Decision ID: 3615a358-af3a-59df-9de0-8ab510d323d7
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Gemäss den Auszügen des Kantonsblattes C._ (im Folgenden:
C._) vom 4. August und 10. September 2011 schrieben die
B._ (im Folgenden: B._), das D._ sowie das
E._ im Rahmen der Neuorganisation des Spitalwesens die obliga-
torische Unfallversicherung aus (Beschwerdebeilage [im Folgenden: BB]
1). An dieser Submission haben sich die Schweizerische Unfallversiche-
rungsanstalt (im Folgenden: Suva oder Vorinstanz) und Privatversiche-
rungsunternehmen beteiligt (BB 2). Mit Verfügungen vom 14. November
2011 wurde die Suva von der Ausschreibung ausgeschlossen und der
Zuschlag der A._ (im Folgenden: A._ oder Beschwerdefüh-
rerin) erteilt (BB 3). Gegen beide Verfügungen resp. die öffentliche Aus-
schreibung erhob die Suva Rekurs beim Appellationsgericht C._;
dieses Verfahren ist derzeit sistiert (BB 4 und 8).
B.
Am 24. November 2011 erliess die Suva eine Verfügung, mit welcher sie
die B._ zwangsweise der Versicherungspflicht unterstellte. Zu-
sammenfassend führte sie zur Begründung dieses Entscheids aus, eine
blosse organisatorische Umwandlung der B._ von einer Dienst-
stelle in eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons C._ löse
keinesfalls eine Berechtigung aus, den Unfallversicherer neu zu wählen;
in Ermangelung eines bestehenden Wahlrechts sei das Personal weiter-
hin bei der Suva unfallversichert (BB 5). Hiergegen liessen die
A._, vertreten durch PD Dr. Pascal Grolimund, am 21. Dezember
und die B._ am 23. Dezember 2011 Einsprache erheben (BB 6
und 7).
C.
Mit Entscheid vom 27. Juli 2012 trat die Suva auf die Einsprache der
A._ nicht ein (BB 6). Zur Begründung führte sie zusammengefasst
aus, die A._ könne – selbst bei Vorliegen eines Wahlrechts der
Kliniken – keinen Vertragsabschluss erzwingen und sei damit nur mittel-
bar in ihrer eigenen Rechtsstellung betroffen. Dabei sei auch zu berück-
sichtigen, dass selbst der Zuschlag im Ausschreibungs- und Vergabever-
fahren keinen Anspruch des Anbieters auf Vertragsabschluss begründe.
Die A._ sei daher nicht zur Einsprache legitimiert. Auf Antrag der
B._ in deren Einsprache vom 23. Dezember 2011 sei die
A._ zu jenem Verfahren beigeladen worden. Mit der Beiladung
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bekräftige die Suva aus Billigkeitsüberlegungen den Willen, der eigentli-
chen Streitfrage unter dem Lichte der Verfahrensökonomie materiell zu
begegnen; die A._ habe vom Recht zur Stellungnahme als Beige-
ladene mit Eingabe vom 4. Juni 2012 Gebrauch gemacht.
D.
Mit einem weiteren Entscheid vom 27. Juli 2012 wurde die Einsprache
der B._ vom 23. Dezember 2011 abgewiesen (BB 7). Gegen den
Nichteintretensentscheid der Suva vom 27. Juli 2012 liess die A._
durch ihren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe
vom 12. September 2012 Beschwerde erheben und beantragen, dieser
Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1 der Rechtsbegehren) und die Verfügung
der Suva vom 24. November 2011 in Sachen Unterstellung/Neueinreih-
ung der B._ ab 1. Januar 2012 sei aufzuheben (Ziff. 2 der Rechts-
begehren; Akten im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1 und
5).
Zur Begründung wurde zusammengefasst ausgeführt, als Adressatin des
Einspracheentscheids sei die Beschwerdeführerin zur Beschwerde legi-
timiert. Sie sei durch den Nichteintretensentscheid beschwert. Ihre paral-
lele Beschwerde als Beigeladene gegen den Einspracheentscheid gegen
die B._ vermöge daran nichts zu ändern. Zum einen erschienen
nach heutiger Praxis und Lehre zentrale Aspekte der Verfahrensstellung
einer Beigeladenen offen. Namentlich sei unklar, ob der Beigeladenen
das Beschwerderecht erhalten bleibe, falls die Hauptpartei im Laufe des
(weiteren) Verfahrens auf die eigene Beschwerdeführung verzichte. In-
soweit bestehe – im Parallelverfahren – gegebenenfalls eine gewisse Ab-
hängigkeit der A._ von der Verfahrensführung der B._, was
im Vergleich zur Beschwerdeführung als Hauptpartei ein Minus darstelle.
