Decision ID: f89d1d83-8fa1-4540-8623-95a48c57aee0
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) arbeitete seit dem 1. September 1989 bei der
B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin). Zuerst war er als Dreher und ab Juli 2014 als
Betriebsunterhaltsfachmann tätig. Infolgedessen war er bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt, Luzern (nachfolgend: Suva), gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er sich am 2. August 2017 bei der Arbeit bei einem Sturz von der Leiter
aus zirka zwei Metern Höhe die rechte dominante Hand verletzte (vgl.
Schadenmeldung UVG vom 3. August 2017, UV-act. 1; UV-act. 46-1, 87-2). Die
Erstbehandlung des Versicherten fand noch am Unfalltag in der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) statt. Die Klinikärzte diagnostizierten eine
mehrfragmentäre, dislozierte intraartikuläre und gering nach dorsal angelegt distale
Radiusfraktur. Die verletzte Hand wurde mit einer Handgelenksschiene ruhiggestellt
(UV-act. 7). Am 8. August 2017 erfolgte eine offene Reposition und palmare
Plattenosteosynthese im KSSG (UV-act. 10, 13). Am 19. Februar 2018 wurde das
A.a.
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Osteosynthesematerial entfernt und eine Ulnaverkürzungsosteotomie durchgeführt
(UV-act. 32).
Nach Ablauf der Kündigungssperrfrist löste die Arbeitgeberin das langjährige
Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 30. Juni 2018 auf (UV-act. 79).
A.b.
Die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des
KSSG erklärten im Bericht vom 20. September 2018 über die Untersuchung vom
17. September 2018, dass angesichts der erhobenen Befunde mit dem
Belastungsaufbau begonnen werden könne (klinische Befunde: trocken und reizlos
verheilte Wunde am Unterarm rechts, weiche Narben, minimale Druckdolenz über Ulna
in der Mitte der Narbe, Flexion/Extension des Handgelenks aktiv 70-0-70 Grad und
periphere DMS [Durchblutung, Motorik, Sensibilität] intakt; radiologische Befunde:
vollständige Überbrückung der Osteotomie mit Kallus ulnar und radial sowie keinen
Hinweis auf Lockerung des Osteosynthesematerials). Die Arbeitsunfähigkeit betrage ab
dem 24. September 2018 noch 50 % (UV-act. 83). Im Bericht vom 19. November 2018
über die Untersuchung vom 12. November 2018 erklärten die Klinikärzte, dass keine
Belastungslimite sowie Belastungseinschränkung mehr bestünden. Eine Arbeit
angepasst an die Schmerzgrenze könne wieder aufgenommen werden, wobei schwere
manuelle Arbeiten nicht möglich seien. Zur Verbesserung der Beweglichkeit wurde
nochmals Ergotherapie verordnet (UV-act. 98). Gemäss Unfallschein UVG bestand ab
dem 13. November 2018 keine Arbeitsunfähigkeit mehr (UV-act. 103).
A.c.
Mit Bericht vom 14. Januar 2019 schloss die Berufsberaterin der Suva – nach
einem am 14. November 2018 durchgeführten Abklärungsgespräch – die beruflichen
Massnahmen ab, da sich der Versicherte trotz gewährter Bedenkfrist nicht für eine
weitergehende berufliche Abklärung in der Rehaklinik Bellikon habe entscheiden
können (UV-act. 117; vgl. UV-act. 104).
A.d.
Am 15. Januar 2019 erfolgte eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung des
Versicherten durch Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie, speziell Unfallchirurgie. Als
Röntgenbefund erhob der Arzt insbesondere eine schwere Handgelenksarthrose rechts
mit klinischem Befund einer deutlichen Bewegungseinschränkung im rechten
Handgelenk bezüglich Extension, Flexion, Radikulation und Ulnarduktion sowie einer
A.e.
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leichten Muskelmassenminderung der Unterarmmuskulatur rechts im Seitenvergleich
trotz Rechtsdominanz. Der Arzt ging von einem unvermeidbaren Fortschreiten der
unfallkausalen Handgelenksarthrose rechts als Folge des Unfallereignisses vom 2.
August 2017 aus. Er wies darauf hin, dass lediglich eine erfolgreiche Denervierung des
rechten Handgelenks einen positiven Einfluss auf die objektivierbar begründeten
Beschwerden des Versicherten haben könne. Dr. C._ empfahl zum Erhalt der
Restfunktion und Restarbeitsfähigkeit dauerhaft die Übernahme der unfallkausalen
Schmerzmedikation und der Kosten für den Ersatz der verordneten Handgelenksbrace
bei Defekt oder Abnützung. Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ging er von
einer zeitlich unlimitierten ganztägigen Arbeitsfähigkeit (100 %-Pensum) für angepasste
Tätigkeiten (leichte manuelle Tätigkeiten ohne Schläge, Vibrationen oder repetitive
Drehbewegungen mit der rechten Hand) aus. Gestützt auf die Feinrastertabelle 5
"Integritätsschaden bei Arthrosen" schätzte er den Integritätsschaden auf 25 % und
führte dazu aus, dass mit der Wahl des oberen Wertes für schwere
Handgelenksarthrosen die künftige Arthroseverschlimmerung bereits zukunftsweisend
mitberücksichtigt worden sei (UV-act. 118 f.).
Am 25. April 2019 musste ein vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(nachfolgend: RAV) initiierter und von der Invalidenversicherung (nachfolgend: IV) und
der Suva befürworteter Arbeitsversuch (vierzehnwöchiges Einsatzprogramm) nach
wenigen Arbeitsstunden wegen akuten Schmerzen im Handgelenk rechts abgebrochen
werden. Dr. med. D._, Allgemeine Innere Medizin FMH, bescheinigte eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 125 f., 128 ff.). Eine von der IV-Stelle veranlasste berufliche
Abklärung ab dem 12. August bis 11. Oktober 2019 in einer "leichten" Arbeitsstelle in
der Logistik bei E._ musste am dritten Arbeitstag wegen der "wahnsinnig"
geschwollenen rechten Hand des Versicherten abgebrochen werden (UV-act. 146-2 f.,
148, 150 ff.; vgl. UV-act. 169).
A.f.
Am 23. September 2019 wurde der Versicherte in der Klinik für Hand-, Plastische-
und Wiederherstellungschirurgie des KSSG operiert (Handgelenksarthroskopie,
Débridement, diagnostisch-therapeutische Infiltration Handgelenk rechts, Spaltung
1. Stecksehnenfach sowie Retinaculumplastik rechts,
Osteosynthesematerialentfernung Ulna rechts; UV-act. 158, 163 f.). Die
Operationskosten übernahm die Suva (UV-act. 161). Im Untersuchungsbericht vom 14.
A.g.
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B.
Februar 2020 über die Untersuchung vom 12. Februar 2020 wurde von den Ärzten der
Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG festgehalten,
dass die Schmerzen langsam zurückgekehrt seien. Der Versicherte sei erneut über die
Möglichkeiten einer Denervation nach Wilhelm oder gegebenenfalls einer Four-Corner-
Fusion informiert worden. Dabei sei darauf hingewiesen worden, dass im Falle einer
Denervation zuvor eine Testinfiltration durchgeführt werden müsste (UV-act. 181). Die
Testinfiltration wurde (bedingt durch die Corona-Situation erst) am 5. Mai 2020
vorgenommen (UV-act. 184 f.). Gemäss den Klinikärzten hat mit der Infiltration eine
gute Schmerzlinderung erreicht werden können, so dass eine Denervation in Frage
komme. Der Versicherte konnte sich, da dies ein grösserer Eingriff ohne eine
Erfolgsgarantie sei, nicht dafür entscheiden (UV-act. 190 f.; vgl. UV-act. 193).
Ein von der IV-Stelle initiierter und am 21. September 2020 gestarteter
Arbeitsversuch als Lagermitarbeiter, Staplerfahrer und Mitarbeiter im Unterhalt in der
Produktion der F._ AG musste wegen Schmerzen und der relativ stark
angeschwollenen Hand nach drei Tagen abgebrochen werden (100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 24. September bis 7. Oktober 2020; UV-act. 194 ff., 199).
A.h.
Mit Schreiben vom 20. Oktober 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die beruflichen Massnahmen nun abgeschlossen würden, da weitere nicht angezeigt
seien (UV-act. 203; vgl. UV-act. 197, 199-2).
A.i.
Mit Verfügung vom 23. Dezember 2020 sprach die Suva dem Versicherten eine
Invalidenrente von 16 % und eine Integritätsentschädigung basierend auf einem
Integritätsschaden von 25 % zu (UV-act. 219; bez. Berechnungsgrundlagen vgl. UV-
act. 214).
A.j.
In der Einsprache vom 1. Februar 2021 beantragte der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwältin lic. iur. HSG Debora Bilgeri, St. Gallen, die Aufhebung der Verfügung
vom 23. Dezember 2020 und die Erbringung der gesetzlichen Leistungen (UV-act. 223).
In der ergänzenden Einsprachebegründung vom 6. April 2021 wurden insbesondere
folgende Rechtsbegehren gestellt: 1. Die Verfügung vom 23. Dezember 2020 sei
aufzuheben; 2. Es sei für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit, des
B.a.
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C.
Zumutbarkeitsprofils und der Integritätsentschädigung eine Begutachtung zu
veranlassen; 3. Eventualiter sei für das Invalideneinkommen der maximale
Leidensabzug von 25 % zu berücksichtigen und eine Rente von 34 % zuzusprechen
(UV-act. 234).
Mit Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 wies die Suva die Einsprache ab (UV-
act. 242).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 erhob die Rechtsvertreterin des
Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 13. September 2021 Beschwerde
mit den Anträgen: 1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen; 2. Zur abschliessenden Klärung des medizinischen Sachverhalts sei ein
Gerichtsgutachten einzuholen; 3. Eventualiter sei die Sache zur rechtskonformen
Sachverhaltsabklärung und zur anschliessenden Neuverfügung an die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; 4. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Im
Weiteren wurde die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung beantragt.
Zudem informierte der Beschwerdeführer über seine Wohnsitzverlegung ins Ausland
per 1. Mai 2021 (act. G 1, G 1.3).
C.a.
Die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des
KSSG erklärten im Bericht vom 24. September 2021 über die Untersuchung vom 21.
September 2021, dass eine fortgeschrittene posttraumatische Handgelenksarthrose
vorliege. Die vom Beschwerdeführer beschriebenen Schwellungszustände seien durch
die Aktivierung der Arthrose bedingt. Zusätzlich bestehe anamnestisch und klinisch
eine typische Karpaltunnelsymptomatik. Die verschiedenen operativen
Eingriffsmöglichkeiten seien mit dem Beschwerdeführer erneut besprochen worden. Er
habe sich diese nochmals überlegen bzw. Rücksprache mit der Beschwerdegegnerin
nehmen wollen (UV-act. 250).
C.b.
In der Beschwerdeergänzung vom 18. Oktober 2021 modifizierte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das Rechtsbegehren wie folgt: 1. Der
C.c.
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Erwägungen
1.
Die Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ist trotz der
Wohnsitzverlegung des Beschwerdeführers ins Ausland (nach G._ per 1. Mai 2021,
vgl. act. G 1.3) gegeben, da der letzte Wohnsitz in der Schweiz im Kanton St. Gallen
lag (vgl. Art. 58 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 sei aufzuheben; 2. Es sei ein Gerichtsgutachten
einzuholen und es seien dem Beschwerdeführer gestützt darauf die gesetzlichen
Leistungen zuzusprechen; 3. Eventualiter sei die Sache zur rechtskonformen
Sachverhaltsabklärung und zur anschliessenden Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; 4. Subeventualiter sei ab dem 1. November
2020 eine Invalidenrente für eine Erwerbsunfähigkeit von 34 % zuzusprechen. 5. Unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Im Weiteren wurde gerügt, dass die Beschwerdegegnerin,
obwohl der Kreisarzt die Fortführung und Übernahme der Schmerzmedikation wie auch
des verordneten Handgelenkbraces empfohlen habe, keine Übernahme der Kosten für
die Behandlungsmassnahmen bzw. Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente
verfügt habe (act. G 5).
Mit Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 9. Juli 2021 (act. G 9).
C.d.
Am 17. Januar 2022 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das
Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 10).
C.e.
In der Replik vom 16. Februar 2022 hielt die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers unverändert an den Rechtsbegehren gemäss
Beschwerdeergänzung vom 18. Oktober 2021 fest (act. G 13).
C.f.
In der Duplik vom 31. März 2022 erneuerte die Beschwerdegegnerin den Antrag
auf Abweisung der Beschwerde (act. G 14).
C.g.
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2.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der
Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 (UV-act. 242).
2.1.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung (wie
Heilbehandlung [vgl. Art. 10 UVG], Taggelder [vgl. Art. 16 UVG], Invalidenrente [vgl.
Art. 18 Abs. 1 UVG] und Integritätsentschädigung [vgl. Art. 24 Abs. 1 UVG]) bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK
UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181
E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009
vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit
Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,
4. Aufl. 2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 4).
2.2.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
2.3.
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3.
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die
Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4, 125 V 353 f.
E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7).
Der Rentenanspruch entsteht und die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) fallen dahin, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der
IV abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 Satz 1 UVG).
3.1.
Den vorliegenden medizinischen Akten kann entnommen werden, dass es
operative Eingriffsmöglichkeiten wie einer Denervation nach Wilhelm oder
gegebenenfalls einer Four-Corner-Fusion gibt, welche die gesundheitliche Situation
des Beschwerdeführers verbessern könnten, dies jedoch ohne Erfolgsgarantie (vgl. UV-
act. 178 f., 191). Der Beschwerdeführer bedingte sich denn auch bei entsprechenden
Operationsvorschlägen der Ärzte jeweils Bedenkzeit aus (vgl. UV-act. 181, 190 f., 193;
vgl. auch UV-act. 250). Die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie des KSSG schlossen daraufhin die Behandlung vorläufig
ab, erklärten sich jedoch dazu bereit, bei Wunsch einer Operation wieder zur Verfügung
zu stehen (vgl. Untersuchungsbericht vom 6. Mai 2020, UV-act. 190). Dass sich der
Beschwerdeführer in der Folge doch noch für eine der vorgeschlagenen Operationen
entschieden hätte, ergibt sich nicht aus den Akten. Vielmehr lehnte er anlässlich einer
Besprechung vom 4. September 2020 mit der Beschwerdegegnerin eine Operation ab,
weil man ihm keine genügend hohe Sicherheit für den Erfolg geben könne (UV-act.
193) und begrüsste es, wenn bald der Fallabschluss mit Rentenprüfung erfolgen könnte
3.2.
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4.
Im Zusammenhang mit der Höhe der Invalidenrente ist vorab zu prüfen, ob der
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde bzw. inwiefern die
Arbeitsfähigkeit durch die unfallkausalen gesundheitlichen Einschränkungen
beeinträchtigt ist.
(UV-act. 199-1). Die Beschwerdegegnerin durfte daher davon ausgehen, dass nur die
bisherigen Behandlungsmassnahmen weiterhin durchgeführt werden. Diese
Massnahmen dienten jedoch lediglich dem Erhalt, nicht jedoch einer namhaften
Verbesserung der gesundheitlichen Situation. Da auch die beruflichen Massnahmen
der IV abgeschlossen waren (vgl. UV-act. 203), stellte die Beschwerdegegnerin folglich
zu Recht die Taggeldzahlungen ein und prüfte den Anspruch auf eine Invalidenrente
und eine Integritätsentschädigung.
Der Beschwerdeführer fordert die Übernahme der Heilbehandlungskosten auch
über den Zeitpunkt der Festsetzung der Rente hinaus (vgl. Art. 21 UVG), so wie dies
Kreisarzt Dr. C._ in der Abschlussuntersuchung vom 15. Januar 2019 empfohlen
hatte (act. G 5-5; vgl. UV-act. 118-4 f.). Die Beschwerdegegnerin erklärte dazu in der
Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2022, dass sie darüber noch nicht verfügt habe
(act. G 9). Festzustellen ist, dass die Übernahme der Heilbehandlungskosten nach
Festsetzung der Rente nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids
bildet. Auf die Beschwerde bezüglich Übernahme der Heilbehandlungskosten nach
Rentenfestsetzung ist daher nicht einzutreten.
3.3.
Zu prüfen ist damit nachfolgend ausschliesslich der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine höhere Invalidenrente (vgl. nachfolgende Erwägungen 4
und 5) und Integritätsentschädigung (vgl. nachfolgende Erwägung 6).
3.4.
Der Beschwerdeführer erachtet die medizinische Aktenlage und dabei
insbesondere die kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. C._ (vgl. Stellungnahme vom
30. August 2018 [UV-act. 67], abschliessender Untersuchungsbericht vom 15. Januar
2019 [UV-act. 119] und Stellungnahme vom 7. Juli 2021 [UV-act. 239] als unvollständig
und nicht überzeugend. Er sei in seiner Arbeitsfähigkeit sehr viel deutlicher
eingeschränkt, als dies im kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil spezifiziert sei. Der
Untersuchungsbericht der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 24. September 2021 (vgl. UV-act. 250)
habe denn auch eine fortgeschrittene posttraumatische Handgelenksarthrose bestätigt.
Die Schwellungszustände hätten die Klinikärzte einer Aktivierung der Arthrose
4.1.
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zugeschrieben. Er könne keine Tätigkeit länger als einen halben Tag ausführen, ohne
dass seine Hand anschwelle, sich entzünde und er die Arbeit einstellen müsse. Die
Arbeit könne er erst nach einer mehrtägigen Ruhepause wieder aufnehmen. Die
genannten Folgen träten selbst dann ein, wenn er die rechte Hand lediglich als
Zudienhand verwende. Nicht nachvollziehbar sei, wie der Kreisarzt in seiner
Stellungnahme vom 10. Dezember 2021 (vgl. act. G 9.1) eine Veränderung des
Gesundheitszustandes ohne aktuelle CT-Untersuchung habe ausschliessen können.
Gefordert werde deshalb eine medizinische Sachverhaltsabklärung in Form eines
Gutachtens (vgl. act. G 1-2, G 13).
Die Beschwerdegegnerin erachtet die kreisärztlichen Berichte hinsichtlich der
Zumutbarkeitsbeurteilung als schlüssig, nachvollziehbar begründet und in sich
widerspruchsfrei. Dies gelte auch in Anbetracht des Berichts der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 24. September 2021, was
von Kreisarzt Dr. C._ in der Stellungnahme vom 10. Dezember 2021 (vgl. act. G 9.1)
bestätigt worden sei. So zeige das Röntgen vom 24. September 2021 im Vergleich zu
den Voruntersuchungen einen stationären Befund mit deutlicher, bekannter
radiokarpaler Arthrose. Zudem berücksichtige das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil
auch ein allfälliges Fortschreiten der unfallkausalen Handgelenksarthrose rechts. Zu
den Arbeitsversuchen bei E._ und der F._ AG wurde erklärt, dass diese nicht dem
Zumutbarkeitsprofil entsprochen hätten, weshalb daraus nichts hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden könne. Zum Vorliegen einer allfälligen Depression
wurde ausgeführt, dass eine solche nicht adäquat-unfallkausal sei, da ausgehend von
einem höchstens mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen die
massgeblichen Kriterien gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht erfüllt
seien, weshalb einzig die somatischen Unfallfolgen zu berücksichtigen seien. Da auch
keine medizinischen Berichte vorlägen, welche sich mit den kreisärztlichen
Ausführungen befassen würden und aufgrund von substantiierten Einwänden Zweifel
an der Zuverlässigkeit der Kreisarztberichte zu begründen vermöchten, würden sich
beweismässige Erweiterungen erübrigen (act. G 9, G 15).
4.2.
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer sich beim Unfall am 2. August 2017
an der rechten Hand verletzte und dabei eine mehrfragmentäre, dislozierte
intraartikuläre und gering nach dorsal angelegt distale Radiusfraktur zuzog (vgl. UV-act.
7, 140 f.). Er wurde deswegen am 8. August 2017 und 19. Februar 2018 operiert (vgl.
UV-act. 13, 32). Am 22. August 2018 berichteten die Ärzte der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG, dass die Beweglichkeit der
Hand freigegeben, die Belastbarkeit jedoch noch auf 5 Kilogramm beschränkt sei (UV-
4.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/21
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act. 66-2; vgl. auch UV-act. 83). Der Kreisarzt ging daraufhin von einer zeitlich
unlimitierten Arbeitsfähigkeit für leichte manuelle Tätigkeiten ohne Vibrationen und
Schlagbelastungen sowie ohne repetitive Drehbewegungen aus (vgl. Stellungnahme
vom 30. August 2018, UV-act. 67). Anlässlich der Untersuchung vom 12. November
2018 hatten die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie
des KSSG eine beginnende Arthrose im Bereich des distalen Radius erhoben (UV-act.
98). Im kreisärztlichen Abschlussuntersuchungsbericht vom 21. Januar 2019 über die
Untersuchung vom 15. Januar 2019 erhob Kreisarzt Dr. C._ insbesondere eine
verminderte Beweglichkeit des rechten Handgelenks sowie eine radiocarpale Arthrose
im rechten Handgelenk nach intraartikulärer distaler Radiustrümmerfraktur mit
schmerzhafter Minderbelastbarkeit, Bewegungseinschränkung und
Gebrauchsminderung. Wie bereits am 30. August 2018 ging er jedoch rein unfallkausal
aufgrund der Schädigung des rechten Handgelenks aus dem Unfallereignis vom 2.
August 2017 für den allgemeinen Arbeitsmarkt von einer zeitlich unlimitierten
Arbeitsfähigkeit (ganztägig, Pensum 100 %) für angepasste Tätigkeiten (leichte
manuelle Tätigkeiten ohne Schläge, Vibrationen oder repetitive Drehbewegungen mit
der rechten Hand) aus (UV-act. 118). Die von der IV, dem RAV und der Suva initiierten
bzw. unterstützten Arbeitsversuche im April und August 2019 führten nach kurzer Zeit
zu vermehrten Schmerzen und Entzündungen bzw. zu einem Anschwellen der rechten
Hand. Die Folge waren jeweils mehrtägige Arbeitsunfähigkeiten (vgl. UV-act. 126, 130,
145 f., 149 ff.). Im Untersuchungsbericht vom 7. Juni 2019 empfahlen die Ärzte der
Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG aufgrund der
Beschwerden im Bereich der Platte an der Ulna die Entfernung des
Osteosynthesematerials. Zudem informierten sie über weitere
Behandlungsmöglichkeiten (Denervierung, Arthrodese; UV-act. 133). Am 14. Juni 2019
bestätigte Kreisarzt Dr. C._ auf Anfrage der Suva, dass wieder eine Arbeitsfähigkeit
im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung vom 15. Januar 2019 gegeben sei (UV-act.
135). Im Untersuchungsbericht der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 19. September 2019 wurde klinisch der
Verdacht auf einen symptomatischen Morbus de Quervain erhoben. Da die genaue
Schmerzursache radial aber eher schwer einzugrenzen sei, könnten die Schmerzen
auch von der bekannten Arthrose im Bereich der Fossa scaphoidea herkommen. Zur
weiteren Abklärung wurde eine Infiltration durchgeführt (UV-act. 157). Durch die
Infiltration konnte laut den behandelnden Ärzten des KSSG eine 50%ige
Beschwerdebesserung radial erzielt werden. Daraus schlossen sie, dass
höchstwahrscheinlich ein Teil der Beschwerden von einem Morbus de Quervain
komme. Die restlichen Beschwerden wurden weiterhin auf die Radiokarpalarthrose
zurückgeführt (Bericht über die Untersuchung vom 20. September 2019, UV-act. 162).
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Anlässlich der Operation vom 23. September 2019 wurden eine
Handgelenksarthroskopie, ein Débridement, eine diagnostisch-therapeutische
Infiltration Handgelenk rechts, eine Spaltung des ersten Strecksehnenfachs sowie eine
Retinaculumplastik rechts vorgenommen sowie das Osteosynthesematerial an der Ulna
rechts entfernt (UV-act. 163). Bis zum 13. Oktober 2019 bestand eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 166, 173; vgl. Stellungnahme von Kreisarzt Dr. C._ vom
11. Oktober 2019, UV-act. 170). Im Untersuchungsbericht vom 18. Dezember 2019
führten die Klinikärzte die radialseitigen Schmerzen auf die radioskaphoidale Arthrose
Grad III nach Outbridge rechts zurück. Der Beschwerdeführer könne aber seine Hand
im Alltag wie im Beruf frei einsetzen (UV-act. 178). Der von den Klinikärzten erhobene
Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom konnte mit der CT-Untersuchung vom 19.
Februar 2020 ausgeschlossen werden (UV-act. 182 f.). Die Verzögerungen in der
weiteren Behandlung des Beschwerdeführers sowie hinsichtlich weiterer
Arbeitsversuche ergaben sich durch die Corona-Situation (vgl. UV-act. 184, 193). Auch
ein weiterer Arbeitsversuch im September 2020 musste nach drei Tagen
gesundheitsbedingt abgebrochen werden (vgl. UV-act. 196 f., 199-3). In der
Stellungnahme vom 23. November 2020 bestätigte Kreisarzt Dr. C._, dass sich
hinsichtlich der zumutbaren Tätigkeiten seit dem Untersuch vom 15. Januar 2019 wie
auch hinsichtlich der Integritätsschadensbeurteilung nichts geändert habe (UV-act.
211).
Nach dem Gesagten ist ausgewiesen, dass zum Rentenprüfungszeitpunkt
unfallbedingt insbesondere die Beweglichkeit und die Belastbarkeit und daher die
Einsetzbarkeit der rechten Hand eingeschränkt waren. Die Einschränkungen dürften
vorwiegend durch die fortgeschrittene posttraumatische Handgelenksarthrose
verursacht und die vom Beschwerdeführer beschriebenen Schwellungszustände die
Folge einer belastungsbedingten Aktivierung der Arthrose sein (vgl. Bericht des KSSG
vom 24. September 2021, UV-act. 250). Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Dreher bzw. Betriebsunterhaltsfachmann zufolge dieser
Beeinträchtigungen nicht mehr ausüben kann. Eine leidensangepasste Tätigkeit – wie
von Kreisarzt Dr. C._ Untersuchungsbericht vom 15. Januar 2019 (UV-act. 119)
beschrieben – erscheint hingegen angesichts der zum Zeitpunkt des
Einspracheentscheids vorhandenen körperlichen Einschränkungen dem
Beschwerdeführer durchaus als zumutbar in einem 100%-Pensum. Aufgrund des
Verzichts auf weitere Operationen (vgl. Erwägung 3.2) ist nicht davon auszugehen,
dass die Schmerzen derart limitierend sind, dass der Beschwerdeführer eine
leidensangepasste Tätigkeit (ohne starke Belastung der rechten Hand gemäss dem
kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil) nicht wahrnehmen könnte. Auch aus den weiteren
4.4.
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5.
Ausgehend von einer verwertbaren 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit bleiben die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu
prüfen.
Arztberichten des KSSG und der behandelnden Hausärzte sind – entgegen der Ansicht
des Beschwerdeführers – keine Anhaltspunkte ersichtlich, die geeignet wären, Zweifel
daran zu begründen, dass mit dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil die in Frage
stehenden Gesundheitsschädigungen bzw. die damit verbundenen Beschwerden und
ihre praktischen Auswirkungen nicht umfassend und genügend berücksichtigt worden
wären. Daran vermögen auch die geltend gemachten Schmerzen und arbeitsbedingten
Anschwellungen in der rechten dominanten Hand als Folge der Arbeitsversuche nichts
zu ändern, denn es dürfte sich dabei nicht um leichte Tätigkeiten ohne erhebliche
Belastung der rechten Hand gehandelt haben. Hinsichtlich allfälliger psychischer
Beschwerden ist anzumerken, dass diese, da die rechtssprechungsgemässen
Voraussetzungen nicht gegeben sind – wie dies die Beschwerdegegnerin in Ziffer 4.3
der Beschwerdeantwort (act. G 9-4 ff.) ausführlich und korrekt dargelegt hat –, nicht
unfallkausal und daher unbeachtlich sind. Nach dem Gesagten überzeugt es auch,
wenn Kreisarzt Dr. C._ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur in qualitativer
Hinsicht eingeschränkt sieht. Folglich ist im Weiteren von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen.
Weitere medizinische Abklärungen – wie vom Beschwerdeführer verlangt – sind
nicht erforderlich, denn selbst wenn die Einschränkungen der rechten Hand so wären,
dass sie nur noch als Zudienhand eingesetzt werden könnte, kann gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ausgegangen werden, dass es auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt (adaptierte) Stellen gibt, die der Beschwerdeführer vollzeitlich
wahrnehmen könnte (vgl. bspw. Urteil des Bundesgerichts vom 9. Mai 2019,
8C_53/2019, E. 6.3: es kann davon ausgegangen werden, dass der allgemeine
Arbeitsmarkt einen breiten Fächer geeigneter Einsatzgelegenheiten bietet; Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Oktober 2019, 8C_587/2019, E. 6.2 mit Verweisen: selbst
wenn eine Hand nur noch als Zudienhand eingesetzt werden kann, bestehen
praxisgemäss in diesen Fällen genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt).
4.5.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Zur
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
5.1.
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Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
5.2.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
5.2.1.
Die Beschwerdegegnerin ging im Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 (UV-act.
242) gestützt auf die Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin vom 19. November 2018
(UV-act. 97) und 4. November 2020 (UV-act. 208), wonach der Beschwerdeführer im
Jahr 2020 als Dreher bzw. Betriebsunterhaltsfachmann ohne den Unfall den gleichen
Lohn wie im Jahr 2017 erzielt hätte (UV-act. 242-9), von einem Validenlohn von
Fr. 78'000.- aus (Fr. 6'000.- x 13). Dass keine Anpassung an die
Nominallohnentwicklung vorgenommen wurde, wurde damit begründet, dass gemäss
der ehemaligen Arbeitgeberin der Lohn des Beschwerdeführers für einen ungelernten
Mitarbeiter schon eher hoch gewesen sei (vgl. UV-act. 208) und er deshalb auch nicht
mit einem höheren Lohn habe rechnen können. Dabei wurde auf die Rechtsprechung
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG) aus dem Jahr 2004 verwiesen (Urteil
vom 2. November 2004, U66/02).
5.2.2.
Der Beschwerdeführer hatte seit dem 1. September 1989 für die gleiche
Arbeitgeberin gearbeitet (vgl. UV-act. 1). Diese hat das Arbeitsverhältnis zudem
unmittelbar nach Ablauf der durch den Unfall ausgelösten Sperrfrist per Ende Juni 2018
gekündigt (UV-act. 79). Es bedarf deshalb einer genaueren Prüfung der Aussage der
Arbeitgeberin, wonach der Lohn gleich geblieben wäre, weil er schon eher hoch
gewesen sei (vgl. UV-act. 97, 208). Diesbezügliche Abklärungen gestützt auf die Daten
des Bundesamtes für Statistik (Statistischer Lohnrechner; Datenstand 2018) zeigen,
dass der Zentralwert (Medianlohn) für die vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit
bei Fr. 75'840.- (Fr. 6'320.- x 12; ausgewähltes Profil: Region: Ostschweiz; Branche:
Metallerzeugung und -bearbeitung; Berufsgruppe: Metallarbeiter, Mechaniker und
verwandte Berufe; Stellung im Betrieb: ohne Kaderfunktion; Wochenstunden: 42;
5.2.3.
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Ausbildung: unternehmensinterne Ausbildung [vgl. UV-act. 117: angelernter Dreher; vgl.
UV-act. 117-4: Ausbildung {"Anlehre"} als Dreher im Herkunftsland]; Alter: 57;
Dienstjahre: 31; Unternehmensgrösse: 50 und mehr Beschäftigte; 13. Monatslohn;
Männer; Niedergelassene [Kat. C]) und derjenige für das obere Quartil bei Fr. 84'840.-
(Fr. 7'070.- x 12) lag. Der Monatslohn des Beschwerdeführers lag somit lediglich um
Fr. 166.- ([Fr. 78'000.- - Fr. 75'840.-] / 13) über dem Medianlohn – jedoch mit Fr. 526.-
([Fr. 84'840.- - Fr. 78'000.-] / 13) deutlich unter dem Wert des oberen Quartils. Es ist
folglich beim Lohn des Beschwerdeführers von einem durchschnittlichen Lohn (auch in
Anbetracht der qualifizierten und beinahe dreissigjährigen Berufserfahrung) und nicht
etwa von einem überdurchschnittlichen oder gar überhöhten Lohn auszugehen.
Folglich ist anzunehmen, dass der Lohn des Beschwerdeführers ohne das
Unfallereignis entsprechend der Nominallohnentwicklung angepasst worden wäre. Der
Validenlohn angepasst für das Jahr 2020 beträgt somit Fr. 80'055.- (Fr. 78'000.- / 2239
[Nominallohnindexstand 2017 Männer] x 2298 [Nominallohnindexstand 2020 Männer]).
Anzumerken ist, dass die IV im Rahmen ihrer Invaliditätsgradbestimmung beim
Validenlohn die Nominallohnentwicklung ebenfalls berücksichtigte (vgl. UV-act. 251).
5.3.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei
der kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 135 V 301 E. 5.2
mit Hinweisen).
5.3.1.
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per
30. Juni 2018 (UV-act. 79). Seit dem Unfall vom 2. August 2017 war der
Beschwerdeführer (mit Ausnahme von kurzen Arbeitsversuchen) nicht mehr
erwerbstätig. Bei dieser Ausgangslage kann das Invalideneinkommen nicht auf
individuell-konkreter Basis bemessen werden. Die Beschwerdegegnerin durfte deshalb
für die zahlenmässige Bestimmung des Invalideneinkommens im Einspracheentscheid
5.3.2.
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auf die aktuellsten publizierten Tabellenlöhne, vorliegend die LSE 2018, abstellen.
Danach beträgt der monatliche Bruttolohn bei 40 Stunden pro Woche Fr. 5'417.-
(Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total). Nominallohnindexiert und angepasst
an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2020 von 41.7 Stunden resultiert
ein Jahreseinkommen von Fr. 68'906.- (Fr. 5'417.- x 12 Monate / 40 Std. pro Woche x
41.7 Std. pro Woche / 2260 [Nominallohnindexstand 2018 Männer] x 2298
[Nominallohnindex 2020 Männer]).
Zu prüfen bleibt, ob von diesem Tabellenlohn ein Abzug vorzunehmen ist. Ob
und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa
leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25 % festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Die Beschwerdegegnerin gewährte im
Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 einen Tabellenlohnabzug von 5 %. Dabei wies
sie darauf hin, dass beim Beschwerdeführer von keiner faktischen Einarmigkeit, welche
gemäss der Rechtsprechung einen 10%igen Leidensabzug rechtfertigen würde,
ausgegangen werden könne (UV-act. 242-10). Der Beschwerdeführer erachtet mit
Verweis auf die Rechtsprechung eine Herabsetzung von 5 % als zu gering, denn der
Arbeitsversuch bei E._ habe gezeigt, dass selbst wenn die beeinträchtigte Hand
lediglich als Zudienhand beansprucht worden sei, die Arbeitstätigkeit nach kurzer Zeit
habe niedergelegt werden müssen. Damit liege eine faktische Einhändigkeit vor.
Angemessen sei ein Leidensabzug von 25 % (act. G 5-6). Im vorliegenden Fall sind als
lohnmindernde Faktoren insbesondere das die Flexibilität einengende
Anforderungsprofil an eine leidensangepasste Tätigkeit (vgl. UV-act. 118; die rechte
dominante Hand ist nachgewiesenermassen kaum erwerblich einsetzbar, denn es
muss schon bei leichtester Belastung mit einer erneuten Anschwellung und
infolgedessen mit einer mehrtägigen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden), die lange
Betriebszugehörigkeit von fast drei Jahrzenten (vgl. UV-act. 1) und – wenn auch in
untergeordnetem Rahmen – das fortgeschrittene Alter von 57 Jahren zum
Rentenprüfungszeitpunkt zu berücksichtigen. In Anbetracht dessen sowie der vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) genannten Beispiele an zumutbaren angepassten
Tätigkeiten wie Park-/Museums-Aufseher, Billetverkäufer, interne Kurierdienste/Bote
(dabei dürfte es sich eher um Tätigkeiten im Niedriglohnbereich handeln) und der nicht
in Betracht gezogenen qualifizierteren (und wohl besser bezahlten) Tätigkeiten wie
5.3.3.
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6.
Im Weiteren ist die Höhe der Integritätsentschädigung umstritten.
Arbeiter/Hilfsarbeiter in einem Werk/einer Fabrik/einer Produktionsstätte und
Tätigkeiten im Grosshandel (vgl. UV-act. 251), ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer seine unfallbedingte Restarbeitsfähigkeit nur mit deutlich
unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann. Vorliegend ist ein Eingriff
in das Ermessen der Verwaltung geboten, denn der gewährte Leidensabzug bildet die
zuvor genannten Einflussfaktoren in ihrer Gesamtheit nicht bzw. nur ungenügend ab.
Vorliegend ist der Tabellenlohnabzug daher wie in vergleichbaren Fällen (vgl. bspw.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. November 2020,
UV 2019/50, E. 5.3.3) auf 10 % anzusetzen. Das Invalideneinkommen beträgt folglich
Fr. 62'015.-. (Fr. 68'906.- x 0.9).
Aus der Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 62'015.- und des
Valideneinkommens von Fr. 80'055.- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 18'040.-
bzw. 22.53 %. Folglich besteht ein Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von 23 %. Anzumerken ist, dass bei Berücksichtigung der
beitragspflichtigen Zulagen von Fr. 235.- (vgl. Jahreslohnkonto der B._ AG 2017; UV-
act. 97-3) der Invaliditätsgrad unverändert bei 23 % bliebe.
5.3.4.
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer gestützt auf die
Einschätzung von Kreisarzt Dr. C._ (vgl. UV-act. 119) bei einer Integritätseinbusse
von 25 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 37'050.- zu (UV-act. 219-4, 249-13 f.).
Der Beschwerdeführer erachtete die kreisärztliche Beurteilung der Integritätsschäden
als unvollständig und für die Leistungsbeurteilung als ungenügend. Er forderte weitere
medizinische Abklärungen (vgl. act. G 5).
6.1.
6.2.
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht
übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft
(Art. 25 Abs. 1 UVG).
6.2.1.
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Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift
bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich,
wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit,
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3.
6.2.2.
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische
Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten
Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen
Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem
Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die
gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung
(Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust
gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der
Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz
entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
6.2.3.
Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog.
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen
zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz
des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen
nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten,
mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.2.4.
Die Höhe der Integritätsentschädigung stellt eine typische Ermessensfrage dar.
Das Versicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich auf Gegebenheiten abstützen
6.2.5.
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können, welche eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen
lassen (BGE 137 V 71 E. 5.1, 126 V 75 E. 6).
Anhaltspunkte zur Höhe der Integritätsentschädigung liefert vorliegend die von der
Suva publizierte Feinrastertabelle 5 "Integritätsschaden bei Arthrosen". Diese sieht für
die "Handgelenk-Arthrose" einen Integritätsschaden von 5 bis 10 % für eine mässige
und von 10 bis 25 % für eine schwere Arthrose vor. Ebenfalls in der Tabelle angeführt
sind die Werte bei "Handwurzel-Arthrose" mit einem Spektrum von 5-10 % (mässig)
bzw. 10-15 % (schwer).
6.3.
Die von Kreisarzt Dr. C._ beschriebenen unfallbedingten Einschränkungen der
rechten Hand (vgl. dazu UV-act. 118 f.: radiocarpale Arthrose rechtes Handgelenk mit
intraartikulärer distaler Radiustrümmerfraktur mit schmerzhafter Minderbelastbarkeit,
Bewegungseinschränkung und Gebrauchsminderung) entsprechen am zutreffendsten
denjenigen einer schweren Handgelenksarthrose gemäss Feinrastertabelle 5 mit einem
Richtwertbereich von 10 bis 25 %. Dr. C._ legte den Wert auf 25 % fest. Da bereits
15 Monate nach dem Unfallereignis eine schwere Handgelenksarthrose rechts
vorgelegen habe und aus der medizinischen Erfahrung eine weitergehende
massgebliche Verschlimmerung der Handgelenksarthrose rechts schicksalshaft
unvermeidlich sei, habe er das weitere Fortschreiten der Handgelenksarthrose bei der
Einschätzung des Integritätsschadens bereits mitberücksichtigt.
6.4.
Die Festsetzung und Begründung des Integritätsschadens durch Dr. C._ gestützt
auf die Feinrastertabelle 5 ist nachvollziehbar, stimmig und überzeugt. Auch ergeben
sich weder aus den Akten noch aus den Rechtsschriften des Beschwerdeführers
Anhaltspunkte bzw. triftige Gründe, weshalb von einem höheren Integritätsschaden
ausgegangen werden müsste. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend
gemachten psychischen Beschwerden ist anzumerken, dass diese, da die
rechtssprechungsgemässen Voraussetzungen nicht gegeben sind – wie dies die
Beschwerdegegnerin in Ziffer 4.3 der Beschwerdeantwort (act. G 9-4 ff.) ausführlich
und korrekt dargelegt hat –, nicht unfallkausal und daher auch bei der
Integritätsschadensfestsetzung unbeachtlich sind. Dass die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Einschätzung des Kreisarztes bei einem Integritätsschaden von 25 %
eine Integritätsentschädigung von Fr. 37'050.- zusprach, ist daher gut vertretbar und
nicht zu beanstanden. Da die Beurteilung des Integritätsschadens gestützt auf die
Akten vorgenommen werden konnte, erübrigen sich weitere Abklärungen. Der
entsprechende Antrag der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist folglich
abzuweisen und die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene
Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden.
6.5.
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7.