Decision ID: 4c4340c8-e484-5583-9c9e-89a80ef1da5e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
ist Mutter von vier Kindern (Jahr
gang
1989, 1990, 1996 und
2008
). Sie hat keine Berufsausbildung absolviert und
war
vollzeitlich
für unterschiedliche Arbeitgeber vor allem im Bereich Telefon
marketing und -beratung tä
tig
(
Urk.
13/10,
Urk.
13/14-16)
.
Z
uletzt
arbeitete sie von September bi
s Dezember 2005 für die Y._
(
Urk.
13/
117)
.
Am 1
0.
Mai 2002
hat
te sie sich unter Hinweis auf starke
Rücken
schmerzen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
13/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und wies das Leistungsbe
gehren mit Verfügung vo
m 2
8.
Oktober 200
2 ab (
Urk.
13/19). Hiergegen reichte d
ie Versicherte Beschwerde beim
Sozialversicherungsger
icht des Kantons Zürich ein, das diese
mit Urteil
vom 2
5.
Juni 2003 abwies (Urk.
13/29).
1.2
Am 2
2.
September 2004 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine schwere Depression erneut bei der IV-Stelle
und stellte einen Antrag auf
Durch
führung von beruflichen Massnahmen und
auf
Überprüfung ihres Rentenan
spruchs (
Urk.
13/32). In der Folge sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Ver
fügung vom 2
0.
Oktober 2005
bei einem IV-Grad von 100
%
eine ganze Rente ab
1.
Juli 2005 zu (
Urk.
13/59).
1.3
Im Rahmen der im Jahr 2007 durchgeführten Rentenrevision
(Urk. 13/75)
ermitt
elte die IV-Stelle keine Änderung des Invaliditätsgrades und des Rentenanspruchs
(
Urk.
13/77), was sie der Versicherten am 1
5.
Oktober 2007 mitteilte (
Urk.
7/78).
1.4
Nach der Geburt des Sohnes der Beschwerdeführerin am
2
9.
Dezember 2008
lei
tete die IV-Stelle
im Jahr 2010
ein weiteres Revi
sionsverfahren ein (
Urk.
13/83)
und holte nebst einem Auszug aus dem indiv
iduellen Konto (IK-Auszug; Urk.
13/
84) Berichte
von
Dr.
med. Z._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin
(
Urk.
13/85)
,
und
med.
pract
. A._
, Fachärztin für Psychia
trie und Psychotherapie
(
Urk.
13/86)
,
ein
.
Ferner
wurde eine
Haushalt
sabklärung durc
hgeführt (
Urk.
13/89). Nachdem die IV-Stelle
beim Regionalärztlichen Dienst (RAD) eine Stel
lungnahme eingeholt hatte (Urk.
13/99/2)
, qualifiziert
e
sie
die
Versicherte
mit
Verfügung vom 5.
September 2011 n
eu als Teilerwerbstätige (50
% Erwerbstätigkeit und 50
%
Haushalt)
,
wobei sie im Erwerbsbereich weiter
hin als zu 100
%
und im Haushaltsbereich als zu 28.95
%
eingeschränkt einge
schätzt wurde. Dies führte bei einem Invaliditätsgrad von insgesamt 64
%
zu einer Herabsetzung der
ganzen
Rente auf eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
November 2011
(
Urk.
13/100,
Urk.
13/102).
1.5
Bei e
in
er weiteren,
im Jahr 201
3 durchgeführten Rentenrevision (
Urk.
13/116)
holte die IV-Stelle neben dem von der Versicherten ausgefüllten Fragebogen einen IK-Auszug (
Urk.
13/117) sowie einen Bericht der behandelnden Psychia
terin (
Urk.
13/118) ein. Mit Mitteilung vom 1
2.
September 2013
stellte die IV-Stelle einen unveränderten Invaliditätsgrad fes
t (
Urk.
13/122).
1.6
Die Psychiaterin der Versicherten
,
Dr.
med. (BA) B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
reichte am
1.
Juli 2016
einen Antrag auf eine
Hilf
losenentschädigung
ein (
Urk.
13/142), worauf eine vorzeitige Rentenrevision
ein
geleitet wurde
(
Urk.
13/150). In der Folge
holte
die IV-Stelle
Berichte der behan
delnden Ärzte
(
Urk.
13/156-158,
Urk.
13/161-164)
sowie einen IK-Auszug (
Urk.
13/160) ein
und veranlasste ein
bidisziplinäres
Gutachten, das am
8.
Januar 2018 erstattet wurde (
Urk.
13/179
).
Ferner wurde
am 2
2.
Februar 2018 eine er
neute Haushaltsabklärung durch
geführt
(
Urk.
1
3/183). Mit Vorbescheid vom 21.
Mär
z 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten
bei neuer Qualifikation als Vollerwerbstätige
die
Herabsetzung der Rente auf eine
Viertelsrente
in Aussicht (
Urk.
13/186). Nachdem die Versicherte dagegen
Einwand erhoben hatte (Urk.
13
/193)
,
entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
Juni 2018 im ange
kündigten Sinne (
Urk.
2/1).
Mit Verfügung vom selben Datum wurde sodann auch die Kinderrente für den Sohn
C._
entsprechend
herabgesetzt (
Urk.
2/2).
Mit Verfügung vom
5.
Juni 2018 wurde
ferner
das Gesuch um
Hilflo
sen
entschädigung
abgewiesen (
Urk.
13/211)
.
2.
Gegen die Verfügung vom
1.
Juni 2018
betreffend Rentenherabsetzung
erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Jacqueline Schmid
Bürkli
, mit Eingabe vom
5.
Juli 2018 Beschwerde und beantragte, die Verfügung sei auf
zuheben und
ihr
sei mindestens eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen
. Sodann sei die Kinderrente nach Massgabe der
Dreiviertelsrente
festzusetzen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zur Einholung eines neuen poly
disziplinären Gutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechts
vertretung (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
September 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12). D
ies wurde der
Be
schwerdeführer
in
mit Verfügung vom
8.
November 2018 mitgeteilt. M
it der
selben Verfügung wurde ihr
ferner die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und
Rechtsanwältin
Jacqueline
Schmid
Bürkli
als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (
Urk.
14).
Die Beschwerdeführerin reichte am
2.
September 2019 eine weitere Eingabe
(
Urk.
16) und einige medizinische Unterlagen (
Urk.
17/1-3) ein, die der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (
Urk.
18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
per
te oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
rentenherabsetzende
Verfügung dahin
gehend, dass die Haushaltsabklärung ergeben habe, dass die Beschwerdeführerin seit dem Auszug ihres Ehemannes im Jahr 2015 einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen müsste, um ihre
n Lebensunterhalt bestreiten zu können. Daher sei ihre
Qualifikation von Teilerwerbs- auf Vollerwerbstätigkeit geändert worden. Aus medizinischer Sicht sei nach der Operation vom
6.
April 2017 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten. Es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, einer
angepassten
ausserhäuslichen
Tätigkeit im Umfang eines
60
%
-
Pensums
nachzugehen. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aus somatischer und psy
chischer Sicht zusammen,
beziehungsweise der Inva
liditätsgrad, betrage
40
%
,
was zu einer Herabsetzung der bisherigen
Dreiviertelsrente
auf eine
Viertelsrente
führe (
Urk.
2/1 S. 3
).
2.2
Die Beschwerdef
ührerin brachte
dagegen vor, es sei nicht nachvollziehbar
, wes
wegen
sie
als zu 100
%
erwerbstätig qualifiziert werde. Sie betreue ihren zehn
jährigen Sohn nur deshalb nicht, weil ihr Gesundheitszustand dies nicht zu
lasse, entsprechend sei sie auch nicht fähig, einer ausserhäuslichen Tätigkeit nach
zu
gehen
(
Urk.
1 S. 3)
.
In
den Akten
fänden sich
keinerlei Hinweise darauf, dass sich
ihr
Gesundheits
z
ustand verbessert habe. Auch der interdisziplinären Einschätzung im
Gutachten sei klar zu entnehmen, dass für eine angepas
s
te Tätigkeit seit Juli 2017 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60
%
auszugehen sei
(
Urk.
1 S.
3)
.
Die Beschwerdegegnerin dürfe i
hren Entscheid nicht auf für die
Beschwerdeführer
in
nicht nachvollziehbare telefonische Rückfragen stützen.
Der regionalärztliche Dienst
habe
sodann
zunächst emp
fohlen, dem Gutachten zu folgen. W
ie er nach einer
nicht dokumentierten
Rückfrag
e seitens der Beschwerdegegnerin
zum Schluss komme, die Arbeitsunfähigkeit betrage
interdisziplinär
nur 40
%
,
sei nicht nachvollziehbar und schlicht nicht begründet.
Die Beschwerdeführerin sei entsprechend dem Gutachten zu 60
%
arbeitsunfähig, womit ihr weiterhin eine
Dreiviertelsrente
auszurichten sei
(Urk.
1 S. 4)
.
Zu berücksichtigen sei ferner, dass die Beschwerdeführerin auf dem Arbeitsmarkt keine Tätigkeit finden werde, da bloss eine Tätigkeit in einem temperierten Raum, beschränkt auf leichtgradig körperlich belastende Arbeiten, mit der Möglichkeit die Körperhaltung häufig zu wechseln, zumutbar sei (
Urk.
1 S. 5).
2.3
In der Beschwerdeantwort präzisierte die Beschwerdegegnerin, dass es nicht na
ch
vollziehbar wäre, bei einer psychiatrisch attestierten Einschränkung von 30 % und einer rheumatologisch attestierten Einschränkung von 40
%
- wobei sich die somatischen und die psychosomatisch-psychiatrischen Anteile der Arbeits
un
fähig
keit überdecken würden - interdisziplinär von einer Einschränkung von 60
%
auszugehen. Es könne sich in diesem Zusammenhang klarerweise nur um einen Verschrieb
im Gutachten gehandelt haben
und es müsse von einer Arbeits
fähigkeit von 60
%
ausgegangen werden. Was die Qualifikation anbelange
,
wirke sich die Annahme einer 100%igen Erwerbstätigkeit zu Gunsten der Beschwerde
führerin aus (
Urk.
12).
2.4
Strittig und zu prüfen ist
,
ob eine wesentliche Tatsachenänderung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG (vgl. obenstehende E. 1.3
) vorliegt, welche zur Herabsetzung der
seit November 2011 ausgerichteten
Dreiviertelsrente
auf eine
Viertelsrente
berechtigt.
Dabei bildet
der Sachverhalt, wie er sich bis zur
angefochtene
n
Ver
fügung vom
1.
Juni 2018 (
Urk.
2)
entwickelt hat,
rechtsprechungsgemäss die zeit
liche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis in diesem Verfahren (vgl. BGE 143 V 409 E. 2.1; 129 V 167 E. 1; je mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2018 vom 1
6.
November 2018 E.
5).
Mithin sind die nachgereichten Unter
lagen (
Urk.
17/1-3), die sich zum Gesundheitszustand der Beschwerde
füh
rerin im Jahr 2019 äussern, im vorliegenden Verfahren nicht beachtlich.
3.
3.1
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Inva
lidi
tätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleic
hs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152. Eine Mitteilung nach
Art.
74
ter
lit
. f und
Art.
74
quater
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), mit der eine Revi
sion von Amtes wegen mit der Feststellung abgeschlossen wurde, es sei keine
Än
de
rung der Verhältnisse eingetreten, ist einer rechtskräftigen Verfügung gleic
h
gestellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_143/2017 vom
7.
Juni 2017 E. 3.1 mit Hin
weisen).
Diese Voraussetzungen erfüllt im konkreten Fall die
Verfügung der Beschwer
de
gegnerin vom
5.
September 2011,
mit welcher die Rente der Bes
chwerdeführerin von einer ganzen
auf eine
Dreiviertelsrente
herabgesetzt wurde
(
Urk.
13/100,
Urk.
13/102). Diesem
Entscheid
lagen
diverse ärztliche Berichte
(
Urk.
13/85, 13/86),
eine Haushaltsabklärung
(
Urk.
13/89) sowie eine Stellungnahme des RAD
zugrunde
. Im Gegensatz dazu beruhte die Mitteilung vom
1
2.
September
2013
(
Urk.
13/122)
lediglich auf einem von der
Beschwerdeführerin
ausgefüllten Frag
e
bogen
mit zusätzlichen Angaben ihrer Hausärztin
(
Urk.
7/116
) und einem ärzt
lichen Bericht (
Urk.
13/118
), ohne dass der RAD um eine Stellungnahme ersucht wurde. Ferner wurde auch keine erneute Haushaltsabklärung durchgeführt (vgl.
Urk.
13/121).
Insgesamt lag
en
damit der Mitteilung vom
1.
April
2013 (
Urk.
13/122)
keine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdi
gung
zu Grunde.
3.2
3.2.1
Die Revisio
nsv
erfügung vom
5.
September 2011 (
Urk.
13/100,
Urk.
13/102)
be
ruhte in erster Linie auf verschiedenen Arztberichten sowie einer Stellungnahme des RAD
. Die
Hausärztin der Beschwerdeführerin,
Dr.
Z._
, stellte in ihrem Bericht vom 2
5.
November 2010 die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/85/1)
:
-
Chronisches L
WS-Syndrom bei
Status nach Dekompression Diskushernie
L4/5 (1998/1998/2002) und wiederholten Facetteninfiltrationen
-
Chronisches
Z
ervikalsyndrom
mit/bei
Diskushernie C4/5, C5/6
-
Depression
-
Adipositas 100 kg (162 cm)
-
Status nach
M
agenbanding
(2003) mit rezidivierenden
Ga
stroenteritiden und
rezidivierender
Hyperacidität
Die Beschwerdeführerin sei
bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig, eine Besse
rung sei nicht zu erwarten (
Urk.
13/85/2).
3.2.2
Die
behandelnde
Psychiaterin
med.
pract
.
A._
diagnostizierte in ihrem Be
richt vom
3.
Januar 2011 eine Persönlichkeitsstörung vom emotional instabilen Typus (ICD-10 F60.31) sowie rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode im Zusammenhang mit Belastungen als Mutter eines zweijährigen Sohnes und Schwierigkeiten mit der adoleszenten Tochter. Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin habe sich infolge Mehrbelastung zeitweise deutlich verschlechtert. Sie sei
kaum belastbar und mit zusätzl
ichen Anforderungen sehr rasch überfordert (
Urk.
13/86/1).
Seit dem Jahr 2004 sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig, b
ezüglich Leis
tungsfähigkeit, Belastbarkeit und Arbeits
fähigkeit in der freien Wirtschaft bestehe unverändert eine schlechte Prognose (
Urk.
13/86/2).
3.2.3
In seiner RAD-Stellungnahme vom
2.
August 2011 gelangte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Anästhesiologie, zum Schluss, dass in Anbetracht der psychia
tri
schen und somatischen Diagnosen für die jeweils eine Arbeit
s
unfähigkeit von 100
%
attestiert werde, den vorliegenden Berichten keine richtungsweisende Ver
änderung des Gesundheitszustandes zu entnehmen sei (
Urk.
13/99/2)
. Gestützt auf
diese Beurteilung sowie eine Haushaltsabklärung
,
die einen Statuswechsel von voll- zu
teilzeiterwerbstätig (50
%
Erwerbstätigkeit, 50 % Haushalt) ergab,
errech
nete die Beschwerdegegnerin unter Annahme einer Einschränkung von 100
%
im Erwerbsbereich und von 28.95
%
im Haushaltsbereich einen Invalidi
tätsgrad von 64
%
und
setzte
die
ganze
Invalidenrente der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
5.
September 2011
per
1.
November 2011
auf eine
Drei
vier
telsrente
herab
(
Urk.
13/100,
Urk.
13/102).
4.
4.1
Im Verlaufsbericht vom 2
3.
April 2017 (
Urk.
13/156)
diagnostizierte
Dr.
Z._
ein
en
Stat
us nach vier Operationen lumbal
bei
Stenose L3/4
und
bei Status nach Dekompression L4/S1
,
wobei am 1
0.
April 2017
eine
Osteosynthesematerial
-Entfernung
L4-S1, eine
Spondylodese
L3/4 sowie eine
Fenestration
L3/4 rechts mit
Arthrektomie
und mikrochirurgischer Dekompression beidseits durchgeführt worden sei (
Urk.
13/156/1,
vgl.
Urk.
13/156/5 f.). Ferner erhob sie eine schwere Depression und
eine mittelgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits (
Urk.
13/156/1). Die Beschwerdeführerin sei schon aus psychischen Gründen für alle Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
13/156/2)
.
4.2
Im Bericht vom
3.
Mai 2017
(
Urk.
13/157)
beschrieb
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurochirurgie, der die Operation vom 1
0.
April 2017 durchgeführt hatte, eine
n komplikationslosen postoperativen Verlauf und
attestierte
der Be
schwerdeführerin
eine 100
%
Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der Operation bis circa Juli 2017 (
Urk.
13/157/2).
4.
3
Dr.
B._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom
8.
Mai 2017 (
Urk.
13/158) im Wes
entlichen eine rezidivierende depressive Störung, initial schwere Episode ohne psychotische Symptome
(ICD-10 F33.2), jetzt ICD-10 F
33.0, ein
en
Intelli
genz
quotient
en
von 73 (ED: 10/2016) und eine Migräne (
Urk.
13/158/1). Die bis
herige Tätigkeit
als Telefonistin
sei der Beschwerdeführerin im Moment nicht zumut
bar, eine angepasste Tätigkeit sei ambulant nicht beurteilbar, auch sei die Opera
tions
wunde noch offen
(Urk.
13/158/2).
Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin
eine schwere Einschränkung der Fahrtauglichkeit und der Belastbarkeit im Beruf sowie mittelgradige Einschränkungen in einigen weiteren
B
ereichen. Die Be
schwerdeführerin sei seit
5.
März 2013 bei ihr in Behandlung, mit Unterbrüchen wegen starker Verschlechterung mit Home Treatment durch die
F._
vom
2.
September bis
4.
Oktober 2016 und vom 2
2.
Februar bis 2
4.
März 2017 (
Urk.
13/158/3).
Aus dem beigelegten Austrittsbericht aus dem Home Treatment vom 1
6.
Novem
ber 2016 ergibt sich, dass die Beschwerdeführ
erin nach einer Einweisung per f
ürsorgerischer Unterbringung am Vortag und kurzzeitiger stationärer Aufnahme freiwill
ig in das Home Treatment eingetreten war
(
Urk.
13/158/16). Bei Eintritt habe ein schwer depressives Zustandsbild mit depressivem Affekt, starken Schlaf
stör
u
ngen, Appetitlosi
g
keit und sozialem Rückzug sowie starken Ängsten wegen der drohenden Fremdp
l
atzierung ihres Sohnes bestanden (
Urk.
13/158/19). Im Ver
lauf habe sich
der
Zustand deutlich gebessert, die Depression und die Schlaf
störungen hätten reduziert werden können
(
Urk.
13/158/20). Aus dem Austritts
bericht vom 2
0.
April 2017 ergibt sich sodann, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen einer schweren depressiven Störung erne
ut in das Home Treatment ein
getreten war
(
Urk.
13/158/5).
In den täglichen Hausbesuchen sei sie einerseits bei der Medikamenteneinnahme unterstützt worden, wobei sich gezeigt habe, dass sie Mühe habe
,
die Medikamente geordnet einzunehmen. Andererseits sei sie beim Aufräumen der Wohnung angeleitet worden, dabei sei deutlich geworden, dass sie keine Struktur oder Regel habe anwenden können. Insgesamt habe trotz der verschiedenen Belastungssituationen (Scheidung, mögliche Fremdplatzierung des Sohnes, Rückenschmerzen mit
Medikamentenabusus
) eine deutliche Besserung der depressiven Symptomatik erreicht werden können (
Urk.
13/158/8).
4.4
Am
3.
Juli 2017 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
13/162), dass keine weiteren Behand
lungen stattgefunden hätten und die Beschwerdeführerin neu im
G._
behandelt werde. Aus dem beigelegten Überweisungsbericht ergibt sich,
dass im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung gegenwärtig eine leichte
Episode ohne psychotische
Symptomatik
(ICD-10 F33.00) vorliege (
Urk.
13/162
/6).
4.5
Dr.
med. H._
,
Assistenzarzt
,
und
Dr.
med. I._
, Ober
arzt, beide
vom
J._
,
G._
, der
F._
, diagnostizierte
n
i
m Verlaufsbericht vom 1
5.
August 2017 (
Urk.
13/163)
eine
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus (ICD-10 F60.31
). Die Fragen bezüglich dem Ressourcenprofil fü
r die berufliche Tätigkeit ko
nnten sie
nicht beantworten. Die Beschwerdeführerin sei in der Durchhaltefähigkeit, der Konzentration und der Merkfähigkeit schwer und in weiteren Bereichen mittel
gradig eingeschränkt (
Urk.
13/163/3).
Auch die An
passungs- und die Belastungs
fähigkeit seien aktuell massiv eingeschränkt (
Urk.
13/163/4). Belastbarkeit für Massnahmen der
Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag bestehe nicht (
Urk.
13/163/5).
4.6
4.6.1
Dem
bidisziplinären
Gutachten
der IV-Stelle
von
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Rheumatologie,
vom
8.
Januar 2018 sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit zu entnehmen (
Urk.
13/179/34):
-
c
hronisches zervikal- und lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
mit
spondy
logener
Ausstrahlung
-
e
motional instabile Persönlichkeitsstörung
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber:
-
Status nach drei gescheiterten Ehen
(ICD-10 Z63)
, Probleme mit einem Sohn
(ICD-10 Z63)
, lange Phase von Arbeitsuntätigkeit
(ICD-10 F56)
und rezidivie
ren
de depressive Störung, seit Juli 2017 leichtgradige depressive Episode
(ICD-10
F33.0)
-
c
hronisches, sich generalisierendes Schmerzsyndrom
-
n
icht ausreichend somatisch abstützbar
-
k
rankheitsfremde Faktoren
-
p
rimäres
Fibromyalgiesyndrom
-
a
ktuell betont im Bereich der oberen im Vergleich zur unteren Körper
hälfte
-
d
iffuse Druckschmerzangabe
-
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
-
m
ultiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrations
störungen
, Kopfschmerzen, Migrän
e, Schmerzen im Brustkorb und Bauch
raum, Atembeschwer
d
en
-
Adipositas mit Body-Mass-Index von 38.44 kg/m
2
-
m
etabolisches Syndrom
-
l
aborchemische Hepatopathie
-
g
estörte
Gluconeogenese
-
a
namnestisch Reizmagen-Syndrom
-
Verdacht auf subklinische Hypothyreose
4.6.2
Dr.
K._
führte aus, ihm g
egenüber
habe
die Beschwerdeführerin aus
geführt
, die vielen Lebensprobleme würden sie seit jeher psychisch belasten. Die miss
lichen Verhältnisse zu Hause hätten dazu geführt, dass sie 15-jährig erstmals eine Krise
erlitten habe, sie habe Tabletten geschluckt. Die späteren schwierigen Ehe
verhältnisse hätten erneut zu Depressionen geführt. Beinahe ständig sei sie psy
chiatrisch betreut worden
.
Zur Zeit
sei sie
im
G._
der
F._
knapp einmal pro Woche
in Behandlung. Sie erhalte Medikamente (90 mg
Cymbalta
, 25
mg
Sequase
sowie
ein bis zwei Tabletten
Zolpidem
;
Urk.
13/179/5).
Objektiv hätten
sich
weder Bewusstseins- noch Orientierungs- oder Denkstörungen fest
stellen lassen. Die Beschwerdeführerin habe das Gespräch aufmerksam und mit ausreichender Konzentration verfolgt. Kurz- und Langzeitgedächtnis seien nicht eingeschränkt, die Beschwerdeführerin habe einzig etwas Mühe, die komplizierte Vorgeschichte zeitlich genau zu ordnen. Des Weiteren seien weder formale noch inhaltliche Denkstörungen feststellbar. Die Beschwerdeführerin habe mässige ge
nerelle Zuk
unftsängste geäussert. Es lägen
weder Zwangsverhalten, noch Wahn,
Sinnestäuschun
gen oder Ich-Störungen vor
. Die Beschwerdeführerin sei stim
mu
ngs
mässig wechselhaft. Sie sei au
s
geglichen, bis über kritische Lebe
nsereig
nisse gesprochen we
rde, dann reagiere sie emotional aufgewühlt.
Suizidalität
liege nicht vor
,
jedoc
h
ein eher reduziertes Se
lbstwertgefühl. Der Antrieb sei bei lebhafter Psychomotorik ebenfalls unauffällig. Das Intelligenzniveau habe knapp durchschnittlich gewirkt. Es
lägen
anamnestische Hinweise für eine emotional instabile Persönlichk
eitsstörung vor
derartige
Symptome
hätten
anlässlich der Untersuchung phasenweise
objektivier
t
werden
können
.
(Urk.
13/179/8 f.).
Die Beschwerdeführerin sei in der Fremdwahrnehmung gelegentlich eingeschränkt, die Selbstwahrnehmung sei nicht eingeschränkt. Die Realität werde korrekt ge
prüft, die Urteilsbildung sei in Ordnung. Die Impulskontrolle sei manchmal wegen der Persönlichkeitsstörung gestört. Die Affekte seien nicht immer optimal ge
steuert, die Intentionalität sei in vollem Umfang vorhanden (
Urk.
13/179/12).
Die Beschwerdeführerin habe von ihren Rückenschmerzen
berichtet
, die seit den 90er Jahren bestünden und sich im Lauf der Jahre verschlechtert hätten
(
Urk.
13/179/7)
.
Soweit diese Schmerzen rheumatologisch-somatisch nicht vollum
fänglich erklärbar seien, müsse an eine psychosomatische Überlagerung gedacht werden. Sie zeige denn auch einige Symptome, die in diese Richtung weisen würden. So sei sie auf die Schmerzen teilweise fixiert, diese wür
den manchmal den Hauptfo
k
us ihres Interesses bilden.
Gegen das Vollbild einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung spräche jedoch, dass das Ausmass der Schmerzen
in erster Linie von den körperlichen Belastungen abhängig
sei
, nicht jedoch von
emotionalen Konflikten
. Die Schmerzen seien
zudem
nicht ständig quälend
und sprächen partiell auf therapeutische
Massnahmen positiv an
.
Es würden sodann keine hypochondrischen Befürchtungen bestehen
(
Urk.
13/179/11).
Die Beschwerd
e
führerin stamme aus schwierigen familiären Verhältnissen. Es sei anzunehmen, dass ein
e
Milieuschädigung bes
tanden habe, welche die Entwick
lung ihrer Persönlichkeit erschwert habe
. Sie
sei auch beinahe ununterbrochen in psychiatrischer Behandlung gestanden. An der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung sei
nicht zu zweifeln
. Im Oktober 2016 habe
bei der Be
schwerdeführerin eine deutliche Besserung
,
im Juli 2017 eine l
eichtgradige depressive Episode
festgestellt werden könne
n
. In den Akten werde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Verstim
m
ungen der Beschwerdeführerin als Folge der jeweiligen Lebensprobleme entstanden seien. Dies lasse den Schluss ziehen, dass die ungünstigen psychologischen Faktoren das Beschwerdebild prägen wür
d
en und
nur in reduziertem Ausmass ein eindeutiger psychiatrischer Gesund
heitsschaden vorliege. Die von der ICD-10 vorausgesetzte Symptomatik für eine emotional-instabile Persönlichkeit lasse sich nachweisen. Eine
Borderline
-
Struk
tur weise die Beschwerdeführerin jedoch nicht auf. Insbesondere sei sie in ihren sexuellen Präferenzen nicht wechselhaft und habe sich nie selbst verletzt. Ihr Verhalten werde in genügendem Ausmass durch die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeit erklärt. Die therapeutischen Massnahmen seien genü
gend
, die medikamentöse Therapie sinnvoll und evident. Die medikamentöse Compliance sei in Bezug auf die Einnahme von
Seroquel
ungenügend (
Urk.
13/179/10).
Eine genügende Compliance sei zumutbar, diese werde dazu führen, dass die Beschwerdeführerin die Arbeitsfähigkeit verwerten könne (
Urk.
13/179/20).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
K._
aus,
die Versicherte
sei auf eine in übersichtlichen Umständen durchgeführte Hilfsarbeit angewiesen. Die früher ausgeübten Tätigkeiten seien angepasst
(Urk.
13/179/15)
. Die Eingliede
rung werde partiell durch ein Störungsbild erschwert, dies im Umfang von 30
%
seit Juli 2017
(
Urk.
13/179/18)
. Die Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin habe sich seit Juli 2017 verbessert, sie dürfte seither bei 7
0
%
liegen (
Urk.
13/179/19)
.
4.6.3
Dr.
L._
berichtete, bei
der rheumatologischen Untersuchung habe di
e Beschwer
de
führerin
angegeben
, seit den 90er Jahren an Schmerzen im Bereich der Wir
belsäule zu leiden. Zunächst habe die untere Rückenregion verstärk
t
geschmerzt
,
weswegen im Jahr 1998 zwei Rückenoperationen durchgeführt worden seien. Die Schmerzen hätten im unteren Rückenbereich angehalten und seien seit circa 2000 auch i
m Berei
ch der Brust- und vor all
em auch der Halswirbelsäule vorhanden. Die Schmerzen
,
die von
der Halswirbelsäule ausgingen, könnten nach unten bis in die Lendenwirbelsäule und nach oben bis in den Kopf ausstrahlen. Zudem strahlten die Schmerzen im Bereich der unteren Rückenregion diffus mal rechts- u
nd mal linksbetont
in die Beine aus. Die Schmerzen bestünden seit gut 15 Jahren permanent
tags
- wie auch nachtsüber.
Sie
hätten nach der letzten Rücken
ope
ration vom
6.
April 2017 abgenommen,
mit den
zuletzt durchgeführte
n
Therapie
massn
ahmen mit Physiotherapie und
Tap
ing
,
beziehungsweise der Einnahme der verordneten Medikamente
aber
nicht nachgelassen. Diese Schmerzen am Bewe
gungsapparat gingen zudem mit Schmerzen im Brustkorb
einher
, die auch mit Atemnot verbunden seien
(Urk.
13/179/27).
Gemäss
Dr.
L._
würden die
von
der Beschwerdeführerin geschild
erten Schmerzen auf vordergründig nicht somatisch abstützbare Beschwerden hinweisen.
D
ass die Beschwerdeführerin sämtliche Be
wegungen aller axialen Gelenke in allen Ebenen als circa gleich schmerzhaft bezeichne, unabhängig davon, ob das un
tersuchte Gelenk in belasteter o
der ent
lasteter Körperhaltung untersucht werde, weise
ebenfalls
auf vordergründig nicht somatisch abstützbare Beschwerden hin. Bezüglich der geschilderten multiplen Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen,
Kopf
schmerzen
und je nach allgemeiner Schmerzintensität Schmerzen im Brustkorb und Bauchraum sowie Atembeschwerden
,
könne kein korrelierender somatisch-pathologischer Befund objektiviert werden, so dass an funktionale
Beschwerden zu denken sei (
Urk.
13/179/36).
Ferner lägen diffuse Druckschmerzen vor, die
eben
falls vordergründig nicht auf ein bekanntes somatisch-pathologisches Krank
heitsbild abgestützt werden könnten, zumal auch keine korrelierenden klinisch-pathologischen Befunde vorliegen würden. Bei diffuser Druckschmerzangabe, chronisch generalisierten Beschwerden die auch den Körperstamm beträfen sowie Schlafstörungen und Müdigkeit könne die Diagnose eines primären
Fibromyal
giesyndroms
gestellt werden. Es bestünden keine Hinweise auf ein sekundäres
Fibromyalgiesyndrom
respektive auf eine Erkrankung aus dem entzündlichen Bereich oder eine Kristallablagerungserkrankung (
Urk.
13/179/36).
Im Berei
ch der Wirbelsäule könnten
soweit bei
Pannikulose
beurteilbar, zervikal und thorakal allseits zu 1/3 und lumbal allseits zu 1⁄2 eingeschränkt
e Bewe
gungs
amplituden und keine
Hinweis
e
auf eine relevante Fehlhaltung objekt
iviert werden
. Anamnestisch und klini
sch
bestünden
keine Hinweise auf ein radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndro
m, einen symptomatisch engen Spi
nalkanal, einen Ner
ven
dehnungsschmerz oder auf eine Irritation/Kompression des Gefäss-Nerven
bün
dels, zum Beispiel im Sinne einer
Tho
ra
cic
-Outlet-Komponente
. Vor der i
m
April
2017
durchgeführten Operation lumbal sei auf ein lumboradikuläres Schmerz
syn
drom L4 rechts hingewiesen wo
rden. Diesbezüglich müsse sich die Situation gebessert haben, die Beschwerdeführerin schildere unterdessen keine lumboradi
kulären Schmerzen mehr (
Urk.
13/179/37). An den oberen Extremitäten beschrei
be sich die Beschwerdeführerin als beschwerdefrei und es könnten auch keine Befunde objektiviert werden. Auch bezüglich der unteren Extremitäten seien die Befunde unauffällig, abgesehen von einer Senk- und Spreizfusskomponente, die keine Beschwerden verursache. Allgemeininternistisch könne ausser der Adipo
sitas kein relevanter klinisch-pathologischer Befu
nd objektiviert werden (
Urk.
13/179/38).
Die Arbeitsfähigkeit sei, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, seit Jahren ausschliesslich für Tätigkeiten zumutbar, die einer angepassten Ver
weistätigkeit entsprächen. Diese liege in einem temperierten Raum (Raumluft), beschränke sich auf lei
chtgradig körperlich belastende
Arbeiten und lasse die Möglichkeit
zu
, zwischen sitzender, stehender und gehender
Arbeitstätigkeit zu wechseln
. Für derartige berufliche Tätigkeiten könne
er,
Dr.
L._
,
ab dem Begut
achtungszeitpunkt eine anhaltende zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 40
%
begründen. Dieses zumutbare Arbeitspensum könne sowohl am Stück als auch mit vermindertem Tempo über den Tag verteilt geleistet werden (
Urk.
13/179/41).
4.6.4
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung gelangten die Gutachter zur Auf
fassung,
es
könne für die früher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten und für eine angepasste Verweistätigkeit seit Ju
l
i 2017 von einer
krankheitsbedingten
Ein
schrän
kung der Arbeits
fähigkeit von circa 60
%
ausgegangen werden. Es werde dabei berücksichtigt, dass sich die somatischen und die psychosomatisch-psy
chia
trischen Anteile an der Arbeitsunfähig
keit überdecken würden (Urk.
13/179/22
).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für ihr
e Beurteilung des Gesundheits
zu
stan
des
der
Beschwerdeführerin
auf das psychiatrisch-rh
eumatologische Gutachten vom 8.
Januar 2018 (
Urk.
13/179)
. Es bleibt zu klären, ob diesem
im Sinne der Rech
tsprechung
(
vgl. obenstehende E. 1.4
) Beweiswert zukommt
und es damit als Grundlage für die Beurteilung einer im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG massgeb
lichen Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin dienen kann
.
5.2
Dem psychi
atrischen Teilgutachten ist als Befund mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit die
Diagnose einer emotional-instabilen Persönlichkei
tsstörung zu ent
nehmen
(
Urk.
13/179/9)
.
Die Begründung dieser Diagnose blieb jedoch sehr ober
flächlich und vage.
Dr.
K._
führt
e
diesbezüglich
lediglich
aus, die von der ICD-10 vorausgesetzte Symptomatik einer solchen Störung lasse sich nachweisen, aufgrund der fehlenden Wechselhaftigkeit der sexuellen Präferenzen und
da sie sich nie selbst verletzt habe,
weise die Beschwerdeführerin jedoch keine
Border
line-Struktur
auf
(
Urk.
13/179/10)
.
In den
objektiven Befunden hielt er sodann fest, anamnestisch zeigten sich Hinweise auf eine em
o
tional instabile Persönlich
keitsstörung, derartige Symptome hätten bei der Untersuchung phasenweise
objektiviert werden können (
Urk.
13/179/9).
Weitere Ausführungen zur Herlei
tu
ng der Diagnose, insbesondere zur Erfüllung der Kr
iterien gemäss ICD-10 macht
e
Dr.
K._
nicht.
D
es Weiteren setzte sich
Dr.
K._
auch
nur sehr ober
fläch
lich mit den abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte ausein
ander und diskutierte jeweils lediglich die Frage, ob die von den behandelnden Ärzten erhobenen Diagnosen aus seiner Sicht plausibel seien, ohne auf die beschriebenen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin einzugehen
(
Urk.
13/179/13 f.)
. So hatte
Dr.
H._
im zum Begutach
tungs
zeitpunkt aktuellsten Bericht eine massiv eingeschränkte Anpassungs-
,
Belas
tungs
- und Konzentrationsfähigkeit
festgestellt
und die Frage, ob
eine
Belast
barkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag bestehe, verneint (
Urk.
13/163/4).
Über auffällige, immer wieder bestehende Verminderungen im Auffassungsvermögen und in der Kon
zentration hatten die Ärzte der
F._
während des Home Treatments Ende 2016 berichtet, weshalb sie eine neuropsychologische Abklärung veranlassten. Dabei wurde nach umfassender Testung im entsprechenden Bericht vom 26. Oktober 2016 ein unterdurchschnittlicher Gesamtintelligenzquotient von 73 festgehalten. Ätiologisch wurden die erhobenen Defizite im Zusammenhang mit einer früh
kind
lichen
cerebralen
Entwicklungsstörung gesehen, wobei sich nach Auffassung der Ärzte die psychische Störung (rezidivierende depressive Störung) mindestens teilweise verstärkend auf die kognitiven Einschränkungen auswirkten (Urk.
13/158/25).
Eine schwere Einschränkung der Belastbarkeit im Beruf hatte auch bereits die vorbehandelnde Psychiaterin Dr.
B._
im Bericht vom 8. Mai 2017 festge
halten
(
Urk.
13/158/3). Im Gutachten wu
rden diese von den Einschät
z
ungen des Gutachters abweichenden Befunde
, die durchaus auch durch Test
ungen
objektiviert worden waren,
jedoch nicht diskutiert, Angaben zur Belast
barkeit der Beschwerdeführerin fehlen gänzlich
(vgl.
Urk.
13/179/14
)
. Solche Ausführungen hätten sich indes aufgedrängt
,
zumal die genannten Einschränkungen
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
einen hohen Stellenwert einnehmen
.
Damit ist einerseits die gestellte Diagnose nicht nachvollziehbar begründet und andererseits fehlt auch die erforderliche Auseinandersetzung mit
andernorts erhobenen Be
fun
den und
abweichenden
Einschätzungen
.
Die
Beurteilung des
aktuellen
Ge
sund
heitszustandes der Beschwerdeführerin
kann daher
nicht im Sinne der Recht
sprechung
(vgl. obenstehende E
. 1.4) prüfend nachvollzogen
und es kann nicht darauf abgestellt werden
.
Auch die vorliegend massgebliche Frage nach einer rentenerheblichen Verände
rung des Gesundheitszustandes der Besc
hwerdeführerin beantwortete Dr.
K._
nicht vollständig. So führte er zwar aus, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin zumindest seit Juli 2017 anhaltend verbessert habe (
Urk.
13/179/20;
wobei
er
übersah, dass
Dr.
B._
bereits im Bericht vom
8.
Mai 2017
[Urk. 13/158/1]
von einer leichtgradigen Ausprägung der depressive
n Epi
sode ausgegangen war
)
, zum vorliegend massgeblichen Zeitraum ab September 2011 nahm er jedoch nicht weiter Stellung
.
Z
um für den
Vergleichszeitpunkt massgeblichen Berich
t
von med.
pract
.
A._
vom 3.
Januar 2011
(
Urk.
13/86)
,
in dem eine leichte bis mittelgradige depressive Episode diagnostiziert wurde,
nahm er sodann
dahingehend Stellung, dass
zum Begutachtungszeitpunkt eben
falls eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode nachgewiesen werden könne (
Urk.
13/179/13), was auf eine fehlende Verbesserung d
es Gesun
dheits
zu
standes schliessen liesse
. Auch die von med.
pract
.
A._
zusätzlich
gestellte Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeit sah er als gesichert an (
Urk.
13/179/13).
Zur Frage,
ob sich im Rahmen dieser seit dem
Vergleichs
zeit
punkt
unveränderten Diagnosen
eine massgebliche
Veränderung des Gesund
heits
zu
standes beziehungsweise der Leistungsfähigkeit der Besch
werdeführerin fest
stellen lässt, nahm Dr.
K._
nicht Stellung.
Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist die B
eurteilung des psychiatrischen Gutach
ters
, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
liege seit Juli 2017 bei 70
%
(
Urk.
13/179/19).
Dr.
K._
erwähnte
in dieser Hinsicht
lediglich
, die Be
schwerdeführerin zeige vor allem im beruflichen Bereich Einschränkungen, diese seien beschrieben worden (
Urk.
13/179/17).
Zwar ergeben sich aus dem Gutach
ten einige Hinweise darauf, was für Beeinträchtigungen damit gemeint sein könnten -
Dr.
K._
beschreibt eine gelegentlich eingeschränkte Fremdwahr
nehmung, eine manchmal gestörte Impulskontrolle und nicht immer optimal ge
steuerte Affekte (
Urk.
13/179/12) - es wird jedoch nicht diskutiert, welchen Ein
fluss diese auf die
Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin haben.
Auch aus der
Beobachtung,
dass
die Beschwerdeführerin
vor allem durch die Persönlich
keitsstörung negative Auswirkungen
erfahre
, die sich unter anderem in den Be
ziehungen zeigen würden (
Urk.
13/179/15)
,
ergibt sich keine Schlussfolgerung auf konkrete Einschr
änkungen der Leistungsfähigkeit.
Insgesamt erweist sich damit die im psychiatrischen Teilgutachten vorgenom
me
n
e Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Leistungsfähigkeit der Beschwer
deführerin als nicht schlüss
ig
, oberflächlich
und unvollständig, wes
halb mangels eines hinreichenden Beweiswertes
(vgl. vorstehende
E. 1.4)
nicht darauf abgestellt werde
n
kann
.
5.3
Der behandelnde Psychiater
Dr.
H._
verneinte zwar die Frage, ob Belast
bar
keit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag bestünden
, machte
jedoch
weder zur im Berichtszeitpunkt vor
lie
genden Arbeitsfähigkeit noch zu einer allfälligen Veränderung des Gesund
heits
zustandes der Beschwerdeführerin weitere
Ausführungen
(
Urk.
13/163
)
.
Wes
halb d
iese Frage
n
bei gegebener Aktenlage
auch aufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte
nicht beantwortet werden
können
.
5.4
Nach dem Gesagten ist der
entscheidrelevante
medizinische Sachverhalt unge
nügend abgeklärt, weshalb die Verfügung vom
1.
Juni 2018 betreffend Invaliden
rente (
Urk.
2/1) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zu
weisen ist, damit diese die erforderlichen medizinischen Abklärungen veranlasse
vor allem auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den psychischen Erkrankungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2018 vom 2. Dezember 2019 E. 3 mit vielen Hinweisen).
Hinsichtlich der Fachrichtungen ist anzumerken, dass umfassende administrative Erstbegutachtungen regelmässig polydisziplinär und damit zufallsbasiert anzu
legen sind.
Eine direkte Auftragserteilung soll die Ausnahme bleiben. Eine poly
disziplinäre Expertise ist auch dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medizinische Disziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesichert ist. In begründeten Fällen kann von einer polydisziplinären Begutachtung abge
sehen und eine mono- oder
bidisziplinäre
durchgeführt werden, sofern die medi
zi
nische Situation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete be
schlägt; weder dürfen weitere interdisziplinäre Bezüge (z.B. internistischer Art) notwendig sein (zur Interdisziplinarität
der Begutachtung vgl. BGE 137 V 210
E.
1.2.4) noch darf ein besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliederungs
be
zogener Klärungsbedarf
bestehen. Diese Voraussetzungen werden vor allem bei Verl
aufsbegutachtungen erfüllt sein
(B
GE 139 V 349 E. 3.2). Vorliegend
geht es um eine Erstbegutachtung, bei der eine direkte Auf
t
ragserteilung die Ausnahme bleibt. A
uch wenn die medizinische Situat
ion
der Beschwerdeführerin vorwie
gend
auf rheumatologische und psychiatrische Fragen fokussiert erscheinen mag, so ist die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik noch nicht vollends ge
sichert.
Insbesondere
diagnostizierte die Hausärztin eine mittelgradige
sensori
neurale
Schwerhörigkeit, der sie Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit zumass
(
Urk.
13/156/1)
. Im Hinblick auf das zumindest vor der letzten Operation im Jahr
2017 diagnostizierte chronische
lumboradikuläre
Schmerzsyndrom (
Urk.
13/156
/5) stehen sodann auch neurologisch bedingte Einschränkungen im Raum.
F
erner
bestehen auch
diverse
gesundheitliche
Probleme
im Zusammenhang mit der Adi
positas beziehungsweise
dem durchgeführten Magenbypass
, denen der rheuma
tologische Gutachter zwar keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass
(
Urk.
13/179/34)
, die jedoch im Rahmen einer Gesamtbeurteilung des Gesund
heits
zustandes der Beschwerdeführerin als durchaus abklärungsbedürftig erschei
nen.
Vor diesem Hintergrund waren bei der Beschwerdeführerin neben der Psy
chiatrie und der Rheumatologie noch weitere Fachgebiete
betroffen. Demnach wäre
eine polydisziplinäre Begutachtung angezeigt gewesen
.
E
ine solche
ist
nach
zuholen.
6.
Unter diesen Umständen kann zumindest einstweilen offenbleiben, ob in Bezug auf
die Qualifikation
der Beschwerdeführerin
als teil- oder vollerwerbstätig
wie von der Beschwerdegegnerin angenommen
,
eine wesentliche Tatsach
enänderung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
(vgl.
obenstehende E
. 1.3
)
eingetreten ist.
7.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen
(vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen).
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verf
ahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen und der Beschwerde
geg
nerin aufzuerlegen.
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Mit Honorarnote vom 2
5.
November 2019 machte Rechtsanwältin Schmid
Bürkli
als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen Gesamtaufwand von 9.7 Stunden à
Fr.
220.-- zuzüglich Barauslagen von
Fr.
56.60 und 7.7% Mehrwertsteuer geltend (
Urk.
20), was unter Berücksichtigung der obgenannten Kriterien ange
messen erscheint. Dementsprechend ist ihr zu Lasten der Beschwerdegegnerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'365.85 (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer
)
zuzusprechen.