Decision ID: f6f68b5c-cb64-51d0-bd9d-83629a89bbe4
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Mutter B._,
diese vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Gattiker, Gattiker Rechtsanwälte,
Asylstrasse 39, Postfach 1669, 8032 Zürich,
gegen
AXA Assistance Deutschland GmbH, Garmischer Strasse 8-10, DE-80339 München,
Beklagte,
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St.Galler Gerichte
vertreten durch Inter Partner Assistance, Brüssel, Zweigniederlassung Genf,
2, Cours de Rive, 1204 Genève,
diese vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf,
St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Zum Sachverhalt wird in der Klage ausgeführt, dass sich A._, geboren im
Oktober 2011, mit seinen Eltern im Urlaub befand, als er am 21. Mai 2012 plötzlich an
hohem Fieber gelitten habe. Da sich die Symptomatik nicht verbessert hatte, brachten
ihn die Eltern in das dortige Spital (act. G 1, Rz 15). Die Mutter meldete bereits am "24.
oder 25. Mai 2012" den Fall bei der AXA Assistance Deutschland GmbH an, die im
Zusammenhang mit der "Miles & More American Express Platinum Karte" und der
darin vereinbarten Reiseversicherung Kostenersatz für Rückführungen gewähre (act.
G 1, Rz 4 und 18). Am 26. Mai 2012 wurde A._ mit einem Flugzeug (Air-Ambulance,
act. G 1.4) verlegt (act. G 1.8). Danach flog er mit seiner Mutter im Rahmen eines
Linienflugs am 27./28. Mai 2012 zurück in die Schweiz (act. G 1.4 und 1.5).
A.b Die AXA Assistance Deutschland GmbH lehnte eine Leistungspflicht für die
Transportkosten ab (undatierte E-Mail, act. G 1.13; vgl. zu den Kosten für den Einsatz
eines Ambulanzjets, die Vorbereitung sowie zwei Flugbillette von insgesamt
Fr. 73'673.35 die Rechnung der Schweizerischen Rettungsflugwacht [REGA] vom
5. November 2012, act. G 1.5).
B.
B.a Am 23. April 2013 erhob A._ beim Versicherungsgericht Klage gegen die AXA
Assistance Deutschland GmbH und beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, dem
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Kläger Fr. 73'673.35 zuzüglich Zins seit 13. Dezember 2012 zu bezahlen, unter Kosten
und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten (act. G 1).
In der ergänzenden Klagebegründung vom 29. April 2013 nahm der Kläger Stellung zur
von ihm bejahten Frage, ob die im Streit stehende Leistungspflicht auf einer
Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung gründe (act. G 3).
B.b In der Klageantwort vom 24. Juni 2013 beantragt die Beklagte, auf die Klage sei
nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Sie sei der Auffassung, dass keine Zusatzversicherung zur
sozialen Krankenversicherung bestehe und das angerufene Versicherungsgericht
sachlich nicht zuständig für die Beurteilung der Klage sei (act. G 8).
B.c Die damalige Verfahrensleitung teilte den Parteien am 26. Juni 2013 mit, dass
vorerst über die Frage der sachlichen Zuständigkeit des Versicherungsgerichts
befunden werde. Der Entscheid werde zu gegebener Zeit eröffnet (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Umstritten und als Prozessvoraussetzung (Art. 59 Abs. 2 lit. b der Schweizerischen
Zivilprozessverordnung [ZPO; SR 272]) von Amtes wegen zu prüfen ist die sachliche
Zuständigkeit des Versicherungsgerichts.
2.
Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz über
Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Art. 7 ZPO setzt nicht
voraus, dass eine Krankenkasse Trägerin der Versicherung ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 12. März 2012, 4A_47/2012, E. 2 mit Hinweisen). Für den
Rechtsmittelweg ist damit unerheblich, ob eine Krankenkasse oder ein
Privatversicherer Träger der Versicherung ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
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30. Januar 2012, 4A_416/2011, E. 1, wo die Zusatzversicherung eines privaten Trägers
[AXA Versicherungen AG; vgl. hierzu Urteil des Sozialversicherungsgerichts des
Kantons Zürich vom 27. Mai 2011, KK.2009.00027] unter den Begriff
"Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung" im Sinn von Art. 12 Abs. 2
und 3 KVG subsumiert wurde; vgl. auch Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 24. Februar 2012, KV-Z 2011/2, wo ebenfalls eine Zusatzversicherung
eines privaten Trägers zu beurteilen war).
2.1 Die soziale Krankenversicherung umfasst die obligatorische Krankenpflegever
sicherung und eine freiwillige Taggeldversicherung (Art. 1a Abs. 1 KVG). Streitigkeiten
aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG sind
privatrechtliche Streitigkeiten (BGE 127 III 421 [= Urteil des Bundesgerichts vom
14. Juni 2001, 5C.52/2001] nicht publizierte E. 1b; vgl. Art. 12 Abs. 3 KVG).
2.2 Privatversicherer betreiben oft mehrere Versicherungszweige in den
verschiedensten Ausprägungen und bauen nicht selten Elemente der
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung in die angebotenen
Zusatzversicherungen ein. Es handelt sich diesfalls um kombinierte Versicherungen.
Massgebend ist der Zweck. Wenn solche Elemente noch in einem, wenn auch
schwachen Zusammenhang mit der sozialen Krankenversicherung stehen, können sie
als Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung gelten. Falls kombinierte
Versicherungen vorliegen, von denen einzelne Elemente überhaupt keinen
Zusammenhang mit der Krankenversicherung aufweisen, wird man sie nur dann als
Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung anerkennen, sofern die die
soziale Krankenversicherung ergänzenden Elemente deutlich überwiegen, mithin
gleichsam das Schwergewicht des Versicherungsvertrags bilden (vgl. Gustavo
Scartazzini/Marc Hürzeler, Bundessozialversicherungsrecht, 4. Auflage, Basel 2012,
§16 Rz 219; Sara Lehner, Zum Begriff der "Zusatzversicherungen zur sozialen
Krankenversicherung" im Sinne der Schweizerischen ZPO, in: BJM 2010, S. 169 ff., S.
189; Sebastian Lorentz, Hamlets Geist oder der Geist des Gesetzes?
Anwendungsbereich von Art. 7 ZPO und Zusatzversicherungen, in: AJP 7/2012, S. 986
mit Hinweisen).
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2.3 Die Versicherer sollten gemäss Lehre Zusatzversicherungen zur sozialen
Krankenversicherung als solche bezeichnen und dadurch deren Zweck zum Ausdruck
bringen. Wenn sie dies unterlassen, muss geprüft werden, ob die betreffende
Versicherung wirklich die soziale Krankenversicherung ergänzen soll und deshalb als
Zusatzversicherung zu gelten hat. Umgekehrt ist dieser Schluss trotz ihrer Bezeichnung
als Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nicht zwingend, wenn der
Inhalt des Vertrags in deutlich überwiegender Weise einen anderen Vertragstypus, z.B.
eine gemischte Lebensversicherung, darstellt. Es liegt nahe, eine Versicherung
entweder ganz oder überhaupt nicht als Zusatzversicherung zur sozialen
Krankenversicherung zu beurteilen. Für den gleichen Vertrag sollten nämlich im
Interesse der versicherten Personen nicht zwei getrennte Rechtswege gelten, d.h. im
Streitfall zwei verschiedene Prozesse geführt werden müssen (Scartazzini/Hürzeler,
a.a.O., §16 Rz 220; zustimmend Lehner, a.a.O., S. 189).
2.4 Von einem Teil der Lehre wird die Auffassung vertreten, dass Reiseversicherungen
als "Nicht-Personenversicherungen" nicht unter den Begriff der Zusatzversicherungen
zur sozialen Krankenversicherung subsumiert werden können (Felix Hunziker-Blum,
Der Rechtsweg bei Zusatzversicherungen zur Krankenversicherung: eine "Zivilisierung"
durch die kantonalen Gesetzgeber liegt im Interesse aller Beteiligten, in: AJP 6/2008,
S. 730; Lorentz, a.a.O., S. 986). Lehner vertritt die Auffassung, dass Ferien- und
Reiseversicherungen unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen
Krankenversicherung fallen (können). Allerdings bezieht sie sich dabei ausschliesslich
auf "Versicherungen mit internationalem Schutz" vor den Kosten von "Behandlungen
im Ausland" (Lehner, a.a.O., S.186), mithin nicht auf kombinierte
Versicherungsangebote mit krankenversicherungsfremden Elementen (vgl. hierzu
Lehner, a.a.O, S. 189 sowie vorstehende E. 2.2).
2.5 In den Besonderen Versicherungsbedingungen (BVB; act. G 1.2) ist unter der Ziffer
IV. D. die vom Kläger angerufene Versicherung geregelt. Das Versicherungsangebot
wird als "erweiterte AssistanceLeistungen und Auslandsreise-Krankenversicherung
(GoldAssist)" (nachfolgend: GoldAssist-Versicherung) angeboten. Gegenstand der
GoldAssist-Versicherung ist die Erstattung unvorhergesehener Kosten, die der ver
sicherten Person während oder im Zusammenhang mit einer Reise im Ausland
entstehen (Ziffer IV. D. 1 i.V.m. Ziffer IV. C. 1.1 BVB). Als Gegenstand der Versicherung
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werden unvorhergesehene (akut) eintretende Versicherungsfälle genannt (Ziffer IV. D. 4
BVB). Im Themenbereich "Krankheit/Unfall/Tod" (Ziffer IV. D. 4.1 BVB) sind u.a.
