Decision ID: c7faec80-d06d-57dc-8428-59d16f3aba18
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Mit Schreiben vom 13. Juli 2017 ersuchten Dr. med. A._, Dr. phil. B._ und C._
das Gesundheitsdepartement (GD) als Angestellte der Klinik X._, K._ (nachstehend:
Gesuchsteller), um Entbindung vom Berufsgeheimnis für sich und ihre Hilfspersonen
betreffend Daten von Y._, geb. 1999. Zur Begründung verwiesen sie auf eine
Gefährdungsmeldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)
betreffend Y._ (act. G 16/1). Im Zeitpunkt des Entbindungsgesuchs und auch danach
lebte Y._ bei seinem Vater S._. Mit Verfügung vom 27. Juli 2017 entsprach das GD
dem Entbindungsgesuch der Gesuchsteller, wobei es darauf hinwies, dass die
Offenbarung von Daten auf das erforderliche Mass zu beschränken sei. Im Weiteren
hielt das GD fest, dass Y._ gemäss Auskunft von B._ und C._ unterdurchschnittlich
intelligent sei und das Entbindungsgesuch nicht verstehen könne. Die Urteilsfähigkeit
mit Bezug auf diese Angelegenheit liege nicht vor. Auf eine Stellungnahme (rechtliches
Gehör) seitens Y._ sei daher verzichtet worden (act. G 2).
B.
a. Gegen diese Verfügung erhob S._ als Vertreter seines Sohnes mit Eingabe vom 7.
August 2017 bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen
Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben (act. G 1). Die Beschwerde
wurde in der Folge dem Verwaltungsgericht zuständigkeitshalber zur Behandlung
überwiesen.
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b. Am 25. August 2017 bewilligte der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts das
Gesuch des Beschwerdeführers betreffend unentgeltliche Rechtspflege im Sinn der
Befreiung von allfälligen Gerichtskosten (act. G 11).
c. In der Vernehmlassung vom 10. Oktober 2017 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde (act. G 15). Die Beschwerdegegner verwiesen anstelle einer
Vernehmlassung auf die Ausführungen im Gesuch um Entbindung vom
Berufsgeheimnis vom 13. Juli 2017 sowie auf die Gefährdungsmeldung (act. G 18).
d. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer, der Adressat der angefochtenen Verfügung ist und implizit geltend
macht, er sei Geheimnisherr der Informationen, welche die Beschwerdegegner nach
Befreiung vom Berufsgeheimnis der KESB bekannt geben wollen, ist zur Erhebung der
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
wurde mit Eingabe vom 7. August 2017 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können Rechtsverletzungen geltend
gemacht werden. Der Beschwerdeführer kann sich auch darauf berufen, die
angefochtene Verfügung beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Soweit die Vorinstanz des Verwaltungsgerichts
keine richterliche Behörde ist, garantiert Art. 6 Ziff. 1 EMRK in ihrem
Anwendungsbereich eine richterliche Überprüfung mit voller Kognition (vgl. Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. Rz. 645 mit Hinweis).
Das Verwaltungsgericht verfügt daher vorliegend - als erste gerichtliche Instanz - über
eine volle Kognition (vgl. auch VerwGE B 2017/58 vom 23. Mai 2018, E. 3.2).
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2.
2.1. Nach Art. 40 Ingress und lit. f des Bundesgesetzes über die universitären
Medizinalberufe (Medizinalberufegesetz; SR 811.11, MedBG) wahren Personen, die
einen universitären Medizinalberuf selbständig ausüben, das Berufsgeheimnis nach
Massgabe der einschlägigen Vorschriften. Die unselbständige Berufsausübung richtet
sich gemäss Art. 44 Abs. 2 Satz 3 des Gesundheitsgesetzes (sGS 311.1, GesG) nach
der Bundesgesetzgebung über die Medizinalberufe für die selbständige
Berufsausübung. Art. 40 Ingress und lit. f MedBG umschreibt den Begriff des
Berufsgeheimnisses mittels eines dynamischen Verweises auf die geltende Schweizer
Rechtsordnung (vgl. B. Etter, Medizinalberufegesetz, Stämpflis Handkommentar, Bern
2006, Rz. 38 zu Art. 40 MedBG; Sprumont/Guinchard/Schorno, in: Ayer/Kieser/
Poledna/Sprumont [Hrsg.], Medizinalberufegesetz, Kommentar, Basel 2009, Rz. 77 zu
Art. 40 MedBG). Der Verweis bezieht sich in erster Linie auf das strafrechtlich
geschützte Berufsgeheimnis gemäss Art. 321 des Schweizerischen Strafgesetzbuches
(SR 311.0, StGB; vgl. Botschaft zum MedBG, in: BBl 2005 S. 173 ff., S. 229). Zu
beachten sind aber auch das Datenschutzrecht sowie der privatrechtliche Schutz der
Persönlichkeit des Patienten (Art. 28 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210)
und die Verschwiegenheits- und Geheimhaltungspflicht des Beauftragten (Art. 398 Abs.
2 des Schweizerischen Obligationenrechts, SR 220).
2.2. Gemäss Art. 321 Ziffer 1 Abs. 1 StGB machen sich Ärzte und Psychologen sowie
ihre Hilfspersonen einer Verletzung des Berufsgeheimnisses schuldig, wenn sie ein
Geheimnis offenbaren, das ihnen infolge ihres Berufs anvertraut worden ist oder das
sie in dessen Ausübung wahrgenommen haben. Der Beschwerdegegner (Arzt) und die
Beschwerdegegnerinnen (Psychologinnen) erfüllen die persönlichen Voraussetzungen,
um das Sonderdelikt von Art. 321 StGB zu begehen. An der Unterstellung unter Art.
321 StGB ändert nichts, dass sie ihren Beruf als Angestellte einer öffentlichen
Einrichtung ausüben (vgl. Trechsel/Vest, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Rz. 9 zu Art. 321 StGB; BGer
2C_361/2012 vom 19. September 2012, E. 2.3). Dieser Umstand wirkt sich einzig
dahingehend aus, dass für die Entbindung vom Arztgeheimnis nicht wie in Art. 6 GesG
vorgesehen der Gesundheitsrat, sondern gestützt auf Art. 3 GesG das
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Gesundheitsdepartement bzw. der Leiter Rechtsdienst (Anhang 8 der
Ermächtigungsverordnung, sGS 141.41) zuständig ist.
3.
3.1.
3.1.1. In der Gefährdungsmeldung vom 13. Juli 2017 führten die Beschwerdegegner
unter anderem aus, der Beschwerdeführer verfüge lediglich über rudimentär
ausgeprägte Sozialkompetenzen. In der Vergangenheit sei es denn auch immer wieder
zu strafrechtlich relevanten Handlungen gekommen. Es sei davon auszugehen, dass
sich Verhalten dieser Art aufgrund der mangelhaften kognitiven Steuerung sowie der
nicht altersadäquat gereiften Entwicklung wiederholen könnten. Es dränge sich die
Hypothese auf, dass der Beschwerdeführer im häuslichen Umfeld nicht die nötige
Förderung erfahre. Im Hinblick auf die aktuelle Lebens- und Wohnsituation werde er als
in seiner Entwicklung sehr gefährdet angesehen. Neben einer Beschäftigung im
geschützten Rahmen werde die Errichtung einer Beistandschaft über das 18. Altersjahr
hinaus empfohlen. Der Vater positioniere sich klar gegen die Kooperation mit der
KESB. In der Belassung der alleinigen Verantwortung des Vaters für den
Beschwerdeführer werde ein erhebliches Risiko für die weitere Entwicklung des
Beschwerdeführers gesehen (act. G 16/2). Gemäss Telefonnotiz vom 18. Juli 2017
bestätigte B._ eine ethisch/moralische Entwicklung des Beschwerdeführers auf der
Stufe eines 7-Jährigen. Der Vater sperre sich gegen jede Einmischung. Das Verhältnis
des Beschwerdeführers zum Vater werde als nicht gut beschrieben. Die Urteilsfähigkeit
in Bezug auf die ärztliche Entbindung vom Berufsgeheimnis sei nicht gegeben (act. G
16/3).
3.1.2. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz gestützt auf die vorerwähnten
Unterlagen fest, die Beschwerdegegner beabsichtigten mit dem Entbindungsgesuch,
der KESB Einsicht in die Krankengeschichte des Beschwerdeführers zu gewähren. Für
den volljährig gewordenen Beschwerdeführer sei eine Beistandschaft dringend
empfohlen (act. G 16/2). Aufgrund seiner bisherigen Entwicklung, der fortgesetzten
Delinquenz und den fehlenden Tagesstrukturen bestehe ein erhebliches Interesse
daran, geregelte Alltagsverhältnisse zu schaffen. Die Betreuung durch den Vater habe
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sich nicht als förderlich erwiesen. Vor diesem Hintergrund könne davon ausgegangen
werden, dass eine Beistandschaft angebracht sei. Entgegenstehende private
Interessen seien zwar ersichtlich, insbesondere diejenigen des Vaters des
Beschwerdeführers, könnten aber aufgrund der Volljährigkeit des Beschwerdeführers
als untergeordnet betrachtet werden. Im Übrigen werde das Vertrauen der
Öffentlichkeit in den Schutz der Geheimsphäre im Rahmen eines ärztlichen
Betreuungsverhältnisses durch den vorliegenden Sachverhalt nicht erschüttert (act. G
2).
3.1.3. Der Vater des Beschwerdeführers hält diesen Überlegungen unter anderem
entgegen, dass die vorgefallenen „strafrechtlich relevanten“ Handlungen bis jetzt zu
keiner Verurteilung geführt hätten. Ein Vorfall habe sich während des Aufenthalts in der
Klinik X._ ereignet. In den Monaten vor dem Klinikeintritt, als der Beschwerdeführer
daheim gewesen sei, habe sich nichts Derartiges zugetragen. Dass das Verhältnis zum
Vater als „nicht gut“ beschrieben werde, sei unwahr. Der Vater sei nicht dafür
verantwortlich zu machen, dass der Beschwerdeführer während der über
viermonatigen Wartezeit für die Aufnahme in die Klinik zuhause sei und keine
Arbeitsmöglichkeit habe. In dieser Zeit sei die Betreuung des Beschwerdeführers durch
die Stiefmutter und durch den Vater gewährleistet gewesen. Nach zwei
Schnupperwochen in der Q._ (im Juli 2017), sei mit der Z._ für August 2017 die
Vereinbarung eines Schnuppertermins abgemacht worden. Dass keine Anhörung des
Beschwerdeführers in vorliegender Streitsache aufgrund seiner angeblich
unterdurchschnittlichen Intelligenz erfolgt sei, stelle eine Verletzung seiner
Persönlichkeitsrechte dar und werde bestritten. Nötigenfalls werde darum gebeten, die
anderen involvierten Ärzte und Psychotherapeuten hierzu Stellung nehmen zu lassen.
Die leitende Psychologin B._ habe schon Anfang 2017, lange vor dem (freiwilligen)
Eintritt des Beschwerdeführers in die Klinik X._, auf die Einsetzung eines Beistandes
gepocht, und dies noch bevor sie ihn überhaupt habe beurteilen können. Auch die
Psychologin C._ habe vor einer Evaluierung mitgeteilt, dass sie auf einer
Beistandschaft bestehe (act. G 1).
3.1.4. Aufgrund der in E. 3.1.1. geschilderten Gegebenheiten ist davon auszugehen,
dass mit Bezug auf die Lebenssituation des Beschwerdeführers offensichtlich
Klärungs- und Regelungsbedarf besteht. Die Bemühungen des Vaters des
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Beschwerdeführers bezüglich beruflicher Eingliederung seines Sohnes vermögen
hieran nichts zu ändern. Sein Vorbringen, dass die strafrechtlich relevanten
Handlungen (noch) nicht zu einer Verurteilung des Beschwerdeführers geführt hätten,
stellt die Notwendigkeit einer Klärung der Situation ebenfalls nicht in Frage, zumal die
Handlungen als solche unbestritten blieben. Das Geheimhaltungsinteresse des
Beschwerdeführers vermag vor diesem Hintergrund das Interesse an einer
Datenbekanntgabe im Rahmen der Gefährdungsmeldung an die KESB nicht zu
überwiegen.
3.2.
3.2.1. Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) haben die
Parteien in einem Verwaltungsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör. Dazu gehört
insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung
eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern und an der Erhebung wesentlicher
Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern,
wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. statt vieler BGE 127 I 56
mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende
Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt werden, wenn die betroffene Person
nachträglich die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die
sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser
Voraussetzung ist darüber hinaus - im Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei
einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der Sache an
die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der
Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 133 I 201, E. 2.2, BGE 132 V
387, E. 5.1 mit Hinweis).
3.2.2. Die Vorinstanz verzichtete mit Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer
gemäss Auskunft der Beschwerdegegnerinnen (B._ und C._) unterdurchschnittlich
intelligent sei und das Entbindungsgesuch nicht verstehen könne bzw. unter Verweis
auf seine fehlende Urteilsfähigkeit mit Bezug auf diese Angelegenheit, auf die
Einräumung des rechtlichen Gehörs (act. G 2 S. 2 unten; act. G 15). Der
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Recht+auf+Akteneinsicht%22+++%22rechtliches+Geh%F6r%22+Heilung+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201
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Beschwerdeführer bestreitet, dass eine Anhörung aufgrund seiner angeblich
unterdurchschnittlichen Intelligenz nicht möglich gewesen wäre. Er weist darauf hin,
dass im ersten Rekursverfahren betreffend Beistandschaft eine Befragung des
Beschwerdeführers vor der Verwaltungsrekurskommission möglich gewesen sei (act. G
1).
3.2.3. Vorliegend kann die Frage offenbleiben, ob der Beschwerdeführer den Sinn einer
Entbindungserklärung hätte verstehen können und eine Anhörung durchzuführen
gewesen wäre. Denn selbst wenn der Verzicht auf Anhörung eine Gehörsverletzung
bedeuten würde, wäre diese als geheilt zu betrachten: Der Beschwerdeführer bzw. sein
Rechtsvertreter (Vater) konnten sich im Beschwerdeverfahren nachträglich zum Gesuch
umfassend äussern. Das Verwaltungsgericht verfügt im vorliegenden Verfahren über
volle Kognition (vgl. vorstehende E. 1). In der nachträglichen Heilung der
Gehörsverletzung ist somit keine Rechtswidrigkeit zu erblicken. Die Rückweisung
würde lediglich zu einem formalistischen Leerlauf führen (vgl. VerwGE B 2012/102 vom
21. August 2013, E. 3.2.2, www.gerichte.sg.ch).
4.
4.1. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95
Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff.
222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Eine Gehörsverletzung und deren
Heilung haben Folgen für die Verfahrenskostenauferlegung, wenn unter anderem die
Gehörsverletzung Anlass für die Anhebung eines Beschwerdeverfahrens bildete (vgl.
BVR 2008, 97). Soweit vorliegend eine Gehörsverletzung zu bejahen ist, hat die
Vorinstanz bzw. der Staat einen Teil der Kosten zu tragen (vgl. L. Kneubühler,
Gehörsverletzung und Heilung, ZBl 1998, 97ff, 119; B. Schindler, Die "formelle Natur"
von Verfahrensgrundrechten, ZBl 2005, 169ff, 193). Vorliegend rechtfertigt es sich, dem
Beschwerdeführer zwei Drittel (CHF 1'000) und der Vorinstanz einen Drittel (CHF 500)
der Verfahrenskosten aufzuerlegen. Auf die Erhebung der jeweiligen Kostenanteile wird
– beim Beschwerdeführer zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, bei der
Vorinstanz gestützt auf Art. 95 Abs. 3 VRP – verzichtet.
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4.2. Beim erwähnten Verfahrensausgang entfällt ein Anspruch des Beschwerdeführers
auf Parteientschädigung (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98 VRP). Die
Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 825ff., 829).