Decision ID: 8e041544-0df2-58a4-9fc1-ea2d27cbd34f
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im September 2000 bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, wegen eines
Bandscheibenschadens seit dem 19. Oktober 1999 voll arbeitsunfähig zu sein. Von
1980 bis 1981 habe er in B._ eine Elektrikerlehre und von 1987 bis 1988 in der
Schweiz eine Maurer-Anlehre absolviert. Zuletzt habe er bei C._ AG als Hilfsarbeiter
gearbeitet. Mit Verfügung vom 15. März 2002 wurde das Gesuch um berufliche
Eingliederungsmassnahmen abgewiesen (IV-act. 17). Zur Begründung wurde angeführt,
dass in der bisherigen Tätigkeit als Schichtarbeiter zwar eine volle Arbeitsunfähigkeit
bestehe, dem Versicherten jedoch leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten zumutbar seien. Seit März 2001 arbeite er wieder voll in einer adaptierten
Tätigkeit.
A.b Im Januar 2005 meldete sich der Versicherte zum zweiten Mal bei der IV-Stelle zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 18). Er erklärte, wegen chronischer Schmerzen
nach mehreren Operationen im Inguinalbereich links seit dem 19. Januar 2004 voll
arbeitsunfähig zu sein. Zuletzt habe er als Schichtführer bei der D._ AG gearbeitet.
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2005 wies die IV-Stelle das Rentengesuch mit der
Begründung ab, dass der Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne (IV-act. 45). Nachdem der
Versicherte Einsprache erheben liess (IV-act. 46), widerrief die IV-Stelle die
Abweisungsverfügung (IV-act. 56) und ordnete eine polydisziplinäre Begutachtung an
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(IV-act. 52). Am 20. März 2007 wurde der Versicherte von der Medas Zentralschweiz
polydisziplinär (allgemein-internistisch, psychiatrisch und rheumatologisch) begutachtet
(Gutachten vom 10. Mai 2007, IV-act. 83). Die Gutachter gaben als Diagnosen mit
wesentlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit psychologische Faktoren oder
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und eine Impingement-Symptomatik der rechten Schulter vom
Supraspinatus-Typ an (siehe IV-act. 83-18 und 83-21). Die Arbeitsfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maschinenüberwacher schätzten sie auf 0 %, sofern
es sich dabei um eine schwere und häufig mittelschwere Arbeit gehandelt habe. In
einer körperlich leichten und nur gelegentlich mittelschweren Tätigkeit ohne
Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm bestehe eine 90 %ige Arbeitsfähigkeit, wobei
die 10 %ige Einschränkung psychisch bedingt sei. Mit Verfügung vom 19. Februar
2008 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem IV-Grad von 23 % ab (IV-act.
106).
A.c Im März 2011 wurde der Versicherte von seinem Rechtsvertreter zum dritten Mal
für die berufliche Integration bzw. zum Bezug von Rentenleistungen angemeldet (IV-
act. 122). Der Rechtsvertreter gab an, dass der Versicherte seit mindestens sieben
Jahren arbeitsunfähig sei. Er leide an Schmerzen in der Leistengegend, am Rücken, im
linken Arm und in der linken Schulter sowie an einer schweren Depression mit
psychotischen Symptomen und fraglicher Suizidalität.
A.d Die Klinik E._ hatte am 1. März 2011 über die stationäre Behandlung vom 2. bis
24. Februar 2011 berichtet (IV-act. 125). Als Diagnose hatten die Ärzte eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen
Symptomen (F33.3), angegeben. Die Zuweisung sei aufgrund einer schweren
depressiven Episode mit psychotischen Symptomen und fraglicher Suizidalität per
fürsorgerischem Freiheitsentzug (FFE) erfolgt. In den ersten Tagen habe der Versicherte
tagsüber mehrmals berichtet, einen Mann mit weissem Bart gesehen und imperative
Stimmen von diesem gehört zu haben. Nach der Medikamenteneinstellung seien diese
Bilder nicht mehr so oft vorgekommen. Nach Abklingen der psychotischen
Symptomatik und einer deutlichen Stabilisierung der depressiven Symptomatik sei der
Versicherte auf eigenen Wunsch hin bei fehlender Rückhaltesymptomatik entlassen
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worden. Am 14. April 2011 berichtete Dr. med. F._, Allgemeinmedizin FMH, dem
RAD-Arzt Dr. med. G._ telefonisch, dass er den Versicherten weder vor noch nach
der Hospitalisation je psychotisch erlebt habe. In einer körperlich ideal adaptierten
Tätigkeit dürfte der Versicherte wieder über eine relevante Arbeitsfähigkeit verfügen,
zumal keine psychotischen Elemente mehr zu erkennen seien. Wie viele Stunden der
Versicherte pro Tag arbeitsfähig sei, sei offen. Gegen eine sofortige
Wiedereingliederung spreche die sehr weit fortgeschrittene Demotivation des
Versicherten (IV-act. 129; am 25. April 2011 von Dr. F._ unterzeichnet).
A.e Mit Vorbescheid vom 5. Mai 2011 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, auf
das neue Leistungsbegehren nicht einzutreten, da er nicht glaubhaft dargelegt habe,
dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert
hätten (IV-act. 133). Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 3.
