien unwahrscheinlich eine indirekte
Unfallfolge (Bericht vom 7. Juni 2005, UV-act. I/112, S. 4).
A.e Aufgrund der Magnetresonanztomographien des rechten und besonders des
linken Knies vom 3. Juli 2007 (UV-act. I/146f.) sowie aufgrund des Berichts vom
27. September 2007 der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital
St. Gallen, worin die arthroskopische Inspektion des linken Tibiaplateaus und
gegebenenfalls die operative Entfernung der dort festgestellten grossvolumigen,
polylobulierten Geröllzyste empfohlen wurde (UV-act. I/144), nahm Kreisarzt-Stellver
treter Dr. med. F._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, am 19. Oktober 2007 zur
Unfallkausalität Stellung (UV-act. I/148). Er kam zum Schluss, dass die Beschwerden
am rechten Knie auf den Unfall vom 18. Juni 2000 zurückzuführen seien, während
diejenigen am linken Knie weder sicher noch wahrscheinlich in einem
Kausalzusammenhang zu den Unfällen vom 18. Juni 2000 und 13. Januar 2004
stünden. Unfallnah habe der Versicherte nach beiden Ereignissen keine Beschwerden
am linken Knie geschildert und würden die medizinischen Akten keine Hinweise auf
entsprechende Schädigungen enthalten. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2007 teilte die
Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt PD Dr. iur. Dieter Kehl,
Heiden, sowie den beteiligten Ärzten mit, dass die Beschwerden am linken Knie weder
sicher noch wahrscheinlich auf die erlittenen Unfälle zurückzuführen seien und die
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Kosten für die vorgesehene Behandlung nicht zu Lasten der Unfallversicherung
übernommen werden könnten (UV-act. I/149).
A.f Im "Arztzeugnis UVG für Rückfall" vom 12. Juni 2008 (UV-act. II/52) führte
Dr. med. G._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, unter Angaben
des Patienten unter anderem aus: "Auf Grund der Anamnese muss angenommen
werden, dass beim zweiten Unfall neben der Schulterkontusion links auch das linke
Kniegelenk Schaden genommen hat. Bei im Vordergrund stehendem cervicocephalem
Syndrom und dem durch den ersten Unfall traumatisierten rechten Kniegelenk und
Unterschenkel wurde offensichtlich das linksseitige Knieproblem nicht wahrgenommen.
Auf Grund der radiologischen Befunde sowie auch des Operationsbefundes gehe ich
mit der orthopädischen Klinik des Kantonsspitals St. Gallen einher, dass es sich hier
um ein posttraumatisches Problem des zweiten Unfalls vom 13. Januar 2004 handelt."
A.g Am 25. Juni 2008 reichte der Rechtsvertreter des Versicherten der Suva
Unterlagen über die diagnostische Arthroskopie des linken Knies und die
Spongiosaplastik des lateralen Tibiaplateaus mit Re-Arthroskopie inklusive
Histopathologie-Bericht sowie die Stellungnahme vom 13. Juni 2008 von Dr. G._ ein
(UV-act. II/52 bis II/56). Aus letzterer geht wiederum hervor, dass der Rheumatologe die
linksseitigen Knieschmerzen als sehr wahrscheinlich unfallbedingt beurteilte und
vermutete, dass die Knieverletzung neben der Nacken-Schulterschmerzen aufgrund
der Schulterkontusion links und der HWS-Distorsion in den Hintergrund gerückt sei.
Kreisarzt-Stellvertreter Dr. F._ hielt am 4. Juli 2008 an seiner ablehnenden
versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 19. Oktober 2007 fest und betonte
nochmals, die Kausalität der linksseitigen Kniebeschwerden sei weder sicher noch
wahrscheinlich (UV-act. I/148 bzw. II/46 und II/57). Mit Verfügung vom 9. Juli 2008
lehnte die Suva darauf eine Leistungspflicht wegen der linksseitigen Kniebeschwerden
ab (UV-act. I/58).
B.
Gegen die Verfügung vom 9. Juli 2008 erhob die Krankenkasse des Versicherten, die
Progrès Versicherungen AG, am 11. Juli 2008 vorsorglich Einsprache, zog diese am
5. August 2008 aber wieder zurück (UV-act. II/59 und II/62). Die Einsprache des
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Versicherten vom 22. August 2008 wurde mit Entscheid vom 20. Januar 2009
abgewiesen.
