Decision ID: 5c17041f-3596-4ddf-894e-6453aa272c23
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Juni 2012 über die Krankentaggeldversicherung bei der
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1 und 4). Die als
Mitarbeiterin Hausdienst eines Pflegeheims tätige Versicherte war ab 8. bzw. 27.
Januar 2012 zu 100 % und ab 2. April 2012 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben
(Taggeldkarte SWICA [IV-act. 17-5], Angaben des Arbeitgebers vom 18. Mai 2012, IV-
act. 13).
A.b Dr.med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte am 14./16. Juni 2012
gegenüber der IV-Stelle aus, die Versicherte sei psychomotorisch deutlich verlangsamt,
leide an diversen körperlichen Beschwerden und passiven Gedanken des
Lebensüberdrusses, massiven Schuldgefühlen wegen eines Abortus, depressiver
Verstimmung mit Schlafstörungen und affektiver Labilität, innerer Unruhe, Spannungs-
und Angstzuständen, intensiven Insuffizienzgefühlen und an generalisierten
Schmerzen, vor allem im Rücken und an den Fingern. In ihrer bisherigen Tätigkeit sei
sie während 4 Stunden täglich arbeitsfähig (IV-act. 12). Dr.med. C._, Innere Medizin
FMH, berichtete am 22. Juni 2012 über die Diagnose eines generalisiertes
Schmerzsyndroms bei/mit Lumbovertebralsyndrom bei Spondylarthrosen und
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Osteochondrosen der LWS, Diskushernie S1 mit möglichem intermittierendem Kontakt
zur S1-Wurzel, Fingerpolyarthrosen und rezidivierenden Schmerzen im Nacken und in
den Schultergelenken. In der angestammten, eher als leicht eingestuften
Reinigungsarbeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bzw. 4 Stunden täglich.
Sobald das Arbeitspensum gesteigert worden sei, habe die Versicherte mit heftigen
Schmerzen reagiert und notfallmässig behandelt werden müssen (IV-act. 17-1 f.).
A.c Im Assessmentgespräch vom 12. September 2012 wurde unter anderem
festgehalten, die Versicherte arbeite seit Anfang August 2012 zu 60 %. Die
Arbeitgeberin verlange eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % bis Anfang 2013
bei voller Leistungsfähigkeit (IV-act. 23). Dr. B._ befand gemäss Verlaufsbericht vom
25. Oktober 2012, die bisherige Tätigkeit sei zu 60 % zumutbar mit einer um ca. 20 %
verminderten Leistungsfähigkeit (IV-act. 25). Der Arbeitgeber kündigte das
Arbeitsverhältnis auf den 31. Januar 2013 (vgl. Assessmentprotokoll Verlauf per 19.
November 2012 [IV-act. 26-4 ff.]).
A.d Am 20. November 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, zurzeit seien keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich; die medizinischen
Behandlungsmassnahmen stünden aktuell im Vordergrund (IV-act. 30).
A.e Dr. C._ führte im Verlaufsbericht vom 21. Januar 2013 aus, bis November 2012
habe die Versicherte allmählich ansteigend bis 60 % beschäftigt werden können.
Aktuell sei sie arbeitsunfähig, da sie vermehrt Schmerzen verspüre und sich generell
müde fühle. Die bisherige Tätigkeit sei eventuell noch zumutbar, dabei bestehe eine
verminderte Leistungsfähigkeit. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten seien ohne
verminderte Leistungsfähigkeit ev. zu max. 50 % zumutbar (IV-act. 35).
A.f Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers begutachtete Dr.med. D._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die Versicherte (Gutachten vom 14. März 2013,
Untersuchung 26. Februar 2013). Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive
Episode, einhergehend mit ausgeprägter psychophysischer Erschöpfung, und führte
aus, aktuell sei die Versicherte in der bisherigen und in adaptierter Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig. Sie fühle sich gegenwärtig nicht arbeitsfähig, was auch mit den
objektiven Befunden übereinstimme. Unter stationären Massnahmen
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(psychosomatische Rehabilitation über mindestens 4 Wochen) sei mit der
Wiederherstellung einer mindestens 50 %igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen, die nachher
stufenweise um 10 % monatlich bis zur Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit
erhöht werden können sollte (IV-act. 39-7 ff.).
A.g Vom 8. Mai bis 4. Juni 2013 unterzog sich die Versicherte einer
psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik E._. Es wurden eine mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F32.1) und ein Verdacht auf eine somatoforme autonome
Funktionsstörung (ICD-10: F45.3) diagnostiziert und festgehalten, auch bei Austritt
habe sich noch eine klare Beeinträchtigung der Stimmung und des Antriebs gezeigt.
Die Versicherte sei aufgrund ihrer Dekonditionierung und ihrer Depressivität nur
beschränkt in der Lage gewesen, das Therapieprogramm zu nutzen. Es bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 %, möglich sei ein therapeutischer Arbeitsversuch zu 10 %
bis 20 % (Beiblatt vom 16. Juli 2013, IV-act. 42; vgl. auch Austrittsbericht vom 25. Juni
2013, IV-act. 45-2 ff.).
A.h Dr.med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete über die
Behandlung der Versicherten an der Psychiatrischen Tagesklinik G._ vom 10.
Oktober 2013 bis 17. Januar 2014, die Versicherte leide unter einer mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) und einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41). Aufgrund der depressiven Symptome, vor allem aber der starken
Antriebslosigkeit, der Schlafstörungen wie auch des häufigen Gefühls von
Überforderung sei die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit sehr eingeschränkt.
Zusätzlich schränke die chronische Schmerzstörung ihre Lebensqualität sowie ihre
Aktivitätsfähigkeit ein. Durch eine medikamentöse Optimierung könne man sich einen
stundenweisen Einsatz in einer Aktivität erhoffen (Austrittsbericht vom 13. Februar 2014
[IV-act. 56-3 ff.]).
A.i Dr. B._ erhob gemäss Verlaufsbericht vom 22. April 2014 die Diagnosen einer
anhaltenden depressiven Störung, gegenwärtig schwerer Ausprägung, auf dem
Hintergrund eines weitgehend chronischen Schmerzsyndroms sowie diverser
intrapsychischer Konflikte (ICD-10: F38.8), einer chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und einer anhaltenden
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Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.8). Der
Gesundheitszustand sei stationär mit Tendenz zur Verschlechterung. Jegliche Form
von Belastung führe zu einer Zunahme der Beschwerden. Aufgrund der bestehenden
Psychopathologie, des langjährigen und bereits weitgehend chronischen Verlaufs
sowie eingeschränkter Ressourcen sei nicht zu erwarten, dass die Versicherte in der
Lage sei, sich neue Fähigkeiten anzueignen und sich in der freien Wirtschaft erfolgreich
neu zu orientieren. Aus ihrer fachlichen Sicht und Erfahrung sei die Versicherte in
jeglicher Tätigkeit in der freien Wirtschaft zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 56-1 f.; vgl.
auch ihren Bericht vom 20. Februar 2015 an die Rechtsvertreterin der Versicherten [act.
G 1.5]).
A.j Die IV-Stelle beauftragte Dr.med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, und Dr.med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, mit einer bidisziplinären Abklärung der
Versicherten (Gutachten vom 19. Oktober 2014, Untersuchungen 19. und 29.
September 2014 [IV-act. 68]). Die Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine (1.) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis
maximal mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.0 bis 33.1), eine (2.)
Panikstörung (ICD-10: F41.0), (3.) ein chronisches Lumbovertebralsyndrom (ICD-10:
M54.5) mit Osteochondrosen und Spondylosen L3 bis S1 (ICD-10: M47.86), mit
Diskusprotrusionen (ICD-10: M51.2), mit Hohl-Rundrückenfehlhaltung (ICD-10: M40.46/
M40.24) und leichter linkskonvexer Skoliose (ICD-10: M41.85) und mit muskulärer
Dysbalance, eine (3.) Rhizarthrose beidseits (ICD-10: M18.2), (4.) multiple
Fingerarthrosen beidseits (ICD-10: M15.1), eine (5.) SC-Gelenksarthrose rechts
(ICD-10: M19.01) sowie einen (6.) Spreizfuss (ICD-10: M21.6) mit MCP I-Arthrose
beidseits (ICD-10: M19.07). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit blieben unter
anderen die Diagnosen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.51) sowie von akzentuierten Persönlichkeitsanteilen
mit passiv-aggressiven Zügen (ICD-10: Z73.1), DD anhaltende Persönlichkeitsänderung
bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.80 [IV-act. 68-41]). Aus bidisziplinärer
Sicht sei (in der bisherigen und in adaptierten Tätigkeiten) von einer Einschränkung der
Leistungsfähigkeit von 30 % auszugehen (IV-act. 68-42, 43).
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A.k Nachdem die IV-Stelle das Gutachten dem RAD vorgelegt hatte (Stellungnahme
vom 27. Oktober 2014 [IV-act. 69]), stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom
19. November 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 71).
Mit Einwand vom 30. Dezember 2014 liess die Versicherte eine Viertelsrente ab 19.
September 2014 sowie einen befristeten Anspruch auf eine ganze Rente für die Zeit
vom 1. Januar 2013 bis 18. September 2014 und einen Leidensabzug von mindestens
15 % geltend machen (IV-act. 75).
A.l Mit Verfügung vom 19. Januar 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
Die von der Fachärztin attestierte Diagnose und Arbeitsfähigkeit habe durch die
Gutachter nicht in demselben Ausmass bestätigt werden können. Die Anrechnung
eines Teilzeit- und Leidensabzuges seien nicht gerechtfertigt, da das Pensum
ganztägig umsetzbar sei und bei der Arbeitsfähigkeit bereits eine 30 %ige
Leistungsminderung berücksichtigt worden sei (IV-act. 76).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 19. Januar 2015 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin M. Benz, M.A. HSG in Law, am 23. Februar 2015 Beschwerde erheben.
Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben und es sei ihr ab 1. Januar 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
Die Beschwerdeführerin sei nicht umfassend begutachtet worden. Die Einschätzung
der psychiatrischen Gutachterin weiche diametral von der Einschätzung sowohl der
behandelnden Psychiaterin wie auch des Psychiatrischen Zentrums G._ ab. Bei
einem derart grossen Widerspruch in den zentralen medizinischen Berichten sei
zwingend ein neutrales und umfassendes (polydisziplinäres) Gutachten einzuholen (act.
G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die behandelnden Ärzte seien eindeutig weniger
unabhängig als ein Gutachter. Insbesondere hätten die Gutachter ihre Einschätzung in
Kenntnis der Berichte der behandelnden Ärzte abgegeben und ausdrücklich zu den
früheren ärztlichen Einschätzungen Stellung genommen. Die Schmerzen als solche
würden als "überwindbar" angesehen. Dabei sei auch zu beachten, dass die
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Beschwerdeführerin in der Lage sei, regelmässig zu kochen und den Haushalt mit
Unterstützung der Kinder weitgehend selbständig zu erledigen. Nachdem sich der
Gesundheitszustand seit längerem gleich präsentiere, müsse die Einschränkung auch
für die Zeit vor dem Gutachten gelten. Mit der Beschwerde seien neue Arztberichte von
Dr. B._ vom 20. Februar 2015 sowie von Dr. J._ vom 23. Dezember 2014
eingereicht worden. Nachdem Dr. B._ der Beschwerdeführerin bereits seit November
2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiere und deren früheren Berichte den
Gutachtern allesamt vorgelegen hätten, bestehe kein Anlass, von der Einschätzung der
Gutachter abzuweichen. Der Bericht von Dr. J._ ergebe ebenfalls keine neuen
Erkenntnisse oder Diagnosen. Das MRI vom 30. August 2013 sei im orthopädischen
Teilgutachten bereits berücksichtigt worden. Der RAD habe den Fall mehrmals beurteilt
und sei zum Schluss gekommen, dass auf die Einschätzung der Gutachter abgestellt
werden könne. Zum Leidensabzug werde auf die angefochtene Verfügung verwiesen
(act. G 4).
B.c In ihrer Replik vom 2. Juli 2015 stellt die Beschwerdeführerin die Anträge, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr ab 1. Januar 2013 eine ganze,
eventualiter eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Subeventualiter sei zur
Bestimmung des Invaliditätsgrades ein neutrales, polydisziplinäres Gutachten
einzuholen. Sowohl aufgrund der geänderten Rechtsprechung (des Bundesgerichts zu
somatoformen Schmerzstörungen und ähnlichen Beschwerdebildern) wie auch
aufgrund des nicht vollständig ermittelten Sachverhalts sei zwingend ein neutrales und
polydisziplinäres Gutachten einzuholen. Die Beurteilung einer behandelnden Fachärztin
habe denselben Stellenwert wie die eines Gutachters. Im Ergebnis sei die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit mit 70 % in der angestammten und in adaptierten Tätigkeiten
willkürlich. Aufgrund der vorhandenen Einschränkungen sei die verwertbare
Arbeitsfähigkeit erheblich tiefer als bei 70 % anzusetzen und eine entsprechende
Anstellung in der freien Wirtschaft nicht denkbar. Es sei ein Leidensabzug von 20 %
gerechtfertigt, womit bei einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 44
% und bei Annahme einer 40 %igen Arbeitsunfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 52 %
resultiere (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin bringt in ihrer Duplik vom 10. September 2015 vor, das
gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten habe grundsätzlich nach wie
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vor Beweiswert. Ein erhebliches somatisches Leiden liege bei der Beschwerdeführerin
nicht vor. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver
Natur seien im Prinzip therapeutisch angehbar. Das sei auch bei der
Beschwerdeführerin der Fall. Gemäss RAD-Stellungnahme vom 27. Oktober 2014
seien den Ergebnissen der neuropsychologischen Testbatterie Hinweise auf
suboptimales Leistungsverhalten sowie relevante Inkonsistenzen zu entnehmen
gewesen. Es erscheine fraglich, ob überhaupt eine versicherte Gesundheitsschädigung
vorliege. Weiter verfüge die Beschwerdeführerin über gute Ressourcen. Sie verrichte
diverse Haushaltsarbeiten, koche, mache kleinere Einkäufe und gehe spazieren. Auch
verbringe sie ein- bis zweimal Ferien im Heimatland, wo sie ein eigenes Haus gebaut
hätten. Unter diesen Umständen sei auch nach geänderter Rechtsprechung sicherlich
nicht von einer höheren Einschränkung der Erwerbsfähigkeit als bisher angenommen
auszugehen (act. G 12).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
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Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
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hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360
E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 19. Januar 2015 (IV-
act. 76) bildet das bidisziplinäre Gutachten der Dres. H._ und I._ vom 19. Oktober
2014 (IV-act. 68). Dessen Beweistauglichkeit ist umstritten und im Folgenden zu prüfen.
Die Beschwerdeführerin rügt verschiedene Mängel des Gutachtens (act.G 8-13 ff.), auf
welche im Folgenden einzugehen ist.
2.2 In somatischer Hinsicht bestätigte der orthopädische Gutachter die Diagnosen von
Dr. K._ (IV-act. 68-23), die zusätzlich eine im Vordergrund stehende Dekompensation
bei psychosozialer und depressiver Problematik mit sekundärer
Ganzkörperschmerzsymptomatik diagnostiziert hatte (Bericht vom 8. Februar 2012, IV-
act. 17-7 ff). Der Verzicht auf eine (erneute) rheumatologische Abklärung erscheint
daher nachvollziehbar. Auch bezog der orthopädische Gutachter die von der
Beschwerdeführerin beklagte Kraftlosigkeit und die Schwindelereignisse in die
Beurteilung ein (IV-act. 68-22) und diskutierte sodann die Diagnose einer Fibromyalgie
angesichts 11 positiver Tenderpoints; gemäss den Leitlinien dürfe die Diagnose jedoch
nicht gestellt werden, da auch praktisch alle Kontrollpunkte positiv seien (IV-act.
68-22). Weiter hielt er fest, Beschwerden, klinische Befunde und Resultate der
bildgebenden Verfahren liessen sich bis zu einem gewissen Grad miteinander in
Einklang bringen (IV-act. 68-22). Dies zeigt, dass er die Ganzkörperschmerzen
jedenfalls nicht vollumfänglich einem organischen Korrelat zuordnen konnte.
Einleuchtend erscheint auch, dass der orthopädische Gutachter gestützt auf die
objektivierten somatischen Diagnosen körperlich schwere Tätigkeiten für unzumutbar
hielt, die bei der bisherigen Reinigungsarbeit 10 % ausmachten, und zusätzlich in
jeglicher Tätigkeit die Leistungsfähigkeit aufgrund verlangsamten Arbeitstempos und
erhöhten Pausenbedarfs um 10 % eingeschränkt schätzte (IV-act. 68-22 ff.).
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2.3 Die psychiatrische Gutachterin diagnostizierte in Übereinstimmung mit dem
Psychiatrischen Zentrum G._ (Austrittsbericht vom 13. Februar 2014 [IV-act. 56-3])
und Dr. B._ (Berichte vom 22. April 2014 [IV-act. 56-1] und vom 20. Februar 2015
[act. G 1.5]) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10: F45.41; IV-act. 68-34 f.). Weiter stellte sie die Diagnose einer leichten
bis höchstens intermittierend mittelgradigen depressiven Episode bei rezidivierender
depressiver Störung (ICD-10: F33.0 bis 33.1). Im Gegensatz namentlich zu Dr. B._
(Berichte vom 22. April 2014 [IV-act. 56-1] und vom 20. Februar 2015 [act. G 1.5])
verneint die Gutachterin das Vorliegen einer schweren Ausprägung der depressiven
Erkrankung. In der aktuellen psychiatrischen Untersuchung habe sich eine schwere
depressive Symptomatik (nach ICD-10) weder psychopathologisch noch anhand der
beschriebenen Einschränkungen ableiten lassen bzw. eine solche habe weder klinisch
noch anamnestisch festgestellt werden können. Die Beschwerdeführerin habe
beschrieben, dass ihre Stimmung alle zwei bis drei Tage schwanke, dazwischen gehe
es ihr besser, aber nie ganz gut. Das Ergebnis des Selbsteinschätzungstests spreche
für einen hohen Leidensdruck und eine Tendenz zur Symptomverdeutlichung (IV-act.
68-34). Von Dr. D._ (Gutachten vom 14. März 2013 [IV-act. 39-7 ff.]), in der Klinik
E._ (Austrittsbericht vom 25. Juni 2013 [IV-act. 45-2]) und in der Psychiatrischen
Tagesklinik (Austrittsbericht vom 13. Februar 2014 [IV-act. 56-3]) war jeweils eine
mittelgradig ausgeprägte depressive Episode diagnostiziert worden. Die Gutachterin
erhob im Untersuchungsbefund einen reduzierten und schwunglosen Antrieb, ein
ausdrucksarmes, spärliches, sparsames und teilweise auch teilnahmsloses
Ausdrucksverhalten und ein eher abweisendes, den Blickkontakt vermeidendes,
verschlossenes und zurückhaltendes Kontaktverhalten. Das formale Denken sei
einfallsarm und eingeengt auf die Kraft- und Lustlosigkeit. Die Stimmung sei affektarm,
distanziert, dysphorisch, missbefindlich, niedergeschlagen, teilweise ratlos und
teilnahmslos traurig. Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit hätten im
Verlauf des Gesprächs nachgelassen. Die Gedächtnisleistungen beschrieb die
Gutachterin als "schwer besinnlich" (IV-act. 68-30). Dass der Bericht von Dr. B._ vom
22. April 2014 objektive Gesichtspunkte enthält, welche die psychiatrische Gutachterin
nicht berücksichtigt hätte, wird weder im Bericht der behandelnden Psychiaterin vom
20. Februar 2015 (act. G 1.5) noch in den übrigen nach dem Gutachten entstandenen
Akten aufgezeigt, weshalb ihre Beurteilung diejenige der Gutachterin nicht in Frage zu
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stellen vermag (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I
676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). Weiter ist zu beachten, dass – behandelnde und
begutachtende – Psychiater, die mit der gleichen Person als Patientin oder Explorandin
in verschiedenen Zeitpunkten und Situationen konfrontiert, zu unterschiedlichen
Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen und deren Schweregrades mitsamt
den sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gelangen können.
Diese in der Natur der Sache begründete, weitgehend fehlende Validierbarkeit
("Reliabilität") psychiatrischer Diagnosen kann nicht automatisch zu
Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen Berichten und
Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die Anforderungen an
beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009,
9C_661/09, E. 3.2). Was den von der Beschwerdeführerin angeführten
beweisrechtlichen Vorrang von Berichten behandelnder Fachärzte gegenüber
Gutachtern anbelangt, gilt dieser nur im Einzelfall und vermag an den Grundsätzen der
Beweiswürdigung von Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen therapeutisch tätiger Ärzte,
bei welchen der Behandlungsauftrag im Vordergrund steht, nichts zu ändern (vgl.
Urteile des Bundesgerichts vom 14. April 2015, 9C_203/2015, E-. 3.2, Bezug nehmend
auf ein Urteil vom 17. Dezember 2014, 4A_526/2014, E. 2.4). Mit der psychiatrischen
Gutachterin ist daher von einer leichten bis intermittierend mittelgradigen Depression
auszugehen. Nachvollziehbar erscheint schliesslich die Diagnose einer Panikstörung
(ICD-10: F41) aufgrund der von der Beschwerdeführerin beschriebenen
wiederkehrenden Angstattacken, einhergehend mit Herzklopfen, Brustschmerz und
Schwindel mehrmals täglich von einigen Minuten (IV-act. 68-34).
2.4 Im Bericht vom 20. Februar 2015 beschrieb Dr. B._ sodann eine aktuell massive
Verschlechterung der Gesamtsituation. Die schweren ängstlich-depressiven Phasen
mit schwerer emotionaler Labilität, tiefster Verzweiflung und Verbitterung sowie
Intensivierung der chronischen generalisierten Schmerzen hätten trotz einer intensiven
psychiatrischen Behandlung und solider Bemühungen der Beschwerdeführerin seit
Anfang 2014 häufiger stattgefunden. Im Befund ist von einer ängstlich depressiven
Stimmung schwerer Ausprägung (Vorbefund gemäss Bericht vom 22. April 2014:
ratlose depressive Grundstimmung mittelschwerer Ausprägung) und neu von einem
Morgentief und von einer unumgänglichen stationären Therapie die Rede (act. G 1.5).
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Weiter wurden die Angstzustände, die innere Unruhe und die Störung der Vitalgefühle
neu als schwer bzw. intensiv bezeichnet (vgl. Berichte vom 22. April 2014 [IV-act. 56-1
f.] und vom 20. Februar 2015 [act. G 1.5]). Der Bericht unterscheidet nicht zwischen
(subjektiven) Beschwerden und (objektivierten) Befunden. Dass sich der Zustand nach
dem Zeitpunkt der Begutachtung dauerhaft verschlechtert hätte bzw. die in Betracht
gezogene stationäre Behandlung oder eine anderweitige Intensivierung der Therapie
tatsächlich stattgefunden hätte, wird insbesondere auch in der Replik vom 2. Juli 2015
nicht geltend gemacht (act. G 9). Somit ist in diagnostischer Hinsicht nach wie vor auf
das Gutachten abzustellen.
3.
3.1 Die Gutachter erkannten den von ihnen gestellten Diagnosen der
Ganzkörperschmerzsymptomatik (orthopädisches Teilgutachten, IV-act. 68-20) und der
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41, psychiatrisches Teilgutachten, IV-act. 68-33) keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu. Sie verwiesen dabei auf das Fehlen einer schweren psychischen
Komorbidität bzw. auf die so genannten Förster-Kriterien (IV-act. 68-35, 38, 41, 44).
3.2 Das Bundesgericht hat seine Rechtsprechung zu den unklaren Beschwerden
geändert und die Vermutung, Schmerzsyndrome und vergleichbare psychosomatische
Leiden seien überwindbar, aufgegeben und durch einen strukturierten, normativen
Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 281, insb. S. 294 f. E. 3.5 f.). Gemäss altem
Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Im
Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen
Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ist entscheidend, ob das abschliessende
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137
V 266 E. 6). In sinngemässer Anwendung auf die materiellbeweisrechtlich geänderten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die administrativen und/oder
gerichtlichen Sachverständigengutachten gegebenenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom
13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
3.3
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3.3.1 Die Diagnosekriterien der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) erfordern im Gegensatz zur anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung keinen andauernden, schweren und quälenden
Schmerz (http://www.icd-code.de/icd/code/F45.-.html). Der Schweregrad ist folglich
nicht diagnoseinhärent (vgl. dem gegenüber für die somatoforme Schmerzstörung:
BGE 141 V 286, E. 2.1.1), sondern hängt von den konkreten funktionellen
Auswirkungen ab (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E.
3.2, und vom 9. Mai 2017, 9C_44/2017, E. 4.2.1). Gegenüber dem orthopädischen
Gutachter schilderte die Beschwerdeführerin diffuse Schmerzen variabler Intensität am
ganzen Körper bzw. Bewegungsapparat, vor allem an der rechten Körperseite. Art und
Intensität der Schmerzen konnte sie nicht genauer beschreiben. Mit Schmerzmitteln sei
das Ganze irgendwie erträglich, aber nicht gut. Weiter beklagte sie Kraftlosigkeit und
ständige Müdigkeit (IV-act. 68-12). Neben diesen organisch nicht erklärbaren
Beschwerden leidet die Beschwerdeführerin unter somatisch objektivierten
Beschwerden aufgrund von Befunden in der Lendenwirbelsäule und unter Arthrose in
den Fingern, dem SC-Gelenk rechts und den Füssen. Die leicht- bis mittelgradige
Depression stellt gemäss Gutachterin keine psychische Komorbidität von erheblicher
Schwere im Sinne einer schweren psychischen Erkrankung dar (IV-act. 68-35). Im
Rahmen der Gesamtbetrachtung ist sie dennoch, unabhängig vom Zusammenhang
zum Schmerzsyndrom, zu berücksichtigen (BGE 141 V 301 E. 4.3.1.3, mit Hinweisen).
Als weitere psychische Komorbidität fällt die Panikstörung (IV-act. 68-34) ins Gewicht.
Zur Therapieresistenz und Behandlung verweist das psychiatrische Gutachten auf
unbefriedigende Behandlungsergebnisse und eine gescheiterte Rehabilitation (IV-act.
68-35). Die Beschwerdeführerin befinde sich in regelmässiger fachpsychiatrischer
Behandlung und die medikamentöse Therapie sei aus aktueller Sicht suffizient (IV-act.
68-38). Zur Persönlichkeit führte die psychiatrische Gutachterin aus, es gebe Hinweise
auf passiv-aggressive Züge im Sinne von akzentuierten Persönlichkeitsanteilen.
Differenzialdiagnostisch sei auch an eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei
chronischem Schmerz¬syndrom (ICD-10: F62.80) zu denken (IV-act. 68-34). Die
Persönlichkeitsproblematik habe aus versicherungsmedizinischer Sicht keine
Auswirkung auf die quantitative Arbeitsfähigkeit (IV-act. 68-35). Im Zusammenhang mit
dem sozialen Kontext und den Einschränkungen und Ressourcen schilderte die
Beschwerdeführerin, sie lebe zusammen mit ihrem Ehemann, zwei Söhnen und einer
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Tochter - alle erwachsen - in einer Fünfzimmerwohnung. Die meisten Hausarbeiten
könne sie etappenweise und mit Hilfe der Familienmitglieder erledigen. Früher habe sie
auch ausgedehntere Spaziergänge gemacht, aktuell habe sie zu nichts mehr Lust (IV-
act. 68-15, 28 f.). Sie hätten in L._ ein Haus gebaut und würden dort ein- bis maximal
zweimal im Jahr Ferien machen. Es gehe ihr dann jeweils etwas besser und sie habe
dort auch mehr soziale Kontakte. (Ansonsten) habe sie nur noch mit einer älteren Frau
aus M._ ein- bis zweimal im Monat Kontakt. Öffentliche Verkehrsmittel könne sie
ohne fremde Hilfe benutzen (IV-act. 68-28 f.). Die psychiatrische Gutachterin hielt einen
ausgewiesenen sozialen Rückzug für gegeben (IV-act. 68-35). Als Einschränkungen
nannte der orthopädische Gutachter einerseits eine Gewichtslimite von 10 kg und
andererseits gewisse Einschränkungen bezüglich Feinmotorik und aufwendbarer Kraft
(IV-act. 68-22). Die psychiatrische Gutachterin beschrieb Funktionsdefizite in Form
einer Antriebsstörung, einer psychophysischen Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger
Erschöpfung und Minderung der konzentrativen Ausdauerbelastbarkeit sowie eines
erhöhten Pausenbedarfs (IV-act. 68-36). Ressourcenhemmend wirkt schliesslich der
hohe Stellenwert, den die Beschwerdeführerin ihren Beschwerden beimisst (vgl.
orthopädisches Teilgutachten, IV-act. 68-22).
3.3.2 Zum Aspekt der Konsistenz hielt der orthopädische Gutachter fest, die Angaben
der Beschwerdeführerin zu den Schmerzen und zur Art und Häufigkeit der geklagten
Schwindelereignisse seien trotz vorhandener Übersetzung und eigener
Sprachkenntnisse vage (vgl. IV-act. 68-12 f., 17, 22). Es sei nicht von Diskrepanzen
bzw. Inkonsistenzen im Verhalten der Beschwerdeführerin, jedoch von einer gewissen
Verdeutlichungstendenz auszugehen (IV-act. 68-23). Die Beschwerdeführerin brach
psychologische Testungen wegen Überanstrengung und Schmerzen der Finger beim
Bedienen der Computertastatur ab bzw. führte sie nicht aus (IV-act. 68-31 f.; ein
ähnliches Verhalten hatte sich auch bei der Begutachtung von Dr. D._ gezeigt, vgl.
Gutachten vom 14. März 2013 [IV-act. 39-11]). Bei der psychologischen Testung
wurden eine abwehrende und gleichgültige Haltung der Beschwerdeführerin
verzeichnet. Die Psychologinnen hielten fest, dies könne einerseits auf eine depressive
Symptomatik zurückgeführt werden, andrerseits aber auch als Ausdruck von
Simulations- oder Aggravationsbemühungen verstanden werden (IV-act. 68-31 f.).
Auch die psychiatrische Gutachterin beschrieb Ratlosigkeit, Gleichgültigkeit, eine
negativistische Willenseinstellung und ein abweisendes, verschlossenes und
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zurückhaltendes Kontaktverhalten (IV-act. 68-30) und kam zum Schluss, es gebe
klinisch und testpsychologisch Hinweise auf Diskrepanzen und Widersprüche im Sinne
von Simulations- und Aggravationsbemühungen (IV-act. 68-35). Die Gutachter
begründeten die Abweichung von der Einschätzung der behandelnden Psychiaterin
unter anderem mit Tendenzen zu Simulation und Aggravation (IV-act. 68-36). Sie haben
demnach diesen Punkt in ihre Beurteilung bereits einbezogen. Die Wahl des
Symptomvalidierungstests ist im Übrigen den Sachverständigen überlassen. Die das
medizinische Fachgebiet betreffende Kritik an der Wahl und Auswertung des Tests
durch die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vermag keine Zweifel an der
Überzeugungskraft der entsprechenden Ausführungen der Gutachter zu wecken (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 15. Februar 2017, IV 2016/92, E. 2.2).
3.4 Insgesamt ist der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens zu folgen. Auch nach
der geänderten Schmerzrechtsprechung vermögen die organisch nicht objektivierbaren
Schmerzen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken. Weiter begründeten die
Gutachter ihr Abweichen von der Beurteilung der behandelnden Ärzte mit dem
Vorhandensein nicht gesundheitsbedingter subjektiver Beschwerden aufgrund
psychosozialer Faktoren (psychiatrisches Teilgutachten, IV-act. 68-36). Der
orthopädische Gutachter führte unter Bezugnahme auf den Arztbericht von Dr. C._
vom 14. März 2014 (IV-act. 62-1 f.) aus, es dürfe angenommen werden, dass der
behandelnde Arzt einerseits Lebensumstände einbezogen habe, die nicht direkt Teil
der Gesundheitsschädigung seien, sondern diese förderten oder stützten, und dass er
sich andererseits die Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der Beschwerdeführerin zu eigen
gemacht habe (IV-act. 68-23). Es erscheint nachvollziehbar, dass das Beschwerdebild
auch durch psychosoziale Belastungsfaktoren beeinflusst wurde. Die
Beschwerdeführerin nannte selbst die folgenschwere Attacke auf ihren Ehemann als
Auslöser ihrer Beschwerden (IV-act. 68-13, 21, 39). Auch fällt auf, dass die
Beschwerdeführerin Anfang August 2012 das Arbeitspensum auf 60 % steigern konnte
und nach der Kündigung am 9. November 2012 wieder 100 % arbeitsunfähig wurde
(Arztbericht Dr. C._ vom 21. Januar 2013 [IV-act. 35-2], IV-act. 26-5). Insgesamt
begründen die Gutachter somit nachvollziehbar, weshalb ihre Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit von derjenigen von Dr. B._ und Dr. C._ abweicht. Die
psychiatrische Gutachterin attestierte infolge der leichten bis intermittierend maximal
mittelgradigen depressiven Episode bei rezidivierender Störung und der Panikstörung
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aktuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (IV-act. 68-35). Gemäss dem
orthopädischen Gutachter sei auch in einer gut angepassten Tätigkeit mit einem
verlangsamten Arbeitstempo zu rechnen und es bestehe ein vermehrter Pausenbedarf
(IV-act. 68-24). Im Konsens übernahmen die Gutachter die aus psychiatrischer Sicht
attestierte Leistungseinschränkung von 30 % und führten dazu aus, aus Sicht beider
Fachgebiete werde eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Sinne einer
schnelleren Ermüdbarkeit, einer geringeren Belastbarkeit und eines verlangsamten
Arbeitstempos bescheinigt. Unter diesen Umständen wirkten sich die aus beiden
Fachgebieten bescheinigten Arbeitsfähigkeiten nicht additiv aus (IV-act. 68-42, 43).
Daraus geht hervor, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 70 % sowohl die
somatisch bedingte physische als auch die psychiatrisch bedingte Einschränkung der
Belastbarkeit berücksichtigt. Dass sich die organisch objektivierten Schmerzen und die
psychische Beeinträchtigung auf die Leistungsfähigkeit bzw. das Arbeitstempo und
den Erholungsbedarf ähnlich auswirken und der zeitliche Bedarf von 30 % für die
Erholung hinsichtlich beider Arten von Beschwerden genutzt werden kann und somit
sich überlappende Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit verursachen, erscheint
plausibel. Auch die geschätzte Höhe der Einschränkung von 30 % erscheint
nachvollziehbar. Somit ist auf das Gutachten abzustellen und von einer Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit von 70 % auszugehen.
4.
4.1 Das Gutachten geht sowohl für die angestammte als auch für eine adaptierte
Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % aus und begründet die Einschränkung
interdisziplinär im Wesentlichen mit der erhöhten Erschöpfbarkeit, der verlangsamten
Arbeitsweise und einem erhöhten Pausenbedarf (IV-act. 68-42 f.). Für die angestammte
Tätigkeit lässt diese Gleichsetzung mit der Einschränkung in adaptierten Tätigkeiten
jedoch ausser Acht, dass der Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht 10 % der
im angestammten Tätigkeitsprofil enthaltenen Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sind,
weil das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg nicht mehr zumutbar ist und weil
zudem aufgrund der Handarthrosen Einschränkungen der Feinmotorik und der
anwendbaren Kraft bestehen (IV-act. 68-23 f.). Die bisherige Tätigkeit war damit
aufgrund der orthopädischen Einschränkungen nicht adaptiert und die Einschränkung
der Leistungsfähigkeit zufolge Verlangsamung und zusätzlichem Pausenbedarf in der
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angestammten Tätigkeit auch nicht toleriert, da die Arbeitgeberin klar und ausdrücklich
bis Januar 2013 das Wiedererlangen einer vollen Arbeits- und Leistungsfähigkeit
verlangte und die andernfalls in Aussicht gestellte Kündigung auch aussprach
(Protokoll Eingliederungsverantwortliche per 19. November 2012, IV-act. 26-4 f.). Für
die Frage nach der Erfüllung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist daher
von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen, wie sie die
behandelnden Ärzte attestiert hatten. Diese betrug ab 8. Januar 2012 100 % und ab 2.
April 2012 50 % (Angaben Arbeitgeberin vom 18. Mai 2012, IV-act. 13-2; Taggeldkarte
SWICA, IV-act. 17-5). Bis November 2012 konnte die Beschwerdeführerin die bisherige
Tätigkeit allmählich ansteigend zu 60 % ausüben (Verlaufsbericht Dr. C._ vom 21.
Januar 2013 (IV-act. 35). Demnach dauerte das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b
IVG vom 8. Januar 2012 bis 8. Januar 2013 und besteht ein allfälliger Rentenanspruch
aufgrund der Anmeldung zum Leistungsbezug am 4. Juni 2012 (IV-act. 4) ab 1. Januar
2013 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Das Jahr 2013 ist somit massgebend für den
Einkommensvergleich (BGE 129 V 222).
4.2 Die Beschwerdeführerin verlor ihre bisherige Stelle als Reinigungskraft in einem
Altersheim aus gesundheitlichen Gründen (vgl. E. 4.1). Das an dieser Arbeitsstelle
erzielte Einkommen bildet daher Basis des Valideneinkommens. Die
Beschwerdeführerin erzielte an diesem Arbeitsplatz ein Einkommen von Fr. 4'040.-- x
13 = Fr. 52'879.--. Zusätzlich erhielt sie Zulagen für Samstag- und Sonntagsarbeit
sowie Frühschicht (Angaben der Arbeitgeberin vom 18. Mai 2012, IV-act. 13-10, 12).
Der AHV- relevante Bruttolohn betrug für das Jahr 2009 Fr. 53'803.-- (Auszug aus dem
individuellen Konto [IK; IV-act. 9-4]), für das Jahr 2010 Fr. 53'652.-- (Angabe
Arbeitgeberin [IV-act. 13-9]; Auszug aus dem individuellen Konto [IK; IV-act. 9-4]), für
das Jahr 2011 Fr. 54'380.-- (Angabe Arbeitgeberin [IV-act. 13-10]; Bruttolohn abzüglich
Ausbildungszulagen). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum
Jahr 2013 (Informationsstelle AHV/IV, Invalidenversicherung, Ausgabe 2015, Bern
2015, Anhang 2) ergeben sich Beträge von Fr. 55'827.-- (Fr. 53'803.-- : 2552 x 2648),
Fr. 55'087.-- (Fr. 53'652.-- : 2579 x 2648) und von Fr. 55'299.-- (Fr. 54'380.-- : 2604 x
2648) und ein Durchschnitt von Fr. 55'404.--. Dem entspricht das Valideneinkommen.
4.3 Da die Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit gesundheitsbedingt verloren
hat, bildet der durchschnittliche Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE)/
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Lohnentwicklung des Bundesamtes für Statistik (BFS), Kompetenzniveau 1, Frauen, für
das Jahr 2013 von Fr. 51'793.-- (Informationsstelle AHV/IV, a.a.O.) Basis für die
Bemessung des Invalideneinkommens. Entsprechend der 70 %igen Arbeitsfähigkeit
ergibt dies ein Jahreseinkommen von Fr. 36'255.--.
4.4 Des Weiteren stellt sich beim Abstellen auf den genannten Tabellenlohn die Frage
nach einem Tabellenlohnabzug. Bereits in der Beurteilung der medizinischen
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen dabei nicht ein
zweites Mal berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar
2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1). Die Beschwerdeführerin leidet an Einschränkungen
somatischer und psychischer Natur. Die Auswirkungen des chronischen
Lumbovertebralsyndroms, der Rhizarthrosen und Fingerarthrosen beidseits, der SC-
Gelenksarthrose rechts und des Spreizfusses mit MCP I-Arthrose beidseits (vgl. IV-act.
68-20) sind in der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter lediglich insoweit
berücksichtigt, als sie neben den psychischen Beschwerden zu einer reduzierten
Leistungsfähigkeit bzw. einem langsameren Arbeitstempo und einem erhöhten
Pausenbedarf führen. Nicht eingeflossen in die Arbeitsfähigkeitsschätzung sind
hingegen die Einschränkungen bezüglich Gewichtslimite, Feinmotorik und Handkraft.
Diesen ist durch einen Tabellenlohnabzug von jedenfalls 10 % Rechnung zu tragen.
Das Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr. 32'630.-- (0,9 x Fr. 36'255.--),
woraus bei einem Valideneinkommen von Fr. 55'404.-- ein Invaliditätsgrad von 41,1 %
resultiert.
5.
5.1 Die Gutachter erklären ihre Einschätzung als spätestens ab dem Zeitpunkt der
Untersuchung (19. September 2014) für massgebend (IV-act. 68-36, 37, 42). Begründet
wird dies mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin zuvor nicht über die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit informiert gewesen sei (IV-act.
68-25, 43). Lediglich für den Zeitpunkt des Beginns der Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit wird auf die behandelnden Ärzte verwiesen (IV-act. 68-24) und im
Übrigen werden die seit April 2012 attestierten Arbeitsunfähigkeiten zwischen 50 %
und 100 % lediglich erwähnt (IV-act. 68-37), aber nicht kommentiert. Aus der
Diskussion der Einschätzungen der vorbehandelnden Ärzte geht jedoch hervor, dass
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die Gutachter diesen insbesondere deshalb nicht folgten, weil sie somatisch ungeklärte
und durch psychosoziale Belastungsfaktoren beeinflusste Beschwerden nicht
berücksichtigen. Damit bildet das Gutachten zwar Grundlage für den Nachweis einer
auch retrospektiv mindestens 30 %igen Arbeitsunfähigkeit. Die Annahme einer vor dem
Gutachten höheren Arbeitsunfähigkeit würde indes bedingen, dass vor der
Begutachtung eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten war. Der
orthopädische Gutachter bemerkte hierzu, laut Angaben der Beschwerdeführerin habe
sich die Problematik in den letzten Jahren eigentlich nicht relevant verändert, sicher
nicht verbessert (IV-act. 68-13). Gemäss Bericht von Dr. C._ vom 21. Januar 2013
hatte sich der Gesundheitszustand seit dem 11. Juni 2012 verschlechtert (IV-act. 35-1).
Die Psychiatrische Tagesklinik G._ hielt im Bericht vom 13. Februar 2014 fest, die
Beschwerdeführerin habe unzureichend profitieren können (IV-act. 56-5), womit davon
auszugehen ist, dass die tagesklinische Behandlung keine Verbesserung bewirkte. Dr.
B._ bezeichnete am 11. April 2013 (IV-act. 38-1) und am 22. April 2014 (IV-act. 56-1)
den Gesundheitszustand als stationär bis verschlechtert. Auch wenn der
Beschwerdeführerin für den Zeitraum zwischen November 2012 und der Begutachtung
höhere Arbeitsunfähigkeiten attestiert wurden (vgl. insbesondere Bericht Dr. C._ vom
21. Januar 2013, IV-act. 35; Gutachten von Dr. D._ vom 14. März 2013, IV-act. 39-7
ff.; Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 22. April 2014, IV-act. 56-1 f.), ist aufgrund der
Ausführungen der Gutachter eine höhere Arbeitsfähigkeit bzw. eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes vor der Begutachtung nicht ausgewiesen. Hingegen war die
Beschwerdeführerin während ihrer stationären Behandlung in der Klinik E._ vom 8.
Mai bis 4. Juni 2013 (Austrittsbericht vom 25. Juni 2013, IV-act. 45-2 ff.) und während
der tagesklinischen Behandlung am Psychiatriezentrum G._ vom 10. Oktober 2013
bis 17. Januar 2014 (Arztbericht vom 2. April 2014, IV-act. 55; vgl. auch Bericht vom
13. Februar 2014, IV-act. 56-5) aufgrund der Klinikaufenthalte zu 100 % arbeitsunfähig.
5.2 Gemäss Art. 88a Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) sind Verbesserungen und Verschlechterungen der Erwerbsfähigkeit zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
haben. Unter Berücksichtigung dieser Bestimmungen hat die Beschwerdeführerin ab 1.
Januar 2013 Anspruch auf eine Viertelsrente (E. 4.4, Invaliditätsgrad 41 %). Der
Klinikaufenthalt in E._ dauerte lediglich rund einen Monat und führt deshalb zu keiner
Rentenanpassung. Hingegen besteht aufgrund der vollen Arbeitsunfähigkeit während
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der tagesklinischen Behandlung vom 10. Oktober 2013 bis 17. Januar 2014 ein
Anspruch auf eine ganze Rente vom 1. Februar 2014 bis 30. April 2014. Für die Zeit ab
1. Mai 2014 hat die Beschwerdeführerin wiederum Anspruch auf eine Viertelsrente.
6.
6.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 19. Januar 2015
aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2013 eine
Viertelsrente, mit Wirkung vom 1. Februar 2014 bis 30. April 2014 eine ganze Rente
und mit Wirkung ab 1. Mai 2014 wiederum eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur
Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2016,
9C_288/2015, E. 4.2). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
6.3 Da die Beschwerdeführerin obsiegt, hat sie einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Vorliegend erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat der
Beschwerdeführerin somit eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.