Decision ID: d8642b3a-c779-402e-8422-dbb1ca22dcdb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, meldete sich am 12. August 2013
(Eingangs
datum)
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zur Früherfassung und am 9. September 2013
(Eingangsdatum)
unter Hinweis auf Lähmungen in beiden Füssen sowie in der linken und rechten Hand, Depressionen und Antriebslosigkeit
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1, Urk. 7/5).
Mit Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
der Stadt
Zürich vom 27. Mai 2014 wurde für den Versicherten eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensver
waltung nach Art. 394 in Verbindung mit Art. 395 ZGB angeordnet (Urk. 7/18).
Am
2. März 2015 leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Belastbarkeits
trai
ning vom 2. März bis am 1. Juni 2015 (Urk. 7/30
, Abschlussbericht
Y._
vom 10. Juni 2015 [Urk. 7/39]
).
Am 23. Juli 2015 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit, dass
die Arbeitsvermittlung abgeschlossen und das
Dossier zur Ren
ten
prü
fung weitergeleitet
werde
(Urk. 7/40).
Am 4. Januar 2016 beauftragte die IV
Stelle die
Z._
mit der
polydis
zi
pli
nä
ren
Begutachtung des Versicherte
n
(Urk. 7/54).
Das Gutachten in den Dis
zi
pli
nen All
gemeine Innere Medizin,
Psychiatrie, Neurologie
sowie
Neuro
psy
cho
logie wurde am 22. Juni 2016 erstattet (Urk. 7/65). Mit Vorbescheid vom 18. Juli 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungs
begehrens in Aus
sicht (Urk. 7/69). Gleichzeitig
forderte die IV-Stelle den Ver
sicher
ten – unter Hin
weis auf seine Mitwirkungspflicht – zur Durchführung einer stationären Entzugs- und Entwöhnungstherapie auf (Urk. 7/67). Mit Schreiben vom 26. Juli 2016 erhob der Versicherte Einwand (Urk. 7/71) und begründete diesen mit Ein
gabe
datierend
vom 13. Januar
2016 (
gemeint wohl: 13. Januar 2017; Urk. 7/9
1). Mit Mitteilung vom 22. Juni 2017 setzte die IV-Stelle den Versicherten darüber in Kenntnis, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medi
zi
nische Verlaufs-Untersuchung als notwendig erach
te
(Urk. 7/99).
Das Gutach
ten
der
Z._
in den Disziplinen Allgemeine Innere Me
dizin, Psychiatrie, Neurolo
gie, Neuropsycholo
gie
sowie
Pneumologie wurde am 12. März
2018 erstattet
(Urk. 7/115).
Nach neu
erlich durchgeführtem Vor
be
scheidverfahren (Vorbescheid vom 29. März
2018 [Urk. 7/119], Einwand vom
8. Mai
2018 [Urk. 7/123] und
Einwandbegründung
vom 27. Juli
2018 [Urk. 7/130])
wurde dem Versicherten mit Verfügung
en
vom 18. Februar 2019 ab Juni
2016 eine Viertelsrente
(Urk. 7/137)
und ab September
2016 eine halbe Rente
(Urk. 7/136 + Urk. 7/133
= Urk. 2/1)
der Invalidenversiche
rung zugesprochen.
2.
Gegen die Verfügung vom
18. Februar 2019 betreffend Leistungen ab September 2016
erhob der Versicherte am 3. Mai 2019 Beschwerde und beantragte, die Ver
fügung
sei
aufzuheben und es sei ihm ab September 2016 eine Dreiviertelsrente
sowie
ab Mai 2018 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter bean
tragte er die Anordnung einer erneuten Begutachtung. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2019 schloss die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit Eingabe
n
vom 24. Juni 2019
(Urk. 9)
sowie
vom 10. Juli 2019 (Urk. 13)
äusserte
n sich die Parteien erneut und hielten dabei an ihren Anträgen fest
.
D
ie Eingabe der
Beschwerdegegnerin
vom 10. Juli 2019 wurde dem
Beschwerdeführer
mit Mitteilung vom
18. Juli 2019
zugestellt
(Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vorab ist zu prüfen, ob die vorliegende Beschwerde rechtzeitig erhoben wurde und auf diese eingetreten werden kann.
1.2
Der
Beschwerdeführer
stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt, die angefoch
tene Verfüg
ung datiere vom 18. Februar 2019
, sei seiner Rechtsvertreterin jedoch nicht zugestellt worden.
D
a sich die Rechtsvertreterin bei der
Beschwerdegegnerin
nach dem Verfahrensstand erkundigt habe, habe
sie
am 29. März 2019 telefonisch von der Eröffnung der Verfügung erfahren.
Unter der Annahme, dass die Verfü
gung vom 18. Februar 2019 am Folgetag beim
Beschwerdeführer
eingegangen sei, laufe die gemäss bundesgerichtliche
r
Rechtsprechung um 30 Tage
erweiterte Beschwerdefrist am 6. Mai 2019 ab, womit die Beschwerde rechtzeitig erfolgt sei
(Urk. 1 S. 2
f.
, Urk. 9 S. 1-2
).
Die
Beschwerdegegnerin
führte diesbezüglich aus, die Rechtsvertreterin
habe
sich
erst am 29. März 2019
nach dem Verfahrensstand erkundigt,
weshalb
sich die versicherte Person
davor
offensichtlich nicht bei
ihrer Rechtsvertreterin
gemeldet
habe
. Werde trotzdem fingiert, dass sich die versicherte Person am letzten Tag bei
ihrer
Rechtsvertreterin gemeldet und daher eine neue Frist zu laufen begonnen habe, sei die Beschwerde vom 3. Mai 2019 noch innert Frist erfolgt (Urk. 6).
1.3
1.3.1
Berechnet sich eine Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie der Mitteilung an die Parteien, so beginnt sie am Tag nach ihrer
Mitteilung zu laufen (Art.
38
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG
). Schriftliche Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Händen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (
Art.
39
Abs.
1 ATSG). Genannte Bestimmungen sind sinnge
mäss auch im Rechtspflegeverfahren anwendbar (
Art.
60
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Nach der Rechtsprechung ist es Sache der Verwaltung, den Beweis zu erbringen, dass und gegebenenfalls in welchem Zeitpunkt ihre Verfügung der angeschriebe
nen Person zugestellt worden ist; dagegen hat die beschwerdeführende Person den Nachweis für die rechtzeitige Einreichung ihrer Beschwerde zu leisten (BGE 103 V 63 E. 2a, 99
Ib
356 E. 2; ZAK 1987, 50, E. 3).
Wählt der Versiche
rungsträger den Versand mit gewöhnlicher Post, so kann er auf postalischem Weg den Nachweis nicht erbringen, dass und wann eine Verfügung der angeschriebe
nen Person ordnungsgemäss zu
gestellt worden ist. In diesem Fall obliegt es ihm, die Zu
stellung mit anderen Mitteln zu beweisen beziehungsweise mindestens glaub
haft zu machen (BGE 99
Ib
356; ARV 1977 Nr. 35).
1.3.3
Eine Partei kann sich, wenn sie nicht persönlich zu handeln hat, jederzeit vertre
ten oder, soweit die Dringlichkeit einer Untersuchung es nicht ausschlie
sst, ver
beiständen lassen (Art. 37 Abs.
1 ATSG). Im Sozialvers
icherungsrecht gilt der in Art.
3
7 Abs.
3 ATSG ausdrücklich verankerte Grundsatz, dass der Versicherungs
träger seine Mitteilungen an den Vertreter einer Partei zu richten hat, solange diese ihre Vollmacht nicht widerrufen hat.
Wird in Verletzung dieser Vorschrift eine Verfügung der versicherten Person und nicht ihrer Rechtsvertretung eröffnet, darf ihr daraus kein Nachteil erwachsen (Art. 49 Abs.
3 letzter Satz ATSG
). Nach der Rechtsprechung führt dieser Mangel nicht schlechthin zur Nichtigkeit des Verwaltungsaktes mit der Folge, dass die Beschwerdefrist von 30 Tagen nach Art. 60 ATSG nicht zu laufen beginnen könnte. Vielmehr kann die fehlerhaft er
öffnete Verfügung rechtsbeständig werden, wenn sie nicht innert vernünftiger Frist seit Kenntnis von deren Inhalt in Frage gestellt wird. Dies ist Ausfluss des auch in diesem prozessualen Bereich geltenden Grundsatzes von Treu und Glau
ben, an dem die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet. In der Regel muss sich die versicherte Person spätestens am dreissigsten Tag nach der erfolgten Zustellung bei ihrer Rechtsvertretung nach dem weiteren Vorgehen erkundigen. Am folgenden Tag beginnt die Beschwerdefrist von 30 Tagen nach Art. 60 Abs. 1 ATSG zu laufen (
Urteil des Bundesgerichts 9C_18/
2016 vom 7. Oktober 2016 E. 5.3
.1
mit Hinweisen
). Meldet sich die versicherte Person innert dreissig Tagen seit der Zustellung der mangelhaft eröffneten Verfügung nicht bei
ihrer
Rechtsvertretung, so beginnt die zusätzliche dreissigtägige Frist nach Ablauf der ersten ordentlichen Frist
beziehungsweise
schliesst sich dieser nahtlos an (vgl. Urteil des
Bundesgerichts
C 168/00 vom 13. Februar 2001 E. 3.c).
1.4
Vorliegend
ist anhand der Akten belegt (Urk. 7/136) und
unter den Parteien
un
bestritten
, dass die Verfügung
vom 18. Februar 2019
insofern mangelhaft eröff
net wurde, als sie nur dem
Beschwerdeführer
persönlich, nicht aber seiner Rechts
vertreterin zugestellt
wurde
(vgl. Verteiler in
Urk.
7/136 S. 2)
. Ferner ergeben sich anhand der Ausführungen der Parteien und der vorliegenden Akten keine Zweifel daran, dass der
Beschwerdegegnerin
die Vertretung des
Beschwerdeführer
s durch Rechtsanwältin Kathrin Hohler im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bekannt
ge
wesen
war
(Urk. 7/73-75
, vgl. auch Urk. 7/119
). Da die angefochtene Verfügung dem
Beschwerdeführer
frühestens am 19. Februar 2019 zugestellt werden konnte (Urk. 2
/1
), erstreckte sich die ordentliche Beschwerdefrist bis am 21. März 201
9.
Innert dieser Frist informierte der
Beschwerdeführer
seine Rechtsvertreterin nicht über die erfolgte Zustellung
(vgl. Urk. 7/139 und Urk. 7/140).
Dementspre
chend verlängerte sich die
ordentliche Beschwerdefrist um weitere dreissig Tage (vgl. E. 1.3
.3
) und dauerte somit
unter Berücksichtigung der Gerichtsferien (
§
13
Abs. 3 des Gesetz
es über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] i
.
V
.
m
.
Art.
38
Abs. 4 l
it. a ATSG)
bis am
6. Mai 2019
an
.
Die Beschwerde vom 3. Mai
2019 wurde somit rechtzeitig erhoben (Urk.1)
, weshalb darauf einzutreten ist
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäs
s Art. 28 Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf
eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
2.3
2.3.1
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung über die Invali
denversicherung
, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwend
baren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs
ände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
2.3.2
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist
nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der pathologische Befund und der Schwere
grad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen
wer
den (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Massgebend ist einzig, ob
beziehungsweise
in welchem Aus
mass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiolo
gie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits-
beziehungs
weise
Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E.
5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
2.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125
V 351 E. 3a).
3
.
3
.1
Die
Beschwerdegegnerin führte zur Begründung
ihres Entscheides im Wesentli
chen aus, per 7. März 2016 sei es zu einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. Seither sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr möglich. Für eine körperlich leichte Tätigkeit in einem wertschätzenden Umfeld mit vermehrtem Pausenbedarf bestehe eine z
umutbare Resta
rbeitsfähigkeit von 50 %.
Das Wartejahr
mit einer durchschnittlic
hen Arbeitsunfähigkeit von 40 %
sei per 6. Juni 2016 erfüllt, weshalb ab
1.
Juni 2016
Anspruch auf eine Viertels
rente bestehe.
Drei Monate nach Rentenbeginn
habe der
Beschwerdeführer
bei einem Invaliditätsgrad
von 57 % Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Da nur noch körperlich leichte Tätigkeiten möglich seien
,
der
Beschwerdeführer
auf ein wertschätzendes Umfeld angewiesen sei und ein
vermehrter Pausenbedarf be
stehe, werde ein leidensbedingter Abzug von 10 % gewährt. Aus medizinischer Sicht könne zwar ab Februar 2018 eine Ver
schlechterung anerkannt werden. Nach Rücksprache mit RAD-Arzt Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Neu
rologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, und Sichtung der neuen Arztbe
richte habe sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s
aber
nicht dau
erhaft erheblich verschlechtert (
Urk. 2/1,
Urk. 6
, Urk. 13
).
3
.2
Dagegen
brachte
der
Beschwerdeführer
insbesondere vor, die
Beschwerdegegne
rin
habe den leidensbedingten Abzug zu tief bemessen.
Vorliegend sei ein lei
densbedingter Abzug von 20 % angemessen, womit sich ein IV-Grad von 62 % ergebe und er ab September 2016 bis April 2018 Anspruch auf eine Dreiviertels
rente habe. Seit der Untersuchung
im Rahmen der
pneumologischen
Begutach
tung
im September 2017
sei es
aus multiplen Gründen
zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes
gekommen
.
Ab Februar 2018 habe sich sein Zustand erneut verschlechtert. Im Anschluss an den Spitalaufenthalt wegen einer schwe
ren Pneumon
ie im Sommer 2018 habe
sich der Zustand zwar wieder etwas ver
bessert, da er sich von der schweren Pneumonie erholt habe. Gemäss den behan
delnden Ärzten am
Universitätsspital
B._
bestehe jedoch weiterhin eine schwere bis mittel
schwere Leistungseinschränkung
, welche gegenüber der
pneu
mo
logischen
Beurteilung im September 2017 im Rahmen der Begutachtung zugenommen habe. Seit Februar 2018 sei deshalb von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit für jegliche Tätigkeit
en
im ersten
Arbeitsmarkt auszugehen. Selbst wenn nach der Erholung von der Pneumonie von einer Restarbeitsfähigkeit von 35 % ausgegangen werde, bestehe ein IV-Grad von mindestens 70 %. Entspre
chend bestehe ab Mai 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Sollte das Gericht dem nicht folgen, sei eine erneute Begutachtung anzuordnen (Urk. 1 S. 7 ff.
, Urk. 9
).
3.3
Zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführer
s ab
September 2016 und, ob – wie beschwerdeweise geltend gemacht – hernach eine rentenrelevante
Ver
änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
eingetreten ist
.
4.
4.
1
Im
Verlaufsgutachten
de
r
Z._
vom 12. März 2018
wurden folgende
(Haupt
)
Dia
gnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 7/115/10-11):
-
Schwere
präkapilläre
pulmonale Hypertonie mit konsekutiver
Trikuspida
linsuffizienz
(Erstdiagnose März 2016)
-
COPD mit mittelschwerer Obstruktion (GOLD II)
-
Mittelschwere
Aorteninsuffizienz
-
Harnblasenfunktionsstörung unklarer Ätiologie
-
Polytoxikomanie
-
ADHS anamnestisch, derzeit unter Behandlung mit Ritalin (ICD-10 F90)
-
Diskrete
axonale
sensibel betonte Polyneuropathie (ICD-10 G62.1)
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/115/11):
-
Minimale neuropsychologische Störung bei
Polytoxikomanie
und ADHS, medikamentös behandelt
-
Chronisches lumbovert
ebrales Schmerzsyndrom
-
Persönlichkeit mit emotional instabilen Zügen anamnestisch (ICD-10 Z73.1)
-
Mehrere indeterminierte pulmonale
Noduli
(Erstdiagnose im CT-Thorax vom 11. März
2016)
-
Leichtgradig retikuläre Lungenparenchym-Veränderungen OL beidseitig unklarer Ätiologie
Bezüglich Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stehe aktuell die
pneumologische
Symptomatik des
Beschwerdeführer
s im Vordergrund.
Aufgrund der schweren pulmonalen Hypertonie kombiniert mit einer mittelschweren
Aorteninsuffizienz
bestehe insgesamt eine mittelschwer eingeschränkte Leistungsfähigkeit, sodass körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten für den
Beschwerdeführer
nicht mehr möglich seien.
Aufgrund der
Pollakisurie
des
Beschwerdeführer
s müsse ihm an jedem Arbeitsplatz die Möglichkeit geboten werden, bei Bedarf den Arbeits
platz zu verlassen, um Wasser lösen zu können. Aufgrund der Polyneuropathie bestehe eine Unzumutbarkeit für Tätigkeiten in grossen Höhen, mit Balancieren auf Leitern und Gerüsten sowie Tätigkeiten auf stark unebenem Grund infolge erhöhter Sturz- und Stolpergefahr. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine leicht reduzierte Durchhaltefähigkeit. Aufgrund der diagnostizierten minimalen neu
ropsychologischen Störung resultiere keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/115/12-13).
I
m Vergleich zur Vorbegutachtung im Januar 2016
sei es hinsichtlich dem Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit
insbesondere aus
pneumologischer
Sicht zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. Aus neurologischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s von Seiten der Polyneuropathie etwas verbessert. Aus psychiatrischer und neuropsychologischer Sicht könnten nach wie vor keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit gestellt werden (Urk. 7/115/14).
Bezogen auf den erlernten und zuletzt ausgeübten Beruf als Koch und Patissier in einer meist stehenden, körperlich zum Teil anstrengenden Tätigkeit bestehe schon aus
rein
pneumologischer
Sicht keine Arbeitsfähigkeit mehr. Diese Tätig
keiten seien zumindest zeitweise körperlich anstrengend und würden keine Zeit für die sicherlich erforderlichen Ruhepausen bieten. Diese Einschätzung gelte mit Sicherheit ab Zeitpunkt der Hospitalisation im Universitätsspital
B._
anfangs
März 201
6.
In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit Mög
lichkeit, den Arbeitsplatz regelmässig zu verlassen und kurz auf die Toilette zu gehen, um Wasser zu lösen, ohne Tätigkeiten auf stark unebenem Grund oder Arbeiten in grossen Höhen, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Aufgrund der vorliegenden Dokumentation sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähig
keit
– abgesehen von den Zeitpunkten der
Hospitalisationen
, während welcher eine volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe – ebenfalls unverändert seit März 2016 bestehe (Urk. 7/115/14).
4
.2
Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Pneumologie und Allgemeine In
nere Medizin, Oberärztin i
.
V. in der Klinik für Pneumologie des
B._
, nahm in ihrem Schreiben vom 19. Juli 2018 Stellung zum
pneumologischen
Teilg
utachten der
Z._
vom 4. September 2017 (Urk. 7/115/89-98). Sie erachtete das Teilgut
achten als vollständig. Es widerspiegle auch die Angaben der Konsultation vom 20. Februar 201
7.
Der
Beschwerdeführer
sei ausführlich untersucht worden, es sei sogar eine Spiroergometrie durchgeführt worden.
Die korrekte Diagnose laute
ih
res Erachtens
:
-
Schwere
präkapilläre
pulmonale Hypertonie multifaktorieller Ursache (idio
pat
h
isch und bei Pneumopathie, DD zusätzlich portopulmonal)
-
Lungenemphysem und Verdacht auf RBILD bei Status nach langjährigem
inhalativem
Heroin- und Gas-Konsum sowie persistierendem Nikotinkon
sum von mindesten 40 Pack
Years
Die weiteren Diagnosen seien korrekt.
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit würde aufgrund der
pneumologischen
Defizite im September 2017 zutreffen.
In der Zwischenzeit, seit circa Februar 2018, habe sich der Zustand des
Beschwer
deführer
s verschlechtert mit zunehmender Atemnot und vor allem einer kardialen Dekompensation mit schweren Beinödemen und Gewichtszunahme. Zusätzlich habe sich auch ein Entzündungszustand gezeigt, dessen Ursache zuerst nicht klar gewesen sei. Es sei dem
Beschwerdeführer
dann eine stationäre Betreuung emp
fohlen worden. Anfangs Juli 2018 sei ein stationärer Aufenthalt erfolgt
, zuerst in der Kardiologie, dabei sei eine schwere Pneumonie festgestellt worden und der
Beschwerdeführer
sei aktuell auf der Intensivstation hospitalisiert. Damit habe sich der Zustand des
Beschwerdeführer
s im Vergleich mit September 2017 aus multiplen Gründen ganz klar verschlechtert. Aufgrund der Pneumopathie bei Emphysem und Rauchkonsum neige der
Beschwerdeführer
zu pulmonalen Infek
ten, aktuell leide er unter einer Streptokokken-Pneumo
nie und es sei klar
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Arbeiten gegeben. Nach der akuten Phase müsse der weitere Verlauf
reevaluiert
werden. Von einer Pneumonie erhole man sich normalerweise gut, bei vorgeschädigten Lungen könne es länger dauern oder sogar zu nicht vollständiger Erholung kommen. Die kardiale Dekompensa
tion
werde mit Diuretika behandelt und die Therapie der pulmonalen Hypertonie werde weiter durchgeführt. Insgesamt sei das
pneumologische
Teilgutachten vom September 2017 für diese Periode richtig, aber seitdem habe sich der Zustand des
Beschwerdeführer
s stark verschlechtert, so dass die Beur
teilung nicht mehr aktu
ell sei
(Urk.
7/129).
4.
3
Im Austrittsbericht
der Klinik für Pneumologie des
B._
vom 26. Juli 2018 wurden folgende Diagnosen gestellt (Urk. 3/5):
-
Akute respiratorische Insuffizienz bei bilateraler Pneumokokken-Pneu
monie
(Erstdiagnose 14. Juli 2018)
-
Dekompensiertes
Cor
pulmonale bei schwerer
präkapillärer
pulmonaler Hypertonie (Erstdiagnose März 2016)
-
Lungenemphysem und Verdacht auf respiratorische
Bronchiolitis
mit interstitieller Lungenerkrankung (RB-ILD)
-
Eisenmangelanämie (Erstdiagnose 11. Juli 2018)
-
Multipler
Substanzabusus
seit 1990
-
Beinbetonte schwere
axonale
Polyneuropathie
-
Harnblasenfunktionsstörung unklarer Ätiologie (Erstdiagnose 2015)
Bezüglich
der pulmonalen Hypertonie
sei es
im Vergleich zum Januar 2018
zu einer
Zunahme des Schweregrades der
Trikuspidalinsuffizienz
und der pulmona
len Druckwerte
gekommen
(Urk. 3/5).
4.4
Vom 2
2.
bis am 25. Januar 2019 war der
Beschwerdeführer
in der Klinik für Ne
phrologie des
B._
hospitalisiert (Urk. 3/6). Im Austrittsbericht vom 25. Januar 2019 diagnostizierten die Ärzte eine Niereninsuffizienz Stadium 4, unbekannter Ätiologie und Dauer.
Der
Beschwerdeführer
habe sich aufgrund einer progredien
ten Verschlechterung der Nierenfunktion notfallmässig vorgestellt. Ein Röntgen-Thorax sei unauffällig gewesen ohne Zeichen einer Pneumonie
. Eine Sonographie der Nieren habe beidseits einen unauffälligen Befund ohne Stauungszeichen ge
zeigt und habe hiermit eine
postrenale
Ursache ausgeschlossen. Es habe weiterhin weder autoimmune noch infektiöse Ursachen gegeben. Eine
Rhabdomyolyse
sei bei gering erhöhtem CK unwahrscheinlich. Die Natrium- und Harnstofffraktion hätten keinen Hinweis auf eine renale Genese des Nierenversagens gegeben. Unter zusätzlich balancierter Volumentherapie habe sich eine
Regredienz
der Nie
ren
re
ten
tionsparameter gezeigt, sodass in der Zusammenschau von einer kombi
nierten
prärenalen
, medikamentös-induzierten Niereninsuffizienz auszugehen sei. Die
Hy
per
kaliämie
habe mittels
Resonium
gesenkt und normalisiert werden können. Bei Diabetes und gestoppten
Metformin
sei eine nierenverträgliche The
rapie mit
Trajenta
etabliert worden. Unter der aktuellen Subs
t
itutionstherapie mit
Diaphin
sei der
Beschwerdeführer
vollkommen adäquat, die Medikamente würden über
die ARUD weiter bezogen. Der
Beschwerdeführer
habe in gutem Allgemein
zustand nach Hause entlassen werden können (Urk. 3/6).
4.5
Dr.
C._
erklärte
i
n
ihrer Stellungnahme vom 26. April 2019,
d
er
Beschwerde
führer
habe sich von der schweren Pneumonie erholt, bleibe aber weiterhin ein
geschränkt in seiner Leistungsfähigkeit aufgrund der schweren pulmonal-arteri
ellen Hypertonie sowie der schweren Pneumopathie. Erfreulicherweise habe
er
seitdem keinen Infekt mehr gehabt. Die Lungenfunktion zeige auch einen stabilen Zustand der Pneumopathie. Gemäss der Spiroergometrie bestehe weiterhin eine schwere bis mittelschwere Leistungseinschränkung, vor allem aufgrund der pul
monal-arteriellen Hypertonie. Auch objektiv im Vergleich mit der Spiroergomet
rie vom September 2019
(gemeint wohl: 2017)
zeige sich eine
deutliche
Abnahme der Leistungsfähigkeit. Sei
damals
ein
Peak VO
2
von 21.4 ml/kg/min
gemessen worden
,
betrage dieser
aktuell 15.6 ml/kg/min, entsprechend 47 % des Solls. Daher könne objektiv eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes seit dem Jahr 2017 beobachtet werden. Aktuell sei der
Beschwerdeführer
weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig in seiner gelernten Tätigkeit als Koch und
Patissier
. Aus
pneumologischer
Sicht könnte er mit seiner aktuellen
Leistungsfähigkeit
höchs
tens eine rein sitzende Tätigkeit für zwei bis maximal vier Stunden pro Tag aus
führen, wahrscheinlich würden die anderen Komorbiditäten, vor allem der
Sub
stanzabusus
, die chronische Harnblasenstörung sowie die Konzentrationsstörung eine richtige Arbeit nicht ermöglichen. Daher werde eine 100%ige Rente durch die Invalidenversicherung unterstützt
sowie
ein geschützter Arbeitsplatz für circa 2 Stunden pro Tag in einer rein sitzenden Tätigkeit (Urk. 3/8
, Urk. 3/9
).
5
.
5
.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützt ihren Entscheid in medizinischer Hinsicht auf da
s polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 12. März 201
8.
Das betreffende Gut
ach
ten beruht auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und
einlässlicher Auseinandersetzung mit den Vorakten (Urk.
7/115/19-30
) verfasst.
Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben (
Urk. 7/115/7-9,
Urk. 7/115/55-57, Urk. 7/115/69-71,
Urk. 7/115/86, Urk. 7/115/93-94
), die ge
klag
ten Beschwer
den berücksichtigt (Urk.
7/115/5-6, Urk. 7/115/51,
Urk. 7/115/65-66,
Urk. 7/115/77-78, Urk. 7/115/91
) und sich mit
diesen
sowie dem Verhalten des
Beschwerdeführer
s auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge insgesamt einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet (Urk.
7/115/11-15
). Damit erfüllt das Gut
achten die rechtsprechungemässen Anforderungen an eine beweistaugliche ärztliche
Entscheidgrundlage
(E. 2.
4
).
Der
Beschwerdeführer
brachte
gegenüber
dem Gutachten der
Z._
vom 12. März 2018
denn auch
keine Einwände vor
(Urk. 1, Urk. 9).
5
.2
Gestützt auf da
s Gutachten der
Z._
vom 12. März 2018 ist
ab anfangs März 2016
von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer
körperlich leichten, wechsel
belastenden Tätigkeit mit der Möglichkeit, den Arbeitsplatz regelmässig zu ver
lassen und kurz auf die Toilette zu gehen, um Wasser zu lösen, ohne Tätigkeiten auf stark unebenem Grund oder Arbeiten in gr
ossen Höhen,
auszugehen
(E. 4.1
).
In Übereinstimmung dazu erachtet auch der
Beschwerdeführer
bis Ende Januar 2018 eine Arbeitstätigkeit von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit als zu
mutbar
(Urk. 1 S. 6-8)
.
Damit ist
von September 2016 bis Ende Januar 2018
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit
erstellt.
5
.3
Zu prüfen
ist
, ob
anhand der medizinischen Akten auf eine
nach Januar
2018
eingetretene und
für den Rentenanspruch erhebliche Änderung in den tatsächli
chen Verhältnissen
zu schliessen
ist (vgl. E. 2.3).
Folgt man den Ausführungen des
Beschwerdeführer
s, so
ist
im Februar 2018
eine
massgebliche Verschlechte
rung seines Gesundheitszustandes
mit einer
seither bestehenden vollumfängli
chen Arbeitsunfähigkeit
eingetreten
(E. 3.2).
Er stützt sich dabei auf
die
Berichte der
pneumologischen
und
der
nephrologischen
Klinik
en
des
B._
(Urk. 1 S. 9 ff.; E. 4.2-4.5
).
5.4
5.4.1
Der
Beschwerdeführer
war
vom 1
4.
bis am 26. Juli 2018 im
B._
hospitalisiert
(Urk. 3/5)
.
Gemäss der
behandelnde
n
Pneumologin
ist
es ab circa Februar 2018 aufgrund einer schweren Pneumonie zu einer Verschlechterung des Gesundheits
zustandes gekommen
.
Dr.
C._
wies dabei auf eine
zuneh
mende
Atemnot und vor allem
eine kardiale
Dekompensation mit schweren Beinödemen und Ge
wichtszunahme
hin
. Zudem habe sich auch ein Entzündungszustand gezeigt (E. 4.
2
). Bezüglich der pulmonalen Hypertonie sei im Vergleich zum Januar 2018 eine Zunahme des Schweregrades der
Trikuspidalinsuffizienz
und der pulmonalen Druckwerte festgehalten worden (E. 4.
3
).
Hinsichtlich der Pneumonie stellte Dr.
C._
in ihrem Schreiben vom 19. Juli 2018 insofern eine gute Prognose, als sie festhielt, dass sich Patienten davon normalerweise gut erholen würden, sich die Erholung bei vorgeschädigten Lun
gen aber verzögern könnte (E. 4.
2
).
RAD-Arzt
A._
stellte sich in seiner Stel
lungnahme vom 29. August 2018 auf den Standpunkt, bei der schweren Pneu
monie handle es sich um eine behandelbare Erkrankung und damit nicht um eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Urk. 7/131/4).
Der
Be
schwerdeführer
gab in seiner Beschwerde an, dass er sich bereits im Sommer 2018 von der schweren Pneumonie erholt habe (E. 3.2).
Im
Austrittsbericht der Klinik
für Nephrologie des
B._
vom 25. Januar 2019
wurde sodann
festgehalten, ein Röntgen-Thorax sei unauffällig gewesen und es habe sich kein Zeichen für eine Pneumonie gefunden (E. 4.4).
Auch
Dr.
C._
wies in ihrer Stellungnahme vom 26. April 2019 darauf
hin, dass sich der
Beschwerdeführer
von der schweren Pneumonie erholt und er seither keinen
Infekt mehr gehabt habe (E. 4.5
). Vor diesem Hintergrund kann eine
dauerhafte
Verschlechterung des Gesundheitszu
standes aufgrund der Pneumonie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge
schlossen werden.
In Bezug auf die pulmonale
Hypertonie
lässt sich a
us den Ergebnissen
der Kardi
ologie/Echokardiographie
vom 15. Juli 2018
eine schwere
Trikuspidalinsuffizienz
entnehmen (Urk. 3/
5).
Damit ist insofern eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes auszumachen, als
nicht mehr lediglich eine leichte (
Echokardiographie vom 14. September 2017 [
Urk. 7/115/44
]
), sondern neu eine schwere
Trikus
pi
dalin
suffizienz
ausgewiesen ist.
Dies
lässt indes
nicht ohne weiteres auf eine mass
gebliche Verschlechterung der – invalidenversicherungsrechtlich relevanten
(E. 2.3.2)
– funktionellen Leistungsfähigkeit schliessen. B
ereits im
Z._
-Gutach
ten
vom 12. März 2018
wurde
rückwirkend per März 2016
von einer schweren
präkapillären
pulmonalen Hypertonie mit konsekutiver
Trikuspidalinsuffizienz
ausgegangen
(Urk. 7/115/10). D
en damit einhergehenden funktionellen Beein
trächtigungen
wurde
bei der Bemessung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
inso
fern
Rechnung getragen
,
als
schwere und mittelschwere Tätigkeiten als nicht mehr möglich und leichte Tätigkeiten nur noch in einem reduzierten Pensum zu
mutbar erachtet
wurden
(
Urk. 7/115/13
-14
).
Weder aus
der Stellungnahme
von Dr.
C._
vom 19. Juli
2018
noch aus
dem Austrittsbericht
der Klinik für Pneu
mologie des
B._
vom 26. Juli 2018
lassen sich Hinweise darauf entnehmen, dass die Veränderung des Schweregrades der
Trikuspidalinsuffizienz
mit einer Ver
schlechterung der funktionellen Leistungsfähigkeit einhergegangen
ist
. So führte denn
Dr.
C._
die ausgemachte Zunahme des Schweregrades der
Trikuspi
dalinsuffizienz
und der pulmonalen Druckwerte lediglich spezifizierend un
ter der Diagnose der schweren präkapillaren pulmonalen Hypertonie auf,
mass dem aber insofern keine massgebliche Bedeutung zu, als sie
dies
in ihrer Beurtei
lung
im Austrittsbericht vom 26. Juli 2018
unerwähnt gelassen hat
(Urk. 3/5)
.
Die in ihrer Stellungnahme vom 19. Juli 2018 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
begrün
dete sie
denn auch mit
einer
dann
zumal
akuten
–
wie davor ausgeführt
,
lediglich
vor
über
gehenden –
Streptokokken-Pn
eumonie (Urk. 7/129).
5.4.2
Ferner
erachtet der
Beschwerdeführer
eine Verschlechterung
des Gesundheitszu
standes
auch aufgrund
der Ergebnisse
der
am 26. April 2019 durchgeführten Spi
roergometrie
als
ausgewiesen. Diese habe einen Peak des VO
2
von 15.6 ml/kg/min, entsprechend 47 % des Solls ergeben, nachdem anlässlich der
Spiroergometrie vo
m September
2019 (gemeint wohl: 14. September 2017 [vgl. Urk. 7/115/93-94]) noch ein Wert von 21.4 ml/kg/min, entsprechend 63 % des Solls, festgestellt worden sei (Urk. 1 S. 12 f.
, Urk. 9 S. 3 f.
). Dem ist entgegenzuhalten, dass es sich bei der ausgewiesenen (Urk. 7/115/93, Urk. 3/9) Abnahme des VO
2
-
Maximalwertes nicht um eine massgebliche Verschlechterung handelt, zumal dem
Beschwerdeführer
ohnehin nur noch körperlich nicht anfor
dernde Tätigkeiten zumutbar sind (E.
4.1
), welche damit auch keine gesteigerte Sauerstoffaufnahme voraussetzen (vgl. dazu
Schweiz
erisches Medizin-Forum
2017; 17 [40
]: 849
-
858,
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Lungener
kran
kungen, Abschnitt «
Messinstrumente/
Spiroergometrie [Tabelle 3]
», abrufbar unter: https://medicalforum.ch/article/doi/smf.2017.03083
,
zu
letzt besucht a
m
26. August
2020
).
5.4.3
Eine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus
pneumologi
schen
Gründen lässt sich nach dem Gesagten nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellen.
5.
5
Der
Beschwerdeführer
war v
om 2
2.
bis am 25. Januar 2019
in der Klinik für Nephrologie des
B._
hospitalisiert (Urk. 3/6).
Im Austrittsbericht vom 25. Januar 2019 schlossen die Ärzte auf eine Niereninsuffizienz Stadium 4
, welche medika
mentös
habe
eingestellt werden
können
. Der
Beschwerdeführer
sei beschwerdefrei und kompensiert ohne Verschlechterung oder Einschränkungen im Alltag. Zuerst habe er angegeben, dass er selber nichts merke, erst auf genaue
Nachfrage hin
habe er leichtgradige Flankenschmerzen beidseits bejaht.
A
m 25. Januar
2019
habe der
Beschwerdeführer
in gutem Allgemeinzustand entlassen werden
können
(
Urk. 3/6
).
Die
am 22. März 2019 durchgeführte Nachkontrolle
ergab einen guten Verlauf nach einem Status nach akuter Niereninsuffizienz (Urk. 3/7). Dement
sprechend
kann anhand der vorliegenden Unterlagen ausgeschlossen werden, dass
die Niereninsuffizienz
eine
massgeblich
e
Beeinträchtigung des
Beschwerde
führer
s nach sich gezogen hat
.
Selbiges hat für
den
– soweit ersichtlich – im Bericht vom
25. Januar
2019 erstmals
erwähnten
Diabetes mellitus zu gelten
, zu
mal auch
diesbezüglich
keine
Hinweise
– insbesondere keine objektiven Befunde –
für eine
erhebliche Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit
aus
zumachen sind
(vgl
.
Urk. 3/7).
5.
6
Damit ist anhand der Akten belegt, dass
sich
ab
Zusprache der halben Invaliden
rente per
September 2016
keine massgebliche Veränderung des invalidenversi
cherungsrechtlich relevanten Gesundheitszustandes ergeben hat
.
Da von
weiteren medizinischen Abklärungen keine
entscheidrelevanten
Ergebnisse
zum Gesund
heitszustand
des Beschwerdeführers
in der
entscheidrelevanten
Zeitspanne
zu er
warten
sind
,
kann darauf
verzichtet
werden (BGE 144 V 361 E. 6.5,
136 I 229 E.
5.3).
Infolgedessen
ist dem
Beschwerdeführer
eine leidensangepasste Tätigkeit
von September 2016 bis zum Verfügungserlass zu
50 %
zumutbar
.
6.
6.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die auf eine angepasste Tätigkeit ein
ge
schränkte Restarbeitsfähigkeit von 50 % in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstäti
gen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invali
dität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
6.2
Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich in ihrem Einkommensvergleich auf
Tabel
lenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
ab (Urk. 7/116).
Dies ist –
i
n Anbetracht
dessen
, dass der
Beschwerdeführer
letztmals im Jahr 2013 einer Erwerbstätigkeit nach
gegangen ist (Urk. 7/115/5)
– nicht zu beanstanden.
Die verwendeten Tabellen
werte wurden vom
Beschwerdeführer
denn auch
nicht bestritten
(Urk. 1 S. 13
, vgl. Urk. 7/116
).
6.3
6.3.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf
die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des
Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2
,
126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merk
mals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.3.2
Die
Beschwerdegegnerin
nahm einen leidensbedingten Abzug von 10 % vor. Da
bei berücksichtigte sie als lohnmindernde Faktoren, dass nur noch körperlich leichte Tätigkeiten möglich sind, der
Versicherte
auf ein wertschätzendes Umfeld angewiesen ist und ein vermehrter Pausenbedarf besteht (Urk.
2/1, Urk
.
7/116
).
Der
Beschwerdeführer
erachtet einen leidensbedingten Abzug von 20 %
als ge
rechtfertigt und begründet dies damit, dass ihm nur noch ein 50%-Pensum zumutbar sei, er nur leichte Tätigkeiten ausüben könne
und
er aufgrund seiner Bla
senfunktionsstörung am Tag bis zu 70 Mal Wasser lösen und deshalb seinen Arbeitsplatz immer wieder verlassen müsse.
Darüber hinaus
bestehe eine Unzu
mut
barkeit für Tätigkeiten in grossen Höhen, mit Balancieren auf Leitern und Gerüs
ten sowie Tätigkeiten auf stark unebenem Grund und eine leicht reduzierte Durchhaltefähigkeit
(
Urk. 1 S. 7 ff, Urk. 9 S. 2 f.
).
6.3.3
Limitierend ins Gewicht fällt vorliegend der ausserordentliche Pausenbedarf des
Beschwerdeführer
s infolge der
Pollakisurie
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2015 vom 16. Juni 2015 E. 3.2.2). Dagegen bildet d
ie Tatsache, dass dem
Beschwerdeführer
nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind
– entgegen dem Dafürhalten beider Parteien (vgl. E. 6.3.2) – keinen Grund für einen leidensbe
dingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im hier zugrunde gelegten Kompetenz
niveau 1 (vgl. Urk. 7/116) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts
9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2
).
Gemäss der aktuellen Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Ge
schlecht und beruflicher Stellung d
ifferenzierten monatlichen Medianl
öhnen für das Jahr 2018
(vgl. Bundesamt für Statistik, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht,
T18, 2018
)
besteht zwischen den
von
Männern erzielten L
öhnen ohne Kaderfunktion in einem Voll
zeitpensum (Fr.
6’144
.--) und dem L
ohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr.
5’897
.--) eine Differenz von Fr. 2
47
.--, mithin
von
4 %.
Ebenso verhäl
t es sich mit den Median
l
öhnen für das Jahr 2016 (vgl. T 18, 2016).
Daraus ergibt sich keine überproportionale Lohnein
busse, die einen Abzug vom Tabelle
nlohn rechtfertigen würde (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 mit Hinweis).
Ebenfalls
k
eine lohnmindernde Auswirkung kommt vorliegend der Einschränkung zu, dass dem
Beschwerdeführer
keine Tätigkeiten auf stark unebenem Grund oder Arbei
ten in grossen Höhen zumutbar sind, zumal sich auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt
auch unter Berücksichtigung dieser Einschränkung
ein genügend breites Spektrum an
zumutbaren Verweistätigkeiten
findet
(Urteil des Bundesgerichts 9C_693/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die aus psychiatri
scher Sicht attestierte
leicht reduzierte Durchhaltefähigkeit (Urk. 7/115/13)
wir
kt sich gemäss dem Gutachten der
Z._
vom 12. März 2018 nicht auf die Arbeits
fähigkeit aus (Urk. 7/115/14, Urk. 7/115/58-69), womit sie ebenfalls nicht
zusätz
lich
lohnmindernd ins Gewicht fällt.
Unter Würdigung der
gesamten Umstände
ist
der von der Beschwerdegegnerin
gewährte leiden
sbedingte Abzug in der Höhe von 10 %
angesichts des ihr diesbezüglich zustehenden Ermessens (E. 6.3.1) nicht zu beanstanden.
6.4
Bei einem
von der
Beschwerdegegnerin
ermittelten und
nach dem Gesagten im Ergebnis nicht zu beanstandenden
Invaliditätsgrad
von 57 %
(Urk. 7/116)
hat der
Beschwerdefüh
rer
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung (E. 2.2).
Lediglich anzufügen bleibt, dass sich an diesem Ergebnis auch unter
Beizug
der im Zeit
punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
2) aktuellsten veröffentlichten Tabelle (LSE 2016; BGE 143 V 295 E. 4.1.3) nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ändert, fiel doch der
von der Beschwerdegegnerin beigezogene Zentralwert Männer gemäss Tabelle 17 Ziffer 75 (Lebensalter 30-49 Jahre) wie auch der Zentralwert gemäss Tabelle TA1, Ziffer 55-56 (Gastge
werbe/
Beherbung
und Gastronomie), Kompetenzniveau 3, gar tiefer aus als der von der Beschwerdegegnerin für die Invaliditätsbemessung beigezogene statisti
sche Bruttolohn (
Urk.
7/116), wogegen der für die Bestimmung des Invalidenein
kommens be
izuziehende Wert mit Fr. 5'340.--
(TA1, Zentralwert Männer, Total, Kompetenzniveau 1) höher ausfiel als der Mittelwert des Jahres 201
4.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Dem Antrag
des Beschwerdeführers
auf Bewilligung der unentgeltlichen Prozess
führung (Urk. 1 S. 2) ist zu entsprechen, da die Voraussetzungen
dafür gegeben sind (vgl. Urk. 3/4
).
7.2
Die Verfahrenskosten gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen und infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen a
uf die Gerichts
kasse zu nehmen. Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, so
bald
sie
dazu in der Lage ist.