Leistungen bei "Krankentransporten" geregelt (Ziff. IV. D. 4.1.4 BVB). Zunächst ist
darauf hinzuweisen, dass das Risiko Tod krankenversicherungsfremd ist. Hinzu kommt
und entscheidend ist, dass unter der Versicherung GoldAssist überwiegend Risiken
erfasst werden, die nicht in einem Zusammenhang mit der sozialen
Krankenversicherung stehen ("Vorzeitige Heimreise", "Wiedergefundenes Gepäck",
"Home Assistance" und "Fahrzeug Assistance"; Ziffer IV. D. 4.2 ff. BVB), worauf die
Beklagte zu Recht hinweist (act. G 8). Die GoldAssist-Versicherung ist des Weiteren
eine Ergänzung zur in Ziff. IV. C. geregelten GlobalAssist-Versicherung, die unter dem
Titel "Reiseinformationen und Hilfe bei Notfällen im Ausland" angeboten wird. Die
GlobalAssist-Versicherung erbringt im Wesentlichen Informationsleistungen für die
Reise (Ziffer IV. C. 4.1.1 ff. BVB) und Leistungen bei "Verlust von Zahlungsmitteln und
Reisedokumenten", im Fall von "Strafverfolgungsmassnahmen/Behördengängen", im
Zusammenhang mit verlorenem Reisegepäck und bei dringenden Nachrichten (Ziffer
IV. C. 4.3 ff. BVB). Lediglich im Rahmen "medizinischer Notfallhilfe" werden Leistungen
bei erforderlichen "stationären oder ambulanten Behandlungen" erbracht, allerdings
lediglich im Rahmen von "Vermittlungsdiensten/Organisation" (Ziffer IV. C. 4.2.1.1 ff.
BVB). Im Licht dieser Umstände ergibt sich, dass der prägende Charakter der
GoldAssist-Versicherung in der Risikodeckung für ein breites Feld von
unvorhergesehenen Schadensereignissen während des reisebedingten
Auslandaufenthalts liegt. Angesichts des breiten Leistungsspektrums und
entsprechend dem Wesen der auf der GlobalAssist-Versicherung aufbauenden
kombinierten GoldAssist-Versicherung besteht lediglich ein schwacher Zusammenhang
mit der sozialen Krankenversicherung. Die GoldAssist-Versicherung stellt damit nicht
eine Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung im Sinn von Art. 7 ZPO dar.
2.6 Ergänzend ist zu bemerken, dass die Beurteilung der vorliegend umstrittenen
Transportleistung trotz Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG ("Beitrag an die medizinisch
notwendigen Transportkosten sowie an die Rettungskosten") nicht dem "spezifischen
Fachwissen der Versicherungsgerichte" (vgl. zur Bedeutung dieses Gesichtspunkts bei
der Auslegung des Begriffs der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung
Lehner, a.a.O., S. 180) zuzuordnen ist. Schliesslich ist angesichts der ausnahmsweisen
Kostenlosigkeit des Verfahrens (Art. 114 lit. e ZPO) und des ausnahmsweise geltenden
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Untersuchungsgrundsatzes (Art. 247 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO) der
Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung im Sinn von
Art. 7 ZPO eng zu verstehen (vgl. auch Hunziker-Blum, a.a.O., S. 727, zum bis
31. Dezember 2010 in Kraft gestandenen Art. 85 Abs. 3 des Bundesgesetzes
betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen [VAG; SR 961.01]).
2.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorliegend zu beurteilende GoldAssist-
Versicherung eine Versicherung gegen ein breites Feld unvorhersehbarer
Schadensereignisse während des reisebedingten Auslandaufenthalts darstellt, die nicht
als Ergänzung zur sozialen Krankenversicherung, sondern zur GlobalAssist-
Versicherung angeboten wurde. Es bestehen lediglich vereinzelte Elemente, die in
einem Zusammenhang mit der sozialen Krankenversicherung stehen, wobei dieser
gerade bei der Entschädigung für - wenn auch krankheitsbedingt notwendige -
Transportkosten als schwach zu bezeichnen ist. Die Versicherungsleistungen der
GoldAssist-Versicherung fallen damit nicht in den Anwendungsbereich von Art. 7 ZPO.
