Decision ID: 38b76dbf-9c99-4b5c-a2ef-33902823bea2
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 8. Juni 2012 beim RAV B._ zur Arbeitsvermittlung ab
dem 6. Juli 2012 an (act. G 4.1/B15). Er gab an, sein letztes Arbeitsverhältnis mit C._
Rechtsanwälte (Liechtenstein) sei per 6. Juli 2012 einvernehmlich aufgelöst worden, da
das Ende der Konzipientenzeit (Praktikumszeit) erreicht worden sei (act. G 4.1/A3). In
der Folge arbeitete er vom 1. August 2012 bis zum 30. November 2012 beim
Landesgericht D._ (A) als Gerichtspraktikant, was die Arbeitslosenkasse F._
zunächst als Zwischenverdienst abgerechnet hatte (act. G 4.1/B1 – B4).
A.b Am 23. November 2012 teilte das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.
Gallen (AWA) dem Versicherten mit, seine Vermittlungsfähigkeit werde überprüft. Die
Beendigung der letzten Tätigkeit habe keinen arbeitsmarktlichen Grund gehabt,
sondern sei aus einem vorgegebenen Ausbildungsplan resultiert. Gleichermassen folge
die anschliessende Tätigkeit beim Landesgericht D._ dieser Logik. Die
Vermittlungsfähigkeit könne deshalb nicht angenommen werden. Bilde ein Praktikum
integrierenden Bestandteil einer beruflichen Grundausbildung, habe die
Arbeitslosenversicherung keine Leistungen zu erbringen (act. G 3.1/A28).
A.c Mit Stellungnahme vom 29. November 2012 machte der Versicherte im
Wesentlichen geltend, das Gerichtspraktikum in Österreich sei keine Voraussetzung für
die liechtensteinische Rechtsanwaltsprüfung. Er habe die Anwaltsausbildung in
Liechtenstein durchlaufen und nach Abschluss derselben auch die
Rechtsanwaltsprüfung in Liechtenstein abgelegt. Nunmehr sei er befugt, in
Liechtenstein als Rechtsanwalt tätig zu sein. Damit habe das Gerichtspraktikum in
Österreich nichts zu tun. Vielmehr habe er bereits vor Antritt des Praktikums sämtliche
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Voraussetzungen für die Zulassung zur liechtensteinischen Anwaltsprüfung erfüllt. Das
Gerichtspraktikum habe einzig der Schadenminderung gedient (act. G 3.1/A39).
A.d Mit Verfügung vom 19. April 2013 stellte das AWA fest, der Versicherte sei vom
9. Juli 2012 bis zum 30. November 2012 nicht vermittlungsfähig. Ab 1. Dezember 2012
bis zu seinem Stellenantritt am 1. Januar 2013 als Anwalt sei die Vermittlungsfähigkeit
jedoch gegeben. Zwar möge die fragliche Tätigkeit beim Landesgericht D._ nicht
integrierender Bestandteil der liechtensteinischen Anwaltsausbildung gewesen sein. Es
könne indessen kein Zweifel daran bestehen, dass dieses Praktikum im Hinblick auf die
erfolgreiche Bewältigung der Anwaltsprüfung aufgenommen worden sei. So habe der
Versicherte den bestehenden Arbeitsvertrag selber mit der Begründung beendet, sich
auf die kommende Prüfung vorbereiten zu wollen. Dass er noch vor Eintritt der
Arbeitslosigkeit die Bewilligung zum Gerichtspraktikum beantragt und bewilligt erhalten
habe, zeige auf, dass es seiner Planung entsprochen habe, aus dieser Tätigkeit Nutzen
zu ziehen im Hinblick auf die Prüfungsvorbereitung. Überdies habe er sich vor Eintritt
der Arbeitslosigkeit nicht um andere Stellen beworben, sondern sich nur um diese
Praktikumsstelle bemüht. Er habe damit beruflich disponiert und zu Lasten einer
ordentlichen Arbeitnehmertätigkeit einen befristeten Praktikumserwerb aufgenommen
(act. G 3.1/A38).