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 23. Februar 2009 mit den Anträgen:
"Der Einspracheentscheid sei samt Verfügung vom 9. Juli 2008 aufzuheben, und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für die
Kniebeschwerden links die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen." Zur Begründung wird - gestützt auf die Stellungnahme vom
13. Juni 2008 von Dr. G._ - geltend gemacht, es sei nachgewiesen, dass die
Kniebeschwerden links nicht krankhaft sondern (post-)traumatisch seien.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. März beantragt die Suva, die Beschwerde vom
23. Februar 2009 sei - soweit darauf einzutreten sei - abzuweisen und der
Einspracheentscheid vom 20. Januar 2009 sei zu bestätigen. Zur Begründung wird auf
den Einspracheentscheid verwiesen, da der Beschwerdeführer keine neuen Belege
auflege und sich mit den Argumenten des vorinstanzlichen Entscheids in keiner Weise
auseinandersetze. Weiter wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe nicht
nachgewiesen, dass die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden sei. Wäre sie
verspätet, könnte nicht auf sie eingetreten werden.
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers liess die Frist zur Einreichung einer
allfälligen Replik unbenützt verstreichen, worauf mit Schreiben der Gerichtsleitung vom
16. Juni 2009 der Schriftenwechsel abgeschlossen wurde (act. G 7).
D.
D.a Mit Eingabe vom 29. Juni 2009 wies der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
auf das Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2008 in Sachen Allianz gegen S. -
8C_595/2007 E. 5 - hin (act. G 8). Sie wurde der Beschwerdegegnerin am 30. Juni
2009 zur Kenntnis gebracht (act. G 9).
D.b Am 31. Juli 2009 stellte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem
Versicherungsgericht Kopien der IV-Akten zu (act. G 10 und 10.1) und verwies auf die
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Bemerkung im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 27. September 2007, wonach
sich als Ausdruck eines posttraumatischen Residualzustands ein leicht deformiertes
laterales Tibiaplateau finde. Mit Schreiben vom 3. August 2009 wies der Präsident des
Versicherungsgerichts den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darauf hin, dass er
keinen Anlass sehe, seiner Eingabe irgendwelche weiteren Folgen zu geben, nachdem
sich der Bericht vom 27. September 2007 bereits in den Vorakten (UV-act. I/144) finde
und bei der Erstellung des angefochtenen Einspracheentscheids bekannt gewesen sei
(act. G 11).
D.c Telefonisch beantragte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 8. Februar
2010, die Beurteilung des Falles seines Mandanten zurückzustellen, da dieser
demnächst am linken Knie operiert werde und er aufgrund der neuen Dokumente eine
Eingabe an das Versicherungsgericht plane (Telefonnotiz act. G 12). - Am 30. April
2010 reichte er verschiedene Unterlagen bezüglich Zystenrezidiv am linken Knie ein
und schloss besonders aus der Bestätigung des Kantonsspitals St. Gallen vom
22. April 2010, die Suva trage die Kosten der Behandlung am linken Knie, womit sie die
Beschwerde anerkannt habe (act. G 13 mit Beilagen 13.1 bis 13.9). Diese Eingabe
wurde der Beschwerdegegnerin am 4. Mai 2010 zur Kenntnis gebracht, worauf sie sich
am 11. Mai 2010 vernehmen liess (act. G 14 und 15). Dabei wurde ausgeführt, die Suva
habe keinerlei Aufwendungen des Kantonsspitals St. Gallen gedeckt, die die
Behandlung des linken Knies beträfen. Die neu aufgelegten Arztberichte des
Kantonsspitals St. Gallen seien für die gerichtliche Beurteilung der vorliegenden
Angelegenheit irrelevant, da sie keinerlei Angaben zur streitigen Frage der
Unfallkausalität des Knieschadens links beinhalten würden. Im Übrigen seien der
richterlichen Beurteilung lediglich die tatsächlichen Verhältnisse zugrunde zu legen, wie
sie bis zum Erlass des Einspracheentscheids bestanden hätten. Der Stellungnahme der
Beschwerdegegnerin entgegnete der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am
19. Mai 2010 wie folgt (act. G 17): "Die Behauptung von Kollege J._ ist aktenwidrig:
Die Suva hat die Kosten der Behandlung des linken Knies übernommen; andere Kosten
fielen gar nicht an."
E.
