Decision ID: 7b40c0c1-31a9-4d01-98f5-79b1d59e97e8
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 1. September 2015 bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen an (IV-act. 1). Er gab an, wegen psychischer Probleme bei Dr. med.
B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Behandlung zu sein (IV-act. 1 S. 5). Bis
zum 31. Dezember 2014 hatte der Versicherte im Rahmen eines befristeten
Anstellungsverhältnisses als Maschinenbediener gearbeitet (IV-act. 1 S. 4, IV-act. 2 und
IV-act. 18). Ab dem 1. Januar 2015 hatte er Taggelder von der Arbeitslosenkasse
bezogen (IV-act. 8). Vom 20. Juli bis 14. August 2015 hatte er an einer ambulanten
psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik C._ teilgenommen (IV-act. 3). Für
diese Zeit hatten ihm die behandelnden Ärzte der Klinik C._ eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 3 und IV-act. 14). In einem Bericht der Klinik
C._ vom 5. Oktober 2015 wurden folgende Diagnosen genannt: Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit somatischen
Symptomen, und Agoraphobie mit Panikstörung (beide Störungen bestehend seit
19_). Weiter hiess es in dem Bericht, dass beim Versicherten seit mindestens Januar
2015 eine höchstens zu 50 % verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Zwischen dem 20.
Juli und 14. August 2015 habe die Arbeitsunfähigkeit 100 % betragen. Gegenwärtig sei
der Versicherte für Tätigkeiten, die keine hohen Anforderungen an die Konzentration,
die geistige Flexibilität, die motorische Schnelligkeit sowie die Fähigkeit zu sozialen
Interaktionen stellten, zu ca. 50 % arbeitsfähig. Unter der Durchführung von
therapeutischen und beruflichen Massnahmen sei mit der Wiederherstellung der vollen
Arbeitsfähigkeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt zu rechnen (IV-act. 14). Am 18. Januar
2016 unterzeichnete der Versicherte einen Eingliederungsplan mit dem Ziel, im Rahmen
eines Einsatzprogramms der IV in einer Projektwerkstatt die Arbeitsfähigkeit von 50 %
A.a.
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auf 100 % zu steigern (IV-act. 23). Am 10. Februar 2016 erteilte die IV-Stelle dem
Versicherten Kostengutsprache für ein vom 1. Februar bis 30. April 2016 dauerndes
Einsatzprogramm (IV-act. 26). Am 2. März 2016 berichtete der Versicherte gegenüber
der Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle, dass es ihm nicht gut gehe. Er habe
Panikattacken und müsse zum Herzspezialisten (IV-act. 35 S. 2). Am 15. März 2016
wurde beim Versicherten ein CT vom Herz und eine CT-Koronarangiographie
durchgeführt. Am 30. März 2016 berichtete Dr. med. D._, Kardiologiepraxis E._,
dass sich bei atypischen Beschwerden aber einem "überwältigenden Risikoprofil" in
der Koronorangiographie eine nicht-stenosierende Koronatheromatose über dem
altersentsprechenden Durchschnitt gezeigt habe. Damit rechtfertige sich die Therapie
mit Atorvastatin sowie die zwischenzeitlich vom Hausarzt begonnene Therapie mit
Aspirin. Die in der Koronarangiographie beschriebene Myokardbrücke sei ohne
Bedeutung. Er glaube nicht, dass die Beschwerden des Versicherten koronar bzw.
kardial bedingt seien. Bei der durchgeführten Therapie handle es sich um eine
präventive Therapie (IV-act. 32). Am 19. Mai 2016 hielt die
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle fest, dass der Versicherte im Rahmen des
Einsatzprogrammes das Pensum nicht habe steigern können. Trotz mehrmaliger
Aufforderung zur Steigerung des Pensums habe er in einem solchen von 50 %
weitergearbeitet. Der Versicherte habe sich auch nicht um eine Arbeitsstelle bemüht. Er
fühle sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, einer Arbeit im ersten
Arbeitsmarkt nachzugehen. Er habe resigniert und perspektivlos gewirkt. Auch habe er
keinerlei Eigeninitiative gezeigt und keine Eigenverantwortung übernommen (IV-act. 35
S. 3).
In einem Bericht an die IV-Stelle vom 11. August 2016 nannte Dr. B._ folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen, eine
vorbestehende Agoraphobie mit Panikstörung, einen Verdacht auf eine ängstliche
Persönlichkeitsstörung sowie differentialdiagnostisch eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach einer Extrembelastung während der Kriegswirren 19_.
