Decision ID: 39d96cb1-d88e-468d-9a55-e9477f7be736
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Parzelle Nr. 1_, Grundbuch Z._, steht im Eigentum des X._, einer öffentlich-
rechtlichen Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit (vgl. _). über das Grundstück
Nr. 1_ verlaufen – einzig getrennt durch den P._damm, welcher nach dem Zonenplan
der Politischen Gemeinde Z._ der Grünzone Freihaltung zugeordnet ist – der U._
(Gemeindegewässer) und der W._ (kantonales Gewässer). Vom in Richtung Ost-West
verlaufenden Q._weg auf dem P._damm führt die Brücke S._ über den U._ zu dem
in nördliche Richtung abgehenden Q._weg auf Parzelle Nr. 2_, welche der
Grünzone Freihaltung, der Grünzone Sportanlagen resp. der
Grünzone Schutzgegenstände zugewiesen ist. Nach der Schutzverordnung der
Politischen Gemeinde Z._ erstreckt sich nördlich der S._ das
Landschaftsschutzgebiet Ls 2 _ auf den Parzelle Nrn. 2_ und 3_
(Landwirtschaftszone). Der nordwestliche Teil der Parzelle Nr. 2_ liegt im
Naturschutzgebiet N1 _, welches im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler
Bedeutung als Objekt Nr._, _, enthalten ist (vgl. Anhang 1 der Verordnung über den
Schutz der Flachmoore von nationaler Bedeutung, Flachmoorverordnung; SR 451.33).
Nach dem bisher gültigen Gemeindestrassenplan (vom Baudepartement genehmigt am
_) sind der Q._weg auf dem P._damm (Nr._) sowie die S._ (Nr._) als
Gemeindewege zweiter Klasse eingestuft. Der Q._weg auf Parzelle Nr. 2_ (Nr._) ist
als Gemeindestrasse dritter Klasse klassiert. Gemäss dem kommunalen Richtplan und
dem besonderen Plan des Baudepartements Fuss-, Wander- und Radwege führt ein
Wanderweg von kantonaler Bedeutung über den Q._weg und die S._, welcher unter
anderem Teil der nationalen Route Nr._, sowie der regionalen Route Nr._, der
Stiftung SchweizMobil, Bern, bildet. Im kommunalen Teilplan Fuss-, Wander- und
Radwegnetz (vom Baudepartement genehmigt am _) ist auf dem Q._weg auf Parzelle
Nr. 2_ sowie auf der S._ ein Wanderweg mit Hartbelag und auf dem Q._weg auf
dem P._damm ein solcher ohne Hartbelag festgelegt (act. 12 und 15,
www.geoportal.ch, www._.ch, www.zefix.ch, www._.ch).
(... Situationsplan ...)
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Auszug aus dem Geoportal (www.geoportal.ch)
B. Mit Gesuch vom 11. September 2018 beantragte das X._ bei der Politischen
Gemeinde Z._, es sei die S._ als Gemeindeweg erster Klasse einzuteilen (nicht
aktenkundig, unbestritten). Mit Entscheid vom 25. September 2018 (versandt am
2. Oktober 2018) wies der Gemeinderat Z._ das Gesuch ab (act. 2). Dagegen
rekurrierte das X._ am 12. Oktober 2018 an das Baudepartement mit dem
Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die S._ als
Gemeindeweg erster Klasse einzuteilen (act. 3/2). Mit Vernehmlassung vom
28. November 2018 schloss die Politische Gemeinde Z._ auf Abweisung des Rekurses
(act. 2/5). Am 25. Januar 2019 überwies das Baudepartement den Rekurs auf Antrag
des X._ (Beschwerdeführerin) vom 23. Januar 2019 und mit Zustimmung der
Politischen Gemeinde Z._ (Vorinstanz) vom 9. Januar 2019 als Sprungbeschwerde an
das Verwaltungsgericht (act. 1, act. 3/9 f.). Am 11. Februar 2019 bestätigte die
Vorinstanz dem Sinn nach ihre Anträge und Ausführungen in ihrer Vernehmlassung
vom 28. November 2018 (act. 7). Am 20. März 2019 führte das Verwaltungsgericht im
Beisein der Parteien einen Augenschein durch (act. 16).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Nach Art. 46 des Strassengesetzes (sGS 732.1, StrG) in Verbindung mit
Art. 43 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP, in der
Fassung vom 31. Januar 2017, in Kraft getreten am 1. Juni 2017, nGS 2017-032, vgl.
