Decision ID: 865547c8-a799-45f5-abef-67855a221dd6
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente (Wiedererwägung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 6./10. März 1997 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung, eventuell
Umschulung, ausserdem Arbeitsvermittlung und eine Rente. Dr. med. B._,
Allgemeine Medizin FMH, gab im Arztbericht vom 17. April 1997 (IV-act. 8) an, der
Versicherte leide (verkürzt wiedergegeben) an einem schweren, sehr labilen und
instabilen Asthma bronchiale, rezidivierenden Schüben von Refluxoesophagitis und
einer depressiven Charakterentwicklung bei psychosozialen Belastungen. Unter
Hinweis auf einen Arztbericht von Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, vom 30. Januar
1997 legte er dar, er teile dessen Einschätzung einer Minderung der Erwerbsfähigkeit
des Versicherten um 60 %. Es sollte dem Versicherten eine zumindest teilweise
Wiedereingliederung ermöglicht werden. Die Rehabilitationsklinik D._ hatte in einem
weiteren beigelegten Bericht vom 5. Februar 1996 für schwere körperliche Arbeit
medizinisch-theoretisch eine Einschränkung um 33 bis 49 % angegeben. Für
mittelschwere Tätigkeiten (mehr oder weniger im Sitzen, in möglichst staubarmem
Milieu) dürfte der Versicherte dagegen noch voll arbeitsfähig sein. - Die Arbeitslosen
kasse gab am 15. Mai 1997 (IV-act. 10) an, der Versicherte beziehe seit März 1995 bei
einer vollzeitlichen Vermittlungsfähigkeit Taggelder. - Wie der
Arbeitgeberbescheinigung vom 2. Juni 1997 (IV-act. 12) zu entnehmen ist, war der
Versicherte von Juni 1990 bis Februar 1995 als Kunststoffspritzer angestellt gewesen
und hatte im Jahr 1994 Fr. 57'486.-- verdient (bei einem Monatslohn von Fr. 3'920.--). -
Dr. C._ erklärte in einem von der Invalidenversicherung veranlassten pneumologisch-
internistischen Gutachten vom 15. September 1997 (IV-act. 19), der Versicherte leide
an einem chronifizierten mittelschweren und schwierig behandelbaren Asthma
bronchiale. Daneben steche am meisten eine schwere depressive Entwicklung hervor.
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In der bisherigen (als körperlich mittelschwer angenommenen) Tätigkeit sei der
Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Bei hoher Motivation und Einsicht in die Krankheit
und in den Bedarf an konsequenter Behandlung bestehe für eine körperlich leichte
Tätigkeit in staub- und allergiearmem Milieu eine Arbeitsfähigkeit von mindestens
80 %. Da alle diese Bedingungen nicht vorhanden seien, sei die Arbeitsfähigkeit auf
nicht mehr als 50 % (halbtags) zu schätzen. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der
Invalidenversicherung hielt am 26. September 1997 (IV-act. 20) dafür, es sei von
mindestens 80 % Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die IV-Berufsberaterin stellte einen
Einkommensvergleich zwischen einem Valideneinkommen von Fr. 50'960.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 30'500.-- (gemäss Tabellen, mit einem Abzug von 15 %)
an (IV-act. 22). Am 25. Mai 1998 (IV-act. 30 f.) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten ab 1. November 1996 bei einem
Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente zu.
A.b Am 22. Januar 1999 (IV-act. 33) ersuchte Dr. B._ für den Versicherten um eine
Rentenrevision. Weil die Krankheit in den letzten Monaten progredient gewesen sei,
habe er ihn Dr. C._ zugewiesen. Im beigelegten Bericht vom 11. Januar 1999 hatte
jener festgehalten, die asthma-bedingte theoretische Erwerbsfähigkeit dürfte
höchstens 40 % betragen. Am 9. Februar 1999 (IV-act. 35) berichtete Dr. C._, das
schwere Asthma habe sich seit 1997 erneut verschlechtert. Die medizinisch-
theoretische Erwerbsfähigkeit betrage höchstens noch 40 %. Mit Verfügung vom
4. Juni 1999 (IV-act. 39 f.) erhöhte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den
Anspruch ab 1. Januar 1999 auf eine halbe Rente (bei einem Invaliditätsgrad von
60 %).