A.e Mit Einsprache vom 17. Mai 2013 beantragte der Versicherte, es sei
festzustellen, dass er vom 9. Juli 2012 bis zum 31. Dezember 2012 vermittlungsfähig
gewesen sei. Die Arbeitslosenversicherung F._ sei anzuweisen, dass sämtliche ihm
zustehenden Arbeitslosenversicherungsleistungen in gesetzlicher Höhe auszuzahlen
seien. In formeller Hinsicht machte er zunächst geltend, die Verwaltung habe das
rechtliche Gehör verletzt, indem die Verneinung der Vermittlungsfähigkeit in der
angefochtenen Verfügung aus einem anderen Grund erfolgt sei als im Schreiben vom
23. November 2012 angekündigt, weshalb die Verfügung allein schon deshalb
aufzuheben sei. Zudem sei die Verwaltung von einem unrichtigen Sachverhalt
ausgegangen. Es treffe nicht zu, dass die Praktikumstätigkeit beim Landesgericht
D._ im Hinblick auf eine erfolgreiche Bewältigung der Rechtsanwaltsprüfung
aufgenommen worden sei. Es treffe auch nicht zu, dass er selber den bestehenden
Arbeitsvertrag bei C._ Rechtsanwälte aufgelöst habe. Vielmehr sei es gängige Praxis
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gewesen, dass am Ende der Ausbildungszeit das Arbeitsverhältnis beendet werde (act.
G 3.1/A43).
A.f Am 3. September 2013 forderte das AWA den Versicherten auf, eine
Bestätigung seines ehemaligen Arbeitgebers beizubringen, wonach das
Arbeitsverhältnis von diesem gekündigt worden sei und ein Weiterarbeiten während der
Anwaltsprüfung weder in einem Vollzeit- noch in einem Teilzeitpensum möglich
gewesen wäre (act. G 3.1/A42). In einer weiteren Gehörsgewährung vom 18. August
2014 führte das AWA aus, der Arbeitgeber habe in seinem Antwortschreiben vom
18. November 2013 (nicht bei den Akten) ausgeführt, es habe sich um eine befristete
Anstellung gehandelt. Die vertragliche Beziehung habe bis Ende der Konzipientenzeit
bzw. bis zum Antritt der Rechtsanwaltsprüfung andauern sollen. Eine vorzeitige
Beendigung der Konzipientenzeit sei demnach nicht gegen den Willen des Versicherten
möglich gewesen. Das Gerichtspraktikum mit täglichem Arbeitsschluss um 16.00 Uhr
habe dem Versicherten im Vergleich zur hektischen Anwaltstätigkeit auch mehr Zeit
gelassen, sich auf die Prüfung vorzubereiten. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
habe das Gerichtspraktikum zur Prüfungsvorbereitungszeit gehört (act. G 3.1/A45).
A.g In einer weiteren Stellungnahme vom 13. September 2014 machte der
Versicherte geltend, es könne nicht davon gesprochen werden, dass er die
Konzipientenzeit vorzeitig beendet habe. Ansonsten wäre er nicht zur Anwaltsprüfung
zugelassen worden. Er habe die Auflösung auch nicht veranlasst oder billigend in Kauf
genommen. Vielmehr sei das Ende von vornherein so vereinbart gewesen. Es hätte
auch keinerlei Sinn gemacht, eine wesentlich besser bezahlte Betätigung zu Gunsten
einer sehr schlecht bezahlten Anstellung aufzugeben, nur um sich 3.5 Stunden in der
Woche mehr auf eine Prüfung vorbereiten zu können. Wäre dies im Raum gestanden,
wäre etwa eine 80 %-Anstellung bei C._ Rechtsanwälte die sinnvollere Lösung
gewesen (act. G 3.1/A47).
