Decision ID: 4ddf4a48-b105-514a-98ed-d5da8e4d0261
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die am 14. März 2008 in St. Gallen verstorbene M.K. bekundete in ihrer letztwilligen
Verfügung vom 10. Dezember 2007, dass nach Berücksichtigung der Vermächtnisse
mit dem gesamten übrigen Nachlass eine Stiftung unter dem Namen St. Galler
Katzenstiftung mit Sitz in Wil zu errichten sei. Am 29. August 2008 wurde die Errichtung
der Stiftung öffentlich beurkundet. Als Mitglieder des ersten Stiftungsrats wurden W. B.
und F. bestimmt. Am 1. September 2008 wurde die Stiftung in das Handelsregister
eingetragen und mit Verfügung vom 15. Oktober 2008 der Aufsicht der Ostschweizer
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BVG- und Stiftungsaufsicht unterstellt. Die Stiftung war bei der Errichtung mit einem
Nachlassvermögen von Fr. 90'000.-- dotiert. Am 12. September 2008 veräusserte sie
zwei Liegenschaften in St. Gallen zum Preis von Fr. 230'000.--. Die Stiftung bezweckt
den Schutz von Haus- und Wildkatzen. Sodann soll dem Besitzer der beiden Katzen
der Erblasserin, Jenny und Sascha, jährlich ein Betrag von Fr. 1'000.-- pro Katze für
den Unterhalt bezahlt werden, solange die Katzen leben. Ausserdem soll jährlich ein
Betrag von Fr. 2'000.-- an vier Institutionen (Aktive Tierschutzgruppe Salez,
Katzenfreunde Arbon und Umgebung, Tierheim Gals, Tierhilfe Zodiac) ausbezahlt
werden.
Am 23. Oktober 2008 ersuchte die Stiftung durch W. um Befreiung von der
Steuerpflicht. Das kantonale Steueramt wies dieses Begehren mit Verfügung vom
6. November 2008 ab. Eine von der Stiftung erhobene Einsprache wurde vom
kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 24. Dezember 2008 abgewiesen.
B./ Mit Eingaben vom 29. Januar und 4. März 2009 erhob die Stiftung durch ihren
Präsidenten W. Rekurs mit dem Antrag, die Verfügung des kantonalen Steueramts vom
6. November 2008 sei aufzuheben und die Stiftung sei rückwirkend ab dem Zeitpunkt
der Gründung von der Gewinn- und Kapitalsteuer zu befreien, eventuell sei das
kantonale Steueramt anzuweisen, eine Spartenrechnung zu führen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 22. Oktober
2009 ab. Sie erwog, der Zweck "Schutz von Haus- und Wildkatzen" falle in den Bereich
des Tier- oder Artenschutzes, welcher von der Allgemeinheit als förderungswürdig
erachtet werde. Entgegen der Auffassung des kantonalen Steueramts sei die
Zweckformulierung nicht zu allgemein gehalten. Im Zweckartikel würden vier
verschiedene zu unterstützende Institutionen namentlich aufgeführt. Diese setzten sich
allesamt für den Tierschutz und insbesondere für den Schutz von Hauskatzen ein. Mit
den Zahlungen an diese Institutionen werde der Zweck "Schutz von Haus- und
Wildkatzen" zumindest teilweise konkret verwirklicht. Da auch andere Institutionen
begünstigt werden könnten, liege ein offener Destinatärkreis vor. In diesem Punkt liege
Uneigennützigkeit vor. Die Zweckbestimmung bezüglich des Unterhalts der beiden
Katzen der Erblasserin Jenny und Sascha sei hingegen nicht gemeinnützig. Darin liege
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ein eigenständiger Stiftungszweck. Die Unterhaltszahlungen seien zwar uneigennützig,
aber nicht im Interesse der Allgemeinheit. Zudem müsse die Zwecksetzung auch
tatsächlich verwirklicht werden. Die bloss statutarische Proklamation einer
steuerbefreiten Tätigkeit genüge nicht. Die Stiftung habe im Jahr 2008 und 2009
Zahlungen gemäss dem Stiftungszweck geleistet. Neu gegründeten Institutionen sei
eine Anlauffrist zu gewähren. Das Vermögen der Stiftung sei genügend gross, um eine
zweckentsprechende Tätigkeit zu ermöglichen. Die finanziellen Leistungen von jährlich
Fr. 4'000.-- seien erheblich, zumal die Stiftung erst vor zwei Jahren errichtet worden
sei. Es stelle sich die Frage, ob die Anforderungen an eine teilweise Steuerbefreiung
