Decision ID: f0872597-a426-47df-9271-a9a8b348d60d
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 7. Januar 2013 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Anlässlich des FI-Gesprächs vom 19. Februar 2013 gab die behandelnde med. pract.
B._, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, an, die Versicherte
leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1), und einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Unter
der Therapie sei eine deutliche Besserung eingetreten. Aktuell bestehe noch eine
reduzierte psychische Belastbarkeit (Gesprächsprotokoll vom 19./27. Februar 2013, IV-
act. 21; vgl. auch das Protokoll vom 15./28. Mai 2013 betreffend das FI-Gespräch vom
12. Mai 2013, IV-act. 34). Vom 15. Januar bis 12. März 2014 war die Versicherte in der
Krisenintervention des Psychiatrischen Zentrums C._ hospitalisiert. Die dort
behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom, chronifiziert (ICD-10: F32.11), sowie
eine chronische komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1; Bericht
vom 17. März 2014, IV-act. 65). Aufgrund eines Suizidversuchs wegen finanziell und
familiär aussichtsloser Situation war die Versicherte vom 25. April bis 11. Juli 2014 in
der Akutpsychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Klinik D._ hospitalisiert.
Im Austrittsbericht vom 26. September 2014 diagnostizierten die dort behandelnden
medizinischen Fachpersonen eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10: F32.11) und eine chronische komplexe posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Bei Austritt habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden (IV-act. 82; zu der danach erfolgten tagesklinischen Behandlung im
Psychiatrischen Zentrum C._ vom 30. Juli 2014 bis 5. Dezember 2014 [zur Unklarheit
des Behandlungsbeginns siehe IV-act. 117-34 oben] siehe die Berichte vom 10./13.
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November 2014, IV-act. 86 und vom 8. Januar 2015, IV-act. 91, und bezüglich der
tagesklinischen Behandlung vom 15. Juni bis 14. August 2018 siehe den Bericht vom
18. August 2015, IV-act. 105).
A.b Bei der Versicherten wurde am 20. Februar 2015 wegen einer medial betonten
Pangonarthrose rechts im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eine Implantation einer
zementierten Knietotalendoprothese rechts vorgenommen (zum Operationsbericht
siehe IV-act. 98; zum Austrittsbericht vom 10. März 2015 über die Hospitalisation in der
Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates vom
19. bis 27. Februar 2015 siehe IV-act. 97). Der behandelnde Dr. med. E._, Facharzt
für Allgemeinmedizin, verneinte im Verlaufsbericht vom 14. April 2015 aufgrund von
Problemen psychischer und somatischer Natur eine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 99). Die
RAD-Ärztin F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vertrat in der
Stellungnahme vom 13. Mai 2015 gestützt auf die Beurteilung von Dr. E._ die
Auffassung, aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe keine verwertbare
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt (IV-act. 101). Daraufhin wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab (Mitteilung vom 12. Juni 2015,
IV-act. 104).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte vom 4. bis 8. Januar 2016 im ZMB
Zentrum für Medizinische Begutachtung, Basel, interdisziplinär (internistisch,
rheumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) begutachtet. Die Gutachter
stellten folgende Diagnosen, denen sie eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zumassen: akzentuierte Persönlichkeitszüge mit paranoiden Anteilen; eine rezidivierend
depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig; ein Panvertebralsyndrom mit/bei
Spondylarthrosen L5/S1, weniger L4/L5, Chondrose HWK7/BWK1 und einem Status
nach Heckauffahrkollision mit möglichem cervicocephalem Dezelerationstrauma 1997;
Gonalgien beidseits mit/bei Status nach zementierter Knie-Totalendoprothese rechts
Februar 2015 mit radiologisch gutem Sitz und medial betonter mässiger Gonarthrose
links. Der psychiatrische Gutachter bescheinigte sowohl für die angestammte
(Betriebsmitarbeiterin/Maschinenführerin in einer Metzgerei) als auch eine adaptierte
Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit ab Gutachtendatum. Zuvor solle auf die
Einschätzungen der behandelnden Ärzte abgestellt werden. Weiterhin sei von einem
labilen Gleichgewicht bei erheblichen psychosozialen Faktoren und emotionalen
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Konflikten auszugehen. Die psychiatrische Situation solle nach einem Jahr reevaluiert
werden. Aus rheumatologischer Sicht wurde eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit für die
angestammte und eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit
bescheinigt. Aus gesamtheitlicher Sicht gelte die psychiatrische Einschätzung unter
Berücksichtigung des rheumatologischen Profils (Gutachten vom 15. März 2016, IV-
act. 117, insbesondere IV-act. 117-46 f. und IV-act. 117-56 f.). Der RAD-Arzt Dr. med.
