Decision ID: 74b1d62d-ad18-4bbb-a533-c54dddd52d8b
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
19
80
, war
als
Sanitärmonteur
für die
Y._
GmbH
(
Firma erloschen, nachdem das Konkursverfahren am 1
3.
Juli 2022 als geschlossen erklärt worden war
)
tätig
. Über dieses Arbeitsverhältnis war er bei der Suva gegen die Folgen von Unfall obligatorisch versichert, als
am 1
6.
April 2019 ein Arbeitskollege
auf einer
Leiter
ausrutschte
und auf
ihn
fiel (vgl.
Urk.
8/1
; ferner
Urk.
8/27/1 Anamnese
).
Hierauf stellte er sich notfallmässig
im Spital
Z._
vor.
Nach bildgebende
r
Abklärung der Halswirbelsäule (HWS) und des Ellbogens rechts wurden im
entsprechenden
Bericht vom 16. April 2019 eine HWS-Distorsion Grad II und eine Kontusion der Wade sowie des Ellbogens rechts diagnostiziert (
Urk.
8/27)
.
Im Laufe der Behandlung stellten die
behandelnden
Ärzte
weitere Diagnosen, wie
(1)
eine
Ze
r
vikobrachialgie
rechts
,
(2)
eine
Bizepssehnenansatztendinopa
th
ie
und Bursitis
bizipitalis
des
Ellbogen
s
rechts
sowie (3) rechtsseitige Schulterschmerzen bei mässiger
Akromioklavikulargelenk
(AC)-Arthrose, Partialruptur der
tendinopathischen
Supraspinatussehne
und kleiner SLAP
II
(
superior
lab
rum
anterior
to
posterior
)
-
Läsion (etwa
Urk.
8/84).
1.2
Die Suva übernahm zunächst die Kosten der Heilbehandlung und erbrachte
Tag
geldleistungen (vgl.
Urk.
8/2
,
Urk.
8/
140
).
Am 2
2.
Juni 2020
liess sie den Versi
cherten durch den
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, untersu
ch
en
(
Urk.
8/66).
Es folgten weitere
Abklärungen
und
Therapien (
dazu
etwa U
rk.
8/110)
bevor am
8.
Februar 2021
die Kreisärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Chirurgie, eine
abschliessende
Aktenbeurteilung
vor
nahm
(
Urk.
8/123).
Gestützt darauf
stellte die Suva
die vorübergehenden Leistungen
mi
t Verfügung vom 1
8.
Februar 2021 per 1
5.
März 2021 ein
, wobei sie festhielt,
dass sie schon jetzt nicht mehr
für die Kosten
einer
allfälligen
stationäre
n
Behandlung
aufkommen würde
. Mit derselben Verfügung v
erneinte
die Suva
einen Anspruch
des Versicherten
auf eine Rente
und/
oder Integritätsentschädigung
.
Zur Begrün
dung führte sie aus,
d
ass die
jetzt
noch vorhandenen Beschwerden nicht unfall
kausal seien
(
Urk.
8/125)
. Die vom Versicherten
gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache
(
Urk.
8/132 und 8/136; Begründung
Urk.
8/142)
wie
s
die Suva
am 1
7.
M
ai 2021 ab und entzog einer allfälligen Beschwerde gegen
den
Einsprache
entscheid die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Gegen
den Einspracheentscheid vom 1
7.
Mai 2021
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
Juni 2021, vertreten durch R
echtsanwältin
Cerletti
, Beschwerde (
Urk.
1). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Suva zu verpflichten, weiterhin Taggelder auszurichten sowie
sämtliche
Heil
kosten zu übernehmen; eventualiter seien ihm eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zuzusprechen;
subeventualiter
sei die Sache an die Suva zurückzuweisen, damit diese nach Einholung eines medizinische
n
Gutachtens neu über seine Ansprüche entscheide; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva (vgl.
Urk.
1 S. 2).
Diese schloss mit Beschwerdeantwort vom 5.
Juli 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten mit Verfügung vom
7.
Juli 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.3
Voraussetzung für
eine
Leistungspflicht des U
nfallversicherers ist
, dass zwischen dem Unfallereignis und
der gesundheitlichen Störung
ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen
in diesem Sinne
sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
bzw.
nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Dementsprechend
ist
es
für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (
vgl.
BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Über diese Tatfrage ist
nach dem im Sozialversiche
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende
n Wahrscheinlichkeit zu befin
de
n
. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (
vgl.
BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Es gilt wiederum der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog
im angefochtenen Entscheid
,
es sei auf die Beur
teilung von
Dr.
B._
abzustellen.
Ergänzend sei festzuhalten, dass e
ine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen, degenerativen Vorzu
standes an der
HWS
r
echtsprechungsgemäss
in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens nach einem Jahr a
ls abgeschlossen zu betrachten
sei
.
Die Schulterbeschwerden seien in der Erstkonsultation
gar
nicht erwähnt
worden
.
Es bestünden auch keine a
bweichende
n
ärztliche
n
Beurteilungen;
vielmehr werde festgehalten, dass
die Befund
e
die Schulterbeschwerden
nicht recht zu erklären
vermöchten
. Es lägen bereits umfassende Abklärungen vor
(vgl.
Urk.
2 E. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indessen dafür, die Kreisärztin habe
den Vorzustand (
Urk.
1
Ziff.
16) und das Erreichen des Status quo sine
(
Urk.
1
Ziff.
29)
nicht begründet
.
Ihre
Aktenbeurteilung
(
Urk.
1
Ziff.
27)
erlaube es nicht,
unbegründet neu ein
Impingement
zu diagnostizieren
(
Urk.
1
Ziff.
32).
Ihre
Beurteilung wider
spreche
den Ausführungen d
er behandelnden S
pezialisten, die
stets
von
posttrau
matischen B
eschwerden
gesprochen
(
Urk.