bzw. Spartenrechnung erfüllt seien. Eine teilweise Steuerbefreiung greife, wenn die
nicht im Zusammenhang mit der steuerprivilegierten Tätigkeit stehende Aktivität
untergeordnet sei. Voraussetzung sei zudem, dass der steuerbefreite und der
steuerpflichtige Bereich organisatorisch und rechnerisch getrennt seien. Nach den
Statuten sei vorrangig der Unterhalt der beiden Katzen der Stifterin sicherzustellen und
deren neuer Pflegeplatz zu kontrollieren. Gemäss Stiftungsurkunde dürfen neben den
Erträgnissen jährlich bis zu Fr. 4'000.-- des Kapitals verbraucht werden. Davon werde
jährlich rund die Hälfte den beiden Katzen zugewendet. Dieser Zweck sei daher
gegenüber dem Zweck "Schutz von Haus- und Wildkatzen" übergeordnet. Ausserdem
lasse sich aus den eingereichten Unterlagen keine organisatorische und rechnerische
Trennung der beiden Bereiche erkennen. Beispielsweise müsste eine getrennte Bilanz-
und Erfolgsrechnung vorliegen sowie ein eigenes Einzahlungskonto für den
gemeinnützigen bzw. den öffentlichen Bereich vorhanden sein. Zusammenfassend sei
festzuhalten, dass der massgebende Hauptzweck der Stiftung im Unterhalt der Katzen
Jenny und Sascha liege und nicht gemeinnützig sei. Zudem könne im heutigen
Zeitpunkt keine Spartenrechnung gewährt werden. Damit seien die Voraussetzungen
für eine Steuerbefreiung der Stiftung nicht erfüllt. Der Rekurrentin bleibe es aber
unbenommen, nach dem Tod der beiden Katzen ein neues Gesuch um Steuerbefreiung
zu stellen.
C./ Mit Eingabe vom 11. Dezember 2009 (Poststempel) erhob die St. Galler
Katzenstiftung durch ihren Präsidenten Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Antrag, der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 22. Oktober 2009 und
die Verfügung des Kantonalen Steueramts vom 6. November 2008 seien aufzuheben,
die Stiftung sei rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Gründung von der Steuerpflicht zu
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befreien, eventualiter sei das Kantonale Steueramt anzuweisen, eine Spartenrechnung
zu führen. In der Beschwerde wird vorgebracht, der bisher angenommene und dem
Entscheid zugrunde gelegte Sachverhalt müsse berichtigt bzw. korrigiert werden. Die
Stiftung als letztwillig eingesetzte Erbin sei ursprünglich davon ausgegangen, dass die
beiden Katzen zum Nachlass gehörten und somit ins Eigentum der Stiftung
übergegangen seien. Mittlerweile habe sich aber herausgestellt, dass die Katzen zu
Lebzeiten der Erblasserin definitiv abgegeben worden seien. Damit sei die Erblasserin
am Todestag nicht mehr Eigentümerin der Katzen gewesen, und die Stiftung habe es
infolge Universalsukzession auch nicht mehr werden können. Folglich seien die
testamentarisch auferlegten Verpflichtungen obsolet geworden bzw. bereits obsolet
gewesen. Dies sei sich der Stiftungsrat zum seinerzeitigen Zeitpunkt noch nicht
bewusst gewesen. Die beiden Willensvollstrecker und die Thurgauer Katzenfreunde als
Vermächtnisnehmer hätten daher keine Verpflichtung, einen neuen Platz für die beiden
Katzen und einen neuen Besitzer zu suchen. Der Auffassung der Rekursinstanz und der
Steuerbehörde, der für die Steuerpflicht massgebende Hauptzweck der Stiftung liege
im Unterhalt der Katzen Jenny und Sascha, sei somit aufgrund des tatsächlich anderen
Sachverhalts die Grundlage entzogen worden. Weiter würde eine Besteuerung der
Erbschaft von ca. Fr. 100'000.-- mit einer Erbschaftssteuer von 30 Prozent die
verfassungsmässige Eigentumsfreiheit und das Verbot "fiskalischer Überbesteuerung"
verletzen. Zudem würden beide Bereiche getrennt geführt. Auf die weiteren Vorbringen
wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 8. Januar 2010 die Abweisung
der Beschwerde. Sie hält fest, es sei keinesfalls klar erwiesen, dass die
Unterhaltspflicht für die beiden Katzen nicht bestehe.