A.c Mit Schreiben vom 8. März 2000 (IV-act. 41) berichtete Dr. B._ von einem
erneuten Fortschreiten der Krankheit. Gemäss dem Pneumologen bestehe nun eine
Invalidität von 70 bis 80 %. Aus hausärztlicher Sicht sei auch auf die chronische de
pressive Erkrankung hinzuweisen, die den Versicherten zusätzlich blockiere. Dr. C._
hatte ihm am 27. Januar 2000 mitgeteilt, das chronifizierte Asthma sei in den letzten
Jahren langsam, aber unaufhaltsam progredient gewesen und sei recht schwer. Die
Obstruktion sei fixiert und höchstwahrscheinlich irreversibel. Hingegen sei das Lungen
parenchym im Wesentlichen nicht krank und Diffusionskapazität und alveolo-arterieller
Sauerstoffgradient seien normal. Die medizinisch-theoretische Invalidität liege nun bei
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70 bis 80 %. - Am 13. September 2000 (IV-act. 46) gab die Übergangspflege am
Kantonsspital St. Gallen bekannt, der Versicherte sei zurzeit hospitalisiert. Mit der
Behandlung werde eine ganze Rente wohl unnötig sein. Ab 18. September 2000 fand
eine ambulante pulmologische Rehabilitationsbehandlung statt (vgl. IV-act. 47).
Dr. B._ gab im Zwischenbericht vom 24. Januar 2001 (IV-act. 49) an, der Inva
liditätsgrad von 60 % sei ausgewiesen. In der ergospirometrischen Untersuchung nach
der Intensivtherapie beim stationären Aufenthalt habe der Versicherte etwas über 60 %
des Sollwertes geleistet. Im Alltag lasse sich diese Leistung jedoch nicht umsetzen.
Dazu komme die sehr belastete psychische Situation. In Betrachtung der Gesamt
situation sei der Versicherte als vollinvalid zu bezeichnen. Der RAD befürwortete am
16. Februar 2001, eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % in allen Tätigkeiten anzunehmen
und keine weiteren Abklärungen zu treffen (IV-act. 50). Am 10. Mai 2001 (IV-act. 54-2)
passte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Anspruch des Versicherten ab
1. März 2000 an, indem sie ihm bei einem Invaliditätsgrad von 75 % eine ganze Rente
zusprach. Eine Anpassung betreffend Kinderrentenansprüche ab 1. August 2001 er
folgte durch Verfügung vom 10. Juli 2001 (IV-act. 54-1).
A.d Am 10. Juni 2003 leitete die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eine Revision
von Amtes wegen ein. Der Versicherte und Dr. B._ berichteten von einem stationären
Zustand. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle liess den Anspruch unverändert (Mit
teilung vom 21. November 2003; IV-act. 64). - Am 17. November 2008 nahm die Ver
waltung ein nächstes Revisionsverfahren auf. Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH,
erklärte am 27. November 2008 (IV-act. 72), es liege ein fortgeschrittenes chronisches
Asthma bronchiale vor mit häufigen Exazerbationen und Belastungsintoleranz (im
Langzeitverlauf zunehmend). Auch dieses Anpassungsverfahren führte nicht zu einer
Änderung des Anspruchs (IV-act. 75).
B.
B.a Ein weiteres Revisionsverfahren leitete die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am
19. Mai 2010 (IV-act. 77) ein. Dr. E._ teilte am 30. Juni 2010 (IV-act. 80) mit, es habe
sich keine relevante Veränderung ergeben. Der RAD befürwortete eine pneu
mologische/psychiatrische RAD-Untersuchung, da scheinbar mehr als zehn Jahre lang
keine pneumologischen Konsultationen mehr dokumentiert seien.
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B.b Nach Untersuchungen vom 8., 9. und 19. November 2010 gelangte der RAD
im Bericht vom 9. Februar 2011 (IV-act. 89) zum Ergebnis, dass dem Versicherten
aus pneumologischer Sicht eine Leistungsfähigkeit von etwa 60 % verblieben sei.
Eine arbeitsfähigkeitsrelevante psychiatrische Störung sei nicht festzustellen gewesen.
Vorhanden seien lediglich gewisse vorsichtig-ängstlich-selbstbeobachtende und
psychasthenische Züge. - Bei den beigezogenen Unterlagen war ein Arztbericht von
Dr. C._ vom 11. Januar 2001, in welchem bei der Lungenfunktionsprüfung keine
Progredienz gegenüber dem Vorjahr festgestellt worden war. Die Invalidität von 50 %
sei ausgewiesen; für eine volle Invalidität seien die pneumologisch objektivierbaren
Befunde nicht ausreichend. Bei der Ergospirometrie anlässlich der Hospitalisation im
September 2000 habe der Versicherte immerhin zwei Drittel des Sollwertes (119 Watt)
geleistet.
B.c Nachdem zunächst eine Herabsetzung auf eine Viertelsrente vorgesehen worden
war (vgl. IV-act. 91), wurde die Frage aufgeworfen, ob der Anspruch ursprünglich ge
nügend abgeklärt worden sei. Ein eigentlicher Revisionsgrund würde nicht vorliegen
(vgl. IV-act. 92). Am 12. Mai 2011 (IV-act. 93) wurde dafürgehalten, bei den beiden
Rentenerhöhungen habe man auf die Angaben des Hausarztes und des Pneumologen
abgestellt, welche aber beide keine konkreten Befunde geliefert hätten, sondern
vor allem auf psychosoziale Faktoren geachtet hätten. Im Gutachten (gemeint: RAD-
Untersuchungsbericht) werde eindeutig festgehalten, dass eine psychiatrische Be
einträchtigung seit mindestens 2001 nicht bestanden habe. Die nun festgestellte
Leistungsfähigkeit entspreche in etwa derjenigen, die bei der Erstzusprache der Rente
vorgelegen habe. Die Verfügungen vom 4. Juni 1999 und vom 10. Mai 2001 seien
durch Wiedererwägung aufzuheben und auf eine Rückforderung sei zu verzichten. - Mit
Vorbescheid vom 11. Juli 2011 (IV-act. 96 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle dem Versicherten dies in Aussicht.
