Decision ID: aa505941-2800-4547-9d12-223144751525
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 3. April 2019 (EE180055-G)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 1 S. 2-4): " 1. Es sei festzustellen, dass die Parteien zum Getrenntleben be-
rechtigt sind, und es sei ihnen die Aufhebung des gemeinsamen ehelichen Haushalts auf unbestimmte Zeit zu bewilligen.
2. Die eheliche Wohnung an der D._-strasse ... in ... E._ sei samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens der GSin zur alleinigen Benützung zuzuweisen.
3. Der GG sei zu verpflichten, die eheliche Wohnung bis spätestens 1. Oktober 2018 zu verlassen.
4. Der gemeinsame Sohn, F._, geb. tt. mm. 2010, sei für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige elterliche Obhut der GSin zu stellen.
5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Parteien über das dem GG zustehende Besuchsrecht untereinander einigen. Kommt keine Einigung zustande, sei der GG berechtigt zu , den Sohn F._ auf eigene Kosten wie folgt zu :
- an jedem Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;
- jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr;
- in Jahren mit gerader Jahreszahl von Karfreitag, 10.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, und in Jahren mit ungerader  von Pfingstsamstag, 10.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr.
Ferner sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn jährlich  den Schulferien für die Dauer von 2 Wochen pro Jahr auf  Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung der Ferien mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so sei dem GG in Jahren mit gerader  und der GSin in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien .
6. Der GG sei für die Dauer des Getrenntlebens zu verpflichten, der GSin auf den Ersten eines jeden Monats angemessene Beiträge an den Unterhalt des Kindes zu bezahlen. Die Beiträge (exkl. Familienzulagen) seien jedoch mindestens in der folgenden Höhe festzusetzen: - CHF 4'300.00 ab Aufhebung des gemeinsamen Haushalts bis
31. Juli 2020 (davon CHF 481.00 als Barunterhalt, CHF 3'153.00 als Betreuungsunterhalt und CHF 666.00 Anspruch aus );
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- CHF 4'460.00 ab 1. August 2020 bis 31. Juli 2026 (davon CHF 681.00 als Barunterhalt, CHF 3'154.00 als  und CHF 625.00 Anspruch aus Überschuss);
- CHF 1'306.00 ab 1. August 2026 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der GSin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem GG stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet (davon CHF 681.00 als Barunterhalt und CHF 625.00 Anspruch aus Überschuss).
7. Es sei der GG zu verpflichten, bei ausserordentlichen  (mehr als CHF 300.- pro Ausgabeposition, z.B. , Kosten für schulische Förderungsmassnahmen, etc.) nach vorgängiger Einigung über die ausserordentliche Ausgabe die Hälfte der Kosten der GSin zu übernehmen. Kommt keine  zustande, so sei die gerichtliche Geltendmachung der  vorzubehalten.
8. Der GG sei zu verpflichten, der GSin persönlich ab Aufhebung des gemeinsamen Haushalts monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines Monats angemessene Unterhaltsbeiträge, jedoch mindestens CHF 1'330.00 pro Monat, zu bezahlen.
9. Der GG sei gestützt auf Art. 160 Abs. 1 lit. b ZPO zu verpflichten, der GSin Auskunft über sein Einkommen, Vermögen und seine Schulden insbesondere im Zusammenhang mit den  durch Vorlage aller entsprechenden Dokumente zu erteilen.
10. Der GG sei zu verpflichten, der GSin einen  in Höhe von CHF 4'000.00 zu bezahlen. Eventualiter sei der GSin die unentgeltliche Rechtspflege zu  und es sei ihr der unterzeichnete Rechtsanwalt als  Rechtsvertreter beizuordnen.
11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten des GG."
des Gesuchsgegners (Urk. 26 S. 2 i.V.m. Urk. 61 S. 8 f.): 1. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 25. Juli 2018 ge-
trennt leben. 2. Die eheliche Wohnung an der D._-strasse ... in ... E._
sei samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zuzuweisen.
3. Die Gesuchstellerin sei anzuweisen, therapeutische  in Anspruch zu nehmen. Die Gesuchstellerin sei weiter , die zuständigen Fachpersonen (Therapeut und ) von der Schweigepflicht zu entbinden.
4. Der gemeinsame Sohn, F._, geb. tt. mm. 2010, sei in einer ersten Phase, bis sich ein nachhaltiger Therapieerfolg bei der
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Gesuchstellerin eingestellt hat, unter die alleinige Obhut des  zu stellen.
5. Der Gesuchstellerin sei es erlaubt, dreimal wöchentlich am  vom Frühstück bis zum Schulbeginn und am Abend, ab Schulende (...) bis zum Bettgehen von F._ in der  des Gesuchsgegners an der Betreuung von F._ aktiv teilzunehmen. Zudem soll die Gesuchstellerin F._  jeden zweiten Mittwochnachmittag sowie jeden zweiten Sonntagnachmittag in Begleitung des Gesuchsgegners oder einer anderen Person betreuen dürfen.
6. Es sei eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB einzurichten.
7. Die Parteien seien zu verpflichten, gemeinsam für den Unterhalt und die Erziehung des gemeinsamen Sohnes, F._, geb. tt. mm. 2010 aufzukommen. Dabei übernehmen die Parteien  Kosten für das Kind, die während der Zeit anfallen, die F._ beim betreuenden Elternteil verbringt jeweils selber ( Verpflegung, Anteile Miete, Alltagsbekleidung etc.). Regelmässig anfallende Kinderkosten wie Krankenkasse, , Sport- und Musikkosten, Freizeitkurse,  und -ausrüstung, ausserschulische Betreuung wie , Schulkosten, Kosten für den öffentlichen Verkehr, Handy, Taschengeld etc. werden von den Parteien je zur Hälfte .
8. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen Unterhalt schulden.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der Gesuchstellerin.
der Kinderprozessbeiständin (Urk. 64 S. 2-4): " 1. Es sei F._, geb. tt. mm. 2010, unter die alleinige elterliche
Obhut des Kindsvaters zu stellen. 2. Es sei der Kindsmutter ein angemessenes Besuchsrecht einzu-
räumen. 3. Es sei der Kindsmutter vorläufig das Recht einzuräumen, F._
in geraden Wochen am Montag-Abend von 1800 Uhr bis 2000 Uhr und am Mittwoch-Nachmittag von 1200 Uhr bis 2000 Uhr  in ungeraden Wochen am Montag- und Dienstag-Abend von 1800 Uhr bis 2000 Uhr und von Freitag-Abend 1800 Uhr bis Sonntag-Abend 1800 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
4. Ab Installation der sozialpädagogischen Familienbegleitung und Aufnahme einer psychotherapeutischen Begleitung für die Kindsmutter sei der Kindsmutter sodann das Recht einzuräumen, F._ wie folgt zu betreuen:
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- Wöchentlich von Montag-Abend, 1800 Uhr bis Dienstag-Morgen, Schulbeginn, Dienstag-Abend, 1800 Uhr bis Mittwoch-Morgen Schulbeginn, sowie in geraden Wochen am  von 1200 Uhr bis 2000 Uhr und in ungeraden  von Freitag-Abend, 1800 Uhr, bis Montag-Morgen .
- Im gerichtsüblichen Umfang alternierend an den Feiertagen. - Während 5 Wochen Ferien pro Jahr unter 3monatiger vorheriger
Absprache mit dem Kindsvater. 5. Es sei den Kindseltern gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB die Wei-
sung zu erteilen, F._ weiterhin am Montag, Dienstag,  und Freitag über Mittag und nach Schulschluss bis 1800 Uhr durch den Schülerhort der Schule E._, G._,  zu lassen. Ferner sei ihnen die Weisung zu erteilen, alles zu unterlassen, was die Beziehung von F._ zum anderen  erschwert oder behindert oder seinen Loyalitätskonflikt verstärken könnte, insbesondere jegliche Streitgespräche in  von F._ zu unterlassen sowie mit ihm über den  der elterlichen Konfliktthemen zu reden und ihn so darin mit einzubeziehen. Zudem sei den Kindseltern die Weisung zu , den nächstmöglichen Kurs der Kinder- und Jugendzentren des Kantons Zürich (kjz) zum Thema „Eltern bleiben - Mein Kind im Zentrum" zu absolvieren.
6. Es sei der Kindsmutter gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB die  zu erteilen, sich psychotherapeutisch begleiten zu lassen und den Therapeuten sowie den eingesetzten  gegenseitig vom Berufs-/Amtsgeheimnis zu entbinden.
7. Es sei eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB anzuordnen und dem Beistand den Auftrag zu erteilen, die Kindseltern bei der Umsetzung der Betreuungsregelung zu  und diese zu überwachen, wenn nötig zwischen den  zu vermitteln und bei Bedarf die Modalitäten des  festzulegen.
8. Es sei eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB anzuordnen und dem Beistand folgende Aufträge zu : - die Eltern in der Erziehung und Betreuung von F._ zu bera-
ten und zu unterstützen, - die persönliche und schulische Entwicklung von F._ zu be-
gleiten und zu überwachen und diesbezüglich mit den  Fachpersonen in Kontakt und Austausch zu stehen und die allfällig notwendigen Massnahmen zugunsten der Entwicklung von F._ einzuleiten,
- eine psychotherapeutische Begleitung für F._ bei einer  Fachperson zu installieren und zu überwachen,
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- eine sozialpädagogische Familienbegleitung mit dem Auftrag, mit den Eltern adäquate und gewaltfreie Erziehungsmethoden zu erarbeiten und umzusetzen sowie die Eltern beim Erkennen der altersadäquaten Bedürfnisse von F._ und der  zu unterstützen, zu installieren und zu überwachen sowie für deren Finanzierung besorgt zu sein, und
- die den Kindseltern auferlegten Weisungen zu überwachen."
Verfügung und Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 3. April 2019:
(Urk. 76 S. 7 ff.; Urk. 88 S. 55 ff. = Urk. 92 S. 55 ff.)
1. Den Parteien wird das Getrenntleben auf unbestimmte Dauer bewilligt. Auf das Ersuchen, es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 25. Juli 2018 getrennt leben, wird nicht eingetreten.
2. Der gemeinsame Sohn der Parteien, F._, geboren am tt. mm. 2010, wird für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut des  gestellt.
3. Die Gesuchstellerin und der Sohn der Parteien haben vorläufig gegenseitig folgenden Anspruch auf persönlichen Verkehr:
a) In geraden Wochen von Montag 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr und am  von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr, sowie
b) In ungeraden Wochen jeweils am Montag und Dienstag von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr und von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr.