Das Kantonale Steueramt beantragt in seiner Vernehmlassung vom 14. Januar 2010 die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Es macht ebenfalls geltend, es scheine
keineswegs erwiesen zu sein, dass die Unterhaltspflicht für die beiden Katzen obsolet
geworden sei. Vielmehr sei diese Frage offenbar noch Gegenstand von laufenden
Abklärungen. Falls die Statuten nicht mit der tatsächlichen Tätigkeit resp.
Zwecksetzung der Stiftung übereinstimmen würden, seien sie den tatsächlichen
Gegebenheiten anzupassen. Eine Steuerbefreiung einer Stiftung aufgrund von
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Gemeinnützigkeit werde nur gewährt, wenn die statutarische Zwecksetzung wie auch
die tatsächliche Tätigkeit gemeinnützig seien.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz
und des Beschwerdegegners Stellung zu nehmen. Sie äusserte sich aber nicht mehr
dazu.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert, und die Beschwerdeschrift vom 11. Dezember
2009 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196
Abs. 1 und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin beantragt eine öffentliche Verhandlung. Eine solche wird
nach Art. 55 VRP durchgeführt, wenn sie zur Wahrung der Parteirechte notwendig ist
oder zweckmässig erscheint. Im vorliegenden Fall konnte die Beschwerdeführerin
sämtliche tatsächlichen und rechtlichen Vorbringen in der Beschwerdeschrift geltend
machen. Zur Wahrung der Parteirechte erweist sich eine öffentliche Verhandlung nicht
als notwendig. Auch besteht aufgrund übergeordneter Vorschriften kein Anspruch auf
eine öffentliche Verhandlung; das Verfahren in ordentlichen Steuerangelegenheiten fällt
nicht unter Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (vgl. statt vieler
Ulrich Cavelti, in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd.
I/IIb, 2. Aufl., Basel 2008, N 3a zu Art. 142 DBG). Dem Begehren um Durchführung
einer öffentlichen Verhandlung ist daher nicht stattzugeben.
3. Die Beschwerdeführerin bringt im Beschwerdeverfahren neue Tatsachen vor. Diese
haben sich vor Abschluss des Rekursverfahrens verwirklicht und waren der Vorinstanz
nicht bekannt. Diese Tatsachen dürfen vor Verwaltungsgericht grundsätzlich
vorgebracht werden und sind entsprechend zu würdigen (sog. unechte Noven; vgl.
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz.
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643). Zudem sind im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht in Steuersachen
entgegen der allgemeinen Regel von Art. 61 Abs. 3 VRP sogar neue Anträge zulässig
(Art 196 Abs. 2 StG; GVP 1982 Nr. 23; Weidmann/Grossmann/ Zigerlig, Wegweiser
durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 396). Daher wird im
Beschwerdeverfahren in Steuersachen auch die Berufung auf echte
Noven zugelassen (vgl. VerwGE B 2009/171 vom 15. April 2010 i.S. H.L., E. 2.3.2., in:
www.gerichte.sg.ch).
4. Nach Art. 80 Abs. 1 lit. g StG sind die juristischen Personen, die öffentliche oder
gemeinnützige Zwecke verfolgen, für den Gewinn und das Kapital, die ausschliesslich
und unwiderruflich diesen Zwecken gewidmet sind, von der Steuerpflicht für die
Gewinn- und Kapitalsteuern befreit.
4.1. Die Vorinstanz entschied, die Zweckbestimmung bezüglich des Unterhalts der
beiden Katzen der Erblasserin sei nicht gemeinnützig, weshalb eine Stiftung mit
gemischter Zwecksetzung gegeben sei. Zudem sei der Unterhalt der beiden Katzen
gegenüber dem Zweck Schutz von Haus- und Wildkatzen nicht untergeordnet.