B.d Dr. C._ wandte am 10. Oktober 2011 (IV-act. 102) ein, es sei gegenwärtig von
einem schweren und weitgehend therapierefraktären Asthma bronchiale auszugehen,
das einem Phänotyp schwere COPD entspreche und sich ergospirometrisch in einem
massiven Leistungsdefizit bei ventilatorischer Limitierung äussere. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass der Versicherte noch irgendeiner Tätigkeit sollte nachgehen
können. Obwohl eine gewisse Diskrepanz zwischen Befunden und Befindlichkeit
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bestehe, sei festzuhalten, dass sich der Obstruktionsgrad in den letzten 18 Jahren
kontinuierlich verschlechtert habe. - Der Versicherte beantragte am 15. Oktober 2011
(IV-act. 103) eine grundlegende medizinische Neubeurteilung. Er habe seit fünfzehn
Jahren keine berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt und verfüge über keine schulische
Ausbildung, weshalb für ihn nur Hilfsarbeiten mit körperlicher Belastung in Frage
kämen, die er aber aus gesundheitlichen Gründen nicht auszuüben vermöge.
B.e Der RAD-Arzt schlug am 25. November 2011 (IV-act. 104) vor, bei der Kranken
kasse Informationen zum Medikamentenverbrauch des Versicherten einzuholen. Der
Pneumologe habe angegeben, den Versicherten seit fast elf Jahren nicht mehr gesehen
zu haben; auch der Hausarzt werde nur selten konsultiert. Die obstruktive Ventilations
störung sei unter Gabe eines Bronchospasmolytikums deutlich reversibel gewesen. Die
neu aufgefallenen deutlichen Überblähungszeichen könnten auf eine länger nicht
durchgeführte antiobstruktive Behandlung hinweisen. Die Messwerte widersprächen
der Auffassung, es handle sich um ein therapierefraktäres Asthma vom COPD-
Phänotyp. Bei den Obstruktionsparametern würden deutliche Diskrepanzen zwischen
den mitarbeitsabhängigen und -unabhängigen Werten auffallen. Es frage sich, wie eine
ausbleibende Therapiewirkung belegt werden sollte, wenn man die Behandlung gar
nicht verändere. Der positive Prick-Test im Hinblick auf Hausstaubmilben deute darauf
hin, dass eine schon 1988 empfohlene entsprechende Sanierung noch ausstehe.
B.f Nach Eingang der von der Krankenversicherung verlangten Abrechnungen be
treffend Medikamentenbezug ab 2003 (bei den Fremdakten) hielt der RAD am 11. April
2012 (IV-act. 110) dafür, der Versicherte habe danach nur in den Zeiträumen von
Oktober bis Dezember 2003, Januar, April bis Juni und November 2005, Januar/
Februar und August bis November 2008, Januar und September bis Dezember 2009,
September bis Dezember 2010 und November/Dezember 2011 Arzneimitteldosen in
Rechnung gestellt, wie sie erforderlich gewesen wären. Im Jahr 2007 habe er gar kein
Medikament bezogen.
B.g Mit Verfügung vom 22. Mai 2012 (IV-act. 111; vgl. auch IV-act. 112) zog die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Verfügungen vom 4. Juni 1999 und vom
10. Mai 2001 in Wiedererwägung und setzte den Anspruch (unter Verzicht auf eine
Rückforderung) auf den ersten Tag des zweiten Monats nach der Zustellung der
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Verfügung hin auf eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 46 % herab
(Valideneinkommen Fr. 63'762.--; Invalideneinkommen Fr. 34'432.--; bei einem
Leidensabzug von 10 %). Einer Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung
entzogen. Der Versicherte sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld für den
Betroffenen am 22. Juni 2012 (Poststempel) erhobene Beschwerde. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer weiterhin eine Vollrente (wohl: ganze
Rente) auszurichten, eventualiter sei ein Obergutachten anzuordnen, um den
Krankheitsverlauf seit der Zusprechung der Rente im Jahr 1997 objektiv zu
rekonstruieren und die gegenwärtige Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit abzuklären; im
Weiteren sei eine Frist zur Beschwerdeergänzung anzusetzen und sei dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die massive
Verschlechterung des Gesundheitszustands (der Lungenfunktion) sei dokumentiert.
Dr. C._ habe ausserdem eine medizinische Invalidität von 70 bis 80 % attestiert und
nur nebenbei darauf hingewiesen, dass die andern Probleme eine berufliche
Wiedereingliederung völlig illusorisch machen würden. Diese Probleme seien
2000/2001 gar nicht entscheidtragend gewesen. Der Abzug müsste angesichts der
Chronizität des Leidens, der attestierten Rückenschmerzen und der minimalen
Ausbildung des Beschwerdeführers deutlich höher ausfallen. Das RAD-Aktengutachten
stelle lediglich eine Parteibehauptung dar und werde durch die neuen Werte des
Untersuchs durch Dr. C._ zum Teil massiv widerlegt. Der Wert von November 2010
stehe in allzu deutlichem Kontrast zum allgemeinen Verlauf und zum neueren Wert von
Oktober 2011. - Ergänzend bringt der Rechtsvertreter am 18./20. August 2012 vor, das
RAD-Gutachten basiere bezüglich der entscheidwesentlichen Lungenproblematik auf
einer lediglich eintägigen Untersuchung. Angesichts der sehr apodiktischen Aussagen
sei das bemerkenswert. Der langjährig behandelnde Lungenarzt komme zum klar
gegenteiligen Schluss. Der RAD-Bericht erscheine als Parteigutachten mit nur
geringem objektivem Wert. Was für eine konkrete Arbeit mit der Umschreibung im
Bericht gemeint sei, werde nicht ausgeführt. Es seien soweit ersichtlich auch keine
entsprechenden Abklärungen - etwa bei einer BEFAS - unternommen worden. Damit
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fehle ein Fundament für die in der Wiedererwägungsverfügung getroffene Annahme
des möglichen Invalideneinkommens. Dass der Bericht über die psychiatrische RAD-
Untersuchung festhalte, es habe auch 2001 keine psychiatrische Erkrankung
vorgelegen, widerspreche den damaligen ärztlichen Feststellungen. Der
Beschwerdeführer befinde sich nun seit einigen Wochen in fachärztlich-psychiatrischer
Behandlung im Psychiatrischen Zentrum F._ und warte auf eine mehrmonatige
psychotherapeutische Behandlung in der Tagesklinik. Der Entzug der aufschiebenden
Wirkung drohe, zum Verlust der Wohnung der Familie des Beschwerdeführers zu
führen, was einen kaum wieder gutzumachenden Nachteil bedeutete. Weitere ärztliche
Abklärungen seien offensichtlich nötig; dass sie 2000 und 2001 unterblieben seien, sei
der Beschwerdegegnerin zuzurechnen. Die aufschiebende Wirkung sei deshalb wieder
herzustellen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. September 2012 beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde und des Antrags auf Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Der Ausgang des Verfahrens in der Haupt
sache sei eindeutig: Die wiedererwägungsweise Reduktion der bisherigen ganzen auf
eine halbe (recte: Viertels-) Rente sei zu Recht verfügt worden. Das Interesse der Ver
waltung am sofortigen und weiterdauernden Vollzug der Leistungsherabsetzung (bzw.
am Vermeiden des hohen Risikos der Uneinbringlichkeit einer Rückforderung und von
grossen administrativen Umtrieben) sei höher zu gewichten als das Interesse des Be
schwerdeführers, nicht Sozialhilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Eine auf keiner
nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit be
ruhende Invaliditätsbemessung sei nicht rechtskonform und die entsprechende Ver
fügung sei zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn. Dr. C._ habe im
Rahmen des ersten Revisionsverfahrens bei einer im Vergleich zum Gutachten vom
15. September 1997 objektiv kaum geänderten Lungenfunktion aufgrund der geklagten
Zunahme der Beschwerden direkt auf eine Erwerbsfähigkeit von bloss noch 40 % ge
schlossen, ohne sich zur invalidenversicherungsrechtlich entscheidenden Frage der
Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit zu äussern. Die darauf be
ruhende Invaliditätsbemessung sei daher nicht rechtskonform gewesen und die Ver
fügung vom 4. Juni 1999 daher zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen
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Sinn. Bei der weiteren Rentenerhöhung sei der RAD ohne Begründung davon aus
gegangen, dass der Beschwerdeführer in adaptierten Tätigkeiten zu 70 % arbeits
unfähig sei. Der in der Verfügung genannte Invaliditätsgrad von 75 % habe aber nicht
auf einem Einkommensvergleich mit Berücksichtigung einer solchen Arbeitsunfähigkeit
beruht, sondern auf dem Mittelwert der von Dr. C._ bezeichneten Bandbreite an
Invalidität zwischen 70 und 80 %. Auch die Verfügung vom 10. Juli 2001 (recte: 10. Mai
2001) sei zweifellos unrichtig gewesen. Seien die Voraussetzungen für eine Wieder
erwägung erfüllt, müssten die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des
Anspruchs pro futuro geprüft werden. Der Invaliditätsgrad sei wie bei einer Revision
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG zu ermitteln. Der RAD-Untersuchungsbericht sei inhaltlich
vollständig und erfülle die Voraussetzungen eines beweiskräftigen Gutachtens.
Dr. C._ habe danach einen Untersuch durchgeführt und berichtet, es handle sich um
ein schweres Asthma. Der RAD-Arzt habe dieser Auffassung widersprochen und auch
nach Einholung von Medikamentenabrechnungen an seiner Einschätzung festgehalten.
Er habe plausibel dargelegt, dass der behandelnde Pneumologe den Diskrepanzen
zwischen den mitarbeitsabhängigen und -unabhängigen Messwerten zu wenig Rech
nung getragen und die Tatsache vernachlässigt habe, dass es unter Medikamenten
wirkung zu einer deutlichen Besserung der Obstruktionsparameter gekommen sei. Die
Feststellungen von Dr. C._ vermöchten keine Zweifel am pneumologischen Abklä
rungsergebnis des RAD-Untersuchungsberichts zu wecken. Gleiches gelte für die
aufgenommene Behandlung und das Ergebnis der psychiatrischen RAD-Untersuchung.
Dem zu 60 % arbeitsfähigen Beschwerdeführer sei eine Selbsteingliederung zumutbar.
Der Abzug von 10 % vom Tabellenlohn scheine angemessen. Es ergebe sich daher ein
Invaliditätsgrad von 46 % (Valideneinkommen 100 %; Invalideneinkommen 60 %
abzüglich 6 %, somit 54 %).
E.
Am 2. Oktober 2012 entsprach die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der un
entgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung).
F.
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Mit Replik vom 31. Oktober/2. November 2012 wendet der Rechtsvertreter des Be
schwerdeführers ein, dass die Beschwerdegegnerin nicht weniger als dreizehn Seiten
benötige, um die Zweifellosigkeit der Unrichtigkeit der seinerzeitigen Verfügung zu be
legen, widerlege die entsprechende Behauptung. Nicht nur Dr. C._, sondern auch der
Hausarzt und der RAD seien im Jahr 2001 (der RAD am 16. Februar 2011: wohl
16. Februar 2001) zu einer übereinstimmenden Würdigung gelangt. Die Aussage, die
damalige Invaliditätsbemessung beruhe auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen
Einschätzung, sei unzutreffend, zumal Dr. C._ seine Diagnose seither nicht geändert
habe. Auch die - ohne Auseinandersetzung mit den konkreten Umständen und der
Qualifikation des Arztes gemachte - Bemerkung, dass der Bericht von Dr. C._ wegen
seiner auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Versicherten nur mit Vorbehalt zu
würdigen sei, sei verfehlt. Wenn schon, dann falle das Argument auf die Beschwerde
gegnerin zurück, denn beim RAD bestehe ebenfalls eine auftragsrechtliche Stellung zur
Beschwerdegegnerin, die im Übrigen wirtschaftlich wesentlich relevanter sei als
diejenige von Dr. C._ zu dem einen Patienten. Angesichts der offensichtlich diver
gierenden Einschätzungen könne von zweifelloser Unrichtigkeit nicht die Rede sein.
Eine Revision sei damit nicht zulässig, da die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1
ATSG nicht gegeben seien. Es divergierten Einschätzungen von Ärzten, die je als
objektiv oder voreingenommen erscheinen müssten. Kern des Problems sei die
medizinische Situation des Beschwerdeführers seit 1998, insbesondere in den Jahren
1999/2000, aber auch danach. Ob in den Jahren 1999 und 2000 hinreichende Gründe
für die Rentenerhöhung vorgelegen hätten und sich der Gesundheitszustand seither
verbessert oder gar verschlechtert habe, so dass eine Rentenerhöhung allenfalls
zwischenzeitlich ohnehin indiziert gewesen wäre und eine wiedererwägungsweise
Rückstufung wegen einer Fehleinschätzung in den Jahren 1999/2000 gar nicht zulässig
wäre, sei objektiv zu klären. In Anbetracht der aktuellen Verschärfung des psychiat
rischen Zustands seien auch hierzu fachärztliche Berichte einzuholen.
G.
Die Beschwerdegegnerin hält am 8. November 2012 an ihrem Antrag fest und
verzichtet im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik.
H.
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Mit Schreiben vom 4. Februar 2010 hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
einen Arztbericht der Psychiatrischen Klinik G._ vom 17. Januar 2012 (recte: 2013)
eingereicht. Der Beschwerdeführer sei am 22. Oktober 2012 freiwillig in die Klinik
eingetreten. Im Vordergrund stehe eine mittelgradige depressive Episode mit somati
schem Syndrom. Die Stimmung sei derzeit aufgehellter, doch bestünden noch starke
Schlafstörungen, ein verminderter Antrieb und Grübeltendenzen. Ein Austrittsdatum sei
noch offen. - Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin zwei
Anpassungsverfügungen (Rentenerhöhungen vom 4. Juni 1999 und vom 10. Mai 2001)
in Wiedererwägung und setzte den Rentenanspruch unter Verzicht auf eine
Rückforderung für die Zukunft auf eine Viertelsrente herab. Einer Beschwerde entzog
sie die aufschiebende Wirkung.
