Decision ID: 5a0fd78e-3e02-5d59-917a-86df30a05a44
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, zusammen mit B._ und C._,
seiner volljährigen Schwester und seinem Schwager, am 28. August 2013
in der Schweiz um Asyl nachsuchte, wobei er seine syrische Identitätskar-
te einreichte,
dass er anlässlich der Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum
(EVZ) D._ vom (...) 2013 in Anwesenheit seiner Rechtsvertretung
im Wesentlichen geltend machte, er habe, zusammen mit B._ und
C._, seinen Heimatstaat am (...) 2013 verlassen und sei illegal
über E._ am (...) 2013 nach Rumänien gelangt, wo ihnen gegen
ihren Willen als Asylsuchende die Fingerabdrücke abgenommen worden
seien, bevor sie ihre Reise nach dem (...) 2013 in Richtung Schweiz fort-
gesetzt hätten,
dass ihm das BFM, ebenfalls am (...) 2013 im EVZ D._, das recht-
liche Gehör im Hinblick auf einen Nichteintretensentscheid gestützt auf
alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR
142.31) gewährte, wobei er erklärte, die Schweiz wegen der besseren
Bedingungen für Asylsuchende Rumänien vorzuziehen,
dass dem Beschwerdeführer von der zuständigen kantonalen Behörde
am (...) 2013 in Anwendung von Art. 17 Abs. 3 Bst. c AsylG in der Person
seines Rechtsvertreters eine Vertrauensperson beigeordnet wurde,
dass das BFM mit Verfügung vom 24. Januar 2014 – eröffnet am (...)
2014 an die Vertrauensperson und am (...) 2014 an den Beschwerdefüh-
rer – in Anwendung von alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch
nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Rumänien anordnete
und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag
nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den
Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-
gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Be-
schwerdeführer verfügte,
dass es zur Begründung im Wesentlichen ausführte, Rumänien sei ge-
stützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die
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Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asyl-
antrags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA], SR 0.142.392.68) für die
Durchführung des vorliegenden Asyl- und Wegweisungsverfahrens zu-
ständig,
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit Eurodac be-
lege, der Beschwerdeführer habe am (...) 2013 in Rumänien ein Asylge-
such eingereicht,
dass die rumänischen Behörden dem Übernahmeersuchen des BFM mit
Schreiben vom (...) 2014 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 15
der Verordnung EG Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur
Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-
staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in ei-
nem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zuständig ist (Dublin-II-VO),
explizit zugestimmt hätten, weshalb die Zuständigkeit Rumäniens für die
Behandlung des vorliegenden Asylgesuchs zu bejahen sei,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen
Gehörs zu Protokoll gegeben habe, in Rumänien gezwungen worden zu
sein, seine Fingerabdrücke abzugeben, aber dort kein Asylgesuch habe
einreichen, sondern für die Gesuchseinreichung in die Schweiz habe rei-
sen wollen,
dass keine Hinweise darauf vorlägen, dass die rumänischen Behörden
Fingerabdrücke Drittstaatsangehöriger abnähmen und in die Zentralein-
heit Eurodac abspeichern würden, ohne zu wissen, ob die fraglichen Per-
sonen in Rumänien um Asyl nachsuchen möchten, oder dass Drittstaats-
angehörige zu einer Asyleinreichung in Rumänien gezwungen würden,
dass die individuellen Präferenzen des Beschwerdeführers keinen Ein-
fluss auf die Zuständigkeitsprüfung hätten und dieser somit keine Wahl-
möglichkeit habe, in welchem Staat sein Asylgesuch behandelt werden
solle,
dass aus den Akten hervorgehe, dass der Beschwerdeführer gemeinsam
mit B._ und C._ in die Schweiz eingereist sei und sie am
28. August 2013 im EVZ D._ um Asyl nachgesucht hätten,
dass das BFM deshalb und weil B._ zusammen mit dem Be-
schwerdeführer bereits in Rumänien ein Asylgesuch eingereicht habe, die
rumänischen Behörden in Anbetracht des Kindeswohls am (...) 2013 ge-
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stützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 15 Dublin-II-VO um Übernahme
ersucht habe,
dass diese zugestimmt hätten und somit gewährleistet sei, dass der Be-
schwerdeführer mit seiner Schwester zusammenbleiben könne,
dass somit die Ausführungen des Beschwerdeführers die Zuständigkeit
Rumäniens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens
nicht zu widerlegen vermöchten,
dass die Überstellung nach Rumänien zusammen mit derjenigen von
B._ und C._ – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung
oder Verlängerung (Art. 19 f. Dublin-II-VO) – bis spätestens am 17. März
2014 zu erfolgen habe,
dass der Beschwerdeführer ferner in einen Drittstaat reisen könne, in wel-
chem er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG fin-
de, weshalb das Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimatstaats
nicht zu prüfen sei, und zudem keine Hinweise auf eine in Rumänien dro-
hende Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) be-
stehen würden,
dass weder die in Rumänien herrschende Situation noch andere Gründe
gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs dorthin sprechen wür-
den,
dass der Vollzug der Wegweisung sowohl zulässig als auch zumutbar so-
wie technisch möglich und praktisch durchführbar sei,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom (...) 2014 (...) gegen diesen
Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liess,
worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Feststellung
der Zuständigkeit der Schweiz für das Asylverfahren, eventualiter um
Rückweisung der Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz, er-
sucht wurde,
dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde und um unverzügliche Anweisung der Vorin-
stanz ersucht wurde, im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme bis
zum Entscheid über die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen,
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dass schliesslich unter Beilage einer Fürsorgebestätigung um Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Ver-
waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG,
SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
ersucht wurde,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefax vom (...) 2014 im Sinne
einer vorsorglichen Massnahme den Vollzug der Überstellung per sofort
einstweilen aussetzen liess,
dass die vorinstanzlichen Akten am (...) 2014 beim Bundesverwaltungs-
gericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-
det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor
welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG
i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),
dass das Bundesverwaltungsgericht in der Regel in der Besetzung mit
drei Richtern oder drei Richterinnen entscheidet (Art. 21 Abs. 1 VGG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auch in diesen Fällen auf einen
Schriftenwechsel verzichtet werden kann,
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dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass mit der Änderung des Asylgesetzes vom 14. Dezember 2013, wel-
che – unter Vorbehalt gewisser Bestimmungen (vgl. Verordnung über ei-
ne Teilinkraftsetzung der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylge-
setzes, AS 2013 5357) – am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist, die
Nichteintretenstatbestände von alt Art. 32-35a AsylG aufgehoben wurden,
und neu Art. 31a AsylG die Nichteintretenskonstellationen regelt,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen, die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich
auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylge-
such nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 mit weiteren Hinwei-
sen),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist
(Art. 31a Abs. 1 Bst. b bzw. alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass die Dublin-II-VO durch die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Euro-
päischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung
der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für
die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in
einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zustän-
dig ist (Dublin-III-VO), abgelöst worden ist, welche ab dem 1. Januar
2014 in allen Staaten der Europäischen Union anwendbar ist,
dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und
der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin-III-VO
(Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands) der Bundesrat der
Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechts-
akts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umsetzen wer-
de,
dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wur-
de, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem
1. Januar 2014 vorläufig angewendet,
