Decision ID: f1617242-d6ba-4ba6-bf6f-161e30ffe914
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene, über ein ausländisches Wirtschaftsdiplom verfügende
X._
arbeitete beim
Y._
zu einem Pensum von 50
bis 60 % im Bereich der
Degustation
von Speisen. Daneben war sie
noch für andere Arbeitgeber tätig
(
Urk. 11/4, 11/28-29)
.
Am 18. Mai 2009 wurde
X._
als Fussgängerin von einem Personen
wa
gen erfasst. Sie erlitt nebst einem Schädelhirntrauma mit Commotio cerebri zahl
reiche Verletzungen im Bereich der rechten Schulter, des Thorax und des Beckens (Urk. 11/1-2, 12/2). Die Schulterfraktur wurde gleichentags im
Z._
mittels Plattenosteosynthese
repositioniert
(Urk.
12/
1
2
). Vom 28. Mai bis am 22. Juli 2009 weilte
X._
in der
A._
zur stationären Rehabilitation (Urk.
12/5
). Das
Oste
o
syn
the
sematerial
wurde am 20. Juli 2010 entfernt (Urk. 12/17).
X._
konnte ihre Tätigkeit beim
Y._
im Herbst 2009 wieder in reduziertem Umfang aufnehmen und schliesslich nach einer er
neu
ten gesundheitlichen Verschlechterung im Sommer 2010 ab dem 30. August 2011 wieder
das
ursprüngliche Arbeitspensum von 60 % versehen. Sie fühlte sich jedoch ausserstande, weiterhin als Putzfrau und Hauswartin zu arbeiten, und meldete sich
im Jahr
2010 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, an (
vgl.
Urk.
11/
28-
29
, 11/79
)
.
2.
D
er zuständige Unfallversicherer, die
AXA
Versicherungen AG, bei der
X._
über den
Y._
im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) versichert war, stellte nach Einholung eines
po
lydisziplinären
Gutachtens der Ärzte der
A._
vom 11. August 2011 (Urk.
12/37a-d)
mit Verfügung vom 2
8.
November 2011 ihre Taggeld- und
Heil
be
handlungsleistungen
per 31. Oktober beziehungsweise 31. Dezember 2011 ein und lehnte eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung ab (Urk. 11/70). Da
ran hielt
er
mit
Einspracheentscheid
vom 16. November 2012 fest (Urk. 2).
3.
Dagegen erhob
X._
am 17. Dezember 2012 Beschwerde mit folgendem
Rechts
begehren
(Urk. 1 S. 2):
1.
Der
Einspracheentscheid
vom 16.11.2012 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen aus UVG aus
zurichten.
2.
Es sei der Beschwerdeführerin insbesondere eine Rente und eine
Integri
tätsentschädigung
zuzusprechen.
3
.
Es sei ein gerichtliches Gutachten in den Fachdisziplinen Psychi
atrie, Orthopädie und Neurologie beziehungsweise Neuropsychologie anzuordnen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 8 % MwSt., zulasten der Beschwerdegegnerin.
Am
5.
Februar 2013 reichte die Versicherte Arztberichte nach (
Urk.
8-9).
Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2013 schloss die AXA Versicherungen AG auf Beschwerdeabweisung (Urk. 10). In der Replik vom 23. April 2013 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbegehren fest (Urk. 15). Die
Beschwer
de
gegnerin
teilte am 30. Mai 2013 mit, sie verzichte auf eine Duplik (Urk. 20). Davon wurde der Beschwerdeführerin am 3. Juni 2013 Kenntnis gegeben (Urk. 21).
Am 2
4.
Februar 2014 reichte deren Anwalt seine Honorarnote ein (
Urk.
22, 23).
4
.
Im Beschwerdeverfahren I
V.2012.01078
betreffend die Verfügung der IV-Stelle vom 4. September 2012, mit der der Versicherten ebenfalls gestützt auf das
po
ly
disziplinäre
Gutachten der Ärzte der
A._
vom 11. August 2011 (Urk.
