Decision ID: ab4fcc31-0742-5d4f-ae50-129af665e8ae
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. wurde am 23. Juli 1981 in Prizren im heutigen Kosovo geboren und ist
serbischer Staatsangehöriger. Er reiste am 15. Oktober 1992 in die Schweiz ein und
erhielt eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug. Nachdem er – insbesondere
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz – mehrmals straffällig
geworden war, wurde er am 22. Februar 1999 ausländerrechtlich verwarnt. Am 31. Juli
2003 heiratete er in Prizren seine Landsfrau T.Z. (geb. 27. September 1986). Sein
Gesuch um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung wurde am 9. September 2003
unter erneuter Verwarnung – X.Y. war am 18. Februar 2003 wegen mehrfachen
Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu
drei Monaten Gefängnis, bedingt erlassen bei einer Probezeit von drei Jahren und einer
Busse von 300 Franken verurteilt worden – abgewiesen. Das Gesuch vom 14. Juni
2004 um Bewilligung des Familiennachzugs für seine Ehefrau wurde am 18. Oktober
2004 abgewiesen. Die Ehe wurde vom Kreisgericht Prizren am 31. Oktober 2006
geschieden.
Das kantonale Ausländeramt (heute Migrationsamt) verweigerte am 7. August 2008
eine weitere Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von X.Y. mit der Begründung, er
sei mehrfach straffällig geworden, habe sich als Arbeitskraft nicht bewährt, gehe seit
längerer Zeit keiner Beschäftigung nach und finanziere seinen Lebensunterhalt mit
Fürsorgegeldern. Die Rückkehr in sein Heimatland sei zumutbar. Das Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen wies den dagegen erhobenen Rekurs am
13. Februar 2009 ab. Am 29. April 2009 anerkannte X.Y. die Vaterschaft der am
11. Februar 2009 geborenen Y.P. Das Verwaltungsgericht hiess daraufhin die gegen
den Rekursentscheid erhobene Beschwerde (B 2009/24) am 9. Juli 2009 teilweise gut
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und wies die Angelegenheit zur weiteren Regelung des Aufenthalts an das
Ausländeramt zurück, welches in der Folge die Aufenthaltsbewilligung bis 2. Juni 2010
verlängerte.
B./ Vom 17. September 2009 bis 12. Januar 2010 unterzog sich X.Y. in der
Psychiatrischen Klinik Wil einer Drogenentzugstherapie. Bei Austritt war er nicht
arbeitsfähig. Am 11. Mai 2010 ersuchte er - mittlerweile als Bauarbeiter angestellt - um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Zur Beziehung zu seiner Tochter Y.P. und
deren Mutter gab er an, von ihnen etwa seit Januar 2010 nichts mehr gehört zu haben;
die ihm bekannte Telefonnummer sei ausgeschaltet worden. Sein Hausarzt bestätigte,
X.Y. erhalte in einem Drogenersatzprogramm täglich 60 Milligramm Methadon. Da
gegen X.Y. am 12. Februar 2010 unter anderem wegen schwerer Widerhandlung gegen
das Betäubungsmittelgesetz Anklage erhoben worden war, hielt das Ausländeramt das
Verlängerungsgesuch bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens pendent.
Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilte X.Y. am 14. Juli 2010 teilweise
im Zusatz zu früheren Strafbescheiden unter anderem wegen schwerer Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz – er hatte von 2005 bis 2008 mindestens 320
Gramm Heroingemisch an mehrere Abnehmer verkauft, vermittelt oder gratis
abgegeben – zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, bedingt aufgeschoben bei einer
Probezeit von fünf Jahren, und einer Busse von Fr. 500.-. Unter Anordnung von
Bewährungshilfe wurde er angewiesen, sich einer therapeutischen Behandlung
verbunden mit einer kontrollierten Drogenabstinenz zu unterziehen. Frühere, bedingt
ausgefällte Freiheitsstrafen von drei Monaten und zwei Wochen wurden vollstreckbar
erklärt und vom 13. Oktober 2010 bis zur bedingten Entlassung am 11. Januar 2011
vollzogen. Am 21. Februar 2011 trat X.Y. bei der Q. AG eine Stelle an.