A.h Mit Entscheid vom 15. Januar 2015 wies das AWA die Einsprache ab. Auf Grund
der ausführlichen gesetzlichen Vorschriften im österreichischen
Rechtspraktikantengesetz zur „Gerichtspraxis“ an Gerichten, müsse davon
ausgegangen werden, dass vorliegend der Ausbildungszweck, mithin der Erwerb von
Kenntnissen, im Vordergrund gestanden habe und nicht der Antritt einer ordentlichen
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Dauerstelle. Während der Dauer des Praktikums vom 1. August 2012 bis zum
30. November 2012 sei der Versicherte somit nicht vermittlungsfähig gewesen. Auch
für die Zeit vom 9. bis 31. Juli 2012 sei die Vermittlungsfähigkeit zu verneinen, da er
danach ein Praktikum und keine Stelle angetreten habe (act. G 3.1/A48).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
14. Februar 2015 mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der angefochtenen
Einspracheentscheids sowie Anerkennung der Vermittlungsfähigkeit für die Zeit vom
9. Juli 2012 bis zum 31. Dezember 2012. Eventualiter sei der angefochtene
Einspracheentscheid aufzuheben und das Verfahren zur neuen Entscheidung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Jedenfalls sei die Arbeitslosenkasse F._
anzuweisen, dass sämtliche dem Beschwerdeführer zustehenden
Arbeitslosenversicherungsleistungen vom 9. Juli 2012 bis zum 31. Dezember 2012
vollumfänglich in gesetzlicher Höhe ausbezahlt werden. Er sei bis 6. Juli 2012 bei C._
Rechtsanwälte als Konzipient (Rechtsanwaltsanwärter) angestellt gewesen. Es sei ihm
bereits bei der Anstellung mitgeteilt worden, dass es bei C._ Rechtsanwälte gängige
Praxis sei, dass das Arbeitsverhältnis mit Ende der Konzipientenzeit und bei Antritt zur
Rechtsanwaltsprüfung aufgelöst werde. Dies sei ihm auch folgerichtig erschienen, da
mit Antritt zur Anwaltsprüfung bzw. deren Absolvierung die Ausbildungszeit als
Rechtsanwaltsanwärter beendet sei. Vor Ende des Arbeitsverhältnisses habe er sich
hinsichtlich der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung informiert und von der
Schadenminderungspflicht erfahren. Daher habe er sich umgehend bei der
„Gerichtspraxis“ in Österreich angemeldet. Es wäre jederzeit möglich gewesen, diese
Tätigkeit zu Gunsten einer besseren Anstellung zu unterbrechen oder zu beendigen.
Dies sehe das österreichische Rechtspraktikantengesetz ausdrücklich vor. Die
Annahme der Praktikumsstelle belege gerade, dass er bereit und in der Lage gewesen
sei, eine zumutbare Stelle anzunehmen und neben der Vorbereitung auf die
Anwaltsprüfung einer Vollzeitstelle nachzugehen (act. G 1).
B.b Mit Eingabe vom 24. März 2015 beantragt die Verwaltung unter Verzicht auf eine
materielle Beschwerdeantwort Abweisung der Beschwerde. (act. G 3).

Erwägungen
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1.
1.1 Zunächst ist auf die formellen Rügen des Beschwerdeführers einzugehen. So
moniert er in der Beschwerde eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Der
Beschwerdegegner führe aus, er habe innert Frist (bis am 10. September 2014) keine
Stellungnahme eingereicht. Dabei habe er mit Schreiben vom 13. September 2014
ausführlich Stellung genommen. Es sei ihm zugesichert worden, diese Stellungnahme
werde noch berücksichtigt. Er habe sodann noch eine Erklärung eines früheren
Konzipienten von C._ angekündigt, die er am 19. September 2014 eingereicht habe.
Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben hätten sowohl die Stellungnahme wie
auch die Erklärung berücksichtigt werden müssen, sei doch mit der Zusicherung, dass
diese Unterlagen noch berücksichtigt würden, eine Fristverlängerung erfolgt. Zwar trifft
zu, dass der Beschwerdegegner im Einspracheentscheid vom 15. Januar 2015,
entgegen den vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen, die eine
Berücksichtigung der Stellungnahme vom 13. September 2014 und der Erklärung vom
19. September 2014 bestätigen (act. G 1.2 und 1.3), nicht explizit auf diese Unterlagen
eingegangen ist. Indessen ist davon auszugehen, dass er die fraglichen
Stellungnahmen implizit berücksichtigt hat. So versuchte der Beschwerdeführer in
seinem Schreiben vom 13. September 2014 sowie mit der Erklärung vom
19. September 2014 im Wesentlichen die im Einspracheverfahren noch umstrittene
Frage bzw. den Vorwurf der freiwilligen Vertragsauflösung bei C._ zu widerlegen. Im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Januar 2015 stellte der
Beschwerdegegner die Version des Beschwerdeführers, wonach von einem anfänglich
befristeten Arbeitsverhältnis auszugehen sei, jedoch nicht mehr in Frage. Vielmehr
verneinte er die Vermittlungsfähigkeit wegen der - im Schreiben vom 18. August 2014
ebenfalls thematisierten, vom Beschwerdeführer im Antwortschreiben vom
13. September 2014 jedoch weitgehend unbehandelt gelassenen - Frage des
Ausbildungscharakters der „Gerichtspraxis“ in D._.
1.2 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, der Beschwerdegegner setze
sich im angefochtenen Einspracheentscheid nicht mit den von ihm vorgebrachten
„Beweisrügen“ auseinander. So gebe es keine Beweiswürdigung dazu, weshalb und
aus welchen Aktenstücken „zweifellos“ entnommen werde, dass das Praktikum im
Hinblick auf die erfolgreiche Bewältigung der Rechtsanwaltsprüfung aufgenommen
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worden sei. Beweisergebnisse, welche diese Annahme stützen könnten, beständen
gerade nicht, sondern aus den Akten ergebe sich das Gegenteil. Sodann bringt der
Beschwerdeführer vor, auch die verfügungsweise getroffene Annahme, wonach er vor
der Arbeitslosigkeit keine Bemühungen um Arbeit unternommen sondern sich lediglich
eine Praktikumsstelle bemüht habe, gehe fehl. Weiter stelle es eine unrichtige Annahme
zu seinen Lasten dar, wenn angenommen werde, er habe nach einer
Prüfungsoptimierung getrachtet bzw. das Bestreben um Schadenminderung habe nicht
im Vordergrund gestanden. Schliesslich treffe auch nicht zu, dass er im Juli 2012
beruflich noch gebunden gewesen sei. Vielmehr habe C._ lediglich der Einfachheit
halber Ende Juni 2012 als Ende des Arbeitsverhältnisses angegeben. Tatsächlich sei er
bis 6. Juli 2012 angestellt gewesen. Diese tatbeständlichen Vorbringen stellen keine
eigentlichen formellen Rügen dar. Vielmehr ist darauf in den nachstehenden materiellen
Erwägungen einzugehen.
2.
2.1 Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist
die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR
837.0]). Die arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und
berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen
teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach auch die
persönliche Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen
während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen).
Wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft ist dabei im Allgemeinen die
Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle (ARV 2004 Nr. 13 S. 126 E. 2.3 mit Hinweis
= Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. Juni 2003, C 272/02). Die
Bereitschaft der versicherten Person, eine neue Stelle anzutreten, ist aufgrund
objektiver Kriterien zu prüfen. Der Wille allein oder die bloss verbal erklärte
Vermittlungsbereitschaft der versicherten Person genügen nicht (BGE 122 V 266 f. E.
4).