Weiter führte Dr. B._ aus, dass sich der Versicherte seit 2008 bei ihm in ambulanter
Behandlung befinde und seit mindestens Anfang 2015 zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-
act. 44).
A.b.
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Am 2. November 2016 zeigte die IV-Stelle dem Versicherten die Durchführung
einer medizinischen Abklärung bei Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, an (IV-act. 49). Dr. F._ untersuchte den Versicherten im Auftrag der
IV-Stelle am 9. Dezember 2016 und 16. Januar 2017 (IV-act. 59 S. 1). Ergänzend zur
psychiatrischen Untersuchung führte Dr. phil. G._, Diplompsychologe, Klin.
Neuropsychologe, Fachpsychologe für Neuropsychologie, am 9. Februar 2017 eine
neuropsychologische Abklärung durch (IV-act. 59 S. 40). In seiner
neuropsychologischen Beurteilung vom 10. Februar 2017 wies er auf verschiedene
Auffälligkeiten und ein suboptimales Leistungsverhalten des Versicherten hin. Er hielt
fest, dass die vom Versicherten erbrachten Leistungen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht mit dem eigentlichen Leistungspotential übereinstimmen
würden. Hinweise auf suboptimales Leistungsverhalten hätten sich aus den Resultaten
der durchgeführten Beschwerdevalidierungsverfahren und aus den Diskrepanzen
zwischen den Testleistungen und den Mustern von Hirnleistungen bzw.
Hirnleistungsstörungen sowie dem beobachteten Verhalten ergeben. Auffällige
Resultate hätten sich in allen drei Validierungstests gezeigt. Bei einer Aufgabe, bei
welcher Informationen wiedererkannt werden müssten, habe die Leistung auf eine
Antwortverzerrung hingewiesen. Aufgrund der Leichtigkeit des Tests seien sogar bei
Personen mit schwerer Beeinträchtigung nur wenige Fehler zu erwarten, während beim
Versicherten zahlreiche Fehler aufgetreten seien. Auch hätten die Antworten des
Versicherten hinsichtlich ihrer Konsistenz in einem Bereich gelegen, der auf ein
suboptimales Leistungsverhalten hinweise. Aufschlussreich sei insbesondere der
Vergleich der Leistungen in unterschiedlich schwierigen Durchgängen einer Aufgabe
gewesen. Die Leistungsdiskrepanz sei teilweise sogar invers zum erwarteten Profil
gewesen, was auf eine gezielte Manipulation hinweise. Der Befund sei mit dem
Vorliegen einer schweren Störung nicht vereinbar. Auffällig sei die Leistung auch bei
einer Beschwerdevalidierungsaufgabe mit Redundanz gewesen. Am Ende der
Untersuchung habe der Versicherte eine noch auffälligere Leistung erzielt als bei der
ersten Testdurchführung. Aufgrund von Lern- und Übungseffekten wäre mit einer
Leistungsverbesserung zu rechnen gewesen. Eine weitere Diskrepanz bestehe darin,
dass die Dolmetscherin berichtet habe, der Versicherte habe trotz vorhandener
Treppen den Fahrstuhl benutzt, obwohl er angegeben habe, Angst vor der Nutzung von
Fahrstühlen zu haben und diese zu meiden. In der neuropsychologischen
A.c.
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Untersuchung seien durchgängig unterdurchschnittliche Leistungen zu beobachten
gewesen. Aufgrund des überwiegend wahrscheinlich suboptimalen
Leistungsverhaltens sei eine zuverlässige Interpretation der erbrachten Resultate nicht
möglich. Das Ausmass von allenfalls tatsächlich vorliegenden Einschränkungen lasse
sich nicht sicher festlegen (IV-act. 59 S. 47 f.). Unter Berücksichtigung der Ergebnisse
der neuropsychologischen Untersuchung sowie seiner eigenen psychiatrischen
Untersuchungen kam Dr. F._ in seinem Gutachten vom 16. Februar 2017 (vgl. IV-
act. 59 S. 1) zum Schluss, dass keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne.
Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sei daher aus psychiatrischer Sicht weder in der
angestammten noch in einer adaptierten Tätigkeit eingeschränkt. Auch liessen sich
keine eindeutigen Hinweise dafür finden, dass die Arbeitsfähigkeit zu einem früheren
Zeitpunkt eingeschränkt gewesen sei (IV-act. 59 S. 33 f.).
Am 6. April 2017 beurteilte der regionale ärztliche Dienst (RAD) das psychiatrische
Gutachten, ergänzt durch eine neuropsychologische Abklärung, als aussagekräftig.
Weiter hielt er fest, dass sowohl in der psychiatrischen als auch in der
neuropsychologischen Untersuchung Hinweise auf starke Aggravation, Diskrepanzen,
Widersprüche und eindeutige Falschangaben beobachtet worden seien (IV-act. 60).
A.d.
Am 10. April 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie das Begehren
um berufliche Massnahmen abweise, da eine volle Arbeitsfähigkeit vorliege (IV-act. 63).
A.e.
Mit Vorbescheid vom 1. Mai 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung seines Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht (IV-
act. 66).
A.f.
Dagegen wandte der anwaltlich vertretene Versicherte am 22. Mai 2017 (IV-
act. 67) bzw. 29. Juni 2017 (IV-act. 70 S. 1) ein, ihm seien die gesetzlichen Leistungen,
insbesondere eine ganze Rente ab September 2016 auszurichten. Eventualiter seien
weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zu diesem Zweck sei über ihn ein
neues psychiatrisches sowie neuropsychologisches Gutachten einzuholen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (IV-act. 70 S. 1 ff.). Der Versicherte reichte einen
Bericht von Dr. B._ vom 26. Juni 2017 ein. Dieser hatte darin die Diagnosen
andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung während des Krieges
A.g.
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19_ sowie rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit
somatischen Symptomen, genannt. Weiter hatte er ausgeführt, dass der Versicherte
aufgrund der andauernden Persönlichkeitsänderung auf dem freien Wirtschaftsmarkt
nicht arbeitsfähig sei. Die Persönlichkeitsänderungen und Persönlichkeitsstörungen
manifestierten sich nicht vordergründig mit psychopathologischen Auffälligkeiten,
sondern mit Verhaltensauffälligkeiten. Beim Versicherten würden seit mindestens 19_
ein anhaltend auffälliges Verhaltensmuster bezüglich Kognitionen und Wahrnehmungen
der sozialen Interaktionen, eine ausgeprägte Vermeidungshaltung, eine hochgradige
Abhängigkeit gegenüber der Familie, eine jahrelange Passivität mit sozialem Rückzug,
eine anhaltende Hoffnungslosigkeit sowie eine erhöhte Schreckhaftigkeit und
Albträume bestehen, was anamnestisch erhoben werden könne, nicht aber bei der
Erhebung der Psychopathologie nach AMDP. Eine depressive Störung habe
bekanntlich einen phasenförmigen Verlauf. Während der gutachterlichen Untersuchung
sei der Versicherte in einer Teilremissionsphase gewesen. Eine Aggravation könne ganz
klar ausgeschlossen werden. Vielmehr liege beim Versicherten ein auffälliges
Verhaltensmuster im Störungsbereich vor. Zur Medikamenten-Compliance hatte sich
Dr. B._ dahingehend geäussert, der Gutachter hätte verschwiegen, dass das
Antidepressivum Sertralin im therapeutischen Bereich gelegen habe. Das
Neuroleptikum habe der Versicherte als Beruhigungsmittel eingenommen, während der
therapeutische Bereich für die Behandlung der Schizophrenie oder anderer
psychotischer Zustände bestimmt sei. In niedrigen Dosen verschrieben, werde das
Neuroleptikum aber auch zur Behandlung anderer Störungsbilder verwendet. Auch das
angstlösende Medikament Xanax habe der Versicherte eingenommen, jedoch werde
bei Langzeitpatienten versucht, dieses durch Präparate ohne Suchtgefahr zu ersetzen.
Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte psychiatrische Gutachten erfülle aber die
Leitlinien für psychiatrische Gutachten (IV-act. 70 S. 5 ff.).
Zum Bericht von Dr. B._ nahm der RAD am 28. September 2017 Stellung. Er
führte aus, dass das Gutachten von Dr. F._ die Leitlinien für psychiatrische
Gutachten erfülle, was auch Dr. B._ bestätigt habe. Die Kriterien für eine
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung seien, anders als von Dr. B._
angegeben, gemäss ICD-10 klar definiert. Die geltend gemachte
Persönlichkeitsänderung sei aus den von Dr. B._ genannten Angaben nicht
A.h.
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B.
abzuleiten. Die im psychiatrischen Gutachten erhobenen Befunde erfüllten die Kriterien
einer relevanten psychischen Erkrankung nicht. Die von Dr. B._ genannten
Verhaltensauffälligkeiten würden von Dr. F._ zu den invaliditätsfremden Faktoren
gezählt, was bei einem fehlenden Gesundheitsschaden nachvollziehbar sei. Dr. F._
habe entgegen der Darstellung von Dr. B._ nicht die niedrige Dosierung der
Neuroleptika kritisiert, sondern dass der Versicherte zur Medikamenteneinnahme am
Tag der Begutachtung falsche Angaben gemacht habe. Schliesslich widerspreche die
getestete hoch auffällige Beschwerdevalidierung mit eindeutigen Hinweisen auf ein
suboptimales Leistungsverhalten objektiv der Einschätzung von Dr. B._, wonach eine
Aggravation beim Versicherten nicht möglich sei. Es sei weiterhin auf das Gutachten
abzustellen (IV-act. 71).
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten in der Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 0 % und eines
Invaliditätsgrades von 0 % ab (IV-act. 72).
A.i.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer),
vertreten durch seine Rechtsanwältin, am 12. Oktober 2017 Beschwerde. Darin
beantragte er, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 2.
Oktober 2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm ab
März 2016 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ein medizinisches
Gerichtsgutachten in den Disziplinen Innere Medizin, Psychiatrie, Neuropsychologie
und Kardiologie einzuholen. Subeventualiter sei die Sache zu weiteren medizinischen
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wobei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, über ihn ein polydisziplinäres Gutachten in
den Disziplinen Innere Medizin, Psychiatrie, Neuropsychiatrie und Kardiologie
einzuholen; alles unter Kosten und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin. Weiter beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung (act. G 1).
B.a.
Am 18. Oktober 2017 entsprach der verfahrensleitende Richter dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das
Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 2).
B.b.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. November 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.c.
In seiner Replik vom 3. Januar 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem in der
Beschwerde gestellten Antrag fest (act. G 6).
B.d.
Mit Schreiben vom 20. Januar 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik und hielt an ihrem in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag
fest (act. G 8).
B.e.
Am 31. Oktober 2019 reichte Dr. B._ einen Bericht ein, in welchem er darlegte,
warum aus seiner Sicht die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung bzw.
einer Persönlichkeitsveränderung im vorliegenden Fall gegeben seien. Weiter kritisierte
er unter Verweis auf seinen Bericht vom 26. Juni 2017, dass sich Dr. F._ nur
oberflächlich mit der Entstehung und mit dem Symptomverlauf der diagnostizierten
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung auseinandergesetzt habe (act. G 12).
B.f.
Am 13. November 2019 nahm die Beschwerdegegnerin zum Bericht von Dr. B._
vom 31. Oktober 2019 dahingehend Stellung, dass das von Dr. F._ erstattete
Gutachten vom 16. Februar 2017 lege artis erstellt worden sei. Selbst Dr. B._ habe
festgehalten, dass es die Leitlinien für psychiatrische Gutachten erfülle. Gemäss Dr.
F._ seien die von Dr. B._ gestellten Diagnosen und dessen Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar. Dr. F._ sei davon ausgegangen, dass sich Dr.
B._ im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abgestützt
habe. Auch der neu eingereichte Bericht könne das Gutachten nicht entkräften (act. G
15). Zusammen mit ihrem Schreiben vom 13. November 2019 reichte die
Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme des RAD vom 12. November 2019 ein. In
dieser hatte der RAD im Wesentlichen festgehalten, dass sich im Rahmen der
Begutachtung derart deutliche Hinweise auf ein suboptimales Leistungsverhalten
gezeigt hätten, sodass die geltend gemachten Funktionseinschränkungen nicht hätten
glaubhaft gemacht werden können. Aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung sei
bezüglich der Persönlichkeit keine zuverlässige Einschätzung möglich gewesen. Eine
psychiatrische Diagnose habe nicht gestellt werden können. Dr. B._ beschreibe ein
Beschwerdebild mit Passivität, welches aus dem Zusammenhang gerissen recht
B.g.
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Erwägungen
1.
Im vorliegenden Verfahren strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat.
2.
eindrücklich erscheine, im Kontext der gesamten Akten jedoch auch durch fehlende
Eingliederungsmotivation bei ohnehin tragendem Sozialsystem erklärbar sein könne.
Da harte Fakten das Motivationsdefizit des Beschwerdeführers belegen würden, sei die
gutachterliche Einschätzung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zutreffender als
diejenige von Dr. B._ (act. G 15.1).
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG).
2.1.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
2.2.
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3.
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6 und Urteil des Bundesgerichts
vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2). Während sich die Beschwerdegegnerin für
die Ablehnung des Rentenanspruchs in erster Linie auf das Gutachten von Dr. F._
gestützt hat (vgl. IV-act. 72; act. G 4), bestreitet der Beschwerdeführer die Beweiskraft
des Gutachtens aus verschiedenen Gründen (act. G 1 und G 6).
3.1.
3.2.
Zunächst kritisiert der Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin kein
polydisziplinäres Gutachten eingeholt habe. Er ist der Ansicht, dass nicht nur eine
Begutachtung in den Fachrichtungen Psychiatrie und Neuropsychologie, sondern auch
eine solche in den Disziplinen Innere Medizin sowie Kardiologie angezeigt gewesen
wäre. Zudem behauptet der Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin das für
polydisziplinäre Gutachten vorgesehene Zufallsprinzip bewusst umgangen habe, indem
sie zunächst ein psychiatrisches Gutachten und später ergänzend ein
neuropsychologisches Gutachten in Auftrag gegeben habe. Die Beschwerdegegnerin
habe den Gutachtensauftrag bewusst Dr. F._ übertragen wollen, da es sich bei ihm
um einen "Gesundschreiber" handle (act. G 1 S. 10).
3.2.1.
Anhaltspunkte dafür, dass eine psychiatrische Begutachtung (inklusive
neuropsychologischer Abklärung) nicht ausreichend gewesen ist, sondern im Rahmen
einer Begutachtung auch die Disziplinen Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie
hinzuzuziehen gewesen wären, können den Akten nicht entnommen werden. In seiner
IV-Anmeldung hat der Beschwerdeführer im Wesentlichen lediglich auf psychische
3.2.2.
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Probleme hingewiesen (vgl. IV-act. 1 S. 5). Auch das Assessmentgespräch vom 20.
November 2015 hat keine konkreten Hinweise auf andere Erkrankungen geliefert
(vgl. IV-act. 21). Als aktuelle Behandlungen sind im Assessmentprotokoll lediglich eine
Therapie bei Dr. B._ sowie eine Medikation zur Behebung der psychischen Probleme
genannt worden (IV-act. 21 S. 2). Die vom Beschwerdeführer angegebene Müdigkeit
hat er in erster Linie auf die Einnahme der Medikamente zurückgeführt. Dr. B._ hat
die rasche Ermüdung, den vermehrten Erholungsbedarf sowie die allgemein
eingeschränkte Belastbarkeit als Folge der psychischen Beschwerden beschrieben. Er
hat nicht auf somatische Beschwerden verwiesen (vgl. IV-act. 14 S. 1). Auch aus dem
Verlaufsprotokoll zur Eingliederung gehen mit Ausnahme der Erwähnung eines
Besuchs beim Herzspezialisten keine Hinweise auf andere Erkrankungen hervor
(vgl. IV-act. 35). Hinsichtlich einer allfälligen Herzproblematik liegt ein Bericht von Dr.
D._ vor, welcher festgehalten hat, er glaube nicht, dass die Beschwerden koronar
oder kardial bedingt seien (IV-act. 32). Aus diesem Grund und mangels anderer
Berichte oder Angaben des Beschwerdeführers bezüglich weiterer kardiologischer
Untersuchungen oder Therapien ist es nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin
keine Veranlassung für eine kardiologische Abklärung gesehen hat. Sodann hat der
RAD in seiner Stellungnahme vom 4. Oktober 2016 lediglich eine fachpsychiatrische
Abklärung mit Symptomvalidierung angeordnet. Daraus ist zu schliessen, dass er keine
Notwendigkeit für Abklärungen in anderen Fachdisziplinen gesehen hat (IV-act. 47).
Überdies hat der Beschwerdeführer, als ihm die psychiatrische Begutachtung
angezeigt worden ist (vgl. IV-act. 49), nicht geltend gemacht, an anderen Beschwerden
zu leiden. Schliesslich hat auch der psychiatrische Gutachter keine Veranlassung dazu
gesehen, Spezialisten aus dem Bereich der Inneren Medizin oder der Kardiologie
beizuziehen, obwohl der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung plötzlich
Kopfschmerzen beklagt hat (vgl. z.B. IV-act. 59 S. 10). Nach dem Gesagten ist es nicht
zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin lediglich eine psychiatrische
Begutachtung in Auftrag gegeben hat. Sollte der Beschwerdeführer entgegen der
Aktenlage noch an weiteren Beschwerden leiden, steht es ihm natürlich offen, unter
Vorlage entsprechender Unterlagen sich erneut bei der Beschwerdegegnerin
anzumelden. Weiter gibt es entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers auch
keine Indizien dafür, dass die Beschwerdegegnerin das für polydisziplinäre
Begutachtungen vorgesehene Zufallsprinzip bewusst umgangen hat, indem sie nicht
gleichzeitig eine neuropsychologische und psychiatrische Begutachtung angeordnet
hat. Vielmehr hat sie sich an die Empfehlung des RAD gehalten, wonach eine
fachpsychiatrische Begutachtung mit ausführlicher, testgestützter Diagnostik inklusive
Symptomvalidierung einzuholen sei (vgl. IV-act. 47 S. 2). Ohnehin ist es für die Frage,
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ob eine Gutachterstelle per Zufallsprinzip auszulosen ist, nicht von Relevanz, ob sich
die Begutachtung auf eine oder zwei Disziplinen erstreckt, da das Zufallsprinzip erst ab
drei Disziplinen vorgeschrieben ist (vgl. Art. 72 IVV). Folglich hätte die
Beschwerdegegnerin auch bei gleichzeitiger Anordnung der psychiatrischen und
neuropsychologischen Untersuchung auf die Anwendung des Zufallsprinzips
verzichten können. Der Vorwurf des Beschwerdeführers ist somit nicht stichhaltig.
Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss pauschal geltend macht, Dr. F._ sei
befangen gewesen, ist dem entgegenzuhalten, dass er keine plausiblen Gründe nennt,
die auf eine Befangenheit hinweisen könnten. Auch ergeben sich aus der Aktenlage
keine Anhaltspunkte, die den Anschein der Befangenheit erwecken könnten.
bis
3.3.
Weiter bemängelt der Beschwerdeführer, dass das Gutachten auf einer
unvollständigen Aktenlage beruhe. Bei Dr. B._ habe die Beschwerdegegnerin
nämlich lediglich IV-Berichte eingeholt. Weitere Aufzeichnungen bzw. Berichte,
insbesondere der Austrittsbericht der Klinik C._ zur tagesklinischen Behandlung im
Juli/Augst 2015, fehlten in den Akten (act. G 1 S. 10 f.). Es reiche nicht, dass sich den
in den Akten liegenden Berichten die Einschätzung der Behandler entnehmen lasse,
vielmehr müsse sich aus der Aktenlage der Gesundheitsverlauf abzeichnen (act. G 6
S. 3).
3.3.1.
In den Akten befindet sich sowohl ein Bericht der Klinik C._ vom 5. Oktober
2015, in dem die tagesklinische Behandlung im Juli/August 2015 erwähnt ist (IV-
act. 14), als auch ein Bericht von Dr. B._ vom 11. August 2016. In diesem hat sich Dr.
B._ nicht nur zur gegenwärtigen Situation des Beschwerdeführers, sondern auch zur
bisherigen Behandlung und Krankheitsentwicklung geäussert (vgl. IV-act. 44 S. 2).
Diese Berichte haben Dr. F._ vorgelegen (vgl. IV-act. 59 S. 4 und 6). Demnach ist
davon auszugehen, dass Dr. F._ für seine Beurteilung ausreichend dokumentiert
gewesen ist. Sodann ist der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2016 und 16. Januar
2017 von Dr. F._ untersucht worden (IV-act. 59 S. 1). Am 9. Februar 2017 hat die
neuropsychologische Abklärung durch Dr. G._ stattgefunden (IV-act. 59 S. 40).
Schliesslich hat der Beschwerdeführer im Vorbescheidverfahren einen weiteren Bericht
von Dr. B._ vom 26. Juni 2017 eingereicht (IV-act. 70 S. 5 ff.). Auch im
Beschwerdeverfahren hat Dr. B._ am 31. Oktober 2019 einen erneuten Bericht
zugestellt (act. G 12). Insofern ist der psychiatrische Krankheitsverlauf für den
vorliegend interessierenden Zeitraum ausreichend dokumentiert. Jedenfalls ist nicht
3.3.2.
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anzunehmen, dass von der Einholung weiterer Verlaufsberichte noch
entscheidwesentliche Erkenntnisse zu erwarten wären.
3.4.
Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, dass Dr. F._ die Differenzen
zwischen seiner Diagnosestellung und derjenigen von Dr. B._ nicht rechtsgenüglich
begründet hätte. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ stehe in einem
krassen Widerspruch zu der von Dr. B._ attestierten Arbeitsunfähigkeit (act. G 1
S. 12).
3.4.1.
Dr. F._ hat sich in seinem psychiatrischen Gutachten mit der abweichenden
Einschätzung von Dr. B._ ausreichend auseinandergesetzt. Er hat ausgeführt, dass
die Haltung von Dr. B._ widersprüchlich sei. Dessen diagnostische Einschätzung sei
unklar. Zunächst habe Dr. B._ dem Beschwerdeführer nur eine Teilarbeitsfähigkeit
attestiert und sei vom Erreichen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
Nachdem eine solche Arbeitsfähigkeit im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen
aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung des Beschwerdeführers nicht möglich
gewesen sei, habe Dr. B._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Auch sei
unklar, weshalb zwei Störungen, die gemäss Dr. B._ seit 19_ Bestand hätten, ab
dem Jahr 2015 plötzlich eine relevante Einschränkung begründen sollten. Dr. F._ ist
davon ausgegangen, dass die von Dr. B._ attestierte Einschränkung im Wesentlichen
dem Umstand Rechnung trage, dass es aufgrund der psychosozialen
Belastungsfaktoren doch eher unwahrscheinlich sein dürfte, dass der
Beschwerdeführer wieder eingegliedert werden könne (IV-act. 59 S. 33). Der RAD hat in
seiner Stellungnahme vom 28. September 2017 ebenfalls nachvollziehbar aufgezeigt,
warum die Diagnosestellungen von Dr. B._ nicht überzeugen würden und warum an
der gutachterlichen Einschätzung festgehalten werden könne (IV-act. 71). Weiter ist
anzumerken, dass sowohl Dr. F._ als auch Dr. G._ Diskrepanzen in den Aussagen
des Beschwerdeführers aufgefallen sind und dass die neuropsychologischen Tests auf
ein suboptimales Leistungsverhalten hingewiesen haben (vgl. IV-act. 59 S. 25 ff. und 47
ff.). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die behandelnden Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung eher geneigt sein können, zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten auszusagen (BGE 135 V 470 E. 4.5; Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014, 8C_677/2014, E. 7.2). Sodann sind aus dem
von Dr. B._ am 31. Oktober 2019 eingereichten Bericht keine neuen Befunde oder
Gegebenheiten ersichtlich, die Dr. F._ bei seiner Begutachtung noch nicht
vorgelegen haben (vgl. act. G 12). Auch der RAD hat sich durch den Bericht von Dr.
3.4.2.
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4.
Angesichts dessen, dass sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliegend auch auf den
angestammten Tätigkeitsbereich des Beschwerdeführers bezieht, besteht
offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 %. Deshalb erübrigen
sich weitere Ausführungen zum Einkommensvergleich.
B._ vom 31. Oktober 2019 nicht dazu veranlasst gesehen, von der gutachterlichen
Einschätzung abzuweichen (act. G 15.1). Aufgrund dessen, dass bei einer
psychiatrischen Beurteilung immer ein gewisser Ermessensspielraum besteht und unter
Berücksichtigung der unterschiedlichen Zielsetzungen eines Behandlungsauftrags auf
der einen Seite und eines Begutachtungsauftrags auf der anderen Seite kann eine
medizinische Expertise nicht stets dann in Frage gestellt und zum Anlass weiterer
Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte an vorgängig
geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (vgl. Urteile des Bundesgerichts
vom 4. März 2013, 9C_794/2012, E. 4.2, und vom 10. August 2011, 8C_997/2010, E.
3.2).
Die seitens des Beschwerdeführers vorgetragenen Einwände hinsichtlich des von
der Beschwerdegegnerin eingeholten psychiatrischen Gutachtens mit
neuropsychologischer Abklärung erweisen sich nach dem Gesagten als unbegründet.
Das Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen
Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten und die vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden sind berücksichtigt worden. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation ein. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang nochmals
auf die zahlreichen Inkonsistenzen in den Aussagen bzw. Verhaltensweisen des
Beschwerdeführers hinzuweisen, die dazu beigetragen haben, dass eine schlüssige
Validierung allfällig vorhandener Einschränkungen kaum möglich gewesen ist
(vgl. insbesondere IV-act. 59 S. 25 ff. und 47 f.). Das Gutachten erscheint in seiner
Gesamtheit nachvollziehbar. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv
wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Auch hat Dr.
F._ seine Einschätzung unter Berücksichtigung der einschlägigen
Standardindikatoren vorgenommen (vgl. IV-act. 59 S. 27 ff.). Schliesslich hat auch der
RAD das Gutachten als aussagekräftig beurteilt (IV-act. 60) und selbst Dr. B._ hat
festgehalten, dass das Gutachten den einschlägigen Leitlinien entspreche (IV-act. 70
S. 5). Folglich kann auf die Einschätzung von Dr. F._, wonach sowohl in der
angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen ist (IV-act. 59 S. 34 f.), abgestellt werden.
3.5.
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5.