C./ Am 21. März 2011 verweigerte das Migrationsamt die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung von X.Y. Das Sicherheits- und Justizdepartement (nachfolgend
Vorinstanz) wies den dagegen erhobenen Rekurs am 25. Januar 2012 ab und
entschädigte den Rechtsvertreter von X.Y. für das Rekursverfahren aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung mit 700 Franken. Zur Begründung wurde im Wesentlichen
ausgeführt, mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten sei ein
Widerrufsgrund erfüllt. Das Verwaltungsgericht habe im Urteil vom 9. Juli 2009
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festgestellt, X.Y. habe mit den zahlreichen Straftaten erheblich und wiederholt gegen
die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen und trotz der verschiedentlich unter
dem Vorbehalt künftigen Wohlverhaltens erteilten Verlängerungen der
Aufenthaltsbewilligung weitere Straftaten begangen. Bei der Abwägung der Interessen
hielt die Vorinstanz fest, X.Y. habe den vom Verwaltungsgericht geforderten Tatbeweis
nicht erbracht, da er im Strafvollzug zweimal wegen Beikonsums habe diszipliniert
werden müssen und im November 2011 eine Urinprobe positiv auf Opiate getestet
worden sei. Ende August 2010 sei er wegen Widerhandlung gegen das
Personenbeförderungsgesetz mit 60 Franken gebüsst worden. Die zahlreichen
Verurteilungen trotz Probezeiten, Untersuchungshaft und Verwarnungen sprächen
gegen eine gelungene Integration. Die Bewährung als Arbeitskraft stelle kein
besonderes Verdienst dar. In seinem Alter bestehe längst kein besonderes
Abhängigkeitsverhältnis zu den Eltern mehr. Dass er keine Kontakte im Heimatland
habe und die Sprache nicht mehr richtig spreche, sei unglaubwürdig. Die Rückkehr sei
allerdings auch ohne Beziehungsnetz zumutbar. Er lebe von seiner Tochter getrennt.
Ob er seiner Unterhaltspflicht nachkomme, gehe aus den Akten nicht hervor. Seine
Rückkehr in sein Heimatland verunmögliche den Kontakt weder zu seinen
Familienangehörigen noch zu seiner Tochter.
D./ Gegen den Rekursentscheid vom 25. Januar 2012 erhob X.Y. (nachfolgend
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. Februar 2012 und
Ergänzung vom 23. Februar 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Antrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung um ein Jahr zu verlängern und die
ausseramtliche Entschädigung für das Rekursverfahren auf mindestens 1'500 Franken
zu erhöhen. Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und –
verbeiständung wurde am 27. Februar 2012 wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde
abgewiesen. Das Bundesgericht wies die gegen diese Präsidialverfügung erhobene
Beschwerde am 24. September 2012 ab. Die Vorinstanz verwies am 30. Oktober 2012
auf den angefochtenen Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei unter
Kostenfolge abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. (...).
2. Umstritten ist die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, welche
dem Beschwerdeführer erstmals am 20. Januar 1993 zufolge Nachzugs zu seinen
Eltern erteilt und letztmals bis 2. Juni 2010 verlängert wurde.
2.1. Nach Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(Ausländergesetz; SR 142.20, abgekürzt AuG) ist die Aufenthaltsbewilligung befristet
und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Artikel 62 vorliegen.
Nach Art. 62 AuG kann die zuständige Behörde Bewilligungen, ausgenommen die
Niederlassungsbewilligung, und andere Verfügungen nach dem Ausländergesetz unter
anderem dann widerrufen, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (lit. b), erheblich oder wiederholt gegen
die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat
oder diese gefährdet (lit. c) oder eine mit der Verfügung verbundene Bedingung nicht
einhält (lit. d).
2.2. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. b AuG ist erfüllt. Als längerfristig gilt
eine bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von mehr als
einem Jahr (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.1; BGer 2C_453/2011 vom 28. November 2011
E. 2.2.1). Der Beschwerdeführer wurde am 14. Juli 2010 rechtskräftig zu einer
bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Dass die Strafe teilweise im Zusatz
zu früheren Strafen erging, ist ohne Belang, da das Gericht den Schuldspruch unter
anderem auf Art. 19 Ziff. 1 des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die
psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121, abgekürzt BetmG) in der
am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen (AS 2006 S. 3459 ff., S. 3537) und bis 30. Juni
2011 gültigen (AS 2009 S. 2623; AS 2011 S. 2959) Fassung vom 13. Dezember 2002
stützte. Danach betrug die Freiheitsstrafe in schweren Fällen nicht unter einem Jahr.