G._, Facharzt u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt die gutachterliche
Beurteilung aus verschiedenen Gründen für nicht nachvollziehbar (Stellungnahme vom
21. März 2016, IV-act. 119). Hierzu äusserte sich der psychiatrische ZMB-Gutachter
am 29. April 2016 (IV-act. 120). In der Stellungnahme vom 25. Juli 2016 vertrat der
RAD-Arzt Dr. G._ den Standpunkt, die Rückfragen des RAD seien ausreichend
beantwortet worden. Es bleibe bei den gutachterlichen Feststellungen. Für die
stationäre und halbstationäre Behandlungszeit sei jeweils von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Retrospektiv könne zur "AF/LF adaptiert" nicht Stellung
genommen werden, da der Gesundheitszustand offensichtlich schwankend gewesen
sei (IV-act. 122).
A.d Mit Vorbescheid vom 19. September 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie ermittelte auf der Grundlage einer
40%igen Arbeitsunfähigkeit einen Invaliditätsgrad von 37% (IV-act. 125). Dagegen
erhob die Versicherte am 24. Oktober 2016 Einwand (IV-act. 129; zur ergänzenden
Begründung vom 15. November 2016 siehe IV-act. 131). Am 6. Januar 2017 verfügte
die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 138).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 6. Januar 2017 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 27. Januar 2017. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren Aufhebung und es
sei ihr mit Wirkung ab dem 1. Juli 2013 eine ganze und ab 8. Januar 2016 eine halbe
Rente auszurichten. Eventualiter sei beim ZMB eine psychiatrische
Verlaufsbegutachtung anzuordnen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung bringt sie im Wesentlichen verschiedene Mängel am ZMB-Gutachten und
an der Bemessung der Vergleichseinkommen für die Bestimmung des Invaliditätsgrads
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vor (act. G 1, zur u.a. eingereichten Stellungnahme von med. pract. B._ vom 17.
Januar 2017 siehe act. G 1.12).
B.b Am 7. Februar 2017 wurde dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 2).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. März 2017
die Abweisung der Beschwerde. Sie hält das ZMB-Gutachten für beweiskräftig und
den gestützt darauf ermittelten, nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad für
zutreffend (act. G 4).
B.d In der Replik vom 27. April 2017 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6) und reichte eine Kostennote über die Aufwände des
Rechtsvertreters ein (act. G 6.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
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psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a). Ein den Beweisanforderungen genügendes Gutachten, das im
Verwaltungsverfahren eingeholt wurde, kann nicht allein deshalb in Frage gestellt
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werden, wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu
einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich, wenn objektiv
feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu
führen (Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit
Hinweisen).
2.
Zunächst zu prüfen ist die Frage, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht
spruchreif abgeklärt ist. Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Verfügung auf die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der ZMB ab (siehe hierzu IV-act. 117). Die
Beschwerdeführerin hält diese nicht für beweiskräftig (siehe act. G 1, Rz 31 f., und IV-
act. 131-3 ff.).