Ausserdem lasse sich aus den eingereichten Unterlagen keine organisatorische und
rechnerische Trennung der beiden Bereiche erkennen. Diese tatsächlichen
Feststellungen sowie deren rechtliche Qualifikation wurden von der
Beschwerdeführerin nicht angefochten. Diese stützt sich vielmehr auf neue tatsächliche
und rechtliche Vorbringen. Sie macht geltend, die Katzen seien zu Lebzeiten der
Erblasserin definitiv abgegeben worden, weshalb M.K. im Zeitpunkt ihres Todes nicht
mehr Eigentümerin der beiden Tiere gewesen sei. Zum Nachweis hat die
Beschwerdeführerin ein Schreiben von Rechtsanwalt L. als Vertreter von X. (aktive
Tierschutzgruppe Salez) und ein Schreiben von Rechtsanwalt A. eingereicht.
Rechtsanwalt L. hält fest, dass die beiden Katzen auf ausdrücklichen Wunsch von M.K.
unmittelbar vor ihrem Ableben bei X. plaziert worden seien. Damit sei die eigenhändige
letztwillige Verfügung, wonach die beiden Katzen nach ihrem Tod vom Verein
Katzenfreunde Arbon und Umgebung übernommen und anschliessend neu plaziert
werden sollten, durch Verfügung unter Lebenden obsolet geworden. Rechtsanwalt A.
hält fest, er könne dem Schreiben nur entnehmen, dass sich die beiden Katzen beim
Ableben von M.K. nicht mehr in deren Eigentum oder Besitz befanden, sondern dass
M.K. die beiden Katzen zu Lebzeiten an X. zu Eigentum übergeben habe.
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4.2. Aus den Akten bzw. den neu eingereichten Unterlagen geht nicht hervor, dass die
Erblasserin bei ihrem Tod nicht mehr Eigentümerin der beiden Katzen war. Namentlich
geht der Umstand, dass die angebliche Plazierung der Katzen bei X. mit einer
Eigentumsübertragung an den Tieren verbunden war, aus den eingereichten Akten
nicht hervor. Allein die Tatsache, dass eine Katze in fremde Obhut gegeben wird, stellt
nicht zwingend eine Eigentumsübertragung dar. Aufgrund der eingereichten Unterlagen
lässt sich jedenfalls nicht annehmen, dass die in den Stiftungsstatuten festgehaltene
Verpflichtung zum Unterhalt der beiden Katzen obsolet geworden ist bzw. bereits bei
Errichtung der Stiftung obsolet war. Daher ist es auch nicht zutreffend, dass Ziff. 5 der
letztwilligen Verfügung, wonach dem neuen Besitzer der Katzen jährlich Fr. 1'000.-- pro
Katze für den Unterhalt bezahlt werden muss, solange die Katzen leben, toter
Buchstabe ist. Einen neuen Besitzer haben die beiden Katzen, ungeachtet der aufgrund
der Akten unklaren Eigentumsverhältnisse. Damit ist auch die entsprechende
Zielsetzung in den Statuten der Stiftung nicht obsolet. Im Ergebnis lässt sich daher die
Feststellung der Vorinstanz, wonach der für die Steuerpflicht massgebende
Hauptzweck der Stiftung im Unterhalt der beiden Katzen Jenny und Sascha liegt, nicht
als unzutreffend qualifizieren. Die Beschwerde erweist sich daher in diesem Punkt als
unbegründet.
4.3. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, allein aufgrund des monetären
Verhältnisses könne der Hauptzweck der Stiftung gar nicht im Unterhalt der Katzen
Jenny und Sascha bestehen. Die Vorinstanz hat ausführlich begründet, weshalb der
Stiftungszweck "Schutz von Haus- und Wildkatzen" untergeordneter Natur ist. Sie hielt
fest, neben den Erträgnissen dürfe jährlich bis zu Fr. 4'000.-- des Stiftungskapitals
verbraucht werden. Davon werde jährlich rund die Hälfte den beiden Katzen
zugewendet. Im Gegensatz zu den Zahlungen an die vier gemeinnützigen Institutionen
müssten jene an den Unterhalt der Katzen zwingend geleistet werden. Diese
Ausführungen sind zutreffend. Der Unterhalt der beiden Katzen ist zwingend, und die
Zahlungen an die vier namentlich genannten Institutionen sind nicht zwingend. Dies
ergibt sich aus Art. 2 Abs. 1 und 2 der Statuten, wonach vorrangig der Unterhalt der
beiden Katzen sicherzustellen und deren neuer Pflegeplatz zu kontrollieren sei,
während der Geldbetrag von gesamthaft Fr. 2'000.-- an die vier genannten Institutionen
gezahlt werden könne, aber nicht müsse. Hinsichtlich des Überwiegens eines nicht
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gemeinnützigen Zweckes kann daher auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz
(S. 8 f.) verwiesen werden.