zur altrechtlichen Regelung VerwGE B 2015/36; B 2016/117 vom 28. März 2017 E. 2.2
mit Hinweis auf VerwGE B 2016/209 vom 20. Januar 2017 E. 2.1, www.gerichte.sg.ch,
sowie N. Voigt, Die Sprungbeschwerde, in: Staatskanzlei des Kantons St. Gallen
[Hrsg.], 20 Jahre Verwaltungsgericht, St. Gallen 1986, S. 75 ff., und Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1163 ff.) kann der
Rekurrent, sofern die weiteren Beteiligten zustimmen, auf den Rekursentscheid des
ter
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zuständigen Departementes verzichten und verlangen, dass die Streitsache als
Beschwerde dem Verwaltungsgericht überwiesen wird. Gemäss Art. 59 Abs. 1 VRP
hätte gegen den Entscheid des Baudepartements resp. allenfalls des stellvertretenden
Departements (vgl. dazu Vernehmlassung der Vorinstanz vom 28. November 2018 und
Schreiben des Rechtsdienstes Tiefbauamt vom 21. Dezember 2018, act. 3/5 f.)
betreffend Klassierung S._ Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben werden
können. Überdies liegen ein Antrag der Beschwerdeführerin sowie die Zustimmung der
Vorinstanz vor (act. 3/9 f.). Demzufolge durfte das Baudepartement die Eingabe der
Beschwerdeführerin vom 12. Oktober 2018 (act. 3/2) dem Verwaltungsgericht als
Sprungbeschwerde überweisen. Die sachliche und funktionelle Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts ist gegeben. Als Adressatin des angefochtenen Entscheides und
Eigentümerin der Parzelle Nr. 1_ ist die Beschwerdeführerin zur Ergreifung des
Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Ob ihr die
Beschwerdebefugnis auch nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP zustehen
würde, kann bei diesem Ergebnis offenbleiben. Die Eingabe an das Baudepartement
vom 12. Oktober 2018 (act. 3/2) erfolgte rechtzeitig und erfüllt die formellen und
inhaltlichen Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Im konkreten Fall gehen die Verfahrensbeteiligten darin einig, dass der
Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 14 Abs. 3 StrG ein Rechtsanspruch auf
überprüfung des Gemeindestrassenplans auf ihrem Grundstück Nr. 1_ zusteht.
Dementsprechend ist die Vorinstanz auf ihr Gesuch vom 11. September 2018
eingetreten. Allerdings wies sie das Gesuch, es sei die S._ als Gemeindeweg erster
Klasse einzuteilen, ab und hielt an der bisherigen Klassierung als Gemeindeweg zweiter
Klasse fest, was sich auf die Unterhaltspflicht und die Kostentragung zuungunsten der
Beschwerdeführerin als Eigentümerin der Parzelle Nr. 1_ auswirkt (vgl. Art. 9 Abs. 3
lit. b in Verbindung mit Art. 55 und Art. 73 StrG). Dadurch wird die Eigentumsfreiheit
(Art. 26 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR
101, BV) der Beschwerdeführerin eingeschränkt. Ein solcher Eingriff ist nur zulässig,
wenn er sich auf eine gesetzliche Grundlage stützt, im öffentlichen Interesse liegt und
verhältnismässig ist (vgl. Art. 36 BV und VerwGE B 2012/136 vom 30. April 2013 E. 2.1,
VerwGE B 2011/164 vom 11. Dezember 2012 E. 3.1 sowie VerwGE B 2009/30 vom
3. Dezember 2009 E. 4.1 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
bis
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Wege werden als Strassen im Sinne des Strassengesetzes behandelt, soweit keine
besonderen Bestimmungen gelten (Art. 1 Abs. 2 StrG). Sie liegen abseits von
öffentlichen Strassen und dienen nicht dem Motorfahrzeugverkehr (Art. 2 Abs. 2 StrG).
