Decision ID: f2e4ea4f-3f38-4b04-8c45-61e6f49c93b0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, war
seit dem
1.
Juni 1998 als
LKW-
Chauffeur bei
der
Y._
GmbH
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
2.
Januar 2016
überholte der Fahrer eines Personenwagens
(PW)
der Marke BMW einen P
W der Marke Mercedes, überfuhr dabei die
Sicher
heitslinie
und verlor
d
ie Kontrolle über sein Fahrzeug.
Daraufhin
stiess
der
PW
der Marke BMW frontal mit dem
PW
des Versicherten der Marke Peugeot
zu
sammen
. In der Folge
kollidierte
der PW
des Versicherten
auch mit dem PW
der Marke Mercedes
(
vgl.
Schadenmeldung UVG vom
4.
Januar 2016,
Urk.
8/1
; vgl. auch
Urk.
8/19
)
.
Die erstbehandeln
de
Dr.
med.
Z._
des Spitals
A._
stellte
im
Zeugnis
vom
2.
Januar 2016
(1) eine «gutartige» Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), (2) eine Wunde an der Kopfhaut und (3) eine Kontusion des Knöchels fest (
Urk.
8/2).
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Am 1
5.
Februar 2016 nahm der Versicherte die Arbeit bei der
Y._
GmbH wieder auf (Urk.
8/14).
Ab dem
8.
Mai 2017 war er erneut
arbeitsunfähig. Am 1
8.
Juli 2017
wurde er
im Bereich der HWS
operiert (
Urk.
8/41).
Am
9.
November 2017 gab Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt
für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, eine Beurtei
lung ab (
Urk.
8/55). Mit Verfügung v
om 17.
November 2017 stellte die Suva
die Versicherungsleistungen per 2
8.
Februar 2017 ein (
Urk.
8/58).
Die dagegen vom Versicherten am 2
0.
November 2017 erhobene Einsprache (
Urk.
8/67/2;
vgl.
auch
Einspracheergänzung
vom 6.
Dezember 2018,
Urk.
8/71) wie
s die Suva mit Entscheid vom 1
9.
September 2019
(
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
2
3.
Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Beschwerdege
gnerin zu verpflichten, ihm
für die Zeit ab dem
1.
März 2017 weiterhin
die
gesetzlichen
Leistungen auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Beschwerdeergänzung oder
um
Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2).
Das Gericht hielt in der Verfügung vom 2
9.
Oktober 2019 fest, dass die Beschwerde den Anforderungen von
§
18
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) genüge. Es bestehe daher kein Anlass, eine Na
chfrist im Sinne von
§
18
Abs.
3
GSVGer zu gewähren. Der Beschwerdeführer könne sich in einem zweiten Schriftenwechsel noch einmal äussern (
Urk.
5).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2019 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Eingabe vom 3
1.
März 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er auf eine Stellungnahme
(Replik)
verzichte (
Urk.
13). Dies wurde
der Beschwerdegegnerin am
8.
April
2020 zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungs
leis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Inte
grität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund
heitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sam
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und
keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
gen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
gemäss der nachvollziehbaren Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
B._
nach dem Unfallereignis vom
2.
Januar 2016 keine strukturellen traumatischen Schädi
gungen im HWS-Bereich festgestellt und der Status quo sine s
pätestens am 1
4.
September 2016
erreicht gewesen sei.
Die Leistungseinstellung per Ende Februar 2017 sei demnach nicht zu beanstanden
(
Urk.
2 S. 6 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
die Ende
Februar 2017 noch vorhandenen
HWS-Beschwerden
auf
den Unfall vo
m
2.
Januar 2016 zurückzuführen seien. Der
Unfall vom
2.
Januar 2016
habe
eine
struktu
relle, objektiv nachweisbare
Läsion an der HWS
bewirkt.
Es sei von
einer
richtung
gebenden Verschlimmerung
auszugehen
.
Sollte sich dies nicht nachweisen lassen,
sei davon auszugehen, dass die unfall
bedingten Beeinträchtigungen an der vorgeschädigten HWS
noch nicht
abgeheilt seien
. Die Leistungseinstellung per Ende Februar
2017
sei
daher
unrechtmässig (
Urk.
1 S. 4
f.
).
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
C._
von der Abteilung für Neurochirurgie des Spitals
D._
erklärte im
an
Dr.
med.
E._
(Hausarzt)
gerichteten
Bericht vom 2
4.
Juni 2016, dass der Beschwerdeführer seit einigen Jahren über chronische, invalidisierende Schmerzen im Bereich des Nackens un
d der
Schul
tern klage. Ein Hinweis auf eine Nervenwurzelpathologie liege nicht vor. Das im März 2016 durchgeführte MRI
der HWS
habe eine mehrsegmentale
Discarthrose zwischen C4 und C7 mit
osteophyter
Reaktion gezeigt. Es sei eine mässige Wirbelkanalstenose vorhanden. Hinweise auf eine Myelopathie
seien nicht gege
ben
. Aktuell sei ein operativer Eingriff nicht indiziert. Die Wirbelkan
alstenose solle überwacht
und
spätestens
in
18 Monaten ein weiteres
MRI durchgeführt werden (
Urk.
8/22
/2; vgl. auch
Urk.
8/55/1
).
3.2
Dr.
F._
führte im
Gutachten
vom
1
4.
September 2016
zuhanden der
InterEurope
AG (Versicherung in Frankreich) aus, dass
die
nach dem Unfall
ereignis vom
2.
Januar 2016
zunächst
durchgeführte
n Untersuchungen keinen Hinweis auf eine
o
steoartikuläre
Fraktur
ergeben
hätten.
Die medizinische Ver
sorgung
habe
drei Klammern
im Bereich der Wunde
an der Kopfhaut
und
das Tragen einer
zervikalen Halskrause vom
2.
b
is
zum
9.
Januar
2016
umfasst
.
Vom
2.
bis zum
9.
Januar 2016 sei eine Periode
vorübergehender und partieller Behin
derung in den persönlichen Tätigkei
ten der Klasse II
gegeben.
Vom 10.
Januar 2016 bis zum D
atum der Konsolidierung habe
eine Periode der vorübergehenden und partiellen Behinderung der Klasse I
bestanden
.
Vom
2.
Januar bis zum 1
4.
Februar 2016
sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Die Wiederaufnahme
der Arbeit
sei unter den
früheren
Bedingungen
ohne spezielle Anpassung
erfolgt.
Eine
Auswirkung der Folgeschä
den auf die berufliche Tätig
keit
sei damit
zu verneinen
.
Angesichts der
Anamnese, der klinischen
Unter
suchung und
der Abwesenheit eines anrechenbaren Therapieplans (assozii
erte degenerative Läsionen) werde
das Datum der medizinisch-versicherungs
rech
t
li
chen Konsolidierung auf den
2.
Juli
2016, also sechs Monate nach dem ursprün
glichen
Ereignis, festgelegt. Es bestehe
am heutigen Tag noch eine gewisse Behinderung im
HWS-Bereich
, die i
n die Schultern ausstrahlen könne
. In den
anderen unfallbedingt
traumatisierten
Bereichen
sei
abgesehen von der Wu
nd
narbe im Bereich der Kopfhaut
kein
klinisch
festst
ellbarer Folgeschaden
gegeben
.
Der
permanente physische und psychische Integritätsschaden
aufgru
nd der kli
nisch festgestellten
Funktionseinschränkung
betrage
2
%
. D
ies im
Wesentli
chen
für die
Schädigung im zervikalen Bereich. D
as erlittene Leid berücksichtige
das ursprüngliche Trauma und alle Behandlungen
bis zur Konsolidierung. Es werde
auf 1,5/7 geschätz
t. Die Narbe im Kopfbereich sei praktisch unsichtbar. Der
ästhetische Schaden betrage
daher 0,5/7 (
Urk.
8/35/6-7
).
3.3
Prof.
C._
gab im Bericht vom 1
5.
Mai 2017 zuhanden von
Dr.
E._
an, dass
sich im aktuellen MRI im
Zervikalkanal
zwischen C4 und C7 eine
Listhesis
C7-T
1 und eine
synoviale
kompressive
Zyste
zeige.
Ein chirurgischer
Eingriff zwecks Dekompression des Rückenmarks zwischen C4 und C7 mit
dorsaler
Stabilisierung zwi
schen C3 und Th1 sei nun indiziert
(
Urk.
8/44/2
; vgl. auch
Urk.
8/55/2
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid in medizi
ni
scher Hinsicht im Wesentlichen auf di
e Beurteilung von Kreisarzt Dr.
B._
vom
9.
November 2017 (
Urk.
8/55
).
4.2
Kreisarzt
Dr.
B._
legte in dieser Beurteilung dar,
dass die Verletzung der HWS
am
Unfalltag
als «gutartig»
beurtei
lt und bei der CT-Abklärung am
6.
Januar 2016
keine unfallkausalen strukturellen Schädigungen zur Darstellung
gelangt
seien. Es seien
hingegen vorbestehende degenerative Veränderungen der HWS
festgestellt worden
. Prof.
C._
habe am 2
4.
Juni
2016 ein MRI der HWS zur Verfügung
gestanden
.
Auch e
r
habe
hier keine unfallkau
salen strukturel
len Schädigungen
,
sondern mehrsegmentale degenerative Veränderungen
erkannt. Prof.
C._
habe
wegen der relativen Spinalkanalenge eine spätere Kontrolle
empfohlen. Dies
habe den
Hintergrund
der Untersu
chu
ng durch
Dr.
F._
vom
1
4.
September
2016
gebildet
, der zu diesem Zeitpunkt
Unfallfolgen ausge
schlossen habe.
Die weitere
Dokumentation ab März 2017 zeige
den natürliche
n Verlauf der degenerativen Ver
änderungen, ohne dass durch eine rasche Pro
gre
dienz eine Unfallkausalität zu vermuten wäre.
Die
geltend gemachten Beschwer
den an der HWS
seien nicht
mit überwiegender Wahr
scheinlich
keit auf das Ereignis vom
2.
Januar 2016 zurückzuführen.
Die heutigen Beschw
erden, die im Mai 2017 zur Operationsindika
tion geführt
hätten, seien
degenerativ bedingt.
Der Status quo sine sei
gem
äss der Beurteilung von Prof.
C._
wohl bereits am 2
4.
Juni 2016, s
pätestens
jedoch
bei der Untersuchu
ng durch
Dr.
F._
am 1
4.
Septem
ber 2016 erreicht gewesen (Urk.
8/55/2-3
).
4.3
D
iese Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
B._
ist
nachvollziehbar und findet in den vorliegenden medizinischen Akten ihre Stütze.
So hat insbesondere auch Dr.
F._
, auf
den
sich der Beschwerdeführer im Einsprach
everfahren berufen hat (
Urk.
8/71
), den Zeitpunkt der medizinisch-versicherungsrechtlichen
«
Kons
o
lidierung»
nach dem Unfall vom
2.
Januar 2016
bereits auf den
2.
Juli 2016 festgelegt. Aus dem Umstand, dass
Dr.
F._
nach französischem Recht von einem Integritätsschaden von
2
%
, einem erlittenen Leid von 1,5/7
und einem
ästhetischen Schaden
von 0,5/7
ausging
(vgl. E. 3.2
)
, kann der Beschwerdeführer
im vorliegenden Verfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Im Weiteren be
merkte die Beschwerdegegnerin zu Recht
(
Urk.
7 S. 3),
dass eine
signifikante und damit dauernde Vers
chlimmerung einer vorbestehenden
degenerativen Schädi
gung der Wirbelsäule rechtsprechungsgemäss nur dann als durch einen Unfall hervorgerufen angesehen werden kann, wenn die
Radioskopie
ein plötzliches Zu
sammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von Verlet
zungen a
ufgrund eines Traumas aufzeigt.
Medizinisch ist lediglich von einer vor
übergehenden Verschlimmerung auszugehen, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende
Spondylarthrose
,
Spondylose oder eine andere degenerative Wirbelsäulenerkrankung symptoma
tisch wird
.
Die zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbel
säu
lenerkrankung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrak
turen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vor
über
gehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, beträgt nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr
(Urteil des Bun
des
gerichts 8C_726/2010 vom 19.
November 2
010 E. 3.4 mit Hinweisen auf
medi
zinische Fachliteratur).
Da i
m
CT
vom
6.
Januar 2016 und im MRT vom 1
0.
März 2016 keine traumatischen ossären/
strukturellen Schädigungen
der HWS
festge
stellt wurden
(
Urk.
8/16/2 und
Urk.
8/35/4)
, ist
vorliegend
nicht von einer
durch
den Unfall vom
2.
Januar 2016
verursachten
richtunggebenden Verschlimme
rung der
HWS-Beschwerden
auszugehen.
Schliesslich
ist darauf hinzuweisen,
das
s sich die Argumentation des Beschwerdeführers
, wonach die
im März
2017
noch vorhandenen
HWS-Beschwerden auf den Unfall vom
2.
Januar 2016 zurückzu
führen seien, im Wesentlichen in der Figur
«
post
hoc ergo
propter
hoc
»
erschöpft. Dabei wird eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
Auf die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
B._
kann demnach abgestellt werden. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
5
.
Dass die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen per 2
8.
Februar 2017 eingestellt hat, ist
demzufolge
nicht zu beanstanden.
Der angefocht
ene Entscheid erweist sich
als rechte
n
s, was zur Abweisung der Beschwerde führt.