Decision ID: 9a81e84c-ec49-45a0-8958-074ba729bc2f
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
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A. N.K. ist Eigentümer der Parzelle Nr. 0000, Grundbuch X. Nach dem rechtskräftigen
Zonenplan der Politischen Gemeinde X. ist das Grundstück der Wohnzone W2b
zugewiesen. Am 11. Oktober 2014 reichte er im Rahmen eines Vorverfahrens
Unterlagen für ein Physiotherapiezentrum für Hunde auf Parzelle Nr. 0000 ein. Mit
Vorbescheid vom 22. Oktober 2014 bejahte die Baukommission X. die
Zonenkonformität des Bauvorhabens. Daraufhin reichte N.K. am 12./15. Dezember
2014 ein Baugesuch für ein Physiotherapiezentrum für Hunde (Anbau an bestehendes
Einfamilienhaus und Nutzungsänderung) auf Parzelle Nr. 0000 ein. Am 6. Januar 2015
gab die Baukommission X. den Anstössern im vereinfachten Verfahren davon Kenntnis.
Am 27. Januar 2015 erhob B.G. (Eigentümerin der Parzelle Nr. 0001) zusammen mit
den Eigentümern der Parzellen Nrn. 002, 0003 sowie 0004 bis 0007 Einsprache. Am
11. Februar/17. März 2015 zogen die Eigentümer der Parzelle Nr. 0003, am 13.
Februar 2015 der Eigentümer der Parzelle Nr. 0007, am 18. Februar 2015 die
Eigentümerin der Parzelle Nr. 0006 und am 25. März 2015 der Eigentümer der Parzelle
Nr. 002 ihre Einsprachen zurück. Mit Entscheid vom 13. April 2015 wies die
Baukommission X. die Einsprache von B.G. sowie den Eigentümern der Parzellen Nrn.
0004 f. sowohl in öffentlich-rechtlicher Hinsicht als auch gemäss Art. 684 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) ab und bewilligte das Bauvorhaben
unter Auflagen (B 2016/161 act. 11/11/2 f., 4 f., 8 f., 12, 14 und 16-21, act. 11/16,
www.geoportal.ch).
B. Dagegen rekurrierte B.G. durch ihren Rechtsvertreter am 4. Mai 2015 an das
Baudepartement (Verfahrensnummer: 00-0008). Am 14. September 2015 führte das
Baudepartement einen Augenschein durch. Am 8. Oktober 2015 reichte der
Rechtsvertreter von N.K. ein Betriebskonzept nach. Mit Verfügung vom 4. November
2015 sistierte das Baudepartement das Rekursverfahren 00-0008 (B 2016/161 act.
11/1, 16, 19, 24). Am 3. November 2015 reichte N.K. bei der Baukommission X. einen
Nachtrag (Betriebskonzept) zum Baugesuch für das Physiotherapiezentrum für Hunde
ein. Während der öffentlichen Auflage vom 30. November 2015 bis 14. Dezember 2015
erhob B.G. am 14. Dezember 2015 Einsprache. Am 12./18. Dezember 2015 reichte
N.K. einen Nachtrag (Eingangsdach) zum Baugesuch für ein Physiotherapiezentrum für
Hunde ein. Am 17. Dezember 2015 gab die Baukommission X. den Anstössern im
vereinfachten Verfahren davon Kenntnis. Am 8. Januar 2016 reichte B.G. ergänzende
Begründungen zu ihrer Einsprache vom 14. Dezember 2015 ein. Mit Entscheid vom
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15. Januar 2016 wies die Baukommission X. die Einsprache von B.G. vom
14. Dezember 2015 sowohl in öffentlich-rechtlicher Hinsicht als auch gemäss
Art. 684 ZGB ab und bewilligte die Nachträge. Dagegen rekurrierte B.G. am 29.
Januar 2016 an das Baudepartement (Verfahrensnummer: 00-009). Am 29. März 2016
hob das Departement die Sistierung des Rekursverfahrens 00-0008 auf. Mit Entscheid
vom 29. Juni 2016 wies das Departement den Rekurs 00-0008 ab, soweit es darauf
eintrat und dieser nicht gegenstandslos wurde (Ziff. 1). Den Rekurs 00-009 wies es ab
(Ziff. 2). Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens 00-0008 in der Höhe von
CHF 3‘000 auferlegte es je zur Hälfte B.G. und N.K. (Ziff. 3a). Die amtlichen Kosten des
Rekursverfahrens 00-009 von CHF 1‘000 auferlegte es B.G. (Ziff. 3b). Die
ausseramtlichen Kosten des Rekursverfahrens 00-0008 schlug es wett (Ziff. 4a). Für
das Rekursverfahren 00-009 sprach es N.K. zulasten von B.G. eine ausseramtliche
Entschädigung im Betrag von CHF 2‘080 zuzüglich Mehrwertsteuer zu und wies das
Begehren von B.G. um Ersatz ihrer ausseramtlichen Kosten ab (Ziff. 4b und 4c, act. 2,
B 2016/162 act. 10/10/2f., 5, 7 f., 10-12 und 14, act. 10/11).
C. Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 29. Juni 2016 erhob
B.G. (Beschwerdeführerin 1/Beschwerdegegnerin 2) durch ihren Rechtsvertreter am
13. Juli 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (B 2016/161) mit dem
Rechtsbegehren, es seien der angefochtene Entscheid sowie die Baubewilligungen der
Baukommission X. vom 13. April 2015 und 15. Januar 2016 unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben und die nachgesuchte Baubewilligung zu
verweigern (B 2016/161 act. 1). Am 14. Juli 2016 erhob N.K. (Beschwerdeführer 2/
Beschwerdegegner 1) durch seinen Rechtsvertreter gegen den Entscheid der
Vorinstanz vom 29. Juni 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (B 2016/162) mit
dem Rechtsbegehren, es seien die Ziffern 3a und 4a des angefochtenen Entscheids
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben (Ziff. 1 und 5). Es seien die Kosten
für das Rekursverfahren 00-0008 vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 2
aufzuerlegen (Ziff. 2). Die Beschwerdegegnerin 2 sei zu verpflichten, ihn für das
Rekursverfahren 00-0008 mit CHF 3‘935.25 inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer
ausseramtlich zu entschädigen (Ziff. 3). Eventuell sei die Angelegenheit zu neuer
Entscheidung über die Verfahrens- und Parteikosten der vorinstanzlichen
Rekursverfahren sowie deren Verlegung auf die Parteien an die Vorinstanz
zurückzuweisen (Ziff. 4, B 2016/162 act. 1). Am 25. August 2016 bzw. am 6. September
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2016 ergänzten die Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführer 2 ihre jeweiligen
Beschwerden mit einer Begründung (je act. 5). Mit Vernehmlassungen vom
27. September 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerden (act. 10
resp. 9). Am 13. Oktober 2016 liess sich der Beschwerdegegner 1 zur Beschwerde B
2016/161 mit dem Antrag vernehmen, es sei die Beschwerde unter Kosten- und
Entschädigungsfolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (act. 13). Mit
Vernehmlassung vom 5. Dezember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin 2, Ziff. 1
der Beschwerde B 2016/162 sei gutzuheissen. Im Übrigen sei die Beschwerde unter
Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen (act. 19). Gleichentags nahm die
Beschwerdeführerin 1 zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung (B 2016/161 act.
20). Die Politische Gemeinde X. (Beschwerdebeteiligte) verzichtete stillschweigend auf
eine Vernehmlassung (act. 21 resp. 20). Am 6. Januar 2017 liess sich die
Beschwerdeführerin 1 abschliessend vernehmen (B 2016/161 act. 22).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da sich die vor dem Verwaltungsgericht anhängig gemachten Beschwerden
(B 2016/161 und B 2016/162) auf denselben Streitgegenstand beziehen, können sie –
antragsgemäss (B 2016/162, act. 5, S. 2 Ziff. II/4) – verfahrensrechtlich vereinigt und
durch einen einzigen Entscheid erledigt werden (vgl. GVP 1972 Nr. 30).
2. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 13. und 14. Juli
2016 (je act. 1) erfolgten rechtzeitig und erfüllen zusammen mit den Ergänzungen vom
25. August 2016 bzw. 6. September 2016 (je act. 5) formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerden ist somit grundsätzlich einzutreten. Nicht
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einzutreten ist auf das Begehren der Beschwerdeführerin 1, die Baubewilligungen der
Beschwerdebeteiligten vom 13. April 2015 und 15. Januar 2016 seien aufzuheben (B
2016/161 act. 1 Ziff. I/2). Diese sind durch den angefochtenen Rekursentscheid ersetzt
worden (Devolutiveffekt) und gelten als inhaltlich mitangefochten (vgl. BGer
1C_475/2016 vom 7. April 2017 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 134 II 142 E. 1.4). Ob auf
die Rüge des falschen Verfahrens (B 2016/161 act. 5, S. 3 Ziff. III/A, act. 22, S. 1) der
Beschwerdeführerin 1, wie vom Beschwerdegegner 2 geltend gemacht wurde (B
2016/161 act. 13, S. 2 Ziff. III/2), aufgrund des Novenverbots (Art. 61 Abs. 3 VRP) nicht
einzutreten ist, kann offen bleiben, da sich diese Rüge ohnehin als unbegründet erweist
(vgl. E. 4 hiernach, siehe hierzu auch VerwGE B 2015/20 vom 23. August 2016 E. 1.2,
VerwGE B 2014/55 vom 27. Oktober 2015 E. 4.3, bestätigt mit BGer 1C_643/2015 vom
3. August 2016 E. 2.2.1 ff., VerwGE B 2011/151 vom 20. März 2012 E. 1.2 und VerwGE
B 2013/254 vom 28. Juli 2015 E. 4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, sowie Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 649, M.
Donatsch, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, § 20a N 20 und § 52 N 36, und B 2016/161 act. 22, S. 1).
3. Soweit die Beschwerdeführerin 1, ohne einen entsprechenden Antrag zu stellen, die
Unbefangenheit des zuständigen Sachbearbeiters der Vorinstanz in Zweifel zieht (B
2016/161 act. 5, S. 4 f. Ziff. III/B/1.1 und S. 7 Ziff. III/B/1.4, act. 6/2, act. 20, S. 2),
vermag sie nicht darzutun, inwiefern der Rekurssachbearbeiter den angefochtenen
Entscheid nicht zu Handen des Departementsvorstehers hätte redaktionell vorbereiten
dürfen (vgl. hierzu VerwGE B 2015/95; B 2015/97 vom 26. Oktober 2016 E. 3.3 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Der Verweis auf die in Erwägung 3.2.3 des
angefochtenen Entscheids (je act. 2, S. 9) fälschlicherweise mit Bindestrich zitierte
Homepage www.hundemagazin.ch reicht dafür nicht aus.
4. Die Beschwerdeführerin 1 stellt sich weiter auf den Standpunkt (B 2016/161 act. 5,
S. 3 Ziff. III/A), die Beschwerdebeteiligte habe das fragliche Baugesuch zu Unrecht im
vereinfachten Verfahren bewilligt.
4.1. Vorweg ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 1 nur vom „fraglichen
Baugesuch“ spricht (B 2016/161 act. 5, S. 3 Ziff. III/A). Soweit sie damit insinuiert, dass
über das Baugesuch zwingend in einem Verfahren hätte entschieden werden müssen
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(vgl. auch B 2016/162, act. 19, S. 3 f. Ziff. III/2), lässt sie ausser Acht, dass die
Einreichung von Projektänderungen oder –ergänzungen zur Verbesserung von
Punkten, welche mit den baurechtlichen Bestimmungen nicht in Einklang stehen,
zulässig ist und einer gängigen Praxis entspricht (vgl. VerwGE B 2014/48 vom 28. Juli
2015 E. 2.2.2, www.gerichte.sg.ch, bestätigt mit BGer 1C_449/2015 vom 25. Februar
2016 E. 3). Auch können für das gleiche Grundstück gleichzeitig verschiedene
Baugesuche eingereicht werden (vgl. VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017 E. 6 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Insofern können der Beschwerdebeteiligten keine
Verfahrensfehler vorgeworfen werden, weil sie die Nachträge vom 3. November 2015
und 12./18. Dezember 2015 jeweils in einem separaten Baubewilligungsverfahren
beurteilte. Damit war die Beschwerdebeteiligte – entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin 1 (B 2016/161 act. 5, S. 12 Ziff. III/C/2, B 2016/162 act. 19, S. 3 f.
Ziff. III/2) – auch berechtigt, gestützt auf Art. 96 Abs. 1 VRP für jede Einsprache der
Beschwerdeführerin 1 separat einen Kostenvorschuss einzuverlangen (vgl. hierzu auch
B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 971).
4.2. Bauten und Anlagen dürfen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder
geändert werden (Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung,
Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG). Die Kantone ordnen Zuständigkeiten und
Verfahren (Art. 25 Abs. 1 RPG). Diese haben sich dabei insbesondere an die aus Art. 29
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 6
Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK, vgl. zum Anwendungsbereich von Art. 6 Ziff. 1
EMRK in Bezug auf das Bau- und Planungsrecht BGE 127 I 44 E. 2 sowie Meyer-
Ladewig/Harrendorf/König, EMRK, 4. Aufl. 2017, Art. 6 N 21) fliessenden
Mindestanforderungen an das Verfahren zu halten. Das Gesetz über die Raumplanung
und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 731.1, BauG) unterscheidet zwischen
dem ordentlichen, dem vereinfachten und dem Meldeverfahren (Art. 81 bis Art. 82
BauG). Die Grenzen der Verfahrensvereinfachung sind vorgegeben durch die
Bewilligungspflicht (Art. 22 Abs. 1 RPG) und durch den Anspruch auf rechtliches Gehör
von Einspracheberechtigten (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 4 lit. c der Verfassung des
Kantons St. Gallen, sGS 111.1, KV, siehe auch Art. 15 f. VRP). Grundsätzlich bildet die
in Art. 82 Abs. 3 BauG im ordentlichen Verfahren (Art. 81 f. BauG) vorgeschriebene
öffentliche Auflage zusammen mit der Visierung (Art. 81 BauG) und der Bauanzeige
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(Art. 82 Abs. 1 BauG) Voraussetzung und Beginn des Rechtsschutzes im
Baubewilligungsverfahren. Auflage und Visierung bewirken, dass jedermann – nicht nur
die Anstösser mittels der Bauanzeige – vom Baugesuch Kenntnis nehmen kann. Im
vereinfachten Verfahren (Art. 82 BauG) entfallen die Pflicht zur Visierung und das
Auflageverfahren. Es greift deshalb nach Art. 82 Abs. 1 BauG nur Platz, wenn ein
Vorhaben keine oder nur die Interessen weniger Einspracheberechtigter berührt. Der
Personenkreis, der durch das Bauvorhaben betroffen ist, muss bestimmbar sein. Ist
das nicht möglich, kommt das vereinfachte Verfahren nicht in Frage (vgl. C. Bernet,
Formelles Baupolizeirecht, Baubewilligungsverfahren, in: Das III. Nachtragsgesetz zum
st. gallischen Baugesetz, St. Gallen 1997, S. 5, siehe auch B. Heer, a.a.O., Rz. 894, und
Juristische Mitteilungen des Baudepartements 1998/II Nr. 4, S. 5 f.). Werden im
Rahmen eines Einspracheverfahrens geringfügige Änderungen an einem Projekt
vorgenommen, welche nur die Interessen der Einsprecher berühren, so ist die
Anwendung des vereinfachten Verfahrens zur Beurteilung eines sog. Korrekturgesuchs
gerechtfertigt (vgl. VerwGE B 2014/27 vom 30. Juni 2015 E. 3.1 mit Hinweis auf
VerwGE B 2009/34 vom 3. Dezember 2009 E. 2.7, www.gerichte.sg.ch). Eine nicht
besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise
als geheilt gelten, wenn der Mangel im Verfahren vor der Rechtsmittelinstanz
kompensiert wird, die betroffene Person namentlich die Möglichkeit erhält, sich vor
einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, welche die von der Gehörsverletzung betroffenen
Aspekte mit derselben Kognition überprüfen kann wie die untere Instanz. Unter dieser
Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei
einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen
führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen
Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl.
BGer 1C_495/2015 vom 1. Februar 2016 E. 4.1, VerwGE B 2013/251 vom 24. März
2015 E. 3.3 und VerwGE B 2013/37 vom 11. März 2014 E. 2.3 je mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
4.3. Wie sich aus den Akten zum Vorfahren (Art. 91 f. BauG) ergibt (B 2016/161 act.
11/10/18-21), stand im vorliegenden Fall von Anfang an die Zonenkonformität des
strittigen Bauvorhabens zur Diskussion. Von dieser Frage waren nicht nur die
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Anstösser, sondern potentiell alle Anwohner im A.-quartier (www.geoportal.ch)
betroffen. Dementsprechend wäre die Beschwerdebeteiligte verpflichtet gewesen, auf
das Baugesuch des Beschwerdegegners 2 vom 12./15. Dezember 2014 das
ordentliche Verfahren (Art. 81 f. BauG) zur Anwendung zu bringen. Dagegen wurde das
Nachtragsgesuch vom 3. November 2015, welches wie auch das Nachtragsgesuch
vom 12./18. Dezember 2015 im vereinfachten Verfahren hätte beurteilt werden dürfen,
dem ordentlichen Verfahren unterworfen (B 2016/162 act. 10/10/7 f. und 11-14). Wie
der Beschwerdegegner 2 zu Recht einwendet (B 2016/161 act. 13, S. 2 f. Ziff. III/2),
kann bei dieser Ausgangslage der in Bezug auf das Baugesuch vom
12./15. Dezember 2014 festgestellte Verfahrensmangel ausnahmsweise als geheilt
betrachtet werden. Allfälligen weiteren Einspracheberechtigten wurde durch die
Anwendung des ordentlichen Verfahrens auf das Nachtragsgesuch vom
3. November 2015 Gelegenheit geboten, ihre Mitwirkungs- und äusserungsrechte im
Einspracheverfahren auszuüben. Dabei stand ihnen, vorbehältlich des Grundsatzes von
Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV), auch die Möglichkeit offen, allfällige Mängel des
Baugesuchs vom 12./15. Dezember 2014 zu rügen, durfte ihnen doch aus dem
festgestellten Verfahrensfehler kein Rechtsnachteil erwachsen (vgl. Art. 47 Abs. 3 VRP
analog). Der Beschwerdeführerin 1 ist daraus ohnehin kein Rechtsnachteil entstanden
(vgl. hierzu VerwGE B 2011/175 vom 3. Juli 2012 E. 2.7, www.gerichte.sg.ch).
5. Die Beschwerdeführerin 1 bringt weiter vor (B 2016/161 act. 5, S. 3-7 Ziff. III/B/1),
das geplante Hundephysiotherapiezentrum sei in der Wohnzone W2b, abstrakt
betrachtet, nicht zonenkonform. Es handle sich um eine gewerbliche Nutzung, welche
nicht als nichtstörend qualifiziert werden könne.
5.1. Das Bauwerk muss zonenkonform sein (Art. 22 Abs. 2 Ingress und lit. a RPG). Der
Zweck der Nutzungszone ergibt sich aus der Umschreibung der Zonenart (Art. 11 ff.
BauG). Die Zonenkonformität im Sinn des Bundesrechts setzt einen funktionalen
Zusammenhang zwischen Bauvorhaben und Zonenzweck voraus (vgl. VerwG
B 2013/135 vom 19. August 2014 E. 2.1 und VerwGE B 2007/220 vom 17. Juni 2008
E. 3.1 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, sowie P. Hänni, Planungs-, Bau- und
besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl. 2016, S. 201). Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG
gewährleistet einen abstrakt wirkenden öffentlich-rechtlichen Immissionsschutz.
Deshalb ist zunächst festzustellen, ob eine Baute oder Anlage zu einer bestimmten
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Kategorie gehört, die in der betreffenden Zone zulässig ist. Dazu gehört auch die
Beurteilung der typischerweise von einem solchen Betrieb ausgehenden Immissionen.
Erst anschliessend ist – soweit noch erforderlich – zu beurteilen, ob der Betrieb konkret
Immissionen zur Folge hat, die das zulässige Mass überschreiten (vgl. VerwGE
B 2004/161; B 2004/162 vom 31. Mai 2005 E. 3b, in: GVP 2005 Nr. 26, und B. Heer,
a.a.O., Rz. 364).
Laut Art. 11 Abs. 1 BauG umfassen Wohnzonen Gebiete, die sich für Wohnzwecke und
nichtstörende Gewerbebetriebe eignen. Sie sollen ruhige und gesunde
Wohnverhältnisse gewährleisten. Wohnzonen sind indes nicht immissionsfreie Räume.
Gewisse Immissionen sind mit der Wohnnutzung typischerweise verbunden, so etwa,
wenn Kinder im Freien spielen (vgl. zur Zonenkonformität von Kindertagesstätten BGer
1C_521/2015 vom 9. August 2016 E. 4.5 mit Hinweisen), der Rasen gemäht wird oder
in Gärten Feste gefeiert werden. Bestandteil einer reinen Wohnnutzung ist auch das
hobbymässige Halten von Tieren, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die
Tierhaltung nach Art und Umfang mit dem Wohnzweck noch vereinbar ist (vgl. VerwGE
B 2004/160 7. April 2005 E. 2d/bb mit Hinweis auf B. Heer, a.a.O., Rz. 370,
zusammengefasst in: Juristische Mitteilungen des Baudepartements 2005/I Nr. 4,
VerwGE B 2015/5 vom 24. November 2016 E. 2.3, www.gerichte.sg.ch, und
Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 22 N 29, siehe auch BGer 1C_538/2011 vom
25. Juni 2012 E. 2.3 mit Hinweisen). Bei Gewerbebetrieben ist zu prüfen, ob das in
Frage stehende Bauvorhaben in die Kategorie der in der Nutzungszone zulässigen
Betriebe gehört (vgl. zur Vereinbarkeit mit Art. 27 und Art. 94 BV BGE 142 I 162 E. 3.3
mit Hinweisen). Bei dieser Prüfung fallen in erster Linie die Art der Produkte oder
Dienstleistungen, die Zahl der Beschäftigten, die eingesetzten Produktionsmittel, die
baulichen und betrieblichen Bedürfnisse, die Anforderungen an die Infrastruktur, sowie
die räumliche Bedeutung des in Frage stehenden Betriebs in Betracht. Nach der
verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung sind vor allem Gewerbebetriebe als
nichtstörend zu qualifizieren, die der Befriedigung täglicher Bedürfnisse der
Wohnbevölkerung dienen, wie Bäckereien, Metzgereien, Arztpraxen, Coiffeurläden,
kleine Detailhandelsgeschäfte usw. (vgl. VerwGE B 2013/135 vom 19. August 2014 E.
2.2.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, und VerwGE B 2012/239 vom 16. April 2014
E. 4.2 f., in: GVP 2014 Nr. 12, siehe auch BGE 117 Ib 147 E. 5b, BGer 1P.160/2004
vom 27. Januar 2005 E. 5.4, BGer 1C_426/2008 vom 12. Februar 2009 E. 2.1, P. Hänni,
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a.a.O., S. 166-168, Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 22 N 26
und 33, Hettich/Mahtis, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], öffentliches
Baurecht, Rz. 1.60 ff. und 3.19 ff., C. Häuptli, Kommentar zum Baugesetz des Kantons
Aargau, Bern 2013, § 13 N 80 f., Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern, Band I,
4. Aufl. 2013, Art. 24 N 29 ff., und Band II, 3. Aufl. 2010, Art. 71 N 4, sowie M. Berner,
Luzerner Planungs- und Baurecht, Bern 2012, N 545 ff.). Nicht zonenkonform sind
Betriebe wie Autoreparaturwerkstätten, hauptsächlich in den Abend- und
Nachtstunden von einer grösseren Anzahl auswärtiger Besucher frequentierte
Erotikbetriebe, Spenglereien, Schreinereien usw. (vgl. B. Heer, a.a.O., Rz. 369, und
Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 22 N 34, siehe auch B. Waldmann, Der Schutz vor
ideellen Immissionen in Wohngebieten – ein kritische Würdigung, in: Baurecht 4/2005,
S. 156 ff., S. 160 f.). Da der Begriff "nichtstörende Gewerbebetriebe" unbestimmt ist
und im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände ausgelegt werden muss, ob ein
Betrieb in der Wohnzone zulässig ist, kann nicht generell gesagt werden, dass ein
nichtstörender Gewerbebetrieb in der Wohnzone nur dann zulässig sein soll, wenn er
ausschliesslich der Versorgung der Wohnbevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs
dient. Wäre der Begriff der funktionalen Bindung zur Wohnzone derart eng auszulegen,
müssten in konsequenter Anwendung der funktionalen Betrachtungsweise auch
Bäckereien, Metzgereien, Coiffeurläden, kleine Detailhandelsgeschäfte,
(Tier-)Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Architekturbüros und Treuhandbüros in einer
Wohnzone ausgeschlossen sein, welche häufig nicht ausschliesslich dem täglichen
Bedarf der Bevölkerung dienen und nicht in einem direkten funktionalen
Sachzusammenhang zur Wohnzone stehen (vgl. LGVE 2009 II Nr. 14 E. 2d mit Hinweis
auf BGer 1A.15/2004; 1P.61/2004 vom 13. Juli 2004 E. 3.2 sowie ZWR 2013, S. 13 ff.,
S. 16). In Bezug auf solche Betriebe wird die Zonenkonformität in der Wohnzone
jedoch anerkannt. Diesem Umstand hat das Verwaltungsgericht in konstanter
Rechtsprechung zum funktionalen Sachzusammenhang zwischen dem
Gewerbebetrieb und der Wohnnutzung Rechnung getragen, indem es vor allem
Gewerbebetriebe als nichtstörend qualifizierte, die der Befriedigung täglicher
Bedürfnisse der Wohnbevölkerung dienen (vgl. VerwGE B 2013/135 vom 19.
August 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Dem Passus „vor allem“
entsprechend müssen nichtstörende Gewerbebetriebe nicht ausschliesslich der
Befriedigung täglicher Bedürfnisse der Wohnbevölkerung dienen. Darüber hinaus hat
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die Vorinstanz in Erwägung 3.2.2 des angefochtenen Entscheids (je act. 2, S. 8 f.) zu
Recht ausgeführt, dass eine Quartierbezogenheit nicht vorausgesetzt ist (vgl. Zaugg/
Ludwig, a.a.O., Band I, Art. 24 N 29a).
5.2. Der Betrieb eines Hundephysiotherapiezentrums ist hinsichtlich der Art der
Dienstleistungen, der Zahl der Beschäftigten, der eingesetzten Produktionsmittel, der
baulichen und betrieblichen Bedürfnisse, der Anforderungen an die Infrastruktur sowie
der räumlichen Bedeutung mit demjenigen einer Kleintierpraxis vergleichbar, welcher in
der reinen Wohnzone unbestrittenermassen (B 2016/161 act. 5, S. 7 Ziff. III/B/1.3 in
fine) zonenkonform ist. Wie eine Arztpraxis verursacht ein solcher
Dienstleistungsbetrieb typischerweise keinen resp. vernachlässigbar geringen Lärm.
Ein Konfliktpotenzial zwischen den sich entgegenstehenden Wohn- und
Gewerbenutzungen ist nicht zu erwarten. Objektiv gesehen fällt ein solcher Betrieb
daher in die Kategorie der nichtstörenden Gewerbebetriebe. Zu keinem anderen
Schluss führt nach dem Gesagten, dass ein solcher Betrieb nicht ausschliesslich der
Versorgung der Wohnbevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs dient. Sodann tut
nichts zur Sache, dass gemäss den Recherchen der Beschwerdeführerin 1 (B 2016/161
act. 5, S. 6 f. Ziff. III/B/1.3) schweizweit nur etwas mehr als zwei Dutzend derartiger
Hundephysiotherapiepraxen existieren. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin 1 kann für die abstrakte Beurteilung der Zonenkonformität resp.
für die Qualifikation als nichtstörender Gewerbebetrieb nicht entscheidend sein, ob die
Dienstleistungen eines in Frage stehenden Betriebs in Zukunft auch tatsächlich
ausreichend nachgefragt werden oder nicht. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3.2.3 des
angefochtenen Entscheids (je act. 2, S. 9) zutreffend festhielt, ist das strittige
Hundephysiotherapiezentrum abstrakt betrachtet als nichtstörender Gewerbebetrieb in
der reinen Wohnzone zonenkonform.
6. Die Beschwerdeführerin 1 hält sodann dafür (B 2016/161 act. 5, S. 8-11 Ziff. III/B/2),
konkret würde der Betrieb des Hundephysiotherapiezentrums zu unzulässigen
Lärmimmissionen führen.
6.1. Im Bereich des Immissionsschutzes hat der Bund von seiner umfassenden
Rechtsetzungskompetenz gemäss Art. 74 Abs. 1 BV Gebrauch gemacht. In diesem
Rahmen besteht daher grundsätzlich kein Spielraum mehr für kantonales Recht; dieses
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hat seine selbstständige Bedeutung mit Blick auf den direkten Schutz vor Immissionen
verloren, soweit sich sein materieller Gehalt mit dem Bundesrecht deckt oder weniger
weit geht. Die Begriffe "nicht störend", "mässig störend" und "stark störend" dienen
heute somit vorab der Zuweisung der Lärmempfindlichkeitsstufen gemäss Art. 43 der
Lärmschutz-Verordnung (SR 814.41, LSV, vgl. BGer 1C_364/2016 vom 10. November
2016 E. 2.3 mit Hinweisen). Der Betrieb des Hundephysiozentrums verursacht
Lärmemissionen (Innen- und Aussenlärm). Soweit diese Emissionen nach aussen
dringen (Aussenlärmemissionen), fallen sie in den Regelungsbereich der LSV. Der
Innenlärm wird nur teilweise in der LSV geregelt (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. d und Abs. 3 lit. a
LSV). Entsprechend stellt das Hundephysiotherapiezentrum eine ortsfeste Anlage im
Sinne von Art. 7 Abs. 7 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz
(Umweltschutzgesetz; SR 814.01, USG) und Art. 2 Abs. 1 LSV dar, die den
bundesrechtlichen Bestimmungen über den Lärmschutz unterliegt. Für die durch die
Kunden des Hundephysiotherapiezentrums verursachten Aussenlärmemissionen
(Lautäusserungen der Hunde und Hundehalter, Parkiermanöver, Zuschlagen von
Autotüren, Autoradios, Motoren- und Bremsgeräusche) fehlen Belastungsgrenzwerte.
Ob die Störung unzumutbar ist, beurteilt sich daher gemäss Art. 40 Abs. 3 LSV im
Einzelfall nach Art. 15 USG unter Berücksichtigung von Art. 19 und Art. 23 USG. Dabei
dürfen neue ortsfeste Anlagen höchstens geringfügige Störungen verursachen (vgl.
BGer 1C_283/2016 vom 11. Januar 2017 E. 6.2 mit Hinweisen). Bei der Beurteilung, ob
im Einzelfall eine unzumutbare Störung vorliegt, sind der Charakter des Lärms,
Zeitpunkt und Häufigkeit seines Auftretens sowie die Lärmempfindlichkeit bzw.
Lärmvorbelastung zu berücksichtigen (vgl. BGer 1C_161-164/2013 vom 27. Februar
2014 E. 3.3 mit Hinweisen). Zudem sind die von einer neuen Anlage erzeugten
Emissionen im Rahmen der Vorsorge soweit zu begrenzen, als dies technisch und
betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG und 7 Abs. 1
lit. a LSV).
6.2. Nach dem Betriebskonzept vom 8. Oktober 2015 (B 2016/161 Beilage zu
act. 11/19), mittels welchem sich der Beschwerdegegner 1 selbst verbindliche
Einschränkungen im Betrieb auferlegte, sollen im geplanten Anbau auf Parzelle Nr.
0000 in der Wohnzone W2b physiotherapeutische Behandlungen von Hunden
durchgeführt werden. Es soll jeweils nur ein Hund in einem der zwei
Behandlungszimmer behandelt werden. Es finden weder Kurse noch sonstige
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Veranstaltungen mit Hundehaltern statt. Betrieben wird das Physiotherapiezentrum
allein durch die Tochter des Beschwerdegegners 1. Behandlungen erfolgen nur nach
Vereinbarung werktags zwischen 08.00 und 19.00 Uhr. Gemäss dem Umgebungsplan,
Massstab 1:200, vom 15. April 2015 (B 2016/161 Beilage zu act. 11/10/17) sollen
zusätzlich zum Parkplatz des bestehenden Einfamilienhauses auf Parzelle Nr. 0000
zwei Parkplatzflächen für das Hundephysiotherapiezentrum ausgeschieden werden.
Gestützt auf diese Angaben ist die Vorinstanz in Erwägung 3.3.2 f. des angefochtenen
Entscheids (je act. 2, S. 10 f.) davon ausgegangen, dass die Anzahl Kunden im für die
Anwohner schlechtesten Fall bei höchstens 10 pro Tag – verteilt auf 11 Stunden –
liegen werde. Diese Zahl erscheint im Sinne eines Durchschnittswerts und mit Blick auf
die Grösse des Hundephysiotherapiezentrums nicht unrealistisch. Auch ist davon
auszugehen, dass das Hundephysiotherapiezentrum hauptsächlich von auswärtigen
Kunden besucht wird, welche in der Regel mit dem Auto anreisen werden. Unter diesen
Umständen ist ausgehend von 10 Kunden pro Tag mit durchschnittlich 20
Fahrzeugbewegungen zwischen 08.00 Uhr und 19.00 Uhr, d.h. im Schnitt mit
höchstens zwei Fahrzeugen pro Stunde, zu rechnen. Angesichts der zwei geplanten
Kundenparkplätze (vgl. E. 4.2 des angefochtenen Entscheids, je act. 2, S. 13) wird kein
Suchverkehr anfallen. Nicht zu erwarten ist, dass die Lautäusserungen der Hunde das
in der Wohnzone zulässige Immissionsmass überschreitet. Wie die Vorinstanz in
Erwägung 3.3.2 nachvollziehbar ausgeführt hat (je act. 2, S. 10 f.), wird sich das
Hundegebell im Freien auf allfällige Begegnungen – höchstens acht pro Tag – zwischen
zwei Hunden beim Zutritt zum Therapiezentrum beschränken. Bei dieser Sachlage sind
nur geringfügige Lärmimmissionen zu erwarten. Zusätzliche, über die im
Betriebskonzept hinausgehende Massnahmen im Sinne der Vorsorge sind nicht
angezeigt. Die Beschwerdeführerin 1 behauptet, ein solches Zentrum könne nicht nur
von einer Angestellten geführt werden. Es würde zu 28 Fahrbewegungen pro Tag von
07.30 Uhr bis 19.30 Uhr führen. Es würden Kurse für Hundegruppen durchgeführt
werden. Die Tochter des Beschwerdegegners 1 nähme ihre drei Hunde zur Arbeit mit,
weshalb jeden Werktag von 07.30 Uhr bis 19.30 Uhr mindestens vier Hunde anwesend
sein würden. Diesen Mutmassungen kann nicht gefolgt werden. Anhaltspunkte dafür,
dass sich der Beschwerdegegner 1 von vornherein rechtsmissbräuchlich verhält,
bestehen nicht. Eine Umnutzung resp. Zweckänderung würde ein entsprechendes
Baugesuch bedingen (vgl. Art. 78 Abs. 2 lit. o BauG). Inwiefern es der
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Beschwerdebeteiligten unmöglich sein sollte, den gesetzlichen Bestimmungen - falls
erforderlich - zwangsweise, das heisst verwaltungs- oder strafrechtlich, Nachachtung
zu verschaffen, ist nicht erkennbar (vgl. hierzu Art. 130 f. BauG und VerwGE
B 2012/143 vom 24. Januar 2013 E. 4.3.3 mit Hinweis, www.gerichte.sg.ch).
7. Der Beschwerdeführer 2 wehrt sich im Weiteren gegen die Verlegung der amtlichen
und ausseramtlichen Kosten im vorinstanzlichen Rekursverfahren 00-0008, die
Beschwerdeführerin 1 auch gegen diejenige im vorinstanzlichen Rekursverfahren
00-009 (B 2016/161 act. 5, S. 11 f. Ziff. III/C, B 2016/162 act. 5, S. 3 ff. Ziff. III, act. 19,
S. 2 ff. Ziff. III).
7.1. Im Kanton St. Gallen werden die Verfahrenskosten im öffentlich-rechtlichen
Verfahren bzw. im Verwaltungsjustizverfahren den Beteiligten grundsätzlich nach dem
Erfolgsprinzip auferlegt. In diesem Sinn bestimmt Art. 95 Abs. 1 VRP, dass die
amtlichen Kosten demjenigen aufzuerlegen sind, dessen Begehren ganz oder teilweise
abgewiesen werden. Art. 98 VRP sieht vor, dass die ausseramtliche Entschädigung
den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt wird. Für die
Frage des Obsiegens und Unterliegens ist dabei in erster Linie entscheidend, in
welchem Ausmass dem Begehren eines Verfahrensbeteiligten gefolgt wird. Ohne
Belang ist hingegen, mit welcher Begründung dieses Ergebnis erreicht wird (VerwGE B
2010/19 vom 1. Juli 2010 E. 2.1 und VerwGE B 2011/88 vom 18. Oktober 2011 E. 2.2.2
je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Aus dem Gebot der Verfahrensgerechtigkeit
folgt sodann, dass jeder Beteiligte die Kosten zu übernehmen hat, die durch
nachträgliches Vorbringen von Begehren, Tatsachen oder Beweismitteln entstehen,
sofern ihm eine rechtzeitige Geltendmachung möglich und zumutbar gewesen wäre
(Art. 95 Abs. 2 Satz 2 VRP, vgl. hierzu R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 92 f.). Den Behörden
kommt bei der Verlegung und Bemessung von ausseramtlichen Kosten ein erheblicher
Ermessensspielraum zu. Die Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im
Beschwerdeverfahren verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP, vgl. VerwGE B 2013/178
vom 12. Februar 2014 E. 2.2, siehe auch VerwGE B 2014/70 vom 27. November 2015
E. 2.4, www.gerichte.sg.ch).
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7.2. Vorweg ist zum einen, wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.1 hiervor), festzuhalten,
dass die Beschwerdebeteiligte die Nachträge vom 3. November 2015 und
12./18. Dezember 2015 jeweils einem separaten Baubewilligungsverfahren unterziehen
durfte. Zum anderen stand es der Vorinstanz frei, über die Kosten der beiden
Rekursverfahren 00-0008 und 00-009 getrennt zu entscheiden. Im Falle einer
Verfahrensvereinigung, mit welcher verhindert werden kann, dass unkoordinierte oder
gar widersprüchliche Entscheide ergehen (vgl. BGer 1C_550/2012 vom 9. Dezember
2014 E. 3.3), hat ein separater Entscheid für jedes Rechtsbegehren zu ergehen, wie
wenn für jedes Rechtsbegehren ein separates Verfahren durchgeführt worden wäre
(vgl. hierzu Art. 125 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO, analog, und A. Staehelin, in: Sutter-Somm/
Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen
Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 125 N 5, siehe auch Bertschi/Plüss, in: A.
Griffel, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich,
3. Aufl. 2014, Vorbemerkungen zu §§ 4-31 N 51 und 58). Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführer kann daher nicht gesagt werden, die Vorinstanz wäre verpflichtet
gewesen, einen Gesamtentscheid über die Verfahrens- und Parteikosten zu erlassen.
Weiter lässt sich den vorstehenden Erwägungen entnehmen, dass die Vorinstanz die
Rekurse der Beschwerdeführerin 1 zu Recht abgewiesen hat. Gemessen an ihren
Rechtsbegehren vom 4. Mai 2015 resp. 29. Januar 2016 (act. 11/1 resp. act. 10/1 je
Ziff. I) ist die Beschwerdeführerin 1 in den vorangegangen Rekursverfahren somit
vollumfänglich unterlegen. Da sie überdies nach Einreichung des Betriebskonzepts am
8. Oktober 2015 (B 2016/161 act. 11/24) nicht nur an ihrem Rekurs vom 4. Mai 2015
(00-0008) festhielt, sondern am 29. Januar 2016 auch gegen die Bewilligung des
entsprechenden Nachtragsgesuchs rekurrierte (00-009) ist die Kostenverlegung der
Vorinstanz in Bezug auf die Beschwerdeführerin 1 von vornherein nicht zu
beanstanden.
Ferner wurde der Rekurs 00-0008 durch die Einreichung des Nachtragsgesuchs vom
3. November 2013 (Betriebskonzept) nicht teilweise gegenstandslos. Wie der
Beschwerdeführer 2 (B 2016/162 act. 5, S. 5 f. Ziff. III/5) zutreffend festgehalten hat,
handelte es sich dabei um eine Projektergänzung und keine Projektänderung (vgl.
Baubewilligung vom 15. Januar 2016, B 2016/162 act. 10/3, S. 3 Auflagen und
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Bedingungen). Dementsprechend konnten die Kosten in Abweichung des
Verteilungsgrundsatzes entsprechend dem Erfolg der Parteien im Prozess (Art. 95 Abs.
1 und Art. 98 VRP) nicht zufolge Gegenstandslosigkeit dem Verursacher oder nach
Billigkeit auferlegt werden (vgl. VerwGE B 2015/309 vom 26. April 2017 E. 4.1 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 27.
September 2016 (B 2016/162 act. 9, S. 2 f. Ziff. 2) indessen nachvollziehbar ausgeführt
hat, hat der Beschwerdeführer 2 spätestens mit der Einreichung des
Nachtragsgesuchs vom 3. November 2013 (Betriebskonzept) zu Recht anerkannt, dass
sein Baugesuch vom 12./15. Dezember 2014 unvollständig war und der Rekurs der
Beschwerdeführerin 1 ohne die Nachreichung des Betriebskonzepts vom
8. Oktober 2015 hätte gutgeheissen werden müssen. Die Unvollständigkeit ergibt sich
aus den Feststellungen und Erwägungen zum Einspracheentscheid vom 13. April 2015
(B 2016/161 act. 11/2), worin die Beschwerdebeteiligte mehrmals auf nicht weiter
belegte „Angaben der Bauherrschaft“ Bezug nahm, die Baubewilligung vom 13.
April 2015 (B 2016/161 act. 11/3) indes nicht mit entsprechenden verbindlichen
Nebenbestimmungen versah (vgl. hierzu die in dieser Hinsicht zutreffende vorläufige
Beurteilung der Vorinstanz vom 17. September 2015, B 2016/161 act. 11/17, S. 2).
Dem Beschwerdeführer 2 wäre es möglich und zumutbar gewesen, anstelle der
offenbar mündlich gemachten Angaben zum Bauprojekt gegenüber der
Beschwerdebeteiligten das Betriebskonzept vom 8. Oktober 2015, welches eine A4-
Seite umfasst, von sich aus bereits mit dem ersten Baugesuch vom 12./15. Dezember
2014 einzureichen. Auch wenn es die Beschwerdebeteiligte fälschlicherweise
unterlassen hat, den Beschwerdeführer 2 gestützt auf Art. 80 Abs. 3 BauG und Art. 34
Abs. 1 lit. a und i des Baureglements der Politischen Gemeinde X. (www. ... .ch) zur
Nachreichung eines Betriebskonzepts resp. eines Nachweise gemäss LSV (vgl. hierzu
VerwGE B 2015/113 vom 20. Dezember 2016 E. 2.2 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch) aufzufordern (vgl. VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017 E.
12.1 mit Hinweisen, a.a.O.), ist dem Beschwerdeführer 2 die verspätete Einreichung
des Konzepts vom 8. Oktober 2015 letztlich zuzurechnen. Damit durfte die Vorinstanz
dem Beschwerdeführer 2 im Rahmen des ihr zustehenden weitreichenden Ermessens,
korrekterweise in Anwendung von Art. 95 Abs. 2 Satz 2 VRP, die Hälfte der Kosten des
Rekursverfahrens 00-0008 auferlegen und entsprechend der Verlegung der amtlichen
Kosten die ausseramtlichen Kosten wettschlagen. Daran ändert nichts, dass das
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Rekursverfahren 00-0008 den grösseren Verfahrens- und Parteikostenaufwand
verursachte als das Rekursverfahren 00-009.
8. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden abzuweisen. Ebenfalls
abzuweisen ist der Antrag der Beschwerdegegnerin 2 im Verfahren B 2016/162, es sei
Ziffer 1 der Beschwerde des Beschwerdeführers 2 vom 14. Juli 2016 gutzuheissen (act.
19, S. 2 Ziff. I/1). Dem Ausgang der Verfahren entsprechend gehen die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens B 2016/161 vollständig zulasten der
Beschwerdeführerin 1 (Art. 95 Abs. 1 VRP). Die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens B 2016/162 werden je zur Hälfte dem Beschwerdeführer 2 und
der Beschwerdegegnerin 2 auferlegt. Eine Entscheidgebühr von CHF 3‘500 für das
Beschwerdeverfahren B 2016/161 und eine solche von CHF 1‘000 für das
Beschwerdeverfahren B 2016/162 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die Entscheidgebühr für das
Beschwerdeverfahren B 2016/161 wird mit dem von der Beschwerdeführerin 1
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Der Kostenanteil des
Beschwerdeführers 2 für das Beschwerdeverfahren B 2016/162 von CHF 500 wird mit
dem geleisteten Kostenvorschuss im Betrag von CHF 2‘000 verrechnet. Dem
Beschwerdeführer 2 wird der Restbetrag von CHF 1‘500 zurückerstattet. Die
Beschwerdegegnerin 2 hat für das Beschwerdeverfahren noch CHF 500 zu bezahlen.
Der Beschwerdegegner 1 hat im Beschwerdeverfahren B 2016/161 obsiegt, weshalb
ihn die Beschwerdeführerin 1 ausseramtlich zu entschädigen hat (Art. 98 Abs. 1 VRP in
Verbindung mit Art. 98 VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht,
weshalb die Entschädigung nach Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und
Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6 und 19 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO). Eine
Entschädigung von CHF 2000 zuzüglich vier Prozent Barauslagen und Mehrwertsteuer
ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b, Art. 28 und Art. 29 HonO). Nachdem weder der
Beschwerdeführer 2 noch die Beschwerdegegnerin 2 mit ihren Anträgen mehrheitlich
durchgedrungen sind, haben sie im Beschwerdeverfahren B 2016/162 keinen Anspruch
auf ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP).
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