Decision ID: 57c61d5d-bfe5-4616-bda2-c3db1662305a
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren am (...), und A.Y., geboren am (...), heirateten am (...) in E.,
Mazedonien. Beide sind mazedonische Staatsangehörige albanischer Ethnie. A.Y.
reiste am 13. September 1992 in die Schweiz ein und ist hier niederlassungsberechtigt.
X.Y. reiste am 10. November 2012 in die Schweiz ein, wo ihm eine bis am 9. November
2013 gültige Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau erteilt wurde
(Akten Migrationsamt X.Y. [fortan: Dossier A], S. 4-10, Akten Migrationsamt A.Y.
[nachfolgend: Dossier B], S. 7, 37, 89 f., act. 1, 12 und 7.1-7.3).
B. Am 7./10. Oktober 2013 teilte A.Y. dem Migrationsamt mit, dass sie sich von X.Y.
scheiden lasse. Am 5. November 2013 zog sie aus der ehelichen Wohnung aus. Mit
Verfügung vom 19. März 2014 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung
von X.Y. und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz unter Ansetzung einer
Ausreisefrist bis am 27. Mai 2014 an. Mit Entscheid vom 24. März 2014 stellte das
Kreisgericht Rheintal fest, dass X.Y. und A.Y. getrennt leben. Auch ordnete es die
Gütertrennung mit Wirkung ab 7. Januar 2014 an und verpflichtete A.Y. ab Februar
2014 zu monatlichen Unterhaltszahlungen (Dossier A, S. 25-29, 82-86, Dossier B,
S. 122 f., act. 15/1/4,).
C. Am 1. April 2014 rekurrierte X.Y. durch seinen damaligen Rechtsvertreter beim
Sicherheits- und Justizdepartement (act. 15/1). Mit Entscheid vom 11. Juni 2015 wies
das Departement den Rekurs ab und wies das Migrationsamt an, X.Y. eine neue
Ausreisefrist anzusetzen (act. 2). Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die
eheliche Gemeinschaft von X.Y. und A.Y. sei seit der Trennung am 7. Januar 2014 nicht
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mehr aufgenommen worden. Es könne daher nicht von einer vorübergehenden
Trennung ausgegangen werden. Vielmehr sei die Ehe als gescheitert einzustufen. X.Y.
könne deshalb weder aus Art. 43 in Verbindung mit Art. 49 des Bundesgesetzes über
die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, AuG) noch gestützt
auf Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) einen Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ableiten. Die eheliche Gemeinschaft von X.Y. und A.Y. sei in der
Schweiz vom 10. November 2012 bis längstens 7. Januar 2014 und damit weniger als
drei Jahre gelebt worden. Wichtige persönliche Gründe für einen weiteren Aufenthalt in
der Schweiz lägen keine vor und würden auch nicht geltend gemacht. Bei einem
Aufenthalt in der Schweiz von zweieinhalb Jahren könne selbst dann nicht von einer
fortgeschrittenen Integration gesprochen werden, wenn X.Y. über eine Arbeitsstelle
verfüge und sich klaglos verhalten habe. Eine Rückkehr ins Herkunftsland sei für X.Y.
ohne weiteres zumutbar. Seine privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz
würden deshalb die öffentlichen Interessen an einer Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nicht überwiegen.
D. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
11. Juni 2015 erhob X.Y. (Beschwerdeführer) am 2. Juli 2015 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter
Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung zu
verlängern (act. 1). Am 17. August / 3. September 2015 ergänzte er seine
Beschwerdebegründung (act. 6 und 12). Mit Vernehmlassung vom 23. September 2015
schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 14). Am 22. Oktober 2015
und 17. März 2016 wurde der Beschwerdeführer vom Kantonalen Untersuchungsamt je
wegen Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz zu einer Busse von
CHF 80, bei schuldhafter Nichtbezahlung zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag,
verurteilt (act. 20.1 und 20.3).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge

und die Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 2. Juli 2015 (act. 1) erfolgte
rechtzeitig und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP), zumal an die Qualität und
Ausgestaltung der Begründung sowie an die Darstellung des Sachverhalts – speziell
bei Beschwerden nicht rechtskundig vertretener Personen – keine grossen
Anforderungen gestellt werden und eine fehlende Unterschrift nachgereicht werden
kann (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl.
2003, N 921 ff.). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Im Beschwerdeverfahren müssen aufgrund der verfassungs- und
konventionsrechtlichen Rechtsweggarantien und entgegen dem Novenverbot in Art. 61
Abs. 3 VRP echte Noven zugelassen werden, soweit – wie vorliegend – ein
Dauerrechtsverhältnis betroffen ist und die Angelegenheit bisher nicht von einer
richterlichen Instanz überprüft wurde (vgl. VerwGE B 2015/171 vom 25. Februar 2016
E. 1 mit Hinweis auf VerwGE B 2013/254 vom 28. Juli 2015 E. 4.2,
www.gerichte.sg.ch). Die Beweismittel act. 7.1-7.3, die vom Beschwerdeführer
während des Beschwerdeverfahrens zu den Akten gegeben worden sind, sind somit
rechtsgültig in das Verfahren eingebracht worden.
3. Der Anspruch auf rechtliches Gehör als Teilgehalt des allgemeinen Grundsatzes des
fairen Verfahrens von Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV), welcher auch durch Art. 29
Abs. 2 BV geschützt und im kantonalen Verfahrensrecht garantiert wird (vgl. Art. 15
VRP), umfasst unter anderem das Recht des Einzelnen, seine Argumente dem Gericht
mündlich in einer öffentlichen Sitzung vorzutragen. Die Pflicht zur Durchführung einer
öffentlichen Gerichtsverhandlung setzt allerdings einen klaren Parteiantrag voraus.
Blosse Beweisabnahmeanträge, wie die Durchführung einer persönlichen Befragung,
reichen nicht aus (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.2). Der Beschwerdeführer hat keinen Antrag
auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung gestellt. Er hat lediglich im Sinne
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eines Beweisantrags um persönliche Befragung ersucht (act. 6 und 12). Art. 6
Ziff. 1 EMRK hat daher im vorliegenden Zusammenhang keine über Art. 29 Abs. 2 BV
hinausgehende Bedeutung (vgl. BGer 8C_515/2015 vom 16. November 2015 E. 1.2 mit
Hinweisen). Abgesehen davon steht ein Entscheid über den Aufenthalt eines
Ausländers in einem Land oder dessen Wegweisung ausserhalb des
Anwendungsbereichs von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (vgl. BGer 2C_853/2015 vom 5. April
2016 E. 3.2.1 mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 137 I 128 E. 4.4.2 und BGer
2C_136/2013 vom 30. Oktober 2013 E. 3.2 sowie VerwGE B 2013/47 vom 21. August
2013 E. 2 und VerwGE B 2012/76 vom 11. Dezember 2012 E. 2 je mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
Das Recht der betroffenen Person auf Äusserung gemäss Art. 29 Abs. 2 BV schliesst
keinen Anspruch auf mündliche Anhörung ein. Auch lässt sich daraus keine allgemeine
Pflicht der Behörde zur Abnahme aller angebotenen Beweise ableiten. So kann ein
Beweisantrag abgelehnt werden, wenn die Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde sich
ihre Meinung aufgrund zuvor erhobener Beweise bereits bilden konnte und sie ohne
Willkür in vorweggenommener, antizipierter Beweiswürdigung annehmen darf, die
gewonnene Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht erschüttert
(vgl. BGer 2C_564/2014 vom 20. April 2015 E. 3.1 mit Hinweisen).
Der Sachverhalt ist umfassend der schriftlichen Darstellung zugänglich. Es ist nicht
ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht weiter dargetan, welche neuen
entscheidrelevanten Erkenntnisse, die sich nicht bereits aus den Akten ergeben, durch
eine persönliche Befragung von nicht namentlich bezeichneten „Beteiligten“ – in Frage
kämen in erster Linie der Beschwerdeführer und seine von ihm getrennt lebende
Ehefrau – gewonnen werden könnten. Auf die vom Beschwerdeführer beantragte
Beweiserhebung ist daher in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten.
4. Mit Verfügung vom 19. März 2014 widerrief das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers, obschon diese bereits mit Ablauf der
Gültigkeitsdauer am 9. November 2013 erloschen war (Art. 61 Abs. 1 lit. c AuG).
Verfahrensgegenstand bildet daher nurmehr die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers. Dessen ungeachtet wäre im konkreten
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Fall, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, auch der Widerrufsgrund von
Art. 62 lit. d AuG erfüllt (vgl. hierzu auch Art. 33 Abs. 3 AuG).
Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Ehe sei nicht endgültig gescheitert. Er
hoffe nach wie vor, dass die eheliche Gemeinschaft wieder aufgenommen werde.
Überdies liege ein Härtefall vor. Er sei gut integriert und erwerbstätig. Er zahle seine
Steuern und habe sich nichts zuschulden lassen kommen. Er habe in Mazedonien
keine Zukunft und werde dort als Angehöriger der ethnischen Minderheit der Albaner
verfolgt.
4.1. Die EMRK verschafft keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen
besonderen Aufenthaltstitel. Sie hindert die Konventionsstaaten nicht daran, die
Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer
Personen unter Beachtung der Interessen des Familien- und Privatlebens
gegebenenfalls auch wieder zu beenden. Dennoch kann es das in Art. 8 EMRK
geschützte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens verletzen, wenn einer
ausländischen Person, deren Familienangehörige sich hier aufhalten, die Anwesenheit
untersagt und damit ihr Zusammenleben vereitelt wird. Das entsprechende, in Art. 8
EMRK bzw. Art. 13 BV geschützte Recht ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs-
oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre
Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person
beeinträchtigt, ohne dass es dieser möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende
Familienleben andernorts zu pflegen (vgl. BGE 142 II 35 E. 6.1 mit Hinweisen sowie
Zünd/Hugi Yar, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen
Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in:
EuGRZ 40/2013, S. 1 ff., Ziff. 13 f.).
Nach Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung, auf welche, wie vorliegend, das Abkommen zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft
und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA)
nicht zur Anwendung gelangt, unter Vorbehalt von Art. 51 Abs. 2 AuG Anspruch auf
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen
zusammenwohnen. Eine ausländerrechtlich relevante Ehegemeinschaft besteht
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solange, als die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger
Ehewille vorhanden ist. Dabei ist hauptsächlich auf die nach aussen wahrnehmbare
eheliche Wohngemeinschaft abzustellen (vgl. BGE 138 II 229 E. 2 und BGE 137 II 345
E. 3.1.2).
Das Erfordernis des Zusammenwohnens nach den Artikeln 42-44 AuG besteht nicht,
wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die
Familiengemeinschaft weiter besteht (Art. 49 AuG). Wichtige Gründe können
insbesondere durch berufliche Verpflichtungen oder durch eine vorübergehende
Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme entstehen (vgl. Art. 76 der Verordnung
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE, und BGer
2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 3.1 mit Hinweisen sowie T. Hugi Yar, Von
Trennungen, Härtefällen und Delikten – Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und
Familiengemeinschaft, in: Achermann/Amarelle/Caroni/Epiney/Kälin/Uebersax [Hrsg.],
Jahrbuch für Migrationsrecht 2012/2013, S. 31 ff., S. 48 ff.).
Dem Beschwerdeführer wurde der Aufenthalt in der Schweiz im November Jahr 2012
aufgrund der Ehe mit der hier niederlassungsberechtigten A.Y. bewilligt. An diesem
Aufenthaltszweck hat sich zwischenzeitlich nichts geändert. Gemäss Erwägung 4 des
Entscheids des Kreisgerichts Rheintal vom 27. März 2014 (act. 15/1/4) lebt der
Beschwerdeführer spätestens seit dem 7. Januar 2014 getrennt von seiner Ehefrau.
Demnach ist die Ehegemeinschaft mittlerweile seit über zweieinhalb Jahren
aufgehoben. Anhaltspunkte für eine Wiedervereinigung oder für eine Ausnahme vom
Erfordernis des Zusammenwohnens im Sinne von Art. 49 AuG in Verbindung mit Art. 76
VZAE liegen keine vor und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht
und nachgewiesen. Insbesondere legt er nicht dar, inwiefern wichtige Gründe für
getrennte Wohnorte vorliegen sollten. Vielmehr geht aus der Mutationsmeldung vom 1.
Oktober 2015 (act. 17.3) hervor, dass die Ehe mittlerweile geschieden wurde. Der
Beschwerdeführer kann weder aus Art. 8 EMRK resp. Art. 13 BV noch aus Art. 43 Abs.
1 AuG einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ableiten.
4.2. Der Anspruch besteht trotz Auflösens oder definitiven Scheiterns der
Ehegemeinschaft fort, wenn diese mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene
ausländische Person sich hier erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG, vgl.
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Art. 77 Abs. 4 VZAE, BGE 140 II 345 E. 4 und BGE 140 II 289 E. 3 je mit zahlreichen
Hinweisen, insbesondere auf BGE 138 II 229 E. 2 und BGE 136 II 113 E. 3.3.3) oder
wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz
erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG, vgl. Art. 31 Abs. 1 und Art. 77
Abs. 5 ff. VZAE sowie BGE 138 II 393 E. 3.1 mit Hinweisen). Da Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG
von einem Weiterbestehen des Anspruchs nach dem Scheitern der Ehe spricht, muss
der Härtefall sich auf die Ehe und den damit verbundenen Aufenthalt beziehen (vgl.
BGer 2C_467/2012 vom 25. Januar 2013 E. 2.2 mit Hinweisen). Ein persönlicher,
nachehelicher Härtefall setzt aufgrund der konkreten Umstände eine erhebliche
Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben der ausländischen
Person voraus, die mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art.
43 Abs. 1 AuG abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sind (vgl.
2C_765/2013 vom 2. Juni 2014 E. 3.1 mit Hinweisen). Hat der Aufenthalt nur kürzere
Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt sich
ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute Integration im
Herkunftsland keine besonderen Probleme stellt. Entscheidend ist, ob die persönliche,
berufliche und familiäre Wiedereingliederung als stark gefährdet zu gelten hat und
nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.1, BGE 137
II 345 E. 3.2.3 sowie M. Spescha, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, AuG Art. 50 N 7 ff.).
Die Ehe des Beschwerdeführers in der Schweiz dauerte nach seiner Einreise am 10.
November 2012 bis zur Trennung spätestens am 7. Januar 2014 und damit maximal
rund 14 Monate. Sodann begründet der Beschwerdeführer nicht weiter, inwiefern
„wichtige Gründe“, welche einen Zusammenhang zur gelebten Ehe aufweisen, für
einen nachehelichen ausländerrechtlichen Härtefall vorliegen sollten. Allein die
Tatsache, dass es ihm nach wie vor nicht zu gelingen scheint, die Trennung von seiner
Ehefrau zu akzeptieren und er weiterhin die Hoffnung in sich trägt, die Ehe
wiederaufzunehmen, begründet jedenfalls keinen Härtefall. Überdies bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass seine familiäre und soziale Wiedereingliederung in
Mazedonien wegen der gescheiterten Ehe erschwert sein soll. Auch blieb die Ehe des
Beschwerdeführers kinderlos. Folglich hat der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 50
Abs. 1 lit. a und b AuG keinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
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4.3. Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführer weder aus dem Völkerrecht noch
aus dem Landesrecht einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten. Die
Frage der Erteilung eines Anwesenheitsrechts ist daher von den Migrationsbehörden
nach Massgabe der allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen von Art. 18-29 AuG und
im pflichtgemässen Ermessen (vgl. Art. 96 Abs. 1 AuG) zu prüfen. Dabei gilt es jedoch
zu beachten, dass mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde einzig Rechtsverletzungen
(einschliesslich Ermessensmissbrauch) sowie die unrichtige oder ungenügende
Feststellung des Sachverhalts gerügt werden können (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Der
Beschwerdeführer stellt sich sinngemäss auf den Standpunkt, es sei von den
Zulassungsvoraussetzungen abzuweichen, da ein schwerwiegender persönlicher
Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 31 VZAE) vorliege.
Bei der Beurteilung eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls sind alle
Gesichtspunkte des Einzelfalls zu berücksichtigen. Die Tatsache, dass der Ausländer
sich seit längerer Zeit in der Schweiz aufhält, hier sozial und beruflich gut integriert ist
und sein Verhalten zu keinen Klagen Anlass gegeben hat, begründet für sich allein
keinen schwerwiegenden persönlichen Härtefall. Die Beziehung des Ausländers zur
Schweiz muss derart eng sein, dass man von ihm nicht verlangen kann, in einem
anderen Land, insbesondere seinem Heimatland, zu leben. In dieser Hinsicht
begründen die arbeits-, freund- oder nachbarschaftlichen Beziehungen, die der
Ausländer während seinem Aufenthalt knüpfen konnte, normalerweise keine derart
enge Verbindung mit der Schweiz, dass eine Ausnahme von der zahlenmässigen
Begrenzung der Ausländer gerechtfertigt wäre. Die Anerkennung als Härtefall setzt
jedoch nicht zwangsläufig voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz den einzig
möglichen Ausweg aus der Notlage darstellt (vgl. BGE 130 II 39 E. 3 mit Hinweis,
allerdings in Bezug auf Art. 13 f. der altrechtlichen Begrenzungsverordnung vom 6.
Oktober 1986, AS 1986 1791, BVO, und zur Übernahme der Regelung von Art. 13 f.
BVO in Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG: Good/Bosshard, in: Caroni/Gächter/Thurnheer [Hrsg.],
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Art. 30 N 7 f.). Im Weiteren
bedarf die Erteilung einer Härtefallbewilligung der Zustimmung des SEM (vgl. Art. 30
Abs. 2 und Art. 99 AuG, Art. 85 Abs. 1 und 2 VZAE und Art. 5 lit. d der Verordnung des
EJPD über die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden ausländerrechtlichen
Bewilligungen und Vorentscheide, SR 142.201.1).
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Der Beschwerdeführer ist im Alter von 20 Jahren in die Schweiz eingereist und lebt
mittlerweile seit knapp vier Jahren hier. Er ist in seinem Herkunftsland aufgewachsen,
ging dort während 11 Jahren zur Schule, absolvierte anschliessend ein Praktikum und
arbeitete bis zu seiner Einreise in die Schweiz als Plattenleger mit einem monatlichen
Einkommen von ca. EUR 500 (Dossier A, S. 91). Hinweise, dass eine
Wiedereingliederung in Mazedonien gefährdet wäre oder die Rückkehr schwere
Nachteile zur Folge hätte, liegen keine vor. Gemäss Angaben des
Bundesverwaltungsgerichts sind die Beziehungen zwischen den beiden grössten
Bevölkerungsgruppen Mazedoniens, den ethnischen Mazedoniern und Albanern, zwar
als angespannt zu bezeichnen. Es kann aber nicht von einer staatlichen oder gar
systematischen Diskriminierung der albanischen Bevölkerungsgruppe von staatlicher
Seite respektive von einem ungenügenden Schutzwillen oder ungenügenden
Schutzfähigkeit der staatlichen Behörden gesprochen werden (vgl. BVerwGer
D-6258/2015 vom 12.10.2015 E. 5.4 mit Hinweis). Im Weiteren steht der
Beschwerdeführer zwar offenbar seit dem 11. Juni 2015 (act. 7.1) in einem
unbefristeten Arbeitsverhältnis zu einem Personalvermittlungsunternehmen. Eine
darüber hinaus gehende Verwurzelung in der Schweiz ist aber weder erkennbar noch
wird eine solche vom Beschwerdeführer belegt (vgl. Art. 90 AuG). Inwiefern sich sein
Schicksal von demjenigen anderer Ausländer in vergleichbaren Situationen abheben
sollte, ist nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer die
Rechtsordnung nicht immer respektiert hat (vgl. Art. 31 Abs. 1 Bst. b VZAE), auch wenn
aus den Akten lediglich zwei Widerhandlungen gegen das
Personenbeförderungsgesetz (act. 20.1 und 20.3) ersichtlich sind. Die Voraussetzungen
für die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG
sind damit nicht erfüllt. Wie die Vorinstanz in Erwägung 4b des angefochtenen
Entscheides (act. 2, S. 6 f.) mit Recht ausgeführt hat, ist eine Rückkehr ins
Herkunftsland ohne weiteres zumutbar. Dementsprechend ist es auch nicht zu
beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse an einer restriktiven
Migrationspolitik höher gewichtete als die privaten Interessen des erst seit relativ kurzer
Zeit hier lebenden Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in der Schweiz. Die
Vorinstanz hat keinen rechtsfehlerhaften Ermessensentscheid getroffen. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
5. (...).
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