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Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den
übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 In der Beschwerdeantwort vom 26. März 2009 macht die Beschwerdegegnerin
geltend, der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers habe die Rechtzeitigkeit der
Beschwerde nicht nachgewiesen. Sollte diese nicht erstellt sein, könne nicht auf die
Beschwerde eingetreten werden. Dieser formelle Aspekt ist vorab zu prüfen.
1.2 Nachforschungen bei der Schweizerischen Post zum Einschreiben R
1._(= Aufgabe-Nummer des Einspracheentscheids) haben ergeben, dass diese
Sendung am 20. Januar 2009 abgeschickt und am 21. Januar 2009 ins Postfach des
Adressaten avisiert wurde. Die Zustellung bzw. Aushändigung am Postschalter erfolgte
am 28. Januar 2009 (act. G 1.1.1 und 1.1.2). Die Beschwerde vom 23. Februar 2009
(Sendung R 2._ mit unleserlichem Poststempel) ging dem Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen - nach einer "nicht erfolgreichen Zustellung" am 24. Februar 2009 -
am 25. Februar 2009 zu (vgl. act. G 1.7f.). Die 30-tägige Beschwerdefrist gemäss
Art. 60 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 38 Abs. 1 ATSG und Art. 39 Abs. 1 ATSG
wurde vorliegend eingehalten (vgl. auch U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009,
N 2ff. zu Art. 60 ATSG und N 6ff. zu Art. 38 ATSG). Die Eintretensvoraussetzung der
rechtzeitigen Beschwerdeerhebung ist demnach erfüllt.
1.3 Auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen der sachlichen und örtlichen
Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (vgl. Art. 57f. ATSG)
sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde vom 23. Februar 2009 einzutreten ist.
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ihre
Leistungspflicht für die Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers am
linken Knie aufgrund der Unfälle vom 18. Juni 2000 und 13. Januar 2004 verneint hat.
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2.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend
dargelegt, nach welchen Bestimmungen sich die Leistungspflicht des
Unfallversicherers richtet und dass ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem Gesundheitsschaden
vorausgesetzt ist (Erwägungen 1a bis 1c). Ebenfalls zutreffend sind die Ausführungen
zur Leistungspflicht der Unfallversicherung für Rückfälle und Spätfolgen (Erwägung 1d)
sowie diejenigen zum Beweis (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
[Erwägung 1d 2. Abschnitt], Beweiswert von Aktengutachten [Erwägung 2c] und
antizipierte Beweiswürdigung [Erwägung 2d]). Darauf kann verwiesen werden.
2.3 Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin über den Beweiswert von ärztlichen
Berichten (Erwägungen 2a und 2b des Einspracheentscheids) sind durch die jüngste
Rechtsprechung des Bundesgerichts in BGE 135 V 465 zum Beweiswert von
Stellungnahmen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte zu ergänzen. Danach ist es
auch unter Berücksichtigung der neueren Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte zu Art. 6 Abs. 1 der Europäischen Konvention zum
Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) grundsätzlich
zulässig, dass ein Gericht auf die vom Versicherungsträger korrekt erhobenen Beweise
abstellt und auf ein eigenes Beweisverfahren verzichtet. Die von versicherungsinternen
Ärztinnen und Ärzten erstellten Stellungnahmen und Berichte sind keine Gutachten im
Sinn von Art. 44 ATSG und es kommt ihnen nicht derselbe Stellenwert zu wie einem im
Rahmen von Art. 44 ATSG in Auftrag gegebenen Gutachten. Aus Art. 6 Abs. 1 EMRK
folgt jedoch nicht, dass die Berichte und Stellungnahmen versicherungsinterner
Ärztinnen und Ärzte unbeachtlich wären. Bestehen aber auch nur geringe Zweifel an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind mittels unabhängiger Begutachtung ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 in fine S. 470 mit Hinweis; Urteile des
Bundesgerichts 8C_21/2010 vom 27. Mai 2010 E. 3.3 und 8C_439/2009 vom 25. No
vember 2009 E. 4.4 [zusammengefasst in Plädoyer 2/2010 S. 54ff.]).
3.
3.1 Beim Unfall vom 18. Juni 2000 wurden Verletzungen - neben solchen am linken
Vorderarm und Daumen sowie des Schädels - nur am rechten Bein gesetzt
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&subcollection_mI35=on&insertion_date=&top_subcollection_aza=any&query_words=BGE+135+V+465&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-V-465%3Ade&number_of_ranks=0#page465
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(Tibiaschaft-Trümmerfraktur rechts, vgl. Austrittsbericht Kantonsspital St. Gallen vom
10. Juli 2000 [UV-act. I/3]). Dr. B._ stellte bei der Untersuchung vom 12. Januar 2004,
dreieinhalb Jahre nach dem ersten Unfall Beschwerdefreiheit des Beschwerdeführers
seitens seines gesamten Bewegungsapparats fest und schloss gleichzeitig alle
ärztlichen Behandlungen ab (vgl. UV-act. I/106). Im Zusammenhang mit dem Unfall
vom 18. Juni 2000 sind in den unfallnahen Akten bzw. innerhalb der ersten dreieinhalb
Jahre keinerlei Verletzungen oder Beschwerden am linken Bein dokumentiert (vgl. UV-
act. I/6f., I/33, I/47f. und I/83).
3.2 Beim zweiten Unfall am 13. Januar 2004 zog sich der Beschwerdeführer - neben
einer Schürfwunde an der Stirn und einer Kontusion der linken Schulter - eine
Kontusion des rechten Knies zu (vgl. UV-act. II/8f. und II/2; Kontusion = Prellung und
Quetschung durch direkte stumpfe Gewalteinwirkung, vgl. Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 261. Aufl. 2007, S. 1025). Dr. B._ beschrieb aufgrund der Konsultation
vom 16. Januar 2004 in der Bestätigung vom 23. Februar 2004 (UV-act. II/9) - neben
den Bewegungseinschränkungen der linken Schulter und der Kontusionsmarke im
Stirnbereich - ein "nicht geschwollenes, ergussfreies rechtes Kniegelenk mit
Kontusionsmarken anterolateral. Das Kniegelenk war frei beweglich. Im Bereich der
Kontusionsmarken bestand eine deutliche Druckdolenz." Die Anfrage der Suva vom
19. Mai 2004 an den Beschwerdeführer nach der weiteren ärztlichen Behandlung
beantwortete er am 25. Juni 2004 dahingehend, dass die ärztliche Behandlung
abgeschlossen sei, er aber jederzeit den Hausarzt aufsuchen könne, falls Spätfolgen
auftreten würden (UV-act. II/19). Auch in den ereignisnahen Akten zum zweiten Unfall
finden sich somit keinerlei Hinweise auf eine Verletzung des linken Knies am 13. Januar
2004.
3.3 Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 7. Juni 2005 durch
Dr. C._, 17 Monate nach dem zweiten und rund fünf Jahre nach dem ersten Unfall,
klagte der Beschwerdeführer der Suva gegenüber erstmals über Beschwerden am
linken Knie (UV-act. I/112 bzw. II/27). Der Kreisarzt erhob am linken Knie (im Liegen)
eine gute Patellaverschieblichkeit. Weiter führte er aus: "Im Bereich des Hoffa medial
und lateral vergröberte Weichteile und Weichteilknacken, etwas schmerzhaft. Das
Knacken ist auch reproduzierbar bei passiver Extension und Flexion des linken Knies,
aber indolent. Keine Meniscuszeichen. Bänder stabil. Etwas verlängerte vordere
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Schublade mit Anschlag. Keine tanzende Patella. Kein retropatelläres Krepitieren.
Patellafacette lateralseitig etwas dolent." Als mögliche Ursache der linksseitigen
Kniebeschwerden gab der Beschwerdeführer dem Kreisarzt die Meinung seines
Hausarztes wieder, wonach diese eventuell auf eine Überlastung zurückzuführen seien,
weil er das rechte Bein geschont habe (UV-act. I/112 S. 2). Dr. C._ beurteilte die
Beschwerden im linken Knie als unklar. Es finde sich eine gewisse Weichteilirritation
peripatellär. Eine indirekte Unfallfolge sei unwahrscheinlich. Mit Schreiben vom 21. Juni
2005 zum Unfall vom 13. Januar 2004 teilte die Suva daraufhin dem Beschwerdeführer
mit, dass eine weitere Behandlung nicht mehr nötig sei, der Fall abgeschlossen werden
könne und die Versicherungsleistungen enden würden (UV-act. II/28).
3.4
3.4.1 Gemäss Bericht vom 18. Oktober 2005 (UV-act. I/114 an den
Rechtsvertreter) konsultierte der Beschwerdeführer Dr. G._ erstmals am 27. August
2005. Die vorher lediglich als Möglichkeit diskutierte Überlastung des linken Knies zur
Entlastung des rechten Beins stellte der Rheumatologe dabei ohne Begründung als
Tatsache hin. Nachdem weitere Abklärungen im Vordergrund gestanden hatten
(Neurologie, Neuropsychologie und Radiologie, vgl. UV-act. I/123f., II/34 bis II/43),
rückten die Beschwerden am linken Knie erst rund zwei Jahre später mit der
Untersuchung vom 26. September 2007 an der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Die Ärztinnen und
Ärzte an dieser Klinik nannten im Bericht vom 27. September 2007 (UV-act. I/144) als
erste Diagnose: "Therapieresistente Knieschmerzen beidseits bei Status nach
Polytrauma vom 18.06.2000 und Re-Unfall vom 13.01.2004 mit/bei:
- Tibiaschafttrümmerfraktur rechts, im Verlauf Pseudoarthrose
- Tibiamarknagelung (aufgebohrt)
- Dynamisierung des Marknagels am 29.08.2000
- Spongiosaplastik nach Entfernung eines nekrotischen Fragmentes und Entfernung
von Bindegewebe am 26.01.2001
- Dynamisierung des Marknagels 20.02.2002
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- Marknagelentfernung 15.05.2002"
Irgendwelche Hinweise auf konkrete Verletzungen am linken Knie oder eine Erklärung,
wie die im Magnetresonanztomogramm (MRI) vom 3. Juli 2007 dokumentierte
Geröllzyste (UV-act. I/147) entstanden sein könnte, enthält dieser Bericht nicht. Auch
unter der Diagnose "Status nach Verkehrsunfall (Frontalkollision) 13.01.2004" findet
sich an den unteren Extremitäten nur die bisher berichtete Kniekontusion rechts.
Lediglich unter der Verlaufsschilderung erwähnen die Ärzte "intermittierend linksseitige
belastungsabhängige Kniegelenksschmerzen" als eine Folge des Unfalls vom
13. Januar 2004.
3.4.2 Im Bericht vom 13. Juni 2008 an den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers (UV-act. II/55) beurteilte Dr. G._ die linksseitigen
Kniegelenkschmerzen als sehr wahrscheinlich unfallbedingt. Eine eigentliche
Begründung für diese Einschätzung gab er nicht an. Er schloss nach Rücksprache mit
dem Rechtsvertreter und mangels anderer Erklärungen auf die Unfallkausalität. Im
Einzelnen führte der Rheumatologe aus: "[...] Aus dem Histologiebefund geht hervor,
dass es sich hier nicht um ein Tumorgewebe oder eine Knochenentzündung gehandelt
hat. Insofern beurteile ich die linksseitigen Kniegelenkschmerzen als sehr
wahrscheinlich unfallbedingt. Es muss angenommen werden, dass mit dem Unfall vom
13.1.04 mit Schulterkontusion links sowie auch Distorsion der Halswirbelsäule die
Nacken-Schulterschmerzen im Vordergrund standen und die Knieverletzung in den
Hintergrund rückte. [...]". Wie aus den Akten hervorgeht (vgl. vorstehende Erwägungen
3.1 und 3.2), finden sich unfallnah jedoch keinerlei Hinweise auf irgendeine Verletzung
am linken Bein bei einem der beiden Unfälle. Vielmehr bestätigten sowohl der
Beschwerdeführer als auch die behandelnden Ärzte ausdrücklich oder stillschweigend
keine Verletzungen am linken Bein bzw. Beschwerdefreiheit (vgl. UV-act. I/33, I/47, I/83
und II/3 [Angaben des Beschwerdeführers] sowie UV-act. I/106 und II/8f. [ärztliche
Berichte]).