Ab Installation der sozialpädagogischen Familienbegleitung und Aufnahme einer psychotherapeutischen Begleitung für die Gesuchstellerin haben die Gesuchstellerin und der Sohn der Parteien gegenseitig folgenden Anspruch auf persönlichen Verkehr:
a) Wöchentlich von Montag 18.00 Uhr bis Dienstag Schulbeginn,  18.00 Uhr bis Mittwoch Schulbeginn, sowie in geraden Wochen am Mittwoch von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr und in ungeraden Wochen von Freitag 18.00 Uhr bis Montag Schulbeginn;
b) In Jahren mit ungerader Jahreszahl von Weihnachten bis und mit  (d.h. bis und mit 3. Januar des Folgejahres). In Jahren mit gerader Jahreszahl an Ostern und Pfingsten. Die Osterbesuche beginnen am Gründonnerstag 18.00 Uhr und dauern bis Ostermontag 17.30 Uhr; die Besuche über Pfingsten dauern von Freitag vor Pfingsten 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 17.30 Uhr;
c) Während 5 Wochen Ferien pro Jahr. Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien rechtzeitig ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Gesuchsgegner in Jahren mit ungerader Jahreszahl das
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Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung zu; in Jahren mit gerader Jahreszahl der Gesuchstellerin.
d) Die Kosten für die Ausübung des Besuchsrechts gehen zu Lasten der Gesuchstellerin.
4. Den Kindseltern wird die Weisung erteilt,
a) den Sohn F._ weiterhin am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag über Mittag und nach Schulschluss bis 18.00 Uhr durch den Schülerhort der Schule E._, G._, betreuen zu lassen.
b) alles zu unterlassen, was die Beziehung von F._ zum anderen Elternteil erschwert oder behindert oder seinen Loyalitätskonflikt  könnte, insbesondere jegliche Streitgespräche in Gegenwart von F._ zu unterlassen sowie mit ihm über den Inhalt der  Konfliktthemen zu reden und ihn so darin mit einzubeziehen.
c) den nächstmöglichen Kurs der Kinder- und Jugendzentren des  Zürich (kjz) zum Thema „Eltern bleiben - Mein Kind im Zentrum" zu absolvieren.
5. Der Gesuchstellerin wird die Weisung erteilt, sich psychotherapeutisch  zu lassen und den Therapeuten sowie den eingesetzten  gegenseitig vom Berufs-/Amtsgeheimnis zu entbinden.
6. Für den Sohn der Parteien, F._, wird eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Dem Beistand bzw. der Beiständin  die Aufgaben übertragen, die Kindseltern bei der Umsetzung der  zu unterstützen und diese zu überwachen, wenn nötig zwischen den Beteiligten zu vermitteln und bei Bedarf die Modalitäten des Betreuungsrechts festzulegen.
7. Für den Sohn der Parteien, F._, wird eine Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB errichtet. Dem Beistand bzw. der Beiständin werden die folgenden Aufgaben übertragen:
a) Die Eltern in der Erziehung und Betreuung von F._ zu beraten und zu unterstützen,
b) die persönliche und schulische Entwicklung von F._ zu begleiten und zu überwachen und diesbezüglich mit den involvierten  in Kontakt und Austausch zu stehen und die allfällig notwendigen Massnahmen zugunsten der Entwicklung von F._ einzuleiten,
c) eine psychotherapeutische Begleitung für F._ bei einer geeigneten Fachperson zu installieren und zu überwachen,
d) eine sozialpädagogische Familienbegleitung mit dem Auftrag, mit den Eltern adäquate und gewaltfreie Erziehungsmethoden zu erarbeiten und umzusetzen sowie die Eltern beim Erkennen der altersadäquaten Bedürfnisse von F._ und der Alltagsgestaltung zu unterstützen, zu
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installieren und zu überwachen sowie für deren Finanzierung besorgt zu sein, und
e) die den Kindseltern auferlegten Weisungen zu überwachen.
8. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Meilen wird , den oder die Beistände im Sinne der vorstehenden Dispositivziffer 6 und 7 zu ernennen und die Anordnungen zu vollziehen.
9. Die bisherige eheliche Wohnung der Parteien an der D._-strasse ... in E._ wird samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner und dem Sohn F._ zur alleinigen Benützung .
10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönliche  Unterhaltsbeiträge von CHF 2'310.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 21. Januar 2019.
11. Diesem Entscheid liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Parteien zu Grunde:
Bedarf pro Monat und Phase: - Gesuchstellerin: CHF 3'888.– - Gesuchsgegner: CHF 3'755.– - F._ (Barbedarf): CHF 681.–
Einkommen netto pro Monat (inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat) und Phase: - Gesuchstellerin: CHF 1'580.– - Gesuchsgegner: CHF 9'889.– - F._: CHF 200.– (Kinderzulage) Vermögen: - Gesuchstellerin: CHF 62'000.– + AUD 34'000.– - Gesuchsgegner: CHF 1'400'000.– (Liegenschaften)
12. Rechtsbegehren Ziff. 9 der Gesuchstellerin wird als gegenstandslos  abgeschrieben. Alle weiteren oder von vorgehenden Anordnungen abweichenden bzw.  hinausgehenden Anträge werden abgewiesen.
13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: CHF 7'500.00 ; die weiteren Kosten betragen
CHF 5'053.40 Entschädigung Kinderbeiständin
CHF 12'553.40 Kosten total.
14. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
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15. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
16. Rechtsanwältin lic. iur. Z._ wird für ihre Aufwendungen und Auslagen als Beiständin des Kindes F._ mit CHF 5'053.40 (7,7% MwSt in diesem Betrag eingeschlossen) aus der Gerichtskasse entschädigt.
17. [Schriftliche Mitteilung]
18. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, ohne Stillstand; gegen die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen: Beschwerde, Frist 10 Tage, ohne Stillstand]
Berufungsanträge des Gesuchsgegners und Berufungsklägers: (Urk. 91 S. 2)
"1. Dispositiv-Ziffer 10 und 11 des Urteils vom 03. April 2019 des  Meilen, Einzelgericht im summarischen Verfahren (Geschäfts-Nr.: EE180055) seien aufzuheben und es sei , dass der Berufungskläger der Berufungsbeklagten keinen Unterhalt schuldet.
2. Dispositiv-Ziffer 14 und 15 des Urteils vom 03. April 2019 des  Meilen, Einzelgericht im summarischen Verfahren (Geschäfts-Nr.: EE180055) seien aufzuheben und die  sei zu verpflichten, die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 12'553.40 zu übernehmen sowie dem Berufungskläger eine angemessene Parteientschädigung von CHF 5'654.25 inkl.  und MwSt. zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der Berufungsbeklagten."

Erwägungen:
I.
1. Die Gesuchstellerin und der Gesuchsgegner sind seit dem tt. Juni 2009
verheiratet (Urk. 3/2 S. 1). Aus ihrer Ehe ging der Sohn F._, geboren am tt.
mm. 2010, hervor (Urk. 3/2 S. 4).
2. Mit Eingabe vom 13. September 2018 machte die Gesuchstellerin bei
der Vorinstanz ein Eheschutzverfahren mit den obgenannten Rechtsbegehren
anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf vor Vorinstanz kann dem erstin-
stanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 92 E. I). Am 3. April 2019 erliess die
Vorinstanz die eingangs wiedergegebenen Entscheide (Verfügung und Urteil, un-
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begründete Fassung, Urk. 76). Nachdem der Gesuchsgegner rechtzeitig (vgl.
Urk. 79/1) um eine Begründung des Urteils ersucht hatte (Urk. 77), wurde den
Parteien am 3. Juli 2019 die begründete Fassung der Entscheide zugestellt
(Urk. 88; Urk. 89/1-2; Urk. 90/1).
3.1 Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsgegner mit Einga-
be vom 12. Juli 2019 rechtzeitig (vgl. Urk. 90/1) Berufung mit den vorne zitierten
Anträgen (Urk. 91). Der vom Gesuchsgegner einverlangte Kostenvorschuss von
Fr. 3'000.– wurde fristgerecht geleistet (Urk. 96; Urk. 97).
3.2 Mit Verfügung vom 15. Oktober 2019 wurde der Gesuchstellerin eine
Frist von 10 Tagen angesetzt, um die Berufung zu beantworten (Urk. 102). Diese
Verfügung wurde der Gesuchstellerin am 16. Oktober 2019 zugestellt (Urk. 102).
Die Berufungsantwortfrist lief demnach – unter Berücksichtigung des Wochenen-
des – am 28. Oktober 2019 ab (Art. 142 ZPO). Die Berufungsantwort ging hierorts
erst am 30. Oktober 2019 ein (vgl. Urk. 103). Das Datum des Poststempels auf
dem Briefumschlag ist unleserlich (Briefumschlag von Urk. 103-105/1-2); die Ge-
suchstellerin behauptet jedoch unter Verweis auf die beigelegte Zeugenerklärung,
mit ihrer Eingabe die angesetzte Frist gewahrt zu haben (Urk. 103 S. 2;
Urk. 105/1). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2019 wurde dem Gesuchsgegner
Frist angesetzt, um zur Rechtzeitigkeit der Berufungsantwort Stellung zu nehmen
(Urk. 106). Die innert erstreckter Frist (vgl. Urk. 107) eingereichte Stellungnahme
des Gesuchsgegners, in welcher er die Rechtzeitigkeit der Berufungsantwort be-
stritt, datiert vom 27. November 2019 (Urk. 108) und wurde der Gesuchstellerin
mit Verfügung vom 2. Dezember 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 111).
Die Gesuchstellerin liess sich dazu nicht mehr vernehmen.
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post übergeben werden
(Art. 143 Abs. 1 ZPO). Der Einwurf in einen Briefkasten der Schweizerischen Post
am letzten Tag genügt, auch wenn der Einwurf nach der letzten Leerung erfolgt
(ZR 107 [2008] Nr. 1; KUKO-Hoffmann-Nowotny, Art. 143 N 7). Die Einhaltung
bzw. Nichteinhaltung von Fristen ist von Amtes wegen zu beachten (BK ZPO-Frei,
Art. 143 N 3). Wer eine fristgebundene Prozesshandlung ausüben muss, trägt die
Beweislast für die fristgerechte Ausübung (BK ZPO-Frei, Art. 143 N 23 m.w.H.).
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In der eingereichten Zeugenerklärung vom 28. Oktober 2019 bestätigen die
Zeuginnen H._ und I._ mit ihren Unterschriften, dass der Rechtsvertre-
ter der Gesuchstellerin, Rechtsanwalt lic. iur. Y._, die fragliche Eingabe an
das hiesige Gericht am 28. Oktober 2019 um 19.15 Uhr in den Briefeinwurf der
Post am J._-rain ... in ... K._ eingeworfen habe (Urk. 105/1). Die Zeu-
generklärung ist computergeschrieben, wobei lediglich die Zeitangabe hand-
schriftlich eingefügt wurde. Wie der Gesuchsgegner zu Recht vorbringt (vgl.
