Decision ID: a4276d0a-d30d-5ebf-9e28-f3230597f493
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2005 wegen chronischer Rückenschmerzen zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen an (IV-act. 2).
A.b Im Arztbericht vom 3. Januar 2006 diagnostizierte Dr. med. B._, Facharzt FMH
für Allgemeinmedizin, ein chronifiziertes lumbo-spondylogenes Syndrom rechts bei
kleinen Discushernien L4/L5 rechts und L5/S1 links sowie Spondylarthrosen L4/L5 und
L5/S1. Als Maschinenführer sei er nicht mehr arbeitsfähig, die neue Tätigkeit mit
Kontrollarbeiten sei ihm halbtags zumutbar (IV-act. 10). Die Arbeitgeberin des
Versicherten löste das Arbeitsverhältnis per 30. April 2006 auf (IV-act. 14). Der RAD-
Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Arbeitsmedizin, attestierte dem Versicherten in der
Stellungnahme vom 14. August 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 80% für körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten (IV-act. 22). Mit Verfügungen vom 31. Oktober
2006 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen und der Anspruch auf eine
Invalidenrente abgewiesen. Bei einem Leidensabzug von 10% wurde ein
Invaliditätsgrad von 32% ermittelt (IV-act. 40 f.).
A.c Mit Verfügung vom 16. Februar 2007 wurde die Verfügung vom 31. Oktober 2006
widerrufen. Der Entscheid werde nochmals überprüft und die notwendigen
Abklärungen vorgenommen (IV-act. 67). Daraufhin wurde das mit Beschwerde vom 1.
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Dezember 2006 (IV-act. 49) eröffnete Verfahren vor dem Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen (IV 2006/267) am 15. März 2007 abgeschrieben (IV-act. 75).
A.d Nach der Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen (insb. Gutachten vom 6.
August 2007 und vom 18. Mai 2009 des Servizio Accertamento Medico Bellinzona
[SAM; IV-act. 83 und 146, Übersetzung IV-act. 212]) wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 14. Januar 2010 ab. Die
Abklärungen hätten ergeben, dass er in der bisherigen Tätigkeit als Maschinist sowie in
jeder anderen, der Behinderung angepassten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei (IV-act.
174). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 17. Februar 2010 (IV-act. 178) hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 17. Oktober 2011
teilweise gut, hob die Verfügung vom 14. Januar 2010 auf und wies die Sache zur
weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück. Die psychiatrische Beurteilung des SAM-
Gutachtens bilde keine genügend aussagekräftige Grundlage zur Beurteilung des
Rentenanspruchs. Andererseits könne auch nicht unbesehen auf die früheren
Beurteilungen der behandelnden Psychiater abgestellt werden, zumal die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Verlauf des streitigen langen Zeitraums erheblich
divergierten (IV-act. 217; IV 2010/70).
A.e Im Gutachten vom 6. Juni 2012 der MEDAS Ostschweiz (MEDAS-Gutachten),
welches gestützt auf Untersuchungen vom 29. Februar 2012 erfolgte, stellten die
Experten keine Diagnose mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Als
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten sie ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, sporadisch auftretenden
Kopfschmerz, eine leichte depressive Störung mit somatischem Syndrom, eine
Schmerzstörung mit psychischen und körperlichen Faktoren sowie eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlichen Zügen auf. Es bestehe zu
keinem Zeitpunkt ein Gesundheitsschaden, der versicherungsmedizinisch betrachtet
eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
begründen könne (IV-act. 226). In der Stellungnahme vom 11. Juni 2012 wurde das
Gutachten vom RAD als umfassend, konsistent, nachvollziehbar und in sich
widerspruchsfrei beurteilt; es könne vollumfänglich darauf abgestellt werden (IV-act.
227).
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A.f Mit Vorbescheid vom 13. Juli 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Das MEDAS-Gutachten habe ergeben,
dass beim Versicherten kein Gesundheitsschaden vorliege, welcher eine verminderte
Arbeitsfähigkeit begründen würde (IV-act. 231).
A.g Mit Einwand vom 19. September 2012 machte der Versicherte geltend, dass das
MEDAS-Gutachten erhebliche formelle und inhaltliche Mängel aufweise. Es sei nicht
schlüssig und eine untaugliche Entscheidungsgrundlage. Es sei davon auszugehen,
dass der Versicherte aus psychiatrischer Sicht zumindest 50% arbeitsunfähig sei.
Hinzu komme somatisch eine nicht unerhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit.
Dem Einwand wurden je ein Schreiben von med. pract. D._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, St. Gallen, vom 3. September 2012 und von Dr. med. E._,
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 12. September 2012 beigelegt, in welchen sie
sich zum MEDAS-Gutachten äusserten (IV-act. 236).
A.h Mit Schreiben vom 12. Dezember 2012 nahmen die MEDAS-Gutachter zu den
Vorwürfen gegen ihr Gutachten Stellung und bestätigten ihre ursprüngliche Beurteilung
(IV-act. 242).
A.i Mit Schreiben vom 11. März 2013 hielt der Versicherte an seinen Vorwürfen gegen
das MEDAS-Gutachten fest und reichte dazu je eine Stellungnahme von med. pract.
D._ vom 4. Februar 2013 und von Dr. E._ vom 11. Februar 2013 ein (IV-act. 247).
A.j Mit Verfügung vom 21. März 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab (IV-act. 248).
A.k Mit Schreiben vom 27. März 2013 berichtete Dr. E._ von einer Verschlechterung
des Gesundheitszustands des Versicherten. Bei ihm sei ein bösartiger Tumor der
Harnblase festgestellt worden (IV-act. 249).
A.l Mit Schreiben vom 8. April 2013 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 21. März
2013, da das neue Beschwerdebild des Versicherten näher abgeklärt werden müsse
(IV-act. 252).
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A.m Im Schreiben vom 9. April 2013 an den Rechtsvertreter des Versicherten gab med.
pract. D._ an, dass sich der gesundheitliche Zustand des Versicherten in den letzten
Monaten verschlechtert habe, es liege nun eine schwergradige depressive Episode vor.
Die Arbeitsfähigkeit sei zu mindestens 70 bis 80% eingeschränkt (IV-act. 254).
A.n Im Arztbericht vom 28. Juni 2013 gab Dr. E._ an, dass der Versicherte weiterhin
100% arbeitsunfähig sei. Er sei kaum in der Lage einer körperlichen Tätigkeit
nachzugehen. Ein papilläres Urothelkarzinom an der Blasenhinterwand sei am 5. April
2013 operativ entfernt worden. Die Prognose sei noch unklar (IV-act. 257).
A.o Im undatierten Arztbericht (Eingang bei der IV-Stelle am 21. August 2013)
berichtete Dr. med. F._, Facharzt für Urologie FMH, dass die transurethrale
Resektion der drei kleinen, oberflächlichen papillären Tumore problemlos erfolgt sei.
Eine Nachbehandlung sei nicht erforderlich. In Bezug auf die urologische Diagnose sei
keine Arbeitsunfähigkeit bleibender Art zu erwarten (IV-act. 261).
A.p Mit Vorbescheid vom 25. September 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Die aktuellen Beschwerden von
Seiten der Harnblase führten nicht zu einer verminderten Arbeitsfähigkeit. Auch die
vom behandelnden Psychiater erwähnte phasenweise Verschlechterung der
depressiven Verstimmtheit ändere nichts an der Einschätzung der dauerhaften, für die
Rentenprüfung relevanten Leistungsfähigkeit im Sinne des MEDAS-Gutachtens von
2012. Somit bestehe auch aus psychiatrischer Sicht weiterhin eine volle
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 266).
A.q Mit Einwand vom 1. Oktober 2013 beantragte der Versicherte eine
beschwerdefähige Verfügung, da weder die IV-Stelle geschweige denn der RAD willens
seien, sich mit den ausführlichen und differenzierten Eingaben auseinanderzusetzen
(IV-act. 267).
A.r Mit Verfügung vom 4. Oktober 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab (IV-act. 268).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 6. November 2013. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer ganzen
Invalidenrente. Eventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, um weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und nach
anschliessender Neubeurteilung die Leistungsansprüche neu festzusetzen bzw. neu zu
verfügen. Die MEDAS Ostschweiz sei nicht bereit, sich mit den begründeten
Einwänden gegen ihr Gutachten kritisch auseinanderzusetzen. Insbesondere der
angegriffene psychiatrische Teilgutachter verteidige sein mangelhaftes Gutachten,
wodurch dieser als befangen erscheine. Es sei daher unverständlich, weshalb die
MEDAS Ostschweiz die Einwände nicht einem anderen, unbeteiligten Psychiater zur
Beurteilung vorgelegt habe, zumal es sich beim behandelnden Psychiater med. pract.
D._ ebenfalls um einen erfahrenen MEDAS-Gutachter handle. Völlig unverständlich
sei, dass sich der RAD-Arzt Dr. G._ als Internist die Kompetenz anmasse, die
Begründetheit des psychiatrischen Teilgutachtens einerseits und die dagegen
erhobenen fachpsychiatrischen Einwände zu beurteilen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeergänzung vom 8. April 2014 brachte der Beschwerdeführer vor,
dass sich sein Gesundheitszustand seit der MEDAS-Begutachtung am 29. Februar
2012 erheblich verschlechtert habe. Med. pract. D._ diagnostiziere daher seit einigen
Monaten eine schwergradige depressive Episode und verneine eine Arbeitsfähigkeit.
Der Beschwerdeergänzung wurden zwei Schreiben von med. pract. D._ vom 9.
Oktober 2013 und vom 15. Dezember 2013 beigelegt (act. G 10).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Es sei ohne Abstriche auf das MEDAS-Gutachten
abzustellen. Selbst wenn eine mittel- bzw. schwergradige Depression vorliegen würde,
wäre diese nicht invalidisierend (act. G 12).
B.d Mit Replik vom 17. November 2014 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Die Diagnose einer leichten Depression, welche der psychiatrische
Gutachter gestellt habe, sei nicht mit dem gut dokumentierten, langjährigen
Krankheitsverlauf vereinbar, wo durchwegs eine mittelgradige bis schwere Depression
diagnostiziert worden sei. Es seien zahlreiche Hinweise vorhanden, dass die
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Beurteilung von med. pract. H._ unhaltbar sei und ein schwerer psychiatrischer
Befund vorliege. Es könne weder in somatischer noch in psychiatrischer Hinsicht auf
das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Stattdessen sei auf die Beurteilung von
med. pract. D._ abzustellen, wonach sich der Gesundheitszustand seit Anfang 2013
verschlechtert habe und eine schwere Depression vorliege, sodass die
Arbeitsunfähigkeit 70 bis 80% betrage (act. G 21).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G
23).
B.f Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 25)
beauftragte das Versicherungsgericht am 4. Mai 2016 das Zentrum für Medizinische
Begutachtung (ZMB) in Basel mit der Erstellung eines rheumatologischen und
psychiatrischen Gutachtens (act. G 27).
B.g Der Beschwerdeführer wurde vom 12. bis 16. September im ZMB
allgemeininternistisch, rheumatologisch, urologisch, ophthalmologisch und
psychiatrisch untersucht. Im interdisziplinären Gutachten vom 12. Dezember 2016
wurde als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlichen Zügen bei Ereignissen in der
Kindheit, die den Verlust des Selbstvertrauens zur Folge haben (Gesichtsentstellung bei
Status nach Augenverletzung links 1967/68 mit konsekutivem Schielen und
Linsentrübung), eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und körperlichen
Faktoren, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode; ein
chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit/bei degenerativen Veränderungen der
Segmente LWK4/5 und LWK5/SWK1 sowohl osteodiscal wie auch der
Zwischenwirbelgelenke, welche über die Jahre leicht progredient waren, insuffizienter
muskulärer Stabilisation, ungünstiger statischer Belastung durch die abdominalbetonte
Adipositas, ein cervicales Schmerzsyndrom mit linksseitiger Brachialgie mit/bei
Osteochondrosen, ventralen Spondylosen und Uncarthrosen HWK5/6 und HWK6/7
und leichtgradiger Acromioclaviculargelenksarthrose links sowie
Supraspinatustendinose links, und Osteochondrosen der Brustwirbelsäule bei
fehlenden Hinweisen für eine radiculäre Reizproblematik sowie eine Amaurose des
linken Auges festgehalten. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
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wurden eine Hyperopie mit Astigmatismus rechts, eine Presbyopie, eine Cataracta
senilis incipiens, gluteal rechtsseitige Schmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein
und organisch schwer zu erklärender Hyposensibilität des gesamten rechten Beines
lateral-betont mit/bei beginnender Coxarthrose rechts bei prädisponierender
Offsetstörung und degenerativer Labrumläsion und radiologischen Fibroostosen
beidseits als Hinweise für eine chronische Überlastung der Glutealmuskulatur, eine
Adipositas (BMI 38), eine arterielle Hypertonie, eine Dyslipidämie, ein Verdacht auf
COPD bei Nikotinabusus, eine Hepatopathie in den Akten beschrieben, aktuell normale
Transaminasen, eine Störung durch multiplen Substanzgebrauch (iatrogen Sedativa,
Hypnotika, Opioide) sowie Status nach Problemen zum Ehepartner, nach
Inguinalhernienoperation, nach multilokulärem Urothelcarcinom der Harnblase, nach
TUR-Blase 2013 und nach TUR-Blase 01/2016 (ohne Carcinom-Nachweis) aufgeführt.
Gesamthaft würde die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit medizinisch mit 40%
beurteilt, damit sei ein um 40% reduziertes Rendement bei einer vollschichtigen
Tätigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gemeint, wobei die bisherige Tätigkeit aus rein
somatischen Gründen nicht mehr zumutbar sei (act. G 40, insb. S. 106 ff.).
B.h Mit Schreiben vom 25. April 2017 reichte der Beschwerdeführer je eine
Stellungnahme von med. pract. D._ und von Dr. E._ zum Gerichtsgutachten ein.
Beide Ärzte würden zum Schluss kommen, dass der Beschwerdeführer zu 100%
arbeitsunfähig sei (act. G 49).
B.i Die Beschwerdegegnerin liess sich zum Gerichtsgutachten nicht vernehmen.

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar
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2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen
führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit
Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 4. Oktober 2013 ergangen (IV-act.
268), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (Anmeldung im
Dezember 2005; IV-act. 2). Daher ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab 1. Januar 2012
geltenden Normen der IV-Revision 6a. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012
gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich
auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
1.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
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1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindesten 40% auf eine
Viertelsrente.
1.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sacherhalts zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorab die Frage, ob das Gerichtsgutachten vom 12. Dezember 2016
(act. G 40) eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers erlaubt.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren
sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Bezüglich Gerichtsgutachten hat
die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche „nicht ohne zwingende Gründe“
von den Einschätzungen der medizinischen Experten ab. Auch der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von
einem Gericht ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise
hohes Gewicht zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen).
2.3 Das Gutachten wird bezüglich der psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr. E._ (act. G 49.1) und insbesondere von med. pract. D._ (act. G 49.2) kritisiert.
Med. pract. D._ führt diesbezüglich aus, dass die Diagnosen für ihn nur teilweise
nachvollziehbar seien und er teilweise andere Diagnosen gestellt und auch die
Arbeitsfähigkeit anders beurteilt habe. Entgegen der vom ZMB-Gutachter
diagnostizierten leichtgradigen depressiven Episode habe er bis Ende 2012 eine
mittelgradige depressive Episode und ab 2013 eine schwergradige depressive Episode
diagnostiziert. Dies könne er damit begründen, dass insgesamt acht Kriterien zur
Stellung der Diagnose einer depressiven Episode erfüllt seien. Weiter sei nicht von
einer rezidivierenden depressiven Störung, sondern von einer chronifizierten, lange
dauernden depressiven Episode auszugehen.
2.4 In diesem Zusammenhang gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass
rechtsprechungsgemäss unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Behandlungs- und Abklärungsauftrag es nicht angehen kann, eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
hingegen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und
die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen).
Weiter ist zu beachten, dass - behandelnde und begutachtende - Psychiater, die mit
der gleichen Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und
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Situationen konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen
Beeinträchtigungen und - invalidenversicherungsrechtlich entscheidend - deren
Schweregrades mitsamt den sich daraus ergebenen Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit gelangen können. Diese in der Natur der Sache begründete,
weitgehend fehlende Validierbarkeit („Reliabilität“) psychiatrischer Diagnosen kann
nicht automatisch zu Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen
Berichten und Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die
Anforderung an beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29.
September 2009, 9C_661/09, E. 3.2).
2.5 Bei der Würdigung des sehr umfangreichen Gerichtsgutachtens ist zu
berücksichtigen, dass dieses auf eigenständigen und gründlichen Abklärungen beruht.
Die medizinischen Vorakten wurden im Gesamtgutachten und zusätzlich von den
einzelnen Gutachtern verwertet und ausführlich diskutiert. Insgesamt wurden die
streitigen Belange umfassend abgeklärt. Bezüglich der Teilgutachten allgemeine
Medizin, Rheumatologie, Urologie und Ophthalmologie wurden vom Beschwerdeführer
bzw. den behandelnden Ärzten keine Mängel geltend gemacht. Med. pract. D._
brachte gegen das psychiatrische Gutachten – welches er als ausführlich, gut lesbar
und auch formal korrekt bezeichnete – vor, dass er von Beginn der ambulanten
psychiatrischen Behandlung an die Diagnose einer mittelgradigen bzw.
schwergradigen depressiven Episode gestellt habe. Dies begründet er im Wesentlichen
damit, dass der Beschwerdeführer insgesamt acht Kriterien zur Stellung der Diagnose
einer depressiven Episode gemäss ICD-10 erfülle, womit der Schweregrad weiterhin
schwergradig ausgeprägt sei. Die Diagnosen im Gutachten seien für ihn deshalb nur
teilweise nachvollziehbar und er komme damit auch auf eine andere
Arbeitsfähigkeitseinschätzung (act. G 49.2, S. 1 ff.). Bereits im Bericht vom 3.
September 2012 hatte med. pract. D._ gleich argumentiert, als er das MEDAS-
Gutachten kritisiert und festgehalten hatte, dass sechs oder sieben Kriterien zur
Stellung der Diagnose einer depressiven Episode erfüllt seien (IV-act. 236-7 ff.). Der
psychiatrische MEDAS-Gutachter hatte in seiner Stellungnahme vom 12. Dezember
2012 ausgeführt, dass eine psychische affektive Erkrankung keine lineare Erkrankung
mit immer gleicher Ausprägung sei, sondern Schwankungen und Veränderungen
unterliege. Somit könne dies auch zu verschiedenen Beurteilungen führen. Selber
nehme er Abstand vom Vorgehen des Aneinanderreihens von Symptomen, um den
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Schweregrad eines affektiven Leidens zu bestimmen. Es stelle sich immer auch die
Frage, inwieweit die Symptome ausgeprägt seien und ob es daneben andere
psychische Erkrankungen gebe, die zusätzlichen Einfluss hätten (IV-act. 242-6 f.). In
der Befunderhebung führt der psychiatrische ZMB-Gutachter aus, dass sich der
Beschwerdeführer in leichtgradig gedrückter Stimmung befinde, ein leichtgradiger
Interessenverlust, eine leichtgradige Freudlosigkeit, ein mittelgradig gemindertes
Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen, mittelgradige Gefühle von Wertlosigkeit, mittelgradig
pessimistische Zukunftsperspektiven und mittelgradige latente Suizidgedanken
bestünden, der Schlaf leichtgradig gestört sei und nach wie vor ein gewisses Eheleben
vorhanden sei (act. G 40, S. 52). Er habe Freude an seinen Enkelkindern, während der
Exploration sei wiederholt ein reaktives Lächeln aufgetreten und die Emotionalität sei
insgesamt weich gewesen (act. G 40, S. 59). Der psychiatrische ZMB-Gutachter
kritisiert seinerseits die Beurteilung von med. pract. D._, indem er ausführt, dass aus
seiner Sicht das Ausmass der Depressionstiefe nicht ausschliesslich durch
Aneinanderreihen der Kriterien bestimmt werden könne. Zudem würden psychosoziale
Faktoren und emotionale Konflikte nicht ausgeklammert. Die Differenzierung zwischen
leichter, mittelgradiger und schwerer depressiver Episode basiere auf einer komplexen
klinischen Beurteilung, welche die Anzahl, Art und Schwere der vorliegenden
Symptome berücksichtige. Zudem müsse gutachterlich versucht werden, zwischen
nichtandauernden, das heisst reaktiv-depressiven Anteilen, und einer andauernden
depressiven Episode zu unterscheiden. Ein Teil der depressiven Problematik müsse
anhand des Verlaufes reaktiv auf dem Boden der Persönlichkeitsproblematik
verstanden werden. Dieser Anteil sei nicht andauernd (act. G 40, S. 80 f.). Nicht wenige
der depressiven Kriterien von ICD 10 würden vor allem auf Aussagen der Betroffenen
beruhen und müssten entsprechend gewichtet werden. Je grösser die Tiefe einer
Depression sei, desto eher könnten die Befunde während der Exploration objektiviert
werden, eine derartige Tiefe habe weder in den Akten noch anlässlich der aktuellen
psychiatrischen Exploration nachgewiesen werden können (act. G 40, S. 85). Mit
diesen Ausführungen begründet der Gutachter seine Beurteilung und die gezogenen
Schlussfolgerungen überzeugend. Bezüglich der Beurteilung der Schwere der
depressiven Erkrankung vertreten sowohl die Gutachter der MEDAS als auch des ZMB
entgegen med. pract. D._ dieselbe Meinung. Die Argumentation der Gutachter
überzeugt vorliegend. Weiter begründet der ZMB-Gutachter mit dem Vorliegen von
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reaktiv-depressiven Anteilen auch nachvollziehbar, weshalb er im Gegensatz zu med.
pract. D._ eine rezidivierende depressive Störung diagnostizierte. Aufgrund der
abweichenden Diagnose ist auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ZMB-Gutachter
nachvollziehbar, was auch med. pract. D._ einräumt (act. G 49.2, S. 11).
2.6 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist aus medizinischer Sicht auf das
Gerichtsgutachten abzustellen und davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in
einer adaptierten Tätigkeit in der Arbeitsfähigkeit bei einer vollschichtigen Tätigkeit um
40% eingeschränkt ist. Gemäss den Gutachtern gilt diese Arbeitsunfähigkeit von 40%
ab Krankschreibung im Jahr 2005 (act. G 40, S. 101), somit ab 15. März 2005 (vgl. IV-
act. 3-2). Ideal ist eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit die
Körperposition gelegentlich zu wechseln, also nicht in Zwangshaltung arbeiten zu
müssen (act. G 40 S. 110). Aufgrund der degenerativen Veränderungen sowohl des
lumbalen, wie auch cervicalen Achsenskelettes ist dieses minderbelastbar und der
Beschwerdeführer kann körperlich schwere oder Schwerstarbeiten nicht mehr
ausüben. Möglich sind aber alle leichten bis maximal intermittierend mittelschweren,
rückenadaptierten und wechselbelastenden Tätigkeiten. Aufgrund der beginnenden
Coxarthrose rechts sind zudem Arbeiten, die mit dauerndem Steigen auf Treppen oder
Leitern verbunden sind, Arbeiten, die in der Höhe verrichtet werden müssen sowie
Arbeiten, die mit Gehen auf unebenem Gelände verbunden sind, ausgeschlossen.
Zudem ist dauerndes oder wiederholtes Arbeiten mit den Armen in und über der
Horizontalen, insbesondere mit Gewichtsbelastungen über 10kg auszuschliessen.
Weiter ist der Versicherte einäugig, weshalb er nicht für Tätigkeiten, welche
Stereosehen voraussetzen, eingesetzt werden kann (act. G 40, S. 101 f. und S. 109).
Psychiatrischerseits ist der Beschwerdeführer auf eine verständnisvolle
Arbeitsplatzumgebung angewiesen (act. G 40, S. 110).
3.
Hinsichtlich des allfälligen Rentenbeginns ist zu berücksichtigen, dass gemäss
Gerichtsgutachten ein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit am
15. März 2005 eingetreten ist. Ab diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer in der
bisherigen Tätigkeit zu mindestens 40% arbeitsunfähig, womit die einjährige Wartezeit
gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung)
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ausgelöst wurde. Nachdem die IV-Anmeldung am 23. Dezember 2005 (IV-act. 2) und
damit nicht verspätet (vgl. aArt. 48 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültigen
Fassung]) erfolgt war, ist ein allfälliger Rentenanspruch mit Ablauf des Wartejahres ab
1. März 2006 gegeben.
4.
4.1 Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im
Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1). Die
Invalidenversicherung bietet als Erwerbsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich nur
Versicherungsschutz für eine übliche, normale erwerbliche Tätigkeit. In der
Vergleichsrechnung einzubeziehen sind daher nur Einkünfte, die bei einem normalen
Arbeitspensum erzielt werden. Praxisgemäss gehören dazu – ohne Rücksicht auf den
hierfür erforderlichen zeitlichen oder leistungsmässigen Aufwand – auch regelmässig
geleistete Überstunden sowie aus einer Nebenbeschäftigung oder einer selbständigen
Erwerbstätigkeit fliessendes Entgelt (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2011,
8C_671/2010, E. 4.5.1 ff. mit Hinweisen).
4.2 Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführ zuletzt bei der I._ AG im Jahr
2004 ein Einkommen von Fr. 60‘587.-- und bei der J._ AG ein Einkommen von Fr.
653.--, insgesamt also ein Einkommen von Fr. 61‘240.-- (IV-act. 9-1). Darauf kann
abgestellt werden. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr
2006 (Index 2004: 1‘975, 2006: 2‘014) ergibt dies ein Valideneinkommen von Fr.
62‘449.--.
5.
5.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
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kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der
versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung)
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.2 Gemäss LSE 2006, TA1, Niveau 4, Total, Männer, betrug das durchschnittliche
Einkommen Fr. 4‘732.--. Aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden ergibt sich ein Tabellenlohn von Fr. 59‘197.-- (Fr. 4‘732.-- x 12 / 40 x 41.7).
5.3 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.4 Bezüglich der leidensbedingten Einschränkungen ist zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer zwar leichte bis maximal intermittierend mittelschwere Tätigkeiten
ausüben kann, dass aber selbst bei diesen Tätigkeiten diverse weitere
Einschränkungen (vgl. E. 2.6) zu berücksichtigen sind, welche nicht in die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung eingeflossen sind. Dies ist im Rahmen eines
Tabellenlohnabzugs zu berücksichtigen. Da dem Beschwerdeführer eine vollschichtige
Tätigkeit zumutbar ist, darf gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein
Teilzeitabzug vorgenommen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21.
September 2012, 8C_419/2012 E. 3.1 f.). Auch sonst sind keine weiteren
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Abzugsgründe ersichtlich. Insgesamt rechtfertigt sich vorliegend aufgrund der
leidensbedingten Einschränkungen ein Tabellenlohnabzug von 10%.
5.5 Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60% und einem Tabellenlohnabzug von 10% ergibt
dies ein Invalideneinkommen von Fr. 31‘966.-- (Fr. 59‘197.-- x 0.6 x 0.9). Daraus
resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 30‘483.-- (Fr. 62‘449.-- – Fr. 31‘966.--) und ein
Invaliditätsgrad von 49% (Fr. 30‘483.-- / Fr. 62‘449.-- x 100). Damit hat der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.6 Selbst wenn man eine invalidisierende Wirkung der psychischen Beschwerden
verneinen und somit von einer rein somatisch bedingten Arbeitsfähigkeit von 70% (vgl.
act. G 40, S. 102) sowie einem Tabellenlohnabzug von 10% ausgehen würde,
bestünde bei einem Invaliditätsgrad von 40% ([Fr. 62‘449.-- – Fr. 59‘197 x 0.7 x 0.9] /
Fr. 62‘449.-- x 100) Anspruch auf eine Viertelsrente.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 4. Oktober 2013 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März
2006 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund der Einholung eines
Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheinen
Gerichtskosten von Fr. 1‘000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.3 Erachtet das kantonale Versicherungsgericht eine fachärztliche Begutachtung als
notwendig, entfällt indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness eine
Rückweisung der Sache zu diesem Zweck an die IV-Stelle, können dieser die Kosten
der Abklärungsmassnahme auferlegt werden (BGE 137 V 201 E. 4.4.2). Voraussetzung
ist, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der
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Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies trifft
namentlich zu bei einem manifesten Widerspruch zwischen den verschiedenen
ärztlichen Beurteilungen, ohne dass die IV-Stelle diesen durch objektiv begründete
Argumente entkräftet hat, oder wenn zur Klärung der medizinischen Situation
notwendige Aspekte unbeantwortet geblieben sind oder auf eine Expertise abgestellt
wurde, welche den Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Gutachten nicht
genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2017, 9C_348/2017, E. 2). Das
Versicherungsgericht erachtete die Beurteilung des MEDAS-Gutachtens, auf welches
sich die Beschwerdegegnerin stützte, als nicht nachvollziehbar, was durch das ZMB-
Gutachten schliesslich bestätigt wurde (vgl. act. G 40, S. 116). Somit hat die
Beschwerdegegnerin die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 24‘374.85 (act. G
40A) zu tragen.
6.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall
erscheint unter Berücksichtigung des durch die Einholung eines Gerichtsgutachtens
entstandenen Mehraufwands eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4‘500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.