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dass die übergangsrechtliche Bestimmung von Art. 49 Dublin-III-VO fest-
hält, die Verordnung sei nicht anwendbar, wenn sowohl der Antrag auf in-
ternationalen Schutz als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederauf-
nahme vor dem 1. Januar 2014 gestellt wurden,
dass der Beschwerdeführer am (...) 2013 ein Asylgesuch stellte und das
Ersuchen des Bundesamtes an die rumänischen Behörden um Über-
nahme des Beschwerdeführers am (...) 2013 erfolgte, weshalb vorliegend
die Dublin-II-VO anwendbar und der für die Prüfung der Asylgesuche zu-
ständige Staat nach den dortigen Kriterien zu ermitteln ist (vgl. Art. 49
Dublin-III-VO),
dass daran nichts zu ändern vermag, dass das BFM die rumänischen Be-
hörden drei Mal um Überprüfung ihrer Antworten ersuchte und die Zu-
stimmung zur Übernahme des Beschwerdeführers erst am (...) 2014 er-
folgte,
dass die in der Beschwerde vertretene Auffassung, wonach für die An-
wendung der Dublin-III-VO nicht die Einreise oder die Anfrage im Rah-
men des Dublin-Verfahrens, sondern der Zeitpunkt des Entscheids des
BFM massgeblich sei, nicht zutrifft, weshalb der in diesem Zusammen-
hang gestellte Antrag auf Rückweisung der Sache zur erneuten Beurtei-
lung an die Vorinstanz abzuweisen ist,
dass Art. 31a Abs. 1 Bst. b beziehungsweise alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d
AsylG im Weiteren voraussetzt, dass der staatsvertraglich zuständige
Staat einer Übernahme der asylsuchenden Person (mindestens implizit)
zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August
1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-II-VO jeder Asylantrag von ei-
nem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapi-
tels III als zuständiger Staat bestimmt wird,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO die Mitgliedstaaten jeden Asylan-
trag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im Ho-
heitsgebiet eines Mitgliedstaates stellt, wobei der Antrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
Dublin-II-VO als zuständiger Staat bestimmt wird,
dass bei einem Aufnahmeverfahren (take charge) die Kriterien in der in
Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge anzuwenden sind
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(vgl. Art. 5-14 Dublin-II-VO) und von der Situation zum Zeitpunkt, in dem
der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, aus-
zugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (take back) demge-
genüber keine – neuerliche – Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dub-
lin-II-VO stattfindet, sondern ein solches insbesondere auf den materiellen
Zuständigkeitsbestimmungen von Art. 16 Abs. 1 Bst. c-e Dublin-II-VO grün-
det (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin II-Verordnung:
Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, 3. Aufl., Wien und Graz 2012,
Art. 16 K5 S. 129),
dass derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, welcher einem Familienange-
hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenschaft als Flüchtling ge-
währt hat, sofern die betroffenen Personen dies wünschen (Art. 7 Dublin-
II-VO), welches Kriterium den nachfolgend genannten vorgeht (Art. 5
Dublin-II-VO),
dass derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, welcher dem Asylbewerber ei-
nen gültigen Aufenthaltstitel oder ein gültiges Visum ausgestellt hat, des-
sen Land-, See- oder Luftgrenze der Asylbewerber aus einem Drittstaat
kommend legal oder illegal überschritten hat, oder in welchem der erste
Asylantrag gestellt wurde (Art. 5 i.V.m. Art. 8-13 Dublin-II-VO),
dass derjenige Mitgliedstaat den Asylbewerber, der sich zuvor während
eines ununterbrochenen Zeitraums von mindestens fünf Monaten in die-
sem Mitgliedstaat aufgehalten hat, nach Massgabe der Art. 17-19 Dublin-
II-VO aufzunehmen hat (Art. 10 Abs. 2 und Art. 16 Abs. 1 Bst. a Dublin-II-
VO), wenn der Asylbewerber in einem weiteren Mitgliedstaat ein Asylge-
such einreicht,
dass die Übernahmeverpflichtungen erlöschen, wenn der Drittstaatsange-
hörige das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate
verlassen hat, es sei denn, der Drittstaatsangehörige ist im Besitz eines
vom zuständigen Mitgliedstaat ausgestellten gültigen Aufenthaltstitels
(Art. 16 Abs. 3 Dublin-II-VO),
dass in Abweichung von diesen Zuständigkeitskriterien respektive Zustän-
digkeitsbestimmungen nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO die Schweiz ein
Asylgesuch materiell prüfen kann, auch wenn nach den Kriterien ein an-