Urk. 108 S. 3 ff.), wirft der Umstand, dass die Zeuginnen nicht auf dem Briefum-
schlag, sondern auf einem vorgefertigten Schriftsatz unterzeichnet haben, Fragen
auf. Insbesondere bleibt unklar, ob sich die beiden Zeuginnen zusammen mit
Rechtanwalt lic. iur. Y._ zum Briefkasten begeben haben und ob sie anläss-
lich des Briefeinwurfs auch tatsächlich anwesend waren, wurden die handschriftli-
che Zeitangabe und die Unterschriften doch offensichtlich mindestens einige Mi-
nuten vor dem Briefeinwurf angebracht (so auch der Gesuchsgegner in Urk. 108
S. 3). Mangels entsprechender Ausführungen der Gesuchstellerin ist zu den Um-
ständen des Briefeinwurfs nichts Näheres bekannt. Auch die Zeuginnen äussern
sich in ihrer schriftlichen Bestätigung in keiner Weise dazu, was genau sie beo-
bachtet bzw. wahrgenommen haben. Unklar bleibt zudem, wer die Zeuginnen
sind und in welcher Beziehung sie zum Rechtsvertreter der Gesuchstellerin ste-
hen. Auch der Umstand, dass zum Zeitpunkt des angeblichen Briefeinwurfs – um
19.15 Uhr – in einer Distanz von 5.6 Kilometer resp. von 124 Meter zur Kanzlei
von Rechtsanwalt lic. iur. Y._ noch zwei Postfilialen geöffnet hatten (vgl.
Urk. 110/2-5), an welchen die fragliche Sendung rechtzeitig eingeschrieben hätte
aufgegeben werden können, weckt Zweifel daran, dass sich die Sache tatsächlich
so abgespielt hat, wie es die Zeuginnen in ihrer Erklärung wiedergeben. Aus all
diesen Gründen lässt sich die behauptete Rechtzeitigkeit der Rechtsvorkehr mit
der Zeugenerklärung nicht rechtsgenügend beweisen. Da die anwaltlich vertrete-
ne Gesuchstellerin einzig die schriftliche Erklärung, aber keine weiteren Beweis-
mittel offerierte (vgl. Urk. 103 S. 3), ist ihr der strikte Beweis für die Fristwahrung
nicht gelungen. Selbst auf den Hinweis des Gesuchsgegners in seiner Stellung-
nahme, dass "schriftliche Zeugenerklärungen" für einen strikten Beweis untaug-
lich seien (Urk. 108 S. 4) liess sich die Gesuchstellerin nicht vernehmen und ihr
bisheriges Vorbringen bspw. dahingehend vervollständigen, dass für die Erbrin-
gung des Beweises der Rechtzeitigkeit eine Zeugeneinvernahme vor Gericht offe-
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riert wurde. Entsprechend ist von Säumnis im Sinne von Art. 147 Abs. 1 ZPO
auszugehen, womit die Berufungsantwort vom 28. Oktober 2019 samt Beilagen-
verzeichnis und Beilagen (Urk. 103-105/1-2) aus dem Recht zu weisen ist. Das
Verfahren ist ohne Berücksichtigung der Berufungsantwort weiterzuführen
(Art. 147 Abs. 2 ZPO).
3.3 Am 6. Januar 2019 ging hierorts eine weitere (Noven-)Eingabe der Ge-
suchstellerin ein (Urk. 112; Urk. 113; Urk. 114/1-2). Da der in dieser Stellungnah-
me vertretene Standpunkt zu verwerfen ist (vgl. dazu unten E. II.4.1), ist diese
Eingabe dem Gesuchsgegner und der Kindsvertreterin mit dem vorliegenden Ent-
scheid zuzustellen.
3.4 Auf eine Stellungnahme der Kindsvertreterin zur Berufung kann ver-
zichtet werden, zumal die Kinderbelange nicht Gegenstand des vorliegenden Ver-
fahrens sind.
3.5 Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-90). Das Ver-
fahren erweist sich als spruchreif.
II.
1. Prozessuale Vorbemerkungen
1.1 Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren die
eingeschränkte Untersuchungsmaxime. Im Geltungsbereich des Eheschutzver-
fahrens hat das Gericht den Sachverhalt nicht von Amtes wegen zu erforschen,
sondern lediglich festzustellen. Im Berufungsverfahren gilt aber auch im Bereich
der Untersuchungsmaxime die Rüge- bzw. Begründungsobliegenheit, was bedeu-
tet, dass die berufungführende Partei sich sachbezogen mit dem Entscheid der
Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzeigen hat, was
am angefochtenen Urteil oder am Verfahren vor der Vorinstanz falsch gewesen
sein soll. Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er lediglich
auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist bzw. diese wieder-
holt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrieden gibt oder den
angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert (BGer 4A_580/2015 vom
11. April 2016, E. II.2.2, m.w.H.). Was nicht in einer den gesetzlichen Begrün-
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dungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der
Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. In diesem Rahmen ist insoweit auf
die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist
(BGE 134 I 83 E. II.4.1).
1.2 Überdies ist zu beachten, dass gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO neue
Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt wer-
den, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorg-
falt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die Beru-
fungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen,
nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Al-
les, was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfahren
einfliessen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10, m.w.H.). Jede Partei,
welche neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt, hat zunächst zu behaupten
und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte No-
ven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für deren Zulässigkeit (Steininger,
DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N 7; BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013,
E. 3.5.1, m.w.H.). Das Bundesgericht hat für Berufungsverfahren, die der einge-
schränkten Untersuchungsmaxime unterstehen, eine analoge Anwendung von
Art. 229 Abs. 3 ZPO abgelehnt und festgehalten, dass einzig die Novenregelung
gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (BGE 138 III 625 E. 2.2). Unver-
schuldet nicht vorgetragene unechte Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1
lit. a ZPO ohne Verzug, d.h. mit der Berufungsbegründung bzw. Berufungsant-
wort, vorzubringen. Nach Berufungsbegründung und -antwort können grundsätz-
lich nur noch echte Noven vorgebracht werden (BGE 138 III 788 E. 4.2; BSK
ZPO-Spühler, Art. 317 N 1 ff.).
2. Ausgangslage / Gegenstand des Berufungsverfahrens
2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die der Gesuchstelle-
rin geschuldeten Unterhaltsbeiträge sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen
des vorinstanzlichen Verfahrens. Nicht angefochten sind demgegenüber die Dis-
positiv-Ziffern 1 bis 9, 12, 13 und 16 des vorinstanzlichen Urteils. Da die Berufung
die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids nur im Um-
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fang der Anträge hemmt (Art. 315 Abs. 1 ZPO), sind die unangefochtenen Dispo-
sitiv-Ziffern in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorzumerken.
2.2 Die Vorinstanz verpflichtete den Gesuchsgegner zur Leistung monatli-
cher Unterhaltsbeiträge an die Gesuchstellerin in der Höhe von Fr. 2'310.– mit
Wirkung ab 21. Januar 2019. Die Berechnung dieser Unterhaltsbeiträge erfolgte
nach der sog. zweistufigen Berechnungsmethode (Existenzminimumberechnung
mit Überschussverteilung; Urk. 92 E. VIII.1.4-1.6). Zur Ermittlung des Einkom-
mens der Gesuchstellerin stellte die Vorinstanz auf die in den Steuererklärungen
2015-2017 deklarierten Einkünfte der Gesuchstellerin ab, woraus sich ein durch-
schnittliches Monatseinkommen von Fr. 1'465.75 ergab. Da die Gesuchstellerin
ihr monatliches Gesamteinkommen – bestehend aus Lohnzahlungen des Ge-
suchsgegners bzw. dessen Unternehmens (A'._ GmbH) für die Tätigkeit der
Gesuchstellerin in ihrer Polsterei und Einkünften aus ihrer Nebenerwerbstätigkeit
für die L._ AG – auf rund Fr. 1'580.– bezifferte, ging auch die Vorinstanz von
diesem höheren Betrag aus. Auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkom-
mens, wie es der Gesuchsgegner verlangte, wurde verzichtet (Urk. 92 E. VIII.3.2).
Das monatliche Einkommen des Gesuchsgegners aus selbständiger Erwerbstä-
tigkeit bezifferte die Vorinstanz auf Fr. 4'253.–. Dazu hinzugerechnet wurden
Wertschriftenerträge von monatlich Fr. 417.– und Liegenschaftserträge von mo-
natlich Fr. 5'218.–, womit auf Seiten des Gesuchsgegners ein monatliches Ge-
samteinkommen von netto Fr. 9'889.– resultierte (Urk. 92 E. VIII.3.3). Den erwei-
terten monatlichen Bedarf der Gesuchstellerin bezifferte die Vorinstanz auf
Fr. 3'888.–, denjenigen des Gesuchsgegners auf Fr. 3'755.–, den Barbedarf von
F._ auf Fr. 681.– (Urk. 92 E. VIII.2). Entsprechend der gewählten Berech-
nungsmethode stellte die Vorinstanz den Gesamtbedarf der Parteien ihrem Ge-
samteinkommen gegenüber, woraus ein monatlicher Überschuss von Fr. 3'345.–
resultierte. Allerdings verneinte die Vorinstanz einen Anspruch der Gesuchstelle-
rin auf Partizipation am Überschuss. Stattdessen wurde der persönliche Unter-
haltsanspruch der Gesuchstellerin aus der Differenz zwischen ihrem erweiterten
Bedarf von monatlich Fr. 3'888.– und ihrem Einkommen von monatlich Fr. 1'580.–
errechnet. Der daraus resultierende Betrag von Fr. 2'310.– wurde der Gesuchstel-
lerin ab dem Zeitpunkt der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts, d.h. rückwir-
- 15 -
kend ab 21. Januar 2019, als monatlicher Unterhaltsbeitrag zugesprochen
(Urk. 92 E. VIII.4).
2.3 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, die Gesuchstellerin habe keinen
Anspruch auf persönliche Unterhaltsbeiträge, da sie unter Berücksichtigung eines
hypothetischen Einkommens eine genügende Eigenversorgungskapazität erzielen
könne. Im Weiteren beanstandet er die von der Vorinstanz angerechneten Be-
rufsauslagen der Gesuchstellerin (Kosten für auswärtige Verpflegung und Mobili-
tät) sowie die Anrechnung der Liegenschaftserträge bei seinem Einkommen
(Urk. 91 S. 2 und S. 4 ff.). Hinsichtlich der vorinstanzlichen Kosten- und Entschä-
digungsfolgen (je hälftige Kostenauflage und wettgeschlagene Parteienschädi-
gungen, vgl. Urk. 92 E. XI sowie Dispositiv-Ziffern 14 und 15) verlangt er ferner,
die Gerichtskosten seien vollumfänglich der Gesuchstellerin aufzuerlegen und es
sei ihm eine angemessene Parteientschädigung von Fr. 5'654.25 zu Lasten der
Gesuchstellerin zuzusprechen (Urk. 91 S. 2 und S. 11 f.).