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2.2 Fortdauernd ungenügende Bemühungen um eine neue Stelle können ein
wesentlicher Hinweis darauf sein, dass die versicherte Person während einer
bestimmten Zeitdauer nicht gewillt ist, ihre Arbeitskraft anzubieten. Im Allgemeinen ist
aber eine unzureichende Stellensuche nur Ausdruck davon, dass die versicherte
Person ihrer Schadenminderungspflicht ungenügend nachkommt (BGE 112 V 218
E. 1b; ARV 1996/97 Nr. 19 S. 98, Nr. 8 S. 31 E. 3 mit Hinweisen). Erst wenn sich eine
versicherte Person trotz Einstellung in der Anspruchsberechtigung nach Art. 30 Abs. 1
lit. c AVIG über längere Zeit hinweg nicht um eine neue Stelle bemüht, darf
angenommen werden, es fehle ihr an der Vermittlungsbereitschaft. Sind aber immerhin
gewisse Anstrengungen der versicherten Person festzustellen, kann grundsätzlich nicht
auf fehlende Vermittlungsbereitschaft geschlossen werden, es sei denn, dass trotz des
äussern Scheins nachweislich keine Absicht zur Wiederaufnahme einer
Arbeitnehmertätigkeit bestanden hat (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [heute: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts]
C 65/00 vom 10. November 2000, E. 3b).
2.3 Nach ständiger Rechtsprechung bleibt für die Annahme eines
Zwischenverdienstes im Sinne von Art. 24 AVIG kein Raum, wenn die zur Diskussion
stehende Tätigkeit nicht zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit, sondern in erster Linie zu
Ausbildungszwecken, mithin zum Erwerb beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten
aufgenommen wird. Letzteres liegt in der Regel vor, wenn die versicherte Person nach
Abschluss einer Grundausbildung ein Praktikum absolviert. In diesen Fällen betrachtet
das Bundesgericht die aufgenommene Tätigkeit als zur Grundausbildung gehörig,
wofür der enge sachliche und zeitliche Zusammenhang mit dem abgeschlossenen
Studium sowie die geringe Entlöhnung sprechen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts C 308/02 vom 27. Juli 2005 E. 2 mit Hinweisen; Urteil C 272/01
vom 27. Juni 2002 E. 2 mit Hinweisen).
3.
3.1 Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die fragliche Stelle beim
Landesgericht D._ („Gerichtspraxis“ vom 1. August 2012 bis zum 30. November
2012) bereits mit Schreiben des Oberlandesgerichts H._ vom 26. Juni 2012 - somit
noch bevor die Arbeitslosigkeit effektiv eintrat und bevor er das Anmeldeformular am
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11. Juli 2012 einreichte - zugesagt erhalten hatte (act. G 3.1/A8). Mit der Annahme
dieser Vollzeitstelle hatte er grundsätzlich disponiert und war in der fraglichen Zeit nicht
arbeitslos (vgl. Art. 10 Abs. 1 und 2 AVIG). Zudem musste er sich wohl angemessen auf
die Ende September (schriftlich) und Mitte November 2012 (mündlich) stattfindende
Anwaltsprüfung vorbereiten. Daran ändert sich auch nichts, wenn man mit dem
Beschwerdeführer davon ausgeht, dass die Stelle bei C._ von Anfang an nur bis
Ende Juni/Anfang Juli 2012 befristet war, da auch der absehbare Stellenverlust nicht
ausschliesst, dass man anschliessend in Arbeitslosigkeit ausschliessender Weise
weiter disponiert. Zudem wäre nicht ausgeschlossen, dass die kürzere Befristung
bereits bei Vertragsabschluss einem Wunsch des Beschwerdeführers entsprach, etwa
um nachher noch Zeit für die Prüfungsvorbereitung zu haben. Die Einholung des in den
Akten fehlenden Schreibens von Dr. C._ vom 18. November 2013 kann damit
unterbleiben. Schliesslich kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten
ableiten, wenn er anführt, auf Grund der Information über das Erfordernis der
Arbeitsbemühungen sich um eine Stelle bemüht zu haben. Soweit er nun geltend
macht, die Annahme der Stelle sei nicht zu Ausbildungszwecken (bzw. aus freien
Stücken), sondern lediglich in Erfüllung der Schadenminderungspflicht erfolgt, obwohl
er eigentlich eine besser bezahlte Stelle gesucht habe, trägt er die Beweislast bzw. die
Folgen der Beweislosigkeit.