1
Ziff.
2
8 und 34
) und die Ellbogen
be
funde
explizit
als mit dem stattgehabten T
rauma vereinbar beurteilt hätten
(
Urk.
1
Ziff.
30).
Die Unfallkausalität der Schulterbeschwerden sei
auch
von
Dr.
A._
bejaht worden (
Urk.
1
Ziff.
29)
.
Dabei
seien anlässlich der Erstkon
sultation nur
Knochenbrüche mittels Rön
t
gen ausgeschlossen
worden
(
Urk.
1
Ziff.
35)
.
Zudem
handle es sich bezüglich der
Halswirbelsäule nicht um einen Bagatellunfall, zumal der Arbeitskollege problemlos 80 kg wiege (
Urk.
1
Ziff.
36).
Vor dem Fallabschluss wäre
z
wingend eine Stellungnahme der mit
d
en Leiden am besten vertrauten Behandler einzuholen gewesen (
Urk.
1
Ziff.
33).
Aus all diesen Gründen bestünden mehr als nur geringe Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung (
Urk.
1
Ziff.
37).
2.3
Dem entgegnete
die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort,
Dr.
A._
habe die Unfallkausalität
nur
hi
n
sichtlich
der
diagnostizierten
Tendino
pathie
des Ansatzes der
Bizepssehne
distal,
d.h.
im Ellbogenbereich, anerkannt.
Der Beschwerdeführer habe erstmals am 3
1.
Oktober 2019 gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter Schulterbeschwerden erwähnt und dem Kreisarzt am 22. Juni 2020
sodann
über Ausstrahlungen vom Ellbogen in die Schulter berich
tet. Erst im Bericht der Klinik
C._
vom 1
4.
August 2020 sei
schliesslich
auf chronische Schulterschmerzen unklarer Ätiologie verwiesen worden (
Urk.
7
Ziff.
5).
Eine
Untersuchung durch
Dr.
B._
sei
nicht nötig gewesen,
da ein lückenloser Befund vorgelegen habe und sich alle relevanten Fragen anhand der Akten hätten beantworten lassen (
Urk.
7
Ziff.
6).
3.
3.
1
Dem
Bericht vom 1
6.
April 2019 zur notfallmässigen Vorstellung im Spital
Z._
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer den Maximalwert von 15 Punkten auf der
Glasgow
Coma
Scale
(GCS) erreichte. Am rechten Ellbogen zeigte sich weder eine Rötung noch eine Schwellung noch eine
Druckdolenz
über den knöchernen Strukturen.
Der Beschwerdeführer gab eine leichte
Druckdolenz
in der Ellenbeuge sowie Schmerzen bei der Pronation und Supination
an
. Die Wade war
ebenfalls
lokal leicht
druckdolent
. Aufgrund der geklagten Schmerzen ü
ber C7 sowie am Ellbogen bei Su
pination/Pronation
wurde die Indikation für
ein Röntgenbild des
Ellbogens sowie eine Computertomografie (CT) der Halswirbel
säule gestellt. Die Bildgebung ergab keine unfallbedingten Auffälligkeiten.
Mit der Beschwerdegegnerin ist hervorzuheben, dass
Schulterbeschwerden
damals
weder anamnestisch festgehalten, noch klinisch oder bildgebend untersucht
wurden
(
Urk.
8/27/1-4).
3.2
3.2.1
Die weitere Behandlung erfolgte
in verschiedenen Abteilungen d
er Universitäts
klinik
C._
. Gemäss Bericht
der Wirbelsäulen-Sprechstunde
vom 2
3.
August 2019
(
Urk.
8/14)
ergab die zur Abklärung einer C6-Radikulopathie rechts erfolgte
Magnetresonanztomographie
(MRI) der HWS vom Vortag rechtsseitig
keinen pathologischen Befund.
Eine
Radikulopathie
konnte somit nicht objektiviert werden
(dazu auch
Urk.
8/16/1
Anamnese
)
.
Festgestellt
wurde
n
eine gering ausgeprägte mehrsegmentale Degeneration mit
Unkarthrose
, kleinen dorsalen
Diskusprotrusionen
(betont C3/4)
und
geringen bilateralen
Spondylarthrosen
(ohne Reizzustand) sowie eine hochgradige
Foramenstenose
C3/4 rechts
, aber keine Nervenkompression
(dazu
Urk.
8/19)
.
G
emäss
Verlaufsbericht
vom 2
7.
Sep
tember 2019
(Urk. 8/22)
ergab
auch
die
zwischenzeitlich durchgeführte
neuro
physiologische Untersuchung keine Hinweise für eine
Denervierung
einer zervi
kalen Nervenwurzel.
Dementsprechend
wurde eine
Zervikobrachialgie
rechts diagnostiziert
und
darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer diesbezüglich in
chiropraktischer
Behandlung sei, die bereits zu einer deutlichen Schmerz
reduktion geführt habe.
3.2.2
Bezüglich de
s
rechten Ellbogen
s
konnte am
5.
Juli und 2
2.
August 2019 bild
gebend
einzig
eine
Tendinopathie
am Ansatz der distalen
Bizepss
e
hne
(«unmit
telbar am Ansatz leicht aufge
t
rieben»), differentialdiagnostisch bei einem Status nach Zerrung/Partialruptur
festgestellt werden
. Die
se
erachteten die
Ärzte des Schulter-Ellbogen Teams im Bericht vom 2
9.
August 2019
als vereinbar mit einem stattgehabten Trauma und einer subsequenten Bursitis
bizipitalis
. Der Beschwerdeführer sprach
mit einer
unmittelbaren deutlichen Schmerzreduktion auf eine entsprechende Infiltration mit
Rapidocain
in die Bursa an
, was nach Ansicht der Ärzte die klinische Verdachtsdiagnose bestätigte
(vgl.
Urk.