3. Einkommen der Gesuchstellerin
3.1 Bei der Festsetzung von Geldbeiträgen gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1
ZGB geht das Gericht grundsätzlich von der bisherigen ausdrücklichen oder still-
schweigenden Vereinbarung der Ehegatten über die Aufgabenteilung und Geld-
leistungen aus, die der ehelichen Gemeinschaft eine bestimmte Struktur gegeben
haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB). Ist eine Wiederherstellung des gemeinsamen
Haushaltes nicht mehr zu erwarten, gewinnt das Ziel der wirtschaftlichen Selbst-
ständigkeit zunehmend an Bedeutung (vgl. BGE 137 III 385 E. 3.1 = Pra 2012
Nr. 4). Im Eheschutzverfahren ist eine Pflicht zur Aufnahme oder Ausdehnung ei-
ner Erwerbstätigkeit nur dann zu bejahen, wenn keine Möglichkeit besteht, auf ei-
ne während des gemeinsamen Haushalts gegebene Sparquote oder vor-
übergehend auf Vermögen zurückzugreifen, wenn die vorhandenen finanziellen
Mittel – allenfalls unter Rückgriff auf Vermögen – trotz zumutbarer Einschränkun-
gen für zwei getrennte Haushalte nicht ausreichen und wenn die Aufnahme oder
Ausdehnung der Erwerbstätigkeit zumutbar ist. Diese Voraussetzungen müssen
kumulativ erfüllt sein (Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, 1999, N 19a
zu Art. 176 ZGB, mit Hinweisen; BGE 130 III 537 E. 3.2; vgl. auch OGer ZH
- 16 -
LE170013 vom 27. Juni 2017, E. II.3.3; OGer ZH LE170049 vom 22. November
2017, E. B.4.3.).
Wie schnell und wie kategorisch sich der Ehegatte in den Arbeitsprozess
eingliedern muss, hängt stark von den konkreten finanziellen Verhältnissen ab.
Sodann ist zu unterscheiden, ob es sich um den beruflichen (Wieder-)Einstieg
nach jahrelangem Erwerbsunterbruch oder bloss um eine Ausdehnung einer be-
reits bestehenden Erwerbstätigkeit handelt, da eine Ausdehnung des Arbeitspen-
sums einfacher ist als der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Massgebend sind so-
mit stets die konkreten Verhältnisse des Einzelfalls (BGer 5A_21/2012 vom 3. Mai
2012, E. 3.3).
Mit der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens wird kein Strafzweck
verfolgt, vielmehr geht es darum, die wirtschaftliche Existenz der Unterhaltsbe-
rechtigten sicherzustellen und die Lasten des Familienunterhalts gerecht zu ver-
teilen. Dazu ist die Rechtsfrage zu beantworten, ob der betroffenen Person zuzu-
muten ist, ein höheres als das tatsächlich erzielte Einkommen zu erwirtschaften.
Tatfrage ist, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit (aufgrund von Ausbildung, Ar-
beitsmarktlage, Alter, Gesundheit etc.) möglich und welches Einkommen dabei ef-
fektiv erzielbar ist (BGE 137 III 118 E. 2.3 m. H.).
3.2 Hinsichtlich der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens erwog
die Vorinstanz im Wesentlichen, die Gesuchstellerin sei zwar grundsätzlich selb-
ständig in ihrer eigenen Polsterei arbeitstätig, ihr Lohn werde jedoch vom Unter-
nehmen des Gesuchsgegners, der A'._ GmbH, ausbezahlt. Zudem sei der
Gesuchsgegner bzw. dessen GmbH nicht bloss Vermieter der Räumlichkeiten der
Polsterei in der Liegenschaft an der D._-strasse ... in Küsnacht, vielmehr
würden die gesamten Finanzen des Betriebes der Gesuchstellerin über das Un-
ternehmen des Gesuchsgegners abgewickelt. Wie der Polstereibetrieb – in Anbe-
tracht der Trennungssituation der Parteien – in Zukunft weitergeführt werde, sei
zum jetzigen Zeitpunkt gänzlich unklar. Selbst wenn der Betrieb konstant weiter-
geführt würde, sei fraglich, ob es der Gesuchstellerin möglich sei, durch Werbung
etc. neue Aufträge zu akquirieren und ihre Tätigkeit in der Polsterei auszudehnen.
Auch betreffend den Nebenerwerb der Seniorenbetreuung, welchen die Gesuch-
stellerin bei der L._AG ausübe, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorausseh-
- 17 -
bar, ob und in welchem Ausmass die Gesuchstellerin ihre Tätigkeit ausdehnen
könne. Diesbezüglich könne auch den gesuchsgegnerischen Eingaben nichts
entnommen werden. Der Gesuchstellerin seien zwar weitere Anstrengungen zur
Ausdehnung ihrer Tätigkeiten durchaus zuzumuten, doch könne unter den gege-
benen Umständen nicht gesagt werden, ob es ihr auch möglich sei, ihr Einkom-
men aufgrund dieser Anstrengungen zu erhöhen. Da die vorliegenden finanziellen
Mittel zur Finanzierung zweier getrennter Haushalte ausreichen würden und es
sich insbesondere nicht um knappe finanzielle Verhältnisse handle, rechtfertige es
sich auch unter diesem Gesichtspunkt, auf die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens der Gesuchstellerin zu verzichten (Urk. 92 E.VIII.3.2.3-3.2.6).
3.3 Der Gesuchsgegner macht diesbezüglich berufungsweise im Wesentli-
chen geltend, die Vorinstanz habe übersehen, dass die Parteien "bisher" in ge-
genseitiger Absprache eine Aufgabenteilung gelebt hätten, bei welcher beide
Ehegatten erwerbstätig gewesen seien, die Gesuchstellerin zu 80% und der Ge-
suchsgegner zu 100%. Die Gesuchstellerin habe ihr Arbeitspensum aus reiner
Bequemlichkeit und ohne Einverständnis des Gesuchsgegners auf 50% reduziert,
als der gemeinsame Sohn F._ eingeschult worden sei. Die Betreuung von
F._ sei in der Folge zu einem kleineren Teil von der Grossmutter väterlicher-
seits sowie "restlich zu gemeinsamen Teilen" durch die Eltern übernommen wor-
den. Da die Gesuchstellerin immer gearbeitet und ihr Arbeitspensum ohne Not
reduziert habe, müsse sie ihre Erwerbstätigkeit nun wieder aufnehmen. Sie besit-
ze eine eigene Polsterei und könne ihre Tätigkeit mit einem Bruttostundenansatz
von Fr. 84.– abrechnen. Sobald sie einfache Marketingmassnahmen ergreife (z.B.
Flyer drucke und versende), bekomme sie ohne weiteres Zutun gute Aufträge,
habe sie doch bereits im September 2018 nach einer Flyer-Aktion innert kürzester
Zeit Fr. 8'000.– Umsatz erzielt. Aufgrund der "nun steuerlich getrennten Veranla-
gung" habe die Gesuchstellerin ihre Polsterei vom Unternehmen des Gesuchs-
gegners losgelöst und sei jetzt in allen Bereichen selbst verantwortlich. Die für die
Werkstatt zu bezahlende Monatsmiete betrage nur Fr. 223.–. Alleine mit einem
Pensum von 50% – d.h. mit etwa 4.45 Stunden Arbeit pro Tag – könne die Ge-
suchstellerin mit ihrer Polsterei monatlich rund Fr. 6'720.– brutto verdienen
(Fr. 84.– x 4 verrechenbare Stunden x 5 Tage x 4 Wochen). Nach Abzug der So-
zialabgaben von 10%, der Miete von Fr. 223.–, Geschäftsfahrzeugkosten von
- 18 -
Fr. 500.– und eines Betrages von Fr. 200.– für diverse Kosten ergebe sich aus ei-
ner 50%-Tätigkeit ein Nettoertrag von Fr. 5'125.– pro Monat. Sollte die Polsterei
defizitär sein, wäre es der Gesuchstellerin auch möglich und zumutbar, eine an-
dere bezahlte Festanstellung anzutreten. Neben der Tätigkeit in der Polsterei
könnte sie aber auch ihre bisher ausgeübte Erwerbstätigkeit bei "J._" (Senio-
renbetreuung) wieder aufnehmen und hätte zusätzlich die Möglichkeit, Hauswar-
tungsarbeiten in und um das Mehrfamilienhaus an der D._-strasse in
E._ zu leisten. Es sei zu berücksichtigen, dass die Gesuchstellerin zufolge
des vorinstanzlichen Obhutentscheids mehrheitlich von der Betreuung des ge-
meinsamen Sohnes entbunden sei, dass sie keinen Familienhaushalt mehr zu be-
treuen habe, mithin während den Bürostunden frei sei und demzufolge mehr ver-
dienen könne. Da die Gesuchstellerin trotz der verschiedenen Möglichkeiten ak-
tuell praktisch gar nicht mehr arbeite, scheine es so, als ob sie schlicht nicht mehr
arbeiten wolle. Mit ein wenig mehr Anstrengung, die ihr durchaus zuzumuten sei,
wäre es ihr jedoch möglich, mit einem 50% Pensum "weit mehr als ihre Eigenvor-
sorgungskapazität abzudecken". Unter den konkreten Umständen müsste ihr so-
gar ein Arbeitspensum von 85-90% angerechnet werden. Entsprechend seien die
vorinstanzliche Feststellung, wonach die Gesuchstellerin mit ihrem eigenen Ein-
kommen ihren Bedarf nicht zu decken vermöge, falsch und die Ausführungen be-
treffend die künftige Entwicklung der beruflichen Situation nicht nachvollziehbar.
Insgesamt habe die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig festgestellt, ihr Ermes-
sen missbraucht und klares Recht unrichtig angewandt. Ferner habe die Vorin-
stanz mit der nicht nachvollziehbaren Rücksichtnahme auf die Gesuchstellerin
das Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 BV) und mithin
auch das Gleichstellungsgesetz verletzt (Urk. 91 S. 6 ff.).
3.4 Bereits vor Vorinstanz vertraten die Parteien in Bezug auf das vor der
Trennung gelebte Rollenmodell unterschiedliche Standpunkte (vgl. Urk. 1 S. 6 f.;
Urk. 26 S. 4 ff.). Diesbezüglich erachtete es die Vorinstanz allerdings als erstellt,
dass die Gesuchstellerin früher die Hauptbetreuungsperson des gemeinsamen
Sohnes gewesen sei. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass auch der Ge-
suchsgegner und die Grosseltern väterlicherseits in der Vergangenheit einen
überdurchschnittlichen Betreuungseinsatz geleistet hätten, zumal die Gesuchstel-
lerin früher bereits in einem höheren Pensum arbeitstätig gewesen sei und
- 19 -
F._ schon während dem Kindergarten im Hort gewesen sei. Berücksichtigt
wurde zudem, dass der Gesuchsgegner seit dem Sommer 2018 für F._ viel
präsenter gewesen sei, sich an dessen Betreuung mehr beteiligt und eine Fremd-
betreuung im Schülerhort der Schule E._ organisiert habe, welche zu einer
Stabilität im Alltag und in der Erziehung von F._ geführt habe (Urk. 92
E. IV.4.1). Mit diesen Ausführungen der Vorinstanz setzt sich der Gesuchsgegner
nicht auseinander. Vielmehr begnügt er sich damit, seine bereits vor Vorinstanz
vorgetragene Darstellung zur Rollenverteilung zu wiederholen (vgl. Urk. 26 S. 5 f.;
Urk. 91 S. 7). Mangels substantiierter Vorbringen des Gesuchsgegners ist nicht
ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz der früheren Aufgabenverteilung der Parteien
zu wenig Rechnung getragen haben soll, hat sie die Ausdehnung der Erwerbstä-
tigkeit der Gesuchstellerin doch ausdrücklich als zumutbar erachtet. Auf die pau-
schale Kritik des Gesuchsgegners ist daher nicht weiter einzugehen.
3.5 Im vorinstanzlichen Verfahren blieb unbestritten, dass die Gesuchstel-
lerin bis anhin in einem Arbeitspensum von 40% eine Polsterei betrieb, wobei die
Finanzen dieses Betriebes über das Einzelunternehmen des Gesuchsgegners,
die A'._ GmbH, abgewickelt wurden (Urk. 1 S. 9; Urk. 26 S. 6; Urk. 43
S. 5 f.). Unbestritten und mit einer Lohnabrechnung vom Juli 2018 belegt ist fer-
ner, dass die Gesuchstellerin für dieses 40%-Pensum vom Gesuchsgegner über
die A'._ GmbH mit einem Bruttolohn von Fr. 1'600.– entlöhnt wurde (Urk. 1
S. 9; Urk. 3/4; Urk. 26 S. 6; Urk. 43 S. 5 f.). Ausführungen dazu, wie der Polste-
reibetrieb nach der Trennung der Parteien weitergeführt werden soll, liessen bei-
de Parteien vorinstanzlich vermissen. Indem die Gesuchstellerin im Rahmen der
Vorbringen zum eigenen Erwerbseinkommen die Lohnzahlungen durch die
A'._ GmbH von monatlich netto Fr. 1'262.70 anführte (vgl. Urk. 1 S. 9), hat
sie zumindest sinngemäss zum Ausdruck gebracht, dass sie weiterhin mit Lohn-
zahlungen der A'._ GmbH im genannten Umfang rechnet und mithin auch
künftig beabsichtigt, in einem 40%-Pensum in der Polsterei tätig zu sein. Die Fra-
ge des Vorderrichters im Rahmen der persönlichen Befragung vom 21. Januar
2019, ob sie die vom Gesuchsgegner entlohnte Tätigkeit in der Polsterei ausdeh-
nen könne, bejahte die Gesuchstellerin grundsätzlich, wobei sie auf Nachfrage
ausführte, sie müsste, um genügend Aufträge zu erhalten, Werbung machen und
schauen, dass wieder etwas reinkomme (Urk. 43 S. 5 f.). Ob der Gesuchsgegner
- 20 -
trotz der Trennung der Parteien weiterhin bereit sein würde, den Betrieb der Pols-
terei über die A'._ GmbH abzuwickeln und der Gesuchstellerin einen Netto-
lohn von Fr. 1'262.70 auszuzahlen, lässt sich seinen vorinstanzlichen Ausführun-
gen nicht entnehmen. So führte er diesbezüglich einzig aus, die Gesuchstellerin
werde im Minimum ein 50%-Arbeitspensum ausüben müssen. "Neben ihrer Pols-
terei, der Tätigkeit im Unternehmen des Gesuchsgegners, Hauswartarbeiten in ih-
rer Wohnsiedlung und ihrer Tätigkeit bei der L._ AG" sei es ihr möglich, ei-
nen Mindest-Nettoverdienst von Fr. 3'800.– pro Monat zu erzielen. Im Falle einer
geteilten Obhut sei es ihr sogar möglich, einen Nettoverdienst basierend auf ei-
nem 80%-Arbeitspensum zu erzielen. Das von der Gesuchstellerin behauptete
erzielbare monatliche Gesamteinkommen werde bestritten (Urk. 26 S. 6). Wie ge-
sehen, ging die Vorinstanz im angefochtenen Urteil alsdann ohne eingehende
Begründung davon aus, dass die Gesuchstellerin für ihre Tätigkeit in der Polsterei
weiterhin monatlich Fr. 1'262.70 netto einnehmen werde. Die Ausdehnung dieser
Tätigkeit erachtete die Vorinstanz – bei Beibehaltung der Geschäftsführung über
die A'._ GmbH – zwar als zumutbar, doch wurde die tatsächliche Möglichkeit
zur Einkommenssteigerung bezweifelt.
Aus den Ausführungen des Gesuchsgegners im Berufungsverfahren geht
nunmehr hervor, dass er offenbar nicht mehr bereit ist, die Polsterei der Gesuch-
stellerin über die A'._ GmbH weiterzuführen (vgl. oben E. II.3.3). Mithin kann
die Gesuchstellerin künftig nicht mehr mit regelmässigen Lohnzahlungen des Ge-
suchsgegners rechnen, weshalb zu prüfen ist, ob es ihr zumutbar und möglich ist,
mit ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit und allfälligen weiteren Nebenerwerbstä-
tigkeiten ein die bisher erzielten Gesamteinkünfte von monatlich rund Fr. 1'580.–
übersteigendes hypothetisches Nettoeinkommen zu erzielen, wie es der Ge-
suchsgegner behauptet.
3.6 In Bezug auf die Zumutbarkeit ist mit der Vorinstanz und dem Ge-
suchsgegner davon auszugehen, dass der mittlerweile 45-jährigen Gesuchstelle-
rin, welche den 9-jährigen Sohn F._ gemäss der vorinstanzlichen Obhuts-
und Besuchsrechtsregelung vorwiegend abends, mittwochnachmittags sowie an
den Wochenenden betreut (vgl. Urk. 92 Dispositiv-Ziffer 3), eine Ausdehnung des
bisher geleisteten 40%-Pensums grundsätzlich zuzumuten ist. Die Gesuchstelle-
rin hat denn auch im vorinstanzlichen Verfahren keinerlei Umstände vorgetragen,
- 21 -
aufgrund welcher auf eine Unzumutbarkeit zu schliessen wäre. Zudem hat sie in
der persönlichen Befragung auf Nachfrage selbst angegeben, dass sie mehr als
40-50% arbeiten könnte (Urk. 43 S. 6). Die Zumutbarkeit einer Pensumerhöhung
ist damit ohne Weiteres zu bejahen.
Zu bezweifeln ist demgegenüber, dass es der Gesuchstellerin bei gutem
Willen und ausreichenden Bemühungen auch tatsächlich möglich sein wird, ein
Einkommen in der vom Gesuchsgegner behaupteten Grössenordnung zu errei-
chen. Insbesondere die Vorstellung des Gesuchsgegners, die Gesuchstellerin
könne mit einem rund vierstündigen Arbeitseinsatz pro Tag als selbständige Pols-
terin per sofort einen regelmässigen monatlichen Nettoertrag von Fr. 5'150.– er-
wirtschaften, erscheint wenig realistisch. Dies steht in keinem Verhältnis zur Ent-
schädigung von netto Fr. 1'262.70, welche die A'._ GmbH der Gesuchstelle-
rin bis anhin für eine 40%-Tätigkeit in der Polsterei ausbezahlt hat. Eine nachvoll-
ziehbare Begründung für die grosse Differenz zwischen den beiden Beträgen wird
vom Gesuchsgegner nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Wie gesehen,
kann die Gesuchstellerin fortan nicht mehr auf die Unterstützung ihres in der Ge-
schäftsführung erfahrenen Ehemannes zählen, sondern wird die gesamte Ge-
schäftsabwicklung alleine bewältigen und insbesondere das finanzielle Risiko ih-
res Betriebes selber tragen müssen. Die Loslösung des Polstereibetriebes vom
gesuchsgegnerischen Unternehmen hat für die Gesuchstellerin weitreichende
Konsequenzen. Ob ihr der Schritt in die vollständige Selbständigkeit gelingen
wird, ist derzeit noch ungewiss. So ist – mangels entsprechender Vorbringen des
Gesuchsgegners – weder bekannt, in welcher Höhe die A'._ GmbH mit dem
Polstereibetrieb in den vergangenen Jahren Umsatz erzielte, noch, ob aus der Tä-
tigkeit der Gesuchstellerin jeweils ein Gewinn erwirtschaftet wurde. Dass die
Nachfrage nach Polsterei-Dienstleistungen so gross ist, dass damit bei entspre-
chendem Arbeitseinsatz sowie mittels einfacher Marketingmassnahmen wie Flyer-
Aktionen sofort ein lukratives Geschäft mit derart hohen monatlichen Durch-
schnittserträgen betrieben werden kann, ist jedenfalls nicht glaubhaft. Vielmehr ist
davon auszugehen, dass der Aufbau der vollständigen Selbständigkeit und die
Positionierung im Markt einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Auch ist anzuneh-
men, dass eine erfolgreiche Verwirklichung der Selbständigkeit die vollen Res-
sourcen und Kapazitäten der Gesuchstellerin beanspruchen wird, sodass es ihr
- 22 -
während dieser Umstellungszeit – entgegen der Auffassung des Gesuchsgegners
– weder zumutbar noch möglich ist, gleichzeitig ihre Nebenerwerbstätigkeiten
auszudehnen oder eine andere Festanstellung zu suchen. Nachdem der Ge-
suchsgegner das Projekt der Gesuchstellerin während ungetrennter Ehe massge-
blich mitgetragen und finanziert hat, war und ist er auch nach der Trennung in der
Pflicht, die Gesuchstellerin bei der Umsetzung des Entschlusses, sich selbständig
zu machen, zu unterstützen. Bei dieser Ausgangslage sowie unter Berücksichti-
gung der guten finanziellen Verhältnisse auf Seiten des Gesuchsgegners (zum
Einkommen vgl. unten E. II.5; zu den Vermögensverhältnissen vgl. Urk. 28/7-9)
kann der Gesuchstellerin gegenwärtig und für die weitere Dauer des Getrenntle-
bens kein die bisher erzielten Einkünfte übersteigendes hypothetisches Einkom-
men angerechnet werden. Insgesamt ist damit nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz der Gesuchstellerin kein hypothetisches Einkommen angerechnet hat.
Entsprechend bleibt es auf Seiten der Gesuchstellerin bei dem von ihr zugestan-
denen Nettoeinkommen von Fr. 1'580.– pro Monat.
