Decision ID: 12e1e406-f260-5363-9b05-a49150da6734
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die spanische Steuerbehörde (Agencia Tributaria, nachfolgend: AT
oder ersuchende Behörde) ersuchte die Eidgenössische Steuerverwaltung
(nachfolgend: ESTV) mit drei Schreiben vom [...] bzw. [...] gestützt auf
Art. 25bis des Abkommens vom 26. April 1966 zwischen der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft und Spanien zur Vermeidung der Doppelbesteu-
erung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen
(SR 0.672.933.21; nachfolgend: DBA CH-ES) um diverse Informationen
betreffend A._ (nachfolgend: betroffene Person) für den Zeitraum
vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2016.
A.b Die AT führt im Ersuchen aus, dass sie eine Prüfung im Zusammen-
hang mit der Einkommens- und Kapitalsteuer («Individual Income Tax and
Capital Tax») sowie der Deklaration von im Ausland gehaltenen Rechten
und Vermögenswerten («Declaration of Rights and Assets held abroad»)
der betroffenen Person durchführe. Die betroffene Person habe angege-
ben, seit [...] in der Schweiz steuerpflichtig zu sein, und seit selbigem Jahr
in Spanien keine Steuererklärung mehr eingereicht. Entgegen den Anga-
ben der betroffenen Person geht die AT davon aus, dass Erstere ihren steu-
erlichen Wohnsitz in Spanien hat. So lägen die wirtschaftlichen Interessen
der betroffenen Person als Vorsitzende und Eigentümerin der in Spanien
domizilierten B._ Group, welche sie durch die C._ SL (nach-
folgend: beschwerdeberechtigte Person 1) halte, in Spanien. Die be-
troffene Person arbeite in den Büros der B._ SA in [..., Spanien]
und ihr stünden verschiedene Wohnungen in Spanien zur Verfügung (z.B.
eine unvermietete Wohnung der «Real State Companies» als Teil der
«Company Group»), welche als gewöhnlicher Aufenthaltsort gälten. Zu-
dem habe die betroffene Person aufgrund ihrer teilweise noch minderjähri-
gen, in Spanien lebenden Nachkommen auch ihren privaten Lebensmittel-
punkt in Spanien.
Die AT hegt den Verdacht, dass verschiedene Einkünfte auf Schweizer
Bankkonten verschoben wurden. Ungeachtet einer steuerlichen Ansässig-
keit gemäss dem spanischen Einkommenssteuergesetz für natürliche Per-
sonen seien ausländische Einkommen, Rechte und Vermögen zu deklarie-
ren, ansonsten diese als nicht gerechtfertigte Kapitalgewinne gälten. Die
Absicht des Ersuchens bestehe darin, die Steuersituation der betroffenen
Person zu verifizieren und ungeachtet der steuerlichen Ansässigkeit sämt-
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liche Einkommen, Vermögen und weitere Rechte in der Schweiz offenzu-
legen. Dazu müsse sie, die AT, wissen, ob einzig das Einkommen und Ver-
mögen in der Schweiz oder das weltweite Einkommen und Vermögen der
betroffenen Person besteuert werde. Die betroffene Person habe sich ge-
weigert, weitere Informationen zu liefern, bis die AT die Steueransässigkeit
in Spanien bewiesen habe. Letztlich habe die betroffene Person die AT ge-
beten, das Verfahren zu sistieren, bis das eingeleitete Verständigungsver-
fahren abgeschlossen sei.
A.c Mit Bezug zur D._ AG (nachfolgend: Bank) ersuchte die AT um
Folgendes:
According to our information [die betroffene Person] could be the holder, sig-
natory or beneficial owner of the account [...] at [Bank] [...], either directly or as
authorised by the companies [beschwerdeberechtigte Person 1] or E._
SL.
a) Please identify any bank accounts at [Bank] in which [die betroffene Per-
son] may figure as holder, signatory or as beneficial owner by
[beschwerdeberechtigte Person 1] or E._ SL companies, in which
[die betroffene Person] could figure as signatory or beneficial owner. [Die
betroffene Person] controls both companies.
b) Please provide bank statements of the account [...] for the years 2014 to
2016.
c) Please identify any other financial investments held by [die betroffene Per-
son] as holder, signatory or beneficial owner. If any, please provide us with
the relevant balances and statements.
Mit Bezug zur F._ Ltd. (nachfolgend: F._) ersuchte die AT
um Folgendes:
d) Flights taken with F._ by [die betroffene Person]. Frequent passen-
ger flight card: [...] from any country to Spain and from Spain to Switzer-
land.
e) Invoices issued to [die betroffene Person], and proof of payment.
f) Means of payment, identifying bank cards and its holder. If payments were
made by bank transfer please identify bank account.
g) Date, time, departure and arriving airport of the flights petitioned in the first
point [Frage d)].
h) Please specify whether the tickets were one-way or round-trip tickets.
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Mit Bezug zur G._ GmbH (nachfolgend: G._) ersuchte die
AT um Folgendes:
i) Identification of [...] bank cards in which [die betroffene Person] may ap-
pear as holder, authorised or beneficial owner.
j) Copy of the bank card contract entered either by [die betroffene Person] or
a third party. Identification of the bank or credit entity in the event the con-
tract was signed by such an entity.
k) Identification (Client Account Code or IBAN) of the bank accounts linked to
the bank cards if any.
l) Date of registration and cancellation of the bank cards, where appropriate.
m) Bank card statements, both for payments and ATM collections, containing
the following information: amount date and time of the transaction, identifi-
cation of the establishment where the card was used or the ATM in case of
cash disposals.
Mit Bezug zur Steuerverwaltung des Kantons [...] ersuchte die AT um Fol-
gendes:
n) Has a tax ruling been applied to [die betroffene Person] taxation?
A.d Mit Schreiben vom 6. Dezember 2019 ersuchte die ESTV die Bank und
die F._ um Edition der ersuchten Informationen. Mit Schreiben vom
17. Dezember 2019 folgten die Editionsverfügungen an die Dienststelle
Steuern Kanton [...] und an die G._.
B.
Mit Schreiben vom 10. Januar 2020 reichten die betroffene Person, die be-
schwerdeberechtigte Person 1 sowie die H._ S.A. (beschwerdebe-
rechtigte Person 2), alle vertreten durch dieselbe Rechtsvertreterin, eine
Stellungnahme ein, in welcher sie die ESTV über das laufende Steuerrevi-
sionsverfahren in Spanien sowie den Antrag um Einleitung eines Verstän-
digungsverfahrens informierten und die Sistierung des Amtshilfeverfahrens
beantragten.
C.
Die ESTV vereinigte die bis zu diesem Zeitpunkt getrennt geführten Ver-
fahren betreffend die betroffene Person, die beschwerdeberechtigte Per-
son 1 und die beschwerdeberechtigte Person 2 am 3. Februar 2020 und
führte die Akten im Dossier [...] zusammen.
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Seite 5
D.
Mit Schreiben vom 23. März 2020 informierte die ESTV die betroffene Per-
son und die beschwerdeberechtigten Personen über das vorliegende
Amtshilfeersuchen der AT und über die beabsichtigte Übermittlung der er-
suchten Informationen. Gleichzeitig nahm die ESTV Stellung zu den Vor-
bringen der betroffenen Person und den beschwerdeberechtigten Perso-
nen in ihrer Stellungnahme vom 10. Januar 2020. Mit selbigem Schreiben
ersuchte die ESTV die betroffene Person und die beschwerdeberechtigten
Personen im Falle ihrer Zustimmung zur beabsichtigten Übermittlung der
Informationen um Bestätigung innert 10 Kalendertagen.
E.
Mit Schreiben vom 14. Mai 2020 nahmen die betroffene Person und die
beschwerdeberechtigten Personen erneut Stellung.
F.
Am 4. November 2020 erliess die ESTV eine Schlussverfügung gegenüber
der betroffenen Person und den beschwerdeberechtigten Personen. Die
ESTV verfügte, dass sie der AT Amtshilfe leiste und bezeichnete die zu
übermittelnden Informationen. Den Antrag der betroffenen Person und der
beschwerdeberechtigten Personen, es sei keine Amtshilfe zu leisten bzw.
das Verfahren sei vorerst zu sistieren, wies die ESTV ab. Sie hielt überdies
fest, dass sie die AT auf das Spezialitätsprinzip und den Grundsatz der
Geheimhaltung hinweisen werde.
G.
Mit Eingabe vom 4. Dezember 2020 lässt die betroffene Person (nachfol-
gend auch: Beschwerdeführer) gegen die Schlussverfügung der ESTV
(nachfolgend auch: Vorinstanz) vom 4. November 2020 Beschwerde ans
Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragen, die Verfügung sei
aufzuheben und es sei keine Amtshilfe zu leisten. Eventualiter sei die Sa-
che an die Vorinstanz zurückzuweisen und das Verfahren zu sistieren. Sub-
eventualiter sei die Sache «zur Vornahme der gesetzeskonformen Anpas-
sungen und Schwärzungen» an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sub-sub-
eventualiter sei die Antwort auf die Frage n) (siehe oben Sachverhalt
Bst. A.c) zu streichen und erst in revidierter Form auszutauschen. Überdies
seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen dem Bund aufzuerlegen.
H.
Mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2021 beantragt die Vorinstanz die
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.
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Seite 6
I.
Mit Replik vom 5. März 2021 nimmt der Beschwerdeführer innert gewährter
Frist erneut Stellung und bringt insbesondere vor, die AT habe «das diesem
Amtshilfeverfahren zugrunde liegende Verfahren in Spanien vorläufig» ein-
gestellt, und legt den entsprechenden Entscheid («Acuerdo de liquida-
ción») ins Recht. Die AT stellte in ihrem Entscheid im Wesentlichen fest,
sie könne nicht nachweisen, dass der Beschwerdeführer über eine stän-
dige Wohnstätte im Spanien verfüge, weshalb die Frage nach der Ansäs-
sigkeit vorläufig zugunsten der Schweiz zu entscheiden sei.
J.
Die Vorinstanz dupliziert mit Eingabe vom 8. April 2021 und hält fest, eine
Nachfrage bei der AT habe ergeben, dass diese die Informationen nach
wie vor benötige.
K.
Mit einer weiteren Eingabe vom 19. April 2021 reicht die Vertreterin des
Beschwerdeführers eine Triplik ein und informiert gleichzeitig über den Hin-
schied des Beschwerdeführers.
L.
Auf die einzelnen Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – soweit
entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegen drei Amtshilfeersuchen der spani-
schen Steuerbehörde vom [...] bzw. [...] gestützt auf Art. 25bis DBA CH-ES
zugrunde. Die Durchführung der mit diesem Abkommen vereinbarten Best-
immungen richtet sich nach dem Steueramtshilfegesetz vom 28. Septem-
ber 2012 (StAhiG, SR 651.1; Art. 1 Abs. 1 Bst. a und Art. 24 StAhiG e
contrario).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Schlussverfügungen der ESTV betreffend die internationale Amts-
hilfe in Steuersachen zuständig (vgl. Art. 19 Abs. 5 StAhiG i.V.m. Art. 31 ff.
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
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Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich nach dem Verwaltungsver-
fahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das
VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
und ist als Adressat der angefochtenen Schlussverfügung und als Person,
die vom Amtshilfeersuchen betroffen ist, zur Beschwerdeführung legitimiert
(vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 19 Abs. 2 StAhiG).
1.3 Art. 18a StAhiG sieht vor, dass Amtshilfe betreffend verstorbene Per-
sonen geleistet werden kann. Deren Rechtsnachfolgerinnen und Rechts-
nachfolger erhalten Parteistellung. Die Schweiz hat laut der entsprechen-
den Botschaft sicherzustellen, dass Informationen über verstorbene Per-
sonen in jedem Fall ausgetauscht werden können. Deshalb darf die ge-
mäss schweizerischem Recht fehlende Partei- und Prozessfähigkeit nicht
dazu führen, dass die staatsvertraglich geschuldete Leistung von Amtshilfe
allein aus diesem Grund verunmöglicht wird. Vielmehr erhalten «Personen
(einschliesslich Verstorbener), Sondervermögen und andere Rechtseinhei-
ten, über die im Amtshilfeersuchen Informationen verlangt werden, Partei-
stellung» (Botschaft des Bundesrates vom 21. November 2018 zur Umset-
zung der Empfehlungen des Globalen Forums über Transparenz und In-
formationsaustausch für Steuerzwecke im Bericht zur Phase 2 der Län-
derüberprüfung der Schweiz, BBl 2019 279, 303; vgl. auch Urteile des
BVGer A-5579/2020 vom 23. August 2021 E. 9.1 ff., A-2664/2020 vom
26. Januar 2021 E. 6.6).
Trotz des Hinschieds des Beschwerdeführers kommt diesem folglich Par-
teistellung zu und das vorliegende Verfahren ist weiterzuführen. Da weder
Rechtsnachfolgerinnen oder Rechtsnachfolger in Erscheinung getreten
sind noch um Parteistellung ersucht haben, kann im vorliegenden Verfah-
ren von der Ermittlung selbiger abgesehen werden. Im Übrigen war der
verstorbene Beschwerdeführer während des gesamten Verfahrens vor
Bundesverwaltungsgericht rechtsgültig vertreten. Die entsprechende Voll-
macht erlischt ausdrücklich erst zwölf Monate nach dem Ableben des Be-
schwerdeführers.
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist folglich einzu-
treten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-
scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Der Beschwerdeführer kann mit
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der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes
sowie die Unangemessenheit rügen (vgl. Art. 49 Bst. a bis c VwVG).
2.
2.1 Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuer-
sachen gegenüber Spanien ist Art. 25bis DBA CH-ES sowie Ziff. IV des da-
zugehörigen Protokolls vom 29. Juni 2009 (nachfolgend: Protokoll) in den
geltenden Fassungen gemäss Art. 9 bzw. Art. 10-12 des Änderungsproto-
kolls vom 27. Juli 2011 (von der Bundesversammlung genehmigt am
15. Juni 2012, in Kraft seit 24. August 2013, und im Fall von Einkommens-
und Vermögenssteuern anwendbar auf die Steuerjahre seit 1. Januar
2010; Art. 13 Abs. 2 Bst. [iii] des Änderungsprotokolls, AS 2013 2367,
2375 f.; BBl 2011 9153). Gemäss Art. 25bis Abs. 1 DBA CH-ES tauschen
die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten diejenigen Informationen
aus, die zur Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder
Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts über Steuern jeder Art und Be-
zeichnung, die für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer politischen Unter-
abteilungen oder lokalen Körperschaften erhoben werden, voraussichtlich
erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht
dem Abkommen widerspricht. Der Informationsaustausch ist dabei durch
die Art. 1 und 2 DBA CH-ES nicht eingeschränkt.
2.2
2.2.1 Das Verbot der Beweisausforschung ist Ausdruck des Verhältnismäs-
sigkeitsgrundsatzes. Es sollen soweit als möglich relevante Informationen
ausgetauscht werden können, ohne dass ein Vertragsstaat «fishing expe-
ditions» eines anderen Staates unterstützen oder Informationen liefern
muss, deren Relevanz unwahrscheinlich ist (BGE 144 II 206 E. 4.2; Urteil
des BVGer A-4192/2020, A-4194/2020, A-4196/2020 vom 25. März 2021
E. 2.3.1 mit Hinweisen).
2.2.2 Ziff. IV Abs. 3 des Protokolls hält dementsprechend fest, dass der
Zweck der Verweisung auf Informationen, die voraussichtlich erheblich
sind, darin besteht, einen möglichst weit gehenden Informationsaustausch
in Steuerbelangen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlau-
ben, «fishing expeditions» zu betreiben oder um Informationen zu ersu-
chen, deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer bestimmten
steuerpflichtigen Person unwahrscheinlich ist. Ziff. IV Abs. 2 des Protokolls
sieht zwar wichtige verfahrenstechnische Voraussetzungen für die Vermei-
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Seite 9
dung von «fishing expeditions» vor; seine Bst. a-e sind jedoch nicht so aus-
zulegen, dass sie einen wirksamen Informationsaustausch behindern (Ur-
teile des BVGer A-4192/2020 vom 25. März 2021 E. 2.3.2, A-5737/2019
vom 26. August 2020 E. 4.2.1 [das BGer ist mit Urteil 2C_842/2020 vom
14. Oktober 2020 auf die Beschwerde nicht eingetreten]).
2.2.3 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts
voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden
Staat notwendig sind, um eine dort steuerpflichtige Person korrekt zu be-
steuern. Ob eine Information in diesem Sinne erheblich ist, kann in der Re-
gel nur der ersuchende Staat abschliessend beurteilen. Die Rolle des er-
suchten Staates beschränkt sich dabei darauf, zu überprüfen, ob die vom
ersuchenden Staat verlangten Informationen und Dokumente mit dem im
Ersuchen dargestellten Sachverhalt zusammenhängen und ob sie mög-
licherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu
werden (sog. Plausibilitätskontrolle; zum Ganzen: BGE 144 II 29 E. 4.2.2,
142 II 161 E. 2.1.1, je mit weiteren Hinweisen; Urteil des BVGer
A-4192/2020 vom 25. März 2021 E. 2.3.4).
Vor diesem Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte mit der Begrün-
dung, die verlangten Informationen seien nicht notwendig, nur verweigern,
wenn ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und der im
ersuchenden Staat durchgeführten Untersuchung unwahrscheinlich er-
scheint (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 141 II 436 E. 4.4.3 mit weiteren Hin-
weisen; Urteil des BVGer A-4192/2020 vom 25. März 2021 E. 2.3.4; vgl.
zum Kriterium der voraussichtlichen Erheblichkeit auch Art. 26 Abs. 1 des
Musterabkommens der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von Einkommen
und Vermögen [nachfolgend: OECD-MA]). In letzterem Sinne ist auch
Art. 17 Abs. 2 StAhiG zu verstehen, wonach Informationen, welche voraus-
sichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt werden dürfen (Urteil des
BVGer A-2175/2021 vom 22. September 2021 E. 2.2.1; vgl. auch Art. 4
Abs. 3 StAhiG). Keine Rolle spielt dagegen, wenn sich nach der Beschaf-
fung der Informationen herausstellt, dass diese nicht relevant sind (BGE
143 II 185 E. 3.3.2 mit Hinweisen).
2.2.4 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist demnach
erfüllt, wenn im Zeitpunkt der Gesuchstellung eine vernünftige Möglichkeit
besteht, dass sich die angefragten Angaben als in diesem Sinn erheblich
erweisen werden. Die voraussichtliche Erheblichkeit von geforderten Un-
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terlagen oder Auskünften muss sich bereits aus dem Amtshilfegesuch er-
geben (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des BVGer A-3810/2020 vom
16. März 2021 E. 2.2.3). Soweit die Behörden des ersuchenden Staates
verpflichtet sind, den massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von
ihnen nicht erwartet werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig wi-
derspruchsfrei tun. Dies wäre mit Sinn und Zweck der Amtshilfe nicht ver-
einbar, sollen doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich
im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst
noch geklärt werden. Daher ist gemäss Rechtsprechung von der ersuchen-
den Behörde nicht der strikte Beweis des Sachverhalts zu verlangen, doch
muss sie hinreichende Verdachtsmomente für dessen Vorliegen dartun
(Urteil des BVGer A-3810/2020 vom 16. März 2021 E. 2.4 mit Hinweisen).
2.2.5 Informationen können im abkommensrechtlichen Sinne nur dann als
voraussichtlich erheblich qualifiziert werden, wenn sie (unter anderem oder
ausschliesslich) Personen betreffen, deren unbeschränkte oder be-
schränkte Steuerpflicht im ersuchenden Staat während der massgebenden
Zeitspanne wahrscheinlich ist. Dafür genügt bereits, dass der ersuchende
Staat Anhaltspunkte nennt, die eine beschränkte oder unbeschränkte Steu-
erpflicht der betroffenen Person in diesem Staat begründen könnten (Ur-
teile des BVGer A-4192/2020 vom 25. März 2021 E. 2.3.6, A-5146/2018
vom 28. Juli 2020 E. 5.2.4).
2.2.6 Weiter besteht nach Ziff. IV Abs. 2 des Protokolls Einvernehmen dar-
über, dass die Steuerbehörden des ersuchenden Staates bei der Stellung
eines Amtshilfebegehrens nach Art. 25bis DBA CH-ES den Steuerbehörden
des ersuchten Staates die nachstehenden Angaben zu liefern haben:
a) die Identität der in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogenen
Person;
b) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden;
c) eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hin-
sichtlich der Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen
vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht;
d) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden;
e) soweit bekannt, den Namen und die Adresse des mutmasslichen Inha-
bers der verlangten Informationen.
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Seite 11
2.3 Ein wichtiges Element in der internationalen Behördenzusammenarbeit
bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch
oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit den in Art. 7 StAhiG
genannten Konstellationen – prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachver-
haltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völ-
kerrechtliches Vertrauensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4, 143 II 224 E. 6.3,
je mit weiteren Hinweisen; Urteil des BVGer A-2175/2021 vom 22. Septem-
ber E. 2.3). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das ganze Amtshilfever-
fahren. Dementsprechend ist die ESTV an die Darstellung des Sachver-
halts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht wegen offensichtli-
cher Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet werden kann (vgl.
BGE 139 II 451 E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-2175/2021 vom 22. Septem-
ber E. 2.3, A-674/2020 vom 24. August 2021 E. 3.9). Gleiches gilt für die
vom ersuchenden Staat abgegebenen Erklärungen. Werden diese sofort
entkräftet, kann der ersuchte Staat ihnen nicht mehr vertrauen (vgl. Urteil
des BVGer A-674/2020 vom 24. August 2021 E. 3.9). Folglich ist die Wah-
rung des Grundsatzes erst bei konkreten Anhaltspunkten auf eine zweck-
widrige Verwendung im ersuchenden Staat zu überprüfen (vgl. BGE 128 II
407 E. 3.2; Urteil des BGer 2C_653/2018 vom 26. Juli 2019 E. 7.3; Urteil
des BVGer A-5034/2020 vom 7. Mai 2021 E. 2.4.1). Es liegt dabei an der
betroffenen Person, den Sachverhalt mittels Urkunden klarerweise und
entscheidend zu widerlegen (vgl. BGE 139 II 451 E. 2.3.3; Urteile des
BVGer A-674/2020 vom 24. August 2021 E. 3.9, A-5034/2020 vom 7. Mai
2021 E. 2.4.1).
2.4
2.4.1 Nach dem in Ziff. IV Abs. 1 des Protokolls erwähnten Subsidiaritäts-
prinzip (vgl. dazu und zur vergleichbaren Regelung in Art. 6 Abs. 2 Bst. g
StAhiG statt vieler: Urteil des BVGer A-2725/2019 vom 25. Februar 2020
E. 2.6.1 mit Hinweisen) besteht Einvernehmen darüber, dass der ersu-
chende Vertragsstaat ein Begehren um Austausch von Informationen erst
dann stellt, wenn er zur Beschaffung der Informationen alle in seinem in-
nerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel ausge-
schöpft hat, sofern dies nicht mit unverhältnismässigen Schwierigkeiten
verbunden ist.
2.4.2 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (vgl. oben E. 2.3)
besteht rechtsprechungsgemäss kein Anlass, an einer von der ersuchen-
den Behörde abgegebenen Erklärung der Ausschöpfung aller üblichen in-
nerstaatlichen Mittel zu zweifeln, es sei denn, es liege ein gegen die Ein-
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Seite 12
haltung des Subsidiaritätsprinzips sprechendes sowie ein ernsthafte Zwei-
fel an der Richtigkeit der Erklärung begründendes konkretes Element vor
(vgl. BGE 144 II 206 E. 3.3.2; Urteile des BVGer A-2175/2021 vom
22. September 2021 E. 2.5.2, A-5034/2020 vom 7. Mai 2021 E. 2.5.2).
3.
Vorweg ist auf die Ausführungen des Beschwerdeführers im Zusammen-
hang mit dem Subsidiaritätsprinzip einzugehen. Der Beschwerdeführer
moniert diesbezüglich, die Aussage der AT, er, der Beschwerdeführer, habe
sich kategorisch geweigert, Informationen zur Verfügung zu stellen, sei un-
wahr.
Aus den Akten (act. 26, S. 58) geht indes hervor, dass der Vertreter des
Beschwerdeführers am 26. Juni 2019 (frei übersetzt) mitteilte, dass er
keine weiteren Angaben mache, welche nur vonnöten wären, wenn der Be-
schwerdeführer über eine Wohnstätte in Spanien verfügte:
«En consecuencia, por aplicación del CDI, como la única vivienda que dispone
mi representado está en [...] (Suiza), éste es residente en Suiza, por lo que el
que suscribe considera que no procede aportar ninguna otra información, que
sólo sería precisa en el caso de que mi representado tuviera una vivienda en
España.»
Die Aussage der AT im Ersuchen erweist sich somit nicht als falsch. Dem
Beschwerdeführer gelingt es folglich nicht, die Erklärung der AT in Zweifel
zu ziehen, weshalb in Anwendung des völkerrechtlichen Vertrauensprin-
zips davon auszugehen ist, dass die AT alle in ihrem innerstaatlichen Steu-
erverfahren vorgesehenen üblichen Mittel ausgeschöpft hat (vgl. oben
E. 2.4.1 f.).
4.
In der Hauptsache macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend,
der von der AT dargelegte Sachverhalt weise etliche Fehler, Lücken, Wi-
dersprüche und gar Falschaussagen auf. Da der AT nicht gelinge, rechts-
genügende Anhaltspunkte für eine Steuerpflicht in Spanien nachzuweisen,
könne gar keine Plausibilitätskontrolle vorgenommen werden bzw. fehle es
an der voraussichtlichen Erheblichkeit der ersuchten Informationen.
4.1
4.1.1 Betreffend seine wirtschaftlichen Interessen in Spanien bringt der Be-
schwerdeführer vor, seine Tätigkeit verlange eine gewisse Anwesenheit
vor Ort. So sei er in den Jahren 2014 bis 2016 mehrfach nach [..., Spanien]
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Seite 13
gereist und habe dabei ausnahmslos in Hotels übernachtet. Der Beschwer-
deführer untermauert diese Aussagen mit Rechnungen für Hotelübernach-
tungen und Flüge. Die Feststellung der AT, er habe jeweils zwischen 9.00
und 18.00 Uhr in [..., Spanien] in den Räumlichkeiten der B._ SA
gearbeitet, entspreche nicht den tatsächlichen Gegebenheiten, was die
B._ SA mit einem Schreiben auch klargestellt habe.
Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, nicht erkannt zu haben,
dass die AT den Sachverhalt fehlerhaft geschildert habe, sowie die einge-
reichten Belege nicht zum Anlass genommen zu haben, die Sachverhalts-
darstellung der AT zu entkräften.
4.1.2 Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Ausführungen zwar durch-
aus nachvollziehbar zu belegen, dass er jeweils in Hotels übernachtet hat.
Dass er in Spanien berufliche Interessen verfolgt, ist aber nicht zu überse-
hen und auch nicht bestritten. Bereits in diesem Umstand besteht ein mög-
licher Anknüpfungspunkt für die Besteuerung des Beschwerdeführers in
Spanien, werden doch beispielsweise auch in der Schweiz Verwaltungs-
räte mit Wohnsitz im Ausland besteuert (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. b des Bun-
desgesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG, SR 642.11]).
In Anbetracht der wirtschaftlichen Interessen, insbesondere den Gesell-
schaften im Besitz des Beschwerdeführers, bestehen folglich Anknüp-
fungspunkte für eine Steuerpflicht in Spanien. Damit ist den Anforderungen
an das Amtshilfegesuch insofern genüge getan, als die Informationen
grundsätzlich als voraussichtlich erheblich gelten könnten (vgl. oben
E. 2.2.5). Eine nähere Untersuchung der Steuerpflicht drängt sich nicht auf.
Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe der schweizerischen Behörden, zu be-
urteilen, ob nach spanischem Recht ein Steuerwohnsitz in Spanien besteht
(vgl. Urteil des BGer 2C_805/2018 vom 23. August 2019 E. 4.5 mit Hinweis
auf BGE 145 II 122 E. 2.2.2 und E. 3.2 sowie BGE 142 II 161 E. 2.2.2; Urteil
des BVGer A-1562/2018 vom 3. August 2020 E. 4.2). Auch auf die Grund-
lagen des innerstaatlichen spanischen Steuerrechts ist nicht weiter einzu-
gehen. Es obliegt nicht der ersuchten Behörde oder dem Bundesverwal-
tungsgericht, diese Rechtsgrundlagen auszulegen (vgl. Urteil des BVGer
A-140/2019 vom 13. Mai 2019 E. 5.3).
4.1.3 An dieser Feststellung vermag auch nichts zu ändern, dass der Be-
schwerdeführer nachvollziehbar begründet, dass er in Spanien über keine
ständige Wohnstätte verfügt und dies unter anderem mit zahlreichen Ho-
A-6201/2020
Seite 14
telrechnungen und Flugtickets belegt. Wenn die Vorinstanz in diesem Zu-
sammenhang die durch Rechnungen nachgewiesenen Hotelübernachtun-
gen als (reine) Parteibehauptungen würdigt, kann ihr insoweit nicht gefolgt
werden.
Es ist zudem davon auszugehen, dass die Wohnung im Besitz der
E._ SL aufgrund der vom Beschwerdeführer eingereichten Unterla-
gen tatsächlich vermietet wurde und dem Beschwerdeführer damit nicht
zur Verfügung gestanden hat. Ebenso scheint die Annahme der AT bzw.
der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer während seinen Aufenthalten
in [..., Spanien] die Wohnung seiner Ex-Frau bzw. seiner ehemaligen Part-
nerin genutzt haben soll, eher lebensfremd.
Der Vorinstanz kann des Weiteren nicht gefolgt werden, wenn sie dem Be-
schwerdeführer vorhält, seine Erklärungen reichten nicht aus, um den
Sachverhalt betreffend die verfügbaren Wohnungen zu widerlegen, da die
AT nicht präzisiert habe, um welche Wohnungen es sich handelt. Es kann
dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen, wenn die ersu-
chende Behörde bei der Darstellung des Sachverhalts Mutmassungen an-
stellt, welche es dem Beschwerdeführer faktisch verunmöglichen, diese
Vorbringen zu entkräften. Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, wenn
er ausführt, das Amtshilfeersuchen sei so zu verstehen, dass sich die AT
auf eine Wohnung der E._ SL bezieht.
Insgesamt vermag der Beschwerdeführer bezüglich der ständigen
Wohnstätte rechtsgenügende Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung der
AT zu erwecken. Wie vorstehend erwähnt, besteht indes im Grundsatz wei-
terhin ein Anknüpfungspunkt aufgrund der wirtschaftlichen Interessen des
Beschwerdeführers in Spanien (vgl. oben E. 4.1.2). Darin unterscheidet
sich der vorliegende Sachverhalt auch von demjenigen, welcher dem Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts A-3374/2018 vom 3. April 2019 zugrunde
lag, auf welches sich der Beschwerdeführer mit seiner Argumentation
stützt.
4.2 Sodann stellt sich die Frage, ob die konkreten, ersuchten Informationen
als voraussichtlich erheblich gelten können. Wie erwähnt beschränkt sich
das Bundesverwaltungsgericht darauf, zu prüfen, ob die ersuchten Infor-
mationen mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt zusammenhän-
gen und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Ver-
fahren verwendet zu werden bzw. ob im Zeitpunkt der Gesuchstellung eine
A-6201/2020
Seite 15
vernünftige Möglichkeit besteht, dass sich die Informationen als erheblich
erweisen werden (sog. Plausibilitätskontrolle; oben E. 2.2.3 f.).
4.2.1 Der Beschwerdeführer nimmt unter anderem Bezug auf den Einstel-
lungsentscheid der AT vom 5. Februar 2021 («Acuerdo de liquidación»;
oben Sachverhalt Bst. I). Die AT kommt darin zum Schluss, dass sie nicht
nachweisen könne, dass der Beschwerdeführer in Spanien über eine stän-
dige Wohnstätte verfüge. Da der Beschwerdeführer in der Schweiz über
eine solche Wohnstätte verfüge, sei die Frage nach der Ansässigkeit des
Beschwerdeführers provisorisch zugunsten der Schweiz zu entscheiden.
Die AT führt im besagten Entscheid weiter aus, sie gehe in Anbetracht der
provisorischen Natur des Einstellungsentscheids auf die weiteren Kriterien
der steuerlichen Ansässigkeit ein, da allenfalls mithilfe der in der Schweiz
ersuchten Informationen eine ständige Wohnstätte des Beschwerdeführers
in Spanien doch noch identifiziert werden könnte.
Aus den Erwägungen der AT leitet der Beschwerdeführer ab, es gehe Ers-
terer somit nur noch um die Feststellung einer ständigen Wohnstätte in
Spanien. Die AT habe indes nicht um Informationen ersucht, welche für
eine diesbezügliche Abklärung voraussichtlich erheblich sein könnten. In-
folgedessen sei das Amtshilfeverfahren mangels voraussichtlich erhebli-
cher Informationen einzustellen.
4.2.2 Demgegenüber legt die Vorinstanz eine E-Mail der AT vom 8. März
2021 ins Recht, worin Letztere bestätigt, dass sie die ersuchten Informati-
onen weiterhin benötigt.
4.2.3 Der Argumentation des Beschwerdeführers ist kein Erfolg beschie-
den. Sie greift zu kurz, da mit den ersuchten Informationen nicht nur neue
Tatsachen belegt, sondern auch bereits vorhandene Informationen über-
prüft werden können (vgl. Urteil des BGer 2C_616/2018 vom 9. Juli 2019
E. 9.4.1; Urteile des BVGer A-5034/2020 vom 7. Mai 2021 E. 3.3,
A-2667/2020 vom 12. Februar 2021 E. 7.4.1).
4.2.3.1 Was die ersuchten Unterlagen der Bank betrifft, so ist nicht ausge-
schlossen, dass diese der Offenlegung allfälliger relevanter Auslagen sei-
tens des Beschwerdeführers in Spanien und damit der Bestimmung des
Mittelpunkts der Lebensinteressen dienlich sein könnten. Diesbezüglich
besteht folglich ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und
der im ersuchenden Staat durchgeführten Untersuchung (vgl. oben
E. 2.2.3).
A-6201/2020
Seite 16
4.2.3.2 Die zu übermittelnden Informationen der F._ könnten dem-
gegenüber dazu dienen, die Aufenthalte des Beschwerdeführers in Spa-
nien nachzuzeichnen oder die bereits vorhandenen Informationen zu über-
prüfen (dazu auch nachfolgend E. 6.2.1 ff.). Auch in diesem Fall liegt der
erforderliche Zusammenhang zur Untersuchung vor.
4.2.3.3 Schliesslich beabsichtigt die Vorinstanz, die AT darüber zu informie-
ren, dass die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung des Beschwer-
deführers in einem Ruling bestimmt worden sei. Der Beschwerdeführer
bringt diesbezüglich vor, die Rechtslage habe im Jahr 2016 geändert. Seit-
her würden die Steuerfaktoren «in Übereinstimmung und Anpassung des
Steuerrulings mit der neuen Rechtslage festgesetzt». Die Sachverhaltsdar-
stellung im Ruling beziehe sich auf die Situation im Jahr [...; vor dem streit-
betroffenen Zeitraum] und zeige die Beweggründe für den Wegzug aus
Spanien, die damalige Lebenssituation sowie die wirtschaftlichen Verhält-
nisse im Moment des Wegzugs. Das Ruling führe zudem abschliessend
aus, dass die Steuerfaktoren unter dem Vorbehalt der Kontrollrechnung
bzw. der Veränderung seiner finanziellen Verhältnisse stünden.
Daraus schliesst der Beschwerdeführer, dass die beabsichtigte Information
betreffend die Bestimmung der Bemessungsgrundlage in einem Ruling für
die Jahre 2014 und 2015 unvollständig und irreführend, für das Jahr 2016
gar falsch sei. Die Antwort der Vorinstanz zur entsprechenden Frage der
AT sei deshalb ersatzlos zu streichen.
Vielmehr als auf das Ruling – welches ohnehin nicht übermittelt wird –
selbst abzustellen, ist der Antwort der Steuerverwaltung des Kantons [...]
vom 14. Januar 2020 auf die Anfrage der Vorinstanz (act. 37) Bedeutung
beizumessen. Die Steuerverwaltung beantwortet die Frage nach der Be-
stimmung der Bemessungsgrundlage wie folgt:
«Der Steuerpflichtige wird seit seinem Zuzug nach [...] ordentlich in der
Schweiz besteuert. Er entrichtet gemäss Art. 14 DBG eine Steuer nach dem
Aufwand. Die Bemessungsgrundlagen stützen sich auf das Ruling vom [...].
In der Beilage erhalten Sie eine Kopie des Rulings.»
Inwiefern die Antwort der Steuerverwaltung des Kantons [...] unrichtig sein
soll, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht rechts-
genügend dargelegt. Laut Aussage der Steuerverwaltung stützt sich diese
für die Bestimmung der Bemessungsgrundlagen weiterhin auf das Ruling.
Zudem steht eine jährliche Überprüfung der Situation der Anwendung des
A-6201/2020
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Rulings nicht entgegen, wurde dieser Vorbehalt doch im Ruling selbst ver-
merkt. Jedenfalls beantwortet die Steuerverwaltung die Anfrage nicht da-
hingehend, dass das Ruling nicht mehr gelten würde.
Im Übrigen spielt es keine Rolle, dass sich die Sachverhaltsdarstellungen
auf das Jahr [...; vor dem streitbetroffenen Zeitraum] beziehen, da das Ru-
ling selbst nicht übermittelt wird. Die Information, dass der Beschwerdefüh-
rer gestützt auf ein Ruling besteuert werde, könnte rechtsprechungsge-
mäss voraussichtlich erheblich sein und kann deshalb übermittelt werden
(vgl. Urteil des BVGer A-272/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 3.4.4).
4.2.4 Mithin sind die ersuchten Informationen – in Anbetracht der wirt-
schaftlichen Interessen des Beschwerdeführers in Spanien (oben E. 4.1.2)
– möglicherweise dazu geeignet, im ausländischen Verfahren verwendet
zu werden bzw. voraussichtlich erheblich.
4.3 Der Hauptantrag des Beschwerdeführers auf Aufhebung der
vorinstanzlichen Verfügung ist folglich abzuweisen.
5.
Der Beschwerdeführer verlangt mit seinem Eventualbegehren die Sistie-
rung des Amtshilfeverfahrens während der Dauer des Verständigungsver-
fahrens.
5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, der Zweck eines Amtshilfeersuchens
könne unter anderem in der Beurteilung der Ansässigkeit des Beschwer-
deführers liegen. Gleichzeitig bilde selbige Ansässigkeit ein zentrales Ele-
ment des Verständigungsverfahrens. Auch wenn ein Amtshilfeverfahren
und ein Verständigungsverfahren parallel laufen dürften, so der Beschwer-
deführer weiter, ergebe es aus prozessökonomischer Sicht keinen Sinn,
Informationen auszutauschen, ein Steuerverfahren in Spanien voranzutrei-
ben und ihn (den Beschwerdeführer) zu veranlagen, während in einem pa-
rallelen Verfahren festgestellt werden könnte, ob dem ersuchenden Staat
überhaupt das Besteuerungsrecht zukomme.
5.2 Wie der Beschwerdeführer richtigerweise ausführt, ist die Frage des
strittigen Steuerdomizils nicht im Amtshilfeverfahren zu beantworten. Viel-
mehr können die im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens ersuchten Infor-
mationen dem ersuchenden Staat dazu dienen, die Frage nach dem Steu-
erdomizil zu beantworten bzw. zu überprüfen (vgl. oben E. 2.2.4). Würde
das vorliegende Amtshilfeverfahren sistiert, so würden dem ersuchenden
A-6201/2020
Seite 18
Staat allenfalls genau jene Informationen vorenthalten, die im Rahmen des
Verständigungsverfahrens ausschlaggebend sein könnten.
Da es im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens gerade nicht in der Kompe-
tenz der ersuchten Behörde bzw. des Bundesverwaltungsgerichts liegt, die
Frage nach dem Steuerdomizil zu beurteilen (vgl. BGE 145 II 112 E. 2.2.2,
142 II 161 E. 2.2.2), besteht diesbezüglich auch keine Gefahr widersprüch-
licher Urteile. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass unter diesen Umständen
prozessökonomische Gründe für eine Sistierung sprechen sollen. Im Ge-
genteil ist das hier einzig zu beurteilende Amtshilfeverfahren möglichst zü-
gig durchzuführen (Art. 4 Abs. 2 StAhiG; zum Beschleunigungsgebot statt
vieler: Urteil des BGer 2C_804/2019 vom 21. April 2020 E. 3.1 ff.).
Der Eventualantrag auf Sistierung des vorliegenden Amtshilfeverfahrens
ist mithin abzuweisen.
6.
Subeventualiter beantragt der Beschwerdeführer die Rückweisung der Sa-
che an die Vorinstanz zur «gesetzeskonformen Anpassung und Schwär-
zung».
6.1 Betreffend die zur Übermittlung vorgesehenen Bankunterlagen bringt
der Beschwerdeführer pauschal vor, eine detaillierte Kontrolle der Schwär-
zungen habe nicht stattgefunden. Die gesetzmässige Schwärzung bedinge
aber eine detaillierte und umfassende Auseinandersetzung mit dem Inhalt
und dem Zusammenhang der einzelnen Dokumente.
Der Beschwerdeführer begnügt sich diesbezüglich mit einem pauschalen
Rückweisungsantrag. Zudem ist nicht ersichtlich und wird auch nicht gel-
tend gemacht, inwiefern die von der Vorinstanz – auf Anregung des Be-
schwerdeführers – vorgenommenen Korrekturen der Schwärzungen für
Letzteren nachteilig ausfallen sollen. Insgesamt sind betreffend die Bank-
daten aufgrund fehlender Substantiierung und nicht ersichtlicher Nachteile
keine zusätzlichen Schwärzungen angezeigt (vgl. Urteile des BVGer
A-6859/2019 vom 2. Dezember 2020 E. 2.7.4, A-4353/2016 vom 27. Feb-
ruar 2017 E. 5.2, A-6530/2012 vom 29. Mai 2013 E. 6.4).
6.2
6.2.1 Hinsichtlich der zu übermittelnden Flugdaten der F._ (Enclo-
sure 3 und 4) macht der Beschwerdeführer geltend, die Liste der Flugdaten
sei ungenau, zeige viele Flüge doppelt und weise klare Fehler auf. So trage
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Seite 19
die Liste nicht zur Klärung, sondern zur Verwirrung bei. Des Weiteren fehl-
ten auf der zweiten Seite von Enclosure 4 die Zahlungsdaten, was vor ei-
nem Austausch zu korrigieren sei. Zudem bemängelt der Beschwerdefüh-
rer, dass die Vorinstanz eigenhändig Änderungen an der Liste vorgenom-
men habe.
6.2.2 Die Vorinstanz hält diesbezüglich und mit Hinweis auf das Urteil des
Bundesgerichts 2C_726/2018 vom 14. Oktober 2019 dafür, dass die AT
ohne Weiteres erkennen könne, dass die Informationen umstritten seien,
weitere Klärungen erforderlich seien und sich ein Teil der Informationen
zwangsläufig als unzutreffend herausstellen würden. Aus diesem Grund
dürften die Informationen auch bei noch bestehenden Fehlern und Unklar-
heiten übermittelt werden.
Betreffend die eigenhändige Änderung der Liste entgegnet die Vorinstanz,
es handle sich bei der Flugliste nicht um ein Dokument mit offiziellem Cha-
rakter. Sie habe die Liste nicht in Eigenregie, sondern exakt so angepasst,
wie es die Informationsinhaberin mitgeteilt habe. Es mache keinen Unter-
schied, ob die Informationsinhaberin die Liste selbst anpasse oder bloss
die Informationen liefere, damit sie, die Vorinstanz, die Liste selbst anpas-
sen könne.
6.2.3 Das Bundesgericht hat in seinem Urteil, auf welches sich die
Vorinstanz bezieht, erwogen, dass die Amtshilfe ungebührlich verzögert
worden wäre, hätte die ESTV materiellrechtlich zu klären gehabt, ob eine
bestimmte Person Aktionär war oder nicht. Die Klärung materiellrechtlicher
Fragen sei nicht Zweck der Amtshilfe. Diese Überlegungen erfolgten vor
dem Hintergrund, dass der betroffene Aktionär als ebensolcher in Erschei-
nung getreten war. Zudem habe die ESTV Informationen übermittelt, wel-
che die beiden gegenteiligen Positionen (zum Aktionärsstatus) reflektiert
hätten. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass Informationen auch
dann weitergegeben werden könnten, wenn ein Teil derselben materiell-
rechtlich unzutreffend sei und damit potenziell falsche Informationen wei-
tergegeben würden (zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_276/2018 vom
14. Oktober 2019 E. 3.5).
6.2.4 Der Auffassung der Vorinstanz kann in diesem Zusammenhang nicht
gefolgt werden, da der vorliegende Fall anders liegt. Strittig ist nicht eine
materiellrechtliche Frage, sondern die Einträge in der Flugliste, mithin die
Feststellung von getätigten Buchungen bzw. eine Sachverhaltsfeststellung.
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Seite 20
Hinzu kommt, dass die Vorinstanz nicht selbst Informationen übermittelt,
welche auf einen allfälligen Widerspruch hinweisen könnten. Vielmehr soll
die AT die übermittelten Informationen verwenden, um die vom Beschwer-
deführer eingereichten Unterlagen zu prüfen. Dies mag freilich dazu füh-
ren, dass die AT auf Widersprüche stösst. Diese wird sie aber womöglich
zu Ungunsten des Beschwerdeführers werten, da sie die Informationen der
ersuchten Behörde möglicherweise übernimmt, ohne diese auf ihre Rich-
tigkeit hin zu überprüfen. Unter diesen Umständen ist es von zentraler Be-
deutung, dass keine falschen Informationen übermittelt werden, zumal
nach dem Verständnis der Vorinstanz die im Amtshilfeverfahren übermittel-
ten Informationen einen offizielleren und verbindlicheren Charakter aufwei-
sen als jene Informationen, welche der ersuchenden Behörde vom Be-
schwerdeführer direkt eingereicht werden.
Nicht nachvollziehbar ist zudem, weshalb die Vorinstanz falsche Informa-
tionen teilweise eigenhändig korrigiert, dies an anderen Stellen indes un-
terlässt bzw. einzelne Stellen schwärzt. Der Klarheit halber sind alle fehler-
haften Einträge zu korrigieren bzw. zu löschen.
6.2.5 Aus der Korrespondenz zwischen der Rechtsvertretung des Be-
schwerdeführers und der F._ geht hervor, dass die Liste weiterhin
Fehler aufweist. Die Vorinstanz ist deshalb anzuweisen, die Fluglisten (En-
closure 3 und 4) von der Informationsinhaberin (F._) so bereinigen
zu lassen, dass fehlerfrei ausschliesslich jene Flüge aufgeführt sind, wel-
che tatsächlich gebucht wurden. Doppelt aufgeführte Flugdaten sind von
der Informationsinhaberin (F._) zu löschen und nicht von der
Vorinstanz zu schwärzen. Letztlich sind auch die Zahlungsdaten vollstän-
dig (sofern vorhanden) aufzuführen (Enclosure 4).
7.
Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer mit seinem Sub-Subeventu-
alantrag die Streichung der beabsichtigten Antwort zu Frage n): «Yes, the
assessment base for the taxation of A._ was determined in a Ru-
ling.»
Wie vorgängig bereits ausgeführt wurde, ist diese Information als voraus-
sichtlich erheblich zu erachten (oben E. 4.2.3.3). Der Sub-Subeventualan-
trag ist mithin ebenfalls abzuweisen.
A-6201/2020
Seite 21
8.
Insgesamt ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen im Umfang des
Subeventualantrags betreffend die Liste der Flugdaten (E. 6.2.5) gutzu-
heissen, im Übrigen aber abzuweisen. Die Sache ist insofern an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
9.
9.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei
auferlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten
ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Insgesamt sind die Verfahrenskosten auf
Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und ausgangsgemäss dem
Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 4'000.-- aufzuerlegen. Letzterer Be-
trag ist dem geleisteten Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 5'000.-- zu
entnehmen. Der Restbetrag von Fr. 1'000.-- ist dem Beschwerdeführer
nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten.
Vorinstanzen sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2
VwVG).
9.2 Der teilweise obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE).
Da die Rechtsvertreter des Beschwerdeführers keine Kostennote einge-
reicht haben, ist die Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen
(Art. 14 Abs. 2 VGKE). Wie aus Art. 12 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 und
Art. 10 Abs. 1 VGKE hervorgeht, hat die Parteientschädigung nicht jeden
erdenklichen, sondern nur den notwendigen Aufwand zu ersetzen (Urteil
des BVGer A-2703/2020 vom 12. Mai 2021 E. 4.2.2).
Die reduzierte Parteientschädigung wird vorliegend praxisgemäss auf
Fr. 1'500.-- festgesetzt.
10.
Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-
sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur dann mit
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge-
richt weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-
cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen
besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt
A-6201/2020
Seite 22
(Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet
das Bundesgericht.