Diese Mindeststrafe galt bereits gemäss der am 1. August 1975 in Kraft getretenen
Fassung vom 20. März 1975 (AS 1975 S. 1220 ff., S. 1225), und auch die seit 1. Juli
2011 gültige Fassung von Art. 19 BetmG sieht für den schweren Fall eine
Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr vor.
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Die Vorinstanz hat im Übrigen zu Recht auf das rechtskräftige Urteil des
Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 2009 verwiesen, in welchem festgehalten wurde, der
Beschwerdeführer habe mit seinen zahlreichen, trotz der verschiedentlich nur unter
dem Vorbehalt künftigen Wohlverhaltens verlängerten Aufenthaltsbewilligungen
begangenen Straftaten die Widerrufsgründe von Art. 62 Ingress und lit. c sowie d AuG
erfüllt. An dieser Beurteilung hat sich nichts geändert. Das Vorliegen eines
Widerrufsgrundes wird in der Beschwerde denn auch zu Recht nicht bestritten.
2.3. Zu prüfen ist die Verhältnismässigkeit der Massnahme. Entsprechend den
einschlägigen rechtlichen Vorgaben (vgl. dazu nachfolgend E. 2.3.1.) sind die
öffentlichen Interessen an der Fernhaltung des Beschwerdeführers (vgl. dazu
nachfolgend E. 2.3.2.) und dessen private Interessen am weiteren Aufenthalt in der
Schweiz (vgl. dazu nachfolgend E. 2.3.3.), ausgehend von der Gewichtung im Urteil des
Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 2009, gegeneinander abzuwägen (vgl. dazu
nachfolgend E. 2.3.4.).
2.3.1. Art. 33 Abs. 3 AuG ist als "Kann"-Bestimmung formuliert und räumt der
zuständigen Behörde einen gewissen Ermessensspielraum ein. Gemäss Art. 96 Abs. 1
AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem
Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135
II 377 E. 4.3 mit Hinweisen). Da der Beschwerdeführer die Vaterschaft von Y.P., die am
11. Februar 2009 geboren wurde und Schweizerin ist, anerkannt hat und sich deshalb
auf Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) berufen kann, ist bei der
Interessenabwägung auch Art. 8 Abs. 2 EMRK zu beachten. Danach darf eine Behörde
in die Ausübung des Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens nur eingreifen,
soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft
notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl
des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum
Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten
anderer.
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2.3.2. Zu den öffentlichen Interessen an der Beendigung des Aufenthalts des
Beschwerdeführers in der Schweiz kann - was seine Verfehlungen anbelangt – auf das
Urteil des Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 2009 verwiesen werden. Hinzugekommen ist
die Verurteilung vom 14. Juli 2010, mit welcher der Beschwerdeführer wegen –
teilweise schwerer - Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig
gesprochen wurde. Das Strafgericht ging davon aus, er habe zwischen 2005 und 2008
an mehrere Abnehmer mindestens 320 Gramm Heroingemisch verkauft, vermittelt oder
gratis abgegeben sowie eine unbekannte Menge flüssigen Methadons übergeben. Es
verglich ihn mit einem süchtigen Händler, dessen Handeln der Finanzierung der
eigenen Sucht dient, aber auch auf Gewinn ausgerichtet ist. Das Verschulden wurde
als nicht mehr gering gewichtet. Straferhöhend wurden die mehreren Vorstrafen,
strafmildernd eine verminderte Zurechnungsfähigkeit aufgrund des regelmässigen
Heroinkonsums und strafmindernd das zögerliche, die Untersuchung letztlich doch
noch erleichternde Geständnis und das korrekte, anständige Verhalten im
Untersuchungsverfahren und vor Gericht gewürdigt. Der Beschwerdeführer verweist
bei der Gewichtung des Verschuldens auf seine damalige Drogenabhängigkeit. Dieser
Umstand wurde bei der Würdigung des strafrechtlichen Verschuldens und damit bei
der Strafzumessung berücksichtigt.