8/16
,
8/18
und 8/19/1
).
Aufgrund des klinischen Befunds (Schmerzen über dem medialen Ellbogen, dem dort positiven Hofmann-
Tinel
-Zeichen sowie einer leicht abge
schwächten Kraft der intrinsischen Handmuskulatur rechts) wurde
zunächst auch
der Verdacht auf ein
Sulcus
ulnaris
Syndrom rechts geäussert
. Die
neurophysio
logische Abklärung ergab gemäss Bericht
der Wirbelsäulen-Sprechstunde
vom 2
7.
September 2019 (Urk. 8/22)
indessen
keinen Hinweis auf ein Karpaltunnel-,
Sulcus
ulnaris
-Syndrom oder Engpass-Syndrom
der oberen
Thoraxapertur
(TOS).
Ebenso
wenig
gab
es
Hinweise für eine
Denervierung
des
Nervus
medianus
oder
ulnaris
.
3.3
Gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin schilderte der Beschwerdeführer am 3
1.
Oktober 20
19
regrediente
Ellbogen
-
und weitgehend abgeheilte Nacken- und Kniebeschwerden.
Seine Arbeitsunfähigkeit sah er in den Ellbogen- und Schulterbeschwerden begründet, wobei er problematische Hand
rotationen und Armdrehbewegungen beschrieb (vgl
.
Urk.
8/30/1 f.). Im Bericht der
Universitätsklinik
C._
, Abteilung Schulter/Ellbogen vom 8.
Dezember 2019 wurde ebenfalls ein regelrechter Verlauf mit Verbesserung der Schmerzen im
Bizepsansatz
durch Physiotherapie
beschrieben
. Pro- und Supination
seien frei, die Supination sei jedoch mit
gr
ossen Schmerzen verbunden
(
vgl.
Urk.
8/33/1). In der Folge klagte
der Beschwerdeführer
gegenüber der Beschwer
degegnerin im Januar und April 2020 jeweils über im Vordergrund stehende Hand- und Nackenschmerzen (vgl.
Urk.
8/37 und 8/58).
3.4
In der kreisärztlichen Untersuchung bei
Dr.
A._
am 2
2.
Juni 2020 berich
tete
er
bezüglich des Unfallhergangs insbesondere
über eine
Prellung des Ellbo
gens
und alsdann
bis in die rechte Schulter ausstrahlende Beschwerden und Nackenbeschwerden (vgl.
Urk.
8/6
6
/1). Die Supination konnte aufgrund
von
Schmerzhaftigkeit nicht dargestellt werden, die Pronation war ebenfalls
endgra
dig
eingeschränkt
. Zudem gab d
er Beschwerdeführer
eine ausgeprägte
Druck
dolenz
am
Bizepssehnenansatz
an (vgl.
Urk.
8/66/2).
Dr.
A._
diagnosti
zierte eine Prellung an Hals, Ellbogen und Unterschenkel. Die
Nackenbeschwer
den
führte er alsdann
auf die mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen der HWS zurück und verneinte diesbezüglich das Vorliegen von Unfallfolgen. Hinsichtlich der geklagten bewegungs- und belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Ellbogen wies er
– neben einer auffälligen Schonhaltung des rechten Arms (vgl.
Urk.
8/66/2) –
auf den auffällig lange
n
Heilungsverlauf bei im Seiten
vergleich normaler
Muskeltrophik
hin und empfahl eine erneute Kernspintomo
graphie (vgl.
Urk.
8/66/3).
3.5
3.5.1
Nachdem die
chiropraktische
Betreuung bei signifikanter Beschwerdelinderung im Januar 2020 abgeschlossen
worden war
(auch
Urk.
8/95/2: 70%ige Besserung
vom 3.
Sep
tember 2019 bis 2
4.
Januar 2020
)
, st
ellte sich der Beschwerdeführer
wegen einer
Schmerzexazerbation
am 14.
August 2020 erneut in der
Universi
tätsklinik
C._
vor. Obschon sämtliche Diagnosen explizit als «unfallbedingt» gelistet wurden (vgl.
Urk.
8/78/1), hielt man in der Beurteilung fest, der Beschwer
deführer leide an einer chronischen invalidisierenden
Zervikobrachialgie
, «chro
nischen Schulterschmerzen unklarer Ätiologie» und einer
Bizepssehnenansatz
tendinopathie
(vgl.
Urk.
8/78
/3
).
3.5.2
Am
1
8.
August 2020
wurden
neue Bilddokumente
– erstmals auch von der rechten Schulter –
erstellt. Das MRI
des rechten Ellbogens zeigte eine
regrediente
geringe
Tendinopathie
des Ansatzes der
(
intakten
)
Bizepssehne
sowie Muske
lödeme des di
stalen
Musculus
bizeps
brachii
.
Das
Arthro
-MRI
förderte eine
Tendinopathie
und
artikularseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
sowie eine kleine SLAP II-Läsion, bis nach
posterosuperio
r
reichend, bei rege
l
rechtem Labrum zu Tage.
Ferner
zeigten sich eine mässige AC-Gelenkarthrose mit Reiz
zustand sowie eine geringe Bursitis
subacromialis
bei einem
Akromion
Typ II (vgl.
Urk.
8/82).
Des Weiteren
wurde d
er Beschwerdeführer am 3. September 2020
erneut
neurophysiologisch untersucht. Dabei liessen sich keine Nervenläsionen nachweisen.
Im Vordergrund stünden die
myofaszialen
Veränderungen mit mitt
ler
weile Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms. A
llenfalls könnte die
neurof
or
aminale
Stenose C3/4 rechts diagnostisch/therapeutisch infiltriert werden (vgl.
Urk.
8/11
9/2
).
3.5.3
Gemäss
chiropraktischem
Bericht vom
7.
September 202
0
wurde
bei
vorbe
kannter hochgradiger
Neuroforamenstenose
C3/4 recht
s, jedoch unklarem klini
schem Korrelat,
alsdann
mit der von der Neurologie vorgeschlagenen Infiltration zugewartet
.
Bezüglich der Exazerbation der Beschwerden mit
«
diffusen transien
ten subjektiven Gefühlsstörungen und Kraftverlusten im linken
[richtig: rechten]
Arm
»
sowie Schulter
- und Ellbogen
schmerzen wurde er ans Schulter-Ellbogen-Team überwiesen
.
Es
wurde
angemerkt, man würde
ihn
aufgrund der komplexen Problematik gerne für eine stati
onäre multimodale Therapie und
rheumatolo
gische
Betreuung
aufbieten lassen (v
gl.
Urk.
8/84/2).
3.5.4
Gegenüber
den Ärzten des Schulter-Ellbogen-Teams
berichtete
der Beschwerde
führer
am 1
5.
September 2020 über eine seit dem Unfall unveränderte Situation bzw. keinerlei Besserung der Beschwerden (vgl.
Urk.
8/92/1). In den
zusätzlich an
gefertigten Röntgenbildern
vom
2.
September 2020
liessen sich weiterhin keine degenerativen Veränderungen im Ellbogen rechts nachweisen
. B
etreffend die rechte Schulter zeigte sich
ebenso wenig e
ine nennenswerte Degeneration neben dem festgestellten leichtgradigen
Humerus
-Kopfhochstand und dem
Akromion
Bigliani
T
yp
II.
Die Ärzte
kamen zum Schluss,
M
R-
tomographisch zeige sich eine
leichte
A
nsatztendinopath
ie
der
Biszepsehne
im rechten Ellbogen sowie eine
Tendinopathie
mit einer kleinen Partialruptur der
S
upraspinatussehne
, welche die Beschwerden aber nicht gut erklären könne. Man sehe
somit
kein
pathomorpho
logisches
K
orrelat, da
s mit einer Operation gelöst werden könnte, und bitte die Kollegen der Rheumatologie um ein Aufgebot (vgl.
Urk.
8/92/2).
3.5.5
Doch
auch im Bericht der Rheumatologie vom 2
3.
September 2020 findet sich ke
ine Erklärung für
die
Schmerzexazerbation
.
Gegenüber früheren Befunden besonders zu erwähnen sind schmerzhafte
Myogelosen
über dem
Musculus
trapezius
pars
decendens
und
transversus
rechtsbetont
sowie
eine
Druckdole
n
z
über der ventralen Schulter mit
Impingementzeichen
und schmerzhafter Aussen
rotation. Abgesehen von der
D
ruckdolenz
am rechten Ellbogen, verstärkt durch Handgelenksflexion, waren auch das Fingerstrecken und d
er Faustschluss der rechte
n
Hand bei Schmerzangabe
eingeschränkt (vgl.
Urk.
8/89/3).
Die Ärzte hiel
ten
fest,
d
ie
bisherigen ambulanten Therapien
und medikamentösen Behandlun
gen hätten unzureichend geholfen. Anamnestisch bestehe der Verdacht auf eine psychosoziale Belastungssituation durch die chronischen Schmerzen
mit deutli
cher Schlafstörung.
Diesbezüglich habe man eine schmerzdistanzierende Therapie
mit
Surmontil
-Tropfen vorbespro
chen, alternativ wäre eine schlafanstossende Therapie mit
Trittico
möglich.
Besprochen habe man
auch
eine station
äre multi
modale Schmerztherapie. Durchführen werde man
eine Infiltration der Bursitis
sub
acromialis
der rechten Schulter
und man w
erde erneut versuchen, eine Kostengutsprache für ein
e Eigenbluttherapie der
Epicond
ylitis
rechts zu erwirken (vgl.
Urk.
8/89/3).
3.
6
3.6.1
Hinsichtlich des weiteren Behandlungsverlaufs ist d
em
chiropraktischen
B
ericht vom
9.
November 2020
zu entnehmen
,
dass a
m
5.
November 20
20
die Bursa
subacromialis
infiltriert
wurde
.
Dazu wurde erläutert, b
ei Ausbleiben einer befrie
digenden Verbesserung
würde
die Nervenwurzel C4 rechts
p
eriradikulär
infil
triert
; i
m Moment scheine der Beschwerdeführer jedoch gut auf die manuellen Behandlungen (
chiropraktische
Manipulation, Flexions-Distraktionsmobilisation und
myofasziale
Massnahmen) anzusprechen
(vgl.
Urk.
8/95/2).
Weshalb
trotz
vorläufigem
Verzicht auf eine
(
diagnostische
)
Infiltration
eine schmerzhafte C4-Radikulopathie
als gegeben erachtet wurde –
bei
auch
d
iffusem
klinischen (
etwa
Urk.
8/85
:
diffuse Hypästhesie im gesamten rechten Arm, Schmerzangabe C3/4 links) und unauffälligem neurophysiologischen Befund
-
ist nicht nachvollzieh
bar.
3.6.2
W
ie sich
aus dem
chiropraktischen
B
ericht vom
7.
Januar 2021 ergibt, zeigte sich
in der Folge
ein
e
geringe Verbesserung der rechtsseitigen Schulterschmerzen, insbesondere nach der
oberwähnten
subacromialen
Infiltration.
Die zervikalen Schmerzen sprachen indessen jeweils nur vorübergehend auf die Behandlung
an: E
s bestünden noch immer ausgeprägte
Druckdolenzen
und
Myogelosen
in der Nackenmuskula
tur und a
uf die rechtsseitige C3/4-facettennahe therapeutische Lokalanästhesie mit
Procain
am 2
4.
November 2020 habe der Beschwerdeführer
leider
mit einer vorübergehenden
Schmerzexazerbation
reagiert.
Ein «gutes Anspre
chen» auf die therapeutische Lokalanästhesie mit
Procain
zeigten die Ellbogenschmerzen, jedoch wurde die Beweglichkeit des rechten Ellbogens trotz einer «geringen» Schmerzlinderung als immer noch stark eingeschränkt beschrie
ben
. Der Beschwerdeführer werde,
d
a die Schmerzen einen atypischen prolon
gierten Verlauf aufweisen würden, von den Rheumatologen für eine multimodale stationäre Schmerztherapie aufgeboten
(vgl.
Urk.
8/110/2
f.
).
3.
7
Aus den vorstehenden Unterlagen schlussfolgerte
die Kreisärztin
Dr.
B._
am
8.
Februar 2021, die Befunde im CT vom 1
6.
April 2019 sowie im MRI vom 2
2.
August 2019 würden eine mehrsegmentale Degeneration mit
Unkarth
rose
– betont auf Höhe HWK 3/4 mit auch gering bilateraler
Spondylarthrose
und einer hochgradigen
Foramenstenose
, ebenfalls auf dieser Höhe – zeigen. Diese Befunde seien vorbestehend und könnten die persistierende
Zervikobrachialgie
rechts mehr als erklären. Betreffend die Schulter hätten sich im MRI vom 1
8.
August 2020 ebenfalls keine strukturellen Läsionen dargestellt, die im Zusammenhang mit der beim Unfall erlitten
en
Kontusion stünden. Es hätten sich eine aktivierte mässige AC-Gelenkarthrose sowie eine geringe Bursitis
subacro
mial
bei
Acromion
Typ II gezeigt. Diese Befunde entsprächen einem
subacromi
alen
Impingement
und seien degenerativer Genese, wie auch die minime gelenk
seitige Partialruptur der
tendi
n
opathisch
veränderten
Supraspinatussehne
am
Footprint
und die beschriebene SLAP-Läsion. Im MRI des Ellbogens vom 1
8.
August 2020 hätten sich ebenso wenig strukturellen Läsionen gezeigt, sondern eine
regrediente
geringe
Tendinopathie
des Ansatzes der
Bizepssehne
und ein Muskelödem des distalen
Musculus
biceps
brachii
. Der Ansatz der Exten
soren- und der
Flexorensehne
sei unauffällig
gewesen
, ebenso der mediale und laterale Bandapparat. Durch das Ereignis vom April 2019 sei es somit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden degenerativen Befunde für einen Zeitraum von drei Monaten gekommen. Über diesen Zeitraum hinaus bestehende Beschwerden seien unfallfremd. Aus unfallkausaler Sicht sei wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit gegeben (vgl.
Urk.
8/123/3 f.).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
4.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie
den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE
145 V 97 E. 8.5,
142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
4.3
Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich festste
henden medizinischen Sachverhalts geht (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom
6.
März 2020 E. 4.3 mit Hinweisen).
5.
5.1
Der angefochtene Entscheid beruht auf der in E. 3.7 zusammengefassten kreis
ärztlichen Beurteilung von
Dr.
B._
. Sie
hat die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in ihrer Beurteilung vom
8.
Februar 2021
umfassend gewürdigt. Diese wurden seit dem Unfall im April 2019
mehrfach
klinisch
,
bild
gebend
und
neurophysiologisch
untersucht, wobei die Befund
e einhellig,
aktuell
sowie
gut dokumentiert
sind
. Der Beschwerdeführer legte denn auch nicht dar,
welche Befunde oder Beschwerden
von der Kreisärztin übersehen worden
wären und
inwiefern
diese Zweifel an ihrer Beurteilung wecken würden
.
5.2
5.2.1
Hinsichtlich der Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule ergaben sich in den bildgebenden und neurophysiologischen Abklärungen keine klaren Hinweise auf eine
Radikulopat
h
ie
respektive Neurokompression der zervikalen Nervenwurzeln.
Im
CT, durchgeführt am Tag des Unfalls,
fanden sich sogar
explizit keine post
traumatischen Veränderungen (vgl.
Urk.
8/27). Auch in der Bildgebung vom 2
2.
August 2019 fand sich kein Hinweis auf eine frische
ossäre
Läsion. Beschrie
ben wurden eine beginnende
Unkovertebralarthrose
(vgl.
Urk.
8/20) respektive geringfügige mehrsegmentale «Degenerationen». Der festgestellten hochgradigen
Foramenstenose
C3/4 (vgl.
Urk.
8/19) konnte kein klares klinisches Korrelat zugeordnet werden (vgl. E. 3.5.3) und deren Infiltration führte gemäss Beschwer
deführer auch zu keiner Beschwerdebesserung (vgl. E. 3.6
.2
).
Im Vordergrund stehen
letztlich
myofasziale
bzw.
myotendinotische
Befunde,
Druckdolenzen
sowie Einsch
ränkungen der HWS-Beweglichkeit
(vgl. E. 3.5.2
und 3.6.2
)
, die – soweit sie nicht auf die degenerativen Veränderungen der HWS zurückzuführen sind – für sich allein
nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen
gelten
(etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. Aug
ust
2008 E. 8.3) und darüber hinaus
gut auf manuelle
chiropraktische
Behandlungen ansprechen.
5.2.2
Im Übrigen anerkannte
Dr.
A._
einzig eine Halsprellung als unfallkausal; die im Juni 2020 noch vorhandenen Nackenbeschwerden führte er indessen nicht mehr auf diese Prellung, sondern auf die degenerativen Bildbefunde zurück und schloss Unfallfolgen – wie
Dr.
B._
– aus (vgl. E. 3.4)
. Dass die noch bestehenden HWS-Beschwerden als unfallfremd taxiert würden, teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer bereits am 2
8.
April 2020 mit (vgl.
Urk.
8/58)
. Dies ist auch mit B
lick auf die
Rechtsprechung, wonach
es einer medizinischen Erfahrungstatsache
entspricht
, dass traumatische Verschlimme
rungen eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes
an der Wirbelsäule
(einschliesslich der HWS, vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2020 vom 1
9.
Februar 2021)
regelmässig spätestens nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten
sind
und eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgeno
logisch ausgewiesen und sich von der altersüblichen Progression abheben müss
te
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_411/2020 vom 2
6.
Oktober 2020 E. 4.2)
,
nicht zu beanstanden.
5.3
5.3.1
Sodann
ist
mit der Beschwerdegegnerin
festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer erstmals einige Monate nach dem Unfall Schulterbeschwerden erwähnte (vgl. E. 3.3) und die Ärzte
sogar
erst im Herbst 2020 – also eineinhalb Jahre nach dem Unfall – einen klinischen Befund zur rechten Schulter dokumentier
t
en sowie
bild
gebende Abklärungen tätigten
(vgl. E. 3.5). Noch in der kreisärztlichen Unter
suchung im Juni 2020 hatte der Beschwerdeführer
lediglich
bis in die Schultern ausstrahlende Sch
merzen angegeben
; eine Schulterprellung/-kontusion war damals kein Thema
(vgl. E. 3.4).
Damit sind
weder Schmerzen
(insbesondere kein sofortiger einschiessender Schmerz)
noch eine Funktionseinbusse
zeitnah zum
Unfall
nachgewiesen
,
die auf eine
Beeinträchtigung
der
Supraspinatussehne
oder
eine
SLAP II-Läsion
anlässlich des Unfalls vom 1
6.
April 2019
schliessen lassen würden
.
5.3.2
Der Unfallhergang lässt sich vorliegend nicht
mehr
zuverlässig rekonstruieren (etwa 8/1/1, 8/27/1 und 8/30/1). Dabei betonte das Bundesgericht in seiner jüngs
ten Rechtsprechung
auch
, dass dieser
nur eines
von mehreren Indizien, also nicht ein übergeordnetes Indiz
zur Beurteilung der Unfallkausalität darstelle
,
und die Eignung eines Anpralltraumas als Ursache einer
Rotatorenmanschettenläsion
als umstritten gelte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2021 vom
1
6.
Dezem
ber 2021 E. 4.1). Ergänzend sei
angemerkt, dass
Hempfling
/Krenn d
afü
r
h
alten
, dass aufgrund der
geeigneten
Verletzungsmechanismen grundsätzlich nur bei einer Kombinationsverletzung von
Musculus
deltoideus
oder dessen Sehne und
Supra
spinatussehne
eine tatsächlich traumatische
Rotatorenruptur
erwartet werden könne
.
Auch
weisen
sie
darauf hin, dass bei
SLAP-Läsionen
als traumatische Ursachen das Kompressionstrauma (z.B. Sturz auf den gestreckten Arm) und
–
bei gleichzeitiger maximaler exzentrischer Anspannung
des Bizeps
–
auch das Trak
tionstrauma (z.B. Auffangen eines Gegenstands mit gebeugtem Ellbogen, uner
warteter Zugverletzungen im gestreckten Ellbogen) nachgewiesen seien
;
d
irekte Krafteinwirkungen als Ursache
seien hingegen
hypothetisch
. Solche
bedürften einer
erheblichen Krafteinwirkung, wobei in aller Regel ein Luxations- bzw. Subluxationsmechanis
mus
nach vorne bestehe
(vgl.
Hempfling
/Krenn
, Schaden
beurteilung am Bewegungssystem, Band
2
:
Meniskus, Diskus, Bandscheiben
,
Labrum,
Liagmente
, Sehnen, 2017, S. 682 f.
und 229
).
5.3.3
Es kommt hinzu, dass die Kreisärztin nachvollziehbar ein nicht unfallbedingtes
Impingement
diagnostiziert
e
, welches eine plötzliche Schmerzzunahme eineinhalb Jahre nach dem Unfall ohne weiteres zu erklären vermag. Das Schultergelenk ist ein knöchernes Dach (
Akromion
) mit einem
darunter liegenden
begrenzten Raum für Weichteile (Sehnen und Schleimbeutel). Die Sehnen bedecken den Oberarm
kopf wie eine Manschette (Rotatorenmanschette) und sind für die aktive Beweg
lichkeit der Schulter essentiell. Über den Sehnen liegt als Puffer zum knöchernen Schulterdach ein Schleimbeutel (Bursa). Dieser Raum, normalerweis
e
ca. 1 cm hoch, kann aus verschiedenen Gründen (Knochensporn, Instabilität, Sehnendicke) zu eng werden, sodass die Weichteile zwischen Oberarmkopf und Schulterdach eingeengt werden. Dieses Einklemmen führt zu schmerzhaften Entzündungen des Schleimbeutels oder gar zu Sehneneinrissen (vgl.
https://www.schulthess-klinik.ch/de/schulterchirurgie-und-ellbogenchirur
gie/behandlung/impingement-syndrom
, besucht am
1.
Juli 2022).
Im Fall des Beschwerdeführers wurde im klinischen Befund des Berichts zur Schulter-Sprechstunde vom 1
5.
September 2020 explizit ein positives
Impinge
ment-Zeichen
nach Hawkins vermerkt (vgl.
Urk.
8/92/3
; ferner auch Urk. 8/93/3
). Davor und danach waren klinische Untersuche der rechten Schulter aufgrund der angegebenen Schmerzen kaum möglich und die
Impingementtests
gar nicht durchführbar (etwa
Urk.
8/85/3 und 8/110/2). Für ein
Impingement
mit konse
kutiver Entzündung des Schleimbeutels als Schmerzursache sprechen zudem die Bildbefunde (ein in der Schulterpfanne etwas weiter oben als normal liegender
Humeruskopf
, eine spezielle Form des
Akromions
, eine
aktivierte
AC-Gelenkarthrose und Bursitis
subakromialis
, vgl. E. 3.5.2) sowie das positive Ansprechen auf die
subakromiale
Infiltration (vgl. E. 3.6
.2
).
Ein
Impingementsyndrom
ist
aber
nie eine primäre Verletzung bzw. entsteht nie durch ein Trauma; es ist allenfalls eine Verletzungsfolge, etwa bei einer Schul
tereckgelenksprengung oder einer
Tuberculum
-
majus
-Fraktur (vgl.
Hempf
ling
/Krenn
, Schadenbeurteilung am Bewegungssystem, Band
1
:
Grundlagen, Gelenkflächen,
Osteonekrosen
, Epiphysen,
Impingement
,
Synovialis
,
2016
, S.
424
f.
).
Diesbezüglich ist der Kreisärztin beizupflichten, dass keine solchen unfall
bedingten strukturellen Läsionen im Bereich der Schulter nachgewiesen sind.
Die
Muskeltrophik
der Schulter war trotz der geklagten massivsten Schmerzen, der gezeigten Schonhaltung und der kaum durchführbaren klinischen Untersuchung normal (vgl.
Urk.
8/82/1).
Der
Jobe
-Test sowie der Whipple-Test, welche sich für den Nachweis einer
Supraspinatussehnenruptur
eignen, waren ein Jahr nach dem Unfall immer noch mit guter Kraft durchführbar (vgl.
Urk.
8/92/1 f.).
Au
s
drück
lich verneint wurde zudem auch eine Instabilität der Schulter (vgl.
Urk.
8/110/2 unten).
Es fehlen somit hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass die anatomischen Strukturen der Schulter oder deren Funktionsweise durch den Unfall so verändert wurden, dass sich daraus ein
Impingement
entwickelte.
5.3.4
Zusammenfassend ist d
ie Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweis
rechtlich
jedenfalls
nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_2
41/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
Dies gilt auch für die
aktenkundigen
Arztberichte, welche
trotz des langen Zeit
raums zwischen Unfall und
Dokumentation der
Schulterbeschwerden
von «post
traumatischen» bzw. «unfallbedingten» Schulterschmerzen – zu Beginn sogar
bei gleichzeitig explizit
unklarer Ätiologie (vgl. 3.5.1) – sprechen, ohne dies zu begründen.
Es ist unzulässig, d
ie Unfallkausalität allein deshalb
zu
bejahen, weil der Vorzustand der Schulter klinisch stumm war
. Nach dem vorstehend Ausge
führten fehlt es an klaren
Indizien für Unfallfolgen
im Schulterbereich
; solche bestehen
vielmehr
für ein nicht unfallbedingtes
Impingement
als Schmerzur
sache.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte,
Dr.
A._
habe zumindest in Bezug auf die «Schulterproblematik» die Unfallkausalität stets bejaht (vgl.
Urk.
1
Ziff.
29), dürfte er die «Ellbogenproblematik» gemeint haben, zumal zum Zeit
punkt der letzten Beurteilung durch
Dr.
A._
im Juni 2020 noch gar keine Befunde zur Schulter vorlagen und diesbezüglich nicht einmal eine Prellung diskutiert wurde.
Eine Leistungspflicht für die
Schulterbeschwerden
wurde seitens der Beschwerdegegnerin nie anerkannt.
5.
4
5.4.1
Bezüglich des
rechten
Ellbogens wurde
–
bei bereits in der Erstkonsultation angegebener schmerzhafter Pronation und Supination (vgl. E. 3.1)
–
in der Bild
gebung vom
5.
Juli 2019 eine
leichte
Ansatztendoperiostose
am
Olekranon
(vgl.
Urk.
8/18)
festgestellt und a
m 2
2.
August 2019 eine leichte
Tendinopathie
am A
nsatz der distalen
Bizepssehne
bestätigt
, welche die behandelnden Spezialisten als mit dem stattgehabten Trauma
und
einer subsequenten Bursitis
bici
pitalis
vereinbar erachteten.
Letzteres stellte eine
klinische Verdachtsdiagnose
dar
, welche
nach Ansicht der Behandler
mit der angegebenen Schmerzreduktion unmittelbar nach der Infiltration der Bursa erhärtet werden konnte
(vgl. E. 3.2.2). Die Symptomatik war
unter manueller Behandlung
stark
rückläufig
und rückte in den Hintergrund
(vgl. E. 3.3)
; dementsprechend zeigte sich
in der kreisärzt
lichen Untersuchung im Juni 2020 – also mehr als ein Jahr nach dem Unfall – weiterhin eine im Seitenvergleich normale
Muskeltrophik
(vgl. E. 3.4
; bei
auch
stabilen Seitenbändern, vgl.
Urk.
8/110/3
) und
in der Bildgebung vom 1
8.
August 2020 eine
«
regrediente
»
geringe
Tendinopathie
des Ansatzes der intakten
Bizepssehne
(vgl. E. 3.5.2)
.
5.4.2
Hervorzuheben ist
weiter
, dass b
ildgebend Ellbogengelenk, Knorpel, Bandapparat, Extensoren- und
Flexorensehnen
, Nerven und Schleimbeutel stets unauffällig
waren
(vgl. Urk. 8/19, 8/82/1 und 8/92/2).
Auch n
europhysiologische Unter
suchungen blieben ohne Befund (vgl. E. 3.2.2 und 3.5.2).
Eineinhalb Jahre nach dem Unfall
klagte der Beschwerdeführer über eine
Schmerzexazerbation
.
Dabei
zeigten sich bildgebend
einzig
Muskelödeme im distalen
biceps
brachii
. Z
um klinischen Befund
wurden neu
myotendinotische
Veränderungen in den
Musculi
biceps
brach
ii
,
brachialis
,
brachioradialis
sowie den Unterarmextensoren und
-
flexoren
notiert
.
Wie
bei der
ob
erwähnten Bursitis
bicipitalis
handelt es sich
auch
bei
der im rheumatologischen Bericht vom 2
3.
September 2020
postulierten
Epicondylopathie
letztlich
bloss um
eine klinische Verdachtsdiagnose
,
die
allein
in den Schmerzangaben des Beschwerdeführers gründe
t. Sie
wurde zudem erst
mals eineinhalb Jahre nach dem Unfall aufgrund neuer B
efunde (
mitunter einer
Druckdolenz
über dem
Epicondylus
humeri
radialis
, schmerzhaf
te Einschränkung beim Fingerstrecken und Faustschluss
)
gestellt
, während
in der Untersuchung des Ellbogens am Unfalltag weder eine
Druckdolenz
über knöchernen Strukturen noch eine Rötung oder Schwellung am Ellbogen feststellbar
waren
(vgl.
Urk.
8/27/1 unten). Ein
e akute
Epic
ond
y
li
tis
tritt
in der Regel nach
extremer Dau
e
rbeanspruchung –
vornehmlich beim intensiven Tennis- oder Golfspielen
–
auf und kann bei fortgesetzter Dauerbeanspruchun
g in eine chronische übergehen.
Fälle e
iner traumatisch entstandenen
Epic
ondy
li
tis
sind demgegenüber sehr selten und nur bei einem eindeutigen Trauma mit sofort auftretendem Bluterguss am Ort der Gewalteinwirkung anzunehmen (vgl.
Mollowitz
, Der Unfallmann, 1
1.
Aufl., Berlin 1993, S.
169 f.).
5.4.3
Es ist deshalb mit der Kreisärztin
festzuhalten
, dass
auch im Bereich des Ellbogens keine
unfallbedingte
n
strukture
llen Läsionen
nachgewiesen sind
.
Zudem
ist nicht ersichtlich, inwiefern die im Herbst 2020 aufgeführten neuen Befunde und
Verdachtsdiagnosen
ihre Ursache im eineinhalb Jahre zurückliegenden Unfall haben sollen.
In der Besprechung nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 22.
Juni 2020 wurden die Armbeschwerden zwar
noch
als Folge des Unfalls bezeichnet
und eine volle Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Sanitärmonteur
p
ostuliert – entsprechend der von
Dr.
A._
am
1.
April 2020 attestierten Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten (ganztags, körperlich leicht bis mittelschwer, ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg)
; gleichzeitig aber auch auf die Notwendigkeit weiterer Abklärungen hingewiesen (vgl.
Urk.
8/65). So beruhte
die
Beurteilung
von
Dr. A._
noch auf den Bildbefunden des rechten Ellbogens vom 2
2.
August 2019, wobei er aber den langen Heilungsverlauf bei im Seitenver
gl
eich normaler
Muskeltrophik
bereits als auffällig
beurteilte
(vgl.
Urk.
8/66/2 f.).
Die
von ihm als unfallkausal anerkannte
Ansatztendinopathie
der distalen
Bizepssehne
(vgl.
Urk.
8/
23
)
war
schliesslich
regredient
,
dafür waren
neue Befund
e und Leiden hinzugetreten
.
5.5
Abschliessend ist zu betonen
, dass d
ie behandelnden Spezialisten des Schulter-Ellbogen-Teams der Universitätsklinik
C._
ausdrücklich kein somatisches Korrelat feststellen
konnten
, das die geklagten Beschwerden
an der rechten Schulter und am rechten Ellbogen
gut zu erklären vermöchte oder durch eine Operation gebessert werden könnte (vgl. E. 3.5.4).
Dies lässt zusammen
mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer von konservativen Massnahmen
(sei es zur Behandlung des HWS-, Schulter- od
er Ellbogenleidens) nur bedingt
profitierte
und die
Muskeltrophik
auf eine weiterhin gleichmässige Beanspruchung der oberen Extremitäten hinweist
,
gewisse Zweifel an den subjektiv angegeben
en
stärksten Schmerzen aufkommen. Zumindest finden diese keine Erklärung in
objektivierbaren
unfallbedingten Verletzungen.
6.
Der Beschwerdeführer vermochte somit keine auch nur geringen Zweifel an der abschliessenden kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
B._
zu wecken.
Relevante bzw. begründete
Widersprüche zu den übrigen medizinischen Unter
lagen bestehen keine
.
Zum
Zeitpunkt der Leistungseinstellung im J
ahr 2021
(bezogen auf
die Kosten von
stationäre
n
Behandlungen wie auch die übrigen
Heilkosten und Taggelder
)
bestanden
somit
keine objektivierbaren
Folgen des Unfalls vom 16.
April 2019
mehr, welch
e
eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit als Sanitärmonteur
hätten begründen können
. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Besc
hwerdegegnerin ihre Leistungspflicht lediglich für eine Prellung von Hals, Ellbo
gen und Unterschenkel anerkannt hat
und sie nur insofern die Beweislast für den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs trifft
.
Die HWS-Beschwerden im Zusammenhang mit den degenerativen
Bildbefunden
wurden von Beginn an
zu Recht
als unfallfremd taxiert. Auch für die im Herbst 2020
erhobenen neuen
Befunde an der
rechten oberen Extremität
bzw. die diesbezüg
lichen Diagnosen wurde seitens der Beschwerdegegnerin keine Leistungspflicht anerkannt
. Eine solche lässt sich
bei einer
70%ige
n
Besserung sämtlicher Beschwerden bis Ende Januar 2020
und
einer
nachweislich
regrediente
n
geringe
n
Ansatztendinopathie
der distalen
Bizepssehne
–
als einzigem
objektivierbarem Befund, der zeitnah zum Unfall erhoben und als unfallkausal anerkannt wurde –
auch
nicht mit dem nötigen Beweisgrad erstellen.
Die Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin ist somit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.