Decision ID: 67250adc-581f-50b9-8697-accaf1f406ce
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit Mai 2009 bei der B._ GmbH angestellt und dabei bei der Suva
obligatorisch unfallversichert, als er am 3. Oktober 2009 über eine Treppe stolperte und
mit Arm und Schulter gegen eine Wand prallte (Suva-act. I-1). Der Hausarzt des
Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte eine
Schulterkontusion rechts. Die Beweglichkeit des rechten Arms sei allseits möglich,
aber schmerzbedingt stark eingeschränkt. Für die schwere Arbeit als Akkordmaurer
attestierte er ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 3. Oktober 2009 und
verordnete eine intensive Physiotherapie (Suva-act. I-13, vgl. auch Suva-act. I-2 ff.).
A.b Am 19. Februar 2010 wurde in der Klinik D._ eine MR Artrhro Schulter rechts
durchgeführt. Es wurde keine nachgewiesene Ruptur der Rotatoren, ein normales
glenohumerales Gelenk, eine eher niedergradige SLAP-Läsion gegen posterior und
leichte Zeichen der retraktilen Kapsulitis festgehalten (Bericht vom 21. Februar 2010;
Suva-act. I-19). Vom 4. Februar bis 4. März 2010 war der Versicherte in der Rehaklinik
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Bellikon hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 9. März 2010 wurde unter anderem
festgehalten, dass die Tätigkeit als Maurer aktuell nicht zumutbar sei. Leichte und
mittelschwere Arbeiten seien zumutbar, wobei mit der Schulter rechts keine
wiederholten Tätigkeiten über Kopf auszuführen seien. Die Ärzte würden noch von
einem Verbesserungspotential ausgehen und seien zuversichtlich, dass ein Status quo
sine erreicht werden könne (Suva-act. I-20). Im Bericht von Dr. med. E._, Facharzt
FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Orthopädie F._, vom 15. Juli 2010 wurde eine Restschmerzsymptomatik Schulter
rechts im Sinne einer Ansatztendinopathie Supraspinatus diagnostiziert. Die Situation
habe sich deutlich verbessert, auch wenn der Versicherte noch nicht beschwerdefrei
sei. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate dürfte eine zunehmende
Beschwerdefreiheit eintreten (Suva-act. I-33). Dr. med. G._, Facharzt für
Othopädische Chirurgie FMH, hielt im Bericht vom 2. August 2010 eine
Schulterkontusion rechts mit nachgewiesener SLAP-Läsion und leichtgradiger
Capsulitis als Diagnose fest. Für den „erlernten Beruf“ bestehe weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. I-34).
A.c Der Suva-Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Chirurgie, hielt im Bericht der
kreisärztlichen Untersuchung vom 18. Februar 2011 als Diagnose einen Status nach
Schulterkontusion rechts vom 3. Oktober 2009 mit im MRI vom 19. Februar 2010
nachgewiesener eher niedergradiger SLAP-Läsion und geringer retraktilen Capsulitis
und protrahiertem Verlauf fest (Suva-act. I-71). Im Nachtrag vom 24. Februar 2011
führte Dr. H._ aus, dass für die bisherige Tätigkeit „als Akkordmaurer“ weiterhin eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Zumutbar seien jedoch körperlich mittelschwere
Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Gewichten körpernah bis Hüfthöhe. Vermieden
werden sollten Tätigkeiten über Brusthöhe und Tätigkeiten, bei denen die rechte obere
Extremität rezidivierenden Schlägen oder auch Vibrationen ausgesetzt sei. Unter
Beachtung dieser Einschränkungen sei eine Tätigkeit ganztags zumutbar (Suva-act.
I-72).
A.d Im Bericht vom 27. Juni 2011 schlugen die Ärzte der Uniklinik I._ eine
arthroskopische Operation vor (Suva-act. I-99).
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A.e Mit Verfügung vom 20. Juli 2012 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass bei
einem Invaliditätsgrad von gerundet 4% die Voraussetzungen für Rentenleistungen
nicht erfüllt seien (Suva-act. I-131). Mit Verfügung vom 2. August 2012 gewährte die
Suva dem Versicherten eine Übergangsfrist von drei Monaten und kündigte ihm an,
dass die Taggeldleistungen maximal noch bis zum 31. Oktober 2012 erbracht würden
(Suva-act. I-137).
A.f Gegen beide Verfügungen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 14. September
2012 Einsprache. Ihm sei es lediglich möglich, leichte Tätigkeiten mit Heben und
Tragen von Gewichten körpernah bis Hüfthöhe auszuüben. Zudem leide er
schmerzbedingt unter Schlafschwierigkeiten, was im Rahmen der zumutbaren
Tätigkeiten zu berücksichtigen sei. Mangels Nachvollziehbarkeit sei bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf die DAP-Löhne sondern auf die LSE
abzustellen. Dabei sei ein Tabellenlohnabzug von (mindestens) 10% zu
berücksichtigen. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 21%, wodurch offensichtlich
ein Anspruch auf eine Rente begründet werde. Zudem bestehe ein Anspruch auf
Ausrichtung von Taggeldern solange er die angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben
könne und gleichzeitig nicht klar sei, ob und was für eine Tätigkeit zumutbar sei (Suva-
act. I-144).
A.g Mit Schreiben vom 30. Oktober 2014 wurden dem Versicherten die DAP, auf
welche sich die Suva in ihrer Verfügung vom 20. Juli 2012 stützte, nachgereicht (Suva-
act. I-156). Mit Stellungnahme vom 10. Dezember 2013 führte der Versicherte aus,
dass die DAP-Arbeitsplätze nicht den behinderungsbedingten Einschränkungen
entsprechen würden, da er nicht in der Lage sei, mehr als wenige Minuten in der
gleichen Position zu sitzen. Zudem sei zu bezweifeln, dass er während bis zu zwei
Drittel der Arbeitstätigkeit leichte Gewichte bis Lendenhöhe anheben könne (Suva-act.
I-159).
B.
B.a Am 31. August 2012 erlitt der Versicherte einen Verkehrsunfall, wobei ein VW-Golf
von hinten in seinen stehenden Kleintransporter Citroën Jumper fuhr. Der Versicherte
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gab als Verletzungen Prellungen am Hinterkopf, an der rechten Schulter, am rechten
Becken und am rechten Bein an (Suva-act. II-2).
B.b Am 15. Januar 2013 wurde ein ambulantes Assessment in der Rehaklinik Bellikon
durchgeführt. Die Ärzte diagnostizieren eine HWS-Distorsion QTF I und schlossen eine
Fraktur aus. Im Bericht vom 16. Januar 2013 hielten sie fest, dass hinsichtlich der
angegebenen Beschwerden am rechten Bein und im LWS-Bereich eine neurologische
Konsiliaruntersuchung zu empfehlen sei. Es liege ein erheblicher maladaptiver Umgang
mit den Beschwerden und ein ausgeprägtes Schonverhalten vor. Bei Einhaltung der
Therapieempfehlungen sei im Hinblick auf die medizinischen Überlegungen von einer
raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Suva-act. II-29).
B.c Der Versicherte wurde am 17. Juni 2013 durch Dr. med. J._, Fachärztin FMH für
Neurologie, neurologisch untersucht. Sie diagnostizierte als Folge des Unfalls vom 31.
August 2012 eine HWS-Distorision QTF I, minimale Restbeschwerden, keine Hinweise
auf eine strukturelle Läsion neurogener Strukturen, weiter eine kernspintomographisch
nachgewiesene degenerative LWS-Veränderung mit mediorechtslateraler Diskushernie
L4/L5, eine mögliche intermittierende radikuläre Reizsymptomatik L5 rechts und ein
lumbo-vertebrales und lumbo-spondylogenes Syndrom sowie chronische
Spannungstypkopfschmerzen und höchstwahrscheinlich orthostatisch bedingte
Schwindelbeschwerden (Suva-act. II-46).
B.d Am 24. Juli 2013 wurde der Versicherte durch Suva-Kreisarzt Dr. med. K._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, untersucht. Im Bericht vom 29. Juli 2013 hielt dieser fest, dass insgesamt mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturell objektivierbaren Folgen des
Unfalles vom 31. August 2012 vorliegen würden (Suva-act. II-51).
B.e Mit Verfügung vom 11. September 2013 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
die aktuell noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar
seien und die Adäquanz zu verneinen sei, weshalb die Versicherungsleistungen für den
Unfall vom 31. August 2012 per 30. September 2013 eingestellt würden (Suva-act.
II-58).
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B.f Mit Schreiben vom 14. Oktober 2013 erhob der Versicherte Einsprache gegen die
Verfügung vom 11. September 2013 und beantragte die weitere Ausrichtung von
Versicherungsleistungen. Durch Nichteinbezug der Schulterproblematik sei das
Untersuchungsergebnis der Rehaklinik I._ erheblich verzerrt. Zudem seien die
Ursachen der Knieschmerzen nicht untersucht und bei der medizinischen Beurteilung
nicht genügend berücksichtigt worden (Suva-act. II-64).
B.g Am 11. April 2014 wurde in der Radiologie L._ eine Kernspintomographie des
rechten Knies vorgenommen. Dabei wurde ein minimaler Reizerguss, ein ausgedehnter
schräg horizontal verlaufender und sich in die Unterfläche erstreckender Einriss des
ansatzfernen Innenmeniskushinterhornes mit Riss-Ausdehnung in den Übergang
Korpus/Hinterhorn, begleitet von moderater Synovialitis des menisko-kapsulären
Überganges und eine moderate, medial betonte Chondropathie patellae, Grad II,
festgestellt (Suva-act. II-80).
B.h In der Beurteilung vom 30. April 2014 hielt der Kreisarzt Dr. K._ fest, dass
mehrere Gründe überwiegend wahrscheinlich gegen einen unfallkausalen
Zusammenhang der Kniebeschwerden rechts sprechen würden. Echtzeitlich seien
keine Kniekontusionsmarken beschrieben worden und im ärztlichen Assessmentbericht
der Rehaklinik Bellikon sei keine Kniediagnose oder kein pathologischer Kniebefund
dokumentiert. Ferner sei eine möglicherweise geschehene Kniekontusion nicht
geeignet, einen Meniskusschaden im Bereich des ansatzfernen
Innenmeniskushinterhorns mit Riss-Ausdehnung in den Übergang Korpus/Hinterhorn
zu verursachen. Ein Verdrehtrauma des rechten Kniegelenkes werde echtzeitlich nicht
erwähnt. Die geklagten Kniebeschwerden rechts seien deshalb nicht überwiegend
wahrscheinlich auf den Unfall vom 31. August 2012 zurückzuführen (Suva-act. II-85).
B.i Am 23. Juni 2014 wurde der Versicherte erneut durch Dr. K._ kreisärztlich
untersucht. Im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 18. Februar 2011 zeige
sich eine verbesserte Beweglichkeit im rechten Schultergelenk ohne auffallende
Dekonditionierung der Muskulatur im Bereich der oberen Extremitäten im
Seitenvergleich. Die verstärkte Beschwielung an der rechten Handinnenfläche lasse auf
eine normale Gebrauchsfähigkeit schliessen (Suva-act. II-89).
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B.j Mit Einspracheentscheid vom 11. September 2014 wurden die Einsprachen vom
14. September 2012 und 14. Oktober 2013 abgewiesen und einer allfälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. Auf die Berichte von Dr. H._ und
Dr. K._ könne abgestellt werden. Daraus gehe hervor, dass die Kausalität der
Schulterbeschwerden in Bezug auf den Unfall vom 3. Oktober 2009 anerkannt worden
sei. Die LWS-Beschwerden seien degenerativer Natur. Bei den weiter geltend
gemachten Beschwerden (Kopfschmerzen, Schwindelbeschwerden, etc.) handle es
sich höchstens um sogenannte organisch nicht hinreichend nachweisbare
Beschwerden. Diesbezüglich liege kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfallereignis und den beklagten Beschwerden vor. Auf das Zumutbarkeitsprofil –
welches lediglich die unfallkausalen Schulterwebeschwerden, jedoch nicht die
unfallfremden Rücken- und Kniebeschwerden berücksichtige – könne abgestellt
werden (Suva-act. II-92).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
13. Oktober 2014. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 11. September
2014 sowie der Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 20. Juli 2012, vom 2.
August 2012 und vom 11. September 2013. Ihm seien die gesetzlichen UVG-
Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur ergänzenden
medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Selbst bei
isolierter Betrachtung der Beeinträchtigung durch die Schulterverletzung bestehe ein
Anspruch auf eine Rente. Ausserdem seien die geklagten Kniebeschwerden
unfallkausal und würden ebenfalls einen Anspruch auf UV-Leistungen (Taggelder und
Heilbehandlung) begründen. Bezüglich der psychischen Störungen bzw. der organisch
nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden könne mindestens eines der
massgeblichen Kriterien bejaht werden (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. März 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich der Unfallrestfolgen an der
rechten Schulter bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Ebenso wenig könnten
die geltend gemachten Kniebeschwerden rechts auf das Unfallereignis vom 31. August
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2012 zurückgeführt werden. Zwischen den organisch nicht nachweisbaren
Beschwerden und dem Unfallereignis vom 31. August 2012 bestehe kein adäquat
kausaler Zusammenhang. Die Beschwerdegegnerin habe somit ihre Leistungen zu
Recht per 31. Oktober 2012 (Unfall vom 3. Oktober 2009) bzw. 30. September 2013
(Unfall vom 31. August 2012) eingestellt (act. G 9).
C.c Am 16. März 2015 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 14).
C.d Mit Replik vom 15. Juni 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 20). In der Duplik vom 14. August 2015 hält auch die
Beschwerdegegnerin unverändert an der Beschwerdeantwort fest. Zudem reicht sie
einen Bericht des Amts M._ vom 5. August 2015 ein, aus welchem hervorgehe, dass
beim Beschwerdeführer keine relevanten Unfallfolgen an der Schulter vorliegen würden
(act. G 22).
C.e Mit Schreiben vom 1. September 2015 bringt der Beschwerdeführer zur
nachträglichen Eingabe vor, dass etliche Ausführungen im Bericht des M._
offensichtlich falsch seien und widerlegt werden könnten (act. G 24). Mit Schreiben
vom 23. September 2015 bekräftigt die Beschwerdegegnerin, aus den eingereichten
Unterlagen gehe hervor, dass der Beschwerdeführer offenkundig problemlos
schulterbelastende Tätigkeiten ausführen könne (act. G 26).

Erwägungen
1.
1.1 Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der
Einspracheentscheid vom 11. September 2014 (Suva-act. II-92), dem die Verfügungen
vom 20. Juli 2012 (Suva-act. I-131), vom 2. August 2012 (Suva-act. I-137) und vom 11.
September 2013 (Suva-act. II-58) zugrunde liegen. Darin stellte die
Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen für den Unfall vom
3. Oktober 2009 per 31. Oktober 2012 und für den Unfall vom 31. August 2012 per 30.
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September 2013 ein und verneinte einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
1.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Eine Leistungspflicht der Unfallversicherung besteht nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE
HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, BGE 123 III 110, BGE 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener organischer
Unfallfolgen im Sinne von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
134 V 109 E. 2.1, BGE 127 V 102 E. 5b/bb mit Hinweisen). Das Vorliegen eines
natürlichen Kausalzusammenhangs muss mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein bzw.
verneint werden können. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht (THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
1.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd geklagten
Beschwerden darstellt, d.h., wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruhen. Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der
Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des
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fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche
gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1
UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003,
U 287/02, E. 4.4). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/
THOMAS GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58). Da es sich um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser
muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit
Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich.
Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst
manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206
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S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06,
E. 3.3).
1.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
1.5 Eine verunfallte Person hat Anspruch auf Heilbehandlung (Art. 10 UVG) und
Taggeldleistungen (Art. 16 f. UVG), solange von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann
(Art. 19 Abs. 1 UVG). Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich
insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des
Begriffs „namhaft“ in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere
(zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung
ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven
Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren
Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer
Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. Die Einstellung der
Heilbehandlung setzt nicht das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung voraus
(siehe zum Ganzen das Urteil
des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.2 mit Hinweisen und E. 4.2.2).
2.
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2.1 Zunächst ist zu prüfen ob die Einstellung der Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen per 31. Oktober 2012 in Bezug auf den Unfall vom 3. Oktober 2009
zurecht erfolgt ist.
2.2 Dr. C._ hielt bereits im Bericht vom 10. Januar 2010 fest, dass bei voller
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Akkordmaurer die Aufnahme einer
leichten Arbeit ab sofort möglich wäre (Suva-act. I-13). Auch im Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon vom 9. März 2010 wurde festgehalten, dass leichte bis
mittelschwere Arbeiten ohne wiederholte Tätigkeiten über Kopf für die rechte Schulter
zumutbar seien (Suva-act. I-20). Im Bericht vom 15. Juli 2010 führte der Orthopäde Dr.
E._ aus, dass sich die Situation deutlich verbessert habe, auch wenn der
Beschwerdeführer noch nicht beschwerdefrei sei. An der Physiotherapie und der
antiphlogistischen Therapie solle festgehalten werden. Theoretisch sei eine einmalige
Infiltration subacromial möglich, jedoch nicht absolut notwendig. Innerhalb der
nächsten zwei bis drei Monate dürfte eine zunehmende Beschwerdefreiheit eintreten.
Ob die Arbeit als Akkordmaurer wieder aufgenommen werden könne, sei nicht
vorauszusagen. In einer leichteren Tätigkeit sei der Beschwerdeführer wohl voll
arbeitsfähig (Suva-act. I-33). Im Bericht vom 16. Januar 2011 hielt Dr. E._ fest, dass
die am 27. Dezember 2010 (Suva-act. I-59) dann doch durchgeführte Infiltration wohl
eine Besserung gebracht habe. Er könne im Moment keine Verbesserungsvorschläge
machen. Eine operative Therapie bringe kaum eine deutliche Verbesserung (Suva-act.
I-66). Im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 18. Februar 2011 hielt Dr. H._
fest, dass sich bei persistierenden Beschwerden doch die Frage nach eventuell
weitergehenden therapeutischen Optionen stelle. Dem Hausarzt werde deshalb
empfohlen, den Beschwerdeführer in der Schultersprechstunde der Uniklinik I._
vorzustellen. Für die bisherige Tätigkeit als Akkordmaurer bestehe weiterhin eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Zumutbar seien jedoch körperlich mittelschwere
Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Gewichten körpernah bis Hüfthöhe. Vermieden
werden sollten Tätigkeiten über Brusthöhe und Tätigkeiten, bei denen die rechte obere
Extremität rezidivierenden Schlägen oder auch Vibrationen ausgesetzt sei (Suva-act.
I-72). Die Ärzte der Uniklinik I._ hielten in ihrem Bericht vom 27. Juni 2011 fest, dass
sie aufgrund der langen Leidensdauer und Krankheitsgeschichte nicht mit einer
kompletten Spontanremission rechnen würden. Sie würden deshalb eine
arthroskopische Operation vorschlagen, welche vom Beschwerdeführer jedoch nicht
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gewünscht werde (Suva-act. I-99). Der Beschwerdeführer hielt dazu fest, die Ärzte
hätten ihm nicht bestätigen können, dass durch den Eingriff eine Verbesserung der
Situation eintrete, weshalb er seinen bisher erreichten Zustand nicht aufs Spiel setzen
wolle (Suva-act. I-109). Mit Stellungnahme vom 23. Januar 2012 gab Dr. H._ an, dass
die Indikation der vorgeschlagenen Operation korrekt sei. Auf die Frage ob die
Operation eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bewirke, antwortete er,
dass bereits seit der Beurteilung vom 24. Februar 2011 eine volle Erwerbsfähigkeit
unabhängig von einer Operation bestehe. Weiter könne nicht mit Sicherheit
beantwortet werden, ob eine völlige Heilung oder eine erhebliche und nicht nur
vorübergehende Besserung des Leidens zu erwarten sei. Voraussetzung sei, dass die
Operation absolut komplikationslos verlaufe und die Nachbehandlung problemlos bei
entsprechender Motivation des Patienten sei. Jedoch könne auch dann keine völlige
Heilung garantiert werden (Suva-act. I-116). Die Durchführung einer Arthroskopie
lehnte der Beschwerdeführer auch weiterhin ab (Suva-act. I-117).
2.3 Die diversen Arztberichte zeigen, dass eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes in dem Sinne, dass es dem Beschwerdeführer möglich würde,
seine angestammte Tätigkeit als Akkordmaurer wieder aufzunehmen, mittels der
vorgeschlagenen Arthroskopie unsicher war. Keiner der Ärzte konnte eine völlige
Heilung garantieren. Weiter geht aus den Arztberichten übereinstimmend hervor, dass
der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit mindestens seit der kreisärztlichen
Untersuchung vom 18. Februar 2011 zu 100% arbeitsfähig war. Da die Arbeitsfähigkeit
zumindest in einer adaptierten Tätigkeit wieder vollständig hergestellt war und eine
weitere Behandlung nicht mit Sicherheit zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit geführt hätte, zumal der Beschwerdeführer diese
Behandlung auch ablehnte, ist die Beschwerdegegnerin zurecht davon ausgegangen,
dass keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden
könne. Die Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 31. Oktober
2012 in Bezug auf den Unfall vom 3. Oktober 2009 und die Rentenprüfung erfolgten
demzufolge zu Recht.
3.
3.1 Umstritten ist, ob eine natürliche Kausalität zwischen den Kniebeschwerden und
dem Unfallereignis vom 31. August 2012 besteht.
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3.1.1 Auf dem Formular „Schadenmeldung UVG“ wurde unter anderem eine
Verletzung des rechten Beines aufgeführt (Suva-act. II-2, S. 1). Am 23. November 2012
gab der Beschwerdeführer an, dass sein Rücken schmerzen würde, insbesondere im
Bereich der Lendenpartie mit Ausstrahlungen ins rechte Bein und in den Fuss. Im Knie
rechts habe er sozusagen im Innern des Knies Schmerzen, die er dann versuche, mit
massieren zu lindern. Er könne nicht mehr genau sagen, wo er das Knie angeschlagen
habe, vermutlich aber unterhalb des Armaturenbretts (Suva-act. II-14, S. 1). Anlässlich
der kreisärztlichen Untersuchung vom 24. Juli 2013 gab der Beschwerdeführer an,
dass er seit drei Wochen vermehrt Kniebeschwerden rechts habe, die er zuvor jedoch
auch schon verspürt habe, die zwischenzeitlich aber besser geworden seien. Die
Beschwerden habe er hauptsächlich auf der Innenseite des rechten Kniegelenkes und
im Kniegelenk (Suva-act. II-51, S. 2). Kreisarzt Dr. K._ kam im Bericht vom 29. Juli
2013 zum Schluss, dass die subjektiven Schilderungen nicht mit klinisch
objektivierbaren pathologischen Befunden korrelieren würden. Ärztliche
Behandlungsberichte nach dem Unfallereignis würden nicht vorliegen. Eine
schmerzbedingte Schonung des rechten Beines könne bei aktuell unauffälliger und
seitengleicher Muskelkonditionierung nicht nachvollzogen werden. Bezüglich der
angegebenen Kniebeschwerden stellte er keine Diagnose (Suva-act. II-51, S. 6). Am 16.
Dezember 2013 gab der Versicherte an, dass er direkt nach dem Unfallereignis keine
Kniebeschwerden gehabt hätte. Im Verlauf der nächsten drei Tage habe er Schmerzen
in der rechten Schulter, im Rücken rechts sowie im Knie rechts gehabt. Er habe über
eine lange Zeit stromschlagartige Schmerzen von der rechten Schulter über den
Rücken bis zum Fuss verspürt. Diese Schmerzen hätten bis zum Sommer 2013 im
Vordergrund gestanden, so dass er diejenigen im rechten Knie bagatellisiert habe. Als
sich die vorgenannten Beschwerden im Verlauf der Therapie leicht gebessert hätten,
seien die Schmerzen im rechten Knie in den Vordergrund getreten. Dabei handle es
sich um einen brennenden Schmerz an der Innenseite sowie frontal, welcher nach oben
in den Oberschenkel und nach unten in den Bereich Schienbein/Wade ausstrahle. Der
Schmerz befinde sich auf einer zehnteiligen Schmerzskala bei sechs im Ruhezustand.
Bei leichten Belastungen wie beim Gehen, nehme der Schmerz bereits nach fünf bis
zehn Minuten zu, er sei dann im Bereich von neun. Der Schmerz fühle sich wie ein
Druck im Knie an (Suva-act. II-72, S. 1). Eine Kernspintomographie des rechten Knies
am 11. April 2014 zeigte schliesslich einen minimalen Reizerguss, einen ausgedehnten
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schräg horizontal verlaufenden und in die Unterfläche sich erstreckenden Einriss des
ansatzfernen Innenmeniskushinterhornes mit Riss-Ausdehnung in den Übergang
Korpus/Hinterhorn begleitet von einer moderaten Synovialitis des menisko-kapsulären
Überganges sowie eine moderate, medial betonte Chondropathie patellae Grad II. Im
Übrigen zeigte sich ein regelrechtes Kernspintomogramm des Kniegelenkes ohne
Nachweis einer weiteren meniskalen sowie kapsula-ligamentären Läsion (Suva-act.
II-80). Gemäss Dr. med. N._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, wäre aufgrund
der MRI-Untersuchung an sich eine Arthroskopie und mediale Teilmeniskektomie des
rechten Kniegelenkes indiziert. Allerdings sei die Prognose hinsichtlich der
Beschwerdefreiheit natürlich höchst unsicher (Suva-act. II-82, S. 3).
3.1.2 In seiner Beurteilung vom 30. April 2014 führte Kreisarzt Dr. K._ aus, dass
mehrere Gründe überwiegend wahrscheinlich gegen eine unfallkausale Verursachung
der Kniebeschwerden rechts sprechen würden. Zum einen seien echtzeitlich keine
Kniekontusionsmarken beschrieben, andererseits sei im ärztlichen Assessmentbericht
der Rehaklinik Bellikon keine Kniediagnose oder ein pathologischer Kniebefund
dokumentiert. Ferner sei eine möglicherweise erlittene Kniekontusion nicht geeignet,
einen Meniskusschaden im Bereich des ansatzfernen Innenmeniskushinterhorns mit
Riss-Ausdehnung in den Übergang Korpus/Hinterhorn zu verursachen. Ein
Verdrehtrauma des rechten Kniegelenkes werde echtzeitlich nicht erwähnt. Es sei auch
nicht nachvollziehbar, dass eine Kniekontusion unterhalb des Armaturenbrettes
stattgefunden haben solle, wenn der Versicherte berichte, direkt nach dem
Unfallereignis keine Beschwerden verspürt zu haben und behaupte, solche seien erst
im Verlauf der nächsten drei Tage nach dem Unfallereignis aufgetreten. Die geklagten
Kniebeschwerden rechts seien deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich auf den
Unfall vom 31. August 2012 zurückzuführen (Suva-act. II-85, S. 2).
3.1.3 Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem
im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177, E. 3.1 mit Hinweisen).
Der Kreisarzt Dr. K._ hat nachvollziehbar ausgeführt, dass wohl kein Zusammenhang
zwischen den Kniebeschwerden und dem Unfallereignis vom 31. August 2012 bestehe.
Zu diesem Schluss gelangte er in Kenntnis davon, dass der Beschwerdeführer in der
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Schadenmeldung vom 10. September 2012 eine Kontusion des rechten Knies angab
und auch am 23. November 2012 über Schmerzen im Inneren des rechten Knies klagte
(vgl. Suva-act. II-85, S. 1). Es liegen keine Berichte von Ärzten vor, die eine Kausalität
bejahen oder Zweifel an der Beurteilung des Kreisarztes begründen würden. Insgesamt
kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass die Kniebeschwerden mit dem
Unfallereignis vom 31. August 2012 zusammenhängen, die Kausalität ist jedoch
vorliegend nicht mit dem nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt.
3.2 Bezüglich der LWS-Beschwerden hielt Suva-Kreisarzt Dr. K._ als
unfallunabhängige Diagnose ein lumbo-vertebrales Schmerzsyndrom bei degenerativen
Veränderungen und MRT-morphologisch 06/2013 nachgewiesener medio-
rechtsseitiger Diskushernie L4/L5 mit möglicher, intermittierender, radikulärer
Reizsymptomatik L5 rechts sowie mässiggradigen Bandscheiben-Dehydrationen L3 bis
S1 fest. Die LWS-Beschwerden wurden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
unfallfremd beurteilt (Suva-act. II-51, S. 6; vgl. auch Suva-act. II-89, S. 8). Aus den
Akten geht nichts hervor, was dieser Beurteilung widersprechen würde. Somit liegt
auch bezüglich der LWS-Beschwerden keine Unfallkausalität vor.
3.3 Weiter ist die adäquate Kausalität der psychischen Störungen bzw. der organisch
nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden (Konzentrationsstörungen,
Kopfschmerzen, Nackenbeschwerden ausstrahlend in den Hinterkopf,
Schwindelbeschwerden) umstritten.
3.3.1 Sind die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine
eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist. Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein Schädel-Hirntrauma erlitten,
gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben
die Abklärungen indessen das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung oder eines
Schädel-Hirntraumas, muss geprüft werden, ob zum typischen Beschwerdebild einer
solchen Verletzung gehörende Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im
Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für
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Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend.
Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359
festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der
Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertrauma der HWS
setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und
zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis
zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328
E. 3b).
3.3.2 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 31.
August 2012 eine Schleudertraumaverletzung erlitt (HWS-Distorsion QTF I, vgl. Suva-
act. II-29 und II-51) und bezüglich der Prüfung der adäquaten Kausalität die
sogenannte Schleudertraumapraxis gemäss BGE 117 V 359 und BGE 134 V 109
anwendbar ist.
3.3.3 Vorab gilt es den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung zu prüfen. Nach
bundesgerichtlicher Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im Zeitpunkt des
sogenannten Fallabschlusses vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht entnehmen,
zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die
Heilbehandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch
aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Nach
konstanter Rechtsprechung bedeutet dies, dass der Versicherer die Heilbehandlung
und das Taggeld nur solange zu gewähren hat, als von der Fortsetzung der
Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet
werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 E.
4.1). Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands der versicherten Person
bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist.
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„Namhaft“ bedeutet, dass die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende
Verbesserungen ebenso wenig genügen wie die blosse Möglichkeit einer Besserung
(BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des EVG vom 12. Juni 2009, 8C_25/09, E. 4.1.1 mit
Hinweisen).
3.3.4 Gemäss dem Bericht des Suva-Kreisarztes Dr. K._ vom 29. Juli 2013 konnte
von weiteren Behandlungen der Unfallfolgen des Unfalls vom 31. August 2012 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden (Suva-act. II-51, S. 7). Auch der
Beschwerdeführer machte bezüglich der hier relevanten Beschwerden nichts geltend,
was dieser Einschätzung widersprechen würde. In der Einsprache vom 14. Oktober
2013 und der Beschwerde vom 13. Oktober 2014 bezog er sich im Wesentlichen auf
die Beschwerden im Schulter-, Knie- und LWS-Bereich, welche vorliegend nicht
relevant sind. Somit wurde die Prüfung der adäquaten Kausalität mit Verfügung vom
11. September 2013 zurecht vorgenommen.
3.3.5 Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem
Unfall und den infolge eines Schleudertraumas der HWS auch nach Ablauf einer
gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen
Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle
zurückzuführen sind, ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende
Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das
trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten
ernsthaft ins Gewicht fällt. Es ist demnach zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als
leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitliche Beeinträchtigung
ist bei leichten Unfällen in der Regel ohne weiteres zu verneinen und bei schweren
Unfällen ohne weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs
weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im
mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne Kriterien
in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden
(BGE 134 V 109 E. 10.1 mit Hinweisen). Als Kriterien nennt die Rechtsprechung a)
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls,
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b) die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, c) fortgesetzt
spezifische, belastende ärztliche Behandlung, d) erhebliche Beschwerden, e) ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, f) schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und g) erhebliche Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen. Diese Aufzählung ist abschliessend (BGE 134 V
109 E. 10.2 und 10.3)
3.3.6 Wie die Beschwerdegegnerin korrekt ausführt, handelt es sich bei einer
Auffahrkollision auf ein stehendes Fahrzeug wie vorliegend in der Regel um einen
mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 20. November 2008, 8C_542/2008, E. 5.1). Die Adäquanz eines
allfälligen Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der in
E. 3.3.5 aufgezählten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere
Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären.
3.3.7 Die Parteien sind sich zu Recht einig, dass die Begleitumstände des Unfalls
nicht besonders dramatisch und der Unfall nicht besonders eindrücklich war, sowie
dass die erlittenen Verletzungen nicht schwer oder besonderer Art sind (act. G 1, S. 12
und act. G 9, S. 5). Da die Kniebeschwerden und die LWS-Beschwerden nicht Teil der
Schleudertraumaverletzung und überdies auch nicht unfallkausal sind (vgl. E. 2.2), kann
vorliegend – entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (act. G 1, S. 12) –
nicht von einer fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung,
erheblichen Beschwerden, einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen
Komplikationen oder einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen gesprochen werden. Somit ist keines der genannten Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise und sind auch nicht mehrere Kriterien in gehäufter
Weise erfüllt, weshalb die adäquate Kausalität zu verneinen ist.
3.4 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Einstellung der
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen bezüglich des Unfalls vom 31. August 2012
per 30. September 2013 zu Recht erfolgt ist.
4.
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4.1 Im Folgenden ist der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen wobei lediglich die
unfallkausalen Folgen zu berücksichtigen sind, das heisst die Schulterleiden aufgrund
des Unfalls vom 3. Oktober 2009.
4.2 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid im Sinne des
Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
4.3 Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihren persönlichen Umständen nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder
teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 130 V 349 E. 3.4.2
mit Hinweisen).
4.3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die B._ GmbH gegenüber der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen am 16. März 2011 angegeben habe, dass er bei
41 Arbeitsstunden pro Woche pro Stunde Fr. 30.94 (inkl. Ferienentschädigung 10.6%,
Feiertagsentschädigung 1.94%, 13. Monatslohn/Gratifikation 8.3%) insgesamt Fr.
60‘400.-- verdienen könnte. Aufgerechnet auf das Jahr 2012 ergebe dies ein
Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 60‘883.20. Diese Angaben würden vollständiger
erscheinen als die Angaben gegenüber der Suva vom 7. März 2012, weshalb auf diese
abzustellen sei (act. G 1, S. 13 f.).
4.3.2 Am 7. März 2012 hat die B._ GmbH angegeben, dass der Beschwerdeführer
im Jahr 2012 mutmasslich bei einer Jahresarbeitszeit von 2‘112 Stunden einen
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Grundlohn von Fr. 25.60 pro Stunde, einen Leistungsbonus von Fr. 1‘500.-- und eine
Gratifikation von 8.3% erhalten würde (Suva-act. 123), was einen Jahresverdienst von
Fr. 60‘055.-- ergibt. In der Verfügung vom 20. Juli 2012 rechnete die
Beschwerdegegnerin mit einer Gratifikation von 8.33% und kam somit auf ein
Valideneinkommen von Fr. 60‘071.-- (Suva-act. I-131). Die vom Beschwerdeführer
vorgebrachten Angaben gegenüber der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen sind nicht
aktenkundig. Zudem geht aus den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht hervor,
weshalb diese zuverlässiger sein sollten, zumal die Angaben gegenüber der Suva aus
dem für einen allfälligen Rentenbeginn betroffenen Jahr stammen und demzufolge
aktueller sind. Somit ist vorliegend auf die dokumentierten Angaben der B._ GmbH
abzustellen und das Valideneinkommen auf Fr. 60‘055.-- festzulegen.
4.4 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ –
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen LSE oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE
129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
4.4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass bei zwei der fünf DAP
Dokumentationen von einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 43 Stunden und bei einer
DAP Dokumentation von 42.5 Stunden ausgegangen werde. Es könne von ihm nicht
erwartet werden, dass er mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung mehr
Arbeitsstunden leiste als ohne gesundheitliche Einschränkungen. Das
Valideneinkommen basiere auf einer 41-Stunden-Arbeitswoche. Bei den
entsprechenden DAP Dokumentationen sei auf eine 41-Stundenwoche umzurechnen.
Da beim Valideneinkommen keine Zulagen (angeblicher Leistungsbonus in der Höhe
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von Fr. 1‘500.--) miteinberechnet worden seien, müssten demnach
Gewinnbeteiligungen und Gratifikationen sowie andere Zulagen nicht berücksichtigt
werden. Bei einer DAP Dokumentation werde zudem kein 13. Monatslohn ausgerichtet.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren und mit dem Abzug der von der
Beschwerdegegnerin anerkannten Parallelisierung ergebe sich ein massgebendes
Invalideneinkommen von Fr. 51‘986.-- (act. G 1, S. 14 f.).
4.4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass bei der Bestimmung des Valideneinkommens
der Leistungsbonus von Fr. 1‘500.-- berücksichtigt wurde, somit ist die Beschwerde
diesbezüglich unbegründet. Dass bei einem DAP-Profil (6655) kein 13. Monatslohn
berücksichtigt worden sei, ist damit zu begründen, dass hier eine Gratifikation im
Umfang eines Monatslohnes ausbezahlt wird (Suva-act. I-128, S. 21). Auch
diesbezüglich ist die Beschwerde unbegründet.
4.4.3 Die gemäss Bundesgericht erforderlichen Rahmenbedingungen (fünf
ausgewählte und mit Blick auf die ärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung bzw. aufgrund
der unfallkausalen Gesundheitseinschränkungen zumutbare DAP-Arbeitsplätze,
Angaben über Gesamtzahl, Minimal-, Maximal- und Durchschnittslohn) sind vorliegend
erfüllt. Die beigezogenen DAP-Profile Nr. 8529 und Nr. 6655 (Suva-act. I-128, S. 11 ff.
und 19 ff.) weisen eine betriebsübliche Arbeitszeit von 43 Stunden pro Woche auf, die
DAP-Nummer 7469 (Suva-
act. I-128, S. 27 ff.) eine solche von 42.5 Stunden und die DAP-Nummern 9835 und
8483 (Suva-act. I-128, S. 15 ff. und 23 ff.) eine solche von 41 Stunden. Bei den DAP-
Arbeitsplätzen handelt es sich um Tätigkeiten, die auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt
existieren. In der Regel wird nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern auch ein
Minimum und ein Maximum angegeben, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten
Umstände Rücksicht genommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 31.
Oktober 2013, 8C_541/2012, E. 7.3 mit Hinweis). Eine wöchentliche Arbeitszeit von bis
zu 45 Stunden bewegt sich im rechtlich gesteckten Rahmen (Art. 9 Abs. 1 lit. a des
Bundesgesetzes über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel [Arbeitsgesetz; ArG;
SR 822.11]). Die vorliegenden DAP-Wochenarbeitszeiten überschreitet das übliche
Mass nicht. Weder aus den DAP-Profilen noch aus den Angaben der Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers geht hervor, ob die Pausen als Arbeitszeit gelten (vgl. Art. 15 Abs. 2
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ArG). Weitere Ausführungen erübrigen sich jedoch, da bei einer Anpassung der
einzelnen DAP-Löhne auf die betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von
41.7 Stunden im Jahr 2012 ein Durchschnittswert von Fr. 57‘001.-- resultiert, welcher
nur geringfügig unter dem Durchschnittswert der DAP-Löhne ohne entsprechende
Korrektur von Fr. 57‘523.-- liegt und ebenfalls keinen Invaliditätsgrad von mindestens
10% begründen würde. Das Invalideneinkommen beträgt gestützt auf die DAP-Profile
und unter der Berücksichtigung der Parallelisierung im Umfang von 2.59% (vgl. Suva-
act. II-92, S. 13) Fr. 56‘033.-- (Fr. 57‘523.-- x 0.9741).
4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 60‘055.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 56‘033.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 4‘022.-- (Fr. 60‘055.-- – Fr.
56‘033.--) bzw. ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 6.70% (Fr. 4‘022.-- /
Fr. 60‘055.-- x 100). Der Beschwerdeführer hat damit keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente.
4.6 Würde man beim Invalideneinkommen wie vom Beschwerdeführer geltend
gemacht auf die LSE anstatt auf die DAP-Profile abstellen, ist zunächst zu
berücksichtigen, dass entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. act. G
1, S. 15) das Jahreseinkommen nicht auf eine 41 Stunden-Woche umgerechnet werden
müsste. Wenn auf die Tabellenlöhne nach LSE und damit auf einen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt abgestellt werden würde, wäre die betriebsübliche durchschnittliche
Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2012 zugrunde zu legen, unabhängig von
der wöchentlichen Arbeitszeit in der hypothetisch im Gesundheitsfall weitergeführten
Anstellung. Der Tabellenlohn für das Jahr 2012 (LSE 2012, TA1, Kompetenzniveau 1,
Total Männer) beträgt bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden/Woche
und aufgerechnet auf ein Jahr Fr. 65‘177.-- (Fr. 5‘210.-- / 40 x 41.7 x 12). Selbst bei der
Berücksichtigung eines – vom Beschwerdeführer geltend gemachten –
Tabellenlohnabzugs von 10% und der Parallelisierung von 2.59% würde das so
ermittelte Invalideneinkommen Fr. 57‘140.-- (Fr. 65‘177 x 0.9 x. 0.9741) betragen.
4.7 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 60‘055.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 57‘140.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 2‘915.-- (Fr. 60‘055 – Fr.
57‘140.--) bzw. ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 4.85% (Fr. 2‘915.-- /
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60‘055.-- x 100). Der Beschwerdeführer hätte auch unter diesen Umständen keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde am 16. März 2015 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt, womit der Staat verpflichtet ist, für die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen (act. G 14). Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. In der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4‘500.--
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (vgl. Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Fr. 3‘600.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.
5.3 Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers gestatten, kann
er zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art.
99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art.
123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).