Juni 2011 einwenden, dass sich insbesondere sein psychischer Gesundheitszustand
zwischenzeitlich wesentlich verschlechtert habe. Davon zeuge allein schon der FFE.
Daneben hätten auch die körperlichen Beschwerden in der Leistengegend
zugenommen (IV-act. 134). Das Psychiatrie-Zentrum H._ berichtete am 18. Oktober
2011 über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (IV-act. 140). Seit dem 3.
Juni 2011 fänden in zwei- bis vierwöchentlichem Rhythmus psychiatrisch-
psychotherapeutische Gespräche statt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheine die
mittel- bis langfristige Prognose wegen der chronifizierten Schmerzsymptomatik und
wegen dem sich sukzessiv verschlechternden depressiven Zustandsbild als eher
ungünstig. Der Versicherte könne aktuell als eindeutig schwergradig depressiv mit
teilweise psychotischen Symptomen eingestuft werden. Die ambulante Behandlung
gestalte sich aufgrund der sprachlichen Schwierigkeiten sowie der psychosozialen
Belastungsfaktoren als äusserst schwierig.
A.f Am 4. September 2012 fand eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung (allgemein-
internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) durch die Medas Zentralschweiz statt
(Verlaufsgutachten vom 27. November 2012, IV-act. 148). Als Diagnosen mit
wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
- Aktuell schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F33.3) bei Status
nach rezidivierenden depressiven Störungen seit mindestens 2008;
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- unerwünschte Arzneimittelwirkungen verschiedener Medikamente (Y49.2 und 49.5)
mit unmessbar tiefer Serumskonzentration des verordneten Antidepressivums
(Venlafaxin);
- Hohlrundrücken mit Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysbalance,
Dekonditionierung, medio-rechtslateraler Diskushernie L5/S1 (CT 1999, aktuell ohne
neurologisches Defizit) und Status nach lumbospondylogenem und zervikalem
Schmerzsyndrom 2007.
Der rheumatologische Gutachter Dr. med. I._ erklärte in seinem Teilgutachten (IV-act.
148-33), dass der Versicherte über eine Besserung der Beschwerden am
Bewegungsapparat seit der letzten Begutachtung im Jahr 2007 berichtet habe. Aktuell
fühle er sich sowohl im Bereich des Rückens als auch der Gelenke schmerzfrei; nur
manchmal würden punktförmige Schmerzen im Kreuz mit gelegentlicher Ausstrahlung
in die Beine und den ganzen Rücken auftreten. Er fühle sich insgesamt kraftlos und
ohne Energie. Er benötige keine Medikamente; einzig bei gelegentlich auftretenden
Kopfschmerzen nehme er Dafalgan ein. Der rheumatologische Gutachter gab weiter an,
aufgrund der aktuell angegebenen Beschwerdefreiheit und des bis auf die Fehlstatik
und die Adipositas unauffälligen Untersuchs sei aus rheumatologischer Sicht auf eine
deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes zu schliessen. Gestützt auf die
früheren Abklärungen mit computertomografisch nachgewiesener lumbo-sakraler
Diskushernie und aufgrund der Fehlstatik betrachte er den Versicherten jedoch
weiterhin für jegliche körperlich schweren und ausschliesslich mittelschweren Arbeiten
sowie für rückenbelastende Arbeitspositionen als nicht arbeitsfähig. Körperlich leichte
und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten in vorzugsweise wechselnden
Körperpositionen seien dem Versicherten jedoch ganztags und ohne zeitliche sowie
leistungsmässige Einschränkung zumutbar. Der psychiatrische Gutachter Dr. med.
J._ erklärte in seinem Teilgutachten (IV-act. 148-22 ff.), dass der Versicherte als
erstes über das Sehen eines Mannes mit weissem Bart, der ihn überall hinbegleite,
berichtet habe. Er sehe den Mann etwa seit dem Aufenthalt in der Klinik E._. Er
ängstige sich vor ihm. Es gebe auch Tage, an denen er keine Stimmen höre. Wegen
der Erscheinung des Mannes gehe er nie allein an Orte, wo es viele Menschen habe. Er
habe Angst, dass die Leute auf ihn zeigten und über ihn lachten. Er habe die Hoffnung
verloren, vergesse viel, werde schnell nervös und aggressiv. Der psychiatrische
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Gutachter führte weiter aus, die entscheidende Frage sei, wie die geltend gemachten
Halluzinationen differentialdiagnostisch einzuordnen seien. Der Versicherte habe
gleichzeitig und immer gleich auftretende, optische und akustische Halluzinationen
geschildert; dies komme eher selten vor. Die Kriterien für eine Schizophrenie seien
nicht eindeutig erfüllt, da der Versicherte weder befehlende noch kommentierende
Stimmen in der dritten Person beschrieben habe. Halluzinationen seien im Rahmen
einer Depression selten. Wenn psychotische Symptome aufträten, handle es sich
meistens um stimmungskongruente Wahnideen. Sobald psychotische Symptome im
Rahmen einer Depression vorlägen, handle es sich definitionsgemäss um eine schwere
Depression. Aus seiner Erfahrung liege in solchen Fällen auch immer eine schwere
Depression im klinischen Sinn vor. Im vorliegenden Fall bestehe jedoch − ohne
Berücksichtigung der psychotischen Symptomatik − nur eine mittelgradige Depression.
Des Weiteren könne ein ausgeprägter sozialer Rückzug zu psychoseähnlichen
Erscheinungen führen. Der Versicherte habe die Einweisung in die Klinik durch die
Polizei als völlig unangemessen empfunden, was gut nachvollziehbar sei. Gleichzeitig
habe ihm dieses Ereignis zusammen mit den zusätzlichen Medikamenten deutlich
gemacht, dass die Schilderung von psychotischen Symptomen von den Ärzten als
Hinweis auf eine gravierende Erkrankung beurteilt werde. Das könnte die
Wahrnehmungsstörungen intensiviert haben. Hierbei handle es sich eher nicht um ein
bewusstes Aggravieren, sondern um einen weitgehend unbewussten Ablauf. Ob
vorliegend eine psychotische Depression, eine Schizophrenie oder eine Eskalation von
illusionären Verkennungen oder Visionen auf der Basis eines sozialen Rückzugs und
der Konzentration auf den Kampf um eine IV-Rente bestehe, könne aufgrund der
vorhandenen Daten nicht definitiv entschieden werden. Es bleibe deshalb nur die
Möglichkeit, die Diagnosen, die mehr oder weniger hätten objektiviert werden können,
zu diskutieren. Der Versicherte habe in den Fremdbeurteilungsskalen, die die Frage von
psychotischen Symptomen nicht berücksichtigten, Werte erreicht, die knapp über dem
Grenzwert zwischen einer leichten und einer mittelschweren Depression lägen. Das
entspreche auch dem klinischen Eindruck im engeren Sinn. Eine chronische
Depression zeige typischerweise gewisse Schwankungen im Schweregrad. Für die
Beurteilung der anhaltenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei daher nicht nur
vom momentanen Schweregrad, sondern von einem durchschnittlichen Schweregrad,
d.h. in diesem Fall von einer leichten bis mittelgradigen Depression, auszugehen. Der
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Serumsspiegel von Venlafaxin habe unter der Nachweisgrenze gelegen. Der
Versicherte nehme die Antidepressiva − entgegen seiner Aussage − wahrscheinlich
also gar nicht ein. Dies relativiere die Verschlechterung etwas. Der Versicherte habe
vermehrte Ängste in Menschenmengen geschildert. Diese Angstsymptomatik bilde Teil
der Depression oder auch einer Schizophrenie, sei also nicht so ausgeprägt, dass eine
eigene Diagnose gerechtfertigt wäre. Die Schmerzen hätten sich deutlich gebessert
und seien zum grössten Teil verschwunden. Deshalb könne die Diagnose einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren nicht mehr
gestellt werden. Mangels eindeutiger Diagnose sei es auch kaum möglich, eine
verlässliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzugeben. Allerdings erscheine es
vertretbar, für die Einschätzung der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit die
wahrscheinlichste Diagnose, nämlich diejenige einer rezidivierenden leichten bis
mittelgradigen Depression, anzunehmen. Aufgrund der erhöhten Anforderungen an die
Konzentrationsfähigkeit seien dem Versicherten Arbeiten mit laufenden Maschinen
nicht mehr zumutbar. Daher sei er in seiner angestammten Tätigkeit als Maschinist/
Schichtführer zu 100 % arbeitsunfähig. Wegen der Depression seien der Antrieb des
Versicherten, seine Ausdauer, seine Konzentrationsfähigkeit, seine Flexibilität, seine
Umstellungsfähigkeit, seine Entscheidungs-, Urteils- und Kontaktfähigkeit sowie sein
Selbstvertrauen beeinträchtigt. Eine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe nicht. Jedoch sei die Leistungsfähigkeit des Versicherten um etwa 30 %
eingeschränkt. In einer adaptierten Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit daher 30 %.
Diese Einschätzung gelte ab dem Austritt aus der Klinik E._ im Februar 2011,
spätestens jedoch ab dem Untersuchungszeitpunkt. Ergänzend hielt der psychiatrische
Gutachter fest, dass die invaliditätsfremden psychosozialen Faktoren, vor allem die
mangelhaften Sprachkenntnisse, die Erkrankung der Ehefrau und die finanzielle
Knappheit, relativ bedeutend seien und bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
angemessen berücksichtigt worden seien. In polydisziplinärer Hinsicht wurde die
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich adaptierten Tätigkeit auf 70 % geschätzt.
A.g RAD-Arzt Dr. G._ notierte am 14. Dezember 2012, das Medas-Gutachten könne
als umfassend, kohärent und in sich stimmig bezeichnet werden. In Anbetracht der
Diagnose einer schweren depressiven Episode erstaune zwar auf den ersten Blick,
dass die Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf 70 % geschätzt hätten. Bei näherem
Hinsehen zeige sich jedoch, dass sich der psychiatrische Gutachter eingehend mit den
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möglichen Differentialdiagnosen auseinandergesetzt habe. Der Gutachter habe die
Depression auf der klinisch-funktionalen Ebene nur als leicht bis mittelschwer
eingestuft (IV-act. 149). Mit Mitteilung vom 12. März 2013 wurden die beruflichen
Massnahmen mit der Begründung, dass sich der Versicherte aktuell nicht in der Lage
fühle, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, abgeschlossen (IV-act. 158).
A.h Mit Vorbescheid vom 13. Juni 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
IV-Grad von 30 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 162). Zur
Begründung führte sie an, dass er in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 70 %
arbeitsfähig sei. Basis des Validen- und Invalideneinkommens bildeten das
durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters (Niveau 4) gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) des Jahres 2010 (IV-act.
159). Ein Tabellenlohnabzug wurde nicht vorgenommen. Dagegen wendete der
Rechtsvertreter des Versicherten am 30. August 2013 ein, die Schlussfolgerungen des
psychiatrischen Teilgutachtens seien nicht nachvollziehbar (IV-act. 165). In einer dem
Einwand beigelegten Stellungnahme („Aktengutachten“) vom 7. August 2013 hatte Dr.
med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ausgeführt, dass ihm
das psychiatrische Teilgutachten in Bezug auf die Diagnose, die möglichen
Differentialdiagnosen und die versicherungsmedizinische Würdigung der gestellten
Diagnosen sehr unklar erscheine. Es sei kaum vorstellbar, dass eine schwer depressive
Person zu 70 % arbeitsfähig sei, vor allem wenn sie noch unter psychotischen
Erlebnissen leide. In der Regel seien schwer depressive Personen nicht arbeitsfähig.
Entweder sei die Diagnose falsch gestellt worden oder die Schlussfolgerungen
stimmten nicht. Da die Diagnose schon früher gestellt worden sei, gehe er davon aus,
dass sie ihre Berechtigung habe. Folglich müsse die Arbeitsfähigkeitsschätzung
fehlerhaft sein. Der Gutachter habe die psychotischen Erlebnisse nicht einordnen
können und deren Bedeutung nicht in Zusammenhang mit möglichen Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit gebracht.
A.i Mit Verfügung vom 5. September 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus
den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 166). Zum Einwand hielt sie
fest, dass gemäss dem RAD auf das Gutachten abgestellt werden könne und deshalb
am ablehnenden Entscheid festgehalten werde.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
4. Oktober 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente; eventualiter sei
die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zurückzuweisen. Zur Begründung machte er mit Verweis auf die Stellungnahme von Dr.
K._ vom 7. August 2013 geltend, dass das psychiatrische Gutachten mangelhaft sei.
Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer wegen der schweren
Depression mit psychotischen Symptomen nicht arbeitsfähig sei.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. November 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie führte aus, dass beim Beschwerdeführer ein mit einer
somatoformen Schmerzstörung vergleichbares syndromales Leiden vorliege. Es gebe
keine Hinweise dafür, dass es sich bei der diagnostizierten schweren depressiven
Episode um eine eigenständige psychische Erkrankung handle. Auch seien keine
Försterkriterien im invalidisierenden Schweregrad ersichtlich. Auch die Nichteinnahme
des verordneten Antidepressivums spreche gegen das Vorliegen einer invalidisierenden
Depression. Zudem behinderten die geltend gemachten Halluzinationen den
Beschwerdeführer offenbar nicht erheblich. Daher sei davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig sei.
B.c In seiner Replik vom 28. Februar 2014 (act. G) brachte der Rechtsvertreter vor,
dass die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
schlichtweg falsch und aktenwidrig seien und dem psychiatrischen Teilgutachten in
keiner Weise entsprächen. Des Weiteren habe sich einzig der Serumsspiegel von
Venlafaxin unter dem Normbereich befunden. Hierbei handle es sich lediglich um eine
Momentaufnahme, weshalb daraus nichts zu Lasten des Beschwerdeführers abgeleitet
werden könne.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 10).
B.e Am 18. Juni 2014 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Kostennote für seine Bemühungen im IV-Verfahren (inkl. Einspracheverfahren) im
Betrag von Fr. 8‘123.-- ein (act. G 11). Für den Fall des Obsiegens beantragte er die
Zusprache einer maximal möglichen Parteientschädigung.
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B.f Am 4. Juli 2014 liess der Rechtsvertreter dem Gericht eine Austrittsbestätigung der
Klinik E._ vom 11. April 2014 zukommen (act. G 13). Dieser war zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer vom 19. Februar bis 10. April 2014 hospitalisiert gewesen war.
Als vorläufige Diagnosen wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode mit psychotischen Symptomen (F33.3), und eine schizotype Störung
(F21) angegeben.
B.g Auf Nachfrage hin reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 3. März
2016 zwei Austrittsberichte der Klinik E._ vom 12. Mai 2014 und vom 11. November
2014 (act. G 16). Im Austrittsbericht vom 12. Mai 2014 (act. G 16.1.1) über den
stationären Aufenthalt vom 19. Februar bis 10. April 2014 hatten die Klinikärzte als
Diagnosen einen Verdacht auf schizotype Störung und eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, angegeben.
Die Ärzte hatten weiter erklärt, dass die psychotischen Symptome mit optischen und
akustischen Halluzinationen für eine Depression eher ungewöhnlich seien. Der
Beschwerdeführer habe berichtet, dass er im Wachzustand zu Hause oder draussen
einen Mann sehe, welcher einen weissen Bart und (weisse) Haare habe. Der Mann sage
nichts zu ihm, er höre jedoch eine männliche Stimme. Diese sei ab und zu auch
imparativ und sage dem Beschwerdeführer, dass er sich umbringen solle und dass sein
Leben jetzt total verändert sei. Die Stimme frage auch, warum er lebe. Deswegen habe
der Beschwerdeführer Angst vor der Stimme. In den ersten drei Behandlungswochen
habe sich der Beschwerdeführer hochpsychotisch und ängstlich präsentiert. Durch die
Umstellung der Medikation sei eine signifikante Besserung des psychischen Zustandes
erreicht worden. Bei der Entlassung habe er keine akustischen oder optischen
Halluzinationen mehr gehabt. Im Austrittsbericht vom 11. November 2014 (act. G
16.1.2) über die stationäre Behandlung vom 22. Oktober bis 4. November 2014 hatten
die Klinikärzte als Differentialdiagnose eine schizoaffektive Störung, ggw. depressiv
(F25.1), und einen Verdacht auf eine schizotype Störung (laut Austrittsbericht 05/2014)
angegeben. Die Ärzte hatten erklärt, dass der Beschwerdeführer in Rücksprache mit
Dr. L._ (PSZ M._) seit drei Wochen keine Medikamente mehr einnehme. Der
Beschwerdeführer habe angegeben, dass er seit dem 21. Oktober 2014 wieder
psychotische Symptome habe. Er sehe einen alten Mann mit weissem Bart und höre
Stimmen, die ihm sagten, dass er sterben müsse. Dies mache ihm grosse Angst. Die
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Ärzte hatten ausserdem angegeben, dass die psychotischen Symptome unter
Neueinstellung auf Lurasidon rasch abgeklungen seien.
B.h Auf erneute Nachfrage hin reichte der Rechtsvertreter am 21. März 2016 weitere
Arztberichte ein (act. G 18). Das Psychiatrie-Zentrum H._ hatte in seinem
Verlaufsbericht vom 15. März 2016 (act. G 18.1.4) als Diagnose eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen,
angegeben. Die Ärzte erklärten, dass sich der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2011
bei ihnen in Behandlung befinde. Aktuell seien die psychotischen Symptome
weitgehend remittiert. Zwischenzeitlich habe der Beschwerdeführer begonnen, zu 50
% an einem geschützten Arbeitsplatz zu arbeiten. Auf dem allgemeinen Arbeitsplatz sei
der Beschwerdeführer bis auf weiteres nicht arbeitsfähig.
B.i Am 11. Mai 2016 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote für seine
Bemühungen vom 5. September 2013 bis 10. Mai 2016 über den Betrag von Fr.
3‘981.15 ein (act. G 21).

Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat sich erstmals im September 2000 bei der
Invalidenversicherung angemeldet. Im Januar 2005 ist die erste Wiederanmeldung
erfolgt. Damals ist das Rentengesuch mit Verfügung vom 19. Februar 2008 bei einem
IV-Grad von 23 % abgewiesen worden. Im März 2011 ist die zweite Wiederanmeldung
erfolgt. Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
das sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Der Rechtsvertreter hat bei der Wiederanmeldung im März 2011 unter anderem
geltend gemacht, dass sich der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers verschlechtert habe. Der Wiederanmeldung ist ein Bericht der
Klinik E._ vom 1. März 2011 beigelegen, gemäss welchem sich der
Beschwerdeführer vom 2. bis 24. Februar 2011 wegen einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, in
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der Klinik stationär hat behandeln lassen. Da im Medas-Gutachten vom 10. Mai 2007
noch keine depressive Störung erwähnt worden ist, ist eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der Rentenabweisung vom 19.
Februar 2008 durch den Bericht der Klinik E._ glaubhaft gemacht worden.
Demzufolge ist die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Wiederanmeldung
eingetreten.
2.
2.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall
bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120). Wird eine Schätzung
vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von
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Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1).
3.2 In somatischer Hinsicht hat der rheumatologische Gutachter Dr. I._ im
Verlaufsgutachten vom 27. November 2012 als Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit einen Hohlrundrücken mit Haltungsinsuffizienz und muskulärer
Dysbalance, Dekonditionierung, medio-rechtslateraler Diskushernie L5/S1 und einen
Status nach lumbospondylogenem und zervikalem Schmerzsyndrom angegeben. Der
Gutachter ist zum Schluss gekommen, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der
früheren Abklärungen mit computertomografisch nachgewiesener lumbo-sakraler
Diskushernie und aufgrund der Fehlstatik körperlich schwere und ausschliesslich
mittelschwere Tätigkeiten sowie rückenbelastende Arbeiten nicht mehr zumutbar seien.
In körperlich leichten und gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten vorzugsweise in
wechselnden Körperpositionen sei der Beschwerdeführer voll arbeitsfähig. Diese
Einschätzung ist unumstritten und überzeugt, zumal der Beschwerdeführer anlässlich
der Begutachtung erklärt hat, aktuell sowohl im Bereich des Rückens wie auch der
Gelenke schmerzfrei zu sein. Der Beschwerdeführer ist somit in somatischer Hinsicht −
unter Berücksichtigung der vom Gutachter genannten qualitativen Einschränkungen −
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100 % arbeitsfähig.
3.3 Der psychiatrische Gutachter Dr. J._ hat im Verlaufsgutachten als Diagnose eine
aktuell schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen bei einem Status
nach rezidivierenden depressiven Störungen seit mindestens dem Jahr 2008
angegeben. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maschinist/Schichtführer hat der
Gutachter die Arbeitsunfähigkeit wegen den erhöhten Anforderungen an die
Konzentrationsfähigkeit auf 100 % geschätzt. Es leuchtet ein, dass die Arbeit an
laufenden Maschinen eine uneingeschränkte Konzentration erfordert. Da der Gutachter
beim Beschwerdeführer eine Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit festgestellt
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hat, ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht mehr arbeitsfähig ist.
3.3.1 In einer adaptierten Tätigkeit hat der Gutachter die Arbeitsunfähigkeit auf 30 %
geschätzt, was angesichts der von ihm angegebenen Diagnose − worauf auch der
RAD-Arzt hingewiesen hat − auf den ersten Blick eher tief erscheint. Bei näherer
Betrachtung zeigt sich jedoch, dass der Gutachter klinisch lediglich eine leichte bis
mittelschwere Depression hat feststellen können und dass er bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit von diesem Schweregrad ausgegangen ist. Der Gutachter hat auch die
vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychotischen Symptome in seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung unberücksichtigt gelassen, da er diese nicht hat
objektivieren können. Ausgehend von einer leichten bis mittelschweren Depression
erscheint die Einschätzung von Dr. J._, dass der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig ist, als plausibel. Die Kritik von Dr. K._ an
der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters geht fehl, da Dr. K._ davon
ausgegangen ist, dass der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters eine schwere
Depression mit psychotischen Symptomen zugrunde gelegen habe. Die Behauptung
der Beschwerdegegnerin, wonach es sich bei der depressiven Störung nicht um eine
eigenständige psychische Erkrankung handle, ist im Übrigen schon deshalb nicht
stichhaltig, da im Verlaufsgutachten vom 27. November 2012 gar keine somatoforme
Schmerzstörung oder ein vergleichbares syndromales Leiden mehr diagnostiziert
worden ist.
3.3.2 Zu prüfen bleibt, ob der Gutachter bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu Recht
lediglich von einer leichten bis mittelschweren Depression ausgegangen ist und ob er
deshalb die geltend gemachten Halluzinationen zu Recht nicht berücksichtigt hat. Bei
der Arbeitsfähigkeitsschätzung sind lediglich diejenigen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen zu berücksichtigen, die objektiviert werden können. Der Gutachter
hat erklärt, dass er keine eindeutige Diagnose, sondern lediglich eine
Differentialdiagnose mit Wahrscheinlichkeiten habe stellen können. Beim klinischen
Untersuch hat er nur eine leichte bis mittelschwere Depression feststellen können. Mit
den geltend gemachten Halluzinationen und den möglichen Diagnosen hat er sich
eingehend auseinandergesetzt, jedoch keine Diagnose stellen können, die alle ICD-10
Kriterien eindeutig erfüllen würde. Da der Beschwerdeführer den Nachteil der
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Beweislosigkeit trägt (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b) hat der Gutachter die geltend
gemachten psychotischen Symptome zu Recht nicht in seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen lassen. Das Gericht hat, da der Gutachter keine
eindeutige Diagnose hat stellen können, aktuelle psychiatrische Berichte angefordert,
um zu prüfen, ob zwischenzeitlich weitere medizinische Erkenntnisse vorliegen, die
eine eindeutige Diagnosestellung erlauben. Die Klinik E._ hat in ihrem Bericht vom
12. Mai 2014 neu einen Verdacht auf eine schizotype Störung angegeben. Im Bericht
vom 11. November 2014 hat dieselbe Klinik diese Diagnose zwar aufgeführt, jedoch
nicht als eigene Diagnose; sie hat nur auf den Bericht vom 12. Mai 2014 verwiesen. Im
aktuellsten psychiatrischen Bericht, demjenigen des Psychiatrie-Zentrums H._ vom
15. März 2016, ist dann „lediglich“ noch die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen,
angegeben worden. Daraus ist zu schliessen, dass sich der Verdacht auf eine
schizotype Störung nicht bestätigt hat. Somit liegen keine neuen medizinischen
Erkenntnisse bezüglich der geltend gemachten Halluzinationen im Recht, die eine vom
Gutachten von Dr. J._ abweichende Einschätzung erlauben würden. Als die
quantitative Arbeitsfähigkeit einschränkende Kriterien hat der Gutachter eine
Verminderung des Antriebs, der Ausdauer, der Konzentrationsfähigkeit, der Flexibilität,
der Umstellungsfähigkeit, der Entscheidungs-, Urteils- und Kontaktfähigkeit und des
Selbstvertrauens genannt. In zeitlicher Hinsicht sei der Beschwerdeführer zwar kaum
eingeschränkt. Seine Leistungsfähigkeit sei jedoch um 30 % vermindert. Vor dem
Hintergrund der vom Gutachter angegebenen Defizite überzeugt dessen Einschätzung,
dass der Beschwerdeführer zwar ganztags arbeiten kann, jedoch in seiner
Arbeitsleistung um 30 % reduziert ist.
3.3.3 Der letzte Satz der Ziffer 6.2 des psychiatrischen Teilgutachtens vom 13.
September 2012 lautet: „In diesem Fall sind die invaliditätsfremden, psychosozialen
Faktoren, vor allem die mangelnden Sprachkenntnisse, die Erkrankung der Ehefrau und
die finanzielle Knappheit doch relativ bedeutend und sie wurden bei der Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit angemessen berücksichtigt.“ Auf den ersten Blick erscheint es, als
habe der Gutachter die invaliditätsfremden, psychosozialen Faktoren in seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung mitberücksichtigt. Im Kontext der vorhergehenden
Ausführungen in Ziffer 6.2 des psychiatrischen Teilgutachtens wird jedoch klar, dass
dem Gutachter sehr wohl bewusst gewesen ist, dass bei der
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Arbeitsfähigkeitsschätzung die invaliditätsfremden, psychosozialen Faktoren
ausgeklammert werden müssen. Der Gutachter hat mit dem letzten Satz der Ziff. 6.2
des Gutachtens also offensichtlich sagen wollen, dass er die vorhandenen
psychosozialen Faktoren insoweit bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung mitberücksichtigt
hat, als er sie eben ausgeklammert hat. Somit kann auf die Einschätzung des
psychiatrischen Gutachters, wonach der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit zu 30 % arbeitsunfähig ist, abgestellt werden. Den Beginn der 30 %igen
Arbeitsunfähigkeit hat der Gutachter auf Zeitpunkt des Austritts aus der Klinik E._ am
24. Februar 2011 gelegt. Auch diese Einschätzung überzeugt, da im Austrittsbericht
vom 1. März 2011 erstmals die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, genannt worden ist. Für
die Zeit des Klinikaufenthalts vom 2. bis 24. Februar 2011 ist eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgewiesen.
3.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Februar 2011
aus polydisziplinärer Sicht in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist,
da er sich vom 2. bis 24. Februar 2011 in stationärer Behandlung in der Klinik E._
befunden hat. Ab 1. März 2011 hat die Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
in polydisziplinärer Hinsicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 30 % betragen.
3.4 Zu prüfen bleibt, wann das Wartejahr zu laufen begonnen hat. Dem
Beschwerdeführer ist bereits im Rahmen der ersten Medas-Begutachtung im Jahr 2007
in seiner angestammten Tätigkeit eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. In
einer adaptierten Tätigkeit ist die Restarbeitsfähigkeit damals auf 90 % geschätzt
worden. Der Beschwerdeführer hätte genügend Zeit gehabt, nach der
Rentenabweisungsverfügung im Februar 2008 eine adaptierte Arbeitsstelle zu suchen
und anzutreten. Für den Beginn des Wartejahrs ist deshalb nicht die Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Maschinist/Schichtführer relevant, sondern diejenige
in einer körperlich adaptierten Tätigkeit. Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald
eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vorliegt (AHV 1998 S. 124 E. 3c; Urteile
des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013, 8C_174/2013 und 8C_178/2013 E. 3.2).
Die im Gutachten des Jahres 2007 bescheinigte 10 %ige Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit reicht somit nicht aus, um den Beginn des Wartejahres
auszulösen. Das Wartejahr hat daher erst am 1. Februar 2011 zu laufen begonnen. Da
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sich der Beschwerdeführer bereits im März 2011 zum Leistungsbezug angemeldet hat,
hätte er frühestens ab 1. Februar 2012 Anspruch auf eine IV-Rente.
4.
4.1 Als nächstes ist noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat bis März 2000, d.h.
vor seiner ersten IV-Anmeldung, als Schichtarbeiter bei C._ AG gearbeitet (IV-act. 6).
In dieser Tätigkeit hat er nur ein unterdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt:
Gemäss dem IK-Auszug (IV-act. 25) hat der Lohn des Beschwerdeführers im Jahr 1997
Fr. 43'291.-- und im Jahr 1998 Fr. 41'333.-- betragen. Der durchschnittliche
Hilfsarbeiterlohn hat sich im Jahr 1998 hingegen auf Fr. 53'649.-- belaufen (siehe
Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006). Zuletzt hat
der Beschwerdeführer bei der D._ AG als Maschinist/Schichtführer gearbeitet. Auch
hierbei hat es sich um eine Hilfsarbeit gehandelt. Der letzte Arbeitstag ist der 19.
Februar 2004 gewesen. Im Jahr 2003 hat der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen
von Fr. 55‘500.-- erzielt (siehe IK-Auszug). Hierbei handelt es sich um den höchsten, je
vom Beschwerdeführer erzielten Lohn. Das durchschnittliche Einkommen eines
Hilfsarbeiters hat gemäss der LSE im Jahr 2003 Fr. 57‘745.-- betragen. Auf den ersten
Blick hat der Beschwerdeführer somit auch im Jahr 2003 nur ein
unterdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt. Zu beachten ist allerdings, dass
die wöchentliche Arbeitszeit im Betrieb 40 Stunden betragen hat, während den
Tabellenlöhnen eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden zugrunde liegt. Wird
das vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielte Einkommen im Jahr 2003 auf eine
wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 aufgerechnet, hätte sein Lohn in diesem Jahr
Fr. 57‘859.-- betragen, d.h. sein Einkommen hätte praktisch dem damaligen
durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn gemäss der LSE entsprochen. Für den
Einkommensvergleich sind die im frühestmöglichen Zeitpunkt des Rentenbeginns
erzielbaren Einkommen relevant, d.h. vorliegend diejenigen des Jahres 2012. Da der
Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt seit fast zehn Jahren nicht mehr gearbeitet hat
und sein Einkommen im Jahr 2003 fast identisch gewesen ist mit dem LSE-
Tabellenlohn, hat die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des Valideneinkommens
zu Recht auf den durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn gemäss der LSE abgestellt.
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4.2 Somit bleibt noch die Höhe des Invalideneinkommens zu ermitteln. Ob der
Beschwerdeführer je in dem von ihm erlernten Beruf als Elektriker gearbeitet hat, geht
aus den Akten nicht hervor. Da er die Lehre vor über 30 Jahren abgeschlossen hat, ist
jedoch davon auszugehen, dass er − sollte es sich hierbei überhaupt um eine
adaptierte Tätigkeit handeln − seine Restarbeitsfähigkeit in diesem Beruf nicht mehr
verwerten kann. Auch die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit als Maurer kommt nicht
in Betracht, da es sich hierbei nicht um eine rückenadaptierte Tätigkeit handelt. Auch
für die Berechnung des Invalideneinkommens ist somit auf den durchschnittlichen
Hilfsarbeiterlohn gemäss der LSE abzustellen. Da die Basis für die Berechnung des
Validen- und des Invalideneinkommens derselbe Tabellenlohn bildet, kann ein
Prozentvergleich vorgenommen werden. Zu prüfen bleibt, ob mit Bezug auf das
Invalideneinkommen ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist. Beim Tabellenlohn
handelt es sich um einen statistischen Durchschnittswert. Basis für den Tabellenlohn
eines Hilfsarbeiters bilden die in dieser Branche tatsächlich bezahlten Löhne. Die Höhe
der tatsächlich bezahlten Löhne hängt von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen
bzw. ökonomischen Faktoren ab. Diese Faktoren müssen daher auch bei der
Ermittlung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden, sofern dafür
Tabellenlöhne herangezogen werden. Aufgabe der medizinischen Sachverständigen ist
es, die zumutbare Arbeitsleistung aus medizinischer Sicht festzustellen. In der
Arbeitsfähigkeitsschätzung werden also nur die direkten Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen für die Erwerbsmöglichkeiten berücksichtigt. Denn die
medizinischen Sachverständigen verfügen offensichtlich nicht über das Fachwissen,
um auch die indirekten, d.h. die ökonomisch-betriebswirtschaftlichen Folgen der
Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Einkommenshöhe abschätzen zu können. Bei der
Ermittlung des Invalideneinkommens sind daher einerseits indirekte krankheitsbedingte
Nachteile, andererseits jedoch auch qualifizierende Eigenschaften der versicherten
Person, die sich auf die Lohnhöhe auswirken, zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St Gallen vom 8. Dezember 2015, IV 2013/118, E.
3.3). Der Beschwerdeführer leidet an einer rezidivierenden depressiven Störung. Eine
solche zeichnet sich durch wiederholte depressive Episoden aus (siehe ICD-10: F33).
Bei der Einschätzung, dass der Beschwerdeführer an einer leichten bis mittelgradigen
Depression leidet, handelt es sich um einen durchschnittlichen Schweregrad, sprich es
kann immer wieder zu Exazerbationen kommen, während denen mit Arbeitsausfällen zu
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rechnen ist (vgl. S. 6 des psychiatrischen Gutachtens von Dr. J._, IV-act. 148-27). Ein
potentieller Arbeitgeber wird diesem erhöhten Ausfallrisiko bzw. dem Risiko der
dadurch anfallenden zusätzlichen Kosten (Lohnzahlung ohne Arbeitsleistung) dadurch
Rechnung tragen, dass er den Beschwerdeführer nur zu einem deutlich
unterdurchschnittlichen Lohn einstellt. Lohnerhöhende Eigenschaften sind keine
ersichtlich, zumal der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2003 lediglich ein
durchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt hat. Aufgrund des durch die
psychische Beeinträchtigung bedingten erhöhten Kostenrisikos für einen potentiellen
Arbeitgeber rechtfertigt sich im vorliegenden Fall ein Tabellenlohnabzug von
mindestens 15 %. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 % und einem
Tabellenlohnabzug von 15 % beträgt der IV-Grad 40.5 % (30 % + [70 % x 0.15]). Der
Beschwerdeführer hat folglich ab dem 1. Februar 2012 Anspruch auf eine Viertelsrente.
4.3 Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und dem Beschwerdeführer
rückwirkend ab 1. Februar 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Ermittlung des Rentenbetrags an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
5.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Praxisgemäss spricht das
Versicherungsgericht in einem durchschnittlichen IV-Rentenfall eine
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Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- zu. Der Rechtsvertreter hat eine Kostennote über
den Betrag von Fr. 3‘981.15 eingereicht. Insbesondere unter Berücksichtigung, dass
der Rechtsvertreter auf Anfrage des Gerichts im Beschwerdeverfahren weitere ärztliche
Berichte eingeholt hat, erscheint der von ihm geltend gemachte Betrag von Fr.
3‘981.15 als angemessen. Für die Bemühungen des Rechtsvertreters im
Verwaltungsverfahren (vgl. Kostennote vom 18. Juni 2014, act. G 11) besteht kein
Vergütungsanspruch. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit
Fr. 3‘981.15 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.