Decision ID: 50a43f71-6625-49c7-ab78-037205837e4a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung / Haftpflichtprozess mit Personenschäden
Berufung gegen ein Urteil der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 15. August 2019; Proz. CG110159
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Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 1'229'000.00 nebst 5% Zins von CHF 251'000.00 seit 1. Januar 2009, von CHF 21'000.00 seit 6. Juni 2008 und von CHF 957'000.00 seit 1. Dezember 2010 zu bezahlen, unter Vorbehalt einer  nach durchgeführtem Beweisverfahren;
2. die Beklagte 2 sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 438'000.00 nebst 5% Zins von CHF 45'000.00 seit 1. Januar 2009, von CHF 9'000.00 seit 12. Juni 2007 und 5% von CHF 384'000.00 seit 1. Dezember 2010 zu bezahlen, unter Vorbehalt einer  nach durchgeführtem Beweisverfahren;
3. die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin für  Anwaltsaufwand CHF 53'729.00, die Beklagte 2 CHF 21'481.00 beides nebst 5% Zins seit 27. Juli 2011 zu bezahlen;
4. eventualiter sei der vorprozessuale Anwaltsaufwand im Rahmen der Prozessentschädigung zu erstatten,
unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.
Geändertes Rechtsbegehren (act. 33)
1. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 60'296.35 zu bezahlen;
2. die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, der Klägerin  CHF 1'606'700.00 nebst 5% Zins von CHF 296'000.00 seit 1. Januar 2009, von CHF 21'000.00 seit 6. Juni 2008, von CHF 9'000.00 seit 12. Juni 2007 und von CHF 1'341'000.00 seit 1. Dezember 2010 zu bezahlen, unter Vorbehalt der Bezifferung bzw. Klageerhöhung nach durchgeführtem Beweisverfahren;
3. eventualiter werden die Mindestbeträge gemäss Ziff. 2 als  mit Nachklagevorbehalt geltend gemacht.
4. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten der Klägerin CHF 9'505.55 für vorprozessualen Aufwand zu bezahlen;
5. die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, der Klägerin für vorprozessualen Aufwand CHF 64'973.00 nebst 5% Zins seit 27. Juli 2011 zu bezahlen.
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Eventualbegehren (act. 33)
6. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 1'229'000.00 nebst 5% Zins von CHF 251'000.00 seit 1. Januar 2009, von CHF 21'000.00 seit 6. Juni 2008 und von CHF 957'000.00 seit 1. Dezember 2010 zu bezahlen, unter Vorbehalt der Bezifferung bzw. einer Klageerhöhung nach durchgeführtem ;
7. die Beklagte 2 sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 438'000.00 nebst 5% Zins von CHF 45'000.00 seit 1. Januar 2009, von CHF 9'000.00 seit 12. Juni 2007 und 5% von CHF 384'000.00 seit 1. Dezember 2010 zu bezahlen, unter Vorbehalt der  bzw. einer Klageerhöhung nach durchgeführtem ;
8. subeventualiter werden die Mindestbeträge gemäss Ziff. 6 und 7 als Teilklageforderungen mit Nachklagevorbehalt geltend ;
9. die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin für  Anwaltsaufwand CHF 53'729.00, die Beklagte 2 CHF 21'481.00 beides nebst 5% Zins seit 27. Juli 2011 zu bezahlen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zzgl. MwSt. unter Berücksichtigung der Kosten der Klagebewilligung von CHF 1'240.00 zu Lasten der Beklagten.
Geändertes Rechtsbegehren (act. 303)
1. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 52'958.00 sowie CHF 9'505.55, somit CHF 62'463.55 nebst 5 % Zins seit 27.7.2011 zu bezahlen,
2. die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, der Klägerin CHF 2'701'765.00 sowie CHF 64'973.50 somit insgesamt CHF 2'766'738.50 nebst 5 % Zins von CHF 60'000 seit 6.6.2008 sowie von CHF 1'457'136.00 und CHF 64'973.50, somit von  1'522'109.50 seit 27.7.2011 zu bezahlen,
3. eventualiter sei auf das Rechtsbegehren der Replik verwiesen, unter Kosten-und Entschädigungsfolgen, letztere zzgl. MwSt. unter Berücksichtigung der Kosten der Klagebewilligung von CHF 1240 zulasten der Beklagten.
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Urteil des Bezirksgerichtes:
1. Die Beklagte 1 wird verpflichtet, der Klägerin CHF 558'113.50 nebst Scha-
denszinsen bis Rechnungstag von CHF 91'154.-- zu bezahlen. Im Mehrbe-
trag wird die Klage abgewiesen.
2. Die Beklagte 2 wird verpflichtet, der Klägerin CHF 239'191.50 nebst Scha-
denszinsen bis Rechnungstag von CHF 39'066.-- zu bezahlen. Im Mehrbe-
trag wird die Klage abgewiesen.
3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 58'000.-- ; die Barauslagen betragen:
CHF 53'184.30 medizinisches Gutachten
CHF 120.-- Zeugenentschädigung
4. Die Gerichtskosten werden der Klägerin zur Hälfte (CHF 55'652.15), der
Beklagten 1 zu einem Drittel (CHF 37'101.45) und der Beklagten 2 zu einem
Sechstel (CHF 18'550.70) auferlegt und mit den geleisteten Vorschüssen
(gesamthaft CHF 92'100.--) verrechnet.
Der Fehlbetrag von CHF 19'204.30 wird von der Beklagten 1 im Umfang
von CHF 12'802.85 und von der Beklagten 2 im Umfang von CHF 6'401.45
nachgefordert.
5. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
6. Die Beklagte 1 wird verpflichtet, der Klägerin den Kostenvorschuss im
Umfang von CHF 6'065.20 zu ersetzen.
7. Die Beklagte 2 wird verpflichtet, der Klägerin den Kostenvorschuss im
Umfang von CHF 3'032.60 zu ersetzen.
8. Schriftliche Mitteilung an
− die Klägerin unter Beilage der Doppel von act. 328 und act. 330 − die Beklagte 1 unter Beilage eines Doppels von act. 330 − die Beklagte 2 unter Beilage einer Kopie von act. 328.
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9. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-
lung an in dreifacher Ausfertigung und unter Beilage dieses Entscheids beim
Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt
werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begrün-
den. Allfällige Urkunden sind mit dreifachem Verzeichnis beizulegen.
Berufungsanträge:
der Beklagten 1 (act. 338):
"In Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheid sei die Klage abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. Mehrwertsteuer) zu Lasten der ."

Erwägungen:
1. Die Klägerin erlitt in den Jahren 2005, 2007 und 2008 je einen Verkehrsun-
fall (Auffahrkollisionen). Die Beklagte 1 ist die Haftpflichtversicherung bezüglich
des ersten und dritten Unfalls; die Beklagte 2 war für den zweiten Unfall grund-
sätzlich haftpflichtig. Mit Urteil vom 15. August 2019 sprach die Vorinstanz der
Klägerin einen Teil der von ihr gegenüber beiden Beklagten geltend gemachten
Schadenssummen zu und regelte die Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss
Obsiegen und Unterliegen (act. 340).
Mit Eingabe vom 19. September 2019 ficht die Beklagte 1 diesen Entscheid
an und beantragt die Abweisung der Klage (act. 338). Die Beklagte 2 hat keine
Berufung erhoben. Dies ist vorzumerken.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2019 wurde der Beklagten 1 für das Beru-
fungsverfahren ein Kostenvorschuss auferlegt (act. 341). Diesen hat sie fristge-
recht geleistet (act. 343).
Es sind sodann die Akten der Vorinstanz beigezogen worden. Weiterungen
sind keine erforderlich; das Verfahren ist spruchreif.
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2. Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz schriftlich einzureichen und hat
Anträge in der Sache zu enthalten, und zwar im Rechtsbegehren selbst und nicht
bloss in der Begründung (Ivo W. Hungerbühler/Manuel Bucher, DIKE-Komm-ZPO
Art. 311 N 20; Reetz/Theiler in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO
Komm., 3. A. Art. 311 N 34 mit zahlreichen Hinweisen). Ein Rechtsmittelkläger hat
sich sodann in seiner Rechtsmittelschrift mit den Entscheidgründen des angefoch-
tenen Urteils im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzeigen, was
am angefochtenen Entscheid falsch ist. Es obliegt dem Rechtsmittelkläger, kon-
krete Rügen vorzubringen und diese zu begründen. Ungenügend ist ein pauscha-
ler Verweis auf die eigene Sachdarstellung vor Vorinstanz, wenn sich diese damit
bereits befasst hat. Erforderlich ist vielmehr eine sachbezogene Auseinanderset-
zung mit dem erstinstanzlichen Entscheid (Reetz/Theiler, a.a.O. N 36 mit zahlrei-
chen Hinweisen; ebenso Hungerbühler/Bucher, a.a.O. N 30 ff.). Erfüllt eine Beru-
fungsschrift diese Anforderungen nicht, wird auf die Berufung nicht eingetreten
(a.a.O. N 38).
Die Berufung der Beklagten 1 enthält ein Rechtsbegehren und eine Begrün-
dung (act. 338). In dem Sinne genügt die Berufung den umschriebenen Anforde-
rungen, und es ist auf sie einzutreten.
3.1. In den unter dem Titel "Übersicht" aufgeführten Vorbringen listet die Beklag-
te 1 Sachverhaltselemente auf, die sie für falsch hält bzw. rekapituliert sehr sum-
marisch die von der Vorinstanz aus ihrer Sicht fälschlicherweise nicht abgenom-
menen Beweismittel (act. 338 S. 2/3 A/1 - 5). Eine konkrete Auseinandersetzung
mit vorinstanzlichen Erwägungen lässt sich hieraus nicht entnehmen, so dass da-
rauf nicht weiter einzugehen ist.
3.2.1. Unter dem Titel "Einwände gegen das Urteil der Vorinstanz" weist die
Beklagte 1 vorab auf ihren ausführlichen und detaillierten Schlussvortrag vom
25. September 2018 (act. 302) hin, wobei sie dazu bemerkt, es sei fraglich, ob
die Vorinstanz diesen überhaupt gelesen habe, da sie in ihrem Entscheid mit kei-
nem Wort darauf eingehe (act. 338 S. 3 sub B/6). Obschon sie es nicht ausdrück-
lich formuliert, ist anzunehmen, die Beklagte 1 mache mit dieser Rüge eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend. Allerdings unterlässt sie anzugeben, wel-
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che ihrer Ausführungen die Vorinstanz zu Unrecht nicht beachtet haben soll. Das
Gericht hat zu Parteivorbringen nur soweit Stellung zu nehmen, als diese für rele-
vant erachtet werden. Mangels konkreter Angaben kann auf diese allgemeine Kri-
tik nicht näher eingegangen werden.
3.2.2. Die Beklagte 1 wirft der Vorinstanz sodann vor, sie habe angenommen, die
Klägerin habe bei den drei Auffahrunfällen Distorsionen der Halswirbelsäule
(HWS) erlitten, obwohl die Klägerin solches nicht explizit behauptete. Sie habe
vielmehr lediglich drei Auffahrunfälle und daraus resultierende Gesundheitsbeein-
trächtigungen geltend gemacht. Indem die Vorinstanz zu Unrecht angenommen
habe, die Klägerin habe geltend gemacht, sie habe bei den drei Auffahrunfällen
ein Schleudertrauma erlitten, habe sie den Verhandlungsgrundsatz verletzt
(act. 338 S. 3/4 sub B/7). Zunächst ist festzuhalten, dass die Beklagte 1 es unter-
lässt aufzuzeigen, wann und in welchem Zusammenhang die Klägerin ihre ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen beschrieben und allenfalls wie benannt haben
soll. Der blosse Verweis auf die eigene Stellungnahme der Beklagten 1 zum Be-
weisergebnis vor Vorinstanz genügt nicht. Ob die Klägerin ihre gesundheitlichen
Beeinträchtigungen medizinisch als Distorsionen der Halswirbelsäule bezeichnet
hat, ist dagegen nicht massgebend; entscheidend ist vielmehr die Be- resp. Um-
schreibung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen bzw. Beschwerden resp. der
geistigen und körperlichen Symptome und Einschränkungen, welche in einer
fachlichen Würdigung medizinisch in einer Diagnose zusammengefasst werden
können. Dass die Klägerin gesundheitliche Beschwerden beschrieben hat, welche
Folge der drei erlittenen Unfälle sein sollen, stellt die Beklagte 1 selber nicht in
Abrede. Von einer Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes kann keine Rede
sein.
3.2.3. Weiter bemängelt die Beklagte 1, dass die Vorinstanz das beantragte bio-
mechanische Gutachten nicht abgenommen habe (act. 338 S. 4 sub B/8). Die
Vorinstanz lehnte die Abnahme eines biomechanischen Gutachtens ab, weil hie-
raus die im Streit liegenden Langzeitfolgen nicht beurteilbar seien (act. 340 S. 45).
Die Beklagte 1 macht dagegen geltend, es sei ihr nicht um die Langzeitfolgen ge-
gangen, sondern vielmehr darum darzutun, dass die überwiegende Wahrschein-
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lichkeit von erlittenen HWS-Distorsionen biomechanisch nicht erklärbar sei. Auch
wenn dies kein abschliessender Beweis für das Fehlen jeglicher unfallbedingter
Gesundheitsstörungen sei, stelle dies doch ein gewichtiges Indiz zur Beurteilung
der Glaubhaftigkeit der Beschwerdeangaben der Klägerin dar (act. 338 S. 4 sub
B/8). Die Beklagte 1 geht damit davon aus, die von der Klägerin beschriebenen
und beklagten gesundheitlichen Beschwerden liessen sich durch ein biomechani-
sches Gutachten nicht belegen und schliesst daraus, die Angaben der Klägerin
seien unglaubhaft. Dem kann nicht gefolgt werden. Zum einen räumt die Beklagte
1 selber ein, dass, auch wenn die HWS-Distorsionen biomechanisch nicht erklär-
bar seien, solche vorliegen können. Zum andern stellt die Beklagte 1 die von der
Klägerin behaupteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht in Abrede. Dass
die Vorinstanz kein biomechanisches Gutachten in Auftrag gab, ist daher nicht zu
beanstanden.
3.2.4. Ferner kritisiert die Beklagte 1 die Auffassung der Vorinstanz in Bezug auf
das Gutachten des USZ, welches von einer Tätigkeit der Klägerin als Konzert-
statt einer solchen als Eventpianistin ausgehe (act. 338 S. 5 sub B/9). Die Vor-
instanz hat sich zu dieser Thematik einerseits im Zusammenhang mit der Arbeits-
unfähigkeit der Klägerin (act. 340 S. 23 ff) und anderseits der Schadensermittlung
ausführlich geäussert (a.a.O. S. 50 ff.). Dabei stellte die Vorinstanz hinsichtlich
der Auftritte der Klägerin als Pianistin auf die vereinbarten Engagements und die
von ihr angegebenen Übungsstunden ab (a.a.O. S. 24/25), welche von der Be-
klagten 1 nicht konkret bestritten worden waren. Auf dieser Grundlage basierte
auch das Gutachten (vgl. act. 85 S. 5 Frage 7.3.). Die Beklagte 1 zeigt in ihrer
Kritik nicht auf, inwiefern die Auffassung der Vorinstanz falsch sein sollte, stellt
sie doch deren Erwägungen einzig ihre anderslautende Meinung gegenüber. Dies
genügt nicht. Ebenso wenig genügt es zu rügen, die Vorinstanz sei nicht auf ihre
Argumentation eingegangen (act. 338 S. 5 sub B/9). Damit das Obergericht das
prüfen könnte, müsste die Beklagte 1 konkret darlegen, welche ihrer Argumente
zu Unrecht nicht berücksichtigt worden sein sollen, was zu einem falschen Urteil
geführt habe. Dies tut die Beklagte 1 nicht, sondern meint, sie habe gegen eine
schon vor dem Urteil bestehende "Wand von richterlichen Vorurteilen" geschrie-
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ben (ebenda). Anhaltspunkte oder Hinweise für diese Kritik nennt die Beklagte 1
jedoch keine, so dass hierauf nicht weiter eingegangen werden muss.
3.2.5. Die Beklagte 1 hält sodann die Meinung der Vorinstanz, beim Streit um die
Bezeichnung "Konzertpianistin/Eventpianistin" handle es sich um einen Streit um
Worte, nicht um Inhalte, für willkürlich und unhaltbar. Vielmehr sei der Unterschied
dieser beiden Tätigkeiten enorm, was offenkundig und gerichtsnotorisch sei; die
Anforderungen an eine Konzertpianistin seien viel höher als an eine Eventpianis-
tin, die aus ihrem Repertoire schöpfen könne.
Weiter wirft die Beklagte 1 der Vorinstanz vor, der Vorsitzende habe anläss-
lich eines Telefonates, bei dem es um den Verzicht auf eine Hauptverhandlung
gegangen sei, erklärt, dem Gericht sei der Unterschied sehr wohl bewusst, so
dass zur weiteren Darlegung dieses Argumentes keine Hauptverhandlung nötig
sei. Hätte der Vorsitzende gesagt, es handle sich um einen Streit um Worte, hätte
sie nicht auf die Hauptverhandlung verzichtet (act. 338 S. 6 sub B/10).
Anhand des vorliegenden Protokolls der Vorinstanz wurde mit Beschluss der
Vorinstanz vom 26. Mai 2017 Frist angesetzt, um schriftlich auf eine Hauptver-
handlung zu verzichten (Prot. VI S. 35; act. 167). Die auf den 31. Oktober 2017
anberaumte Hauptverhandlung (vgl. act. 181) wurde auf Ersuchen des klägeri-
schen Rechtsvertreters (act. 231) anfangs Oktober 2017 abgesagt (act. 232).
Gemäss einer Aktennotiz betreffend Telefonate des Vorsitzenden der Vorinstanz
vom 9. Januar 2018 verzichteten die Rechtsvertreter beider Beklagten auf eine
Hauptverhandlung, wobei der Rechtsvertreter der Beklagten 2 noch Rücksprache
mit der Klientin halten musste. Über einen Vorbehalt durch die Beklagte 1 lässt
sich dieser Aktennotiz nichts entnehmen (act. 244). Sie gibt keinen Aufschluss
über den konkreten Inhalt der beiden geführten Telefonate. Selbst wenn sich der
Vorsitzende in der Art, wie die Beklagte 1 geltend macht, geäussert hätte, hätte
ihr klar sein müssen, dass sich der Vorsitzende allein und mündlich nicht verbind-
lich zu einer allenfalls strittigen Frage gegenüber der einen Prozesspartei äussern
konnte. Aus einer früheren Eingabe der Beklagten 1 ist indessen klar, dass diese
Wert auf die Unterscheidung Konzert-/Eventpianistin legte und den Beschluss
der Vorinstanz vom 26. Mai 2017 in Wiedererwägung gezogen haben wollte
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(act. 169), was diese in der Folge ablehnte (act. 174). Einer Beschwerde gegen
beide Beschlüsse war kein Erfolg beschieden (act. 191). Wenn die Beklagte 1
dieser Frage nach der Relevanz von Konzert-/Eventpianistin derart hohes Ge-
wicht beimass, war es an ihr, diese Frage in prozessual zulässiger Weise ins Ver-
fahren einzuführen. Im Übrigen ist ihre Kritik, die Auffassung der Vorinstanz sei
willkürlich und unhaltbar, einzig allgemeiner Natur und vermag die verlangte kon-
krete Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu erset-
zen. Auch insofern fehlt es an einer ausreichenden Begründung.
Inwiefern die vorinstanzliche Auffassung unrichtig sein soll, die von der Be-
klagten 1 nach dem Schriftenwechsel offerierten Beweismittel seien zu spät vor-
gebracht worden (vgl. act. 340 S. 25; act. 338 S. 6 sub B/10 1. Absatz), begründet
die Beklagte 1 nicht. Hierauf ist nicht weiter einzugehen.
4. Ausgangsgemäss hat die Beklagte 1 die Kosten des Berufungsverfahrens
zu übernehmen. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 2 GebV OG
auf Fr. 7'000.00 festzusetzen. Parteientschädigungen sind keine auszurichten:
der Beklagten 1 nicht, weil sie unterliegt, der Klägerin nicht, weil ihr keine zu er-
setzenden Umtriebe entstanden sind.