Decision ID: 8937c963-98ec-4927-90d8-90800ce814ac
Year: 2021
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Entzug der Betriebsbewilligung für eine Einrichtung der spitalexternen Krankenpflege / Massgebender Zeitpunkt für die Sachverhaltsfeststellung / Ausstand
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Claude
Jeanneret, Markus Clausen, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber Stefan Suter
Beteiligte A._ AG, Beschwerdeführerin, vertreten durch Olivier Huber, 
gegen
Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Beschwerdegegner
Betreff Entzug der Betriebsbewilligung für eine Einrichtung der spitalexternen
Krankenpflege (RRB Nr. 1751 vom 17. Dezember 2019)
Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht
A. Die A._ AG bezweckt gemäss Handelsregistereintrag das Anbieten von betreutem Wohnen für Menschen mit psychischen und physischen Beeinträchtigungen. Sie betreibt in B._ den "C._", wo sie in 18 Einzelzimmern mit Gemeinschaftsräumen betreutes Wohnen und in zwei 3.5-Zimmer-Wohnungen Wohnen mit Servicedienstleistungen anbietet. Das  umfasst Hilfestellungen bei der Alltagsbewältigung sowie die pflegerische  und Überwachung rund um die Uhr. Die A._ AG verfügt hierzu über eine  für die Organisation der Krankenpflege zu Hause (Spitex).
B. Am 19. März 2018 führte das Amt für Gesundheit im C._ eine  Inspektion durch. Der Abschlussbericht vom 5. Juni 2018 listet zahlreiche organisatorische Mängel auf. Der Bericht schliesst mit dem Fazit, die gesichteten Dokumente, die durchgeführte Pflege in ausgesprochen komplexen Situationen und über 24 Stunden sowie die Aussagen der Verwaltungsrätin und Leiterin Inhouse-Spitex bezüglich der Kontrolle der Essenseinnahme  keinen anderen Schluss zu, als dass die A._ AG eine Pflegewohnung im Sinne einer bewilligungspflichtigen Institution betreibe. Bei einer Mehrzahl der betreuten Patienten im  Zeitraum sei ersichtlich, dass ein eigenständiges Wohnen nicht vorstellbar sei und  auch keine anderen Strukturen der Pflege im Alltag, wie pflegende Angehörige,  seien. Die A._ AG betreibe eine Pflegewohnung im Sinne einer bewilligungspflichtigen Institution. Eine Bewilligung dazu liege jedoch nicht vor. Die nachfolgenden Auflagen seien per sofort umzusetzen, soweit kein anderes Datum genannt werde: Die fachliche Abdeckung mit Personal mit einer Ausbildung auf mindestens der Stufe des eidgenössischen  (EFZ) in Pflege oder Betreuung sei über die gesamte Betriebszeit sicherzustellen. Der Betrieb der Pflegewohnungen sei per 30. Juni 2018 einzustellen. Kundinnen und Kunden, die auf Pflege rund um die Uhr angewiesen sind, seien in eine Einrichtung der stationären Pflege zu verlegen. In Notfallsituationen sei sofort zu handeln, im Zweifelsfall sei immer ärztliche Hilfe beizuziehen. Für namentlich genannte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien die  Diplome, Fähigkeitszeugnisse oder Berufsatteste per sofort einzureichen. Personen ohne anerkannten Abschluss in Pflege und Betreuung dürften weder pflegerische noch medizinische Verrichtungen durchführen. Beratungen zu bariatrischen Behandlungen sowie die  seien per sofort einzustellen. Bei Schmerzen über WHO Stufe 3 sei ein fachlich  Schmerzprotokoll zu führen. Bei·Wunden sei ein fachlich korrektes Wundprotokoll zu führen. Blasenspülungen dürften nur auf ausdrückliche und schriftliche Anordnung des  Arztes durchgeführt werden. Diese Auflagen würden zeitnah kontrolliert. Bei  könnten weitere aufsichtsrechtliche Massnahmen bis zum Entzug der  eingeleitet werden.