3.2 Gemäss § 6 Abs. 1 des österreichischen Rechtspraktikantengesetzes (RPG) ist
die Ausbildung so zu gestalten, dass der Rechtspraktikant durch Mithilfe an der
Bearbeitung der bei Gericht vorkommenden Angelegenheiten der Rechtspflege einen
möglichst umfassenden Einblick in die richterliche Tätigkeit sowie in die Aufgaben der
Geschäftsstelle erhält und die sonstigen gerichtlichen Einrichtungen kennenlernt. Er ist
so viel wie möglich zur Ausarbeitung von Entscheidungsentwürfen und zu anderer
konzeptiver Vorarbeit heranzuziehen. Er ist – soweit dies mit dem Zweck der
Ausbildung vereinbar ist – auch als Schriftführer einzusetzen. Die Verwendung als
Schriftführer hat grundsätzlich nicht im blossen Schreiben nach Ansage zu bestehen.
Diese gesetzliche Umschreibung belegt den ausgesprochenen Ausbildungscharakter
des gewählten Praktikums. Zudem ist es für einen angehenden Rechtsanwalt in der
Grenzregion Liechtenstein/Österreich – noch zumal mit österreichischer
Staatsangehörigkeit – nur vorteilhaft, auch Erfahrungen an einem österreichischen
Gericht zu sammeln. Zwar trifft wohl zu, dass dieses Praktikum kein zwingender
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Bestandteil der liechtensteinischen Anwaltsausbildung und keine zwingende
Zulassungsvoraussetzung für die liechtensteinische Anwaltsprüfung darstellte. Die
blosse Tatsache, dass der Beschwerdeführer auch ohne dieses Praktikum zur
Anwaltsprüfung zugelassen worden wäre, bedeutet jedoch nicht, dass damit
automatisch dessen Ausbildungscharakter verloren gegangen war. So muss bzw.
musste für die Zulassung zur Anwaltsprüfung in Liechtenstein eine praktische
rechtsberufliche Tätigkeit von zwei Jahren nachgewiesen werden, wovon mindestens
sechs Monate bei liechtensteinischen Gerichten oder der Liechtensteinischen
Staatsanwaltschaft sowie mindestens ein Jahr bei einem Rechtsanwalt oder bei einer
Verwaltungsbehörde des Landes (Art. 3 Abs. 1 lit. d des liechtensteinischen
Rechtsanwaltsgesetzes [liRAG], in der bis 31. Dezember 2013 gültig gewesenen
Fassung). Aus dieser gesetzlichen Zulassungsordnung erhellt zum einen, dass für die
restlichen sechs Monate die Absolvierung ausländischer Praktikumszeiten möglich und
deshalb nicht so abwegig ist, wie der Beschwerdeführer dies darstellt (seit 1. Januar
2014 werden ausländische Praktika allerdings höchstens noch zur Hälfte angerechnet;
ein Gerichtspraktikum ist nicht mehr zwingend erforderlich [neuer Art. 4 Abs. 2 und 3
liRAG]). Zum anderen stellen die genannten Praktikumszeiten ohnehin nur
Minimalanforderungen dar. Selbstverständlich kann auch eine längere Praktikumszeit
vorgewiesen werden. So weist denn der Beschwerdeführer auch ohne die fragliche
„Gerichtspraxis“ beim Landesgericht D._ eine Praktikumszeit von insgesamt 35
Monaten bei verschiedenen Gerichten und Anwälten aus, wobei die geforderten
liechtensteinischen Praktika vom 1. Juli 2009 bis zum 31. Dezember 2009 beim
Fürstlichen Landgericht vom 1. Mai 2011 bis zum 30. Juni 2012 (oder 6. Juli 2012) bei
Rechtsanwalt Dr. C._, und - möglicherweise - vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. April
2011 bei Rechtsanwalt Dr. J._, absolviert wurden (vgl. Lebenslauf, Arbeitszeugnisse
und Angaben des Arbeitsmarktservice K._, Formular U1 [act. G 3.1/A9 bis A11]).