derer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht), wobei diese Bestim-
mung nicht direkt anwendbar ist, sondern nur in Verbindung mit einer an-
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deren Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen wer-
den kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5),
dass Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vorsieht, dass das BFM aus humanitären
Gründen ein Gesuch behandeln kann, auch wenn nach den Kriterien der
Dublin-II-VO ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese Bestimmung der
Behörde einen gewissen Ermessensspielraum lässt und restriktiv auszu-
legen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1 und 8.1 m.w.H.),
dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts,
wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach
Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die menschenrechtlichen Garantien der
EMRK, der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte
(UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das Übereinkommen vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer An-
spruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE
2010/45 E. 7.2; FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 3 K8 K11 S. 74),
dass die mittels Eurodac durchgeführte Abklärung des BFM ergab, dass
sowohl der Beschwerdeführer als auch B._ und C._ am
(...) 2013 in Rumänien daktyloskopisch erfasst wurden,
dass es sich aufgrund des engen persönlichen und sachlichen Zusam-
menhangs sowie auch dem Kindeswohl Rechnung tragend rechtfertigt,
das vorliegende Beschwerdeverfahren mit demjenigen von B._
und C._ zu koordinieren, wobei der Abschluss der beiden Be-
schwerdeverfahren gleichzeitig zu erfolgen hat,
dass die rumänischen Behörden dem Übernahmeersuchen des BFM mit
Schreiben vom (...) 2014 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO
zugestimmt haben, und folglich die Prüfung des Asylgesuchs des Be-
schwerdeführers in Rumänien begonnen hat,
dass in der Beschwerde ausgeführt wird, beim Beschwerdeführer handle
es sich um einen unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) im
Sinne der Legaldefinition von Art. 2 Bst. h Dublin-II-VO, der keine Famili-
enangehörigen im Sinne der Dublin-II-VO habe, weshalb die Bestimmung
der Zuständigkeit des Mitgliedstaats gemäss Art. 6 Abs. 2 Dublin-II-VO er-
folge,
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45 http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/9 http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45 http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45
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dass gemäss Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union (EuGH)
vom 6. Juni 2013 in der Rechtssache C-648/11 bei allen Massnahmen,
die Kinder betreffen, das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein
müsse, weshalb Art. 6 Abs. 2 Dublin-II-VO dahingehend auszulegen sei,
dass der Mitgliedstaat zuständig sei, in dem der unbegleitete Minderjähri-
ge sich nach Einreichung des Asylgesuchs befinde,
dass sich demgegenüber das BFM in seinem Entscheid zu Unrecht auf
Art. 16 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 15 Abs. 3 Dublin-II-VO stütze, und die ru-
mänischen Asylbehörden eine Rücknahme des Beschwerdeführers auch
dreimal abgelehnt hätten, ehe sie dem Druck der Schweiz nachgegeben
und einer Übernahme am 24. Januar 2014 doch noch zugestimmt hätten,
dass das BFM, wenn es tatsächlich im Interesse des Beschwerdeführers
gehandelt hätte, gemäss Art. 15 Dublin-II-VO den Selbsteinritt bezüglich
dessen Schwester und Schwagers ausgeübt hätte,
dass ein Mitgliedstaat, der mit einem neuen Asylgesuch befasst ist, die
Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaates, der ein Wiederaufnahmege-
such bereits akzeptiert hat, nicht mehr mit Verweis auf die Kriterien in Ka-
pitel III der Dublin-II-VO überprüfen kann (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2),
dass deshalb die auf Beschwerdeebene vorgetragene Argumentation, ge-
stützt auf Art. 6 Dublin-II-VO sei die Schweiz für die Prüfung des Asylge-
suchs zuständig, fehlgeht,
dass mithin offengelassen werden kann, ob die Schweiz der Rechtspre-
chung des EuGH zu folgen hat oder folgen soll, abgesehen davon, dass
in der Rechtssache C-648/11 ein mit dem vorliegenden nicht identischer
Sachverhalt zu beurteilen war, weil sich dort – im Gegensatz zur Schwes-
ter des Beschwerdeführers in der Schweiz – kein einziges Familienmit-
glied im Anwesenheitsstaat des Minderjährigen aufhielt,
