Decision ID: 51903928-de2f-4bf4-9c64-a0fa9f783f49
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1954
geborene
X._
arbeitete seit dem
1.
Januar 2003
als
Linienbus-Cha
u
ffeur
für die
Y._
AG
und war damit bei der Suva obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert
.
Mit Bagatellunfall-Meldung vom
8.
März 2016 zeigte die
Arbeitgeberin
der Suva an, dass
der Versicherte
am 2
3.
Februar 2016
gestürzt sei
und sich
Prellungen an der rechten Schulter, dem rechten Knie und dem rechten Fussgelenk zugezogen habe (
Urk.
10/1).
Der am 1.
März 201
6 erstbehandelnde Arzt Dr. med. Z._
, Facharzt Allgemein
e
Innere Medizin,
verordnete
eine konservative Therapie mit
Physiotherapie (
Urk.
10/
2 und
Urk.
10/
4-9).
Die Suva trat auf den Schaden
fall
ein und erbrachte die ge
setzlichen Leistungen
(Urk.
10/3).
Der Beschwerdeführer
war
arbeitsfähig geblie
ben
,
bis er sich
bei einem Treppensturz am
1
3.
Juli 2016
insbesondere eine
Tibia- und
Fibulaschaftfraktur
rechts
zuzog
.
Am
2
2.
Juli 2016
wurde
diese
operativ mittels Osteosynthese versorgt. Danach hielt sich der Beschwerdeführer zur
weiteren Rehabilitation vom 2
8.
Dezember 2016 bis am 8. Februar 2017 in der Rehaklinik
A._
auf
(
Austrittsbericht vom 28.
Februar 2017,
Urk.
10/
14), wo b
ei Ve
r
dacht auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
im
Institut für Bilddiagnostik
in
B._
erstmalig eine
MR-
Arthrograp
h
ie
der rechten
Schulter
durch
ge
führt
wurde
(
Bericht vom
5.
Januar 2017,
Urk.
10/13).
Nach der Konsultation der Schultersprechstunde in der Klinik
C._
(Bericht vom
4.
April
2017
,
Urk.
19),
unterzog sich
der
Versicherte am 17.
August 2017
einer Schulterarthroskopie mit
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion, einer
Bi
z
epstenotomie
und einer
Ac
rom
io
plastik
rechts
(
Urk.
10/30).
Ohne eine
medizinische Kausalitätsbeur
teilung
vor
zunehmen,
übernahm die Suva die weiteren Kosten.
In der Zwischenzeit löste die Arbeitgeberin das Arbeit
sverhältnis
per
31.
Oktober 2017 auf (
Urk.
10/44).
Nach durchgeführter kreisärztlicher Untersuchung am 20.
Juni 2019
(
Urk.
10/72)
stellte die Suva mit Schreiben vom 3
0.
August 2019 die
Versicherungsleistungen
be
treffend die rechte Schulter mangels Unfallkausalität
per
sofort ein, verzichtete jedoch auf eine Rückforderung der bisher bezahlten Aufwendungen
(
Urk.
10/74)
.
Mit Schreiben vom 1
1.
Oktober 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er mit der Leistungseinstellung nicht einverstanden sei
(
Urk.
10/77).
Daraufhin be
stätigte die Suva ihre Entscheidung m
it Verfügung vom 2
1.
November 2019 (
Urk.
10/79).
Mit Eingabe vom 6.
Januar 2020 erhob der Versicherte dagegen Ein
sprache
(
Urk.
10
/8
3
)
. Nach
neuerlicher
versicherungsmedizinischer Beurteilung
am
3.
März
2020 (
Urk.
10/88)
hielt die Suva an ihrem Standpunkt fest und wies die Einsprache
mit
Einspracheentscheid
vom
16.
Juli
2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am
4.
September 2020
Beschwerde und beantragte, es seien ihm in Aufhebung des
Einspracheentscheids
über den
30. August
2019
hinaus die gesetzlichen Leistungen
aus dem Unfall vom 23. Februar 2016 zuzusprechen
und die Beschwerdegegnerin sei zum Ersatz der Auslagen für das Konsilium
vom 2
2.
August 2020
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt Chirurgie, spez. Traumatologie und orthopädische Schulterchirurgie,
zu
verpflichten
(
Urk.
1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort
vom
4.
Novem
ber 2020 die Abweisung der
Beschwerde
(Urk.
9
).
Mit Replik vom
10. Februar 2021
(
Urk.
16
) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(
Urk.
16)
.
Mit Eingabe vom 2
7.
April 2021 erstattete die Beschwerdegegnerin Duplik (
Urk.
23) unter Beilage der versicherungsmedizinischen Beurteilung
von Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates vom
13. April 2021 (Urk. 24),
was dem Beschwerdeführer am
4. Mai 2021
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
25
).
3.
Im
weiteren unfallversicherungs
rechtlichen Verfahren des Beschwerdeführers Nr.
UV.2020.00185 bezüglich des Unfalls vom 1
3.
Juli 2016
erging das Urteil am heutigen Tag.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2
3.
Februar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Leistungsübersicht
05.2021
Gemäss Art. 6 des UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufs
krankheiten gewährt
.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Stö
rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
scha
dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
UV170080
Kausalzusammenhang adäquat und Gesundheitsbeeinträchtigung organisch
06.2021
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.7
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
01.2021
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit,
dass
gestützt auf die beigelegte
kreisärztliche
Beurteilung vom
2.
März
2020
(richtig: 3. März 2020)
von
F._
, Fachärztin für Chirurgie
,
der Beschwerdeführer durch den Sturz eine Kontusion/Prellung der rechten Schulter erlitten
habe
.
Ob die präzisere Schilderung, welche gegenüber dem Rechtsvertreter erfolgt und von früheren Aussagen gegenüber den Ärzten abweichend sei, ein zur Verursachung einer strukturellen Verletzung der
Rotatorenmanschette
geeigneter Hergang sei, könne offengelassen werden, da dem Kriterium des Unfallmechanismus zur Beur
teilung der Unfallkausalität
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
keine übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen werden solle. Dies angesichts der Tatsache, dass in vielen Fällen, wie hier, der genaue Unfallmechanismus aufgrund
der Angaben der betroffenen Patienten nicht genau rekonstruiert werden könne. Es gehe vielmehr darum, die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine trau
matische Genese der Verletzung sprächen, aus medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln
(Urteil 8C_59/2020 des Bundesge
richts vom 1
4.
