Decision ID: 7b44e043-7b61-478a-94e6-3128d3759467
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1972, meldete sich am 13. Januar 2003 bei der Invaliden
versicherung zum Rentenbezug an (
Urk.
9/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (
Urk.
9/13
,
Urk.
9/17
), ei
nen
Arbeitgeberbericht (
Urk.
9/18)
und
einen Auszug
aus dem individuellen Konto
(IK-Auszug;
Urk.
9/16) ein
und veranlasste ein psychiatrisches Gutach
ten, welches am 19. Januar 2004 erstattet wurde (
Urk.
9/22).
M
i
t Verfügung vom 3.
De
zember 2004
(
Urk.
9/33)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wir
kung ab 1. Dezember 2002
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze In
va
li
denrente zu.
1.2
Im Rahmen der im Juni 2010
veranlassten
Rentenrevision (
Urk.
9/61) holte die IV-Stelle
einen
medizinische
n Bericht
(
Urk.
9/63) und
einen
aktuellen IK-Aus
zug (
Urk.
9/62) ein und veranlasste ein psychiatrisches Gutachten, welches am 13. Dezember 2010 erstattet wurde (
Urk.
9/67/5-17).
Am 18. Januar 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass ein unveränderter Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (
Urk.
9/69), was jedoch mit Mitteilung vom 24. Februar 2011 (
Urk.
9/74) wieder aufgehoben wurde.
Sodann holte die IV-Stelle d
ie
Strafa
kten
(
Urk.
9/79
-
82
)
ein. Mit Vorbescheid vom 13. Juni 2012 (
Urk.
9/85) stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die
Aufhebung der Verfügung vom 3. De
zember 2004 (
Urk.
9/33) und die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht
, worauf der Versicherte am 29. Juni 2012 Einwände erhob (
Urk.
9/87)
.
Mit Verfügung vom 23. August 2012 (
Urk.
9/93 =
Urk.
2)
hob die IV-Stelle die Verfügung vom 3. Dezember 2004 (
Urk.
9/33) auf und stellte
die Invalidenrente ein
.
2.
Der
Versicherte erhob am 29. August
und am
1
2.
September 2012
Beschwerde
(
Urk.
1,
Urk.
5)
gegen die Verfügung vom 23. Augus
t 2012 (
Urk.
2) und bean
trag
te sinngemäss deren Aufhebung
und die Ausrichtung der bisherigen Invali
denrente
. Mit Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2012 (
Urk.
8) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Versicherten am 2
2.
Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Al
l
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
se
tzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Der Inhalt des Invaliditätsbegriffs hängt vom jeweiligen rechtlichen Kontext ab. Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des An
spruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (leistungsspezifischer Begriff der Invalidität; BGE 137 V 417 E. 2.2.3 mit Hin
weis auf BGE 130 V 343 E. 3.3.2).
Im Falle einer Rente gilt die Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 29 Abs. 1
in der im massgeblichen Zeitpunkt der erst
maligen
Rentenzusprache
im Jahr 2004 (Urk. 9/33) gültig gewesenen Fassung
des
IVG entsteht, das heisst frühestens wenn die versicherte Person mindestens zu
40 Prozent bleibend erwerbsunfähig geworden ist (
lit
. a) oder während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens zu 40 Prozent
arbeitsunfähig gewesen war und wenn sich daran eine Erwerbsunfähigkeit in mindestens gleicher Höhe anschliesst (BGE 129 V 411 E. 2.1, 126 V 241 E. 5, 121 V 264 E. 6b/cc, 119 V 111 E. 5a mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2001 S. 154 E. 3b).
1.3
Gemäss
seit 1. Januar 2003 unverändertem
Art. 6 Abs. 2 IVG haben, vorbehäl
t
lich Art. 9 Abs. 3 IVG, ausländische Staatsangehörige nur Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung, so
lange sie ihren Wohnsitz und gewöhnli
chen
Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität wäh
rend mindestens eines vollen Jah
res Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben.
Dieser innerstaatlichen Bestimmung gehen diejenigen der zwischenstaatlichen Vereinbarungen vor, welche die Schweiz mit ausländischen Staaten abge
schlossen hat, um die Rechtsstellung der beidseitigen Angehörigen in der Sozi
al
versicher
ung zu regeln (BGE 121 V 253 E. 1a, 119 V 103 E
. 4b mit Hin
weis).
1.4
Nach Art. 17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den An
spruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invali
ditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Än
derung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjeni
gen zur Zeit der streitigen
Revi
sionsverfügung
(BGE 105 V 29).