dass Rumänien das ursprüngliche Übernahmeersuchen und die beiden
Folgeersuchen um deren Überprüfung abgelehnt hatte, weil das BFM bis
zu jenem Zeitpunkt den Nachweis, dass es sich beim Beschwerdeführer
und B._ um Geschwister handelt, nicht mittels geeigneter Doku-
mente erbracht hatte, und dies in seinem letzten Ersuchen um Überprü-
fung vom (...) 2014 nachholte,
dass jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den Zuständigkeitskriterien
in Kapitel III der Dublin-II-VO, die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesu-
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ches eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin-
II-VO und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin-II-VO; vgl. auch Art. 29a
Abs. 3 AsylV 1),
dass vorliegend somit zu prüfen bleibt, ob die Schweiz das Selbsteintritts-
recht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO i.V.m. Art. 15 Dublin-II-VO bezie-
hungsweise i.V.m. Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November
1989 über die Rechte des Kindes (im Folgenden: Kinderrechtskonvention
[KRK], SR 0.107) beziehungsweise i.V.m. Art. 8 EMRK auszuüben hat,
dass der Umstand, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen unbe-
gleiteten Minderjährigen handelt, insoweit nicht gegen eine Rückführung
nach Rumänien spricht, als Rumänien die KRK ratifiziert hat,
dass Rumänien – wie alle Mitgliedstaaten – zur besonders sorgfältigen
Betreuung Minderjähriger verpflichtet ist, und keine konkreten Anhalts-
punkte darauf hinweisen, dass die rumänischen Behörden dem Umstand
der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers nicht in ausreichendem
Mass Rechnung tragen würden, weshalb davon ausgegangen werden
kann, die Verpflichtungen aus der KRK würden durch Rumänien einge-
halten (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., K8 zu Art. 6),
dass die Dublin-II-VO gemäss Schweizer Praxis der vorrangigen Berück-
sichtigung des Wohls des Kindes nach der KRK dem UMA kein Wahlrecht
in dem Sinne zugesteht, dass er denjenigen Mitgliedstaat auswählen
kann, welcher ihm seiner Meinung nach die besten Bedingungen für als
für die Prüfung seines Asylgesuchs zuständigen Staates bietet (vgl.
BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass der Beschwerdeführer die Ausreise aus seinem Heimatstaat am (...)
2013 in Begleitung seiner volljährigen Schwester und deren Ehemannes
antrat und sowohl die Reise über E._ nach Rumänien, wo sie
erstmals um Asyl nachsuchten, als auch die Weiterreise in die Schweiz
stets gemeinsam mit diesen beiden Bezugspersonen absolvierte (vgl. Ak-
ten BFM [...]),
dass es sich bei der Schwester und dem Schwager des Beschwerdefüh-
rers offensichtlich um dessen primäre Bezugspersonen handelt,
dass das BFM die rumänischen Behörden auf diesen Umstand bereits im
Rahmen der Anfrage vom (...) 2013 um Übernahme des Beschwerdefüh-
rers hingewiesen hatte (vgl. Akten BFM [...]),
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dass die rumänischen Behörden dem Übernahmeersuchen, nachdem
das Verwandtschaftsverhältnis der Geschwister zweifelsfrei nachgewie-
sen war, ausdrücklich in Berücksichtigung des Kindeswohls und der Ein-
heit der Familie ("in the best interest of the minor and in order to keep him
together with his relatives [his sister – B._ – and his brother-in-law
– C._]") schliesslich zustimmten (vgl. Akten BFM[...]),
dass diese Zustimmung ausschliesslich unter der Bedingung der gemein-
samen Überstellung des Beschwerdeführers mit den erwähnten Verwand-
ten erfolgte (vgl. a.a.O.),
dass mit einem solchen Vorgehen in Berücksichtigung aller Umstände
des vorliegenden Falles auch nach Ansicht des Bundesverwaltungsge-
richts dem Wohl des Kindes in angemessener Weise Rechnung getragen
wird,
dass die Beschwerde der Schwester und des Schwagers des Beschwer-
deführers mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gleichen Datums ab-
gewiesen wird und der Wegweisungsvollzug zu koordinieren ist bezie-
hungsweise die Überstellung nach Rumänien gemeinsam mit derjenigen
des Beschwerdeführers zu erfolgen haben wird,
dass trotz der grundsätzlichen Verantwortlichkeit eines Mitgliedstaates
dem Umstand, dass ein unbegleiteter Minderjähriger im Aufenthaltsstaat
über Familienangehörige verfügt, unter Berücksichtigung von Art. 8
EMRK im Rahmen des Selbsteintrittsrechts gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-
II-Verordnung Rechnung getragen werden kann (vgl. FILZWIESER/
SPRUNG, a.a.O. K10 zu Art. 3, K3 zu Art. 4, K7 zu Art. 6),
