Decision ID: 0168f220-0ebb-4011-aed8-a9abadd2d1a2
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
(Familiennam
e vor
Ehescheidung:
Z._
; vgl.
Urk.
6/75)
,
geboren 1958
, war seit dem
1.
September 2000 als
Officemitarbeiterin
in teilzeitlichem Um
fang eines Arbeitspensums von
6
0 % bei der
A._
AG,
(Urk.
6/14
),
und daneben seit Oktober 2005 als Raumpflegerin
im teilzeitlichen
Umfang von 2 Stunden in der Woche
bei
B._
(Urk.
6/18), tätig,
als sie sich am
1
3.
September 2006 unter Hinweis auf chro
nische Rückenschmerzen und ein Karpaltunnelsyndrom
bei der Inva
lidenver
si
che
rung zum
Bezug einer Rente
anmeldete
(Urk
.
6/3 Ziff.
7.2 und 7.8)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/25,
Urk.
6/28)
qualifizierte
die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
die Versicherte
mit Verfügung
vom
1
1.
April 2008 (
Urk.
6/3
5)
als
im Umfang von 70
%
Erwerbstätige und
im restlichen Umfang
von 30
%
als
im anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts Tätige, stellte einen Invaliditätsgrad von 0
%
fest und verneinte einen Rentenanspruch der Versicherten.
Dagegen erhob die Versicherte
am 1
5.
Mai 2008
beim hiesigen Gericht
Beschwerde (Urk.
6/42
/3-8
),
worauf die
IV-Stelle
mit Ver
fügung vom 2
2.
Juli 2008 (
Urk.
6/44)
die Verfügung vom 11. April 2008 wieder
erwä
gungsweise
lite
pendente auf
hob und erwog,
dass nach Durchführung
ergänzender
Sachverhaltsabklärung
en
über den Rentenanspruch der Versicherten neu zu verfügen sei
. In der Folge
zog die Versicherte am
7.
August 2008 ihre Beschwerde zurück (Urk. 6/49/5), worauf das hiesige Gericht mit Entscheid vom 1
1.
August 2008 (Prozess Nr. IV.2008.00520;
Urk.
6/49/1-4) das Verfahren zufolge Beschwerderückzugs als erledigt abschrieb.
1.2
Anschliessend liess
die IV-Stelle die Versicherte polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) begutachten (Gutachten vom 2
6.
Juni 2009;
Urk.
6/55). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/57,
Urk.
6/61)
quali
fizierte die IV-Stelle die Versicherte mit
Verfügung
vom
1
2.
August 2010 (Urk. 6/71)
erneut als
im Umfang von 70
%
als Erwerbstätige und im restlichen Umfang von 30
%
als
im Haushalt
Tätige, stellte einen Invaliditätsgrad von 0
% fest und verneinte
erneut
einen Rentenanspruch der Versicherten.
Diese Verfü
gung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Die Versicherte war vom 1
4.
März bis Ende Juni 2017
in vollzeitlichem
Umfang
als Produktionsmitarbeiterin bei der
C._
AG, tätig gewesen (
Urk.
6/84
Ziff.
2.1), als sie sich am
2.
September 2017
unter Hinweis
auf
eine «Depression, mittelgradige Episode, bei Mobbingsituation am Arbeits
platz
»
erneut
bei der
Invalidenversicherung
zum Leistung
sbezug anmeldete
(Urk. 6/76)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/
89
,
Urk.
6/
91
) qualifizierte die IV-Stelle die Versicherte mit Verfügung
vom
7.
August 2018
(Urk. 6/
97 =
Urk.
2
)
im vollzeitlichen Umfang
als
Erwerbstätige
(vgl. Urk. 6/95)
und verneinte
deren
Leistungsanspruch
erneut
.
2.
Gegen die Verfügung vom
7.
August
2018 (Urk. 2) erhob die Versicherte am
1
2.
September
2018
Beschwerde (
Urk.
1)
und
beantragte,
es sei
diese
aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen
(S. 2).
Mit
Beschwerdeantwort
vom
9.
Oktober 2018
(Urk.
5
)
beantragte die Beschwer
de
gegnerin
die Ab
weisun
g der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am
19
. Oktober 2018 Kenntnis gegeben wurde (Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherun
g, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E.