3.3 Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, dass er auch andere Stellen
angenommen hätte, ist dies nicht überzeugend. Betreffend den massgebenden
Zeitraum ab Juli 2012 hat er sich von Anfang an nur um die Weiterführung der
„Gerichtspraxis“ in D._ bemüht. Gemäss Rechtspraktikantengesetz können Praktika
- wie auch der Beschwerdeführer selber ausführt (Einsprache vom 17. Mai 2013, S. 5
[act. G 3.1/A43]) - jederzeit auf blosse Anzeige hin unterbrochen und später wieder
aufgenommen werden (§ 14 Abs. 1 und 2 RPG), wobei die Fortsetzung vom Präsidium
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des Oberlandesgerichts bei gegebenen Voraussetzungen bewilligt wird (vgl. act. G 3.1/
A8). Auf Grund dieses Rechtsanspruchs durfte der Beschwerdeführer davon ausgehen,
die „Gerichtspraxis“ während des gewünschten Zeitraums fortsetzen zu können. Mit
dem Beschwerdegegner ist sodann anzunehmen, dass sich diese Tätigkeit, die
gemäss der vorgenannten gesetzlichen Umschreibung nicht in erster Linie
leistungsorientiert ausgerichtet ist und eine kürzere wöchentliche Arbeitszeit aufweist
(38,5 anstatt 42 Wochenstunden [vgl. act. G 3.1/A47 S. 2 unten und act. G 3.1/A4]),
besser mit der Vorbereitung der Anwaltsprüfungen vereinbaren liess als die notorisch
strengere Anwaltstätigkeit. Für die Monate Juli und August 2012 liegen keine
Nachweise der persönlichen Arbeitsbemühungen vor. In den Monaten September und
Oktober 2012 tätigte der Beschwerdeführer zwar einige Arbeitsbemühungen. Indessen
geht aus den Angaben nicht hervor, ob diese Stellensuche tatsächlich den vorliegend
interessierenden Zeitraum betraf oder aber - was auf Grund der angegebenen
Stellenbezeichnungen als „Rechtsanwalt“ wahrscheinlicher ist - erst die Zeit nach
Abschluss der Anwaltsprüfungen (act. G 3.1/20 und 24). Auf letzteres deuten auch die
am 4. Oktober 2012 getätigten E-Mail-Anfragen bei den Herren L._ und M._
(Vermittler) hin, wo der Beschwerdeführer erste Sondierungen betreffend die weiteren
Möglichkeiten, als Anwalt in Liechtenstein tätig zu sein, durchgeführt hatte (act.
G 3.1/24). Bereits am 13. August 2012 bewarb er sich zudem bei seinem ehemaligen
Arbeitgeber, Rechtsanwalt Dr. C._ (act. G 3.1/A20). Dies mündete schliesslich in ein
Angebot von Dr. C._ vom 30. Oktober 2012, den Beschwerdeführer per 1. Januar
2013 als Anwalt anzustellen, wobei auch gerade schon die Eckpunkte für die
Absolvierung eines postgradualen Studiums in den USA (offenbar von August 2013 bis
Juli 2014) inklusive Kostenbeteiligung des Arbeitgebers abgesteckt wurden (act. G 3.1/
A25). In der Folge tätigte der Beschwerdeführer für November und Dezember 2012
keine Arbeitsbemühungen mehr (act. G 3.1/29 und 30). Schliesslich hat der
Beschwerdeführer bereits in seinem Schreiben vom 31. Juli 2012 an seinen
Personalberater festgehalten, dass er am Gerichtspraktikum festhalten und sich erst für
die Zeit danach um weitere Stellen bewerben möchte (act. G 3.1/A16).