2.1 Die Beschwerdeführerin hält die Diagnosestellung des psychiatrischen ZMB-
Gutachters für falsch. Dieser habe zu Unrecht die Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung verneint. Ausserdem sei das psychiatrische Fachgutachten
unzutreffend, wenn darin ausgeführt werde, bei der Beschwerdeführerin sei es im
Zusammenhang mit multiplen emotionalen Konflikten und psychosozialen Faktoren zur
Entwicklung einer rezidivierend depressiven Störung gekommen. Erstmals seien
psychische Probleme im August 2003 aufgetreten, die allein im Zusammenhang mit
verbalen Beleidigungen und Belästigungen am Arbeitsplatz und der damit
zusammenhängenden "Mobbingsituation" stünden. Ansonsten seien in jenem
Zeitpunkt, rund 11⁄2 Jahre nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann, weder
emotionale noch psychosoziale Faktoren ersichtlich bzw. vorhanden gewesen. Die
zunehmenden sexuellen Belästigungen hätten im Sommer 2011 ihren Anfang
genommen, als Mitarbeitende begonnen hätten, die Beschwerdeführerin zuerst verbal
sexuell zu belästigen und dann auch zu bedrängen. Jene Vorfälle seien der Auslöser für
die Arbeitsunfähigkeit vom 4. April 2012 gewesen. Entgegen der Auffassung des
psychiatrischen ZMB-Gutachters lägen sowohl die Eingangskriterien als auch die
zeitliche Nähe der traumatisierenden Ereignisse zum Auftritt der Arbeitsunfähigkeit und
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zur psychischen Belastungsstörung sehr wohl vor (act. G 1, Rz 31a ff., und IV-act.
131-3 ff.).
2.1.1 Die vom psychiatrischen ZMB-Gutachter vertretene Auffassung, es bestehe
keine posttraumatische Belastungsstörung, sondern im Zusammenhang mit multiplen
emotionalen Konflikten und psychosozialen Faktoren sei es zur Entwicklung einer
rezidivierend depressiven Störung, aktuell leichtgradig, gekommen (IV-act. 117-32),
wird durch den Austrittsbericht der Psychiatrischen Tagesklinik C._ vom 18. August
2015 bekräftigt. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen führten darin aus,
die Symptome der früher diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung
("PTBS") hätten sich nicht überprüfen lassen. Deutlich bemerkbar sei jedoch die
depressive Symptomatik gewesen (IV-act. 105-9).
2.1.2 Die von der Beschwerdeführerin geschilderte "Mobbingsituation" bleibt unklar.
Diese und die geltend gemachten sexuellen Belästigungen werden in den Akten nur
vage beschrieben (siehe etwa IV-act. 117-30). Sie beruhen ausschliesslich auf den
Angaben der Beschwerdeführerin. Zudem ergibt sich aus den Akten, dass die
Beschwerdeführerin im Jahr 2011 selbst aggressiv reagierte, als eine Kollegin sie
ständig provoziert habe, was sie nicht mehr habe ertragen können. Daraufhin sei sie
gegen diese Frau gewalttätig geworden (IV-act. 65-2). Der Arbeitsplatzkonflikt bestand
daher offenbar vor allem auch zwischen der Beschwerdeführerin und einigen
Mitarbeiterinnen. In damit zu vereinbarender Weise gab die Beschwerdeführerin
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung an, "gelegentlich träume sie, z.B. von sie
damals malträtierenden Arbeitskolleginnen, diese hätten ihr Schimpfwörter ausgeteilt
und sexuelle Andeutungen gemacht" (IV-act. 117-29). Dies steht im Widerspruch zur
Behauptung der Beschwerdeführerin, Auslöser für die Arbeitsunfähigkeit sei gewesen,
dass sie (ausschliesslich) von männlichen Mitarbeitenden "gemobbt" und sexuell
belästigt worden sei (siehe act. G 1, Rz 8, und IV-act. 131-5 unten), was Zweifel an
ihrer im Beschwerdeverfahren vorgetragenen Darstellung weckt. Ausserdem wurde von
einer "schwierigen Konstellation zu Hause" zwischen der Beschwerdeführerin und ihren