Bei der Würdigung des Verschuldens kommt in ausländerrechtlicher Hinsicht hinzu,
dass es sich bei den Abnehmern des Beschwerdeführers nicht nur um bereits
heroinabhängige Personen handelte, sondern er auch andere Personen dem Konsum
zuführte (vgl. act. 15/Akten Migrationsamt 637). Im Schlussbericht der Polizei vom
15. April 2009 wurde der dringende Verdacht geäussert, der Beschwerdeführer habe
wiederholt Personen zum Heroinkonsum verführt (vgl. act. 15/Akten Migrationsamt
570).
Ausländerrechtlich ist auch die Rückfallgefahr von Belang. Der Beschwerdeführer
versuchte mehrmals vergeblich, die Drogenabhängigkeit zu überwinden. Während des
bis 11. Januar 2011 dauernden Strafvollzugs wurde er nach je einer auf Opiate bzw.
Cannabis positiven Urinprobe am 20. November und 9. Dezember 2010 disziplinarisch
belangt. Weil der Vollzug des Strafrests von zwanzig Tagen keine nachhaltige
Verbesserung der Prognose erwarten liess, wurde er trotz erhöhter Rückfallgefahr
vorzeitig entlassen. Der Gefahr neuer Delinquenz werde durch eine bedingte
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Entlassung mit zusätzlicher Unterstützung der Bewährungshilfe, einer ambulanten
suchttherapeutischen Nachbehandlung und der Auflage zur Alkohol- und
Drogenabstinenz besser begegnet (vgl. act. 15/Akten Migrationsamt 703). Die im
Rahmen dieser Behandlung am 18. November 2011 abgenommene Urinprobe wurde
positiv auf Opiate getestet (vgl. act. 15/Rekursakten 8c). Das Schreiben des Hausarztes
vom 6. Februar 2012 (vgl. act. 6/8), in welchem er dem Beschwerdeführer
Rückfallfreiheit seit eineinhalb Jahren attestiert, ist unter diesen Umständen ebenso zu
relativieren wie das Vorbringen in der Beschwerde, der Beschwerdeführer lebe seit der
strafrechtlichen Verurteilung vom 14. Juli 2010 drogenfrei. Die letzten in den Akten
enthaltenen Informationen deuten jedenfalls nicht auf eine erfolgreiche Überwindung
der Heroinabhängigkeit des Beschwerdeführers hin.
Im Ausländerrecht ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch im
Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht auf den Sachverhalt im Zeitpunkt des
Beschwerdeentscheids abzustellen (vgl. BGE 128 II 145 E. 1.1.3; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 645). Aktuelle
Angaben, insbesondere ein Bericht der Bewährungshilfe - der letzte datiert vom
25. November 2011 und berücksichtigte den Rückfall noch nicht – oder
Analyseergebnisse späterer Urinproben, welche die erheblichen Zweifel am Erfolg der
Entzugsbehandlung beseitigen würden, liegen nicht vor.
Zusammengefasst wiegen die öffentlichen Interessen an der Beendigung des
Aufenthalts des Beschwerdeführers insgesamt schwer.
2.3.3. Die private Interessenlage des Beschwerdeführers hat sich seit dem Urteil des
Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 2009 nicht wesentlich verändert. Der
Beschwerdeführer gibt als Wohnadresse jene seiner Eltern an. Angesichts seines Alters
und seiner Lebensgeschichte kann der Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden, es
bestehe kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu seinen Eltern mehr. Der
Beschwerdeführer lernte seine Tochter Y.P. im Juni 2009 kennen. Den Kontakt zu
deren Mutter bezeichnete er damals als nicht schlecht, aber auch nicht gut. Im Juni
2010 gab er an, er habe von ihnen seit etwa einem halben Jahr nichts mehr gehört; die
Telefonnummer sei ausgeschaltet worden. Es ist demnach davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer keinen Kontakt zu seiner Tochter pflegt. Den Akten kann auch
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nicht entnommen werden, dass er konkrete Schritte unternommen und sich
beispielsweise um die Einräumung eines Besuchsrechts und die Leistung von Unterhalt