C. Am 11. Juli 2018 unterzog das Amt für Gesundheit den C._ einer  Nachkontrolle, anlässlich derer die umgehende Hospitalisierung eines Patienten  wurde. Der Bericht zur Inspektion gelangt zum Fazit, dass die A._ AG auch nach den Auflagen der ersten Inspektion weiterhin schwer pflegebedürftige Patienten und Patientinnen gepflegt und in mindestens einem Fall neu aufgenommen habe. Für diverse Patienten seien keine Arztberichte vorhanden. Die Ablage der Patientendokumentation auf dem Computer sei teilweise stark unordentlich. Es seien weiterhin keine Schmerz- und Wundprotokolle auffindbar, obwohl es Patienten mit Schmerzproblematik und Wunden gebe. Die Dienstplanung und die
Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht
Pflegeplanung seien zudem mangelhaft bzw. teilweise widersprüchlich. Nicht alle  Berufsabschlüsse von Mitarbeitern seien eidgenössisch anerkannt. Eine Pflegekraft habe die Abschlussprüfung zur Fachfrau Gesundheit EFZ nicht bestanden, werde aber laut  trotzdem ab Juli 2018 als solche eingesetzt und habe - so zumindest der Verdacht - auf entsprechende Weisung unerlaubt alleine Medikamente abgegeben. Die A._ AG betreibe eine Institution, die als stationäres Angebot einzustufen sei. Hierfür liege keine Bewilligung vor. Aufgrund der seit der ersten Inspektion nachweislich nicht behobenen Missstände und der im Bericht zusätzlich beschriebenen Beobachtungen müsse der Schluss gezogen werden, dass die für die Spitex verantwortliche Fachperson der A._ AG ihrer Verantwortung nicht im  Mass nachkomme und daher keine Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung biete. Sie sei nicht willens und nicht in der Lage, eine Spitex so zu führen, dass die Patientinnen und Patienten nicht gefährdet seien und die Grenzen der Betriebsbewilligung eingehalten .
D. Die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft (VGD) leitete in der Folge ein Verfahren betreffend Entzug oder Einschränkung der Betriebsbewilligung für eine Einrichtung der spitalexternen Krankenpflege (Spitex) ein. Mit Verfügung vom 23. Juli 2018 untersagte sie der A._ AG unter Androhung der Ungehorsamsstrafe im Sinne einer vorsorglichen Massnahme, ab sofort für die Dauer des Verfahrens Personen in den C._ , welche Pflegeleistungen irgendwelcher Art im Sinne von Art. 7 der Verordnung vom 29. September 1995 des EDI über Leistungen in der obligatorischen  (KLV) benötigen.
E. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs entzog die VGD der A._ AG mit Verfügung vom 7. Februar 2019 die Betriebsbewilligung für eine Einrichtung der spitalexternen  (Spitex) mit sofortiger Wirkung. Weiter verpflichtete die VGD die A._ AG dazu, die pflegerische Betreuung von pflegebedürftigen Personen, welche sich im C._ aufhalten,  7 Tagen ab Empfang der Verfügung durch eine andere Einrichtung der spitalexternen Krankenpflege sicherzustellen oder diese Personen in ein Pflegeheim zu verlegen. Begründet wurde die Verfügung im Wesentlichen damit, dass die A._ AG über eine Bewilligung als Spitex-Organisation verfüge, welche ihr lediglich die Erbringung ambulanter Pflegeleistungen erlaube. Im C._ würden jedoch mehrere Personen leben, die schwer pflegebedürftig seien und stationäre Pflege benötigen und unzulässigerweise auch erhalten würden. Die  hätten gezeigt, dass die A._ AG die Voraussetzungen für die Bewilligung nicht mehr erfülle und Auflagen nicht einhalte. Sie verfüge nicht über das erforderliche Fachpersonal, sei unzureichend organisiert und die Patienten seien nicht fachgerecht gepflegt und in ihrer  gefährdet worden. Die verantwortlichen Personen hätten sich uneinsichtig gezeigt und die anlässlich der ersten Inspektion festgestellten Mängel trotz schriftlicher Aufforderung nicht behoben. Die mehrfache und vorsätzliche Überschreitung des durch die Betriebsbewilligung der A._ AG abgedeckten Bereichs stelle eine schwere Beeinträchtigung der  der für die Pflege verantwortlichen Fachperson dar. Die sichere und qualitativ zumindest ausreichende Pflege der Patientinnen und Patienten sei sowohl wegen der Zahl der  wie auch wegen der Schwere einiger Mängel nicht gewährleistet. Die ernsthafte und unmittelbare Gefährdung der Patienten sowie die Unmöglichkeit, die festgestellten Mängel in-
Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht
nert nützlicher Frist zu beheben, würden dazu führen, dass die Betriebsbewilligung sofort, d.h. ohne weitere Androhung und Fristansetzung zur Behebung der Mängel, entzogen werden .
F. Gegen die Verfügungen der VGD vom 7. Februar 2019 und vom 23. Juli 2018 erhob die A._ AG am 21. Februar 2019 Beschwerde beim Regierungsrat Basel-Landschaft (). Mit Regierungsratsbeschluss vom 17. Dezember 2019 wurde die Beschwerde  abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Die A._ AG wurde weiter , die pflegerische Betreuung von pflegebedürftigen Personen, welche sich im C._ aufhalten, innert 7 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids durch eine andere Einrichtung der spitalexternen Krankenpflege oder durch eine stationäre Einrichtung sicherzustellen. In der  wird zusammengefasst erwogen, auf die Beschwerde gegen die vorsorgliche  könne nicht eingetreten werden. Die Beschwerde gegen den Bewilligungsentzug könne sodann ohne weitere Beweismassnahmen gestützt auf den umfassend dokumentierten  beurteilt werden. Die gegen die Mitarbeiterinnen des Amtes für Gesundheit  Befangenheitsgründe seien nicht stichhaltig und die Verfügung sei auch ausreichend  worden. Die A._ AG rüge zwar zu Recht, dass ihr der Bewilligungsentzug nicht formgerecht mittels Verfügung angedroht worden sei. Allerdings habe sie diesen Mangel früh im Verfahren selbst erkannt und darauf verzichtet, die Auflagen vom 5. Juni 2018 anzufechten, obwohl es ihr nach Treu und Glauben zumutbar gewesen wäre, die notwendigen  einzuleiten und die Auflagen nachträglich anzufechten. Da sie vorab schon am 13. April 2018 über die Hauptmängel unterrichtet worden sei, sei ihr auch genügend Zeit für deren  zur Verfügung gestanden. Der Regierungsrat kommt in der Folge nach eingehender Würdigung der Akten zum Schluss, dass die Beschwerde materiell unbegründet sei. Die A._ AG habe dauerhaft und systematisch Mitarbeitende für Pflegehandlungen eingesetzt, zu denen diese nicht ausgebildet und nicht qualifiziert gewesen seien. Sie verfüge nicht über das  Fachpersonal. Die Leitung lnhouse-Spitex habe die Rolle der für die Pflege  Fachperson inne und sei somit verpflichtet, die Patientendokumentation entsprechend den Vorgaben des Gesundheitsgesetzes zu führen. Die Pflegedokumentation bzw. die Schmerz- und Wunddokumentation müsse als mangelhaft bezeichnet werden und sei überdies nachträglich manipuliert worden, mutmasslich um den Einsatz von unqualifiziertem Personal zu vertuschen. Durch die mangelhafte Dokumentation würden die Patientenrechte der Bewohner des C._ verletzt. In einem Spitex-Betrieb dürften sodann keine Personen aufgenommen werden, welche über ein ungenügendes Eigenversorgungspotenzial verfügen und der  Pflege in einer Institution mit einer entsprechenden Bewilligung bedürfen würden. Mit der Aufnahme von mindestens drei schwer pflegebedürftigen Patienten habe die A._ AG  ausserhalb ihrer Betriebsbewilligung operiert. Die Missstände lägen im  der Leitung lnhouse-Spitex, weshalb die für die Betriebsbewilligung vorausgesetzte  der verantwortlichen Fachperson erheblich beeinträchtigt sei. Der Betrieb verfüge nicht über das erforderliche Fachpersonal, er sei keiner Ombudsstelle angeschlossen und die Vertrauenswürdigkeit der für die Pflege verantwortlichen Fachperson sei nicht gegeben. Damit erfülle die A._ AG drei gesetzliche Voraussetzungen für die Erteilung der  nicht, weshalb die Betriebsbewilligung zu entziehen sei. Die damit verbundene  der Wirtschaftsfreiheit sei zum Schutze der öffentlichen Gesundheit verhältnismäs-
Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht
sig und müsse hingenommen werden, zumal auch ohne Betriebsbewilligung die Möglichkeit weiterbestehe, die Räumlichkeiten des C._ zu vermieten und nicht krankenkassenpflichtige Leistungen im Bereich der hauswirtschaftlichen Betreuung anzubieten.
G. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2019 hat die A._ AG, vertreten durch Olivier Huber, Advokat, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde erhoben mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid des  vom 17. Dezember 2019 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen vollumfänglich aufzuheben. In der Beschwerdebegründung vom 4. März 2020 rügt sie im Wesentlichen, dass der Beschwerdegegner den rechtserheblichen Sachverhalt nicht korrekt und unvollständig  habe, was zu einer Verletzung ihres rechtlichen Gehörs geführt habe. Es bestehe weiter der Eindruck, dass die harte Vorgehensweise des Amts für Gesundheit gegenüber der  nicht unmassgeblich auf die sehr enge Verbindung einzelner Mitarbeiterinnen des Amts für Gesundheit mit Exponenten einer Konkurrentin zurückzuführen sei, weshalb die Inspektionsberichte unter Verletzung der Ausstandsbestimmungen verfasst worden seien.  lägen die Voraussetzungen für einen Bewilligungsentzug nicht vor. Dieser verstosse zudem gegen das Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit. Die Beschwerdeführerin bestreitet den Vorwurf, dass sie eine Pflegeinstitution betreibe. Vielmehr betreue sie ausschliesslich Personen mit  Eigenversorgungspotential. Sie führe lediglich ambulante Pflege durch und biete keine stationäre Pflege an. Insbesondere würden zum heutigen Zeitpunkt keine Patienten im C._ wohnen, welche schwer pflegebedürftig seien. Entgegen der Behauptung im  Entscheid sei sie zudem nachweislich einer Ombudsstelle angeschlossen. Was den  anbelange, dass in vielen Fällen pflegerische Handlungen durch Personen ohne  Ausbildung durchgeführt worden seien, sei darauf hinzuweisen, dass dieses Manko seitens der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich vollumfänglich behoben worden sei. Auch die  Dokumentationsfehler seien korrigiert worden und es würden nunmehr  Wund- und Schmerzprotokolle geführt. Die Beschwerdeführerin halte heute sämtliche  des Amtes für Gesundheit minutiös ein und es sei somit gewährleistet, dass die Patienten im C._ fachlich korrekte und gesetzeskonforme Pflege erhielten. Da der Bewilligungsentzug nicht rechtmässig vorgängig angedroht worden sei und zu keinem Zeitpunkt eine ernsthafte Gefahr für die betreuten Personen bestanden habe, sei der unmittelbare  - ohne vorgängige Androhung mit Ansetzung einer angemessenen Frist zur Behebung der festgestellten Mängel - unzulässig und verstosse gegen das Gesetz.
H. In der Vernehmlassung vom 5. Juni 2020 beantragt der Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Er verweist unter Bestreitung der Ausführungen der Beschwerdeführerin hauptsächlich auf den angefochtenen Entscheid und unterstreicht , dass diese aus den heutigen Verhältnissen nichts zu ihren Gunsten ableiten könne.
I. Die Beschwerdeführerin repliziert mit Eingabe vom 2. Oktober 2020, wobei sie  an ihren Anträgen festhält. Die Sicht der Vorinstanz, dass das vorliegende Verfahren lediglich auf der Grundlage des Sachverhalts durchzuführen sei, wie er sich anlässlich der durchgeführten Inspektionen gezeigt habe, greife zu kurz. Gerade weil ihr keine angemessene Frist zur Behebung von Mängeln eingeräumt worden sei, sei eine Inspektion des jetzigen Ist-
Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht
Zustands bei der Beschwerdeführerin durch eine unabhängige Fachperson in Auftrag zu geben, da die Beschwerdeführerin heute sämtliche Bewilligungsvoraussetzungen erfülle.
J. Der Beschwerdegegner verzichtet mit Eingabe vom 23. Dezember 2020 auf die  einer Duplik.

Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und  (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des  die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Die  ist als Adressatin vom angefochtenen Beschluss berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Sie stellt den Antrag, der Entscheid des Regierungsrats vom 17. Dezember 2019 sei vollumfänglich aufzuheben. Im angefochtenen Entscheid trat der  nicht auf die bei ihm erhobene Beschwerde ein, soweit sich diese gegen die  Verfügung der VGD vom 23. Juli 2018 richtete. In dieser Hinsicht enthält die vor  erhobene Beschwerde keine Begründung, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann. Da die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die  als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, ist auf die  Beschwerde - mit Ausnahme des zuvor erwähnten Punkts - einzutreten.
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt . Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen vorliegend  (vgl. § 45 Abs. 1 lit. c VPO).
3. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die VGD der  die Betriebsbewilligung für den Spitex-Betrieb zu Recht entzogen hat.
4.1 Eröffnung und Betrieb von Institutionen, welche Pflegeleistungen im Rahmen einer  anbieten, wie Pflegeheime, Pflegewohnungen, Tages- und Nachtstätten oder  der spitalexternen Krankenpflege (Spitex), einschliesslich Erweiterung und Änderung des Angebots, benötigen gemäss § 5 Abs. 1 des Altersbetreuungs- und Pflegegesetzes (APG) vom 16. November 2017 eine Betriebsbewilligung der Volkswirtschafts- und . Pflegefachpersonen, die ihren Beruf in eigener fachlicher Verantwortung ausüben,  eine Berufsausübungsbewilligung nach dem Gesundheitsgesetz (§ 5 Abs. 2 APG). Nach § 6 Abs. 1 APG wird die Betriebsbewilligung auf Gesuch hin erteilt, wenn die Institution über das erforderliche Fachpersonal verfügt (lit. a); mindestens eine für die Pflege verantwortliche Fachperson bezeichnet hat, welche die Voraussetzungen gemäss Absatz 2 erfüllt (lit. b); über geeignete Räumlichkeiten und Einrichtungen verfügt (lit. c); eine zweckentsprechende  Versorgung gewährleistet (lit. d); ein Qualitätssicherungssystem gemäss § 11 APG nachweist (lit. e); sich der Ombudsstelle gemäss § 18 APG angeschlossen hat (lit. f) und über
Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht
eine Haftpflichtversicherung verfügt, welche die mit der Tätigkeit der Institution verbundenen Risiken abdeckt (lit. g). Die für die Pflege verantwortliche Fachperson muss die fachlichen  für eine selbständige Berufsausübung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann erfüllen und vertrauenswürdig sein sowie physisch und psychisch Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bieten (§ 6 Abs. 2 APG).
4.2 Die Direktion kann die Betriebsbewilligung einschränken oder mit Auflagen versehen sowie die zur Behebung von Mängeln erforderlichen Massnahmen anordnen (§ 7 Abs. 1 APG). Gemäss § 7 Abs. 2 APG wird die Betriebsbewilligung entzogen, wenn ihre Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind oder nachträglich Tatsachen festgestellt werden, aufgrund derer sie hätte verweigert werden müssen (lit. a); oder wenn Auflagen nicht eingehalten werden oder  Massnahmen erfolglos geblieben sind (lit. b). Der Entzug der Betriebsbewilligung gemäss § 7 Abs. 2 lit. b APG wird vorgängig unter Ansetzung einer angemessenen Frist zur Behebung der festgestellten Mängel angedroht (§ 7 Abs. 3 APG). Die vorgängige Androhung entfällt, wenn für betreute Personen eine ernsthafte Gefahr besteht oder unmittelbar droht (§ 7 Abs. 4 APG).
5. Die VGD entzog der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 7. Februar 2019 die , weil der Betrieb der Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für die  nicht mehr erfülle und Auflagen nicht einhalte. Sie stützte sich dabei ausschliesslich auf die Berichte zu den Inspektionen vom 19. März 2018 und vom 11. Juli 2018.
5.1 Das Verwaltungsverfahren wird von der Untersuchungsmaxime beherrscht. Die Behörde ermittelt gemäss § 9 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 den Sachverhalt von Amtes wegen. Sie hat dementsprechend von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des entscheidwesentlichen Sachverhalts besorgt zu sein (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 28. Oktober 2020 [810 20 110] E. 4.2.1; KGE VV vom 7. Februar 2018 [810 17 176] E. 4.1). Massgebender Zeitpunkt für den dem erstinstanzlichen Entscheid zugrunde liegenden  ist derjenige der Fällung des Entscheids (PATRICK KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER/ FABIO BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar , 2. Aufl., Zürich 2016, Art. 11 Rz. 57). Entgegen der in der Vernehmlassung der  vertretenen Auffassung war im erstinstanzlichen Verfahren demnach nicht auf der Grundlage des Sachverhalts zu entscheiden, wie er sich anlässlich der durchgeführten  gezeigt hat, sondern wie er sich anlässlich des Verfügungszeitpunkts präsentierte. In dieser Hinsicht sind keine nach dem zweiten Inspektionsbesuch vom 11. Juli 2018 getätigten Sachverhaltsabklärungen aktenkundig. Das Amt für Gesundheit scheint seine aktive  nach dem zweiten Aufsichtsbesuch eingestellt zu haben und die verfügende VGD unternahm ihrerseits keine sichtbaren Anstrengungen, den Sachverhalt weiter zu ermitteln. Die für die Rechtsanwendung vorzunehmende Tatsachenfeststellung setzt jedoch voraus, dass die Sachlage korrekt und vollständig ermittelt wurde. Die entscheidende Frage, ob die  am 7. Februar 2019 - oder wenigstens kurz zuvor - die Bewilligungsvoraussetzungen erfüllte, konnte die VGD mangels aktueller Sachverhaltskenntnisse gar nicht beantworten. Auch in Anbetracht der mit einem Bewilligungsentzug verbundenen wirtschaftlichen Konsequenzen
Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht
für die Betroffene hätte die VGD die Sachlage kurz vor dem Erlass der Verfügung nochmals sorgfältig prüfen müssen.
5.2 Zusätzliche Sachverhaltserhebungen hätten sich umso mehr aufgedrängt, als dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs ausführlich vorgebracht hatte, dass die in den Inspektionsberichten monierten Mängel - soweit anerkannt - zwischenzeitlich behoben worden seien und dass sie die Bewilligungsvoraussetzungen nunmehr (wieder) erfülle (vgl. Stellungnahme vom 13. September 2018). Diese Angaben wurden von der Behörde vor Erlass der Verfügung nicht verifiziert. Mit der Nichtberücksichtigung der Parteivorbringen unterliess sie nicht nur die gebotene Sachverhaltsermittlung, sondern verletzte dadurch auch gleichzeitig den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör, wie diese zu Recht rügt. Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör gewährleistet als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 144 II 427 E. 3.1; BGE 135 II 286 E. 5.1). Mit dem Anspruch auf effektive Mitwirkung korrespondiert, dass die Behörde die Vorbringen der Beteiligten tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt sowie ihren Entscheid vor diesem Hintergrund begründet. Das Kernelement des rechtlichen Gehörs ist das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Betroffenen einen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhalts . Die Behörde muss diese Äusserungen zur Kenntnis nehmen und sich damit in der  und -begründung sachgerecht auseinandersetzen (KGE VV vom 2. September 2020 [810 19 283] E. 4.3.2; KGE VV vom 11. Dezember 2019 [810 18 169] E. 5.3; KGE VV vom 27. Juli 2016 [810 15 223] E. 3.3). Dies ist vorliegend nicht geschehen.
5.3 Das für das erstinstanzliche Verfahren Gesagte lässt sich auf das Beschwerdeverfahren vor dem Regierungsrat übertragen. Dessen Entscheid vom 17. Dezember 2019 basiert in  Hinsicht ebenfalls auf dem behördlichen Wissensstand vom 11. Juli 2018, ohne dass die tatsächlichen Verhältnisse im Betrieb der Beschwerdeführerin nochmals vor Ort  worden wären.
5.4 Das Kantonsgericht ist als bundesgerichtliche Vorinstanz entsprechend Art. 110 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 gehalten, den Sachverhalt so festzustellen, wie er sich zum Zeitpunkt seines Urteils tatsächlich präsentiert (Urteil des BGer 2C_556/2020 vom 22. Januar 2021 E. 4.1; Urteil des BGer 2C_580/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.2 mit weiteren Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz gilt zwar auch im Verfahren vor dem Kantonsgericht (§ 12 Abs. 1 VPO), kann jedoch nicht dazu dienen, Versäumnisse der  bei der Sachverhaltsfeststellung zu beheben. Sind wichtige, entscheidrelevante  des Sachverhalts von den Vorinstanzen nicht bzw. nicht hinreichend abgeklärt worden, kann das Kantonsgericht eine Rückweisung vornehmen (KGE VV vom 6. Mai 2020 [810 19 312] E. 7.3.6; KGE VV vom 22. April 2015 [810 14 286] E. 5.3.6). Im vorliegenden Fall  es sich - auch zur Wahrung des Instanzenzugs und mit Blick auf die eingeschränkte  des Kantonsgerichts -, in Gutheissung der Beschwerde den angefochtenen Entscheid  und die Angelegenheit an die VGD zurückzuweisen, damit diese den Sachverhalt  ermittelt und anschliessend neu entscheidet.
Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht
6. Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigen sich einige nicht abschliessende  zur Sache.
6.1 Die VGD stützte sich bei ihrem Entscheid auf § 7 Abs. 4 APG, wonach die vorgängige Androhung des Bewilligungsentzugs entfällt, wenn für betreute Personen eine ernsthafte Gefahr besteht oder unmittelbar droht. Zwischen der Nachinspektion vom 11. Juli 2018 mit dem  Bericht, welcher als Grundlage für den Entzug diente, und dem Entzug selber am 7. Februar 2019 vergingen rund sieben Monate. Nach dem Eingang der Stellungnahme der Beschwerdeführerin verstrichen rund fünf Monate, bis die VGD die lediglich sechs Seiten  Verfügung erliess. Indem sich die Behörde derart lange für den Entscheid Zeit liess, stellte sie durch ihr Verhalten gleich selber unter Beweis, dass sie offenkundig nicht von einer ernsthaften und unmittelbaren Gefährdung der betreuten Personen ausging. Dafür spricht auch der Umstand, dass sie keine Sofortmassnahmen ergriff und einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzog. Wären die Patienten tatsächlich in akuter Gefahr , wäre ein sofortiges Handeln der Behörde zu erwarten gewesen, wie dies im Falle eines Bewohners denn auch geschah, der noch am 11. Juli 2018 umgehend hospitalisiert wurde.  dieser Gegebenheiten bemerkt die Beschwerdeführerin zu Recht, dass der auf § 7 Abs. 4 APG gestützte Bewilligungsentzug unzulässig war.
6.2 Der Regierungsrat lässt in seinem Entscheid letztlich offen, ob aufgrund der Dringlichkeit des behördlichen Handelns eine vorgängige Androhung des Entzugs entbehrlich war. Er weist darauf hin, dass es sich bei den von der Erstinstanz bemängelten Punkten um  handle. Gemäss § 7 Abs. 2 lit. a APG i.V.m. § 7 Abs. 3 APG müsse bei einem ursprünglichen Fehlen oder nachträglichen Entfallen der Bewilligungsvoraussetzungen - anders als wenn Auflagen nicht eingehalten wurden oder angeordnete Massnahmen erfolglos  sind - keine angemessene Frist zur Behebung der festgestellten Mängel angesetzt und der Bewilligungsentzug nicht vorgängig förmlich angedroht werden. Damit gibt der  die Rechtslage zutreffend wieder.