Decision ID: 13740962-f4a4-4ac8-b90e-ca439d82e20e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 22. Juni 2006 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Seine langjährige Arbeitsstelle als Einpacker in der
Spritzerei-Abteilung bei der B._ AG hatte er per 31. August 2005 verloren (IV-act. 6).
Sein behandelnder Psychiater, Dr. med. C._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete der IV-Stelle am 15. Juli 2006, der Versicherte sei aus psychiatrisch-
psychotherapeutischer Sicht zurzeit 70% bis 80% arbeitsunfähig, der Krankheitsverlauf
habe sich bereits chronifiziert. Als Diagnose nannte er eine prolongierte
Anpassungsstörung mit ausgeprägter depressiver Symptomatik nach Schleudertrauma
am 13. März 2004 (ICD-10: F43.23; IV-act. 14). Dr. med. D._, praktische Ärztin,
berichtete der IV-Stelle am 16. August 2006 als Hausärztin des Versicherten von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit dem 27. Juli 2005. Jener leide an einem
rechtsbetonten cervicospondylogenen Syndrom nach HWS-Distorsionstrauma und
degenerativen HWS-Veränderungen sowie an einer prolongierten Anpassungsstörung
mit ausgeprägter depressiver Symptomatik nach Schleudertrauma am 13. März 2004
(ICD-10: F43.23; IV-act. 17). Am 30. April 2006 hatte der den Versicherten im Auftrag
der zuständigen Krankentaggeldversicherung begutachtende Dr. med. E._, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose einer schwach ausgeprägten
undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) gestellt und eine
Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit verneint (IV-act. 30-58 ff.). Mit Urteil vom 17.
Januar 2007 verneinte das hiesige Gericht einen Leistungsanspruch des Versicherten
gegenüber der zuständigen Unfallversicherung ab dem 20. Juli 2005 (UV 2006/37), was
vom Bundesgericht bestätigt wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2008,
8C_42/2007).
A.a.
Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 39) war der Versicherte am 17. und 18.
Dezember 2007 durch Ärzte des ABI Basel polydisziplinär (internistisch, psychiatrisch,
A.b.
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neurologisch) abgeklärt worden. Im Gutachten vom 31. Januar 2008 waren keine
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Als Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind dem Gutachten eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ein chronisches zervikozephales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0), ein inkomplettes metabolisches Syndrom sowie ein
hoher Verdacht auf Medikamenten-Malcompliance zu entnehmen. Die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit betrage angestammt und adaptiert 100%, lediglich körperlich
schwer belastende Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar (IV-act. 48). Mit Verfügung
vom 11. August 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 62).
Am 12. April 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 71). Der behandelnde Psychiater Dr. C._ nannte
am 4. Juni 2011 als Diagnose wiederum die prolongierte Anpassungsstörung mit
ausgeprägter depressiver Symptomatik nach Schleudertrauma am 13. März 2004
(ICD-10: F43.23). Der Versicherte sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischen
Gründen zumindest 70% arbeitsunfähig (IV-act. 82). Dr. D._ berichtete der IV-Stelle
am 22. Juni 2011 von einem chronischen cervicospondylogenen Syndrom bei Status
nach HWS-Distorsionstrauma seit 13. März 2004 sowie Schulterschmerzen rechts mit
Impingementsyndrom seit 17. November 2010. Bezüglich der letztgenannten Diagnose
verwies sie auf einen Sprechstundenbericht des Spitals F._ vom 17. November 2010
sowie einen Bericht der Radiologie G._ vom 23. November 2010 (IV-act. 84). Am 15.
August 2011 erklärte sie auf Nachfrage der IV-Stelle, die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
sei seit November 2010 ausschliesslich auf die Schulterproblematik zurückzuführen (IV-
act. 88).
A.c.
Am 12. September 2011 entschied die IV-Stelle, dass keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 93). Sodann beauftragte sie die
MEDAS Ostschweiz mit einem polydisziplinären (internistischen/rheumatologischen,
psychiatrischen, neurologischen) Gutachten (vgl. IV-act. 97 f.), für dessen Erstellung
der Versicherte im Februar 2012 untersucht wurde. Am 11. Juni 2012 berichteten die
Gutachter, es werde keine Diagnose mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit liege eine
rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig allenfalls leichter depressiver
Episode (ICD-10: F45.4), ein cervikozephales und -brachiales Schmerzsyndrom
A.d.
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beidseits mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden seit Heckauffahrunfall 2004, eine
Periarthropathie der rechten Schulter sowie eine Adipositas vor. Es bestehe keine
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten oder in einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit. Körperlich schwerer belastende
Tätigkeiten erschienen aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms als weniger
geeignet (IV-act. 101). Gestützt hierauf verfügte die IV-Stelle am 27. September 2012,
der Gesundheitszustand habe sich seit der Verfügung vom 11. August 2008 nicht
wesentlich verändert. Es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit und kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen und Rentenleistungen (IV-act. 109).