1.2 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 22. Mai 2012, also unter der
Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er
sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht, da die Beschwerdegegnerin Verfügungen von 1999 und 2001 in
Wiedererwägung zog, in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Es
rechtfertigt sich, für die Beurteilung der Verhältnisse vor dem 1. Januar 2008 die jeweils
gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung hat sich allerdings keine Änderung der Rechtslage ergeben.
1.3 Mit dem Entscheid in der Sache erübrigt sich eine förmliche Behandlung des be
schwerdeweise gestellten Antrags auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde; dieser wird hinfällig.
2.
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2.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos un
richtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wieder
erwägung fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur grober Fehler der Verwaltung
geht. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist,
dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die
Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar. Zurückhaltung ist bei der Annahme zweifelloser
Unrichtigkeit stets dann geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund eine materielle An
spruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung massgeblich auf Schätzungen oder
Beweiswürdigung und damit auf Elementen beruht, die notwendigerweise Ermessens
züge aufweisen. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare
Beurteilung der (invaliditätsmässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos
unrichtig sein (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 30. Oktober 2012, 9C_396/12; vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S Q. vom 17. August 2009, 8C_1012/08).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen
Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie
wenigstens zur Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine
halbe Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004
bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind medizinische Grundlagen
wesentlich. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
bis
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S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherung erlassenen Kreis
schreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Wiedererwägung damit, dass objektive
Verschlechterungen des Gesundheitszustands bei den beiden Revisionen nicht belegt
gewesen seien. Sowohl der Hausarzt wie der Lungenspezialist hätten keine konkreten
Befunde geliefert und invaliditätsfremde Faktoren (wie psychosoziale Probleme) in
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einbezogen. Die umfassende Abklärung bei der
aktuellen Rentenrevision habe ergeben, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit der Rentenzusprechung nicht rentenrelevant verändert habe.
Die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit liege bei 60 %. Im Bericht von Dr. C._
vom 10. Oktober 2011 würden keine Fakten benannt, welche eine objektivierbare Ver
änderung seit der RAD-Untersuchung vom November 2010 nachwiese.
3.2 In medizinischer Hinsicht hatte sich die Anpassungsverfügung vom 4. Juni 1999
(ab Januar 1999) auf die Angaben von Dr. B._ vom 22. Januar 1999 und von
Dr. C._ vom 11. Januar und 9. Februar 1999 gestützt. Beide Ärzte hatten
übereinstimmend von einer Progredienz des Asthmaleidens berichtet. Während bei der
Rentenzusprechung von einer Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 20 %
ausgegangen worden war, die Dr. C._ im September 1997 für theoretisch vorliegend
bezeichnet hatte (konkret hatte er demgegenüber 50 % Arbeitsunfähigkeit angegeben;
bei theoretischer Minderung der "Erwerbsfähigkeit" aus pneumologischer Sicht von 60
bis 70 %), hatte der Arzt am 11. Januar 1999 erklärt, es lasse sich aus dem FEV1-Profil
der letzten Jahre unschwer eine deutliche Progredienz ablesen. Es sei seit Januar 1997
eine gewisse Stabilisierung auf tiefem Niveau eingetreten. Beunruhigend sei, dass die
Obstruktion offensichtlich nicht mehr vollständig reversibel sei, dass also wohl bereits
fibrotische regressive Veränderungen im Bronchialbaum eingetreten seien. Die asthma-
bedingte theoretische "Erwerbsfähigkeit" schätzte Dr. C._ auf höchstens 40 % (wie
schon im Januar 1997; vor der Verbesserung bis September 1997, vgl. IV-act. 19-7).
Die Beschwerdegegnerin hatte eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % angenommen und
den Invaliditätsgrad auf 60 % festgelegt. - Es war nicht zweifellos unrichtig, dass die
Beschwerdegegnerin aufgrund der Aktenlage von einer Verschlechterung des Gesund
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heitszustands mit Erhöhung der massgebenden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist.
Dr. B._ hatte berichtet, dass er den Beschwerdeführer wegen der Progredienz des
Leidens wieder Dr. C._ zugewiesen habe. Der Facharzt hatte die Verschlechterung
des Leidens bestätigt. Betrachtet man die Lungenfunktionsprüfungen, so zeigt sich,
dass damals (am 6. Januar 1999) ein FEV1 von 43 % erreicht wurde, das nach
Broncholyse auf 61 % des Solls angehoben werden konnte (IV-act. 35-6). Bei der
Messung von 1997 (wohl am 6. August; vgl. IV-act. 19-4 und 19-9) hingegen waren
nach zunächst 50 % nach Broncholyse 73 % des Solls erreichbar gewesen. Dass für
die beschriebene Verschlechterung keine Befunde bezeichnet worden wären, lässt sich
demnach nicht bestätigen. Ob die (erwerbliche) Invaliditätsbemessung vertretbar
gewesen sei, kann, wie sich aus dem Folgenden ergibt, offen bleiben.
