Decision ID: 299854e6-65fe-57d1-bdf9-bf64f812fe8b
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und Y Z (geb. 1955 bzw. 1962) sind britische Staatsangehörige, wohnen in
London und haben zwei erwachsene Kinder, welche in England studieren. X Z wurde
für den Zeitraum vom 1. August 2005 bis 31. Juli 2008 von seiner Arbeitgeberin B UK
von Grossbritannien in die Schweiz entsandt, wo er für die B Schweiz AG arbeitete. Y Z
war in dieser Zeit beim C College, London, angestellt. Mit Kaufvertrag vom 27. März
2007 erwarb X Z in D/SG eine Eigentumswohnung; die Grundbuchanmeldung erfolgte
am 22. Oktober 2007. Per 30. September 2011 veräusserte er die Liegenschaft wieder.
B.- In der Steuererklärung 2008 deklarierte das Ehepaar Z Einkünfte aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit des Ehemannes von Fr. 728'599.– und solche aus
Nebenerwerbstätigkeit der Ehefrau von Fr. 67'530.–, Erträge aus Wertschriften und
Guthaben von Fr. 703.– sowie Einkünfte aus Liegenschaften von Fr. 61'163.–. Die
Steuerpflichtigen wurden daraufhin für die Steuerperiode vom 1. Januar bis 31. Juli
2008 für die Kantons- und Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 495'000.– zum Satz von Fr. 866'900.– und für die direkte Bundessteuer mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 487'600.– zum Satz von Fr. 854'000.– sowie für die
Steuerperiode vom 1. August bis 31. Dezember 2008 für die Kantons- und
Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 2'100.– zum Satz von
Fr. 867'600.– und für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 2'100.– zum Satz von Fr. 854'700.– veranlagt. Das steuerbare Vermögen wurde für
die gesamte Steuerperiode 2008 auf Fr. 555'000.– zum Satz von Fr. 1'332'000.–
festgesetzt. Die dagegen erhobenen Einsprachen wurden vom kantonalen Steueramt
mit Entscheiden vom 3. November 2014 abgewiesen.
C.- Gegen die Einspracheentscheide erhoben X und Y Z mit Eingaben ihrer Vertreterin
vom 4. Dezember 2014 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission
mit den Anträgen, für die gesamte Steuerperiode 2008 sei die Ansässigkeit der
Steuerpflichtigen in Grossbritannien anzunehmen, das in der Periode vom 1. Januar bis
31. Juli 2008 in der Schweiz erzielte Erwerbseinkommen sei im Quellensteuerverfahren
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zu besteuern und das Einkommen und Vermögen aus der Schweizer Liegenschaft sei
für die gesamte Steuerperiode 2008 im ordentlichen Verfahren zu besteuern, alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2015 die Abweisung
der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat stillschweigend auf eine
Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet. Die Rekurrenten und Beschwerdeführer
erhielten Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung der Vorinstanz zu äussern. Dies taten
sie mit Eingabe vom 15. April 2015.
Auf weitere Einzelheiten wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide vom 3. November 2014 hinsichtlich der
Kantons- und Gemeindesteuern für die Steuerperioden vom 1. Januar bis 31. Juli 2008
und vom 1. August bis 31. Dezember 2008 sowie der direkten Bundessteuer für die
Steuerperioden vom 1. Januar bis 31. Juli 2008 und vom 1. August bis 31. Dezember
2008. Für Rekurs und Beschwerde müssen verschiedene Entscheide ergehen; sie
können indessen in einem einzigen Dokument mit Verweisungen und einem
gemeinsamen Dispositiv, das die beiden Steuern allerdings ausdrücklich
auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE
135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde vom 4. Dezember
2014 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS
811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes
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über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Die
Sachurteilsvoraussetzungen sind somit erfüllt.
Im vorliegenden Verfahren kann im Übrigen lediglich festgestellt werden, ob die
Rekurrenten und Beschwerdeführer im Kanton St. Gallen steuerpflichtig sind oder
nicht. Nicht einzugehen ist daher auf den Antrag, es sei die Ansässigkeit in
Grossbritannien festzustellen. Weiter sind sich die Verfahrensbeteiligten einig, dass für
die Steuerperiode vom 1. August bis 31. Dezember 2008 aufgrund des Grundbesitzes
in D lediglich eine beschränkte Steuerpflicht bestand. Die Vorinstanz berücksichtigte –
wie beantragt – lediglich das Einkommen und Vermögen der in der Schweiz gelegenen
Liegenschaft. Das in Grossbritannien erwirtschaftete Einkommen wurde in der Schweiz
nicht erfasst. Mit dem entsprechenden Rechtsbegehren rennen die Rekurrenten und
Beschwerdeführer folglich offene Türen ein. Es ist nicht darauf einzutreten.
3.- Die Höhe der von der Vorinstanz berechneten Einkünfte und Vermögenswerte wird
von den Rekurrenten und Beschwerdeführer nicht bestritten. Angefochten ist jedoch
die internationale Steuerausscheidung bzw. die in den Veranlagungsverfügungen und
Einspracheentscheiden enthaltenen Feststellungen, die Pflichtigen seien in der
Steuerperiode vom 1. Januar bis 31. Juli 2008 in der Schweiz unbeschränkt
steuerpflichtig gewesen. In der Streitsache handelt es sich somit um ein internationales
Verhältnis. Dabei bleiben Staatsverträge stets vorbehalten. Die Staatsverträge des
Bundes, insbesondere die Doppelbesteuerungsabkommen, stellen Schranken der
kantonalen und kommunalen Steuer dar (vgl. Höhn/Waldburger, Steuerrecht Band 1,
9. Aufl. 2001, S. 880). Das Abkommen zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und
Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom
Einkommen (SR 0.672.936.712, abgekürzt: DBA-UK), welches der Empfehlung des
OECD-Musterabkommens (nachfolgend OECD-MA, in: www.estv.admin.ch
[Internationales Steuerrecht/Themen/Länder]) entspricht, sieht in Art. 4 Abs. 1 vor, dass
der Ausdruck "eine in einem Vertragsstaat ansässige Person" im Sinn des Abkommens
eine Person bedeutet, die nach dem Recht dieses Staates dort aufgrund ihres
Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Geschäftsleitung oder eines
anderen ähnlichen Merkmals steuerpflichtig ist. Mit dieser Formulierung wird auf die
persönliche Zugehörigkeit zu einem Vertragsstaat Bezug genommen, welche zu einer
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grundsätzlich unbeschränkten Steuerpflicht führt (vgl. P. Locher, Einführung in das
internationale Steuerrecht der Schweiz, 3. Aufl. 2005, S. 226 f.). Demnach ist zunächst
nach schweizerischem Recht zu entscheiden, ob nach dem DBG die Voraussetzungen
einer subjektiven und objektiven Steuerpflicht der Rekurrenten und Beschwerdeführer
gegeben sind. Erst wenn diese Frage zu bejahen ist, muss in einem zweiten Schritt
geprüft werden, ob die Besteuerungsbefugnis der Schweiz durch das DBA-UK
eingeschränkt wird (Richner/ Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl. 2009, N 6 der Vorbemerkungen zu Art. 3-15 DBG).
a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 DBG sind natürliche Personen in der Schweiz aufgrund
persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren
steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz haben. Steuerrechtlicher
Wohnsitz in der Schweiz wird angenommen, wenn sich die steuerpflichtige Person mit
der Absicht dauernden Verbleibens hier aufhält bzw. wenn sich hier der Mittelpunkt
ihres Lebensinteresses, ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse befindet
(vgl. ASA 63 S. 839 E. 2a; BGE 125 I 54 E. 2). Der Mittelpunkt der Lebensinteressen
bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen
sich diese Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen der
steuerpflichtigen Person. Der steuerliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar (vgl.
BGE 132 I 29 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2P.165/2006 E. 4.1). Der Wille
des Steuerpflichtigen ist jedoch dann wesentlich, wenn er erkennbar ist (vgl. Locher/
Meier/von Siebenthal, Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz-Deutschland, Band 4,
B 4.1 Nr. 4). Keine entscheidende Bedeutung kommt diesbezüglich dem polizeilichen
Domizil zu. Das Hinterlegen der Schriften und Ausüben der politischen Rechte bilden –
zusammen mit dem übrigen Verhalten der betreffenden Person – blosse Indizien für
den steuerrechtlichen Wohnsitz (vgl. BGE 123 I 289 E. 2a). Für die Bestimmung des
Steuerdomizils ist auf die wirklichen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse abzustellen
(P. Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Doppelbesteuerung, Band 2, § 3, I A,
1 Nr. 3).
b) aa) Der Rekurrent und Beschwerdeführer erwarb am 27. März 2007 eine
Eigentumswohnung in D, wobei der Kauf am 22. Oktober 2007 im Grundbuch
angemeldet wurde. Ebenfalls am 22. Oktober 2007 meldete er sich beim Einwohneramt
in D an. Seine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA wurde ihm für die Zeit vom 23. Oktober
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2007 bis 28. Februar 2012 erteilt. Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (SR 211.412.41, abgekürzt:
BewG) bedürfen Personen im Ausland für den Erwerb von Grundstücken einer
Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde. Staatsangehörige der
Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) und der Europäischen
Freihandelsassoziation (EFTA) gelten nicht als Personen im Ausland, wenn sie in der
Schweiz Wohnsitz nach den Art. 23, 24 Abs. 1, 25 und 26 des ZGB haben (Art. 5 Abs. 1
lit. a BewG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über den Erwerb von Grundstücken
durch Personen im Ausland, SR 211.412.411, abgekürzt: BewV; vgl. auch Merkblatt
des Bundesamts für Justiz zum Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland,
Ziff. 6a, in: www.bj.admin.ch [Wirtschaft/Grundstückerwerb durch Personen im
Ausland], nachfolgend: Merkblatt). Im Kaufvertrag vom 27. März 2007 bestätigte der
Rekurrent und Beschwerdeführer, dass er seinen rechtmässigen und tatsächlichen
Wohnsitz in der Schweiz, in E, habe. Die Vertragsparteien hielten weiter fest, dass der
Erwerber vor der Grundbucheintragung das Handlungsfähigkeitszeugnis, aus welchem
der Wohnsitz hervorgehe, und die Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA vorzulegen habe
(act. 10/2/2.3 Ziff. 32). Darauf ist der Rekurrent und Beschwerdeführer zu behaften.
Entsprechend konnte er die Eigentumswohnung in D auch bewilligungsfrei erwerben.
Damit ist erstellt, dass er zum Zeitpunkt des Grundstückerwerbs Wohnsitz in der
Schweiz hatte. Die Sachlage hat sich im Jahr 2008 – zumindest im ersten Halbjahr –
nicht geändert. Im Gegenteil: Neben seiner Tätigkeit bei der B Schweiz AG in E bis
31. Juli 2008 verfügte er neu über Wohneigentum in D. Dass es sich dabei lediglich um
eine Ferienwohnung gehandelt und der Rekurrent und Beschwerdeführer während der
Woche nach wie vor in einem Hotel in E gelebt haben soll, wurde von ihm nicht belegt.
Befremdlich ist insbesondere, dass die Liegenschaft in D als Ausgangspunkt für
Winterferien gedient haben soll. Zwar sind von D aus gewisse Skigebiete durchaus
erreichbar; von einem typischen Wintersport- bzw. Ferienort kann jedoch nicht
gesprochen werden.
Im Übrigen verweilte der Rekurrent und Beschwerdeführer mehr als dreissig Tage in
der Schweiz und übte eine Erwerbstätigkeit aus, sodass auch ein steuerrechtlicher
Aufenthalt in der Schweiz zu bejahen wäre. Für das Vorliegen eines steuerrechtlichen
Aufenthalts wird keine ununterbrochene körperliche Anwesenheit in der Schweiz
verlangt. Ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt kann trotz auswärtigen
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Aufenthalten immer dann angenommen werden, wenn eine sachliche und räumliche
Beziehung der steuerpflichtigen Person zur Schweiz besteht, die über die körperliche
Anwesenheit hinausreicht. So wird ein ausländischer Arbeitnehmer, der einen Urlaub
antritt, im Allgemeinen von vornherein beabsichtigen, nach Beendigung des Urlaubs
wieder in die Schweiz zurückzukehren, um den zeitlichen Rahmen seiner Arbeits- und
Aufenthaltsbewilligung nach Möglichkeit auszuschöpfen. Der Fristenlauf wird in diesem
Fall ebenso wenig unterbrochen wie bei Wochenend- oder Feiertagsausflügen (vgl.
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 52 zu Art. 3 DBG).
bb) Anders verhält es sich mit der Ehefrau. Zwar meldete sie sich am 22. Oktober 2007
ebenfalls bei der Gemeinde D an. Zudem nannte sie als Aufenthaltszweck für den
Erwerb der Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA B, welche vom 7. November 2007 bis
26. Januar 2010 gültig war, der Verbleib beim Ehegatten im Rahmen des
Familiennachzugs. Die Aufenthaltsbewilligung stellt grundsätzlich ein Indiz dar, dass
die betreffende Person ihren Lebensmittelpunkt in der Schweiz hat. Die Rekurrentin
und Beschwerdeführerin war im Jahr 2008 jedoch als Lehrerin beim C College in
London angestellt und erhielt monatliche Bruttolohnzahlungen von £ 3'199.50 (Januar
bis August 2008) bzw. £ 3'453.25 (September bis Dezember 2008; act. 10/1/1.21). Im
Arbeitsvertrag wurde festgehalten, dass sie als Vollzeit-Lehrerin angestellt werde und
sich der Arbeitsplatz im C College, London, befinde. Der Anfangslohn – Arbeitsbeginn
war der 1. September 2003 – wurde auf £ 25'098.– jährlich festgelegt (vgl. act. 2/7).
Hinweise, dass sie – trotz Lohnzahlungen – ein ganzes Jahr lang nicht gearbeitet haben
soll, sind nicht auszumachen. Damit ist davon auszugehen, dass die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin während der Dauer des Auslandeinsatzes des Ehemannes einen
von ihm getrennten Wohnsitz in London hatte. Die Annahme eines getrennten
steuerrechtlichen Wohnsitzes von Ehegatten ist insbesondere dann gerechtfertigt,
wenn die Ehegatten – wie vorliegend – in verschiedenen Staaten beruflich oder
geschäftlich tätig sind und sich nur an den Wochenenden gegenseitig besuchen (vgl.
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 32 zu Art. 3 DBG).
c) Zusammenfassend ergibt sich, dass nach Art. 3 DBG für die Steuerperiode vom
1. Januar bis 31. Juli 2008 eine subjektive und objektive Steuerpflicht des Rekurrenten
und Beschwerdeführers in der Schweiz bzw. in der Gemeinde D bestand. Nachfolgend
ist daher zu prüfen, ob das DBA-UK die Steuerbefugnis des Bundes bzw. des Kantons
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und der Gemeinde im Jahr 2008 eingeschränkt wurde. Keinen Wohnsitz in der Schweiz
begründete dagegen dessen Ehefrau.
4.- Mit dem DBA-UK soll die Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom
Einkommen und vom Vermögen vermieden werden. Das Abkommen gilt für Personen,
die in einem oder in beiden Vertragsstaaten ansässig sind.
a) Im Sinne des DBA-UK bedeutet der Ausdruck "eine in einem Vertragsstaat
ansässige Person" eine Person, die nach dem Recht dieses Staates dort auf Grund
ihres Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Geschäftsleitung oder
eines anderen ähnlichen Merkmals steuerpflichtig ist (Art. 4 Abs. 1 DBA-UK). Ist nach
Art. 4 Abs. 1 DBA-UK eine Person in beiden Vertragsstaaten ansässig, gilt eine Person
als in dem Vertragsstaat ansässig, in dem sie über eine ständige Wohnstätte verfügt.
Verfügt sie in beiden Vertragsstaaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als in
dem Vertragsstaat ansässig, zu dem sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen
Beziehungen hat (Mittelpunkt der Lebensinteressen). Kann nicht bestimmt werden, in
welchem Vertragsstaat die Person den Mittelpunkt der Lebensinteressen hat, oder
verfügt sie in keinem der Vertragsstaaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als
in dem Vertragsstaat ansässig, in dem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hat die
Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Vertragsstaaten oder in keinem der
Vertragsstaaten, so gilt sie als in dem Vertragsstaat ansässig, dessen
Staatangehörigkeit sie besitzt. Besitzt die Person die Staatsangehörigkeit beider
Vertragsstaaten oder keines Vertragsstaates, so regeln die zuständigen Behörden der
Vertragsstaaten die Frage in gegenseitigem Einvernehmen (Art. 4 Abs. 2 DBA-UK).
b) aa) Die Wohnstätte ist ständig, wenn sie einer Person jederzeit und dauernd zur
Verfügung steht und von ihr auch regelmässig benutzt wird. Dies bedeutet, dass die
betroffene Person die Möglichkeit haben muss, jederzeit (rechtmässig) die tatsächliche
Verfügungsgewalt über eine Wohnstätte ausüben zu können, das heisst die
Räumlichkeiten als Wohnstätte zu nutzen und sie tatsächlich nutzt (vgl. Zweifel/
Hunziker, in: Zweifel/Beusch/ Matteotti, Kommentar zum Internationalen Steuerrecht,
Basel 2015, N 109 f. zu Art. 4 OECD-MA).
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bb) Gemäss den Ausführungen der Rekurrenten und Beschwerdeführer verfügen diese
in London über einen Wohnsitz, wo sich die Familie während der Erwerbstätigkeit des
Ehemannes in der Schweiz auch aufhielt. Die Wochenenden verbrachte der Rekurrent
und Beschwerdeführer regelmässig bei seiner Ehefrau in London (vgl. act. 1 Rz. 18). In
D stand ihm eine Eigentumswohnung zur Verfügung, in welcher er sich zusammen mit
seiner Ehefrau ebenfalls regelmässig aufhielt. Damit verfügte der Rekurrent und
Beschwerdeführer in beiden Vertragsstaaten über eine ständige Wohnstätte. Zu prüfen
ist daher im Folgenden, zu welchem Vertragsstaat er in der Zeit vom 1. Januar bis
31. Juli 2008 die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hatte
(Mittelpunkt der Lebensinteressen).
c) aa) Bei der Frage, wo sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen einer
steuerpflichtigen Person befindet, sind die familiären und gesellschaftlichen
Beziehungen, ihre berufliche, politische, kulturelle und sonstige Tätigkeit, der Ort ihrer
Geschäftstätigkeit, der Ort der Vermögensverwaltung und Ähnliches zu
berücksichtigen. Der Mittelpunkt der Lebensinteressen ist aufgrund der tatsächlichen
Verhältnisse nach objektiven Kriterien und gestützt auf eine Würdigung der gesamten
äusseren Umstände zu bestimmen, zumal persönliche und wirtschaftliche Bezüge nicht
stets ohne weiteres zu trennen sind. Bei gegenläufigen Beziehungen (z.B. engere
persönliche Beziehungen zum einen Staat, engere wirtschaftliche Beziehungen zum
anderen Staat) entscheidet das Überwiegen. Nicht massgebend sind die subjektiven
Wünsche oder Befindlichkeiten der steuerpflichtigen Person oder formelle Kriterien (vgl.
auch BGE 138 II 300 E. 3.2). Selbst wenn die betreffende Person die Sprache des
Staats nicht spricht und sich daher vor allem im Kreis von Menschen bewegt, die ihre
Sprache sprechen und meist dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen, spricht dies nicht
gegen die Annahme persönlicher Beziehungen. Auf die Dauer des Aufenthalts, die
räumlichen Verhältnisse oder die Tatsache, dass die Person in der Vergangenheit zu
einem der beiden Orte die stärkere Beziehung pflegte, kommt es dagegen nicht an.
Behält eine Person trotz Begründung einer Wohnstätte in einem anderen Vertragsstaat
ihre erste Wohnstätte bei, wo sie bisher stets gelebt und gearbeitet hat, wo ihre Familie
wohnt und wo sie ihren Besitz hat, kann dieses Verhalten zusammen mit sämtlichen
Umständen dafür sprechen, dass die Person den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen im
ersten Staat beibehalten hat. Unter den Begriff "wirtschaftliche Beziehungen" fallen
hauptsächlich Beziehungen zu örtlich gebundenen Tätigkeiten oder Einnahmequellen.
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Eine besondere Bindung an eine Wohngelegenheit existiert dann, wenn die Wohnstätte
überwiegend der Verwirklichung oder Aufrechterhaltung wirtschaftlicher Beziehungen
dient. Neben der Höhe der erzielten Einkünfte ist auch die Anschaffung einer
Liegenschaft zu berücksichtigen. Starke Bindungen zum Tätigkeitsstaat bestehen
beispielsweise auch dann, wenn die steuerpflichtige Person eine leitende Stellung in
einem wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen bekleidet (Zweifel/Hunziker, a.a.O.,
N 119 ff. zu Art. 4 OECD-MA).
bb) Im Juli 2005 vereinbarten die britische Arbeitgeberin und der Steuerpflichtige, dass
Letzterer als "Sectors Solutions Executive" ab 1. August 2005 bis zunächst am 31. Juli
2007 in die Schweiz entsandt wird (vgl. act. 2/4). Das Arbeitsverhältnis in der Schweiz
wurde schliesslich um ein Jahr verlängert. Wie bereits dargelegt, musste der Rekurrent
und Beschwerdeführer für den bewilligungsfreien Erwerb der Wohnung in D im Jahr
2007 Wohnsitz in der Schweiz haben. Entsprechend stellte die Vorinstanz für das Jahr
2007 fest, dass sich der Wohnsitz des Rekurrenten und Beschwerdeführers in D
befand. Diese Feststellungsverfügung hat der Steuerpflichtige – wenn auch erst im
Einspracheverfahren – akzeptiert, und damit auch den Wohnsitz im Kanton St. Gallen.
(vgl. vorstehende E. 3.b/aa). Dass sich im Jahr 2008 etwas daran geändert hat, wurde
von ihm nicht dargetan. So bleibt der einmal begründete Wohnsitz grundsätzlich bis
zum Erwerb eines neuen bestehen. Eine andere Sichtweise würde eine zu grosse
Missbrauchsgefahr nach sich ziehen (BGE 138 II 300 E. 3.3). Zu berücksichtigen ist
weiter, dass in der Beilage A zum Entsendungsvertrag vereinbart wurde, dass die
Lohnzahlungen in Schweizer Franken und auf ein Konto in der Schweiz erfolgen bei
einem monatlichen Basissalär von £ 10'387.– (vgl. act. 2/4). In der Steuererklärung
2008 deklarierte der Rekurrent und Beschwerdeführer sodann ein jährliches
Gesamteinkommen von Fr. 803'445.– (act. 10/1/1.17). Die Höhe der erzielten Einkünfte,
die Ausrichtung in Schweizer Franken sowie die Anschaffung der Liegenschaft in D
sprechen für starke wirtschaftliche Beziehungen zur Schweiz. Hinzu kommt, dass der
Rekurrent und Beschwerdeführer bei der B Schweiz AG als "Sectors Solutions
Executive" eine leitende Funktion bekleidete. Selbst wenn das Gehalt von der B UK
bezahlt worden sein sollte, ist dies für sich allein noch nicht geeignet, die durch die
Arbeitsleistung in der Schweiz geschaffene hauptsächliche Erwerbsquelle des
Steuerpflichtigen nach Grossbritannien zu verlagern (vgl. Zweifel/Hunziker, a.a.O.,
N 129 zu Art. 4 OECD-DBA). Immerhin liegt der Lebensmittelpunkt grundsätzlich dort,
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von wo aus regelmässig der Arbeitsort aufgesucht wird. Zwar unterhielt der Rekurrent
und Beschwerdeführer während seiner Arbeitstätigkeit in der Schweiz weiterhin
persönliche Beziehungen zu Grossbritannien, wo seine Frau wohnte und arbeitete. Der
von ihm im Einspracheverfahren eingereichte Reisekalender taugt jedoch hierfür nicht
als Beweismittel: Einerseits wurde dieser lediglich bis April 2008 ausgefüllt,
andererseits erweist er sich nachweislich auch für die übrigen Monate als
unvollständig, indem im April bei 17 Tagen kein Aufenthaltsort erfasst wurde. Damit
liegen keine Belege über häufige Aufenthalte in Grossbritannien vor. Schliesslich
erwarb auch die Ehefrau des Rekurrenten und Beschwerdeführers eine
Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz, was darauf schliessen lässt, dass sie im
damaligen Zeitpunkt den Lebensmittelpunkt in absehbarer Zeit in die Schweiz verlegen
wollte. Die wirtschaftlichen Beziehungen zur Schweiz überwiegen daher die
persönlichen Beziehungen zu Grossbritannien. Der Rekurrent und Beschwerdeführer
gilt folglich als in der Schweiz ansässig, da sich hier der Mittelpunkt seiner
Lebensinteressen befindet.
5.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurrent und Beschwerdeführer in der
Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 2008 sowohl in der Schweiz als auch in Grossbritannien
als ansässig galt. Der Mittelpunkt der Lebensinteressen lag jedoch in der Schweiz,
sodass er im Sinn des Abkommens als hier ansässig galt (Art. 4 Abs. 2 lit. a DBA-UK).
Art. 15 DBA-UK hält als Grundregel fest, dass Arbeitseinkünfte aus einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit nur im Ansässigkeitsstaat des unselbständig
Erwerbstätigen besteuert werden können. Als Ausnahme von der Grundregel wird
vorgesehen, dass der andere Vertragsstaat besteuern kann, wenn die Arbeit in diesem
Vertragsstaat ausgeübt wird (Art. 15 Abs. 1 DBA-UK). Damit bleibt es bei einer
Besteuerung im Ansässigkeitsstaat, wenn dieser mit dem Tätigkeitsstaat
zusammenfällt (S. Dürr, in: Zweifel/Beusch/Matteotti, Kommentar zum Internationalen
Steuerrecht, Basel 2015, N 14 zu Art. 15 OECD-MA). Die Steuerbefugnis des Bundes
wurde somit für die Steuerperiode vom 1. Januar bis 31. Juli 2008 durch das
Abkommen nicht beschränkt. Die Ehefrau des Rekurrenten und Beschwerdeführers
hatte dagegen keinen Wohnsitz in der Schweiz. Wenn nur ein Ehegatte in der Schweiz
ansässig ist und der andere Partner sein Hauptsteuerdomizil im Ausland hat, darf das
Einkommen und Vermögen nicht zusammengerechnet werden, weil eine
Zusammenrechnung im Sinn von Art. 9 Abs. 1 DBG nur zulässig ist, wenn beide
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Eheleute der (schweizerischen) Steuerhoheit unterliegen. Für den in der Schweiz
steuerpflichtigen Gatten besteht folglich eine selbständige Steuerpflicht. Lediglich zur
Satzbestimmung wird – unter Anwendung des Verheiratetentarifs – auf das eheliche
Gesamteinkommen abgestellt. Das gilt bei unbeschränkter Steuerpflicht nur eines der
beiden Partner in der Schweiz aufgrund persönlicher Zugehörigkeit, aber auch, wenn
diese schweizerische Steuerpflicht des einen Gatten eine beschränkte ist und aufgrund
wirtschaftlicher Zugehörigkeit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer]
2C_309/2014 vom 16. Juli 2015 E. 2.2.3.).
Der Rekurs und die Beschwerde betreffend die Steuerperiode vom 1. Januar bis
31. Juli 2008 sind damit teilweise gutzuheissen und die entsprechenden
Einspracheentscheide vom 3. November 2014 aufzuheben. Soweit sich Rekurs und
Beschwerde gegen die Einspracheentscheide betr. die Steuerperiode vom 1. August
bis 31. Dezember 2008 richten, ist darauf nicht einzutreten. In Anwendung von Art. 56
Abs. 2 VRP ist die Streitsache zu neuer Berechnung des steuerbaren Einkommens für
die Steuerperiode vom 1. Januar bis 31. Juli 2008 im Sinn der Erwägungen und zu
neuer Steuerausscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend – die Rekurrenten und Beschwerdeführer
unterliegen mehrheitlich – sind die Kosten des Verfahrens zu drei Vierteln den
Rekurrenten und Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144
Abs. 1 DBG); einen Viertel der Kosten trägt der Staat. Da das Rekurs- und das
Beschwerdeverfahren in ein und demselben Entscheid behandelt werden, ist eine
Entscheidgebühr von je Fr. 1'000.– (insgesamt Fr. 2’000.–) angemessen (vgl. Art. 144
Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von total Fr. 2'000.– ist zu verrechnen und der Rest von Fr. 500.–
zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang ist keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen
(Art. 98 VRP).