bemüht hätte. Etwas anderes wird im Übrigen auch in der Beschwerde nicht behauptet
Hinsichtlich der beruflichen Integration liegt ein unbefristeter Arbeitsvertrag vom
1. Januar 2012 mit der U. GmbH, deren Gesellschafter und Geschäftsführer gemäss
Handelsregistereintrag kosovarischer Bürger ist, vor. Der Hausarzt des
Beschwerdeführers schreibt am 6. Februar 2012, der Arbeitsvertrag mit der Q. AG sei
mangels Arbeit "ab 16.12.2011 nicht mehr verlängert" worden. Konkrete Hinweise
darauf, dass dieser Arbeitsvertrag aus wirtschaftlichen Gründen gefährdet war, liegen
allerdings nicht vor. Noch im Bericht der Beratungsstelle der Sozialen Dienste
Werdenberg vom 24. November 2011 wird ausgeführt, der Beschwerdeführer sei fix
angestellt und arbeite gern bei der Q. AG (vgl. act. 6/8). Die Arbeitgeberin bestätigte am
6. April 2011, der Beschwerdeführer sei "vom 21. Februar 2011 bis auf weiteres" als
Bauarbeiter angestellt (vgl. act. 15/Rekursakten 4a). Eine ordentliche Kündigungsfrist
bei der Auflösung des offenbar unbefristeten Arbeitsvertrags (vgl. Rekursbegründung
act. 15/Rekursakten 4, Ziff. 5c) scheint also nicht eingehalten worden zu sein. Zeitlich
steht der im Bericht der Bewährungshilfe vom 25. November 2011 ebenfalls noch nicht
bekannte und berücksichtigte Stellenwechsel in relativ engem Zusammenhang mit der
positiv auf Opiate getesteten Urinprobe. Ein Kündigungsschreiben oder eine Äusserung
der früheren Arbeitgeberin zu den Gründen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit
dem Beschwerdeführer liegen nicht vor.
Die persönlichen Umstände einer Rückkehr des Beschwerdeführers, der serbischer
Staatsangehöriger ist, in seine Heimat haben sich im Vergleich zu jenen, welche im
Urteil des Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 2009 vorlagen, nicht wesentlich verändert.
Insbesondere ist – was sich auch aus der Beschwerde ergibt, in welcher allerdings von
"Mazedonien" die Rede ist – davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner
Heimat über ein – allenfalls eher schwaches – verwandtschaftliches Beziehungsnetz
verfügt und dass er mit den dortigen Lebensumständen aufgrund seiner früheren
Aufenthalte einigermassen vertraut und ihm die Muttersprache nicht fremd ist. Der
Beschwerdeführer verfügt über eine schulische Grundausbildung, Sprachkenntnisse
sowohl in Deutsch als auch in seiner Muttersprache und einige praktische
Berufserfahrung. Auch die objektiven Umstände haben sich seit dem Urteil vom 9. Juli
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2009 nicht verändert. Die Schweiz hat den Kosovo bereits am 27. Februar 2008 als
unabhängigen Staat anerkannt (vgl. http://kosovo.org). Die Frage, wo sich seine
Verwandten aufhalten und ob gegebenenfalls eine Rückkehr des Beschwerdeführers,
der serbischer Staatsangehöriger ist, nach Prizren, das im albanisch geprägten Süden
des Kosovo liegt, möglich ist, wurde weder im früheren Verfahren noch im aktuellen
Beschwerdeverfahren aufgeworfen (vgl. auch BGer 2C_93/2011 vom 26. Juli 2011 zu
VerwGE B 2010/153 vom 16. Dezember 2010).
2.3.4. Das Verwaltungsgericht hat im Wesentlichen aus den bis zum Zeitpunkt des
Urteils am 9. Juli 2009 ergangenen strafrechtlichen Verurteilungen des
Beschwerdeführers und dessen persönlicher und beruflicher Integration in der Schweiz
in jenem Zeitpunkt auf ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Beendigung
des Aufenthalts des Beschwerdeführers geschlossen. Es hat berücksichtigt, dass er
vorab im Zusammenhang mit seiner Betäubungsmittelabhängigkeit delinquierte, seit
seinem zehnten Lebensjahr in der Schweiz lebte und in seiner Heimat kaum
persönliche Beziehungen hat. Es sei nachvollziehbar, dass die Drogensucht vor dem
Hintergrund des hiesigen Therapieangebots nicht adäquat behandelt werden könne.
Selbst unter Berücksichtigung dieser Umstände beurteilte das Verwaltungsgericht eine
Verweigerung der weiteren Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung jedoch als
verhältnismässig. Mit Blick auf diese Erwägungen vermögen deshalb die Vorbringen in
der Beschwerde, wonach der Beschwerdeführer seit seinem zehnten Lebensjahr in der
Schweiz lebe, seine Kernfamilie – teilweise mit Schweizer Bürgerrecht – hier lebe, er
praktisch keine verwandtschaftlichen Beziehungen mehr zu seinem Heimatland habe,
die Muttersprache nicht mehr richtig beherrsche, die Delinquenz einzig und allein in der
Drogensucht begründet gewesen sei und ihm mit einer Ausweisung die gesamte
wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Lebensgrundlage entzogen werde, am
Ergebnis der Interessenabwägung nichts zu ändern. Dies gilt umso mehr, als im
Zeitpunkt des Urteils vom 9. Juli 2009 zwar ein polizeilicher Schlussbericht, aber weder
eine Anklageschrift noch ein rechtskräftiges Strafurteil zum Vorwurf der schweren
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vorlagen.
Die Gutheissung der Beschwerde durch das Verwaltungsgericht am 9. Juli 2009 stützte
sich auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer am 29. April 2009 – also im Lauf des
Beschwerdeverfahrens - Y.P. als seine Tochter anerkannte und noch unklar war,
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inwiefern er seinen Unterhaltspflichten nachkommen und einen persönlichen Kontakt
zu seiner Tochter pflegen würde. Aus dem Umstand, dass der weitere Aufenthalt als
"Probezeit" bezeichnet wurde, war deshalb nicht abzuleiten, dass die Überwindung der
Drogenabhängigkeit und ein straffreies korrektes Verhalten für eine spätere erneute
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung genügen würden. Nur zusammen mit einer
gelebten Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Tochter könnte die
Verweigerung der Verlängerung sich allenfalls als unverhältnismässig erweisen.
Hintergrund ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach dem nicht
sorgeberechtigten ausländischen Elternteil dann ein Aufenthaltsrecht zusteht, wenn
zwischen ihm und seinem in der Schweiz lebenden Kind in wirtschaftlicher und
affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht (positives
Anspruchselement) und er sich in der Schweiz tadellos verhalten hat (negatives
Anspruchselement; vgl. BGer 2C_382/2012 vom 7. Dezember 2012 E. 2.3 mit Hinweis
auf BGE 120 Ib 1 E. 3c und die Rechtsprechung der EMRK-Organe).
Die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Tochter Y.P. ist grundsätzlich durch
Art. 8 EMRK geschützt, auch wenn er nicht sorgeberechtigt ist und zu deren Mutter
keine Beziehung mehr pflegt. Vorausgesetzt werden allerdings Umstände, welche auf
eine ausreichend konstante Beziehung und enge persönliche Bindungen,
beispielsweise Beziehungen von einem Kind zu seinem natürlichen Vater bei dessen
erkennbarem Interesse und Verantwortungsbewusstsein für das Kind vor und nach der
Geburt, hinweisen. Unter Umständen genügen auch potentielle Beziehungen, die sich
erst entwickeln, und zwar vor allem dann, wenn die bisher nicht bestehende Beziehung
dem Beschwerdeführer nicht zugerechnet werden kann (vgl. J. Meyer-Ladewig, EMRK
Handkommentar, 3. Aufl. 2011, N 51 zu Art. 8 EMRK mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung). Da der Beschwerdeführer unbestrittenermassen seit anfangs 2010
keinen Kontakt mehr zu seiner Tochter hat, stellt eine Rückkehr in seine Heimat
diesbezüglich keine Änderung dar. Der nicht sorgeberechtigte Beschwerdeführer hat
sich weder um die Einräumung eines Besuchsrechts bemüht noch leistet er Unterhalt.
Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung sind unter diesen
Umständen selbst dann nicht erfüllt, wenn sich der Beschwerdeführer seit dem Erlass
des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 2009 tadellos verhalten haben und –
wie in der Beschwerde geltend gemacht wird – den entsprechenden Tatbeweis
erbracht und sich von Drogensucht und Delinquenz "losgesagt" haben sollte. Inwieweit
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die Ausführungen des Hausarztes vom 6. Februar 2012, wonach der Beschwerdeführer
"nun wirklich seinen bisherigen Weg verlassen" habe und "auf dem Pfad einer
regelmässigen Arbeit wander[e] und die Abstinenz von Drogen durchhalte", zutreffen,
kann offen bleiben, umso mehr als sie nicht durch entsprechende Analyseergebnisse
belegt werden und die letzte aktenkundige Analyse einer Urinprobe auf Opiate positiv
verlief (vgl. oben E. 2.3.2.). Die Vaterschaft ist unter diesen Umständen nicht geeignet,
am Ergebnis der Interessenabwägung, wie sie das Verwaltungsgericht bereits im Urteil
vom 9. Juli 2009 grundsätzlich vorgenommen hat, etwas zu ändern. Den Kontakt zu
seinen Familienangehörigen in der Schweiz kann der Beschwerdeführer mit den
modernen Kommunikationsmitteln und Besuchen aufrecht erhalten.
Mit Blick auf die Ferienaufenthalte und die Heirat im Jahr 2003 in Prizren ist nicht
davon auszugehen, dass die Rückkehr in den Süden des Kosovo für den
Beschwerdeführer, der serbischer Nationalität ist, zu besonderen Schwierigkeiten
führen wird. Insbesondere werden dazu in der Beschwerde keine Ausführungen
gemacht. Allein die verklausulierte Suiziddrohung im Schreiben des Hausarztes vom
6. Februar 2012, der Beschwerdeführer werde die Rückreise wahrscheinlich nie
antreten und sich ein Leid antun, kann mangels konkreter Angaben zu psychischen
Erkrankungen und deren Behandlung am Ergebnis der Interessenabwägung, welche
mit jenem im Urteil des Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 2009 übereinstimmt, nichts
ändern.
3. Die Abweisung des Gesuchs des Beschwerdeführers um Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erweist sich deshalb als recht- und
verhältnismässig. Die Beschwerde ist dementsprechend unbegründet. Sie ist
abzuweisen.
4. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erachtet die ihm aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung für das Rekursverfahren zugesprochene Entschädigung als
willkürlich tief. Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten gemäss Art. 98
Abs. 2 VRP entschädigt, soweit sie angemessen erscheinen. In erstinstanzlichen und in
Einspracheverfahren werden gemäss Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP in der Regel keine
ausseramtlichen Kosten zugesprochen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Verwaltungsbehörden pauschal Fr. 500.- bis Fr. 6'000.- (Art. 22 Abs. 1 lit. a
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der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, abgekürzt
HonO). Bei unentgeltlicher Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel
herabgesetzt (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, abgekürzt AnwG).
Der Rechtsvertreter hat im Rekursverfahren keine Kostennote eingereicht. Die
Vorinstanz hat die Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung auf
Fr. 700.- zuzüglich Mehrwertsteuer festgesetzt. Zusammen mit der dem
Rechtsvertreter im Verfahren vor Migrationsamt zugesprochenen Entschädigung aus
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung von Fr. 1'127.- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) ergibt sich eine Entschädigung in beiden Verfahren von knapp
Fr. 1'900.- (inklusive Mehrwertsteuer). Die im Rekursverfahren zugesprochene
Entschädigung erscheint unter diesen Umständen jedenfalls im Ergebnis nicht als
offensichtlich unhaltbar. Ebensowenig steht sie in klarem Widerspruch zur
tatsächlichen Situation – die Vorinstanz weist auf die mit der beim Migrationsamt
eingereichten Stellungnahme weitgehend übereinstimmende Rekursbegründung hin –
oder verletzt in krasser Weise eine Norm, einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz oder
den Gerechtigkeitsgedanken. Der Vorwurf der Willkür erweist sich deshalb als
unbegründet. Welche Bedeutung dem von der Vorinstanz angewendeten Art. 26 lit. a
HonO, wonach das als Pauschale bemessene Honorar im schriftlichen
Rechtsmittelverfahren 20 bis 50 Prozent beträgt, im Verwaltungsjustizverfahren
zukommt, kann offen bleiben.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom
Beschwerdeführer zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP). Mangels
Anspruchs des Gemeinwesens auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 176), kann dem
Antrag der Vorinstanz auf "Kostenfolge", welcher ein Begehren auf
Parteientschädigung beinhaltet (vgl. P. Oberhammer [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO,
Basel 2010, N 3 zu Art. 105 ZPO), nicht entsprochen werden.