Am 5. Januar 2016 stellte der Versicherte erneut einen Antrag auf Leistungen der
Invalidenversicherung (IV-act. 111). Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Medizin
FMH, und seit anfangs 2015 Hausarzt des Versicherten, teilte der IV-Stelle mit Bericht
vom 25. Januar 2016 mit, Letzterer sei in seiner Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht
zu 100% eingeschränkt. Das cervikocephale und cervikobrachiale Syndrom habe eine
langjährige Chronifizierung erreicht, welche nicht mehr verbesserbar sei (IV-act. 117).
Dr. C._ diagnostizierte am 30. Januar 2016 nach wie vor eine prolongierte
Anpassungsstörung mit ausgeprägter depressiver Symptomatik nach Schleudertrauma
am 13. März 2004 (ICD-10: F43.23). Neu stellte er die Diagnose von Panikattacken
(ICD-10 F:41.0) sowie einer Adipositas magna. Der Versicherte sei aus psychiatrisch-
psychotherapeutischer Sicht zumindest 70% arbeitsunfähig (IV-act. 119). Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz kam am 17. März 2016 zum Schluss,
dass es sich um denselben Gesundheitszustand zuzüglich nun angegebener
Panikattacken handle. Panikattacken seien in der Regel nicht geeignet, eine
Arbeitsunfähigkeit zu begründen (IV-act. 121).
A.e.
Mit Vorbescheid vom 21. März 2016 stellte die IV-Stelle in Aussicht, auf das
jüngste Leistungsbegehren nicht einzutreten, da nicht glaubhaft dargelegt worden sei,
dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der Verfügung vom 27. September 2012 in
einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hätten (IV-act. 123). Hierzu fand
am 13. April 2016 eine mündliche Anhörung des Versicherten statt (vgl. IV-act. 124),
anlässlich welcher er der IV-Stelle einen Physiotherapiebericht von I._ vom 5. April
2016 überreichte. Diese nannte als Diagnosen ein cervicocephales und
cervicobrachiales Syndrom rechts bei Spondylose/Osteochondrose der
A.f.
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Halswirbelsäule und leichter Omarthrose rechts sowie ein generalisiertes
Schmerzsyndrom Rücken. Der Versicherte sei seit dem 24. Juni 2015 einmal pro
Woche bei ihr in therapeutischer Behandlung. Der Tageszustand hänge jeweils von
verschiedenen Faktoren (Wetter, psychische Verfassung, Erholungszustand, nächtliche
Schlafzeit...) ab. Je nach Zustand bedürfe es einer genauen Anpassung der Dosierung,
da sonst massive vegetative, psychische oder physische Reaktionen während oder
nach der Behandlung auftreten würden. Das Beschwerdebild ändere sich nur
geringfügig. Bei längeren Pausen verschlechtere sich der Allgemeinzustand massiv.
Der Versicherte werde immer auf Physiotherapie angewiesen sein (IV-act. 125).
Gestützt auf diese neuen Erkenntnisse wartete die IV-Stelle mit ihrem Entscheid zu. Am
16. Juni 2016 berichtete Dr. med. J._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH,
zusätzlich, aufgrund der Nacken-Schulterbeschwerden sei der Patient seines
Erachtens auch für eine leichte Arbeit mindestens 50% arbeitsunfähig. Dies gestützt
auf die eigenen Diagnosen chronifiziertes cervico-thoraco-vertebrales Syndrom mit
cervico-thoraco-brachialer und cervico-cephaler Komponente bds., leichtes
Lumbovertebralsyndrom sowie chronische Schulterschmerzen bds. (IV-act. 132).
In der Folge wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 138) im
Januar 2017 von Ärzten der MEDAS Zentralschweiz bidisziplinär (rheumatologisch,
psychiatrisch) abgeklärt. Das Gutachten vom 7. Februar 2017 enthält als Diagnosen mit
wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom, eine Periarthropathia humeroscapularis
tenopathica beidseits, eine Gonarthrose links, eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine chronische, gegenwärtig
leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10:
F32.00) sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01). Mit der
objektivierbaren somatischen Pathologie würden sich folgende Einschränkungen
begründen lassen: Keine Arbeiten in monotonen, ergonomisch ungünstigen
Körperstellungen für Nacken und Rücken, keine Arbeiten mit Heben und Tragen von
Gewichten über 15 kg, keine ausschliesslich stehenden Arbeiten, der Anteil Stehen und
Gehen sollte etwa die Hälfte nicht übersteigen, keine Arbeiten im Kauern und auf
Leitern und Gerüsten. Die pathologischen Befunde am Bewegungsapparat würden eine
qualitative Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils begründen, nicht jedoch eine
A.g.
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zeitliche Einschränkung. Auch die neuen Leiden würden das Zumutbarkeitsprofil in
qualitativer, nicht aber in quantitativer Hinsicht beeinträchtigen. Aus psychiatrischer
Sicht würden die festgestellten Erkrankungen einen Schweregrad erreichen, der mit
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft verbunden sei. Es
bestehe eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von geschätzt 70% für die angestammte
und von 80% für eine optimal leidensangepasste Tätigkeit ohne Führungsfunktion, die
keine besonderen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit stelle oder
besondere Fähigkeiten verlange. Der Versicherte verfüge nicht über genügend
Ressourcen, um die aus somatischer Sicht attestierte Arbeitsfähigkeit zu realisieren (IV-
act. 145). Der RAD hielt am 23. März 2017 fest, das Gutachten vom 7. Februar 2017
beschreibe ausführlich und adäquat einen seit dem Referenzgutachten der MEDAS-
Ostschweiz vom 11. Juni 2012 veränderten Gesundheitszustand, was somatisch zu nur
qualitativen, psychiatrisch auch zu quantitativen Einschränkungen führe (IV-act. 146).
Mit Vorbescheid vom 29. März 2017 wurde jener vom 21. März 2016 ersetzt und
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 25% die Abweisung des Leistungsbegehrens in
Aussicht gestellt (IV-act. 149). Dagegen erhob der Versicherte am 19. Mai 2017
Einwand und beantragte die Ausrichtung einer ganzen Rente. Dies gestützt auf einen
Bericht der Radiologie K._ vom 4. April 2017, wo gleichentags eine vertebrospinale
Kernspintomographie der Segmente C0-Th4 sowie des linken Knies vorgenommen
worden war, sowie einen Bericht von Dr. C._ vom 21. April 2017, worin dieser
festgehalten hatte, der Versicherte sei seit Jahren schwer depressiv, habe
Panikattacken und starke Ängste und sei zumindest 80% arbeitsunfähig. Auch reichte
der Versicherte einen aktuellen Bericht der Physiotherapeutin I._ vom 20. April 2017
zu den Akten, welcher dieselben Diagnosen und denselben Therapieverlauf beschrieb
wie derjenige vom 5. April 2016 (IV-act. 157). Am 12. September 2017 beantwortete
der zuständige Rheumatologe der MEDAS Zentralschweiz eine Anfrage der IV-Stelle
dahingehend, dass die magnetresonanztomographischen Befunde vom 4. April 2017
keine Verschlechterung gegenüber dem Begutachtungszeitpunkt belegen würden (IV-
act. 161). Am 14. September 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass am
bisherigen Entscheid festgehalten werde (IV-act. 162). Am 30. September 2017
antwortete der Versicherte, dass die Berichte von Dr. H._, Dr. C._ und Dr. med.
L._, Chefarzt Rehabilitation Spital M._, den Berichten der RAD-Ärzte diametral
A.h.
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B.
entgegengesetzt seien und dass von einer mindestens 60%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen sei. Er verwies auf eine sozialmedizinische Stellungnahme durch Dr. L._
vom 20. September 2017, gemäss welcher er einen posttraumatischen
Verharrungsstatus zeige, der sich bislang trotz mannigfaltiger somatischer,
psychosomatischer und psychosozialer Behandlungsmassnahmen als therapieresistent
erwiesen habe. Aus orthopädisch-traumatologischer, rheumatologischer, physikalisch-
medizinischer und rehabilitativer Sicht sei retrospektiv (ab Unfall) gegenwärtig und
prospektiv unter Berücksichtigung der psychosomatischen und psychosozialen sowie
schmerzmedizinischen Aspekte lediglich eine Arbeitsfähigkeit für sehr leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten mit weitreichenden Einschränkungen bezüglich der
somatischen Anforderungen an das muskuloskelettale System und aufgrund der
erheblich verminderten psychischen Leistungsfähigkeit nur zu 40% gegeben. Als
Diagnosen erwähnt wurden eine verminderte psychophysische Belastbarkeit bei
anhaltender posttraumatischer Belastungsstörung Typ I, eine Funktionsminderung der
Hals- und Brustwirbelsäule und des Schultergürtels, eine Funktionsminderung der
Lendenwirbelsäule und des Lendengürtels, eine Belastbarkeitsminderung der unteren
Extremitäten mit Wegstreckenlimitierung und Mobilitätseinschränkungen bei
symptomatischer Gonarthrose beidseits, eine Funktionsminderung der Hände beidseits
sowie eine allgemeine Funktionsminderung bei metabolischem Syndrom mit
teilkompensierter arterieller Hypertonie, Adipositas (IV-act. 163). Der RAD befand am
13. Oktober 2017, die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung könne nicht
gestellt werden. Denn beim Unfall habe es sich nicht um ein Ereignis gehandelt,
welches geeignet sei, lebensbedrohlich zu wirken. Die im Bericht der Klinik M._ zum
Teil erwähnten weiteren und anderen Beschwerden des Achsenskeletts seien nicht
durch Befunde belegt (IV-act. 164).
Am 16. Oktober 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act.
165).
A.i.
Gegen die Verfügung vom 16. Oktober 2017 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 13. November 2017. Der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) beantragte darin sinngemäss die Ausrichtung von
B.a.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2017
das Rentengesuch des Beschwerdeführers vom 5. Januar 2016 abgewiesen (IV-
act. 213). Zu prüfen ist, ob der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht
verneint worden ist.
Rentenleistungen, indem er geltend machte, es sei von einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Er erklärte, die Einschätzung der Ärzte der MEDAS,
dass er zu 80% arbeitsfähig sei, sei nicht nachvollziehbar. Fünf andere Ärzte würden
ihn zu maximal 50% arbeitsfähig beurteilen. Auch hätten die begutachtenden
Rheumatologen im Gespräch gesagt, er sei arbeitsunfähig, dies dann jedoch in den
Rapporten anders festgehalten. Sodann sei nicht nachvollziehbar, wie ein 58-jähriger
Mann mit den von den Ärzten beschriebenen Einschränkungen ohne Ausbildung und
mit ungenügenden Deutschkenntnissen als Neueinsteiger eine Arbeitsstelle finden
solle. Der Beschwerde legte er unter anderem seine vergeblichen
Stellensuchbemühungen bei (act. G1 sowie separate Beilagen zu G1).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2018 stellte die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) den Antrag, die Beschwerde abzuweisen. Sie machte geltend,
dass entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auf das bidisziplinäre Gutachten
vom 7. Februar 2017 abzustellen und folglich von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen sei. Die Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 80% sei
gegeben (act. G4).
B.b.
In seiner Replik vom 5. Februar 2018 wiederholte der Beschwerdeführer, dass
viele Zweifel am bidisziplinären Gutachten bestehen würden. Dies zeige auch der
Umstand, dass er seine Arbeit im Jahre 2005 wegen seiner eingeschränkten
Leistungsfähigkeit aufgrund der Nachwirkungen des Unfalls vom Jahr 2004 verloren
habe (act. G6).
B.c.
Am 13. Februar 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung
einer Duplik (act. G8).
B.d.
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2.
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass
sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]). Ist die
anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf
das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht umfassend zu prüfen (Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2018,
9C_589/2017, E. 4, mit weiteren Verweisen, vom 6. Juni 2018, 8C_868/2017, E. 3.1 und
vom 3. August 2018, 8C_177/2018, E. 3.3).
2.1.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG).
2.2.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine
2.3.
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3.
Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das neue Gesuch des
Beschwerdeführers vom 5. Januar 2016 eingetreten. Es ist folglich umfassend zu
prüfen, ob seit der rechtskräftigen Ablehnungsverfügung vom 27. September 2012 eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist (IV-act. 109). Die
Beschwerdegegnerin stützt sich auf das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten
der interdisziplinären medizinischen Gutachterstelle MEDAS Zentralschweiz (Dr. med.
N._, Rheumatologie FMH, sowie Dr. med. O._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH; IV-act. 145). Der Beschwerdeführer erachtet die Einschätzung seiner
Arbeitsfähigkeit durch diese beiden Ärzte als nicht nachvollziehbar, da sie jener von
fünf anderen Ärzten widerspreche (act. G1).
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
Bei der Würdigung der Einschätzungen der erwähnten fünf Ärzte ist der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Ärztinnen und Ärzte
nicht nur in der Funktion als Hausärzte, sondern auch als spezialärztlich behandelnde
Medizinalpersonen im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2, mit weiteren
Verweisen). Sie stehen in auftragsrechtlichem Verhältnis zur versicherten Person. Da
sie sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen
deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die
Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des
Gesundheitszustandes (BGE 135 V 470, E. 4.5). Ein den Beweisanforderungen
grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten kann nicht stets in Frage gestellt
werden, wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu
einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv
feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung
3.1.
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unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu
führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen).
Allein die in masslicher Hinsicht abweichende Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
vermag ein Administrativgutachten nicht in Zweifel zu ziehen (Urteile des
Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008, E. 4.3 mit Hinweisen, publ. in: SVR
2008 IV Nr. 62 S. 203, und vom 23. Juni 2015, 9C_853/2014, E. 3.1.2). Nach dem
Gesagten ist nachfolgend insbesondere zu prüfen, ob die Gutachter aus den Berichten
der behandelnden Ärzte ersichtliche objektiv feststellbare Gesichtspunkte nicht
ausreichend berücksichtigt haben.
3.2.
Im Rahmen der rheumatologischen Begutachtung wurden am 9. Januar 2017 in
der Klinik P._ am Institut für Radiologie und Nuklearmedizin folgende Röntgenbilder
erstellt und Befunde erhoben: "Schulter beidseits: Geringe Omarthrose bds., gering
linksbetont. ACG bds. unauffällig. HWS: Im Stehen Streckhaltung bis angedeutet
Kyphosierung der HWS. Keine Wirbelkörperhöhenminderung. Geringer Ventralversatz
HWK 3 vs. 4 um 2 mm, i.e.L. degenerativ. Ansonsten Wirbelkörperalignement erhalten.
Multisegmentale geringe Osteochondrosen, etwas betont HWK 5/6. Geringe
Facettengelenksarthrosen. Vordere Längsbandverkalkungen in allen Segmenten. LWS:
Im Stehen diskret linkskonvexe Torsion der LWS. Keine Wirbelkörperhöhenminderung.
Wirbelkörperalignement erhalten. Mässige intervertebrale Osteochondrosen LWK 3/4,
4/5, sowie geringer auch LWK 5/SWK 1. Facettengelenksarthrosen, kaudal betont.
Baastrup-Phänomen. Gefässsklerose. Knie links: Degenerative Veränderungen in allen
drei Kompartimenten, betont im medialen femorotibialen Kompartiment sowie
retropatellar mit kleinen retropatellaren Osteophyten. Geringe degenerative
Veränderungen auch tibiofibular. Mässiger Kniegelenkserguss" (IV-act. 145-34). Die am
4. April 2017 vorgenommene vertebrospinale Kernspintomographie der Segmente C0-
Th4 sowie die Kernspintomographie des linken Knies (IV-act. 157-3 ff.) wurden durch
den begutachtenden Rheumatologen am 12. September 2017 gewürdigt: Die
konventionellen Röntgenbilder vom 9. Januar 2017 hätten degenerative Veränderungen
gezeigt, die nun magnetresonanztomographisch etwas genauer dargestellt würden.
Diskusprotrusionen könne man konventionell-radiologisch nicht darstellen, im Rahmen
von degenerativen Veränderungen seien diese in der Altersklasse von 56 Jahren zu
erwarten. Die neuroradiologischen Befunde würden aber, wie dies aufgrund der
klinischen Befunde zu erwarten gewesen sei, keine Kompression neuraler Strukturen
zeigen. Auch die Befunde am linken Kniegelenk würden dem entsprechen, was in einer
Magnetresonanztomographie einer leichtgradigen Gonarthrose im Alter von 56 Jahren
3.2.1.
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zu erwarten sei (IV-act. 161-1 f.). Die vorstehende Befunderhebung führte zu folgenden
rheumatologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Chronisches
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (degenerative HWS-Veränderungen mit
multiplen Osteochondrosen, Unkovertebralspondylosen und Spondylarthrosen; diffuse
idiopathische skelettale Hyperostose [DISH]; Status nach Auffahrkollision mit HWS-
Distorsion am 13. März 2014), Periarthropathia humeroscapularis tendopathica
beidseits, vermutlich bei subakromialem Impingement infolge degenerativer
Veränderungen am Akromiondach und im AC-Gelenk, rechts mit nachgewiesener
Insertionstendinopathie und Partialruptur der Subskapularissehne und der
Supraspinatussehne sowie SLAP-Läsion (Arthro-MRT rechts 23.11.2010) sowie eine
Gonarthrose links. Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
wurden aus dem internistisch/rheumatologischen Bereich unspezifische
Rückenschmerzen bei Fehlstatik, Adipositas (BMI 34.5 kg/m ), degenerativen
Veränderungen und einer diffusen idiopathischen skelettalen Hyperostose, eine
Hyperlipidämie sowie eine arterielle Hypertonie genannt (IV-act. 145-26 f.). In
Auseinandersetzung mit aktenkundigen früheren Diagnosen kam Dr. N._ zum
Schluss, dass das verschiedentlich genannte "zervikozephale Syndrom" nicht erfüllt
sei, da seines Erachtens die vom Beschwerdeführer beklagte Form von
Kopfschmerzen nicht der Form eines zervikogenen Kopfschmerzes entspreche. Diese
Diagnosestellung, die von jener vieler behandelnder Ärzte und Therapeuten abweicht,
hat er gestützt auf einen wissenschaftlichen Kriterienkatalog und mit eigenen Befunden
nachvollziehbar begründet (IV-act. 145-24 f.). Andere Diagnosestellungen, welche von
Dr. N._ unberücksichtigt geblieben wären, sind nicht ersichtlich.
2
Bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht führte Dr. N._
aus, dass aufgrund der objektivierbaren somatischen Pathologie die folgenden
Einschränkungen vorliegen würden: Keine Arbeiten in monotonen, ergonomisch
ungünstigen Körperstellungen für Nacken und Rücken, keine Arbeiten mit Heben und
Tragen von Gewichten über 15 kg, keine ausschliesslich stehenden Arbeiten, der Anteil
Stehen und Gehen sollte etwa die Hälfte nicht übersteigen, keine Arbeiten im Kauern
und auf Leitern und Gerüsten. Die pathologischen Befunde am Bewegungsapparat
würden eine qualitative Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils begründen, nicht
jedoch eine zeitliche Einschränkung. Im Vergleich zu den Gutachten des ABI und der
MEDAS Ostschweiz seien die Gonarthrose links, die Schulterpathologie links und
unspezifische Rückenschmerzen hinzugekommen. Diese neuen Leiden würden das
Zumutbarkeitsprofil in qualitativer, nicht aber in quantitativer Hinsicht beeinträchtigen.
Rein aus somatischer Sicht attestierte einzig Dr. J._ dem Versicherten eine von
3.2.2.
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dieser Einschätzung abweichende Arbeitsunfähigkeit. Die durch Dr. J._ am 16. Juni
2016 abgegebene Leistungseinschätzung von höchstens 50% auch für eine leichte
Arbeit erachtet Dr. N._ als mit den objektivierbaren Befunden am Bewegungsapparat
nicht genügend begründbar (IV-act. 145-27 f.). Sie wird denn auch durch Dr. J._
selber in seinem Bericht nicht begründet (IV-act. 132/2-5), weshalb sie keine Zweifel an
der Einschätzung von Dr. N._ aufkommen zu lassen vermag.
3.3.
Der begutachtende Psychiater Dr. O._ stellte folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine chronische, gegenwärtig leichte bis
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.00), sowie
eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01; IV-act. 145-27). Er setzte sich in
seinem Teilgutachten eingehend mit den aktenkundigen früheren Diagnosen
auseinander und kam unter Würdigung derselben sowie unter Berücksichtigung
wissenschaftlicher Klassifikationen zum Schluss der vorgenannten Diagnosen. Die
früher von verschiedenen Ärzten diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung
beschrieb er als unzulässige Diagnose, da aufgrund der Akten die Beschwerden
zumindest zu Beginn zu einem wesentlichen Teil auf körperliche Veränderungen
zurückgeführt werden könnten. Anhand wissenschaftlicher Literatur legte er sodann
dar, inwiefern die von Dr. C._ seit Jahren unverändert gestellte Diagnose der
prolongierten Anpassungsstörung in sich widersprüchlich sei, da eine
Anpassungsstörung definitionsgemäss zeitlich begrenzt und leicht, gemäss Dr. C._
aber chronisch und ausgeprägt sei (IV-act. 145-42 ff.). Unter Berücksichtigung der
ICD-10 Kriterien kam er betreffend der Diagnose Depression zum Schluss, dass sich
aufgrund der Akten der folgende Verlauf ergebe: "Nach dem Unfall im 2004 mit den
trotz Behandlung anhaltenden Schmerzen und den erwähnten Verlusten entwickelte
sich die Trauer zu einer Depression. Die Depression begann als depressive
Anpassungsstörung und verschlechterte sich schleichend von einer leichten zu einer
leichten bis mittelgradigen Depression. Trotz Behandlung verselbständigte sie sich und
chronifizierte" (IV-act. 145-45 f.). Bezüglich der von Dr. C._ diagnostizierten
Panikattacken kommt Dr. O._ unter Berücksichtigung der Schilderungen des
Beschwerdeführers zum Schluss, dass eine Agoraphobie mit oder ohne Panikstörung
besser passe (IV-act. 145-46). Sodann erklärt er betreffend der - erst im Nachgang zur
Begutachtung und einzig durch Dr. L._ am 20. September 2017 gestellten (vgl. IV-
act. 163-3) - Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung ebenfalls gestützt auf
die vom Beschwerdeführer ihm gegenüber geäusserten Umstände, dass ausser den
3.3.1.
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wenig spezifischen Albträumen keine Hinweise auf eine solche vorhanden seien (IV-act.
145-46 f.).
Bei der Frage der Auswirkungen der genannten Diagnosen auf die
Arbeitsfähigkeit blendet der begutachtende Psychiater zu Recht die Sprachkenntnisse,
das Alter, die Berufsausbildung, die Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und die subjektive
Überzeugung, nicht voll arbeitsfähig zu sein, als nicht der Erkrankung entsprechende
Faktoren aus (IV-act. 145-49). Dies dürfte in weiten Teilen seine im Vergleich zu
anderen Ärzten höhere Arbeitsfähigkeitseinschätzung erklären. Berücksichtigt hat er
die Konzentrationsstörungen, die Verlangsamung, die Schwankungen der
Leistungsfähigkeit, die Schlafstörungen mit der erhöhten Tagesmüdigkeit und den
erhöhten Pausenbedarf. Aus klinischer Sicht erwartet er, dass sich der Versicherte
durch eine geeignete, als sinnvoll erlebte Arbeit von den Schmerzen ablenken könnte.
Die Angststörung könne die Möglichkeiten des Versicherten, sich um eine Stelle zu
bewerben und sie erfolgreich anzutreten, etwas einschränken (IV-act. 145-49). Seine
Einschätzung lehnte Dr. O._ unter anderem an das "Mini-ICF-Rating für psychische
Störungen". Es sollten aus psychiatrischer Sicht sodann folgende Einschränkungen in
Bezug auf den Arbeitsplatz berücksichtigt werden: Alles, was die Schmerzen verstärke,
sei ungünstig, da dies die depressive Symptomatik verstärken könnte. Der Versicherte
sollte Kontakt haben, allerdings eher mit gesunden Menschen. Eine Stelle mit einem
ungünstigen Arbeitsklima oder einer konfliktträchtigen Struktur sei aufgrund der
vermehrten Reizbarkeit ungünstig; er könne mit chronischen Konflikten nicht umgehen,
da er einen inneren Druck habe, es allen recht zu machen und perfekt zu arbeiten (IV-
act. 145-50). Insgesamt würden die festgestellten Erkrankungen aus psychiatrischer
Sicht einen Schweregrad erreichen, der mit Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der
freien Wirtschaft verbunden sei. Es bestehe eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von
geschätzt 70% für die angestammte und von 80% für eine optimal leidensangepasste
Tätigkeit ohne Führungsfunktion, die keine besonderen Anforderungen an die
psychische Belastbarkeit stelle oder besondere Fähigkeiten verlange. Der Versicherte
verfüge nicht über genügend Ressourcen, um die aus somatischer Sicht attestierte
Arbeitsfähigkeit zu realisieren (IV-act. 145-26 ff.). Diese Einschätzung wird detailliert
erläutert und ist nachvollziehbar. Hinsichtlich der abweichenden
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des behandelnden Facharztes Dr. C._ hält Dr. O._ in
nachvollziehbarer Weise fest, dass Ersterer in diesem Fall hautsächlich Therapeut sei
und seine Stellungnahme dadurch geprägt sein müsse. Wenn er Erfolg als Therapeut
haben wolle, müsse er die Welt aus der Sicht seiner Patienten sehen und die Sicht
sogar bis zu einem gewissen Grad teilen können. Dies stelle seine Integrität nicht in
3.3.2.
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Frage, sondern ergebe sich zwingend aus der Konstellation der therapeutischen
Beziehung (IV-act. 145-51). Bei Dr. H._, welcher dem Versicherten am 25. Januar
2016 ebenfalls aus psychischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act.
117-1), handelt es sich nicht um einen psychiatrischen Facharzt, sondern einen
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH und ebenfalls um einen behandelnden
Arzt (vgl. hierzu E. 3.1).
Nach dem Gesagten beruht das strittige Gutachten auf eigenständigen
Abklärungen mit detaillierten Fragen und ist für die streitigen Belange umfassend. Die
medizinischen Vorakten und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sind
unvoreingenommen berücksichtigt worden. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Das MEDAS-Gutachten erscheint in seiner Gesamtheit
nachvollziehbar und schlüssig. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Auf
die vorstehend in E. 3.2.2 und E. 3.3.2 beschriebene Arbeitsfähigkeitsschätzung des
bidisziplinären MEDAS-Gutachtens kann folglich abgestellt werden.
3.4.
Der Bericht von Dr. L._ vom 20. September 2017 erging zwar im Nachgang zum
MEDAS-Gutachten vom 7. Februar 2017 (IV-act. 163-4). Dr. O._ hatte jedoch wie
bereits in E. 3.3.1 ausgeführt in schlüssiger Weise die von Dr. L._ - auch in
Abweichung zum behandelnden Psychiater Dr. C._ - gestellte Diagnose der
posttraumatischen Belastungsstörung ausgeschlossen (IV-act. 145-46 f.) und auch der
RAD führte nachvollziehbar aus, wieso diese Diagnose nach ICD-Kriterien nicht gestellt
werden könne (vgl. IV-act. 164-1). Die Anforderungen des Bundesgerichts an den
Beweiswert von Arztberichten (E. 2.3) erfüllt der Bericht von Dr. L._ nicht. Dem
Bericht ist nicht einmal zu entnehmen, ob er den Versicherten gesehen hat oder ob der
Bericht auf den Akten basiert. Einzig der Hinweis "Fallart: ambulant" könnte darauf
schliessen lassen, dass er den Patienten gesehen hat. Wie lange ein allfälliges
Gespräch/eine allfällige Untersuchung gedauert hat, ist dem Bericht wiederum nicht zu
entnehmen. Auch ist unklar, ob und bejahendenfalls welche Vorakten beigezogen
wurden (vgl. IV-act- 163-3). Die Einschätzung der 40%igen Arbeitsfähigkeit für sehr
leichte Tätigkeiten erfolgte sodann explizit unter Berücksichtigung unter anderem
psychosozialer Aspekte, auch ist der Bericht wörtlich mit "Sozialmedizinische
Stellungnahme" bezeichnet (IV-act. 163-3 f.). Der bio-psycho-soziale Krankheitsbegriff
ist jedoch rechtlich im Rahmen der Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG nicht
massgebend (BGE 143 V 418 E. 6). Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass Dr. L._
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
3.5.
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4.
Der Beschwerdeführer macht sodann sinngemäss geltend, die Verwertbarkeit der von
den Gutachtern attestierten Restarbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten Tätigkeit
sei offensichtlich nicht gegeben (act. G1).
Physikalische Medizin und Rehabilitation und Rheumatologie, nicht aber Facharzt für
Psychiatrie ist, sodass seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung, die auch die "verminderte
psychische Leistungsfähigkeit" berücksichtigt, kein Beweiswert zukommt. In seinem
Bericht erwähnte er insgesamt keine Aspekte, die bei der Begutachtung unerwähnt
oder unberücksichtigt geblieben waren, und der Bericht enthält auch keine
Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation im Vergleich
zum MEDAS-Gutachten. Nach dem Gesagten vermag der Bericht von Dr. L._ nichts
am Umstand zu ändern, dass auf das MEDAS-Gutachten vom 7. Februar 2017
abzustellen ist.
Die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit beurteilt sich auch bei
vorgerücktem Alter bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1
ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459 f.), wobei an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen
Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein
invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches
zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen
kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass
ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr
zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460; Urteil des Bundesgerichts vom
19. Juni 2017, 8C_28/2017, E. 3.2). Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der
Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist
auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-Erwerbstätigkeit
abzustellen (BGE 138 V 462 E. 3.3).
4.1.
Das Bundesgericht hat generell relativ hohe Hürden für die Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt (Urteil des Bundesgerichts vom 19.
Juni 2017, a.a.O., E. 5.2 mit Hinweis auf das Urteil vom 30. März 2017, 9C_88/2017, E.
3.3.2). Eine verbleibende Aktivitätsdauer von rund fünf Jahren gilt
rechtsprechungsgemäss grundsätzlich als ausreichend, um eine neue einfache
4.2.
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5.
Ausgehend von der 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der
Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.2).
Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 7. März 2017, 9C_677/2016, E. 4.3). Der Beschwerdeführer
war im Zeitpunkt der Verfügung hingegen erst 58 Jahre alt. Sodann stehen ihm
sämtliche Arbeiten ohne monotone, ergonomisch ungünstige Körperstellungen für
Nacken und Rücken, ohne Heben und Tragen von Gewichten über 15 kg, nicht
ausschliesslich stehend, mit einem Anteil an Stehen und Gehen, welcher etwa die
Hälfte nicht übersteigt, sowie ohne Kauern, ohne Tätigkeit auf Leitern und Gerüsten,
ohne Führungsfunktion, ohne besondere Anforderungen an die psychische
Belastbarkeit und ohne Notwendigkeit besonderer Fähigkeiten offen (IV-act. 145-27 f.).
Dem Beschwerdeführer sind damit insbesondere noch leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten als Hilfsarbeiter in der produzierenden Industrie sowie im
Dienstleistungssektor zumutbar.
Die gutachterlich attestierte Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80%
in einer adaptierten Tätigkeit ist nach dem Gesagten als auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt verwertbar zu betrachten. Restriktionen des realen Arbeitsmarkts, die
dem Beschwerdeführer das Auffinden einer Arbeitsstelle erschweren und zu zahllosen
Absagen auf Bewerbungen geführt haben (vgl. separate Beilagen zu act. G1), haben
vor dem Hintergrund dessen, dass in der Invalidenversicherung das Risiko der
Arbeitslosigkeit keine Berücksichtigung finden darf, ausser Acht zu bleiben.
4.3.
Betreffend die Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt
erzielten Einkommen angeknüpft, weil davon auszugehen ist, dass die versicherte
Person ohne den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt
hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto betrug das
Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2003 Fr. 63'785.-- (IV-act. 115-3).
Dementsprechend setzte die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen in der
angefochtenen Verfügung unter Vornahme der Nominallohnbereinigung auf
Fr. 70'927.-- per 2014 fest (IV-act. 147). In der Beschwerdeantwort rechnete sie
sodann zu Recht mit einem Valideneinkommen von Fr. 72'916.-- per 2016 (act. G 4
Ziff. 12). Korrekterweise wurde dabei die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016
(hypothetischer Beginn der am 5. Januar 2016 beantragten Rente; vgl. Art. 29 Abs. 1
IVG) berücksichtigt (Index Männer 2003: 1958; Index Männer 2016: 2239; Basis 1939 =
5.1.
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6.