7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundes
gericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen
Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
). Rechtsprechung
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.6
Wurde eine Rente
,
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn di
e Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
7.
August
2018 (Urk. 2) davon aus, dass die
Beschwerdeführerin seit der Neuanmeldung zum Leistungsbezug als Erwerbstätige in einem vollzeitlichen Umfang zu quali
fizieren sei (
vgl.
Urk.
6/95 S. 1), dass ihre psychischen Beschwerden massgeblich auf Probleme am bisherigen Arbeitsplatz und auf die Trennung von ihrem Ehe
gatten zurückzuführen sei
en
(
Urk.
2 S. 1), dass eine Veränderung des Gesund
heits
zustandes seit Erlass
d
er letzten
rentenverneinden
Verfügung vom August 2010 nicht ausgewiesen sei, und dass
folglich
ein Rentenanspruch
zu
verneinen sei (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
sich
ihr Gesundheitszustand
seit der letzten rentenvernein
en
den Verfügung vom 1
2.
August 2010 verschlech
tert habe, da sie neu an einer rezidivierenden Depression, mittelgradige bis schwere Episode mit somatischem Syndrom, leide, und dass gestützt auf die Beur
teilung durch den
sie
behandelnden psychiatrischen Facharzt von einer voll
stän
digen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (
Urk.
1 S. 3).
2.3
Streitig und zu prüfen ist daher, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum seit Erlass der ursprünglichen rentenvernein
en
den Verfügung
vom 1
2.
August 2010 (Urk. 6/71) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vo
m
7.
August 2018 (
Urk.
2) in einer erheblichen beziehungsweise in einer für den Rentenanspruch massgeblichen Weise verändert hat.
3.
3.1
Bei Erlass der rentenverneinenden Verfügung vom
1
2.
August 2010 (Urk. 6/71)
stützte sich die Beschwerde
gegnerin zur Hauptsache
(vgl.
Urk.
6/56 S. 3, Urk. 6/70
S. 2)
auf das
Gutachten der Ärzte des
D._
vom 2
6.
Juni 2009 (
Urk.
6/55/1-47).
3.2
Die Ärzte des
D._
erwähnten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 2
6.
Juni 2009 (
Urk.
6/55/1-47),
dass die Beschwerdeführerin am
8.
und 1
4.
April 2009 internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch untersucht worden sei (S.
1)
,
und stellten die folgenden Diagnosen (S. 39):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
chronisches, intermittierend
exazerbierendes
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom mit/bei:
-
Fehlhaltung und diskreter
skoliotischer
Fehlstatik
-
ausgeprägter
myostatischer
Insuffizienz
-
Status nach lumbalem Morbus Scheuermann,
Osteochondrose
LWK 3/4 mit ventraler Spondylose, diskreter
Osteochondrose
LWK 4/5 und LWK 5/SWK 1 bei insgesamt altersentsprechender Darstellung der LWS
(Lendenwirbelsäule)
-
breitbasiger
medio-linkslateraler Diskushernie LWK 4/5 mit Kontakt zur
Ne
rv
enwurzel L5 links, aktuell ohne
radikuläre
Symptomatik
-
Ausweitungstendenz
Diagnos
en ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
:
-
c
hronisches
z
ervikales Schmerzsyndrom mit/bei:
-
Fehlhaltung
-
myostatischer
Insuffizienz
-
degenerativen Veränderungen
-
Migräne ohne Aura, Erstdiagnose
im Jahre
1996
-
Status nach
K
arpaltunnel-Release beidseits
-
e
ssentielle arterielle Hypertonie
-
Thalassämia
minor
-
Status nach Autoimmunthyreoiditis
im Jahre 2002 mit/bei:
-
aktuell
euthyreoter
Stoffwechsellage unter Hormons
ubstitution
Die psychiatrische Untersuchung habe keine
relevante
n
psychopathologische
n
Befunde oder psychische Funktionsstörungen
ergeben. Die Beschwerdeführerin verfüge indes lediglich
über wenige Ressourcen zur Bewältigung der bestehenden psychosozialen Belastungsfaktoren (Ehescheidung, finanziel
le Schwierigkeiten, Anal
phabetismus
,
mangelnde
Berufsausbildung
; S. 44
)
. Die
offensichtlich
en
Tendenzen zur Selbstlimitierung
seien
Ausdruck einer dysfunktionalen Beschwer
den-
und
Schmerzbewältigung.