drei Töchtern berichtet (IV-act. 65-3; siehe auch IV-act. 82-2 unten). Med. pract. B._
wies anlässlich des FI-Gesprächs vom 12. Mai 2013 auf eine reduzierte
Frustrationstoleranz hin (IV-act. 34-1; zur hohen Reizbarkeit der Beschwerdeführerin
siehe IV-act. 65-3). Anlässlich der Hospitalisation vom 15. Januar bis 12. März 2014 im
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Psychiatrischen Zentrum C._ zeigte sich, dass die Beschwerdeführerin bei
Missverständnissen z.B. bei der Essensbestellung oder einer verzögerten Bestellung
der Medikamente paranoid reagierte. Sie habe das Gefühl gehabt, dass alle ihr etwas
Böses antun, sie "entwerten" wollten und die Missverständnisse eigentlich absichtlich
herbeigeführt worden seien (IV-act. 65-3; zum Verfolgungswahn, z.B. dass Mitpatienten
schlecht über sie reden und sie beleidigen, dass ein Mitpatient in der Klinik D._ sie
habe vergewaltigen wollen, dass ein Pflegefachmann einer anderen Station sie verfolge
und bei ihr zu Hause gewesen sei, siehe IV-act. 86-2). Jedenfalls bestehen erhebliche
Zweifel an dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten traumatisierenden
Arbeitsplatzkonflikt und den sexuellen Belästigungen, die nach ihrer Darstellung für
sich allein zu einer posttraumatischen Belastungsstörung geführt hätten (act. G 1, Rz
31c). Vielmehr erscheint im Licht der dargestellten Verhältnisse die gutachterliche
Beurteilung plausibel, dass multiple emotionale Konflikte und psychosoziale Umstände
bestehen, diese zur Entwicklung einer depressiven Störung geführt haben und
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit paranoiden Anteilen bestehen (IV-act. 117-30
unten und IV-act. 117-32 mit Darstellung weiterer belastender Umstände) bzw. dass
keine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann, welche die Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung rechtfertigt (IV-act. 117-38).
2.2 Bei der Würdigung des psychiatrischen Teilgutachtens fällt des Weiteren ins
Gewicht, dass es auf umfassenden Abklärungen und eingehender Diskussion der
Vorakten sowie einer Konsistenzprüfung beruht. Die vom psychiatrischen ZMB-
Gutachter gezogenen Schlüsse und gestellten Diagnosen sind ausführlich sowie
plausibel begründet. Es ergeben sich insbesondere keine objektiv wesentlichen
Gesichtspunkte, die er ausser Acht gelassen hätte.
2.3 Bezüglich der Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die ZMB-Gutachter
rügt die Beschwerdeführerin ausschliesslich, dem aus rheumatologisch-orthopädischer
Sicht erhöhten Pausenbedarf, der zu einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
führe, sei zu wenig Rechnung getragen worden (act. G 1, Rz 30).
2.3.1 Der rheumatologische ZMB-Gutachter gelangte zum Schluss, leidensangepasste
Tätigkeiten könnten der Beschwerdeführerin vollschichtig zugemutet werden. Aufgrund
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der langjährigen chronischen Schmerzproblematik sei sie jedoch auf häufige Pausen
angewiesen, was das Rendement um 20% vermindere. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte ab Mai 2015 (drei Monate nach der
Knietotalendoprothese [siehe hierzu den Austrittsbericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am KSSG vom 10. März 2015,
IV-act. 97]; IV-act. 117-26). Der psychiatrische ZMB-Gutachter bescheinigte für
sämtliche Tätigkeiten ab Gutachtendatum eine 40%ige Leistungsminderung (IV-act.
117-56 unten). Aus gesamtheitlicher Sicht gelte die psychiatrische Einschätzung unter
Berücksichtigung des rheumatologischen Profils (IV-act. 117-57).
2.3.2 Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, aus dem ZMB-Gutachten gehe nicht
hervor, ob es sich bei der gutachterlichen Beurteilung um eine 60%ige Arbeitsfähigkeit
in zeitlicher Hinsicht oder um eine 40%ige Leistungsminderung in einer vollzeitlichen
Tätigkeit handle (act. G 1, Rz 30), erweist sich als aktenwidrig. Im Gutachten wird
ausdrücklich festgehalten, "sowohl psychiatrischerseits wie rheumatologischerseits
wird eine Rendement-Verminderung attestiert" (IV-act. 117-48). Es ist folglich von einer
ganztags zu verwertenden Arbeitsfähigkeit mit um 40% vermindertem Rendement
auszugehen. Somit erscheint die gesamtgutachterliche, auf einem polydisziplinären
Konsens beruhende Beurteilung plausibel, dass das aus rheumatologischer Sicht
wegen des erhöhten Pausenbedarfs verminderte Rendement in der psychiatrischen
Leistungsbeurteilung gänzlich aufgeht und ihm keine (teil-)additive Bedeutung
zukommt (siehe vorstehende E. 2.3.1 am Schluss). Hinzu kommt, dass die ZMB-
Gutachter darauf hinwiesen, im Vordergrund stehe die psychiatrische Problematik, die
rheumatologische Situation müsse weitgehend auf dem psychiatrischen Hintergrund
interpretiert werden (IV-act. 117-48).
2.4 Somit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab Januar 2016 (Datum
der Untersuchungen im ZMB; IV-act. 117-1) über eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten verfügt.
2.5 Zu beurteilen bleibt der retrospektive Verlauf der Arbeitsfähigkeit. Bei frühest
möglichem Beginn des Rentenanspruchs am 1. Juli 2013 (Anmeldung im Januar 2013,
vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) ist mit Blick auf das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG)
grundsätzlich die Arbeitsunfähigkeit ab Mitte 2012 von Interesse.
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2.5.1 Der psychiatrische ZMB-Gutachter hat keine retrospektive Verlaufsbeurteilung
der Arbeitsfähigkeit vorgenommen. Er beschränkte sich auf die nicht näher begründete
Empfehlung, dass vor "dem Gutachtendatum" auf die behandelnden Ärzte "abgestützt
werden" sollte (IV-act. 117-56 f.). Dieser Verweis lässt sich nicht ohne weiteres mit
seinen Ausführungen zu den medizinischen Vorakten vereinbaren. Denn der
psychiatrische ZMB-Gutachter verneinte darin das Vorliegen einer posttraumatischen
Belastungsstörung plausibel (IV-act. 117-38). Dieser Diagnose massen die
behandelnden medizinischen Fachpersonen jedoch gerade eine relevante Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit zu (siehe etwa IV-act. 34 und IV-act. 65-1). Auch in der jüngsten
Einschätzung vom 17. Januar 2017 hält med. pract. B._ am Bestehen und an der
Bedeutung dieser Diagnose im Störungsbild der Beschwerdeführerin fest (act. G 1.12).
Die Arbeitsfähigkeitsatteste der behandelnden medizinischen Fachpersonen können
daher nicht unbesehen für die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
herangezogen werden, sondern bedürfen einer näheren Betrachtung.
2.5.2 Im Zeitraum vom 4. April 2012 bis März 2013 wurden der Beschwerdeführerin
Arbeitsunfähigkeiten im Umfang von 100 bis 50% bescheinigt (IV-act. 23-2 f.). Danach
trat eine deutliche Besserung ein. Gemäss Angaben von med. pract. B._ verfügte die
Beschwerdeführerin ab März 2013 für sämtliche Tätigkeiten über eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit (FI-Gesprächsprotokolle vom 19./27. Februar 2013 und vom 15./28.
Mai 2015 IV-act. 21 und IV-act. 34). Im Einklang mit der medizinischen Aktenlage hielt
die RAD-Ärztin F._ am 30. Januar 2014 fest, die Beschwerdeführerin verfüge über
eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 bis 80% (IV-act. 58-2). Diese Einschätzung
erscheint zumindest bis zur Ersthospitalisation in der Abteilung Krisenintervention am
Psychiatrischen Zentrum C._ vom 15. Januar bis 12. März 2014 zutreffend (IV-act.
65). Kurze Zeit später befand sich die Beschwerdeführerin bereits wieder in stationärer
Behandlung, und zwar in der Abteilung Akutpsychiatrie und Psychotherapie der
Psychiatrischen Klinik D._. Der Aufenthalt dauerte vom 25. April bis 11. Juli 2014. Bei
Austritt wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Bericht vom 26.
September 2014, IV-act. 82). Diesem Aufenthalt folgten vom 30. Juli 2014 bis 5.
Dezember 2014 eine tagesklinische Behandlung im Psychiatrischen Zentrum C._ (an
5 Tagen pro Woche, siehe die Berichte vom 10./13. November 2014, IV-act. 86, vom 8.
Januar 2015, IV-act. 91; zur Unklarheit des Behandlungsbeginns siehe IV-act. 117-34
oben), vom 30. April bis 12. Juni 2015 eine stationäre Therapie in der Abteilung
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Krisenintervention am Psychiatrischen Zentrum C._ (IV-act. 105-7; vgl. auch IV-act.
124-2 unten) und vom 15. Juni bis 14. August 2015 erneut eine tagesklinische
Behandlung im Psychiatrischen Zentrum C._ (wiederum 5 Tage wöchentlich, vgl.
Austrittsbericht vom 18. August 2015, IV-act. 105-6 ff.). Zwischendurch musste die
Beschwerdeführerin aus somatischen Gründen (medial betonte Pangonarthrose rechts,
die eine Implantation einer Knietotal¬endoprothese erforderlich machte) hospitalisiert
werden (Hospitalisation vom 19. bis 27. Februar 2015; siehe den Austrittsbericht der
Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie am KSSG vom 10. März 2015,
IV-act. 97, sowie die RAD-Stellungnahme vom 13. Mai 2015, IV-act. 101), was zu einer
bis 8. März 2015 somatischerseits bescheinigten Arbeitsunfähigkeit führte (vgl. IV-act.
124-2 unten). Mit dem RAD-Arzt Dr. G._ kann angenommen werden, dass bei der
Beschwerdeführerin aufgrund der stationären und halbstationären Behandlungen im
Zeitraum vom 15. Januar 2014 bis 14. August 2015 keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
bestand (Stellungnahme vom 25. Juli 2016, IV-act. 122). Für die wenigen Monate
danach bis zur Begutachtung im ZMB anfangs Januar 2016 ergeben sich aus den
Akten keine Hinweise, die eine über die gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit
hinausgehende Leistungsbeeinträchtigung nahelegen, geschweige denn belegen
würden. Es ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin ab Mitte August 2015 wieder über eine 60%ige
Arbeitsfähigkeit verfügte.
3. Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
3.1 Entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin (IV-act. 138) ist bei der
Bestimmung des Valideneinkommens davon auszugehen, die Beschwerdeführerin
verfüge über Erwerbsmöglichkeiten, die dem statistischen Medianlohn für
Hilfsarbeiterinnen entsprechen, bzw. habe nicht freiwillig auf die volle Ausschöpfung
ihrer Erwerbsmöglichkeiten verzichtet. Gemäss dem IK-Auszug hat die
Beschwerdeführerin in ihrer Vergangenheit sehr schwankende Einkommen erzielt, die
zwar teilweise unter, aber immer wieder auch über dem statistischen Medianlohn für
Hilfsarbeiterinnen des jeweiligen Jahres lagen (IV-act. 8; zu den statistischen
Medianlöhnen siehe den jeweiligen Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe
der Informationsstelle AHV/IV). Für die Jahre 2010 und 2011 wurden Einkommen von
Fr. 62'481.-- bzw. Fr. 60'514.-- erfasst (IV-act. 8-1). Auch die erfassten Einkommen
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etwa der Jahre 2008 (Fr. 51'500.--) und 2005 (Fr. 50'036.--) liegen über den
entsprechenden statistischen Werten. Die Erwerbsfähigkeit als Gesunde wird noch
deutlicher, wenn die damaligen Löhne an die bis zum frühest möglichen Rentenbeginn
im Juli 2013 eingetretene Nominallohnentwicklung angepasst würden (siehe zur
Nominallohnentwicklung Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39 Entwicklung der
Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015). Der
Medianlohn für Hilfsarbeiterinnen beträgt für das Jahr 2013 Fr. 51'793.--. Werden etwa
die Einkommen der Jahre 2006 (Fr. 49'478.--) oder 2007 (Fr. 49'024.--) an die bis dahin
eingetretene Nominallohnentwicklung angepasst, resultieren Einkommen von Fr.
54'207.--
(Fr. 49'478.-- / 2417 x 2648) bzw. von Fr. 52'900.-- (Fr. 49'024.-- / 2454 x 2648). Da die
erheblich schwankenden Einkommen der Beschwerdeführerin keine repräsentative
Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens darstellen und die
gutachterlich bescheinigte Restarbeitsfähigkeit von 60% sowohl für den angestammten
Tätigkeitsbereich als auch für leidensangepasste Tätigkeiten gilt (IV-act. 117-57),
rechtfertigt sich die Vornahme eines Prozentvergleichs.
3.2 Zu prüfen bleibt die Frage nach einem Tabellenlohnabzug. Da die
Restarbeitsfähigkeit von 60% auch für den angestammten Tätigkeitsbereich gilt, ist
nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf dem (hypothetischen)
ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit Lohnnachteilen konfrontiert ist. Ausserdem wurde
dem erhöhten Pausenbedarf bereits im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsschätzung
Rechnung getragen (siehe vorstehende E. 2.3.2), weshalb er keine zusätzliche bzw.
doppelte Berücksichtigung im Rahmen des Tabellenlohnabzugs finden kann.
3.3 Mit Blick auf die IV-Anmeldung vom 7. Januar 2013 beginnt der Rentenanspruch
frühestens am 1. Juli 2013 (Art. 29 Abs. 1 IVG). Im Rahmen eines Prozentvergleichs
resultieren bei einer Arbeitsunfähigkeit von 30% (für die Monate Juli 2013 bis Mitte
Januar 2014), von 100% (für die Dauer von Mitte Januar 2014 bis Mitte August 2015)
sowie 40% (für die Dauer ab Mitte August 2015 bis zur angefochtenen Verfügung vom
6. Januar 2017; siehe zu den massgebenden Arbeitsunfähigkeiten vorstehende E.
2.5.2) Invaliditätsgrade von 30%, 100% sowie 40%. Die Beschwerdeführerin hat damit
ab 1. Januar 2014 (Art. 29 Abs. 3 IVG) Anspruch auf eine ganze Rente, die in
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Nachachtung der Frist von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) per 1. Dezember 2015 auf eine Viertelsrente
herabzusetzen ist.
3.4 Anzumerken bleibt, dass der psychiatrische ZMB-Gutachter nach einem Jahr eine
Reevaluation der psychiatrischen Situation empfahl, weshalb die umgehende Einleitung
zumindest einer psychiatrischen Verlaufsbegutachtung durch die Beschwerdegegnerin
geboten erscheint.
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 6.
Januar 2017 aufzuheben. Der Beschwerdeführerin ist befristet für den Zeitraum vom 1.
Januar 2014 bis 30. November 2015 eine ganze Rente und ab 1. Dezember 2015
unbefristet eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur
Ausrichtung der geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
(vgl. betreffend Überklagung den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 1. April 2016, IV 2014/126, E. 6.2 mit Hinweis). Sie hat deshalb die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
15'000.--. In vergleichbaren Fällen spricht das Versicherungsgericht regelmässig eine
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Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu (vgl. etwa den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 17. März
2017, IV 2016/280). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht für den Fall des
Obsiegens eine Parteientschädigung von Fr. 3'599.65 geltend (act. G 6, S. 7 und act. G
6.1). Dieser betragliche Umfang erscheint angemessen. Eine Festsetzung der
Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung erübrigt sich.