4.
4.1 Was die Anpassungsverfügung vom 10. Mai 2001 betrifft, hatten der
Beschwerdegegnerin wiederum Feststellungen des Hausarztes (vom März 2000) und
des Pneumologen (vom Januar 2000) vorgelegen, die von einem Fortschreiten der
Erkrankung berichtet hatten. Dr. C._ hatte die medizinisch-theoretische Invalidität am
27. Januar 2000 auf 70 bis 80 % geschätzt. Im September 2000 war eine
Hospitalisation erfolgt, anschliessend war eine ambulante Rehabilitationsbehandlung
durchgeführt worden. Die Übergangspflege am Kantonsspital hatte am 13. September
2000 zur Auskunft gegeben, der zuständige Arzt sei der Auffassung, dank der
Behandlung werde die Zusprechung einer ganzen Rente unnötig sein. Nach diesen
Massnahmen hatte Dr. B._ im Januar 2001 einen Invaliditätsgrad von 60 % (wie vor
der Verschlechterung von Januar und September 2000 verfügt) für ausgewiesen
gehalten. In der ergospirometrischen Untersuchung nach der Intensivtherapie habe der
Beschwerdeführer etwas über 60 % des Sollwerts geleistet. Diese Leistung lasse sich
indessen nicht umsetzen. Aus dem erst Jahre später zu den Akten gelangten
Arztbericht von Dr. C._ vom 11. Januar 2001 geht hervor, dass auch er nach der
Behandlung eine nicht mehr 70- bis 80-prozentige, sondern eine Invalidität von noch
50 % für ausgewiesen hielt. Für eine volle Invalidität seien die pneumologisch
objektivierbaren Befunde nicht ausreichend. Es ist davon auszugehen, dass Dr. C._
damit der erkannten, weiterhin erhalten gebliebenen gewissen Reversibilität der
Obstruktion durch Behandlung Rechnung getragen hat (vgl. hierzu IV-act. 89-15).
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Wenn die Beschwerdegegnerin im Juli 2001 eine Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers von 70 % annahm und ab August 2001 eine Anpassung auf eine
ganze Rente verfügte, erscheint das zweifellos unrichtig. Selbst wenn eine
vorübergehende Verschlechterung mit Ansteigen der Arbeitsunfähigkeit zu
berücksichtigen gewesen wäre, ist jedenfalls bis zum Verfügungszeitpunkt wieder eine
höhere Arbeitsfähigkeit erreicht worden (gemäss Hausarzt 60 %, gemäss Dr. C._
50 % "Invaliditätsgrad"). Betrachtet man im Übrigen beispielsweise die
Lungenfunktion, so zeigt sich, dass die Messung vom Januar 2001 (vor Broncholyse
41 %, nachher 59 %) in etwa wieder Werte wie jene vom Januar 1999 ergab (43 %/
61 %), während im Januar 2000 36 % und 51 % gemessen worden waren.
4.2 Damit ergibt sich, dass es (zumindest) zulässig war, die Anpassungsverfügung
vom 10. Mai 2001 in Wiedererwägung zu ziehen.
5.
5.1 Die neue, ersetzende Anordnung der Beschwerdegegnerin nach der Aufhebung
dieser Verfügung besteht darin, dem Beschwerdeführer für die Zukunft (ab 1. Juli 2012;
gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV) eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von
46 % zuzusprechen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt es bei der
Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung, sei es im Rahmen der
substituierten Begründung bei Gelegenheit eines Revisionsverfahrens nach Art. 17 Abs.
1 ATSG und Art. 87 ff. IVV, sei es sonst von Amtes wegen oder auf Gesuch hin, wenn
spezifisch IV-rechtliche Aspekte zur Diskussion stehen, mit Wirkung ex nunc et pro
futuro einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Um die Frage nach dem
zukünftigen Rentenanspruch prüfen zu können, muss die zweifellose Unrichtigkeit der
ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt sein. Ist dies der Fall und die Berichtigung
von erheblicher Bedeutung, was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft,
sind die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs danach pro
futuro zu prüfen. Es ist wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auf
der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der
Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung zu ermitteln, woraus sich die
Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben
(Bundesgerichtsurteile i/S D. vom 1. April 2011, 8C_947/10, und i/S M. vom 22. Juli
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2010, 8C_920/09, mit Hinweis). Während nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts also offen bleiben kann, wie hoch der zutreffende Invaliditätsgrad ab
2001 (bzw. 1999) bis April 2012 (Monat vor Erlass der angefochtenen Verfügung)
richtigerweise gewesen wäre, ist die angefochtene Verfügung nur dann rechtmässig,
wenn sich der Rentenanspruch auf eine Viertelsrente in ihrem Verfügungszeitpunkt als
korrekt erweist.