Fehlen
die
in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Renten
verfügung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Verwal
tungsverfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Ver
waltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Ge
genstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von er
heblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zu
rückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 110
V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergan
gene
Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung
schüt
zen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Be
richtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
wiedererwägungsweise
Einstellung der
In
validenrente in ihrer Verfügung vom August 2012 (
Urk.
2) damit,
der Be
schwer
deführer sei mit
einem
bestehenden und
behandlungsbedürftigen
Leiden in die Schweiz eingereist
.
D
er leistungsbegründende Versicherungsfall sei
damit
bereits vor Einreise in die Schweiz eingetreten. Nachdem in diesem Zeitpunkt die
einjährige Be
i
tragspflicht nicht erfüllt gewesen sei, seien die
versicherungs
mässigen
Voraussetzungen zum Bezug eine
r
Invalidenrente nie erfüllt gewesen
,
weshalb
die Rentenleistungen
zu Unrecht erfolgt
seien
.
Dies werde auch durch das foren
sische psychiatrische Gutachten
vom April 2004 bestätigt, welches bei der ursprünglichen
Rentenzu
sprache
zwar vorhanden, ihr jedoch nicht bekannt
gewesen sei.
Die ursprüngli
che Leistungsverfügung müsse aus diesem Grund auf
gehoben werden (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend (
Urk.
5)
,
sein gesundheitlicher Zustand habe sich verschlechtert. Er leide unter einer Schizophrenie und
Paronoia
,
höre Stimmen und h
ab
e Angstzustände. Er sei zurzeit in medizinischer Be
handlung. Der Gutachter h
ab
e ihn falsch verstanden. Bei seiner Einreise in die Schweiz sei er noch nicht krank gewesen.
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Einstellung der Rente mit Verfügung vom 23.
August 2012
zu Recht erfolgte.
3.
3.1
Die
Zusprache
der ganzen Rente im Dezember 2004 (
Urk.
9/33)
mit Wirkung ab Dezember 2002
beruhte auf folgenden medizinischen Berichten (vgl.
Urk.
9/23):
Dr.
med.
Y._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte
in seinem Arztzeugnis vom 10. September 2002 (
Urk.
9/1
=
Urk.
9/13/2
) aus, der
Beschwerdeführer sei seit dem
2.
Oktober 2001 bei ihm in Behandlung we
gen einer posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS)
mit depressiven und paranoi
den Anteilen. Er sei seit Jahren von seiner Familie getrennt und habe seine Elter
n seit neun Jahren nicht mehr gesehen. Aus therapeutischer Sicht wäre es zu be
grüssen, wenn er seine Familie wieder sehen könnte
. Er
, Dr.
Y._
,
unter
stütze da
her
die
Absicht
des Versicherten
, zwei Monate zu seiner Familie in den
B_
zu gehen.
In seinem Bericht vom 19. Mai 2003 (
Urk.
9/17) stellte
Dr.
Y
._
folgende Diag
nosen (
lit
. A):
posttraumatische Belastungsstörung
paranoide Schizophrenie
rezidivierende depressive Störung
Dr
.
Y._
führte aus, seit der Beschwerdeführer bei ihm in Behandlung sei, sei er
zu 100
%
arbeitsunfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit bestehe wahrscheinlich schon
seit fünf bis sechs Jahren, seitdem er nicht mehr arbeite
(
lit
. B). Die letzte Un
tersuchung habe am 4. März 2003 stattgefunden (
lit
. D
Ziff.
2). Der Beschwer
deführer
sei im
B_
aufgewachsen und
zwei Jahre im Militär gewesen.
Den
Militärdienst habe er traumatisch erlebt und sei nach zwei Jahren desertiert.
1993
sei er in die Schweiz gekommen und habe noch im gleichen Jahr
eine Schwei
zeri
n geheiratet. Seit sechs Jahren sei er arbeitslos und lebe von der
Sozialhilfe
. Bei der letzten Arbeitsstelle sei er immer unpünktlich gewesen und habe den Stress nicht ertragen. Eine genaue Entwicklung der Er
krankung sei nicht mehr zu rekonstruieren. Der Beginn sei offenbar mit Angst
zuständen und depressiven Phasen gewesen (
lit
. D.
Ziff.
3). Der Beschwerde
führer
klage
über Antriebslosig
keit und
eine
depressive Stimmung
, in welcher
er al
les schwarzsehe. Es bestehe ein sozialer Rückzug und er habe Angst
,
überhaupt das Haus zu verlassen. Seit einem Jahr höre er auch Stimmen und fühle sich zunehmend
von den Behörden
verfolgt
. Er habe Angst
, wegen unbezahlter
Rechnungen ins Gefängnis zu müssen
(
lit
. D
Ziff.
4). Die bisherige Therapie habe nur eine Stabilisierung bringen und die
Symptome lindern können. Es sei
mit einer schlechten Prognose zu rechnen (
lit
. D
Ziff.
6).
3.2
Am 19. Januar 2004 erstattete
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt FMH für Psy
chiatrie und für Psychotherapie,
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste psychiatrische Gutachten
(
Urk.
9/22)
.
Er stellte
folgende Dia
gnosen (
Ziff.
4):
paranoide Schizophrenie
posttraumatische Belastungsstörung
rezidivierende depressive Störung
Dr.
Z._
führte aus, laut Angaben des Beschwerdeführers h
ab
e er seit der Geburt des ersten Sohnes 1999 Probleme.
Er
habe bis Ende Novem
ber 2001 als
La
ger
mit
arbeiter
gearbeitet. In offenbar psychotischem Zustand habe er sich den
Klein
finger
mit einem Messer verletzt (
Ziff.
1). Der Beschwer
deführer habe über Ängste berichtet, welche ihn befielen, wenn er unter Leuten sei, verbunden mit dem Wunsch, wieder nach Hause zurückzukehren. Er habe über Stimmen, die mit ihm sprechen würden und über nächtliche Träume von Blut und Krieg be
richtet (
Ziff.
2). Der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar, die
Gedächtnisleis
tung
sei herabgesetzt (erinnere sich nicht an die Geburtsdaten seiner Kinder)
und
er
sei sehr ängstlich. Ein ausführliches Gespräch sei nicht möglich gewesen, da der Beschwerdeführer sich in seinen auf die Krankheit be
zogenen Äusserungen
wiederhole (
Ziff.
3).
Dr
.
Z._
hielt fest, der Beschwerde
führer sei durch seine Krank
heit, bei der die paranoide
Schizophrenie prioritär an erster Stelle stehe
,
massiv behindert, dies trotz adäquater Medikation. Seine Arbeitsfähigkeit
betra
ge
seit
anfangs Dezember 2001 weniger als 33
%
. Die Prognose sei schlecht
,
und es gebe keine Umschulungsmöglichkeiten (
Ziff.
5)
.
4.
4.1
Im Rahmen des im
Juni
2010 veranlassten Rentenrevisionsverfahrens wurden folgende medizinische Berichte eingeholt:
Am 29. April 2004 erstatteten
die Ärzte der
A._
das
im Rahmen des Strafverfahrens veranlasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
9/82/9-32).
Die Ärzte
der
A._
hielten
fest, dass das innere
Er
fahrungs
- und Verhaltensmuster des Beschwerdeführers deutlich und überdau
ernd von den Normen abweiche. Dies sei in besonderem Masse für den Bereich der Affektivität, der Impulskontrolle und der Bedürfnisbefriedigung, sowie in der Handhabung zwischenmenschlicher Beziehungen zu erkennen. Offenbar falle es dem Beschwerdeführer auch schwer, Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt würden, beizubehalten. Die Abweichungen seien ausgeprägt, sie seien überdauernd und führten zu einem persönlichen Leidensdruck und manifestier
ten sich schon in der Kindheit. Die vorliegende spezifische Symptomatik erlaube es, beim Beschwerdeführer die
Diagnose eine
r
emotional instabile
n
Persönlich
keitsstörung
vom
Borderlinetypus
(ICD-10 F60.31)
zu stellen
. Daneben liessen sich deutlich
histrionische
(hierzu sei auch die hohe Suggestibilität und die Nei
gung zur Dramatisierung zu zählen) und dissoziale Persönlichkeitszüge erken
nen. Diese seien im Symptombild jedoch nicht so führend und ausgeprägt, dass sich die Diagnose einer weiteren spezifischen Persönlichkeitsstörung rechtferti
gen liesse
(S. 18
Mitte
)
.
Im Auftreten neige der Beschwerdeführer zu Selbstdramatisierung, Theatralik und
zu
übertriebenem Gefühlsausdruck. Manipulatives Verhalten und eine Nei
gung zu einer schwarz-weiss Sicht liessen sich beim Beschwerdeführer ebenso erkennen und gehörten, wie auch das Selbstverletzungsverhalten, die erhöhte Reizbarkeit und das Auftreten von unspezifischen Ängsten, sowie einer starken Angst vor dem Alleinsein
,
zum typische
n Störungsbild einer
Borderline-
Per
sön
lichkeitsstörung
. Zum Störungsbild passe auch die plötzlich wechselnde Dar
stell
ung anderer.
Eine Einsicht in die deutliche Persönlichkeitsstörung sei beim Beschwerdeführer
nur in Ansätzen vorhanden. Dass mit der Störung ein persönliches Leiden ein
her
gehe
,
sei allerdings nicht zu übersehen und dies könne dann auch verbali
siert werden (S. 18 f. unten).
Z
ur
persönlichen Vorgeschichte habe
der Beschwerdeführer a
ngegeben, im Jahre
1994 eine drei Monate jüngere Schweizerin geheiratet zu haben. Bei ihr habe er
ab Februar 1994 gewohnt. 1996 und 1998
(richtig: 1997 und 1999, Urk. 9/4 S. 2)
hätten sie zwei Söhne be
kommen. Zwischen 1993 und 1999 habe er wiederholt als Hilfsarbeiter tempo
rär auf Baustellen kurz gearbeitet und jeweils
gute Ar
beitszeugnisse erhalten
. Die Beziehung sei
harmonisch gewesen und es h
ab
e ge
meinsame Urlaube gege
ben. Trotzdem sei es 1999 zur Trennung gekommen. Er habe sich für die Vaterrolle
zu schwach
gefühlt und keine Nerven für die Kinder gehabt. Er habe sich als
Bimbo
und Babysitter benutzt gefühlt (S. 8 Mitte).
Der Beschwerdeführer habe berichtet, ungefähr 1999 unter einer langsam zu
nehmenden Paranoia gelitten zu haben. Beim Einschlafen habe er sich verfolgt gefühlt, aus Angst vor muslimischen Freischä
r
lern habe er sich nicht mehr auf die Strasse getraut (S. 14 oben).
Konkrete Zielsetzungen für die weitere Therapie bei
Dr
.
Y._
habe der
Be
schwer
deführer spontan nicht geäussert. Er werde die Therapie solange fortset
zen
,
bis
er eine Invalidenrente erhalte. Erst vor kurzem habe er sich dafür bei ei
nem Arzt
vorgestellt. Im
B_
gäbe es nämlich keine Sozialhilfe wie in der Schweiz,
und er könne doch nicht mit leeren Händen zurückkehren. Ob er sich danach noch weiter einer Therapie unterziehen werde, wisse er nicht. Wenn doch, dann aber nur bei einem arabisch sprechenden Therapeuten. An einer stationären The
rapie sei er nicht interessiert (S. 17 oben).
Die
Ärzte der
A._
führten
aus, e
ine PTBS
,
wie sie vom behandelnden Psychiater diagnostiziert worden sei, lasse sich nicht belegen. So könnten zwar ein erhöhte
Reizbarkeit und die Neigung zu Wutausbrüchen bei diesbezüglich vor dem Trauma
anamnestisch unauffälligen Personen
Symptom einer PTBS sein, gleich
falls aber auch Symptom vieler anderer psychischer Störungen und ebenso Aus
druck nicht krankhafter Verhaltensbereitschaften. Nicht aber ein einzelnes Symp
tom
,
sondern ein typi
sches
Syndrombild
führten
dazu,
die Diag
nose einer PTBS stellen zu kö
nnen. So sei eine PTBS dadurch definiert, dass nach einem extre
men traumatischen Ereignis, auf das der Betroffene mit Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen reagiere, sich in der Regel sofort oder innerhalb weniger Monate ein Zustandsbild entwickle, welches mit einer psychischen Ab
gestumpftheit um
schrie
ben werden könne. Davon könne aber beim Beschwer
deführer nicht die Rede
sein. Weder lasse sich ein andauerndes Gefühl des
Be
täubtseins
, noch
Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, noch eine all
gem
eine Freud
losig
keit feststellen.
Zudem
berichte der Beschwerdeführer
nicht
über Schuldgefühle,
über die in der Regel Personen mit posttraumatischer
Belas
tungsstörung
, die
le
bens
bedrohliche
trauma
tische Ereignisse überlebt hätten,
berichte
ten
. Deren affek
tives Erleben zeichne sich dann auch
-
im Gegensatz zum Befund beim Beschwerdeführer
-
durch eine verminderte affektive
Schwin
gungsfähigkeit
und durch einen ausgeprägten sozialen Rückzug aus (S. 19 Mitte). Auch ein
Ver
meidungsverhalten
, wie es nahezu regelhaft bei der PTBS auftrete
, sei beim Be
schwerdeführer nicht zu erkennen. An jedem
Explorations
termin
mache der Be
schwerdeführer wiederholt Erlebnisse, die ihn traumatisiert hätten (schlimme Kindheit, Gefangenschaft, Bürgerkrieg), explizit zum Thema, auch dann, wenn
diese nicht der augenblickliche Gesprächsgegenstand sei
e
n, aber als Entschul
di
gung für eigenes Fehlverhalten ins Feld geführt werden könnten.
Zudem
spreche
der Beschwerdeführer davon, nach Erhalt einer Invali
denrente nach
C._
zu
rückzukehren (S. 19 unten).
Beim Beschwerdeführer l
iessen
weder der zeitliche Verlauf der angegebenen Symptomatik, noch die detaillierte lebensgeschichtliche
Anamnese, no
ch das
angegebene Beschwerdebild
eine PTBS möglich erscheinen.
Die erhöhte
Verstimmbarkeit
und die Neigung zu Wutausbrüchen sei ein typi
sches Symptom der vorliegenden Persönlichkeitsstörung und gleiches gelte für die erkennbar hohe Suggestibilität, das lebhafte Erinnerungsvermögen und die Pseudohalluzinationen des Beschwerdeführers. Zu diskutieren sei auch, dass ein Teil der vom Beschwerdeführer geschilderten Symptome naturbedingt nicht ob
jektivierbar seien, und er in diesen Zusammenhang auch über ein
Rentenbe
gehren
berichtet habe (S. 20 oben).
Festgehalten werden könne, dass jenseits der Persönlichkeitsstörung keine er
heblich schweren psychischen Störungen beim Beschwerdeführer zu diagnosti
zieren seien. Insbesondere lasse sich auch keine Erkrankung aus dem
Formen
kreis
der Schizophrenien oder aus dem der affektiven Erkrankungen belegen. Insbesondere sei nicht zu erkennen, dass bei der Untersuchung oder zum Zeit
punkt der Taten eine Depression vorgelegen habe (S. 20 Mitte)
.
Der Beschwerdeführer sei ohne Ausbildung und arbeitslos. Er lebe von der So
zialhilfe und sei erkennbar nicht bemüht, eine Arbeitsstelle zu suchen und einen Arbeitsplatz längerfristig auszufüllen, wobei die mögliche Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers tatsächlich aufgrund der vorliegenden
Persönlichkeitsstö
rung
beeinträchtigt erscheine - auch wenn er selbst über gute Arbeitsleistungen in frü
h
e
ren
Temporärstellen
berichte (S. 22 oben).
4.2
Dr
.
Y._
stellte in seinem Bericht vom
2.
August 2010 (
Urk.
9/63) folgende Di
agnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
PTBS
paranoide Schizophrenie
rezidivierende depressive Störung
Differenzialdiagnose (
Diagnose der
A._
):
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderlinetypus
akzentuierte Persönlichkeit mit
histrionischen
und dissozialen Zügen
Dr
.
Y._
führte
aus, der Beschwerdeführer sei zuletzt im Juli 2008 bei ihm in Therapie gewesen. Im Dezember 2009 habe er sich wieder bei ihm gemeldet, wegen einer Abklärung durch die Vormundschaftsbehörde. Da die gesamte Si
tuation nicht mehr durchsichtig gewesen sei, h
ab
e er
,
Dr.
Y._
,
sich
nicht mehr
bereit
er
klärt, die Therapie wieder aufzunehmen (
Ziff.
1.2). Eine aktuelle Beur
tei
lung sei nicht möglich, da der Beschwerdeführer nicht mehr bei ihm in The
ra
pie sei (S. 3 Mitte). Es sei kaum davon auszugehen, dass
er
in den letzten Jahren arbeitsfähig gewesen sei (
Ziff.
1.6). Mit einer Wiederaufnahme der be
ruflichen Tätigkeit könne kaum gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.3
Am 13. Dezember 2010 erstattete
Dr.
med.
D._
, Facharzt
FMH für
Psychiatrie und für Psychotherapie, das von der Beschwerdegegnerin ver
anlasst
e psychiatrische Gutachten (
Urk.
9/67/5-17)
.
Als Diagnose nannte er eine
chroni
fizierte
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Für eine pa
ranoide
Schizophrenie hätten sich zu
wenig
Anhaltspunkte gezeigt. Aufgrund des psy
chi
schen Zustand
s
bildes sei eine vertiefte Exploration nicht möglich ge
wesen, vor allem im Zusammenhang mit einer gesteigerten
Angetriebenheit
des Beschwer
de
führers, der ein näheres Explorieren einzelner Aspekte seiner psy
chischen Pro
bleme offensichtlich nicht ert
ragen respektive abgewehrt habe (S. 10
Ziff.