Sie sind von jeglichem Motorfahrzeugverkehr freizuhalten. Sie dienen dem Fussgänger
und je nach Zweckbestimmung dem Rad- und Reitverkehr (vgl. VerwGE B 2012/64
vom 4. April 2013 E. 3.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Art. 9 Abs. 1 und 2 StrG
unterscheidet zwischen Wegen erster, zweiter und dritter Klasse, wobei Wege dritter
Klasse keinen Unterhalt erfordern (vgl. VerwGE B 2014/16 vom 30. Juni 2015 E. 2.1 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, und VerwGE B 2012/136 vom 30. April 2013 E. 2.3,
a.a.O.). Die Einteilung einer Strasse – und damit auch eines Weges (anders: VerwGE
B 2008/41 vom 14. Oktober 2008 E. 2.2 und VerwGE B 2006/157 vom
9. November 2006 E. 5c je mit Hinweis) – richtet sich nach deren tatsächlichen oder
geplanten Funktion. Sie hat unabhängig vom Strassenzustand, von den
Eigentumsverhältnissen und den Bezeichnungen gemäss Art. 57 StrG zu erfolgen. Bei
der Einteilung ist der Strassenzug als Ganzes zu betrachten. Massgebend ist, inwieweit
eine Strasse in ihrer Funktion als Einheit zu betrachten ist. Für die Abgrenzung eines
Strassenzugs soll in der Regel eine Abzweigung, ein Kehrplatz, eine Verengung, eine
Kreuzung oder dergleichen massgebend sein (vgl. VerwGE B 2014/203 vom
25. Mai 2016 E. 6.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Der Erlass oder die Änderung des Gemeindestrassenplans obliegt der Gemeinde unter
Vorbehalt der Genehmigung des zuständigen Departements (Art. 12 Abs. 1 und Art. 13
Abs. 2 StrG). Wieweit der Gemeingebrauch gehen soll, d.h. welcher der möglichen
Strassenkategorien die Gemeindestrasse zuzuteilen ist, beurteilt sich im Rahmen von
Art. 1 ff. und Art. 7 ff. StrG und damit nach kantonalem Recht. Die genannten
Vorschriften belassen der Gemeinde jedoch einen grossen Entscheidungsspielraum.
Die Gemeindeautonomie ist aber insofern beschränkt, als es den Gemeinden verwehrt
bleibt, den in Konkretisierung des Strassengesetzes durch die kantonale Gerichts- und
Verwaltungspraxis gezogenen Rahmen zu überschreiten (vgl. VerwGE B 2014/203 vom
25. Mai 2016 E. 6.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGer 1C_46/2010 vom
28. April 2010 E. 2.2 und VerwGE B 2011/9 vom 7. Dezember 2011 E. 4.3.2, in:
GVP 2011 Nr. 21, www.gerichte.sg.ch). Der Strassenplan ist ein Sondernutzungsplan
im Sinne von Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG) in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und
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Art. 26 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG), der als solcher den
Zonenplan überlagert (vgl. VerwGE B 2012/69; B 2012/70 vom 19. Dezember 2013
E. 3.2.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Da das Verwaltungsgericht den
angefochtenen Entscheid als erste und einzige kantonale Rechtsmittelinstanz beurteilt,
darf es seine Kognition im vorliegenden Fall – entgegen der Vorgabe von Art. 61 Abs. 2
und 3 VRP – nicht auf Rechts- und Sachverhaltsfragen beschränken, sondern es hat
auch eine Ermessensüberprüfung vorzunehmen (vgl. dazu Art. 49 Abs. 1 BV in
Verbindung mit Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG, BGE 127 II 238 E. 3b/aa und A. Ruch, in:
Aemisegger/Moor/derselbe/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 26 Rz. 51, sowie Aemisegger/Haag,
Praxiskommentar zum Rechtsschutz in der Raumplanung, Zürich 2010, Art. 33 Rz. 72).
Bei der Überprüfung unbestimmter Rechtsbegriffe, insbesondere wenn sie lokale
Umstände betreffen, hat sich das Verwaltungsgericht allerdings eine richterliche
Zurückhaltung aufzuerlegen, um die Gemeindeautonomie gemäss Art. 50 Abs. 1 BV
und Art. 89 der Verfassung des Kantons St. Gallen (SR 131.225, sGS 111.1, KV) zu
wahren (vgl. BGer 1C_358/2017 vom 5. September 2018 E. 3.6 mit Hinweisen, zur
Publikation vorgesehen, siehe auch Art. 2 Abs. 3 RPG).
2.1. Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid (act. 2), die S._ über den U._
erleichtere die Bewirtschaftung des sonst nicht trocken erreichbaren rechten
P._dammes. Ohne diese Brücke müsse die Beschwerdeführerin immer auf die
nächste Brücke im Gebiet M._, _, ausweichen, die rund 1'200 m entfernt liege. Ohne
Interesse an der Brücke hätte die Beschwerdeführerin auch keine Vereinbarung zur
minimalen lichten Höhe der S._ getroffen, zumal diese Vereinbarung sowohl Bau wie
Unterhalt der Brücke wesentlich verteuere. Die Beschwerdeführerin habe die Brücke zu
einer Zeit erstellt, als kein Bedarf an Wanderwegen bestanden habe. Sie habe
ausschliesslich ihren Interessen dienen können. Die Kosten für Bau und Unterhalt der
S._ würden nicht in erster Linie durch den Gemeingebrauch verursacht. Im Gebiet
H._ sowie im Gebiet R._ auf dem Hoheitsgebiet der politischen Gemeinde D._ seien
vergleichbare Brücken über den U._ als Gemeindewege zweiter Klasse eingestuft.