2.8 Daran ändern die Vorbringen des Klägers nichts. Zunächst verkennt er, dass die
von ihm ins Feld geführten Bestimmungen (Art. 85 Abs. 2 und 3 VAG, act. G 3, S. 1) mit
Inkrafttreten der eidgenössischen ZPO per 1. Januar 2011 aufgehoben wurden
(AS 2010 1739), was insofern nicht weiter relevant ist, als diese Bestimmungen
materiell unverändert Eingang in die ZPO fanden (vgl. BBl 2006 7300 und 7346). Ins
Gewicht fällt indessen, dass die klägerischen Ausführungen (act. G 3, S. 1 ff.) nicht die
dargestellte Rechtslage bei kombinierten Versicherungen (vgl. vorstehende E. 2.2 f.)
erfassen und sich daraus auch keine Gesichtspunkte ergeben, die dafür sprechen
würden, Versicherungsverträge, deren Schwergewicht nicht im Zusammenhang mit der
sozialen Krankenversicherung liegt, oder einzelne Bestimmungen davon dem
Anwendungsbereich von Art. 7 ZPO zu unterwerfen. Aus den eingereichten, von
Krankenversicherern angebotenen Zusatzversicherungen (act. G 3.1 ff.) vermag der
Kläger nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, bildet doch der Schwerpunkt dieser
Versicherungen - im Gegensatz zur GoldAssist-Versicherung -, wie aus den
Leistungskatalogen (Zusatzversicherung MONDIA: Im Vordergrund steht die
Übernahme von Kosten für medizinische Behandlungen, act. G 3.2;
Zusatzversicherung Mundo: Hauptgewicht liegt auf der Kostenübernahme für
medizinische Behandlungen, act. G 3.4; auch die eingereichten Allgemeinen
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Versicherungsbedingungen für das Angebot der ÖKK enthalten primär Leistungen für
die medizinischen Behandlungen, act. G 3.5) hervorgeht, die soziale
Krankenversicherung ergänzende Ansprüche. Versicherte Risiken sind ausschliesslich
Krankheit, Unfall und teilweise Tod (act. G 3.2, 3.4 und 3.5). Die Folgen anderer
unvorhergesehener (Schadens-)Ereignisse sind im Gegensatz zur GoldAssist-
Versicherung (vgl. hierzu vorstehende E. 2.5) nicht erfasst.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist mangels sachlicher Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts auf die Klage nicht einzutreten.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).
3.3 Bei Nichteintreten auf die Klage gilt die klagende Partei als unterliegende Partei,
der die Prozesskosten zu auferlegen sind (Art. 106 Abs. 1 ZPO), weshalb der Kläger
ausgangsgemäss keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Die Beklagte
beantragte ebenfalls eine Parteientschädigung (act. G 8). Eine Honorarnote hat sie
nicht eingereicht. Da Art. 114 ZPO nur die Gerichtskosten betrifft, steht diese
Bestimmung der Zusprache einer Parteientschädigung an die obsiegende
berufsmässig vertretene (Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO) beklagte Versicherung nicht
entgegen (BGE 137 III 47 [= Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2010,
4A_194/2010] nicht publizierte E. 2.2.1). Die Parteientschädigung spricht das Gericht
nach den Tarifen zu (Art. 105 Abs. 2 ZPO). Gemäss Art. 96 ZPO setzen die Kantone die
Tarife über die Prozesskosten fest. Das mittlere Honorar im Zivilprozess beträgt für
einen Streitwert von Fr. 50'000.-- bis Fr. 100'000.-- Fr. 3'600.-- + 8.8 Prozent des
Streitwerts (Art. 14 Abs. 1 lit. d der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten [sGS 963.75]) bzw. vorliegend Fr. 10'083.25 (Fr. 3'600.-- +
[Fr. 73'673.35 x 0.088]). Da das Versicherungsgericht in Streitigkeiten betreffend die
Krankenzusatzversicherung anstelle des Kantonsgerichts als erste Instanz entscheidet,
ist die Parteientschädigung in Nachachtung von Art. 15 der Honorarordnung um einen
Fünftel zu erhöhen, womit ein Betrag von Fr. 12'099.90 resultiert. Gemäss Art. 27 der
Honorarordnung wird das Honorar ausserhalb des ordentlichen Zivilprozesses bei
einem unvollständigen Prozess angemessen gekürzt. Angesichts dessen, dass sich der
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vorliegende Prozess auf die eingeschränkte Streitfrage der sachlichen Zuständigkeit
des Versicherungsgerichts bzw. auf eine Eintretensvoraussetzung beschränkte und
sich die Beklagte im Wesentlichen bloss hierzu vernehmen liess, rechtfertigt sich eine
Kürzung von rund 70% auf Fr. 3'700.--. Die zu entschädigenden Barauslagen betragen
gemäss Art. 28bis Abs. 1 der Honorarordnung Fr. 148.-- (Fr. 3'700.-- x 0.04). Unter
Berücksichtigung des Honorars sowie der Barauslagen resultiert bei einer
Mehrwertsteuer von 8 Prozent (Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Mehrwertsteuer [MWSTG; SR 641.20]) ein Steuerbetrag von Fr. 307.85 ([Fr. 3'700.--
+Fr. 148.--] x 0.08).