Decision ID: 4dcfb99a-2e46-56ee-963b-2676063e5889
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im November 2005 wegen Müdigkeit, Erschöpfung,
Antriebsminderung, sozialem Rückzug, Verlangsamung und Unkonzentriertheit bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
A.b Am 19. Februar 2007 wurde der Versicherte durch Dr. med. B._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet (Gutachten vom 26. Februar 2007, IV-act.
28). Der Gutachter gab als Diagnosen eine ängstlich (vermeidende)
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6), ein Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig
abstinent (F10.20), und eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen
Symptomen (F32.11) an. Aufgrund der depressiven Einengung ging der Gutachter von
einer vollen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit aus.
A.c Mit Verfügung vom 15. November 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend ab 1. April 2006 eine ganze IV-Rente zu (IV-act. 49 und 51).
B.
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B.a Am 12. Juli 2013 notierte eine IV-Sachbearbeiterin, dass der Versicherte gemäss
einem anonymen telefonischen Hinweis als Pizzakurier sowie in einem Café arbeiten
solle (IV-act. 53). Die hierauf getätigten Abklärungen bei der zuständigen
Ausgleichskasse ergaben, dass weder die genannte Pizzeria noch das Café Löhne für
den Versicherten abgerechnet hatten (IV-act. 54).
B.b Am 5. August 2013 bewilligte die IV-Stellenleitung eine Observation des
Versicherten im Inland (IV-act. 57). In der Folge wurde der Versicherte im Zeitraum vom
13. bis 23. August 2013 an fünf Tagen überwacht (Überwachungsbericht vom 8.
September 2013, IV-act. 61)
B.c Am 20. September 2013 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, einen
Revisionsfragebogen auszufüllen (IV-act. 63). Der Versicherte berichtete am 21.
Oktober 2013, dass sein Gesundheitszustand unverändert sei. Seit dem Jahr 2004 sei
er nie mehr erwerbstätig gewesen. Auch freiwillige (und unentgeltliche) Tätigkeiten
habe er seither nicht ausgeübt. Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._,
berichtete der IV-Stelle am 25./26. November 2013 über einen stationären
Gesundheitszustand. Als psychiatrische Diagnosen gab er einen Status nach einem
chron. rezidivierenden Äthylabusus bei schwerer psychosozialer Problematik mit
Abstinenz seit November 2006, eine depressive Verstimmung sowie eine Angst- und
Panikstörung an (IV-act. 72).
B.d Am 29. April 2014 fand ein Standortgespräch in den Räumen der IV-Stelle statt
(IV-act. 75). Der Versicherte erklärte, dass die Depression im Vordergrund stehe. Er
könne nicht mit Kollegen zusammen sein und lachen. Er müsse immer alleine sein. Die
eingenommenen Antidepressiva würden ein bisschen helfen. Er könne nicht arbeiten.
Tage, an denen es ihm gut gehe, gebe es nicht. Er sei nie glücklich und habe an nichts
Freude. Seit der Rentenzusprache habe er nicht gearbeitet, auch nicht freiwillig und
ohne Lohn. Im Anschluss an das Gespräch wurde der Versicherte mit den
Observationsergebnissen konfrontiert, worauf er seine Angaben teilweise revidierte.
B.e Am 15. August 2014 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle durch Dr. med.
D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fachärztlich begutachtet
(Gutachten vom 18. August 2015, IV-act. 92). Der Gutachter gab keine Diagnose mit
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Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an. Die Diagnosen ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (F10.2) bei Verdacht auf
Persönlichkeitsakzentuierung mit schizoiden und dissozialen Zügen (Z73.1)
• Verdacht auf Dysthymia (F34.1).
Dr. D._ hielt fest, dass das Verhalten des Versicherten während der Observation von
den in der aktuellen Untersuchung beobachteten Verhaltensvariationen nicht
abgewichen sei. In der aktuellen Untersuchung hätten beim Versicherten keine Defizite
eruiert werden können, die eine andere Diagnose als eine der gegenwärtig abstinenten
Alkoholabhängigkeit erlauben würden. Retrospektiv sei von einer depressiven
Symptomatik von unklarer nosologischer Zugehörigkeit auszugehen. Am Plausibelsten
erscheine das Vorliegen einer Dysthymia. Die Konzentrationsfähigkeit, die
Auffassungsgabe, die Fähigkeit zum abstrakten Denken und die Merkfähigkeit seien
nicht schlüssig prüfbar gewesen, obwohl mit der Hilfe der Dolmetscherin habe
gesichert werden können, dass der Versicherte die jeweiligen Instruktionen verstanden
habe. Zudem habe sich der Versicherte instruktionswidrig verhalten. Zur subjektiven
Grundstimmung habe er keine Aussage gemacht. Affektiv sei er grösstenteils euthym
(ausgeglichen), punktuell dysphorisch gereizt gewesen. Zur Antriebslage habe er
widersprüchliche und zum Selbstwertgefühl keine Angaben gemacht. Schliesslich habe
der Versicherte über eine Achluophobie (Angst vor Dunkelheit) sowie über unklare,
nicht präzisierbare Ängste berichtet. Gesamthaft bestünden beim Versicherten keine
psychischen Störungen, die seine Arbeitsfähigkeit herabsetzen würden. In Anbetracht
der nur unzureichend dokumentierten Aktenlage gelte diese Feststellung spätestens ab
dem Zeitpunkt des Observationsbeginns. Dr. med. E._, Mitarbeiterin der IV-Stelle,
notierte am 30. September 2015, dass das Gutachten von Dr. D._ umfassend sei und
keine formellen Mängel aufweise (IV-act. 93). Aus medizinischer Sicht sei auf das
Gutachten abzustellen.
B.f Mit Vorbescheid vom 24. November 2015 (IV-act. 94) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten an, dass die Rente nach der Zustellung der Verfügung auf das Ende des
folgenden Monats hin aufgehoben werde. Am 11. Januar 2016 wendete der Versicherte
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dagegen mündlich ein (IV-act. 97), dass er krank sei und nicht arbeiten könne. Es gehe
ihm schlecht, er habe viele Probleme. Beispielsweise habe er „Probleme mit dem
Kopf“ (gemeint wohl: psychische Probleme), Schlafprobleme, Panikattacken und Angst
vor der Dunkelheit.
B.g Mit Verfügung vom 14. Januar 2016 hob die IV-Stelle die Rente wie angekündigt
für die Zukunft auf (IV-act. 98). Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung
wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
10. Februar 2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung vom 14. Januar 2016 und die Neuberechnung der
Rentenleistungen. Für die Beschwerdebegründung ersuchte er um eine angemessene
Nachfrist. Am 23. März 2016 stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act.
G 5). In der Beschwerdeergänzung vom 20. Mai 2016 (act. G 10) beantragte er
zusätzlich die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und die
Durchführung einer neuen, umfassenden psychiatrischen Beurteilung des
Beschwerdeführers. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen
Begutachtung an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen.
Zur Begründung machte der Rechtsvertreter geltend, es sei offensichtlich, dass der
effektive psychische Status des Beschwerdeführers nicht mit den Schlussfolgerungen
von Dr. D._ übereinstimme. Dessen Beurteilung habe sich vornehmlich auf die
Observationen bzw. die entsprechenden Videoaufnahmen gestützt. Dr. D._ habe
daraus fälschlicherweise, wie der heutige prekäre gesundheitliche Zustand des
Beschwerdeführers belege, geschlossen, dass der Beschwerdeführer in keiner Weise
eingeschränkt sei. Des Weiteren komme den aus der Observation resultierenden
Video- und Fotoaufnahmen keine massgebende, geschweige denn rechtsgenügliche
Aussagekraft zu. Ausserdem sei die Angststörung des Beschwerdeführers
Schwankungen unterworfen. Es sei auf die begründete und nachvollziehbare
Einschätzung des Hausarztes abzustellen. Dr. C._ hatte der Psychiatrischen Klinik
F._ am 7. März 2016 berichtet (act. G 10.1.1), dass der Beschwerdeführer an einer
depressiven Verstimmung mit Angst- und Panikstörungen sowie an einem Status nach
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chronisch rezidivierendem Äthylabusus bei schwerer psychosozialer Problematik,
abstinent seit November 2006, leide. Nach der Alkoholabstinenz und der Umstellung
der Medikation sei es zu einer Stabilisierung des Beschwerdebildes gekommen. Der
Beschwerdeführer habe auch in stabileren Phasen depressiv, sozial desintegriert und
antriebsvermindert gewirkt. Aus internistisch-somatischer Sicht bestehe keine
Arbeitsunfähigkeit. Die psychiatrische Situation sei jedoch so instabil, dass nach der
Rentenaufhebung und der damit verbundenen fehlenden finanziellen Absicherung
dauernde Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit und tägliche Panikstörungen aufgetreten
seien. Wegen dieser psychischen Beschwerden habe er den Beschwerdeführer am 2.
März 2016 für die folgenden zwei Monate zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Juni 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 12). Zur Begründung hielt sie fest, dass der Hausarzt eine
wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigt habe. Die Ursache der
aktuell vorgetragenen Beschwerden (Bauchschmerzen etc.) sei die angespannte
finanzielle Situation. Solche psychosozialen Belastungsfaktoren seien bei der
Invaliditätsbemessung auszuklammern. Die Rente könne nicht einfach aus
"therapeutischen Gründen" weiter ausgerichtet werden. Somit bestehe kein Grund, von
der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen. Obwohl bei der
vorliegenden Sachlage eine rückwirkende Rentenanpassung durchaus in Betracht
gezogen werden könne, habe die Beschwerdegegnerin die Rente bloss für die Zukunft
aufgehoben.
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf eine Replik (act. G 14).
C.d Am 26. August 2016 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 15).
C.e Am 4. Oktober 2016 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen
Austrittsbericht der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums G._ vom 25. August
2016 ein (act. G 17). Die Klinikärzte hatten als Diagnose eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11),
angegeben. Sie hatten erklärt, dass der Beschwerdeführer vom 14. Juni bis 5. August
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2016 in der Psychiatrischen Tagesklinik behandelt worden sei. Wegen der
eingeschränkten Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers habe eine sprachliche
Barriere vorgelegen. Nach dem Austritt habe weiterhin eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit auf dem
ersten Arbeitsmarkt erscheine aufgrund der psychopathologischen Beschwerden in
näherer Zukunft als unwahrscheinlich. Eine erneute Rentenprüfung werde dringend
empfohlen.
C.f Die Beschwerdegegnerin erklärte am 26. Oktober 2016 (act. G 19), dass der neu
eingereichte Arztbericht nicht geeignet sei, die Rechtmässigkeit der angefochtenen
Verfügung in Frage zu stellen. Einerseits beschreibe er die gesundheitliche Entwicklung
nach Erlass der angefochtenen Verfügung. Andererseits hätten die Behandler aufgrund
sprachlicher Probleme den Zugang zum Beschwerdeführer nicht gefunden. Die
ärztliche Einschätzung sei schon aus diesem Grund unzuverlässig. Auch hätten den
Ärzten die IV-Akten nicht vorgelegen. Am Antrag auf Abweisung der Beschwerde
werde festgehalten.
C.g Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erwiderte hierauf am 14. November
2016 (act. G 21), dass der im Austrittsbericht vom 25. August 2016 beschriebene
Gesundheitszustand sehr wohl im Zusammenhang mit der früheren Erkrankung stehe.
Die Einstellung der Rente habe die psychischen Leiden lediglich verstärkt. Der
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sei in einem erst kürzlich
veröffentlichten Entscheid zum Schluss gekommen, dass die Schweiz über keine
ausreichende Gesetzesgrundlage für die Observierung von Versicherten verfüge. Die
durchgeführte Observation, die ohnehin keinen rechtsgenüglichen Beweis liefere,
müsse in der vorliegenden Angelegenheit daher unberücksichtigt bleiben.
C.h Die Beschwerdegegnerin antwortete am 6. Dezember 2016 (act. G 23), dass sich
aus dem Entscheid des EGMR für den vorliegenden Fall keine neuen Aspekte ergäben;
das Observationsmaterial sei im vorliegenden Verfahren verwertbar. Das
Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis sich das Bundesgericht zur Bedeutung des
EGMR-Entscheids im Bereich der Invalidenversicherung geäussert habe.
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C.i Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hielt in seiner Stellungnahme vom 4.
Januar 2017 fest (act. G 25), dass eine gesetzliche Grundlage für die Durchführung von
Observationen zurzeit offensichtlich fehle und die Observation daher unrechtmässig
erfolgt sei.
C.j Das Gericht informierte die Parteien am 9. Januar 2017 darüber, dass zum
gegenwärtigen Zeitpunkt kein Anlass für eine förmliche Sistierung bestehe (act. G 26).
Der Schriftenwechsel sei damit wieder als abgeschlossen zu betrachten. Über den
Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung werde ein präsidialer
Zwischenentscheid ergehen.
C.k Mit Entscheid vom 17. Januar 2017 wies das Gericht das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab (act. G 27).
C.l Am 20. März 2018 teilte das Gericht dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
mit (act. G 30), es erscheine als möglich, dass die Rente wegen einer
Meldepflichtverletzung rückwirkend aufgehoben werden könnte. Da die
Beschwerdegegnerin die Rente für die Zukunft, d.h. per 1. März 2016, aufgehoben
habe, könnte der Entscheid des Gerichts zu einer reformatio in peius führen. Das
Gericht räumte dem Rechtsvertreter die Gelegenheit ein, die Beschwerde bis 24. April
2018 zurückzuziehen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hielt an der
Beschwerde fest (act. G 31).
C.m Am 23. Mai 2018 fragte das Gericht die Ausgleichskasse Z._ an, mitzuteilen, ob
die Pizzeria H._ zwischenzeitlich rückwirkend ab dem Jahr 2011 Löhne für den
Beschwerdeführer abgerechnet habe bzw. ob eine Arbeitgeberrevision stattgefunden
habe, die zu einer entsprechenden Beitragsnachbelastung geführt habe (act. G 33). Die
Ausgleichskasse verneinte diese Frage (act. G 35, 37).

Erwägungen
1.
1.1 Der Beschwerdeführer hat seit dem 1. April 2006 eine ganze IV-Rente bezogen. Mit
der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2016 hat die Beschwerdegegnerin die
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Rente für die Zukunft, d.h. per 1. März 2016, aufgehoben. Nachfolgend ist zu prüfen,
ob die Rentenaufhebung zu Recht erfolgt ist.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Rente mittels einer Revision nach Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) aufgehoben. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch
Art. 87 Abs. 2, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV, SR 831.201). Anlass zur Revision einer Invalidenrente gibt jede Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob
bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche
Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011,
9C_418/2010 E. 3.1). Im vorliegenden Fall umstritten und zu prüfen ist, ob sich der
Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit bis und mit Verfügungserlass (14.
Januar 2016) gegenüber der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der letzten materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs (Verfügung vom 15. November 2007) in einem für den
Rentenanspruch relevanten Ausmass verbessert haben.
2.
Der Beschwerdeführer ist nach einem anonymen telefonischen Hinweis, wonach er als
Pizzakurier und in einem Café tätig sein solle, im Zeitraum 13. bis 23. August 2013 im
Auftrag der Beschwerdegegnerin überwacht worden. Das Bundesgericht ist − in
Nachachtung des Entscheides des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte
vom 18. Oktober 2016, Vukota-Bojic gegen Schweiz, Urteil no. 61838/10 − zum
Schluss gekommen, dass es in der Invalidenversicherung an einer genügenden
gesetzlichen Grundlage, welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und
detailliert regle, fehle (BGE 143 I 377 vom 14. Juli 2017). Die durch die
Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene Observation ist somit gemäss der neuen
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung rechtswidrig gewesen. Nach dem Bundesgericht
ist eine Verwertbarkeit des Beweismaterials, das im Rahmen einer rechtswidrig
angeordneten Observation im öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen wurde, im
Invalidenversicherungsverfahren gestützt auf eine Abwägung zwischen privaten und
öffentlichen Interessen im Einzelfall trotzdem zulässig (BGE 143 I 377 E. 5; zur Kritik
hierzu siehe z.B. THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E. MEIER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts im Bereich der Invalidenversicherung, Urteilsbesprechung BGE 143 I
377, in: SZS 62/2018 S. 444-447). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
hat in Fällen, in denen das Observationsmaterial keinen entscheidenden Einfluss auf
die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gehabt hat, offen gelassen, ob
dieses verwertbar ist (siehe Entscheid vom 6. Juli 2017, IV 2014/206 und Entscheid
vom 17. September 2018, IV 2015/389).
3.
3.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat im Beschwerdeverfahren einen
Austrittsbericht der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums G._ vom 25. August
2016 eingereicht (act. G 17.1). Im vorliegenden Verfahren ist der Gesundheitszustand
respektive die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bis und mit Verfügungserlass,
d.h. bis und mit 14. Januar 2016, relevant. Der Austrittsbericht vom 25. August 2016
betrifft einen tagesklinischen Aufenthalt von Juni bis August 2016; er bezieht sich auf
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach Verfügungserlass und lässt
keinen Rückschluss auf die medizinische Situation im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses zu. Aus demselben Grund ist es nicht angezeigt, beim
psychiatrischen Ambulatorium G._ einen Bericht einzuholen, wie dies der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Beschwerdeverfahren gefordert hat;
gemäss den Angaben seines Rechtsvertreters hat sich der Beschwerdeführer nämlich
erst ab dem 25. April 2016 dort in Behandlung befunden. Die behandelnden Ärzte des
psychiatrischen Ambulatoriums G._ werden daher keine Angaben zum
Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses (14. Januar 2016) machen können. Schliesslich sind keine Gründe
ersichtlich, welche neuen Erkenntnisse ein weiterer Bericht des Hausarztes bringen
könnte, da von diesem bereits zwei Berichte bei den Akten liegen.
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3.2 Die ursprüngliche Rentenzusprache ist gestützt auf das Gutachten von Dr. B._
vom 26. Februar 2007 erfolgt, welcher beim Beschwerdeführer eine ängstlich
(vermeidende) Persönlichkeitsstörung, ein Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig
abstinent, und eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen
diagnostiziert hatte. Dr. B._ hatte die Arbeitsunfähigkeit damals wegen einer
"depressiven Einengung" auf 100 % geschätzt (IV-act. 28-14 f.).
3.3 Der Hausarzt Dr. C._ hat den Gesundheitszustand im November 2013 als
stationär beurteilt und dem Beschwerdeführer weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt. Als Diagnosen hat er unter anderem eine depressive Verstimmung und
eine Angst- und Panikstörung erwähnt. Der Beschwerdeführer sei unverändert
psychisch schwer alteriert, sozial isoliert, wirke depressiv und antriebsvermindert. Am
7. März 2016 hat der Hausarzt berichtet, dass der Beschwerdeführer auch in stabileren
Phasen depressiv, sozial desintegriert und antriebsvermindert gewirkt habe. Die
Renteneinstellung sei ungewollt heftig und extrem ungelegen gekommen. Die
psychiatrische Situation sei so instabil, dass mit dem IV-Entscheid und der damit
einhergehenden fehlenden finanziellen Absicherung dauernde Bauchschmerzen,
Schlaflosigkeit und tägliche Panikstörungen aufgetreten seien. Aktuell sei der
Beschwerdeführer daher zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Den Berichten von Dr.
C._ sind keine Angaben zum psychopathologischen Befund zu entnehmen. Dies ist
auch nachvollziehbar, da es sich bei ihm um einen Hausarzt und nicht um einen
Psychiater handelt. Er verfügt gar nicht über das psychiatrische Fachwissen, um eine
verlässliche psychiatrische Beurteilung abzugeben. Hinzu kommt, dass es
grundsätzlich nicht die Aufgabe eines behandelnden Arztes ist, die Angaben seiner
Patientinnen und Patienten zu ihren Beschwerden kritisch zu hinterfragen. Da die
behandelnden Ärzte also in der Regel auf die Angaben ihrer Patientinnen und Patienten
abstellen, ist der Beweiswert ihrer Beurteilungen gerade in Fällen wie dem
vorliegenden, wo Anhaltspunkte für ein aggravatorisches oder sogar simulierendes
Verhalten im Raum stehen, gering. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes
kann daher nicht abgestellt werden.
3.4 Dr. D._ hat im aktuellen psychiatrischen Gutachten vom 18. August 2015 keine
psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit angegeben. Der von ihm
diagnostizierten Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent bei einem Verdacht auf
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eine Persönlichkeitsakzentuierung mit schizoiden und dissozialen Zügen sowie dem
Verdacht auf eine Dysthymia hat er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
beigemessen. Dementsprechend ist er von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
ausgegangen. Der Gutachter hat festgehalten, dass die Anamnese und die aktuelle
soziale Situation nur begrenzt explorierbar gewesen seien (IV-act. 92-16). Dem
Gespräch habe der freie Fluss gefehlt; die Angaben hätten jeweils aktiv vom
Beschwerdeführer erfragt werden müssen. Auch ein präzises Nachfragen habe sein
Ziel nicht immer erreicht. Teilweise habe der Beschwerdeführer die gestellten Fragen
nicht beantwortet, sondern explizit auf Akteninhalte verwiesen (IV-act. 92-12). Die
Konzentrationsfähigkeit, die Auffassungsgabe, die Fähigkeit zum abstrakten Denken
und die Merkfähigkeit seien nicht schlüssig prüfbar gewesen, obwohl mit der Hilfe der
Dolmetscherin habe gesichert werden können, dass der Beschwerdeführer die
jeweiligen Instruktionen verstanden habe. Bezüglich der Diagnose einer spezifischen
Persönlichkeitsstörung hat der Gutachter unter anderem darauf hingewiesen, dass eine
solche Diagnose nur gestellt werden könne, wenn gesichert sei, dass seit der späten
Kindheit oder der frühen Adoleszenz eine erhebliche und intraindividuell stabile
Abweichung des Denkens, Handelns und Fühlens von der Mehrheit der Bevölkerung
vorliege. Der Beschwerdeführer habe jedoch keinem der bisherigen Untersucher in
hinreichendem Ausmass Einblick in sein inneres Leben und seine biographischen
Umstände erlaubt (IV-act. 92-14). Obwohl sich der Beschwerdeführer bereit erklärt
hatte, am Gutachten mitzuwirken und entsprechend Auskunft zu geben (IV-act. 92-2),
ist aus den obigen Schilderungen ersichtlich, dass die Mitwirkung des
Beschwerdeführers bei der Begutachtung mangelhaft gewesen ist. Dr. D._ ist
deshalb gar nicht in der Lage gewesen, den psychischen Gesundheitszustand
umfassend zu beurteilen. Folglich hat er auch die Arbeitsfähigkeit respektive die
Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
festlegen können. Demzufolge überzeugt es auch nicht, dass er die Frage, ob eine
wesentliche Veränderung der Befunde, der Diagnosen und der Arbeitsfähigkeit seit der
ursprünglichen Leistungszusprache im November 2007 nachgewiesen sei, bejaht hat
(IV-act. 92-22). Darüber hinaus sind die Ausführungen von Dr. D._ zum Vorliegen
eines Revisionsgrundes auch aus einem anderen Grund nicht schlüssig: Dr. D._ hat
in seinem Gutachten nämlich festgehalten, dass retrospektiv vom Vorliegen einer
depressiven Symptomatik unklarer nosologischer Zugehörigkeit auszugehen sei. Am
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Plausibelsten erscheine das Vorliegen einer Dysthymia und nicht einer depressiven
Episode. Es sei hinreichend gut bekannt, dass Patienten mit einer Dysthymia unter
einer antidepressiven Dauermedikation, wie es beim Beschwerdeführer der Fall sei,
signifikant weniger Leidensdruck aufwiesen, und so im Alltag besser aktivierbar seien.
Genau diese Entwicklung komme mit hoher Wahrscheinlichkeit beim Beschwerdeführer
zum Ausdruck (IV-act. 92-17). Dr. D._ hat als Diagnose ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine Dysthymia angegeben. Hätte der
Beschwerdeführer also bereits im Jahr 2007 lediglich an einer Dysthymia und nicht wie
von Dr. B._ diagnostiziert an einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischen Symptomen gelitten − wovon Dr. D._ mit hoher Wahrscheinlichkeit
ausgegangen ist − ist fraglich, ob zwischen November 2007 und Januar 2016
tatsächlich eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes und damit auch
der Arbeitsfähigkeit angenommen werden kann. Das Gutachten von Dr. D._
überzeugt auch vor diesem Hintergrund nicht.
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Arbeitsfähigkeit respektive die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im Verfügungszeitpunkt (14. Januar 2016)
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Damit ist
auch nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, dass seit der ursprünglichen
Rentenzusprache im November 2007 tatsächlich eine wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustandes respektive der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist.
3.6 Kommt eine versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung in unentschuldbarer Weise nicht nach, kann der
Versicherungsträger gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG aufgrund der Akten verfügen oder die
Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss die versicherte Person
vorher aber schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen und er muss ihr
eine angemessene Bedenkfrist einräumen. Bei den in Art. 43 Abs. 3 ATSG genannten
Möglichkeiten des Versicherungsträgers handelt es sich um Druckmittel, mit denen die
versicherte Person dazu gebracht werden soll, ihre Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung zu erfüllen. Die beiden in Art. 43 Abs. 3 ATSG genannten
Druckmittel sind allerdings wirkungslos, wenn die versicherte Person ihre
Mitwirkungspflicht in einem Revisionsverfahren im Sinne des Art. 17 ATSG verweigert,
in dem ihr eine Herabsetzung oder eine Aufhebung der laufenden Leistung droht.
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Solange das Verfahren still steht, kann sie nämlich ihre bisherigen, möglicherweise
überhöhten Leistungen weiter beziehen. Daran würden weder das „Nichteintreten“
noch ein Entscheid aufgrund der Akten (der stets auf eine Nichtanpassung der
laufenden Leistung lauten muss, solange die relevante Sachverhaltsveränderung noch
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststeht) etwas ändern. Für diese Fälle enthält der Wortlaut des Art. 43 Abs. 3 ATSG
also kein geeignetes Druckmittel; die Bestimmung erweist sich diesbezüglich als
lückenhaft. Zur Füllung dieser Gesetzeslücke kommt nur ein Druckmittel in Frage, das
geeignet ist, den nötigen Druck aufzubauen, und das selbst dann problemlos und
rechtsgleich angewandt werden kann, wenn der für den Abschluss des
Revisionsverfahrens massgebende aktuelle Sachverhalt noch weitgehend unbekannt
ist, nämlich der komplette Leistungsstopp (vgl. BGE 139 V 585; TOBIAS BOLT, Folgen
einer Mitwirkungspflichtverletzung, in: JaSo 2016, S. 169 ff.; Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. August 2018, EL 2017/21 E.
3.1).
3.7 Die Beschwerdegegnerin ist zur Beurteilung, ob sich der Gesundheitszustand resp.
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzusprache
im November 2007 verbessert haben, auf ein überzeugendes psychiatrisches
(Verlaufs-)Gut¬achten angewiesen gewesen. Wie in Erwägung 3.4 dargelegt worden
ist, hat der Beschwerdeführer bei der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. D._
seine Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise verletzt: Im Gespräch ist er nicht
kooperativ gewesen, sodass der Gutachter die Angaben aktiv vom Beschwerdeführer
hat erfragen müssen; teilweise hat der Beschwerdeführer die gestellten Fragen gar
nicht beantwortet. Auch der psychopathologische Befund ist aufgrund des
instruktionswidrigen Verhaltens des Beschwerdeführers nicht vollständig erhebbar
gewesen. Obwohl der Beschwerdeführer seine Mitwirkungspflicht also in
unentschuldbarer Weise verletzt hat, sind die Voraussetzungen für einen
Leistungsstopp im vorliegenden Fall nicht erfüllt gewesen, denn die
Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer nicht schriftlich abgemahnt, ihm keine
spezifische Rechtsfolge bei einer weiter andauernden Verweigerung der
Mitwirkungspflicht angedroht und ihm folglich auch keine angemessene Bedenkfrist
eingeräumt. Die angefochtene Verfügung ist daher rechtswidrig. Folglich ist die Sache
zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen, insbesondere einer erneuten
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psychiatrischen Begutachtung, nötigenfalls verbunden mit der Durchführung eines
Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 43 Abs. 3 ATSG, an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei der Erteilung des Gutachtensauftrags wird
die Beschwerdegegnerin die Gutachtensperson sinnvollerweise auf die in Erwägung 2
zitierte Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (IV 2014/206 und IV
2015/389) hinweisen und sie anleiten, das Observationsmaterial nicht in die
gutachterliche Beurteilung einzubeziehen. Nach dem Gesagten kommt es nicht zu
einer reformatio in peius, wie sie vom Gericht als mögliche Entscheidvariante genannt
worden ist.
3.8 Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 14. Januar 2016 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde wegen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
(Art. 43 Abs. 1 ATSG) aufzuheben und die Sache ist zur weiteren medizinischen
Abklärung im Sinne der vorstehenden Erwägungen, nötigenfalls verbunden mit der
Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne von Art. 43 Abs. 3
ATSG, sowie zur anschliessenden Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E.
6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
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der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle
eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.