Decision ID: 7e884741-2f05-5d3d-9931-84e585a08405
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Franziskus Ott, Haus zum Anker,
Ankerstrasse 24, 8004 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Am 18. April 2005 wurde I._, geboren 1978, Mitarbeiter im Call-Center der A._
und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen
versichert, in einen Auffahrunfall verwickelt. Wegen ca. zwei Stunden später
auftretender Kopf- und Nackenschmerzen sowie Übelkeit, Schwindel, starker
Müdigkeit und Konzentrationsschwäche suchte er noch am gleichen Tag Dr. med.
B._, Facharzt FHM für Allgemeinmedizin, auf. Eine Arbeitsunfähigkeit resultierte keine
und eine Zweitkonsultation am 26. April 2005 zeigte eine günstige Entwicklung.
Anlässlich einer Konsultation am 26. Juni 2005 war das Unfallereignis kein Thema mehr
(Suva-act. 58.3 und 4).
A.b Am 12. August 2006 wurde I._ erneut in einen Auffahrunfall auf der Hardbrücke
in Zürich verwickelt. Die Unfallverursacherin fuhr in das hinter dem Versicherten
stehende Auto. Dieses kollidierte mit dem stehenden Fahrzeug des Versicherten,
welches noch in das vor ihm stehende Auto geschoben wurde. Der Versicherte
verspürte unmittelbar nach dem Unfall Kopf- und Nackenschmerzen sowie Übelkeit
(Suva-act. 5) und begab sich deshalb noch am Unfalltag in Behandlung zu Dr. med.
C._, Allgemeinmedizin FMH. Dieser diagnostiziert eine HWS-Distorsion QTF II und
bescheinigte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 5). Dr.
med. D._, Physikalische Medizin FMH, an den der Versicherte überwiesen worden
war, stellte gestützt auf eine persönliche Untersuchung am 5. September 2006 und
eine Röntgenuntersuchung vom 23. August 2006 anhaltende myofasciale Störungen
Nacken-/Schultermuskulatur nach HWS-Distorsion vom 12. August 2006 fest (Suva-
act. 2). Bei der Röntgenuntersuchung wurde eine Gefügelockerung in den Segmenten
C4/5 und C5/6 mit minimal vermehrter Beweglichkeit in der Inklination festgestellt.
Darüber hinaus fanden sich keine weiteren Pathologien, insbesondere keine
erkennbaren Zeichen von traumatischen Läsionen der Wirbelkörper oder der
Wirbelfortsätze (Suva-act. 2 und 6). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen
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(Heilbehandlung, Taggeld). Die medikamentöse und physiotherapeutische Behandlung
brachte jedoch keine wesentliche Besserung der Beschwerden.
A.c Nach einem ambulanten Assessment am 8. November 2006 durch Dr. med. E._,
FMH Chirurgie, bei dem ein zervikozephales und zervikobrachiales beidseitiges
myofasziales Syndrom mit schmerzbedingten Konzentrationsstörungen und
Ängstlichkeit diagnostiziert wurden (Suva-act. 36.1), begab sich der Versicherte vom
22. November 2006 bis zum 11. Januar 2007 in eine stationäre Rehabilitation in die
Rehaklinik Bellikon. Während der Rehabilitation wurde am 30. November 2006 ein MRI
der HWS durchgeführt, bei dem sich keine posttraumatischen Veränderungen zeigten
(Suva-act. 52). Weiter erfolgte eine neurologische Beurteilung durch Dr. med. F._,
Spezialarzt FMH für Neurologie: Danach ergab die klinisch-neurologische
Untersuchung keine pathologischen Befunde. Es bestanden keine Anhaltspunkte für
eine Hirnschädigung oder eine Rückenmarksläsion im cervicalen Bereich und es waren
keine zentralen oder peripheren Nervenläsionen nachweisbar (Suva-act. 53). Am 1.
Dezember 2006 wurden durch lic. phil. G._, Psychologin, und H._, med. pract.,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychosomatisches Konsilium
und ein neuropsychologisches Screening durchgeführt. Das psychosomatische
Konsilium zeigte eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt. Im neuropsychologischen Screening wurden eine deutliche Verlangsamung
sowie Tendenzen zu Leistungseinbrüchen bei der Bearbeitung monotoner visueller
Konzentrationsaufgaben nachgewiesen. Die mentale Dauerbelastbarkeit und Ausdauer
war insbesondere schmerzbedingt deutlich herabgesetzt (Suva-act. 54.7-10). Im
Austrittsbericht von Dr. med. J._, Assistenzärztin Arbeitsorientierte Rehabilitation und
Dr. med. K._, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation FHM, vom 18.
Januar 2007 wird ein cerviko-cephales und cerviko-brachiales myofasziales Syndrom
beidseits, sowie eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
diagnostiziert. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wird ausgeführt, dass zusätzlich zu den
muskuloskelletal bedingten Einschränkungen aktuell eine schmerzbedingte
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwäche bestehe, welche zu einer
verminderten mentalen Dauerbelastbarkeit führe, die sich momentan relevant
leistungsmindernd auf die aktuelle berufliche Tätigkeit als Mitarbeiter in einem Call-
Center der A._ auswirke. Die zusätzliche psychische Störung von Krankheitswert
begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung (Suva-act. 54.1). Die Ärzte
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empfahlen eine schrittweise Wiederaufnahme der bisherigen Arbeit mit anfänglich
zusätzlichen Pausen und Anpassungen am Arbeitsplatz (Stehpult) (Suva-act. 54.2).
Zum Therapieverlauf wird ausgeführt, dass es dem Versicherten wegen einer
ausgeprägten Ängstlichkeit und Fixierung auf die Schmerzen im Schulter-/
Nackenbereich nur begrenzt gelang, vom Therapieprogramm zu profitieren. Nach
Einschätzung der Ärzte stünden im Vordergrund der Beschwerden psychische
Beeinträchtigungen in Form eines ausgeprägten ängstlichen Besorgtseins bezüglich
körperlicher Symptome mit daraus resultierender starker Verunsicherung sowie einer
Schmerzfixierung. Allfällige somatische Restfolgen seien anzunehmen, stünden aber im
Hintergrund. Die Schmerzfixierung verstärke die körperlichen Beschwerden und wirke
sich auch hinderlich auf die berufliche Eingliederung aus (Suva-act. 54.3).
A.d In einer biomechanischen Kurzbeurteilung vom 15. Januar 2007 kamen die
Experten zum Schluss, dass die durch die Kollision bedingte
Geschwindigkeitsänderung
(delta-v) für den VW des Versicherten unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von
10 - 15 km/h lag und damit höchstens im Bereich der kritischen Grenze, wo
unfallbedingte Beschwerden zu erklären wären (Suva-act. 51.4).
A.e Die schrittweise Wiedereingliederung am Arbeitsplatz bei der Call-Center der
A._ verlief nicht erfolgreich, weil die Versuche des Beschwerdeführers, seine
Arbeitsleistung stufenweise zu erhöhen, an seiner raschen Ermüdbarkeit mit
Konzentrationsstörungen und begleitender Steigerung der Schmerzintensität
scheiterten. Am 26. Mai 2007 diagnostizierte Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
auf dem Boden anhalterender psychosozialer und somatischer Belastung nach dem
Autounfall vom 12. August 2006. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
schätzte er mit 30 % ein (Suva-act. 86). Am 30. Mai 2007 fand eine kreisärztliche
Untersuchung bei Kreisarzt Dr. med. M._, Orthopädische Chirurgie FMH, statt (Suva-
act. 91). Dr. M._ gelangte zur Einschätzung, dass die heutigen Beschwerden
organisch nicht erklärt werden könnten. Ob die von psychiatrischer Seite
diagnostizierte Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Situation eine
Traumafolge sei oder durch eine psychosoziale Belastungssituation erklärt werden
könne, könne er nicht entscheiden (Suva-act. 91.5). Am 23. Juli 2007 wurde dem
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Versicherten mit Wirkung auf den 30. September 2007 gekündigt (Suva-act. 104). Es
erfolgte eine Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung. Seit Oktober 2007 werden
dem Versicherten Taggelder der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet (Suva-act.
158.7). Im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms des RAV ist der Versicherte an der
Gestaltung eines Handbuches im Computer-Bereich beteiligt.
A.f Ab Ende August 2007 bestand laut Dr. D._ wieder eine Arbeitsfähigkeit von
100 % (Suva-act. 107.1 und 109). Am 17. Oktober 2007 wurde ein MRI des Schädels
durchgeführt, welches keine pathologischen Befunde ergab (Bericht Prof. Dr. med.
N._; Suva-act. 131). Mit Schreiben vom 30. Oktober 2007 erklärte Dr. L._, aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 129). Am 19.
November 2007 fand eine neuropsychologische Untersuchung bei Dr. phil. O._,
Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, statt (Suva-act. 137). Dieser
diagnostizierte in seinem Bericht vom 1. Dezember 2007 defizitäre Hirnleistungen in
verschiedenen Bereichen. Bei knappem allgemeinem Leistungsniveau seien v.a.
Aufmerksamkeit und Konzentration sowie Lernen und Gedächtnis beeinträchtigt. Mit
diesem Hirnleistungsbild wären nach Auffassung des Gutachters weder die diversen
Aus- und Weiterbildungen noch der letzte Arbeitsplatz des Versicherten möglich
gewesen (Suva-act. 137.6). Am 12. Januar 2008 berichtete Dr. O._ über die bei ihm
durchgeführte Schmerzpsychotherapie (10 Sitzungen). Dr. O._ führt aus, es sei
möglich, dass eine Kumulation mehrerer HWS-Distorsionstraumen plötzlich zu
massivsten Schädigungen führen könne, auch wenn anfangs keine Anzeichen zu
erkennen waren. Dass der Beschwerdeführer ein erstes Schleudertrauma von 2005
problemlos weggesteckt habe, rechtfertige nicht die Annahme, deshalb sei auch keine
Schädigung zurückgeblieben. Aus Sicht von Dr. O._ blockiert eine gedankliche
Schmerz-Fixierung eine adäquate Wahrnehmung und Bearbeitung seiner Störungen. Er
glaube, das eigentliche Problem seien seine Schmerzen und dass erst dann alles
wieder in Ordnung sei, wenn diese Schmerzen durch ärztliche Kunst behoben seien
(Suva-act. 140.2). Gestützt auf die Akten und auf eine eigene neurologische
Untersuchung vom 13. September 2007 diagnostizierte Dr. med. P._, Facharzt FMH
für Neurologie, mit Bericht vom 13. Februar 2008 ein organisches Psychosyndrom
nach Schädelhirntrauma, ein zervikozephales Syndrom und ein Zervikobrachial-
Syndrom. Bei seiner Untersuchung stellte er eine angedeutete Asterixis und leichte
Dysdiadochokinese links fest (Suva-act. 149.2). Er gelangte zur Auffassung, dass diese
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sehr leichten Koordinationsstörungen der linken oberen Extremität darauf schliessen
liessen, dass bei den beiden Auffahrunfällen spinocerebelläre Verbindungen leicht
geschädigt worden seien. Somit seien die Hirnleistungsstörungen – einschliesslich der
neuropsychologisch festgestellten – mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit
organisch bedingt. Der Versicherte sei deshalb im bisherigen Beruf als EDV-
Kundenberater zu 100 % und in angepasster Beschäftigung zwischen 60 % und 70 %
arbeitsunfähig. In Bezug auf den Unfallmechanismus führt Dr. P._ auf, die
wiederholten Auffahrunfälle seien bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen, wobei
der letzte Unfall einem Schütteltrauma entspreche (Suva-act. 149.3). Am 28. April 2008
fand erneut eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. M._ statt. Die klinische
Untersuchung ergab einen Normalbefund mit Ausnahme einer als eingeschränkt
gezeigten HWS-Beweglichkeit und einem minimal erhöhten Tonus des M. trapezius im
Sitzen. Die verschiedenen koordinativen Tests waren unauffällig, neurologische
Auffälligkeiten wurden keine festgestellt. Er kommt darin zum Schluss, dass eine
strukturelle Schädigung durch das Unfallereignis vom 12. August 2006 nie
nachgewiesen werden konnte und aufgrund der bei der Aufarbeitung des
Unfallereignisses errechneten physikalischen Beschleunigung auch gar nicht zu
erwarten sei. Ein Weiterführen der Behandlung sei nicht vertretbar, die
Erfolgsaussichten erschienen zu gering (Suva-act. 153.7). Die Beurteilung durch Dr.
P._ vom 13. Februar 2008 stuft er als in mehrerer Hinsicht schwer nachvollziehbar
ein. So seien die von Dr. P._ festgestellten "sehr leichten Koordinationsstörungen" an
der linken oberen Extremität bei der fachärztlich-neurologischen Beurteilung im
Dezember 2006 nicht vorhanden gewesen und im MRI habe sich keine Schädigung im
Bereiche der spionocerebellären Verbindungen nachweisen lassen. Zudem sei bei
beiden Unfällen ein Schädel-Hirn-Trauma nicht überliefert und es bestünden auch nicht
leise Verdachtsmomente für eine Commotio (Suva-act. 153.6).
A.g Mit Verfügung vom 22. Mai 2008 (Suva-act. 157) stellte die Suva die
Heilungskosten per 31. Mai 2008 ein. Die Taggeldleistungen wurden bis 30. September
2007 bezahlt, da ab 1. Oktober 2007 keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr
ausgewiesen sei. Die Suva begründete ihren Entscheid damit, dass die vom
Versicherten geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien.
Deshalb sei die Adäquanz nach den bundesgerichtlichen Kriterien zu prüfen. Nach
Prüfung der massgebenden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen.
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B.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Kaspar Noser, Lachen, am 20. Juni 2008 Einsprache (Suva-act. 158). Darin beantragte
der Anwalt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass der
Versicherte weiterhin unfallbedingt arbeitsunfähig sei und es seien die gesetzlichen
Leistungen weiterhin auszurichten. Mit Einspracheentscheid vom 20. August 2008
wurde die Einsprache abgewiesen. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass vorliegend
die bundesgerichtlichen Adäquanzkriterien (BGE 134 V 109) nicht erfüllt seien und das
vom Versicherten geklagte Beschwerdebild deshalb nicht als adäquate Unfallfolge
anerkannt werden könne (Suva-act. 162).
C.
Mit Eingabe vom 18. September 2008 (act. G 1) und Ergänzung vom 30. Oktober 2008
(act. G 6) erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Franziskus Ott,
Zürich, Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Er
beantragte, der Einspracheentscheid der Suva vom 20. August 2008 sei aufzuheben,
es sei festzustellen, dass er weiterhin unfallbedingt arbeitsunfähig sei, die
Beschwerdeführerin sei zu verpflichten, ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen
auszurichten, eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zudem
wurde die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung beantragt. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 26. November 2008 (act. G 8) verlangt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Am 2. Dezember 2008 wurde
dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung vom Präsidenten des
Versicherungsgerichts entsprochen (act. G 10). Mit Replik vom 22. Dezember 2008
(act. G 11) hielt der Beschwerdeführer an den Beschwerdeanträgen fest. Materiell
wurden insbesondere ergänzende medizinische Abklärungen zur natürlichen
Unfallkausalität verlangt. Mit Duplik vom 15. Januar 2009 (act. G 13) hielt die
Beschwerdegegnerin vollumfänglich an ihrem Standpunkt, wie er sich aus dem
Einsprache-Entscheid sowie aus der Beschwerdeantwort ergibt, fest.

Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen
und weitere Leistungen der Unfallversicherung nach dem 31. Mai 2008 verweigert hat.
Es besteht zusätzlich die Besonderheit, dass die Beschwerdegegnerin die Taggelder
bereits per 30. September 2007 eingestellt (vgl. Suva-act. 106 und 157.1), dies jedoch
nicht - wie an sich vorgeschrieben - in Verfügungsform mitgeteilt hat (vgl. Art. 49 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1] i.V.m. Art. 124 lit. b der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV;
SR 832.202]). Erst in der angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2008 hat die
Beschwerdegegnerin in Verfügungsform mitgeteilt, die Taggeldleistungen seien per
30. September 2007 eingestellt worden, weil ab dem 1. Oktober 2007 keine
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen sei (Suva-act. 157.1). Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann im Fall einer gesetzeswidrig formlos
mitgeteilten Leistungseinstellung die betroffene Person grundsätzlich innerhalb eines
Jahres den Erlass einer schriftlichen Verfügung verlangen. Ansonsten erwächst auch
der unzulässigerweise formlos mitgeteilte Entscheid in Rechtskraft (vgl. BGE 134 V
145). Vorliegend hat jedoch die Beschwerdegegnerin von sich aus am 22. Mai 2008
eine Verfügung erlassen. Da der Anwalt des Beschwerdeführers die in der Einsprache
vom 20. Juni 2008 (vgl. Suva-act. 158) gemachten Ausführungen zum integrierenden
Bestandteil der vorliegenden Beschwerde erklärte (act. G 6 Ziff. 4), ist die in der
Einsprache bestrittene Rechtmässigkeit der Einstellung der Taggelder per 30.
September 2007 (vgl. Suva-act. 158.2) ebenfalls zu prüfen.
2.
2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist
eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen
der diesen Instanzen obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu befinden haben. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt dabei für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1,
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118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Weiter ist das Vorhandensein des adäquaten
Kausalzusammenhangs zu prüfen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 125 V 456 E. 5a mit
Hinweisen). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a).
2.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne Weiteres zu
bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind dagegen die
Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen
Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können
doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden.
In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei
welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte
Person beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die
Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen dagegen, dass die versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Bild einer solchen Verletzung
gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen
Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend, andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a festgelegten bzw. den
mit BGE 134 V 109 E. 10.3 modifizierten Kriterien (BGE 127 V 102 E. 5b/bb).
3.
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3.1 Aus den Akten ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer im Rahmen umfassender
bildgebender Abklärungen kein Beschwerdebild festgestellt wurde, welchem ein
organisches Substrat im Sinn einer Verletzung der Halswirbelsäule oder des Gehirns
zugrunde liegt (vgl. Suva-act. 6, 52, 131). Im Röntgen der HWS vom 23. August 2006
wurde zwar eine Gefügelockerung in den Segmenten C4/5 und C5/6 mit minimal
vermehrter Beweglichkeit in der Inklination festgestellt (Suva-act. 6). Im MRI der HWS
vom 30. November 2006 wurde ein leichter Wasserverlust der Bandscheiben in den
Segmenten HWK2/3 bis einschliesslich HWK6/7 festgestellt (Suva-act. 52). Nach
Einschätzung von Kreisarzt Dr. M._ ist die minimale Hypermobilität der Segmente
C4/5 und C5/6 einerseits konstitutionell und andererseits möglicherweise degenerativ
bedingt (Suva-act. 91.4). Auch die im MRI der HWS festgestellte leichte Dehydration
der Bandscheiben ist laut Dr. M._ degenerativ bedingt (Suva-act. 91.2). Klinisch
erhobene Bewegungseinschränkungen der HWS sowie ein erhöhter Muskeltonus - wie
von Dr. M._ anlässlich der Abschlussuntersuchung vom 28. April 2008 festgestellt
(vgl. Suva-act. 153.7) - stellen praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat
dar (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. August 2005, U 9/05, E. 4).
Ein Hinweis auf ein organisches Substrat ergibt sich auch nicht aus dem Bericht des
Neurologen Dr. P._ vom 13. Februar 2008: Dieser führt aus, die von ihm
diagnostizierten leichten Koordinationsstörungen deuteten darauf hin, dass bei den
beiden Auffahrunfällen spinocerebelläre Verbindungen leicht geschädigt worden seien.
Die neuropsychologischen Hirnleistungsstörungen seien zudem so klar begrenzt, dass
eine organische Ursache mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden
könne (Suva-act. 149.3). Wie Kreisarzt Dr. M._ zu Recht ausführt, ist der Bericht von
Dr. P._ in mehrerer Hinsicht schwer nachvollziehbar. So findet sich in den Vorakten
kein Hinweis auf ein Schädel-Hirntrauma, ja sogar nicht einmal auf eine
Hirnerschütterung. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, wie Dr. P._ über ein Jahr
nach dem Unfall plötzlich zur Diagnose eines Schädel-Hirntraumas gelangt ist. Ferner
ist nicht nachvollziehbar, wie Dr. P._ zum Schluss kommt, es bestünden mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit organische Ursachen für die neuropsychologisch
festgestellten Hirnleistungsstörungen, obwohl beim MRI des Schädels keine
pathologischen Befunde festgestellt wurden. Zudem wurden die von Dr. P._
festgestellten sehr leichten Koordinationsstörungen von keinem anderen Arzt
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diagnostiziert (vgl. Suva-act. 153.6). Auf den Bericht von Dr. P._ ist wegen der
genannten Mängel deshalb nicht abzustellen.
3.2 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleudertraumaverletzungen der Halswirbelsäule auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedener Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) typischen Beschwerden nicht mit
entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG)
objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, sie in Abrede zu stellen (BGE 117 V
359 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung
typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffusen
Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit,
rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen,
Wesensveränderungen usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und den Beschwerden resp. der dadurch eingetretenen Arbeits- und
Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b). In casu hat der
Beschwerdeführer bereits am Unfalltag wegen Kopf- und Nackenschmerzen und
Übelkeit den Notfallarzt Dr. C._ aufgesucht. Dieser dokumentierte das Ergebnis
seiner Untersuchung auf dem "Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach
kraniozervikalem Beschleunigungstrauma". Danach klagte der Beschwerdeführer
unmittelbar nach dem Unfall über Kopf- und Nackenschmerzen sowie Übelkeit. Als
Befunde wurden Ruheschmerzen und Schmerzen bei der Flexion, Extension,
Linksdrehung und Seitenneigung links im Bereiche der HWS, Druckschmerz im
Nackenbereich und eine Verspannung im rechten Schultergürtel festgestellt. Als
Diagnose wurde eine HWS-Distorsion QTF II gestellt (Suva-act. 5). Am 5. September
2006 bestanden gemäss Bericht von Dr. D._ andauernde Schmerzen im Bereich
Nacken, Schulter und zwischen den Schulterblättern, sowie Muskelverspannungen und
Pseudoparästhesien im linken Arm. Die Beweglichkeit der HWS war jedoch passiv und
aktiv ohne wesentliche Einschränkung (Suva-act. 2). Anlässlich des ambulanten
Assessments vom 8. November 2006 wurde die Diagnose einer HWS-Distorsion QTF II
bestätigt. Weiter wurden ein zervikocephales und zervikobrachiales beidseitiges
myofasciales Syndrom, schmerzbedingte Konzentrationsstörungen und Ängstlichkeit
diagnostiziert (Suva-act. 36.1). Im nach einem stationären Aufenthalt vom 22.
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November 2006 bis zum 11. Januar 2007 in der Rehaklinik Bellikon erstellten
Austrittsbericht wurden ein zervikozephales und zervikobrachiales myofaciales
Syndrom beidseits und eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt diagnostiziert. Ferner zeigte sich eine schmerzbedingte Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsschwäche (Suva-act. 54.1). Somit traten unmittelbar nach dem Unfall
erste Beschwerden auf, die sich in der Folge zu einem für
Schleudertraumaverletzungen typischen bunten Beschwerdebild ausweiteten. Es ist
deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 12. August 2006 und dem
Beschwerdebild des Versicherten auszugehen. Entsprechend hat die
Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers auf Taggelder
und Heilbehandlungen anerkannt.
4.
4.1 Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab dem 31. Mai 2008 sei der
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 12. August 2006 und den geklagten
Beschwerden nicht mehr gegeben, so ist darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht
des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es sich dabei um eine
leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht bei der versicherten
Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des EVG vom 15. Oktober 2003, U
154/03, E. 2.1, RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Dabei muss nicht etwa der Beweis für
unfallfremde Ursachen erbracht werden. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also
dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
4.2 Vorliegend lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass die einmal anerkannte
natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen
Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers weggefallen wäre. Da somit nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, dass ab dem 31. Mai 2008 keine
Unfallfolgen mehr bestehen, ist auch nach dem 31. Mai 2008 vom Fortbestehen eines
natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen. Die Beschwerdegegnerin durfte ihre
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Leistungen somit nur einstellen, wenn ab diesem Zeitpunkt die Adäquanz verneint
werden kann. Kann die Adäquanz verneint werden, erübrigen sich auch weitere
Abklärungen zur natürlichen Kausalität, wie sie vom Anwalt des Beschwerdeführers
beantragt werden. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass sich in einer ersten
Phase nach dem Unfall die natürliche mit der adäquaten Kausalität deckt; auf eine
gesonderte Adäquanzprüfung kann verzichtet werden. Eine solche ist erst
vorzunehmen, wenn sich die Frage nach Dauerleistungen (Rente) stellt (vgl. BGE 134 V
109 E. 9.2 und 9.3).
5.
5.1 Das Gesetz legt nicht fest, bis zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer die
Heilbehandlungen und Taggelder zu gewähren hat. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch
aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Nach
konstanter Rechtsprechung heisst dies, der Versicherer hat – sofern allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die
Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der
Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet
werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109
E. 4.1). Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten
bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt. "Namhaft"
bedeutet, dass die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende
Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 E. 4.3).
5.2 Vorliegend führt Kreisarzt Dr. M._ am 28. April 2008 aus, eine Weiterführung der
Behandlung sei nicht vertretbar, die Erfolgsaussichten erschienen zu gering, da die
bisherige sehr vielfältige Behandlung das bunte Beschwerdebild nicht zu beeinflussen
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vermochte (Suva-act.153.7). Auch der Neurologe Dr. P._ nennt in seinem Bericht
vom 13. Februar 2008 (Suva-act. 149) keine weiteren Behandlungsmassnahmen. Einzig
der Neuropsychologe Dr. O._ formuliert in seinem Bericht über die
Schmerzpsychotherapie vom 12. Januar 2008 als Behandlungsziele ein Training der
Selbst-Wahrnehmung als Basis für jede weitere therapeutische Tätigkeit: Es müsse ein
Wechsel von einer aussengelenkten auf eine selbstgelenkte Orientierung seiner
Aktivitäten stattfinden, sonst komme es zu einer Fortschreitung von Chronifizierung
und Schmerzausweitung. Ferner schlägt Dr. O._ eine Gestaltung der Tagesstruktur
und seines Arbeitseinsatzes gemäss seinen aktuellen Grenzen und das Erlernen von
Entspannungstechniken vor (Suva-act. 140.3). Es ist jedoch zu erwähnen, dass der
Beschwerdeführer bereits intensiv sowohl somatisch als auch psychologisch/
psychiatrisch behandelt wurde, ohne dass sich eine wesentliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes zeigte. Auch der schrittweise leidensangepasste Versuch der
Wiederaufnahme der alten Arbeitstätigkeit verlief erfolglos. Allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung sind nicht ausgewiesen.
Vielmehr wurde mit Vorbescheid der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen vom 1.
Dezember 2008 festgehalten, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, weil
ab dem 2. Juli 2007 sowohl in der angestammten als auch für sämtliche andere
Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. act. G 13.1). Vor diesem
Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin den Fall mit
Verfügung vom 22. Mai 2008 abgeschlossen hat. Die Prüfung einer Rente oder einer
Integritätsentschädigung erübrigt sich, wenn die Adäquanz verneint werden kann.
6.
6.1 Es ist deshalb zu prüfen, ob die Vorinstanz die Adäquanz zu Recht gemäss den
für Schleudertraumaverletzungen massgeblichen Adäquanzkriterien nach BGE 134 V
109 verneint hat.
6.2 Im Abschlussbericht aus Bellikon wird ausgeführt, dass allfällige somatische
Restfolgen anzunehmen seien, jedoch im Verhältnis zur psychischen Problematik im
Hintergrund stünden. Während der Rehabilitation zeigte sich, dass der
Beschwerdeführer wegen seiner Ängstlichkeit und Schmerzfixierung nur begrenzt vom
Therapieprogramm profitieren konnte (Suva-act. 54.3). Nach der Aktenlage stand
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demnach schon ca. ein halbes Jahr nach dem Unfall die psychische Problematik im
Vordergrund. Auch Dr. M._ hat zur kreisärztlichen Untersuchung vom 30. Mai 2007
ausgeführt, die gezeigte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit sei am ehesten als
Schmerzverdeutlichungshaltung oder möglicherweise als bewusstseinsnahe
Selbstlimitierung zu werten. Bezüglich der neu beklagten lumbalen Beschwerden liege
eine Symptomausweitung vor (Suva-act. 91.5). Der Psychiater Dr. L._ diagnostizierte
am 30. Oktober 2007 eine ausgeprägte Somatisierung (Schmerzverarbeitungsstörung).
Dr. L._ führte aus, Ursache der Beschwerden (Kopf-, Nacken- und seit ca. März 2007
zusätzlich Kreuzschmerzen sowie anhaltende Müdigkeit und Erschöpfbarkeit) sei
vermutlich eine Schmerzverarbeitungsstörung bei Status nach Schleudertrauma (Suva-
act. 129.2). Auch Dr. O._ betrachtete in seinem Bericht vom 12. Februar 2008 die
psychologische Schmerz-Fixierung als Hauptproblem des Beschwerdeführers (Suva-
act. 140.2). Vorliegend muss jedoch nicht abschliessend geprüft werden, ob tatsächlich
eine im Vordergrund stehende psychische Problematik besteht oder nicht. Denn wenn
- wie sich zeigen wird - die Adäquanz schon nach den für den Versicherten günstigeren
Kriterien des BGE 134 V 109 verneint werden muss, ist sie auch gemäss BGE 115 V
133 zu verneinen.
6.3 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist im Einzelfall zu
verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die
Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend
vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen
einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden
mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in
der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen
verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem
mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es
sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen die weiteren unfallbezogenen
Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann
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(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1, 117 V 359 E. 6, mit Hinweisen). Als in die
Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 134 V
109 E. 10.3) abschliessend: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche
Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
6.4 Nach der Rechtsprechung werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als
mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U
549 S. 236, U 380/04, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Aufgrund des Geschehensablaufs und
der biomechanischen Beurteilung (kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung
[delta-v] unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 10 - 15 km/h; vgl. Suva-act.
51.4) sind hier keine Gründe ersichtlich um vom Regelfall abzuweichen, weshalb
vorliegend von einem mittelschweren Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen auszugehen ist. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist daher nur zu
bejahen, wenn ein einzelnes der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 E. 6b).
6.5
6.5.1 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls sind offensichtlich nicht gegeben. Vielmehr handelt es sich
um einen alltäglichen Auffahrunfall.
6.5.2 Der Unfall hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere
Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer
besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, wie etwa
eine besondere Körperhaltung im Unfallzeitpunkt (BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Solche
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besonderen Umstände liegen hier nicht vor. Der Beschwerdeführer sass zum
Unfallzeitpunkt mit gerader Kopfstellung im Auto (Suva-act. 5). Auch die Tatsache,
dass der Beschwerdeführer zwei HWS-Distorsionen nacheinander erlebt hat,
begründet keine massgebende Schwere der Verletzung. Dies ist nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung nur der Fall, wenn der erste Unfall eine erhebliche
Vorschädigung der HWS verursachte (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2006, U 39/04,
E. 3.4.2). Vorliegend verlief das erste Ereignis vom 18. April 2005 jedoch ohne
Komplikationen (vgl. Suva-act. 58.3) und ist als Bagatellunfall einzustufen (vgl. Suva-
act. 91.4).
6.5.3 Zum Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung ist zu sagen, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall
physiotherapeutisch (Suva-act. 12 und 13), mit Akupunktur (Suva-act. 17.1) und
zusätzlich medikamentös behandelt wurde. Während des Reha-Aufenthaltes in Bellikon
wurden folgende Behandlungsmassnahmen durchgeführt: Physiotherapie einzeln und
in Gruppen zur allgemeinen Aufkonditionierung und Muskellockerung; Massage zur
Entspannung; psychotherapeutische Gespräche. Bezüglich der medikamentösen
Therapie wurde eine Reduktion der Schmerzmittel empfohlen, welche der Versicherte
jedoch nicht umsetzen konnte (Suva-act. 54.3). Auch nach Abschluss der
Rehabilitation wurde die Physiotherapie fortgesetzt (Suva-act. 72-74, 80, 90, 100, 117,
139, 144, 156). Zudem begab sich der Versicherte in Behandlung beim Psychiater Dr.
L._. Dieser behandelte ihn psychotherapeutisch und mit Psychopharmaka (Suva-act.
86.2). Von Dr. D._ wurde er wegen ungenügender Wirkung der Analgesiemittel mit
diversen Opiaten behandelt, welche jedoch die Schmerzen nur geringgradig
beeinflussten (Suva-act. 87). Danach erfolgte eine Schmerzpsychotherapie bei Dr.
O._ in 10 Sitzungen (Suva-act. 140.1). Der Anwalt des Beschwerdeführers weist
zudem darauf hin, dass dieser von seinem Hausarzt nach wie vor
psychopharmakologisch behandelt wird (act. G 6, S. 4). Nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung erfüllen Physio- sowie eine medikamentöse Schmerztherapie für sich
allein das Kriterium nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2008,
8C_52/2008, E. 8.2). Der Beschwerdeführer wurde jedoch zusätzlich zuerst bei
Dr. L._ und danach bei Dr. O._ psychotherapeutisch und psychopharmakologisch
behandelt. Diese ambulanten Behandlungen können jedoch ebenfalls nicht als
besonders belastend betrachtet werden. Das Bundesgericht hat den Besuch einer
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psychiatrischen Tagesklinik während mehrerer Wochen, jeweils halbtags, als
fortgesetzte und belastende ärztliche Behandlung qualifiziert (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 5. September 2008, 8C_52/2008, E. 8.2). Die hier in Frage
stehenden ambulanten Behandlungen sind im Vergleich dazu nicht als belastend zu
betrachten. Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung ist somit nicht erfüllt.
6.5.4 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Anlässlich
der letzten kreisärztlichen Untersuchung am 28. April 2008 wurde keine wesentliche
Beeinträchtigung der Beweglichkeit festgestellt. Die Schmerzen treten zudem nach
eigenen Angaben des Beschwerdeführers nicht dauernd auf (Suva-act. 153.4).
Auffallend ist, dass auch bei Nachfrage die noch im Mai 2007 angegebenen
Konzentrationsstörungen, das Schwitzen, die Müdigkeit, die Lustlosigkeit und die
Kälteintoleranz seitens des Beschwerdeführers nicht mehr erwähnt werden (Suva-act.
153.6). Zudem ist der Beschwerdeführer in der Lage, in der Funktion eines Ausbilders
an einem Beschäftigungsprogramm des RAV im Bereich der Computerausbildung
teilzunehmen (Suva-act. 153.4). Es kann deshalb nicht von erheblichen Beschwerden
ausgegangen werden. Auch Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen wesentlich verschlimmert hat, sind nicht ersichtlich.
6.5.5 Auch das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen
Komplikationen ist nicht erfüllt. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und
der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf
geschlossen werden. Hierzu bedarf es besonderer Gründe, welche die Heilung
beeinträchtigt haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts U 590/06 vom 7. Februar 2008,
E. 4.3.2 und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008, E. 7.6). Vorliegend war vor allem die
psychische Symptomatik Ursache des verzögerten Heilungsverlaufs. Darin liegt
praxisgemäss kein besonderer Grund, welcher die Annahme eines schwierigen
Heilungsverlaufs rechtfertigt (vgl. Urteil des EVG vom 10. Februar 2006, U 79/05,
E. 4.2).
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6.5.6 Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen setzt voraus, dass die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen
unternimmt, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Darin liegt der Anreiz für die
versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu
werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung
des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Willen erkennbar sein, sich durch aktive
Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche
Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften
Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei
ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von Therapiemassnahmen zu
berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen
Einschränkung besser Rechnung tragenden Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in
der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse
arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium
erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen). Vorliegend hat die
Beschwerdegegnerin einen detaillierten Wiedereingliederungsplan erstellt (Suva-act.
75). Dieser wurde vom Beschwerdeführer jedoch nicht eingehalten. Er verliess den
Arbeitsplatz oft vor Schichtende, weil er sich aufgrund der Nacken- und
Rückenschmerzen nicht in der Lage fühlte, die Schichten zu beenden, obwohl ihm zur
Entlastung ein Stehpult zur Verfügung gestellt wurde (Suva-act. 95). Ob die
Arbeitsversuche des Beschwerdeführers ausreichend waren, kann jedoch offen
bleiben. Aus somatischer Sicht bestand nämlich spätestens ab Ende August 2007 eine
volle Arbeitsfähigkeit (vgl. Suva-act. 107.1 und 109). Eine volle Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht wurde von Dr. L._ mit Schreiben vom 30. Oktober 2007 ab dem
15. Oktober bescheinigt (Suva-act. 129.2). Die Beurteilung von Dr. P._, der im
angestammten Tätigkeitsbereich von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgeht
(Suva-act. 149.3), ist wegen der bereits erwähnten Mängel (vgl. E. 3.1) der Beurteilung
nicht massgeblich. Da somit nicht von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit bis zum
Zeitpunkt des Fallabschlusses gesprochen werden kann, ist das Kriterium zu
verneinen.
6.6 Da keines der massgeblichen Adäquanzkriterien erfüllt ist, hat die Beschwerde
gegnerin die Adäquanz zu Recht verneint und die Versicherungsleistungen per 31. Mai
2008 eingestellt.
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7.
Aus den in E. 6.5.6 gemachten Ausführungen ergibt sich, dass auch aus
psychiatrischer Sicht ab dem 15. Oktober 2007 eine volle Arbeitsfähigkeit bestand (vgl.
Suva-act. 129.2). Am 14. September 2007 wurde demgegenüber aus psychiatrischer
Sicht noch eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 30 % bescheinigt (Suva-act. 120.2). Somit
liegt erst ab dem 15. Oktober 2007 keine aus ärztlicher Sicht ausgewiesene
Arbeitsunfähigkeit mehr vor. Per 30. September 2007 wurde dem Beschwerdeführer
jedoch gekündigt (vgl. Suva-act. 104). Gemäss Art. 25 Abs. 3 UVV besteht bei
arbeitslosen Versicherten kein Taggeldanspruch gegenüber der Unfallversicherung,
wenn die Arbeitsunfähigkeit 25 % und weniger beträgt. In Anbetracht dessen, dass Dr.
L._ auf die Unschärfe seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit hinweist (ca. 30 %)
und angesichts der Tatsache, dass andere Ärzte zu diesem Zeitpunkt schon eine volle
Arbeitsfähigkeit bescheinigten, darf im fraglichen Zeitraum zwischen dem 30.
September und dem 15. Oktober 2007 von einer Arbeitsunfähigkeit von unter 25 %
ausgegangen werden. Deshalb ist die Einstellung der Taggelder per 30. September
2007 nicht zu beanstanden.
8.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Dem Beschwerdeführer
wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt. Der Staat ist zufolge
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar
zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Mangels Kostennote ist
die Entschädigung vom Gericht ermessensweise festzusetzen. Ein Betrag von Fr.
3'200.-- (80% von Fr. 4'000.--; inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) scheint der
Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Aufwand des
Rechtsvertreters angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
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