dass Ehegatten und deren minderjährige Kinder, mithin also die Kernfa-
milie, als Familie im Sinne von Art. 8 EMRK zu verstehen sind, wobei die
in eheähnlicher Gemeinschaft lebenden Personen den Ehegatten gleich-
gestellt sind,
dass betreffend den über die Kernfamilie hinausgehenden Familienbegriff
auch die Beziehungen zwischen allen nahen Verwandten, die in der Fa-
milie eine wesentliche Rolle spielen können, erfasst werden,
dass die Strassburger Organe als solchermassen erweitertes Familienle-
ben das Verhältnis zwischen Grosseltern und ihren Enkeln beziehungs-
weise Enkelinnen, zwischen Onkeln/Tanten und ihren Nichten und Neffen
sowie auch zwischen Geschwistern anerkennen, sofern eine nahe, echte
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und tatsächlich gelebte Beziehung zwischen den Angehörigen besteht
(vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1 S. 677 f.; MARTINA CARONI, Schriften zum
Europäischen Recht, Band 58, Privat- und Familienleben zwischen Men-
schenrecht und Migration, S. 25 und S. 35, mit Hinweisen auf Urteile des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, Strassburg),
dass sich vorliegend die Schwester des Beschwerdeführers in der
Schweiz aufhält und nach dem Gesagten ein besonderes Abhängigkeits-
verhältnis besteht,
dass sich gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung jemand
auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK berufen kann,
wenn er sich auf eine Beziehung zu einer Person mit gefestigtem Anwe-
senheitsrecht (Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) in der
Schweiz bezieht, und eine blosse Aufenthaltsbewilligung hierzu nur ge-
nügt, soweit sie ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht
(Aufenthaltsbewilligung mit Anspruch auf Verlängerung; vgl. statt vieler
BGE 130 II 281, 135 I 143, je m.w.H.),
dass sich das Bundesverwaltungsgericht dieser Praxis angeschlossen
hat (vgl. BVGE 2012/4 E. 4.3, BVGE 2013/24 E. 5.2),
dass der Beschwerdeführer in casu aus Art. 8 EMRK nichts zu seinen
Gunsten abzuleiten vermag, da der Aufenthalt seiner Schwester während
deren hängigen Asylverfahrens auf keinem gefestigten Rechtsanspruch
beruht beziehungsweise kein gefestigtes Anwesenheitsrecht im Sinne der
Rechtsprechung darstellt,
dass in der Beschwerde schliesslich eingewendet wird, der Beschwerde-
führer habe anlässlich der Befragung im EVZ D._ erklärt, von der
rumänischen Polizei verhaftet und ausgelacht worden zu sein, als er den
Beamten geschildert habe, dass er während eines Transports (...) sei,
dass er das Vorgehen der rumänischen Polizei mit demjenigen der syri-
schen verglichen habe, in Rumänien die Behandlung von UMA gegen
Art. 22 KRK verstosse und auch das Amt des Hohen Flüchtlingskommis-
sars der Vereinten Nationen (UNHCR) Kritik am rumänischen Asylverfah-
ren äussere,
dass der Beschwerdeführer mit den erwähnten Vorbringen sinngemäss
(auch) eine Verletzung von Art. 3 EMRK geltend macht,
http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-281 http://links.weblaw.ch/BGE-135-I-143 http://links.weblaw.ch/BVGE-2012/4 http://links.weblaw.ch/BVGE-2013/24
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dass die schweizerischen Behörden zwar dafür sorgen müssen, dass der
Beschwerdeführer im Falle einer Überstellung nach Rumänien nicht einer
dem internationalen Recht und insbesondere Art. 3 EMRK widerspre-
chenden Behandlung ausgesetzt ist,
dass Rumänien indessen Vertragspartei der FK, der EMRK und der FoK
ist,
dass es angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der für die Prü-
fung des Asylgesuchs zuständig ist, die völkerrechtlichen Verpflichtungen
einhalte, dem Beschwerdeführer obliegt, diese Vermutung umzustossen,
wobei er ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen hat, dass die Behörden
des in Frage stehenden Staates in ihrem konkreten Fall das Völkerrecht
verletzen und ihnen nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie
menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. Europä-
ischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien
und Griechenland [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011,
§ 84 f. und 250; ebenso Urteil des EuGH vom 21. Dezember 2011 in der
Rechtssache C-411/10 und C-493),
dass dieser Nachweis vorliegend nicht erbracht worden ist und insbeson-
dere nicht erstellt ist, dass Rumänien gegen die Bestimmungen der Auf-
nahmerichtlinie verstösst (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
E-3757/2012 vom 20. Juli 2012, insbes. S. 9 f.),
dass der Beschwerdeführer auch nicht glaubhaft machen kann, dass es
in Rumänien keine öffentlichen Institutionen gibt, die auf Gesuch der Asyl-
suchenden hin auf deren Bedürfnisse eingehen können,
dass es dem Beschwerdeführer – zusammen mit seiner Schwester und
seinem Schwager – obliegt, seine spezifische Situation und allfällige
Schwierigkeiten bei den zuständigen rumänischen Behörden vorzubrin-
gen,
dass er sich im Falle von Unrechtmässigkeiten, Bedrohungen oder Über-
griffen durch Dritte oder die rumänische Polizei gemeinsam mit den er-
wähnten Verwandten an die rumänischen Justizbehörden wenden und
diese um Schutz ersuchen kann,
dass für den Fall, dass er aufgrund der Aufenthaltsbedingungen tatsäch-
lich nicht in der Lage sein sollte, in Rumänien ein menschenwürdiges Le-
ben zu führen, es an ihm, wiederum zusammen mit seinen Verwandten,
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liegen wird, seine Rechte bei den rumänischen Behörden respektive beim
EuGH oder beim EGMR geltend zu machen (vgl. BVGE 2010/45
E. 7.6.4),
dass sodann keine ernsthaften und konkreten Anhaltspunkte bestehen,
wonach Rumänien seine staatsvertraglichen Verpflichtungen missachten
und den Beschwerdeführer in seinen Heimatstaat zurückschaffen würde,
dies unter Missachtung des Non-Refoulement-Gebotes oder von Art. 3
EMRK,
dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch
keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine
Überstellung des Beschwerdeführers als unzulässig erscheinen lassen
(vgl. dazu den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004
i.S. D. und andere gegen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommissi-
on [EMARK] 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212),
dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten offensichtlich nicht be-
weisen oder glaubhaft machen konnte, dass ein konkretes und ernsthaf-
tes Risiko bestehe, gemäss welchem seine Überstellung nach Rumänien
gegen Art. 3 oder 8 EMRK oder gegen eine andere völkerrechtliche Ver-
pflichtung – insbesondere Art. 3 KRK (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3) –
der Schweiz verstossen würde,
dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch
keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine
Überstellung des Beschwerdeführers als unzulässig erscheinen lassen,
dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Souveränitäts-
klausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO) gibt,
dass Rumänien somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerde-
führers gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet
ist, ihn gemäss Art. 20 Dublin-II-VO wieder aufzunehmen,
dass das BFM demnach in Anwendung von alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG
(im Ergebnis) zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht
eingetreten ist und, da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gülti-
gen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht
in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Rumänien ange-
ordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
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dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse im Sinne von
Art. 83 Abs. 3 und Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu
prüfen sind, da deren Fehlen bereits Voraussetzung des Nichteintretens-
entscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b beziehungsweise alt Art. 34
Abs. 2 Bst. d AsylG ist (BVGE 2010/45 E. 10) und eine entsprechende
Prüfung, soweit notwendig, mithin bereits bei der Prüfung der Gründe
zum Nichteintreten stattgefunden hat,
dass das BFM in dem Sinne den Vollzug der Wegweisung nach Rumä-
nien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,
dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen und die Verfü-
gung des BFM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen
ist, weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wir-
kung sowie auf Kostenvorschusserlass als gegenstandslos erweisen,
dass der Vollzugsstopp mit dem vorliegenden Urteil dahinfällt,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG),
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung gutzuheissen ist, da die Begehren des pro-
zessual bedürftigen Beschwerdeführers – wie sich aus den vorstehenden
Erwägungen ergibt – als nicht aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb
die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt sind, so dass von
einer Kostenauflage abzusehen ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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