3.4 Insgesamt ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Ausbildung zum
liechtensteinischen Rechtsanwalt sehr zielstrebig und planmässig vorangetrieben hat.
So stand er ab Juli 2009 bis zur Rechtsanwaltsprüfung im Herbst 2012 praktisch
ununterbrochen in ausbildungsbezogenen Tätigkeiten. Spätestens ab dem 30. Oktober
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2012 konnte er sodann mit besagtem Arbeitsvertrag per 1. Januar 2013 als nunmehr
ausgebildeter Anwalt beim ehemaligen Arbeitgeber aufwarten. Demgegenüber tätigte
der Beschwerdeführer keinerlei Stellenbemühungen, die seine Behauptung, für den
fraglichen Zeitraum ab Juli 2012 eine bessere Anstellung angestrebt zu haben, stützen
könnten. Nachdem die Konzipientenzeit bei Dr. C._ nach eigenen Angaben des
Beschwerdeführers von Anfang an befristet war, wären entsprechende
Suchbemühungen bereits gegen Ende des Praktikums zu erwarten gewesen. Auch aus
den Aufzeichnungen des Personalberaters geht hervor, dass nicht die Stellensuche im
Vordergrund stand, sondern die „beste Strategie .... hinsichtlich
Schadenminderungspflicht, privater Zeitaufwand und Fokus im Allgemeinen“. Es sei
vereinbart worden, dass nach den Gewerbeferien (bzw. am 13. August 2012)
telefonischer Kontakt gepflegt werde und entsprechende arbeitsmarktliche
Massnahmen eingeleitet würden oder rückwirkend die Abmeldung vorgenommen
werde (act. G 3.1/A35). Diese Formulierung lässt weniger eine „echte“ Arbeitslosigkeit
erkennen als vielmehr das Bemühen, in Bezug auf die Anspruchsberechtigung und im
Hinblick auf die bereits vorhandene Praktikumsstelle alles „richtig“ zu machen. Die
Behauptung des Beschwerdeführers, er habe auf Grund der Orientierung durch das
RAV eine Praktikumsstelle zur Schadenminderung angenommen, bleibt damit
unbewiesen. Unter diesen Umständen bleibt kein Raum für die Annahme einer
planwidrig eingetretenen Arbeitslosigkeit im fraglichen Zeitraum, die vom
Beschwerdeführer in Nachachtung der Schadenminderungspflicht mittels eines
Gerichtspraktikums in D._ zu überbrücken gewesen wäre. Insbesondere ist kein
qualitativer Unterschied erkennbar zwischen den diversen ab Juli 2009 absolvierten
Gerichts- und Anwaltspraktika sowie der vorliegend umstrittenen „Gerichtspraxis“ beim
Landesgericht D._. Vielmehr ist im gesamten Geschehensablauf davon auszugehen,
dass die Ausbildung zum Rechtsanwalt erst mit dem Ablegen und dem Bestehen der
Anwaltsprüfung im November 2012 beendet war. Der Beschwerdeführer war somit
während des fraglichen Zeitraums ab Antragstellung nicht vermittlungsfähig und
jedenfalls vom 1. August 2012 bis zum 30. November 2012 auch nicht arbeitslos. Da
die Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllt sind, hat nicht die Arbeitslosenversicherung
für die Entschädigung der Einkommensdifferenz zwischen den beiden Praktika
einzustehen.
4.
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4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).