4. Bedarf der Gesuchstellerin
4.1 Mobilitätskosten
Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin Mobilitätskosten von Fr. 500.–
pro Monat an und erwog dazu im Wesentlichen, die Gesuchstellerin sei zur Aus-
übung ihres Nebenerwerbs bei der L._ AG auf ein Auto angewiesen, zumal
die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel für die Hausbesuche bei den Senio-
ren unzumutbar erscheine. Die Gesuchstellerin übe diese Tätigkeit auf stündlicher
Basis aus und habe damit im Jahr 2017 netto Fr. 3'803.– verdient. Im Rahmen
der persönlichen Befragung habe sie allerdings angegeben, dass es möglich wä-
re, künftig mehr Einsätze für die L._ AG zu leisten. Mithin sei der Kompe-
tenzcharakter des Autos vorliegend zu bejahen. Da gemäss Kreisschreiben für
ein Fahrzeug mit Kompetenzcharakter Fr. 100.– bis Fr. 600.– pro Monat zu be-
rechnen seien, erscheine der von der Gesuchstellerin geltend gemachte Betrag
von Fr. 500.– angemessen; dies insbesondere auch, weil ihr zukünftiger Wohnort
noch unklar sei (Urk. 92 E. VIII.2.8).
- 23 -
Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, die Vorinstanz habe der "nach dem
Eheschutzverfahren eingetretenen Lebenssituation" keine Beachtung geschenkt
und den Bedarf der Gesuchstellerin entsprechend falsch berechnet. Mobilitätskos-
ten von Fr. 500.– seien "zum Zeitpunkt der Urteilsfällung allenfalls nur für eine
kurze Zeit von zwei Monaten" angebracht gewesen, da die Gesuchstellerin unmit-
telbar nach der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus der Familienwohnung in
E._ ausgezogen sei und eine andere Wohnung in K._ bezogen habe.
Solange die Gesuchstellerin für die Arbeit in ihrer Polsterei von K._ nach
E._ habe reisen müssen, seien die berücksichtigten Mobilitätskosten ausge-
wiesen. "Heute" aber seien keine Fahrten zur Arbeit mehr nötig, da die Gesuch-
stellerin in die Wohnung "oberhalb ihrer Polsterei" umgezogen sei. Auch Einkäufe
könne die Gesuchstellerin zu Fuss in unmittelbarer Umgebung tätigen. Zudem sei
der öffentliche Verkehr in E._ hervorragend ausgebaut und die nächste Bus-
station für die Gesuchstellerin in zwei Gehminuten erreichbar. Ausserdem sei zu
berücksichtigen, dass die Gesuchstellerin die Seniorenbetreuung heute fast nicht
mehr wahrnehme, obwohl sie die Ausdehnung dieser Tätigkeit an der Hauptver-
handlung noch als möglich erachtet habe. Selbst wenn die Gesuchstellerin diesen
Nebenerwerb noch ausübe, könne sie dafür die öffentlichen Verkehrsmittel benüt-
zen, zumal viele Senioren an der Goldküste wohnten und entsprechend gut er-
reicht werden könnten. Insofern komme dem Fahrzeug kein Kompetenzcharakter
zu, weshalb dafür keine Kosten mehr zu berücksichtigen seien. Zwar wären
grundsätzlich Kosten für die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel zu berück-
sichtigen. Auch davon sei jedoch vorliegend abzusehen, da die Gesuchstellerin
diese Tätigkeit beinahe aufgegeben habe (Urk. 91 S. 5 f.).
Da die Vorinstanz den Kompetenzcharakter des Fahrzeugs vorliegend – wie
gesehen – nicht im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Gesuchstellerin im Pols-
tereibetrieb bejahte, zielen die diesbezüglichen Ausführungen des Gesuchsgeg-
ners ins Leere. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Gesuchstellerin nicht zur
Ausdehnung ihrer Nebenerwerbstätigkeit verpflichtet wird. Stattdessen werden ihr
bloss die bis anhin erzielten Einkünfte von gesamthaft Fr. 1'580.– (nämlich
Fr. 1'262.70 für die Tätigkeit im Polstereibetrieb und Fr. 317.– für die Seniorenbe-
treuung) angerechnet (vgl. oben E. II.3.6). Angesichts dessen, dass lediglich
Fr. 317.– als Einkommen aus dem Nebenerwerb der Seniorenbetreuung berück-
- 24 -
sichtigt werden, erweisen sich die dafür eingesetzten Mobilitätskosten von
Fr. 500.– pro Monat als offensichtlich unangemessen. Dieser Betrag wurde vom
Gesuchsgegner denn auch bereits vor Vorinstanz bestritten (vgl. Urk. 26 S. 7).
Zwar hat die Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Verfahren auf Nachfrage hin be-
stätigt, dass sie für die Seniorenbetreuung ein Auto benötige (Urk. 43 S. 6). Sub-
stantiierte Ausführungen zu ihren Arbeitszeiten, der Anzahl Fahrten, den zurück-
zulegenden Strecken und den damit verbundenen Kosten liess sie – trotz anwalt-
licher Vertretung – jedoch vermissen. Mithin ist entgegen der Auffassung der Vor-
instanz nicht ersichtlich, weshalb ihr zur Ausübung dieser Tätigkeit die Benützung
der öffentlichen Verkehrsmittel nicht zuzumuten wäre. Dem Gesuchsgegner ist
demnach im Ergebnis darin zuzustimmen, dass die Vorinstanz die Kompe-
tenzqualität des Fahrzeugs zu Unrecht bejahte. Mangels entsprechender Vorbrin-
gen seitens der Gesuchstellerin kann nicht beurteilt werden, welche Kosten für die
Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel anfallen würden, weshalb auch dafür
kein Auslagenersatz in ihrem Bedarf einzusetzen ist. Da der Gesuchsgegner der
Gesuchstellerin jedoch für eine beschränkte Zeit (ab Auszug der Gesuchstellerin
aus der ehelichen Wohnung und mithin ab Beginn der Unterhaltspflicht bis maxi-
mal zwei Monate nach dem vorinstanzlichen Urteilsspruch) monatlich Fr. 500.– für
ihren damaligen Arbeitsweg von K._ nach E._ zugesteht, ist in der Zeit
vom 21. Januar 2019 bis und mit Mai 2019 mit diesem Betrag zu rechnen. Ab Juni
2019 sind demgegenüber im Zusammenhang mit der Berufsausübung keine Mo-
bilitätskosten mehr zu berücksichtigen.
Soweit die Gesuchstellerin in ihrer Noveneingabe vom 3. Januar 2020 gel-
tend macht, es seien ihr zusätzlich monatliche Fahrkosten von mindestens
Fr. 100.– für die Besuchsrechtsausübung anzurechnen, zumal der Gesuchsgeg-
ner mit F._ nach L._ umgezogen sei und sie F._ im Rahmen der
gegenwärtig geltenden zweiten Phase der vorinstanzlichen Besuchsrechtsrege-
lung mindestens zweimal morgens zur Schule bringen müsse (vgl. Urk. 112 S. 2),
ist darauf hinzuweisen, dass Besuchsrechtskosten im Rahmen der familienrechtli-
chen Bedarfsberechnung keine gerichtsübliche Position darstellen. Vielmehr ist
das Besuchsrecht grundsätzlich auf eigene Kosten des besuchsrechtsberechtig-
ten Elternteils auszuüben (FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 273 N 31 mit wei-
teren Hinweisen). Ob der Sachrichter ausnahmsweise einen gewissen Betrag zu-
- 25 -
gestehen will, ist eine Frage der Ausübung des ihm in Unterhaltsbelangen zu-
kommenden weiten Ermessens (Art. 4 ZGB; BGer 5A_390/2012 vom 21. Januar
2013, E. 6.4;5A_226/2010 vom 14. Juli 2010, E. 6.1.2; 5P.280/2006 vom
5. Dezember 2006, E. 4.4; 5A_693/2014 vom 1. Dezember 2014, E. 3.2). Vorlie-
gend hielt der Vorderrichter unangefochten fest, dass die Kosten für die Aus-
übung des Besuchsrechts zu Lasten der Gesuchstellerin gehen (vgl. Urk. 92
E. V.5 sowie Dispositiv-Ziffer 3d). Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin recht-
fertigt auch die veränderte Wohnsituation keine Aufrechnung besonderer Be-
suchsrechtskosten. Denn einerseits liegen die Wohnorte der Parteien nach wie
vor nicht weit auseinander, sodass F._ den Schulweg von E._ nach
L._ /M._ auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen kann.
Andererseits wäre es unangemessen, dem Gesuchsgegner über die Verpflichtung
zur Leistung entsprechend höherer persönlicher Unterhaltsbeiträge auch noch
solche Kosten aufzubürden, zumal er unter der geltenden Obhuts- und Betreu-
ungsregelung nicht nur die überwiegende Betreuungsverantwortung für F._
innehat, sondern auch sämtliche Barbedarfskosten des Kindes übernimmt. Ent-
sprechend sind der Gesuchstellerin im Zusammenhang mit der Besuchsrechts-
ausübung keine Mobilitätskosten anzurechnen.
4.2 Auswärtige Verpflegung
Zu den Verpflegungskosten erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, die Ge-
suchstellerin habe unter diesem Titel monatlich Fr. 95.70 für sich selbst geltend
gemacht und dem Gesuchsgegner monatlich Fr. 239.– zugestanden, wobei sie
bei beiden Beträgen von Fr. 11.– pro Mahlzeit und 21.75 Arbeitstagen pro Monat
für ein 100%-Pensum ausgegangen sei (mit Verweis auf Urk. 1 Rz 29). Da der
Gesuchsgegner die entsprechenden Beträge anerkannt habe, sei der Gesuchstel-
lerin ein Betrag von Fr. 95.70 und dem Gesuchsgegner ein solcher von Fr. 239.–
für auswärtige Verpflegung im monatlichen Bedarf anzurechnen (Urk. 92
E. VIII.2.7).
Der Gesuchsgegner macht auch in diesem Zusammenhang geltend, die be-
rücksichtigten Kosten für auswärtige Verpflegung seien angesichts der neuen
Wohnsituation der Gesuchstellerin nicht mehr ausgewiesen, zumal der Weg zwi-
- 26 -
schen Polsterei und Wohnung innert zwei Gehminuten zurückzulegen sei und die
Gesuchstellerin sich demzufolge zu Hause verpflegen könne (Urk. 91 S. 5).
Gemäss Ziff. III/3.2 des Kreisschreibens der Verwaltungskommission des
Obergerichts des Kantons Zürich betreffend Richtlinien für die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009 werden Kos-
ten für auswärtige Verpflegung grundsätzlich nur bei Nachweis von Mehrauslagen
(mit Fr. 5.– bis Fr. 15.– pro Hauptmahlzeit) berücksichtigt. Vorliegend hat die Vor-
instanz bei beiden Parteien infolge gegenseitiger Anerkennung auf den Nachweis
von Mehrauslagen verzichtet, was durchaus zulässig ist. Unter Berücksichtigung
dieser vorinstanzlichen Erwägungen greifen die Vorbringen des Gesuchsgegners
zu kurz. Im Sinne der Gleichbehandlung der Parteien kann es nämlich nicht an-
gehen, die Kosten für auswärtige Verpflegung im Bedarf der Gesuchstellerin
mangels Nachweis effektiver Mehrauslagen zu streichen, dem Gesuchsgegner
aber gleichzeitig weiterhin Fr. 239.– anzurechnen, obwohl auch er weder darlegt
noch belegt, dass ihm solche Kosten effektiv anfallen. Vielmehr ist der Gesuchs-
gegner bei dieser Ausgangslage auf sein vorinstanzliches Zugeständnis zu behaf-
ten, womit trotz Umzug der Gesuchstellerin weiterhin Verpflegungskosten von
Fr. 95.70 in ihrem Bedarf zu berücksichtigen sind.
