Decision ID: adb36a31-79ae-5aa3-843c-aa0dee592d39
Year: 2021
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_001
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: civil_law

Sachverhalt
A. A._, geb. 1963, und B._, geb. 1962, heirateten 1996. Der Ehe entsprossen die Kinder C._, geb. 1997, und D._, geb. 1999 (act. 19/19).
Mit Eingabe vom 1. Juli 2016 reichte A._ die Scheidungsklage beim Zivilgericht des Sensebezirks (hiernach: das Zivilgericht) ein (act. 1). B._ nahm am 1. September 2016 dazu Stellung (act. 10). Am 8. September 2016 fand die Einigungsverhandlung statt, an welcher sich die Parteien teilweise einigten. A._ wurde betreffend die weiteren Scheidungsfolgen Frist zur Einreichung der schriftlichen Klagebegründung gestellt (act. 12). Diese reichte er am 16. Januar 2017 ein (act. 18). Die Klageantwort von B._ ging am 25. April 2017 beim  ein (act. 26).
A._ stellte dem Gericht am 16. Oktober 2017 eine Replik zu (act. 52). Am 10. November 2017 erstellte E._ eine Bewertung der ehelichen Liegenschaft (act. 55) und nahm am 11. Januar 2018 Stellung zu den Ergänzungsfragen von A._ (act. 63). Die Duplik von B._ folgte am 28. Februar 2018 (act. 70). A._ legte am 4. Juni 2018 verschiedene Unterlagen betreffend seine berufliche, persönliche und finanzielle Situation ins Recht (act. 77).
Am 21. August 2018 fand eine Instruktionsverhandlung statt und die Parteien einigten sich  die güterrechtliche Auseinandersetzung, die berufliche Vorsorge, den Kindesunterhalt für D._ sowie die Erziehungsgutschriften (act. 82).
Es folgten zahlreiche weitere Eingaben der Parteien. Die Hauptverhandlung fand am 25. Oktober 2018 statt und wurde am 14. Februar 2019 fortgesetzt (act. 110 und 131).
B. Am 21. Juni 2019 entschied das Zivilgericht namentlich das Folgende (act. 144):
3. A._ wird verpflichtet, B._ rückwirkend ab dem 1. März 2016 folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 8‘200.00 vom 1. März bis 31. Dezember 2016;
- CHF 5‘200.00 vom 1. Januar bis 28. Februar 2017;
- CHF 5‘900.00 vom 1. März 2017 bis 31. Juli 2018;
- CHF 5‘300.00 vom 1. August 2018 bis 31. Dezember 2018;
- CHF 5‘700.00 vom 1. Januar 2019 bis 30. September 2022;
- CHF 6‘400.00 vom 1. Oktober 2022 bis zur ordentlichen Pensionierung von A._.
4. Die von A._ an B._ vom 1. März 2016 bis 30. November 2018 bezahlten Unterhaltsbeiträge sind im Umfang von CHF 159‘600.00 an die gemäss Ziffer 3 festgesetzten Unterhaltsbeiträge anzurechnen. A._ hat B._ für die Zeit vom 1. März 2016 bis zum 30. November 2018 noch einen Betrag von CHF 54‘300.00 zu bezahlen.
C. Gegen diesen Entscheid erhob A._ am 16. September 2019 Berufung. Er stellt folgende Rechtsbegehren:
1. Ziffer 3 und Ziffer 4 des Scheidungsurteils des Zivilgerichts des Sensebezirkes vom 21. Juni 2019 seien aufzuheben.
2. A._ bezahlt B._ ab dem 1. Juli 2016 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge:
Kantonsgericht KG Seite 3 von 44
Juli bis Dezember 2016: CHF 8'200.-
Januar bis Februar 2017: CHF 5'200.-
März bis Dezember 2017: CHF 5'900.-
Januar bis Juli 2018: CHF 4'750.-
August 2018 bis Juni 2019: CHF 3'400.-
3. Die von A._ an B._ vom 1. Juli 2016 bis 30. November 2018 bezahlten Unterhaltsbeiträge sind im Umfange von CHF 137'700.- an die festzusetzenden Unterhaltsbeiträge anzurechnen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Am 4. November 2019 reichte B._ ihre Berufungsantwort und Anschlussberufung ein. Sie beantragt, dass auf die Berufung von A._ nicht einzutreten, eventualiter diese abzuweisen sei. Zudem stellt sie betreffend die Anschlussberufung folgende Rechtsbegehren:
3. Ziff. 3 des Entscheids des Zivilgerichts des Sensebezirks vom 21. Juni 2019 (15 2016 26) sei aufzuheben und A._ sei zu verpflichten, B._ rückwirkend ab dem 1. März 2016 die folgenden monatlichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 9'130.00 vom 1. März 2016 bis 31. Dezember 2016;
- CHF 9'730.00 vom 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2017;
- CHF 10'400.00 vom 1. März 2017 bis 30. September 2022;
- CHF 11'150.00 vom 1. Oktober 2022 bis zur ordentlichen Pensionierung von A._.
4. Ziff. 4 des Entscheids des Zivilgerichts des Sensebezirks vom 21. Juni 2019 (15 2016 26) sei aufzuheben und wie folgt abzuändern:
Die von A._ an B._ vom 1. März 2016 bis zum 30. November 2018 bezahlten Unterhaltsbeiträge sind im Umfang von CHF 159'600.00 an die gemäss Ziffer 3 festgesetzten Unterhaltsbeiträge anzurechnen. A._ hat B._ für die Zeit vom 1. März 2016 bis zum 30. November 2018 noch einen Betrag von CHF 169'560.00 zu bezahlen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag, zu Lasten von A._.
Am 21. November 2019 sowie am 10. und 17. Dezember 2019 reichte A._  ein. B._ nahm am 7. Januar 2020 Stellung zur Berufungsergänzung vom 21. November 2019. Am 10. Januar 2020 reichte A._ eine weitere Berufungsergänzung ein.
Am 17. Januar 2020 nahm A._ Stellung zur Anschlussberufung von B._ und beantragt deren Abweisung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Gleichentags reichte er eine weitere Berufungsergänzung ein.
A._ reichte am 30. Januar, 4., 17. und 24. Februar, 3., 10. und 17. März, 14. April, 6. und 20. Mai, 12. und 26. Juni, 6. Juli und 17. August 2020 weitere Eingaben ein.
B._ reichte am 23. Januar, 19. und 26. März, 14. und 25. Mai, 4. Juni, 2. Juli 2020  weitere Eingaben ein.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 44

Erwägungen
1.
1.1. Mit Berufung anfechtbar sind namentlich erstinstanzliche Endentscheide, sofern der  in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10'000.- beträgt (Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO). Der Streitwert wird durch die Rechtsbegehren bestimmt.
Angesichts der strittigen Unterhaltsbeiträge ist die Streitwertgrenze von CHF 10'000.- für die  sowie diejenige von CHF 30'000.- für eine Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht (Art. 51 und 74 BGG) offensichtlich erreicht.
1.2. Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage seit Zustellung des begründeten Entscheides (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Frist steht still vom 15. Juli bis und mit dem 15. August (Art. 145 Abs. 1 Bst. b ZPO).
Der begründete Entscheid wurde dem Berufungskläger am 19. Juli 2019 zugestellt (act. 144a). Die am Montag, 16. September 2019, eingereichte Berufung erfolgte demnach unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes fristgerecht.