3.4.3 Die Angaben von Dr. G._ und teilweise auch der Ärztinnen und Ärzte an
der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen stehen bezüglich
Beschwerden am linken Knie im Widerspruch zu den unfallnahen Akten. Sie geben
Monate bzw. Jahre nach den beiden Unfällen den Zeitpunkt von deren erstmaligem
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Auftreten aufgrund der subjektiven Schilderungen des Beschwerdeführers und nicht
gestützt auf die (unfallnahen) Vorakten wieder. Damit vermögen sie die fehlenden
Berichte über Verletzungen des linken Knies nach beiden Unfällen (inklusive
Bestätigung der Beschwerdefreiheit "an den übrigen Gelenken" durch Dr. med. H._,
Assistenzarzt am Kantonalen Spital Rorschach im Kurzaustrittsbericht vom 14. Januar
2004 [UV-act. II/8]) weder zu ersetzen noch überwiegend wahrscheinlich
nachzuweisen, dass eine Verletzung des linken Knies beim Unfall vom 13. Januar 2004
gesetzt wurde, aber gegenüber den Nacken- und Schulterschmerzen in den
Hintergrund rückte und deshalb unfallnah nicht berichtet wurde (vgl. Annahme von
Dr. G._ in den Berichten vom 12. und 13. Juni 2008 [UV-act. II/52 und II/55]), noch
gar, dass die Ursache der Geröllzyste am linken Knie bei einem der beiden Unfälle
gesetzt worden ist.
3.4.4 Aus der Bezeichnung "post-traumatisch", die Dr. G._ und die Ärztinnen
und Ärzte an der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen für
die linksseitigen Kniebeschwerden verwenden, kann nichts zur Kausalität abgeleitet
werden. Sie bedeutet lediglich, dass die Beschwerden nach einem Unfall aufgetreten
sind. - Nach ständiger Rechtsprechung ist auch das Argument, die linksseitigen
Kniebeschwerden seien auf einen der Unfälle zurückzuführen, weil der
Beschwerdeführer davor nicht an solchen gelitten habe, beweisrechtlich für sich allein
nicht ergiebig ("post hoc ergo propter hoc" vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 E. 7.2.4 S. 54 mit
Hinweisen).
3.4.5 Zusammenfassend lässt sich weder aus den Berichten und
Stellungnahmen von Dr. G._ noch aus denjenigen der Ärztinnen und Ärzte an der
Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen auf die Unfallkausalität
der linksseitigen Kniebeschwerden schliessen, noch deren Ursache in irgendeiner Form
ermitteln.
3.5 Für seine Stellungnahmen vom 19. Oktober 2007 und 4. Juli 2008 (UV-act. [I/148
bzw.] II/46 und II/57) standen Kreisarzt-Stellvertreter Dr. F._ jeweils sämtliche
vorhandenen Akten der Beschwerdegegnerin zur Verfügung. Er beurteilte die
Unfallkausalität der Beschwerden und ausgewiesenen bzw. operativ sanierten
Schädigungen am linken Knie des Beschwerdeführers am 19. Oktober 2007
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ausdrücklich gestützt auf die Vorakten, darunter "die echtzeitlichen umfangreichen
medizinischen und administrativen Dokumente" als "weder sicher noch
wahrscheinlich" und hielt am 4. Juli 2008 - mit speziellem Bezug auf den Bericht von
Dr. G._ vom 13. Juni 2008 (UV-act. II/55) - ausdrücklich an den Feststellungen in der
ersten ablehnenden versicherungs-medizinischen Stellungnahme fest. Die
Bewertungen von Dr. F._, besonders diejenige vom 19. Oktober 2007, erscheinen als
schlüssig, sind nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei und es
bestehen keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit. Nach der Rechtsprechung kommt
ihnen daher Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353f.). Die Berichte und
Stellungnahmen von Dr. G._ und der Ärztinnen und Ärzte an der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen, die die Vorakten nur teilweise
berücksichtigen bzw. in mancher Hinsicht im Widerspruch zu diesen stehen (vgl.
Erwägung 3.4), vermögen keine Zweifel an den Feststellungen von Dr. F._ bezüglich
fehlender Unfallkausalität für die linksseitigen Kniebeschwerden hervorzurufen,
weshalb auch im Licht der neusten Rechtsprechung auf seine Beurteilung abzustellen
ist (vgl. BGE 135 V 465).