5.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich hierfür auf den Bericht ihres RAD vom
9. Februar 2011. Danach wurde die pneumologisch (und insgesamt) betrachtet ver
bliebene Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf 60 % geschätzt. Bei Betrachtung
des lungenfunktionellen Verlaufs über mehr als 15 Jahre hinweg zeige sich bei sicher
lich vorhandener bronchialer Instabilität im Durchschnitt eine etwa mittelschwer ausge
prägte obstruktive Ventilationsstörung mit deutlicher Reversibilität unter Anwendung
von Bronchospasmolytika. Bei der ergometrischen Belastungsuntersuchung von 1995
habe der Beschwerdeführer im Rahmen einer stationären Rehabilitationsmassnahme
maximal 85 Watt und vor der Entlassung 125 Watt geleistet, im September 2000 (bei
der pneumologischen Hospitalisation) habe er mit 119 Watt 67 % des
altersentsprechenden Solls zu erbringen vermocht und bei der RAD-Untersuchung
habe er maximal 88 Watt (44 % des Solls) erreicht.
5.3 Dieser Einschätzung des RAD steht diejenige von Dr. C._ vom 10. Oktober
2011 entgegen. Der Arzt hat am 10. Oktober 2011 dafürgehalten, das Asthma des Be
schwerdeführers entspreche dem Phänotyp einer schweren COPD. Unter Würdigung
der Vorgeschichte, der Ressourcen des Beschwerdeführers und der Schwere des
Asthmas (letztere insbesondere angesichts der aktuellen Lungenfunktion) könne er eine
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (selbst in adaptierten Tätigkeiten) nicht nach
vollziehen. Dr. C._ beschrieb wiederum die kontinuierliche Verschlechterung des
Obstruktionsgrades. Bei einer Lungenfunktionsmessung vom 3. Oktober 2011, also
rund elf Monate nach der Prüfung durch den RAD, aber vor Erlass der angefochtenen
Verfügung, erhob er einen Wert FEV1 vor Broncholyse von 24 %, der danach nur noch
steigerbar war auf 41 %. Die ergospirometrisch gemessene Leistung hatte noch 56
Watt ausgemacht. Bei der RAD-Untersuchung vom November 2010 hatte eine Lungen
funktion von 32 % nach Broncholyse noch auf 59 % angehoben werden können. Auch
wenn durchaus in Betracht zu ziehen ist, dass das Asthma ein instabiles Leiden ist, so
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ist doch unter diesen Umständen nicht ohne weiteres auszuschliessen, dass diese
jüngere Messung eine gewisse, insgesamt dauerhafte (renten-) relevante Ver
schlechterung des Zustands nach der RAD-Abklärung aufzeigen könnte. Das gilt
selbst, wenn berücksichtigt wird, dass die Ergebnisse teilweise vom Ausmass der
Mitarbeit abhängen könnten. Dr. C._ hat in seine fachärztliche Beurteilung den
Umstand einbezogen, dass ihm eine gewisse Diskrepanz zwischen den Befunden und
der Befindlichkeit des Beschwerdeführers aufgefallen ist (auch bei objektiv
mittelschwerer Obstruktion habe sich der Beschwerdeführer schlecht bis sehr schlecht
gefühlt). Bei der RAD-Untersuchung hatte der Beschwerdeführer allerdings immerhin
angegeben, er sei für leichte körperliche Tätigkeit arbeitsfähig, allerdings mit
körperlicher Schwäche und Infektanfälligkeit (vgl. IV-act. 89-13). Wie hoch die
zumutbare Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im vorliegend massgeblichen
Zeitraum (ab Mai 2012) war, ist nach der Aktenlage zu wenig klar. Es sind
diesbezüglich ergänzende medizinische Abklärungen erforderlich.
5.4 Ob für die Zeit vom November 2010 auf die Einschätzung des RAD-Berichts
abgestellt werden könne oder die Auffassung von Dr. C._ eine abweichende Ein
schätzung des betreffenden Sachverhalts bedeute und hieran erhebliche Zweifel be
gründe, ist vorliegend wie erwähnt nicht ausschlaggebend. Dasselbe gilt für den Um
stand, dass der Beschwerdeführer den Hausarzt nur selten und den Spezialisten jahre
lang nicht mehr aufgesucht hatte. Ob der geprüfte Medikamentenverbrauch den
Schluss des RAD auf die Schwere des Leidens und dessen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit damals rechtfertigte, braucht nach dem Gesagten ebenfalls nicht
geklärt zu werden.
5.5 Massgeblich werden die noch zu erhebende, (unter allen Aspekten) relevante
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt vom Mai 2012 und der ent
sprechende Invaliditätsgrad sein.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2012 teilweise gutzuheissen und die Sache ist
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zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu entsprechender neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbei
ständung) vom 2. Oktober 2012 ist damit obsolet geworden.
6.3 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin sind ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP