Decision ID: b5c12dfa-5f07-5f02-8b25-bd91299354fb
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a J._ (Jahrgang 1949) meldete sich am 26. Januar 2005 zum Bezug von IV-
Leistungen (besondere medizinische Eingliederungsmassnahmen, Rente) an, da sie seit
2001 an chronischen Schmerzen, einer Depression und an Osteoporose leide. Sie
verfüge über keine Berufsausbildung und habe von 1996 bis 2004 im Verkauf bei A._
gearbeitet, wo sie ein monatliches Einkommen von rund Fr. 1'100.-- erzielt habe (act. G
6.1). Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Arztbericht vom 9. März
2005 eine chronische Depression mit Somatisierungstendenz sowie chronische
Unterbauchschmerzen als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 5. März 2004 (act. G
6.9). Im Arztbericht vom 1. April 2005 stellte Dr. med. C._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung seit
Dezember 2003 und attestierte der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
20. Dezember 2003 (act. G 6.11). Dr. med. D._, Facharzt FMH für Gynäkologie und
Geburtshilfe stellte im Arztbericht vom 2. Mai folgende Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit: 1. chronifizierte Unterbauchschmerzen rechts ohne fassbares
organisches Korrelat; St. n. multiplen Baucheingriffen; 2. chronische Depressionen
sowie 3. eine Benzodiazepinabhängigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten
im Umfang von zwei bis vier Stunden pro Tag möglich, wobei eine um 50%
verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (act. G 6.13).
A.b Am 15. November 2005 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt.
Dabei gab diese an, sie würde ohne Behinderung im gleichen Ausmass erwerbstätig
sein wie früher. Die Abklärungsperson stufte die Versicherte als zu je 50% erwerbs-
und im Haushalt tätig ein und ermittelte im Haushalt eine Einschränkung von 22% (act.
G 6.18).
A.c Am 4. Juli 2006 wurde die Versicherte durch Dr. med. E._, Spezialarzt Psychiatrie
und Psychotherapie, psychiatrisch untersucht und begutachtet. In seinem Gutachten
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vom 5. Juli 2006 diagnostizierte er eine rezidivierende depressive Störung leichten
Grades mit somatischen Symptomen (ICD-10: F33.01) sowie eine
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0). Für die angestammte Tätigkeit als Kassiererin
bestehe eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit; dasselbe gelte im Bereich der dem Leiden
angepassten Tätigkeiten. Die Versicherte sei vermindert belastbar und
frustrationsintolerant (act. G 6.27).
A.d Mit Vorbescheid vom 1. September 2006 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass ihr Rentengesuch bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 11%
abgelehnt werde (act. G 6.35). Hiergegen erhob die Versicherte am 25. September
2006 Einwand und beantragte eine umfassende interdisziplinäre Untersuchung, da
lediglich ihre psychiatrischen Leiden berücksichtigt worden seien (act. G 6.36). In der
Folge reichte die Versicherte einen Bericht von Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Neurochirurgie, vom 24. Oktober 2006 ein, welcher eine hochgradige, erosive
Osteochondrose L4/L5 mit kleiner, linksseitiger Diskushernie diagnostizierte. Es werde
eine ventrale Diskektomie und Protheseneinlage auf Höhe L4/L5 durchgeführt. Die
Prognose bezüglich der Beschwerden sei nach der Operation als sehr günstig
anzusehen (act. G 6.38). Im Bericht vom 19. Januar 2007 attestierte Dr. F._ der
Versicherten in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
Dezember 2004. Gleichzeitig führte er aus, die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten
vier Stunden pro Tag zumutbar, wobei sie keine Lasten über 10 kg heben könne.
Leichte, rückenadaptierte Tätigkeiten seien ihr vier Stunden pro Tag zumutbar. Von
Seiten des Rückens sei ab 1. April 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorgesehen (act.
G 6.40).
A.e Vom 16. bis 18. Juli 2007 wurde die Versicherte von der MEDAS Ostschweiz
(nachfolgend: MEDAS) internistisch, psychiatrisch und orthopädisch untersucht und
begutachtet. Im Gutachten vom 12. September 2007 wurden folgende Diagnosen mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt: 1. eine andauernde, höchstens
mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen; 2. eine
Somatisierungsstörung; 3. rechtsbetonte Unterbauchschmerzen mit/bei Status nach
Laparoskopie und diagnostischer Cavumcurettage 1978, Status nach
mikrochirurgischer Adhäsiolyse, Stenosenincision des linken Eileiters und partieller
Neostomie 1979 bei sekundärer Sterilität, Status nach Chromolaparoskopie,
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laparoskopischer Salpingolyse, Ovariolyse und Adhäsiolyse 1981, Status nach
abdominaler Hysterektomie mit Salpingektomie rechts und
Gelegenheitsappendektomie 1984, Status nach laparoskopischer Adnexektomie rechts
1997 wegen rechtsseitigen Unterbauchschmerzen, Status nach diagnostischer
Laparoskopie, Adhäsiolyse des Zökalpoles und Interceedeinlage am 31.03.1999,
Stressinkontinenz Grad I; 4. Status nach ventraler Diskektomie und Protheseneinlage
L4/5 am 08.12.2006 wegen erosiver Osteochondrose mit/bei Hypästhesie im Bereich
des Oberschenkels ventral links (anamnestisch seit der operativen Intervention) sowie
5. Status nach near total-Thyreoidektomie am 04.06.2007 wegen Struma multinodosa
mit Nachweis von kleinen papillären Schilddrüsenkarzinomen im linken und rechten
Schilddrüsenlappen pT1 (m) pT0 (0/2) mit/bei Euthyrox-Substitution seit 1 Woche. Als
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden gestellt:
1. Arthrodesen Grosszehengrundgelenke beidseits; 2. ein dorsales
Handgelenksganglion rechts; 3. eine Extrasystolie (anamnestisch) mit/bei
Erregungsrückbildungsstörung präkordial im Ruhe-EKG; 4. Status nach behandelter
Lungen-Tbc 1969; 5. eine nicht erosive Refluxkrankheit (GERD) mit/bei Status nach
H.p.-Eradiction 2003; 6. Stuhlschmieren bei leicht deformiertem Analkanal (Insuffizienz
des Sphinkter ani internus) bei Status nach Analabszess 1994, Anismus; 7. eine
chronische Rhinopharyngitis sicca, Globus pharyngis (vordiagnostiziert); 8. eine
Hypercholesterinämie sowie 9. Status nach Glaukomoperation. Polydisziplinär werde
aufgrund der Polymorbidität von einer rund 40% eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
(ganztags, reduzierte Leistung) ausgegangen. Diese Arbeitsunfähigkeit dürfte seit
Dezember 2003 bestehen (act. G 6.47).
A.f Mit (neuerlichem) Vorbescheid vom 7. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle der
Versicherten in Aussicht, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G
6.52). Hiergegen erhob die Versicherte, mit Unterstützung der pro infirmis St. Gallen-
Appenzell, am 10. Dezember 2007 Einsprache. Zur Begründung führte sie unter
anderem an, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig (act. G 6.56). In der
Folge reichte sie ein ärztliches Zeugnis von Dr. F._ vom 11. Dezember 2007 ein,
wonach sie von Seiten des Rückens nur mehr zu 50% für eine leichte, rückengerechte
Arbeit arbeitsfähig sei, mit einer Leistungseinbusse von 30% (act. G 6.58).
B.
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Mit Verfügung vom 30. Januar 2008 lehnte die IV-Stelle den Antrag der Versicherten
auf eine Invalidenrente ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 11% ab. In der
ausserhäuslichen Tätigkeit bestehe in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit
nach wie vor eine medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 60%. Demzufolge könne
die Versicherte weiterhin mindestens dasselbe Jahreseinkommen erzielen wie bisher.
Im Haushalt sei eine Einschränkung von 22% ermittelt worden (act. G 6.60).
C.
C.a Am 11. Februar 2008 erhebt die Versicherte, mit Unterstützung der pro infirmis
St. Gallen-Appenzell, Beschwerde und beantragt sinngemäss die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung. Zudem rügt sie eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da
auf ihre Anträge nicht zur Genüge eingegangen worden sei (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend,
aufgrund der Akten sei nicht ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin ihr
Erwerbspensum seit 1989 aus gesundheitlichen Gründen auf 50% habe reduzieren
müssen; ihr Einkommen habe stets geschwankt. In medizinischer Hinsicht könne auf
das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Im Erwerbsbereich sei davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin zu 60% arbeitsfähig sei. Die IV-Stelle habe daraus
geschlossen, dass bei einem 50%-Pensum keine Erwerbseinbusse zu erwarten sei und
habe einen Teilinvaliditätsgrad von 0% angenommen. Zugunsten der
Beschwerdeführerin könnte die Arbeitsfähigkeitsschätzung (40%ige Reduktion,
ganztags mit reduzierter Leistung) auch so ausgelegt werden, dass sich die 40%ige
Reduktion auch im Teilpensum auswirken würde, was aber zumindest in diesem
Ausmass nicht nachvollziehbar wäre. Auch bei dieser korrigierten Sichtweise ergäbe
sich mit 31% kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (act. G 6).
C.c Ein weiterer Schriftenwechsel findet nicht statt (act. G 8).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 30.
Januar 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
2.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs und macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe sich im Rahmen der
angefochtenen Verfügung nicht hinreichend mit ihren Anträgen auseinandergesetzt.
2.2 Die Prüfungspflicht der entscheidenden Behörde erstreckt sich auf sämtliche für
den Entscheid erheblichen Tatbestandselemente, bedeutet jedoch nicht, dass sich die
Behörde ausdrücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen
Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd). Vorliegend ist
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs insoweit zu erblicken, als sich die angefochtene
Verfügung mit keinem Wort zu der von der Beschwerdeführerin aufgeworfenen
Statusfrage äussert, diese Frage jedoch für den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin von massgeblicher Bedeutung ist. Nachdem sich die
Beschwerdegegnerin zu diesem Punkt jedoch anlässlich der Beschwerdeantwort
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ausführlich geäussert hat und die Beschwerdeführerin keine Rückweisung aus
formellen Gründen beantragt, kann die Gehörsverletzung im Beschwerdeverfahren als
geheilt betrachtet werden.
3.
3.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt aArt. 28 Abs. 2 des IVG: Es ist darauf abzustellen, in
welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die
übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und
künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV. Die Bestimmung von aArt. 28 Abs. 2 IVG regelt
die so genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum
Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil
erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs
ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die
Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu
bemessen (Art. 27 IVV).
3.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
bis
ter
bis
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3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger,
objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegen im Verzicht auf die Abnahme
weiterer Beweise weder eine Verletzung der Untersuchungsmaxime noch eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit
Hinweisen).
3.4 Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der nach Massgabe der
Verwaltungsweisungen des BSV (Rz 3084 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2008) eingeholte
Abklärungsbericht im Haushalt eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage
dar.
4.
4.1 Vorliegend ist umstritten, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer Voll-
oder einer Teilerwerbstätigkeit nachgehen würde.
4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
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bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117
V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit
Hinweisen).
4.3 Anlässlich der Haushaltabklärung vom 15. November 2005 erwiderte die
Beschwerdeführerin auf die Frage, ob heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit
ausgeübt würde, sie wäre in gleichem Mass erwerbstätig wie früher (act. G 6.18-2). Die
Beschwerdegegnerin schloss daraus auf eine 50%ige Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall. Dies vermag nicht zu überzeugen. Zwar trifft es zu, dass das
Einkommen der Beschwerdeführerin stets relativ grossen Schwankungen unterworfen
war und sie in ihrer letzten Tätigkeit bei A._ ungefähr ein 50%-Pensum absolviert hat.
Die Aussage im Gesundheitsfall "in gleichem Mass wie früher" erwerbstätig zu sein, ist
in diesem Zusammenhang jedoch nicht aussagekräftig. Insbesondere ist es nicht
zulässig, daraus zu folgern, die Beschwerdeführerin habe dabei auf die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit Bezug genommen. Dies umso weniger, als die Beschwerdeführerin
einwendet, im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig zu sein. Mit Blick auf den IK-
Auszug (act. G 6.31) und die von der Beschwerdegegnerin erstellte Tabelle der
Einkommen der Beschwerdeführerin von 1976 bis 2005 unter Aufrechnung auf das
Lohnniveau 2006 (act. G 6) ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
zumindest während einiger Jahre zu 100% erwerbstätig gewesen ist und in anderen
Jahren ein Pensum von deutlich mehr als 50% absolviert hat. Dies trifft insbesondere
auf das langjährige Arbeitsverhältnis bei der G._ in den Jahren 1977 bis 1994 zu.
Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der G._ sind generell tiefere
Einkommen zu verzeichnen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist
dieses tiefere Einkommen, genauso wie die davor bereits bestehenden
Einkommensschwankungen, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den
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Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zurückzuführen. So geht aus den Akten
hervor, dass sich die Beschwerdeführerin seit 1969 wegen unterschiedlicher Leiden
diversen Behandlungen und Operationen unterziehen musste (vgl. act. G 6.47-2 f.).
Auch wenn die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin dadurch nicht dauerhaft
eingeschränkt wurde, waren damit doch gewisse Einbussen hinsichtlich ihres
Gesundheitszustands verbunden. Für die seit vielen Jahren belastete Gesundheit der
Beschwerdeführerin spricht auch, dass sie 1994/95 eine Arbeitspause einlegte und die
in der Folge angetretene Stelle bei H._ nach einem Jahr wieder aufgab, weil sie ihr zu
streng war (vgl. act. G 6.47-21). Danach war sie bei A._ ungefähr in einem 50%-
Pensum tätig. Unter diesen Umständen ist die Einkommens- bzw. Pensumsreduktion
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen.
Betrachtet man die Aussage der Beschwerdeführerin, wonach sie im Gesundheitsfall
im selben Umfang erwerbstätig sein würde wie früher, unter diesem Blickwinkel
(Reduktion aus gesundheitlichen Gründen), ist diese dahingehend auszulegen, dass die
Beschwerdeführerin damit ein Pensum meinte, wie sie es seinerzeit bei der G._
absolviert hatte, wo sie immerhin 17 Jahre lang tätig gewesen war. Anlässlich der
MEDAS-Begutachtung gab sie an, es habe sich dabei um ein 50-80%-Pensum
gehandelt (act. G 6.47-21). Wie bereits erwähnt, kann jedoch aufgrund der in dieser
Zeit effektiv erzielten Einkommen darauf geschlossen werden, dass die
Beschwerdeführerin zumindest während einiger Jahre ein 100%-Pensum, in anderen
Jahren ein deutlich über 50% liegendes Pensum absolviert hat. Insgesamt ist in
Würdigung der gesamten Umstände davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall zu 80% erwerbs- und zu 20% im Haushalt tätig wäre. Für eine - im
Vergleich zur letzten Tätigkeit bei A._ mit einem 50%-Pensum - erhöhte
Erwerbstätigkeit sprechen auch die Umstände, dass der Ehemann der
Beschwerdeführerin mittlerweile ebenfalls an gesundheitlichen Problemen leidet und
offenbar finanzielle Schwierigkeiten bestehen (vgl. act. G 6.47-31) sowie dass sie ihre
beiden Enkelkinder (wohl Jahrgänge 1988 und 1991; vgl. act. G 6.47-30) aufgrund
deren Alters nicht mehr betreuen muss bzw. betreut, was sei offenbar früher getan hat
(vgl. act. G 6.24-5). Aufgrund des gestiegenen Finanzbedarfs und der weggefallenen
Betreuung(spflicht) erscheint es somit ebenfalls plausibel, dass die Beschwerdeführerin
heute im Gesundheitsfall zu mehr als 50% erwerbstätig wäre. Entgegen ihrer
Auffassung kann aufgrund der Akten jedoch nicht darauf geschlossen werden, dass sie
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im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre. Alles in allem erscheint ein
Arbeitspensum von 80% im Gesundheitsfall als überwiegend wahrscheinlich.
5.
5.1 Nach dem Gesagten wäre die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80%
erwerbs- und zu 20% im Haushalt tätig. Entsprechend ist der Invaliditätsgrad anhand
der gemischten Methode (vgl. E 3.1) zu bestimmen.
5.2 Was die Einschränkung im Haushalt anbelangt, so kann diesbezüglich auf den
Abklärungsbericht vom 15. November 2005 (act. G 6.18) abgestellt werden. Dieser
wurde von einer fachkundigen Person verfasst und ist in sich schlüssig, was die
ermittelte Einschränkung anbelangt. Dies wird von der Beschwerdeführerin denn auch
gar nicht bestritten. Entsprechend ist von einer Einschränkung im Haushalt von 22%
auszugehen.
5.3 Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist auf das
MEDAS-Gutachten vom 12. September 2007 (act. G 4.47) abzustellen. Dieses
Gutachten beruht auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen und ist damit für die streitigen Belange umfassend. Es
wurden die Vorakten verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin enthaltenen Schlussfolgerungen,
namentlich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu
überzeugen. Das MEDAS-Gutachten erfüllt mithin alle praxisgemässen Kriterien für
beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf
abzustellen ist. Daran ändert auch das von der Beschwerdeführerin eingereichte
Arztzeugnis von Dr. F._ vom 11. Dezember 2007 (act. G 6.58) nichts, begründet
dieser doch die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit (50% mit einer Leistungseinbusse
von 30% für leichte, rückengerechte Tätigkeiten) mit keinem Wort. Gestützt auf das
MEDAS-Gutachten ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit zu 40% arbeitsunfähig ist, wobei die verbleibende
Restarbeitsfähigkeit ganztags bei reduzierter Leistung zu verwerten ist (act. G 6.47-25).
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5.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (BGE 129
V 481 E. 4.2.3, mit Hinweisen). Vorliegend erscheint aufgrund des Alters der
Beschwerdeführerin (Jahrgang 1949) sowie der bestehenden Polymorbidität mit damit
einhergehendem erhöhtem Krankheitsrisiko ein Abzug von insgesamt 10% als
angemessen.
5.5 Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht ausführt, ist
aufgrund der medizinischen Beurteilung im MEDAS-Gutachten davon auszugehen,
dass sich die gesundheitlichen Einschränkungen gleichermassen auch in einem
Teilpensum auswirken. Folglich könnte die Beschwerdeführerin bei dem im
Gesundheitsfall absolvierten Arbeitspensum von 80% noch 48% (0.6 x 80%) leisten,
wovon infolge des Leidensabzugs nochmals 10% abzuziehen sind. Die
Beschwerdeführerin könnte also noch ein Invalideneinkommen von 43.2% erzielen.
Entsprechend berechnet sich der Invaliditätsgrad wie folgt: Invaliditätsgrad im
Erwerbsbereich 36.8% (80% - 43.2%) zuzüglich Invaliditätsgrad im Haushalt 4.4%
(20% x 22), total 41.2%. Bei einem Invaliditätsgrad von (gerundet) 41% hat die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG). Nachdem die
Beschwerdeführerin seit Dezember 2003 in rentenbegründendem Ausmass
arbeitsunfähig ist (vgl. act. G 6.47), ist der Rentenbeginn auf den 1. Dezember 2004
festzulegen (aArt. 29 Abs. 1 lit. a IVG).
6.
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6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der
Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab 1. Dezember 2004 eine Viertelsrente
zuzusprechen, und die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten
Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Diese Kosten sind von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin
zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht