Decision ID: cddfaaab-df90-43d5-947b-a73dbbce5a5d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
72
,
war im
Y._
teilzeitlich als Lingerie-
und
Reinigungsm
it
arbeite
rin
t
ätig (Urk. 27/11, Urk. 27/20/1-5
)
und als solche obli
gatorisch bei der AXA Versicherungen AG (nachfol
gend: AXA) gegen die Folgen von Unfällen versichert
(Urk. 13/A1)
.
I
m Februar 2010
war sie
wegen einer Schädelkontusion sowie ab dem 16. Februar 2010
wegen psychi
schen Be
schwerden
arbeitsunfähig (
Urk.
13/M16
,
Urk. 13/M45, Urk. 13/M62 S.19, Urk. 27/21/10,
Urk. 27/21/15-16).
Am 2. April 2010 erlitt sie
als Lenkerin
bei einem Autounfall
in
Z._
(Urk. 13/A69)
ein
Poly
trauma
mit einer
Hals
wirbel
körperfraktur
(HWK
) mit Frak
tur des Cor
pus C5, des
Processus
articularis
C5 rechts, des Arcus
vertebrae
C5 links, Zer
reissung des ventralen Längsbandes und der Bandscheibe C5/6 und
Sub
luxa
tions
stellung
C5/6
, eine dislozierte
Schlüs
selbeinfraktur
rechts, eine
nicht
dislozierte
Schul
terblattfraktur
rechts, eine
Schädel
kon
tusion
mit leichter traumatischer
Hirn
ver
letzung
mit
fronto
pa
rie
talen
Schnitt
ver
letzung
und eine beidseitige
Lun
genkontusion
(
Urk. 13/A1
, Urk. 13/A
2,
Urk. 13/M4.3, Urk. 13/M62/47,
Urk.
27
/21/36-41, Urk.
27
/21/62, Urk.
27
/25/23)
.
Im Anschluss an den Unfall wurde
die Ver
sicherte
bis am 15. April 2010 im
A._
stationär be
handelt und dabei a
m 9. April 2010
eine
Spondylodese
C5/6 mit Becken
-
kam
mspan
links
durchgeführt (Urk. 13/M1a, Urk. 13/
M4.2-3,
Urk. 13/M7,
Urk. 13/M62/47).
Nach ihrer Rückkehr
in die Schweiz
begab
sie
sich
vom 16. bis 26. April 2010
in die
statio
näre Behand
lung der Klinik für Unfallchirurgie des
B._
(
B._
;
Urk. 13/M11.1), wo am 20. April 2010
eine
Plat
ten
osteo
synthese
am rechten Schlüs
selbein
durchgeführt
wurde (Urk. 13/M11.2)
.
Vom
2.
bis
29. No
vember 2011 hielt sich die Versicherte aus
ser
dem in der
Klinik C._
zur statio
nären Rehabilitation auf (
Aus
tritts
bericht
vom 9. Dezember 2010, Urk. 13/M37
). Am 29. November 2011 wurde
im
B._
das
Osteosynthese
mate
rial
an der rechten Schulter entfernt (
OSME;
Urk. 13/M78).
Auf Ende No
vember 2011 wurde das Arbeitsverhältnis mit dem
Y._
aufgelöst (Urk. 13/A63). Die AXA erbrachte die gesetz
lichen Leistungen für d
ie Folgen des Unfallereignisses vom 2. April 2010.
1.2
Gestützt auf das
von
der Invalidenversicherung
(IV)
in Auftrag gegebene interdis
zi
plinäre
Gutachten der Medizinischen Begutach
tungsstelle des
D._
vom 9. Mai 2011 (Urk.
13/M62, Urk. 13/M87)
, ergänzt mit Schreiben vom 19. August 2011 (Urk. 13/M64)
,
und
die Stellungnahme ihres beratenden Arztes Dr. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, vom 28. August 2012 (Urk. 13/M89)
stellte die AXA m
it Verfügung vo
m 23. November 2012 die Taggeld
leist
ungen
per Ende 2011
und den
An
spruch auf Heil
behandlung
per Ende April
2012 ein,
vern
einte einen Anspruch auf eine
In
validenrente bei einem unfallbedingten
Invalidi
täts
grad
von
unter 10 % und sprach der Versicherten eine
Integritäts
entschä
digung
aus
gehend von einer Integritätseinbusse von 10 %
zu
(Urk. 13/A90)
.
Die Ver
sicherte erhob dagegen mit Schreiben vom 26. April 2012 Einsprache (Urk. 13/A95),
welche die AXA mit
Ein
sprache
entscheid
vom
26. Oktober 2012 abwies (Urk. 2).
2.
Hier
gegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
26. November 2012
Be
schwerde und beantragte,
es seien ihr in Aufhebung respektive Änderung des
Ein
spracheentscheid
s
vom
26. Oktober 2012 und
der
Verfügung vom 23. No
vember 2012 über
den 31.
Dezember 2011 hinaus Taggelder und
über den 30. April 2012 hinaus
die Vergütung für
Heil
behandl
ungskosten auszurichten
,
im Anschluss an die
Tag
geldleistungen
eine Rente der Unfallversicherung
sowie
eine höhere
Inte
gritäts
entschädigung
zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2)
.
Die
Be
schwer
degegnerin
schloss in der Beschwerde
antwort vom
9. April 2013
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
12
S. 2). Mit Replik vom
16. August 2013
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
und stellte in prozessualer Hinsicht ausserdem den Antrag, das Verfahren sei bis zum Eingang des von der Beschwerdeführerin einzu
reichenden
IV-
Gutachtens zu sistieren und die
un
fall
versicherungsrechtlich
relevanten Zusatzfragen seien den IV-Gutachtern durch das Gericht vorzulegen
(Urk.
18
S.
2
). Die Beschwerdegegnerin hielt in der
Stellungnahme
vom
20. September 2013
an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest
und beantragte zudem die Abweisung der
Verfahrens
anträge
(Urk. 22 S. 2
).
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2013 (Urk. 25) wurden die
IV-
Akten von der
Sozial
versiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, einge
holt (Urk. 27/1-129).
Die von der
Beschwerdeführerin
gestellten
Verfah
rens
an
träge
wurde
n
ge
genstandslos
(Verfügung vom 26. November 2013; Urk. 28 S. 2)
, nachdem das betreffende
bidisziplinäre
Gutachten von med.
pract
.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und von Dr. med.
G._
, Facharzt für Rheuma
tologie und Innere Medizin,
bereits am
12. August 2013
erstellt worden war und sich
in den beigezogenen Akten
befunden hatte (Urk. 27/119)
.
Mit Eingaben vom 13. Januar 2014 (Urk. 30) und
vom
5. Mai 2014 (Urk. 35) nahmen die Parteien zu den IV-Akten Stellung.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ver
siche
rungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines
Unfallver
sicherers
setzt das UVG nebst dem Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) oder einer
un
fallähnlichen
Körper
schä
digung
(Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
versicherung, UVV) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden ein natür
licher und ein adäqua
ter Kausal
zusammenhang be
steht.
1.2
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Dabei genügt es, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige In
tegrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hin
weisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen orga
nischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist
sie
infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so hat
sie
ausserdem An
spruch auf ein Tag
geld (Art. 16 Abs. 1 UVG).
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbs
einkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1 UVG, wenn von der Fort
set
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge
sundheits
zu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungs
massnahmen der Invaliden
versicherung (IV) abge
schlossen sind. M
it dem Rentenbeginn fallen Heil
behandlungs- u
nd die Tag
geldleistungen dahin.
1.5
Mit der Festsetzung einer Invalidenrente (Art. 19 Abs. 1 UVG)
oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendi
gung der ärztlichen Behandlung ist
eine angemessene Integritätsent
schädigung festzulegen, sofern die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Integrität erlitten hat
(Art. 24 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
die Gesamtbeurteilung des
D._
-Gutachtens
vom 9. Mai 2011
sei nachvoll
ziehbar, schlüssig
und
ohne Widersprüche, was von Dr.
E._
be
stätigt worden sei. Darauf
und
auf
die Stellu
ngnahme von Dr.
E._
vom 28. August 2012
sei abzustellen. Entsprechend sei
davon auszugehen, dass
der natürliche Kausalzusam
menhang zwischen der Beweglichkeitseinschränkung und den Schmer
zen am rechten Arm einerseit
s und dem Unfallereignis vom 2.
April 2010 andererseits gegeben
sei
.
Für sämtliche anderen Befunde sei aus somatischer Sicht der
status
quo ante mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht.
Die Sensibilitätsstörungen im Bereich des rechten Beins seien durch die
rein kran
k
haft-degenerativ bedingten Ver
än
derun
gen im Bereich der lumbalen unteren Wirbelsäule erklärbar.
Zudem seien erst im No
vember 2010 erstmals lumbale
Rückenbe
schwerden
in den medizinischen Akten erwähnt worden
und gegenüber Prof. Dr.
H._
, Facharzt für Neurologie,
habe die Beschwerde
füh
r
erin angegeben, bereits seit 10
Jahren an chronischen Lumbalgien zu leiden.
Für die geklagte Schwäche und Kraftlosig
keit in den Beinen sowie für die ge
klagte
mnestische
Störung habe sich keine Erklärung gefunden.
Seit dem Unfall seien nie neurologische Befunde festge
stellt worden. Zu
dem habe die Be
schwer
de
füh
rerin bereits vor dem Unfall über Sensibilitäts
störungen in der unteren rechten Extremität und
Kribbelp
a
rästhe
sien
im Bereich der Finger mit
Schulter
gürtel
schmerzen
geklagt.
Der Befund der zerebralen Bildgebung sei ge
ring, so dass sich hieraus nicht zwin
gend ein klini
sches Störungskorrelat ablei
ten lasse. Eine minime bis leichte neuro
psycho
logische, organisch bedingte Stö
rung habe keinen Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit. Zudem sei auffallend, dass eine kog
ni
tive Problematik erstmals ge
gen
über dem
D._
-Gutachter
ge
nannt
worden sei und
zuvor
niemand
der diversen involvierten Stellen und Ärzte eine solche auf
gezeigt hätten.
Zudem hätten schon vor dem Unfall psychische Beschwerden be
standen.
Von einer neuro
psycho
logischen Abklärung sei abzu
sehen, da die Unfallgenese nach herrschen
der Lehre und Rechtsprechung damit nicht beurteilt werden könne.
Die OSME vom 29.
November 2011 sei gemäss Dr.
E._
ein unkomplizierter Ein
griff und recht
fertige maximal eine Arbeits
un
fähigkeit während vie
r Wochen.
Sodann sei der adäquate Kausal
zusam
menhang zwi
schen der geltend gemachten psychi
schen Proble
matik und dem Unfallereignis vom 2. April 2010 zu ver
neinen.
In einer
leidensange
passten
, körperlich leich
ten bis mittelschweren Tätigkeit sei von einer vollen Arbeits
fähigkeit mit einem
renten
ausschliessenden
Einkommen auszugehen.
D
er An
spruch auf eine 10%ige
Integritätsent
schädigung
beziehe sich allein auf den Zustand an der
Halswir
belsäule
.
Betreffend die rechte Schul
ter sei die Beur
teilung
des
Integ
ritätsscha
dens
noch zu früh
(Urk. 2 S. 3 ff.).
2.2.
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor,
die somatischen Beschwerden, ins
be
sondere auch die neurologischen, seien weiterhin auf den Unfall zurück
zu
führen und die Beschwerdegegnerin
sei
dafür leistungspflichtig. D
as
D._
-Gut
achten vom 9. Mai 2011
sei für die Sachverhaltsbeurteilung im Zeitpunkt der erlassenen Verfügung im Frühjahr 2011
, mithin ein Jahr nach der Unter
su
ch
ung,
nicht geeignet
, zumal vorab kein Verlaufsbericht bei den be
han
deln
den Ärzten eingeholt wor
den sei und die Situation von Dr. med.
I._
, Fach
ärztin für Innere Medi
zin, in ihrem Gutachten vom 12. März (rich
tig: Februar) 2012 (Urk. 13/M82) weit weniger optimistisch beurteilt
worden sei
.
Das
D._
-Gutachten
sei
auch
in vielen Punkten unklar und in sich wider
sprüch
lich, was
schon die Notwendigkeit zu Ergänzungsfragen zeige.
Insbesondere
seien die neuro
logischen Be
schwerden unterschätzt worden
. Sie
leide
auch
heute noch unter erheblichen Konzentrationsstörungen und an
Parästhesien
im Bereich des rech
ten Beines sowie an der Innen
seite der Ober- und Unterschenkel.
Wegen der Konzentrationsstörungen müsse sie zweimal pro Woche von der Pro
Infirmis
in administrativen Belangen unterstützt werden.
Anlässlich der nur sehr kurzen neuro
logischen Unter
suchung durch
(
den
D._
-Gutachter)
Prof. Dr.
med.
H._
, Fach
arzt für Neuro
logie,
sei die Sachlage nicht angemessen untersucht worden. Aufgrund der Diskushernie L5/S1
sollte
die von
Dr
.
med.
J._
, Innere Medizin und Rheumatologie,
mehrfach empfohlene
Eva
luation der funk
tio
nellen Leistungs
fähigkeit
(EFL)
durchgeführt werden. Der Hinweis
allein auf
grund der Aktenbeurteilung
von
Dr.
E._
, wonach sich
„grob ge
prüft“
aus neurologischer und psychia
trischer Sicht keine neuro
psycholo
gischen Störun
gen ableiten liessen, genüge
nicht
. Es bedürfe einer genauen neuro
logi
schen und neuro
psycho
logischen Testung.
Auch Dr.
E._
habe
in Ziffer 8 seiner Stellung
nahme festgehalten, dass d
ie medi
zinische Situation noch nicht ab
schliessend beurteilt
sei
.
Nach
dem am 29. No
vember 2011 eine operative Plattenentfernung st
att
gefun
den habe, sei die Tag
geldeinstellung bereits per 31.
Dezember 2011 ein
deutig verfrüht. Auf eine prog
nostische Beurteilung eines Heilungsverlaufs dürfe nicht abgestellt werden.
Die einge
schränkte Beweglich
keit erschwere oder verunmögliche teil
weise sogar die ei
gene Körperpflege, was zeige, dass selbst in einer angepassten beruflichen Tätig
keit nicht mehr von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit auszu
gehen sei.
Auf das
D._
-Gutachten sei auch deshalb nicht abzu
stellen, weil
es un
ter der Leitung von Dr.
med.
K._
erfolgt sei. Denn es be
stün
den angesichts des gegen ihn gelaufenen strafrechtlichen Verfahrens erheb
liche Zweifel, dass er in der Lage sei, gut
ach
terlich tätig zu sein, auch wenn er zwischenzeitlich freige
sprochen worden sei.
Dieser habe in der hier massgeb
lichen Zeit bis Ende 2011
unter anderem
selbst
unter massiven psychi
schen Be
schwerden gelitten.
Auch sei die Berufserfahrung der mitwirkenden med.
pract
.
L._
, Fachärztin für Chirur
gie, fraglich, da sie erst seit Herbst 2010 über einen Facharzttitel verfüge.
Ausserdem
fehle die Unter
schrift von Prof.
Dr.
H._
auf dem Gutachten.
Der
Ein
spracheentscheid
habe sich mit diesen Rügen nicht auseinandergesetzt und
sei
daher
ungenügend begründet.
Die Beschwerdegegnerin habe
auch
keine neuen gutachterlichen Ab
klärungen getätigt, sondern
sich
auf die Akte
nbeurteilung von Dr.
E._
be
schränkt.
Diese sei ihr erst mit dem
Einspracheverfahren
(gemeint woh
l:
Ein
spracheentscheid
; Urk.
2 S. 13)
und nicht vorher zu
gestellt worden.
Es
sei
dadurch
das Recht auf ein faires Verfahren, das recht
liche Gehör und der
Unter
suchungsgrundsatz
verletzt worden.
Die Aus
füh
rungen
im
Ein
sprache
entscheid
würden sich
durchwegs auf im Zeitpunkt der Ver
fügung nicht ak
tuelle Berichte bezie
hen und seien daher nicht überzeugend. Es hätte vor Erlass der Verfügung eine Neubeurteilung erfolgen müssen.
Es sei
daher
ein
polydisziplinäres
Ge
richts
gutachten
einzu
holen
, zumal auch auf das
bloss psychiatrisch-rheuma
to
logische Gutachten v
on med.
pract
.
F._
, und von Dr.
G._
man
gels orthopädischer, neuro
logi
scher und neu
ro
psycholo
gischer
Expertisen nicht ab
gestellt werden könne.
Zum
In
validitäts
grad
, Rentenanspruch und
zur
Höhe der
Integritätsent
schädi
gung
könne erst nach den beantragten medi
zinischen Abklärungen im Detail Stel
lung ge
nom
men werden
(Urk.
1
S. 5 ff.
,
Urk. 18
S. 2 f.,
Urk. 30
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist nachfolgend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Fallabschluss per Ende 2011 vornahm (E. 4.), einen Rentenanspruch verneinte (E. 5.) und eine Entschädigung für eine Integritätseinbusse in der Höhe von 10 % zusprach (E. 6). Vorab sind die formellen Rügen der Beschwerdeführerin zu beurteilen (E. 3).
3.
3.1
Bezüglich der
formellen Rügen der
Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe
wegen
der versäumten
Zustellung der Stellungnahme von
Dr.
E._
vor dem Ent
scheid
und wegen der ungenügenden Begründung betreffend ihre Vor
brin
gen zu den
D._
-Gutachtern
ihren An
spruch auf rechtliches Gehör und das Recht auf ein faires Verfahren verletzt,
gilt Folgendes
:
Gemäss
Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung (
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör
(vgl. auch Art. 42 ATSG)
. Das rechtliche Gehör dient einer
seits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechts
stel
lung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu
äussern
, erhebliche Beweise beizu
bringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheb
li
chen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesent
licher Be
weise entweder mitzu
wirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äus
sern
, wenn dieses geeig
net ist, den Entscheid zu beeinflussen (
BGE 132 V 368 E.
3.1 mit Hin
weisen
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2013 vom 18. Juli 2014 E. 5.1 mit Hinwei
sen).
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfe
n kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzu
sehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem forma
listischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beför
derli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BG
E 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis
).
3.2
Im Zusammenhang mit Expertengutachten beinhaltet das rechtliche Gehör ins
besondere das Recht, Kenntnis vom Inhalt des Gutachtens zu nehmen und dem Experten ergänzende Fragen zu stellen. Im Bereich der Sozialversicherung leitet sich dieses Recht aus Art. 57 ff.
des Bundesgesetzes über den Zivilprozess (BZP)
in Verbindung mit den Art. 19
des
Bundesgesetz
es
über das
Verwaltungs
ver
fahren
(
VwVG
) und Art. 55 ATSG sowie direkt aus Art. 29 Abs. 2 BV ab
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2013 vom 18. Juli 2014 E. 5.1
).
Diese Be
stim
mun
gen sind auf die Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärzte nicht anwendbar (
BGE 123 V 331
,
136 V 117
E. 3.3.2.3
). Spätestens im
Einsprache
verfahren
(Art.
42
Satz 2 ATSG
) hat der
Versicherungsträger j
edoch die allge
meinen Grundsätze des
rechtlichen
Gehörs
zu wahren (
BGE 121 V 15
0
E
.
5b mit Hinweis).
Dazu gehört, dass den Verfahrensbeteiligten wesentliche neue
Beweis
mittel
vorgängig des Entscheids zur Kenntnis gebracht werden und ihnen Ge
le
gen
heit gegeben wird, sich hie
r
zu zu äussern.
Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht, dass die Beschwerdegegnerin ihr den Be
richt von Dr.
E._
vom 28. August 2012
(Urk. 13/M89)
spätestens im
Ein
sprache
verfahren
vorgängig und nicht erst mit dem
Einspracheentscheid
(Urk. 2 S. 13)
hätte zustellen
sollen
und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme hätte geben müssen.
Denn zu
versicherungsinternen Arztbericht
en ist zumindest
dann
vor
gängig
Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben
,
wenn die Beur
teilung neue
entscheidwesentliche
Gesichtspunkte oder erhebliche neue
Be
gründungs
ele
mente
enthält
(vgl.
RKUV
1998 Nr. U 309 S.
461 E
.
4c
;
Urteil
des Bundes
ge
richts
U
116/02
vom 10.
März 2003
E.
1.1
) respektive wenn sie geeignet ist, das Beweisergebnis zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E.
3.1
), was hier zumindest in Bezug auf die Beschwerden an der rechten Schulter der Fall
war
. Zwar be
stä
tigte Dr.
E._
weitgehend die Einschätzung des bereits vorliegenden
Be
weis
ergebnisses
gemäss dem
D._
-Gutachten vom 9.
Mai 2011
(Urk. 13/M62)
.
Zusätz
lich nahm er zur Auswirkung der OSME vom 29. November 2011 (Urk. 13/M78) auf die Arbeitsunfähigkeit und die Notwendigkeit zu weiteren
Therapiemass
nahmen
Stellung (Urk. 13/M89 S. 2 f.), worauf die
Beschwerde
gegne
rin
abstellte (Urk. 2 S.
7
und S. 12) und wozu sich die bisherigen
Arzt
be
richte
nicht geäussert hatten.
Insofern war d
ie Stellungnahme von
Dr.
E._
für den Ausgang des
Einspracheverfahrens
direkt ausschlag
gebend.
Dies ist indes nicht als eine besonders schwerwiegende Verletzung des recht
lichen Gehörs anzusehen, welche einer Heilung
nicht zugänglich wäre.
N
ach
dem
sich
die Beschwerde
führerin
vor dem hiesigen Gericht, welchem volle Kog
nition zukommt,
zur Stellungnahme
von
Dr.
E._
äussern
konnte
, ist die Verletzung daher als geheilt zu betrachten
(vgl.
auch
Urteil
des Bundesgerichts U 252/05 und U 255/05
vom 28. März 2006
E. 2.1 und E. 2.5
).
3
.3
Das Recht auf eine Begründung eines Entscheides ist
ebenfalls
ein Bestandteil des An
spruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben den speziel
len gesetzlichen Rege
lun
gen in Art. 42 ATSG auch in Art. 29 Abs. 2 BV garantiert wird
(vgl. BGE 124 V 180 E. 1a).
Indessen ist es nicht erforderlich, dass
die Behörde
sich mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück
lich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die Parteien über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache weiterziehen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1
; Urteil des Bundesgerichts
8C_198/2011
vom 9. August 2011
E. 3
). Diese An
for
de
rungen
sind mit dem
angefochtene
n
Einspracheentscheid
hinlänglich erfüllt, zumal die Beschwerdegegnerin sich zu allen relevanten Fragen ein
gehend
geäussert
und selbst die vorge
brachten Rügen zu den
D._
-Gutach
tern begrün
det zurückgewiesen
hat
(vgl. Urk. 2 S. 4).
3.4
Im Übrigen ist a
uch eine Verletzung des Grundsatzes des fairen Verfahrens
(Art.
29 Abs. 1 BV,
Art. 6 der Konvention zum Schutz der Mens
chenrechte und Grund
freiheiten,
EMRK
)
und des Untersuchungsgrundsatzes
nicht auszumachen, wie sich auch au
s dem N
ach
folgenden ergibt.
4.
4.1
4.1.1
In materieller Hinsicht
ist
u
nstrittig a
usgewiesen, dass die Beschwerdeführerin durch den Unfall vom
2
.
April 2010 ein
Polytrauma mit einer
Halswirbel
-
körper
fraktur
(HWK) mit Frak
tur des Cor
pus C5, des
Processus
articularis
C5 rechts, des Arcus
vertebrae
C5 links, Zer
reissung des ventralen Längsbandes und der B
and
scheibe C5/6 und Subluxations
stellun
g C5/6, eine dislozierte
Schlüs
sel
bein
fraktur
recht
s, eine nicht dislozierte Schul
terbl
attfraktur rechts, eine
Schä
del
kontusion
mit leichter trau
matischer Hirnverletzung mit fronto
parie
taler
Schnittverletzung
und eine beid
seitige Lun
genkontusion
erlitt
(Urk. 13/A1-2,
Urk. 13/M4.3,
Urk. 13/M62 S.
47, U
rk. 27/21/36-41, Urk. 27/21/62, Ur
k. 27/25/23).
Die
Be
schwerde
gegnerin
anerkannte ihre
Leistungs
pflicht
für diese somatischen Un
fall
folgen und deren
Folge
beschwerden
bis Ende 2011. Die
Heilbehand
lungs
kosten
übernahm sie „ent
gegen
kommenderweise“ bis Ende April 2012 (Urk. 13/A90 S. 4, Urk. 2).
4.1.2
Die Beschwerdeführerin hat gemäss dem
D._
-Gutachten vom 9. Mai 2011 gegen
über den Gutachtern anlässlich der Untersuchungen Anfang März 2011 (Urk. 13/M62 S. 1) angegeben, sie habe schon vor dem Unfall immer wieder Schmer
zen im Rücken- und
Nacken
bereich
gehabt. Aktuell störe sie die vermin
derte Beweg
lichkeit in der rechten Schulter, insbe
sondere nach vorn und nach hinten. Sie könne nichts mehr tragen, da ihr dies Schmerzen verursachen würde. Sie habe immer Kopf
schmerzen am ganzen Kopf. Sie leide auch unter lumbalen Rücken
schmerzen mit einem komischen Gefühl in beiden Beinen, ins
besondere am rechten Ober
schenkel aussen und am Knie. Das linke Bein fühle sich normal an, ausser am Fuss. Sie könne im Schnee barfuss l
aufen, ohne die Kälte zu spüren
. Teilweise habe sie auch keine Kraft in den Beinen, was sie beim Treppengehen behindere
. Die Rücken
schmerzen würden nur bei stärkerer Belastung, nicht täglich auftreten
(Urk. 13/M62 S. 25 f.). Prof.
Dr.
H._
hielt im neurolo
gischen
D._
-
Teil
gutachten
vom 8. März 2011 ausserdem fest, die Be
schwerde
führerin habe angegeben, dass seit über zehn Jahren chronische Lum
balgien ohne
radikuläre
Schmerz
ausbreitung
bestünden. Seit dem Unfall habe sich die
Schmerzsymp
tomatik
deutlich verschlechtert. Auch bestehe seit dem Unfall eine Vergess
lichkeit. Sie be
merke, dass sie vermehrt alltägliche Besor
gungen und Aufgaben vergesse. Betreffend das Unfallereignis selbst habe sie eine Ge
dächtnis
lücke von 3 Tagen (Urk. 13/M87.3 S. 1).
Gemäss den Ausfüh
rungen im psychiatrischen
D._
-
Teil
gutachten
von Dr. med.
M._
, Fach
arzt
für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 1. März 2011 habe die Be
schwer
de
führerin über psychische Probleme seit der Scheidung von ihrem Ehemann im Jahr 2001 berichtet. Trotz
ihrer Depression habe sie zu 40
%, manchmal bis zu 80 % gear
beitet. Seit dem Unfall vom
2.
April 2010 gehe es ihr psychisch und kör
perlich deutlich schlechter
; sie sei
auch viel ag
gres
siver geworden
und stehe unter Anspannung. Sie sei immer nur müde und schlafe sehr viel (Urk. 13/M87.2 S. 2 f.).
Gegenüber den Gutachtern med.
pract
.
F._
und
Dr.
G._
gab die Be
schwerdeführerin gemäss dem Gutachten vom 12. August 2013 (Unter
suchun
gen vom 8. und 10. Juli 2013) in soma
tischer Hinsicht an, sie habe stän
dig Nackenschmerzen beidseits mit gleichzeitigen Kopfschmerzen. Sie könne ihren Kopf nicht auf die rechte Seite drücken. Der Schmerz fühle sich wie ein Druck/Schlag im Nacken mit Aus
strahlung vor allem in die rechte Schulter an. Ausserdem habe sie Rücken
schmerzen in der Region der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in das rechte Bein (Urk. 27/119/9-10). Wegen der
Rückenbe
schwerden
sei sie vor dem Unfall nur selten krankgeschrieben worden, läng
s
tens für einen Monat. Es bestehe eine Kraftlosigkeit im rechten Arm, den sie nicht über die Horizontale hinaus heben könne. Sie sei Rechtshänderin und mache nun viel mehr mit der linken Hand, was zu Schmerzen im linken Schul
tergürtel führe. Sie könne sich auch schlecht nach vorne bücken und sich kaum die Socken anziehen. Beim Bücken würden auch lumbale Schmerzen auftreten (Urk. 27/120/10-11).
4.2
Betreffend die psychischen Beschwerden mit depressiver Symp
tomatik sind sich die Parteien zu Recht darin einig, dass diese nicht durch das
Unfall
ereignis
vom 2. April 2010 bedingt sind und deshalb bei der Leistungs
prüfung auszu
klam
mern sind (Urk. 1 S. 15, Urk. 2 S. 8), zumal die Beschwerde
führerin bereits vor dem Unfall vom 2. April 2010 unter depressiven Störungen bei be
lastender psy
chosozialer Situation litt und eine voll
stän
dige Ar
beits
unfähigkeit attestiert worden war (vgl. Berichte des
N._
vom 2. März 2010, Urk. 27/21/10, und vom 30. Juni 2010, Urk. 13/M16; Berichte von Dr.
J._
vom 29. März 2010, Urk. 27/21/15-16, und vom 8. Januar 2011, Urk. 13/M45).
4.3
4.3.1
In Bezug auf die somatischen Unfallverletzungen ist ausgewiesen und im Ein
zelnen nicht strittig, dass die Lungenkontusion und die
frontoparie
tale
Schnitt
verletzung
folgenlos abheilten respektive diesbezüglich die Behandlung ohne
Rest
beschwerden
abgeschlossen ist. Die Wunde am Schädel, welche gemäss dem Bericht des
A._
vom 15. April 2010 noch am Tag des Unfalls versorgt worden war, war bereits bei Austritt am 15. April 2010 abge
heilt und
es waren
die Nähte entfernt worden. Auch seitens der Lungen
-
kontu
sion
sei sie be
schwerdefrei entlassen worden (Urk. 27/25/27). Es erfolgte diesbe
zü
glich keine weitere Behandlung. Schliesslich wurde auch von e
iner
Laserbe
handlung
zur Behandlung der Narbe auf der Kopfhaut (vgl. Berichte von Dr. med.
O._
, Facharzt für Derma
tologie und Venerologie, vom 24. November 2010 [Urk. 13/M36] und von Dr. med.
P._
, Facharzt für Allgemein Medi
zin, vom 16. Dezember 2010 [Urk. 13/M40])
mangels Beschwerden
abgeseh
en (Bericht von Dr.
O._
vom 29.
Dezember 2010; Urk. 13/M43).
4.3.2
Auch d
i
e
mittels
Spondylodese
C5/C6 sanierte
HWK-Fraktur
erfuhr einen pro
blem
losen Heilungsverlauf, was bereits im Bericht des
A._
vom 15. April 2010 festgehalten
worden war
(Urk. 27/25/27
).
Laut dem Bericht des
B._
vom 19. Juli 2010
habe die Nachkontrolle in der Klinik für Neuro
chirurgie unauffällige Befunde gezeigt und es seien keine weiteren Kon
trollen bezüglich der
Spondylodese
mehr vorgesehen worden (Urk. 13/M19).
Zufolge des
D._
-Teilgutachten
s
von med.
pract
.
Q._
, Facharzt für Ortho
pädische Chi
rurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, vom 7. März 2011
ergab
die radiologische Abklärung vom 1. März 2011
,
dass das
Osteo
synthesematerial
reizlos sitze. Der Knochenspan in C5/C6 sei noch nicht vollständig durchgebaut, jedoch bestehe kein Zeichen für eine Reizung oder eine
Osteolyse
(
Urk.
13/M62 S. 32). Nach Einschätzung des orthopädischen Chirurgen med.
pract
.
Q._
waren
die Folgen der C5-Fraktur und der an
schliessenden
Spondylodese
C5/C6
zur Zeit seiner Untersuchung vom 7. März 2011
vollständig ausgeheilt. Er habe keine Ein
schränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule
(HWS)
und eine un
auffällige Durch
blutung, Sensibilität und Motorik im Bereich der Arme sowie keine Atrophien
feststellen können
. Der neuro
logische Status sei hier schon bei der Aufnahme in der
A._
ohne Ausfälle gewesen. Nach dem Abheilen der erlitten Wun
den und der Operationswunden sei wieder vom vorherigen Zustand auszu
gehen (Urk.
13/M62 S. 33
f.).
Dr.
G._
kam gemäss seinem rheumatolo
gischen Gutachten vom 12. August 2012 auf
grund der
klinischen Untersuchung vom 5.
Juli und der rad
iologischen Unter
suchung vom 8.
Juli 2013
ebenfalls
zum Schluss, die HWS sei
in der Beweg
lichkeit praktisch nicht eingeschränkt. Im Vordergrund stünden hier endphasige muskuläre Dehnschmerzen und
Tendo
myosen
der paravertebralen Muskulatur sowie auch beidseitig ausge
dehnte
Tendomyosen
im Schultergürtel vorwiegend rechts.
In der HWS sei die
Spondy
lodese
C5/C6 vollständig durchgebaut und weitere degenerative Veränderungen seien nicht abgrenzbar. Das
Osteo
syn
thesematerial
zeige radiologisch einen un
auffälligen Sitz und die übrigen
cervi
kalen
Bewegungssegmente würden keine
epi
fusionellen
dege
nerativen Verän
derungen zeigen (
Urk.
27/120/16-17).
Es ist vor dem Hintergrund dieser
übereinstimmende
n
fachärztlichen
Ein
schät
zung
mit der Beschwerdegegnerin
von einer
kon
silidierten
, erfolg
reich sanier
ten HWS auszugehen.
4.3
.3
Zutreffend schloss die Beschwerdegegnerin sodann die
Leistungspflicht für die
lum
balen Rückenbeschwerden
mit den Sensibilitätsstörungen in den unteren Ex
tre
mitäten
aus
, welche überwiegend wahrscheinlich nicht unfall- sondern krankheitsbedingter Genese sind
, wie sich aus dem Folgenden ergibt
.
Und zwar war die Beschwerdeführerin b
ereits vor dem Unfall vom 2. April 2010
wegen so
lcher Beschwerden in Behandlung
ge
wesen
. Gemäss dem Bericht vom 6. Ja
nuar 2011
des Hausarztes
Dr.
P._
, bei dem die Be
schwerde
führerin seit Ja
nuar 2002 in Behandlung gestanden habe, waren vor dem Unfall unter ande
rem die Diagnosen eines panvertebralen Syndroms, eines chro
nischen
lumbo
spondy
logenen
Syndroms mit
Dysästhesien
an der unteren rechten Extremität (nicht
dermatombezogen
), einer
Fibromyalgie
seit min
destens 2005 und einer Os
cocygis
Fraktur im Juni 2009 gestellt worden (Urk. 13/M47). Laut dem Bericht
des Rheumatologen
Dr.
J._
vom
8. Januar 2011 trat das
anamnestisch bereits früher bekannte
Fibromyalgiesyndrom
mit Schmerzschub am 29. Mai 2009 auf
. Es hätten generalisierte Schmerzen im Be
reich von Rücken und Nacken be
stan
den. Ab dem
5.
August 2009 sei sie nahe
zu beschwerdefrei gewesen. Bei der nächsten Konsultation am 16. Februar 2010 nach einer Schädelkontusion und bei psychosozialer Belastungssituation
hätten
bezüglich des
Fibromyalgie
syn
droms
nu
r wenige Beschwerden vorgelegen. D
ie Depression
habe
eindeutig im Vordergrund
gestanden
(Urk. 13/M45).
Nach dem Unfall vom 2. April 2010
klagte die Beschwerdeführerin gemäss dem Bericht der Neurologie
des
B._
vom 5. Juli 2010
im Bereich des rechten Beines wieder
um über
Dysästhesien
im Bereich des rechten Beines und über der linken Fuss
sohle sowie entlang der dorsalen Seite des linken Beines bei intakter Alge
sie. Gegenüber der
(neurologischen)
Voruntersuchung vom April 2010 habe man auch in der ak
tuel
len klinischen neurologischen Untersuchung keine objek
tivierbaren Zeichen einer Myelopathie beziehungsweise
radikulärer
cervi
caler
oder lumbaler Läsion als Korrelat für die Gefühlsstörungen am rechten Bein nachweisen können. In der Zwischenzeit habe die Beschwerdefüh
rerin auch neue Sensibilitätsstörungen
vor allem über der dorsalen Seite beider Beine und beider Füsse, die ebenfalls ätiologisch nicht eingeordnet werden könnten (Urk. 13/M21). Die zur Klärung dieser Gefühlsstörungen durchgefü
h
rte
Magnet
resonanztomographie
(MRT) der LWS vom 5. August 2010 ergab eine
Chondro
sis
inervertebralis
L5/S1 mit einer medianen Diskushernie, welche beide
Nerven
wurzeln
S1 tangier
e
, und
mässig
gradige
Spondylarthrosen
ohne
Olisthesis
.
Hinweise auf eine posttrau
matische
ossäre
Läsion
hätten
sich nicht
gefunden
(Urk. 13/M49).
Bei dieser Aktenlage ist nachvollziehbar, wenn Prof. Dr.
H._
gemäss dem neuro
logischen
D._
-Teilgutachten vom 8. März 2011
unter Berücksichtigung der Akten und nach nochmaliger neurologischer Untersuchung
darauf schloss,
dass
eine unfall
kausale Genese der Lumbalgien und vo
r allem eine behindernde unfall
kausale lumbale Störung angesichts der Anamnese und des erhobenen Be
fundes nicht wahr
schein
lich
sei
(Urk. 13/M87.3).
Der
D._
-Gutachter med.
pract
.
Q._
, befand aus Sicht der Ortho
pädischen Chirurgie
zudem
,
es bestünden zweifellos
spondylarthrotische
Verän
derungen im Bereich der Brust- und insbe
sondere auch der Lendenwirbelsäule, die zu rezidivierenden
Lumbo
ischialgien
führen könnten. D
ie Überempfind
lichkeit
am rechten Bein lasse sich dadurch auch miterklären. Die beklagte Schwäche und Kraftlosigkeit in beiden Beinen seien auch anhand der tomo
graphischen Untersuchungen nicht erklär
bar. Er habe denn auch keine Hinweise auf eine Abschwächung der Kraft in der
Bein
muskulatur
gefunden (Urk. 13/M62 S. 34).
Damit wurden die
BWS- und LWS-
Rückenbeschwerden und die Empfindungs
störungen in den unte
ren Extremitäten ausreichend fachärztlich, insbesondere auch neurologisch abgeklärt
.
Dr.
E._
führte hierzu in seiner Stellungnahme vom 28. August 2012
nachvollziehbar
aus
,
es bestünden
erheb
liche
dege
nera
tive
Verände
rungen der lumbalen Wirbelsäule. Die (Mitte 2010 diagnostizierte)
Dis
kushernie
L5/S1
stehe damit
klar im Zusam
menhang. Eine drama
tische
Dis
kushernien
symp
tomatik
habe im Anschluss an den Unfall nicht bestanden, was zwingend wäre für die Annahme einer traumatisch ver
ursachten
Diskus
hernie
.
D
ie Sensibilitäts
störungen im rechten Bein
seien
erklärbar
durch rein krankhaft-degenerativ bedingte Veränderungen im Bereich der lumbalen Wir
bel
säule (Urk. 13/M89 S. 2 f.).
Die
Schlussfolgerungen
von Dr.
E._
über
zeugen
, zumal keine Ver
letzungen der BWS und LWS durch das Unfallereignis vom 2. April 2010 erfolgt waren und bereits vor dem Unfall
Sen
si
bilitäts
störun
gen
in den unteren Extre
mitäten bestanden hatten.
Die lumbalen und thora
kalen Rückenb
eschwerden mit
Missempfindungen und
Ausstrahlung
in die
Bei
ne und Füsse
sind daher als nicht unfallbedingt
e
Beschwerden
von der
un
fallver
siche
rungsr
echtlichen
Leistungspflicht auszu
nehmen.
4.
3
.4
Zu den
mnestischen
Beschwerden respektive der geklagten Ver
gesslichkeit hielt Prof.
Dr.
H._
im
D._
-Teilgutachten vom 8. März 2011
fest,
es habe sich im klini
schen Befund kein aus
reichen
des Korrelat hierfür ergeben. Zudem habe seine neurolo
gische Untersuchung keinen aus
reichenden Anhalt für eine behin
dernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem ergeben. Angesichts des anamnestisch stattgehabten gra
vierenden Schädel-Hirntraumas könne hier aufgrund des regelrechten klini
schen Befundes allenfalls eine
leichtgradige
hirn
organische
Leistungsminderung erwogen
und mittels testpsychologischer
Zu
satzverfahren
untersucht sowie beurteilt
wer
den.
Die vorliegende zerebrale Bild
gebung vom 13. Dezember 2010 zeige bilaterale kleine parietale
Blutungs
residuen
, die ursächlich auf ein stattgehabtes Schädel-Hirntrauma zurück
ge
führt werden könnten. Die Ausdehnung
des Befundes sei jedoch gering, so dass sich hier nicht zwingend ein klinisches Störungskorrelat ableiten lasse
(Urk. 13/M87.3 S. 3 ff.)
. Auch die neuroophthal
mol
ogische Abklärung
durch Dr. med.
R._
,
Fach
ärztin
für Augenkrankheiten und Augenchirurgie, hatte gemäss deren Bericht vom 23. Dezember 2010 regelrechte Befunde ohne Defizite ergeben. Es bestün
den keine Hinweise auf eine neurologische Läsion im Bereich des Auges, des
Optikus
, der
Sehbahn
oder
occipital
, ebenso kein Hin
weis für eine Störung der Hirnnerven II bis VII. Es bestehe auch keine
supra
nukleäre
Motilitätsstörung (Urk. 13/M53).
Dr.
E._
befand gemäss seiner Stellungnahme vom 28. August 2012,
bildge
bend
liessen sich minime, eng be
grenzte
Hämosiderinablagerungen
hoch
parietal
nachweisen, was mit einer leich
ten
Contusio
cerebri vereinbar
sei
. Grob geprüft
liessen sich
aus neuro
logi
scher und psychiatrischer Sicht keine ein
deutigen dadurch bedingten neuro
psychologischen Störungen ableiten. Unter Berück
sichtigung der Tätigkeit und der Ausbildung der Versicherten sei davon auszu
gehen, dass eine minime bis leichte neuropsychologische, organisch be
dingte Störung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätte. Die Be
schwerde
führerin leide seit 10 Jahren rezidi
vie
rend unter erheblichen depressiven Episoden, welche geeignet seien, aus eigener Dynamik heraus neuropsycho
logische Stö
rungen zu verursachen (Urk. 13/M89 S. 2).
Aufgrund dieser im W
esentlichen übereinstimmenden Beurteilungen
ist der
Be
schwerde
gegnerin
zuzustimmen, dass
von weiteren Abklä
rungen, namentlich einer
zusätzlichen neurologischen und einer
neuro
psycho
lo
gischen Testung keine
entscheid
rele
van
ten
neuen
Erkenntnisse
zu den
mnestischen
und neu
ro
psychologischen Funktionen
zu erwarten wären
(antizipierte
Beweis
würdigung
; BGE 131 I 153 E. 3, 124 V 90 E. 4b; Urteil des Bundesge
richts 8C_786/2009
vom 4.
Januar 2010 E. 3 mit Hinweis)
, zumal
n
euro
psycho
logische Tests
gemäss
kon
stanter
Rechtsprechung (BGE 119 V 335 E. 3c) keinen Nachweis für die Kausalität zwischen geltend gemachten kognitiven
Leistungs
schwächen
und dem Unfallereignis
zu
erbringen
vermögen
(
Urteile des Bundes
gerichts 8C_137/2014
vom 5.
Juni 2014 E. 5 und 8C_51/2012
vom 29.
Januar 2013 E. 3.3.1.2)
.
Zu Recht weist die Beschwerdegegnerin auch darauf hin, dass vor der
D._
-Begutachtung eine kognitive Problematik in den medizi
nischen Akten nicht aufgeführt wurde.
Es
ist
a
ufgrund der
nachvollziehbar be
gründeten
Berichte
von Prof. Dr.
H._
,
Dr.
R._
und
Dr.
E._
dav
on aus
zugehen
, dass
sich
aus dem vorliegend geringen Be
fund der zerebralen Bild
gebung mangels neurologischer und neuroophthalmologischer B
efunde
überwiegend wahr
scheinlich kein klinisch relevantes Störungskorrelat
ab
leiten lässt
. Dies gilt umso mehr, als alle
einschlägigen
begutachtenden Ärzte
(Dr.
M._
, Urk. 13/M
87.2 S. 5
; Prof. Dr.
H._
, Urk. 13/87.3 S. 3 f.; med.
pract
.
L._
, Urk. 13/M62 S. 26; med.
pract
.
F._
, Urk. 27/119
/10-11
) jeweils keine Hin
weise auf kognitive oder
mnestische
Defizite
anlässlich der Unter
suchungen
feststellen konnten
und
die Beschwerdeführerin
gemäss dem Gutachten von Prof.
Dr.
H._
auch keine gravierenden
Fehl
leistungen mit Schadensfolgen benennen konnte (Urk. 13/M
87.3 S. 1
).
4.
4
4.4.1
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass
sich
die Beschwerdegegnerin
per Ende 2011 allein noch für die
Restbeschwerden an der rechten
oberen Ex
tremit
ät leistungspflichtig erklärte.
Diesbezüglich ist den medizinischen Akten Folgendes zu entnehmen:
Die
Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie
stellten
aufgrund der
Ver
laufskontrolle
vom 3. Januar 2011 ein Dreivierteljahr nach der
Platten
osteo
synthese
des rech
ten Schlüsselbeins vom 20. April 2010
fest, die Beweglichkeit des Schulter
ge
lenks habe mit dem Rehabilitationsaufenthalt im November 2010 unter intensi
ver Physiotherapie deutlich verbessert werden können. Der
Schei
telgriff
sei wieder frei möglich und Analgesie sei nicht mehr erforderlich. Es bestehe wei
terhin eine eingeschränkte Beweglichkeit, welche vermutlich auch nicht mehr das normale Bewegungsausmass erreichen werde. Im August 2011 werde eine OSME geplant, mit der jedoch eher auch keine deutliche Verbes
serung des
Be
wegungs
umfanges
erreicht werden könne (Bericht vom 4. Januar 2011, Urk. 13/M50).
Gemäss dem
D._
-Gutachten vom 9. Mai 2011
waren
die Durchblutung, Sen
sibilität und Motorik im Bereich der beiden Arme aus orthopädisch-
chirur
gischer
Sicht
(Untersuchung durch med.
pract
.
Q._
vom 7. März 2011)
un
auffällig und es seien keine Atrophien feststellbar. In der rechten Schulter be
stünden noch Folgen der
Claviculafraktur
, insbesondere betreffend die Be
weg
lichkeit der rechten
Schulter
(Urk. 13/M62
S. 34 und
S.
51
).
Aus ortho
pädischer Sicht sei die Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätig
keit als Reini
gungskraft und Wäscherei
mitarbeiterin zu 50 % arbeitsfähig, allerdings soll
ten Arbeiten über der Schulterhorizontalen ge
mieden werden. Für ange
passte, körperlich leichte bis mittelschwere Tätig
keiten ohne Arbeiten über den
Schul
terhorizontalen
, ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilo
gramm und ohne monotone Tätigkeiten in Zwangshaltungen bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aus internistischer und neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 13/M62 S.
51 ff.
). Zur Ver
bes
serung der Beweglichkeit im Bereich der rechten Schulter sei weitere physio
therapeutische Behandlung notwendig. Ob hier die Metallentfernung die Situa
tion verbessern könne, sei eher fraglich (Urk. 13/M62 S. 34). Durch ein Fort
füh
ren der Physiotherapie könne die Beweglichkeit und Belastbarkeit der rech
ten Schulter weiter gesteigert werden. Die Behandlung sollte zwei Mal wöchent
lich während mindestens drei Monaten stattfinden. Zusätzlich sollte die Be
schwerde
führerin ein Heimprogramm konsequent durchführen. Da sie seit An
fang Jahr eine Verbesserung der Beweglichkeit bemerkt habe, sei davon auszu
gehen, dass mit intensiver Therapie eine zusätzliche Verbesserung der Be
weglichkeit erreicht werden könne, auch wenn diese im Vergleich zum Vorzustand leicht einge
schränkt bleiben werde. Auf die Arbeitsfähigkeit werde dies jedoch nur eine geringe Auswirkung haben (Urk. 13/M62 S. 58).
Der behandelnde Rheumatologe
Dr.
J._
hatte
im Bericht vom 19. April 2011
festgehalten
, es bestünden aktuell noch eine eingeschränkte Beweg
lichkeit der HWS, ausgeprägte
myofasziale
Schmer
zen, ein
Fibromyalgie
syndrom
und
lum
bo
spon
dylogene
Schmerzen. Sensomotorische Defizite lägen keine vor. Aus rheumatologischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit als
Lin
gerie
mitarbeiterin
aufgrund der kör
perlichen Belastung nicht mehr realistisch. Eine körperlich leichte Arbeit mit der Möglichkeit zur
Wechsel
belastung
und mit
Gewichts
be
lastungen
von maxi
mal fünf bis zehn Kilogramm sollte wieder zu 100 % durchführbar sein. Die Einschränkung der Arbeits
fähig
keit sei aber vor allem wegen der psychischen Beschwerden (zusätzlich) vorhanden (Urk. 13/M59). Im Be
richt vom
12.
Dezember 2011
führte Dr.
J._
zudem aus,
aufgrund der
myo
faszialen
Schmerzen, Verspannungszuständen und der eingeschränkten HWS-Beweglichkeit bestehe noch ein Therapiepotential. Die Beschwerdeführerin
profi
tiere zum Teil von den Physiotherapien, zudem seien auch symptomatische Thera
pien/Schmerztherapien notwendig, auch wenn der Gesundheitszustand dadurch nicht vollständig stabilisiert werden könne. Aus rein rheumatologischer Sicht seien Restbeschwerden zu erwarten (Urk. 13/M75).
Dr.
E._
führte
in
seiner Stellungnahme vom
28. August 2012
aus
,
die Be
urteilung der Arbeitsunfähigkeit im
D._
-Gutachten vom 9. Mai 2011 sei nach
vollziehbar. Die
nach der OSME an der rechten Clavicula vom 29. No
vember 2011 (Urk. 13/M78)
angegebenen Beschwerden
würden zudem
in etwa den im
D._
-Gutachten aufgeführten subjektiven Klagen und objektivierbaren Be
fun
den entsprechen
. Bei der OSME handle es sich um einen kleinen, unkom
plizier
ten Eingriff, der aufgrund der allgemeinen Erfahrung eine Arbeits
un
fähigkeit von maximal vier Wochen rechtfertige. Es sei damit zu rechnen, das nach der OSME unter Einsatz nachfolgender Physiotherapie sich die Beweg
lichkeit des rechten Schultergelenkes mit einiger Wahrscheinlichkeit merklich verbessern lasse. Eine intensive physiotherapeutische Behandlung des rechten Schulter
ge
lenkes während maximal einem halben Jahr nach der OSME sei sehr wichtig, um die Schulterbeweglichkeit und damit die Belastbarkeit der rechten Schulter zu verbessern
(Urk. 13/M89 S.
1
f.
).
Dr.
G._
stellte gemäss dem Gutachten
vom 12. August 2013
im Wesent
lichen die Diagnosen eines chronischen
Cervikalsyndrom
s
, klinisch vor
wiegend
tendomyotisch
, mit/bei Status nach
Spondylodese
C5/6 im April 2010, per
sis
tierende schmerzhafte Bewegungseinschränkung des rechten Schulter
gelenks mit/bei Status nach Osteosynthese einer distalen mittleren Clavicula-Fraktur, radiologisch keine relevante strukturelle Pathologie (Urk. 27/120/15). Es
sei im rechten Schultergelenk eine aktive und passive
schmerz
haft einge
schränkte
Ele
vation beziehungs
weise Flexion bis 130° mö
glich gewesen
(links bis 170°)
. Die
Rotation in Neutralstellung
sei seiten
gleich zu links und
schmerz
frei
gewesen
, weshalb eine intraartikuläre Patho
logie zum Beispiel infolge einer Om
arthrose unwahrscheinlich sei
(Urk. 27/120/13
,
Urk. 27/120/16
). Die radio
logische Ab
klärung habe (bei voll
ständig konsolidierter Clavicula-Fraktur ohne
Fehl
stel
lung
) keine relevante strukturelle Pathologie am rechten Schultergelenk ergeben (Urk. 27/120/14-15)
. Im Vordergrund stünden diffuse
periartikuläre
vor
wiegend
tendomyotische
Druckdolenzen
vom rechten Schultergürtel bis zum
Epi
con
dylus
radialis
. Insgesamt bestehe trotz
guter Kooperation und fehlenden
Hin
weisen auf ein
schmerz
demonstrierendes
Verhalten eine deutliche Diskre
panz zwischen den subjektiv intensiv und stark einschränkend empfundenen chroni
schen Schmer
zen und den objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunden. Die aus
gedehnten vorwiegend rechtsseitigen
Tendomyosen
im Schulter- und Be
cken
gürtel könnten nur teilweise mit der Fehlhaltung und
Dekon
ditionierung
erklärt werden. Auch die Bewegungseinschränkung im rechten Schultergürtel liesse sich mit einer strukturellen Pathologie nicht befrie
digend erklären. Die Clavicula-Fraktur sei
nach Osteosynthese und späterer OSME vollständig und
ohne Fehlstellung
achsengerecht
durchgebaut. Am Schul
ter
gelenk fänden sich ebenfalls keine relevanten
artikulären
oder
peri
arti
kulären
Pathologien, welche die chronischen Schulterschmerzen und vor allem die Beweglichkeit er
klären könnten.
Insbesondere bestünden auch keine radio
logischen Hinweise auf eine sekundäre AC-Gelenksarthrose oder für trau
ma
tisch bedingte Veränderungen am Schultergelenk.
Auch hier müssten wiede
rum nicht-organische Faktoren we
sent
lich mitbeteiligt
sein
. Aufgrund der ob
jek
tiven Befunde sei die Kausalität zwischen den jetzt noch bestehenden Be
schwer
den im Bereich der HWS und der rechten Schulter einerseits sowie dem
Unfallereig
nis
vom 2. April 2010 anderer
seits höchstens noch möglicherweise gegeben. Der Chirurg
Dr.
E._
habe in seinem Bericht noch eine teilweise Unfallkausalität bezüglich der
Schulter
schmerzen
bei noch liegendem
Osteo
synthesematerial
der Clavicula als gegeben betrachtet. Aufgr
und des
jetzi
gen radiologischen Befun
des könne jedoch davon ausgegangen werden, dass späte
stens sechs Monate nach der OSME die Unfallfolgen auch bezüglich der Clavi
cula/Schulter voll
ständig geheilt seien, so dass eine überwiegend wahr
schein
liche Unfallkausalität ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gegeben s
ei. Die Arbeits
fähigkeit
in der ange
stammten Tätigkeit aufgrund der häufig stehenden und vornüber geneigten, ungünstigen Arbeitsstellung und der
repetitiven
Belastun
gen des rechten Armes mit wiederholten Arbeiten über Kopf. In einer
leidens
angepassten
Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, ohne ein
hän
diges Tragen und Heben rechts von repetitiven Lasten über fünf Kilo
gramm respektive
Einzellas
ten
über 10 Kilogramm sei aus rheuma
tologischer Sicht eine 100%ige
Arbeits
fähigkeit gegeben.
Mit
somatisch-orientierten Behandlungen des Bewegungsap
parates könne keine wesentliche Verbesserung der
Schmerz
pro
ble
matik
bezie
hungsweise der Schultergelenksbeweglichkeit
mehr
erreicht werden
(Urk. 27/120/17
-18
).
4.4.2
Zufolge
dieser fachärztlich im Wesentlichen
einheitlichen
Einschätzung
der begut
achtenden und behandelnden Ärzte
, namentlich auch
jener
des behan
delnden Arztes
Dr.
J._
,
ist davon auszugehen, dass
eine Einschränkung der Beweglichkeit des rechten Schultergelenkes
per Ende 2011
persistiert
e
und dass zufolge der
unfallbedingten Restbesc
hwerden
an der oberen Extremität
rechts bereits im Frühjahr 2011 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
leidens
ange
passten
Tätig
keit gegeben
war
.
Wenn die Beschwerdegegnerin nach dem
D._
-Gutachten kein weiteres Gutachten
, sondern nebst den Berichten von
Dr.
J._
vom 12. De
zembe
r 2011 (Urk. 13/M75) und Dr.
P._
vom 22. Dezember 2011
(Urk. 13/M76) die Aktenbeurteilung von Dr.
E._
vom 28. August 2012 (Urk. 13/M89) einholte
, schadet dies nicht.
Zwar war von einer weiteren Physio
therapie während
wei
terer Monate eine Verbesserung der Beweglichkeit und Belast
barkeit der rech
ten Schulter zu erwarten.
Dass durch eine ärztliche Be
handlung e
ine we
sentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit
erfolgen würde, war
indes nicht
wahr
scheinlich
, was sich bereits mit dem
B._
-Bericht vom 4. Ja
nuar 20
11 abzeichnete (Urk. 13/M50) und von den
D._
-Gutachten bestätigt wurde (Urk. 13/M62 S. 58).
Die OSME Ende November 2011 verlief zudem ohne Kompli
katio
nen und änderte an der grundsätzlichen Arbeits
fähigkeit letztlich nichts, wie sich
schliesslich
aus dem
differenziert und überzeugend begründeten Gutachten von Dr.
G._
ergibt
(Urk. 27/120/14-18)
. Es ist daher an der
vorab erfolgten Ein
schätzung von Dr.
E._
einer nur vorübergehenden Arbeits
unfähigkeit von maximal vier Wochen (Urk. 13/M89 S. 2) nicht zu zweifeln
.
Unerheblich für den Zeitpunkt des Fallabschlusses per Ende Dezember 2011 ist
auch
, dass
Dr.
E._
nach der OSME
wei
ter
hin Physio
therapie während sechs Monaten empfohlen hatte (Urk. 13/M89 S. 3) und Dr.
G._
die Unfall
fol
gen auch bezüglich der Clavi
cula/Schulter (erst) späte
stens sechs Monate nach der OSME, mithin per Ende Mai 2012 vollständig als geheilt erachtete (Urk. 27/120/18).
Denn f
ür den Zeitpunk
t des Fallabschlusses nach Art.
19 Abs.
1 UVG ist
- nebst der hier nicht
durchgeführten
Eingliederungs
mass
nah
men der Invalidenversicherung -
allein die Frage nach der namhaften Ver
bes
serung des unfallbedingten Gesundheits
zu
standes
durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
hig
keit
entscheidend
(vgl. Art. 19
Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4
)
.
Die
Beschwerdegegnerin
schloss den Fall
bei gegebener
Sach- und Rechtslage
zu Recht
per Ende 2011
ab und
prüfte
den Rentenanspruch.
Von weiteren medi
zinischen Abklärungen ist abzusehen, da
hievon
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 136 I 229
E.
5.3; Urteil
des Bundesgerichts
8C_607/2011 vom 16. März 2012 E. 7.2).
4.
5
4.5.1
Die Einschätzung von
Dr.
I._
, welche die Beschwerdeführerin am 10. No
vember 2011 - mithin vor der OSME - untersucht hatte und wegen der (nicht
un
fallbedingten
) eingeschränkten Wirbelsäulenmotilität eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit und ansonsten eine 50%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestierte hatte (Bericht vom 12. Februar 2012; Urk. 13/M82)
,
vermag entgegen der Ansicht der Be
schwerde
führerin dieses Ergebnis nicht in Zweifel zu ziehen. Denn wie Dr.
E._
in der Stellungnahme vom 28. August 2012 (Urk. 13/M89 S. 3) zu
treffend feststellte, handelt es sich dabei um eine Beurteilung der Arbeits
fähig
keit einer Internistin hinsichtlich sämt
licher Be
schwerden und nicht nur der hier relevanten unfallbedingten Restbeschwerden.
4.5.2
Auch die übrigen Vorbringen der Beschwerdeführerin
führ
en
zu keiner anderen Betrachtungsweise.
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
kann
aus Ziffer 8 der Stel
lung
nahme von
Dr.
E._
vom 28. August 2012
(Urk. 13/M89 S. 3) nichts zum Zeitpunkt des Fallabschluss per Ende 2011 abgeleitet werden. Denn
Dr.
E._
bezieht sich darin auf den
Zeit
punkt der Beurtei
lung des
Inte
gritäts
schadens
. Diese sei
erst in zirka zwei Jahren nach der OSME
vorzu
neh
men (Urk. 13/M89 S. 3)
.
Auch wenn die Integritätsentschädigung
regel
mässig
gleichzeitig mit der Invalidenrente festzusetzen ist (Art. 24 Abs. 2 UVG), so handelt es sich bei der Integritätsentschädigung und bei der Invalidenrente um zwei deutlich voneinander zu trennende Ansprüche, über die grundsätzlich auch getrennt entschieden werden kann
(Urteil des Bundesgerichts
8C_281/2007
vom 18.
Ja
nuar 2008
E. 1.3).
Vom Prinzip der gleichzeitigen Festsetzung der
Inte
g
ritäts
entschädigung
mit dem Rentenanspruch Art. 24 Abs. 2 UVG kann zudem
recht
sprechungs
gemäss
ausnahmsweise abge
sehen werden, wenn
sich
- wie hier -
die ent
sprechen
den Anspruchsvoraussetzungen erst nach Erlass der
Renten
ver
fügung
zuverlässig beurteilen lassen (
BGE 113 V 48
E. 3.b
;
Urteil
des Bun
des
gerichts
8C_836/2013 vom 27. März 2014
E. 4.5
;
zur
Integritätsent
schädi
gung
vgl. auch Erwä
gung
6
hernach
).
4.5.3
Den
Rügen der Beschwerdeführerin
betreffend
die
D._
-Gutachter
kann
eben
falls nicht
gefolgt werden
. Dass med.
pract
.
L._
im Zeitpunkt der Be
gutach
tung noch nicht lange über den Facharzttitel der Chirurgie verfügte, ändert nichts daran, dass
ihre fachliche Qualifikation
den Anforderungen ge
nügt. Zu
dem
waren
insbesondere
die Ein
schätzun
gen des Neurologen
Prof.
Dr.
H._
und
des Orthopädischen Chirurgen
med.
pract
.
Q._
grund
legend und
für die hier zu beurteilenden Ansprüche aus
schlag
gebend
. Die Unter
schrift von Prof.
Dr.
H._
ist
sodann
auf seinem Teilgutachten vom 8. März 2011 zu finden
(Urk. 13/M87.3), das im
D._
-Gutachten vom 9. Mai 20011 (Urk. 13/M62) korrekt berücksichtigt wurde.
Auch lassen sich aus der Beteiligung des Internisten
Dr.
K._
am Gutachten keine Rückschlüsse auf die formelle Beweis- und materielle Aussagekraft der
hier
massgeblichen
Einschätzungen von Prof.
Dr.
H._
und des Orthopädischen Chirurgen med.
pract
.
Q._
ziehen.
Im Übrigen
vermögen die
behaupteten psychischen und finanziellen Probleme von
Dr.
K._
keine Befangenheit zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_970/2012 vom 23. April 2013).
Auch sonst ergeben sich keine Hinweise auf fachliche Fehleinschätzungen, zu
mal das
D._
-Gutachten alle
rechtsprechungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztli
che Entscheidungs
grundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
) erfüllt und die Beurteilung insbe
sondere der hier relevanten unfallver
sicherungsrechtlichen Fragestellungen vor dem Hinter
grund der übrigen Aktenlage überzeugt.
4.6
Nach dem Gesagten
ist
nach dem Abschluss des Falles per Ende 2011
ab Januar 2012 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit
ohne Arbeiten über den
Schul
terhorizontalen
, ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilo
gramm und ohne monotone Tätigkeiten in
Zwangs
haltungen
auszugehen.
5.
5.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Einkommensvergleichs von
Validen- und
In
vali
deneinkommen
auf
zeit
identischer
Grundlage
- hier im Jahr 2012 -
zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
Die Beschwerdegegnerin stellte sich ohne Ausführungen zur Höhe von Validen- und Invalideneinkommen und ohne Ermittlung des Invaliditätsgrades auf den Stand
punkt, der Verlust einer ange
stammten schweren Tätigkeit begründe nicht den Anspruch auf eine Invaliden
rente. Unter Berücksichtigung der LSE Tabelle TA1 könne die Be
schwerde
führerin in einer angepassten Tätigkeit ein
renten
ausschliessendes
Ein
kommen erzielen, zumal auch die Invalidenversicherung eingedenk der
krank
heits
bedingten
Einschränkungen diese Tabelle für die Berechnung des
Invaliditäts
grades
verwendet habe (Urk. 2 S. 11). Die
Be
schwer
de
gegnerin
erklärte, hierzu könne erst nach Eingang der beantragten medizini
schen Abklärungen im Detail Stellung genommen werden. Es sei jeden
falls die Ausrichtung einer Unfallrente angezeigt
(Urk. 1 S.
13 f.
).
5.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns (hier: 1. Januar
2012) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver
dienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig
keit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1).
Die Beschwerdeführerin erzielte
gemäss dem Arbeitgeberbericht vom 31. August 2010
als Lingerie-Mit
arbeite
rin im
Y._
im Jahr 2010
einen Stunde
nlohn von
Fr. 23.25 beziehungsweise Fr. 28.40
(inklusive Fr. 1.94
Ferien
ent
schä
digung
, Fr. 0.98 Feiertagsentschädigung und Fr. 2.18 Anteil am 13. Mo
nats
lohn) pro Stunde
.
Die betriebsübliche Anzahl Stunden pro Woche betrug 42 Stunden (Urk. 27/20/2). Das Jahreseinkommen mit einem
Vollzeit
pensum
hätte damit im Jahr 2010 Fr.
62‘025.60
(42 h x
Fr.
28.40 x 52 Wochen) be
tra
gen.
Unter Berücksichtigung der
branchenspezifischen
Nominallohn
entwick
lung
der Jahre 2011 und 2012
(vgl
. Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweize
rischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar],
Nominal
lohnindex
Frauen [T1.2.10], Wirtschaftszweig Q, Gesundheits- und Sozialwesen; 2010: 100; 2012:
101.0)
resultiert ein
Valideneinkommen
von Fr.
62‘645.85
(
Fr.
62‘025.60 :
100 x 101
).
5.3
Kann - wie hier - für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf die konkrete beruflich-erwerbliche Situation abgestellt werden, können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss der Schweiz
erischen
Lohn
struk
tur
erhe
bung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen werden (
BGE 126 V 76
f. E. 3b sowie RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412).
Das durchschnittliche
Jahres
e
in
kommen von Frauen für einfache und repetitive Arbeiten betrug gemäss dem Tabellenlohn der LSE 2010
(TA1,
Anfor
derungs
niveau
4)
Fr. 50‘700.-- (12 x Fr. 4‘225.--).
U
nter Berücksichtigung der all
gemeinen Wochen
arbeitszeit von 41,6 Stunden (
Die Volks
wirtschaft, Heft
10/2014
S.
84, Tabelle B9.2, Total 2010
)
und der
allgemeinen
Nominallohnentwicklung der Jahre 2011 und 2012
(vgl
. BFS,
a.a.O.
, Wirtschaftszweig
e B-S
,
Total
; 2010: 100; 2012:
102.0)
ergibt dies Fr.
53‘782.5
5
(Fr. 50‘700.
--
:
40 x 41,6
: 100 x 102
).
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und berufli
che Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Er
mes
sen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über
steigen (BGE 134 V 322 E.
5.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Hier rechtfertigt d
ie
unfallversicherungs
rechtlich
allein zu berücksichtigende Einschränkung an der rechten
oberen Extremität
per
Anfang 2012
einen Abzug um 5
%. Von den übrigen persön
lichen und berufli
chen Merkmalen ist keine zusätzliche Reduk
tion des statistischen Wertes zu erwarten. Das Invalideneinkommen im Jahr 2012 beträgt damit Fr. 51‘093.40 (Fr. 53‘782.55 x 0.95).
5.4
Aus der Differenz des
Valideneinkommens
zum Invalideneinkommen (
Fr. 62‘645.85
-
Fr. 51‘093.40
=
Fr. 11‘552.45
)
resultiert
ein Invaliditätsgrad von gerundet
18
%
, der einen entsprechenden Rentenanspruch der Beschwerde
füh
rerin ab dem 1. Januar 2012 begründet (Art. 19 Abs. 1 UVG)
.
6.
6.1
6.1.1
Abschliessend ist die
Höhe der zugesprochenen Integritätsentschädigung von 1
0
% (Urk. 2 S.
12
) zu überprüfen.
6.1.2
Gestützt auf Art. 24 und Art. 25 UVG besteht Anspruch auf eine
Inte
gritätsent
schädigung
, wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität er
leidet. Die Höhe der Entschädigung, die als Kapitalleistung ausgerichtet wird, richtet sich nach der Schwere des Integritätsschadens und wird aufgrund der Richtlinien bemes
sen, die der Bundesrat im Anhang 3 zur UVV aufgestellt hat. Diese Richtlinien sind von der
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
in Tabellen ver
feinert worden, welche die Rechtsprechung im Sinne von Richt
werten als anwendbar er
klärt hat (vgl. BGE 124 V 29 E.
1c, 116 V 156 E. 3a).
6.1.3
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsentschädigungen aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integritäts
ent
schädi
gung
nach der gesamten Be
e
inträchtigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 UVV).
Die den einzelnen Schädigungen entsprechenden Prozentzahlen werden
in diesen Fällen
selbst dann zusammengezählt, wenn eine, mehrere oder alle davon für sich die Schwelle von 5% nicht erreichen; die Entschädigung ist ge
schuldet, sobald die Summe der Prozentzahlen die
Erheblichkeitsgrenze
von 5% über
steigt (RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E
. 2b;
BGE 116 V 156
E. 3b).
Von verschie
denen Integritätsschäden ist auszugehen, wenn die Beeinträchtigungen sich medizinisch eindeutig feststellen und in ihren Auswirkungen
voneinander klar unterscheiden lassen. Klar unterscheidbare und sich gegenseitig nicht beein
flussende Integritätsschäden sind grundsätzlich zu addieren (SVR 2008 UV Nr.
10 S. 32, U 109/06 E. 6). Bei einer gegenseitigen Überlagerung ver
schie
dener Beeinträchtigungen darf der Gesamtwert indessen nicht dazu führen, dass ein Teil der Beeinträchtigungen doppelt entschädigt wird. Umge
kehrt kann sich eine Erhöhung rechtfertigen, wenn sich die verschiedenen Beein
trächtigungen in ihrer Wirkung verstärken (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_826/2012 vom 28. Mai 2013
E. 3.2
).
6.1.4
Bei der Festsetzung der
Integritäts
ent
schädi
gung
werden voraussehbare Ver
schlimmerungen des
Integritäts
scha
dens
nach Art. 36 Abs. 4 UVV angemessen berücksichtigt, und Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war.
Eine voraussehbare Verschlimmerung im Sinne von Art. 36 Abs. 4 Satz 1 UVV, die bei der Bemessung des Integritätsschadens zu berücksichtigen ist, setzt voraus, dass die Verschlimmerung im Zeitpunkt der Festsetzung der
Integritätsent
schädi
gung
als wahrscheinlich prognostiziert wird, wogegen die blosse Möglich
keit einer Verschlimmerung nicht genügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 23. Juli 2013, E. 3.4.1 mit Hinweisen).
6.2
6.2.1
Die Beschwerdeführerin macht ohne
konkrete
Begründung eine höhe
re als die von der Beschwerdegegnerin
zugesprochene Integritätsentschädi
gung von
10
% geltend (Urk. 1 S. 2 und S.
13 ff.
, Urk.
18
).
Die Beschwerdegegnerin wies zu Recht darauf hin
,
dass die zuge
sprochene Integritätsentschädigung
bei einer
Einbusse
von 10
%
allein
den Zustand an der HWS
nach HWK
5
-Verletzung mit
Spondylodese
betrifft
(
Urk.
2 S. 11 f.).
6.2.2
Angesichts der Rechtsprechung zu
Art.
36 Abs. 3 UVV ist nicht zu beanstanden, dass die Integritätsentschädigung betreffend die HWS und jene betreffend die Schulter nicht gesamthaft festgelegt wurde.
Denn der Integritäts
schaden an der HWS und jener an der rechten Schulter betreffen je zwei voneinander klar un
terscheidbare Bereiche, die nach verschiedenen Suva-Feinrastertabellen fest
zu
legen sind, so dass die
unterscheidbare
n
und sich gegenseitig nicht beein
flus
sende
n
Integritätsschäden zu addieren
sind. Damit wird eine zeitliche Trennung der Entschädigung ermöglicht, wenn - wie hier - feststeht, dass für den vorab bewerteten Schaden eine Integritätsentschädigung von jedenfalls über 5 % zu erbringen ist.
Auch im Hinblick auf
Art.
24 Abs. 2 UVG ist nicht zu beanstanden, dass die Festsetzung der Integ
ritätsentschädigung bezüglich d
e
r
rechten Schulter
aus
nahmsweise
noch nicht erfolgte. Denn
gemäss
der Stellungnahme
von Dr.
E._
vom 28. A
ugust 2012 (Urk. 13/M89 S. 3) wäre eine solche zu früh
gewesen
und sollte eine solche Beurteilung etwa zwei Jahre nach der OSME vom 29.
November 2011, mithin
nicht vor
Ende
2013
erfolgen.
Es ist daher davon auszugehen, dass sich
die ent
sprechen
den Anspruchsvoraussetzungen
erst dann
zuverlässig beurteilen
liessen
(
vgl.
BGE 113 V 48
E. 3.b
;
Urteil
des Bun
desgerichts 8C_836/2013 vom 27.
März 2014
E. 4.5).
6.2.3
Bei der Festsetzung der Höhe des Integritätsschadens
von 10
%
für die HWS-Verletzung
stützten sich die
D._
-Gutachter korrekt auf die
Fein
rastertabelle
7
der Suva
. Im Gutachten
vom 9. Mai 2011
wird fälschlicherweise die Referenz als Tabelle 4 bezeichnet
, welche Tabelle
jedoch
Inte
gritäts
schaden
bei einfachen oder kombinierten Zehen-, Fuss
-
und
Bein
verlusten
betreffen
. Dem Inhalt nach be
ziehen sich die Gutachter aber zweifel
los
richtig
auf die Tabelle
7 (
Inte
gritäts
schaden
bei
Wirbel
säulen
affektionen
).
Und zwar
betrage der
Inte
gritäts
schaden
von Seiten der HWK5-Fraktur
10
% (+ =
mässige
Bean
spruchungs
schmerzen
, in Ruhe selten oder keine, rasche Erholung nach ein bis zwei Tagen; Urk. 13/M62 S. 58). Dies ent
spricht den Vorgaben in der Suva-Feinrastertabelle 7, wo für Frakturen der LWS/BWS/HWS inklusive einer
Spon
dylodese
, Kyphose oder Skoliose ein 10%iger Integritätsschaden vorge
sehen wird.
Dr.
E._
schloss sich dieser Beurteilung
nachvollziehbar
an
. Er
führte
ausser
dem
aus, es komme eventuell bedingt durch die
Spondylodese
C5/C6 im Ver
laufe der Jahre zu einer Überbeanspruchung der benachbarten Wirbelsegmente mit ent
spre
chen
den Schmerzen im Sinne einer Anschlusssymptomatik. Diese Ent
wicklung könne derzeit nicht abgeschätzt werden (Urk. 13/M89 S. 3).
Damit verwies
Dr.
E._
auf
die Möglichkeit einer zukünftigen
Erhöhung der Integritätsentschädigung
für
den Fall, dass in Zukunft eine erhebliche V
er
schlim
merung an der HWS
eintreten werde.
D
a
er
eine solche
Entwicklung lediglich als
blosse
Möglichkeit einschätzte, welche für die Berücksichtigung einer
voraussehbare V
erschlimmerung im Sinne von Art.
36 Abs. 4 Satz 1 UVV
nicht genügt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 23. Juli 2013, E. 3.4.1 mit Hinweisen)
, ist nicht zu beanstanden, dass sich die Beschwerdegegnerin auf die Einschätzung eines 10%igen Integritätsschadens
gemäss
den
D._
-Gutach
tern
beschränkte
.
Die Anwendung von
Art.
36
Abs.
4
Satz 2
UVV
zu einem späteren Zeitpunkt
bleibt vorbehalten.
6.3
Die zugesprochene Integritätsentschä
digung
aufgrund eines Integritätsschadens
von
10
%
für die Beeinträchtigung an der HWS (C5
/C6
)
ist damit zu bestätigen.
7
.
Im Ergebnis ist
der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
26. Oktober 2012
(Urk.
2)
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
dahingehend
abzu
ändern, als festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin
ab dem
1.
Januar 2012
Anspruch
auf eine Invaliden
rente von 18
%
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzu
wei
sen.
8.
Das Verfahren ist kostenlos.
Der teilweise obsiegenden Beschwerdeführerin ist eine reduzierte
Prozessent
schädi
gung
zuzu
sprechen (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 8C_471/2007 vom 1. Februar 2008 E. 3.2), die nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Be
deutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslag
en zu be
mes
sen und auf Fr. 1'8
00.-- (inkl. Mehr
wertsteuer und
Ba
rauslagen
) fest
zusetzen ist.