Decision ID: 251d8c2b-fee6-485c-a898-3fb520bc5f53
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit August 2000 Ergänzungsleistungen zu seiner IV-Rente (act. G
3.1/90). Im Mai 2004 fand eine periodische Überprüfung der Ergänzungsleistungen
statt, in deren Rahmen der Versicherte Lohnausweise für das Jahr 2003 einreichte.
Gemäss diesen hatten er bei der B._ brutto Fr. 13'371.-- (gemäss nachträglicher
Korrektur Fr. 11'331.--) und seine Ehefrau bei der C._ AG brutto Fr. 10'710.-- sowie
bei der D._ GmbH brutto Fr. 7'694.-- verdient (act. G 3.1/75). Daraufhin
berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle in ihrer Verfügung vom 26. August 2004 per
1. Mai 2004 Erwerbseinkommen der beiden Ehegatten von insgesamt Fr. 29'735.--
(act. G 3.1/74). Die EL-Durchführungsstelle übernahm diese Beträge mangels der
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Meldung einer Veränderung auch in die EL-Berechnungen per 1. Januar 2005, per 1.
Januar 2006 und per 1. Januar 2007 (act. G 3.1/71 f.).
A.b Im Rahmen einer periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Frühjahr
2007 gab der Versicherte erstmals an, mit seiner Ehefrau und seinen Kindern E._ und
F._ in einem Haushalt zu leben (act. G 3.1/67). Den der EL-Durchführungsstelle
vorliegenden IK-Auszügen war zu entnehmen, dass der Versicherte und seine Ehefrau
im Jahr 2005 Fr. 11'463.-- bzw. Fr. 28'715.-- und im Jahr 2006 Fr. 11'611.20 bzw.
31'700.-- verdient hatten (EL-act. 65). Gemäss den eingereichten Lohnabrechnungen
hatten der Versicherte und seine Ehefrau ausserdem im Jahr 2007 einen Monatslohn
von Fr. 888.60 bzw. Fr. 2'401.-- plus Kinderzulagen von je Fr. 170.-- erzielt (act. G
3.1/66, vgl. auch act. G 3.1/67).
A.c Die EL-Durchführungsstelle hielt in ihrer Verfügung vom 12. Juli 2007 fest, dass
der Versicherte und seine Ehefrau gemäss den neu eingereichten Unterlagen in den
letzten Jahren ein höheres Erwerbseinkommen erzielt hätten, als sie bisher in den EL-
Berechnungen berücksichtigt habe. Deshalb korrigierte sie – ebenfalls am 12. Juli 2007
– die EL-Berechnungen rückwirkend, indem sie u.a. ab dem 1. Oktober 2005 neu ein
Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 40'178.--, ab dem 1. Januar 2006 ein
Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 43'311.-- und ab dem 1. Januar 2007 ein
Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 46'170.-- berücksichtigte. Die zu viel bezogenen
Ergänzungsleistungen forderte sie zurück (act. G 3.1/58, 64). Weil der Versicherte
anschliessend keine neuen Lohnabrechnungen oder -ausweise mehr einreichte,
übernahm die EL-Durchführungsstelle das per Januar 2007 angerechnete
Erwerbseinkommen für die Berechnung des EL-Anspruchs per 1. Januar 2008 (act. G
3.1/55).
A.d Am 13. Februar 2008 erhielt die EL-Durchführungsstelle eine Lohnabrechnung der
B._ für Oktober 2007, einen per 1. November 2007 geltenden Arbeitsvertrag
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zwischen der G._ AG und dem Versicherten sowie eine Lohnabrechnung der G._
AG. Gemäss der Lohnabrechnung der G._ AG hatte der Versicherte im November
2007 einen Monatslohn von Fr. 1'500.-- sowie Kinderzulagen von Fr. 170.-- erhalten.
Neue Lohnabrechnungen der Ehefrau lagen nicht vor (act. G 3.1/54). Am 3. April 2008
berechnete die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen unter
Berücksichtigung eines Erwerbseinkommens in Höhe von insgesamt Fr. 50'713.--
rückwirkend ab dem 1. November 2007 neu und forderte die zu viel ausbezahlten
Ergänzungsleistungen zurück (act. G 3.1/51 ff.). In der Folge gingen bei der EL-
Durchführungsstelle keine weiteren Akten betreffend die Einkommenssituation des
Versicherten und dessen Ehefrau ein, weshalb die Höhe des angerechneten
Erwerbseinkommens in der EL-Berechnung per 1. Januar 2009 unverändert blieb (act.
G 3.1/41, 46).
A.e Am 9. Juli 2009 teilte der Versicherte der EL-Durchführungsstelle auf Anfrage hin
mit, dass sein Sohn E._ im Juli 20_ die Schule abschliessen und weiterhin im
elterlichen Haushalt leben werde (act. G 3.1/43). In der EL-Berechnung per 1. Januar
2010 blieb die Höhe des Einnahmenpostens "Erwerbseinkommen" unverändert (act. G
3.1/41). Einer internen Notiz der EL-Durchführungsstelle auf einem Schreiben an den
Versicherten vom 3. Juni 2010 war zu entnehmen, dass sie u.a. davon ausging, dass
E._ ab dem 1. September 2010 ein jährliches Erwerbseinkommen von Fr. 7'200.--
erzielen würde (act. G 3.1/40). Am 12. August 2010 berechnete die EL-
Durchführungsstelle den EL-Anspruch des Versicherten unter der Berücksichtigung
eines Erwerbseinkommens von insgesamt Fr. 57'913.-- neu (das bisher angerechnete
Erwerbseinkommen von Fr. 50'713.-- zuzüglich Fr. 7'200.-- von E._; act. G 3.1/37).
Per 1. Januar 2011 nahm die EL-Durchführungsstelle keine Anpassungen betreffend
die Erwerbseinkommen vor (act. G 3.1/32 f.).
A.f Im Frühling 2011 führte die EL-Durchführungsstelle eine periodische Überprüfung
der Ergänzungsleistungen durch (act. G 3.1/30). In deren Rahmen liess der Versicherte
Lohnausweise einreichen, gemäss denen er im Jahr 2010 bei der G._ AG brutto Fr.
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23'500.-- und seine Ehefrau bei der C._ AG brutto Fr. 58'270.-- verdient hatten (act.
G 3.1/25). Sein Sohn E._, so gab er an, habe ab dem 1. August 2010 Fr. 3'000.--
verdient. Dazu notierte die EL-Durchführungsstelle: "bleibt E._: 9'000./. 562" (act. G
3.1/27). Daraus ergab sich, dass der Versicherte von Januar bis Oktober 2007 bei der
F._ brutto Fr. 12'880.-- und von November bis Dezember 2007 bei der G._ AG
brutto Fr. 3'340.-- verdient hatte. Seine Ehefrau hatte im Jahr 2007 bei der C._ AG
ein Bruttoeinkommen von Fr. 44'447.-- erzielt. Weiter hatte der Versicherte in den
Jahren 2008 und 2009 brutto Fr. 21'900.-- und Fr. 22'550.-- und seine Ehefrau Fr.
49'584.-- und Fr. 48'640.-- verdient. In den Jahren 2010 und 2011 betrugen die
Bruttolöhne des Versicherten Fr. 23'500.-- und Fr. 22'700.-- und jene seiner Ehefrau Fr.
58'270.-- und Fr. 74'270.-- (act. G 3.1/14, 25).
A.g Am 6. März 2012 passte die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des
Versicherten rückwirkend ab Mai 2008 den Ergebnissen der periodischen Überprüfung
der Ergänzungsleistungen an. Dabei übernahm sie insbesondere die aus den
eingereichten Lohnausweisen hervorgehenden Erwerbseinkommen der Eheleute. Die
unrechtmässig bezogenen Ergänzungsleistungen in Höhe von insgesamt Fr. 58'904.--
forderte sie zurück (act. G 3.1/3 ff.).
A.h Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 23. April 2012 eine Einsprache
(act. G 3.2/45) und gegen den ablehnenden Einspracheentscheid vom 27. Juli 2012
(act. G 3.2/42) am 29. August 2012 eine Beschwerde erheben (act. G 3.2/40). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 27. Juli 2012 am 3. Oktober 2016 auf. Es wie die Sache an
die EL-Durchführungsstelle zurück (act. G 3.2/31, vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Oktober 2016, EL 2012/35).
A.i Am 2. Februar 2017 berechnete die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des
Versicherten unter der Beücksichtigung des Entscheids des Versicherungsgerichts
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rückwirkend ab dem 1. März 2007 neu. Sie berücksichtigte u.a. ab dem 1. März 2007
ein Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 55'823.-- statt wie bisher von Fr. 46'170.--,
ab dem 1. November 2007 aufgrund einer Erhöhung des Einkommens des Versicherten
ein Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 60'407.-- statt wie bisher Fr. 50'713.--, ab
dem 1. Januar 2008 ein Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 66'684.--, ab dem 1.
Januar 2009 ein Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 66'390.--, ab dem 1. Januar
2010 ein Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 76'770.--, ab dem 1. August 2010
aufgrund eines Erwerbseinkommens des Sohnes E._ ein Erwerbseinkommen von
insgesamt Fr. 83'970.--, ab dem 1. September 2010 ebenfalls ein Erwerbseinkommen
von insgesamt Fr. 83'970.-- statt wie bisher Fr. 57'913.--, ab dem 1. Januar 2011 ein
Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 98'770.--, ab dem 1. August 2011 aufgrund
einer Erhöhung des Einkommens des Sohnes E._ ein Erwerbseinkommen von
insgesamt Fr. 100'570.-- und ab dem 1. September 2011 und dem 1. Januar 2012
ebenfalls Fr. 100'570.-- statt wie bisher Fr. 66'913.--. Somit ergab sich eine
Rückforderung unrechtmässig bezogener Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr.
48'964.-- (act. G 3.2/14 ff.). Die Revisions- und Rückforderungsverfügung vom 2.
Februar 2017 erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.
A.j Der Versicherte stellte am 28. März 2017 ein Erlassgesuch. Darin beantragte er
den Erlass der gesamten Rückforderung in Höhe von Fr. 48'946.--, eventualiter den
Erlass der Rückforderung für den Zeitraum vom 1. Juni 2011 bis 31. März 2012 in Höhe
von Fr. 7'467.--. Zur Begründung führte er aus, seine Ehefrau und er hätten vom 1.
März 2007 bis 31. Mai 2011 ein sehr unregelmässiges Einkommen erzielt und nicht
jede Veränderung des Einkommens gemeldet. Allerdings habe er die
Einkommenssituation umgehend offengelegt, sobald er dazu aufgefordert worden sei.
Von einem Leistungsbezüger könne nicht erwartet werden, dass er über die genauen
Auswirkungen einer Sachverhaltsänderung auf den Leistungsanspruch Bescheid wisse
und deshalb eine EL-Verfügung sowie die Leistungsabrechnungen auf deren
Korrektheit überprüfen könne. Er stamme ursprünglich aus H._ und sei mit den
hiesigen Rechtsverhältnissen nicht vertraut. Ausserdem habe er damals über keine
guten Deutschkenntnisse verfügt. Ihm habe das Bewusstsein eines unrechtmässigen
Leistungsbezugs gefehlt. Von einer groben Nachlässigkeit könne nicht gesprochen
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werden, denn er habe höchstens in einer leicht schuldhaften Weise gegen die Melde-
und Kontrollpflichten verstossen. Dies sei objektiv gesehen unter der Berücksichtigung
der gegebenen Umstände entschuldbar, weshalb der gute Glaube für den Zeitraum
vom 1. März 2007 bis 31. Mai 2011 gegeben sei. Ausserdem seien das ausgefüllte
Formular zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen und die
Lohnausweise spätestens am 31. Mai 2011 bei der EL-Durchführungsstelle
eingegangen. Weil der EL-Durchführungsstelle ab diesem Zeitpunkt bekannt gewesen
sei, welches Erwerbseinkommen er und seine Ehefrau im Jahr 2010 erzielt hätten, habe
er davon ausgehen dürfen und müssen, dass der Bezug der Ergänzungsleistungen ab
dem 1. Juni 2011 rechtmässig erfolgt sei. Ein Vergleich der Verfügung vom 20.
Dezember 2010 mit jener vom 9. September 2011 und jener vom 28. Dezember 2011
zeige denn auch, dass die EL-Durchführungsstelle nach der Mitteilung der
Einkommenssituation auf höhere anrechenbare Einnahmen abgestellt und den EL-
Anspruch reduziert habe. Der gute Glaube sei deshalb in jedem Fall ab dem 1. Juni
2011 zu bejahen. Betreffend das Vorliegen einer grossen Härte erklärte der Versicherte
u.a., er sei nicht in der Lage, die Rückforderung zu begleichen (act. G 3.2/12)
A.k Die EL-Durchführungsstelle wies das Erlassgesuch mit einer Verfügung vom 15.
Juni 2017 ab. Dies begründete sie damit, dass sie dem Versicherten jedes Jahr auf das
Jahresende die neue EL-Verfügung sowie die Berechnungsblätter für das nächste Jahr
zugestellt habe. Bei der Kontrolle der jeweiligen Berechnungsblätter hätte er erkennen
können, dass in der Berechnung für ihn und seine Ehefrau ein zu tiefes
Erwerbseinkommen aufgeführt gewesen sei und dass er deshalb seine Meldepflicht
hätte erfüllen müssen. Deshalb liege kein gutgläubiger Leistungsbezug vor (act. G
3.2/11).
A.l Dagegen erhob der Versicherte am 14. Juli 2017 eine Einsprache. Er beantragte
den Erlass der Rückforderung für den Zeitraum vom 1. Juni 2011 bis 31. März 2012 in
Höhe von Fr. 7'467.--. Zur Begründung wiederholte er seine Ausführungen aus dem
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Erlassgesuch. Zudem liess er u.a. Dokumente betreffend seine aktuelle finanzielle
Situation einreichen (act. 3.2/6, 8).
A.m Am 1. Februar 2018 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache des
Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, die Überprüfung der
Berechnungsblätter sei dem Versicherten durchaus zumutbar gewesen. Ihm hätte also
auffallen müssen, dass sie (die EL-Durchführungsstelle) schon seit langem zu tiefe
Erwerbseinkommen berücksichtigt habe. Die mangelnden Rechtskenntnisse bzw. die
sprachlichen Schwierigkeiten könnten nichts daran ändern, dass er seine
Sorgfaltspflicht verletzt habe. Für Rückfragen hätte er sich nämlich jederzeit an seine
Heimatgemeinde oder an sie (die EL-Durchführungsstelle) wenden können. Der gute
Glaube sei deshalb zu Recht verneint worden (act. G 3.2/3).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtete sich die Beschwerde des Versicherten
(nachfolgend Beschwerdeführer) vom 2. März 2018. In dieser beantragte er die
Aufhebung des Einspracheentscheides sowie – nach einer rechnerischen Überprüfung
des ursprünglichen Erlassgesuchs – den Erlass der Rückforderung für den Zeitraum
vom 1. Juni 2011 bis 31. März 2012 im Umfang von Fr. 7'404.--. Zur Begründung
erklärte er ergänzend zu seinen bisherigen Ausführungen, er habe seine Lohnausweise
für das Jahr 2010 im Mai 2011 einreicht, was auch umgehend durch die EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) bestätigt worden sei.
Diesbezüglich sei er seiner Meldepflicht umfassend nachgekommen, weshalb ab
diesem Zeitpunkt nicht von einer Bösgläubigkeit ausgegangen werden könne. Dies
gelte, selbst wenn man der Argumentation der Beschwerdegegnerin folgte, bis und mit
September 2011, weil er in diesem Zeitraum kein Berechnungsblatt erhalten habe,
anhand dessen ihm hätte auffallen können, dass die Beschwerdegegnerin von
unzutreffenden Einkommensverhältnissen ausgegangen sei. Auch ab Oktober 2011 sei
von einem gutgläubigen Leistungsbezug auszugehen, weil nicht von einer groben
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Nachlässigkeit die Rede sein könne. Der EL-Anspruch sei nämlich in den Verfügungen
vom 9. September 2011 und vom 28. Dezember 2011 aufgrund erhöhter Einnahmen
reduziert worden. Aufgrund seiner im Mai 2011 erfolgten korrekten Meldung habe er
deshalb darauf vertrauen dürfen, dass die ausgerichteten Ergänzungsleistungen
rechtmässig und unter der Berücksichtigung der aktuell gemeldeten
Einkommenssituation erfolgt seien (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 9. März 2018 die Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf ihre Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
B.c Der Beschwerdeführer erklärte am 17. April 2018, er verzichte auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 5).
Erwägungen
1.
1.1 Angesichts der formell rechtskräftigen und damit verbindlichen
Rückforderungsverfügung vom 2. Februar 2017 steht fest, dass der Beschwerdeführer
infolge in zu geringer Höhe angerechneter Erwerbseinkommen Ergänzungsleistungen in
Höhe von Fr. 48'946.-- bezogen hat, die ihm von Gesetzes wegen nicht zugestanden
haben (act. G 3.2). Aufgrund der damit einhergehenden Verletzung des
Legalitätsprinzips und des Gleichbehandlungsgebots verlangt Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1;
ATSG) eine Rückerstattung dieser unrechtmässig bezogenen Leistungen, damit der
gesetzmässige Zustand wiederhergestellt und die Rechtsungleichheit beseitigt wird.
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Die Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Leistungen setzt also weder ein
Verschulden des Versicherten voraus noch stellt sie eine Strafe dar. Sie dient allein der
faktischen Beseitigung eines früheren Fehlers respektive der Wiederherstellung des
gesetzmässigen Zustandes.
1.2 Zunächst ist der Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens zu bestimmen.
Der Beschwerdeführer hat am 28. März 2017 ein Erlassgesuch betreffend die gesamte
Rückforderung von Fr. 48'946.--, eventualiter betreffend die Rückforderung für die von
Juni 2011 bis März 2012 zu viel bezogenen Ergänzungsleistungen von Fr. 7'467.--
gestellt. Gegen die abweisende Verfügung der Beschwerdegegnerin hat er eine
Einsprache erhoben und abermals den Erlass der gesamten Rückforderung sowie
eventualiter der Teilrückforderung für Juni 2011 bis März 2012 beantragt. Diese
Begehren hat die Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid abgewiesen. In
seiner Beschwerde vom 2. März 2018 hat der Beschwerdeführer ausschliesslich den
Erlass der Rückforderung der von Juni 2011 bis März 2012 unrechtmässig bezogenen
Ergänzungsleistungen im – rechnerisch korrigierten – Umfang von Fr. 7'404.-- (statt wie
bisher von Fr. 7'467.--) beantragt. Weil der Rückforderungsanspruch der
Beschwerdegegnerin betreffend die von März 2007 bis Mai 2011 ausgerichteten
Ergänzungsleistungen jedoch Fr. 41'479.-- beträgt, ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer mit seinem zahlenmässig leicht korrigierten Beschwerdeantrag den
Teil des Einspracheentscheides angefochten hat, der sich mit dem die Rückforderung
von Juni 2011 bis März 2012 im Umfang von Fr. 7'467.-- betreffenden
Eventualbegehren seiner Einsprache befasst hat. Betreffend den Erlass der
Rückforderung der Ergänzungsleistungen für den Zeitraum von März 2007 bis Mai
2011 in Höhe von Fr. 41'479.-- ist der Einspacheentscheid also in formelle Rechtskraft
erwachsen. Somit ist im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens ausschliesslich zu
prüfen, ob dem Beschwerdeführer für die Rückforderung von Fr. 7'467.-- betreffend
den Zeitraum von Juni 2011 bis März 2012 der Erlass gewährt werden kann.
2.
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Der Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sieht als Grundsatz vor, dass unrechtmässig
bezogenen Leistungen zurückerstattet werden müssen. Eine entsprechende
Rückforderungsverfügung dient der Verwirklichung des Legalitätsprinzips und des
Gleichbehandlungsgebotes, denn sie bildet die Grundlage dafür, dass einer
versicherten Person, die ihr von Gesetzes wegen nicht zustehende Leistungen bezogen
hat, jene zu viel bezogenen Leistungen zurückerstatten muss. Von diesem Grundsatz
sieht der Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG eine Ausnahme vor: Unrechtmässig bezogene
Leistungen, die in gutem Glauben empfangen worden sind, müssen nicht
zurückerstattet werden, wenn eine grosse Härte vorliegt. Eine versicherte Person hat
unrechtmässige Leistungen dann in gutem Glauben empfangen, wenn sie weder
gewusst hat noch hätte wissen müssen, dass sie von Gesetzes wegen keinen
Anspruch auf die Leistungen gehabt hat. Wer also weiss, dass er aufgrund eines
Fehlers der EL-Durchführungsstelle zu hohe Ergänzungsleistungen bezieht, empfängt
diese nicht in gutem Glauben. Dasselbe gilt, wenn eine versicherte Person zwar nicht
weiss, dass sie zu hohe Ergänzungsleistungen bezieht, ihr dies aber bewusst sein
müsste. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein EL-Bezüger eine hohe
Erbschaft antritt. Sobald er von der Erbschaft erfährt, kann er nicht mehr davon
ausgehen, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf Ergänzungsleistungen
habe. Er müsste also wissen, dass er die (unverändert ausgerichteten)
Ergänzungsleistungen zumindest teilweise zu Unrecht erhält, weshalb er sie nicht
gutgläubig empfängt. Weiss eine versicherte Person dagegen nicht um die
Unrechtmässigkeit der Leistungen und muss sie auch nicht darum wissen, empfängt
sie die Leistungen gutgläubig. Nach der bundesgerichtlichen Terminologie fehlt ihr das
Unrechtsbewusstsein. Rechtsprechungsgemäss ist ein Erlass einer Rückforderung
darüber hinaus aber auch ausgeschlossen, wenn die versicherte Person die zu hohen
Leistungen zwar gutgläubig bezogen, aber mit einer Verletzung ihrer Melde- oder ihrer
Kontroll- und Hinweispflicht jenen Fehler mitverursacht hat, der zur Ausrichtung der zu
hohen Leistungen geführt hat. Nach der Terminologie des Bundesgerichtes kann sich
die versicherte Person in einem solchen Fall nicht auf ihren guten Glauben berufen
(BGE 102 V 245 E. 3a f. S. 245 f. mit Hinweisen). Damit ist gemeint, dass es stossend
wäre, wenn eine versicherte Person durch eine (grobe) Nachlässigkeit in der Form einer
Verletzung ihrer Melde- oder ihrer Kontroll- und Hinweispflicht einen Fehler
mitverursacht hat, die Beseitigung der Folgen dieses Fehlers (durch eine
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Rückforderung) aber mit dem Hinweis auf ihre Gutgläubigkeit beim Leistungsbezug
verhindern könnte. Der Erlass einer Rückforderung ist daher rechtsprechungsgemäss
auch dann ausgeschlossen, wenn eine versicherte Person ihre Melde- und
Kontrollpflichten in grober Weise verletzt und dadurch den Fehler der EL-
Durchführungsstelle mitverursacht hat (vgl. zum Ganzen auch den Entscheid EL
2013/31 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 21. Oktober 2014, E. 2.1).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der Verfügung vom 29. Dezember 2010 ab dem
1. Januar 2011 weiterhin das bereits im Jahr 2010 berücksichtigte Erwerbseinkommen
von Fr. 57'913.-- angerechnet und dadurch einen Teil der laufenden
Ergänzungsleistungen unrechtmässig ausgerichtet. Am 6. März 2012 (bzw. am 24.
Januar bzw. am 2. Februar 2017) hat sie den Ergebnissen der durchgeführten
periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen Rechnung getragen, indem sie
u.a. gestützt auf die im Mai 2011 eingereichten Lohnausweise des Jahres 2010
rückwirkend ab Januar 2011 ein höheres Erwerbseinkommen angerechnet hat.
Anschliessend hat sie u.a. die seit Juni 2011 zu viel bezogenen Ergänzungsleistungen
zurückgefordert (act. G 3.1/3 ff.). Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, die
Lohnausweise für das Jahr 2010 seien spätestens am 31. Mai 2011 bei der
Beschwerdegegnerin eingegangen. Weil die Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt
gewusst habe, was er und seine Ehefrau im Jahr 2010 verdient haben, habe er ab Juni
2011 von einem rechtmässigen Leistungsbezug ausgehen dürfen (act. G 1).
3.1.1 Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass von einem Leistungsbezüger
erwartet wird, dass er weiss, weshalb er eine Ergänzungsleistung bezieht. So muss
einem durchschnittlichen EL-Bezüger – unabhängig von seiner Herkunft – bewusst
sein, dass die Ergänzungsleistung, die er monatlich erhält, dem Betrag entspricht, um
den seine anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (vgl. Art.
9 Abs. 1 ELG). Ausserdem muss von einem EL-Bezüger erwartet werden, dass er sich,
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sollte er Schwierigkeiten haben, die EL-Verfügungen oder Berechnungsblätter zu
verstehen, Hilfe holt und sich beispielsweise zu Beginn des Leistungsbezugs, oder bei
allfälligen Unregelmässigkeiten auch zwischendurch, den Aufbau und Inhalt eines EL-
Berechnungsblattes bzw. einer EL-Verfügung (beispielsweise von einem Dolmetscher)
erklären lässt. Im vorliegenden Fall erhält der Beschwerdeführer seit August 2000
Ergänzungsleistungen zu seiner IV-Rente. Er kann also durchaus als "erfahrener" EL-
Bezüger betrachtet werden. Im Laufe der Zeit hat er an diversen periodischen
Überprüfungen der Ergänzungsleistungen mit¬gewirkt (vgl. act. G 3.1/30, 67, 75),
Nachfragen der EL-Beschwerdegegnerin beantwortet (vgl. act. G 3.1/43) und erlebt,
wie die Beschwerdegegnerin daraufhin immer wieder insbesondere die
Einnahmenposition "Erwerbseinkommen" in den EL-Berechnungen den tatsächlichen
Begebenheiten angepasst, seinen EL-Anspruch neu berechnet und auch
unrechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen zurückgefordert hat. So hat die
Beschwerdegegnerin beispielsweise bereits im Jahr 2007 Ergänzungsleistungen
zurückgefordert, weil sie in der Vergangenheit versehentlich zu tiefe
Erwerbseinkommen angerechnet hatte (act. G 3.1/58). Abgesehen davon also, dass
EL-Berechnungen zu einem grossen Teil aus Zahlen bestehen, die durchaus auch von
einer fremdsprachigen Person gelesen werden können, und dass in den EL-
Berechnungen Begriffe aufgeführt sind, die grundsätzlich auch von EL-Bezügern mit
rudimentären Deutschkenntnissen verstanden werden können, hat dem
Beschwerdeführer das im konkreten Fall für den massgeblichen Berechnungsposten
verwendete Wort "Erwerbseinkommen" sowie dessen Bedeutung im Zusammenhang
mit der EL-Berechnung und damit dem EL-Anspruch aufgrund des Gesagten bekannt
sein müssen. Deshalb ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer gewusst hat
bzw. hat wissen müssen, dass die Veränderung seines Erwerbseinkommens oder des
Erwerbseinkommens seiner Ehefrau einen Einfluss auf die Höhe des EL-Anspruchs
haben musste.
3.1.2 Weiter ist festzuhalten, dass regelmässig mit einer gewissen Verzögerung im
Verwaltungshandeln zu rechnen ist. Der Beschwerdeführer hat die vorläufige
Untätigkeit der Beschwerdegegnerin also nicht dahingehend interpretieren dürfen, dass
die Beschwerdegegnerin die gemachten Angaben betreffend das Erwerbseinkommen
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als irrelevant betrachtet habe, sodass der Bezug der Ergänzungsleistungen gestützt auf
das bisher angerechnete Erwerbseinkommen weiterhin rechtmässig gewesen sei.
Ausserdem liefen die Abklärungen betreffend die periodische Überprüfung der
Ergänzungsleistungen – für den Beschwerdeführer erkennbar – noch bis Februar 2012,
was ein weiteres Indiz dafür gewesen ist, dass eine Anpassung der
Ergänzungsleistungen noch zu erwarten gewesen ist (vgl. act. G 3.1/14). Der
Beschwerdeführer hat anmerken lassen, der Vergleich der Verfügung vom 20.
Dezember 2010 mit jenen vom 9. September 2011 und vom 28. Dezember 2011 zeige,
dass die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch nach der Mitteilung der
Einkommenssituation reduziert und auf höhere anrechenbare Einnahmen abgestellt
habe (act. G 3.2/12). Er hat sich jedoch nicht darauf verlassen dürfen, dass die
Verminderung seines EL-Anspruches automatisch auf die Berücksichtigung der von
ihm gemeldeten Erwerbseinkommen zurückzuführen gewesen sei. Natürlich kann von
einem durchschnittlichen EL-Bezüger nicht erwartet werden, dass er weiss, in welchem
Umfang sich sein EL-Anspruch unter der Berücksichtigung der neu anzurechnenden
Erwerbseinkommen vermindern werde. Allerdings hätte es dem Beschwerdeführer im
Rahmen des von einem EL-Bezüger im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht zu
erwartenden sorgfältigen Vergleiches der drei Verfügungen auffallen müssen, dass das
mit der Verfügung vom 9. September 2011 angerechnete Erwerbseinkommen
betragsmässig nach wie vor weit unter der Summe der aus den im Mai 2011
eingereichten Lohnausweisen hervorgehenden Jahreseinkünfte 2010 lag. Selbst wenn
der Beschwerdeführer (unter Verletzung seiner Sorgfaltspflicht) nicht bemerkt hätte,
dass die Beschwerdegegnerin per 1. September 2011 infolge des Berufseinstiegs von
E._ dessen Jahreseinkommen hinzugerechnet hatte, hätte er also keinen Grund zur
Annahme gehabt, dass die Beschwerdegegnerin die aus den im Mai 2011
eingereichten Lohnausweisen hervorgehenden Erwerbseinkommen als (teilweise)
irrelevant betrachte. Ausserdem hätte er in diesem Fall ja von Januar bis August 2011
bzw. von Juni bis August 2011 Ergänzungsleistungen erhalten, die nach wie vor
gestützt auf die alten Erwerbseinkommen berechnet worden wären. Weil der
Beschwerdeführer aus langjähriger Erfahrung wusste, dass die Ergänzungsleistungen
stets auf der Grundlage der aktuellen finanziellen Situation der EL-Bezüger
ausgerichtet werden (vgl. auch E 3.1.1), ist kein Grund ersichtlich, weshalb er hätte
annehmen dürfen, das im Vorjahr erzielte Erwerbseinkommen werde erst ab der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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zweiten Jahreshälfte berücksichtigt. Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer um die teilweise Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs von Juni
2011 bis März 2012 gewusst hat bzw. hat wissen müssen. Die Gutgläubigkeit ist
deshalb zu verneinen.
3.2 Weil die Voraussetzungen für den Erlass kumulativ erfüllt sein müssen und der
gute Glaube verneint worden ist, kann die Prüfung der grossen Härte unterbleiben. Die
Beschwerdegegnerin hat das Erlassgesuch betreffend die Rückforderung der zu viel
bezogenen Ergänzungsleistungen von Juni 2011 bis März 2012 im Umfang von Fr.
7'467.-- zu Recht abgewiesen.
4.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art.
61 lit. a ATSG).