4.4. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, es sei "nicht nur sinn-, sondern
fiskalisch rechtswidrig", eine Erbschaft von ca. Fr. 100'000.-- mit einer
Erbschaftssteuer von 30 Prozent bzw. nach Abzug eines Freibetrags mit Fr. 27'000.--
zu belasten, wenn der angeblich zwingende Zweck - aufgrund der mittleren
Lebenserwartung der beiden Katzen - Fr. 20'000.-- betrage. Dies sprenge nicht nur
jegliche Vernunft, sondern auch die verfassungsmässige Eigentumsfreiheit und das
"Verbot fiskalischer Überbesteuerung". Diese Rüge ist unbegründet. Die Besteuerung
einer Erbschaft mit einer Steuer von 30 Prozent oder mehr wurde im Schrifttum zwar
als erhebliche Abschöpfung bezeichnet, die unverhältnismässig in die erb- und
schenkungsrechtliche Weitergabe von Vermögen eingreift (Y. Hangartner, in: FS
Cagianut, Bern 1990, S. 87). Vorliegend beträgt die Belastung unter Berücksichtigung
des Freibetrags 27 Prozent. Diese Belastung kann nicht als Verletzung der
Eigentumsgarantie oder als Verstoss gegen das Verbot der konfiskatorischen
Besteuerung betrachtet werden (Hangartner, a.a.O., S. 86 mit Hinweisen). Bei
Stiftungen mit verschieden zu beurteilenden Zwecksetzungen können die gesamten
Steuerbelastungen zudem nicht isoliert aus dem Blickwinkel einzelner Zweckbereiche
beurteilt werden. Die Beschwerde erweist sich daher auch in diesem Punkt als
unbegründet.
4.5. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, der gemeinnützige bzw. der
öffentliche Bereich seien von Beginn an organisatorisch und rechnerisch getrennt
geführt worden. Die erste Bilanz und Erfolgsrechnung sei erst per 31. Dezember 2009
zu erstellen, weshalb bis dato noch gar keine habe vorgelegt werden können. Bisher
seien auf jeden Fall getrennte Konten geführt worden, was von der Vorinstanz verkannt
worden sei.
Die Beschwerdeführerin stützt sich in diesem Punkt wiederum auf neu eingereichte
Unterlagen. Im Rekursverfahren hatte die Beschwerdeführerin keine getrennte
Rechnung geführt bzw. keine entsprechenden Belege eingereicht. Weder aus den
eingereichten Kontoauszügen noch aus der Übersicht über die gebuchten Zahlungen
geht eine entsprechende Trennung hervor. Im übrigen ist es nicht Sache der
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Steuerbehörde, eine getrennte Spartenrechnung zu erstellen. Aus den im
Beschwerdeverfahren neu eingereichten Unterlagen ist zudem keine getrennte
Rechnung ersichtlich. Es werden erstmals Unterlagen über ein zweites Postkonto
eingereicht. Wann das zweite Konto eröffnet wurde, ist allerdings nicht klar. Es handelt
sich beim eingereichten Schriftstück um eine Fotokopie, auf der der Eingangsstempel
unleserlich ist. Eine Aufstellung nach verschiedenen Ausgabenarten fehlt.
4.6. Der Beschwerdegegner hält abschliessend fest, der gemeinnützige Zweck müsste
sowohl nach den Statuten wie auch hinsichtlich des tatsächlichen Wirkens erfüllt sein.
Dies entspricht Lehre und Rechtsprechung (vgl. Richner/ Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, N 50, 63 zu Art. 56 mit Hinweisen).
Die statutarische Zwecksetzung kann vorliegend jedenfalls nicht als gemeinnütziger
Zweck qualifiziert werden. Sollten die Statuten nicht mit der tatsächlichen Tätigkeit
resp. Zwecksetzung der Stiftung übereinstimmen, sind diese den tatsächlichen
Gegebenheiten anzupassen. Die gegenwärtige Zwecksetzung steht jedenfalls einer
Steuerbefreiung entgegen.
4.7. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist anzurechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat keinen Anspruch auf
Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht