Decision ID: c497ef1d-2726-4cdd-9a7e-0c96dc13cfd2
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1960,
war
seit dem Jahre
1999
als selbstständiger
Metall
bauschlosser
tätig
und
zudem
seit April 2008
in einem Pensum von 50 % als Material
verwalter
bei
seiner Wohngemeinde
angestellt
(Urk. 6/13 Ziff. 5.4), als er sich a
m 28. November 2011 zur Früherfassung bei der Invalidenversi
cherung an
meldete
(Urk. 6/10). Nach entsprechender Abklärung und Aufforde
rung durch die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle (Urk. 6/11-12)
,
meldete sich der Versicherte am 28. Dezember 2011 wegen der Folgen eines
bei einem Unfall am
26.
März 2008 erlittenen
Kompressionsbru
ches
am Rücken zum Leistungsbezug an (Urk. 6/13 Ziff. 6.2-3). Die IV-Stelle holte in der Folge einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug; Urk. 6/22)
, einen Arbeitgeberbericht (Urk. 6/28) sowie medizinische Berichte (Urk. 6/29, Urk. 6/33, Urk. 6/35, Urk. 6/37-38
, Urk. 6/44
, Urk. 6/50-53, Urk. 6/56, Urk. 6/61
) ein
,
zog Unterlagen des
k
antonalen Steueramtes (Urk. 6/30) sowie des Unfallversicherers (Urk. 6/36) bei
und veranlasste eine
Abklärung für
Selbstständigerwerbende
(Urk. 6/66)
.
Am 23. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen Massnahmen möglich
(Urk. 6/45).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/68-69,
Urk. 6/73 = Urk. 6/77), in de
ss
en Rahmen weitere Arztberichte eingingen (Urk. 6/70, Urk. 6/72), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. April 2013 einen Ren
ten
anspruch des Versicherten (Urk. 6/87 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 8. April 2013 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 8. Mai 2013 Beschwerde und beantragte die Neuberechnung seines Rentenan
spruches (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2013 schloss die IV
Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Versicherten am 18. Juli 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Mit Schreiben vom 26. Juli 2013 legiti
mierte sich Rechtsanwalt Adrian Schmid als Rechtsvertreter des Versicherten (Urk. 9-10), worauf mit Verfügung vom 7. August 2013 antragsgemäss ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet wurde (Urk. 11).
A
m 14. November 2013
reichte Rechtsanwalt Adrian Schmid die
Replik ein (Urk. 15)
, wohingegen die IV-Stelle auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (Urk. 17). Dies wurde dem Versicherten am 18. Dezember 2013 mitgeteilt (Urk. 18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfä
hig und ihm daher eine Betriebsaufgabe zugunsten einer alternativen Tätigkeit zumutbar sei. Dabei resultiere keine Erwerbseinbusse (Urk. 2 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2013 führte die Beschwerdegegnerin sodann ergänzend aus, im Bericht zuhanden der Pensionskasse vom 22. No
vember 2012 werde keine Stellung dazu genommen, wie es sich mit der Arbeits
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit verhalte, weshalb er für die strittigen Belange nicht umfassend sei (Urk. 5).
2.2
Demgegenüber führte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde
(Urk. 1)
aus,
die 100%ige Arbeitsunfähigkeit beziehe sich auf eine schwere, körperliche Belastung und weniger auf die Tätigkeit des Metallbauschlossers. Derzeit sei er noch rekonvaleszent und
infolge verschiedener Operationen
zu 100 % arbeits
unfähig (S. 1 Ziff. 1). Das
Valideneinkommen
müsse zudem auf der Basis aller Einkünfte und unter Berücksichtigung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten als
Selbstständigerwerbender
berechnet werden (S. 3 oben). Ebenso sei die Ein
stufung bei den Tabellenlöhnen im Niveau 3 nicht nachvollziehbar (S. 3 Ziff. 3).
In der Replik (Urk. 15) machte der Beschwerdeführer sodann geltend,
die Tätig
keit als Materialverwalter bei
Wohng
emeinde habe er aufgrund der immer wieder auftretenden Rückenbeschwerden, welche durch den Unfall vo
n
2008 verstärkt worden seien, angenommen (S. 3 Ziff. 2). Bei der Berechnung des
Valideneinkommens
sei davon auszugehen, dass er vormittags als angestellter Materialverwalter und nachmittags sowie abends als selbstständiger
Metall
bauschlosser
arbeiten würde (S. 4 Ziff. 3). Aufgrund der (auch
gesundheitsbe
dingt
) schwankenden Verdienste der letzten Jahre sei das Einkommen aufgrund der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2010 zu ermitteln. Allerdings sei dabei auf das Anforderungsniveau 2 abzustellen. Ebenfalls zu berücksichtigen sei sodann das Nebenerwerbseinkommen aufgrund der Einsätze bei der Feuer
wehr. Insgesamt sei von einem
Valideneinkommen
in der Höhe von
rund
Fr. 96‘5
60
.
--
auszugehen (S. 5). Auch bei der Berechnung des
Invalidenein
kommens
sei auf die Lohnstrukturerhebung abzustellen, dabei jedoch entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht auf das
Anforderungsni
veau
3.
Letztmals habe er vor 20 Jahren Aus- und Weiterbildungen besucht
und
im administrativen Bereich verfüge er über keinerlei Berufserfahrung
. Z
udem sei er Legastheniker (S. 6 unten).
Es sei daher
vom Niveau
4 auszugehen und das Invalideneinkommen auf maximal Fr. 54‘000.-- festzusetzen (S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Vom 1
0.
bis 30. November 2011 weilte der Beschwerdeführer in
der
Y._
zur stationären Therapie. In ihrem Bericht vom 14. Dezember 2011 (Urk. 6/36/75-80) nannten die verantwortlichen
Ärzte folgende Diagnosen (S. 1):
chronisches
lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links
Hyperlaxizität
Wirbelsäulenfehlform bei Keilwirbelbildung LWK3 und
Wirbelsäulen
fehlhaltung
, muskuläre
Dysbalance
Vermehrtes ventrales Gleiten LWK3/4
Verdacht auf
Spondylolyse
mit
Listhesis
Grad I L5/S1
Osteoporose, Erstdiagnose 2008
LWK3 Fraktur März 2008 mit Keilwirbelbildung
Raynaud-Phänomen Hände beidseits ung
e
klärter Ätiologie
anamnestisch reaktive-depressive Verstimmung
anamnestisch
Gonarthrose
links
Seit dem 1. Februar 2011 sei der Beschwerdeführer 50 % arbeitsunfähig (S. 2). Das relevante Problem seien Funktionsstörungen der Lendenwirbelsäule und des linken Kniegelenks
.
Gewichtsbelastungen über 25 kg könnten mit zunehmenden
Wiederholungen nur noch ungenügend lumbal stabilisiert werden, kniende Arbeitshaltungen und hockende Positionen verstärkten die Kniebeschwerden. Die bisherige körperlich
schwere
Tätigkeit als Metallbauschlosser könne dem Beschwerdeführer nicht mehr zugemutet werden. Für eine mittelschwere
wech
selbelastende
Tätigkeit bestehe eine ganztägige 100%ige
Arbeitsfähigkeit, wobei Arbeiten auf den Knien, in der Hocke sowie in vorgeneigten Positionen nur manchmal vorkommen sollten (S.
3).
Im Wesentlichen dieselben Angaben machten die Ärzte auch in ihrem Bericht vom 16. März 2012 (Urk. 6/38).
3.
2
Am 11. Juli 2012 wurde im
Z._
die operative Sanierung der
Femoro
patellararthrose
links durchgeführt, wobei dies
e
eine
Hospitalisation
bis
am
17. Juli 2012 notwendig machte. Die verantwortlichen Ärzte beschrieben einen komplikationslosen intra- sowie postoperativen Verlauf und attestierten eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Dauer des Aufenthaltes (Urk. 6/53).
3.
3
In ihrem Bericht vom 27. August 2012
(Urk. 6/56) diagnostizierte
Dr.
med.
A._
, Oberärztin
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine mittelgradige
depressive
Episode bei
lumbospondylogenen
Schmerzen bei Status nach LWK-Kompressionsfraktur und Osteoporose (S. 2).
Zum aktuellen Zeitpunkt fänden sich weiterhin
Symptome
einer mittelgradigen Depression. Diese
seien auf die erhöhte psychosoziale Belastung zurückzuführen
. Es fänden sich eine depressive Stimmung, Verlust von Freude, Antriebsmangel sowie erhöhte Ermüdbarkeit, sozialer Rückzug und Schlafstörungen. Als Auswirkung hiervon zeigten sich für den Beschwerdeführer erhebliche Schwierigkeiten, sozi
ale, häusliche und berufliche
Aktivitäten fortzusetzen (S. 3). Konkrete Angaben über die Arbeitsfähigkeit machte Dr.
A._
allerdings nicht.
3.
4
Am 17. September 2012 wurde im
Z._
eine Schulterarthroskopie rechts durchgeführt. Nach einem postoperativ komplikatio
nslosen Verlauf konnte der Beschwerdeführer am 20. September 2012 entlassen werden, wobei die Ärzte eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum 26. September 2012 attestierten
und ein Nachkontrolle sechs Wochen postoperativ vorsahen
(Urk. 6/61).
3.
5
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt
FMH für Innere Medizin, speziel
l Herz-, Kreis
laufkrankheiten,
erstattete am 22. November 2012 sein im Auftrag des BVG-Versicherers erstelltes Gutachten
(Urk. 3/4). Dabei stützte er sich auf die vor
handenen Akten sowie eine
eigene Untersuchung des Beschwerdeführers am 8. August 2012 (S. 2 f.).
Dabei nannte Dr.
B._
folgende
Diagnosen (S. 15):
chronisches
lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont
mit/bei
LWK3-Fraktur am 26. März 2008 mit deutlicher Keilwirbelbildung und
hyperostotischer
Spondylose
v
ermehrtes ventrales Gleiten LWK3/4
d
egenerative Veränderungen mit
Spondylarthrosen
tieflumbal
Verdacht auf
Spondylolyse
mit
Listhesis
G
rad I LWK5/S1
a
usgeprägte muskuläre
Dysbalance
bei Status nach ungünstiger
Wirbel
säulenstatik
a
xiale und periphere Hypermobilität
a
namnestisch reaktive-depressive Verstimmung
Status nach
Femoropatellarprothese
links am 17. September 2012 bei fort
geschrittener
Femoropatellararthrose
links
v
orbekannte
Coxarthrose
beidseits bei
femoroacetabulärem
Impingement
Arthroskopie Schulter rechts:
Bizepstenolyse
, Tenotomie,
Debridement
SS-Seh
n
en,
Refixation
SSC-Sehne (PPEK
Pushlock
),
subakromiale
Dekompression mit
Acromioplastik
, laterale
Clavicularesektion
am 17. Sep
tember
2012 bei vorbekanntem
s
ubacromialem
Impingement
mit AC-Arthrose und Partialruptur
Bizepssehne
SSC-/SS-Sehnen Schulter rechts
Am 26.
Juli 2011 sei
en
in der
Y._
eine
interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung sowie ein Job Match durchgeführt worden. Dabei sei für die im Umfang von 50 % ausgeübte Tätigkeit als selbstständiger Konstruktionsschlosser eine Berufsunfä
higkeit festgestellt worden. Für die Tätigkeit als Materialwart-Stellvertreter sei der Beschwerdeführer als 50 % arbeitsfähig eingestuft worden. Zwischenzeitlich hätten sich zusätzliche von der
initialen
Rückenschmerzproblematik unab
hängige Krankheitsaspekte entwickelt, welche zur länger anhaltenden Arbeits
unfähigkeit geführt hätten. Aktuell bestehe einerseits
aufgrund
der
Knieopera
tion
links
und
andererseits
aufgrund
der Schulteroperation rechts ein länger anhaltendes postoperatives Rehabilitationsintervall. Erfahrungsgemäss dürfe die Vollbelastung bei durchgeführter Schulteroperation zirka sechs Monate später erfolgen, so dass nicht vor April/Mai 2013 mit der Wiederaufnahme der Berufstätigkeit gerechnet werden könne (S. 16).
Ein Nachuntersuch sei daher nicht vor Mai 2013 durchzuführen. Aktuell bestehe für die seit dem Jahre 2008 ausgeführte Tätigkeit als Materialwart-Stellvertreter mit einem Arbeitspensum von 50 % eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es dürfe davon ausgegangen wer
den, dass der Beschwerdeführer nach sanierter Schulterproblematik rechts und operativ behandelter Knieproblematik links längerfristig seine Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich wieder zurückgewinnen werde. Die im Mai 2013 durchzuführende Nachuntersuchung solle diese aktuell prognostische Einschätzung verifizieren (S. 17).
Es gebe aktuell keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich als
Mate
rialwart-Stellvertreter
(S. 17
lit
. a), es sei davon auszugehen, dass der Beschwer
deführer spätestens im April 2013 die Tätigkeit als Materialwart-Stellvertreter in einem Pensum von 50 % wieder aufnehmen könne (S. 17
lit
. b).
3.
6
Die übrigen bei den Akten liegenden Arztberichte (
Urk. 6/29, Urk. 6/33
, Urk. 6/35
, Urk. 6/36/82-103,
Urk. 6/
36/
106-107, Urk.
6/36/114-125, Urk. 6/37
, Urk. 6/44, Urk. 6/50-53
, Urk. 6/70
) enthalten keine für die Beurteilung der vor
liegend strittigen Fragen relevanten Angaben, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
4.
4.
1
Bereits nach dem stationären Aufenthalt
in der
Y._
im November
2011 hielten die Ärzte die bisherige körperlich schwere Tätigkeit als
Metallbau
schlosser
für nicht mehr zumutbar, attestierten
hingegen
eine 50%ige Arbeits
fähigkeit als Materialwart
sowie eine volle Arbeitsfähigkeit für eine körperlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit
(E. 3.1).
N
ach diesem Aufenthalt
kamen
zusätzliche
Knie- sowie Schulterbeschwerden hinzu, welche
am 11. Juli 2012
beziehungsweise
17. September 2012
ein operatives Eingreifen notwendig machten (
E.3.2,
E. 3.
4
).
I
n seinem Gutachten
vom 22. November 2012
zu
Han
den
des BVG-Versicherers hielt
Dr.
B._
nachvollziehbar
fest, zum Zeitpunkt der Begutachtung am 8. August 2012 habe sich der Beschwerdeführer immer noch und mindestens für ein halbes Jahr in einem postoperativen
Rehabilitati
onsintervall
mit krankheitsbedingter 100%iger Arbeitsunfähigkeit befunden
. Die
berufliche Leistungsfähigkeit könne daher erst nach Durchführung einer Nach
untersuchung im Mai
2013 beurteilt werden
.
Die Ausführungen von Dr.
B._
, wonach sich zum
Begutachtungsz
eitpunkt keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit im Tätigkeitsbe
reich als Materialwart mit einem
Pensum von 50 % fänden, deuten
zwar
darauf hin, dass sich der Verlauf bis
da
hin problem- und komplikationslos gestaltet
e
. Dennoch kann nicht ohne
Weiteres
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf der sechsmonatigen Rehabilitationsphase
prob
lemlos wieder
mit voller Arbeitsfähigkeit in den Arbeitsprozess einsteigen
konnte
.
Ebenso ist unklar, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer wieder zugemutet werden können
beziehungsweise
welche körperlichen Belastungen möglich sind.
4.2
F
ür die Verifizierung
der gestellten
Prognose
sowie
die
Feststellung, welche Tätig
keiten dem Beschwerdeführer nun tatsächlich noch zugemutet werden können,
ist gemäss den Ausführungen
von Dr.
B._
eine Nachuntersuchung notwendig
.
Eine solche wurde jedoch weder durchgeführt
noch finden sich
aktuelle Arztberichte
in den Akten
, aus welchen sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach Ablauf der Rehabilitationsphase
und unter Berücksich
tigung der gesamten gesundheitlichen Situation
ergibt
.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich damit als ungenügend abgeklärt
und der Fall ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, welche gestützt auf die ergänzenden Abklärungen über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben wird.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts
U 199/02 vom 10. Februar 2004
E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen sind.
5.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine
Prozessentschädi
gung
von Fr.
1
’
9
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.