Gründe, die eine andere Klassierung für die S._ rechtfertigten, seien nicht ersichtlich.
Auch der Q._weg auf dem P._damm sei als Gemeindeweg zweiter Klasse eingeteilt.
Ein einheitlicher Wegzug sei einheitlich zu klassieren.
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Die Beschwerdeführerin stellt sich dagegen auf den Standpunkt (act. 3/2), für den
Unterhalt am X._ würden Werkzeuge und Maschinen benötigt. Die S._ sei nicht
befahrbar. Für Unterhaltsarbeiten erfolge die Zufahrt immer über den Dammweg ab
N._. Auf demselben Weg erfolgten die Kontrollfahrten der Aufseher. Selbst wenn sie
die S._ ab und zu nutzen würden, was nicht der Fall sei, erfolge die Hauptnutzung
durch Gemeingebrauch. Die beiden Brücken in H._ und R._ würden für den Unterhalt
genutzt. Deshalb seien beide Brücken im Rahmen des Projekts _ neu erstellt und auf
ein zulässiges Gewicht von 40 Tonnen ausgelegt worden. Dass die S._ im Rahmen
dieses Projekts nicht verändert wurde, zeige, dass sie für sie keine Bedeutung habe.
Durch dieses Bauwerk werde der Unterhalt und die Bewirtschaftung des U._
erschwert.
2.2. Im kommunalen Richtplan der Politischen Gemeinde Z._ resp. im besonderen
Plan des Baudepartements Fuss-, Wander- und Radwege (vgl. Art. 10 Abs. 2 StrG) ist
ein Wanderweg von kantonaler Bedeutung festgesetzt, welcher von dem von Z._
herkommenden Q._weg auf Parzelle Nr. 2_ über die S._ auf den P._damm und
damit auf Parzelle Nr. 1_ führt. Der kommunale Richtplan ist nach Art. 6 Abs. 3 PBG
für den Rat sowie die ihm nachgeordneten Kommissionen und Verwaltungsstellen zwar
nur wegleitend, d.h. Abweichungen sind möglich, wenn sie sachlich gerechtfertigt
sowie von untergeordneter Bedeutung sind und wenn es nach den Umständen
unzumutbar erscheint, vorher den Richtplan förmlich zu ändern (vgl. VerwGE B 2010/63
vom 9. November 2010 E. 3.3.5 mit Hinweis, www.gerichte.sg.ch, allerdings in Bezug
auf Art. 5 Abs. 3 des bis 30. September 2017 gültigen Gesetzes über die Raumplanung
und das öffentliche Baurecht, Baugesetz; nGS 32-47, Neudruck 2004, nGS 39-91, in
der Fassung vom 1. Januar 2015). Von der Vorinstanz wird allerdings nicht behauptet
und es ist auch nicht erkennbar, inwiefern sachliche Gründe vorliegen würden, welche
gegen diese Festsetzung im kommunalen Richtplan sprechen würden (vgl. dazu auch
Botschaft zum Planungs- und Baugesetz vom 11. August 2015, ABl 2015 S. 2432).
Darüber hinaus bestehen auch keine Hinweise dafür, dass sich die Beschwerdeführerin
gegen den Gebrauch der S._ als Wanderweg von kantonaler Bedeutung resp. die
Festsetzung als Wanderweg im Teilplan Fuss-, Wander- und Radwegnetz (act. 15)
wehrte (vgl. dazu Art. 88 BV, Art. 1, Art. 3 und Art. 4 Ingress und Abs. 1 lit. a sowie
Abs. 2 des Bundesgesetzes über Fuss- und Wanderwege; SR 704, FWG, in
Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 StrG und VerwGE B 2009/30 vom 3. Dezember 2009
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E. 3.1 mit Hinweisen, a.a.O.). Nach Art. 3 Abs. 1 der Strassenverordnung (sGS 732.11,
StrV) sorgt die politische Gemeinde für Anlage, Erhaltung, Kennzeichnung und Ersatz
der Fuss- und Wanderwege nach der Bundesgesetzgebung. Bereits gestützt auf die
genannten Bestimmungen hat die Vorinstanz für den Bau und Unterhalt des
Wanderwegs über die S._ besorgt zu sein (vgl. dazu VerwGE B 2012/136 vom
30. April 2013 E. 2.4.2, a.a.O.), was für die von der Beschwerdeführerin beantragte
Einteilung der S._ als Gemeindeweg erster Klasse spricht.
Wie sich am Augenschein vom 20. März 2019 sodann zeigte, ist die S._ mit
Motorfahrzeugen nicht befahrbar. Zudem blieb auch auf entsprechende Nachfrage hin
unbestritten, dass der Unterhalt der Gewässer und Dämme des X._ (vgl. dazu _) im
fraglichen Bereich ausschliesslich über die Zufahrt zum P._damm in C._ (auch: _)
auf Parzelle Nr. 4_, Grundbuch _, und nicht etwa über die S._, erfolgt. Insoweit hat
die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig festgestellt (vgl. dazu Art. 12 VRP und VerwGE
B 2017/260 vom 13. Juli 2018 E. 2.2 mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 587,
www.gerichte.sg.ch), was die Beschwerdeführerin denn auch mit Recht beanstandet
hat. Hinzu kommt der Umstand, dass eine nationale sowie eine regionale Wanderroute
der Stiftung SchweizMobil über die S._ führen. Bereits daraus lässt sich schliessen,
dass die tagestouristischen Frequenzen auf diesem Weg zumindest an den
Wochenenden vergleichsweise hoch sein dürften, wenngleich diese von der Fachstelle
für Statistik des Kantons St. Gallen, anders als etwa die Frequenzen des Veloverkehrs
auf der _Route in Z._, nicht erfasst werden (www.statistik.sg.ch). Für die Attraktivität
dieses Weges spricht auch, dass die S._ an die Schutzgebiete auf den Grundstücken
Nrn. 2_ und 3_ anschliesst und diese mit dem W._ sowie dem Schloss N._ in _
verbindet, welches im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler
Bedeutung (ISOS) als Spezialfall enthalten ist (vgl. Anhang der Verordnung über das
Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz; SR 451.12). Im Weiteren
beteuerten die Vertreter der Beschwerdeführerin am Augenschein vom 20. März 2019,
dass die Beschwerdeführerin die S._ auch nicht für Führungen verwende und er aus
ihrer Sicht ohne Weiteres abgebrochen werden könnte (act. 14). Bei dieser Sachlage
drängt sich der Schluss auf, dass die S._ ausschliesslich der touristischen Nutzung als
Fuss- und Wanderweg und damit dem Gemeingebrauch dient. Folglich hat die
Vorinstanz den in Konkretisierung von Art. 9 Abs. 1 StrG durch die kantonale Gerichts-
und Verwaltungspraxis gezogenen Rahmen und dadurch das ihr, insbesondere in
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Bezug auf die Würdigung lokaler Umstände, zustehende Ermessen überschritten sowie
den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt, indem sie die in nördlicher Richtung
vom Osten nach Westen verlaufenden Q._weg abgehende S._ nicht als
Gemeindeweg erster Klasse eingeteilt hat. Daran ändert nichts, dass Strassenzüge als
Einheit zu betrachten sind (vgl. die Abgrenzungskriterien in VerwGE B 2014/203 vom
25. Mai 2016 E. 6.1, a.a.O.). Zudem dient der Q._weg auf dem P._damm – im
Gegensatz zur S._ – unbestrittenermassen auch zu einem wesentlichen Teil dem
Unterhalt des X._ durch die Beschwerdeführerin. Die Beschwerde ist daher
gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Änderung
der Klassierung der S._ in einen Gemeindeweg erster Klasse und zur Einleitung des
entsprechenden Genehmigungsverfahrens (vgl. Art. 13 Abs. 2 Satz 2 StrG) an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Vorinstanz (Art. 95 Abs. 1 VRP, vgl. VerwGE B
2017/76 vom 16. August 2018 E. 5, www.gerichte.sg.ch). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12,
GKV). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführerin
ist der geleistete Kostenvorschuss von CHF 2‘000 zurückzuerstatten.
Als öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit steht der
Beschwerdeführerin kein Kostenersatz (Art. 98 Abs. 1 VRP) zu (vgl. Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 825 ff., siehe auch Art. 68 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG, und BGer 2C_433/2011 vom
1. Juni 2012 E. 6 mit Hinweis auf BGE 134 II 117 E. 7). Ein solcher wurde auch nicht
beantragt (vgl. VerwGE B 2016/145 vom 23. August 2016 E. 2 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).