7).
Eine
genauere und definitive Diagnostik sei nicht möglich gewesen. Seine Beur
teilung entspreche in etwa derjenigen des
Psychiaters
Dr.
Y._
aus dem Jahre 2002
(S. 11
Ziff.
7).
Dr.
D._
berichtete
, der Beschwerdeführer sei pünktlich zum
Abklärungs
termin
erschienen. Er habe sich auf Deutsch genügend gut zu verständigen ge
wusst, wenngleich er der deutschen Sprache nicht sehr gut mächtig sei
.
Der Be
schwerdeführer
habe in der Folge Symptome wie Angstgefühle,
Stimmenhö
ren
, innere Unruhe, Schlafstörungen mit Albträumen und wechselhafte depres
sive
Ver
stimmungen beschrieben, das Stimmenhören habe aber nicht näher ex
plo
rier
t werden können. Es scheine eher so, dass der Beschwerdeführer unspezi
fische Geräusche höre, die ihn an den
Krieg in
C._
erinnern
würden. Er sei bei der Befragung immer wieder auf den Bürg
erkrieg zu sprechen gekomm
en
(S.
9
Ziff.
6).
Weshalb seine Ehe nach e
twa sechs Jahren im Jahre 2000 getrennt wor
den
sei,
habe
ebensowenig
eruiert werden können, wie die weiteren Um
stände
der beruflichen und sozialen Anamnese des
Versicherten nach der Tren
nung
(S. 9
Ziff.
6 unten).
Zur
biographischen und Krankheits-Anamnese
führte
Dr.
D._
aus, der Beschwerdeführer sei 1993 mit 2
1 Jahren in die Schweiz eingereist
, wo er bald eine Schweizerin geheiratet habe und wo seine beiden Söhne geboren worden
seien. Laut Angaben des Beschwerdeführer
s
sei er bereits damals psychisch krank
gewesen und habe
praktisch nicht arbeiten können. Aus den Unterlagen könne entnommen werden, dass er ab etwa 1997 (etwa Zeitpunkt der Geburt des ersten
Kindes) keine Erwerbstätigkeit mehr
ausge
üb
t habe
, abgesehen von einem ein
mo
natigen Einsatz im November 2001 als Lagermitarbeiter (S. 5 f.).
Dr.
D._
hielt fest, es sei in dieser Exploration leider nicht möglich gewe
sen, eine de
taillierte Darstellung des Tagesablaufes des Versich
erten zu erhalten. Gemäss seinen
Aussagen scheine der Tagesablauf je nach Zustand, der sehr wechselhaft
sei, abzulaufen. Gemäss Beschwerdeführer solle es Tage geben, an welchen er das
Haus gar nicht verlasse, da er dann an Angstgefühlen leide und an anderen Tagen gehe er hinaus
und treffe sich mit Kollegen. A
ber auch seine Kinder be
suche er gelegentlich (S. 8 unten). Unklar sei, wie häufig dies statt
finde. Gemäss Hausarzt solle er gelegentlich einem Kollegen beim Putzen von Autos behilflich sein (S. 9 oben).
Dr.
D._
führte aus, d
er Beschwerdeführer sei seines Wissens mindestens seit 1997 nicht mehr erwerbstätig gewesen, wobei
er
nicht wiss
e
, welche Tätig
keiten
der Versicherte
vorher, in den ersten vier Jahren seines Schweiz-Auf
en
t
haltes, allen
falls ausgeübt habe. Er sei aktuell höchstwahrscheinlich als nicht arbeitsfähig, auch nicht für einfache Tätigkeiten
,
zu betrachten. Dies im Zu
sammenhang mit den oben erwähnten leidensbedingten Defiziten, und zwar seit etwa 10 Jahren (S. 11
Ziff.
8).
Abschliessend führte
Dr.
D._
aus, in das fo
rensisch-psy
chiatrisc
he Gutachten aus dem Jahre 2004
habe er keine Einsicht
gehabt. Die dort genannten Diagnosen einer Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus und
von
histrionischen
und disso
zialen Persönlichkeitszügen sei
en angesichts der zumindest vom Beschwerdeführer angegeben trauma
ti
schen Erfahrungen aus der Kindheit und Jugendzeit zu relativieren (S. 12 f. un
ten
Ziff.
10).
5.
5.1
Zu prüfen ist, ob die im August 2012 verfügte Einstellung der Invalidenrente (
Urk.
2
) rechtens ist.
Dies hängt davon ab, ob sie gestützt auf einen anerkannten
Ab
änderungstitel
(vorstehend E. 1.4) erfolgt ist. Somit fragt sich, ob
die ur
sprüng
liche
Rentenzusprache
im Jahr 2004
(
Urk.
9/33)
als offensichtlich un
richtig erscheint oder ob
eine revisionsrelevante Veränderung der tats
ächlichen Verhältnisse vorliegt.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte die Einstellung der Rente und die Aufhebung der Verfügung vom
3.
Dezember 2004
(
Urk.
9/33)
im Wesentlichen
auf die von
Dr
.
D._
in
seinem Gutachten vom Dezember 2010 (vorst
ehend E. 4.3) getroffene Aussage
, der Beschwerdeführer sei
bereit
s
bei
seiner
Einreise in die
Schweiz 1993 gesundheitlich beeinträchtigt gewesen
. Die Beschwerdegegnerin ging
davon aus, es
müsse als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden, dass dieser Gesundheitsschaden bereits vor
Einreise im Jahr 1993 eine dauer
hafte Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40
%
begründet habe und im Zeit
punkt des Invaliditätseintritts die Voraussetzungen der einjährigen
Beitrags
pflicht
nicht erfüllt gewesen seien.
Bestätigt würde dies im Übrigen durch das forensische psychiatrische
Gutachten vom 2
9.
April 2004
(vorstehend E. 4.1)
, welches im Zeitpunkt der ursprünglichen Leistungsverfügung vom
3.
Dezember 2004 bereits vorhanden, ihr jedoch nicht bekannt
gewesen sei. Daher liege
ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 53
Abs.
1 ATSG vor
, weshalb
die Leistungen
per sofort einzustellen seien
(
Urk.
2 S. 2)
.
5.3
Dr
.
D._
ging in seinem Gutachten vom Dezember 2010 (vorstehend
E.
4.3) aufgrund diagnostizierter PTBS von einer nach
wie
vor bestehenden voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit aus.
Die Diagnose
PTBS wurde jedoch in
dem
im April 200
4
von den Ärzten der
A._
erstellten
forensischen Gutachten
(vorstehend E. 4.1)
verneint
. Gerade die
ses umfassende und aufschlussreiche Gutachten der Ärzte der
A._
lag
Dr.
D._
nicht vor, als er sein Gutachten
im Oktober 2010
erstellte.
Auch
hielt
er wiederholt
fest
, dass eine vertiefte Diagnostik nicht möglich gewesen sei
.
Dr.
D._
berichtete, der Beschwerdeführer habe sich auf Deutsch ge
nügend gut zu verständigen ge
wusst, wenngleich er der deutschen Sprache nicht
sehr gut mächtig sei. Gerade in einer psychiatrischen Exploration kommt es auf sprachliche Feinheiten an und der
Beizug
eines Dolmetschers wäre unter
diesen
Umständen angebracht gewesen.
Die
Vorbringen des Beschwerdeführers
im
Ein
wandverfahren
,
die Kommunikation sei aufgrund seiner reduzierten
Deutsch
kenntnisse
erschwert gewesen (vgl.
Urk.
9/87)
,
und
Dr.
D._
habe ihm
be
treffend die Aussage, er sei bereits bei Einreise in die Schweiz krank
gewesen,
falsch verstanden
(vorstehend E. 2.2)
, sind
demnach nicht von der Hand zu wei
sen
.
Auch konnte
Dr.
D._
betreffend die Arbeitsanamnese keine Kla
rheit schaffen und stützte sich
auf von seiner Seite her getroffene Annahmen.
Zudem gab er explizit an, er habe nicht rekonstruieren können, ob die
Belastungs
stö
rung
schon 1993 in ähnlicher Form vorgelegen habe, oder ob sie sich erst etwa
2000 man
i
festiert habe (Urk. 9/67 S. 15).
Insgesamt erfüllt das
von
Dr.
D._
erstellte Gutachten die Anforderungen an eine beweiskräf
t
ige Expertise (vor
stehend
E. 1.5
) nicht.
Auch dem forensischen Gutachten vom April 2004, welches von den Ärzten der
A._
erstellt wurde (vorstehend E. 4.1), lässt sich nicht entnehmen, dass der Beschwerdeführer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bereits bei seiner Einreise in die Schweiz in rentenrelevantem Masse eingeschränkt gewesen ist.
Bei diagnostizierter
emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderli
netypus
(ICD-10 F60.31)
bei
deutlichen
histrionischen
und d
issozialen
Persön
lichkeitszügen
führten sie zwar aus, die beim Beschwerdeführer vorliegenden
Abweichungen hätten sich schon in der Kindheit manifestiert
.
Daraus
kann
je
doch
nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass diese
Abweichungen
bei Einreise in die Schweiz schon
rentenrelevant aus
geprägt waren.
Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sie sich dahingehend,
dass die mögliche Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers tatsächlich aufgrund der vorliegenden Persönlichkeitsstörun
g als beeinträchtigt erscheine.
Der Beschwerdeführer be
richtete seinerseit
s anlässlich der Begutachtung an
der
A._
, zwischen 1993 und 1999 wiederholt als Hilfsarbeiter temporär auf Baustellen gearbeitet und jeweils gute Arbeitszeugnisse erhalten zu haben.
Dr.
Y._
führte im Mai 2003
(vorstehend E. 3.1) aus, die Arbeitsunf
ähigkeit bestehe wahrscheinlich
seit fünf bis sechs Jahren
.
Dr.
Z._
berichtete sodann im Januar 2004 (vorstehend E. 3.2), der Beschwerdeführer
welcher
seit 1999 Prob
leme
habe, habe
bis Ende November 2001 als Lagermitarbeiter
gearbeitet.
Er
sah
den Beschwerdeführer erst
seit anfangs Dezember 2001 als massiv in seiner Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt an.
Gemäss
IK-Auszu
g
(
Urk.
9/16
) hat der Be
schwer
deführer
im Zeitraum von 1994 bis 2001
zwar in untergeordnetem Aus
mass, jedoch
immer wieder gearbeitet. In den Akten
befindet sich zudem
ein
Arbeitgeberbericht der
E._
betreffend einen
temporären
Einsatz
als
Lagermitarbeiter im November 2001 (
Urk.
9/18
)
.
Somit belegen auch die frühes
ten medizinischen Berichte und die teilzeitliche
Nichterwerbstätigkeit in der Schweiz nicht, dass der Beschwerdeführer vor der Einreise in
renten
rele
van
tem
Ausmass arbeitsun
fähig gewesen wäre.
5
.4
Vor diesem Hintergrund erweist sich die Annahme, der Beschwerdeführer sei bereits bei Einreise in die Schweiz in rentenrelevanter Weise arbeitsunfähig ge
wesen als spekulativ und nicht belegt, zumal für diesen Zeitraum keine
echt
zeitlichen
medizinische
n
Berichte bei den Akten liegen.
Demnach kann auch nicht angenommen werden, dass die damalige
Rentenzusprache
im Sinne von
Art. 53
Abs.
2 ATSG zweifellos unrichtig war.
Das erst nach erstmaliger
Renten
zu
sprache
von der Beschwerdegegnerin eingeholte forensische Gutachten der Ärzte
der
A._
vom
April 2004
(vorstehend E. 4.1
) ändert nichts an dieser An
nahme.
5.5
Ein verbesse
rter Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, welcher eine
revi
sionsweise
Änderung der Rentenleistungen aufgrund von Art. 17 ATSG begrün
den würde, lässt
sich den im Rahmen der Rentenrevision im Jahr 2010 einge
hol
ten medizinisch
en Berichte
n
nicht entnehmen. So
kommt dem Gutachten
von
Dr.
D._
keine genügende Beweiskraft
(vorstehend E. 5.2
)
zu
.
Dr.
Y._
(vorstehend E. 4.2) war zu
dem Zeitpunkt
zudem
nicht mehr der behandelnde Psychia
ter des Beschwerdeführer
s
und konnte demnach keine
aktuellen
An
gaben mehr machen.
Insgesamt fehlt es somit an einer verlässlichen medizinischen Grundlage zur
Be
ur
teilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der
Ren
ten
einstellung
im August 2012
und damit an der Grundlage für einen Ent
scheid.
5.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zu
rückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
di
ger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann ab
zusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der An
hörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 116 V 182 E. 3c und d; Urteil des Bundesgerichts I 30/00 vom 1
9.
April 2000 E. 3).
5.
7
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die ursprüngliche
Rentenzusprache
nicht als
offensichtlich unrichtig
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
q
ualifiziert werden kann.
Da der medizinische Sachverhalt im Rahmen der im Jahr 2010 veran
lassten
Rentenrevision
von der
Beschwerde
gegne
rin
unzureichend abgeklärt worden ist
,
kann zudem über eine Rentenrevision nicht abschliessend befunden werden
.
Die angefochtene Verfügung vom 2
3.
August 2012 (
Urk.
2) ist folglich aufzuhe
ben
und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägun
gen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führ
ers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6
.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.