12/37a-d
) mit Wirkung ab 1. November 2010 eine
bis am 30. Ap
ril 2011 befristete ganze Invalidenrente zugesprochen worden war,
erging das Ur
teil am 31. Januar 201
4
(
Urk.
24)
.
Auch das vorliegende Verfahren erweist sich als spruch
reif. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent in
valid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene
Integritätsent
schädigung
, wenn sie durch den Unfall eine dauer
nde erhebliche Schädigung der körperlichen
,
geistigen
oder
psychischen
Integrität erleidet.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet wer
den kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Tag
geldleistungen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht
.
Bei organisch nachweisbarer Behandlungsbedürftigkeit der Gesundheitsstörung deckt sich die adäquate, das
heisst
rechtserhebliche, Kausalität weitgehend mit der natürlichen und die Adäquanz hat gegenüber dem natürlichen Kausalzu
sammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung. Insbesondere bei psy
cho
genen Störungen, den typischen Beschwerden nach einem Schleudertrauma der HWS, einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung oder einem Schä
del-Hirntrauma ist die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natür
li
chen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung hingegen zu prüfen (
BGE 128 V 172
E.
1c,
118 V 291
E.
2a, mit Hinweisen).
1.3
Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Un
fall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181
E.
3.1, 406
E.
4.3.1, 123 V 45
E.
2b, 119 V 337
E.
1, 118 V 289
E.
1b, je mit Hinwei
sen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden B
eweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 118 V 289
E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Diese Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit
Schleuder
verlet
zung
der
Hals
wir
belsäule
oder Schädelhirntrauma. Ist eine derartige Verletzung diagnostiziert und liegt ein dafür typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwer
den wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis
störungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reiz
barkeit,
Affekt
labilität
, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 360
E.
4b).
1.4
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfol
ges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181
E.
3.2, 405
E.
2.2, 125 V 461
E.
5a).
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule oder eines
Schädel
hirntraumas
auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbe
stehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nach
weisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 102
E.
3b, 122 V 417
E.
2c).
Danach
ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massge
bende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbs
unfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere auf
weist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich ange
hört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen Unfall und gesund
heitli
cher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu ver
neinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nach
dem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzu
ordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders aus
geprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusam
menhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352
E.
3a, 122 V 160
E.
1c).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin klagte bei der von der Beschwerdegegnerin ver
an
lass
ten Begutachtung in der
A._
im August 2011 über
be
la
stungs
ab
hän
gi
ge
, sich gegen das Wochenende hin ver
stärkende Schmerzen im Bereich der rech
ten Schulter, des Beckens und der Hüfte, ferner über chronische Nacken- und
Hinterkopfschmerzen
, rechtsseitige thorakale, entlang des Rippenbogens be
tonte Schmerzen und einen diffus verteilten „Brustdruck“; wegen des Zu
stan
des nach den Rippenbrüchen könne sie manchmal nicht einatmen und habe ohne Physiotherapie ein Erkältungs- und
Engegefühl
. Die Schulterschmerzen stün
den im Vordergrund; sie würden bei ihrer Tätigkeit in der
Degu
sta
ti
ons
kü
che
beim Gemüse
rüsten oder Zitronen
pressen betont; beim Tragen von Ge
gen
stän
den strahlten sie bis zum Nacken aus. Auch bestünden Einschlafgefühle am Dau
men und Zeigefinger rechts. Die Schmerzen im Beckenbereich strahlten nach zirka 30-minütigem Gehen bis zum Fuss aus und es trete ein Amei
sen
lau
fen bis zur Grosszehe auf. Die Gleichgewichtstörungen nach dem Unfall hätten in
zwischen gebessert, sie sehe aber immer noch „Fliegen“ im Auge und leide seit dem Unfall des Öfteren unter Halbseiten-Kopfschmerzen rechts, zudem unter Müdigkeit und Ängsten, wieder von einem Auto angefahren zu werden,
ih
ren Mann oder die Orientierung zu verlieren oder dem Unfallverursacher zu be
geg
nen. Auch Berichte über Unfälle im Fernsehen oder in Zeitungen würden Äng
ste auslösen. Sie habe daher den Drang, alles zu kontrollieren, und aus
ge
präg
te Albträume. Diese wie auch die Schmerzen und Ängste führten dazu, dass sie nach zwei bis drei Stunden Schlaf erwache und grosse Schwierigkeiten habe, wie
der einzuschlafen. Seit Oktober 2009 stehe sie in ambulanter psychiatrischer Be
handlung. Sie arbeite nur am Vormittag jeweils 4 Stunden in der
Degu
sta
ti
ons
küche
. Nachmittags gehe sie zur Physiotherapie oder Psychotherapie und müs
se sich wegen der Schmerzen erholen (Urk. 12/37b S. 2 ff., 4, Urk. 12/37d S. 2
f.).
2.2
Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte bei der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung bis auf einen etwas ver
stärkten Rededrang, der jedoch zu unterbrechen sei und inhaltlich die reale Ebene nicht verlasse, keine psychopathologischen Auffälligkeiten, insbesondere keine depressive Symptomatik, fest. Anamnestisch würden glaubhaft Ängste beschrieben, des Weiteren Albträume ohne Bezüge zu einer realen
Lebenssitua
tion
und Kontrollzwänge. Anhalte für eine Aggravation oder Bagatellisierung der psychischen Symptomatik ergäben sich nicht; die Beschwerdeschilderung sei glaubhaft, authentisch und nachvollziehbar (Urk. 12/37d S. 10, 14). Auf
grund der von der behandelnden Psychotherapeutin beschriebenen, von der Explorandin bestätigten und von ihm als glaubhaft beurteilten Symptome wie Flashbacks, Albträume, Vermeidungsverhalten, Zwangsvorstellungen,
Kon
zen
trationsschwierigkeiten
, Verlustängste und Rückzugstendenz diagnostizierte der Gutachter eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F34.1; richtig: F43.1), die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Seit Oktober 2009 stehe das psychische Beschwerdebild im Vordergrund (Urk. 12/37d S. 11, 16). Doch sei die Versicherte dank der Psychotherapie nun wieder in der Lage, während vier Stunden pro Tag zu arbeiten. Die von ihr gewünschte
Pensumserhöhung
auf die vor dem Unfall innegehabten 60 % sei unter Weiter
führung der Psychotherapie per sofort möglich, weshalb von einer vollen Ar
beitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Qualitative oder quantitative Ein
schränkungen seien aus seiner Sicht im Lichte des aktuellen Befunds nicht mehr mit der gebotenen Wahr
scheinlichkeit gegeben. Trotz der unbestrittenen
Rest
symptomatik
sei eine tägli
che Arbeitsleistung von 8,5 Stunden in der bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer
Degustationsküche
beziehungsweise Reinigungsangestellte zumutbar. Die Zeiten zur Wahrnehmung der Psychothe
rapie und Physiotherapie sollten gewährleistet sein (Urk. 12/37d S. 12 f., 17). Zur Frage der Kausalität erklärte
Dr.
B._
, obwohl die Symptomatik nicht unmittelbar nach dem Unfall auf
getreten sei, bestehe angesichts der Anamnese (Schwere des Traumas,
Symp
tomentwicklung
) ein hinreichend plausibler kausaler Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall als auslösendes traumatisches Erlebnis (Urk. 12/37d S. 12, 15 f.).
2.3
Gutachter Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, erhob im Schultergelenk ein persistierendes leichtes Aussenrotationsdefizit im
Schul
terbereich
beziehungsweise Beschwerden der in physiologisch anatomischer Stellung ausgeheilten
Humerusfraktur
und Restbeschwerden seitens des rechten
Sakrums
. Die über dem AC-Gelenk bis in die Nackenregion respektive in den Vorderarm ausstrahlenden, mit diffusen
Parästhesien
verbundenen Beschwerden liessen sich mangels elektroneurographischer Hinweise für eine
Neurokompres
sion
am ehesten mit der länger andauernden postoperativen
glenohumeralen
Beweglichkeitseinschränkung und einer damit verbundenen kompensatorischen Überlastung des AC-Gelenkes erklären. Sie könnten allenfalls mittels Infiltration
des AC-Gelenkes unter Röntgenkontrolle vermindert werden. Die Beschwerden im Bereich des vorderen Schultergelenks-Kompartimentes auf der Höhe des
Sulcus
respektive der Narbe liessen sich kernspintomografisch nicht verifizieren. Vermutlich sei der Endzustand erreicht, da nach dem zweimaligen Eingriff von Adhäsionen im Narbenbereich ausgegangen werden müsse, die sich durch me
dizinische Massnahmen vermutlich nicht wesentlich verbessern liessen. Bezüg
lich der Beschwerden im rechten
Sakrum
könnte gegebenenfalls eine diagnos
tische und therapeutische Infiltration unter CT-Kontrolle erfolgen. Die geklagten Restbeschwerden, die überwiegend wahrscheinlich in einem Kausalzusammen
hang zum Unfall vom 1
8.
Mai 2009 stünden, seien jedoch als gering einzustu
fen und wirkten sich auf die Ar
beitsfähigkeit nicht aus (Urk. 12/37a S. 11 ff.). Die eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei möglicherweise auf sekundäre Verspannungen, ausgelöst durch eine Fehlhaltung und -
beanspru
chung
im Rahmen der Schultergelenksproblematik, zurückzuführen.
A
n der Halswirbelsäule bes
t
ehe
kein unfallbedingtes pathologisches Korrelat
(Urk. 12/37a S. 15).
Zur Arbeitsfähigkeit erklärte
Dr.
C._
, dass der Be
schwerdeführerin ange
sichts der
Leichtgradigkeit
des noch zu erhebenden Defektsyndroms - eine leichte Einschränkung der globalen und
glenohumeralen
Beweglichkeit des Schultergelenkes - leichte und mittelschwere Tätigkeiten, ins
besondere unter der Horizontalebene des Schultergelenkes (90°-Abduktion), zu 100 % ganztägig möglich seien. Dabei sollten Heben und Tragen von Gegenständen über 5 kg, insbesondere in der Armvorhalteposition und bei Arbeiten über der
Horizontal
ebene
(entsprechend über Brust-/Kopfhöhe), eher vermieden werden. Das Han
tieren sowie leichte und mittelschwere Tätigkeiten wie auch
feinmoto
rische
Arbeiten seien uneingeschränkt möglich, vor allem in Lendenhöhe. Auch grob manuelle Tätigkeiten seien möglich, jedoch unter Einhaltung der beschrie
benen
Gewichtslimiten
. Eine Einschränkung der Handrotation bestehe nicht. Die bis
herige Arbeit in einer
Degustationsküche
könne somit ebenso wie jede andere Tätigkeit unter Beachtung der genannten Einschränkungen wieder zu 100 %, das heisst zu täglich 8,5 Stunden, ausgeübt werden. Denkbar seien aufgrund der Ausbildung Bürotätigkeiten, Telefondienste oder Überwachungsarbeiten. Als Reinigungsangestellte sei die Versicherte hingegen nur noch zu 50 % arbeits
fä
hig, da diese Tätigkeit teilweise mit Heben und Tragen schwerer Gegenstände (Wassereimer, Staubsauger), Arbeiten über der Horizontalebene (Fensterputzen, Reinigen von Oberschränken) und Arbeiten mit erhöhtem Kraftaufwand (Bodenreinigung) verbunden sei. Gegebenenfalls könne durch weitere Physio
therapie eine gezielte Verbesserung der
glenohumeralen
Beweglichkeit erreicht werden und durch eine röntgengesteuerte Infiltration des
Akromioklavikularge
lenks
rechts eine zusätzliche Verbesserung der Symptomatik erzielt werden mit vermutlich positiver Auswirkung auf die Armvorhalteposition respektive
Über
kopfarbeiten
(Urk. 12/37b S. 16 ff.).
2.4
Prof. Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, fand bei seiner gutachter
lichen Abklärung keinen Hinweis auf eine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem, der Wirbelsäule sowie der paravertebralen Strukturen. Die Schmerzen im Bereich des rechten Schultergelenks und der rechten Hüft- und
Thorakalregion
seien nicht neurogen, sondern orthopädisch zu bewerten. Die vorgetragene Kopfschmerzsymptomatik sei unspezifisch und
klassifikatorisch
nicht sicher zuzuordnen; differentialdiagnos
tisch sei ein Span
nungskopfschmerz zu erwägen. Angesichts der Hinweise auf eine
bewuss
t
seins
nahe
Aggravation (deutliche Diskrepanz zwischen der anam
ne
stisch vor
getra
genen aktuellen Schmerzstärke und dem unbeeinträchtigten klinischen Eindruck) und der Medikamentenanamnese, die differentialdiagnostisch auf einen
Analgetikakopfschmerz
hindeute, seien Ausprägung und
Krankheits
wertigkeit
der beklagten Schmerzsymptomatik zweifelhaft, weshalb keine behindernde Gesundheitsstörung attestiert werden könne. Zu empfehlen sei eine schrittweise Entgiftung, bei Fortbestehen von Beschwerden ein Behandlungs
versuch mit einem
Trizyklikum
. Angesichts der anamnestischen Daten und der Akten sei eine unfallbedingte relevante Kopfverletzung beziehungsweise ein
Schädelhirn
trauma
nicht wahrscheinlich. Die ursprünglich diagnostizierte minimal
trauma
tic
brain
injury
sei bestenfalls spekulativ. Eine solche wäre jedenfalls als
leicht
gradig
zu klassifizieren. Die epidemiologische Evidenzlage zu
leichtgradigen
Schädelhirntraumen ergebe keine Belege für hieraus biologisch plausibel ableit
bare dauerhafte zerebrale Störungen. Prospektive Studiendaten sprächen viel
mehr gegen eine derartige Annahme. Klinische Hinweise für eine kognitive Störung lägen nicht vor. Das Unfallereignis sei angesichts der fehlenden Hin
weise für ein relevantes Schädelhirntrauma, der seinerzeitigen zeitnahen
Erst
befunde
ohne Anhalt für eine relevante zerebrale Störung und des aktuellen klinischen Befundes nicht geeignet, eine dauerhafte zerebrale Störung biolo
gisch plausibel zu begründen. Da neuropsychologische Untersuchungen durch unbewusste, vorbewusste und bewusste Faktoren (Depression, Angst, Aggrava
tion, Simulation, Täuschung) erheblich
störbar
seien und die hieraus resultie
renden Artefakte methodisch bislang unzureichend differentiell abge
grenzt worden seien, komme ihnen kein eigenständiger diagnostischer Wert zu und seien die Ergebnisse nur im Licht der klinischen Befunde sinnvoll inter
pretier
bar. Da bei der Versicherten im Rahmen der psychiatrischen Vorbe
handlungen depressive Störungssymptome erwogen worden seien, würden
allfällige
testpsy
chologische
Daten in keinem Fall eine hirnorganische Beein
trächtigung zu bele
gen vermögen (Urk.
12
/37c S. 16 ff.).
2.5
Die Gutachter kamen in der Konsensbeurteilung vom 11. Au
gust 2011 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei. Entsprechend den Ausführungen im orthopädischen Gutachten bestehe lediglich eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/37a
).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin geht aufgrund dieser gutachterlichen Beurteilung davon aus, dass keine neurologischen Befunde vorhanden seien und die übrigen von der
Humerusfraktur
, vom
Thoraxtrauma
, Becken- und
Abdominaltrauma
her
rührenden
Befunde keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr recht
fer
tig
ten. Auch aufgrund der noch bestehenden unfallbedingten posttraumatischen
Be
lastungsstörung
liege keine Arbeitsunfähigkeit mehr vor. Diese sei zudem nicht dauerhafter Art. Die Beschwerden nicht organischer Art würden überdies nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall stehen.
3.2
Das Gutachten der Ärzte der
A._
überzeugt
jedoch
bezüglich der Beur
teilung der aktuellen gesundheitlichen Situation nicht. Dies gilt namentlich für die Gesamtbeurteilung, die sich auf die Bestätigung der von allen
Teil
gut
ach
tern
bescheinigten vollen Arbeitsfähigkeit beschränkt und auf das aus ortho
pä
discher Sicht bestehende Anforderungsprofil verweist. Die
Zumut
bar
keits
be
ur
teilungen
der einzelnen
Fach
gutachter sind nämlich zum Teil in sich widersprüch
lich und einzelne für die Beurteilung der aktuellen gesundheitlichen Si
tu
a
tion massgebende Aspekte werden
darin
unterschiedlich oder nicht über
zeu
gend beurteilt.
So steht die
vom P
sychiater
Dr.
B._
attestierte vollumfängliche Arbeits
fä
hig
keit bei einem täglichen Pensum von 8,5 Stunden (Urk. 12/37d S. 17) in einem gewissen Widerspruch zu
den
Äusserungen
dieses Gutachters
,
es
spreche
nichts dagegen, wenn die Versicherte ihren Arbeitseinsatz bei der
Y._
wieder auf das angestammte Pensum von 60 % erhöhe (Urk. 12/37 S. 12), und bei einer vol
len Arbeitsleistung von täglich 8,5 beziehungsweise wöchentlich 42 Stunden
soll
te
die Wahrnehmung der Psycho- und Physiotherapie zeitlich gewährleistet sein (Urk. 12/37d S. 17).
Während
für die von
Dr.
B._
bis zum Explorationszeitpunkt attestierte ein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit unter anderem massgebend war, dass An
halts
punk
te für eine Aggravation der psychischen Symptomatik fehlten und die
Be
schwer
deschilderung
glaubhaft, authentisch und nachvollziehbar war
(Urk. 12/37d
S. 14),
ist i
m neurologischen Gutachten von einer
be
wusst
seins
na
hen
Aggravation die Rede und
wird
deshalb die Ausprägung und
Krank
heits
wer
tigkeit
der beklagten Schmerzsymptomatik bezweifelt (Urk. 12/37c S. 16). Aus dem
G
ut
achten geht nicht hervor, dass dieser Widerspruch im Rahmen der
Ge
samtbeurteilung
entsprechend den Gepflogenheiten bei einer
po
ly
dis
zi
pli
nä
ren
Expertise (vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
I 87/04
vom 1
3.
Juli 2004
E.
3
mit Hinweisen)
diskutiert und geklärt worden wäre.
Der
neurologische Gutachter Prof. Dr.
D._
scheint die bewusstseinsnahe Aggra
vation mit
ein
er
deutlichen Diskrepanz zwischen der anamnestisch vor
ge
tra
ge
nen aktuellen Schmerzstärke und dem unbeeinträchtigten klinischen Eindruck
zu begründen (Urk.
12/
37c S. 12). Allerdings
sc
hilderte
die Versicherte die Schmer
zen vor allem als belastungsabhängig (
Urk. 12/37b S. 2, Urk. 12/37d S. 2),
und der Gutachter legt nicht dar, inwiefern sie im Rahmen seiner Un
ter
su
chun
gen Belastungen ausgesetzt war. Abgesehen vom Hinweis auf das flüssige
Gang
bild
sowie das zügige und geschickte An- und Auskleiden (Urk. 12/37c S. 12)
substantiierte
er
auch
nicht, welche der beobachteten Verhaltensweisen ihn
zur Annahme von Aggravation
führten. Insofern genügte er seiner Aufgabe als Gutachter nicht (vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
8C_282/2012
vom 1
1.
Mai 2012
E. 5). Schon aus diesem Grund bleiben daher nicht nur b
ezüglich
der von ihm bescheinigten vollen Arbeitsfähigkeit, sondern auch bezüglich sei
ner neurologischen Beurteilung als solche erheblich Zweifel bestehen
, zumal Prof.
Dr.
D._
auch d
en Verzicht auf eine neuropsychologische Abklärung unter an
derem mit der bei Aggravation beeinträchtigten Zuverlässigkeit der neu
ro
psy
chologischen Testresultate begründete.
Gegen die
Qualität des
neurologische
n
Gutachte
ns
spricht schliesslich auch der Umstand, dass
von einer neuropsychologischen Abklärung
vor allem deshalb ab
gesehen wurde
, weil im Falle der Beschwerdeführerin die Ergebnisse einer der
artigen Abklärung angesichts der im Rahmen der Vorbehandlungen er
wo
ge
nen psychiatrischen Diagnose mit depressiven Störungssymptomen in keinem Fall als Beleg einer hirnorganischen Beeinträchtigung verwertbar wären (Urk. 12/37c S. 17 f.)
.
Es finden sich in den vorhandenen medizinischen Akten jedoch überhaupt keine Anhaltspunkte auf eine in Betracht gezogene depressive Sym
p
tomatik, und auch
Prof.
Dr.
D._
führte dazu
keine
n
konkreten Beleg an
. Da
von abgesehen erweist sich
sein
Teilgutachten auch insofern als un
zu
ver
läs
sig, als
er
festhält,
eine unfallassoziierte Bewusstlosigkeit werde negiert (Urk. 12/37c S. 4), und die ursprünglich diagnostizierte minimal
traumatic
brain
injury
„als bestenfalls spekulativ“ beurteilt (Urk. 12/37 S. 27). Diese Äus
se
run
gen stehen nicht nur im Widerspruch zur Angabe des Gutachters Dr.
B._
, die Beschwerdeführerin sei im Rahmen des Unfalls bewusstlos gewesen
(Urk.
12/
37d S. 11), sondern auch zu der von den erstbehandelnden Ärzten des
Z._
im Bericht vom 28. Mai 2009 bezüglich des Unfalls festgehaltenen Am
ne
sie (Urk.
12/2 S. 1
) und zu den Feststellungen von Dr. med.
E._
, Fachärztin FMH für Neurologie, im Bericht vom 12. Januar 2010, die Beschwerdeführerin erinnere sich nicht mehr an den Zusammenprall mit dem Personenwagen, der Tag nach dem Unfall fehle in ihrem Gedächtnis und sie könne sich an die drei Ta
ge auf der Intensivstation nur bruchstückhaft erinnern (Urk.
12/9 S. 1)
. An
ge
sichts der echtzeitlich festgestellten Amnesie, des Unfallhergangs - die Beschwer
deführerin war durch die Kollision mit dem Personenwagen durch die Luft geschleudert worden (Urk.
11/1/4 S.
7, 9
) - und des von Dr.
E._
erwähn
ten, im Schädel-CT sichtbar gewesenen kleinen
Galeahämatoms
rechts
occi
pital
(vgl.
Urk. 12/9 S. 1
) reichen die
eher
allgemein gehaltenen Überlegun
gen des neurologischen Gutachters betreffend Klassifikation und epidemiologi
sche
Evi
denzlage
von Schädelhirntraum
en
(Urk.
12/
37
c
S. 17, 27) zum Aus
schluss wei
terbestehender Folgen der ursprünglich diagnostizierten Commotio cerebri (Urk.
12/2 S. 1
) jedenfalls nicht aus.
Was das orthopädische Teilgutachten anbelangt, so beschränkt es sich im We
sent
lichen auf die im Bereich des rechten Schultergelenks bestehende und als nach
vollziehbar bezeichnete Restsymptomatik.
Gutachter Dr.
C._
setzt sich weder mit den von der Versicherten im Becken- und
Thoraxbereich
geltend gemach
ten Beschwerden noch mit den im Hüftgelenk erhobenen Befunden aus
ei
nan
der.
Namentlich d
ie von der Beschwerdeführerin beschriebenen
Geh
b
e
hin
de
run
gen
bleiben un
kommentiert (Urk.
12/37b
S. 2). Insofern vermag
auch
Dr.
C._
s
Kausalitätsbeurteilung nicht restlos zu überzeugen.
Zudem
ist die aus
seiner
Sicht bezüglich einer 100%igen Tätigkeit bei der
Y._
bescheinigte vol
le Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar; denn diese Tätigkeit
erfüllt
jeden
falls so wie sie von der Beschwerdeführerin bei der Begutachtung beschrie
ben wurde (Urk.
12/
3
7b
S.
4 f.
)
-
namentlich hinsichtlich der anfallen
den
Über
kopf
arbeiten
nicht vollumfänglich das von Dr.
C._
vorge
sehene
Anfor
de
rungs
profil
(Urk.
12/37b
S.
17
f
.
),
zumal
der neurologische Gutachter festhält, ge
legentlich müssten Gewichte bis zu 5 oder 10 kg bewegt werden (Urk.
12/
37c
S.
4
).
3.3
Angesichts dieser inhaltlichen Mängel erweist sich das polydisziplinäre Gut
ach
ten
der Ärzte der
A._
namentlich hinsichtlich der organischen Unfall
folgen
und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht als beweiskräftig.
Es kann daher nicht darauf abgestellt werden.
Der angefochtene
Ein
spra
che
ent
scheid
ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu wei
te
ren Abklärungen zurückzuweisen. Sinnvollerweise wird sie diese mit der
IV
Stel
le
, die laut
Urteil vom 31. Ja
nu
ar
2014
, IV.2012.
01078
, in Sachen der Be
schwerdeführerin
ohnehin
Ab
klä
run
gen zu
deren
effektive
r
Berufstätigkeit
vor
zu
nehmen und
ein
beweistaugliches interdisziplinäres medizinisches Gut
achten ein
zu
holen
hat
, ko
or
dinieren.
3.4
Das Bundesgericht hat entschieden, dass auch im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren bei der gerichtlichen Rückweisung an den Versicherungsträger zur ergänzenden medizinischen Abklärung nunmehr BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 zu beachten ist. Demgemäss ist eine Rückweisung an den Versicherungsträger nur zulässig, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet liegt oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzi
sierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist. Andernfalls ist - wie von der Beschwerdeführerin beantragt - ein
Gerichtsgut
achten
einzuholen (Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4 publiziert in
SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3
).
Hier geht es zwar weder um die Erhebung einer bislang vollständig ungeklärten Frage noch lediglich um eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung vor
handener medizinischer Akten. Doch fällt ins Gewicht, dass im parallel laufen
den invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren IV.2012.01078 eine
Rückwei
sung
erfolgte, weil diese Voraussetzungen erfüllt waren. Mit Blick auf die dort in Aussicht stehende Begutachtung rechtfertigt sich hier
ausnahmsweise und nicht zuletzt aus prozessökonomischen Gründen - von der Anordnung eines Gerichtsgutachtens abzusehen, denn die Verwaltungsbehörden sind besser in der Lage, ihre
Begutachtensverfahren
zu koordinieren.
4
.
Bei diesem Verfahrensausgang, der einem vollständigen Obsiegen der
an
walt
lich vertretenen
Beschwer
deführerin gleichkommt
(BGE 137 V 57 E. 2.2), hat die durch einen Anwalt vertretene Beschwer
deführer
in
laut Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
(
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist
nach Ein
sicht in die Honorarnote vom 2
4.
Februar 2014 (
Urk.
23) -
entsprechend der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeiten des Prozesses auf Fr.
2‘
7
0
9
.
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.