Zum anderen erfolge die Beiladung der Suva im Parallelverfahren ledig-
lich "unpräjudiziell", d.h. unverbindlich, wobei diese die Tragweite dieser
Einschränkung offengelassen habe. Es mache jedoch den Anschein, als
habe sich die Suva die Möglichkeit vorbehalten wollen, auf die Beiladung
der A._ zurückzukommen. Auch aus diesem Grund erscheine es
für diese bedeutsam, dass ihre Stellung als selbstständige Hauptpartei
anerkannt sei.
Betreffend die beantragte Aufhebung des Nichteintretensentscheids wur-
de geltend gemacht, die Vorinstanz liege in mehrfacher Hinsicht falsch.
Zunächst werde übersehen, dass die A._ in casu nicht nur den
Zuschlag erhalten, sondern die B._ darüber hinaus den Versiche-
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rungsantrag unterzeichnet hätten. Der Antrag sei einzig unter den Vorbe-
halt einer rechtskräftigen Zwangsunterstellung gestellt worden. Im Übri-
gen blieben die B._ bis zum Abschluss des hängigen Verfahrens
gebunden. Folgerichtig könne die A._ den Vertragsschluss er-
zwingen, womit selbst nach Massgabe der Suva die Legitimation der Be-
schwerdeführerin erstellt sei. Die Legitimation könne im Übrigen nicht von
der Möglichkeit abhängen, den Vertragsschluss erzwingen zu können,
setze Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allge-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) doch nur
ein tatsächliches Interesse an der Einsprache voraus. Voraussetzung sei
nicht, dass in eine bestehende Rechtsposition eingegriffen werde. Die
Eingrenzung der Legitimation des Dritten erfolge vielmehr über das Krite-
rium der besonderen Beziehungsnähe. Der Einsprache führende private
Versicherer habe stärker betroffen zu sein als die anderen nach Art. 68
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981
(UVG; SR 832.20) registrierten Versicherer. Die besondere Beziehungs-
nähe könne sich sowohl aus rechtlichen als auch aus tatsächlichen
Gründen ergeben. Es gebe keinen Versicherer, der in casu vergleichbar
betroffen wäre wie die Beschwerdeführerin. So treffe es insbesondere
nicht zu, dass die B._ trotz Zuschlags an die A._ in der
Wahl des Versicherers weiterhin völlig frei wären. Namentlich würde das
Beschaffungsrecht den B._ verbieten, an der Gewinnerin der Aus-
schreibung vorbei einfach mit einem dritten Versicherer abzuschliessen.
Ansonsten würde das Submissionsrecht ad absurdum geführt. Für den
Abbruch eines Submissionsverfahrens bedürfe es eines wichtigen Grun-
des. Ganz abgesehen davon seien die B._ verpflichtet, ihr Perso-
nal einer obligatorischen Unfallversicherung zuzuführen. Aus all diesen
Gründen werde deutlich, dass die A._ von der Unterstellungsver-
fügung besonders berührt werde. Entsprechend sei ihre Parteistellung im
Sinne von Art. 59 ATSG zu bejahen.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 24. September 2012 wurde die Beschwerde-
führerin – unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die
Beschwerde) – aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- in der
Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B-act. 2 und 3);
dieser Aufforderung wurde nachgekommen (B-act. 4).
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 10. Januar 2013 beantragte die Suva, auf
die Beschwerde vom 12. September 2012 sei nicht einzutreten; eventuell
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sie diese Beschwerde – soweit darauf einzutreten sei – abzuweisen und
der (an die A._ gerichtete) Einspracheentscheid vom 27. Juli 2012
zu bestätigen (B-act. 9).
Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, Streitgegenstand des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 27. Juli 2012 sei ausschliess-
lich die Frage, ob auf die Einsprache der A._ einzutreten sei oder
nicht. Diese sei nur dann beschwerdebefugt, wenn sie unter anderem an
der Aufhebung des vorinstanzlichen Nichteintretensentscheids ein
schutzwürdiges Interesse habe (Art. 59 ATSG). Ein solches sei nicht er-
sichtlich, weil die A._ am Einspracheverfahren, welches von den
B._ mit Einsprache vom 23. Dezember 2011 eingeleitet worden
sei, als Beigeladene habe mitwirken können und als solche beim Bun-
desverwaltungsgericht auch eine eigene Beschwerde gegen den abwei-
senden Einspracheentscheid vom 27. Juli 2012 (Verfahren C-[...]/2012)
erhoben habe. Hierzu sei sie legitimiert. Die A._ könne somit ihre
Interessen bereits im Rahmen des hängigen Verfahrens C-[...]/2012 voll-
umfänglich wahren. In diesem Prozess sei sie Beschwerdeführerin und
somit Hauptpartei. Als solche sei sie auch berechtigt, ein zu ihren Un-
gunsten lautendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts beim Bundes-
gericht anzufechten. Somit bestehe kein schutzwürdiges Interesse der
A._, den Nichteintretensentscheid der Suva vom 27. Juli 2012 mit
der Absicht anzufechten, deren Aufhebung zu bewerkstelligen und einen
beschwerdefähigen materiellen Einspracheentscheid zur Frage zu erwir-
ken, ob den B._ ein Wahlrecht nach Art. 98 Abs. 2 UVV zustehe
oder nicht. Diese materiell-rechtliche Frage sei bereits Gegenstand des
von der A._ selber mittels Beschwerde eingeleiteten Prozesses C-
[...]/2012.
G.
Im Rahmen der Replik vom 14. März 2013 liess die Beschwerdeführerin
an den beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest-
halten und weitere Ausführungen machen (B-act. 13).
H.
In ihrer Duplik vom 24. Mai 2013 führte die Vorinstanz insbesondere aus,
mit der Replik der A._ vom 14. März 2013 werde nichts vorge-
bracht, das die Suva zu einer Änderung oder Ergänzung der ausführlich
begründeten Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2013 veranlassen wür-
de (B-act. 17).
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I.
Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Mai 2013 schloss die Instrukti-
onsrichterin den Schriftenwechsel.
J.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien
ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 109 Bst. a UVG in
Verbindung mit Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 (VGG, SR 173.32) für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache
zuständig. Das Verfahren richtet sich grundsätzlich nach dem Bundesge-
setz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR
172.021 [vgl. Art. 37 VGG]). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 Bst. d bis
VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG. Gemäss Art. 1 Abs. 1
UVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Unfallversicherung an-
wendbar, soweit das vorliegende Gesetz nicht ausdrücklich eine Abwei-
chung vom ATSG vorsieht; eine Ausnahme gemäss Art. 1 Abs. 2 UVG ist
vorliegend nicht gegeben.
1.2 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt
werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (einschliess-
lich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe auf einer
unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 Bst. c VwVG).
1.3 Nach Art. 62 Abs. 4 VwVG sind Gerichte gemäss dem Grundsatz der
Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-
gehren der Parteien gebunden.
1.4
1.4.1 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 27. Juli
2012 (BB 6), mit welchem die Vorinstanz auf die Einsprache vom 21. De-
zember 2011 nicht eingetreten ist, da die A._ nicht einsprachelegi-
timiert gewesen sei. Dieser formelle Entscheid beinhaltet keine materielle
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Beurteilung resp. durch diesen wurde die Verfügung vom 24. November
2011 nicht ersetzt (vgl. hierzu BGE 131 V 407 E. 2.1.2). Vielmehr hätte
diese Verfügung – bei Aufhebung des angefochtenen Nichteintretensent-
scheids – weiterhin Bestand, und es könnte gegen diese gemäss Art. 56
Abs. 1 ATSG Einsprache erhoben werden (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.2;
vgl. auch UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf
2009, N. 45 zu Art. 52 ATSG). Unter diesen Umständen kann die Verfü-
gung vom 24. November 2011 nicht Anfechtungsgegenstand des vorlie-
genden Verfahrens bilden, weshalb auf das Rechtsbegehren 2 der Be-
schwerdeführerin, die Verfügung der Suva vom 24. November 2011 sei
aufzuheben, nicht einzutreten ist.
1.4.2 Aufgrund der vorstehenden Erwägung ist demnach im vorliegenden
Verfahren streitig und zu prüfen, ob die Vorinstanz auf die Einsprache der
A._ vom 21. Dezember 2011 (vgl. Art. 52 Abs. 1 ATSG) mangels
Legitimation zu Recht nicht eingetreten ist resp. ob dieser Nichteintre-
tensentscheid vom 27. Juli 2012 aufzuheben ist (Rechtsbegehren 1).
2.
2.1 Laut Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer
vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglich-
keit zur Teilnahme erhalten hat.
2.1.1 Unbestrittenermassen wurde die Beschwerdeführerin von der Suva
mit Schreiben vom 5. April 2012 eingeladen, zur Einsprache des Rechts-
vertreters der B._ vom 23. Dezember 2011 gegen die Verfügung
vom 24. November 2011 Stellung zu nehmen (BB 7 [Originaldokument
nicht in den Akten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens]). In Kenntnis
der vom 4. Juni 2012 datierenden Stellungnahme, worin die A._
an ihren Einsprachen vom 21. Dezember 2011 und den dort formulierten
Anträgen vollumfänglich festgehalten hatte (BB 7 [Originaldokument nicht
in den Akten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens]), erliess die Suva
am 27. Juli 2012 den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid, mit
welchem sie auf die Einsprache vom 21. Dezember 2011 nicht eingetre-
ten ist (BB 6).
2.1.2 Mit Blick auf die Geschehnisse im vorinstanzlichen Verfahren – un-
ter anderem die Aufforderung an die Beschwerdeführerin zur Stellung-
nahme betreffend Einsprache der B._ vom 23. Dezember 2011
und den Erlass des Nichteintretensentscheids vom 27. Juli 2012 – ist oh-
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ne weiteres davon auszugehen, dass die A._ vor der Suva am
Verfahren teilgenommen hat; die Beschwerdelegitimationsvoraussetzung
gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG ist somit erfüllt.
2.2
Weiter ist nachfolgend die Voraussetzung von Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG
zu prüfen.
2.2.1 Nebst der Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren laut Art. 48
Abs. 1 Bst. a VwVG muss die zur Beschwerde berechtigte Partei gemäss
Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG durch die angefochtene Verfügung besonders
berührt sein. Eine solche Betroffenheit liegt vor, wenn diese sich vom In-
teresse der Allgemeinheit klar abhebt (vgl. VERA MARANTELLI-SONANINI/
SAID HUBER in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Pra-
xiskommentar zum VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, N. 12 mit Hinweisen
zu Art. 48 VwVG).
2.2.2 Die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin wird durch den ange-
fochtenen Nichteintretensentscheid vom 27. Juli 2012 direkt beeinträch-
tigt. Es ist aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des
Submissionsverfahrens betreffend die Durchführung der obligatorischen
Unfallversicherung der B._ den Zuschlag erhalten hat und der
entsprechende Antrag vom Direktor der B._ und vom Geschäfts-
führer der F._ am 29. November 2011 unterzeichnet und gleichen-
tags von diesen der A._ übermittelt worden ist (B-act. 13 Beilage
1). Die Beschwerdeführerin als Gewinnerin der Ausschreibung ist durch
die Unterstellungsverfügung der Suva vom 24. November 2011 in beson-
derer Weise und stärker betroffen als andere Versicherer, welche an der
Ausschreibung überhaupt nicht teilgenommen oder den Zuschlag nicht
erhalten haben. Darüber hinaus kann sie aufgrund der vorliegenden Um-
stände im Zusammenhang mit dem Submissionsverfahren eine spezifi-
sche, beachtenswerte und besonders nahe Beziehung zur Streitsache für
sich in Anspruch nehmen (vgl. VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER,
a.a.O., N. 10 mit Hinweisen.
2.2.3 Nach dem Dargelegten ergibt sich, dass auch die Beschwerdelegi-
timationsvoraussetzung von Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG erfüllt ist.
2.3
Nachfolgend ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob die Beschwerde-
führerin gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG ein schutzwürdiges Interesse
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an der Aufhebung des angefochtenen Nichteintretensentscheids vom 27.
Juli 2012 hat.
2.3.1 Die Rechtsprechung betrachtet als schutzwürdiges Interesse im
Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über das Bundesge-
richt vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) –
dessen Wortlaut identisch ist mit dem vorliegend anwendbaren Art. 48
Abs. 1 Bst. c VwVG – jedes praktische oder rechtliche Interesse, welches
eine von einer Verfügung betroffene Person an deren Änderung oder
Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse besteht
somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Beschwerde dem
Verfügungsadressaten verschaffen würde, oder – anders ausgedrückt –
im Umstand, einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder an-
derweitiger Natur zu vermeiden, welchen die angefochtene Verfügung
(resp. Einspracheentscheid) mit sich bringen würde. Das rechtliche oder
auch bloss tatsächliche Interesse braucht somit mit dem Interesse, das
durch die von der Beschwerde führenden Person als verletzt bezeichnete
Norm geschützt wird, nicht übereinzustimmen (vgl. hierzu BGE 138 V 292
E. 3, 133 V 188 E. 4.3.1; SVR 2009 BVG Nr. 27 S. 98 E. 2.2).
2.3.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Interesse nur
dann schutzwürdig, wenn der Beschwerdeführer noch im Zeitpunkt der
Urteilsfällung ein aktuelles praktisches Interesse an der Aufhebung oder
Änderung des angefochtenen Entscheides hat. Fehlt ein solches Interes-
se bereits bei Erhebung der Beschwerde, führt das zu einem Nichteintre-
ten. Fällt das schutzwürdige Interesse an einer Beschwerde im Laufe des
Verfahrens dahin, so wird die Sache als erledigt erklärt. Das Bundesge-
richt verzichtet ausnahmsweise auf das Erfordernis des aktuellen Interes-
ses, wenn sich die aufgeworfenen Fragen unter gleichen oder ähnlichen
Umständen jederzeit wieder stellen können, eine rechtzeitige Überprü-
fung im Einzelfall kaum je möglich wäre und die Beantwortung wegen de-
ren grundsätzlichen Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt (vgl. BGE
135 I 79 E. 1.1, 133 II 81 E. 3, 131 II 670 E. 1.2, 128 II 34 E. 1b).
2.3.3 Vorliegend richtet sich die Beschwerde gegen den Entscheid vom
27. Juli 2012, mit welchem die Suva auf die Einsprache der Beschwerde-
führerin vom 21. Dezember 2011 (betreffend die B._) gegen die
Verfügung der Suva vom 24. November 2011 nicht eingetreten war. Bei
dieser Verfügung handelt es sich in Sachen Unterstellung/Neueinreihung
der B._ um dieselbe wie im Verfahren C-[...]/2012. Ebenfalls am
27. Juli 2012 erliess die Suva einen weiteren Einspracheentscheid, mit
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Seite 10
welchem die Einsprache der B._ gegen die Verfügung vom 24.
November 2011 abgewiesen und im Rahmen dessen die Beschwerdefüh-
rerin im Einspracheverfahren beigeladen worden war. Mit Blick auf diese
Vorgehensweise der Vorinstanz ist nicht nachvollziehbar, weshalb sie im
selben Verwaltungsverfahren einerseits die Beschwerdeführerin beigela-
den hatte, was zum Beschwerdeverfahren C-[...]/2012 geführt hat, und
andererseits auf die Einsprache der A._ vom 21. Dezember 2011
mangels Einsprachelegitimation nicht eingetreten war, was das vorlie-
gende Beschwerdeverfahren zur Folge gehabt hat. Die Beschwerdeführe-
rin liess beide Beschwerden, welche zu den Verfahren C-4787/2012 und
C-[...]/2012 geführt hatten, am selben Tag (12. September 2012) einrei-
chen.
2.3.4 Da die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren C-[...]/
2012 volle Parteirechte (vgl. E. 1.4 ff. des entsprechenden Urteils) aus-
üben kann, von der Vorinstanz bereits im Verwaltungsverfahren beigela-
den wurde und letzterem derselbe Sachverhalt zugrunde lag, ist das
schützenswerte Interesse an der Beschwerdeerhebung bereits im Zeit-
punkt der Einreichung der Beschwerde im vorliegenden Verfahren
C-4787/2012 zu verneinen. Daraus folgt, dass die Beschwerdelegitimati-
onsvoraussetzung gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG nicht erfüllt ist,
weshalb auf die Beschwerde vom 12. September 2012 gegen den Nicht-
eintretensentscheid der Suva vom 27. Juli 2012 nicht einzutreten ist.
3.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
3.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem
Bundesverwaltungsgericht kostenpflichtig und werden die Verfahrenskos-
ten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Im Hinblick auf die
Verfahrensführung der Vorinstanz ist auf die Erhebung von Verfahrens-
kosten für das Beschwerdeverfahren ausnahmsweise zu verzichten. Der
Beschwerdeführerin ist der von ihr geleistete Verfahrenskostenvorschuss
in der Höhe von Fr. 2'000.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden
Nichteintretensentscheids auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zu-
rückzuerstatten.
3.2 Der Beschwerdeführerin ist aufgrund des Verfahrensausgangs keine
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7
C-4787/2012
Seite 11
Abs. 1 VGKE e contrario). Die Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch
auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).