Decision ID: ebb59ef8-f548-5545-ba53-4d39afdb331a
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Eigenen Angaben zufolge stammt der Beschwerdeführer – angeblich ein ethnischer Nepalese ohne Staatsangehörigkeit – aus B._ und lebte dort bis zum Jahre 1995 im C._, D._.  habe ihn sein Grossvater nach Nepal gebracht, wo er auch die staatlichen Schulen besucht habe. Seine Eltern seien zu  Zeitpunkt in B._ verschwunden. Da er gezwungen worden sei, für die kommunistische Opposition (Maoisten), die so genannten Maobadi, zu arbeiten, habe ihn wiederum sein Grossvater 2003 nach E._ gebracht. Dort habe er in einem Hotel gearbeitet. Am 1. Oktober 2006 habe er E._ mit dem Reiseziel F._ verlassen. Am 4. Oktober 2006 sei er dann jedoch von G._ kommend illegal in die Schweiz eingereist. Gleichentags stellte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) (...) ein Asylgesuch.
B. Anlässlich der Befragung vom 23. Oktober 2006 im EVZ (...) und der Anhörung vom 10. November 2006 durch die Bundesbehörden brachte der Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen im Wesentlichen vor, dass er in Nepal bis 2003 gelebt und dort für die Partei Akhil Nepal Sutantra Bidharti Union, der Schülergruppe der Maobadi, gearbeitet habe. Er habe für die Partei Spenden gesammelt. Da er jedoch kein Nepalese sei, hätte er eigentlich gar nicht für die Partei arbeiten . Da er kein Geld gehabt habe, sei er jedoch zur Parteiarbeit  worden. Wegen seiner Tätigkeiten für die Maobadi sei sein Leben durch die Polizei in Gefahr gewesen. Deshalb sei er 2003 nach E._ ausgereist (A1, S. 7).
C. Mit Verfügung vom 16. November 2006 wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 4. Oktober 2006 ab und ordnete die  aus der Schweiz sowie den Vollzug – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – an. Zur Begründung der  des Asylgesuchs führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, dass es nicht davon ausgehe, beim Beschwerdeführer handle es sich um einen Nepalesen ohne Staatszugehörigkeit. Anlässlich der  vom 10. November 2006 habe er zu Protokoll gegeben, dass  Familie im Süden von B._ seit Generationen angesiedelt gewesen sei (A6, S. 3). Dadurch sei seine Familie tief mit B._
Seite 2
D-6252/2006
verwurzelt. Gemäss gesicherten Erkenntnissen des BFM habe sich B._ bis in die 1980er Jahre darum bemüht, Nepalesen, die seit Generationen in B._ lebten, zu integrieren. Der Beschwerdeführer habe jedoch nur rudimentäre Kenntnisse von B._ und der Situation der dort im Süden angesiedelten Nepalesen, weshalb auszuschliessen sei, dass er aus B._ stamme. Deshalb gehe das BFM davon aus, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen Nepalesischen Staatsangehörigen handle und die angebliche Herkunft aus B._ eine Schutzbehauptung darstelle, um den Vollzug einer möglichen Wegweisung nach Nepal zu erschweren oder gar zu verhindern. Der Beschwerdeführer habe weiter geltend gemacht, er sei 2003 wegen der Maoisten, der so genannten Maobadi, nach E._ gegangen. Diese hätten ihn zur Arbeit zwingen wollen. Er habe jedoch zur Struktur und zum Programm der Maobadi keine überzeugenden Antworten geben können, so dass auszuschliessen sei, der Beschwerdeführer sei mit dieser  in näherer Verbindung gestanden. Aus den Akten seien keine  Hinweise zu entnehmen, das er seitens der Maobadi bedroht worden sei oder seitens der Behören irgendwelche Schwierigkeiten gehabt habe. Die Vorinstanz gehe deshalb nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer in Nepal bedroht sei. Somit hielten die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei.
D. Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit einer in englischer Sprache verfassten Eingabe vom 15. Dezember 2006 (Poststempel) bei der damals zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) an.
E. Mit Zwischenverfügung vom 17. Januar 2007 forderte der damals  Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den  auf, innert Frist seine Eingabe vom 15. Dezember 2006 übersetzen zu lassen und zu verbessern. Ansonsten werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. Überdies habe er bis zum 1.  2007 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- .
Seite 3
D-6252/2006
F. Mit Eingabe vom 27. Januar 2007 (Poststempel) reichte der  eine verbesserte und in Deutsch abgefasste Beschwerde  die Verfügung der Vorinstanz ein und beantragte, die Verfügung des BFM vom 16. November 2006 sei aufzuheben, die  sei festzustellen und ihm sei in der Schweiz Asyl zu . Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung weder zumutbar noch möglich sei und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei das Verfahren zur Feststellung seiner Staatenlosigkeit einzuleiten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer zudem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines . Auf die Begründung der Begehren wird, soweit , in den Erwägungen näher eingegangen.
G. Mit Zwischenverfügung vom 19. Februar 2007 verzichtete der damals zuständige Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) werde im Endentscheid befunden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine  des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der  Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
Seite 4
D-6252/2006
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die  der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung unter Angabe der jeweiligen Fundstellen im Protokoll der Bundesanhörung ausführ-
Seite 5
D-6252/2006
lich die diversen Unglaubhaftigkeitselemente in den Aussagen des  dargelegt und vor diesem Hintergrund festgestellt, dessen Vorbringen genügten den Anforderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht nach Überprüfung der Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu . Um Wiederholungen zu vermeiden, kann daher auf die  zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen in der  Verfügung verwiesen werden (vgl. Art. 4 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 109 Abs. 3 BGG).
4.2 Die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der  des BFM werden keine stichhaltigen Gründe entgegen . Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den dem  vorgeworfenen Unglaubhaftigkeitselementen unterbleibt grundsätzlich. Seine bloss rudimentären Kenntnisse betreffend das Königreich B._ und die Maoisten beziehungsweise Maobadi anlässlich der Befragung vom 23. Oktober 2006 sowie der Anhörung vom 10. November 2006 durch das BFM versucht er mit dem Abdruck von Textbeiträgen, welche aus dem Internet heruntergeladen wurden, zu überdecken. Das Wissen über sein angebliches Heimatland hätte er jedoch der Vorinstanz schon vor der Eröffnung der  vom 16. November 2006 mitteilen müssen, um seine  bezüglich Staatsangehörigkeit glaubhaft zu machen. Zudem stützt der Beschwerdeführer seine Asylvorbringen auf allgemeine  zur Situation in Nepal und deren angeblich unstabile politische Lage, weshalb auch diesbezüglich keine spezifische Verfolgung des Beschwerdeführers abgeleitet werden kann. Mit der Vorinstanz ist  auszugehen, dass der Beschwerdeführer Nepalesischer  ist.
4.3 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides. Ausgangspunkt der  ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Furcht vor einer absehbaren Verfolgung im Heimatstaat.  der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten der Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).
4.4 Die allgemeine Lage in Nepal hat sich seit der Ausreise des  wesentlich verändert. Bereits die als Vorgängerorga-
Seite 6
D-6252/2006
nisation des Bundesverwaltungsgerichts tätige ARK hat die allgemeine Situation in Nepal ausführlich beurteilt und festgestellt, die allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage habe sich seit der Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen den Maoisten ("Communist  of Nepal" [CPN-M]) und der Regierung beziehungsweise der  der Maoisten vom 28. Juli 2006, den Waffenstillstand zu , erheblich verbessert (vgl. dazu Entscheidungen und  der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 31 E. 4.3.4 und 4.3.5 S. 332 ff.).
Seither hat sich die Lage weiter wesentlich verbessert. Am 21.  2006 unterzeichneten die Regierung und die Maoisten ein . Gemäss diesem Vertrag beteiligten sich die Maoisten am Übergangsparlament und stellten 73 der 330 Abgeordneten. Im Dezember 2006 wurde die Interimsverfassung verabschiedet. Am 15. Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflösung und es erfolgte die Neubestellung des interimistischen Parlaments,  83 Abgeordnete der Maoisten angehörten. Nach einigen  wurde am 16. Januar 2007 mit der Entwaffnung der  begonnen. Am 10. April 2008 erfolgte die Wahl der  Versammlung. Dabei wurden die Maoisten vor dem Nepali Congress zur stärksten Kraft (vgl. Maoisten gewinnen die Wahl, NZZ Online, International, 24. April 2008; Mehr Sitze für die Maoisten in Nepal, NZZ Online, International, 25. April 2008). Am 28. Mai 2008 kam die verfassungsgebende Versammlung zu ihrer ersten Sitzung . Gleich zu Beginn der konstituierenden Sitzung schuf die  die fast 240 Jahre alte Monarchie ab und erklärte das Land zur Republik (vgl. Nepal schafft die Monarchie ab; NZZ Online, International, 29. Mai 2008). Am 11. Juni 2008 verliess der  Monarch Nepals, König Gyandendra, seinen Palast in Kathmandu (vgl. Nepals entmachteter König verlässt den Palast, NZZ Online, , 12. Juni 2008). Die verfassungsgebende Versammlung wählte schliesslich am 21. Juli 2008 Ram Baran Yadav vom Nepali Congress zum ersten Präsidenten der Republik (vgl. Erster Präsident Nepals gewählt, NZZ Online, International, 21. Juni 2008) und am 15. August 2008 wählte sie den Chef der Maoisten, Pushpa Kamal Dahal (Prachanda), zum Ministerpräsidenten (vgl. Maoisten-Chef  Ministerpräsiden in Nepal, NZZ Online, International, 15.  2008).
Seite 7
D-6252/2006
In Anbetracht dieser vorstehend dargelegten Entwicklung geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass für den Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt – entgegen den Vorbringen in der  – keine begründete Furcht vor einer künftigen Verfolgung durch die Armee besteht. Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb die Maoisten nach dem Machtwechsel nach dem Beschwerdeführer suchen sollten, will doch der Beschwerdeführer in der Vergangenheit den Maoisten beziehungsweise den Maobadi behilflich gewesen sein (Sammlung von Spendengeldern). Daher kann darauf verzichtet werden, auf die Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen.
4.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, einer solchen  werden zu können. Er kann daher nicht als Flüchtling  werden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des  demnach zu Recht abgelehnt.
5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
Seite 8
D-6252/2006
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Nepal ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall  Ausschaffung nach Nepal dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder  ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen  für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti- müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR,  gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschen-
Seite 9
D-6252/2006
rechtssituation in Nepal lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem  ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
6.5 Wie bereits vorstehend unter Ziffer 4.4 ausführlich dargelegt, hat sich die allgemeine Lage in Nepal seit der Ausreise des  wesentlich verändert. Aktuell ist die Situation in Nepal somit nicht dergestalt, als dass von einer Situation allgemeiner Gewalt  werden kann, weshalb die Rückkehr nach Nepal generell als zumutbar zu bezeichnen ist. Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. Es ist nicht in  zu stellen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Nepal aufgrund seiner mehrjährigen Landesabwesenheit mit gewissen Schwierigkeiten konfrontiert werden könnte. Indes hat der – soweit  – gesunde Beschwerdeführer bis zu seiner Ausreise im  2003 in Nepal gelebt und dort die staatliche Schule besucht.  spricht er neben Nepali auch mittelmässig hindi und ein wenig englisch. Zudem hat er in E._ und der Schweiz erste Berufserfahrungen in der Gastronomie sammeln können, die ihm auch in Nepal durchaus dienen können. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer sich in Nepal problemlos reintegrieren kann. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, genügen nicht, um eine Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215). Sodann steht es dem Beschwerdeführer frei und ist ihm auch zuzumuten, sich an einem anderen als seinem bisherigen Wohnort niederzulassen. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Nepal erweist sich demnach als zumutbar (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 31).
Seite 10
D-6252/2006
6.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der  Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr  Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
7. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu . Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig,  und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten ohne Durchführung eines  abzuweisen (vgl. Art. 111a Abs. 1 AsylG).
9. In der Zwischenverfügung des damals zuständigen Instruktionsrichters des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Februar 2007 wurde der  über das Gesuch betreffend die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Dieser  ist nun im Endurteil nachzuholen, und das Gesuch gemäss der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit rund 17 Monaten im (...) erwerbstätig und somit nicht bedürftig im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist, abzuweisen. Die Verfahrenskosten sind somit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 11
D-6252/2006