Eine eigenständige psychiatrische Erkrankung
lasse
sich nicht diagnostizieren.
Obwohl
an eine Anpassungsstörung oder
an eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
zu denken
gewesen sei
,
seien
die dies
bezüglichen Kriterien der ICD von der Beschwerdeführerin nicht
vollständig erfüllt
worden
.
Die negative
Selbst
einschätzung
der Beschwerdeführerin
hinsicht
lich ihrer Arbeitsfähigkeit
stelle keinen
Ausdruck einer depressiven Störung
dar
, sondern
sei auf eine dysfunktionale
Beschwerden-
oder
Schmerzbewältigung vor dem Hintergrund multipler psychosozialer Belastungsfak
toren und fehlender Res
s
ourcen
zurückzuführen
.
Aus psychiatrischer Sicht
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 45).
In somatischer Hinsicht werde die Beschwerdeführerin durch eine
eingeschränkte Belastbarkeit der
LWS in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Die Ausübung
einer
behinderungsangepassten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Arbei
ten in Zwangshaltungen, ohne Arbeiten über die Armhorizontale hinaus
und ohne repetitive, stereotype Bewegungsabläufe s
ei
der Beschwerdeführer
in indes
im vollzeitlichen
Umfang,
ohne
Leistungse
inschränkungen zuzumuten
.
Mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit
bestehe die gegenwärtige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bereits
seit dem Jahre 2000
(S. 45).
3.3
Die Ärzte der
E._
Klinik Neurologie, stellten in ihrem Bericht vom 1
8.
November 2009 (
Urk.
6/66
/3-5
) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit
myofaszialen
und somato
for
men
sowie möglicherweise
spondylogenen
und
radikulären
Anteilen mit/bei:
-
radiologisch
breitbasiger
Diskusprotrusion
L4/5 ohne sichere Kompres
sion neuronaler Strukturen
-
elektromyographisch keinen Hinweisen auf
floride
Denervation
oder chronisch neurogenen Umbau
-
diagnostische/therapeutische Infiltration geplant
-
Schmerzmittelüberkonsum
-
Status nach Dekompression des
Medianus
im Bereich der Karpaltunnel beidseits
-
leichtgradige Adipositas, arterielle Hypertonie
-
substituierte Hyperthyreose nach Autoimmunthyreoiditis
Die Ärzte erwähnten, dass die Beschwerdeführerin
, welche
in psychotherapeu
tischer Behandlung stehe
, trotzdem
sowohl eine Depression als auch Angststö
rungen in Abrede
gestellt habe
(S. 1).
4.
4.1
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
7.
August 2018 (
Urk.
2)
stützt
e
sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache (vgl.
Urk.
6/95 S. 2) auf den Aus
tritts
bericht der Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
vom 1
0.
Mai 2017 (
Urk.
6/87
/8-10) sowie auf die Stellungnahme v
on med.
pract
.
G._
ihres Regionalen
Ärztlicher Dienst
es
(RAD)
vom
4.
Januar 2018 (
Urk.
6/88/3-4).
4.2
Die Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psy
chotherapie, erwähnten im Austrittsbericht vom 1
0.
Mai 2017
(
Urk.
6/87/8-10)
, dass die Beschwerdeführerin wegen einer schweren Depressivität mit suizidalen Gedanken im Rahmen einer beruflichen Überlastungssituation
bei
unsicherer beruflich-finanzieller Perspektive in der Zeit vom
3.
April bis
4.
Mai 2017 stationär behandelt worden sei und stellten die folgende psychiatrische Diagnose (Hauptdiagnose; S. 1):
-
rezidivierende Depression, aktuell mittelgradige Episode
Die Ärzte erwähnten, dass die Beschwerdeführerin eine körperlich anstrengende Fabrikarbeit
ausgeübt
habe
, und dass sie dabei,
gemäss ihren Angaben
,
vom Abteilungsleiter
während einer längeren Zeit wiederholt
beschimpft worden
sei
,
dies
insbesondere
,
nachdem ihre Nichte, welche dort im Rahmen einer Kaderstelle tätig gewesen sei, den Mutterschaftsurlaub angetreten habe. Im Verlauf der
Hospitalisation
sei es zu einer Verbesserung der Depressivität, der Schmerzen und der Schlafprobleme gekommen (S. 2).
4.3
In ihrem Bericht vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
6/
77/14
) attestierten die Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit im Um
fang von 100
%
für die Zeit vom
3.
April bis 2
8.
Mai 2017 und erwähnten, dass danach auf Grund einer psychischen und somatischen Polymorbidität voraus
sichtlich höchstens eine Arbeitsfähigkeit im Umfang eines teilzeitlichen Arbeits
pensums
zu erreichen sei
.
4.4
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erwähnte in seinem Bericht vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
6/87/6-7), dass die Beschwerdeführerin seit dem 2
0.
Mai 2017 in seiner Behandlung stehe und stellte die folgenden psychiatrischen Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Er erwähnte, dass die Beschwerdeführerin an einer affektiven Störung im Sinne einer rezidivierenden Depression leide, welche von chronischen somatischen Schmerzen begleitet werde. Die Schmerzen sowie eine schwierige psychosoziale Situation verstärkten das psychische Leiden und erschwerten den therapeutischen Prozess. Seit Aufnahme der Behandlung bestehe eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100
%
(S.
1).
4.5
In seinem Bericht vom
9.
Dezember 2017 (
Urk.
6
/87/1-5) stellte
Dr.
H._
die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode mit somatischem Syndrom
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Er erwähnte, dass die Beschwerdeführerin allein lebe und nur über
wenige soziale Kontakte verfüge
(
Ziff.
1.4)
, und dass eine ungünstige Prognose zu stellen sei (
Ziff.
1.4).
In Bezug auf die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Fabrik
angestellte bestehe sei dem
3.
April 2017 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
1.6). Die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei d
er Be
schwer
deführerin eventuell
im Umfang eines Arbeitspensums von 20
%
zuzu
muten, wobei zu berücksichtigen sei, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig bereits mit der Führung des Haushalts überlastet sei (
Ziff.
1.7).
4.6
RAD-Ärztin med.
pract
.
G._
,
Fachärztin für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
,
führte in ihrer Stellungnahme
vom
4.
Januar 2018 (
Urk.
6/88/3-4)
aus, dass gestützt auf die Berichte von
Dr.
H._
und der Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
davon auszugehen sei, dass psychosoziale Faktoren eine erhebliche Rolle spielten, und dass die ge
stellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung nicht nachvollziehbar sei, da den Akten
,
insbesondere dem Gutachten (der
Ärzte
d
es
D._
) aus dem Jahre 2009
,
keine Hinweise auf frühere depressive Episoden zu entnehmen seien. Bei den aktuellen psychischen Beschwerden handle es sich daher am ehesten um eine Anpassungsstörung sowie um ein seit Jahren bestehendes chronisches Schmerzsyndrom. Eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen (S. 2).
5.
5.1
Gemäss den erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom
1
2.
August 2010 (
vorstehend E.
3.1-3.3
)
litt die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht unter einem chronischen
lumbo
spondylogenen
Schmerzsyndrom
(vorstehend E. 3.2 und E. 3.3) und war gemäss der Beurteilung durch die Ärzte des
D._
vom 2
6.
Juni 2009 (vorstehend E.
3.2
) ausschliesslich aus diesem Grunde beziehungsweise auf Grund einer dadurch verursach
t
en
eingeschränkte
n
Belastbarkeit der LWS in ihrer
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, wobei ihr
gemäss der Beurteilung durch die Gutachter des
D._
die
Ausübung einer angepassten,
körperlich
leichten
und
wechselbelastenden Tätig
keit
im
vollzeitlichen
Umfang
ohne Einschränkungen zuzumuten
war
.
In
psychischer Hinsicht
bestand gemäss der Beurteilung durch die Gutachter des
D._
weder einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
,
noch liess sich eine
eigen
ständige psychiatrische Erkrankung
überhaupt
diagnostizieren
. Die Gutachter des
D._
gingen vielmehr davon aus, dass es an der Erfüllung der für die Stellung der Diagnosen einer
Anpassungsstörung
oder einer
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
vorausgesetzten diagnostischen Kriterien fehle, und dass die
negative Selbsteinschätzung
der Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre
Arbeits
fähigkeit nicht Ausdruck einer depressiven Störung sei, sondern auf eine dys
fun
k
tionale
Beschwerden-
und
Schmerzbewältigung vor dem Hintergrund multi
pler psychosozialer Belastungsfaktoren und fehlender Ressourcen
zurückzuführen sei.