4.3 Total
Die übrigen vorinstanzlich aufgerechneten Bedarfspositionen (vgl. dazu im
Einzelnen Urk. 92 E. VIII.2.1-2.6) blieben im Berufungsverfahren unangefochten.
Demgemäss ist – unter Berücksichtigung der vorgenannten Änderung – auf Sei-
ten der Gesuchstellerin bis und mit Mai 2019 mit dem vorinstanzlich errechneten
Gesamtbedarf von monatlich Fr. 3'888.– (einschliesslich Mobilitätskosten von
Fr. 500.–) sowie ab Juni 2019 zufolge Nichtanrechnung der Mobilitätskosten mit
einem solchen von Fr. 3'388.– zu rechnen.
5. Einkommen des Gesuchsgegners
5.1 Zur Berechnung des gesuchsgegnerischen Einkommens stellte die
Vorinstanz auf die in den Steuererklärungen 2015-2017 deklarierten Einkünfte ab.
Dazu erwog sie zusammengefasst, dass bei Selbständigerwerbenden grundsätz-
lich auf das Durchschnittseinkommen der letzten drei Jahre abzustellen sei, was
- 27 -
sich aufgrund der Einkommensschwankungen auch beim Gesuchsgegner recht-
fertige. Der geltend gemachte Minderverdienst im Jahr 2018 sei demnach nicht
weiter zu berücksichtigen. Aus den genannten Steuererklärungen ergäben sich –
nach Abzug der Kinderzulagen – durchschnittliche Monatseinkünfte von
Fr. 4'253.– aus beruflicher Tätigkeit, durchschnittliche Wertschriftenerträge von
Fr. 417.– pro Monat und durchschnittliche Liegenschaftserträge von Fr. 5'218.–
pro Monat. Hinsichtlich Letzteren habe der Gesuchsgegner zwar geltend ge-
macht, dass diese Erträge nicht effektiv vorlägen, da er sie jeweils wieder wert-
und substanzerhaltend in alte, marode Liegenschaften investiere. In den Steuer-
erklärungen 2015-2017 habe der Gesuchsgegner jedoch keine solchen, für wert-
erhaltende Massnahmen zulässigen Abzüge im Liegenschaftsunterhalt geltend
gemacht. Dieser Umstand spreche gegen die behauptete werterhaltende Investi-
tion der entsprechenden Erträge, zumal davon auszugehen sei, dass der Ge-
suchsgegner allfällige abzugsfähige Investitionen, welche die Erträge geschmälert
hätten, in den Steuererklärungen aufgeführt hätte. Wertvermehrende Investitionen
in Immobilien seien gleich zu behandeln wie allgemeine Geldanlagen und Investi-
tionen, womit unerheblich sei, ob die Erträge effektiv vorlägen oder – nicht wert-
erhaltend – in die Liegenschaften investiert worden seien. Demnach seien die in
den Steuererklärungen angegebenen Liegenschaftserträge von durchschnittlich
Fr. 5'218.– pro Monat (Fr. 53'024.– im Jahr 2015, Fr. 57'679.– im Jahr 2016 und
Fr. 77'160.– im Jahr 2017) als tatsächlich erzielte Vermögenserträge aus Immobi-
lien dem Einkommen hinzuzurechnen. Unter Berücksichtigung sämtlicher Ein-
kommensbestandteile ergebe sich somit ein monatliches Gesamteinkommen von
netto Fr. 9'889.– (Urk. 92 E. VIII.3.3).
5.2 Der Gesuchsgegner macht berufungsweise erneut geltend, er habe die
in den Steuererklärungen 2015-2017 deklarierten Vermögenserträge jeweils rein-
vestiert, um Umbauarbeiten für gekaufte Abbruchliegenschaften und marode Ge-
bäude zu finanzieren. Beim Ausfüllen der Steuererklärung sei er insofern zu sei-
nen Ungunsten nicht korrekt vorgegangen, als dass er die in N._ (D) getätig-
ten und abzugsfähigen Investitionen nur in der deutschen Steuererklärung und
nicht auch in der schweizerischen Steuererklärung in Abzug gebracht habe,
obschon dies grundsätzlich möglich gewesen wäre. Dieses Versäumnis, welches
sich erst gegen Ende 2018 anlässlich einer "Aussprache" mit dem kantonalen
- 28 -
Steueramt geklärt habe, sei nun korrigiert worden (mit Verweis auf Urk. 95/4-5). In
der Steuererklärung 2018, welche entsprechend angepasst worden sei, werde nur
noch ein korrekter Ertrag aus Liegenschaften von Fr. 2'404.– ausgewiesen (mit
Verweis auf Urk. 95/6). Damit seien die in den Steuererklärungen 2015-2017 de-
klarierten Erträge aus Liegenschaften zu relativieren und nicht als tatsächlich er-
zielte Vermögenserträge aus Immobilien dem Einkommen hinzuzurechnen. Das
monatliche Nettoeinkommen des Gesuchsgegners habe sich nie in der ange-
nommenen Höhe bewegt. Stattdessen verfüge er, wie aus der Steuererklärung
2018 hervorgehe, nunmehr lediglich über ein Jahreseinkommen von Fr. 43'623.–.
Dies sei darauf zurückzuführen, dass er im Jahr 2018 die Betreuung für den ge-
meinsamen Sohn F._ praktisch alleine habe übernehmen müssen und ent-
sprechend viel weniger verdient habe. Auch für das Jahr 2019 seien grössere
Verdiensteinbussen zu verzeichnen, zumal der Gesuchsgegner aufgrund seines
Aufwandes im Zusammenhang mit der Betreuung von F._ mit seinem Unter-
nehmen nicht mehr einen Ertrag erwirtschaften könne, welcher die Auszahlung
eines ordentlichen Lohnes zulasse. Die beiden Mitarbeiter, welche die A'._
GmbH beschäftige, hätten Lohnvorrang. Insgesamt erweise sich das Abstellen
auf die Steuererklärungen 2015-2017 somit als falsch. Zudem habe die Vorin-
stanz die zu Protokoll gegebenen Ausführungen des Gesuchsgegners weder ge-
hört noch berücksichtigt. Damit habe sie auch ihr Ermessen überschritten (Urk. 91
S. 10 f.).
5.3 Die Behauptung, wonach die Steuererklärungen 2015-2017 jeweils feh-
lerhaft ausgefüllt worden seien, wird im Berufungsverfahren erstmals vorgebracht.
Wie der Gesuchsgegner selbst einräumt, wurde dieser angebliche Fehler bereits
Ende 2018 – d.h. noch bevor im vorinstanzlichen Verfahren das Urteil erging –
entdeckt. Da in eherechtlichen Summarverfahren die eingeschränkte Untersu-
chungsmaxime gilt (Art. 272 ZPO) und neue Behauptungen und Beweismittel im
erstinstanzlichen Verfahren mithin bis zur Urteilsberatung zulässig sind (Art. 229
Abs. 3 ZPO), hätte der Gesuchsgegner die entsprechenden Behauptungen be-
reits im vorinstanzlichen Verfahren einbringen können. Dass dies trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht möglich gewesen sein soll, wird vom Gesuchsgegner nicht darge-
legt. Entsprechend sind seine neuen Behauptungen betreffend die unrichtig aus-
gefüllten Steuererklärungen zufolge verspäteter Einbringung im Berufungsverfah-
- 29 -
ren nicht zulässig (vgl. dazu oben E. II.1.2). Auch die als Urk. 95/4-6 eingereich-
ten neuen Beweismittel haben – soweit sie die unzulässigen Tatsachenbehaup-
tungen betreffen – unberücksichtigt zu bleiben, zumal mit neuen Beweismitteln
nur zulässige Tatsachenbehauptungen bewiesen werden können. Zudem unter-
lässt es der Gesuchsgegner auch in Bezug auf die im Berufungsverfahren erst-
mals bezifferten Liegenschaftserträge des Jahres 2018 zu behaupten und glaub-
haft zumachen, dass die Bezifferung ohne Verzug geschieht. Entsprechend ist
diesbezüglich ebenfalls davon auszugehen, dass der Gesuchsgegner die Liegen-
schaftserträge 2018 bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte beziffern können,
womit auch diese Vorbringen vorliegend unberücksichtigt zu bleiben haben. Im
Übrigen vermöchte die in diesem Zusammenhang neu eingereichte Steuererklä-
rung 2018, welche offenbar erst am 1. Mai 2019 ausgefüllt wurde (vgl. Urk. 95/6
S. 4), ohnehin nicht glaubhaft zu machen, dass sich die Liegenschaftserträge im
Jahr 2018 nur noch auf Fr. 2'404.– beliefen. So hat der Gesuchsgegner in der be-
sagten Steuererklärung zwar die Zeile "6.4 Ertrag aus anderen Liegenschaften"
mit "Fr. 2'404.–" ausgefüllt. Angesichts dessen, dass die übrigen Zeilen – insbe-
sondere diejenige betreffend Abzüge für Unterhalt und Abgaben – jedoch leer ge-
lassen wurden (vgl. Urk. 95/6 S. 2) und überdies das zur Steuererklärung gehö-
rende Liegenschaftsverzeichnis nicht beiliegt (vgl. Urk. 95/6), ist der vom Ge-
suchsgegner angegebene Betrag in keiner Weise nachvollziehbar. Alles in allem
ist damit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die in den Steuererklärungen
2015-2017 deklarierten Liegenschaftserträge von durchschnittlich Fr. 5'218.– pro
Monat zum Einkommen des Gesuchsgegners hinzugerechnet hat.
5.4 Auch die gesuchsgegnerischen Beanstandungen betreffend die Be-
rechnung seines Erwerbseinkommens für das Jahr 2018 sowie ab 2019 zielen ins
Leere. Bereits vor Vorinstanz machte der Gesuchsgegner diesbezüglich geltend,
er habe sich wegen der Kinderbetreuung nicht mehr voll in seinem Unternehmen
einbringen können, weshalb für das Jahr 2018 mit einem Minderverdienst zu
rechnen sei (Urk. 26 S. 7). Substantiierte Ausführungen zu seinem in dieser Zeit
erzielten Erwerbseinkommen liess der anwaltlich vertretene Gesuchsgegner im
vorinstanzlichen Verfahren vermissen, obwohl ihm die entsprechenden Zahlen
aufgrund des Salärs, welches er sich jeweils monatlich auszahlen liess (vgl. dazu
Urk. 92 E. VIII.3.3.3 mit Verweis auf Urk. 28/3), bereits damals bekannt gewesen
- 30 -
sein mussten. Soweit er die Bezifferung des im Jahr 2018 erzielten Einkommens
im Berufungsverfahren unter Verweis auf die nunmehr vorliegende Steuererklä-
rung nachzuholen versucht, sind seine Vorbringen verspätet und daher nicht mehr
zu berücksichtigen. Nachdem auch die im Berufungsverfahren behaupteten Ver-
diensteinbussen für das Jahr 2019 unbeziffert, unsubstantiiert und unbelegt blie-
ben, kommt eine Neuberechnung seiner Erwerbseinkünfte auch ab 2019 nicht in
Frage.