3.6 Aus den IV-Akten, die der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 31. Juli 2009
einreichte (act. G 10 und 10.1), ergeben sich keine Erkenntnisse für die Unfallkausalität
der Beschwerden am linken Knie: Die Suva-Akten enthalten die Berichte der
behandelnden Ärztinnen und Ärzte bereits, soweit sie nicht ausdrücklich im Auftrag der
IV erstellt worden sind. Letztere vermögen die Unfallkausalität der linksseitigen
Kniebeschwerden nicht herzustellen, auch wenn Dr. G._ darin - im bereits erläuterten
Widerspruch zu den unfallnahen Akten (vgl. Erwägung 3.4) - von beidseitigen
Kniekontusionen beim Unfall vom 13. Januar 2004 schreibt und die Schmerzen am
linken Knie wiederholt darstellt, als ob sie schon unmittelbar nach dem zweiten Unfall
aufgetreten wären (vgl. Bericht Dr. G._ mit Beiblatt vom 5. Dezember 2008 an die IV-
Stelle). I._, Arzt im Regionalen Ärztlichen Dienst der IV (RAD), hielt aufgrund der
telefonischen Besprechung am 20. Oktober 2008 mit Dr. G._ zudem fest, es sei
unklar, ob die Beschwerden (am linken Knie) als Unfallfolge anzusehen seien. Da die IV
als finale Versicherung ausgestaltet ist, und nicht wie die Unfallversicherung kausal,
musste sie auch keine (detaillierte) Kausalitätsabklärung vornehmen.
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3.7 Rückschlüsse zur ursprünglichen Unfallkausalität der linksseitigen
Kniebeschwerden ergeben sich auch nicht aus den Akten bezüglich Zystenrezidivs, die
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem Versicherungsgericht mit Schreiben
vom 30. April 2010 einreichte (act. G 13). In den ärztlichen Berichten werden die Unfälle
vom 18. Juni 2000 und 13. Januar 2004 im Zusammenhang mit dem Zystenrezidiv
denn auch gar nicht erwähnt (act. G 13.4 bis 13.9). - Auch aus der Bestätigung des
Kantonsspitals St. Gallen vom 22. April 2010, wonach die Suva St. Gallen bisher die
Leistungen übernommen habe (act. G 13.1), lässt sich zugunsten des
Beschwerdeführers nichts ableiten. Vielmehr bestreitet die Suva ihre Leistungspflicht
für die Behandlungen des linken Knies weiterhin. Sie stellt auch in Abrede, irgendeine
Zahlung ans Kantonsspital St. Gallen für die Behandlung des linken Knies geleistet zu
haben (act. G 15). Bis zum Erlass des Einspracheentscheids am 20. Januar 2009 waren
jedenfalls keinerlei Zahlungen betreffend das linke Knie des Beschwerdeführers erfolgt
und werden auch keine solchen geltend gemacht. Selbst wenn im Zusammenhang mit
der Behandlung des Zystenrezidivs (die gemäss act. G 13.6 ab 30. September 2009
dokumentiert ist) eine Zahlung der Beschwerdegegnerin erfolgt wäre, vermöchte eine
solche nicht rückwirkend die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die
Behandlung des linken Knies auszulösen. Auch weitere diesbezügliche Abklärungen
(besonders die Einholung von Auskünften des Kantonsspitals St. Gallen) erübrigen
sich, da von ihnen kein weiterer Aufschluss zur strittigen Frage des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu erwarten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131
I 153 E. 3 S. 157 und Urteil des Bundesgerichts 8C_956/2009 vom 9. März 2010 E. 4.2,
je mit Hinweisen).
3.8 Die Entstehung der linksseitigen Kniebeschwerden anlässlich eines der beiden
Unfälle oder als deren direkte oder indirekte Folge lässt sich somit nicht mit der
erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen (vgl. dazu Th. Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 451f.). Diesbezüglich
lässt sich auch aus dem vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Eingabe
vom 29. Juni 2009 (act. G 8) angeführten Urteil des Bundesgerichts 8C_595/2007 vom
3. September 2008 nichts herleiten: Letzteres hatte eine erwiesene Unfallkausalität als
Ausgangssituation und es war nicht klar, auf welchen von zwei Unfällen die Unfallfolgen
zurückzuführen waren. Im Fall des Beschwerdeführers fehlt es demgegenüber am
Nachweis der Unfallkausalität, worauf sich die Frage der Zuordnung (und damit der
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Belastung der Policen von verschiedenen Arbeitgebern bzw. des allfälligen Rückgriffs
auf verschiedene Unfallverursacher und deren Haftpflichtversicherungen) gar nicht
stellt. In Würdigung der gesamten Aktenlage muss der natürliche
Kausalzusammenhang der Beschwerden am linken Knie zu den Unfällen vom 18. Juni
2000 und 13. Januar 2004 verneint werden. Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu
Recht ihre Leistungspflicht für die Behandlung des linken Knies verneint.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG