Decision ID: 0df0de02-8c24-4b27-a73f-529a0a23f884
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y. (1974) stammt aus der Türkei. Am 4. Dezember 1991 heiratete er in seinem
Herkunftsland die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau A.Y. (1974). In der Folge,
am 7. März 1992, reiste er im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein, wozu
ihm das heutige Migrationsamt des Kantons Thurgau eine Aufenthaltsbewilligung erteilt
hatte. Der Ehe entstammen die beiden Kinder B.Y. (1993) und C.Y. (1997); wie ihre
Mutter verfügen sie über die Niederlassungsbewilligung.
b. Mit Verfügung vom 13. Februar 2001 verlängerte das Migrationsamt des Kantons
Thurgau die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. nicht mehr und wies ihn für die Dauer von
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fünf Jahren aus der Schweiz aus. Als Gründe führte es zahlreiche strafrechtliche
Verfehlungen, Nichtbewähren als Arbeitskraft und missbräuchliche Verwendung einer
Grenzkarte zur Erlangung eines neuen Ausweises an. Die dagegen erhobenen
Rechtsmittel – zuletzt bis ans Bundesgericht – blieben erfolglos.
c. Ende Mai 2003 wurde die Ehe von X.Y. und A.Y. in der Türkei geschieden. Rund drei
Monate später verheiratete sich X.Y. – wiederum in seiner Heimat – mit der Schweizer
Bürgerin K.Y. Das von seiner neuen Ehefrau gestellte Gesuch um Familiennachzug für
ihren Ehegatten wies das heutige Migrationsamt des Kantons St. Gallen wegen der
genannten Ausweisungsverfügung am 26. März 2004 ab. Am 27. August 2004 kam die
gemeinsame Tochter L.Y. zur Welt. Sie ist Schweizer Bürgerin.
d. Auf erneutes Gesuch seiner Ehefrau K.Y. erteilte das Migrationsamt des Kantons St.
Gallen am 23. Mai 2008 für X.Y. die Ermächtigung zur Visumerteilung. Am 27. Juli 2008
reiste dieser wieder in die Schweiz ein, wo ihm der Aufenthalt vorerst bis 26. Juli 2009
bewilligt wurde. Indes wurde das Eheleben nicht mehr aufgenommen. Bereits am
7. August 2008 teilte X.Y. dem Migrationsamt die Trennung von seiner Ehefrau mit. Ein
kurzzeitiger Versuch, dennoch wieder zusammenzuwohnen, scheiterte offenbar. Am
26. Juni 2009 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. Die
dagegen erhobenen Rechtsmittel wurden abgewiesen (VerwGE B 2009/185 vom
15. April 2010, www.gerichte.sg.ch). Gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts führte
X.Y. Beschwerde beim Bundesgericht. Die Ehe von X.Y. und K.Y. wurde schliesslich
am 26. November 2009 geschieden, und die Tochter L.Y. wurde in die elterliche Sorge
der Mutter gegeben.
B.
a. Am 22. Januar 2010 – wenige Wochen nach der Scheidung – verheiratete sich X.Y.
erneut mit seiner ersten Ehefrau A.Y. Diese ersuchte am 30. April 2010 um
Familiennachzug für ihren Ehemann. Zum Verbleib bei seiner Ehefrau erteilte das
Migrationsamt des Kantons St. Gallen X.Y. am 10. Juni 2010 wieder eine
Aufenthaltsbewilligung, worauf dieser das gegen den Bewilligungswiderruf beim
Bundesgericht erhobene Rechtsmittel zurückzog.
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b. Am 22. Juni 2012 stellte das Migrationsamt X.Y. im Rahmen eines
Verfügungsentwurfs in Aussicht, seinem Gesuch um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nicht stattzugeben, und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme
(Dok.-Nr. 220). Mit Verfügung vom 29. Oktober 2012 verlängerte es seine
Aufenthaltsbewilligung nicht mehr (Dok.-Nr. 264). In der Zwischenzeit hatte das
Migrationsamt die IV-Akte von A.Y. eingesehen und Erkundigungen über deren
arbeitsmarktliche Situation bei Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an ihren Ehemann
eingeholt. Es kam zum Schluss, A.Y. habe am 6. April 2010 bei der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (recte: IV-Stelle des Kantons Thurgau) einen
Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente eingereicht. Am 30. April 2010, als sie beim
Migrationsamt um Familiennachzug für ihren Ehemann ersucht habe, habe sie diesen
Umstand verschwiegen und stattdessen mittels manipulierter Lohnabrechnungen volle
Erwerbstätigkeit vorgetäuscht. Das zu erwartende Einkommen des Ehemannes hätte
nicht ausgereicht, den Lebensunterhalt der vierköpfigen Familie zu bestreiten, weshalb
das Gesuch wegen ungenügender finanzieller Mittel abgewiesen worden wäre. Das
Migrationsamt sei vorsätzlich getäuscht, die Aufenthaltsbewilligung mithin erschlichen
worden. Darin wie auch im Umstand, dass X.Y. seit Februar 2012 vollumfänglich von
der Sozialhilfe unterstützt werden müsse, liege ein Widerrufsgrund. Nach Ansicht des
Migrationsamtes überwog das öffentliche Interesse an der Fernhaltung von X.Y.
gegenüber seinem privaten Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz. Er habe in
der Vergangenheit bereits getrennt von seinen Kindern und der Ehefrau gelebt und sei
erst seit kurzer Zeit wieder mit ihnen zusammen. Das Migrationsamt wies X.Y. an, die
Schweiz bis spätestens 6. Januar 2013 zu verlassen.
C. Mit Eingaben vom 13. November 2012 und 11. Januar 2013 erhob X.Y. durch
seinen Rechtsvertreter, lic.iur. Michael Manser, St. Gallen, gegen die Verfügung des
Migrationsamtes Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement (vi-act. 1 und 7). Er
bestritt, dass seine Ehefrau manipulierte Lohnabrechnungen vorgelegt habe und wies
damit den Vorwurf, die Aufenthaltsbewilligung erschlichen zu haben, von sich. Die
behauptete Manipulation und Irreführung ergebe sich nicht aus den Akten. Das
Arbeitsverhältnis seiner Ehefrau mit der Schweizerischen Post sei erst per Ende
September 2011 und damit lange nach Erteilung der Aufenthaltsbewilligung aufgelöst
worden. Die mittlerweile eingetretene Sozialhilfeabhängigkeit sei dem Migrationsamt
anzulasten, welches durch irreführende Auskünfte zwei Stellenantritte vereitelt habe.
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Das Migrationsamt beantragte in der Folge die Abweisung des Rekurses und führte
u.a. aus, auf den von A.Y. zusammen mit dem Familiennachzugsgesuch eingereichten
Lohnabrechnungen sei der Vermerk, dass sie Krankenkassen-Taggelder bezogen
habe, abgedeckt worden. Auf den bei der Arbeitgeberin erhältlich gemachten
Abrechnungen sei dieser Vermerk ohne weiteres ersichtlich, woraus sich die
vorsätzliche Täuschung und damit der Widerrufsgrund ergäben (vi-act. 10).
Die Rekursinstanz holte bei den Betreibungs- und Sozialämtern der Städte H. und Z. –
in der Zwischenzeit war der Rekurrent mit seiner Familie von N. nach Z. gezogen –
diverse Auskünfte ein. Sowohl das Migrationsamt als auch X.Y. reichten während des
Rekursverfahrens weitere Akten ein. Letzterer machte damit geltend, die Familie könne
ihren Lebensunterhalt nunmehr selbst bestreiten und sei nicht mehr auf
Sozialhilfeleistungen angewiesen.
Mit Entscheid vom 6. November 2013 wies das Sicherheits- und Justizdepartement
den Rekurs von X.Y. ab (act. 2).
D. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 22. November 2013 erhob X.Y.
(Beschwerdeführer) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen um
Aufhebung des Rekursentscheids und Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung
(act. 1). Nach mehrfach verlängerter Frist und einem Anwaltswechsel – der
Beschwerdeführer wird nunmehr durch Fürsprecher lic.iur. Daniel Küng, St. Gallen,
vertreten (vgl. act. 6, 10, 12.1 und 13) – ging am 10. Januar 2014 die
Beschwerdeergänzung beim Verwaltungsgericht ein (act. 14).
Das Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz) liess sich am 17. Januar 2014 zu
den Eingaben des Beschwerdeführers vernehmen (act. 17). Es beantragte die

Abweisung der Beschwerde, wobei es auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid verwies.
Mit Eingaben vom 8. April 2014 (act. 20 f.), 11. Juni 2014 (act. 23 f.) und 11. November
2014 (act. 26 f.) reichte das Migrationsamt neue Akten ein. Darunter befinden sich zwei
Rückreisevisa sowie ein Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. Mai
2014. Der Beschwerdeführer wurde wegen mehrfachen Betrugs und
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Urkundenfälschung – er hatte zusammen mit seiner Ehefrau die Sozialhilfebehörden
arglistig über die Vermögens- und Einkommenssituation getäuscht und so in
ungerechtfertigter Weise Unterstützungsbeiträge erhalten und ein ärztliches
Bestätigungsschreiben verfälscht – zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen
à Fr. 30.-- und zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt.
Der Beschwerdeführer liess sich im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht erneut
vernehmen.
Auf den vorinstanzlichen Entscheid und die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird –
soweit notwendig – nachfolgend weiter eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann verlängert werden, wenn
keine Widerrufsgründe vorliegen (Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20, AuG). Die Bewilligungserteilung und -
verlängerung liegt im behördlichen Ermessen, es sei denn, eine Sondernorm des
Landesrechts oder eines bi- oder multilateralen Staatsvertrags räume der betroffenen
Person einen Anspruch auf Aufenthalt ein (vgl. z.B. Zünd/Hugi Yar,
Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere
unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in: EuGRZ 40/2013, S. 1 ff., Ziff. 7
mit Hinweisen).
Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit
Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 AuG).
Dieser Grundsatz ergibt sich bereits aus Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) sowie aus Art. 13 Abs. 1 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV). Diese beiden
völker- und verfassungsrechtlichen Bestimmungen gewähren die Achtung des Privat-
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und Familienlebens. Es kann die entsprechenden Garantien verletzen, wenn einem
Ausländer, dessen Familienangehörige hier leben, die Anwesenheit untersagt und
damit das Familienleben vereitelt wird. Der sich in der Schweiz aufhaltende Angehörige
muss dabei aber über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist der Fall,
wenn er das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzt oder
über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die ihrerseits auf einem gefestigten
Rechtsanspruch beruht (BGE 130 II 281 E. 3.1 mit Hinweisen). Das geschützte Recht
ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe,
echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt
anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser möglich bzw.
zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 139 I
330 E. 2.1 mit Hinweisen).
2.2. Der Anspruch gilt auch dann nicht absolut: Liegt eine aufenthaltsbeendende
oder -verweigernde Massnahme im Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK,
erweist sich diese als zulässig, falls sie gesetzlich vorgesehen ist, einem legitimen
Zweck im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK entspricht und zu dessen Realisierung in einer
demokratischen Gesellschaft «notwendig» erscheint. Sowohl bei positiven wie bei
negativen staatlichen Massnahmen muss im Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK
jeweils ein angemessener Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen des
Einzelnen und jenen der Gemeinschaft beachtet werden. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist
ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er einen Akt
bildet, der sich in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die
öffentliche Ruhe und Ordnung, für das wirtschaftliche Wohl des Landes und zur
Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral
sowie der Rechte und Freiheiten anderer als nötig erweist. Die Konvention verlangt,
dass die individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des
Anwesenheitsrechts und die öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung
gegeneinander abgewogen werden. Das öffentliche Interesse überwiegt, wenn die
Massnahme durch ein «herausragendes soziales Bedürfnis» gerechtfertigt und in
Bezug auf das rechtmässig verfolgte Ziel verhältnismässig erscheint bzw. einer «fairen»
Interessenabwägung entspricht (BGE 139 I 330 E. 2.2 mit Hinweis u.a. auf Zünd/Hugi
Yar, a.a.O., Ziff. 17 mit Hinweisen).
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2.3. Der Beschwerdeführer lebt (wieder) mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen
Kindern zusammen. B.Y. ist jedoch bereits volljährig, und C.Y. wird sein 18. Lebensjahr
am 16. April 2015 vollenden. Ehefrau (und Söhne) sind in der Schweiz
niederlassungsberechtigt. Der Beschwerdeführer hat grundsätzlich Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
3. Der Anspruch auf Bewilligung des Aufenthalts erlischt, wenn ein in Art. 62
AuG aufgeführter Widerrufsgrund vorliegt (Art. 51 Abs. 2 Ingress und lit. b AuG). Anlass
zum Widerruf kann u.a. gegeben sein, wenn die ausländische Person (bzw. ihr
Vertreter) im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche
Tatsachen verschwiegen hat, wenn sie erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese
gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet oder wenn sie selbst
oder eine Person, für die sie zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist (vgl. Art. 62
Ingress und lit. a, c und e AuG).
3.1. Der Anspruch auf Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung
gestützt auf das Verbleiberecht nach Art. 43 AuG erlischt, wenn der Ausländer im
Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat (Art. 51 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 62 lit. a AuG). Der Ausländer ist
verpflichtet, den Behörden wahrheitsgetreu über alles Auskunft zu geben, was für den
Bewilligungsentscheid massgebend sein kann (Art. 90 AuG). Wesentlich sind dabei
nicht nur Umstände, nach denen die Migrationsbehörden ausdrücklich fragen, sondern
auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie für den
Bewilligungsentscheid massgeblich sein können (BGE 135 II 1 E. 4.1; BGer
2C_205/2014 vom 6. Juni 2014 E. 2.3).
3.1.1. Nach der bundesgerichtlichen Praxis genügt es bereits, wenn der Anspruch auf
eine Bewilligung bei Offenlegung der Verhältnisse ernsthaft infrage gestellt gewesen
wäre. Hingegen ist nicht erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen und
vollständigen Angaben notwendigerweise zu verweigern gewesen wäre. Jedoch
erscheint eine Bewilligungsverweigerung bzw. der Widerruf aufgrund unrichtiger oder
unvollständiger Angaben im Bewilligungsverfahren umso unverhältnismässiger, desto
eher ein Bewilligungsanspruch auch bei richtigen und vollständigen Angaben
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bestanden hätte (S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar
AuG, Bern 2010, N 22 zu Art. 62 AuG mit Hinweisen).
3.1.2. Die Ehefrau des Beschwerdeführers reichte für diesen am 30. April 2010 ein
Gesuch um Familiennachzug ein (Akten Migrationsamt, Dossier A.Y., Dok. Nr. 17), dem
u.a. die sie betreffenden Lohnabrechnungen von April 2009 - April 2010 beilagen (ebd.,
Dok. Nr. 5). Auf den Abrechnungen von Januar - April 2010 fehlt im Gegensatz zu
jenen, die später von der Schweizerischen Post AG eingereicht wurden (Dossier
Beschwerdeführer, Dok.-Nr. 225), der Hinweis «KK-Taggeld Verrechnung». Stattdessen
sind die (gut übersehbaren) Spuren einer nachträglichen Abdeckung dieser Bemerkung
zu erkennen. Die Ehefrau hat die Lohnabrechnungen mithin vorsätzlich verfälscht.
Zudem verschwieg sie dem Migrationsamt, dass sie seit 6. April 2010 bei der
Invalidenversicherung angemeldet war (ebd., Dok.-Nr. 240).
3.1.3. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat das Migrationsamt vorsätzlich über
ihre finanziellen Verhältnisse und damit über ein für die Bewilligung des
Familiennachzugs wesentliches Sachverhaltselement getäuscht. Denn der
Nachzugsanspruch besteht von vornherein nicht, wenn Widerrufsgründe – darunter
auch (drohende) Sozialhilfeabhängigkeit – vorliegen (vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b in
Verbindung mit Art. 62 AuG). Das Migrationsamt wurde durch die beschriebene
Täuschung bei der Berechnung des Lebensbedarfs (Dossier A.Y., Dok.-Nr. 46)
irregeführt und hat das längerfristig erzielbare Einkommen der Ehefrau zu hoch
eingeschätzt. Dass deren Arbeitsverhältnis damals noch ungekündigt war, ändert
deshalb nichts, weil laut eigener Aussage an eine Wiederaufnahme der Arbeit bereits in
jenem Zeitpunkt nicht mehr zu denken war (Dossier Beschwerdeführer, Dok.-Nr. 246,
S. 6). Bei wahrheitsgetreuer Deklaration der Verhältnisse hätte das zu erwartende
Einkommen nach unten korrigiert werden müssen. Die dadurch drohende Abhängigkeit
von Sozialhilfe hätte den Anspruch des Beschwerdeführers auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung in Frage gestellt. Durch die wesentliche Täuschung hat der
Beschwerdeführer, der sich die Handlungen seiner Ehefrau anrechnen lassen muss,
den Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. a AuG erfüllt.
3.2. Das durch die Täuschungshandlungen unentdeckt gebliebene Risiko, der
Beschwerdeführer werde seinen Lebensunterhalt nicht allein decken können, hat sich
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in der Folge realisiert. Es ist aktenkundig, dass er in der kurzen Zeit seiner Anwesenheit
durch Verlustscheine beim Betreibungsamt H. ausgewiesene Schulden im Betrag von
45'187.60 angehäuft hat, darunter hauptsächlich Konsumkredit- und
Unterhaltsschulden gegenüber seiner Tochter L.Y. (vi-act. 28). Auch seine Ehefrau, mit
der der Beschwerdeführer eine wirtschaftliche Einheit bildet, hat
Konsumkreditschulden jüngeren Datums (vi-act. 29). Der Beschwerdeführer wurde vom
1. Januar 2012 bis 28. Februar 2013 durch die Sozialen Dienste der Stadt H. mit
insgesamt Fr. 35'495.65 unterstützt (vi-act. 30). Nachdem die Familie Y. Anfang März
2013 nach Z. umgezogen war, bezog sie auch hier Sozialhilfe. Per 15. August 2013
betrug der offene Schuldsaldo Fr. 29'057.45 (vi-act. 33).
3.2.1. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. e AuG ist eine Aufenthaltsbewilligung zu
widerrufen (bzw. nicht mehr zu verlängern), wenn der Ausländer oder eine Person, für
die er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Praxisgemäss ist der Widerruf von
Niederlassungsbewilligungen – hierzu ist vorausgesetzt, dass die Fürsorgeabhängigkeit
dauernd und erheblich ist (vgl. Art. 63 Abs. 1 Ingress und lit. c AuG) – bei einem
Sozialhilfebezug von mehr als Fr. 80'000.-- während mindestens zwei bis drei Jahren
gesetzmässig (vgl. Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich des Bundesamtes
für Migration, Stand 13. Februar 2015, Ziff. 8.3.2 lit. d, www.bfm.admin.ch; BGE 123 II
529 E. 4; BGer 2C_268/2011 vom 22. Juli 2011 E. 6 mit Hinweisen und 2C_958/2011
vom 18. Februar 2013 E. 2.3.). Bei sozialhilfeabhängigen Personen mit
Aufenthaltsbewilligung ist diese Grenze tiefer anzusetzen (vgl. S. Hunziker in: Caroni/
Gächter/Thurnherr, Kommentar AuG, Bern 2010, N 50 zu Art. 62 AuG). Mit dem
Widerruf sollen vorab künftige Belastungen der öffentlichen Hand vermieden werden,
weshalb eine vorübergehende Lösung von der Fürsorgeabhängigkeit einem Widerruf
(und erst Recht einer Nichtverlängerung) der Aufenthaltsbewilligung nicht zwingend
entgegenstehen. Falls ein Rückfall in die Sozialhilfeabhängigkeit in Anbetracht
sämtlicher Umstände, insbesondere auch der finanziellen Leistungsfähigkeit aller
Familienmitglieder, mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, ist die
Nichtverlängerung jedenfalls möglich (Hunziker, a.a.O., N 49 zu Art. 62 AuG). Die
Hintergründe, warum eine Person sozialhilfeabhängig wurde, müssen unter dem
Aspekt der Verhältnismässigkeit in die Beurteilung miteinbezogen werden. Denn
unverschuldete Sozialhilfeabhängigkeit soll nicht zu einem Widerruf bzw. zu einer
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Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung führen (BGer 2C_255/2014 vom
9. Oktober 2014 E. 2.3.2; Hunziker, a.a.O., N 51 zu Art. 62 AuG).
3.2.2. Die Vorinstanz liess offen, ob dieser Widerrufsgrund erfüllt ist. Sie hielt aber
fest, seit seiner Wiedereinreise in die Schweiz Ende Juli 2008 sei der Beschwerdeführer
mit Ausnahme der Zeit vom 1. Februar 2009 bis 31. August 2010 nicht in der Lage
gewesen, für sich und seine Familie aufzukommen. Er habe keine ernsthaften
Anstrengungen unternommen, dies zu ändern. Ab Januar 2012 sei er vom
Gemeinwesen unterstützt worden, und zwar in beträchtlichem Ausmass. Gleichzeitig
seien er und seine Ehefrau den finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen, was
zu Schuldenwirtschaft und (erneuter) Sozialhilfeabhängigkeit geführt habe. Im Zeitpunkt
des Rekursentscheids stehe er in einem befristeten Arbeitsverhältnis und verdiene
Fr. 4'200.-- pro Monat, was an der auch im Jahr 2013 bestehenden
Fürsorgeabhängigkeit allerdings nichts geändert habe. Aufgrund seines Verhaltens auf
dem Arbeitsmarkt vor und nach seiner Wiedereinreise sei äusserst zweifelhaft, ob der
Beschwerdeführer und seine Familie ihren Lebensunterhalt fortan aus eigenen Mitteln
würden bestreiten können. Die hohe Verschuldung wirke sich zusätzlich nachteilig aus.
3.2.3. Nebst der seit Anfang 2012 bestehenden Sozialhilfeabhängigkeit ist
aktenmässig belegt, dass der Beschwerdeführer seit seiner Wiedereinreise in die
Schweiz (Ende Juli 2008) lediglich vom 1. Februar bis 31. Dezember 2009 und vom 3.
Januar bis 31. August 2010, mithin eineinhalb Jahre, einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen ist (Dok.-Nrn. 216, 255 und 257). In der Steuererklärung 2010
deklarierte er Einkünfte von Fr. 34'947.-- aus unselbständiger Erwerbstätigkeit und
Fr. 11'000.-- aus Leistungen der Arbeitslosenversicherung (Dok.-Nr. 259). Die bis heute
beanspruchte Unterstützung durch die öffentliche Hand ist massiv. Schon nach kurzer
Zeit belief sich der offene Schuldsaldo auf ca. Fr. 65'000.--. Hinzu kommt, dass auch
die Unterhaltsbeiträge an seine Tochter L.Y. vom Staat bevorschusst werden mussten.
Dies ergibt sich aus dem Betreibungsregisterauszug. Der Beschwerdeführer bringt
zwar vor, heute genügend Geld zur Bestreitung des Lebensunterhaltes zu haben. Seit
Juli 2013 sei er – mittlerweile unbefristet – bei der Firma Q. AG in S. angestellt
(act. 15.1). Zusammen mit der IV-Rente der Pensionskasse seiner Ehefrau und den
Lehrlingslöhnen von B.Y. und C.Y. verfüge seine Familie nun über genügend Mittel.
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Das Verwaltungsgericht anerkennt die jüngste positive Entwicklung des
Beschwerdeführers. Sein Verhalten auf dem Arbeitsmarkt vor und nach der
Wiedereinreise lässt jedoch nicht auf eine längerfristige berufliche Integration hoffen
(vgl. dazu den in dieser Sache ergangenen BGer 2A.411/2002 vom 29. November 2002
E. 4, Dok.-Nr. 23; vgl. auch Dok.-Nr. 212), weshalb die Gefahr weiterer
Fürsorgeabhängigkeit nicht gebannt scheint. Die relativ hohe Verschuldung wirkt sich
zusätzlich negativ auf die Zukunftsprognose aus. Anzumerken ist schliesslich, dass es
am (vertretenen) Beschwerdeführer gelegen hätte, die Fortdauer der positiven
Entwicklung während des Beschwerdeverfahrens darzutun.
Sowohl die frühere Sozialhilfeabhängigkeit als auch die derzeitige finanzielle Situation
sind dem Beschwerdeführer anzulasten: So erfolgte der Sozialhilfebezug teilweise
betrügerisch (vgl. act. 24.1), und es ist nicht ersichtlich, weshalb es dem
Beschwerdeführer über lange Zeit nicht gelungen ist, eine Arbeit zu finden. Sodann
wäre es Sache des diesbezüglich mitwirkungspflichtigen (vgl. Art. 90 AuG)
Beschwerdeführers gewesen, durch die Beilage von Bewerbungsschreiben und den
dazugehörigen Absagen die behaupteten Suchbemühungen zu dokumentieren, was er
aber lediglich in einem Ausnahmefall getan hat (April 2012, Dok.-Nr. 213). Dass der
Beschwerdeführer an einem Standortbestimmungs- und Bewerbungskurs (April/Mai
2011, Dok-Nr. 211) und einem Deutschkurs (März/April 2012, Dok.-Nr. 208) teilnehmen
konnte, muss seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt positiv beeinflusst haben. Dennoch
unterliess er es über lange Zeit, Arbeit aufzunehmen; die Familie lebte stattdessen vom
bis zur Kündigung per Ende September 2011 vorhandenen (vgl. Dok.-Nr. 228), jedoch
bekanntlich schon im Zeitpunkt der Wiederverheiratung nicht mehr gesicherten
Einkommen der Ehefrau. Die daran anschliessende massive Unterstützung durch die
öffentliche Hand gereicht dem Beschwerdeführer gerade deshalb zum Vorwurf, weil er
stets vom Gesundheitszustand seiner Ehefrau Kenntnis haben musste.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Nichtverlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung auch unter dem Aspekt der Sozialhilfeabhängigkeit des
Beschwerdeführers gesetzmässig ist.
3.3. Ein weiterer Widerrufsgrund kann darin liegen, dass die Ausländerin oder der
Ausländer erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
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der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder
die äussere Sicherheit gefährdet (Art. 62 Ingress und lit. c AuG). Gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62 lit. c AuG wird gemäss Art. 80 Abs. 1 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) unter
anderem dann verstossen, wenn gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen
missachtet (lit. a) oder öffentlich- oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht
erfüllt werden (lit. b). Von einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 62 lit. c AuG ist auszugehen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass der Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz mit erheblicher
Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
führen wird (Art. 80 Abs. 2 VZAE). Mutwilligkeit im erwähnten Sinn setzt absichtliches,
böswilliges oder zumindest leichtfertiges Handeln voraus (S. Hunziker, in: Caroni/
Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar zum Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 37 zu Art. 62 AuG). Von Mutwilligkeit ist
nicht leichthin auszugehen, zumal die Beendigung des Aufenthalts kein taugliches
Instrument zur Eintreibung bestehender Schulden ist. Eine Wegweisung aus der
Schweiz führt einerseits regelmässig dazu, dass die Gläubiger faktisch keine reellen
Aussichten auf Befriedigung ihrer Forderungen mehr haben. Andererseits bringt ein
weiterer Aufenthalt aber auch die Gefahr mit sich, dass weitere uneinbringliche
Schulden geäufnet werden (BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 3.3;
2C_329/2009 vom 14. September 2009 E. 4.2.5; VGer ZH VB.2013.00790 vom
19. März 2014 E. 3.3). Gemäss Bundesgericht kann eine Verschuldung in bedeutendem
Umfang jedoch auf die Unfähigkeit der ausländischen Person hinweisen, sich der
geltenden Ordnung anzupassen, und ihre Wegweisung rechtfertigen, wenn sie nichts
unternimmt, um ihr Verhalten zu ändern (BGE 131 II 339 E. 5 in fine; 122 II 385 E. 3b;
BGer 2C_305/2007 vom 6. November 2007 E. 2.4 und 3.1).
3.3.1. Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz erheblich straffällig geworden. Am 25.
Februar 2000 verurteilte ihn das Bezirksgericht Bischofszell wegen mehrfacher
schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (SR 812.121) sowie
wegen mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln zu einer bedingt vollziehbaren
Gefängnisstrafe von sieben Monaten, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren.
Unter anderem hatte er – nebst Besitz von Kleinmengen an Haschisch, Marihuana,
Ecstasytabletten und Methadon – beträchtliche Mengen von Heroin (32 g) und Kokain
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(100 g) gekauft, besessen und weiterverkauft. Offenbar war er Teil eines bedeutenden
Drogenhändlerrings gewesen. Sodann beging er am 8. Juni 1997 eine grobe
Verkehrsregelverletzung, als er innerorts in einem Wohngebiet mit 92 km/h statt der
erlaubten 50 km/h fuhr. Ferner verstiess er gegen ausländerrechtiche Bestimmungen
und bedrohte die Fürsorgebehörde seiner damaligen Wohngemeinde W. (TG). Diese
deliktische Tätigkeit und der Umstand, dass der Beschwerdeführer angesichts häufiger
Stellenwechsel nicht gewillt oder nicht fähig war, sich in die hier geltende Ordnung
einzufügen, führten dazu, dass das Bundesgericht in seinem Urteil vom 29. November
2002 die Ausweisungsgründe von Art. 10 Abs. 1 lit. b des damaligen Bundesgesetzes
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) als erfüllt und die
Ausweisung für fünf Jahre als rechtmässig betrachtete (zum Ganzen vgl. 2A.411/2002
E. 3 f., Dok.-Nr. 23). Der angerufene altrechtliche Ausweisungsgrund deckt sich
inhaltlich mit dem heutigen Art. 62 Ingress und lit. c AuG.
3.3.2. Wie die Vorinstanz zur Recht geltend gemacht hat, hat ihn diese Ausweisung
nicht davon abgehalten, nach seiner Wiedereinreise am 27. Juli 2008 das verpönte
Verhalten fortzusetzen und beträchtliche Schulden anzuhäufen. Vom 31. August 2010
an (Aufgabe der Erwerbstätigkeit bei der U. GmbH) war der Beschwerdeführer drei
Jahre lang ohne ersichtlichen Grund bzw. ohne intensive Bemühungen, daran etwas zu
ändern, arbeitslos. Er lebte, bis auch dieses dahinfiel, offenbar vom Einkommen seiner
schon damals arbeitsunfähigen Ehefrau. Das Ehepaar häufte in dieser Zeit
beträchtliche Schulden an (im Zeitpunkt des Rekursentscheids ca. Fr. 70'000.--, vgl. E.
3.2 und vi-act. 28 ff.), was zumindest überwiegend auf die mutwillige Erwerbslosigkeit
des Beschwerdeführers zurückzuführen ist.
Auch strafrechtlich trat der Beschwerdeführer wieder in Erscheinung. Am 14. Oktober
2009 verurteilte ihn das Bezirksamt Weinfelden wegen Fahrens in fahrunfähigem
Zustand (qualifizierte Blutalkohlkonzentration von 0.92 Gewichtspromille) zu einer
bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.-- und zu einer Busse von Fr. 800.--
(Dok.-Nr. 159). Mit Strafbefehl vom 15. Juli 2013 verurteilte ihn die Staatsanwaltschaft
St. Gallen wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzug des Führerausweises und
Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch zu einer bedingten Geldstrafe von
70 Tagessätzen à Fr. 30.-- (Probezeit: drei Jahre) und zu einer Busse von Fr. 500.-- (vi-
act. 22). Selbst das zu diesem Zeitpunkt laufende ausländerrechtliche Verfahren hielt
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den Beschwerdeführer nicht von Delinquenz ab. Neben diesen nicht mehr als
Bagatellen zu qualifizierenden SVG-Delikten hat das Ehepaar Y. zwischen Mai und Juli
2013 gegenüber den Fürsorgebehörden die tatsächlichen finanziellen Verhältnisse
falsch dargestellt und Urkunden gefälscht. Insbesondere hat der Beschwerdeführer
seine Einkommenszuflüsse verschwiegen, um ungerechtfertigt Sozialhilfeleistungen zu
beanspruchen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen erkannte deshalb im
Strafbefehl vom 7. Mai 2014 auf mehrfachen Betrug und Urkundenfälschung und
verurteilte den Beschwerdeführer zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen à
Fr. 30.-- und zu einer Busse von Fr. 500.-- (act. 24.1). Auch scheint, wie aus diesem
jüngsten Strafbefehl hervorgeht, ein weiterer Verstoss gegen das
Betäubungsmittelgesetz vorgefallen zu sein (Hinweis auf einen entsprechenden
Strafbefehl vom 21. April 2011 in act. 24.1, S. 6). Nähere Umstände dieser Tat und
Strafmass sind nicht bekannt. Über die Rechtskraft des Strafbefehls aus dem Jahr
2014 ist ebenfalls nichts bekannt, wobei es am vertretenen Beschwerdeführer gelegen
hätte, die Ergreifung eines Rechtsmittels darzutun.
3.3.3. Die kriminelle Energie des Beschwerdeführers konnte durch frühere
ausländerrechtliche Sanktionen – diese hatten polizeilichen Charakter und dienten nicht
dazu, das zuvor begangene Unrecht zu sühnen – nicht nachhaltig gebrochen werden.
Er hat zwar nach seiner Wiedereinreise im Sommer 2008 nicht in gleich schwerer
Weise delinquiert wie vor der Ausweisung. Indessen setzten sich die nicht zu
bagatellisierenden Verstösse gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung fort, und bei
mindestens zwei Behördenkontakten kam es von Seiten des Beschwerdeführers
nachweislich zu Täuschungshandlungen. Die eine führte zum betrügerischen Bezug
von Sozialhilfeleistungen, die andere diente der Erschleichung der hier streitigen
ausländerrechtlichen Bewilligung. Der Beschwerdeführer scheint noch immer äusserst
Mühe zu bekunden, sich in die herrschende öffentliche Ordnung einzufügen. Nachdem
es während des laufenden Verfahrens zu zwei weiteren erheblichen Verstössen gegen
Strafbestimmungen kam, kann jedenfalls ausländerrechtlich (strafrechtlich wurde
erneut der bedingte Vollzug gewährt; act. 24.1, S. 6) auch keine günstige
Zukunftsprognose mehr gestellt werden. Das für die Ausweisung ursächliche negative
Verhalten hat der Beschwerdeführer auch in Bezug auf seine Erwerbstätigkeit
fortgesetzt. Seit der Wiedereinreise vor fast sieben Jahren war er während mehr als
dreieinhalb Jahren ohne Arbeit. An ernsthaften Bemühungen, Arbeit zu finden, fehlte es
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offenbar, stattdessen wurden mutwillig beträchtliche Schulden geäufnet. Nachweise,
dass sich die finanzielle Situation seit seiner Anstellung bei der Q. AG gebessert hätte
und die Schulden saniert würden, blieb der Beschwerdeführer bis heute schuldig. Mit
seinem Verhalten verstiess der Beschwerdeführer gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. c ist erfüllt.
4.
4.1. Die gesetzten Widerrufsgründe führen nicht zwingend zur Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung. Diese Massnahme rechtfertigt sich nur, wenn auch die im
Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung für die Fernhaltung der betroffenen
ausländischen Person spricht. Die öffentlichen Interessen an seiner Wegweisung und
die persönlichen Verhältnisse des Ausländers sowie der Grad seiner Integration sind zu
berücksichtigen (Art. 96 AuG). Wird in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte
Rechtsgut eingegriffen, ist zudem eine konventionsrechtliche
Verhältnismässigkeitsprüfung nach Ziff. 2 vorzunehmen (vgl. E. 2.2 hiervor). Diese
entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG und kann in einem einzigen Schritt erfolgen
(BGer 2C_872/2013 vom 1. Mai 2014 E. 2.2.3). Es wird auf die aktuellen Verhältnisse
abgestellt.
4.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe 17 Jahre seines Lebens, mithin
den grössten Teil seines Erwachsenendaseins, in der Schweiz verbracht. Mit den
Gepflogenheiten seiner Heimat sei er zwar vertraut, doch könne er sich eine Rückkehr
nicht vorstellen. Nicht nur seine Ehefrau lebe in der Schweiz, er habe auch drei hier
geborene und aufgewachsene Kinder, zu denen er ein sehr emotionales affektives
Verhältnis pflege. Er selbst gehe einer geregelten Arbeit nach, habe sein
strafrechtliches Verhalten in den letzten Jahren «vehement» verbessert und engagiere
sich für den Schuldenabbau seiner Familie. Danebst pflege er viele Freundschaften in
der Schweiz. Aus diesem Umfeld herausgerissen zu werden und fernab seiner
nächsten Angehörigen leben zu müssen, sei ihm nicht zuzumuten. Dies gelte auch für
seine Ehefrau, die seit ihrem 12. Lebensjahr in der Schweiz lebe. Die Kultur ihres
Heimatlandes kenne sie nur aus Kindheitserinnerungen. Darüber hinaus leide sie unter
starken Depressionen und an einer Persönlichkeitsstörung, weshalb sie zeitweise
seiner engen Betreuung und Hilfe bedürfe. Auch sei sie bereits zweimal für längere Zeit
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stationär in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden. Das Leben in der Türkei
brächte für die Ehefrau und die Kinder des Beschwerdeführers viele Nachteile mit sich.
Arbeitsmarkt und Gesundheitswesen seien nicht mit schweizerischen Verhältnissen zu
vergleichen. Es sei der Familie nicht zumutbar, dem Beschwerdeführer in die Türkei zu
folgen (vgl. act. 14, S. 8 f.).
4.3. Zunächst ist der Frage nachzugehen, welche verfassungs- und
konventionsrechtlichen Verbleibeansprüche konkret bestehen (vgl. E. 2 hiervor). Art. 8
EMRK (bzw. der inhaltlich identische Art. 13 Abs. 1 BV) schützt im Zusammenhang der
Bewilligung resp. Beendigung des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die
Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2;
129 II 11 E. 2). Der sich im Land aufhaltende Angehörige muss über ein gefestigtes
Anwesenheitsrecht, etwa über das Schweizer Bürgerrecht oder die
Niederlassungsbewilligung, verfügen (BGE 130 II 281 E. 3.1 mit Hinweisen; 139 I 330
E. 2.1). Ist es dieser Person möglich bzw. zumutbar, das Familienleben zusammen mit
der von der Wegweisung betroffenen Person andernorts zu pflegen, liegt kein Eingriff in
ein konventionsrechtlich geschütztes Rechtsgut vor (BGE 139 I 330 E. 2.1 mit
Hinweisen). Wird die Schutzwürdigkeit der Beziehung zu Personen ausserhalb der
Kernfamilie angerufen – wie hier diejenige zwischen Elternteil und volljährigen Kindern –
muss die gesuchstellende Person zur hier anwesenheitsberechtigten in einem
besonderen Abhängigkeitsverhältnis stehen, damit die Garantien von Art. 8 EMRK zum
Tragen kommen (BGE 137 I 154 E. 3.4.2).
4.3.1. Die Beziehung zu den beiden Söhnen B.Y. und C.Y., die der Ehe des
Beschwerdeführers mit seiner heutigen Ehefrau entsprangen, fällt nicht mehr in den
Schutzbereich von Art. 8 EMRK. Im Zeitpunkt der Rechtskraft des vorliegenden
Entscheids wird auch der jüngere Sohn C.Y. das Erwachsenenalter erreicht haben.
Dass der Beschwerdeführer von seinen Söhnen abhängig wäre, hat dieser nicht
dargetan und ist auch nicht ersichtlich.
4.3.2. Nach der unbestrittenen Darstellung der Vorinstanz (vgl. E. 5b des
angefochtenen Entscheids) reiste die Ehefrau des Beschwerdeführers im Jahr 1986 im
Alter von zwölf Jahren in die Schweiz ein. Hier habe sie die Realschule absolviert und
verschiedene Erwerbstätigkeiten in Fabriken ausgeübt, ohne sich jedoch eine
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Berufsausbildung angeeignet zu haben. Dazwischen sei sie jeweils bis zu zwei Jahre
arbeitslos gewesen. Ab 1999 habe sie während 10 Jahren in der Paketsortierung bei
der Schweizerischen Post gearbeitet. Seit der Kündigung per 30. September 2011
(zuvor war sie zwei Jahre arbeitsunfähig gewesen) erhalte sie von der Pensionskasse
der ehemaligen Arbeitgeberin eine Invalidenrente von Fr. 1'759.--. Das am 6. April 2010
anhängig gemachte Gesuch um Ausrichtung einer IV-Rente sei noch hängig. Die
Ehefrau sei derzeit verschuldet und sozialhilfeabhängig. In der Vergangenheit sei sie
auch geringfügig straffällig geworden.
Die Vorinstanz zog daraus den Schluss, die wirtschaftliche und gesellschaftliche
Integration der Ehefrau des Beschwerdeführers erscheine trotz der langen
Aufenthaltsdauer in der Schweiz nicht gefestigt. Die Behandlung ihrer gesundheitlichen
Beschwerden sei auch im Herkunftsland möglich. Unterstützung könne von ihren
Eltern, die bereits vor längerer Zeit wieder in die Türkei zurückgekehrt seien, geleistet
werden. Die Invalidenrente der Pensionskasse und eine allfällige IV-Rente würden auch
im Herkunftsland ausbezahlt. Es sei ihr zumutbar, mit dem Beschwerdeführer
auszureisen.
Das Verwaltungsgericht schliesst sich dieser Beurteilung an. Zweifellos trifft es die
Ehefrau des Beschwerdeführers hart, wenn sie mit ihm ausreisen muss, um die
eheliche Beziehung weiter zu leben. Eine allfällige Trennung hätte sie jedoch mit Blick
auf Art. 8 Ziff. 2 EMRK hinzunehmen. Offensichtlich wusste sie, dass der nunmehr
streitige Aufenthalt ihres Ehemannes mitunter ihren eigenen Täuschungshandlungen zu
verdanken war, und dass sie nicht mit der Verlängerung der Bewilligung rechnen
durfte, wenn die Sache ans Licht käme. Es trifft im übrigen nicht zu, dass sie mit den
Begebenheiten in der Türkei nicht vertraut wäre. Immerhin verbrachte sie dort vor den
gesundheitlichen Problemen – diese stehen ihrer Ausreise nicht entgegen – dreimal
jährlich Ferien und hat Kontakt mit den dort lebenden Schwestern (Dok.-Nr. 246, S. 2
und 7). Der gleichen Stelle ist zu entnehmen, dass die familiären Kontakte zu den in der
Schweiz lebenden Geschwistern auch nicht über das Sporadische hinausgehen.
4.3.3. Die aus der Ehe mit K.Y. hervorgegangene minderjährige Tochter L.Y. lebt in
elterlicher Sorge ihrer Mutter (Dok.-Nr. 221). Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte
Elternteil kann die familiäre Beziehung mit seinem Kind von vornherein nur in
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beschränktem Rahmen pflegen, und zwar durch Ausübung des ihm eingeräumten
Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können ist es in der Regel nicht
erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind
lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem konventions- und
verfassungsrechtlichen Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben ist es
grundsätzlich ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten
vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allenfalls dessen Modalitäten
entsprechend auszugestalten sind.
Nach der bisherigen höchstrichterlichen Rechtsprechung konnte ein weitergehender
Anspruch nur dann in Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht
eine besonders enge Beziehung zum Kind bestand, diese Beziehung wegen der
Distanz zum Heimatland des Ausländers praktisch nicht aufrecht erhalten werden
konnte und das bisherige Verhalten des Ausländers in der Schweiz zu keinerlei Klagen
Anlass gegeben hat (sog. «tadelloses Verhalten»; vgl. BGE 120 Ib 1 E. 3c; 120 Ib 22 E.
4; BGer 2C_586/2013 vom 3. Dezember 2013 E. 3.2.6; 2C_329/2013 vom 27.
November 2013 E. 3.2; 2C_757/2013 vom 23. Februar 2014 E. 4.2). Das Erfordernis der
besonderen Intensität der affektiven Beziehung mass das Bundesgericht stets daran,
ob dem nicht sorge- bzw. obhutsberechtigten Elternteil ein «grosszügig ausgestaltetes»
Besuchsrecht eingeräumt worden war und davon kontinuierlich, spontan und
reibungslos Gebrauch gemacht wurde (vgl. z.B. BGer 2C_145/2012 vom 16. Juli 2012
E. 2.3.1 mit Hinweisen).
In BGE 139 I 315 wurde diese strenge Praxis gelockert (E. 2.5). Bei nicht sorge- bzw.
obhutsberechtigten ausländischen Elternteilen eines hier aufenthaltsberechtigten
Kindes, die aufgrund einer inzwischen aufgelösten bzw. getrennten ehelichen
Gemeinschaft mit einer in der Schweiz heimat- oder niederlassungsberechtigten
Person bereits eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz besassen, gilt das
Erfordernis der besonderen Intensität der affektiven Beziehung nunmehr bereits dann
als erfüllt, wenn der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heutigem Massstab
üblichen Besuchsrechts ausgeübt wird. Wer erstmals um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung ersucht, muss sich indessen auch inskünftig auf ein grosszügig
ausgestaltetes Besuchsrecht berufen können, wobei «grosszügig» in diesen Fällen als
«deutlich mehr als üblich» zu verstehen ist.
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In jedem Fall ist weiterhin massgebend, dass das Besuchsrecht kontinuierlich und
reibungslos ausgeübt wird. Das formell bestehende Ausmass des Besuchsrechts ist
nur insoweit entscheidend, als dieses von den Beteiligten auch tatsächlich
wahrgenommen wird. Festgehalten hat das Bundesgericht im Übrigen an den weiteren
Voraussetzungen der Bewilligungsverlängerung: Nach wie vor bleibt es erforderlich,
dass auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders intensive Beziehung zwischen
dem Kind und dem lediglich besuchsberechtigten Elternteil besteht und dass letzterer
sich tadellos verhalten hat (ebd.).
Das gegenseitige Besuchsrecht des Beschwerdeführers und seiner Tochter erreicht
das heute gerichtsübliche Mass nicht. Der Vater darf seine Tochter nur zweimal
monatlich zu sich nehmen, und es wurde zusätzlich eine Besuchsbeistandschaft
errichtet. Auch das Recht auf gemeinsame Ferien besteht nur mit Einschränkungen und
Auflagen (vgl. Dok.-Nr. 221). Die Vorinstanz hat sich mit der Beziehung des
Beschwerdeführers zu L.Y. einlässlich auseinandergesetzt und insbesondere
festgehalten, Hinweise auf die tatsächliche Ausübung des Besuchsrecht und auf
regelmässige Zahlung des Unterhalts (derzeit: Fr. 700.-- pro Monat) lägen nicht vor. Der
Beschwerdeführer hat dies nicht substantiell bestritten. Im übrigen war sein Verhalten,
das zur Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung geführt hat, keineswegs tadellos.
Anspruch auf sog. «umgekehrten Familiennachzug» besteht deshalb nicht, und es kann
offen bleiben, ob die Unterhaltsbeiträge derzeit bezahlt werden.
4.4. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung verletzt den Anspruch auf
Achtung des Familienlebens konkret nicht. Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung
des Beschwerdeführers ergibt sich aus der erheblichen Mühe, sich an die hier
geltenden Verhältnisse und Gepflogenheiten zu halten. Daran hat sein mittlerweile ca.
18 Jahre (unter Berücksichtigung der Ausweisung von 2003-2008) dauernder
Aufenthalt nichts geändert. Bereits die Wiedererteilung seiner Aufenthaltsbewilligung
erfolgte durch absichtliche Täuschung des Migrationsamtes über für den Entscheid
wesentliche Tatsachen. Insbesondere die verfälschten Lohnausweise zeugen von
planmässigem Vorgehen und beträchtlicher krimineller Energie. Diese war bereits vor
der Ausweisung an den Tag getreten, und seit der Wiedereinreise hat der
Beschwerdeführer erneut mehrfach zu Klagen Anlass gegeben. Das zur erstmaligen
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung führende Verhalten setzte der
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Beschwerdeführer auch insofern fort, als er ab 2008 wiederum nur sporadisch am
Erwerbsleben teilnahm und deshalb in vorwerfbarer Weise in die Schulden geriet und
(teilweise betrügerisch) von der Sozialhilfe lebte. Das Gemeinwesen muss nicht
hinnehmen, von derselben Person immer wieder in die Irre geführt zu werden, damit
diese in den Genuss von Vorteilen kommt. Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung
des Beschwerdeführers erweist sich auch aus generalpräventiven Gründen als
erheblich.
Der Beschwerdeführer wuchs in der Türkei auf, wo er bis zu seiner Heirat lebte. Dass er
mit den dortigen Verhältnissen, auch sprachlich, vertraut ist, stellte er zuletzt in den
Jahren 2003-2008 unter Beweis. Zuletzt verbrachte der Beschwerdeführer Ferien in
seiner Heimat (vgl. act. 24.2 und 27.2). Sodann gelang es ihm offenbar auch, während
seines Aufenthaltes als selbständiger Taxifahrer einer Erwerbstätigkeit nachzugehen
und die mittlere Reife zu erlangen. Der beruflichen Reintegration steht nichts im Weg,
was über die allgemeinen und vom Verwaltungsgericht durchaus auch anerkannten
Schwierigkeiten einer Rückkehr in ein (wirtschaftlich weniger entwickeltes) Land
hinausgeht. Den Kontakt zu seinen hier verbleibenden Familienmitgliedern,
insbesondere zu seinen Kindern, kann der Beschwerdeführer mittels Briefen, via
Internet und Telefongesprächen und im Rahmen von Besuchsaufenthalten von der
Heimat aus oder umgekehrt pflegen. Die Rückkehr erscheint zumutbar.
4.5. Das öffentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung überwiegt das private
Interesse des Beschwerdeführers, in der Schweiz bleiben zu dürfen. Eine im Vergleich
zur Nichtverlängerung mildere Massnahme, etwa eine Verwarnung gemäss Art. 96
Abs. 2 AuG, scheidet aus, nachdem sogar die viel einschneidendere Massnahme der
zeitweiligen Ausweisung das Verhalten des Beschwerdeführers nicht massgebend
ändern konnte. Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz ist gesetz- und
verhältnismässig. Die Beschwerde ist abzuweisen.
5. (...).