5.5 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Vorinstanz – entge-
gen der Auffassung des Gesuchsgegners – bei der Berechnung seines Einkom-
mens mangels entsprechender Parteivorbringen zu Recht auf die Steuererklärun-
gen 2015-2017 abgestellt hat. Die Rüge der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung
ist demnach genauso unbegründet wie der pauschal erhobene Vorwurf der Er-
messensüberschreitung. Damit bleibt es dabei, dass auf Seiten des Gesuchsgeg-
ners mit einem monatlichen Gesamteinkommen von netto Fr. 9'889.– zu rechnen
ist.
6. Unterhaltsberechnung
6.1 Da die vorinstanzliche Unterhaltsberechnung (vgl. dazu im Einzelnen
Urk. 92 E. VIII.4) im Übrigen unbeanstandet blieb, ergeben sich unter Anpassung
der Bedarfszahlen der Gesuchstellerin folgende Unterhaltsbeiträge:
ab 21.01.2019 bis 31.05.2019
ab 01.06.2019
Erweiterter Bedarf Gesuchstellerin Fr. 3'888.– Fr. 3'388.–
- Einkommen Gesuchstellerin Fr. 1'580.– Fr. 1'580.–
Unterhaltsanspruch (gerundet) Fr. 2'310.– Fr. 1'810.–
Der Gesuchsgegner ist entsprechend zu verpflichten, der Gesuchstellerin
monatlich im Voraus auf den ersten eines jeden Monats persönliche monatliche
Unterhaltsbeiträge im obgenannten Umfang zu bezahlen.
- 31 -
6.2 Die in Dispositiv-Ziffer 11 des angefochtenen Urteils festgehaltenen
Grundlagen der Unterhaltsberechnung sind hinsichtlich des Bedarfs der Gesuch-
stellerin anzupassen. Insgesamt präsentieren sich diese demnach wie folgt:
Bedarf pro Monat und Phase: - Gesuchstellerin:
- bis 31. Mai 2019 Fr. 3'888.– - ab 1. Juni 2019 Fr. 3'388.–
- Gesuchsgegner: Fr. 3'755.– - F._ (Barbedarf): Fr. 681.–
Einkommen netto pro Monat (inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat) und Phase: - Gesuchstellerin: Fr. 1'580.– - Gesuchsgegner: Fr. 9'889.– - F._: Fr. 200.– (Kinderzulage)
Vermögen: - Gesuchstellerin: Fr. 62'000.– + AUD 34'000.– - Gesuchsgegner: Fr. 1'400'000.– (Liegenschaften)
7. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1 Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet
sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318
Abs. 3 ZPO).
7.2 Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr unangefochten auf
Fr. 7'500.– und die Entschädigung der Kinderbeiständin unangefochten auf
Fr. 5'053.40 fest (Urk. 92 Dispositiv-Ziffer 13). Hinsichtlich der Verteilung der Pro-
zesskosten erwog sie, dass diese grundsätzlich nach dem Ausgang des Verfah-
rens auferlegt würden, wobei in familienrechtlichen Verfahren eine Verteilung
nach Ermessen möglich sei. In Bezug auf die nicht vermögensrechtlichen Kinder-
belange würden die Kosten des Verfahrens gemäss obergerichtlicher Praxis –
unabhängig vom Verfahrensausgang – den Parteien je zur Hälfte auferlegt und
die Parteientschädigungen wettgeschlagen, wenn die Parteien unter dem Ge-
sichtspunkt des Kindesinteresse gute Gründe zur Antragstellung gehabt hätten.
Entsprechend sei auch vorliegend zu verfahren. Darüber hinaus sei im gegebe-
- 32 -
nen Fall zu berücksichtigen, dass die Gesuchstellerin in Bezug auf die aufwand-
mässig stark ins Gewicht fallende Unterhaltsfrage grossmehrheitlich unterliege.
Auch mit ihrem – aufwandmässig weniger stark ins Gewicht fallenden – Antrag
um Zuweisung der ehelichen Wohnung unterliege die Gesuchstellerin, wobei die-
ses Unterliegen gesamthaft auf den Entscheid über die Kinderbelange zurückzu-
führen sei. Schliesslich gelte die Gesuchstellerin auch betreffend Zusprechung ei-
nes Prozesskostenvorschusses als unterliegend, dies falle aber nur wenig ins
Gewicht. In Anwendung der genannten Praxis betreffend Kinderbelange sowie
unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs rechtfertige es sich, die Ge-
richtskosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigun-
gen wettzuschlagen (Urk. 92 E. XI).
7.3 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, die Gesuchstellerin habe "ganz si-
cher nicht" unter dem Gesichtspunkt des Kindesinteresses gute Gründe zur An-
tragstellung gehabt (Urk. 91 S. 11). In diesem Zusammenhang wirft er der Ge-
suchstellerin mitunter vor, sie übe nach wie vor physische und psychische Gewalt
gegenüber dem Sohn aus und Letzterer habe nur als Mittel zum Zweck gedient,
um vom Gesuchsgegner horrende Unterhaltszahlungen erwirken zu können (vgl.
Urk. 91 S. 11). Bei diesen Vorbringen handelt es sich um reine Behauptungen,
welche unsubstantiiert und unbelegt geblieben sind und mithin weder nachvoll-
ziehbar noch glaubhaft sind. Entsprechend vermag der Gesuchsgegner daraus
entgegen seiner Auffassung mit Bezug auf die Kostenverteilung des erstinstanzli-
chen Verfahrens nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Dasselbe gilt für die vom
Gesuchsgegner vorgetragenen Umstände hinsichtlich der Einleitung des Ehe-
schutzverfahrens, mit welchen er wiederum ohne Verweis auf entsprechende Be-
lege bloss seine subjektive Sicht der Dinge wiedergibt (vgl. Urk. 91 S. 11 f.). Auch
mit seiner weiteren Behauptung, die Gesuchstellerin lüge permanent, habe sie
doch insbesondere im Zusammenhang mit ihrem Gesuch um Zusprechung eines
Prozesskostenvorschusses sowie um unentgeltliche Rechtspflege ihr Gesamt-
vermögen von mehr als Fr. 100'000.– verschwiegen (vgl. Urk. 91 S. 12), hat der
Gesuchsgegner keine nachvollziehbaren Gründe für eine Abweichung vom
Grundsatz der hälftigen Kostenauflage betreffend nicht vermögensrechtliche Kin-
derbelange dargetan. Insgesamt ist damit nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz davon ausging, die Gesuchstellerin habe gute Gründe für ihren Rechts-
- 33 -
standpunkt hinsichtlich der Kinderbelange gehabt. Unbegründet ist ferner die ge-
suchsgegnerische Rüge, die Vorinstanz habe Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO un-
richtig angewandt und ihr Ermessen gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO überschrit-
ten (vgl. Urk. 91 S. 12). Wie gesehen, hat die Vorinstanz nämlich durchaus be-
rücksichtigt, dass die Gesuchstellerin mit ihren übrigen Anträgen grossmehrheit-
lich unterlegen ist. Sie wies aber zu Recht auch darauf hin, dass von der Kosten-
verteilung nach Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO in familienrechtlichen Verfahren
abgewichen und gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO eine Verteilung nach Er-
messen vorgenommen werden kann. Ergänzend ist festzuhalten, dass letztge-
nannte Bestimmung insbesondere erlaubt, in familienrechtlichen Prozessen auch
Billigkeitsgesichtspunkte wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in den Ent-
scheid über die Kostenverlegung einzubeziehen (BSK ZPO-Rüegg/Rüegg,
Art. 107 N 6). Wie aus dem vorliegenden Entscheid hervorgeht, ist der Gesuchs-
gegner einkommens- und vermögensmässig sehr viel besser gestellt als die Ge-
suchstellerin (vgl. oben E. II.3, II.5 und II.6.2). Unter diesem Gesichtspunkt er-
scheint es – trotz des Unterliegens der Gesuchstellerin hinsichtlich der übrigen
Streitpunkte – im Ergebnis angemessen, sämtliche Kosten den Parteien je zur
Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen. Entspre-
chend ist das vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Dispositiv-
Ziffer 14 und 15 des angefochtenen Urteils) zu bestätigen.
III.
1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf § 12
Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung
des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 3'000.– festzuset-
zen.
2. Im Berufungsverfahren umstritten waren die Unterhaltsbeiträge sowie
die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens. Auf-
wandmässig sind Letztere jedoch vernachlässigbar, weshalb für die Verteilung
der zweitinstanzlichen Verfahrenskosten einzig auf den Verfahrensausgang be-
treffend den Unterhaltsstreit abzustellen ist. Die Vorinstanz sprach der Gesuch-
stellerin – bei einer angenommenen Gültigkeitsdauer der vorliegenden Ehe-
schutzmassnahmen von zwei Jahren – Unterhaltsbeiträge von gesamthaft
- 34 -
Fr. 55'440.– zu (Fr. 2'310.– x 24 Monate). Der Gesuchsgegner beantragt im Beru-
fungsverfahren, es seien keine Unterhaltsbeiträge zuzusprechen. Auf Seiten der
Gesuchstellerin ist zufolge ihres Versäumnisses kein Rechtsstandpunkt zu be-
rücksichtigen. Zugesprochen werden Unterhaltsbeiträge von insgesamt
Fr. 45'440.– (Fr. 2'310.– x 4 Monate + Fr. 1'810.– x 20 Monate). Ausgehend von
seinem Antrag obsiegt der Gesuchsgegner damit im Berufungsverfahren zu rund
20%, weshalb die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren zu 4/5 dem Ge-
suchsgegner und zu 1/5 der Gesuchstellerin aufzuerlegen sind (Art. 106 Abs. 2
ZPO).
3. Ausgangsgemäss wäre der Gesuchsgegner grundsätzlich verpflichtet,
der Gesuchstellerin eine (reduzierte) Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 106
Abs. 2 ZPO). Da die Gesuchstellerin mit ihrer Berufungsantwort zufolge verspäte-
ter Einbringung jedoch säumig blieb, ist der dafür angefallene Aufwand nicht ent-
schädigungspflichtig. Entsprechend sind für das Berufungsverfahren keine Partei-
entschädigungen zuzusprechen.