April 2020 E. 5.3 und E. 5.4)
. Die Kreisärztin habe in ihrer Beurtei
lung
vom
2.
März 2020
genügend Kriterien, die für eine degenerative Genese des vorliegenden Schadens an der rechten Schulter
sprächen
,
aufgezeigt
.
Es sei somit davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt des Unfalls ein degeneratives
Verschleiss
leiden
bestanden habe, welches durch das Unfallereignis in ein schmerzhaftes Stadium geführt worden sei. Im vorliegenden Fall hätten die Unfallfolgen im Beschwerdebild des
Beschwerdeführers
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits nach einigen Wochen keine Rolle mehr gespielt. Der Status quo sine sei zu diesem Zeitpunkt erreicht gewesen. Die Suva habe über diesen Zeitpunkt hinaus somit zu Unrecht Versicherungsleistungen erbracht. Sie sei insbesondere auch für die
eineinhalb
Jahre nach dem Unfall vorgenommene Operation aufge
kommen. Wenn somit die Leistungen mit dem 3
0.
August 2019 eingestellt worden
seien, könne dies nicht beanstandet werden, zumal keine Kosten zurückgefordert worden seien
(
Urk.
2 S. 9 ff.).
2.2
D
emgegenüber
stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass auch
die neuerliche
Stellungnahme
der Kreisärztin
vom
3.
März 2020
die strengen
rechtsprechungs
gemässen
Anforderungen an
versicherungsinterne ärztliche Beur
tei
lungen nicht erfüll
e
. Es sei unbestritten und aktenkundig, dass
er
vor dem Unfall vom 2
3.
Februar 2016
an
keinerlei
Beschwerden an der rechten Schulter gelitten habe. Die Kausalitätsbeurteilung
habe
die Kreisärztin einzig auf ihre Analyse des nach dem Unfall erhobenen und beschriebenen Befunds und
d
es Ver
laufs
gestützt
und sei zum Schluss gekommen, die beschriebenen Verän
de
rungen im Bereich der Schulter seien überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt
.
Dabei habe sie ihre
apodiktisch
vorgetragenen
, nicht näher be
gründeten
Argumente auf keinerlei medizinische
Fachliteratur
gestützt
.
Deshalb
habe er ihre
Ausführungen
durch
den
ausgewiesenen
Schulterspezialisten
Dr.
D._
überprü
fen lassen.
Dr.
D._
lege in seinem Konsilium gut begründet sowie
zusätzlich
gestützt
auf eine reichhaltige Fachliteratur dar, weshalb gerade der initiale Befund und di
e
Ergebnisse der MRI-Untersuchung vom
5.
Januar 2017 den einzigen Schluss zuliessen, dass die nachgewiesene
n
Rotator
e
nma
n
schetten
läsionen
zwei
fel
los
durch den Unfall vo
m
2
3.
Februar
2016 verursacht worden seien
. Sodann lasse der
auf
www.
«...»
.ch
publizierte Lebenslauf der Kreisärz
tin den Schluss zu, dass sie
im Bereich
von
Schulterverletzungen weder praktische Erfahrung in der Behandlung noch über ausgewiesene Fachkenntnisse verfüge.
Ferner
wolle er klarstellen, dass
sein
in der Eingabe
vom 1
1.
Oktober 2019
(
Urk.
10/
77)
geschilderte
Unfallhergang nicht
von
seinen früheren Aussagen
ab
weiche
,
sondern
bloss
die Unfallschil
d
erung detaillierter
sei
. Aufgrund der Unter
suchungsma
x
ime
sei
es
die Aufgabe
der Beschwerdegegnerin, nach
Eingang
der U
nfallme
l
d
ung ergänzende
Informationen
über den in der Unfallmeld
u
ng rudi
mentär
beschriebenen
Sachverhalt
einzuholen
. Zum Schluss sei
festzustellen, dass die Akten keine ausreichende
Grundlage bildeten, um ohne ergä
nzende Abklä
rungen über die gesetzlichen Leistungen über den 3
0.
September 2019 (richtig: August) hinaus befinden zu können
(
Urk.
1).
2.3
In der Beschwerdeantwort
vom
4.
November 2020
ergänzte die Beschwerde
geg
nerin
,
aufgrund der
weiteren
überzeugenden
kreisärztliche
n
Beurteilung vom 2
6.
O
ktober 2020
(
Urk.
11)
von
Dr.
E._
sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass vorliegend Befunde, welche für eine Unfallkausalität sprächen,
fehlten
. Aus dem Argument,
d
er
Beschwerdeführer
habe vor dem Unfall
am
2
3.
Februar 2016 über keine Beschwerden an der rechten Schulter gelitten, könne
der Beschwerdeführer
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es handle sich um eine
reine post-hoc-ergo-
propter
-hoc-
Argumentation, welche beweisrecht
lich wertlos sei.
Dr.
E._
habe sich in seiner Einschätzung insbesond
e
re
auch
detailliert mit den Ausführungen von
Dr.
D._
auseinandergesetzt und habe diese Punkt für Punkt entkräftet (
Urk.
9).
2.4
Mit Eingabe vom 1
0.
Februar 2021 führte der
Beschwerdeführer
replicando
aus,
Dr.
D._
habe im
erneuten
Konsilium vom
9.
Februar 2021 (
Urk.
17/3)
zur kreis
ärztlichen
Beurteilung vom 2
6.
Oktober 2020 von
Dr.
E._
Stellung genommen und dessen Thesen widerlegt. Auch
Dr.
E._
habe sich bloss auf Annahmen und Behauptungen gestützt und könne seine These nicht beweisen.
Dr.
E._
arbeite zwar hauptberuflich als Orthopäde mit eigener Praxis, doch sei sein Tätigkeits
bereich gemäss seiner eigenen Beschreibung (vgl.
Urk.
17/2) weitgefächert. Somit zeic
hne
ten
sich weder Kreisärztin
F._
noch Dr.
E._
als ausgewiesene Spezialisten für Kausalitätsbeurteilungen von S
chulterverletzungen aus. Sodann sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auch die Auslagen für das Konsilium vom
9.
Februar 2020 zu übernehmen
(Urk.
16).
2.5
In ihrer Duplik vom 2
7.
April 2021 führ
t
e die Beschwerdegegnerin
noch
an, in
der erneuten orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 1
3.
April 2021 (Urk.
24
)
gehe
Dr.
E._
weiterhin
überwiegend wahrscheinlich davon aus, dass der Be
schwerdeführer anlässlich des Unfallereignisses eine eher
bagatelläre
Verletzung mit
Kontusion
des Schultergelenks ohne strukturelle Schädigung
erlitten
habe
. Dabei entkräfte er nachvollziehbar und schlüssig die gemachten Ausführungen von
Dr.
D._
(
Urk.
23).
3.
3.1
Am
5.
Januar 2017 erfolgte ein
Arthro
-MRT der rechten Schulter im Institut für Bilddiagnostik in
B._
. Die Befunde wurden beurteilt
als (
Urk.
10/13):
-
Ansatznahe
t
ransmurale
Ruptur der SSP-Sehne, ohne Sehnenretraktion mit
m
oderate
r
Atrophie des M.
supraspinatus
mit leichter Meh
rverfettung (
Goutalliergrad
I)
-
Geri
nggradige
Signal- und Struktural
te
ration des
cranialen
Anteils der
SSO-Sehne mit partieller Mitbeteiligung auch des
Pulleys
ohne wesent
liche Muskelatrophie
-
Hypertrophe AC
-Gelenksarthrose
,
Glenohumeralgele
nk
ohne Zeichen eine
r Arthrose
3.2
Der
am
1.
März 2016
erstbehandelnde Arzt
und zugleich
Hausarzt
des Beschwer
deführers Dr.
Z._
füllte
am 1
4.
Februar 2017
(Eingangsdatum)
nachträglich
das UVG-Arztzeugnis zum Unfall
ereignis
vom 2
3.
Februar 2016 aus.
Er berichtete als objektive Befunde (soweit entzifferbar) über einen Schulterschmerz rechts, eine erschwerte Abduktion und Druckschmerz im
Acromion
und an der rechten
Bicepssehne
.
Dabei h
ielt
er
die Diagnose
n
einer Schulterprellung
und unter Be
zugnahme auf das MRT vom 5. Januar 2015 eine
transmurale
Ruptur SSP-Sehne
rechts fest und vermerkte, dass keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und seit Dezember 2016 ein Rückfall vorliege
(
Urk.
10/1
1
).
3.3
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
vom 2
8.
Februar 2017 wurden folgen
de Diagnosen genannt (
Urk.
10/14 S. 1)
Unfall vom 13.07.2016: Treppensturz (in
G._
):
-
m
ehrfragmentäre, nach
i
ntraartikulär ziehende, d
istale
Tibiaschaft
fraktur
rechts
-
m
ehrfragmentäre distale Schaftfraktur der Tibia mit sagi
ttale
m
und koronarem Frakturausläufer in das
obere Sprunggelenk (
OSG
)
-
mehrfragmentäre etwas verkürzt
schräge proximale Schaftfraktur der Fibula
Unfall vom 22.02.2016:
Sturz auf die rechte Schulter:
-
Kontusion Schulter rechts
Übrige Diagnosen:
-
St. n. Diskushernien-OP 2012
-
Diabetes mellitus Typ 2 (unter
Metformin
)
-
Arterielle Hypertonie (unter
Sevikar
HCT)
-
Adipositas WHO Grad II
Der Beschwerdeführer sei z
ur Besprechung des weiteren Proz
ederes
bzgl. Schulter rechts in der Schultersprechstunde der Uniklinik
C._
angemeldet
worden. Dem Beschwerdeführer
werde
weiterhin ambulante intensive Physiotherapie in
klusive Medizinische Trainingstherapie (MTT) sowie Fortsetzung des instruierten Heimprogrammes empf
ohlen
. Die Ziele seien die weitere Verbesserung und Stei
gerung von Beweglichkeit, Kraft und die Schmerzreduktion in der rechten Schulter
. Nach Austritt
seien
keine spezifischen Massnahmen aus dem psychosomatischen Bereich
notwendig.
Es liege auch keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könne.
Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer aktuell nicht zumutbar, es seien aufgrund des Sicher
heitsaspekts bezüglich Personenbeförderung dafür eine ausreichende Beweglich
keit der Schulter rechts und eine volle Einsatzfähigkeit des rechten Beines nötig.
Da aktuell noch eine
medizinischen Abklärungs- und Behandlungsphase
bestehe
, könne die Zumutbarkeit angepasster Tätigkeiten noch nicht festgelegt werden (
Urk.
10/14 S. 2-3).
3.4
Dr.
med.
H._
, Oberarzt der Orthopädie in der Universitätsklinik
C._
, erhob im Bericht vom
4.
April 2017 folgende Diagnosen
(
Urk.
10/19 S. 1)
:
-
Transmurale
Supraspinatussehnenruptur
mit
subacromiale
m
Impin
geme
nt
,
Subscapularis
-Oberrandläsion,
Bi
z
epssehnen
t
endinopathie
Schulter rechts
bei Sturz
im
Februar 2016
-
Delayed
U
nion bei
:
-
St.n
. minimal-invasiver Osteosynthese einer mehrfragmentären
Tibia
schaftfraktur
mit distal intraartikulärem Frakturau
s
läufer rechts
(
22.07.2016
, Spital
I._
)
-
St.n
. Treppensturz
im
Juli 2016
-
St.n
. Dis
k
ushernien-Operation
(2012,
Spital J._
)
-
Diabetes mellitus
-
nicht insulinpflichtig
-
Adipositas
Beim Beschwerdeführer zeige sich klinisch wie auch MR-tomographisch eine
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
sowie eine Oberrandläsion der
Subsca
pu
laris
sehne
. Bei doch ausgeprägtem Riss der
Supraspinatussehne
werde
dem Beschwerdeführer
tendenziell zur Operation geraten, auch im Hinblick auf die mögliche spätere Verfettung, welche aber aktuell noch nicht wesentlich einge
treten sei. Eine Alternative z
ur Schmerztherapie sei
die
subacromiale
Infiltration
(
Urk.
10/19).
3.5
Im
C._
wurden am 1
7.
August 2017 eine Arthroskopie
mit RM-Rekon
str
uk
tion, eine
Biz
epstenotom
i
e
und eine
Acromioplastik
an der rechten
Schulter durchgeführt (
Urk.
10/30).
3.6
Im ärztlichen Zeugnis vom 1
4.
September 2017
präzisierte
Dr.
Z._
, bei der ersten Untersuchung am
1.
März 2016 nach dem Treppensturz am 2
3.
Februar
2016 habe der Beschwerdeführer über Schmerzen in der rechten Schulter und im rechten Oberarm, am Nacken
leichteren Ausmasses
,
im Bereich der rechten Hüfte, im rechten Knie und
am rechten
Fuss
geklagt
. Nach erfolgter Untersuchung habe er
(
Dr.
Z._
)
eine Prellung/Kontusion der rechten Schulter diagnostiziert und eine k
onservative Therapie mit lokaler
Infiltration mit
Lidocain
, eine Medika
mententherapie mit NSAR oral und als Salbentherapie sowie ab 2
1.
März 2016 zusätzlich Physiotherapie eingeleitet. Bei der Nachkontrolle am 2
1.
März 2016 habe der Beschwerdeführer
über
eine relativ deutliche Schmerzbesserung be
richtet
. Die Beweglichkeit in der rechten Schulter
sei
noch etwas eingeschränkt
gewesen
. Eine Arbeitsunfähigkeit
sei damals
nicht attestiert
worden
. Am
1
3.
Juli 2017 habe der Beschwerdeführer
dann
einen Treppensturz in
K._
mit
Tibia
schaftfraktur
mit distal intraarti
kulärem
Frakturausläufer rechts erlitten.
Im Dezember 2016
sei es zu einer
Exazerbation der Schulter
-
/Arm-Schmerzen rechts
gekommen
.
Was der Auslöser des Rückfalles im Dezember 2016 gewesen sei, könne er nicht beantworten
. Die Beinfraktur
rechts vom Sommer 2017 (richtig: 2016)
erscheine
als indirekte Ursache sehr wahrscheinlich.
Er (
Dr.
Z._
) habe es
versäumt
, im März 2016
ein MRI der Schulter zu veranlasse
n
.
Aufgrund der
klinischen Befragung und
der
Untersuchung
sei diese
s
damals
jedoch nicht indiziert gewesen
(
Urk.
10/33).
3.7
Oberarzt PD
Dr.
med.
L._
der Schulterchirurgie am
C._
führte im Bericht vom
4.
Dezember 2017 aus, knapp vier Monate postoperativ zeige sich ein erfreulicher Verlauf mit zufriedenem Beschwerdeführer. Die
Physiotherapie
müsse bei noch
signifikanter
Reststeifigkeit weitergeführt werden. Ansonsten sei bei weiterhin unauffälligem Verlauf
keine
routinemässige
Nachkontrolle mehr geplant (
Urk.
10/52 S. 2).
3.8
PD
Dr.
L._
hielt in seinem Schreiben vom
5.
Februar 2018 fest,
knapp
sechs Monate postoperativ dürfe der Beschwerdeführer nun seine operierte Schulter langsam belasten. Entsprechend biete sich ein schr
ittweiser Arbeitsaufbau mit 20%-
Schritten alle
zwei
Wochen a
n
. Dies
sei
aber eher medizinisch-theoretischer
Natur und sollte mit dem realen Verlauf in Einklang gebracht werden
(Urk. 10
/55)
.
3.9
Am 2
0.
Juni 2019 führte Kreisärztin
F._
eine versicherungsmedizinische Untersuchung durch und hielt folgende Diagnosen fest (
Urk.
10/72 S.
5-6
):
-
Status nach mehrfragmentärer, nach intraartikulär ziehender distaler
Tibiaschaftfraktur
rechts vom 13.07.2015
(richtig: 2016)
-
Status nach geschlossener Reposition und Plattenosteosynthese Tibia rechts (22.07.2016)
-
Delayed
Union, ab August 2018 konsolidierte Fraktur
-
Dysästhesie im Bereich des
N.
saphenus
-
Status nach OSME Tibia rechts und
Neurolyse
des
N.
saphenus
rechts mit
Lipofilling
(20.09.2018)
Als umfallfremd
e
Nebendiagnosen
wurden folgende genannt
:
-
D
iabetes mellitus Typ II
-
Arterielle Hypertonie
-
Adipositas WHO Grad II, BMI 39,2 kg/m2
-
Status nach Schulterarthroskopie mit
Rotatorenmanschet
ten
rekonstruk
tion
,
Bizepstenoto
mie
und
Acromioplastik
rechts am 17.08.2017
-
Status nach
Diskushernienoperation
2012 (
Spital J._
)
Bezüglich
der rechten Schulter führte die
Kreisärztin au
s, bei der Schadens
mel
dung vom
8.
März 2018 (richtig: 2016) für das Schadendatum vom 23. Februar 2018 (richtig: 2016), wo der Beschwerdeführer
angegeben habe
, auf die rechte
Schulter gefallen zu sein, hand
le es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Kontusion. Die Vorstellung beim Arzt sei Monate
(richtig: gut eine Woche)
später erfolgt. Eine MRI-Untersuchung der Schulter sei am
5.
Januar 2017 durchgeführt worden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien die Befunde in diesem MRI degenerativer Ursache. Die partielle
artikularseitige
Läsion der
Supraspinatussehne
sei überwiegend wahrscheinlich degenerativ beding
t
, denn aus pathophysiologischer Sicht sei der ansatznahe Teil der
Supraspinatussehne
besonders anfällig für ein Verschleissleiden. Die
Rotatorenmanschette
sei im Laufe des Lebens hohen anhaltenden Belastungen ausgesetzt und eine fort
schrei
tende Degeneration, welche ab dem 3.
Lebensjahrzehnt beginne, sei bekannt. Unter
stützend lägen in der Bildgebung eine moderate Atrophie des M.
supra
spinatus
sowie eine leichte Mehrverfettung (
Goutallier
1) vor, welches alles
Zeichen der degenerativen Veränderung und somit mit überwiegender Wahr
schei
n
lichkeit krankheitsbedingt
seien. Zusätzlich bestehe eine h
ypertrophe AC-Gelenksarthrose. Eine unfallbedingte Ursache einer solch schnell voranschreiten
den Arthrose hätte zu einem sofortigen Arztbesuch geführt, bzw. es wären zu
sätzlich andere unfallbedingte Begleitverletzungen zu sehen
gewesen
. Es
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass keine unfallkausalen strukturellen Läsionen durch die Kontusion erfolgt
seien. Die Be
schwerden, welche zur Operation geführt
hätten,
könnten
ausreichen
d durch die degene
ra
tiven Verän
derungen erklärt
werden
(
Urk.
10/72/6-7)
.
3.10
In der Beurteilung vom
3
.
März 2020 fügte Kreisärztin
F._
ihrer Beurteilung hinzu,
am 2
3.
Februar 2016 sei der Beschwerdeführer zwei Treppenstufen seitlich auf die Schulter rechts hinuntergestürzt. Dabei sei es zu Schmerzen gekommen. Gemäss Erstbericht, welcher nachträglich
von
Dr.
Z._
ausgefüllt worden sei, hätten Schmerzen bei der Bewegung bestanden, jedoch keine Paralyse und keine Pseudoparalyse. Es sei eine konservative Therapie mit NSAR und Salbentherapie erfolgt. Es hätten sich verschiedene Druckschmerzen gezeigt, jedoch seien keine erhebliche Schwellung und keine Hämatome sichtbar gewesen. Im Verlauf sei eine MRI-Untersuchung der Schulter rechts am
5.
Januar 2017 erfolgt. In der MRI zeigten sich keine überwiegend wahrscheinlich unfallkausalen strukturellen Läsionen. Es zeigten sich eine ansatznahe
transmurale
Läsion der
Supra
spinatus
sehne
, eine moderate Atrophie des M.
supraspinatus
mit leichter Muskelver
fettung sowie zusätzlich Signal- und Strukturalterationen des kranialen Anteils der
Subscapularissehne
mit partieller Mitbeteiligung auch des
Pulleys
. Die
Bizeps
sehne
sei jedoch noch in situ und
es zeige sich eine h
ypertrophe AC-Gelenks
arthrose sowie eine
Impingementsymptomatik
. Die beschriebenen Veränderungen im Bereich der Schulter seien somit überwiegend wahrscheinlich degenerativ be
dingt. Eine Distorsion/Kontusion der rechten Schulter, welche zu
Rotatoren
man
schette
nläsionen
führen würde
, hätte sofort eine Pseudoparalyse zufolge. Zusätz
lich wäre
n andere Strukturen mitverletzt
bzw. komplett verletzt gewesen. Das Bild, das sich hier in der MRI zeige,
sei
das typisc
he Bild einer degenerativ verän
derten Schulter. Ausserdem zeig
t
en sich auch weitere degenerativ beginnende Läsionen im Bereich des Bizeps-
Pulleys
. Ohne ri
chtungsgebende Verschlimme
rung sei
so einige Wochen nach dem Ereignis am
2
3.
Februar 2016 der Status
quo sine erreicht gewesen (Urk.
10/88 S. 2-3).
3.11
Im Privatgutachten vom
vom 2
2.
August 2020 hielt
Dr.
D._
fest, der Be
schwerdeführer habe nach dem Trauma
am 2
3.
Februar 2016
sofortige Schmerzen in der rechten Sch
ulter und bei
der ersten Konsultation beim Hausarzt eine Woche später am
1.
März 2016 auch eine „ersch
werte
Abduktion"
, nebst den Kontu
sionen an oben
beschriebenen
Körperteilen
, erlitten
. Eine ers
ch
werte
Abduktion
sei
eine etwas
unsachgemässe
Beschreibung des „
Jobe
-Tests",
eines Tests zur Be
schreibung der Funktion des
Su
praspinatus
der
Rotatorenmansch
ette
(RM)
.
Das
selbe
gelte
für die Besch
reibung der „Einsch
ränkung der Supination und Pro
nation".
Nur ein geringer Teil aller
Rotatorenmanschettenverletzungen
h
ätten eine
sofortige
Pseudoparalyse zur Folge. Alle ventralen und
apikoventralen
RM-
Verletzungen
erlaub
t
en prakt
isch immer eine volle Beweglich
keit posttrau
ma
tisch
, aber meist unter
Schmerzen.
Erst wenn die Sehnenrissverletzung nach hinten in den
Infraspinatus
reiche, komme
es meist zu einer unmittelbaren Pseudoparalyse, d.h. zu einer
„Pseudoläh
mung". Eine Rissverletzung, wie sie
der Beschwerdeführer erlitten habe, also ein
ventraler
Supraspinatusriss
und
apikoventraler
Subsca
pularisriss
,
sei
en
geradezu typisch
für eine fehlende Pseudopar
alyse. Eine noch gute Beweglich
keit posttraumatisch
dürfe in diesen Fällen nie
als Zeichen keiner
stattgefundenen RM-
Verletzung interpretiert
werden. Auch sei das i
mmer wieder angefüh
rte Argument eines feh
lenden Hämatoms sehr
unzuverlässig und meist an die Ruptur der langen
Bi
z
epssehne
gebunden.
Die angeführten
d
egenerativen Veränderungen der RM
des Beschwerdeführers seien ebenfalls nich
t stichhaltig. D
enn in den entsprechenden MRI- Aufnahmen
seien
nur
geringe atroph
isch
e
Ver
änderungen der SSP- und SSC-
Muskel
anteile
festzustellen.
Auch
bestünden kaum
fettige Atrophien der Muskeln, was auch der Radiologe
explizit
erwähnt habe.
Die festgestellten diskreten degenerativen Veränderungen (
Goutallier
1)
seien
sogar für
den Jahrgang des
Beschwerdeführers
(1954) sehr
schmeich
elh
aft.
Die angeführte AC- Arthrose
und das daraus angeführte resultierende
Impingement
sei
en
ebenfalls in keiner Weise den
Subacromialraum
einengend. Zum Schluss sei der Sehnenriss selber zu betrachten: Es
habe
sich um einen
transmuralen
Supraspinatusriss
und einen partiellen
apiko
-ventralen
Subscapularisriss
gehan
delt. Entgegen dem Bild eines degenerativen Sehnenrisses sei die gesamte Seh
nendicke quer gerissen und die Sehnenanteile nicht
retrahiert
, was die frische Sehnenverletzung unterstreiche. Es handle sich somit um einen zweifelsfreien Unfall mit adäquater Verletzung der
Rotatorenmanschette
(SSP- SSC Sehne), der Unfallmechanism
us sei geeignet eine RM-
Verletzung hervorzurufen (
Urk.
3/3
).
3.12
In der kreisärztlichen Beurteilung vom 2
6.
Oktober 2020 führte
Dr.
E._
im Wesentlichen aus, es sei überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Folge des Ereignisses vom 2
3.
Februar 2016 eine leichte
Kontusion
des rechten Schultergelenkes ohne unfallbedingte strukturelle Schäden erlitten habe. Im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
3.
J
uli 2016 sei keine unfallbe
d
i
ngte Bete
i
l
ig
ung des
rechten
Schultergelenkes
dokumentiert. Die nach dem Unfallereignis
erstmalig
im
Dezember
2016 in der Rehaklinik
A._
beklagte Beschwerde
symptomatik
des rechten Schultergelenks sei ohne
N
achwei
s einer klinischen Brück
en
sympt
o
m
at
ik
über
einen
Zeitraum
von gut
neun
Mona
ten nach der ersten Inanspruchnahme eines Arztes
überwiegend
wahrscheinlich
einer verschleissbe
dingten
Erkrankung
geschuldet
.
Gemäss dokumentiertem klinischen Verlauf sei d
ie Folge des Unfallereignisses vom 23.
Februar 2016 mit
Kontusion
de
s rechten
Schultergelenkes
spätestens ach
t
Wochen
nach
dem gel
tend gemachten Ereignis ausgeheilt
und
der Status quo sine dementsprechend
spätestens
Ende April 2016 erreicht
gewesen
. Die
Stellungnahme
von
Dr.
D._
vom 2
2.
August
2019
vermöge
insbesondere
hinsichtlich
der Schlussfolgerung in Bezug auf den Unfallhergang, der
klinischen
Bedeutung
der
Erstbefunde
,
der bildgeben
den
Befunde
und des
Vorzustandes des Schultergelenkes
nicht zu über
zeugen. Einzig
den
Ausführungen hinsichtlich des Auftretens eine
r
Pseudopara
lyse/Drop
-
arm-
Syndrom
könne
zugestimmt
werden. Das
Argument
Dr.
D._
, es
handle
sich um
eine frische Läsion
der Sehnenmanschette, bestätige eher die
Einschätzung
des Unterzeichners und spreche gegen einen kausalen
Zusam
men
hang
(
Urk.
11).
3.13
Im
Nachtrag
vom
9.
Februar 2021 argumentierte
Dr.
D._
im Wesentlichen, zys
tische Veränderungen am S
eh
n
en
ansatz der
R
o
t
at
orenmanschette
seien sicher auf eine
langandauernde Stressreaktion de
s
Knochens am Sehnenansatz zurück
zuführen. Si
e
seien sehr
häufig zu sehen
und für einen
manuell
arbeitenden,
60-jähr
igen
Menschen
sicher nichts Aussergew
ö
hn
l
iches. Es sei nun
naheliegend
, da
s
s die normale
abnutzungs- und a
lters
be
dingten Veränderungen des Gewebes
die
Festigkeit
desselben
kontinuierlich
schwäch
t
en und schon ein viel
geringeres
Trauma
zu einem
Einreissen
des
geschwächten
Sehnengewebes
führen könne. Es sei wissenschaftlich zu wenig erforsch
t
, welche
s
Tra
u
ma für welches
geschwächte
Gewebe für eine Ruptur
adäquat
sei und welches nicht. Fakt sei, dass die Seh
n
e
gerissen
,
der
Riss nicht
gross
,
das
Gewebe
nicht
retrahiert
und das gerissene
Ge
webe
normal
dick
sei. Wie
er
schon im letzten
Bericht
begründet habe
,
seien
dies
alles
klare
Hinweise für einen Sehnenriss, also eine Listendiagnose und mit überaus grosser
Wahrscheinlichkeit
durch ein plötzliches Ereignis, also trauma
tisch, entstanden.
Wann
der Sehnenriss
genau entstanden sei, könne nicht gesagt werden.
Was sich
aber
klar herausstelle, sei der Fakt, dass der Riss entweder durch den Treppenst
u
rz primär oder
sekundär
durch die
Zweit
-Unfall-
bedingte
(
Unter
schenk
e
l
frak
t
u
r)
langzeitige
Überlastung
durch das lange Gehen an Ge
h
st
ö
cken der
traumatisch
vorgeschädigten Sehne
entstanden
sei.
Dr.
E._
argumentiere
gegen
die traumatische Genese des
Sehnenrisses
mit dem Fakt, dass
intraoperativ eine
Acromiopl
a
s
tik
durchgeführt
worden
s
ei
. Die meisten
Operateure
führten
diese
a
r
throskopisch
oder
offen im
Falle
einer
Rotator
e
nman
schettenrekon
str
uk
tion
ohnehin durch, um auch eine
schwellungsbedingte
Engpas
ss
ympt
o
ma
tik
postoperativ
nach Naht der RM zu
verhindern
. Die geringen
Engpass
-(
Impin
gement
) Zeichen und die sehr
diskrete
AC-Arthrose verursachten in
diesem Fall aber sehr wenig Einengung des
Subacromialr
aumes
durch
etwelche
Osteophyten
,
was
eigentlich
vollständig
gegen
eine
signifikante
präoperative
Impingement
symp
tomatik
spreche
.
Dr.
E._
Argument der feh
lenden Brückensympt
o
me sei ebenfalls mit grosser
Zurückhaltung
zu
betrachten
, da gerade in
den zitierten Artikeln von
Loew
z.B
.
da
ra
uf
hin
gewiesen werde, dass der phasenhafte Verlauf
für traumatische Läsionen typisch sei. So
spreche
auch die
Ruptur-Beteiligung der SSC-
Seh
n
en eher für eine
traumatische
Genese der Rissläsion.
Einzugehen
auf das Auftreten von b
elastungs
abhängigen
Schmerzen (langes
Gehen
an Stö
cken) bei
vorbe
stehender
Impingement
symptomatik
sei nicht
zielorientiert
bzw.
weiter
führend, da dazu ebenfalls
wissenschaftlich
zuverlässig Daten
fehlen
würden
(
Urk.
17
/3
).
3.14
Dazu hielt
Dr.
E._
in seiner kreisärztlichen Beurteilung
vom 1
3.
April 2021
zusammengefasst fest, auch unter
Berücksichtigung
de
s
zeitlichen
Verlaufes
bis zur
letztendlichen
Diagnostik
einer Sehn
en
mansch
e
ttenläsion
sei
überwiegend
wahrscheinlich
davon
auszugehen
, dass der
Beschwerdeführer
im
Rahmen
de
s
geltend gemachten Unfaller
ei
g
n
isses eine eher
bagatelläre
Verletzung
mit Kon
t
usion des S
chulter
gel
e
n
k
es ohne
strukturelle
Schädigung erlitten habe. Eine ver
siche
r
ungsmediz
ini
s
che Neubewertung sei auch unte
r Würdigung
der
Abwä
gung
der
Argumente
von
Dr.
D._
nicht möglich (
Urk.
24).
4.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungs
leis
tungen zu Recht
ohne Rückforderung
derselbigen
per
30.
August 2019
einstellte
, mithin, ob die
behandlungs
bedürftigen
Beschwerden
an der rechten Schulter
ab Januar 2017
noch
in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom
23.
Februar 2016
s
tanden
.
4.1
Der angefochtene Entscheid basiert massgeblich auf der
kreisärztlichen
Unter
suchung
vom 2
0.
Juni 2019
(E. 3.9)
sowie der
anschliessenden Kausalitätsb
eur
teilung vom
3
.
März 2020
bezüglich der Beschwerden an der
rechten Schulter
(E.
3.10)
.
Kreisärztin
F._
berücksichtigte sämtliche medizinische
n
Vorakten
einschliesslich Bilder (Urk.
10/72 S. 1-4
und Urk. 10/
88
S.
1-2
) und setzte sich dabei ausführlich mit den radiologisch sowie intraoperativ erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammenhängen auseinander
. In ihre Beurteilung
vom 2
0.
Juni 2019
bezog sie ein,
dass
aus pathophysiologischer Sicht der ansatz
nahe Teil der
Supraspinatussehne
besonders anfällig für ein Verschleissleiden ist und eine fortschreitende Degeneration ab
dem 3. Lebensjahrzehnt beginnt
, wes
halb
die
partielle
artikularseitige
Läsion der
Supraspinatussehne
des Beschwerde
führers
überwiegend wahrscheinlich degenerativ beding
t
ist
.
Dazu legte sie in ihrer Beurteilung detailliert und überzeugend dar, dass
unterstützend dazu
in der Bildgebung eine moderate Atrophie des M.
supraspinatus
sowie eine leichte Mehr
verfettung (
Goutallier
1)
zu sehen
sind
, welches
Zeichen
für eine
degenerative
Veränderung
darstellen
. Zusätzlich
zeigt sich eine
Hypertrophe AC-Gelenksarthrose. Eine unfallbedingte Ursache einer solch schnell voranschreiten
den Arthrose hätte zu einem sofortigen Arztbesuch geführt, bzw. es wären zu
sätzlich andere unfallbedingte Begleitverletzungen zu sehen
gewesen
.
Demnach schloss sie, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfallereignis vom 2
3.
Februar 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Kontusion der Schulter zuzog (E.
3.9
).
Kreisarzt Dr.
E._
konnte sich
diesen
in seinen im Beschwerdeverfahren
abgegebenen Beurteilungen
mit eigenen überze
u
genden Argumenten anschliessen
(E.
3.12 und 3.14
)
.
In seiner Beurteilung
vom 2
6.
Oktober 2020
erläuterte er unter
anderem
ausführlich
, das
s sich im Bereich des
Footprint
-
das heisse der A
nsatz
zone -
der
Supraspinatussehne
im
Humeruskopf
ausgeprägte zystische Formatio
nen
fänden
.
Derartige
Zystenbildungen seien gemäss
Lehrmeinung
als Z
eich
en degenerativer Verschleisspr
o
zesse der Sehnenmanschette im Ansatzbereich auf
zu
fassen. Weiterhin
stell
t
e
n
sich eine leicht
e
Engpasskonstellation mit relativ enger Distanz zwischen dem
Humeruskopf
und dem
anterior
-inferioren
Acro
mionrand
als auch eine AC-G
elenksarthrose dar, welche für ein
subacromiales
En
g
pa
s
ssyndrom mit
Imp
ingementsymptomatik
p
rädisponier
ten
. Begleitend seien – auch
hinweisend
auf ein
Impingement
s
yndrom
–
verstärkte
Signale im
suba
cromialen
und
subdeltoidalen
Schle
imbeutelkomplex zu erkennen.
Signalaltera
tionen im Bereich des
oberen
Anteils der ansatznah
en
Subscapularissehne
und der
Pulley
-S
chlinge sei
en
in
Zusammenschau mit den
Cystenbildungen
im
F
oot
print
der
Supraspinatussehne
als partielle T
exturstörungen
und Z
ei
chen einer chronisch-entzündlichen
T
endi
no
pa
t
hie
und nicht als Par
t
ialruptur zu
interpre
tieren (Urk.
11 S. 7-8).
4.2
Den Befunden widersprach
Dr.
D._
grundsätzlich nicht
.
Als
Begründung
seiner
Kausalitätsbeurteilung
legte er
in der Beurteilung vom
22.
August 2020
(E. 3.11)
dar, dass der vom Hausarzt
bei der Erstkonsultation
durchgeführte «
Job
e
-Test» für
eine Strukturschädigung der
Supraspinatussehne
spr
e
che
.
D
ie vom Hausarzt im Erstbehandlungsbericht
erwähnte «
erschwerte Abduktion
»
sei
eine etwas unsachgemässe Beschreibung des „
Jobe
-Tests", eines Tests zur Beschreibung der Funktion des
Supras
pinatus
der
Rotatorenmanschette
. Dasselbe gelte für die Be
schreibung der „Einschränkun
g der Supination und Pronation"
.
Diese Inter
pre
tation lässt sich den hausärztlichen Berichten nicht entnehmen (E. 3.2, E. 3.6). So steht fest, dass Dr.
Z._
von einer Kontusion ausging und gestützt auf das klinische Bild keine weiteren bildgebenden Abklärungen für notwendig befand, auch keine Arbeitsunfähigkeit attestierte. Es ist davon auszugehen, dass der
Hausarzt einen allfällig durchgeführten positiven
Job
e
-Test als solchen bezeichnet
und unter den Befunden aufgeführt hätte.
Ferner
beurteilte
D
r
.
D._
aufgrund der MRI-Bilder vom
5.
Januar 2017 ebenfalls degenerative
Veränderungen
, welche er
jedoch
als diskret einstufte
. Weshalb
Dr.
D._
dabei festhielt, «Die angeführte AC-Arthrose und das daraus angeführte resultierende
Impingement
ist ebenfalls in
keiner Weise den
Subacromialraum
einengend», kann nicht nachvollzogen werden
, zumal das
Impingementsyndrom
bereits von
Dr.
H._
im Bericht vom
4.
April 2021 diagnostiziert und
schliesslich operativ behoben wurde
(E. 3.4 und E. 3.5)
. Sodann wurde das
Impingementsyndrom
anhand der
MRI-Bilder vom 5.
Januar 2017 sowohl von Kreisärztin
F._
beurteilt
(E. 3.9 und E. 3.10)
,
als auch von Dr.
E._
ausführlich und schlüssig
beschrieben
(
Urk.
11 S. 11
und
Urk.
24 S. 5
)
.
Zum Schluss
ordnete
Dr.
D._
die Schädigung
des Beschwerdeführers
anhand der
MRI-Bildern v
om 5.
Januar 2017
als frisch ein
,
was medizinisch unbestritten blieb. Er führte jedoch nicht aus, weshalb dieser
Umstand im vorliegenden Fall für eine
traumatische Schädigung
spricht,
denn
das Unfallereignis
lag
zu diesem Zeitpunkt gut elf Monate
zurück
, wodurch eine frische Schädigung eher
ein
Indiz gegen eine traumatische Verletzung ist
(
Urk.
11 S. 9
).
Hinzu kommt,
dass die
Schmerzen des Beschwerdeführers
und die Schulterbeweglichkeit
nach der kon
ser
vativen Therapie bereits im März 2016 deutlich besserten und der Beschwer
deführer nach dem Unfall vom 2
3.
Februar 2016 seiner Tätigkeit als Linienbus-Chauffeur weiterhin vollumfänglich nachkommen konnte (E. 3.2 und E. 3.6).
Daran ändert auch
die
weitere
Kausalitätsbeurteilung
vom
9.
Februar 2021
von
Dr.
D._
nicht
s
.
Neben
allgemeine
n sowie konkreten
Ausführungen
über die Kompensation von
Rissläsionen durch
intakte
s
Gewebe
und allgemeinen Erläute
rungen
über
degenerative
Veränderungen
(
Urk.
17
/3 S. 1-7
)
legte
Dr.
D._
a
ls Begründung seiner Kausalitätsbeurteilung
Unfallszenarien
dar,
wie die Rissver
letzung möglicherweise durch die vorliegenden Unfallereignisse haupt- oder teilursächlich
hätten entstehen könn
e
n
.
Er
legte
jedoch nicht
schlüssig dar
, dass
d
i
e
Prellung
vom 2
3.
Februar 2016 im vorliegenden Fall für die Rissverletzung
beim Beschwerdeführer
überwiegend
wahrscheinlich
kausal gewesen
ist
, zumal die typischen Primärbefunde für die von ihm postulierte verletzungsbedingte Läsion nicht vorlagen bzw. nicht als vorliegend nachgewiesen sind
(
Urk.
17/3 S. 8)
.
Sodann will er die fehlenden Brückensymptome mit einem
phasenhaften
Verlauf
weg
diskutieren,
welcher aktengemäss
aber
eben nicht vorlag, da es nach der Besserung im März
2016
erst neun Monate später zu Symptomen kam, die bei den Ärzten der Rehaklinik
A._
den Verdacht auf eine
Rotatorenman
schettenruptur
erweckte
n
, und deren Symptomatik stagnierte.
Auch die beige
legten Artikel belegen, dass bei älteren Menschen
eine
Rotatorenman
schetten
ruptur
überwiegend
a
traumatisch
entsteh
t
und
ein eingeengter
Subacromialraum
auf eine chronische Pathologie hindeutet
(
Urk.
10/99 S. 25
-27
)
.
Soweit
der Beschwerdeführer die
Unfallkausalität aus dem Umstand der prätrau
matisch fehlenden Beschwerden ableiten
will
, ist anzumerken, dass die Argumen
tation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 201
3.
E. 5.1).
Ferner kann hinsichtlich der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführun
g
en bezüglich der mangelnden Fachkompetenz der
Kreisärzte auf die Ausführungen der Beschwerde
gegnerin verwiesen werden (Urk.
2 S.
11
), denen das Gericht nichts hinzuzufügen hat.
4.
3
Damit vermag die gegenteilige Beurteilung von
Dr.
D._
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahme zu wecken (vgl. E. 1.
7
).
Es ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Ruptur
en
der
Rotatorenmanschette
auf degenerative V
eränderungen zurückzuführen
sind
, zu
mal
der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbrin
gen
hat
;
sondern allein
entscheidend ist, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil 8C_68/2019 des Bundesgerichts vom 2
2.
Juli 2019, E. 3.2).
Demnach kann
vorliegend im Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung
auch
offen gelassen
werden, wie sich der Unfall genau ereignete und ob der Unfall
mechanismus geeignet
wäre
, die
vorliegende
Verletzung
zu verursachen.
Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon
auszugehen, dass der
status
quo sine bei höchstens vorübergehender unfall
kausaler Verschlimmerung des Vorzustandes nach Ablauf von sechs Monaten ab Unfall erreicht
war
. Bei dieser Aktenlage sind weitergehende medizinische Erhe
bungen nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Damit ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 9 und
Urk.
16
S.
9
) im
Übrigen auch gesagt, dass
die
Privatgutachten von
Dr.
D._
zur Feststellung des
massgebenden
Sachverhalts nicht notwendig war
en
. Insbesondere hat die Be
schwerdegegnerin das Einholen des Privatgutachtens nicht durch vor
Ent
scheid
er
lass
nur unzureichend durchgeführte
Sachverhaltsabklärungen verursacht
(vgl. daz
u etwa Bundesgerichtsurteil 8C_
207/2015 vom 29. September 2015 E. 4)
und dementsprechend sind ihr in diesem Zusammenhang keine Kosten aufzuerlegen.
5.
Demnach ist
nicht zu bestanden, dass die Bes
chwerdegegnerin die Leistungen ohne Rückforderung
per
3
0.
August 2019
eingestellt hat. Der angefochtene
Ein
spracheentscheid
erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Be
schwerde führt.