5.2
Demgegenüber gingen die behandelnden Ärzte bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
7.
August 2018 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund einer rezidivierenden depressiven Episode in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei. Während die Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
im Aus
tritts
bericht vom 1
0.
Mai 2017 (vorstehend E.
4.2
) und
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 1
0.
Juli 2017 (vorstehend E.
4.4
) übereinstimmend von einer mittel
gra
digen depressiven Episode ausgingen, stellte
Dr.
H._
in
seinem Bericht vom
9.
Dezember 2017 (vorstehend E.
4.5
)
eine
mittelgradige bis schwere depres
sive Episode fest.
I
n Bezug auf die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Produktionsmitarbeiterin
vertraten
die Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
und
Dr.
H._
sodann
übereinstimmend
die Ansicht
, dass aus psychischen Gründen eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit
bestehe
.
Dr.
H._
ging
in seine
m Bericht vom
9.
Dezember 2017
davon aus, dass der Beschwerdeführerin
grundsätzlich
die Aus
übung
einer behinderungsangepassten Tätigkeit
im Umfang eines Pensums von 20
%
zuzumuten sei.
Demgegenüber vertrat med
.
pract
.
G._
in ihrer Stel
lungnahme vom
4.
Januar 2018 (
vorstehend E.
4.6
)
die Ansicht
,
dass die
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung nicht
nachzuvollziehen
sei,
und dass daher
weiterhin
unverändert von einer fehlenden Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen sei.
5.3
5.3.1
In Bezug auf die Stellungnahme der
RAD-Ärztin med.
pract
.
G._
vom
4.
Januar 2018 (
vorstehend E.
4.6
)
gilt es zu beachten, dass der Beweiswert von RAD-Berichten (Art. 49 Abs. 2 IVV) gemäss der Rechtsprechung mit jenem exter
ner medizinischer Sach
verständigen
gutach
ten vergleichbar ist, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztli
ches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärzt
licher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann indes nicht
abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4). Der Stel
lung
nahme von
med.
pract
.
G._
kommt daher lediglich ein eingeschränkter Be
weiswert als Administrativbericht zu, und es kann darauf nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an seiner Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit be
stehen.
5.3.2
Des Weiteren gilt es in Bezug auf die Beurteilung durch med.
pract
.
G._
zu beachten, dass diese über eine in der Schweiz anerkannte medizinische Weiter
bildung als Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Be
wegungsapparates verfügt (
Medizinal
berufe
regis
ter
;
www.medregom.
admin.ch),
dass sie indes keinen Facharzttitel für Psy
chiatrie und Psychotherapie erworben hat. Insoweit med.
pract
.
G._
in ihrer
Stellungnahme vom
4.
Januar 2018 (vorstehend E.
4.6
)
die Meinung vertrat
, dass
die
von den
die Beschwer
de
führerin
behandelnden psychiatrischen Fachärzten
gestellte psychiatrische
Diag
nose einer rezidivierenden depressiven Störung nicht nachzuvollziehen sei, und dass daher unverändert weiterhin von einer fehlenden Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen sei
,
kann auf ihre Beurteilung
nicht abgestellt werden,
weil es ihr an einer dafür ange
zeigten fachärztlichen Weiterbildung im Fachgebiet Psychiatrie und Psychothe
rapie fehlt.
5
.4
Vorliegend
lässt sich weder den
Beurteilung
en
durch
die Ärzte der Klinik Sana
torium
F._
(vorstehend E.
4.2-4.3
)
noch
denjenigen
durch Dr.
H._
(vor
stehend E.
4.4-4.5
)
eine nachvollziehbare Begründung der gestellten Diagnose einer rezidivierenden Depression beziehungsweise einer rezidivierenden depressiven Störung entnehmen. Insbesondere
ist diesen Berichten k
eine Auseinandersetzung mit den diagnostischen Kriterien
der depressiven Störung
(vgl.
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V, Klinisch-diagnostische Leitlinien,
7.
Aufl.
, Bern 2010)
zu entnehmen
. Sodann fehlt
den Beurteilungen durch die Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
und
durch Dr.
H._
eine
Auseinandersetzung mit den medizinis
chen
Vorakten
und
insbesondere mit der Beurteilung durch die
Ärzte des
D._
vom 2
6.
Juni 2009 (
vor
stehend E.
3.2
),
wonach
(
zu diesem Zeitpunkt
)
eine
eigenständige psychiatrische Erkrankung nicht
zu
diagnostizieren
war
, und wonach
von einer
dysfunktionalen Beschwerden- oder Schmerzbewältigung vor dem Hintergrund multipler psycho
sozialer Belastungsfaktoren und fehlender Ressourcen
auszugehen war.
Sodann lässt sich den
erwähnten Beurteilungen durch die behandelnden psychiatrischen Fachärzte keine
nachvollziehbare Beurtei
lung
der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
de
führerin in zumutbaren behinde
rungs
ange
passten Tätigkeiten aus psychischen Gründen
entnehmen.
Auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch
die Ärzte der Klinik Sanatorium
F._
(vorstehend E.
4.2-4.3
) und durch Dr.
H._
(vor
stehend E.
4.4-4.5
) kann deshalb
vorliegend
alleine
nicht abgestellt werden.
6
.
6
.1
Das Gericht
holt
gemäss Rechtsprechung
(BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4)
in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn
es
im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sach
verhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzu
weisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung
der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen
erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
Gemäss
§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Soz
ialversi
che
rungsgericht (
GSVGer
) kann das Gericht insbesondere dann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen, wenn mit dem ange
foch
tenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wu
rde.
6
.2
Des Weitern
gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss der Rechtsprechung - wie bereits erwähnt (vor
ste
hend E.
1.3
) - grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden, namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach Mass
gabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (unter Vorbehalt der Fälle, in wel
chen davon aus Grün
den der Verhältnismässigkeit abgesehen werden kann; vgl. vorstehend E.
1.5
). Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen defi
niert
systema
tisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung von leistungs
hin
dern
den
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensations
poten
tia
len (Res
sourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1
; vgl. vorstehend E. 1.4
). Entscheidend ist da
bei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Lei
dens, ob es ge
lingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich releva
nten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die ver
sicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017 E. 5.1).
6.3
Nach Gesagtem erweist sich der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Rest
arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in psychi
atri
scher Hinsicht
als ungenü
gend abgeklärt,
weshalb die vorhan
denen medizini
schen Akten zu ergänzen sind.
Die
Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen, damit sie - nach Vervollständigung der Akten sowie Einholung allfälli
ger weiterer wesentli
cher
Entscheidgrundlagen
- die
Frage nach einer in revisionsrechtlicher Hinsicht erheblichen gesundheitli
chen Veränderung
neu beurteile und anschliessend über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
Da auf Grund der vorliegenden medizinischen Akten nicht zweifelsfrei auszu
schliessen ist, dass die Be
schwerdeführerin allenfalls unter einem psychischen Leiden von Krankheitswert leidet und deswegen in ihrer Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt wird,
wird die Beschwerdegegnerin
daher
sinnvoller
weise eine
psychia
trische
Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlassen und dabei die begut
ach
tende Stelle mit der Bemessung des Leistungsvermögens in psychiatrischer Hinsicht anhand der einschlägigen Indikatoren beauftragen.
Falls diese ergänzen
de
n
Sachverhaltsabklärung
en
ergeben sollte
n
, dass die Beschwerdeführerin nicht lediglich unter
eine
r
leicht
gradige
n
psychische
n
Störung ohne
Chronifi
zierung
und ohne Komorbiditäten
leiden sollte
(vgl. vorstehend E.
1.5
)
, wird
sie
das
psy
chische Leiden der Beschwer
de
führerin
zudem
einem strukturieren Beweisver
fahren nach BGE 141 V 281
(vorstehend E.
1.4
)
unter
ziehen
.
Demzufolge ist die Beschwerde in genanntem Sinne gutzuheissen.
7
.
7
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens
(Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer
Partei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (§ 8 Abs. 1 der Verord
n
ung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungs
gericht,
GebV
SVGer
).
7
.3
Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdeführerin
Anspruch auf
eine Pro
zessent
schä
di
gung, welche in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
,
der Schwie
rig
keit des Prozesses sowie eines gerichtsüblichen Stundenansat
zes von Fr.
185
.--
(zuzügl
ich Mehr
wertsteuer) auf Fr.
1’800
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwert
steuer) festzu
setzen ist.